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        <title>Deutsches Kolonialblatt. VII. Jahrgang, 1896.</title>
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        Deutsches 
—— 
Amtsblatt für die Schutzgebiete des Deutschen Reichs. 
Herausgegeben 
in der 
Kolonial-Abtheilung des Auswärtigen Amts. 
VII. Jahrgang, 1806. 
  
Verlag von Ernst Siegfried Mittler und Sohn 
Könlsollche Vofbuchhandlung 
Kochstraße 68—71.
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        Gedruckt in der Königlichen Hofbuchdruckerei von E. S. Mittler &amp; Sohn, 
Verlin SW., Kochstraße 68—71.
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        Inhalts-Derzeichniß. 
Die mit einem ' versehenen Artikel sind amtliche Bekanntmachungen u. s. w. 
(Die am Schluß stehenden Ziffern bezeichnen die Seitenzahlen.) 
Gesehe, Verordnungen, Erla#e der Reichsbehörden und Bekörden der deutschen Schutgebieke. 
Rackrichten aus den derutschen Schunnebirten und andere darauf brzügliche Mittheilungen. 
Allgemeines. 
vAfrikafonds. Denkschrift über die Verwendung 
des — 1894/95. Extra-Beilage zu Nr. 3 
Ausfuhr. Die aus den deutschen Kolonien expor- 
tirten Produkte und deren Verwerthung in ber 
Industrie. Nach amtlichen Statistiken und Denk- 
schriften sowie nach Mittheilungen von Importeuren 
und Fabrikanten bearbeitet von Dr. O. Warburg 
Beilage zu Nr. 10 
(Siehe auch Handel.) 
Ausrüstungsgegenstände siehe Militärische A. 
Bananen. Verzollung von — als Obtst 
Bauhölzer. Ueber die Sicherung von — gegen die 
Angriffe holzzerstörender Thiere und die seewurm- 
sicheren Holzarten . 
Baumwolle. Mittel zur Beriiing des Baum- 
wollenwurmes . 
*Beamte. Allerhöchste Verordnung vom 3. August 
1896, betreffend Anwendung des Gesetzes, betreffend 
die Rechtsverhällnisse der Reichsbeamten vom 
31. März 1893 nebst dessen Ergänzungs- 
bestimmungen, auf die Landesbeamten in den 
deutschen Schuyxgebieten 
Votanik. Vorlesungen über Kolontalbotani“ im 
Sommer und Herbst 1895. · 
Botanischer Garten. Ueber die Verlegung des 
Berliner .. 
Denkschriften, betreffend die Enwickelung der 
deutschen Schutzgebiete 1894/95. Exira-Beilage. 
Deutsche Kolonialgesellschaft siehe Kolonial- 
gesellschaft. 
Eierhandel der Welt .- 
Elfenbeinhandel. Bericht von deinr. Ad. Meyer 
in Hamburg über den — im Jahre 1895 
—.— Lage des Elfenbeinmarltes in Antwerpen im 
Jahre 1894 
Frauenverein für Krankenpflege in den Ko- 
lonien. Verleihung der Rechte einer juristischen 
Person an den . 
—.— Aus dem Jahresbericht für 1695/6 
—.— Tod der Schwester Biendora 
—.— Ausstellung einer Krankenbaracke in der Verliner 
Gewerbeausstellung seitens des 
228 
263 
539 
18 
391 
73 
378 
381 
292 Marig Theresienthaler. 
  
Frauenverein für Krankenpflege in den Ko- 
lonien. Eintreffen zweier Schwestern in Wind- 
hoek. Preise der Lebensmittel. 
—.— Entsendung einiger Schwestern nach Kamerun 
—.— Entsendung von Schwestern nach Ostafrika und 
Neu-Guinea 
—.— Rückreise der Schwesiern Leonore und Elise 
von Kamerun, Katharina Fath von Tanga und 
Helene aus Togo nach Deutschland . 
Geld siehe Maria Theresienthaler. 
Gerbstofspflanze. Ueber das Fortkommen. der — 
Canaigre in Honolueli . 
Gesundheitspflege. Schutz gegen Malaria 
—.— Vertheilung von Preisen für die besten Arbeiten 
auf dem Gebiete der Trovenhygiene auf der 
Brüsseler Weltausstellung 1897 . . 
Gummi= siehe Kautschukbäume. 
Handel Bremens mit Afrika im Jahre 1895. 
—.— Hamburgs mit den Kolonien im Jahre 1895 52, 
(Siehe auch Ausfuhr.) 
Hanf. Prüfungsergebnisse des Sisalhanf 
Heuschreckenvertilgung auf Cypern. 
—.— in Ostindien. . . 
Kautschukbäume. Ueber neue . 
——Schntzber—cndenWaldern. 
Kautschuksamen. Einfuhr von — nach Afrila 
Koloniale Bestrebungen. Vertheilung von Preisen 
für die besten Arbeiten auf kolonialem Gebiete 
seitens der Brüsseler Weltausstellung 1897 
Koloniale Entwickelung. Ueber die deutsche — 
nach dem Berichte der Hamburger Handelskammer 
für das Jahr 1895 
—.— Ausgabe eines Inhaltsverzeichnisses über vie 
Jahrgänge I—V (1890 —1894) des Dautsch 
Kolonialblattes 
Kolonialgesellschaft. Vorstand der deutschen — 
Berlin-Charlottenburg 
Kolonialhaus. Errichtung eines — in Verlin 
Kolonialrath. Sitzungsbericht des — vom 19. Ok- 
tober 1896 . - 
Kolonien. Nundreise nach den deutschen. 
* Landesbeamte siehe Beamte. 
Ausfuhr von 
415 
503 
782 
194 
591 
720 
324 
648 
135 
262 
136 
619 
421 
683
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        Militärische Ausrüstungsgegenstände. Einige 
Erfahrungen mit — in Centralafrila nach Graf 
A. v. Götzen 73 
woinrnissencnstlicen Zoologie der ens 
gebiete . 653 
(Siehe auch VBoianik) 
—.— Tod des Varons Ferdinand v. Müller 654 
Nutzpflanzen, tropische. Abgabe größerer Sen- 
dungen von — seitens des Königlich botanischen 
Gartens zu Berlin 17 
—.— Ueber den ostafrikanischen Fettbaum Seeuro- 
dendron Stuhlmannii Engl. . 17 
(Siehe auch Baumwolle — Gerbstoffpflanze — 
Hanf — Kautschukbäume — Ramiefaser.) 
Oceanie Steamship Compayy siehe Verkehrs- 
wesen. 
Orientalisches Seminar siehe Seminar. 
Pflanzen, stickstoffsammelnde . 421 
—.— Winke für die Behandlung von Pflanzentheilen, 
die behufs wissenschaftlicher Untersuchung aus tro- 
pischen Ländern nach Deutschland gesandt werden 744 
Postalisches. Eintreffen der Post aus den deutschen 
Schutzgebieten 21, 56, 77, 113, 140, 166. 198, 230, 
266, 300, 327, 424, 463, 506, 543, 565, 595, 624, 
656, 687, 791, 
—.— Ergebnisse der Post= und Telegraphenverwaltung 
während der Etatsjahre 1891 bis 1895 
—.— Statistik der deutschen Reichspost= und Tele- 
graphenverwaltung während des Jahres 1895 750 
Postdampfschiffsverbindungen siehe unter 
Schiffsverbindungen. 
Preisausschreiben der internationalen Vereinigung 
für vergleichende Rechtswissenschaft und Volkswirth- 
schaftslehre über das Thema: Eine vergleichende 
Darstellung der Grundsätze, welche in den Kolonien 
der wichtigsten Staaten hinsichtlich des Boden- 
erwerbes und der Ansiedelung befolgt worden sind, 
und die wirthschaftlichen Folgen derselben 
—.— Ergebnisse eines Preisausschreibens der Univer= 
sität Breslau über das Thema: Welche Ein- 
wirkung haben die in den letzten dreißig Jahren 
erzielten Fortschritte der Kenntniß fremder Erdtheile 
auf das staatliche und wirthschaftliche Leben des 
Deutschen Reiches geübt? 
—.— Preisaufgabe der Holzendorsfsiftung. über das 
Thema: Ist die Deportation unter den heutigen 
Verhältnissen als Strafmittel praktisch verwendbar? 
Ramiefaser, die, und deren Bearbeitung. 
*Rechtspflege. Allerhöchste Verordnung vom 
25. Februar 1896, betreffend die Gerichtsbarkeit 
über die Eingeborenen in den afrikanischen Schutz= 
gebieten . ...BetlagezuNr5 
—.— Verordnung des Reichskanzlers wegen Aus- 
übung der Strafgerichtsbarkeit und der Disziplinar= 
gewalt gegenüber den Eingeborenen in den deut- 
schen Schutzgebieten von Ostafrika, Kamerun und 
Togo. Vom 22. April 1896 
*' Rechtsverhältnisse. Allerhöchste Verordnung v vom 
9. August 1896, betreffend Anwendung des Gesetzes, 
721 
137 
693 
  
l 
betreffend die — der Reichsbeamten vom 31. März 
1873 nebst dessen Ergänzungsbestimmungen auf 
die Landesbeamten der deutschen Schutzgebiete 520 
Reichsbeamte siehe Beanite. 
Reisen. Ueber eine neue Durchquerung Afrikas 619 
*Sammlungen. Runderlaß der Kolonial-Abtheilung 
vom 13. Oktober 1896, betressend die ethno- 
graphischen und naturwissenschaftlichen Samm- 
lungen der in den Schutzgebieten befindiichen 
Beamten und Militärpersonen 969 
. (Siehe auch Sendungen.) 
Schiffsverbindungen: 
* Marine. Schiffsbewegungen der Kaiserlichen — 
in den Schutzgebieten, vergleiche die einzelnen 
Nummern des Kolonialblattes. 
Norddeutscher Lloyd. Fahrplan der Reichs- 
postdampferlinien für das Jahr 1896 22 
Ostafrika-Linie. Vermehrung der Fahrten auf 
der Suezkanal-Linie nach Ostafrika 
—. — Fahrplan der deutschen — zwischen Ham- 
burg und Ostafrika für das zweite Halbjahr 
1896 298 
— .— Schiffsbewegungen der . 21 öb 47 113, 
140, 167, 198, 230, 266, 297, 326, 393, 424, 
463, 506, 544, 566, 596, 624, 656, 687, 725, 
54, 791 
* PH# sitdampfschiffsverbindungen nach den 
deutschen Schutzgebielen 21, 56, 77, 113, 
139, 166, 198, 230, 266, 297, 327, 393. 424, 
462, 506, 542, 565, 594, 621, 655, 686, 724, 752, 790 
Reichspostdampferlinie Hamburg — Durban. 
Verkehr der Dampfer ab Monat Juni in drei- 
wöchigen anstatt vierwöchigen Zwischenräumen 288 
Woermann-Linie. Fahrplan für das erste 
Vierteljahr 1896 25 
Desgl. für das zweite Vierieljahr 1886. 199 
- : : Dritte - . 464 
-vierte "*4n2 
—.— Schif sbewegungen der 27, 57, 78, 114, 
140, 167, 201, 231, 267, 300, 327, 393, 425, 
463, 507, 543, 566, 595, 624, 656, 687, 725, 
753, 791 
(Siehe auch Verlehrswesen.) 
*Schutztruppe. VBearbeitung sämmtlicher An- 
gelegenheiten der —. Allerhöchste Verordnung 
vom 20. August 1896, betreffend Zuständigkeit des 
Auswärtigen Amts, Kolonial-Abtheilung, für 551 
*—.— Bekleidungs-Vorschrift für die Kaiser- 
lichen Schutztruppen in Afrika Beilage zu Nr. 23 
*—. Allerhöchste Verordnung vom 19. November 
1896, betreffend Genehmigung der 
*—.— Beschwerdeführung. Allerhöchste Ver- 
ordnung vom 1. August 1896, betreffend Anwen- 
dung der Bestimmungen über die — der Personen 
des Soldatenstandes des Heeres vom 14. Juni 
1894 auf die Schutztruppe 
*—.— Dienstauszeichnungskreuz. Alerhöchste 
Verordnung vom 27. September 1896, betreffend 
Verleihung des — und Heirathen der Offiziere 
763 
633
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        Schutztruppe. Disziplinar-Strafordnung. 
Allerhöchste Verordnung vom 26. Juli 1896, be- 
treffend die — für die Kaiserlichen Schutztruppen 515 
*—.— Eintritt. Allerhöchste Verordnung vom 
22. Juli 1896, betreffend Gesuche der Offiziere 
der Kaiserlichen Marine behufs — in die 
*—. Militär-Strafgesetze. Allerhöchste Ver- 
ordnung vom 26. Juli 1896, betr. die Einführung 
m 
*Arbeiter. 
ostasiatischer Arbeiter 
Ausfuhr siehe Statistik. 
* Beamte. Gouvernementsbefehl des Kaiserlichen 
Gouverneurs vom 7. Juni 1896 betreffen das 
Uniformtragen der Civilbeamten 
Besiedelung siehe Mbaruk bin Raschid. 
PVeurkundung des Personenstandes. 
der deutschen — in den afrikanischen Schutzgebielen 516 
*—.— Stellenbesetzung. Allerhöchste Verordnung 
vom 10. November 1896, betreffend — der Offi- 
ziere, Sanitätsoffiziere und oberen Militärbeamten 
*—. — Strafgerichtliche Verfahren. Allerhöchste 
Verordnung vom 26. Juli 1896, betreffend das — 
gegen Militärpersonen der Kaiserlichen . 
*—.— Unterstellung. Allerhöchste Verordnung vom 
16. Juli 1896, betreffend die — der Schutztruppe 4 
*—.— Wehrpflicht. Gesetz vom 13. Juli 1896, 
betreffend die Kaiserlichen — in den asritanischen 
— 
69 
— 
— 
516 
Schutzgebieten und die — daselbst 522 
*—.— —.— Erlaß des Reichskanzlers vom 18. Juli 
1896, betreffend Bekanntmachung wegen Redaktion 
des Gesetzes, betreffend die Kaiserlichen — in den 
afrikanischen Schutzgebieten und die — daselbst 
Seminar für orientalische Sprachen. Vor- 
lesungen im Winter-Semester 1896/097. 
Sendungen, wissenschaftliche. Ergänzung der 
Bestimmungen vom 7. November 1890, betresfend 
— aus den deutschen Schuzgebieten 
(Siehe auch Sammlungen.) 
Sonntagsruhe. Runderlaß der Kolonial-Abthei- 
lung vom 12. Mai 1896 an sämmtliche Gouverne- 
ments und Landeshauptmannschaften, betrefsend 
die Einhaltung der 
Stationsanlage. Leitende Cesichtspuntte bei ver 
Anlage von afrikanischen Stationen 
Telegraphenwesen siehe Postwesen. 
Verkehrswesen. Neuregelung des Fahrplans der 
Oceanie Steamshih Company) für den Verkehr 
der Linie San Francisco —Apin 229 
(Siehe auch Schisssverbindungen.) 
Ueber die Ausfuhr der Kolonien. 
522 
295 
418 
Warburg: 
Dank des Kaiserlich Großbritannischen Ministeriums 
Drogen. 
" Fromm. 
Beilage zu Nr. 10 
Wehrpflicht. Gesen vom 13. Juli 1896, betreffend 
die Kaiserlichen Schutztruppen und die — daselbst 
Wolle. Jahresbericht über Kolonialwolle im dahre 
1895 von G. Ebell &amp; Co. ·· · 
Zölle. Verzollung von Bananen als Obst 
Zo ologie siehe Naturwissenschasiliches. 
110 
228 
Oftafriks. 
A nsiedelungen. Bericht des stellvertretenden 
dounerneurs über die Ansiedelung der Mbarulkleute 
mkhropologische orschungen in Ostafrika 
*Arbeiter. Verord n 
vom 26. März 1896, betressend das Verbot der 
Anwerbung von Arbeitern zum Zwecke der Aus- 
fuhr r*- aus ½ Deutsß- Ostafrika nach fremden 
Gebieten 
219 
522 
Er- 
theilung einer Ermächtigung zur — an den 
Referendar Zache ...·...... 
Bezirkseintheilung. Runderlaß des Kaiserlichen 
Gouverneurs vom 13. November 1895, betreffend 
Zuweisung der Landschaft Irangi zum Bezirk 
Mpapua ..... 
Vodenbefchaffenhett Oftafrctaö nach einem 
Urtheil des Professors Dr. F. Wohltmann 
Bukoba. Bericht des Kompagnieführers Herrmann 
über die Lage der Station im Juni 1896. 
—.— Ueber Höhlenbildungen bei 
Civilbeamte siehe Beamte. 
an die Deutsche Regierung für die Unterstützung 
der Deutschen Behörden bei der Bestrafung der 
Angonis . .314 
Dar-es-Saläm. Besüch des Sulians Machemiba i in 
—.— Besuch des englischen Admirals Rawson 
Denkschrift, betressend die Entwickelung des Schutz- 
gebietes 1894/95. Extra-Beilage zu Nr. 3. 
Deutsch-Ostafrikanische Gesellschaft. Aus dem 
Geschäftsbericht der 
Gutachten des Kaiserlichen Gesundheits- 
amtes über eine Anzahl aus Ostafrika eingesandter 
Einfuhr siehe Statistik. 
Eisenbahn. Erlaß einer Bahnordnung für die 
Usambaralinie . 
—.— Aus dem Geschäftsbericht der Eisenbahngesell 
schaft für Deutsch- r*mies Oihambwaline, zu 
Verlin . 
Elfenbeinausfuhr im Jahre 1895/66 . 
Emin Pascha. Maßregeln 
Mörder dsess . 
Bericht des Kompagnieführers — über 
seine Expedition von Lindi an den Umbem-= 
kurrufluß .. ....... 
Gesundheitspflege. Anlage eines Sanatoriums 
seitens des evangelischen Meitgvereins in der 
Wugiralandschaft . 
—— Gouveknententgbefehl vom 6. Mai 1896 be. 
treffend Verhütung von Vergiftungen durch Gebrauch 
messingener und kupferner Kochgeschirre. 
#—.— Runderlaß des Kaiserlichen Gouvernements 
vom 15. Juni 1896, betreffend Aufhebung der 
Quarantäneordnung vom 15. Juni 1896 
*—.— Erlaß des Kaiserlichen Gouvernements vom 
15. Juni 1896, betreffend Vorschriften betreffend 
die gesundheitspolizeiliche Kontrole der einen Hafen 
des Deutsch-Ostafrikanischen Shutgebietes an- 
laufenden Seeschiffe 
438, 
zur Ergreifung der 
Bestimmungen über die Febandlung 
65 
551 
709 
709 
372 
219 
710 
526 
527
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        *Gesundheitspflege. Runderlaß des Kaiserlichen 
Gouverneurs vom 28. September 1896, betreffend 
die gesundheitspolizeiliche Kontrole der aus Bombay 
kommenden Seeschisse . 
—.— Sanitäre Einrichtungen it im Schutgebiet ( 
Gewerbliche Unternehmungen siehe Handel. 
Glauning. Expedition des Lieutenants — nach 
Ugogo, Jrangi, Burungi und Usiomi . 
Gouverneur. Bericht über eine Reise des — nach 
Kisaki, zum Rusiyi und durch Süd-Usaramo 
Grenzen. Gouvernementsbefehl vom 30. April 1896, 
betreffend die Abgrenzung der Bezirke Apapua 
und Lindi. 
*—.— Runderlaß des fKaiserlichen Gouverneurs an 
die Bezirksämter 2c. vom 5. Oklober 1895, be- 
treffend Zutheilung der Inseln von Masia nord- 
wärts bis zur Schungubucht, zum Bezirk Kilwa 
Handel burg h-Ostafrika im Jahre 1895 
—.— Ertheilung einer Ermächtigung Seitens. des 
Bundesraths zum Betriebe gewerblicher Unter- 
nehmungen in Deutsch-Ostafrika an die Westdeutsche 
Handels= und Plantagengesellschaft zu Düsseldorf 
(Siehe auch Statistik.) 
Hassan bin Omari. Bericht über die Expedition 
gegen den Sklavenhändler .... 
*Hemileia vestatrix. Runderlaß des Kaiser- 
lichen Gouverneurs vom 26. Juni 1896, betreffend 
Aufhebung der Verordnung vom 31. Auus t 1895 
zur Bekämpfung der .. .. 
Höhlenbildungen bei Vuloba . 
*Jagd. Verordnung des Kaiserlichen Gouverneurs 
vom 4. bezw. 7. Mai 1896 an sämmtliche Bezirks- 
ämter rc., betreffend Schonung des Wildstandes 
Johannes, Kompagnieführer. Bericht über eine in 
der Zeit vom 26. Januar bis 28. Februar 1896 
von Moschi am Kilimandjaro durch die Massaisteppe 
nach Umbugwe unternommene Expedition 
—.— Expedition zur Bestrafung der an der Er- 
mordung der Missionare am Kilimandjaro bethei- 
ligten Landschafflen Meru und Groß-Arusha 
—.— Bericht über eine Expedition gegen Gr. * 
(Arusha nju) . . 
Kaffeeplantagen. Entwickelung der 
v. Kalben. Bericht des Lieutenants — uüber ein 
Gefecht mit dem Sultan Mutatembwa von Kisiba 
—.— Bericht des Lieutenants — über Unruhen im 
Bezirk von Muansa ........ 
Kartographisches. Aufnahmen und Höhen- 
beobachtungen von der Expedition des Oberst- 
lieutenants v. Trotha 
—.— Aufnahmen und Höhenbeobachtungen des Kom- 
pagnieführers Prince und v. Beringe über den 
Marsch von Mgunda nach Peronda bezw. aus 
Useguha ... 
Kiboscho. Von der katholischen Missionsstation in 
Kilimandjaro. Kulturversuche am 
—.— Ueber den Ertrag der Ernte der wissen 
schaftlichen Station . 
Kilimatinde. Von der Siation ...... 
— 
77 
6, 99 
709 
. 
40 
- 
73 
45 
442 
610 
286 
103 
— 
□# 
— 
372 
VI 
  
Kisaki. Aufhebung der Postagentur an 
Kisiba. Bericht des Lieutenants v. Kalben über ein 
Gefecht mit dem Sultan Mutatembwa in. 43 
Kochgeschirre. Verbot der Einfuhr kupferner und 
messingener 437 
*Kriegsdienstzeit. Anrechnung der — für An— 
gehörige der Schubteuppe an Gefechten im 
Jahre 1895 478 
Kuirenga. Bericht des Kompagnieführers Prince 
über seine Expedition nach Uhehe zur gründung 
einer Station in Kuirenga . 73 
*Landespolizei siehe Schutztruppe. 
Landwirthschaftliches. Untersuchung von Boden- 
proben der Versuchsplantage Mohorro 443, 555 
—.— Ernteertrag der wissenschaftlichen Ailimandjare· 
station . 
——- Kulturversuche am Kilimandjaro .... 103 
—.— in Usambara 248 
—.— Vertheilung von Saaten zur * des 
Landbaues . . 537 
—.— Weizenbau in Deussch- Ostafrila . 537 
(Siehe auch Bodenbeschaffenheit — Kaffeeplantagen — 
Plantagenbau — Tabak.) 
Machemba. Unterwerfung des Häuptlings 8 
—.— Besuch des stellvertretenden Bezirksamtes von 
Milindani, blauptgoliamtvorslehers Ewerbeck beim 
äuptling 408 
Mbarut bin Naschid. Vericht des Naiserlichen 
Gouverneurs über die friedliche Unterwerfung des 
von englischem auf deutsches Gebiet übergetretenen 
Häuptlings — nebst Anhang und ihrer Ansiedelung 
auf deutschem Gebiet 370 
Mbarukleute. Bericht des Gouverneurs ** 
die Ansiedelung der 554 
Masinde. Aufhebung der Postagentur in .. 3092 
Muansa. Bericht des Lieutenants v. Kalben über 
Unruhen im Bezirk von . 186 
v. Natzmer. Bericht über einen Zug des Oberführers 
der Schutztruppe — zu den Mparagahäuptlingen 102 
Aaf sasee. Expedition des Bezirksamtmanns 
Eltz nach den 314 
estofeira. Ueber die Lage im 1 Siden des * 
gebietes 69 
Ostafrika im Augemeinen siehe Dentschrift. 
*Palmwein. Verbot der Bereitung von — siehe 
Tembo. 
Perlfischerei. Bericht des Zollbeamten Feinstein 
über die — an der ostafrikanischen Küste 441 
Plantagenbau. Ueber die Regierungsplantag- 
Mohorro 675 
—.— Anlage einer Versuchsstation in uUsambara 12, 70 
—.— Ertheilung einer Ermächtigung Seitens des 
Bundesrathes zum Betriebe des Handels= und des 
Plantagenbaues an die Westdeutsche Handels= und 
Plantagengesellschaft zu Düsseldorf . 177 
* Polizeitruppe. Gouvernementsbefehl vom 27. Mai 
1896, betreffend Stärke der — für das Etats- 
jahr 1896/97 437
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        Postwesen. Herstellung einer Postwerbindung der 
Küste mit dem Nuassa 
—.— Errichtung von Postanstalten in Vukoba, Muansa 
und Kilimatinde . 
—.— Aufhebung der Postagenturen Kisaki und Masinde 
(Siehe auch Telegraphenlinie.) 
Prince. Bericht des Kompagnieführers — über 
seinen Zug nach Uhehe und die Vegründung einer 
Station in Kuirengg . 
Namsay. Bericht des Kompagnieführers — über 
seine Bereisung des Nordostufers des Tanganyika 
Quarantäne-Ordnung siehe unter Gesundheits- 
pflege 
-Dechirpflege. Ausübung der Strafg 
barkeit. Verfügung des Neichskanzlers wegen — 
und der Disziplinargewalt gegenüber den Ein- 
geborenen. Vom 22. April 1896. 
*—.— Beisitzer. Ernennung von — der Kasser- 
lichen Gerichte für die Dauer des Jahres 1896 
*—.— Beisigerliste. Ergänzung der — des Kaiser- 
lichen Obergerichts für das Geschäftsjahr 18906 
—.— Eingeborene. Gouvernementsbefehl vom 
4. April 1896, betreffend das Gerchtsversahren 
gegen 
*—.— Geschäfte. üebersicht ver gerichtlchen — 
bei den Kaiserlichen Gerichten des Schutzgebietes 
während des Geschäftsjahres 1895 
*—.— Haftsachen. Anweisung des Kaiserlichen 
Gouverneurs zur Behandlung der — Farbiger 
als „eilig“ seitens der mit Auslübung der Gerichts- 
barkeit betrauten Beamten . 
*—.— Schriftwechsel zwischen Deutschland und dem 
Unabhängigen Kongostaat, betressend die Hin- 
richlung des Elfenbeinhändlers Stokees 
*—.— Sklavensachen. Nunderlaß des Kaiserlichen 
Gouverneurs vom 19. August 1896, betreffend 
die Rechtsprechung in 
Reiseberichte 247, 286 2. 314, 584 640. 
Rufiyi. Bericht des Lieutenants v. Grawert über die 
vom 13. bis 16. März d. Js. auggeührté Aufiyi. 
thalfahrt. (Mit Skizze) 
Saadani. Feuersbrunst in 
Sammlungen. Naturwissenschaftliche 
—.— Sendung des Lieutenants Glauning an das 
Museum für Völkerkunde aus Mpapuan. 
—.— des Premierlieutenants v. d. Marwitz auf der 
Kilimandjarostation . 
Schiffsverbindungen. Aenderungen des Fahr= 
plans der Britisch-India-Linie und Anlaufens in 
Ostafrika 
Schutztruppe, Gesetz wegen Abänderung des Ge- 
sebes vom 22. März 1891, betreffend Kaiserliche 
v wi eteit, Allerhöchste Verordnung vom 
uli 1 
—.— bihodß onlenlien für bie — siehe Vei— 
43 
* 
VII 
103 
165 
392 
339 
287 
442 
641 
675 
  
475 
lage zu Nr. 23 
*—.— Kriegsdienstzeil. Anrechnung der — für. 
die Theilnahme an Gesechten im Jahre 1895 
478 
WSchutztruppe. Marsch eines Kommandos der — 
von Kilwa nach Dar-es-Saläm zur Hinweisung 
der Bevölkerung auf die Unantastbarket der 
Telegraphenlinie 
—.— Verstärkung. Mahnahmen des aiserlichen 
Gouvernements zur — der Schutztruppe im Innern 
—.— Vertheilungsplan der — und Landespolizei 
am 30. November 1895 . 
31. Dezember 1895. 
. 31. Januar 1896 
29. Februar 1896 
31. März 1896 
31. Mai 1896 
30. Juni 1896 
31. Juli 1896 
31. August 1896 
* 30. September 1896 
31. Oktober 1896 
Sprachliches Material. Erlaß einer Aufforderung 
zur Sammlung — an die Walis, Jumben 2c. 
Ostafrikas und Einreichung beselben an das 
Kaiserliche Gouvernement . 
* Stationen. Gouvernemenlsbefehl vom 21. Vo- 
vember 1895, betreffend Eintheilung der — 
Stationen im Innern, in zwei Klassen. 
—.— Anlage einer Station am Tanganyika 
—.— Runderlaß des Kaiserlichen Gouverneurs, be- 
treffend Aufhebung des Lagerhaltens von Tausch- 
artikeln auf den Stationen Kilossa, Kisaki, Ulanga 
und Masinde 
„„ 
u 
.-—Aufhebung derStatIonenMafcude und Ktsatc 120. 
—.— Reise zur Inspektion der — durch den Kom- 
mandeur der Schutztruppe 
*—.— Gouvernementsbefehl vom 14. Dezember 1805, 
betreffend Verlegung einiger Bezirksämter und 
Stationen. « 
—.— Bericht des Konwagnieführers Prince nach der 
Landschaft Uhehe zur Begründung der Station 
Kuirenga 
* Statistik des auswürüigen Handels im ** 
gebiete im Jahre 1895 
Straußenzuchtunternehmen in Abgint am 
Kilimandjaro des Premierliente nants Bronsart 
v. Schellendorff .. 
Tabak. Ueber Anbauversuche mit — auf der Plan- 
tage Mohorro . 
Tabora. Bericht des Kompagnieführers Leue über 
die Zustände im Bezirk 
Tanganyika. Bericht des Kompagnieführers Namsay 
über seine Vereisung des Nordufers des —. 
Tauschartikel. Aufhebung der Lagerhaltung von — 
auf den Stationen 
Telegraphenlinie. Marsch eines Machtkommandos 
von Kilwa nach Dar-es-Saläm zur Hinweisung 
der Bevölkerung auf die Unantastbarkeit der 
* Tembo. Verordnung des Kaiserlichen Gouverneurs 
vom 19. Oktober 1895, betreffend Aufhebung der 
Verordnung vom 1. Juli 1894, betresend Verbot 
der Bereitung von
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        Trägkrwesen. Negelung des 537 
(Siehe auch Verkehrswesen.) 
VIII 
Handel Hamburgs mit Kamerun im Jahre 1895 648, 
Handelsbetrieb. Bestrafung englischer Dampfer 
v. Trotha. Bericht über die Expedition des Oberst- 3 wegen des unerlaubten — auf den Rheden und 
lieutenants — vom Mwanga am Victoria Nyanza 640 Häsen des Schutzgebietes 
(Siehe auch Kartographisches.) DHaudelsbewegung in den drei ersten Quartalen 
Udjidji. Vericht des Kompagnieführers Ramsay 6 des Jahres 1895 ....... 
über seine Bereisung des Nordostusers des Hanfkultur= 778, 
Tanganyika 770 Jute . 
Uhehe. Bericht des Kompagnieführers Prince über s Kassebaum. 
seinen Zug nach Uhehe — und die Gründung Kakaokultur 
einer Station in Kuirenga- . ZkkKamerunnn Augemeinen siehe Denlschrist. 
Uniformtragen der Civilbeaniten siehe Beamie. Kokospalme siehe Palmen. 
Usambara. Bericht über die Anbauversuche in 248 Kriegsdienst. Berechnung der — für die Theil- 
Verkehrswesen. Ueber die Ausführbarkeit des nehmer der Expedition gegen Bakoko im März= 
Transportes mit Ochsenwagen in Deutsch -P und April 1895 
afrika 536 Kronland. Alerhöchste Verordnung“ vom u15. Juni 
(Siehe auch Trägerwesen.) 1896 über die Schassung, Besitergreifung und 
Wahehe. Friedensschluß mit den .. 8, 70 Veräußerung von — und über den Erwerb und 
Wakonde. Bericht des Kapitän Berndt über einen die Veräußerung von Grundstücken im Schutzgebiet 
Zug durch das Gebiet der . —.— Verfügung des Neichskanzlers vom 17. Ok- 
*Waldordnung. Erlaß einer — vom 120. Oltober tober 1896 über die Ausführung der Allerhöchsten 
1895 für Usambara . Verordnung vom 15. Juni 1896, betreffend die 
Wildstand siehe Jagd. # Schaffung, Besitzergreifung und Veräußerung von 
Zölle. Verlegung des Bezirks= und Hauptzollamtes Landwirthschaftliches siehe Ananas — Baum- 
von Lindi nach Mikindai 103 wolle — Faserpflanzen — Gemüsebau — Hanf 
WZollämter. Verordnung des Kaiserlichen Gouver= — Jute — Kaffee — Kakao — Nutzpflanzen — 
neurs, betreffend die Benennung der 9 Palmen — Tabak. 
Zolleinnahme. Nachweisung der 37, 128, u79 699 Mauritiushauf (Foucroya giganten) ... 
Mpim. Expedition des Lieutenants v. Stein nach 
Kamernn. Nutzpflanzen. Pslanzensendungen der botanischen 
Agave rigida var. sisalana (Sisalhanf) 778 Centralstelle nach Kamerun 
Ananas (Ananussa sativa) 779 Okro (ibnseus esculentus) 
Vananen (Musa paradisiana) . 780 Palmenkulturen im botanischen Garten zu : Rectoria 
Baumwollenbau. Anbauversuche im 3botanischen , 780, 
Garlen von Victorio 778, 781 Ramiekultur im botanischen Garten zu Victoria 
Beurkundung des Personenstandes. Erthei- 
lung der - zur — an den Assessor 
Glei 403 
Bodenuntersuchu inge n durch Professor Wohlimam 737 
v. Vrauchitsch. Bericht des Premierlieutenants — 
zum Zweck einer Voruntersuchung des oberen 
Sanagalaufes. (Mit Karte) . 
Bogenstranghanf (Sanseviers guineensis) . 
Buöa. Bericht über einen Besuch des seellvertre: 
tenden Gouverneurs in —, den Ausbau und den 
landwirthschastlichen Berrieb der Station betreffend 158 
Eingeborenec. Einstellung und Anlernung einhei- 
* Denkschrift, betreffend die Entwickelung des Schutz- 
gebietes 1894/95 Exlra-Beilage zu Nr. 3. 
mischer Arbeiter für die aschinenwertstatie des 
Kaiserlichen Gonvernements . 373 
Faserpflanzen. Kultur von — im botanischen 
Garten in Victoria. Bericht des Dr. Preuß 775, 
Gemüsebau im Garten des Ksferschen Gouver- 
nements ... 
Foureroya giganten (Manrikiushauf), 
* Grundstücke. Veräußerung von —, siehe Kronland. 
Hafen. Reparatur der im Kamerunfluß liegenden 
Bojen ꝛrc.. . , 
781 
24 Reiseberichte 
779 
WRechtspflege. Ausübung der Strafgerichts- 
barkeit. Verfügung des Reichskanzlers wegen — 
und der Disziplinargewalt gegenüber den Ein- 
geborenen. Vom 22. April 1896 
*—.— Beisitzer. Ernennung von — für das Kasser- 
liche Gericht des Schutzgebietes für das Jahr 1896 
*—.— Eingeborenen-Schiedsgericht. Verord- 
nung des Kaiserlichen Gouverneurs vom 25. April 
1896, betreffend Einführung eines — für die 
Landschaft Dibombari. 
*—.— —.— Dezgl. für die Landschaft Dibamba 
und Ndokoma vom 21. Mai 1896 . 
«—·———DesglfurdreBakoko Niederlassungen 
am unteren Abo vom 3. Juli 1896. . 
*—.— —.— Desgl. für das linke, bezw. F 
Aboufer vom 27. Juli 1896 . 
*—.— Geschäfle. Uebersicht der gerichtlichen — in 
dem Schutzgebiet während der Jeit vom 1. Juli 
1895 bis 30. Juni 1896 
. , 248, F378, 
Sammlungen. Naturwissenschaftliche Sendung. des 
Stationsleiters Conradt an das Museum küt 
Naturkunde in Berlin 
652 
160 
129 
779 
— — — 
– — — 
SE — 
779 
444 
576 
444 
446
        <pb n="9" />
        Sannaga. Expedition des Lieutenants v. Brauchitsch 
zur Erforschung des oberen Laufes des 
—.— Bericht des Premierlieutenants v. Vrauchitsch 
über seine Reise zum Zweck einer Voruntersuchung 
des oberen Laufes des — (Mit Karte) 248 
—.— Entdeckung von Stromschnellen auf dem 737 
Sanseviera guinceensis (Bogenstranghanf) 779 
Schulen. Gründung neuer — durch die Mission 
der Pallotiner . ......... 
*Schutztruppe. Gesetz wegen Abänderung des 
Gesetzes vom 22. März 1891 (Reichsgesetzblatt 
S. 53), betressend die Kaiserliche — und des 
Gesetzes vom 9. Juni 1895 (Reichsgesetzblatt 
S. 258). Vom 7. Juli 1896 475 
*—.— Bekleidungsordnung. Veilage z r. 25. 
*—.— Kriegsdienstzeit. Berechnung der — für 
die Angehörigen der 4f78 # 
Sisalhanf (Agave rigida var. ssulann) . 778 
*Statistik der im Kalenderjahr 1894 in das Ka- 
merungebiet eingeführten bezw. von dort aus- 
geführten Waaren . ..... 89 
*—.— Desgl. für das Jahr 1895 552 
*—. Verordnung des Kaiserlichen Gonverneura 
vom 5. Februar 1896, betreffend Abänderung des 
§ 1 der Verordnung vom 19. Juni und 16. De- 
zenber 1892 über Aufstellung einern 245 
v. Stein. Expedition des Lieutenants — nach Mpim 44 
Tabakkultur 771 
Wissenschaftliche Reise des Professors hr. 
Wohltmann nach Kamerun 373 
Yaünde. Kämpfe mit aufrührerischen Einwohnern 
im Bezirk der Statio 70, 159 
—.— Bericht des Hauptmanns v. Kamp# uͤber seine 
Expedition nach . .. 288, 373, 411, 556 
—.— Rückkehr des stellvertretenden Kommandeuro 
der Schutztruppe mit seiner Expedition nach 187 
Togo. 
Ausfuhr siehe Statistik. 
Bevölkerung. Uebersicht über die im * 
ansässigen Deutschen und Fremden am 31. 
zember 1895. 220 
Bismarckburg. Vericht ber eine Entdeckungsreise 
des Missionars Mischlich im Gebiet von .. 782 
Denkschrift betreffend die Entwickelung des Schutz- 
gebietes 1894.95. Extra-Beilage zu Nr. 3. 
Einfuhr siehe Statistik. 
Gesundheitspflege. Fertigstellung des Nachigal- 
krankenhauses in Klein-Popo . 559 
Anlage und Betrieb des Krankenhauses in 
ogo 130 
Grundstünsschenkung des Hüuptlings Adjalla 
von Amutive an die Landeshauptmannschaft. 675 
Gummi. Ueber das Vorkommen eines neu auf- 
gefundenen Gummibaumes Kicksin alricann 675 
Handel. Werth der Aus= und Einfuhr in den 
ersten sechs Monaten des Etatsjahres 1895/06. 104 
—Hamburgs mit dem Toaolande im Jahre 
1895 44 8, 652 
IX 
Kartographisches. Fertigstellung einer Karte des 
6 südlichen Togogebietes 
Kickxia alrienna siehe Gummi. 
Klein-Popo. Verschönerungsanlagen in. 
Krankenhaus. Ueber Anlage und Betrieb ves — 
in Togo 130, 
(Siehe auch Gesundheitspfteg.) 
Landeshauptmann. Reise des — nach Misahöhe 
und upandi ....... 
; Landeshauptmannschaft. rrundstücksschenkung 
des Häuptlings Adjalla von Amutive an die 
Kaiserliche. . 
Misahöhe. Reise des ae nach — 
und Kpandu. 
—.— Reise des Lieutenants Klose von giein— Popo 
über Lome nach 
Nachtigal= Krankenhaus siehe Gesundheitspflege. 
v. Piotrowski. Aufstellung eines Grabgitters für 
die Grabstätte des verstorbenen Polizeimeistero 
Plantagenbau. Kassee= und Kokosnußplantagenbau 
WMechtspflege. Verfügung des Reichskanzlers wegen 
Ausübung der Strasgerichtsbarkeit und der Dis- 
ziplinargewalt gegenüber den Eingeborenen. Vom 
22. April 1896 
*—.— Ernennung von Beisitzern für das 22 
Gericht für 1896 
—.— Uebersicht der gerichllichen Geschäfte i im Schut 
gebiete während des Jahres 1895 
Reiseberichte 13, 130, 441, 484, 610, 788, 
Sammlungen. Wissenschaftliche Sendungen des 
Lieutenants Grafen Zech an das Museum für 
Naturkunde in Berlin . 373, 
Schiffsverkehr in Togo im Jahre 1895 
Schulen. Zahl der Schulen in Togo . . 
Stationen. Besichtigungsreise des Kaiserlichen 
Landeshauptmanns nach den inneren Stationen. 
—.— Errichtung einer neuen Station durch Premier= 
lieutenant v. Carnap 
* Statistik der im Kalenderjahre 1805 aus demB 
Schutzgebiete Togo ausgeführten * 04, dort 
eingeführten Waaren " 
Togo im Allgemeinen siehe Densschrist. 
Wissenschaftliche Expedition des Lieutenants 
Grafen Zech. 
Zech, Graf. Reise ves Grafen zech nach einigen 
Stationen des Schutzgebietes 13 
—.— isser anliche Erpedition des Lieutenants 
Grasen Zech 
Südwestafrika. 
Aufstände im Schutzgebiet siehe Unruhen. 
* Ausfuhr siehe Statistik. 
* Bergwesen. Inkraftsetzung der Abschnitte 1I bis VI 
und VIII der Allerhöchsten Verordnung vom 6. Sep- 
tember 1892, betrefsend das — im südwestafrika- 
nischen Schutzgebiete vom 15. August 1889 im 
Gebiet von Gibeon mit dem 15. Oktober d. Is. 
zufolge oesgung des * vom 11. Ok- 
tober 1896 . 
  
3 
772 
187 
415 
3 
538 
669
        <pb n="10" />
        Vergwesen. Aufgebot des Kaiserlichen Landes- 
hauptmanns vom 1. September 1896, betreffend 
das — im Schutzgebiet 
Bersaba. Uebergang des vom Landeshauptmann 
bewilligten Jahresgehaltes auf den Nachfolger des 
Minderpest. 
Kapitäns Dietrich Goliath auf Christian Goliath 105 
*½Beurkundung des Personenstandes. Erthei- 
lung der Ermächtigung zur — an den Büreau- 6 
vorsteher Junker 211 
*—.— Desgl. an die Assessoren Dr. Golinelii und Fischer 697 
Bevölkerung. Uebersicht der am 1. Jannar 1896 
im Schutzebiet ansässigen Deutschen und Fremden 189 
Bewässerung. Projekt einer künstlichen — in 
Deutsch-Südwestafrika- 130 
* Bezirkseintheilung. Abtrenuung des Bezirks 
Gibeon von der Hauptmannschaft eeimanhoo 698 
Brunnen. Anlage von. .. . 46 
Croß Kap. Errichtung einer Postagentur in 790 
Denkschrift betreffend die Entwickelung des Schugtz- 
gebietes 1894/95. Extra-Beilage zu Nr. 3. 
Einfuhr siehe Statistik. 
Frachtfahrer. Zusatzverordnung des Keaiserlichen 
Landeshauptmanns vom 27. September 1895 zu 
der Verordnung für die — im Schugebiete vom 
12. März 1895 . 5 
Geistige Getränke siehe Spirituosen. 
*Gesundheitspflege. Verordnung des Kaiser- 
lichen Landeshauptmanns vom 20. Juni 1896, 
betreffend Maßregeln zur Verhütung der Ein- 
schleppung der Rinderpest 611 
—.— Krankenhaus in Groß Windhoek 188 
—.— Pockenepidemie 105 
Gibeon. Errichtung einer Postagentur in 20 
Gobabis. Bericht über das Gefecht bei 373 
Handel Hamburgs mit dem Schutgebiet im Jahre 
1895 649, 650 
—.— Regelung des Handelsverkehrs mit “ 
Betschuanalandd . 189 
(Siehe auch Saatistt.) 
Handelsregister. Eintragung einiger Firmen in 
das — zu Keetmanshoop . 
Khauas-Hottentotten. Ueber die Niederwerfung 
des Aufstandes der —. Beilage zu Nr. 14, S. 490. 
Keetmanshoop. Errichtung einer Postagentur in 20 
Krankenhaus. Das — in Groß Windhoek 188 
* Landansprüche. Aufgebot des Kaiserlichen Landes- 6 
hauptmanns, betreffend — im Schutzebiet. 582 
—.— Ungülligkeitserklärung aller nicht bis zum De- 
zember angemeldeten — in den Gebieten von 
Gibeon, Gokhas, Bersaba und Bethanien 160 
Lanvdeshauptmann. Zus des Naiserlichen — nach 
Grootfontein 
ranitsltlihes, - nit 2 
mereien . 645 
(Vergl. auch Rinderest — Waldschuh — Viehmarkt) 
Lüderitzbucht. Errichtung einer Postagentur in 139 
Lungenseuche. Bericht über den Stand der — 
im Bezirk Otjimbingue . 160 
(Siehe auch Rinderpest.) 
  
—.— Errichtung von Postagenturen in Lüderitzbucht 
Namaland. Besichtigungs= und Orientirungsreise 
im — durch den stellvertretenden Kommanbeur 
der Schutztruppe, Major Müller 
Pockenepidemie in Südwestafricia 
Postwesen. Ueber die Beförderung der Post- 
sendungen nach und in Deutsch-Südwestafrika 165, 196 
und Warmbad. 
—.— Errichtung von Postagenture in Gibeon und 
Keetmanshoop . ... 
———Desgle1chenmsiap Croß und Uhabis . 
—.— Verordnung des Kaiserlichen Landeshaupt- 
manus, betreffend die der Vost durch Private zu 
leistende Beihülfe 
W Rechtspflege. Ernennung von Beisitzern für das 
Kaiserliche Gericht in Keelmanshoop (Südbezirk 
des südwestafrikanischen Schutzgebietes) 
*—.— Ernennung von Beisitzern der Kaiserlichen 
Gerichte für das Jahr 1996 180 
*—.— Geschäfte. Uebersicht der gerichilichen — 
bei den Kaiserlichen Gerichten in Windhoek und 
Keetmanshoop während des Geschäftsjahres 1895 
*—.— Gründung eines neuen Gerichtsbezirkes im 
Schutzgebiet . ... 
Verordnung des Kaiserlichen Landes- 
hauptmanns vom 20. Juni 1896, betreffend Maß- 
regeln zur Verhütung der Einschleppung der 608, 
(Siehe auch Lungenseuche.) 
Schiffsverbindungen. Entsendung von sechs 
direkten Dampfern im Jahre 1896 nach Lüderitz- 
bucht seitens der südwestafrikanischen Siebelung 
—.— zwischen Kapstadt und den Häfen Deutsch- 
Südwestafrikas 463 
E 
—.— Abkommen des Lieutenants a. D. Troost, Be. 
sitzer des Dampfers „Leutwein“ mit der Rhederei 
des „Nautilus“, betreffend Anlaufen der einzelnen 
Häfeen ... 505 
—.— Fahrplan des Danpfers „Leutwein“. 724 
WSchiffsverkehr in Lüderitbucht vom 1. Januar 
bis 31. Dezember 1895. 313 
Vekleidungsvorschrisst für die — 
Beilage zu Nr. 23 
Schutzvertrag zwischen Hendrik Witbooi und Naer 
Leutwein . 
Schutztrupe. 
(dergl. auch Versaba.) 
WvSiedelungsgesellschaft für Deutsch-Südwest- 
afrika. Verleihung der Rechie einer Jurssischen 
Person. Auszug aus dem Statut . 
Siegfeld.JirichtnbeidiiSGefechtbei. . 
Spirituosen. Bericht über die Einfuhr von — 
im Jahre 1895. . 
* Statistik der Ein= und Ausfuhr in der Tsoakhaub= 
mndung pro IV. Quartal 1895. 214 
in Lüderitzbucht vom 1. Oftober bis 
3l. Dezember 1895 312 
*—.— über den Warewvertchr ziischen Kopstadt 
und Lüderitzbucht während des Geschäftsfahre 
1894-·95 91, 211 
Siehe auch Hanbel. .
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        Sturmfeld. Ueber die Theilnahme der 1. und 
2. Kompagnie am Gefecht bei — vom 6. Mai 1896 492 
Südwestafrika im Allgemeinen siehe Denkschrift. 
Swakopmund. Errichtung eines selbständigen 
Küstendistrikts in 611 
—.— Bericht des Marine= nn uber die 
Landungsverhältnisse in 495 
Tsoakhaubmund siehe Swakopmund. 
Uhabis. Errichtung einer Postagentur in 790 
Unruhen im Schutzgebiete durch die Khauas- 
Hottentotten 253, 315, 373, 411, 446, 400, 492, 
. Beilage zu Nr. 14 
Viehmarkt. Abhaltung eines — bei Windhoek 160 
Waffenschmuggel. Verhütung von — bei Oli- 
fantskloof durch Lieutenant Lampe 
* Waldschutz. Ausdehnung der Verordnung vom 
7. August 1894, betrefsend den Schutz der Holz- 
bestände auf die Orte Gobabis und i sowie 
Umgebung . .. 
Warmbad. Errichtunge einer Postagentur in 
Wegebau. Naregeln zur Verbesserung des Bai- 
weges 611 
Wehrpflicht. Abschluß eines Vertrages mit Hendrit 
Witbooi über die — der wassenfsähigen Witboois 188 
—.— Bericht über die mit der Einziehung von Ein- 
71 
5 
139 
geborenen zum Militärdienst gemachten Erfahrungen 642 
—.— Ueber das Ergebniß der Besichtigung der ersten 
Quote der wehrpflichtigen Bastards- 188 
Windhoek. Ueber das neue ranlenhaus in Groß 
Windhoek. 188 
Witbooi. Zum Schnhvertrage micn Hendrit 
Witbooi und Major Leutwein 
Neu-Guinea. 
Bevölkerung. Uebersicht über die im Schutzgebiet 
ansässigen Deutschen und Fremden 
VBougainville. Bericht über einen Besuch des 
Kaufmanns Parkinson auf der Nordküste der Insel 46 
Ehlerssche Expediltion. Schicksal der 413, 448 
Expedition. Missenschaftliche — des Dr. Lauter- 
bach und Ernst Tappenbeck . 414, 713 
Gesundheitspflege. Impfung der Eingeborenen 
durch Missionar Flierl 
XI 
Schiffsverkehr in Jaluit im Jahre 1895 
—. — Schutzpocken-Impfungen im Bismard-= Archipel 713 
Handel Hamburgs mit dem Bismarck-Archipel im 
Jahre 1895 649, 652 
Nalum. Errichtung einer wissenschaftlichen Stationauf 110 
Rechtspflege. Ernennung von Beisitzern für die 
Kaiserlichen Gerichte des Schubgebietes für das 
Jahr 1896 152 
—.— Uebersicht der gerichtlichen Geschäfle im Schut= 
gebiete während des Geschäftsjahres 1895. 182 
Reise und Thätigkeit S. M. S. „Möwe“ im Shhute 
gebiet , 499, 713 
Schutzpocken- Impfungen im r Bismar, 10.p7 , 713 
Wissenschaftliche Expedition. Bericht über den 
Fortgang der — des Dr. Karl Lauterbach 585 
Wissenschaftliche Station. Errichtung einer — 
in Ralum 1410 
– 
Wissenschaftliche Sammlungen des Leiters der 
Forschungsstation auf Ralum 
Marshall-Inseln. 
* Beurkundung des Personenstandes. Erthei- 
lung einer Ermächtigung zur — an den stelver. 
tretenden Sekretär Senfft 
Bevölkerung. Uebersicht der im Schutzgebiet am 
1. Januar 1896 ansässigen Deutschen und Fremden 
Denkschrift, betressend die Entwickelung des Schutz- 
gebietes 1894/95. Extra-Beilage zu Nr. 3. 
7 Gesundheitspflege. Aufhebung der Quarantäne- 
vorschriften vom 27. Februar 1895 für die Inseln 
Aur, Maloelab, laut Verordnung vom 7. August 
1895 
Handel Hamburge mit den Marshall- Insein. 
Jaluit. Schiffsverkehr in — im Jahre 1895 
Landeshauptmann. Neise des — nach den öst- 
lichen Inselgruppen . 
—.— Reise des — durch einen Theil des Schut= 
gebietes (Ailinglaplap, Majurn und Arno) 
—.— Bericht über eine vom 25. November bis 
12. Dezember 1895 ausgeführte Rundreise des 
Marshall-Inseln im Allgemeinen siehe Denkschrift. 
*Rechtspflege. Ertheilung einer Ermächtigung 
zur Ausübung der Gerichtsbarkeit erster Inslanz 
an den stellvertretenden Sekretär Sensst. 
*—.— Bestellung von Beisitzern des Keiserlichen 
Gerichts für das Jahr 1896 . 
———Ueberscchtdetqettchtltchen Geschaftc bei dem 
Kaiserlichen Gericht des Schutzgebietes während 
des Geschäftsjahres 1895 
WReichsflagge. Verordnung des Kaiserlichen Landes- 
hauptmanns vom 1. März 1895, betreffend die 
Führung der — durch Eingeborene . 
Reiseberichte 
649, 
161, 538, 
743 
53 
36 
675 
253 
Hus dem Bereiche der Wispn#nen und der 
KAntiRlaverei-Bewegung. 
Afrilaverein, evangelischer. Von der dat 
versammlung des 
—.— Tagesordnung der dalpteriamiilins vom 
16. April 1896 
—.— Anlage eines Sanatoriums in der zar 
landschaft 
—.— Zollrückzahlung für die zum zwecke der ge 
planten — o— in Usambara eingefuhrten 
Güter 
—. — Ankauf einer größeren Landfläche sur eine 
Sklavenfreistätte. 
—.— Uebersicht über die beabsichtigten unterneg- 
mungen des 
—.— katholischer. Bericht über die halbjährlche 
Generalversammlung am 6. Dezember 1895 zu Köln 
—.— Aus den Verhandlungen der Versammlung 
des Centralvorstandes vom 7. Juli 18996 
192 
675 
15 
71 
S
        <pb n="12" />
        Algerische Väter — Weiße Väter. 
Alte Berliner Missionsgesellschaft siehe Ge- 
sellschaft zur Beförderung der evangelischen Mission. 
Baptisten-Mission. Betrag der im Jahre 1894 
eingegangenen Beiträge . 
—.— Entsendung des Missionars Graf nach Kamerun 
Barmer Missionsgesellschaft siehe Rheinische 
Missionsgesellschaft. 
Basler Mission. Die Arbeit der — im Amum- 
gebiet und Reisen im Schutzgebiet von Togo 316, 
—.— Aus dem Jahresberichte der — vom 1. Juli 1896 
—.— Bericht des Missionars Mischlich über seine 
Entdeckungsreise im Gebiet von Bismarckburg 
—.— Herausgabe einer Schrift: Die Arbeits- 
stätten der 
—.— Schwierigkeiten der Missionsarbeit i in gamerun 
—.— Thätigkeit und Stationen der — in Kamerun 
254, 715 
—.— Tod des Missionars Anger 722 
Venediktiner-Mission. Ueber die Station LuOA 
kuledi. 
—.— Bericht über bie Thãtigkeit ů in Ostafrita . 48, 
318, 715, Beilage zu Nr. 16 S. 5. 
—.— Die apostolische Präfektur Süd-Sansibar 49 
Verliner evangelische Missionsgesellschaft. 
Berlin I siehe Gesellschaft zur Beförderung der 
evangelischen Mission. 
—.— Berlin III siehe Evangelische Missionsgesell- 
schaft für Deutsch-Ostafrika. 
Bostoner Missionsgesellschaft Beil. zu Nr. 16 S. 4 
Vremer Missionsgesellschaft siehe Norddeutsche. 
Brüdergemeinde. Von den Stationen der — in 
Ostafrika 221, 538, Beilage zu Nr. 16 S. 1 
Christaller. Tod des Missionars J. 9. 14 
Church missionary soeiety siehe Kirchen- 
Missionsgesellschaft. 
Evangelischer Afrikaverein siehe Afrikaverein. 
Evangelische Missionsgesellschaft für Deutsch- 
Ostafrika (Verlin III). Abordnung des —i 
Ostwald , 
—.— Abordnung des Missionars Noeh. nach Ostafrika 
31, 192 
—.— Aussendung zweier udwerler nach dem Mis- 
72 
106 
379 
559 
—–— 
# 
W 
131 
559 
sionsgebiet am Nyassa-See 131 
—.— Hochzeitsfeier des Wftenurs Worms in Dar— 
es Salam. Feier von Kaisers Geburtstag, Ueber- 
nahme der Krankenpflege der Deutschen durch die 
Regierung 192 
—.— Ertheilung der Erlaubniß zu einer Lotterie zum 
Besten der Krankenpflege in Deutsch-Ostafrika 71 
—.— Einrichtung neuer Siationen 453, 715 
—.— Von den Stationen derselben in Ostafrila 71, 
106, 131, 192, 453, 538, 587, 715, Beil. zu Nr. 16 S. 1. 
—.— Tod des Missionars Kraemer 105 
Evangelisch-lutherische Nissionsgesellschaft 
siehe Leipziger. 
Gesellschaft zur Beförderung der evange- 
lischen Mission unter den Heiden Gertin D 
Ueber die Mission im Kondelande 
XII 
Goldküste englisch apostolische Tod 
einiger Mitglieder. 
Kamernn. Baptisten- Mission 
Präfektur. 
. 106, Beilage 
zu Nr. 16 S. 2 
. Beilage zu Nr. 16 S. 2, 
254, 559, 715, 
—.— Bonrd of Foreign Alission ol the Presby- 
terian. . .. Beilage zu Nr. 16 S. 3 
—..— Pallotiner 50, 106, 221, 415, 453, 646, 
Beilage zu Nr. 16 S. 6 
Die Missionsanstalten 
—.— Basler Mission 
782 
Katholische Missionen. 
in Deutschland 6026 
—.— Gründung des christlichen 2 Dorfes St. Joseph 
bei Bagamono 
Kirchen- Missionsgeselkschaft. Entsendungzweier 
für den Victoria-Nyanza besimmter stablerner 
Dampfboote 48 
—.— Betrag der im Jahre 1894 eingegangenen 
Beiträge 72 
Leipziger evangelisch- (utherische Mission. 
Aussendung neuer Mitgliebder 15 
—.— Ermordung der Missionare Segebrok und Ovir 
am Kilimandjaro . 714 
—.— Tod des Missionars Känwof in Mboungu 
(Ostafrika). .. 7182 
Marshall-Inseln. Vostoner Missionsgesellschaft. 
Beilage zu Nr. 16 S. 4 
—.— Melanesische Missionsgesellschaft. Beilage zu 
Nr. 16 S. 4 
Melanesische Mission auf den deutschen Salomons- 
inseln .. 
Merensky. Uebernahme der Nedaxtion des vain 
sfreundes“ durch Missionsinspektor 
Missionsgesellschaft, evangelische, 
Evangelische Missionsgesellschaft. 
Missionsgesellschaften, englische. Abzweigung 
einer neuen Missionsdiözese für das Ugandagebiet 
Mission vom Heiligen Herzen Jesu siehe Bäter 
vom Heiligen Herzen Jesu. 
Missionsgesellschaft der Oblaten. Erbauung 
eines Missionshauses zu Hünfeld bei Fulda 
Missionsthätigkeit. Die — in den deutschen 
Schutzgebieten . .BetlagezuNr1t’-Sl 
Neudettelsauer M ission. n. Beschreibung der neuen 
Station auf dem Sattelberge 17 
—.— Impfungen der Eingeborenen durch Missionar 
Flierl 
—.— Rückblick auf das erste Jahrzehnt ver Thätigreit 
647 
71 
siehe unter 
  
193 
der — in Neu-Guinea 646 
. Ausreise des Missionars * nach gaiser 
Wilhelmsland 715 
Neu-Guinea Biemarck= Archipel. Einweihung der 
ersten katholischen Kirche in — durch Bischof Coups 48 
—.— Melanesische Mission . 647 
—.— Mission vom Heiligen Herzen Jesu .. 
Beilage zu Nr. 16 S. 6 
17, 193, 646, 715, 
Beilage zu Nr. 16 S. 4 
—.— Neudettelsauer Mission
        <pb n="13" />
        — XIII — 
Rheinische Mission 15, 647, 715, 
Beilage zu Nr. 16 S. 4 
—.— Tod des Missionars Barkemeyer und Ausgabe 
der Station auf der Dampier-Insel. 379 
Neu-Guinea. 
—.— Bäter vom göttlichen Wort 587 
—.— Bäter vom heiligen Herzen Jesu 132, 163, 23, 587 
—.— Das neu errichtete apostolische Vikariat. 316 
—.— Wesleyanische Mission. Beilage zu Nr. 16, S. 4, 647 
Norddeutsche Mission. Uebergang der Wesleya- 
nischen Mission in Lome an die 
—.— Tod des Missionars Holzapfel und der Frau 
Burgi 
—.— Entwickelung der Mission in Togo unda an der 
Goldküste . 
Oblaten siehe Missionsgesellschaft der Oblaten. 
Ostafrika. Evangelischer Afrikaverein 15, 71, 645, 675 
—.— Aufruf zum Bau einer katholischen Kirche in 
Dar-es-Salam . .. . .. 714 
—.— Benedictus Missions- Genossenschast 48, 318, 
715, Beilage zu Nr. 16 S. 5 
—.— Brüdergemeinde 221, 538 
—.— Brüder-AUnität, Missionsanstalt der evange- 
lischen —.. . . Beilage zu Nr. 16 S. 1 
—.— Epangelische Missionsgeselschaft für Deutsch- 
Ostafrika (Berlin III) 71, 105, 106, 131, 
192, 453, 538, 587, 715, Beilage zu Nr. 16 S. 1 
—.— Gesellschaft zur Beförderung der evangelischen 
Mission unter den Heiden (Berlin 1) 455, 
Beilage zu Nr. 16 S. 1 
—.— Kirchen-Missionsgesellschaft 
Bei eilage zu ur. S. 2 
—.— Leipziger evangelische Mission 15, 714, 782, 
Beilage zu Nr. 16 S. 2 
—.— London Missionary Socicty. Beilage zu 
Nr. 16 S. 2 
—.— Thätigkeit und *'m der latholischen Mis- 
sion in . 06, 131 
—.— Universitäten= Mission . 131, 193, 
Beilage zu Nr. 16 S. 2 
48, 163, 645, 
Beilage zu Nr. 16 S. 5 
49, Beilage zu Nr. 16 S. 5 
—.— Väter vom heiltgen Geist 
—.— Weiße Väter 
Pallotiner. Aussendung neuer Missionare nach 
Kamerun. Tod der Nissionare ahnempinkel 
und Jak. Mayer 
—. Erfolge der — in Komerun im Jahre 1895. 106 
—.— Von den Stationen der — in Kamerun. — 
Gründung neuer Schulsen 5P50 
—.— Tod des Pater Mayer in Kamern 50 
—.— Tod einiger Missionare der katholischen Mission 646 
—.— Tod einiger Missionare in Kamerun .. 415 
Rheinische Mission. Von der Station Olombahe 
(Südwestafrika) . 292 
—.— Ueber die Arbeit ber — im Nama- und « 
Hererolande 454 
—.— Aussendung b des * dae- uucri Ovam- 
boland 586 
  
Rheinische Mission. Anerkennung der Eigenthums- 
ansprüche der — auf Otjimbingue. Nachrichten 
über andere Stationen der Mission 
—.— Zahl der Stationen, Gemeindemitglieder rc. 
in Deutsch-Südwestafrika 
—.— Anlage neuer Stationen in Südwestafrika und 
Erfolge der Mission 
—.— Aufhebung der Station auf der Dempie * 
infolge Kraterausbruches 
—.— Bericht über die Thätigkeit der — in Neu- 
Guinca im letzten Jahre 647 
—.— Verhältniß des ** s der darnb 
zu den Missionaren 
—.— Tod des Dr. Hugo Ha hn 292 
—.— Tod des Missionars Borkemeyer 15 
—.— Zahl der Missionen 221 
—.— Aussendung des **- Hol#apfel nach 
Neu-Guinea 
Schwarze Bäter siehe Vůter vom LHeiligen Geist. 
Steyler Mission. Zahl der Priester, Lalenbruder. 
Schüler 2c. . ..50 
—.— Zahl der Zöglinge des Missionshauses. 416 
. Zahl der getauften Christen im Jahre 1895. 646 
(Siehe Väter vom göttlichen Wort.) 
Südwestafrika. Apostolische Präfektur. Aussendung 
einiger Priester und Laienbrüder . 587, 612 
(Vergl. Oblaten.) 
—.— Finnische Missionsgesellschaft. Veilage zu 
Nr. 16, S. 4. 
—.— Mheinische Missionsgesellschaft 163, 222, 
292, 378, 454, 538, 586, Beilage zu Nr. 16, S. 3 
—.— Euvangelischer Gottesdienst in Windöooek 537 
—.— Zahl der Missionsstationen und Christen in 72 
Togo. Apostolische Präfektur. Thätigkeit der Sta- 
tionen und Zahl der Schüer 15 
—.— Basler Mission 316, 782, 382, Beilage. zu Ar. 16 S. 3 
—.— Norddeutsche Mission 612, 645, 743, 
Beilage zu Nr. 16 S. 3 
—.— Steyler Missio 50, 254, 646, 
Beilage zu Nr. 16 S. 6 
—.— Wesleyanische Mission 612, 645, 743, 
Beilage zu Nr. 16 S. 3 
Tucker. Eintreffen des Missionsbischoss — in 
Mengo (UgandaJ. 142 
Universitaten- Mission. Anlegung einer Station 
in Mtoni- · 193 
—.— Betrag der im Jahre 1894 zu 
Beiträge 72 
—.— Ermordung des Nor. George Milay. . . . 14 
—.— Tod des Bischofs Maples . .. .. . 14 
Väter vom göttlichen Wort. Ueber die Sta- 
tionen der apostolischen Präfektur Togo 50, 
54, 646, Beilage zu Nr. 16 S. 6 
VBäter vom heiligen Geist. Bericht über die 
Stationen des apostolischen Vikariats Nord- 
Sansibar 
. 48 
—.— Einweihung des Missionshauses zu nnechisteden 315
        <pb n="14" />
        Väter vom heiligen Geist. Errichtung einer 
Zweigniederlassung in Drei-Aehren bei Colmar 
—.— Ueber das Missionshaus der — in Knechtsteden 
—.— Tod der P. Hufschmidt und Kornmann 
—.— Von der Missionsstation der — in Kilema 
Väter vom heiligen Herzen Jeft. Abtrennung 
des deutschen Kaiser Wilhelmsland vom n aposto. 
lischen Vikariate Neu-Guinea 
—.— Erfolge der Mission in Vlavolo= 
—.— Von den Stationen Vlavolo und Malagunan 
—.— Zahl der Taufen von 1892 bis 1895 . 
—.— Gründung eines Noviziats zur Ausbildung 
von Missionaren für die Südsee 
—.— Vom apostolischen Bikariat Neu, Pommern. 
Zahl der Stationen, Lehrer, Schüler 2c. 
Errichtung einer Niederlassung im Kreise 
Münster 
Weiße Väter. Die apostolischen Vikariate Unyan- 
hembe, Victoria, Nyansa und Tanganyika 
—.— Besuch des P. Capus in Tabora zur Abholung 
von 28, Sklavenhändlern entrissenen Kindern 49, 
XIV 
16 
220 
645 
163 
163 
132 
163 
Beilage zu Nr. 16 S. 5 
Wesleyanische Mission. Betrag der im dahre 
1894 eingegangenen Beiträge . 
—.— Erfolge der — im Bismarck- Archipel 
Sklaverei und Sklavenhandel. 
Britisch = Nyassaland. 
Sklavenhändler ........ 
Britisch-Ostafrika. Anwendung der Bestim- 
mungen der Brüsseler Akte vom 2. Juli 1890 auf 
Brüsseler Antisklaverei-Komitee. Verord- 
nungen in Bezug auf Waffen und Munition der 
verschiedenen Nationen . 
Egypte. Convention entre les Goubernements 
de ln Grande Bretagne et de I’Egypte le 
21 novembre pour la répression de la traite 
et dans le but d'’arriver A Tabolition de 
Tesclavage . . 
Ostafrika. Bericht über vie Expedition gegen den 
Sklavenhändler Hassan bin Omari . 
—.— Freistätte für Sklaven. Gründung einer r 
durch Ankauf einer großen Landfläche 
*—.— Runderlaß des Kaiserlichen Gouverneurs vom 
17. Dezember 1895 an die Bezirksämter 2c., 
belreffend Prüfung der zur Küste tommenden 
Karawanen auf die Mitführung von Sklavnen 
*—.— Runderlaß des Kaiserlichen Gouverneurs vom 
19. August 1896, betreffend die Re chtlprechung in 
Sklavensachen . 
* Sklavenhandel. Verordmung des Kciserlichen 
Gouverneurs von Deutsch-Ostafrika, betreffend die 
bei Bestrafung des Sklavenhandels zu befolgenden 
Grundsätze . 
Sklavenhändler. Vericht uber. die Expedition 
gegen den — vassant bin Omari in Deutsch 
Ostafrika 
Strafexpedition gegen 
,- 
7 
647 
163 
— 
63 
457 
132 
6, 99 
15 
6, 99 
  
Hus fremden Holonien. 
Basutoland. Jahresbericht über — für die Zeit 
vom 1. Juli 1894 bis 30. Juni 1895 
Beira. Der Handel von — im Jahre 1894/95 
Belgien. Ueber den Antwerpener Elenbeinmart 
in den letzten Jahren ... 
Bengalen. Versuche mit Burarweizen ... 
Betschuanaland(Engltsch)BerlchtdesAdmini 
strators von — für die Zeit vom 1. April 1894 
bis 31. März 1895 
—.— Unterstellung der Gebieie ver Hãuptlinge 
Montfiva und Ikaneng unter das Protektorat von 
—.— Beitritt der englischen Kolonie — zum Welt- 
postverein . ....... 
Britisch= Centralafeika. Neuer Zolltarif für. 
—.— Handel, Gesundheitszustand, Aus= und Einfuhr, 
Post-, Missionswesen 2c. Bericht des Kommissar 
Johnston für die Zeit vom 1. Aprit 1895 bis 
dahin 1896 . 
Britisch- Indien. Cerbstoffe in 
Britisch-Ostafrika. Vereinigung aller britischen 
Territorien in — zu einem Protektorat . 
—. — Anwerbung von Kulis für die Arbeiten an 
der Ugandabahn 
Britisch-Ostindien. 
im Jahre 1894/95. 
—.— Kasseebau und Kaffeehandel von 1887 bis ib 
Britisch-Südafrika. Maßregeln zum Schube des 
Der 2 von — 
Waldes in . 
Ceylon. Kaffeebau und 2 von 1887 
bis 1895 . . 
Cypern. Heuschreckenvertilgung auf 135, 
Dakar (Senegambien). Handel im Jahre 1895 
Englische Kolonien. Bildung der „Shire High- 
lands Company“ zum Zwecke des Baues einer 
Eisenbahn von Mapora nach *- Mpimbi 
und Chiromo 
—.— Einnahmen und Ausgaben im Jahre 1895. 
—.— Vericht über die Expedition bes Lieutenants 
Hourst 
—.— Beitritt der englischen Protektorate v“ von San- 
sibar und Ostafrika zum Hauptvertrage des Welt- 
postvereins vom 4. Juli 1891 ab 1. Dezember 1895 
—.— Parakautschuk in den 
—.— Postalisches. Vereinigung der Verwaltung 
der Post des brüisch ostafrikanischen Schutzgebietes 
mit der von Sansibar 
—.— Zulassung von Postacketen mit d Weithongal. 
bis zu 500 Francs nach. 
—.— Wirthschaftliche Lage der — in Alrika von 
1884 bis 1894 · 
(Siehe auch Vengalen — Betschuanaland — 
Britisch-Centralafrika — Britisch-Indien — Bri- 
tisch-Ostafrika — Britisch-Ostindien — Britisch= 
Südafrika — Ceylon — Fiji — Golbküste — 
Lagos — Matabeleland — Mauritius — Mombas 
— Nigerprotektorat — Salomons-Inseln 
Seychellen — Sierra-Leone — Somaliland — 
Straits-Settlements — Uganda — Ukamba.) 
417 
261
        <pb n="15" />
        *Englische Kolonien. Verordnung des britischen 
Kommissars für den westlichen Stillen Ocean, 
betreffend Verbot der Veräußerung des den Ein- 
geborenen gehörenden Grundeigenthums 786 
Fiji-Archipel. Jahresbericht über die Entwickelung 
des — im Jahre 1894 227 
Frankreich. Auslegung neuer Kobel zwischen Ma- 
junga und Mozambique und einigen anderen 
französischen K Kolonien 112 
—.— Ueber die französische Kolonialschule. 259, 720 
—.— Abschluß eines Vertrages der französischen 
Postverwallung mit der Compagnie française 
des cables télegraphiques zur Legung eines 
direkten Kabels von Brest nach den Vereinigten 
Staaten und den Antillen 55 
—.— Zahl der Auswanderer über Marseille im 
Jahre 18995 75 
Französische Kolonien. Aus- 
Jahre 1893 . 
(Siehe auch Dakar — SEenegal.) 
Goldküste (Englisch). Ein= und Ausfuhr im 
und eimoer im 
Jahre 1895 504 
—.— Einnahmen und Ausgaben i im Jahre 1894 417 
—.— Anlage einer Eisenbahnlinie . 295 
—.— Landankäufe oder Pachtungen. Betannt= 
machung des Gouverneurs, betreffend 51 
—.— Verhältniß des Hauptlings Samory zur Ver- 
waltung der 390 
—.— Verordnung über die Irecbinahe von un- 
bebautem Land 293 
—.— Verordnung des Gouverneurs, betreffend Ab 
lieferung aller Feuerwaffen und Munition an den 
englischen Befehlshaber « 
Hawaii. Ueber die Kaffeekultur im Archpel von. 73 
St. Helena. Einahmen ! und ) Ausgaben vandel 
im Jahre 1894 16 
Holland siehe Nederland. 
Honululu. Anbauversuche mit Canaigre. 262 
Indien siehe Britisch-Indien. 
Java. Ueber das botanische Landesinstitut zu 
Buitenzorg . 
(Siehe auch Nederländisch= Iwdien.) 
Kapkolonie. Angorazucht im Kaplande 136 
—.— Außenhandel der — im Jahre 1895 676 
—.— Bevölkerung, Militär, Finanzwesen, vandel. 
Verwaltung r2c. im Jahre 1895 
— . — Landgesetzgebung. Aenderung der — un 
Akte vom 6. August 189995 . 223 
Kongostaat. Banknoten-Ausgabe für den . 612 
—.— Bibliographie du Congo 1880 bis 1805. 
Herausgabe eines Wegweisers über die gesammte 
das Kongogebien betessende Litteratur unter dem 
Titel 51 
—.— Budget des — in den Jahren 1893 bes 1896 109 
—.— Eisenbahnbau. Fortschritt dee 136 
—.— Gerichtsorganisation des. 319 
— — Handelsbericht über den — und die ð Finanz- 
lage im Jahre 1895 
XV 
  
Kongostaat. Plantagenwirthschaft. Ueber die Er- 
folge der Plantagenwirthschaft im . 
-—SchrcftwechfelzwncheaDentschlanduuh denc 
unabhängigen —, betreffend die Hinrichtung des 
Elfenbein handlers Stokes 
—.— Verpachtung von sechs Danpfern nach dem 
oberen Kongo der „Société polse du Hant 
Congo“ an den Staat . .. 
Lagos. Ueber die Gummigewinnung in. 
—.— Anlage eines Patentslip und einer Brücken- 
verbindung zwischen der * und dem 
Festlande 
—.— Einnahmen ver Kolonie Lagos i im Jahre 1694. 
Schußztruppe, Bauten, Einwohnerzahl, Schulen 2c. 
—.— Anlage einer Eisenbahnlinie 
Lourengo Marques. Einnahmen der Delagoa- 
Eisenbahn im Jahre 1895. . 
—.— Handel von — im Jahre 1895, 
Matabeleland. Einsetzung einer aommisson! zur 
Regelung der Land= und Viehfrage 
—.— Ausbruch der Rinderpest in. 
Mauritius. Handel im Jahre 1895. 
Mombas. Bau einer Eisenbahn von — nach dem 
Viktoria-Nyanza. 
504, 
—.— Anwerbung von Kulis für die Arbeiten an 
der Ugandabahn 
Mozambique. Handelsbericht für das Jahr 1895 
Niederländisch-Indien. Ueber die chinesische 
Ein= und Auswanderung über Singapore nach 
Niederländische Kolonien siehe Java — Singa- 
pore. 
Nigerprotektorat. 
borenen i. 
—.— Verwaltungsbericht des — fnr 1894J95 
—.— Erhöhung des Zolltariss 
Norfolk-Insel, die 
Oranje-Freistaat. 
Jahre 1895. . 
Ostafrika, Zritisch- , siehe Vriüssch= Ostafrika. 
Ostindien. Ueber den Einfluß der Einführung 
europäischer Fabrikation auf die Baumwollen= 
industrie im westlichen Theile Ostindiens 
—.— Ueber Versuchspflanzungen . 
Persien. Handelsbericht, betreffend die Provinzen 
Kerman und Persisch-Belutschistan, für das dahr 
1894/96 (1. April bis 31. März) .. 
Philippinen. Handel und Shiffahrt? der — in 
den Jahren 1894 und 1895 
Portugal. Vasco de Gamafeier . 
Portugiesische Kolonien siehe Beira — Lourengo 
Marques — Mozambique — Zambesi. 
Salomons-Inseln (Britische). ei des 
Wohnsitzes des Residenten 
—.— Abreise des neuernannten Nesidenten ..- 
—.— Ernennung eines Residenten für die 
—.— Ueberfall einer britischen Etpedition * den — 
durch Eingeborene 
Unruhen unter den Einge- 
Handel Bloemfonteins im 
391 
295 
612 
717 
391 
390 
743
        <pb n="16" />
        Sansibar. „Guzette for Zanzibar and East 
Afriea“, Ernennung eines neuen Redakteurs 
—.— Handelsvertrag zwischen Rußland und 
—.— Handelsbericht für das Jahr 1895 ·. 
—.— Leuchtthurm. Ereichung eines — auf binbe 
Island 
—.— Schiffsbewegung im Jahre 1895. . 
—.— Zollvorsteher. Abreise des englischen — as 
England 
Senegal. Telegraphenlinien i im. . 
Seychellen. Einnahmen und Ausgaben der — im 
Jahre 1894 
Sierra Leone. Ausstellung. Abhaltung einer 
landwirthschaftlichen — zu Freetown 
—.— Einnahmen, Ausgaben und beeltnkan 
von — im Jahre 1894. . . 
——(-nenbahnbauProjeftcmes—m. 136 
—.— Handel. Werth des — von 1881 bis 1895 
—.— Verbot der Anwerbung von Arbeitern in — 
für den Kongostaat ... 
—.— Wilder Kaffee in . . 
Singapore. Chinesische Einwanderer in — im 
Jahre 1895• . 
—.— Ueber die utee in — im Johre 
1895 
Somaliland. Expedition des s eniots 
durch das nördliche 
Spanische Kolonien. 
Guineg. 
Besihungen im voit: von 
(Eiehe auch Philippinen.) 
Straits Settlements. Rathsverordnung des 
Gouverneurs vom 14. Mai über die Verwendung 
von Polizeitruppen in Eingeborenenstaaten 
Transvaal. Goldausbeute im Jahre 1894. 
Uganda. Bericht über einen Strafzug der britischen 
Schutztruppe gegen den Häuptling von Unyoro- 
—.— Fortschritle der Uganda-Eisenbahn 416, 
—.— Zutheilung des Gebietes von Unyoro zu. 
Ukamba (Englisch). Trägerverordnung fr. 
West Africain Telegraph Co. - der — 
im Jahre 1895 ...- 
Zambesi- Eisenbahngeseltschaft. Ertheilung 
einer Konzession zum Bau einer Elsenkahn von 
Quelimane nach dem NRuo ... 
Xxitteratur. 
Albrecht M.: Russisch-Centralasien. Reisebilder aus 
Transkaspien, Buchara und Turkestan . 
Archiv für wissenschaftliche Thierheilkunde, XXII. 
Heft 1 bis 2 . 
Aus allen Welttheilen. Deutsche nanonale Zeit 
chrkftfurLander.nndVolkerknnde. 
Baumann O., Dr.: Die Insel Mafia. · 
Beiträge zur Flora von Afrika, ** von 
Dr. Engler. Bd. N 
Bianchi, G.: In Abiseinia #ana terra della 
Galla. Narrazione della spedizione Bianchi 
in Africa ... ... 
  
  
XVI — 
Bryden, A. II.: Tales ol Sonth Afrie 
BVuck, K., und D. Huppenbauer: Von Kyebi nach 
Kumase. Eine Reise in das - der Gold- 
küste. Dritte Auflage: - 
v. Bülow, F. J.: Drei Jahre im Lande Hendrit 
Witboois. Zweite Auflage . 
Busse, M.: Transvaal und die deussch- englischen 
Beziehungen. Die ägyptische Frage 
Caldaso, F.: Prineipios de la eoloni-neion 
y colonias penales. 
de Chambrun: Le pouvoir erscutik aux Ktats 
Unis II. c4. 
Christ, H.: Madagaskar einst und jebi ... 
Christaller, Th.: Handbuch der deutschen Sprache 
für die deutschen Schulen in Kamerun 
Combes, P.: L'Abyssinie en 1896 
Cons, II.: Préeis Thistoire du commerce. 
2 Bände . ..·. 
Constable's Handutlas oc India: A new 
Series of sikty maps and plans prepared srom 
ordnance and other surveys under the direction 
of J. G. Bartholomew. ...... 
Dafert, F. W.: Erfahrungen über rationellen 
Kaffeebau .. 
Dove, K.: Süwestafrika. Kriegs- und Friedens= 
bilder aus der ersten deutschen Kolonic. . 
Duisberg, W.: Allerlei Bilder aus meinem Leben 
auf lose Blätter gezeichnet 
Ehlers, O.: Im Satlel durch Indo- chine Dritte 
Auflage . . 
—.— Im Osten Asiens. Driite Auflage . 
v. Fircks, Freiherr: Aegypten 1894. II. Theil 
Fitzner, R.: Die Regentschaft Tunis. Streiflichter 
und Studien. 
—.— Deutsches Kolonial= Handbuch. Nach zi 
Quellen bearbeitet 
Friedrichs, K.: universales Hbligationenrecht 
Geistbeck, M., Dr.: Der Weltverkehr. Seeschiff- 
fahrt und Eisenbahnen, Post und Telegraphie. 
Zweite Auflage 
v. Götzen, A., Graf: 
West. Resultate und Begebenheiten einer Reise 
von der deutsch-ostafrikanischen Küste bis zur 
Kongomündung in den Jahren 1893/94 
—.— Ueber Ausrüstung und Lebensweise auf tropi- 
schen Expeditionen. ...-...- 
Goldmann, Ch. S.: South Afriean mines, 
their position, results and developments 
together with an acconnt ol dinamond, land 
finunce and kindered concerngs . 
HahnCAnsdeniKankasuöReifenund Studien 
—.— Kaukasische Reisen und Studien. Neue Bei- 
träge zur Kenntniß des kankasischen Landes 
Hahn, RN.: Posthandbuch für die Geschäftswelt. 
III. Jahrgang 18966 
Hansen, J.: Congo Krangais. 
A Téchelle de 1:500 000 
v. Hesse-Warteg, E.: Kanada und Neu- Fundland. 
Nach eigenen Reisen und Beobachtungen 
Carte dressée 
Durch Afrika von Ost nach 
392 
789
        <pb n="17" />
        Hevesi, L.: Wilhelm Junker. 
Afrikaforschers . 
Hickmann, A. L.: Geographisch= statistischer Taschen- 
atlas des Deutschen Reiches 
Hübners, O. geographisch statistische Nabellen, 
herausgegeben von Dr. Fr. v. Juraschek . 
Jahresbericht 1894/95 des württembergischen 
Vereins für Handelsgeographie und n- 
deutscher Inleresen im Auslande 
Kallenberg, F.: Quer durch Frankreich . 
Kiepert, R.: Parte von Deutsch-Ostafrika in 
29 Blättern (68 — 86 cm) und 8 bis 10 Ansatz= 
stücken im Maßstab 1:300 000 
Knight, E. F.: Madagnuscar in War Time; 
The „Times“ special correspondents expe- 
riences among the Hovas during the french 
invasion ol 1895 
v. König: Handbuch des deutschen aorsularwesens 
Fünfte Auflage . 
Kolonial-Ausstellung: Die beutsche 
Berliner Gewerbe-Ausstellung 1896 
Kolonial-Kalender, deutscher. Herausgegeben 
von G. Meinecke 1896 . ...... 
—.— Desgleichen für 1897 
Kraemer, N.: Mosauitia und die Kolonie Neu- 
Dortmund 
Krauß, P.: Speziallarte von Deulsch- Ostafrika mit 
Nebenkarten von Usambara und Kilimandjaro. 
Nach den neuesten Forschungen bearbeitet 
Kunhardt, O.: Wanderjahre eines jungen Ham- 
burger Kaufmannes. Eine Reise um die Erde in 
1000 Tagen . 
Langen, 6.: eiscient Verg., Feld- und Tropen- 
bahnen 
de Lununuy, 1.: Les mines dor- du ransvaai 
Lehmann, K.: Kolonialgesellschaftsrecht in Ver- 
gangenheit und Gegenwart. 
Le Juge: Das englische Heer einschließlich der 
Kolonialtruppen in seiner heutigen Gestaltung 
Matschie, P.: Die Säugethiere Deutsch-Ostafrikas 
Meinecke, G.: Aus dem Lande der Suaheli. 
Theil I. Reisebriefe und Zuckeruntersuchungen 
am Pangani 
—. — Katechismus der Auswanderung. Fun für 
Auswarverer. 7. Aufl. 
Miango ma Bwam ka ponda# Mateo na Vobano. 
Das Evangelium nach Matthäus und Johannes 
in der Duallasprache (Kamerun) . 
Middendorf, C. W.: Peru. Beobachtungen und 
Studien über das Land und seine Bewohner 
während eines 25 jährigen Aufenthalts 
Missionen: Die evangelischen Missionen in den 
deutschen Kolonien und Schutzgebieten. Heraus- 
gegeben von dem Ausschuß der deutschen evan- 
gelischen Missionen 
v. Müller, E.: Select — plants readily 
eligible for industrial eulture or naturali- 
sation with indications ol their native coun- 
tries and some of their uses. IX. edition 
auf der 
Lebensbild eines 
XVII 
112 
620 
461 
751 
542 
325 
195 
684 
76 
Nansen, F.: 
Müller-Simonis, P.: Durch Armenien, Kurdistan 
und Mesopotamien. 
In Nacht und Eis. Erste Lieferung 
Niemann, A.: Die photographische Ausrüstung des 
Forschungsreisenden mit besonderer Berücksichti- 
gung der Troden 
Obrutschew, W.: Aus China. 
Natur= und Völkerbilder . 
—.— O., O.: Sibrrische Briefe, eingeführt. 2 
N. v. Kügelgen 
Neiseerlehnisse, 
Orban, P.: De droit fluvial international. 
Paulitschke, V.: 
Parkinson, 
Reifferl, J. C.: 
K.: Beiträge zur Ethnographie der 
Matty= und Durour-Inselnn 
Ethnographie Norvost= Afritas. 
Die geistige Kultur der Danakil, Galla und Somäl 
Pensa, H., et E. Bousson: La situation 
financiere de IEgypte 
Pensa, H.: Les Russes et les Angiais en 
Alghanistan on la preponderanee européenne 
en Asie Centrae 
Pflanzenwelt Ostafrikas, 
Ostafrika- Werkes) . 
Pieper, J.: Das 2 vom 31. März 
1893 .. 
Prager, M.: Die Wissmann= Expedition ... 
Rangliste der Kaiserlich beutschn? Marine *m das 
Jahr 1897 *rbmZA„-. 
Reichard, P.: Stanley 
Zehn Jahre in Shina. 
Erfahrungen und Reisen. 
die. cSo. V des 
Erlebnisse, 
Renner, H.: Durch Bosnien und die Herzegowina 
Saint Paul-Illaire: 
—.— II. Band 
Schnelldampfer, 
kreuz und quer 
Report kor the yoar 1894/95 on tho German 
colonies in Africa and the South Pacilic 
Robecchi Brichetti, L.: Nell Uarrar 
Nöchling, K.: Unser Heer 
de Rothschild, H.: Notes Alricuines 
Swahili-Sprachführer 
Sarre, F.: Reise in Kleinasien. Sommer 1895. 
Forschungen zur Seldjulischen Kunst und Geo- 
graphie des Landes 
v. Schele, Freiherr: Ueber die organisation ver 
Kaiserlichen Schutztruppe in Deutsch-Ostafrika und 
die kriegerischen Operationen daselbst wahrend der 
Jahre 1893/94. .. 
Scheube, B.: Die Krankheiten der! warmen Länder 
Schmidt, Rochus: Deutschlands koloniale Helden 
und Pioniere der Kultur im schwarzen Kontinent. 
I. Band . . . 
die transatlantischen: Die Ge- 
fahren der Seereise und die Rettungsmittel der 
Seeschiffe, nebst einer ausführlichen Antwort auf 
die Frage: Warum versteht man bei uns im 
Binnenlande so wenig vom Seewesen? 
Schreiber, R.: Schön= und Schnellschreiben 
v. Schütz-Holzhausen, D., Freiherr: Der Ama- 
zonas. Zweite Auslage. Herausgegeben von 
A. Klassert ... . 
752 
752 
751 
789 
789 
654 
228 
137 
325 
723 
723 
75 
542 
620 
542
        <pb n="18" />
        Schwarz, B.: Palästina. Anschauliche Schilderung 
der Stätten biblischer Geschichte auf Grund eigener 
wiederholter Bereisung . 
Seidel, A.: Geschichten und Lieder der ani 
Ausgewählt und verdeutscht 
Semon, R.: Im australischen Vusch und an ven 
Küsten des Korallenmeeres. Neiseerlebnisse und 
Beobachtungen eines Naturforschers in Australien, 
Neu-Guinea und den Molukken . 
Septans: Les expéditions anglaises en Alrique 
Slatin-Pascha, R.: Feuer und Schwert im Sudan. 
Meine Kämpfe mit den Derwischen, meine Ge- 
fangenschaft und Flucht 1879 bis 1895. 
Spring: Selbsterlebtes in Ostafrika .. 
Stromer v. Reichenbach, E., Freiherr: Die 
Geologie der deutschen Shuboebiete in Afrika 
Transnigerien, Carte du 
Trojan, J., und J. Lohmeyer: Ein Kriegs- 
gedenkbuch. Ernst und Humor aus den Jahren 
1870/71 . 
Volkens: Der Kilimandsaro in seiner Bedeutung 
für den Gartenbau. Vortrag gehalten im Verein 
zur Beförderung des Gartenbaues in den preußi- 
schen Staaten . . 
Wagner, H.: Die Verkehrs- und Handelsverhält- 
nisse in Deutsch-Ostafrika 
Wislicenus, G.: Unsere Kriegsflotte. Dem deut- 
schen Volke in Wort und Bild dargestellt. Zweite 
Auflage 
Zeitschrift für ofritanische und oreanische Sprachen 
mit besonderer Jera•hichtgung' der deutschen 
Kolonien 
—.— II. Jahrgang .......... 
Zimmermann, A.: Die europäischen Kolonien. 
Schilderung ihrer Entstehung, Entwickelung, Er- 
folge und Aussichten. I. Band. Die Kolonial- 
politik Portugals und Spaniens in ihrer Ent- 
wickelung von den Anfängen bis zur Gegenwart 
461 
505 
111 
76 
325 
  
Titteratur-Herzeichnis. 
20, 139, 164, 195, 229, 296, 326, 391, 392, 462, 5614, 
655, 752. 
Belsonbere Beilagen. 
Jahresbericht über die Schutzgebiete Togo, Kamerun, 
Deutsch-Ostafrika, Deutsch -Südwestafrika und der 
Marshall-Inseln, sowie eine Denkschrift, betreffend die 
Verwendung des Afrikafonds für das Verwaltungojahr 
1894/95. Extra-Beilage zu Nr. 3. 
Vericht des Majors Leutwein über die Niederwerfung des 
Aufstandes der Khauas-Hottentotten. Beilage zu 
Nr. 14. 
Die Missionsthätigkeit in den deutschen Schutzgebieten. 
Beilage zu Nr. 16. 
Bekleidungs-Vorschrift für die Kaiserlichen Schutztruppen 
in Afrika. Extra-Beilage zu Nr. 23. 
Illustrationen und Rarten. 
Routenskizze zum Bericht des Premierlieutenants 
v. Brauchitsch über seine zum Zweck einer Vor- 
untersuchung des oberen Sanagalaufes unter- 
nommenen Expeditio ... .(Nr. 9) 250 
Plan des Kaiserlichen Couvernements von Kamerun. 
Maßstab 1:6250 (Nr. 17) 558 
Flurstizze von Lome. Nach den Aufnahmen von 
H. Klose . .. (Nr. 22) 706
        <pb n="19" />
        Verzeichniß 
der in den 
Nachrichten aus den deutschen Schutzgebieten vorkommenden Länder., Grts- und volkenamen. 
(In theilweiser Anlehnung an die Rechtschreibung auf den Kiepertschen Karten.) 
· Ostafrika. 
Ameliabai 774. 
Angoni, Volk 584. 
Arimabu, Ort 707. 
Arusha nju, Missionsstation 45, 69, 
610, 640. 
Arusha, Groß, Landschaft 286, 773. 
Babati, Ort 708. 
Bagamoyo, Ort 15, 16, 48, 49, 70, 
131, 442, 500, 501, 537, 721, 722, 
Beil. zu Nr. 16 S. 5. 
Bagasi, Fluß 640. 
Bakinga, Volk 457. 
Balangidda-See 708. 
Bassoba, Volk 641. 
Basukuma, Volk 501. 
Batura-See 708. 
Baumann-Golf 610. 
Bethel, Missionsstation 
Beil. zu Nr. 16 S. 1. 
Bisuana, Volk 16. 
Bogogwa, Ort 770. 
Vorgo, Berg 640, 641. 
Voydu, Ort 441. 
Buanzji, Landschaft 457. 
Bueni, Ort 441. 
Buenu, Insel 187. 
Bugabu, Ort 710. 
Buiti, Ort 371. 
Bukoba, Station 43, 45, 102, 165, 
187, 501, 641, 709, 722, Beil. zu 
Nr. 16 S. 5. 
Bukumbi, Ort 186, 501, 641, Beil. 
zu Nr. 16 S. 5. 
Bulagoa, Missionsstation 714. 
Bulu, Fluß 708. 
Burungi, Landschaft 706. 
Buzi, Ort 707. 
Chamtande, Ort 409. 
Chinde, Ort 410. 
Chindoro, Ort 410. 
Chuka, Ort 362. 
Chukukwe, Ort 715, 717. 
15, 106, 
  
Haliambe, Ort 708. 
Donjo Sambo, Berg 640. 
Dabasch, Fluß 610, 641. 
Darai, Ort 707. 
Dar-es-Saläm 8, 12, 13, 45, 49, 
69, 103, 106, 107, 108, 129, 131, 
192, 219, 248, 315, 371, 372, 378, 
415, 443, 500, 501, 503, 537, 
554, 555, 587, 610, 645, 710, 711. 
714, 715, 717, 721, 722, 773, 774, 
782, Beil. zu Nr. 16 S. 1, 2, 5. 
Derema, Plantage 442. 
Difu, Ort 709. 
Djagga, Volksstamm 45. 
Djipe-See 619. 
Doenyo Ngai, Verg 610. 
Dolossa, Verg 640. 
Donde, Landschaft 102. 
Duma, Ort 707. 
Fadi, Ort 707. 
Fereni, Ort 441. 
Fipa, Landschaft 185, 186. 
Fundaberge 706. 
Garia, Fluß 555. 
Gerimassi, Berg 610. 
Gombe-Fluß 186. 
Goima, Ort 707. 
Guruiberg 707, 708. 
Hoffnungshöhe, Missionsstation 
315, Beil. zu Nr. 16 S. 1. 
Hohenfriedeberg (Mlalo), Missions- 
station Beil. zu Nr. 16 S. 1. 
Ikombe, Halbinsel 131, 222, 372, 
455, 456, Beil. zu Nr. 16 S. 1. 
Ilindi, Ort 362. 
Iluluberg 584. 
Immanuels-Kap, Missionsstation 
Beil. zu Nr. 16 S. 1. 
Ipiani, Missionsstation 221, 222, 
538, Beil. zu Nr. 16 S. 1. 
  
  
Fraku, Ort 286. 
Irangi, Landschaft 45, 362, 706, 707. 
Iringa, Ort 773, 774, 775. 
Ituru, Ort 185. 
Juani, Ort 441. 
Kadoto, Ort 610. 
Kafagga, Landschaft 772, 773. 
Kagunga, Berg 773. 
Kala, Missionsstation 501, Beil. zu 
Nr. 16 S. 6. 
Kambambarre, Ort 770. 
Kamoga siehe Bukumbi. 
Kanenagule, Ort 185. 
Karagwe, Landschaft 43, 709. 
Karema, Missionsstation 186, 501, 
Beil. zu Nr. 16 S. 6. 
Kascho, Ort 770. 
Kassimbo, Ort 770. 
Katoto, Ort 641. 
Kavinyiro, Berg 610, 640. 
Kavirondo-Bucht 641. 
Kawande, Ort 185. 
Kawele, Ort 770. 
Kawirondo, Ort 187. 
Kede, Ort 102. 
Kedong, Ort 619. 
Keniagebirge 619. 
Kibambane, Landschaft 287. 
Kibira, Fluß 222. 
Kibondo (Daluni), Ort 441. 
Kibonoto, Ort 45. 
Kiboscho, Landschaft 45, 49, 131, 
286, 500, 640, Beil. zu Nr. 16 
S. 5. 
Kibuhöhe, Ort 787. 
Kichelwe, Missionsstation, Beil. zu 
Nr. 16 S. 2. 
Kididimo, Ort 362. 
Kidunda, Ort 774. 
Kifumbiro, Ort 709. 
Kihara, Ort 185. 
Kikale, Ort 103. 
Kikokwe, Plantage 442.
        <pb n="20" />
        Kikombo, Ort 706. 
Kikuletwe, Fluß 787. 
Kikuyu, Landschaft 619. 
Kilema, Missionsstation 49, 131, 163, 
500, Beil. zu Nr. 16 S. 5. 
Kilimandjaro, Gebirge 49, 69, 103, 
187, 286, 372, 500, 536, 619, 640, 
675, 714, 773, 787, Beil. zu Nr. 16 
S. 2, 5. 
Kilimani Urambo, Missionsstation 
186, Beil. zu Nr. 16 S. 2. 
Kilimatinde, Ort 165, 362, 372, 
706, 707, 708, 709, 722, 774. 
Kilossa, Ort 8, 10, 41, 19, 70, 129, 
184, 722, 774. 
Kilwa Kissiwani, Ort 101. 
Kilwa Kiwindije 6, 7, 8, 45, 69, 
99, 100, 101, 102, 103, 129, 371, 
721, 722. 
Kinduri, Ort 707. 
Kinga, Landschaft 457, Beil. zu 
Nr. 16 S. 1. 
Kingani, Fluß 49. 
Kiogoma, Landschaft 772. 
Kionda, Ort 409. 
Kionga, Ort 69, 103. 
Kipalapala, Missionsstation 186, 
501, Beil. zu Nr. 16, S. 5. 
Kipunga, Fluß 584. 
Kiringa, Ort 9, 10, 11, 70. 
Kisaki, Station 49, 129, 184, 247, 
248, 722. 
Kisiba, Landschaft (siehe auch Busiba) 
43, 185. 
Kisigo, Fluß 362. 
Kisingabach, Ort 286. 
Kisiwafonjavi, Ort 441. 
Kisiwaogusa 441. 
Kisokwe, Missionsstation 
Nr. 16 S. 2. 
Kisongo, Landschaft 286, 640. 
Kisserawe, Ort 192, 315, 503, 612. 
Kisswere, Ort 6, 7, 8, 100, 101, 584. 
Kisuani, Ort 129. 
Kiswajani, Ort 441. 
Kitaba (Wruni), Fluß 555. 
Kitangali, Ort Beil. zu Nr. 16 S. 2. 
Kitengule, Ort 709. 
Kitumbini, Ort 99, 100. 
Kitunda, Ort 707. 
Kiousee 772. 
Kiwere, Landschaft 185. 
Kiwira, Fluß 372. 
Kjamtuara, Ort 709, 710. 
Koare, Ort 45. 
Kolasini, Ort 415, 501. 
Kolosani, Ort 49, 715, 716. 
Kondeland 131, 455, 456, 715, 773, 
Beil. zu Nr. 16 S. 1. 
Beil. zu 
XX 
– –4 
Kondoa, Dorf 10, 11, 70. 
  
Kondoa, Landschaft 9, 774. 
Kongeni, Ort 70. 
Kooni, Ort 288. 
Korogwe, Station 70, 712, Beil. zu 
Nr. 16 S. 2. 
Kuirenga, Ort 773. 
Kulazini, Ort 107, Beil. zu Nr. 16 
S. 5. 
Kutoma, Ort 43. 
Kwa Mdoda, Ort 307. 
Kwa Mtoro, Ort 707, 775. 
Kwon, Fluß 708. 
La Longa, Missionsstation 49, 500, 
645, Beil. zu Nr. 16 S. 5. 
Langenburg, Station 164, 247, 
314, 372, 722, 774, 775. 
Likoma, Ort 14. 
Lilobe, Ort 409. 
Limbo Kikumu, Fluß 707. 
Lindi, Ort 6, 7, 8, 69, 101, 103, 
107, 108, 129, 314, 315, 318, 362, 
410, 584, 716, 721, 722. 
Lisongele, Hügel 584. 
Liteo, Fluß 409. 
Livanga, Ort 102. 
Livingstonia-Gebirge 715. 
Losta-Gebirge 610, 640. 
Luaba, Fluß 7. 
Luagalla, Ort 7, 69, 101, 219, 409. 
Luawa, Ort 101, 102. 
Luöngera-Thal 555. 
Lukaru, Berg 640. 
Lukuledi, Missionsstation 101, 107, 
108, 109, 318, 501, 584, 715, 716, 
Beil. zu Nr. 16 S. 5. 
Lungu, Ort 8. 
Lunyu, Ort 99, 102. 
Lussisi, Fluß 772, 773. 
Lussugi, Fluß 186. 
Luwawa, Ort 7. 
Madassa, Ort 131. 
Maianja, Ort 409. 
Makonde, Volksstamm 410. 
Makonde-Plateau 101. 
Makua, Volksstamm 318, 584. 
Malagarasi, Fluß 186, 771, 773. 
Mamba, Landschaft 15, Beil. zu 
Nr. 16 S. 2. 
Mamboya, Missionsstation Beil. zu 
Nr. 16 S. 2. 
Manar, Missionsstation 372. 
Mandera, Missionsstation 49, 131, 
500, 645, Beil. zu Nr. 16 S. 5. 
Maneromango, Missionsstation 106, 
453, Beil. zu Nr. 16 S. 1. 
Mangasita, Landschaft 707. 
Manga Tendilla, Berg 555. 
Mangati (Massagaloda) 708. 
Mangoni-Volk (siehe Magwang- 
wara). 
Manow, Missionsstation 456, Beil. zu 
Nr. 16 S. 1. 
Manyara-See 286, 708. 
Manyema, Landschaft 771. 
Mapalata, Ort 362. 
  
  
Mara (oder Maroa), Fluß 641. 
Marago-Leilelei 286. 
Marangu, Ort 722. 
Marawata, Ort 8. 
Marenga mkali, Hochebene 706. 
Mariahilf, Missionsstation 501. 
Marienberg, Missionsstation 501, 
709, Beil. zu Nr. 16 S. 5. 
Mariti, Landschaft 610. 
Marore, Ort 774, 775. 
Masasi, Missionsstation 101, 717, 
Beil. zu Nr. 16 S. 2. 
Masinde, Station 13, 70, 129, 184, 
722. 
Masno, Ort 101. 
Masombi, Ort 8. 
Masorolo Beil. zu Nr. 16 S. 2. 
Massai, Volk 9, 131, 286, 536, 619, 
640, 706, 707, 708. 
Massasi, Missionsstation 584. 
Madschame, Landschaft 45, Beil. zut 
Nr. 16 S. 2. 
Madschame niu, Ort 15, 640, 787. 
Märu, Landschaft 45, 286, 714, 773. 
Märu-Gebirge 286. 
Mafa, Bergkegel 70. 
Mafia, Insel 441. 
Mafia-Kanal 441. 
Mafiti, Volksstamm 9, 49. 
Magila, Missionsstation 
Nr. 16 S. 2. 
Magwangwara, Volksstamm 7, 101, 
247, 314, 315, 717. 
Mahange, Ort 717. 
Maharani, Ort 370, 371. 
Beil. 
Masur, Ort 409, 411. 
Mauka, Ort 70. 
Mavudji, Ort 7. 
Mavudji-Bach 6, 8, 69, 100, 101. 
Mayeye, Landschaft 584. 
Mayita, Ort 641. 
zu 
Mbala, Fluß 222. 
Mbaraka, Missionsstation Beil. zu 
Nr. 16 S. 2. 
Mbaruksruhe, Ort 554. 
Mbeya-Berge 222. 
Mbueni, Ort 774. 
Mbuguni, Ort 787. 
Mbungu, Missionsstation 782. 
Mchicha, Ort 409.
        <pb n="21" />
        Mdala, Landschaft 185, 186. 
Mdumbwe, Ort 409, 411. 
Medda Mbindo, Ort 410. 
Mgunda, Ort 610. 
Mhonda, Misionsstalon. 49, 500, 
Beil. zu Nr, 16 S. 5. 
Mikindani, - 69, 101, 408, 
410, 411, 721, 722. 
Mikindaniberge 787. 
Mikomirepi, Ort 6. 
Miombo, Fluß 10. 
Mirambo, Ort 707. 
Mirule, Ort 103. 
Misoswe, Missionsstation Beil. zu 
Nr. 16 S. 2. 
Miwa, Missionsstation Beil. zu Nr. 16 
S. 2. 
Mkata, Fluß 49. 
Mkevera, Missionsstation Beil. 
Nr. 16 S. 2 
Mkoesee 8, 101, 534. 
Mkolo, Fluß 15. 
Mkondoa, Ort 707, 708, 709. 
Mkunda, Ort 362. 
Mkusi, Missionsstation Beil. zu Nr. 16 
zu 
Mluluthal 12. 
Moa, Ort 370, 371. 
Moenso, Landschaft 221. 
Mohoro, Ort 102. 
Mohorro, Plantage 443, 537, 675, 
721, 722. 
Mondul, Berg 286, 640. 
Mori-Bai 610, 641. 
Moschi, Ort 45, 102, 129, 163, 286, 
610, 722, 787, Beil. zu Nr. 16 
S. 2. 
Mpandafluß 773. 
Mpangusanga, Ort 362. 
Mpapua, Station 102, 129, 286, 
362, 536, 641, 706, 708, 709, 
Beil. zu Nr. 16 S. 2. 
Mparanga, Landschaft 102, 
Mpingiro kwa Mitole (Myoo), 
Ort 7. 
Mpokira, Ort 362, 
Mridjo, Ort 708. 
Mrogoro, Missionsstation 49, 500, 
Beil. zu Nr. 16 S. 5. 
Msalala, Missionsstation 49, 
501, Beil. zu Nr. 16 S. 5. 
Mtai, Ort 15, Beil. zu Nr. 16 S. 1. 
Mtojange, See 584. 
Mtoni, Ort 193, Beil. zu Nr. 16 S. 2. 
Mtoriberge 103. 
Mtschinga, Ort 584. 
Mtumbe Paria, Ort 102. 
Muakagile, Missionsstation 456, 457, 
Beil. zu Nr. 16 S. 1. 
186, 
  
XXI 
MAuakapalile, Missionsstation Beil. 
zu Nr. 16 S. 1. 
Muakarere, Missionsstation 222, 
372, 455, 456, 457, Beil. zu Nr. 16 
S. 1. 
Muansa, Ort 102, 165, 186, 187, 
610, 641, 722 
Muhamadi, Ort 287. 
Muhesa, Ort 70, 443, 711. 
Muhoga, Ort 641. 
Muhoma 706. 
Munidadi, Ort 409. 
Muoa 442. 
Muramba, Landschaft 773. 
Mura Sogoi, Ort 707. 
Murazi, Ort 70. 
Mwango, Ort 640. 
Mwenzange, Ort Beil. zu Nr. 16 
S. 1. 
Nairombo, Missionsstation Beil. 
zu Nr. 16 S. 2. 
Namgaru, Ort 584. 
Namtengas, Missionsstation Beil. 
  
zu Nr. 16 S. 2, 
Nandule, Ort 410. 
Nangara, See 584. 
Nassa, Missionsstation Beil. zu Nr. 16 
S. 2. 
*-“ See 610, 6 
  
Ndala, Ort 16, 2 Gei- zu Nr. 16 
l 
S. 5. 
Ndare-Serian, Landschaft 640. 
Neuwied (Peterswerft), Station 186, 
187, 501, 641, Beil. zu Nr. 16 
S. 5. 
Newala, Missionsstation 101, Beil. 
zu Nr. 16 S. 2. 
Ngai-Berg (Vulkän) 640. 
Ngalamiro, Ort 709. 
Agare-Moton 286. 
Ngaruka, Ort 640, 641. 
Ngomea, Ort 707, 712. 
Nguelo, Plantage 17, 442, 555. 
Nguiro, Ort 70. 
Ngurungani, Ort 640. 
Nianga, Ort 710. 
Nikindo, Ort 103. 
Niawuriga, Fluß 773. 
Aarungo Zissionestation Veil. zu 
Nr. 16 
nnnndGed 862. 
Ntuguni, Ort 706, 707. 
Ntukuyn, Berg 222. 
Nyangallo, Ort 706. 
Nuassa, See 14, 16, 49, 103, 131, 
221, 247, 314, 319, 455, 622, 715, 
773, 774. 
Nyegesi, Misionsstation 501, Beil. 
zu Nr. 
nolrart Ort 02, 103. 
Nyika, Landschaft 221. 
Olborn, *e 45. 
Ota, 
Pampaya, Ort 707. 
Pangani, Fluß 70. 247. 
Pangani, Ort 73, 129, 640, 712, 
721, 722. 
Pare, Landschaft 129. 
Peninje-Halbinsel 640. 
Peninje-Fluß 640. 
Perondo, Ort 11, 610, 773, 774. 
Pongwe, Ort 712. 
Pugu, Ort 555. 
Pugu-Berge 371, 555. 
Quazige, Ort 70. 
Räss Mkumbi, Insel 441. 
Rifu, Ort 14. 
Rikwa, See 221. 
Romai, Hochplateau 640. 
Rovuma, Fluß 49, 101, 318. 
Ruaha, Fluß 8, 9, 10, 11, 221. 
Ruawa, Ort 584. 
Rudolf-See 619. 
Rufiyi, Fluß 45, 102, 247, 248, 
287, 288, 672. 
Rüga-Ruga, Vollsstamm 186. 
  
Rugedzi, Ort 641 
Rugunga, Ort 770. 
Nuhända, Landschaft 185. 
Ruhohi, Fluß 103. 
Rukundi, Landschaft 584. 
Rumdjigebirge 10. 
Rumvira-Bai 222. 
Nungwe, Missionsstation 221, 222, 
372, 538, Beil. zu Nr. 16 S. 1. 
Nunjo, Ort 6. 
Rutenganio, Missionsstation 222, 
372, 538, Beil. zu Nr. 16 S. 1. 
Rutschugi, Fluß 771. 
Saadani, Ort 12, 721, 722. 
Safua, Fluß 222. 
Sambesi, Fluß 49, 456, 536. 
Sandalla, Ort 707. 
Sango, Volksstamm 221. 
Saranda, Ort 709. 
Schikambo, Ort 410. 
Schirati-Bucht 641. 
Schole, Ort 441, 442. 
Selemaberg 708. 
Serianiberge 708. 
Sero, Landschaft 640.
        <pb n="22" />
        Shire, Fluß 49, 222, 456. 
Simaja, Ort 441. 
Simangoriberge 286. 
Simba= Uranga, Ort 288. 
Singe, Ort 362. 
Speke-Golf 641, Beil. zu Nr. 16 
S. 2. 
Spiana, Missionsstation 372. 
St. Agnes, Missionsstation 
Beil. zu Nr. 16 S. 5. 
St. Joseph, Missionsdorf 15, 107. 
St. Maurus, Missionsdorf 107, 415, 
501, Beil. zu Nr. 16 S. 5. 
St. Michgel, Missionsstation 16, 49, 
50, 501 
St. Peter und Paul, Missions- 
station 501, Beil. zu Nr. 16 S. 5. 
St. Placidus, Orl 415, 501. 
Sudi, Ort 69, 101, 409. 
Suma, VBach 222. 
Suru, Ort, 707, 708. 
501, 
Tabora, Station 16, 17, 49, 102, 
184, 185, 186, 501, 536, 537, 722. 
AUkami, 
XXII 
Landschaft 247. 
Ukara, Insel 187. 
Ukaranga, Landschaft 185, 771. 
Ukerewe, Insel 186, 610, 641, Beil. 
zu Nr. 16 S. 5. 
Ukerewe, Ort 186, 501. 
Ukonongo, Landschaft 185. 
Ulanga, Ort 9, 12, 69, 129, 184, 
248, 637. 
Ulanga, Fluß 247, 672. 
Uluguru (— Uruguru), 17, 247. 
Umba, Missionsstation Beil. zu Nr. 16 
S. 2. 
Umbemkurru, Fluß 584. 
770, 771, Beil. zu Nr. 16 S. 5. 
Tandalla, Ort 707. 
Tanga, Stadt 12, 13, 70, 106, 129, 
192, 370, 371, 372, 378, 443, 500, 
Ü 
503, 554, 587, 641, 645, 711, 712, . 
713, 721, 722, Beil. zu Nr. 16 
S. 1, 5. 
Tanganyika, See 49, 536, 585, 770, 
771, 772, 773. 
Tientin Dege, Verg 
Tununguo, Missionsstation 49, 500, 
Beil. zu Nr. 16 S. 5. 
Turn, Landschaft 185, 708, 709. 
Ubagwa, Ort 186. 
Ubena, Landschaft 774, 775. 
Udjidji, Landschast 102, 129, 536, 
585, 709, 770, 771, 772, 773. 
Usiome, Landschaft 286, 706, 708, 
709. 
Ufipa, 
S6 
Ugalla, Landschaft 69, 185. 
Uganda, Landschaft 772, 773. 
Uganza, Landschaft 773. 
Ugaya-Bucht 641. 
Ugogo, Landschaft 9, 536, 706, 707, 
Ugoi, Ort 770. 
Ugunda, Landschaft 185, 186. 
Uha, Landschaft 185, 771. 
Uhafra, Landschaft 773. 
Uhehe, Landschaft 9, 10, 11, 12, 69, 
70, 717, 773, 774, 775. 
Ukamba, Landschaft 45. 
Umbugwe, Landschaft 286, 287, 708. 
Umkugwe, Landschaft 45. 
Ungurn, Landschaft 185, 186. 
Unyampewa, Ort 185, 186. 
Unyamwesi, Landschaft 16, 186, 536, 
Unyanyembe, Landschaft 10, 49, 
185, 186, 501, Beil. zu Nr. 16 S. 5. 
Unyoro, Landschaft 185. 
Uramata, Landschaft 772, 773. 
Urambo, Missionsstation (Landschaft) 
185, 186. 
Urega, Ort 770. 
Urege, Landschaft 641. 
Uringa, Landschaft 773. 
Uru, Landschaft 45. 
Urundi, Landschaft 771, 772, 773. 
Urundi-Verge 773. 
Urungu, Landschaft 501. 
Usagali, Landschaft 186. 
Usaramo, Landschaft 106, 247, 248, 
453, Beil. zu Nr. 16 S. 1. 
Aschaschi, Ort 187. 
AUscheto, Landschaft 185. 
Aschirombo, Landschaft 16, 17, 49, 
186, 501, Beil. zu Nr. 16 S. 5 
Useguha, Landschaft 610. 
uansige, Landschaft 771, 772, 773. 
Ort 601, 771, Beil. zu Nr. 16 
  
Usongo, Landschaft 185. 
Ussagara, Landschaft 49. 
Ussambara, Landschaft 12, 17, 70, 
71, 147, 248, 315, 443, 453. 
Ussambara-Berge 675. 
Ussan daui, Landschaft 707. 
Usumbura, Landschaft 773. 
Utare, Ort 770. 
Utengula, Landschaft 221, 222. 
Utengula, Ort Beil. zu Nr. 16 S. 1. 
Utimi, Berg 640. 
Utongwe, Landschaft 185, 771. 
Uvinsa, Landschaft 185, 186. 771. 
Urvira, Landschaft 771. 
noiuku, Landschaft 773. 
Uyni, Landschaft 16, 185, 186. 
Wuga, 
  
Victoria-Nyansa, See 16, 48, 49, 
50, 187, 610, 619, 640. 
Vinigu, Landschaft 221. 
Waaruscha, Volksstamm 45. 
Wabruungi, Volk 707. 
Wabwari, Volk 771. 
Wadjagga, Volksstamm 45. 
Wadjidji, Volk 770, 771, 773. 
Wafiomi, Volk 707, 708. 
Wagaia, Volksstamm 641. 
Waganda, Volksstamm 50. 
Wangaruka, Volksstamm 640. 
Wagindo, Volksstamm 7, 101, 584. 
Wagogo, Volksstamm 9, 706, 707. 
Wagwangwara, Volksstamm 584. 
Wahehe, Volksstamm 8, 9, 10, 11, 
49, 69, 70, 774, 775. 
Wakama, Volkostamm 49. 
Wakamba, Volksstamm 619. 
Walé, Fluß 186. 
Wamatschinga, Volk 7, 584. 
Wambugwe, Volksstamm 286. 
Wami, Fluß 131. 
Wamuera, Volk 7, 584. 
Wandongwe, Volk 775. 
Wandorobbo, Volksstamm 286, 640, 
787. 
Wangaturu, Ort 707. 
Wangemannshöh, Missionsstation 
2. 456, 457, Beil. zu Nr. 16 
S. 
Waroon, Volksstamm 185. 
Waniambungu, Volk 772. 
Waniamwesi, Volksstamm 9, 185, 
707. 
Wanyabassi, Volk 641. 
Warangi, Volk 707. 
Warege, Volk 641. 
Warundu, Volk 771, 772, 773. 
Wasagara, Volkostamm 9, 11. 
Wasangu, Volksstamm 9. 
Wasaramo, Volksstamm 248. 
Waschamba, Volksstamm 106. 
Wasegeyu, Volksstamm 640. 
Wassagira, Volk 774 
Wataturu, Ort 708. 
Watussi, Volk 773. 
Wawemba, Volksstamm 9. 
Wayao, Volksstamm 7, 107, 318. 
Wrumithal 70, 555. 
Ort 12, 70, 106, 129, 453, 
503, 612, Beil. zu Nr. 16 S. 1. 
Wugire, Landschaft 675. 
Wuruni, Fluß 12. 
Zigedaberg 708. 
Ziwani, Ort 707, 708. 
Zoari, Ort Beil. zu Nr. 16 S. 1.
        <pb n="23" />
        Kamerun. 
Abekenschama, Ort 291. 
Abo, Landschaft 254, 255, 560. 
Ajunguana, Ort 557. 
Ambas-Bai 254. 
Atenagegaqua, Ort 290. 
Awuna, Ort 557. 
Babimbi, Volksstamm 250. 
Badjops, Volksstamm 251, 252. 
Bakoko, Volksstamm 70, 249, 254, 
444, 445, 557, 559 
Bakokoland 373, 411. 
Bakwili, Volksstamm 254, 776, 781: 
Balong, Volk 560. 
Balue, Ort 558. 
Bamba, Plantage 373. 
Batanga, Groß-, Ort 50, 558. 
Batanga, Klein-, Ort 560. 
Batschenga, Landschaft 557. 
Bebimbi (Dogodje), Ort 444. 
Bethel (Bonaku), Missionsstation 15, 
254, 560, 587. 
Bibundi, Ort 373, 721, 776, 777. 
BVipindi, Ort 288, 558, 559 
Boa, Ort 288 
Bombe, Ort 560. 
Bonaberi (Dickory), 
254, 255, 560. 
Bonakwasi, Ort 560. 
Bonga, Ort 373. 
Bromoge, Ort 290. 
Buambi, Ort 106, 502, 646. 
Buäa, Station 50, 158, 254, 373, 560, 
Buli, Volk 289, 558. 
Burngabelle, Ort 556. 
Missionsstation 
Debundja, Plantage 777. 
Dibamba, Landschaft 439. 
Dibombari, Landschaft 364. 
Djilimbolla, Ort 159. 
Dogohene, Volk 444. 
Donga, Fluß 560. 
Duala, Volksstamm 254, 776. 
Edea (— Idiä) Station 46, 106, 
248, 249, 252, 255, 444, 502, 
560,. 646. 
Eköhe, Fluß 249. 
Ekundufiä, Ort 445. 
Elama, Volk 290. 
Elefantensee 373. 
Engelberg, Missionsstation 106, 453, 
502, 646 
Epassi, Ort 288. 
Esumbalumu, Ort 291. 
Etabomba-Etavi, Ort 557. 
  
XXIII 
Fama, Fluß 557. 
Folitoo, Ort 291. 
Fullu, Fluß 557. 
Ihnda, Ort 251. 
Johann Albrechtshöhe, 
13. 
l 
I 
Herbertsfälle 46, 445. 
1 
Station 
Junershöhe, Missionsstation 560. 
Kamerun, Ort 46, 50, 252, 373, 558, 
21. 
Kamerunfluß 219, 254, 781. 
Kamerungebirge 254, 776, 778. 
Kribi, Bezirksamt 50, 106, 160, 187, 
288, 289, 445, 502, 556, 558, 559, 
646, 721. 
Kriegsschiffhafen, Plantage 776, 
777. 
Kule, Ort 558. 
Kupeberg 255. 
Kwakwa, Fluß 16. 
Lobethal, Missionsstation 254, 255, 
560. 
Logotum, Ort 250. 
Lokebaselük, Orl 444. 
Lolodorf (Mlole), Station 70, 159, 
160, 288, 556, 558, 559. 
Lom, Fluß 250. 
Lungasi, Fluß 660. 
Mabeaman, Ort 288. 
Mabombe, Fluß 560. 
Malla, Ort 251, 252. 
Malimba, Ort 46, 50. 
Mamband, Gebirgszug 251. 
Mandeng, Ort 445. 
Mangala, Ort 248, 250 
Mangalle, Landschaft 444. 
Mangamba, Landschaft 46. 
Mangamba, Ort 254, 255, 560. 
Mangane, Ort 248. 
Mango, Ort 557. 
Marienberg, Missionsstation 
106, 445, 502. 646. 
Matol, Ort 248. 
Mbam, Fluß 46. 
Meme, Fluß 781. 
Menjada, Volk 557. 
Mowomela, Ort 557. 
Mpim, Ort 249, 250, 
50. 
251, 252, 
Rodogripenda, 
Rdogundjubh, Ort 444. 
Nijembé, 
  
444, 445. 
Mpundu, Ort 373. 
Muhengé, Ort 445. 
Mulimba, Volksstamm 254. 
Mundame, Ort 373. 
Mungo, Fluß 373, 560. 
Namajede, Ort 556. 
Rdogobuea, Volk 252. 
ARodogodje, Volksstamm 46. 
Ndogolinde, Landschaft 252. 
Ndogundjuä, Volksstamm 251. 
Ort 560. 
Ndokama, Landschaft 439. 
Ndokotunda, Ort 46. 
RNdungebirge 249, 250. 
Ngenne, Ort 289. 
Ngodi-Berge 251. 
„ Njambeadorf 250. 
Ort 445. 
Nkelle, Fluß 444. 
Nkosiland 255, 560. 
Nkum, Ort 560. 
Ntoni, Ort 373, 411, 556. 
Nyasoso, Ort 255, 560. 
Nyong, Fluß 159, 252, 289, 290, 
373, 444, 556, 558. 
Pungo Sungo, Ort 50. 
Rio del Rey, Fluß 781. 
Sakebayeme, Ort 248, 249, 250, 
444, 445 
Sanaga, Fluß 46, 50, 106, 248, 
249, 250, 251, 252, 253, 254, 255, 
411, 444, 445, 557, 558, 560. 
Soden-See 373. 
Songh'ol, Ort 251, 252. 
Szi, Ort 251. 
Tinati, Ort 557. 
Tokobwanu, Ort 50. 
Tokodorf, Ort 50. 
Tunga, Ort 288. 
Umbudu, Ort 291. 
Victoria, Ort 254, 373, 560, 587, 
713, 721, 775, 778, 779, 780, 781. 
Vogebela, Volk 373. 
Vogefas, Volk 373, 411. 
Voghe Velinghe, Volksstamm 159, 
Voghe-Bellas, Volk 556. 
Voghe Betschi, Volk 289, 291, 373, 
411, 556. · « 
Voghe-Fas, Volk 556. 
Wuri, Fluß 254. 
Danye, Ort 50. 
Yaande, Ort 50, 70, 159, 160, 187, 
250, 288, 289, 291, 373, 411, 556, 
557, 558, 559. 
DYell, Fluß 252.
        <pb n="24" />
        Togo. 
Abuadi, Ort. Beil. zu Nr. 16 S. 3. 
Abutia, Ort. Beil. zu Nr. 16 S. 3. 
Adeli, Landschaft 379, 560, 782, 784. 
Adjido, Ort 13, 15, 254, 415, 502, 
Beil. zu Nr. 16 S. 6. 
Adjovikophe 254, Beil. zu Nr. 16 
S. 6 
Agbedrafo, Missionsstation 
Beil. zu Nr. 16 S. 3. 
Agöôöme, Landschaft 485. 
Agômegebirge 486, 488, 740. 
254, 
Agöme-Palime, Ort 485, 486, 
487. 488, 740. 
Agu, Berg 675, 740. 
Aguewé, 
Ort 254, 502, Beil. zu 
Nr. 16 S. 6. 
Agulu, Ort 783. 
Agyvädi, Ort 610. 
Aka, Ort 381. 
Akamelim, Ort 610. 
Akandim, Ort 611. 
Akebu, Landschaft 317, 360. 
Akeppe, Ort 254, 502, Beil. zu 
Nr. 16 S. 6. 
Akosidente, Ort 610. 
Akovierhe, Ort, Beil. zu Nr. 16 
S. 3. 
Akposo, Landschaft 130, 380, 381. 
Amedjovhe (— Amedjowe), Missions- 
station 220, 538, 645, 743, Beil. 
zu Nr. 16 S. 3. 
Amu, Fluß 380. 
Amfoe, Ort, Beil. zu Nr. 16 S. 3. 
Amnutive, Ort 254, 502, 675, 739, 
Beil. zu Nr. 16 S. 6. 
Aneho, Ort, Beil. zu Nr. 16 S. 6. 
Annefluß 379. 
Anyangs4, Ort 379. 
Apaso, Ort 381. 
Asato, Ort 381. 
Assahun, Ort 740. 
Atakpame, Ort 130, 380, 739. 
Ateobu, Ort 610. 
Atonko, Ort 381. 
Awasi Dori (Dore), Ort 610. 
Ayamb, Ort 610. 
Bagidé, Ort 254, 502, 738, 739, 
Beil. zu Nr. 16 S. 6. 
Be, Ort 739. 
Bedere, Volk 318, 379. 
Bedu, Ort 317. 
Betwuati, Landschaft 318, 379. 
Bevi, Ort 254, Beil. zu Nr. 16 S. 6. 
Beyika, Dorf 380, 381. 
Bismarckburg, Station 130, 318, 
560, 782. 
  
  
XXIV 
Blitta, Ort 379. 
Bobm, Landschaft 559, 782. 
Bona, Ort 610. 
Bonduku, Ort 610. 
Borada, Ort 381. 
Borgu, Ort 784. 
Bowiri, Volk 381. 
Brambu, Stromschnelle 610. 
Buäm, Ort 316. 
Dadaura, Ort 783. 
Dagomba, Landschaft 610. 
Dai, Landschaft 380. 
Dakäá, Fluß 610. 
Degbenu, Ort 254, 502, Beil. zu 
S. 6. 
Nr. 16 S. 
Dikpelen, Ort 318. 
Dofoli, Ort 379. 
Dutukpenne, Ort 411. 
Ehe, Ort 740. 
Ephe, Volk 740. 
Fasuga, Ort 411, 782, 783, 784. 
Frangoispaß 740. 
Gambaga, Ort 610. 
Gbeschi, Landschaft 380. 
Gbin, Ort 485, 740. 
Gbinfluß 740. 
Gridji, Missionsstation, 
Nr. 16 S. 3. 
Guaman, Ort 381, 559, Beil. zu 
Nr. 16 S. 3. 
Beil. zu 
Gum Koffto Ort 254, 738, Beil. zu- 
S. 6. 
Nr. 1 
GOyweiahen akura, Ort 381. 
Gyeasekan kese, Beil. zu Nr. 16 
S. 3. 
Ho, Missionsstation 220, 588, 645, 
743, Beil. zu Nr. 16 S. 3 
Hodunu, Ort 485. 
Ho-Gando, Ort 610. 
Kagyabi, Ort 316. 
Katambara, Ort 783. 
Katsenke, Ort 318. 
Kayanssoá, Ort 610, 611. 
Kebu, Ort 130. 
Keppe, Ort 739. 
Kesibo, Ort 317. 
Keta, Ort, Beil. zu Nr. 16 S. 3. 
Kete-Kratschi, Ort 130, 220, 373, 
411, 538, 610, 611, 675, 782. 
Kewe-Ga, Ort 486, 739. 
Kintampo, Ort 610. 
Kirikiri, Ort 411. 
  
Kratschi (= 
Klein-Popo, Ort 13, 130, 220, 254, 
292, 373, 415, 502, 538, 559, 646, 
721, 722, 738, Beil. zu Nr. 16 S. 3, 
Klona, Ort 486, 740, 741. 
Kokote, Ort 380 
Kossuntu, Ort 740. 
Kpäándé, Ort 484, 488, 489, 560, 
Beil. zu Nr. 16 S. 3. 
Kpele, Ort 130. 
Kpeme, Plantage 738. 
Kpengoe, Ort, Beil. zu Nr. 16. S. 3. 
Krabe, Ort 317. 
Kratyc") 560, 610. 
Kröbo, Ort 610. 
  
Kron, Landschaft 610. 
Kuma, Ort 291, 486. 
Leklebi, Ort, Beil. zu Nr. 16 S. 3. 
Loasse, Stromschnelle 610. 
Lolobi, Landschaft 380. 
Lome, Ort 15, 130, 220, 380, 484, 
485, 502, 612, 645, 675, 722, 738, 
739, 743, Beil. zu Nr. 16 S. 3, 6. 
Mangu, Ort 610. 
Matse, Beil. zu Nr. 16 S. 3. 
Menu, Fluß 317. 
Misahöhe, Station 130, 220, 291, 
484, 485, 486, 487, 488, 675, 738, 
739, 740. 
Mono, Fluß 380, 740. 
Neu-Dentemanso, Ort 611. 
Nkonya, Ort 316, 560. 
Agung Kope, Ort 602. 
Noêppe, Ort 739. 
Nischumuru, Ort 560, Beil. zu Nr. 16 
S. 3. 
Nyanybo-Agu, Ort, Beil. zu Nr. 16 
S. 3. 
Odomi, Ort 381. 
Ogyene, Bach 317. 
Okpate, Ort 379. 
Padyai-Kasse, Ort 610. 
Palime, Ort 
Paratau, Ort 411. 783. 
Pessi, Landschaft 130. 
Pong, Ort 610. 
Porto-Seguro, Ort 15, 130, 220, 
254, 415, 502, 646, 738, Beil. zu 
Nr. 16 S. 3. 
Salaga, Ort 610. 
Sandrokofi, Ort 381. 
Sansanne Mangu, Ort 538. 
Sariasso, Ort 610.
        <pb n="25" />
        Sebbe, Ort 13, 130, 220, 292, 
487, 502, 721. 
Siare, Ort 318. 
Sokodé (Sokoto), Ort 610. 
Sugu, Ort 411, 610, 784. 
Talabo, Weiler 318. 
Teteman, Ort 380, 381. 
Togo, Ort 15, 130, 220, — 415, 
502, Beil. zu Nr. 16 S. 
Togo-See 130. 
Towe (Agidä Koffi) 739, 740, Beil. 
zu Nr. 16 S. 3. 
Tshamba, Ort 783. 
Tschautyo (= Tschautscho), Land- 
schaft 130, 411, 610, 782, 784. 
Vakpo, Ort, Beil. zu Nr. 16 S. 3. 
Vho, Ort 380. 
Volta, Fluß 316, 559, 610, 740. 
Wangara, Ort 411. 
Waya, Ort, Beil. zu Nr. 16 S. 3. 
Wodje, Ort, Beil. zu Nr. 16. S. 3. 
Worawora, Ort 220, 316, 379, 381, 
Beil. zu Nr. 16 S. 3. 
Desge 
Yendi, t 538, 610. 
Yo, Ort 740. 
Yripe, Landschaft 380. 
Juvokoyi, Ort 739. 
Südwestafrika. 
Aais, Ort 191, 377, 645. 
Achas, Ort 191. 
Ahniwood, Ort 222. 
Alourisfontein 190. 
Areb, Orl 105. 
Ariam, Ort 190. 
Arknas, Ort 190. 
Arrus, Ort 190. 
Auros, Ort 190. 
Aus, Ort 447, 448. 
Aussenkjer 190. 
Avaras, Ort 190. 
Avis, Ort 191. 
Bak-Fluß 190. 
Barmen, Groß-, Ort 191, 377. 
Barmen, Klein-, Ort 191. 
Baumspries, Ort 190. 
Berg-Damara, Volksstamm 13, 222, 
292, 378, 447, 455, 587, 643. 
Ber saba, Ort 160, 190, 464, Beil. 
zu Nr. 16 S. 4. 
Bethanien, Ort 160, 190, 378, 454, « 
Beil. zu Nr. 16 S. 4 
Blumputs, Ort 190. 
  
XXV 
– – 
Blydeverwacht, Ort 105, 190. 
Vondelzwarts, Volksstamm 454. 
Vrakputs, Ort 190. - 
Brakwater, Ort 191. 
Bullsport, Ort 105. 
Croß, Kap 191, 496, 611. 
Dakeib-Springputs, Ort 190. 
Davigab, Ort 190. 
Doornfontein, Ort 191. 
Dorstrevier, Ort 191. 
Dreihoek, Ort 190. 
Ekuya, Ort 490. 
Epikuro, Ort, Beil. zu Nr. 14 S. 4. 
Ort 190. 
Ort 190. 
Ort 190. 
Ort 190. 
Ort 191, 293, 
Beil. zu Nr. 16 S. 3. 
   
  
  
455 
Gazellenpfanne, Ort 446. 
Geis, Ort 190. 
Gemsbocklaagte, Ort 191. 
Ghaub, Ort 13, 292, 455. 
Gibeon, Ort 104, 105, 160, 
190, 197, 378, 454, 642, 
722, Beil. zu Nr. 16 S. 3. 
Gobabis, Ort 71, 191, 253, 315, 
373, 374, 376, 377, 446, 448, 
491, 642, 643, 645, Beil. zu Nr., 14 
S. 1, * 4, 5. 
Gokhas, Ort 105, 160, 190, 378, 
5s 490, 644, Veil. zu Nr. 16 
188, 
644, 
  
ors Wmoo%, Ort 190. 
Grootfontein, Ort 13, 14, 105, 
190, 191, 292, 642. 
Guduabrivier, Ort 190. 
Gurus, Ort 190, 446. 
Haigamkhab, Ort 191. 
Hairakhabis, Ort 190. 
Hasur, Ort 105, 190. 
Halsamas, Ort 377. 
Haugas, Ort 105. 
Herero, Volksstamm 13, 14, 71, 163, 
292, 374, 376, 377, 447, 454, 
491, 492, 587, 642, 643, Beil. zu 
Nr. 14 S. 1, 2, 3, 5. 
Hereroland 13, 223, 292, 293, 377, 
378, 454, 491. 
Hoakhanas, Ort 105, 191, 378, 
454, 490, 642, Beil. zu Nr. 14 
S. 2, Beil. zu Nr. 16 S. 3. 
Hoakhanas-Hottentotten, Volks- 
stamm 642, 644. ] 
Hoornkrans 105. 1. 
  
Hottentot-Vai 105. 
Huduab, Ort 190. 
Hunnemaidjes, Ort 190. 
Jerusalem, Ort 105, 190. 
Ikanus, Ort 190 
Kais, Ort 105. 
Kalkfontein, Ort 191. 
Kameelbaum, Ort 190. 
Kanikontis, Ort 495. 
Kanus, Ort 190. 
Kaoko, Landschaft 14, 192, 491. 
Karris, Wasserstelle 105. 
Kankurus, Ort 373, 377. 
Keetmanshoop, Ort 105, 160, 189, 
100, 192, 378, 454, 642, 645, 722 
Beil. zu Nr. 16 S. 4. 
KReis, Ort 190. 
Khabus, Ort 190. 
Khauas-Hottentotten, Volksstamm 
253, 374, 377, 411, 446, 447, 
490, 493, Beil. zu Nr. 14 S. 3, 4. 
Khoes, Ort 105, 190, 454, Beil. zu 
Nr. 16 S. 4. 
Khoyas, Ort 190. 
Kiriis, Ort 190. 
Klein-Mies, Ort 190. 
Klipdam, Ort 190. 
Kowas, Ort 377. 
Kraifontein, Ort 191. 
Kubub, wandwirhschftiche Etation 
190, Beil. zu Nr. 14 S 
Kuijis, Ort 446. 
Kuisib, Fluß 496. 
Kuyas, Ort 190. 
Lemondoorn, Ort 190. 
Lievdvod, Ort 190. 
Lionriver, Ort 190. 
Loogkolk, Ort 190. 
Lüderitzbucht 190, 722. 
Nama, Volksstamm 163, 378. 
Namakwaland (Namaland) 
292, 293, 453. 
Namieb-Wüste 495. 
Nanzig, Ort 190. 
Naukluft, Gebirge 105. 
Nonadas, Ort 495. 
Nonkis, Ort 190. 
Noup, Ort 190. 
Nubis, Ort 190. 
Oas, Ort 446. 
Okaep, Ort 191. 
Okahandya, Ort 191, 196, 223, 
377, 455, 490, 491, 642, 645, 722, 
Beil. zu Nr. 14 S. 3, 5, Beil. zu 
Nr. 16 S. 3. 
" 
104,
        <pb n="26" />
        Okatumba, Ort, Beil. zu Nr. 16 
S. 3. 
Okhas, Ort 191. 
Okombahe, Ort 14, 191, 292, 378, 
643, Beil. zu Nr. 16 S. 3. 
Olifantskloof, Ort 71, 191, 377, 
446, 643. 
Olukonda, Ort 191. 
Omandonga, Ort 192. 
Omaruru, Ort 14, 160, 191, 223, 
378, 455, 491, 642, 643, 645, 
722, Beil. zu Nr. 16 S. 3. 
Omburo, Ort 191, 223, 458, Beil. 
zu Nr. 16 S. 3. 
Omulonga, Ort 192. 
Omupanda, Ort 192, 378, 455, 
Beil. zu Nr. 16 S. 4. 
Ondangua, Beil. zu Nr. 16 S. 4. 
Ondjiva, Ort 455, 538, Beil. zu 
Nr. 16 S. 4 
Ondonga, Ort 192. 
Ongeama, Ort 191. 
Oniha, Ort 292, 378, VBeil. zu 
Nr. 16 S. 3. 
Onipa, Ort 192, Beil. zu Nr. 16 
Onknambi, Ort 192. 
Ontyo, Ort 191. 
Oranjefluß 105. 
Osona, Ort, Beil. zu Nr. 16 S. 3. 
Otavi, Ort 14, 292, 455. 
Otvihavera, Ort 191. 
Otviheinena, Ort 191, 223, 374, 
490, Beil. zu Nr. 14 S. 4, Beil. 
zu Nr. 16 S. 3. 
Otvikango (— Barmen), Ort, Beil. 
zu Nr. 16 S. 3. 
Otvikoto, Ort 292. 
Otyimbingwe, Ort 13, 14, 160, 
165, 189, 191, 192, 196, 222, 293, 
377, 378, 454, 455, 491, 611, 642. 
722, Beil. zu Nr. 16. S. 3. 
Otviseva, Ort, Beil. zu Nr. 16 S. 3. 
Otvombinde, Ort, Beil. zu Nr. 14 
S. 5, Beil. zu Nr. 16 S. 3. 
Otvombuima (Tsumamas), Ort 292, 
455, Beil. zu Nr. 16 S. 3. 
Otyomokanti, Ort, Beil. zu Nr. 14 
S. 4. 
Otyosasu, 
Nr. 16 S. 3. 
Otyosembona, Ort, Beil. zu Nr. 16 
S. 3. 
Ort 191, 223, Beil. zu 
Otyosonyupa (Waterberg) 223, 292 
  
455, Beil. zu Nr. 16 S. 3. 
Otyunda, Ort, 490, 491, 492, 4 
494, 643, Beil. zu Nr. 14 S. 1, 4. 
Outjo, Ort 14. 
XXVI 
Ovambantyeru, Volksstamm 493. 
Ovambo, Landvschaft 192, 292, 454, 
538, 586. 
Oviombo, Ort, Beil. zu Nr. 16 S. 3. 
Owinki, Wasserstelle, Beil. zu Nr. 14 
"„ 
Pot, Wasierstelle 191. 
Puts, Ort 190. 
Quaipüts, Wasserstelle 46. 
Rehoboth, Ort 105, 191, 197, 642, 
Beil. zu Nr. 16 S. 3. 
Rietfontein, Ort 105, 454, 586, 
Beil. zu Nr. 14 S. 3, 5, Beil. zu 
Nr. 16 S. 4. 
Nockbai 496. 
Rooiberg, Ort 190. 
Rooigrawwater, Ort 446. 
Salem, Orl 191. 
Sandfontein, Ort 495. 
Sandwich-Hafen 496. 
Schafsfluß 191. 
Schanzkolk, Ort 190. 
Scheppmannsdorf, Ort, 
Nr. 16 S. 3. 
Seeis, Ort 191. 
Seßriem, Ort 105. 
Siegfeld, Ort 447. 
Smitsputs, Ort 190. 
Sneyrevier, Ort 46. 
Spitzkopies, Ort 191. 
Stampried, Ort 190, 446. 
Stangkop, Ort 190. 
Stolzenfels, Ort 105, 190. 
Struysvogelfontein, Ort 192. 
Sturmfeld, Ort, Beil. zu Nr. 14 
492, 493, 643, S. 5. 
Swakop (—= Tsoakhaub), Fluß 105, 
165, 191, 196, 222, 495, 496, 
497, 611. 
Swakopmund, Ort 377, 495, 722. 
Swartputs, Ort 190. 
Swartfontein, Ort 105. 
Tietjo, Ort, Beil. zu Nr. 14 S. 2, 4. 
Tjurundju, Wasserstelle 373. 
Toopnaars, Volksstamm 14. 
Tsaobis (Wilhelmsfeste), Ort 191. 
Tsumanus, Ort 378. 
Tsumel, Ort 192. 
Ubib, Ort 191. 
Udabis, Ort 191. 
Uhabis, Ort 191. 
Ukamas, Ort 191. 
Ulukonda, Beil. zu Nr. 16 S. 4. 
Ururas, Ort 191. 
Usakos, Wasserstelle 191. 
Beil. zu 
Bismarck-Archipel 46, 48, 
  
Vaalgras, Ort 191. 
Vellhom, Ort 105. 
Veloor, Ort 190. 
Veloordrift, Ort 191. 
Walfischbai, Ort 165, 196, 222, 
495, 496, 611, Beil. zu Nr. 16 
S. 3. 
Wamas, Ort 105. 
Warmbad, Ort 105, 165, 191, 454, 
722, Beil. zu Nr. 16 S. 4. 
Warmbakkis, Ort 191. 
Waterberg (Otyosonyupa), Ort 191, 
377. 
Windhoek, Ort 14, 71, 104, 105, 
130, 131, 160, 165, 189, 191, 192, 
196. 222, 292, 293, 377, 378, 415, 
455, 491,492, 587, 645. 722, Beil. 
zu Nr. 14 S. 3, 
Windhoek, Groß-, Ort 188, 191, 
Beil. zu Nr. 16 S. 4. 
Windhoek, Klein-, Ort 191, Beil. zu 
Nr. 16 S. 4. 
Zaris, Ort 105. 
Zwartbooi-Hottentotten, 
stamm 14, 293. 
Volks- 
Neu-Guinea. 
Admiralitäts-Inseln 500. 
Anachoreten-Inseln 162. 
Arthur-Gordon-Bergkette 586. 
Astrolabe-Bai 17, 647. 
Bayernbucht 414, 448, 449. 
Below, Vulkan 17. 
Berlinhafen, Ort 162. 
379, 
412, 413, 647, 713. 
Bismarck-Gebirge 586, 713. 
Bogadjim, Missionsstation 162, 585, 
646, Beil. zu Nr. 16 S. 4. 
Bogatu, Landschaft, Beil. zu Nr. 16 
S. 4. 
Bongu, Orl 162, 647. 
Bougainville, Insel 46, 411, 448 
Bougainville-Berg 714. 
Bubui, Fluß 17, 413. 
Bugola, Missionsstation 412. 
Buka, Insel 162, 411, 448. 
Bumi, Fluß 413. 
Bupa, Missionsstation, Beil. zu Nr. 16 
S. 4. 
Busim, Gebirge 17. 
Choiseul-Inseln 412. 
Constantin-Hafen 162. 
Crown-Insel 413.
        <pb n="27" />
        Dampier-Insel 15, 379, 647. 
Doveli, Missionsstation, Beil. zu 
Nr. 16 S. 4. 
Duportail-Insel 412. 
Erima, Plantage 162, 415, 585. 
Estreliabucht 412. 
Faisi, Handelsstation 412. 
Fajomanna, Berggipfel 585. 
du Faure, Insel 413. 
Fead-Inseln 162. 
Finisterre-Gebirge 413. 
Finschhafen, Ort 413, 646. 
Franziskafluß 414, 448, 449. 
Freuch-Insel 162, 412. 
Friedrich-Wilhelm-Hafen 162, 
411, 412, 413, 415, 448, 451, 453, 
499, 647, 713, 714, 722. 
Gazelle-Halbinsel 412, 713. 
Gicquel, Insel 413. 
Gogol-Fluß 586. 
Gsgoli (Nüru), Fluß 585. 
Gori, Fluß 585. 
Hannam-Insel 413. 
Herbertshöhe Ort 163,223, 713,722. 
Humboldtbai 714. 
Hunstein, Vulkan 17. 
Huon-Golf 17, 586, 646. 
JIkove, Fluß 413, 500. 
  
Kabagada, Missionsstation, Beil. 
zu Nr. 16 S. 4 
Kai, Volksstamm 646. 
Kaiser-Gebirge 47. 
Kaiser-Wilhelms-Land 17, 163, 
500, 715, Beil. zu Nr. 16 S. 4. 
Kinigunan, Missionsstation 50, 132, 
163, 503, Beil. zu Nr. 16 
Kockatoo, Insel 412. 
Kolona, Missionsstation, 
Nr. 16 S. 4 
Komfort, Kap 411. 
Kulobob, Ort 647. 
Lambert, Kap 412. 
Langemaak-Bucht 413. 
Lauü, Hafenort 46. 
Lord Howe-Inseln 162. 
Macklayküste 647. 
Malagunan, Ort 50, 132, 163, 508, 
Beil. zu Nr. 16 S. 6. 
Manningstraße (Meerenge) 412. 
Matty-Insel 714. 
Matupi, Insel 412, 500, 722. 
Beil. zu 
  
  
XXVII 
Mavealu, Missionsstation, Beil. zu 
Nr. 16 S. 4 
Merite, Insel 413. 
Motu-Motu, Ort 414, 452. 
Neu--Hannover, Ort 162. 
Neu-Lauenburg, Land 162, 647. 
Neu-Mecklenburg, Landschaft 17, 
162, 448, 647. 
Neu-Pommern, Land 50, 163, 412, 
413, 448, 500, 503, 647, 743. 
Nissan-Insel 162. 
Nowulija, Fluß 685. 
Nüru siehe Gögoli. 
Oertzen-Gebirge 415, 585, 586. 
Pahn, Missionsstation, Beil. 
Nr. 16 S. 4. 
Pirihadi, Beil. zu Nr. 16 S. 4. 
Port-Hunter, Ort, Beil. zu Nr. 16 
S. 4. 
Praslinhafen 412. 
Prieto, Kap 412. 
zu 
  
„ Ailinglaplap, 
· 
Raluana, Missionsstation, Beil. zu 
Nr. 16 S. 4 
Ralum, Ort 743. 
Nawlison-Bergkette 17. 
Refuge-Insel 412. 
Reisapa, Beil. zu Nr. 16 S. 4. 
Rook, Insel 17. 
Roul, Insel 413. 
Salomons-Inseln. 411, 499, 647. 
Sattelberg 17, 162, 193, 646, Beil. 
zu Nr. 16 S. 4. 
Sechsstroh-Fluß 714. 
Sepi, Missionsstation, Beil. zu Nr. 16 
S. 4 
Shortland-Inseln 162, 412. 
Siar, Insel 162, 647, Beil. zu Nr. 16 
S. 4. 
Simbang, Missionsstation 162, 193, 
413, 646, Beil. zu Nr. 16 S. 4. 
Ssigünu Wödsa, Ort 586. 
Ssigöun Jünu, Berg 586. 
Soilly-Inseln 412. 
Stephansort, Plantage 162, 415, 
449, 585, 586, 647, 722, Beil. zu 
Nr. 16 S. 4. 
St. Georgskanal 412. 
Suor Mana, Berg 586. 
Takambus, Missionsstation 503, 
Beil. zu Nr. 16 S. 4 
Takubar, Missionsstation 50, 163. 
503, Beil. zu Nr. 16 S. 6. 
Tami-Insel 17, 162, 646. 
  
Tausendschiffsbai 412. 
Tikenavuddo, Ort 50. 
Tinputs, Ort 46, 47. 
Vahorig= Misstonsstation, Beil. zu 
16 S. 
Va rWd 5.40, 
Villa Maria, Missionsstation 50, 
163, . 
Vlavolo, Ort 50, 132, 163, 223, 
503, Beil. zu Nr. 16 S. 6. 
Vulavu, Missionsstation, Beil. 
Nr. 16 S. 4. 
Wai, Ort 585. 
Willeaumez-Halbinsel 412, 413. 
Mabel, Insel 412, Beil. zu Nr. 16 
S. 4. 
zu 
Marshall-Inseln. 
Insel, Beil. zu 
Nr. 16 S. 4, 675 
Arno, Atoll, 675, Beil. zu Nr. 16 
S. 4. 
Aur, Insel, Beil. zu Nr. 16 S. 4. 
Bikar, Insel 161. 
Brown-Insel 161. 
Ebon, Insel, Beil. zu Nr. 16 S. 4. 
Gaspar Rico, Insel 161. 
Jaluit, Insel 161, 162, 253, 675, 
722, Beil. zu Nr. 16 S. 4. 
Kussaie, Insel 161, 162, 648. 
Kwadjelin, Insel, Beil. zu Nr. 16 
S. 4. 
Lae, Insel, Beil. zu Nr. 16 S. 4. 
Madjuru, Insel, Beil. zu Nr. 16 
Malwoulap, Insel, Beil. zu Nr. 16 
S. 4. 
Medjit, Insel 161, Beil. zu Nr. 16 
S. 4, 
Mille, Insel, Beil. zu Nr. 16 S. 4. 
Namo, Insel, Beil. zu Nr. 16 S. 4. 
Namorik, Insel, Beil. zu Nr. 16 
S. 4. 
Udiae, Insel, Beil. zu Nr. 16 S. 4. 
Udielang, Insel 161.
        <pb n="28" />
        A. 
Abdel Cher Achmed 281. 
Abraham, F. 164. 
Acker 220, 316, 500, Veil. zu Nr. 16 
S. 5. 
Adams 415. 
Afzelius 744. 
Ahrens 152. 
Aimer 41, 97, 157, 217, 281, 405, 
579, 637, 703, 767. 
Akeby 749. 
Albath 378, 454, Beil. zu Nr. 16 S. 3. 
Albinus 38, 94, 154, 214, 282, 404, 
480, 578, 636, 700, 702, 766. 
Albrecht Beil. zu Nr. 14 S. 1, 620. 
Aleithe Beil. zu Nr. 14 S. 1. 
Alschaefski 315. 
Altemöller 254, Beil. zu Nr. 16 S. 6. 
van Alten Beil. zu Nr. 14 S. 1. 
Althaus 15, Beil. zu Nr. 16 S. 2. 
v. Altrock 313. 
Amrhein 106. 
Andres 127. 
Anger, Missionar 782. 
Anselmann 254, Beil. zu Nr. 16 S.6. 
Apelt 39, 95, 155, 215, 281, 405, 
481, 579, 635, 701, 765. 
Arenberg, Prinz 676. 
Arandt 254, Beil. zu Nr. 16 S. 6. 
Arning 38, 94, 154, 214, 282, 404, 
408, 440, 482, 580. 
Ashley 750. 
Atlay 14. 
August 131. 
Auler 179. 
Austmann 636, 702, 766. 
Autenrieth Beil. zu Nr. 16 S. 2, 
560, 561 
B. 
Babe Beil. zu Nr. 16 S. 3. 
Bach 42, 96. 
Bachmann 222, 538, Beil. zu Nr. 16 
S. 1. 
Baethck 587. 
Bamber 421. 
  
Mamen-Derzeichniß. 
Bamler Beil. zu Nr. 16 S. 4. 
Bandascharo 281. 
Banken 453, 502, 646. 
Bannach 253, 376. 
Banthien 179. 
Varkemeyer 15, 221, 379, 647. 
Barth 75. 
Bartholomew 392. 
Bartsch 70, 159, 160, 289, 291, 408. 
Bartscher 42, 96, 154, 214, 280, 
404, 480, 578, 634, 700, 766. 
Basedow Beil. zu Nr. 16 S. 2. 
Bastian 153. 
Baswitz 74. 
Bauer 38, 68, 94, 154, 214, 280, 
404, 480, 578, 634, 700, 764. 
Baumann, Oscar, Dr. 423, 542, 640, 
772. 
Baumann, Ernst, Botaniker 488, 653. 
Baumann, Kaufmann Beil. zu Nr. 14 
S. 1. 
Baur 500, Beil. zu Nr. 16 S. 5. 
Baxter Beil. zu Nr. 16 S. 2. 
v. Beaufort 743. 
Beck Beil. zu Nr. 16 S. 3. 
Becker, Dr., Stabsarzt 38, 94, 127, 
154, 214, 219, 280, 404, 480, 578, 
634, 700, 764. 
Becker, Missionar 587. 
Becker, Gefreiter 736. 
Becker, Missionar 15, 106, 315, Beil. 
zu Nr. 16 S. 1. 
Benkewitz 38, 94, 154, 214, 284, 
406, 482, 580, 634, 700, 764. 
v. Bennigsen 127, 128, 442, 710, 
Vensen 313. 
Venz 38, 43, 95, 98, 99, 157, 219, 
285, 407, 483, 581. 
v. Bercken 40, 96, 156, 184, 218, 
284, 406, 440, 482, 554, 580, 609. 
638. 
Berg, Bezirksamtmann 89, 218, 281, 
403. 
Berg, Dr., Assistenzarzt 38, 96, 126, 
216, 282, 406, 440, 482, 580, 636, 
700, 702, 766 
  
Bergmann 152, Beil. zu Nr. 16, S. 4. 
v. Beringe, 9, 38, 94, 99, 154, 214, 
280, 284, 404, 480, 578, 610, 634, 
700, 764. 
Berndt 164, 314, 372. 
Bernhardt 6. 
Bernsmann, Kaufmann 180. 
Bernsmann, Missionar 223, 455, 
Beil. zu Nr. 16 S. 3. 
v. Besser 250, 444, 736. 
Bethe, Premierlieutenant 701. 
Bethusy-Huc, Graf 313. 
Betz 314, 609. 
Beverley Beil. zu Nr. 16 S. 2. 
Bianchi, G. 461. 
Viendora 381. 
Biernatzky 218. 
van d. Biesen 49. 
Billington 72. 
Binternagel 152. 
Bittner 40, 96, 156, 216, 282, 406, 
482, 580, 638, 704, 768. 
Bizer Beil. zu No. 16 S. 2, 561. 
Blanchard 163. 
Blank 127. 
Bley 132. 
Blöncker 184. 
Bloß 42, 96. 
Bludau 128, 280, 404, 480, 578, 634. 
700, 701, 764. 
Bock 127, 736. 
Borchert 736. 
Bockmann 288. 
v. Bodecker 313, 736. 
Boecking 76. 
Boedecker &amp; Meyer 488, 489. 
Boehler 706. 
Böhm, Afrikareisender 684. 
Böhm, Missionar Beil. zu Nr. 16 S.3. 
Böhmer 38, 94, 99, 154, 184, 218, 
284, 406, 440, 482. 
Bösch 221. 
Bohner 479, Beil. zu Nr. 16 S. 2. 
Bockermann 192, 315. 
Boluminsky 152. 
v. Bonin 313. 
Vorchert 453.
        <pb n="29" />
        Borchmann, Regierungsbaumeister 
Borchmann, Thierarzt 367. 
Bormann 2e2. 
v. BVornhardt 98, 423, 672. 
Bousson 462. 
Boyd Beil. zu Nr. 16 S. 2. 
Bradhering 706. 
Brard 186. 
v. Brauchitsch 46, 184, 247, 248, 
444, 446, 765. 
Braun, Generalsuperintendent 587. 
BVraun, Lientenant 636, 700, 702, 
766. 
Braunbeck 98. 
Braß 736. 
Breintner Beil. zu Nr. 16 S. 6. 
Brent Beil. zu Nr. 16 S. 2. 
Bresler 706, 736. 
Brettschneider 127. 
Briggs Beil. zu Nr. 16 S. 2. 
Brockway Beil. zu Nr. 16 S. 2. 
Bronsart v. Schellendorff 537,, 
787. D 
Brosig 183, 404, 480, 578, 636, 
700, 702, 766. 
Brown Beil. zu Nr. 16 S. 4. 
Brückner, Maschinenschlosser 314. 
Brückner, Lazarethgehülfe 98. 
Brückner, Schlosser 153. 
Vruniatti 750. 
Bryce 750. 
Bryden, H. A. 392. 
Buchanan 786. 
Buchner, Missionar Beil. zu Nr. 16 
S. 1. 
Buchner, Unteroffizier 702, 766. 
Buchwald, Dr. 6, 13, 592. 
Buck 751. 
Budik 743. 
Büchner 636. 
Bücking 254, 538, Beil. zu Nr. 16 
S. 6. 
v. Bülow, Freiin Frida 20. 
v. Bülow, F. J. (Südwestafrika) 594, 
788 
Burge 645, Beil. zu Nr. 16 S. 3. 
Büttner, Dr. 653. 
Bullerdiek 41. 
Vunk 456, Beil. zu Nr. 16 S. 1. 
v. Bunsen 184. 
Burgers Beil. zu Nr. 14 S. 1. 
v. Burgsdorf 104, 183, 281, 492, 
493, 495, 735, Beil. zu Nr. 14 S. 1. 
v. Buri 638, 93, 153, 554. 
Burns Philps 4&amp; Co. 542. 
Burton, N. F. 423, 684. 
Busch 447. 
Busse, M. 423, 479. 
  
x. Cadalso 461. 
Capelle 151. 
Capus 16, 49, 423. 
Chambers, Missionar (Aeu-Guinea), 
XXIX 
C. 
Cabanellas, V. 564. 
v. Carnap-Quernheimb, Premier= 
lieutenant (Kamerun) 670. 
v. Carnap-Quernheimb, Premier= 
lieutenant (Togo) 485, 488, 538. 
Carnon Beil. zu Nr. 16 S. 2. 
Casati 111. 
Cassian 107. 
Cave 591, 710. 
Chambers, Missionar 
Beil. zu Nr. 16 S. 2. 
(Ostafrika) 
Beil. zu Nr. 16 S. 4. 
de Chambrun 685. 
Chapuis 561, Beil. zu Nr. 16 S. 2. 
Charisius 38, 42, 94, 98, 154, 214, 
280, 404, 408, 482, 580, 638, 700, 
701, 704, 768. 
Chitengi Beil. zu Nr. 16 S. 2. 
Choms 153, 484. 
Christ 564. 
Christaller, Missionar 14, 76, 138, 
153, 314, 479. 
Christaller, Oberlehrer 554. 
Christie &amp; Co. 421. 
Clausz 131. 
Clerk Beil. zu Nr. 16 S. 3. 
Cleve 503, Beil. zu Nr. 16 S. 1. 
Coerper 711. 
Cole Beil. zu Nr. 16 S. 2. 
Colsey Beil. zu Nr. 16 S. 2. 
Combes 751. 
Connor 296. 
Conradt 446. 
Cons, H. 229. 
Coode Sons &amp; Mathews 504. 
de Coque 746. 
Cossé Beil. zu Nr. 14 S. 1. 
Couppé 48, 132, 163, 587. 
Creutz Beil. zu Nr. 14 S. 1. 
Crump Beil. zu Nr. 16 S. 4. 
Czaplas 736. 
Czicelski 493. 
D. 
Daeßler 736. 
Dafert, F. W. 654. 
Dahl 110, 184, 408, 653, 743. 
de Dalmau.de Olivart 750. 
Damasus 131. 
Dammer, Dr. 228. 
Dammert 54. 
v. Danckelman, Freiherr 788. 
Danneil 152, 713. 
  
Dannert 223, 379, 455, Beil. zu 
Nr. 16 S. 3. 
Darley Beil. zu Nr. 16 S. 2. 
Dassel 15, Beil. zu Nr. 16 S. 4. 
von der Decken 75, 6384. 
Deckers 17, Beil. zu Nr. 16 S. 4. 
Deekes Beil. zu Nr. 16 S. 2. 
Delpnech 131. 
Dempwolff 152. 
Deubel 493, 736. 
Dewers 127. 
Dick 619. 
Dicke 500. 
Dicks 152. 
Dieckmann 612. 
Diehl Beil. zu Nr. 16 S. 3. 
Dier 13, 15, 179, 254, 415, 538, 
Veil. zu Nr. 16 S. 6. 
Diestelkamp 192, 315. 
Dieter 139. 
Dietz 247. 
Dillinger 46, 153. 
Dipper, E. 392. 
Dixon 583. 
v. Dobeneck, Frhr. 42, 96. 
Döring Beil. zu Nr. 16 S. 1. 
Doering, Dr., Arzt 68, 247, 366, 484. 
v. Doering, Premierlieutenant 479. 
Dohrn 110, 743. 
Dominik 5, 68, 247, 408, 411, 557, 
559, 737. 
Dominikus 108. 
Donnet, G. 564. 
Dorner 40, 96, 156, 214, 218, 280, 
284, 404, 480, 578, 636, 702, 766. 
Doulton Beil. zu Nr. 16 S. 2. 
Dove 462, 594. 
Draper Beil. zu Nr. 16 S. 2. 
Drees 479, 609. 
Drescher 701. 
Drewes 38, 93, 94, 154, 216, 282, 
404, 480, 578, 636, 700, 702, 766. 
Dreyer 151. 
Drouet, Fr. 229. 
Dubelmann, Dr. 415. 
Dürrling 484. 
Düßler 494. 
Duevel 151. 
Duft 645, 765. 
Duisberg 788. 
Duncan, Missionar 786. 
Dunford Beil. zu Nr. 16 S. 2. 
Dunkan jun., Ansiedler Beil. zu 
Nr. 11 S. 1. 
Dyckerhoff, F. W. 296. 
E. 
Ebell &amp; Co. 110. 
Eberhardt 42, 68, 96, 156.
        <pb n="30" />
        v. Eberstein, Frhr. 40, 96, 156, 216, 
700, 704, 768. 
284, 406, 482, 580, 638, 700, 
Ebert 671. 
Eberwein 415, 502, 587, 646. 
Eckmann 415, 502, 587, 646, Beil. 
zu Nr. 16 S. 6. 
Edisch 253. 
van Edvelde 2, 3, 225. 
Egerton 710. 
Eggel 38, 94, 154, 214, 280, 404, 
480, 578, 634, 700, 766. 
Eggers 315, 374, 375, 376, 441, 
494, 735, Beil. zu Nr. 14 S. 1. 
Ehlen 316. 
Ehlers 20, 413, 414, 448, 449, 450, 
451, 452, 453, 789. 
Eich 223, Beil. zu Nr. 16 S. 3. 
Eick 6, 13. 
Einögg 42, 96, 156, 216, 282, 404, 
480, 578, 638, 704. 
Eisen 637, 703, 767. 
Elkan 48, 500. 
Elliot 749. 
v. Elpons 8, 9, 40, 69, 94, 98, 
156, 218, 284, 366, 406, 554, 765. 
v. Eltz, Frhr. 98, 103, 314, 479. 
Emin Pascha 12, 111, 620, 653, 684. 
v. Engelhard 392. 
Engelhardt, Lieulenant 40, 96, 156, 
  
183, 216, 246, 280, 406, 482, 580, 
609, 638, 700, 704, 764. 
Engelhardt, Oberfeuerwerker 38, 94, 
154, 214, 280, 404, 480, 578, 634, 
700, 766. 
Engler 17, 20, 54, 228, 592, 713. 
Erdweg 316. 
v. Estorff 253, 315, 373, 377, 446, 
492. 493, 495, 735, Beil. zu Nr. 14 
S. 1, 2, 3, 4. 
Ewerbeck 218, 408. 
Exner 253, 376. 
F. 
Fabissi 535. 
Fademrecht 152. 
Farler 710, 711. 
Faßmann Beil. zu Nr. 16 S. 1. 
Fatina 281. 
Feeder, Dr. jur. Beil. zu Nr. 14 S. 1. 
Feinstein 441. 
Feist 40, 94, 156, 216, 284, 406, 
  
" * 638. 
Feldmann 40, 96, 156, 218, 284, 
404, 482, 636, 580, 702, 768. 
Fenchel 311, Beil. zu Nr. 16 S. 4. 
Fendges 253. 
Ferguson 610. 
Froede 375, 376, 446, 447, 491, 735. 
Fromm 6, 7, 38, 94, 99, 129, 154, 
216, 282, 404, 423, 480, 578, 584,. 
XXX 
Ferstl 108, 501, Beil. zu Nr. 16 S. 5. 
Ficke 643. 
Fies Beil. Nr. 16 S. 3. 
Fimbo 281. 
Findal 412. 
v. Fircks, Frhr. 325. 
Fisch, Arzt der Basler Mission 418. 
Fisch, Sergeant 374, 376. 
Fischer, Kompagnieführer 38, 40, 94, 
98, 158, 214, 218, 280, 284, 404, 
406, 480, 484, 578, 582, 634, 638, 
640, 700, 704, 764, 768. 
Fischer, Sergeant 253. 
Fischer, Dr. 610, 684. 
Fischer, Gerichtsassessor 184, 367. 
Fischli . 
Fiiher, W. E. G. 326. 
Fitzner, N. 195, 619, 723. 
Fleck 653. 
Fleischer 153. 
Fleischmann 38, 95, 155, 283, 407, 
483, 581, 639, 701, 
Flick 163. 
767. 
Flierl 17, 193, Beil. zu Nr. 16 S. 4. 
Flor Smith Beil. zu Nr. 14 S. 5. 
Foinitzki 137. 
Fonck I., 
638, 700, 702, 766. 
Fonck II., Lieutenant 38, 94, 154, 216, 
282, 404, 480, 578, 585, 636, 700. 
702, 766. 
Ford Beil. zu Nr. 16 S. 3. 
Frahm 38, 94, 154, 214, 282, 404, 
580, 638, 704, 768 
v. François 128, 163. 
Franke, Pflegeschwester 503, 559. 
Franke, Premierlieutenant 313, 611. 
Fraser Beil. zu Nr. 16 S. 3. 
Freiburger Beil. zu Nr. 16 S. 3. 
Fremel, Beil. zu Nr. 16 S. 4. 
Frese 441. 
Frerk Beil. zu Nr. 16 S. 3. 
Freytag 38, 94, 154, 216, 284, 406, 
482, 580, 636, 702, 766. 
Friedländer, F. 262. 
Friedrich 367. 
Friedrichs, K. 654. 
P- 
  
404, 480, 578 
Fritsch 38, 94, 154, 216, 282, 404, 
480, 578, 636, 702, 766. 
Frobenius Beil. zu Nr. 16 S. 4. 
636, 700, 702, 768 
Früchtenicht 41, 97, 157, 217, 281, 
405, 481, 579, 637, 703, 767. 
Lieutenant 38, 68, 94, 99, 
103, 154, 214, 284, 406, 482, 580. 
Frischmuth 38, 94, 154, 214, 282, 
  
  
E 
Fugger v. Glött, Graf 96, 156, 216, 
282, 406, 482, 580, 636, 700, 702. 
766, 774. 
G. 
Gärtner 38, 94, 99, 156, 406, 482, 
580, 638, 700, 704, 764. 
Gauske 556. 
Gansser 706. 
Ganzer 38, 154, 282, 404, 480. 
Gathemann 181. 
Gauet Beil. zu Nr. 16 S. 2. 
Gauger 94, 214. 
Gause 153, 314. 
Geiseler, Civilsupernumerar 765. 
Geisler, Pflanzer 152. 
Geistbeck, M. 20. 
Gerdes 192, Beil. zu Nr. 16 S. 1. 
Gerlach, Bauleiter 68, 441. 
Gerlach, Zollamtsassistent 536. 
Geyger 314, 766. 
Gilcher 103, 187. 
Gilg 54, 228. 
Glahn 609, 765. 
Glauning 7, 38, 94, 156, 216, 282, 
406, 423, 442, 480, 578, 636, 641, 
700, 702, 706, 708, 766. 
Gleim 68, 247, 403 736. 
Gleiß Beil. zu Nr. 16 S. 1. 
Glödissch 180. 
Godduhn Beil. zu Nr. 16 S. 3. 
Goedelt, C. 488, 489. 
Göhring, Kanfmann 127. 
Göhring, Missionar 561, Beil. zu 
Nr. 16 S. 2. 
Goering, Ministerresident 263. 
Goeriß 96, 156 
Görn 42, 96, 154, 214, 280, 404, 
480, 578, 636, 702, 766 
Götzen, Graf 73, 1!½Pb 751. 
Goldmann, Ch. S. 325. 
Goliger 367. 
Golinelli 285, 367. 
Gommenginger 163. 
Gonser Beil. zu Nr. 16 S. 2. 
Gorißz 42, 218, 280, 404, 480, 578, 
636, 702, 766. 
Gosselin 654. 
Gräber Beil. zu Nr. 14 S. 5, 492. 
Graefe 376, 736. 
Graf 106, 560, 561. 
Grani 684. 
v. Gravenreuth, Frhr. 50. 
v. Grawert 40, 96, 156, 216, 247, 
284, 287, 313, 406, 482, 580, 638, 
700, 704, 768. 
Greiner, Missionar 192, 503, 612, 
Beil. zu Nr. 16 S. 1.
        <pb n="31" />
        Greiner, Tischler Beil. zu Nr. 16 S. 1. 
Grickschat 493. 
Grieguszies 456, Beil. zu Nr. 16 
S. 1 
Grimm, Unterossizier 40, 96, 156, 
216, 218, 282, 284, 406, 482, 580.w 
638, 704, 768.. 
v. Grimm, Wirkl. Geh. Nath 671. 
Gropp 484. 
Grotefend Beil. zu Nr. 14 S. 1 
Gruner 184, 484, 538. 
Günther 127. 
Gürke 54, 228. 
Güßfeldt 683. 
Gurlitt 6, 68, 127. 
Gutmann 736. 
H. 
Haeberle 127, 367, 706. 
Haecker 39, 95, 155, 159, 215, 219, 
281, 285, 405, 409, 581, 639, 705, 
769. 
Haecklinger 561, Beil. zu Nr. 16 
S. 2. 
Haefliger 501, Beil. zu Nr. 16 S. 5. 
Häfner 221, 222, 539, Beil. zu Nr. 16 
S. 1. 
  
Haegele 490, 94, 156, *8 284, 406, 
HOeinrichs Beil. zu Nr. 16 S. 4. 
Heinthaller 558. 
482, 580, 638, 704, 
Haek, D. 296. 
Haesner 152. 
Hagel 153, 184. 
v. Hagen, Sekretär (Togo) 285, 314. 
v. Hagen, Hauptadministrator der 
Astrolabe= Kompagnie 152, 415, 
609, 653. 
v. Hagen, Oberaufseher 
afrika) 311. 
Hagenstein 736. 
Hagerup 137. 
Hahl, Dr. 158. 
Hahn, Missionar 292. 
Hahn, Professor 789. 
Hahnenwinkel 221. 
Haible 40, 96, 156, 216, 282, 284, 
406, 408, 482, 484, 536, 578, 582. 
Hajdu 127. 
Halberstadt 442, 736 
Halle 137. 
Hamiß II. 281. 
Hammermeister 154, 214, 280, 404, 
480, 578, 634, 702, 766, 774. 
Handfest 635, 701, 767. 
Hanewinkel 106, 415, 502, 646. 
Hannemann 736. 
Hanke Beil. zu Nr. 16 S. 4. 
v. Hansemann 671. 
Hansen, J. 55. 
(Südwest- 
— XXXI 
Harder 315. 
Hardinge 370, 371, 373, 503. 
Harms 5t, 228. 
Harnoß 131, 455, Beil. zu Nr. 16 
S. 1. 
Harris, W. 
Hartenstein, - 479. 
Hartenstein, Missionar 561, Beil. zu 
Nr. 16 S. 2 
Hartmann, Dr., Premierlieutenant 
292. 
Hartmann, Shrera am orientalischen 
Seminar 682, 683 
Hartmann, Missionar 49, 318, 501, 
714, Beil. zu Nr. 16 S. 5. 
Hartmann, Feldwebel 94, 156, 216, 
284, 406, 482, 554, 580, 638. 
Hartmann, Reiter 736. 
Hauer 494. 
Hautkappe 316. 
Hauttecoeur 49. 
Hayn, Dr., 499, 500. 
Hegewald 39, 43, 95, 99, 159, 215, 
281, 405, 481, 579, 635, 701, 765. 
Hegner Beil. zu Nr. 16 S. 4. 
Heidmann 188, Beil. zu Nr. 16 S. 3. 
Heinlein 587, 646, Beil. zu Nr. 16 
S. 6. 
Helberg N., Kaufmann 127. 
Held 684 
Helfer 50. 
Hellberg, Unteroffizier 378, 736. 
Heller 377. 
Hellwig 152. 
Helm 315, 446, 447, Beil zu Nr. 14 
S. 1, 5. 
Helmich 15, Beil. zu Nr. 16 S. 4. 
Henker 180. 
Henning 479, 708. 
Henschke 38, 94, 154, 214, 282, 404. 
408, 482, 580, 638, 704, 768. 
Hentrich 183, 554. 
Hentschel 40, 96, 126, 214, 280, 
404, 480, 578, 636, 702, 768. 
Herbsleb 39, 43, 95, 155, 215, 281, 
405, 408, 581, 639, 705, 769. 
Herckert 579, 637, 703, 767. 
Herdecke 40, 96, 154, 214, 282, 404, 
480, 578, 636, 702, 766. 
Herrmann, Kompagnieführer 38, 94, 
156, 187, 216, 282, 404, 482, 580, 
636, 700, 702, 709, 766. 
Hermann, Missionar (Kamerun) 561, 
715, Beil. zu Nr. 16 S. 2. 
Hermann, C., Landwirth (Südwest- 
afrila) 446, 735, Beil. zu Nr. 14 
S. 1, 3, 5. 
Hernsheim 671, 673. 
Hernsheim &amp; Co. 152, 223, 412, 
714. 
Herrmann, Missionar (Südwest- 
afrika) 587, 612. 
Hertzer 645. 
Herz 554. 
Herzog, VBeamter der Astrolabe-Kom- 
pagnie 
Herzog, Staatssekretär 262, 671, 674. 
Hespers 48, 415, 500, 671, 673. 
v. Hesse-Wartegg 54. 
Hesseling 127. 
Hettler, H. 112. 
Hetiner, A. 76. 
v. Heuglin 75. 
v. Heydebreck I. 440. 
v. der Heydt 671, 672. 
Heymons 127, 367. 
Heyn, praktischer Arzt 127. 
Heyn, C., Gastwirth 180. 
Hickmann 752. 
Hierl 415. 
Hildebrandt 684. 
Hilpisch 500. 
Hilzebecher 490. 
Hindorf 671. 
Hinnrichs 706. 
Hirschsohn, Ed. 592. 
Hirth 49, 186, Beil. zu Nr. 16 S. 5 
Hoech 745. 
Höpfner 181. 
Hösemann 38, 94, 154, 216, 282, 
404, 480, 578, 636, 700, 702, 766. 
Hoever 646. 
  
Dofbauer 500, Beil. zu Nr. 16 S. 5. 
Hoffmann, Unteroffizier 40, 94, 156, 
281, 282, 404, 580, 636, 702, 766. 
Hoffmann, Missionar (Togo) 587, 
Beil. zu Nr. 16 S. 6. 
Hoffmann, Missionar (OÖstafrika) 152, 
254, Beil. zu Nr. 16 S. 4. 
Hoffmann, Vaudirektor 127, 712, 
713. 
Hoffmann, Missionar (Neu-Guinea) 
585. 
Hofsmann, Fräulein 15. 
Hofft 246, 404, 480, 578, 636, 701, 
764. 
v. Hofmann 671, 673, 674. 
Hofmeister 221. 
Hoh Beil. zu Nr. 16 S. 4. 
Hohmann 127, 153. 
Holst. Missionak und Gärtner 17. 
Holst, Schissswerft 46. 
Holst, Pastor 127, 503, Beil. 
Nr. 16 S. 1. 
Holtzheimer 153, 285, 706. 
zu
        <pb n="32" />
        Holzäpfel 645, 715, Beil. zu Nr. 16 
Honschar 494, 736. 
Hopp 38, 94, 154, 216, 282, 404, 
480, 484, 578, 582, 636, 638, 
702, 768. 
Horten 48. 
Hoßbach Beil. zu Nr. 16 S. 1. 
Hourst 786. 
Hubbard Beil. zu Nr. 16 S. 2. 
Hübner, Missionar 456, 457, Beil. 
zu Nr. 16 S. 1. 
Hübner, Lazarethinspektor 408, 441. 
Hübner, Unteroffizier 736. 
Hübner, O. 620. 
Hütter 151. 
Hübner, Unteroffizier 736. 
Hufschmidt 645. 
Huppenbauer 751. 
Huß 636. 
Hyvernat 752. 
J. 
XXXII 
Jung 765. 
Junker, Bureauvorsteher 128, 211. 
Junker, Afrikareisender 111, 112. 
v. Juraschek 620. 
Jurick 42, 96, 156, 218. 
Jurock 41, 95, 137, 263, 405, 481, 
579, 637, 703, 767. 
K. 
Kähler 221. 
Käll ner 455, 456, Beil. zu Nr. 16 
S. 1. 
Kaempf 782. 
Kaerger 479. 
Kageneck, Graf 218. 
v. Kalben 40, 43, 94, 156, 186, 187, 
216, 218, 501. 
Kallenberg 751. 
Kamp 38, 94, 98, 156, 216, 282, 
406, 482, 580, 636, 702, 766. 
v. Kamptz 153, 160, 187, 288, 289, 
v. Jacobi, Staatssekretär 671, 673. 
Jaenke 42, 96, 156, 216, 282, 406, 
482, 580, 636, 702, 768. 
Jahn 40, 94, 154, 216, 282, 404, 
480, 578, 636, 702, 766. 
James 743. 
Jancke 68, 609. 
Jansen 536. 
Janssen 502. 
373, 408, 411, 535, 556. 
Karig 479. 
Kaschub 736, Beil. zu Nr. 14 S. 5. 
Kasparek 453. 
Kater 745. 
Kayser, Dr., Direktlor der Kol.-Abth. 
479, 583, 670, 671, 750. - 
Hause-,Fecdwcbecss,94,156,282, 
Jany 42, 68, 96, 156, 214, 282, 404, 
480, 578, 636, 700, 702, 766. 
Jauer 455, 456, Beil. zu Nr. 16 S. 1. 
Jaus, J. 392. 
Ickler 586. 
Jendjes 374, 376. 
Jensen, Dr. 415. 
Jepsen 222. 
Illich 6, 13. 
Johannes, Kompagnieführer 38, 45, 
69, 94, 104, 154, 214, 246, 280, 
286, 406, 482, 580, 634, 640, 700, 
714, 766, 773. 
Johannes, Missionar 587. 
Johannssen Beil. zu Nr. 16 S. 1. 
Johnson, Dr. Beil. zu Nr. 16 S. 3. 
Johnston, H. 314. 
Johnston, I., Kommissar für Britisch- 
Centralafrika 163, 784, 786. 
Jones 453. 
Joop 314, 670. 
Jost 40, 96, 156, 216, 284, 406, 482, 
580, 638, 702, 766. 
Irle 223, Beil. zu Nr. 16 S. 3. 
JIrmer 161, 538. 
Judt 378, Beil. zu Nr. 16 S. 3. 
Jürs 560. 
  
284, 406, 408, 482, 580, 638, 704, 
768. 
Kayser, Hauptmann 706. 
Keller Beil. zu Nr. 16 S. 2. 
Kenpler 179. 
Kepler 313. 
Kerr Beil. zu Nr. 16 S. 3. 
Kersten 40, 56, 156, 216, 282, 406, 
482, 580, 636, 702, 766. 
Kersting 75, 158, 415, 585, 586, 713. 
Keßler 151. 
Key 131. 
Kieferle 42, 96, 156, 218, 284, 404, 
480, 578, 636, 700, 764. 
Kielmeyer 68, 96, 156, 216, 282, 
404, 480, 578, 636, 700, 702, 766. 
Kiepert 422, 640. 
Kietzmann 736. 
Kilala 281. 
Kind 221. 
Kipalla 281. 
Kirk 295. 
Kisbey Beil. zu Nr. 16 S. 2. 
Klar 220. 
Kleine, Postpraktikant 153. 
Kleine, Hauptassistent 152. 
Kleinschmidt 180. 
v. Kleist 11, 12, 38, 68, 94, 154, 
214, 282, 404, 480, 578, 636, 
700, 702, 766. 
  
Klose 285, 653, 738. 
Knaack 153, 314. 
Knaust 38, 96, 154, 216, 282, 404, 
480, 578, 636, 702, 766. 
Knight, C. F. 325. 
Knoth 484. 
Knüsli Beil. zu Nr. 16 S. 3. 
Koczy 736. 
Koebele 179, 314, 609. 
Köhler, Landeshauptmann 13, 128, 
153, 484 
Köhler, Steueraufseher 314. 
Köhler, Feldwebel 42, 96, 154, 216, 
282, 404, 480, 578, 636, 702, 
766, 771. 
Köhler, Gefreiter (Südwestafrika) 736. 
Köhnen 153. 
Koenig 50, 479, 502, 646, Beil. zu 
Nr. 16 S. 6. 
v. König, B. W. 296. 
Koerfer 40, 96, 156, 216, 282, 406, 
482, 580, 609, 638, 704. 
Körner I., Zahlmeister 38, 94, 151, 
214, 280, 404, 480, 578, 634, 
700, 766. 
Körner II., Zahlmeisteraspirant 40, 
94, 154, 214, 282, 404, 480, 578, 
636, 702, 766. 
Köther 286, 708. 
Köther &amp; Sirdorf 479. 
Kohlstock 683, 736. 
Kolisch 655. 
Kollmann 40, 94, 156, 216, 282, 
404, 480, 578, 636, 641, 700, 
702, 766. 
Koot 5639, Beil. zu Nr. 16 S. 1. 
Korff 109. 
Kornmann 645. 
Kowald 414, 453. 
Krabbenhöft 311. 
Krämer, Missionar 105, 106. 
Kraemer, R., Ansiedler 789. 
Kraetke 262, 671, 673. 
Kraft 153. 
Krapf 76, 723. 
Kray, Dr., H. 391. 
Krause, Feldwebel 38, 98, 158, 280, 
284, 406, 482, 580, 636, 638, 
704, 768. 
Krause, Feldwebel 40, 94, 154, 216, 
404. 
Krauß, Feldwebel 42, 96, 154, 214, 
282, 286, 404, 480, 578, 636, 
702, 766. 
Krauß, Kartograph 195, 229. 
Krebs, W. 391. 
Krefeldt 40, 94, 98, 156, 218. 284, 
406, 482, 535, 580, 638. 
Krement 316.
        <pb n="33" />
        Kremer 282, 378, 455, Veil. 
Nr. 16 S. 3. 
Kretschmer 222, 538, 539, Beil. zu 
Nr. 16 S. 1. 
Kriegbaum 6270. 
Krieger 609. 
Kriese 670. 
Kroehling 415. 
Kronecker 750. 
Kronsbein 378, 454, Beil. zu Nr. 16 
S. 4. 
Krümling 151. 
Kubanke 292. 
Kubitz 218. 
v. Kügelgen 789. 
Kuehne 131. 
Kühnle 715. 
Kühnel 494. 
Künehl 736. 
Künzel 222. 
Küster 449. 
Kugelmann 646, Beil. zu Nr. 
S. 6. 
Kuhlmann 38, 94, 154, 214, 282, 
404, 480, 578, 636, 700, 702, 766. 
Kuhn, Lehrer 609, 765 766. 
Kuhn, Dr., Arzt 313. 
Kuhnen 38, 68, 94, 154, 214, 280, 
404, 408, 482, 580, 704, 768. 
Kund 445. 
Kunde 736. 
Kunhardt 788. 
Kuwert 152. 
zu 
16 
L. 
Lachenmair 7, 38, 42, 94, 102, 154, 
216, 282, 404, 480, 578, 636, 702, 
766. 
Ladwig 253. 
Laffin Beil. zu Nr. 16 S. 3. 
Lambrecht 284. 
Lampe 71, 253, 374, 375, 376. 
Lang, Missionar 223, Beil. zu Nr. 16 
S. 3. 
Lang, englischer Kolonialbeamter 295. 
Lange, Kaufmann 479. 
Lange, Hauptmann 423. 
Langen 542. 
Langenkemper 42, 96, 156, 214, 
280, 404, 480, 578, 636, 702, 766. 
kangbeinrich 315, Beil. zu Nr. 16 
S. 
Lantin Lieutenant 40, 94, 154, 
184, 186, 218, 284, 406, 442, 482, 
580, 609, 638, 700, 704, 764 
  
XXXIII 
Lauffer 560, Beil. zu Nr. 16 S. 2. D! Lübcke 288. 
de Launay, L. 325. 
Laué 736. 
Laurents 504. 
Lauterbach, Sekretär 128. 
Lauterbach, Dr. 158, 408, 414, 585, 
713. 
Lechaptois Beil. zu Nr. 16 S. 6. 
Ledoux, Missionar Beil. zu Nr. 16 
S. 1. 
Ledoux 538. 
Lehmann, Reiter 736. 
Lehmann, K., Schriftsteller 751. 
Lehmbach 220. 
Le Juge 195. 
Leiby 13. 
Lembke 96, 154, 214, 282, 404, 480, 
578, 634, 700, 766. 
Lemke 404, 480, 578, 636, 702, 766. 
Lenz, O. 391. 
Leue, Chef in der Ostafrikanischen 
Schutztruppe 16, 38, 49, 69, 94, 
154, 184, 216, 281, 282, 404, 480. 
578, 680, 700, 704, 768. 
Leuschner 98, 158, 479. 
Leutwein 13, 104, 223, 315, 373, 
377, 411, 446, 490, 492, 493, 611, 
670, 735, Beil. zu Nr. 14 S. 1, 5 
Libusch 315. 
Lichtenberg 366, 440, 701. 
Liebau 612, Beil. zu Nr. 16 S. 1. 
Liebert, Oberst und Gouverneur 765. 
Liebhard 38, 94, 98, 156, 218, 284, 
406, 480, 578, 636, 702, 766. 
Lieder 423. 
v. Lieres u. Wilkau 645, 782. 
Limbrock 316, 503. 
Limo Beil. zu Nr. 16 S. 2. 
Linck 99 
Lindau 54, 228. 
v. Lindequist 223, 374, 376, 377, 
446, 447, 448, 491, 494, 735, 
Beil. zu Nr. 14 S. 1. 
Linge 480, 578, 636, 702, 766. 
van d. Lith 750. 
Livingstone 423. 
Loag 152. 
Loegel 41, 97, 157, 217, 283, 407, 
483, 581, 639, 703, 769. 
Lohmeyer, J. 138. 
Loonus 49. 
Langheld, Dr. (Südwestafrika) 313. 
v. Lany 15, Beil. zu Nr. 16 S. 2. 
La Roux Beil. zu Nr. 14 S. 1. 
Lassar-Cohn 139. 
Ludwig, Pater Beil. zu Nr. 16 S. 6. 
l 
Lothaire 1. 
Lucas 671. 
v. Lucke 285. 
Luecker 183. 
Ludowici 587, 646. 
Ludwig, Reiter 253. 
Lungershausen Beil. zu Nr. 14 S.5, 
v. Luschan 683. 
  
Lustig 42, 96, sech T 284, 406, 
482, 580, 
Luzeux 654. 
Lyon-Caen 750. 
M. 
704, 7 
Maarbes 683. 
Maas 479. 
Maaß 106, 611, Beil. zu Nr. 16 S. 1. 
Mac Donald 72. 
Macgregor 414, 453. 
Maching Beil. zu Nr. 16 S. 2. 
Mac Nab 374, 376. 
Maczkiewitz 376, 494, 735. 
Mader 1853. 
Mager 461. 
Mahlmann 583. 
Majaliwa Beil. zu Nr. 16 S. 2. 
Makoro 535. 
Maler 564. 
Mankiewitz 5, 42, 
246, 281, 284. 
96, 156, 218, 
Mann V701. 
Mantegazza, V. 564. 
Maphata 281. 
Maples 14. 
Marchand 654. 
Markgraf 40, 94, 154, 216, 282, 
404, 480, 578, 636, 702, 766. 
Martens 151. 
Martin 60. 
v. d. Marwitz 38, 94, 154, 214, 280, 
404, 482, 580, 638, 653, 675, 700, 
704, 768. 
v. Martens 750. 
Marr, Postassistent 153. 
Masassi 281. 
v. Massow 184, 441. 
Matambo 281. 
Matschie 634. 
Mat 280, 404, 480, 578, 636, 702, 
766. 
Mauck 461. 
Maurer 6, 127, 610. 
Maurus 108, 415. 
Maxwell 504. 
Mayer 50, 221, 415, 502, 646. 
Mecklenburg-Schwerin, Herzog zu, 
Johann Albrecht 671, 672, 673, 
674, 750. 
Mehnert 671. 
Meinecke 112, 138, 723, 751. 
Meinhof, K. 325. 
Meisenholl 379, 454, 455. 
Merensky 71, 192, 315, 420.
        <pb n="34" />
        Mergarten 38, 94, 154, 184, 218, 
284, 406, 482, 580. 
Merker 38, 45, 93, 94, 154, 214, 
280, 286, 404, 480, 578, 634, 700. 
766. 
Merkl 38, 96, 156, 216, 284, 406, 
482, 580, 638, 702, 766. 
Merten 151. 
Meuser 38, 40, 94, 98, 154, 158, 
214, 218, 280, 284, 404, 406. 480, 
484, 578, 582, 636, 638, 702, 704, 
764, 768. 
Mewes 493, 736. 
Meyer, Th., Missionar (Ostafrika) 
221, 222, Beil. zu Nr. 16 S. 1. 
Meyer, Missionar (Südwestafrika) 
XXXIV 
v. Müller, 
746, 747. 
Müller-Simonis 752. 
Muettel 151. 
Muhammed Nassar 683. 
Baron 
Musgrave, A. 414, 453. 
.Mutter 38, 94, 156, 216, 284, 406, 
222, 293, 455, 491, Beil. zu Nr. 16, 
S. 3. 
Meyer, Dr., Assistenzarzt (Ostafrika), 
367, 440, 578, 636, 701, 704, 768. 
Meyer, Heinr. Ad. (Hamburg) 18. 
Meyer, A., Neferendar 787. 
Meyer, Dr., H. 366. 
Michels 671, 765. 
Middendorf 195. 
Milleck 218, 408. 
Mischlich 316, 379, 380, 560, 782, 
Beil. zu Nr. 16 S. 3. 
Mischomari 281. 
Moczelany 181. 
Modler 447, 736. 
Möller, Gouvernementsbeamter 284, 
Möller, Missionar Beil. zu Ar. 16 
S. 3 
Morench 6, 128, 495. 
Mohr 784. 
Molynaux 195. 
Monton 152. 
Moor 246. 
Morit 683. 
Müller, Maschinist 246. 
Müller, Unteroffizier (Kamerun) 159, 
160, 290, 535, 
Miüller, unteroffizier (Ostafrika) 96, 
154, 216, 282, 404, 480, 578, 636. 
Mueller, Missionar (Ostafrika) 15, 
49, 286, Beil. zu Nr. 16 S. 2. 
Müller, Bauleiter 367. 
Müller, Beamter der Deutsch-Ost- 
afrikanischen Gesellschaft 127. 
Müller, Major 93, 104, 188, 377, 
482, 580, 638, 704, 768. 
N. 
Nachtigall 40, 96, 154, 184, 218, 
284, 406, 440, 482, 706. 
Näwy 5, 43, 97, 157, 219, 285, 405, 
481, 579, 637, 703, 767. 
Nagel 504. 
Nansen 752. 
Nassau Beil. zu Nr. 16 S. 3. 
v. Natzmer 38, 45, 94, 102, 154, 
184, 214, 280, 404, 480, 578, 
610, 634, 700, 764. 
Nauhaus 222, 455, 456, Beil. zu 
  
Nr. 16 S. 1 
Neigebauer, Dr. 194. 
Nelson Beil. zu Nr. 14 S. 1. 
Neufeld 112. 
Neuhaus 683, 723. 
Neumann, Feldwebel 42, 96. 
Neumann, O., Forscher 653, 684. 
Nickisson Beil. zu Nr. 16 S. 2. 
Nickl 39, 95, 155, 215, 281, 405, 
481, 579, 635, 701, 765. 
Niclas 5 3. 
Nielsen 378. 
Niemann 789. 
Nitzsche 181. 
Noe 216, 282, 406, 482, 580, 636, 
702, 766. 
Nolte, Lieutenant 535, 701. 
Nolte, Straußenzüchter 787. 
Nonnenmacher 561, Beil. zu Nr. 16 
S. 2. 
v. Norbeck 743. 
Nüsse, L. 479. 
O. 
Obrutschew 751, 789. 
v. Oechelhäuser 671. 
Oehler, L. 392. 
Oehler, Missionsinspektor 419, Beil. 
491, 492, Beil. zu Nr. 14 S. 2, 4. 
Müller, Pastor 315. 
Müller, Fräulein Louise 561. 
Müller, Pater (anrerun 415, 502, 
Beil. zu Nr. 16 S. 
Müller, Missionar onn“ Beil. zu 
r. 16 S. 3. 
  
  
zu Nr. 16 S. 2, 3. 
v. Oertzen 246. 
Offenwanger 39, 95, 155, 215, 283, 
407, 483, 581, 637, 703, 767. 
Ohrwalder 111. 
Ollwig 38, 94, 154, 214, 282, 404, 
480, 578, 636, 700, 702, 766. 
Olpp 293, 378, 455, Beil. zu Nr. 16 
S. 3. 
76, 229, 654, 
Osborne 788. 
HOlrban, P. 76. 
Osterholt 587. 
Ostländer 184. 
  
Olshausen 137. 
Ostwald 538, 587. 
Ott 221. 
Otto, Farmer 378, 502, Beil. zu 
Nr. 14 S. 2. 
Otto, Pater 453, 502, 646. 
Ovir, Missionar 714, Beil. zu Nr. 16 
S. 2. 
Pabst 454, 587, Beil. zu Nr. 16 S. 4. 
Pahde, A. 391. 
v. Palézieux 671. 
Pannewitz 42, 96, 156, 216, 282, 
404, 480, 578, 636, 638, 702, 766. 
Parkinson 46, 110, 723. 
Passavant 5, 154, 216, 282, 404, 
480, 578, 636, 700, 702, 704, 764. 
Paulitschke, P. 461. 
Pax 54 
Pease bas. 
Pelz 723. 
Pensa 462, 685. 
v. Perbandt 6, 183, 377, 609, 611, 
735, Beil. zu Nr. 14 S. 1, 2, 3, 4, 5. 
v. Perponcher-Sedlnitzky 38, 94, 
98, 154. 
Perring 225. 
Perrot &amp; Comp. 177, 178. 
Peschke 38, 94, 154, 214, 404, 480, 
578, 636, 702, 766. 
Peter, Zahlmeisteraspirant 408. 
Peter, Missionslehrer 414, 452. 
Peters, Reiter 736. 
Peters, Zollassistent 153. 
Peters, Dr. Karl 640. 
Peters, Pastor Beil. zu Nr. 16 S. 1. 
Petrowitz 38, 96, 154, 214, 280. 
406, 482, 580, 638, 704, 768. 
Pettinen Beil. zu Nr. 16 S. 4. 
Pet 501, Beil. zu Nr. 16 S. 5. 
Pevestorff 642, 643, 736. 
Pfalzer Beil. zu Nr. 16 S. 4. 
Pfeffermann Beil. zu Nr. 16 S. 5. 
Pfeil, Polizeimeister 218. 
Pfeil, Graf Bernhard, Kapitän 163. 
Pfendtner 40, 96, 156, 216, 284, 
406, 482, 580, 638, 704, 768. 
Pfeuffer 281, 405, 481, 579, 637, 
O, 767. 
Philippi 744. 
v. Philippsberg, Edler 750. 
Pieper, J. 64. 
Piering 413, 414, 448, 446, 450 
451, 452, 463.
        <pb n="35" />
        Pietraß 554. 
Pintsch 263. 
v. Piotrowski 2563. 
Pitt 315, 447 
Plazidus 108. 
Plehn, Arzt 6, 127. 
Plehn, Lieutenanl 487, 488, 489, 675. 
Plonien 184. 
Podlech 38, 68, 94, 154, 214, 282, 
372, 404, 480, 580, 638, 704, 768. 
Polett 735. 
Poole 784. 
Porter Beil. zu Nr. 16 S. 2. 
Prager 423. 
Preuß, Dr., Botaniker 218, 653, 775. 
Preuß, Dr., Assistenzarzt 42, 96. 
Preuß, Telegraphenassistent 103. 
Price, J. M. 326. 
Prinage 43, 95, 155, 215, 283, 405, 
481, 579, 637, 703, 767. 
Prince 42, 68, 96, 156, 218, 284, 
404, 480, 510, 578, 634, 700, 702, 
766, 773. 
v. Prittwitz u. Gaffron 75. 
Puche 153 
Püschel 765. 
v. Puttkamer 315, 737. 
R. 
Nabischong 159, 291. 
Radfort Beil. zu Nr. 16 S. 2. 
Rähm 536. 
Raffel 367. 
Raikes 710. 
Namsay 8, 38, 94, 99, 100, 129, 
154, 216, 282, 404, 480, 578, 636, 
700, 702, 766, 770. 
Namsayer 583. 
v. RNappard 42. 
Rautanen Beil. zu Nr. 16 S. 4. 
Rawson 710, 711. 
ebecker Fräulein Beil. zu Nr. 16 
. 1. 
besalz, Kaufmann 180. 
v. Reden-Franzburg 128, 284, 367. 
Reich 6, 128. 
Reichard 620. 
Reichelt 128, 408. 
Reichenow 229. 
Reichensperger 48, 500. 
Reiffert 542. 
Reiher 151. 
Reimer 218, 246. 
Reimers 218, 408. 
Reincke 5. 
Reindorf, Pfarrer 14. 
Reindorf, C. C. 20. 
— 
  
  
XXXV 
–— 
Reinhardt 38, 94, 154, 214, 282, 
404, 480, 578, 636, 701, 702, 707, 
708, 766. 
Reinwordt 51. 
Reisewigß 38, 94, 154, 214, 280, 404, 
480, 578, 634, 700, 766. 
Neiß, Missionar 221. 
Reiß, Lieutenant 313. 
Remington 55. 
Renner 789. 
Nibbentrop 618. 
Richard 222, 539, Beil. zu Nr. 16 S. 1. 
Richards 221. 
Nichardson Beil. zu Nr. 16 S. 2. 
Nichter, Lieutenant 43. 
Richter, Dr. (Windhoek) 183, 670, 
735, 736, Beil. zu Nr. 14 S. 5. 
Richter, Lehrer 6, 68, 609. 
Richter, Sergeant 38, 94, 154, 216, 
281, 284, 406, 482, 580, 638, 702. 
766. 
u. Richthofen, Frhr., Wirkl. 
Legationsrath, Direktor der Kolon. 
Abtheilung 670, 671. 
4 Richthofen, Professor Dr. Frhr., 
Geh. Regier. Rath 671, 674. 
S 
S 
Geh. 767. 
Scharlach 
S. 
v. Sack 71. 
Niechmann 293, Beil. zu Nr. 16 S. 3J 
Scheidt 221. 
v. Schele, Frhr. 103, 723. 
Niecken 262. 
Nietmann Beil. zu Nr. 14 S. 1. 
Rife 161, 648, Beil. zu Nr. 16 S. 4. 
Nitter, Unteroffizier 284, 404, 406, 
480, 482, 484, 578, 580, 582, 634. 
700, 704, 764, 763. 
Robecchi Briechetti 228. 
Noberts Beil. zu Nr. 16 S. 
Roechling, K. 137. 
Roehl * 192, 503, Beil. zu Nr. 16 
S. 
Nöhr 5.. 95, 155, 217, 283, 314. 
Nogge 20. 
Nohlfs 75. 
Rohmer 131. 
de Romans 619. 
Romberg 554. 
Nose 68. 
Nosenhagen 441, 670. 
de Rothschild 325. 
Nott 221. 
Sadalla 281. 
v. Saint Paul-Fllaire, Bezirlo= 
amtmann 13, 153, 723. 
v. Saint Paul-FIllaire, Hof- 
marschall a. D. 645. 
Saker 423. 
Salomon 54 156, 216, 282, 104, 
480, 578, 636, 702, 766. 
Salpeter 736. 
Sander, Dr. 76, 130, 131, 611. 
Sarre 788. 
Sars, G. O. 20. 
Sasat 253. 
Sauerbrey 39, 95, 157, 217, 283, 
407, 483, 581, 637. 
Savola Beil. zu Nr. 16 S. 4. 
Schaar 292, Beil. zu Nr. 16 S. 3. 
Scharfenberger 39, 95, 157, 217, 
283, 407, 483, 485, 579, 635, 703. 
71, 674. 
Scharnberg 314. 
Scharnetzky 153. 
Scheffler, Zolldirektor 247, 284. 
Scheffler, Gärtner 6. 
v. Schelling 68, 93. 
Schering 671, 673. 
Scherner 40, 68, 96, 156, 216, 282, 
367, 406, 482, 580, 638, 701, 
704, 768. 
Scheube, B. 505. 
Schiele 127. 
1 
Schindamo II. 281. 
Schirpke 39, 95, 155, 217, W1, 405, 
481, 485, 579, 637, 703, 769. 
Schittenhelm 373, 479, 736.= 
Schkölziger 559, 561. 
Schlee 40, 94, 156, 282, 404, 
580, 636, 702, 766. 
Schleicher 461. 
Schlichter 461. 
Schlobach 38, 40, 68, 94, 98, 154, 
Rudolph 42, 96, 156, 218, 284, 406. 
Rudt 501, Beil. zu Nr. 16 S. 5. 
NRueckert 556. 
Rüdiger 413, 414, 448, 453, 609. 
Rüdl 108 
Rueping 500. 
RNRüter 484. 
Nuppert 647. 
Rusch 181. 
Rymarzig 38, 94, 154, 2 
284, 406, 482, 580. - 
14, 280, 
158, 183, 218, 284, 406, 423, 482, 
580, 638, 700, 702, 704, 764, 
765, 768. 
Schluckwerder 181. 
Schlunke 127. 
Schmaus 637, 705, 769. 
Schmeltz, W. C. 296. 
Schmerenbeck 181. 
Schmid, Missionar, Beil. zu Nr. 16 
S. 2, 560, 561. 
Schmidt, Bautechniler 706. 
Schmidt, Gefreiter (Südwestafrika) 
374, 376, 736.
        <pb n="36" />
        Schmidt, Sergeant (Südwestafrika) 
736. 
Schmidt, Lieutenant (Kamerun) 46, 
184, 248, 249, 250, 444, 445, 706. 
Schmidt, Nochus 75, 542. 
Schmidt, Lieutenant Südwestafrika) 
183, 253, 315, 376, 378, 491, 493, 
Beil. zu Nr. 14 S. 1. 
Schmidt, Sergeant (Kamerun) 250, 
736. 
Schmidt, Obergrenzkontroleur 128. 
Schmidt, J. C. 220. 
Schmidt, F. H. (Altona) 640. 
Schmidt, Laienbruder 316. 
Schmidt, Stationskontroleur 284. 
Schmidt-Lorenzen, A. 262. 
Schmunck 127. 
Schnake 153. 
Schnagtz, Beil. zu Nr. 16 S. 3. 
Schneider, Missionar 50, 587. 
Schneider. Gouvernementsbeamter 
284. 
Schnorrenpfeil 35, 94, 98, 154, 
216, 282, 404, 480, 578, 636, 700, 
702, 704, 766. 
Schoeller 787. 
v. Schönau-Wehr 313. 
Schöpwinkel 105, 183. 
Scholten 479, Beil. zu Nr. 16 S. 2. 
Scholz 479. 
Schombo 281. 
Schosser 645. 
Schramme 587. 
Schreber 215, 404, 480, 578, 580 
634, 700, 701, 704, 766. 
Schreiber, Missionsinspektor 221, 
378, Beil. zu Nr. 16 S. 3. 
Schreiber, N. 542. 
Schrenck v. No#ing, Frhr. 42, 96, 
156, 218, 284, 406, 482, 580, 638. 
Schröder, Missionar (Togo) 378, 
454, Beil. zu Nr. 16 S. 3. 
Schröder, Missionar (Südwestafrika) 
Beil. zu Nr. 16 S. 3 
Schröder I., Ansiedler, 
Nr. 14 S. 1, 5. 
Schröder II., Ansiedler, Beil. 
Nr. 14 S. 1. 
Beil. zu 
zu 
Schroeder-Poggelow 671. 
Schubert 221. 
Schüler 455, 456, Beil. zu Nr. 16 
S. 1. 
Schütt 98, 158. 
Schütz, Unteroffizier 40, 96, 156, 216, 
282, 406, 480, 578, 636, 702, 766. 
v. Schütz-Holzhausen 20. 
Schuler 423, 559, 561. 
Schultz, C., Kaufmann 180. 
Schumacher, 366. 
Schumann, 
Schumann, 
  
v. Schwartz, 
XXXVI 
Schultze, Lieutenant 313. 
Schulz, A., Kaufmann (Bismarcks- 
Archipel) 152. 
v. Schulz, Kriegsfreiwilliger 376, 378. 
Schulze, Lieutenant 313. 
Votaniker 54, 228, 713. 
Misionar 456, 457, 
Beil. zu Nr. 16 S. 
Schuster 41, 95, 157, ks. 285, 407 
483, 581, 639, 703, 767. 
Schwabe, Arzt 151. 
Schwabe, Lieutenant 183, 188, 642. 
Missionsdirektor, Beil. 
zu Nr. 16 S. 2 
Schwarz, Bergbeamter 6. 
Schwarz, Kaufmann 180. 
Schwarz, Missionar, Beil. zu Nr. 16 
S. 2 
Schwarz, B., Schriftsteller 789. 
Schwehm 554. 
Schweinfurth 75, 671. 
Schwesinger 38, 42, 68, 94, 98, 
156, 284, 406, 482, 580, 638, 701, 
704, 768. 
Schynse 423. 
Seebe 217. 
Seeger, Beil. zu Nr. 16 S. 3. 
Seff 281. 
Segebrock 714, Beil. zu Nr. 16 S. 2. 
v. Seefried, Frhr. 485. 
Sehoza, Samuel, Beil. zu Nr. 16 
S. 2. 
Seidel 76, 106, 325. 
Seidlitz 183, 554. 
Seitz, Rechnungsbeamter (Ostafrika) 
670. 
Seitz, Dr. 46, 68, 158, 765. 
Selberg 263. 
Semler 54, 777, 779. 
Semon, N. 461. 
Seufft 6, 35, 765. 
Septans 462, 505. 
Seulen 736. 
Sewa Hadji 49. 
Seyiti, Beil. zu Nr. 16 S. 2. 
Sharrer 164, 786. 
Shaw, Beil. zu Nr. 16 S. 2. 
Sia 535. 
Siafa 535. 
Siebe 293, 378, 455, 587, Beil. zu 
Nr. 16 S. 4. 
Sieler 43, 97, 157, 219, 285, 405, 
481, 579, 635, 701, 765. 
Sievers 314. 
Sigl 98. 
Simon, Arzt 38, 94, 154, 214, 219, 
246, 282, 406, 482, 580, 638, 
700, 704, 766. 1 
  
Simon, Geheimer Regierungsrath 671. 
Simon, Unteroffizier 376, 736. 
Simpfson, Beil. zu Nr. 16 S. 2. 
Sims, Beil. zu Nr. 16 S. 2. 
Sixdorf 187. 
Skeul 535. 
Skiba 40, 96, 156, 216, 282, 406, 
480, 578, 636, 702, 708, 766. 
Slatin Pascha 111. 
Sobotta 218. 
Sommer 38, 94, 154, 214, 284, 
406, 482, 580, 636, 702, 766. 
Sonnenschein 68. 
Spangenberg 68. 
Speke 423, 634. 
Sperling 6. 
Spiegel 38, 94, 214, 282, 404, 480, 
578, 634, 702, 766, 774, 775. 
Spieth, Beil. zu Nr. 16 S. 3. 
Spilhaus &amp; Co. 505. 
Sporck 619. 
Sprigade 611. 
Spring 423, 685. 
Spurrier, M. 137. 
Stadlbaur 38, 94, 154, 214, 282, 
404, 480, 578, 634, 700, 702, 
707, 708, 766. 
Staginnus 376, 494, 736. 
Stahlhut 379, 454, 455, Beil. zu 
Nr. 16 S. 4. 
Stamm 40, 96, 156, 8 406, 
482, 580, 636, ro, 
Stangier 587. 
Stanley 75, 423, 620. 
Stapff 443, 713. 
Staudinger 76, 315, 671. 
Staudt, Stationsleiter 314, 713. 
Staudt, W. (i. F. St. &amp; Co.) 262. 
Steffen 376, 735. 
v. Stein, Frhr. zu Lausnitz 289, 444, 
701. 
Steinmetz, Sergeant 42, 96, 126, 
218, 284, 406, 482, 580. 
Steinbach 5. 
v. d. Steinen 262. 
Steiner, P. 392. 
Steinhausen, Geheimer Regierungs- 
rath 315. 
Steinhausen, Lieutenant 313. 
Stellbrink 736. 
v. Stengel, Frhr. 750. 
Stentler 7, 38, 94, 216, 284, 406, 
423, 442, 482, 580, 609. 
Stephan 38, 94, 154, 214, 282, 404, 
480, 578, 636, 702, 766, 775. 
Stephenson 745. 
Stern 181. 
v. Stetten 445, 535.
        <pb n="37" />
        Stiehler 706. 
Stierling 38, 94, 154, 214, 280, 
404, 480, 578, 634, 701, 702, 
766, 774. 
v. Stocki 38, 68, 94, 98, 154, 
282, 404, 480, 578, 636, 
702, 766, 774. 
Stöhr 484. 
Stokes 1, 501. 
Stolz, Beil. zu Nr. 16 S. 2. 
Stooß 137. 
Storch 13, 38, 94, 154, 214, 
404, 408, 482, 580, 638, 
704, 766. 
Strackerjan 54. 
v. Strantz 5, 403, 554. 
Strickland 390. 
Stromer v. Reichenbach, Frhr. 
Stubenrauch 644, 736. 
Stuckenschmidt 153. 
Stuecklen 263. 
v. Stuemer 214, 280, 404, 
578, 634, 700, 766. 
Stuhlmann 17, 49, 74, 98, 
127, 219, 422, 423, 610, 
653, 684. 
Stumme, H. 325. 
Sudi wadi Hakuti 281. 
Süvern 479. 
Susath 376. 
Swart 494. 
Sydow 38, 94, 154, 216, 282, 
480. 
214, 
700, 
685. 
480. 
103, 
640, 
404, 
T. 
Tacke 538. 
Tappenbeck, Landwirth 158, 414, 
586, 713. 
Taubert 54. 
Tausendfreund 736. 
Teppe 38, 94, 154, 214, 218, 406, 
482, 580, 638, 768. 
Theal, G. 462. 
Thiel, Ingenieur 712, 736. 
Thiel, Kaufmann 152. 
van Thiel, Missionar, 
Nr. 16 S. 5. 
Thiele 131, 455, Beil. 
S. 1. 
Beil. zu 
zu Nr. 16 
Thierry 403, 441, 670. 
Thinnes 736. 
Thomas, Soldat (Kamerun) 535. 
Thomas, Ombascha 281. 
Thomaschewski 736. 
Thoms 248, 249, 251, 252. 
Thomson 752. 
Thormählen 671. 
Thuet, Beil. zu Nr. 16 S. 5. 
XXXVII 
Thys 225. 
Tolch, Fr., 
Tigges 316. 
Todsen 408, 609. 
Toeche-Mittler 54. 
Toennies 153, 285. 
Beil. zu Nr. 16 S. 3. 
Triebel 39, 95, 155, 215, 281, 405, 
481, 579, 634, 701, 765. 
Troeger 480, 580, 638, 700, 766. 
Troitzheim 375. 
Trojan, J. 138. 
Troost 196, 505. 
v. Trotha 8, 38, 94, 99, 102, 153, 
187, 216, 282, 406, 410, 482, 
537, 580, 636, 610, 640, 702. 
v. Trotha, Sek. L1. 700, 702, 766. 
Tschauder, F. 392. 
v. Tucher, Frhr. 671. 
Tucker 14. 
Tünschel 181. 
Tutschek 461. 
u. 
Ubrich 415. 
Ueckermann 736. 
Uhl, Dr. 636, 701, 702, 764. 
Uhema 281. 
Ukena 311. 
ullmann 38, 94, 154, 216, 282, 404, 
480, 578, 636, 702, 766, 772. 
utricht Missionar Beil. zu Nr. 16 
*ê 3 ehnungstenmter 98, 538. 
Unger, Beil. zu Nr. 16 S. 2. 
Unruh 39, 95, 155, 215, 281, 405, 
481, 579, 583, 639, 705, 769. 
Urban, Professor 228. 
Urban, Wachtmeister 374, 375, 376, 
736. 
V. 
Vacha 632. 
Vahlkampf Beil. zu Nr. 14 S. 4. 
Velten 8, 127, 403. 
Versepuy 619. 
Vetter, 646, Beil. zu Nr. 16 S. 4. 
Viehe 223, 292, Beil. zu Nr. 16 
S 
Vieter 50, 106, 479, 502, 646, Beil. 
zu Nr. 16 S. 6. 
Violland 39, 97, 157, 217, 283, 
405, 481, 579, 635, 639, 701, 
05, 765. 
Virchow 219. 
Vita Hassan 111. 
Vittorino 130. 
  
I 
l 
i 
Voges, Beil. zu Nr. 14 S. 1. 
Vogt, Dr. 583. 
Vohsen 671. 
Voigtländer 736. 
Voigts 1980, Beil. zu Nr. 14 S. 1, 2. 
Volkens 138, 228, 262. 
Volkmann, Lieutenant 14, 491. 
v. Volkmann, Maler 20. 
Vormann 316. 
Vorwerk 160, 411, 556. 
Vriegts 736. 
Vuillot, P. 76. 
W. 
de Waal 195. 
Wackernagel 221. 
Wagner, Arzt 42, 96, 156, 183, 
218, 284 
Wagner, H. 542. 
Wagner, Gärtner 6, 13. 
Wahl, M. 462. 
Waite, Beil. zu Nr. 16 S. 2. 
Waldau 479. 
Walker 561. 
Wallace 491. 
Wallich 262. 
Wallner 40, 96, 156, 216, 282, 404, 
Walter, 
408, 482, 580, 638, 704, 768. 
F., Pater 50, 221, 
502, 561, 646. 
Walter, G., Pater 453, 502, 646, 
Beil. zu Nr. 16 S. 6. 
Walter, Lehrer 609. 
Wandres, Beil. zu Nr. 16 S. 4 
Warburg 54, 138, 228, 683. 
Ward, Beil. zu Nr. 16 S. 2. 
Wasilewski 5, 42, 96, 156, 218, 284, 
404, 480, 578, 636, 702, 766. 
Watt 421. 
Wedel 479. 
van d. Wee 49. 
Wegener, Geheimsekretär 93. 
Wegener, Zollausseher 441, 670. 
Weidner 95, 155, 217, 283, 405, 
481, 559, 579, 637, 701, 765. 
Weikusat 484, 670. 
Weilbächer 151. 
Weiler 479. 
Weinberger 38, 94, 98, 154, 284, 
406, 482, 580. 
Weldmann, Beil. zu Nr. 16 S. 4. 
Wendland, Dr. 152. 
Werner, Alice 76. 
453, 
Werner, Lazarethgehülfe 39, 95, 155, 
215, 281, 405, 481, 579, 637, 705, 
769. 
Voelkner 41, 97, 157, 217, 285, R 164. 
407, 483, 581, 639, 705, 769. 
Wettstein 440.
        <pb n="38" />
        Wetzel 706. 
Weydig 152. 
Weyland 736, 736. 
Whitehouse 416. 
Wicke 130, 179. 
Widenmann 42, 96, 156, 180, 218, 
284. 
Wieckes 153, 285. 
Wiedorn 736. 
Wiegand, Missionar 221. 
Wiegand, Direktor 671. 
Wieland 374, 376, 736. 
Wiese 127. 
Wiesner 50. 
Wiest 41, 
481, 579, 637, 703, 767 
Wilhelm 42. 
Wilke 180. 
Wilken 372. 
William Broth. 17. 
Williams 14. 
Wilson, Redakteur 137. 
Wilson, Bischof 648. 
Winkelmann, Beil. zu Nr. 16 S. 1, 
612. 
Winkler, Zahlmeisteraspirant 5, 42, 
96, 156, 16. 284, 404, 480, 578, 
634, 702, 7 
Winkler, — 184, 408. 
Winter 127 
v. Winterfeld 313. 
Wirth 587. 
Wiskow 215. 
Wislicenus, G. 137. 
97, 157, 217, 283, 407, 
l 
( 
i 
l 
- 
XXXVIII 
Gouverneur 2, 3, 5, 
536, 673, 
v. Wissmann, 
12, 13, 49, 184, 284, 
765. 
Wissmann, Lieutenant 40, 96, 
154. 216, 280, 404, 480, 578, 636, 
700, 702, 769. 
Witt 376. 
Wittkowski 38, 94, 154, 214, 240, 
404, 408, 578, 636, 702, 766. 
Wittmack 505, 538. 
Wittum 503, 559. 
  
Witwer, 561, Beil. zu Nr. 16 S. 2. 
Woeckel 990 291, 486, 675, 236. 
Woermann, Ad. 671, 673. 
Woermann 2 Co. 779. 
Wohlrab, Beil. zu Nr. 16 S. 1. 
Wohltmann 98, 373, 391, 443, 
Woiff. Lagerassistent der Neu-Guinea= 
Kompagnie 152. 
Wolff, Missionar 455, 456, 457, 
Beil. zu Nr. 16 S. 1. 
Wolfhagen 151. 
Wood, Beil. zu Nr. 16 S. 2. 
Woodford 390, 504, 539, 744. 
Woodward, Beil. zu Nr. 16 S. 2. 
Worms 192, 612, Beil. zu Nr. 16 
. 1. 
Wülfing 38, 45, 95, 155, 215, 285, 
407, 483, 581 
Würtz, Missionar 76. 
Mürz, Missionssekretär 254. 
Wulff 404, 480, 578, 636, 702, 766. 
v. Wulffen 93, 404, 480, 578, 636, 
700, 702, 766. 
  
Wulfhorst 379, 538, Beil. zu Nr. 16 
S. 4. 
van Wyk 181. 
Z. 
Zache 6, 127. 
Zahn, 743, Beil. zu Nr. 16 S. 3. 
v. Zech, Graf, Lieutenant 373, 782, 
783, 784. 
v. Zech, Graf, Pflanzer 6, 12, 130, 411, 
610, 653 
v. Zelewski 9. 
Zencke 408. 
Zenker 653. 
Zickendraht 33, 94, 154, 216, 282, 
404, 480, 578, 538, 704, 768. 
Ziegenhorn 408. 
Ziegler 313, 765. 
v. Ziethen 735, Beil. zu Nr. 14 
Zimmermann, unteroffizier 153, 160. 
Zimmermann, Zahlmeisteraspirant 
40, 96, 156, 218, 284, 
Zimmermann, Büchsenmacher 70, 
71, 535, 556. 
Zimmermann, Dr., Konsul 683, 787 
Zintgraff 776. 
v. Zuelow 128, 153, 218. 
Zuern 127. 
Zupitza 40, 43, 216, 282, 404, 482, 
580, 636, 700, 702, 766. 
Zwanzger 715.
        <pb n="39" />
        Deutsches Kolonialblatt. 
Amtsblatt für die Schutzgebiete des Deutschen Reichs. 
herausgegeben in der Kolonial-Ablheilung des Auswärligen Amis. 
  
V. Jahrgang. Berlin, 1. Jannar 1896. Nummer 1. 
  
  
Golehrton aus den deutschen Schutzgebicken“, hernusgegoben von . 
für das Kol lölatt mit den Beiheiten betragt beim Bezuge durch die Post und die 
reisband durch dic Verlagsbuchhandlung Ml. 3.50 fur Deutschland und Oesterreich. Ungarn, Mk. 3.75 fur 
adungen und Aufra#e sind an die Konigliche Loibuchbandlung von Erust Siegiried Mitiler 
(Eingetragen in der Zeitunge Preisliste für 1890 unter Nr. 1016.) 
  
Dr Feitschrift. erscheint in der Regel am I. und 15. iedes Monats. Derselben werden als Beibeste brigrfügt die mindestens einmal vierteljährli 
richei id u- V tileil von F hung i I . und o s- .. 
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Izu-Mosådlugaanålscklb:I.»—.direkt ums-»Er 
«-Ams--«.»:."."?2;:;H".:ssw»z;«!s.!;««,s«».«»H-wiss-si- 
: mtli eil: Schriftwechsel zwischen Deutschland und dem Unabhängigen Kongostaat, betreffend die 
Anbatt #mtuicher ES#betleer S es S. 1. — Runderlaß des Kaiserlichen Gouverneurs von Deutsch-Ostafrika 
ie Bezirks- und Bezirksnebenämter sowie die Stationen im Innern S. 4. — Waldordnung für Usambara in 
frika S. 4. — Bereitung von Tembo in Deutsch-Ostafrika S. 5. — Ausdehnung des Schutzes der 
holzbestände auf die Orte Gobabis und Aais S. 5. — Zusatzverordnung zu der Verordnung für die Frachtfahrer 
bohbeluenor Tanischen Schutzgebiete S. 5. — Personalien S. 5 
Nichtamtlicher Theil: Personal-Nachrichten S. 5. — Deutsch-Ostafrika: Ueber den Verlauf der Expe- 
dition gegen Hassan bin Omari S. 6. — Unterwerfung des Häuptlings Matschemba S. 8. — Friede mit den 
Wahehe S. 8. — Sammlung sprachlichen Materials S. 12. — Der Mörder Emin Paschas S. 12. — Feuersbrunst 
in Saadani S. 12. — Versuchsstation in Usambara S. 12. — Togo: Reise des Landeshauptmanns S. 13. — 
Oeffentliche Arbeiten S. 13. — Deutsch-Südwestafrika: Zug des Landeshauptmanns nach Grootfontein S. 13. 
— Aus dem Bereiche der Missionen und der Antisklaverei-Bewegung S. 14. — Verschiedene 
Nittheilungen: Ueber die Thätigkeit der Versuchskulturanstalt des Königlich botanischen Gartens in Berlin 
S. 17.— Ueber den ostafrikanischen Fettbaum Stearodendron Stuhlmanni Engl. S. 17. — Elfenbeinhandel S. 18. 
— Litterarische Besprechungen S. 20. — Litteratur-Verzeichniß S. 20. — Schiffsbewegungen S. 20. — Verkehrs- 
Nachrichten S. 20. — Fahrplan des Norddeutschen Lloyd für 1896 S. 22; desgleichen der Woermann-Linie für 
das erste Vierteljahr 1896 S. 25. — Anzeigen. 
Amtlicher Theil. 
  
2 
* 
i 
Schriftwechsel zwischen Deutschland und dem Unabhängigen Kongoftaat, 
betreffend die Hinrichtung des Elfenbeinhändlers Stokes. 
Nr. 1. 
Brüssel, den 20. November 1895. 
Herr Graf, 
Im Anschluß an die Unterredung, die ich am letzten Sonnabend mit Eurer Exgcellenz gehabt habe, 
und in der Absicht, den Schwierigkeiten ein Ende zu machen, zu denen die Hinrichtung des H. Stokes 
Anlaß gegeben hat, habe ich die Ehre, Eurer Excellenz hierdurch die Zusicherung zu geben, daß H. Lothaire 
vor ein Gericht gestellt werden soll, welches zuständig sein wird, eine vollkommene Aufklärung der ganzen 
Angelegenheit herbeizuführen, auf die gegen ihn erhobenen Anschuldigungen zu befinden und ihm, falls er 
für schuldig erachtet wird, eine der Schwere seines Vergehens entsprechende Strafe aufzuerlegen. 
Wie ich bereits Gelegenheit hatte, Eurer Excellenz mitzutheilen, bedauert die Regierung, daß die 
gesetzlichen Formworschriften in dem gegen H. Stokes eingeschlagenen Verfahren nicht beobachtet worden sind. 
Die Regierung des Unabhängigen Kongostaats ist außerdem bereit, der Kaiserlichen Regierung eine 
Summe von hunderttausend Francs zu zahlen als Ersatz für den Schaden, den die zu der Karawane des 
H. Stokes gehörigen Leute dadurch erlitten haben, daß sie auf ungesetzmäßige Weise ihres Führers 
beraubt wurden. !½* 
Eure Excellenz haben mir gütigst mitgetheilt, daß 86 aus dem deutschen Gebiet stammende Träger 
der Stokesschen Karawane widerrechtlich von unseren Behörden festgehalten würden. Ist dieses der Fall, 
so wird die Regierung den Befehl geben, sie in Freiheit zu setzen und sie unter Uebernahme der Kosten 
an die Küste zurückzusenden. Und für jeden der widerrechtlich Zurückgehaltenen, der nicht in die Heimath 
zurückgesandt werden kann, ist die Negierung bereit, der Kaiserlichen Regierung eine Entschädigung von 
1000 Mark zu zahlen zu Gunsten der Familie oder des Stammes, denen der Betreffende angehört.
        <pb n="40" />
        2 — 
Bei Gelegenheit der Regelung der vorliegenden Frage haben Eure Excellenz mir gegenüber bemerkt, 
daß die Prämie von 10 pEt., die der Staat seinen Angestellien für das von ihnen gekanfte Elfenbein 
angeblich zahle, geeignet sei, den Handel des deutschen Schutzgebietes zu schädigen. 
Wie ich Eurer Excellenz versichert habe, besteht diese Prämie nicht und wird auch in Zukunft 
den Angestellten des Staats für die Einsammlung von Elfenbein nicht gezahlt werden. 
Die vorstehenden Anerbietungen wahren unseren beiderseitigen Regierungen ihre eigene Anschauungs- 
weise und entspringen den versöhnlichen Gefühlen, von denen sie beseelt sind. 
benutze u. s. w. u. s. w. (gcz.) Edmond van Eetvelde. 
Seiner Excellenz Herrn Grafen v. Alvensleben u. s. w. u. s. w. 
Nr. 2. 
Brüssel, den 25. November 1895. 
Der Unterzeichnete beehrt sich, den Herin Staatssekretär von Eetvelde ergebenst zu benachrichtigen, 
daß er die ges. Note vom 20. d. Mts., betreffend die Hinrichtung des Elfenbeinhändlers Stokes, seiner 
hohen Regierung mitgetheilt hat. Erhaltenem Auftrag zufolge beehrt sich derselbe, Folgendes darauf zu 
erwidern: 
Nachdem die Regierung des Kongostaats ihrem Bedauern darüber Ausdruck gegeben hat, daß 
das gegen Stokes eingeschlagene Verfahren nicht den gesetzlichen Formen entspreche, so hat die Kaiserliche 
Regierung von dieser Erklärung. sowie ferner von der ertheilten Zusage Kenntniß genommen, den Komman= 
danten Lothaire vor ein mit der Untersuchung der Sache zu befassendes Gericht zu stellen und ihn, falls 
er für schuldig befunden wird, mit einer der Schwere des Falles entsprechenden Strafe zu belegen. 
Die von der Regierung des Kongostaats angebotene Summe von 100 000 Francs nimmt die 
Kaiserliche Regierung als Ersatz für diejenigen Schädigungen und Verluste an, welche die aus dem deutschen 
Schutzgebiete stammenden Begleiter des Stokes erlitten haben. Ingleichen nimmt die Kaiserliche Regierung 
die von der Regierung des Kongostaats eingegangene Verpflichtung an, die als Gefangenc im Kongostaat 
zurückbehaltenen, dem deutschen Schutzgebiete angehörigen 86 Träger des Stokes in Freiheit zu setzen 
und sie auf Kosten des Staats zur Küste zu befördern, für jeden sehlenden Träger aber die Summc von 
1000 Mark zu zahlen als Entschädigung für die betrefsenden Angehörigen oder Stammeshäuptlinge. 
Von dem Versprechen der Kongoregierung, wonach die Angestellten des Staats für das erworbenec 
Elfenbein keine Prämien mehr erhalten sollen, hat die Kaiserliche Regierung Kenntniß genommen, wobei sic 
voraussetzt, daß jenes Versprechen sich nicht nur auf Elfenbein, sondern auf allc Produkte, insbesondere auch 
auf Gummi bezieht. 
Indem der Unterzeichnete bittet, ihm den Empfang der vorstehenden Note zu beslätigen, beehrt 
sich derselbe noch hinzuzufügen, daß nach einem neuerdings eingegangenen Telegramme des Koaiserlichen 
Gouverneurs v. Wissmann die Kongobeamten und insbesondere der Kommandant des Tanganyikodistrikts 
ihr illoyales Verhalten fortsetzen und daß sich die Kaiserliche Regierung nach dieser Richtung hin bis nach 
Eingang näherer Nachrichten alle weiteren Schritte vorbehält. 
Der Unterzeichnete benutzt auch diesen Anlaß u. s. w. u. (gez.) Alvensleben. 
An den Staatssekretär des Unabhängigen Longostaats #nt. *)7# Eetvelde. 
Nr. 3. 
Brüssel, den 3. Dezember 1895. 
err Graf, 
In Erwiderung auf die Note Curer Excellenz vom 25. November d. Is.*) beehrt sich die Re- 
gierung des Unabhängigen Kongostaats hierdurch, die der Kaiserlichen Regierung in der Mittheilung vom 
20. November?) gemachten Anerbietungen zu bestätigen, und ist bereit, derselben die angebotene Summe 
von hunderttausend Francs zu zahlen, als Ersatz für den Schaden, den die zur Karawane des Herrn 
Stokes gehörenden Leute dadurch erlitten haben, daß sie ihres Führers beraubt wurden. 
Sie glaubt der Kaiserlichen Regierung mittheilen zu sollen, daß nach neuen Telegrammen aus 
Sansibar die Karawane von Stokes, einschließlich der eingeborenen Frau dieses Kaufmanns, an der Küste 
angekommen sein soll mit einem Vorrath von Elfenbein longolesischer Herkunft. Ist dies der Fall, so ist 
sie überzeugt, daß die Kaiserliche Regierung dieser neuen Sachlage in aller Billigkeit Rechnung tragen wird. 
Was die Handelsprämien betrifft, die die Kongoregierung ihren Angestellten zahlen soll, so ist 
sie zwar der Ansicht, daß dies eine Frage ihrer inneren Verwaltung ist, die mit keiner ihrer internationalen 
Verpflichtungen in Zusammenhang steht, sie glaubt indessen darauf hinweisen zu können, daß sie bereits 
Gelegenheit gehabt hat, Eurer Excellenz in förmlicher Weise zu versichern, daß diese Prämien nicht bestehen. 
Lergleiche Nr. 2. *#) Vergleiche Nr. 1.
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        — 3 — 
Die Regierung hat keinerlei Kenntniß von den ungesetzlichen Handlungen, die nach einem Telegramm 
des H. v. Wissmann ihren Angestellten im Gebiete des Tauganyika zum Vorwurf gemacht werden; sie 
legt aber Werth darauf, nunmehr zu erklären, daß sie die von der Kaiserlichen Regierung angekündigte 
Mittheilung mit dem aufrichtigsten Wunsche prüfen wird, die Beziehungen zwischen dem Staat und den 
deutschen Besichungen auf den bestnachbarlichen Fuß zu stellen. Sie hofft, daß die deutsche Regierung auch 
ihrerseits in demselben Sinne die Mittheilungen aufnehmen wird, die sie ihr über den Waffenhandel und 
Schmuggel zu machen hat, der im Seengebiete von früheren arabischen Sklavenhändlern betrieben wird, 
die den Wunsch hegen, zu ihrem ehemaligen unerlaubten Treiben zurückzukehren. 
Ich bennutze u. s. w. u. s. w. (gez.) Edmond van Eetvelde. 
Seiner Excellenz Herrn Grafen v. Alvensleben u. s. w. u. s. w. 
Nr. 4. 
Brüssel, den 6. Dezember 1895. 
Herr Graf, 4 
Im Anschluß an mein Schreiben vom 3. d. Mts.“) habe ich die Ehre, Eurer Excellenz bei- 
folgend einen Check über 100 d00 Francs zu übersenden, ausgestellt auf die Nationalbank an die Ordre 
der Legationskasse in Berlin. 
Ich benutze u. s. w. u. j. w. (gez.) Edmond van Eetvelde. 
Seiner Excellenz Herrn Grafen v. Alvensleben u. s. w. u. s. w. 
Brüssel, den 9. Dezember 1895. 
Der Unterzeichnete beehrt sich, dem Herrn Staatssekretär van Eetvelde auf die gefällige, seiner 
hohen Regierung übermittelte Note vom 3. d. Mts. erhaltenem Auftrag gemäß Folgendes zu erwidern: 
In der Note vom 20. November d. Is. hat die Regierung des Unabhängigen Kongostaats beziglich 
der an ihre Beamten und Offiziere für ausgebrachtes Elfeubein zu zahlenden Prämien erklärt, daß diese 
nicht bestehen und in Zukunft auch nicht bezahlt werden sollen. " « ,. 
« In meiner Antwort vom 25, desselben Monats hat die Kaiserliche Regierung von diesem Ver- 
sprechen Akt genommen, gleichzeitig aber der Voraussetzung Ausdruck gegeben, daß sich dasselbe nicht nur 
auf Elfenbein, sondern auf alie Produkte, insbesondere auf Gummi, beziehen soll. *“ . . 
In der Note vom 3. Dezember d. Is. glaubt die Regierung des Unabhängigen Kongostaats sich 
dagegen verwahren zu sollen, daß die Zahlung derartiger Handelsprämien an ihre Beamten mit ihren 
internationalen Verpflichtungen in Widerspruch stehe, und fügt hinzu, daß solche Prämien nicht bestehen. 
Die in der Note vom 20. v. Mts. enthaltene — dort nur für Elfenbein ausgesprochene — Zusage, daß 
auch in Zukunft derartige Prämien nicht gezahlt werden sollen, wird in der jüngsten Note vom 3. d. Mts. 
bezüglich der anderen Produkte und des Gummis nicht wiederholt, vielmehr durch die ausgesprochene Ver- 
wahrung der Vorbehalt, wenn auch in verschleierter Form, gemacht, daß die Regierung des Unabhängigen 
Kongostaats in der Einführung solcher Prämien unbeschränkt sei. 4 
Diesen Standpunkt vermag die Kaiserliche Regierung nicht anzuerkennen; sie kann auch ihr Be- 
fremden nicht verhehlen, daß die Regierung des Unabhängigen Kongostaats den Anschein erweckt, Zusagen 
zurücknehmen zu wollen, die sie kurz vorher gemacht hat. . 
Die Kaiserliche Regierung ist der Ansicht, daß die Freiheit des Handels, wie sie durch die Kongo- 
akte gewährleistet ist, durch die Zahlung von Prämien für den Erwerb von Landeserzeugnissen an die 
gleichzeitig mit öffentlichen Funktionen ausgestatteten Beamten und Offiziere der selbst Handel treibenden 
Regierung in hohem Maße beeinträchtigt wird. Es liegt auf der Hand, daß von einem freien Wettbewerb 
nicht die Rede sein kann, wenn auf der einen Seite einfache Kaufleute mit den Eingeborenen Handel 
treiben und auf der anderen Seite den letzteren als Handeltreibende Beamte und Offiiere gegenüberstehen, 
die in ihrer Eigenschaft als Vertreter der Regierung Gewalt über jene zu üben haben und oft Herren 
über Leben und Tod sind. 
« Die Kaiserliche Regierung würde es lebhaft bedauern, wenn die Regierung des Unabhängigen 
Kongostaats sich zu den vorstehenden Grundsätzen nicht bekennen sollte. Ob dies geschieht oder nicht, ist 
wesentlich eine Frage, die die Regierung des Unabhängigen Kongostaats mit Rücksicht auf ihr Ansehen 
und auf ihr Verhältniß zu den Regierungen civilisirter Staaten zu treffen hat. Die Kaiserliche Regierung 
aber hat das überaus praktische Interesse, in keiner Weise mehr durch Zahlung solcher Prämien die eigenen 
Angehörigen geschädigt zu sehen. Deshalb muß die Kaiserliche Regierung noch vor vollständiger Erledigung 
des ganzen Streitfalles unbedingt verlangen, daß die Regierung des Unabhängigen Kongostaats ihr unum- 
wunden und ohne jeden Vorbehalt die Zusage macht, daß auch in Zukunft die mehrgenannten Prämien 
ebenso wenig für Gummi und andere Landesprodukte als für Elfenbein an Beamte und Offiziere des 
Kongostaates werden gezahlt werden. 
*) Aergleiche Nr. 3.
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        — 4 — 
Indem der Unterzeichnete hofft, daß die Regierung des Unabhängigen Kongostaats durch die 
Abgabe dieser einfachen Zusage die bedauerliche Angelegenheit endlich zu einem beide Theile befriedigenden 
Abschluß bringen wird und sich die weiteren Erklärungen auf die Note vom 3. Dezember vorbehält, benutzt 
er auch diesen Anlaß u. s. w. u. s. w. · (gez.) Alvensleben. 
An den Staatssekretär des Unabhängigen Kongostaats Herrn van Eetvelde. 
Nr. 5. 
Brüssel, den 11. Dezember 1895. 
Im Anschluß an die Mittheilung vom 9. d. Mts. beehre ich mich, ohne in eine Prüfung der 
Rechtsfrage einzutreten, Eurer Excellenz in förmlicher Weise zu erklären, daß den Angestellten im Unab- 
hängigen Kongostaat keine Handelsprämien gewährt werden, und daß die Regierung nicht die Absicht hat, 
solche einzuführen, weder in Bezug auf Kautschuk, noch auf Elfenbein oder irgend ein anderes Erzeugniß. 
Ich benutze u. s. w. u. s. w. (gez.) Edmond van Cetvelde. 
Seiner Excellenz Herrn Grafen v. Alvensleben u. s. w. u. s. w. 
  
  
Perordnungen und Witklzeilungen der Behürden in den Schutzgebieken. 
Nunderlaß des Kaiserlichen Gouverneurs von Deutsch-Ostafrika an die Bezirks- 
und Bezirksnebenämter sowie die Stationen im Innern. 
Der Runderlaß vom 25. August v. Is., betreffend die Abgrenzung der Bezirke, wird dahin ab- 
geändert, daß die der Küste vorgelagerten Inseln von Mafia nordwärts bis zur Schungubucht, welche 
bisher zum Bezirke Dar-es-Saläm gehörten, dem Bezirke Kilwa zugetheilt werden. 
Dar-es-Saläm, den 5. Oktober 1895. 
Der Kaiserliche Gouverneur. 
(L. S.) gez. Dr. v. Wissmann. 
Waldordnung für Usambara, Deutsch-Ostafrika. 
Um den für die klimatischen und meteorologischen Verhältnisse wichtigen Waldbestand zu bewahren, 
wird zunächst für Usambara verordnet, was folgt: 
* 1. 
Auf den Kämmen der Berge ist in einer Breite von 150 m Wald stehen zu lassen. Abweichungen 
hiervon bedürfen der besonderen Genehmigung des Gouvernements. 
§ 2. 
Berghänge über einen Winkel von 45 bis 50 Grad dürsen nicht abgeholzt werden. 
83. 
In den Thalniederungen sind senkrecht zur Thallinie Waldgürtel von 30 m Breite in Ent- 
fernungen von 600 m voneinander siehen zu lassen. 
84. 
An Bächen sind Waldstreifen von 50 m Breite in der Weise stehen zu lassen, daß dieselben den 
Bach entweder auf beiden Seiten oder nur auf der einen Seite begleiten. 
86. 
Vorsätzliche Zuwiderhandlungen gegen diese Verordnung werden mit Geldstrafe bis zu 6000 Rup. 
oder mit Gefängniß bis zu drei Monaten, fahrlässige mit Geldstrafe bis zu 1000 Rup. bestraft. 
Dar-es-Saläm, den 20. Oktober 1895. 
Der Kaiserliche Gouverneur. 
(L. S.) gez. Dr. v. Wissmann.
        <pb n="43" />
        — 5 — 
Bereitung von Tembo in Deutsch-Ostafrika. 
Durch Verordnung vom 19. Oktober 1895 hat der Kaiserliche Gouverneur die Verordnung vom 
1. Juli 1894, betreffend das Verbot der Bereitung von Tembo, die sich als undurchführbar erwiesen hat, 
aufgehoben. Da indessen unleugbar die Tembogewinnung der Palmenkultur in hohem Grade schädlich ist, 
sind die Bezirksämter angewiesen worden, je nach Lage der Dinge in ihrem Bezirke ihr thunlichst entgegen- 
zuwirken. Besonders soll erwogen werden, ob vielleicht der Temboverkauf ausschließlich besonders konzessio- 
nirten Personen, welche hierfür eine gewisse Gebühr zu entrichten hätten, überlassen werden kann. 
Die Verordnung vom 7. August 1894, betreffend den Schuß der Holzbestände im Bezirt Windhoel, 
ist unter dem 11. Oktober v. Is. auf die Orte Gobabis und Aais in einem Umkreise von zwei Stunden 
Wagentreck ausgedehnt worden. 
Zusatzverordnung zu der Verordnung für die Frachtfahrer im füdwestafrikanischen 
Schutzgebiete vom 12. März 1895. 
1. Der § 4 Absatz 2 daselbst erhält folgende Fassung: · 
„Der Frachtbrief ist vom Empfänger innerhalb acht Tagen nach Eingang der Fracht der 
nöchsten Ortspolizeibehörde einzureichen, welche denselben umgehend an die zuständige Bezirks- 
hauptmannschaft weiterzureichen hat.“ 
2. Die §8§ 10 und 11 fallen weg, so daß der bisherige 
Windhoek, den 27. September 1895. 
Der Kaiserliche Landeshauptmann. 
In Vertretung: 
(L. 8.) gez. v. Lind equist. 
VVVVTVVYVVVVVVVYVVTTT YTYT 
7V7VTTFVVyyTVYTVTYTVYVYT FT]YNYYWYTVYTWFTYTTTTTYTTVY ]TTYTFY7 TYTNYYY VTTVYV ° T 
12 als § 10 Schlußparagraph wird. 
Perspnalien. 
« H ·« I 
Seine Majestät der Kaiser haben Allergnädigst geruht, dem Sekondlkentenant ominik, * la. 
suite des Grenadier-Regiments Prinz Carl von Preußen Nr. 12, kommandirt zur Dienstleistung beim 
Auswärtigen Amt, den Rothen Adler-Orden 1V. Klasse mit Schwertern zu verleihen. 
. ’-u ..« ... *4 früher ier zt i chutz= 
Seine Majestät der Kaiser haben Allergnädigst geruht, dem früheren Regierungsarzt im S )5r 
gebiete der Marshall-Inseln, Stabsarzt Dr. Stein bach, den Nothen Adler-Orden IV. Klasse zu verleihen. 
Der Sekondlieutenant a. D. Passavant, bisher vom Königlich bayerischen 4. Insanteric Regiment 
König Wilhelm II. von Württemberg, ist mit dem 11. Dezember 1895 der Schutztruppe für Deutsch- 
Ostafrika zugetheilt worden. 
Der Korvettenkapitän Reincke hat das Kommando S. M. S. „Sperber“ am 26. Oktober 1895 
in Kamerun übernommen. 
N. § § § § § -—. — . í í í í 
Nichtamtlicher Theil. 
- « « Dchezirksinntnmnnv.StrantziftintOktober 
Personal Nachrichten. v. Is. nach Dar-zes-Saläm vom Urlaub zurückgekehrt. 
Deutsch. Oftafrika. » 
DekKCifckHchcGouverncurMajorv.Wiss-!DckArztI)1-.9)k(1nkiewitz,ScrgcaFIthslc- 
mann hat sich vom 2. bis 9. November in Sansibar lewski, Lazarethgehülfe Näw y, Bablmeisterosdirn 
aufgehalten, um Sr. Hoheit dem Sultan und dem Winkler, sämmtlich Angehörige der Kaiserli ! 
Königlich großbritannischen Vertreter seinen ersten Schuhtruppe, haben Ende November Ostafrika mi 
offiziellen Besuch abzustatten. Heimathsurlaub verlassen.
        <pb n="44" />
        — 6 — 
Die in den Dienst des Kaiserlichen Gouverne- Ramerun. 
ments getretenen Beamten: Regierungsbaumeister Der in den Dienst des Kaiserlichen Gouverne— 
Gurlith, Meteorologe Dr. Maurer, Referendar ments getretene Gärtner Scheffler ist am 14. Ok- 
Zache, Bergassessor Bernhardt und sein. Gehülfe tober in Kamecrun eingetroffen. 
Schwarz, Bireauassistent Sperling, sind Mitte 
November v. Is. in Dar-zes-Saläm eingetroffen. 
#üdwestafrika. 
Die in den Dienst des Kaiserlichen Gouverne, Der Marine-Hafenbaumeister Mönch und der 
ments getretenen Pflanzer Graf v. Zech, Botaniker Königliche Landmesser Reich sind am 12. November 
Dr. Buchwald, Landwirth Eick, Gärtner Wagner, in Tsoakhaubmund eingetroffen. 
Pflanzer Illich sind in Tanga eingctroffen und von 
dort zur Gründung einer landwirthschaftlichen Ver- Der Premierlieutenant v. Perbandt in der 
suchsstation nach Usambara aufgebrochen. Kaiserlichen Schutztruppe für Sidwestafrika ist am 
4. August v. Is. vom Urlaub in Tsoakhaubmund 
Der Regierungsarzt Dr. Plehn ist am 11. No- wicden eingetroffen. 
vember in Tanga eingcetroffen. 
  
Marshall- Inseln. 
Drahtmeldung zufolge ist in Dar-es-Saläm der Der kommissarische Sekretär der Landeshaupt- 
Lehrer Richter verstorben. 1 mannschaft Seufft ist am 23. Juli in Jaluit ein- 
getroffen. 
Machrichten aus den deukschen Schuhgebieken. 
(Abdruck der Nachrichten vollständig oder theilweise nur mit Quellenangabe gestattet.) 
Deutsch-DHlkafrika. Mawudji. Am 13. d. Mts. gelang es der 8. Kom- 
pagnie, Hassan bin Omari, welcher sich auf dem 
Ueber den Verlauf der Expedition Vegen We. 5 Matschemba befinden sollte, un seinen 
Passan bin Omari Minister Omari Muenda gefangen zu nehmen. Der 
berichtet der Kaiserliche Gouverneur unter dem hierüber von dem Kompagnieführer Fromm er- 
20. November v. Is., wie folgt: stattete Bericht vom 15. d. Mts. folgt weiter unten. 
Unter dem 4. v. Mts. ersuchte ich den Komman= Mit der Gefangennahme Hassans ist die An- 
deur der Kaiserlichen Schutztruppe in Kilwa, eine gelegenheit, wie es scheint, noch nicht erledigt. Es 
Expedition von vier Kompagnien zusammenzustellen, wird nöthig sein, seine Anhänger zu bestrafen, und 
und erließ gleichzeitig eine Bekanntmachung, durch habe ich mich mit den von dem Kommandeur der 
welche demjenigen, welcher Hassan bin Omari aus= Kaiserlichen Schutztruppe zu diesem Zwecke in Aus- 
liefern würde, 1000 Rupien zugesagt wurden. Nach= sicht genommenen Maßnahmen einverstanden erklärt. 
dem alsdaun die nachgesuchte Genehmigung des Ich werde ferner übermorgen selbst nach Kilwa gehen, 
Herrn Reichskanzlers zu dieser Expedition ein= um dort eine Untersuchung einzuleiten. Es sind in 
gegangen war, fand von Kilwa aus der Aufbruch Hassans Besitze zahlreiche Briefe gefunden worden, 
statt, und zwar marschirten am 29. v. Mts. die 6. welche zur Entdeckung von Anhängern Hassans führen 
und 8. Kompagnie über Runjo mit allen Trägern werden. Unter anderen sind die beiden Akidas von 
nach Mikomirepi ab, während der Kommandeur am Kilwa, Makran bin Schaude und Abdalla bin 
1. d. Mts., nachdem ein Theil der Träger aus Omari, welchen es bisher gelungen war, die Rolle 
Mikomirepi zurückgekehrt war, mit der 3. und treuester Diener des Gouvernements durchzuführen, 
9. Kompagnie folgte. Am 6. d. Mts. hatte die schwer kompromittirt. Bestätigt sich der Verdacht, 
9. Kompagnie bei einer Rekognoszirung das erste daß sie doppeltes Spiel gespielt haben, so müssen sic 
Renkontre mit Mawudjileuten, bei welchem zwei streng bestraft werden. Auch den Indern scheint 
Feinde todt in unsere Hände fielen. Am gleichen nachgewiesen werden zu können, daß sie trotz des 
Tage wurden am Mawudjiflusse Lager bezogen. Verbotes jeglicher Verbindung mit Hassan doch noch 
  
Einige Tage später waren die Kompagnien, um auf genzu ihmunterhalten haben. 
Hassan zu fahnden, auseinandergezogen und zwar Von Kilwa beabsichtige ich weiter nach Lindi zu 
besand sich die 8. Kompagnie in Kiswere, die 9. gehen, um die dortigen Verhältnisse zu regeln. 
streiste die Ebene längs der Küste bis Kiswere ab, Ich nehme an, daß sich dies nach der Gefangen- 
die 3. marschirte den Mavuji aufwärts ins Gebirge nahme und Hinrichtung Hassaus auf friedlichem 
und die 6. befand sich beim Stabe im Lager am Wege erreichen läßt. Die Lage dort ist die folgende:
        <pb n="45" />
        Ich hatte Ende September v. Is. dem Führer 
der 9. Kompagnie in Lindi, Lieutenant Stengler, 
den Auftrag gegeben, mit 60 Askari eine Orienti- 
rungsreise um das Matschembagebiet zu unternehmen, 
um die besten Anmarschwege an das Häuptlingsdorf 
Luagalla auszukundschaften und Verhandlungen mit 
den umwohnenden Häuptlingen zu führen. Dieser 
Zug war von gutem Erfolge gekrönt. Gleich darauf 
zeigte sich Matschemba, mit welchem der Wali von 
Lindi, Abdelkader, sich in Verbindung gesetzt hatte, 
zu Friedensunterhandlungen geneigt und schickte sogar 
eine Anzahl seiner Verwandten als Gesandtschaft. 
Da ich mich aber mit Matschemba erst nach der 
Bestrafung Hassans einlassen wollte, ließ ich ihm 
sagen, ich würde mit ihm nur verhandeln, wenn er 
selbst zur Küste käme. Gleichzeitig kam die Meldung, 
daß die Magwangwara erschienen seien und bereits 
einige Dörser Matschembas verbraunt hätten, sic ver- 
langten, gemeinsam mit uns gegen Matschemba zu 
fechten. In den ersten Tagen dieses Monats sind 
die Magwangwara wieder abgezogen. 
Von dem Eindruck, welchen die Gefangennahme 
Hassans auf Matschemba gemacht hat, habe ich bis- 
her noch keine Nachricht erhalten. 
Bericht des Kompagnieführers Fromm iber die 
Ergreifung Hassan bin Omaris und seines Vezirs 
Omari Muenda. 
Mawudji, den 15. November 1895. 
Am 9. d. Mts. marschirte ich mit der 8. Kom- 
pagnie Richtung Kiswere ab. Mein Auftrag war, 
nähere Nachrichten über den augenscheinlich geflohenen 
Hassan bin Omari einzuziehen und dann hierher 
zurückzukehren. 
Am 10. trafen wir in Kiswere ein. Schon auf 
dem Marsche waren verschiedene angesehene Häupt- 
linge der Wayao, Wagindo, Wamuera und Wama- 
tschinga gekommen und hatten ihre Unterwerfung an- 
gezeigt. Der Druck, den Hassan bin Omari auf die 
ganze Umgegend in brutalster Weise ausgeübt hatte, 
war den Leuten schon lange unerträglich gewesen; 
sich freizumachen aber fehlte ihnen sowohl moralische 
als auch physische Stärke, jetzt fanden sie bei der 
durchziehenden Kompagnie Anhalt und Stütze, und 
ihr unbedingter Abfall von ihrem Bedrücker war 
die Folge. 
Als ich am 12. von Kiswere abmarschirte, hatte 
ich ganz bestimmte Nachrichten, daß Hassan bin 
Omari mit seinem näheren Anhang in Mpingiro 
kwa Saidi Mitole (Myao) säße, seine Leute sammelte 
und die Absicht hätte, zu Matschemba zu gehen, um 
mit ihm vereint auf portugiesisches Gebiet zu 
flüchten. 
Unter diesen Umständen hielt ich mich für ver- 
pflichtet, so schnell und so unbemerkt wie möglich dem 
Feinde in den Rücken zu lommen. Es gelang mir, 
meine Marschbewegung zu verschleiern, und die 
Kompagnie lag an demselben Abend im Busch ver- 
  
steckt etwa 1½ Stunde vom feindlichen Lager ent- 
fernt. # 
Nachts gegen 2 Uhr erhielt ich Nachricht durch 
Mitolesleute, daß durch einen unglücklichen Zufall 
Hassan bin Omari am Abend von unserer Anwesen= 
heit Kunde erhalten habe und noch in derselben 
Nacht nach Mawudji zu geflohen sei. · 
Am frühen Morgen des 13. machte ich mich auf 
zur Verfolgung. Hassan bin Omari, der, wie ich 
wußte, getragen werden mußte, konnte unmöglich 
einen großen Vorsprung haben, und schon um 8 Uhr 
erfuhren wir dann auch, daß er erst am Morgen 
dieselbe Stellc passirt habe. » *4 
Kurz vor 10 Uhr kamen wir an den Luabafluß. 
Es wurde Halt gemacht, Wasser getrunken und ein 
Führer vorausgeschickt, um in dem nicht weit vom 
Fluß entfernten auf einem Höhenrücken gelegenen 
großen Dorskomplex des Häuptlings Rumnambe 
Nachrichten zu erfragen. Der Führer kam gleich 
wieder zurück mit der Nachricht, er habe eine Goma 
in dem Ort gehört und Gesang von vielen Weibern, 
aus welchem er schließen könne, daß Hassan bin 
ri in dem Dorfe sei. 
mn #t gedeckt gingen wir an die Anhöhe 
heran; die aufgestellten feindlichen Posten bemerkten 
uns erst, als wir bereits im vollen Anlauf waren. 
Nach einigen Schüssen war der Feind, dem wir 
offenbar gänzlich überraschend gekommen waren, in 
wilder Flucht und leistete nur geringeren Widerstand. 
Einzelne Leute, die sich widersetzten, wurden nieder- 
geschossen und die feindlichen Verluste beziffern sich 
auf eiwa 30 Todte. r 
Während der zweite Zug unter Lientenant 
Glauning ein etwas weiter gelegenes Dorf durch- 
suchte, aus welchem noch Widerstand geleistet wurde, 
gelang es zwei Leuten des ersten Zuges, eines kleinen 
buckligen Mannes, der sich in siczender Stellung mit 
einem Messer vertheidigte, habhaft zu werden. Der 
Gesangene wurde als Hassan bin Omari erkannt. 
Der zweite Zug machte den Omari Muenda zum 
Gefangenen, während der berüchtigte Scham bin 
Schaude leider entkam. Große Vorräthe an Mu- 
nition und Verpflegung wurden gefunden und zer- 
stört, wobei durch eine Pulverexplosion der Unter- 
offizier Lachemaier erhebliche Brandwunden erlitt. 
Nach Zerstörung des Dorfes wurde der Rück- 
marsch nach Mawudji angetreten; am 14. trafen 
wir den Stab und die 6. Kompagnie unterwegs und 
gelangten am Nachmittag in unser altes Lager. 
Lager am Mawudji, den 15. November 1895. 
Hassan bin Omari und sein Rathgeber Omari 
Muenda sind vorgestern von der 8. Kompagnie in 
einem Orte am Luwawa, wohin ich mit der 3. und 
6. Kompagnie auf eine Nachricht von Wangindo- 
leuten aufzubrechen im Begriff stand, ergriffen wor- 
den und gehen morgen den 16. November mit ¾ 
8. Kompagnie nach Kilwa. Ich habe kein kriegs-
        <pb n="46" />
        gerichtliches Verfahren gegen ihn vorgenommen, weil 
ich es für entsprechender halte, daß er mit seinen 
Mitschuldigen und vor den Augen der heimlichen 
Hassanianer in Kilwa das Brett zum Galgen be- 
schreitet. Das Kaiserliche Gonvernement wird das 
Bezirksamt Kilwa noch mit Weisung versehen müssen. 
Die sonst gefangenen bezw. selbst ins Lager ge- 
kommenen Leute, meist Weiber und Kinder, werde 
ich morgen wieder fortschicken. Ich beabsichtige jetzt 
Folgendes: 
Die 8. Kompagnie, am meisten angestrengt, bleibt 
vorläufig in Kilwa. 
Die 9. Kompagnie geht langsam nach Kiswere. 
Ramsay nimmt die Gegend, namentlich den sagen- 
haften Mkoesee, auf, straft und beruhigt das Land. 
Später, wenn kein Zug gegen Matschemba nöthig, 
zieht er per Fußmarsch durch das Hinterland, welches 
nocht keinen Askari gesehen, nach Lindi. 
Die 3. Kompagnie geht nach Kisiwani, straft die 
Anhänger Hassans, bleibt eine Zeit lang dort und ist 
eventuell auch zur Verfügung gegen Matschemba. 
Die 6. Kompagnie bleibt in der neuen Boma 
auf dem Felsvorsprung nördlich des Mawudji, wo 
dieser zu Thal geht. Mit der Hälfte der Kompagnie 
beabsichtige ich, den Mawudji bis zur Quelle hinauf- 
zuziehen, theils um die Flagge noch einmal überall 
im Gebirge zu zeigen, theils um den Flußlauf end- 
gültig festzulegen. Ich gedenke, wenn das Gouverne= 
ment keine Aenderung in der ganzen Anlage, Ma- 
tschembas wegen, beabsichtigt, 14 Tage bis drei Wochen 
zu dieser Expedition zu verwenden. Wenn ein exe- 
kutives Einschreiten gegen Matschemba nothwendig ist, 
so gehe ich natürlich mit den drei verfügbaren Kom- 
pagnien herunter, wenn ein friedlicher, sozusagen 
repräsentativer Zug zu Matschemba im Plane des 
Gouvernements liegt, so bitte ich, den Kompagnie- 
führer Ramsay oder Fromm damit beauftragen zu 
dürfen, da ich das Mawudjigebiet für unendlich 
wichtig für kolonisotorische Gedanken halte und gern 
das Gebirgsland noch genau kennen lernen möchte. 
Ich schicke noch einen Wirthschaftsbericht, ehe ich ab- 
marschire. Dieser Brief kann heute Nacht in Kilwa 
und spätestens am 18. in Dar-es-Saläm sein. Wenn 
das Gouvernement damit einverstanden ist, bitte ich, 
mich telegraphisch nach Kilwa zu benachrichtigen. 
Soeben geht ein Schreiben von Kilwa ein, 
mir ein Telegramm des Herrn Gonverneurs über- 
mittelt. Ueber den Gang der Expedition konnte ich 
Ausschlaggebendes für Matschemba nicht berichten, da 
nichts passirte, meine sonstigen Berichte sind abbe= 
gangen aus Lungu am 1. November, vom 7. 
vember, am 4. November aus dem Lager bei 8 
(irrthümlich so genannt) und später noch ein Bericht 
durch das Bezirksamt Kilwa an das Gouvernement. 
Ich halte es serner für dringend geboten, daß 
die Untersuchung in Kilwa nicht durch die dortigen 
farbigen Angestellten geführt wird, sondern daß der 
Dolmetscher Velten nach Kilwa geschickt wird, um 
die Briefe gründlich zu prüfen. Es ist doch höchst 
welches 
  
auffallend, daß Hassan einen Brief erhalten hat, wir 
würden eine Boma hier bauen. Entweder hat ein 
Europäer mit einem Schwarzen darüber gesprochen, 
oder ein Schwarzer versteht so viel Deutsch, daß er 
sich Unterhaltungen zusammenstoppeln kann. Beides 
ist gleich gefährlich. 
Die Bewegungen der Kompagnien 3, 8 und 9 
leite ich morgen ein. Meinen Marsch aufwärts ins 
Gebirge verschiebe ich bis zum Eintreffen der Ge 
nehmigung meiner Vorschlägc seitens des Kaiserlichen 
Gouvernements. 
gez. v. Trotha. 
Unterwerfung des Däuptlings Matschemba. 
Einer Meldung des Kaiserlichen Gouverneurs 
zufolge hat nach der Gefangennahme Hassans bin 
Omari auch der seit Jahren unbotmäßig gewesene 
Häuptling Matschemba sich unterworfen und nicht 
nur die Waffen ausgeliefert, sondern auch eine Buße 
au Elfenbein gezahlt. Die friedlichen Zustände sind 
zufolge des persönlichen Eingreisens des Gonverneurs 
im Süden wie im ganzen Schutzgebiete wieder her- 
gestellt. 
Friede mit den Wahehe. 
Der Stationschef von Kilossa, Kompagnieführer 
v. Elpons, hat mit Genehmigung des Kaiserlichen 
Gouverneurs Friedensverhandlungen mit dem Sultan 
Qnawa, Oberhäuptling der Wahehestämmec, angeknüpft. 
Ueber den Verlauf dieser nach neuerdings eingelau- 
fenen Nachrichten inzwischen zu einem befriedigenden 
Abschluß geführten Verhandlungen liegen folgende 
Berichte des genannten Stationschefs vor: 
Lager am Ruaha, den 14. Oktober 1895. 
Euer Hochwohlgeboren melde ich gehorsamst be- 
züglich der Verhandlungen mit dem Sultan Quawa 
Folgendes: 
Am 18. September marschirte ich von Kilosso 
ab und traf am 24. September am Ruaha, zwei 
Stunden südlich von Masombi, ein. Hier bezog ich 
ein befestigtes Lager und setzte mich durch Boten 
mit Quawa in Verbindung. 
Am 8. Oktober erschien der erste Abgesandte des 
Sultans, der Msagira (Oberhäuptling) Mjäma, 
mit 12 Wahehe. Dieser brachte Saläm von Quawa, 
sechs Stück Großvieh und den Bescheid, daß Quawa 
selbst in den nächsten Tagen folgen würde. 
Ich sandte Mjäma zurück, um Ouawa, der an- 
geblich schon in der Nähe sein sollte, zum Lager 
zu geleiten. Am 11. traf Mjäma hier am Ruaha 
wieder ein; er war nur bis Marawata gegangen 
und hatte dort statt Quawa eine zweite größere 
Gesandtschaft angetroffen, die am 12. Oktober mit 
Geschenken, neun Stück Rindvieh, hier ankam.
        <pb n="47" />
        Es erschienen mit diesen Abgesandten der Oheim 
Quawas, Mpoma, dessen Sohn Schalula, sowie eine 
größere Anzahl Wahehe, unter denen zwölf Häupt-- 
linge der verschiedenen Distrilte des Landes. 
Der Oheim des Sultans von Uhehe, Mpoma, 
als Wortführer, erllärte, im Auftrage desselben die 
Friedensverhandlungen abzuschließen, und das Fern- 
bleiben Quawas mit Furcht desselben. 
„Quawa“, so gab der Aelteste an, „ist mit seiner 
Macht zu Ende. Er und alle seine Leute unter- 
werfen sich der deutschen Regierung; die Deutschen 
mögen kommen und gehen in Uhehe, wie sie wollen!“ 
Im Verlauf der Schauris erfuhr ich den wahren 
Grund des Fernbleibens von Quawa. 
Zunächst habe ich den Eindruck gewonnen, daß 
er eine unüberwindliche Furcht vor dem Zusammen- 
tressen mit Europäern und deren vermeintlichen 
Zanberkünsten hegt. Er weiß, daß er allzu viel auf 
dem Kerbholze hat, und kann sich nicht vorstellen, 
daß ihm Alles vergeben und vergessen sein soll. 
Unbegrenztes Mißtrauen dem Europäer gegen- 
über ist ja eine Eigenthümlichkeit aller Neger und 
bei Quawa um so mehr ausgebildet, als er weiß, 
wie es mit ihm und seinem Ansehen steht. 
In letzter Zeit sind zahlreiche Wahehe aus- 
gewandert. Sogar vier seiner Häuptlinge sind mit 
Hab und Gut fortgezogen; so 3. B. Kigosi aus 
Kiringa mit 60 Leuten, 50 Elfenbeinzähnen und 
Vieh, Magansa mit Anhang, mit gesammtem Hab 
und Gut nach Ugogo, wie gesagt wird zu Samba= 
lafu nach Ota. 
Ein anderer Grund des Fernbleibens von Quawa 
ist der, daß er, noch während ich hier im Lager mich 
aufhielt, durch Kriegsgerüchte zweimal aufgeschreckt 
wurde und gerade am Tage des Eintreffens meiner 
Boten mit zahlreichen Kriegern Kiringa verließ. 
Es hieß, daß Kiwanga im Anmarsch sei. Auch 
Curopäcr und Askaris waren gesehen worden. Ob 
dies Alles auf Wahrheit beruht oder ob nur Expe- 
ditionen der Station Ulanga Veranlassung gaben, 
kann ich nicht beurtheilen. Jedenfalls glaubte 
Quawa, und das ist meines Erachtens erklärlich, daß 
die Verhandlungen darauf abzielten, ihn in eine 
Falle zu locken oder zu tödten. 
Sein Bruder Mpangire, der sich erbötig zeigte, 
zum Ruaha an Stelle Quawas zu gehen, wurde von 
diesem unter Androhung der Todesstrafe verhindert, 
seine Absicht auszuführen. 
Nach Aussage der hier anwesenden Häuptlinge 
erstreckte sich Quawas Mißtrauen auch auf seine 
nächsten Verwandten. Er glaubt, daß Mpangire sich 
mit den Deutschen verbinden wolle, um ihn zu be- 
seitigen. 
Die zahlreichen Desertionen seiner Unterthanen 
machen ihn ängstlich. Doch diese sind lediglich auf 
frühere grausame Behandlung zurückzuführen. Häupi- 
linge, die vom Kriege zurückkehrten, wurden, wenn 
die Beute dem Sultan zu gering erschien, ohne 
Weiteres hingerichtet. In gleicher Weise verfuhr er 
  
it denen, deren Eigenthum ihm der Aneignung 
# schien. Quawas Reichthum an Elsenbein ist 
sehr erheblich, da er sich als den Besitzer jedes 
« s betrachtet. 
Iu scheine nach Allem, was man hört, als ob es 
mit Quawas Macht zu Ende geht. Man wird 
danach mit einem plötzlichen Verschwinden desselben 
- Illllcll. 
lechlglclr inn der Anlage übersandte Friedensvertrag 
ist von den angesehensten Häuptlingen unterzeichuet. 
Ich sende den Wali von Kondoa, Amer bin Nassor, 
nach Kiringa, um dort den Sultan ebenfalls zur 
böschrift zu veranlassen. » . 
Untcäkckczml wie nicht zu zweifeln ist, sich dieser mit 
Allem einverstanden erklärt, dürfte dem Verlehr der 
Handelnden, Reisenden u. s. w. nichts mehr im Wege 
4) hierher gesandten Wahehe haben einen recht 
findr emacht. 
cnten Endruc ge küftige, schlanke und auffallend 
roße Leute. Ein besonders hervortretender Ge- 
chsbhous ist mir nicht aufgefallen. Man hätte 
ange für Wasagara, andere für Waniamwesi halten 
können. 4 · 
ie bekannt, fehlen aber bei den Wahehe die 
anciichurno der Nase und der Ohren; auch Aus- 
feilung der oberen Vorderzähne scheint nicht statt- 
zufinden, ebenso Tätowirung des Gesichts. 
Unter den Gefallenen in Kiringa sahen wir ver- 
einzelt Leute mit ausgesprochenem Angoni- (Zulu-) 
Typus. Auch zeichneten sich diese Wenigen durch 
gelbliche, röthliche, überhaupt hellere Hautfarbe aus. 
Unter den hier befindlichen Gesandten befindet sich 
aber kein heller Rcger, im Gegentheil ist die tief- 
e Farbe vorherrschend. 
schwartz Farde vorherrfon man es bei den Wahehe 
also nicht mehr mit einem fremden, den benachbarten 
nicht verwandten Stamme zu thun, sondern es läßt 
sich wohl die Behauptung verfeechten, daß man in 
den Wahehe ein Gemisch aller von ihnen jemals 
bekriegten und unterworfenen Negervölker zu suchen hat. 
Die Zahl der Kriegsgefangenen, meist Weiber, ist 
enorm. Seit Jahren findet ein steter Zufluß von 
Weibern, aus den Raubzügen dieses kriegerischen 
Tilles herrührend, statt. 
Bold diesen Weibern finden sich Mahenge, 
Masiti, Wassangu, Wasagra, Wagogo, Waniamwesi, 
Wawemba, Massai u. A. m. *4*)2“ 
So ist das Ueberwiegen fremden Blutes in diesem 
eingewanderten Stamme erklärlich und die Folgen 
uszusehen. 
vorHen -die früher gegen die deutschen Truppen 
geführten Kriege erfahre ich noch einiges Erwähnens- 
werthe. # 
wer Vi dem Anmarsch der Expedition Zelewst 
hat Quawa sich als zu Unrecht angegriffen befühl. 
Er hatte, seiner Meinung nach, Alles hethan, ur 
ein gutes Einvernehmen mit der deutschen Regi zan 
herzustellen. Als ihm das trotz Absendung
        <pb n="48" />
        großen Zahl von Leuten und Uebergabe von Ge- 
schenken nicht gelungen war, hat er selbst an der 
Spitze seiner sämmtlichen Krieger dem Vordringen 
Zelewskis Einhalt gethan. 
Bei dem Ueberfall sind außer einigen Boys 
keine Gefangenen gemacht worden. Niemals hat ein 
Europäer oder Askari Kiringa betreten. 
Bei der zweiten Expedition, im Oktober 1894, 
hatten die Wahehe ebenfalls einen Ueberfall im freien 
Felde geplant, doch nahmen sie davon Abstand, als 
sie die Marschsicherungen sahen und das kompakte 
Vormarschiren der Karawane. 
Großen Eindruck machte ihnen das Feuer des 
Maximgeschützes, doch geradezu unheimlich waren 
ihnen die Wirkungen der Schrapnels und der 
Granaten. 
Der Sturmangriff am frühen Morgen des 30. 
tober kam ihnen vollkommen überraschend. 
Bei den ersten Schüssen liefen die Vertheidiger 
der Westseite der Stadt, am linken User des Ruaha, 
sofort davon. Nur an der Angriffsfront hielten sich 
die Waniamwesi des Sunetu aus Unianiembe. 
Quawa worllte, 
mit sammt seinen Weibern in seiner Pulvertembe 
10 
Ot- 
. 
barungen zu erfüllen. Im anderen Falle betrachtet 
das Kaiserliche Gounvernement sich nicht als verpflichtet. 
Die Bedingungen, die der Sultan Quawa weiter- 
hin zu erfüllen hat, sind folgende: 
1. Quawa giebt sämmtlichen in seinem Lande 
bisher noch zurückgehaltenen Kriegsgefangenen ohne 
Unterschied des Stammes und Geschlechts die Freiheit 
zurück, ohne seitens dieser oder ihrer Angehörigen 
Entgelt in irgend einer Art zu beanspruchen. 
2. Quawa verpflichtet sich, alles sich noch in 
seinem Lande vorsindende, aus der Zelewst i- 
Expedition herrührende Kriegsmaterial, Waffen u. s. w. 
auf der Station Kilossa abzuliefern. 
3. Allen Reisenden, Europäern oder Farbigen, 
allen Karawanen oder Postboten, die sich in Uhehe 
dauernd oder für kürzere Zeit aufhalten wollen, hat 
der Sultan Quawa ungehindert Zutritt zu allen 
Theilen seines Landes zu gestatten, sic zu schützen, 
Handelstreibenden keine Hindernisse zu bereiten, keinen 
Hongo in irgendwelcher Form zu erheben und den 
Lebensunterhalt für die Bezeichneten zu landesüblichen 
Preisen abzulassen- 
als er seine Ohnmacht sah, sich 
bereitungen, das Pulver zu entzünden, getroffen, als 
er von seinen Häuptlingen fortgerissen wurde. 
In Kiringa befand sich Rumaliza, der bekannte 
Araber aus dem Kongostaat; diesen hielt 
mit Gewalt zurück. 
Morgen, den 14. Oktober, trete ich den NRück- 
marsch nach Kilossa an. Der Wali, Amer bin 
Nassor, und drei Araber, Kaufleute aus Kondoa, 
gehen in Begleitung der Wahehegesandtschaft nach 
Kiiringa 
Quawa 
4. Quawa sendet alle zwei Monatc eine Ge- 
sandsschast nach Kilossa. 
den Tod geben, und zwar hatte er schon alle Vor- 
5. Quawa verpflichtet sich mit seinen sämmtlichen 
Angehörigen, seinen Brüdern Mpangire, Mkungahaka 
und seinen Ober= und Unterhäuptlingen, diesen Be- 
dingungen nachzukommen, die Grenzen seines Landes 
nicht mehr in feindlicher Absicht zu überschreiten, im 
Rumdiigebirge die Nordgrenze von Uhehe zu sehen 
und besonders nach Kondoa und Miombo zu keinc 
Grenzverletzung zu gestatten. 
Das Kaiserliche Gonvernement sichert dem Sultan 
Quawa seinen Besit an Land und Leuten zu. 
Den Wali erwarte ich gegen den Ansang des 
November in Kondoa zurück. 
gez. v. Elpons, Kompagnieführer. 
Mit den nachstehend aufgeführten Abgesandten 
des Sultans Quawa von Uhehe sind heute von 
Es wird ferner allen dem Gouvernement befreun- 
deten und an Uhehe grenzenden Stämmen, namentlich 
Merere und Kiwanga, die Weisung zugehen lassen, 
die Feindseligkeiten gegen Uhehe cinzustellen, und in 
Zukunft nach Kräften gegen die räuberischen Einfälle 
Unterzeichneten im Auftrage des Kaiserlichen Gou- 
vernements folgende Friedensbedingungen vereinbart 
worden: 
1. Nachdem der Sultan 
oft wiederholten Bitten um Frieden, Absendung von 
Gesandtschaften behufs Ueberbringung von Geschenken 
an das Kaiserliche Gouvernement seine Bereitwillig- 
keit, sich zu unterwerfen und alle Feindseligkeiten ein- 
Quawa durch seine 
zustellen, dargethan hat, wird mit ihm, seines Vaters 
Bruder Mpoma sowie dessen Sohn Schabula und 
sämmtlichen ihm unterstellten Häuptlingen im Namen 
des Kaiserlichen Gonvernements Friede geschlossen. 
2. Durch eigenhändige Unterzeichnung schließen 
sich die vom Sultan Quawa mit Vollmacht versehenen 
Abgesandten den unten näher bezeichneten Bedingungen 
an und versichern, Alles zu thun, um die Verein- 
der Wagogo eintreten. 
Bei Streitfällen zwischen Uhehe und benachbarten 
Ländern wird das Kaiserliche Gonvernement das 
Schiedsrichteramt übernehmen. 
Quawa erhält die von ihm erbetene deutsche 
Flagge für die sechs Hauptplätze seines Landes. 
Nach Eintreffen der entlassenen Kriegsgefangenen 
aus Uhehe erhält auch Quawa die noch in Kilossa 
befindlichen kriegsgefangenen Wahehe zurück. 
Alles in diesem Schriftstück Festgesetzte ist den 
Auwesenden übersetzt und wird von ihnen die genaue 
Kenntniß der Abmachungen durch Handzeichen be- 
scheinigt. 
Lager am Ruaha, den 12. Oktober 1895. 
(Folgen die Handzeichen der 16 Abgesandten.) 
(g#cz.) v. Elpons, Kompagnieführer. 
(gez.) v. Beringe, Lieutenant.
        <pb n="49" />
        Kilossa, den 18. November 1895. 
Euer Hochwohlgeboren berichte ich gehorsamst, 
daß der Wali von Kondoa, Amer bin Nasr, am 
16. d. Mts. aus Kiringa zurückgekehrt ist. 
Eine Gesandtschaft Quawas, bestehend aus sieben 
Wasagira und 60 Wahehe, begleitete ihn hierher. 
Quawa sandte Elfenbein im Werth von über 1000 
Rupien als Saläm (Geschenk). 
Der Wali berichtet über seinen Marsch vom 
Ruaha nach Kiringa, daß er zunächst unbehelligt 
dorthin gelangte. 
Noch bevor er dieses erreichte, sandte ihm Cnawa 
Rinder entgegen, und auch später, als der Araber 
Kiringa erreicht hatte, erhielt er reichlich Vieh und 
Lebensmittel für sich und seine Leute. 
Am zweiten Tage nach der Ankunst des Wali 
wurde ihm der Baba mdogo des Quawa, dessen 
Onkel Mpoma, gemeldct. 
Dieser richtete aus, daß Ouawa persönlich mit 
Amer unterhandeln wolle, falls dieser bereit sei, mit 
Mpoma Blutsfreundschaft zu schließen. 
Die allerseits bekannte Handlung, Sali, wurde 
erledigt, und nachdem die üblichen zwei Tage ver- 
flossen, Quawa sich also überzeugt und beruhigt hatte 
über eventuelle verderbliche Wirkungen des Aublicks 
eines Fremden, kam er mit seinen Häuptlingen und 
zmmitten einer großen Volksmenge zum Wali. 
Amer bin Najr setzte nunmehr dem Sultan noch- 
mals alle Friedensbedingungen auseinander, die ihm 
schon vorher durch die Wasagira überbracht worden 
waren. 
Er erkllärte sich mit Allem einverstanden und 
bat wiederholt, in Kilossa seine Friedensliebe zum 
Ausdruck zu bringen. 
Sein früheres kriegerisches Verhalten suchte er 
in der bereits berichteten Weise zu erklären und zu 
entschuldigen. 
Auf die Aufforderung des Wali Amer bin Nasr, 
die Abmachungen nun mit eigener Hand zu 
umerzeichnen, schwieg er lange und äußerte dann 
mit allen Zeichen der Furcht sein Unvermögen. 
Alle seine Leute, seine Verwandten und Wasagira 
hätten „ihre Hand auf das Papier gelegt“, und das 
sei ebenso gut, als ob er es thäte: er bat, ihn von 
dieser „Daua"') zu entbinden. 
Seinen Wasagira gegenüber erklärte er, dasß, 
wenn der Msungus?) in Kilossa oder an der Küste 
seine Hand auf dem Papier sähe, er selbst dann 
sterben müsse. 
Mschensi ist, und glaube ich, daß man dieser 
Weigerung eben nichts Anderes unterlegen darf als 
unbändige Furcht vor der Macht der Europäer. 
Ueber die Anlage der Station in Uhehe, Perondo, 
vier Tage von Kiringa, äußert sich Luawa sehr er- 
staunt und mißtranuisch. 
Dem Wali gelang es, Quawa zu beruhigen, 
ein Araber seiner Begleitung ging selbst nach beabsichtigte Wirkung haben wird, 
*) Zaubermittel. 
*t4 Weiße 
! . 
11 
weiterhin zum Bezirk Kilossa zu rechnen, 
Boma auch hierher gelangen lasser 
Perondo und theilte Kleist mit, daß „der Krieg zu 
Ende sei“! 
Lieutenant v. Kleist hat sich an der Grenze von 
Uhehe, östlich Kiringa niedergelassen und zwar im 
Gebiet eines Msagiras von Quawa. Legterer hat 
nun seinem Häuptling eine deutsche Flagge für sein 
Dorf gegeben, weil er fürchtet, daß Lieutenant 
v. Kleist „Krieg macht"“. « 
Von Kleist ist am 16. d. Mts. ein Schreiben 
hierher gelangt, wonach er bei Perondo ein Lager 
bezogen hat, welches er zur Station ausbauen will. 
Er ersucht die Station Kilossa, dem Gouvernement 
Vorschläge behufs Abgrenzung der Bezirke zu machen. 
Ich halte es für zweckmäßig, Uhehe nun auch 
und daß 
Uhehe alles Land verstanden wird, in dem 
znesinge Quawas eingesetzt sind, und in dem er 
selbst seit geraumer Zeit herrscht. # . 
Eine Theilung des Landes und die Aulage einer 
Boma in Uhehe wird nur Unzuträglichleiten im Ge- 
j den. 
sece ben dcleheziehingen mit Uhehe gehen mit 
verschwindenden Ausnahmen von Kondoa aus. 
Es wird also sich hier an Drt und Stelle die 
Möglichkeit einer Kontrole dieses Handels bieten; 
etwa vorkommende Streitigkeiten wird die Station 
in der Lage sein, auf das Leichteste zu schlichten, da 
ja die Händler alle von hier aus abgehen, oder 
hier nach Erledigung ihrer Geschäfte in Uhehe wieder 
eintn ergiebt sich als ein Grund, von der An- 
ügeseiner Station in Uhehe abzusehen, daß Quawa- 
nunmehr, und nachdem in semen Hauptplätzen die 
deulsche Flagge weht, Zeit gewinnt, um den Liinstigen 
Einfluß des friedlichen Zustandes auf sein Land zu 
beurtheile 
Ein 
geraume Fei- 
Snde lommt. 6 # 
Das Erscheinen eines Europäers mit zahlreichen 
Soldaten an der Grenze seines Landes wird Quawa 
aber kaum zur Ruhe kommen lassen. 
Quawa hat allen Gefangenen die Freiheit gegeben; 
hier in Kondoa sind die meisten der im Jahre 1892 
Geraubten zurück. **½1 
Mitte Dezember trifft die Gesandtschaft hier 
ein, welche Ouawa bestimmt hat, Euer Hochwohl- 
I. " 
Mschensis) wie Quawa braucht aber eine 
bis er mit seinen Ueberlegungen zu 
geboren seine völlige Unterwerfung anzuzeigen. 
Quawa beweist damit nur, daß er eben ein 
Der Wali wird auf Bitten Quawas als Wort- 
führer sich anschließen. 
Da die Station Perondo nur 10 Tage von hier 
entfernt ist und sich mehrere Wasagira Huawas bier 
aufhalten, bitte ich gehorsanmst, * uschen Guer 
ren über die Absicht der An 
Hochwohlgeboren über die Absich -e wallge, | 
fü i « - nicht die 
füge noch hinzu, daß eine Boma in ue ie 
*) Heide.
        <pb n="50" />
        den Verwickelungen, die eine Theilung Uhehes in ver- 
schiedene Bezirke im Gefolge haben wird. 
Euer Hochwohlgeboren bitte ich gehorsamst, mit 
der Wahehe-Gesandtschaft Mitte Dezember nach der 
Küste marschiren zu dürfen. 
gez. v. Elpons, Kompagnieführer. 
Um Störungen der Friedensverhandlungen vor- 
zubeugen, ist der in Ulanga stationirte Lieutenant 
v. Kleist angewiesen worden, nach dieser Station 
zurückzugehen. Ueber die Frage, ob in Uhehe eine 
befestigte Station anzulegen sein wird, steht die Ent- 
scheidung des Kaiserlichen Gouverneurs noch aus. 
Kammlung sprachlichen Materials. 
Durch ein Rundschreiben des Kaiserlichen Gou- 
verneurs sind die Walis, Jumben und schreibkundigen 
Suaheli und Araber Deutsch- Ostafrikas ausgefordert 
worden, Suaheli-Schriftstücke jeder Ark, wie Briefe, 
Gedichte, Märchen, Räthsel, Erzählungen, Sprich- 
wörter u. s. w. u. s. w., zu sammeln, oder neuc auf- 
zuschreiben und den Bezirksämtern oder Stationen 
zur Weitergabe an das Kaiserliche Gouvernement 
zu übergeben. 
Der Mörder Emin paschas. 
Nachrichten zufolge, welche dem Kaiserlichen Gon- 
verneur v. Wissmann zugegangen sind, ist der 
Mörder Emin Paschas, Hamadi bin Ali, nicht, 
wie bisher angenommen wurde, gegen die Belgier 
gefallen. Es wird vermuthet, daß er beabsichtigt, 
sich nach Sansibar oder Maskat zu flüchten, und 
daß er daher irgendwo an der deutschen Küste ver- 
suchen wird, sich unter falschem Namen und mit nach 
Möglichkeit verändertem Aeußeren vielleicht auf 
Fischerkanoes nach Sansibar einzuschiffen. 
Der Kaiserliche Gouverneur hat daher die Be- 
zirksämter angewiesen, bei jedem den Bezirk passiren- 
den Araber dessen Identität feststellen zu lassen, um 
den Mörder, wenn irgend möglich, abzufassen. 
Feuersbrunst in Kaadani. 
Die Stadt Saadani ist am 16. Oktober um die 
Mittagszeit von einer verhcerenden Feuersbrunst 
heimgesucht worden, welche 134 Häuser im ungefähren 
Werthe von 40 000 Rupien zerstört hat. Leider ist 
auch ein Menschenleben zu beklagen. Den energischen 
Anstrengungen der anwesenden Europäer und Polizei- 
mannschasten gelang es, als der heftige Seewind 
nachließ, dem Feuer Einhalt zu gebieten, so daß es 
auf die mittlere Stadt beschränkt blieb. Hauptsächlich 
betroffen sind die indischen Händler, denen die Mehr- 
zahl der mit den darin befindlichen Waaren nieder- 
gebrannten Häuser gehörte. Verhältnißmäßig weniger 
hart betroffen ist die Negerbevölkerung, die meist 
bei den Indiern zu Miethe wohnte und deren Haus- 
rath einen erheblichen Werth nicht zu besitzen pflegt. 
  
Seitens des Gouvernements sind unverzüglich 
Maßregeln getroffen worden, um den obdachlos Ge- 
wordenen Beistand zu leisten. So ist der — sonst 
gebührenpflichtige — Holzschlag im Bezirk Saadani 
freigegeben worden, was bereits einen Wiederbeginn 
der Bauthätigkeit zur Folge gehabt hat. Außerdem 
ist eine freiwillige Sammlung eingeleitet worden, 
deren Erträge dazu dienen sollen, die Beschaffung 
der sonstigen Baumaterialien sowie den mit dem 
Neubau Beschäftigten die Sorge für ihren Lebens- 
unterhalt zu erleichtern. Es steht zu hoffen, daß 
danl den getroffenen Maßnahmen die Stadt den 
erlittenen harten Schlag in nicht allzu langer Zeit 
verwinden wird. 
bersuchsstation in Uiambara. 
Einem Berichte des Kaiserlichen Gonverneurs 
zufolge ist der mit Anlage der in Usambara ge- 
planten Versuchsstation des Gouvernements beauf- 
tragte Graf Zech am 10. November v. Is. von 
Tanga nach dem Innern aufgebrochen. 
Einige geeignete Punkte im oberen Wurnnithal 
und im Mluluthal waren bereits vorher besichtigt 
worden. Die definitive Wahl des Platzes soll jedoch 
dem Leiter der Station überlassen bleiben. 
Graf Zech beabsichtigt daher, zunächst sein Stand- 
quartier bei Wuga aufzuschlagen und von da aus 
Rekognoszirungstouren in die Umgegend zu machen, 
um den besten Platz für seine Zwecke zu finden. 
Es ist ihm die nachfolgende Instruktion ertheilt 
worden. 
Dar.es-Salaäm, den 5. Oktober 1895. 
Ew. Hochgeboren ertheile ich im Anschluß 
an Ihren mit der Kolonial-Abtheilung des Aus- 
wärtigen Amtes abgeschlossenen Vertrag nachstehende 
Instruktion: 
Die Versuchsstation in Usambara, deren Anlage 
und Leitung Ihnen übertragen ist, soll den Zweck 
haben, zu untersuchen, inwieweit sich die westlich des 
Luengera gelegenen Gebiete von Usambara für tro- 
pische Kulturen, Ackerbau und Viehzucht eignen. 
Die Station soll als ein dem allgemeinen Wohle 
dienendes Unternehmen durch Versuche in verschie 
denen Höhenlagen den schon bestehenden sowie neu 
hinzukommenden Pflanzungen den Beweis liefern, 
welche tropischen Nutzpflanzen sich in den verschie- 
denen Lagen mit Aussicht auf Ersolg kultiviren lassen, 
und solche Unternehmungen später gegebenenfalls mit 
Pflanzenmaterial und Saatgut zu versehen in der 
Lage sein. 
Diese Versuche sollen ferner in Verbindung mit 
den Versuchen mit Ackerbau und Viehzucht feststellen, 
inwieweit die Bedingungen für eine nach genauester 
Erforschung aller einschlägigen Verhältnisse später 
ins Auge zu fassende Niederlassung dentscher An 
siedler daselbst vorhanden sind, und Grundlagen 
schaffen zur Beurtheilung der Höhe des erforderlichen
        <pb n="51" />
        Anlagekapitals der verschiedenen Arten von Unter- 
nehmungen und ihrer Rentabilität. 
Die Versuche werden sich unter Berücksichtigung 
größtmöglicher Sparsamkeit und genauester Kalku- 
lation nach und nach möglichst vielseitig zu gestalten 
haben, Euer Hochgeboren werden indeß immer im 
Auge zu behalten haben, alle Versuche den vorhan- 
denen Mitteln anzupassen, besonders im Anufange 
daher nicht zu viele Sachen auf einmal zu beginnen. 
Da das Unternehmen, wie gesagt, dem allgemeinen 
Wohle dienen soll, kommt es in erster Linic nicht 
darauf an und liegt es auch nicht in der Absicht, 
durch Großbetrieb einzelner Kulturen schon in kurzer 
Zeit eine Rentabilität zu erzielen. 
Wenn es ermöglicht werden kann, daß das Unter- 
nehmen sich nach und nach selbst erhält oder Ueber- 
schüsse erzielt, so wird dies natürlich seiner Erwei- 
terung zu Gute kommen. 
Euer Hochgeboren unterstehen ebenso wie die 
anderen der Versuchsstation zugetheilten Bramten der 
Abtheilung für Landeskultur und Landesvermessung, 
deren Weisungen Sie Folge zu leisten und an die 
Sie monatlich kurz über den Fortgang Ihrer Arbeiten 
zu berichten haben. Im Interesse der Entwickelung 
des Unternehmens soll Ihnen indessen eine möglichst 
weitgehende Selbständigkeit gelassen werden. 
Vor Allem wird die Auswahl des geeigneten 
Terrains vollständig Ihrer Verantwortlichkeit über- 
lassen bleiben. Ew. Hochgeboren wollen auf diese 
Auswahl die größte Sorgfalt verwenden und sich in 
der definitiven Bestimmung des Stationsplatzes nicht 
übereilen. 
Zu diesem Zwecke wollen Sie sich, nach Berathung 
mit Herrn v. St. Paul, mit Herrn Lieutenant 
Storch, dem der Bezirk Masinde untersteht, ius 
Einvernehmen sotzen. Herr Lieutenant Storch hat 
bereits diesseits den Austrag erhalten, ein gceignetes 
Gelände vorläufig zu rekognosziren. 
terhin von mir angewiesen werden, Sic in jeder 
Hinsicht zu unterstützen. 
Die Station rechnet mit der Bezirkskasse Tanga 
monatlich nach den von ihr zu ertheilenden Wei- 
sungen ab. 
Alle Anträge auf Genehmigung von Ausgaben 
oder Bestellungen sind, soweit sie nicht innerhalb des 
Nahmens der Ihnen monatlich für Arbeitszwecke zur 
Verfügung stehenden Gelder liegen, an die Abtheilung 
für Landeskultur und Landesvermessung zu richten, 
13 
sammen. 
. 
Er wird wei- 
Salä ir ärtner 
5. aus dem von Dar-es-Saläm kommandirten Gär t 
Leiby. der dem Grasen v. Zech bereits aus Neu- 
Guinea bekannt war, und 6. dem Pflanzer Illich zu- 
Frau Gräfin v. Zech und Tochter sind 
ebenfalls mit der Expedition abmarschirt. 
T#go. 
Neise des Landesbauptmanns. 
Der Kaiserliche Landeshauptmann Köhler hat 
eine Besichtigungsreise nach den inneren Stationen 
des Schutzgebictes und dem Volta- in Begleitung der 
Schutztruppe ausgeführt. Telegraphischer Medung 
zufolge ijt er von dieser Reise Mitte Dezember nach 
der Küste zurückgekehrt. 
Oeffentliche Arbeiten. 
N inem Briefe des Missionars P. Dier hat 
Pon nach der Adjidoscite eine Verschönerung 
erhalten. Es ist das die beim Regierungsgebäude 
cW elegte Treppe zu der Lagune, woselbst des Abends 
Alndl Glaslaternen brennen. Gegenwärtig ist man 
K#as eifrig mit dem Brückenbau zwischen Sebbe, wo 
das Hauptregierungsgebände sich befindet, und Adjido 
beschäftigt. Bereits hat die Kaiserliche Regierung 
einen recht schönen Weg über Adfido nach Hdieser 
Brücke hin gelegt, und es ist zu hoffen, daß Adjido 
durch den Brückenbau eine Zukunft. haben wird. Wir 
haben dann eine Verbindung mit dem Innern des 
Vandes, ohne daß wir Fahrzeuge zu benutzen brauchen, 
und wenn dann noch die Brücke von Adjido nach 
Klein-Popo gebant ist, so wird sich Manches besser 
gestalten. 
Deutsch-Südwelkafrika. 
Sug des Raiserlichen Landesbauptmanns nach 
Grootfontein. 
Aus dem nördlichen Hererolande hat Major 
Lentwein zur Ergänzung seines letzten Berichtes 
welche Ihnen auch die näherc Mittheilung über Ihre 
vorläufigen Betriebsgelder, Ausrüstung u. s. w. direkt 
machen wird. 
Nach Ihrer ersten Einrichtung sehe ich der Ein- 
reichung eines möglichst genauen Wirthschaftsplanes 
entgegen. 
Der Kaiserliche Gouverneur. 
gez. v. Wissmann. 
Das Personal der Station setzt sich vorläufig aus 
den Herren: 1. Graf v. Zech, 2. Landwirth Eick, 
3. Botaniker Dr. Buchwald, 4. Gärtner Wagner, 
nehe Kol. Bl. 1895 S. 621) von Otyimbingue aus 
diege le 12. Oktober 1895 Folgendes gemeldet: 
Vom 30. August bis zum 3. September hatte ich 
die Umgebung von Grootfontein in östlicher und 
nördlicher Richtung durchzogen und kann nur die in 
meinem letzten Bericht niedergelegten günstigen An- 
schauungen über das Land nochmals wiederholen. 
lbe ist ungemein wasserreich (sließendes Wasser) 
rn wo keine Hereros gehaust haben, auch noch zuB 
mit Weide versehen. In Ghaub wurde derern 
meinem letzten Bericht bereits erwähnte Hereron tart 
Jak Krueger förmlich als Kapitän der berg augen 
und Buschmänner eingesetzt. Bei dieser e Fnir *7 
will ich hier gleich hinzufügen, daß ich an ## gon- 
Bergdamara und Buschmänner im Westen des
        <pb n="52" />
        zessionsgebietes der South West Africa Co. Ld. einen 
Kapitän eingesetzt habe und zwar den Buschmann 
Aribib, welcher auch bisher bercits eine Art Ober- 
14 
herrschaft über die betreffenden Volksstämme aus- 
geübt hat. 
Am 7. September erfolgte der Abmarsch von 
Grootfontein: ich begab mich über Otavi nach Outio, 
wo ich am 16. September eintraf. Der Oberhäupt 
ling Samuel hatte sich nachträglich doch noch zum 
Mitgehen entschlossen und mich bis hierher begleitet. 
Derselbe ist mir unterwegs vielfach von Nutzen 
gewesen. 
In Outjo meldete sich der Kapitän der Zwart- 
booi-Hottentotten bei mir, begleitet von dem 
Kapitän der nördlich des Kaokofelds wohnenden 
Topnaars. Der Lettere erklärte sich mit dem 
Ersteren solidarisch verbunden und den von diesem 
mit der deutschen Regierung abgeschlossenen Schutz- 
vertrag auch für sich und sein Volk gültig, was er 
sowohl wie seine Großleute durch Unterschrift be- 
kräftigen zu dürfen baten. Hiergegen hatte ich 
natürlich nichts einzuwenden, namentlich, nachdem ich 
die Ueberzeugung gewonnen hatte, daß der Passus, 
betreffend die Kriegspflicht, auch bei ihnen volles 
Vuseim gefunden hatte. 
Am 2 1. September verließ ich Outjo und mar- 
schirte über Omaruru, Okombahe nach Otyimbinguc. 
Wenn man die Gejühle der Hereros gegen uns 
lediglich nach der Zahl der aufgesteckten deutschen 
Fahnen sowie nach der sichtlichen Theilnahme der 
Bevölkerung an unserem Einzug berechnen wollte, so 
könnte ich in Bezug auf Omaruru und Otyimbingue 
nur das Allergünstigste berichten. Namentlich bei 
Von hier werde ich morgen abmarschiren und 
hoffe, der Truppe vorauseilend, in drei Tagen in 
Windhoek zu sein. Der Oberhäuptling Samuel 
wird mich bis zur Abzweigung des Weges nach 
Okahandja begleiten und will sich zur Besprechung 
einiger unbedeutender Vorkommnisse während unserer 
Abwesenheit in ctwa acht Tagen in Windhoek cin- 
finden. 
RAus dem Bereiche der Missionen und 
der RAnkisklaverei-Bewegung. 
Im Alter von 68 Jahren ist in Stuttgart 
(Württemberg) der frühere Missionar Johannes 
Gottlieb Christaller aus Schorndorf gestorben, 
dessen einer Sohn seit 1887 in Kamermn als Lehrer 
der deutschen Regierungsschule thätig ist. Der Ver 
ewigte hatte sich in seinem 21. Jahre entschlossen, 
Missionar zu werden. Nach vierjähriger Vor- 
bereitung im Missionshaus zu Basel ging er 1852 
" au die Goldküste, wo er 11 Jahre im Missionswerk 
1! 
!Frucht dieses Aufenthalts. 
dem erstgenannten Platze, den wir vor einem Jahre 
noch als Feinde betreten hatten, 
Umschwung zu verzeichnen, was 
Verdienst des dortigen Stationschefs, des Sekond- 
lieutenants Volkmann, auffasse. Das dortige 
Stationsgebäude sowie dasjenige in Okombahe sind 
bereits fertiggestellt und machen auf den günstig 
gewählten beherrschenden Stellen einen imponirenden 
Eindruck. 
Okombahe fand ich als einen sehr schön gelegenen 
Platz, das Flußbett mit Gärten und Kornfeldern 
dicht bedeckt. Die Hereros, denen jede staatliche 
Ordnung ein Greucl ist, haben bis auf Wenige den 
Ort verlassen, während seitens der Bergdamaras sich 
bereits ein Zufluß einzustellen beginnt. Ich habe 
den Distriktschef angewiesen, die Gärten der Aus- 
gewanderten einzuziehen sowie denselben die Rückkehr 
zu versagen, dagegen den Zustrom der Bergdamaras 
zu befördern, in welchem Bestreben wir gleichfalls 
ist ein mächtiger 
iich vor Allem als 
senior lay member der Universitätenmission, 
durch die Kurzsichtigkeit der Hereros unterstützt wer- 
den. Diese fahren nämlich fort, die in ihrem Ge- 
biete wohnenden Bergdamaras in unerhörter Weise 
zu bedrücken. Mit Absicht habe ich dem Lapitän 
in Okombahe erklärt, daß ich lediglich seine auf ge- 
nanntem Platze wohnenden Leute schützen könne und 
werde. 
thätig war. Viele literarische Werke waren die 
Besondere Verdienste 
hat er sich um die Sprache der Aschanti erworben. 
Das Institut de France hat ihn dafür durch die goldene 
Volney-Medaille ausgezeichnet. Noch vor Kurzem ist 
dank seiner eifrigen und sachkundigen Mitwirkung die an 
dieser Stelle erwähnte Geschichte der Goldküste von 
dem eingeborenen Pastor Reindorf herausgegeben 
worden. Die meisten Arbeiten J. G. Christallers 
betrafen die afrikanischen Sprachen. Sie sind leider 
in verschiedenen wissenschaftlichen Zeitschriften verstreut. 
Sein Tod ist in gleichem Maße als ein Verlust für 
die Bestrebungen auf dem Gebicte der Mission wie 
der Wissenschaft zu beklagen. 
Englischen Zeitungsberichten zufolge sind nähere 
Nachrichten über den Tod des Bischofs Maples 
eingetroffen. Er ist mit Mr. Williams, dem 
bei 
einer Bootfahrt auf dem Nyassasee bei Nifu infolge 
eines plötzlichen Sturmes verunglückt. 
Ein anderes Mitglied der Universitätenmission, 
der Rev. George Atlay, dessen Tod kürzlich ge- 
meldet wurde, ist im portugiesischen Nyassagebiet, 
gegenüber Likoma, bei cinem Jagdausflug ermordet 
worden. 
Der britische Missionsbischof Tucker ist am 
4. Oktober v. Is. in Mengo, der Hauptstadt Ugandas, 
wohlbehalten eingetroffen. In seiner Begleitung 
befanden sich mehrere englische Missionsschwestern.
        <pb n="53" />
        Seitens der Leipziger evangelisch lutherischen 
Mission sind nach Deutsch-Ostafrika abgesandt worden 
der Landwirth v. Lany, die Bränte der Missionarc 
Althaus in Mamba und Müller in Madshame 
sowie Fräulein Hoffmann. 
Eine Reihe unvorhergesehener, schmerzlicher Un- 
glücksfälle wird wahrscheinlich zur Aufhebung der 
Station der Rheinischen Mission auf der Dampier= 
insel führen. Die dortigen, erloschen geglaubten 
Vulkane sind nämlich, wie Missionar Dassel in der 
Zeitschrift „Die evangelischen Missionen“ schreibt, 
wieder in Thätigkeit getreten. Seit dem 17. Juni 
hält der Ausbruch des Kraters, an dessen Fuße die 
Station liegt, die Missionarc fast ständig in Auf- 
regung. Bei Tage entsteigen dicke Nauchwolken mit 
oft geradezu grausigem Aussehen dem Feuerschlunde 
und überziehen den ganzen nordwestlichen Himmel, 
während bei Nacht zuweilen der ganze obere Kegel 
des Berges von einem Feunerschein umgeben ist. Zu 
einem förmlichen Ausbruch gluthflüssiger Lava ist es 
indeß bis jetzt noch nicht gekommen. 
Da täglich ein Ausbruch des Vullaus zu er- 
warten war, blieb Missionar Barkemeyer, der am 
2. Juli zu Boot angekommen war, vorläufig auf 
Dampier. Ende Juli packte ihn jedoch das Fieber 
und fesselte ihn mehrere Tage an das Bett. Am 
2. August war er wieder so weit hergestellt, daß er 
am anderen Morgen auf die Jagd ging, um eine 
Taube oder ein Waldhuhn zu schießen, doch kehrte 
er ohne Jagdbente zurück. Aus Versehen hatte er 
die Patronc im Lauf stecken lassen. Als er das 
Gewehr vor dem Missionshause ablegte, entlud es 
sich auf unerklärliche Weise. Der Schuß zerfetzte die 
Kleider und durchbohrte Barkemeyer vom Rücken 
her durch die rechte Bauchscite. Die beiden anderen 
Missionare stürzten auf den dumpfen Kuall sogleich 
aus dem Hause und fanden Barkemeyer hoffnungs- 
los verwundet. Nur zwei Stunden währte der 
schwere Todeskampf. 
Diese Aufregung, verbunden mit der steten Angst 
vor dem Kraterausbruch, streckte auch die beiden 
das Krankenbett und zwang sie, vorläufig die Dampier= 
insel zu verlassen. Da obendrein unter den Ein- 
geborenen der Insel die Pocken ausgebrochen sind, 
und die Eingeborenen schwerlich auf der Junsel blei- 
ben, wenn der Krater ausbricht, so ist wenig Hoff- 
nung, daß die Missionare je dorthin zurückkehren 
werden. – 
Nach einem Briefe des F. Dier in „Gott will 
es“ vom Ende Mai 1895 hat die apostolische Prä- 
sektur der englischen Goldküste vor einigen Tagen den 
kirchlichen Leiter und innerhalb des letzten Monats noch 
drei weitere Patres und eine Schwester durch den Tod 
verloren. Im erfreulichen Gegensatz dazu stehen die 
Gesundheitsverhältnisse in der benachbarten aposto- 
15 
  
  
  
ihnen den 
D 
meäshtiger Hebel, die jungen 
□S 
sügen; 
überlebenden Missionare Dassel und Helmich auf Erlös K 
–2 
lischen Präfektur Togo. Die Mission hat jem iu 
Adsido 50, in Lome 30, in Porto Seguro und Togo 
zusammen 20 schwarze Pfleglinge Es sind in den 
fünf verschiedenen Hauptstationen sechs Priester und 
neun Laienbrüder thätig. Unterricht wird in neun 
Schulen und einem Seminar zur Ausbildung von 
schwarzen Lehrern ertheilt. Die Zahl der Schüler 
beträgt 377, die der erwachsenen Christen 307. 
Wie die Dezembernummer von „Afrika“ mittheilt, 
hat Missionar Becker auf der Station Bethel bei 
Mtai für den evangelischen Afrikaverein eine etwa 
eine Quadratmeile große Fläche Landes am Mlolo 
gekauft. Es soll auf diesem Gebiete eeine Nieder- 
lassung für befreite Sklaven angelegt werden. 
Das von der katholischen Mission bei Baga- 
moyo 1871 gegründete christliche Dorf St. Joseph 
bestand nach einer Schilderung in „Gott will es“ 
1880 aus 70 Familien, 1890 aus 100 Familien 
und wächst mit jedem Jahre. Schon giebt es da- 
selbst eine große Anzahl Kinder, welche von ihren 
Müttern zu guten Christen erzogen werden. Sie 
neunen die Missionarc Väter und diese pflegen sie 
Kinder zu heißen. Als ihre Zahl zunahm, wurde 
eine kleine Kapelle gebaut. Sie hat nur Lehmwände 
und ein Strohdach; aber die Reinlichkeit im Innern, 
die Gemälde und der Kreuzweg an den Wänden 
stimmen die jungen Christen zur Frömmigkeit. Mor- 
gens und abends versammeln sie sich darin zum ge- 
meinschaftlichen Gebete. An fünf Tagen arbeiten 
sie in den Gärten der Mission, wofür sie Nahrung 
und Kleidung erhalten. Jeden Samstag empfangen 
re Portion Hirse, Mais, Bohnen und gesolzene 
Ueberdies hat jede Haushaltung in der Nähe 
der Wohnung einen kleinen Grundbesit, den sie nach 
Belichen ausbeuten kann unter der einzigen Bedin- 
gung, daß sie ihn wirklich anbaut. Dazu giebt man 
Donnerstag frei. Ueber die Früchte, die 
sie ernten, können sie nach eigenem Gutbefinden ver- 
sie können sie verkaufen und sich für den 
kleider oder Nahrungsmittel anschaffen. So 
gewöhnen sie sich an häuslichen Sinn und Sparsam= 
keit, Dinge, die ihnen früher gänzlich unbekannt 
waren. Einige haben sich schon recht bequem ein- 
gerichtet; wer aber aus Trägheit sein Feld vernach- 
lässigt, dem wird cs zur Strafe genommen, um 
den Fleißigen zugctheilt zu werden. Einer der Neger 
ist zum Bürgermeister des Dörschens ernannt worden; 
er hat für die gute Ordnung einzustehen und den 
Pater von jeder Störung in Kenntniß zu seten. 
Abends hält er Appell, damit keiner die Nacht an- 
derswo durchschwärme. Auch der Pater macht von 
Zeit zu Zeit die Runde; spätestens 10 Uhr abende 
muß Jeder zu Hause sein. Das väterliche Regiment, 
welches auf diese Art aufrecht erhalten wird, it ei 
Christen zur Frömmig-
        <pb n="54" />
        keit anzutreiben und in guter Ordnung und Arbeit! 
samkeit zu erhalten. 
Seit 1885 hat das christliche Dorf eine wichtige 
Veränderung erfahren. Weder nach der Absicht der 
Missionare noch nach der Meinung der Schwarzen 
selbst sollte der eben geschilderte Zustand immer fort 
dauern. Es kam die Zeit, wo die ersten Einrich- 
tungen beendigt waren, und nunmehr mußte Arbeit 
geschafft werden, um diese Familien zu beschäftigen. 
Der Mission war es auf die Dauer unmöglich, für 
so viele Leute Lebensmittel aufzubringen. Es wurde 
nöthig, diese Christen, die keine Kinder, keine Stlaven 
mehr waren, früher oder später ihrer persönlichen 
Verantwortung zu überlassen. Dieser Uebergang war 
nicht ohne Gefahren. Doch vollzog er sich in Baga- 
moyo ohne Erschütterung. Um den christlichen Fa- 
milien den zu ihrem Unterhalte genügenden Grund 
und Boden zu verschaffen, mußte ein größeres Grund- 
stück erworben werden. Glücklicherweise waren dem 
apostolischen Vikar gerade um diese Zeit durch einen 
deutschen Priester 5000 Mark zur Gründung eines 
christlichen Dorfes zur Verfügung gestellt worden. 
Aber nur mit Mühe konnte Grund und Boden von 
einem verschuldeten Araber erworben werden, weil 
der Sultan von Sansibar die Abtretung von Land 
au die „Ungläubigen“ nicht gerne sah. Das neue 
Besitzthum, nach dem Wunsche des Schenkers zu 
Ehren des heiligen Thomas „Thomasstadt“ genannt, 
liegt ungefähr eine halbe Stunde von der Mission. 
Es ist ziemlich groß und von gewöhnlicher Frucht- 
barkeit, beschattet von mehreren Kokospalmen und 
einigen Mangobäumen. Nachdem man den Platz 
sorgfältig vermessen und in Lose von gleicher Aus- 
dehnung eingetheilt hatte, sand sich, daß 17 Familien 
darauf leben konnten. Zehn unter ihnen haben schon 
1886 ihre Hütten gebant und leben glücklich darauf. 
Ein Vorsteher mit zwei Gemeinderäthen bildet die 
Regierung. 
Für die in Drei-Aehren bei Colmar beabsichtigte 
Errichtung einer Zweigniederlassung der Bäter vom 
heiligen Geiste ist die den Landesgesetzen entsprechende 
Zulassung gewährt worden. 
Ueber einen Besuch beim deutschen Stationschef 
von Tabora schreibt P. Capus in 
Schwert“ aus Uschirombo unter dem 12. Juni 18956: 
Ich komme soeben von einer Reise nach Tabora 
zurück. Zweck war, 28 Waisenkinder zu holen, welche 
die deutschen Truppen den Sklavenhändlern abgejagt 
hatten. Herr Stationskommandant Leue hatte uns 
gebeten, die armen Kinder unter unsere Obhut zu 
nehmen. 
Von der Reise habe ich den besten Eindruck mit- 
gebracht. Unterwegs berührte ich unsere Mission 
St. Michael, die erst zwei Jahre besteht. Ich hatte 
meinc helle Freude an den dort gemachten Fort- 
schritten. Die Bisuana, die ehemals als ganz un- 
zugänglich galten, kommen von nah und fern zur 
16 
„Hreuz und 
Mission, und die Häuptlinge, die noch vor einigen 
Jahren die durchreisenden Missionare erbarmungslos 
ausplünderken, wünschen jetzt alle, die Missionare 
sollten zu ihnen kommen. 
Da die Ebene infolge überreichen Regens schwer 
zu passiren war, so konnten wir nicht geradcaus auf 
Tabora marschiren. Wir hielten uns auf den Hügeln 
und erreichten nach sieben starken Marschtagen Ndala. 
Dort wurden wir im Triumph empfangen. Mutabo, 
die Königin, überschüttete uns mit Ehrenbezeugungen, 
desgleichen ihre Unterthanen. Unser Aufenthalt war 
ein Fest für die Leute, und die alte Königin sprach 
uns den lebhaften Wunsch aus, Missionare zu erhalten. 
Es ist noch nicht so lange her, da verweigerte sie 
dem Missionar bei strömendem Regen ein Obdach. 
Heute haben wir Mühe, wieder von ihr loszukommen. 
Nach achtstündigem Marsche durch ein sehr be- 
bölkertes Land kamen wir an die Hauptstadt von 
Ujui. Fünf Minuten davon erhebt sich auf einer 
kleinen Anhöhe die frühere englische Mission, heute 
ein Waarenmagazin. 
Beim Hahnenschrei früh morgens waren wir wieder 
auf den Beinen. Wir hatten einen dichten Wald vor 
uns, und erst nachmittags 2 Uhr zogen wir in Ta- 
bora, der Hauptstadt von Ungamwesi, ein. Tabora 
ist groß, aber seine Bewohner wohnen zerstreut auf 
ihren Gehöften in der Ebene. Seitdem die Deutschen 
hier sind, haben sie die verschiedenen Stadttheile durch 
breite und lange Straßen mit dem Markiplatze ver- 
bunden. Der Markt von Tabora hat einen bedeu- 
tenden Ruf: jeden Tag wird da gehandelt; man 
verkauft da Alles: Pataten, Maniok, Früchte, Fische, 
Pombe jeder Güte, sogar Bremholz, worüber die 
Neger, die den Markt zum ersten Mal besuchen, sich 
hoöchlich wundern. Was es an Thieren und Menschen 
giebt, kommt hier zusammen, alle Stämme, von der 
Ostküste bis zum Kongo, vom Victoriasee bis zum 
Nyassasee, treffen sich hier: man sieht alle Kostümc, 
man hört alle Sprachen: es ist ein Durcheinander 
sonder Gleichen. Man schreit, gestikulirt mit Händen 
und Füßen, prügelt sich — trotz der Negerpolizei, die 
gravitätisch durch die Menge schreitet, gar nicht übel 
anzusehen mit ihrer Schärpe und dem Säbel an der 
Seite. Geht ein Weißer vorüber, erhebt sich Alles, 
grüßt militärisch und läßt seiner Gurgel ein ehr- 
furchtsvolles „Morgen!“ entfahren. Ein wirklich 
hochinteressantes Schausfpiel! Um das Bild zu ver- 
vollständigen, sehen wir die Schutztruppe exerziren, 
Tambour und Hornist machen Musik dazu. Könnten 
wir noch Straßenbeleuchtung, Omnibusdienst und 
Zeitungsausrufer hinzufügen, so wärc ein kleines Bild 
von Berlin da. 
Der Empfang, den wir bei den deutschen Be- 
hörden sanden, war recht herzlich. Der Herr Haupt- 
mann und seine Subalternen erschienen in Gala. 
Ich mußte absolut mit ihnen speisen und bei ihnen 
wohnen. 
Herr Hauptmann Leue zeigte ein sehr warmes 
1 Interesse für unsere Missionen. „Gründen Sie neue
        <pb n="55" />
        Siationen; ich möchte Sie bei allen Stämmen finden. 
Wo Sie sind, ist das Land ruhig,“ sagte er wieder— 
holt. Er bedauerte, daß wir keine Mission in Ta- 
bora haben, und versprach uns seine beste Hülfe, 
falls wir uns dort niederließen. 
Nach einigen Tagen zog ich mit den erhaltenen 
28 Kindern heimwärts nach Uischrombo. 
Ueber die neue Station der Neudettelsauer 
Mission auf dem Sattelberge schreibt Missionar 
Flierl: Schon für das leibliche Auge hat man vom 
Sattelberg aus eine gute Aussicht. Im Osten dehnt 
sich das unendliche Meer, im Süden des Bubuniflusses 
die Rawlinson-Bergketten, jenseits wieder das Meer 
mit den winzigen Tamiünseln und drüben über dem 
Huaigolf die gewaltigen Bergketten des Südostens 
von Kaiser Wilhelmsland; im Westen, jenseits der 
etwa drei Stunden breiten, an Dörfern und Plan- 
tagen reichen Einsenkung hohe, dunkle Waldgebirge: 
im Norden zunächst die Parallelbergkette des Busim 
mit zahlreichen Dörfern und Plantagen, und darüber 
glänzt das Meer, aus dem sich die große Insel Rook 
mit ihren 5000 bis 6000 Juß hohen Bergkuppen 
erhebt, nahe davon in östlicher Richtung das West- 
ende von Neu-Pommern mit seinen malerischen 
Zwillingsvulkanen Hunstein und Below, ebenso hoch 
wie die Rookberge. Vor und zwischen der Rookinsel 
und Neu-Pommern liegt die Wolke der kleinen nie- 
drigen Siasiinseln. Daneben besteht die gute Aus- 
sicht des Sattelbergs als Missionsniederlassung zu- 
nächst darin, daß er so recht inmitten der Heiden 
liegt und also ein guter Mittelpunkt für Missions- 
thätigkeit unter den Bergstämmen zu werden verspricht. 
Ferner besteht die gute Aussicht dieser Bergstation 
auch in ihrer gesunden Lage. Daß der Ort malaria- 
frei ist, 
keinem Zweifel mehr. Auch Br. Deckers Fieber, 
das er augenscheinlich von der Astrolabebai mitbrachte, 
hat sich nicht wiederholt. Bei gesundem Ort aber 
giebt es weniger Personenwechsel, und dies ist auch 
dem endlichen Missionserfolg förderlich. 
Ferner eröffnet sich für die hiesige Bergstation 
noch gute Aussicht dadurch, daß der Bergrücken ge- 
nügend Ernährungsfläche darbietet für eine größere 
Stationsgemeinde. Der Sattelbergrücken ist ein kleines 
Hochländchen und bietet für eine Station völlig aus- 
reichend brauchbares Land für jede wünschenswerthe 
Entwickelung. was ihn erst recht geeignet macht zum 
Mittelpunkt der Missionsthätigkeit unter dem Bergvolk. 
Verschiedene Mittheilungen. 
Ueber die Thätigkeit der versuchskulturanstalt des 
Röniglich botanischen Gartens in Berlin 
entnehmen wir dem „Notizblatt“ (Leipzig, Engel- 
mann) Folgendes: 
17 
unterliegt ja nach so langer Erprobung 
Es wurden von den in der Anstalt herangezo- 
genen tropischen Nutzpflanzen größere Sendungen 
abgegeben an die Usambara-Kaffeebau Gesellschaft, 
den botanischen Garten zu Victoria und die Station 
Lolodorf in Kamerun; endlich für die neu zu be- 
gründende landwirthschaftliche Versuchsstation in 
Usambara. Mit dem als Gerbemittel rasch bekannt- 
gewordenen Canaigre (Kumes hymenosepalus) sind 
Versuche angestellt worden, welche zur Erzeugung 
einer großen Menge Pflänzlinge aus drei Knollen 
des Gewächses geführt haben. Andere Versuche be- 
trafen die Aufzucht wichtiger tropischer Gewächse aus 
Samen, die von Willium Brothers in Ceylon aus 
den botanischen Gärten in Buitenzorg, Calcutta, 
Madras, Saigun und aus Westindien bezogen waren. 
Ueber den ostafrikanischen §ettbaum Stearodendron 
Stuhlmunnii Engl. 
schreibt Professor Engler im „Notizblatt“: 
Dr. Stuhlmann hat bei einer Vereisung der 
Landschaft Ulugurn das häufige Vorkommen eines 
von den Eingeborenen Mkani genannten Baumes 
festgestellt, aus dessen Früchten die Wakami ein talg- 
artiges Fett herstellen, welches nach Bagamoyo zum 
Verkauf gebracht wird. Die 3 em dicken tetraedri- 
schen und sehr zahlreichen Samen der mächtigen 
Früchte sind so reich an Fett, daß vier Früchte etwa 
1 bis 1,5 kg Fett ergeben. Um den Baum, welcher 
wegen des Fettgehaltes seiner Früchte möglicherweise 
mit Aussicht auf Gewinn kultivirt worden kann, 
wissenschaftlich zu bestimmen, sind von Dr. Stuhl- 
mann Blätter und Früchte eingesandt worden, auf 
Grund deren im März v. Is. festgestellt werden 
konnte, daß die Pflanze mit einer bis dahin unbe- 
schriebenen, von dem verstorbenen Forscher C. Holst 
bei Aguelo in Usambara reichlich wildwachsend be- 
obachteten Guttifere identisch ist. Holst. schrieb 
darüber, daß der Baum zu den mächtigsten und 
größten des dortigen Tropenwaldes gehöre: n Nicht 
allein seiner Größe und Schönheit wegen ist der 
Baum interessant, es sind dies Blüthen sowohl wie 
Frucht. Erstere liegen um diese Zeit (24. Februar) 
zu Hunderten zerstreut auf dem Boden; alle Augen- 
blicke begegnet man, durch den Waldpfad gehend, 
mehr oder weniger solchen Blüthenkomplexen. Die 
Früchte sind mächtig groß und schwer, messen 1 Juß 
Länge mit einem Durchmesser, der oberhalb der Mitte 
etwas weniger als ½ JFuß beträgt. Es kommen 
verhältuißmäßig nur wenig Früchte zur Entwickelung, 
die bei ihrer Verletzung einen dicken goldgelben Saft von 
sich geben. Im Allgemeinen ist der Baum im Wol 
sofort zu erkennen durch seine eigenartige, von der 
der anderen Bäume abweichende Art und Zweig- 
stellung; namentlich die Zweige sind es, welche 7 
nnregelmäßige, quirlförmige Stellung besttenn. 4½% 
dann gehen diese fast immer im rechten Winkel ab.
        <pb n="56" />
        Leider konnten in der Holstschen Sammlung, 
ebenso wenig wie in der Stuhlmannschen, Blüthen 
dieses Baumes nicht aufgefunden werden. 
Elfenbeinbandel. 
— Dem von Heinr. Ad. Meyer, Hamburg, für 
das verflossene Jahr veröffentlichten Berichte ent- 
nehmen wir Folgendes: 
18 
zu sein und erklären die ungewöhnlich großen Zu- 
fuhren der letzten Jahre. Bis zum Jahre 1883 
besaß noch Aegypten das Monopol und die Macht, 
diese Länder abzujagen, was eine Durchschnittsbeute 
von 160 000 kg Elfenbein erzielte. Seit 1884 sind 
diese Zufuhren gänzlich abgeschnitten und kommen 
nur noch die kleinen Erträge aus Bornu, Wadai 
und Dar-Fur durch die Wüste nach den Mittelmeer= 
häfen Bengasi und Tripolis. Diese Zufuhren be 
  
Eine langsamc, aber allgemeine Besserung des trugen: 
Elsenbeinmarktes, auf die in meinen letzten Berichten 1890 1891 1892 
wiederholt hingewiesen worden, hat sich auch in 74.000 kg 61 oo kg 13 000 kg 
diesem Jahre, trotz der wieder um 53 000 kg ver- i k% 1½ 
größerten Angebote, nicht nur erhalten, sondern auch 1893 ** 1895 
weiter befestigen können. 15 000 kg 87 000 kg 53 000 kg 
Das Angebot in den Auktionen betrug: 
Liverpool. London. Antwerpen. 
1892 1893 1894 1855 1892 igos 1504 1605 1892 1893 1894 * 
—nm—— "u. uzz# , "6 - 
Januar 15000 16 000 13 000. 1400 oKoo i0 boo sofdoo 98 000]26 000 44 000. 37 000 60 000 
April 15 000, 21 000 18 000, 16 000 102 000 83 000 102 000 36 000 32 000, 48 000 50 000 80 000 
Juli . . . .. 14000 20000 13 000 15 000 90000 81 000 84 000 65 00|35 000 62 000 43 000 6109000 
Oktober 16000 12 0 16 000, 14.000/ 106 000 92 000 102 000 95 000|] 26 000 670000. 000 71 000 
Total. 60 000 69 000 60 000, 570600 396 000 359 000 376 000 344 000| 119 000, 221 000 184 000 272 000 
Totalangebot Verkauft wurden Unverkauft geblieben 
11 1803 « 1894 1895 1693 1694 1895 1852 1803 1894 1895 
Januar. 13900 165 doo 1800 71 i- Koo 14600 12.00 14 a 2 2500 1k500 26 000 
April 149 000 152 000, 170 000“ 165 000 18 2% 126 000. 138 000 170000/16000 27 000 32000, 12000 
Juli v139 000 163 000 140 000 141 000 113000, 147 000 126 000 131 00/26 000 16 000 14000 10 000 
Oktober 148.000 171,000 172 000 180 000/134 000 150 000 164.000 174 000) 14000 21000 8000 6000 
Toin 575000. 649 000 620 000 673 0001498 000 563.000 550 000 619 0000 77000 86 000 70 000 54 000 
Diese ungewöhnlich großen Angebote von Die Ausfuhr aus Deutsch-Ostafrika, Mozam- 
673 000 kg (eingetheilt in 10 920 Lose) enthielten 
auch noch in diesem Jahre 80 000 kg alte Waare, 
so daß als frischer Import 593 000 kg verbleiben; 
doch konnten 619 000 kg verkauft werden. Von 
neuer Waare stellte Antwerpen 272 000 kg, London 
267 000 kg und Liverpool 54 000 kg, wodurch 
Antwerpen iett auch London im Quantum über- 
flügelt hat und außerdem die großen Vorzüge besitzt, 
daß dort alles Vorgebrachte auch wirklich verkauft 
wird und weder die in London übliche Auktions-= 
treiberei, noch Scheinverkäufe geduldet werden. Seit 
16 Jahren hat kein so großes Anktionsangebot statt- 
gefunden wie in diesem Jahre. Ein Vergleich mit 
jener Zeit, wo weiches Elfenbein noch so sehr viel 
reichlicher vorkam, zeigt für diese Sorten jetzt höhere, 
für hartes Elfenbein dagegen viel niedrigere Preise. 
Die alten Vorräthe des Sudan, welche seiner 
Zeit noch von Lupton Bey, meistens jedoch von 
Emin Pascha (über 300 000 kg) in den Acquatorial- 
provinzen an verschiedenen Plätzen zusammengebracht 
waren und während der Befreiungsperiode eine so 
verlockende Rolle spielten, dann zeitweilig in den 
Besitz der Mahdisten gelangten, um sehr vertheilt 
wieder auf andere Eigenthümer überzugehen, scheinen 
jetzt in der Hauptsache vom Kongostaate aufgesogen 
bique und Bombay ist in Abnahmoe begriffen. 
In den diesjährigen Zufuhren ist, gegen das 
Vorjahr, eine Abnahme von etwa 30 pCt., ohne die 
im letzten Monate angekommenc, noch nicht im Markt 
befindliche Stokesche Karawane. 
Die Verschiffungen nach England betrugen: 
1890 1891 1892 
140 000 kg 148 000 kg 125 000 kg 
1893 1894 1895 
86 000 kg 129 000 kg 93 000 kg 
und ähnlich zurückgegangen sind die direkten Ver- 
schiffungen nach Hamburg und Amerika. 
Die Kapkolonien, welche vor 14 Jahren noch 
sehr reichliches, besonders für Billardbälle gut 
passendes Elfenbein lieferten, haben in diesem Jahre 
nur etwa 1000 kg verschifft und müssen somit für 
uns in Zukunft als ausgestorben gelten. 
Kongogebiet. Interessant für den Elfenbein- 
kenner ist die hier im Großen gemachte Beobachtung, 
wie früher im Kleinen bei den Flüssen Ogowe und 
Quanza geschehen, daß aus tiefgelegenen unteren 
Flußläufen die feinste ktransparente Qualität stammt, 
wogegen bei steigender Erderhebung dieselbe geringer 
wird. In diesem Jahre brachten die holländischen
        <pb n="57" />
        Faltoreien noch jeine Waare, wogegen der Kongo- 
staat fast nur grobes, der Entstehung nach theils 
gar nicht mehr zum Kongobecken, sondern zum Nil- 
becken gehörendes Elfenbein lieferte. Wie schwung- 
haft das Geschäft vom Kongostaat betrieben wird, 
19 
1893 1891 1895 
36 000 kg 28 000 kg 35 000 kg 
Preise hoben sich gleichfalls um 6 bis 8 pCt. 
Gabun und Kamerun. Verschiffungen nach 
England, wohin auch die Hamburger Importe ver- 
kauft wurden, haben sich gegen das vorhergegangene 
Jahr von 34 000 kg auf 37 000 kg gehoben, und 
auch die bezahlten Preise ergeben ein Plus von 
cetwa 10 PCt. 
beweisen die in den letzten Jahren öffentlich ver- 
kauften Qnantitäten. 
Allein in Anktion wurden ab Seiten des Kongo- 
staates verkauft: 
1897 
1893 Die westafrikanischen Verschiffungen betrugen: 
etwa 47 000 kg etwa 100 000 kn 1890 1891 1892 
1894 1895 293 000 kg 
274 000 kg 
1894 
328 000 kg 
321 000 kg 
1895 
135 000 kg 
etwa 122 000 kg 
etwa 183 000 kg. 
Die Zufuhren betrugen: 
890 
1893 
391 000 kg 
  
  
  
1. 1891 1892 und vertheilen sich die Totalzufuhren Europas: 
184 000 kg 172 000 kg 201 000 kg 1890 1891 16056 
1893 1891 1895 nach England. 430 000 kkr 447 000 ks 375 000 kg 
311. 000 kg 232 000 kg 340 000 kg nach dem Festlande 161.000 = 126 000 = 2110009 
und da dies nie vorgekommene große Quantum, Curopa total 591 000 kr 573 000 kr 586 000 k 
meistens geringe Waare, durchschnittlich etwa 6 pCi. 1894 aurat. 1555 
theurer als im Vorjahre verkauft werden konnte, nach England # 311.000 ks 340 000 kr 321000 kl. 
theurer als im, Vorsahre v tonnte, nach dem Festlande 272000 = 212000 293000 
zeigt es eine in wirklicher Nachfrage begründete, nach — — 
Besserung der Marktlage. Guropa total 583 000 ke 552 000 kr 61 kt 
Niger-Benuögebiet. Die nenen Zufuhren 
dieses Jahres blieben mäßig, doch wurde gegen 
Jahresschluß die gute Nachfrage benutzt, um alte 
große Vorräthe zu räumen. 
Frisch zugeführt wurden: 
1890 18 
Das ergiebt für dieses Jahr einen ähnlich großen 
Import, wie wir ihn zuletzt im Jahre 1883, vor 
Schließung der früheren ägyptischen Aequatorial= 
provinzen durch die Mahdisten, hatten, so daß jeßt 
erst wieder die lange verschlossen gewesenen alten 
91 1892 Nilquellen ihren Abfluß, auf großem Umwege per 
45 000 kg 34 000 kg 62 000 kua Kongo, nach Europa gefunden haben. 
Der durchschnittliche Jahres-Elfenbeinverbrauch von 1889 bis 1893 stellte sich: 
  
  
in England Amerika Deutschland Frantreich anderen Ländern Total 
für kg kg k 8 16 i 
Messerhefte 143000 11 600 13 000 9 00 100 14 
Klaviaturen 14000 62 000 57 000 29 000 102 000 
Kämme 16000 21000 23 000 31 000 4% 
Billardbälle 9 o00 13 000 12 000 14 000 1000 3 8 
Verschiedenes- 6000 9000 8So0 70 00 4000 « 
W 1600 , 90 000 6 000 513 000 
I1880 1160 113 000 Verbrauch in Indien 121,000 
,- -China 13 000 
Total pro Jahr 647 000 
Die Preise von Elefantenzähnen betrugen Ende Dezember 1895: 
von der Westküste von der Ostküste 
- im Gewichte weiche 
harte im Gewichte !** t 
à Mk. 6,— bis Mt. 9,50 von ½ bis 2kg à Ml. 9,— bis Mk. 13.— 1 
à 10 12,— 2 „ 1 à 13,50 15.— 
à 122550 14.— *5 5. a 15,00 19950 
à 14,50 -- 15,.— 10 14. G 20 - - 21509 
à 156,50 16.— * 15 19. à 22— - 2350 per Kilo— 
a 16,50 = 17.— 20 24 . 24,— 24,50 ramm. 
« 25 . : 97—- 25,50 
it 17,50 18.— 25 29 .— r- 25, 25,5 
aà 18,50 19.— 30 34 26.— 26,50 
à 19,50 20.— 35 39 à 27,— 27,60 
à 20.50 21.— 40 49 à 28.— 28,50 
- 21,50 22.— 50 und mehr I 29, 31.—
        <pb n="58" />
        Tikterarische Belprechungen. 
Otto Ehlers: Im Sattel durch Indo-China. 
Berlin 1894. Dritte Auflage. Allgem. Verein 
für deutsche Litteratur. 
Das Werk bildet die Fortsetzung der Schilderung 
der indischen Fürstenhöfe. Wenn es noch nicht wie 
diese die vierte Auflage erlebt hat, dürfte das wohl 
zum Theil darauf zurückzuführen sein, daß die hier 
beschriebenen Länder Hinterindiens und die franzö- 
sische Kolonisation in Tongking in Deutschland nicht 
soviel Interesse erregen, wie die Paläste und Niesen- 
tempel Ostindiens. Das Buch zeichnet sich wic die 
20 
anderen Schriften des Verfassers durch humorvolle 
Darstellung aus. 
Damian Freiherr v. Schütz-Holzhausen: Der 
Amazonas. Zweite Auflage. Herausgegeben von 
A. Klassert. « 
Dr. Michael Geistbeck: Der Weltverkehr. 
Seeschifffahrt und Eisenbahnen, Post und Tele- 
graphie. Zweite Anflage. Freiburg i. Br. 1895. 
Herdersche Verlagshandlung. 
Die beiden hier vorliegenden Veröffentlichungen 
des bekannten Verlages sind Theile einer illustrirten 
Bibliothek der Länder= und Völkerkunde, von der 
bereits mehrere Bände den Beifall des Publikums 
gefunden haben. Beide Werke zeichnen sich durch 
gediegene Ausstattung aus und bringen eine Fülle 
des Neuen und Belehrenden. Es wäre sehr zu 
wünschen, daß auch den deutschen Schußgebieten in 
dieser empfehlenswerthen Sammlung eine würdige 
und sachkundige Darstellung zu Theil würde. 
Von den verdienstvollen Beiträgen zur Flora 
von Afrika. Leipzig, Eugelmann, welche unter 
Mitwirkung der Beamten des Königlich botanischen 
Museums und des Königlich botanischen Gartens zu 
Berlin von dem Direktor des letzteren, Professor 
Dr. Engler, herausgegeben werden, ist soeben 
Band XI erschienen. 
I|r. Karl Dieter: Deutsche Siedelung in unseren 
tropischen Schutzgebicten. Leipzig 1 895. 
V. Friedrich. 
D. Bernhard Rogge: Bei der Garde. Erlebnisse 
und Eindrücke 1870/71. Hannover 1895. Carl 
Meyer. 
Frieda Freiin v. Bülow: Tropen Koller. Berlin 
1896. F. Fontane &amp; Co. 
  
—— 
Titterakur-Verzeichnik. 
v. Volkmann, H.: Afrika. Studien und Einfälle eineo 
Malero. Zwölf sarolge Tafeln. Geb. M. 10— 
Br eitkonö 4 Hüärtel, Leipzig 
Sars. G. O.: On some South Africun Entomosteaen 
ruised from dried Mud. 4 kr. 80 G. 
. Dyxhwud. Christiania. 
Ilurris. W. B. Tusilet: The Journer ol 
cxploration in t0e Atins und te Oauses ol tin 
Jorth-West-Sahnrn. 2 sh. 
Bluckwood &amp; Sons in London. 
Reindorf. C. (I: Hlistorr of the Gold (onst auc 
Ashanti. 
K. Dnul, Trench. Trübner &amp; Co. in London. 
  
Schiffsbewegungen. 
(Die Zeit vor dem Orte bedeutet die Ankunft, hinter dem Orte die Absahrt des Schisse.) 
„Bussard“ 5/11. Apia. (Poststation: 
„Cormoran“ 30/11. Shanghai. 
„Falke“ 29/7. Apia 10/11. 
%% 
. Vennessungsfchm „Möwe“ 8/9. Matupi. 
M. S 
M. S. „Sperber“ 9/10. Kamerun. 
Hofpostamt.) 
„Condor“ 20/11. Lourenro Marques 6.12 
(Poststation: 
— Rundreise. 
„Hyäne“ 30/11. Mossamedes 6/12. — Espiêgle Bay — St. Thom". 
(Poststation: Matupi.) 
„Seeadler“ 31/5. Sansibar 16/12. — Lourenco Marques. 
(Poststation. 
— 13/12. Sausibar. 
Hongkong.) 
(Poststation: Hofpostamt.) 
(Poststation: Sansibar.) 
(Poststation: Kamerun.) 
(Poststation: Natal.) 
Kamerun.) 
  
  
Derkehrs-Machrichten. 
In Keetmanshvop und Gibeon (Deutsch -Südwestafrika) 
errichtet worden. 
sind Kaiserliche Postagenturen 
Die englischen Protektorate von Sansibar und Ostasrita sind dem Hauptvertrage des Weltpost- 
vertrages vom 41. Juli 1891 vom 1. Dezember 1895 ab beigetreten.
        <pb n="59" />
        Seitens des Syndikats für südwestafrikanische Siedelung werden im 
üdwestafrika gesandt werden. 
Der Dampfer vom 31. Januar läuft, falls über 100 Tons Fracht zusammenkommen, 
Dampfer nach Deutsch--. 
alle zwei Monate. 
auch Lüderitzbucht an. 
Nach 
. Deutsch. Ostafrika. 
2. Deutsch-Südwestafrika. 
3. Ramerun. 
r 
Togo= Gebiet 
(Cvon Acera bez. Quittah 
miltelst Boten nach Lome 
und Klein-Popo). 
* 
Deutsch-NUeu-Gninea. 
j. Marsball- Inseln. 
21 
— 
Jahre 
1896 sechs direkte 
Der erste am I. Januar und von da an 
Posidampfschiffverbindungen nach den deutschen Schutzgebieten. 
vom Ein 
schifsungshafen 
Nea I 
Deutsche Schiffe) 1. 
Brindisi 
L Schiffe) 
guaersn 1 
  
St 
(englische Sch 
Hambur 
(deutsches Schif), 
|A Hamburg 
(deutsche Schiffe) 
1 Liverpool 
Engiesche Schiste, 
I 
Liverpool 
(englische Schiffe) " 
Hamb 
Monnshen Gn 
loaoe, Schisse) 
Brindisi 8 
Gaachverand) 
  
Brindisie 
(über Manila) 
am 19. Sm- 
abds 
Die Abfahrt erfolgt 
an folgenden Tagen 
Ausschiffungshafen. 
der 
Dauer 
Ueberfahrt 
Briefe müssen aus 
Berlin spätestens 
abgesandt werden 
  
am 15. Jan., 12. Febr. 
120 abds. 
an§. oJan. 2. Febr. 
am 5 1•4 Mts. 
40 um 
am 25. Jan., 29. gebr. 
o nmis. 
am 31. Januar 
nachts 
am 10. jedes Monats 
nachts 
am 22. Jan., 19. Febr. 
am 10. jedes Ms. nadis 
am 20. jedes Mts. 
am Letzten jed. Mts.= 
am 15., 29. Januar 
12., 26. Februar 
am 15. Jan., 11. März 
a 
15. März 
am 50 - 15. März 
  
Dar-es-Salam 
21 
Sansi 
Tage 
bar 21 Tage 1 
Sansibar 18 Tage 
Walfischbai 30 Tage 
Swako 
pmund 30 Tage 
Lüderitzbucht 
Kamerun 24 Tage 
Kamerun 22 Tage 
Klein- 9 
Lome 
Klein- 
Klein= 
Quittah 
Popt 
opo 20 Tage 
l Tag 
opo 8 Tage 
zopo od. Accra* 
*) oder Klein- 
o 35 Tage 
  
riedrich Wilhelms- 
F hafen 45 Tage 
Jaluit 
41 Tage 
etwa. 60 Tage 
Eintreffen der Post aus den deutschen Schutzgebieten. 
  
  
  
  
  
  
am 3. 13., 31. Jan., 
10. Februar 
10 abds. 
am 8. jedes Monats 
950 abds. 
am 91. Jan., 28. Febr. 
vm 
am 3. Januar 
720 abds. 
am 10. sedes Monats 
7- 
am 20. 3 17. Febr. 
15 ums 
L am 10., 20. und Letten 
jed. Mts. 7209 abds. 
am 13., 27. Jannar, 
10., 24. Febr. 15 ums. 
1 am 13.a ur „##a 
9., i 
oö 
  
am 3 13.März 
103 abds. 
  
  
  
  
  
B Landungs: Die Post ist sälli— * Landungo Die Pest ist jällig 
Von hafen in n lis Von hafen a Berlin 
Neapel .am 10. Jan. 7 v Feb. 
Deutsch= Ostafrito , Brindisi.. am 14. Jan# 5. Febr.] Togogebiet Hamburg am 10.* und 25.7 
Marseile . am 2. jedes oe jedes Monats 
Deutsch-üdwestafrikas Plymonth . am 15 Jan., 16.Feb., Deutsch-Neu-Guinen Neapel. am 10. Jan. . Mär 
n Hamburg am 25.7 jed. Monato 
Ramern Liverpool am 2.9 30. Januar, Marshall-Inseln .. Marseille .. am 22. Februar 
27. Februar 
* Fälligkeilotage für die mit veusschen Schiffen eintressenden Posten. 
Schiffsbewegungen der Deutschen Ostafrika-Linie (Hamburg —Ostafrikal. 
Reichspostdampfer Reise # Lette Nachrichten 
von nach bis 28. Dezember 18995 — 
„Kaiser“. Hamburg Durban am 20. Dezember ab Lissabon. 
„Kanzler" Durban Hamburg am 19. Dezember ab Sansibar. 
„Bundesrath“ Hamburg Durban am 17. Dezember an Mozambigue. 
„Neichstag“. Durban Hamburg am 16. Dezember ab Sansibar. 
„Admiral“ Durban Hamburg am 21. Dezember ab Lissabon. 
„General“ Hamburg Durban am 19. Dezember ab Lissabon.
        <pb n="60" />
        Fahrplan der 
Neichspostdampfer-Linien des Norddentschen Lloyd, Bremen, für das Jahr 1896. 
Ostafiatische Linie. Ansreise 
——..——— 
Rost Post . 
Antwerpen ampton Genua Neapel Vest Vest Neapel Port Said Suez Aden Colombo Singapore Hongkong Shanghai 
ab an ab ab ab an 
Berlin Neapel ab an u. ab an u. ab an u. ab an an an au 
Mittwoch Donnerst. Sonnab. Sonntag Montag Dienstag Montag Mittwoch] Mittwoch Sonntag Montag 
Vorm. Vorm. Vorm. 30 Nochm. 
3 Nochm. Abend Abend O# Abends 
125 1. Jan. 2. Jan. 4. In. — 13. Jan. 
126 29. Jan. 30. Jan. 2. Febr. 10. Febr. 
27. Febr. 29. Febr. 1. März 
26. März 28. März 29. März 
23. April 25. April 26. April 
21. Mai 23. Mai 
18. Jumi 20. Juni 
i 18. Juli 
  
Sonnab. Sonnab. Freitag Donnerst Noutag 
4. Jan. 
. Febr. 
22. Febr. 29. Febr. 
21. März 28. März 
18. April 25. April 
16. Mai 23. Mai 
13. Juni 20. Juni 
5. Juli 6. Juli 11. Juli 18. Juli 24. dun 30. Juli 3. Aug. 
2. Aug. 3. Aug. 5. Aug. 21. Aug. 27. Ang. 31. Aug. 
30. Aug. 31. Aug. 5. Sevt. 12. Sepl. 18. Sept. 24. Sept. 28. Sept. 
27. Sept. 28. Sept. 3. Okt. 10. Okt. 16. Okt. 22. Olt. 26. Okt. 
25. Okt. 26. Okt. „31. Okt. 7. Nov. 13. Nov. 19. Nov. 23. Nov. 
22. Nov. 23. Nov. 28. Nov. 5. Dez. 11. Dez. 17. Dez. 21. Dez. 
20. Dez. 21. Dez. 26. Dez. 1897 1897 1897 1897 
2. Jan. 8. Jan. 14. Jan. 
30. Jan. 5. Febr. 
— — 10. Jan. 16. Jan. 20. Jan. 
19. Jan. 20.J. Jan. 25 Jan. E4 ‚ 13. Febr. 17. Lebr. . 
16 Febr. 17. Febr. ä 
15. März 16. März 
12. April T3. April 
10. Mai Mai 
7. Juni Il. Juni 
14. Fan. 13. Jan. 15. Jan.5 Zan. 
11. Febr.]10. Febr. 12. Febr. 
10. Mär)h. März 11. März 
il6. April 
5. J Jan. 
— 
  
  
129 22. Nr#- 
130 20. Mai 
131 17. Juni 
132 15. Juli 
133 12. Aug. « ; 
134 9. 10. Sept. 12. Sept. 13. Sept. 21. Sept. 22. Sept.21. Sept. 23. Sept. 
— 
□ 
18. Jan. 
11. Febr. 15. Febr. 
  
  
2. Jan. 3. Jan. 11. Jan. 13. Jan. 17. Jan. 
Linie. Heimreise. 
18. Jan. 23. Jan. 
Kstasiatische 
Shanghai vonglong Singapore 2 Aden Suez port Said Neapel Neapel Genunua South= Bremer- 
L 
ab an an 
an 
an an 
Post Post 
ab 
ab 
an 
ampton 
an u. ab 
Antwerpen haven 
an ab an 
  
Montag Sonnab. 
Nachm. 
Sonnab. Sonntag 
Sonnab. Mittwoch 
Abend 
Freitag 
früh 
Donnerst. 
Freitag 
Sonnab. 
Sonntag Dienstag Mittwoch 
22 
3. Jan. 
31. Jan. 
28. Febr. 
Sonnab. 
4. Jan. 8Z. Jan. 
1. Febr. 
29. Febr. 
Sonntag 
29. März 1. April! 2. sepi 
26. April 29. April!0. April 
Montag Freitag 
« iNachm. 
25. Mai 29. Mai 
22. Juni 26. Juni|26. Juni 
10. Jan.]H. Jan. 10. Jan. 18. Jan. 19. Jan. 21. Jan. 22. Jan. 
7. Febr.]6. Febr. 7. Febr. 15. Febr. 16. Febr. 18. Febr. 19. Febr. 
6. März 5. März 6. März 14. März 15. März 17. März 18. März 
Somnab. Sonnab. Sonntag Montag Donnerst. 
4. April April 4. April 12. April 13. April 141. April 16. April 
2. Mai 30. April 2. Mai 10. Mai 11. Mai 12. Mai 14. Mai 
Sonnab. Sonntag Dienstag Mittwoch Donnerst. Freitag 
30. Mai 31. Mai 9. Juni 10 Dui 
27. Juni 28. Juni 7. Juli Juli 
26. Jan. 
23. Febr. 
Montag 
6. Jan. 11. Jan. 18. Jan. 
3. Febr. B. Febr. 15. Febr. 
Dienstag Sonntag Sonntag 
Vorm., 
125 28 Vör. 3. M, 8. Mar) 15. März 23. März 28. März 
126 27. März 31. März 5. April: 12. April 20. April 25. April 
Montag Mittwoch Sonntag 
11. Mai- 20. Mai 24. Mai 
8. Juni 17. Juni 21. Juni 
  
124 30. Jan. 
  
127 24. April 28. April 3. Mai 
« 11. Juni 12. Juni 
26. Mai 31. Mai Juni? 
nnl 
*bb 
28. Juni 
23. Juni 28. Juni 6. Juli 
21. Juli 26. Juli 3. Aug. 
18. Aug. 23. Aug. 31. Aug. 
15. Sept. 20. Sept. 
24. Juli21. Juli 20. Juli 
17. Aug. 21. Aug.21. Aug. 23. Aug. 
18. Sept.]18. Sept. 20. Sept. 
25. Juli 
22. Aug. 
19. Sept. 
16. Okt.G. Olt. 84 Ot 17. Okt. 
Sonntag Mittwoch Donnerst. Donnerst. 
26. Juli 4. Aug. 5. Aug. 
23. Aug. . Sept. 2. Sepl. 
20. Sept. 29. Sept. 30. Sept. 
6 6. Aug. 7. Aug. 
3. Sept. 4. Sept.# 
1. Oft. 2. Okt. 
29. Ott. 30 Ott. . 
Dienstag Donnerst. 
23. Nov. 24. Nov. 26. Nov. 
22. Dez. 24. Dez. 
12. Aug. 16. Aug. 
9. Sept. 13. Sept. 
28. Sept. 11. Okt. 12. Okt. 
Sonntag M Sonnab. 
Avend früh f#aüh 
13. Okt. 18. Okt. 25. Okt. 2. Nov. 7. Nov. 8. Nov. 11. Nov.12. Nov. 14. Nov.12. Nov. 
10. Nov. 15. Nov. 22. Nov. 30. Nov. 5. Dez. 6.Dez. 9. Desz.10. Dez. 12. Dez.10. Dez. 
· 20. Dez. 28. Dez. 1897 1897 1897 1897 1897 1897 
1897 1897 1897 1897 1897 2. Jan. 3. Jan. 6. Jan.7 Jan. 9. Jan.. Jan. 
17. Jan. 25. Jan. 30. Jan. 31. Jan. 3. Febr.. Febr. 6. Febr. 
7. Febr. 14. Febr. 27. Febr. 28. Febr. 3. März 4. März 6. Mär: 
2. Mä 7. März 14. März. 22. März 27. März 28. März 31. März 1. April J. April 
Gegen Monfum. Bei diesen Abfahrten wird Futschaun angelouien. 
de aug##be## Abiahx totage werden nac) Möglichleit eingehalien werden, jedoch iiund in den Zwischenhasen Verichiebungen in den Anlunits und Abgaungsejzeilen 
— 
«- 
.l . 
15.Juli19.snll;203ulc 
14. Sept. 
18. Okt. 
Sonnab. 
27. Okt. 
Sonntag 
22. Nov. 
28. Olt. 
Montag 
144. Rov. 
  
2. Febr. 
— 
  
16. März 18. März 
13. April 15. April 
  
  
  
1. April 
  
3. *5 11. April 
  
nach dem Verlauf der Rrise. 
DM n lisce ii mie M -
        <pb n="61" />
        Australische Linice. Anusreise. 
  
9 — „ 
haven Antiwerpen ampton ab an bourne Sp#nehy 
ab an ab ab ab an Berlin Neapel ab an u. ab an u. ab an u. ab an an an an 
Mittwoch Donnerst. Sonnab. Sonntag Montag Dienstag Momag Mittwoch Mittwoch Sonntag, Montag Sonnab. Sonnab. Mittwoch Freitag Montag 
Vorm. *½fb Nachm. 2#9 Nachm. Abend Abend # Abende 
« — —- — — — - — — —. — — 8. Jan. 10. Jan. 13. Jan. 
124 — — — — — — 1. Jan.]l. Jan. 5. Jan. 6. Jan. I11. Jan. 18. Jan. Febr. 
51 15. Jan. 16. Jan. 18. Jan. 19. Jan. 27. Jan. 28. Jan.27. Jan. 29. Jan.29. Jan. 2. Febr. 3. Febr. 8. Febr. 15. Febr. März 
126 12. Febr. 13. Febr. 15. Febr. 16. Febr. 24. Febr. 25. Febr.24. Febr. 26. Febr.26. Febr. 1. März" 2. März 7. März 14. März April 
127 I11. März 12. März 14. März 15. März 23. März 24. März!3. März 25. Märzl 25. März 29. März 30. 4. April 11. April Mai 
128 8. April 9. April 11. April 12. April 20. April 21. April 20. April 22. April22. April 26. April 27. Dpril. 2. Mai 9. Mai i 
129 6. Mai 7. Mai 9. Mai 10. Mai 18. Mai 19. Maiss. Mai 20. Mali.20. Mai 24. Mai- 25. Mai 30. Mai 6. Juni 
130 2. Juni 4. Juni 6. Juni 7. Juni 15. Juni 16. Jui. 15. Juni 17. Junis|17. Juni · i 4. Juli 
131 1. Juli 2. Juli 4. Juli 5. Juli 13. Juli 14. Julii13. Juli 15. Juli 15. Juli 1. Aug. 
132 29. Juli 30. Juli 1. Aug. 2. Aug. 10. Aug. 11. Aung.10. Aug. 12. Aung.12. Aug. 29. Aug. 
133 26. Aug. 27. Aug. 29. Aug. 30. Aung. 7 « « « « 26. Sept. . 
134 23. Sept. 24. Sept. 26. Sept. 27. Sept. 5. Okt. 6. Okt. 5. Okt. 7. Okt. 7. Okt. 24. Okt. 11. Nov. 13. Nov. 16 Nov. 
135Q 21. Okt. 22. Olt. 24. Okt. 25. Okt. 2. Nov. 3. Noov.2. Nov. 4. Nov.] Nov. 8. Nou. 9. Nov. 14. Nov. 21. Nov. 9. Dez. 11. Dez. 14. Dez. 
6 2 Soth-, Genta Neapel Vost Bost Neapel Vort Said’ Suei Aden Colombo Adelaide „Mcl= 
  
   
  
½6 18. Nov. 19. Nov. 21. Nov. 22. Nov. 30. Nov. 1. Dez.0. Nov. 2. Dez.2Des. 6. Dez. 7. Dez. 12. Dez. 19. Des. 6.Jan. 8. Jan. 11. Jan. 
" 1897 1897 13897 1897 
137 16. Dez. 17. Dez 19. Dez. 20. Dez. 28. Dei. 29. Dez. 28. Dez. 30. Dez. 30. Dez. 3.Jan. 4. Jan. 9. Jan. 16. Jan. 3. Febr. 5. Febr. 8. Febr. 
Anstralische Linie. Heimreisec. 
Sydney“ aelee Adelaide Colomöo Aden Suez Port Said Neapel Post vost Neapel Genua 
ab* an ab an an an an an Neapel Berlin ab an 
Mittwoch Freitag Toest. Freitag Sonnab. Donnerst. Freitag Dienstag Tienstag Donnerst. Mittwoch Donnerst. Sonnab. Sonntag Montag Dienstag 
10 Nachm. 6 Vorm. irub 
121 — — — 4. Jan. 9. Jan. 10. Jan. 14. Jan. 16. Jan.15. Jan. 16. Jan. 25. Jan. 26 Jan. 27. Jan. 28. Jan. 
122 1. Jan. 3. Jan. 9. Jan. 24. Jan. 1. Tebr. 6. Febr. 7. Febr. 11. Febr.11. Febr. 13. Febr.12. Febr. 13. Febr. 22. Febr.23. Febr. 24. Febr. 25. Febr. 
123 29. Jan. 31. Jan. 6. Febr. 21. Febr. 29. Febr. 5. Märzj 6. März 10. März!10. März 12. März11. März 12. März 21. März22. März :23 März 24. März 
124 26. Febr. 28. Febr. 5. März 20. März 28. März 2. April 3. Apr#il 7. April] 7. April 9. April. April 9. April 18. April)19. April 20. April 21. April 
Sonnab. Montag Sonnab. Montag Montag Sonnab. Sonntag Donnerst. Donnerst. Sonnab.Freitag Sonnab. Montag Dienstag Mittwoch Freitag 
f. Mai, 9. Mai 18. Mai 19. Mai 20. Mai 22. Mai 
12 Mittan 15 Nachm. Vorm. Nachm.“ Minag 
Montag s Sonntag Montag NMittwoch Donnerst reitag Sonntag 
  
  
6 
Vremer- 
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an u. ab an ab 
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— 
  
30. März 4. April 20. April 27. April 2. Mai 3. Mai 7. Mai 
Dienstag Mittwoch Montag Dienstag Sonnab. 
126 25. April 27. April 2. Mai 19. Mai 27. Mai 1. Juni 2. Juni 6 
127 23. Mai 25. Mai 30. Mai 16. Juni 24. Juni 29. Juni 30. Juni 4 
128 20. Juni 22. Juni 27. Juni 14. Juli 22. Juli 27. Juli 28. Juli 1. Aug. 
9 
6 
c 
5 
  
6 
8. Juni. Juni 8. Juni 17. Juni 18. Juni 19. Juni 21. duni 
6. Juli|5. Juli 6. Juli 15 Juli 16. Juli Juli 
2 
1 
17. 
4. Aug. 3. Aug. 12. Aug. 13. Aug. 14. Aug. 
— 
  
129 18. Juli 20. Juli 25. Auli 11. Aug. 19. Aug. 24. Aug. 25. Aug. 2 31. Aug.30. Aug. 31. Aug. 9. Sept. 10. Sept. 11. Sept. 13. Sept.) 
1301 15. Aug. 17. Aug. 22. Aug. 8. Sept. 16. Sept. 21. Sept. 22. Sept. 26. Sept. 2. Sept. 28. Sept.27. Sept. 28. Sept. 7. Okt.. Okt. 9. Okt. 11. Okt.# 
131 12. Sept. 14. Sept. 19. Sept. 6. Okt. 14. Okt. 19. Okt. 20. Olt. 24. Okt. 26. Okt.25. Okt. 26. Okt. 4. Nov. 5. Nov. 6. Nov. 8 Nov. 
Montag Montag Sonnab. Sonntag Domnerst. *v Sonnab. Freittag Sonnab. Montag Dienstag Mittwoch Freitag 
« . « Vorm. Nachm. Nachm. Mittag , « 
132»10.Okt.912.Okt.»17.Okt.2.Noo.9.Noo.14.Nov-15.Noo. 19 Nov-ls.:)kov.21.Nov-20Nov21.Noo.30.Nov.1.Dcz."9«’«ez«4.De,z. 
. . 1897 
133 7. Nov. 9. Nov. 14. Nov. 30. Nov. 7. Dez. 12. Dez. 13. Dez. 17. De.. Dez. 19. Dez. Dez. 19. Dez. 28. Dez. 29. D ez. 30. Dez. 1. Jan. 
1897 1897 1897 1897 1897 1897 1897 1897 
134 5. Dez. 7. Dez. 12. Dez. 28. Dez. 4. Jan. 9. Jan. 10. Jan. 14. Jan.14. Jan. 16 Jan.15. Jan. 16. Jan. 
1897 1897 1897 1897 
135 2. Jan. 4. Jan. 9. Jan. 25. Jan. 1. Febr. JFebr. 7. Febr. 11. Febr. . Febr. 13. Febr. 12. Febr. 13. Febr. 
136 30. Jan. 1. Febr. 6. Febr. 22. Febr. 1. März 6. März 1. März' 11. März11. März 13. März12. März 13. März 
137 27. Febr.1 1. März 6. März 22. März 29. März 3. April 4. April 8. April!] 8. April 10. April] 9. April 10. * 
#. Gegen Monfun. .. Bei Abserligung von Schuelldampfern sindet die Ubjahrt von Sydney hei 
Die angegebenen Abfahrtszeiten werden nach Möglichkeit eingehalten werden, jedoch sind in den 
  
— 
  
27. Jan. 29. Jan. 
24. Febr. 26. Febr. 
24. März 26. März 
21. April 23. April 
wärts 4 Tage jrüher ald lant Fahrplan statt. Die Abfertigung von Adelaide erleidet keine Veränderung. 
viichenhäfen Verschiebungen in den Ankunfts- und Mganhsziten mlässig, ie nach dem Verlauf der Reise. 
— 
  
  
  
   
   
23
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        — Bremer- 
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25 
22. 
17. 
15„ 
Zweiglinie von Singapore nach dem 
a Friedrich W Wilhelms 
hafen 
Finschhafen 
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Bucht) 
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M ittwoch 
  
Stephans 
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Donnerst. Sonnab. Sonnab. 
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1 Mittwoch. Freitag 
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Dienstag 
an an an an 
Dienstag 
8. Jan. 
4. März 
4. Jan. Jan. 7. Jan. 
1. 
26. 
Jan. 
Febr. 3. April ° Wril; u. April 
April 29. Mai 4. Juni 6. Juni 
Juni 24. Juli 30. Juli . Aug. 
Sept. 24. Sept. 26. Sept. 
l 
13. Nov. 19. Nov. 21. Nov. 
8. J 
160 11397 1897 
e Abfahrt von 
7. Febr. 13. Febr. 15. Febr. 29. Febr. 3. März 3. März 
28. April 28. April 
m.Juni 23. Juni 
18. Aug. 18. Aug. 
13. Oft. 13. Okt. 
8. Dez. 8. Dez. 
1897 
30. Jan. 2. Febr. 
Singapore darf nicht vor dem festgesetzten Tage 
29. April 
24. Juni 
19. Aug. 
14. Olt 
25. April 2 
20. Juni 
15. Aug. 
10. Okt. 
   
Aug. s 
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Okt. 
Dez. 
7. 
2. 
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1897 
3. Febr. 
statifinden. 
5. Dez. 
1897 
Jan. 114. Jan. 16. Jan. 
Zuweiglinie von Hon 
1 
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Hongkong 
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Bremerhaven Hongkong Yokohama 
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Mittwoch Donnerstag Freitag Mittwoch 
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16. 17. 22. Januar 24. 
13. Februar 14. 
12. März 13. 
. April 10. 
Januar Januar 
21. 
20. 
19. Februar 
Januar 
18. März 
Januar 
Februar 
März 
Februa 
März 
April 
Mai 
Juni 
Juli 
Juli 
August 
17. 
15. 
12. Juni 
10. 
7 
4. 
Februar 15. April April 
März 
April 
Mai 
Juni 
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7. 
4. Juni 
2. . 
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5. August 
2. Septbr. 
30. Septor. 
28. Oktober 
27. 
2. 
30. 
Septbr. 
Oktober 
25. 
August 2 
Septbr. 
Oktober 
24 
22. 
9. November 20. 
Septbr. 
Oktober 
November 25. November 27. 
     
Dezember 18. 5 
1897 
15. 
ezember 23. Dezember 25. 
1857 1897 
137 2. Dezembe Januar Januar 20. Januar 22. 
30. Dezember 11. Febrnar 12. Februar 17. Februar 19. 
Der Dampfer der Zweiglinie nach Japan verkehrt in unmittelbaren 
der Dampfer der Hauptlinie vor Fahrplan in Hongkong eintrisst, auch die 
—## . . 
Dezemb 
1897 
Januar 
November-17. 
  
10. Jan. 
26. Juni 
21. Aug. 
16. Okt. 
11. Dez. 
Januar 
Oktober 
Oktober 
November 28. 
1 
Februar 
Deutschen Schutzgebiet von Neu-Gninca. 
  
  
Soera- 
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Singa- 
Herbertöhöh 
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Stephane= Fr. Wilh. 
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Singa- 
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an an an an an ab 
c Donnerst. Sonntag 
ag Mitwoch Montag 
7. J 10. Febr. 
Dienstag 
7. April 
Jan. so. Jan. « 
März 26. März 29. März 
21. Mai 24. Mai 27. Mai 
16. Juli 19. Juli 22. Juli 
10. Sept. 13. Sept. 16. Sept. 
1 
13. 
15. Jan. 17. Jan. 2. Febr. 5. Febr. 
6. März 11. März 13. März 1. April 
1. Mai 6. Mai 8. Mai 
1. Juli 3. Juli 
26. Aug. 28. Aug. 
Okt. 23. Okt. 
#18. 
8. 
3. 
28. 
23. 
Mai 
Juli 
Aug. 
2. Juni 
28. Juli 
22. Sept. 
Okt. 8. Nov. 17. Nov. 
1897 
3. Jan. 
u. Nov. 
1897 
6. Jan. 
5. Nov. 
18. Dez. 31. D 
1897 1 — 1897 #1897 1897 
5. Febr. 10. Febr. |12. Febr. 112. Febr. 25. Febr. 28. Febr. 3. März 9. März 
Auf der Rückreise wird je nach Bedarf Ternate oder Amboina poncinuun 
gkong nach Japan.Z 
Nagasaki Hongkong vdongkong Bremerhaven 
ab 
Montag 
an an 
20 Nittwoach 
Januar 
22. Februar 
18. März 
Donnerstag 
16. April 
14. Mai 
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Mittwoch 
Sonnabend 
Sonntag 
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25. 
22. 
21. 
Januar 
Januar 
Januar 
Februar 
März 
März 
6. Januar 
3. Februar 
Dienstag 
März 
März 
1. 
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26. 
25. 
22. 
20. 
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15. 
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März 
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März 29. 
26. April 
Mai 
Juni 
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August 
Septbr. 
18. April 
16. Mai 
13. Juni 
11. Juli 
8. August 
5. Septbr. 
April April 
Mai 
  
3. Septor. 13. 
3. Oltober .Oltober 11. Ohober 13. Oktober 
31. Oktober November, d. November 10. November 24. Dezember 
i 1897 
November 2. Dezember 6. 6. Dezember 21. Januar 
Dezember 
. 1897 1897 
er 26. Januar 5. Januar 18. 
1897 1897 D 
23. Jannar 27. Jannar 31. Jannar 2. Februar 18. März 
20. Febrnar 24. Febrnar 28. Februar 2. März 15. April 
1 Anschluß an die Dampfer der ostasiatischen Hauptlinie derart, daß, wenn 
Abfahrt des Dampfers der Zweiglinie von Hongkong vor der fahrplan- 
15. S 
1 * 
Dezember 30. Dezember 3. Februar 
— — 
Bremer= 
haven 
an 
Mittwoch 
22. Jan. 
18. März 
Donnerst. 
18. Febr. 
April 
24
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        Worrmann-Tinie, Gelellschaft mit beschränkter Baftung. 
Fahrplan für das erste Vierteljahr 1896. 
  
  
Linie I. Nach Lagos, Klein. Popo, Kamerun und den Häfen bis Ponta Negra. 
Ausre isee. 
Heimreise. 
  
  
  
  
  
  
  
Ha ⁊ nänt Ponta Negra Febr. 29. März29. April 29. 
7½ Jan- 14. Febr. ½# Marz habun . Mär) 1. April 1. Nai 1. 
r- . 7. 7. 27.S * ?2 2 
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Hlem-Popo.. -30.;Miikz1.«-30. «Vi7,i- A « --. « 
Lagos . —.. -2.Aki11.«· 
Ritter-un . del-« 4. 7 4. Flantation · 4. * 4. 
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alimba . 15. 15. 15. ; « " « - 
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naf . " D . . . -. 
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Klantation 1n . 19. 19. gaiseben 2. 3 # 
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2556 atanga 21. 21. * 21.| Lome * 25. 25. * 25. 
Gab ·. ,·- Kwitta -286. -26 -26. 
Labnn " 23. 23. 23 Addah 27 27 27 
Kap Lopez . 24. 24 24 eddah 2½ . 7 2. 
Feite Cama 2. 26 KPalmas .330. 30. 30. 
Manaek :W7 9Gnd Baffa - 
#6 egra *?8 ½2 3 Mrok 1 2„ 12. 1„ 2 
onta Negra 29. 29. Teneriffa « · 13. „ "n 15. 
Madeira * 15. é* 15. 16. 
Hamburg 24. 24. 24. 
Linie II. Nach der Westküste bis Liberig. Marokko anlaufend. 
Ausreise. Heimreisee. 
— 
Hamöurg . Jan. 15. Febr. 15. März 15.Kap Palmas Febr. 22. Mär) 22. Apri" 22. 
anger 24. 24. -24 time-. -23. -23. -23· 
Casablanca 20. 20. 26.Grand Bassa 24. 24. 24. 
zagan -2217. -217. -27 Monrovia 25. 25. 25. 
gador 29. 29. -2 Kap Mount -26. -26. -26. 
Gran Canaria. Febr. 1. März 1. April 1 Manoh ! 
eneriffa - 2. : 2. l - 2 Sulymah : 27. 27. 27. 
orée = 6. 6. 6. Lavannah . 
Dakar 6. 6. 6.Sierra Leone 29. v29. 29. 
Rufisque 7. 7. 7.5 herbo#k März 1. 30. 34. 
athurst. . 8. 8. 8 Bulbins 7. April 7. Mai 7. 
Bulbiné 11. * 11. 11 Rufisque 10. " 10. 10. 
Conakry 12. 12. 12 Dakrkrcrr 11. 11. -11. 
Sierra Leone 13. 13. -13 Gran Canaria. -16. -186. -16. 
Lavannah 1 Mogador 18. 18. 18. 
Sulymah . -15. 15. 16. Mazagan -20. 20. -20. 
Manoh. - Cqsqblanca. -21· -21« -21. 
Kap Mount 16. -16. 16.anger 22. 22. 22. 
Monrovia 218. 18. 18.] Hamburg . 30. 30. 30. 
Grand Vassse 19. 19. 15. I 
Sinoae 20. 20. 20. I 1 
Kap Palmas 21. 221. 21. I . 
, l . 
Linie III 
4) Einschiffung der Passagiere: Linie I am 11. jedes 
am 21. jedes Monats, Linie IV am 1. jedes Monats. 
*) Nur für Passagiere. 
  
Monats, Linie II am 16. jedes Monats,
        <pb n="64" />
        Linie III. 
26 
Nach der Goldküste und Wee 
  
  
  
Ausreeisee. Heimre ise. 
Hamburg. . Jan. 20. Febr. 20. " März 20. Eitanon Febr. 28. Mänz 3 Aprit28 
Monrovia . Febr. 8. März 8. April 8. Whyda 29. 
Arim 5 Grand- ½%% März 2. April 3 Mai 
Dixcove . -12· -12. 12. Klein-Popo 3. 3. 3. 
Elmina . Bagida * 5. * 5. 
Kap Coast. . Lome -7. . 7. 
a Kon . 14 14. 14. thwit * 12. 2 
Appam . - ah - . - . - . 
VII-way jl 15. 15. 15. Aeera 13. 13. 153. 
lecra. . 16. 16. 16. Kap Palmas 16. . 16. "* 16 
Addah 18. 18. 18. Monrovia . 18. 18. 18. 
Kwitta 19. 19. 19. Gran Canaria 26. 26. 26. 
Lome 21. 21. 21. Tenerissa. . 27. 27. 7 
Bagida .. -22. 22. 22. Madeira * 29. * 29. - . 
Klein-Popo -23. . 23. 23. Hamburg April 9. Mai 9. Juni 9. 
Grand-Popo * 25. . 25. 26. 
Whydah 26. -26. * 26. 
Cotonou#. * 27 -217. * 27. 
  
  
Linie 1V. Nach den Häfen der Südküste von Landana bis St. Paul de Loanda. Lagos und Oelflüsse anlaufend. 
  
Ausre isec. 
Heimreise. 
  
Hamburg. 
Teneriffa 
Gran Canaria 
ore 
Dakar 
Rufisque 
Monrovia 7. 
Accra *. 
Buguma. 
Abonnema 
Ol# Calabar= 
Landana 
Cabinda 
Banana 
Ambriz 
Kinsembo 
Mussera 
Ambrizette 
Muculla 
Quinzao. 
Landana 
JFebr. 29. 
Jan. 31. März 31. 
Febr. 10 März 10. April 10. 
é. 11. 1. 11 
1. 16. 16. 
" 19. 19. 19. 
. -22. -22. 22. 
. -24. -24. 24. 
26. 26. 26. 
I 29. 30. 30 
. März 3. April 3. Mai 3. 
: 4. - 4. : 4. 
. 6. 6. 6. 
. 8. 8. 6. 
10. 1õ. 106. 
II. 11. I1i. 
*-. 13. 13. 13. 
* 4. 14. 114. 
. 15. * 15. 15. 
186. 16. 16. 
18. 18. 18. 
  
Landana 
Old Calabar 
Wimeta 
nn 
Kap Palmas 
Monrovia 
Gran Canaria 
Mogador 
Mosegan 
Casablanca 
Hamburg 
März 18. 
* 21. 
25. 
é 30. 
April 7. 
8. 
April 18. 
-21. 
25. 
-30. 
Mai 7. 
Mai 18. 
-21. 
-235. 
* 30. 
Juni 7. 
Am 6. Märs wird P.-D. „Eduard Bohlen“ von Antwerpen direkt nach dem Kongo und zurück expedirt. 
) Einschiffung der Passagiere: Linie I am 11. iedes Monats, Linie II am 16. jedes Monats, 
Linie III n 21. jedes 
) Nur für Passagiere. 
Monats, Linie I 
am 1. jedes Monats.
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        27 
m. b. H. 
  
Schiffsbewegungen der Woermann-Linie, Gesellschaft 
  
  
  
Reise Letzte Nachrichten 
Postdampfer von nach bis 28. Dezember 1895 
„Aline Woermann“. Hamburg Ponta Negra 21. Dezember in Gabun. 
„Anna Woermann“. Hamburg # Kap Palmas 14. Dezember in Sierra Leone. 
„Carl Woermann“ Swakopmund I Hamburg 16. Dezember in Accra. 
„Eduard Bohlen“ T Congo 23. Dezember in Accra. 
„Ella Woermann“ Kotonon 1 Hamburg 28. Dezember in Madeira. 
„Erna Woermann“ Hamburg Kap Palmas 26. Dezember in Lissabon. 
„Gertrud Woermann“ Ponta Negra Hamburg 22. Dezember in Hamburg. 
„Gretchen Bohlen“ Hamburg 1 Kotonon 22. Dezember in Accra. 
„Hedwig Woermann“ Hamburg . Kotonou 25. Dezember Ushant passirt. 
„Jeannette Woermann“. Loanda U% Hamburg 21. Dezember in Lagos. 
„Kurt Woermann“ Hamburg Loanda 31. Dezember ab Hamburg. 
„Lulu Bohlen“ Ponta Negra Hamburg 17. Dezember in Accra. 
„Marie Woermann“. amb Ponta Negra 21. Dezember in Madeira. 
„Professor Woermann“ Kap Palmas "„ Hamburg 27. Dezember in Hamburg. 
„DThekla Bohlen“. Hamburg 6 Lüderitzbucht 25. Dezember in Aecra. 
i 
  
D 
Naubthiere 
NM 
ie auch in den deutschen Schutzgebieten durch Lieferung von Fallen zum Fangen selbst größter 
bekannte Firma R. Weber in Haynau i. Schl. begeht, wie wir hören, am 16. Jannar d. Is. 
ie Feier ihres 25 jährigen Geschäftsjubiläums. Auf Sumatra werden die Tiger meist ausschließlich in 
Weberschen Fangapparaten gefangen, und auch in Lindi gelang es Herrn B. Knochenhauer bisher vier 
Löwen in Weberschen Fallen zu fangen, gewiß ein Beweis für die Vorzüglichkeit der Fabrikate dieser 
ältesten deutschen Raubthierfallenfabrik. 
  
S—. Werke der deutseben und ausländischen Litteratur. 
  
  
L 4 Angemeine Koonseal- und: 
Relse-Litteratur. 
       
Die cvangelischen Mssionen. 
IIstr. Familienblatt. IIerausg. von 
ul. Richter. I. Jahrg. 1895. )lonatl. 
1 Heft von 24 S. Jährl. 3, srei ins 
laus ./ 3.20. Probehelte gr. u. frko. 
erl. v. C. Bertelsmann in Gütersloh. 
GBerteismann in G#kersloll 
bDeutsche Militair-Musiker-Zeltung 
Jahrgeng. 
6 i etrerd, 
Nr. 1757 für 1896 vum Preise von 10 
"0 Pr rowie durch die Espeil. in Herlin SW. 40 
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über England: „Ein Werk von streng- 
ster Wuhrheitslicbe u.geninl. Schreih- 
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mann, Breslan). „Eine Kulturstudie 
r. enormem Werte“(Berl. Börsenztg.). 
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Kulturbilder u. d. heutigen England 
Von Gustaf F. Stellen. Textausgube 
ohne llustr.) des Werkes -Aus dem 
modernen Englund-. Umlang 390 S. 
Geh. 2 Mk., gebd. 3 Mk. „Ein vor- 
trellliches Buch= (Grenzboten). „Ein 
uskezeichnetes Werk" (Jordd. Allg. 
Ztg.). „Steflens Werk ist ein Spiegel 
des gesummten engl. Lebens, wic er 
in solcher Klarheit dem engl. Volke 
noch nicht vorgehulten worden ist“ 
Dresd. Nachrichten). (8 
Verl. v. Hobbing &amp; Büchle, Stuttgart. 
Hindorf, Dr. It., Der landwirth- 
schustliche Werth und die Besie- 
delungslähigkeit Deutsch-Südwest- 
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gesetzbucho erforderlichen Bekannt- U 0 K 
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Landelsregister des unierzeichneten 
Konsulats werden im Jahre 1896 150, 350, 400, 475 und 550 mal süsser als Zucker. 
im Deutschen Kolonialblatt, Für Privatgebranch und Industriezwecke, billiger als 
in der Wochenausgabe der Kölnischen Zucker. Gegen klimatische Einflüsse unemplindlich. Un 
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1.53 edem Deischen. In: Austande J— 
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Am 10. Januar: P. D. „Gertrud Woermann“, Capt. Jeusen, 
nach Madeira, Klein-Popo, Lagos, Kamerun, Fernando Po und den Häfen 
der Südwestküste Afrikas bis Pontanegra. 
Am 15. Januar: P. D. „Professor Woermann“, Capt. Hansen, 
nach den Canar. Inseln, Gorée, Dakar, Ruflisque, Bissao, Bolama, Conakry, Sierra 
« Leone, Sherbro und Liberia. 
Am 20. Januar: P. D. „Ella Woermann“, Capt. Nissen, 
nach Tanger, Casablanca, Mazagan, Mogador, Monrovia, der Goldküste, Togo, 
Whydah und Kotoncu. 
Am 31. Januar: P. D. „Carl Woermann“, Capt. Schütt. 
nach den Canar. Imseln, Gorée und den Hüfen der Südwestküste Alrikas von Landana 
bis Loanda, sowie nach Deutsch-Südwestafrika. 
Aklte Öster m#ssen cm Tagbe vor dem 4bganysdattem bis I2 Uhr mittagis dinsseite sein. 
Näheres wegen Fracht und Passage ertheilt in Hamburg die Woermann-Linie, m. b. H. sowie der Schiffs- 
makler August Bolten, Wm. Miller’s Nachfolger, Admiralitätstrasso 33/34. 12 
— Deutsche Ost- Afrika-Linie. 
Regelmässige Postdampfer - Verbindung 
unter Vertrag mit dem Deutschen Reiche 
zwischen 
Hamburg, Ostafrika und Transvaal 
Amsterdam, Lissabon und Neupel anlantend. 
Die nüchsten fahrplunmässigen Expeditionen finden statt: 
  
  
R. P. D. „KANZLER“, Capt. Eison . 20. Janunr 1896 ab Humburg (li. Fahrplan) 
R. P. D. „BUNDESRATH“, Capt. Stahl 26. Febr. „ ab Hamburg „ 
R. P. D. „KAISER“, Capt. v. Issendorl! 25. Mürz „ ab Hamburg " 
nach Tanga, Dar-es-Saläm, Sansibar, Mozambique, Beira, Delagoa-Bai und Natal. 
Diese Dampfer nehmen auch Passagiere und Waaren nach 
Bagamoyo, Saadani, Pangani, Kilwa, Ibo, Lindi, Quelimane, Chinde, Lamu und 
Mombassa. 
Regelmässig alle acht Wochen Postdampfer 
ab Hamburg iun Kap de“ Juten JOnun direkt nach Dierben, Deiagoga-ZBa#i, 
Inmbane, Mozcmmbtorec. 
Nächste Expedition: Dampfer „REILCHSTAG“, Cart. 2. Februnr 1896. 
Die Dampfer Rhaben rozülpliche Einrichtungen fitr Passagiere in allen Klussen. 
Ferner zwischen Ostalrika und Bombay regelmässig alle vier Wochen im Anschluss 
an die Hauptdampfer. 
  
Näheres ertheilt in Hamburg: (20) 
wegen Fracht der Schiffsmakler August Bolten, Wm. Miller’'s Nachfolger, 
wegen Passage die Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Aktien-Gesellschaft, 
sowie wegen Fracht und Passage die 
Deutsche Ost-Afrika- Linie, 
r. Reichenstrasse 25. 
Verantwortlicher Redalteur für den nichtamtlichen Theil: O. Mertinat, Verlin. * 
Druck und Verlag der Königlichen Hofbuchbandlung und Hofbuchdruckerei von E. S. Mittler &amp; Sohn, Verlin 8W 12, Kochstraße 68—71. 
Ausgegeben am 2. Januar 18906 um 5 Uhr nachmittags.
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        Deutsches Kolonialblatt. 
Amtsblatt für die Schutzgebiete des Deutschen Reichs. 
herausgegeben in der Kolonial-Ablheilung deo Auswärligen Amts. 
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VII. Jahrgang. Berlin, 15. Jannar 1896. Uummer 2. 
Diecie Zeitschrift ericheint in der Regel am 1. und 15. jedes Monals. Derfelben werden als Beihefte brigefügt die mindestcus einmal 
erscheinenden: „Mittheilungen von Forschungsreisenden und Golehrten aus den deutschen Schutzgebicten“, herausgegeben von Dr. 
. Y# Der vierteljöhrliche Abon is für das Kol latt mit den Beiheften beträgt beim Bezuge durch die Post und die 
Ruchhandlungen Mk. 3.—, direit unter Streisband durch die Verlagsuchhandlung M. 3.50 für Deutschland und Oesterreich: Ungarn, Mk. 3.75 für 
die Lander des Weltposivereins. — Einsendungen und Anfrasen sind an die Königliche Oosbuchhandlung von Ernst Siepfried Mittler 
und Sohn, Berlin 8W 12, Kochstrabe 68—71, zu richten. (Eingetragen in der Zeitunge Preioliste für 1800 unter Nr. 1916.) 
vierteljährlich 
r. Freihen 
Inhalt: Amtlicher Theil: Ertheilung der Ermächtigung zur Ausübung der Gerichtsbarkeit und zum stellvertretenden 
Standesbeamten an den Sekretär Senfft auf den Marshall-Inseln S. 35. — Runderlaß des Kaiserlichen Gouver- 
neurs von Deutsch-Ostafrika an die Stationen und Bezirksämter S 35. — Gouvernementsbefehl des Kaiser- 
lichen Gouverneurs von Deutsch-Ostafrika S. 36. — Verordnung der Kaiserlichen Landeshauptmannschaft des Schutz- 
gebietes der Marshall-Inseln, betreffend die Führung der Reichsflagge durch Eingeborene S. 36.; desgleichen, be- 
rreffend die Aufhebung der Quarantänevorschriften S. 37. — Nachweisung der Brutto-Einnahmen bei der Zoll- 
verwaltung für Deutsch-Ostafrika in den Monaten September und Oktober 1895 S. 37. — Vertheilungsplan der 
Schutztruppe und Landespolizei von Deutsch-Ostafrika am 30. November 1895 S. 38. — Personalien 
Nichtamtlicher Theil: Personal-Nachrichten S. 42. — Deutsch-Ostafrika: Ueber ein Gefecht mit dem 
Sultan Mutatembwa von Kisiba S. 43. — Ueber eine Expedition gegen Gr. Aruscha S. 45. — Marsch der Schutz- 
truppe S. 45. — Gerichtsbarkeit der Eingeborenen S. 45. — Kamerun: Erforschung des Sannaga S. 46. — 
Deutsch-Südwestafrika: Anlage von Brunnen S. 46. — Deutsch-Rcu-Guinea: Bismarck-Archipel S. 46. 
— Aus dem Bereiche der Missionen und der Antisklaverei-Bewegung S. 48. — Aus fremder 
Kolonien: Kongostaat S. 51. — Landerwerb an der Goldküste S. 51. — Ueber das botanische Landesinstitut 
zu Buitenzorg auf Java S. 51. — Ueber die Lage der französischen Kolonien im Jahre 1893 S. 53. — Ver- 
schiedene Mittheilungen: Ueber die deutsche koloniale Entwickelung S. 53. — itterarische Besprechungen 
S. 54. — Schiffsbewegungen S. 55. — Verkehrs-Nachrichten S. 55. — Anzeigen. 
Amtlicher Theil. 
Gesehze; Perordnungen der Reichsbehörden. 
Auf Grund des Gesetzes, betreffend die Rechtsverhältnisse der deutschen Schutzgebiete (R. G. Bl. 
S. 75), der Kaiserlichen Verordnung vom 13. September 1886 und des Gesetzes vom 4. Mai 1870 
(B. G. Bl. S. 599) ist dem stellvertretenden Sekretär Senfft für das Schutzgebiet der Marshall-Inseln 
die Ermächtigung zur Ausübung der Gerichtsbarkeit erster Instanz sowic für seine Person und für die 
Dauer seiner Thätigkeit im Schutzgebiete die allgemeine Ermächtigung ertheilt worden, im Falle der Be- 
hinderung des Kaiserlichen Landeshauptmanns bezilich aller Personen, die nicht Eingeborene sind, bürgerlich 
gültige Eheschließungen vorzunehmen und die Geburten, Heirathen und Sterbefälle derselben zu beurkunden. 
  
  
  
  
Herordnungen und Wiktheilungen der Behörden in den Schungebieken. 
Nunderlaß des Kaiserlichen Gouverncurs von Deutsch-Ostafrika an die Stationen 
und Bezirksämter. 
Von beachtenswerther Seite sind bei dem Auswärtigen Amt Vorstellungen gemacht worden, daß 
noch viele Sklaven mit Karawanen zur Küste kommen, indem sie häufig für Träger oder als Frauen und 
Kinder von Trägern ausgegeben und auf den den Karawanenführern ausgestellten Erlaubnißscheinen der 
Stationsvorsteher im Innern als solche bezeichnet würden. 
Ich weiß, daß die Herren Stationsvorsteher der Ausstellung von Erlaubnißscheinen, welche sie 
mit ihrem Namen unterzeichnen, stets eine gewissenhafte Prüfung voraufgehen lassen. Einer Weisung des 
Herrn Reichskanzlers folgend ersuche ich sie aber erneut, mit aller Strenge darauf zu achten, daß nicht als 
TDräger oder unter sonstigen Vorwänden Sklaven unter das Personal der Karawanen eingeschoben und 
heimlich zur Küste geschleppt werden.
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        — 36 — 
Die Bezirksämter ersuche ich, die an der Küste ankommenden Karawanen nach dieser Richtung hin 
noch ciner besonderen Prüfung zu unterziehen. 
Dar-es-Saläm, den 17. Dezember 1895. 
Der Kaiserliche Gouverneur. 
(L. S.) gez. Dr- v. Wissmann. 
Gouvernementsbefehl des Kaiserlichen Gonverneurs von Deutsch-Ostafrika. 
Ich theile hiermit die Stationen im Innern in zwei Klassen ein: 
1. Klasse: 1. Mpwapwa, 2. Tabora, 3. eine Station am Victoria-See (welche, wird in nächster Zeit 
bestimmt werden), 4. die demnächst am Tanganyika-See zu gründende Station, 5. Langen- 
burg, 6. Moschi. 
II. Klasse: Alle übrigen Stationen. 
Diese Eintheilung soll lediglich maßgebend sein für die Ausrüstung und den Ausbau der Stationen 
in dem Sinne, daß die Stationen I. Klassc, als voraussichtlich für lange Zeit bleibend, was Ausrüstung 
und Ausbau anbetrifft, reichhaltiger bedacht werden als die II. Klasse, deren längeres Bestehen zweifelhaft ist. 
Dar-es-Saläm, den 21. November 1895. 
Der Kaiserliche Gouverneur. 
(L. S.) gez. Dr. v. Wissmann. 
Verordnung der Kaiserlichen Landeshaupt schaft des Schutzgebietes der 
Marshall-Inseln, betreffend die Führung der Neichsflagge durch Eingeborenec. 
In Ausführung der Kaiserlichen Verordnung, betreffend die Ertheilung des Rechts zur Führung 
der Reichsflagge an Eingeborene des Schutzgebietes der Marshall-Inseln, vom 19. September 1893 wird 
hiermit verordnet: 
  
81. 
Das Recht, die Reichsflagge zu führen, kann Schissfen von Eingeborenen nur verliehen werden: 
1. wenn die Schiffseigner deutsche Schutzbefohlene sind und im Schutzgebiete Grundeigenthum besitzen, 
4.wenn sie sich eines guten Rufes erfreuen und insbesondere noch niemals sich wegen Seeräubercien 
eine Verurtheilung zugezogen haben 
wenn sie sich verpflichten, mit dem Schiffe die Grenzen des Schutzgebietes ohne Erlaubniß oder 
ohne Noth niemals zu verlassen, 
.wenn der Kapitän und die Mehrzahl der Mannschaft Eingeborene der Marshall= Inselnsind. 
6 
82 
Die bewilligte Berechtigung muß bei etwaigem Wechsel des Schiffseigners von Neuem nachgesucht 
werden; sie kann aber jederzeit seitens der Kaiserlichen Landeshauptmannschaft aufgehoben werden. 
83. 
Die Berechtigungsurkunde (Flaggenattest) hat die erforderlichen Angaben zum Erweis der Identität 
des Schiffes zu enthalten und ist vom Kapitän an 5 desselben aufzubewahren. 
Der Name des Schiffes sowie der Heinacsstefen Jaluit müssen am Heck mit farbigen lateinischen 
Buchstaben angegeben sein. 
l 5. 
Eine Musterrolle wird von Seiten der Landeshauptmannschaft nicht ausgestellt. Dagegen erhält 
der Kapitän bei jeder neuen Ausreise des Schiffes ein schriftliches Ausklarirungsattest. 
86. 
Für die Ausstellung eines Flaggenattestes ist eine Gebühr von 24 Mark zu entrichten. 
7. 
Diese Verordnung tritt in Kraft mit de Tage der Bekanntmachung derselben auf den ver- 
schiedenen Inseln. 
Jaluit, den 1. März 1895. 
Der Kaiserliche Landeshauptmann. 
(L. S.) Dr. Irmer.
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        37 — 
Aufhebung der 8 tä schriften für die Marshall-Inseln. 
Der Kaiserliche Landeshauptmann in Jaluit hat die durch Verordnung vom 27. Februar 18950) 
für die Inseln Aur Maloelab verhängten Quarantänevorschristen unter dem 7. August 1895 wieder auf- 
gehoben, nachdem festgestellt worden ist, daß der auf den Inseln vorgekommene Krankheitsfall sich nicht als 
Lepra, sondern als Gogo erwiesen hat. 
  
Nachweisung der Brutto-Einnahmen bei der Zollverwaltung für Deutsch- 
Ostafrika im Monat September 1895. 
(Eine Rupie zum Kurse von 1,145 Mk.) 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Zölle für Schifffahrts.Holzschlag- Neben. 3 t 
Haupt-Zollamt AusfuhrEinfuhr Abgabee Gebühren Einnahmen Insgesamm 
. zor. P.] Np. P.] ARp. P.! Rp. P. A#. P. N. V. — Ml. Vf. 
I i . 
Tangna 1365 4 s — 95 37212 3811660 38 — 13351 38 
— 15 48 1% 2= 8015 70 
Bagamooo 18759 19118941 10 13 — 53 152764 570531 37 — 46408 65 
Dar-es-Saläm i135 2503 1812642 38 54 — 104 51271 4716576 26 = 18979 98 
Kilwmwoo 8104 168 5153 17 33 —852 37179 37/17322 43 = 19834 46 
Linnsi 4594 044¼ ½%132364½ 
37: . —11-1-1511681·62104652E25-11982698 
Zusammen «313375432839177 5 K —U 
42724 Mf.2206 Mk. 202 MM. Mk. 13375 Mk. 
05 R-f. 26 Pf. 66 apf. 16 Pf. 85 Uf. 
#### 
) 
Mit Berücksichtigung einiger Reste aus Vorjahren stellt sich die Gesammteinnahme auf 118 408 Mk. 99 f. 
Der Werth der Ausfuhr bei sämmtlichen Stationen im September 1895 beträgt 297 442 Nup. — 340 571 Mk. 09 Pf. 
Der Werth der Einfuhr bei sämmtlichen Stationen im September 1895 beträgt 597 027 Rup. — 683 595 Mk. 91 Pf. 
Im Monat Oktober 1895. 
(Eine Rupie zum Kurse von 1,16 Mk.) 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Zörte für *- Saiflahre Holzschlag. Neben. r 
. «· · Insgesammt 
Haupt-Zollamt AusfuhrEinfuhr Abgabe GebührenEinnahmen nsges 
Rp. P. Np. P.] Ap. P.] #pK P.] Np. P.]s Np. P. — Mk. Pf. 
Tangga 65 6006948 39 1426 190187 04 2 58 = 9555 97 
Pangani ...... 1624 61 3597 38 — 28 02 10 06 5271 18 — 6114 69 
Lagamooon..15138 5311003 5ö657 —58 7/398 21,426816 39 — 31107 27 
Kar#es-Saläm .... 2302061441313 80 — 13 38 44 5316953 46 19666 31 
3905 20|(729 6022 SI 38 04% 14 1802 05 
Lindddd 6286 567516 08 11 — 1 53 493 164309 05 — 16598 53 
Zusammen 3 —4 8 — ——————N 
Zus 0314 (82068 61163 El* 44 86 
35164 Mk.56026 Mk.1 Mk.1097 Mk. 2367 Mk. 
24 Pf. 79 Pf. 08 Pf. 63 Pf. 12 Pf. 
*) Mit Verücksichtigung einiger Reste aus Vorjahren siellt sich die Gesammteinnahme auf 94 826 Mk. 03 Pf. 
Der W . 
Werth der Ausfuhr bei sämmtlichen Stationen im Oktober 1895 beträgt 281 652 Rup. = 326 716 Mk. 32 Pf. 
er Werth der Einfuhr bei sämmtlichen Stationen im Oktober 1895 beträgt 555 784 Rup. = 644 709 Mk. 44 Pf. 
*) Vergl. Deutsches Kolonialblatt 1895, S. 7.
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        38 
Vertheilungsplan der Schutztruppe und Landespolizei 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Anmerkung: &amp; hinter dem Ramen — krank, e hinter dem Namen — kommandirt, 
Ar. - Kom- Kom- * * Zahl= Ober- . 
der Garnison= Ober- Lieuober= - ihl- er- Ser- Unter- 
kom- 4. man= pagnie- —.1iteeister= feuer= Feldwebel ... 
som· or deur führer. tenants — ärzte m- 1. geanten offiziere 
pagnie führer 5 Z asp werler 
I. Schutztruppe. 
1% % 
. den v. NatzFischere . Sekachl)OllwigssS Kuhnen Engelia,Benkewig) Meuser 
klrke-lImerHerrmann] Schlobach S S hardt Krause c Knaust 
Stab Dares-w " * r. * Petrowitz 
Saläm Charisius) Schwe- 
5quft. v. Beringe singer # 
C.w .— Schnorren= 
* picil 
77 %% — 
Moschi — — Johannes Merker—Hr. Eggel- Körner H1 — — Freytag 
1. 4m lIl *! 
Marangu — — — v. der. — — — — — — — — Reisewitz 
2 Masinde — — — Storch— * — Fritschtaeymarzig — — 
Kisuani — — — — — — — — —- — — Sommer — 
«?.«m·-es-s«!cfm — — lLonck I — — — — — — —mui — 1u— 
—*-!- Dr. Berg Frahm 
4. Kilimatinde— BHPodlech Stadlbaurs-1 Dr. Rein-—— — — — Ganzer 
hardt Peschke 
5 Ulanga — — — v. Kleist — Arning —Teppe — — Spiegel Stephan 
" Albinus 
- Nil-mer ««"«--·«- ,«’-·j.x-k--«- 
6. Paugani — — — ,— — — — — — 4%% m% — 
7. Infolge der Expodition dic 3., 6., 6. und 9. Kompagqunie ouie die I2. Kompagnie lhiervon rerstorte, Sao Jrrapi 7.) /00“ 
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77%% 
Ke — — EIIEEEOIIIEIILEXIIIE — — Ilenschke — Laochin- 
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Mohoro — 1— — — —— — —— — — — — 
Samanga +J — —— — — — –— — Liebhardt — E 
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Jind —]NHRausa Trcki 7 Hösemann— — — — 88 
Kionga — — — — — — — — — — Kayser — — 
— — Leue Graf v. — — Dr Zicken- — — — Syd 
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10 T Perponcher Drewes drath Richter
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        39 
von Deutsch-Ostafrika am 30. November 1895. 
3 
hinter dem Namen 
und * und 
bei den Ziffern 
siehe Bemerkungen. Kurssechenk — auf Expedition befindlich. 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
„7 cm 
1 Schnellladekanone 
ar-es-Saläm 
2 1. 
L 2 # Farbige 
bber- Lazarethtats Wile “ 
lazareth= . 11 h- mäßige Char- Askari Armirung Bemerkungen 
gehülsen 9e9 sen Schreiber 51* S515 Esfendi gen regu- irre- 
— — läre guläre 
II. Schutztruppec. 
1 ital. Berggeschütz 
Benz 1. Apelt Uuruh 6,7 cm 4 
— WernerHerbslebt" — Sauer-— — — — — 2 Maschinengewehre * Kompagnieführer Herrmann geht 
#iolland, Triebel brey Smm nach Bukoba * 
Schirpke Nickl 1 Maxim-Gun K 45 Lieutenant Schnorrenpfeil mar- 
Lege- (unbrauchbar) schirt nach Kilossa 
wald- 4 Mörser 9 cm 
5 Revolverkanonen 
„7 cm 
Wulĩ 1 Berggeschütz 
Alng3 — — 5 — 55 cm 
1 Schnellladekanone 
— 5% 1 Schnellladekanone 
— — — — 151 57 1 23 * 3,7 em 
Ossen- 4 1 ital. Berggeschütz m neri.. Frsch kommt zur Küste 
58— « « ·I««-WI I·’l’" »Ist-L- 
wanger – — — 151 — 6 58. 2 6,7 cm *?2 te hd dn 6. Satem 
n — — — —— 2 23 — — 
5 7 ½%% Eerygescheer %der 2. Kompy# . 
— — “ ½%½ 71 Esfendi, 2 Charg., 19 Mann 
"v beim Wachtkdo. Dar-es-Saläm 
1 Maschinengewehr * Dr. Ve 
... - tggehtnachMpwapwa 
— Läcer — — — 8 132* 1 1 bal nosc 1sffendi, 3 Mann beim Wacht- 
6.em kommando Dar-es-Saläm 
Effendi nach Kairo beurkaubl. 
— — — — — ½ 10 93 21 — *2 Mann beim Wachtkommando 
Dar-es-Salam 
5 Landungskanonen 1 Mann beim Wachtkommando 
7%%% em Dar-es-Saläm 
*5 „0%% 1# — — J17 7 0 4 Maxchinengeiehre Mann der Polizei- Abtheilung 
V m: Pangani attachirt 
Geest Wachtkommando, 
— — .. 
— Scharsfen- 1 1 1 3 leichte Feidgeschütz 1 Charge beim Wachtkommando 
berger — * * F cnngesnlSlrn Dar-es-Salam 
«l—i—i—l—i———is—- 
«I——l—s—l———2— — 
—I——-—-s——.—12— — 
·c-. --.IlChacge,2MannbeimWacht- 
— 1t — — — — 7 5 109 — " leichte Zelggeschute kommando Dar-es-Salaäm 
i ç " 712 Mann v. Pol.-Abth. Lindi att. 
—i—Ii-- 
. lschnellladekanones im Wachtkommandc 
Weidner — — — — — 8 129* 29 1 Mann beim h
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Nr. — · . 
der Garnison- Kom-gber- Kom- Lieui Ober- . Sahl- Ober- SESer- Unter- 
man- pagnie- iell Aeërzte meister= feuer= Feldwebel .. 
Kom- ort d führern tenants ärste S. , geantenosstztete 
· eur führer S aspiranten werker 
pagnie DS 
Muanza — — LangheldKollmann— Zupitza — — — — — Dela 
11. *** — —— 
Bukoba — — — v. Kalben.——l. — — — — — — Slgann — 
* 
dilosi e Dr. Kreseldt* — * Kersten 
Kilossa — — v. Elpons Engelhord— KoerperKörner II Dorner 
Nachtigal rnn — — — Schütz 
Mpwapwa * *1 v. Bercken * 1 JFost Skiba 
12. 
Kisaki — — — v. chen — — — — — — — — Bittner 
Langenburg — — — — ——1 — —— — — — — 
Wacht- 
kommando — — — rv. IIN — — — — Markgraf Lembke Jahn 
Dar-es= mann 
Salüm 
Zusammen 1 1 9 25 1 2 11 1 8 1 8 9 24 
II. Landespolizei. 
Zimmer= 
Tanga — — — — ———-— — —imann — — — Feldmann 
Stamm'# 
Pangani — — — — — — — — — — — — Grimm 
Saadani — — — — — — — — — — Hentschel — — 
Vagamoyo. — — Scherner — — — — — — — Wallner — — 
Dar-es-Salüm — — — — — — — — — — — — Herdecke 
Frhr. v. - 
Kilwa — — &amp;. — — — — SFNFeist — — — Haible 
Lindi — — — — — — — — — — Hägele — — 
Mikindani — — — — — — — — — — — Pfendtner 
Zusammen — — 2 — — 3 — — 3 — 3 — 5 
III. Kommandirt. 
— — —Fischer, Schlobach-v1 — —— — Krause — Meuser 
Berlin zzur Traci- zum Goun- zu Lieut. 
rung einer vernem.= Schlobach 
Bahn, z.Z Büreau 
in Dar-es- 
Salaäm
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        41 
— — 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
— — —Ô — —Ô .. — — — — —— 
E E 
. 8 F b ige 
Lber- Lazareth= Etatss 2 n 3 S *- * 
lazareth= n h- mähige 8 2 Char- Aslari Armirung Bemerkungen 
gehülfen gehülfen Schreiber □ - S S 2 Effendi n * irre: 
— z #ili läre guläre = 
3 1 Schnellladekanone · Acstknagmestlhcek lustiksvcld auf dem 
urock — — — — — 1 55 9 3,7 em *?2 # n Wachtkommando Dar- 
— Bullerdiek 4% 15 1 Schnellladekanone Sergeant. Hartmann und Lazarctb 
Schuster- — — — 1 65 5 3,7 em gehülse Schuster kommen zur Küste 
— 1 Schnelladekenone en S bat Befehl. 
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nicht 1 rascimenceehrsan v ene ur 
Wien 1 Schnellladekonone 
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s v. d. 3 Komp. Eif., —Chorg. v1 Mann 
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15* *? 4 *sni — I ; 
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Si. Kisali ñ . 2 
Pol. Lindi — 4 
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41 3 — 3 1 % 1437 136 42 Neiru 
II. Landespolizei. 
Loegel — — * ———.N.-- 2 " 28 LKleichte Feldgeschütze Zahlmeisteraspirant Stammer 
— K/73 nach Dar-es-Saläm versegtzt 
– — — — — 1 1 22. — — * 4 Mann von der 6. Komp. 
— " 2 leichte Feld . 
— — — — — 1 9. — ich ##ibeschüt von der Poliz.-Abth. Bagamoyo 
VoellneriEi — — 53. — 1 2 377 — leichte Iehgeschut * 1 A bein Wachtkommando 
— — Däar#zeg-Saläm 
4 leichte Feldgeschütze 
— — — — 2 50 — 
1 Revolverkanone 3,7em 
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———1 3 29 — — 
— — — 2 italieni 
— ——— 1 * sche Berg= s M 
— — 
— — — 
2 — — — J #8 · —.— 
— 2 13 235 — 16 
III. Kommandirt.
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« KomObersKonJ- Lieu-J·Z-Ober-- JZIWOEM »L,,Sek-Untet- 
Garnisonort man- führer pagnie- tenants S ärzte Aerzte meister= feuer= Feldwebel eanten offizi 
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Beurlaubt nach Europa. 
  
   
       
    
Kieferle 
Winkler 
  
  
   
  
  
  
  
mann 
Dr. 
  
    
    
  
  
  
  
  
Bach- 
  
  
  
  
  
  
Krank. 
Dr. --,. 
— — — — Charisiu#]-. Schwel — — — *- 
singer?) 
Rekapitulation. 
I. Schutztruppe 1 1 9 25 1 2 11 1 8 1 8 9 24 
II. Landespolizei — — 2 — — — — — 3 — 3 — 5 
III. Beurlaubt .— — 2 5 4 — 2 — 6 11 1 
———————.—.—..—.—..—.Q————M—————2L2 20 380 
Dar-es-Saläm, den 1. Dezember 1895. 
Perlspnalien. 
Der Direktor der Kolonial-Abtheilung des Auswärtigen Amts Wirklicher Geheimer Legationsrath 
Dr. Kayser hat die Allerhöchste Erlaubniß zur Annahme des ihm verliehenen Großkreuzes des portn- 
giesischen Christus-Ordens erhalten. 
Der Sekondlieutenant a. D. v. Stuemer, bisher vom Fußartillerie-Regiment Encke (Magdeburg.) 
Nr. 4, ist mit dem 8. Januar 1896 der Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika zugetheilt worden. 
Dem ersten Lehrer an der deutschen Schule in Kamerun Th. Christaller ist der Titel 
„Oberlehrer“ verliehen worden. 
Beim Kaiserlichen Gouvernement von Deutsch-Ostafrika sind etatsmäßig angestellt worden: 
Dr. Raffel, Königlich preußischer Regierungsassessor, als Kaiserlicher Bezirksrichter; Velten, Dragoman, 
als Registrator; Hesseling, Königlich preußischer Grenzaufseher, und Schmolck, Königlich preußischer 
Steueraufseher, als Zollamtsassistenten 1. Klasse. 
VVVVVVVVVVVVVVVVVWVVVVVVVVVVVVVVVVVVVWVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVV 
Nichtamtlicher Theil. 
Perspvnal-Machrichten. 
Deutsch-Ostafrika. 
Der Baudirektor Wiskow ist aus Afrika ein- 
getroffen und in die Kolonial-Abtheilung des Aus- 
wärtigen Amts einberufen worden. 
Der Lazarethgehülfe Bullerdieck ist verstorben. 
Der als Rechnungsbeamter in den Dienst des 
Kaiserlichen Gouvernements getretene hessische Finanz= 
aspirant Bickel ist Mitte Dezember nach Darses- 
Saläm abgereist. 
Ramerun. 
Der Leiter des botanischen Gartens in Kamerun, 
Dr. Preuß, hat nach Ablauf seines Urlaubs die 
Rückreise nach dem Schutzgebiet angetreten.
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Beurlaubt nach Europa. 
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Der Kommandeur. In Verteitülg: gez. v. Natzmer. 
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Nachmrichten aus den deulschen Schuhgebieten. 
(Abdruck der Nachrichten vollständig oder theilweise nur mit Quellenangabe gestattet.) 
Deuksch-Hlkafrika. 
Ueber ein Gefecht mit dem Sultan mutatembwa 
von KRisiba 
berichtet der Lieutenant v. Kalben aus Bukoba 
unter dem 19. September 1896: 
Eine Demüthigung des Sultans Mutatembwa 
var nöthig: 1. weil dieser eine christliche Ehefrau 
geraubt hatte und deren Rückgabe verweigerte; 
weil er eine Karawane gegen Zahlung eines 
Elfenbeinzahnes befreite, die von dem durch Liente- 
nant Richter und mich eingesetzten Karawanenauf- 
E 
i 
seher, dem Katikiro Kambgalula, wegen Schmuggels 
angehalten war; 3. weil er erklärte, daß er allein 
in Kisiba gebiete und daß die Kaiserliche Regierung 
dort nichts zu sagen habe; 4. weil er einen Mord- 
bersach gegen Kambgalula unternahm, sein Haus ver- 
brannte, sein Weib und Besicz raubte, als Strafe 
kür seinen Gehorsam gegen die Kaiserliche Regierung. 
* Ich hoffte, die Bestrafung am besten durch Ueber- 
raschung und Aufhebung des alten Sultaus in seiner 
oma vornehmen zu können. 
di Zu diesem Zwecke sandte ich am 15. und 16. Juli 
de beiden auf der Station befindlichen Katikiros 
Mutatembwas mit verschiedenen Aufträgen zur Ver- 
schleierung meiner Absichten zum Sultan. Am 
17. Juli gab ich bekannt, daß eine Expedition nach 
Karagwe nöthig sei, und marschirte zwei Stunden 
später mit dem Arzt Zupitza, 53 Askaris und weni- 
gen Trägern ab, nachdem ich vorher ein großes 
Schauri über den Weg nach Karagwe abgehalten 
und den letzten in Bukoba befindlichen Mann Muta- 
tembwas als Führer genommen hatte. An Muta- 
tembwas Grenze, in der gänzlich unbewohnten Gegend 
von Kutoma, wurde gelagert. Um 11½ Uhr nachts 
ließ ich den Mann Mutatembwas binden, weckte die 
Askari, gab ihnen Grund und Zweck der Expedition 
bekannt, ließ laden und marschirte mit dem Arzt und 
50 Mann ab, während die übrigen mit den Trägern 
das Lager zu bewachen hatten. Von hier bis zum 
Sultaussitz sind 4/ Marschstunden: ich rechnete für 
die Nacht 5 Stunden; ein starker Nebel und die sehr 
finstere Nacht verlangsamten jedoch den Marsch so, 
daß ich ein Mißlingen des Plaus befürchtete. Als 
um 3½ Uhr eine schmale Mondsichel durchbrach, 
beschleunigte ich das Marschtempo. Um 4¼ Uhr 
hörte ich hinter mir in weiter Ferne den Kriegsruf 
und die Goma; der Schall wurde vom Sultansdorf 
durch einen dazwischenliegenden Hügel abgehalten; 
dieses blieb in tiesster Ruhe. Um 5½ Uhr, bei
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        Dämmerlicht, jedoch /1 Stunde später, als ich beab- 
sichtigt hatte, rückte ich im Eilmarsch durch das gut 
flankirte, aber unbesetzte offene Thor in das Sultans- 
dorf ein. In diesem Augenblick erst wurde ich be- 
merkt und durch den langgedehnten wiehernden 
Wasibakriegsruf, der von allen Seiten widerhallte, 
angemeldet. Vor dem Einmarsch hatte ich aus meiner 
kleinen Macht eine Kompagniekolomne zu drei Zügen 
gebildet, ich führte den vordersten Zug, da ich mit 
der Gegend vertraut war, der Arzt folgte mit dem 
Gros auf etwa 60 Schritt; fünf Schritt vor meiner 
Front gingen drei Mann mit fertigem Gewehr, um 
auf Angreifer sofort zu schießen. Auf dem breiten 
Wege konnte ich die Zugfront beibehalten. Von allen 
Seiten strömten durch den bewohnten Bananenhain 
Krieger der Sultansboma zu: ich gab kein Feuer, 
beschleunigte aber den Schritt. Den Weg vom Thor 
zur Sultansboma von etwa sechs Minuten legte ich 
in drei Minuten zurück. Anhaltenden Lausschritt 
vermied ich, um die Treffsicherheit der Askaris bei 
etwaigem Gefecht nicht zu beinträchtigen. Vor dem 
Thore der Boma standen etwa 100 Krieger, und 
große Mengen strömten aus dem Bananenhain, be- 
sonders von links, heran, die meisten mit Speeren 
bewaffnet. Ich hoffte, daß die Krieger meinem An- 
marsch weichen würden. Das geschah jedoch nicht. 
Die Nähe wurde mir bedenklich, als ich von den 
Kriegern am Thor noch gegen 30 Schritt, von den 
nächsten in der Flankec 15 Schritt entfernt war. Ich 
machte Halt, um die Krieger zur schleunigen Räu- 
mung des Platzes aufzufordern. Doch in diesem 
Moment erhielt ich Feuer aus dem Bananenhain 
links, das sofort von meiner Spitze erwidert wurde. 
Ich eröffnete nun sofort Schnellsener nach vorn und 
links, während ich einige Leute herausnahm, die nach 
rechts durch den Holzzaun feuern mußten. Der Arzt 
griff sehr sachgemäß und geschickt in das Gefecht ein, 
indem er sofort zur linken Flanke aufmarschirte und 
Feuer auf die von links heranströmenden Krieger 
gab, während er seinen Rücken durch einige an den 
Zaun gesandte Schützen deckte. Seinem schnellen 
Eingriff ist es wohl zu danken, daß wir keine Ver- 
luste hatten! Der Nebel, die Bananen und die hohen 
Zäune drückten den Pulverqualm derart nieder, daß 
nach den ersten Schüssen der Feind vollkommen 
unseren Blicken entzogen war. Ich bemerkte jedoch, 
daß er allenthalben floh, nachdem die Leute, die 
gegen meine Flanke anliesen, im Feuer zusammen- 
gebrochen waren. Ich slellte nun das Feuer sofort 
ein. Der erste Zug hatte zwei bis drei, das Gros 
ein bis zwei Patronen pro Mann verfeuert. Ich 
sah fünf todte Krieger, die im Anlauf gefallen sein 
mußten. Fünf bis zwanzig Schritt entfernt von meinem 
linken Flügel, neben einem Mannc, lag ein abge- 
feuertes Gewehr. Vor der Front war Niemand 
gefallen. 
Ich drang nun im Lausschritt durch das frei- 
gewordene Thor und ließ meinen Zug ausgeschwärmt 
durch die Sultanshöse gehen, wo ich noch einige 
44 
  
Schützen vertrieb, die hinter den Häusern und Zäunen 
saßen; das Gros folgte geschlossen, um einen mög- 
lichen Angriff abzuwehren. Doch bald war der 
ganze Ort vom Feinde verlassen. Ein großer Haufen 
von Menschen flüchtete in das sumpfige Pori und 
verschwand dort im Nebel. Eine Verfolgung hielt 
ich für zwecklos, da der Feind schneller laufen konnte 
als wir. Wie ich später erfuhr, war der Sultan, 
von vier Männern fortgeschleist, nur mit knapper 
Noth entkommen. Eine Untersuchung der Boma 
brachte außer zwei Hinter= und zwei Vorderladern, 
einigen Faß Pulver und den schönen Milchkühen 
des Sultans nichts von Werth; doch fielen alle Ab- 
zeichen seiner Würde, wie Kronc, Scepter, Sultans- 
beinschmuck, alle Trommeln, alles Hausgeräth u. s. w., 
in unsere Hände. Da ich nur sieben Träger bei mir 
hatte, die das erbeutete Vieh treiben mußten, wan- 
derten die meisten Sachen ins Feuer. Ich ließ nur 
das Wohn-, Empfangs= und Wachthaus des Sultans 
niederbrennen. Alle anderen Gebäude schonte ich. 
Ich trat den Rückmarsch in der Ordnung an, 
wie ich gekommen war. Das Vieh marschirte zwischen 
Spitze und Gros. Ich sicherte mich aber durch 
Seitenpatronillen. Im Dorf fand ich keinen Wider- 
stand. Um 6¼ Uhr marschirte ich zum Thor hin- 
aus; doch jetzt kam die eigentliche Schwierigkeit, denn 
der Weg führte fast ½ Stunde in größter Nähe 
längs des Umfassungswalles bezw. der undurchdring- 
lichen Hecke der Schamba. Auf der rechten Seite 
boten mächtige Felsblöcke dem Feinde vorzigliche 
Schlupfwinkel. Einen anderen Weg konnte ich wegen 
des unwirthlichen Geländes nicht einschlagen. Ich 
sandte daher die Seitenpatrouillen vor, die auch bald 
zu beiden Seiten größere Mengen von Kriegern ent- 
deckten und vertrieben. Durch häufiges Rufen wurde 
die Verbindung erhalten. 
Die Plänkeleien wurden vier Stunden hindurch 
gegen mich fortgeführt, bis ich das unbewohnte Land 
erreichte. Der Nebel begünstigte hierbei den Feind. 
An einzelnen Orten, besonders in der großen Schamba 
des Prinzen Ruvangirana, war die Aufklärung recht 
schwierig. Die Soldaten zeigten dabei den größten 
Munth, viel Geschick und bewundernswerthe Ausdauer. 
Besonders loben muß ich die Patronillenführer Om- 
bascha Bandatscharo und Matambo, die Askaris Kipalla 
und Mirambo. Alle den Weg umgrenzenden Höhen 
waren von feindlichen Schützen besetzt, die hinter 
Felsblöcken verborgen lagen. Die nahen Höhen ließ 
ich rechtzeitig säubern, zweimal durch einen ganzen 
Schützenzug. Auf den entfernten Höhen störte ich 
das kindliche Vergnügen des Feindes nicht. Beson- 
ders liebte es der Feind, auf die Quenc zu schießen, 
weil er hierbei der Verfolgung am wenigsten aus- 
gesetzt war. Ich hatte jedoch weder Verluste an 
Menschen noch Vieh. 
Die Anstrengungen waren sehr groß; wir sind 
ohne Ruhe 13 Stunden im Marsch und Gefecht ge- 
wesen. Mein Lager fand ich unversehrt. Mutatembwa 
sandte noch an demselben Abend einen Sohn zu mir,
        <pb n="83" />
        versprach seine volle Unterwerfung und bat um 
Blutsfreundschaft. Deshalb marschirte ich am fol- 
genden Tage nach Bukoba zurück und schloß von 
hier aus Frieden. Es sind 257 Patronen verfeuert. 
Ich hatte unnützes Feuer vermieden. 
Die Verluste wurden von Matatembwa zunächst 
ltark übertrieben; er sprach von 70 Todten und 
30 Verwundeten, später gab er einen Verlust von 
10 Todten an, eingerechnet die später gestorbenen 
Auch diese Angabe erscheint mir noch 
eiwas hoch im Vergleich zu meinem Patronen= 
verbrauch. 
Ueber eine Expedition gegen Gr. Aruscha (Aruscha ju) 
berichtet der Kompagnieführer Johannes unter 
dem 19. Oktober 1895: 
Die Gründe der Expedition waren die mehrfachen 
Kriegszüge, welche die Waaruschas gegen Ukamba und 
lmkugwe unternommen hatten, um Weiber und Vieh 
zu rauben. Die unmittelbare Veranlassung gab ihr 
lebter Kriegszug gegen Irangi, der für sie allerdings 
ohne Erfolg ablief. und ein bevorstehender gegen 
Uamba, wohin bereits einige Trupps zur Rekognos- 
Srung abgegangen waren. 
Diesen Räubereien wollte ich dauernd ein Ende 
machen und dadurch die Ruhe im Bezirk befestigen, 
serner aber auch die in früheren Jahren von den 
Waaruschas in großer Zahl geraubten Dschaggaweiber 
und kinder in ihre Heimathslandschaften zurück- 
bringen. 4 
Am 7."Oktober brach ich mit Lieutenant Merker, 
Oberlazarethgehülfen Wülfing und 80 Mann der 
I. Kompagnie auf und marschirte durch die Steppe 
unterhalb Kiboscho, Madschame, weiter über Koare 
und Msanjolager und unterhalb Mern nach Gr. Aruscha, 
wo ich am 11. ankam und dicht am Gebicte des 
Vzee Masinde, dessen Leute am Kriegszuge gegen 
vrangi nicht theilgenommen hatten, lagerte. 
Die Dschaggas, denen ich die Theilnahme an der 
Epedttion freigestellt hatte, schlossen sich mir während 
der ersten Tage sehr zahlreich an. Es waren Leute 
us Moschi unter Melis Führung, aus Urn, Kiboscho, 
Madschame und Kibonoto, im Ganzen ungefähr 
1500 Mann. 
Anm 12 marschirte ich nach Aruscha hinein und 
#ette mich mitten in der Landschaft Olborn fest, um 
von hier aus den Angriff nach allen Seiten hin ein- 
Uleiten. Der Widerstand, den die Waaruschas zu 
Anfang leisteten, wurde bald durch das feste Zusammen- 
halten und rasche Vorgehen der Dschaggas, besonders 
der Meli= und Sinnaleute, gebrochen. Einige Ver- 
nuche der Waaruschas, die Wadschaggas einzuschließen 
und rückwärts abzuschneiden, wurden durch das Ein- 
Areifen einer Abtheilung Askaris vereitelt. Im Laufe 
dieses Tages sowic des nächsten wurden eine große 
Anzahl Ninder, Schafe und Ziegen eingebracht und 
anßerdem 300 Dschaggaweiber und -kinder befreit, 
  
45 
welche alle, einzeln befragt, erklärten, in ihre Heimath 
zurückkehren zu wollen. 
Am 14. morgens kamen die betreffenden Wazee 
(Häuptlinge) und baten um Frieden, der ihnen auch, 
da der Zweck der Expedition vollkommen erreicht 
war, gewährt wurde. Sie brachten noch zwei Ochsen 
und einige Ziegen und versprachen, in Zukunft keine 
Kriegszüge wie bisher zu unternehmen. Ich habe 
die Ueberzeugung gewonnen, daß sie es mit diesen 
Versprechungen ernst nehmen und nunmehr Ruhe 
halten werden. Am ganzen Berge herrscht unter der 
Bevölkerung große Freude über die Bestrafung und 
Unterwerfung von Gr. Aruscha. 
Die Dschaggas hatten 12 Todte und ebenso viel 
Schwer= und Leichtverwundete, von den Askaris hat 
einer einen Schuß durch die linke Hand bekommen. 
Die Verluste der Waaruschas sind jedenfalls sehr 
große, einer der Wazee gab die seiner Leute auf 
30 Todic an. Am 15. marschirte ich auf demselben 
Wege nach Moschi zurück, wo ich am 18. eintraf. 
Die Unkosten der Expedition — Marschverpfle- 
gung der Askaris an Reis, Expeditionsverpflegung 
für die Europäer, Tauschartikel, zusammen 450 Rup. 
— wurden durch das erbentete Vieh — 150 Ochsen 
und 250 Ziegen und Schafe — theils von den 
Askaris eingebracht, theils von den verbündeten 
Dschagga-Mangis bezahlt sowie durch zwei Elfen- 
beinzihne im Werthe von 300 Rup. vollkommen 
gedeckt. 
Narsch der Schutztruppe. 
Der Kaiserliche Gouverneur hat den Oberführer 
v. Natzmer beauftragt, mit der von der Expedition 
gegen Hassan bin Omari zurückgekehrten 3. Kompagnie 
und einem Detachement des Wachtkommandos von 
Kilwa aus über Land nach Dar-zes-Saläm zu mar- 
schiren. Er soll seinen Weg insbesondere an der 
Telegraphenlinie entlang nehmen, um die anwohnende 
Bevölkerung erneut in nachdrücklicher Weise auf die 
Unantastbarkeit des Telegraphen hinzuweisen und 
einigen unbotmäßigen Häuptlingen der Wandenderekos 
am linken Rufijiufer die Macht der Regierung vor 
Augen zu führen. 
Gerichtsbarkeit der Eingeborenen. 
Der Kaiserliche Gouverneur hat die mit Gerichts- 
barkeit ausgestatleten Beamten nachdrücklich ange- 
wiesen, Haftsachen auch bei Farbigen stets als eilig 
zu behandeln, um die Dauer der Untersuchungshaften 
möglichst abzukürzen. Die Ausübung der Gerichts- 
barkeit soll vom Oberrichter sorgsam revidirt und 
die Unterbringung der Gefangenen geprüft werden.
        <pb n="84" />
        Kamerun. 
Erforschung des Sannaga. 
Nach einem Berichte ". stellvertretenden Gou- 
verneurs von Kamerun, Dr. Seitz, hat der Vor- 
steher der Station Edea .y.y v. Brau- 
chitsch, welcher nach einer früheren Mittheilung 7) 
den oberen Lauf des Sannaga erforschen sollte, nun- 
mehr die zu diesem Zweck in Aussicht genommene 
Neise angetreten. In seiner Begleitung befindet sich 
Lientenant Schmidt nebst dem Bootsmannsmaaten 
Dillinger. Für die Erforschung des Flußlaufes 
des Sannaga war Vorbedingung die Beschaffung 
eines geeigneten Fahrzeuges. Mit Rücksicht hierauf 
war bereits im Sommer 1895 bei der F Firma Holst 
in Harburg ein zerlegbares Stahlboot in Auftrag 
gegeben worden. Dies Boot ist am 11. November 
1895 in Kamerun eingetroffen. Der Versuch, die 
Zusammensetzung desselben vorzunehmen, gelang ohne 
Weiteres. Die Probefahrten, welche in Kamerun 
unter Zuziehung des Premierlieutenants v. Brau- 
chitsch vorgenommen wurden, hatten das beste Er- 
gebniß; Konstruktion und innere Einrichtung des 
Bootes erwiesen sich als vorzüglich. Das Boot soll 
auf dem Wasserwege von Kamerun nach Edea be- 
fördert, hier auseinandergenommen und auf dem 
Landwege an den Herbertsfällen vermittelst Träger 
dorthin geschafft werden, wo der Sannaga wieder 
schiffbar ist. 
Das nächste Ziel der Vorexpedition des Premier= 
lieutenants v. Brauchitsch ist die Errichtung einer 
fliegenden Station in Mangambe. Von dort aus 
soll versucht werden, mit den Ndogodjes in friedliche 
Verhandlungen zu treten. Wenngleich dieser Stamm 
sich bei früheren Durchzügen von Europäern miß- 
trauisch gezeigt hat, glaubt man in Kamerun, bei dem 
durch den Bakokofeldzug gesteigerten Ansehen des 
Gouvernements auf friedlichem Wege 
kommen zu können. 
46 
Da das hier zu gewinnende Feuerungsmaterial voll- 
ständig ausreicht, so wird der „Soden“ während 
seiner Stationirung auf dem Sannaga nur mit Holz 
geheizt werden. 
  
vorwärts inst 
können. 
Das weitere Ziel der Expedition ist die Befah- 
rung des Sannaga mit dem Stahlboot bis zur 
Einmündung des Mbam. Bei günstigen Verhältnissen 
soll auch dieser Flußlauf noch eine kurze Strecke 
aufwärts erforscht werden. 
Um eine regelmäßige Verbindung zwischen dem 
Gouvernementssitz und der Station Edea herzustellen 
und in dauernder Fühlung mit der Expedition zu 
bleiben, wird für die nächste Trockenzeit der Dampfer 
„Soden“ auf dem Sannaga (in Edea) stationirt. 
Der „Soden“ wird am 15., jedes Monats in Ndoko- 
tunda (Ausmündung des Kwakwa) eintreffen, um die 
Post von Edea an den zu gleicher Zeit von Kamerun 
dort ankommenden Motor zu übergeben und um- 
gekehrt die Post von Kamerun zu empfangen. Für 
die Fahrten des „Soden“ auf dem Sannaga wird das 
Heizungsmaterial auf den neu eingerichteten Holz- 
stationen in Edea, Ndokotunda und Malimbe geliefert. 
Vergl. Deutsches Kolonialblatt 1895, S. 516. 
2 
Drutsch-Südwoelkafrika. 
Anlage von Brunnen. 
Nach einer Meldung der Kaiserlichen Landes- 
hauptmannschaft sind am Baiweg — in Sneyrevier 
und Quaipüts — eine Anzahl aus Doautschland be- 
zogener Pumpen zur Aufstellung gelangt. 
Deutsch-Neu-Guinra. 
Bismarck= Archipel. 
Einem Schreiben des Kaufmanns Parkinson 
über einen im Juni v. Is. ausgeführten Besuch der 
Nordküste der Insel Bougainville entnehmen wir 
Folgendes: 
Wenn man von Norden kommend die Insel 
Bougainville ansegelt, erblickt man bereits aus weiter 
Ferne ein hohes und steiles, meist mit Gras bewach- 
senes Gebirge, das deutlich über die flache Ufer- 
niederung hervorragt. Ja man sieht die hellgrünen 
Abhänge bereits, ehe man die König Albertstraße 
passirt. Dies leicht erkennbare Gebirge wird von 
den Eingeborenen Babin genannt. Sowohl im Osten 
wie im Westen des Gebirges bilden tiefe Einschnitte 
vorzügliche Häsen. Der östliche Hasen, Land ge- 
nannt, ist der vorzüglichste, er ist gegen alle Winde 
geschütt und die Einfahrt ist tief und breit genug 
selbst für die größten Schiffe. Die Ufer dieses Hasens 
sind flach, aber die Wassertiefe unmittelbar am Ufer 
ist so, daß große Schiffe beinahe am Lande anlegen 
Unbedeutende Werftanlagen auf dem den 
Hafen umsäumenden Korallenriff würden das Löschen 
wie Laden der größten Schisse ohne Mühe möglich 
machen. Im inneren Winkel des Lauähafens mündet 
ein Bach, der während des ganzen Jahres hin- 
reichendes Wasser von vorzüglicher Güte liefert. 
Verläßt man den Lauähafen und steuert östlich, 
so hat man auf einer Strecke von etwa sieben See- 
meilen eine flache Küste, theilweise mit einem schmalen 
Strandriff, welches nur da unterbrochen wird, wo 
Bäche und Flüsse sich ins Meer ergießen. Mit 
Booten kann man bei Südost= und Nordwestwinden 
fast überall landen. Diese flache Küste endet plötzlich 
dort, wo ein zweiter tiefer Einschnitt abermals einen 
guten und sicheren Hafen bildet. Dieser Hafen wird 
von den Eingeborenen Tinputs genannt, hat einen 
breiten und tiesen Eingang, und Schiffe liegen= im 
inneren westlichen Winkel gegen alle Winde geschützt. 
Die Uferverhältnisse sind ganz wie in dem Lauühafen. 
Schiffe aller Größen können fast unmittelbar bis an 
i den Strand gehen und Landungsanlagen würden mit
        <pb n="85" />
        wenigen Kosten und geringer Mühe bewerlstelligt 
werden können. 
Aus dem Vorstehenden geht hervor, daß hier 
besonders günstige Verhältnisse für Schifffahrt ob- 
walten, weil das Land im Osten wie im Westen 
zugänglich ist und beide Plätze vorzügliche Ausgangs- 
punkte für weitere Ansiedelungen bilden. 
Vom Meere aus gesehen, ist es leicht erkennbar, 
daß das Land nach dem Innern zu allmählich an- 
steigt und von vielen Flüssen und Bächen durch- 
strömt wird, welche ihren Ursprung in dem hohen 
Kaisergebirge haben. Das Land ist durchweg be- 
waldet, jedoch kann die Vegetation nicht eine sehr 
schwere und dichte genannt werden. Eingezogene 
Erkundigungen ergaben, daß das Land in früheren 
Feiten ziemlich stark bevölkert gewesen, daß jedoch die 
Bevölkerung infolge der kriegerischen Ueberfälle der 
zukainsulaner sich weit ins Innere, namentlich auf 
die Abhänge des Gebirges landeinwärts von Kap 
Zaverdie, zurückgezogen hat. Der Landstrich ist in- 
folgedessen nur spärlich bevölkert. 
on Tinputs machte ich einen Ausflug ins Land 
und es gelang mir, in einem Tage den Lanähafen 
z erreichen. Ich habe mich auf dieser Tour im 
Durchschnitt immer etwa zwei Seemeilen vom Strande 
gehalten. Der Boden ist sehr tief und anscheinend 
lehr fruchtbar. Wir trafen viele frühere Pflanzungen 
der Eingeborenen, woraus zu schließen ist, daß die 
Bevölkerung vormals eine zahlreiche gewesen ist. 
Eine große Anzahl von Flüssen und Bächen mußte 
durchwatet werden; das Wasser ist überall klar und 
krisch und die vielen Wasserläufe würden sich zum 
etrieb von allerlei Maschinen besonders eignen. 
Da ich in Lauähafen nicht das Boot antraf, so 
expedirte ich von dort ein Kanve nach Tinputs zurück, 
um den Kapitän zu instruiren, das Boot überhaupt 
nicht zu senden, da ich auf dem Landwege wieder 
zurückkehren würde. Ich übernachtete dann in Lauä 
und verstärkte meine Begleiter am folgenden Morgen 
durch sechs Jünglinge aus Banin, welche sich erboten, 
mich landeinwärts zu geleiten, und auch willig waren, 
mit mir nach Tinputs zu gehen. 
Wir brachen morgens 7 Uhr auf, durchschritten 
den ziemlich tiefen Lauäfluß etwa eine Meile von 
er Mündung und kamen dann bald auf einen recht "„ 
gut betretenen Pfad, der von den Bergbewohnern 
im Verkehr mit den Bewohnern von Ba##in benutzt 
wird. Diese letzteren haben hier an verschiedenen 
Stellen ihre Pflanzungen, worin Taro, Yams, Ba- 
taten und Bananen wuchsen, die letzteren von er- 
staunlicher Größe. Ich habe selten so schwere Ba- 
nanenbündel gesehen wie in einigen dieser Pflanzungen. 
Nach etwa zwei Stunden Marsch — ich schätze die 
Entfernung vom Lanühafen auf fünf Scemeilen — 
überschritten wir ein zweites Flußthal mit sanft ab- 
fallenden Ufern, kamen aber dann recht bald auf 
ansteigendes Land. Um 12 Uhr wurde Halt gemacht, 
und nach einer Stunde Rast ging es wieder land- 
einwärts. Wir waren jetzt auf einen plateanartigen 
  
47 
Ausläufer des Kaisergebirges gekommen, den ich auf 
etwa 350 m Höhe schätze. Da ich ohne Instrumente 
war, so konnte ich die Höhe des Plateaus nur nach 
der Höhe des Bahingebirges abschätzen, welches letz- 
teren ich dann und wann ansichtig wurde. Um 3 Uhr 
gelangten wir in eine kleine Dorfschaft, aus etwa 
15 Hütten bestehend. Von der Bevölkerung war im 
Anfang nicht viel zu sehen, die einzelnen Individuen 
kamen jedoch nach und nach zum Vorschein, auch die 
Weiber und Kinder. Ich beschloß, hier zu über- 
nachten, und ließ eine der Hütten für mich herstellen. 
Daß die Bevölkerung hier nicht in starker Verbindung 
mit den Küstenvölkern steht, dafür spricht, daß ich 
hier in den Händen einzelner Männer Steinäxte sah. 
Sonst unterschieden sich die Leute nicht von den 
Strandbewohnern, mit denen sie sich anscheinend 
fließend unterhielten, obgleich mir vorher gesagt war, 
daß sie eine andere Sprache redeten. In den Hütten 
deuteten die häufigen Unterkiefer von Menschen darauf 
hin, daß diese Leute ebenfalls wie die Strandbewohner 
Kannibalen waren. 
Der Boden war rings um diese Dorsschaft sehr 
fruchtbar und gut bewässert; es schien mir, als ob 
die Güte des Bodens mit der Entfernung vom 
Strande zunimmt. Es ist kein Zweifel, daß ohne 
Mühe solche Lagen zu erreichen sind, welche für be- 
sondere Kulturen nennenswerthe Vortheile bieten. 
Namentlich scheint mir das Land infolge der vor- 
züglichen Bewässerung und der vielen Niederschläge 
sich besonders für Kaffeekultur zu eignen. 
Am folgenden Tage wurde der Rückweg in der 
Richtung auf Tinputs eingeschlagen. Der Charakter 
des Landes bleibt fortwährend derselbe. Wir hatten 
viele Wasserläufe zu durchschreiten, darunter einen 
mit ziemlich steilen Usern und von solcher Tiefe, daß 
es mir ohne Hülfe meiner Begleiter nicht möglich 
gewesen wäre, ihn zu überschreiten. Wir trafen auf 
dem Heimwege eine Anzahl von Eingeborenen, die 
jedoch, als sie uns gewahrten, schnell im Unterholz 
verschwanden. Auch durchschritten wir zwei kleine 
Niederlassungen, die jedoch vollständig leer waren, 
obgleich die kleinen Feuer vor den Hütten bezeugten, 
daß die Einwohner nicht weit entsfernt waren. Die 
Gegend nach Tinputs hin ist sehr flach und an 
Stellen sumpfig, jedoch nicht so, daß sie unbrauchbar 
wird, im Gegentheil, die Bewohner der Küste bauen 
hier Taro und Bananen von vorzüglicher Güte. 
Gegen 5 Uhr abends trafen wir am Strande 
von Tinputs ein; es war ein langer Marsch gewesen, 
wir waren seit 7 Uhr morgens fast ununterbrochen 
marschirt; die vielen unfreiwilligen Bäder in dem 
kühlen Wasser der Gebirgsströme hatten mich jedoch 
wunderbar erfrischt. 
Gegen eine Ansiedelung in diesem Lande sind 
von den Eingeborenen keine Schwierigkeiten zu er- 
warten. Im Osten und Westen wohnt freilich in 
den angrenzenden Landstrichen eine dichte Bevölkerung, 
aber von diesen ist kaum ein feindseliges Austreten 
zu erwarten. Bei geeigneter Behandlung wäre es
        <pb n="86" />
        möglich, sie als Arbeiter heranzuziehen. Sollte dies 
jedoch nicht gelingen, so wird es unzweifelhaft einen 
Erfolg haben, wenn man sie zur Kultur solcher Nah- 
rungsfrüchte anhält, welche sie gegen Waaren an die 
Kolonisten vertauschen können. 
48 
Es wird schon jetzt 
eine große Quantität von Nährfrüchten gebaut, welche 
billig einzutauschen sind, und wenn die Nachfrage 
sich steigert, wird auch die Produktion zunehmen. 
Die Gesundheitsverhältnisse sind keinesfalls ungünstig. 
Der hohe und trockene Gebirgsstock von Baßiu bietet 
schon jetzt einen vorzüglichen Platz für ein Sana- 
torium. 
Die ganze Nordseite von Bougainville wird 
infolge der Lage des hohen Kaisergebirges von allen 
herrschenden Winden bestrichen und während der Nacht 
streicht eine angenehme und kühle Landbrise von dem 
hohen Innern über die tiefer liegenden Strecken, 
welche einen Fall des Thermometers bis auf 18° C. 
hervorbringt. 
Die große Fruchtbarkeit des Bodens macht ihn 
für alle tropischen Kulturen geeignet, und auf einer 
Fläche von nicht unter 400 qkm sind Höhenlagen 
bis zu 1000 m leicht zugänglich. 
Ich bin von jeher der Ansicht gewesen, daß die 
Jusel Bougainville besonders günstige Verhältnisse 
für Kolonisation in großem Masstabe bietet; dies 
ist aber bei dem oben beschriebenen Terrilorium in 
besonderem Maße der Fall. 
RHus dem Berricht der Wissoen und 
der Kntisklaverei-Bewegung. 
Am 28. Oltober v. Is. hat der Bischof Couppé 
Zeiltungsnachrichten zufolge die erste katholische Kirche 
im Bismarck-Archipel eingeweiht. Das neue Gebäude 
faßt etwa 500 Personen, ist luftig und hell und wird 
von einem hohen Glockenthurm überragt. Die Kon- 
struktion ist durchweg Eisen und Holz. Zur Einweihung 
halten sich nahezu 2000 Eingeborene aus der Um- 
hegend versammelt. Bei Weitem der größte Theil 
der weißen Ansiedler hatte sich zur Feier eingefunden. 
Die englische Kirchen-Missionsgesellschaft hat 
neuerdings zwei für den Victoria-Nyanza bestimmte 
stählerne Dampfboote nach Bagamoyo gesandt. Eines 
davon wird durch eine am 14. November v. Is. ausge- 
brochene Karawane bereits nach dem See transportirt; 
das zweite Boot wird demnächst ebenfalls dahin 
geschafft. Das letztere ist 45 Fuß lang, 9 JuPß breit 
und hat eine Maschine von 12 Pserdekräften. 
Am 5. Dezember v. Is. fand die statutenmäßige 
halbjährliche Versammlung des Centralvorstandes des 
Afrikavereins im erzbischöflichen Palais zu Köln unter 
dem Vorsitze des Ehrenpräsidenten, des Kardinals 
und Erzbischofs von Köln, statt. 
Der Vorsitzende des Verwaltungsausschusses, 
Landgerichtsdirektor Reichensperger, gedachte zu- 
  
nächst des seit der letzten Sitzung verstorbenen Vor- 
standsmitgliedes Herrn Heinrich Horten und gab 
sodann seiner Freude darüber Ausdruck, daß Herr 
Banlkdirektor Elkan aus Köln das Schabzmeisteramt 
übernommen habe. Wesentliche Veränderungen in 
der Organisation des Vereins und der Thätigkeit 
der Diözesan= und Jweigvereine seien seit der letzten 
Sitzung nicht eingetreten. Die beiden Zeitschriften: 
„Gott will es“ und „Kreuz und Schwert“ ) seien 
mit grosßßem Erfjolge im Interesse des Vereins thätig 
gewesen. Leider aber hätten sich die Einnahmen des 
Vereins im Vergleich zum Vorjahre nur ganz un- 
wesentlich vergrößert, so daß der Verein noch lange 
nicht allen begründeten Ansprüchen der Missions- 
gesellschaften genügen könne. 
Der Schatzmeister Herr Bankdirektor Elkan 
theilte sodann mit, daß seit dem 1. Jannar 1895 
bis zum 4. Dezember 1895 eingegangen seien im 
Ganzen 108 936 Mk. gegenüber 102 658,22 Mk. 
in dem gleichen Zeitraume des Vorjahres; unter den 
Einnahmen befänden sich Beiträge aus den Erz- 
diözesen Köln mit 19 788,90, Freiburg 3401, den 
Diözesen Paderborn mit 16845,05, Münster 11189,64, 
Rottenburg7 835, Trier 3599,50, Hildesheim 2368,75, 
Osnabrück 2000, Fulda 1567,11, Breslau 1461,25, 
Limburg 1240, Ermeland 889, dem apostolischen 
Vikariat in Sachsen 8793 Mk. u. s. w. Die Aus- 
gaben des Vereins in der Zeit vom 1. Januar bis 
3. Dezember 1895 beliefen sich auf 126 561,31 Mk. 
und würden somit durch die im gleichen Zeitraume 
ersolgten Einnahmen nicht gedeckt. 
Hierauf berichtete Herr Kanonikus Professor 
Hespers über die Arbeiten und Fortschritte der 
katholischen Missionen in den deutschen Schutzgebieten. 
Deutsch-Ostafrika. 
I. Apostolisches Vikariat Nord-Sansibar. 
(Väter vom hl. Geist; deutsches Missionshaus Knechsteden 
bei Köln.) 
In der Hauptstation Bagamoyo befinden sich 
gegenwärtig 340 Kinder, 167 Knaben und 173 Mäd- 
chen. Ein großer Theil besteht aus solchen Kindern, 
die auf Stlavenjagden oder zu Kriegszeiten im Innern 
geraubt, von den deutschen Behörden zu Lande, von 
englischen Kreuzern zur See befreit und der Mission 
zur Erziehung übergeben wurden. Es sind Kinder 
aus vielerlei Stämmen und Sprachen, deren Be- 
handlung im Anfang schwierig ist, die aber durch 
regelmäßigen Unterricht und Arbeiten in den Hand- 
werlen und im Landbau sehr lenksam und anhänglich 
werden. Durch die wachsende Zahl der Kinder waren 
neue Bauten, Schlaf= und Speisesäle nothwendig ge- 
worden, die jetzt vollendct sind. Im Ganzen hatte 
die Station in Jahresfrist 765 Taufen von Kindern 
und Erwachsenen. Zu der Mission gehören noch acht 
Nach den amtlichen Ausweisen des Centralschatz= 
meisters haben im Jahre 5 nach Köln abgeliefert: 
„Kreuz und Schwert" Mk. 23 402,84, „Gott will es“ 
Mk. 1368,64
        <pb n="87" />
        kleine christliche Dörfer, die der Leitung eines Paters 
unterstellt sind, dem ein christlicher Häuptling zur 
Seite steht. Zur Anlage solcher Dörfer schenkte der 
reiche Indier Sewa eine ganze Higelkette, die zwei 
Meilen von Bagamoyo entsernt liegt. Hier wurde 
zuletzt das Dorf St. Michael gegründet. Die Station 
Mhonda hat ihre Thätigkeit auf 20 Ortschaften 
ausgedehnt, in denen sich 110 christliche Familien 
efinden. Die Kapelle von 37 m Länge, 10 m Breite 
und 5½¼ m Höhe aus Bruch= und Backsteinen ist bis 
auf den Thurm vollendet. Die Station Mrogoro 
hatte 1895 im Ganzen 200 Taufen von Kindern 
und Erwachsenen. In den Gegenden, wo der Mo- 
dammedanismms Einfluß gewonnen hat, zeigt die 
Missionsthötigkeit wenig Erfolg; dagegen findet das 
Vort Gottes bei den Bergbewohnern, die in einer 
Fewissen Abgeschlossenheit leben, gute Aufnahme. 
Krogoro ist das Absteigequartier für fast alle Euro- 
päer, die ins Innere gehen: Missionare, Forschungs- 
reisende, Offiziere. Dr. Stuhlmann weilte fast drei 
Monate in der Station, um eine neue Karte der 
Begend aufzunehmen. Die Missionsbauten in La 
KSoönga in Usagara haben eine vollständige Umge- 
lialtung erfahren. Zum Schutz gegen die räuberischen 
Wahehes und die wilden Thiere hat man um die 
ganze neu errichtete Station eine Umfassungsmauer 
gebaut, so daß die Mission einer kleinen Festung 
gleicht. In der Erziehungsanstalt befinden sich über 
100 Kinder. Die Thätigkeit der Missionare umfaßt 
ungefähr 20 Dörfer, von denen einige vollständig 
christlich sind. Seitdem infolge der Anlage der 
Militärstation Kisaki die Mafitis sich ins Innere zu- 
rückgezogen haben, hat die Missionsstation Tununguo 
einen großen Aufschwung genommen. Die Watamis 
haben sich in zahlreichen Dörfern in der Missions= 
station niedergelassen, wodurch die Arbeit der Missio- 
nare wesentlich erleichtert worden ist. Dieselbe wurde 
gestört durch einen Einfall von einer großen Anzahl 
Töwen, welche die Gegend weit und breit unsicher 
machten. Ueber 20 Menschen fielen den Raubthieren 
zum Opfer. Mehr als 15 Löwen wurden getödtet, 
avon fünf in unmittelbarer Nähe der Mission. Da 
die Leute nicht mehr wagten, ihre Dörfer zu ver- 
lassen, war die Zahl derer, die den Unterricht be- 
suchten, eine Zeit lang sehr gering. Außer den ge- 
nannten zählt das apostolische Vikariat noch die 
Stationen Mandera und die beiden am Kilimandjaro 
gelegenen Kilema und Kiboscho, über welche im 
Juniberichte Ausführliches mitgetheilt ist. 
II. Apostolische Präfektur Süd-Sansibar. 
(St. Benediktus-Missions-Genossenschaft, deutsches Missions- 
haus zu St. Ottilien in Ober-Bayern.) 
Am 12. Oktober 1895 schiffte sich eine neue 
Missionskarawane (die dritte im Jahre 1895) der 
enediktiner von St. Ottilien ein. Dieselbe bestand 
aus dem apostolischen Präsekten P. Maurus Hart- 
mann, zwei Brüdern und vier Schwestern (drei aus 
Süddeutschland, eine aus Westfalen). Dieselbe brachte 
49 
  
den fünf Stationen eine willkommene Verstärkung. 
Das St. Josephs-Spital in Dar-es-Saläm, das 
von Krankenschwestern geleitet wird, erweist sich für 
die Eingeborenen als eine große Wohlthat. In 
Kolasini ist das neue Missionshaus für die Brüder 
und Knaben im Baue vollendet worden. Von den 
Stationen am Rovuma kommen erfreuliche Nachrichten 
über die gute Aufnahme, welche der dortige Obere 
der Mission, F. Basilius, bei den Häuptlingen ge- 
funden hat. Leider hat die Mission den Tod des 
Bruders Vincenz aus Conz an der Mosel zu be- 
klagen, der sich auf einer äußerst anstrengenden Reise 
im Gebiete des Rovumaflusses das perniziöse Fieber 
zugczogen hatte. 
III. Die apostolischen Vikariate Unyanyembe, 
Victoria, Nyansa und Tanganyika. 
(Weiße Väter; deutsches Missionshaus in Trier und in 
Marienthal bei Mersch.) 
Am 12. August 1895 schiffte sich eine größere 
Missionskarawane unter Leitung des apostolischen 
Vikars Bischofs Hirth in Marseille ein. Els Missio- 
nare begleiteten ihn; fünf waren für Uganda bestimmt, 
drei, die P’’’. Müller, van der Biesen, van der 
Wee, gingen nach Unyanyembe; die drei letzten, 
DP. Schneider, Loonus und Hauttecoeur, be- 
gleiteten den Bischof in sein Vikariat Süd-Nyansa. 
Schon am 12. Juni war die für den Tanganyika- 
Sce bestimmte Missionsexpedition, welche aus acht 
Missionaren und vier Schwestern bestand, abgereist. 
Während diese lettere den Weg über den Sambesi, 
Schirc, Nyassa-Sce einschlug, nahm die erstere Kara- 
wane unter Hirths Leitung die Route von Baga- 
moyo ins Innere. Am 6. September fuhren sie mit 
einem vom Gouverneur v. Wissmann freundlichst 
zur Verfügung gestellten Dampfer von Sansibar nach 
Bagamoyo. Am 7. September überschritten sie den 
Kingani; am 21 besuchten sie Mrogoro, die wunder- 
schön gelegene Mission der Väter vom hl. Geist; am 
25. September gingen sie über den Mkatafluß; am 
27. lagerten sic an der großen Karawanenstraße in 
der Nähe der Mission La Longa, am 28. waren sie 
in Kilossa. Von dort sind die letzten Nachrichten 
der großen Expedition unter dem 30. September 
datirt. Hoffentlich sind jetzt beide Karawanen wohl- 
behalten an den großen Seen angekommen. Dort, 
wie in Unyanyembe, werden die neuen Hülfstruppen 
mit Freuden begrüßt werden. 
Aus Uschirombo berichtet P. Capus über eine 
interessante Reise, die er nach Tabora unternommen 
hatte. Dort übergab ihm Stationschef Leue 
28 Kinder, welche den Sklavenhändlern entrissen 
worden waren. Die Mission Mariahilf hat augen- 
blicklich mehr als 200 Kinder in ihren Erziehungs- 
häusern. Am 15. August wurden 31 Erwachsene 
getauft, darunter ein Sohn des Königs Ndega. Von 
großem Einflusse erweisen sich die Schwestern, die 
ersten, welche sich in diesen entfernten Gegenden am 
Missionswerk betheiligten. Auch die Station St.
        <pb n="88" />
        Michael in Msalala macht gute Fortschritte. Am 
Victoriasee haben die Missionare ein kleines Seminar 
für die begabtesten Zöglinge gegründet. Dieselben, 
etwa 60 an der Zahl, meistens aus dem intelligenten 
Stamme der Waganda, berechtigen zu den schönsten 
Hoffnungen. 
Kamernn. 
Missionshaus in Limburg a. d. Lahn und 
Ehrenbreitstein.) 
Von der Station Marienberg am Sannaga 
wurden in der näheren Umgebung an fünf Orten, 
Pungo Sungo, Togotown, Yanyetown, Tokobwanu, 
Schulen eröffnet, die von erwachsenen Zöglingen der 
Mission unter der Leitung eines Paters besorgt 
werden. In Kribi fand am Pfingstsonnabend die 
feierliche Taufe einer größeren Anzahl von Erwach 
senen statt. Leider reicht die Zahl der Missionare 
nicht aus, um den dringenden Aufragen seitens der 
Eingeborenen zu entsprechen. So kommt der Häupt. 
ling von Groß-Batanga jeden Monat, um seine Bitte 
um eine Missionsstation zu erneuern. Die Leute von 
Malimba, wic die von Zaunde wünschen inständig, 
daß die Missionare sich bei ihnen niederlassen; auch 
in Kamerun (Stadt) selbst wäre schon für die dort 
wohnenden Katholiken eine Missionsstation nothwendig. 
Das tückische Fieber lichtet leider die Rcihen der 
Missionare. Mehrere mußten nach Europa zurück- 
kehren, weil ein längeres Verweilen ihr sicherer Tod 
gewesen wäre. Am 18. Juni fand in Kamernn die 
feierliche Beisetzung des bei Buca gefallenen Haupt: 
manns Karl v. Gravenreuth statt. Der Gouverneur 
hatte die bei Busa bestatteten Gebeine erheben und 
nach Kamerun bringen lassen. In der großen offenen 
Halle des Gouvernementsgebäudes fanden die feier- 
(Pallotiner; 
lichen Exequien statt, die von P. Walter unter 
Assistenz des P. König gehalten wurden. Dann 
solgte unter Theilnahme fast sämmtlicher Europäer die 
kirchliche Beerdigung vor dem Gravenreuthdenkmal. 
Togo. 
(Steyler Missionare vom göttlichen Wort; Missionshäuser 
n Steyl und Neuland beie Neiße .) 
Der crtewruge Stand der Togomission, über 
welche im Inniberichte Ausführliches mitgetheilt 
wurde, ist folgender: 
Missionare: 6 Priester und 9 Laienbrüder: Ka- 
pellen 5; Hauptstationen (Residenzen von Missio- 
naren) 5; Schulen 9: Seminare zur Heranbildung 
von schwarzen Priestern, Katecheten und Lehrern 1; 
erwachsene Christen 317; Schüler 377; Heidenkinder, 
in Todesgefahr gelauft, 1200. 
Apostolisches Vikariat Neu-Pommern (Südsee). 
(Missionare vom Herzen Jesu; Mitonshaus in Salzburg 
d Antwerpe 
Die Herz Jeiununstn zählt senblicich 29 Mit- 
glieder: 1 apostolischen Vikar, 7 Priester, 13 Laien= 
brüder und 8 Schwestern. Ein schvrter Schlag war 
der Tod des P. Helfer, der am 19. Dezember 1894 
50 
  
in der Weißen Bucht ertrank. Stationen giebt es 
füuf: Kinigunam, Vlavolo, Malagunan, Villa Maria 
und Takubar. Kinigunam ist der Hauptsitz der 
Mission und Residenz des Bischofs. Dort befindet 
sich das Wohnhaus der Schwestern mit Waisenanstalt 
für (61) Mädchen und das der Patres für (84) 
Knaben. Auch Vlavolo besitzt eine Waisenanstalt 
für (20) Mädchen. 
Die Station Villa Maria im Distrikt Tikenavudu 
wurde erst vor einigen Monaten gegründet. Von 
dieser Station wurde türzlich berichtet: „Die 
Bevölkerung dieser Gegend hat sich vor zwei Jahren 
bekanntlich gegen die Verwaltung der Neu-Guinea- 
Kompagnie mit der größten Hartnäckigkeit gewehrt. 
Die Anlage einer Missionsanstalt wird viel zur end- 
lichen Beruhigung beitragen. Die Missionsanstalt 
liegt 10 km vom Strandc, sie ist gleichwohl bis 
jetzt die von Weißen am weitesten landeinwärts be- 
wohnte Station im Schutzgebiete.“ Im September 
1895 wurde die Station Takubar eröffnet. Einige 
verheirathete Waisen bilden den Kern dieser Station, 
die etwa 20 Minuten von Kinigung entlegen ist. In 
den Waisenanstalten wurden 216 Kinder aufgenommen. 
Im Laufe dieses Jahres hat die Bekehrung unter 
den Erwachsenen große Fortschritte gemacht. So 
wurden bis Ende September in Kinigunam 75, in 
Malagunam 277, in Vlavolo 490, im Ganzen 842 
zum Christenthum bekehrt. 
Der Centralvorstand beschloß, die Summe von 
20 000 Mark an die vorerwähnten Missionsgesell- 
schaften zu vertheilen. Da im Juni 1895 bereits 
87 000 Mark den Missionen in den deutschen Schutz- 
gebieten bewilligt worden waren, beträgt die ganze 
Summe, welche der Afrikaverein für das Jahr 1895 
den Missionsgesellschaften überwiesen hat: 107 000 
Mark. 
Aus Limburg meldet „Kreuz und Schwert“ das 
am 4. Dezember in Kamerun erfolgte Ableben des 
erst im August v.Is. dorthin abgereisten Paters Mayer, 
aus der bayerischen Diözese Speyer gebürtig und im 
August 1894 zum Priester geweiht. Der junge Ordens- 
priester war von seiner Priesterweihe an bis zum 
Weggang nach Kamerun Studienpräfekt im Missions- 
hause der Pallotiner zu Ehrenbreitstein. Auch ein 
erst im Mai 1895 nach Kamerun entsandter Laien 
bruder, Martin, seines Gewerbes Schreiner und 
aus Westfalen gebürtig, ist Ende September dort an 
der Schwindsucht gestorben. Von allen seit Herbst 
1890 nach dem fernen Missionsgebiete gesandten 
Glaubensboten hat bis jetzt nur der apostolische Prä- 
fekt, P. Vieter, Westfale von Geburt, die Strapazen 
des Berufes und der ganzen Lebensweise so weit 
überdauert, daß er ohne eine Erholung in Europa 
auf seinem schwierigen, entsagungsvollen Posten aus- 
harren konnte. Am 20. Dezember sollten auch wieder 
Schwestern aus dem Kloster der Pallotinerinnen zu 
Limburg, vier an der Zahl, nach Kamerun abreisen 
und sich am 24. zu Liverpool einschiffen.
        <pb n="89" />
        Rus fremden Rolonien. 
Rongostaat. 
r Für die gesammte das Kongogebiet betreffende 
Itteratur hat sveben der Chefredakteur des „Mouve- 
ment géographidue in Brüssel einen handlichen 
Wegweiser herausgegeben. Unter dem Titel „Biblio- 
Srabphic du Congo 1880 — 1895“ hat er eine 
stematisch geordnete Zusammenstellung der Titel 
von 3800 Büchern, Broschüren, Artikeln und Karten 
geliefert, welche für das Studium dieses Theiles 
on Afrika von dauerndem Werthe sein wird. Den 
cinzelnen Kapiteln gehen orientirende kurze Ueber- 
uchten voraus. Das Werk ist unparteiisch gehalten. 
Auch die dem Kongounternehmen ungünstigen Schriften 
sind aufgeführt. 
Landerwerb an der Goldküste. 
Nach einer Bekanntmachung des Gouverneurs 
der englischen Goldküste vom 10. Oktober 1895 be- 
urfen alle Landkäufe oder pachtungen in der Ko- 
lunie in Zukunft der Genehmigung des dortigen 
Gouvernements. Die früher erworbenen Konzessionen 
werden geprüft und nur nach Maßgabe noch aufzu- 
liellender Bedingungen anerkannt werden. Besonders 
wird dabei erwogen werden, ob die Konzessionäre 
das Land in absehbarer Zeit dauernd und gründlich 
in Benutzung nehmen. 
Ueber das botanische Landesinstitut Zu Buitenzorg 
auf Jara— 
schreibt Hofrath Professor J. Wiesner (Wien) auf 
Grund eigener Anschauung in der Wochenschrift „Die 
Zeit“ Folgendes: 
Das botanische Landesinstitut 8 Lands Dlan- 
lentuin) in Buitenzorg beansprucht wegen der bisher 
unerreichten Großartigkeit und Vollkommenheit seiner 
Trganisation ein allgemeines Interesse. Es hat nicht 
mur alle tropischen Anstalten ähnlicher Art weit über- 
flügelt; es giebt überhaupt derzeit wohl kaum ein 
botanischen Zwecken dienendes Institut, welches wie 
dieses für wissenschaftliche und praktische Zwecke, Alles 
in Allem genommen, so vollkommen ausgerüstet lst. 
nitenzorg, einige Meilen landeinwärts von der 
Hauptstadt Javas, Batavia, entfernt, ist wegen der 
im Vergleiche zu Batavia gesunden Lage von Alters. 
ber Sitz des Generalgouverneurs von Niederländisch- 
Indien. Der ausgedehnte botanische Garten schließt 
sich unmittelbar an den herrlichen Park des General- 
gouverncurs an. 
Im Oktober des Jahres 1815 reisten die Gene- 
rallommissare, welche die indischen Besitzungen aus 
den Händen der englischen Zwischenregierung für die 
Krone Hollands zu übernehmen hatten, von Amster= 
dam nach Java ab. Ein Naturforscher, der Professor 
am Athenacum illustre in Amsterdam, C. G. L 
  
Reinwordt, wurde ihnen beigesellt. Er wurde 
beauftragt, die Einleitungen zu ausgedehnter Pflege 
der Kunst und Wissenschaft in den Kolonien zu treffen. 
Besonders wollte man durch die Beförderung natur- 
wissenschaftlicher Untersuchungen in den niederländischen 
Kolonien „den freudigen Zeitpunkt der Wiedererstehung 
des niederländischen Namens denkwürdig machen“. 
Der Vorschlag zur Gründung eines botanischen 
Gartens in Buitenzorg war die erste amtliche Hand- 
lung Reinwordts, welcher die Stellung eines 
„Direktors der Landbauangelegenheiten, der Kunst 
und Wissenschaft“ in Holländisch-Indien einnahm. 
Der praktische Sinn der Holländer bewährte sich bei 
dieser rasch ins Leben gerufenen Schöpfung. Die 
geschickte Vereinigung wissenschaftlicher und praktischer 
Ziele führte rasch zu einer glücklichen Lösung aller 
finanziellen, die Gründung und Fortführung des 
Gartens betreffenden Fragen. Und diese kluge Be- 
dachtnahme sowohl auf wissenschaftliche als auf prak- 
tische Erfordernisse bewährt sich bei der Weiterent- 
wickelung des Buitenzorger Gartens bis auf den 
heutigen Tag. 
Die derzeitigen Jahreskosten des „Plantentuin“ 
belaufen sich auf etwa eine Viertelmillion Gulden. 
Was eine solche Summoe zu bedeuten hat, wird viel- 
leicht am besten anschaulich, wenn man dieses Jahres- 
ersorderniß mit dem der berühmten Kew-Gardens 
vergleicht. Die Jahresausgaben beider Gärten halten 
sich die Wage; aber ein großer Theil dieser Summe 
muß in Kew zur Erhaltung der prächtigen Garten- 
anlagen und der großartigen, ungemein kostspieligen 
Gewächshäuser verwendet werden, während im Buiten- 
zorger Institut jede Pracht vermieden ist, Gewächs- 
häuser in unserem Sinne überflüssig sind und alle 
Mittel den Arbeitszwecken der wissenschaftlichen und 
praktischen Untersuchung zugewendet werden können. 
Für diesen Ausgabeposten hat aber bei Weitem 
nicht die Kolonialregierung allein aufzukommen. Ein 
großer Theil der ständigen Ausgaben wird von Pri- 
vaten bestritten. Es liegt im Interesse der Plau- 
tagenbesitzer, daß die Krankheilen des Zuckerrohres, 
des Kaffeestrauches, der Tabakpflanze studirt und aus 
wissenschaftlichen Gesichtspunkten bekämpft werden und 
vieles Andere in die Hand genommen werde, worüber 
der Praktiker in gründlicher Weise durch Laborato- 
riumsversuche und durch anderweitige Studien Auf- 
klärung erhalten kann. Beispielsweise wurde die Zahl 
der Laboratorien des Buitenzorger Instituts im ab- 
gelausenen Jahre um eine dem Studium der Tabak- 
pflanze gewidmete Abtheilung vermehrt, welche von 
einem naturwissenschaftlich geschulten Manne ge- 
leitet wird. 
Das Buitenzorger Institut besteht aus drei Gärten, 
welche zusammen eine Kulturfläche von mehr als 
161 ha repräsentiren. Davon entfällt eine Fläche 
von 58 auf den eigentlichen botanischen Garten in 
Buitenzorg. Der etwa eine Stunde von Buitenzorg 
entfernte Kulturgarten zu Tjikömöh, in welchem land- 
wirlhschaftlich und medizinisch wichtige Gewächse
        <pb n="90" />
        — 52 
kultivirt werden, nimmt eine Fläche von 72),6 ha ein. 
Der einige Meilen von Buitenzorg in einer Seehöhe 
von mehr als 1400 m befindliche Gebirgsgarten (zu 
Tjibodas, am Vulkan Gedeh gelegen) umfaßt über 
58 ha. Zu diesem Gebirgsgarten gehört ein Wald 
von mehr als 283 ha Bodenfläche. An 300 Arbeiter 
sind zur Pflege dieser Gärten unter der Aufsicht 
mehrerer „Monduren“ und der Oberaufsicht eines 
Inspektors thätig. 
Was auf dieser Riesenfläche unter den günstigsten 
Vegetationsbedingungen von einer so großen Zahl 
gutgeleiteter Arbeiter in Bezug auf die Pflanzenkultur 
geleistet werden kann, läßt sich nicht in Kürze schil- 
dern. Es sei nur erwähnt, daß alljährlich Tausende 
von lebenden Pflanzen aus Buitenzorg an die großen 
botanischen Gärten Europas und Amerikas, ferner an 
die Akklimatisationsgärten der englischen, französischen 
und deutschen Kolonien verschickt werden, daß zahl- 
reiche europäische Botaniker zu ihren Studien Unter- 
suchungsmaterial von Buitenzorg erhalten und daß 
vor Allem die alljährlich aus aller Herren Ländern 
dorthin ziehenden Forscher zum Zwecke ihrer Unter- 
suchungen eine solche Menge richtig bestimmter und 
hut kultivirter Pflanzen vorfinden, wie in keinem 
anderen Tropengarten der Welt. 
Womit aber das Buitenzorger Institut allen 
anderen in den Tropen eingerichteten Anstalten den 
Rang abgelaufen hat, das ist die große Zahl der 
dort vereinigten, wissenschaftlichen Zwecken dienenden 
Laboratorien und Sammlungen, welche es gestatten, 
jene Behelfe, die zur Durchführung von botanischen 
Forschungen im weitesten Sinne des Wortes erfor- 
derlich sind, sofort zur Hand zu haben, so daß sich 
fast jede botanische Arbeit in Buitenzorg wie an 
einem im Herzen Europas gelegenen Kulturcentrum 
durchführen läßt. 
In allen größeren botanischen Gärten der Tropen 
befindet sich ein Herbarium, wohl auch hin und 
wieder ein Arbeitsraum für mikroskopische oder ander- 
weitige wissenschaftliche Untersuchungen. Was aber 
die Holländer zur wissenschaftlichen Ausrüstung des 
Buitenzorger Instituts geleistet haben, kann nur 
unsere Bewunderung erregen. 
Ein stattliches, außerhalb des Gartens gelegenes 
Gebäude nimmt die Bibliothek und das botanische 
Museum auf. Im Garten selbst befindet sich ein 
Laboratorium für anatomisch= physiologische Unter- 
suchungen, eine für zoologische Zwecke eingerichtete 
Station, eine Abtheilung für Untersuchungen über die 
Tabakpflanze, eine sorstbotanische Abtheilung zur Un- 
tersuchung der in den holländisch-indischen Wald- 
beständen auftretenden Holzgewächse; ferner dient ein 
mit reichen Sammlungen ausgerüstetes Laboratorium 
für Pharmakologie und Pharmakognosie der Unter- 
suchung der tropischen Heilpflanzen. Im Garten zu 
Tjikömöh befindet sich ein wohleingerichtetes agri- 
kultur -chemisches Laboratorium. Die Höhenstation 
Tsibodas steht unter besonderer Verwaltung; daselbst 
können vier Botaniker gleichzeitig arbeiten. Jeder 
  
findet hier für Wochen gute Unterkunft, einen Arbeits- 
tisch mit den erforderlichen Utensilien zu mikroskopi- 
schen Untersuchungen und eine kleine Handbibliothek. 
Eine Anstalt für Photographie und Reproduktions= 
verfahren zur Aufnahme von Pflanzen und anderen 
botanischen Objekten vervollständigt den wissenschaft- 
lichen Hülfsapparat, einiger anderer zweckmäßiger 
Einrichtungen nicht weiter zu gedenken. 
Die Oberleitung des „Plantentuin“ führt ein 
Direktor. Jede der genannten Abtheilungen untersteht 
einem besonderen Chef, dem ein oder mehrere wissen- 
schaftliche Hülfsarbeiter beigegeben sind. Im Ganzen 
wirken derzeit am Buitenzorger Institute 21 wissen- 
schaftlich gebildete Beamte. 
Es kann hier nur kurz angedeutet werden, worin 
die Leistungen dieser wahrhaft großartigen Institu- 
tioncn bestehen. 
Vor Allem ist hier, wie nirgends in der Tropen- 
welt, Gelegenheit zu wissenschaftlichen Forschungen 
geboten. Zahlreiche Naturforscher, zumeist Botaniker, 
darunter Männer von hervorragendem Rufe, haben 
diese Gelegenheit ausgenutzt. Viele der hier aus- 
geführten wissenschaftlichen Untersuchungen sind in den 
„Annales du Jardin Botaniqdue de Buitenzorg“ 
(Leyden, J. E. Brill), von welchen der dreizehnte 
Band im Erscheinen begriffen ist, publizirt. Die ge- 
nannten Annalen enthalten zahlreiche wichtige bota- 
nische Untersuchungen und bilden anerkanntermaßen 
eine Zierde der periodischen botanischen Litteratur. 
In dem Zeitraume von 1884 bis 1894 haben sich 
44 europäische Botaniker in Buitenzorg zum Zwecke 
wissenschaftlicher Forschungen längere Zeit (zwei bis 
sechs Monate) aufgehalten, darunter 14 Holländer, 
15 Deutsche, 6 Oesterreicher, 4 Russen, 2 Engländer, 
1 Belgier, 1 Schwede, 1 Däne. Viele andere Natur- 
forscher, besonders Botaniker und Zoologen, blieben 
kürzere Zeit, theils um die Einrichtungen des berühmt 
gewordenen Buitenzorger Instituts kennen zu lernen, 
theils um auch hier Material für ihre Forschungen 
zu gewinnen. 
Nicht minder bedeutungsvoll wie die rein wissen- 
schaftlichen sind die praktischen Resultate, welche die 
Institutionen des Buitenzorger Gartens zur Folge 
hatten. Der javanische Thee= und Kaffeebau, die 
Zuckerrohr= und Tabakkulturen haben dem Garten 
viel zu danken. Die in Niederländisch-Indien neu 
erstandene Guttaperchagewinnung geht von Buitenzorg 
aus. Die von den Eingeborenen betriebene rohe 
Methode der Guttaperchaerzeugung hat zur Vernich- 
tung aller wildwachsenden Guttaperchabäume geführt. 
„Das Vaterland dieses Baumes war Singapore“, 
heißt es sehr treffend in einem Berichte über die 
Anupflanzung dieser wichtigen Bäume in Java. Nun 
befinden sich im botanischen Garten zu Buitenzorg 
zwei ausgewachsene Exemplare dieses seltenen Ge- 
wächses (Palaquium Gutta) und die ausgedehnten 
Gouvernemenisplantagen, welche die Guttapercha- 
gewinnung aus kultivirten Bäumen zum Zwecke haben, 
bestehen aus Tochterpflanzen dieser beiden Bäume.
        <pb n="91" />
        Die glückliche Lösung der für die Tropenländer wichtig 
gewordenen Guttaperchafrage ist also ganz und gar 
dem Buitenzorger Garten zu danken. 
Die größte praktische Leistung des „Plantentuin“ 
I# aber die Einführung der Kultur der Chinarinden= 
bäume. Die in medizinischer und seit der fabriks- 
mahigen Darstellung des Chinins auch in technischer 
Beziehung so ungemein wichtige Chinarinde wurde 
bis in die fünfziger Jahre höchst brutal betrieben, in- 
dem man die wildwachsenden Cinchonen entschälte. 
Der Gewinn an der kostbaren Rinde war ein reicher, 
¾v er die Bäume waren dem Untergange geweiht. 
Liebig hat bekanntlich die völlige Ausrottung der 
Chinarindenbäume prophezeit. Die Vorhersage ging 
glücklicherweise nicht in Ersüllung, denn noch in letzter 
Stunde wurde der Untergang dieses für die Mensch- 
beit so wichtigen Baumes durch die Holländer hintan- 
gehalten. Unter Mühen und Gefahren wurden Samen 
und Pflanzen der werthvollsten Cinchongarten aus 
Südamerika nach Java gebracht und theils im bota- 
nischen Garten zu Buitenzorg, theils in Tübodas 
53 
  
kultivirt. Von da an datirt die Kultur der China- 
rindenbäume, welche sich bald auf Java ausbreitete 
und später auch in anderen tropischen Gebieten Ein- 
gang gefunden hat, zu großem Nutzen der Kolonien 
und zu noch größerem Nutzen der leidenden Mensch- 
heit, indem bald nach Einführung der Kultur der 
Chinarindenbäume der Preis des allerwichtigsten 
Medikaments, des Chinins, auf ein Zehntel sank. 
Was für den Künstler Stalien, für den Archäo- 
logen Griechenland, das ist gegenwärtig für den 
Botaniker Buitenzorg. Hier sieht er, zu welcher 
Höhe das Pflanzenleben gedeiht, zu welcher Mannig- 
saltigkeit die Pflanzenwelt sich zu erheben vermag; 
und dort, mitten in der üppigsten tropischen Vege- 
tation, findet er alle zur Ausführung seiner Forschun- 
gen nöthigen Behelfe. Im Interesse des botanischen 
Studiums wäre es deshalb gelegen, wenn der Staat, 
analog den Stipendien für Künstler und Archäologen, 
auch Stipendien zu Reisen nach Buitenzorg ver- 
leihen würde. 
Ueber die Lage der französischen Kolonien im Jabre 1895 
bringen die auf Veranlassung des französischen Kolonialministeriums 1894 von F. Blum herausgegebenen 
  
Notices coloniales“ folgende Zustammenstellung: 
  
  
* « Ausfuhr Einfuhr 
Name der Kolonie Größe Bevölkerung ! T « dem . fub 
km nach Frankreich Auslande aus Frankreich, vom Auslande 
Francs Francs Francs Francs 
Guyana 121 413 29 650 4 387 000 347000 7 400 000 3 521 000 
Martinique ... 988 175 363 21 253 000 1 378 000 10 741 000 21 996 000 
Guadeloupe und Zubehör 1 780 165 761 14 133 000 348 000 7 829 000 11 717 000 
St. Pierre et Miquelon. 242 5929 8491 000 82 540 3 897 000 9 522 000 
Sencgael 1 000 Ob 000 000 10 819 000 2 001 000 9 046 000 9 092 000 
Elsenbeinküste . ? ? 1 412 000 2 325000 181 000 1 797 000 
Dahomey . ? ? 2 353 000 6 479 000 4 486 000 5 951 000 
Congo, Gabon 670 O0U000000 000 601 000 1 958 000 778 000 1 899 000 
Rounion 2 600 167 847 14 891 000 828 000 9 234 000 12542 000 
Wayotte 366 8 708 849 000 123 000 152000 451 000 
TLiego Suarez. ? 3 390 340 000 340 000 3 350 000 3 350 000 
dossi Ba 293 7 700 422 000 1 961 000 350 000 l 2171000 
Neu-Kaledonien 19 823 62 752 821 000 7 807000 4912 000) 6 435 000 
—) 4210 23 165 344 000 4 218 000 579 000| 3 086 000 
Cochinchina. 60 000 1 876 000 4747 000 48 707 000 10 603 000/26 922 000 
Indo-China 400 000 17 500 OOd. 820 000 13 128 000 9 717000 19 536 000 
Indien 510 276 0981 11 351 000 5 586 000 771 O0d0d 3845 000 
  
4 Im Ganzen hatte nach dem der Kammer kürzlich vorgelegten Berichte der Budgetkommission der 
Handel Frankreichs mit seinen Kolonien einen Werth von 213 414 000 Francs, der Handel der franzö- 
suschen Kolonien mit dem Auslande einen solchen von 259 481 000 Francs. 
Perschiedene Wikttheilungen. 
Ueber die deutsche koloniale Entwickelung 
wickelung erfrent. 
gebieten hat sich in diesem Jahre einer ruhigen Ent- 
e Seitdem es der Reichsregierung 
gelungen ist, für die wichtigsten Stellen in der Ver- 
heißt es im Berichte der Hamburger Handelskammer waltung unserer Kolonien die besten und sachver- 
kr 1895: Der Handel in den deutschen Schutz- 
ständigsten Kräfte zu gewinnen, die mit ebenso viel
        <pb n="92" />
        — 54 
Takt und Mäßigung wie Verständniß für die wirth- 
schaftliche Entwickelung zu Werke gehen, hat sich das 
Vertrauen in eine gedeihliche Zukunft des deutschen 
Kolonialbesitzes merklich gehoben. 
  
VWVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVTVVVVVVV 
Tikkerarische Belsprechungen. 
Dr. Th. Tveche-Mittler: Die Kaiserproklamation 
in Versailles am 18. Jannar 1871. Mit einem 
Verzeichniß der Festtheilnehmer und einem Grundriß 
der Festräume. Berlin 1896. S. Mittler 
und Sohn. Preis 2 Mark. 
Die Pflanzenwelt Ostafrikas. 
I. Theil. A. Engler: Grundzüge der Pflanzen= 
verbreitung in Deutsch-Ostafrika und den 
Nachbargebieten. 
II. Theil. Die Nutzpflanzen Ostafrikas. 
III. Theil. Verzeichniß der bis jetzt aus Ostafrika 
bekannt gewordenen Pslanzen. 
Berlin 1896. Dietrich Reimer. 
Der nunmehr hier vorliegende starke, reich mit 
Landschafts= und Pflanzenbildern ausgestattete Band 
stellt den V. Theil des großen, mit Unterstützung 
Seiner Majestät des Kaisers in dem geographischen 
Verlage von Dietrich Reimer erscheinenden Ost- 
afrikawerks dar, dessen an dieser Stelle schon wieder- 
holt gedacht worden ist. Die Erwartungen, welche 
der erste und die bisher erschienenen Theile anderer 
Bände erweckt haben, werden durch die vorliegende 
Arbeit voll erfüllt. Geheimrath Dr. Engler und 
osn Mitarbeiter, unter denen sich K. Schumann, 
Dr. O. Warburg, P. Taubert, U. Dammert, 
E. Gilg, M. Gürke, H. Harms, F. Pax und 
G. Lindau, sämmtlich Botaniker von Namen, be- 
finden, haben mit diesem Buche eine grundlegende 
Arbeit für die Erforschung der Pflanzenwelt Ost- 
afrikas geliefert. Alle kommenden Forscher werden 
auf ihr weiterzubauen haben. Sie werden das vor- 
liegende Werk in seinen einzelnen Theilen noch er- 
gänzen und gelegentlich auf Grund neuer Funde 
vielleicht auch Manches berichtigen, im Wesentlichen 
aber wird an den Ergebnissen der hier geleisteten 
Arbeit nicht mehr gerüttelt werden können. 
Welches Interesse ein Werk wie dieses für den 
Kolonisator, Beamten und Reisenden in Ostafrika 
besitzt, braucht kaum hervorgehoben zu werden. Selbst 
wer für die Natur wenig Theilnahme hegt, wünscht 
in einem fremden, besonders tropischen Lande nähere 
Kunde von den Blumen, Bäumen und sonstigen 
Gewächsen, die er fortwährend vor Augen hat. Für 
denjenigen, der in einem solchen Lande etwas unter- 
nehmen und Geld verdienen will, ist aber ein solches 
Buch geradezu das dringendste Bedürfniß. Bisher 
gab es, abgesehen von einigen kleineren Arbeiten, als 
Leitfaden für tropische Agrikultur nur das schwer- 
fällige Werk von Semler. Es leidet dieses für den 
1— 
  
deutschen Pflanzer, abgesehen von seinem riesigen 
Umfge, besonders darunter, daß es ohne Kenntniß 
der Verhältnisse in den deutschen Schutzgebieten ge- 
schrieben ist. Der verdiente Verfasser hat es ab- 
geschlossen, ehe er selbst in Ostafrika thätig war und 
bevor anderes zuverlässiges Material vorlag. Ein 
früher Tod, der ihn in Ostafrika ereilte, ließ ihn 
zur Verwerthung des Selbstbeobachteten nicht mehr 
gelangen. In dem hier vorliegenden Werke ist da- 
gegen Alles, was an Beobachtungen und Erfahrungen 
vorlag, gesammelt und von sachkundigen Forschern 
unter Anderem auf nicht weniger als 34 engbedruckten 
Bogen großen Formats eine Schilderung aller wild 
oder angebaut vorkommenden Nutzpflanzen Ostafrikas 
geliefert worden. 
Die Bedeutung des Buches für die botanische 
Wissenschaft im Allgemeinen wird nicht geringer als 
sein praktischer Werth anzuschlagen sein. Ihre Wür- 
digung muß aber den Fachleuten vorbehalten bleiben. 
Im Interesse der Wissenschaft wie der Kolonisation 
ist nur zu wünschen, daß recht bald auch die noch 
fehlenden Theile des Ostafrikawerks fertiggestellt und 
daß der rührige Verlag dann sofort ein ährliches 
grundlegendes Unternehmen für Westafrika in die 
Wege leiten möchte. 
Das Reichsbeamtengesetz vom 31. März 1893 
und seine Ergänzungen, erläutert von J. Pieper. 
Berlin 1896. J. Guttentag. 
Das allen Beamten unemtbehrliche Gesetz liegt 
jetzt als 10. Band der bekannten und geschätten 
Guttentagschen Ausgabe der deutschen Reichsgesetze 
vor. Wie die früheren Bände der Sammlung bietet 
der neu erschienenc einen höchst handlichen und über- 
sichtlichen Abdruck des Gesetzes, erläutert im Einzelnen 
durch die betreffenden Stellen der Motive und son- 
stigen Materialien. Als Anlagen beigefügt sind die 
für den Reichsbeamten wichtigsten sonstigen Gesetze, 
welche die Anstellung, Kaution, Versorgung von 
Wittwen und Waisen, Unfälle, Beurlaubung, Woh- 
nungsgelder, Tagegelder, Disziplinarbehörden und 
Militärbeamteneintheilung betreffen. Das Buch wird 
voraussichtlich dieselbe Beliebtheit wie die anderen 
Ausgaben des obigen Verlages gewinnen. 
Karl Strackerjan: Dänische Umtriebe in deutschem 
Lande. Beiträge zur Beleuchtung der politischen 
Agitation in der Nordmark. Flensburg 1895. 
O. Hollesen. 
Ernst v. Hesse-Wartegg: Kanada und Neu- 
Fundland. Rach asgenen Reisen und Beobachtungen. 
Freiburg i. B. 
Das Werk *! kin der wenigen handlichen und 
zuverlässigen Schilderungen, welche über die größte 
England in Amerika verbliebene Kolonie vorhanden 
sind. Kanada und Neufundland haben in letzterer 
Zeit nicht allein wegen ihrer verschiedenen Streitig- 
keiten mit den Vereinigten Staaten und seit Er-
        <pb n="93" />
        — 55 — 
bauung der großen Kanada-Pacificbahn als Ver= über die Güte der astronomischen und topographischen 
mittler des englischen Handels nach Asien von sich Unterlagen der Karte wären nach deutschem Muster 
reden gemacht. Sie sind auch sonst von immer be= auch sehr erwünscht gewesen — umfaßt das Gebiet 
deutenderer Wichtigkeit. Das Studium des Hesse= zwischen dem 7. Grad nördl. Br. und dem 5. Grad 
Warteggschen Buches besitzt gegenwärtig ein südl. Br. und reicht von der Küste bis zum 22. Grad 
besonderes Interesse und es möge daher hier aufs östlich Paris, enthält also auch einen großen Theil 
Neue die Aufmerksamkeit des Publikums darauf des deutschen Kamerungebietes. Zwei Kartons ent- 
gelenkt werden. halten noch Darstellungen des unteren Kongos und 
der Regionen zwischen Tsadsee und Nil. An der 
. ., Hand der vorliegenden Karte lassen sich zum ersten 
* Hrangçais. Carte dressce a lechelle 57 die Details der Grenzbestimnuten vom 
500 000 par J. Hansen. Paris 1895. 15. März 1894 zwischen Deutschland und Frankreich 
. Diese soeben von dem neu eingerichteten „Service im Sanghagebiet näher versolgen. Da der bei der 
660 graphique des colonies“ herausgegebene Karte Grenzbestimmung eine Rolle spielende Ort Bania 
ezeichnet einen großen Fortschritt auf dem Gebiete am Sangha auf der vorliegenden Karte anscheinend 
der afrikanischen Kartographie, indem sie zum ersten nach der definitiven Berechnung der Längenbestimmung. 
Male die bisher meist geheim gehaltenen Itinerar= de Brazzas daselbst um etwa 17 nach Westen ver- 
aufnahmen der zahlreichen französischen Reisenden schoben ist, auf 16° 2 östl. Gr. statt 16° 37 nach 
zwischen dem Kongo und Tsadseegebiet — der Titel der vorläusigen deutschen Berechnung, so bildet die 
der Karte führt die Namen von 67 französischen deutsch-französische Grenze zwischen dem 4.“ und 
Vorschern auf, welche sich neben Reisenden anderer 8° 307 nördl. Br. auch keine gerade Linie mehr, son- 
Nationalitäten um die geographische Aufhellung dieser dern weicht vom 4. Grad nördl. Br. bis Kunde etwas 
Regionen verdient gemacht haben — in ihrer Ge= von dem 15. Grad östl. Gr. ab. In der genauen 
sammtheit einheitlich bearbeitet zur Darstellung bringt. Festlegung der geographischen Längen dieser Grenz- 
Die zweiblätterige Karte, der auch ein gedrucktes gebiete ist aber das letzte Wort noch lange nicht 
Namenverzeichniß beigegeben ist — einige Angaben gesprochen. 
HN — 
Schiffsbewegungen. 
(Die Zeit vor dem Orte bedeutet die Ankunft, hinter dem Orte die Abfahrt des Schiffes.) 
„Bussard“ 5/11. Apia. (Poststation: Hospostamt.) 
„Condor“ 13/12. Sansibar. (Poststation: Sansibar.) 
„Cormoran" 30/11. Shanghai. (Poststation: Hongkong.) 
„Falke“ 29/7. Apia 10/11. — Rundreise. (Poststation: Hofpostamt.) 
— „Hyäne“ 20/12. St. Thomé 27,12. — 30/12. Kamerun. (Poststation: Kamerun.) 
M. Vermessungsschiff „Möwe“ 8/9. Matupi. (Poststation: Matupi.) « 
M. S. „Seeadler“ 31/5. Sansibar 16/12. — 23/12. Lourenco Marques. (Poststation: Natal.) 
M. S. „Sperber“ 9/10. Kamerun. (Poststation: Kapstadt.) 
Socg# 
2 
##% 
  
  
  
PVerkehr#s-Nachrichten. 
Vom 1. Januar d. Is. ab ist nach Großbritannien und einer Reihe seiner Kolonien die Absendung 
von Postpacketen mit Werthangabe bis zu 500 Francs zulässig. 
Die französische Postverwaltung hat mit der Compagnie frangaise des cähles, telégraphiques 
vorbehaltlich der Genehmigung der Kammern einen Vertrag abgeschlossen, wonach die Gesellschaft ein direktes 
dabel von Brest nach den Vereinigten Staaten und den Antillen legen soll. Die Gesellschaft erhält dafür 
eine jährliche Staatsunterstützung von 800 000 Francs. 
» Die Verwaltung der Post des britisch-ostafrikanischen Schutzgebietes ist mit der von Sansibar 
vereinigt worden, in der auch das britisch-indische Postamt in Sansibar aufgegangen ist. An Stelle des 
krüheren Postmeisters von Sansibar, eines Goanesen, ist ein Engländer Mr. Remington getreten, der 
früher das Postamt in Mombas leitete.
        <pb n="94" />
        56 
Postdampfschiffverbindungen nach den dentschen Schutzgebieten. 
  
Nach 
Die Abfahrt erfolgt 
vom Ein- 
schiffungshafen 
an folgenden Tagen 
Ausschisfungshafen. 
Dauer 
der Ueberfahrt 
Briefe müssen aus 
Berlin spätestens. 
abgesandt werden 
  
1. Deutsch-Oftafrika. 
2. Deutsch-Lüdwesflafrika. 
  
l 
3. Ramerun. 
4. Togo-Gebiet 
(von Accra bez. Quittah 
mittelst Boten nach Lome 
und Klein-Popoy). 
5. Deutsch-Neu-Guinea. 
6. Marshall- Inseln. 
  
ambur 
W — 
disi 
(uert Nania) 
Ü Nea 
Schiffe) 
Brindisi 
L„ Schife 
Marseill 
dransce *- 
Southampton 
(englische Schiffe) 
c usd 
Liv 
aiche — 
6ture —5 6 12., 
Schiffe) 
* 
. 
I 
am 12. Febr- 11. März 
120 a 
am n3 g 1. März 
ab 
am jedes Mts. 
40 ums. 
am 25. Jan., 29. Febr. 
d-ims. 
am 31. Januar 
nachts 
am 10, jedes Monats 
nachts 
am 22. Jan., 19. Febr. 
Dar-zes-Saläm 
21 Tage 
Sansibar 21 Tage 
Sansibar 18 Tage 
Walfischbai 30 Tage 
Swakopmund 30 Tage 
Vüderitzbucht 
Kamerun 24 Tage 
Kamerun 22 Tage 
am 31. Januar, 
10., 28. Febr. 9. Mär; 
108 abds 
am 8. iedes Monato 
950 abds. 
am 21. 8 
11a3 
am 31. Tur- 
720 abds. 
28. Febr. 
am 40. jedes Monats 
abds. 
am 20. Jan 17. Febr. 
15 ums 
  
am 10.jedes Mts. nachts 
a#m 20.jedes Mts.= 
am Letzten jed. Mts. - 
am 29. Januar, 
26. Februar 
am 11. März 
am 42, Zan. . 15. März 
  
am — 
Jopo 20 Tage 
31 Tage 
Jopo 33 Tage 
Klein-Popo od. Accra- 
Quittah') oder Klein- 
Pope 
Friedrich Wilhelms- 
hafen 45 Tage 
41 Tage 
Klein= 
Lome 
Klein--1 
  
Jaluit etwa 60 Tage 
35 Tage 
am 10., 20. und Leten 
ied. Mts. 720 abds. 
a#m 27. Januar, 
10..24 Febris ums. 
am 17. Januar, 
U 9., 13. März 
108 abds. 
  
am 13. März 
1035 abds 
  
Eintreffen der Post aus den deutschen Schutzgebieten. 
  
  
Landungs= Die Post ist fällig Landungs= Die Post ist fällig 
Von hafen in Berlin Von hafen in Berlin 
Neapel .. m ebr.,G. März 1 
Deutsch.Ostafrika Brindisi . am 25. Feb., 24. N Togogebit Hamburg am 10.“ und 25.“ 
*— Marseille . am 2. jedes Monats jedes Monats 
Deutsch-Südwestafrika Plymouth anm 16. Februar deutsch-neu-Guinea Neapel.. am 6.* Marz, 2.* Mai 
Hamburg am 25.“ jed. Monato 
namerln Liverpool am 30. Januar, Marsphall-Inseln . . . . Marseille . am 22. Feb., 18.April 
27. Februa 
* Fälligkeitstage für die mit deutschen Schiffen eintreffenden Posten. 
Sähffsbewegungen der Deutschen Oltesika Linie, (amburg —Ofafritan 
  
  
- Rets e Lehte Nachrichten 
Reichspostdampfer von « nach bis 10. Januar 1896 
I 
»Kaifet«. · Hamburg s Durban am 22. Dezember ab Las Palmas. 
„Kanzler Durban Hamburg am 8. Januar ab Tewel.e 
„wunrth . Durban Hamburg am 6. Januar ab Durb 
Reichstag“ .. Durban Hamburg am 31. Dezember ab Port Said. 
„Admiral“ . Hamburg Durban am 6. Januar ab Amsterdam. 
„General“ Hamburg. Durban am 4. Januar an Aden.
        <pb n="95" />
        57 
  
  
  
  
Shhissbewegungen der — Geselschaft m. b. H. 
. — — 
Reise Lette Nachrichten 
Postd ampfer von · nach bis 11. Januar 1896 
„Aline Woermann“. Ponta Negra " Hamburg 7. Januar in Lamerun. 
„Anna Woermann“ Kap Palmas Hamburg 10. Januar in Daka 
„Carl Woermann" Swakopmund Hamburg 10. Januar Dover vassirt. 
„Eduard Bohlen“ Hamburg · Congo 29. Dezember im Congo. 
„Ella Woermann“ Hamburg ! Kap Palmas 15. Januar ab Hamburg. 
„Erna Woermann“ Hamburg Kap Palmas 1. Januar in Las Palmas. 
„Gertrud Woermann“ Hamburg Ponta Negra 10. Januar ab Hamburg. 
„Gretchen Bohlen“ Hamburg Kotonon 2. Januar in Kotonou. 
„Hedwig Woermann“. Hamburg Kotonon 25. Dezember Ushant passtri 
„Jeannette Woermann“. Loanda Hamburg 21. Dezember in Lago 
„Kurt Woermann“ Hamburg Loanda 7. Januar Dover EW 
„Lulu Bohlen"# Ponta Negra i Hamburg 10. Januar in Madeira. 
„Marie Woermann“ Hamburg i Ponta Negra 9. Januar in Kamerun. 
„Professor Woermann“. Kap Palmas amburg 27. Dezember in Hamburg. 
„Thekla Vohlen“. ambu Lüderitzbucht 25. Dezember in Accra. 
  
Empfehlenswerthe Werke der deutschen und ausländischen Litteratur. 
    
     
· Allgsmdth Folo 
Relse-Litteratur. 
   
Die erangelischen A#llisstonen. 
Ulustr. Familienblatt. IIerausg. von 
Jul. Richter. I. Jahrg. 1895. Monatl. 
1 lleit von 24 S. Jährl. 3, frei ins 
lluns ¾ 3,20. Probehefte Kr. u. Iirko. 
Verl. v. C.Bertelsmann in Gütersloh. 
— perteismaonn n utereo 
Jeder Deutsche im Auslande 
4. r,n P die selbst in Uberscelschen I.#ndern 
cCitete und im 18.JJuhrg. encheinende 
breneev Am#alr-Musiker-Teitunz (Prager). 
an r bei allen ugdon alten (einge- 
Faen zn Nr. 175; I. 1890) sowie durn die 
66 in Kuna SW. 10 le Einsend. v. l 
— 
  
»Er risaqenssbizsiqeljstolseis 
lielert die Amigquuriats-Buchhand- 
lung von Karl Siegismund in Berlin 
W., Mauerstr. 68, vorm. Unternat. 
Bnenh. gegr. 1866. Kataloge gratis. 
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s en oerenen. 
Frschienen bei E. Jv. Betti i. Teidene 
Antian. Catalog No. 49: Les Indes 
)rientales et Occidentales. Posses- 
Sions Européennes en-Asie, en Alrique. 
5 Amri##ue et en Australie. (05) 
5519 Jrs. Bitte gel. zu verlungen. 
Gresee, I7. 7 ., Ueber die Sprache, 
Sitten und Gebränche der Samoaner. 
u Mittheilungen der Frograbhisehen 
Cesellschuft t 87 88, Ilert. erlag 
von L, Friederichsen &amp; Co., 2. 
4 3.—. 
Seickel, ., Sekret. d. d. Kol.-Ges, 
Iandbhuch der Shambuln-Sprache in 
Sambaurn. Deutsch-Ostafrika. Mit 
Te- ##ten, einem Shambaln-Deutschen 
u. e. Deutsch- Shumbala-Wörterbuch. 
Verl.v. Alex. Köhler. Dresden. Al. 4.50. 
  
KNoloniales iund Anderes. 
Charpentier, Russ. Wanderbilder A.3. 
Post. Dr. A. II., Afrikan. Juishondeuz. 
Völkerrechte Alrikas, N. 10. 
Preuss, D. Engl. Stantsverlassung. 
Für Staatsmänner, Kausl., Schils- 
rheder, Zeitungsleser. M. i.60. 
Schinz. Deutsch-Südwest - Alrika. 
rbrschunger, Illustr. u. Karte geb. 
„—, Karte allein NM. 2.— 
Standinger, P., Die IInussalinder. 
Forschungsr. M. Karte. A. 10.—, 
geb. A. 12, —. 
Wol, Dr. W., Von Bunann zum 
Liamwo. borgchnnce. XI. Karte 
M. 4.—, geb 
Zimmermann, # im Ausw. Amt, 
Preussisch - dentsche Hundels-- 
olitik. Aktenmüss. Darstellung. 
l. 16,—, geb. M. 18.— 
Leinengewerbe in Schlesien. 
Gewerbe- u. T#ndelspolitik dreier 
Jahrh. 2. Aufl. M. 6.— 
—.— Kolonialgeschichtliche Studien. 
-n —, (7at) 
oldenburg. Vorl. Sehunlzcsche Hos- 
Buchhundlung (A. Schwartz). 
  
v. d. Gubelentæ, IHandbuch zurAuf- 
nahme fremder Sprachen. Im “ u,- 
trage der Kol.-Abth. 44 7 
Amts verfusst. Preis „K 4. 
Veriag von E. S. Mittier Somm, 
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        — 59 — 
Anzeigen. 
Inierate (für die dreigespallene Petitgeile oder deren Raum 25 Piennig) sind an die Vertrieboleitung, Berlin S#W 12, nochstraße 68—71, 
ein) 
Beschluß. 
Gemäß Artikel 14 des deutschen 
Handelsgesetzbuches werden für den 
Vezirt deo Kaiserlichen Gerichts des 
gebietes der 
pagnie zu Friedrich Wilhelmehafen als 
ssentliche Blätter, in denen die im 
Taufe des Jahres 1896 gemäß Art. 13 
a. a. O. vorgeschriebenen Bekannt- 
machungen erfolgen sollen: 
1. der Deutsche Neichs= und 
Königlich Preußische Staats- 
Anzeiger (Beilage: Central= 
Handelsregister für das Deutsche 
Reich), 
das Deutsche Kolonialblatt, 
Amtoblatt für die Schutzgebiete 
des Deutschen Reichs (herausge- 
4 geben im Auswärtigen Amt) 
hierdurch bestimmt. 
Die auf Führung des Handels- 
registers sich beziehenden Geschäfte wer- 
den für die obengenaunte Zeit von 
dem unterzeichneten Nichter und dem 
Gerichtoschreiber Lewerenb bearbeitet 
werden 
Friedrich Wilhelmshafen, 
den 1. Oktober 1895. 
(I. S., gez. Krieger, 
Kaiserlicher Nichter des Schutzgebietes 
er Neu-Guinea-Kompagnie. (#) 
–SNNN *§NÜ 
—2 
     
E % 
) Die berlhmten Schmidt’schen 
kunen-, Cemüse- und land- 
irthschaftlichen Samen 
Frsende ich über die ganze Welt. 
Specialwersand nach d.Tropen. 
J. C. Schmidt, Erfurt, 
Hoflieserant Sr. Maj. des Kaisers. 
LERIIIIITIII 
  
  
  
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Für Privatgebrauch und Industriczwecke, billiger als 
Zucker. Gegen klimatischte Einflüssc unemplindlich. In 
Westentuschenpackungen mit Süsskraft von mehreren Kilo- 
grumm besten Rohrzuckers, duher grösste Raum- und 
Gewichtsersparniss auf Keisen und Erpeditionen;: 
pDraktisch für IIaushultung, unembehrlich für Diabetiker. 
Reiner Zuckergeschmuck, keine Gährungserzengung. 
Freiproben und I’rosbe kte durch die llersteller. 
Dr. F. von Heyden Nachfolger. 
Chemische Fanbrik, (8o*) 
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aller Art nach überseeischen Ländern, speziell nach den Troven, sowie auch zur 
Beschaffung von einzelnen Stücken für Jagd= und Reisezwecke. 
Sachgemäße Zusammenstellungen auf Grund persönlicher Erfahrungen und 
nach dem urtheil erfahrener Neisenden werden auf Wunsch gern angefertigt 
und dazu Angaben über Ziel, Zweck und ungefähre Dauer der Reise erbeten. 
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dienstes, Unterstützung von Berufssoldaten, Versorgung von Invaliden. 
Nur Knaben unter 12 Jahren finden in dieser Abtheilung Aufnahme. 
2) Versicherung von Kapitalien — fällig bei Erreichung eines be- 
stimmten Lebengalters oder bei früherem Ableben (abgekurzte Lebens- 
versicherung) —; mit Combinationen, welche jedem Familienvater 
Gelegenheit bieten zu vortheilhafter und sicherer 
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0 abersiel des internstionslen CGeld- und Warenmarkter 
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der Tuglichen Rundschau 1895 auf Seite 113: 
„ 4“ Jedemn. Deuesche, I %½%%lande 1J— 
.— eentbe#rrtieke Echo.“ 
  
  
Redaktion: Hugo Herold. eschältsieilung: Max Pechstein.
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nach den Canar. Laseln- Gorée und den Hälen der Südwestküste Alrikas von Landana 
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Am 10. Pebruar: F. D. „Lulu Bohlen“, Capt. Busch, 
nach Madeira, Klein-Popo, Lagos, Kamerun, Fernando Po und den Häfen der Südwest- 
küste Alrikas bis Pontanegra. 
Am 15. Februar: P. D. „Professor Woermann“, Capt. Triebe, 
nach den Canar. Inseln, Gorée, Dakar, Ruffsque, Conakry, Sierra Leone, Sherbro 
und Liberia. 
Nächste Expeditionen nach Bissac und Bolama am 15. März und 15. Mai 1896. 
Nächste Expeditionen nach Deutsch-Südwestafrika am 31. Janunr, 31. Mürz, 31. Mni 
und ferner jeden zweiten Monat. 
Alle Gdt#er mdssen um Tape vor dem 4bganosdatum bis 1I2 Uhr mitzagys Wnsseice setn. 
Näheres wegen Fracht und Passage ertheilt in Hamburg die Woermann-Linie, m. b. H. sowie der Schifls- 
makler August Bolten, Wm. Miller's Nachfolger, Admiralitksätstresse 3/4. 12 
Deutsche Ost. Afrlla. Linie. 
Regelmässige Postdampfer - Verbindung 
unter Vertrag mit dem Deutschen Relche 
zwischen 
Hamburg, Ostafrika und Transvaal 
Amsterdam, Lissabon und Neunpel anlaufend. 
Die nächsten Iahrplanmässigen Expeditionen finden statt: 
   
  
  
R. P. D. „KANZLER“, Capt. Elson 29. Januar 1896 ab Hamburg (lt. Fahrplan) 
R. P. D. „-BUNDESRATH“, Capt. Stahll -26. Febr. „ ab Hamburg „ 
R. P. D. „KAISER“, Capt. v. Issendorff 25. Mürz „ ab Hamburg 
nach Tanga, Dar-es-Salám, Sansibar, Nozambique, Beira, Delagoa-Bai und Natal. 
Diese Dampfer nehmen auch Passagiere und Waearen nach 
Bagamoyo, Saadani, Pangani, Kilwa, Ibo, Lindi, Quelimane, Chinde, Lamu und 
Ombassa. 
Regelmässig alle acht Wochen Postdampfer 
ab Hamburg um#s Kap der uten JIoynt#ng direkt nach Durban, Delagoa-Ba#i, 
Inlmbane, Mozcmöbldqd#e. 
Nächste Expedition: Dampfer „REICHSTAG“, Coppt. , 2. Februar 1896. 
Die Dampfer Laben vorziloliche Einricheengen F#r Eussagtere in allen Klassen. 
Ferner zwischen Ostafrika und Bombay regelmässig alle vier Wochen im Anschluss 
an die Hauptdampfer. 
Näheres ertheilt in Hamburg: (20) 
wegen Fracht der Schiffemakler August Bolten, Wm. Miller's Nachfolger, 
wegen Passage die Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Aktien- -desellschaf, 
#sowie wegen Fracht und Passage die 
  
Deutsche Ost-Afrika - Linie, 
Gr. Reichenstrasee 25. 
Verantwortlicher Nedakteur für den nichtamttlichen Theil: O. Mertinat, Verlin. 
Druck und Verlag der Königlichen Hofbuchhandlung und Hofbuchdvuckerci von E. S. Mittler &amp; Sohn, Berlin 8W 12, Kochstraße 68—71. 
Ausgegeven am 15. Jannar 1896 um 5 Uhr nachmittags.
        <pb n="103" />
        Deutsches Kolonialblatt. 
Amtsblatt für die Schutzgebiete des Deutschen Reichs. 
herausgegeben in der Kolonial-Ablheilung des Auswärligen Amts. 
  
VII. Jahrgang. Berlin, 1. februar 1996. 6 mummer 3 
Diese zeitichrift r*7•½ in der Regel am I1. und lb. jeded Monats. Derselben werden ale Beiheite cbrigefügt die mindestens eimat Fi 
erschrinenden: „Mittheilungen von Forschungsreisenden un clehrten aus den deutschen Schutzgebicten“. herausgegeben von Dr. Freihem 
v. banckelman. # vierteljahrliche Uonkrmmenropreie. für das Kolonialblatt mit den Mhesten u beim Su burm die Post und die 
Buchhandlungen Mil. J.—, direkt unter Streifband durch die Verlagsbuchhandlung Mk. 3. für Deutschland und Oester rich= Ungarn, Ml. 3.75 für 
die Lander des Weltvostvereino. — Einiendungen und Anfragen üind an die Köni igliche Fnchhandlung von run « unt-les Mittler 
und Sohn, Berlin 8W 12, Kochi trae 68—71, zu richlen. (GEi ngatragen in der ZBeitungo- Preioliste fur 1896 unter Nr. 1916.) 
  
  
Inhalt: Amtlicher Theil: Die in Deutsch= Ostafrika über die Behandlung oxtafiatischer Arbeiter geltenden Be- 
stimmungen S. 65. — Runderlaß des Kaiserlichen Gouverneuro von Dutsch Ostafrika an die Bezirks= und Bezirks- 
nebenämter sowie die Stationen im Innern S. 68. — Personalien S. 
Nichtamtlicher Theil: Personal= Fachrichten S. 68. — wrernt Ostafrika: Ueber die Lage im Süden 
des Schußgebietes S. 69. — Beendigung der Verhandlungen mit den Wahehes S. 69. — Versuchsstation in 
Usambara S. 70. — Kamerun: Yaundestation S. 70. — Deutsch= Südwestafrika: Wassenschmuggele . 71. 
Aus dem Bereiche der Missionen und der Antisitaverer, Bewegung S. Aus fremden 
Kolomten- Tarckautschur in den englischen Kolonien S. 72. — Sussd des A Coast Protekkorats 
für 1894 9 72. — Kaffeebau im Hawaii-Archipel S. 73. erschiedene Mittheilungen: Frauenverein 
für Krankenpflege in den Kolonien S. 73. — Einige Sisir mit militärischen Wsistunaagenständen in 
Centralafrika S. 73. — Antwerpener Elfenbeinhandel S. — Zahl der Auswanderer über Mar .. 
Litterarische Besprechungen S. 75. — Schisfsbewegungen "l 76. — Verkehrs- Nachrichten S. 77. — Aneegen. 
  
— Dieser Nummer liegen als Extrabeilage die Jahresberichte der Schutzgebiete Togo, 
Kamerun, Deutsch-Ostafrika, Deutsch-Südwestafrika und der Marshall-Inseln sowic eine 
Deutschrift, betreffend die Verwendung des Afrikafonds, bei. 
Amtlicher Theil. 
Gesehe; Perordnungen der Reichsbehörden. 
Die in Deutsch-Ostafrika über die Behandlung ostasiatischer Arbeiter geltenden 
Bestimmungen sind folgende: 
1. Einführung und Ankunft der Arbeiter. 
81. 
Ostasiatische Einwanderer, welche von einzelnen Unternehmern oder Gesellschaften auf Grund von 
Arbeitsverträgen in das deutsche Schutzgebiet eingeführt werden, dürfen nur in den Häfen Dar-es-Saläm, 
Bagamoyo, Tanga, Pangani, Kilwa und Lindi 7 werden. 
Bei Ankunft der Arbeiter, und ehe diese n eden des Schutzgebietes betreten, hat entweder der 
Kapitän des Fahrzeuges, worauf die Arbeiter eingeschifft sind, oder aber der einsährende Unternehmer dem 
Bezirksamte des Hafenortes hiervon mündliche oder schriftliche Meldung zu erstatten; in dieser Meldung 
ist zu bemerken: 
1. Zahl, Geschlecht und Herkunft der Einwanderer, 
2. Gesundheitszustand im Allgemeinen, 
3. Name des Schiffes, des Kapitäns und des einführenden Unternehmers, 
4. Bestimmungsort der Arbeiter. 
3. 
8 
Außerdem ist noch ein Exemplar des mit den Arbeitern abgeschlossenen Vertrages beizufügen 
sowie ein Zeugniß des deutschen Konsuls oder der zuständigen Landesbehörde am Orte des Verschiffungs- 
hafens, worin die Zahl der eingeschifften Arbeiter sowie die Freiwilligkeit der Auswanderung bescheinigt wird.
        <pb n="104" />
        — 66 — 
8 4. 
Auf Grund dieser Meldung hat das Bezirksamt sofort einen Beamten sowie einen Arzt an Bord 
zu schicken, um eine Untersuchung der Einwanderer vorzunehmen. Diese Untersuchung kann nur aus be- 
sonderen Gründen und mit Genehmigung des Bezirkshauptmanns auch am Lande vorgenommen werden, 
doch sind dann geeignete Vorkehrungen zu treffen, daß die Einwanderer vor dem Abschluß der Untersuchung 
mit anderen Personen nicht in Berührung kommen. 
Personen, die ausweislich der ärztlichen Untersuchung mit einer ansteckenden Krankheit behaftet 
sind, dürfen nicht an Land gebracht werden, auch die von der Krankheit noch nicht ergriffenen Arbeiter 
können zur Vermeidung der Ansteckungsgefahr und zum Zweck der Beobachtung nach Maßgabe der zu 
erlassenden Quarantänebestimmungen an einem hierzu geeigneten Orte auf kürzere oder längere Zeit 
internirt werden. 
86. 
Gleichzeitig mit der ärztlichen Untersuchung ist durch den Beamten des Bezirksamtes an Bord 
des Schiffes festzustellen, ob dessen Einrichtungen den hierüber erlassenen Vorschriften entsprechen. Ebenso 
sind etwaige Beschwerden der Einwanderer über mangelhafte Schiffseinrichtung sowie über die ihnen während 
der Fahrt zu Theil gewordene Behandlung entgegenzunehmen und deren Richtigkeit womöglich schon an 
Bord durch Augenschein und Vernehmung von Betheiligten und Zeugen festzustellen. Desgleichen hat der 
Beamte womöglich auch schon an Bord des Schiffes, spätestens aber unmittelbar nach der Landung, sich 
davon zu überzeugen, daß die Einwanderer über die einzelnen Bestimmungen der mit ihnen abgeschlossenen 
Verträge eingehend unterrichtet sind. 
87. 
Für Unterkunft der Einwanderer an Land hat der Unternehmer Sorge zu tragen, und ist es Sache 
des Bezirksamtes, darüber zu wachen, daß die hierfür bestimmten Räume je mit Rücksicht auf die Dauer 
des Aufenthaltes, sowohl was Bauart, Umfang, Gesundheit als auch die innere Einrichtung betrifft, den 
Bedürfnissen und bisherigen Gewohnheiten der Einwanderer entsprechen. 
88. 
Das Bezirksamt ist berechtigt und verpflichtet, etwa nothwendige Veränderungen dieser Räume auf 
Kosten des Unternehmers vornehmen zu lassen, wenn dieser sich weigern sollte, einer an ihn dahin gerich- 
teten Aufforderung nachzukommen. 
II. Beförderung vom Ausschiffungs= nach dem Bestimmungsorte. 
9 ·- 
Werden die Einwanderer von der Küste nach dem Inlande gebracht, so ist der Trausport durch 
eine von einem Weißen kommandirte Polizeiabtheilung zu begleiten. Dieser hat darüber zu wachen, daß 
auch auf den Haltestationen von dem Unternehmer die nöthigen Vorkehrungen zur Unterkunft und Ver- 
pflegung der Einwanderer getroffen sind, und daß diese selbst vollzählig am Orte ihrer Bestimmung 
ankommen. 
III. Unterbringung und Behandlung am Orte der Verwendung. 
8 10. 
Die am Orte der Bestimmung für die Arbeiter errichteten Wohnungen sind zuvor seitens des 
Arztes einer Prüfung zu unterwerfen, ob sie mit Bezug auf Größe, Bauart, Gesundheit und sonstige Ein- 
richtung vernünftigen Ansprüchen entsprechen, wobei davon auszugehen ist, daß für jeden einzelnen Arbeiter 
mindestens ein Flächenraum von vier Quadratmetern bei einer Höhe von drei Metern zu berechnen ist. 
8 11. 
Das Bezirksamt ist berechtigt und verpflichtet, darüber zu wachen, daß die mit den Arbeitern 
abgeschlossenen Verträge von dem Arbeitsherrn in allen Punkten eingehalten werden. Die Arbeiter sind 
darüber zu belehren, daß etwaige Beschwerden hierüber bei dem in § 12 erwähnten Beamten anzu- 
bringen sind. 
* 
Zu diesem Zwecke ist am Orte der Verwendung der Arbeiter entweder ein ständiger Beamter des 
Gouvernements zu halten, oder aber ein solcher von Zeit zu Zeit, mindestens einmal monatlich, auf einige 
Zeit an Ort und Stelle zu entsenden, um etwaige Beschwerden der Arbeiter sowic auch des Arbeitsherrn 
entgegenzunehmen und hierüber zu entscheiden. 
8 13. 
Auf jeder Plantage, wo ostasiatische Arbeiter beschäftigt werden, ist besonderer Raum für Kranke 
und ein Isolirraum für ansteckende Krankheiten vorzusehen, desgleichen der Besitz einer Apotheke nach- 
zuweisen. «
        <pb n="105" />
        — 67 — 
8 14. 
Uebersteigt die Anzahl der Arbeiter 50, so ist auch ein besonderer Lozarethgehülfe zu halten 
sowie dafür zu sorgen, daß mindestens monatlich einmal eine Untersuchung der Arbeiter durch einen 
geprüften Arzt stattfindet. 
* 15. 
Dem Arbeitsherrn oder aber dem Aufsichtsbeamten des Gonvernements, wenn ein solcher sich an 
Ort und Stelle befindet, steht für leichtere Uebertretungen eine Strafgewalt zu, welche einen Lohnabzug 
bis zu einem Viertel des Monatsgehaltes nicht überschreiten darf. 
8 16. 
Ueber diese Strafen ist ein Protokoll zu führen und solches allmonatlich dem Bezirksamte vor- 
wilegen, das sich auf geeignete Weise zu überzeugen hat, daß die Angaben des Protokolls auf Wahrheit 
eruhen. 
817. 
Ist ein ständiger Beamter an Ort und Stelle, so hat dieser die Bestrafung der Leute zu über- 
wachen und das fragliche Protokoll zu führen und einzureichen. 
8 18. 
Bei Vergehen und Verbrechen ist sofort dem Bezirksamt Anzeige zu machen, zugleich ist der 
Beamte oder der Arbeitsherr berechtigt und verpflichtet, diejenigen Vorkehrungen zu treffen, welche bereits 
vor dem gerichtlichen Einschreiten zur Aufklärung und Feststellung des Thatbestandes und zur Sicherung 
der Strafvollstreckung dienen können. 
19. · 
Von etwaigen Todesfällen oder Entweichungen ist dem Bezirksamte sofort Anzeige zu machen. 
8 20. 
Es ist den Arbeitgebern verboten, den Leuten durch Lieferung von Waaren, Baarzahlungen oder 
auf sonstige Weise Vorschüsse zu machen, die den Betrag eines Monatslohnes übersteigen. Wird ein 
weitergehender Kredit gewährt, so sind die ein Monatsgehalt übersteigenden Beträge nicht einklagbar und 
an den eingeführten Sachen des Arbeiters wird ein Retentionsrecht nicht begründet. Hierüber sind die 
Arbeiter seitens des Bezirksamtes ausdrücklich aufzuklären. 
8 21. 
Wird der Vertrag gelöst, entweder durch Mblauf der Zeit. oder durch ein den Arbeitsherrn ver- 
urtheilendes Erkenntniß der Behörde, so ist der bisherige Arbeitsherr verpflichtet, für die Rückfahrt des 
Arbeiters sowie dessen Unterhalt bis zur Abfahrt zu sorgen. 
22. 
Jede Uebertretung dieser Bestimmungen kann im einzelnen Falle mit einer Geldstrase von 
1000 Rupien oder einer Haftstrafe bis zu sechs Wochen bestraft werden. 
8 238. 
Für etwaige Mißhandlungen, Ausschreitungen und andere rechtswidrige Handlungen ihrer 
Angestellten den Arbeitern gegenüber sind die Arbeitsherren unbedingt verantwortlich. 
824 
Sämmtliche durch die Ausführung dieser Verordnung entstehenden Kosten fallen ausschließlich dem 
einführenden Unternehmer oder aber dem Arbeitsherrn zur Last, insbesondere auch die Kosten der Aus- 
schiffung, der Unterbringung, der Beaussichtigung sowic der ärztlichen Untersuchung. 
IV. Abänderung des Arbeitsvertrages. 
* 25. 
Finden sich in dem Arbeitsvertrage Bestimmungen, welche den bestehenden Gesetzen oder aber 
auch den Forderungen der Humanität zuwiderlaufen, so ist das Kaiserliche Gouvernement befugt, den 
Vertrag womöglich im Einverständniß mit dem Unternehmer oder Arbeitsherrn in dieser Beziehung 
abzuändern. 
8 26. 
Gegen die Verfügungen des Kaiserlichen Gouvernements ist innerhalb eines Monats Beschwerde 
an den Reichskanzler zulässig. Beschwerden sind durch Vermittelung des Gouvernements an den Reichs- 
kanzler einzureichen und haben keine aufschiebende Wirkung.
        <pb n="106" />
        68 
HPerordnungen und Witklzeilungen der Behürden in den Schungebieten. 
Nunderlaß des Kaiserlichen Gouverneurs von Deutsch-Ostafrika an die Bezirks- 
und Bezirksnebenämter sowie die Stationen im IJnnern. 
Unter Bezugnahme auf den Runderlaß vom 4. Jannar d. Is. und in Abänderung des Rund- 
erlasses vom 25. August v. Is. versüge ich, daß die Landschaft Irangi dem Bezirke Mpwapwa zu- 
gewiesen wird. 
Dar-zes-Saläm, den 13. November 1895. 
Der Kaiserliche Gonverneur. 
(L. S.) gez. Dr. v. Wissmann. 
  
VVVVYVYTNTNTNTTTTVYTVYNTVYTYTVVYTVTTVNTVVDNTYVDVDVYVYVDNYTVDVDVYVVNYNTNWVIVYVVVVVVDDVDVDVVVIVVVVVVVVUV 
Perspnalien. 
Seine Majestät der Kaiser und König haben Allergnädigst geruht, dem vortragenden Rathe in 
der Kolonial-Abtheilung des Auswärtigen Amtes Wirklichen Legationsrath Sonnenschein den Rothen 
Adler-Orden IV. Klasse zu verleihen. 
Der bisherige ständige Hülfsarbeiter in der Kolonial-Abtheilung des Auswärtigen Amtes Legations- 
rath Rose ist zum Kaiserlichen Konsul in Apia ernannt worden. 
Dem Lieutenant Schlobach und dem Zahlmeisteraspiranten Kuhnen von der Koaiserlichen Schutz- 
truppe für Deutsch-Ostafrika ist die Erlaubniß zur Anlegung der ihnen von Seiner Hoheit dem Sultan 
von Sansibar verliehenen Dekorationen: Strahlender Stern 2. Klasse 4. Stufe Allerhöchst ertheilt worden. 
Das Kommando des Hauptmanns a. D. Scherner, der Premierlientenants a. D. v. Kleist, 
Podlech, Kielmeyer, Jany, v. Stocki und A. Fonck, des Sekondlientenants a. D. Prince und des 
Zahlmeisters Bauer zur Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika ist Allerhöchst verlängert worden. 
An Stelle des Wirklichen Legationsraths v. Schelling ist der Vizekonsul v. Buri zum Kommissar 
der Aufsichtsbehörde bei der Deutschen Kolonialgesellschaft für Südwestafrika ernannt worden. 
JJJJJJ*J .—2 
Nichtamtlicher Theil. 
Persbnal-Nachrichten. 
Deutsch -Oftafrika. 
Der Bezirksamtssekretär Jancke und der Bau- 
leiter Gerlach haben einen Heimathsurlaub au- 
getreten. - 
Der Regierungsbaumeister Gurlitt hat bis auf 
Weiteres die Geschäfte des Gouvernementsbaumeisters 
übernommen. 
Der Lientenant Eberhard ist aus der Kaiser- 
lichen Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika ausgeschieden 
und im 3. Königlich bayerischen Infanterie-Regiment 
angestellt worden. 
Der in den Dienst des Kaiserlichen Gonverne- 
ments getretene Maschinistenassistent Spangenberg 
ist im Dezember v. Is. in Dar-es-Saläm eingetroffen. 
Der Oberarzt Dr. Schwesinger hat im Jannar 
einen Heimathsurlaub angetreten. 
Der Lehrer an der Regierungsschule in Dar-es- 
Saläm Richter ist am 23.Dezember v. Is. verstorben. 
Ramerun. 
Der bisher mit den Funktionen des Kanzlers 
kommissarisch betraute Großherzoglich badische Amt- 
mann Dr. Seiß ist als Kanzler bei dem Kaiserlichen 
Goyuvernement von Kamerun endgültig angestellt 
worden. 
Der dem Kaiserlichen Gouvernement zur Beschäf- 
tigung überwiesene Gerichtsassessor Dr. Gleim, 
Sekondlieutenant Dominik sowie der zur Vertretung 
des Regierungsarztes ausersehene Assistenzarzt 
Dr. Doering treten am 10. Februar die Reise nach 
Kamerun an.
        <pb n="107" />
        69 
achrichten aus den deukschen Schuhgebieken. 
(Abdruck der Nachrichten vollständig oder theilweise nur mit Quellenangabe gestattet.) 
Drutsch-Hlkafrika. 
Ueber die Lage im Süden des Schutzgebietes 
liegt von dem Kaiserlichen Gouverneur nachstehender 
sernere Bericht *) vor: 
Dem Programm entsprechend ist am Mawudji 
von einer Kompagnie ein befestigtes Lager errichtet 
worden, welches noch mehrere Monate bestehen bleiben 
loll, bis das Land von Hassans Anhängern vollständig 
gesäubert und wieder ruhig geworden ist. Dieser 
Kompagnie und den drei anderen, welche das Land 
durchstreift haben, ist es gelungen, eine ganze Reihe 
bedeutender Parteigänger Hassans dingfest zu machen. 
Ueber diese ist in Kilwa ein Kriegsgericht abgehalten 
worden, dessen Spruch ich bei meiner Anwesenheit 
daselbst bestätigt habe. Es sind dadurch Hassan bin 
Omari und fünf seiner Hauptführer sowie die beiden 
Akidas von Kilwa, von deren verrätherischer Rolle 
ich schon in dem vorigen Berichte gesprochen habe, 
zum Tode verurtheilt worden. Von diesen ließ ich 
Hassan und drei andere in Kilwa hängen, der Akida 
Makran bin Schande starb im Gefängniß, wahr- 
scheinlich an den Folgen einer Selbstvergiftung. Die 
übrigen drei nahm ich nach Lindi mit und ließ die 
Hinrichtung dort vollstrecken, um die Wirkung auf 
Matschemba dadurch zu erhöhen. In Kilwa ließ 
ich ferner noch zwei Inder verhaften, welche durch die 
bei Hassan gefundenen Briefe stark kompromittirt sind. 
Nachdem die Exekution in Lindi vollstreckt war, 
begab ich mich, da die Truppen noch nicht eingetroffen 
waren, nach Mikindani und Kionga. In Milindani 
traf ich die nöthigen Anordnungen für die dortigen 
Bauten und begab mich alsdann nach Sudi, um mit 
den dort anwesenden Verwandten und Ministern 
Matschembas zu verhandeln. Diese Leute, deren 
Anerbietungen ich bisher zurückgewiesen hatte, wieder- 
holten hier die Bitten Matschembas um Frieden. 
Ich ließ deshalb das Expeditionskorps, das inzwischen 
in Lindi eingetroffen war, nach Sudi kommen und 
beauftragte den Kommandeur, mit den Leuten 
Matschembas nach dessen Hauptort zu gehen, die 
Verhältnisse dort, wenn mit Aussicht auf Nachhaltig= 
keit möglich, friedlich zu ordnen, jedenfalls Matschemba 
unsere Macht zu zeigen, von ihm Tribut in Elfen- 
bein oder anderen werthvollen Produkten zu fordern, 
seine Boma niederzureißen, Vorkehrungen für einen 
später etwa doch noch nöthig werdenden Angriff zu 
treffen und vor Allem möglichst nachhaltige Friedens- 
garantien zu schaffen. Auf dem Wege nach Luagalla 
egegnete Matschemba, der sich endlich doch noch 
entschlossen hatte, selbst zu kommen, dem Komman- 
deur, der ihn wieder nach seinem Lande mit zurück- 
ahm. 
*) Vergl. Deutsches Kolonialblatt 1896, S. 6 ff. 
I Von Sudi aus begab ich mich wieder nach Lindi, 
wo noch sechs Führer Hassans zum Tode verurtheilt 
und hingerichtet wurden. Diese Letzteren, zum Theil 
noch Leiter des Aufstandes vom Jahre 1889, wurden 
meist von eingeborenen Häuptlingen und Akidas des 
Gouvernements eingeliefert. 
Der Kommandeur hat die Operationen im Süden 
mit großer Umsicht und gutem Erfolge geleitet. Ich 
erwarte den Abschluß der Matschemba-Angelegenheit 
in wenigen Tagen. 
Nachdem so die Ordnung im Süden hergestellt 
ist, darf zur Zeit das ganze Schutgebiet als beruhigt 
gelten. Der Kompagnieführer Johannes hat am 
Kilimandjaro die Leute von Aruscha jun gezüchtigt 
und meldet im Uebrigen, daß der Bezirk sicher sei. 
Kompagnieführer Leue hat Taragalla, der die Geißel 
von Ugalla war, vernichtet, dem Kompagnieführer 
v. Elpons ist es gelungen, einen dem Anschein nach 
dauernden Frieden mit dem Oberhäuptling der 
Wahehes zu schließen, Schabruma hat in Kilwa um 
Frieden gebeten und von der Station Ulanga die 
deutsche Flagge erhalten. Wenn die mit Bestimmt- 
heit zu erwartende Nachricht von der Erledigung der 
Hassan= und Matschemba-Angelegenheiten hier eintrifft, 
werdc ich telegraphische Meldung erstatten.5) Als- 
dann sind alle nennenswerthen Gegner der Regierung 
entweder niedergeworfen oder haben unsere Oberhoheit 
anerkannt, so daß im Augenblick wohl zum ersten 
Male von der Kolonie gesagt werden kann: Alles 
ruhig. 
Nach neueren Berichten hat das in Kilwa über 
die Anhänger Hassan bin Omaris eingesetzte Kriegs- 
gericht inzwischen fernere 16 Einwohner von Kilwa 
wegen ihrer Betheiligung an dem Aufstande zum 
Tode verurtheilt. Der Kaiserliche Gonverneur er- 
achtet indeß durch die bisherigen Aburtheilungen das 
Ansehen der Regierung gegenüber der Bevölkerung 
bereits in ausreichendem Maße wiederhergestellt und 
hat deshalb die vorstehend erwähnten 16 Todes- 
urtheile nicht bestätigt. Die Todesstrafe ist vielmehr 
in eine längere Freiheitsstrafe verwandelt worden, 
deren Abbüßung im Norden des Schutzgebietes, in 
der Nähe des Kilimandjaro erfolgen soll. Soweit 
die Verurtheilten Vermögen besitzen, wird ihnen 
zur theilweisen Deckung des angerichteten Schadens 
eine angemessene Geldbuße auferlegt werden. 
  
" Beendigung der verhandlungen mit den Wahbebes. 
Der Kompagnieführer v. Elpons meldet unter 
dem 21. Dezember v. Is. aus Dar-es-Saläm, daß 
er am 20. Dezember mit der vom Sultan von Uhehe, 
*) Ist bekanntlich inzwischen erfolgl.
        <pb n="108" />
        Quawa, aus Kiringa abgeschickten Gesandtschaft, be- 
stehend aus sechs Häuptlingen und deren fünfzig 
Begleitern, hier eingetroffen ist. 
Die Gesandtschaft, welcher sich auf Bitten des 
Sultauns Ouawa der Wali von Kondoa, Amer bin 
Nasr, als Wortführer mit einem Dolmetscher anschloß, 
soll dem Kaiserlichen Gouverneur die völlige Unter- 
werfung Quawas anzeigen. Da dieser die ihm ge- 
siellten Friedensbedingungen bis jetzt, und soweit es 
ihm irgend möglich war, aufs gewissenhafteste erfüllt, 
die deutsche Flagge in Kiringa gehißt, Händlern den 
Zutritt in sein Land gestattet, den Kriegsgefangenen 
die Freiheit zurückgegeben und den Rest der noch 
von der Zelewskischen Expedition stammenden Ge- 
wehre zurückgegeben hat, so haben die im September 
mit den Wahehes angeknüpften Verhandlungen zu dem 
erwünschten Ende geführt. 
Quawa bittet seinerseits, ihm den Besitz an Land 
und Leuten ungeschmälert zu lassen, ihm Handels- 
beziehungen mit der Küste zu gestatten und die ihm 
seindlichen Nachbarstämme, namentlich die Kiwanga 
und Merereleute, zur Friedenshaltung zu bestimmen. 
Die Station Kilossa wird in der Lage sein, 
Zwistigkeiten zwischen Uhehe und den genannten, 
diesen benachbarten Häuptlingen und Volksstämmen 
in Zulunft auch mit verringerter Besatzung vor- 
zubengen. 
Es dürfte jetzt nach Ueberzeugung der Sachver- 
ständigen den räuberischen Einbrüchen der Wahehes 
ein Ende gemacht, ein friedlicher Zustand hergestellt 
und dem Handel und Wandel der Weg geöffnet sein. 
versuchsstation in Usambara. 
Einem Berichte des Leiters der Versuchsstation 
vom Dezember v. Is. entnehmen wir Folgendes: 
Die Expedition brach, wie vom Gouvernement 
befohlen, am 10. November von Tanga auf. Ein 
Extrazug beförderte die Mitglieder der Kommission, 
70 
  
Träger und Lasten bis zum Kilometer 39, etwa 
3 km von Muheza. Mit dem Aufbruch von Tanga 
setzte leider der Regen ein. 
erste Lager bezogen werden, da das Ausladen der 
Lasten bei strömendem Regen fast den ganzen Nach- 
mittag in Anspruch nahm. Der nächste Tag ging 
mit dem Vertheilen der Lasten und Umpacken hin. 
Die weiteren Lager befanden sich am 12. in Baga- 
moyo, 13. Murazi, 14. in der Steppe am Pangani, 
15. und 16. in Korogwe. Der 16. war der erste 
sonnige Tag und wurde deshalb benutzt, um die 
Lasten zu trocknen, vor Allem den Samen, der nur 
in Säcke verpackt war. Den 17. wurde nach einem 
kurzen Marsch Lager bei Quazige bezogen, am 18. 
das letzte Lager bei Konzeni, welches schon im Wrumi- 
Bei Muheza mußte das 
thale liegt. Am 19. langte die Expedition nach einem 
fünfstündigen Marsche auf dem Bergkegel Mafa an. 
Nur die letzten drei Stunden ging es steil bergan. 
Schwicrigkeiten boten nur die tief eingeschnittenen 
der Ordnung zu treffen. 
Flußthäler, die an vier Stellen überschritten werden 
mupßten. 
Die Station liegt an dem Wege von Vuga nach 
Mauka (Baumannsche Karte), etwa eine Stunde 
östlich von Nguiro, auf etwa 1300 m ganz isolirt 
in einem weiten Gebirgskessel, der sich nach Südwest 
in das Wrumithal öffnet. Von den Nordosthängen 
dieses Kessels ergießen sich zwei wasserreiche Gebirgs- 
bäche in den Wrumi. Die Mitglieder leben noch im Zelt, 
da die zunächst errichteten Grashäuser zu zugig, kalt 
und nicht regendicht waren. An Arbeiten wurden aus- 
geführt: Fertigstellung des Magazins (15 m lang, 
3 mn breit), zwei Grashäuser (6 m lang, 3 m breit). 
Neugebaut ein Badehaus u. s. w. und ein Kochhaus. 
Ein Stück Land wurde urbar gemacht und fünf 
Lasten Kartoffeln gesetzt. Sie gehen gut an und 
sind schon 3 bis 1 Zoll über der Erde. Ferner ist 
ein Stück Land mit vier Sicken Maissaat bestellt, 
ebenso zwei Säcke Erbsen ausgesät. Leider hatten 
die Sämereien durch Regen sehr gelitten. Ein Ge- 
müsegarten ist angelegt, das ganze Land mit einem 
Stacheldrahtzaun umgeben und ein Stück Land für 
Tabakpflanzen vorbereitet. Auf der Station waren 
748 Tagelöhner beschäftigt. Der alte Pfad nach dem 
Wrumithal wurde zu einem Weg von etwa 9 km 
Länge ausgebaut, vor Allem Flußübergänge her- 
gestellt und durch Zickzackwege leicht zugänglich 
gemacht. Dieser Weg hat jetzt Anschluß an den von 
Quazige nach Masinde hergestellten Weg. 
Kamerun. 
Paü#ndestation. 
Nach telegraphischer Meldung aus Kamerun haben 
in letzter Zeit in der Nähe der Station Yaunde 
mehrtägige Kämpfe der dortigen Garnison mit auf- 
rührerischen Eingeborenen stattgefunden, in denen zwei 
Europäer der Schußtruppe, Premierlieutenant Bartsch 
und Büchsenmacher Zimmermann, verwundct, sieben 
Farbige gefallen und mehrere verwundet sind. 
Die Station Yaunde war nach Niederwerfung 
der feindlichen Bakokostämme durch die Keiserliche 
Schutztruppe im Frühjahr vorigen Jahres von einer 
Abtheilung der letzteren besetzt worden. Diese Maß- 
regel erschien nach den Berichten des Kommandeurs 
geboten, da die immer weiter nach Süden drängenden 
Wote= und hinter ihnen die islamitischen Tibati= 
stämme die Sicherheit des Landes zu gefährden 
drohten. Im vorliegenden Falle handelt es sich in- 
dessen nicht um Kriegszüge der erwähnten Stämme, 
sondern um einc aufständische Bewegung vereinzelter 
zwischen Yaunde und Lolodorf ansässiger und noch 
nicht völlig unterworfener Bakoko oder verwandter 
Stämme. Der Kommandeur der Kaiserlichen Schutz- 
truppe ist beauftragt worden, ungesäumt die geeig- 
neten militärischen Maßnahmen zur Wiederherstellung 
Premierlientenant Bartsch
        <pb n="109" />
        befindet sich in Kamerun, Büchsenmacher Zimmer- 
mann wahrscheinlich in Lolodorf, einer Station 
zwischen der Küste und Yaunde. 
Drutsch-SZüdwelkafrika. 
Waffenschmuggel. 
, Wie der Kaiserliche Landeshauptmann unter dem 
28. Tktober v. Is. aus Windhoek meldet, hat Ende 
August v. Is. ein Trupp englischer Betschnanen, 
reichlich mit Wassen und Munition versehen, die 
diesseitige Grenze bei Olifantskloof überschritten, 
augenscheinlich in der Absicht, mit den Hereros ver- 
botenen Handel zu treiben. Letzterer ist lediglich 
durch das thatkräftige Eingreifen des Distriktschefs 
von Gobabis, Lieutenants Lampe, verhütet worden. 
d aber bei dieser Gelegenheit eine Neigung zur 
VWidersetzlichkeit seitens des Hererohäuptlings Niko- 
demus zu Tage trat, so fand sich der damalige stell- 
vertretende Truppenführer Hauptmann v. Sack ver- 
anlaßt, mit 40 Reitern und einem Geschütz selbst 
nach Gobabis zu marschiren. Nikodemus, der sich 
bereits dem Lieutenant Lampe gegenüber wegen 
leiner Widersetzlichkeit entschuldigt hatte, versicherte 
auch Hauptmann v. Sack nochmals seiner Fried- 
sertigkeit. Er und seine Leute bemühten sich mit 
auerkennenswerthem Eiser, die zum Theil flüchtig 
gewordenen Betschuanen unter eigener Lebensgefahr 
wieder einzufangen, so daß die Friedensstörer mit 
ihrem ganzen Eigenthum sich jetzt sämmtlich in den 
Händen des Hauptmanus v. Sack befinden. Letßzterer 
ist angewiesen, alle Waffen und Munition zu kon- 
lisziren, die schuldigsten Betschuanen zur Bestrafung 
nach Windhock zu bringen und zur Deckung der 
boraussichtlichen Strafe eine entsprechende Anzahl 
Vieh zu beschlagnahmen. 
Nilodemus hat außerdem den mit dem Ober- 
häuptling Samucl abgeschlossenen Vertrag, betreffend 
Bestrafung bei Grenzüberschreitungen (siehe Kol. Bl. 
1895, S. 489), auch für sich als bindend anerkannt. 
Er hat in Gemäßheit der übernommenen Verpflich- 
tung vier seiner Leute als Polizisten auf die Grenz- 
liationen gestellt und zugleich gebeten, seinen Sohn 
vosea dem Hauptmann v. Sack nach Windhoek mit- 
geben zu dürfen, damit der junge Mann dort die 
deutsche Sprache erlernt. 
Die Angelegenheit mit dem Häuptling Nikodemus 
it hiermit vorläufig erledigt. Er ist indessen von 
em Kaiserlichen Landeshauptmann nicht im Unklaren 
arüber gelassen worden, daß er sofort seines Postens 
1n Häuptling enthoben werden würde, falls er von 
euem Grund zu Klagen geben sollte. 
71 
  
Rus dem Bereiche der Missiuvnen und 
der Ankisklaverei-Bewegung. 
Der Königlich preußische Minister des Innern hat 
der evangel. Missionsgesellschaft für Deutsch- 
Ostafrika die Erlaubniß ertheilt, zum Besten der Kran- 
kenpflege in Deutsch-Ostafrika eine öffentliche Ausspie- 
lung von Kunstgegenständen zu veranstalten und die 
Loose — 150000 Stück zu je 50 Pf.— im ganzen Bereiche 
der Monarchie zu vertreiben. Die Zahl der Gewinne 
beträgt 1980 im Gesammtwerthe von 5000 Mark. 
Die Ziehung der Lotterie soll am 15. Oktober d. Is. 
in der Anstalt Bethel zu Bielefeld stattfinden. 
Am 1. Januar 1896 hat Missionsinspektor 
Merensky die Herausgabe des „Missionsfreundes“ 
übernommen. Das Blatt wird von nun an in 
anderer Gestalt, in großem Format, jedesmal mit 
zwei Bildern geschmückt, erscheinen und in seinem 
Inhalt aus allen Gebieten der Mission, auch aus 
der Berliner Mission, populäre Mittheilungen bringen. 
Das Beiblatt wird wegfallen. 
Der evangelische Afrikaverein tritt jetzt in 
das vierte Jahr seines Bestehens, wie der Heraus- 
geber von „Afrika“ schreibt, mit freudiger Erwartung 
ein. Steht doch der Verein nunmehr unmittelbar 
vor der Gründung seines Erstlingswerkes. In dem 
Berichte heißt es: Eine Quadratmeile Landes ist in 
der deutsch-ostafritanischen Schweiz, in der Landschaft 
Usambara erworben worden, nach dem Urtheil Sach- 
verständiger wohl geeignet, für befreite Sklaven, 
die der Heimath verlustig gegangen sind, eine neue 
Heimath zu werden. Reich bestanden mit Wald, 
durchzogen von mancherlei Wasserläufen, hoch genug 
gelegen, daß nicht das Fieber den Aufenthalt un- 
möglich macht, scheint das Stück Erde nur darauf 
zu warten, daß es besiedelt wird. Bereits sind auch 
die Unterhandlungen zur Gewinnung eines Leiters 
der Sklavenfreistätte ihrem Abschluß nahe, so daß in 
der letzten Vorstandssitzung am 16. Dezember v. JIs. 
der einstimmige Beschluß gefaßt werden konnte, daß 
spätestens mit dem kommenden April die Anlage 
unserer Kolonie begonnen werden soll. Es liegt auf 
der Hand, daß die Ausführung unseres Werkes auf 
mancherlei Schwierigkeiten stoßen wird. Die Beob- 
achtung, daß erwachsene frei gewordene Sklaven ge- 
radezu in das alte Joch sich zurücksehnten, ja in 
dasselbe zurückkehrten, ist auf keinen Fall ermuthigend. 
Sie zwingt uns, damit zu rechnen, daß ein größerer 
oder kleinerer Prozentsatz von Erwachsenen auch in 
der Kolonie nicht bleiben, sondern sie verlassen wird. 
Und wir werden kein Mittel haben, sie daran mit 
Gewalt zu hindern, sondern werden ihnen die Freiheit 
auch nach dieser Richtung hin durchans belassen 
müssen. Indeß wenn von 100 nur 10 bei uns 
blieben — und es werden mehr sein —, so würden 
diese 10 es werth sein, daß wir ihrer uns annehmen,
        <pb n="110" />
        würden wir die Befriedigung haben, diesen 10 eine 
Heimath geschaffen zu haben. Zu einem guten Theile 
sind die Befreiten aber Kinder, so daß die Bewohner- 
schaft unserer Kolonie in ihr groß wird und sie von 
vornherein als ihre Heimath ansehen lernt. 
Nach einer Mittheilung in der Januarnummer 
der „Allgemeinen Missions-Zeitschrift“ sind in Deutsch- 
Südwestafrika 19 Stationen mit 8666 Christen, von 
denen 9 Stationen mit 5414 Christen auf Nama- 
land, 10 Stationen mit 3252 Christen auf Herero- 
land entfallen. 
Die englischen Missionsgesellschaften beabsichtigen 
eine neue Missionsdiözese für das Ugandagebiet von 
der bisherigen Diözese Ost-Aequatorialafrika ab- 
zuzweigen. 
Nach einer Veröffentlichung der Jannarnummer 
des „Church Mission Intelligencer“ sind in 
Großbritannien im Jahre 1894 für die vier auch 
in deutschen Schutzgebieten thätigen englischen pro- 
testantischen Missionsgesellschaften solgende Beträge 
gesammelt worden: 
Für die Church Missionary Socict) 264 538 
- niversities Mission to 
Central Anicc 22631 
Wesleyan Mission. Socict -99772 
Baptist Missionary Societt62 129 
Zusammen S 149 370 
Rus fremden Rolonien. 
Darakautschuk in den englischen Rolonien. 
In Ceylon und Straits-Settlements wendet man 
dem „Ceylon Observer“ zufolge gegenwärtig der 
Pflanzung von Parakautschuk besondere Aufmerksam- 
keit zu. In Ceylon wurden gegen 1000 Acres mit 
Kautschukbäumen bestellt. Nach derselben Quelle 
wurden 1893 und 1894 nicht weniger als 531.000 
Pfund Theesaat im Werthe von 329 000 Rupien 
für die Plantagen in Ceylon eingeführt. 
Verwaltungsbericht des Uiger TCoast Protektorats 
für 1894/95. 
Der kürzlich erschienene jährliche Verwaltungs- 
bericht des Niger Coast Protektorats für 1894/95 
enthält eine Reihe von Einzelberichten, denen der 
Kommissar und Generalkonsul Sir Claude Mac 
Donald jedesmal seine Bemerkungen hinzugefigt hat. 
Wir entnehmen dem interessanten Berichte Folgendes:*) 
*) Vergl. Kolonialblatt 1895, S. 83 und S. 188. 
  
Botanische Gärten in Old Calabar. 
Die wirthschaftlichen Fortschritte sind in manchen 
Beziehungen sehr zufriedenstellende. Der Versuchs- 
garten ist bedentend erweitert und beträgt jetzt gegen 
12 Acres, meist mit Nutzpflanzen bepflanzt. Auch 
die Pflanzschule ist um 2 Acres Saatbeete vergrößert. 
Ein angrenzendes Stück Land ist zum Zwecke einer 
Kaffeeplantage abgeholzt. 22 Acres davon sind mit 
Stacheldraht umzäunt, worin sich jetzt etwa 2100 
Kaffeebäumchen befinden. Die Pflanzen sind im 
April 1893 aus Samen gezogen, waren bei Ab- 
fassung des Berichtes 27 Monate alt und haben 
schon durchschnittlich eine Höhe von über 6 Fuß 
erreicht. Die Verwaltung verspricht sich von dieser 
vorzüglichen Anlage großen Erfolg auf die Ein- 
geborenen. Sie hofft, daß diese durch die eigene 
Anschauung des guten Standes die Ueberzeugung 
von dem Nutzen derartiger Anlagen gewinnen und 
sich zur Nachahmung bereit finden lassen werden. 
Der Verwalter der Gärten, Mr. Billington, hat 
eine leicht faßliche Broschüre über die rationellste 
Methode des Kaffeebaues daselbst verfaßt; dicselbe 
ist in Englisch und Esik, der dortigen Sprache der 
Eingeborenen, gedruckt und in vielen Exemplaren 
unter den Häuptlingen vertheilt. Um die Eingebo- 
renen zur praktischen Anwendung dieser Methode 
anzuhalten, haben diejenigen, die den Grund und 
Boden für diese Kultur genügend gesäubert und 
bearbeitet haben, eine Anzahl Kaffeepflanzen umsonst 
geliefert erhalten, dazu noch am Ende jedes Jahres 
eine kleine Belohnung in Geld, die bemessen wurde 
nach der in der Pflanzung vorgefundenen Anzahl 
von gesunden Bäumen. Wenn die Bäume anfangen 
zu tragen, gehen sie in das Eigenthum der Betreffen- 
den über, und weitere Zahlungen hören auf. Eine 
große Anzahl von Häuptlingen hat sich bereits um 
Erlangung von Kaffeepflanzen bemüht. 
Für diese Anlage sind allein jährlich 1000 Pfd. 
Sterl. vom Protektorate aufgewandt. Die Einführung 
englischer Gräser ist gänzlich mißlungen, ebenso die 
englischer Gemüse. Sehr gut kommen dagegen fort 
Thee, Zimmet und Gummi. Von Letterem sind gegen 
1000 Pflanzen aus Samen gezogen, ebenfalls mit 
dem Zwecke, die Kultur desselben bei den Eingeborenen 
einzubürgern. Besonders gut sind englische Ananas 
eingeschlagen. Von den ursprünglichen Pflanzen haben 
ungefähr 300 Wurzeltriebe neue Pflanzen gegeben. 
Eine Frucht davon hat eine Höhe von 12 Zoll 
(1 Zoll = 0,025 m) = 30 cm und einen Umfang von 
23 Zoll (57 ½/ cm) gehabt. Gewiß eine stattliche 
Größe! Ein Obstgarten von 10 Acres ist angelegt 
mit etwa 500 Tropenfruchtbäumen verschiedenster 
Sorten, z. B. Orangen, Limonen, Bananen u. s. w. 
Im Ganzen enthalten die Gärten bis jetzt gegen 
300 verschiedene Sorten Pflanzen, darunter auch 
Mahagoni, Eukalyptus, Teak, Agave.
        <pb n="111" />
        Die Truppe 
besleht aus 16 Offizieren und 450 Mann. Sie re- 
krutirt sich aus dem Yorubaslamm. Die Leute sind 
Mohammedaner (Sekte) und werden als außer- 
ordentlich sauber, aufgeweckt und nüchtern bezeichnet. 
Besonders in letzterer Beziehung sind sie nach dem 
Bericht zuverlässiger, als englische Soldaten es unter 
gleichen Umständen sein würden! Diese mangelnde 
Truntsucht wird ausdrücklich hervorgehoben, weil 
diese Gegend (hinter Lagos) angeblich „lloodle# witm 
Lin seil 
M Die Truppe ist ausgerüstet mit dem Heury 
artini-Karabiner, vier zweieinhalb Zoll-Kanonen, 
zwei Maximgeschützen. Im letzten Jahre sind noch 
dazu gekommen vier Gebirgsgeschütze und zwei Maxims. 
*s sind verschiedenc kleinere und zwei gröszere Expe- 
ditionen unternommen, angeblich meistens um Men- 
chenopfer und innere Unruhen zu unterdrücken. In 
käug auf die Verhinderung von Menschenopfern 
und die Tödtung von Zwillingen soll die Anwesen- 
heit der Truppe gute Dienste geleistet haben. 
Als besonders kostspielig werden die militärischen 
Außenposten gekennzcichnet. 
Sanitätswesen. 
Europäische Bevölkerung 214, gestorben 16 
Sterblichkeitszisser 7,47 Prozent. Vorhanden sind 
13 Aerzte, deren Gehälter zwischen 350 bis 500 Pfd. 
Der Senior Medical Officer be- 
kommt 1000 Pfd. Sterl. Außerdem haben die Aerzte 
Sterl. varüren. 
Privatpraxis. So zahlt z. B. die African Association 
jährlich 200 Pfd. Sterl. für ärztliche Bemühungen 
imie der sieben Distrikte, in denen sie Faktoreien 
at. 
Monate Urlaub mit freier Heim= und Rückreise 
gewährt. 
Anfang des Jahres ist in Old Calabar ein 
Vodernees europäisches Krankenhaus eröffnet, mit 
Zetten für zwölf Patienten, unter Aufsicht von zwei 
Schwestern. 
In den meisten Distrikten sind Friedhöfe ein- 
gerichtet, die unter der Aufsicht der Medizinalbeamten 
ihen und auch die Eingeborenen sollen sich schon 
ansta 
Das Protektorat besitzt eine Yacht „Joy“, von 
crr sich der Bericht auch im sanitären Interesse der 
Curoper Vortheile verspricht, insofern manchem 
Kranken Gelegenheit geboten wird, wenigstens einige 
zeit sich in der Seeluft zu erholen, entfernt von 
em „Gist der Malaria auf den Flüssen“. 
Ei Zum Schluß wird in dem Bericht der Bau einer 
dutenbahn aufs nachdrücklichste befürwortet und als 
urchaus nothwendig dargestellt. 
73 
Nach zwölf Monaten Anwesenheit werden sechs 
daran gewöhnt haben, ihre Todten zu beerdigen, 
tt sie in den Fluß oder den Busch zu werfen. 
Im Dawai#= Archipel, 
wo bisher die Zuckerrohrkultur die Hauptrolle spielt, 
beginnt man in den letzten Jahren Kaffee in grö- 
perem Umfange anzupflanzen. 1892 waren etwa 
1325 Acres mit Kaffee bebaut, 1895 schon 2500. 
Man rechnet auf rasches Fortschreiten dieser Kultur. 
Bei 800 Bäumen auf dem Acre veranschlagt man 
den jährlichen Kaffecertrag von 20 000 Acres auf 
16 Millionen Pfund, das heißt, bei einem Preis von 
15 Cents für das Pfund, auf 2 400 000 Dollars. 
20 000 Aeres Kaffeepflanzungen würden angeblich 
gegen 20 000 Personen ein hinreichendes Aus- 
lommen gewähren. 
Verlschiedene Mittheilungen. 
Frauenverein für Krankenpflege in den Rolonien. 
Dem deutschen Frauenverein für Krankenpflege 
in den Kolonien sind die Rechte einer juristischen 
Person verliehen worden. 
Einige Erfahrungen mit militärischen Ausrüstungs- 
gegenständen in Centralafrika.") 
Von G. A. Graf v. Götzen, Premierlientenant im 2. Garde- 
Ulanen-Regiment, kommandirt zur Kriegsalademie. 
Nachdem durch Veröffentlichung eines Reise- 
werkes**) über meine vom Dezember 1893 bis 
November 1894 von Pangani in Deutsch-Ostafrika 
bis zur Kongomündung ausgeführte „Durchqucrung“ 
Centralafrikas die Ergebnisse und Begebenheiten dieses 
privaten Unternehmens einem weiteren Leserkreise zu- 
gänglich gemacht worden sind, möchte ich hier mit 
wenigen Worten auf einige mir werthvoll erscheinende 
Erfahrungen, die ich mit Ausrüstungsgegenständen 
militärischer Art machen konnte, eingehen. Ich habe 
dabei nur solche Dinge im Auge, die nicht gerade 
für das tropische Afrika charakteristisch sind, sondern 
solche, die auch in unseren europäischen Ländern zur 
Anwendung gelangen, auch beabsichtige ich hier keines- 
wegs, Vorschläge über Ausrüstungen zu militärischen, 
wissenschaftlichen oder jagdlichen Expeditionen im All- 
gemeinen zu machen, vielmehr sollen die folgenden 
Zeilen nur eine kurze Darstellung beachtenswerther 
Eigenschaften von solchen Gegenständen enthalten, mit 
deren Verwendung sich die deutsche Armee auf euro- 
päischem Boden zu beschäftigen hat, oder zu beschäf- 
tigen haben wird. 
Die außerordentlichen Strapazen der in Rede 
stehenden Reise, das Klima, die tropische Witterung 
und schlechteste Behandlung aller Sachen durch die 
*) Aus dem Militär-Wochenblatt 1896 Nr. 6. 
*) „Durch Afrika von Ost nach West“ von G. A. Graf 
v. Götzen. Berlin 1896. Verlag von Dietrich Reimer.
        <pb n="112" />
        Hände halbwilder Schwarzer scheinen mir den Werth 
dieser nicht nur im „friedlichen Manöver“ gemachten 
Erfahrungen zu erhöhen. 
1. Das kurze Seitengewehr. 
Obwohl ich nicht von vornherein die feste Ab- 
sicht hatte, die Grenze der deutsch ostafrikanischen 
Interessensphäre zu überschreiten und so den großen 
centralafrikanischen Urwald im Kongostaat zu be- 
treten, so war diese Möglichkeit doch ins Auge gefaßt 
Es war deshalb erforderlich, besonderen 
worden. 
Werth auf Beschaffung eines brauchbaren Instruments 
zum Durchhauen von Holzbeständen zu legen. Der 
Afrikareisende Dr. F. Stuhlmann, der letzte euro- 
päische Begleiter Emin Paschas, hatte mir die Mit- 
nahme möglichst kurzer Seitengewehre empfohlen. 
In seinem großen Reisewerk schreibt er überdies: 
,Unsere kurzen Militär= Seitengewehrc erwiesen sich 
als vorzüglich geeignet; sie sind darum den Leuten 
fast unersetzlich, zumal sie an Dauerhaftigkeit alle 
Messer und Aexte übertreffen; die langen Seiten- 
gewehre werden sehr ungern getragen.“ Infolgedessen 
hatten meine Askaris (Soldaten) kurze Seiten- 
gewehre von 37 cm Gesammtlänge erhalten, die ich 
mir durch Vermittelung des Königlichen Kriegs- 
ministeriums aus den in Spandau lagernden Bestän- 
den beschafft hatte; es war somit die gleiche Wasffe, 
die vor einigen Jahren in der deutschen Armee ein- 
geführt war, nach kurzer Zeit aber wieder abgeschafft 
wurde. 
Nach einem Marsch von 9 Monaten, von denen 
2½ unnnterbrochen in geschlossenem Urwald zurück- 
gelegt wurden, fand sich Dr. Stuhlmanns Ansicht 
vollauf bestätigt. Die Seitengewehre waren bis auf 
eines, das durch Schlagen auf Fels zersprang, völlig 
intakt und wiesen keinerlei Scharten auf. Ich habe 
mehrere Dutzeend Brücken lediglich mit Hülfe dieser 
kurzen Messer herstellen lassen und gefunden, daß die 
Leute Bäume von 40 bis 50 cm Durchmesser rascher 
durchschlugen als mit Beilen. Mit den drei bei der 
Karawane mitgeführten längeren Seitengewehren 
vermochten die Leute (Schwarze) gar nicht zu arbeiten. 
Die Härte der bearbeiteten Holzarten war verschieden- 
artig. Daß die Seitengewehre beim Schlachten, 
Graben von Kochlöchern u. s. w. gute Dienste leisteten, 
bedarf kaum der Erwähnung. 
2. Beilpicken und Spaten. 
Das Modell war das gleiche wie das in der 
Armee eingeführte. Während die Stiele der Beil- 
picken im der Mehrzahl abbrachen und deren Schneiden 
bei der oft großen und in Europa ungekannten Härte 
des Holzes starke Scharten aufwiesen, bewährten sich 
die Spaten in jeder Hinsicht auf das Beste. 
3. Braune Manunschaftszelte. 
Dieselben waren mir auf Befehl des Königlichen 
Kriegsministeriums überwiesen worden. Sie fanden 
bei etva 300 Biwaks innerhalb eines Jahres Ver- 
  
74 — 
wendung. Nach zwei Drittel dieser Zeit waren sie 
noch- völlig intakt, wiesen jedoch nach Schluß der 
ganzen Reise vielfache Schäden, meist Brandstellen, 
auf. Die Haltbarkeit des Stoffes konnte als eine 
ganz vorzügliche bezeichnet werden, wenn man 
berücksichtigt, 
a) daß zwei Regenzeiten und so schlechte Witte- 
rungsverhältnisse durchzumachen waren, wie sie 
unsere gemäßigten Klimate nicht kennen, 
ß) daß auf ein sorgsames Zusammenfalten oder Rollen 
der Zelttücher sowie auf ein Reinigen derselben 
von Sand und Schmut niemals Werth gelegt 
wurde, 
JP0) daß die Weiber der Soldaten vielfach auf dem 
Marsch Lebensmittel und Kochgeräthe mit scharfen 
Kanten in den Zelttüchern zu transportiren 
pflegten. 
Erfahrungen mit den Zeltstöcken und Pflöcken sind 
nicht zu verzeichnen, da diese Gegenstände in den 
ersten Marschtagen verschwanden und täglich durch 
Holzstücke aus dem Busch ersetzt werden konnten. 
4. Karabiner J1/88 mit Militärpatrone 
(Ganzmantelgeschoß). 
Die Expedition führte nur vier Karabiner mit. 
Im Gesecht sind dieselben niemals zur Verwendung 
gekommen. Auf einen Gebrauch derselben zur Jagd 
verzichtete ich nach dem folgenden Erlebniß: 
Ich feuerte zweimal auf eine ganz junge Gazelle 
auf nur 20 bis 30 Schritt anscheinend ohne jeden 
Erfolg. Das Thierchen blieb ruhig stehen und äugte 
mich au. Erst als ein Schwarzer sich ihm näherte, 
um es mit den Händen zu greifen, machte es einen 
Sprung und stürzte zusammen. Es wurde festgestellt, 
daß ein Schuß die Lunge getroffen hatte, der andere 
dicht unter der Wirbelsäule hindurchgegangen war. 
Die Schlachtochsen wurden vielfach von uns durch 
Gehiruschuß getödtet. Es fand sich, daß bei Blatt- 
schuß auf 20 Schritt das Rind noch oft 5 bis 
10 Minuten ruhig weiter graste. 
5. Gewehr M/71. 
Die Erfahrungen mit dieser Waffe können nur 
historisches Interesse beanspruchen. Fast alle „Afri- 
kaner“ werden mit mir darin übereinstimmen, daß 
es keine besserc Waffe in den Händen von schwarzen 
Truppen giebt. Auf die Gründe gehe ich hier nicht 
ein und beschränke mich auf Erwähnung der That- 
sache, daß die Gewehre meiner Soldaten nach Been- 
digung der Reise in einem so guten Zustande waren, 
daß mir von Seiten kongostaatlicher Beamten der 
dreifache Preis geboten wurde, als ich seinerzeit für 
dieselben entrichtet hatte. 
6. Faltboot. 
Die Expedition führte ein kleines, zwei Personen 
fassendes Faltboot mit, das von der Firma Baswißtz, 
Berlin, Holzmarktstr. 2, geliefert war. Dasselbe konnte 
auf dem Kopfe eines einzigen Mannes bis fast in
        <pb n="113" />
        * 
½ 
7 
die Mitte des afrikanischen Kontinents geschleppt 
werden. Die geringe Schwere wird dadurch erzielt, 
daß die Seitenwände aus zwei langen mit Renthier= 
haaren gefüllten Wulsten aus wasserdichter Segellein- 
wand besichen. Der Boden besteht gleichfalls nur 
aus Segelleinwand mit einer Holzrippe zur Erhöhung 
der Stabilität. Die Tragfähigkeit dieser Haarfüllung 
ist um ein Vielsaches größer als die von Kork. 
Nachdem das Boot mehrmals zu kleineren Fahrten 
auf den centralafrikanischen Seen Verwendung ge- 
sunden, wurde es beim Schleppen durch den Urwald, 
wahrscheinlich insolge von Dornen, schadhaft. Der 
Umstand, daß die Wulste, nachdem sie herausgeschnitten 
worden waren, zur Erhöhung der Tragfähigkeit eines 
Floßes vorzügliche Dienste leisteten, läßt mich glau- 
en, daß die großen Kissen mit Haarfüllung, welche 
von der genannten Firma geliefert werden, zur Her- 
siellung von Uebersetzmaschinen außerordentlich geeignet 
sein würden. Das Verhältniß von eigener Schwere 
zur Tragfähigkcit ist ein so günstiges, wie es sonst 
wohl nicht erzielt worden ist. 
Antwerpener Elfenbeinmarkt. 
Nach Mittheilungen der belgischen „Scmaine 
industrielle“ war der Zustand des Antwerpener 
Elsenbeinmarktes in den letzten Jahren folgender: 
Einfuhr Verkauf Durchschnitts- 
kg kg preis Frcs. 
1888. 6400 6 400 24,00 
1889 46 600 46 600 25,24 
1890 77500 77 500 25,51 
1891. 59500 59 500 20,02 
1892 118 000 118 000 18,43 
1893 224 000 224 000 16,00 
1894 264 500 186 000 15,05 
1895 362 000 274 000 16,40 
  
Erfolge 
liegen. 
Sahl der Auswanderer über Marseille. 
Die Zahl der Auswanderer, welche 1895 den 
Hafen von Marseille verlassen haben, betrug nach 
der amtlichen Statistik 30 574, das heißt 10 261 
mehr als 1894. Hiervon waren etwa 1.1.000 Ita- 
liener, gegen 3000 Oesterreicher und nur 523 Fran- 
zousen. 14 000 Auswanderer haben sich nach Bra- 
silien eingeschifft, 5000 nach den Vereinigten Staaten, 
2300 nach Argentinien. 
— — 
    
VVVVVYVVVT YTVYYTYT WT7T7TV 77 WNwNFN 
Tikterarische Besprechungen. 
G. A. Graf v. Götzen: Durch Afrika von Ost 
nach West. Resultate und Begebenheiten einer 
Reise von der deutsch-ostafrikanischen Küste bis 
zur Kongomündung in den Jahren 1893/94. 
Mit zahlreichen Originalillustrationen von W. 
Kuhnert und Sütterlin und zwei großen Kar- 
ten von Richard Kiepert nach den Original-= 
aufnahmen des Verassers. Berlin 1895. 
Dietrich Reimer. 
Zu den zahlreichen mustergültigen Afrika- 
verössentlichungen des D. Reimerschen Verlages 
gesellt sich hier ein weiteres, nach Inhalt und Aus- 
stattung gleich ausgezeichnetes Werk. Der Verfasser, 
welcher als Lientenant im 2. Garde-Ulanen-Regiment 
dient, schildert darin seine Erlebnisse und Beobach= 
tungen auf der großen Reise, die er in Begleitung 
des Assessors v. Prittwitz und des Arztes Dr. 
Kersting quer durch Afrika ausgeführt hat. Graf 
Göten war, als er im Jahre 1893 von der deut- 
schen Küste zum Victoria-Nyanza aufbrach, kein 
Neuling in Ostafrika. Er hatte bereits in früheren 
Jahren dort eine kleinere Reise ausgeführt und Land 
und Leute kennen gelernt. Diesen seinen Erfahrungen 
ist es wohl in erster Linie zuzuschreiben gewesen, 
daß die Expedition fast ohne Schwierigkeiten durch 
das Bergland Uassi, Uduhe, Uschirombo nach der 
deutschen Station Mwansa am Victoriasee gelangte. 
Von hier durchzogen die Neisenden die wenig be- 
kannte Landschaft Ruanda, von der noch vor wenigen 
Jahren übertriebene Schilderungen umliefen, bestiegen 
den Vulkau Kirunga, besuchten den schönen Kivusee 
und wandten sich von hier durch den großen Kongo- 
wald zum Kongov. Die Eindrücke, welche Stanley 
von dem innerafrikanischen Urwalde nach seinen 
Schilderungen gehabt hat, wurden von den Reisenden 
nicht getheilt. Der englische Reisende scheint die 
Ausdehnung dieses Waldgebietes jedensalls überschätzt 
zu haben. Auf dem Kongo selbst wurde die Fahrt 
zur westafrikanischen Küste angetreten. Die Schil- 
derungen dieses Theils der Reise verdienen ein 
besonderes Interesse, weil darin die Beobachtungen 
eines unabhängigen Reisenden über die gesammten 
und Arbeiten des Kongostaates vor- 
Der Verfasser ist allerdings in seinen 
Urtheilen in diesem Abschnitte seines Buches ebenso 
vorsichtig und zurückhaltend wie in seiner Schilderung 
des Missions-, Sklavenwesens und dergleichen. Er 
beschränkt sich meist auf die knappe Mittheilung des 
von ihm selbst Gesehenen und vermeidet die Wieder- 
gabe nicht genau zu prüfender Gerüchte und Er- 
zählungen. 
Rochus Schmidt: Deutschlands koloniale Helden 
und Pioniere der Kultur im schwarzen Kontinent. 
I. Band. Mit sechs Porträts. Braunschweig 1896. 
A. Limbach. 
Der vorliegende Band enthält die volksthümlich 
gehaltenen Schilderungen des Lebens und Wirkens 
der deutschen Reisenden: Heinrich Barth, Carl 
v. d. Decken, Theodor v. Heuglin, Gerhard Rohlfs 
und Georg Schweinfurth. Außer den Bildern 
dieser Männer bietet der durch seine Thätigkeit als 
Wissmannscher Offizier und Verfasser verschiedener
        <pb n="114" />
        Afrikawerke bekannte und an dieser Stelle öfter ge- 
naunte Verfasser als Beilage auch ein Porträt des 
um Ostafrika hochverdienten Missionars Krapf. 
Das Buch ist geeignet, weiteren Kreisen ein leben- 
diges Bild vom Wirken der behandelten Persönlich- 
keiten zu gewähren. 
Das erste Heft des zweiten Jahrganges der 
„Zeitschrift für afrilanische und oceanische Sprachen“, 
Berlin 1896, D. Reimer, enthält unter anderen 
Beiträgen eine Sammlung von Sagen der Wa-Pomos 
in Ostafrika vom Missionar Böcking, eine Gram- 
matik des Pokomo vom Missionar Würtz und einen 
Pokomobrief. Vom verstorbenen Missionar J. G. 
Christaller stammt die Sammlung der Sprüch- 
wörter der Tshwineger. A. Seidel giebt Beiträge 
zur Kenntniß des Ki-Kami in Deutsch-Ostafrika, 
Alice Werner: Sprüchwörter der Nyassaleute. 
Das Archiv für wissenschaftliche und praktische 
Thierheilkunde, XXII. Heft 1 und 2, enthält 
die Fortsetzung der an dieser Stelle im Vorjahre 
S. 555 bereits angezeigten Arbeit des Marinestabs- 
arztes a. D. Dr. Sander über 
Epizootien. 
Paul Standinger: Die algerisch-tunesischen Schotts 
und die Frage der Bewässerung der Depressionen 
nach einer Arbeit von P. Vuillot. Separat- 
abdruck aus der Leipziger geographischen Zeitschrift, 
herausgegeben von A. Hettner. 1895. 
76 
südafrikanische 
Baron Ferd. v. Mueller: Select extra-tropical 
blants readily eligible for industrial ulenme 
or naturalisation with indications ol their 
native countries and some ol their usecs. 
IX edition reviscd and enlarged. Melbourne 
1895. R. S. Brain. 
Der bekannte Leiter des botanischen Gartens in 
Melbourne hat sein für den Mann der Wissenschaft 
wie den Praktiker gleich werthvolles und anerkanntes 
Werk nun schon in neunter Auflage erscheinen lassen. 
Auch jetzt noch ist Baron Mueller bestrebt, das 
Buch noch weiter zu vervollkommnen. Er bittet am 
Schlusse alle Leser, ihm ctwaige eigene Beobachtungen 
und Zusätze für eine fernere Auflage zuzusenden, um 
recht bald ein unbedingt vollständiges und zuver- 
lässiges Handbuch der Welt liefern zu können. 
Pierre Orban: De droit Huvial international. 
Paris 1896. A. Rousscau. 
Die Fragen des Rechts der Flußschifffahrt, welche 
in unseren Tagen anläßlich des Niger und Kongo 
häufig immer aufs Neuc erörtert werden, haben in 
der hier vorliegenden Arbeit eine neue Darstellung 
gesunden. Der Verfasser schildert die Entwickelung 
der Flußschifffahrtsverhältnisse vom fernen Alterthum 
an. Schr eingehend behandelt er die Regelung 
dieser Fragen auf dem Wiener Kongresse, dann die 
Ordnung der Donauschifffahrt und endlich die Kongo- 
und Nigerfrage. Daran schließt sich die Darstellung 
der Verhältnisse auf den mehreren Staaten gehören- 
den Binnenseen, den Schluß des Bandes füllt eine 
Erörterung der allgemeinen Grundsätze des Rechtes 
der Flüsse. 
  
Schiffsbewegungen. 
(Die Zeit vor dem Orte bedeutet die Ankunft, hinter dem Orte die Abfahrt des Schiffes.) 
(Poststation: Sansibar.) 
(Poststation: Hongkong.) 
„Falke“ 29/7. Apia 10/11. — Rundreise. — Jaluit 16/12. —. Neu-Guinca. 
(Poststation: 
ermessungsschiff „Möwe“ 8/9. Matupi 30/9. — 2/10. Neu-Guinea (Ikore-Fluß) 7/10. — 
8/10. Neu-Pommern (Möwe-Hafen) 11/10. — 14/10. Matupi 20/10. — 21/10. Nusa 25,/10. 
— 27/10. Matupi 6/11. — 8/11. Friedrich Wilhelmshafen 13/11. — 14/11. Neu-Pommern 
(Poststation: Matupi.) 
(Poststation: Natal.) 
S. M. S. „Bussard“ 5/11. Apia. (Poststation: Hofpostamt.) 
S. M. S. „Condor"“ 13/12. Sansibar. 
S. M. S. „Cormoran“ 30/11. Shanghai. 
S. M. S 
Hofpostamt.) 
S. M. S. „Hyäne“ 30/12. Kamerun. (Poststation: Kamerun.) 
S. M. V 
(Nordküste) 15/11. — 16/11. Herbertshöhe. 
S. M. S. „Seeadler“ 23/12. Lourenco Marqucs. 
S. M. S. „Sperber“ 9/10. Kamerun. (Poststation: Kapstadt.)
        <pb n="115" />
        77 
Verkehrs-Nachrichten. 
Postdampfschiffverbindungen nach den deutschen Schutzgebieten. 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
de Abfahrt erfolgt Ausschissungshafen. Briefe müssen aus 
Nach vom auer Berlin spätestens 
scimcs 6 an folgenden Tagen der Ueberfahrt abgesandt werden 
Nea an ä112, ör. 11. März) Dar-zes-Saläm 
Ü ann Säte 1 Ve 21 Tage ! 1 28. Februar, 
. Brind a * n Sansibar 21 T 
1. Deutsch- Oslafrita. - % am * si age lär aids. 
arseill am 10 jedes Mts. Sansibar 18 Tage am 8. jedes Monats 
iiess "4L0 ums 9% abd 
Sauthamtan, am 22. Fobr 28. März] Walsischbai 30 Tage am 21. Febr., 27. März 
2. Deutsch-Lüdweslafrika. . (englische Schisfe * IlIn oms. 
mburg am R Wien Swakopmund 30 Tage am 31. März 
(bentsches Schiff ) nachts — 720 abds. 
Hamburg am 10. jedes Monats Kamerun 24 Tage am 10. jedes Monats 
3. Namerun (deutsche Schiste) nachts 20 abds. 
" I iverpoo am 19. Febr., 18. März' Kamerun 22 Tage am 17. Febr., 16. März 
— (englische Schiffe, ms. 
am 10. jedes Mts. nachts Klei po 20 Tage 
4. Togo- Gebiet, am 20.jedes mts. = Lome 31 Tage am 10., 20. und Letzten 
(Fvon Accra bez. Quittah * Lot " en tlei 38 ge ied. Vits. 720 abds. 
millel 8 am Legzten jed. Mts.- lein- od. Accra" 
unde sissseta ome am 26. Februar, Quitta oder Klein= am 10., 24. Februar, 
sns A 11., 25. Mär Popo 35 Tage ., 23. März 15 nnis. 
am 11. März, 6. Mai Friedrich Wilhelms-- lem 9., 13. März, 
d. Deulsch-Ueu-Guinea. r- —- abds. hafen 45 Tage 4., 8. Mai 
Brindisie am 44. Mä, 10. Mai 41 Tage "1 10 abos. 
t l » , 
- am 7“ 10. Mai Jaluit etwa 60 Tage am 13. März, 8. Mai 
6. Marshall. Inseln. Gusder lelen abds. 10 abds. 
Eintreffen der Bost aus den deutschen Schutzgebieten. 
ꝛ Landungs. Die Post ist sauie — Landungs- Die Post ist fällig 
Von hafen in Berlion“ g Von hafen in Verlin 
Neapel . am 7.JFebr.,6. März « 
Dkllklchstlafvika.. Brindisi. .. am 26. Feb., 24. März Togogebiit Hamburg am 10.3 und 25.* 
. Marseille . am 22. Feb., 2. April W jedes Monats 
Deutsch--üdwestasritas Plymouth . am 11. Feb., 17. März: Deutsch-Neu-Guinea. Neapel. am 6. März, 2.Mai 
Hamburg am 25.7jed. Monato * "% 
Kamernn Lwerpool am 27. Februar Marshall-Insjeln . .. Marseille .. am 22. Feb., 18. April 
25. März 
  
* Fälligkeitotage für die mit deutschen Schiffen eintressenden Posten. 
Schistsbewegungen der Deutschen Oltafrita Linie (Hamburg—Ostafrika). 
  
  
Reichspostdampfer 
Reise 
Letze. Nachrichten 
bis 28. 
  
  
Januar 1896 
  
von nach 
„Kaiser“. Hamburg 
anzler#.. zur nd 8 anbirger Hafen. 
„ hundesrath“ . Hamburg 
* eichstag“. zur 6nrr o „r Hafen. 
„Admiral“. Durban 
„Genera]. . *7 Duro 
am 16. 
am 25. 
24. 
20. 
am 
am 
Januar 
Januar 
Januar 
Januar 
ab 
ab 
ab 
an 
Durban. 
Aden. 
Sucz. 
Mozambique.
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        78 
  
  
  
  
Schiffsbewegungen der Woermann-Linie, Gesellschaft m. b. H. 
Postdampfer Reise Letzte Nachrichten 
von nach bis 28. Januar 1896 
„Aline Woermann“ . Ponta Negra Hamburg 20. Januar in Lagos. 
„Anna Woermann“ . Kap Palmas I Hamburg 28. Januar Dover passirt. 
„Carl Woermann“ Hamburg Kotonon 24. Januar Ushant rafstr4 
„Eduard Bohlen“ Congo Hamburg 22. Januar in Arc 
„Ella Woermann“ Hamburg Kap Palmas 25. Januar in 2%% Pamas. 
„Erna Woermann“ Hamburg Kap Palmas 13. Januar in Hierra. Leone. 
„Gertrud Woermann“ Hamburg Ponta Negra 21. Januar in Made 
„Gretchen Bohlen“. Kotonon Hamburg 12. Januar in Nerte 
„Hedwig Woermann“ Hamburg Kotonon 19. Januar in Accra. 
Jeammete Woermann“. Loanda Hamburg 14. Januar in Accra. 
Kurt Woermann“ Hamburg Loanda 25. Januar in Aecra. 
„Lulu Bohlen“ . Hamburg Ponta Negra 10. Februar ab Hamburg. 
„Marie Woermann“. Hamburg Ponta Negra 214. Januar in Gabun. 
eih Vohlen“ . Hamburg Lüderitzbucht 31. Januar ab Hamburg. 
Professor Woermann“ . Kap Palmas Hamburg 27. Januar in Hamburg. 
„Thekla Bohlen“ . Lüderitzbucht Hamburg 28. Januar in Benguella. 
  
Dieser Nummer liegt ein Prospelt von F. A. Brockhaus in Leipzig über das sensationelle Werk: 
Feuer und Schwert im Sudau von Slatin Pascha bei, welchen wir gütigst zu beachten bitten. 
  
S.—. Worke der deutschen und ausländischen Litteratur. 
  
——————— 
Relse. TLitter atur. 
        
— — 
Die brangelischen Mrisstonen. 
Illustr. Familienblatt. Herausg. von 
Jnl. Richter. I. Jahr. .1895. Monatl. 
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sundheitsbücher. die bis jetzt existir. 
Verlag von Ed. Kummer in Leipzig. 
  
MKriegsgedensibiteli aus d. Kladde- 
rudatseh. Ernst u. Humor aus dem 
Jahre 1870, 71. Vers u. lrosa von d. 
hekannten Kludderadatschgelehrt en 
J. Projun u. .I. Lohmeyer. Gel v. 4 
Verl. von C. T. Wiskott in Hreslan. 
Deutsche #. Murittr- Leitun 
(Truger). I18. raner (01“ 
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krieg in den nordamerikanischen 
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lein gebd. 10 Alk. Dus neucste Werk 
über England: „Ein Werk von streng- 
ster Wahrheitsliche u.geninl. Schreib- 
weise“ (Kritik v. Schuldirektor Sell- 
mann, Breslan). „Einc Kulturstudiec 
v. enormem Wertes (Berl. Börsenztg.). 
Verl. v. Liobbing &amp; Büchle, Stuttgart. 
In der F’nprltdoen - Scackt. 
Kulturbilder a#- d. heutigen England. 
Von Gustaf F.Stesten. Testausgabe 
(ohne Illustr.) des Werkes „Aus dem 
modernen Englund“. Umlang. 390 S. 
CGeh. 2 Alk., gebd. 3 Ak. „Ein vor- 
trellliches Buchs (Grenshoten). „Ein 
nusgezeichnetes Werk= (Nordd. Aug. 
tg. . „Stessens Werk ist ein Spiegel 
des gesammten engl. Lebens, wie er 
in solcher Klarheit dem engl. Volke 
noch nicht vorgehalten worden ist“" 
Dresd. Nuchrichten). (88*) 
Verl. v. Hobbing &amp; Büchle, Stuttgart. 
IIindorf, Dr. It., Der lundwirth- 
schustliche Werth und die Besie- 
delungslühigkeit Deutsch-Südwest- 
alrikus. Zueite Ausl. -K 1.80. 
Verlag von E. S. Mittler &amp; Sohn. 
Berlin ISW#. 
Jurlkrenborse, C., Eldoradolahrer. 
Eine dentsche Koloninlgeschichte 
aus vergungener Zeit. Verlag von 
F. A. Brockhaus, Leipzig. W 2.50.
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        S 
5 
2 
s*r *W“ W rt 
T) 
As litterarisiche Geschenke eigenster Art empfehlen wir die in allen Buchhandlungen 
vorräthigen Werke unseres Verlages: 
Bismarck-Album des Kladderadatsch 
1849 —1890. — 
-26,Anfkqgk·zyiitschichnungenvonWilspScholzund-LfaksimilirtenVriefcndeöAltreichskanzlch 8 
Groß= Qnartformat, 24 Bogen. Eleg. kart. Mk. 6, -. Fein geb. Mk. 9,—. ; 
Das Erscheinen der 26. Auflage dieses einzig in seiner Art dastehenden Werkes spricht wohl am 
besten für den hohen Werth des Buches und für die Beliebtheit, die es sich in weiten Kreisen des deutschen 
Volkes errungen hat. 
Bismarck-Gedichte des Kladderadatsch 
1862—1894. 
Mit Erläuterungen herausgegeben von Dr. Horst Kohl. Mit vielen Illustrationen aus dem Kladderadatsch 
von Wilhelm Scholz und Gustav Brandt. » 
Oktapformat, 25 Bog. Preis in Liebhaber-Einband geb. Mk. 10,—. In Leinw. geb. Mk. 4,—. Kart. Mk. 3,—. 
Diese Sammlung der besten Bismarck-Gedichte aus dem Kladderadatsch bildet eine Ergänzung zum 9## 
Bismarck-Album des Kladderadatsch. Aber auch für Jeden, dem das letztere noch fremd ist, werden diese . 
Gedichte als ein in sich abgeschlossenes Ganzes eine Quelle reichster Unterhaltung und Belehrung sein, indem 3 
sie jeneo große Stück deutscher Geschichte, das die Aera Bismarck gezeitigt hat, dem Leser in eigenartigster 
Weise vor Augen führen. . 
Bismarckiade fürs deutsche Volk 
Ein humoristisches Heldengedicht in 10 Gesängen von Rudolph Gence, mit vielen Illustrationen. 
  
     
Preis eleg. gebunden Mk. 3,.—. In farbigem Umschlag brosch. Mk. 2,—. * 
Es ist ein Volksbuch eigenster Art, diese „Bismarmiade“, ein Dumorikfisches Beldengedicht. 
in 10 Gesängen, wie es origineller nicht gefunden werden kann, ein „Sybel“ in Knittelversen, in welchen 
Humor und Ennst in gelungenster Weise wechseln. Das Büchlein ist für die weitesten Kreise unseres Volkes à 
&amp; geschrieben und soll in populärer Form ein frischheiteres Bild entrollen der Thaten Bismarcks und seineto 5 
Lebens vom Beginn seiner ministeriellen Thätigkeit bis zu ihrem Ende. Es soll dem Volke ins Gedächtniß «- 
-:;zurückkaeralledicdurchVismarckgMithülfcgewonnenenvaterländqchenErrungenschaftennndivill dazqu 
beitragen,sicdemGedächtnißderAllgemeinheitdauerndznekhalten· 
9 . 25 
Kriegsnummern des Kladderadatsch 
1870 —1871 
in einem Kaktlicen Bande vereinigk. 
Der älteren Generation wird die Thätigkeit des „Kladderadatsch“ aus jener Zeit noch bekannt sein,. 
wie er in schwungvollen, begeisterten und begeisternden Liedern und Gesängen den Beginn, den glorreichen 83 
Verlauf und den Abschluß des Krieges begleitete, wie er daneben in schärfster Satire und mit beißendem 
2 Humor den Urhebern des Krieges in Wort und Vild zu Leibe ging und schließlich preisend und feiernd das 
neu erstandene Reich und seine Begründer begrüßte. Die Sammlung mit ihrem reichen Illustrationsschmuck 2 
von der Hand des genialen Wilhelm Scholz darf auch heute wiederum Anspruch erheben auf das Interesse 
weitester Kreise. 4 " 5. 
6 Preis elegant Rhartonnirt M. 4,—. (20) 
Der Klabbderadatsch 
*s hat soeben seinen 49. Jahrgang begonnen. Wie während seines ganzen Bestehens nimmt er auch heute 
7 7 noch die leitende Stellung unter allen deutschen Wipblättern politischer Richtung ein. 
0 Wir laden alle Freunde der politischen Satire und des Humors ein, Bestellungen auf das laufende 
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Quartal des neuen Jahrgangs gefälligst umgehend aufzugeben. * 
Man abonnirt bei allen Buchhandlungen, Zeitungsspeditionen und Postanstalten 
des In= und Auslandes sowie auch direkt bei der unterzeichueten Verlagsbuchhandlung. 
Preis pro Quartal Mk. 2,25, bei direkter Zusendung per Kreuzband für S— 
Deutschland und Oesterreich Mk. 2,65, für alle anderen Länder Mk. 3,—. * 
Probenummern werden auf Verlangen gratis und franko gesandt. * 
Berlin W. 8, A. Hofmann &amp; Comp. 
&amp; Leipzigerstraße Nr. 135. Verlagshandlung des Kladderadatsch. 
5 Ssesess.“ Selszee 9 geizselslennsste Seizelzett 10 75 
J JJ J—J ...
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        80 
  
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— ILsoflieferant Sr. Majesttit des Kaisers.— 
osserirt nehst tropischen Frucht- und Nutzpflinnzen-Samen unch solchen von Gemllsen, soweit sieh dieselben 
nach den der botanischen Centralstelle in Berlin gemachten Mittheilungen uls für den Anbau In den Tropen 
geeignet erwiesen huben. — Da die botunische Centralstelle nur für einmulige Versuche im Kleinen Gemüse- 
hbamen lielert, so offerire ich für grösseren Bedarl gegen fr. Einsendung von Murk 12,— frunco aller deutschen 
afrIkanischen Kolonlen gut verpuckt 1 Kollektion von Brutto 5 resp. 3 Kilo incl. Emballage. 
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* S r*5 — 5’e’ —
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        — 84 — 
   
  
  
—44 
entsche umn Auslande 
abonniert auf Eure Wochenschrift 
Das Echo 
— Organ der Deutschen im Auslande. — 
„Dns Echo“ betruchtet es insbesondere uls seine Aulanbe, dem Leben. und Treiben der Deutschen 
lm Anslande die lieherollste Aufmerksumkeit zuzuwenden. Es wird da 
djeder Deutsche im Auslande gebeten, seine Adresse 
der Verlagshuchhandlung J. II. Schorer Gesellschuft mit beschrünkter Ialtung in Berlin W., Potsdamer- 
strasse 278. 1 l. unzugehen. dumit dieselhe (selegenheit hat. elne Probe- Nummer umsonst u. portofrel zu Übersenden. 
Hestellungen nehmen alle Buc bUhnndlungen. T’ostunstulten. Zeitungs-Spediteure in Deutschlund zum 
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18 Mk. Bei V ersendung unter Streilband. empliehlt es sich, möglichst ganzi: ainrire Abonnements aulzugeben. 
   
eüä.d jederzeit eingetreten — en, und wird „Das Echo“ vom T der 
In das Abonnement s# Wsss ab geg Einsend. ng *# onttallenden Betrages auf — 
lange Zeit direkt vom Verlag oder durch jede Buchhandlung geliefer 
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sisscntlitslsssnMan-ung-Auc-allt-hermkmpzomlon 
Hssms.l--kxskscsiis(li1sllttls-IlItlslktl uns neue Büche- rersckeinuns Zen finden im LeheBoerucksichtigung. In der Tolitik werden r 
allon Wn zulsranken, Kerscht. und die konserratire n ie di##- liheralen, die sorte briutlirhe n. uLtramontanen ##. Acusserungen. Solser 
bie eharakteristisch und bedeutsam Lind. partcilos verzei -Das Erho- erortert alle grossen Fragen der (lagenwart nieht nur vonn 
#tschern Standpunkte aus. sondern giabt auch der sie unn E ungesahensten sirldürnen Blütter Kaum. 
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unterrichtat uher all. neuen und interessanten Vorgänke. Neuerungen und Frlinlunze * nul, dem 
Industrie und sucht ein enge Fühlung zwischen den Int# rot aller Kreise n. 
des. inker#natlonalen Caia- und W. #nurcnmarkte. Inte#ressamte Fragen vom Weltmarkte N in elner 
besonderen Rubrik „Handel’ berücksichtigt. 
liic verlvichenden Tahellen in derselben zeigan dolort die Vichen liche Bowegung des (ichl- und P’roduktenmarkhtes der llanpl- Iirsen- 
und Handelspllltza-. Das Echo ist hierdurch gleichzeitig auch #i# 
„Icitsche Tlarnndtelsattne 5½) 
Das Bbcho ist anerkanntermanssen und nach weislich die 
erbreitetste deutsche Zeitschrift im Auslandee 
bul“ wichtigste deutsche Export-Insertionsmittel, 
wolchen gar nicht v#a##rm genug der deutschen rrd Dampm#ehlen VWerlen kann. Zeileopreis 40 Plr., Sllenprel- 200 Murk. bar 
Anzeigenteil einer Jummor umtasst häutiger bis zu Selten Anzelgen. Das ist ein Beweis dafür, win schr da Echo in Uandelktelnen 
als wirksames Inertionsmittel kschätzt vird. Die l inils sthvolunanhhogslistninlmsl stsskislnliislmn ltsioilsissplisslink-Ian-nin 
JodonlsII«-to.—-mstotiDIE-HONI-sntl 
   
   
    
   
  
  
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· «« Sisisniorszsoslslnlssn lsorollktntslmsnUmonst-nnun-s·-sn-l·»lsl(-n. 
Urteile aus dem Leserkreise: Der- Launft 0 „Eche- senen wir was uneh Inhult und ühersic isialhan. 
An - 18. Feh’ruar 187.5. iro Werh-- ehnelihtigemsk#ken: brinst NZusummenstellung nuch gi. Faient. 
leh iuse hr v1# * mit M#m kräsen # uns doch lmmer so hüchet Interessante uis L'ischer. 
Vercnügen und bin llberzengl. dase elch Juchrichten von der llelmat, und be- 
hler viele Deutsche fuden Inssen, die Lller anerc, Ich nur. Ains sch Ansselbe ulcht Neerada CGitr. 7. Auzust 18405. 
ansocIg slnd. welche Ihr latt lesen wür- achon frilher koennen lerntt. Aonihe, Orihenieen #n Dank für die 
di gen jedech in derselben Laze b.— Constantin Lüling. orhensehrikt #irkk. Dee Wahenselur-kt 
#inden, wie ich, inlem zunt *“ durch ein wilr. iel. 514 an eln leder zuter Deutscher 
Wundor die . u enz Ih#r. it hhrift he- Adae nin: S. Juni 1505. sStch unbonnilerl. Nochmal- zrinen heizlichen 
kannt rme 6 Weiske. Geirne Ie# ich -Das Fehe undl kreil, Dank für Ihre reumiltenen Mit l#nz— 
xWähnlich zuerst J el leh hube es lichen Grllegen Mitll 
  
4 ½ . . 
l«-kIn-Iunns1·-Wellrtsixonilo Otto E. E hlers sehreilt in der Täxlichen Rund’ehau 1895 aur Seil- 143 in 
seinem Artikcl: -Aus dem fünften Weltt#il## Anstralien- Neuseerland-: 
„Das jedem Deutschen im Auslande unentbebrliche Echo.“
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WOERMANN-LINIE, m. b. H. 
Am 10. Februar: P. D. „Lulu Bohlen“, Capt. Busch, 
nach Madeira, Klein-Popo, Lagos, Kamerun, Fernando Po, den Häfen der 
Südwestküste Alrikas bis Pontanegra und Congohäfen. 
Am 15. Februar: P. D. „Professor Woermann“, Capt. Triebe, 
nach Las Palmas, Teneriffe, Gorée, Dakar, Rufisque, Conakry, Sierra Leone, Sherbro 
und Liberia. 
Am 20. Februar: P. D. „Gretchen Bohlen“, Capt. Jürgens, 
nach Tanger, Casablanca, Mazagan, Mogador, Monrovia, der Goldküste, Togo, 
hydah und Kotonou. 
Am 29. Februar: P. D. „HIeannnette Woermann“, Capt. Heldt, 
nach Teneriffe, Las Palmas, Gorée und den Häfen der Südwestküste Afrikas von Landana 
bis Loanda sowie nach Benguella. 
Nach Bissao und Bolama: am 15. März und 15. Mai 1896. 
Nach Deutsch-Südwestafrika: am 31. März, 31. Mni, 31.Juli und ferner jeden zweiten Monat. 
Alle Gitter medssen cum Tauge vror dem Abfyangsdacum bis I2 Uhr mietas Musseite sein. 
Näheres wegen Fracht und Passage ertheilt in Hamburg die Woermann-Linie, m. b. H. sowie der Schifls- 
makler August Bolten, Wm. Miller’s Nachfolger, Admiralitälstrasse 33/34. 12 
Deutsche Ost- Afrika-Linie. 
Regelmässige Postdampfer - Verbindung 
unter Vertrag mit dem Deutschen Relche 
Zzwischen 
Hamburg, Ostafrika und Transvaal 
Amsierdum, Lissabon und Neupel anlaulend. 
Die nächsten lahrplanmässigen Expeditioncn finden statt: 
  
  
R. I’. D. „BUNDESRATH“, Capt. Stall 26. Febr. 1896 ab Hamburg (lt. Fahrplan) 
R. P. 5 „KAISER“, Capt. v. Issendorff 25. Mrz „ ab Hamburg „ 
B. P. D. „ApMlRAL, Capt. West 22. April al„ Hasburg 
nach ranke, Dar-es-Saläm, Sansibar, Mozambique, Beira, Delagoa-Bai und Natal. 
Diese Dampfer nehmen auch Passagiere und Waaren nach 
Bagamoyo, Saadani, Pangani, Kilwa, Ibo, Lindi, Quelimane, Chinde, Lamu und 
Mombassa. 
Regelmässig alle acht Wochen Postdampfer 
ab Hamburg ½% 8 Kap der geren Momeng direkt nach Dirban, Delaugyocg-Za#, 
Inhambance, Morcmbdie. 
Nächste Expedition: Dampfer „REILCHSTAG“, Capt. Weisskam, 4. Februnr 1896. 
Die Dempf#er Zaben rorzoliche Einricht###nen fr Enssaytere (n ullen Kssen. 
Ferner zwischen Ostafrika und Bombay regelmässig alle vier Wochen im Anschluss 
an die Hauptdampler. 
Näheres ertheilt in Hamburg: (20) 
wegen Fracht der Schiffemakler August Bolten, Wm. Miller's Nachfolger, 
wegen Passage die Hamburg-Amerikanische P TIIscheaft, 
sowie wegen Fracht und Passage die 
Deautsche Ost- Afrika-Linie, 
6 — Gr. Reichenstrasse 25. 
Verantwortlicher Redalteur für den nichtamktlichen Abeil· O. Mertinat, Berlin. 
Druck und Verlag der Königlichen Hofbuchhandlung und Hofbuchdruckerei von E. S. Mittler &amp; Sohn, Verlin 8W 12, Kochstraße 68—71. 
Ausgegeben am 1. Februar 18090 um 5 Uhr nachmittags.
        <pb n="127" />
        deuilut Kolonialblatt. 
Amtsblatt für die Schutzgebiete des Deutschen Reichs. 
herausgegeben in der Kolonial. Abthellung des Auswärligen Ants. 
  
  
VII. Jahrgang. Berlin, 15. fFebruar 1896. Unnmer 4. 
Dieie Feitschrift ericheint in der Regel am I. und 15. jedes M###an. S#lten cverbe old Vcthcvte die einmal oirtessöbrlich 
eshhrinende en: „Mittheilungen von Forschungsreisenden und Gelehrten aus den schen Schutzgebicte egehen 
lanc kelman. r. vierteljährliche Monementsprii fjür dad Kolonialbla 8 mit z Mehesten veant bchn 8 B die nn # 
Pounbanennen Ml. 3.—, Kireit unter Streifband durch die Verlagsbuchhandlung' Mik. 3.50 für ulschland und Oesterreich= nneng Mk. J.75 für 
r des Wellpostvere o. — Eir nsendungen u Anfragen sind an die Konigliche Oofbuchhandlung von Er n st Siufa Mittler 
lnd Sohn, Breli SWI2, Kochstraße 68—71, zu Sichten. (Eingeragen“ in der Jeitung Freisliste für 1890 unter Nr. 1016.) 
  
  
  
Inhalt: Anmtlicher Theil: Gauoernementbeel des Kaiserlichen Gouverneurs von Deutsch-Ostafrika, betreffend Neu- 
eintheilung von Bezirksämtern S. 89. atistik der im Kalenderjahre 1894 in das Kamerungebiet eingeführten 
bezw. von dort ausgeführten Waaren S. — Statistik Üüber den Waarenverkehr zwischen Kapstadt und Lüderitz- 
bucht während des Geschäftsjahres 1894/95 S. 91. — Personalien S. 93. — Vertheilungsplan der Schutztruppe 
und Landespolizei von Deutsch-Ostafrika am 31. Dezember 1895 S. 94. 
Nichtamtlicher Theil: Personal-Nachrichten S. 93. — Deutsch-Ostafrika: #abeber die glücklich beendete 
Erpedition gegen Hassan bin Omari und Matschemba S. 99. — Inspektionsreise S. — Uleber einen Zug zu 
den Mparangahäuptlingen S. 102. — Eine Hostverbinvung der Küste mit dem —“* " 103. — Verlegung des 
Bezirks= und Hauptzollamtes von Lindi nach Mikindani S. 103. — Rulturversuche am Rilimandjaro S. 103. — 
Togo: Handel S. 104. — Deutsch- Süwestasr#ka Zum Schupvertrag zwischen Major Leutwein und Hendrik 
Witbooi S. 104. — Besichtigungs= und Orient krungoreise im Namalande S. 104. — Pockenepidemie in Südwest- 
afrika S. 105. — Vom Bersabavolke S. 105. Aus dem Bereiche der Missionen und der Anti- 
sklaverei-Bewegung S. 105. — Aus —5 hu9 dem Die wirthschaftliche Lage der britischen Kolonien 
S. 109. — Budget des Kongostaates S. 109. Verschiedene Nitthen#ungen: 1isfenschaftliche Station in 
der Südsee S. 110. — 1895er Jahresbericht über Kolonialwolle von Ebell &amp; E 110. — Litteratur S. 111.— 
Schiffsbewegungen S. 112. — Verkehrs- Nachrichten S. 112. — Anzeigen. 
Amtlicher Theil. 
Gonvernementsbefehl des Kaiserlichen Gonverneurs von Deutsch-Ostafrika. 
1. Das Bezirksamt in Lindi wird nach Mikindani verlegt und ihm die Station Kionga unter- 
stellt. Lindi bleibt selbständige Station unter dem Befehle des jeweiligen Führers der dort garnisonirenden 
Kompagnie und erhält als Bezirk das Gebiet von der Südgrenze des Bezirkes Kilwa bis zum Südufer 
des Lukuledi. Die Missonsstakdanen des Hinterlandes gehören zum Bezirke Mikindani. Der stellvertretende 
Bezirksamtmann Rechnungsbeamter Berg begiebt sich nach Uebergabe der Geschäfte von Lindi mit nächster 
Gelegenheit nach Milkindani. 
2. Der Dondeposten wird dem Bezirksamt Kilwa unterstellt. 
Dar-es-Saläm, den 14. Dezember 1895. 
(L. S.) Der Kaiserliche Gonverneur, 2 Dr. v. Wissmann. 
Statistik der im Kalenderjahre 1801 in das Kamerun= Gebiet eingeführten bezw. 
von dort ausgeführten Waaren. 
a. Ausfuhr aus Kamerun:. 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Bezeichnung der Kamerun- ent 6 uren de "„ Kribi= zwur 6% brn 6 
if · Menge Werth n erth Menge Wer Men erth 
Ausfuhrartikel g Ml. Menge *1 g E Menge 
Palmöb.?607666 Liter 933 217|/862 633 Liter 276315 — — 3 470 299 Liter 1209 532 
Palmkerne 5u029 431 kt 1 040 1999966 398 kr 191262 — — 5995829kgj1231461 
Gummi elasticum 393 004 1257 09066057 —- 4 122 — — 400 061 „ 1304 218 
Elfenbei 31 551 416 55 —- 37 478 — — 34 635- 454 029 
Ebenholz. .. 3727 51760 680. 67 498 — 44 407 68 015 
Rothhotz — — 5000. 400 — 5000 400 
Braunhols — — 4000 200 — — 4000 200 
Tabak — — 5080 24 440 — 5080 24 440 
Kakaoao 3 102 3211 131932 133991 — — 135 034 137202 
nasser 112 224 700 1540 — — 812. 1 764 
Nolanusse — — 2075. 2 013 — — 2075 2013 
Kolosnusse — □—— 10 000 20000 — — 00.. 2000 
l 
Zusammen — 346351.015 — 784259 — — — 4435 274
        <pb n="128" />
        90 
b. Einfuhr nach Kamerun: 
  
  
  
  
  
  
Kamerun= Bezirk Victoria-Bezirk Inogesammt 
Bezeichnung der Einfuhrartikel 
6 Werth "erth Wonae Werth 
Menge Ml. Menge Mk. Menge Mt. 
Rum, Genever und Spirikus 1 322 46 Liter 751 339 318 877 Liter 158 890 1648 325 Liter 910 229 
Liköre . 67 502 - 3330 32969 70 882 
Feuerwassen 3 * Slũck 190 429 1732 Stück 23 238 17 086 S#uck 213 667 
Pulver 227 687 ke 213 281 29276 kg 25 6600 | kg 89141 
Salz 3 560 000 390 926 270000 30 958 3836 - 421 884 
Reis 616 876 134240 113 758 2434530634 585 
Tabak .. 152085- 236 848 18 846 32 3000931 269 238. 
Gewebe, Manufakturwaaren 333 670 1579 155 79 581 346 161 413 251 1 925 316 
Blei und Bleiwaaren 14 650 5 807 17 583 11477 32233 17281 
Bürstenbinderwaaren 748 860 213 599 961 1 459 
Droguen und Farben 31213 31 656 5877 4108 37 090 35 764 
Eisen und Eisenwaaren 470 843 262211 94 320 44 969 565 163 307 180 
Flachs, Hanf u. dergl. Gespinnste 1 901 297 013 1 898 3914 4868 
Getreide und sonstige Erzeugnisse 
des Landbaues 38 379 12 013 2 673 2009 11052 11.022 
Glaswaaren und- Peelon 45 670 118 334 1227 5314 51797 123 648 
Jau- #und Nutzholz, sowie Ho z- 15 guia . — .. l-)()Stu(i.--« 
etzhö V M I 2080sztsos4z 5z0273509wsp * 
Juftrumente und Maschinen 38 226 - 29 058 2470 5273 11 396 31: 
Kautschuk-(Gummi-) Waaren 443 23 110 1 632 
Kupfer= und Messingwaaren 19 596 32 494 5 100 3048 24 696 35 * 3 
Leder und Lederwaaren 2061 9 776 168 2398 2529 12 17. 
gold= und Silberwaaren 11 747 — — 11 747 
Hüte und Schirme 7580 12 079 1 028 4582 8 608 46 661 
Kurzwaaren . 10525 33262 3518 7153 14043 10 415 
Leinen= und Seilerwaaren 45 669 36 020 11 963 10 081 57 632 16 101 
Li#terarische u. Kunstgegenstände 2 473 6988 130 698. 2 603 „ 7686 
Minerallen — — 283.- 442 283 442 
Sigarren 538 4362 58. r 781 206 : 5 143 
3 460 Liter 3 460 Luer „ 
Bier 126843 o—.driJ—i3 8 668 12 6 194 
1 875 Liter 75 Liter -.- 
Wein 36004 49553 20 kr. 8053010 24 Neon 
1255 A- 5 1255 Liter . 
Mineralwasser 33 583 14000 289T kg. 23%5%¼1% 7 G1105 
Sankt. bemehrungsgegentirde 
Materi 501011—- 381 624 77044 78498 578055 460 122 
Oele, — Lichte ...,. 6281 6138 1176 597 7457 7735 
Papier und Papierwaaren. 4356 6498 5 1 117 4892 7615 
Petroleum . 94 156 21211 8339 1961 102 495 23 172 
Seide and Seidenwaaren 18 = 486 — — 18 486 
Seife und Parfümerien 114975 41 719 11 560 4461 126 535 46 180 
Steinwaaren 7 671 1916 966 499 8 637 2 415 
Stroh= und * 66 81 861 1319 927 1 400 
Theer und Pech 21 075 3437 10 3986 3690 31 473 7133 
Steinkohlen 680 Ton. 41 322 30 Ton. 1530 710 Ton. 42 852 
7. bonwaaren: hieris " 2 5° kg 12 298 4311 kg 2 791 26 * kg 5089 
chiere und thieri che Produ te 23 5 -, 
2 Gen) 9502 519 4867 —i-*mm Ze 
Vachstu uchn — 153 795 3 k 795 
S#ent, .....· 545 220 kg 35 456 181 474 17 202 7266094 52 658 
s #r und Zink- 
Wellble ... 58 727 21 173 20 515 45 878 79242 6. 051 
Uhren 146 1798 44 125 190 1923 
Möbel, Haushaltungs- und 
mebisoinoentariengegenstnde 113 269. 99375 4678 769 117947 107 072 
13 864 10 521 238. 442 14 102. 10 963 
*! Pasaereuen . 6943 39 630 242 1821 7135 = 41 451 
asserfahrzeuge nebst Zubehör 40 001 1 2912 42913 . E 
6ct 43663 2 Süü 1% Seiua 0 550 
Wollwaaren 60 kx 1 202 kg 925 282 kg 2 008 
Gemünztes Geld -— 123 359 — 41 366 — 164 725 
Verschiedenes 1057 282 767 734 4824 28 954 
Zusammen — 5 450 535 — 1 046 879 — 649741.
        <pb n="129" />
        — 91 — 
üderi t während 
i stadt und Lüderitzbuch 
Etatistik u Waarenverkehr zwischen Kapft 4 
ioiir uber den des Geschäftsjahres 16% 
4. Einfuhr. in Lüderitz n en. 
Der Werth ist nach den eei1es Marltpreisen in a — 
  
  
  
   
    
  
    
       
     
  
  
  
  
gilo- neter Werth 
— ück KRilo-Liter ete Mark Pf. 
#. Benennung der Waaren Stück gramm 1 1 
Nr. « » 
.“ 7 
2 — 5— 
1 für Wagen — 1121 — 100 1 — 
2 ..... 1 D — 12 500 — 
—n—iies 8— 
" * 110 — — 80 — 
is . 2 – T — 100 — 
eiserne 12 100 — — 9 — 
s —38!T—·s- 
— 14 — 
10 1 – ½ — 662 — 
11 — — 165 — 
12 1 650 – — 620 — 
18 — 700 – — 310 — 
14 Zi ren. — — 1300 — 
15 und Zunwaa en. — 3320 — — 1% — 
16 — — T — 753 — 
— 150 6 — 228 — 
18 — — — 200 — 
5P # 2000 — — **- 
20 — 50 n — 372 — 
21 — — — 1020 — 
22 — — 100 — 
23 — —4 – — 1 825 — 
nno 3 
5 Fisch — « — — 60 — 
* # — 3717 — — n 
27 — 37 — — 500 — 
28 — 225 — D 294 — 
29 — 98 — * 128 — 
30 200 — — 83 990 — 
31 ........- — 18650I — *7- 50 — 
32 verschiedene Sorten). — — – 800 — 
5 Fscibene se — ##o — 51 — 
34 und Chemikalien — — — 1650 — 
:35 ... — 5800 * 200 — 
36 in —. 400 – — 30 860 — 
37 in ... — 9150 1. — 25 — 
38. Stahlwaaren — 60 — 315 — 
39 ..... 78 56 — 50 — 
40 .... D — 540 — 
41 de Cologne — 1200 56 — 90 — 
42 .... — — — 500 — 
13 — – 930 — 
44 36 D 600 — — 200 1 — 
45 1 — — 1780 — 
— 3 — — 170 — 
7 — 100 — 138 — 
48 trockene — 75 – 1150. — 
49 — — – 500 — 
50 — — — * 12 — 
51 — — – 505 — 
* — — — — 27 — 
55 — 100 — — 484 — 
50 4 100 — 100 — 
3 1 00 — 44300 ,- 
- — — 1— 
59 Balken u. s. w. — — 1147 432 D — 
60 ....-- — — 135 — 310 — 
61 — 750 I — l — 
62 
—. ««'«··«·.·«. · - dieses Jahrgangs. 
Vergleiche hiermit die Siatistit in der Denkschrift bei Nr. 3 des Kolonialblattes dies
        <pb n="130" />
        Kilo . « Werth 
r. Benennung der Waaren Stück gramm 6 Liter 6 Meter Mirt h al 
I 
63.nfnägel. —- 100 — 1 — 25 — 
644Hüte — — — — 236 — 
65 angwer . — — — — 36 — 
66 Ingwerschnaps — — 120 — 312 — 
67 rdene Waaren — — — — 25 
68 am.. ... — 3910 — — 3988 — 
69 oche (zu Ochsenwagen) 71 355 — — 582 —. 
70 asse — 23 755 — — 69 205 —4 
71| Käse — — — 2 500 — 
72 Karren 1 — — — 1000 — 
73Kartoffeln — 1 860 — — 894 — 
74 Kerzen — 870 — — 1340 — 
75 Kleidungsstücke — — — — 5472 — 
76 Kochtöpfe — — — — 140 — 
77|Ko — 125 — — 10 — 
78 Korinthen. — 100 — — 1441 — 
79 Kurkwgaren . — — — — 2814 — 
80 # — 140 — — 192 — 
— — — — — 300 — 
828 etehee. * und Bäume — — — — 100 — 
83 Leder — 300 — — 1 032 — 
84 Leinen (Stoff) . — 1050 — — 2142 — 
85|Linoleim — — — 80 410 — 
86 Linsen — 1500 — — 660— 
87|/Maismehl —1 500 — — 1353 — 
88 atratzen 10 — — — 110 — 
89 edizin — — — — 1110 — 
90 ehl (grob) — 12 500 — — 2750 — 
91 ehl (fein) — 10 200 —. — 3 468 — 
92 Möbel u. s. w — — — — 4800 — 
93 Milch e huchsen) — — — — 364— 
94% Musikinstrumente — — — — 556— 
95 uschelkalk — — — — 32 — 
96 kägel — 50 — — 28 — 
97 taben (Wagen) — — —- — 646 — 
98] Oele: Leinöl — — 900 — 1350 — 
99 Veiroteum — — 2088 — 1550 — 
100 Salat . — — 36 — 125 — 
101 Sonsige Oeler — — 432 — 150— 
102 Papier. . — — — — 44— 
103 ech — — — — 20|1 — 
104 HPeitschenstöcke 156 — — — 946 — 
105 Picken 12 — — —- 62 — 
106| Pickenstiele 12 — — — 13 — 
107HPflaumen — — — — 102 — 
108 Pflug 1 — — — 60 — 
109 Pfirsiche — 50 — — 52 — 
110 Pontac — — 1 566 — 2622 — 
111 Porter. — — 48 — 80 — 
112% Pumpwerke= 1 — — 815 — 
113 Duitten — 20 — — 17. — 
114 Rei — 37440 — — 8 804 — 
115Rosinen — 225 — — 225 — 
116% Säcke 56 — — — 61’-- 
117 Salz — 3960 — — 771 — 
118.Sardinen. — 1 — — 422 — 
119 Sätte . — — — — 162 — 
120%6 chaufeln, Spaten. u. s. w. — — — — 122 — 
121 Schuhe und Stiefeln.- . 528 — — — 5294 — 
122 Schiefertafeln . — — — — 24 — 
1235chleifsteine — — — — 30 — 
124Schmalz. — 8000! — — 1224 — 
125 Schinken. — 180 —. — 545 — 
126 Schweinefleisch — 225 — — 235 — 
127 Seife — 9700 — — 38 470 — 
128 Süälerwaacen- — 00 — — 416 — 
129 Segelleinen — — — — 210 — 
130 Sper — — „ — 624 — 
1315 — — 1445 — 1 4066 — 
132 S 7*7 (Wagen). 74 — — — 60 —
        <pb n="131" />
        — 93 — 
  
  
  
  
  
  
  
   
  
  
  
  
  
  
— — — — — — .W. —— 
ofee. 1 HKHilo Werth 
Nr. Benennung der Waaren Stück graum Liter % Meter - 
133pirituosen: — — 12094 — 38822 — 
g vurne sen Brandy. ·..... 3 – *0 5 
Reiner Spiritus. — 328 — 56 — 
136 Num. pirt " — 225 — 1350 — 
1317/ Whisky ..........— — 48 — 320 — 
138 —. . — — 868 — 5885 — 
130%Stäreern — -* — 104 — 
140 Silreichhötzer KRücchen70 — — 215 — 
111 Myrubo .......-- — — 520 — 
142 Tabak, auüyy. S- — 34240 — 
143 Tabak, Schnu ... E 5 « — . 51.— 
144hee .. — 1135 — 3450 
115Theer — . — – — 72 —. 
1416pferwaarrrrr. — — — 560 — 
1# Waffen und Munition: Gewehre, 3 doppelläusige2 einl. — — — 565 — 
14 Pistolen und Nevoluier 1 — iiesn 
49 Patronen ... 1600 —, — — 20 
# Pulor 3 — 5 — — 00 – 
1. Dynamit und Sprengpulblber — 75 — — 5.— 
123 Schlaghütchen und Zündenr * — m — 14000 — 
134 ............... 2 — — — #o 
155 — 870 — — 88 — 
156 — 1808 — 16321 
157 D — — — 422 — 
5 1900 — — — 
159 6800 — — 2760 — 
160 * — — — 1650 — 
161 — — — 75. — 
162 — 8400 — — 94906 — 
163 «» —.1050k—.—- 1110 — 
Zusammen — — — — 447254 — 
b. Ausfuhr von Lüderitzbucht nach Kapstadt. 
Der Werth ist nach den durchschnittlichen Marktpreisen in Kapstadt angenommen. 
19elle von Nindern — 750 — — 750. — 
9 . .... ⁊* — 
JFelle von Schaf- i 128 — — 150 6 
3 Gummiarabi#alen ind Biegen — 10 000 — — 6200 — 
4Naritäeen « — 500 — — 1700 — 
5 Straußfedern oW7)) — 1200 — — 9600 — 
Zusammen — — — — 17600 — 
  
  
WVVVFFT TNNNTF NTN V PFHF 
Personalien. 
Seine Majestät der Kaiser und König haben Allergnädigst geruht, dem stellvertretenden Komman— 
deur der Schutztruppe für Deutsch-Südwestafrika Major Müller den Rothen Adler-Orden IV. Klasse 
iu verleihen. 
Ann Stelle des Wirklichen Legationsraths v. Schelling ist der ständige Hülfsarbeiter in der 
Kolonial-Abtheilung des Auswärtigen Amts Vizekonsul v. Buri zum Kommissar des Reichskanzlers bei der 
Laoko-Land= und Minengesellschaft ernannt worden. 
4 Seine 
vorsteher beim 
Charakter als 
Mzestät der Kaiser haben Allergnädigst geruht, dem früheren kommissarischen Bureau- 
Gouvernement von Deutsch-Ostafrika Wegener bei seinem Ausscheiden aus dem Dienst den 
Kanzleirath zu verleihen. 
. Der Sekondlieutenant a. D. v. Wulffen, bisher vom Insanterie-Regiment Nr. 137, ist mit dem 
7. Februar d. Is. der Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika zugetheilt worden. 
". Der Sekondlieutenant a. D. Merker it zum Premierlieutenant a. D. und der Assistenzarzt 
2. Klasse a. D. Dr. Drewes ist zum Assistenzarzt 1. Klasse a. D. befördert worden.
        <pb n="132" />
        — 94 
Vertheilungsplan der Schutztruppe und Landespolizei 
  
Anmerkung: ( hinter dem Namen = krank, e hinter dem Namen — kommandirt, 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Nr. #omO dom- * 2 ... 
der Garnison- Kom:Dber- Kom- Lieuns= Ober- — Zaht- Ober- Ser- Unter- 
man-- pagnie- —.. Aerzte,meister= feuer= Feldwebel «, 
Kom- ort deur ührer fün tenantsärzte spiranten werr geanten offiziere 
pagnie führer r Sasp werker 
I. Schutztruppe. 
% % % 
i. den r. Nuta. Fischer e v. Stochi] g Gaert-s Ollwig z Kuhnen sEngel-s Kamp &amp; Venkewitz Meuser" 
lunkt mers o. Eiponss Schlobachl Zner ZGKreseldt hardt sKrausec Jahr 
Stab Dar-es- cles 2BDr. 5 Kayser“ 
Saläm K% Charisiusck Schwe- 
beauft. Schnorren. inger # 
O. pfeil 4 
v. v. Beringe 
7%½%% « 
Moschi — — JPohanness Merker — Dr. Eggel— Körnerl! — — Freytag 
1. – *7 —-.7 
v. d. Mar- — — — — — ...« 
Marangu — — — witz — Reisewitz 
Masinde — — — Storch——— ** — — — Rymarzig — — 
2. –— — E —---.-- ---— 
Kisuani — — — — — — — — — — Sommer — 
7. ar-es-Sala — — — Fonch 7/I——— — — — — — Multer — IV- 
bret Prnd77 — 
... S Rei Frahm 
4. Rilimatinde — HDodlech Stadl FHBRiKrner IIn·p — — Gauger 
bauer hardt — 
Peschle 
v. Kleist — - Teppe* — 
5. Ulanga — — — Albinus Arning— Frissch — Spiegel Stephan 
. - »Um-ei- ch«- l-"-·f.-e-,«- 
l-. Pa»»««- — – — 5/5% % „ — — — — — berhtt Wi* — 
7. Infolje der Eæpedition die 3., G. S. und 9. Kompaquie sowie die 12. Kompagnie hiervon verstärlt, Mpwapwa 45 Mann 
Hopp 
Kilwa — — Fromm Glaunins—,1Dr. Simon — Feist — Henschke Liebhardt Lachen- 
8. air 
Mohoro — — — — — — — — — — — — 
* 
9. Lindi — — NamseyHösemann— — — Hägele — 1 %%%½% 
10. Tabora — — Leue Graf v. — — Dr. — Zidcken- Markgraf* Sydow 
Perponcher Drewes drath Nichter 
9 F Hof. 1 
. .crrmann» -. Hossmann 
Muanza — — Langheld= Kollmann— — Zupitza — — — — ven 
I1. — à„U„ A„n). — — 
— — Salomon 
Vukoba — v. Kalben — HSHartmauu— 
*
        <pb n="133" />
        95 
von Deutsch-Ostafrika am 31. Dezember 1895. 
* hinter dem Namen und * und bei 
den Ziffern — sebe Bemerlungen 
  
Kursiusschriit — 
auf Expedition befindlich. 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
E 
Ober . H ar b ige 
lazareth Lazareth= Etats 213 *5 7l H— 
ülf mäßige E .. Aslaris Armirung Bemerkungen 
ehülf gehülfen E . Char- «v « 
Fehulfen Schreiber 6 Effendi. regu irre- 
—— — — läre guläre 
II. Schutztruppe. 
2 ital. Verzgeschüe 
Benz Feldwebel *i 6, 
Verner Apelt — 4 144— — — — 12 uscinehenebr * Feldwebel Kayser und Unter 
dege= Unteroffiz Sauer= büchsenmacher Unruh d 
wald. e brey 1 NMarim.-Gun K 45 " i- ausen 
wal. #en rim= 5 Marsch nach Dar-zes-Saläm 
Schirpke Ob Nickl (unbrauchbar) 
* 4 Mörser 9 cm 
Herbsleb 5 Revolverkanonen 
M t‚7 cm 
. l 1 Berggesch 
Wülsi “W k *7 hutß 
nng — — — —121668115 2 6.5 cn 
D rsbh 
7n 
— . 1 Schnellabelanone 
— — — — 1 23 — 3.7 cm 
ossen- wh Ehen —u.l———————————— 
— — * ———4 . .;- — Sbargen. 32 M W. 
anger 3 28. 2 slomuilnnbe. A ocht 
— — — ——— 2 23 — — 
— — EIE 3. Komp. kommt nach D arzes-Sal. 
— — — / 9 %s — 7 2 J/%% ron 4r 2. Komp 
9 - 2U)argcn 13 Mann beim Wacht- 
– kommando Dar-es-Saläm 
Häcker 1 Maschinengewehr Zahlmeisterasp. Körner II aufs 
— — — — 8 131* 1 8 m "„ dem Marsch nach Kilimatinde 
1 ital. Berggeschütz 1 Essendi, 3 Mann beim Wacht- 
6,7 cm kommando Dar-es-Saläm 
Pri 3Zahime Teppe lo 
P inage — — — — — 1* 10 92 21 — Aneisteral. 2. "*rt temme zur KRüsßte 
2 Mann beim Wachtldo. Dar.es. Saläm 
7. 7% 5 Landungskanonen « WITH-cost ZEIT-Thema lomm ach 
— rnen 4% r E » cm 1 Most-I beim Wachikommando Dar. 
3# — — —— * * “ xchinengerte. 
Alasehinengen elir 1 rnn—ies Abtheilung Pan. 
(Rest Wachtkommando 
S- 1 4 3 leichte Feldgeschütze on. GWo- Scharsenderger sommt un 
%e %et“tntn — — — 7 « «" vtakvax..ln 
MAY-»I- 1 l 116 3 k.isshnn ½% " nicrrr dirbichen ian tomunk 65 w 
— — — — — — — 6 — — 
» · — M e Dat · es · 
Ruh, EEIEIIIIEEIIIIIIIIII r c 7 
1 39 K 73 11# Karg rc. 2 Mann beim Kachtoem 
ando Darieês. Sala- 
Weidner 1 Schnellladekanone: Feldwebel Martgraf auf den 
— — — ——— 8 129 29 [„7 em Marsche nach Tabor 
1 Schnellladekanone 1 Mann beim Wickommande 
—— — Dar-es-Saläm 
Herrmann auf den 
Jurock — — ———-*n2s 1 56 27 Schnellladekanone Marsch nach Muanza## an###t zu 
56 3,7 em « Konsqumulmk Lastflhkldomm’ 
. AKuste 
ste — .- S 9 l t L 
Scuster EIEEIIIEIIEIEII P4
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        Nr. 
der Garnison-Kom= Ober- Kom- Lieu- Ober- 2 Zahl= Dber- Ser- Unter- 
g man- pagnie= —. Aerzte, meister= feuer= Feldwebel » 
om- ort deur|führer tenants.— ärzte - geanten offiziere 
pagnie führer S aspirantenwerker 
-klt Engelhardt —- 
12. Kilossa — — — Graf Fugger— — Kulerer Stamm — — — 4eersten. 
v. Glöt 
Station Kisaltl — — — v. Grawert — — — — — — — — Bittner 
Station « 
Nachtigall ’nt Skib 
Mpwapwa — — — 9 Beern ——Dr. Berg— Jost — — Gezücht- 
Wacht- 
kommando — — — v. Wiss—. — — — — — s.embhes Herdecke* 
- mann zetrowitz 
Saläm Knaust 
Müller 
Zusammen 1 1 9 26 1 2 11 1 10 1 9 8 26 
II. Landespolizei. 
Tangga# — — — — —— — — — — — Jaenle — 
Pangani — — — — — — — — — — — — Grimm 
Saadani — — — — — — — — —- — Hentschel — — 
Bagamoyo — Scherner — —– — — — — Wallner — — 
Dar-es-Saläm. — — — — — — — — — — — Bartscher — 
F 
— — Frhr. v. — &amp; — — — — — — — 
Kilwa Eberstein 
Donde Varakiwa — — — — —— — — — — — Merkl — 
Lindi — — — — — — — — — — — — 
Mikindani — — — — — — — — — — — — Pfendtner 
Langenburg — — — — — — — — — — — — Haible 
Zusammen — — 2 — — — — — — 2 3 3 
III. Beurlaubt nach Europa. 
. Jurick 
— — — Frhr. Eberhard Tr. Preuß Kieferlee — Bloß Smog Bach 
v. Schrenck Jany Dr. Widen-— Winkler Bosurm 
v. Notzing Kielmeyer mann Zimmer= Neumann LSanen. 
Prince sv. Dobeneck Dr. mann Köhler kemper 
Wagner Krauß on 
Dr. Man- Fn 
iewi lewoli 
kiewitz Falbeteen 
Zusammen— — 2 4 — — 4 — 3 — 5 10 1
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        Ober- 
lazareth= 
gehülfen 
. 
—.. 
— 
Wiest 
— 
Voelkner 
Lazareth= 
gehülfen 
Früchte- 
nicht 
.. 
Aimer 
—. 
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———.□ 
Näwy 
  
97 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
- 2 
Etats Farbige 
mäßiges 2 2 Char= Askaris Armirung Bemerkungen 
Schreiber!esfendi Uer regu- E 
5 gen 
S — läre gulare 
— — 1 6 107* — 1 Schwelllabekanone * 2Chargen, 16 Mann beim Waht 
# » 1Maschtmknaemhksmm kommando Dar-es-Saläm 
"„ I 4 *2 Mann beim Wachtkommandre 
— — — 1 2) 3 *s% Dar-es-Saläm 
1 Schnellladekanone 
— — — — 6 39 — „/7em 
« J 1 Nordenfeltgeschüh 
Unteroff. Herdecke geht nach Saadani 
" " 1 Attochirse 
I ; v. d. 2. Komp. N“. 3Charg. 3 Mam 
f E 1— --. 
— — — 1 2 6 60 — — 4 — E 
3 . 1 1 14 
39 l. . — 1 2 
1% e 
s — 2 * 10 
Evchnab li — — 2 
Pou. dd — — · 12 
Baqqmonos — 1 
· , W 
3 — 3 6 9 96 1431 106 42 t Hageen. 4. Mann in der Urbenurr. uh 
II. Landespolizei. 
1 1 4 leichte Feldgeschütze 1 Mann beim Wachtkommande 
— — —|—2 % :26“ — K/73 Dar-es-Saläm 
— — — 1 1 22* — — * 4 Mann von der 6. Komp. 
"„ D 
i 2 leichte Feldgeschüte * Hentschel geht nach Kilwo 
– —— 1 9° — K/73 "von der Polizei Bagamoyo 
1 : 
3 leichte Feldgeschütze *1 Charge, 9 Mann in Saadan 
— — —— 1 2 37“ — K//73 * 1 Mann beim Wachtkommande 
; 4leichte Feldgeschütze 
— — ——— ?2 49— K/73 
j« 1 Revolverkanone 3, vem 
— — —12 — 3 20 — — 
— — ——— — 19 — — 
2 italienische Berg-4 si 
— — — — — — 3" — geschütze 6,7 em sind der 9. Komp. attachirt 
v J 
— — — 1-— 1 28 — — 
— J J — 
— — 2o 15 244 50 16 
— 
III. Beurlaubt nach Europa. 
Sieler — — — — — — — 
l
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        — 98 — 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Kom= Ober-Kom- Lieu- Ober= Sahl- Ober- Ser- Unter= 
Garnisonort man- führer pagnie= tenants 5 Aerzte meister= feuer= Feldwebel canten offiziere 
deur h führer enan 5 rte aspiranten werker 6 
Kommandirt. 
— — — Fischer, Schlobach — — — — — Krause — Meuser 
Berlin zur Traci- zum Gou- zu Lieut. 
rung einer vernem.= Schlobach 
Eisenbahn Büreau 
Krank. 
Ebarisius) Dr. Kamp 7 
— — — — Schnorreu—Schwe- — — — I’ein-- — — 
5zr%½ singer) berger* 
RNetapituloton. 
I. Schutztruppe. 1 1 9 26 1 u 10 9 26 
II. Landespolizei — — 2 — — 2 3 3 
III. Beurlaubt — — 2 3 5 10 1 
Zusammen 3 —s 11 2 — 15 — 13 15 21 30 
Dar-es-Saläm, den 1. Januar 1896. 
Nichtamtlicher Theil. 
Personal-Machrichten. T Ramerun. 
4 Der Oberlazarethgehülfe Brückner ist in den 
Deutsch-Ostafrika. Dienst des Kaiserlichen Gouvernements getreten und 
Der kommissarische Bezirksamtmann Sigl hat mit der Wahrnehmung der Funktionen des Polizei= 
die Geschäfte des Bezirksamts Pangani übernommen. meisters in Victoria beauftragt worden. 
Dr. Stuhlmann hat die Geschäfte des Chefs Der Techniker Leuschner, welcher bisher die 
der Abtheilung für Landeskultur und Landesver= Wegebauten im westlichen Togogebiete geleitet hat, 
messung nach seiner Rückkehr wieder übernommen. ist zum Leiter der Station Busa ernannt und ihm 
— — der Hülfsaufseher Schütt beigegeben worden. Er 
Bezirksamtmann v. Eltz hat sich über Land nach ist beauftragt, die Straße von Victoria nach Buca 
Langenburg begeben. fertigzustellen. 
Der Professor Dr. Wohltmann, Lehrer an der 
landwirthschaftlichen Akademie zu Poppelsdorf bei 
Bonn, ist am 10. d. Mts. nach Kamerun abgereist, 
um die Plantagen bei Victoria zu besichtigen und die 
Ausdehnung des anbaufähigen Gebietes festzustellen. 
Der Bergassessor Vornhardt ist über Land nach 
dem Nyassa aufgebrochen, um geologische Unter- 
suchungen vorzunehmen. 
Der Rechnungsbeamte Ulrich ist am 13. Januar 
in Dar-zes-Saläm angekommen. · 
. , Vogo. 
Kompagnieführer v. Elpons, Zahlmeisteraspirant Der landwirthschaftliche Wanderlehrer bei der 
Krefeldt, Sergeant Liebhard und Lazarethgehülfe Kaiserlichen Landeshauptmannschaft Woeckel ist am 
Benz haben Mitte Januar einen Heimathsurlaub 3. Dezember vom Urlaub 104 Klein-Popo zurück- 
angetreten. gekehrt. 
Der Lieutenant Graf v. Perponcher- Sedl- Der zum Answärtinn Amte kommandirte 
nißky von der Koaiserlichen Schußtruppe für Deutsch= Premierlientenant Braunbek ist aus dem Dienst 
Ostafrika ist am 5. Januar d. Is. in Tabora an des Schutzgebiets ausgeschieden und hat am 9. Ja- 
Brustfellentzündung verstorben. nuar die Rückreise angetreten.
        <pb n="137" />
        — — 
99 
â —„ — 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
* 1 — — J **-bl 3“ 
Ober- Lazareth- Etats- 2 Farbige 
3 -. ps- ---«- 
bareth- gehülsen mäbige 2 CharAskarissArmirung Bemerkungen 
gehülfen Schreiberr 5 Essendi, au regu= irre- 
—— — m 6# D lüäre guläre 
* Kommandirt. 
. 
Krank. 
Benz7) # « s 7) Lazareth Dar-es-Salam 
*) Degewald — — — 1 — — * Feldwebel Weinberger kommt 
) ins Lazareth Dar-es-Salam 
— — 
Rekapitulation. 
u 3 3 sch) 90 11431 100 42 
— 1. — — — — 2 15 244 50 16 
W———...—.—————————2 
.p 4 [[[ssseu m 165 155 ss I 
In Abwesenheit des Kommandeurs und Oberführers: gez. v. Beringe, Lieutenant. 
—  — — 
Der zum Auswärtigen Amt kommandirte Premier- Zolldirektor Böder und Zollassistent Schw arz 
lieutenani v. Doering ist am 3. Dezember v. Is. in sind am 3. Dezember v. Is. vom Urlaub in Klein- 
1 
  
  
  
  
ome eingetroffen. 
Popo wieder eingetroffen. 
Kachrichten aus den deutschen Schuhgebieten. 
(Abdruck der Nachrichten vollständig oder theilweise nur mit Quellenangabe gestattet.) 
Deutsch-Pafrika. 
Ueber seine glücklich beendete Expedition gegen Bassan 
bin Omari und Matschemba 
berichtet der Kommandeur der Schutztruppe Oberst- 
lieutenant v. T 
u . Trotha unter Januar d. Is. 
Folgendes. ha unter dem 6. Jann I 
p Die Expedition bestand aus dem Stabe, meiner 
erson, dem Oberarzt Dr. Gärtner und dem Adju- 
tanten Lientenant v. Stocki 
aus « 
s der ; Kompagnie, Führer Lieutenant 
8. 
Fonck J., 
Böhmer, 
ührer Fromm, 
n „ 
Kompagnief 
schütz. 
, 95 begab ich mich nach Kilwa, 
um dort die Expedition zu aenche Im Gegen- 
sab zu der im Jahre 1894 gegen Hassan unter- 
nommenen Expedition beabsichtigte ich, der Stellung 
Hassans bei Kitumbini von Norden beizukommen 
und traf, da ich der Wasser= und Träögerverhältnisse 
wegen nicht geschlossen marschiren konnte, am 4. No- 
vember mit den beiden letzten Kompagnien an einem 
günstig gelegenen Flecke im Norden des Lagers 
Hassaus ein. 
. 9. - - 
einen Maximgeschütz und einem 6.5 em Ge 
Am 19. Oltober 18 
amsay, 
Auf dem Marsch am 1. November im Lager bei 
Lunyu ereignete sich der bedauerliche Unfall, dem 
der Lieutenant Linck zum Opfer fiel.“) Die Er- 
kundung war bei dem Fehlen jeglicher verläßlichen 
Nachricht und bei dem stark zerklüfteten und mit 
dichtem Busch besetzten Gelände äußerst schwierig. 
Die meiner Stellung südlich gegenüberliegende Höhe 
war anfangs von feindlich gesinnten Eingeborenen 
besetzt gewesen, von diesen aber nach kurzer Ver- 
wendung des Maximgeschützes verlassen. Ich trat 
am 5. mit allen vier Kompagnien den Vormarsch an 
in der Absicht, von Rücken zu Rücken den Gegner 
aufzusuchen und zu stellen, und gelangte bis zu einem 
Punkte eines Hügelrückens, der einige Uebersicht bot. 
Dort erklärte mir der einzige einigermaßen verläß- 
liche Führer, daß Hassans Haupthöhle auf den meiner 
Stellung parallel laufenden Höhenzügen läge. Ich 
erreichte diese auf einem sowohl für die Askaris als 
auch namentlich die Geschütze höchst beschwerlichen 
Wege gegen Mittag. Die 9. Kompagnie hatte ich 
zum Heranholen der im ersten Lager zurückgelassenen 
Lasten dorthm zurückgeschickt. Die von mir erreichte 
Höhe bot denselben Anblick wie alle anderen. Mehr 
") Vergl. Deutsches Kolonialblakt 1895, S. 575.
        <pb n="138" />
        — 
oder weniger steil abfallend nach allen Seiten, war 
auch sie dicht mit Busch besetzt und eine Orientirung 
immer nur durch Europäerpatronillen möglich. Diese 
brachten bald die Meldung, daß sich der Mawudji- 
fluß südlich des Rückens hindurchzöge und daß sich 
jenseits des Flusses eine mit größeren Häusern und von 
Eingeborenen besetzte Höhe zeige. Um endlich Füh- 
lung mit dem Feinde zu bekommen, ging ich sofort 
100 
mit den drei vorhandenen Kompagnien unter Zurück- 
lassung eines Zuges als Anhalt für die nachfolgende 
9. Kompagnie über den Mawudji. Die an 
Spitze marschirende Kompagnic verjagte nach kurzem 
Feuergefecht die Eingeborenen, und als ich, um mich 
zu orientiren, mit dem Führer eine neue Höhe er- 
stiegen hatte, zeigte er mir etwa 700 m vor mir 
eine langgestreckte, steil abfallende Felswand mit dem 
Bemerken, dies sei die Rückseite von Hassans Haupt- 
höhle, während der Eingang sich auf der anderen 
Seite befände. 
Die Felswand machte den Eindruck übereinander- 
liegender, terrassenähnlicher Gänge, von irgend einer 
Bewegung in oder bei ihm war jedoch nichts zu 
sehen. Für diesen Tag war ein weiteres Vorwärts- 
schreiten ausgeschlossen. Ich schaffte die Geschütze 
ebenfalls auf die Höhe und beschoß, während das 
Lager dortselbst eingerichtet wurde, die Felswand mit 
Granaten, von denen schon der dritte Schuß in die 
Höhle hineinging und dort krepirte. Auch jetzt zeigte 
sich keinerlei Bewegung, weshalb ich das Feuer ein- 
stellte. Meine Stellung wurde zwar auf drei Seiten 
von anderen Höhen bedeutend überragt, es war aber 
wegen der geringen Tragfähigkeit der Gewehre der 
Eingeborenen keine Gefahr vorhanden, dort zu lagern. 
Am 6. früh 6 Uhr brach ich mit der 9., 8. und 
3. Kompagnie wiederum auf, um die gestern zuerst 
besetzte Höhe wieder zu ersteigen, den Eingang von 
Hassans Höhle zu suchen und eventuell zu erzwingen. 
Beim gesuchten Ziele angelangt, bot sich der An- 
blick eines breiten in zwei Spitzen nach dem Mawudji 
herabfallenden Thales, dessen Sohle gänzlich unpassir- 
bar schien. Ich entsandte zwei stärkere Patrouillen 
in dasselbe und die 9. Kompagnie im Flußthal ab- 
wärts, um beide Wege zu erkunden und Klarheit in 
die Situation zu schaffen. Gegen 10 Uhr begann 
ein ziemlich heftiges Feuergefecht, dessen Ursprung 
anfänglich, der Brechung des Schalls wegen, nicht 
recht erkannt werden konnte. Ich war zunächst der 
Meinung, daß es von den beiden in das Thal ent- 
sandten Patrouillen geführt würde, es stellte sich 
jedoch nach Rückkehr beider Patrouillen heraus, daß 
dies nicht der Fall gewesen war. Die Spitze der 
im Flußthal vorgehenden 9. Kompagnie hatte vielmehr 
irrthümlicherweise, den Weg am Fluß verlassend, 
eine falsche Richtung genommen und sah sich sofort 
von der jenseits des Flusses liegenden Höhe, die von 
Eingeborenen besetzt war, in ein lebhaftes Feuer- 
gesecht verwickelt. Der Kompagnieführer Ramsay 
solgte seiner Spihe nicht, sondern ging lautlos im 
Flußthal vorwärts, kam den schießenden Eingeborenen 
der 
das Thal geschickten Patrouillen die Gewißheit be- 
  
– 
in die linke Flanke und trieb sie, selbst die Höhe 
ersteigend, in nördlicher Richtung zurück. 
Die Situation war, wie sich nachher herausstellte, 
folgende gewesen: Hassan mit allen seinen Anhängern 
war am Morgen des 5. noch in Kitumbini gewesen, 
hatte sich auf die Meldung meines Anmarsches in 
seine Haupthöhle zurückgezogen, war aus ihr durch 
mein Geschützfeuer aufgestört worden und noch in 
derselben Nacht über den Fluß in nördlicher Richtung 
ausgewichen. Dort hatte ihn die 9. Kompagnie ge- 
faßt und zurückgeworsen. Sobald ich durch die in 
kommen hatte, daß es passirbar und vom Feinde 
gänzlich frei sei, beschloß ich, der 9. Kompagnie im 
Flußthal mit dem ganzen Detachement zu folgen, 
zog die im Lager zur Bedeckung der Lasten zurück- 
gelassene 6. Kompagnie heran und marschirte durch 
das romantische, an manchen Stellen nur 3 m breite 
und auf beiden Seiten von über 100 m hohen Fels- 
wänden eingeschlossene Mawudjithal der 9. Kom- 
pagnie nach. Ich fand sie gegen 5 Uhr am Aus- 
tritt des Mawudji in die Ebene und erhielt durch 
sie die Nachricht, daß der Feind unter Zurücklassung 
mehrerer Todter, und von der Kompagnie über eine 
Stunde lang verfolgt, in nördlicher Richtung aus- 
gewichen sei. Das Lager am 6. wurde an dieser 
Stelle des Flußaustritts bezogen. 
Am 7. früh ging die 9. Kompagnie in einem 
Gewaltmarsch nach Kilwa, um neue Verpflegung 
heranzuschaffen und im Tiefland einen Zwischenposten 
zu errichten, der es abstreifen sollte. Die Tage bis 
zum 9. gingen mit der Befestigung des Lagers und 
Erkundungen nach allen Richtungen hin. Bei den 
letzteren wurde Kitumbini, die Residenz Hassans, 
welche aus mehreren im Busch versteckt liegenden 
Dörfern bestand, niedergebrannt, mehrere Höhlen 
entdeckt und durchsucht und darin zahlreiches Haus- 
geräth und verschiedene Kisten mit Briefen gefunden, 
welche später das Material zu dem in Kilwa ge- 
führten Prozesse lieferten. Am 9. hingen die 
8. und die 3. Kompagnie, beide aus dem Reste der 
Verpflegung für einige Tage ausgerüstet, erstere nach 
Kiswere, letztere den Mawudji hinauf, beide mit dem 
gleichen Auftrage, festzustellen, wohin Hassan ent- 
wichen, und seine Anhänger zu bestrafen. Am 10. 
traf die neue Verpflegung aus Kilwa ein und die 
Meldung der 9. Kompagnic, daß sie am unteren 
Mawudji das befohlene Lager bezogen habe. Die 
6. Kompagnie, welche ich nach den Direktiven des 
Gouverneurs auf längere Zeit in der aufrührerischen 
Gegend belassen wollte, begann ihre Boma auf einem 
Höhenrücken über dem Mawudjithal zu bauen, da 
das alte Lager am Fluß mir gesundheitsgefährlich 
erschien. Am 12. kehrte die 3. Kompagnie von ihrer 
Expedition den Mawudji hinauf zurück und brachte 
Wangindoleute mit, welche behaupteten, Hassan säße 
in Luawa, in der Richtung auf Kiswere. Am 13. 
ging die Meldung der 8. Kompagnie ein, daß sie 
Kiswere erreicht habe und auf einem anderen Wege
        <pb n="139" />
        zurückkehren werde, und am 14., als ich im Begriff 
stand, mit der 3. und 6. Kompagnie nach Luawa 
aufzubrechen, meldete die 8. Kompagnie bereits die 
Ergreifung Hassans in Luawa. 
Ich ging ihr entgegen, traf sie nach fünfstündigem 
Marsch und kehrte mit ihr in das Lager am Ma- 
wudji zurück. In Luawa waren Hassan selbst, sein 
verantwortlicher Minister Omari Muenda und ein 
untergeordneter Jumbe ergriffen. Seine anderen 
Spießgesellen wurden theils später von den zu diesem 
Zweck in verschiedener Richtung nach der Küste ent- 
sandten Kompagnien ergriffen, theils stellten sie sich 
freiwillig bei mir im Lager. Am 16. schickte ich die 
6. Kompagnie mit den Gefangenen nach Kilwa- 
Kiwindje, die 3. Kompagnie nach Kilwa-Kiswani, die 
9. Kompagnie nach Kiswere und war im Begriff, 
mit einem Theil der 6. Kompagnie einen Zug den 
Mawndji hinauf in das Land der Wangindos zu 
unternehmen, als ich den telegraphischen Besehl er- 
hielt, mich so einzurichten, daß ich am 2. Dezember 
mit drei Kompagnien in Lindi zur Erledigung der 
Matschemba-Angelegenheit bereit stünde. Die Zeit 
bis dahin benutzten die Kompagnien dazu, die Gegend 
zu durchstreifen, Hassans Anhänger zu fassen und die 
besonders als Hassan ergeben bekannten Dörfer zu 
bestrafen. Ich selbst marschirte am 21. mit einem 
Zuge der 6. Kompagnie nach Kiswere, vereinigte mich 
dort mit der 3. und 9. Kompagnie und marschirte 
am 30, mit diesen beiden. Kompagnien über den bis 
letzt noch wenig bekannten Mboesee nach Lindi, wo 
ich am 2. Dezember eintraf. Die 8. Kompagnie 
war per Dampfer von Kilwa nach Lindi geschaftt 
worden. 
Matschem 
Unterwerfun 
und ich m 
wohin die 
  
ba war nicht, wie er als Zeichen der 
9 versprochen hatte, zur Küste gekommen, 
arschirte infolgedessen am 6. von Sudi, 
# Kompagnien theils per Dampfer, theils 
ber Fußmarsch versammelt waren, nach Luagalla, 
der Nesidenz Matschembas, ab. Der Marsch dorthin 
ot bis auf einige Bemerkungen, welche ich mir er- 
lauben werde am Schluß anzuführen, militärisch 
nichts Bemerkenswerthes. Matschemba erschien halb- 
wegs bei Masno, kehrte mit mir nach Luagalla 
zurück und erklärte mir auf das Nachdrücklichste seine. 
bereitwillige Absicht, sich zu unterwerfen und den 
Frieden mit der Regierung zu halten. Die von mir 
* auferlegten Strafleistungen in Elfenbein und 
Pulver konnte oder wollte er im ganzen Umfang nicht 
ersüllen, er gab jedoch ohne Zögern einen großen Theil 
seiner Gewehre sofort her, als ich ihm erklärte, daß 
diese der Ersaß für das sehlende Elfenbein und 
Pulver sein müßten. Matschemba hat auf mich einen 
guten Eindruck gemacht. Er genießt großes Ansehen 
bei seinen Leuten und bewies durch mehrere kleine 
Züge, daß er entwickelteres. Anständigkeitsgefühl besitzt 
als sonst die eingeborenen Häuptlinge. 
Ich habe reiflich erwogen, ob es von irgend 
welchem Belang sein könnte, längere Zeit in Lungalla 
zu bleiben, und bin zu der Ueberzeugung gekommen, 
101 
daß nur zwei Möglichkeiten vorlagen, entweder sofort 
eine Station dort zu bauen, oder seinen Friedens= 
versicherungen zu glauben und diese durch späteres 
Hinaufsenden der Lindi-Kompagnie in Zeiträumen 
von zwei zu zwei Monaten zu kontroliren und bald 
abzumarschiren. Der Gedanke, ihn noch dadurch zu 
strafen, daß man ihm die Verpflegung der Expeditions= 
kompagnien und Träger auf längere Zeit aufgab, war 
gänzlich ausgeschlossen; denn es herrschte absolute 
Hungersnoth auf dem Plateau. Der andere Gedanke 
der mir auf den Weg mitgegebenen Direktiven, die 
Buschzone auf der Küstenseite besser zugänglich zu 
machen, erschien mir ebenfalls nach reiflicher Ueber- 
legung zwecklos. Der Busch ist thatsächlich auf der 
Küstenseite nicht so undurchdringlich wie auf der West- 
seite, hat auf ersterer nicht wie auf der Westseite 
gegen die Magwangwaras angelegte Ausfallthore und 
hat nur kurze Stellen, wo er gänzlich undurchdringlich 
ist. Trotzdem würde die Ausführung des Gedankens, 
eine breite Zugangsstraße von Sudi oder Lindi nach 
Luagalla zu eröffnen, monatelange Arbeit erfordert 
haben, und wahrscheinlich würde, da die große Regen- 
periode vor der Thür steht, der erste Theil bereits 
wieder zugewachsen gewesen sein, während das Ende 
noch abgeholzt wurde. Jedem jett oder früher un- 
botmäßig gewesenen Häuptling eine Boma auf den 
Nacken zu setzen, dazu reichen die vorhandenen Kräfte 
nicht aus. Ich bin überzeugt, daß der bereits er- 
wähnte zu wiederholende Besuch der Kompagnie Lindie 
in Luagalla dazu genügen wird, um keine auf- 
rührerischen Gedanken in dem Herzen Matschembas 
wieder aufkommen zu lassen. # 
So schickte ich am 13. die 3. und 8. Kompagnie 
sowie einen Zug der 6. und einen inzwischen ein- 
getrossenen Zug der 2. Kompagnie mit Elfenbein, 
Pulver und Gewehren zur Küste und marschirte 
selbst, theils um auch die andere Seite der Busch- 
zone kennen zu lernen, theils um die Missionen 
Lukuledi, Masasi und Newala zu besuchen, mit der 
9. Kompagnie auf diesem Wege und am Rovuma 
entlang zurück über das Makondeplatean und ge- 
langte am 31. Dezember in Milindani zur Küste. 
Der Abtransport sowohl dieser als der direkt zur 
Küste zurückgeschickten Kompagnien wurde per Dampfer 
ausgeführt. 
An kriegerischer Thätigkeit war die Expedition 
arn, desto reicher an Marschleistungen, die den Kom- 
pagnien zugemuthet werden mußten und die von 
allen vier Kompagnien mit musterhafter Ordnung 
und ohne jede Schwierigkeit ausgeführt wurden. Die 
Ausrüstung der Expedition für das Gefecht bestand 
aus einem 6,5 cm Geschütz und einem Maxim--Gun. 
Die Verwendung des ersteren dürfte sich auf die Fälle 
beschränken, wo man mit Sicherheit annehmen kann, 
gegen Steinbomas oder ganz feste Temben vorgehen 
zu müssen. Das Maxim-Gun ist im hiesigen Busch 
eine vorzügliche Waffe. Jedoch ist mit großer Sorg- 
salt darauf zu sehen, daß die Munition trocken bleibt, 
und es ist absolut nothwendig, für jedes Geschütz
        <pb n="140" />
        mindestens sechs Gürtelkasten mitzunehmen, da das 
Neumontiren des abgeschossenen Gürtels im Gefecht 
ausgeschlossen ist. Die Ausrüstung des einzelnen 
Mannes, wie hier geschehen, mit 150 scharfen Pa- 
tronen belastet diesen sehr. Soll er dazu noch seine 
Decke, seine Reisportion für einige Tage und eventuell 
noch eine Zeltbahn tragen, was Letteres ich für 
durchaus zu empfehlen erachte, so wird eine große 
Anforderung an die Leistungsfähigkeit des Mannes 
gestellt werden müssen. Die Patrontaschen belasten 
zu sehr einzelne Theile der Hüften mit Druck, und 
täglich kamen Leute zum Arzt mit Druckstellen auf 
den Hüften. Ich neige mehr zur Einführung der 
Gürtel, ein doppelter um den Leib geschnallt, der 
gleichmäßig die Hüften belastet, und einer als Ban- 
dolier über die Schulter getragen. Man sieht dies 
häufig bei den Sudanesen, die sich diese Gürtel selbst 
anfertigen und sehr gern tragen. Eine Herab- 
minderung des Mumitionsquantums halte ich nicht 
für angezeigt. Das Schuhzeng hat sich wiederum 
als ganz miserabel erwiesen. Wenn ich auch zugeben 
muß, daß es nicht so behandelt wird wie zu Hause 
und deshalb schneller brüchig wird als dort, so habe 
ich doch ganz neue Stiefel in unglaublich kurzer Zeit 
gänzlich aufgelöst und zerrissen gesehen, was nicht 
allein durch die unsorgfältige Behandlung und das fast 
täglich gänzliche Durchnässen verursacht sein kann. 
Ueber die Gewehre werde ich später nach eingetretener 
Prüfung durch die Büchsenmacher berichten. Vor- 
läufig habe ich den Eindruck, daß das Modell 71 
ein ganz ungewöhnlich brauchbares Kriegsgewehr ist, 
welches den schlimmsten Witterungseinflüssen und der 
schlechtesten Behandlung dauernd widersteht. Ich 
hatte mit Rücksicht auf den eventuell bevorstehenden 
Höhlenkampf Dynamitsprengpatronen mitgenommen. 
Dieselben mögen zum Umwerfen einer Mauer und 
eines Pallisadenzauns leistungsfähig genug sein, zum 
Absprengen auch nur einigermaßen größerer Fels- 
partien erwiesen sie sich als gänzlich unzulänglich. 
Die Verluste während der Expedition setzen sich 
folgendermaßen zusammen: 
1. Todt: 1 Askari in der Nacht vom 1. zum 
2. November im Lager bei Lunyu erschossen, 
2 Askaris auf dem Marsch am 1. November 
an Hitzschlag gestorben, Beide Somalis. 
2. Verwundet: 1 europäischer Unteroffizier 
(Lachenmair), Verbrennung durch Pulver- 
explosion bei der Einnahme von Luawa. 
1 Askari Schuß in den Oberschenkel mit 
Knochenfraktur auf einer Patrouille. 
3. Krankheiten traten in leichter Form, Fieber und 
Durchfall, auf, ohne daß dadurch ein Abgang 
erfolgte. 
Inspektionsreise. 
Der stellvertretende Gouverneur und Kommandeur 
der Schubtruppe, Oberstlieutenant v. Trotha, ist 
mit einer Inspektion der Innenstationen bealftraht 
102 
  
worden, welche sich auf die Stationen Moschi, Muanza, 
Bukoba, Udjidji, Tabora und Mpwapwa erstrecken 
soll. Eine derartige Inspizirung hat, solange das 
Gonvernement besteht, überhaupt noch nicht statt- 
gefunden; sie ist aber aus den verschiedensten Gründen 
nicht nur wünschenswerth, sondern auch nothwendig. 
Ueber einen Sug zu den Mparangabkuptlingen 
berichtet Oberführer v. Natzmer unter dem 14. Ja- 
nuar d. IJs.: 
Die Verwandten des im Februar 1894 hingerich- 
teten Sultans von Mparanga und die Kilaleleute 
hatten sich nach einem Bericht des Bezirksamts Kilwa 
unbotmäßig gezeigt. 
Um ihnen die Macht der Regierung zu zeigen 
und die Anwohner der Telegraphenleitung vor er- 
neuten Beschädigungen zu warnen, brach ich auf 
Befehl des Keiserlichen Gouvernements mit der 
3. Kompagnie am 23. v. Mts. von Kilwa aus auf. 
Nach drei Tagemärschen über Mohoro überschritt 
ich bei Mtumbe Paria den 180 m breiten Nufiji. 
Nach einem weiteren Tagesmarsch in westlicher 
Richtung am Rufiji entlang theilte mir der vom 
Bezirksamt Kilwa als Führer mitgegebene Akida von 
Njemsati mit, daß wir noch diese Nacht Mparanga 
erreichen müßten, da sonst eine Benachrichtigung der 
Häuptlinge und ihr Entfliehen zu befürchten sei. 
Am 28. 1½⅛ Uhr morgens brach ich, begleitet 
von dem Jumben von Tumbe-Paria mit seinen 
Leuten und den Leuten des alten Jumben Sura- 
Mkale, die auch als Führer dienen mußten, da der 
Akida von Njemsati noch nie bei Mparanga gewesen, 
von Kede aus auf. Nach etwa 3½ stündigem Marsch, 
bei dem wir verschiedene Dörfer passirt hatten, ge- 
langten wir in das Mparangaland und bemerkten 
bei Einbruch der Dämmerung, daß die Dörfer größ- 
tentheils bereits verlassen waren und Zurückgebliebene 
vor uns flohen. Die Expedition war den Mparanga- 
leuten, welche mit den Rufijileuten Handelsbeziehungen 
unterhalten, verrathen worden und die Flucht vor- 
bereitet. Die Expedition bezog daher Lager mitten 
im Mparangalande in Lipanga. Patronillen durch- 
streisten das Land. Eingebrachte Gefangene behaup- 
teten, Wagindoleute von Donde und nur zur Zeit 
der Hungersnoth hier eingewandert zu sein. 
Am Nachmittage erschien der Mparangahäuptling 
Lupinga mit seinen Leuten und Geschenken, um seine 
Unterwürfigkeit, die er bereits dem Akida von Mohoro 
angezeigt, erneut zu bekunden. Die Verhandlungen 
ergaben ferner, daß die beiden anderen Häuptlinge, 
Manefiale und Lipenga, nach der Expedition v. Ever- 
beck ihre Absicht, sich zu unterwerfen, dem Alida 
von Nijemsati schriftlich angezeigt hätten, zum Er- 
scheinen beim Schauri später aber aus Angst sich 
nicht hatten entschließen können. 
Dem Lupinda wurde aufgegeben, die Leute in 
ihre Dörfer zurückzurufen und die beiden Häuptlinge
        <pb n="141" />
        zum Schauri zu beordern, spätestens aber am nächsten 
Nachmittage Bescheid zu bringen. v 
d Mparangaland hat schwarzen mit wenig 
Ser untermischten, fruchtbaren Boden. Viele 
5 chnben mit Dörfern von vier bis zehn Häusern 
lach Rufijiart unterbrechen den parkähnlichen Wald. 
Gutes ser — 
—8Y aus Wasserlöchern ist genügend vor- 
La Da ein Zurückkehren der Leute, solange das 
* ger im Lande, unwahrscheinlich war, verlegte ich 
am nächsten Tage weiter nach Osten an den leicht 
salzigen Ruhohifluß. - 
lb n dieses Lager, in dem ich bis zum 30. De- 
den er nachmittags verblieb, kamen die Jumben aus 
er ganzen Gegend und von der Telegraphenleitung 
mit ihren Leuten zur Begrüßung. 
Lupin#e mit diesen sowie mit dem zurückgekehrten 
in'n 9 und den inzwischen wieder zu Verhandlungen 
Nie msat barangaland entsandt gewesenen Akida von 
Mparan abgehaltenen Schauris ergaben, daß die 
aut nscher eute aus Furcht weit entflohen seien und 
Cnedneht wieder zurückkehren würden, solange die 
(eamr onn im der Gegend weilte. Die Mparanga- 
nic 8 en sich seit dem Tode des alten Mparanga 
t. hn haben zu Schulden kommen lassen. Ihre Macht 
u enfalls lebt, nachdem sich ihre ganze Umgebung 
inkerworfen, nur höchst gering zu veranschlagen. 
Infolgedessen brachen wir am Nachmittag auf, 
nachdem ich Lupinga aufgetragen, sich selbst gelegent- 
h in Kilwa zu unterwerfen und die beiden Häupt- 
nse gleichfalls zur Unterwerfung zu veranlassen. 
bevorebensmittelmangel steht thatsächlich überall da 
angepft. vo Mohogo noch nicht in genügendem Maße 
g vi anzt, was in den Schauris angerathen wurde. 
vier ver Morsch ging weiler durch das aus drei bis 
bestehend orden nach Süden parallel laufende Ketten 
von n e Mittelgebirgsland, die Mtotiberge, welche 
Lieuteiuropern noch nicht durchschritten sein sollen. 
Die M#ant Fonck I. hat die Route aufgenommen. 
aber in atlberge sind jeht ziemlich bevölkert, müssen 
sein, wi früherer Zeit noch stärker bevölkert gewesen 
e aus den vielen Schamben hervorgeht. 
*—** den Aussagen der Eingeborenen haben die 
aern bag en der Araber und eine Hungersnoth das 
Latern itvölkert. Der Boden wechselt zwischen rothem 
frn *5 und schwarzer Erde und scheint durchweg 
6 ibar zu sein. Die Leute gewinnen Kopal und 
ummi, mit dem sie nach der Küste Handel treiben. 
* In allen in dieser Gegend bezogenen Lagern 
erscheinen die Jumben aus der weitesten Nachbarschaft 
mit ihren Leuten und Geschenken zur Begrüßung. 
z4, Fie zum Schauri beorderten Kikaleleute ver— 
sicherten gleichfalls ihre absolute Unterwerfung, welche 
lie ja auch dadurch bethätigt hätten, daß sie dem 
Telegraphenbaubeamten Preuß alle ihre Leute zum 
urchhauen der Gestelle an der Telegraphenleitung 
zur Verfügung stellten. Dem Akida von Niemsati, 
welcher in unmittelbarer Nachbarschaft von Kikale 
103 
  
lebt, war von einer Unbotmäßigkeit dieser Leute auch 
nichts bekannt. 
Am 5. Januar erreichten wir den von Dr. Stuhl= 
mann festgelegten Ort Mivule westlich Nikindo. Am 
6. Januar traf die Expedition wieder in Darzes- 
Saläm ein. 
Eine Postverbindung der Rüste mit dem Kyassa 
über Land herzustellen, ist der Bezirksamtmann 
v. Eltz beauftragt worden. Er soll sich dabei der 
Hülse des Akida Raschid bin Massud bedienen. 
verlegung des Bezirks- und Dauptzollamts von Lindi 
nach Mikindani. 
Da Milindani nach Erwerbung Kiongas für die 
Erledigung der Geschäfte günstiger gelegen ist als 
Lindi und sein Handel dem Lindis mindestens gleich- 
kommt, ist die bereits vom Kaiserlichen Gouverneur 
v. Schele beabsichtigte Verlegung der Behörden nach 
Lindi jetzt ausgeführt worden. 
RKulturversuche am Rilimandiaro. 
Herr Gilcher berichtet über die Aussichten 
tropischer Kulturen nach den von ihm auf der Kilima- 
ndjarostation gemachten Beobachtungen und über 
seine Thätigkeit auf der Station Nachstehendes: 
Die Anfang September gesäete Gerste wird in 
acht Tagen schnittreif werden und stellt eine schöne 
Ernte in Aussicht, Vögel und Ratten, die während 
der vorigen Reife nicht abzuwehren waren, haben 
durch die Maßregeln, die getroffen wurden, sich be- 
deutend vermindert; trotzdem ist ein Arbeiter in den 
Feldern nothwendig, der durch beständiges Trommeln 
und Schreien die fliegenden Plagegeister fernhält. 
Weizen (Taboraweizen), der im Juli hier gesäet 
wurde, ist da, wo er sofort aufging und von Heu- 
schrecken abgefressen, wieder ausgeschlagen und brachte 
kleine Weizenähren. An anderer Stelle, wo derselbe 
Samen in die Erde gebracht wurde, ist der Weizen 
zur Spelzen ausgeartet, die sowohl im Halm als in 
der Aehre vollständig befriedigt. Sie steht gerade 
in Blüthe. 
Taboraweizen, der Anfang September gesäet 
wurde, blieb infolge der Trockenheit des Monats 
Oktober (Bewässerungsanlagen waren nicht angelegt) 
im Halm sehr klein, hat dagegen wegen der jetzt 
häufigen Regen eine recht schöne Aehre angesetzt. 
Mais läßt eine gute Ernte erwarten. Auch er 
fühlt sich durch den jetzigen hohen Niederschlag zu 
kräftigerem Wachsthum angeregt und steht jetzt größten- 
theils in Blüthe. Vorigen Monat wurden weitere 
Parzellen mit Gerste und Mais besäet, vor einigen 
Tagen wieder eine größere Fläche mit Mais und 
kleinere Parzellen mit Sorghum und Gerste.
        <pb n="142" />
        Ungefähr 120 Zuckerrohrstecklinge (das Zucker- 
rohr kaufte ich von den Eingeborenen), die Anfang 
Oktober in die Erde kamen, haben jetzt schon 40 bis 
60 cm lange Triebe angesetßzt. 
Der Ende September gesäete Kaffee ist seit un- 
gefähr 14 Tagen über der Erde; nur wenige Samen 
haben keine Keime getrieben. Ein Stück Land ist an 
der unteren Urwaldgrenze bereits ausgerodet und ein 
Wassergraben in Arbeit. 
Es scheint mir nach den jetzigen Versuchen ein 
Säen und Ernten in ununterbrochener Reihenfolge 
hier am Berge möglich. Freilich sind die Zeiten bei 
Eintritt der großen Regen am günstigsten, da als- 
dann die Bewässerungsarbeiten wegfallen. 
Da die letzte und größte Arbeiterwohnung, mit 
der zugleich ein Viehstall verbunden war, höchst bau- 
fällig geworden war, so wurde sie niedergerissen und 
an der Südgrenze der Station ein neues Haus ge- 
baut. Dasselbe soll später dem Wärter des Vieh- 
stalles, den ich in nächster Zeit ebendahin zu bauen 
gedenke, zur Wohnung dienen. Vieh ist nämlich 
unbedingt nöthig, um den nöthigen Dung für die 
Felder zu erhalten. 
Ich plane einen Versuch der Zebrazucht und war 
deshalb im Anfang vorigen Monats zehn Tage in 
der Steppe, um eins oder mehrere dieser Thiere zu 
fangen. Da ich jedoch zu wenig Leute hatte, nahm 
das Graben der Fallgruben die größte Zeit in An- 
spruch und die Thiere wurden für die nächste Zeit 
verscheucht. Herr Kompagnieführer Johannes, dem 
es gelang, ein Zebra einzufangen, konnte es nicht 
transportiren, da das Thier die zum Binden ver- 
wendeten Stricke zerbiß und durchging. Von cinem 
Zähmen der eingefangenen Thiere ist wenig zu er- 
hoffen, jedenfalls würden sich aber aufgezogene Thiere 
und vor Allem Blendlinge von Zebra und von seinen 
Verwandten, Pferd und Esel, zur Arbeit gewöhnen 
lassen. Außerdem ist hier der Versuch so billig, wie 
er sich wohl schwerlich anderswo bewerkstelligen läßt. 
Togo. 
Dandel. 
Die Ausfuhr des Togogebietes hat in den ersten 
sechs Monaten des Etatsjahres 1895/96 einen Werth 
von 1 649 027,25 Mark gehabt. In den entsprechen- 
den Monaten des vorigen Etatsjahres erreichte diese 
Ausfuhr einen Werth von 1 651 121,55 Mark. 
Während aber in dem erwähnten Zeitraum des 
Jahres 1894/95 der Gummiexport nur 44 019,15 
Mark betrug, hat er in den ersten zwei Quartalen 
des laufenden Etatsjahres schon 131 173,35 Mark 
erreicht. Geringer war dafür der Werth der Aus- 
fuhr von Palmkernen und Palmöl, was mit dem 
Ernteausfall zusammenhängt. Da der Gummiezport 
im Jahre 1893 nur 99 254 Mk., 1894 115 621 Mk. 
Werth besaß, erweckt die jetzige Zunahme sehr gute 
Erwartungen. 
104 
1 Deuftsch-Südwelkafrika. 
Sum Schutzvertrag zwischen Major Leutwein und 
Dendrik Witbooi. 
Dem zwischen dem Kaiserlichen Landeshauptmann 
Herrn Major Leutwein und dem Kapitän Hendrik 
Witbooi am 15. September 1894 abgeschlossenen 
Schutzvertrage ist am 16. November 1895 ein Zusatz- 
artikel hinzugesügt worden. 
Die hierüber in Gibeon ausgenommene Verhand- 
lung hat folgenden Wortlaut: 
Um deutlich und öffentlich zu zeigen, wie fest der 
Kapitän Witbooi auf den Bedingungen steht, die der 
Schutzvertrag Seiner Majeslät des deutschen Kaisers 
Wilhelm 1I. mit ihm am 15. September 1894 ge- 
schaffen hat, um ferner zu beweisen, wie der Kapitän 
Witbooi sich mit ganzem Herzen der deutschen Sache 
zu ergeben bemüht — und schließlich um den vielen, 
Mißtrauen erregenden Gerüchten, die fortgesetzt durch 
das Land laufen, ein= für allemal einen festen Damm 
entgegenzusetzen, haben der Kaiserliche Landeshaupt- 
mann Herr Major Leutwein und der Kapitän 
Hendrik Witbooi dem obenerwähnten Schutz- 
vertrage folgenden Artikel hinzugefügt: 
Zusatz-Artikel (9). 
Der Kapitän Hendrik Witbooi verspricht für sich 
und seine Nachfolger, Seiner Majestät dem deutschen 
Kaiser und der Regierung desselben gegen alle äußeren 
und inneren Feinde des deutschen Schutzgebictes, auf 
den Ruf des von Seiner Majestät dem deutschen 
Kaiser eingesetzten Landeshauptmanns hin mit allen 
wasfenfähigen Männern unbedingt und unverziglich 
Heeresfolge zu leisten. 
Die dieses heilige Versprechen betreffenden Einzel- 
beiten, 6. da sind jährliche Angaben über die Zahl 
der waffenfähigen Männer, ihre Bewassnung u. s. w., 
setzt ein zwischen dem Kapitän Witbooi und dem 
Distriktschef von Gibeon besonders anfzusetzender 
Vertrag fest. 
Gibeon, den 16. November 1895. 
Der Kaiserl. Landeshauptmann. Der Kapitän. 
gez. Leutwein. gez. Hendrik Witbooi. 
Der Distriktschef von Gibeon. Als Zeugen: 
gez. H. v. Burgsdorff. gez. Abel C. Jzaak. 
Daniel Pitter. 
Jonas Jozef. 
Samuel Jzaak, 
Petrus Jood. 
  
Besichtigungs= und Grientirungsreise im Namalande. 
Der stellvertretende Kommandeur der südwest- 
afrikanischen Schutztruppe Major Müller berichtet 
über eine Besichtigungs= und Orientirungsreise durch 
das Namaland, die er Anfang August v. Is. an- 
getreten hatte und von der er am 1. November nach 
Windhoek zurückgekehrt ist, wie folgt:
        <pb n="143" />
        Die Reise führte mich über Rehoboth, Hornkranz, 
durch die rothen Berge über Areb, Hauchas, Bülls 
Port, durch das Naukluftgebirge nach Sessriem weiter 
über Karris, Zaris, Grootfontein, Gibeon, Keetmans- 
hoop, Warmbad, Vellhon, Jerusalem, Stolzenfels am 
Orangefluß, Blydeverwacht, Wamas, Kais, Hasür, 
Rietfontein, Kocs, Gochas, Swartfontein, Hoachanas 
durch das Schafrevier nach Windhoek zurück. Ich 
habe den Eindruck gewonnen, daß das Land voll- 
ständig beruhigt ist, wozu hauptsächlich die Militär= 
stationen beigetragen haben, die bei auch nur geringer 
Stärke mit ihren an guten Wasserstellen gelegenen 
lesten Gebänden von großer Bedeutung für das Land 
geworden sind. Sie wirken in Friedenszeiten haupt- 
sächlich als Polizeistationen, gewähren Weisen und 
Eingeborenen Schutz gegen Uecbergriffe Einzelner, 
sind in Kriegszciten Allen ein sicherer Zufluchtsort. 
Leider herrscht im ganzen Süden grose Trocken- 
heit, welche zu der Befürchtung Veranlassung giebt, 
daß unter der armen eingeborenen Bevölkerung schwere 
Noth eintreten wird. 
Bei der näheren Besichtigung des Naukluft= 
gebirges habe ich die Ueberzeugung gewonnen, daß 
nur derjenige in der Lage ist, die-Leistungen von 
Führern und Mannschaften der Truppe in dem 
Kampfe gegen Witbooi voll zu würdigen, der selost 
das Gebirge gesehen und durchklettert hat, wozu ich 
auf dem nächsten Wege bei vorzüglichen Führern 
drei Tage und zwei Nächte gebraucht habe. 
Das Land um das Naukluftgebirge, der Eingang 
zur Naukluft und das ganze Tsoakhaubthal, wie 
serner das ganze Terrain von hier aus südlich bis 
Karris und Zaris erscheint für eine Ansiedelung be- 
sonders Heeignet. Dort ist überall gutes Wasser, 
vorzügliche Weide, im Flußbett Gelegenheit zum Ge- 
treidebau und endlich ausgezeichnete Jagd. Karris 
hat einen starken Wasserfall, den man ½ Stunde 
weit hört. Leider liegen diese Plätze etwas weit 
von jedem Verkehr ab, den Weg Karris—Groot- 
sontein hat nachweislich vor mir noch kein Weißer 
gemacht. Doch werden sie wie auch Grootfontein 
Einen großen Werth gewinnen, wenn wir in der 
Hottenkottenbai einen geeigneten Landungsplatz und 
einen Zugang durch die Dünen dorthin finden. 
Das Verhältniß der Truppe zu den Missionaren, 
den übrigen Weißen und der eingeborenen Bevölke- 
rung ist überall ein gutes. Sehr vortheilhaft für 
die Entwickelung des Schutzgebietes, und deshalb 
wenn möglich zu unterstützen, sind die Bestrebungen 
der Missionare, in den Schulen die deutsche Sprache 
zu lehren. 
» Auf fast allen Stationen werden bis zum Ein- 
tritt der Re 
bänden untergebracht sein. 
Kosten verursacht, 
als die Gebäude nicht nur als Defensivkasernen 
nöthig waren, sondern gleichzeitig ein Wahrzeichen 
deutscher Macht und deutschen Fleißes im Lande 
bilden. Die stattlichen Gebäude sind von deutschen 
Leßtere haben wohl große 
105 
genzeit die Mannschaften in guten Ge- 
sind aber insofern gerechtfertigt, 
– 
Soldaten erbaut unter Zuhülfenahme der armen Ein- 
geborenen, denen auf diese Weise Gelegenheit gegeben 
ist, sich ihren Lebensunterhalt verdienen und arbeiten 
zu lernen. 
Was die Frage nach der Heranziehung von Ein- 
geborenen zum Militärdienst betrifft, so sind meines 
Erachtens auf allen Stationen zuverlässige Farbige 
als Polizeisoldaten sest anzustellen. Diese Leute er- 
halten Bewaffnung und ein Pferd und werden im 
Schießen, Reiten und Meldedienst ausgebildet. 
Im Allgemeinen bemerke ich, daß die Kriegs- 
bereitschaft überall nach jeder Richtung hin gesichert 
ist. Nur der Zustand der Pferde läßt zu wünschen 
übrig, und muß jedenfalls eine Verbesserung des 
Pferdematerials allmählich eintreten. 
Pockenepidemie in Südwestafrika. 
Nach einem Berichte des Kaiserlichen Landes- 
hauptmanns zu Windhock vom 15. November 1895 
ist im September 1895 in den östlich vom deutschen 
Schutgebiete in Südwestafrika gelegenen Gebieten 
die Pockenepidemic ausgebrochen und hat in manchen 
Orten bereits einen bedrohlichen Umfang angenommen. 
Nach Mittheilung von Privatleuten hat sich die 
Epidemie von Johannesburg in östlicher NRichtung 
über Upington und im Süden von Britisch-Betschuana- 
land bis nahe an die Ostgrenze des deutschen Schutz- 
gebietes verbreitet. Es sind die erforderlichen Sicher- 
heitsmaßregeln sofort getroffen worden, insbesondere 
ist der Grenzverkehr nur unter der Bedingung ge- 
stattet, daß die von auswärts kommenden Leute mit 
einem behördlicherseits ausgestellten Gesundheitsatteste 
versehen sind. Auch ist die Beschaffung von Lymphe 
behufs Impfung angeordnet. Der in Keetmanshoop 
stationirte Assistenzarzt 2. Klasse Dr. Schöpwinkel 
ist angewiesen, nach Eintreffen derselben alsbald mit 
einer Impfung der weißen und farbigen Bevölkerung 
im Bezirk Keetmanshoop zu beginnen. 
  
  
  
vom Bersabavolke. 
Das dem Kapitän des Bersabavolkes Dietrich 
Goliath vom Kaiserlichen Landeshauptmann be- 
willigte Jahresgehalt von 1000 Mark ist nach dem 
Tode des Kapitäns auf seinen Nachfolger Christian 
oliath übertragen worden. 
1 Rus dem Bereiche der Wissionen und 
der Antisklaverei-Bewegung. 
Die evangelische Missionsgesellschaft für 
Deutsch-Ostafrika (Berlin III) ist von einem 
schweren Verlust betroffen worden. Am 28. Januar 
starb Missionar Kraemer in Heluan in Aegypten. 
Mifsionar Kraemer war im Jahre 1888 nach
        <pb n="144" />
        Deutsch-Ostafrika hinausgegangen und hatte im Jahre 
1890 die Station in Tanga gegründet. 1892 war 
er in der Heimath auf Urlaub. Er war ein sprachen- 
begabter Mann und darum auch unter den Mit- 
arbeitern der von A. Seidel herausgegebenen „Zeit- 
schrift für afrikanische und occanische Sprachen“ 
genannt. Seine Arbeit in Tanga war sehr umfang- 
reich. Außer der Missionsarbeit an den Heiden 
halte er die Ausgabe, die Deutschen in Tanga seel- 
sorgerisch zu bedienen. Die Gottesdienste für die- 
selben fanden in der kleinen Kapelle des Missionshauses 
statt. Außerdem nahm die Krankenpflege an den 
Eingeborenen, die in großer Zahl auf der Station 
Hülfc suchten, seine Kräfte sehr in Anspruch, und 
auch mancher erkrankte Europäer hat Pflege in dem 
Kraemerschen Hause gefunden. Zu Ende vorigen 
Jahres ging er auf dringendes Aurathen der Aerzte 
nach Aegypten, um Genesung von einem Lungenleiden 
zu suchen. Er hinterläßt Frau und Kind. 
Den Nummern 1 und 2 vom Jannar und Fe- 
bruar d. Is. und anderen Mittheilungen entnehmen 
wir über die Thätigkeit der evangelischen Mis- 
sionsgesellschaft für Deutsch-Ostafrika (Ber- 
lin II1) folgende Nachrichten: 
Missionar Maaß hat auf der Station Manero- 
mango in Usaramo den Bau einer Kapelle fast 
vollendet. Er hat sich zur Erholung nach Darzes- 
Saläm begeben, gedachte jedoch im Januar auf seinen 
Posten zurückzukehren. 
Die Vertretung des Missionars Kraemer in Tanga 
hat der Missionar Becker, der bisher auf der Station 
Bethel unter den Waschambaas mit erfreulichem Er- 
folg gewirkt hat, übernommen. 
In Wuga ist ebenfalls eine Kapelle der Voll- 
endung nahe. 
Die Missionsgesellschaft, welche im Jahre 1886 
gegründet worden ist, unterhält in unserem ostafrika- 
nischen Schutzgebicte 7 Stationen. Auf diesen wirken 
11 Missionare, von welchen 5 verheirathet sind, 
6 Diakonen und 2 Diakonissen, insgesammt also 
24 Europäer. 
Das deutsche Baptisten-Komitee für West- 
afrika hat am 10. d. Mts. den Missionar Benjamin 
Graf nebst Gattin nach Kamerun entsandt. 
Aus der Station „Engelberg“ in Kamerun 
schreibt P. Vieter in „Kreuz und Schwert“ unter 
dem 12. November 1895: 
„Im letzten Jahre ist die Zahl unserer Schüler 
von 250 bis 260 auf etwas über 500 gestiegen. 
Davon sind gegen 200 bei uns in Kost und Logis, 
d. h. sie werden vollständig von uns unterhalten und 
erzogen; der Rest befindet sich in den Dorsschulen, 
die wir bei Marienberg am Sanaga und bei Kribi 
errichtet haben. Unsere älteren Jungen, die wir 
so gut ausbildeten, als es nur immer ging, stehen 
  
106 — 
diesen Schulen mit großem Eiser vor. Sie werden 
wöchentlich ein= bis zweimal von einem unserer 
Patres besucht, und auch der Lehrer selbst hat dann 
von Neuem Belehrung und auch wohl ein kleines 
Examen zu bestehen. Von Zeit zu Zeit kommt auch 
ein Pater und liest die heilige Messe im Dorfe, 
jeden Sonntag aber kommt der Lehrer mit einem 
dicken Buch unter dem Arm, umgeben von der 
Schaar seiner Zöglinge, im Kann herangefahren und 
wohnt mit ihnen dem Hochamt und der Predigt bei. 
Auf einer Nebenstation von Kribi in Buambe wird 
jedoch fast jeden Sonntag heilige Messe gelesen. 
Getauft wurden im letzten Jahre von den Zög- 
lingen und Schülern in Marienberg und Edca gegen 
135. Im folgenden Jahre werden es mehr sein. 
In Kribi wurden im letzten Jahre gegen 75 Er- 
wachsene getauft, und auch die Trauungen mehren 
sich stets. Taufen von Zöglingen fanden dort gegen 
80 statt. Außerdem ist hier der wichtige Punkt der 
Farmanlage. Gegen 30 000 junge Kaffeepflanzen 
strecken ihre Köpschen hoch und erwarten ihre Ver- 
etzung in Beete in 20 cm Entsernung. Dort bleiben 
ie ein Jahr lang stehen und werden dann erst in 
die eigentliche Farm versetzt. Die Versetzung wird 
nächster Tage beginnen. Mittlerweile sind wir daran, 
siets mehr abzuholzen; Baum um Baum, der seine 
paar Hundert Jahre auf dem Rücken hat, fällt unter 
den Streichen der Aexte krachend zu Boden, um für 
den Kaffee Platz zu machen. 
Einer unserer Laienbrüder, Br. Martin Hane- 
winkel aus Westkirchen bei Warendorf, starb, wie 
schon gemeldet, am 26. September d. Is. in Kribi. 
Der Gesundheitszustand ist im Allgemeinen in diesem 
Jahre schlimmer als in den Vorjahren. Ich selbst 
bin noch recht wohl und kräftig." 
  
Einem Berichte des Generalsuperiors P. Amrhein 
entnimmt „Kreuz und Schwert“: 
„St. Maurus zu Kulazini bei Dar-es-Saläm, 
wohin der größere Theil des Personals und die 
Knaben des Waisenhauses aus dem ehemaligen 
St. Josephskloster von Dar-zes-Saläm verlegt wurden, 
ist gegenwärtig noch die Hauptniederlassung in unserer 
Mission. Nachdem die Werkstätten der Laienbrüder 
in provisorischen Räumen untergebracht waren, be- 
gann der Neuban des Klosters, der im vergangenen 
Frühjahr vollendet wurde. Der untere Stock des- 
selben wurde größtentheils zu einem Magazin ein- 
gerichtet. Ein anstoßender Seitenflügel dient für die 
verschiedenen Werkstätten. Für die Knaben wurde 
ferner ein eigenes einstöckiges Waisenhaus von 40 m 
in der Länge und 6 m in der Breite errichtet. Mit 
dem Kloster durch einen Zwischengang verbunden ist 
das St. Mauruskirchlein entstanden, für welches am 
6. November von Hamburg aus 31 eiserne Fenster- 
stöcke abgesandt wurden. Der apostolische Präfekt 
hoffte, daß das neue Kirchlein, welches 24 m lang 
und 14 m breit ist und drei Schiffe hat, beim Be-
        <pb n="145" />
        107 — 
ginn der Regenzeit, Ende November, unter Dach sein 
werde. Die Sehnsucht nach dem neuen da en 
i#t in der neuen Mission sehr groß, da die Hiße in 
der kleinen. provisorischen, aus Blech hergestellten 
Vothlapelle bei so vielen Leuten unerträglich war. 
In einigen Monaten wird die neue Kirche auch ein 
Geläute erhalten. Die nächste Arbeit in St. Maurus 
wird die Anlage von Gärten und der Anban der 
Felder des Missionsgutes sein. Der Anfang hierzu 
ist durch die Herstellung von Wegen und das Pflanzen 
nützlicher Bäume bereits gemacht. 
d Ferner entstand auf dem Eigenthum der Mission 
as neue Christendörflein St. Maurus, weiches 
zur Zeit von neun katholischen Familien bewohnt 
wird. Die Mehrzahl dieser .- - 
« hl dieser Ehepaare sind ehemalige 
Missionskinder, die vor Jahren aus der Sklaverei 
n wurden und von unseren Missionaren Er- 
Krhung, Unterricht und Ausbildung empfingen. Als 
Mere Missionare im vergangenen Sommer das 
Lanhonägnt durch Ankauf einer weiteren Fläche 
dorf epberhrößerten, fiel ihnen auch das nahe Neger- 
- Ulazini mit etwa 15 bis 20 Hütten und 
den so veten Familien zu. Diese zu bekehren und 
bilnelen eren christlichen Negerfamilien einzugliedern, 
Christeme Hauptsorge der Missionare. Die schwarzen 
M## - finden Arbeit und Beschäftigung in der 
Stoden selof, andere arbeiten für Aufträge aus der 
Wi Lares-Saläm, welche ihnen die Missionare 
das 9e ä . Im Februar vergangenen Jahres zählte 
darauf alenhaus in St. Maurus 70 Knaben. Kurz 
70“ # Kütte der hochw. apostolische Präfekt weitere 
salss slaben bei der Hafenstadt Lindi los, die eben- 
erlöste St. Maurus Aufnahme fanden. Später 
anden er hochw. P. Cassian einmal acht und ein 
g ennn sechs Knaben, einige andere wurden ge- 
das ze wieder andere fanden einzeln Aufnahme, so 
sind 96 Knabenschaar 158 Köpfe zählte. Mehrere 
Tauza der seitdem, geschmückt mit dem Kleide der 
ho cun nshuld, gestorben, und etwa zwölf nahm der 
v. apostolische Präfekt mit sich nach Lukuledi. 
seiecht verschiedenen Malen fanden größere Tauf- 
verzeich eiten statt. Für den Herz-Jesu-Monat allein 
Tadseneet das Pfarrbuch von St. Maurus 50 heilige 
Die Station St. Joseph zu Dar-es-Saläm ist 
verstcch Flliale von St. Maurus. Ein Priester 
d dort die Seelsorge für das Schwesternkloster 
Möch aria und für das mit demselben verbundene 
lien. urnwaisenhaus und Negerspital. Außerdem 
demenm die geistliche Hirtensorge für die eingewan- 
e 0 Turopäer ob, für die katholischen Soldaten 
Gege dreanmn und etwa 70 indische Arbeiter aus der 
k90 n boin Wag.. Der Pater hat ferner den Ver- 
. gei der weltlichen Obrigkeit zu übernehmen für 
888 wo der apostolische Präfekt nicht anwesend 
die Ein, und hat, unterstützt von einem Bruder, 
S den aufe für die ganze Mission zu machen, die 
endungen ins Innere nach Lukuledi zu befördern, 
nur 
  
die Bestellungen in Europa zu besorgen, kurz, den 
geschäftlichen Verkehr mit der Welt zu leiten. 
Das Schwesternkloster St. Maria zu Darzes- 
Saläm hat an Umfang außerordentlich gewonnen. 
Ein Theil des ehemaligen Männerklosters und die 
Werkstätten wurden zu einem Negerspitale mit 
40 Betten eingerichtet. Das neue Spital war ein 
wirkliches Bedürfniß, da für die vielen kranken 
Schwarzen — Dar-es-Saläm hat bereits 12 000 bis 
14 000 Einwohner — noch kein Krankenhaus vor- 
handen war. Dasselbe wurde im letzten Jahre von 
Leidenden aller Art auch fleißig besucht; es gab 
Zeiten, wo nahezu alle Betten belegt waren, und 
hinwiederum auch solche, wo das Spital nur fünf 
Kranke beherbergte. Großer Andrang findet tag- 
täglich zur Apotheke statt, wo diejenigen behandelt 
werden, die wegen irgend eines geringeren Leidens 
ärztlicher Hülfe bedürfen, aber nicht in das Kranken- 
haus aufgenommen zu werden brauchen. An vielen 
Tagen kommen über 50 Kranke, um ihre Wunden 
reinigen und verbinden zu lassen und sich Arzneien 
zu holen. Pflege, Kost und Arznei wird stets un- 
entgeltlich geboten. Das Mädchemvaisenhaus der 
Schwestern zählte Ende Juni 98 losgekaufte Neger- 
mädchen. Dieselben werden vormittags von einer 
Schwester Lehrerin in den Elementargegenständen der 
Volksschule unterrichtet, in der übrigen Zeit in 
nützlicher häuslicher Beschäftigung ausgebildet. Es 
wird ferner nöthig werden, daß bei den Schwestern 
ein eigenes Heim für Negerfrauen ins Leben gerufen 
wird, namentlich für solche, welche den Gatten durch 
Sklaverei oder Tod verloren haben. Im letzten 
Sommer wurde mit acht Wahehefrauen, deren 
Männer im Kriege gefallen waren, bereits der An- 
fang gemacht. — 
„Ich habe den Platz für eine Station gesucht 
und fand ein ganzes Volk, welches für die Aufnahme 
der Heilsbotschaft vorbereitet ist#, schrieb der apostolische 
Präfekt, als er von seiner gefährlichen, einmonatigen 
Reise aus dem Süden unserer Präfektur im November 
vorigen Jahres nach Dar-es-Saläm zurückkam. Kurze 
Zeit darauf unternahm er die Reise zum zweiten 
Male in der Absicht, unter den aufgefundenen 
Völkern eine Station zu begründen. Zu Lichimeß 
1895 wurde diese neue Niederlassung in Lukuledi, 
zehn Tagereisen hinter der Hafenstadt Lindi, unter 
dem Wayaostamme gegründet und den heiligen 
Apostelfürsten Petrus und Paulus geweiht. Der 
tiefgründige Boden zeigte damals große Fruchtbarkeit. 
Wasser war zwar nicht im Ueberflusse, aber doch ge- 
nügend vorhanden. Die umwohnende Bevölkerung 
erwies sich anhänglich und bereit, das Christenthum 
anzunehmen. Im vergangenen ersten Jahre sieht 
diese Mission bereits auf eine ersprießliche und viel- 
versprechende Thätigkeit zurück, trotz mancher nicht 
vorhergesehener Schwierigkeit. Die erste Schwierigkeit 
bildet die Sprache der Eingeborenen, welche von der 
Negersprache von Dar-zes-Salaäm so verschieden ist 
wie das Englische vom Deutschen. Zudem ist das
        <pb n="146" />
        einzige Wörterbuch, welches vom Kiyao existirt, in 
englischer Sprache herausgegeben. Die andere 
Schwierigkeit wurde durch die drückende Wassernoth 
heraufbeschworen. Die im Februar noch reichlich 
fließenden Quellen versiegten bei dem ausnahmsweise 
sehr heißen Sommer, und ob sich unter der starken 
Lehmschicht noch Wasseradern befinden, konnte bis 
September noch nicht festgestellt werden. Die Auf- 
findung guter Brunnen und das Erlernen der Landes- 
sprache bildete daher die Hauptarbeit unserer 
Missionare. 
Doch wurde durch diese Hindernisse das Missions- 
werk nicht aufgehalten. — Das neue, nach afrikanischer 
Art erbaute Klösterlein St. Peter und Paul ist 
längst bewohnt. Eine Kapelle und ein Schullokal 
traten im Laufe des Sommers noch hinzu. Auch 
das Schwesternklösterlein St. Agnes entstand durch 
die rührige Arbeit der wackeren Missionare. All- 
monatlich geht eine kleine Trägerkarawane von der 
Mission zur Hafenstadt Lindi, um die dort an- 
gekommenen Frachtgüter in Traglasten zur Mission 
zu befördern. Ende September zählte die Mission 
bereits 28 Christen und 61 eingeschriebene Katechu- 
menen, b. h. solche, welche den Vorbereitungsunterricht 
für die heilige Taufe besuchen. Da die Einwohner 
von Lukuledi und Umgegend ein freies Volk sind, 
so können sich die Missionare unmittelbar an die- 
selben wenden; sie eröffneten deshalb auch sogleich 
außer dem sogenannten Internat auch ein Externat. 
Leider sind ihnen bis jetzt nur 13 freie Kinder treu 
geblieben; der stark ausgeprägte Freiheitstrieb erweckt 
in ihnen beständige Wanderlust. Im Internat wird 
täglich zweimal, im Externat wöchentlich zweimal 
Unterricht gegeben und zwar für Frauen und Männer 
stets gesondert. Die Schwarzen zeigen dabei einen 
lobenswerthen Eifer. Sie machen und üben das 
Kreuzzeichen vielmals und sprechen nach Art der 
Kinder die heiligen Worte laut dazu. Die Frauen 
setzen ihren Stolz darin, auch ihre Kleinen darin zu 
unterweisen. Vor dem Unterrichte werden die 
Katechumenen verlesen. Es fehlt selten einer ohne 
Entschuldigung. Nach dem Unterrichte, welchem sast 
regelmäßig auch andere Negerheiden beiwohnen, 
können sich Neueintretende einschreiben lassen. Der 
Unterricht liegt bis jetzt vorzüglich in den Händen 
des Obern, R. P. Basilius, der das Kiyao am 
besten versteht und von den Eingeborenen geliebt und 
geehrt wird. — Im Monat Juli erschienen in 
St. Peter und Paul cin halbes Dutzend Neger- 
häuptlinge aus dem Innern und luden die Missionare 
ein, auch zu ihnen zu kommen und Niederlassungen 
zu gründen. 
Ende August kamen die ersten Schwestern in 
St. Agnes an. Von ihrer Thätigkeit läßt sich des- 
halb auch nur so viel berichten, daß sie von den 
Kranken fleißig heimgesucht werden. Für den Unter- 
richt fehlt ihnen noch größtentheils die Kenntniß der 3 
Sprache. ] 
In die Mission wurden seit November v. Is. 
  
108 
Juünglinge. 
von St. Ottilien gesandt: der hochw. P. Basilius 
Ferstl- Br. Wilhelm, Br. Meinrad, Br. Livinus 
und Br. Hubert, welche am 30. November in Dar- 
es-Saläm anlangten. Ihnen folgten am 15. März 
d. Is. der hochw. P. Antonius Ruedl, die Br. 
Alexius, Leonhard und Ottmar nach. Am 
11. Juni verließen uns die Herren Patres Severin 
und Johannes mit dem Br. Kolumban. — Am 
9. Oktober reiste der hochw. apostolische Präfekt 
P. Maurus zurück; in seiner Begleitung befanden 
sich die Br. Simon und Mathias und die ehr- 
würdigen Schwestern Viktoria, Hiltrudis, 
Rosalia und Viola. — Im Ganzen wurden bis 
jetzt von St. Ottilien 75 geistliche Personen (Priester, 
Laienbrüder und Schwestern) in unsere ostafrilanische 
Mission gesandt. 
Leider war das verflossene Jahr in ganz Ost- 
afrika sehr reich an Fiebern und Dysenterie, einer 
Art Ruhr. Der ehrwürdige Br. Vincenz, Bur. 
Ottmar, Br. Philipp und Schwester Bertha 
starben hinweg als Opfer ihrer Liebe zu Gott und 
den Menschen. Der hochw. P. Dominikus mußte 
ins Mutterhaus abberufen werden, um seine durch 
ein Gallenfieber gefährdete Gesundheit wieder her- 
zustellen. Er weilt noch hier. Desgleichen wurden 
R. P. Cassian und Br. Hubert für einige Zeit 
in die Heimath beschieden, um ihre Kräfte zu erholen. 
Es erübrigt noch, mit einigen Worten des Mutter- 
hauses unserer Kongregation — St. Ottilien — 
zu gedenken. — Das wichtigste Ereigniß war hier 
wohl der Bau und die Erössfnung des neuen Missions- 
seminars. Ende August war es außen und innen 
so weit vollendet, daß die brave Schaar unserer Zög- 
linge in dasselbe übersiedeln konnte. Nachdem das 
Seminar mehrere derselben in das Noviziat abgegeben 
hatte, kam am 1. September der Zuwachs fürs neue 
Schuljahr. Gegenwärtig zählt es 50 Knaben und 
Die meisten Zöglinge besitzen ganze oder 
Dafür sieht man um so strenger 
theilweise Freiplätze. 
Präfekt 
auf gute Anlagen und Charaktereigenschaften. 
des Seminars ist der hochw. P. Plazidus. 
Am 25. Juli ertheilte der hochw. Bischof von 
Augsburg fünf Mitgliedern unserer Genossenschaft die 
heilige Priesterweihe. Zwei Weltpriester traten im 
Laufe des Jahres ein, so daß unser Rückblick einen 
Zuwachs von sieben Priestern zu verzeichnen hat. 
Wiederholt erlebten wir die Feierlichkeit der Ein- 
kleidung und Gelübdeablegung. Im Scholastikate zu 
Dillingen studiren zur Zeit fünf Fratres Theologie 
und Philosophie. Zehn andere Fratres befinden sich 
hier im Noviziat. 
Das Gut der Schwesterngenossenschaft wurde am 
9. September von einem Brandunglücke heimgesucht, 
das den Dachstuhl des Oekonomiegebändes einäscherte. 
Gegenwärtig ist er schon wieder ausgebaut. Ein 
anderes wichtiges Ereigniß für die Schwestern- 
genossenschaft war, daß die Superiorin des Mutter- 
hauses aus Gesundheitsrücksichten ihr Amt als Oberin 
niederlegte. Als Nachfolgerin wurde unter Beisein
        <pb n="147" />
        — 109 
eines bischöflichen Kommissars die Oberin von 
St. Agnes zu Lukuledi, die ehrwürdige Schwester 
Brigitta Korff O. S. B., mit Stimmeneinheit ge- 
wählt. — Das Waisenhaus der Schwestern zählt 
etwa. 25 Kinder. Dieses und die Kinderbewahranstalt 
im Tuhing sollen den Schwestern Gelegenheit bieten, 
sch schon in der Heimath im Unterrichte und in der 
Erziehung von Mädchen zu üben.“ 
Rus fremden Rolonien. 
Die wirtbschaftliche Lage der britischen Nolonien. 
4 Der kürzlich als Parlamentsvorlage veröffentlichte 
Statistical abstract for the several colonial 
aud other possessions of the United Kingdom, 
Tondon 1895, giebt einen Ueberblick über die wirth- 
schaftliche Entwickelung der englischen Kolonien wäh- 
rend der Jahre 1880 bis 1894. Die auf die 
briiichen Besitzungen in Afrika bezüglichen Zahlen 
heilen wir im Nachstehenden auszugsweise mit: 
An offentlichen Einnahmen erzielten: 
1884 1889 1894 
Pfd. Sterl. Pfd. Sterl. Pfd. Sterl. 
Natal 610 937 1 327 105 1 011 017 
Kapland l 2 953 529 3 836 114 53 321 352 
Gos 597932 57 633 137 017 
oldküste 125 956 111 388 218 261 
Sierra Leone 76 210 68 336 99 838 
Tie öffentlichen Ausgaben bezifferten sich für 
1884 1889 1894 
Pfd. Sterl. Pfd. Sterl. Pff. Sterl. 
Katl 707 528 1 132 045 1 082 373 
Lab and 3679 572 3 410 254 5 310 231 
Ggos. 44694 57 458 12429 
Soldtüste. 112 957 125 003 226932 
Sierra Leone 85 259 64 271 93 100 
g. Die Gesammteinnahmen der sämmtlichen britischen 
lonicn beliefen sich auf 
884 
1889 1894 
Pfd. Sterl. Pfd. Sterl. Pfod. Sterl. 
109 162 789 133 147 873 138 799 454 
die Helammtausgaben auf 
à 843 796 128 582 968 141 131 675 
An Zöllen vereinnahmten: 
1884 1889 1894 
Pfd. Sterl. Pfd. Sterl Pfd. Sterl. 
Natall. 179 908 369 461 191 235 
Kapland 897 426 1 132 661 1 532 371 
Lagos 50 755 48297 119793 
Goldküste 110 854 95 371 191 251 
ierra Leone 52 871 49 034 79821 
Der Handel gestaltete sich folgendermaßen. Es 
betrug der Joelueer sic folg b 
1884 1889 1894 
Pfd. Sterl. Pfvd. Sterl. Pfd. Sterl. 
Natals .1 675 850 4 527 015 2239 165 
Kaplands 5 260 697 10 841 454 11 588 096 
  
– 
1884 1889 1894 
Pfd. Sterl. Pfd. Sterl. Pfd. Sterl. 
Lagos. 538 221 464 260 744 561 
der Goldküste 527 339 440 868 688 467 
Sierra Leones 455 424 315 881 478 025 
Es betrug der Export: 
188 1889 1894 
Pfd. Sterl. Pfd. Sterl. Pfd. Sterl. 
Natals. 957 918 1 656 318 1 118 895 
Kaplands 7 031744 9507 663 13 812 062 
Lagos 672 414 457 649 821 682 
der Goldküste 467 228 415 926 850 344 
Sierra Leones 377 055 319 719 426 499 
Deutschland betheiligte sich an dem Import nach: 
1884 1889 1894 
Pfd. Sterl. Pfd. Sterl. Pfo. Sterl. 
Kapland. 45 299 122 429 448 412 
Lagos 151 251 126 138 211 866 
der Goldküste 16 049 44 156 73 147 
Sierra Leone 19 631 20 736 32911 
Nach Deutschland wurde exportirt aus: 
1884 1889 
1894 
Pfd. Sterl. Pid. Sterl. Pfd. Sterl 
Kapland 130 925 99 679 66 193 
Lagos 283 727 213 924 361 508 
der Goldküste 72 131 54 141 104 987 
Sierra Leone 2884 19 659 89 040 
Im Vergleich mit anderen Staaten nahm Deutsch- 
land bei dem Import folgende Stellen ein: 
1884 1889 1894 
Kapland 8 3 
Lagos. .. ... 2 2 2 
Goldküste 3 2 2 
Sierra Leone 3 3 2 
Budget des Rongostaates. 
Nach den im Bulletin oflbciel de I'’Etat in- 
dépendant du Congo mitgetheilten Budgets waren 
die Einnahmen und Ausgaben des Staates in den 
letzten Jahren in folgender Weise veranschlagt: 
Einnahmen Ausgaben 
1893 5 440 000 5 440 000 
1894 4949 000 7 383 000 
1895 6 004 000 7 370 000 
1896 7 002 000 8 236 000 
Unter den Einnahmen des Staates stehen oben 
an 2 000 000 Fres. Vorschüsse des belgischen Staates 
und 1 000 000 Frcs. Zuschuß des Königs. Ueber die 
Art, wie der Staat das erhebliche Defizit, welches jeder 
der letzten Voranschläge zeigt, deckt, fehlen ebenso 
wie über die wirkliche Höhe der Einnahmen und 
Ausgaben der letzten Jahre alle Aufklärungen in 
dem Bulletin.
        <pb n="148" />
        Perschiedene Wilkheilungen. 
Wissenschaftliche Station in der Südsee. 
Der Leiter der zoologischen Station in Neapel, 
Geheimer Regierungsrath Professor Dr. 
beabsichtigt in Ralum (Neu-Pommern) eine Zweig- 
niederlassung zu begründen. 
an der Königlichen Universität Kiel wird zu diesem 
Zwecke mit dem nächsten Postdampfer sich nach Ralum 
110 
— — 
über die Fauna der Gazellenhalbinsel zu gewinnen. 
Die nöthigen eingeborenen Fischer sind bereits in 
Neapel vorgebildet worden. 
lichkeiten stellt der Plantagenbesitzer Parkinson 
zur Verfügung. Das Unternehmen wird durch 
eine Beihülfe aus dem Fond zur Förderung der 
Erschließung Afrikas 
nnterstützt. 
Die nöthigen Räum- 
begeben, um zunächst einen umfassenden Ueberblick 
l 
Dohrn, 
1 
Der Professor Dahl und anderer Ländergebiete 
Dem 31895 er Jabresbericht über Rolonialwolle von Gustav Ebell &amp; Co. 
entnehmen wir folgende Angaben: 
Deutschlands Ein= und Ausfuhr von roher Wolle und Kunstwolle nach den Ermittelungen 
Einfuhr: 
Rohe Schafwolle . Clir. 
Shoddy. - 
zul Ctr. 
r mit dem Vorjahr 
Ausfu 
* PSeené . Ctr. 
Zus. Ctr. 
Verglichen mit dem Vorjahr 
Mehr Ein= als Ausfuhr Ctr. 
Verglichen mit dem Vorjahr 
Ctr. 
Zur Verarbeitung im Deut- 
schen Reich verblieben Cir. 
Einheim. Produktion 
des Aserliche Statistischen Amts: 
« I " · Z 
1893 1892 1891 l 
  
. Durchschniti 
1895 1894 der 16 Jabre 
Z 
— *5 doo 1 585 000 
  
  
  
266 000. 257000 247 000 247000 231 000 245000 296000 199000 86 000 
3 990 000 3 479 000 3228 000 3 428 000 3073 000 2 817 000 300 000 2 881 Ooo 1671000 
+ % % 2 — 2 % 
225000 195000 186000 153 000 189 000 180000 uu000 25v ooo 339 000 
307 000 310000 311 000 250 000 299000 293 000 312 O00, 290000 212 00 
532 O00 505000 497 000 403 O00 488 000 473 000 531 000 547 000 551 000 
+53% 1 6 % — 23 3% — 1, 4% + 3 20% —1090% —3 % KJ 12,30% 
3 305000 2 974000 2 731 Oog 3025 Oo0 2 885 000 2344000 2 9620002 284000 1120000 
+ 14, 30% 4 9% 97% + 17% K 00, % ,5% 1 2% 23, 26 
— 450000 451000 4352000. As000 454000 455 000, # 631 Ooo 
I l 
384800034240003182000347700030380002 49800030170002 440000 1651000 
  
Die Einfuhr von roher Wolle im Jahre 1895 übersteigt alle bisher erreichten Ziffern von Neuem 
um ein sehr Beträchtliches. 
Der direkte Import von Kapwollen nach Deutschland betrug: 
  
1895 
Ballen 10000 orooo ios ooo "5000 "500 
1894 1893 
1892 1 1891 1890 1859 1868 1837 1886 
'5000 93000 Svooo 68000 60 o00 
Der direkte Import hat also die Höhe von 1893 wieder erreicht. 
Die Dürre, an welcher es leider auch neuerdings nicht fehlt, ist Ursache cines thatsächlichen weiteren 
kleinen Rückganges der Kapproduktion, doch hängt es mit übergehaltenen Wollen aus 1894 und deren 
Verschiffung im vorigen Jahre zusammen, daß die Abnahme nicht in Erscheinung tritt. 
In Bezug auf Rendement haben Kopwollen, obgleich manchmal weniger ansehnlich, nichts zu 
wünschen übrig gelassen. 
als sonst Leschoren wurden, 
des „Scab 
Wenn aus der diesmaligen Spätsaison weniger ausgewachsene 12 Monatswollen 
so liegt es daran, daß viele Herdenbesitzer die Schur noch vor Inkrafttreten 
Act“ — eines Gesetzes zur Ausrottung der Rändekrankheit unter den Schafen — zu beendigen 
wünschten; Wuchs und Beschaffenheit der Kapwollen werden in einigen Jahren zweifelsohne großen Vortheil 
davon haben.
        <pb n="149" />
        111 
— 
Vergleichende Uebersicht der Wollpreise von einigen Hauptgattungen in Berlin 
am Jahresschluß: 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
.189. 1600 1892181 1500 1899 186s ibs ivboien ihs vhale 
5 reis rei 
18o5 1584 1888 182 1.1 18% 1-86% 1388 156K 1580 16 1359 
Pf. p. Ko. « i · 
Cap extru suber snow white 300 290 310 300 310 340 390 330 330 37 25 2900 480 
gute conntry scoured 200 200 210 210 220 250 300 250 ⅜ 250 " 280 235 1 195 400 
" · 1 “ 1 1. 
ca. 400 oige Durchschnitts greose 110 100 115 115 120 135 150 125 120 1325 100 180 
Fabrikgew. Cap, Durchschn.-Qual. 280 270 200/290 300 340 380 320 310 310 %10 1 — — 
Deutsche Stoff= und Kammwolle 235 215 235 n 240 255 285 310 280 285 32065 215 00 
(Rückenwäsche) HHaccccc l , 
Statistik über die Wollengarn- und Wollenwaaren-Branche: 
s - scis-liszksfxsssixsszges-Hisng 
5 Jahr 
1895 1894 1893 1892 1 8723 
Wollengarne Er492000 420000 485000 405000 358000 368000 492 0oo, 390 000 3 000 
Verglichen mit dem Vorjahr 
Wollenwaaren. C1 31600 35 600 38 500 
Verglichen mit dem Vorjahr —– 
A us fu h r; 
——0 
  
  
+17, 101C% 1977%%4 147 5% —41% –14% 1% % 
34000 zi soo 34500 31400 26 00 1 i*- 
1 · i „ l 
— 112% —7,5 5/%4 13,2% + 7,9% — 8,7 ½% +9,9% + 19 4% – 6 % 
  
  
Wollengarne 
Ctr. I81 ooo u2000 140 ooo 
185000 i21 ooo 120 800 131 ooo 13vooo 101 o00 
  
  
ses ooo 
Verglichen mit dem Vorjahr 45,2 5— 22,9% 
Wollenwaaren GlG6 Ooo 520 000 
Ctr. 
Verglichen mit dem Vorjahr 
ogo — —79% —43 ½ — 18 
sbo doo sst ooo 558 000, 525 ooo sss ooo 390000 
» s ·"·"—-'« 1 I 
18.,50/0 — 100/0 — 0,3 oso 4,7 5 —04 5% + 6,3% — 7,. oso — 0,5 5% 
  
  
Total-Einfuhr: wine Eus 456 523 1 
  
Verglichen mit dem Vorjahr 
Total-Ausfuhr- 
524 
l 
  
MilleElL 
797I692I718I719I67I677 
#463 
406 1 44 
439 — 884 402 
» - -- x 
+14,9% — 12,8 0—4. 19,1 5/%— 14,3% —",5 5% — 13,2% + 14% # —+ 3,4 5½ 
  
  
  
  
Verglichen mit dem Vorjahr 
Mehr Ausfuhr: Mie Ctr. 
  
2738 236 I 1½5 
654 # :05 441 
. " 
+152% —36 % ot % G F. 3 % 4 3 S —%1% 
280 291 — 275 I 191 299 I 67 
Glan- Die Zunahme von ca. 17 ½% in der Einfuhr von Garnen entfällt ausnahmslos auf harte und 
anzgarne, deren Herstellung fast ausschließlich in England geschieht. 
Titteratur. 
Rudolph Slatin Pascha: Feuer und Schwert 
im Sudan. Meine Kämpfe mit den Derwischen, 
miltc, Gefangenschaft und Flucht 1879 bis 1895. 
eipzig 1896. Brockhaus. 
die bcheinander haben im Laufe der letzten Jahre 
den se erlebenden der schweren Katastrophe, welche 
8 a zu Anfang der 80er Jahre heimgesucht 
verör le Schilderung ihrer Leiden und Kämpfe 
proabentlicht, Von den Bewohnern der Acquatorial- 
hab inz, welche dem Mahdi siegreich widerstanden, 
en Wilhelm Junker, Casati und Vita Hassan 
ihre Erlebnisse aufs Eingehendste geschildert. Sobald 
auch noch die Tagebücher Emin Paschas gedruckt 
sein werden, wird es möglich sein, die Ereignisse in 
jenen Gegenden bis ins Kleinste zu verfolgen. Seit 
es nun einigen, trotz aller Leiden am Leben geblie- 
benen weißen Gefangenen des Mahdi geglückt ist, 
aus dem Sudan zu entfliehen, bekommen wir auch 
ein treues Bild von der Entstehung und dem Ver- 
lauf des Mahdistenaufstandes und den Zuständen im 
Reiche des geheimnißvollen sudanesischen Usurpators 
und seines Nachfolgers. Den ersten hochinteressanten 
Einblick in diese Verhältnisse hat P. Ohrwalder 
in seinen Erinnerungen gewährt. Häufig war darin
        <pb n="150" />
        Slatins und seiner Schicksale gedacht. Nun hat 
auch er das Glück gehabt, den Klauen der Mahdisten 
zu entkommen, und kann nun selbst der Kulturwelt 
Alles, was er erlebt und erduldet hat, erzählen. Da 
die Gefangenen der Mahdisten nicht die Möglichkeit 
hatten, Aufzeichnungen zu machen, ergänzen sich ihre 
Schilderungen in vieler Hinsicht, und auch wer Ohr- 
walders Buch gelesen hat, wird bei Slatin noch 
vicles Neue und Lesenswerthe finden. Möchte es 
bald auch dem letzten Weißen beim Mahdi, dem 
Preußen Neufeld, gelingen, aus dem Sudan zu 
entkommen und seine Gefangenschaft zu beschreiben. 
Seine Erinnerungen dürften leider noch trauriger 
und ergreifender als die seiner Vorgänger sein. 
L. Hevesi: Wilhelm Junker. Lebensbild eines 
Afrikaforschers. Berlin 1896. Weidmannsche 
Buchhandlung. 
Aus Briefen, die W. Junker an seine Familie 
gerichtet hat, und seinen im Nachlaß vorgefundenen 
Tagebüchern hat der dem Verewigten befreundete 
Verfasser ihm hier ein prächtiges Denkmal gesetzt. 
Was Junker als Forscher und Mann der Wissen- 
112 
schaft war, beweist ausreichend sein großes dreibändiges 
Reisewerk, welches jederzeit eine Zierde der deutschen 
geographischen Litteratur bilden wird. Im vor- 
liegenden Buche lernt auch der, welchem es nicht 
vergönnt war, Junker persönlich zu kennen, ihn als 
liebenswerthesten, vorzüglichen Menschen kennen. Die 
Schrift wird jeden Leser mit höchstem Interesse 
erfüllen, denn der gesammte Bildungs= und Ent- 
wickelungsgang des hochbegabten Mannes tritt ihm 
darin aufs Lebendigste entgegen. Vieles ist ganz 
neu. Besonders zur Beurtheilung Emin Paschas 
werden höchst merkwürdige Beiträge geliefert, die 
bisher nur ganz wenigen nahen Freunden Junkers 
bekannt waren. 
Der von G. Meinecke herausgegebene deutsche 
Kolonialkalender ist soeben für das Jahr 1896 er- 
schienen. Das handliche kleine Buch enthält in 
knapper Form die erschöpfendste Auskunft über die 
sämmtlichen Schutzgebiete und Alles, was mit Ver- 
waltung, Rechtspflege, Mission, Post, Plantagen- 
wirthschaft, Handel und Verkehr daselbst zusammen- 
hängt. 
  
  
  
Schiffsbewegungen. 
(Die Zeit vor dem Orte bedeutet die Ankunft, hinter dem Orte die Abfahrt des Schiffes.) 
S. M. S. „Bussard“ 5/11. Apia. — 30/1. Sydney. (Poststation: Hofpostamt.) 
S. M. S. „Condor"“ 13/12. Sansibar. (Poststation: Sansibar.) 
S. M. S. „Cormoran“ 30/11. Shanghai 23/1. — 25/1. Amoy. (Poststation: Hongkong.) 
S. M. S. „Falke“ 29/7. Apia 10/11. — Rundreise. — Jaluit 16/12. — Neu-Guinea. — 1/2. Neu- 
castle (Neu-Süd-Wales) 4/2. — Sydney. (Poststation: Hofpostamt.) 
S. M. S. „Hyäne“ 30/12. Kamerun. (Poststation: Kamerun.) 
S. M. Vermessungsschiff „Möwe“ 16/11. Herbertshöhe. (Poststation: Matupi.) 
S. M. S. „Seeadler“ 23/12. Lourengo Marques. (Poststation: Natall.) 
S. M. S. „Sperber- 9/10. Kamerun. (Poststation: Kapstadt.) 
DPerkehrs-Machrichten. 
In allen Post= und Telegraphenfragen ist als bestes und vollständigstes Nachschlagebuch das von 
H. Hettler zu Stuttgart im Verlag von Richard Hahn herausgegebene Posthandbuch für die Geschäfts- 
welt, VI. Jahrgang 1896, zu empfehlen (Preis 1,20 Mk.). Das Buch bietet alle nur irgend nöthigen 
Auskünfte über Brief-, Drucksachen-, Packet-, Telegraphenverkehr. Auch alle gesetzlichen Bestimmungen über 
Zurückziehung von Sendungen, Adressenänderung, Nachsendungen, Reklamationen u. s. w., über welche das 
Publikum so oft im Unklaren ist, sind hier abgedruckt. 
Nach dem Bericht der Budgetkommission der französischen Kammer beabsichtigt die französische 
Regierung außer dem bereits im Betrieb befindlichen Telegraphenkabel zwischen Majunga und Mozambique 
jebt eine Kabelverbindung von Tamatave nach Réunion und von dort nach Mauritius herzustellen. Die 
Kosten des 600 km langen Kabels werden auf 2 600 000 Frcs. veranschlagt. Auf Madagaskar wird ein 
Landtelegraph zwischen Tamatave und Tananarive geplant, der etwa 407 000 Frcs. kosten wird. Für die 
Erhaltung der Kabel soll ein Schiff für 501 000 Frcs. angeschafft werden. Die Kosten der Instandhaltung 
der Kabel werden auf 224 701, die des Landtelegraphen auf 41 700 Frcs. im Jahre veranschlagt.
        <pb n="151" />
        113 
— — 
Josthanosschtfverbindungen nach den deutschen Schutzgebieten. 
  
  
. 2 —. — Ó 
Die Abfahrt erfolgt Ausschifsungshafen. Briefe müssen aus 
Nach vom Ein- auer Berlin spätestens 
schiffungshafen anm folgenden Tagen der Ueberfahrt abgesandt werden 
—— — 
Near am 11. März, 8. AprillDar-es-Salam 
U t Schiffe) izo atds. — 21 9e I amS mß- b. Wrn 
1. Deutsch· Ostafrita. am 1., 29. März ansibar 21 Tage I abds. 
Brindisi 
cnnglcha Schiffe) abds. 
Marseille am 10. jedes Mts. 
(Cranzösische Schisfe), 40 ums. 
  
  
Sansibar 18 Tage 
  
  
  
  
  
  
  
am 8. jedes Monats 
950 abds. 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Southampton am 22. Febr., 28. März, Walfischbai 30 Tage am 21. Febr, 27. März 
2. deutsch- Lüdwestafrika. |A (englische Schiffe) 0 ums. 11 8 oms. 
ambucg am 31. März, 31. Mais Swakopmund 30 Tage *n. 31. in 31. Mai 
(beu#sches Schisss nachts m“ 
A Hamburg 6 am 10, jedes Monats Kamerun 24 Tage am 10. sihes Monats 
3. Ramerun (deutsche Schlffe) nachts 
. dinego in am 18. Febr., 18. März s Kamerun 22 Tage mi di 16. März 
(englische e) s nn 
4 am 10. jedes Mts. nachtss Kl p age 
Togos Gehiet burg am 20.jedes Mmts. . Lome 31 Tage am 10., 20. und Letten 
Cvon Acera bez. Quittah che chiffe) g| po 33 Tage ied. Mts. 720 abd. 
mittelst Boten nach Lome am Letten jed. MWts. K po od. Accra 
und Klein-Popo). am 26. Petu, Quittah?) oder Klein= am 24. Februar, 
l n— 11., 25. Mä Popo 35 Tage 9., 23. März 15 ums. 
5 Neapel am 11. März, 6. MaiFriedrich Wilhelms= 3s am 9., 13. März, 
Ddeutsch-Neu Guinea.eutsche Schie) (bds. hafen 45 Tage 4., 8. Mai 
Brindisi am 15. März, 10. Mai Tage 108 abds. 
(Nachversand) abds. 6 
6. Brindisi am 15. März, 10. Mai Jaluit etwa 60 Tage am 13. März, 8. Mai 
Marshall. Insein. (über i 1" abds. l 10 abbs. " 
Eintreffen der Post aus den deutschen Schutzgebieten. 
Landungs- Die Post ist fälli Landungs= Die Post ist fällig 
Von hafen in Berlin 8 Von hafen in Berlin 
Neapel amb. „März,3.April 
beutsch. Ostafrika * Brindisi. .. am 25. Feb. , 24. När Togogebiet Hamburg en 10.“ und 25.-6% 
Marseille . am 22. Feb., 2. April jedes Monats 
2 südwestafrika Plymonth. am 17. März, 21. Apr. Deutsch-Neu-Guinea.Neapel. am 6.* März, 2.* Mai 
Kamerun. Hamöurg .. am 25.7 jed. Monats · 
Liverpool 3 Marshall - Inseln . .. Marseille . am 22.Feb., 18. April 
ärz 
* Fälligkeitotage für die mit deutschen Schissen eintrefsenden Posten. 
Schifsbewegungen!? der t Deutschen —. (Hamburg.—Ostafrith 
Reichsposidampfee neise Lezte Nachrichten 
von D nach bis 8. Februar 1896 
„ aiser“ 
„Kanzler Durban Hamburg am 4. Februar ab Delagoabay, 
„Bundesrath“ Hamburg Durban am 7. Februar an Lissabon. 
. ae3cher rath. Durban Hamburg am 5. Februar ab Neapel. 
„Admircz Hamburg Durban am 7. Februar ab Alisingen. 
„Gener 7., ««·«'« Hamburg Durban am 7. Februar an Dar-es-Saläm. 
alliii Durban Hamburg am 5. Februar ab Durban.
        <pb n="152" />
        Stissotemegungen der Woerwann-Linie, Gesellschaft m. b. H. 
114 
  
  
  
  
  
Reise Lette Nachrichten 
Poswdampfer von 1 nach bis 12. Februar 1896 
„Aline Woermann“. Ponta Negra amburg 31. Januar in Accra. 
„Anna Woermann“. Hamburg - Kap Palmas 15. Januar ab Hamburg. 
Carl Woermann“ Hamburg D Kotonon 28. Januar in Tanger 
„Eduard Bohlen“ Congo "„ Hamburg 11. Februar Vlssingen passirt. 
„Ella Woermann“ Hamburg " Kap Palmas 8. Februar in Sierra Leone. 
„Erna Woermann“ Kap Palmas D Hamburg 11. Februar in Las Palmas. 
„Gertrud Woermann“ Hamburg « Ponta Negra 7. Februar in Lagos. 
„Gretchen Bohlen“ Kotonou Hamburg 8. Februar in Hamburg. 
„Hedwig Woermann“ Kotonon Hamburg 11. Januar in Accra. 
„Jeannette Woermann“. Loanda Hamburg 12. Februar in Hamburg. 
„Kurt Woermenn“ Hamburg Loanda 9. Februar in Loanda. 
„Lulu Bohlen“ . ambur Ponta Negra 10. Februar ab Hamburg. 
„Marie — . Ponta Negra Hambr 11. Februar in Kamerun. 
„Melita Bohlen“ . Hambur Lüderitzbucht 10. nuar in Teneri 
„Professor Woermann" . Kap almgaö I 27. Dezember in Hamburg. 
„Thekla Bohlen“ . Lüderitzbucht Hamburg 30. Januar in Loanda. 
  
Werke der deutschen und ausländischen Litteratur. 
  
  
Usgemeine Vosonlaf- und 
Reise-Litteratur. 
       
5 
Die erangellschen Miosionen. 
Illustr. Familienblatt. Herausg. von 
Jul. Richter. I. Jahrg. 1895. Monatl. 
1 Helt von 24 S. Jährl. 4 3, krei ins 
HNans 3, 20. Probehefte gr. u. Irko. 
Verl. v. C. Bertelsmann in Gätersloh. 
  
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sse 10. (i l 
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dem Auslande. Bezugsquelle „Ummtl. in- und 
ansilind. Zeitschriften. Litterarische Auskunfte 
Doereitwilligst und kostenfrei. Verzeichnise 
unberechnet und postfrei. 2) 
Unset Iteenr. 50 Bilder in Quart- 
Dormat. IIervorrug. deutsches Armee- 
werk. Kompositionen des Ilistorien- 
u. Schlachtenmalers G#ur, Röchling. 
Prachtmappe &amp; 35.—. (½ 
Verl. von C. T. Wiskott. i- Breslan. 
Klenchke, Hauslexikon der Gesund-- 
heitslehre, S. Aull., Preis geh. 14., 
eleg. geb. 16.50 . ist unerkunnt das 
vol niei Dill. u. praktaller Ge- 
#agbeitsprher. die bis jetzt existir. 
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Standinger, P., Die Haussaländer. 
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b. M. 12,—. 
Wolst, Dr. W., 
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Ztg. I. Stellens Werk ist ein Spiegel 
des gesammten engl. Lbens. wie er 
in solcher Klarheit dem engl. Volke 
noch nicht vorgehalten worden ist“ 
(Dresd. Nnuchrichten). (85*) 
Verl. v. IIobbing &amp; Bienlt, stuttFart. 
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Geschliftsleiter: Mux# Pechstein. 
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zwischen dem Nyassa- und Tanganyika- 
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Schilderungen“ niedergeschrieben, die Allen 
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Reichsdienst begeben. 
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sendung (Teplitzer St: idtquelle) der 
Siadigemeindo Teplitz-Schönau i. B. 
  
  
  
  
  
Mneikinstrumente feiner und leinster 
Oualitäten dirckt aus der (lentrale 
des dentschen Instrume. mrenle#nen 
Markneukirchen i. S. No. 325, 
von der I. Sächs. Ausikinstrumenten-- 
Manufuktur Schubter &amp; Co. (19) 
Tlauptpreisl. frei. Glligste Nettopreise. 
  
  
  
Petlag der ii*3 huchhandlung, 
Berlin 8 
Soeben. ist erschienen: 
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Wilhelm Junker. 
Lebensbild eines Afrikaforschers 
von 
Tndwig BHBrvelsi. 
Mit einem Bildniß. #) 
S'. (IV u. 213 S.), geh. 5 Mark, 
  
  
  
geb. in eleg. Halbleder 8 Mark.
        <pb n="160" />
        — 122 — 
WOERMANN-LINIE, m. b. H. 
Am 20. Februar: P. D.„Gretchen Bohlen“, Capt. Jürgens, 
nach Tanger, Casablanca, Mazagan, Mogador, Monrovia, der Goldküste, 
Togo, Whydah und Kotonou. 
Am 29. Februar: P. D „enannette Woermann“, Capt. Heldt, 
nach Teneriffe, Las Palmas, Gorée und den Ilälen der Südwestküste Afrikas von Landana 
bis Loanda sowie nach Benguella. 
  
Nach Bissac und Bolama: am 15. Mürz und 15. Anui 1896. 
Nach Deutsch-Südwestafrika: am 31. Mürz, 31. Mni, 31.Juli und ferner jeden zZweiten Monalt. 
Alle Gitter milssen am Tage vor dem 4159c#nsckuttem bis I2 Uhr mittagys M#nysseite sein. 
Nüheres wegen Fracht und Passage ertheilt in Hamburg die Woermann-Linie, m. b. H. sowie der Schifts- 
makler Angust Bolten, Wm. Miller'’'s Nachfolger, Admiralitätstrasse 33/34. 12 
Deutsche Ost- Afrika-Linie. 
Regelmässige Postdampfer - Verbindung 
unter Vertrag mit dem Deutschen Relche 
zwischen 
Hamburg, Ostafrika und Transvaal 
Amsterduam, Lissabon und Neapel anlaufend. 
Die nächsten fahrplanmüässigen Expeditionen finden statt: 
  
R. P. D. „BUNDESRATH“, C(apt. Stahl 26. Febr. 1896 ab Hamburg (lt. Fahrblan) 
R. P. D. „KAISER“, Capt. v. Issendorftl 25. Müirz „ ab Hamburg „ 
E. P. D. „ADIIRAI“, Capt. Wesl 22. Apri. „ ab IHasmburg " 
R. P. D. „KANZLER“, Capt. Elson 20. Mai „ ab Hamburg (" 
nach Tanga, Dar-es-Saláäm, Sansibar, Mozambique, Beira, Delagoa-Bai und Natal. 
Diese Dampfer nehmen auch Passagiere und Waaren nach 
Bagamoyo, Saadani, Pangani, Kilwa, lIbo, Lindi, Quelimane, Chinde, Lamu und 
Mombassa. 
Regelmässig alle acht Wochen Postdampfer 
  
aEb Hamburg zums KNap de Jiten Hoyntn#t direkt nach Durban, Delagoc-Baf, 
Inanhane, Moscmibiqcne. 
Nächste Exbedition: Dampfer „GENERAL“, Capt. Astbausen, 29. Mürz 1896. 
Die Dampfer Laben vor-#toliche Esnrichet###upen # Pr#ssagtere in allen Klaussen. 
Ferner zwischen Ostafrika und Bombay regelmässig alle vier Wochen im Anschluss 
an die UHauptampler. 
Näheres ertheilt in Hamburg: . (20) 
wegenFruchtderscliisssmaklekhugustBolvomWD.MilloI-"sNaclikolgek, 
wegen Passage die Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Aktien-Gesellschaft, 
vowie wegen Fracht und Passage die 
Deutsche Ost-Afrika- Linie, 
Gr. Reichenstrasse 25. 
* Verantwortlicher Redalteur für den nichtamtlichen Theil: O. Merti nat, Verlin. * 
Druck und Verlag der Königlichen Hofruchbandlung und Hoibuchdruckerei von E. S. Mittler &amp; Sohn, Verlin sW 12, Kochstraße 5—71. 
Ausgegeben am 15. Jebruar 189 um 3 Uhr ach’rrettna#.
        <pb n="161" />
        Deutsches Kolonialblatt. 
Amtsblatt für die Schutzgebiete des Deutschen Reichs. 
heransgegeben in der Solonial· Ablheiluig des Auowũrligen Amls. 
  
  
  
  
VII. Jahrgaug. Gerlin, 1. März 1896. Nummer 5. 
Dieie. Zeitichrift ericheint in der Regel am 1. und 15. jedes Monats. Derselben werden als Veiheste beigefügt dic mindestens einmal vierteljährlich 
Pwhesene #heint von Forsch isenden und Gelehrten aus den deutschen Schutzgebicten“, herausgegebon von Dr. Freiherr 
Kolmua 
). ne n. * . 
Jllchlpandluncht WILL-,direktunlekStkciibanddurchdieVerlagsbuc-lmndlutmMk-.s7llIIDOlIUchWIDIllldOcllckkflchsxluqatthMl.3,75für 
IkwstdckdcdWeltwfwctcinw—EinicndsmgcnundslnskagknsinkmdicstömqltcheOptbnchhnndlzmavthStint Stefsncd Mittler 
und Sohn, Verlin SW 12, Kochstraße 68—71, zu richten. (Eingetragen in der Zeitungs-Preisliste für 1896 unter Nr. 1910.) 
Der vierteljährliche Abonnementspreis für das Koloniakblatt mit 0 iheiten beträgt beim Bezuge durch die Post und die 
  
Inhalt: Amtlicher Theil: Auszug aus dem Statut der Siedelungsgesellschaft für Deutsch-Südwestafrika S. 123. — 
Ertheilung der Ermächtigung zur Beurkundung des Personenstandes an den Referendar Zache S. 127. — Ernennung 
von Beisitzern der Kaiserlichen Gerichte für Deutsch-Ostafrika für die Dauer des Jahres 1896 S. 127. — Nach- 
weisung der Brutto-Einnahmen bei der Zollverwaltung für Deutsch-Ostafrika für den Monat November 1895 
S. 128. — Personalien S. 128. — Beilage: Allerhöchste Verordnung, betreffend die Gerichtsbarkeit über die Ein- 
geborenen in den afrikanischen Schutzgebieten, vom 25. Februar 1896. 
Nichtamtlicher Theil: Personal-Nachrichten S. 1268. — Deutsch-Ostafrika: Ueber die Vertheilung der 
Schutztruppe S. 120. — Kamerun: Handelsbewegung S. 129. — Togo:; Inspektionsreisen S. 130. — Ueber 
das Krankenhaus in Togo S. 130. Deutsch-Südwestafrika: Künstliche Bewässerung 130. — Aus dem 
Bereiche der Missionen und der Antisklaverei-Bewegung S. 131. — Aus fremden Kolonien: 
Die Heuschrecken-Vertilgung auf Cypern S. 135. — Krieg mit Unyoro S. 136. — Angorazucht im Kaplande 
S. 136. — Eisenbahnbau in Sierra Leone S. 136. — Kongobahn S. 136. — Verschiedene Mittheilungen: 
Neue Kautschukbäume S. 136. — Preiausschreiben S. 137. — Die Zeitung „CGuzette for Zunzibur and Enst 
Alrien“ S. 137. — Litteratur S. 137. — Schisssbewegungen S. 139. — Verkehrs-Nachrichten S. 139. — Anzeigen. 
  
Amtlicher Theil. 
Geseze; Herordnungen der Reichsbehörden. 
Der Bundesrath hat in der Sitzung vom 30. Januar d. Is. beschlossen: 
„Der Siedelungsgesellschaft für Deutsch= Südwestafrika wird auf Grund der dem 
Gesellschaftsvertrage vom 20. Dezember 1895 beigelegten, vom Reichskanzler genehmigten Satzungen die 
Fähigkeit beigelegt, unter ihrem Namen Rechte, insbesondere Eigenthum und andere dingliche Rechte an 
Grundstücken zu erwerben, Verbindlichkeiten einzugehen, vor Gericht zu klagen und verklagt zu werden." 
Auszug aus dem Statut: 
I. Sitz und Zweck der Gesellschaft. 
8 
Die Gesellschaft hat ihren Siß in Berlin. 
Zweck der Gesellschaft ist die wirthschaftliche Erschließung des deutschen Schutzgebietes 
von Südwestafrika. Die Gesellschaft kann alle zu diesem Zweck von ihr für dienlich erachteten und 
rechtlich erlaubten Handlungen vornehmen, insbesondere Grundeigenthum erwerben, bewirthschaften und 
verwerthen sowie Handel, Gewerbe, einschließlich des Bergbaues und dem Verkehr dienender Einrichtungen, 
selbständig oder durch Betheiligung an dergleichen Unternehmungen betreiben. 
83. 
Zunächst wird die Gesellschaft auf Grund der Konzession der Kaiserlichen Regierung die Besiede- 
lung der ihr verliehenen Gebietstheile, und zwar hauptsächlich durch Ansiedler deutscher Herkunft in Angriff 
nehmen. Sie wird auf die Herstellung einer regelmäßigen, möglichst direkten und häufigen Schiffsverbindung 
zwischen Deutschland und dem südwestafrikanischen Schubgebiet sowie auf die Verbesserung der Verkehrswege 
zwischen der Küste und dem Innern des Schutzgebietes und auf solche Einrichtungen Bedacht nehmen, 
welche den Betrieb der Landwirthschaft und den Absatz ihrer Erzeugnisse seitens der Ansiedler zu erleichtern 
geeignet sind.
        <pb n="162" />
        — 124 — 
II. Grundkapital. 
Das Grundkapital der Gesellschaft ist vorerst auf 300 000 Mark, eingetheilt in 1500 Antheile zu 
je 200 Mark, die sämmtlich gezeichnet und auf welche bis jetzt 128 450 Mark eingezahlt sind, festgesetzt. 
Die Antheilscheine lauten auf Namen. Nur deutsche Reichsangehörige oder Gesellschaften, welche in Deutsch- 
land ihren Sitz haben, können Antheilscheine erwerben. Auf die Gesellschaft gehen die sämmtlichen Aktiven 
und Passiven des Syndikats für südwestafrikanische Siedelung über. Soweit die Einzahlungen auf die von 
dem Syndikat ausgegebenen Interimsscheinc noch nicht vollständig geleistet sind, hat der Verwaltungsrath 
das Recht, die volle Einzahlung zu fordern. Die Aufforderung muß mindestens vier Wochen vor dem 
Zahlungstage durch die Gesellschaftsblätter (§ 41) bekannt gemacht werden. 
III. Haftbarkeit. 
86. *ê# 
Für die Verbindlichkeiten der Gesellschaft haftet ihren Gläubigern nur das Gesellschaftsvermögen. 
IV. Mitgliedschaft, Antheilscheinc. 
87. 
Mitglieder der Gesellschaft sind die Eigenthümer der Interims- bezw. Antheilscheine. 
8 13. 
Die Mitglieder unterwerfen sich für alle Streitigkeiten mit der Gesellschaft aus dem Gesellschafts- 
vertrage den Berliner Gerichten. 
V. Organisation und Verwaltung. 
§ 14. 
Die Organe der Gesellschaft sind: 
a) der Verwaltungsrath, 
h) die Revisoren, 
) die Hauptversammlung. 
a. Der Verwaltungsrath. 
15. 
Der Verwaltungsrath besteht aus mindestens sechs und höchstens sechzehn Mitgliedern. 
8 16. 
Der erste Verwaltungsrath wird von der konstituirenden Versammlung, im Uebrigen werden die 
Mitglieder des Verwaltungsraths in der ordentlichen Hauptversammlung erwählt. 
Der Verwaltungsrath ist, wenn er aus weniger als sechzehn Mitgliedern besteht, befugt, mittelst 
einstimmigen Beschlusses die Zahl der Mitglieder durch Zuwahl zu ergänzen oder auch bis zur Höchstzahl 
zu vermehren. Die Amisdauer der zugewählten Mitglieder reicht jedesmal bis zur nächsten ordentlichen 
Hauptversammlung. 
In jeder ordentlichen Hauptversammlung scheiden die drei der Amtsdauer nach ältesten Mitglieder 
aus dem Verwaltungsrath aus. Bei gleicher Amtsdauer entscheidet das Loos. Wiederwahl ist zulässig. 
Nur Mitglieder der Gesellschaft können Mitglieder des Verwaltungsraths sein. 
817. 
Der Verwaltungsrath wählt alljährlich in seiner ersten Sitzung nach der ordentlichen Haupt- 
versammlung aus seiner Mitte einen Vorsitzenden und dessen Stellvertreter. 
818. 
Der Verwaltungsrath hat die ausschließliche Leitung und Verwaltung aller Geschäfte der Gesellschaft. 
Der Verwaltungsrath vertritt die Gesellschaft nach außen und dritten Personen gegenüber in allen 
Rechtsgeschäften und sonstigen Angelegenheiten ohne jede Ausnahme einschließlich derjenigen, für welche es 
nach dem Gesetz einer Spezialvollmacht bedarf. 
Beschränkungen des Verwaltungsraths durch dieses Statut oder durch Beschlüsse der Hauptver= 
sammlungen haben dritten Personen gegenüber keine rechtliche Wirkung. 
19. 
Erklärungen oder Unterschriften sind für die Gesellschaft verpflichtend, wenn dieselben unter dem 
Namen der Gesellschaft enkweder von dem Vorsitzenden des Verwaltungsraths oder dessen Stellvertreter 
nebst einem anderen Mitglied oder von zwei geschäftsführenden Direktoren (§ 25) oder von einem geschäfts- 
führenden Direktor zusammen mit einem Mitglied des Verwaltungsraths oder mit einem zur Mitzeichnung 
befugten Beamten der Gesellschaft geleistet werden.
        <pb n="163" />
        — 125 — 
6 8 20. 
durch ei Der Verwaltungsrath faßt seine Beschlüsse, soweit in diesem Statut nichts Anderes bestimmt ist, 
urch einfache Stimmenmehrheit. Jedes Mitglied hat eine Stimme. 
*’*i 8 25. 
Verwaltu Verwaltungsrath kann einen oder mehrere geschäftsführende Direktoren, welche Mitglieder des 
zucun - raths sein dürfen, Geschäftsführer und sonstige Bevollmächtigte ernennen und mit ihnen Ver- 
v7 sch ießen, unter Bestimmung der ihnen zustehenden Befugnisse und obliegenden Pflichten sowie des 
unen zu gewährenden Gehalts. 
» 8 26. 
sonsti dJDie Legitimation der Mitglieder des Verwaltungsraths, der geschäftsführenden Direktoren oder 
dur ger Geschäftsführer und Bevollmächtigten wird, soweit die Gesetze nicht etwas Anderes vorschreiben, 
ch Attest des Auswärtigen Amts geführt. 
b. Die Revisoren. 
· §2s. ... 
des Die erste ordentliche Hauptversammlung hat zwei oder drei Revisoren, welche nicht Mitglieder 
es Verwaltungsraths sein dürfen, auf die Dauer von drei Jahren zu wählen. 
Die Revisoren sind berechtigt, an den Sitzungen des Verwaltungsraths mit berathender Stimme 
theilzunehmen, jederzeit Einsicht in den Schriftwechsel, die Bücher, Rechnungen und Urkunden der Gesell- 
schaft zu nehmen und auf Grund eines einstimmigen Beschlusses eine außerordentliche Hauptversammlung 
berufen zu lassen. « 
»-·»SiehabendicBeständeunddassonstigeVermögendechfellsthfhdichIhkeskcchWUllenWd 
Abschlüsse sowie zeitweilig die Kassen, Guthaben und Schulden der Gesellschaft zu prüfen und darüber an 
die ordentliche Hauptversammlung Bericht zu erstatten. 
c. Die Hauptversammlung. 
8 29. 
Die Hauptversammlung vertritt die Gesanimtheit der Gesellschaftsmitglieder. Ihre Beschlüsse und 
Wahlen sind für alle Gesellschaftsmitglieder verbindlich. 
« §30. 
Die Hauptversammlungen finden in Berlin statt. 
8 Zu. ... 
In der Hauptversammlung berechtigt jeder Antheil zu einer Stimme. Stimmberechtigt sind nur 
die in das Gesellschaftsregister eingetragenen Personen. 
133. * 
Innerhalb der ersten sechs Monate eines jeden Geschäftsjahres, zuerst im Jahre 1897, findet die 
ordentliche Hauptversammlung statt, in welcher folgende Gegenstände verhandelt werden: 
1. Geschäftsbericht des Verwaltungsraths, Vorlegung der Bilanz nebst Gewinn= und Verlustrechnung 
für das abgelaufene Geschäftsjahr; 
.Beschlußfassung über die Bilanz und die Entlastung des Verwaltungsraths; 
Beschlußfassung über die Gewinnvertheilung, Feststellung der Dividende; 
. Wahlen zum Verwaltungsrath; 
Sonstige Gegenstände der Tagesordnung. 
Ei ##0 
8 34. 
Außerordentliche Hauptversammlungen können vom Verwaltungsrath jederzeit und müssen berufen 
werden auf Verlangen 
1. des Kommissars des Reichskanzlers, 
2. von Gesellschaftsmitgliedern, welche mindestens ein Zehntel des Gesammtkapitals der Gesellschaft 
besitzen oder vertreten. 
8 35. 
Die Beschlüsse der Hauptversammlung werden, abgesehen von den Bestimmungen des 8 36, durch 
absolute Mehrheit der abgegebenen Stimmen gefaßt. Im Falle der Stimmengleichheit entscheidet die 
Stimme des Vorsitzenden. 
8 36. 
Ueber folgende Gegenstände: s 
sndicAuflösungdchesellichaftoderderenVerschinelznngmiteineranderenGeiellschaftodcrdie 
Umwandlung der rechtlichen Form der Gesellschaft; 
)die Abänderung des Zwecks der Gesellschaft;
        <pb n="164" />
        — 126 — 
c) die theilweise Zurückzahlung oder die Herabsetzung des Grundkapitals sowic die Amortisation der 
Antheile 
kann nur mit einer Mehrheit von wenigstens zwei Dritteln der in der Generalversammlung vertretenen 
Stimmen Beschluß gefaßt werden. 
VI. Bilanz, Gewinnvertheilung, Reservefonds. 
8 38. 
Die Jahresbilanz und die Gewinn= und Verlustrechnung sind vom Verwaltungsrath festzustellen 
und nebst einem Bericht des Verwaltungsraths über den Vermögensstand und die Verhältnisse der Gesell- 
schaft mindestens vierzehn Tage vor der Hauptversammlung im Geschäftslokale der Gesellschaft zur Einsicht 
der Mitglieder aufzulegen. 
8 39. 
Der Verwaltungsrath bestimmt den Mindestbetrag der vorzunehmenden Abschreibungen und Rück- 
lagen, jedoch muß die ordentliche Rücklage mindestens 5 pCt. des Reingewinns betragen, bis deren Betrag 
die Höhe von mindestens 25 pCt. des Grundkapitals der Gesellschaft erreicht hat bezw. wieder erreicht 
hat, nachdem sie angegriffen worden war. 
Der Verwaltungsrath ist befugt, durch Abführung eines von ihm erforderlich geachteten Theils des 
Reingewinns eine außerordentliche Rücklage zu schaffen, bis ihre Höhe 25 pCt. des Grundkapitals erreicht. 
Die ordentliche Rücklage dient zur Deckung eines aus der Bilanz sich ergebenden Fehlbetrags. 
Die außerordentliche Rücklage ist besonders zur Vermehrung des Betriebskapitals und zur Deckung 
ungewöhnlicher Verluste bestimmt, kann aber nach Ermessen des Verwaltungsraths jederzeit zur Vertheilung 
unter die Gesellschaftsmitglieder gebracht werden. 
* 4090. 
Der nach Abzug der Beträge für Abschreibungen und Rücklagen verbleibende Reingewinn wird, 
sofern die Hauptversammlung nicht anders beschließt, als Dividende auf die Antheile vertheilt. 
VII. Bekanntmachungen. 
8 41. 
Die nach diesem Statut erforderlichen Bekanntmachungen erfolgen im „Deutschen Reichs= und 
Königlich Prcußischen Staats-Anzeiger“ und außerdem in denjenigen Zeitungen, welche der Verwaltungs- 
rath im Interesse der Gesellschaftsmitglieder für angemessen halten sollte. Ein darüber gefaßter Beschluß 
muß in den zur Zeit bestimmten Gesellschaftsblättern veröffentlicht werden. 
VIII. Auflösung. 
8 42. 
Im Fall einer Auflösung der Gesellschaft wird das Vermögen nach Tilgung der Schulden unter 
die Mitglieder nach Maßgabe ihrer Betheiligung vertheilt. Die Vertheilung darf nicht eher vollzogen 
werden als nach Ablauf eines Jahres, von dem Tage an gerechnet, an welchem eine Aufforderung der 
Gesellschaft an ihre Gläubiger, sich bei ihr zu melden, in den Gesellschaftsblättern bekannt gemacht worden 
ist. Die gleiche Bestimmung findet Anwendung auf eine theilweise Zurückzahlung des Gesellschaftskapitals 
an die Mitglieder. 
Bis zur Beendigung der Liquidation verbleibt es bei der bisherigen Orgauisation der Gesellschaft 
und ihrem Gerichtsstande. 
IX. Aufsichtsbehörde. 
8 43. 
Die Aussicht über die Gesellschaft wird von dem Reichskanzler geführt. Derselbe laun zu dem 
Behuf einen Kommissar bestellen. Die Aufsicht erstreckt sich auf die statutenmäßige Führung der Geschäfte 
für die Erreichung des Gesellschaftszwecks. Der von dem Reichskanzler bestellte Kommissar ist berechtigt, 
an jeder Verhandlung des Verwaltungsraths und jeder Hauptversammlung theilzunehmen, von dem Ver- 
waltungsrath jederzeit Bericht über die Angelegenheiten der Gesellschaft zu verlangen, auch die Bücher und 
Schriften derselben einzusehen sowie auf Kosten der Gesellschaft, wenn dem Verlangen der dazu berechtigten 
Mitglieder der Gesellschaft (§ 34) nicht entsprochen wird, oder aus sonstigen wichtigen Gründen eine 
außerordentliche Generalversammlung zu berufen. 
8 44. 
Der Genehmigung der Aufsichtsbehörde sind die Beschlüsse der Gesellschaft unterworfen, nach 
welchen eine Aenderung oder Ergänzung des Statuts erfolgen, die Gesellschaft aufgelöst, mit einer anderen 
vereinigt oder in ihrer rechtlichen Form umgewandelt werden soll. 
Auswärtiges Amt. Kolonial-Abtheilung. 
Kayser.
        <pb n="165" />
        — 127 — 
Auf Grund des § 1 des Gesetzes, betreffend die Rechtsverhältnisse der deutschen Schutzgebiete, 
vom 15. März 1888, des § 1 des Gesetzes vom 4. Mai 1870, betreffend die Eheschließung und die 
Beurkundung des Personenstandes von Reichsangehörigen im Auslandc, und der Kaiserlichen Verordnung 
vom 1. Januar 1891 ist dem im Gonvernementsdienste von Deutsch-Ostafrika stehenden Referendar Zache 
für seine Person und die Dauer seiner amtlichen Thätigkeit im Schutzgebiete die allgemeine Ermächtigung 
ertheilt, daselbst bürgerlich gültige Eheschließungen bezüglich aller Personen, welche nicht Eingeborene sind, 
vorzunehmen und die Geburten, Heirathen und Sterbefälle derselben zu beurkunden. 
Perordnungen und Wiktheilungen der Behörden in den Schungebieken. 
Ernennung von Beisitzern der Kaiserlichen Gerichte für Deutsch-Ostafrika 
„— #: 1 — Sr — 
W—————— 
— 
Em—5P — 
# — 
Dr. phil. Hans Maurer, hessischer Staatsangehöriger. 
für die Dauer des Jahres 1896.7) 
Kaiserliches Obergericht. 
A. Beisitzer. 
Rudolf v. Bennigsen, Finanzdirektor, preußischer Staatsangehöriger. 
Erich Hohmann, Zolldirektor, preußischer Stoatsangehöriger. . 
. Dr. Franz Stuhlmann, Chef der Landeskultur-Abtheilung, preußischer Staatsangehöriger. 
Friedrich Gurlitt, Baumeister, preußischer Staatsangehöriger. 
B. Stellvertretende Beisitzer. 
Alexander Becker, Dr. med., Chefarzt, preußischer Staatsangehöriger. 
Max Heymons, Hauptmann, preußischer Staatsangehöriger. 
Johannes Holst, Pastor, preußischer Staatsangehöriger. * 
Karl Bretschneider, Apotheker, sächsischer Staatsangehöriger. 
Kaiserliches Gericht für den südlichen Bezirk. 
A. Beisitzer. 
# » Psk m s«’ 
ft, württemberg gehöriger. 
Fritz Müller, Beamter der Deutsch-Ostafrik 
. Paul Dewers, Kaufmann, preußischer Staatsangehöriger. 
Daniel Häberle, Hauptkassenbuchhalter, bayerischer Staatsangehöriger. 
B. Stellvertretende Beisitzer. 
Karl Velten, Dragoman, preußischer Staatsangehöriger. 
Ludwig Hajdu, Gastwirth, ungarischer Staatsangehöriger. 
Rudolf Bock, Gouvernementssekretär, preußischer Staatsangehöriger. 
Franz Andres, Hülfskalkulator, preußischer Staatsangehöriger. 
Gustav Blank, Rechnungsbeamter, württembergischer Staatsangehöriger. 
Kurt Paul Günther, Kaufmam, sächsischer Staatsangehöriger. 
Johannes Göhring, Gouvernementssekretär, preußischer Staatsangehöriger. 
Richard Zürn, Kaufmann, preußischer Staatsangehöriger. 
Kaiserliches Gericht für den nördlichen Bezirk. 
Beisitzer. 
. Max Winter, Beamter der Deutsch-Ostafrikanischen Gesellschaft, österreichischer Staats- 
angehörigkeit, in Tanga. 
August Schiele, Kaufmann in Tanga, preußischer Staatsangehörigkeit. 
Justus Heyn, Dr. med. und praktischer Arzt in Tanga, preußischer Staatsangehörigkeit. 
Kurt Hoffmann, Baudirektor der Eisenbahn-Gesellschaft für Deutsch-Ostafrika (Usambara- 
Linie) zu Tanga, preußischer Staatsangehörigkeit. 
B. Stellvertretende Beisitzer. 
Michard Schlunke, Kaufmann zu Tanga, preußischer Staatsangehörigkeit. 
Rndolf Helberg, Kaufmann zu Tanga, hamburgischer Staatsangehörigkeit. 
Eugen Wiese, Kaufmann zu Tanga, preußischer Staatsangehörigkeit. 
Michael Schmunck, Postsekretär zu Tangg, badischer Staatsangehörigkeit. 
Robert Hesseling, Zollamtsassistent 1. Klasse zu Tanga, preußischer Staatsangehörigkeit. 
Friedrich Plehn, Dr. med. und Regierungsarzt zu Tanga, preußischer Staatsangehörigkeit. 
*) Vergl. Deutsches Kolonialblatt 1895, S. 130.
        <pb n="166" />
        — 128 — 
Nachweisung der Brutto-Einnahmen bei der Zollverwaltung für Deutsch- 
Ostafrika im Monat November 1895. 
(Eine Rupie zum Kurse von 1,17 Mk.) 
  
  
Zölle für Schlfffahrts.Holzschlag- Neben. 
Haupt-Zollamt Ausfuhr Einfuhr Abgabe GebührenEinnahmen Insgesammt 
p. P.] RNp. P.] Rp. P. Rp. P. RNp. P.] Np. P. — Mk. Af. 
1 D l « .- 
S·anga..-.... 1090 14 6719 13 15.— 92 5 18 38 9841 56 
Panginnn 1807 57 4002 02 10 — 33 19 22 — 5875 14 = 6874 01 
Bagamooon 17542 11112 66 96 — 75 40 34 49 33860 41 = 39616 "„ 95 
Dar-es-Salen 2351 48814120 33 30 — 144 15419 42 18066 10 = 21137 40 
Killlmwm. 4480 01 3757 58 23 — 713 28 62 48 9037 0O7 = 1057342 
Linin 6358 33 2265 19 14 — 10 58 
  
28 248677 06 = 10152 20 
Jusammen 33630 3516977 0188 —1070 25437 52 = 99195 54 
. — —— . *) 
39347 Mk. 54963 Mk. 219 Mt. 1252 Mt. 2412 Mt. 
74 Pf. 14 Pf. 26 f.. 36 Pf. 34 W. 
  
  
  
  
  
  
  
*) Mit Berücksichtigung einiger Reste aus Vorjahren stellt sich die Gesammteinnahme auf 98 230 Mk. 53 Ui. 
Der Werth der Ausfuhr bei sämmtlichen Stationen im November 1895 betrug 216 256 NRup. = 253 019 Mk. 52 Pf. 
Der Werth der Einfuhr bei sämmtlichen Stationen im November 1895 betrug 495 833 Rup. = 580 124 Mk. 61 Pf. 
VVVWVVWVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVYVVVVVVVVVVVVVVVVTVVVVVVYVVYVVVYVVVVVVVVVVVVU 
Perspnalien. 
Seine Majestät der Kaiser haben Allergnädigst geruht, den bisherigen stellvertretenden 
Landeshauptmann für Togo, Regierungsassessor Köhler, zum Landeshauptmann für dies Schutzgebiet 
zu ernennen. 
Der Premierlieutenant v. Frangois, à la suite des Infanterie-Regiments Fürst Leopold 
von Anhalt-Dessau Nr. 26, ist unter Einrangirung in das Grenadier-Regiment König Friedrich II. 
Nr. 4 vom Kommando zur Dienstleistung beim Auswärtigen Amt Allerhöchst entbunden worden. 
Der Assistenzarzt 2. Klasse a. D. Dr. Bludau, bisher vom Königlich sächsischen Fußartillerie= 
Regiment Nr. 12, ist mit dem 5. Februar 1896 der Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika zugetheilt worden. 
Der Sekondlieutenant a. D. v. Zülow, zuletzt vom Infanterie-Regiment von Wittich (3. Hessischen) 
Nr. 83, ist mit dem 26. März 1896 der Schutztruppe für Deutsch-Südwestafrika zugetheilt worden. 
Nichtamtlicher Theil. 
erspnal-ZNachrichten. Der Landrentmeister Reichelt kehrt nach Deutsch- 
hlr 
- , land zurück. 
Deutsch-Oflafrika. .- 
Der Finanzdirektor v. Bennigsen und der zum Die Geschäfte des beurlaubten Landrentmeisters 
kommissarischen Bezirksrichter ernannte Regierungs= besorgt vorläufig der Büreauvorsteher Junker, 
assessor Freiherr v. Reden-Franzburg treten am welcher seinerseits durch den Sekretär Lauterbach 
11. März die Ausreise nach Dar-es-Saläm an. vertreten wird. 
Hüdwestafrkta. Der Marinehafenbaumeister Mönch und der 
Der Obergrenzlontroleur Schmidt ist im Schutz= Feldmesser Reich sind im November v. Is. in 
gebiete eingctroffen und hat die Regelung und Ein= Tsoakhaubmund eingetroffen. 
richtung des Zollwesens begonnen.
        <pb n="167" />
        129 
NDachrichten aus den deulschen Schukgebieten. 
(Abdruck der Nachrichten vollständig oder theilweise nur mit Quellenangabe gestattet.) 
Peutsch-Pltafrika. 
Ueber die vertheilung der Schutztruppe 
W lerliche Gouverneur unter dem 
Euerer Durchlaucht melde i gehorsamst, daß ich 
mich veranlaßt gesehen habe, a Stationen Masinde 
und Kisaki aufzuheben, die Stärke verschiedener 
Stationsbesatzungen im Innern bedeutend zu ver- 
ringern und Hand in Hand hiermit eine Aenderung 
in der Dislokation der Schutztruppe herbeizuführen. 
Die jeßt eingetretene Ruhe und Sicherheit der 
Kolonie machten die Besetzung Kisakis und Masindes 
völlig entbehrlich; der gleiche Gesichtspunkt trifft auch 
lür die Herabminderung der Stationsbesatzungen zu. 
Ferner fällt ins Gewicht, daß durch diese Maßnahmen 
ganz beträchtliche Ersparnisse herbeigeführt werden, 
zumal in Kisaki infolge Einfall der Wohngebäude 
noch umfangreiche Neubauten erforderlich gewesen 
wären. Die Ersparniß an Trägerlöhnen und Unter- 
haltungskosten ist für jede Station mit 50 000 Rupien 
jährlich nicht zu gering bemessen. Einen weiteren 
Vortheil erblicke ich schließlich darin, daß endlich eine 
zweckmäßigere Dislolation der Truppe herbeigeführt 
werden konnte, indem durch das Freiwerden von 
Kräften an entbehrlicher Stelle außer der Besatzungs- 
kompagnie für Udjidji noch ein schlagfertiges Expe- 
ditionskorps von fünf Kompagnien verfügbar ge- 
worden ist. 
Ich habe den zu Masinde gehörigen Posten 
Kisuani und das Paregebiet der Station Moschi 
unterstellt und die Verfügung getroffen, daß der 
übrige Bezirk Masinde vorläufig dem Bezirksamte 
Tanga zugetheilt, Masinde selbst aber durch 1 Unter- 
offizier und 15 Mann Polizeitruppe aus Tanga be- 
  
sebt wird. Bei meiner demnächstigen Anwesenheit 
in Tanga will ich nach Anhörung des dortigen Be- 
zirksamtmannes der Frage näher treten, ob es nicht 
zweckmäßig wäre, in Wuga (Nordusambara) ein 
neues Bezirksamt einzurichten. Ich 
versehlen, Euerer Durchlaucht hierüber s. Z. ganz 
gehorsamst zu berichten. Kisaki habe ich gänzlich 
aufgelöst und die Besatzungsstärken von Mpwapwa 
Kilossa, Ulanga auf je 40 bis 50 Mann herabgesetzt. 
Der Bezirk Kisaki wurde vorläufig dem Bezirke 
Dar#es-Saläm zugetheilt. 
Die 6. Kompagnie, bisher Mawudji-Lager, hat 
werde nicht 
bleiben ferner an der Küste noch drel Kompagnien 
verfügbar, von denen ich ständig zwei in Dare-es- 
Saläm, eine in Pangani zu stationiren gedenke, so 
daß ich über ein schlagfertiges Expeditionskorps von 
fünf Kompagnien disponiren kann, die jederzeit für 
Expeditionen und andere Eventualitäten verwendet 
werden können. Ich habe die Forderung gestellt, 
daß jede dieser Kompagnien im Stande sein muß, 
24 Stunden nach erhaltenem Befehle abmarschfertig 
zu sein, und beabsichtige deren Schlagfertigkeit durch 
dauernde Zutheilung von Zeltgeräth, Geschützen, 
Munition u. s. w. noch zu erhöhen. Auch aus 
Gründen der Disziplin und Ausbildung, sowohl der 
Führer wie der Truppe, halte ich die Schaffung 
dieses „Expeditionskorps“ für durchaus nothwendig 
und wünschenswerth. Unter der Aufsicht und An- 
leitung der dazu berufenen Organe hoffe ich, jene 
Truppe auf einem Grade der Kriegstüchtigkeit zu 
erhalten, daß dieselbe allen an sie herantretenden 
Aufgaben gewachsen sein wird. 
Auch bei der den Bezirksämtern unterstellten 
Polizeitruppe habe ich einige Veränderungen getroffen 
und dieselbe, ihren verschiedenen Aufgaben entsprechend, 
in eigentliche Polizisten und Polizeiwachmannschaften 
getrennt. Für den Dienst als Polizisten werden 
findige, gewandte und durchaus zuverlässige Leute 
ausgesucht werden, denen der Bezirksamtmann un- 
bedingt vertrauen kann. Die Polizeiwachmannschaften 
werden dagegen aus älteren, für den Dienst in der 
Truppe nicht mehr geeigneten Persönlichkeiten ergänzt 
werden. Der Dienst der Polizeiwachmamschaften 
besteht in der Bewachung und dem Schutz der zu 
dem Bezirksamt gehörigen Gebäude und Kaiserlichen 
Eigenthums; sie müssen zu diesem Zwecke daher 
sowohl mit der Handhabung der Waffen wie in der 
Bedienung der Geschütze unterwiesen werden. 
Ramerun. 
Dandelsbewegung. 
Nach den vorliegenden statistischen Aufzeichnungen 
is hat sich der Handel Kameruns in den drei ersten 
Befehl erhalten, Kilwa und Mawupdji, letzteres nur 
vorübergehend, zu besetzen. 
her Kilwa, kommt nach Lindi, und habe ich diese 
Station dem Kompagnieführer Fromm übergeben. 
Die in Lindi frei gewordene 9. Kompagnie wurde 
nach Dar-es-Saläm beordert, um hier unter dem 
Besehl des Kompagnieführers Ramsay für den 
Abmarsch nach Udifdjj bereitgestellt zu werden. 
Die 8. Kompagnie, bis- 
l 
EöInL 
Quartalen des verflossenen Jahres folgendermaßen 
gestaltet: 
Einfuhr Ausfuhr 
I. Quartal 1143 252 Mk. 914 980 Mk. 
II. - 1 410 045 = 1 215 294 „ 
III. - 1 645 644 = 1 019 181 
Es ist ausgeführt worden an 
Palmöl Palmkernen Kautschuk Elfenbein 
. Mt. Mk Mk 
028 240 237 
I. Luartal für 152 248 462 111 572 
11.. 306 413 279259 220 163 170 
216350 252067 261 895 124 180
        <pb n="168" />
        — 130 — 
An Geweben ist eingeführt worden: 
I. Quartal für 193 570 Mk. 
II. « 320940- 
III. 399 375 - 
Togo. 
Inspeltionsreisen. 
Der Leiter der Station Kete-Kratschi, Lieutenant 
Graf Zech, hat im Herbst Bismarckburg, Pessi, Kebu, 
Akposso, Atakpame und Kpele besucht und hat gegen- 
wärtig eine Reise nach Tschautscho (Paratau) an- 
getreten. 
Ueber das Rrankenhaus in Togo 
wird in „Unter dem rothen Kreuz“ berichtet: 
Stabsarzt Wicke hat den Versuch gemacht, den 
fast nur aus Sand bestehenden Boden des Grund- 
stückes zum Schutz und zur Verschönerung zu be- 
pflanzen. Die Anpflanzungen sollen Schutz gewähren 
gegen die Seebrise, die mit einer in den verschie- 
denen Jahreszeiten wechselnden Heftigkeit aus der 
Südwestecke heranweht. Diese weht zeitweise so stark, 
daß ein Verweilen auf der vorderen Veranda dann 
ein Ding der Unmöglichkeit ist. Zum Schutz also 
gegen die Brise sind Kokospalmen angepflanzt, in 
der Südwestecke in vier bis fünf Reihen, sonst nur 
ein bis zwei längs der Front des Hauses. Auf 
der Hinterseite des Hauses ist ein Versuch gemacht 
mit den sogenannten Schattenbäumen, einem dicht 
belaubten, reichen Schatten spendenden Baum, von 
dem man nur ein Stück Stamm in die Erde zu pflanzen 
braucht zur Fortpflanzung. Diese Stämme sind gut 
angewachsen, haben aber nur auf der der Seeseite 
abgewendeten Seite grüne Zweige getrieben. Zum 
Schmuck der Beete sind bunte, längs des Strandes 
wachsende Pflanzen gezogen worden. Zur Einfassung 
der Beete nimmt man draußen die umgekehrten, ihres 
Inhalts entleerten Selters= u. s. w. Flaschen, da man 
sie anderweitig nicht verwenden kann, da Rücktrans- 
port des Glases theurer als der Gloswerth ist. 
Die Verpflegung für das Hospital geschieht ent- 
weder durch afrikanische Landeserzeugnisse, oder durch 
Sendungen von Europa, wozu an dieser Stelle be- 
merkt sei, daß z. B. von hier aus gesandte Aepfel 
in ganz vorzüglicher Beschaffenheit drüben anlangten, 
während Birnen sich alle total verfault zeigten. Im 
Orte selbst finden täglich Märkte statt, allein der 
Europäer geht nicht dahin, schickt auch nicht seine 
Leute, sondern wartet, bis die umherziehenden Händler 
ins Haus kommen, ihre Waaren anzubieten, bezw. 
bestellt schon am Tage vorher seinen Bedarf bei 
denselben. Als Fleisch ißt man natürlich haupt- 
sächlich den üblichen Hammel, alle Monat vielleicht 
auch einmal Rindfleisch. Enten, Hühner und Trut- 
hühner werden aus Accra bezogen, Gänse aus Europa: 
  
Das Gemüse ist, wenn möglich, selbst zu ziehen, und 
mit Ausnahme von Kartoffeln und Blumenkohl ist 
es Herrn Stabsarzt Wicke bis jetzt stets gelungen, 
das gepflanzte Gemüse zur ertragsfähigen Reife 
heranzuziehen. Der Garten des Hospitals liegt in 
der vor Wind am meisten geschützten Ecke, im Nord- 
osten des Grundstücks. - · 
Die Zubereitung der Speisen erfolgt durch einen 
äußerst tüchtigen, von Stabsarzt Wicke selbst an- 
gelernten schwarzen Koch. Das übrige Personal des 
Hauses besteht aus einem versönlichen Diener des 
Herrn Stabsarztes, ein zweiter Diener hilft bei Tisch 
und verrichtet sonstige Hausarbeit. Der speziellen 
Aussicht der Schwestern unterstehen drei Mädchen, 
etwa 7 Jahre alt, in Misahöhe befreite Sklaven. 
Der Koch hat in der Küche ein bis zwei Kochjungen. 
Für grobe Arbeit sind im Etat zwei Arbeiter ein- 
gestellt. Der medizinische Stab besteht aus dem 
Assistenten Vittorino, einem Lehrling und einem 
Apothekengehülfen. 
Der Wirkungskreis des Arztes umfaßt zunächst: 
die Kolonie Togo mit den Ortschaften Klein-Popo, 
Sebbe, ½2 Stunde zu Fuß entfernt; Lome (44 km), 
Porte Seguro (2½ Stunden) und Togo am Togosee 
(3 Stunden Kanufahrt); dann nach der französischen 
Seite finden sich Patienten in Agweh (2 Stunden 
Kanufahrt), Grand-Popo, je nachdem Ebbe oder 
Fluth ist, 6 bis 8 Stunden Kanufahrt, am Strande 
in der Hängematte 5 Stunden, und Wydah, das 
eine Tagereise von Grand-Popo entfernt liegt. 
Früher war der Arzt mehr darauf angewiesen, die 
Kranken in ihrer Häuslichkeit aufzusuchen und zu 
behandeln, jetzt, nachdem den Kranken im Hospital 
gute Pflege und Behandlung geboten werden kann, 
suchen dieselben immer mehr das Krankenhaus auf, 
besonders viel Franzosen kommen jetzt in das Nach- 
tigal-Krankenhaus, nachdem das Lazareth in Wydah 
wegen Mangels an Betheiligung aufgehoben ist. 
Deutsch-Südwelktafrika. 
Rünstliche Bewässerung. 
Im vergangenen Jahre ist in Berlin ein Komitee 
zur Erschließung von Deutsch-Südwestafrika durch 
Anlage von Staudämmen und Wasserwerken zu- 
sammengetreten mit der Absicht, eine Gesellschaft zur 
Ausführung solcher Unternehmungen, von denen eine 
Erschließung der Kolonie zu erhoffen sei, ins Leben 
zu rusen. Auf Grund einer im vergangenen Jahre 
im Verlage von Dietrich Reimer, Berlin, erschie- 
nenen Broschüre: „Ein Vorschlag zur wirthschaftlichen 
Erschließung Deutsch-Südwestafrikas von Dr. Sander, 
Marine-Stabsarzt a. D.“, hatte das Komitee zunächst 
die Anlage eines Staudammes bei der Awispoort 
in allernächster Nähe von Windhoek ins Auge gefaßt. 
An dieser Stelle nähern sich die Bergwände der das 
Flußthal umgebenden Höhenzüge bis auf eine Sohlen-
        <pb n="169" />
        — 131 — 
breite von etwa 50 m in zwei ziemlich weit vor- 
springenden Sporen oder Felsnasen. r. Sander 
berechnet die Kosten der Herstellung des Staudammes 
auf 200 000 Mark und nimmt an, daß durch die 
Anlage 250 ha Land berieselt werden könnten und 
daß sich nach den im Kaplande gemachten Erfah- 
rungen das Unternehmen gut rentiren würde. 
welcder Kaiserlche Landeshauptmann in Windhoek, 
U sicher as in Frage kommende Gelände persönlich 
—8 btigt hat, äußert sich in einem Berichte vom 
1. November v. Is. über das geplante Unternehmen 
solgendermaßen: 
Die von Dr. Sander zur Sperrung ausersehene 
Thalenge eigne sich, äußerlich betrachtet, im Ganzen 
vorzüglich hierzu; außerdem gewähre die Nähe von 
Windhoek die von Dr. Sander mit Recht ange- 
nommene Biürgschaft für die Verwerthung der Pro- 
dukte des zu berieselnden Geländes. Bedenken erhebt 
der Landeshauptmann jedoch gegen die Rentabilität 
des Unternehmens, da nach dem Gutachten eines 
dortigen Sachverständigen die Dammanlage drei= bis 
viermal so theuer zu stehen kommen, das bewässerungs- 
fähige Gelände dagegen nur halb so groß sein würde, 
wie Dr. Sander angenommen habe; es bleibe in- 
dessen noch die Aufstellung einer genauen endgültigen 
Berechnung abzuwarten. 
Im Uebrigen begrüßt der Landeshauptmann die 
Ausführung eines derartigen Unternehmens mit 
Freunden und wird bestrebt sein, andere geeignete 
Plätze hierfür zu finden. Er hebt ferner hervor, 
daß bereits einzelne von den namhafteren Farmern 
mit dem Bau von kleineren Dämmen begonnen hätten. 
Rus dem Bereiche der Missionen und 
der Antishlaverei-Bewegung. 
Seitens der evangelischen Missionsgesellschaft für 
Teutsch-Ostafrika (Berlin III) ist der Missionar 
Noehl nach Ostafrika abgeordnet worden. 
In das ausgedehnte Wirken der Basler 
Mission in Asien und Afrika gewährt eine vom 
Lehrer am Missionshaus Kühnle verfaßte, sehr 
bübsch mit Karten und Bildern ausgestattete kleine 
Schrift: „Die Arbeitsstätten der Basler Mission“ 
einen lehrreichen Einblick. Es ist staunenswerth, 
welche große Thätigkeit diese 1815 zuerst gebildete, 
mit bescheidenen Mitteln arbeitende Gesellschaft ent- 
saltet. Der Schwerpunkt ihres Wirkens liegt freilich 
in Indien und China, aber ihre Stationen an der 
Westküste Afrikas gewinnen erfreulicherweise auch von 
Jahr zu Jahr an Zahl und Bedentung. Statt eines 
Europäers wie im Jahre 1834 waren 1894 schon 
92 im Namen der Basler Gesellschaft in Westafrika 
thätig. Neben zehn Stationen an der Goldküste be- 
saßen die Basler 1894 schon fünf in Kamernn. 
Seitdem haben sie auch im Togogebiete ihr verdienst- 
  
volles Wirken begonnen und sind stetig bemüht, ihr 
Arbeitsfeld in Kamerun zu erweitern. 
  
Die Zeitschrift „Central Africa“ der englischen 
Universitäten = Missionsgesellschaft enthält folgende 
Mittheilung: Der Missionar Key wurde telegraphisch 
nach Dar-es-Saläm gerufen, da einige Araber Christen, 
welche auf der benachbarten kleinen Missionsstation 
Kichelve ansässig sind, als ihre Sklaven reklamirten. 
Herr Key begab sich zum deutschen richterlichen 
Beamten und erhielt von diesem das Versprechen, 
daß Alle, die seit zwei Jahren dort angesiedelt seien, 
auf Antrag einen Freibrief erhalten sollten. Von 
den dortigen Christen warten 75 auf die Kon- 
firmation. — — 
Die Berliner evangelische Missionsgesellschaft hat, 
wie aus der Nummer 2 des „Missionsfreund“ her- 
vorgeht, im Mai v. Is. wieder zwei Handwerker 
nach dem Missionsgebiet am Nyassa-See aussenden 
können. Es waren dies der Zimmermann Thiele 
aus Liebenwalde und der Tischler Harnoß aus dem 
Neinstedter Brüderhause. Beide haben die am See 
gelegene Station Ikombe im August glücklich erreicht. 
Sie werden zunächst in Ikombe am Bau eines 
größeren massiven Wohnhauses arbeiten. 
oin Ikombe konnte am 22. September ein aus 
Bambusstangen errichtetes Kirchlein eingeweiht wer- 
den, welches 300 Personen faßt. Das ist die vierte 
Kirche, die von den Brüdern im Kondeland im 
Innern Afrikas errichtet worden ist. 
Aus dem apostolischen Vikariat Nord-Sansibar 
(Väter vom heiligen Geist) bringt „Gott will es- 
folgende Nachrichten: # 
In der Station St. Franz Kaver in Mandera 
hat unter der Oberleitung des P. Delpuech Bruder 
Alexander einen umfangreichen, soliden und auch 
äußerlich gefälligen Bau aufgeführt, dessen Räume 
hauptsächlich für die Kinder bestimmt sind. Ein 
Dorf ist in Madessa, auf dem anderen Ufer des 
Wame, gegründet worden, andere sind an den frucht- 
baren Uferhängen dieses Flusses in Vorbereitung. 
Die Station Maria-Hilf in Kiboscho hat im 
September 1893 Pater August mit einigen Kindern 
von Kilema und einigen losgekauften kleinen Massais 
angelegt. Im Januar 1894 langten Pater Rohmer 
von Bura und Bruder Damasus an. Zuerst wurden 
einige provisorische Bauten aufgeführt. 
Ende Mai holte Pater Clauß aus den Waisen- 
anstalten von Sansibar und Bagamoyo 18 junge 
Leute, zum Theil Schreiner, zum Theil Maurer, 
Alle recht tüchtige Arbeiter. Nach diesem Zuzug 
von Hülfskräften wurden die provisorischen Bauten 
rasch fertiggestellt. Man baute die nöthigen Wege 
und Brücken, dann grub man den Kanal, der, die 
Schlucht durchziehend, das Wasser aus dem Bache 
auf unsere Höhe bringt. Endlich wurde mit dem
        <pb n="170" />
        — 
endgültigen Bau der Station begonnen. Zu Ende 
Oktober waren über 600 Bohlen und 400 Bretter 
hergestellt. Während dieser Zeit hatten angestellte 
Versuche ergeben, daß die dortige Thonerde nicht die 
genügende Festigkeit für Steinmauern besaß. Es 
mußte daher Kalk beschafft werden. Solchen von der 
Küste kommen zu lassen, war unmöglich; der Trans- 
port für 40 engl. Pfund kostet 10 Fres. Er wurde 
daher in der Aruschaebene gebrannt und dann auf 
Eseln, die für 8 Frcs. das Stück erworben werden 
konnten, nach der Baustelle geschafft, wo inzwischen 
die nöthigen Steine gebrochen und ein Garten an- 
gelegt worden war. 
Aus Vlavolo (apostolisches Vikariat Neupommern) 
berichtet P. Bley in „Gott will es“ unter dem 
3. Juni v. Is.: 
Unsere neue Kirche ist äußerlich jetzt vollendet. 
Das aus hartem australischen Holz und flachem Zink- 
blech bestehende Gebäude ist nach einem Plane vom 
hochwürdigsten Herrn Bischof Couppé ausgeführt 
und ein Meisterwerk unserer Brüder Thomas und 
Johannes (Fußhöller). Es ist eine wahre Zierde 
für die Gegend und, nahe am Meer gelegen, weithin 
sichtbar. Von allen Seiten kommen die Wilden, 
diesen „Riesenbau“ in Augenschein zu nehmen, und 
unsere Katholiken sind stolz darauf, ihnen „unsere 
Kirche“ zeigen zu können. Alles in und an derselben 
erregt ihre höchste Bewunderung, nicht zum mindesten 
der Hahn auf dem Kreuze, der so hoch oben seinen 
luftigen Wohnsitz für immer aufgeschlagen. Im 
Innern jedoch fehlt noch Manches. Unsere armen Wilden 
aber sind zu bedürftig, um zu diesen Zwecken selbst 
beisteuern zu können. Dafür aber haben sie es sich 
nicht nehmen lassen, die Vollendung des Baucs in 
ihrer Weise zu verherrlichen durch Aufführung ihrer 
schönsten Tänze. 
Kaum zwei Wochen später, am Sonntag, den 
24. März v. Is., hat die Mission schon wieder ein 
festliches Gewand angelegt. Diesmal erscheinen aber 
die Wilden nicht im bunten Feder= und Blumen- 
schmuck, sondern in reinlichen Lotukleidern.) Die 
neue Kirche ist überfüllt. Und was wollen denn 
jene Männer und Frauen dort in Ordnung auf- 
gestellt? Es sind die neuen Katechumenen, welche 
die heilige Taufe empfangen sollen. Alle bis auf 
den letzten Mann haben die Probezeit bestanden, sie 
haben die nöthigen Heilswahrheiten begriffen und 
sich angeeignet und verlangen nun aufrichtig, in den 
Schoß der heiligen Kirche aufgenommen zu werden. 
Obgleich drei Patres gleichzeitig die heilige Tauf- 
handlung an ihnen vornehmen, dauerte die ganze 
Feier, Taufe, Pontifikalamt und Firmung, von 7 bis 
11 Uhr morgens. Eine solche Feier hatte Vlavolo 
bisher noch nicht gesehen: 85 Taufen, 200 Kommu- 
nionen und gegen 50 Firmungen an einem Tage! 
  
*) Kirchenkleider aus Baumwollstoffen. 
132 
  
Auch in Malagunan vermehrt sich die Zahl der 
Neophyten. Nächsten Sonntag, am heiligen Dreifal- 
tigkeitsfeste, werden dort wieder 30 Katechumenen 
getauft, und einen Sonntag später über 100 wieder 
in Vlavolo! 
In Kiningunan ist das Waiseninstitut der Knaben 
jetzt überfüllt, und mit Macht wird an einem Jnvenat 
gebaut, in welchem die größeren Knaben, die Lehrer 
oder Handwerker werden wollen, untergebracht wer- 
den. Auch die Zahl der Waisenmädchen hat in der 
letzten Zeit wieder zugenommen. 
Das sind Alles erfreuliche Resultate, für die wir 
Gott nie genug danken können. 
Decret.’) 
Nous, Khédive d’Egypte. 
Vu Tart. 2 de la Convention passée entre les 
Gouvernements de la Grande - Bretagne et de 
IEgypte le 21 novembre 1895 pour la répression 
de la traite et dans le but d’arriver à Tabolition 
de D’esclavage; 
Sur la proposition de Nos Ministres de DIn- 
térieur et de la Justice et Pavis conforme de Notre 
Conseil des ministres. 
Le Conseil législatif entendu, 
Décrétons: 
Art. 1. 
Quiconque introduira sur le territoire éEgyptien 
ou ses dépendances, ou en exportera par mer, par 
rivière ou par terre, un ou plusieurs eschaves des- 
tinés à la vente ou effectuera le transit à travers. 
le dit territoire, d'un ou plusieurs esclaves destinés 
à la vente, sera passible de la peine des travaux 
forcés de cind à quinze ans. 
Art. 2. 
Quiconque aura en sa possession ou conflern à 
un tiers un ou plusieurs esclaves destinés à étre 
vendus sera passible de la peine des travanx for- 
cés de trois à sept ans. 
Art. 3. 
Quiconque vendra, achetera, Séchangera des 
esclaves ou prendra part à ces transactions sera 
puni suivant les dispositions suivantes: 
Si le coupable est un marchand ou un cour- 
tier d’eschaves la peine sera de cind à dix ans de 
travaux forcés. 
La meme peine sern applicable au particulier 
dui aura vendu ou échangé un esclave à un mar- 
chand. 
Le particulier qui aura acheté un esclave d’un 
marchand ou courtier deschaves sera puni d’un 
eemprisonnement de six mois à deux ans. 
*) Erlassen auf Grund des Art. II des Vertrages 
zwischen Großbritannien und Aegypten vom 21. November 
1895 (abgedruckt im Deutschen Kolonialblatt 1895, S. 658 ff.).
        <pb n="171" />
        .„ La vente, achat ou Péchange de famille à fa- 
mille seront Punis de trois mois à un an cempri- 
sonnement et Gune amende de 30 à 50 L. E. ou 
Tne de ces peines seulement. " 
Tout chef de famille dans le barem duquel un 
esclave Don muni de lettres d’affranchissement 
— été introduit à titre Tachat ou d’schange 
* riouremont àla Promulgation de la présente 
00r— ora, 1 absenes des preuves de sa culpabilité 
comp ieits d'un des erimes ou délits susmen- 
#ionnés, puni dune amende de 30 à 50 L. E. 
. Art. 4 
"7 Seront punis d'un emprisonnement de six mois 
trois uns, ou d'une amende de 50 à 300 L. E. 
Pex dui auront privé un affranchi de jouir de sa 
bleine liberté et de disposer de sa personne. 
Gbeine sera de six mois à cind ans Tempri- 
##unement à Pencontre de ceux qui auront em- 
"1 ehé un eselave de conquérir ou d’exercer sa 
iberté par des moyens subreptices ou vioclents. 
Art. 5. 
Sera puvi de la peine de mort on des travaun 
és do einq à duinze ans quiconque mutilora 
un esclave müle ou participera à sa mutilation. 
fore 
Art. 6. 
Les complices des crimes et délits susmentiop- 
(8 seront punis de la meéme peine due les au- 
teurs; cependant la peine pourra stre röduite 
Jusqua's la moitié. 
Art. 7. 
Lea tentative de commettre les memes crimes 
et délits sera punie de la moitié de la peine que 
Tauteur aurait encourue 2il les edt oonsommss. 
Art. 8. 
La récidive entratne Papplication du maximum 
de la beine, dui peut stre portée jusqu’au double. 
Les mots „cowmplices, tentatives et récidive" 
employss dans la présente loi, doivent etre enten- 
us dans le sens, qui leur est donné dans les art. 
68, 69, 8, 9 et 13 du Code péal indigsne. 
Art. 10. 
Le capitaine d'un bätiment transportant des 
esclaves destinés àla vente sera puni d'une amende 
dui pourra a’élever à 20 L. E. et d'un emprisonne- 
ment de trois mois à trois ans. 
Si la complicité du propriétaire est 6tablie, il 
bera passible de la meme amende et puni de la 
msme peine d’emprisonnement et son navire avee 
cargaison seront confisqués. 
.„T’équipage pourra ötre condamné à la meme 
Peine demprisonnement. 
Art. 11. 
Dans Ie oas où il serait établi qu'un navire a 
oͤt- équipé pour Is transport d'esolaves, il sora con- 
sidéré comme e'il avait effeotué Ie transport, ot 
  
133 — 
dans le cas on il serait stabli que le capitaine ou 
le propriétaire d’un navire aura fixé le prix de 
transport ou passé une convention avec un autre 
individu pour le transport d’esclaves, le navire 
sera également considéré comme s’iil avait effectusé 
le transport, et P’article précédent sera applicable 
aux deux cas. 
Art. 12. 
Dans tous les cas on aux termes de la présente 
loi, Ia peine d’emprisonnement d'un an ou Plus 
sera prononcée, le tribunal pourra ordonner dweelle 
sera subie avec les travaux forcés. 
Art. 13. 
Toute personne arrivant en Egypte avec une 
famille, deit déclarer au bureau des passe ports, 
sans délai, et nu bureau d’affranchissement, dans 
le délai de duinze jours, le nombre d’esclaves do- 
mestiques dui se trouvent avec sa famille. 
Le burenu d’affranchissement doit lui donner 
autant de lettres ’affranchissement qwil y a 
desclaves. 
Dans le oas on cette déclaration ne serait pas 
donnée ou du’elle serait fausse, I1n personne sus- 
indiquée subirait une amende de 30 à 50 L. E. 
Art. 14. 
Nos Ministres de UIntérieur et de la Justice 
sont ohargés, chacun en ce qui le concerne, de 
Texécution du présent déecret. 
Fait au palais de Koubbeh, le 21 janvier 1896. 
Abbas Hilmi. 
Par le Khédive: 
Le Président du Conseil des 
Ministre de DIntérieur, 
Moustapha Fehmy. 
Le Ministre des Affaires étrangdres, 
Boutros G bali. 
Le Mivistre de la Justice, 
Ibrahim Fouand. 
inistres, 
Nous, Khdive d'’Egypte. 
Vu TParticle 4 de la Convention passée entre 
les Gouvernements de la Grande-Bretagne et de 
TEgypte, le 21 novembre 1895, pour la répression 
de 18. traite et dans le but d’arriver à TPabolition 
de 1sclavage; 
Sur la proposition de Notre inistre de la 
Justice et Pavis conforme de Notre Cooseil des 
wiofttres. 
" Conseil IÖgislatif entendu, 
  
Déerétons: 
l Art. 1. 
Hes infractions à la loi sur les crimes et délits 
relatäfs à Pesclavage seront déférées à un Tribu- 
Dal composé de cind conseillers de la Cour d'appol 
indigeène, dont deux au moins devront stre euro- 
Péens.
        <pb n="172" />
        Ils seront choisis daus chaque cas particulier 
par un arrété du Ministère de la dustice, qui dé- 
signera le Président. 
Art. 2. 
Le Tribunal susdit exercern sa juridiction sur 
tout le territoire égyptien et ses dépendances, à 
Texception du territoire relevant de IEgypte anu 
sud d’Assouan et des ports et cötes de la Mer 
Rouge pour lesquels il est établi ci-dessous une 
juridiction speciale; toutefois la ville de Sucz sera 
exclue de cette juridiction spéeciale. 
La Localité on le Tribunal devra siéger sera 
sixée par le Ministre de la Justicc. 
Art. 3. 
Si Taffaire est en état d’ôétre portée à P’audience 
sans une instruction préparatoire, elle sera pré- 
sentée immédiatement an Ministre de la Justice 
dui réuniru le Tribunn! dans la huitaine de la 
réception de la requcte. 
Le Ministre de Iln Justice réunira le Tribunal 
ou T’office ou à ln requcte du Departement pour 
la répression de la traite ou à la requête de 
I Agent et Consul genéral Britannique ou de son 
gérant en son absence. 
La requcte devra Enoncer le l#it constituant 
le erime ou délit avec toutes ses circonstances. 
Art. 4. 
Si la décision de P’affaire exige une instruction 
pröliwinaire, elle sern faite immédiatement par les 
soins du Département pour la répression de la 
traite ou de ses délégués, lesqduels auront tous les 
pouvoirs donnés par le Code d’instruction crimi- 
nelle aux officiers de police judicianire. Hors le 
cas de flagrant délit, ils ne pourront fnire des 
arrestations ou des perquisitions domicilinires sons 
Tautorisation du Ministre de la Justice, du Ministre 
de TIntérieur ou du Gouverneur de Souakim, sui- 
vant les licux ou doit avoir lieu Parrestation ou 
la perquisition. 
Le lonctionnnire du Département pour la ré- 
Ppression de la traite dui sera chargé de T’enqucte 
devra informer immediatement le Moudir ou le 
Gouverneur qui auro le droit d’'assister; toutelois 
T’absence de ce dernier ne doit pas arréter ou in- 
valider l’enqucte. 
Art. 5. 
L’audience du Tribunal sern publique. La 
Procêédure sern orale; mais le Tribunal admettra 
la lecture de documents écrits. Un représentant. 
du Deéepartement pour la répression de lo traite 
soutiendra L’accusation. Les inculpés pourront so 
laire assister d'un défenseur. 
On entendra d’'abord les tmoins de T’accu- 
sation, ensuite ceux de la défiense. Les sentences 
134 
  
seront rendues séance tenante: elles ne seront 
suscptibles d’aucun recours et seront immöédiate- 
ment transmises au Ministere de la Justice pour 
leur exéeution. 
Dans le cus on le jugement aurn été rendu par 
un Conseil de guerre, il sera soumis à l'autorité 
dui aura réuni le Conseil, et en ce qui concerne 
la conlirmation de lo décision, on suivra les dis- 
positions de la loi militaire. 
Art. 6. 
Les infractions à la loi sur les crimes et delits 
relatifs à l'esclavage, commises dans les ports et 
sur les cötes de la Mer Rouge, à P’exception de 
Sucz, faisant partie du territoire égyptien ou de 
ses dépendances et dans la zöne maritime deli- 
mitée dans T’art. 8 de ln Convention entre les Gou- 
vernements Britannique et Egyptien en date du 
21 novembre 1895 ninsi qdue sur le territoire rele- 
vant de I’Egypte au sud d’Assouan, seront defé-- 
r6es à un Conseil de guerre. 
Art. 7. 
Le dit Conseil de guerre sern composé de cind 
olkfiers au moins de l’armée égyptienne à dé- 
signer par le Sirdar qui nommera aussi le Prési- 
dent. 
Art. 8. 
Les dispositions de la présente loi concernant 
le tribunal spécial lieront Ögalement le Conseil de 
guerre en tant qu'elles peuvent lui étre appliqucées. 
Art. 9. 
En dehors des autorités mentionnées à TPart. 3 
de la présente loi, pourront requérir la convocation 
du Conseil de guerre tous commandants d'un 
vaisseau de guerre de S. M. Britannique ou d’'un 
croiseur de S. A. le Khédiwe. 
Art. 10. 
Une annexe B. qui fera partie intégrante de la 
Convention du 21 novembre 1895 passce entre les 
Gouvernements Britannique et Egyptien réglera, 
conformément à IActe de la Conférence de Bru- 
Kelles, les formalites à remplir dans les ports de 
In Mer Rouge par les bnavires 6gyptiens, pour 
leur sortie et l’inscription de leur équipage et 
Passagers. 
Art. 11. 
Nos Ministres de IIntérieur et de lu Justicc 
sont charges, chacun en ce dui le concerne, de 
T’exécution du présent déecret. 
Fait au palais de Koubbeh, le 21 janvier 1896. 
Abbas IHilmi. 
Par le Khédive, 
Le Président du Conseil des Ministres 
AMinistre de I’Intérieur, 
Moustapha Fehmy. 
Le Ministre des Affaires étrangeres, 
Boutros Ghali. 
o Ministre de la Justicc, 
Ibrahim Fonuad. 
Le Mlinistre de la Guerre, 
bani.
        <pb n="173" />
        Rus fremden Rolonien. 
Die beuschreckenvertilgung auf Cppern. 
Mit Rücksicht auf das häusige Auftreten der 
Heuschrecken in Afrika verdienen ae asonreichen 
Versuche zu ihrer Bekämpfung, die in Cypern seit 
Jahrzehnten gemacht werden, Beachtung. Das Ver- 
sahren war in den Zeiten, als die Heuschrecken in 
Eem sehr stark auftraten, folgendes: Die Stellen, wo 
ie Heuschreckenschwärme Eier legen, werden genau 
markirt. Sobald die Jungen auskriechen, wird die von 
einen Thieren wimmelnde Masse mit einem Zaun um 
geben, wodurch verhindert werden soll, daß sich die 
Heuschrecken vom Platz entsfernen. Der Zaun bezw. 
Schirm ist 2 Fuß 9 Zoll hoch und 50 Ellen lang. 
Mehrere Schirme können leicht miteinander verbunden 
werden. An ihrem oberen Saume sind die Schirme 
mit einem Streifen Oelpapier versehen, wodurch 
verhütet wird, daß die Heuschrecken über den 
Schirm hinwegkriechen. Die Schirme, welche man 
aus ganz gewöhnlichem Segeltuch herstellt, werden 
durch Holzstäbe straff gespannt und festgehalten, 
welche in gewissen Entfernungen voneinander in die 
Erde gesteckt sind. Längs der Schirme werden in 
Abständen von 30 bis 40 Ellen Gräben ausgehoben, 
welche meistens 5 FuHß lang, 1 Fuß 6 Zoll breit 
und 3 Fuß tief sind. Nach der Mitte des Schirmes 
zu ist der Graben breiter als am Gnde, damit den 
Heuschrecken das Ueberschreiten des Grabens erschwert 
wird. Sobald nun die Heuschrecken an dem Schirm 
anlangen, geschieht ihrem Vorwärtswandern Einhalt. 
Weil aber die Thiere ihre Marschrichtung nicht ver- 
ändern, so sammelt sich in der Folge eine ungehenere 
Masse von Heuschrecken an dem Schirme an, welche 
sämmtlich in den Graben fallen. Wenn dieser an- 
gefüllt ist, wird er mit Erde zugedeckt. Häufig 
wird ein einziger Schirm nicht ausreichen, um einen 
Schwarm abzufangen. Alsdann wird ein zweiter 
Schirm hinter dem ersten aufgestellt und dieses so 
oft wiederholt, bis der ganze Schwarm vernichtet ist. 
Wenn die Entwickelung der Heuschrecke bereits so 
weit vorgeschritten ist, daß sie fliegen kann, vermag 
zu ihrer Vernichtung nur noch ein Geringes bei- 
getragen werden. 
sorgfältig beobachtet und die Brutstellen in Rück- 
licht auf die nächste Kampagne genau festgestellt 
werden. 
Cypern ist durch diese Bekämpfungsmethode in 
den achtziger Jahren von der Heuschreckenplage ver- 
schont geblieben und die Saaten haben seit 1884 
keinen nennenswerthen Schaden erlitten. Die Re- 
gierung sieht daher gegenwärtig davon ab, zum 
Zwecke der Heuschreckenvertilgung die oben beschrie- 
benen umfangreichen Maßregeln zu ergreifen. Jetzt 
werden die Heuschrecken, wie aus dem kürzlich als 
Parlamentsvorlage veröffentlichten Report on the 
Locust Campaign ol 1894 zu ersehen ist, uur von 
der Bevölkerung gesammelt und von der Regierung 
Im Sommer und Winter 
gewichtsweise bezahlt. 
135 
  
Ihre Flugrichtung muß alsdann 
– 
werden die „Eier“ der Heuschrecken, dagegen im 
Frühling die „lebenden“ Heuschrecken gesammelt. Die 
Methode der Heuschreckenbekämpfung in der Form 
des Eiersammelns wurde seitens der Regierung im 
Jahre 1882 aufgegeben, jedoch aus mancherlei Grün- 
den sowie auf Rath von erfahrenen Leuten 1894 
versuchsweise wieder ausgenommen. Das System 
des Sammelns von „lebenden“ Heuschrecken war 
vor der britischen Okkupation überhaupt nicht bekannt 
und wurde von der englischen Regierung neu ein- 
geführt. In früheren Zeiten waren mit dieser Me- 
thode nur vereinzelte Versuche angestellt worden, 
welche jedoch keinen Erfolg aufwiesen. Beide Systeme 
erfreuten sich 1894 bei der Bevölkerung einer großen 
Beliebtheit und lieferten ein zufriedenstellendes Re- 
sultat, so daß die Regierung entschlossen ist. beide 
Methoden zu wiederholen. Vor Beginn der Heu- 
schreckenkampagne von 1894 hatte man festgestellt, 
daß die Zahl der Heuschreckeneier gegen die früheren 
Jahre wieder stark angewachsen war, und sollen da- 
mals 578 Millionen Stück vorhanden gewesen sein. 
Durch die Kampagne von 1894 wurde diese Zahl 
auf 171 Millionen reduzirt. Mehr als dreimal so 
viel Heuschrecken als in den vier vorhergegangenen 
Jahren zusammengenommen sollen 1894 vernichtet 
worden sein. ei dem Sammeln von „lebenden“ 
Heuschrecken befolgten die Leute die folgende Methode: 
Solange die Heuschrecken noch klein waren, also im 
März und Anfang April, legten sie Plantücher auf 
die Erde, in deren Mitte sich ein Loch befand, 
worunter ein Sack befestigt war. Auf dieses Plan- 
tuch werden die Heuschrecken zusammengetrieben, als- 
dann wird das Plantuch von mehreren Personen an 
den vier Ecken angefaßt, aufgehoben und die Heu- 
schrecken in den Sack geschüttet. Dieses Verfahren 
wird mehrere Male wiederholt. Ende April und 
im Mai fertigten die Leute Nee aus Gaze an, be- 
festigten sie an Rohrstücke nach der Art von Schmetter- 
lingsnetzen und fingen hiermit die Heuschrecken ein. 
Sobald sie eine gewisse Anzahl beisammen haben, 
stecken sie dieselben in größere Säcke, welche inwendig 
mit Leim ausgepicht sind. 
Der Kuriosität halber mag noch die folgende 
Bekämpfungsmethode erwähnt werden. Im März 
machte man einen Versuch mit Hühnern. Am frühen 
Morgen, bevor die Hühner gefüttert waren, wurden 
sie an den Platz geschafft, wo sich die Heuschrecken 
befanden. Die Hühner bekümmerten sich jedoch gar 
nicht um die Heuschrecken, sondern suchten sich ander- 
weitiges Futter. Die Heuschrecken waren sehr klein 
und schienen die Aufmerksamkeit der Hühner nicht 
auf sich zu lenken. Als den Hühnern größere Exem- 
plare vorgeselzt wurden, machten sie sich zwar über 
die Heuschrecken her, vermochten aber im Verlauf 
eines Tages nur eine kleine Zahl zu verschlingen.
        <pb n="174" />
        Krieg mit Unyoro. 
Nach einem kürzlich erschienenen Blaubuch hat 
die britische Schutztruppe in Uganda im Sommer 
v. Is. einen Strafzug gegen den aus den Schilde- 
rungen vieler Reisender bekannten Häuptling von 
Unyoro, Kabarega, ausgeführt. Die Expedition bestand 
aus sechs Kompagnien Sundanesen, drei Maxim- 
und zwei Hotchkißkanonen und über 20 000 Wa- 
gandatruppen. Der erzielte Erfolg hat den auf- 
gewendeten bedeutenden Mitteln nur zum Theil 
entsprochen, indem es dem König Kabarega selbst 
gelungen ist, nach Erstürmung seiner am rechten 
Nilufer gelegenen befestigten Stellung mit seinen 
Anhängern zu entkommen. Die Mutter des Königs 
ist den britischen Truppen während der Verfolgung 
in die Hände gefallen, auch erbeuteten dieselben 
zahlreiches Vieh. Erfreulicherweise ist es der Expe- 
dition gelungen, gegen 2000 früher von Kabarega 
geraubte Frauen und Kinder zu befreien. In Uganda 
giebt man sich der Hoffnung hin, durch Anlage einer 
neuen Station in Masindi Kabarega von der süd- 
lichen Hälfte seines Landes für immer verjagt zu 
haben. 
Ungorazucht im Raplande. 
In der Kapkolonie sind wiederholt Angoraziegen 
aus Kleinasien (Angora und Castambul) eingeführt 
worden, welche die werthvolle Mohairwolle „Tistik“ 
liefern. Schon 1865 produzirte Kapland 3 bis 
3½ Millionen Kilogramm dieser Wolle. In den 
folgenden Jahren wurde die Angorawolle durch die 
Merinowolle stark in den Hiniergrund gedrängt. 
Jetzt findet wieder größere Nachfrage nach Mohair 
statt, besonders in den Vereinigten Staaten, wo 
diese Wolle zur Herstellung gesuchter Stoffe dient. 
Es sind daher auch kürzlich angeblich neue Angora- 
böcke aus Kleinasien zur Aufbesserung der Rasse nach 
der Kapkolonie bezogen worden. 
Eisenbabnbau in Sierra Leone. 
Nach einem kürglich veröffentlichten Konsular- 
bericht der Vereinigten Staaten von Nordamerika 
(Dezember 1895) ist bei den maßgebenden Kreisen 
der englischen Kolonie Sierra Leone ein wachsendes 
Interesse für den Bau einer Eisenbahn von der Küste 
in das Innere des Landes zu beobachten. Der 
Gonverneur dieser Rolonie hat im vergangenen Jahre 
das Innere mit Rücksicht auf dieses Bauprojekt be- 
reist. Die Eisenbahn soll von der Kaiserlichen Re- 
gierung, nicht von Privatunternehmern ausgeführt 
werden. Nach dem Urtheil der Sachverständigen 
empfiehll sich die Herstellung einer leicht gebauten 
Bahn mit einer Spurweite von zwei Fuß und sechs 
Zoll. Es ist in Aussicht genommen, Gwaächst auf 
der Strecke von Freetown bis zu der Stadt Songo 
die Bahn auszubauen. Die Kost 4 dieser Strecke 
sind auf 133767 Pfhd. Sterl. veranschlagt. Außer- 
136 
dem ist der Bau eines Landungsdammes bei Frce- 
town beabsichtigt, dessen Kosten auf 15 000 Pfd. 
Sterl. berechnet sind. 
Die Kolonie Sierra Leone besist keine Minc-= 
ralien, so daß an ein plötzliches Aufblühen des Landes 
nicht zu denken ist. Der Gonverneur erwartet aber 
von einer gerechten Verwaltung und einer umfang- 
reicheren Bebauung des Landes eine schnellere Ent- 
wickelung der Kolonic. Die projektirte Bahn soll 
zur Erschließung der Hülfsquellen des Landes bei- 
tragen. Bisher sind aus der Kolonie fast aus- 
schließlich Palmkerne und Palmöl exportirt worden. 
Von dem Bau der Eisenbahn wird zunächst eine 
bedeutende Entwickelung dieses Produktionszweiges 
erwartet. Der Gouverneur vertritt aber die Ansicht, 
daß sich die Kolonie in Zukunft auf die Erzengung 
dieser Landesprodukte nicht beschränken dürse. Er 
geht dabei von der Erwägung aus, daß der Bau 
der Eisenbahn eine Ueberproduktion in Palmkernen 
und Palmöl, weiterhin einen dauernden Preissturz 
in diesen Artikeln und schließlich ein gänzliches Stocken 
des Handels und damit einen Ausfall in den Ein- 
nahmen der Kolonie zur Folge haben würde. Der 
Gouverneur zieht auch in Rechnung, daß das Land 
eine jährliche Zins= und Amortisationsrate von 
9000 Pfd. Sterl. wird aufzubringen haben und be- 
fürchtet von dem Bau der Eisenbahn einen finan- 
ziellen Ruin des Landes, jedoch nur für den Fall, 
daß die Bevölkerung nicht dazu übergehen werde, 
andere Produkte als Palmkerne und Palmöl zu er- 
zeugen. Empfohlen wird namentlich der Anbau von 
Kassee und Ingwer. Der Gounverneur verspricht sich 
! schließlich durch die Erschließung dieser Erwerbszweige 
in Verbindung mit dem Bau der Eisenbahn einen 
bedeutenden Aufschwung im Ackerbau und Handel 
sowie eine gedeihliche Entwickelung des Landes. 
  
Rongobahn. 
In dem von der Compagnie du Congo pour 
le commerce ct I’industric in der Generalver- 
sammlung vom 16. Dezember v. Is. erstatteten Be- 
richte wird hervorgehoben, daß sich die Verhälktnisse 
der Kongo-Eisenbahn erfreulich gestalten. Der 
Bau schreitet in normaler Weise vorwärts, so daß 
die Linie zu Mitte Februar den wichtigen Punkt 
Kimpesse (Kilometer 160) erreicht haben wird. Die 
Einnahmen hätten sich wider Erwarten schnell ge- 
hoben und im verflossenen Oktober 94 000 Frcs. 
betragen. 
Perschiedene Witkklzeilungen. 
Üeue Rautschukbäume. 
1. Kick Kia alricana. 
  
In den Kolonien Goldküste und Lagos ist in 
letzter Zeit festgestellt worden, daß der häufig an der
        <pb n="175" />
        afrikanischen Westküste vorkommende Baum Ire, 
Jreh oder Ereh (Kickxia alricana) werthvollen 
Kautschuk liefert. Der Kautschutexport hat dadurch 
einen außerordentlichen Aufschwung genommen. Die 
Kickxia erreicht eine Höhe von 18 bis 21 m. 
Jeder Baum liefert während der Regenzeit 10 bis 
15 Pfund Kautschuk. Die Samenkörner der Kickxia- 
werden häufig betrügerischerweise denen des Stro- 
banthus beigemengt. Die Saftgewinnung geschieht 
durch einen Einschnitt von 2 bis 3 cm Breite, 
welcher bis zur inneren Rinde und die ganze Länge 
des Stammes entlang gemacht wird. An beiden 
Seiten werden schräge Einschnitte auf den Haupt- 
schnitt hingeführt, um allen Saft nach dem Behälter 
am JFuß des Baumes zu leiten. 
Der Saft wird nach zwei Methoden zu Kaut- 
schut bereitet. Entweder er wird filtrirt, in einem 
Trog 14 Tage lang verdunsten gelassen und dann 
gepreßt. Dieser Kautschuk heißt dann Silk rubber 
und bringt 10 d. bis 1 sh. 2 d. für das Pfund. 
dder er wird filtrirt und gekocht. Dieser Kautschuk 
bringt 9 d. bis 1 sh. für das Pfund. Der Baum 
scheint sich auch gut zur Aulage von Kulturen zu 
eignen, was bei den Landolphias nicht der Fall ist. 
2. Mimusops balata. 
Die steigende Nachfrage nach Kautschuk hat zur 
stärkeren Ausbeutung auch der nur minderwerthigen 
Kautschuk liefernden Pflanzen geführt. Hierzu gehört 
der besonders in Guyana und Venezuela vorkom- 
mende, von den Indianern „Bolletrie“ genannte 
Baum Mimusops balata. Er wird 90 bis 100 Fuß 
boch und zeichnet sich durch sehr schön gefärbtes und 
Jusekten Widerstand leistendes Holz aus. Der Baum 
füllt in sumpfigen Gegenden ganze Wälder. Ge- 
wöhnlich gewinnen die Kautschutsucher den Saft 
nach Fällen des Baumes. In Britisch-Guyana ist 
das zwar schon längere Zeit und in Französisch= 
Guyana neuerdings verboten. Der Saft soll dort 
nur noch durch Einschnitte gewonnen werden, doch 
läßt sich die Durchführung des Gesetzes schwer über- 
wachen. Dem „Britis) Manufacturer“ zufolge kann 
leder Baum bei richtiger Behandlung jährlich 1 kg 
Kautschuk, ohne Schaden zu nehmen, liefern. Der 
Kantschuk wird aus dem Saft durch Verdunsten an 
er Luft gewonnen. Für elektrotechnische Zwecke ist 
er weniger geeignet, dagegen für medizinische Appa- 
rate, Gummimäntel und dergleichen gut verwendbar. 
Britisch-Guyana hat 1881 41 000 lbs. Balata- 
autschuk exportirt, 1889 schon 363 480. Der 
Werth des Produkts steigt ständig. In Holländisch- 
Guyana beuten zwei nordamerikanische Gesellschaften 
die Balatawälder aus. In Frankreich soll gleich- 
falls die Bildung von Gesellschaften für die Ge- 
winnung von Balata-Kautschuk in Cayenne im 
erke sein. 
  
  
  
137 — 
Preisausschreiben. 
Die Holtzendorff-Stiftung hat als neue Preis- 
aufgabe folgendes Thema gestellt: „Ist die De- 
portation unter den heutigen Verhältnissen 
als Strafmittel praktisch verwendbar?“ 
Es wird eine Erörterung der Frage verlangt, 
ob unter Berücksichtigung des heutigen Strafen= und 
Gesängnißwesens sowie der thatsächlich vorhandenen 
kolonialpolitischen Verhältnisse die Deportation eine 
Stelle im Strafensystem finden kann; bei Bejahung 
dieser Frage ist gleichzeitig zu erörtern, in welcher 
Weise die Deportationsstrafe praktisch auszugestalten 
und durchzuführen ist. 
Die Preisarbeiten, welche in deutscher, franzö- 
sischer, englischer oder italienischer Sprache abgefaßt 
sein können, müssen bis spätestens 1. April 1897 an 
den Schriftführer der Stiftung, Herrn Rechtsanwalt 
Dr. Halle zu Berlin W., Kronenstraße 56, ein- 
gesandt sein. Dieselben sind mit einem Erkennungs- 
worte zu versehen, und es ist ein versiegelter Umschlag 
unter gleichem Erkennungsworte beizulegen, in wel- 
chem der Name und die Wohnung des Versassers 
angegeben sind. Ueber die eingegangenen Arbeiten 
entscheidet ein Preisgericht, bestehend aus folgenden 
Herren: Siaatsrath Professor Dr. Foinitzky, St. 
Petersburg, Staatsminister Professor Dr. Hagerup, 
Christiania, Reichsgerichtsrath Dr. Olshausen, 
Leipzig, Generalsekretär der Socicte Générale des 
Prisons Rivichre, Paris, Professor Dr. Stooß, 
Bern. Die Arbeit, welche von dem Preisgericht als 
beste und zugleich des Preises würdige anerkannt wird, 
erhält die ausgesetzte Prämie von 1600 Mark — 
2000 Fres. Die preisgekrönte Arbeit wird mit der 
Auszahlung der Prämie ausschließliches litterarisches 
Eigenthum der Holtzendorff " Stiftung, deren Vorstand 
auf Vorschlag des geschäftsführenden Ausschusses über 
ihre Veröffentlichung und Uebersetzung Bestimmung 
trifft. Die nicht preisgekrönten Arbeiten werden den 
Verfassern zur freien Verfügung zurückgesandt. 
Die Seitung „Cnzette for Zunzibar und Enst Alrien“. 
Die Leitung der „Gazette for Zanzibar and 
East Alrica“ hat der Arzt der Station der Eastern 
Telegraph Company Mr. Spurrier an Stelle des 
früheren zum Distriktsbeamten in Wassein bei Wanga 
ernannten Redakteurs Mr. Wilson übernommen. 
  
FVVVVVVVVVVVVVVWVVVVVVVVVFVYVYVYTTTT 
Tikteratur. 
Georg Wislicenus: Unsere Kriegsflotte. Dem 
deutschen Volke in Wort und Bild dargestellt. 
2. Aufl. Leipzig 1896. F. A. Brockhaus. 
Karl Röchling: Unser Heer. Breslan 1896. 
Wiskott.
        <pb n="176" />
        — 138 — 
J. Trojan und J. Lohmeyer: Ein Kriegsgedenk- 
buch. Ernst und Humor aus den Jahren 1870/71. 
Breslau 1896. Wiskott. 
In den hier vorliegenden Werken wird die 
deutsche Wehrmacht zu Land und See im Frieden 
und Kriege von verschiedenen Seiten dem deutschen 
Volke vorgeführt. An Glanz der Ausstattung wett- 
eisern die Veröffentlichungen von Wislicenus und 
Röchling. Der Erstere schildert in anziehender 
Darstellung, welche farbige Zeichnungen der Marine- 
maler Saltzmann, Schwinge und Stöwer be- 
gleiten und erläutern, die heutige deutsche Kriegs- 
flotte. Statt aber, wie es in anderen Werken 
geschehen ist, einfach die einzelnen Schiffe u. s. w. 
systematisch zu beschreiben, wählt er den Weg, die 
Flotte in Erfüllung ihrer heutigen wichtigsten Auf- 
gaben unter stetem Rückblick auf die Vergangenheit 
vorzuführen. Der Leser gewinnt dadurch nicht nur 
eine lebendigere Anschauung des Wesens und der 
Bedeutung der modernen Flotte und ihrer Unent- 
behrlichkeit, sondern die Darstellung fesselt ihn auch 
in ganz anderer Weise, als es sonst der Fall sein 
würde. An der Spitze wird das schöne Kaiserliche 
Kriegsschiff „Hohenzollern“ auf der Fahrt in cinem 
norwegischen Fiord dem Leser vor Augen geführt 
und dabei in kurzen Zügen des Ringens Deutschlands 
um Bildung einer Seemacht seit dem Falle der 
Hansa gedacht. Es folgen Darstellungen mehrerer 
Panzergeschwader in See, beim Kohleneinnehmen und 
bei Schießübungen. Der Text erläutert dabei 
Einrichtung, Gefechtswerth und Aufgaben dieser 
schweren Schiffe. Die Panzerkanonenboote, die Tor- 
pedoboote und ihre Divisionsschiffe sind alsdann 
gleichsalls beim Manöver, der „Brummer“ beim 
Schutz der Fischerboote geschildert. Ein Blatt stellt 
das Kreuzergeschwader auf der Rhede von Sansibar 
dar, ein anderes giebt ein Bild der modernen ge- 
schützten Kreuzer, auf deren Vermehrung die ver- 
schiedenen Staaten jetzt besonderen Werth legen. 
Auch einer der Passagierschnelldampfer, die im Krieg 
zu Krenzerdiensten herangezogen werden, die „Kaiserin 
Augusta“, ist in seiner gewaltigen und doch eleganten 
Gestalt vertreten. Den Gegensatz zwischen einst 
und jetzt stellen die alte und neue „Gefion“ im 
Kieler Hafen dar. Welcher Gegensatz im Kriegs- 
schiffsbau seit der glorreichen Wegnahme der alten 
„Gefion“! Die letzten Darstellungen betreffen die 
deutschen Kreuzer in überseeischen Meeren, ein Tor- 
pedogeschwader im Sturm und ein Flottenmanöver 
am frühen Morgen. 
Wird dieses Prachtwerk in erster Reihe das mit 
der Sec vertraute Publikum erwärmen, so dürften 
die Röchlingschen Blätter und die Erinnerungen 
an den glorreichen Feldzug des Jahres 1870,71 in 
allen Kreisen Beifall finden. Röchling schildert mit 
Meisterhand das Leben und Treiben des Heeres im 
Friedensdienst. Die Parade in Potsdam ist ebenso 
lebensvoll vorgeführt wie das Treiben in der Kaserne 
und auf dem Exerzirplatz, beim Felddienst und im 
  
Manöver. Vielfach sind drollige Scenen zur Dar- 
stellung gewählt. Das deutsche Heer erscheint daher 
so recht als das, was es ja sein soll, das Volk in 
Waffen, welches mit Begeisterung und Hingabe sich 
für die Vetheidigung seiner besten Güter gegen jeden 
Feind übt und rüstet. Diese Stimmung ist es auch, 
welche Trojans und Lohmeyers Buch, das bei 
den Veteranen des großen Krieges besonderen An- 
klang gefunden hat, durch und durch beseelt. 
Professor Dr. Volkens: Der Kilimandjaro in seiner 
Bedeutung für den Gartenbau. Vortrag, gehalten 
im Verein zur Beförderung des Gartenbaues in 
den preußischen Staaten. Berlin 1896. Büxen- 
stein. 
Der Verfasser, welcher längere Zeit in der 
wissenschaftlichen Station am Kilimandjaro gewirkt 
hat, schildert in seiner Schrift in populärer Weise 
die günstigen Beobachtungen, welche er über Klima 
und Fruchtbarkeit des Bodens an dem Höchsten 
Bergland des ostafrikanischen Schußgebietes gemacht 
hat. Er bedauert, daß bisher so wenig von der 
reichen Flora jener Gegenden in Deutschland bekannt 
und noch kein Versuch gemacht worden ist, den 
Nutzen zu ziehen, der für die Kolonie und das 
Mutterland in mancher Hinsicht daraus zu erwarten 
wärc. 
Th. Christaller: Handbuch der deutschen Sprache 
für die deutschen Schulen in Kamerun. Frank- 
furt a. M. 1896. H. L. Brönner. 
Der verdiente Oberlehrer der deutschen Schule 
in Kamerun hat der Duallafibel, welche er vor einigen 
Jahren veröffentlicht hat, jetzt ein Lehrbuch folgen 
lassen, welches zum Unterricht der Eingeborenen in 
der deutschen Sprache bestimmt ist. Der Verfasser 
hat die Brauchbarkeit seiner Arbeit bereits seit drei 
Jahren erprobt und bei ihrer Drucklegung alle in 
der Schule schon gemachten praktischen Erfahrungen 
verwerkhet. Die Schrift dürfte, wenngleich sie in 
erster Linie für den Gebrauch in den deutschen 
Schulen im Schutzgebiete bestimmt ist, auch für den 
Sprachforscher von vielem Interesse sein. 
Aus dem Lande der Suaheli. Theil I. Reise- 
briefe und Zuckeruntersuchungen am Pangani von 
Gustav Meinecke. Vegetationsbilder von 
Dr. Otto Warburg. Mit 40 llustrationen 
und einer Karte im Texte. 194 Seiten. Berlin 
1896. Deutscher Kolonial-Verlag (G. Meinecke). 
Der Verfasser dieser Schrift, Redaktcur der 
„Deutschen Kolonialzeitung“, welcher Deutsch-Ostafrika 
bereist hat, um die Lage der dortigen Zuckerproduk- 
tion zu studiren, schildert die einzelnen Plantagen- 
unternehmungen und die Küstenstädte in ansprechender 
Weise. Die Beschreibung der Zuckerindustrie der 
Araber am Pangani ist besonders eingehend. 
Dr. Warburg, Dozent am orientalischen Seminar,
        <pb n="177" />
        — 139 — 
die hervorragendsten Typen der ostafrikanischen Dr. K. Dieter: Deutsch-afrikanische Kultur Ab- 
kahmnennul-Gaund Teer bhotographlscher Auf- gedruc, in „Das zwanzigste Jahrhundert". 
sgebers in sehr an icher Fl. Jahrg., Heft 4. bli Liüstenöder. 
lhrreicher Wesse beshrteben. seh schaulicher und Jahrg., Heft 1 Berlin 1896. Lüstenöder 
Max Trömel: Der perfekte Stenograph. 
* Richard Preuß: Theorctisch-praktische Anleitung 
Der Kunstwart. Rundschau über alle Gebiete des zur kaufmännischen Korrespondenz nach Gabels- 
Schönen, herausgegeben von Ferd. Avenarius. bergers System. Dresden 1896. Wilhelm 
München 1895. G. d. W. Callwey. IX. Jahr= Reuters Stenographieverlag. 
gang. Erscheint halbmonatlich. Preis jährlich % - 
lOMark. Dr. Lassar-Cohn: Die Chemie im täglichen Leben. 
Mit 19 Holzschnitten. Hamburg und Leipzig 
1896. Leopold Voß. 
  
  
Schiffsbewegungen. 
(Die Zeit vor dem Orte bedeutet die Ankunft, hinter dem Orle die Abfahrt des Schiffes.) 
M. S. „Bussard“ 30, 1. Sydney. (Poststation: Hospostamt.) 
S. „Condor" 13/12. Sansibar 3/1. — 9/1. Lourengo Marques 25/1. — 31/1. Mozambique 2,2. 
— 5/2. Sansibar. (Poststation: Sansibar.) 
S. „Cormoran" 25/1. Amoy. (Poststation: Hongkong.) *45ô 4 
S. „Falke“ 1/2. Neucastle (Neu-Süd-Wales) 4/2. — 4/2. Sydney. (Poststation: Hofpostamt.) 
S. „Hyäne“ 30/12. Kamerun. (Poststation: Kamerun.) « 
Vermessungsschiff „Möwe“ 16/11. Herbertshöhe. (Poststation: Matupi.) 
S. „Seeadler" 23/12. Lourenro Marques 15/2. — Kapstadt. (Poststation: Kapstadt.) 
S. „Sperber“ 9/10. Kamerun 5/1. — 17/1. Kapstadt. (Poststation: Mossamedes.) 
S 
-- 
  
  
Derkehrs-Wachrichten. 
Im November v. Is. ist in Lüderitzbucht, im Januar d. Is. in Warmbad (Deutsch-Südwest- 
afrika) eine Kaiserliche Postagentur eröffnet worden. 
Postdampfschtffverbindungen nach den deutschen Schutzgebieten. 
  
  
  
  
6 Die Abfahrt erfolgt Ausschissungshafen. Vriefe mussen aus 6 
Nach vom Ein- Dauer Berlin spätestens 
schifsungshafen an folgenden Tagen der Ueberfahrt abgesandt werden 
Neapel am 11. März, 8. April! Dar-es-Saläm » 
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am 10.jedes Mts. nachts Klein-Popo 20 Tage 
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        140 
  
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vom Ein- 
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an folgenden Tagen 
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Dauer 
der Ueberfahrt 
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am 9., 13. März, 
8. Mai 
10% abdbe. 
am 13. März, 8. Mae 
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Hamburg .. am 25. jed. Monat s 
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23. Apri 
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Postdampfer 
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„Anna Woermann" 
„Carl Woermann“ 
„Eduard Bohlen“ 
„Ella Woermann“ 
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„Gertrud Woermann“ 
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„Professor Woermann= . 
„Thekla Bohlen“ 
  
  
von nach bis 12. Februar 1896 
Ponta Negra 6 Hamburg 31. Januar in Accra. 
Hamburg · Kap Palmas 15. Januar ab Hamburg. 
Hamburg 1 Kotononu 28. Januar in Tanger. 
Congo I amburg 11. Februar Vlissingen passirt. 
Hamburg Kap Palmas 8 Februar in Sierra Leone. 
Kap Palmas · Hambur 11. Februar in Las Palmas. 
Hamburg I Ponta Negra 7. Februar in Lagos. 
Kotonou amburg 8. Februar in Hamburg. 
Kotonon Hamburg 11. Januar in Accra. 
Loanda Hamburg 12. Februar in Hamburg. 
Hamburg Loanda 9. Februar in Loanda. 
Hamburg Ponta Negra 10. Februar ab Hamburg. 
Ponta Negra Hamburg 11. Februar in Kamernn. 
Hamburg Lüderitzbucht 10. Januar in Teneriffe. 
Kap Palmas Hamburg 27. Dezember in Hamburg. 
Lüderigbucht Hamburg 30. Januar in Loanda. 
  
Schifsbewegungen der Deutschen Ostafrika-Linie ———= 
  
  
  
  
Reichs Reise Letßte Nachrichten 
chsposidampfer von nach bis 8. Februar 1896 
„Kaiser“, . Durban « Hamburg am 4. Februar ab Delagoabay. 
„Kanzler" - Hamburg Durban am 7. Februar an #osabo= 
„Enleeratt.⅜ Durban Hamburg am 5. Februar ab Nea 
„Neichstag“. Hamburg Durban am 7. Februar ab JIrlssencen. 
„Admiral“ Hamburg Durban am 7. Februar an Dar#zes-Saläm. 
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der n „Das Tcho“ betrachtet es Insbesondere als selne Autgebe, dem Leben und Treiben 
entsehen Im Auslande die llebevollste Aufmerksamkelt zuzuwenden. Es vird daher 
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eder lese „Das Echo“ 
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enthalts in Afrika, wie unvorbereitet 
Deutsche in die Tropen gingen und wie 
wenig sie die Bedingungen des dortigen 
Lebens und Verkehrs kannten und 6th 
ihnen anzupassen verstanden. Noch wäh- 
rend seiner letzten großen Expedition, 
zwischen dem Nyassa= und Tanganyika= 
See, hat er daher diese „Nathschläge und 
Schilderungen“ niedergeschrieben, die Allen 
zu Gute kommen sollen, die sich in die 
deutschen Schutzgebiete oder in den dortigen 
Neichsdienst begeben.
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nach Madeira, Klein-Popo, Lagos, Fernando Po, Kamerun und den Hätfen 
der Südwestküste Afrikas bis Pontanegra. 
Am 15. ärz: P. D. „Professor Woermann“, Capt. Triebe, 
nach Tanger, Mazagan, Mogador, Las Palmas, Teneriffe, Gorée, Dakar, Ruflsque, 
Bissao, Bolama, Sierra Leone, Sherbro und Liberia. 
Am 20. Mäürz: P. D. „Hedwig Woermann“, Capt. Henneberg, 
nach Conakry, Monrovia, der Goldküste, Togo, Whydah und Kotonou. 
Am 31. März: P. D. „Thekla Bohlen“, Capt. Jversen, 
nach Teneriffe, Las Palmas, Gorée und den Hälen der Südwestküste Afrikas bis Loanda 
sowie nach Deutsch-Südwestafrika. 
Nach Bissaco und Bolama: am 15. März und 15. Mai 1896. 
Nach Deutsch-Südwestafrika: am 31. Mürz, 31.Mui, 31.Juli und ferner jeden zweiten Monnt. 
Alle Gs#ter mdissen am Taye vor dem Abyanpsdatt#m bis I2 Uhr mittaps Iduyssetite sein. 
Näheres wegen Fracht und Passage ertheilt in Hamburg die Woermann-Linie, m. b. H. sowie der Schifls- 
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unter Vertrag mit dem Deutschen Reiche 
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Hamburg, Ostafrika und Transvaal 
Amsterdam, Lissabon und Neupel anlaufend. 
Die nächsten fahrplunmässigen Expeditionen finden statt: 
  
  
E. P. D. „KAISER“, Capt. v. Issendorff 25. Mürz 1896 ab Hamburg (lt. Fahrplan) 
R. P. D. „AD MIIRALG, Capt. West 22. April „ ab Hamburg " 
R. P. D. „KANZLER“, Capt. Elson 20. Mai „ ab Hamburg " 
nach Tanga, Dar-es-Saläm, Sansibar, Mozambique, Beira, Delagoa-Bai und Natal. 
Diese Dampfer nehmen auch Passagiere und Waaren nach 
Bagamoyo, Saadani, Pangani, Kilwa, Ibo, Lindi, QGuelimane, Chinde, Lamu und 
Ombassa. 
Regelmässig alle acht Wochen Postdampfer 
ab Hamburg ums Kaor der #i#ten J#oneng direkt nach Dierben, Delaugoc-Ba#s, 
Inambanc, Mozcmböid#cc. 
Nächste Expedition: Dampfer „GENERAIL“, Capt. Asthansen, 29. Mürz 1896. 
Die Daempfer Naben vrorzupliche Einrichtengpen f# Fussaytere u allen Klassen. 
Ferner zwischen Ostafrika und Bombay regelmässig allc vier Wochen im Anschluss 
an die Hauptdampfer. 
Näheres ertheilt in Hamburg: (20) 
wegen Fracht der Schiffemakler August Bolten, Wm. Miller's Nachfolger, 
wegen Passage die Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Aktien-Gesellechaft, 
sowie wegen Fracht und Passage die 
  
Deutsche Ost-Afrika- Linie, 
Gr. Reichenstrasse 25. 
Verankwortlicher Redalteur für den nichtamtlichen cheil: O. Mertinat, Berlin. 
Druck und Verlag der Koniglichen Hofbuchhandlung und Hoibuchdruckerei von E. S. Mittler &amp; Sohn, BVerlin SW 12, nochstraße 68—71. 
Ausgegeben am 29. Februar 1890 um 5 Uhr nachmiltags. 
Hierzu eine Beilage.
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        Deutsches Kolonialblatt. 
Amtsblatt für die Schutzgebiete des Deutschen Reichs. 
herausgegeben in der Kolonfal-Ablhrilung des Auswärligen Amls. 
  
  
... ——„ — — 
Jahrgang. gLerlin, 15. Mürz 1896. Uummer 6. 
a Soscheink in der Regel am 1. und 15. sedes Monats. Derielben werden als Beiheit#e Isg die mindestens einmor t 
beinenden: ut beilungen von Torschongsreisonden —8 GCoiehrten on aus den 90 utschen Schutegebichen“, horausgegobon von Dr. Froih 
t den Bribelten zo Fein Bezuge durch die . und it 
n cd 5— direkt unter Streisband durch di Lerlsgsenehhanalutn un 350 für 5 Derntichlnnd, und Ossterreich= Ungarn, Mk. 3.75 für 
da deo Pellvoitvereins. — Ein Gendunen und Aufrafen sind an die K önigliche Hoibuchha andlung von " ru st Siltinh Mittler 
und Seo #u, Verlin 8W 12, — —71, 3u richten. (Eingelwagen in der ituunge- chih. für 1800 unter Nr. 10916.) 
  
Inhalt: Amtlicher Theil: rbestellung von Beisitzern der Kaiserlichen Oerichte im Schuzgebiete der Marsal= Inseln 
für dao Jahr 1896 S. — Ernennung von Beisiern für die Kaiserlichen Gerichte des Schuhgebietes der 
Neu-Guinea-Kompagnie c e Jahr 1896 S. 152.— Personalien S. 153. — Vertheilungsplan der Schutztruppe 
und Landespolizei von Deutsch- Opafrita am 31. Jannar 1896 S. 154. 
Nichtamtlicher Theil: Personal= Nachrichten S. 153. — #amrun Gebirgsstation Busa S. 158. — 
Daandegebier S. 159. — Handelsbetrieb auf Schissen S. 160. — Deutsch- Sübdweptafrika: Handelsregister in 
Deutsch- Südwestafrika S. 160. — Ungurlsgleicberllerung von — — . 160. — Ueber den Siand der 
Lungenseuche im Bezirk 1Stimoingue) S. 160. — Viehmarkt S. 160. — Marshall-Inseln: Reise des Landes- 
hauptmanno S. 161. Dentsch2 eu- Guineg) Uebersicht über die in Schubzgebiete ansässigen Deutschen und 
Fremden S. 162. — Aus d em Bereiche Missionen und der Antifklaverei-Bewegung S. 163. — 
Aus fremden Kolonien: Wrenche de Shire Highlands bompan) S. 164. — Oessentliche Arbeiten 
in Lagos S. 164. — Schiffobewegung Sansibars im J Jahre 1895 S. 164. — Litteratur S. 164. Schiffs- 
bewegungen S. 164. — — Terkehra= Nachrichten S. 165. — —Anee 
  
Amtlicher Theil. 
Verordnungen und Wikkheilungen der Behörden in den Schungebieken. 
Bestellung von Beisitzern der Kaiserlichen Gerichte im Schutzgebiete der 
Marshall-Jnseln. 
* Auf Grund der §§ 7 ff. des Gesetzes über die Konsulargerichtsbarkeit vom 10. Juli 1879 sind 
für das Jahr 1896 ernannt worden: *) 
1. Zu Beisitzern der Kaiserlichen Gerichte erster und zweiter Instanz zu Jaluit: 
1. der Kaufmann Emil Hütter, sächsischer Staatsangehöriger. 
2. Regierungsarzt Dr. Gustav Schwabe, preußischer Staatsangehöriger. 
3. Kaufmann Adolf Capelle, preußischer Staaksangehöriger. 
4. Verkäufer Theodor Dreyer, hamburgischer Staatsangehöriger. 
5. Kaufmann Rudolf Wolfhagen, preußischer Staatsangehöriger. 
6. Schiffer Otto Keßler, sächsischer Staatsangehöriger. 
7. Schiffer Julius Krümling, preußischer Staatsangehöriger. 
8. Platzaufseher Bernhard Merten, preußischer Staatsangehöriger. 
II. Zu stellvertretenden Beisitzern: 
1. Steuermann Otto Weilbächer, hessischer Staatsangehöriger. 
2. Stenermann Heinrich Martens, hamburgischer Staatsangehöriger. 
3. Stenermann August Düvel, preußischer Staatsangehöriger. 
4. Lagerverwalter Henry Müttel, hamburgischer Staatsangehöriger. 
III. Mit der Wahrnehmung der Geschäfte des Gerichtsschreibers bei dem Kaiserlichen Gericht erster 
Instanz und dem Gericht für Eingeborene sowie mit den Geschäften des Gerichtsvollziehers bleibt 
der Lootse Reiher betraut. 
5*) Vergl. Deutsches Kolonialblatt 1895, S. 205.
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        — 152 — 
IV. Die Bestellung eines Gerichtsschreibers für das Kaiserliche Obergericht bleibt für jeden einzelnen 
Fall vorbehalten. 
Jaluit, den 2. Dezember 1895. 
Der Kaiserliche Landeshauptmann. 
(L. S.) Dr. Irmer. 
Ernennung von Beisitzern für die Kaiserlichen Gerichte des Schutzgebietes 
der Neu-Guinea-Kompagnie.) 
Für das Jahr 1896 werden ernannt: 
I. Bei dem Kaiserlichen Obergericht des Schutzgebietes der Neu-Guinea-Kompagnie zu Friedrich 
Wilhelmshafen: 
a. als Beisitzer: 
1. der Vorsteher der Rheinischen Mission Missionar Gustav Bergmann zu Siar, Preuße, 
2. der Hauptadministrator der Astrolabe-Kompagnie Curt v. Hagen zu Stephansort, Preuße, 
3. der Beamte der Astrolabe-Kompagnie Otto Herzog zu Stephansort, Preuße, 
4. der Arzt der Astrolabe-Kompagnie Dr. Wilhelm Wendland zu Stephansort, Preuße; 
b. als stellvertretende Beisitzer: 
1. der Arzt der Neu-Guinega-Komp. Dr. Otto Dempwolff zu Friedrich Wilhelmshafen, Preuße, 
2. der Missionar der Rheinischen Mission Albert Hoffmann zu Bogadjim, Preuße, 
3. 
der Administrator der Astrolabe-Kompagnie Karl Weydig zu Stephansort, Hamburger. 
II. Bei dem Kaiserlichen Gericht des Schutzgebietes der Neu-Guinea-Kompagnie zu Friedrich 
Wilhelmshafen: 
1. 
4. 
— 
a. als Beisitzer: 
der obere Rechnungsbeamte der Neu-Guinea-Kompagnie Oskar Binternagel zu Friedrich 
Wilhelmshafen, Preuße, 
2. der Beamte der Astrolabe-Kompagnie Franz Boluminsky zu Stephansort, Preuße, 
3. 
der Stationsvorsteher und Lagerverwalter der Neu-Guinca-Kompagnie Albert Fademrecht 
zu Friedrich Wilhelmshafen, Preuße, 
der Hauptassistent der Astrolabe-Kompagnie Eduard Kuwert zu Stephansort, Preuße; 
b. als stellvertretende Beisitzer: 
.#denr kaufmännische Beamte der Neu-Guinea-Kompagnie Georg Ahrens zu Friedrich 
Wilhelmshafen, Preuße, 
2. der Registrator der Neu-Guinea-Komp. Oskar Haesner zu Friedrich Wilhelmshafen, Preuße, 
3. 
4 
der Hauptassistent der Astrolabe-Kompagnie Karl Kleine zu Stephansort, Preuße, 
der Assistent der Astrolabe-Kompagnie Joseph Loag zu Stephansort, Preuße. 
III. Bei dem Kaiserlichen Gericht des Schutzgebietes der Neu-Guinea-Kompagnie zu Herbertshöh: 
V — 
a. als Beisitzer: 
1. der Arzt der Neu-Guinea-Kompagnie Dr. med. Karl Danneil zu Herbertshöh, Preuße, 
2. 
3. der Kaufmann, Mitinhaber der Firma Hernsheim &amp; Co. zu Matupi, Maximilian Thiel 
der Pflanzungsvorsteher Hubert Geisler zu Herbertshöh, Preuße, 
zu Matupi, Bayer, 
.der Vorsteher der Zweigniederlassung der Deutschen Handels= und Plantagengesellschaft 
der Südsee--Inseln zu Hamburg, Adolf Schulz zu Mioko, Preuße; 
b. als stellvertretende Beisitzer: 
der Missionar der kath. Mission vom heiligen Herzen Jesu Pater Johann Dicks, Preuße, 
der Angestellte der Zweigniederlassung der Deutschen Handels- und Plantagengesellschaft 
zu Mioko Franz Hellwig, Preuße, 
3. der Pflanzer Octave Mouton zu Kiningunan, Belgier, 
4. 
der Lagerverwalter Rudolf Wolff zu Herbertshöh, Preuße. 
Friedrich Wilhelmshafen, den 31. Dezember 1895. 
Der stellvertretende Landeshauptmann des Schutzgebietes der Neu-Guinea-Kompagnie. 
(L. S.) 
Rüdiger. 
sVergl. Deutsches Kolonialblatt 1895, S. 222.
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        — 153 — 
Personalien. 
i öni idi i ktionen des 
Kaiser und König haben Allergnädigst geruht, dem mit. den Fun 1 
utztruppe Deussch-Okfakln Allerhöchst beauftragten Oberstlieutenant v. Trotha 
öniglichen Kronen-Orden 3. Klasse zu verleihen. 
Seine Majestät der 
Kommandeurs der Sch 
die Schwerter zum K 
jestä r Könia h -'· t, den nachbenannten 
jestät der Kaiser und König haben Allergnädigst geruht, » n 
aubniß zur Anlegung ihnen verliehenen Ordensinsignien u. s. w. zu ertheilen, und zwar: 
des Ritterkreuzes des Großherzoglich mecklenburgischen Hausordens der Vewiischen Kroner dem Be- 
zirksamtmann im Schutzgebiete von Deutsch-Ostafrika v. EW Kapitän in der 
des Ritterkrenzes des Großherzoglich mecklenburg-schwerinschen Lassn rden beil p 
Flottille des Kaiserlichen Gouvernements von Deutsch-Ostafrika Grafen v. Pfeil. 
Seine Ma 
Beamten die Erl 
ständi " iter i ial- « ärtigen Amts Vizekonsul v. Buri 
Der ständige Hülfsarbeiter in der Kolonial-Abtheilung des Ausw Amts « 
ist zum Kommissar 33 bei der Siedelungsgesellschaft für Deutsch = Südwestafrika ernannt 
worden. 
"«j  . isse eines Kaiserlichen Berufs- 
Der Kaiserliche Landeshauptmann von Togo Köhler hat die Befugnisse eines K «- 
konsuls für das westapetanssch Küstengebiet von Sierra Leonc bis einschließlich des Niger Coast Protek 
torats übernommen. 
Der Sekondlientenant a. D. v. Zülow, zuletzt im Infanterie-Regiment von Wittich Nr. 83, ist 
der Schutztruppe für Deutsch-Südwestafrika zugetheilt worden. 
Nichtamtlicher Theil. 
ichte Der in den Dienst des Kaiserlichen Gouverne- 
Ferlonal-Bachri n. mench delteleit Maschinist Knaack hat die Reise 
Deutsch · Ostasrita. nach dem Schutzgebiet angetreten. 
Der Vorsteher des Kaiserlichen ostamts in Dar- ————. 
Saläm Postinspektor Puchr, deeisnn Der in den Dienst des Kaiserlichen Gouverne- 
Bastian 
und der Postsekretär Stucken schmidt ments getretene Bautechniker Gause ist nach Kamerun 
kehren nach Deutschland zurück. Zu ihrem Ersatz abgereist. 
haben Aufang März Oberpostdirektionssekretär Flei= 
ser, Postsekretär Schnake und Postpraktikant cogo. 
kleine die Reise nach Ostafrika angetreten. Der Posssekretür Ko heen in Klein- Popo * 
Der Zolldirektor Hohmann ist im Februar der Tchegraphenassistent Krafte zr a e in 
vom Urlaub nach Dar-es-Saläm zurückgekehrt. April nach Deutschlan zurück. vun reerat 
–– haben Postsekretär Choms aus Ham zurg unt Ko- 
Der in den Dienst des Kaiserlichen Gouverne= assistent Marx aus Dresden aum 10. rz die Reise 
ments getretene Bootsunteroffizier Hagel tritt dem- nach dem Schutzgebiet angetreten. 
nächst die Reise nach dem Schutzgebiet an. 
  
  
Der als Wegebauer für die Kaiserliche Landes- 
Ramerun. hauptmannschaft angenommene Bautechniker Tönnlies 
Der stellvertretende Kommandeur der Kaiserlichen hat die Ausreise nach Klein-Popo angetreten. 
Schutztruppe Haupt v. Kampp#, Zollassistent — 
eters, —–he 2227 Techniker Der Diätar Holtzheimer, welcher der Kaiser- 
Scharnetzky sind im Januar in Kamerun ein- lichen Landeshauptmannschaft zur aushülfsweisen 
Letroffen. Beschäftigung überwiesen ist, hat die Reise nach 
: . in-Popo angetreten. 
n Stelle des ausgeichledenen rectes z Klein-P n 
ist der Maschinenschlosser Brückner in den Dien « « * welcher in 
Kaiserli - . - Der Steuersupernumerar Wiecker, 
dss Kiferche Gouvernements getreten und hat die den Dienst der Kasserlichen Landeshauptmawaf chaft 
e nach Kamerun angetreten. getreten ist, hat die Ausreise angetreten. 
Der Bootsmannsmaat Dillinger ist am 13. Ja- — . 
nuar verstorben. (Fortsetzung auf Seite 58.)
        <pb n="192" />
        154 
Vertheilungsplan der Schutztruppe und Landespolizei 
Anmerkung: k hinter dem Namen — krank, c hinter dem Namen —= kommandirt, 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Nr. "Q · 2 
der Garnison= K#om- Ober- r* Lieu- Ober- 2 Johl- Ober- Ser- Unter- 
** pagnie- —. Aerzte,meister= seuer-Feldwebel 23. 
Kom- ort beur führer 6 tenants ärzte Z aspirant geanten offiziere 
pagnie führer S aspiranten werker 
1. Schutztruppe. 
— po. Natz-Langheld'# Beringe — OllwigKuhnenEngel-Krausee Benkewig] Meuser 
mer Schlobach - - hardt Hammer-= 
StabDar-es- # * meister 
Saläm v. Stockit 
Böhmer 2 
Nachtigall 
*# 
Moschi — — Sohannes Merker — — Dr. Eggel— Körner 1— — Freytaggl 
Vartscher 
1. 1 I v . Marl —— 1 * 
. d. Mar- ... 
Marangu — — — v witz — — — — — — — —- Reisewitz 
stisuani — — — — — — — — — — Lembke Sommer'“ — 
Dar-es= — — — v. Wiss...1— — — — — — — Jahn 
Salam mann 
2. 
Masinde — — — Storch— * — — — Nymarzig — — 
Dar-es= Fonck T1 U * — — — . · 
Z Samm— — — Passevant — Krauß Witkowoli 
ilimati — — tadl- Dr. Nein- .. — 
4. Kilimatinde Podlech d cur — — arden — Körner L11 — Frahm Famer 
" * 
5. Ulanga — — — v. Kreist — Arning Ee — — Spiegel Stephan 
6. Kilwa — — — Kuhlmann— — Dr. Simon — — — Hentschke Frischmuth Herdecke 
« Mergarten 
Dar-es- Stenzler 5 « 
7. — — — — — — — — — Görn — naust 
Saläm Charisius Petrowitz 
- Lachen- 
Schnorren. Wein- « 
B. Lindi — — Fromm weiHösemann — — — — mair 
L berger Hopp 
Dar-es= . . Ullma 
9. Salsm NRamsay# Fonck Il—— — — — — Köhler — Müllan 
— — Leue Graf v. — — Dr. —— HZicken- — Markgraf — Richter * 
10. Tabora [Perponcher Drewes drath“ Sydow
        <pb n="193" />
        von Deutsch-Ostafrika am 31. Jannar 1896. 
* inter dem Namen und bei den Bissern 
siehe Bemerlungen. 
155 
  
  
  
  
  
  
  
Armirung 
  
Bemerkungen 
  
  
  
  
  
  
3N ital. Berggeschütze 
n‚7 em 
7 Maschinengewehre 
mmn 
1 Maxim-Gun K 45 
(unbrauchbar) 
4 Mörser 9 cm 
5 Revolverkanonen“ 
* Kompagnieführer Langheld und 
die Lieutenants Nachtigall und 
Böhmer werden beurlaubt 
* Davon 2 an Flottille ab- 
gegeben 
  
  
1 Berggeschütz 
6,5 cm 
1 Schnellahekanone 
47 
1 Shrlidelenone 
* Sergeant Freytag komimt wegen 
Urlaubsantritts zur Küste 
* Serg. Sommer behufo Urtaubo- 
ertheilung zur Küste befohlen 
  
Altachirte von der 3 L% 1 Mann 
- b- 
6. 
* 8. 
I10. 
von der Futtirboe. 
Pol eishuamoyo 2 
Miilind 
Alee 15 Mann 
davon 6 Me un der Arbeiler= 
n 
Iw-:.-tc-I 
  
Obeklannthqxhnln 
ach Tanga ver 
2. Komp. kommt acher Salam 
und geht später bache is 
Odsenwanger ist 
* 1 Mann der 2. Komp. attachirt 
  
1 Maschinengewehr 
mm 
1 ital. Berggeschütz 
— 
*2 Mann der 2. Komp. attachirt 
  
  
Jahlmeisterasp. Sas dommnt. 4½ Küfte 
gehten ora 
1 Mann der 2. Swüich'e Mlachspr 
  
  
3 leichte Feldgeschütze 
K/73 
*2 Mann der 2. Komp. attachirt 
  
  
  
  
  
— — — 
8 8 e 
Ober- Lazareth.Etaiss - t 2 - 5% ar b ige 
lazareth- pgehilfen mäßige S di Char- Askaris 
gehülfen Schreiberfsfendi regu= irre- 
. 6 gen guläre 
I. Schutztruppe. 
Schirpke Feldwebel 
— Häcker Apelt, — JUnruhl 4 — — — — 
ENsë% Unteroffiz Nickl 
Heger Triebel, 
—* Laz. 
Geh. 
Herbsleb 
Wülflingl — — — 8 110 2 
EEEEIIILI 
— — — — T1 28 — 
— — — — 1 — 2 23 — 
— — — — —— 1 2 30 — 
15 
Ossen- i. n 
wansgers — — — — — 3 30 2 
— — — — 11 80“7 
——. — — 
— — — — — 8 132“ 1 
. 
Prinage — — — 1110 92 21 
—.. — 
— Fleisch- 1 5 109 — 
mann 
— — 
— — # 56 — 
— i 
— — — — — 1 7 107 1 
— Nöhr — — — 7 119 — 
Weidner — — — — —— 8 129“ 29 
4 leichte Felvgeschütze 
1073 
  
* 3 Mann der 2. Komp. attachirt 
–.. — 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
9. Komp. marschirt nach Udjidji 
. 
  
  
1 Schnellladekanone 
3.7 em 
1 Schnellladekanone 
4,7 cm 
* Zahlmeisterap 
Zigtdren und 
neah 
ichter kommen 
  
  
  
r Kuste 
*1 Mamn der 2. Komp. attachirt
        <pb n="194" />
        156 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Nr. "O O"b . . 
der Garnison- Ober- Kom- Lieu. SOber- Aerzte Ober- Ser— Unter- 
Kom- ort deur führer pagnie- tenantsärzte — meis er seuer= Feldwebel geanten oftziere 
pagnie führer S Z asp werker 
— — AA ; — — — Hoffmann 
Muanza Herrmann] Kollmann Zupitza — — Schlee 
11. [ 
— — —— — — — — — Salomon — 
Bukoba — v. Kalben Hartmann 
* 
. Engelhardt berste 
12. Kilossa — — — Grao Fugger91L- Aluria- 8Stamm-H *) — hen. 
v. Vercken* — Skiba 
Mpwapwa — — Glauning sPbbr. Derg Jost — — Schütz 
Kisaki — — — v. Grawert/ — — — — — — — — Bittner 
* v. 
Auf Erpebition Trotha — — — — — — — — — Kamp — — 
Zusammen 1 1 7 27 11— 11 1 8 1 10 9 25 
II. Landespolizei. 
Tangg — — — — — — — — — — — Jaenle s Haible 
Pangani — — — — — — — — — — — Grimm 
Saadani — — — — — — —— — Hentschel— — 
Gaert- 
Bagamoyo. — Scherner — — Ther — — — — Wallner — — 
Dar-es-Salim — — — —- —— — — — — Mutter — — 
« — lhr. v. &amp; in — — — 
Kilwa Eberstei 9NWNeist 
Lindi — — — — — — — — — — — — — 
Mikindani — — — — — — — — — — Kayser — Pfendtner 
Donde — — — — —— — — — — — Merkl — 
Langenburg — — — — — — — — — — Haegele — — 
Zusammen — — 2 — — 1 — — 1 — 5 2 3 
III. Beurlaubt nach Europa. 
Jurich 
— — — Frhr. Eberhard —Dr. sDr. Wiben- Kieferle — — wong — 
v. Schrenck Jany Schwe manyn9–4Winkler Lon 
v. Notzing Kielmeyer singer Dr. Man- Zimmer= #one 
rince kiewitz mann r 
v. Elpons Dr. Krefeldt Steinmet 
Wagner udol ati 
Feldmann 
iebhardt 
Zusammen — — 3 3 —1 3 — 4 — — 11 —
        <pb n="195" />
        157 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
1# r 
313 Farbige 
Ober: Lazaret)-Etatsss 3 à Smn * % . 
lazareth- re h- mäßige r 7 l Char- Askaris Armirung Bemerkungen 
gehülfen gehülsen Schreiber □ - *i rm 6 Essendi gen regu- irre- 
2 - ! lläre gulare 
Juroc — — — — E— 2 27 1 Schnelllabelanone 
*„„ 2 1 Scnglladeienone .Zergeant Hartmann und cun reth · 
— — — — Pruf 
Schuster- — 52 "1 is lisuler chster ton en *“ 
Frü 1 S#ss# * Asen Dere lommt krankheits- 
— Juchter — — — — 6 107" — 1 oschinendBeetr o " Loganetbgebulfe Erüchtenicht kommt 
* Lieutenant v. Bercken kommt 
Wiest 6 39 1 Schnelllaelanone wwegen urtaubs zur r 
— — — — — . — " . ieutenant Glauning auf dem 
» 1 Nordenfeltgeschüt Marsche nach Mpwapwa 
— Aimer — — —. 1 I 30 2 — Station Kisaki wird aufgehoben 
" D. 
Scharfenß“ Sauer- « — 
berger brey à ## 
6 10 3 — 35 92 1369 117 40 
II. Landespolizei. -Ober- berbune2 
, . erlazarethgehülfe Loegel kom- 
Loegel? — 2 27“ c eichte Frcdgeschue mandirt Dar-zes-Salam 
9 *!' — 5ä&amp; * 1 Mann der 2. Komp. attachirt 
5 Landungskanonen 
—- Violland — — — 1 . 1 18 8 mm 
C T. leichte Feldgeschütze 
— EIE 
i —ÒÔ 
3 leichte Feldgeschutze - 
Voelkner — E — — 1.2 355 — ch 2 Mann der 3. Komp. attachirt 
l 1 Tleichte Filsfäi#ee 
— — — 1 ä 2 49 Nevowerkanone 3,7m 
——. 1! 
— — — —□——3 2969 — — 
— Msenenische Verg- 
— — — — — — 3 — geschütze 6,7 cm 
" Ungreifier Pfendiner kommt nach 
— — — — — — 2 26½ — 2 Mans *Wein n Ken.e altachirt 
. 
— — — — — — — 19 — 
. 
— — — — — 3 22 50 — 
ÔÒÊÒÔ 
2 1 — □:2".S" 16 237 50 21 — 
III. Beurlaubt nach Curopa. 
D 
– Näwy Oberla — — — — — — 
Benz srcihe hde 
Sieler
        <pb n="196" />
        158 
  
  
  
2 
Kom Ober-Kom- Lieu. e- Zahl= Ober- Ser= Unter- 
Garnisonort man—- führerbognier(enantsbrzie Aerzte, eiister-feuer-Feldwebel eanten offigiere 
deur sh führer enan 5 3 aspiranten werker I 
Kommandirt. 
— — — Fischer,Schlobach—-— — — — — Krause Meuser 
Berlin zum Gou- zum Gou- zum 
wvernement vernem.= Eisenbahn= 
Büreau kommando 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Rekapitulation. 
  
  
  
I. Schutztruppe 1 1 7 27 1— 11 1 8 1 10 9 25 
II. Landespolize— — 2 — — — — 1 — 5 2 3 
III. Beurlaubt. — — 3 3 — 1 3 — 4 — — 11 — 
Zusammen 1 I 1 12 30 I 1I 2 1 14 I 1I 18 I 1 I 15 I 22 I 28 
Dar-es-Saläm, den 1. Februar 1896. 
  
Neu. Guinea. 
Der Kaiserliche Richter Dr. Hahl zu Herbertshöh 
hat am 14. Januar die Führung der richterlichen 
und Verwaltungsgeschäfte des östlichen Jurisdiktions- 
und Verwaltungsbezirks übernommen. 
Die Mitglieder der Forschungsexpedition für 
Neu-Guinea Dr. Lauterbach, Dr. Kersting und 
Landwirth Tappenbeck haben die Ausreise von 
Genna aus angetreten. 
Machrichten aus den deukschen Schuhgebieten. 
(Abdruck der Nachrichten vollständig oder theilweise nur mit Quellenangabe gestattet.) 
RKamernun. 
Gebirgestation Buta. 
Der stellvertretende Gouverneur Dr. Seißz hat 
am 19. und 20. November v. Is. die Gebirgsstation 
Bua besucht und die dortigen Voerhältnisse einer 
eingehenden Besichtigung unterzogen. 
Die Station wird geleitet von dem Stationschef 
Franz Leuschner, dem der Hülfsaufseher Robert 
Schütt beigegeben ist. Eine dort stationirte Ab- 
theilung der Polizeitruppe dient zur Aufrechterhaltung 
von Ruhe und Ordnung im Gebirge. Die Station 
selbst macht einen durchaus guten Eindruck und ver- 
spricht von wesentlicher Bedeutung für die Kolonie 
in wissenschaftlicher und sanitärer Beziehung zu 
werden. 
Rings um die Station ist in einem großen 
Rechteck der Wald abgeholzt, so daß von dem Sta- 
tionshause aus der Ausblick in die Niederung des 
Kamerunbeckens und rückwärts nach dem Gebirge zu 
vollständig frei ist. Das Stationshaus, aus Holz 
und Wellblech gebaut, befindet sich in gutem, sehr 
sauber gehaltenem Zustande. Bis auf Einsetzung der 
Fensterscheiben, deren Stelle zur Zeit aufgenagelte 
Stücke Gaze vertreten, und der inneren Verschalung 
der Zimmer mit Holz ist Alles fertig. Es sind vier 
schöne große Zimmer vorhanden, so daß nach Be- 
setzung der Station durch zwei Weiße immer noch 
zwei Zimmer übrig bleiben, welche für erholungs- 
bedürftige Beamte einen Aufenthalt bieten, wie er 
in gar vielen Sommerfrischen in den deutschen Ge- 
birgen auch nicht besser zu finden ist. 
An das Stationshaus reihen sich nach dem Ge- 
birge zu, im Rechteck einen geräumigen, gut planirten 
und sauber gehaltenen Hof umschließend, die Sol- 
datenhäuser. Es sind dies Eingeborenenhütten, welche 
in nächster Zeit der Erneuerung bedürfen. Schafe, 
Ziegen, Hühner und Enten sind vorhanden; mit 
Gebirgsvieh sollen demnächst weitere Versuche ge- 
macht werden. 
Zwei Gärten sind in Betrieb, ein kleinerer und 
ein größerer. In ersterem sind eine Reihe Gemüse 
und vor Allem fünf Beete Kartoffeln neu angebaut. 
Der Kartoffelbau bietet entschieden Aussicht auf Er- 
folg, da nicht nur von der Station, sondern auch 
von der Basler Mission bereits kleinere Mengen
        <pb n="197" />
        159 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
—7 l — 
3 3 - 
Ober- Lazareth= Etats- 2 FJFarbige –– — 
lazareth= "| 1 mäßige - 2 Char- Anskaris Armirung Bemerkungen 
gehülsen gehülsen] Schreiber l#ffendi lam regu= irre- 
sdl läre guläre 
Kommandirt. 
— — — — — — — — — 
Krank. 
Häcker 
— degewald — — — J — — — — — 70 Lazareth Dar-es-Saläm 
b . 
Rekapitnlation. 
6 10 3 — 35 9 92 1369 117 40 
2 I — ———216:23-50 21 
— 2 1 — —— — —— — 
s 4 „ sof u 1068 1605 107 61 1 
  
guter Kartoffeln in Bua geerntet worden sind. In 
dem größeren Garten ist neben den verschiedensten 
Sorten von Gemüsen ein Stück Land mit Bergreis, 
ein anderes mit Hafer angepflanzt. Der Reis ver- 
spricht guten Ertrag. Der Hafer steht sehr dicht 
und üppig. 
Die Bodenbeschaffenheit in Buca läßt erwarten, 
daß in absehbarer Zeit die Station nicht nur ihre 
Besatzung (30 Mann) ernähren, sondern auch noch 
Produkte, insbesondere Kartoffeln, abliefern kann. 
· ährend der Anwesenheit des stellvertretenden 
Gouverneurs erschienen der Häuptling der Busaleute 
Endeli und der Häuptling von Sopo auf der Station. 
Beide versprachen, die Station nach Kräften zu 
unterstützen, Endeli wird den Rest der ihm auf- 
erlegten Kriegsentschädigung in nächster Zeit nach 
Victoria abliefern. 
l 
  
  
  
Exkursionen, bei denen die Voghe nicht unerhebliche 
Verluste hatten. Nach kurzer Zeit erhielt er jedoch 
durch die Yaündehäuptlinge Amba und Zonu die 
Nachricht, daß sich die Voghestämme nach dem Njong 
hinzögen, um eine Karawane zu überfallen. Als 
ihm am 23. v. Mts. durch den Häupiling Evoghe 
gemeldet wurde, eine von Lolodorf kommende, von 
einem Weißen geführte Karawane sei angegriffen 
worden, schickte er der Karawane 16 schwarze Sol- 
daten entgegen, welche am Abend desselben Tages 
den mit 18 Soldaten und Trägern zum Ersatz nach 
YMaiinde marschirenden Unteroffizier Müller mitten 
im Kampfe mit Eingeborenen antrafen, gerade noch 
rechtzeitig, um den Rest der beinahe aufgeriebenen 
Karawane zu retten. Von 18 Soldaten waren 11 
verwundet, die Lasten beinahe sämmtlich verloren. 
Die Frage der Errichtung eines Sanatoriums in 1 
ersz * Bartsch am 31. v. Mts. mit den weißen Unter- 
Bua unterliegt zur Zeit noch der Prüfung. 
Hauͤndegebiet. 
Der stellvertretende Kaiserliche Gouverneur be- 
richtet über die bereits gemeldeten Unruhen im soldaten, zurück. 
Yauidelande Folgendes: 
Mitte Dezember v. Is. wurden zwei Dahome- 
arbeiter der Station Ya#nde, welche im Dorfe 
des Häuptlings Bamisso, etwa 1½ Stunden 
nördlich der Station, Essen einkaufen wollten, von 
Eingeborenen, welche sich, wie dort häufig, an 
Palmwein berauscht hatten, geschlachtet und bei 
Tanz und Spiel aufgegessen. Premierlieutenant 
artsch, der Leiter der Station, unternahm zur 
Züchtigung des schuldigen Stammes, der sogenannten 
Voghe oder Rdoge Betschi, verschiedene militärische 
Auf ernente Kunde, daß am Nijong eine große Kara- 
wane angegriffen worden sei, brach Premierlieutenant 
offizieren Zimmermann und Müller und 
38 Mann gegen den Njong auf, in Yaünde ließ er 
den Assistenten Rabischong, einen früheren Fremden- 
legionär, mit sechs kampffähigen Soldaten, 16 Ver- 
wundeten und 20 Dahomearbeitern, früheren Polizei= 
Der nun folgende Marsch von Yaunde zum 
Niong und von da nach Lolodorf brachte eine Reihe 
schwerer Kämpfe. Bis zum Njong mußte Dorf für 
Dorf erstürmt werden, darunter solche, wo Bartsch, 
wie in Djilimbolla, bei seinem Marsch nach Ya#nde 
im September v. Is. auf das Freundschaftlichste auf- 
genommen worden war und mit denen er seit seiner 
Anwesenheit in Yaunde in keiner Weise in Berührung 
gekommen war. Einige wenige Dörfer erklärten, 
sich am Kampfe nicht zu betheiligen.
        <pb n="198" />
        — 160 — 
Am 12. Januar traf Premierlieutenaut Bartsch 
mit seiner Truppe, von welcher noch etwa 20 Mann 
kampffähig waren, in Lolodorf ein. Premierlieutenant 
Bartsch und Büchsenmacher Zimmermann waren 
verwundet, vier schwarze Soldaten waren todt wäh- 
rend des Marsches zurückgelassen worden, zwei Ver- 
wundete starben in Lolodorf. Die erstürmten Dörfer 
ließ Premierlieutenant Bartsch nicht niederbrennen, 
theils weil dieselben als Unterkunftsorte auf dem 
Wege nach Yaunde dienen, theils weil bei dem 
raschen Durchmarsch keine Zeit dazu war. In Lolo- 
dorf liegen zur Zeit etwa 42 kampffähige Soldaten 
und einige Verwundete sowie die Unteroffiziere 
Zimmermann (leicht verwundet und fieberkrank), 
Vorwerk (Stationsleiter) und Müller. 
Die Verwundungen des Premierlieutenants 
Bartsch und des Büchsenmachers Zimmermann 
waren leicht, so daß Beide bereits wieder hergestellt 
und felddienstfähig sind. 
Der stellvertretende Kommandeur der Schutz- 
truppe Hauptmann v. Kamptz ist am 26. Januar 
d. Is. mit Premierlientenant Bartsch, vier weißen 
Unteroffizieren und 117 farbigen Soldaten zur Züch- 
tigung der aufsässigen Stämme von Kribi über Lolo- 
dorf nach Yaunde aufgebrochen. In Lolodorf erhält 
die Expedition noch Verstärkung durch die dortige 
Garnison von zwei weißen Unteroffizieren und etwa 
1410 Mann Farbigen. 
Dandelsbetrieb auf Schiffen. 
Wenn früher nicht selten darüber Klage geführt 
wurde, daß entgegen der Verordnung vom 15. Ol- 
tober 1886 an Bord der in den Häfen und Rheden 
des Kameruner Schutzgebietes verkehrenden Schiffe 
verbotener Handel getrieben und so den ansässigen 
Handelshäusern eine unbillige Konkurrenz gemacht 
werde, so dürften diese Zustände sich wesentlich ge- 
bessert haben, seitdem eine strengere Handhabung der 
erwähnten Verordnung eingetreten ist. So wurden 
im vorigen Jahre auf Grund der Verordnung drei 
englische Dampfer wegen unerlaubten Handelsbetriebes 
an Bord bestraft, und zwar mit 1000, 100 und 
500 Mark. Es hat dies ohne Zweifel wohlthätig 
gewirkt und wird zur Vorsicht mahnen. Außerdem 
aber ist nach Vermehrung des Zollpersonals und 
Einstellung von farbigen Zollwächtern in den Zoll- 
dienst eine bessere Ueberwachung der Dampfer ein- 
getreten, so daß Uebertretungen, wie sie früher fast 
unvermeidlich waren, in Zukunft zu den Seltenheiten 
gehören dürften. 
Deutsch-SZüdwelrkafrika. 
Dandelsregister in Deutsch-,üdwestafrika. 
Wie aus den im Inseratentheile veröffentlichten 
Bekanntmachungen des Kaiserlichen Gerichts in Keet- 
manshoop vom 5., 6. und 8. November v. Is. er- 
  
sichtlich ist, sind in das für den Südbezirk des 
Schutzgebietes neu angelegte Handelsregister je zwei 
Handelsgesellschaften und zwei Einzelfirmen ein- 
getragen worden. 
Ungültigkeitserklärung von Landansprüchen. 
Auf Grund des vom Kaiserlichen Landeshaupt- 
mann gemäß der Kaiserlichen Verordnung vom 
2. April 1893 unter dem 1. August 1895 erlassenen 
Aufgebots?) der Landansprüche in den Gebieten der 
Kapitäne von Gibeon (Hendrik Witbooi), Gokhas 
(Simon Kooper), Bersaba (Dietrich Goliath), Be- 
thanien (Paul Frederiks) sowie in allen westlich von 
den genannten Gebieten gelegenen Länderstrecken bis 
zum Meere sind durch Verfügung vom 2. Dezember 
v. Is. alle Landansprüche, welche nicht bis zum 
1. Dezember, vormittags 9 Uhr, bei der Gerichts- 
behörde erster Instanz des südwestafrikanischen Schutz= 
gebietes in Keetmanshoop (Südbezirk) zur Prüfung 
angemeldet worden sind, für ungültig erklärt worden. 
Ueber den Stand der Lungenseuche im Bezirk 
Otvimbingue 
berichtet unter dem 17. Dezember v. Is. das dortige 
Kaiserliche Bezirksamt: 
In den Monaten August bis November wurde 
ein entschieden stärkeres Auftreten der Lungeuseuche 
sowohl vom Distrikt Otyimbinguc als auch vom 
Distrikt Omaruru gemeldet. In Otyimbinguc fiel 
sogar ein altgeimpfter Truppenochse dieser Seuche 
zum Opfer. Von Frachtfahrern wurde jedoch nicht 
geklagt über Verluste, es kamen diese meistens auf 
Außenposten von Eingeborenen und unter dem auf 
den Ortschaften gehaltenen Vieh vor. 
Es wurde daher am 28. v. Mts. eine Rund- 
verfügung an sämmtliche Ortspolizeibehörden erlassen, 
betreffend strengere Handhabung der Nachtragsver- 
ordnung vom 2. August 1894, betreffend die Lungen- 
seuche. Gleichzeitig wurde eine Bekanntmachung 
erlassen, durch welche die Verordnung, betresffend 
Ernennung von Sachverständigen-K issionen, vom 
2. August 1894 in Erinnerung gebracht worden ist. 
Diehmarkt. 
In der Zeit vom 15. bis 20. Juni wird nach 
einer Bekanntmachung des Kaiserlichen Landeshaupt- 
manns bei Windhoek ein Viehmarkt abgehalten 
werden. Rege Nachfrage herrscht besonders nach 
Pferden und gutem Zugvieh. 
*) Vergl. Deutsches Kolonialblatt 1895, S. 374.
        <pb n="199" />
        161 
Marlhall-Inseln. 
Neise des Landeshauptmanns. 
Ueber eine an Bord S. M. S. „Falke“ in der 
Zeit vom 25. November bis 12. Dezember 1895 aus- 
geführte Rundreise berichtet der Kaiserliche Landes- 
hauptmann für das Schutzgebiet der Marshall-Inseln 
r. Irmer, wie folgt: 
Ich hatte auf der Rundreise Gelegenheit, die 
Inseln Medjit, Gaspa-Riko, die Browninseln sowie 
die zu den Karolinen gehörigen Inseln Ponape 
und Kussaie zu besuchen. 
Am 27. November wurde Likieb angelaufen, um 
dort nähere Erkundigungen über die Lage und Be- 
schaffenheit des Atolls von Gaspa-Riko einzuziehen. 
Am folgenden Tage trafen wir in Medjit ein. Da 
keine Lagune vorhanden ist, so ist der Zugang durch 
die Brandung und über das Riff ziemlich beschwerlich. 
Die mir in Jaluit zugegangenen Klagen über die 
Unbotmäßigkeit der Eingeborenen ergaben sich als 
sehr übertrieben. Der Häuptling scheint allerdings. 
nicht gerade besonders große Energie seinen Leuten 
gegenüber zu entwickeln, auch bisweilen ungerecht zu 
sein. Die bisherigen Streitigkeiten sind nunmehr in 
Ordnung gebracht und hoffe ich, daß damit die 
Klagen aus Medjit ihr Ende erreicht haben. Schr 
erfreut war ich, von allen Seiten zu hören, daß sich 
der dortige Missionar stets die größte Mühe zur 
Beilegung der Streitigkeiten gegeben und selbst in 
der Kirche nicht unterlassen hat, die Leute zum Ge- 
horsam gegen die Kaiserliche Verwaltung und den 
Häuptling zu ermahnen. Freitag, den 29. November, 
wurde die unbewohnte Insel Bikar passirt und Sonn- 
abend, den 30. November, morgens, kam die Insel 
Gaspa-Riko in Sicht. Die Inselgruppe gewährt schon 
von Weitem durch die blanc, weit vorgelagerte Lagune, 
in die nur eine schmale, sehr reißende Bootspassage 
führt, einen höchst eigenartigen Eindruck. Die Inseln 
sind wohl drei= bis viermal so hoch und sechsmal 
so breit als. Jaluit, mit dichtem Unterholz und meh- 
reren Metern tiefer Guanoerde bedeckt. Von dem 
vorgefundenen Guano habe ich eine Kiste voll der 
Hauptagentur der Jaluit-Gesellschaft zur weiteren 
Untersuchung gegeben. Ueberraschend war die ge- 
waltige Menge vieler Arten großer Seevögel, von 
denen vier bis fünf oft auf einem einzigen Busche 
brüteten. Es sind dies meist riesige Fregattvögel, 
votsmänner, Möwen verschiedenster Arten, auch eine 
Art von Trappe ist bemerkt worden. Die Vügel 
verließen bei unserer Annäherung keineswegs ihre 
Nester, so daß man Gelegenheit hatte, sie genau zu 
betrachten. Merkwürdigerweise fand sich in jedem 
Neste, die sich sehr oft auch auf bloßer Erde be- 
fanden, nur ein Ei. Bei der ungeheueren Menge 
von Vögeln dürfte die Hauptagentur der Jaluit- 
Gesellschaft vielleicht eine Gewinnung von Flaum- 
  
genannt, zeigen die Browninseln eine außerordentliche 
Dürftigkeit, hohe Sanddünen führen hinauf und nur 
vereinzelt findet man Kokosnußbäume. Das Land 
erscheint nur für sie anbaufähig. Ungehenere Schaaren 
von Ratten, die in ganzen Rudeln bei den wenigen 
Häusern herumlaufen, stellen vorläufig auch das in 
Frage; nur etwa 60 Eingeborene bewohnen die Insel. 
Sie verfügen weder über Federvieh noch Schweinc. 
Ich habe deshalb einige Schweine dort eingeführt. 
Die weitere Fahrt richtete sich an Ujelang vor- 
bei, das nicht angelaufen wurde, zunächst nach Ponape, 
wo ich von dem spanischen Gouverneur mit aus- 
gezeichneter Zuvorkommenheit aufgenommen wurde. 
Am Sonnabend, den 7. Dezember, vormittags 
11 Uhr, wurde der Hafen von Ponape verlassen und 
um Mitternacht des folgenden Tages kam Kussaie 
in Sicht. Am anderen Morgen um 7 Uhr ging 
S. M. S. „Falke“ im größeren östlichen Hafen 
(Chabrollhasen) zu Anker. Derselbe macht, wenn 
man von der tropischen Vegcetation absieht, mit seinen 
zackigen Bergen und tiefgrünen Gründen fast völlig 
den Eindruck eines oberitalienischen Bergsees. An 
malerischem Reiz und landschaftlicher Schönheit weicht 
Kussaie kaum einem mir bekannten Orte. Die dor- 
tigen Einwohner besitzen einen weit höheren Grad 
von äußerlicher Kultur als die in Ponape und Jaluit. 
Man darf dies wohl mit Recht auf das Einwirken 
der amerikanischen Mission zurückführen. Die aus- 
gedehnten Gebäulichkeiten der amerikanischen Mission 
sind in einer Bucht des westlichen (Coquille-) Hafens 
erbaut. Für größere Seeschiffe ist der Eingang zu 
demselben zu eng, und um dorthin zu gelangen, war 
ein etwa fünfstündiger Marsch auf dem Riff, unter- 
brochen von Kanufahrten durch die vorgelagerten 
weiten und höchst malerischen Mangrovesümpfe noth- 
wendig. Trotdem fast die ganze Westseite der Insel 
mit einem breiten Gürtel dieser gefährlichen Tropen- 
moore bedeckt ist, kommt Fieber verhältnißmäßig 
selten vor. Freilich vermeidet der dort wohnende 
Europäer auch gern den Besuch derselben. Die 
Lage der Mission mit ihren vielen, auf den sauft 
ansteigenden grünen Bergen zerstreuten geschmackvollen 
Häusern ist eine sehr anmuthige. Auf dem ersten 
Bergrücken, zu dem mehrere sauber gepflegte Stein- 
und Sandwege führen, liegt das Wohnhaus des 
Leiters der Mission Dr. Rife und die Wirthschasts- 
gebäude, darüber die Schlafräume der männlichen 
Zöglinge, auf dem Kamme das Haus für die Leh- 
rerinnen und ihre weiblichen Pflegebefohlenen. Da- 
hinter dehnt sich ein steiler, fruchtbarer Grund aus, 
aus dem das Geläut der Rinderherde der Mission 
herauftönt. Dahinter steigen dann schroff und steil 
die dichtbewaldeten Höhenzüge der inneren Insel auf- 
Auf halber Höhe des Berges auf der anderen Seite 
liegt die Mission für die Gilbert-Inseln. Alle diese 
Gebäude sind untereinander durch Telephonleitung 
federn in Betracht ziehen. Der Atoll besteht aus verbunden und überraschen durch ihre zweckmäßige, 
vier größeren und mehreren kleinen Inseln. 
Im 
solide und doch luftige Bauart und peinliche Sauber- 
Gegensat zu Gaspa-Rito, in der Ursprache Bockar keit der umgebenden Rasenfläche, Baumgruppe und
        <pb n="200" />
        ihres Innern. Die Einrichtungen der Stuben und 
Schlassäle sind musterhaft, und ich verstehe es jetzt, 
daß unsere Kanaken noch nach Jahren an diese 
Pflegstätte ihrer Jugend wie an ein Paradies zurück- 
denken, und daß sie die Dankbarkeit für diese an- 
genehme Jugenderinnerung durch große Anhänglich- 
keit an die Mission abzahlen. Dazu kommt der 
Reichthum an Fruchtbäumen und Genüssen, die man 
bei uns nicht kennt, zu denen ich in erster Linie 
klares Quellwasser, frische Milch und frische Butter 
rechne. Kurzum man wird nicht umhin können, den 
Leitern der Mission zuzugestehen, daß sie Alles mit 
Hülfe der herrlichen Natur an Kussaie aufgewendet 
  
162 
haben, um ihren Zöglingen den Aufenthalt und den 
Unterricht bei ihnen angenehm zu machen. Auch der 
Unterricht selbst wird in ernster, verständiger Weise 
gegeben, und namentlich waren es die weißen Lehre- 
rinnen, die auf uns durch ihr gemessenes und doch 
freundliches Auftreten den Mädchen gegenüber den 
günstigsten Eindruck machten. Die Sauberkeit der 
Zöglinge in ihren Kleidungen, ihre offene Fröhlichkeit 
und ihr frisches Aussehen zeigen, daß die Fürsorge 
auch für ihr körperliches Wohlbefinden eine peinliche ist. 
Am Dienstag, den 10. Dezember, verließ S. M. 
S. „Falke“ den Hafen von Kussaie und traf zwei 
Tage später wohlbehalten in Jaluit ein. 
Deutsch-Meu-Guinea. 
Uebersicht über die im Schutzgebiete der Neu-Guinea- RKompagnie ansässigen deutschen und Fremden. 
I. 
Allgemeine Uebersicht. 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Westlicher Verwaltungsbezirk. 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
— b. Nach Maßgabe ihres Wohnsitzes. 
Männer Frauen Ge- — —— — 1 
hei hei Kinder'sammt- U 2 
verhei- - verhei- zahl 2## 
vwet ledig. rathet ledig zahl! Wohnsitz 27 83. E E 
; —1. 
8 42 8 3 8 69 6 *n 5½ 
u. Nach Staatsangehörigkeit, Stand und Gewerbe. « 
— — — —Friedrich Wilhelmshafen 4 1 2 —17 
2„ „ —.7 Senhemsree 5–— 6 1 218 
2 SErima 3 1 4 
Staats- 1 3 8 3 S. —1 NKonstantinhafen. 1.— " — 1 
angehörigkeittS -— S“2 2 . Vong . 1-—-——---1 
Egiäixzzlglsigz EHILE 2 — — 2 
———SESattelberg 1 1 — 1 47 
ITI III! Simbang . .4»—-—2g17 
Deutschland.311,14;71l3«33:9- 1·18 66zTami-Jnieln. ?1———-—z——1 
.lld.——;——s——»-—;——"—-11!Bogadjim.. 4——2-6 
Australien. — — — — 1.—— — — — —1 Berlinhafen 3 — — —— —3 
Ohne Staats- . - . 
ngehökigkeit 1 —. — —. —– —– Zusammen 40 1 1 11 769 
Zusammen 4 11 14. 7 2 3 3 3 2 1 19|69 
II. Oestlicher Verwaltungsbezirk. 
Bevölkerung nach Maßgabe des Wohnsitzes. 
9 n ’ * “ 2— *r54 [5 5 — . 
W 8 Eo Bn 33 38 8 . 
S—— — — 5 325 5 - 
Wohnit t.5 
. E 2 EELIIIElIIIIIIIE 
55 G 
1— j,«1 '· Itsi 
4425 4 2 1 19 5 3 3 1 5 1 — 4 2 16 1 — 6 
— 2— — —— 1 — — — — — — — 1 3 1 — 8 
— — 2 — — 1— — —— 1 2 — — 1— 5— —2 
——— — ——— ——— 1 — — – — —1 
— — — — —— — — — — — 2.— — — — — — — —2 
—— — — — — — — —— — — —. S 1 — — — — — — — 1 
— — — — — — 1 — — — — — — — — — — — — — 2 
... -—————-—— 1—.——»—————.—.-—— —1 
Hosve-Jstfel. ——--—--————-— 1 — — — — — — — — — — 1 
. — — — — — — — — — — — — — — — — — 1 — 1 — 2 
— — — — — — 2— — — — — 3— — — —— — 5 
zusammen 1 30 472 2 1|13. 7 3 5 5 5 5 1 4 3 25.2. 1 61129
        <pb n="201" />
        — 163 — 
RHus dem Brreiche der Missionen und 
der Ankisklaverei-Bewegung. 
Die Rheinische evangelische Missions-- 
gesellschaft, welche in Deutsch-Südwestafrika seit 
über 50 Jahren arbeitet, hat hier im Laufe der 
Zeit 20 Missionsstationen angelegt, die von 20 euro- 
päischen Missionaren besetzt sind. Aus den Nama- 
hottentotten sind 5414 und aus den Hereros 3252 
Gemeindeglieder gesammelt, im letten Jahre konnten 
244 Erwachsene getauft werden, 1652 Kinder werden 
in den Schulen unterrichtet. Die Arbeit der Missio- 
nare ist in dem vielfach unwirthlichen Lande und 
unter den verkommenen oder trotzigen Heiden eine 
überaus mühevolle. Ueber die Ergebnisse dieses 
Wirkens haben verschiedene Reisende günstige Urtheile 
gefällt. In seinem kürzlich hier erwähnten Buche 
schließt sich ihnen der früher im Schutzgebiete thätige 
Premierlieutenant v. Frangois an, indem er schreibt: 
Ohne die Pionierarbeit der Missionare wärc die 
Besihzergreifung des Landes ein völlig illusorischer 
Akt auf dem Papier gewesen; was Händler, In- 
dustrielle und Gelehrte, zumal Holländer und Englän- 
der, zur sogenannten Erforschung und Kultivirung 
gethan haben, sällt gar nicht ins Gewicht neben den 
positiven Ergebnissen der Missionsarbeit. Und diese 
Arbeit will um so mehr bedeuten, als alle egoistischen 
Motive, die den Händler oder Forscher immer be- 
seelen werden, die schließlich auch dem Kriegsmann 
nicht abgesprochen werden können, bei diesen Männern 
fortfallen. 
Die Station U. L. Frau von Lourdes in Kilema 
des apostolischen Vikariats Nord-Sansibar (Väter 
vom heiligen Geist) ist besetzt mit den Patres 
Gommenginger und Flick und dem Bruder 
Blauchard. Für die Station war die Bestrafung 
von Moschi im Jahre 1893 von größter Bedeutung, 
da der Häuptling Meli ihr viele Schwierigkeiten in 
den Weg gelegt hatte. Es ist jetzt eine Kapelle ein- 
geweiht worden und eine Menge Kinder werden auf 
der Station im Christenthum und verschiedenen Hand- 
werken unterrichtet. 
In Vlavolo (apostolisches Vikariat Neupommern 
der Väter vom heiligen Herzen Jesu) sind von 1892 
bis 1895 über 600 Erwachsene getauft worden. 
Ueber 100 neue Katechumenen, die täglich in zwei 
Gruppen unterrichtet werden, waren im Herbst v. Is. 
zur Taufe bereit. Auf der Station Vlavolo sind 
zwei Brüder und drei Schwestern, welch Lettere ein 
kleines Institut zur Erziehung von Waisen= und 
anderen Mädchen leiten. Obschon Vlavolo die älteste 
Station der Mission ist, so ist es doch nicht die 
Hauptstation. Leßteres ist vielmehr Kinigunan (Vuna- 
Pope) in unmittelbarer Nähe von Herbertshöh. Dort 
residirt Herr Bischof Couppc mit noch einem Pater, 
mehreren Brüdern und Missionsschwestern. Die 
dortigen beiden Erziehungsanstalten für Knaben und 
  
Mädchen werden von nahezu 200 Zöglingen, theils 
freien, theils losgekauften Sklavenkindern, besucht. 
Jüngeren Datums ist die Station Malaguna, in der 
aber auch schon in den letzten zwei Jahren mehrere 
Hunderte von Katechumenen getauft worden sind. 
Die Station Takambur (Villa Maria) im Innern 
ist erst kürzlich in Angriff genommen worden, und 
eine andere näher am Meere gelegene wird in ganz 
kurzer Zeit fertig sein. 
Die Kongregation der Propaganda beschloß, das 
deutsche Kaiser Wilhelmsland, welches bisher zu 
dem apostolischen Vikariate Neu-Guinea (das auch 
den englischen Theil von Neu-Guinea umfaßt) ge- 
hörte, von diesem Vikariatc zu trennen und unter 
dem Tilel einer Präsektur der Gesellschaft vom gött- 
lichen Wort in Steyl zu übergeben. Der Beschluß 
ist vom Papst genehmigt worden. In Kaiser Wil- 
helmsland gab es bis jeßzt keine katholische Mission, 
wohl aber im englischen Theile von Neu-Guineca. 
Die „Gazette lor Zanzibar and East Alrica“ 
veröffentlicht in der Nummer vom 1. Januar d. Js. 
eine Verfügung des Königlich großbritannischen Ge- 
neralkonsuls für Sansibar, betreffend die Anwendung 
der Bestimmungen der Brüsseler Akte vom 2. Juli 
1890 über Einfuhr, Ausfuhr und Lagerung von 
Feuerwassen, Munition und Schießpulver auf die 
britischen Schutzgebiete am ostafrikanischen Festlande. 
Strafexpeditionen gegen Sklavenhändler in Britisch- 
Nvassaland. 
Dem englischen Parlament sind im vergangenen 
Monat Abdrücke mehrerer Berichte und Telegramme 
des Kommissars für Britisch-Centralafrika Johnston 
vom November und Dezember v. Is. zugegangen. 
Der Inhalt dieser Schriftstücke bezieht sich auf 
zwei Expeditionen, welche im letzten Drittel des ver- 
gangenen Jahres von dem Kommissar mit einer er- 
heblichen Truppenmacht gegen widerspenstige und 
von Sklavenraub und -handel lebende Häuptlinge 
unternommen worden sind. 
Die erste, im Oktober unternommene Expedition 
richtete sich gegen den Häuptling Zarasi, der im 
Jahre 1892 eine englische Expedition vernichtet hatte. 
Seine in den Mangoschebergen, etwa 80 englische 
Meilen von Zemba gelegene Bergboma wurde nach 
ziemlich heftiger Gegenwehr gestürmt und zerstört, 
Vieh und ein 1892 den englischen Truppen abge- 
nommenes Geschütz wurden erbeutet und eine Anzahl 
von Sklaven befreit. Den Zarafi selbst zu fangen 
gelang nicht. 
Die zweite Expedition, die Anfang Dezember 
ausgeführt wurde, richtete sich gegen den Araber= 
häuptling Mlozi, der im Norden des britischen Nyassa- 
gebietes, nahe an der Grenze unseres Schutzgebietes.
        <pb n="202" />
        seit Jahren ausgedehnten Stlavenraub auch in un- 
serem Gebiete trieb. Der Strafzug wurde namentlich 
auch auf Anregung des stellvertretenden Kaiserlichen 
Stationsvorstehers Berndt in Langenburg unter- 
nommen, der seinerseits dem Kommissar Johnston 
zum Truppentrausport den Dampfer „Hermann 
von Wissmann“ zur Verfügung stellte. 
Die Expedition endete schnell und glücklich, indem 
nach 2 1/ tägigem scharfen Gefecht die Befestigungen 
der Araber genommen und zerstört, Mlozi selbst ge- 
fangen genommen und hingerichtet wurde. 569 Sklaven 
wurden in Freiheit gesetzt. 
Rus fremden Kolonien. 
Eisenbahngesellschaft „Shire Highlunds Compuny“. 
Der „Zanzibar Gazette“ zufolge ist unter Be- 
theiligung der Schottischen Mission und des Kauf- 
manns Sharrer eine Gesellschaft „Shire Highlands 
Company“ zum Zwecke des Baues einer Eisenbahn 
von Maperera am unteren Shire nach Blantyre und 
von da nach Mpimbi am oberen Shire gebildet 
worden. Für später ist der Bau der Linie von 
Maperera nach Chiromo in Aussicht genommen, 
ebenso wie Fortsetzung der Bahn von Mpimbi bis 
Zomba. 
Oefentliche Arbeiten in Lagos. 
Nachrichten aus Lagos zufolge hat die dortige 
Kolonialregierung die Absicht, im Hafen ein Patent- 
slip anzulegen, wieder aufgegeben. Auch alle bisher 
zur Verbesserung der Barre gemachten Vorschläge 
erweisen sich als undurchführbar. Sehr rührig ist 
man dagegen beim Bau der Brückenverbindung 
zwischen der Lagosinsel und dem Festlande sowie 
mit den Vorarbeiten für die Eisenbahn Lagos— 
Ibadon — Abeokota, wo mit der Vermessung der 
Strecke bereits begonnen ist. Die Kosten des Brücken- 
baues werden auf 80 000 Pfd. Sterl. veranschlagt. 
  
164 — 
Schiffsbewegung Sansibars im Jahre 1895. 
  
  
  
  
   
Zahl der an- 
Nationalität gekommenen Tonnen 
Schisse 
81 88 124 
71 92728 
26 48 401 
4 4 426 
4 1332 
28 12 988 
Unter deutscher Flagge segelnde Dhaus liefen im 
Jahre 1895 den Hafen von Sansibar 1275 mit 
einem Gesammtraumgehalt von 8867 deutschen Tonnen 
oder 6635 englischen Register-Tons an. 
In vorstehender Aufstellung sind die Dampfer 
des Kaiserlichen Gonvernements von Deutsch-Ostafrika 
nicht mitgerechnet. An Zahl haben die deutschen 
Schiffe gegen das Vorjahr eine Zunahmc erfahren 
und stehen auch in diesem Jahre, was Zahl anlangt, 
wieder denen aller anderen Nationen voran. 
Die deutschen, französischen und sansibaritischen 
Schiffe waren ausschließlich Dampfer, unter den 
englischen befanden sich zwei Segler; die amerika- 
leisen und norwegischen waren ausschließlich Segel- 
hiffe. 
VVWVWVWVVVVVVVWVVVVVVVVVVVVVVVVYVVYyTyTTFT I TyI 
  
Tikterakur. 
C. W. Werther: Zum Victoria-Nyanza. Zweite 
Auflage. Berlin 1896. H. Paetel. 
Deutsch-Ostafrika. Wissenschaftliche Forschungs- 
resultate über Land und Leute unseres ostafrika- 
nischen Schutzgebietes und der angrenzenden Länder. 
5. Bd. 7. (Schluß-) Lief. Verlag von Dietrich 
Reimer in Berlin. Mk. 10. 
Abraham, F.: Die südafrikanische Republik. Eine 
historische Stizze. Verlag von R. Boll in Berlin. 
Mk. 2. 
Schiffsbewegungen. 
(Die Zeit vor dem Orte bedeutet die Ankunft, hinter dem Orte die Abfahrt des Schisfes.) 
„Bussard“ 30/1. Sydney. 
. „Condor“ 5/2. Sansibar. 
station: Hongkong.) 
4„Falke“ 4/2. Sydney. 
„Hyäne“ 30/12. Kamerun. 
- 
SS# S 
Vermessungsschiff „Möwe“ 16/11. Herbertshöhe. 
S. „Seeadler“ 23/12. Lourengo Marques 15/2. — 20/2. Kapstadt. 
M. S. „Sperber“ 17/1. Kapstadt 29/2. — Mossamedes. 
S (Poststation: Hospostamt.) 
S (Poststation: Sansibar.) 
S. „Cormoran“ 25/1. Amoy 19/2. — 23/2. Pagoda Anchorage 26/2. — Nagasaki. 
S 
S 
(Poststation: Hofpostamt.) 
(Poststation: Kamerun.) 
(Post= 
(Poststation: Matupi.) 
(Poststation: Kapstadt.) 
(Poststation: St. Paul de Loanda.)
        <pb n="203" />
        — 165 — 
Perkehrs-Zachrichken. 
In Bukoba, Muanza und Kilimatinde find Postanstalten in der Zeit vom September v. Is. 
bis Januar d. Is. eröffnet werden. 
In der Richtung nach Deutsch-Südwestafrika erfolgt die Beförderung der Postsendungen 
(Briefe u. s. w. und Postpackete): „ ... . » . 
a)inderRegeliiberEnglandundKapstadt.DichFblUdlUIlllit»blsK0Pst·0dtSZIIOWIZchCUUEchG 
von Kapstadt weiter nach dem Schuͤtzgebiet dagegen im Allgemeinen zur Zeit nur eine fünfwöchentliche 
mittels des zwischen Kapstadt und Walfischbai verkehrenden Dampfers „Nautilus“. Auf der Strecke 
Kapstadt —Walfischbai wird außerdem noch der Segelschooner „Harry Mundahl“ benutzt, soweit dessen 
in unregelmäßigen Fristen ausgeführte Fahrten sich dazu eignen; diese Fahrten können jedoch für die Be- 
rechnung der Zeit der Ueberlunft von Briefen aus Deutschland wegen ihrer Unregelmäßigkeit nicht in 
Betracht gezogen werden. » 
Von Walfischbai werden die Postsendungen durch Boten nach Swakopmund überbracht. Im 
Anschluß an die Fahrken des Dampfers „Nautilus" verkehrt zwischen Swakopmund“ und Windhoek über 
Otyimbingue eine Ochsenkarre, welche die Fahrt nach Windhoek in zehn Tagen zurücklegt. Im Uebrigen 
ist die Verbindung der Postanstalten des Schutzgebietes untereinander wegen der großen Ausdehnung des 
Gebietes und wegen des Mangels an Verkehrswegen und Verkehrsmitteln gegemwärtig noch nicht so fest 
geregelt, daß die Zeit der Beförderung zwischen den Inlandstationen genau angegeben werden könnte. 
Auf dem Wege über Kapstadt findet nach Vorstehendem eine durchgehende Verbindung nach 
dem Schutgebiet alle fünf Wochen ungefähr in nachstehender Weise statt- 4 
aus Berlin. 21. Februar 27. März u. s. w. 
aus Sonthampton 22 - 28. — 
in Kapstadt 11. März 16. April 
aus Kapstadt . 14. 18. 
in Walfischbai . 20.= 24. — 
in Swalopmund 21. 25. 
in Windhoek iI. April 6. Mai 
Diese Aufstellung hat jedoch nur Gilttigkeit für Briefsendungen. Packele müssen bereits etwa eine 
Woche früher aus Deutschland abgesandt werden, weil sic von Hamburg auf dem Seewege nach London 
gelangen und von da aus den nach Kapstadt fahrenden Dampfern zugeführt werden. Auch kann die 
Weiterbeförderung der Packete von Walfischbai bezw. Swakopmund aus nach dem Innern nicht in allen 
Fällen in der angegebenen Zeitfrist erfolgen. » « » 
Für die nahe der Kaplandgrenze belegene Postanstalt in Warmbad ist neuerdings auch eine regel- 
mäßige Postbeförderung in vierzehntägigen Zwischenräumen auf dem Landwege durch das Kapland hergestellt 
worden, mit einer Beförderungsdauer von acht Tagen zwischen Warmbad und Kapstadt. Briefe gelangen 
auf diesem Wege bei Absendung aus Berlin an jedem zweiten Freitag — 28. Februar u. s. w. — in 
29 Tagen von Berlin nach Warmbad. * » 
b) Außer mit den englischen Postdampfern nach dem Kap werden Postsendungen auch mit den 
von Hamburg aus nach dem Schutzgebiete durchgeführten Dampfern der Woermann-Linie befördert. Nach- 
dem das Syndikat für südwestafrikanische Siedelung eine regelmäßige Ausführung dieser Fahrten in zwei- 
monatlichen Fristen (aus Hamburg am 31. Jannar, 31. März, 31. Mai, 31. Juli, 30. September, 30. No- 
vember) eingerichtet hat, sind wegen Weiterbeförderung der Postsendungen von den Landeplätzen nach dem 
Innern die erforderlichen Ermittelungen eingeleitet, bis jetzt aber noch nicht zum Abschluß gelangt. Da die 
Woermannschiffe die Ueberfahrt von Hamburg bis Swakopmund in 33 bis 35 Tagen ausführen und bis 
Lüderitzbucht weiterfahren sollen, bieten sie eine günstige Beförderungsgelegenheit auch nach dem südlichen 
Theile des Schutzgegietes, für welchen die Herstellung einer Verbindung zwischen den Postanstalten in 
Keetmanshoop und Lüderitzbucht in der Absicht liegt. » 
» In der Richtung aus Deutsch-Südwestafrika kommt für Briefsendungen nur der Weg über 
Kapstadt und England in Betracht. Der Abgang aus dem Schutzgebiete erfolgt in fünfwöchentlichen 
Zwischenräumen, die Beförderung gestaltet sich etwa in nachstehender Weise: 
aus Windhoek etdo 5. Februar 11. März u. s. w. 
in Swakopmund 15. 21. - 
in Walfischbai - . 16. - 522.- . 
aus - 17. 23. 
in Kapstadt - 44. 30. 
aus .... 26. - 1. April 
in Plymouth 15. März 19. 
in Berlin 17. 21.
        <pb n="204" />
        — 166 — 
Briefsendungen aus Warmbad werden auf dem Landwege jeden zweiten Donnerstag (vom 
9. Jmaur- ab gerechnet) nach Kapstadt gesandt und gelangen in 33 Tagen nach Deutschland. 
ie Woermanndampfer können auf der Rückfahrt vom Schußgebiete nach Deutschland für die 
Briesbesodu nicht in Berechnung gezogen werden, weil sie infolge des Anlegens in zahlreichen Zwischen- 
häfen zu der Fahrt bis Hamburg einen Zeitraum von mehr als zwei Monaten verwenden, dic mit diesen 
Dampfern beförderten Briefe daher voraussichtlich später eintreffen würden als bei Beförderung über Kapstadt. 
Postpackete aus dem Schutgebiete nach Deutschland werden sowohl über Kapstadt und England 
als auch mit den direkten Woermanndampfern befördert. 
Die Ankunft in Deutschland erfolgt in ersterem 
Falle etwa sechs Wochen, in letzterem Falle ctwa zehn Wochen nach dem Abgang von Swakopmund. 
Der Fahrplan der Britisch-India-Linie ist derartig abgeändert worden, 
stets regelmäßig 14 Tage nach denen der deutschen Ostafrikalinie eintreffen. Die 
Messageries Maritimes verlaffen jetzt Marseille am 10. jedes Monats und treffen in Sansibar am 28. ein. 
Bei der Rückfahrt von Mauritis berühren diese Dampfer Sansibar am 10. oder 11. und langen in 
Marseille am 29. oder 3 
Nach 
TLostdamofschifferbindungen nach den deutschen Schutzgebieten. 
Die Abfahrt erfolgt 
vom Ein- 
schiffungshafen an folgend 
Ausschiffungshafen. 
Dauer 
en Tagen der Ueberfahrt 
daß ihre Schiffe jeßt 
Ostafrikadampfer der 
Briefe müssen aus 
Berlin spätestens 
abgesandt werden 
  
1. Deutsch-Ostafrika. 
frnseiun Schiffe) 
  
2. Deutsch-Südwestafrika. 
3. Ramerun. 
4. Togo-Gebiet 
(Foon Acera bez. Quittah 
mittelst Boten nach Lome 
und Klein- Popo). 
5. Deutsch-Neu-Guinea. 
6. Marshall= Inseln. 
anens 57% 
a *—- 
  
  
6540 cnäe, *ni 
1# ) 
cngrbse —*- 
  
  
  
Neapel am 6. Mai, 
4 Schise) bds. 
Brindisi 
&amp; * 
am ½o 4%% 
  
(über Gritdg 
Eintreffen der Post aus den beutschen Schutgebieten. 
ann üu g 
am 3 März, 26. AprilSansibar 21 Tage 
enn R abd 
am 10. jebes Mts. Sansibar 18 Tage 
40 ums. 
ahd 
am 40 2 5. Juli 
am B. #ire 6. Maie Dar-es-Salm 
a 
am 27. Mär. 
6., 24. i 4. Mai 
10%6 a 
am 8. E Monats 
920 abds. 
  
Southampton am 28. Bin 2 2. Mai JWalfischbai 30 Tage 
40 um 
am 51. Mänz, 31. Mais Swakopmund 30 Tage 
nachts 
am 0 jedes Monats Kamerun 24 Tage 
na 
am 18. März, 15. AprilKamerun 22 Tage 
  
  
  
  
  
am 1. jedes WMes. znnlh Klei 20 Tage 
Hamburg am 20.jedesmts. = Lome 31 Tage 
Geeutsche Schiffe Klein-Pop Tage 
i am Letzten jed. Mts. Klei od. Accra") 
Liverpool am ärz, Quitta 55 oder Klem- 
(englische Saien — 22. April Pop 
1. Juli Friedrich Milhelms= 
hafen 45 Tage 
41 Tage 
- 
  
  
am 27. März, 1. Mai 
113 vms. 
am 31. März, 31. Mai 
72 abbss. 
am 0 gedes Monats 
anr 4 P777. 13. April 
l 
am 10., 20. unb Letzten 
jed. Mts. 720 abds. 
am 23. März, 
., 20. April 15 nms. 
29. Juii, 9 zu 
am 4., 8. Ma 
1 
am 8. Mai, 3. Juli 
Oss abbs. 
  
Von Landungs- Die Foß ist fällge 
hafen 4r 
i Berlin 
Von hafen 
Landungs- Die Post ist fällig 
. i 
n Berlin 
  
Neapel amg. Lpril, 1.Mai 
Deutsch--Ostafrika — Brindisi. . . am 24. März, 21. 8 
Marseille .. am2. Mpril, 1. Mai 
deutsch. sübwetafru m“m]] am l 17. „Mar), zur 
  
Ramerun 
amburg am ni 25. * jed. M onats 
Liverpool . am 25. Mär. 
23. April 
  
  
* Fälligkeitstage für die mit deutschen Schiffen eintressenden Posten. 
Togogebiet Hamburg 
#ner. Guinea eapel. 
Marshall= Inseln . . . HMarseille 
* 10.“ und 25."“ 
jedes Monats 
ans. Wai 2. Juni 
. 8 18. April, 13. Juni
        <pb n="205" />
        – 
167 
  
  
Schlsbewegungen der Woermann-Linte, Gesellschaft. 
  
  
ostdampfer neise 
Vos von nach 
„Aline Woermann“ Hamburg Ponta Negra 
„Anna Woermann“ Hamburg Kap Palmas 
„Carl Woermann“ Hamburg Kotonon 
„Eduard Bohlen“ Hamburg Congo 
„Ella Woermann“ Kap Palmas · Hamburg 
„Erna Woermann“ Kap Palmas · Hamburg 
„Gertrud Woermann“ Ponta Negra Hamburg 
„Gretchen Bohlen“ amburg Kotonon 
„Hedwig Woermann“ otonou Hamburg 
„Jeannette Woermann“. Hamburg Benguela 
„Kurt Voermann“ oanda Hamburg 
rird3 « Hamburg Ponta Negra 
W mann« . Ponta Negra Hamburg 
„Neute Vohlen“. . Hambuk Lüderitzbucht 
„Professor Woermann“. Hamburg Kap Palmas 
„Thekla Bohlen" Lüderitzbucht Lamburg 
m. b. H· 
Lette Nachrichten 
bis 12. März 1896 
  
  
!.— 
**5 
März ab Hamburg. 
März in Sierra Leone. 
24. Februar in Kotonou 
. März Vlissingen vasfirt. 
56. März in Conakr# 
St— 
Februar in Hamburg. 
in Gabun. 
in Las Palmas. 
in Hamburg. 
ʒ Doder assirt. 
in . 
in Kaemerun. 
11. März in Madeira. 
10. Februar in Teneriffe. 
15. März ab Hamburg. 
8. März in Las Palmas. 
*ii 
2 
S 
— 
— 
10. 
8. M 
10. 
11. 
2 
S 
Schussbewegungen der Deutschen Okafella Linie (Hamburg Oftafrila). 
Letzte Nachrichten 
bis 12. März 1896 
  
  
Reichspostdampfer ¾ eise 
. von nach 
„Kaiser“. - Durban Hamburg 
„Kanzler"“ Hamburg Durban 
„Bundesrath“. Hamburg Durban 
„Reichstag“ Durban Hamburg 
„ . ... Durban Hamburg 
eneral ···.. . . . Durban 
  
am 9. März ab Lissabon. 
am 11. März an Dar-zes-Saläm. 
11. März an Neapel. 
10. März ab Durban. 
3. März ab Delagoabay. 
11. Mara an Marseille. 
  
Hamburg 
  
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Holländlsch. Von D. IIne 
Mittelbochdeutsch. Von 8 Kainz.) 
Annamitisch. Von A. 
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beame. Von Rudoll v. Zülow 
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: . li- 
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Arabisch. Von B. Aanussewitsch. 
Aull. 
Neupersisch. Von A Seidel. 
Altgriechisch. Von W. Sehreiber. 
Norwegisch. Von J. C. PToestion. 
Suaheli- Sprache. Von A. Scidel. 
Chinesisch. Von Karl Kainz. 
Finnisch. Von 1 W 4# ihl. 
Slovenlsch. Von C ). 
Sanstrit= Sprache. Von ulg ohn. nden. 
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Malaylsch. Von A. Se &amp;lrd 
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Der lese „Das Lcho- 27 
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** 
* 
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*7 W * * 4 *# — 4 
* Dise 
169
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Inserale (1ür die dreigespaltene Pctitzeile oder deren Raum 25 Pfenniy) sind an die Vertriebsleilung, Verlin SWI2, Kochstraße 68—71, 
Vekauntmachung. 
In unser Gesellschaftsregister ist 
heud unter Nr. 2 die am 1. November 
1895 in Lüderiybucht unter der Firma 
Leidel &amp; Mühle, Hüderihbucht, 
erichtete offene Handelsgesellschaft, 
deren Gesellschaster die R eute Otto 
Seidel und Alfred gelbeck zu 
veetmanahoop und Su Walter 
zu Lüderitzbucht sind, eingetragen 
vorden 
Keeimanshoop, den 5. Nov. 1895. 
Has Kaiserliche Gericht für den Sädbezirk. 
(I. §.) gez. Duft. (3) 
Bekanntmachung. 
In unser Hesellschafteregister ist 
heuie unter Nr. 1 d n 1. September 
1895 in Kreimanahronn unter der Firma 
FSeidel &amp; Mühle 
errichtete offene Hawdelsgeselllchaft, 
deren Gesellschafter die Kaufleute Otto 
Seidel und Afred Angelbe hier 
sind, eingetragen wor 
Keetmanshoop, den- . Nov. 1895. 
Das #ahs#, Gericht für den Sädbezirk. 
(I.S) 
gez. Duft. (35) 
VBekanntmachung. 
In unser Fimenregist ist heute 
unter Nr. 1 die 
W. R. Ukena zu krktmanghoop 
und als deren Inhaber der Kaufmann 
Wilhelm R. Ukena ebendaselbst ein- 
getragen worden. 
Keetmanohoop, den 6. Nov. 1895. 
Das Kaiserliche Gericht für den Südbezirk. 
48.) gez. Duft. (36) 
Bekanntmachung. 
In unser F ist heute 
unter Nr. 2 die 
F. w. nArabbenbölt 9 e neetmansboo 
und als deren Inhaber der Kaufmann 
. Krabbenhöft ebendaselbst ein- 
getragen worden 
Meinanahoo, den 8. Nov. 1895. 
Das Kaiserliche Gericht für den Südbezirk. 
(L S.) gez. Duft. (n) 
  
  
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in Großbritannien selbst erschienenen durch eine große Offenheit und häufig 
nach unseren Begriffen zu weit gehende Rucksichtslosigkeit sich auszeichnen, eine 
vortreffliche und im hohen Grade interessante Beschreibung des englischen Heer- 
wesens der Gegenwart 
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dem enalischen Heerwesen bekannt zu machen, als das durch Hauptmann le Juge 
gebotene Buch und zweifeln nicht, daß es auch jenseits deo Kanals willkommen 
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Am 31. März: P. D. „Thekla Bohlen“, Capt. Jversen, 
nach Teneriffe, Las Palmas, Gorée und den Iläfen der Südwestküste Afrikas bis Loanda 
sowic nach Deutsch-Südwestafrika. 
Am 10. April: P. D. „Marie Woermann“, Capt. Triebe, 
nach Madeira, Klein-Popo, Lagos, Fernandeo Po, Kamerun und den Häfen der Südwest- 
küste Afrikas bis Matadi. 
Am 15. April: P. D. „Ella Woermann“, Capt Hansen, 
nach Tanger, Casablanca, Mazagan, Mogador, Las Palmas, Teneriffe, Gorée, Dakar, 
Rufflsque, Sierra Leone, Sherbro und Liberia. 
Nach BiSssac und Bolama: am 15. Mai. 
Nach Deutsch-Südwestafrika: am 31. Mürz, 31. Mai, 31. Juli, 30. Septbr., 30. Noyvbr. 
Alle Glrer mitssen am Tage vror dem 4banpsdatum bis 12 Uhr mistccos ldusselre sein. 
Näheres wegen Fracht und Passage ertheilt in Hamburg die Woermann-Linie, m. b. H. sowie der Schiffs- 
makler August Bolten, Wm. Miller’'s Nachfolger, Admiralitätstrasse 33/34, und wegen Deutsch-Südwestafrika 
die Herren L. F. MNathies &amp; Co., Grium 27. 12 
  
  
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Regelmässige Postdampfer -Verbindung 
unter Vertrag mit dem Deutschen Reiche 
zwischen 
Hamburg, Ostafrika und Transvaal 
Amsterdam, Lissabon und Nenpel anulaulend. 
Die nächsten fahrplanmässigen Expeditionen finden statt: 
  
R. P. D. „KAISER, Capt. Stahll 25. Mürz 1896 ab Hamburg (lt. Fabrplan) 
R. B. D. „ADMIRAI.«, Capt. West 22. April „ ab Hamburg 
R. P. D. „KANZLER ‘ Capt. Elsoan 20. NaiB „ ab Hamburg " 
R. P. D. „BLNDESRATI“, Capt. Doherr.. J7. Ju "„f„ ub Humburg 
nach Tanga, Dar-es-Salam, Sansibar, Mozambiauc, Beira, Delagoa-Bai und Natal. 
Diese Dampfer nehmen auch Passagiere und Waaren nach 
Bagamopyo, Saadani, Pangani, Kilwa, Ibo, Lindi, QGuelimane, Chinde, Lamu und 
Mombassa. 
Regelmässig alle acht Wochen Postdampfer 
ah Hamburg ines Kap der giten Jonmun## direkt nach Doerban, Delagoa-Za#, 
Inlhambane, Mozumfic#cc. 
Nächste Expedition: Duampfer „6ENERAL“, Capt. Asthausen, 29. Mürz 1896. 
Die Dampfer haben vorzdoliche Einsichtngen ### Ressagltere in allen Klassen. 
Ferner zwischen Ostalrika und Bombay regelmässig allce vier Wochen im Anschlus-s 
an die Hauptdampler. 
Näheres ertheilt in Hamburg: (20) 
wegen EFracht der Schiffamakler August Reltem Wm. Miller's Nachfolger, 
wtzen Passage die Hamburg-Amerikanische Usehast, 
s wie wegen Fracht und Pasange dio 
  
Deutsche Ost-Afrika - Linie, 
Gr. Reichenstrasse 25 
  
Dieser Nummer liegt das 1. Heft des IX. Bandes der „Mittheilungen von Forschungsreisenden 
und Gelehrten aus den deutschen Schuggebicten“ bei. 
  
  
Veramwortlicher Nedalteur fur den nichlamlichen Theil: O. Mertinat, Berlin. 
Druck und Verlag der Koniglichen Hofbuchhandlung und Hoibuchdruckerei von E. S. Miltler &amp; Sohn, Verlin W 12, Kochstraße 68—71 
Ausgegelen am 11. März ld96 Uum 6 Uhr nachmittage.
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        Deutsches Kolonialblatt. 
Amtsblatt für die Schutzgebiete des Deutschen Reichs. 
herausgegeben in der Kolonial, Abtheilung ders Auswärtigen Amts. 
  
  
VII. Jahrgung. WWm gerlin, 1. April 18996c Nummer 7. 
Tiese Zeitschrift ericheint in der Regel am l und 5 d D 
es rd Ders- - n w * als Velbest beigefügt die windeen einwol v ab 
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ohn, Verlin *W#1, Kochstraße 68—71, zu richten. (Eingetragen in der Zeitungo-Preislifte für 1896 Sis r. bid 0.) 
  
#ebalt. Antlicher reil Auszug aus dem Gesellschaftsvertrag der Westbeutschen Handels- und Tlantagengesellchasft 
zu Düsseldorf S. — Gouvernementsbesehl des Kaiserlichen Gouverneurs von Deutsch-Ostafrika, betreffend 
Stetionseeiiersrungn S. 179. —. Nochweisung der Brutto-Einnahmen bei der Zollverwaltung für Deutsch- 
Ostafrika für den Monat edembet 179. — Ernennung von Beisitzern für das Kai iserliche Gericht des 
Schutzgebieteo Togo S. 179. — Ueber sicht der gerichtlichen Geschäfte in dem Schutzgebiete Togo während des 
Geschäftsjahreo 1895 S. 180. — iererchn von Beisitzern der Kaiserlichen Gerichte in Deutsch-Südwestafrika für 
das Jahr 1896 S. 180. — Uebersicht der gerichtlichen Geschäfte bei den Kaiserlichen Gerichten des südwestafrikanischen 
Schusgebietes während des eschäftssahres 1895 S. 181; deögleichen des Schutzgebietes der Neu-Guinea-Kompagnie 
S. 182. — Personalien 183 
Nichtamtlicher Theil: Personal-Nachrichten 184. — Deutsch- Ostafrika: Stationen S. 184. 
leber die Zustände im Bezirk Tabora S. 184. — Ueber Vorkommnisse im Bezirk Muanza im November v. Is. 
186. — Ueber die Verhältnisse m der biscle Station am Kilimandjaro S. 187. — Usambara- 
Siaussn. S. 187. — Kamerun: Von der Yaündestation S. 187. — go: Schiffsverkehr in Togo im Jahre 1895 
S. 187. — Deutsch-Südwestafrika: Ueber das ginronh der P. be der ersten Quote der wehrpflichtigen 
Bastards S. 188. — Zum Abkommen mit Hendrik Witbooi S. er dao neue Krankenhaus in Groß-Wind- 
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Kaffeehandel und 4% . Brieischl Ostindiens nd Iylans S. 193. — Betschuanaland S. 193. S in * 
auslieferung in der englischen Goldküste S. 194. Verschiedene Mittheilungen: Ergebnisse eines Preis= 
ausschreibend S. 194. Die Gerbstoffpflange Canaigre in Honolulu S. 194. — Litteratur S. 195. — Litteratur- 
Verzeichniß S. 195. — Sifsbewegungen. S. 96. — Verkehrs- Nachrichten S. 196. — Anzeigen. 
  
Amtlicher Theil. 
Gelseh## Verordnungen der Reichsbehörden. 
In Gemäßheit des § 8 des Gesetzes, betreffend die Rechtsverhältnisse der deutschen Schutzgebiete 
(N. G. Bl. 1888 S. 75) wird Nachstehendes veröffentlicht: 
Der Bundesrath hat unter dem 20. Februar d. JIs. beschlossen: 
Der Westdeutschen Handels= und Plantagengesellschaft zu Düsseldorf auf Grund ihrer 
von dem Reichskanzler genehmigten Statuten die Fähigkeit beizulegen, unter ihrem Namen Rechte, ins- 
besondere Eigenthum und andere dingliche Rechte an Grundstücken zu erwerben, Verbindlichkeiten einzugehen, 
vor Gericht zu klagen und verklagt zu werden. 
Auszug aus dem Gesellschaftsvertrag: 
Die unter dem Namen „Westdeutsche Handels= und Plantagengesellschaft“ errichtete Gesellschaft 
hat ihren Sitz zu Düsseldorf. Die Dauer derselben ist unbeschränkt. Zweck der Gesellschaft ist die Kolo- 
nisation in Deutsch-Ostafrika, insbesondere die Anbahnung von Handelsbeziehungen, der Betrieb von 
Plantagen, gewerblichen Anlagen und Unternehmungen auf allen Gebieten des Verkehrswesens. 
Die nach dem Gesellschaftsvertrage erforderlichen Bekanntmachungen sind durch Einrückung in den 
Deutschen Reichsanzeiger zu veröffentlichen. 
Das Grundkapital ist auf 800 000 Mark in 1600 Antheilscheinen zu je 500 Mark festgesetzt. 
Hiervon sind als Betriebskapital 500 000 Mark voll gezeichnet und davon 100 000 Mark baar eingezahlt. 
Die verbleibenden 300 000 Mark waren früher in die aufgelöste Kommanditgesellschaft Karl Perrot &amp; Co. 
Deutsch- Ostafrikanische Seehandlung, von deren Theilhabern eingezahlt und gelten als in die Westveutsche
        <pb n="216" />
        — 178 — 
Handels= und Plantagengesellschaft dadurch voll eingezahlt, daß die Theilhaber der ausgelösten Kommandit- 
gesellschaft Karl Perrot &amp; Co. die an deren in Ostafrika gelegenen Immobilien und sonstigen Ver- 
mögensstücken erworbenen Rechte zum vollen Nennwerthe ihrer eingezahlten Kommanditantheile in die 
Westdeutsche Handels= und Plantagengesellschaft eingebracht haben. 
Eine Erhöhung des Grundkapitals kann nur in einer Hauptversammlung, in welcher mindestens 
die Hälfte des alsdann eingezahlten (einschließlich des als eingezahlt geltenden) Kapitals vertreten ist, mit 
einer Mehrheit von zwei Dritteln der abgegebenen Stimmen beschlossen werden. 
Die Antheile sind untheilbar; sie haben die Eigenschaft beweglicher Sachen. Den Mitgliedern der 
Gesellschaft steht cs frei, ihre Antheile unter sich beliebig zu verkaufen. Will ein Mitglied seinen Besitz 
an Antheilscheinen anderweitig veräußern, so haben die übrigen Mitglieder das Vorkaufsrecht nach 
Maßgabe ihrer Betheiligung und nach dem Werthe der letzten Bilanz unter Berücksichtigung eines etwaigen 
Reservesonds. Bei etwa vorkommenden Todessfällen von Antheilbesitzern gehen deren Antheile an die 
gesetzlichen Erben über. Durch die Veräußerung der Antheilscheine und Löschung im Mitgliederverzeichniß 
geht die Mitgliedschaft verloren. 
Für die Verbindlichleiten der Gesellschaft haftet den Gläubigern derselben nur das Gesellschafts- 
vermögen. 
Die Organe der Gesellschaft sind: der Vorstand, der Aufsichtsrath und die Hauptversammlung. 
Der Vorstand besteht aus zwei bis vier von dem Ausfsichtsrath zu bestellenden Personen. Der 
Vorstand führt die Geschäfte der Gesellschaft nach Maßgabe des Statuts und des Anstellungsvertrages, 
welchen der Aufsichtsrath mit ihm abschließt. Er vertritt in allen Rechtsgeschäften und sonstigen Angelegen- 
heiten, gerichtlich sowohl wic außergerichtlich, die Gesellschaft. Urkunden und schriftliche Erklärungen des 
Vorstandes sind für die Gesellschaft rechtsgültig und verbindlich, wenn sie unter dem Namen „Westdeutsche 
Handels= und Plantagengesellschaft" von einem Vorstandsmitgliede erfolgen. 
Der Aussichtsrath besteht aus fünf bis neun Mitgliedern, welche von der Hauptversammlung aus 
den Gesellschaftern gewählt werden. Sie dürfen nicht zugleich ständige Mitglieder des Vorstandes sein. 
Von ihnen scheiden alle Jahre zwei bezw. drei Mitglieder der Reihe nach aus, so daß jedes Mitglied im 
Zeitraum von drei Jahren einmal neu gewählt werden muß. Der Aussichtsrath hat den Vorstand bei 
seiner Geschäftsführung in allen Zweigen der Verwaltung zu überwachen und zu dem Zweck sich von dem 
Gange der Angelegenheiten der Gesellschaft zu unterrichten. Er kann jederzeit über dieselben Bericht- 
erstottung von dem Vorstande verlangen und selbst oder durch einzelue von ihm zu bestimmende Mitglieder 
die Bücher und Schriften der Gesellschaft einsehen sowie den Bestand der Gesellschaftskasse und die Bestände 
an Effekten, Handelspapieren und Waaren untersuchen. Er hat die Jahresrechnungen, die Bilanzen und 
Vorschläge zur Gewinnvertheilung zu prüfen und darüber der Hauptversammlung der Gesellschafter Bericht 
zu erstatten. Der Aufsichtsrath giebt sich selbst eine Geschäftsordnung und verfügt unter sich über die 
Vertheilung des ihm zustehenden Gewinnantheils. 
Die statutengemäßen Beschlüsse und Wahlen der Hauptversammlung sind für alle Mitglieder ver- 
bindlich. In der Hauptversammlung berechtigt jeder Antheil von 500 Mark zu einer Stimme. 
Zur Prüfung des Rechnungswesens wird durch die Hauptversammlung jedesmal eine Kommission 
von zwei bis drei Revisoren gewählt, welche Bilanz, Jahresrechnung, Bücher und Kasse revidiren und den 
ordnungsmäßigen Befund bescheinigen. 
Die Hauptversammlungen werden in Düsseldorf oder Frankfurt a. M. abgehalten. Der Aufsichts- 
rath beruft dieselben und ladet die Mitglieder dazu ein. Beschlüsse können nur über die in der Einladung 
als Tagesordnung mitgetheilten Punkte gesaßt werden. Die ordentliche Hauptversammlung findet in jedem 
Jahre spätestens im Juni slatt. Dieselbe beschließt über die Genehmigung der Bilanz und die Entlastung 
der Verwaltungsorgane. Eine außerordentliche Versammlung muß berufen werden: 
a) wenn Mitglieder, welche zusammen mindestens ein Fünftel der Geschäftsantheile besitzen, die 
Einladung begehren, 
b) wenn die Mehrzahl der Vorstandsmitglieder die Einberufung beantragen. Sind die Mit- 
glieder zur Hauptversammlung ordnungsmäßig geladen, so ist dieselbe für alle Fragen der Tagesordnung 
beschlußfähig mit solgenden Ausnahmen: dle Auflösung der Gesellschaft, die Veränderung der Statuten oder 
die Uebertragung des Vermögens und der Schulden an eine andere Gesellschaft können nur von einer 
Anzahl Gesellschafter, welche zusammen ein Drittel des eingezahlten Geschäftskapitals besitzen, beantragt und 
von einer vom Vorsitzenden des Aussichtsraths berufenen Hauptversammlung, auf welcher mindestens die 
Hälfte des Gesellschaftskapitals vertreten sein muß, mit zwei Dritteln Stimmenmehrheit beschlossen werden. 
Sonst genügt für Wahlen und Beschlüsse die absolute Mehrheit der abgegebenen Stimmen. 
Im Falle der Auflösung erfolgt die Liquidation durch die von der Hauptversammlung bestellten 
Liquidatoren und unter Mitwirkung des Aussichtsrathes nach Maßgabe des deutsches Handelsgesetzbuches. 
Deie Aussicht über die Gesellschaft wird vom Reichskanzler geführt. Derselbe kann zu dem Behufe 
einen Kommissar bestellen mit dem Rechte, an jeder Aufsichtsrathssigung und Hauptversammlung auf Kosten
        <pb n="217" />
        — 179 — 
der Gesellschaft theilzunehmen, von dem Vorstande jederzeit Bericht über die Angelegenheiten der Gesellschaft 
zu verlangen sowie die Büch 
er und Schriften derselben einzusehen, auch auf Kosten der Gesellschaft eine 
außerordentliche Hauptversammlung zu berufen. Der Genehmigung durch die Aufsichtsbehörde sind ins- 
besondere unterworfen: 
1. die Aufnahme von Anleihen, 
2. die Beschlüsse der Gesellschaft, 
vertrages erfolgen, die Gesellsch 
Form umgewandelt werden soll. 
nach welchen eine Aenderung oder Ergänzung des Gesellschafts- 
aft aufgelöst, mit einer anderen vereinigt oder in ihrer rechtlichen 
  
Verordnungen und Wiktheilungen der Behörden in den Schuhgebirten. 
Gouvernementsbefehl des Kaiserlichen Gouverneurs von Deutsch-Ostafrika. 
I. Die Station Masinde wird als solche aufgelöst. Der Bezirk nach Nordwesten hin bis zum Fuße des 
Paregebirges (letzteres ausschließlich) wird vorläufig dem Bezirksamt Tanga unterstellt, welches die 
bisherige Station Masinde mit 1 Unteroffizier und 15 Mann der Polizeitruppe zu besetzen hat. 
Der übrige Theil des Bezirks Masinde vom Fuße des Paregebirges nach Nordwesten, einschließlich 
der Besatzung von Kisuani, wird der Station Moschi zugetheilt. 
II. Die Station Kisaki wird hiermit aufgelöst. Der Bezirk Kisaki wird dem Bezirksamte Dar-es- 
Saläm zugctheilt. 
Dar-cs-Saläm, den 7. Januar 1896. 
Der Kaiserliche Gouverneur. 
(L. S.) gez. Dr. v. Wissmann. 
Nachweisung der Brutto-Einnahmen bei der Zollverwaltung für Deutsch- 
Ostafrika im Monat Dezember 1895. 
(Eine Rupie zum Kurse von 1,18 Mk.) 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Zölle für Schifffahrts.Holzschlag-,NMeben- Insgesammt 
vaupt Zollantusfuhr Einfuhrb0: Gebuhren,enebmen 
No. P.] ##. P. Rp. P.. Rp. . 37 - WMt. 
Aunaa *1½½24 0 i10442 
Pangg 3 5 2220 20 2 — 56 E 31 = 5217 36 
Jagamovoo052 3467 14%STP2#016 58 = 23619 ·25 
Darzes-Saln 12 2 N „ 315 187388 
#l 83344 50314 1810|/5676742 10 = 3781·75 
omi 1151 052995 3S5 30 320/—|4132 5 = 4465 
Zusammen5025 25119 —91510| 1542 62/460020 19 — * 
. ——— . – 
21024 Mr. Mr. M.4 Mr.Mr. 
98 Pf. 96 Pf. 42 Pf. 89 Pf.70 -. 
d 0 Mit Verücksichtigung einiger Neste aus Vorjahren stellt sich die Gesammteinnahme auf 70 838 Mk. 88 Pf. 
er Werth 
der Einfuhr bei sämmtlichen Stationen im Dezember 1895 betrug 420 313 Rup. = 495 969 Mk. 34 Tf. 
Der Werth der Ausfuhr bei sämmtlichen Stationen im Dezember 1895 betrug 128 304 Rup. = 151 398 Mk. 72 f. 
Ernennung von Beisitzern für das Kaiserliche Gericht des Schutzgebietes Togo.“-) 
Für das Kaiserliche Gericht des Schutzgebietes Togo sind für das Jahr 1896 zu Beisitzern 
ernannt worden die Herren: « 
Kaiserlicher Regierungsarzt Stabsarzt August Wicke, # 
Administrator der apostolischen Präfektur Togo Mathias Dier, 
Kaufmann August Kenpler, 
Hauptagent Louis Auler, alle aus Preußen; 
zu Stellvertretern die Herren: 
Lehrer Karl Koebele aus Württemberg und 
Kaufmann Gustav Banthien aus Hamburg. 
*) Vergl. Deutsches Kolonialblatt 1894, S. 142.
        <pb n="218" />
        — 180 — 
Uebersicht der gerichtlichen Geschäfte in dem Schutzgebiete Togo während des 
Geschäftsjahres 1895.*) 
I. Gerichtsbarkeit erster Instanz. 
  
  
  
  
  
Aus Davon 
..-, II 22 S * “ 
Es waren anhängig: *5 23 33 2 
- — Z 2 
A. Bürgerliche Nechtsstreitigkeiten und zwar: 
1. Civilprozesse 
a) zwischen Weißen ....·...... —. 1 1 — 
b) zwischen Weißen und Eingeborenen ·.. — 9 9 
2. Sonstige eivilrechtliche Sachen, wie Arreste, Mahnsachen, Zwangsvoll 
streckungen, Aufgebote u. s. w 
m) belreffend Weiße ........... — — — — — 
b) betreffend Weiße und Eingeborene .. ..... — — —- — — 
Von den Sachen, zu 1a und 24 gehören zur Zusandigtei. 
a) der Richter .,... — 1 1 1 — 
b) der Gericht — — — — — 
B. Strafsachen gegen Weiße: 
1. Strafbefehlel . — — — — 
2. Sachen, in denen ein Verfahren einzuleilen war — — — — 
. Prioatklagesachen zwischen Weißen — 3 3 3 
D. Sachen der freiwilligen Gerichtsbarkeit — — — — — 
Davon waren nur Gegenstand der Bearbeitung 
1. Beglaubigungen. — 61 6111 — 
2. Ausstellung von Atesten und Aufnahme von Verhandlungen — 8 8 8 — 
3. Auf= und Annahme von Testament en — 1 1 1 — 
4. Nachlaßregulirungen — 2 2 2 — 
E. Civilprozeß- und Strafsachen zusammen .. .......·. — — 150 — — 
Bei welchen nur Eingeborene betheiligt waren, wurden im summarischen 
erfahren an den allvöchentiich abgehaltenen. Verhandlungsterminen 
(Palawern) erledigt — — — — — 
  
  
  
  
  
  
  
Ernennung von Beisitzern der Kaiserlichen Gerichte in Deutsch-Südwestafrika.) 
Verzeichniß der Beisitzer des Kaiserlichen Gerichts (Nordbezirk) und des Kaiserlichen Obergerichts 
des südwestafrikanischen Schutzgebietes für das Jahr 1896. 
1. Kaiserliches Gericht (Nordbezirk). 
a. Für Windhoekt: 
Ernst Heyn, Gastwirth in Windhoek, preußischer Staatsangehörigkeit, 
. Arno Henker, Schmied in Klein-Windhoek, preußischer Staatsangehörigkeit. 
Stellvertreter: 
Gustav Voigts, Kaufmann in Windhoek, braunschweigischer Staatsangehörigkeit, 
Gustav Wilke, Maurer in Windhoek, preußischer Staatsangehörigkeit. 
b. Für Otyimbingue: 
Wilhelm Redecker, Kaufmann in Otyimbingue, preußischer Staatsangehörigkeit, 
Heinrich Kleinschmidt, Agent in Otyimbingue, preußischer Staatsangehörigkeit. 
Stellvertreter: # 
.August Bernsmann, Kaufmann in Otyimbingue, preußischer Staatsangehörigkeit, 
Oswald Glöditzsch, Schmied in Otyimbingue, preußischer Staatsangehörigkeit. 
c. Für Omaruru: 
9. Cäsar Schult, Kaufmann in Omaruru, hamburgischer Staatsangehörigkeit, 
10. Rüdiger Schwarz, Kaufmann in Omarurn, preußischer Staatsangehörigkeit. 
5 
n 
□ — 
*) Vergl. Deutsches Kolonialblatt 1895, S. 224. *“) Vergl. Deutsches Kolonialblatt 1895, S. 156.
        <pb n="219" />
        — 181 — 
d. Für Rehoboth: 
11. A. Schluckwerder, Kaufmann in Rehoboth, preußischer Staatangehörigkeit, 
12. Dirk van Wyk (Colony), Majistrat in Rehoboth, Bastard. 
Stellvertreter: 
2. Kaiserliches Obergericht. 
DOtto Nitzsche, Kaufmann in Windhoek, preußischer Staatsangehörlgket. 
Karl Höpfner, Ansiedler in Klein-Windhock, preußischer Staatsangehörigkeit, 
Gustav Tünschel, Maurer in Windhock, preußischer Staatsangehörigkeit, 
Heinrich Gathemann, Maler in Windhoek, preußischer Staatsangehörigkeit. 
17. Wilhelm Stern, Stellmacher in Klein-Windhoek, preußischer Staatsangehörigkeit, 
18. August Schmerenbeck, Kaufmann in Windhock, preußischer Staatsangehörigkeit, 
19. Paul Moczelany, Architekt in Windhoek, preußischer Staatsangehörigkeit, 
20. Ernst Rusch, Kaufmann in Windhoek, preußischer Staatsangehörigkeit. 
  
Uebersicht der gerichtlichen Geschäfte bei den Kaiserlichen Gerichten in Windhoek 
(Nordbezirk) und Keetmanshoop (Südbezirk) des füdwestafrikanischen Schutz- 
gebietes während des Geschäftsjahres 1895.5 
Gerichtsbarkeitt erster Instanz. 
Gericht für den Nordbezirk. 
  
  
  
  
  
  
  
sen 
Auswärtige Gerichtstage sanden statt: 
oto 
  
  
  
  
Aus Davon 
G – 
28 -. 
Es waren anhängig: "5 - 7 33 22 
I . 
Bürgerliche Rechtsstreitigkeiten, und zwar: 
1. Prozesse, einschließlich der Urkunden-, Ehe= und Entmündigungsprozesse 2 38 40 17 
2. Sonstige Rechtssachen, Arreste, einstweilige Verfügungen, Zwangsvoll- a8 38 8 4 
streckungen, Mahnsachen, Protestsachen, Sühnesachen, Aufgebote u. s. w. 
Von d Wahen u 1 und 2 gehörten zur Zuständigkeit 51 sl 47 4 
es Richtersr F l 
b) des girn 2 25 1 27 10 17 
Konkurssachen — — — — — 
Strassachen, und zwar: x 
1. Sachen, in welchen ein Strafbefehl zu erlassen war — m 1 
2. Sachen, in welchen ein Hauptverfahren einzuleiten pr — 10 10 9 
3. Sachen, in welchen ein Hauptverfahren nicht einzuleiten war . 10 — 
4. Sachen, in welchen das Verfahren nach Eröffnung des Hauptverfahrens 1 4 
eingestellt wurndeiei . ... 4 —. 4 — 
5. Sachen, welche dem Militärgerichtle überwiesen wurdien — 4 4 — 
6. Sachen, in welchen das Hauptverfahren noch nicht eröffnet worden ist. — 3 — 3 
In den Sachen zu 2 fanden Hauptverhandlungen statt % 66 
a) ohne Beisitzer . . . ... – 6 6 8 
b) mit Beisitbent — 8 8 — 
Sach en der nichtstreitigen Gerichtsbarkeit, und zwar: « 
1. Vormundschaften und Pflegschaften ... — 1 1 1 E 
2. Nachlaßregulirungeg 5 6 11 3 8 
3. Aufnahme von Verträgen und Vollmachten — 11 11 11 — 
4. Oessentliche Verkäufe » —s(zs- 
ö« Aufnahmen letztwilliger Verfügungen.. .. — 1 1 1 — 
6. Sonstige Handlungen, Beglaubigungen, Ausstellung von Attesten u. s. w. — 25 25 25 — 
Verhandlungen und Entscheidungen auf Grund der Kaiserlichen Verordnung 
vom 2. April 1893, betreffend das Aufgebot von Landansprüchen im süd- 
westafrikanischen Schuygebieeet 2 2 — 
ei Streitigkeiten zwischen Weißen wurden verhandelt bezw. die Vermitte- 
lung des Gerichts angerufe ....·..·. 6 23 29 19 10 
2. in Otyimbingre 2 
1 
3. in Okahandya 
*) Vergl. Deutsches Kolonialblatt 1895, S. 267.
        <pb n="220" />
        Gericht für den Südbezirk. 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Aus l - Davon 
-«-!0 ...-»Es 
Es waren anhängig: 53 - z z7 5 
——#2s 
— —— 
A. Puit erliche echtssreitigleiten, und zwar: 
1. Prozesse, einschließlich der Urkunden-, Ehe= und Entmündigungsprozesse 3 12 15 11 4 
2. Sonstige Rechtssachen, Arreste, einstweili ige Verfügungen 3wangspoll . 
streckungen, Mahnsachen, Sühnesachen, Aufgebote u. s. w . — — — 
Von den Sachen zu ind 2 gehorten aur 31 tandigkein 
des Richter . ...... —- — 15 1 
des en ............. — — — — — 
B. goninbiibbesn. . . — — — 
0.Strassachen,undz at 
1SachenmwelchenetnStrafbefehlzuetlassenwa.. — 9 9 9 — 
2. Sachen, in welchen ein Hauptversahren einzuleiten! war 3 6 9 8 1 
al ohne Beisiter . — — 4 — — 
b) mit Belsitzern — — 5— 
3. Beschwerden gegen Ergschesdunzen des Richters — — — — 
D. Sachen der nlchtstreitigen Gerichtsbarkeit, und iwar: 
1. Vormundschaften und ileg shafte n .. — — — 
2. Erbtheilungen .... . —- — — — — 
3. Nachlaßregulirungen 1 1 1 
4. Sonstige Handlungen der nichtstreitigen Gerichtsbarkeit (Beglaubigungen, 
Ausstellung von Mirlen und Bescheinigungen, Aufnahme von Verträgen) — 7 7 — 
l 
Gerichtsbarkeit des Obergerichts und des Oberrichters. 
A. Bürgerüich Rechtsstreitigkeiten, und awar: 
erufungen . ........... — — — —- 
l)) Beschwerden. ) — — — — — 
B. Beschwerden in Konkurssachen ............... — — — — 
C. Strafsachen, und zwar: 
ufungen . ... — 2 2 — 2 
b) Beschwerden — 2 2 — 2 
D. Sachen der nichtstreitigen Gerichtsbarkeit — — — — — 
Uebersicht der gerichtlichen Geschäfte in dem Schutzgebiete der Neu-Guinea- 
Kompagnie während des Geschäftsjahres 1895.0) 
I. Gerichtsbarkeit erster Instanz. 
a. für den westlichen Theil des Schutzgebietes (Kaiser Wilhelmsland) in Friedrich Wilhelmshafen. 
Aus s Davon 
2. 
Es waren anhängig: n -2 — *m * 
S — *E— 3— 
— bb 
A. We7- Nechtsstreitigkeiten, und zwar: 
1. Prozesse, einschliehlich der Urkunden-, Ehe= und Entmündigungsprozesse 1 — 1 — 1 
2. Sonstige Rechtssachen, Arreste, einstweilige Berlugungen, Zwangsvo oll- 
streckungen, Mahnsachen, Sühnesachen, Aufgebote u. s. w. — 2 2 2 — 
Von den Sachen 4 und 2 2 gehörten zur Zuständigkeit « 
3 der Richter ...... — 22 2 — 
der Gerichte ........·...... 1 -!1 —- 1 
B. Konnbse-e6 . . ................ — —— — — 
C. Strassachen- und zwar: # 
1. Sachen, in welchen ein Strafbefehl zu erlassen re — 1. 1 1 — 
2. Sachen, in welchen ein Hauptverfahren einzuleiten war ... — 4 4 8 1 
In den Sachen zu 2 fanden Laupwwerhandlungen stati 
a) ohne Beisitzer — — — — 
b) mit Beisitzern .... — 4 4 3 1 
3. Veschwerden !7 gisenerennn des Richters ........ — —I— — — 
D. Sachen der nichtstreitigen ibrnchten arkeit, und awar: 
1. n idnen und Pflegschaft . ........ 22 4 26 9 17 
2. Erbtheilung — — — — — 
3. E entrngungen und Löschungen im Grundb. uch — 3 3 3 — 
4. Sonstige Handlungen der nichtstreitigen Gerichtsbarkeit S-etciaubigunen, 
Testamentserrichtungen, vorläusige Verwahrungen u. s. w.) — 12 12 12 — 
  
  
  
  
) Vergl. Deutsches Kolonialblatt 1895, S. 2.
        <pb n="221" />
        — 183 — 
b. für den östlichen Theil des Schutzgebietes (Bismarck-Archipel u. Salomons-Inseln) in Herbertshöh. 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Aus Davon 
4 — —523 S 
S *W*J ( — 
Es waren anhängig: o # 
gig S 2 S . 2 
2 ½ § 
A. Bürgerliche Rechtsstreitigkeiten, und zwar: 1 1 — 
1. Prozesse, einschließlich der Urkunden-, Che= und Entmündigungsprodesse 
2. Sonstige Rechtssachen, Arreste, einstweilige Verfügungen, Zwangsvoll= — 1 1 — 
stredungen, Mahnsachen, Sühnesachen, Aufgebote u. s. 5. 
Von den Sachen zu 1 und 2 gehörten zur Zuständigkeit — 1 1 1 — 
u) der Richteererr Ê ν 1 1 — 1 
b) der Gerichte — — — — 
B. Konkursfachen 
C. Strafsachen, und zwar: * — — — — 
Sachen, in welchen ein Strafbefehl zu erlassen war 2 5 7 5 2 
2. Sachen, in welchen ein Hauptverfahren einzuleiten war. 1 
In den Sachen zu 2 fanden Hauptverhandlungen statt 1. 3 4 3 1 
a) ohne Beisiter . 1 2 3 2 1 
b) mit Beisitzen. — * — — 
3. Beschwerden gegen Entscheidungen des Richters — 
D. Sachen der nichtstreitigen Gerichtsbarkeit, und zwar: — 5 
1. Vormundschaften und Pflegschaften 7 11 4 16 — 15 
2. Erbtheilunen — 19 1 
3. Eintragungen und Löschungen im Grundbuch -«--- 
4. Sonstige Handlungen der nichtstreitigen Gerichtsbarkeit (Beglaubigungen, 15 15 15 — 
Testamentserrichtungen, vorläufige Verwahrungen u. s. w.) 
. . . ichters. 
II. Gerichtsbarkeit des Obergerichts und des Oberrich 
A. Bürgerliche Rechtsstreitigkeiten, und zwar: 1 — 1 1 — 
a) Berufunnen — — — — — 
b erden — — — ——1 
B. Beschwerden in Konkurssachen 1 
C. Strafsachen, und zwar: 21 3 2 1 
a) Berufungen ........... — 1 1 1 — 
b) Beschwerden — — — — — 
D. Beschwerden und Sachen der nichtstreitigen Gerichtsbarkeit a 
  
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VVVWVYTVVYVYYVYVYYVYVYVYVYVYYyYVY YTVy 'Tyy T yYVY YTVyTyTFYT T FYTY YT Y 
Perlonalien. aih und Gentrich sowie d 
. - idlitz un entri owie dem 
Den Rechnungsbeamten beim Kaiserlichen Gouvernement Sei gund H · 
Beamten der Eschungsbeamten, für Deutsch-Ostafrika Lücker ist das Militär-Ehrenzeichen 2. Klasse 
Allerhöchst verliehen worden. 
Der Premierlientenant a. D. Brosig, bisher vom 2. Badischen Felderttllerie-Regiment Nr. 30, 
ist mit dem 4. März 1896 der Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika zugetheilt worden. 
jorli a D. Eua- Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika 
Das Kommando des Premierlieutenants a. D. Engelhardt zur deutsch 
ist nach Ablauf seines 7— Kommandos unter Vorbehalt späterer Umrangirung verlängert worden. 
Der Stabsarzt a. D. Dr. Widenmann und der Assistenzarzt 1. Klasse a. D. Dr. Wagner 
scheiden aus der Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika aus. 
Der Premierlieutenant v. Burgsdorff scheidet aus der Schutztruppe für Deutsch-Südwestafrika aus, 
um in den Civildienst des Schutzgebietes zu treten. 
« ihli i dlieutenants 
Der Premierlieutenant v. Perbandt ist zum überzähligen Hauptmann, die Sekon leute 
Schwabe kee er en sind zu überzähligen Premierlieutenants, der Assistenzarzt 1. Klasse De. sster 
ist zum überzähligen Stabsarzt und der Assistenzarzt 2. Klasse Dr. Schöpwinkel ist zum überzäh 
Assistenzarzt 1. Klasse befördert worden.
        <pb n="222" />
        — 184 
Nichtamtlicher Theil. 
Perspnal-Machrichten. 
Deutsch-Oslafrika. 
Der Kaiserliche Gouverneur v. Wissmann hat 
am 22. Februar eine Reise nach Kisaki angetreten. 
Er wird durch den Oberführer der Schutztruppe 
v. Natzmer vertreten. 
Der Kompagnieführer # Langheld, die Lieutenants 
Schlobach, Nachtigal, Böhmer und v. Bercken 
sowie der Unteroffizier Mergarten haben am 
10. Februar einen Heimathsurlaub angetreten. 
Als Ersatz des heimkehrenden Telegraphenleitungs- 
aufsehers Blömker ist der Leitungsaufseher Ost- 
länder nach Dar-es-Saläm abgereist. 
  
Der als Bootsunteroffigier in den Dienst des 
Kaiserlichen Gouvernements getretene Schiffer Hagel 
ist nach Dar-es-Saläm abgereist. 
Der als Bootsunteroffizier in den Dienst des 
Kaiserlichen Gouvernements getretene Matrose 
Plonien ist nach Ostafrika abgereist. 
  
Ramerun. 
Der Premierlieutenant v. Brauchitsch ist am 
16. Februar mit seiner Expedition nach Edea zurück- D 
gekehrt. Er hat in Mpim eine Station errichtet 
und dort Sekondlieutenant Schmidt mit 10 Sol- 
daten und 20 Arbeitern zurückgelassen. Der Weg Ü 
von Edea nach Mpim ist völlig sicher. 
Cogo. 
Der als Führer der Schutztruppe für den Dienst 
der Kaiserlichen Landeshauptmannschaft angenommene 
Premierlieutenant v. Massow tritt im April die 
Ausreise nach Klein- Popo an. 
Der Stationsleiter Dr. Gruner kehrt im April 
vom Urlaub nach dem Schubgebiete zurück. 
Der in den Dienst der Kaiserlichen Landeshaupt- 
mannschaft getretene Gcbarelbgehüls Winkler reist 
im April nach Klein-Popo ab 
Südwestafrika. 
Der für eine Bezirksamtmannsstelle in Aussicht 
genommene Gerichtsassessor Fischer hat die Reise 
nach dem Schutgebiete angetrcten. 
Der Sekondlieutenant der Reserve v. Bunsen 
ist in den Dienst der Kaiserlichen Landeshauptmann- 
schaft übernommen und dem Bezirksamtmann von 
Keetmanshoop zugetheilt worden. 
Neu. Guinea. 
Der zum Leiter der wissenschaftlichen Station in 
Nalum (Neu-Pommern) ausersehene Professor Dahl 
hat die Reise dorthin angetreten. 
Machrichten aus den deuklschen Schutgebieken. 
(Abdruck der Nachrichten vollständig oder theilweise nur mit Quellenangabe gestattet.) 
Deutsch-Hlkafrika. 
Statlonen. 
Durch einen Runderlaß vom 4. Januar d. Is. 
hat der Kaiferliche Gouverneur bestimmt, daß die 
Stationen Kilossa, Kisaki, Ulanga und Masinde 
Tauschartikel nicht mehr auf Lager halten dürfen. 
In diesen wie den übrigen Innenstationen soll der 
Handel mit Tauschartikeln den auf den Stationen 
ansässigen griechischen und indischen Händlern mög- 
lichst überlassen bleiben, welche die Waaren meist 
billiger, mindestens aber zum selben Preise wie-das 
Gouvernement verkaufen können. 
Der Handel mit Samli und Salz, welchen die 
Askaris auf verschiedenen Stationen unerlaubter 
weise treiben, soll in jeder Weise unterdrückt werber. S 
  
Ueber die Sustände im Bezirk Tabora 
berichtet Kompagnieführer Leue Folgendes: 
Der Ort Tabora liegt in einer sanft nach Süden 
geneigten, rings von Hügelketten bekränzten Thal- 
mulde. Er zerfällt in drei Theile: das eigentliche 
Tabora, auch kurzweg Sokoni genannt, Gambo und 
Kihara. Die ganze Ausdehnung der fast ausschließ- 
lich aus Gehöften bestehenden Ortschast beläuft sich 
auf etwa zwei Stunden. — Derjenige Theil, der 
speziell Tabora (Sokoni) heißt, ist der größte. Dieser 
enthält die Kaiserliche Station und den Markt 
(Soko), beherbergt den Wali und die bedeutendsten 
Kaufleute und bildet den eigentlichen Karawanenplatz. 
In Gambo liegt das Vorwerk Uleia, wo die 
Liehwirthschaft der Station betrieben wird. Von 
okoni nach dem etwa 20 Minuten entfernten
        <pb n="223" />
        Gambo führt eine breite, mit Mangobäumen be- 
pflanzte chausseeartige Straße. Von dort ist nach 
dem eine Stunde entfernten Kihara durch die Steppe 
(Buga) ein etwa Zm breiter Feldweg angelegt. 
Gambo liegt auf dem Abhange eines hier dicht 
an Tabora herantretenden Höhenzuges. Sämmtliche 
Plätze und Straßen Taboras sind peinlich sauber 
gehalten. 
Das Klima ist nicht gerade milde zu nennen. 
Des Nachts und des Morgens ist es oft recht kühl, 
während mittags 35° C. im Schatten nichts Seltenes 
ist. Die Regenzeit dauert von November bis Mai, 
während der übrigen Monate, Anfang Mai bis 
Ende Oktober, herrscht vollständige Trockenheit. 
Wegen der ungünstigen Wasserverhältnisse ist Tabora 
ein ziemlich ungesunder Platz. Während der Regen- 
zeit steht das Grundwasser dicht unter dem ge- 
wachsenen Boden, die oben erwähnte Buga ist theil- 
weise überschwemmt, und die Brunnenlöcher sind bis 
an den Rand mit Wasser gefüllt. Abends liegt auf 
der ganzen Ebene ein dicker, weißer Nebel. In der 
trockenen Zeit verdunstct die Feuchtigkeit, das Grund- 
wasser sinkt immer mehr, und schließlich trocknen bis 
auf einige Quellen, aus denen das Wasser nur mäßig 
heraussickert, alle Brunnen aus. Es ist zur Zeit 
geradezu schwierig, für Menschen und Thiere das 
nöthige Trinkwasser zu beschaffen. Zwar ist in einer 
gewissen Tiefe noch Wasser vorhanden, indeß scheint 
mir dasselbe recht zweifelhafter Natur zu sein. Es 
wäre sehr wünschenswerth, daß ein geübter Brunnen- 
techniker die hiesigen Wasserverhältnisse studirte und 
einige verständige Cementbrunnen anlegte. 
Wie oben erwähnt, besteht die Ortschaft aus 
einzelnen Gehöften. Es giebt hier gegen 90 Temben 
(Häuservierecke), die meist sämmtlich von Baumgärten, 
Schamben und unzähligen Strohhütten umgeben sind. 
Da sede Tembe in einem Wäldchen von Mango-, 
2 , Citronen= und sonstigen Fruchtbäumen liegt, 
so macht Tabora, vor Allem von der Höhe hinter 
Gambo herab gesehen, einen sehr freundlichen Ein- 
druck. 30 weitere Temben liegen inmitten ihrer 
Schamben und Baumgärten in Ruinen. 
In den drei Stadttheilen Taboras wohnen zur 
Zeit insgesammt an Farbigen: 23 Araber, 2 Be- 
ludschen, 3 Inder und etwa 40 Suahelis mit ihren 
Familien. Sämmtliche Leute betreiben Handel, Acker- 
bau und Viehzucht. Hierzu kommt eine große Menge 
Waniamwesis, Wangwanas (hier anfässige Küstenträger 
und Handelsleute), Watusihirten und Fundis (Hand- 
werker). Außerdem sind anzuführen: die 10. Kom- 
pagnie der Schutztruppe mit ihren Weibern, Kindern, 
Boys und sonstigem Anhang (etwa 1000 Köpfe), ein 
deutscher Kaufmann (Schumann) und sieben deutsche 
Stationsangehörige mit ihren Leuten. Abgesehen 
von den vorübergehend sich hier aufhaltenden Träger- 
massen, dürfte nach meiner Schätung der ganze Ort 
Tabora etwa 15 000 seßhafte Einwohner aufzu- 
weisen haben. . »« 
Der Viehbestand von Tabora ist nicht unbe- 
185 
1 
1 
1 
utend. Die Station allein besizt gegen 220 Stück 
deuer, und über 350 Schafe und Ziegen. Das 
Rindvieh (im Ganzen etwa 1000 Haupt), von dem 
hier die Zebn= und Pangarasse gleichmäßig vertreten 
sind, kommt gut fort und ist durchaus gesund. Jeden= 
falls ist die Viehzucht im Steigen begriffen. Der 
Boden der Umgegend von Tabora ist sehr fruchtbar. 
Es werden in großer Menge alle Feld- und Garten- 
früchte gezogen, die es in Ostafrika überhaupt giebt. 
Besonders erfreulich für Europäer ist der reichliche 
Anbau von Weizen und weißen Bohnen u. s. w. 
ie Handelsverhältnisse hier lassen sich recht gut 
an d hiesgen Händler machen leidliche Ge- 
schäfte; nach Kisiba, Uganda, Unyoro, sowie nach 
Kawande, Ukonongo und Kiwere findet ein recht 
lebhafter Karawanenverkehr statt. Die arabischen 
Händler Taboras und Uynis haben mich schon ver- 
schiedene Male gebeten, eine Ruandaexpedition, in 
deren Gefolge sie nach diesem Elfenbeinlande gehen 
könnten, dem Gouvernement in Vorschlag zu bringen, 
Sie behaupten, die Belgier gedächten von Uvira aus 
nach Ruanda vorzudringen. Auch der hier an- 
sässige deutsche Kaufmann Schumann ist mit den 
Ergebnissen seines Unternehmens zufrieden. 
Tabora zerfällt politisch in eine 
und kleineren Sultanaten. Die 
sind: Unyanyembe (Bibi Nyasso), 
* erin dih Urambo (Tugamoto)y, 
U#insa Gur Zeit kein Sultan), Uha (Mitale), 
Uha (Kihitira), Unyambewa (Kamagi), Uscheto 
(Kitewi), Usongo (Mitinginia), Mdala (Bibi Mtan), 
Ujui (Majembe), Ungurn (Maharule), Tura (Bibi 
Gbooth u. s. w. Der Sultan von Uwinsa, Kassanula, 
60 kürzlich gestorben. In Ugalla ist der größte 
Sultan Mfsopore von Kanenagule. Auf die Land- 
schaften Stauland, Ukaranga, Utongwe, Kawende, 
Lon Uha (Luassa) erstreckt sich der eigentliche Macht- 
Kreich der Kaiserlichen Station noch nicht. Eigen= 
thümlich ist der Umstand, daß man häufig Frauen 
als Sultane und Maniangara eingesetzt sindet. Die 
Häuptlinge der größeren Landschaften heißen Muami 
(König), die der kleineren Ländchen Mtemi (etwa 
Fürst). — Von den Arabern und Küstenleuten werden 
Aue Häuptlinge gleichmäßig Sultan genannt. Die 
Vornehmen eines Landes, die auch den Sultan bei 
seiner Abwesenheit zu vertreten haben, heißen: 
Mgaue: die Verwandten des Sultans führen der 
Titel Manangua; die Geschäftsträger, Ruga-Ruga- 
anführer und sonstigen Beamten des Sultans heißer 
Waniampara. 
Seit Sikes Tode wird die zu Ituru wohnhaftt 
Bibi Nyasso, eine Frau von etwa 45 Jahren, al# 
Sultanin von Unyanyembe bezeichnet. Sie ist di 
Tochter des verstorbenen Sultans Fundi-Kira., dei 
Begründers von Tabora, und zur Zeit Wittue 
Tippu Tip ist ihr Stiessohn. Sie war verhetrabh 
mit dem Vater Tippu Tips, dem Araber Mhar 
bin Juma, der hier in Ituru begraben liegt. 
Der Bezirk 
Menge von größeren
        <pb n="224" />
        — 186 
Die Bevölkerung von Uniamwesi ist sehr krie- 
gerisch und in dieser Beziehung mit den meisten 
anderen Völkerschaften Ostafrikas kaum zu vergleichen. 
Der Ausdruck dieser Eigenschaft ist die fast militärisch 
zu nennende Einrichtung der Ruga-Rugas, eine Art 
von Landwehr. Fast jeder erwachsene, felddienst- 
fähige Mann eines Ländchens ist Krieger; seine Be- 
waffnung ist Gewehr und Kampfspeer, seine Be- 
kleidung ein buntfarbiger Mantel und Kopfputz. 
Die Ruga-Rugas tragen häufig im Kriege gewisser- 
maßen Uniformen; dic einen weiße Mäntel und 
rothe Turbane, die anderen rothe Mäntel und bunte 
Kopftücher, die dritten sämmtlich Federbüsche u. s. w. 
Sie führen Wimpel und andere Feldzeichen und 
gehen im Kampfe recht brav auf den Gegner los. 
Vor Allem sind sie bei der Vertheidigung eines 
festen Platzes sehr zähe; sie lassen den Feind bis 
auf wenige Schritte herankommen und weichen nur 
im äußersten Nothfalle der Gewalt. 
Bei der großen Masse der Ruga-Rugas ist dies 
Institut für das Kaiserliche Gouvernement nicht ohne 
Bedenken. Urambo allein verfügt über 800 bis 
900 Ruga-Rugas. Ein Glück ist jedoch, daß die 
einzelnen Ländchen meist miteinander auf Leben und 
Tod entzweit sind. So ist Ungurn mit Ugunda, 
Unyanyembe mit Urambo, Uyui mit Mdala, Usagali 
mit Unyambewa u. s. w. tödlich verfeindet. Die 
Leute können nur schwer ihre Kriegslust bezähmen. 
Bei jeder Expedition der Kaiserlichen Station bieten 
sich Hunderte von Ruga-Rugas zur Heeresfolge an, 
und häufig wird von einem Sultan die Erlaubniß 
nachgesucht, mit einem Nachbar Kricg führen zu 
dürfen. Die Sultanate im Westen und Süden von 
Tabora haben von der Bedeutung des Serikals, 
d. h. der deutschen Regierung, noch keinen rechten 
Begriff. Sie sehen in der hiesigen Station nur 
einen Machtfaktor, mit dem zu rechnen ist. Bei 
kriegerischen Verwickelungen kommen gewöhnlich beide 
Parteien mit Elfenbeingeschenken nach Tabora, um 
sich der Freundschaft, bezw. der Hülfe der Station 
zu versichern, wobei alsdann der Stationschef meist 
Gelegenheit findet, eine friedliche Lösung der Frage 
herbeizuführen. 
An Missionen arbeiten im Bezirk Tabora: Die 
englische Mission zu Kilimani Urambo und die 
katholische Mission der „Weißen Bäter“ zu Uschi- 
rombo, Msalala, Karema und St. Johann (Fipa) 
Die Missionsstation Kipalapala bei Tabora ist nicht 
besetzt. Die durchaus verkommene Tembe daselbst 
ist von einigen Schwarzen bewohnt. 
An mineralischen Landesprodukten des Bezirks 
Tabora sind mir nur bekannt: Eisen und Salz. 
Salz wird in Ubagwe und Uwinsa (am Lussugi) 
gewonnen. Das Uwinsasalz ist sehr gut und gilt als 
gangbarer Handelsartikel. Die den Lussugi-Strom 
umwohnenden Häuptlinge erheben schon eine Art von 
Salzsteuer in Gestalt eines Zehnten. 
An gutem Bauholz fehlt es im Bezirk Tabora 
nicht. Hervorzuheben sind in den Hochwäldern 
  
  
Unyamwesis die Mninga= und Kurungubäume, die 
vorzügliche Bretter und Balken ergeben. Der Kern 
der Bäume ist braun, bezw. roth. Wie die botani- 
schen Namen derselben sind, weiß ich nicht. 
Der Wildstand Unyamwesis ist am Malagarasi, 
am Gombe, am Wala und in sonstigen Flußgebieten 
sehr stark. Es kommen noch viele Elefanten im 
Bezirk vor, die leider allzu eifrig gejagt werden. 
Die Gegend von Tabora wird sehr von Leoparden 
und Hyänen belästigt. Auch der an sich sehr harm- 
lose Schakal findet sich häufig vor. 
Alles in Allem genommen, ist der Bezirk Tabora 
ein sehr reiches, bevölkertes Land, das ohne Frage 
einer guten Zukunft entgegengeht. 
Ueber die vorkommnisse im Bezirke Uuanza im 
Kovember v. Js. 
liegt folgender Bericht vor: 
Nachdem am 4. November v. Is. Kompagnie= 
führer Langheld die Geschäfte der Station an den 
Lieutenant v. Kalben abgegeben hatte und zur Küste 
abmarschirt war, lieferte am 9. desselben Monats 
der Sultan Mazuka von Muanza 12 Warurisklaven 
ein, die der farbige Vertreter der Mission Neuwied 
auf Ukerewe dem Sultan Lukonge abgenommen hatte 
und unter Umgehung der Station nach Bukumbi 
schaffen wollte. Die Sklaven weigerten sich, dorthin 
zu gehen, indem sie sagten, daß es dort viel Arbeit, 
aber wenig Essen gäbe. Auf die Bitte des Pdre 
supérieur Brard schickte Lieutenant v. Kalben 
jene Sklaven, die er in ihre ferne Heimath nicht 
zurücksenden konnte, wieder nach Neuwied zurück; er 
sandte zur Begleitung zwei Askaris mit, die den 
Sultan Lukonge zu einem Schauri in dieser An- 
gelegenheit nach Muanza auffordern sollten. Das 
Boot kam am 14. November zurück und berichtete, 
daß Neuwied vom ganzen Lukongevolk am 12. des- 
selben Monats überfallen und in zweitägigem Kampf 
vollständig zerstört sei; 51 Missionsangehörige waren 
getödtet, aller Besitz der Mission, darunter 200 Gora 
Stoffe und andere werthvolle Tauschartikel, auch 
aller; hier lagernde Besitz des Gouvernements 
Uganda, darunter 100 Lasten Stoffe, waren geraubt. 
In dem letzten Haus vertheidigten sich zur Zeit noch 
sieben Verwundete, die durch einen muthigen Aus- 
fall der Bootsbesatzung, wobei drei Lukongekrieger 
fielen, gerettet wurden. Die einzigen drei Gewehre 
der Mission wurden gerettet. Ein Europäer war 
zur Zeit nicht auf der Mission. 
Lieutenant v. Kalben vereinbarte mit Bischof 
Hirth, der mit acht Missionaren am 13. d. Mts. 
in Bukumbi eintraf, das Vorgehen gegen Lukonge. 
Am 23. November, nachdem genügend Boote 
versammelt waren, brach Lieutenant v. Kalben gegen 
Lukonge auf in 2 Segelbooten, 4 Waganda-, 2 Wa- 
siba= und 3 Missionskanus mit 16 alten Askaris, 
17 jungen Rekruten, 15 bewaffneten Bacharias,
        <pb n="225" />
        Kaufmann Sixdorf mit 5 Privatsoldaten freiwillig, 
4 Missionaren und 30 Kriegern Mazukas. Lukonge 
selbst entfloh angeblich nach Kawirondo bezw. Uschaschi 
oder Ukara. Sein Volk griff bei der Landung an, 
wurde aber durch einen fünftägigen Kriegszug voll- 
ständig unterworfen, durch welchen es 40 Krieger, 
eiwa 1000 Ziegen und 50 Rinder verlor. Es bat 
nun um einen anderen Sultan. Lieutenant v. Kalben 
sebte darauf Sultan Mukaka ein, der auf seinen 
187 
Befehl nach Neuwied zum Schauri gekommen war. 
Die Großen des Lukongevolkes sandten ihm ihren 
Salam; einer besuchte auch Lieutenant v. Kalben 
im Lager; der Sultan der Insel Buenn erschien 
ebenfalls. 
Am 30. November kehrte das Kriegsdetachement 
von Ukerewe zurück, nachdem dort Ruhe und Sicher- 
heit wieder hergestellt war. Die ganze Viehbente 
wurde der Mission als Schadenersatz gegeben, auch 
Herr Sixdorf schenkte das Vieh, das er als Ver- 
gütung für die Expedition erhalten hatte, an die 
Mission. Die Missionare mit ihren Leuten blieben 
auf der Insel, um mit dem Wiederaufbau der Mission 
zu beginnen, es ist jetzt keine Gefahr mehr für sie 
zu befürchten. 
Lieutenant v. Kalben blieb wegen der herrschen- 
den Unrnuhe vorläufig noch einige Zeit in Muanza, 
derselbe stellte dort 33 Rekruten ein, so daß der 
Kompagnieetat an Farbigen jetzt 150 Mann beträgt; 
Anfang Dezember wollte er gegen Roma und Mtuka- 
moto aufbrechen, um dieselben botmäßig zu machen; 
er beabsichtigt sodann weiter über Land nach Bukoba 
zu marschiren. 
In der Zwischenzeit wird Kompagniefährer 
Herrmann zur Uebernahme der Geschäfte des 
Chefs der Seenstationen bereits in Muanza ein- 
getroffen sein; derselbe ist ersucht worden, über die 
von ihm vorgefundene Lage nochmaligen eingehenden 
Bericht zu erstatten. Für den Fall, daß wider Er- 
warten abermalige kriegerische Unternehmungen noth- 
wendig würden, ist dem Kompagnieführer Herrmann 
anempsohlen worden, die Ankunft des Oberstlieutenants 
v. Trotha abzuwarten, welcher von den Vorkomm- 
nissen am Viktoriasee in Kenntniß gesetzt wurde. 
Ueber die verhältnisse in der wissenschaftlichen Station 
am Pilimandiaro 
berichtet unter dem 27. Jannar d. Is. der Stations- 
leiter Gilcher Folgendes: 
In den Monaten Dezember 1895 und Januar 
1896 fand eine reiche Ernte statt. Auf ungefähr 
20 bis 35 Ar wurden 1150 lbs. Gerste, auf 3 Ar 
100 lhs. Weizen geerntet. Letterer ist schon theil- 
weise ausgesäet und ganz zur Aussaat bestimmt, erstere 
wurde auch theils als Saatgut verwendet, theils 
verkauft, zu Mehl gestampft und an Eingeborene und 
Soldaten als Saatgut vertheilt. Das aus Gersten- 
mehl bereitete Brot ist sehr wohlschmeckend und fand 
  
  
  
— 
überall Beifall; nur ist die Zubereitung des Mehles 
eine äußerst mangelhafte und theuere. 
Mais sind bereits 20 Centner Körner geerntet, 
während das Doppelte fast reif auf dem Felde steht. 
Er wird größtentheils an die Soldaten verkauft, der 
übrige an Eingeborene als Samen vertheilt. çl 
Diese liefern dafür Bananensetzlinge an die 
Station, von denen ungefähr 800 an den Feldwegen 
t wurden. 
giii Versuche wurden mit Liberiakaffee und 
Cigarettentabal gemacht. Lebterer geht bereits auf. 
Mit Liberiakaffee gedenke ich gleichzeitig einen Versuch 
in den prächtigen Uferwäldern der Steppenflüsse zu 
machen. Eine Probe Eingeborenentabak, den ich auf 
richtige Weise (durch Trocknen im Schatten und 
Gären) zubereitete, kam jedensalls in nächster Zeit 
Küste gesandt werden. 
Kste,geonnn steige habe ich ungefähr 200 
gepflanzt, fast alle haben Wurzeln gebildet und 
rünen. Eucalyptus globulus, der verpflanzt 
Vurde, ist bereits 60 cm hoch; Eucalyptus rostrate 
ist klein geblieben und scheint nicht so gut zu ge- 
deihn Garten sind jetzt schon sehr viele aus hier 
geernteten Samen gezogene Pflanzen: Kruppbohnen, 
Stockbohnen, Kohlrabi, Wirsing, Zwiebeln, Salat. 
Wurzelschößlinge von Artischocken, die # verpflanzt 
wurden, sind zu großen Pflanzen“ geworden. 100 
Stöcke bilden berets eine kleine Pflanzung. 
Die meteorologischen Beobachtungen sind regel- 
mäßig fortgesetzt worden. 
Usambara-Eisenbabn. 
Für die Usambaralinic hat der Kaiserliche Gon- 
verncur unter dem 12. November v. Is. eine ein- 
gehende Bahnordnung erlassen. Die Bestimmungen, 
welche das Publikum betreffen, sind gleichzeitig in 
einer Suaheliübersetzung veröffentlicht worden. 
Kamernn. 
von der Faündestation. 
Der stellvertretende Kommandeur der Kaiserlichen 
Schutztruppe v. Kamp ist mit seiner Expedition, 
einer Drahtnachricht zufolge, glücklich in der Station 
Yaunde eingetrofsen. Der Weg von Yande nach 
Kribi ist dem Handel wieder eröffnet. 
Togo. 
Schiffsverkehr in Togo im Jahre 1895. 
Das Schutzgebiet von Togo wurde im JIhhre 
1895 von 143 Schiffen angelaufen, nämlich 
3 deutschen Krenzern und 140 Handelsschiffen.
        <pb n="226" />
        Unter letzteren befanden sich: 
51 deutsche Schiffe von zusammen 61 042 Reg. 4½% 
52 englische - - 7298 
32 französische - 26 — 
4 italienische - - 1413= 
1 norwegisches Schiff von- 222 
  
143 Schisse von zusammen 148 931 Reg.-Tons 
Deutsch-Südwelstafrika. 
Ueber das Ergebniß der Besichtigung der ersten Cuote 
der wehrpflichtigen Bastards 
berichtet unter dem 21. Dezember v. Is. der stell- 
vertretende Truppenkommandeur Major Mueller: 
Der Zweck der Ausbildung, diese Leute zu ge- 
horsamen Soldaten zu erziehen, die im Stande sind, 
ihre Waffen mit Verständniß sowohl als einzelner 
Mann selbständig, wie im Nahmen einer größeren 
Abtheilung auf Kommando der Führer zu gebrauchen, 
ist völlig erreicht. An dem vorziglichen Stillstehen 
sowohl bei der ersten Aufstellung wie auch bei allen 
späteren Exerzitien war zu erkennen, daß den Leuten 
der unbedingte Gehorsam in Fleisch und Blut über- 
gegangen war. Das verständige Beuehmen des ein- 
zelnen Mannes als Schütze in der Schützenlinie wie 
auch auf dem Scheibenstande, wie die beim Schießen 
auf 150 m stehend und liegend freihändig erzielten 
guten Ergebnisse lieferten den Beweis, daß die Leute 
nicht nur exerzirt, sondern auch zu selbständig han- 
delnden und denkenden Soldaten erzogen waren. 
Die vorhandenen großen Schwierigkeiten, die in 
der kurzen zur Verfügung slehenden Zeit, in der 
mangelhaften Schulbildung der Vastards und in 
dem Nichtverstehen der deutschen Sprache liegen, 
sind von dem Ausbildungspersonal durch zielbewußtes 
Vorgehen, Fleiß und Geschick überwunden, und es ver- 
dient der Sekondlieutenant Schwabe für die Energie, 
mit der er die Ausbildung der Leute in die Hand 
genommen und durchgeführt hat, eine ganz besondere 
Anerkennung. 
Mit diesem Erfolge ist ein sicherer Grund gelegt, 
auf dem wir weiterbauen und uns eine vorzügliche 
Hülfstruppe für den Fall eines Krieges heranbilden 
können. 
Der Kaiserliche Landeshauptmann bemerkt hierzu: 
Dem günstigen Urtheil des Majors Mueller 
kann ich mich in jeder Hinsicht anschließen. Das 
Ergebniß hat meine Erwartungen weit übertroffen 
und berechtigt zu den besten Hosfnungen, auch für 
den Fall, daß die Bastards ihre derzeit noch immer 
vorhandene Abneigung gegen unseren aktiven Militär- 
dienst überwinden sollten. 
Weniger Günstiges kann ich über das Verständniß 
der älteren Generation der Vastards für die Vor- 
theile der neuen Einrichtung berichten. Es liegt bis 
jetzt meist nur am Widerstande der Alten, wenn die 
Jugend sich nicht zum aktiven Dienst meldet. 
188 
  
Ich habe Gelegenheit genommen, in öffentlicher 
Versammlung, bei Anwesenheit fast aller Bürger des 
Stammes, die Sache nochmals klarzulegen, wobei 
ich in einem historischen Exkurs Vergleiche zwischen 
den früheren traurigen Schicksalen der Bastards und 
ihrer jetzigen gesicherten und friedlichen Lage zog. 
Sehr lebhaft unterstützte mich hierbei Missionar 
Heidmann. Gewiß ist, daß die Bastards sich auch 
serner anstandslos dem Gesetze fügen werden sowie 
daß die Jugend gern einrücken wird. Nach einigen 
Jahren wird sich dann die Einrichtung eingebürgert 
haben und Niemand mehr ein besonderes Wort über 
sie verlieren. Der Beginn der nächsten Ausbildungs- 
periode — mit 20 bis 25 Mann — ist auf den 
1. Juni d. Is. festgesetzt worden. 
Sehr beschleunigt würde die Einbürgerung der 
Sache durch Soldzahlung, wenn auch in bescheidenen 
Grenzen. Ich bitte daher um die Genehmigung, 
eine solche bewilligen zu dürfen, zunächst erst von 
der zweiten Ausbildungsperiode ab, um dieser eine 
besondere Anziehungskraft zu geben. Ob sie sich 
auch für die erste erforderlich erweisen wird, möchte 
ich zunächst abwarten und werde mir gestatten, über 
diesen Punkt nochmals zu berichten. Mehrkosten 
werden durch diese Bewilligung nicht entstehen. 
Sum Abkommen mit Hendrik Witbooi. 
Zur Ausführung der mit dem Kapitän Hendrik 
Witbooi unter dem 16. November 1895 getroffenen 
Vereinbarung hat der Distriktschef von Gibeon 
am 15. Januar d. Is. mit ihm einen Vertrag ab- 
geschlossen. Es sind darin nähere Bestimmungen 
über die Heeresfolge, welche der Kapitän zu leisten 
hat, festgesetzt. Alljährlich im Mai soll in Gibeon 
eine Musterung aller waffenfähigen Witboois statt- 
finden. 
Ueber das neue Rrankenhaus in Groß-Windboek 
schreibt Schwester Augustine in „Unter dem rothen 
Kreuz“: 
Das Lazareth ist ja nun fertig, bereits bezogen 
und eingerichtet. Ich empfinde es täglich, wie viel 
leichter es geworden, seit Schwesterwohnung und 
Küche im selben Hause und nicht, wie früher, eine 
Viertelmeile vom Hospital entfernt sind. Augen- 
blicklich fehlt uns nur noch die Wasserleitung, doch 
wird doppelt eifrig daran gearbeitet, so daß wir 
hoffen können, auch damit in kurzer Zeit fertig zu 
sein. Das Lazareth ist groß und licht, die Kranken- 
zimmer geräumig. 
Was unsere Lazarethverhältnisse betrifft, so haben 
wir augenblicklich nur zehn Kranke, Alles nur leichte 
Fälle, es war dies recht günstig für den Umzugs- 
wirrwarr.
        <pb n="227" />
        — 189 — 
Bandel mit Britisch · Betschuanaland. in der „Division of Gordonia“ zur Eingangsstation 
Eine Protlamation des Gouverneurs der Kap- für Güter aus dem deutsch— südwestafrikanischen 
kolonie vom 4. Februar d. Is erklärt Rietfontein Schutgebiete nach Britisch- Betschuanaland. 
Uebersicht der im Schutzgebiete von Südwestafrika anfässigen Deutschen und Fremden. 
Aufgestellt am 1. Jannar 1896.") 
a. Nach Staatsangehörigkeit und Stand oder Gewerbe. 
(Erwachsene männliche Bevölkerung.) 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Stand P"ver Gewerbe 
35 z 2355 
-## 2 
Staatsangehörigkeit Wm—HE E—# 2 Bezirk 
Sss s s 8- z—2 S 
356 * 
—— b-——11l-07-oê1 
Sssz 6 5 5 
169 138 12 5 1 3 — 2 2 — 1 1Keetmanshoop 
6 470| 366 27 8 38 — 30 2 — — — — — udhor 
Deutsche . 13182264 -3——-——i——— Otyimbingue 
9 — 1 4 — —— — —— 4 — —Norde#u 
780 586 66 21 48 1 4 2 2 2 4 1 1 
11 2 — 12 2 1— — — — Keetmanshoop 
1 1iu|l 1 5„m .MMidbet 
Engländer . so— — c . — — — — — Otyimbingue 
81 — 12 — 2 3 " 60 ; — — 2 4 — Norden 
22 — 15 — 29 5 62 5 — 2 4 
Holländer , 2--- 2-———-—-——— Keetmanshoop 
Belgier . 1„ 1 — — — —— — —Windho“ 
Franzosen , 1 — — — 1 —— — — — — — Keetmanshoop 
Portugiesen 11 — — — 1 — —— — — — Keetmanshoop 
weizer 1 — 1 — S— — — — .— — — Keetmanshoop 
Russen « 2——-—2——«...-————.keetmanshoop 
S « 1---—-1-«—————B)mbloel 
chweden. , 6 1— -2 3 ——DLvim bingue 
Norweger % 1 — — — — — 1 — — — — — — Windhoek 
Finnen 4 1 — 1 — — — — — – — #binmbingne 
101 |1= 84 2 11 1 — 1 1 — 1 Keetmanshoop 
— — — — — —— — — —Windhoe 
Kapländer « — 2 — ; 5 13 — — — — Otpyimbingue 
! 1281— 2 — 91 7 24 1 — 1 1 1 
Transvaal-Bi — 5 — — — — — — — Keetmanshoop 
Boeren (etuger 5 — — — 23 — — — — — — — —HNorden 
Rekapitulation 
Täuache 7 6 66 21 46 1 46 2 2 24 1 1 
Engländer 122 556 15 — 29 5 62 5 — — 2 4 — 
dolländer 2— — — 2 — — — — — — — — 
Belgier 1 — — 1 — — — — — — — — 
Franzosen i — — 1 — — — — — — — — 
Portugiesen 1 — — — 1 — —— — — — — — — 
Schweizer 1 —— 
Russen 2 31 — — — 2 — — — — — — — 
Schweden 7— 1 — — 2 4 — — — — — — 
Norweger 11 — — 1 — — — — — — 
Finnen 6 1 5 — — — — — — — — — 
Kapländer u. s. w. 128 — 2 — 91 7 24 1 — 1 1 — 1 
Transvaal= Boeren . 5——— 5—-..-—-——.—- 
Trekboeren . 23———23—--————— 
Iusammen 1080 586 86 26 201 17 137 8 2 3 5 2 
  
  
  
*r Vergl. Deutsches Kolonialblatt 1895, S. 323.
        <pb n="228" />
        Wohnsitz 
Deutsche 
Engländer 
— 190 — 
Nach Maßgabe des Wohnsitzes. 
Staatsangehörigkeit und Anzahl am Wohnsitze 
5 
Norweger 
Holländer 
Belgier 
Franzose 
Portu 
giesen 
Schweiz 
Russen 
Schweden 
Finnen 
Kapländer 
Transv.= 
Boeren 
Trekboeren 
l 
Gesammtzahl 
  
  
  
EILLLIIEIIIIEIIIIIIIIIEEIIEIUIIIIIIIIIIIIEIIIII 
11215111111111211211121511115111115111111111851111111111112æ1111 
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Bezirkshauptmannschaft Keetm 
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        191 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Staatangehörigiein und Anzahi· am Wohnstze „ — 2 
6 3 8 5 8 -te-e 7m“ 
Wohnsis 8 9"“ b 41 — 2 „E 
( #m 
56 6 8 5 -s 45 5 J § EE 8 5 
i ·- ’ 6 
Udabis — — — — — — — — — 6 — 
ũhabis ! — — — —— ——— 6 ½ 
Ukamas. 7 — 8 — — — — 1 — — 12 
Vaalgras — 12 — — — — — — — 12 — —13 
Veloor — 1 — ——— ——— — — 12 „— 
9 — — — — — 12 — 12 
Velootdrift. — — — — — — 12 — — 
Warmbad 28 1 — — — §§§§..⅞92 
Warmbakkis —. 2 — — — — — — l 
Zusammen 225 100 20 — 1 5 8 2 568 42 71 
2. Bezirkshauptmannschaft Windhoek. ?v 
2Z 77 7 — — ——1. 18 
P 12 6 — — — ; 8 
8 baler .. 8 — — ——444: „„ 1 
Doornfonteime 1 — — — ———4„4„ 4EE;; 4 
-zroß= Barmen 4 — — . — — — 1 3 — —12 
roßWindhoe“ . 3052—-—- — 1 — —— 
obabis 59 — — — — — — — — — m#äfüsttess 9 
Hoakhanas. 9 — — — — ———— — 1 — —— 
Klein Windhoet 24 1 — ——— —— —— — — — 5 
Otyosa 8 5 — — — — ——# — — — 1 
Olae 1 — — — 2 2 22 —2 2 213 
Elahandya- 27 1 ——2 1 
Okambahe — 1 — — — — — — — — — — — 10 
Olisantskluft. 10 — — — ——. 2 — 3 
Ongeama 1 — — —29 3 — — 6 
Otsiheinena 3 ———— — — — — 1 
Otyihavera. — 1 — — — — — **—** 7 — — 20 
Rehoboth 12 1 — — 14— — 42 
Schasosluß 17 10 — 1 — — 13 
. 13—:—--—!—!—-i———:—!—4 
Waletberq . 4—«——«--—l—— 1l — 5 
Zusammen 522 23 — 1 — — — — 1 
3. Bezirlshauptmannschaft Otyimbingue. 6 
Achas — 6 — — —— —— ——9 —1 
Cape Croß 4 68 — — Nn—NN——pp.bp 2 — — — — — 4 
Dorstrioir — 2i-——-j«— 4 — — — — — 4 
Haigamkhab 4 — —4 —— -— — ——— — — 16 
kombahe 9 7 —— — — — 8 — 1 15 7 — 70 
Omarurn 30 9 — —— 2 — — — — — 4 
Okhas — 2 — — — — — ——— — —— 2 
Omburo 1 1 — — —— — — — — 6 
Ongavakahoni — 6 — 9 — 82 
Otyimbingue 773 — 27 — — — — — — 10 
Ontyo — 100 — — §K KKKKK—#'':s2Q8..; 2 
Potmine — 2 —— — — — — — — — — J— 7 
Salem , 7—;———--«--—-- — — 1 
Spitzkopje . 1—"—--——--—-- — — — 32 
rr . 32—-——"-—-———— 1—— 6 
- . 5-.-—-—'-..-—— — — 2 
Kebi . — —s— — — DTD — — — — 2 — — 4 
Ururas 4 — 4 — — 4 
Usakos .. ê— — F 
Zusammen 170 113 — — — — — ½ — 1 40 
4. Norden: Kaokofeld und Ovamboland - 
-- — — — — — 2 
5 — — — — —“ –— . — 11 11 
— — — — — – * * – — 38. 44 
5 1. — — — — — 9 9 
— — — —— — 12 12 
— —— —— — — 12 3 
— — — — — — — — — — 3 —
        <pb n="230" />
        192 
  
  
  
  
  
  
  
Staatsangehörigkeit und Anzahl am Wohnsitz - 
2 2 — = #. = 2 m * - 
Wohnsit 3 s9ssss 7r2 sss* 
Eee —5 
Omandonga — — — — — — — — — 3 — — — 3 
Omulonga — — — — — — — — — 3 — — — 3 
Omubanda 3 — — — — — — — — — — — 3 
Ondonga 2 — — — — — — — — — 4 — — — 1 
Onipa — — — — — — — — — 2 — — — 2 
Onkvamb —. — — —— —— — ——— ——— — — 2 
Spanserrtenene — — —— — — — — — — — — — 25 25 
Tsun — 7 — — — — — — — — — — 7 
Zusanunen 15 8 — — — — — 115 — — 9P5 133 
Bezirk: Retapteulation. 
Keetmanshoop 225 100 20 — 5 2 — — — 568 42 —971 
Windhoek 522 23 — 1 — — — — 1 1 — 28 2 — 578 
l• i . 170113—«—-«—— — 12 1 40 7 — 343 
No 15 8 — — — — — — — 15 — — 95 133 
Zusamre 932 244 20 1 ! 5 8 2 13 1 16 636 51 951 2025 
Weiße Gesammtbevölkerung. und Entlastung des Schatzmeisters. 3. Welche Auf- 
4 mx si is Afrikaverein in der 
6. . 25 gaben stehen dem evangelischen j 
emfee ain wie ur 22 Kinder, Rächsten Zeit bevor? (Referent der Generalsekretär.) 
heirathete F !s—ä Im Anschluß an die Hauptversammlung findet abends 
# 2 2 25 8 Uhr eine öffentliche Versammlung statt im großen 
2s 7“ s2Saale des „christlichen Vereins junger Männer“, 
*- 2 *2 ———— zu der Jedermann freien Zutritt hat. Vorträge 
  
  
1. Bezirkshauptmannschaft Keetmanshoop: 
  
175 1241 108 11 303 2481 971 
2. Bezirkshauptmannschaft Windhoek: 
457 371 31 8 I 14 14 17| 578 
3. Bezirkshauplmannschaft Otyimbingue: 
203 39s 20 141 8 28 311 343 
4. Kaokofeld und Ovamboland: 
19 26 26 — — 24 38] 133 
654 226| 15 33 369 334/ 2025 
Rus dem Bereiche der Wissivnen und 
der Antisklaverei-Bewegung. 
Am Sonntag, dem 23. Februar d. Is., fand in 
der Himmelfahrtskirche in Berlin die Abordnung des 
Missionars Roehl seitens der ostafrikanischen Mission 
statt. Karl Rpehl hat auf den Universitäten in 
Berlin, Halle und Greifswald Theologie studirt und 
nach beendigtem Studium das orientalische Seminar 
in Verlin besucht. Die Abordnung wurde vom 
Missionsinspektor unter Assistenz von Pfarrer Diestel- 
kamp und Pfarrer Berlin vollzogen. 
Die Hauptversammlung des evangelischen 
Afrikavereins findet am 16. April d. Is., nach- 
mittags 6 Uhr, statt in Berlin SW., Wilhelm- 
straße 34. Auf der Tagesordnung stehen: 1. Ge- 
schäftsbericht über das Jahr 1895. 2. Kassenbericht 
werden gehalten werden über: 
1. der Branntwein in Togo und Kamerun, 
dem Generalsekretär; 
2. der Branntwein in Südafrika, vom Missions- 
inspektor Merensky. 
von 
In Dar-es-Saläm fand am 30. Januar d. Is. 
die Hochzeit des Missionars der ostafrikanischen 
Mission Worms statt. Es waren dazu von Kisse- 
rawe die Missionare Greiner und Bokermanun 
mit den Missionskindern und dem Posaunenchor 
eingetroffen. Am Morgen von Kaisers Geburtstag 
wurden vom Dache des Krankenhauses mehrere 
Choräle geblasen. Auch bei dem Gottesdienst 
wirkte der Chor mit. Vom 1. April d. Is. 
ab übernimmt die Regierung die Krankenpflege für 
die Deutschen. Es sind zu diesem Zwecke bis zur 
Fertigstellung des Regierungskrankenhauses die er- 
forderlichen Räume in dem Hause der Mission in 
Dar-es-Saläm zur Verfügung gestellt. Die Pflege- 
schwestern werden von dem Frauenverein für Kranken- 
pflege in den Kolonien ausgesandt. Das Regierungs- 
krankenhaus wird voraussichtlich zum 1. April 1897 
fertiggestellt sein. 
Der Missionar Gerdes ist am 11. Januar d. Is. 
wohlbehalten in Tanga eingetroffen und hat seine 
Arbeit übernommen.
        <pb n="231" />
        Die englische Universitätenmission legt in Mtoni 
bei Dar-es-Saläm eine neue Station an. 
Missionar Flierl hat in Sattelberg (Neu- 
Guinea) die schaarenweise dazu sich einfindenden 
Dakilente gegen Pocken geimpft, soweit ihm dazu 
Lymphe zu Gebote stand. Die traurige Regen- 
und Pockenzeit erschwert, wie er meldet, sehr den 
Berkehr mit Simbang, der doch eine Lebensfrage 
für die Station Sattelberg ist. Einige kleinere 
Transporte kamen ja glücklich herauf; aber seit über 
sechs Wochen konnten wir keinen Verkehr mehr mit 
Simbang haben. An europäischen Vorräthen haben 
wir nur noch etwas Petroleum, Essigessenz, Zünd- 
hölzer und Reis; alle anderen Artikel gehen eben 
auf Null zurück. Die Touren nach Simbang sind 
so eng mit dem Leben auf Sattelberg verflochten, 
daß selbst die Kinder am Tage darin spielen und 
nachts davon träumen. 
Mit der Gesundheit geht es den Missionaren 
trotz aller ungünstigen Umstände ziemlich gut. 
RHus fremden Kolonien. 
Schiffsverkehr in Sansibar im Jahre 1895. 
  
  
  
  
  
Zahl der an-NRaumgehalt 
Nationalität der Schisse gekommenen in deutschen 
Schisse Tonnen 
deutsche 81 118 163 
englische 71 123 914 
französische 26 64 679 
amerikanische 4 5 914 
norwegische. 4 1 779 
sansibaritische 28 17 356 
Jusammen 214 331 805 
Unter deutscher Flagge segelnde Dhaus liefen im 
Jahre 1895 in den Hafen von Sansibar 1275 mit 
einem Raumgehalt von 8867 Tonnen. 
Betschuanaland. 
Durch Proklamation vom 3. Februar d. Is. sind 
die Gebiete der Häuptlinge Montsioa und Ikaneng, 
welche unter dem 18. Oktober v. Is. der Verwaltung 
der Britischen Sonth Africa Company unterstellt 
worden waren, dieser wieder entzogen und 
tischen Protektorat Betschnanaland zugeschlagen worden. 
Raffeehandel und Raffeebau Britisch. Gstindiens und 
Ceplons.") 
Der Kaffeeban in Indien macht schon seit Jahren 
leine Fortschritte, auf Ceylon aber unverkennbare 
Rückschritte. In Indien befinden sich gegenwärtig 
* Aus dem Deutschen Handels-Archiv 1896, S. 113. 
193 
dem bri- 
120 000 Acker (48 360 ha) unter Kassee- 
kultur, auf Ceylon nur noch etwa 30 000 Acker 
(12 140 ha), gegen 70 500 im Jahre 1891 und 
100 000 Acker im Jahrc 1887. 
Die Ausfuhr aus Britisch-Indien während 
der letzten zehn Etatsjahre betrug: 
ungefähr 
Engl. Ctr. Werth: Nupien 
1885/86 371 027 13 483 950 
1886,87 370 450 (15 022 251 
1887/88. 273775 15 296 800 
"„ 1888/89 365 299 18842 430 
D 188900 239 795 14 898 872 
D 189091 233 451 14 549 850 
I 1891X92...31186419986590 
l 1892-93...296687 20 668 620 
i 1893·-94...27873520021710 
189½95 281297 21223780 
Die Ausfuhr Indiens ist also seit Jahren etwa 
i eblieben, obgleich die Kaffeepreise seit dem 
bedeutend gestiegen sind. Der indische 
Kaffeebau wird auch wohl kaum an Ausdehnung 
gewinnen, wenn nicht ein sicheres und billiges Schut= 
mittel gegen die verheerende Rostkrankheit des Kaffee- 
baumes gefunden wird.. Denn die Besorgniß vor 
dieser Krankheit ist die Hauptursache, daß in Indien 
der Anbau von Kaffee nicht zunimmt und auf Ceylon 
der Umwandlungsprozeß der Kaffeeplantagen in Thee- 
gärten von Jahr zu Jahr fortschreitet. 
Die Kaffceausfuhr Indiens im letzten Etats- 
jahre vertheilte sich hauptsächlich auf folgende Länder: 
Engl. Ctr. Werth: Rupien 
ostbritannien 136 789 10 420 636 
rin ...... 89 152 6 669 732 
Oesterreich-Ungarn 1 261 1 330 122 
Deutschland 13 955 1 082 161 
Asiatische Türkei 7744 576 856 
I erfien....... 4880 348 190 
NAäegypten 4343 318 459 
Arabben 3 485 248 555 
Australlien 780 54 510 
Mauritins 1 082 18 192 
Der Verschiffungshafen ist Madras; eine kleine 
Menge gelangt über Bombay in den Handel (1895: 
12 000 engl. Ctr.). .. ## 
Die folgende Tabelle veranschaulicht die Kaffee- 
ausfuhr Ceylons während der letzten zehn Kalen- 
derjahre: upre Engl. Ctr. Werth: Rupien 
1885 315 649 12 316 823 
1 1886 179 210 7 963 995 
18897 178 490 11 428 954 
D 1888 137 793 7729 242 
188899 89 694 5972 011 
18990 90 091 5 741 837 
18991 . 89 673 5 731 467 
· 1892..... 43 338 3 293 856 
8993 55 423 4 256 992 
D. 1894 31 987 2 817 483
        <pb n="232" />
        Der Rückschritt dieser Ausfuhr tritt noch deutlicher 
hervor, wenn man noch weiter, z. B. bis zum Jahre 
1879, wo die Kaffeeausfuhr Ceylons 8241 509 engl. 
Ctr. betrug, zurückgeht. 
Von der Ausfuhr im Jahre 1894 erhielten: 
Engl. Cir. Werth: RNupien 
Großbritamien 20 264 1 808 138 
Australien . . . . . . ... 7 805 682 425 
Oesterreich-Ungarnn. 1523 137 137 
Frankreich. . . . . . . .. 616 53 068 
Ver. Staaten von Amerika 328 18 388 
Deutschland . .. 69 4 866 
Der Kaffee wird in Südindien hauptsächlich in 
den Distrikten Mysore, Coorg, Travancore und Cochin 
gebaut. Der Kaffeebaum Coflea arabica — neben 
dieser Spezies finden sich noch einige andere Arten, 
wie Coftea travancorensis, Wightiana, khasiana 
— verlangt zu seinem gedeihlichen Wachsthum einen 
an abgestorbenen Vegetabilien reichen, womöglich 
eisenhaltigen Thon enthaltenden Humusboden, Schut 
gegen Sonnenhiße sowie gute Bewässerung. Man 
pflanzt daher in den Plantagen zwischen Kaffee 
schattenspendende Bäume, meistens Sponia Wightii, 
den „charcoal tree“. 
Der Kaffeebaum ist zahlreichen Krankheiten aus- 
gesetzt, unter denen die durch den Rostpilz (Uemileia 
vastatrix) hervorgerufene die gefährlichste ist. Diese 
Krankheit machte sich zuerst im Jahre 1869 auf der 
Insel Ceylon und zwei Jahre später auch in Süd- 
indien bemerkbar. 
Ein anderer vegetabilischer, aber weit weniger 
gefährlicher Schmaroteerpilz hat sich in den Kaffee- 
plantagen von Mysore gezeigt. Dieser, Pellicularia 
Cooke genannt, greift sowohl die Blätter als auch 
die Blüthen und Beeren an. 
Großen Schaden richten außerdem in den Kaffee- 
plantagen der Nylotrechus quadrupes, ein gelb- 
rother, schwarzgestreister Käfer, serner Schildläuse 
in verschiedenen Arten und Raupen an. 
Als Feinde der Kaffeeplantagen sind auch noch 
Ratten, Eichhörnchen, Affen und Schakale zu nennen, 
die aber nur das Fruchtfleisch der Beere verzehren, 
die Bohnen dagegen zurücklassen, die sich theilweise 
194 
  
vom Boden auflesen lassen und als „Jaekal Coffee“ 
im Handel bekannt sind. 
Wassenauslieferung in der englischen Goldküste. 
Durch eine Proklamation vom 20. Januar 1896 
hat der Gouverneur der englischen Goldküste alle 
Personen in Kumasi und dem benachbarten Distrikt 
angewiesen, alle Feuerwaffen, Pulver und Blei an 
den englischen Befehlshaber abzuliefern. 
Derschiedene Mittheilungen. 
Ergebnisse eines Preisausschreibens. 
Die philosophische Fakultät der Königlichen Uni- 
versität Breslau hatte am 8. März 1893, entsprechend 
den Satzungen der Stiftung des Generalkonsuls 
Dr. Neigebaur, die Preisfrage ausgeschrieben: 
Welche Einwirkung haben dic in den 
letzten dreißig Jahren erzielten Fort- 
schritte der Kenntniß fremder Erdtheile 
auf das staatliche und wirthschaftliche 
Leben des Deutschen Reichs geübt? 
Für die Vertheilung von Preisen waren 14000 Mk. 
verfügbar. Arbeiten, welche zwar nicht einer Preis- 
krönung, wohl aber einer besonderen Anerkennung 
würdig schienen, konnten mit einer Honorirung aus- 
gezeichnet werden, welche indeß in keinem Falle 
niedriger als auf 900 Mk. bemessen werden durste. 
Nach dem Bericht der philosophischen Fakultät 
über die Ergebnisse des Ausschreibens sind bis zu 
dem vorgeschriebenen Termin (l. Januar 1896) 
19 Bearbeitungen der Preisfrage eingelaufen, darunter 
außer 8 kurzen, zum Theil in Briefform gehaltenen 
Beantwortungen 11 ausführlichere, genaue Prüfung 
verdienende Abhandlungen. Leider erwies sich unter 
diesen keine einzige einer Preiskrönung würdig; selbst 
eine Honorirung konnte keiner von ihnen zugesprochen 
werden. 
Einc wirklich wissenschaftliche Behandlung der 
von den meisten Bearbeitern in Angriff genommenen, 
viel umfassenderen Frage nach den Einwirkungen, 
welche Deutschlands Entwickelung in jüngster Zeit 
durch die gesammte Wechselbeziehung mit überseeischen 
Ländern empfangen hat, wäre von der Fakultät für 
so verdienstlich erachtet worden, daß ihr eine reich 
bemessene Entschädigung für die aufgewendete Mühe 
nicht versagt worden wäre. 
Aber leider ergab die Prüfung sämmtlicher Ab- 
handlungen, daß wesentliche Bedingungen wissen- 
schaftlicher Arbeit in ihnen unerfüllt blieben. Die 
sämmtlichen Arbeiten sind in ihrer ganzen Ausdeh- 
nung, eine in ihren geographischen Abschnitten auf 
völlig unzulängliche Vorstudien begründet, ohne 
Unterscheidung zwischen zuverlässigen Quellen von 
originalem Werth und unsicheren, bald flüchtigen 
vorläufigen, bald abgeleiteten, aus zweiter, dritter 
Hand stammenden Darstellungen, wie sie die Tages- 
blälter füllen. Gerade die wichtigsten wissenschaft- 
lichen Werke über die einzelnen in den Kreis der 
Betrachtung gezogenen Gebiete sind auffälligerweise 
auf alle Arbeiten ohne Einfluß geblieben. 
Die Gerbstofpflanze Canaigre in Donolulu. 
Nach Meldungen aus Honolulu kommt dort die 
Gerbstoffpflanze Canaigre in schlechtem Boden ohne 
Bewässerung sehr gut fort und weist einen Gehalt 
von 30 Prozent Tannin auf.
        <pb n="233" />
        Titteratur. 
Spezialkarte von Deutsch-Ostafrika mit Neben— 
karten von Usambara und Kilimandjaro. Nach 
den neuesten Forschungen bearbeitet von P. Krauß. 
Kommissionsverlag von S. Schropp, Berlin. 
Die hier vorliegende Karte ist von dem Leiter 
der kartographischen Anstalt des Leipziger Biblio- 
graphischen Instituls unter Berücksichtigung des ge- 
sammten in neuerer Zeit so massenhaft angewachsenen 
geographischen Materials für Ostafrika ausgearbeitet 
worden. Die damit gelieferte Darstellung Ostafrikas 
ist infolgedessen die beste und zuverlässigste, die 
bisher vorhanden ist. Die verschiedenen geplanten 
Eisenbahnlinien, die Gebiete der Pflanzungen, Missio- 
nen und vor Allem die Wege der großen Expeditionen 
der letzten Jahre lassen sich hier mit Bequemlichkeit 
versolgen. Wie viel für die geographische Erforschung 
Ostafrikas trotz des vielen Geschehenen noch Neues. 
zu thun bleibt, tritt aber nicht minder deutlich hervor. 
Noch sind überall auf der Karte große weiße Flecken, 
deren Ausfüllung sich die ostafrikanische Verwaltung 
angelegen sein lassen muß. 
Rudolf Fithner: Die Regentschaft Tunis. Streif- 
züge und Studien. Berlin 1895. Allgemeiner 
Verein für deutsche Litteratur (H. Paetel). 
Tunis ist wohl das einzige Kolonialland, welches 
schon wenige Jahre nach seiner Besitzergreisung zur 
Blüthe gelangt ist und dem Mutterlande Nugzen 
bringt. Obwohl es staatsrechtlich nicht volles Eigen- 
thum Frankreichs ist, sondern nur ein Protektorat 
vorstellt, liegt seine Verwaltung und Regierung doch 
in Wahrheit ganz in französischen Händen, der Auf- 
schwung, den das Land in den letzten zehn Jahren 
genommen hat, ist ein großer. Dank der bequemen 
Dampserverbindung und den vielen Verbesserungen, 
welche in Tunis stattgefunden haben, ist es jetzt ein 
beliebtes Ausflugsziel für Touristen geworden. Aber 
trotz des steigenden Besuchs sehlte es für das Land bisher 
an einem handlichen zuverlässigen Buche, welches dem 
Reisenden, der nicht eine ganze Bibliothek mit sich 
führen will, die wichtigsten Auskinfte über die gegen- 
wärtige Lage des Landes giebt. Die hier vorliegende, 
reich mit Bildern ausgestattete Schrift ist daher 
doppelt willkommen. Sie ist nicht allein ein be- 
Juemes Nachschlagebuch für den Reisenden, sondern 
besiht auch Werth für den Kolonialpolititer, der sich 
über die Fortschritte der Civilisationsthätigkeit in 
diesem Theile Nordafrilas unterrichten will. 
E. W. Middendorf: Peru. Beobachtungen und 
Studien über das Land und seine Bewohner 
während eines 25 jährigen Aufenthalts. Berlin 
1893—95. R. Oppenheim (Gustav Schmidt). 
In drei stattlichen Bänden mit mehreren Hundert 
Zuten Abbildungen nach photographischen Aufnahmen 
und Karten bietet der Verfasser hier eine ausgczeich- 
195 
ilderung des vielgenannten und doch so 
seie chieen großen südamerikanischen Lolonial- 
landes. Der ganze umfangreiche erste Band ist er 
Hauptstadt Lima gewidmet. Er schildert die Ver- 
gangenheit der Stadt ebenso eingehend wie ihre gegen- 
wärtige Lage, ihre Gebäude, Verwaltung, Nechtspflege, 
Unterrichts= und Wohlthätigkeitswesen, Verkehrs- 
anlagen und Vergnügungen. Der zweite Band ist 
dem Küstenlande Perus gewidmet. Hier wird eben- 
falls stets mit geschichtlichen Rückblicken und mit 
Berücksichtigung der neuen Forschungen Natur und 
Kulturarbeit, Leben und Treiben in den weiten 
oceanischen Provinzen Perus vorgeführt. Vielleicht 
am fesselndsten für den Leser aber ist der dritte 
Band, welcher auf 600 großen Seiten das interessante 
Kordillerengebiet schildert. Hier sind die meisten und 
schönsten Reste der altperuanischen Kultur erhalten, 
und der Verfasser hat kaum eine dieser Stellen un- 
besucht und unphotographirt gelassen. si—iGp-R 
Die Fülle des Materials, das der Verfasser in 
diesem Werke verarbeitet hat, ist geradezu staunens- 
werth. Dieses Buch wird daher nicht allein ein 
Markstein für die geographische Erforschung Süd- 
amerikas bleiben, sondern auch für die gesammte 
theilung der Lage und Aussichten dieser Gebiete 
Veur 4 per Bedeutung sein. Es ist um so werthvoller, 
r smien in seinen Schilderungen durchweg 
108 Ennruck größter Unbefangenheit und Vorurtheils= 
vtc keit macht. Für den Kolonialpolitiker birgt das 
oanta besonders viel Werthvolles. Doch bedarf es 
Krengter Arbeit, um aus der Fülle des Gebotenen 
n was zur Beurtheilung der Fehler und Vor- 
Aur des von Spanien hier seinerzeit geleistcten 
WWs von Bedeutung ist, herauszusuchen. 
  
  
  
%uge: Das englische Heer einschließlich der 
le Inshenupen i0 sier heutigen Gestaltung. 
Leipzig 1896. Zuckschwerdt # Co. ç. 
Der Verfasser, welcher Militärlehrer bei der 
Haupt-Kadettenanstalt zu Lichterfelde ist, hat in 
zeiner Schrist vorwiegend auf Grund des amtlichen 
Materials eine eingehende und sehr lehrreiche Schil- 
derung aller Verhältnisse des britischen Hceres ge- 
liefert. Besonderes Interesse dürften die Abschnitte 
XII und XIII erregen, welche das englische Heer 
in Indien und die Truppen in den übrigen Kolo- 
nien schildern. 
  
  
VVVVVVVVVVVVVVWVVWVVVWVVVVVVVYVYyTYTY 
Titterakur-Perxeichniß. 
de Wanl. D. C. With Rhodes in Nlashonaland. 
Translated from the original Dutch. 2 parts. 
utu in London. 
Cumpuigning in Sputh Allien 
Nlolynens, )1 C. P.: 
ad Egypt. 
" Aucmillnn &amp; C0o. in London. 
1
        <pb n="234" />
        — 196 — 
Schiffsbewegungen. 
(Die Zeit vor dem Orte bedeutet die Ankunft, hinter dem Orte die Abfahrt des Schisses.) 
„Bussard“ 30/1. Sydney. (Poststation: Hofpostamt.) 
„Condor"“ 5/2. Sansibar. (Poststation: Sansibar.) 
„Cormoran“ 25/1. Amoy 19/2. — 23,2. Pagoda Anchorage 26/2. — 2, 3. Nagasaki 10/3. 
— Taku. (Poststation: Hongkong.) 
. „Falke“ 4/2. Sydney. (Poststation: Hofpostamt.) 
S. „Hyäne"“ 30/12. Kamerun. (Poststation: Kamerun.) 
M. Vermessungsschiff „Möwe“ 16/11. Herbertshöhe. (Poststation: Matupi.) 
M. S. „Seeadler“ 23/12. Lourenco Marques 15/2. — 20/2. Kapstadt. (Poststation: Kapstadt.) 
M. S. „Sperber“ 17/1. Kapstadt 29/2. — Mossamedes. (Poststation: St. Paul de Loanda.) 
S 
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S 
&amp;G# 
  
Perkehrs-achrichten. 
Am 22. Februar ist der Dampfer des Lieutenants Troost „Leutwein“ in Tsoakhaubmund ein- 
getroffen. 
Der am 31. Januar d. Is. von Hamburg abgefahrene Dampfer „Melita Bohlen“ ist am 
2. März in Tsoakhaubmund angelangt. 
Ueber die Postbeförderung in Deutsch-Südwestafrika entnehmen wir dem „Archiv für Post 
und Telegraphie“: 
Von Walfischbay nach dem nur wenige Wegstunden entfernten Tsoakhaubmund, gegenwärtig dem 
Eingangsthor für den Verkehr des Schußgebietes, erfolgt die Beförderung der Postsendungen meist durch 
Menschenkräfte. Bei der Beförderung der Post zwischen Windhoek und der Küste sind im Laufe der Jahre 
mit den verschiedenen Transportmitteln Versuche gemacht worden, um festzustellen, in welcher Weise die 
schnellste, zuverlässigste und die mit Rücksicht auf die entstehenden Kosten zweckdienlichste Postverbindung 
herzustellen sei. Das Ergebniß ist folgendes: 
Die Beförderung der Post durch Boten ist im Allgemeinen eine sichere und verhältnißmäßig 
pünktliche gewesen, obschon nicht in Abrede gestellt werden kann, daß in einzelnen Fällen die Boten ihre 
Pflicht in gröblichster Weise vernachlässigt haben, indem sie, anstatt in fünf Tagen von Otjimbingue nach 
Windhock zu marschiren, unter Benutzung zufällig des Weges fahrender Frachtwagen, 6, 7 und mehr 
Tage zur Zurücklegung jener Wegestrecke brauchten. Ein scharfes Vorgehen gegen die Säumigen ist zwar 
in einem Falle erfolgt, doch hat meist von einer Bestrafung der Leute abgesehen werden müssen, weil sic 
angaben, daß Unwohlsein, Verletzung der Füße und andere Gründe ihren Marsch verzögert hätten. Die 
Stichhaltigkeit derartiger Gründe zu prüfen, ist nur selten möglich, da Zeugen der Vorgänge fast nie vor- 
handen waren. Von den Boten ist der sogenannte „Bayweg“ zu benutzen. Da sich an diesem Wege 
Niemand ansiedeln darf, so muß jeder zur Beförderung der Briespost von Windhoek herangezogene Bote 
Lebensmittel für vier bis fünf Tage mit sich führen. Wegen der schon hierdurch sich ergebenden Belastung 
— der Mann erhält täglich 1 k## Fleisch und ½ kg Reis oder Mehl, ferner Kaffee, Tabak, Streich- 
hölzer — ist die Tragkraft der einzelnen Boten für Postzwecke eine ziemlich beschränkte, und Briefbeutel 
von 17 kg Gewicht rechnen schon zu den schweren Lasten, die Niemand gern übernimmt. Zur Weg 
schaffung der Briefpost von Otjimbingue und Okahandja mußten in Otjimbingue besondere Träger eingestellt 
werden. Sowohl in Windhoek wie in ÖOtsimbingue war es häufig außerordentlich schwierig, dic erforder- 
liche Anzahl von Trägern zu erlangen, so daß dieserhalb mehrfach die Hülfe der Ortspolizei in Anspruch 
genommen werden mußte. Die Schwierigkeit und Kostspieligkeit der Entsendung von Boten würde auf 
die Dauer in erheblich gesteigertem Maße hervorgetreten sein, da bei der Zunahme des Verkehrs die regel- 
mäßige Einstellung einer größeren Anzahl von Boten auch von Windhoek ab sich bald als nöthig erwiesen 
haben würde. Zur Beförderung der Zeitungs und Packetpost Boten zu verwenden, war von vornherein 
unthunlich. Diese Sendungen kommen gelegentlich mittels Frachtwagens — oft sechs bis sieben Wochen 
nach ihrem Eintreffen in Walfischbay — in Windhoek an. 
Postbeförderungen zu Pferde haben im Schutzgebiet von jeher stattgesunden, doch hat es sich 
dabei immer nur um kleinere Bentel oder Briefpackete gehandelt, da der einzelne Reiter, der ebenfalls 
immer mehrere Tage unterwegs ist, außer dem Proviant Decken sowic einen Wassersack mit sich nehmen 
muß. Zur Beförderung größerer Briefmengen würde ein Handpferd erforderlich sein, dessen Mitnahme
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        — 197 — 
aber die Schnelligkeit der Reise vielfach erheblich beeinträchtigt, zumal die Mehrzahl der hiesigen Pferde 
sich als Handpferd nicht führen lassen will. Bei der Postbeförderung zu Pferde würde somit ebenfalls 
lediglich die Briefpost in Frage kommen. Dabei ist indeß weiter zu berücksichtigen, daß in der Zeit von 
Dezember bis Mai die Pferde häufig mitten auf der Landstraße matt werden und krepiren, ohne daß auf 
Meilen in der Runde Ersatz zu erlangen ist; es erscheint daher bedenklich, in jener Zeit einen Anschluß 
an den Postdampfer mittels Reitpost zu unterhalten. Auch Reitochsen sind für Postbeförderungszwecke 
wenig geeignet. Sie sind zwar bei meist flotter Gangart fähig, größere Lasten zu tragen; ihre Ver- 
wendbarkeit wird aber dadurch beeinträchtigt, daß sie nicht zum Weitergehen zu bewegen sind, wemn sich 
ihnen am Wege eine gute Weide bietet. Anders verhält es sich mit den Zugochsen, welche in Trupps zu 
weiden pflegen und sich gemeinschaftlich leichter einfangen und in ihr Joch treiben lassen. Die aus Teneriffa 
eingeführten Kameele endlich waren zur Ueberwindung großer Sand= und Durststrecken, wie sie der 
Bayweg bietet, nicht widerstandsfähig genug. Neben der Ueberführung der Post auf dem Rücken von 
Menschen oder Thieren sind Versuche mit den verschiedenen Arten der Wagenbeförderung angestellt worden. 
Von der Verwendung der Eselkarre ist nach einmaligem Versuche, bei dem die Post von Walfischbay 
nach Otjimbingue gebracht wurde, Abstand genommen worden, weil die Thiere zu angestrengt heimkehrten 
und der Unternehmer eine Wiederholung der Leistung ablehnte. Verschiedene Fahrten mittelst Pferde- 
karre waren an und für sich von Erfolg begleitet: indeß konnte immer nur ein Theil der Post befördert 
werden, da die verwendeten vier Pferde bei schwererer Ladung durch die langen Sandstrecken zu sehr er- 
müdet wurden. Dagegen versprechen die von der Kaiserlichen Schutztruppe seit einiger Zeit unternommenen 
Versuche, mit Manleselkarren zu fahren, ein gutes Beförderungsmittel zu schaffen. Da es in der Absicht 
der Truppe liegt, mit diesen Mauleseln Postfahrten zum Selbstkostenpreise auszuführen, so haben Ver- 
handlungen stattgesunden, um die Grundlagen für einen etwa abzuschließenden Vertrag zu gewinnen und 
namentlich die Kosten festzustellen. Dabei hat sich ergeben, daß die bisherigen Versuche nur auf einen 
verhältnißmäßig sehr guten Weg zwischen Gibeon und Rehoboth beschränkt worden sind; es läßt sich daher 
vorerst nicht übersehen, ob die Verwendung von Mauleseln auch auf dem theils steinigen, theils sandigen 
Baywege sich bewähren wird. Unter diesen Umständen mußte in anderer Weise dafür gesorgt werden, daß 
namentlich die Tageszeitungen schneller in das Land befördert wurden, und da der Ochsenwagen wegen 
er Langsamkeit seiner Fortbewegung hierbei nicht in Betracht kommen konnte, erübrigte nur, die Ver- 
wendung der Ochsenkarre in Aussicht zu nehmen. Mit einer oder zwei Umspannstationen kann man mit 
dieser den Weg von Windhoek über Otjimbingue nach Tsoakhaubmund in längstens zehn Tagen zurücklegen; 
auch ist es alsdann thunlich, die gesommte Post gleichzeitig fortzuschaffen und Verzögerungen durch den 
Verlust einzelner Thiere möglichst zu begegnen, weil neue Zugochsen auf allen Stationen zu haben sind. 
ach Rücksprache mit dem stellvertretenden Kaiserlichen Landeshauptmannn ist daher mit einem geeigneten 
nsiedler ein Fuhrvertrag zunächst auf ein Jahr abgeschlossen worden, dessen wesentliche Bestimmungen, 
soweit sie sich auf die Beförderung selbst beziehen, nachstiehend wiedergegeben sind. 4 
Dem Unternehmer liegt die Beförderung der Brief-, Zeitungs= und Packetpost von Windhock nach 
Tsoakhaubmund zum Anschluß an den Dampfer „Nautilus" und zurück ob. Er verpflichtet sich, eine ge- 
nügend starke Karre in gebrauchsfähigem Zustande zu unterhalten und im Nothfallc eine Ersatzkarre ein- 
zustellen. Das Reinigen, Schmieren und Unterstellen der Karre ist Sache des Unternehmers. Das 
Fahrzeug wird mit acht bis zehn brauchbaren Ochsen bespannt, welche bei jeder Fahrl in beiden Richtungen 
vorläufig in Tsaobis durch frische Thiere zu ersetzen sind. Das zur Leitung der Karre und zum An- 
schirren erforderliche Personal wird vom Unternehmer gestellt; er ist für jeden durch die Handlungen und 
nterlassungen seiner Leute der Postverwaltung erwachsenden Schaden haftbar. Dic vertragsmäßig zu 
befördernden Brief-, Zeitungs= und Packetsäcke sollen das Gewicht von 350 kg nicht überschreiten. Dabei 
ist dem Unternehmer gestattet, Personen und Güter für eigene Rechnung auf der Postkarre mitzuführen, 
doch darf durch deren Mitnahme eine Ueberladung der Karre nicht eintreten, namentlich dürfen Ueber- 
schreitungen der Beförderungsfristen aus dieser Veranlassung nicht entstehen; auch haftet der Unternehmer 
afür, daß die ihm übergebenen Postgüter durch die mitreisenden Personen in keiner Weise zu Schaden 
kommen. Sowohl in der Richtung Windhoek—Tsoakhaubmund wie zurück ist die Post innerhalb zehn 
Tagen zu befördern. Alle fünf Wochen ist, entsprechend dem Gange des Dampfers „Nautilus“, eine 
Fahrt in jeder Richtung auszuführen. Die Postverwaltung ist berechtigt, falls durch Verschulden des 
Unternehmers oder seiner Leute Verzögerung in der Postbeförderung eintritt, für jeden Tag unentschuldigter 
Versäumniß von der vereinbarten Vergütung Abzüge zu machen. Das Reichspostamt hat den getroffenen 
Festsehungen seine Zustimmung ertheilt. Es läßt sich erwarten, daß die neue Einrichtung geeignet sein 
wird, den Schwierigkeiten der Postbeförderung in Deutsch-Südwestafrika nach Möglichkeit zu begegnen und 
eim auch dort immer mehr hervortretenden Bedürfniß zur Unterhaltung regelmäßiger und vor Allem 
zuverlässiger Postverbindungen Genüge zu leisten-
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        198 
Vosttanpffchtsperbindongen nach den deutschen Schutzgebleten. 
  
Nach 
vom Ein- 
schissungshafen. 
Die Abfahrt erfolgt' 
an folgenden Tagen 
Ausschiffungähafen.Q N 
Dauer 
der Ueberfahrt 
VBriefe müssen #aus 
Verlin spätestens 
abgesandt werden 
  
1. Deutsch-Ostafrika. 
2. Deutsch-Züdwestafrika. 
3. Ramerun. 
Nea 
ure Schiffe) 
Brindisi 
Enaliscet. ** 
Southampton 
!A (englische Schiffe) 
ambur 
ambur 
1 5 Vhifte) 
iverpool 
(englische Schiffe) 
Mar 
dransösiche FSat 6 
  
l 
am 8. April, 6. Mai 
o abds. 
am 26. April, 24. Mai 
abds. 
am 10. jedes Mts. 
40 ums. 
am 2. Mai, 6. Juni 
40 ums. 
am 31. Mai, 31. Juli 
ch 
5 g 
entiches Scisth nachts 
am 10. jedes Monats 
achts 
am 15. April, 13. Mai 
  
4. Togo-Gebiet 
(von Accra bez. Quittah 
mittelst Boten nach Lome 
und Klein-Popo). 
Hambur 
(deutsche Viffe) 
am 10. jedes Mts. nachs 
am 20. jedes Mts 
am Letzten jed. Mts.- 
am 8., 22. April, 
⅝5 an s. 
6., W. Mai 
  
5. Deutsch-Neu-Guinea. 
arsen * 
* 
I 
l 
  
6.Ma1sihall-Inieln. 
  
disi 
aet Nanic) 
am 10 iai 5. 
am 6. Mai, 1. Juli 
abds. 
am Mai, 5. Juli 
Juli 
  
Dar-es-Salam 
21 Tage 
Sansibar 21 Tage 
Sansibar 18 Tage 
Walfischbai 27 Tage 
Swakopmund 30 Tage 
Kamerun 24 Tage 
Kamerun 22 Tage 
  
  
  
  
  
  
Popo 35 Tage 
Friedrich Wilhelms- 
hafen 45 Tage 
41 Tage 
Jaluit etwa 60 Tage 
Eintreffen der Post aus den deutschen Schutzgebieten. 
po od. Accras) 
*) oder Klein- 
am 6., 24. April, 
„22. Mai 
10% abds. 
am , ees Monats 
am I. Mai 5. Juni 
am 41. Ma, 31. Juli 
7½# abds. 
am 10. rdes Monats 
720 
am 13. en 11. Mai 
15 um 
am 10., 20. und Letten 
jed. Mts. 720 abds. 
am 6., 20. Apr 
4, i nansn,l 
am 4., 8. Mai, 
29. Jant, 63. Juli 
1038 abds. 
U 
Juli 
  
am T Mai, * 
Len abbs. 
  
  
  
  
Landungs- Die Post ist säuig Landungs= Die # ist sallig 
Von hafen l in Berlin Von hafen a Berlin 
Neapel ... amg3.* April, 1.* Mai 
Deutsch-Ostafrika "64 Brindis .. am 21. April, 19. faits Logogebit Hamburg am 10.“ und 25.7 
Marseille . am 2. April, 1. Mai jedes Monats 
*- — 2½ l# am 21. April, 26. Mai R nn- Sinen. srewe. ... amLIMat 28. 8Juni 
Hamburg. . am 25.* jed. Monats 
Kamerun · · . K m üfeln..ooeille. an 13rih 11 Jum 
  
Füälligkeitstage für die mit deutschen Schiffen eintreffenden Posten. 
  
Scisssbewegungen ? der Deutschen — (anburg -Ostafritah 
  
  
  
Reichspostdampfer Reise Lebte Nachrichten 
chspostdampf von nach bis 27. März 1896 
„Kaiser“ Hamburg Durban am 25. März ab Hamburg. 
„Kanzle“ Hamburg Durban am 19. März an Mozambigque. 
„Bundesrath“. Hamburg Durban am 23. März an Aden. 
„Neichstag“. Durban Hamburg am 25. März ab Mozambique. 
„Admiral“ Durban Hamburg am 23. März ab Aden. 
„General“ zur Zeit im Hamburger Hafen.
        <pb n="237" />
        199 
Woermann · Tinie. Gesellschaft mit beschränkter Haftung. 
Fahrplan für das zweite Vierteljahr 1896. 
  
  
Linie I. Nach Lagos, Klein= Popo, Kamerun und den Häfen bis Ponta Negra. 
Ausreise. 
Heimreisee. 
  
  
  
  
  
— 
I 9 Negra . Mai 29. duni 29. Juli 29. 
" huburg. April 10. Mai 10. 1. Juni 10. Ponta Neg » Juni 1. Jul I Aug. 1. 
Madeira . 19. 19. 19 gunnt .- 2. 
omoria 27. 2. .19 2. 3 2. 
#Accras 29. 29. -29 Vat 3. ir 3. 
Aein pepo 30%0— .. 30. 30. ". i 
Kamenm' . Moai 1 Jun 1 dun 1 Rlao · 4« 4· * 
io del Rey 11. 11. 1. , J 5. 5. 5. 
Jictorio 12. 12• 12. Alehmiinne 6. 6. 6. 
kernando Po -14. 14. 1. Bibundi- 7. 7. 7. 
kalimba.- 15. 15. 15 ziern 8. 8. 8— 
Llein-Vatanga- . 17. 17. i. 14. 1414 
angsi e 21. 21. 21. 
dantatton . * 19. 19. 19. ; 8 Popo 2 2. - 2. 
8 Vaianga 20. 20. n bere 25. 25. 25. 
; -21. 21. 21. Kwitta -236. 26. " 20. 
zn 23. 22. BO.Adbah 27. 27. 27. 
Lope D24. 24 2?24. 1e z 28. 26 38 
Sette Cama 235. 25. 25 Kap Palmas 30. 30. 30. 
Aanga 20. 20. 26. Grand Bassa Juli 1. Aug. 1. Sept. 1. 
Mayumba 27. 27. " 27. Monrovia « -2. -2. -2. 
dumm« · -28- . *. 2. Sran Canaria- 12. 12. 12. 
Ponta Negra . i29· -29. 29. Teneriffa. .13. 13. 13. 
Madeira- 15. " 15. 15. 
Hamburg - "- - 
Linie II. Nach der Westküste bis Liberia. Maroklo anlaufend. 
Ausreise. Heimreise. 
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Lanmburg ; April 15. Mai 12. Juni 1. Kap Palmas . Mai 3 « Juni 2. Juli 2. 
Tan ger 24. - . - · ino --· · ' - 
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Tenerisa arta - 2. - 2. * 2. Suhmah * 27. 27. 1T 27. 
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Rufis « 7" 7. .Sberbro 30. 30. 30. 
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Sierra Leone 12. 12. 12 Rufisque 10. * 10. -10. 
Lavanna . akar--»- 11. 11. 11. 
Fudma % 15. : 15. 15 — 7 16. # 16. 
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Kap Mount . -186. 16. 16. Mazagan 20. 2.. 7“ 20. 
Monrovia . -18. 18. 18. Casablancak 21 . 2 
Grand Bassa 19. 19. 19. Tanger . 2. 2. 
de E D20. 20. Hamburg 30. g0. 30. 
Kap Palmas 21. 21. 21. 
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Linie III am 
Einschiffung der Passaglere: Linie I am 11. 
21. jedes Monats, Linie 1 
*) Nur für Passagiere. 
  
am 1. jedes Monats. 
iedes Monats, Linie II am 16. jedes Monats,
        <pb n="238" />
        200 
Linie mii. Nach der Goldküste und Togo. 
  
  
  
  
  
  
Ausreise. Heimreise. 
« I 
Hamburgf. April 20. Mai 20. Juni 20. otonou Mai 28. 1 Juni 28. l Juli 28. 
Conakry. Mai 6. Juni 6. Juli 6. Whydah 29. 229. 29 
Monrov7ia 8. 38. . 8. Grand-Popo Juni 2. Juli 2. Aug. 2. 
xim .. Klein-Popo . -«. -3. 3. 
Dixcove 12. 12. 12. Bagidaaa * * 5. 5 
Elmina l Lme ..... -« - 3 1 
ap Coast ." witta - . - . . 
Saktpouds P 14 14 * 14. Addah ii. 11. 1I. 
Appam 1 15 15 16 Accra * 13. 13. . 13. 
Winnebah 0 TZ d. E— - « Kap Palmas * 16. 16. * 16 
cera. .’ 16. 16. -16. Monrovia -138. -138. * 18. 
Addah 18. 18. 18. Fran Canaria -26. 20. -26. 
Kwitta 19. -19. 19. Teneriffa. . .. --27. -27. -27. 
Lome .. -21. -21. -21. Madeira 29. * 29. 29. 
Bagida .. . . 22. 22. . 22. Hamburg Juli 9. Aug. 9. Sept. 9. 
Klein-Popo 233. 23. 23. 
Grand- Popo 25. 25. -25. 
Whydah * 20. 26. . 26. 
otonou.A 27. 27. 27. 
l 
Linie IV. Nach den Häfen der Südküste von Landana bis St. Paul de Loanda. Lagos und Oelflüsse anlaufend. 
  
  
  
     
Juli 18. 
21. 
25. 
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Aug. 7. 
Ausre ise. Heimreisee. 
Hamburg Ayril 30. i 31. Juni 30. Landana Juni 18. 
Teneriffa . .. Mai 10 Juni 10. Juli 10. Old Calabar -21. 
Gran Canaria. . i 11 - Bonny 25. 
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Dakar . 16. 16. 16 Addah Juli 7. 
Rufisque . Accra.... -8. 
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Lagos .. 24. 24. 24 Saltpond 11. 
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Bakana 5 D26 26 26 Elminnl v 
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Lanpana.... Juni 3. Juli 3. Aug. 3 Kap Palmas . 19. 
Cabinda. . .. 4. 4. - Monrovri 21. 
Banannaa 6. 6. * 6. Gran Canaria - 
on . 8. 8. -BG. Mogador Aug. 2 
Loand 10. 100. 10. Mazagna -4 
Ambritz I1. 11. * II. Casablancaa 5. 
Kinsembo 13. 13. 13. Hamburg 15. 
ussera .. -14. 14. 1. 
Aubrietse 15. 15. Ê16. 
nuculla. x 
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Landana * 18. 18. 18. 
l - 
  
l 
Aug. 18. 
221. 
l -25. 
-30. 
Sept. 7. 
Am 6. Juni wird P.-D. „Eduard Bohlen“ von antwerpen direkt nach dem Kongo und zurück expedirt. 
Einschiffung der Passagiere: Linie 1. am 11. jedes Monats, Linie II am 16. jedes Monats, 
ts. 
Linie III zn 21. jedes Moats, Linie J 
Kur für Passagier 
am 1. jedes Mona
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        201 
— 
Schiffsbewegungen der Woermann · Linie, Gesellschaft m. b. H. 
  
  
  
  
  
— — 
ostdampfer Reise Letzte Nachrichten 
Posidampf von nach bis 27. März 1896 
„Aline Woermann: Hamburg Ponta Negra 18. März in Madeira. 
„Anna Woermann“ Kap Palmas Hamburg 20. März in Sierra Leone. 
„Carl Woermann“ Kotonou Hamburg 12. März in Accra. 
„Eduard Bohlen“ Hambur Congo 26. März in Lagos. 
„Ella Woermann"“ Kap Palmas Hamburg 26. März in Tanger. 
Erna Woermann“. Kap Palmas Hamburg 23. Februar in Hamburg. 
„Gertrud Woermann" Ponta Negra Hamburg 20. Närz in Lagos. 
„Gretchen Bohlen“ Hamburg Kotonon 21. März in Accra. 
„Hedwig Woermann= Hamburg Kotonon. 23. März Dover passirt. 
„Jeannette Woermann“. Hamburg Benguela 16. März in Las Palmas. 
Kurt Woermann“. Loanda Hamburg 10. März in Accra. 
„Lulu Bohlen#k Hamburg Ponta Negra 11. März in Kamerun. 
„Marie Woermann“ Ponta Negra Hamburg 21. März in Hamburg. 
„Melita Vohlen“ 2ê½ Lüderitzbucht Hamburg 19. März in Venguela. 
„Professor Woermann“ Hamburg Kap Palmas 25. März in Tanger. 
„Thekla. Bohlen" Lüderitzbucht Hamburg 21. März in Hamburg. 
   
  
    
Anzeigen. 
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Hou““““———————.—-.——.——.———————mnnu IIIU 
K. 
  
  
  
  
  
  
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Beschluß. 
Die gemäß Artikel 13 des Handels- 
gesebuches erforderlichen Bekannt- 
Rachungen des Kaiserlichen Gerichts 
hierselbst für das Jahr 1896 werden im 
Deutschen Reichsanzeiger und 
Königl. Preußischen Staats- 
Anzeiger sowie im 
Deutschen Kolonialblatt, Amts- 
Latt. für die Schutzgebiete des 
„ Seutschen Reiches, 
ersolgen. schen Reich 
d Gleichzeitig wird bekannt gemacht, 
ab die auf die Führung des Handels- 
Egisters sich beziehenden Geschäfte für 
ie obengenannte Zeit von dem stell- 
vertretenden Kaiserlichen Richter M ende 
b dem Gerichtsaktunr Steusloff 
Sarbeitet werden. 
Herbertshöhe, den 15. Nov. 1895. 
(l#. S.) gez. Mende, 
stellvertretender Kaiserlicher Richter des 
Schutzgebietes der Neu-Gumea 
KNompagnie 
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bhotographle, speziell für den Ge- 
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        202 
  
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Auslande die liebevollste Aufmerksamkeit zuznwenden. Es wvird dahe 
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n #Ulentlichon und Eoistis in Lebens unserer Zeit zu geben. wie Cs sich in den 
Crteilen und Aussprüchen ½ nion — und auslündischen Presse wioder- 
spiegelt: urser Aiu giebt — t ich und mit gendtter Ingabe der Qu — #½%. 
ualt. /70088 rsnsrn uunts EZrihcrten ½0, / elas M znd 
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ein getreues Bild der öllentlichen Meinung. Auch ulle: nnsi-y!'’ 
J S, allo ers attltepen, Arlikel, wie *!*r lüchere Prchrinunfen“ lden im -Erho-, „Heritekichtigunge In der, Plitik wWorden wir 
       
      
  
  
  
  
  
   
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es nternalomden, Celd- und 8 annmarkter Interessunte Fragen vom Weltmarkte werden In eln 
· besonderenlkahkilt,,llms(1cl» lieritclcsuslstigh 
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zund Handelsplitze. Das Echo ist bierdurch gloichzoitig auch 
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.lel es uns doch Immer Wo t Interessante # Pischer. 
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* henen 1onen #e So* gachon früher kennen lernte. Drälins. Meinen Shs 180 die 
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- c.mt0mnsssaknrcicm. Auss eln Jeder guter Deutscher 
Nar die Existonz IDrer Zeitschrift be- 1 1 N - 6. Juni 1895. « sleh, nhonnlert. Nochmai moinon horatichon 
rilo. O. Weiskce. ese ien TDas Beho- und groi ½% Dank für Ihre Freundlichkeit. Mit berz- 
1 Ed. Müller. 
Ger# 
Koniahinbeen. zuorst. #n#eese leh habe es lichen Grissen 
. Der bokanoto Wellreisendo Ott 0 E. Ehlers schroiht in der Täglichen Kundschau 1895 auf Scite 143 in 
Seinem Arlikel: „Aus dem funfien Weltteile Australien - Neusecland--: 
„Das jedem Deutschen im Auslande unentbehrliche Echo.“
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        205 
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nach den der botunischen Centralstelle in Berlin gemachten Ilittheilungen uls für den Anbau in den Tropen 
geeignet erwiesen huben. — Da die botanische Centralstelle nur für elnmulige Versuche im Kleinen Gemäse- 
snmen lielert, so oflerirc ich für grösseren Bedurf gegen sr. Einsendung von Uurk 12,— franco aller deutschen 
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WOERMANN-LINIE, m. b. H. 
Am 10. April: P. D. „Marie Woermann“, Capt. Triebe, 
nach Madeira, Gorée, Klein-Popo, Lagos, Fernande Po, Kamerun und den 
Iälen der Südwestküste Afrikas bis Matadi. 
Am 15. April: P. D. „Ella Wocrmann“, Capt. Hausen, 
nach Tanger, Casablanca, Mazagan, Mogador, Las Palmas, Teneriffe, Gorée, Dakar, 
Ruflsque, Sierra Leone, Sherbro und Liberia. 
Am 20. April: P. D. „Carl Woermann“, Capt. Schütt, 
nach Conakry, Monrovia, der Goldküste, Togo und Whydah. 
Am 30. April: P. D. „Kurt Woecrmann“, Capt. Fastert, 
nach Teneriffe, Las Palmas, Gorée, San Thomé und den lläfen der Südwestküste Alrikas 
Vvon Landana bis Loanda. 
  
Nach Bissao und Bolama: am 15. Mai. 
Nach Deutsch- Südwestafrika: am 31. Mni, 31. Juli, 30. Septbr., 30. Novybr. 
Aktle Guter milssen cm Taye vor dem 4byanvysdauttum bis I2 Uhr mitsaps Idnssefte sein. 
Näheres wegen Fracht und Passage ertheilt in Hamburg die Woermann-Linle, m. b. H. sowie der Schifls- 
makler August Bolten, Wm. Miller’s Nachfolger, Admiralitätstrasse 33/34, und wegen Deutsch-Südwestafrika 
die Herren L. F. Mathies &amp; Co., Grimm 27. 12 
Deutsche Ost- Afrika-Linie. 
Regelmässige Postdampfer -Verbindung 
unter Vertrag mit dem Deutschen Relche 
zwischen 
Hamburg, Ostafrika und Transvaal 
Amsterdam, Lissabon und Nenpel anlaufend. 
Die nächsten fahrplanmässigen Expeditionen finden statt: 
R. P. D. „ADIRAL“, Capt. Weest 22. April 1896 ab Hamburg (lt. Fahrplan) 
R. P. D. „REILCHSTAG“, Capt. Weisskam 20. Mai "v ab Hamburg #" 
nach Tanga, Dar-es-Saläm, Sansibar. Mozambique, Beira, Delagoa-Bai und Natal. 
Diese Dampfer nehmen auch Passagiere und Waaren nach 
Bagamoyo, Saadani, Pangani, Kilwa, Ibo, Lindi, Quelimane, Chinde, Lamu und 
Mombassa. 
Ferner Postdampfer 
ab Hamburg ums Kap der ##icken Iohmseng direkt nach Dierban, Delagoa-Bat, 
Horcmbidue. 
Nächste Expedition: Doppelschraubendampfer „HERZOG“, Capt. v. Issendorff. 
den 10. Juli 1896. 
Die Dampfer Laben vorzupliche Elnrichttengen Für Enssaytere #n allen Klaussen. 
Ferner zwischen Ostafrika und Bombay regelmässig alle vier Wochen im Anschluss 
an die Hauptdampler. 
Näheres ertheilt in Hamburg: (20) 
wegen Fracht der Schiffemakler August Bolten, Wm. Miller's Nachfolger, 
wegen Passage die Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Aktien-Gesellschaft. 
aowie wegen Fracht und Passage die 
  
  
Deutsche Ost-Afrika-Linie, 
—— E— CCErr. Reichenstrasse 25. 
4 *ê½ Verantwortlicher Redalleur für den nichlamtlichen Theil: O. Merlinat, Verlin. 
Druck und Verlag der Koniglichen Hofbuchhandlung und Hofbuchdruckerei von E. S. Mitller &amp; Sohn, Berlin 8W 12, Kochstraße 68—71. 
Ausgegeben am 1. Aprit 1800 um 6 Uhr nachmillags.
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        Deutsches Kolonialblatt. 
Amtsblatt für die Schutzgebiete des Deutschen Reichs. 
herausgegeben in der Kolonial, Abthrilung des Auswärligen Anks. 
VII. JIl. Jahrgang. gerlin, 15. April 1896. I Uummer 8 
— 9 2e 
# t erscheint in der Regel am 1. und 15. ##t M Derielben werden 48 — einmal vie-M 
scheinan „Mit l lagenwnkossclunkotcnclonumäclolinat-Sündbellscllllczgcul.soknusgohq 
ek“lman. r# vierteljahrliche: Abemsententaprei für das Kolonialvlatt mit E Mihrsten betragt ber m zooas durch — an die 
zeee Mk. 3,—, direkt unter Streifband durch die Lellagebtghat latte Ml. 3.50 für Deutschland und Oe ensichz Uancn. Wi 5 für 
die Lan 6 Wellvostver reins. — Ei Aichr und Anfragen sind an die Königliche Ho'buchhandiuns von . ich Siegfrie ittler 
d Sohn, Verlin S8W 12, Kochstrae 68—71, zu richten. Cingelragen in der Zeitungs Preisliste für 1600 kunr: Nr. 1916.) 
  
— Amtlicher Theil- Ertheilung der Ermächtigung zur Jerrndung des Personenstandes an den Vüreau- 
vorsteher Junker für das südwestafrikanische Schutzgebiet S. 211. Statistil über den Waarenverkehr zwischen 
Kapstadt und Lüderitzbucht vom 1. Juli bis 1. Oktober 1895 S. 2ii. — Statistik über Ein= und Ausfuhr in der 
Jaoakhaubmündung pro IV. Snar## 1895 S. 213. — Vertheilungsplan der Schutztruppe und Landespolizei von 
Deutsch-Ostafrika am 29. Februar 1896 S. 214. — Personalien S. 215. 
Nichtamtlicher Theil: Personal-Nachrichten S. 218. — Deutsch- S kafrika: Besuch des Sultans 
Machemba in Dar#es-Saläm S. 219. — Anthropologische Forschungen S. 219. — Kamerun: Hafenarbeiten 
S. 219. — Gemüsebau im Garten des Kaiserlichen Gouvernements S. 220. — Togo: Uebersicht der im Schutz- 
ebiete ansässigen Deutschen und Jrenden S. 220. — Aus dem Vereiche der Missionen und der Anti- 
klaveret-Bewegung S. 220. Aus fremden Kolonien: Landgesetzgebung in der Kaplolonie S. 223. — 
Kongostaat S. 225. — omwollenindnsttrio in Ostindien S. 225. — Fil#archipel im Jahre 1894 S. 227. — 
tinderpest in Matabeleland S. 2268. — Verschiedene Mittheilungen: Verzollung von Bananen S. 228. — 
Vorlesungen über Kolonialbotanik I. 228. — Eine Rundreise nach den deutschen Kolonien S. 228. — Litteratur 
S. 22. — Litteratur- Verzeichniß S S. 229.- — Schifssbewegungen s. 229. — Verkehrs- Nachrichten S. 229. — Anzeigen. 
— — 
  
Amtlicher Theil. 
Gelehe; Perordnungen der Reichsbehörden. 
Auf Grund des § 1 des Gesetzes, betreffend die Eheschließung und Beurkundung des Personen= 
seambes von Neeichsangehhrigen im Auslande, vom 1. Mai 1870 (B. G. Bl. S. 599) in Verbindung mit 
4 des Gesetzes, betreffend die Nechtsverhältnifse der deutschen Schubgebiete (R. G. Bl. 1888 S. 75), und 
S#n der Allerhöchsten Verordnung vom 8. November 1892 (R. G. Bl. S. 1037) ist dem Büreawvorsteher 
Junker für die Dauer seiner amtlichen Thätigkeit im südwestafrikanischen Schutzgebiete die allgemeine 
Ermächtigung ertheilt worden, in Fällen der Abwesenheit oder sonstigen Verhinderung des Standesbeamten 
innerhalb des Schutgebietes bezüglich aller Personen, welche nicht Eingeborene sind, bürgerlich gültige 
Eheschließungen vorzmmehnen und die Geburten, * und Sterbefälle derselben zu beurkunden. 
  
  
  
  
Perordnungen und Wikkheilungen der Behörden in den Schutgebieken. 
Statistik über den Waarenverkehr zwischen Kapstadt und Lüderitzbucht 
vom 1. Juli bis 1. Oktober 1895. 
u. Ausfuhr von Lüderibucht nach Kapstadt. 
Der Werth ist sach den ducchschnlktiche Preisen in Kapstadt angenommen. 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
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1.Gummi arabiin . — 2000 1600 * 
2.] Hörner und Felldeckcn 50 – 88 — 
Zusammen 1800 —.
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        — 212 — 
b. Einfuhr in Lüderitzbucht. 
Der Werth ist nach den durchschnittlichen Marktpreisen in Lüderitzbucht angenommen. 
Einfahr durch den Nautitius“) 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
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- alphabetisch geordnet gramn « Mark Pf. S salphabetisch geordn 
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— 1150 — —85010 — 
— — — 200 56.] Mehl (fein) 1150, — 
1|2 4 — 57. Milch .*— 9/— 
3. m * — 360 1014 Meralvass — — 12 — 40 — 
. .- » 59Y — — — F .I 
4.Arznetwaaren,(.he — — — —1420— 
mikalien u. s.v.. . — — 700“ — 60. a ie Wegen r ö!+! — 
5.] Backpulver . — — — — — — — — — — 
6. Baumwollenstoffe — — — — 6% — 62. u F 56% – – 192 — 300 — 
7.Sallen 266 48 — Petroleum — 216 — 10— 
8.] Bretter 200 — 50 — 5. Sonstige Oel— — 384 — zos — 
9.Bettstellen — 170 — — 167 — 6. gwMorhee 60 – 400 — 
10.Bisquits — 337|/ — — 1200 —6. iche 15 — I — 16.— 
11.Vier t — § 1584 — 40 —8 Frsschan: nebst 
12Bleiweiß — 56| — — 3 Schrager. — — — — 150— 
3. Bohnen – 0 — — 7 – 69.Pontak. — 72— 119 
Vordeauxwein — —4 18. * 13221 —½ . Präserven. — — — — 60 
. mer — 600 —; 228 —71. Reis — 2310 244 
Si · —l: :36 5510 72. kriel — — 54— 13 
— 142 — — 2 2 
,[Corned Beef — 50 — — 1 4 — — — — 100 
„Dchsparren us omu eêc 5 
Datteln . .. — 100 l — — 25 D Stalerbfen — — — — 45 — 
utnfdtutbt- 
delikatessen ..-·- — Sättel. —84 — , — 
SEisen-, Stahl= und "„ 556 —79.Sattlerwaarr.— — — — 50 
atdwaarenn — — — - — Schaufeln u. Spate — — — — 80 
Eisen in Varren- — 2600— 300 — 1.Schuhe und Steeiel — — — — 200 
Eisen in Platten. — 600 — — · — 272 — 
6.Eimer 60 120 — — 2. Schinken . 3089 326— 
··«" : t—- 90—K.( —.«.———«—— 
· Erbsen « — — 54— 85 —84. Stlernaaten- — — 206 — 
Eisis — 25 — — 5. Speichen 332 — — — 
Fadennudeln — s — 350 — Sweshe 5% — — 18 — 24 
tfb —23263 
e *O — — — — E— 
erste 775 —— 13 — . - — 72 70— 
e v EBDDGGGCGCC 22—3 
— 55 — – — — 
« Mag (Fenster-) bses —— 12 1—4 2. . **- — 1275 — 1 *rv 
Glaswaaren — — — — 5468 — — — 
- 1 5 20 — *1 F — 2 — 2„2 
. spannonutms 1 750 –—— 310 5.Thüren — — — — 6000 
· Waaren — — — — 3 — Waffen und Mu- 
— 1610 — — 3264 — ion: 1 
« — Dynamit und 
ale: . — 4600 — 12780 zur undde * . — — 300 
atrenfedern . 2 — — 195 — 657 Schlaghütchen D 4 
brtosfeln « —360 — 31 uͤnd Jünder ——— —— 50— 
KKerie igsstũcke 2 zo — —10 —Wagge 52 —— 2000r 
.Kleidungsstücke — — 50 — 3. Vagentheile · — — — 1000 
6S. Kohlen — 5 100. Wagenschmiere — 293 — — 122 
Korken— — — — — 101.Wein (Kap-) * — 2376 — 2145 - 
Lebende Pflanzen und - . — — — — 800 
Bäum — — — — 19 — 102. Weiseuge: 500 — — 100 
... : 30 — 3. en. . — * 
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Leinen (Stoff — 2150 – — 755 — 105.] Wollwaaren — — — — 1500— 
Maismehl. — 2600 — — 100.Wollene Decken –M((AIIInP5ö55 100 
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Matratzen — — — — 210 « 125 — — 130 
. — 71 — —1 1560 —100. Zwiebeln - «——-——- 
Meht hien % x Zusammen 127408
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        Statistik über Ein- 
213 
und Ausfuhr in der Tsoakhaubmündung pro IV. Zuartal 1895. 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
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* alphabetisch geordnet gramm Mark Pf. Salphabetisch geordnet gramm Mark ##f. 
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Es —«538;——10000-—66.81)ster- — — 5600 — 
z — 6118 — — 1834 —7. Musikinstrumente: — 285 — —168 75 
3 — 9007 — — 3602 8068. Nalchinentheile — 770— — 10945 — 
5. — ELELVI — 2675 — — 5350 — 
6. — 256544 12060 — 132722 —. eln — 193 — — 900 — 
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5 94 — — — 245 — ½# Knöpfe) — 7 — —5000 — 
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1. — — 430 —25 —½Pappoleum — 600) — —“ 300 — 
13. — 2900 — — 60 —79. Patronen 2440 177— — 104 — 
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16. — 1152 — —8456 —2Vhotograph. Artike.!N 40 — — 500 — 
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2. — 701 — — 3855 — 84. Petroleum — 2711 7600 —138 — 
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25 — 191 — — 780 — reßheu. — 5000 — — 350 — 
D26. — 170 — — 561 —89.Näder 16 —1 — — 2400 — 
2. — 11 — 400 eis. — 1762 ——402 50 
2. — 82 — 5501160 —1891. NRöhren — 857—850— 
D29. — 228 — — 912 — 92.Nevolver 5 — — — 75 — 
3— — 489 —6560 —53Rosinen — 420 — 680 — 
. — 29 — — 472 — 4Rum und Gin — — 10600 —110— 
32 26 53 — —1120 — Sämereien. — 5 — 1063 50 
3 — 1189 — —Sa-sz- — 3255 —890· 
3. — 1180 — 708 —. Sago — 1225— — 980— 
35 — 678 — —.5100 —Sattlerwaaren — 1935 — — 15480 1— 
3. — 409 — — 8180 —%. Salzgurken. — 70 — — 210 — 
8 — 573 — — 687 — 100. Sandpapier — 11 — — 255 — 
9.. — 552 — — 1800 — [101.] Saucen — 37 — — 295 — 
39. — 251 — — 302 —02.Segeltuch — 508 — —2250 — 
4.% « » 103. Seife . —»-)800——8932— 
Hi — 988 — —25 H rmd . —«;751——110140 
» — 59»—;—2360;—105.6 nq . -- 612—— 918 — 
. 466 — —372 80 .. —1143—— 71 50 
44 6879 —•0 —107. Sttanen . —;71—— 284 — 
1. (Gewürzz— 35 — 105 108-.Schinken — 130 — —39 — 
16. 43834— —8024 — 109.|Spielkarten — 832 — — 984 — 
#vS — 6 — — 193 —110Spielwaaren — 2060 J — 618 — 
46 urzwaaren — 27 — — 1130111Sprudel . — 454—— 908 — 
½/Lenen — 1317 — 200 200 —12. Schuhwaaren . — 1529 — 30 508 — 
seinenwaaren. — 6 — — 400 — 113. . -i754——5645— 
51. Lenol, — 1295 360 — 655 — 1114. tn — 14 — — 140 — 
52 Leim aaren 46 — 460 — 115. *P7 — 1055 52 — 
53. «-- — H—!— 17-00116. - — 38 — 57 — 
54 — 475 — — 950 — 117. hierwaaren — 4104 — — 2020 — 
8 — 9609 — 2762 — 118.ITüche — 350 — — — 
56 — 111 — — 333 — 119.Taue. — 100 — — 150 — 
f57 . — 28 — — 252. — 120. Uhren — 310——20000— 
— — 270 — 202 50 /121.Wagen 7 60t0 —14000 — 
8 — — — 11000 —Mäsche — 100 — —4 — 
60. — 270 — — 3000 — 123.Wein . —»431180—.1200— 
61 — 49 142 —28502 —14. Waschblau . — 12 — — 18— 
— 93 — — 3000 —125.|Wollwaaren — 482 — —82 — 
— 142 54½ — Feichenmaterialte 159 — 500— 
— 1 — — 985 —127. Zinkwaar — 91 — — 364— 
— 1213 — —2500 —128.8uker 7550 — — 6040 — 
— 47 — — 940 —129. wiebeln — 50 — — 50 — 
  
— — — 
Zusammen #377 263/45
        <pb n="252" />
        — 214 — 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Ausfuhr. 
— Bezeichnung Kilo- » Werth S Bezeichnung Kilo= Werth 
5 der Waaren Stück Liter Meier hv 2 der Waaren Stück ilo Liter Meter erth 
S alphabetisch geordnet granim Mark Pf. alphabetisch geordnet gramm . Mark Pff. 
1.|Fellel — 2000 — — 125 — 3.Naritägn— 70 — — 500 — 
2. Hörner .— 50 — — 50 — 4. Sand Gur Unterluchung 
I aufGoquehan).I— 150 — — — — 
Zusammen 675 — 
Vertheilungsplan der Schutztruppe und Landespolizei 
Anmerkung: hinter dem Namen = krank, c hinter dem Namen — kommandirt, 
r Kom- Rom— „b )JZahl= Ober- 
derGarnison- DOber- | Lieun Ober *4 * Ser- Unter- 
man- pagnie- HEIE Aerzteeistseue-Feldwebel *⅛* 
Kom- ort deur führer“ tenantsärzte -— 1 geantenoffiziere 
pagnie führer Sasp werler 
1. Schutztruppe. 
— po. NatzFischer csv. Beringes 1OllwdugKuhnenEngell — Benkewis Menuser#- 
mer 2 TLeppe C#hardt Langen-Petrowitz 
Stab Dar-es= **s * kemper 
Salöm 
S— 
Moschi – hhb J0% — Merke—Dr. Eggel—Körner 111— — Bartscher — 
Marangu — — — v. d. Marl——- — — — — — — Reisewitz 
1. witz 
Kisuani — — — — — — — — — — Lemble — — 
Masinde — — — Storch — — Dr Suer- — — — Rymarzig — — 
Dare-es- — — — Charisius — — — — — —HentichelSommer-Darunt- 
2. Saläm 
Dar:es- Hammer= 
3. . — — — — — Z — Görn — meister 
Salüm v. Stuemer Witkowoki 
. Kilimatinde — Podlech — Stadll 1 Tllr. Rein--9 -.- . Ganzer 
4 baur hardt Körner 11 Krauß") Frahm Peschke 
v. Kleist? 
5. Ulanga — — — Albinus — — Arning — — — Spiegel — Stephan 
v. Stocki“ 
Kilwa — — — Jany— — HDr. Simon — — — Henschke — Herdecke 
b. — —. — 
Mavudiuhman— — — — | Sriichmah —
        <pb n="253" />
        Der 
Assistenzarzt 2. Klasse a. D. Dr. Schreber, 
Personalien. 
Der bisherige Chef der Bauabtheilung des Kaiserlichen Gouvernements für Deutsch-Ostafrika, 
Regierungsbaumeister Wiskow, ist zum etatsmäßigen ständigen Hülfsarbeiter in der Kolonial-Abtheilung 
des Auswärtigen Amts ernannt worden. 
bisher vom Königlich sächsischen Infanterie- 
Regiment Nr. 103, ist mit dem 1. April d. Is. der Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika zugetheilt worden. 
  
von Deutsch-Ostafrika am 29. Februar 1896. 
siehe Bemerkungen. 
  
hinter dem Namen und bei den Ziffern 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
" * 
- # a 6 
Ober- Lazareth= Etats= . 2 1 2 *r Farbi g e 
lazareth- mäßigeee - Aslaris Armirung Bemerkungen 
„ LFgehülfen WHEffendi Char- 
gehülfen Schreiber 6 gen regu= krre- 
— « läre guläre 
1. Schutztruppe. 
" 7 Maschinengewehre 
Wülfing Werner Feldwebel 8 
Häge- Apelt, — Unruh2 — — — — 5 Revolverkanonen 
wald uunteroffiz Nickl em? Davon 2 an die Flottille ab- 
Häcker Triebel, 1 Scnelllcbetanone #zem gegeben 
" Ob. Laz. 2 ital. Berggeschütze 
Geh. 6.7 Em 
erbsleb 4 Mörser em 
v 1 Maxim-Gun K 45 unbrauchbar 
1 Berggeschütz 
— — — — — 1 8 107 — 6.5 em 
1 Schnel ladelanone — 
— — — — — — — 1 32— 3,7 .„ 
" l 1 ochnellladekanone 
EEEIIIE 
Ossen-= — 2. Komp. 1 Dar- 
us- — — — 4 29 2 ———— 
; Sergeant Sommer wird beurlaubt 
Davon 8 Mann auf Expedition mit 
dem Gouverneur 
Attach. v. LT 1 Komm. — hbarge. 2 Nann 
— — — — J 1 3 32 — — ·«-.- s 
«9-«— 3 
**e 9. — 2 
I0. — 2 
II. — 1 
« — :- 
« Momenwa 4 
Kisal 1. 
Min 1 Charge, 25 Mann 
davon 4 Mann Arbeiterabtheilung 
— 1 Estendi, 3 Gh 31 Mann 
— — — —1 1 9 84 — hargen, 
72 auf Exped. mit dem Gouverneur 
1 Maschinengewehr vroh anuh auf dem Marsch nach 
in n 
— — — — — — 8 130“ 1 " 8 mm Sergeant brron- r. zur Küste 
1 ital. Berggeschuz2 Wann be beiss ean uir 
6,7 ecm einschl. Sekobs aui 120 Ma l 
Pri ELEXOCdIDCONXDIII 
Frinage — — — — 1 1 10 110* — — L. P Kleit teit, emii 7 9n 
50 Abkar 
*5 Manur b ei i Fehn r 1 
— — — — — 1 4 66“ « 2BleschteFeldgeschüVeILMannbciderLKonm 
« K/73 
Fleich —. 2 47 1 ital. Berzgeichuh, 5½ 
„7 em
        <pb n="254" />
        Nr. dom- om. — "Q ., 
derGarnison= Kom-Ober= Kom- Lieuini Ober- ZahleDObereer- Unter- 
man- pagnie- . Aerzte,eister= seuer= Feldwebel ... 
Kom- ort deur führer für tenanto ärzte spirant er geanten offiziere 
gazme ührer esptranten werker 
Duarees- — E— * Kielmeher t zB — — — — Noe 
1 Saläm Stenzler Knaust 
8 Lindi — Sromm — Schnorten. —DHösemann— — — — Pannewitz % 
8. pfeil « Freitag“ Lachenmair 
#[Aufdem Marsch *! - — * E— — — töhr Ullmann 
9 nach Udfidji Ramsay s Fonck 1I Köhler Müller. 
*b5%¾2 Friisch .. 
10. Tabora — — Leue Passevant— — UDUr. Mickens— Markgraf RichtersSydow 
Drewes drath“ 
Muanza — — Herrmann] Kollmann—— Zupita— — — — — — 
11. — —— — —— —- 7 
* * 
Vukoba — — — v. Kalben; — — — — OHartmann]/ Salomon — 
* 
Engelhardt Dr. 
12 Kilossa — — — Graf Fugger — — Koerfer —¼ Stamm — — — Kersten 
Glötl 
Station - -—«— — ———- — Skiba 
Apwapwa — — — Glauning Dr. Berg Jost — Schutz 
Station Kisakt — —- — v. Grawert·-.—½ — — — — — — Bittner 
,--.-« o. — — v.Wiss-—— — — — — Krause 
Auf Erpedition Trotha mann * Kamp — — 
Zusammen 1 1 7 25 1 — 11 1 8 1 13 10 24 
II. Landespolizei. 
Tanga — — —- — —— — — — — — Jaenke Haible 
Pangani — — — — ———— — — — — — — Grimm“ 
Saadani — — — — — — — — — — — Einögg — 
Bagamoyo. — SScherner — Gaer-- — — — Weallner — — 
Dar-es= Salim — — — — — — — — — Mutter — — 
— Flrhr. v. —— — — I-bit — — 
stilwa Eberstein Feist — Pfendtner 
Lindi — — — — — — — — — — — — — 
Mikindani — —. — — — — — — — — Kayser — — 
— — — —— — — Merkl' 
Donde — — — — Lustig — 
Langenburg — — — — —— — — — — Haegele — — 
Zusammen — 2 — —11 — — 1 — 4 4 3
        <pb n="255" />
        217 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
— — — — — 
8 &amp; b :„ 
Ober- Lazareth- Etatsst - 8 S Farbige 
lazareth- a IEILIIIIE * Char- 1 Anskaris Armirung Bemerkungen 
gehülfen gehülfen Schreiber ## FEffendi 9en regu= irre- 
6&amp; lläre — 
1 « Serg. Freitag wird beurlaubt 
— — — 1 3 66" — — * Mann auf Exppedition mit dem 
1 Gouverncur 
Z - » eldwebel Weinberger kommt 
— — — — — 1U 1 6 l 111 — 4 leichte Fegeschüze gedweel, wei n. Dar-zes-Sal. 
s « BMannbetderLKomp 
l 
— Nöhr — — — 21— l 7 % 117 — — *2 Mann bei der 2. Komp. 
1 Schtellibelenone v M rsu— Frilsch 
. , Z3ahim. Asp. Zickendrath e Sicht 
Weidner — — — — 1-1 — 8 127* 9 1 Schnelllcderanone .5 behufe Benlauhung Sso 
/ 4,7 cm Kopfstärke w. c. 120 Mann einschl. Charg. 
#n lladekanone . 
— Schuster — ————.———.—.—.—.— # 27 25 1 Sn en *1 Mamn bei der 2. Komp. 
— —— J Zum Ciacconschexyvon Mlolfa ernanni 
— — — — — . — — 1 52 15 — n. Har 5*5 LD 
chufs r u 7 zo et. beordert 
—z » .—. 
’ 1 Moschinengewehr Ano po * 
# . nqnte 
Früchte- — &amp; " — m B 
— nicht — 1 6 101* 1 Schmellladekanone i W. chtnn eischl. 
’ J39linssraspirant? den tannngnbirt 
Ir — — — — 5 — — e u 
Wiest — — 5 35 1 Cbarge, 7 Monwie — z 
% T * 1 Mann bei der 2. Komp. 
— Aimer — — — — 1 31 3 — Station Kisaki wird aufgelöst 
1 
— J, Schirpeee — — ntut 1 — Lmtmtmte 
6 10 3 — 35% 22 1416 051 40 
= A 4 
II. Landespolizei. 
T — ... 
4 leichte Feldgeschütze 
Loegel — — — — 2—2 44 — "lv 7 chut 
Bootskanonen 
HGLiolland — — — —1 1 19 5 
2 leichte Feldgeschütze 
— — — ———-— 1 9— K-73 
3 leichte Feldgeschũtze 
JJ"ENb( §m—spi rsont 
T 
I 4 leichte Feldgeschütze 
— — — — — 2 49 — K/73 
1 1 Nevolverkanone 3,vm 
— — — — — — — — 3 — — 
i 
: 2 italienische Ber 
Voelkner — — — — — 2 26 — geschütze 6,7 n 
4 Dar.es- 
S — — » — — EE 
— — ⅞“ — 
« ———-—- 
2 1 — — — 2 16 252 50 21
        <pb n="256" />
        218 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Der Hauptzollamtsvorsteher Ewerbeck hat sich 
nach Mikindani begeben und die Geschäfte des dor- 
tigen Bezirksamts von dem auf Urlaub gehenden 
Beamten Berg übernommen. 
Der für das Kaiserliche Gouvernement angenom- 
mene Schiffer Reimer reist nach Ostafrika ab. 
Drahtmeldung zufolge ist der Lieutenant in der 
Kaiserlichen Schußtruppe v. Kalben am 13. Februar 
in Bukoba verstorben. 
Ramerun. 
Kom PberKom Lieus Ober- - Zahl-Ober- Ser= Unter- 
Garnisonort man- führer pagnie- tenants rzte Aerzte, meister-feuer= Feldwebel eantenoffziere 
deursh führer enan 5 5 aspiranten werker 9 1 
III. Beurlaubt nach Europa. 
Frhr. Schlobach Dr. Dr. Man- Kieferle urick 
— — — jv. Schrencf Nachtigall — Schwe--kiewiz —Winkler9 — Serb#e Mergarten 
v. Notzint Böhmer singer Dr. Widen Zimmer= 8 
Prince v. Bercken mann mann Wastelewen 
v. Elpons. Dr. Krefeldt Wilamo 
Langheld Wagner 
Zusammen — — 4 4 — 1 3 — 4 — — 7 1 
Kommandirt. 
— — — Fischer, — —— — — — — — — Meuser 
Berlin zum 
Eisenbahn= 
kommando 
Krank. 
Dor ner 
— — — — — — 57 — J rie? *57 — Grimm 7° 
Rekapitulation. 
I. Schutztruppe 1 1 7 25 111 — 11 1 8 1 13 10 24 
I. Landespolizei — — 2 ——1 —— 1 — 4 4 3 
I. Beurlauitt— — 4 —] 1□ 3 — 4 — — 7 1 
zusemmen 11 „ 1 .————...- 1 
Nichtamtlicher Theil. 
er vnal-Nachri ken ⅜l Der Polizeimeister beim Kaiserlichen Bezirksamt 
p s ch Victoria Pfeil tritt mit dem 1. Juli d. Is. in den 
Deutsch- Ostafrita. Ruhestand. 
Der an Stelle des ausgeschledenen Schiffs- 
zimmermanns Kubiß für den Dienst des Kaiser- 
lichen Gouvernements angenommene Schiffszimmer- 
mann Reimers ist nach Kamerin abgereist. 
Der für die Leitung des Slipbetriebes ange- 
nommene Techniker Milleck ist nach Kamerun 
abgereist. 
8üdwestafrika. 
Unter Führung des Lientenants v. Zülow, des 
  
Der Direktor des botantschen Gartens zu Victoria 
Dr. Preuß und der Polizeimeister Biernatzky 
sind im Februar d. Is. vom Urlaub auf ihre Posten 
zurückgekehrt. 
Sekondlieutenants Grafen Kageneck und des Stabs- 
arztes Sobotta sind 3 Unteroffiziere, 154 Mann 
und 1 Oberbüchsenmacher Ende März zur Ablösung 
der ausgedienten Mannschaften der Schutztruppe nach 
Südwestafrika gesandt worden.
        <pb n="257" />
        219 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Besuch des Sultans Machemba in Dar· es- Salam. 
Der Sultan Machemba ist nach einem Berichte 
des Kaiserlichen Gouverneurs auf seine Aufforderung 
am 29. Februar nach Dar-es-Saläm gekommen, um 
persönlich nochmals seine Unterwerfung anzuzeigen 
und um Bestätigung des mit ihm abgeschlossenen 
Friedens zu bitten. Nach mehrtägigem Aufenthalt 
kehrte er wieder nach Luagalla mit dem Versprechen 
zurück, seinen Besuch von jetzt ab alljährlich wieder- 
holen zu wollen. 
kann als erneuter Beweis dafür gelten, daß es 
Machemba mit seinen Friedensversicherungen durch- 
aus ernst ist; die verschiedenartigen Eindrücke, welche 
er hier empfing und die sichtbar Eindruck auf ihn 
machten, in Verbindung mit der guten Aufnahme, 
die ihm auf Befehl des Kaiserlichen Gouverneurs 
zu Theil geworden ist, lassen sogar erhoffen, daß er 
sortan ein dauernder Freund der deutschen Regierung 
bleiben wird. 
Diese Reise nach Dar-es-Saläm 
  
Ober- 2* 8 Farbige 
der,,Lzareth-Etats s — 
lazareth- zu mäßige 7“ Char— Askaris Armirung Bemerkungen 
gehülfen gehülfen Schreiber Effendi en regu= irre- 
— 6 ] läre guläre 
III. Beurlaubt nach Europa. 
Näwy Oberlazall — — — — — — 
Benz srethgehülfe 
Sieler « 
2 1 — ——— — 
Kommandirt. 
Krank. 
5 7) Lazareth Dar-es-Salam 
— vuis — — — J — — — — — 7 Lazareth Tanga 
Rekapitulation. 
6 10 3 — 3 15 9 92 1416 91 40 
2 1 — — — —2 16 252 50 21 
.— 2 1 — –— — — — — 
s n sösun 108 / 1668/ 11 -1 
Nachrichten aus den deulschen Schuhgebieken. 
(Abdruck der Nachrichten vollständig oder theilweise nur mit Quellenangabe gestattet.) 
Deutsch-Dlfafrika. Anthropologische Forschungen. 
Von Dr. Stuhlmann unter Mitwirkung des 
Chefarztes Dr. Becker und von Dr. Simon in 
Kilossa sind im vorigen Jahre eine Reihe anthropo- 
logischer Messungen u. s. w. an Eingeborenen 
Deutsch-Ostafrikas aus 32 verschiedenen Stämmen 
nach dem von Professor Virchow vorgeschriebenen 
Schema vorgenommen worden. Die eingesandten 
Aufnahmen und Zeichnungen sind von Professor 
Virchow bearbeitet und sind Gegenstand der Ver- 
handlungen der Berliner anthropologischen Gesellschaft 
in der Sitzung vom 19. Oktober v. Is. gewesen. 
Eine systematische Bearbeitung des Ergebnisses der 
Aufnahmen befindet sich in dem jetzt vorliegenden 
gedruckten Berichte über die genannten Verhandlungen. 
Kamerun. 
Dasenarbeiten. 
Im Laufe des Januars sind die sämmtlichen im 
Kamerunfluß liegenden Bojen nebst Ankern und
        <pb n="258" />
        Ankerketten durch den Regierungsdampfer „Nachtigal“ 
ausgenommen, einer gründlichen Reparatur unter- 
zogen und wieder ausgelegt worden. 
Gemüsebau im Garten des Raiserlichen Souvernements. 
Der Gemüsebau, welcher früher mehrfach ver- 
geblich hier versucht worden ist, hat neuerdings unter 
Leitung des Kunstgärtners Lehmbach gute Resultate 
ergeben. Der Boden ist von ihm nach curopäischer 
Art rigolt, mit verrottetem Kompost versehen und 
dann mit flüssigem Dünger begossen worden. Die 
Sämereien haben J. C. Schmidt in Erfurt und 
J. Klar in Berlin geliefert. 
Es gediehen bisher folgende Gemüse: 
Buschbohnen: engl. Treib-, Sion House-, Wachs-, 
Dattel-, Zucker-, Butter-, Brech-, Prinzeß= und 
frühe Neger- 
Kraut: Erfurter großes weißes, Berliner großes 
weißes, Markthallen-, Erfurter blutrothes, hollän- 
disches blutrothes frühes; 
220 
Wirsing: Oberräder, Johannistags-, Ulmer niedriger 
früher; 
Kohlrabi: Wiener früher weißer und blauer Treib-, 
Erfurter Dreienbrunnen--; 
Blätterkohl: halbhoher mooskrauser; 
Gurken: japanische Klettergurke, Prescot Wonder, 
Noas Treib-, Königsdörfer unermüdliche; 
Rettich: Münchener Bier-, schwarzer Winter-- 
Radies: runde karminrothe, Non plus ultra; 
Karotten: Nantaise, Altringham, Duwicker, Pariser 
Treib-; 
Petersilie: Schnitt-, gefüllte krause, Wurzel-, Ruhm 
von Erfurt. 
Von Blumen gediehen bisher: Balsaminen, 
Gaillardien, Georginen, Helichrysen, Gomphrenen, 
Petunien, Zinnien, Anthirrhinum, Ammobium, Dian- 
thus chinensis, Tagetes, Galliopsis. 
Die zum Anbauversuch nach hier gesandten 
Samen von Encalyptus globulus, Mülleriana, 
deliciosa, rostrata gingen dagegen leider infolge 
übermäßiger Feuchtigkeit zu Grunde. 
  
T#go. 
Uebersicht über die im deutschen Schutzgebiete von Togo anfässigen Deutschen und Fremden am 31. Dezember 1895.5) 
a. Nach Staatsangehörigkeit und Stand ober Gewerbe. 
b. Nach Maßgabe ihres Wohnsitzes. 
  
  
  
  
  
  
  
  
Staatsangehörigkeit Stand oder Gewerbe 
#82t 
Staatsangehörigkeit 
*1½· 
A 
Deutsche 70 22 256 22 
Oesterreicher 2 — — 2 
i 1 — — 1 
Franzosen 7 — 7 — 
Engländer. 1 — 1 — 
Holländer 2 — — 2 
—— 83 22 34 27 
Hierzu weibliche Personen 13 
Zusammen] 96 
Ferner waren von weiblichen Personen ansässig: 11 Deutsche, 
1 Schweizerin, 1 Engländerin. 
Außerdem waren am 31. Dezember 1895 vorübergehend 
anwesend: 2 deutsche Kaufleute, 2 deutsche Ingenieure, 
1 deutscher Offizier und 1 französischer Kaufmann. 
Rus dem Bereiche der Wissionen 
Das Missionshaus der Väter vom heiligen Geist 
in Knechtsteden nimmt, „Gott will es“ zufolge, einen 
guten Fortgang. Die Schule, worin junge Leute zu 
Missionaren für Deutsch-Ostafrika herangebildet werden 
sollen, ist bereits eröffnet und zählt 9 Schüler. Ferner 
sind 9 Brüderpostulanten eingetreten, 4 Patres be- 
sorgen den Unterricht, während 3 Laienbrüder die 
6 *) Vergl. Deutsches Kolonialblatt 1895, S. 226. 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Staatsangehörigkeit und Anzahl 
2 2 - S3S S 8 2 
——.. . S 
WohG333 
—1119 
1 l 
Sebbe...851 – 9 
Klein-Popo22 4— —— 4— 1 81 
Porto Seguro 1 — 1— 1.— 1 4 
Togo 3 — — — 1r — — —3 
Lome 20 — 1— 2 27) —5 
Misahöh. 1—— — —— —1 
Palime 2 — — — — — — 
Worawora- 1 — —— — — 1 
« sss 5 5 — ii % — — — 10 
Amedsowe 4 1— 1 —— —7 
Kete 3 — —— — —— — — 
Zusammen] 70 1112/ 11 7 2|26 
*) einschließlich 1 Frau. 
  
Ferner waren am 31. Dezember 1895 vorübergehend an- 
  
wesend: in Klein-Popo 2 Deutsche und 1 Franzose, in 
Misahöh 3 Deutsche. 
und der Untilsklaverei-Bewegung. 
zeitlichen Geschäfte erledigen. Der Superior 
Acker hat also bereits für eine Familie von 
25 Köpfen zu sorgen. Jeden Tag melden sich solche, 
die eintreten wollen, aber es fehlt an Mitteln, sie 
anzunehmen und für den Missionsberuf auszubilden.
        <pb n="259" />
        Am 19. Februar wurden im Hafen zu Hamburg 
nach Kamerun eingeschifft: P. Georg Walter, Su- 
verior der Pallottiner in Ehrenbreitstein, P. Ludwig 
Ott aus Regensburg und die Fratres Karl Reiß 
aus Bielitz und Schubert aus Heidingsfeld. P. 
G. Walter kam vor zwei Jahren krank aus Afrika, 
erholte sich aber sichtlich während seines Aufenthaltes 
in Deutschland. 
Die Mission der Pallotiner in Kamerun hat 
leider den Tod der Missionare Martin Hahnen- 
winkel und P. Jakob Mayer zu beklagen. Der 
Letztere ist nur 2½ Monate im Schutgebiete thätig 
gewesen. 
Die Zahl der Missionare der Rheinischen Mission 
beträgt nach einem Aufsatz des Missionsinspektors 
Dr. Schreiber in der Zeitschrift „Die evangelischen 
Missionen“ etwa 100. Davon sind 72 erst in den 
letzten 20 Jahren ausgesandt. Von den anderen 
28, die also alle 20 Jahre oder mehr im Dienste 
stehen, sind es 18, darunter 10 in Indien, welche 
25 oder mehr Dienstjahre haben, und unter diesen 
wieder 10, darunter allerdings nur 3 in Indien, 
welche es bis auf 30 Jahre oder mehr in diesem 
Jahre gebracht haben. Unter den ersten 40 haben 
24 eine Amtsdauer von durchschnittlich 38 Jahren 
und eine Lebensdauer nach ihrer Ordination von 
45½ Jahren gehabt. 
Aber freilich hat es in der Mission auch nicht 
an schmerzlichen Todesfällen von jungen Missionaren 
gefehlt und gerade in den letzten zehn Jahren haben 
sich diese auffallend gemehrt. Von den 220 bis 
jetzt ausgesandten Missionaren sind es fast 30, die 
nach ein oder zwei, höchstens drei bis vier Jahren 
schon vom Herrn abberufen sind. Unter diesen so 
früh Vollendeten befinden sich 6, die ermordet worden 
sind, nämlich die 4 Missionare Hofmeister, Rott, 
iegand und Kind, die auf Borneo im Jahre 
1859 ermordet wurden, und die beiden Scheidt und 
Bösch, die im Jahre 1891 auf Neu-Guinea ihr 
Leben verloren. Von den anderen sind zwei, Kähler 
und Wackernagel, ertrunken, beide eben als sie im 
Lande ihrer Bestimmung angekommen waren, und 
einer, Barkemeier, hat erst vor wenig Monaten 
durch ein Unglück mit dem Gewehr sein Leben ver- 
loren. Die übrigen alle sind durch Krankheiten hin- 
weggerafft worden. 
Wie schon oben erwähnt, sind gerade in den 
ersten 25 Jahren verhältnißmäßig viele Missionare, 
nämlich 11 aus unseren Diensten ausgetreten. Von 
da an waren es bedeutend weniger, im Ganzen von 
220 bis jetzt ausgesandten 39. Bei den allermeisten 
von diesen waren es Gesundheitsrücksichten, die sie 
zum Austritt veranlaßten, und mehr als drei Viertel 
derselben haben später entweder in Südafrika oder 
Nordamerika oder auch hier in der Heimath eine 
Anstellung als Pastoren gefunden. 
221 
  
Aus Utengule (Deutsch-Sasualand,') Ostafrika) 
meldet der Missionar der Brüdergemeinde Richards 
am 12. August und 12. September 1895, daß er 
an die Aufführung eines zweckentsprechenden kleinen 
Gebäudes aus Luftziegeln zu gehen gezwungen war, 
da die Termiten die hölzernen Häuser zerstörten. 
Leute von dem herrschenden Stamm der Sango, 
der Bewohner Utengules, waren nicht zur Hülfe zu 
haben. Theils mußten sie für den Merere viel ar- 
beiten, theils waren sie mit Einheimsen ihrer reichen 
Ernte beschäftigt. Dagegen brachten die Safua aus 
ihren Schluchten auf sehr steilen, beschwerlichen 
Pfaden das in der ganzen Gegend rare Holz herbei, 
während Nyika-Leute, in Kolonnen von 10 bis 
20 Mann sich zur Arbeit anbietend, das Ziegel- 
streichen und Mauern unter Leitung jener über- 
nommen haben. Der genannte Missionar will, wenn 
thunlich, noch eine kleine Erforschungsreise machen 
nach Norden in das große Nyika-Gebiet und Vinigu, 
das sich bis nach Moenso erstreckt und zwischen 
Rukua= (Rikwa= oder Leopold-) See und Ruaha- 
Fluß liegt. 
Von Ipiana, der südlichsten, nahe am Nyassa- 
see gelegenen Station der Brüdergemeinde meldet 
Missionar Häfner am 25. August und 21. Sep- 
tember 1895, daß er sich wohl befinde, die Geschwister 
Ledonx alle 14 Tage an sich einstellenden Fieber- 
anfällen leiden. Auch hier sind Bauarbeiten nöthig 
geworden, zunächst die eines Güterschuppens. Bald 
werden aber die Wohnhäuser an die Reihe kommen 
müssen, sind doch schon jett innerhalb eines knappen 
Jahres manche Pfosten von den sehr übel hausenden 
Termiten ganz zerfressen. Die Missionsdirektion 
hat ihre Zustimmung dazu gegeben, daß Ipiana als 
dauernde Missionsniederlassung und nicht mehr bloß 
als zeitweilige Versuchsstation gelten soll. Bei der 
Nähe des Sees empfiehlt sie sich ausgezeichnet 
als Stapelplatz für die Bedürfnisse der ostafrikani- 
schen Mission, und was noch wichtiger, Arbeit 
gicbt's vollauf, denn die ganze Gegend ist dicht be- 
völkert. Man hegte anfangs gesundheitliche Be- 
denken. Völlig unbegründet sind diese auch insofern 
nicht, als man Inpiana durchaus für die heißeste der 
Stationen erklären mus. 
Von Rungue, der Mutterstation der Mission, 
meldet Missionar Th. Meyer am 13. September 
1895, daß auch hier allerhand äußere Arbeit nöthig 
war, wie das Decken eines Hauses, die Ausbesserung 
einiger mit Umfall drohender Wirthschaftsgebäude 
und die Aufführung eines neuen Stalles. Erfreulich 
war, daß man nicht mehr fremder Männer, sondern 
Eingeborener aus der Umgegend sich bedienen konnte, 
die ebenso wie die verwendeten Weiber fleißig schafften 
(bei achtstündiger Arbeit im Durchschnitt 1900 bis 
2000, an besonders günstigen Tagen 2300 Lehm- 
ziegel), erfreulich auch das Verständniß der Ar- 
  
*) Gewöhnlich Usapa oder Usafa genannt. Urori und 
Varori ist ein anderer Name für Sango.
        <pb n="260" />
        beiter, die geräuschlose Willigkeit, der anständige Ton, 
der unter ihnen herrschte — ein großer Fortschritt 
gegen früher. 
Nach später eingetroffenen Briesen des Missionars 
Meyer ist das ihm gesandte Harmonium glücklich und 
unversehrt in Rungue angelangt, nachdem es über ein 
Jahr in Iniana gestanden. Nambasika besorgte mit 
30 Eingeborenen die Beförderung zu voller Zu- 
friedenheit. Nach gründlicher Reinigung und In- 
standsetzung einzelner Töne überraschte es die Em- 
pfänger freudig durch seinen kraftvollen Wohllaut. — 
Die Trauung der Schwestern Jepsen und Künzel, 
die laut anderweitiger Nachrichten vom 20. November 
1895 auf ihrer Reise bis zum Schire vorgedrungen 
waren, mit den Missionaren Bachmann und Häfner 
wird hoffentlich Ende November bis Anfang Dezember 
stattgefunden haben. Eine Zusammenkunst mit Mis- 
sionar Kretschmer von Rutenganio hatte Missionar 
Meyer am 11. Oktober auf dem Berge Ninkuyn, 
der zwei Stunden südlich von Rungue und zwei 
Stunden ostnordöstlich von Rutenganio liegt. an 
kann von dem Gipfel aus beide Stationen wie die 
Spitzen des Mbeyaberges bei Utengule, ja bei klarer 
Luft den See mit der Ikombehalbinsel und der 
NRumbirabucht sehen. Theils wollten die Brüder an 
Ort und Stelle sich über die Dorsschaften ver- 
ständigen, in denen jeder von seiner Station aus 
das Evangelium verkündigen sollte, theils wollte 
Missionar Meyer sich noch einmal durch eigenen 
Augenschein davon überzeugen, in welcher Weise am 
besten eine Abgrenzung der beiderseitigen Arbeits- 
gebiete zwischen den Berliner Brüdern und der 
Brüdermission zu treffen sei. Denn am 16. Oktober 
brachte ihn ein achtstündiger Marsch nach dem in 
großartiger Umgebung gelegenen Muakaleli (Mua- 
kareri), wo von Donnerstag den 17. bis Sonnabend 
den 19. Oktober eine Konferenz mit den Berliner 
Brüdern stattfand, zu der Missionar Richard von 
Utengule aus auch am Donnerstag Abend emtraf. 
Die Zustimmung der beiderseitigen heimathlichen 
Missionsdirektionen vorbehaltend, machte man Fol- 
hendes aus: Der Gedanke eines sogenannten „neu- 
tralen Gebiets'“ am See zwischen den Mündungen 
der Kibira und der Möaka, in welchem Missionare 
beider Gesellschaften arbeiten sollen, wird als un- 
zweckmäßig abgelehnt. Die Thätigkeit im Gebiet 
des Häuptlings Muanyabala (Muandiabara) an der 
Mündung der Mkbaka wird den Missionaren der 
Brüdergemeinde zugewiesen, da sie von deren Station 
Ipiana leichter auszuüben ist als von Ikombe aus, 
zumal Versuche mit dem Dampfer „Paulus“ (den 
Verliner Brüdern gehörig und in Ikombe stationirt) 
ergeben haben, daß die Mkaba-Mündung mit ihrer 
wechseluden Barre keine zuverlässige Einfahrt gewährt. 
Die Mbaka weiter stromaufwärts und in ihrem 
Quellgebiet soll sie und die Suma (ein Nebenbach 
der Mbaka im Quellgebiet letzterer) wie bisher die 
Grenze bilden. Das Gebiet der Safua, welches 
Missionar Richard auf seinem Marsch durchwanderte 
222 
  
und welches ein gutes Stück nördlich von Muakaleli 
und Rungue liegt (beide Stationen liegen auf der 
Karte unter gleicher Breite, in einer wagerechten 
Linie), soll wegen seiner Lage und Zugehörigkeit zu 
Merere der Brüdermission überlassen werden, wäh- 
rend man die Frage nach Besetzung des Buanyi- 
gebictes, östlich von den Sasua, offen lassen will 
bis zur Klärung des getrübten politischen Verhält- 
nisse; am natürlichsten wird es wohl dann von 
Muakaleli aus, von den Berlinern Brüdern, in 
Angriff genommen werden, die außerdem eine Aus- 
dehnung ihres Werkes nach Süden zu am Seeufer 
planen und Amaliabay nächstens besetzen wollen. — 
Der sprachseste Berliner Missionar Nauhaus hat 
bereits eine Uebersetzung des Lulasevangeliums 
fertiggestellt, die nächstens im Druck erscheinen soll. 
Die aus 7 Berlinern und 2 Missionaren der Brüder- 
gemeinde bestehende Konferenz erließ ein Schreiben 
an die deutsche Regierung in Langenburg. Sie 
sprach darin ihren Dank aus für alle erfahrene 
Unterstützung und Hülfe, die der Mission bisher von 
den Behörden geleistet worden. 
Für Otjimbingue, die Station des Missionars 
Meyer, ist nach den „Berichten der Rheinischen 
Mission“ jüngst eine wichtige Entscheidung gefällt. 
Laut eines alten Kaufvertrages aus dem Jahre 
1864 besitzt nämlich die Rheinische Missionsgesell- 
schaft ein Anrecht auf den Platz sammt dem dazu 
gehörigen Weidefeld auf dem Südufer des Tsoakhaub. 
Gerade bei den jetzt allenthalb g Grenz 
regulirungen war es nöthig geworden, diese Rechte 
anzumelden. Durch eine Entscheidung des Kaiser- 
lichen Gerichtes in Windhoek vom 3. Oktober 1895 
ist dieser Kaufvertrag für rechtsgültig und dement- 
sprechend die Rheinische Mission als Eigenthümerin 
des Platzes erklärt worden. Der Bestand der 
Station, der ohne das südlich vom Tsoakhaub ge- 
legene Weidefeld in Frage gestellt worden wärc, ist 
dadurch gesichert. Ob ein weiterer Platz, Namens 
Ahniwood, der Mission noch zugesprochen wird, da- 
rüber schweben noch die Verhandlungen. 
Otjimbingue liegt so recht eigentlich an der durch 
den Tsoakhaub laufenden Hauptverkehrsader von der 
Walfischbai her nach Windhoek. Wie groß oft der 
Verkehr ist, geht daraus hervor, daß 10 000 bis 
12 000 Zuchtochsen jährlich zweimal, d. h. auf dem 
Hin= und Rückweg, den Platz passiren. Durch diesen 
großen Verkehr haben die Bewohner manche Vor- 
theile. Die äußeren Verhältnisse heben sich darum 
auch zusehends, besonders bei den armen, gedrückten 
Bergdamara. Einige haben ganz nette Riethäuser, 
darinnen die Hausfrau mit Umsicht waltet. Auf 
der anderen Seite hat der Verkehr aber auch manche 
Nachtheile im Gefolge. So die Gefahr, daß die 
für die Rinder so gefährliche Lungenseuche einge- 
schleppt wird, und einen fast beständigen Futter- 
mangel auch trotz des reichlichen Regens, der im 
letzten Jahre fiel.
        <pb n="261" />
        Auch in Okahandja unterhält die Mission eine 
Station. Okahandja ist insofern der Hauptort des 
Hererolandes, als hier Samnel Maharero, der Ober- 
häuptling des ganzen Volkes, seinen Sitz hat. Seine 
Oberhäuptlingschaft ist jetzt im ganzen Lande fast 
anerkannt; die Regierung hat die Anerkennung 
überall mit Nachdruck gefördert. Hier befindet sich 
auch das Gehülfenseminar, das Augustineum, unter 
Leitung des Präses der Hereromission, Viehe. Major 
Leutwein und Regierungsassessor Lindeq uist haben 
bei ihrem letzten Aufenthalt in Okahandja ihrem 
Wohlwollen für die Mission dadurch Ausdruck ge- 
geben, daß sie für das Augustineum jeder 100 Mark 
spendeten. 
In Otjosazu ist Missionar J. Irle thätig. 
Missionar Lang wirkt in Otjihaenena. 
Die Station Omararu war über drei Jahre 
ohne Missionar. Sie stand in der Zeit, so gut es 
ging, unter der Pflege des benachbarten Missionars 
Bernsmann von Omburu. Jetzt ist der Missionar 
Dannert zurückgekehrt. Am 18. Juni hielt er 
wieder seinen Einzug in seine alte Station. Das 
Haus ist jetzt mit Wellblech neu gedeckt. 
Leider muß Omburu eine Zeit lang unbesetzt 
bleiben. Der Missionar Bernsmann hat am 
21. November seine Urlaubsreise angetreten. 
Die Station Otjozondjupa hat sich seit ihrer 
Wiederaufnahme (1891) unter dem Missionar Eich 
sehr schön entwickelt. 
Aus Vlavolo schreibt ein Pater der Kongre- 
gation vom göttlichen Herzen Jesu unterm Novem- 
ber v. Is. Folgendes: 
In Blavolo häuft sich die Arbeit durch Bekeh- 
rungen derartig an, daß beinahe ein Missionar allein 
nicht mehr genügt. Schon jetzt ist die Zahl aller 
der hier Getauften 797, und nach einem Jahre wird 
sie sicher über 1000 sein; denn nach den Malagunan= 
leuten sind schon wieder neue Gruppen bereit, sich 
unterrichten und taufen zu lassen. Ich muß jetzt 
schon jeden Sonntag zwei heilige Messen lesen, die 
erste mit Predigt für die Männer, die zweite mit 
nachfolgendem Unterrichte für die Frauen. Die 
Männer allein füllen schon die ganze Kirche; die 
Frauen sind allerdings nicht so zahlreich. 
223 
  
Masten und Tauen mit Blumen geschmückt, die ge- 
schmückten Auslegerkähne der Wilden. Es nahmen 
an der Einweihung theil 23 Herren von der Ver- 
waltung und Pflanzung in Herbertshöhe, Offiziere 
vom Kriegsschiff, Vertreter aller Firmen und Privatc, 
sowohl von der Weißen Bucht als von der Nordküste. 
Rus fremden Rolonien. 
Landgesetzgebung in der Rapkolonie. 
Die in der Kapkolonie bestehende Landgesetzgebung 
hat zuletzt durch den Crown Land Disposal Act 
and Leasing Acts Amendment Act vom 6. August 
1895 wichtige Abänderungen bezw. Zusätze erfahren. 
Die bisherige Entwickelung der Landgesetzgebung 
in der Kapkolonie ist folgende: 
In den ersten Jahrzehnten der holländischen 
Herrschaft war die unentgeltliche Vergebung von un- 
vermessenem Lande üblich. Nach drei Jahren ging 
das in Anban genommene Stück in den Besitz des 
Kolonisten über. Garten= und Weideland wurde 
ohne Gebühr verpachtet. Als die Bevölkerung dichter 
wurde und die Nachfrage wuchs, wurde Land für 
eine Abgabe in Pacht immer für ein Jahr gegeben. 
Das Pachtland war verkäuflich. Entschädigung für 
die aufgewendete Arbeit erhielt der Kolonist bei Er- 
löschen der Pacht nicht. 1703 wurde die Pacht auf 
24 Dollar neben einer Stempelabgabe von 6 Dollar 
bemessen. 
Auch Grundstücke mit beschränktem Eigenthums- 
recht wurden seitens der holländischen Verwaltung 
vergeben. Die Besitzer mußten gewisse Ertrags- 
antheile abliesern und das ganze Land kultiviren 
und bepflanzen. Terrains von 60 Morgen wurden 
gegen bestimmte Zahlungen in ewige Pacht gegeben. 
1732 wurde die Erbpacht von Land zunächst auf 
15 Jahre zu 1½ sh vom Morgen eingeführt und 
der Pachtvertrag bei Ablauf immer wieder erneuert. 
Die Engländer übernahmen diese holländischen 
Einrichtungen bei Erwerbung der Kolonie. 1814 
wurde allen Pächtern von Land auf Zeit die Ein- 
gehung eines Erbpachtvertrages freigestellt. Nur 
Wenige machten aber davon Gebrauch. Die Erb- 
pächter waren verpflichtet, ihr ganzes Land binnen 
Am 27. Oktober, gerade vier Wochen nach der 
letzten Taufe, empfingen hier 270 Erwachsene auf 
einmal die Firmung. 
dem 28. Oktober, sand in Gegenwart des Bischofs 
die feierliche Einsegnung der neuen Kirche statt. 
Zu der Feier waren bei der Station ferner in 
Am darauf folgenden Tage, 
Flaggenschmuck erschienen: die bischöfliche Yacht, die 
zum Zwecke des Aufsammelus von Waisenlindern 
aus den Inseln von der Mission in Sydney er- 
worben worden ist, die „Zoch“, ein Handelsschiff der 
Firma Hernsheim &amp; Co., und die „Suga“, ein 
Handelsschiff der Deutschen Handels= und Plantagen- 
gesellschaft aus Mioko. Dazu kamen Boote, an 
* 
drei Jahren zu bewirthschaften. Erst nach dieser 
Zeit war anfänglich eine Veräußerung gestattet. 
1843 wurde der öffentliche Verkauf von Grundbesitz 
zu mindestens 2 sh für den Aere eingeführt. Alles 
freie Land stand zur Auswahl offen und wurde erst 
bei der Vergebung auf Kosten des Käufers ver- 
messen. 
1856 ordnete ein Gesetz an, daß alles freie 
Land gegen eine jährliche Zahlung und Tragung der 
Vermessungsgebühr verkauft werden könne. 
1864 wurde Verpachtung von Kronland auf 
21 Jahre im Wege der Versteigerung eingeführt. 
Die Pächter konnten später das Land gegen Zahlung
        <pb n="262" />
        eines von der Verwaltung zu ermittelnden Preises 
in ewige Erbpacht erwerben. 
Die Landakte von 1878 bestimmte, daß alles 
verfügbare Kronland im Auktionswege au den die 
höchste jährliche Zahlung Bietenden in ewige Erb- 
pacht gegeben werde. Der Erbpächter sollte nach 
Leistung bestimmter Zahlung den Erbpacht-Besitztitel 
erhalten. 
Die jährliche Pachtzahlung konnte durch eine ein- 
malige Zahlung des wenigstens 20 fachen der Jahres- 
pacht abgelöst werden, ohne daß dadurch das Rechts- 
verhältniß geändert wurde. 
Ausgenommen vom öffentlichen Verkauf blieben 
Ländereien, welche die Nachbarn beanspruchten, Ge- 
meindeländereien, Wälder, Mineraldistrikte, Seeküste, 
Fischereistationen, Ausspanne, militärisch wichtige Ge- 
biete, Terrains für Einwanderer. 
Stadt= und Dorsplätze wurden ebenfalls in Erb- 
pacht gegeben. 
Erbpächter und sonstige Landbesitzer konnten an 
ihr Terrain stoßende Grundstücke direkt von der 
Regierung ohne Auktion kaufen. 
Unentgeltliche Landzutheilung im öffentlichen In- 
teresse blieb dem Parlament vorbehalten. 
Ein Gesetz von 1882 erleichterte die Ansiedelung 
kleiner Bauern in der Weise, daß es Leuten über 
21 Jahre alt und die nicht mehr als 250 Morgen 
besaßen, gestattete, vermessene Landstücke von 10 bis 
250 Morgen sich direkt, ohne Auktion, in Erbpacht 
geben zu lassen. Die Leute müssen 1 sh für den 
Morgen hinterlegen, jährlich //0 des Werthes des 
Landes als Pacht zahlen, innerhalb sechs Monate 
nach Ertheilung der Lizenz auf dem überwiesenen 
Lande sich niederlassen, drei Jahre lang darauf 
wohnen und es binnen zwei Jahren einzäunen oder 
zum 20. Theil bebauen. Nach fünf Jahren erhalten 
sie den Erbpacht-Besitztitel. 
1887 ist eine nochmalige Landakte ergangen, 
welche die 1832·er ungeändert gelassen, im Uebrigen 
aber allgemein die Veräußerung des Landes im 
Wege der Auktion eingeführt hat. Die Zahlung des 
Preises darf auf einmal oder in Raten erfolgen. 
Zur Sicherung des restirenden Kaufgeldes, welches 
mit 4 pCt. zu verzinsen ist, wird zu Gunsten des 
Gouvernements eine Hypothek auf das Grundstück 
eingetragen. Die Bergrechte bleiben der Krone 
überall vorbehalten. 
Die Anlage von Straßen, Eisenbahnen, Dämmen, 
Wasserwerken u. s. w. innerhalb des versteigerten 
Landes ist gegen angemessene Entschädigung jederzeit 
zu gestatten. Handelsstationen können den Tradern 
auch ohne öffentliche Versteigerung gegen einen vom 
Gouvernement zu bestimmenden Preis überlassen 
werden. Ebenso bedarf es bei Inseln mit Guano, 
Eiern u. s. w., bei Landstrecken, die aus öffentlichen 
Wasseranlagen berieselt werden, und bei Ueberweisung 
von Land an Gemeinden keiner Auktion. 
Das oben angeführte, zuletzt ergangene Gesetz 
Crown Land Disposal Act and Leasing Acts 
224 
  
Amendment Act von 1895 enthält im Wesent- 
lichen folgende neue Bestimmungen: 
Die nach dem Agricultural Lands Act von 
1882 bezw. dem Crown Lands Disposal Act von 
1887 zu entrichtende Rente kann zu jeder Zeit durch 
Zahlung ihres 20 fachen Betrages abgelöst werden. 
Auch die Ablösung eines Theiles der Rente ist zu- 
lässig. Doch wird durch die gänzliche oder theilweise 
Ablösung der Rente, zu welcher die Zustimmung 
des Gouverneurs erforderlich ist, an der rechtlichen 
Natur des Besitzverhältnisses nichts geändert. 
In Ergänzung des Crowmn Lands Disposal 
Act 1887 wird bestimmt, daß die zur Sicherung 
des Restkaufgeldes zu bestellende Hypothek innerhalb 
13 Monate nach dem Verkaufe eingetragen werden 
muß, widrigenfalls der Schuldner bis zum Ablaufe 
des 18. Monats nach dem Verkaufe eine Strafe von 
1 sh pro Tag zu zahlen hat. Nach dieser Frist 
wird der gesammte Rest des Kaufgeldes fällig. Das 
zuständige Gericht hat den Schuldner dann zur 
Zahlung des Kaufgeldes und der Strafe zu ver- 
urtheilen. Zahlt er trotz des Urtheils nicht, so wird 
der Kaufvertrag für null und nichtig erklärt und die 
bereits auf das Kaufgeld geleisteten Zahlungen sind 
zu Gunsten der Regierung verfallen. 
Ferner enthält das neue Geseß eine Abänderung 
der Zahlungsbedingungen bei einem die Summe von 
25 Pfd. Sterl. nicht übersteigenden Kaufpreise. Der- 
selbe soll entweder sofort oder nach Stellung zweier 
Bürgen und unter Verzinsung von 4 pPEt. spätestens 
innerhalb dreier Jahre bezahlt werden. Im Falle 
nicht pünktlicher Zahlung ist die Regierung berechtigt, 
den Kaufvertrag aufzuheben und die bereits ge- 
leisteten Zahlungen einzubehalten. 
Ferner wird in Abänderung des Agricultural 
Land Act 1882 bestimmt, daß Kronland nur solchen 
Personen übertragen werden darf, welche überhaupt 
noch kein Land in der Kolonie besitzen. Statt des 
bisher vorgeschriebenen dreijährigen Aufenthaltes auf 
dem überwiesenen Lande wird ein fünfjähriger Auf- 
enthalt verlangt; auch ist eine Uebertragung des Be- 
sitzes während dieses Zeitraums verboten. Dagegen 
ist das frühere Ersorderniß, das Land innerhalb 
zweier Jahre zu umzännen, bezw. ½/20 desselben in 
Kultur zu nehmen, fortgefallen. Erfüllt der Be- 
liehene die ihm in der Lizenz auserlegten Pflichten, 
so wird ihm nach Ablauf der fünfjährigen Frist das 
Grundstück dauernd überwiesen, wofür er 15 Jahre 
hindurch ½0 des Grundwerthes als Rente zu 
zahlen hat. 
Endlich ist bestimmt, daß Jemandem, der ein 
Stück Kronland bona üde mindestens zehn Jahre 
besessen und dasselbe mit dauernden Verbesserungen 
versehen hat, ohne Eigenthümer nebenliegender Grund- 
stücke zu sein, dieses Kronland von der Regierung 
mit Zustimmung gesetzgebender Körperschaften gegen 
einen angemessenen Preis überlassen werden kann. 
on den 141 648 169 Acres der Kapkolonie 
waren Ende 1892 veräußert 98 000 000, verfügbar
        <pb n="263" />
        — 225 — 
sind noch 43 640 963, worin aber Missionsstationen, 
die Reservate der Eingeborenen, Gemeindeländereien 
und Ausspanne einbegriffen sind. 
Hinsichtlich des Landes der Eingeborenen gilt 
ein Gesetz von 1879, wonach der Gouverneur einen 
Theil desselben in Loose zerlegen und dafür einzelnen 
Individuen Erbpacht-Besitztitel unter bestimmten Be- 
dingungen verleihen kann. Bestimmte Gebiete sollen 
als Gemeindeweide reservirt werden. 1882 waren 
18 366 Loose in verschiedenen Reservationen und 
Missionsstationen vermessen und 10 046 Erbpacht- 
Besitztitel ausgestellt. 
Bleibt eine Pacht zehn Jahre unbezahlt, ist der 
Platz verlassen und der Pächter unauffindbar, so 
wird das Land als verlassen aufgeboten und fällt 
nach drei Monaten, wenn sich kein Berechtigter meldet 
und die Zahlungen leistet, an die Krone zurück. 
Der Erwerb und die Verwaltung des Grund- 
besitzes in der Eingeborenenlokation des Glen Grey- 
distriktes ist durch ein besonderes Gesetz — Clen 
Grey Act 1894 — eingehend geregelt. 
Lehrreich in Bezug auf die Art und Weisc, wie 
England neuerdings in afrikanischen Gebieten die 
Landfrage ordnet, ist sein Vorgehen in Betschuanaland. 
Nach der Annexion dieses Gebietes wurde 1885 eine 
Kommission mit Prüfung aller dort vorhandenen 
Besitzansprüche betraut. Sie mußte zunächst Lände- 
reien, welche den Bedürfnissen der Eingeborenen ge- 
nügten, aussondern und den Rest als Kronland er- 
klären. Die darin von Europäern geltend gemachten 
Ansprüche wurden auf ihren Werth untersucht. Land- 
erwerbungen, bei denen die Veräußerer als nicht be- 
rechtigt zum Verkauf anzusehen waren, sowie die 
Ansprüche von Leuten, welche gegen England die 
Waffen geführt hatten, wurden für nichtig erklärt. 
Die als gültig angesehenen Landansprüche wurden 
in der Weise behandelt, daß die Inhaber das Land 
in Erbpacht gegen einc jährliche Zahlung von 1 sh 
für 100 Morgen zugetheilt erhielten. Alle Mineral= 
rechte wurden der Krone vorbehalten. 
Durch spätere Anordnung wurden 200 000 Acres 
als höchst zulässiges Maß einer Landkonzession, und 
10 Quadratmeilen, oder in Ausnahmefällen 100 
OQuadratmeilen, in einem Block bei einer Bergwerks- 
konzession bezeichnet. Für den Fall, daß Gesell- 
schaften Rechte auf größere Flächen bereits besaßen, 
wurden ihnen bestimmte Verpflichtungen auferlegt. 
— Es ist außerdem vorgesehen, daß keine Land- 
konzession anerkannt werden soll, soweit ihre Be- 
stimmungen den Verwaltungs= und Finanzinteressen 
der Kolonie widersprechen und ein Monopol, gesetz= 
liche Ausnahmestellung oder Steuerfreiheit bezwecken. 
Ueber die Einverleibung des Betschuanalandes 
in die Kapkolonie, welche im Jahre 1895 erfolgt ist, 
vergl. Kolonialblatt 1895 Nr. 24 S. 660 und 661. 
  
Rongostaat. 
Nach einer Mittheilung des „Journal des 
Intérèts Maritimes“ hat am 5. März d. Is die 
„Société belge du Haut Congo“ in Brüssel eine 
außerordentliche Generalversammlung abgehalten, 
welcher eine am 21. Februar d. Is. zwischen dem 
Staatssekretär des Kongostaates Edm. van Eetvelde 
und dem Generaldirektor der Gesellschaft Major 
Thys getroffenes Abkommen zur Genehmigung vor- 
gelegt wurde. 
Hiernach verpachtet die genannte Gesellschaft an 
den Kongostaat vorbehaltlich des Rechts des späteren 
Ankaufs durch den Staat vom 1. Juli 1896 ab 
bis Ende des Jahres 1901 für einen jährlichen 
Pachtzins von 350 000 Francs sechs ihrer Dampfer 
auf dem oberen Kongo. Der Staat übernimmt die 
Beförderung der Personen und Güter der Gesellschaft 
auf dem oberen Kongo zwischen dem Stanley-Pool 
und nach gemeinsamer Uebereinkunft noch näher zu 
bestimmende Depots zu dem gegenwärtig in Kraft 
befindlichen Tarif sowie den Trägerdienst zwischen 
dem Endpunkt der Eisenbahnlinie und dem Stanley- 
ool. Er garantirt auf beiden Linien ein Trans- 
portminimum von 12 000 Lasten pro Jahr strom- 
aufwärts und 400 Tonnen stromabwärts. Im 
Falle des Ankaufs der Dampfer verpflichtet er sich, 
die Fußtransporte der Gesellschaft bis zum 31. De- 
ember 1905 zu übernehmen, und zwar zu dem 
augenblicklich bestehenden Tarif, ohne jegliche differen- 
tielle Behandlung, unter der Bedingung, daß ihm 
allein die Gesellschaft die Beförderung ihrer Personen 
und Güter überläßt. Der Staat überläßt der Ge- 
sellschast die Ausbeutung des Elfenbeins und des 
Kautschuls in bestimmten Gebieten, indem er sich 
verpflichtet, dort keine „ Ccolte“ für eigene Nechnung 
vorzunehmen. Der Staat erhält das Recht, sich bei 
der Gesellschaft durch einen Kommissar vertreten zu 
lassen. Schließlich sollen noch folgende Nachtrags- 
bestimmungen zu diesem Abkommen in Kraft treten: 
1. Der Preis einer Trägerlast zwischen „Pool“ 
und dem Endpunkt der Eisen bahn darf 25 Francs 
nicht übersteigen. 2. Der Staat verpflichtet sich, die 
nothwendigen Neparaturen an den Dampfern zu dem 
um 20 pPéCt. für allgemeine Verwaltungskosten er- 
höhten Kostenpreise vorzunehmen. 3. Der Staat 
wird der Gesellschaft zu billigem Preise zehn an 
noch näher zu bestimmenden Orten neu einzurichtende 
Faktoreien überlassen. 
Baumwollenindustrie in Ostindien. 
Ueber den Einfluß der Einführung europäischer 
Fabrikation auf die Baumwollenindustrie im west- 
lichen Theile Ostindiens enthält eine im Jahre 1894 
in Bombay erschienene Schrift, deren Verfasser ein 
Inder, Namens Pestanji Soralji Kotval, ist, lehr- 
reiche Mittheilungen. 
Der Verfasser giebt zunächst einen kurzen Ueber- 
blick über die allgemeine Entwickelung der Baum-
        <pb n="264" />
        wollenindustrie, namentlich in England, seit der Er- 
findung moderner Maschinen und über den Einfluß 
der verbesserten modernen Fabrikationsweise auf den 
Handel zwischen England und Ostindien mit Baum- 
wolle und Baumwollenfabrikaten. 
Seinen Angaben über die interessante und wechsel- 
volle Geschichte dieser Handelsbeziehungen entnehmen 
wir Folgendes: 
Der Ursprung der Baumwollenindustrie ist in 
Ostindien. Viele Jahrhunderte lang deckte Indien 
den Bedarf der vorderasiatischen Länder und der 
östlichen Theile Afrikas an baumwollenen Kleidungs- 
stücken. Auch nach England entwickelte sich eine 
starke Ausfuhr der verschiedensten Baumwollenfabrikate, 
die besonders im 17. Jahrhundert durch die Thätig- 
keit der englisch= und holländisch-ostindischen Handels- 
gesellschaften eine große Ausdehnung gewann. Im 
Jahre 1621 berechnete einer der Direktoren der 
East India Company, Mr. Main, die jährliche 
Einfuhr indischer Kalikostoffe nach England auf 
50 000 Stück. Der Werth der Einfuhr indischer 
Baumwollenfabrikate steigerte sich im Jahre 1674/75 
auf 160 000 Pfd. Sterl. Die indischen Baumwollen- 
stoffe kamen in dieser Zeit derart in England in 
Aufnahme, daß dort bald darauf eine starke Gegenbewe- 
gung gegen ihre Einfuhr entstand, da durch sie die 
heimische englische Wollindustrie ruinirt zu werden 
drohte. Man suchte deshalb beim Beginn des 
18. Jahrhunderts sowohl in England wie in anderen 
europäischen Ländern die Einfuhr indischer Baum- 
wollenstoffe auf dem Wege der Gesetzgebung mög- 
lichst einzuschränken sowohl durch hohe Einfuhrzölle 
als durch gänzliche Verbote der Einfuhr unter An- 
drohung von Strafen. Im 17. Jahrhundert erklärte 
sogar das britische Parlament, der ostindische Handel 
schädige den nationalen Wohlstand, weil er dem 
Volke seine Reichthümer entziehe. 
Seitdem trat eine allmähliche, aber völlige Um- 
kehrung des Verhältnisses zwischen England und Ost- 
indien bezüglich des Baumwollenhandels ein. Wäh- 
rend die Baumwollenfabrikation in Indien fast ohne 
jede Verbesserung auf der seit uralter Zeit über- 
lieferten primitiven Herstellungsweise stehen geblieben 
war, entwickelte sich im Laufe des 18. Jahrhunderts 
in England eine eigene Baumwollenfabrikation, welche 
schließlich infolge der Amwendung moderner Maschinen 
einen solchen Umfang annahm, daß umgekehrt Indien, 
dessen Fabrikation dieser Konkurrenz unterlag, ein 
Hauptabsatzgebiet für die englischen Baumwollen= 
fabrikate wurde. 
Einige Daten mögen zur Veranschaulichung dieser 
Umwandlung dienen. In der ersten Hälfte des 
18. Jahrhunderts war Rohbaumwolle als Handels- 
artikel in England kaum bekannt. Die erste englische 
Baumwollenfabrik, welche im Jahre 1771 erbaut 
wurde, beschäftigte nur zehn Mädchen; die Maschinen 
wurden durch zwei Esel in Bewegung gesetzt. Im 
Jahre 1790 wurde die Wattsche Dampfmaschine als 
226 
  
Triebkraft eingeführt. Noch im Jahre 1800 konnten 
auf einem Webestuhl wöchentlich nicht mehr als vier 
Stück Zeug hergestellt werden. 1813 betrug die 
Zahl der mit Dampfkraft getriebenen Webestühle 
2400; sie wuchs bis zum Jahre 1833 auf 100 000 
bis 1860 auf 400 000. 
Im Jahre 1861 gab es in England mehr als 
2470 Baumwollenfabriken, 1885 nach zuverlässigen 
Angaben 2635. Die Zahl der Spindeln stieg von 
32 Millionen im Jahre 1863 auf 41 Millionen 
im Jahre 1885; in demselben Jahre betrug die 
Gesammtzahl der durch die Baumwollenindustrie 
direkt beschäftigten Personen mehr als eine halbe 
Million. 
Was den Gesammtexport von Baumwollenfabri- 
katen aus England anbetrifft, so betrug derselbe im 
Jahre 1861 im Ganzen 52 Millionen Pfd. Sterl.; 
er wuchs auf 67 Millionen Pfd. Sterl. im Jahre 1885 
und auf 71 Millionen im Jahre 1887; es ist dies un- 
gefähr ⅜/ des jährlichen Gesammtexports Englands. 
Nach Indien exportirte England schon im Jahre 
1862 Baumwollenfabrikate im Werthe von ungefähr 
9 Millionen Pfd. Sterl., 1866 im Werthe von 
ungefähr 13½ Millionen, im Jahre 1886/87 da- 
gegen von ungefähr 29 Millionen Pfd. Sterl. 
Mit der fortschreitenden Entwickelung der eng- 
lischen Baumwollenindustrie stieg gleichzeitig die 
Ausfuhr von Rohbaumwolle aus Indien nach Eng- 
land, und zwar von 5 Millionen Pfd. im Jahre 
1781 auf 1000 Millionen Pfd. im Jahre 1881. 
Mit der indischen Baumwolle trat die amerikanische 
in Wettbewerb. Noch im Jahre 1818 lieferte Indien 
eine größere Quantität Baumwolle nach England als 
Amerika, und zwar zu einem billigeren Preise als 
letzteres. Dann aber verdrängte die amerikanische 
Baumwolle die indische vom Markte infolge der 
Kultur einer längeren, stärkeren Faser und der An- 
wendung verbesserter Reinigungsmaschinen in Amerika. 
Auch die größere Sorgfalt bei der Ernte, billiger 
Transport bis zur Küste und niedrige Frachten be- 
günstigten die amerikanische Baumwolle. Außerdem 
hatte der indische Pflanzer unter den ihm nach- 
theiligen Maßnahmen der Regierung des eigenen 
Landes zu leiden, die eine möglichst hohe Steuer 
auf die Baumwollenkulturen legte und nichts für 
deren Förderung that. Die Folge war, daß der 
Export indischer Baumwolle nach England im Jahre 
1822 auf 2 Millionen Pfd. sank, während der 
Export aus den Vereinigten Staaten auf 100 Mil- 
lionen Pfd. Sterl. stieg. 
Zu gleicher Zeit war auch in Indien die ein- 
heimische Handweberei, durch die die werthvollen 
Musseline u. s. w. hergestellt wurden, nach langem 
Kampfe dem Mitbewerb der englischen Dampf- 
webereien endlich unterlegen. Denn die Einfuhr 
der indischen Fabrikate nach England wurde durch 
hohe Prohibitivzölle erschwert, während die englisch- 
indische Regierung die entwickeltere englische Industrie 
begünstigte durch Zulassung der Einfuhr ihrer Fabri-
        <pb n="265" />
        kate nach Indien zu laum nennenswerthen Zöllen. 
Dieser ungleiche Wettkampf konnte nur mit der Ver- 
nichtung der alten indischen Industrie endigen. Als 
dieselbe erreicht war, wurden in England die er- 
wähnten Prohibitivzölle aufgehoben. Erst neuer- 
dings ist ein Wandel darin eingetreten. 
Um die geerntete Rohbaumwolle, deren Absatz 
außerhalb Indiens, wie oben erwähnt, erschwert war, 
zu verwerthen, entstanden nämlich in verschiedenen 
Theilen Indiens Dampfspinnereien und -vebereien nach 
dem Vorbilde der modernen englischen Fabriken. 
Diese neue Industrie, welche ihren Ursprung nur der 
Nothlage der indischen Baumwollenkultur verdankt, hat 
seitdem einen beständigen Aufschwung genommen und 
hat noch eine große Zukunft vor sich. Denn die 
Vorbedingungen für das Gedeihen der modernen 
Baumwollenindustrie, nämlich: Hapital, Rohmaterial, 
Arbeitskräfte, Maschinen und Feuerungsmaterial, sind, 
wie der Verfasser der oben genannten Schrift eingehend 
nachweist, theils ebenso günstige, theils noch günstigere 
als in den meisten europäischen Ländern. Namentlich 
sind die Arbeitslöhne erheblich niedriger als in Eng- 
land, auch das Rohmaterial ist infolge des Fort- 
fallens des Seetransportes in Indien billiger als in 
England. 
Der Verfasser tritt — und dies ist der eigent- 
liche Zweck seiner Schrift — dringend für eine 
weitere Vermehrung der indischen Baumwollenindustrie 
durch Einführung der europäischen Fabrikationsweise 
ein. Es liegt auf der Hand, daß Indien auf den 
Import englischer Baumwollenfabrikate nicht ange- 
wiesen ist, sondern seinen eigenen großen Bedarf 
selbst herstellen kann. Auch erscheint die Hoffnung 
des Verfassers nicht ungerechtfertigt, daß die indische 
Industric mit der englischen auch außerhalb Indiens 
erfolgreich konkurriren kann und überhaupt Indien 
wieder wie früher der Hauptlieferant der Welt für 
Baumwollenfabrikate wird, namentlich mit Rücksicht 
darauf, daß die Baumwollenkultur in Indien noch 
einer großen Steigerung fähig ist. 
Eine Verwirklichung dieser Hoffnungen würde 
allerdings für England von ganz unabsehbaren 
Folgen sein, und es ist daher anzunehmen, daß die 
riesigen englischen Baumwollfabriken alles in ihren 
Krästen Stehende thun werden, um einem großen 
Ausschwung der indischen Industrie entgegenzu- 
wirken. 
Ueber den gegenwärtigen Umfang der Baum- 
wollenindustrie in der Präsidentschaft Bombay ent- 
hält eine im August v. Is. in Bombay erschienene 
statistische Uebersicht, welche das Jahr von Ende 
März 1894 bis Ende März 1895 umfaßt, folgende 
Angaben: 
In der Stadt und Insel Bombay bestanden 
66 Baumwollenfabriken (Spinnereien und Webereien), 
welche durchschnittlich täglich 72 600 Handarbeiter 
beschäftigten, nämlich 45 300 Männer, 17500 Frauen, 
  
227 — 
6500 jugendliche Personen und 3300 Kinder. Es 
wurden im Ganzen in dem genannten Jahre 
2710 634 Centner Baumwolle verarbeitet. Die 
Zahl der Spindeln betrug 2 019 902. 
Von den 66 Fabriken waren 59 im Besitze von 
Gesellschaften, das angelegte Kapital betrug gegen 
56 Millionen Rupies. 
Außerhalb der Stadt Bombay gab es in der 
Präsidentschaft noch 32 Baumwoklenfabriken; in diesen 
wurden durchschnittlich 25 600 Personen beschäftigt 
(15 200 Männer, 3700 Frauen, 4200 jugendliche 
Personen und 2500 Kinder). Verarbcitet wurden 
649 592 Centner Baumwolle; Zahl der Spindeln: 
619 246. 24 Fabriken waren im Besitze von Ge- 
sellschaften, deren Kapital 21 247 800 Rupies betrug. 
Die meisten der in der Präsidentschaft bestehenden 
Fabriken sind in den 1880er Jahren gegründet, nur 
wenige vor dem Jahre 1875. 
Fijiarchipel im Jahre 3894. 
Dem Jahresberichte über den Fijiarchipel für 
das Jahr 1894, welcher dem englischen Parlamente 
im Februar d. Is. vorgelegt ist, entnehmen wir 
folgende Angaben: 
Die Einnahmen der Kolonie für das Jahr 1894 
waren höher als in irgend einem Jahre seit 1884 
und betrugen 80 053 Pfd. Sterl. (gegen 76774 
Pfd. Sterl. im Jahre 1893); sie übersliegen die 
Ausgaben um 7850 Pfd. Sterl., während 1893 
infolge größerer öffentlicher Arbeiten sich ein Defizit 
von 9207 Pfd. Sterl. ergab. Die Einnahme aus 
den Zöllen betrug 37 677 Pfd. Sterl., aus den 
Steuern der Eingeborenen 18 678 Pfd. Sterl. Die 
Landverkäufe ergaben nur eine Einnahme von 271 
Pfd. Sterl. (gegen 279 Pfd. Sterl. im Jahre 1893). 
Die öffentliche Schuld der Kolonie ist von 
239 681 Pfd. Sterl. am Ende des Jahres 1893 
vermindert auf 224 677 Pfd. Sterl. und beträgt 
somit 1 Pfd. Sterl. 16 Schill. 10 Pence pro Kopf 
der Bevölkerung. 
Die Zahl der Bevölkerung betrug Ende 1894: 
121 867 (gegen 122712 Ende 1893). Die Zahl 
der Fijileute, welche 103 750 betrug, hat sich seit 
dem Vorjahre wiederum um 1112 vermindert; 
ebenso zeigt sich bei der übrigen farbigen Bevölke- 
rung eine weitere Abnahme. Europäcr wurden 2666 
gczählt, 192 mehr als im Vorjahre. 
Der Handel der Kolonie im Jahre 1894 ist 
größer gewesen als in irgend einem früheren Jahre; 
er bezifferte sich auf 867 333 Pfd. Sterl. und über- 
stieg damit den Werth des Handels im Jahre 1893 
um 235 603 Pfd. Sterl., den des Jahres 1883, 
welcher bisher der höchste war, um 65 040 Pfd.
        <pb n="266" />
        — 228 — 
Sterl. Auf den Import fielen davon 285 981 Pfd. 
Sterl., auf den Export 581 652 Pfd. Sterl. Weitaus 
am meisten sind die australischen Kolonien am Handel 
betheiligt (gegen 90 pCt.); es folgt dann Portugal 
mit 3,3 pCt. 
In der Einfuhr aus Australien ist auch die 
Einfuhr englischer Waaren mit inbegriffen. 
Die Hauptausfuhrartikel sind wie früher Zucker, 
Früchte und Kopra. Die Höhe des Zuckerexportes 
mit 27 265 Tons im Werthe von 436 245 Pff. 
Sterl. ist in früheren Jahren noch nicht erreicht 
worden. Die Ausfuhr von Früchten, welche sich 
gegen das Vorjahr wieder gehoben hat, steht mit 
49 115 Pfd. Sterl. hinter der Ausfuhr der Jahre 
1891 und 1892, welche etwas über 60 000 Pfd. 
Sterl. betrug, noch zurück. Die Ausfuhr von Kopra 
mit 5833 Tons im Werthe von 57 261 Pfd. Sterl. 
hat gegen die Ausfuhr der drei vorhergehenden 
Jahre erheblich zugenommen. 
Von destillirtem Spiritus, welcher zum ersten 
Mal 1893 in größerer Menge ausgeführt wurde, 
sind 133 971 Gallonen im Werthe von 16 746 Pfd. 
Sterl. ausgeführt gegen 106 920 Gallonen im 
Werthe von 13 365 Pfd. Sterl. im Jahre 1894. 
Am Schiffsverkehr während des Jahres 1894 
waren 135 Handelsschiffe mit 128 662 Tonnen be- 
theiligt; es ist dies ein Zuwachs von 42 Handels- 
schiffen gegen das Vorjahr, welcher hauptsächlich auf 
das Anlaufen der Dampfer der kanadisch-australischen 
Linie zurückzuführen ist. 
Von den Schiffen führten 124 die englische Flagge, 
dic deutsche Flagge keins. 
Die Landfläche der Kolonie wird auf 4 953 920 
Acres geschätzt. 422 998 Acres sind im Besitz von 
Europäern, von denen 41 031 Acres unter Kultur 
stehen, und zwar sind 18 603 Acres mit Kokos- 
palmen bepflanzt, 19 382 Acres mit Zuckerrohr. 
Die mit Kokospalmen und Zuckerrohr bepflanzte 
Fläche ist gegen früher angewachsen, während die 
mit anderen Produkten bepflanzte Fläche vermindert 
zu sein scheint. 
Rinderpest in Matabeleland. 
In Buluwayo ist die Rinderpest ausgebrochen. 
Maßregeln dagegen sollen, soweit als möglich, ge- 
troffen worden sein. 
Derschiedene Wikkhrilungen. 
Verzollung von Bananen. 
In dem neuen amtlichen Waarenverzeichniß zum 
Zolltarif für die Zeit vom 1. Januar 1896 ab sind 
Bananen als Obst rubrizirt. Dieselben werden dem- 
gemäß in frischem Zustande nach Position 9 k frei 
eingeführt und haben in getrocknetem Zustande statt 
30 Mk. nur 4 Mk. pro 100 kg nach Position 25 
Seite 2 zu zahlen. 
  
Vorlesungen über Kolonialbotanik 
werden während des Sommers und Herbstes im 
Königlich botanischen Garten und botanischen Museum 
seitens der Herren Professor Dr. Engler, Professor 
Dr. Schumann, Professor Dr. Volkens, Professor 
Dr. Urban, Dr. Warburg, Dr. Gilg, Dr. Harms, 
Dr. Lindau, Inspektor Perring und der Kustoden 
Dr. Dammer und Dr. Gürke gehalten werden. 
Die Vorlesungen finden unentgeltlich Dienstags von 
6 bis 8 Uhr statt. Allen Interessenten wird der 
Zutritt gestattet. 
Eine Rundreise nach den deutschen Nolonien- 
*—. . # — r51½ 
Mit dem neuen pp 
„Herzog“ der Ostafrika-Linie soll ein gwei um 
Afrika herum veranstaltet werden, in deren Verlauf 
sämmtliche deutschen Kolonien im schwarzen Erdtheil 
besucht werden sollen. Die Fahrt wird um die 
Mitte Juli von Hamburg aus angetreten, geht über 
Vlissingen und Lissabon, dann an der Westküste 
Afrikas entlang, wobei das Togoland, Kamerun und 
Deutsch-Südwestafrika angelaufen werden. In Kap- 
stadt verlassen die Reisenden den Dampfer, um den 
berühmten Diamant= und Goldgruben der Kolonie 
und Transvaal einen Besuch abzustatten. Im Traus- 
vaal soll dann in der Hauptstadt Pretoria und in 
Johannesburg Station gemacht werden, worauf die 
Bahnfahrt nach Delagoabai fortgesetzt wird. Hier 
nimmt der Dampfer, der inzwischen von Kapstadt 
nach hierher gedampft sein wird, die Reisenden wie- 
der auf, um sie dann nach Sansibar und Deutsch- 
Ostafrika zu bringen. Von Tanga aus, dessen tiefer 
Hafen auch den größten Schiffen Unterkunft bietet, 
wird ein Ausflug in das Innere unternommen, unter 
Beuutzung der ersten deutschen Kolonialeisenbahn, 
der auf die Initiative der Deutsch-Ostafrikanischen 
Gesellschaft erbauten Usambara-Linie. Die Rückreise 
soll durch den Suezkanal erfolgen, so daß der Dampfer 
„Herzog“ Ende September in Neapel eintrifft. 
  
VVVVFVVNTNTNT VVVDVVVNTVTVVTVVYTVFTYYTyYVTVTTT ’ 
Titteratur. 
L. Robecchi Bricchetti: Nell Harrar. 
Milano 1896. Casa editr. Galli. IV. edizione. 
Der Verfasser, ein Ingenieur, welcher bereits 
eine Reise nach den Oasen des Jupiter Ammon ge- 
macht hat, schildert hier in sehr lebendiger, fesseluder 
Weise eine in den Jahren 1888/89 ausgeführte 
Expedition von Zeila an der Somaliküste nach Harrar. 
Dieser Theil Afrikas ist im Allgemeinen noch so wenig 
bekannt, daß die hier gebotene und durch sehr zahl- 
reiche photogravhische Aufnahmen von Land, Leuten 
und Geräthschaften erläuterte Schilderung besonderes 
Interesse verdient. Der vielgenannte Statthalter 
Meneliks in Harrar Ras Makonnen wird dem Leser
        <pb n="267" />
        hier nicht nur in mehreren Bildern vor Augen ge- 
führt, sondern auch seine Persönlichkeit, seine Um- 
gebung und das ganze Leben und Treiben in seiner 
Residenz werden anschaulich beschrieben. Besonders 
den eigenartigen Sitten, Gebräuchen und Sprachen 
der verschiedenen Stämmc widmet der Verfasser ein- 
gehende Aufmerksamkeit. Nicht minder werthvoll ist, 
was er über die Natur, Ackerbau, Viehzucht und 
Handel des Somalilandes mittheilt. Der nüchterne 
Beobachter wird allerdings vielleicht die Eindrücke 
und Schilderungen des Verfassers von Harrar am 
Maßstabe des sonst vorhandenen Materials für ctwas 
zu günstig erachten, doch berührt wohlthuend die 
Ehrlichkeit seiner Ueberzeugung, die aus dem Buche 
hervorleuchtet, und das Vermeiden der Erzählungen 
von Heldenthaten und Abenteuern, welche sonst 
derartige Werke zu füllen pflegen. 
Henri Cons: Préeis d’histoire du commerce. 
Paris - Nancy 1896. Berger- Levrault. 
2 Bände. 
Das Buch liefert eine knappe übersichtliche Ge- 
schichte der Entwickelung des Welthandels von den 
ältesten Zeiten bis zur Gegenwart, hauptsächlich zum 
Gebrauche von Schulen. Der deutsche Leser wird 
viele Ansichten des Verfassers nicht theilen, doch wird 
er stets den Eindruck haben, daß er sich redlich be- 
müht hat, in unpartei#ischer Weise die Dinge dar- 
zustellen. Der Einfluß des Zeitalters der Ent- 
229 
  
– 
deckungen, der französischen Revolution, der modernen 
Verkehrsmittel auf den Gang des Handels ist 
eingehend gewürdigt. Der epochemachenden Bedeu- 
tung des Zollvereins dürfte indessen die Schrift nicht 
genügend gerecht geworden sein. Die neuesten Phasen 
der europäüschen Handelspolitik sind etwas zu knapp 
behandelt. Doch bietet die Schrift im Ganzen eine 
lehrreiche und anregende Lektüre. 
Baron Ferdinand v. Mueller: Sccond syste- 
matic Census of Australian Plants with 
chronologic, literary and geographic anno- 
tations. Part. I vasculares. Melbourne 1889. 
Professor Dr. Ant. Reichenow: Zur Vogelfauna 
von Kamerun. III. Nachtrag. (Aus dem Journal 
für Ornithologie. Januar 1896.) 
  
VVVVVVVVYFVYVVYVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVYyF 
Titterakur-Verxeichnik. 
Krauß, P.: Spezialkarte von Deutsch-Ostafrika mit Neben- 
karten von Usambara und dem Kilimandjaro. Na 
den neuesten Forschungen bearbeitet. Gezeichnet von 
. Wäber und P. Krauß im Maßstab 1:2 000 000. 
März 1896. M. 3.—. 
Simon Schropps Landkartenhandlung, Berlin. 
Dronet, Fr.: Au nord de I.Afrique. Avec compo- 
sitions et dessins par A. Drouhin. 0 fr. 
Nilson in Paris. 
WVyyTyVVVVVy'yVVVVYVYVTVVYVYVVVTYF'WYVT VVYVYVVYVYVVYVYVYVYVVYVYVY'VYV VYVVVVYVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVIV 
Schiffsbewegungen. 
(Die Zeit vor dem Orte bedeutet die Ankunft, hinter dem Orte die Abfahrt des Schiffes.) 
(Poststation: Hofpostamt.) 
(Poststation: Sansibar.) 
„Cormoran" 2, 3. Nagasaki 10/3. — 15/3. Chefoo 23/3. — 31/3. Yokohama. (Poststation: 
Kamerun.) 
(Poststation: Matupi.) 
(Poststation: Kapstadt. 
S. M. S. „Bussard“ 30/1. Sydney. 
S. M. S. „Condor“ 5/2. Sansibar. 
Hongkong.) 
S. M. S. „Falke“ 4/2. Sydney. (Poststation: Hofpostamt.) 
S. M. S. „Hyäne“ 30/12. Kamerun. (Poststation: 
S. M. Vermessungsschiff „Möwe"“ 8/1. Matupi. 
S. M. S. „Seeadler“ 20/2. Kapstadt. ) 
S. M. S. „Sperber“ 23/3. Mossamedes 9/4. — St. Paul de Loanda. 
(Poststation: Kamerun.) 
  
Perkehrs-Nachrichten. 
Nach dem Fahrplan der Oceanic Steamship Company ist der Verkehr der Linie San 
Francisco —IApia folgendermaßen geregelt: 
Abfahrt: Ankunft: 1 
30. April 1896 15. Mai 1896 
28. Mai= 12. Juni- I 
25.Juni- 10. Juli - 
23. Juli- 7. August= E 
20. August 4. Sept. = 
ist, als zur Kapkolonie gehörig, nunmehr in den Weltpostverein mit 
Britisch-Betschuanaland 
Abfahrt: Ankunft: 
17. September 1896 2. Oktober 1896 
15. Oktober - 30. Oktober 
12. November 27. November= 
10. Dezember 25. Dezember- 
  
einbegriffen worden. Der Briefverkehr mit Britisch-Betschnanaland regelt sich demgemäß fortan nach den 
Bestimmungen des Vereinsdienstes.
        <pb n="268" />
        230 
Losidanpfschiserbindungen nach den deutschen Schutzgebleten. 
  
  
Die Abfahrt erfolgt 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Ausschiffungshafen. Briefe müssen aus 
Nach vom Ein- auer Berlin spätestens 
schiffungshafen an folgenden Tagen der Ueberfahrt abgesandt werden 
eapel am 6. -aa Dar-es-Salam 
ale Schiffe) 120 a 21 Tage am “*x S 
. bar 21 T 4 
1. Deutsch- Gstafrika. EG% ½ am 3 an 24. Mai Sansibar age 16 abds. 
arseill am * ees Mts. Sansibar 18 Tage am 8. jedes Monats 
arrer an 40 T ms. — 9% abds. *# 
Southampton am 2 Ma, 6. Juni Walfischbtai 27 Tage am 1. Mai, 5. Juni 
2. Deutsch-Lüdwestafrika. Eemn * 1133 vms. 
am a ai, 31. Juli Swakopmund 30 Tage am 31. Mai, 31. Juli 
a # nachts 7 abds. 
5 am 10. jedes Monats s Kamerun 24 Tage am 10. jedes Monats 
3. Ramerun ck6 criren nachts # abds. 
#BRa " 12 am 15. April, 13. Mais Kamerun 22 Tage am 11. Mai 
aei # 15 ums. — 
am 10. id Mis. nachts Klei p age 
4. Cogo-Gebiet burg am 20.jedes mwts.= Lome 31 Tage am 10., 20. und Letzten 
(Cvon Accra bez. Quittah adsn chlffe) T po 33 Tage ied. Mts. 720 abds. 
mittelst Boten nach Lome am Lewten jed. Mts.- J od. Accra* 
und Klein-Popo). am 22. April, Quittah") oder Klein= am 20.2 
(aie Tae 6. 20. Mai Popo 35 Tage 4., 18. ali, 16 ums. 
am 6. Mai, 1. Juli Friedrich Wilhelms- am 4., 
5. Deutsch-Neu-Guinea. T abds. hafen 45 Tage 29. * ö . bham 
am 10. Mai, 5. Juli age 10 a 
Shein abds. ½ 
Brindisie am 10. Mai, 5. Juli Jaluit etwa 60 Tage am 8. Mai, 3. Juli 
6. Marsball-Inseln. (über Manila) abds. 6 abds. 
Eintreffen der Post aus den deutschen Schutzgebieten. 
Landungs= Die Post ist fällig . l-« Landungs- Die po int fäuig 
Von hafen in Berlin Von hafen beteen 
Neapel ... am 1.*Mai 
Deutsch.Ostafrika 14 Brindisi am 21. Moril, 15 Ma vogogebiet ...... Hamburg-.aii110.«uiid25.· 
atfeille..aiii." jedes Monats 
Deutsch-Lüdwestafrikta Plymouth.. a 21. April, 26. Mei Deutsch-Ueu--Guinea Neapel. an2. Maid 28. Jumt 
. »H« s — — 
amburg . . am 125. «jed. Monats 4 . 
namernn . dg ..am marshal. Inseln...Marseille . am 18. April, 18. Juni 
21. 8 
* Fälligkeitstage für die mit deutschen Schiffen eintreffenden Posten. 
Schtssbewegungen der Deutschen Ostafrika-Linte (Hamburg—Ostafrika). 
Reichs Niise Letzte Nachrichen 
ich postdampfer von # nach bis 13. Aprit 1606 
„Kaiser“ Hamburg Durban am 9. April ab Neapel. 
„Kanzler“ Durban Hamburg am 7. April ab Mozambique. 
„Bundesrath“ Hamburg Durban am 6. April an Mczambigue. 
„Neichstag“ Durban Hamburg am 12. April ab Po ct. Said 
„Admiral“ Durban . Hamburg am 9. April ab Lissab 
„General“ Hamburg Durban am 12. April ab Las -
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        231 
Schiffsbewegungen der Woermann-Linie. 
  
  
  
  
  
  
  
Postdampfer Reise Lehte Nachrichten 
von nach bis 11. April 1896 
„Aline Woermann“. Hamburg Ponta Negra 11. April in Kamerun. 
„Anna Woermann“ Kap Palmas Hamburg 9. April in Las Palmas. 
„Carl Woermann“ Kotononu Hamburg 9. April Dover passirt. 
„Eduard Bohlen“ Hamburg Congo 29. März im Congo. 
„Ella Woermann“ Hamburg Kap Palmas 15. April ab Hamburg. 
„Erna Woermann“ Kap Palmas Hamburg 23. Februar in Hamburg. 
„Gertrud Woermann“ Ponta Negra Hamburg 28. März in Accra. 
„Gretchen Bohlen“ Hamburg Kotonon. 1. April in Kotonon. 
„Hedwig Woermann!“. Hamburg Kotonon 5. April in Conakry. 
„Jeannette Woermann“. Hamburg Benguela 30. März in Accra. 
„Kurt Woermann“ Loanda Hamburg 8. April in Tanger. 
„Lulu Bohlen“ Ponta Negra Hamburg 6. April in Gabun. 
„Marie Woermann“ ambur Ponta Negra 10. April ab Hamburg. 
„Melita Bohlen.“" Lüderitzbucht Hamburg 11. April in Bonny. 
„Professor Woermann“. Hamburg Kap Palmas 1. April in Teneriffe. 
„Thekla Bohlen“ Hamburg Swakopmund 10. April in Teneriffe. 
  
  
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Deutsche Mi Htair dienst= Tesicherms -Anstalt 
LVerniögensbestand. 70 Mldonen Ma#brb. 
Abtheilung I: Militairdienst-Versicherung. 
Zweck: Deckung der Kosten des Militairdicustes, Unterstützung von Berufs= 
soldaten. Versorgung von lurualiden. 
Jur Kunbe#n unter 12 2 Jahren linden in dieser Abtheilung Aulnahme. 
Abtheilung II: Kapital- und Kriegs- ersicherung. 
(Abgekllrzte Lebenswersicherung.) 
Zverk: Velsorgung von Hinterbliehenen und Alters - Vesorgung. Siche- 
rung von Kapitalien zur Beschaflung von Ausstenern und für- 
Studienzwecke. 
I’ersonen beiderlei Geschlechts lnden vom 10. Lebensjahre ah in 
  
dieser Abtheilung Aufnahme. v10) 
Uie Auszuahlungen an Versicherungssumme. Prämienrückgewähr etc. 
im Laufe des Jahres 1 1895 betrugen 57 2 076 000.—. die Gesammtauszuhlungen 
eit Bestehen der Anstal# 7 152 000.—. Von 1878 bDis Ende 1895 wurden 
* erledigt 279 336 Anträüge über 4% 329 340 000.— Versicherungskapital. 
  
  
  
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samen lielert, so ollerire ich für grösseren Bedarf gegen fr. Einsendung von Murk 12,— franco aller deutsehen 
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Am 30. April: P. D. „Kurt Woermann“, Capt. Fastert, 
nach Teneriffe, Las Palmas, Gorée, San Thomé und den läfen der Südwestküste Afrikas 
von Landana bis Loanda. 
Am 10. Mai: P. D. „Gertrud Woermann“, Capt. Jensen, 
nach Madeira, Klein-Popo, Lagos, Kamerun und den Hälfen der Südwestküste Afrikas 
bis Ponta Negra. 
Am 15. Mai: P. D. „Anna Woermann“, Capt. Becher, 
nach Tanger, Casablanca, Mazagan, Mogador, Las Palmas, Teneriffe, Gorée, Dakar, 
Rufisque, Bissao, Bolama, Sierra Leone, Sherbro und Liberia. 
Nach Deutsch- Südwestafrika: am 31. Mai, 31. Juli, 30. Septbr., 30. Novbr. 
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Näheres wegen Fracht und Passage ertheilt in Hamburg die Woermann-LInie, sowie der Schiffsmakler 
August Bolten, Wm. Miller's Nachfolger, Admiralitätstrasse 33/34, und wegen Deutsch-Südwestafrika die 
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Amsterdam, Lissabon und Neupel anlaufend. 
Die nächsten fahrplanmässigen Expeditionen finden statt: 
  
R. P. D. „AD MIRAIL“, Capt. West 22. April 1896 ab Hamburg (li. Fahrplan) 
R. P. D. „REILCHSTAG“, Capt. Weisskam 20. Mai „ ab Hamburg " 
K. P. D. „KANZLER“, Caprt. 10. Juni „ ab Hamburg 
E. P. D. „BUNDESRATH“, Caot. 1. Juli "„v ab Hamburg " 
nach Tanga, Dar-es-Saläm, Sansibar, Mozambique, Beira, Delagoa-Bai und Natal 
Diese Dampfer nehmen auch Passagiere und Waaren nach 
Bagamoyo, Saadani, Pangani, Kilwa, Ibo, Lindi, Quelimane, Chinde, Lamu und 
Mombassa. 
Ferner Postdampfer 
ab Hamburg 2cm#s Kap der #cren J#ing direkt nach D#erban, Delagoa-Baf, 
Moædumbique. 
Nächste Expedition: Doppelschraubendampfer „HERZOG“, Capt. v. Issendorkf, 
den 10. Juli 1896. 
Die Dampfer Raben vorz#ttoliche Elnricht#ungpen F## Pussagytere in allen Klassen. 
4 Ferner zwischen Ostalrika und Bombay regelmässig alle drei Wochen im Anschluss 
an die Hauptdampler. 
Näheres ertheilt im Hamburg: 
wegen Fracht der Schiffemakler August Bolten, Wm. Miller’'s Nachfolger, 
wegen Pussage die Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Aktien-Gesellschaft, 
sowie wegen Fracht und Passage die 
  
* 
Deutsche Oet-Afrika-Linie, 
——öbbGrnr Kkeichenstrasse 25. 
Verantwortlicher Redakteur für den nichtamtlichen Theil: O. Mertinat, Verlin. 
Oruck und Verlag der Königlichen Hofbuchbondlung und Hofbuchdruckerei von E. S. Mittler &amp; Sohn, Verlin 8W 12, Kochstraße 69—71. 
usgegeben am 16. April 1896 um 2 Uhr nachmitlags.
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        Deutsches Kolonialblatt. 
Amtsblatt für die Schutzgebiete des Deutschen Reichs. 
Herausgegeben in der Kolonial-Ablhrilung des Auswärligen Auls. 
  
VII. Zahrgang. 
Diese Zeitschrift enscheint in der Regel am I. und 15.sedes Monats. Dersfelben werden als Beiheste beigesügt die mindestens einmal vierteliãbrlich 
erscheinenden: „Mittheilungen von Forschungsreisonden und Gelehrton aus den doutschen Schutzgebieten“, hoerausgegobon von Dr. Froiberr. 
a * 1 Der vierteljährliche Abonnementepreis jür das Kolonialblatt mit den Veiheften beträgt beim Bezuge durch die Post und die 
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#uchtnd ungennne .—, direkt unter Streisband durch die Verlagsbuchhandlung M'. 3.50 für Dentschland und Oesterreich= Ungarn, Mk. 3.75 für 
die Lander des Weltpostvereins. — Einsendungen und Anfraseen sind an die Königliche Hofbuchhandlung von Erust Siegfried Mittter 
und Sohn, Berlin SW 12, Kochstrade 68—71, zu richten. (Eingelragen in der Zeitungs-Preisliste für 1800 unter Nr. 1910.) 
Inhalt: Amtlicher Theil: Verfügung des Reichskanzlers wegen Ausübung der Strafgerichtsbarkeit und der Disziplinar- 
gewalt gegenüber den Eingeborenen in den deutschen Schutzgebieten von Östafrika, Kamerun und Togo S. 241. — 
Uebersicht der gerichtlichen Geschäfte bei den Kaiserlichen Gerichten des Schußgebietes von Deutsch-Ostafrika während 
des Geschäftsjahres 1895 S. 244. — Verordnung des Kaiserlichen Gouverneurs von Kamerun, betreffend Abänderung 
der Verordnung über Ausstellung einer Statistik S. 245. — Uebersicht der gerichtlichen Geschäfte bei dem Kaiser- 
aichen Gericht des Schutzgebietes der Marshall-Inseln während des Geschäftsjahres 1895 S. 246. — Personalien 
. 246. 
Nichtamtlicher Theil: Personal-Nachrichten S. 246. — Deutsch-Ostafrika: Zur Reise des Kaiserlichen 
Gouverneurs S. 247. — Von den Anbauversuchen in Usambara S. 248. — Kamerun : Ueber eine zum Zweck 
einer Voruntersuchung des oberen Sanagalaufes unternommene Expedition (mit Karte) S. 248. — Togo: Auf- 
stellung eines Grabgitters S. 253. — Deutsch-Südwestafrika: Zu den Unruhen in Südwestafrika S. 253. — 
Narshall-Inseln: Uebersicht der im Schutzgebiele ansässigen Deutschen und Fremden S. 253. — Schissoverlehr in 
Jaluit im Jahre 1895 S. 253. — Aus dem Bereiche der Missionen und der Antifklaveret-Bewegun 
S. 254. — Aus fremden Kolonien: Statistisches über die englischen Kolonien S. 255. — Basutoland im 
Jahre 1894/95 S. 256. — Versuchepflanzungen in Ostindien S. 257. — Erhöhung des Zolliarife im Niger Coast 
Protertorate S. 257. — Kongostaat un Jahre 1895 S. 258. — Französische Kolonialschule S. 259. — Versuche 
mit Buxarweizen in Vengalen S. 261.— Mittel zur Heuschreckenvertilgung S. 262. — Anbauversuche mit Canaigre 
in Honolulu S. 262. — Verschiedene Mittheilungen: Vorstandssitzung der deutschen Kolonialgesellschaft 
262. — Zur Verlegmg des Verliner botanischen Gartens S. 263. — Schiffsbewegungen S. 263. — Verkehrs- 
Nachrichten S. 263. — Fahrplan der Deutschen Ostafrika-Anie S. 264. — Anzeigen. 
— Der heutigen Rummer liegt ein Gesammt-Inhaltsverzeichniß der Jahrgänge # bis 7 
des Deutschen Kolonialblattes bei. 
Berlin, 1. Mai 1896. UAummer 9. 
  
  
Amtlicher Theil. 
Gesehe; Perordnungen der Reichsbehörden. 
Verfügung des Reichskanzlers wegen Ausübung der Strafgerichtsbarkeit und der 
Disziplinargewalt gegenüber den Eingeborenen in den deutschen Schutzgebieten 
von Ostafrika, Kamernn und Togo. Vom 22. April 1896. 
Auf Grund der Allerhöchsten Verordnung vom 25. Februar 1896 wird wegen Ausübung der 
Strafgerichtsbarkeit und der Disziplinargewalt gegenüber den Eingeborenen für die deutschen Schutzgebiete 
in Ostafrika, Kamerun und Togo im Anschluß an die Verfügung vom 26. desselben Monats das Folgende 
bestimmt: 
1. Zuständigkeit. 
81. 
In den Küstenbezirken wird die Strafgerichtsbarkeit und das Strafverfahren über die farbige 
Bevölkerung von dem Gouverneur (Landeshauptmann) ausgeübt. In den Bezirksämtern tritt an die Stelle 
des Gouverneurs (Landeshauptmanns) der Bezirksamtmann (Amtsvorsteher). Der Letztere ist berechtigt, 
seine Befugniß auf die ihm unterstellten Beamten für deren Amtsbezirke unter eigener Verantwortung zu 
übertragen, ist aber gehalten, über den Umfang, in welchem er von diesem Rechte Gebrauch gemacht hat, 
an den Gouverneur (Landeshauptmann) zu berichten.
        <pb n="280" />
        — 242 — 
II. Gerichtliche Strafen. 
82 
Die zulässigen Strafen sind: Körperliche Züchiigung (Prügelstrafe, Ruthenstrafe), Geldstrafen, 
Gefängniß mit Zwangsarbeit, Kettenhaft, Todesstrafe. 
83 
Gegen Araber und Inder ist die Anwendung körperlicher Züchtigung als Strafmittel aus- 
Veschlossen. 
84. 
Gegen eine Frauensperson irgend welchen Alters darf auf Prügel- oder Ruthenstrafe nicht 
erkannt werden. 
5 
Gegen eine männliche Person unter 16 Jahren darf nur auf Ruthenstrafe erkannt werden. 
86. 
Die Vollstreckung der Prügelstrafe erfolgt mit einem von dem Gonverneur (Landeshauptmann) 
genehmigten uchttanngeinftrument die Vollstreckung der Ruthenstrafe mit einer leichten Ruthe oder Gerte. 
Das auf Prügel= oder Ruthenstrafe lautende Urtheil kann auf einmaligen oder auf zweimaligen 
Vollzug ergehen. 
Bei jedem Vollzug der Prügelstrafe darf die Zahl von 25 Schlägen, bei dem Vollzug der 
Ruthenstrafe die Zahl von 20 Schlägen nicht überschritten werden. 
- Der zweite Vollzug darf nicht vor Ablauf von zwei Wochen erfolgen. 
5 7 
Der Vollstreckung der Prügel= oder Ruthenstrafe hat stets ein von dem zur Ausübung der Straf- 
gerichtsbarkeit befugten Beamten (§ 1) zu diesem Zweck bestimmter Europäer, desgleichen, wo ein solcher 
vorhanden, ein Arzt beizuwohnen. 
88. 
Vor Beginn der Züchtigung ist der zu Bestrafende auf seinen körperlichen Zustand zu untersuchen. 
Dem hinzugezogenen Arzte oder in seiner Ermangelung dem der Strafvollstreckung beiwohnenden 
Europäer steht das Recht zu, die Vollstreckung der Prügel= oder Ruthenstrafe zu untersagen oder einzu- 
halten, falls der Gesundheitszustand des Verurtheilten dies geboten erscheinen läßt. 
§ 10. · 
Geldstrafen, welche in Ostafrika 200 Rps., in Kamerun und Togo 300 M. übersteigen, ebenso 
Gefängnißstrafen über 6 Monate bedürfen der Genehmigung des Gonverneurs (Landeshauptmanns), 
welchem sofort von der Verhängung der Strafe Bericht zu erstatten ist. Die Vollstreckung ist, wenn sie 
nicht durch die damit verbundene Verzögerung unmöglich gemacht wird, bis zum Eintreffen der Genehmigung 
auszusetzen. 
51 
Die endgültige Verhängung der Todesstrafe siett einzig und allein dem Gouverneur (Landes- 
hauptmann) zu. In Fällen, wo der Bezirksamtmann (Amtsvorsteher) auf solche erkannt hat, ist sofort dem 
Gouverneur unter Einsendung des Aktenmaterials Bericht zu erstatten. 
812. 
Ueber die Strafsachen ist ein besonderes Strefbuch nach dem folgenden Muster zu führen: 
  
  
  
  
  
r Name Strafthat Ü Strafe Tag des urtheils Bemerkungen 
. J 
1.7 Mohamed bin Ali Diebstahl 20 Ruthenschläge 26. Juni 1896 
2. Amur bin Soliman Mord „Todesstrafe 1. August 1896 estätigt. durch### den Gouverneur 
3. am 12. XI. 96. 
4. 
l 
8 13. 
Zu den Strafverhandlungen soll der Wali (Jumbe, Dorfälteste) hinzugezogen werden. Bei 
schwereren Verbrechen hat der Bezirksamtmann (Amtsvorsteher) mehrere angesehene Eingeborene zuzuziehen,
        <pb n="281" />
        — 243 — 
ohne daß dadurch die ausschlies.liche Verantwortlichkeit des Bezirksamkmanns ausgehoben wir 
erhandlung ist ein Protokoll aufzunehmen. Das Urtheil ist schriftlich abzufassen. 
8 14. 
Für di - - .-- -- rn fi ie i bis. 13 dieser 
Für die tationen und amtlichen Expeditionen im Innern finden ie in den 8§ 2 b » 
erordnung enthaltenen Bestimmungen mit der Maßgabe enksprechende nwendung, daß hinsichtlich der 
Ausübung der Strafgerichksbarkeit (§ 1) an die Stelle des Bezirksamtmanns der Stationsvorsteher bezw. 
der Expeditionsführer tritt. § 15 
. 
· » .« .. .. 4) 
Kann in den im Innern belegenen Stationen oder bei den dort befindlichen Expeditionen (9 1 
im Falle eines Aufruhrs, - Ueberfalls oder in einem sonstigen Nothstande aus zwingenden Gründen 
das im § 11 vorgeschriebene Verfahren nicht eingehalten werden, erscheint vielmehr eine sofortige Voll- 
streckung der Todesstrafe an einem Eingeborenen erforderlich, so ist von dem Stationsvorsteher bezw. 
Expeditionsführer gegen den Angeschuldigten thunlichst unter Hinzuziehung von mindestens zwei Beisitzern 
ein summarisches Verfahren einzuleiten und das über die stattgefundenen Verhandlungen aufzunehmende 
Protokoll sowie das gefällte Urtheil nebst Gründen nachträglich dem Kaiserlichen Gouverneur (Landes- 
hauptmann) mit Bericht einzureichen. » * . 
im zu dem sümearsschen Verfahren die vorgeschriebenen Beisitzer nicht zugezogen werden 
so sind die Gründe hierfür in dem Protokoll darzulegen. 
* . ch den Kaiserlichen G 
· . -.. i Kaiserli verneur 
Wenn in einem heil oder an einem Orte des Schubgebietes dur den Kaiserlichen Gouvern 
(Landeshauptmann) oder selne Stellvertreter, oder in Fällen dringender Gesahr vurch einen selbfiändigen 
Gouvernementsbeamten oder einen selbständigen Militärbefehlshaber der Kriegszuf a en är ist , tritt 
gegenüber allen Eingeborenen, welche sich strafbar machen, das summarische Verfahren in der im 
15 dieser erordnung bezeichneten Weise in Kraft. 
III. Disziplinarbefugnisse der Bezirksamtmänner un tationschefs im Innern. 
. 17. .. 
,..« «.. .. .. .- Arbei « thältniß stehen, 
Eingeborene, welche in einem Dienstverhältniß oder einem Arbeitsvertragsverhäl ; 
können auf Litaag der Dienst- oder Arbeitgeber wegen fortgesetzter Pflichtverletzung und Trägheit, wegen 
Widerseplichkeit oder unbegründeten Verlassens. ihrer Dienst= oder Arbeitsstellen sowie wegen sonsiiger er- 
beblicher Verletzungen des Dienst- oder Arbeitsverhältnisses disziplinarisch von dem mit Ausũ ung der 
Strafgerichtsbarkeit betrauten Beamten (§§ 1, 14) mit körperlicher Züchtiguug und in Verbindung mit 
dieser Strafe oder allein mit Kettenhaft nicht über 14 Tage bestraft werden. *- · 
Die in den §§ 2 bis 9 und 12 für die gerichtlichen Strafen gegebenen Vorschriften finden auf 
die Disziplinarstrasen Anwendung. 
IV. Schlußbestimmun 
8 18. ... 
Die ezirksamtmänner (Amtsvorsteher) und Stationsvorsteher, sowie, gegebenenfalls, die Expeditions= 
führer und im Falle deren Abwesenheit ihre Vertreter haben vierteljährlich über die vollstreckten 
Strafen an den Gouverneur (Landeshauptmann) zu berichten. Diese Berichte sind dem Auswärtigen Amt, 
Kolonial-Abtheilug, vorzulegen. 
* 19. 
iese Verordnung tritt mit dem Tage ihrer eröffentlichung in Ezirken und 
Stationen in Kraft. · . 
Gleichzeitig treten die entgegenstehenden Bestimmungen, insbesondere die Verordnung des Käiler- 
lichen Gonverneurs von Ostafrika, betreffend die Abänderung der Gerichtsbarkeit und der Polizeibefugnisse 
der Bezirksamtmänner vom 29. Juni 1893 außer Kraft. 
Berlin, den 22. April 1896. 
Der eichskanzler. 
gez. Fürst zu Hohenlohe.
        <pb n="282" />
        — 244 — 
Verordnungen und Wilkheilungen der Behörden in den Schutgebieken. 
Uebersicht der gerichtlichen Geschäfte bei den Kaiserlichen Gerichten des Schutz- 
gebietes von Deutsch-Ostafrika während des Geschäftsjahres 1895. 
Gerichtsbarkeit des Obergerichts und des Oberrichters. 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
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Es waren anhängige: 72 " " 7½ 229 
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B. Beschwerden in Konkurssachen. .......·..... — — — 
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Es wa anhängig: z2s 
waren ngig: 2 * 22s 
# S 
— — * * 
A. Bürgerliche Rechtsstreitigkeiten. und zwar 
1. Tese, einschließlich der Urkunden-, Ehe— und Entmündigungsprozesse 2 40 42 37 5 
2. e Rechtssachen, und zwar « 
este ug anderweitige L . — 9 9 9 — 
Nchicham fesachen . 4 22 26 23 3 
Zwan zwollstrchmgen — 19 19 19 — 
Monsecher — 66 66 66 — 
— . 2 1 3 3 — 
Anträge außerhalb eines bei dem Gericht zbengigen Nechtsstreites — 3 3 3 — 
Von 8 Sachen zu 1 gehörten zur Zustandigleit 
s Richters 1 24 25 22 3 
5 des Gerichts 1 16 17 15 2 
Die Sachen unter 2 gehorten simmtich z *# ves 2 6 120 12623 3 
B. Konlurssachen . 2 —4 2 — 
C. Strassachen, und zwar: 7 
1. Sachen, in denen ein Strafbefehl zu erlassen war. — 2 .2 — 
2. Sachen, in denen ein Hauptverfahren einzuleiten war 3 9 12 9 3 
Davon Privatklagesachen. 3 6 9 6 3 
3. Einzelne uchterliche Anordnungen, Ermittelungssachen- 2 8 10 10 — 
4. gen, in denen ein Hauptverfahren nicht du eroffnen war En- 
#elung des Tersahrons), . — 5 5. — 
5. Beschwerden gegen Entscheidungen bes Nichters. .. .... — — — — — 
In den Sachen zu 2 landen Lauptverhandlungen un- i 
a) ohne iller ....... — 5 5 5 — 
b) mit Beisitze — 1 1 1 — 
I0. Sachen der nichistcheren Gerichtsbarkeit, und wari 
. enunschaften und Megfchaflen.; ..... 1—11I— 
2. Erbtheilungen «s-«-· — — — — — 
3 Eintragungen und Loschungen im Grundbuche · -———— 
.:ea — — — — — 
6. Nachlahregulirungen · 10 9 194 5 
6. Sonstige Fen. der freiwilligen Gerichtsbarkeit . — 60 60 60 — 
E. Verfahren auf Grund der Kalserlichen Verordnung vom 17. * 188°5 J 
(Hlonialölatt S. — — — — —
        <pb n="283" />
        — 245 — 
eiserliches Gericht fürd den nördlichen Bezirk. 
  
  
et 
  
  
  
  
  
  
  
   
    
  
  
  
  
Aus Davon 
5 — — 
2 S 2 S 
Es waren anhängig: 5 52 9- 2# 
SgEp ——.5 
. ZWEITEN-; 
.Bickgerltche Rechtsstreitigkeiten, und zwar 
Prozesse, einschließlich der urtunden- Ehe- und Entmündigungsprozesse 12 31 43 16 
2. Sonstige Rechtssachen, und z 
Arreste und esnstweilige * ... 1 4 5 — 
Rechtshülfesachen ... ....- — 21 21 21 — 
Nangavouswecunger. ....... — 8 8 8 — 
3 Moynsachen .. —424242— 
TM) b sur es. .. 
lnträge außerhalb eines bei Len Gercht anhängigen Rechis treites — — — — — 
8 Anträge auf Wobwrute Bew ba 6 6 . 1 1 — 
on den Sachen zu 1 un urern ur Zu tändi reit - 
qdesmichteks. · Z sg 1767777— 
des Gerichts 12 31 43 27 16 
L sa — — — — — 
Strafsachen, und- zwar: 5 6 
1. Sachen, in welchen ein Strafbefehl zu erlassen war 1 6 T 
2. Sachen, in welchen ein Hauptverfahren einzuleiten war 2 8 10 105 — 
3. Einzelne richterliche Anordnungen — Ermittelungssachen 3 45 48 38 10 
4. Sachen. in zein Lauptwerfahren nicht eröffnet wurde Ein- 
ellung des Verfahrens bezw. sosortige urüäkwe ung von Anträgen 
auf Strafverfahren ve 8 eisu s — 32 32 32 — 
5. Beschwerden * Guncheidingen des NRicht ers. . — — F — 
In den 2 kanden Duptverhandlungen tait 
a) ohne · 2 3 5 5 — 
b) mit — 5 5 5 — 
Geri tsbarkeit, und zwar: 
1 ens u 7 n — 33131— 
3. · --.—-- 
4. 8 14 22 7 15 
5. — 444— 
6. der freiwilligen Gerichtsbarkeit — 85 85% 
  
Verordnung des Kaiserlichen Gouverneurs von Kamerun, betreffend Abänderung 
des § 1 der Verordnung vom 19. Juni und 10. Dezember 1892 über Aufstellung 
einer Statistik. 
Auf Grund der Kaiserlichen Verordnung vom 19. Juli 1886 verordnet der Kaiserliche Gouverneur, 
was folgt: 
Einziger Paragraph. 
Der § 1 der Verordnung vom 19. Juni und 16. Dezember 1892, betreffend Aufstellung einer 
Statistik, wird dahin abgeändert, daß der Absatz 1, beginnend mit dem lateinischen Buchstaben A und 
endigend mit dem Worte „anlangten“, außer Kraft gesett wird. 
Die vierteljährliche Einfuhrliste fällt demnach künftig weg. 
Kamerun, den 5. Februar 1896. 
Der stellvertretende Kaiserliche Gouverneur. 
(L. S.) gez. Dr. Seib. 
ay Privatklagen 4, p) Vergehen 5, e) Einspruch gegen Strofbesehl 1, zusammen 10. Bei b unde wurde 
vorher ein krruuleruncstingen 1 eingeleitet.
        <pb n="284" />
        — 246 — 
Uebersicht der gerichtlichen Geschäfte bei dem Kaiserlichen Gericht des Schutz- 
gebietes der Marshall-Inseln während des Geschäftsjahres 1895. 
Gerichtsbarkeit erster Instanz. 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Aus * Davon 
- .« Z s »Es 2 sS — 
Es waren anhängig: *55# 22 7 22 223 
Se- 2 s 
A. durzeluce . Nechtsstreitigkeiten, und zwar: . 
1. Prozesse, einschließlich der Urkunden-, Ehe= und getmiggunegre 1 — 1 1 — 
2. Sonstige Rechissachen, Arreste, einstwellige Lersugungen, Zwangsvoll- .. 
streunen,Ma-mfachenSuhnefachenAufeb s. w . — — — — — 
Von 8 achen) zu 1 und 2 2 gehörten zur m 
der Richter 1 — 1 1 — 
5 der Gerichte — — — — — 
B. Konkurssachen . s« « 4 — — — — 
C. Strafsachen, und“ zwar: . 
1. Stcheaha in welchen ein Strafbefehl zu erlassen war. . — 18 18 18. — 
2. Sachen, in welchen ein Hauptverfahren einzuleiten war — — — 
In den Sachen zu 2 fanden Lauptverhandlungen statt 
a) ohne ehte 1 2 3 3 — 
. b)nntB — 2 2 2 — 
3. Beschwerden Tiber Ensche en des Richtets — — — — — 
D. Sachen der nichtstreitigen Gesichtsß arkeit, und zwar“ 
1. E— und Pflegschaf fsten 4 — 4 — 4 
2. Erbtheilu — — — — — 
3. Eintregumiee und Löschungen im Grundbuch — 3 3 3 — 
4. Sonstige Handlungen der nichtstreitigen Gerichtsbarieit Gegianbigungen. 
T echtn vorläufige erwahrungen“ u. s. w.) — 115 115115 — 
E. Eingeborenen-Ger 
1 Surperkiche nGerichte #en — — — 
3 m29 Ainicithic der im Verwaltingswege verhöngien Sirajen) 
n) Beisitze — 16 16 16 — 
b) mit B uisihern . — 1 1 1 — 
i4. Freiwillige Gerichtsbarkit — 1 1 1 — 
  
  
VVVVVVVVVVVVVVVVVVTYVYVVVVFVVYVYVVYYVYVT NVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVYVVVVVVV 
Perspnalien. 
Dem zum Königlich großbritannischen K Konsul für Kamerun ernannten Herrn Ralph Dinham 
Rayment Moor ist das Exequatur namens des Reichs ertheilt worden. 
Der Assistenzarzt 2. Klasse a. D. Hofft, bisher vom Füsilier-Regiment Königin (Schleswig-- 
Holsteinschen) Nr. 86, ist mit dem 1. April d. Is der Schuttruppe für Deutsch-Ostafrika zugetheilt worden. 
— — — — — 
Nichtamtlicher Theil. 
  
perlonal. Nachrichten. Gouvernements von Deutsch-Ostafrika angenommen 
und hat die Ausreise von Hamburg aus am 22. April 
Deutsch · Oslasrita. « d. Is angetreten. 
Der Bezirksamtmann v. Oertzen hat mit dem 
Dampfer „Gertrud Woermann“ am 14, März d. Js. Der Stabsarzt a. D. Dr. Mankiewitz ist mit 
einen viermonatigen Heimathsurlaub angetreten. Allerhöchster Genehmigung mit dem 9. April d. Is. 
aus der Schuhtruppe ausgeschieden. 
Der Maschinist 2. Klasse Müller ist für den 
Dienst des Kaiserlichen Gouvernements angenommen Kompagnieführer Johannes, Lieutenant Engel- 
und hat die Ausreise am 22. v. Mts. angetreten. hardt und Arzt Dr. Simon von der Kaiserlichen 
Schutztruppe in Ostafrika haben am 6. April d. Is. 
Der Schiffer Reimer is für die Stelle eines einen Heimathsurlaub angetreten. 
Bootsunteroffiziers bei der Flottille des Kaiserlichen ..,
        <pb n="285" />
        — 
Ramerun. 
Der dem Kaiserlichen Gouvernement zur Beschäf- 
tigung überwiesene Gerichtsassessor Dr. Gleim und 
der Assistenzarzt Dr. Doering sind mit „Lulu 
Bohlen“ am 10. März 1896 in Kamerun ein- 
getrosfen und haben ihren Dienst angetreten. 
Der zum Kaiserlichen Gonvernement von Kamerun 
kommandirte Lieutenant Dominik vom Grenadier- 
Regiment Prinz Carl von Preußen (2. Branden- 
burgischen) Nr. 12 ist mit dem Dampfer „Lulu 
Bohlen“ am 10. März d. Is. in Kamerun ein- 
getroffen und hat sich unmittelbar nach Ankunft über 
Kribi nach Yaunde begeben, um die Leitung der 
dortigen Station wieder zu übernehmen. 
Der Zolldirektor Scheffler hat nach zweijähriger 
Thätigkeit in Kamerun am 18. März d. Is. das 
Schutzgebiet mit Heimathsurlaub verlassen und wird 
während dieser Zeit von dem Zollamtsassistenten 
Dietß vertreten. 
Der Premierlieutenant v. Brauchitsch hat am 
15. März d. Is. Kamerun mit Urlaub verlassen. 
Der Oberlazarethgehülfe Seebe ist am 10. März 
d. Is. mit „Lulu Bohlen“ in Kamerun eingetroffen 
und hat seinen Dienst angetreten. 
247 
  
1 4444. 4. 4á 4A 4. 4. . 4 4. u. c. A. S. A. A... S. J. J. S.S. A. A. 4. A. 4. 
Zur Brachtung! 
Der heutigen Nummer liegt ein Inhaltsverzeichniß 
zu den Jahrgängen 1 bis V (1890 bis 1894) des 
Deutschen Kolonialblattes bei, welches eine rasche 
Orientirung über den reichen Inhalt dieser Jahr- 
gänge ermöglichen wird. Das dem Inhaltsverzeichniß 
beigegebene geographische Namenverzeichniß, 
das sich aus den im nichtamtlichen Theile enthaltenen 
„Nachrichten aus den deutschen Schutzgebieten“ zu- 
sammensetzt, ist in theilweiser Anlehnung an die 
Rechtschreibung der Namen auf den Kiepertschen 
Karten, bei den auf den Karten nicht vorkommenden 
Namen nach der am meisten gebrauchten Schreib= 
weise gewählt. * . 6 
Wir hoffen, daß die Beifügung eines geographischen 
Namenverzeichnisses dazu beitragen dürfte, eine ein- 
heitliche Rechtschreibung der Namen herbei- 
zuführen, und bitten deshalb alle Leser des Kolonial- 
blattes, insbesondere die in den Schutzgebicten, der 
Redaktion etwaige Wünsche bezüglich des Inhalts- 
verzeichnisses, vorgekommene Frrthümer u. s. w., zur 
Berücksichtigung für spätere Verzeichnisse, frcundlichst 
bekannt zu geben. Diesbezigliche Zuschriften wolle 
man an die Redaktion des amtlichen Deutschen 
Kolonialblattes gelangen lassen. « 
stfffsvavvvvsvvffskisfvvvvfssf 
Nachrichten aus den deulschen Schuhgebieten. 
(Abdruck der Nachrichten vollständig oder theilweise nur mit Quellenangabe gestattet.) 
Deutsch-ltafrika. 
Sur Reise des Kaiserlichen Gouverneurs. 
Der Kaiserliche Gouverneur berichtet über eine 
von ihm nach Kisali, zum Rufiyi und durch Süd- 
Usaramo zurück unternommene Reise, wie folgt: 
Ich marschirte auf der sogenannten Stevenson- 
road bis Kisaki und fand, daß dieser Weg zum 
größten Theil gut in Ordnung gehalten und mit 
nur kleinen Verbesserungen für Fahrzeuge leicht her- 
zustellen ist. Auf vielfaches Ansuchen der Ein- 
geborenen von West-Usaramo und Ukami ließ ich die 
Station Kisaki besetzt mit 1 Unteroffizier und 
10 Mann. Ich habe angeordnet, den baufälligeren 
Theil der Station niederzureißen und den neueren, 
zu einer kleinen, den jetzigen Verhältnissen aber völlig 
genügenden befestigten Station umzubauen, was fast 
ohne Unkosten sich als durchführbar erwies. Beson= 
ders auch habe ich die Station nicht ganz auf- 
gegeben, weil ich sie als Zwischenpunkt zwischen dem 
Endpunkt der Schiffbarkeit des Rufiyi und den 
jungen Bericht über die Schifffahrtsverhältnisse des 
Flusses zu haben, den Lieutenant v. Grawert mit 
einem Unterbeamten, der sich auf meiner Nyassareise 
Erfahrung gesammelt hatte, in Kanus den Rufiyi zu 
Thal fahren lassen, und hat dieser Offizier das 
gleiche Resultat wie frühere derartige Untersuchungen 
bezüglich der Schiffbarkeit des Flusses, nämlich ein 
gutes, gebracht. # · * " 
Für die möglichst schleunige Inangriffnahme der 
Befahrung des Rufiyi spricht der Umstand, daß der 
Ulanga auf einer weiten Strecke aufwärts schiffbar 
ist, so daß wir, wie ich hoffe, in nicht allzu langer 
Zeit mit einer kurzen Umgehung der Hindernisse des 
Rufiyi von den Panganifällen bis zur Ulanga- 
Ulugurubergen, die nächst Usambara die günstigste 
Gelegenheit zur Anlage von Plantagen bieten, halten 
will. Ich habe, um noch einmal einen möglichst 
mündung auf weit über die Hälfte des Weges von 
der Küste bis zum Nyassasee den Wasserweg be- 
nutzen können. 
Dies wird bei der späteren Anlage einer Station 
im Gebiete der Magwangwara eine besondere Be- 
deutung erlangen. 
Zur Verbindung einer derartigen Station mit der 
Küste ist die Benutzung des Ulanga und Rufiyi von 
unberechenbarem Vortheil, ebenso wie zur Verbindung 
des Nyassasees (Station Langenburg) mit der Küste.
        <pb n="286" />
        Ich marschirte dann auf meiner Reise einige 
Tagemärsche längs des Flusses nach Osten und kon- 
statirte das Anschwemmungsgebiet des Flusses als 
ein mindestens ebenso versprechendes als das Delta 
des Rufiyi. Der reiche schwarze Boden, der, selbst 
auf weitere Strecken vom Flusse entfernt, leicht zu 
bewässern ist, hat fraglos eine große Zukunft. Der 
Strich ist auch bevölkert und wir marschirten tage- 
lang in ununterbrochenen Mais-, Hirse= und Reis- 
feldern. 
Ich wandte mich dann nach Nordosten und ging 
durch das südliche Usaramo nach Dar-es-Saläm 
zurück. Auch auf dieser Strecke sand ich, wo immer 
der Boden hügelig wurde, leidlich bevölkerte reiche 
Gegenden. Ich hatte die Freudc, auf der ganzen 
Reise zu konstatiren, daß die Züchtigung der Masiti 
und der Einfluß der Stationen Ulanga und Kisaki 
vollkommen friedliche Verhältnisse in dem Gebiete 
geschaffen haben, dessen Einwohner früher in steter 
Angst vor den Einfällen kaum ihr Leben zu fristen 
wagten. Die Wasaramo haben sich seit fünf Jahren 
in dem Gefühl der Sicherheit bedeutend ausgedehnt 
und in vielen Gegenden sogar schon eine gewisse 
Wohlhabenheit wiedererlangt, die selbst durch die 
Heuschreckenplage der lezten Jahre nicht erheblich 
gestört worden ist. Ich habe die Ueberzeugung ge- 
wonnen, daß die Gefahr der Rückkehr der Heu- 
schreckenplage keine breunende ist. Die letzten beiden 
Ernten waren gut ausgefallen, und die kleinen 
Schwärme von Heuschrecken, die ich noch hier und 
da antraf, scheinen mir der nicht mehr drohende Rest 
der Plage zu sein, und nehme ich an, daß der Regen 
dieses Jahres auch diesen Rest vernichten wird. 
Auf Grund der während der Reise gewonnenen 
Eindrücke werde ich darauf hinzuwirken fortsahren, 
daß die Bezirksämter in einen näheren Verkehr mit 
den Eingeborenen ihres Bezirks treten, die Häupt- 
linge zu überwachen, vor Allem aber auch An- 
forderungen zu stellen an die Eingeborenen, die 
denselben klar machen, daß sie für den Schutz, den 
sie von uns genießen, auch Gegenleistungen zu er- 
legen haben. Vorläufig können wir als Gegenleistung 
nur Schaffung und Aufrechterhaltung guter Wege 
von den Eingeborenen fordern. 
von den Anbauversuchen in Usambara. 
Der Landwirth Eick berichtet über Versuche auf 
der Kulturstation in Usambara Folgendes: 
Die sämmtlichen Pflanzungen haben stark unter 
den Heuschrecken gelitten, besonders die Kartoffeln, 
die sich gerade in ihrem Hauptentwickelungsstadium 
befanden. Trotzdem war der Ertrag noch immer 
zufriedenstellend, besonders da ein Theil derselben 
bis auf die Strünke aufgefressen war. Die Vege- 
tationsdauer betrug vom 21. November bis Anfang 
Februar also nur 2¼ Monate, wonach auf drei bis 
vier Ernten im Jahre mit Sicherheit zu rechnen ist. 
248 
  
Die Erbsen haben weniger von den Heuschrecken 
als von der Dürre zu leiden gehabt, und sind infolge- 
dessen etwas ungleich reif geworden. Sie wurden 
am 16. Dezember gesäet und sind am 3. März 
abgenommen, ihre Vegetationsdauer betrug also 
2⅛ Monate. Das etwas geschrumpfte Aussehen 
muß wohl an der Saat liegen, da diese der bei- 
gegebenen Probe genau gleich ist. 
Weizen, der am 16. Dezember gesäet ist, beginnt 
jetzt gelb zu werden; Gerste, am 17. Dezember aus- 
gesäet, schießt jetzt in die Aehren; Hafer steht sehr 
voll und schön im Blatt, scheint jedoch eine kürzere 
Entwickelungsperiode zu haben; Roggen hat die Dürre 
schlecht überstanden, war jedoch in der Saat so 
schlecht, daß ich von vornherein kein Vertrauen zu 
demselben hatte; Mais war zum größten Theil ver- 
dorben, die wenigen aufgegangenen Pflanzen fangen 
jetzt an zu reisen; für Luzerne und Klec scheint der 
Boden besonders geeignet zu sein. Die vor etwa 
drei Wochen gemachte Kartoffelaussaat steht viel 
besser als die erste, da hin und wieder Gewitter 
den Pflanzen die nöthige Feuchtigkeit zuführten; sie 
zeigen infolgedessen ein üppiges Aussehen im Kraut, 
ohne daß man von einem „Inskrautschießen“ sprechen 
könnte. 
Ramerun. 
Ueber seine zum Sweck einer Vvoruntersuchung des 
oberen Sanagalaufes unternommene Expedition 
(Mit einer Karte.) 
berichtet der Stationschef von Edea, Premierlieutenant 
v. Brauchitsch, Folgendes: 
Edea, den 19. Februar 1896. 
Am 25. Dezember v. Is. marschirte ich in Be- 
gleitung des Lieutenants Schmidt und Expeditions- 
meisters Thoms mit 154 Trägern und 15 Soldaten 
von Edea ab und erreichte die Uebergangsstelle bei 
Sakebayeme nach siebentägigem, für die Träger recht 
anstrengendem Marsche am 2. Januar 1896. Der 
Weg, welcher bis Mangana fast ausschließlich durch 
Farmen und Ortschaften führt, ist stellenweise recht 
schlecht, doch ließe sich hier leicht durch Wegräumen 
der vielen über den Weg liegenden Baumstämme 
Wandel schaffen. 
Die Gegend ist reich bevölkert und gut bebaut, 
und betreiben sowohl Edea= wie Manganaleute einen 
schwunghaften Handel mit den angrenzenden Bekoks. 
Weiter oberhalb Mangala führt der Weg fast aus- 
schließlich nur durch dichten Urwald, welcher zahl- 
reiche Elefantenspuren aufweist. 
Die Mangalalente, welche mir bis Sakebayeme 
als Träger dienten, waren schlau genug, aus nahe- 
liegenden Gründen die Expedition nicht durch ihre 
Ortschaften zu führen, wichen vielmehr geschickt den- 
selben aus und führten mich auf begangenem Wege 
nördlich der alten Route nach Sakebayeme. Auf 
der ganzen Strecke passirte ich nur ein kleines 
Mangaladorf Matol.
        <pb n="287" />
        — 249 — 
Nebenbei bemerkt, herrscht bei den Bakokos die 
Sitte, daß die Ortschaften mit dem Tode ihres 
Häuptlings sowohl ihren Namen als auch den 
früheren Standort wechseln; daraus erklärt sich die 
Verschiedenheit der Angaben der einzelnen Expeditions- 
führer. Ich hatte wiederholt auf der Route, welche 
sich stellenweise dem Sanaga nähert, Gelegenheit, 
mir ein Bild von der Beschaffenheit des Flußbettes 
zu machen, und war es nicht überraschend, nur 
Schnellen vorzusinden, zumal das Rauschen des 
Wassers weithin hörbar war. 
In Sakebayeme, wo ich am 2. Jannar an- 
langte, war ich genöthigt, bis zum 8. zu verweilen. 
Hier erfuhr ich von Eingeborenen, daß der Fluß 
auch weiter oberhalb selbst für Kanus nicht befahr- 
bar sei — ich mußte also schon der Schonung des 
Bootes wegen, welches ein häufiges Zusammensetzen 
und Auseinandernehmen nicht gestattet, die Re- 
kognoszirung mittelst Kanus auszuführen suchen. Zu 
diesem Zwecke sandte ich 11 meiner Träger nach 
Edca mit dem Auftrage, ein größeres Kanu über 
die Edeafälle stromaufwärts bis Sakebayeme zu 
bringen; denn außer den beiden Fährkanus, welche 
ihrer ungeschickten Bauart und des enormen Ge- 
wichtes wegen sich nicht verwenden ließen, stand mir 
kein anderes Fahrzeng zu Gebote. Ich mußte so- 
mit wohl oder übel so lange am Orte verbleiben, bis 
mir über das Fortkommen des Kanus nähere Nach- 
richten zugingen. Obwohl ich den Aussagen der 
Eingeborenen, betreffend den Flußlauf des Sanaga, 
welcher sowohl hier wie von allen übrigen auf 
meiner Tour berührten Volksstämmen nur „Lom“ 
genannt wird, Glauben schenkte, hielt ich es dennoch 
für unbedingt nothwendig, mir einige Gewißheit über 
die thatsächliche Beschaffenheit desselben zu ver- 
schaffen, und sandte infolgedessen Lieutenant Schmidt 
in Begleitung einiger Träger und Soldaten nach dem 
einen Tagemarsch weiter oberhalb gelegenen Bekok- 
orte „Mpim“, um hier nähere Erkundigungen ein- 
zuziehen. 
Schmidt, welcher am 4. Januar aufbrach, 
kehrte auf meine Veranlassung bereits am 8. wieder 
zurück. Zunächst berührte er bei der Mündung des 
von den Ndungebergen kommenden Eköheflusses den 
Sanaga, welcher dort, wie mir berichtet, bei einer 
Flußbettbreite von 1000 bis 1500 m zwischen zahl- 
reichen Inseln hindurchfließt und kleinere Fällc von 
etwa 1 m bildet. Weiter oberhalb fand Schmidt 
den Fluß ruhiger fließend und war der Ansicht, daß 
hier das Boot zur Weiterfahrt Gelegenheit haben 
würde. In Mvpim erreichte Schmidt zum zweiten 
Male den Sanaga, wo er weder Schnellen noch 
Wasserfälle konstatirte. Ich wäre nun zweifellos 
mit der Karawane nach Mpim aufgebrochen, wenn 
Schmidt in seinem Bericht nicht darauf hingewiesen 
hätte, daß der Transport der Bootslasten. über die 
steilen Hänge der Ndungeberge die größten Schwierig- 
keiten bereiten würde. 
Ich marschirte darauf am 9. unter Zurücklassung 
  
des Lieutenants Schmidt, welcher mit Kanu folgen 
sollte, nach der von ihm bezeichneten Stelle östlich 
des Eköheflusses, welche ich nach zwei Stunden er- 
reichte. Hier ließ ich die Karawane auf dem Wege 
zurück, um mich selbst zum Flusse zu begeben. Mit 
Hülfe einiger Träger gelang es mir, am Ufer ent- 
lang durch den dichten und steil zum Flusse abfallen- 
den Busch, wohl eine Stunde lang, mich durch- 
zuschlagen. Auf dieser Wegstrecke konnte ich, da der 
Strom infolge der vielen vorgelagerten Inseln und 
Felsblöcke stellenweise bis auf 20 m zusammen- 
gedrängt wird und hier in rasender Geschwindigkeit 
fließt, keine für Zusammensetzung des Bootes günstige 
Stelle finden. Oberhalb dieses Kataraktengebietes 
fließt der Sanaga wieder ruhig, bis dann etwa nach 
3000 m von Neuem Schnellen auftreten. Ungefähr 
300 m oberhalb dieser Schnellen am Njambeaufer, 
gegenüber der Kanulandestelle der Ndogodjes, bezog 
ich Lager, woselbst auch bald darauf die Karawane 
eintraf. Hier entschloß ich mich, am nächsten Tage 
mit dem Zusammensetzen des Bootes zu beginnen. 
Am 12. war dasselbe zusammengesetzt. und zu 
Wasser gelassen, und konnte ich am Nachmittag eine 
Reknognoszirungsfahrt unternehmen. Leider mußte 
ich nach einstündiger Fahrt, welche glatt und ohne 
Zwischenfall verlief, die Weiterfahrt aufgeben, da 
wiederum Schuellen auftraten. die des starken 
Stromes wegen nicht passirt werden konnten. 
Der Sanaga, welcher sich hien mehr W—ê 
HOstsüdost wendet, theilt sich in zwei Arme und um- 
tne 2 km lange, bewaldete Insel. Oberhalb 
dieser tritt wieder das alte Kataraktengebiet auf, 
Wasserfälle wechseln ab mit Schnellen und bieten 
der Schifffahrt ein unüberwindliches Hinderniß. 
Ich war also genöthigt, trotz der günstig lauten- 
den Berichte des Lieutenants Schmidt, das Boot 
wieder auseinanderzunehmen und zum Weitertrans- 
Crichten. 
vort hernn Expedition den Weitermarsch antreten 
konnte, mußte ich den von Schmidt als unpassirbar 
bezeichucten Weg rekognosziren. 4 
Ich ließ die Expedition unter Thoms zurück und 
marschirte am 13. zu diesem Zwecke auf Mpim zu. 
Nach einer Stunde hatte ich bereits die Ndunge- 
berge überschritten und das am Nordabhange sanber 
angelegte Njambeadorf erreicht. Der Weg steigt 
anfangs steil an und führt später durch eine tiefe 
Schlucht um die Hänge der Ndungeberge herum. 
Hier bieten auf dem Wege liegende Baumstämme 
wohl ein Hinderniß, jedoch ein so unbedeutendes, 
daß ich gar keine Bedenken trug, hier mit der 
Expedition zu folgen. Mpim erreichte ich nach 
weiterem ¾ stündigem Marsch. 
Das sauber gehaltene Dorf, welches in Form 
eines Rechtecks gebaut, besteht aus 30 bis 35 Hütten, 
welche ihrer Bauart nach sich absolut nicht von denen 
der übrigen Bakokos unterscheiden. 4 
Der alte Weiberkönig Mpim (derselbe verfügt 
nur über 8 Mann und etwa 30 Weiber), welcher
        <pb n="288" />
        — 250 — 
einen guten Eindruck auf mich machte, hatte bereits 
von meinem Kommen erfahren und fragte mich, was 
ich mit dem Boot zu thun beabsichtige, im Sanaga 
(Lom) gäbe es nur Felsen und Steine bis weit 
hinauf und würde ich mit dem Boot niemals weiter 
kommen. Mvpim sprach dieses mit einer solchen 
Ueberzeugungstreue aus, daß ich ihm glaubte, er- 
klärte ihm aber, daß ich nun selbst zum Flusse gehen 
würde, um mich von der Wahrheit seiner Schilderung 
zu überzeugen. 
Ich verließ Mpim hierauf und erreichte den Lom 
nach 1 ¼ stündigem Marsche. Hier fließt der Fluß 
ruhig, obgleich ich weiter oberhalb deutlich Schnellen 
erkennen konnte. 
Gegen Mittag traf ich wieder wieder im Lager 
ein. Ich setzte nun am nächsten Morgen (15.) mit 
der Expedition den Marsch über die Ndungeberge— 
Njambeadorf und so weiter fort und traf gegen Nach- 
mittag in Mpimufer ein. 
Den Bekokleuten, welche sich als Träger an- 
geboten hatten, war es ein Kleines, mit den schweren 
Bootslasten die schlechten Stellen zu überschreiten — 
ein Beweis, daß es für den leichtfüßigen Neger in 
dieser Beziehung kaum ein Hinderniß giebt. 
Ich war recht froh, die Bootslasten unversehrt 
bis Mpim gebracht zu haben, aber auch entschlossen, 
dem schwierigen und kostspieligen Transport nun ein 
Ende zu machen. 
Mit den gegenüber wohnenden Babimbis (Ndo- 
gonims identisch mit Ramsays: Dungem) versuchte 
ich in Unterhandlung zu treten, doch wiesen dieselben 
in frechster Weise jede Unterhandlung schroff ab und 
erklärten, sie wollten kein Freundschaftsverhältniß mit 
dem Gouvernement, vielmehr Krieg. Hierbei fielen 
zwei Schüsse. 
Ich berichtete darauf an den Kaiserlichen Gou- 
verneur unter dem 16. Januar und bat um sofortige 
Bestrafung der Babimbis, da ich auf dem Weiter- 
marsch die Expedition für gefährdet hielt. Leider 
konnte meinen Bitten nicht nachgegeben werden, da 
die Truppe bereits nach Ya#nde beordert war. 
Ich entschloß mich demmach, in Mpim am Ufer 
eine provisorische Station zu errichten, und begann 
sofort mit den Abholzungsarbeiten, sowie mit dem 
Bau eines Wohnhauses. Letteres, aus Knüppel- 
wänden mit Blätterüberdachung hergestellt, war bereits 
Anfang Februar beziehbar. 
Premierlieutenant v. Besser, welcher inzwischen 
erfahren hatte, daß das über die Edeafälle gesandte 
Kam nicht über Mangala hinauskommen könne, 
sandte sofort zwei kleine Kanus auf dem Landwege 
unter Führung des Unteroffiziers Schmidt von Edea 
fort, welche, von Edealenten getragen, am 24. Januar 
in Mpim eintrafen. 
Am 31. erschienen dann auch die von Sakebayeme 
abgeschickten Weyjungen und erklärten, daß es ihnen 
unmöglich sei, das Kann, welches sie in Mangala 
den Logobiheleuten zur Aufbewahrung übergeben 
hätten, weiter über die Felsen im Flusse zu tragen. 
  
Ich legte auch weiter keinen Werth darauf, 
dasselbe in meinen Besitz zu bringen, da ich es auf 
der weiteren Tour doch nicht hätte verwenden 
können. Allenfalls hätte es auf der Station Mpim 
verbleiben können. 
Lieutenant Schmidt beorderte ich sofort von 
Sakebayeme zurück und übergab ihm am 1. Februar 
die Leitung der provisorischen Station. Demselben 
ertheilte ich schriftlich folgende Instruktion: 
„Am 2. Februar setze ich mit der Expedition den 
Marsch über Ndokupe fort und übergebe Euer Hoch- 
wohlgeboren die Leitung der provisorischen Station. 
Hierzu gehört vor Allem, für Aufrechterhaltung der 
Ruhe und Ordnung auf derselben Sorge zu tragen. 
Alsdann wird es Ihre nächste Aufgabe sein, sich 
eingehende Kenntniß der hiesigen Verhältnisse zu 
verschaffen. 
Sämmtliche Geräthe und Inventarstücke sind zu 
überwachen und ein Verzeichniß evident zu halten. 
Es ist Ihre erste Pflicht, gute Beziehungen zu 
den umwohnenden Eingeborenen zu pflegen und sich 
schon aus diesem Grunde jeder Einmischung in deren 
geringsügige Angelegenheiten zu enthalten, dagegen 
über alle wichtigen Vorkommnisse unverzüglich der 
Kaiserlichen Regierungsstation Edea Bericht zu er- 
statten. 
Ueber das Stationspersonal steht Ihnen dis- 
ziplinare Gewalt zu. Jede Bestrafung im Disziplinar- 
wege ist unter Angabe des Grundes zu buchen. 
Betreffs Verlegung der Station bei Beginn der 
militärischen Aktion nach Logotum werden Ener 
Hochwohlgeboren noch besondere Instruktionen zu- 
gehen. 
Sämmtliche von der Expedition eintreffende Be- 
richte sind unverzüglich nach Edea zu senden. 
Das zerlegbare Stahlboot, welches zu Fluß- 
fahrten nicht zu benußen ist, verbleibt bis auf 
Weiteres auf der Station, und wollen Euer Hoch- 
wohlgeboren für geeignete Unterbringung und Kon- 
servirung desselben Sorge tragen. 
An schwarzem Personal werden Ihnen über- 
wiesen: 10 Arbeiter, 4 Soldaten."“ 
Inzwischen bot sich mir Gelegenheit, das Fluß- 
bett unterhalb Mpim (Logotum) zu untersuchen. 
Das Resultat war auch hier wieder Fälle. Unter- 
halb Mpim wird der Fluß durch große Felspartien, 
welche sich molenartig von beiden Ufern zur Mitte 
hinziehen, auf etwa 40 bis 50 m eingeengt. Der 
Strom fließt hier noch verhältnißmäßig ruhig, stürzt 
jedoch 500 m weiter unterhalb unter starkem Getöse 
über große Felsen herab und bildet hier die Logotum- 
fälle (siehe die Aufnahmen). 
Die Felspartien an dieser Stelle des Flußbettes, 
auf welchem außer niederem Krüppelholz mit zahl- 
reichen langen Bartflechten nur Euphorbiumbäume 
wachsen, nehmen zum Theil kolossale Dimensionen an. 
Einen interessanten Anblick bieten die Ausspü- 
lungen im Gestein, welche in der Hochwasserzeit 
durch Strudel entstanden sind; dieselben weisen mit-
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        — 251 — 
unter bei einer Höhe (Tiefe) von zwei Mannslängen 
eine Breite von etwa 2 m im Durchmesser auf. 
In ihnen trocknet das Wasser während der ganzen 
Trockenzeit nicht aus. Nächst den Edeafällen scheinen 
die Logotumfälle die bedeutendsten zu sein. Station 
Mpim liegt auf einer steil zum Flusse abfallenden 
Höhe, umgeben von dichtem Urwald, welcher hier 
besonders wildreich ist. Der Elefant tritt hier noch 
recht häufig auf und lebt in Familien. Derselbe 
wird von den Eingeborenen nicht geschossen, sondern 
in geschickt angelegten 2 bis 3 m tiefen, mit Laub 
verdeckten Fallgruben gefangen. Das so in die 
Falle gerathene Thier wird, nachdem es verendet, 
ausgegraben. Ferner kommen Gorillas, Meerkatzen 
und Kuhantilopen recht häufig vor. Mein Dolmetscher, 
welcher eines Tages mit einem Briefe von mir 
nach Mpimdorf geschickt wurde, kam athemlos nach 
einer halben Stunde wieder zurückgelaufen und er- 
klärte mir, daß er ohne Gewehr nicht nach Mpim 
gehen könne, da er sich zu sehr vor einer Gorilla- 
familic, welche er am Wege angetroffen habe, fürchte. 
Neachdem mir auf meine Bitte hin vom Kaiser- 
lichen Gouvernement noch weitere 25 Träger zur 
Verfügung gestellt worden waren, setzte ich mit der 
Expedition am 2. Februar den Marsch fort. Gleich- 
zeitig trat Expeditionsmeister Thoms mit sechs 
Auderern und den beiden zusammengekoppelten Kanus 
die Fahrt stromaufwärts an. Da ich erst gegen 
2 Uhr nachmittags aufbrechen konnte, wählte ich als 
gemeinsames Ziel das nächste Ndokupenfer (Ihnda), 
welches ich in kürzester Zeit zu erreichen glaubte. 
Der Weg führte mich durchweg durch dichten Urwald 
und soweit landeinwärts, daß von dem Rauschen 
des Wassers nichts zu hören war. 
Ich erreichte Ihndaufer nach 1¼ Stunden und 
wartete bis zum Abend auf die Ankunft der Kanus. 
Am nächsten Morgen sandte Thoms Boten zu mir 
mit der Meldung, daß er bereits gestern nachmittag 
Ihndaufer, ohne es gewußt zu haben, passirt und 
darauf weiter bis Sziufer gefahren sei, woselbst er 
auf einem Felsen im Flusse übernachtet habe. Ich 
brach daher sofort das Lager ab und marschirte in das 
Ndogundjuägebiet nach Szi. 
Auf der Fahrt von Mpim bis Szi hatte Thoms 
wenig Schwierigkeiten; kleinere Schnellen und Steine 
konnte er leicht überschreiten, auch fand er häufig 
ruhiges Wasser, woraus sich sein schnelles Vorwärts= 
kommen erklärt. Ihnda, der letzte Bekok= (Ndokupe-) 
rt, welcher 45 Häuser zählt, liegt auf einem 
Platean nahe den Ngodibergen und macht einen 
freundlichen und sanberen Eindruck. Trotzdem das 
furchisame Volk reichlich Lebensmittel zum Verkauf 
brachte, wofür es gut bezahlt wurde, sand ich das große 
Ihndadorf vollkommen verlassen. Hier sowohl wie 
auf meiner weiteren Reise sahen die Eingeborenen 
in mir den ersten Weißen, und erklärt sich schon 
hieraus die Furcht der Leute. Mit dem Eintresfen 
in Szi betrat ich das Gebiet der Ndogundjué, deren 
  
Häuptling Tshintate, in den Ngodibergen wohnend, 
als Raufbold bekannt und verschrieen ist. 
Ich habe auf meiner Reise wenig Gelegenheit 
gehabt, mit der Bevölkerung mich zu beschäftigen, da 
einmal die Ortschaften nicht wie am unteren Sanaga 
an die Flußufer grenzen, andererseits es meine 
Aufgabe war, den Flußlauf und so weiter zu er- 
forschen. 
Am folgenden Tage wählte ich, um die Expedition 
nicht wieder getheilt marschiren zu lassen, das Fluß- 
bett des Sanaga als Marschroute, obwohl ich mir 
klar war, mit welchen Schwierigkeiten ich hierbei zu 
rechnen hatte. 
Nachdem ich am 4. morgens die dichtbewaldeten 
Ngodiberge überschritten, wandte ich mich wieder 
zum Sanaga und traf dort nahe den Fällen mit 
dem Expeditionsmeister zusammen. Hier wird der 
Fluß durch die beiden Gebirgszüge (im Norden 
Mamband, im Süden Nygodi), welche scharf an den- 
selben herantreten, ganz bedeutend eingeengt, und 
beträgt die Flußbreite nicht mehr als 250 m. 
Oberhalb dieser Stelle nimmt das Flußbett einen 
ganz veränderten Charakter an. Steine wie Fels- 
blöcke, welche bisher nur vereinzelt auftraten, bilden 
jetzt ein vollständig zusammenhängendes Ganze. Dem 
Reisenden bietet sich hier ein eigenthümliches Bild; 
der Fluß scheint plötzlich verschwunden und an dessen 
Stelle ein Felsmeer von unabsehbarer Weite getreten 
zu sein. Erst bei näherer Untersuchung, nach müh- 
samem Ueberklettern der Felspartien, fand sich etwa 
500 m von den Ufern entfernt eine schmale Wasser- 
rinne (15 bis 20 m), durch welche das Wasser mit 
rasender Geschwindigkeit hindurchschoß. Da der 
Transport der Kanus hier ungemein beschwerlich 
war, gab ich dem Expeditionsmeister vier Soldaten 
zur Unterstützung. 
Von einem Marsche konnte nun nicht mehr die 
Rede sein; mühsam kletterten die Träger von Fels 
zu Fels, so daß sich die Karawane sehr in die 
Länge zog. Ich wartete auf einer Sandbank am 
Uferrande auf die zurückgebliebenen Träger, welche 
gegen 2 Uhr eintrafen, und bezog alsdann Lager. 
Anfänglich war von Eingeborenen nichts zu sehen, 
erst später zeigten sich vereinzelt Dungunleute, welche 
hinter Felsen versteckt uns beobachteten. Meinem 
Dolmetscher gelang es jedoch, mit einzelnen Leuten 
ein Gespräch anzuknüpfen, wodurch auch die übrigen 
ermuthigt aus ihren Verstecken hervorkamen; bald 
entspann sich eine lebhafte Unterhaltung. 
Die Dungunleute versprachen zwar, Lebensmittel 
zu bringen doch erklärte ich ihnen, bei der starken 
Strömung mit den Kanus nicht übersetzen zu können, 
vertröstete sie vielmehr auf den nächsten Tag, an 
welchem ich im Badjopgebiet an einer Kanulande- 
stelle Lager zu beziehen versprach. 
Am nächsten Tage, den 5., setzte ich unter den- 
selben ungünstigen Verhältnissen das Klettern fort 
und erreichte gegenüber von Maila am Nachmittage 
die Landestelle der Badjops: „Songh'ol“.
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        Infolge der beiden letzten anstrengenden Tage 
gewährte ich hier meinen Trägern einen Ruhetag, 
welchen diese hauptsächlich mit Fischfang verbrachten. 
Lebeusmittel wurden reichlich von den Badjops 
gebracht. Was die Herkunft der Badjops betrifft, 
so bildeten dieselben ursprünglich einen großen Volks- 
stamm am Nijong, haben sich aber später infolge 
innerer Streitigkeiten getheilt. Ein Theil derselben 
ist am Njong verblieben, während ein anderer zum 
Sanaga zog und sich hier am linken Ufer desselben 
niederließ. 
Trotzdem die Badjops mit den Nachbarvölkern 
Handelsbeziehungen aufrecht erhalten, machten dieselben 
auf mich einen recht armseligen Eindruck. Zeug 
fehlt ihnen gänzlich — das einzige Kleidungsstück 
der Männer besteht in einer aus frischen Planten- 
blättern geschickt gewickelten Düte. Weiber laufen 
zum Theil ganz nackt, zum Theil bedienen sie sich 
trockener Plantenblätter, welche in fingerbreite Streifen 
geschnitten sind. 
Europäisches Salz, welches an der Küste das 
hauptsächlichste Zahlungsmittel für Elfenbein bildet 
und z. B. in Edea, wic ich mich überzeugt habe, in 
Säcken zu Hunderten an einem Tage umgeseßt wird, 
gelangt nicht einmal bis hierher; vielmehr gewinnen 
die Badjops solches selbst, allerdings nur in ganz 
geringen Quantitäten. Zeug müssen die Badjops 
beim Tauschgeschäft sehr theuer bezahlen. 
Zwischen Maila und Songho'l erweitert sich der 
Sanaga bedeutend (etwa 3000 m) und umffließt, in 
mehrere Arme sich theilend, einen großen Insel- 
komplex. Die Inseln sind mit dichtem, hohem Wald 
bestanden, und nach Angabe der Eingeborenen sollen 
auf ihnen Elefanten sich aufhalten. Am 7. betrat 
ich mit Ueberschreiten des 25 m breiten und 1½ m 
tiefen ziemlich reißenden Jellflusses das Gebiet der 
252 
  
1 
Ndogobueas, eines, wie mir berichtet, kriegerischen 
Stammes, welcher sich häufig Uebergriffe den Nach- 
barstämmen gegenüber erlaubte. 
nun nicht mehr im Flußbett entlang, sondern war 
Der Weg führte 
von Eingeborenen geschickt am Waldrande längs des 
Flusses angelegt; hier verflachten sich die Ufer all- 
mählich, so daß man bequem marschirte. 
Gegen 12 Uhr machte ich Halt und bezog Lager, 
da mir der Führer erklärte, daß wir die Kanulande- 
stelle der Ndogobueas heute nicht mehr erreichen 
würden. 
Ndogobuea-Weiber und Kinder hatten reichlich 
Lebensmittel zum Verkauf gebracht, auch waren 
meine Träger bereits mit Abkochen beschäftigt, als ich 
plötlich von meinem Dolmetscher erfuhr, daß Ndo- 
gobuealeute meinem Führer gegenüber geäußert hätten, 
die Expedition nicht durch ihr Gebiet ziehen zu lassen, 
vielmehr beabsichtigten während der Nacht dieselbe 
zu überfallen. 
Mein Badiopführer kam darauf zu mir, warnte 
mich und machte mich darauf aufmerksam, daß das 
Lager von bewaffneten Ndogobucas umstellt sei. 
Einige meiner Leute, welche im Busch Feuer- 
holz suchten, bestätigten die Aussage des Führers. 
Erxpeditionsmeister Thoms mit fünf Soldaten und 
den beiden Kanus war zurückgeblieben und bis 3 Uhr 
nicht eingetroffen. 
Mir war sofort klar, daß ich den Händen der 
Ndogobueas nicht entgehen würde, falls ich nicht 
sofort zur Umkehr mich anschickte. 
Ich erklärke einigen Ndogobueas, welche durch- 
aus noch mehr Lebensmittel für Perlen austauschen 
und nicht weichen wollten, daß ich durch das Fern- 
bleiben der Kanus gezwungen sei, umzukehren, jedoch 
beabsichtige, morgen früh auf selbigem Platze mein 
Lager wieder aufzuschlagen. 
Binnen einer Viertelstunde hatte ich den Platz 
verlassen und marschirte auf demselben Wege zum 
Jellfluß, welcher die Grenze zwischen Ndogobuea 
und Ndogotinde bildet, zurück. 
Auf halbem Wege begegnete mir Thoms, 
welcher die wenig erfreuliche Mittheilung machte, 
daß Ndogobnealeute am Morgen seinen Koffer so- 
wie sämmtliche Paddel gestohlen hätten. 
Thoms hatte beim Transport der Kanus über 
die Felsblöcke die Unvorsichtigkeit begangen, Koffer 
wie Paddel einem Jungen zu übergeben mit der 
Weisung, vorauszugehen und einen geeigneten Weg 
ausfindig zu machen. Dieser legte dic ihm an- 
vertrauten Sachen am Ufer nieder und kehrte zurück. 
Als nun Thoms nach den Sachen sandte, waren 
diese bereits von Ndogobueas, welche sich im Busch 
versteckt hielten, gestohlen worden. 
Alle Versuche, die gestohlenen Sachen wieder zu 
erlangen, waren vergeblich. Ndogobucas, mit Ge- 
wehren und Speeren bewaffnet, führten am Ufer 
förmlich Kriegstänze auf und schrieen und tobten, 
erklärten aber, daß sie nichts gestohlen hätten. 
Ich mußte also die Sache auf sich beruhen lassen. 
Zu allem Unglück kam nun noch der Umstand, daß 
auf der Rückfahrt zum Jellfluß ein Kann (Thoms 
hatte dieselben losgelöst) in den Schnellen kenterte 
und versank. 
Der Verlust dieses Kanus war für mich un- 
ersetzlich und gleichzeitig entscheidend für die weitere 
Thätigkeit der Expedition. Mir blieb nichts Anderes 
übrig, als umzukehren, denn die Möglichkeit, das 
Kanu wieder zu erhalten, war ausgeschlossen — so- 
mit verlor auch das andere Kann seinen Werth. Ich 
beauftragte daher Thoms, selbiges zu zerstören. 
Auf einer Sandbauk westlich des Jellflusses bezog 
ich Lager. 
Am nächsten Morgen trat ich mit der Expedition 
den Rückmarsch an und erreichte ohne besonderen 
Zwischenfall Mpim am 12., Edea am 16. und 
Kamerun am 21. Februar. 
Früh beim Abbruch des Lagers hatten sich die 
Ndogobueas jenseits des Jellflusses versammelt und 
folgten der Expedition bis an die Grenze zwischen 
Ndogotindi und Badjop. Sobald die wenigen an 
der Queue marschirenden Soldaten Halt machten und
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        ihre Gewehrläufe auf sie richteten, verschwand die 
seige Gesellschaft im Busch. 
Daß ich in Rdogobuea gezwungen war, um- 
zukehren, habe ich umsomehr bedauert, als ich nur 
3 bis 4 Tagemärsche von der Flußgabelung, meinem 
eigentlichen Ziele, entfernt war; andererseits machte 
es den Eindruck, als ob der Fluß nun einen ruhigeren 
Lauf annehmen würde. 
Die Ufer wurden flacher, Steine traten nur noch 
vereinzelt und in geringer Größe auf; Sandbänke, 
welche mir auf der ganzen Tour nicht begegnet 
waren, es sei denn unmittelbar am Ufer an- 
geschwemmte, hatte ich von meinem letzten Lager- 
platze deutlich erkennen können. Alle diese Anzeichen 
deuten darauf hin, daß der Sanaga möglicherweise 
253 
auf eine größere Strecke (1 bis 2 Tage)h sich schiff- 
bar erweisen würde. 
Aus meiner Schilderung des Flußlaufes, als auch 
aus den von mir ausgeführten und zum größten 
Theil gelungenen photographischen Aufnahmen geht 
hervor, daß das Ergebniß der Voruntersuchung sich 
als ein wider Erwarten ungünstiges darstellt. 
Bis Ndogobuea ist der Fluß nicht schiffbar, selbst 
nicht auf kürzere Strecken; denn abgesehen von den 
unzähligen Schnellen, welche vielleicht zur Regenzeit 
weniger in Betracht kämen, bleiben doch die Wasser- 
sälle von Logotum und so weiter unüberwindliche 
Hindernisse. 
Sollte in nächster Trockenzeit die Ausrüstung 
einer weiteren Expedition geplant sein, so kann die- 
selbe, so wie die Verhältnisse augenblicklich am Sanaga 
liegen, vor Unterwerfung der Ndogonims und Ndogo- 
bueas ihre Thätigkeit nicht beginnen. 
Togo. 
Aufstellung eines Grabgitters. 
Ein aus freiwilligen Beiträgen von Beamten 
und Kaufleuten des hiesigen Schutzgebietes beschafftes, 
für die Grabstätte des verstorbenen Polizeimeisters 
Julius v. Piotrowski bestimmtes gußeisernes Gitter 
ist eingetroffen und aufgestellt worden. 
Deutsch-Südwelkafrika. 
Ueber die Unruhen in Südwestafrika 
liegen weitere Nachrichten als die bereits in der 
Tagespresse veröffentlichten noch nicht vor. 
Danach sind starke Haufen von Khauas-Hotten- 
totten, welche den Hauptmann v. Estorff und 50 Reiter 
zweimal bei Gosabis angegriffen hatten, jedesmal sieg- 
reich zurückgeschlagen. Auf unserer Seite sind ge- 
fallen: Lieutenant Lampe, Fabrikbesitzer Schmidt, 
Sergeant Bannach und die Reiter Fendges, 
Exner, Ladwig, Edisch und Ludwig. Schwer 
verwundet sind Sergeant Fischer und Sasat. Die 
Rebellen, welche modern bewaffnet waren, haben 
46 Mann verloren, darunter ihren Kapitän Lambert. 
  
Marlshall-Inseln. 
Uebersicht der im Schutzgebiete der 
Marshall-Inseln am xg. Januar 1890 ansässigen Deutschen 
und Fremden. 
u. Nach Staatsangehörigkeit und Stand oder Gewerbe. 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Aab- 
—eennn- 
angehörigkeit — 2 2 6 2 2 
2 D 5 E S 
! Ir 1 
Deutsche 5 11 |T 4 11 2 —3 
Amerikaner 9 — — 1 
Brasilianer — 1 — — — — 1 
Chinesen — — — — 3 11 14 
Dänen — — — — 1 — 1 
Engländer — 11 — — 1 113 
Norweger — 3 — 1 — — 1 
Portugiesen — — 1 — 1 — 2 
Schweden as — 1 — — — — ; 
O Staats- 
Ob#e gehöriglen 3 — 
Zusammen 5 39 5 12 8 13| 82 
b.#Nach Maßgabe ihres Wohnsitzes. 
—3 51 
"" «-;5i- 
Staats- * *. EELI 
angehörigkeit #s* 5 2?2s22 7vs5 * 
Sesss l 
ll.—..—. 
Deutsche 24 1—— —— 1 1—— 3 1 2 33 
Amerikaner 2 1 – — 1½ 
Brasiliane— 1———2 
hinesen 14 — —.— —.—— —N**J* 11 
CDä –——– — — E 
Dünender – — 1 1— 1 3 2 2— 313 
orweger 1 —— — 1—— 1—— 
Portugiese— —— — 2—— 2 
echweden s — —— — — — —— — 4 
Ohne Staats- " 
ngehörigleit — — — 2——— — — – 13 
I’-« :- 
Zuianmien421,43135621«51’882 
  
Schiffsverkehr in Jaluit im Jahre 3895. 
Aus Jaluit meldet der Kaiserliche Landeshaupt- 
mann über den dortigen Schiffsverkehr im vorigen 
Jahre Nachstehendes: 
Unter den 29 Schiffen, welche Jaluit im Jahre 
1895 besucht haben, befanden sich die beiden deutschen 
Kriegsschiffe „Möwe“ und „Falke“, welch ersteres 
viermal und letzteres zweimal eingelaufen ist, sowie 
das amerikanische Missionsschiff „Morning Star“ mit 
vier Einklarirungen. 
Die Zahl der deutschen Kauffahrteischiffe betrug 
neun mit 54 Einklarirungen und 4212 Reg-Tons 
gegen neun mit 53 Einklarirungen und 4042 Reg. 
Tons im Vorzjahre.
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        — 254 — 
Von diesen Schiffen haben einklarirt: 
1 Schiff · 
  
ch je 1 mal, 
2 Schiffe . 4 
1 Schiff -6 
3 Schiffe . 7 
2 Schiffe . 9 
zusammen 9 Schisse 54 mal. 
Unter diesen Fahrzeugen befanden sich fünf Ein- 
geborenen gehörige Schuner mit 33 Einklarirungen 
und 1055 Tonnen. Den deutschen Kauffahrteischiffen 
stehen sieben nichtdeutsche mit 14 Einklarirungen und 
4725 Reg.-Tons gegen 14 nichtdeutsche mit 22 Ein- 
klarirungen und 4751 Reg.-Tons im Vorjahre 
gegenüber. 
Dem deutschen Handel dienten 
deutsche Schiffe 9 mit 54 Einklarir. u. 4212 Reg.-Tons 
amerikan= 1 1 - 6 
englische 1 1 122 
dänische 3 3 - é 1550 
hawaiische 1 3 - --150 
zusammen 15 mit 62 Einklarir. u. 6097 Reg.-Tons 
gegen - - -2840 -- 
welches dem englischen Handel diente. 
Im Vorjahre hatten dem deutschen Handel ge- 
dient 16 Schiffe mit 65 Einklarirungen und 5892 
Reg.-Tons, dem englischen Handel 1 Schiff mit 
4 Einklarirungen und 1760 Reg.-Tons. 
  
Rus dem Bereiche der Missionen und 
der Antishlaverei-Bewegung. 
Einem Berichte des Generalsuperiors der Missions- 
gesellschaft des göttlichen Wortes entnehmen wir über 
die Stationen der katholischen Mission im deutschen 
Schußgebiet Togo das Folgende: 
Die Missionsgesellschaft des göttlichen Wortes 
wird verwaltet von P. Mathias Dier, Administrator 
der aposltolischen Präfektur Togoland, P. Hermann 
Bücking, Superior. Fünf Hauptstationen: 
1. Lome: Superior P. H. Bücking und l#. Ph. 
Hoffmann mit den Brüdern Thomas und 
Adalbert. 
.Adjido: Administrator P. M. Dier, DP. Ang. 
Arandt und die Brüder Emanuel, Jacobus 
und Eligius. 
Togo (Stadt): P. Adalbert Heinlein und 
Bruder Ambrosius. 
Abobedrafo (Porto Seguro): P. G. Anselmann 
und Bruder Johannes. 
Aneho (Klein-Popo): D. G. Altemöller und 
F. Franz Müller mit Bruder Norbertus. 
Nebenstationen, wo kein Priester, wohl aber eine 
Schule ist, sind: 
1. Adjovikophe, 2. Akeppe, 3. Aguewe, 4. Ba- 
gida, 5. Zwischen Amutive und Bevi, für beide Orte 
bestimmt, 6. Degbenu, 7. Gum-Kophe. 
# 
SL 
  
Die ersten fünf Nebenstationen werden von Lome 
aus verwaltet, Degbenn von Adjido, Gum-Kophe 
von Agbedrafo aus. 
An sämmtlichen Stationen sind Schulen errichtet, 
in Lome und Agbedrafo wurde neuerdings auch eine 
Schule für Mädchen eröffnet. In allen Schulen 
wird Unterricht ertheilt im Deutschen, Englischen 
und in den gewöhnlichen Gegenständen der Elemen- 
tarschule. Die Gesammtzahl der Schüler in vierzehn 
Schulen beträgt 484. Schwarzes Lehrpersonal: 
16 Lehrer und 2 Lehrerinnen. 
Getaufte noch lebende katholische Christen 618. 
Für das Jahr 1895 vertheilen sich die Taufen, wie 
folgt: a) Erwachsene 169, b) Christenkinder 85, 
J) Heidenlinder in Todesgefahr 228, Taufen zu- 
sammen 482. 
In der „Allgemeinen Missionszeitschrift“ schildert 
Missionssekretär Würz die Thätigkeit der Baseler 
Mission in Kamernn. Die Gesellschaft übernahm 
dort im Jahre 1886 drei Stationen der englischen 
Baptistenmission. Die betreffenden Gemeinden haben 
sich aber im Laufe der nächsten Jahre von ihr ge- 
trennt. Seither bestehen die separirten Gemeinden 
für sich, in Verbindung mit den weißen Missionaren, 
welche von den deutschen Baptisten ausgesandt worden 
sind. Von den anfänglichen drei Stationen liegen 
Bethel (Bonaku) und Bonaberi an der Mündung 
des Kamerunflusses, jenes auf dem Ostufer in der 
Nähe des Gonvernements, dieses gegenüber auf dem 
Westufer, beide unter dem Händlervolke der Duala. 
Die dritte Station ist Victoria an der Ambasbucht, 
am Fuße des Kamerunberges. Hier findet sich an 
der Küste eine zusammengewürfelte Bevölkerung, 
während der Abhang des Gebirges von den rohen, 
schwer zugänglichen Bakwiri bewohnt ist. Bakwiri 
sind auch die Einwohner des Bergdorfes Buca, 
900 m über dem Meere, wo die Mission schon 1891 
eine Erholungsstation anlegte, bis das kleine Missions- 
haus zerstört und Buca für mehrere Jahre ver- 
schlossen wurde. Jetzt ist Bucha wieder besetzt und 
das Sanatorium wieder erstanden. 
Zwei neue Stationen sind von Bethel und 
Bonaberi aus entstanden. Nördlich im Abolande 
Mangamba, von wo aus auch das Gebiet am 
Mittellause des Wuri bedient wird, und endlich im 
Süden Lobethal am Sanaga, die Station für die 
Mulimba an der Mündung dieses Stromes und die 
Bakoko, die sich ihnen flußaufwärts anschließen. 
Lobethal hat seit seiner Gründung (1892) schon 
unruhige Zeiten erlebt infolge der Kämpfe mit den 
Bakokos. Jetzt sind diese gedemüthigt, und wenn 
das Strafgericht die gleiche Wirkung hat wie einst 
bei den Mulimbas, so darf man hoffen, daß das bis 
jetzt ungemein rohe Volk der Mission bald zugänglich 
werden wird. Alle diese Stationen zählen zusammen 
1130 Christen und liegen in dem engbegrenzten 
Küstengebiet, das von der europäischen Kultur nach- 
haltig beeinflußt wird. Die Station Mangamba
        <pb n="294" />
        — 255 — 
verdankt ihren ersten Anfang nicht einem Missionar, 
sondern dem Häuptlingssohn Koto, welcher die Missio- 
nare von der Küste herbeirief. Von da an hat das 
Evangelium im Abolande seine Ausbreitungskraft 
bewiesen. 
In Bonaberi ist jetzt eine kleine Mittelschule 
errichtet. In Lobethal ist eine Knabenanstalt eröffnet, 
da die jungen Leute durchaus deutsch lernen wollen. 
Uebrigens werden hier die Zöglinge tüchtig zur Arbeit 
auf der Kassee= und Kakaoplantage angehalten. 
Am Fuße des Kupeberges, nördlich von Man- 
gamba, im gesunden, fruchtbaren Hochlande von Rkosi 
liegt Ryasoso. Hier ist die sechste Basler Station 
im Entstehen begriffen. Ein kleines Haus ist bereits 
gebaut. Ein herrliches Bergland mit zahlreicher be- 
gabter Bevölkerung liegt dort vor der Mission. Die 
Sprache ist freilich erst zu erforschen. 
In Edea, an den gleichnamigen, prachtvollen 
Fällen des Sanaga, ist die Basler Mission durch 
die Schenkung eines deutschen Kaufmanns in den 
Besitz eines werthvollen Grundstückes gelangt. Hier, 
an dem Ausgangspunkte für das Innere des südlichen 
Kamernn, soll die siebente Station erstehen. 
Die Gesammteinnahme der Basler Mission im 
Jahre 1894 betrug 1 051 642 Mark. Von den 
Beiträgen (871224 Mark) entfallen auf Deutschland 
198 339 Mark, also mehr als fünf Neuntel. Von 
den 197 (einschl. beurlaubten und emeritirten) Missio- 
naren sind 148, von den sechs Lehrern am Missions- 
hause fünf Deutsche. Der Inspektor wie alle seine 
Vorgänger, die beiden Sekretäre, einer von den zwei 
Hausvätern der Kinderhäuser sind ebenfalls Deutsche. 
Die Gesellschaft muß also mit Recht den deutschen 
Missionen zugezählt werden, obgleich sie ihren Sitz 
in Basel hat und aus der Schweiz 338 976 Mark 
Einnahme und fast ein Viertel ihrer Missionare bezieht. 
Uus fremden Kolonien. 
Statistisches über die englischen Kolonien vom 
Jahbre 1895. 
Das Kolonialblatt hat in seinem vorjährigen 
Jahrgange (S. 228) einen kurzen Auszug aus dem 
als Parlamentsvorlage veröffentlichten „Statistical 
abstract lor the several colonial and other 
bossessions ol tüc United Kingdom in cach 
Fear Irom 1879 to 1893“ abgedruckt. 
Es liegt nunmehr die Fortsetzung dieser Statistik 
vor, welche auch das Jahr 1894 umfaßt. 
In diesem Jahre wurde in den zum Vergleiche 
mit unseren Kolonien am besten geeigneten englischen 
Kolonien an öffentlichen Einnahmen erzielt in 
Australien 27 969 000 Pfd. Sterl. 
Natal 1011000 - - 
Kapland. 5 321 000 - 
Lagngs 137 000 
der Goldküste 218 000 - 
Sierra Leone 99 000 = - 
  
Hiernach sind die Einnahmen in den beiden erst- 
genannten Kolonien gegen das Vorjahr zurückgegangen, 
während sie in den übrigen Kolonien gestiegen sind. 
Die öffentlichen Ausgaben bezifferten sich im 
Jahre 1894 in 
Australien auf 28 426 000 Pfd. Sterl. 
Natal 1 082 000 = - 
Kapland 5 310 000 = - 
Lagos . . . 125 000 — 
der Goldküste 227 000 —- - 
Sierra Leone 93 000 = O 
Hierbei haben sich die Ausgaben in Australien 
gegen das Vorjahr um rund 1¼ Millionen ver- 
ringert, während sie sich in Kapland um 600 000 
Pfd. Sterl. vermehrten. 6 
Eine Aufstellung der Gesammteinnahmen und 
zausgaben der sämmtlichen britischen Kolonien ist in 
der Statistik nicht enthalten, da die Zusammenstellungen 
für verschiedene Kolonien, wie z. B. für ganz Indien, 
noch ausstehen. « 
An Zöllen vereinnahmten: 
Australien 7 822 000 Pfd. Sterl. 
Natalll 191 000 = - 
Kapland 1 532 000 - Oü 
Lagss 120 000 OD 
die Goldküste 191 000 = - 
Sierra Leone 0 000 = - 
Australien und Natal sind gegen das Vorjahr 
zurückgegangen, die übrigen haben zugenommen. 
Der Handel gestaltete sich folgendermaßen. Es 
betrug der Import in 
Australien 48 818 000 Pfd. Sterl. 
Natal 2 239 000 O 
Kapland 11 588 000 OD 
Lagngns 745 000 On 
der Goldküste 688 000 = OD 
Sierra Leone 478 000 OD 
Der Import hat nur in Kapland und Sierra 
Leone unbedeutend zugenommen; in den übrigen vier 
Kolonien ist er zurückgegangen, in Australten um 
4¼ Millionen, in Natal um 1¼ Millionen. 
Der Export betrug in 
Australien 62 000 000 Pfd. Sterl. 
Natal 1 119000 = — 
Kapland. 13 812000 - 
Lagngos 822 000 = O 
der Goldküste 850 000 = "b 
Sierra Leone 426 000 - 
Der Export Natals hat um die Hälfte ab- 
genommen, der Australiens um 33¾ Millionen, ab- 
genommen hat gleichfalls etwas Lagos; die übrigen 
haben unbedentend zugenommen. 
Deutschland betheiligte sich an dem Import nach 
Kapland mit 448 000 Pfd. Sterl. 
Laggnoss 212 000 - 
der Goldküste- 73000 - - 
Sierra Leone = 33 000 
Nach Kapland hat sich der Import Deutschlands 
gegen das Vorjahr fast verdoppelt und ist unter den
        <pb n="295" />
        — 266 
importirenden Staaten von fünfter zu vierter Stelle 
vorgerückt; in den übrigen Kolonien hat es sich die 
zweite Stelle bewahrt bezw. erstritten. 
Nach Deutschland wurde exportirt von 
Kapland . für 66 000 Pfd. Sterl. 
Lagos 362 000 
der Goldküste = 105 000 - 
Sierra Leone = 89 000 
Der Export von Kapland ist hiernach ziemlich 
zurückgegangen, während der andere gestiegen ist. 
Basutoland im Jahre 1394/95.") 
Nach dem Jahresberichte des Resident Com- 
missioner über Basutoland für die Zeit vom 1. Juli 
1894 bis 30. Juni 1895, welcher kürzlich als Par- 
lamentsvorlage erschienen ist, sind die inneren poli- 
tischen Verhältnisse dieser englischen Kolonie zur Zeit 
befriedigende. Die früheren Streitigkeiten zwischen 
dem Oberhäuptling Lerothodi und seinem jüngeren 
Bruder Maama, bei denen es fast zum Kriege ge- 
kommen wäre, sind durch Vermittelung des Resident 
Commissioner in einer Versammlung der Häuptlinge 
des Landes zu Gunsten des Oberhäuptlings friedlich 
beigelegt, und es ist dadurch das Ansehen des Ober- 
häuptlings neu befestigt. Lerothodi ist seitdem eifrig 
bestrebt, seinen Pflichten als Oberhäuptling, die Wohl- 
fahrt seines Volkes zu fördern, nachzukommen, und 
unterstützt die englische Regierung in der Ausübung 
der Strafrechtspflege; er beabsichtigt sogar die Grün- 
dung einer Industrieschule. Besondere Aufmerksamkeit 
muß die Regierung der Landfrage widmen, welche 
in der Zukunft durch das beständige Anwachsen der 
Bevölkerung infolge natürlicher Vermehrung und 
Einwanderung bei dem kriegerischen Charakter der 
Basutos den Anlaß zu ernsten Unruhen zu bieten 
droht. Die Bevölkerung wird jetzt auf 250 000 
Köpfe geschätzt gegen etwa 211 000 im Jahre 1891. 
Herrenloses kulturfähiges Land ist nicht mehr vor- 
handen; es wird deshalb schon ein Theil des zum 
Weideland bestimmten Bodens nach und nach in 
Acker umgewandelt, obwohl das Weideland bei dem 
jeigen großen Viehreichthum der Eingeborenen kaum 
noch ausreicht. Der Mangel an Land bildet ferner 
den Grund der beim Tode eines Häuptlings fast 
regelmäßig zwischen seinen Kindern entstehenden 
Streitigkeiten. Ein Theil der als industriell bekannten 
Bevölkerung findet Beschäftigung in den Minen- 
distrikten, viele suchen auch alljährlich Arbeit in den 
Nachbarstaaten zu erhalten. Zu diesem Zweck wurden 
im Jahre 1894/95 25 384 Pässe ausgestellt gegen 
20 000 im vorhergehenden Jahre. Durch den zu- 
nehmenden Gebrauch landwirthschaftlicher Maschinen 
in den Ackerbaugegenden des Orange-Freistaates 
wird aber dort die Arbeitsgelegenheit für die Basu- 
tos immer mehr verringert. 
Der Handel ist im laufenden Jahre gegen früher 
erheblich zurückgegangen, hauptsächlich infolge des 
*) Vergl. „Deutsches Kolonialblatt“ 1895, S. 282. 
  
schlechten Ausfalles der letten Ernte. Der Werth 
der Ausfuhr während des Jahres 1894 betrug 
83 407 Pfd. Sterl., gegen 103 608 Pfd. Sterl. im 
Jahre 1893; die Einfuhr im Werthe von nur 
68 674 Pfd. Sterl. ist um 29 326 Pfd. Sterl. ge- 
ringer als die im Jahre 1893. 
Dagegen versprach die bevorstehende neue Ernte 
einen überaus reichen Ertrag, namentlich an Mais 
und Negerkorn, zu liefern. 
Der im Jahre 1893 im Basutolande zum ersten 
Male unternommene Versuch einer landwirthschast- 
lichen Ausstellung, welcher mit finanzieller Unter- 
stützung seitens der Regierung in Mafeteng stattfand, 
ist im Jahre 1894 wegen des günstigen Erfolges 
an verschiedenen Orten wiederholt worden. Man 
hofft hierdurch die Basutos, die sich gegen Neuerungen 
im Allgemeinen ablehnend verhalten, an einen ratio- 
nelleren Betrieb der Landwirthschaft, insbesonderc an 
den Anbau besserer und ertragreicherer Bodenprodukte 
zu gewöhnen. Ein Erfolg ist insofern schon zu ver- 
zeichnen, als mehrere eingeführte Dampfdreschmaschi 
von den Eingeborenen im vergangenen Jahre viel 
benutzt wurden. 
Was die Verwaltung des Landes anbetrifft, so 
sind die Einnahmen gegen das Vorjahr wiederum 
etwas gestiegen. Sie betrugen zusammen 44. 627 
Pfd. Sterl., die Ausgaben 43 064 Pfd. Sterl. Die 
Hüttensteuer ergab 21905 Pfd. Sterl. (gegen 21579 
Pfd. Sterl. im Vorjahre); sie wurde für 44 677 
Hütten entrichtet, im Jahre 1893/94 für 40 629 
Hütten. Das im Vorjahre neu eingeführte Verfahren, 
die Hüttensteuer unter Mitwirkung der Häuptlinge 
in dem Zeitraume von zwei Monaten beizutreiben, 
hat sich gut bewährt. Die Einnahmen aus dem 
Postwesen betrugen 1071 Pfd. Sterl. (gegen 1032 
Pfd. Sterl. im Vorjahre), wovon 175 Pffd. Sterl. 
auf die Telegraphengebühren entfallen; die Ausgaben 
für die Post beliefen sich auf 1934 Pfd. Sterl. In 
administrativer Beziehung untersteht das Postwesen 
dem Generalpostmeister in Kapstadt. 
Das Missionswerk im Basutolande hat im ver- 
gangenen Jahre weitere Fortschritte gemacht. Die 
Zahl der von den Missionaren geleiteten Schulen 
ist auf 144 gestiegen, die Zahl der Schüler auf 
7543; im Vorjahre waren es 135 Schulen mit 
6937 Schülern. Die von der Regierung für die 
Unterhaltung der Schulen gewährte Beihülfe betrug 
3799 Pfd. Sterl. (im Vorjahre 3608 Pfd. Sterl.). 
Mit Erfolg verwenden die Missionare große Mühe 
auf die Unterweisung der Jugend in den verschie- 
denen Handwerken. 
Der Gesundheitszustand war gut, abgesehen da- 
von, daß in zwei Gegenden die Blatternepidemie 
herrschte; es kamen jedoch nur wenige Todesfälle 
infolge der Epidemie vor. Zur Unterdrückung der 
Seuche sind die nöthigen Vorsichtsmaßregeln ge- 
troffen, namentlich hat die Impfung weitere Fort- 
schritte gemacht. Es sind schon etwa 32 000 Ein- 
geborene geimpft worden. Die Impfung wird
        <pb n="296" />
        besonders durch die Maßregel befördert, daß keinem 
Basuto ein Paß zum Verlassen des Landes ausgestellt 
wird, der nicht eine Bescheinigung über seine Impfung 
beibringt. 
bersuchspflanzungen in Ostindien. 
Den 1894 in Kalkutta erschienenen amtlichen 
Jahresberichten über die in Bengaleu errichteten 
Versuchsfarmen Dumraon, Sibpur und Burdwan 
bei Pala für das Jahr 1893/94 und dem Ge- 
sammtberichte über letztere Farm seit ihrer Errich- 
tung im Jahre 1885 entnehmen wir die folgenden 
wichtigeren Angaben über die angestellten Versuche: 
Beim Anbau von Reis in der Burdwan= und 
Dumraonfarm wurden höhere Erträge an Körnern 
und Stroh erzielt durch Tiefpflügen mit dem Sibpur- 
pflug als durch flaches Pflügen mit dem sonst ge- 
bräuchlichen Landpflug; doch war der Unterschied in 
den Erträgen kein sehr erheblicher. Als bestes 
Düngemittel für den Anbau von Reis (winter 
baddy) hat sich eine Mischung von Knochenmehl 
und Salpeter erwiesen; es wurden hiermit höhere 
Erträge erzielt als mit unvermischtem Knochenmehl 
oder mit Kuhdung. 
Die Kultur von Zuckerrohr hat sich ertrag- 
reicher erwiesen bei Anwendung der in Mauritius 
üblichen Methode der Anpflanzung in regelmäßigen 
parallelen Gräben, als bei der sonst in Indien 
üblichen Anpflanzung in flachen unregelmäßigen 
Furchen. Der Abstand der nach der Mauritius- 
methode angelegten Gräben voneinander beträgt 
2½ Juß. 
Von den beim Anbau von Zuckerrohr an- 
gewandten Düngemitteln ergab eine Mischung von 
Knochenmehl und castor-cake den höchsten Ertrag. 
Mit einer Mischung von Superphosphat, Salpeter 
und Knochenmehl wurde das nächstbeste Resultat er- 
zielt, während der Ertrag bei Anwendung von 
castor-cakc oder Knochenmehl allein erheblich ge- 
ringer ist. Durch Düngung mit Superphosphat 
scheint das Zuckerrohr eine größere Stärke zu be- 
kommen. Beziglich der einzelnen angebauten Zucker- 
rohrarten ist zu erwähnen, daß die Khariart nach 
den in der Sibpur= und Burdwanfarm gemachten 
Versuchen sich besonders für die ratoon-Kultur 
eignet, d. h. es ergeben mehrere Jahre hindurch die 
neuen Schößlinge aus der alten Wurzel des ab. 
geschnittenen Rohres noch gute Erträge, ohnc daß 
es einer Neuanpflanzung bedarf. Bei dieser Kultur 
ist auf der Burdwanfarm der Ertrag des Khari- 
zuckerrohrs im Jahre 1890/91 fast doppelt so groß 
gewesen als im Jahre 1887/88, in dem die Neu- 
anpflanzung stattgefunden hatte. Auch zeichnet sich 
das Kharizuckerrohr durch seine große Widerstands- 
fähigkeit gegen Trockenheit und Insekten aus. 
Als die ertragreichste Art hat sich nach drei- 
jährigen Versuchen auf der Sibpurfarm das red 
Saharanpur-Zuckerrohr (auch black Bombay ge- 
  
257 — 
nannt) bewährt; der Anbau desselben im Lande ist 
aber zurückgegangen, da es zu sehr durch ein Insekt, 
den „stalk borer“, und durch Windbruch leidet. 
Der letzteren Gefahr kann man dadurch begegnen, 
daß man das red Saharanpur-Zuckerrohr zugleich 
mit dem gegen Wind widerstandsfähigeren Samsara- 
zuckerrohr anbaut. 
Bei den Anbauversuchen mit Kartoffeln hat 
sich ergeben, daß die direkt aus England bezogenen 
und die vorher in hoch gelegenen Gegenden Indiens 
aus englischen Kartoffeln gezogenen Saatkartoffeln 
einen reicheren Ertrag und eine bessere Qualität von 
Kartoffeln hervorbrachten, als die auf der Farm 
selbst gezogenen Saatkartoffeln; auch widerstanden 
die eingeführten Kartoffelknollen besser den Einwir- 
kungen der Trockenheit und der Ueberschwemmung. 
Von Düngemitteln wurde beim Kartoffelbau eine 
Mischung von Kuhdünger und Knechenmehl oder 
castor-cake mit größerem Erfolge angewendet als 
diese drei Düngerarten einzeln. 
Bei den Versuchen mit Jute wurden die besten 
Resultate durch Düngung mit Kuhdung erzielt; bei 
Anwendung von Superphosphat und Salpeter, 
Knochenmehl oder castor-cake waren die Erfolge 
geringer. » 
BeidenTabakspflanzvcrjuchcnaufderSibpur- 
farm ist man bestrebt, ein für die Cigarrenfabrikation 
und für den europäischen Geschmack geeignetes Blatt 
zu erzielen. Die Versuche sind noch nicht abgeschlossen. 
Im Jahre 1893/94 wurden zehn verschiedene Tabaks- 
sorten angebaut, doch wurde fast die ganze Ernte 
bis auf einen kleinen vorher eingeernteten Theil durch 
zwei Hagelwetter Anfang März vernichtet. Im 
Jahre 1892/93 waren vier Sorten — Havana, 
Hingli, Nangpur und Matihar — gepflanzt worden; 
die geernteten Blätter waren aber, weil sie nach der 
in Amerika gebräuchlichen Weise im Schatten ge- 
trocknet waren, zur Cigarrenfabrikation nicht geeignet. 
Es sollen deshalb später Versuche mit dem Trocknen 
der Blätter in der Sonne angestellt werden. 
Hafer, der bisher in Niederbengalen fast gar 
nicht angebaut wurde, ist in der Sibpurfarm seit 
1889 mit Erfolg kultivirt. Drei australische Hafer- 
sorten sind jedoch im Jahre 1893/94 völlig aus- 
gefallen. 
Erböhung des Söolltarifs im Niger Coast protectorate. 
Im Niger Coast Protectorate ist seit dem 
22. November 1895 eine beträchtliche Erhöhung des 
Zolltarifs in Kraft getreten, und zwar ist der Zoll- 
satz auf Spirituosen verdoppelt, der auf Pulver ver- 
dreifacht. Der neue Tarif lautet, wie folgt: 
Von Wein, Porter, Ale und Bier von jederlei Art, 
für jede Kiste mit 1 Dutzend Flaschen alten Wein 
oder einen Theil davon — . 6 d. 
Von Brandy, Rum, Gin, Likör und verschiedenen 
Spiritnosen, welche nicht versüßt noch mit irgend
        <pb n="297" />
        einem Zusatz vermischt sind, derart, daß der 
Alkoholgehalt mittelst des Hydrometers von Syles 
nicht festgestellt werden kann, und zwar wenn der 
Altoholgehalt den Minimalgehalt nicht übersteigt: 
für jede Gallonc oder einen Theil davon 2 s. — d. 
Und für jeden Grad (des Hydromcters) oder einen 
Theil eines Grades über den Minimalgehalt 
hinaus einen Zuschlagsall für jede Gallone öber 
einen Theil dovon 
Von Brandy, Gin, Rum, Likör und vonschehine 
Spirituosen, welche versüßt oder vermischt 
sind, dergestalt, daß der Alkoholgehalt in der 
oben angegebenen Weise nicht festgestellt werden 
kann. für jede Gallone oder einen Theil da- 
von. 2 s. — d. 
Von nicht verarbeitetem Tabal, und zwar für jedes 
Pfund oder einen Theil davon — s. 2 d. 
Von Schießpulver, und zwar für jedes Pfund oder 
einen Theil davon .. 6 d. 
Von Sabz. und zwar für jede Tonne bo- cen 
Theil davon s. 
Von Blei in jederlei Gestal, für jedes W voder 
einen Theil dovon 1 d. 
Von gehandelten Feuersteinschloßgewehren, 2 
als „dänische Gewehre“ algemein bekannt sind, 
pro Stück . 2s. 
Kongostaatimllahtse3ng. 
NachderAntwcrpcner»Mötropole«vom 
10. März d. Is. hat der Staatssekretär van Eetvelde 
Seiner Majestät dem König Souverän einen Bericht 
über den Handel und die Finanzlage des Kongo-= 
staates im Jahre 1895 erstattet, welcher interessante 
statistische Angaben enthält und ein Bild der unleug- 
baren wirthschaftlichen Fortschritte des Landes giebt. 
Nach diesem Bericht hat der Gesammtumsaz, ein- 
schließlich des Transithandels, im letzten Jahre die 
Höhe von 23971 689 Frcs. erreicht. 
Es betrug die Ausfuhr 10 943 019 Fres. 
Einfuhr 10 685 817= 
Hiernach ergiebt sich ein Mehr der Ausfuhr 
gegen das Vorjahr um etwa 25 pCt. Ueberhaupt 
hat der Ausfuhrhandel seit der Gründung des Staates 
stets zugenommen. Er hat sich in den letzten Jahren 
ungefähr versechsfacht, wie folgende Zahlen zeigen. 
Es betrug der Werth der Ausfuhrprodukte: 
im Jahre 1886 1772 863 Fres. 
- -1889 . 1297 543 - 
- 1894 8 761 622 
- · 1895 10 943010 = 
Diese Handelsentwickelung ist hauptsächlich dem 
Aufblühen des Palmöl-, Kautschuk= und Elfeubein- 
handels zu verdanken. 
Die Ausfuhr an Palmöl und Palmkernen pro# 
1895 betrug 2 178 557 Fres., also ctwa 156 pCt. 
mehr als im Jahre 1886. Der Ausbau der Eisen- 
bahn zwischen Stanley-Pool und Matadie läßt ver- 
258 
  
muthen, daß sich der Handel dieser bis jetzt infolge 
der kostspieligen Transportverhältnisse nur in der 
Meereszone gewonnenen Produkte etwa um das Zwan- 
zigfache vermehren wird. 
Einen noch bedeutenderen Ausschwung zeigt die 
Kautschukausfuhr. Dieselbe macht, im Werthe von 
2 882 585 Frcs. pro 1895, etwa das Fünfzehnfache 
von der Ausfuhr des Jahres 1886 aus; für das 
laufende Jahr ist sogar noch eine wesentlich höhere 
Produktion zu erwarten. Es ist diese Vermehrung 
der Kautschukproduktion um so freudiger zu begrüßen, 
als der Kautschut bei den neuen industriellen Ver- 
wendungsmethoden stets Absatz findet. Europa und 
Amerika konsumiren allein etwa 50 000 000 kg. 
Infolgedessen ist nicht nur die Menge, sondern auch 
der Preis dieser Waarc auf dem Antwerpener Marklte, 
dem Hauptplatz für diesen Artikel, stetig gewachsen. 
Die Elfenbeinausfuhr, im Werthe von 5 844640 
Frcs., hat sich etwa um 10 pCt. gegen das Jahr 
1894 gehoben. Auch für diesen Artikel ist Antwerpen, 
welches augenblicklich sogar London überflügelt, der 
bedeutendste Platz. Die Einfuhr des kongolesischen 
Elfenbeins in Belgien, welche im Jahre 1888 nur 
6400 kg ausmachte, betrug im Jahre 1895 
362 000 Kkg. Infolge der von Jahr zu Jahr 
schwieriger werdenden Gewinnung dieses Artikels ist 
demnächst ein geringeres Angebot desselben und dem- 
entsprechend eine Preiserhöhung zu erwarten. 
Der Export in Holz nach Europa, welcher im 
Jahre 1895 122 Kubikmeter nicht überschritten hat, 
verspricht im lanfenden Jahre eine Aufbesserung, und 
zwar nicht nur in Bezug auf die Quantität, sondern 
auch auf die Qualität der Hölzer. 
Ebenso versprechen auch die von der Regierung 
angepflanzten etwa 200 000 Kaffeebäume nach Er 
öffnung der Eisenbahn im Laufe d. Is. einen neuen 
Ausfuhrartikel zu liefern. Die jährliche Ernte der 
Bäume läßt sich etwa auf 200 000 bis 300 000 kg 
schätzen. 
Dasselbe läßt sich auch von den ctwa 26 688 
betragenden Kakaopflanzen sagen. 
Was den Tabak anbetrifft, so kann man sich an- 
nähernd aus den Regierungsversuchsplantagen ein 
Bild von der Qualität und dem Werthe dieses Pro- 
duktes machen. Derselbe, zur Hälfte aus Havange, 
zur Hälfte aus Sumatratabak gezogen, wird nach 
den in diesen Kolonien gemachten Ersfahrungen be- 
handelt. 
Ebenso wie die Ausfuhr hat sich auch die Einfuhr 
in den letzten zehn Jahren ungefähr versechsfacht. 
Dieselbe betrug im Jahre 1886 1 800 000 Frocs., 
im Jahre 1895 10 685 847 Fres. An dieser Ein- 
fuhrziffer ist Belgien jetzt mit etwa 57 pCt. betheiligt. 
In Jahre 1892 betrug der Antheil Belgiens nur 
25 pCt., 1893 48 pCt., 1894 55 pCt. 
Die Haupteinfuhrartitel aus Belgien sind Gewebe, 
Metallartikel, Kurzwaaren, Glaswaaren, Handwerks- 
zeug, Lebensmittel, Eisenbahnmaterial, Maschinen und 
Waffen. In Bezug auf die Spirituoseneinfuhr ist
        <pb n="298" />
        zwar im Jahre 1895 eine geringe Abnahme ein- 
getreten; ob dieselbe aber von Dauer ist, läßt sich 
nicht behaupten, so sehr wie dieses auch im Interesse 
der Eingeborenen zu wünschen wäre. Eine Erhöhung 
der Einfuhrzölle, vorgesehen durch die Brüsseler Akte, 
würde dieses bewirken, bedingt aber ein vorläufiges 
Uebereinkommen mit unseren Nachbarn, dessen Ab- 
schluß sich die Regierung angelegen sein läßt. Der 
obere Kongo ist gegen den Mißbrauch dieses Handels 
durch die Allerhöchste Verordnung vom 16. Juli 1890, 
welche jetzt auch auf das Gebiet jenseits des Keribu- 
flusses ausgedehnt worden ist, geschütßt. 
Was schließlich die Einkünfte des Staates an- 
betrifft, so haben sich dieselben ebenfalls in erfreu- 
lichster Weise gehoben. Dieselben betrugen für 1895, 
abzüglich des Königlichen Zuschusses, des Vorschusses 
von Belgien und aller anderen außerordentlichen 
Einnahmequellen 3 600 000 Frcs., also etwa 42 pCt. 
mehr als im vorhergehenden Jahre. Dieselben sind 
in den letzten zehn Jahren stets gewachsen, wie 
nachstehende Zahlen zeigen: 
Hierdurch wurden 
Jahr: Betrag der Einkünfte: von den Aus- 
gaben gedeckt: 
1886 74261 Frecs. 4,87 pCt. 
1887 200 755 „ 10.61 
1888 268 306 = 9,21 
1889 515 094 „ 16,06 = 
1890 462 602 14,69 = 
1891 1 319 545 28,07 
1892 1 502 515 31,75 -5 
1893 1 817 475 33,40 = 
1894 2 454 778 = 33,25 
1895 3 600 000 47,700 
Französische Rolonialschule. 
In Nr. 24 des VI. Jahrgangs des Deutschen 
Kolonialblattes vom 15. Dezember 1895 ist das 
von Joseph Chailley-Bert verfaßte Werk über 
die Vorbildung der Kolonialbeamten der verschiedenen 
Nationen — Le Recrutement des Fonctionnaires 
des Colonies. Rapport général soumis à 
I’#Institut Colonial International par Joseph 
Chailley-Bert, Paris 1895 — einer eingehenden 
Betrachtung unterzogen worden. Der Verfasser des 
genannten Werkes hatte sich bezüglich Frankreichs 
eine allgemeine Erörterung vorbehalten, weil dort 
eine Neuregelung der Rekrutirung der Kolonial= 
beamten — mittelst öffentlichen Wetibewerbs — 
concours public — verbunden mit einer Reform 
der Kolonialschule, bevorstand. Diese Neuregelung 
ist inzwischen durch ein Dekret des Präsidenten der 
Französischen Republik vom 2. d. Mts. erfolgt. 
Hiernach soll in Zukunft als Grundlage für die 
Rekrutirung der Kolonialbeamten die Kolonialschule 
dienen, ohne jedoch für dieselbe in dieser Hinsicht 
ein Monopol zu schaffen und das Recht der Re- 
gierung in Bezug auf die freie Auswahl der Beamten 
259 
  
zu beschränken. Um den Besuch der Schule einer 
größeren Anzahl Schüler möglich zu machen, soll die 
Dauer des Besuches derselben auf zwei Jahr be- 
schränkt und das Lehrprogramm diesem Zweck ent- 
sprechend abgeändert werden. Die Zulassung zum 
Wettbewerb des Eintritts ist nicht nur an den 
Besitz des Diploms als „Bachelier“ gelnüpft, sondern 
kann auch für alle diejenigen erfolgen, die das 
Diplom bezw. Abgangszeugniß der höheren Handels- 
schulen, des Handelsinstituts in Paris oder der 
durch den Staat anerkannten höheren Handelsschulen 
besitzen. 
Im Einzelnen bestimmt das Delret über die 
Einrichtung der Kolonialschule Folgendes: 
Trt. 1. Die Kolonialschule umfaßt vier Ver- 
waltungsabtheilungen, eine Handelsabtheilung, eine 
Vorbereitungsschule und eine Abtheilung für Ein- 
geborene. 
Art. 2. 
solgende: 
Kolonial-Kommissariat, 
Abtheilung für den Dienst in den hinterindischen 
Besitzungen, 
Abtheilung für den Dienst in Afrika, 
Abtheilung für das Deportationswesen. 
Die Verwaltungsabtheilungen sind 
Kap. I. Verwaltungsabtheilungen. 
Art. 3. Die für jede einzelne Verwaltungs-= 
abtheilung zulässige Schülerzahl wird am 1. Februar 
jedes Jahres durch den Minister bestimmt. Dieselbe 
beträgt etwa ein Drittel mehr als die zu erwartenden 
Valanzen. 
Art. 4. Die Zulassung zum „concours“ ist 
au folgende Bedingungen geknüpft: 
. Französische Staatsangchörigkeit, 
Hein Alter von mindestens 18 bis hHöchstens 
23 Jahren. 
Beibringung des Diploms als „Bachelier“, eines 
Diploms bezw. Abgangszeugnisses der höheren 
Handelsschulen, des Handelsinstitutes in Paris 
oder der durch den Staat anerkannten höheren 
Handelsschulen, der landwirthschaftlichen Schule 
oder eines durch den Marineminister ausge- 
stellten Zulassungszengnisses zur Marineschule, 
Beibringung eines Attestes über körperliche 
Gesundheit nach einem durch den Minister vor- 
geschriebenen Formular. 
Gesuche um Zulassung sind vor dem 1. April= 
an den Kolonialminister zu richten. 
Dieselben werden von Letzterem einer Kommission 
zur Prüfung vorgelegt, welche sich aus folgenden 
Mitgliedern zusammensetzt: 
Ein Staatsrath als Präsident, 
ein Direktor der Zentral-Kolonial-Verwallung, 
ein aktiver oder ein in den Ruhestand versetzter 
Gouverneur, 
ein aktiver oder ein in den Ruhestand versetzter 
„ ésident: supeérieur“ oder ein „licu- 
tenant gouverneur“ von Indo-China, 
10 — 
□ 
*—
        <pb n="299" />
        ein Generalkommissar oder ein Generalinspektor 
der Kolonien. 
Art. 5. Die Prüfung über die Zulassung, die 
für die vier Abtheilungen gleich ist, erstreckt sich 
über folgende Gegenstände: 
Allgemeine Wirthschaftspolitik (gemäß einem 
von dem Kolonialminister genehmigten Pro- 
gramm). 
Geschichte der Kolonisation Frankreichs und des 
Auslandes bis 1815. 
Geographie, mit Ausnahme der von Europa, 
speziell diejenige der französischen Kolonien, 
Topographie (Kartenlesen). 
Englische, deutsche oder spanische Sprache; 
besonderer Werth wird auf die englische 
Sprache gelegt. 
Ein Ministerialdekret bestimmt die Bedingungen 
des „concours“, speziell die Mindestzahl der für 
die Aufnahme verlangten Noten und das Programm 
eines jeden Examens. 
Den „Licencics en droit“, den ehemaligen 
Schülern des Polytechnikums, des höheren Lehrer- 
seminars, den Inhabern des Diploms der Zentral- 
schule, des Diploms der höheren Handelsschulen, des 
Handelsinstitutes in Paris oder einer der durch den 
Staat anerkannten höheren Handelsschulen, wird ein 
Sechstel der Gesammtzahl der Noten, die sie erhalten 
haben, hinzugerechnet. 
Art. 6. Die Prüsungskommission setzt sich aus 
folgenden Mitgliedern zusammen: 
Ein Verwaltungsrathsmitglied als Präsident, 
ein Unterdirektor der Zentralverwaltung, 
für jede Abtheilung ein hoher Beamter der 
interessirten Kolonien oder ein höherer 
Kommissariatsoffizier oder ein hoher Beamter 
für das Deportationswesen, 
ein Professor des Rechts, 
ein Professor der Geschichte und Geographie, 
Professoren der modernen Sprachen. 
Die Examinatoren werden durch den Kolonial- 
minister bestimmt. Die an der Vorschule der Kolonial- 
schule unterrichtenden Professoren kommen hierbei 
nicht in Betracht. 
Die zugelassenen Kandidaten können nach der 
Reihenfolge der Zulassung die Abtheilung, der sie 
anzugehören wünschen, sich aussuchen. 
Art. 7. Folgende allgemeine Vorlesungen sind 
für die Schüler aller Abtheilungen obligatorisch: 
Zivilrecht, 
Kolonialverwaltungsrecht, 
Wirthschaftliche Lage und wirthschaftliche Leitung 
der Kolonien, 
Kolonialsysteme des Auslandes, 
Allgemeine Organisation der Kolonien, 
Kolonialhygiene und praktische Medizin, 
Kolonialprodukte, 
Angewandte Konstruktionslehre, 
Moderne Sprachen, 
Körperliche und militärische Uebungen. 
260 
  
Die Schüler müssen zweimal jährlich in der von 
ihnen erwählten Sprache über veröffentlichte aus- 
ländische Kolonialwerke kurze Referate anfertigen. 
Die Dauer der Kurse ist auf zwei Jahre fest- 
gesetzt, kann jedoch auf Entscheidung des Verwaltungs- 
rathes um ein Jahr verlängert werden. 
Art. 8. Die Spezialkurse jeder Abtheilung sind 
folgende: 
Kolonialkommissariat. 
Theoretische und praktische Vorbereitung. 
Nur solche, welche das juristische Examen be- 
standen haben (diplöme de Licencié en droit), 
werden zum Kolonialkommissariat zugelassen. 
Abtheilung für den Dienst in den hinterindischen 
Besitzungen. 
Spezielle Geographie 
Geschichte und Sitten 
Gesetzgebung und Verwaltung 
Anamitische Sprachce, 
Lektüre und Erklärung der gebräuchlichsten chinc= 
sischen und anamitischen Schriftstücke. 
Die Vorlesungen in anderen einheimischen Sprachen 
sind fakultativ, ermöglichen aber die Ertheilung von 
Hülfsnoten. 
Abtheilung für den afrikanischen Dienst. 
Spezielle Geographie von Afrika, 
Gesetzgebung und Verwaltung der französischen 
afrikanischen Besitzungen, 
Spezielle Organisation von Madagaskar, 
Mohammedanisches Recht; Vergleich mit dem 
Hindurecht. 
Arabische Sprache, 
Madagassische Sprache (obligatorisch für die 
Beamtenkandidaten für Madagaskar). 
Deportationswesen. 
Strafgesetzgebung, 
Gebräuchliche Strafsysteme Frankreichs und des 
Auslandes. 
Zentralverwaltung der Kolonien. 
Für die Kandidaten der Zentralverwaltung der 
Kolonien ist außer den allgemeinen Kursen einer der 
vier oben angeführten Spezialkurse obligatorisch. 
Art. 9. In jeder Abtheilung erfolgt die Klassi- 
rung der Schüler nach Maßgabe der von ihnen 
seit dem Eintritt in die Schule erhaltenen Noten. 
Ein Erlaß des Kolonialministers bestimmt die Be- 
dingungen für diese Klassirung und die Mindestzahl 
der Noten, die erforderlich ist, um das zweite 
Studienjahr zu beginnen bezw. das Abgongszeugniß 
zu erhalten. 
Kap. II. Handelsabtheilung. 
Art. 10. Der Besuch dieses Kursus ist an 
folgende Voraussetzungen geknüpft: 
1. Französische Staatsangehörigkeit, 
2. ein Alter von mindestens 17 
30 Jahren, 
3. Beibringung 
von „Indo- 
a China“, 
und höchstens
        <pb n="300" />
        a) der Geburtsurkunde, 
b) eines Auszuges aus dem Strafregister, 
c) eines Führungsattestes. 
Der Minister bestimmt auf Vorschlag des Ver- 
waltungsrathes die Liste der zugelassenen Kandidaten. 
(rt. 11. 
theilung sind die in Art. 7 aufgeführten allgemeinen 
Vorlesungen obligatorisch, mit Ausnahme des Ver- 
waltungsrechtes, der Kolonialsysteme des Auslandes 
und der angewandten Baukonstruktion. Außerdem 
ist der Kursus in der arabischen, der anamitischen 
oder der madagassischen Sprache obligatorisch. 
Militärische und Leibesübungen sind nicht obli- 
gatorisch. 
Die Schüler, welche das Abgangsexamen bestanden 
haben, erhalten ein besonderes Zeugniß. 
Kap. IIII. Vorbereitungsschule. 
Art. 13. Der Besuch dieses Kursus ist an 
folgende Voraussetzungen geknüpft: 
1. Französische Staatsangchörigkeit, 
2. ein Alter von mindestens 17 und hbchstens 
22 Jahren, 
3. Beibringung 
a) der Geburtsurkunde, 
b) eines Auszuges aus dem Strafregister, 
) eines Führungsattestes. 
Der Verwaltungsrath bestimmt die Liste der 
zugelassenen Kandidaten. 
Art. 14. Für die Schüler der Vorbereitungs- 
schule sind den in Art. 5 für die Zulassungsprüfung 
bestimmten Materien entsprechende Vorlesungen obli- 
gatorisch. 
Die körperlichen Uebungen sind obligatorisch. 
Kap. IV. Allgemeine Bestimmungen für die 
französischen Sektionen. 
Art. 15. Durch Bestimmung des Verwaltungs- 
rathes können mit Ausnahme für die Verwaltungs-, 
die Handels= und Vorbereitungsabtheilungen auch 
freiwillige Zuhörer ausgenommen werden. Sie haben 
die Einschreibegebühren zu entrichten, können sich den 
Prüfungen unterziehen und erhalten gegebenenfalls 
ein Zeugniß über die erfolgreiche Ablegung. 
Art. 16. Der Besuch der Vorlesungen ist nur 
gegen Entrichtung der Einschreibegebühren zulässig; 
die Schüler der Verwaltungsabtheilungen und Vor- 
bereitungsschule haben auch Gebühren für den 
gymnastischen Unterricht zu entrichten. 
Art Im Falle eines schweren Verschuldens 
oder infolge ungenügenden Examens kann durch 
ministerielle Verfügung auf Vorschlag des Ver- 
waltungsrathes die Entfernung eines Schülers aus 
der Anstalt ausgesprochen werden. 
Die Disziplin wird durch ministerielle Verfügung 
auf Vorschlag des Verwaltungsrathes geregelt. 
Art. 18. Auf Vorschlag des Verwaltungsrathes 
erlassene Ministerialverfügungen bestimmen das Pro- 
gramm der verschiedenen Kurse, die Prüfungserfor- 
261 
Für die Schüler der Handelsab- 
dernisse innerhalb der Studienzeit und beim Verlassen 
der Schule, sowie schließlich die Art und Weise der 
Klassirung in jeder Abtheilung. 
Kap. V. Abtheilung der Eingeborenen. 
Art. 19. Die für die Ausbildung der Einge- 
borenenschüler aus den Kolonien oder Protektorats- 
ländern bestimmte Abtheilung ist Internat. 
Art. 20. Den Unterhalt für diese Schüler 
zahlen entweder deren Eltern oder die Kolonien 
oder Protektoratsländer, denen sie angehören. 
Für diejenigen Eingeborenenschüler, welche als 
Lektoren (ropétiteurs) bei den Sprachkursen ver- 
wandt werden, werden die Pensionskosten auf das 
Bau0dget der Kolonialschule übernommen. 
1 Art. 21. Ihre Aufnahme ist an ein Alter von 
mindestens 14 und höchstens 20 Jahren geknipft. 
Außerdem müssen sie ausreichende Kenntniß der 
französischen Sprache besitzen. 
Art. 22. Auf Vorschlag des Verwaltungsrathes 
erlassene ministerielle Verfügungen bestimmen die 
Leitung des Internats, das Unterrichtsprogramm 
und die Art der Examina, welche diese Schüler 
abzulegen haben, um ein „certilicat d'etudes“ zu 
erhalten. 
Kap. VI. Allgemeine Bestimmungen. 
Art. 23 ff. Vorstehende Bestimmungen treten 
bei Wiederbeginn der Vorlesungen im Monat No- 
vember 1897 in Kraft. 
Die Vorbereitungsschule wird im Monat No- 
vember 1896 eröffnet. 
Die sonstigen Uebergangs= u. s. w. Bestimmungen 
sind unwesentlich. 
Das Dekret datirt vom 2. April 1896. 
versuche mit Zuxarweizen in Bengalen. 
Der amtliche Bericht über die zahlreichen Anbau- 
versuche von Buxarweizen in verschiedenen Theilen 
Bengalens seit 1886 bis 1894 (erschienen 1894 in 
Kalkutta) lautet nicht besonders günstig. 
Von sämmtlichen in der genannten Zeit ange- 
stelten Versuchen haben nur etwa 30 PCt. einen 
völlig befriedigenden Erfolg gehabt. Etwa 30 pét. 
der Versuche sind fehlgeschlagen infolge ungünstiger 
Witterung und Vernachlässigung der Kultur oder 
aus anderen Ursachen, ohne daß der Weizen für den 
Boden und das Klima der betreffenden Pflanzart 
ungeeignet gewesen wäre. Bei etwa 17 pCt. der 
Versuche soll sich der Buxarweizen nach der Ansicht 
der Berichterstatter nicht für den Boden und das 
Klima des betreffenden Ortes geeignet haben. Die 
Gründe für das Fehlschlagen der übrigen Versuche 
sind unbekannt. Auch an denselben Orten ist das 
Resultat in den einzelnen Jahren kein gleichmäßiges 
gewesen, sondern es war in manchen Jahren gut, 
während in anderen Jahren sich ein Mißerfolg
        <pb n="301" />
        — 262 — 
ergab. Besonders leidet der Buxarweizen durch den 
Rost; dies ist namentlich im letzten Jahre (1893/94) 
in der Gegend von Buxar der Fall gewesen. Buxar- 
der gewöhnliche Landweizen 
bessere Bewässerung und Düngung. Unter den zahl- 
reichen Orten, an denen Buxarweizen seit 1886 
1 
| 
D 
angebaut wurde, ist derselbe nur an drei Orten 
wirklich in Aufnahme gekommen. 
ständen empfiehlt das Department of Land Records 
and Agriculture für die nächsten Jahre nicht die 
weiterc Förderung von Anbauversuchen mit Buxar- 
weizen in Bengalen. 
Als eine eigenthümliche Thatsache verdient er- 
wähnt zu werden, daß der Buxarweizen an zwei 
Stellen, an denen er seit mehreren Jahren aus 
Unter diesen Um- 
« den Heuschrecken mit sich in die 
weizen ist scheinbar nicht so widerstandsfähig wie 
und erfordert eine 
an dem Balken angebrachte Reisig fegt dabei über 
den Boden und kehrt die auf demselben schwärmen- 
Höhe. 
Diese Art Walze wird in der Weise in Be- 
wegung gesetzt, daß an beiden Enden derselben 
innerhalb der Räder je eine Deichsel so angebracht 
wird, daß in denselben ein Pferd eingespannt wer- 
den kann. 
An diese beiden Deichseln befestigt man nun in 
dem Ende, wo sie, elkwa durch eine Schlaufe, mit 
daselbst geerntetem Samen gezogen wird, allmählich 
eine röthliche Farbe annimmt und sich somit in seiner 
Beschaffenheit der rothen Weizenart, die an jenen 
beiden Orten wächst, nähert. Diese Erscheinung ist 
vor mehreren Jahren Gegenstand wissenschaftlicher 
Untersuchungen und praktischer Versuche gewesen. 
Kittel zur Deuschreckenvertilgung. 
In Nummer 5 dieses Jahrganges (S. 135) 
konnten wir über die Mittel berichten, mit welchen 
auf Cypern der Heuschreckenplage erfolgreich ent- 
gegengetreten wurde. 
Nunmehr liegt uns auch aus Ostindien eine 
Zeitschrift, der in Kalkutta erscheinende Agricultural 
lelger, vor, welcher in Nr. 15, Jahrgang 1895, 
Mittel zur Bekämpfung der Heuschrecken empfiehlt. 
Hiernach besteht das rationellste Mittel darin, 
daß der Boden, auf dem die Heuschrecken ihre Eier 
gelegt haben, rechtzeitig — die beste Zeit ist Sep- 
tember und März — sorgfältig geeggt und gepflügt 
wird. Die Stellen, wo die Eier gelegt sind, können 
leicht dadurch gefunden werden, daß man sich die- 
jenigen Stellen gut merkt, wo die Heuschrecken ge- 
schwärmt haben. Dieselben legen außerdem ihre 
Eier mit Vorliebe in festen, unkultivirten Grund, 
besonders gern an leichten Bodenerhebungen. So 
findet man die Eier hauptsächlich in den Furchen 
von Brachfeldern. 
JIIst aber diese erste und beste Art der Heu- 
schreckenbelämpfung nicht möglich, so gilt es, den 
jungen Heuschrecken, solange sie noch nicht vollständig 
entwickelt sind, auf den Leib zu rücken. 
Als Mittel gegen diese hat sich in dem Bezirk 
von Orenburg ein Heuschreckenfänger von folgender 
Konstruktion sehr gut bewährt. 
Ein viereckig behauener Stamm, an 
vier Seiten in Entfernung von 1½ bis 2½ Zoll 
in eingebohrten- Löchern Reisig, Zweige und der- 
  
dessen 
gleichen angebracht sind, wird an beiden Enden fest 
mit zwei Rädern verbunden, so daß beim Vorwärts- 
bewegen der letzteren der Balken sich mitdreht. Das 
der Walze verbunden sind, je cinen Stab, so zwar, 
daß derselbe schräg oberhalb und rückwärts des 
Deichselendes und parallel mit den Rädern liegt, 
und daß das vordere obere Ende des Stabes in 
gleicher Höhe mit dem vbersten Theil des Rades 
zu stehen kommt, während das unterc und hintere 
Ende etwas über dem Boden sich befindet. In diese 
beiden Stäbe wird ein 14 bis 21 Fuß langer Sack 
eingespannt, so daß der hintere Theil der Reisig- 
walze von demselben umschlossen wird. 
Wird alsdann die Walze in Bewegung gesetzt, 
so fallen die aufgescheuchten Heuschrecken in den 
nachgeschleppten Sack, der sich in kurzer Zeit füllen 
wird. Ist der Sack dann voll, so wird er in einen 
Graben oder in ein Loch entleert, woselbst die Thiere 
verbrannt oder vergraben werden. 
Anbauversuche mit Eanaigre in Honolulu. 
Aus Honolulu wird uns berichtet: „Es werden 
auch hier jetzt Versuche mit Canaigre gemacht, doch 
sind solche noch nicht so weit gediehen, um ein be- 
stimmtes Resultat voraussagen zu können. Diese 
Pflanze, welche aus Texas, Neu-Mexiko, bezogen ist, 
scheint sehr gut hier fortzukommen und zwar auf 
schlechtem Boden, braucht dabei wenig oder gar kein 
Wasser, und es würde sich vielleicht empfehlen, auch 
Versuche in den deutschen Kolonien hiermit anzu- 
stellen. 
Der deutschen Maschinenindustrie wäre vielleicht 
damit gedient, wenn sie jetzt schon darauf aufmerksam 
gemacht würde, daß späterhin eventuell Maschinen 
zur Ausbeutung dieser Wurzel verlangt würden.“ 
Derschiedene Wittheilungen. 
Vorstandssitzung der deutschen Rolonialgesellschaft. 
In der letzten Vorstandssitzung der deutschen 
Kolonialgesellschaft, Abtheilung Berlin-Charlotten- 
burg, sind folgende Herren in den Vorstand zu- 
gewähll worden: Staatssekretär a. D. Herzog, 
Geheimer Oberpostrath Kraetke, Professor von d. 
Steinen, Konsul Wallich, Fritz Friedländer, 
W. Staudt, in Firma Standt &amp; Co., A. Schmidt- 
Lorenzen, Direktor Niecken, Geheimer Ober- 
Regierungsrath Bormann, Professor Volkens,
        <pb n="302" />
        Kaiserlicher Ministerresident Goering, Fabrikbesitzer 
Stücklen, Kommerzienrath Pintsch. Weitere An- 
meldungen zu richten an Herrn Emil Selberg, 
Alexandrinenstraße 68/69. 
Sur verlegung des Berliner botanischen Gartens. 
Bezüglich der bevorstehenden Verlegung des 
Berliner botanischen Gartens entnehmen wir aus der 
„Nationalzeitung“ Nr. 149 vom Dienstag, 3. März, 
und Nr. 158 vom Freitag, 6. März 1896, das 
Folgende: 
In den einen Flügel des Hauptgebäudes, der an 
den Rundbau sich anschließt, wird das botanische 
Museum gelegt, welches das Schaumuseum und 
Magazin umfaßt. Das Schaumuseum enthält einen 
durch zwei Stockwerke reichenden Saal, so daß auch 
große Stämme, für die bisher nicht wohl Platz zu 
finden war, in ihm untergebracht werden können. 
Es enthält verschiedene Abtheilungen: eine paläonto- 
logische, eine systematische für Kryptogamen und für 
höhere Pflanzen, eine ökonomische und einc pflanzen- 
geographische und koloniale. Die Sammlung von 
Kolonialprodukten wird auch ganz besonders deshalb 
von hohem Werth sein, weil die älteren Studirenden 
der Pharmacie durch das Studium derselben ihren 
Gesichtskreis erweitern können und zur oeventuellen 
Verwendung der Kolonialprodukte angeregt werden. 
  
263 — 
Von Wichtigkeit ist es auch, daß sich in unmittel- 
barer Nachbarschaft des Museums das pharmaceutisch- 
chemische Institut befindet, wo unter Leitung des 
dazu berufenen Direktors eine Analyse und Prüfung 
der Kolonialprodukte stattfinden kann. 
Diese Kolonialabtheilung des Museums be- 
ansprucht den größten Raum, wegen der Höhen- 
dimensionen einzelner Objekte, die sie aufnehmen muß, 
und deshalb, weil die für sie bestimmten Sendungen 
aus unseren Kolonien in stetem Wachsen begriffen 
sind. Doppelt so große Räume als gegenwärtig für 
das botanische Museum zur Verfügung stehen, sind 
schon lange ein dringendes Bedürfniß, so daß, wenn 
die Gartenverlegung unterbliebe, ein großer Erwei- 
terungsbau des Museums ebenso nothwendig wäre 
wie der Bau neuer Gewächshäuser. 
Die Leistungsfähigkeit der englischen Kolonien 
beruht zum großen Theil auf der fortdauernden Ver- 
bindung derselben mit dem botanischen Garten in 
Kew und dessen Museum, wo zahlreiche Botaniker, 
die in den verschiedenen Abtheilungen des Pflanzen-= 
reiches zu Hause sind, über das reichste Material 
versügend und sich gegenseitig ergänzend, darauf hin- 
arbeiten, über die aus den Kolonien eingehenden 
Pflanzenprodukte Licht zu verbreiten, sowic über die 
nach denselben gehenden Pflanzen die nöthigen Auf- 
klärungen zu geben. Wenn irgendwo, so hat sich 
hier die Centralisation für wissenschaftliche, koloniale 
  
  
und kommerzielle Interessen segensreich erwiesen. 
Schiffsbewegungen. 
(Die Zeit vor dem Orte bedeutet die Ankunst, hinter dem Orte die Abfahrt des Schisfes.) 
M. S. „Bussard“ 30/1. Sydney. 
M. S. „Condor“ 5/2. Sansibar. 
M. S. „Falke“ 4/2. Sydney 4/4. 
S. „Hyäne“ 30/12. Kamernn. 
M. Vermessungsschiff „Möwe“ 8/1. Matupi. 
M. S. „Seeadler“ 20/2. Kapstiadt. 
8 
station: Kamerun.) 
(Poststation: Hofpostamt.) 
(Poststation: Sansibar.) 
(Poststation: Hofpostamt.) 
(Poststation: Kamerun.) 
(Poststation: Matupi.) 
(Poststation: Kapstadt.) 
M. S. „Sperber“ 17/1. Kapstadt 29/2. — 23,3. Mossamedes 9/4. — St. Paul de Loanda. 
(Post- 
Ablösungstransporte: 
Fahrplanmäßige Reichspostdampfer der deutschen Ostafrika-Linie mit dem Ablösungstransport S. M. S. 
„Condor“ — ganze Besatzung: 
Ausreise: Reichspostdampfer „Kaiser“: Hamburg 25/3. — Sansibar. 
Heimreise: Reichspostdampfer „Bundesrath“. 
  
  
Derkehrs-Nachrichten. 
Die Deutsche Ostafrika-Linie wird vom Juni d. Is. ab die Fahrten auf der Suezkanal= 
Linie nach Ostafrika vermehren. 
wie bisher vierwöchentlich stattfinden. 
Die Expeditionen werden von dann ab alle drei Wochen anstatt 
Die Reisen sind an sich nicht wesentlich verändert worden, nur wird 
durch einen fahrplanmäßig verlängerten Aufenthalt in Delagog-Bay eine größere Regelmäßigkeit erzielt 
werden als bisher. 
Auf der Linie ums Kap der guten Hoffnung ist die Gesellschaft mangels geeigneten Dampfer- 
materials und bis zur Fertigstellung der großen neuen Dampfer „Herzog“ und „König“" gezwungen, 
einstweilen einige Expeditionen ausfallen zu lassen.
        <pb n="303" />
        264 
Fahrplan der Deutschen Gstafrika-Linie zwischen Hamburg 
Amsterdam, Lissabon und 
Ausreise. 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Hamt- * ort 
* g Amsterdam Lissabon Neapel bost Neapel Lort Suez Aden 
ab an ab an ab an Berlin ab an ab an ab 
s 
Mitt= Donner= Sonn Mitt= Freitag Mitt- Montag Mittwoch Mon- Mitt- Mon- Dien- 
woch stag abend woch woch abends 120 nachto tag woch tag stag 
1896 1896 1896 1896 1896 1896 186613896 1896 1896 1896 1896 
70.10. Junil. Juni 13. Juni17. Juni 19. Juni 24. Juni22. Juni 24. Juni 29. Juni 1. Julitßb. Juli 7. Juli 
71.|]1. Juli2. Juli 4. Juli] 8. Juli 10. Juli15. Juli8i3 Julill5. Juli20. Julii22. Juli27. Juli 28. Juli 
72.22. Juli 23. Juli 25. Juli29. Juli|31. Juli] 5. Aug. 3. Aug. 5. Aug.10. Ang.12 Aug. Aug. 18. Anug. 
73.12. Ang.13. Aug. 15. Aug. 19. Aug. 21. Aug. 20. Ang.24. Aug.26. Aug. 31. Ang. 2. Sept.] Sept. 8. Sept. 
74./2. Sept. 3. Sept. 5. Sept. 9. Sept. 11. Sept.]6. Sept. Spt,.l6. Sept.21. Sept.23. Sept.]2S. Sept. 29. Sept. 
3 
1 I 
75.23.Sept.24.Scpt.26.Sept.30-Sept.2.0tt.7.0kt. 5.0kt.i7.0kt.12.0kt.14.0kt.Ohkt 20. Olt. 
76.14. Ott. 15. Ott. 17. Ott. 21. Ott. 23. Olt. 28. Olt. 126. Okt. 28. Okt.No 4. Nov. 9. Nov. 10. Nov. 
77.]4 Nov. ö. Nov. 7. Nov. 11. Nov. 13. RNov. 18. Nov. 16. Rov. 18. Nov. 23. Nov. 25. Nov. 30. Nov. 1. Dez. 
78.25. Nov.26. Nov. 28. Nov.]2. Dez.4. Dez.Dez. 7. Dez. 9. Dez. Dez.. Dez.21. Dez. 22. Dez. 
· 1897 1897 1897 1897 
79.16. Dez.17. Dez. 19. Dez.23. Dez. 25. Dez.30. De.2. Dez. 30. Dez.]Jan.6. Jan.11. Jan. 12. Jan. 
: 
Heimreise. 
Delagoa-Bay Beira Mozambigue Dar-es-Saläm Sansibar Tanga Aden 
D(Nata 
r ab an ab an ab an ab an ab an ab an ab an ab 
l 
Mitt= Don- Don- Sonn= Sonn= Dien= Don- Leom- Montag Dien- 1“ Don-Don= Freitag Freitag Freitag 
woch nerstag nerstag abend tag siag nerstag aben stag nerstag nerstag 
18906 1896 1896 189 6 18961896 1896896 1896 1896 1896 
1 
70 12. Aug.13. Aug. 13. Aug.|15. Ang. 16. Ang.18. Aug. 20. Aug.122. Aug. 24. Aug. * Aug. 27. Aug.27. Aug. 28. Aug.4. Spt. 4. Spt. 
71./2. Sept,., Sept. 3. Sept.5. Sept n1 6. Sept.. Sept. 10. S##t. 12. Sept. 14.Sept.5 Spht. 17 Sept.17. Sept. 18. Sept.]25. Spt. 25. Spt. 
72.#23.Sept.24. Sept. 24.Sept 22 Sept. 27. Sept. 29. Sept. 1. Okt.3 Okt. 5. Okt.6., Okt. 8. Okt. 8. Okt. 9. Oft.16. Okt. 16. Okt. 
73.H4. Okt. I15. Ost. 15. Okt.|17. Okt. 18. Okt.20. Okt. 22. Okt.24. Okt. 26. Okt.27. Okt. 23. Okt. 29. Okt. 30. Okt..Nov. 6.Nov. 
74|4. Nov. 5. Nov. 5. Nor.7. Nov. . Nov.|10. Nov.12. Nov.H4. Nov. 16. Nov.7. Nov. 19. Nov.|19.Nov. 20. Nov.27. Nov. 27. Nov 
s : 
75.|25. Nov.26. Nov. 26. Nov.28. Nov. 29. Nov. 1.Dez. 3. Dez.] 5.Dez.7. Dez. Dez. 10. Dez. 10. Dez. ju- 18. Dez. 18.Dez. 
1 1897 1897 1897 
76.|16. Dez. 17. Dez. 17.Dez. 19. Dez. 20. Dez. 22. Dez. 2 4. Dez. 20. Dez. 28. Dez. 29. Dez. 31.Dez.31.Dez. 1. Jan. sdan. 8. Jan. 
1892 1807 isor i1802 1807 1807 1802 1807 1897 1807 1897 1807 
77..6. Jan. Jar an. 7. Jan.. Jan. 10. Jan.1 12. Jan. 14. Jan.16. Jan. 18. Jan.19. Jan. 21. Jan.21. Jan. 22. Jan.29. Jan. 29. Jan. 
78. 27-Jan. 25 Jan. 28. Jan. *h Jan. 31. Jan. 2. Febr. 4. Febr.s 6. Febr. . Febr.9. Febr. 11. Febr.11. Febr. 12. Febr.1. Feb. 19. Feb. 
79.17. Febr.. Febr. 18.Febr.20. Febr. 21.Febr.23. Febr. 25. Febr.27. Febr. 1. Märf 2. März 4.Märzs 4.März 5.März !5 12. Mrz. 
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Die Daten werden nach Möglichkeit innegehalten werden, jedoch sind in den Zwischenstationen
        <pb n="304" />
        — 265 — 
und Ostafrika für das zweite Halbjahr 1896. 
Neapel anlaufend. 
Ausreise. 
  
  
Durban 
Tanga Dar-es-Saläm Sansibar Mozambique Beira Delagoa-Bai (Katal) 
an ab an ab an ab an ab an ab an ab an 
  
I l 
Dienstag Mitt- Mitt= Sonn-Sonn= Dienstag Don= Sonn= Dienstag 
woch woch abend abend nerstag tag nerstag 
1896 1896 1896 1896 1896 1896 1896 1896 1896 1896 1896 1896 1896 
*14. Juli 15. Juli 15. Juli 18. Juli 18. Juli 21. Juli 23.JuliZ 26. Juli 28. Juli 28. Juli 30. Juli 9. Aug.|10. Aug. 
*25 .5. Nug.s 5. Aug. 8. Aug.s8. Aug. 11. U#ug. 13. Aug. 16. Aug.18. Aug. 18. Aug. 20. Aug. 30. Aug. 31. Aug. 
525. Aug. 26. Aug.26. Aug. 29. Aug.29. Aug. 1. Sept. 3. Sept. 6. Sept. -. Sept. 8. Sept.10. Sept. 20. Sept. 21. Sept. 
15 Sept. 16.Sept.1. Sopt. 19. Sept. 19. Sept. 22. Sept.]24. Sept. 27. Sept. 29. Sept. 29 Sept.. Okt. Okt.Okt. 
k 6. Oft. 7.0t.Pt. 10.Oft. d0 Osft. 13. Oft. 15. Okt. 18. Ot.0. Ott. 20. Okt. i22. Okt. 1. Noov.K. Nov. 
I . itt- S - M it - :„ 
Freitag Freitag Montag G- Som, Montag Montag a Szun Sonntag 
27. Ott. 27. Olt. 28. Olt. 30. Olt. 30. Okt. 2. Nov.]4. Nov. 7. Nov.] 9. Nov. 9.Nov.11. Nov. 21. Nov. 22. Nov. 
17. Nov. 17. Nov.1. Nov. 20. Nov.20. Nov. 23. Nov.25. Nov. 28. Nov.30. Nov. 30. Nov.2.Dez. 12. Dez.13. Dez. 
% 1897 1897 
8. Dez. 8.Dez. 0.Dez. 11.Dez. 11. Dez. 14. Dez.6. Dez. 19.Dez. 21. Dez. 21.Dez.23. Dez. 2. Jan.3. Jan. 
1897 1897 1897 1897 1897/1897 18971897 
29. Dez. 29.Dez. 30. Dez. 1. Jan.]. Jan. 4. Jan.6. Jan. 9. Jan.|11. Jan. 11. Jan.13. Jan. 23. Jan.24. Jan. 
1897 1897 1897 
19. Jan. 19. Jan.20. Jan. 22. Jan.22. Jan. 25. Jan.27. Jan. 30. Jan.]Febr. 
** 
„Dienstag Don- Sonn= Montag 
tag 
I 
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Dienstag 
1.Febr.Febr. 13.Febr.14. Febr. 
  
  
  
  
  
  
  
  
*) Gegen den Monfun. 
Heimreise. 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
S Port- i; Ham- 
Suez Saw Neapel Pest Neapel Marseille Lissabon Alissingen Rotterdam burg 
an ab an JBerlins ab an ab an ab an adb an ab an 
s. i 
Mitt- Frei ditt- 1Freita Mitt= Freitag Sonn- nerst. Donners.]Mon= Dien- Sonn= Montag Mittwoch 
woch Freitag Mt Freitag woch Freitag n n Dienita-ttag stag abend 6 Dienstag 
1896 1896 1896 1896 1896 1896 1896 396 1896 1896 18961 1896 1896 
.9. Sept. 11. Sept.16. Sept.. Sept.16. Sept.1. Sept. 20. Sept. 24. Sept. 24. Sept. 28. Sept. 29. Sept. 30. Sept. 
30. Sept. Sht !-St. — —1 Du. 20. Dit. 
21. Olt. 25. Sit. 28. Sii. 30. Ott. 28. Okt.30. Dtt. 1. Nov. 5. Nov. 5. Nov.H. Nov. 10. Nov. 11. Nov. 
II. Nov.13Nov.18. Nov.20. Nov.18. Nov. 23. Nov. 24. Nor — — 2389 10% 30. Vor. 1. Dez. 
2 De. De.De.1.Dez. 13.Dez.1. Dez. 17. Dez. 21.Dez. 22.D6. *m 
1897 1897 1897 1897 1897/ 1897 1897/1897 1897 1897 
23.Dez. 25. Dez. 30. Dez.1. Jan.0. Dez. — — 4. dan, 5. Jauau — * . Jan. 11. Jan.12. Jan. 
1897 1897 1897 1897 
13. Jan.15. Jan.]20. Jan.22. Jan.20. Jan.22. Jan. 24. Jan.28. Jan. 28. Jan.1.Febr. 2. Febr11— — 8.Febr. 
3- Febr.B. Febr.10. Febr.2. Febr10. Febr — 13.Febr. 16 debr. — — 20 Febr. 22. Febr. 23.Febr. 
24 Febr. 26.Febr.z. März 5. März 3. März 5. März 7. März 11 „März 11. Närz|15. März 16. Mär— — März 
17. Mär)9. Mär#f März 26. Märi4. März. — — 29. Mär. 30. März — — 3-April 5.April6. April 
  
  
  
  
kleinere Verschiebungen in den Ankunfts= und Abgangszeiten zulässig, je nach dem Verlauf der Reise.
        <pb n="305" />
        266 
E nach den deutschen Schutzgebleten. 
  
Nach 
Die Abfahrt erfolgt 
vom Ein- 
schissungshafen 
  
an folgenden Tagen 
Briefe müssen aus 
Berlin spätestens 
abgesandt werden 
Ausschiffungshafen. 
Dauer 
der Ueberfahrt 
  
1. Deutsch-Oftafrika. 
an *m 
(englische Schiffe) 
  
2. Deutsch-Südwestafrika. 
3. Ramerun. 
4. Togo-Gebiet 
Cvon Accra bez. Quittah 
mittelst Boten nach Lome 
und Klein-Popo). 
Southampton 
Euguglche 57% 
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cenguerse ¶hise 
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am 6. Mai, 3., 24. Juni 
120 abds. 
am 24. Mai, 21. Juni 
abds. 
am 10. jedes Mts. 
40 ums. 
am * „Mie, 6. Juni 
am bc Nai, 31. Juli 
Walfischbai 27 Tage 
Swakopmund 30 Tage 
lam am 4., 22. Mai 
1., 22. Juni 
Sansibar 21 Tage 164 abds. 
Sansibar 18 Tage 
am 8. jedes Monats 
dis abds. 
am 1. Wai, 5. Juni 
1143 
am 31. 8. 31. Juli 
7½ abds. 
  
am 10. jedes Monats 
nachts 
am 13. Mai, 10. Juni 
  
c " 
E*2 am 
  
  
5. Deutsch-Neu-Guineg. 
6. Marshall. Inseln. 
* 
  
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Brindisi 
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rindisi 
(Gawer -*7n 
  
*:v5: 
Kamerun 24 Tage 
Kamerun 22 Tage 
am 10. ebes Monats 
720 
am 11 osn 8. Juni 
  
  
  
  
  
15 ums. 
am n 10. a nachts Klei 20 Tage 
am 20.jedes M Lome 31 Tage am 10., 20. und Letzten 
I po 33 Tage jed. Mts. 720 abds. 
am Letzten jed. Mts. L po od. Accra 
am 6., 20. Mai Quittah'") oder Klein= am 4., 18. Mai 
3., 17. Juni Popo 35 Tage 1., 15. Juni 1 Danms. 
am 6 Nai. 1. Juli 
am 8 zun 5. Juli 
  
  
Friedrich Wilhelms- 
afen 45 Tage 
41 Tage 
am 4., 8. Mai, 
29. Juni 8 W 
104 
  
Juli 6 
  
am *- 5. 
Jaluit etwa 60 Tage 
  
am 8. Mai, 3. Juli 
103 abds. 
Eintreffen der Post aus den beutschen Säntgebieten. 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Landungs- Die P#00 1., sauis Landungs- Die Post ist fällig 
Von hafen Verl Von hafen in Berlin 
Neapel . am29. *Mai, 26. Juni 
Deutsch-Ostafrika Brindisi .. am 19.Mai, 17. Juni Togogebieit Hamburg am 10./ und 25.“ 
Marseille .. am 1. Mai, 1. Juni jedes Monats 
Deutsch-südwestafrika Vihmouth. am 126. Mai, 30. Juni deutsch-leu. Cuinea 3 . amL „Moi, . mn 
Hamburg .. am 25.* jed. Monats 
Rameren ... Liverpool. am 21. Mai, Marshall-Inseln .. . Marseille .. am 13., 25. Juni, 
18. Juni B., 20. August 
* Fälligkeitstage für die mit deutschen Schifsen eintreffenden Posten. 
Siksbewegungen ? der —— —— (Lauhurg —Ostefeitah 
t 5 —7-mie 6 6 Neise r 3 Lepte Nachrichen „ 
Reichs 
ichspostdampfer ] von 6 nach bis 23. April 1896 
Kier Hamburg Durban am 20. April an Aden. 
Kanzle'“ Durban 1 Hamburg am 20. April an Aden. 
„Bundesrath“ W Durban am 19. April an Durban. 
„Neichstag“. Hamburg am 19. April an Marseille. 
„Admiral“ zur vn- * W Hafen. 
„General“ Durban 1 am 12. April ab Las Palmas.
        <pb n="306" />
        Schiffsbewegungen der Woermann-Linie. 
— 267 — 
  
  
  
Postdampfer Reise Letzte Nachrichten 
von · nach bis 28. April 1896 
„Aline Woermann“. Hamburg Ponta Negra 23. April in Gabun. 
„Anna Woermann“ Kap Palmas Hamburg 27. April in Hamburg. 
„Larl Wul- Lamburg Kotonon 24. Wo ril kgnt passirt. 
„Eduard Bohlen“ ongo amburg . Apri cera. 
„Ella Woermann“ Hamburg Kap Palmas 24. April in Tanger. 
„Gertrud Woermann“ Ponta Negra Hamburg 26. April in Hamburg. 
FLerichen Vohlen an Hamburg 2. Hpril in # 4 Palmas. 
„Hedwi oermann“! amburg Kotonon April in A 
„eann#te Woermann“. Hamburg Benguela 21. April in 25 5 r W. 
„Rurt Woermann"“ Hamöurg T Loanda 20. Nril ab Hamburg. 
„Lulu Bohlen" Ponta Negra amburg 3. April in Accra. 
„Marie * Lamburg, D ni Segra 3 Apeil in Mabeira 
„Melita Boh . Lüderitzbuch ambur pril in Accra. 
„Professor ed Hamburg Kap Palmas 13. April in Sierra Leone. 
„Thekla Bohlen“ Hamburg Swakopmund 10. April in Teneriffe. 
—N“SiÜ—————————————————— 
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GderleseDaskeho 
Deerler Helmat und inüber- 
sceisch. Ländern Fühlung 
mit dem alten Vaterlande sucht 
Im In- oder Auslande mit Gerufs- 
Der geschäften Uberhäuft, sich kurz 
und schnell ron dem Gange der 
Weltbegebenheiten unterrichten will 
DeerIn In- oder Auslande weder Zeit 
noch Neigung hat, täglich eine 
gFrosse politische Zeitung zu lesen — 
Der im In- oder Auslande abseits auf 
D dem Lande wohnt und neben 
einem kleinen Lokalblutt einer er- 
gänzenden Zeitungslektüre bedarl. 
Das Pcho bringt allivöchentlich in 
unlerlsiallender Forni He- 
vrickle politischen, uuirtsclkhastlichen, 
ruissenschastlichen und gesellschapt- 
lichen Inhallts über alle Vorgùnge, 
ruelche sie in Peutschland und int 
Auslande abspielen. 
Das Echo i Icein Parteiblalt, Jdo- 
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D B bringt in jeder Nummer 
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Novelletten, Erzuhliungen u. . 10 077 
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Scliristsleller. 
E bringt in der Rubrih Ilan- 
Das 6 10 del eine Gesanit- IVochen- 
iibersicht des internationalen Geld- uud 
Ilaarenmarktes uud interessante Fra- 
gen vont IVelturarhle. 
L bringt ein saclmünnisclk 
Das ( 10 redigierles iud illustriertes 
„Industrielles Echo“, 
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Idustrie unterrichlet. Das Echo 
„Das Eoltos brinqt mondtlich regelmãi 
  
  
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Redakteur: Iugo Herold. 
Geschäftsleiter: Max Pechstein. 
Organ der Deutschen im 
Das Echo Auslande, betrachtet es 
insbesondere als selne Aufgabe, dem 
Leben und Treiben der Deutschen im 
Auslande die liebevollste Aufmerksam- 
keit zuzuwenden. IEs wird daher jeder 
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der Verlagsbuchhnndlg. J. II. Schorer 
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ments aulaugeben. 
In das Abonnement 
kann jederzeit eingetreten werden, und 
wird „Das Echo“ vom Tage der Bestellung 
ab gegen Einsendung des entfallenden Be- 
trages auf bellebig lange Zeit direkt vom 
Verlag oder durch jJede Buchhandlung 
geliefort. 
Der bekannte Weltreisende 
Orto Z. Fhilers 
schreibt in der Täglichen Rundschau 
1895 aul Seite 443 in seinem Artikel: 
„Aus dem fünsten Weltteile Australien- 
Jeusceland“: 
D’es Jjedem Deutschen im Anslunde 
? unentbehrliche Echo“. 
  
I. 
« , l.-«-"-e,(,-r».— 
  
268
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        — 269 — 
EE Empfehlenswerthe Werke der deutschen und ausländischen W#cl 
er Nord- Oat#ice- Konlstock, Dr. med., ärztlicherßrcospeken# aus d. Kladde- 
Kanal. Amtl. Festschrift z. Scin. E. Ruthgeber für Ostuafriku und * radatsch. Lrnst u. IIumor uus dem 
A 155 „„ (url Hn n. 8 Mulutiagegenden. Geb. Preis AG. sIalre I87O 71. Vers n. D’rosn von (l. 
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Schinz, Deutsch-Südwest-Alrikn. 
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Wolll, Dr. W. 
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Preussisch - deutsche Ilandels- 
bolitik. Aktenmäss. Darstellung. 
16,—, geb. N. 18 
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Gewerbe- u. Uandeisbolitik dreier 
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klo de Junciro: Magalbäes, Luclus 4&amp; Co. Successores de NMlingelboeler &amp; Co. 
15) 
  
Export-Bier, 
Pilsener und Münchener Art. der 
Kaiger-Branerei Beck &amp; Co., 
Bremen, 
cmpliehlt der Vertreter 
Julius Schrader, Ktamburg, 
gr. Reichenetr. 45. (7#. 
  
- 
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Ernst kratt, 
Hamburg, 
Ferdinandstrasse 43, 
Übernimmt jede Commission und 
bedstion nuch und von 
West- und Ost-Afrika 
zu den billigsten Bedingungen. 
  
  
  
· Telegramm-Adr.: Afrikraft. 
2 
2 Fernsprecher: !41 
Ammr I. %% 
½ S 
(us) 
  
  
  
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(Kliler, Sehmetterlinge, Vogelbulge 
Cec.) aus tropischen und Subtro- 
’ischen Lündern suche in grossen 
Prctien zu kuulen. 
IIerren, velche sich dumit be- 
Inssen wollen, Ditte um Aulgube ihrer 
Adresse. Anleitung zum Summeln 
und Plübariren Vird, gegeben. 
WWL Zeyen, 
„Chef der Bergischen Eisen- und 
Taht- Industrie. 
Wa ld, Rheinpreussen. 12) 
Reines Mabc bætract. hien 
August benedicl 
#OODCK Er 
BERLN. Vhruder- Sir 
  
  
     
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Stoalemedaille für gewerbliche Liännttr. 
Aerstlich empfohlen bei Schwäche, 
Blutarmuth, Bleichsucht, Recon- 
valescenz nach schweren, zuamentlich 
Kinderkrankheiten, bei Katarr 
und für „nährende Frauen. Haltbar 
in den Tropen, wohlschmeckend, wenig 
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andere gugeprissene Mittel. (6“ 
  
ein Geheimmittel!
        <pb n="317" />
        — 278 — 
WOERMANN-LINIE. 
Am 10. Mai: P. D. „Gertrud Woermann“, Capt. Jensen, 
nach Madeira, Klein-Popo, Lagos, Kamerun und den Hälen der Südwest- 
küste Afrikas bis Ponta Negra. 
Am 15. Mai: P. D. „Anna Woermann“, Capt. Becher, 
nach Tanger, Casablanca, Mazagan, Mogador, Las Palmas, Teneriffe, Gorée, Dakar, 
Rufisque, Bissaoc, Bolama, Sierra Leone, Sherbro und Liberia. 
Am 20. Mai: P. D. „Gretchen Bohlen“, Capt. Jürgens, 
nach Conakry, Monrovia, der Goldküste, Togo, Whydah und Kotonou. 
Am 31. Mai: P. D. „Melita Bohlen“, Capt. Nissen, 
nach Teneriffe, Las Palmas, Gorée und den Iälen der Südwestküste Alrikas von Landana 
bis Loanda sowie nach Deutsch-Südwestafrika. 
Nach Deutsch- Südwestafrika: am 31. Mai, 31. Juli, 30. Septbr., 30. Novybr. 
lc Güter mi#ssen cm Tuge vor dem 459#nysckat#em bis I2 Uhr :ites a#ssedce seln. 
Nüheres wegen Fracht und Passage ertheilt in Hamburg die Woermann-Linie, sowie der Schiflemakler 
Angust Bolten, Wm. Miller's Nachfolger, Admiralitärstrasse 33/34, und wegen Deutsch-Südwestafrika die 
Herren L. F. Nasbies &amp; Co.. Grimm 27. 12 
Deutsche Ost. Afrika:e Linie. 
Vermehrte Fahrten. Dreiwöchentlicher Betrieb. 
Regelmüssige Postdampfer -Verbindung 
unter Vertrag mit dem Deutschen Reiche 
ZzZwischen 
Hamburg, Ostafrika und Transvaal 
Amsterdam, Lissabon und Neapel anlaufend. 
Die nächsten fahrplanmässigen Expeditionen finden statt: 
R. P. D. „REICHSTAG“, Capt. Weisskam 20. Mui 1896 ab Hamburg (lt. Fahrplan) 
  
  
R. P. D. „KANZLER“, Capt. Elson 10. Juni „ ab Hamburg " 
R. P. D. „BUNDESRATH“, Capt. Doherr 1. Juli „abh Hamburg 9 
R. P. D. „GENERAI“, Capt. Asthansen 22. Juli „ ab Hamburg 9 
nach Tanga, Dar-es-Saläm, Sansibar, Mozambique, Beira, Delagoa-Bai und Natal. 
Diese Dampfer nehmen auch Passagiere und Wearen nach 
Bagamoyo, Saadani, Pangani, Kilwa, Ibo, Lindi, Quelimane, Chinde, Lamu und 
Ombassa. 
Ferner Postdampfer 
ab Hamburg uns Kap dei g#cten IIonseng direkt nach Darban, Delagoa-Bat, 
Mozcmabioe. 
Nächste Expedition: Doppelschraubendampfer „HERZOG“, Capt. v. Issendorff, 
den 10. Juli 1896. 
Die Dampfer Raben vorzdoliche Einiche#engen für Passaytere in alten Klassen. 
Ferner zZwischen Ostafrika und Bombay regelmässig alle drei Wochen im Anschluss 
an die Hauptdampler. 
Näheres ertheilt in Hambur urg: 60) 
wegen Fracht der Schifffmakler August Bolten, Wm. Miller's Nachfolger, 
wegen Passage die Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Aktien-Gesellschaft, 
#sowie wegen Fracht und Passage die 
  
Deutsche Ost-Afrika-Linie, 
r„„W„ r. Reichenstrasse 25. 
* Verantwortlicher Redakteur für den nichtamtlichen Theil: D. Mertinat, Verli in. 
Druck und Verlag der Koniglichen Hofbuchhandlung und Hoibuchdruckerei von E. S. Mittler &amp; Sohn, Verlin 8W 12, Kochstraße 88—71. 
Ausgegeben am 1. Mai 1896 um 6 Uor nachmittags.
        <pb n="318" />
        Deutsches Kolonialblatt. 
Amtsblatt für die Schutzgebiete des Deutschen Reichs. 
heransgegeben in der Kolonial-Ablheilung des Auswärligen Amis. 
  
  
VII. Jahrgang. gerlin, 15. #ei 1896. * Rummer 10. 
  
Diese Zeitschrift Pscheig in der Regel am I. und 15. jedes Monats. Sentlken. werdn, c8 Veihefte bbeigejügt die mindestens eimal, vierteljährlich 
erscheine nden: „Mittheilungen von Forschungsreisonden und Gelehn 2 aus den doutschen Schutzgebicten“, herausgegeber 1) 
v. Danckelman. t virrteljabriche Abonnementspreio in dad Kolonialblatt mit — Meibesten stragt beim Bezur #nn de 2½ d die 
Uuchhandlungen“ Mi. 3.—, direkt unter Streilbam urch die v# boeichggtbsnin Mk. 3 für Deutschland und Oesterreich lnggm, Mll. 3½75 für 
die W des Wellpostvereins. — Ei ienhugen und Anfragen sind an die e #onchhandi von Erust n.e Mittler 
and Sohn, Beuim- sWi2, Acchsten 68—71, zu richten. (eineanen in der Zeilung Prcisliste fur 1896 unter Nr. 1916.) 
Inhalt: Amtlicher Theil: Runderlaß an 3suche Gouvernements und Laudeshauptmannschaften, betreffend Ein- 
haltung der Sonntagoruhe S. 279. — Verordnung des Kaiserlichen Gouverneurs von Deutsch-Ost tafrika, betreffend 
dao Verbot der Anwerbung von Arbeitern zum Zwecke der Ausfuhr derselben aus Deutsch- Oaft#gn nach fremden 
Gebieten S. 280. — Vertheilungspian der Schutztruppe und Landespolizei von Deutsch-Ostafrika am 31. März 1896 
280. — Personalien S. 281. 
Nichtamtlicher Theil: erlonal-Nahrichten S. 284. — Deutsch-Ostafrika: Ueber die Erpedition durch 
die Massaisteppe nach Umbugwe S 286. — Bericht des Lieutenants v. Grawert über seine Rusidjithalfahrt S. 287. 
chopost Durban S. 288. — Kamerun: Ueber den nach Yannde ausgeführten Zug S. 268. 
— Togo: Kulturarbeit S. 292. — Aus dem Vereiche der Missionen und der Antisklaverei- Bewegung 
S. 292. — Aus fremden Kolonien: Von der Goldküstenkolonie S. 293. — Britisch-Betschnanaland im Jahre 
1894/05 S. 293. — W un Goldküste S. 295. — Ve iebene Mittheilungen: —— 
Sendungen S. 295. — Litteratur S. 296. — Schiffsbewegungen S. 296. — Verkehrs-Nachrichten S. 
Fahrplan der Deutschen # esein ini- S. 298. — Anzeigen. 
Amtlicher Theil. 
Gesehe; perordnungen. der Reichsbehürden. 
I 114 A 
Nunderlaß an sämmtliche Gonvernements und 2 h schaften, 
betreffend Einhaltung der Eonntagsruhe. 
Seitens hiesiger Missionskreise ist angeregt worden, daß in unseren Schutzgebieten strengere Bestim- 
mungen wegen Einhaltung der Sonntagsruhe erlassen werden sollten. Zur Begründung wurde insbesondere 
auch angeführt, daß es namentlich an solchen Orten, wo Missionsniederlassungen beslehen, das Missionswerl 
störe, wenn im Gegensatz zu der bei den Angehörigen und Zöglingen der Mission üblichen Sonntagsseier 
und Sonntagsruhe lärmende Arbeiten für das Gouvernement oder Private vorgenommen werden. 
Es ist anzunehmen, daß ein einfacher Hinweis auf Vorstehendes genügen wird, um die Bcgzirls- 
amtleute, Stationsvorsteher und sonstige mit der Verwaltung betraute Beamte des dortigen Schutzgebietes 
zu veranlassen, an Sonn= und Feiertagen auf eine Unierlassung solcher Arbeiten hinzuwirken, welche nicht 
aus zwingenden Gründen unaufschiebbar sind. 
Berlin, den 12. Mai 1896. 
Auswärtiges Amt. Kolonial-Abtheilung. 
gcz. Kayser.
        <pb n="319" />
        280 — 
Drrordnungen und Wiktheilungen der Behörden in den Schuhgebieken. 
Verordnung des Kaiserlichen Gonverneurs von Deutsch-Ostafrika, betreffend das 
Verbot der Anwerbung von Arbeitern zum Zwecke der Ansfuhr derselben aus 
Deutsch-Ostafrika nach fremden Gebieten. 
81. 
Die Anwerbung von Arbeitern in Deutsch-Ostafrika zum Zwecke der Ausfuhr derselben nach 
fremden Gebieten wird hierdurch verboten. 
8 2. 
Zuwiderhandlungen gegen diese Verordnung werden mit Geldstrafe bis zu 3000 Rupien, Gefängniß 
bis zu drei Monaten, allein oder in Verbindung miteinander, bestraft. 
83. 
Diese Verordnung tritt mit dem heutigen Tage in Kraft. 
Dar-es-Saläm, den 26. März 1896. 
Der Kaiserliche Gouverneur. 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
(L. S.) gez. Dr. v. Wissmann. 
Vertheilungsplan der Schutztruppe und Landespolizei 
Anmerkung: k hinter dem Namen = krank, c hinter dem Namen — kommandirt, 
Ar. gom- Kom- — S Zahl- Ob 
der Garnison- m-DOber- om- Lieus Ober- — Za · ek-» Ser- Unter- 
man-= pagnie- S. Aerzte meister= seuer= Feldwebel ... 
Kom- ort deur führer un tenantsärzte — 1. geanten offiziere 
pagnie führer Sasp werker 
I. Schutztruppe. 
— jo. NatzFischer cCharisius 9 — Dr. 8 Kuhnen Engel-] Krause (Langen= Dorner ½ 
mer v. Beringe Bludau hardt kemper 
Stab Dar-es- 3% “5 Meusere 
Saläm 
— 
Moschi — — JDohannes] Merker — — Dr. Eggell-Körner — Vartscher — 
* 
1. Marangu — — — v. d. Narl— — — — —- — — Reisewitz 
witz 
Kisuani — — — ——— – — — — Lembde — — 
Hentschel Petrowitz 
Dar-es- — — — Storch — PDr. Stier— — — Nymarzig— Hammer= 
2. Saläm haset ling +6 meister 
Dar-es- v. Wiss- . -Witkowski 
3. . — — — — — — — — — Gori 
Salam v. Eulehier % Mo
        <pb n="320" />
        — 281 — 
Personalien. 
Seine Majestät der Kaiser haben Allergnädigst geruht, dem Premierlieutenant a. D. und Kom- 
pagnieführer in der Schutztruppe Leue die Schwerter zum Königlichen Kronen-Orden IV. Klasse, dem 
Sergeanten in der Schutztruppe Richter und dem Unteroffizier in der Schutztruppe Ernst Hoffmann 
das Militär-Ehrenzeichen 2. Klasse, dem Askari Mischomari die Krieger-Verdienst-Medaille 2. Klasse in 
Gold, den Ombaschas Thomas, Sudi wadi Hakuti, Seff, Matambo, Kipalla, Maphata und 
Bandascharo, den Askaris Abdel Cher Achmed, Fimbo, Schombo, Hamiß II., Kilala, Schin- 
damo II., Masassi, Uhema und Fatina, dem Bacharia Sadalla die Krieger-Verdienst-Medaille 
2. Klasse zu verleihen. 
Der Premierlieutenant in der Schutztruppe für Deutsch-Südwestafrika v. Burgsdorff, früher 
à la suite des 3. Garde-Regiments zu Fuß, ist mit seinem bisherigen Patent als Premierlientenant der 
Reserve des genannten Regiments wieder angestellt worden. 
Der Stabsarzt a. D. Dr. Mankiewibz, früher Assistenzarzt 1. Klasse im Königlich bayerischen 
5. Chevaulegers-Regiment Erzherzog Albrecht von Oesterreich, bis zum April d. Is. in der Schutztruppe 
für Deutsch-Ostafrika, ist in der preußischen Armee als Stabs= und Bataillonsarzt des Fußartillerie-Ba- 
taillons Nr. 13 angestellt worden. 
  
  
von Deutsch-Ostafrika am 31. März 1896. 
hinter dem Namen und bei den Ziffern — siehe Bemerkungen. 
. . 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
8 Fl *⅞ 
S —*x Farbige 
Ober- Lezeret| Etatss 2 ". 2 3 94orlge 
lazareth= mäßige 2 « Askaris Armirung Bemerkungen 
. gehülfen 52 -x Effendi. Char- mo 
gehülfen Schreiber - gen regu= irre- 
— kläre guläre 
II. Schutztruppe. 
1 i Art. Depot: 
— Früchte= Feldwebel D. 7 Maschinengewehre Lazarethgehülfe Aimer ist zur 
Frü F . -. . 
nicht Apelt, — Junruhl 11 — — — — mm 6. Komp. Kilwa versetzt x 
Werner Unteroffiz Nickl 3 » ! öRevoloerkanonenx · ; 
Hegewald Triebel, T s 3.7 em* Davon 2 an die Flottille ab 
Häcker Ob. Laz. 1 Schnelliodekanon 3m gegeben 
AimerGeh. v 1 —93 a, em 
Schirpke Herbsleb · 4 Mörser 4,9 cm unbrauchbar 
I Pfeuffer .ô I 1 Maxim-Gun K.45 ch 
— — 1 Berggeschütz Komp. Führer Johannes komm 
*7* — — — — 1 V 84 behufs Beurlaubung zur Küst 
l 1 Schnellladekanone 
— — — — — 1 3S2 — „7 em 
1 Schnellladekanone 
4nl.. 
— — — — —. — — 2 23 1 — — 
) Attachirie: 
v. d. 4.2 — Es. SCharg. 3 „ 
— — — — 8 122 2 — 3 
1 3 21 .. —. — 1 
l 10. — 2 2 
« ·12 much-Hi 1 
12 (Mpapna) — 1 
Polizei 
Pangani 1 Eff., — —. 
zusammen 1 Eff., 3 Chorg., 21 Man 
davon 4 Mann Arbemerabtheilun 
I 
— — — — — 11 2 11 88 33 —
        <pb n="321" />
        282 — 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
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Ar. dom— 8 
derGarnison= Kom= ber- Kom- Lien Ober- * Bahl- Ober- Ser- Unter- 
man= pagnie- — Aerzte eister= feuer= Feldwebel 3 
Kom- ort deur führer führer tenants ärzte #oirant ! geanten offiziere 
pagnie hrer - p ens werker 
Kilimatinde — — Podlech Stadl-Dyr. Rein-/ 5 — 9 Ganzer 
4 PodlechSaur hardt AnerI Krauß JFrahm ? Peschke 
v. Skocki 
5. Ulanga — — — v. Kleist"1— Arning— — — Spiegel — Stephan 
Albinus“ 
* 
* — — — — Dr. Simon — — — Goni — *z ,# 
6 Kilwa Jany Hllwig Henschke Herdecke 
Mavudji — — — Kuhlmann——— — — — — — — Frischmuty 
Dar-es- Kielmeyer — „ Knaust 
V. Salamm — — v. Wulssen — — — — Pannewitz Lembke 
S .. Hopp 
8. Lindi — — JFromm Scheen — — Hösemann— — — — — Jahn 
Lachenmair 
9. udiidji EIIENIEIIEIEIIIIIIEIE — HKöhler —Ullmann 
10. Tabora —Leues HPassavant — Dr. Se — Markgral— Sydow 
Drewes Fritsch 
— — — I# — — — — — Hoffmann 
Muanza Herrmann Zupitza Schlee 
11. — — — —□ — — 
Bukoba — — — Kollmann-— — — — — — Salomon — 
Graf Fugger Dr. derste 
Kilossa — — — 5 —Koerfer—Stamm — — — Hihen 
12. 
— — — — Skiba 
Mpapua — — — Glauning — Dr. Berg — — Schüt 
Kisaki — — — — — — — — — — — — Bittner 
Aus Expedition Troth ½ — — — — — — — — Kamp — — 
Zusammen 1 1 7 22 1 — 12 1 6 1 11 8 25 
II. Landespolizei. 
Tanga — — — — — — — — — — — Haiblek 
Masinde — — — — — — — — — — Jaenke — 
Pangani — — — — — — — — — — — Grimm 
Saadani — — — — — — — — — — — Einögg — 
Vagamoyo. — Scherner — —96·ert. — — — — Wallner — —
        <pb n="322" />
        — 283 — 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
— — — — — — *5 
8 Ffarbige 
Ober- th.Etats 2 8 22 # . 
lazamly Lazareth- maßige 2 # 2 Char— Askaris Armirung Bemerkungen 
.. - - - * 
gehülfen gehülfen Schreiber 5125135 Effendi gen regu= irre- 
** läre guläre 
1 ’- 1 Maschinengewehrn Ser t 
geant Frahm komm our 
— — — — — — 10 125* 1 1 ital #m eschũ Küste und wird beurlau 
6.7 99 hhz 2 Mann der 2. Komp. aubtt. 
» 2 #t 4% Kleist. d Alsinng rit 
7 — ann e 
Prinage — — — — 11 1 10 110 iar hie Fab atlachir 
- .. S t- 
3 leichte Feldgeschütee. 5B. 
— — — — — — 1 3 70* 2 K/73 Da#es-S 
2 Maan der 2. rons“ a#lachirt 
nlm-— - ital. BerggeschüßzLaz. Geh. Fleischme - 
— Fleisch- * — —— 2 47 — ita * schüt Uang —ne wn 
mann 
— — — — —11 1 5 90 31 — * 4 Mann der 2. Komp. attachirt 
l 
2 leichte Feldgeschütze 
— ; 11 — u 
Nog * E 8 113= 4 — 1 Mann der 2. Komp. attachirt 
1 Schnellladekanone « Nrnllllslskllllssllhtek Leue lommt wegen 
ra ei JZur # 
Weidner — — — — 1515 1377 11 Sonilheianone 3himeissan 8 74 - lent 
47e 2 Chargen, 2 Mann der 2. Komp. attach. 
chnellladekanone 
1 Schnellladekanon 
— — — — —— 1 25 28 3,7 em 
Jurock — — — — — 1 50 15 — 
— 1 Maschinengewehr Dr. — kommt zwecks Beurlaubung 
uste 
Ium uslieosier Nor auf dem Marsch 
— — — — — 4 44 — kanone nach #u 
1 Schnellade 1 Ce 1P der 2 2. Aomp. attach. 
½ 1 Nordenfeltgeschuz Dr. Berg ist nach gilofsa versetzt 
Wiest — — — ——— 6 34 — 1 Schnelllavekanone *4 Mann der 2. Komp. attachirt 
— — — — ———- 1 10 — — 
— sScharfene — Sauer-T1 3 56 — — 
berger brey · 
4 10 3 — 1 3510 100 1398 118 40 1 
II. Landespolizei. 
Osfen= 4leichte Feldgeschüze 
ec 4 9s½— othitel on 
Loege 
— — — — — 1 14 — — 
— Violland — — ———-—- 1 178 — 5 Stanonen * Esfendi der 2. Komp. attachirt 
2 leichte Feldgeschütze 
— — — ———— 1 9 K/73 
« Zlcichtchldgefchiitzc 
— — — — ———- 1 3 33 — K, 73
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        284 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
988 
Kom- Kom- . = NZahl= Ober- 
· Ober- Lieuc Ober- 2 Ser Unter- 
Garnisonort man- führer pagnie- tenants arzte Aerzte meister= feuer= Feldwebel canten 64 6 
beur führer aspiranten werker ¾ ofnziere 
Dar-eßs = Salim — — — — — — — — — Mutter — — 
— F ·- 
Kilsva. —- — ärgstekn — — — — — Feiist— — — Pfendtner 
Mikindani — — — — —— — — — — Kayser — — 
*l * * * —-.e — — Merkl“ 
Donde Luslig 
Langenburg — — — — — — — — — — Haegele — — 
Zusammen — — 2 — — 1 — — 1 — 4 4 3 
III. Beurlaubt nach Europa. 
Frhr. Schlobach r. Dr. Teppe Wein-Steinme 
— — — fo°.. Schrenck Nachtigall—i Schwee"! Wagner —Kieferlee — berger Wietolson! Mergarten 
v. Notzing Böhmer singer Dr. Man- Winkler Hartmann Wüdan 
Prince wv. Bercken kiewitz Zimmer= Liebhardt 
LangheldStenzler Dr. Widen= mann aon 
U„ v. Elpons #v. Grawert mann Kreseldt Frn 
Fonck 1 Jost Richter 
Zusammen— — 4 7 — 1 3 — 6 — 2 9 1 
Kommandirt. 
— — — Fischer, v. Beringe1 — — — — Krause Meuser 
Berlin#zum Ankauf zum Gouv., zum 
vo s -- isenhaob 
tbieren nach üreau s - 
Vladagastar stommandol 
Krank. 
Dorner 
— — — — — — — — — — Nymarzig — Grimm 7 
6 7 Haible 7 
Rekapitulation. 
I. Schutztruppe: 1 7 22 11— 12 1 6 1 11 8 25 
II. Landespolizei — — 2 —1 — — 1 — 4 4 3 
III. Beurlaubt — — 4 7——1 3— 6 — 2 9 1 
Zusammen 1 1 13 29 1 2 15 1 13 1 17 21 29 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Nichtamtlicher Theil. 
Personal-Nachrichten. 
Deutsch- Ostafrika. 
Der Kaiserliche Gonverneur v. Wissmann hat 
am 11. d. Mts. eine Erholungsreise nach Europa 
angetreten. 
Der dem Kaiserlichen Gouvernement beigegebene 
Regierungsassessor Freiherr v. Reden ist am 31. März 
d. Is. in Dar-es-Salam eingetroffen. 
Der in die Kaiserliche Schutztruppe eingetretene 
Feuerwerker Ritter hat sich am 6. d. Mts. in 
Neapel eingeschifft. · 
Der Stationskontroleur Schmidt, die Gouverne- 
mentsbeamten Berg, Schneider und Möller 
haben einen Heimathsurlaub angetreten. 
Der Bürcauvorsteher beim Kaiserlichen Gouverne= 
ment Lambrecht ist am 30. v. Mts. hier auf Ur- 
laub eingetroffen. 
namerun. 
Der Zolldirektor Scheffler ist am 29. v. Mts.5 
auf Urlaub hier eingetroffen. 
Der beim Kaiserlichen Gonvernement als Bezirks- 
amtmann ad int. beschäftigt gewesene Gerichtsassessor
        <pb n="324" />
        — 285 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
——— —— — — 
—— . 
Ho F b 
öber- Lazareth= Etatss 3 3 7 * *7 2# 
lazareth= zun mäßige * GCouoer- Askaris Armirung Bemerkungen 
gehülsenehüllen Schreiber0 ssfendi gen regu= irre- 
6 läre guläre 
4leichte Feldgeschütze 
— — — — —1 1 50 — K/73 
C 1 Revolverkanone 3,7cm 
— — — — „JJ — «3«2·5«:::k2:.g«.::;».s.2Itsævgxzsxss 
» s leichte Feldgeschũ 
Voellner — — DDDDDI 1 26 — 2 leichte K# hütze 
— — — — — — — — 14 — — Sergeant Merkl ist nach Dat · e- Salam 
befohlen und geht auf Urlaub 
——— ——— — — 
3 1 — — — —2 16 237 560 21 
III. Beurlaubt nach Europa. 
WülsingNäry Oberlaza-uUuUIU — — 
Venz frethgehülfe 
Schuster Sieler 
1 3 1 — —. — — — — 
Kommandirt. 
Krank. 
7) Lazareth Dar-zes-Salam 
— Häcker — — — 151 — — — — – 7 Lazareth Tanga- 
Rekapitulation. 
4 10 3 — 3 5|] 10 100 1398 118 40 
3 1 — — — — 2 16 237 60 1 
1 3 1 — —— — — — — — 
8 14 4 —3 I 5l 1211izjms5168 61 
  
v. Lucke ist auf der Urlaubsreise nach Europa in 
Kap Palmas plötzlich verstorben. Die Kaiserliche 
Regierung verliert in dem Verschiedenen einen pflicht- 
treuen, durch Charakter und geistige Begabung, durch 
Fleiß und Hingebung gleich ausgezeichneten Beamten. 
Erich v. Lucke war 1863 geboren und 1893 bei 
der Kolonial-Abtheilung des Auswärtigen Amtes ein- 
getreten. Seit Frühling 1894 war er mit Erfolg 
in Kamerun thätig gewesen. 
Togo. 
Der Sekretär der Kaiserlichen Landeshauptmann- 
schaft v. Hagen und der Stationsassistent Klose 
sind Ende April nach Deutschland abgereist. 
he 
  
Die in den Dienst der Kaiserlichen Landeshaupt- 
imer, Steuersupernumerar 
mannschaft getretenen Beamten Büreaudiätar Holtz- 
Wiecker und Bau- 
techniker Toennies sind Ende April in Klein-Popo 
eingetroffen. 
Südwestafrika. 
Der der Kaiserlichen Landeshauptmannschaft in 
Südwestafrika abgereist. 
Windhoek überwiesene Assessor Dr. Golinelli ist von 
Kapstadt, wo er die Geschäfte bis zum Eintreffen des 
Generalkonsuls geführt hat, Ende April nach Deutsch-
        <pb n="325" />
        286 
Nachrichten aus den deulschen Schuhgebieten. 
(Abdruck der Nachrichten vollständig oder theilweise nur mit Quellenangabe gestattet.) 
Deutsch-Hltafrika. 
Ueber eine in der 5eit vom 206. Januar bis 25. Februar 
1890 von Moschi am Rilimandjaro aus durch die Maliai= 
steppe nach Umbugwe unternommene Expedition 
berichtet Kompagnieführer Johannes unter dem 
28. Februar, wie folgt: 
Die Gründe der Expedition waren folgende: 
Einmal wollte ich mit dem Massaihäuptling Cendeo 
in Verbindung treten, um ihm, falls er mit seinem 
Stamme lediglich Viehzucht und nicht Viehdiebstahl 
treiben wolle, die Rücklehr in das jetzt vollkommen 
unbewohnte und verödete Nanhaplateau zu gestatten. 
Seine beabsichtigte Auswanderung in englisches Gebiet 
halte ich für eine schwere Schädigung unserer wirth- 
schaftlichen Interessen. Die riesigen Viehherden der 
Massais gehen dem deutschen Gebiet verloren und 
die Steppen vereinsamen noch mehr. Damn aber 
auch würde der Elfenbeinhandel, in dem die Massais 
eine bedeutende Rolle als Zwischenhändler spielen, 
ganz beträchtlich abnehmen, und die aus dem Aus- 
fuhrzoll entspringenden Einnahmen äußerst herunter- 
gedrückt werden. Zur Verproviantirung der Karawane 
erschien es dringend geboten, den Umweg über 
Umbugwe zu nehmen. Gleichzeitig wollte ich auch 
mit dieser Landschaft in friedliche Verbindung treten, 
da die Bewohner mit früheren europäischen Kara- 
wanen in Konflikt gerathen waren. 
Ich hatte das Betreten der Temben meinen 
Leuten untersagt, was den erwünschten Erfolg hatte, 
daß von beiden Seiten nicht die geringste Klage 
vorkam. 
Am 26. Januar marschirte ich mit Lieutenant 
Merker und 36 Askaris zunächst durch die west- 
lichen Kilimandjarolandschaften. Die katholische Mission 
in Kiboscho hat ein großes neues Haus mit Erd- 
geschoß und einem Stockwerk darüber gebaut. In 
Madschame auf der evangelischen Mission war 
Missionar Müller mit Frau soeben eingetroffen. 
Auch dort ist zu derselben Zeit wie in Kiboscho 
mit dem Bau eines weniger großen Hauses be- 
gonnen, dessen Vollendung indeß noch in weiterer 
Ferne zu liegen scheint. Weiter marschirte ich direkt 
nach dem Meruberg und besuchte die Landschaft 
Mern und Groß-Aruscha, wo ich Alles ruhig fand. 
Von Aruscha marschirte ich direkt nach dem Nord- 
ende des Manyarasecs, lagerte am 5. Februar am 
Ngare-Moton, am 6. am Kisingabach, am 7. in Mondul, 
am 8. am Nordwesthang der Simangoriberge, am 
9. in der Steppe, am 10. in Marago-Leilelei, am 
11. am Nordende des Manyara. Dann ging ich 
an dessen Westufer entlang und traf am 14. in 
Umbugwe ein. Die Wasserverhältnisse waren jeßzt 
in der trockensten Zeit doch derartige, daß ich alle 
Tage — wenn auch stellenweise mit größeren Um- 
  
wegen — (Mondul, Marago-Leilelei) Wasser fand. 
In Umbugwe fanden sich zum Schauri zwei Häupt- 
linge — Kutadu und Matakayko — ein, von denen 
der erstere der mächtigste ist und einen recht guten 
Eindruck machte. Ein früherer Bvootsunteroffizier 
Namens Köther hat sich in der Landschaft nieder- 
gelassen, treibt Elfenbeinhandel und Viehzucht, wie 
es scheint, mit viel Glück. 
Der Häuptling Kutadu hatte einen von der 
Station Mpapua ausgestellten Schutzbrief. Die Leute 
scheinen auch manchmal dorthin gegangen zu sein. 
Nach Moschi, welches in Luftlinie 135 km näher 
liegt, kamen sie noch nicht aus Furcht vor den 
Massais. Da dieser Grund jetzt wegfällt, so würden 
die Eingeborenen wohl vorziehen, zur Erledigung 
ihrer Klagen und Streitigkeiten nach Moschi zu 
kommen — Kutadu versprach in oder nach der 
Regenzeit Leute zu schicken —, wo auch in Bezug 
auf Handel entschieden mehr zu holen ist als in 
Mpapua. 
Auf dem Marsche von Aruscha nach Marago= 
Leilelei erfuhr ich durch zwei Cendeo-Massais, die 
wegen Hunger ihren Stamm verlassen hatten und 
auf dem Wege nach Groß-Aruscha waren, daß Cendeo 
jetzt in Serengeti sei. Von Marago-Leilelei sandte 
ich zwei von Aruscha mitgenommene Massais zu ihm, 
um ihn zum Schauri auf meinem Rückweg zu be- 
stellen. Ich selbst konnte mit der Karawane aus 
Mangel an Lebensmitteln und Wasser auch auf dem 
Rückmarsche nicht zu ihm gehen, zumal Wandorobbos 
den Massais die falsche Nachricht zugetragen hatten, 
ich wollte Cendeo bekriegen, und er deshalb eilig 
weiterzog. Auch einc Gesandtschaft von Wandorobbos 
hatte sich eingefunden, mit der Bitte um Schuß vor 
Massais und Wambugwes. Mit Trägern und Boys 
zählte die Karawane 152 Mann, die auf drei Wochen 
hätten verproviantirt werden müssen, was zu einer 
anderen Jahreszeit, wie sich in Umbugwe herausstellte, 
dort recht gut möglich gewesen wärc, jetzt aber, wo 
in der Landschaft Lebensmittel knapp sind, ausge- 
schlossen war. Die Wambugwes gehen täglich mit 
ihren Erzeugnissen, Salz, Thontöpfen, geflochtenen 
Körben, nach Iraku und Ufiome, um sich Lebensmittel 
zu kaufen, die in Menge gerade nur ihren eigenen 
dringendsten Bedürfnissen entsprechen. An eine Ver- 
proviantirung der Karawane war somit nicht zu 
denken und ich mußte in Eilmärschen Groß-Aruscha 
zu erreichen suchen. Am Nordende vom Manyara= 
see traf ich am 19. mit einer Gesandtschaft von 
Cendco zusammen. Ich cröffnete ihnen, was ich dem 
Cendeo schon durch die Aruscha-Massais hatte sagen 
lassen, daß sie in die von ihnen früher vorzugsweise 
beweideten Gebiete von Kisongo 2c. zurückkehren 
dürften, falls sie die den Mpapua-Askaris abge- 
nommenen Gewehre auslieferten und Frieden zu
        <pb n="326" />
        — 287 
halten versprächen. Die Leute antworteten mir, daß 
Cendeo mit diesen Bedingungen einverstanden sei 
und gerne in nächster Zeit zurückkäme, zumal ihnen 
in ihren jetzigen Wohnplätzen ein Anschluß an acker- 
bauende Völkerschaften fehlt, von denen sie die zum 
Lebensunterhalt nöthige vegetabilische Nahrung kaufen 
könnten. 
Für die Betreibung von Viehzucht erscheint Groß- 
Aruscha und Umbugwe sehr geeignet. Gesundheitlich 
ist ersteres bei Weitem vorzuziehen, da das absolut 
flache Umbugwe in der Regenzeit vollkommen über- 
schwemmt ist, so daß man stellenweise knietief in Wasser 
und Schlamm watet. Die erste Beschaffung einer 
Stammherde würde allerdings voraussichtlich nicht 
ganz leicht sein, da die Eingeborenen das Vieh nur 
sehr ungern verkaufen, sie ist aber doch immerhin 
möglich 
Bericht über die vom z5. bis J0. März d. Js. aus- 
geführte Ruftdjithalfadrt. 
Ueber seine auf Befehl des Herrn Gouverneurs 
in der Zeit vom 13. bis 16. März d. Is. ausgeführte 
Rufidjithalfahrt berichtet Lieutenant v. Grawert 
Folgendes: 
Mit zwei Booten (Einbäumen) verließ ich am 
13. März nachmittags 3 Uhr 25 Min. Muhamadi 
Kungulios Dorf in der Landschaft Kibambane. Das 
kleinere Boot nahm den Feldwebel Krauß, dessen 
zwei Boys und Gepäck, einen Askari und vier 
Ruderer, das größere mich, drei Boys und einen 
Askari, mein Gepäck und fünf Ruderer auf. Die 
Ruderer (Leute Muhamadi Kungulios) ermüdeten, 
größerer Fahrten ungewohnt, ziemlich schnell und 
waren anfangs etwas ungeschickt in der gleichzeitigen 
und gleichmäßigen Handhabung der Paddeln, was 
sich aber bald besserte. 
Während der Fahrt habe ich zu verschiedensten 
Malen die Wassertiefe feststellen lassen und dabei 
stets einen Wasserstand von etwa 2 m, meist darüber 
gefunden, wobei jedoch betont werden muß, daß zur 
Zeit der Rusidji mehr als mittleren Wasserstand hat. 
Ich bin überzeugt, daß augenblicklich jede Pinasse 
bis zu den Panganischnellen gelangen kann. In der 
Trockenzeit liegen die Verhältnisse ungünstiger, doch 
wird meines Erachtens ein bei voller Ladung nicht 
tiefer als 1½ Fuß gehendes Schiff auch zu dieser 
Zeit glatt die Panganischnellen, um so mehr also das 
weiter unterhalb gelegene Kibambanc erreichen; denn 
die fortwährenden Veränderungen in den Tiefen- 
verhältnissen bieten bei entsprechender Aufmerksamkeit 
keine unüberwindlichen Schwierigkeiten. 
Der Wald tritt auf beiden Ufern nicht unmittel- 
bar an den Fluß heran, mit Ausnahme der beiden 
Steilufer (siehe Skizze), deren Bestand nur ungenü- 
ghend ist und theilweise aus schönen Schattenbäumen 
besteht, deren Verbrauch zu Heizzwecken nur bedauert 
werden könnte. An allen übrigen Orten müßte das 
  
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        Holz ½ bis 1 Stunde weit herangeholt werden, und 
dürfte es sich daher empfehlen, ein eventuell zu er- 
bauendes Dampfboot für Kohlen= oder Petroleum- 
heizung einzurichten. 
Flußpferde beleben den Strom an den berschie- 
densten Orten, oft in zahlreicher Menge. Sie werden 
voraussichtlich kein Hinderniß für die Schifffahrt 
bilden, obgleich sie sich theilweise sehr angriffslustig 
zeigten und in drei Fällen die Boote attackirten, 
doch da es den Einbäumen stets gelang, sich durch 
vermehrte Eile der Verfolgung zu entziehen, ohne 
daß die Abgabe eines Schusses nothwendig wurde, 
so dürfte dies bei einem Dampfsschiff in erhöhtem 
Maße der Fall sein. Im Mündungsgebiet, wo die 
Thiere wohl mehr verfolgt werden, zeigten sie sich 
durchweg ängstlich und verschwanden bei Annäherung 
eines Bootes sofort unter Wasser. 
Krokodile wurden während der ganzen Fahrt 
nur vier gesehen, doch soll nach den Angaben der 
Eingeborenen der Fluß keineswegs arm daran sein 
und sich die Thiere zur Zeit wegen des hohen 
Wasserstandes mehr in den Seiten= und todten 
Armen aufhalten. 
Bis Kooni etwa ist infolge der früheren Mafiti- 
einfälle nur das linke Flußufer bewohnt; die alten 
Dorsstätten rechterseits sind meist durch Mango- 
gruppen gekennzeichnet, wie sich denn überhaupt beide 
Ufer von etwa Mtansa durch auffallend reiche Mango- 
bestände auszeichnen. Von Kooni ab sieht man 
rechter Hand zunächst vereinzelte Hütten, bald aber 
zahlreiche kleine Ortschaften. 
In jagdlicher Hinsicht scheint nur die Gegend 
von Kungulios altem Dorf flußaufwärts auf beiden 
Ufern Interesse zu bieten. In der Trockenzeit soll 
nach den Angaben der Eingeborenen allerdings das 
Wild (namentlich Wasserbock) etwas näher an den 
Fluß treten, doch war es nicht möglich, genauere 
Angaben darüber zu erhalten. Die Jagd auf Feder- 
wild ist dagegen vorzüglich und artenreich. 
Was die Fahrt selbst anlangt, so steigerte ich die 
Stundenzahl von Tag zu Tag, über Mittag stets 
eine längere Pause machend, und erreichte Simba 
Uranga am 16. März abends 6⅛½ Uhr. In runden 
Zahlen wurden zurückgelegt: 
am 13. März 234 Stunden, 
14. 6½ - 
15. 7 - 
’16. 11 
zusammen 27½ Stunden. 
Davon sind am 16. März 3½ Stunden gegen 
die Fluth zurückgelegt worden, so daß unter günstigen 
Umständen (die in 3½ Stunden gegen Fluth zurück- 
gelegte Strecke — 1 Stunde bei Ebbe gesetzt) die 
Fahrt in 25 Stunden hätte zurückgelegt werden 
können, was sich bei einem Dampfschiff wohl gut 
auf die Hälfte reduziren dürfte. 
Wie sich die Reisezeit bei einer Bergfahrt in 
Anbetracht der starken Strömung des Rufidji gestalten 
288 
  
s 
l 
würde, entzieht sich meiner Schätzung, doch glaube ich, 
daß sie mindestens das 2½= bis 3fache der zur 
Thalfahrt nöthigen Stundenzahl beanspruchen wird. 
Reichspostdampferlinie bHamburg —Durban. 
Die Fahrten auf der Reichspostdampferlinie 
Hamburg — Durban und den beiden Zweiglinien 
werden vom Monat Juni ab versuchsweise nicht 
mehr wie bisher in vierwöchigen, sondern in drei- 
wöchigen Zwischenräumen ausgeführt werden. 
Kamerun. 
Ueber den nach Vaunde ausgeführten ug 
berichtet der stellvertretende Kommandeur der Schutz= 
truppe Hauptmannv. Kampt unterm 29. Februar d. Is. 
Folgendes: 
Am 24. d. Mts. erfolgte in Kribi im Verlauf 
des Tages die Landung der Truppe, der Lasten 
und der von Kamerun aus mitgesandten 57 Yaunde- 
träger und die Uebernahme der von dem Bezirksamt 
Kribi gestellten 150 Mabeaträger, die jedoch nur 
bis Lolodorf zu tragen verpflichtet waren. Der 25. 
wurde zum Ordnen der Expeditions= und der für 
Lolodorf und die Station Yaünde in Kribi lagern- 
den Lasten benutzt, und erfolgte am 26. 9 Uhr 
vormittags der Abmarsch von Kribi. Wegen vieler 
schwächlicher Yaundeträger konnten die ersten Märsche 
durch den Urwald nur gering ausfallen. Erst hinter 
Bipindi, wo die Yaunde im Genuß der gewohnten 
Pflanzenkost sich kräftigten, wurde die Marschleistung 
zufriedenstellend. Am 29. erreichte die Expedition 
Bipindi. Dort hatte der sich oberhalb des Ortes 
neu angesiedelt habende Gumbahäuptling Dandi eine 
dem Faktoristen Bockmann der Firma Lübcke an- 
gehörige Karawane angehalten und Letteren selbst 
mit der Waffe bedroht. Es glückte, den Dandi zu 
fangen. Derselbe wurde während der Nacht in 
Gewahrsam gehalten und, entsprechend verwarnt, gegen 
Zahlung von Ziegen wieder entlassen. Die zwischen 
Tunga und Lolodorf wohnenden Häuptlinge von 
Epussi, Bo und Mabeaman erhielten die erbetenen 
deutschen Flaggen. 
Am 2. Februar erreichte die Expedition ohne 
Verlust von Menschen und Lasten Lolodorf. In 
Lolodorf war der Rest der Yaunde-Stationsbesatzung 
und annähernd 50 Yaundeträger. Da die bis- 
herigen Mabeaträger nur durch Gewalt zum weiteren 
Mitgehen zu bewegen gewesen wären, so beschränkte 
ich lieber die Lasten. Außerdem hatte der Häuptling 
Banjok von Lolo und der Häuptling Bambam, der 
Bruder des Häuptlings Tunga, Träger versprochen. 
Durch seinen Bruder scheint sich Tunga der Regierung 
nähern zu wollen. Dieser Häuptling Bambam hat 
sich in letzter Zeit freundlich gegen die Station 
Lolodorf gezeigt. Er erschien zur Begrüßung und
        <pb n="328" />
        — 289 
brachte Geschenke. Auch kamen die von ihm und 
Banjok versprochenen Träger pünktlich. So gingen 
zum ersten Mal Gumbaleute als Regierungsträger 
nach Yaunde, und haben sich dieselben im weiteren 
Verlauf der Expedition gut bewährt. Selbstver- 
ständlich wurden Banjok und Bambam reich beschenkt 
und Letzterem bedeutet, daß sein Bruder Tunoja 
sehr unklug handele, sich dem Gouvernement noch 
nicht unterworfen zu haben. Die Gumbastämme 
scheinen in letzter Zeit durch die Bulys gedrängt zu 
werden. Die neuen Ansiedelungen bei Bipindi deuten 
darauf hin, und sitzen die Bulys in unmittelbarer 
Nähe der Station, namentlich südlich derselben, in 
rößerer Anzahl. 
Am 4. Februar war Appell der Truppe und 
der gesammten Träger und am 5. früh erfolgte der 
Abmarsch in der Stärke von 2 Offizieren: Hauptmann 
v. Kamptz, Premierlientenant Bartsch (Lieutenant 
v. Stein am Tage der Abreise aus Kamerun an 
Schwarzwasserfieber erkrankt), 6 weißen Unteroffizieren, 
einschl. Lazarethgehülfe und Büchsenmacher, 145 far- 
bigen Unteroffizieren und Soldaten, 122 Trägern. 
Außerdem schlossen sich noch etwa 100 Yannde, 
die mit Privatlasten in ihre Heimath zurückkehren. 
wollten, der Expedition an. 
Am 5. hatten wir das Yaundegebiet erreicht 
und übernachteten in dem Ngennedorf des Vogebalinga- 
stammes. Dieser Stamm und die südlich des Njong 
wohnenden Banes haben sich an dem Aufstand nicht 
betheiligt. Auch noch am 6. marschirten und über- 
nachteten wir im ruhigen Yaundelande. Alle hier 
Geschenke bringenden Häuptlinge erhielten sehr reichlich 
Gegengeschenke und die beiden mächtigsten die er- 
betene deutsche Flagge. In diesen beiden Tagen 
erfuhren wir erst Sicheres über Ursachen und Aus- 
dehnung des Aufstandes. Der Aufstand zu beiden 
Seiten des Njong war ein allgemeiner. Mit Aus- 
nahme der Stations= oder Lonn-Yaundes, der oben 
erwähnten Stämme und einiger lleiner Ortschaften, 
die mit den Lonn-Yaundes verwandt sind, hatten 
sich Alle am Kampf gegen die Stationstruppe be- 
theiligt und waren jetzt zum Widerstand entschlossen. 
Am Abend des 6. hörten wir auch überall den 
Klang der großen Kriegstrommeln, deren getrommelte 
Worte uns von den befreundeten Yaundes und 
unseren Yaundeheadleuten übersetzt wurden. Wir 
erfuhren auch schon hier, daß die Station Yaunde 
bedroht worden wäre, daß aber Häuptling Amba 
mit seinen Kriegern den Vogebetschi entgegengegangen 
wäre und sie geschlagen hätte. Dieses hat sich später 
bewahrheitet. 
Jedenfalls würde einem schon hier ein größerer 
Unfall, der die Station betroffen hätte, bei der 
bekannten Prahlerei der Yaundes nicht verborgen 
geblieben sein. Daher beschloß ich, in kleinen Tage- 
märschen auf der Karawanenstraße vorzugehen und 
nicht nur die an der Strahe befindlichen, sondern 
  
–— 
auch die weiter abseits liegenden Dörfer empfind- 
lich zu bestrafen. Wo besondere Umstände 
oder stärkerer Widerstand es erforderlich erscheinen 
ließen, strenger zu strafen, sollte ein Aufenthalt von 
mehreren Tayen hierzu Gelegenheit geben. 
Als Ursache des Aufstandes hat sich nach vielen 
eingehend angestellten Ermittelungen Folgendes er- 
geben. 
Die Vogebetschi haben früher einen lebhaften 
Handel nach Bakoko getrieben. 
Durch die neue Verkehrsstraße von der Station 
Maunde nach Kribi, auf der nun alle Waaren unter 
Bedeckung der Stationstruppen abgabenfrei an die 
Küste gelangen, ist die alte Straße nicht mehr 
lohnend; selbige ist vielleicht infolge der Bakokokriege 
ganz gesperrt. Nun hatten die Vogebetschi von 
Anfang an den Anschluß an die Station verpaßt 
und sahen nun zu ihrem großen Aerger, daß die 
früher verachteten Lonn-Yaundes durch die Vortheile, 
die sic direkt und indirekt durch die Station ge- 
nießen, vermögend wurden, während sie selber ver- 
armen. Ebendieselben Gesühle mögen die übrigen 
Maundes gehabt haben, wenn sie sehen, daß die 
Lonn-Yaundes und Anhang ihre Waaren abgabenfrei 
an die Küste herunterbringen und daß die vom 
Gouvernement entlassenen Yaundearbeiter als reiche 
Leute durch ihr Land in ihre Heimath zurückkehren. 
Da nun Alle zusammen die Machtmittel der Weißen 
noch nicht kennen gelernt hatten, so wurde es dem 
einflußreichen und mächtigen Häuptling der Vogebetschi 
leicht, die Unzufriedenheit zu schüren. Unterstüht 
wurde dieser hierin kräftig von seinem Verwandten, 
dem buckeligen Häuptling Ombasamissoko, der südlich 
des Njong wohnt. Dieser hat bis jetzt allen Weißen 
Verlegenheit bereitet. Die Stations-Yaundes haßte 
er besonders. Er nannte sic stets Gouvernements- 
nigger. 
Daß nicht Uebergriffe seitens der Station den 
Aufstand hervorgerufen haben, beweist gerade der 
Umstand, daß die Stations-Yaundes nicht nur nicht 
absielen, sondern zur Hülfe herbeieilten und unter 
den für sie recht fraglichen Verhältnissen treu aus- 
gehalten haben. 
Am 7. Februar führte uns der Weg noch durch 
zwei freundliche Maundedörfer, dann wurde der 
Mbengasumpf durchschnitten, der uns noch von dem 
aufständischen Gebiet trennte. Kurz vorher mußte 
ich den Premierlieutenant Bartsch mit entsprechend 
Soldaten und Trägern nach Lolodorf zurücksenden. 
Premierlientenant Bartsch litt in den letzten Tagen 
an Dysenterie und hatte sich an demselben Morgen 
den Fuß verstaucht, so daß seine weitere Betheili- 
gung ausgeschlossen war. 
Gegen Mittag erreichten wir das erste seindliche 
Dorf, dessen Bewohner versucht hatten, die Stations-= 
karawane auszurauben. Das Dorf war, wie alle 
seindlichen, vollständig verlassen. Das Dorf wurde 
nach dem Verlassen am 8. zerstört.
        <pb n="329" />
        An diesem Tage wurde nur bis 10 Uhr vor- 
mittags marschirt, da bei den vielen Dörfern und 
starkem Anbau eine fühlbare Bestrafung bei schnellerem 
Vorgehen nicht durchführbar gewesen wärc. In dem 
Dorfe Eiembon wurde das Lager aufgeschlagen. 
Hier wurde beim Wasserholen einer unserer 
Yaundeträger durch einen Flintenschuß schwer ver- 
wundet. Von den Patrouillen wurden viele ab- 
seits der Straße gelegene Dörfer, aus denen 
beschossen wurde, verbrannt, wobei durch Pulver- 
explosion zwei Soldaten Brandwunden davontrugen. 
Am folgenden Tage ging um 3 Uhr vormittags 
eine Patrouille von zwei Zügen unter meiner Führung 
in nördlicher Richtung ab, da in Entsernung von 
zwei Stunden viele große Dörser im Busch lagen, 
die tags zuvor die Patrouillen lebhaft beschossen hatten. 
Die im Morgengrauen eingeleitete Umzingelung 
glückte nicht vollständig, da die Ungeduld einiger 
Soldaten den Feind munter machte. Einen Todten 
ließen die Yaundes auf dem Platz liegen, während 
sie feuernd und vom Feuer verfolgt in den Busch 
entwichen. Ein Soldat wurde hierbei leicht ver- 
wundet. An demselben Abend trommelten die Yaundes: 
Der Weiße marschire noch schneller als der Schwarze, 
Alle sollen recht weit fort flüchten. 
Am 10. galt es, tüchtig zu marschiren, um am 
sfolgenden Tage mit frischen Kräften zum Dorfe des 
buckeligen Ombasamissoko gelangen zu können. In 
den ersten Stunden blieb die Marschkolonne unbe- 
lästigt. Gegen Mittag erhielt die Spitze Feuer, und 
wurde auch in die Träger hineingeschossen. Nach 
dem Passiren eines auf einer Höhe gelegenen Dorfes 
bekam die Avantgarde heftiges Feuer, welches er- 
widert wurde. Der Marsch wurde darauf fortgesetzt 
und wurden Seitenpatrouillen vorgenommen. Hier- 
durch wird bei dem dichten Busch der Vormarsch 
sehr verzögert, und ich bemerke im voraus, daß ich 
Seitenpatrouillen immer erst dann entsendet habe, 
wenn besondere Umstände es nöthig erscheinen 
ließen. Wir gelangten erst um 5 Uhr abends 
nach Bromoge, wo uns auch an der Wasserstelle 
Feuer empfing. Dort blieben wir während der 
Nacht. 
Am 11. früh erfolgte unter feindlichem Feuer 
der Abmarsch von Bromoge. Gegen 8 Uhr vormittags 
kamen wir in die Nähe des Dorses von Ombasamissoko. 
Hier wurde noch im Wald der Zug des Unteroffi- 
ziers Müller aus der Marschkolonne rechts heraus- 
genommen und gegen die wahrscheinliche Rückzugslinie 
des Feindes entsendet. Zwei andere Züge wurden 
in der Front entwickelt. Währenddem hörten wir, 
wie die Kriegstrommel des Ombasamissoko seine 
Leute zum Kampfe herbeirief. Die in der Front 
vorgehenden Züge fanden keinen Widerstand, wohl 
aber seuerte der Zug des Unteroffiziers Müller 
auf die YMa#indes, die nach kurzer Gegenwehr die 
Flucht ergriffen. Diesseits hatten sich 2 Soldaten 
durch Hineingerathen in Fallgruben verletzt. 
290 
  
–— 
Das Dorf des Ombasamissoko wurde nunmehr 
für ein längeres Verweilen eingerichtet und die vor- 
handene umfangreiche Fenz, der leichteren Bewachung 
wegen, verkleinert und verstärkt. Um nun Ombasa- 
missoko gründlich zu strafen, beschloß ich, mehrere 
Tage hier zu bleiben und durch Patrouillen, die zu 
allen Tageszeiten entsendet wurden und auch über 
Nacht ausblieben, dem Feinde Abbruch zu thun. 
Erst am letzten Tage stöberte die Patrouille 
des farbigen Feldwebels Zampa das Versteck des 
Ombasamissoko auf, der dem Anschein nach bereits 
Noth gelitten hatte. Es fanden sich in diesem 
Versteck keine Nahrungsmittel, nur abgenagte 
Knochen lagen herum. Vieh schlachtet bekanntlich 
der Schwarze nur in großer Noth. Die Davon- 
eilenden geriethen bei ihrer weiteren Flucht in 
das Feuer einer anderen Patronille, welche ihnen 
Verluste an Menschen und Vieh beibrachten. 
Das Medizinhorn des Ombasamissoko wurde 
hierbei erbeutet. Jeden Abend ließ ich auf 
der vorgefundenen Palawertrommel austrommecln, 
Ombasamissoko sei an dem ganzen Kriege Schuld: 
mun sei sein ganzer Besitz vernichtet und Keiner solle 
ihm Unterkunft gewähren. Da der Häuptling bei 
seinen Landsleuten nicht beliebt sein soll, ist es nicht 
ausgeschlossen, daß ihm seine eigenen Leute Verlegen- 
heiten bereiten. « 
Am 15. wurde der Marsch nach dem Niong 
angetreten. Die am Njong wohnenden Elamas, die 
mit ihren Kanus das Uebersetzen besorgen, hatten 
zur Zeit dem Premierlieutenant Bartsch trommeln 
lassen, daß sic keinen Krieg wollten. Ich verschonte 
daher ihre Dörfer und Pflanzungen, obgleich keine 
Kanus zur Stelle waren, da sie wahrscheinlich ge- 
zwungen die Kanus versteckt hatten. 
Als das mitgeführte Faltboot mit 4 Soldaten 
sich nun dem rechten Njong-fer näherte — der 
Fluß ist an der Stelle über 100 m breit —, wurde 
von dort ein überaus heftiges Feuer abgegeben. Der 
am diesseitigen Ufer dazu bereit gestellte Zug er- 
widerte dasselbe sosort, auf den Pulverrauch zielend, 
und räumte der Feind in kurzer Zeit seine Stellung 
am Fluß. Der das Boot führende farbige Unter- 
offizier Capsteif hatte, obschon das Fahrzeug dreimal 
von Geschossen durchlöchert wurde, sich vom Weiter- 
fahren nicht abhalten lassen und war der Erste am 
jenseitigen User. Hier hatten die Yaundes, im 
Busch versteckt, aus starken Baumstämmen Schützen- 
stände erbaut, in die sie Scharten eingeschnitten 
hatten; da sie jedoch hierzu meist trockenes Holz 
genommen hatten, waren die Deckungen schon 
von den Geschossen des X/71 glatt durchschlagen 
worden. 
Da beim weiteren Suchen nur ein obendrein 
schadhaftes Kann gefunden wurde, so hielt das Ueber- 
setzen lange auf. Erst am späten Abend befand sich 
die ganze Expedition auf dem rechten Ufer, wo in 
dem Ort Atenagegaqun das Lager aufsgeschlagen
        <pb n="330" />
        wurde. In der Nacht hörten wir wieder überall 
die Kriegstrommeln. 
Beim Vormarsch am 16. wie auch in den nun 
folgenden Tagen fanden wir häufig Fußangeln, Fallen 
291 
und Fallgruben, die meist von den Soldaten ent- 
deckt und unschädlich gemacht wurden. 
Bei dem Orte Esumbalumu erhielt der Avant- 
gardenzug heftiges Feuer. Ohne dasselbe zu er- 
widern, wurde der Ort im Marsch-Marsch genommen. 
Bei der Verfolgung verletzten sich einige Soldaten 
durch die oben erwähnten Fußangeln. Wir verblieben 
noch den 17. in diesem Dorf. 
Am 20. erreichten wir ungestört Abekenschama, 
wo wir unbelästigt blieben. Auch unsere Patronillen 
hatten nichts gesunden. Abends trommelte uns der 
Feind aus weiter Ferne, daß er kämpfen wolle. 
Schon früh am 21. bekam die Spite mehrere 
Male Feuer. Als darauf der Avantgardenzug vor 
dem größeren Ort Umbudu ein kleines Dorf passirte, 
erhielt er heftiges Flankenfeuer. Die sofort darauf 
losgehenden Soldaten wurden durch eine im Busch 
errichtete Fenz aufgehalten und einer stürzte in 
eine Fallgrube, ohne jedoch Schaden zu nehmen. 
Infolgedessen entkam dort der Feind ohne Ver- 
lust. Unmittelbar darauf wurde der Marsch 
fortgesetzt. Als nun der Weg, nachdem er längere 
Zeit knictief durch Wasser ging, im dichten Busch 
steil bergan führte, erhielten wir von der rechten 
Seite aus unmittelbarer Nähe ein recht lebhaftes 
Feuer. Dasselbe kam nicht unerwartet, da Jeder- 
mann den Angriff an dieser Stelle ahnte, und 
wurde es sofort erwidert. Vor der unmittel- 
baren Verfolgung schützte den Feind ein wiederum 
im Busch errichteter aun. Schon am 22 hatte ich 
durch eine Patrouille Nachricht zur Station Yaunde ge- 
sandt. Tags darauf kam die Meldung des Stations= 
assistenten Rabischon zurück, daß die Station wohl- 
behalten sei, auch zur Zeit, wo das Anrücken der 
Expeditlon bekannt sei, dringende Gefahr nicht mehr 
vorliege. 
Am 26. erreichten wir nach ganz kurzem Marsch 
die letzte größere feindliche Ortschaft Folitov. Hierhin 
ließ ich den Häuptling Amba holen, der sich auch 
schnell mit seinen Kriegern einfand. In Anbetracht 
seiner der Station geleisteten Dienste beschenkte ich 
ihn sehr reichlich. Am 27. zog die Expedition in 
der Station Yaünde ein. 
Die Station war in der ersten Zeit nach dem 
Abmarsch des Premierlieutenants Bartsch nicht be- 
lästigt worden. Doch hatte der Stationsassistent 
Rabischon durch Lonu und Amba erfahren, daß 
die Vogebetschi die Station vernichten wollten. 
Ende Januar wurde ein zur Station gehöriges 
Bakokoweib bei der Gartenarbeit von den Vogebetschi 
getödtet. Am 31. kam Amba mit seinen gesammten 
Kriegern zur Station und überfiel dann in der 
solgenden Nacht die anrückenden Vogebetschi. Er 
Station 
  
  
erbeutete hierbei vier Gewehre. Nach dieser Zeit 
versuchten die Vogebetschi viermal vergeblich des 
Nachts die Station in Brand zu stecken. Das Er- 
scheinen der Expediton hat größere Unternehmungen, 
die von den gesammten Aufständischen gegen die 
beabsichtigt waren, vereitelt. Dieselben 
sollen schon eingeleitet gewesen sein. Zwei Tage 
nach Ankunft auf der Station kamen bereits die noch 
nicht bestraften Häuptlinge der Vogebela und Jetudes, 
um Frieden zu bitten. 
Die Vogebetschi hingegen, die sich auf ihre Berge 
zurückgezogen hatten, ließen sagen, daß sie kämpfen 
wollten. Um nun die Vogebetschi zu isoliren, be- 
willigte ich diesen einen billigen Frieden. Das ihnen 
auferlegte Vieh ist in kurzer Zeit gezahlt worden. 
Den Häuptling Amba beauftragte ich, bei den be- 
straften YMaundes Erkundigungen einzuziehen, ob sie 
weiter Krieg haben wollten. Der Unterhändler, der 
nördlich des Njong angesragt hatte, kehrte am 
4. März zurück mit der Nachricht, daß Alle nun- 
mehr Frieden haben wollten. Ich habe daher alle 
diese Häuptlinge, fünf an der Zahl, in 12 Tagen 
zur Station bestellt. Der Unterhändler für das 
Gebiet südlich des Njong ist noch nicht zurückgekehrt. 
Inzwischen habe ich am 2. mit einer kleineren Ab- 
theilung das Gebiet der Vogebetschi rekognoszirt 
und will in den nächsten Tagen die militärische 
Aktion gegen sie beginnen. Sie sollen 300 Krieger 
haben. Ich glaube, daß diese Aktion in acht Tagen 
beendigt sein wird. Für gute dauernde Friedens- 
abschlüsse halte ich noch ein längeres Verweilen der 
Schutztruppe im Yaündegebiet für nöthig. 
Unsere Verluste betragen insgesammt 4 schwer- 
und 8 leichtverwundete Soldaten und 1 schwer- 
und 2 leichtverwundete Träger. Der Gesundheits- 
zustand der Weißen ist ein guter. Die Verluste des 
Feindes sind erheblicher. 
Togv. 
Rulturarbeit. 
An der Küste des Schutgebietes befassen sich 
bereits mehrere wohlhabendere Eingeborene mit aus- 
gedehntem Kaffee= und Kokosnußplantagenbau. Auch 
weiter nach dem Innern bricht sich die Erkenntniß 
von dem Werthe solcher Anlagen unter den Ein- 
geborenen mehr und mehr Bahn. Das in der Nähe 
der Station Misahöhe gelegene Dorf Kuma hat 
beispielsweise bereits recht bedeutende Kaffeeerträgnisse 
zu verzeichnen. Der Wanderlehrer Woeckel, welcher 
sich gegemwärtig zu Lehrzwecken auf einer Reise in 
das Innere befindet, wird weitere Kreise der Ein- 
geborenen zur Anlage von Kaffeeplantagen auregen 
und praktische Aunleitung dazu ertheilen. Er hat 
serner den Auftrag, der Gummigewinnung und der 
Kolakultur seine besondere Aufmerksamkeit zu widmen.
        <pb n="331" />
        — 282 — 
Oeffentliche Bedürfnißanstalten sind aus gesund- 
heitlichen und ästhetischen Rücksichten in Klein-Popo 
bereits seit einer Reihe von Jahren eingerichtet. 
Eine gleiche Anlage wird demnächst in Sebbe in 
Angriff genommen werden, nachdem es dem Kaiser- 
lichen Landeshauptmann gelungen ist, ein entsprechen- 
des Grundstück zur unentgeltlichen Benutzung auf 
20 Jahre zu erhalten. 
Friedhöfe für Eingeborene sind gleichfalls bereits 
an verschiedenen Orten angelegt. Auf ihnen werden 
jedoch nur christliche Eingeborene beerdigt, während 
die heidnischen nach alter Sitte in ihrer Behausung 
bestattet werden, ein Gebrauch, der sich nur allmählich 
wird abstellen lassen. 
Bezüglich der Schutzpockenimpfung besteht durch 
Verordnung vom 8. Mai 1889 auch gegenüber den 
Eingeborenen der Impfzwang. 
Rus dem Bereiche der Wissionen und 
der Knkishlaverei-Bewegung. 
Der deutsche Frauenverein für Krankenpflege in 
den Kolonien hat in der Berliner Ausstellung eine 
Krankenbaracke ausgestellt. Die Baracke enthält ein 
Krankenzimmer mit vier Betten, eine Küche, Vorraths= 
kammer und Badestube. Die Aufsicht führt nach 
„Unter dem rothen Kreuz“ die beurlaubte Schwester 
Emma Kubanke. 
Am 24. November v. Js. ist in Kapstadt der 
frühere rheinische Missionar Dr. Hugo Hahn ge- 
storben, der seit 1841 in Südafrika gearbeitet hat. 
Er hat vor 50 Jahren in der Gegend von Wind- 
hoek die Mission unter den Hereros begonnen. Er 
hat ihre Sprache zur Schriftsprache gemacht und 
weite Reisen in das nördlich vom Hererolande liegende 
Ovamboland ausgeführt, wodurch er der Mission 
auch dorthin Bahn brach: Später war er etwa zehn 
Jahre lang Pastor an der deutschen Gemeinde in 
Kapstadt und lebte zuletzt bei seinem Sohne, dem 
deutschen Pastor in dem Dorse Paarl. 
Nach den Berichten der Rheinischen Mission 
zählt die im Gebiete der Bergdamaras angelegte 
Station Okombahe 335 Gemeindeglieder. Missionar 
Schaar schätzt es im Interesse seiner Bergdamara 
immer mehr als ein Glück, daß Okombahe als 
deutsches Kronland erklärt worden ist, und daß die 
Bergdamara der Oberhoheit der Herero entronnen 
sind. Die Herero ziehen jetzt aus dem Gebiet fort, 
meistens nach Norden zu, dagegen erfolgen immer 
mehr Zuzüge von Bergdamara. Die Regierung be- 
fördert das. 
  
  
Die Mission sammelt jetzt Beiträge für eine 
neue Kirche. Aus der Gemeinde sind bisher 98 Mark, 
von einigen Weißen 424 Mark, darunter eine Gabe 
von 80 Mark vom Landeshauptmann eingegangen. 
Die zweite eigentliche Bergdamarastation war 
bislang Otjombnima, das vor ungefähr drei Jahren 
von Missionar Kremer gegründet wurde. Von 
Anfang an war Missionar Kremer die Instruktion 
gegeben worden, vorläufig nicht zu fest zu bauen, 
da eine Verlegung der Station möglicherweise nöthig 
werden könnte. Das ist jetzt geschehen. Obwohl 
die Arbeit einen ganz guten Anfang genommen 
hatte, erwies sich doch Otjombuima oder Tsumamas 
nicht als der geeignete Platz. Otiombuima ist dem- 
nach wieder aufgegeben. Dagegen gab es im Nord- 
osten des Landes viele Bergdamara und Buschmänner, 
und eben dort war bis jetzt noch weit und breit 
keine Missionsstation. Dorthin, nordöstlich von 
Otjozondjupa, nach dem sogenannten Otavigcbiet, hat 
nun in Mitte des vergangenen Jahres der Präses 
unserer Hereromission, Missionar Viehe, zusammen 
mit Kremer eine Untersuchungsreise gemacht, die 
einen greifbaren Erfolg hatte. Im Vergleich zu dem 
übrigen Hereroland hat das Otavigebiet manche 
große Vorzüge. Zunächst einmal, es ist ungemein 
wasserreich. Es giebt zwar keine Flüsse; aber ab- 
gesehen von den vielen Quellen sammelt sich in den 
breiten grasreichen Niederungen das Regenwasser 
und bewegt sich langsam nach der einen oder anderen 
Richtung, bis es allmählich vom Boden aufgesogen 
wird; so können allenthalben dauernde Gartenanlagen 
gemacht werden, was im Hererolande nicht der Fall 
ist. Ein anderer günstiger Umstand ist der, daß der 
Zwischenraum zwischen dem Beginn der Regenzeit 
und dem Eintritt der Nachtfröste länger ist als im 
Hereroland; infolgedessen kann auch die Regenzeit 
zu Ackerbauzwecken benutzt werden, was im Herero- 
lande gleichfalls nur in sehr beschränktem Maße 
geschehen kann. So haben sich auch bereits viele 
Weiße besonders in der Umgegend von Grootfonteln 
(nicht zu verwechseln mit der ehemaligen Missions- 
station Grootfontein im Namaland) niedergelassen. 
Hier hat auch der Vertreter der South-West- 
Africa Co. Ld. (einer englisch-deutschen Gesellschaft) 
seinen Sitz. Dieser, Premierlieutenant Dr. Hart- 
mann, war gern bereit, dafür einzutreten, daß 
der Mission der nöthige Platz zur Anlage einer 
Station überlassen würde. Als geeigneter Platz für 
die neu anzulegende Station wurde nach gründlicher 
Prüfung Oniha oder Ghaub (n. ö. von Otavi, in 
unserem Missionsatlas ein klein wenig s. ö. von 
Otjikoto) bestimmt. Der Platz macht einen durchaus 
günstigen Eindruck, auch haben die dortigen Berg- 
damara, die die Oberhoheit eines gewissen John 
Krüger, eines Hercrobastard, anerkennen, der jetzt 
auch von der deutschen Regierung förmlich als Kapitän 
der Bergdamara und Buschmänner eingesett worden 
ist, bereits mehrere Gärten angelegt und trotz der 
sehr primitiven Bearbeitung noch gute Ernten erzielt.
        <pb n="332" />
        — 293 — 
Der rheinische Missionar Pastor Siebe ist am 
16. Dezember in Windhoek angekommen. 
Der Missionar Olpp hat die deutsche Schule 
in Otjimbingue, die schon lange für ihre Kinder um 
einen Theologen gebeten hat, übernommen und wird 
neben Missionar Meyer als zweiter Missionar von Ot- 
jimbingue thätig sein und als solcher die Bergdamara- 
gemeinde als sein besonderes Arbeitsgebiet betrachten. 
Die Gemeinde Franzfontein, obwohl im Norden 
des Hererolandes gelegen, bildet insofern den Ueber- 
Lang zu dem Namaland, als es sich hier um eine 
Hottentottengemeinde der Zwartboois handelt. Sie 
hat, seitdem Missionar Riechmann sie Ende 1891 
wieder gesammelt hat, sich ganz besonders schön ent- 
wickelt. Am 27. Juli waren es 50 Jahre, daß die 
Erstlinge der Zwartboois getauft worden sind. Gegen- 
wärtig zählt die Gemeinde 373 Seelen. 
UAus fremden Rolonien. 
von der Goldküstenkolonie. 
Aus der Nummer 11 der „Government Gazette“ 
von Accra, Goldküste (Westafrika) vom 20. März 
d. Is. entnehmen wir, daß die Regierung dieser 
englischen Kolonie die folgende Verordnung über die 
Inbesitznahme von unbebautem Land erlassen hat: 
„Da bisher Landkonzessionen seitens der Häupt- 
linge in dem Protektorat ohne die Zustimmung 
des Gonverneurs der Kolonie ertheilt worden sind, 
so wird hiermit bekannt gegeben, daß in Zukunft 
Landkonzessionen, ausgenommen das Recht, bebautes 
Ackerland oder Bauterrain zwecks Anlegung von 
Ansiedelungen der Eingeborenen in Besitz zu nehmen, 
von dem Gouvernement nicht anerkannt werden, 
wenn nicht die Landkonzession, als Zeichen der 
Genehmigung, von dem Gouverneur oder dem von 
ihm hiermit betrauten Beamten gezeichnet ist. 
Landkonzessionen, welche bisher ohne die gedachte 
Zustimmung verliehen sind, sollen nur in derjenigen 
Ausdehnung und unter denjenigen Bedingungen an- 
erkannt werden, welche später noch näher geregelt 
werden sollen; übrigens sollen diejenigen Anträge 
auf Landkonzessionen jede mögliche Berücksichtigung 
erfahren, welche in gewisser Zeit einen wirksamen 
und dauernden Erfolg versprechen."“ 
Britisch-Betschuanaland im Jabre 1894/95.7) 
Der kürzlich als Parlamentsvorlage veröffentlichte 
Bericht des Administrators von Britisch-Betschuana- 
land für das Jahr vom 1. April 1894 bis zum 
31. März 1895 schildert die Finanzlage der Kron- 
kolonie und des Protektorates während dieses Zeit- 
*) Vergl. Deutsches Kolonialblatt 1895, S. 281. 
  
raumes als eine günstige im Verhältniß zu den vor- 
hergehenden Jahren. 
Die gesammten Einnahmen während des Jahres 
betrugen 67 156 Pfd. Sterl., die Ausgaben dagegen 
148 376 Pfd. Sterl. 
Die Einnahmen sind hiernach erheblich gewachsen; 
denn die Einnahmen des Vorjahres, welche bisher 
die höchsten waren, die erreicht sind, betrugen 
55 370 Pfd. Sterl. Die Ausgaben sind geringer 
als in den vier vorausgegangenen Finanziahren. 
Sie betrugen: 
1890/91 1891/92 1892/93 
1893/94 1894/93. 
158 392 154929 
154 087 237 928 148 376 
Pfd. Sterl. 
Der hohe Betrag der Ausgaben im Jahre 
1893/94 war durch den Matabelekrieg veranlaßt 
worden, der eine besondere Ausgabe von etwa 
90 000 Pfd. Sterl. nöthig machte. 
Von den Einnahmen des letzten Finanzjahres 
entfallen auf das Betschnanaland-Protektorat nur 
7600 Pfd. Sterl., von den Ausgaben etwa 
85 000 Pfd. Sterl. Der größte Theil der letzteren 
wurde auf die Erhaltung der Polizeitruppc ver- 
wendet. Die Einnahmen der Kronkolonie waren 
gegen das Vorjahr um ctwa 12 000 Pfd. Sterl. 
gestiegen, so daß sic nur noch etwa 3000 Pfd. Sterl. 
geringer waren als die auf die Kronkolonie ent- 
fallenden Ausgaben. » 
Im Einzelnen waren die Hauptposten der Ein- 
nahmen der Kronkolonie und des Protektorates, 
verglichen mit denen des Vorjahres, folgende: 
1894/95 1893/94 
Pfd. Sterl. Pfd. Sterl. 
Zolleinnahmen 21 834 16392 
Einnahmen der Postverwaltung 7 367 im'-e: 
Telegraphenver- 
waltung. 3396 2 31 
Grundrenten 6043 5574 
Einnahmen aus Landverkäufen 6 267 2574 
Hüttensteuer 54283 3 941 
Lizenzen 3 184 3 024 
Das Anwachsen der Zolleinnahmen des letzten 
Jahres, welche für die Kronkolonie gegen 2400 Pfd. 
Sterl., für das Protektorat etwa 2600 Pfd. Sterl. 
betragen, ist zum Theil auf die zunehmende Bewirth= 
schaftung neuer Farmen zurückzuführen, zum Theil 
auf das schnelle Anwachsen des Handels und des 
Durchgangsverkehrs durch Betschuanaland nach den 
nördlich davon gelegenen Territorien der Britisch= 
Südafrikanischen Gesellschaft. 
Der Werth der Einfuhr zollpflichtiger Waaren 
ist von 126 856 Pfd. Sterl. im Jahre 1893/94 auf 
231 325 Pfd. Sterl. gestiegen. Hiervon betrug die 
Einfuhr in die Kronkolonie 106 878 Pfd. Sterl., die 
Einfuhr in das Protektorat 45 368 Pfd. Sterl., der 
Transit durch Betschuanaland nach Rhodesia 79 079 
sfd. Sterl. Hierzu kommt noch ein Transit nach 
den westlichen Theilen der Südafrikanischen Republik 
im Werthe von 46 726 Pfd. Sterl.
        <pb n="333" />
        Der Transitverkehr durch Betschuanaland nach 
Rhodesia ist in den letzten Jahren sehr gewachsen. 
Er betrug: 
1891/92 
36 409 
1892/93 
8 909 
— 
Ein großer Theil der Einfuhr nach Rhodesia, 
namentlich nach Maschonaland, geht über den portu- 
giesischen Hafen Beira und durch Transvaal; die 
Einfuhr aus Transvaal nach Matabeleland während 
des letzten Jahres wird auf mindestens 30 000 Pfd. 
Sterl. geschätzt. Man hofft, daß der Durchgangs- 
verkehr durch Betschuanaland in den nächsten Jahren 
noch weiter anwachsen wird infolge der Weiter- 
führung der Betschuanalandeisenbahn und der besseren 
Regelung des Landtransportes, sowie wegen der 
guten Weideverhältnisse längs der Betschuanaland- 
straße. Die Fracht für 100 englische Pfund von 
Mafeking, zur Zeit die nördlichste Eisenbahnstation 
in Betschuanaland, bis Buluwayo hat zuletzt zeit- 
weise nur 10 s. betragen, durchschnittlich während 
des letzten Jahres etwa 13 s. 
Der Export aus Betschuanaland mittels der 
Eisenbahn ist nicht erheblich und ist im letzten Jahre 
dem Gewichte nach wiederum zurückgegangen. Er 
betrug: 
1893/04 
23 607 
1892/93 = 44 745 704 engl. Pfund, 
1893/94 = 36 030 259 - 
1894/95 = 31 532 362 = - 
Die Hauptausfuhrartikel sind: Holz, Getreide, 
Wolle, Häute und Hörner. Es betrug in engl. 
Pfund die Ausfuhr von: 
1892/93 1893/94 1894/95 
Bau= und 
Brennholz 34 890 168 32 795 445 25 369 555 
Getreide 7 331 313 1 135 457 3 725 930 
Wolle und 
Kamelgarn 558 912 487 797 386 195 
Häuten, 
Fellen und 
Hörnern 680 497 587 384 710 138 
Der Rückgang des Gesammtgewichtes der Aus- 
fuhr ist hiernach hauptsächlich auf die verminderte 
Ausfuhr von Holz zurückzuführen. Die Ausfuhr 
von Getreide ist infolge der besseren Mais= und 
Hirseernte und des Nachlassens der Heuschreckenplage 
wieder gestiegen. Man hofft, daß die Ausfuhr von 
Wolle und Kamelgarn sich später wieder heben 
wird, da im letzten Jahre etwa 7000 Schase in 
Betschuanaland eingeführt sind und die mit den 
Angoraziegen angestellten Versuche erfolgreich gewesen 
sind. Manche Gegenden sind jedoch für die Schaf- 
zucht nicht geeignet. 
Den Einnahmen aus dem Post= und Telegraphen= 
verkehr im letzten Jahre von zusammen 11 535 Pfd. 
Sterl. stehen Ausgaben im Betrage von 12 432 Pfd. 
Sterl. gegenüber, so daß das Defizit nur noch 897 Pfd. 
Sterl. beträgt (gegen 4053 Pfd. Sterl. im Jahre 
1893/94 und 7483 Pfd. Sterl. im Jahre 1892,93). 
294 
  
Die Ausgaben für die Post haben sich in den letzten 
Jahren beständig verringert. Dieses Resultat ist 
mit Rücksicht auf die großen Entfernungen und die 
unentwickelten Verhältnisse im Protektorate ein sehr 
günstiges; in dem Berichte wird die Erwartung 
ausgesprochen, daß das Post= und Telegraphenwesen 
sich bald selbst erhalten wird und daß sich eine 
Herabsetzung der jetzt noch sehr hohen Posttarifsätze 
ermöglichen lassen wird. Ein regelmäßiger Post- 
betrieb war bis Buluwayo eingerichtet. 
Was die Landverkäufe seitens der Regierung 
anbetrifft, so sind im vergangenen Jahre 403 030 
kapsche Morgen verkauft worden. Der Reinerlös 
aus diesen Verkäufen betrug 5290 Pfd. Sterl., 
während 26 129 Pfd. Sterl. von den Kaufgeldern 
Rest blieben. Der größte Theil dieser Restkauf- 
gelder wird in Form einer Grundrente (quitrent), 
welche mit 5 pCt. jährlich zu verzinsen ist, bestehen 
bleiben, so daß die Regierung hieraus eine jährliche 
Einnahme von etwa 1200 Pfd. Sterl. haben wird. 
Für den derzeitigen Werth des Grund und Bodens 
in Betschnanaland ist folgende in dem Berichte auf- 
geführte Thatsache von Interesse. Im Jannar 1895 
sollten in Upington, welches am Orangefluß nicht 
weit von der Grenze des deutschen Schuszgebietes 
liegt, 23 Farmen in öffentlicher Auktion versteigert 
werden. Es wurden aber nur drei Farmen mit 
einem Flächeninhalte von zusammen 46 405 Morgen 
für 3218 Pfd. Sterl. verkauft. Hiernach betrug 
der Durchschnittspreis für einen Morgen etwa 1 8 
5 d. Auf die übrigen 20 Farmen wurde kein Gebot 
abgegeben. Dagegen wurden in der Nähe von 
Mafeking im Eisenbahnkonzessionsgebicte 116 600 
Morgen für 20 230 Pfd. Sterl. verkauft, d. h. der 
Morgen durchschnittlich für etwa 3 8 6 d. 
Der Gesammtflächeninhalt der Kronkolonie beträgt 
etwa 51 500 engl. Quadratmeilen. Hiervon stehen 
der Regierung noch etwa 18 000 Quadratmeilen, 
von denen 2282 Quadratmeilen vermessen sind, als 
Kronland zum Verkauf zur Verfügung. Der Ver- 
kaufswerth dieses Kronlandes wird auf wenigstens 
270 000 Pfd. Sterl. geschätzt. 
Die allgemeine wirthschaftliche Lage im Betschuana- 
lande, namentlich auch die der Eingeborenen, ist nach 
dem Berichte während des Jahres 1894/95 günstig 
gewesen, trotzdem bei der Ernte einige Getreidcarten 
infolge von Dürrc und Heuschreckenfraß ausgefallen 
sind. Doch war die Mais= und Hirseernte gut. 
Die Eingeborenen sind im Allgemeinen mit ihrer 
Lage zufrieden; sie finden bei dem steigenden Verkehr 
guten Verdienst durch das Frachtgeschäft, welches im 
Protektorat zum größten Theil in ihren Händen ist. 
Viele von den jüngeren Eingeborenen arbeiten in 
den Minen bei Kimberley und Johannesburg. 
Der Ertrag der Hüttensteuer (siehe oben), welche 
nur in der Kronkolonie erhoben wird, ist ein außer- 
gewöhnlich hoher gewesen.
        <pb n="334" />
        Die im vorhergehenden Jahre neu eingeführte 
Rädersteuer, welche eine halbe Krone (—2½.) 
für jedes Wagenrad beträgt, ergab einen Ertrag von 
2500 Pfd. Sterl., welcher zur Neuanlegung und 
Erhaltung der Straßen verwendet wird. 
Die Zahl der Bevölkerung ist namentlich infolge 
des beständigen Zuzuges von Farmern im Anwachsen 
begriffen; auch hat sich das bisher als Kalahariwiste 
bezeichnete Gebiet im weiteren Umfange als besie- 
delungsfähig erwiesen, als bisher allgemein ange- 
nommen wurde. 
Besonders hervorgehoben wird in dem Berichte 
die jetzt im Betschuanalande herrschende große persön- 
liche Sicherheit. Obwohl die Europäer im Lande 
zerstreut leben, ist kein Fall von Gewaltthätigkeit 
gegen dieselben seitens der Eingeborenen bekannt 
geworden. Es sind überhaupt nur sehr wenige 
Fälle schwererer Verbrechen und kein Fall von Mord 
während des in Rede stehenden Jahres vorgekommen 
und man glaubt, daß zu diesem Resultat die strenge 
Durchführung des Verbotes des Verkaufs von Spiri- 
tuosen an die Eingeborenen nicht unerheblich beige- 
tragen habe. 
In den inneren Verhältnissen der bisherigen 
Betschuanaland-Kronkolonie sind in der Zwischenzeit 
bekanntlich wichtige Aenderungen durch die im No- 
vember v. Is. stattgehabte Einverleibung derselben 
in die Kapkolonic eingetreten.“) 
Lagos und Goldküste. 
In Lagos wird die Aulage einer Eisenbahnlinie 
Lagos — Ibadan — Abeokuta beabsichtigt. Nachdem 
die Besichtigung der Strecke erfolgt ist, hat 
man mit der Vermessung nunmehr begonnen. Als 
Ausgangspunkt der Bahn wird die Insel Ido ge- 
nannt, von wo eine Eisenbahnbrücke nach dem Fest- 
lande gebaut werden soll, mit deren Vorarbeiten 
bereits der Anfang gemacht ist. In der Goldküsten- 
kolonie hat der englische Kapitän Lang zu Eisen- 
bahnbauzwecken die Strecke von der Kormantanbai, 
etwa drei englische Meilen westlich von Saltpond, 
bis zum Birrimfluß, das ist etwa bis Appam, be- 
sichtigt. Für diese vorläufige Besichtigung an der 
Goldküste sind im Ganzen bisher 81 000 Mark 
verausgabt worden. Die Regierung der Goldküsten= 
kolonie hat das Projekt des Baues von Eisenbahnen 
vorläufig fallen lassen und auch für das Jahr 1896 
einen Betrag für solche Zwecke im Etat nicht vor- 
gesehen. Nach der offiziellen „Government Gazette“ 
Nr. 20 d. d. Accra, den 28. Oktober 1895, S. 322, 
äußerte sich der Gouverneur William E. Maxwell 
in einer Ansprache an die gesetzgebende Körperschaft 
der Goldküstenkolonie bezüglich des Eisenbahnbaues 
wörtlich, wie folgt: 
. 
*) Vergl. Deutsches Kolonialblatt 1895, S. 660. 
295 
  
„Die gegenwärtigen Transportbedingungen aus 
dem Innern zur Küste sind derartig, daß über eine 
gewisse Entfernung hinaus die schwereren Produkte 
ihren Handelswerth verlieren. Der Bau einer 50 
bis 60 Meilen langen Bahn würde ein neues 
Handelsgebiet erschließen und stufenweise Ausdehnung 
der Linie würde den Handel weiter fördern. Welcher 
Hafenplatz als Ausgangspunkt am besten wäre, ist 
noch fraglich. Appam wird von Kapitain Lang 
empfohlen, der eine Trace von dort aus vermessen 
hat. Auch Accra hat seine Fürsprecher und es dürfte 
noch andere Plätze geben. Bei dieser Sachlage war 
es unmöglich, im Etat für 1896 schon Ausgaben für 
Bahnzwecke einzustellen." 
Ausstellung in Vierra Leone. 
Nach einem Berichte des amerikanischen Konsuls 
zu Freetown sollte zu Anfang dieses Jahres dort 
eine landwirthschaftliche Ausstellung abgehalten werden. 
Für die besten Landesprodukte waren Preise aus- 
gesetzt. Man hofft auf diesem Wege die Eingeborenen 
zu lebhafterem Betrieb von Pflanzungen und Vieh- 
zucht anzuspornen. 
Ligerprotektorat. 
Ueber die Unruhen unter den Eingeborenen im 
Nigerküstengebiet, zu deren Untersuchung der frühere 
Generalkonful Sir John Kirk von der englischen 
Regierung abgeordnet war, ist jetzt dem Parlament 
der von dem genannten Kommissar erstattete Bericht 
in Form eines Blaubuchs (C. 7977) vorgelegt 
worden. 
Perschiedene Miktheilungen. 
Wissenschaftliche Lendungen. 
Benachrichtigung für die wissenschaftlichen Sta- 
tionen und Expeditionen (in Ergänzung der Bestim- 
mungen vom 7. November 1890, Kol.-Bl. S. 287): 
Alle wissenschaftlichen Sendungen aus den deut- 
schen Schutzgebieten sind, wenn irgend möglich, ent- 
weder der Deutschen Ostafrika-Linic, der 
Woermann-Linie oder dem Norddeutschen 
Lloyd zur Beförderung zu übergeben, weil diese 
eine Frachtermäßigung eintreten lassen. Der Nach- 
weis, daß die Gegenstände für wissenschaftliche An- 
stalten bestimmt sind, ist dadurch zu erbringen, daß 
sie nach Hamburg bezw. Bremen auf Conosse- 
ments zu verladen sind. 
Wenn die Sendungen Gegenstände für ver- 
schiedene Museen enthalten, so ist auf diesen zu 
vermerken, daß sie direkt an das Museum für 
Völkerkunde, Berlin SW., Königgrätzerstr. 120,
        <pb n="335" />
        296 
gegen Nachnahme der ermäßigten Seefracht und der der damaligen geringen Ausbildung ihrer Verwal-= 
Kosten bis zum Bestimmungsort zu richten sind. 
Kisten, welche nur zoologische, paläontologische 
und mineralogische Gegenstände enthalten, sind 
mit gleichem Vermerk an die Zoologische Samm- 
lung des Museums für Naturkunde, Berlin N., 
Invalidenstraße 43, und Kisten, die nur botanische 
Gegenstände enthalten, an das Botanische Museum, 
Verlin W., Grunewaldstr. 6/7, zu richten. 
  
VVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVI 
Titterakur. 
B. W. v. König, Handbuch des deutschen Konsular= 
wesens. Fünfte verbesserte Ausgabe. Heraus- 
gegeben von B. v. König. Berlin 1896. 
R. v. Deckers Verlag. 
Zum fünften Male innerhalb eines Zeitraums 
von 20 Jahren erscheint jetzt das deutsche Konsular- 
handbuch, aufs Neue erweitert und verbessert. Das 
Werk ist im In= und Auslande zu bekannt und ge- 
schätzt, als daß es nöthig wäre, hier auf seine großen 
Vorzüge nochmals hinzuweisen. Es ist gleichzeitig 
der kaum jemals im Stich lassende Rathgeber des 
deutschen Vertreters im Auslande, welcher in über- 
sichtlichster Form alle gesetzlichen Vorschriften und 
gelegentlichen amtlichen Anweisungen vorführt, und 
das bequemste Nachschlagebuch für alle Personen, 
welche den Schutz oder Beistand der deutschen Be- 
hörden in fremden Staaten in Anspruch nehmen 
müssen. In welchem außerordentlichen Maße die 
deutschen Interessen im Auslande und damit die 
Aufgaben der konsularischen Beamten seit 1875, dem 
Jahre des ersten Erscheinens dieses Werks, gewachsen 
sind, ergiebt so recht ein Vergleich der fünf vor- 
liegenden Ausgaben. Die jetzt von dem Sohne des 
1889 verewigten Verfassers bearbeitete Auflage über- 
trifft die letzte des Jahres 1888 schon räumlich in 
erheblichem Maße. Es ist das ebenso die Folge 
vieler Nachträge und Ergänzungen des vorliegenden 
Textes und der die Wehrpflicht und das Schiff- 
fahrtswesen betreffenden Zusätze, als einer nicht zu 
umgehenden Erweiterung des Abschnittes über die 
deutschen Schutzgebicte. 
Im Jahre 1888 waren die Schutgebiete in 
dem Handbuch nur kurz erwähnt worden. Angesichts 
  
tung hatte der Verfasser die Zeit zur Niederschrift 
einer Anleitung für die Kolonialbeamten in ähnlicher 
Weise wie für die Konsuln noch nicht für gekommen 
erachtet. Gegemvärtig, wo in allen Schutzgebieten 
zahlreiche deutsche richterliche und Verwaltungs- 
beamte thätig sind, machte sich das Bedürfniß nach 
einem Handbuch, welches in übersichtlicher und faß- 
licher Form diesen Beamten ihre Aufgaben vorführt, 
dringend geltend. Der gegenwärtige Herausgeber, 
welcher selbst seit Jahren in der Kolonial-Abtheilung 
des Auswärtigen Amtes thätig ist, hat es daher 
dankenswertherweise unternommen, das werthvolle 
Werk seines Vaters auch den Bedürfnissen der Ko- 
lonien anzupassen. Unterstützt von langer Erfahrung 
und reichem Wissen hat er auf einem Naume von 
drei und einem halben Druckbogen eine knappe, aber 
durchaus vollständige Uebersicht der Leitung der 
  
Schutzgebiete im Allgemeinen, der dort thätigen 
wirthschaftlichen Unternehmungen und Missionen, der 
Verfassung und Verwaltung der Schutzgebiete, ihres 
Beamtenwesens und ihrer Rechtsverhältnisse geliefert. 
Das gesammte in Gesetzen, Verordnungen und An- 
weisungen niedergelegte Material hat dabei Berück- 
sichtigung gefunden. Die Benutung ist durch ein 
sorgfältig gearbeitetes, genaues Inhaltsverzeichniß 
erleichtert. Das Werk wird daher in seiner jetzigen 
Gestalt bei allen Kolonialbeamten und Kolonlal= 
freunden ebenso viel Beifall finden als bisher bei den 
konsularischen Beamten. 
T. W. Dyckerhoff: Deutsche und Engländer. 
Essen 1896. G. D. Baedeker. 
J. D. E. Schmeltz: Das Schwirrholz. 
einer Monographie. Hamburg 1896. 
drichsen. 
Versuch 
Frie- 
  
James Connor: Französisch-deutsch= englisches 
Konversationsbüchlein zum Gebrauche in Schulen 
und auf Reisen. XI. Auflage. Heidelberg 1896. 
C. Winter. 
  
D. Haek: Die Kunst, die holländische Sprache durch 
Selbstunterricht sich anzueignen. II. Auflage. 
Wien. Hartleben. 
VVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVWVWVWVWVVVWVVVVVVVVVVVUD 
Schiffsbewegungen. 
(Die Zeit vor dem Orte bedeutet die Ankunft, hinter dem Orte die Abfahrt des Schiffes.) 
S. „Condor“" 5/2. Sansibar. 
S. „Hyäne"“ 30/12. Kamernn. 
Vermessungsschiff „Möwe“ 8/1. Matupi. 
station: Kamerun.) 
S. „Bussard“ 30/1. Sydney 1/5. — Schutzgebieten. 
(Poststation: Sansibar.) 
S. „Falke“ 4/2. Sydney 4/4. — 15/4. Apia. (Poststation: Hofpostamt.) 
(Poststation: Kamerun.) 
(Poststation: Matupi.) 
S. „Seeadler“ 20/2. Kapstadt 30/4. — Swakopmund. ) 
S. „Sperber“ 15/4. St. Paul de Loanda 22/4. — 1/5. St. Thomé 3/5. — Kamernn. (Post- 
(Poststation: Hofpostamt.) 
(Poststation: Kapstadt.
        <pb n="336" />
        — 297 — 
Ablösungstransporte: 
Fahrplanmäßige Neichsposthampser der deutschen Ostafrika-Linie mit dem Ablösungstransport S. M. S. 
„Condor" — age Besatzung: 
Ausreise Keichspostdampfer „Kaiser"“: Hamburg 25/3. — 30, 4. Sansibar. 
Heimreise: Reichspostdampfer „Bundesrath“ Sansibar 5/5. 
  
Derkeh##-Nachrichten. 
Der Dampfer „Thekla Bohlen“ ist am 30. Mril d. Is. in Tsoakhaubmund angekommen. 
Szifssbewegungen der Deutschen Ostafrika-Linie (Hamburg—Ostaffikal 
  
— — Reise betze. Nachrichten 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
eichspostdampfer von nas bis 23. april 1890 
„Kaiserr Hamburg Durban am 20. April an Aden. 
„Kanzler“ ..... Durban Hamburg am 20. April an Aden. 
„Bundesrath “.. .. Hamburg Durban am 19. April an Durban. 
„Reichstagog Durban Hamburg am 19. April an Marseille. 
„Admirall zur Zeit im Hamburger Hafen. · 
„General“ .... Hamburg I Durban 1 am 12. April ab Las Palmas. 
Postdampfschiffverbindungen nach den deutschen Schutzgebieten. 
Die Abfahrt erfolgt 6 Ausschissungshafen. Briefe müssen aus 
Nach vom Ein- Dauer Berlin spätestens 
schiffungshafen an folgenden Tagen der Ueberfahrt abgesandt werden 
am 3., 24. Juni Dar-es-Saläm 
an T 1 k 21 Tage . 1 am 2 Mv Juni 
· am 24. Mai, 21. i bar age 
1. Deutsch- Ostafrita. en de T 2* 1. Juni Sansi g 16. abds. 
Marseille am 10. jedes Mts. Sansibar 18 Tage am 8. jedes Monats 
(Mfranzösische Schifes. 46 abds. 
Southampton am 6. Juni Walfishbai 27 Tage am 5. N 
2. Deutsch-üdwestafrika. lwausche 5 5% K ms. 18 
Ham am 31. Mai, 31. Juli Swalopmund 30 Tage am Il. i or 31. Juli 
a#nbt # nachts .—-. 
Hamburg am 40½4 dirdes Monats. Kamerun 24 Tage an, 0. erdes Monats 
3. Ramerun Ghrutsche Schiffe 
· Liverpool am hact MNai, 10. Juni Kamerun 22 Tage an Wo ö D 
(englische Schiffe — — 185 nums. 
am "10. jedes Mts. nachts 7 Popo 20 Tage 
4. Togo= Gebiet am 20.jedes Mts. Lome 31 Tage am 10., 20. und Letzten 
Cvon Accra bez. Quittah ba Ehisse) Klein-Popo 33 Tage ied. Mts. 720 abds. 
mittelst Boten nach Lome am Letzten jed. Mts.- Kläin Popo od. Accras) 
und Klein-Popoy). am 20. Mai, Quittah'") oder Klein= am 18. Mai 
giel a 3., 17. Juni Popo 35 Tage 1., 15. Juni 15 ms. 
am 1. Julie Friedrich Wilhelms- " „ 
5. Deutsch-eu--Guinea. 7 *75 abds. hafen 45 Tage am 29. Juni, 3. Juli 
am 5. Juli 41 Tage 10 abos. 
“— rle 475 # 
· — — — —— — ——— 
6. « disi am 4 Juli Jaluit etwa 60 Tage am 3. Juli 
Marshall · Inseln. (caertC Manilh) " 6 105 Meli-
        <pb n="337" />
        — 298 — 
Fahrplan der Postdampfer der deutschen Ostafrika-Tinie 
Nördliche 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Dampf. d. Hauptlinie Pan= Saa= Baga= Dar-es- - Baga= Dar-es -- Miein- 
Hamburg) Tanga Tangaghani dani moyo!Salaäm Sansibar moyoSaläm# Kilwa Lindißani 
ab an ab ab ab ab ab an ab ab ab ab ab 
1896 1896 189068966 1896 1896 1896 1896 1896 1896 1896 1896 1896 
Mittwoch Dienstagf Mitt-= Don= Freitag Freitag Sonn= Sonn- —5 Mitt Frei-= Sonn--Sonn- 
woch nerstag abend abend woch nerstag tag abend tag 
. 120. Mai 23. Juni 24.JuniI25. Junl 26. Junis 26. Junis 27. Juni 27.Juni, 30 Vni 1. Julis 2. 3. Julis 4.Julis 5. Juli 
. 110. Juni 14. Juli J 15. Juli 16. Juli 17. Juli 17. Juli 18. Juli 18. Juli 21. .Juli22. Zuli 23. Juli 24. Juli 25. Juli 26. Juli 
. 1. Juli 4. Nug 5. Aug. 6. Au 7. Aug7. Aug.] S. Aug.B.Aug. 11. Aug.12. Aug.13. Aug.. Aug.5. Ang.16. Aug. 
72.22. Juli 25. Aug.26.Aug.27.Aug.28. Aug./28.Aug. 29.Aug.29. Aug.) e 2.pt]. Sptt Spt,. Spt.6. Spt. 
3.12. Aug. 15. Sept.]6. Spt.7. Spt.1 Spt.)1. Spt.]19. Spt. 19. Spt. 22.Spt. 23. Spt. 24. St. 25. Sht. 26. Spt.27. Spt. 
2. Sept. 6. Okt..Okt,.Oft.t.ft.10 Okt. 2 S 14. Okt. 16.Okt.7.Okt.18.Okt. 
Mittwoch Dienstagf Dien-Mitt= Don= Don= Freitag Freitag Montag| Dien- Don= Freitag Sonn- 
» stag wochnerstag nerstag stag nerstag abend 
5.|23. Sept. 27. Okt.27. Okt.28. Okt.29. Okt. 29. Okt.30. Okt. 30. Okt, 2. Nov|3.Nov. v.]5. Nov.]. Nov.7.Nov. 
6.4. Okt. 1 Nov.. Nov.18.Nov. 19. Nov.19. No.20. Nov. 20.Nov. 23.Nov.24.Nov. 25.Noo. 26.Nov. 27.Nov.28.Do. 
— 8. Dez. 8Dez.9Dez.10.Dez.10. Dez.11.Dez.11-Dez. 14.Dez. [15. Dez]|16.Dez.17. Dez.18. Dez.1.Dez. 
1897 1897 18971897 7 18971897197 
8.25. Nov. 29. Dez.29. Dez. 30.Dez.31. Dez. 31. Dez.]1 Jan. s 1. Jan. 4.Jan. 5.Jan. 7. Jan.]. Jan.].Jan 
1897 1897 189711897897 
9.16. Dez. 19. Jan.19. JZan.20. Jan./21. Jan. 21. Jan.|22. Jan.22.Jan.25.Jan. 26. Jan. 27. Jan./28. Jan|29. Jan.0.Jan. 
  
Die Daten werden nach Möglichkeit innegehalten werden, jedoch sind in den Zwischenstationen kleinere 
B. Südliche 
  
  
  
Nr. der Dampfer der Hauptlinie Beira Chinde Queli 
-- Hamburg Beira mane 
Reise ab an ab ab ab 
1896 1896 1896 1896 1896 
Mittwoch Dienstag Mittwoch Sonntag Mittwoch 
70. 10. Juni 28. Juli 29. Julie 2. Aug. 5. Aug. 
71. 1. Julie 18. Aug. 19. Aug. 23. Aug. 26. Aug. 
72. 22. Juli 8. Sept. 9. Sept. 13. Sept. 16. Sept. 
73. 12. Aug. 29. Sept. 30. Sept. Okt. 7. Okt. 
74. 2. Sept. 20. Okt. 21. Okt. 25. Okt. 28. Okt. 
Mittwoch Montag Dienstag Sonnabd. Dienstag 
75. 23. Sept. 9. Nov. 10. Nov. 14. Nov. 17. Nov. 
76. 14. Okt. 30. Nov. 1. Dez. 5. Dez. 8. Dez. 
77. 4. Nov. 21. Dez. 22. Dez. 26. Dez. 29. Dez. 
1897 1897 1897 1897 
78. 25. Nov. 11. Jan. 12. Jan. 16. Jan. 19. Jan. 
79. 16. Dez. 1. Febr. 2. Febr. 6. Febr. 9. Febr. 
  
  
  
  
  
  
  
  
Die Daten werden nach Möglichkeit innegehalten werden, jedoch sind in den Zwischenstationen kleinere
        <pb n="338" />
        — 299 — 
wischen Hamburg und Pstafrika für das Jahr 1896. 
Zweig-Liniec. 
  
      
    
    
      
   
Dampf.d 
Tanga 
ab 
    
   
   
" „ :„ Dar- 
Lindi Kilwa es-Sa- Dar-es= 
lamSaläm 
an ab 
Ibo*yl Mikin- 
Iboi dani 
  
   
  
   
      
   
    
    
    
     
     
    
  
      
   
ab ab ab 
     
  
ab ab ab ab ab an 
  
an 
          
       
  
          
   
          
      
1896 
Mon- 
1896 
Mon- 
      
1896 1896 
Sonn- 
1896 1896 1896 1896 
Montag r 
27. Juli 2.Sept. 
24. Aug. 30. Sept. 
24. Aug. 30.Sept. 
14.Sept 20. Okt. 
5. Okt. 11. Nov. 
26. Okt. 1. Dez. 
1896 
    
  
   
                 
       
   
    
        
  
   
1896 1896 
Freitag 
     
1896 1896 
   
1896 
   
1896 
       
          
  
     
    
    
    
    
      
     
   
    
   
   
  
   
    
   
   
   
  
  
     
    
  
Sonn-s Sonn- Mon- Mon-Freitag 
20. Nov. 
11.Dez. 
1897 
1. Jan. 
22. Jan. 
Mon- Montag 
16. Nov. 23. Dez. 
135897 
       
  
         
    
      
            
   
   
7. Dez. 12 Jan. 5. Dez. 6. Dez. 
28. Dez. 3.Febr. 
1897 
18. Jan. 23.Febr. 
8. Febr. 17. 
1.Dez.2.Dez. 
          
       
Verschiebungen in den Ankunfts= und Abgangszeiten zulässig, je nach dem Verlauf der Reise. 
Zweig-Linice. 
  
  
  
  
  
  
  
Mozam- Inham- Dampfer der Hauptlinie 
*8 V 
Parapat?) biques) bane) Beira Beira Haniburg 
ab ab ab an ab an 
1896 1896 1896 1896 1896 1896 
Freitag Sonntag Don- Sonn- Sonntag Mittw. Dienst. 
nerstag abend 
7. Aug. 9. Aug. 13. Aug. 15. Aug. 16. Aug. 30. Sept. 
28. Aug. 30. Aug. 3. Sept. 5. Sept. 6. Sept. 20. Okt. 
18. Sept. 20. Sept. 24. Sept. 26. Sept. 27. Sept. 11. Nov. 
9. Olt. 11. Okt. 15. Okt. 17. Okt. 18. Okt. 1. Dez. 
30. Okt. 1. Nov. 5. Nov. 7. Nov. 8. Nov. 23. Dez. 
Don- Sonn- Mittwoch Freitag Sonntag Dienst. Mittw. 
nerstag abend 1897 
19. Nov. 21. Nov. 25. Nov. 27. Nov. 29. Nov. 12. Jan. 
10. Dez. 12. Dez. 16. Dez. 18. Dez. 20. Dez. 3. Febr. 
1897 1897 1897 1897 
31. Dez. 2. Jan. 6. Jan. 8. Jan. 10. Jan. 23. Febr. 
1897 
21. Jan. 23. Jan. 27. Jan. 29. Jan. 31. Jan. 17. März 
11. Febr. 13. Febr. 17. Febr. 19. Febr. 21. Febr. 6. April 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
*) Diese Häfen werden nur dann angelaufen, wenn genügend Veranlassung vorliegt.
        <pb n="339" />
        300 
Eintreffen der Post aus den deutschen Schutzgebieten. 
  
  
  
  
  
  
**- Landungs- Die Post ist fällig Landungs- 3 Die * ist fällig 
Von hafen in Berlin Von hafen in Berlin 
Neapel .. am2s. Mai, 20. Juni # 4 
Deutsch-Ostafritcoa Brindisi . am 19.Mai, 17. Juni#Togogebiet Hamburg . . am 10.* und 25.* 
Marseille *- 1. Juni jedes Monats 
. – 
Deutsch-Hüdwestafrika Plymouth. 6 am 26.Mai, 30. Juni Deutsch leu Guinea . Neapel.. .len am 28. »Juni 
— –.— rsGQ-QQQ — — — 
Hamburg. am n W. rjed. Monats * 
Ramern Liverpool am 21. Mai, Marshall-Inseln .. Marseille . am 13., 25. Juni, 
18. Juni ] B., 20. August 
* Fälligkeitstage für dien mit t beutschen Schiffen eintresfenden Posten. 
Schiffsbewegungen der Woermann-Linie. 
Reise Leßte Nachrichten 
da 
Postdanpfer von nach bis 12. Mai 1896 
„Aline Woermann“ Hamburg Ponta Negra 23. April in Gabun. 
„Anna Woermann“ Hamburg Kap Palmas 15. Mai ab Hamburg. 
„Carl Woermann“ Hamburg Kotonou 6. Mai in Conakry. 
„Eduard Bohlen“, Congo amburg 8. Mai in Madeira. 
„Ella Woermann“ Hamburg Kap Palmas 8. Mai in Sierra Leone. 
„Gertrud Woermann"“ Hamburg Ponta Negra 10. Mai ab Hamburg. 
reichen Mahse c. Kotonon danlus 1. aii in ri*m 
wig Woermann“. Kotonou amburg Maai in Accra 
„Jeannette Woermann“. Venguela Hamburg 7. Mai in Lag 
„Kurt Woermann“ Hamburg oanda 10. Mai in ago Valmas. 
„Lulu Bohlen“ Ponta Negra #i 11. Nait in Teneriffe 
„Marie Woermann“ Hamburg onta Negra ai in 
„Melita Bohlen " Lüderitzbucht Hamburg 6. Mai in 2% Palmas. 
„Professor Woermann“. Kap Palmas Hamburg 6. Mai in Conakry. 
„Thekla Bohlen“. Swakopmund Hamburg 11. Mai in Benguela. 
  
   
  
  
  
  
n 
  
ll—— Werke der deutschen und ausländischen lein.. 
  
Nörterbch der englischen i. 
deictschen Spruche von Jhieme- 
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Ichutstruppe, Post- und Zollämter, 
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302 
  
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Standinger, I’., Die IIaussnländer. 
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geb. 3l. 12,—. 
Wolll, Dr. W., Von Bunana zum 
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empkchlcn sich Aupbesandere zur Beschaffr ung persönlicher Ausrüstungen 
aller Art, f fzae Schiffsreisen und dauernden Aufenthalt in über- 
seeischen alndern sowie zur Lieferung aller fü#r Expedition und 
Jagdausflüge in Betracht kommenden Artikel. 
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nach dem Urtheil bekannter Forschungoreisenden werden auf Wunsch gern 
angefertigt und dazu Angaben über Ziel, Zweck und ungefähre Dauer der 
Reise erbeten. (22) 
  
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Kuoss ansfur 1891 
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der Lebensmittel-Industrie. 
Inh. Harder &amp; de Voss, Export-Agentur-Geschäft, 
Hamburg, 36/38 Gr. Burstah 36 36. 
Jureine llandelsmetrobole vie Iamburg konnte das Beilürfniss 
nach einem Institut herrorrulen. in vele hem elem Besneher die Lr- 
e#nznisse von über 100 verschiedenen Fahriken der Getränke- und 
Jahrungsmittel-Industric in allen Verpackungen. Spezialitäten und 
verschiclenen (#ualiläten, auls Uehersichtlichste Leordnet. vorgelührt 
Verden. 
Der Crundgelaunke des gunzen Unternehmens ist. die einzelnen 
unsgesteliten Artikel in allen I’reislagen vorzuführen. den verschie- 
denen transatlantischen Ländern eimsprechend. somit die Lebens-- 
mitteli#ranche nach Alösxlichkeit erschöüplend, soweit solche den EXport. 
betristu. 
Die Ausslellung unterscheidet sich also von öllentlichen Aus- 
stellungen vornehmlich dadurch. dass alle ausgestellten Artikel 
cAl:ortlihig anlgemacht esind. diesehbe eine dauernde ist und alle lür 
den Lport in ’rakge kommenden Nenheilen nach Alöglichkeit aufweist. 
Die hrosse Relhe von Firmen ersten Ranges, welche zur Ausstellung 
gelangten und im Auslande sich wesentliche Absalzgebicte eroberten, bürgen 
dVem Käufer für die Konkurrenziähigkelt der Fabrikate im Weltmarkte. Trreis- 
listen in fünf Sprachen. 
z die vorübergebend in Hamburg weilenden Korrespondenten Hamburger 
Exportlirmen, welche Lebensmittel importiren, dlrfte die Ausstellung von 
ganz besonderem interesse sein 
Uns -lamburger l’eremdenblatu= vrom 16. Aui 180|1 sehreibt: n 
den Kreisen der Exporteure sindet die Ausstellung die höchste 
Anerkenmng. 
  
  
  
  
  
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Das Echo bringt inlormirende Notizen. Kritiken und * 
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mit dem alten Vaterlunde sucht — 
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dem Gange der Weltbegebenheiten unterrichten will — 
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welche sich in Deutschland und im Auslande abspielen. 
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„Drei 75s ahre 
im mr 
Schilderungen 
Land und Leuten 
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F. J. von Bülow, 
Premierlientenant a. D. 
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itter. Centralblatt 1896, Nr. 3 vom 18. Januar: Mit nie auch einen Augenblick ermüdendem Interesse 
hat Referent die Lektüre deo Buches beendet. 
dem einer nicht genug anzuerkennenden Sachlichkeit und peinlichen Genauigkeit 
Schreiber dieses, der manche der im Buche wiedergegebenen Episoden mit. 
geiroffen 
Der Verfasser befleißigt sich außer 
in der Wiedergabe geschilderter Ereignisse. · » 
durchmachte, wußte in der Schilderung keines einzelnen Falles auch nur das Geringste zu ändern 
v. Bülow hat in der Arl seiner Schreibweise entschieden das Richtige 
Wir mochten dem Laien sowohl als dem Fachmann dad Buch als ein ebenso interessantes wie nützliches ans 
  
Herz legen und es allen Lesern aufo Wärmste empfehlen. 
2 2 p. 
FFoeot *sr 2 
  
  
  
2 2 2. 2. 2. 2 2 2 * 2 
— — * * v ·
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        <pb n="349" />
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WOERMANN-LINTE. 
Am 20. Mai: P. D. „Gretchen Bohlen“, Capt. Jürgens, 
nach Conakry, Monrovia, der Goldküste, Togo, Whydah und Kotonou. 
Am 31. Mai: P. D. „Melita Bohlen“, Capt. Nissen, 
nach Teneriffe, Las Palmas, Gorée und den Hälen der Südwestküste Alrikas von Landana 
bis Loanda sowie nach Deutsch-Südwestafrika. 
Am 10. Juni: P. D. „Lulu Bohlen“, Capt. Busch, 
nach Madeira, Klein-Popo, Lagos, Kamerun und den Häfen der Südwestküste Alrikas 
bis Ponta Negra. 
Am 15. Juni: P. D. „Professor Woermann“, Capt. . . 
nach Tanger, Casablanca, Mazagan, Mogador, Las Palmas, Teneriffe, Gorée, Dakar, 
Rufisque, Sierra Leone, Sherbro und Liberia. 
Nach Deutsch-Südwestafrika: am 31. Juli, 30. Septbr., 30. Novbr. 
Atle Gdter mitssen cm Tagpe vor dem Abhanosda#ttem bis 12 Uhr mittahs Mnsseite sein. 
Näheres wegen Fracht und Passage ertheilt in Hamburg die Woermann-Linie, sowie der Schiflsmakler 
August Bolten, Wm. Miller's Nachfolger, Admiralitststrasse 33/34, und wegen Deutsch-Südwestafrika dic 
Ierren L. F. Aathies &amp; Co., Grimm 27. 12 
  
Deutsche Ost- Afrika-Linie. 
Vermehrte Fahrten. Dreiwöchentlicher Betrieb. 
Regelmässige Postdampfer - Verbindung 
unter Vertrag mit dem Deutschen Reilche 
Zwischen 
Hamburg, Ostafrika und Transvaal 
Amsterdam, Lissabon und Neapel anlaulend. 
Dic nächsten Inhrplanmässigen Expeditionen finden statt: 
  
R. P. D. „REICHSTAG, Capt. Weisskam 20. Mui 1896 ab Haumburg (lt. Fahrplan) 
R. P. D. „KANZITER“, Tsapt. Eison 10. Juni „ al') Hamburg „ 
R. I'. D. „BUNDESRATI“, Capt. Doherr . . . . J. Juli „ab Hamburg 
R. P. D. „GENERAI“, Capt. Asthansen 22. Juli "„ ab Humburg " 
nach Tanga, Dar-es-Saläm, Sansibar, Mozambique, Beira, Delagoa-Bai und Natal. 
Diese Dampfer nehmen auch Passagiere und Waaren nach 
Bagamoyo, Saadani, Pangani, Kilwa, Ibo, Lindi, Quelimane, Chinde, Lamu und 
Mombassa. 
Ferner Postdampfer 
a Hamburg i##8 Ka der Mctcn Is##ßdirekt nach Ir7%%’b#%#n, Deiu#g#oc-Za#il, 
Mocmbicqe. 
Nächste Expedition: Doppelschraubendampfer „HERZOG“, Capt. Vv. Issendorl!, 
den 10. Juli 1896. 
Die Dampfer Raben rorzüpoliche Minichtengen für Erssayiere in alden Klussen. 
TFerner zwischen Ostafrika und Bombay regelmässig alle drei Wochen im Anschluss 
an die Ilauptdampfer. « 
Näheres ertheilt in Hamburg: leo) 
wegen Fracht der Schiffemakler August Bolten, Wm. Miller's Nachfolger, 
wegen Passage die Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Aktien-Gesellschaft, 
#i0wie wegen Fracht und Passage die 
  
Deutsche Ost-Afrika-Linie, 
Gr. Reichenstrasse 25. 
Verantwortlicher Redalleur für den nichlamtlichen Theil: O. Mertinat, Berlin. 
Druck und Verlag der Königlichen Hofbuchhandlung und Hofbuchdruckerei von E. S. Mittler &amp; Sohn, Verlin SW 12, Kochstraße 68—71. 
Ansgegeben am 16. Mai 1890 um 6 Uhr nachmitlags. · 
Hierzu eine Beilage.
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        Beilage zum „Deutschen Kolonialblatt“, VII. Jahrgang. 
Berlin, den 15. Mai 1896. 
  
Die aus den 
deutschen Kolonien erporkirten Produkte 
geren Verwerthung in der Industrik. 
Tach amtlichen Statistiken und Denkschriften sowie nach Mlittheilungen 
von Importeuren und Fabrikanten. 
Von 
Dr. O. Warburg, 
Lehrer für tropische Pflanzenkunde am Orientalischen Seminar. 
□½%% 
*% Ba 
·.–le 
.. 
Berlin 1896. 
Ernst Siegfried Mittler und Sohn 
Könlsollche Hofbuchhandlung 
Kochstraße 68—71.
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        Alle Rechte vorbehalten.
        <pb n="352" />
        I. Kolonial-Abtheilung des Auswärtigen Amtes hielt es für wünschenswerth, in einem gesonderten 
Raume des Tropenhauses auf der Berliner Gewerbe-Ausstellung, Kolonial-Abtheilung, einen Ueber- 
blick zu geben über diejenigen Produkte unserer Kolonien, die schon augenblicklich daselbst für den Export 
eine Rolle spielen, und namentlich deren Verwerthung in der heimischen Industrie durch möglichst 
typische Belegstücke sowie durch Reihendarstellung der successiven Fabrikation zu erläutern. 4 
Bei den kleinen Dimensionen des zur Verfügung stehenden Raumes (des Mittelsaales des 
Erdgeschosses, 5: 9mm), war eine Beschränkung auf das Wichtigste um so mehr geboten, als das 
Arrangement einigermaßen in den sonstigen Stil des Tropenhauses passen sollte, demnach eine streng 
systematische und reihenweise Anordnung der einzelnen Gegenstände nicht angebracht erschien. Es war 
um so eher möglich, sich namentlich in Bezug auf Darstellung der Rohstoffe auf das Nothwendigste zu 
beschränken, da letztere in der gleichfalls von der Kolonial-Abtheilung des Auswärtigen Amtes bewirkten 
Ausstellung in der wissenschaftlichen Halle unserer Kolonien, geographisch geordnet, voll zur Darstellung 
gelangten, und ferner noch in technisch gegliederter Reihenfolge auch in der Kolonialhalle durch das 
Hamburger Botanische Museum. 
Nur in der Aufeinanderfolge der einzelnen Produkte wurde eine systematische Anordnung zur 
Geltung gebracht und zwar in der hier folgenden Weise. Der Miteeltisch zeigt die pflanzlichen 
Nahrungsmittel und Genußmittel, soweit sie für den Export in Betracht kommen, der eine Seitentisch 
die technisch verwertheten pflanzlichen Produkte, als da sind Kautschuk, Kopal und Gummi, Fett-, Farb- 
und Faserstoffe, der andere von Pflanzenstoffen nur die Zierhölzer, sowie ferner die thierischen Produkte 
des kolonialen Exports: Elfenbein, Felle und Häute, Straußfedern, Schildpatt, Perlmutter, Ziermuscheln 
sowie Trepang, Haifischflossen, Guano. « ·, · 
Die kurze seit der Inbesihnahme unserer Kolonien verflossene Zeit bringt es mit sich, daß in 
dem Export bisher vor Allem die Urproduktion der Kolonien zur Geltung gelangt. Gerade die größten 
Exportartikel derselben, Elfenbein, Kautschuk und in gewissem Sinne auch Palmkerne und Kopra, gehören 
dazu, indem die Oelpalme in Westafrika nur geschont, aber nicht gepflanzt wird, und auch die Kokospalme 
in unseren Kolonien erst neuerdings in wirklich größere Plantagenkultur gebracht wurde, während die 
bisher von dort exportirte Kopra fast ausschließlich von halbwild wachsenden Palmen stammt. Immerhin 
ist auch diese Urproduktion, wenigstens bei den meisten Rohstoffen, noch einer großen Ausdehnung fähig 
durch Erschließung der Hinterländer und bessere Ausnußzung der Produkte, auch ist ein Export anderer 
bisher in unseren Kolonien nicht oder kaum benutzter Rohstoffe mit Sicherheit zu erwarten. Nur 
wenige der bisher exportirten Urprodukte werden durch Erschöpfung eine baldige Abnahme zeigen, vor 
Allem das Elfenbein, die Federn des wilden Straußes, vielleicht in nicht allzu ferner Zeit auch der 
Kautschuk; für die beiden letzten Produkte ließe sich aber wohl ein Ersab durch Züchtung und Kultur 
schaffen. Gänzlich ungewiß ist es, wie weit die Kopalgewinnung reicht und ob sie auf künstliche Weise 
vermehrt werden kann. · -« 
EineznnehmendsteigendeBedeutungwerdendieProduktePer Eingeborenenkultur und des 
europäischen Plantagenbetriebes für den Export erlangen. Von ersteren kommen bisher nur die 
Getreidearten und Hülsenfrüchte, einige Genußmittel sowie Oelsamen (Sesam, Erdnuß) in Betracht, 
daneben sehr geringe Quantitäten von Produkten der Viehzucht; letztere beginnen erst in den allerletzten 
Jahren eine größere Rolle zu spielen, und zwar sind es bisher vornehmlich Kaffee, Kakaov, Tabak und 
Baumwolle sowie etwas Vanille, denen sich bald Kopra, vielleicht Thee, Kardamom, Ingwer, Pfeffer 2c. 
hinzugesellen dürften. · 
Daß aber auch jetzt schon der Export unserer Kolonien in allen drei Kategorien (Urprodukte, 
Eingeborenenprodukte, Plantagenprodukte) kein unbedeutender ist, wird durch folgende Liste illustrirt. 
Der Export?) betrug im Jahre 1894 in Mark (für Ostafrika wurde für Getreide, Hülsen- 
früchte, Zucker und Kopra des Heuschreckenfraßes halber das Jahr 1893 zu Grunde gelegt): 
*) Die Zahlen für das Neu-Guinea-Schutzgebiet sind approximativ, da eine geregelte Statistik nicht existirt, 
die Zahlen für die afrikanischen Schutzgebiete beziehen sich nur auf den Export zur See und sind auch als solche 
sicherlich unvollständig; sie sind deshalb zweisellos eher zu niedrig als zu hoch. Die Posten unter 1000 Mark 
wurden fortgelassen, im Uebrigen sind die Angaben auf Tausende abgerundet.
        <pb n="353" />
        4 
Pflanzliche Produkte. 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Südwest Neu-Guinea 
Südwest- 6 .- 
Ostafrika Kamerun Togo u Biomwerrk= Marfhall Zusammen 
Archipel Inseln 
Mark Mark Mark Mark Mark Mark 
Reis . 375000 —- — — — 375 000 
Mais 7000 — — — — 17 000 
Hirse 202 000 — — — — — 202 000 
Bohnen 12 000 — — — — — 12 000 
Naraskerne — — — 14 000 — — 14 000 
Zucker, Syrup und 
elasse. . 101 000 — — — — — 101 000 
Kafsee 50 000 (1895) 2000 — — — —- 52 000 
Kakao — 137 000 — — — — 137 000 
ola — 2000 — — — — 2 
Vanille 2000 — — — — 2 000 
Tabak 242 000 24 000 — — 155 000 — 421 000 
Betelnuß 4000 — — — — — 4000 
Kautschuk 593.000 1304 000 116.000 — — — 2013 000 
stopal. 185 000 6 — — — — 191 000 
Gmmi — — — 6000 — — 6000 
Stein — — — — 70 000 — 70 000 
zw (Gn. Kealos- 
nüsse) 18 000 2000 — — 406000488000 1114000 
uokoöf s 3 000 — — — — — 3 000 
Palmkerne 7. s — 2441 000 2776 000 — — — 5 21, 6000 
Erdnuß 2000 — — — — — 2000 
Sesam 192 000 — — — — — 192 000 
Prseille 8 000 — — — — — 3 000 
Baumwolle 8000 — — — 100 000 — 108 000 
iassava . .. — 8000 (1892) — — — — 8 000 
lechtgras (und — — 
Waaren baraus)· 67 000 — — — — — 67000 
Bauhölzer 000 — — — — — 63 000 
Zierhölzer — 68 000 — — — — 000 
2339 000 994 000 2 892 00 20000 731 000 488000 10 464000 
Thierische Produkte. 
Südwest Neu-Guinea san 
4 4 üdwest= u. Bismarck= Marshall!n 
Ostafrika Kamerun Togo Afrika Archipel Inseln Zusammen 
Mark. Mark. Mark. Mark. Mark. Mark. Mark. 
Felle und Häute 2000 H — 1000 54000 — — 75000 
Wolll — — 1000 — — 1 
Lebendes Vieh 26 000 — — 1750000(1892) — — 776 000 
Rhinoceroshorn 38 000 — — — — — (00 
Andere Hörner — — 5000 — — 
2095000 454 000, 1000 2000 — — 255200 
Fluhpferdzähne . 30 900 — — — — 30 000 
Witoschweinzähne# 3.000 — — — — — 3 000 
Lebendes Geflügel 600 — — — — — 6000 
Straußfeder. — — — 40 000 — — 0000 
chldpa.. 21000— — — 10 000 — 31 000 
Hatstcstofen, · — — — — — 5000 5000 
Fiche ... 2000z— — — — — 2000 
Wachs 7000, — — — — — 700 
Trepang. — — — — 30 000 — 30 000 
Perlschalen — — — — 5 000 — 5000 
Kauri= und andere Muscheln 3 000 — — — — — 3 000 
2251000, 454 000 2000 852 000 45 000 5000| 3609 000
        <pb n="354" />
        Der Gesammtexport unserer Kolonien in der Gegenwart beträgt demnach: 
  
Ostafrika . . . ..4590000Mark, 
Kamerun ’" 448 000 
Tooon 238894000 
Südwestafriiooa . .. 872 000 
Neu--Guinea und Bismarck-Archipel 776000 
Marshall-Insen 193 000 
Zusammen 14 073 000 Mark. 
Pflanzliche Produkte. 
Nahrungsmittel, speziell Getreide, Hülsenfrüchte und Zucker. 
, Neis. Unsere Südseekolonien produziren bisher so gut wie gar keinen Reis, so daß das 
Wenige, was die Plantagenarbeiter, speziell die bei den Tabakpflanzungen verwendeten Chinesen, kon- 
lumiren, von außerhalb importirt werden muß; beträchtliche Summen Geldes, die sonst unseren Be- 
sitzungen zu gute kommen würden, gehen auf diese Weise ohne Nutzen für dieselben verloren, trotzdem 
sich Klima und Land für Reisbau ebenso gut eignen würden wie auf den malayischen Inseln. 
Auch die Reisproduktion der westafrikanischen Kolonien ist zu gering, um als Export- 
artikel bisher in Betracht zu kommen. 
Anders liegen die Verhältnisse in Ostafrika, wo für gewöhnlich ein nicht ganz unbedeutender 
Reisexport stattfindet, wohingegen z. B. in dem vergangenen Houschreckenjahr der Export sehr zusammen- 
schrumpfte und vom Reisimport bedeutend übertroffen wurde. 
Der Reisexport betrug: 
ungeschält geschält 
–4 ———. —.. 
Menge Werth Menge Werth 
1892 2424405 000 engl. Pfd., 14 000 Dolll, 2777 000 engl. Pfd., 80 000 Doll., 
1893 4400 000 " 35 000 5 074 000 - 121 000 
1894 (Heuschreckenjahr) 726 000 - 9000 752 000 - I7000- 
gegenüber einem gleichzeitigen Import von 
8137 000 engl. Pfd. 219 000 Doll. 42 000 engl. Pfd. 755 Doll. 
Nach Europa wird von Deutsch-Ostafrika noch kein Reis exportirt, weder als Nahrungsmittel, 
noch zu technischer Verwerthung (z. B. Stärke, Puder). Auf eine Ausstellung der Fabrikate aus Reis 
wurde deshalb verzichtet, nur ein paar ostafrikanische Reisproben (Aehren und Reis in Hülsen) sowie 
etwas Reisstärke in Stücken veranschaulichen den Artikel. 
Mais. Der Mais wird in großen Mengen nur in unseren afritanischen Kolonien gebaut; 
im Südseegebiet fängt die Maiskultur erst jetzt an, sich etwas mehr Bahn zu brechen. 
In Togo bildet der Mais zwar ein Hauptnahrungsmittel, wird aber nur in guten Erntejahren 
über See ausgeführt. So wurden z. B. ecxportirt 1890/91 638 000 kg, 1891/92 277 000 kg, im 
solgenden Jahre hingegen nur 2000 kg im Werthe von 400 Mark. 4 
In Kamerun wird zwar gleichfalls sehr viel Mais gebant, doch fehlt dieser Artikel in den Export- 
listen vollständig. 
In Deutsch-Ostafrika betrug der Export: 
189929 980 000 engl. Pfd. im Werthe von 9000 Doll., 
18993 878 000 - - -7000 
1894 (Heuschreckenjahr) 126 000 500 
bei einer gleichzeitigen Einfuhr von 438 000 - - - 7000 
In gewöhnlichen Jahren übertrifft hingegen der Export den Import bedeutend. 
Daß der Mais unserer Kolonien noch keinerlei technische Ausnutzung in Europa gesunden hat, 
geht schon aus den geringen Ausfuhrziffern hervor; es kommt überhaupt kein Mais von unseren 
Kolonien nach Europa. Es wurden deshalb auch keine Fabrilate aus Mais (Maisöl, Maizena, Mon- 
damin re.) ausgestellt; nur eine gewöhnliche Sorte Mais aus Ostafrika und Pferdezahnmais aus West- 
afrika illustriren dieses Nahrungsmittel. •’:y
        <pb n="355" />
        — 6 — 
Hirse. Die Hirsearten spielen nitr in unseren tropisch-afrikanischen Kolonien eine größere 
Rolle, speziell Sorghum (Mtama auf Kisuaheli) und Pennisetum (Mawele auf Kisuaheli). 
Der Export aus den westafrikanischen Kolonien ist gering, Deutsch-Ostafrika 
exportirte: 
189929 6525 000 engl. Pfd. im Werthe von 76 000 Doll., 
1893.. 942256000 - - - -684000 — 
1894 (Heuschreckenjahr) 5 967 000 - - é. 53 000 
bei einem gleichzeitigen Import von 1 243 000 - - - 21000 
Also selbst in diesem Jahr der Mißernte überwog der Export. 
Die Sorghum-Hirse bildet, wie bekannt, das wichtigste Nahrungsmittel der Eingeborenen 
Deutsch-Ostafrikas. Bewährt sich ein neu patentirtes Verfahren, eine technisch verwerthbare Stärke 
daraus herzustellen, so könnte die Hirse Deutsch-Ostafrikas vielleicht ein wichtiger Exportartikel nach 
Europa werden. Es wurden nur einige Proben ostafrikanischen Sorghums ausgestellt, um den Artikel 
zu veranschaulichen. « · - 
Bohnen. Von so großer Bedeutung die verschiedenen Bohnenarten auch im Landbau der 
tropisch-afrikanischen Kolonien und wie wichtig sie auch für den lokalen Handelsverkehr sind, 
speziell z. B. in Usambara, am Kilimandjaro 2c., so besitzen sie doch bisher nur eine geringe 
Bedeutung für den Exporthandel. Nur in den Statistiken Deutsch-Ostafrikas finden sich Angaben, und 
zwar werden dort die sogenannten Chirokos, die kleinen grünen Bohnen von 7scoks ’ckc 
gesondert behandelt. 
Deutsch-Ostafrika exportirte: 
Chirokos (ascolus vackcts) andere Bohnen 
im Werthe von im Werthe von 
1892 178 000 engl. Pfd., 4000 Doll., 170 000 engl. Pfd., 2200 Doll., 
1893 55 000 - 4200 - 94 000 O 1000 = 
1894 (Heuschreckenjahr) 138 180 - 2600 - 15 000 - 200 
bei einer gleichzeitigen 
Einfuhr von 193 000 - 1300 160 000 - 4400 
In gewöhnlichen Jahren hält sich Export und Import der Hülsenfrüchte ziemlich die Wage, 
Chirokos werden viel mehr exportirt, andere Bohnenarten viel mehr importirt. 
Da eine industrielle Verwerthung der Bohnen unserer Schutzgebiete bis jetzt nicht stattfindet, 
wurden nur kleine Proben einiger wichtiger Arten ausgestellt, nämlich 1. die Mungobohne, 7Nascocns 
al##(Chiroko), 2. die Helmbohne, Dolichos Lablab, 3. die Vignabohne, Vigna sinensis, . die 
Erbsenbohne, Cajanus indicus, sänimtlich aus Deutsch-Ostafrika. 
Naraskerne. Es sind dies die Samen eines die Dünen Deutsch-Südwestafrikas bewohnenden 
und dort massenhaft wachsenden Gurkengewächses, Acantho sicyos horrida; sie dienen nicht nur (zusammen 
mit dem Fruchtfleisch derselben Pflanze) den dort lebenden Hottentotten als wichtiges Nahrungsmittel, sondern 
sie werden auch von Europäern wie Mandeln gegessen und bilden einen nicht unbedeutenden Exportartikel, bis- 
her nur nach dem Kap. Allein von Walfischbai wurden im Jahre 1894 27 880 kg Naraskerne im Werthe 
von 13 900 Mark dorthin exportirt. Am Kap heißen sie „Sukter-ts“ und werden sowohl von der 
farbigen Bevölkerung gegessen als auch von den Weißen wie Mandeln zu Konditorwaaren benutzt. 
Nur eine kleine Probe dieser Kerne wurde ausgestellt. 
Zucker. Zuckerrohr wird in größerem Maßstabe nur in Deutsch-Ostafrika kultivirt; in 
unseren anderen tropischen Kolonien wird die Pflanze von den Eingeborenen nur in kleinen Quantitäten 
zu eigenem Gebrauch in rohem Zustande, nicht zur Gewinnung von Zucker für den Export angebaut. 
Deutsch-Ostafrika exportirte an Zucker, Syrup und Melasse: 
1890ü . 1 575 000 engl. Pfund im Werthe von 37 500 Dollar, 
1892 398311 000 - - - 62 500 
1893 2469 000 - - - -42200 
1894 (Heuschreckenjahr) 1 575 000 = - -28700 
bei einer gleichzeitigen Einfuhr von 
555 000 = - 36 700 = 
Der Export von 1895 wird auf 2 500 000 Pfund geschätzt. In gewöhnlichen Jahren übertrifft 
der Export den Import auch dem Werthe nach. Die Hauptkultur von Zuckerrohr konzentrirt sich in den Fluß- 
niederungen des Pangani im Maoviadistrikt, vo nach Baumanns leßtjährigen Aufnahmen mindestens 
660 ha mit Zuckerrohr bestanden sind. Die Zuckerrohrfelder sind nebst den maschinellen Anlagen
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        fast durchweg im Besitz von Arabern, die in sehr primitiver Weise gelblichen Rohzucker und Melasse 
daraus herstellen; es existiren daselbst 105 Pflanzungen mit 34 Walzenpressen, davon drei mit Dampf- 
betrieb, jedoch wird von dem zu diesem Zwecke ins Leben gerufenen Deutsch-Ostafrikanischen Zuckersyndikat 
die Errichtung einer großen modern eingerichteten Fabrik geplant. Der in offenen Pfannen zu Syrup 
eingedickte Zuckersast wird nach anderen Plätzen Ostafrikas, nach der Somaliküste und sogar nach Arabien 
exportirt; übrigens wird auch ein ziemlich fester Rohzucker in kleineren QOuantitäten an Ort und Stelle 
hergestellt. Ein Export nach Deutschland wäre troßz unseres billigen Rübenzuckers nicht undenkbar, da 
für manche Zwecke, Herstellung feiner Fruchtkonserven 2c., noch immer Nohrzucker vorgezogen wird. 
Im Hinblick darauf, daß der Zucker unserer Kolonien bisher noch keine Bedentung für die 
heimische Industrie hat, wurde darauf verzichtet, Fabrikate aus dem Zucker auszustellen, nur der drüben 
hergestellte Rohzucker, Melasse und Syrup gelangte zur Ausstellung, und außerdem veranschaulicht das 
Deutsch-Ostafrikanische Zuckersyndikat die Produktion des NRohrzuckers am Pangani durch Karten und 
Photographien. 
  
Genußmittel, Gewürze und Narkotika. 
Kaffee. Da Afrika die Heimath der beiden bisher allein wichtigen Coffeaarten ist, nämlich 
des arabischen und liberischen Kaffees, und ferner noch zahlreiche andere Arten derselben Gattung dort 
wild vorkommen, so war von vornherein anzunehmen, daß sich der Kaffeebau für unsere tropisch- 
afrikanischen Kolonien eignen würde. 4 *m 4 
Proben des wild oder halbwild gewachsenen Kaffees unserer Kolonien kamen schon vor 
drei Jahren zur Beurtheilung nach Deutschland, wurden aber naturgemäß nur gering bewerthet, z. B. 
der Kaffee von Yaunde in Kamerun auf 50 bis 55 Pf. per Pfund unverzollt, der sogenannte Ibo-Kaffee 
aus dem südlichen Küstenland des ostafrikanischen Schutzgebietes sogar nur auf 40 bis 45 Pf.; beide 
Sorten stammen von Kaffecarten her, die von dem liberischen und arabischen Kaffee verschieden sind, ebenso 
auch die wilden Kaffeesorten des Kamerungebirges. Gleichfalls minderwerthig und kaum zum Export 
tauglich ist der von einer Varietät des arabischen Kaffeebaumes herstammende halbwilde Kaffee vom 
Viktoria-Nyanza; eine bessere Sorte davon ergab 1893 einen Taxwerth von 68 bis 7 1 Pf. und ungefähr 
ebenso viel eine 1895 von Tabora eingesandte Probe; es sind dies Preise, die denen der billigen 
Angola-Kaffeesorten (Enconge und Cazengo) gleichkommen. » « 
Viel besser sind die auf europäischen Stationen kultivirten Kaffecsorten. Das Preisnivean 
des gewöhnlichen Santoskaffees (good average) besaß einc 1894 eingegangene Probe aus dem jetzt freilich 
englischen Witu (78 Pf.), während der auf der Missionsstation Mrogoro gezogene Kassee und der davon 
abstammende Kaffec aus Kilossa in Usagara je nach den einzelnen Proben schon einen zwischen 78 und 
105 Pf. schwankenden Taxwerth besaß; gehören die eben genannten Proben zum arabischen Kaffee, so 
erzielte andererseits auch der liberische Plantagenkaffee Togos immerhin 80 bis 96 Pf., und der arabische 
Kassee des Regierungsgartens Viktoria in Kamerun sogar 1 Mark per Pfund unverzollt. 
Der einzige bisher für den Export wichtige Kaffee unserer Kolonien, der Usambara-Kaffee 
Deutsch-Ostafrikas, fand gleichfalls eine sehr günstige Beurtheilung, alle Makler taxirten ihn auf über 
90 Pf. das Pfund unverzollt, bis 93, 95 oder 98 Pf. hinaufgehend, er wird als „Qualitätssorte“ 
geschildert, welche „den Ansprüchen vollkommen entspricht, die man an einen guten blauen Kaffee stellen 
kann; die Bohne ist voll und edel und erinnert an den sehr geschätzten Soemanik-Kaffee“ von Padang 
in Sumatra, woher auch der Saatkaffee bezogen wurde. * . ½*-5 
Es unterliegt keinem Zweifel, daß die klimatischen Verhältnisse von Ost= und Westafrika dem 
Kaffee ganz außerordentlich zusagen, ein Beweis dafür ist einerseits das Urtheil der holländischen und 
englischen die südasiatischen Verhältnisse kennenden Pflanzer, andererseits die von Dr. Preuß, dem 
Direktor der Regierungsstation in Viktoria, eingesandten Photographien ein= und zweijähriger Bäume. 
Die Kaffeekultur in Deutsch-Ostafrika hat schon jetzt eine große Bedeutung erlangt. Vor wenigen 
Jahren noch kam für den Handel ausschließlich der Seenkaffec vom Viktoria-Nyanza und der Ibo-Kaffee 
aus dem südlichen Theile des Schutzgebietes in Betracht, Beides halbwilde schlechte Produkte, die nur 
dem Lokalkonsum dienten, der Seenkaffec, in unreifem Zustande gesammelt, abgebrüht und getrocknet, ein 
lokaler Handelsartikel, der von den Eingeborenen nicht getrunken, sondern gekaut wird, der Ibo-Kaffee 
zwar als reife Bohnen gesammelt und zu Trinkzwecken präparirt, aber in so unvollkommener Weise und 
an sich dank der Kleinheit und schlechten Auslese ein so inferiores Produkt, daß er sich für den Export 
laum oder gar nicht eigncte. Außerdem besaßen noch einzelne Stationen der Araber und Missionare kleine 
Anpflanzungen von Kaffeebäumen für den eigenen Konsum. 
Jetzt hingegen sind allein im vorderen Usambara (Handei) schon etwa 800 000 Kaffeebäume 
ausgepflanzt; allein die Pflanzungen der Deutsch-Ostafrikanischen Gesellschaft (Derema, Nguelo, Herue) 
besitzen schon 700 000 Bäume (gegen 500 000 im Vorjahre), ferner die Usambara-Kaffee-Gesellschaft in
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        — 8 — 
Buloa etwa 100 000 ausgepflanzte Bäume, hierzu kommt noch eine kleincre erst wenige Tausend Bäume 
umfassende Pflanzung eines Herrn Mismahl im südlichen Handei. 
Von Derema gelangten 1895 ekwa 200, von Nguelo etwa 400 Centner Kaffee zur Verschissung, 
was immerhin doch schon eine Summe von mehr als 50 000 Mark repräsentirt, wogegen im Jahre 
vorher noch nicht für 1000 Mark Kassee exportirt wurde. In diesem Jahre dürfte der Werth des Kaffce- 
exportes wohl schon an 200 000 Mark heranreichen, da schon als erste diesjährige Ernte etwa 1000 Centner 
(800 von Nguelo, 200 von Derema) herübergekommen sind, wogegen die Haupternte erst in den Sommer fällt. 
Auch die Liberia-Kaffeekultur macht in Deutsch-Ostafrika außerordentliche Fortschritte. Im 
Handeigebiet stellt die Deutsch-Ostafrikanische Gesellschaft bei Lunguza größere Versuche damit an, 
besonders aber erweisen sich Boden und Klima Bondeis als sehr geeignet dafür. Die Deutsch-Ostafrikanische 
Plantagengesellschaft hatte schon 1895 bei Lewa und Magila 60 000 Liberia-Kaffeebäumchen ausgepflanzt 
und hofft bis Mitte dieses Jahres schon eine Plantage von ½ Million Bäumen zu haben. In der 
flußabwärts am Pangani gelegenen Plantage Buschirihof hat dieselbe Gesellschaft gleichfalls 300 ha 
für Liberia-Kaffee bestimmt, im vorigen Jahre waren schon die ersten 6000 Bäume gepflanzt. Auch 
die Deutsch-Ostafrilanische Gesellschaft beabsichtigt, den sich nicht lohnenden Baumwollbau bei Kikogwe 
und Muera durch Liberia-Kaffee zu ersetzen. Die Plantage Perrot der Westdeutschen Handels= und 
Plantagengesellschaft nahe bei Tanga am Mkulumuzi befaß im vorigen Jahre etwa 35.000 ausgepflanzte Liberia- 
Kaffeebäume, von denen einige auffallenderweise schon 18 bis 10 Monate nach dem Auspflanzen zu 
blühen begannen. Auch in Bondei begründete dieselbe Gesellschaft eine Liberia-Kaffcepflanzung und hat 
im vorigen Jahrc schon mehrere Tausend Bäumchen ausgepflanzt. Endlich hat neuerdings auch Herr 
Perrot im Süden des Schuszgebietes (bei Lindi) eine größere Liberia-Kasseepflanzung anzulegen begonnen. 
Es existiren demnach in Deutsch-Ostafrika, wenn man von kleineren Versuchspflanzungen absieht, schon 
sieben wirkliche Liberia-Kaffeepflanzungen, wenngleich die Zahl der ausgepflanzten Bäume bis zum letzten 
Herbst kaum mehr als 100 000 betragen haben wird. 
In Togo macht gleichfalls die Liberia-Kaffeekultur merkbare Fortschritte, die Plantage der 
(eingeborenen) Brüder d'Almeida zählte voriges Jahr schon 25 000 Bäume und wurde stark ausgedehnt, 
die Plantage des Bremer Kaufmannes J. K. Vietor in Klein-Popo trug 30 000 Bäume und soll gleichfalls 
bedeutend erweitert werden, verschiedene Eingeborene besitzen noch kleinere Plantagen, und die Gesammtzahl 
der ausgepflanzten Bäume im Togogebiet dürfte jetzt 100 000 schon wesentlich überschritten haben. Auch 
die vorjährige Ernte (1895) war noch sehr gering, Alles in Allem vielleicht 20 Centner: der Export im 
Jahre 1894 war etwa 130 kg; die diesjährige Ernte dürfte wohl mindestens doppelt so groß werden wie 
die des Vorjahres; die erzielten Preise waren recht befriedigend, 84 Pf. pro Pfund unvergollt. 
In Kamerunn macht der Kasfeebau noch am wenigsten Fortschritte. Vor Allem besitzt die 
Versuchsplantage der Regierung in Kamerun Pflauzungen von arabischem und liberischem Kaffec, von 
denen letzterer unter einem Schimmelpilz an den Früchten leidet, ersterer hingegen brillante Resultate 
aufweist; im vorigen Jahr wurde die erste kleine Ernte, etwa 10 Centner, exporlirt. Ferner hat die 
Kameruncer Land= und Plantagengesellschaft sowohl am Kriegsschiffhafen als auch in N'Bamba kleinere 
Liberia-Kaffeeplantagen (8000 bis 12 000 Bäume), die 1893/94 11 Centner, 1894/95 13 Centner 
Kaffee ergaben, während 1891/92 überhaupt erst ½ Centner und 1892/93 kaum 1 Centner Kaffee 
aus Kamerun exportirt wurde, das Uebrige diente dem Selbstgebrauch. Es ist zu hoffen und zu 
erwarten, daß der glänzende Erfolg des Viktoria-Kaffces, der, trotzdem er noch nicht auf westindische 
Weise bereitet war, dennoch schon auf 1 Mark pro Pfund taxirt wurde, das Kapital ermuthigen wird, 
größere Plantagen arabischen Kaffees in Kamerun zu gründen, mit um so mehr Wahrscheinlichkeit des 
Erfolges, als es dort einerseits vortreffliche Lagen und vorzüglichen Boden in Menge giebt, andererseits 
die Transportkosten bis zum Schiff bei der Nähe der Küste minimale sind, endlich aber auch, weil 
Kamerun noch frei ist von der Hemileia-Kaffeekrankheit. 
Auch im Südsee-Schutzgebiet ist die Kaffeekultur merkwürdigerweise auffallend vernach- 
lässigt worden, obgleich die klimatischen Bedingungen einer gedeihlichen Kultur sämmtlich vorhanden 
sind. Die kleinen Versuche auf Neu-Guinea selbst haben zur dauernden Begründung von Plantagen 
nicht geführt; die 10 ha, welche die Firma E. E. Forsayth in Ralum auf der Gazellenhalbinsel 
(Neu-Pommern) mit Kaffec bepflanzt hat, liefern zwar ein recht gutes Produkt, genügen aber kaum 
für den Lokalkonsum des Schutzgebietes. Bei der Nähe des großen Konsumgebietes von Australien 
dürfte die Aufnahme der Kaffeekultur im Großen nur anzuempfehlen sein. 
" Wic wir also sehen, haben unsere sämmtlichen afrikanischen Tropenkolonien das Versuchs- 
stadium in Bezug auf den Kaffec schon überschritten und sind jetzt im Begriff, in die Periode der 
praktischen Ausnutzung zu treten; schon die nächsten Jahre werden auch über die finanzielle Seite 
(Rentabilität) der Pionierplantagen Ausschluß zu geben im Stande sein. 
Ausgestellt wurden Proben fast sämmtlicher hier aufgeführten Kafjeesorten durch die Firma 
A. Zuntz sel. Ww., der dieselben von der Kolonial-Abtheilung des Auswärtigen Amtes zur Begut- 
achtung überwiesen worden waren.
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        9 
Kakao. Der Kakaobaum (7 coh-om## Cuego) der in seinen an den dicken Aesten oder am Stamme 
sibenden Früchten die zu Kakao verarbeiteten sogenannten Kakaobohnen enthält, wird von den deutschen 
Kolonien, vor Allem in Kamerun, mit großem Erfolg kultivirt. Der bisher ausschließlich für Kakaokultur 
in Anspruch genommene Fuß des Kamerungebirges entwickelt sich jetzt außerordentlich schnell zu einem 
wichtigen Centralpunkt für westafrikanischen Kakao. Es sind daselbst augenblicklich drei größere Privat— 
unternehmungen, ferner die Regierungsplantage und einige kleinere Anpflanzungen der Eingeborenen 
die für Kakaokultur in Betracht kommen. " 
Anm wichtigsten sind die 18814 begonnenen Pflanzungen der Kamerun Land= und Plantagen- 
Gesellschaft nahe bei Victorin, die im vorigen Jahre im Kriegsschiffhafen 200 d0o, in N'Bamba- 
62 000 Kakaobäume ausgepflanzt stehen hatten; sie produzirten 1893/94 83 400 kg, 1894/95 
90 000 kg Kakao. Hierauf folgt an Bedentung die 1888 begonnene Pflanzung von Jantzen, Thor- 
mählen und Dollmann bei Bibundi am Westfuß des Kamerungebirges, die im vorigen Jahre auch 
schon die stattliche Anzahl von 44 500 ausgepflanzten Kakaobäumen aufwies, aber noch beträchtlich aus- 
gedehnt wird; jedoch produzirt sic noch wenig, 1893/94 noch keine 4000 kg, 189•1,95 schon 10 000 kg. 
Am besten wird die Entwickelung dieser zwei führenden Plantagen durch ihre Erträge in den auf- 
einanderfolgenden Jahren demonstrirt: . 
1889... 5 Sack im Werthe von etwa 360 Mark, 
189900 170 „ - -- 11400- 
1891...340-- - -- 18800- 
1892...750-- -- 43370- 
1893...1320-- - 75600- 
1894...1800-- - -100000- 
1895 220 „ - - 120000- 
1896 dürfte auf 3300 Sack im Werthe von etwa 182 000 Mark zu rechnen sein, von 
dann an mäßig gerechnet auf eine jährliche Vergrößerung der Ernte um 1000 Sack (— 55 000 Marz). 
Eine dritte Pflanzung bei Debundscha (etwas südlich von Bibundi), jeßt der Firma Linnell 
4 Co. gehörig, besaß 1895 gleichfalls schon etwa 41 000 Bäumchen, die aber meist noch sehr jung 
sind und 1893/94 erst 750 kg, 1894/95 2050 kg Kakao ergaben. Relativ geringsügig ist natur- 
gemäß auch die Qnantität des auf der nur für Versuche bestimmten Regierungsplantage in Viktoria 
geernteten Kakaos, 1894/95 etwas über 3000 kg. Hingegen konnte die farbige Bevölkerung Viktorias 
aus ihren Privatgärten im vergangenen Jahre schon die respektable Quantität von 13 000 kg an die 
dort ansässigen Exportfirmen verkaufen. 
Die offizielle Statistik ?) ergiebt einen Export Kameruns an Kakao: 
1892 50 800 kg im Werthe von 62 000 Mark, 
1893. 78000 - -10100 
1894 135 000 
Das Produkt ist ein gutes,“) auch soll sich die Qualität von Jahr zu Jahr veredeln; schon 
jetzt erzielen die Kakaobohnen Kameruns die gleichen Preise (etwa 50 Mark pro 100 Pfund) wie 
gute südamerikanische Sorten (Machala, Arriba). Sie zeichnen sich durch besonders hohen Eiweiß- 
gehalt aus und eignen sich deshalb vorzüglich zur Herstellung von Kakaopulver, welches in Bezug auf 
Nährwerth (nach der Analyse von Dr. Erwin Kayser in Dresden) den besten holländischen und deutschen 
Marken voranstehen soll. Da das ausschließlich aus Kakao von Kamerun hergestellte Pulver noch zu 
kräftig und streng schmeckt, gelangt es mit südamerikanischem milderen Kalao (Arriba) im Verhältniß 
von 4 Kamerun zu 1 Arriba vermischt in den Handel unter dem Namen Kamerun-Kakao-Marke 
Bibundi und erzielt Detailpreise von 2,60 bis 2,80 Mark pro Pfund. 
In Togo gedeihen die Kakaopflanzen auf dem trockenen und harten Lateritboden der küsten- 
nahen Gegenden natürlich nicht besonders; kleine Versuche hat man deshalb aufgegeben; vermuthlich 
dürsten am Fuße des Anstieges zum Gebirge günstigere Lokalitäten gefunden werden. 
In Deutsch-Ostafrika ist das Klima wohl nur in gewissen Gegenden dauernd feucht geung, 
um Kakao mit Erfolg bauen zu können; abgeschlossene Versuche von solchen Lokalitäten liegen bisher 
noch nicht vor. Augenblicklich wird der Anbau von Kakao in Angriff genommen von der Westdeutschen 
Handels= und Plantagengesellschaft bei Tanga, von der Deutsch-Ostafrikanischen Gesellschaft bei Mpungamingi, 
sowie im Süden bei Lindi von Perrot. 
*) Nach den offiziellen Angaben in den Reichstagsdenkschriften betrug der Gesammtexport 
1891192 25000 ktx im Werthe von 29 000 Mark, 
189293. 550000 - - 69 000 
1893/94 111 000 - -138 000 
EITI 
*“) Der im Jahre 1894 unter der Marke Aline Wörmann in den Handel gekommene Kamerun-Kalao 
erhielt auf der Dresdener Internationalen Ausstellung desselben Jahres die goldene Medaille. 
"J * 
— - 137 000 
K
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        — 10 — 
In Neu-Guinea sowie im Bismarck-Archipel dürften gewiß die klimatischen Verhältnisse 
dem Kakaoanbau recht günstig sein; größerc Versuche liegen aber noch nicht vor. Die 1890 gegründete 
Kaiser Wilhelmsland-Plantagengesellschaft beabsichtigte zwar vor Allem Kaffee und Kakao zu bauen, 
löste sich aber bald wieder auf. 
Ausgestellt wurde eine Kakaofrucht, Kakaobohnen der Plautagen Bimbia und Bibundi, entöltes 
Kamerun-Kakaopulver, der Kamerun-Kakao des Handels, Marke Bibundi (Mischung mit Arriba 4:1), 
auch in den üblichen Verpackungen, Kakaobutter, aus dem Kamerun-Kakao hergestellt, sowie Kamerun= 
Schokolade, durch die Firma A. Curti in Hamburg. 
Thee. Thee wird bisher noch nicht aus unseren Kolonien ausgeführt, ja nicht einmal zu 
eigenem Gebrauch gebaut. Die Deutsch-Ostafrikanische Gesellschaft hat eine kleine noch nicht erntereife 
Theeplantage in Usambara angelegt, und ebenso stellt die Usambara-Gesellschaft Versuche damit an. 
Das ist leider Alles, was bisher in Bezug auf diese für europäische Großkultur so eminent wichtige 
Pflanze in unseren Kolonien gethan ist. 
Kola. Die Kolanuß, der Same eines westafrikanischen Baumes, Col cumim##ta, hat erst in 
den letzten Jahren die Aufmerksamkeit Europas in höherem Maße auf sich gezogen, während sie für den 
westafrikanischen Binnenverkehr schon seit lange von der allerhöchsten Bedeutung war und in vielen 
Gegenden den wichtigsten Tauschartikel darstellt. In Europa wird die Kolanuß theils medizinisch verwendet, 
theils, und zwar in den letzten Jahren in immer steigenden Quantitäten, als auregendes Genußmittel in 
der Art wie Kakao, oft auch in Mischungen mit Kakao genossen. Geregelte Großkulturen dieser Pflanze giebt 
es bisher, wie es scheint, noch nirgends, dagegen pflanzen die Neger den Baum sowohl in Westafrika 
wie auch in Theilen Westindiens. 6 
In unseren Kolonien, namentlich in Kamerun, wird viel Kola produzirt; der Export zur See 
ist aber noch gering; auch im Hinterlande (Adamaua) existirt ein ziemlich beträchtlicher Handel mit 
Kolanüssen. 
Die Wirkung der Kolapräparate als Stärkungs= und Kräftigungsmittel beruht nicht nur auf 
der großen Menge von Coffein, welche die Kola mit Kaffee und Thee theilt, sondern wahrscheinlich auch 
auf dem in den Kolanüssen enthaltenen Kolanin, welches speziell das Ertragen von Strapazen wesentlich 
erleichtert. Gerade beim Militär scheinen sich deshalb auch die daraus hergestellten Fabrikate besonders 
schnell einzubürgern. 
Der Export Kameruns an Kolanüssen betrug: 
892 109 kg im Werthe von 20 Mark, 
1893 37609 - - 2853 
1894 2075 9 2013 - 
Im Togogebiet giebt es zwar im Innern sehr viel Kolabäume, jedoch werden die Nüsse 
bisher nur von den Inlandstämmen und Haussas benutzt. Versuche, die Nüsse an die Küste zu bringen, 
haben bisher finanziell keine günstigen Resultate gehabt. 
Wenn aber der Kolakonsum Europas sich in der Zukunft in demselben Maße vergrößert wie in 
den letztvergangenen Jahren, und wie es nach dem Beifall, den jetzt schon die Kolafabrikate finden, den 
Anschein hat, so dürfte die Kolanuß bald ein wichtiger Exportartikel unserer westafrikanischen Kolonien werden. 
Ausgestellt wurden neben einer ganzen Kolafrucht aus Kamerun (Prof. Sadebeck) und getrockneten 
Kolanüssen aus Togo (J. K. Vietor) Kolapräparate der Firma J. Krahnstöver in Nostock, nämlich 
Kolapulver, Kolapastillen, Kolabiskuits, Kolaliqueur und Kolabitter; ferner von der Schokoladenfabrik 
Felix &amp; Sarotti in Berlin Kolakakao und Kolaschokolade sowie Kolawein. 
Vanille. Dieses Gewürz wird in deutschen Kolonien bisher ausschließlich in Ostafrika in größerer 
Menge kultivirt. Nachdem die französischen Missionare bei Bagamoyo zuerst Erfolge im Kleinen erzielt hatten, 
legten St. Paul-Illaire bei Tanga und die Mrima Land= und Plantagengesellschaft (L. u. O. Hanfing) 
bei Kitopeni nahe Bagamoyo kleine Vanillenpflanzungen an. Die Plantage bei Tanga lieferte zwar gute 
Proben, schlug aber insofern fehl, als die Vanille wie in Bourbon und Mauritius fast ohne Schatten 
gepflanzt war, was den klimatischen Verhältnissen und der langen Trockenzeit nicht entsprach; eine Neu- 
anpflanzung im Waldesschatten am Mkulumuzi soll bessere Resultate versprechen. Die 1891 mit Bourbon= 
stecklingen begründete Vanillenplantage bei Kitopeni hatte gleichfalls 1893 sehr durch Trockenheit gelitten, 
brachte aber, nachdem man für besseren Schatten gesorgt, 1894 schon eine kleine Ernte von 6 kg, 
1895 schon 50 kg (etwa 10 000 Schoten), während man die in diesem Jahre zu erwartende Ernte 
auf 100 kg schätzt. Anfang 1894 standen schon 24 000 Vanillepflanzen auf der Plantage. Die bis- 
herigen Ernten gingen an die Hamburger Firma Reese &amp; Wichmann und wurden von den Sach- 
verständigen gut beurtheilt; sie wurde zwischen mexikanischer und Bourbon-Vanille klassifizirt, indem sie 
der ersteren an feinem Aroma nachsteht, die letztere jedoch darin überragt; in technischer Beziehung, 
Packung ꝛc., war die Vanille den Bedingungen des Handels angepaßt, so daß sie, trotzdem es ein 
Erstlingsprodukt war, doch schon einen günstigen Markt finden konnte. Auch einige Missionsstationen
        <pb n="360" />
        — 11 — 
des Binnenlandes, z. B. Mhonda und Mrogoro, befassen sich mit Vanillekultur, in größerem Maßstabe 
aber wird sie nur von der erwähnten französischen Mission zu Bagamoyo betrieben. 
In Kamerun macht die Regierungsplantage in Viktoria Versuche mit Vanille, 1894 wurden 
schon die ersten qualitativ vorzüglichen Schoten eingesandt; auch soll die Vanille daselbst nach den 
Berichten ausgezeichnet wachsen. Ebenso wird auf der Bibundi-Plantage der Firma Jantzen, Thormählen 
&amp; Dollmann seit zwei Jahren ein kleiner Versuch mit Vanille gemacht. 
Ausgestellt wurden vor Allem die von der Schokoladenfabrik Reese &amp; Wichmann in Hamburg 
hierzu gelieferten Vanilleschoten von Kitopeni, ferner der von H. Haensel in Pirna hergestellte Vanille= 
extrakt, der in Konditorwaaren und Liqucuren verwendet wird, trotz des Wettbewerbs des Vanillins, 
welch letzteres durch von der gleichen Firma ausgestellte Vanillinlösung vertreten ist. 
Ingwer. Ingwer, der getrocknete Wurzelstock einer kleineren Stande, ist 
zwar schon ein wichtiger Handelsartikel Westafrikas (namentlich Sierra Leones), jedoch haben die deutschen 
Kolonien noch kaum einen Antheil an dem Export, wenngleich die Ingwerpflanze z. B. in Kamerun 
auf der Regierungsplantage in Viktoria gut gedeiht und eine reiche Ernte zeitigte; die erste nach Hamburg 
verschiffte Ernte (1894/95) betrug 5 /2 Centner, die auch der Qualität nach durchaus befriedigte; es wird 
dort weißschaliger Jamaika= und Kanton-Ingwer kultivirt, während die in Westafrika heimischen Sorten 
weniger hell gefärbt sind. 4 
Weder in Deutsch-Ostafrika noch im Südseegeb iet sind bisher größere Versuche mit dem 
Anbau dieser Gewürzpflanze gemacht, höchstens könnte man eine kleine Probesendung der Plantage 
Perrots bei Tanga erwähnen. Da die Pflanze in beiden Kolonien gut gedeiht und auch hier und da 
von den Eingeborenen kultivirt wird, so ist ein Aufschwung der Kultur nicht unwahrscheinlich. 
Ausgestellt wurde der graue westafrikanische Ingwer des Handels (meist von Liberia kommend), 
sowie eine kleine Probe aus Tanga in Deutsch-Ostafrika; ferner die daraus hergestellten Prodakte, 
Ingweröl, konzentrirte Ingweressenz und Gingerol durch die Fabrik ätherischer Oele von Heinrich Haensel 
in Pirna; Ingweröl wird in der Biskuit-, Bonbon= und Liqueurfabrikation benutzt sowie zur Dar- 
stellung von Ingwergelee; Ingweressenz findet in der Liqueur= und Mineralwasserfabrikation (Gingerbcer 
und Gingerale) Verwendung: Gingerol wird vielfach in der Bonbonfabrikation benutt. 
Kardamom. Mit diesem Gewürz hat die Deutsch-Ostafrikanische Gesellschaft in Derema eine 
größere Versuchsplantage bepflanzt, hatte jedoch noch keine Ernten; ebenso hat die Regierungsplantage in 
Viktoria (Kamerun) Versuche damit angestellt. Das daraus hergestellte, von der Firma Heinrich Haensel 
in Pirna ausgestellte, namentlich das terpenfreie Kardamomöl sowie der Kardamomextrakt wird sowohl 
von Bäckern und Konditoren als auch in der Liqueurfabrikation benutzt. 
Paradieskörner. Auch auf die gewiß zum Theil für die Industrie verwendbaren Samen 
der verschiedenen in Westafrika heimischen Amomumarten, der sogenannten Paradieskörner, die in früheren 
Jahrhunderten große Exportartikel bildeten, fängt der Handel erst jetzt wieder an aufmerksam zu werden. Seit 
Kurzem finden sich neben den echten Paradieskörnern auch die Früchte der Bastard-Malagetta von Kamerun 
in Hamburg versuchsweise im Handel. Sowohl die echten Paradieskörner (lmowmmm AMelegueta), als 
auch die Früchte der Bastard-Malagetta (von Amomum Clusii), beide Sorten aus Kamerun, wurden 
ausgestellt. 
feffer. Der spanische oder rothe Pfeffer (Paprika) wächst in unseren sämmtlichen Kolenien in 
großer Menge, in Halbkultur oder ganz verwildert. In Sansibar hat sich seit etwa 30 Jahren ein größerer 
Export in diesem Artikel (ohillie« genannt) entwickelt, der aber bisher kaum auf die deutsche Küste 
übergegriffen zu haben scheint. Nach den statistischen Listen wurden nur exportirt: 
1892 (3 Ouartale) 338 Pfund rother Pfeffer im Werthe von 31 Dollar, 
1893 (4 )) 379 - - - - 25 O 
1894 4 10 227 OD ---7 
Die anderen Kolonien Deutschlands exportiren gleichfalls kaum irgendwie sichtbare Mengen 
spanischen Pfeffers.*) 4 
Ebenso wenig bilden die Früchte der Gattung I#per (schwarzer und weißer Pfesser, langer 
Pfeffer, Cubeben) Exportartikel unserer Kolonien, wenngleich der sogenannte Aschantipfeffer # iper 
gicineense) in unseren tropisch-afrikanischen Kolonien heimisch ist und eine Sorte langen Pfeffers 
sogar in Ostafrika (in Nguru) einen lokalen Handelsartikel zu bilden scheint. Auch der Mohren= oder 
Kumbapfeffer, die Frucht der Gattung Xhkop#a, gelangt nicht in den Exporthandel, obgleich derselbe 
lokal in Afrika einen nicht unwichtigen Handelsartikel darstellt. 
*) Wenn die Tabellarischen Uebersichten des Hamburger Handels für 1892 eine Einfuhr aus Neu-Guinea 
von 3000 kg Pfesser im Werthe von 1700 Mark angeben, so scheint es sich hierbei, falls kein Irrthum vorliegt, 
um einen Versuch zu handeln.
        <pb n="361" />
        Ausgestellt wurden verschiedene Sorten rothen Pfeffers aus Sansibar, Kamerun und von der 
Südsce, sowie das Pulver davon, und auch das von der Firma H. Haensel in Pirna hergestellte 
Capsicumextrakt, das zum Scharfmachen und als Bonquet von Spirituosen verwendet wird. 
Auch eine Probe des langen Nguru-Pfeffers gelangte zur Ausstellung, um die Aufmerksamkeit 
auf diesen recht beachtenswerthen, aber noch vollständig unbekannten und noch nicht einmal in den 
botanischen Sammlungen vorhandenen Pfeffer zu lenken. Uebrigens gedeiht auch der schwarze Pfeffer 
in Kamerun vorzüglich, wie eine in Alkohol konservirte Probe aus Viktoria beweist. 
Gewürznelken. Obgleich in den deutschen Schußgebieten bisher kaum kultivirt, darf dies Gewürz 
doch nicht übergangen werden, da es einer der Hauptausfuhrartikel der großen, unserem ostafrikanischen 
Besitz vorgelagerten Inseln Sansibar und Pemba ist. Es läßt sich freilich nicht leugnen, daß sich die 
Kultur in offenbarem Rückgang befindet, einerseits durch die Beschränkung des Sklavenhandels, vor 
Allem aber durch das Sinken des Preises (jetzt kaum noch 2 Pence für das Pfund). Da die Sansibar- 
Nelken die schlechteste Sorle der Gewürznelken des Handels darstellen (die noch geringeren Sorten sind 
schon verdrängt), so leiden sie unter der vorhandenen Ueberproduktion am meisten; enorme Quantitäten 
lagern daher unverkauft in London und drücken den Preis, am 1. Juli 1894 lagerten dort 
57553 Ballen, während der Totalverkauf eines Jahres nur 20 000 Ballen beträgt. 
Die Gesammtproduktion von Sansibar und Pemba betrug: 
18900 868,2 Millionen Kilogramm, 
1899 62,3 - - 
1892 50 „ - 
Die Nelken dienen zur Fabrikation von Nelkenöl und als Gewürz, die Nelkenstiele, d. h. die 
getrockneten Stiele der Blüthen, werden nur zu ersterem, dagegen nur selten als Gewürz benutzt, und 
zwar dann nur in gemahlenem Zustand. Das Nelkenöl wird zu Parfümerien, in der Seifen= und 
Liqueurfabrikation benutzt, in geringeren Mengen auch in der Pharmacie sowie zu allerlei technischen 
Verwendungen. Das terpenfreie Nelkenöl hat, wie alle terpenfreien ätherischen Oelec, den Vorzug 
größerer Haltbarkeit, leichterer Löslichkeit, größerer Konzentration (es enthält fast 96 pCt. Eugenol) 
und reineren Geschmackes. Die abgeschiedenen Terpene besitzen noch etwas Nelkengeruch und finden 
deshalb zu billigen Seifen doch noch Verwendung. Aus dem Nelkenöl, d. h. aus dem Eugenol, wird 
auch künstliches Vanillin dargestellt, so daß also auf diese Weise ein Gewürz dem anderen 
Konkurrenz bereitet. 
Ausgestellt wurden Nelken aus Sansibar und Pemba, Nelkenstiele aus Sansibar, sowie als 
Produkte daraus Nelkenöl, terpenfreies Nelkenöl und die Terpenc aus Nelkenöl, geliefert von H. Haensel 
in Pirna, Fabrik ätherischer Oele. 
Macisbohnen. Die Samen der sogenannten Kalebassen-Muskatuuß (A/onockora), eines in 
Westafrika heimischen Baumes, sind einigemal versuchsweise aus Kamerun exportirt. Die Verwendung 
dieser muskatartig riechenden Samen ist bisher in der Industrie noch eine sehr beschränkte; das daraus 
hergestellte Oel beginnt jetzt erst, sich für Parfümerien 2c. einzubürgern. 
Die Macisbohnen sowie das daraus hergestellte Fett und ätherische Macisbohnenöl sind von 
der Fabrik ätherischer Oele H. Haensel in Pirna ausgestellt. 
Tabak. Der Tabak ist schon ein recht bedeutender Exportartikel unserer Kolonien geworden, 
und zwar kommen als Produktionsländer in Betracht Kamerun, Deutsch-Ostafrika und Neu-Guinea. 
Während Kamerun und Neu-Guinea ziemlich hohe Preise erzielende und als Deckblatttabak verwerthbare 
Tabake liefern, ist das Produkt Deutsch-Ostafrikas bisher weniger gut ausgefallen. Infolgedessen wird 
in den ersteren beiden Ländern die Kultur ausgedehnt, während man in Deutsch-Ostafrika eine 
abwartende Haltung einzunehmen scheint. 
In Kamerun ist es vorwiegend die Plantage Bibundi der Tabakbaugesellschaft Kamerun, 
Jantzen, Thormählen und Dollmann, die sich mit Tabakbau besaßt. Diese Kolonic exportirte: 
1891092 39500 kg im Werthe von 7 000 Mark, 
189/944 7? 20 43000 
189394. 5 100 . 24000 
Die ersten Ernten fielen qualitativ nicht besonders aus, dagegen erzielte der Tabak von 1893 
schon theilweise einen Preis von über 5 Mark pro Pfund. Die Preise der Ernte von 1894 waren 
sogar durchweg sehr hohe und überstiegen die der 1893er Ernte im Durchschnitt bedeutend, größere 
Theile der Ernte erreichten Preise von 7 Mark pro Pfund und konkurrirten mit den besten Sumatra-
        <pb n="362" />
        — 13 
tabaken.x) Die nach Hamburg angebrachten 72 Packen dieser Ernte wurden sämmtlich von der Fabrik 
Philipp Baetcke (sast alle als Deckblatt) verarbeitet und erzielten als Bibundi-Cigarren unter den 
Marken Zintgraff, Wissmann, Nachtigall, Gravenreuth sehr gute Resultate. Die Ernte des Jahres 
1894/95 war weit weniger ergiebig (nur etwa 3000 kg); in dem Gonvernementsbericht wird das darauf 
zurückgeführt, daß der Anbau von Havana-Tabak eine quantitativ geringere Ernte ergab als der vorher 
hauptsächlich gepflanzte Surinam-Tabak. 
In Ostafrika ist die Produktion des Tabaks an sich eine überaus große, da der Tabakbau 
in sämmtlichen Landschaften von den Eingeborenen betrieben wird, und in manchen Distrikten, z. B. 
Usambara, Useguha, Hinterland von Lindi 2c., sogar einen bedeutenden Ausfuhrartikel bildct. Solcher 
Pfeifentabak geht dann auch in Kuchen-, Platten= und Rollensorm nach Sansibar und sigurirt demnach 
auch in den Exportlisten. 
Es betrug der Gesammtexport von Tabak und der Fabrikate daraus: 
1891 141 000 engl. Pfund im Werthe von 22 600 Dollar, 
1892 126 000. -- - 49400- 
1893222000- 
1894279000 
gegenüber einem gleichzeitigen Import von 
64 000 engl. Pfund- . 32 000 = 
Für den europäischen Markt kultivirter und zubereileter Tabak wird in Ostafrika, seitdem die 
Amboniplantage der deutschen Pflanzergesellschaft ihren Betrieb eingestellt hat, nur noch auf der Plantage 
Lewa und Magila der Deutsch-Ostafrikanischen Plantagengesellschaft gewonnen. Dieselbe exportirte 1892 
174 Centner, 1894 692 Centner. 1894/95 waren 200 Morgen mit Tabat bepflanzt; da der Tabak 
aber kein hervorragendes Produkt ?-) liefert, so beabsichtigt diese Gesellschaft nicht, die Anpflanzungen zu 
vergrößern. 
Recht erfreulich ist der Erfolg der Tabaktultur in Neu-Guinca, wo die Astrolabekompagnie 
den Tabakbau seit einigen Jahren an der Astrolabebai konzentrirt und ihm daselbst einen bedeutenden 
Umfang gegeben hat. 
Es wurden geerntet in 
30 900 
101 300 
½ 
  
  
Hafeld- l 
  
l 
hafen Stephansort Erima Yomba- Maraga Zusammen 
Piund Psund EIIIIEEIIII Piund 
1888 1 600 — — —- —- 1600 
1889 3700 17 000 — — — 20700 
1890 12 900 25000 — — — 37 900 
1891 18 500 16700 11 300 — — 46 500 
1892 — 63 300 — 39 100 — 108 000 
1893 — 72 400 41 400 64 900 11 300 190 000 
1894 — — — — — 155 000 
1895 — — — — — ca. 200 000 erwartet. 
  
Die Kompagnie arbeitet mit etwa 1700 Leuten, 1894 waren darunter 20 Europäecr, 702 Mcla- 
nesen, 431 Malayen und 519 Chinesen. Dasselbe Land kann zweimal hintereinander zur Tabakkultur 
verwendet werden und liefert doch vorzügliche Ernten; ebenso ergaben Versuche, Saat von Neu-Guinea- 
tabak zu benuhen, günstige Resultate. 
Das recht dünne Blatt eignet sich gut für Deckblatttabak, derselbe ist den guten Sumatratabaken 
vermöge der Form, Elastizität und Größe des Blattes (meist 0. und l. Länge), sowic wegen der Fein- 
heit der Struktur ebenbürtig; auch der Reichthum an ätherischem Oel und die Vortrefflichkeit des 
Brandes wird hervorgehoben, leider ist die vorherrschende dunkle Farbe der jetzigen Mode weniger 
genehm. Im Durchschnitt erzielten die Ernten auch recht befriedigende Preise (z. B. 3,36 Mark pro“ 
*) Die Bremer Firma Hermann Upmann u. Co. äußerte sich: „Der Durchschnittspreis erreicht die volle 
Werthlage bester Marke von Sumatratabaken; wir betrachten es als eine nunmehr voll erwiesenc Thatsache, daß 
diese Kulmur in Kamerun, wenn mit Sachkenntniß und genügenden Mitteln unternommen, uns in der That ein 
Prodult liefern kann, welches eine glückliche Mittelstellung zwischen dem besten Sumatra= und gutem Havanatabak 
einnimmt, und daß dicselbe gute Rechnung liefern wird.“ 
* ) Nach den Berichten mancher Reisenden soll die Lokalität der Pflanzung für den Tabakbau ungünstig 
sein, namenllich sei der Boden daselbst zu üppig und schwer.
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        — 14 — 
Pfund unverzollt 1892, 2,50 Marl 1893), und es verspricht demnach der Tabak Neu-Guineas sich 
zu einem wichtigen Faktor in der wirthschaftlichen Ausnutzung dieser Kolonie zu entwickeln. 
Ausgestellt wurden Tabak und Cigarren aus Kameruntabak durch die Cigarrenfabrik von 
Pö. Bacteke in Hamburg, ferner Neu-Guineatabal und Cigarren von der Neu-Guinen-Kompagnie 
und ostafrikanischer Tabak von Lewa durch die Ostafrikanische Plantagengesellschaft. 
Betelnüsse. Wenngleich auch die Eingeborenen Deutsch-Neu-Guincas eine Art Betelnüsse 
(Aveca machocalyn) kultiviren und kauen, so cxistirt ein Export von Betelnüssen, was deutsche Kolonien 
betrifft, doch nur in Deutsch-Ostafrika, und zwar nur ein sehr geringer, so gut wie ausschließlich aus 
der Gegend von Pangani, wo nahe dem Flusse eine Menge Betelnußpalmen stehen. 
In der Statistik finden sich dieselben jetzt in der Rubrik für „verschiedene Genußmittel und 
Narkotika“ angeführt, aber andere Stosse kommen kaum in Betracht. 
Es wurden egxportirt: 
1890/91 an Betelnüssen und -blätten 567 Dollar, 
1893 an verschiedenen Genußmitteln und Narkotika 9 000 engl. Pfund, 158 
1894 - - - 52 000 1602 
„ 
bei einem gleichzeitigen Import von 68 000 2860 
Der Import, der 1893 sogar 93 000 Pfund (— 3644 Dollar) betrug, übersteigt demnach den 
Export recht bedeutend; in der That besitzt Sansibar so viele Betelnußpalmen, daß es trotz großen 
eigenen Konsums noch Betelnüsse exportiren kann. Es gelangten Betelnüsse mit und ohne Fruchtschale 
aus Pangani zur Ausstellung. 
Der Betelpfeffer wird zwar im Südseeschutzgebiet und an der Küste Ostafrikas kultivirt, 
jedoch scheinen die Blätter lediglich dem eigenen Konsum zu dienen, der Export ist jedenfalls ein 
minimaler. Ausgestellt wurden zusammengerollte, innen Betelnuß enthaltende und zum Genuß bereitete 
Betelblätter aus Deutsch-Oslafrika. 
Milchsäfte, Harze und Gummi. 
Kautschuk. Es sind bisher nur die drei tropisch-afrikanischen Kolonien, die für den Kautschuk- 
export in Betracht kommen, und zwar bildet der Kautschuk einen der größten Ausfuhrartikel von Kamerun 
und Deutsch-Ostafrika. Wenngleich im tropischen Afrika auch einige andere Pflanzen (I/#c# und neuerdings 
eine Kickra) brauchbaren Kautschuk liefern, so kommen für unsere Kolonien doch bisher fast aus- 
schließlich einige Landolphialianen in Betracht, speziell Landolphau Kirhii und Petersiana für Ostafrika, 
sandolpliiu comorensis var. Jlorida für die Kolonien beider Küsten; nur im Norden des Kamerun- 
gebietes wird auch der Milchsaft eines noch unbekannten Baumes verwerthet. 
Es exportirten: 
Togo 18992 37 000 kg im Werthe von 134 000 Mark, 
1893 29000 - - 99000- 
1894...31000-- - - 116 000 
1895 ohne das 1. Quartal — - 164 000 
Hierbei ist aber zu berücksichtigen, daß nur ein kleiner Bruchtheil des im Lande gewonnenen 
Kautschuks über deutsche Häfen geht, daß also die angegebenen Zahlen um ein Mehrfaches zu klein sind. 
Kamerun-) 1892 323 000 kg im Werthe von 1 024 000 Mart, 
1893 414 000= - -1427 000 - 
1894 409 00 „ - = 1 304000 
Deutsch-Ostafrika 1899 321.00 engl. Pfund im Werthe von 240 000 Dollar, 
1892 686 000 -- - -282000- 
1894...415000- -- i247000- 
Daß diese enormen Quantitäten, zusammen 650 000 kg im Werthe von 2 Millionen Mark, 
nur durch Vernichtung einer Unzahl von Kautschukbäumen gewonnen werden können, liegt auf der Hand, 
da man bisher noch leine Methode kennt, aus der Landolphia den Kautschulsaft ohne Abschneiden der 
*) Es wurden exportirt: 
Juli 1891 bis 30. Juni 1992 3490 000 kg im Werthe von 1 010 000 Mark, 
!* 1892 - 1893 000 - * 1180 000 = 
1893 - 1894 . . 449000 - * 1.70 000 
* 10899 13895 34300600 1142000 
Das Kilogramm Kautschuk wurde in dieser Statistik im Durchschnitt mit etwa 8,20 Mark berechnet.
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        — 15 — 
Stämme zu erhalten. Es ist demnach nicht fraglich und schon wiederholt in den Regierungs- 
berichten ausgesprochen, daß ohne energische Maßnahmen die Exportziffern über kurz oder lang werden 
sinken müssen. 
Kautschuk in Plantagenbau vortheilhaft zu gewinnen, ist bisher noch nirgends gelungen. Immer- 
hin haben sich den zahlreichen Versuchen anderer Länder auch solche in unseren Kolonien hinzugesellt. 
So besaßen in Togo die Gebrüder d'Almeida im vorigen Jahre schon 1500 Bäume von Alanot 
Glaztorit (Cearakantschuk) als Schattenbäume des Kassees, die Plantagengesellschaft Kpeme will in diesem 
Jahrc beim Dorfe Togo gleichfalls eine Kautschukplantage anlegen. Versuche mit der gleichen Pflanze 
in Kamerun (Viktoria) als Schattenbäume mußten aufgegeben werden, da sie die Kaffeebäume zu sehr 
schädigten, jetzt sind Versuche mit dem Parakantschukbaum (Jierc# brasiliensis) im Gange. In Deutsch- 
Ostasrika hat Perrot auf der Mkulumuziplantage der jetzigen Westdeutschen Handels= und Plantagen- 
gesellschaft über 10 000 Cearakantschukbäume angepflanzt; auch die v. St. Paulsche Pflanzung bei Tanga 
hat 30 000 Kautschukpflanzen ausgesetzt. Allc diese Unternehmungen sind aber noch zu jung, um schon 
jetzt irgend welche Resultate erzielen zu können. 
Ausgestellt wurden durch die New-York-Hamburger Gummiwaaren-Compagnie 
(Fr. Döhner) verschiedene Rohkautschuks unserer afrikanischen Kolonien (Lindi, Togo, Lome, Kamerun, 
Batanga), die successive Verarbeitung des Kautschuks (gewaschen und getrocknet, gemahlen, mit Schwefel- 
blumen gemischt, vulkanisirt) sowie schließlich Proben der verschiedenen Endprodukte und Fabrikate, 
sowohl Hart= als Weichgummi. 
Kopal. Einen wichtigen Exportartikel bildet der Kopal vor Allem in Deutsch-Ostafrika; 
der Export betrug daselbst nach den statistischen Angaben: 
1891 345 000 engl. Pfund im Werth von 88 000 Dollars, 
18992 41372000 - -, - 142 000 - 
1893 4131 000 = - - - 90000 - 
1894 3063 000 - - 177000 
Der ostafrikanische Kopal wird theils aus der Erde ausgegraben, in Gegenden, wo die Kopal— 
bäume nicht mehr wachsen, theils findet er sich unter den lebenden Kopalbäumen oder sogar noch an 
den Bäumen hängend. Es 'ist das ausschwißende Harz von Lracljlobium Ilornemannianum, 
welches sehr schnell erhärtet und sich lange im Erdboden erhält. Der fossile Kopal ist von einer 
weißen werthlosen Verwitterungskruste umgeben, unterhalb deren sich der reine klare Kopal befindet, 
dessen Oberfläche gänsehautartig faccttirt erscheint. Der fossile Kopal ist der werthvollste, 150 bis 
200 Mark pro 100 kg im natürlichen ungewaschenen Zustande, je nach der Oualität, gewaschen, d. h. 
nach Entfernung der Verwitterungskruste durch Alkali, kosten die röthlichen Stücke 100 bis 150 Mark 
pro 100 kg, die hellen Stücke sogar 500 bis 600 Mark je nach Ort und Marktlage. Der neue Kopal 
ist viel billiger, die Kugeln (d. h. dice rundlichen Stücke) kosten ungereinigt 120 bis 225 Marl, die 
flachen Stücke ungereinigt 100 bis 200 Mark, je nach Qualität. 4 
Der ostafrikanische Kopal dient zur Herstellung feiner Oellacke, aus dem fossilen Kopal werden 
3. B. die besten Kutschenlacke hergestellt im Handel wird er als Sansibar-Kopal verkauft und gilt als 
die beste aller Kopalsorten. 4 
Zuweilen findet man in dem Sansibar-Kopal kleinere Thiere, namentlich Insekten und Spinnen, 
eingeschmolzen; auch soll es auf Sansibar eine Art Industrie geben, Inselten in den Kopal einzu- 
schmelzen; solche Kopale mit Einschlüssen sind dort billig zu kaufen, werden aber anderswo zuweilen als 
kostbare Raritäten hoch bezahlt. 
Der Kamerun-Kopal spielt im Handel einc viel unbedcutendere Rolle; es wurden von 
dort exportirt: 
1892. . . éctwa 1400 kg im Werthe von 1300 Mark. 
1893 3100 kg - -(angcblich?)6300- 
Dieser weit geringwerthigere Kopal besitzt augenblicklich einen Handelswerth von 55 bis 
130 Mark pro 100 kg, je nach der Qualität. Er wird gleichfalls gegraben, findet sich also ebenfalls 
in subfossilem Zustand, jedoch stammt er zweifellos von einem anderen, bisher übrigens noch nicht 
sicher ermittelten Baum. 
Daß von Neu-Guinea noch keine Kopale kommen, liegt gewiß nur an dem Mangel an Handels- 
verkehr im Innern der Insel sowic an der Rückständigkeit der Ersorschung dieser Insel. Es kommen 
sowohl Canarium= als Dammaraarten dort vor, also könnte die Insel ebenso gut Kopal und Dammar 
liesern wie die Molukken, Celebes und die Philippinen. 
Ausgestellt wurden durch die Kopal-Importfirma E. H. Worlée in Hamburg neben dem 
Kamerun-Kopal (naturell und gewaschen) von ostafrikanischen Kopalen einerseits der fossile, sowohl unge- 
waschen (naturell), als auch gewaschen in röthlichen und hellen Stücken, serner recenter Kopal (unge-
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        — 16 — 
waschen), in flachen und lugeligen Stücken. Die daraus hergestellten Lacke (darunter Kutschenlack, 
Lokomotivlack, Blechlack, Eichenholzlack, Fußbodenlack) sind geliefert durch die Lack-, Firniß= und Farben- 
fabrik von C. Krauthammer, Berlin. Herr Konsul Ebenau in Hamburg hatte die Güte, eine 
hervorragend schöne Kollektion von Kopalstücken mit Einschlüssen von Thieren zur Ausstellung zu bringen. 
Gummi. Das Gummi arabicum, eine Ausschwitzung von Akaziaarten, ist bisher nur ein 
sehr unbedentender Exportartikel der deutschen Kolonien. Obgleich diejenige Art, die das beste Gummi 
liefert, Acacia senegal, in Deutsch-Ostafrika häufig ist, und auch andere Gummi liefernde Akazien 
daselbst vorkommen, so sind doch bisher meist nur kleinere Proben nach Europa gelangt; als Gesammt- 
export Deutsch-Ostafrikas wird angegeben: 
1890/91. . ..1086cngLPfundiIIthrthcv011320D0ll0r8, 
1893 . ..1136- - - - 186 - 
1894 nur . .. .. 77 - 5 - 
Bei der leichten Gewinnungsweise verdient dieser Artikel übrigens weit mehr Beachtung, als 
ihm bisher geschenkt wurde. Dic weniger guten Sorten Deutsch-Südwestafrikas hingegen, die von 
der Acacia gira;ue und Acacid horrida, dem Kamel dorn und dem sog. Dornbaum stammen, werden 
schon in größeren Mengen exportirt, so gingen z. B. im Jahre 1891 für 5500 Mark Gummi von 
Walfischbai nach dem Kap, und 1894 exportirte allein Lüderitzbucht etwa 10 000 kg Gummi im Werthe 
von 6200 Mark nach dem Kap. 
Ausgestellt wurden Gummiproben von Deutsch-Ostafrika und -Südwestafrika, erstere von der 
Deutschen Kolonialgesellschaft, letztere von der südwestafrikanischen Exportfirma H. W. Burmester in 
Hamburg geliefert. 
Vegetabilisches Ekfenbein. 
Polynesische Steinnüsse. Dieser namentlich im letzten Jahre ziemlich bedeutende 
Handelsartikel stammt im Wesentlichen aus den Salomons-Inseln, kleine Quantitäten kommen auch 
von den westlichen Inseln der Karolinengruppe. Es sind die steinharten Samen von Palmen, 
welche mit den Sagopalmen nahe verwandt sind, Coelococe# cklomionenses (die Salomonsnuß) 
und Cookococcu cqyolimen (die Karolinennuß). Im Handel heißen sie gewöhnlich „australische 
Nüsse“, auch „Tahitinüsse“, letztere ein ganz irrthümlicher Name, da auf Tahiti die Palme durchaus 
nicht vorkommt; der Namc australische Rüsse kommt wohl daher, weil sie großentheils über Sydney 
gehen; auch „Wassernüsse“ werden sie zuwcilen von den Knopffabrikanten genannt, da sic wässeriger 
sind als die südamerikanischen Phytelephas-Steinnüsse. Außer in der Knopffabrikation finden sie bisher 
kaum einc Verwerthung, obgleich sie auch zu kleineren Gegenständen der Drechslerei, z. B. Wirrfel, 
Domino= und Dambrettsteinen, kleinen Schachfiguren 2c. gut verarbeitet werden können. 
Hamburg ist fast der einzige Markt in Europa für diese polynesischen Steinnüsse, nur sehr 
wenig gehen nach London; die Haupt-Importfirmen sind die Jaluit-Gesellschaft sowie die Firma 
Ferd. Kugelmann in Hamburg; auch die Neu-Guinea-Gesellschaft hat gelegentlich Steinnüsse nach 
Australien exportirt. Die Gesammtankünfte in Hamburg waren 1893 6100 Centner, 1894 5500 Centner, 
1895 13 000 Centner, doch stammt gewiß ein großer Theil davon aus dem englischen Theil der 
Salomons-Inseln, die Karolinen exportirten dagegen nur 100 bis 200 Centner, gleichfalls durch die 
Jaluit-Gesellschaft. Auf den Marshall-Inseln kommt die Palme nicht vor, wohl aber eine ähnliche auf 
den Fidji-Inseln, die aber viel kleinere Nüsse besitzt, welche kaum exportirt werden dürften. 
Nur wenn große Knöpfe in Mode sind, wozu die südamerikanischen Steinnüsse nicht ausreichen, 
ist die Nachfrage nach polynesischen Steinnüssen größer; darauf ist die Steigerung des Importes im 
letzten Jahr zurückzuführen. Im Zusammenhang hiermit steht auch das Schwanken des Preises, im 
Jahre 1895 z. B. von 9 bis 17 Mark pro Centner, in früheren Jahren kostete der Artikel sogar nur 
7 bis 3 Mark pro Centner, ja sogar zeitweilig nur 6 Mark, andererseits kamen auch Preise von 
20 Mark pro Centner vor; hierdurch sind die Kalkulationen natürlich sehr unsicher und der Verlust der 
Händler zeitweilig recht bedeutend. Bei einem Preise von 10 Mark pro Centner würde etwa eine 
mittelgroße Nuß auf 2 Pfennig zu stehen kommen. Sehr entwerthet wird der Artikel dadurch, daß die 
Eingeborenen schon im Keimen begriffene Nüsse sammeln, wo der Keimdeckel schon abgesprengt und die 
Keimhöhlung durch Aufzehrung des Nährgewebes von Seiten der Keimlinge schon erweitert ist. 
Ausgestellt wurden Salomons= und Karolinennüsse sowie die Verarbeitung derselben zu 
Knöpfen im Großbetriebe durch die Knopffabrik von Duisberg &amp; Co. in Berlin, ferner einige Kunst- 
drechslerarbeiten, Schach= und Halmafiguren, Würfel, Dose, Streichholzständer aus der Nuß durch die 
Kunstdrechslerei von F. Klesse, Berlin.
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        — 17 — 
Fette und Oele. 
Kopra. Die zerschlagenen und getrockneten Kokosnußkerne bilden schon seit Jahren den 
wichtigsten Exportartikel unseres Südseeschutzgebictes und besiczen ferner auch für Deutsch-Ostafrika große 
Bedeutung; Kamerun exportirt nur minimale Mengen, Togo zwar augenblicklich noch weniger, doch tritt 
diese Kolonic jetzt durch größere Anpflanzungen der Kokospalme in die Reihe der Produktionsländer ein. 
Es exportirte an 
Kokosnüssen. Kopra. 
Kamerun: 
1894 10 000 kg i. Werthe v. 2 000 Mk. 
Togo: 
1892 1 340 kg i. Werthe v. 288 Mk. 
Deutsch-Ostafrika: 
1891 1 937 ooo engl. Pfd. i. Werthe v. 18 000 Doll. 720 000 engl. Pfd. i. Werthe v. 23 000 Doll. 
1892 5 231 000 -- - -42000-1-170000- --- -39000- 
1893 3 963 000 -- - -37000-1571000- --- -54000- 
+ 89 000 Stick. 
1894 4 849 000 engl. Pfd.= 14 000 = 881 000 . 25000 
121 000 Stück. 
Marshall-Inseln 1891 (12 Monate) 3712 000 engl. Pfd. 
1892 (15 ) 5 422 000 --- 
1893 (112 ) 4767000 
1894 (12 -) 4730000-- 
Neu-Guinea und 11891 2478 Tons. 
Bismarck-Archipel')1892 2300 
Der gesammte Kopraexport unserer Kolonien beläuft sich also auf 5 ½ Millionen Kilogramm; 
wenn man aber bedeukt, daß die Kokosnußausfuhr von Deutsch-Ostafrika auch meist in Sansibar zu 
Kopra verarbeitet wird, so wird man den Export mit 6 Millionen Kilogramm nicht zu hoch toxiren. 
In den letzten Jahren hat man nun große Neuanpflanzungen gemacht. 
In Togo haben, abgesehen von kleineren Anpflanzungen der Eingeborenen, etwa 8 Plantagen 
größere Kokospflanzungen angelegt. In Kpeme stehen z. B. jetzt 25. 000 Bäume auf einer Plantage, 
und die Plantage Olimpios in Lome besitzt unter ihren 11 000 Palmen schon eine stattliche Anzahl 
ertragfähiger Bäume. In der Plantage Lome stehen 12 000 Bäume, Medeiro in Bagida besitzt 6900, 
J. K. Vietor in Klein-Popo 5000 Bäume 2c. Während 1893 etwa 130 000 Kokospalmen sür 
die Kolonic angenommen wurden, so wird jetzt wohl die Zahl 200 000 noch zu niedrig sein. 
Außerordentlich viel bedeutender sind die neueren ostafrikanischen Anpflanzungen. Bei Tanga 
allein bestehen etwa vier europäisch geleitete Kokosplantagen, v. St. Paul, v. Bülow (Tanga-Gesell- 
schaft), Schlunke, und Perrot (jetzt Westdeutsche Handels= und Plantagengesellschaft). Lettere Plantage 
soll etwa 40 000 angepflanzte Bäume besitzen. Viel bedeutender noch ist die Pflanzung der Deutsch- 
Ostafrikanischen Gesellschaft in Moa (Muwa), wo schon 80 000 bis 85 000 Palmen ausgepflanzt sind, 
während im benachbarten Massini gleichfalls so stark gearbeitet wird, daß der Leiter beider Plantagen 
hofft, Mitte dieses Jahres ¼ Million Palmen ausgepflanzt zu haben. Auch auf der bisherigen Baum- 
wollplantage Kikogwe, wo schon 1600 Palmen stehen, pflanzt man jetzt weitere 10 000. Selbst die 
Deutsch-Ostafrikanische Plantagengesellschaft hat auf der Plantage Buschirihof am Pangani 100 ha 
für Kokospalmen bestimmt. Während die Zahl der Kokospalmen der Eingeborenen Deutsch-Ostafrikas 
auf etwa 1 Million berechnet wird, dürfte das Schutzgebiet unter Hinzurechnung aller der Neupflanzungen 
schon in ganz kurzer Zeit 1½ Millionen Palmen beherbergen. 
Auf den Marshall-Inseln giebt es nur drei europälsch betriebene und neuerdings recht 
erweiterte Plantagen, von denen zwei, nämlich auf den Inseln Ujelang und Kili, Eigenthum der 
Jaluitgesellschaft sind, während die auf Likieb zwar drei Privatleuten gehört, in Bezug auf die Ernte aber 
kontraktlich mit der Gesellschaft verbunden ist. 
Im Neu-Guineaschutzgebiet besitzt vor Allem die Firma Forsayth in Ralum auf Neu- 
Pommern eine bedeutende Kokosplantage, ctwa 43 000 zum Theil schon 8 Jahre alte Palmen, die zu 
tragen beginnen. Diese Firma exportirte 1892 1497 Tons Kopra, die sie durch ihre 19 Stationen, 
von denen 17 im Bismarck-Archipel liegen, erhielt. Hernsheim &amp; Co. in Matupi, sowie die Handels- 
und Plantagengesellschaft in Mioko besitzen keine eigenen Pflanzungen, wohl aber viele Stationen, erstere 
*) Nach der Kolonialzeitung 1886 wurden vom Bismarck-Archipel 1886 3500 Tons, von den Salomons-Inseln 
600 Tons ausgeführt, nach Finsch schwankt die Produktion des Bismarck-Archipels zwischen 1000 und 1500 Tonnen; 
die ersteren Zahlen sind offenbar zu hoch, die lehteren zu niedrig gegriffen.
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        — 18 — 
exportirte 1892 546 Tons Kopra, letztere 1892 und erste Hälfte 1893 237 Tons. Hingegen hat die 
Neu-Guinca-Kompagnic in Herbertshöhe nahe bei Ralum cine Pflanzung von etwa 12 000 meist aber 
noch ganz jungen Palmen. In Kaiser Wilhelms-Land selbst giebt es nur relativ wenig umfangreiche 
Kokospflanzungen der Eingeborenen, und deshalb nur ein geringes Koprageschäft. Bei Friedrich- 
Wilhelmshafen, dem Sitz der Centralverwaltung, hat die Kompagnic kleinere Kokosplantagen angelegt. 
In Europa wird aus der Kopra Oel gepreßt, welches vielfach industriell namentlich zu Seifen 
verarbeitet wird. Neuerdings wird durch Entfernung der freien Fettsäuren ein fast chemisch reines Fett 
dargestellt, das als Kokosbutter in den Handel kommt und eine wachsende Bedentung als Speisefett 
erlangt hat. Dic Preßrückstände finden als Kokosölkuchen in der Landwirthschaft Verwendung. 
Aus den Fasern der Fruchthüllc der Nuß wird das Koir bereitet, ein enormer Handelsartikel, 
der namentlich von Ceylon aus in den Handel gelangt, theils als Koirfaser, theils schon verarbcitet zu 
Kokosstricken, Kokosmatten und Kokosläufern, welche Artikel auch bei uns massenhaft Verwendung finden. 
Leider wird in unseren Schutzgebicten die Faser nur wenig gewonnen, und das vorhandene Material geht 
massenhaft nußlos zu Grunde; im Südseegebict liegt das am Mangel von Arbeitskräften und an den hohen 
Löhnen derselben, in Ostafrika mehr an Indolenz und Mangel an Unternehmungsgeist, wenngleich z. B. 
auf der englischen Insel Sansibar eine kleine Koirindustrie besteht. Da die dort einheimischen Schisse, 
spcziell die arabischen Dhaus, fast ausschließlich Kokosstricke benutzen, wärc die Einführung einer maschi- 
nellen Kokfrindustrie für Deutsch-Ostafrika sehr wichtig. 
Nach den Statistiken werden zwar an Kokosnußfasern, -stricken und -matten aus Doautsch- 
Ostafrika exportirt: 
1893 100 900 engl. Pfund ir im Werthe von 100 Dollar, 
1894 70540 -- - 
Dieser große Export besteht aber nur zum geringen - Theil us Paliabte der Faserhülle der Kokosnuß, 
und hauptsächlich aus den zu Matten verarbeiteten Blättern, die nach Sansibar oder anderen Küstenplätzen 
gingen; fast die Gesammtmenge kam in beiden Jahren vom Bezirksamt Kilwa, wozu die durch ihre 
Mattenfabrikation berühmte Insel Mafia gehört, während aus dem kokosnußreichen Norden des Schutzgebietes 
nichts exportirt wurde. Uebrigens steht diesem Export ein größerer und vor Allem viel werthvollerer Import 
gegenüber, der wohl größtentheils auf verarbeitete Kokosnußfaser zurückzuführen sein dürfte. 
Es wurden ausgestellt getrockucte Kokosnüsse, Kopra, geraspelte Kokosnuß, wie sie in den Kon- 
diloreien gebraucht wird, Kokosseise, geschnitzte Aschbecher aus der Schale der Kokosnuß, Kokosfaser, 
gedrehte F Faser zur Matten= und Tausabrilation, Kolosmatten und Kobkosstricke durch die Jalnitgesell- 
schaft und F. Hernsheim in Hamburg, ferner Kopra, Kolosöl, Kokosbutter, Fettsäuren und Kuchen, 
sowie friccher Nisse mit und ohne Bast durch die Mannheimer Kokosnußbutterfabril. Sodann 
Besen, Kleiderbürsten, Teppichfeger und Möbelbürsten aus Kokosfaser durch die Bürsten= und Pinselsabrik 
von Paul Schultze in Berlin, dann Verwerthungen der Kolosschale in der Drechslerei durch die 
Kunstdrechslerei von F. Klesse in Berlin. Endlich Kokosläufer, Löffel aus Kokos, Kopra aus unseren 
verschiedenen Kolonien, Photographien 2c. 
Palmkerne und Palmöl. Diese Produkte der Oelpalme stammen so gut wie aus- 
schließlich aus Westafrika. Es finden sich zwar einige Oelpalmen auf der Insel Pemba sowie an der 
Küste von Britisch-Ostafrika und im nördlichsten Theile der deutsch-ostafrikanischen Küste (neuerdings 
sogar am Pangani entdeckt)., auch hat das Gouvernement zur Anregung der Eingeborenen im Msimbasi- 
Thal bei Dar-es-Saläm eine lleine Anpflanzung gemacht, doch kommt dies an Qualität und Quantität sehr 
geringe Produkt der ostafrikanischen Küste für den Handel gar nicht in Betracht. Das Palmöl wird aus 
der fleischigen Hüllc der Frucht, die Palmkerne durch Aufschlagen der innerhalb der Fleischhülle sitzenden 
Steine gewonnen; das aus diesen Kernen gepreßte Oel heißt Palmkernöl. 
Es gelangten zum Export von: 
Palmkernc. Palmöl. 
Togo: 1892 7,1 Mill. ks i. W. v. 1513 000 Ml. 1,8 Mill. Liter i. W. v. 751000 Mt., 
1893 63 1 465 000 3,4 *1 845 000 
1894 8,00 1 687 000 — 1 089 000 
Kamerun:) 1892 5,6 Mill. kgi i. W. v. 1 162 000 Ml., 3.4 Mill Liter i. W. v. 1 197 000 Mk. 
1893 566 1 235 000 3,3 „„ 1 354 000 = 
1894 600 21231000 3,5 1 210 000 
*) Es wurden exportirt: 
» Palm nol- 
voml. duli 1891 bis zo. Juni 1892 5,1 *P Wri i. . v. tons Ooh . sowie 35 Mil. Liler i. W. v. ?vl. 1123 oonk. 
1892 1893 57 1258000 2## 0 0 
- 1388 
-1,067 000 
3, 
186053 139894 000 19286000 36 
189 13895 56638 1128000 3 
* 
%
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        19 
Der Gesammtexport beider Kolonien an diesen zwei Produkten beträgt also über 5 Millionen Mark 
jährlich im Durchschnitt. 
Da die Oelpalme in Westafrika so gut wie wild wächst und sich leicht durch verschleppte 
Kerne von selbst fortpflanzt, so ist eine Abnahme der Produktion nicht zu befürchten, zumal da ja die 
Entnahme der Frucht die Palme nicht weiter schädigt, es sind ferner auch gewaltige Massen von Oel- 
palmen noch gar nicht zur Produktion herangezogen. Viel mehr ist ein weiteres Sinken der Preise zu 
fürchten; die Statistik von 1895 nahm schon zur Unterlage einen Preis von 0,30 Mark für das Liter 
Palmöl und 0,19 für das Kilogramm Palmkernc. 
Ausgestellt wurden Früchte mit Fruchtfleisch, die Kerne mit und ohne Schale aus Togo und 
Kamerun, das gelbe Palmöl der Schale, die maschinell zerkleinerten Kerne, Palmkernöl sowie Glycerin 
und Fettsäuren derselben, ferner als Endprodukte Stearinkerzen, Palmkernseise und Palmölkuchen, haupt- 
sächlich durch die Palmkernölfabrik von Eugen Roeder in Budenheim bei Mainz, einiges auch geliefert 
durch J. K. Vietor in Bremen sowie Professor Sadebeck in Hamburg. 
Erdnuß. Diese in den letzten Jahrzehnten überaus wichtig gewordene Oelfrucht (die unter- 
irdisch reifende Hülsenfrucht von 4rache##oga) spielt in deutschen Kolonien bisher eigentlich noch 
kaum eine größere Rolle. 
Togo exportirte, trotzdem Erdnüsse dort massenhaft kultivirt werden, 1893 nur 286 kg im 
Werthe von 60 Mark, 1894 sogar gar keine; angeblich weil das Enthülsen mit der Hand ohne Zu- 
hülfenahme von Maschinen zu schwierig ist; ebenso finden sich in den Statistiken Kameruns keine An- 
gaben, daß Erdnüsse exportirt werden. 
Deutsch-Ostafrika exportirte unter der Rubrik: Erdnüsse, Pistacien, Mandeln ((letztere beiden 
Artikel fallen aber für den Export dieses Schutzgebietes fort): 
1893 15 895 engl. Pfund im Werthe von 468 Dollar, 
1894 44 538 * * 2- * 994 * *2# 
Fast der Gesammtexport kam von dem südlichsten Bezirk Lindi, wie denn auch diese Kultur 
eine der wichtigsten Exportprodukte der benachbarten portugiesischen Kolonie liesert, indem im Jahre 
1893 125 000 Sack, 1894 infolge von Unruhen nur 65 000 Sack Erdnüsse auf den Markt kamen. 
1894 gingen allein für 535 000 Mark Erdnüsse von Mozambique nach Deutschland. 
Auch in Westafrika ist die Erdnuß ein überaus großer Handelsartikel geworden, speziell 
in Senegambien. (Schon 1884 führten die französischen Kolonien Erdnüsse im Werthe von 
14 Millionen Francs aus.) 
Erdnußöl dient sowohl als Speiseöl, oft als Surrogat oder Verfälschungsmittel des Olivenöls, 
als auch als vortreffliches Maschinenöl; neuerdings wird es auch vielfach bei Darstellung von Kunsl- 
butter verwendet. 
Ausgestellt wurden Erdnüsse von West= und Ostafrika, sowohl in Schalen als auch geschält, ferner 
Erdnußöl von beiden Herkünften, sowie Erdnußluchen durch den Verein deutscher Oelfabriken zu 
Mannheim; desgleichen kleinere Proben der verschiedenen Zwischen= und Abfallprodukte (Erdnußsamen, 
nicht, halb und ganz geschält, Erdnußmehl vor und nach dem Oelpressen, Erdnußkeimlinge, sodann die 
gemahlenen Preßluchen, als Pferdefutter dienend, die Frucht= und Samenschalen ganz, in Stücken und 
gemahlen, als Verpackungsmaterial dienend), endlich auch der sogenannte afrikanische Erdnußkaffee 
(ein natürlich coffeinloses Surrogat des echten Kaffees), durch M. Schmeißer in Leiyzig ausgestellt. 
Erderbse. Die Erderbse oder schwarze Erdnuß, die Hilsenfrucht von Foanl#e## sucb- 
terranea, wird zwar aus den deutschen Schußgebieten bisher kaum exportirt, wird aber sowohl in 
Kamerun als namentlich in Deutsch-Ostafrika vielfach kultivirt und von der Nachbarkolonie Mozambique 
auch in kleinen Posten (1894 gingen für 4842 Mark allein nach Deutschland) exportirt. Eine Probe 
aus Deutsch-Ostafrika (Bagamoyo) wurde deshalb auch ausgestellt. 
esam. Die Sesamsaat spielt als Ausfuhrartikel für unsere Kolonien nur eine Rolle in 
Deutsch-Ostafrikaz der Export sämmtlicher übrigen Kolonien ist positiv gleich Null. 
Deutsch-Ostafrika exportirte: 
1892 2 333 000 engl. Pfund im Werthe von 64 000 Dollar, 
1893 1 652 000 - - -14000 
1894 2728 000 = " - -80000 - 
Ueber die Hälfte kommt aus dem Bezirk Kilwa, wie überhaupt der südliche Theil des Schut 
gebietes viel mehr Sesam produzirt als der nördliche; auch im portugiesischen Schutzgebiet setzt sich die 
Kultur noch fort bis Mozambique, in welcher Kolonie früher etwa 20 000 Sack (1894 durch Mißernte 
nur 1500) jährlich produzirt wurden. 
Sesamöl wird in ähnlicher Weise benutzt wie Olivenöl und dient auch zur Fälschung desselben; 
die guten Qualitäten dienen als Speiseöl, die anderen als Brenn= und Schmieröl. Auch in der Mar- 
garinesabrikation spielt es eine Rolle, wie auch zur Seifenfabrikation und auch sonst in der Technik.
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        — 20 — 
Ausgestellt wurde schwarze und gemischte Sesamsaat aus Sansibar, Sesamöl und Sesamkuchen 
von dem Verein deutscher Oelfabriken in Mannheim, weiße Sesamsaat aus Togo, sowie in 
Bagamoyo hergestelltes weniger hellfarbiges Sesamöl durch die Deutsche Kolonialgesellschaft. 
Andere Fette. Mkanifett. Dieses talgartige Fett stammt von den Samen eines dem 
westafrikanischen Butterbaum (lantackesma Surkwcca) sehr nahe verwandten ostafrikanischen Baumes 
(Stearodend’on Stalmanz), der in Ulugurn 5####, in Usambara m#sckhebo heißt. Ob es exportirt 
wird, ist zweifelhaft, für 1893 ist ein kleiner Posten von 624 englischen Pfund im Werthe von 15 Dollar 
unter der Rubrik Baumfett angegeben, 1894 ist diese Rubrik mit Benzoin und Katechn verschmolzen. 
Sicher ist hingegen, daß die Wakami dieses Fett nach Bagamoyo zum Verkauf bringen. Da der Baum 
in manchen Gegenden häufig ist, und das Fett sich als brauchbar für Stearinkerzenfabrikation erwiesen 
hat, dürfte sich vielleicht ein kleiner Handelsartikel daraus entwickeln lassen. Ein Kuchen dieses Fettes aus 
Bagamoyo gelangte zur Ausstellung. 
Ricinus wächst in unseren sämmtlichen Kolonien; es wird daselbst zwar, namentlich in Deutsch- 
Ostafrika, vielfach im Kleinen kultivirt, da das Oel lokal verwendet wird, bisher ist aber nicht bekannt, 
daß Posten von irgend welcher Bedeutung von dort exportirt wurden, obgleich es nicht nur zu medizi- 
nischen Zwecken, sondern auch in der Technik viel verwendet wird. Einige Proben aus unseren Schuß- 
gebieten (Ostafrika, Togo, Südsee) gelangten zur Aufstellung. 
Kürbissamen kamen vor einigen Jahren in kleinen Posten vom Togogebiet (unter dem Namen 
Melonensamen), um zur Oelbereitung zu dienen. Seitdem hat der Export daselbst ganz aufgehört. 
Eine Probe, von J. K. Vietor eingesandt, wurde ausgestellt. 
Telfairiasamen, die thalerförmigen Samen einer kürbisartigen Frucht, dienen zwar an beiden 
Küsten Afrikas zur lokalen Oelbereitung, meist werden aber die Samen geröstet und wie Mandeln ge- 
gessen; sie gelangen nicht oder kaum in den Export. 
Schibutter. Dies ist das Samenfett eines west= und centralafrikanischen Baumes, Burp- 
Pospermunm Iaur . Von unseren Kolonien kommt die Schibutter nur für das Togogebiet in Betracht, 
wo sich der Baum in größerer Menge findet. Der Export ist aber ein minimaler, 1892 wurden 
634 kg im Werthe von 253 Mark verschifft, in den folgenden Jahren scheint Schibutter überhaupt 
nicht wieder exportirt worden zu sein. 
Parinariumsamenkerne sind bisher höchstens versuchsweise von Kamerun exportirt. 
Wilde Muskatnüsse, die sehr fettreich sind, kamen bisher wohl probeweise von Gabun und 
S. Thomé, nicht aber von Kamerun, obwohl sie auch dort wachsen. 
Polygalasamen (von lotzgaka hutracca) kommen zwar als Fettsaat von Dahome, aber 
nicht aus dem benachbarten Togo. 
Das Dikafett von Irvingia gabonensis kam zwar von Gabun, aber bisher nicht von dem 
benachbarten Kamerun, wenngleich die Pflanze dort häufig ist. 
Farbstoffe. 
Orseille. Obgleich es auch westafrikanische Orseille giebt, und diese Farbflechte einen Export- 
artikel aus dem Kongogebiet bildet, so kommt doch von deutschen Kolonien nur Ostafrika als Produktions= 
land in Betracht. Es giebt hier zwei Sorten, eine schmalblätterige Flechte aus dem südlichen und eine 
breitblätterige aus dem nördlichen Theil des Schutzgebietes; beide sind baumbewohnend und gehören zu 
der Art Roccella Montagnei, während die auf Steinen und Felsen wachsende Roccella tinctoria mehr 
in subtropischen Gegenden, Südeuropa, Algier, Kanaren, Kap, freilich auch in Senegambien 2c. wächst, 
aber jetzt weniger in den Handel gelangt als früher. 
Deutsch-Ostafrika exportirte an Orseille: 
1893. 37 000 engl. Pfund im Werthe von 2200 Dollar, 
1894 30000 - "b 1100 —- 
Es werden aus dieser Flechte verschiedene Extrakte und Farbstoffe in Pulverform hergestellt, 
spcziell die sogenannten Persiofarbstoffe (Persioroth und Persioblau), ferner Orseilleextrakt, Orseille- 
karmin und -double, Orseilline, Lakmus. Beide Orseillesorten und deren Fabrikate gelangen durch die 
Indigo= und Orseillefabrik von Buch &amp; Landauer in Verlin zur Aufstellung. 
onstige Farbstoffe. Die sonstigen in unseren Kolonien vorkommenden Farbstoffe, wie 
Curcuma, Henna, Arnatto (Orlean) 2., bilden noch kaum Exportartikel. Auch Indigo wird so 
gut wie gar nicht aus unseren Kolonien exportirt. In Togo wird die Indigopflanze nur zu eigenem 
Gebrauch gebaut, die zu Kugeln gerollten Blätter sowie die Indigowürfel der Haussaländer bilden 
daselbst nicht unbedentende lokale Handelsartikel. In Kamerun findet sich im Hinterlande (Adamana) 
gleichfalls eine recht bedeutende Indigoindustrie, die auch zu einem Exporthandel in das Nigergebiet 
geführt hat; eine reguläre Indigokultur in größerem Stil findet sich aber selbst bei den Eingeborenen
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        — 21 — 
kaum. In Ostafrika steht für 1894 einem Export von 262 englischen Pfund (S 7 Dollar) ein Import 
von 13 434 Pfund (— 1943 Dollar) gegenüber, und ähnliche Verhältnisse finden sich in den vorher- 
gehenden Jahren. 
Immerhin ist es nicht undenkbar, daß die eine oder die andere dieser Pflanzen in unseren 
Kolonien eine Zukunft hat. Orlean wird z. B. schon vom Kongo cxportirt und dürfte sich speziell für 
Kamerun eignen, während die Hennapflanze in Ostafrika ausgezeichuet wächst. Curcuma findet in Neu- 
Guinea ein ihm sehr zusagendes Klima und Indigo findet sich im Bismarck-Archipel massenhaft verwildert. 
Während der Indigo in der Färberei eine überaus große Rolle spielt und sich auch, wie namentlich 
Java zeigt, als Großkultur für Europäer noch immer bewährt, dienen Orlean und Curcuma mehr zum 
Färben von Nahrungsmitteln und werden zwar in großen Mengen importirt, aber nur selten plantagen- 
mäßig von Europäern in den Tropen kultivirt. Ausgestellt wurden nur einige Proben von Indigo- 
fabrikaten (Indigokarmin, zextrakt und Indigotin) durch die Fabrik von Buch &amp; Landauer in Berlin, 
sowie Curcuma und der daraus zum Färben bereitete Curcumacxtrakt durch H. Haensel in Pirna. 
Jaserskoffe. 
Baumwolle. Die Baumwollkultur in unseren Kolonien hat sich noch nicht zu einer Groß- 
kultur im eigentlichen Sinne entwickelt, wenngleich sie über das Versuchsstadium in manchen Kolonien 
schon hinaus ist. Soviel sich heute schon übersehen läßt, hat eine große Zukunft speziell die Seg-Island- 
Baumwolle des Südseeschutzgebietes, ein langstapeliges und seidenartiges Produkt, das exceptionell 
hohe Preise erzielt (1 Mark 20 Pf. pro Pfund) und das in England für geheim gehaltene Speciali= 
täten verwendet wird. » · 
Bismarck-Archipel: Vor Allem wird Baumwolle produzirt von der Firma Forsayth auf 
den zwei Plantagen Ralum und Tokuka an der Blanchebai in Neu-Pommern. Die Firma, die überhaupt mit 
Plantagenbau im Bismarck-Archipel voranging, konnte schon 1892 ctwa 55 000 Pfund gereinigter Baum- 
wolle exportiren: die jetzigen Ernten mögen vielleicht 200 Ballen betragen. Die Neu-Guinca-Kompagnic, 
die sich zuerst mit ihren Plantagen nur auf die Insel Neu-Guinea selbst beschränkte, folgte 1890 dem 
Beispiel und legte gleichfalls im Bismarck-Archipel in Herbertshöhe nahe bei Ralum eine Mischpflanzung 
mit Kokospalmen an, welche 1892 schon 12 000 Pfund (— 29 Ballen), 1893 26 000 Pfund 
( 61 Ballen), 1894 67 Ballen Lintbaumwolle produzirte; die letzte Ernte soll sogar 135 Ballen 
betragen. Da noch eine dritte Plantage, von einem Franzosen Monton angelegt, im Bismarck-Archipel 
existirt, so dürfte man kaum fehlgehen, wenn man den augoenblicklichen Gesammtexport des Südseeschutz- 
gebietes auf 400 Ballen veranschlagt. Bei den großartigen Preisen, welche dieses Produkt erzielt, ist 
zu hoffen, daß das vorhandene Beispiel Nachfolge finden wird. · 
Von der älteren Pflanzung (Samoasaat) der Neu-Guinca-Kompagnie bei Constantinhafen, 
Kaiser Wilhelmsland, wurde 1889/90 die erste Ernte von 1059 Pfund netto nach Bremen versandt, 
die 1 Mark 10 Pf. pro Pfund erzielte; die Ernte 1890/91 betrug schon 14 101 Pfund; 1890 wurden 
etwa 11 000 kg Nohbaumwolle geerntet und 1893 waren ungefähr 117 ha daselbst unter Kultur, 
wovon die erste Ernte 13 000 kg Rohbaumwolle ergab. —22 
Geringer ist der Erfolg in den afrikanischen Kolonien. In Westafrika sind nur im Togo 
bisher größere Versuche angestellt von J. K. Vietor; die ersten Proben, mit den Fingern entkörnt, 
erzielten Upland bis 43 Pf., Sea Island bis 80 Pf. das Pfund. Die im folgenden Jahre 1892) von 
dort gekommenen mit einer Handmaschine gereinigten zwei Probeballen wurden auf 45 bis 50 und 
48 bis 53 Mark pro Centner geschätzt; trotz dieses nicht geringen Preises wurden die Versuchc nicht 
ortgesetzt. 
sortgeseb e geringen Versuche der Gouvernementsplantage von Kamerun erzielten zwar eine aus- 
gezeichnete Qualität, doch waren die meisten Kapseln faul. n—oW- 
In Ostafrika hat die Deutsch-Ostafrikanische Gesellschaft bei Kikogwe am Panganifluß 
mehrere Jahre hindurch Baumwollenbau getrieben, 1891 und 1892 lieferte die Plantage etwa 4600 kg 
Texas (Long Staple) sowie etwa 300 kg Sea Island, in den letzten drei Jahren zusammen etwa 500 Ballen; 
die Sen Island-Baumwolle erzielte zwar gute Preise, doch litten die Pflanzen sehr unter Insekten, 
Engerlingen und Heuschreckenfraß, was die Kultur bisher unrentabel machte; die Texasbaumwolle gab 
zwar bessere Ernten und erzielte auch die Preise der besseren Qualitäten von Texasbaumwolle, doch 
ist die Preislage angenblicklich so gedrückt (früher wenigstens 43 bis 47 Pf. das Pfund, jetzt nur 26 bis 
32 Pf.), daß die Pflanzung troßz rationellen Betriebes, z. B. mit einer Dampfreinigungsmaschine, 
nicht rentiren kann und an Stelle der Baumwolle jetzt Liberiakaffee gepflanzt werden soll. Ebenso 
trieb die Plantagengesellschaft in Lewa Baumwollenkultur und produzirte im Jahre 1892 116 Pack 
(à 150 Pfund), hat aber auch seitdem die Kultur aufgegeben; desgleichen die frühere Deutsch-Ostafri= 
kanische Seehandlung (Perrot &amp; Co.) am Mkulumuzi bei Tanga, die 1892 die erste Probe nach
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        Deutschland sandte, 1894 die Baumwollenstauden aber nur noch als Schattenpflanzen für andere 
Kulturen benutzte. Auch bei Mikindani im südlichen Theile des Schutzgebietes sind Versuche des Herrn 
v. Quast mit Baumwolle 1894 als unrentabel aufgegeben, während in Witu die Gebrüder Denhardt 
mit Sea Island-Baumwolle recht gute Resultatc erzielten, die aber bisher wegen Mangels an Maschinen 
zum Entkörnen rc. nicht gehörig ausgenutzt werden konnten. — Trot dieser Schwierigkeiten sollte 
man die Kultur von Baumwolle für Deutsch-Ostafrika im Auge behalten; es hat übrigens auch nicht 
au Versuchen gefehlt, die Baumwollenkultur bei den Eingeborenen einzuführen, wie die Vertheilung von 
Baumwollensamen unter die einhcimische Bevölkerung durch die Deutsch-Ostafrikanische Gesellschaft und 
das Bezirksamt Pangani beweist. 
In Südwestafrika kommt im Ovambolande (nördlicher Theil des Schutzgebictes) wilde 
Baumwolle reichlich vor; sic ist aber bisher nur probeweisc in der dortigen Missionsstation Ondonga 
verwebt worden. 
Baumwollbäume der Gattungen Bombax und Ceiba sind in unseren Kolonien theils alt- 
heimisch, theils eingeführt, jedoch wird nirgends daselbst die Samenwollc, die sich zur Matratzen- 
ausfüllung sehr gut, zum Gewebe schlecht eignet, in größerem Maße exportirt, obgleich namentlich in 
Kamerun die Ceiba pentanch’'a ungemein häufig ist. 
Ausgestellt wurden nur Proben der Rohbaumwolle aus Deutsch-Ostafrika (Kikogwe und Tanga), 
Togo, Neu-Guinea (Stephansort), sowie vom Bismarck-Archipel (Herbertshöhe); Gewebe und Garn aus 
unvermischter deutsch-kolonialer Baumwolle waren nicht erhältlich. Eine kleine Probe der Samenwolle 
von Ceiba pentandra aus Neu-Guinea dient zum Vergleich. 
Andere Faferstoffe. Andere Faserstoffe kommen für unsere Schutzgebiete als Export- 
artikel kaum in Betracht. Einheimische Nohprodukte giebt es dort freilich genug, doch dienen sic bisher 
lediglich den Eingeborenen. Im Südseegebiet werden vor Allem die Fasern von Pueraria noro- 
guineensis, Abroma mollis und Boehmeria platiplhiilla, einer nahen Verwandten der Ramch, 
benutzt, sodann auch der Bast von Hibiscus tiliaceus. In Afrila dienen vor Allem zur Fasergewin— 
nung Nanancn, Sazseu#ic’za-Arten und Ananas, auch wohl verschiedene Alukvaceen, 7 /28cccn und 
Sterculacc,für gröbere Stricke vor Allem auch der Bast des Affenbrotbaumes (SBaobab). 
Der Bast dieses Baumes wurde sogar eine Zeit lang von der Deutsch-Ostafrikanischen Gesellschaft als 
Papiermaterial nach Europa exportirt, jedoch rentirte sich die Sache nicht. Mit Sisalhanf sind jetzt 
in Oslafrika größere Versuche im Gange, kleinere auch mit Mauritiushanf. Eine Zeit lang hatte 
Woermann bei Groß-Batanga in Kamerun auch eine Sansevieria= und Agavepflanzung angelegt, 
doch wurde dieselbe bald wieder aufgegeben. Proben dieser und anderer Fasern befinden sich in der 
wissenschaftlichen Halle. 
Naphia-Piassava und Naphia-Bast. Bisher wird in deutschen Kolonien Piassava 
nur von der Bambu= oder Raphiapalme gewonnen; es sind die groben, frei präparirten oder von 
selbst frei werdenden braunen Gefäßbündel der Blattstielbasis von Raphia vinifera. Der Artikel 
lommt seit sechs Jahren unter dem Namen Afrika-Piassava oder Bastfaser (bass libre) aus Westafrika in 
den Handel. Dieses wichtige Rohmaterial der Bürsten= und Besenfabrikation ist aber für unserc 
Kolonien bisher nur von untergeordneter Bedeutung. Nur in unseren tropisch-westafrikanischen 
Besitzungen bildet Piassava einen Exportartikel. Kamerun exportirte 1892 11 500 kg im Werthe 
von 8000 Mark,*) Togo sogar nur 330 kg im Werthe von 231 Mark, Ostafrika, wo gleichfalls Raphia- 
palmen wachsen, sogar anscheinend gar nichts. Bei dem massenhaften Vorkommen der Naphiapalme, 
namentlich im nördlichen Kamerun (Rio del Rey), wäre der Export unserer westafrikanischen tropischen 
Kolonien einer enormen Ausdehnung fähig, wenn nicht eben die leichte Erlangung großer Quantitäten 
auch in anderen westafrikanischen Kolonien den Arlikel unrentabel machte; in Togo z. B. soll sich die 
Gewinnung gar nicht mehr lohnen. Das Hauptaugenmerk wird darauf zu richten sein, durch kleine 
Erleichterungen 2c. den Artikel derart zu verbilligen, daß er den Exporteuren doch noch einen 
kleinen Nutzen läßt; es würden hierdurch bei der hohen Bedeutung des Artikels, der einen Ersatz dex 
immer seltener werdenden Bahia-Piassava bildet, enorme Ausfuhrziffern geschaffen werden können. 
Freilich sind die Preise, die in der ersten Zeit 42 Mack pro Centner betrugen, dann sogar eine kurze 
Zeit bis auf 60 Mark stiegen, jetzt auf 20 Mark gefallen, namentlich durch die Konkurrenz der ähnlichen 
als Bassine in den Handel gelangenden Fasern der Palmyrapalme. 
Ueber die Entwickelung des Handels giebt die Einfuhrstatistik Hamburgs Aufsschluß; es kamen 
im Ehier Jahre 2480 Tons (— 49 600 Centner) Afrika-Piassava nach Hamburg; von der Liberia- 
üste allein 
1890: 30 ToSs, 1891: 450 Tons, 1892: 1450 Tons, 1893: 1750 Tous, 189.1: 1300 Tons. 
*) Die Hambmrger Handelsübersichten geben für „rohe Erzeugnisse zur Bürstenfabrikation“ aus Deussch- 
Westafrika viel höhere Zahlen, nämlich 
1893 148 500 kux im Werthe von 89 000 Mark, 
18946 664000 42000 4 
dach mag wohl das Meiste davon in Wirklichleit aus den nördlicher gelegenen englischen Häsen des Nigergebietes 
herstammen.
        <pb n="372" />
        — 23 — 
Die Afrika-Piassava wird fast ausschließlich zur Herstellung grober Besen verarbeitet, namentlich 
werden Straßenbesen, Schiffsschrubber, Topfpinsel 2c. daraus verfertigt. 
Noch bedeutender ist jetzt die Verwerthung des sogenammten Raphiabastes; es ist dies kein 
Nindenbast, sondern die untere Epidermis der Fiedern der jungen kaum sich öffnenden Blätter, die von 
den Eingeborenen in sehr primitiver Weise nach Entfernung der Mittelrippe der Fiedern zwischen Hand 
und Messer abgestreift wird. Es hat sich diese Naphiabastgewinnung zu einer Exportindustrie speziell 
in Madagaskar entwickelt, von wo jetzt ganz enorme Quantitäten versendet werden. In Deutsch- 
Ostafrika, wo dieselbe Palme wie in Madagaskar (Kapse whet) vielfach vorkommt, wird dieser Bast 
bisher nur von den Eingeborenen lokal gewonnen und als Bindematerial sowie als Garn und zu 
Musiksaiten verbraucht. In Westafrika, woselbst andere Raphiaarten heimisch sind, speziell die als 
Piassavalieferant erwähnte Raphia vinifera, verarbeiten die Eingeborenen diesen Bast zwar zu 
Stricken, Matten und zeugartigen Geflechten, ein Exportartikel ist dieser Bast als solcher aber noch nicht 
geworden, und die ersten im letzten Jahre unternommenen Versuche haben keine glänzenden Erfolge erzielt, 
ob infolge mangelhafter Präparation oder weil die dazu verwendete Palmart eine weniger gute 
Qualität liefert als die in Madagaskar wachsende, ist nicht recht klar. Der Naphiabast ist seit 50 Jahren 
eingeführt und hat Preisbewegungen von 20 Mark bis 100 Mark pro 5 kg durchgemacht. Die Zufuhr 
steigt von Jahr zu Jahr. Es kamen nach Hamburg: 
1890: 2 100 Ballen à 2 Centner, 1893: 2 150 Ballen à 2 Centner, 
1891: 2800 = 1894: 4000 
1892: 1350 1895: 5000 = « · 
Der äußerst haltbare Raphiabast wird hauptsächlich zu Bindezwecken in Weinbergen und 
Gärtnereien benutzt, sodann in sieigendem Maße zur Verfertigung von Körben und zu billigen Fabrikaten 
aus Raphiabast-Flechtwerken. 
Es wurde ausgestellt ein junges Raphiablatt, im Begriff sich zu entfalten, Raphiabast von 
KNapla umfera aus Westafrika und wh, aus Deutsch-Ostafrika und Madagaskar, Rohpiassava von 
von Raphia vinifera, ein Fruchtstand von Raphida vinifera sowie Raphiamatten ungefärbt und 
gefärbt durch das Faser-Importgeschäst von Steidtmann &amp; Nagel in Hamburg; ferner als Fabrikate 
der geflochtenen Naphiafaser: Pantoffel, Schuheinlegesohlen, Taschen, Tornister, Helme und Mützen durch 
die Firma Kulstrunk &amp; Co. in Bakow a. Iser; sodann Arbeitskörbe, Spankörbchen, Henkelkörbchen, 
Kuvertsständer und Flaschenhülsen durch Herrn Dr. Fleischmann in Coburg; Piassavabesen und ein 
kleiner Schiffsschrubber durch Carl Demmin in Elmenhorst, ein großer Schifssschrubber, Straßen- 
besen und Topfpinsel durch Paul Schultze in Berlin. 
Borassus-Piassava oder Bassinc. Diese Faser, in gleicher Weise wie die Raphia-Piassava, 
aber von der Palmyrapalme (Borassus Maetlse) gewonnen, ist in den allerletzten Jahren in enormen, 
immer steigenden Massen aus Ceylon und Indien exportirt worden. Da die gleiche Art (die sogenannte Deleb- 
palme) in unseren afrikanischen Kolonien sehr häufig ist, so würde sich vielleicht auch dort die Bereitung der 
Bassine lohnen. Es wurden eine Probe der Faser sowie ein Besen daraus durch Herrn Paul Schulfec, 
Bürsten= und Pinselfabrikant in Berlin, zur Ausstellung eingesandt. 
Nohstoffe für Flechtarbeiten. Rohmaterial für Flechtarbeiten sowie Flechtwerke 
daraus bilden in Deutsch-Ostafrika einen bedeutenden Ausfuhrartikel. Die Statistik beziffert den Ex- 
port von 
Flechtgras und Waaren daraus?) 1893: 669 000 engl. Pfund im Werthe von 13 600 Dollar, 
1894: 1 322 000 = - - - 24 100 - 
Sonstige Gras= 2c. Waaren 1893: 247000 --- 2200- 
1894: 342 000 = OD - - -3800 - 
Wenn auch die Statistik nicht angiebt, was Alles unter diese Rubriken fällt, so ist doch klar, 
daß es sehr geringwerthige Artikel sind, da 50 bis 100 Pfund nur einen Dollar kosten; vermuthlich 
spielen die Blätter der wilden Dattel= und Dumpalme, die besonders viel zur Mattenfabrikation, 
einer bedeutenden Industrie in Sansibar, benutzt werden, in diesen Rubriken eine große Rolle, sowie 
vielleicht auch die sogenannten Makutis, Dachdeckmaterial aus Palmblättern. 
Ein Export dieser Artikel nach Europa scheint kaum stattzufinden. 
Im Sübdseeschutzgebiet wird vor Allem das Panudanusblatt als gutes und leicht zu be- 
schafsendes Flechtmaterial benutzt, während zum Dachdecken vorzügliche Rohstosse in den Blättern der 
Sago-, Steinnuß= und Nipapalme vorliegen. Ein Export in diesen Erzeugnissen findet aber nicht 
statt, ebenso wenig in Westafrika, wo namentlich die Bambupalme die gleiche Nolle spielt. 
m à n 
*) Die Statistik von 1890/91 unterscheidet: 
Kokosfaser und strike 25000 Pfund im Werthe von 1 600 Dollar, 
en Körbe und Säcke 7370000 - - - -14100- 
BattmbGraszmthlechten..258000- - - -3700
        <pb n="373" />
        — 24 — 
Selbst Rottang (Stuhlrohr) wird bisher leider noch gar nicht aus unseren Kolonien 
cxportirt, obgleich Neu-Guinea unter den vielen dort einheimischen Kletterpalmen wohl zweifellos auch 
brauchbare Sorten beherbergt; auch in Kamerun bilden Calamusarten an manchen sumpfigen Stellen 
(3. B. am Sannaga) ganze Wälder und könnten dem Handel Stuhlrohr in Menge liefern, wenn- 
hleich das bisher von dort probeweise unter dem Namen „Bushrope“ importirte Rohr sich als nicht 
besonders brauchbar für Stuhlflechterei erwiesen haben soll. Die hübschen Kamerunmatten, von denen 
eine Probe ausgestellt ist, bestehen großentheils aus solchem Bushrope, im Verein mit Raphiabast, und 
auch sonst wird Stuhlrohr in Kamerun allgemein zum Hüttenbau, zum Nähen der Dachmatten, zum 
Flechten von Körben und Fischreusen benutzt. 
Arzneistoffe. 
Der Export von Arzneistossen aus unseren Kolonien ist bisher ein so minimaler, daß von einer 
Ausslellung derselben Abstand genommen wurde, zumal sie sämmtlich in der wissenschaftlichen Halle 
Berücksichtigung gefunden haben. Die wichtigsten sind folgende: 
Kalabarbohne. Diese Samen einer bohnenartigen Schlingpflanze (7M/9808kihmc rene- 
noscm) kommen in kleinen Quantitäten aus Kamerun, wo sie namentlich von den Bakwilis am 
Kamerungebirge gesammelt werden. Es wurden von Kamerun exportirt: 
1892 . 462 kg im Werthe von 199 Mark, 
1893 ** . 506 = 2 * - 163 * 
Da die Bohne nur zu dem in der Medizin wenig benutzten Physostigmin benutzt wird, ist ein 
bedeutenderer Aufschwung des Handels nicht zu erwarten. 
Colombowurzel. Die gelbe in Querscheiben geschnittene und dann getrockuete Wurzel 
der hübschen Schlingpflanze Jatcoreco Colm#b wird in sehr geringen Mengen aus Deutsch-Ost- 
afrika exportirt. Genauere Angaben fehlen in den Statistilen, aber da der Gesammtexport an Arzneien 
1894 nur 730 engl. Pfund im Werthe von 484 Dollar, der Gesammtexport an Drogen (nebst Par- 
fümerien) 1071 Pfund im Werthe von 22 Dollar betrug, so kann der Colombowurzelexport nur gering 
sein. Auch die südlich gelegene portugiesische Küste exportirt etwas davon, von Ibo z. B. kamen 1891 
für 52 Mark, 1892 für 4392 Mark, wovon für 1760 Mark nach Deutschland ging. Sansibar und 
Mozambique sind die Hauptexportplätze, Bombay, London und Hamburg die wichtigsten Importplätze 
dafür. Die Colombowurzel hat speziell für die Augenheilkunde einige Bedentung. 
Strophanthus. Die Samen mehrerer Arten dieser Gattung liesern das neuerdings in der 
Heilkunde als Herzmittel so in Aufnahme gekommene Strophanthin. Die augenblicklich wichtigste Art 
dieser Gattung, Strophantus Kombe, ist zwar bisher für Deutsch-Ostafrika noch nicht sicher nach- 
gewiesen, dürfte aber wohl dort vorkommen, da sie im benachbarten Britisch-Centralafrika so häufig ist. 
In letzterem Gebiete ist es ein nicht unwichtiger Handelsgegenstand geworden, indem 1893 schon 
2311 engl. Pfund im Werthe von 279 Pfd. Sterl., 1894 sogar 7939 Pfund im Werthe von 
557 Pfd. Sterl. Strophanthussamen von dort exportirt wurden. 
Massoi. Die Rinde dieser mit dem Zimmetbaum verwandten Pflanze, Massoia aromutica, 
die in Neu-Guinea recht häufig ist, wird von den Eingeborenen des malayischen Archipels als Heil- 
mittel (namentlich bei Dysenterie) sehr geschätt, so daß sich schon seit langer Zeit ein reger Export- 
verkehr in dieser Droge von Holländisch-Nen-Guinea nach dem Archipel zu entwickelt hat. Massoirinde 
ist dadurch einer der wichtigsten Exportartikel Neu-Guineas. Der deutsche Theil der Insel scheint aber 
bisher an diesem Handel kaum oder gar nicht theilzunehmen. 
Hölzer. 
Der Holzexport unserer Kolonien ist nicht unbedeutend; Deutsch-Südwestafrika ist das einzige 
Schutzgebiet, von wo keine Hölzer exportirt werden. Entwickelt sich daselbst, wie zu hoffen, eine 
bedeutendere Minenindustrie, so würde man wohl auch dort, wie in Transvaal, an eine Aufforstung 
mit Eucalyptus denken müssen. 
Auch der Holzexport des Togogebietes ist bisher ein ganz minimaler, trotzdem namentlich die 
Ufer des Waho= und Sioflusses ausgedehnte, werthvolle Wälder besitzen; wic schnell sich der Export 
entwickeln kann, zeigt die benachbarte Goldlüstenkolonie, die 1887 erst für 80 Mark, 1892 dagegen 
schon für 720 000 Mark Holz exportirte. 
Deutsch-Ostafrika dürfte fürs Erste wohl kaum für den Holzexport nach Europa besonders in 
Betracht kommen, da die meisten größeren Waldungen (Usambara, Kilimandjaro) zu weit im Inlande 
liegen; freilich liegen südlich vom Rufidji die Verhältnisse besser. Hingegen dürfte sich bei der Besserung 
der Kommunikationsmittel im Lande selbst ein regerer Holzauslausch von holgzreichen Distrikten nach 
holzarmen entwickeln lassen, während jetzt selbst die schönen Wälder Handeis bei Aulegung der Kaffee- 
plantagen einfach gefällt werden und nutzlos verderben, trotzdem in einer gar nicht großen Entfernung 
an der Küste der Holzbedarf von Europa aus gedeckt werden muß.
        <pb n="374" />
        — 25 — 
Bauhölzer. 
Der Holzexport Deutsch-Ostafrilas besteht fast ausschließlich in Werlholz, und zwar in den 
Mangrovehölzern (Boriti) der Flußmündungen, die nicht nur an der Küste selbst gebraucht, sondern 
auch nach Sansibar exportirt werden. Die Mangrovebestände der Küste werden vom Forstassessor 
Krüger auf 60 000 ha geschätzt, sie leiden aber außerordentlich unter der Raubwirthschaft der 
Eingeborenen. 
Der Holzexport Deutsch-Ostafrikas betrug 1999 21 000 Dollar, 
1893 24 000 - 
1894 . 26 000 - 
gegenüber einem gleichzeitigen Import von 38 000 Dollar, von denen für 27 000 Dollar Holz aus 
Europa kam. 
Bierhölzer. 
Kamerun und das Südseeschutzgebiet sind zwar überreich an Wäldern, liefern aber, da 
in der Nähe dieser Gebiete kein Holzmangel existirt, für den Export bisher ausschließlich Edelhölzer, 
die in den Statistiken gewöhnlich in schwarze oder Ebenhölzer, Braunhölzer und Rothhölzer ein- 
getheilt werden. * 
ebenholz. Diese meist von Diospyrosarten abstammenden schwarzen Hölzer kommen jetzt 
in großen Mengen aus Afrika und zum Theil auch aus den deutschen Kolonin. 
Das Kamerun-Ebenholz, von Diospyros dencko abstammend, ist das wichtigste; es wurde 
an Cbenholz von Kamerun cxportirt: 
1891/92 583 000 kg im Werthe von 66 000 Mark, 
1892/)03 509 00 J - : 61 000 - 
1893/904 507 000 „ - -77000 - 
1894/05 479000 - 60 000 - 
(für 1894 werden 68 000 Mark angegeben). 
Große Klötze davon, polirte Stücke sowie Tisch, Etagere und Stuhl daraus wurden durch 
die Möbelfabrik von C. Praechtel in Berlin ausgestellt, ferner auch Spazierstöcke und Arbeiten in 
Verbindung mit Elfenbein durch E. Ebell. 
Etwas Ebenholz kommt auch aus Togo: 
189929 171 kg im Werthe von 47 Mark, 
1893 144355 5„ : 453 4 
es stammt aus den Gegenden von Dagle, Gaphe und Game. 
Auch Deutsch-Ostafrika besitzt Diospyrosarten, jedoch kann der Export nur ein sehr kleiner 
sein, da von sämmtlichen Edelhölzern zusammen aus Deutsch-Ostafrika exportirt wurden 1893 für 
1700 Tollar, 1894 nur für 200 Dollar, während von dem benachbarten Mozambique 1894 für über 
18 000 Mark Ebenholz und für über 3000 Mark sogenanntes Grenadilleholz allein nach Deutschland 
kam. Letßzteres, das sogenannte Grenadilleholz, besitzt gleichfalls ein ziemlich dunkles Kernholz (freilich 
bedeutend heller als das echte Ebenholz)) es kommt auch im südlichen Theile des Schutgebietes vor 
und wird wie auch das Ebenholz an der Küste und auf Sansibar zu Spazierstöcken verarbeitet. Proben 
davon sowie Stöcke daraus gelangten durch den Deutschen Frauenverein sowie Herrn W. Kuhnert zur 
Ausstellung. 
Uch in Neu-Guinea kommen Ebenholzarten vor aus der Gattung #aha und Tiospyros, 
jedoch wird dasselbe noch nicht ausgenutzt; vielleicht dürfte es später, wie jetzt schon auf den malayischen 
Inseln, für den Export nach China in Betracht kommen, woselbst eine bedeutende Ebenholz-- 
industrie existirt. 
Braunhölzer. Bei dem großen Reichthum Kameruns und Neu-Guineas an Waldungen, 
die aus den verschiedenartigsten Bäumen bestehen, ist es nur natürlich, daß sich jetzt ein Holzexport in 
größerem Maßstabe von dort zu entwickeln beginnt. Kamerunhölzer und Neu-Guineahölzer sind schon 
ständige Handelsartikel geworden. Ueber die Stammpflanzen der importirten Neu-Guineahölzer 
sind wir einigermaßen orientirt, da die Neu--Guinea-Kompagnie, bisher der einzige Exporteur solcher 
Hölzer, dic wissenschaftliche Klarlegung der Pflanzen schon im eigenen Interesse für wünschenswerth 
erachtete. Es sind bisher nur drei Küstenbäume, die zur Verschiffung gelangen, nämlich Calophyllum 
inoplijllum, Afcelia bijuga und Cordia subcordata. 
Das Calophyllumholz eignet sich ausgezeichnet als Möbelholz und zur Wandbekleidung, 
es hat z. B. im Reichstage, im Kolonialheim und in den Kajüten mehrerer Dampfer des Norddeutschen 
Lloyd Anwendung gefunden, es ist ein schön geflammtes Holz und außzerordentlich begehrt. Eine Etagere 
daraus sowie ein großer Klotz wurden durch die Möbelfabrik von C. Praechtel in Berlin ausgestellt.
        <pb n="375" />
        — 26 — 
Das Afzeliaholz ist überaus hart und haltbar; es wird im malayischen Archipel viel zum 
Brücken= und Schiffsbau, bei uns bisher mehr für kleinere Drechslerarbeiten benutzt, jedoch hat man 
neuerdings auch ein Verfahren gefunden, welches es in hervorragendem Maße zur Möbelfabrikation 
verwerthbar macht. 
Das Cordiaholz ist gleichfalls ein besonders schönes nußbaumartiges Möbelholz, kann aber 
meist nur in kleineren Stämmen beschafft werden, auch ist der Baum nicht besonders häufig. 
Im Jahre 1894 kamen 303 Stämme Calophyllumholz und 76 Stämme Afzeliaholz von der 
Astrolabebai, im ersten Theile des Jahres 1895 124 Block Calophyllum sowie 163 Stück und 
10 Stämme Cordia zur Verschiffung. Dic Hölzer pflegen in Bremen gute Preise zu erzielen. 
Die aus Kamerun kommenden Braunhölzer sind, was ihre botanische Herkunft betrifft, noch 
wenig bekannt. Das wichtigste derselben ist das Kamerun-Mahagoniholz (angeblich von Khayd 
benchalon#s abstammend), wovon im Jahre 1893 44 000 kg im Werthe von 3458 Mark exportirt 
wurden. Wenn man die Anfuhren in Hamburg zu Grunde legt, so muß die Ausfuhr Kameruns eine 
sehr viel bedeutendere gewesen sein, jedoch ist nicht gesagt, daß wirklich alles in Hamburg unter dem 
Namen Kamerun-Mahagoniholz verkaufte Holz aus unserem Schutgebiet stammt, vermuthlich kommt 
auch vieles von dem englischen Niger coast protectorate und namentlich von Gabun. Im Kamerun- 
gebiet selbst wächst es in großer Menge in den Landstrecken um das Kamerungebirge herum, besonders 
aber in der Gegend des oberen Mungo. Es ist schon ein wichtiges Objekt und erzielt auf den 
Auktionen überseeischer Hölzer in Hamburg recht hohe Preise. Nach der Meinung erfahrener Holz= 
händler soll es dem echten Mahagoni kaum nachstehen und dürfte noch eine große Zukunft haben. 
Ein großer Klotz davon sowie ein Tisch daraus gemacht, wurden von C. Praechtel ausgestellt. 
Von anderen Braunhölzern ist der Export aus Kamerun sehr unbedentend, wenngleich es gute 
Sorten darunter giebt, wic die schöne Kollektion beweist, die der Gouverneur Herr v. Puttkamer mit 
herübergebracht hat und wovon Proben mit ausgestellt sind. Für 1892/93 wird der Export derselben 
(abgesehen von Mahagoni) auf 5910 kg im Werthe von 480 Mark angegeben, für 1894 1000 kg 
im Werthe von 200 Mark. Ein recht hübsches polisanderähnliches Kamerun-Braunholz kam in einem 
größeren Klotze, sowic ein Stück polirt, von C. Praechtel zur Aufstellung. 
Zu den Braunhölzern dürfte auch die geringe Quantität (332 kg) sogenannten Cedernholzes (2.) 
zu rechnen sein, die sich in den Exportlisten Togos für 1893 findet. 
Nothhölzer kommen bisher, was die deutschen Kolonien betrifft, nur von Kamerun, und zwar 
sind es vor Allem zwei Arten, das sogenannte Camwood von Bapstea n#cla stammend, und das 
sogenannte Barwood, von Iterocarpus santalinoides stammend. Es wurden an Rothholz exportirt 
1892/93 16 146 kg im Werthe von 1211 Mark; 1894 5000 kg im Werthe von 400 Mark. 
Sowohl von den Eingeborenen als auch in Europa werden diese Hölzer zur Farbstoffbereitung 
benußt. Aus dem Pterocarpusholz lassen sich auch schöne Möbel machen, wie ein von C. Praechtel 
ausgestellter Tisch zeigt. Auch polirte Holzproben beider Arten wurden ausgestellt. 
Thierische Produkte. 
Felle, Häute und Wolle. 
Der Gesammtexport unserer Kolonien an Häuten und Fellen erreicht bisher einen Werth von 
etwa 75 000 Mk. Südwestafrika nimmt mit 54 000 Mk. darunter den ersten Rang ein, Deutsch- 
Ostafrika liefert für etwa 20 000 Mk., Togo exportirt noch nicht für 1000 Mk., ebenso liefert Kamerun 
nur ganz minimale Mengen, wenngleich das Hinterland Adamaua größere Quantitäten dem englischen 
Benuögebiet zuführt; das Südsee-Schutzgebiet exportirt überhaupt keine Felle und Häute. 
Ninderhäutoe spielen dabei die erste Rolle. Allein von Walfischbai gelangten 1894 7173 Stick 
Rinderhäute im Werthe von 33 780 Mark zur Ausfuhr (dazu noch für 220 Mark 184 Stück Kalbs- 
felle), ferner von Lüderitz-Bucht für 750 Mark. Aus Deutsch-Ostafrika wurden 1893 für 2277 Dollar 
und 1894 für 1766 Dollar Ninderhäute exportirt. Diese letzteren gehen meist nach Sansibar, wo sie 
theilweise selbst verarbeitet werden, ein anderer Theil geht nach Indien (Bombay) weiter, während 
direkt nach Europa nur kleinere Mengen gelangen. 
egen ihrer Größe gelangten sie nicht in dem Saale zur Ausstellung, ebenso wenig die 
allbekannten Fabrikate daraus. Nur Felldecken und Felltaschen daraus, wie sie die Eingeborenen in 
Südwestafeit anfertigen, wurden durch die Firma H. W. Burmester in Hamburg und Südwestafrika 
ausgestellt. 
Schaf= und Ziegenfelle werden fast ausschließlich aus Deutsch-Südwestafrika exportirt, 
z. B. wurden 1894 von Walfischbai 2052 Stück Schaffelle im Werthe von 2000 Mark und Ziegen-
        <pb n="376" />
        — 27 — 
felle im Werthe von 16 780 Mark exportirt, von Lüderitzbucht in demselben Jahre von beiden zusammen 
für 150 Mark. Viele werden von den Eingeborenen zu Felldecken und Felltaschen verarbeitet, von 
denen durch die Firma H. W. Burmester einige ausgestellt wurden. 
Antilopen= und Gazellenfelle kommen hauptsächlich von Deutsch-Ostafrika zur Ausfuhr 
und bilden den größten Theil der unter der Rubrik Ziegen-, Schaf-, Gazellen= und ähnliche Häute 
zusammengefaßten Ausfuhr, die im Jahre 1884 2899 Dollar betrug. Vor Allem sind es die Felle von 
zwei kleinen Antilopenarten, vom Moschusböckchen (Mesotay#s moschatus) und von der ostafrikanischen 
Zwergantilope (Ceplialolophus #mnacus), die schon einen regelmäßigen Handelsartikel nach Europa 
bilden. Erstere Art, von den Importfirmen als „Gazellen“ bezeichnet, kommt in Mengen von etwa 
50 000 Stück jährlich in den Handel, die andere Art, von den Importfirmen als „Gazellenböcke“ bezeichnet, 
wird nur in 2000 bis 3000 Stück jährlich nach Europa importirt. Da die Preise für die Gazellenfelle 
zwischen 18 und 23 Mark pro 100 Stück betragen, die der Böcke zwischen 40 und 60 Mark pro 
100 Stück, so würde der Import nach Europa etwa 12 000 Mark ergeben, also weit mehr, als die 
Erportziffern Deutsch-Ostafrikas ergeben; es kommen aber auch nichtdeutsche Theile der ostafrikanischen 
Küste in Betracht. Die sogenannten Gazellen geben ein gutes Handschuhleder, die sogenannten Gazellen- 
böcke dienen in der Schuhfabrikation als Ober= und Futterleder; es rangirt dieses Gazellenbockleder 
zwischen dem Leder einer starken Gazelle und einer Antilope. 
Die Felle beider Sorten sowie das daraus gefertigte Leder und Handschuhe daraus werden 
durch die Häute-Importfirma Samnel &amp; Rosenfeld in Hamburg ausgestellt. . 
Die Eingeborenen Ostafrikas benutzen auch die Felle anderer Arten von Antilopen, z. B. machen 
die Waganda hübsche Mäntel aus den Fellen der lilabäuchigen Zwergantilope (Cephakocopus achta- 
kor#al#). In Südwestafrika, wo übrigens der Gesammtexport von Wildfellen aus Walfischbai im 
Jahre 1894 sich auf nur 260 Mark belief, werden besonders aus den Springbockfellen hübsche Decken 
gemacht, wie einige von der Firma H. W. Burmester ausgestellte Muster beweisen. 
Ahinoceros= und Flußpferdhäute klommen nur in sehr minimalen Quantitäten zur Ausfuhr, 
und zwar lediglich von Deutsch-Ostafrika, im Jahre 1894 für 322 Dollar. Meist läßt man sie des 
theuren Transportes wegen liegen. In Afrika selbst werden die Hänte derselben, namentlich der Fluß- 
pferde, zu Stöcken und Peitschen verarbeitet, wie ein von Herrn W. Kuhnert ausgelegter Stock beweist. 
Naubthierfelle, Panther-, Löwen-, Wildkatzen= und dergleichen Zierfelle gelangen nur in 
geringen Ouantitäten zur Ausfuhr, weniger als Handelsartikel wie als Kuriositäten, Jagdtrophäen r2 
Immerhin wurden unter der Rubrik „Sonstige Wildhäute“ aus Deutsch-Ostafrika 1893 für 3283, 1894 
ür 4703 Dollar exportirt; es umfaßt diese Rubrik aber wohl auch größere Antilopenfelle sowie Affen= 
elle. Des beschränkten Platzes halber gelangten nur einige Panther= und Wildkatzenfelle aus Südwest- 
afrika, geliefert durch HO. W. Burmester in Hamburg, zur Ausstellung. 
Die Klippschliefer besitzen Felle, die sich ganz ausgczeichnet für? eelzarbeiten eignen, eine Art 
wird z. B. von den Wadjaggas am Kilimandjaro viel zu Mänteln verarbeitet; nach Europa gelangen 
sie aber nur selten, und zwar nicht als Handelsartikel, sondern mehr zum Selbstgebrauch dort stationirter 
Europäer. Ein Muff und ein Kragen, von Frau Stabsarzt Dr. Kohlstock zur Verfügung gestellt, 
demonstriren die vorzügliche Beschaffenheit dieses Pelzes. 
Affenfelle, verschiedene Arten von Seidenaffen (Cokobus) bilden einen wenn auch in den 
deutschen Kolonien nur kleinen Handelsartikel. Von den ostafrikanischen Arten kommen Felle des 
Weißschwanz-Seidenaffen (Colob#s cckakus) vom Kilimandjaro, der sich durch langen weißen Behang 
am Hinterrücken auszeichnet, zuweilen nach Europa, ebenso vom weißschulterigen Seidenaffen (Colobus 
patl##u#s) der Küste, jedoch nicht als geregelter Handelsartikel. Von Kamerun kommt das ganz schwarze 
Fell von Colobus satunds kaum wirklich in den Handel, in Togo bildet dagegen das Fell von Cosobs 
coklerosus, das sich durch einen kurzen, weißen Schulterbehang auszeichnet, einen wirklichen, wenn auch 
kleinen Handelsartikel, indem 1892 575 kg im Werthe von 592 Mark, 1893 260 Stück im Werthe 
von 1535 Mark, 1894 242 Stück im Werthe von 726 Mark exportirt wurden. Sehr viel größer ist 
der Affenfellexport aus den benachbarten englischen Goldküstenkolonien, von wo in den Jahren 1887/92 
im Durchschnitt jährlich 175 000 Stück im Werthe von 600 000 Mark exportirt wurden; es sollen 
dort zu diesem Zweck mindestens 200 000 Affen jährlich getödtet werden. Auch der rothrückige Colobus 
J% s besitzt einen wenn auch sehr geringen Handelswerth, jedoch scheint er aus deutschen Kolonien 
trotz seines Vorkommens daselbst nicht exportirt zu werden, viel mehr hingegen von Liberia. 
Aus den Affenfellen werden billige Musse und Pelzkragen hergestellt. Die Preise der Felle 
variiren aber infolge des schnellen Wechsels der Mode außerordentlich. London ist der sast allein 
wichtige Markt für diesen Artikel. 
Mehrere Affenfelle von Colobes roklerosus und zwei daraus verfertigte Muffe, durch die Pelz- 
firma G. Cohn in Verlin zur Verfügung gestellt, repräsentiren diese Industrie. 
Wolle. Die Wollausfuhr unserer Kolonien ist bisher noch eine ganz minimale; Südwest- 
afrika, unsere einzige Kolonie, die sich gut für Wollzucht eignet, exportirte 1894 erst 1249 kg im
        <pb n="377" />
        — 28 — 
Werthe von 1200 Mark, daneben noch 48 kg — 40 Mark) Angoraziegenhaare; schon in den nächsten 
Jahren dürften aber ganz andere Zufuhren zu erwarten sein. In Anbetracht der bisherigen geringen 
Bedeutung dieses Artikels wurde nur eine kleine Probe Wolle und Angoraziegenhaare aus Deutsch- 
Südwestafrika ausgestellt. 
FLebendes Wieh. 
Der Export von lebendem Vieh aus Deutsch-Ostafrika betrug 1893 etwa 21 000 Dollar 
(359 Stück Rindvieh, 3918 Stück Schafe und Ziegen), 1894 11 000 Dollar (359 Stück Rindvieh und 
837 Stück Schafe und Ziegen). In Südwestafrika entzieht sich der ziemlich bedeutende Landexport der 
Kontrole. Der Serexport betrug 1892 etwa 6500 Stück Rindvieh (à 100 Mark) und 10 000 Stück 
Kleinvieh (àa 10 Mark), also für 750 000 Mark, doch bildete dieses Jahr offenbar eine Ausnahmc. 
Hörner. 
Der Export von Hörnern aus unseren Kolonien ist bisher nicht sehr bedeutend, nur Südwest- 
afrika und Ostafrika kommen dabei in Betracht. « 
hinoceroshörner bilden die Hauptauantität. Deutsch-Ostafrika exportirte davon: 
1893 24 000 engl. Pfund im Werthe von 12 000 Dollar, 
18944 24000 - -16000 - 
Sie gehen hauptsächlich nach Sansibar und Vorderindien, nur sehr wenig nach Europa und so 
gut wie gar nicht nach Deutschland. In Sansibar und an der afrikanischen Küste werden die langen 
geraden Hörner zu werthvollen Spazierstöcken verarbeitet. In Paris werden sie zu Stock- und Schirm- 
krücken verarbeitet, die aber wegen des hohen Preises in Deutschland kaum Absatz finden. Einige 
Proben gelangten durch die Kunstdrechslerei von C. Dannenberg in Berlin zur Ausstellung. 
Kinderhörner bilden einen sehr kleinen Exportartikel aus Deutsch-Südwestafrika. Im 
Jahre 1894 exportirte Walfischbai 1083 Rinderhörner im Werthe von 400 Mark. Sie gehen nach 
dem Kap und verschwinden daselbst in dem großen Handel mit Hörnern; schließlich werden sie zweifellos 
zu den g rwöhchen Hornarbeiten verwendet. 
Antilopenhörner wurden von Walfischtai 1894 im Betrage von 1200 Mark nach dem 
Kap exportirt; ganz geringe Quantitäten gelangen auch in Ostafrika zur Verschiffung; mehr als 
Kuriositäten und Jagdtrophäen dem als Handelsartikel, wemgleich sie sich in ihrer Verwendung als 
Garderobehalter und Zimmerschmuck schon allgemeineres Interesse beanspruchen dürften. Einzelne 
derselben, z. B. vom Springbock, Handelsartikel der Firma H. W. Burmester in Hamburg und Süd- 
westafrika, gelangten zur Aufsstellung. 
Bähne. 
Elfenbein. Für den Elfenbeinhandel kommen eigentlich nur unsere Kolonien Kamerun 
und Deutsch-Ostafrika in Betracht, da Togo und Südwestafrika nur minimale Mengen exportiren. 
Walfischbai verschiffte:) 1891 für 3200 Mark, 
1894 1580 
Togo exportirte: 
158 kg im Werthe von 1 700 Mark, 
18993 . 243 - . 2 300 = 
1894 . . 165 - - 1 400 
Kamerun lieferte: *7) 
1892 40 275 ke i im Werthe von 725 000 Mark, 
18939 32 422 4000 
1894 34 6356 104 000 
Dentsch- stefriio - 
000 engl. Pfund im Werthe von 1330 000 Dollar, 
160r .... - 149 000 - 
1893 247 000 - 000 - 
1894 344 000 - 873 000 - 
luch die Kapkolonie, die vor 14 Jahren noch reichliches, besonders für Billardbälle passendes Eljenbein 
lieferte, verhe 1895 nur noch 1000 kg und muß demach O den Elfenbeinhandel als ausgestorben gelten- 
)1. Juli 1891 bio 30. Juni 1892 . 8353 kg im Werthe von 663 426 Mark, 
1. 1892= 30. 1893 165. 377 776 
1. * 1893 30. 154 .... J 484 -- - - 3 042 
« 1894 30. 562 226 
Im kueten: Jahre ist 14 Mart ** —e als 140nnwer angenommen.
        <pb n="378" />
        — 29 — 
Die 200 000 kg Elfenbein, die aus den deutschen Schutzgebieten jährlich ausgeführt werden, 
entsprechen bei einem Durchschnittsgewicht von 6 kg pro Zahn für Ostafrka und 8 kg für West- 
afrika etwa 16 000 Elefanten, die jährlich getödtet werden. 
Da das Gesammtangebot an Elfenbein auf den Auktionen 1894 620 000 kg betrug, so 
exportiren demnach die deutschen Kolonien etwa ein Drittel des Gesammtangebots, von dem Rest kommt 
der größte Theil (etwa die Hälfte alles Elfenbeines) vom Kongogebiet, und das restirende von 
Gabun, Niger-Benuc und Mozambique. In Deutsch-Ostafrika kommt das weiche, werthvollere Elfenbein 
hauptsächlich von den nördlich von Pangani gelegenen Plähen sowie von Kilwa und den sidlichen 
Orten, während die zwischen Kilwa und Pangani gelegenen Orte mehr hartes Elfeubein liefern (in 
Bagamoyo überwog noch bis vor Kurzem das weiche); in Kamerun wie überhaupt in Westafrika 
überwiegt das harte Elfenbein. Die Preise betrugen Ende 1895 je nach der Größe der Zähne für 
weiches Elfenbein 9 bis 31 Mark, für hartes 6 bis 22 Mark pro Kilogramm. Der durchschnittliche 
Jahresverbrauch von 1889 bis 1893 stellte sich auf 647 000 kg Elfenbein, wovon 121 000 kg in 
Indien, 13 000 kg in China verbraucht wurden; von dem Rest (513 000 kg) werden 177 000 kg 
für Messerhefte, 162 000 kg für Klaviaturen, 91 000 kg für Kämme, 49 000 kg für Villardbälle, 
34 000 kg für verschiedene Fabrikate gebraucht. 4 
Ausgestellt wurden Zähne von hartem und weichem Elfenbein aus Sansibar und Kamerun, 
sowie die Verarbeitung in der Großindustrie (Billardbällc, Stöcke, Furniere, Flöten, Klaviaturen, Lese- 
zeichen 2c.) durch die Elfenbeinhandlung und Damwischneideanstalt von Zirkenbach &amp; Oechelhaeuser 
in Berlin, ferner feinere Kunstarbeiten durch die Elfenbeinfabrik von E. Ebell in Berlin. 
Flußpferdzähne. Auch diese bilden einen nicht unwichtigen Handelsartikel unserer Deutsch- 
Ostafrikanischen Kolonic. 
Es wurden davon exportirt: 
1993 24000 engl. Pfund im Werthe von 10 900 Dollar, 
18994 27000 = - - - . 12 300 = 
Sie werden zu kleinen Schnitzereien verarbeitet, dienen aber hauptsächlich zur Fabrikation von 
Schirm= und Stockgriffen. 
Ausgestellt wurden krumme und gerade Zähne, gebeizt und ungebeizt, durch die Fabrik von 
Zirkenbach &amp; Oechelhaenser, die Verarbeitung derselben zu Stockgriffen durch die Elfenbeinfabrik 
von E. Ebell in Berlin. 
Wildschweinzähne. Nur ein kleiner Exportartikel Deutsch-Ostafrikas, von wo 
1893 7106 engl. Pfund im Werthe von 1086 Dollar, 
1894 7460 = - Oq - -13.1(3 -cxportirtwnrdcn. 
SiestnnnncnntcistvondemostafrikanifchenWnrzcnichwcin(Pl«moclcomw africanus) und 
werden sowohl zu Stockgriffen verarbeitet als auch zu allerlei Zieraten. 
Ausgestellt sind einige Arbeiten daraus, zum Theil in Verbindung mit Elfenbein, durch die 
Elfenbeinfabrik von E. Ebell in Berlin. 
Geflügel. 
Ein nachweisbarer Geflügelexport existirt nur in Deutsch-Ostafrika. Nach den statistischen 
Angaben wurden von dort verschifft an Vögeln und Gefligel: 
1893 1947 Stück im Werthe von 1322 Dollar, 
1894 4941 = - - 2462 - 
Fast der gesammte Export stammt aus dem Bezirksamt Bagamoyo; hieraus scheint hervor- 
zugehen, daß es sich lediglich um einen Lokalverkehr nach der Insel Sansibar hin handelt. 
Federn und Vogelbälge. 
Straußfedern. Straußfedern bilden, was unsere Kolonien betrifft, einen wirklichen 
Ausfuhrartikel nur in Deutsch-Südwestafrika, und zwar stammen sie von den wilden Straußen Süd- 
afrikas (S#%# austyrals), da Straußenzucht im Großen bisher daselbst noch nicht versucht worden 
ist. Im Jahre 1894 wurden von Walfischtai 674 kg im Werthe von 31 000 Mark (1891 sogar 
für über 60 000 Mark), von der Lüderitzbucht 1200 kg im Werthe von 9800 Mark exportirt, also 
zusammen etwa für 40 000 Mark (während die Kapkolonie für 10 bis 11 Millionen Mark jährlich 
ausführt, freilich wurden daselbst 1891 auch schon 154 880 zahme Strauße gezählt). Daß sich die 
Kolonie für Straußenzucht ebenso gut eignen würde wie die benachbarte Kapkolonie und der Freistaat, 
scheint nach den Aussprüchen von Kennern des Landes sicher zu sein; es ergiebt sich auch schon daraus, 
daß der Strauß noch bis vor Kurzem in der ganzen Kolonie häufig war und erst neuerdings durch 
zu rücksichtslose Verfolgung mehr zurückgedrängt worden ist. Auch für Usambara in Deutsch-Ostafrika 
hat sich neuerdings eine deutsche Straußenzuchtgesellschaft gebildet.
        <pb n="379" />
        — 30 — 
Rohe Straußfedern von den Flügeln, Schwanz und Rumpf, aus Deutsch-Südwestafrika 
stammend, wurden von der Firma H. W. Burmester in Hamburg ausgestellt, die successive Verarbeitung 
(gefärbt, appretirt, gedämpft, dekolorirt rc.), sowie die mannigfaltige Verwendung der Federn des 
wilden Straußes (z. B. Fächer, Boa, Kragen, Amazonen, Köpfe, Einfassungen und Franzen, künstliche 
Reiherfedern sowie die successive Zubereitung und Appretur der Federn) werden durch die Strauß- 
federnfabrik von W. Bruns in Berlin illustrirt. 
Paradiesvögel. Von Vogelbälgen kommen für unsere Kolonien nur die Paradiesvögel in 
Betracht. Einen so wichtigen Handelsartikel diese Vögel auch im westlichen (holländischen) Theil Neu- 
Guincas bilden, wo Eingeborene und malayische Jäger sich auf den Fang und die Präparation 
gut verstehen, so hat sich dagegen im deutschen Theil der Insel noch kein Handel in dieser Spezialität 
entwickelt; was von dort kommt, gelangt im Allgemeinen nicht in den regulären Handel, sondern ist als 
Kuriosität anzusehen. 
Guano. 
Guano brauchbarer Qualiät findet sich in Deutsch-Südwestafrika und im Südseegebiet. 
In ersterem Lande ist nahe bei Kap Croß kürzlich ein enormes, auf viele Millionen Mark geschätztes 
Guanolager entdeckt, zu dessen Ausbeutung sich eine englische Kompagnie gebildet hat, welche das Lager 
in Pacht genommen und seit vorigem Jahr mit der Bearbeitung begonnen hat. Es ist sogenannter 
alter Guano, eine Aufhäufung früherer Zeit, während die neuen Guanolager der der deutschen Küste 
vorgelagerten meist englischen Inseln schon vor Jahren abgebaut worden sind und jetzt ziemlich erschöpft 
zu sein scheinen. Es dürften sich viellcicht noch andere alte Lager an der deutschen Küste finden. 
In Deutsch-Ostafrika hat man zwar in den Höhlen bei Tanga Guano gefunden, jedoch hat 
sich derselbe als wenig werthvoll herausgestellt. 
Die Neu-Guinea-Kompagnie hat das Guanolager der zu den. Pundy--Inseln gehörigen 
Mole-Insel 1891 in Angriff genommen, und trotz der großen Schwierigkeiten wegen Fehlens 
passenden Ankergrundes gelang es 900 Tons nach Hamburg zu schaffen, wo die Tonne, da gering- 
werthige Massen mit dem guten 36,54 Prozent Phosphorsäure (79,86 % phosphorsaurer Kalk) ent- 
haltenden Guano vermischt worden waren, zu 40 Mark verkauft wurde. Weitere Versuche sind nicht 
gemacht worden. 
Auf den Marshall-Inseln ist auf den Inseln Bikar und Caspar Rico zwar Guano ge- 
funden, jedoch erwies sich derselbe, da nur 4 bis 12 Prozent phosphorsauren Kalk enthaltend, als zur 
Düngerfabrikation unbrauchbar. 
Schildpatt. 
Gutes Schildpatt liefert fast nur die Seeschildkröte Carelta #mörkeca. Dieselbe ist 
an den Küsten unserer sämmtlichen Kolonien heimisch, doch nur in zweien derselben hat sich ein 
wirklicher Handelszweig daraus entwickelt. Deutsch-Ostafrika führte 1894 für über 20 000 Mark 
Schildpatt (3857 engl. Pfund — 38633 Dollar, 1893 nur 1388 engl. Pfund —= 5920 Dollar, 1892 
990 engl. Pfund — 3541 Dollar) aus, aus unserer Südseekolonie (hauptsächlich vom Bismarck- 
Archipel) exportirten die Firmen Forsayth von Jannar bis Juni 1893 538 engl. Pfund, Hernsheim 
im Jahre 1892 650 engl. Pfund, welche Quantitäten zusammen etwa 300 Schildkröten entsprechen, da 
jede etwa 4 Pfund Schildpatt liefert. Die jährliche Ausfuhr dieses Gebictes mag demnach etwa einen 
Werth haben von etwa 10 000 Mark. Die Koprahändler (troder) kaufen das ihnen von den Eingeborenen 
gebrachte Schildpatt, oft nur wenige Pfund im Jahr auf der einzelnen Station, als Nebenartikel mit 
auf. Der Preis varürt sehr, je nach der Marktlage sowie nach der Dicke, Zeichnung und Färbung 
der Schalen. Von den Marshall-Inseln kommt fast gar kein Schildpatt, was die Jaluitgesellschaft exportirt, 
stammt meist von den benachbarten Karolinen. Von Neu-Guinea selbst könnten wohl trotz der vor- 
herrschenden Steilheit der Küsten größere Quantitäten kommen, als es bisher der Fall ist, wenn die 
Eingeborenen den Werth des Schildpatts besser zu würdigen verständen und der Handel und Schild= 
krötenfang dort mehr entwickelt wäre; in Holländisch-Neu-Guinca, wo malayischer Einfluß seit lange 
wirksam ist und malayische sowie arabische Händler stationirt sind, bildet Schildpatt einen ziemlich 
bedeutenden Ausfuhrartikel; allein von der Geelvinksbai wurden in den 80 er Jahren jährlich etwa 750 
engl. Pfund ausgeführt. Von unseren westafrikanischen Kolonien kommt bisher Schildpatt nur in 
ganz geringer Menge und bildet dort kaum einen Handelsartikel. 
Die Verarbeitung des Schildpatts wird durch die Berliner Fabrik von E. Ebell illustrirt, z. B. 
die successive Fertigstellung eines Kammes, eines Spiegels, einer Schirmkrücke, einer Schale; ferner eine 
Auswahl der gangbaren Fabrikate. Ein sehr schönes polirtes Schild einer Karettschildkröte des Bis- 
marck-Archipels wurde von Herrn F. Thiel in Charlottenburg zur Verfügung gestellt, zwei kleinere 
unpolirte hat Verfasser von Bismarck-Archipel mitgebracht.
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        — 31 — 
Fische und Haistschskossen. 
Fische werden aus unseren Kolonien nur in auffallend geringen Quantitäten exportirt. Für 1891 
wird zwar aus Walfischbai ein Export gesalzener Fische von 362 Pfd. Sterl. angegeben, doch wird es sich 
hierbei wohl auch um Wiederausfuhr von importirten Fischen handeln. In demselben Verzeichniß findet sich auch 
ein Export von Fischöl im Werthe von 50 Pfd. Sterl. angegeben. Für Deutsch-Ostafrika wird der 
Export an Fischen und Haifischflossen für das Jahr 1890/91 auf nur 727 Dollar angegeben. 
Haifischflossen, ein beliebtes Gericht der Chinesen, werden in kleinen Quantitäten von den 
Marshall-Inseln cgxportirt, gelegentlich auch in größeren Posten. Der Export betrug 1894 nur 836, 
1895 dagegen 83 000 engl. Pfund im Werthe von 1800 Dollar. 
Eine kleine Probe von Haifischflossen aus der Südsee wurde ausgestellt. 
Trepang. 
Diese zu den Seegurken (Iolothurien) gehörigen Thiere werden in getrocknetem Zustande aus 
unserem Südseegebiet nach China exportirt, wo sie als Delikatesse angesehen werden. Namentlich vom 
Bismarck-Archipel kommen viele Trepangs, so exportirte die Firma Forsayth vom Januar bis Juni 1893 
allein 36 000 engl. Pfund, Hernsheim &amp; Co. verschifften im Jahre 1892 7000 engl. Pfund Trepang und 
die Agentur Mioko der Handels= und Plantagengesellschaft vom Jannar 1892 bis Juli 1893 675 Sack. 
Auch auf Neu-Guinea') ist neuerdings der Trepangfang in Angriff genommen, namentlich betreibt ihn 
Herr Kärnbach auf Sainson, wo die Thiere in dem Küstenwasser außerordentlich zahlreich sein sollen. 
Auf den Marshall-Inseln ist der Trepangfang nicht der Rede werth, was die Jaluitgesellschaft 
exportirt, kommt meist von den benachbarten Karolinen. 
Kleine Proben mehrerer Arten in der Form, wie sie nach China gelangen und in Amoy 
vom Verfasser gekauft wurden, sind ausgestellt worden. 
Honig und Wachs. 
Honig bildet bisher nirgends in unseren Kolonien einen Exportartikel. Für Deutsch-Ostafrika 
betrug er: 
189%1 
3 
im Werthe von 21 Dollar, 
189 4259 engl. Pfund= - = 1656 
78 - - 
i 
18994 ,- 138 
Wachs scheint gleichfalls wohl nur aus Deuts ch-Ostafrika zu kommen, aber anscheinend in nicht 
geringen Quantitäten, obwohl dies die Statistik, die es mit Talg und Leim gemeinschaftlich rubrizirt, 
nicht genau erkennen läßt. Es wurden nämlich von dort exportirt: 
1893 11 439 engl. Pfund im Werthe von 8901 Dollar, 
1894 14 156 - - - - . 2772 
Auch der benachbarte portugiesische Bezirk Ibo exportirt Wachs, und zwar in sehr bedeutenden 
Quantitäten, 1891 für 112 000 Mark, 1892 für 101 000 Mark. 
Die Verwendung ist natürlich die gleiche wie von einheimischem Wachs und bedurfte deshalb 
keiner weiteren Illustration. Dagegen wurde einc kleine Probe ostafrikanischen NRohwachses ausgestellt, 
um die Aehnlichkeit mit unserem Wachs zu demonstriren. 
Muscheln und Schneckenschalen. 
Perlmutterschalen. Die aus den deutschen Kolonien stammenden Perlmutterschalen kommen 
in größeren Mengen nur vom Bismarck-Archipel und von den Marshall-Inseln. Sie gehören 
größtentheils der schwarzrandigen (blackedged) und grauen Varictät der Perlauster (Avkeuka 
margaritifera 1.]) an, welche die sogenannten schwarzen Perlmutterschalen liefern. Die werthvollere, 
zugleich auch die besten Perlen liefernde goldrandige (golclipped) Varictät, welche die weißen- 
Perlmutterschalen liefert, kommt mehr im Süden von Neu-Guinea in der Torresstraße sowie in West- 
australien vor, sie bildet dort seit den 70er Jahren einen enormen Handelsartikel, der über 1000 Leute, 
meist Eingeborene (Südsee-Insulaner und Malayen), beschäftigt und in manchen Jahren Werthe von 
etwa 5 Millionen Mark schafft. Auch auf den Admiralitäts-Inseln kommen Perlschalen vor, 
die einen Handelsartikel bilden, nach Finsch scheinen sie gleichfalls einer Aviculaart anzugehören, der 
gelbliche Glanz dürfte aber ihrer Qualität schaden; ferner findet sich noch in Neu-Pommern sowie 
auf den Karolinen eine verwandte Art, Avicula mucroptera Lam., deren dünnere, weniger klare 
*) Englisch-Neu-Gninea exportirte schon 1 T r i . Sterl., 
1892/93 217/ U#nk Werthe 00 r 073 R 2.1 "/92 46 Tons Teepang im Werihe von 3401 P.S
        <pb n="381" />
        Perlmutter enthaltende Schalen aber keinen Handelswerth besitzen. Die Perlmutterschalen Deutsch- 
Ostafrikas, gleichfalls zu Ar######mayg##tchsera gehörend, scheinen noch wenig Beachtung gefunden 
zu haben. 
Neben diesen Perlaustern haben auch noch die Schalen einer großen Seeschnecke, die sogenannten 
Burgosmuscheln oder green snail shells (1 ##60 sp.), Handelswerth und werden in größeren Mengen 
von der Südseekolonie exportirt; namentlich die Handels= und Plantagengesellschaft der Südsee 
importirt sie, weniger die Jaluitgesellschaft. 
Die Firmen Forsayth, Hernsheim &amp; Co. und die Jaluitgesellschaft befassen sich mit dem 
Export von Perlschalen, in der ersten Hälfte des Jahres 1893 exportirte die erstere Firma 2½ Tons 
(also 50 Centner), die Firma Hernsheim 1892 nur 3500 Pfund, was zusammen selbst bei dem für 
schwarzrandiges Perlmutter hohen Preis von 1000 Mark pro Tonne noch keine 5000 Mark ergeben 
würde, eine minimale Quantität, wenn man bedenkt, daß die deutschen Südseefirmen im Jahre 1878 alles 
in allem für 638 000 Mark Perlmutter exportirten. Jetzt freilich ist der Perlschalhandel in der ganzen Süd- 
see stark zurückgegangen infolge Erschöpfung der Bänke, im Gegensatz zu den noch immer ertragreichen 
Bänken der Torresstraße und Westaustraliens. Auf den Marshall-Inseln ist der Ertrag überaus 
gering, selbst die Hauptstationen bringen jährlich nur wenige Kisten zusammen; wegen der großen 
Meerestiefen und des zackigen Korallenbodens ist die Perlschalfischerei schwierig und bei dem geringen 
Ertrage sowie den hohen Löhnen nicht rentirend. Mehr Perlmutter liefern die Karolinen, ebenso 
besitzen die Salomons-Inseln schöne Perlschalen. Während die Steilküsten von Kaiser Wilhelms- 
land nach Finsch nur wenig Schalen geringerer Qualität von nur 50 bis 150 g Gewicht liefern, ist 
die englische Ostspitze Neu-Guineas?) mit ihren Riffen mehr versprechend und besitzt Schalen der 
schwarzrandigen Art, die bis 500 g wiegen, ein Gewicht, das freilich bei der goldrandigen Art noch 
gar keine besondere Beachtung erhalten würde, da bei dieser Art erst Schalen von 1000 g als gute 
Waare gelten und solche von 1500 g noch kaum eine Seltenheit sind (das schwerste Paar wog 6500 g). 
Die Verwendung der verschiedenen Arten und Sorten richtet sich hauptsächlich nach der Form, 
Größe, Dicke, Krümmung und Farbe des Perlmutters, es ist selbstverständlich, daß sich aus der Burgos- 
muschel keine langen und geraden Stücke Perlmutter schneiden lassen, dagegen eignet sie sich vorzüglich 
zu Zusammensetzungen. Die aufgestellten Sorten, ihre successive Verarbeitung und Verwerthung wurden 
durch die Perlmutterfabrik von Crosinsky &amp; Eisenack in Berlin demonstrirt. 
Kaurimuscheln. Dies sind die Schalen der Seeschnecke Cymo#cka, sie werden 
von unseren Kolonien nur aus Deutsch-Ostafrika ausgeführt, und zwar in nicht unbedentenden Mengen. 
1893 kamen von dort 290 000 engl. Pfund im Werthe von 1480 Dollar, 
894 . 233 000 -- - = 1000 = in den Handel. 
Sie gehen meist nach Sansibar, welches einen Hauptplatz für den Handel in Kaurimuscheln 
darstellt. Uebrigens ist die Bedeutung dieses Handelsartikels sichtlich im Schwinden, da in dem Haupt- 
absatzgebiet, in Westafrika, die Kaurimuscheln immer mehr aufhören als Scheidemünze zu gelten. 
Ausgestellt wurde eine kleine von der Deutsch-Ostafrikanischen Gesellschaft gelieferte Probe. 
Ziermuscheln. Eine ganze Reihe von Ziermuscheln kommt aus unseren Kolonien. 
Deutsch-Ostafrika z. B. egportirte, abgesehen von den Kauris, an Muscheln: 
189 . 9200 engl. Pfund im Werthe von 914 Dollar, 
60 - - -117 
1894 ... 0 - - 
jedoch dürften auch Perlmuscheln unter diese Rubrik fallen. 
Von dem deutschen Südseegebiet wird vor Allem auch die Riesenmuschel, Tridacna, importirt, 
wenn auch in geringen und wechselnden Quantitäten; sie dient lediglich als Dekorationsstück für Garten- 
anlagen, Grotten 2c. Wegen ihrer Größe ließ sie sich in dem Saale nicht unterbringen, dahin- 
gegen gelangte eine Reihe kleiner Schneckenschalen zur Aufstellung, die zu kleinen Zieraten verarbeitet zu 
werden pflegen. Diese von der Fabrik Crosinsky &amp; Eisenack in Berlin nebst daraus verfertigten 
Fabrikaten ausgestellten Schalen gehören folgenden Arten an, die wohl großentheils von Sansibar 
kommen dirften, meist aber auch bei Neu-Guinea vorkommen: Cassts #us#a (Sansibar, Neu-Guinea), 
Cussis cornuta (Neu-Guinea), Micreæ inslatus (Sansibar, Neu-Guinea), Strombus lentiginosus (Sansibar, 
Neu-Guinea), Contis sp. (Sansibar, Reu-Guiea), Cypraed tigris (Sansibar, Neu-Guinca?), 7 
kampas (Neu-Guinea), Triton variegatus (Sansibar), Perocera lambis (Sausibar, Neu-Guineca), 
PNterocera chiragra (Neu-Guineaꝰ), Pterocera aurantia (Sansibar), IIarpa ventricosa (Sansibar, 
Neu-Guinea). 
*) Englisch Neu-Guinea verschiffte 1892/93 für 1623 Pfd. Sterl. Perlschalen und für 450 Pfd. Sterl. 
Perlen, meist von geringer Qualität, auf den Trobriand-Inseln nördlich der Ostspitze Neu-Guineas gefunden. 
  
Gedruckt in der Königl. Hofsbuchdruckerci von E. S. Mittler &amp; Sohn, Verlin SW, Kochstraße 68—71.
        <pb n="382" />
        Deutsches Kolonialblatt. 
Amtsblatt für die Schutzgebiete des Deutschen Reichs. 
herausgegeben in der Kolouial-Ablheiluug des Auswärligen Amts. 
  
  
  
VII. Jahrgang. Berlin, 1. Inni 1696. Nummer 11. 
Diese Zeilschrift erscheint in der Regel am 1. und 15. #% Mo#nan-- - werden als w.Beiteste be beigefügt die lan einmal vierteljährlio# 
richrinende -är: „Mitthbeilungen von Forschungsreivenden und Gelehrten aus den doutsci ebie ernusgegeben von Dr. Freiherr. 
v. Danckelman. Der vierleljöhrliche Abonnementspreis für das oreh niaten tt mit den Seibeste FKebiet beim btWonNh durch die Post und die 
chbandlungen Mk. 3.—, direkt unter Streifband durch die Veriasbuehhandihg Mil. 3.50 für Leutschl and und O reich= Ungarn, Mk. 3.75 fur 
die Länder d hsd — Einsend magen und Anfragen sind an die Kö- nigli iche Hofbn andlung von lerrge Siegfr nd Mittler 
un Sohbn. Verlin 8WI2, Acchit ratze 69—71, zu richten. e in der Jeilunos- Preisliste für 1800 unter Nr. 1910. 6.) 
  
Inhalt: Amtlicher Theil: brinding eines neuen Gerichtsbezirts im Füseussesescuche Schutzgebiete S. 311. — 
Ernennung von Beisizern für das Kaiserliche Gericht in Keetmanshoop (Si irk des südwestafrikanischen Schutz: 
gebietes) S. 311. — Statistik über Ein= und Ausfuhr in Lüderitbucht 7 1 Oktober bis 31. Dezember 1895 
S. 312. — Schiffsverkehr in Lüderitzbucht vom 1. Januar bis 31. Dezember 1895 S. 313. — Personalien S. 313. 
Zichtamtlicher Theil: Personal- Tachrichten. S. 314. — Deutsch-Ostafrika: Bestrafung der Angoni 
S. 314. — Expedition #n Nyassasee S. 3 — Deutsch-Südwestafrika: Unruhen in Gobabio S. 315. 
Aus dem 2 che der Missionen sol der Antisklaverei-Bewegung S. 315. — Aus fremden 
Kolonien: Grcylorgasisatkon des Kongostaates S. 319. — Uleber die chinesische Ein- und Auswanderung über 
Siugepore nach Niederländisch-Indien S. 321. — Verschiedene Mittheilungen: Bremens Handel mit Afrika 
324. — „Goldproduktion der südafrikanischen Nepublik (Transvaal) S. 324. — Litteratur S. 325. — Litteratur- 
d 326. — Schüssbewequngen S. 326. — Vertehrs. Nachrichten S. 326. Anzeigen 
  
Amtlicher Theil. 
DPerordnungen und Wittheilungen der Behörden in den Schungrbieken. 
Grundung eines neuen Gerichtsbezirks im füdwestafrikanischen Schutzgebiete. 
In Ausführung der Anordnungen über die Abtrennung des westlichen Gerschtsbezirtes von dem- 
ienigen des Nordbezirks (vergl. Kolonialblatt 1895 S. 346) hat der Kaiserliche Landeshauptmann für 
Südwestafrika unter dem 4. März 1896 eine Bekanntmachung alassen, in welcher die Grenzen des Gerichts- 
bezirks des Näheren, wie folgt, angegeben werden: 
Der neue Gerichtsbezirk führt die Bezeichnung: Laiserliches“ Gericht des südwestafrikanischen 
Schutgebietes, Westbezirk, zu Otyimbingue“ und umfaßt das ehemalige J Jan Jonkersche Gebiet westlich und 
nördlich des Kuisi mit Einschluß von Sandwichshafen, das Gebiet der Topnaar-Hottentotten, dasjenige des 
Häuptlings Manasse von Omaruru bis zum Meere sowie das des Kapitäns Zacharias von Otyimbinguc. 
Ernennung von Beisitzern für das Kaiserliche Gericht in Keetmanshoop 
(Südbezirk des südwestafrikanischen Schutzgebietes). 
Für das Jahr 1896 wurden ernannt: 
a. als Beisitzer: 
1. Friedrich Wilhelm Krabbenhöft, Kaufmann in Kectmanshoop, preußischer Staatsangehörigkeit, 
2. Wilhelm v. Hagen, Oberaufseher in Keelmanshoop, preußischer Staatsangehörigkeit; 
b. als stellvertretende Beisitzer: 
3. Wilhelm Rudolf Ulena, Kaufmann in Kcetmanshoop, preußischer Staatsangehörigkeit, 
4. Tobias Fenchel, Missionar in Kectmanshoop, bessischer Staatsangehörigkeit.
        <pb n="383" />
        Statistik über Ein= und Ausfuhr in V#underitzbucht vom 1. Oktober bis 31. Dezember 1897 
n. E 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
hr. 
Der Werth ist nach den durchschnittlichen Marktpreisen in Lüderitzbucht angenommen. 
. f 6 . 1 « 
Bezeichnung Wer - Bezeichnung Kilo- « Wertl 
* der Waaren St lo- Liter Meter Werth 2 der Waaren Stück 54% Liter Meter erth 
* alphabetisch geordnet gramm Mark Pf. alphabetisch geordnet gramm Mark v 
1. Achsen. — — — 50 — öl. Milch — — — 130 
2. Baumwollenwaare— — — — 500 . 72. Musikinstrumente —- 27—« —- 132 - 
' e — — — 50 —83. e ... —.-«2 —— .- 
TII ZJFWTUHU « «l—1656-1932Z—4.Oci»0cuwc ——"——-».30» 
5.] Bisquito — 70 — — 28 — . Fa Petroleum — — 1820 — 38 
i. . — — — — .VPapi — — — 
legalen — 500 — — 235 —57. eN . 36 — — — 110 
8. Bücher — — — — 100 — 58. Pflüge, eiserne 1 — — — 100 
5.Butter — 75 — — 112 —59 . ———.1224«.—2190 
10ZVmi,i»-n. 12 — — 50 — 60. Rees. —260610 — —256 
11. Cement — 1000 — — 24 51.|Nöhren, Rinnen 2c. — — —-— sp-) 
12. Conserven — 288 — 360 — 2. . e ..·— 100 — — 10 4 
13. Cigarren — 70 — — 60n — u . — 500 — — 5 
14.] Datteln — ; — — 32 — 641. . — — — — 
15. Diverses — 20050 — — sol — .. iue Spaten 2c4½ 2 — — 100 
5.Eimer 36 — — — 1— . hma — — — 2 
5 e 0000 — — 2520 — 67.Schuhe und Suiesel — — — — 400 
18.Eisen-u. Stahlwaagren 1500 — — 46% — 6. Schr auben — — —— 200 
BEEIILEBEII — 200 — 5 
21. N — 84 — — 6 — 71.] Sherry. — — 144 — 110 
22 Jenster 24 — — — 100 — 72. epirituosen: Vrandy — — 972 14 
3. hchtenferan. — do – — ½ — 3 Schleisglicl? 1 –— 7 — 0 
24. —.*. —..—85 — n y-!bm „ -' 
25. dn geirocineie .— 28 — — 120 1“ Staßhtgeer " 200 — 504 
. . — 50 — — 1 ilä . 
Ist vix-sitzen .. 12—!—-— 13—7.Streichhölzer — — — — 40 
x ier-) — — — — 60 —78.StüHle 4 — — 80 
3 e ie — — — 700 — 79. Tabat (Plaiten-). — 13542 — 864 
30.Grabsteine 1. — — — 200 — 80] .(Blätter-) — r*r --— ngg 
« er — 1125 — — 5911.81]|]Thhe — 5 — 1 
4 dalchuirs — —— — —Go002(Lusch-) — 15 — — 15 
3. S . 1— 36—0 — — . Tie 1 — –— — 1% 
¾„ do Vuten, ꝛ VreiterrlLZlh —— — —81280 — 85Töpferwaare — — — 100 
6.Hufeisen — 00 — — 204 — Waffen u. Munition: « 
7.05am — —. — — 120 — 86 Gewehre 1. — — — 175 
8. Rajfeen — 8470 — —11384—. Dynamit — 100 — — 400 
9.Kandaren — — — — 120 — 88.] Waagen 1 — — 120 
40.|Karlosseln — 500 — — 280 —89. Wagen 2 — — — 5600 
41.K. — 75 — — 81 —90. Wagenräder 2 — — — 400 
42.Klee. — —— —— 80|— 91.]Wagenschmiere — 240 — — 98 
43. Kleidungsstücke —— — 52 14000 —2. Wagentheile — — — 1300 
44. uchengeräthe — — — — 10 — l N#e. (Cu,) - — Do 1845 — * 
4 Kurzwaaren —— — — — 9 — — — 
4%A“ — 225 — -Weüblech — 2050 — + 
47. Ma zuerhl. — 10500 — — 341—46.,|Zucker — 2300 — — 1058 —- 
48.Me — — — 1400 —Swiebeln — 70 — — 75 
49. Meh s (roo — 36100 — —8400 ———2 
50.|Mehl (fein) — 2800 — —1850 — Zusammen 228326 
b. Ausfuhr. 
2 Bezeichnung Kilo- Werth Bezeichnung Nilo— Werib 
5 der Waaren ü Liter Meier v5 s der Waaren Stück Liter Meier · 
alphabetisch geordnet gramm Mark —* arphabetisch geordnet gramm Mark ? 
r. WFelle 500 — — 506—— Hörner 250 — — 350 
2. ummi arabieum — 2000 — — 1240 — 4.Straußenfeden 9 — — 1080 
Zusammen 3170
        <pb n="384" />
        313 
  
  
Schiffsverkehr in Lüderitzbucht vom 1. Jannar bis 31. Dezember 1895. 
Datum —LDatum 
* der Name der Schiffe 5S er Verfrachtete Güter Bemerkungen 
HAnlunft VKNbsahrt 
- 
. 
1..10. Januar„Seabird“ (Segelschiff) 12. Jannar « . Kapitän Towns. 
2.11. „ „Nautilus“ (Dampfer) 45 12. „ 13 995 kx Gummi arab. „ anson. 
3.18 "„ Dersel 3/119. » 72 Stck Schaf= u. FHitgen- nach Kapstadt zurück. 
elle 
4.FebruarDerselbe 311 1S. Febrnar ½ Tonne Schaf= und), Walfischbai. 
jsgeenfelle — 
5. 23. „ „Seabird“ 2/½25 „ 4 Kist. Naritäten 100 kk [1 inelgi . 
6.15.Miikz»Am-unis« 80 19. März2 Sack „ 4 ler Sinelair und Meison. 
7.22 „ S. M. K. „Sperber“ 1225. „ 1 Kiste (Brutto 20 Pfund) Kapt. Lt. Walter — Pro- 
Straußenfedern viant für Lüderitzbucht. 
8.] 30. „ „Nautilus“ 783 ¼B. April von Gröneveld nach Kapstadt zurück. 
9.]5. April „Harry Mundahl“ (Segel — .» „ „ Kpt. Schröder. 
10.]2. Mai „Namilus“ 393/3. Mai „ Walsischbai. 
11.13. Juni „Seabird“ — 12. Juni 4 
12.]9. „Nautilus“ 11131¼12. „ „ Kapfstadt zurück. 
13. 23. „Seabird“ I — 24 „ » 
14.4.Ju(i »Jucrus«(Segclschm) —10.Juli Guano für London. 
15. 5. „ „Harry Mundahl“ 6 6. „ nach Kapstadt zurück. 
16.|44 „ „Seabird“ — 15. „ „,Ichaboe. 
17. 27. „ S. M. S. „Hyäne“ — 831. „„ Kapt. Lt. Vachem, 5r nach 
Wealsischbai. 
18.30. „ „Nautilus“ 67½ 2. August nach Walfischbai. 
19.|17. August „Harry Mundahl“ 6 17. "„ « « 
203.Scptbr.»21autus« — 4. Septbr. « »« » 
217.» „Harry Mundahl"“ 2 8., „ Kapstadt zurück. 
22.10. „ „Nautilus“ 97¼11 „ » 
23. 13. „Seabird“ — 16., „ Halifar. 
24.|22. Derselbe —7·„ b„ Ichaboe. 
25.6. Oklober Harry Mundahl" 100½% Oklober „ Walfischbai. 
26.13. „ „Nautilus" 52. 4 b„ Kapfstadt zurück. 
2727. „ J. M. S. „Thrush“ — „ Lum. Mossamedes). 
28.12. Novbr.„Nautilus“ 711/14. Novbr. « Walfischbai. 
29. .« Derselbe —22.» « Lapstadt zurücl. 
30. 2. Dezbr.„Seabird“ — 5. Dehbr. „ Ichaboe. 
31.]/3. — „Harry Mundahl“ 53/2 5. „ „ Walfischbai. 
— 
  
  
  
  
  
  
  
FFVFTVWVYVVTYTTYTVYTYTTTTVYTYVFTWFT°WTTYVYVVVYVVVVVVTVTYFTYVYTTYTTTTTTTYTWYTWYWTMWTNY Y N7MDYNY VYVVVVVVV 
Hauptmann Kaiser vom Jäger-Bataillon Nr. 8, Premierlieutenant Franke von der I. 
Inspektion, die Sekondlieutenants Bensen vom Grenadier-Regiment Nr. 12, v. Winterfeld vom 
Regiment Nr. 20, v. Altrock II. vom Infanterie-Regiment Nr. 28, Steinhausen vom 
Regiment Nr. 48, Schultze vom Jufanterie-Regiment Nr. 74, v. Schoenau-Wehr vom 
Regiment Nr. 113, Kepler vom Infanterie-Regiment Nr. 117, v. Bonin vom 1. 
Personalien. 
Allerhöchster Ordre vom 20. Mai 1896 zufolge sind die nachstehend benannten Offiziere und 
Sanitätsoffiziere der südwestafrikanischen Schutztruppe vom 26. Mai d. Is. ab mit ihrem bisherigen Patent 
zugetheilt worden: 
    
  
Regiment, Graf Bethusy-Huc vom Dragoner-Regiment Nr. 8, v. Bodecker vom Dragoner-Regiment 
Nr. 18, Ziegler vom Dragoner-Regiment 
Nr. 20, Reiß vom Dragoner-Regiment Nr. 22, Schulz 
vom Feldartillerie-Regiment Nr. 20 sowie der Assistenzarzt 1. Klasse Dr. Langheld vom Garde-Füsilier= 
NRegiment und der Assistenzarzt 2. Klasse Dr. Kuhn vom 1. Leib-Husaren-Regiment. 
Das Kommando des Sekondlieutenants a. D. v. Grawert zur Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika 
ist Allerhöchst verlängert worden.
        <pb n="385" />
        — 314 — 
Nichtamtlicher Theil. 
Personal · Nachrichten. plötzlich verstorben. Der Verstorbene, welcher 1868 
. zu Balingen (Württemberg) geboren war und wäh- 
Deutsch-Ostafrika. dend einiger Zeit am Seminar in Nagold gewirkt 
Der im Dienste des Kaiserlichen Gonvernements hatte, waltete seines Amtes in Togo seit Ende 1891. 
besindliche Kapitän Berndt ist mit Heimathsurlaub Er hat dort mehrere Lehrbücher für die Ewekinder 
in Deutschland eingetroffen. verfaßt und durch sein Wirken gleiche Liebe bei den 
--«—« Eingeborenen wie den Europäern sich erworben. Bei 
Der in den Dienst des Kaiserlichen Gouverne= seiner letzten Anwesenheit in Deutschland hatte er sich 
ments getretene Maschinist Scharnberg hat Ende mit der Tochter des inzwischen dahingeschiedenen 
Mai die Ausreise angetreten. Missionars Christaller verheirathet, welche nun 
— — auch den Tod des Gatten betrauert. Das Schut= 
Nach einer Drahtmeldung ist der Lazarethgehülfe gebiet verliert in dem Entschlafenen einen pflichttreuen, 
Nöhr Anfang April in Tabora verstorben. fleisigen Beamten, dessen Verlust allseitig bedauertwird. 
Ramerun. Der Sekretär der Kaiserlichen Landeshauptmann- 
Der Gonvernementssekretär Geyger ist mit schaft v. Hagen ist mit Heimathsurlaub nach Deutsch- 
Heimathsurlaub in Deutschland eingetroffen. land abgereist. — 
Der Zollamtsassistent Joop und der Mate- 
rialienverwalter Sievers sind mit Heimathsurlaub 
in Deutschland eingetroffen. 
Die in den Dienst des Kaiserlichen Gonverne- 
ments getretenen Techniker: Bautechniker Gause, 
Maschinenschlosser Brückner, Maschinist Knaack 
sind im April in Kamerun angelangt. 
  
  
— 55 Südwestafrika. 
Der Lehrer der Regierungsschule Betz und der Der in den Dienst der Kaiserlichen Landes - 
. · » « hen Landeshaupt- 
Stationsleiter Staudt baben in April das Schuhe mannschaft getretene Steuerauffeher Köhler tritt am 
gebiet mit Heimathsurlaub verlassen. 1 31. Mai die Ausreise nach Tsoakhaubmund an. 
Vogo. 1 Der Königliche Regierungsbaumeister Ludwig 
Telegraphischer Meldung zufolge ist der Lehrer 3 und der Thierarzt Borchmann treten die Reise nach 
der Regierungsschule Karl Koebele in Klein-Popo' dem Schutzgebiete an. 
-Nachrichten aus den deukschen Schuhgebieten. 
(Abdruck der Nachrichten vollständig oder theilweise nur mit Quellenangabe gestattet.) 
  
Deutsch-Dltafrika. Einvernehmen der beiderseitigen Behörden in Ostafrika, 
· welches auf die Eingeborenen den ausgezeichnetsten 
Bestrafung der Angoni. Eindruck mache, ausgesprochen. 
Sir H. Johnston, der Kommissar für Britisch= 
Centralafrika, hat bei der Bekämpfung der Angoni- 
räuberbanden in seinem Beczirk die Unterstützung der Expedition zum Kpassasee. 
deutschen Behörden im Süden des deutsch-ostafrika- Der Bezirksamtmann v. Elßtz, welcher die Reise 
nischen Schugebietes gefunden und daraus Ver= nach seinem Posten in Langenburg von Lindi aus 
aulassung genommen, das Königlich großbritannische zu Lande ausgeführt hat,“) hat unterwegs mit großen 
Ministerium zu bitten, der deutschen Regierung den Schwierigkeiten zu kämpfen gehabt. Die Dörfer an 
Dank für dieses freundliche Verhalten auszusprechen. der Karawanenstraße von Lindi zum Nyassa waren 
Er hat insbesondere die Güte und das Entgegen= theilweise durch vorhergegangene Raubzüge der Mag- 
kommen des Kapitäns Berndt gegenüber den wangwara so verwüstet, daß die Verpflegung der 
englischen Missionaren gerühmt und erklärt, daß die Karawane aupeerordentlich erschwert war. Mehrere 
Freundlichkeit der Deutschen bemerkenswerth war. Träger, welche durch heimliche Entfermung sich der 
Lord Salisbury hat infolgedessen der Kaiserlich ç“*1 
deutschen Regierung seine Genugthuung über das gute *) Vergl. Deutsches Kolonialblatt 1896, S. 98.
        <pb n="386" />
        — 315 — 
Fürsorge des Expeditionsführers entzogen hatten, 
sind den Strapazen erlegen. Um neuen Einfällen 
der Magwangwara vorzubeugen und die Karawanen- 
straße sicherzustellen, ist die Errichtung einer Station 
im Hinterlande von Lindi in Aussicht genommen 
worden. 
Deuks'ch-Südwestafrika. 
Unruben in Gobabis. 
Telegraphischer Meldung zufolge hat Hauptmann 
v. Estorff die Hottentotten in zwei Gefechten am 
18. und 19. April bei Siegfeld, nahe Gobabis, in 
die Flucht geschlagen. Am 7. Mai erstürmte Major 
Leutwein, unterstützt von Leuten Witboois und 
des Oberhäuptlings der Herero, Samuel Maherero, 
die Werft des ausständischen Herero-Häuptlings 
Kahimema. Lieutenants Schmidt und Eggers, 
Unteroffiziere Pitt und Alschaefski gefallen, 
Lieutenant Helm leicht verwundet. 
Aus dem Bereiche der Wissionen und 
der Antishlaverei-Bewrgung. 
Am 16. April hat die Hauptversammlung des 
evbangelischen Afrikavereins stattgefunden, die 
zahlreich besucht war. Ihr vorauf ging eine Sitzung 
des Hauptvorstandes. An Stelle des wegen Ueber- 
bürdung mit Amtsgeschäften ausscheidenden General- 
sekretärs Pastors Müller wurde der Pfarramts- 
kandidat Richard Harder, welcher schon ½ Jahr 
lang in der Erledigung der Vereinsgeschäfte dem 
seitherigen Generalsekretär zur Seite gestanden hat, 
gewählt. 
In der Hauptversammlung wurde der Geschäfts- 
bericht erstattet und die Jahresrechnung abgenommen, 
für die dem Herrn Schatzmeister Entlastung ertheilt 
wurde. Das Schlußresultat lautet dahin, daß der 
Verein einen Kassenbestand in Höhe von rund 
8000 Mark hat. Der letzte Gegenstand der Tages- 
ordnung war ein Referat des Generalsekretärs Pastors 
Miller über „die nächsten Aufgaben des evange- 
lischen Afrikavereins“. Daß die Versammlung mit 
Interesse die Ausführungen verfolgt hatte, bewies 
die rege und lebhafte Debatte, welche sich daran 
anschloß. Es ergriffen nacheinander das Wort die 
Herren Missionsinspektor Merensky, Geheimer Re- 
gierungsrath Steinhausen, Afrikaforscher P. Stau- 
dinger und Pastor Diestelkamp. Alle sprachen 
die Ansicht aus, daß es eine der hervorragendsten 
Ausgaben unseres Vereins sei, dahin zu streben und 
dafür thätig zu sein, daß in unserem Vaterlande die 
Menschenwürde der Neger Afrikas allerseits Aner- 
kennung fände. 
Am Abend, nach Schluß der Hauptversammlung, 
sand dann im großen Saale des Architektenhauses 
  
die össentliche Versammlung statt. Die Neferate 
hatten der Generalsekretär Pastor Müller über „Der 
Branntwein in Togo und Kamerun" und Missions- 
inspektor Merensky über „Der Branntwein und die 
Bewohner Südafrikas“. Die Versammlung war gut 
besucht: auch der Direktor der Kolonial-Abtheilung 
sowie der zur Zeit hier weilende Gouverneur von 
Kamerun Herr v. Puttkamer nahmen daran theil. 
Wie der vom Generalsekretär Pastor Müller 
erstattete Jahresbericht ergiebt, sind die Vorberei- 
tungen zur Gründung der „Freistätte für befreite 
Sklaven“ mit allem Fleiß getroffen und so weit ge- 
fördert, daß sie ohne Aufenthalt nummehr zu dem 
Ende geführt haben, daß das Werk noch in diesem 
Jahre ausgeführt werden kann. Die Wahl ist auf 
Usambara gefallen, weil es anerkanntermaßen gesünder 
als andere Gegenden ist. Zwei Missionare der 
„Evangelischen Missionsgesellschaft für Deutsch-Osl- 
afrika-“ (Berlin 111), die Herren Becker und Lang- 
heinrich, haben eine Reise nach Usambara gemacht, um 
ein für diesen Zweck geeignctes Stück Land zu erwerben. 
Das angekauste Land beträgt wohl eine Quadrat- 
meile, wenn nicht mehr. Der Wald ist meist präch- 
tiger Urwald, hier und da mit Gruppen prächtiger 
Baumfarne. Unterholz gab es an manchen Stellen 
nicht. Die Kronen der Bäume hinderten das zu 
ihrem Wachsthum nöthige Licht. Das Wasser des 
Mbolo selbst ist etwas dunkel, aber schmeckt sonst 
frisch. Das Wasser aus den Nebenbächen, die ich 
überschritt, ist aber außerordentlich klar und frisch. 
Nachdem der Ankauf des Landes erledigt war, 
wurde auch die weitere Frage, wer die Gründung 
der Freistätte aufführen solle, in der befriedigendsten. 
Weise gelöst. Die beiden zu den v. Bodelschwingh- 
schen Anstalten bei Bielefeld gehörigen Häuser, das 
Brüderhaus „Nazareth“ und die Diakonissenanstalt 
„Sarepta“, haben sich bereit erklärt, uns das nöthige 
Personal zu stellen. Die Diakonen Bokermann 
und Libusch, welche bisher auf den Missionsstationen 
Dar-es-Saläm und „Hoffnungshöhe“ in Kisserawe 
gearbeitet haben und auf letzterer schon in der Er- 
ziehung von befreiten Sklavenkindern thätig gewesen 
sind, werden das Werk ausführen. 
Die beiden Diakonen, neben welchen zwei erfah- 
rene Diakonissen für die Erzichung der Mädchen 
bestimmt sind, die auch beide bercits in Ostafrika 
sind, haben den Auftrag erhalten, im April nach 
ihrem neuen Arbeitsfelde zu ziehen und ungesäumt 
mit der Anlage der Freistätte vorzugehen. Die Aus- 
rüstung für sie, soweit sie von hier hinausgesandt 
werden muß, ist beschafft und zur See gegeben. 
Die Einweihung des Missionshauses der Bäter 
vom heiligen Geist zu Knechtsteden durch den 
Kardinalerzbischof Krementz von Cöln vollzog sich 
Zeitungsmeldungen zufolge am 3. Mai unter großen 
Feierlichkeiten. Den Sonderzug, der von Cöln nach 
Knechtsteden fuhr, benutzten an 250 Personen; die
        <pb n="387" />
        dreifache Anzahl Fahrgäste wies der von Neuß nach 
Dormagen abgelassene Sonderzug auf; auf dem aus 
der näheren und weiteren Umgebung nach Knecht- 
steden führenden Wege eilten Schaaren von Fuß- 
gängern zu den Feierlichkeiten. Die an der Land- 
straße zwischen Cöln und Dormagen bezw. Dormagen 
und Knechtsteden gelegenen Ortschaften prangten in 
Festesschmuck. Der Kardinal wurde an der Grenze 
der Gemarkung von einer Reitergruppe, von dem 
Festausschuß der Knechtstedener Missionsvereinc, vom 
Provinzial Pater Acker und der Geistlichkeit der 
Umgegend sowie den Missionsschülern feierlich 
empfangen und zur Kirche geleitet. In der Kirche 
hatlen sich die Spitzen der Provinzialverwaltung, 
Vertreter des rheinischen Adels, zahlreiche Gutsbesitzer, 
die Vertreter der verschiedenen Ortschaften, die Mit- 
glieder und Freunde der Vereine aus Cöln und Neuß 
u. a. eingefunden. Die Feier eröffnete Pater Acker 
mit einer ergreifenden Ansprache. Die eigentliche 
Festpredigt hielt Professor Dr. Ehlen, ein eifriger 
Förderer des Missionsvereins. Er wies in zünden- 
den Worten auf die bedeutsame Veranlassung hin, 
die heute den Oberhirten der Erzdiözese nach Knecht- 
steden geführt, auf die Wiedereröffnung des Klosters 
Knechtsteden nach einer Unterbrechung von ctwa 
100 Jahren, und führte aus, daß, wie vor vielen 
Hundert Jahren die Schüler des heiligen Norbert, 
die Prämonstratenser, von hier ausgezogen seien, den 
Osten zu bekehren, nunmehr hier Jünglinge aus- 
gebildet würden, dic es sich zur Lebensaufgabe ge- 
macht hätten, das Wort Gottes hinauszutragen in 
den schwarzen Erdtheil, in den deutsch-ostafrikanischen 
Kolonien das Wort Gottes zu predigen und christliche 
Kultur und Sitte unter den schwarzen Negervölkern 
zu verbreiten. Er forderte die Anwesenden auf, die 
Missionsbestrebungen der Väter vom heiligen Geist 
auch gebührend zu unterstützen und dafür Sorge zu 
tragen, daß die Mittel zusammengebracht würden, um 
sowohl die Kirche wie die Missionsanstalt ihren 
Zwecken entsprechend auszustatten. Nachdem Kardinal 
Kremenßt den Segen ertheilt, begaben sich die ge- 
ladenen Gäste in das neue, einfach eingerichtete 
Missionshaus, dessen Vortragssaal mit den Büsten 
des Kaisers und des Papstes geschmückt war. 
Der für das neu errichtete apostolische Vikariat 
Neu-Guinea (vergl. D. Kol. Bl. 1896, S. 163) er- 
nannte Präfekt P. Everhard Limbrock, geboren zu 
Ahlen in Westfalen, der bis jetzt im apostolischen 
Vikariate Südschantung thätig war, gedenkt im Laufe 
des Sommers in Begleitung der Priester F. Vor- 
mann aus Billerbeck und Joseph Erdweg aus Vinn 
sowie der Laienbrüder Canisius (J. Hautkappe), 
Eustachius (F. Tigges), Theodulph (P. Schmidt) 
die Reise nach seinem neuen Wirkungskreise an- 
getreten. Die Laienbrüder verstehen verschiedene 
Handwerke, welche für die Bedürfnisse der zu er- 
richtenden Stationen am nöthigsten erscheinen. 
316 
  
Es sind jetzt etwas über 30 Jahre her, daß die 
Basler Mission von der Goldküste aus über den 
Voltafluß hinübergeführt wurde, um auch unter den 
jenseits wohnenden Volksstämmen die Arbeit auf- 
zunehmen. Man ließ sich damals unter dem kleinen 
Stamme der Anumer nieder, der in den vorigen 
Jahrhunderten auf dem Bergland der Goldküste an- 
sässig war und später über den Volta hinüber- 
gedrängt wurde. 
Die Arbeit der Basler Mission im Anumgebiet 
währte aber nur wenige Jahre — von 1865 bis 
1869. Dann zerstörte ein Einfall der Asanteer nicht 
nur die junge Mission, sondern vertrieb auch die 
Anumer und alle anderen Volksstämme aus ihren 
Heimstätten. 
1881 nahm die Basler Mission ihre vorige 
Arbeit unter dem Anumvolk wieder auf, und es 
gelang ihr, in kurzer Zeit einige Gemeinden in 
diesem Gebict zu sammeln. Zugleich wurden den 
Volta hinauf verschiedene ausgedehnte Predigtreisen 
unternommen, wodurch manche bisher unbekannte 
Völkerschaften und Gebiete in den Gesichtskreis der 
Mission traten. Dies führte auch dazu, daß man 
von Anum aus die Missionsposten allmählich vor- 
schob und mit der Zeit die inzwischen unter die 
deutsche Herrschaft gestellten Togolandschaften Nkonya 
und Bom beseßzte. 
Nachdem dies geschehen und seit die Hauptorte 
durch eine Reihe von Ausenstationen untereinander 
verbunden sind, hat nun das Missionswerk längs 
der Voltalinie eine solche Ansdehnung nach Norden 
hin erlangt, daß daran gedacht wird, der Arbeit am 
oberen Volta einen besonderen Stützpunkt zu geben, 
um von hier aus die nördlichen und östlichen Ge- 
bicte mit mehr Nachdruck bearbeiten zu können. Um 
aber hierfür den geeigneten Platz ausfindig zu 
machen, sind in der letzten Zeit diese Ländercien 
von den Missionaren mehrfach bereist und daraufhin 
erkundet worden, und es ist die demnächstige Er- 
richtung einer weiteren Voltastation nur noch eine 
Frage der Zeit. Vorderhand aber soll sich der 
dafür in Aussicht genommene Missionar Mischlich 
in Worilwora in der Nähe der deutschen Forschungs- 
station Bismarckburg niederlassen und von da aus 
seine Arbeit auf die umliegenden Volksstämme aus- 
dehnen. Er hat zu diesem Zweck im letzten Jahr 
eine Reise von Bom aus gemacht, über die er im 
„Evangelischen Missions-Magazin“ berichtet: 
Es war am 29. Juli, als unsere kleine Kara- 
wane Woräwora verließ und einer etwa 700 m 
hohen Gebirgskette im Nordosten zustrebte. Nach 
etwa anderthalb Stunden war sie erreicht, worauf 
der steile Aufstieg begann. Von Schweiß triefend 
kamen wir endlich oben an, wo unsere Anstrengungen 
durch den frischen Hauch stärkender Gebirgsluft be- 
lohnt wurden. Nasch ging es dann hinab ins Thal, 
wo uns das angenehme Halbdunkel eines Hochwaldes 
umfing. Kaum hatten wir die ersten Häuser des 
kleinen Ortes Kagyabi erreicht, als der Himmel seine
        <pb n="388" />
        Schleusen öffnete und ein heftiger Regen niederging, 
der erst gegen Abend etwas nachließ, um während 
der Nacht nur um so stärker einzusetzen. Am 30. Juli 
konnten wir daher nicht so früh aufbrechen, und es 
wurde fast 7 Uhr, als wir uns zur Weiterreise an- 
schickten. Nach wenigen Minuten waren wir von 
dem uns beständig streifenden nassen Gras und 
Buschwerk, das den schmalen Pfad umsäumte, bis 
auf die Haut durchnäßt, so daß das Marschiren 
sehr unangenehm wurde. Um 8¼ Uhr langten 
wir an dem hochgehenden Menufluß an und hätten 
hier ohne Zweifel umkehren müssen, wäre nicht ge- 
rade um dieselbe Zeit eine Karawane angekommen. 
Schief über den Fluß lag ein etwa 24 JFuß langer 
und ein bis zwei Fuß dicker, glatter, aber leider 
sehr krummer Baumstamm. Der größte Theil des- 
selben war so ziemlich unsichtbar, da die gelbbraunc 
Fluth etwa zwei Fuß über ihn hinströmte. Bald 
verschwanden vier bis fünf junge kräftige Burschen 
im nahen Urwald und kehrten nach geraumer Zeit 
mit mehreren Bündeln spanischen Rohrs zurück. 
Einer meiner Lastenträger durchschwamm den reißen- 
den Fluß und befestigte auf dem anderen Ufer das 
Rohr, schwamm darauf mit Anstrengung aller Kräfte 
den Baumstamm entlang, wo das Rohr auf unserer 
Seite etwa zwei Fuß über dem Stamm ebeufalls 
festgemacht wurde. Es war nicht leicht, über diesen 
glatten Baumstamm zu balanciren, zumal das stark 
schwankende, dünne Rohr beständig nachgab und die 
Gefahr des Ausgleitens dadurch nur vermehrt wurde. 
Endlich nach drei Stunden war der Uebergang 
glücklich bewerkstelligt, Träger und Lasten ohne Un- 
fall am anderen Ufer. 
Hier zog sich der schmale Pfad durch etwa acht 
Fuß hohes Gras hin, worauf wir vom Dunkel des 
afrikanischen Urwaldes ausgenommen wurden und 
östliche Richtung einschlugen. Gegen 4 Uhr nach- 
mittags bemerkten wir an einzelnen Lichtungen, daß 
sich über uns schwere Wolken zusammenzogen, und 
da auch das nächste Dorf noch vier bis fünf Stunden 
entfernt lag, so mußten wir uns entschließen, unser 
Nachtlager im Walde aufzuschlagen. Am Ufer des 
Ogyene, eines kleinen Bächleins, fanden wir drei 
verlassene Jägerhütten, in denen wir zu kampiren 
beschlossen. Es waren nur einige in die Erde ge- 
rammte Pfähle, über die nothdürftig einige Palm- 
zweige gebreitet waren. Mit Blättern und Zweigen 
wurde rasch etwas nachgeholfen, aber mitten in 
dieser Arbeit überraschte uns ein heftiger Regen, der 
bis zur Dämmerung anhielt. Nur mit allergrößter 
Mühe brachten wir mit dem nassen Holz ein kleines 
Feuer zuwege. Kaum hatten wir uns etwas Jams 
geröstet, als es wieder zu regnen anfing, und zwar 
so stark, daß wir, um das Eindringen des Wassers 
zu verhindern, um die kleinen Schuppen Gräben 
ziehen mußten. 
Ein furchtbar schlechter Pfad führte uns am 
31. Juli abermals durch ganz durchnäßtes Gebüsch 
und feuchten Urwald, so daß schon nach wenigen 
317 
  
Minnten Alles, was wir am Leibe hatten, zum Aus- 
winden naß war. Doch wir achteten nicht sonderlich 
darauf und marschirten munter darauf los über 
Wurzeln und Baumstämme, die beständig den Pfad 
kreuzten, über Geäst und Felsen, ließen uns mit 
Hülse von Lianen in steile Bachrinnen hinab, stol- 
perten unzählige Male an Steinen und Wurzeln, bis 
wir um halb 12 Uhr mittags das Dorf Bedu er- 
reichten. Bedu liegt in sehr gebirgigem Terrain 
auf Hügeln, die nach allen Seiten abschüssig sind. 
Die Häuser sind viereckig und theils mit Gras, theils 
mit einer fußdicken Lehmschicht gedeckt, die auf 
Stützen ruht. Ich konnte hier eine schon weit vor- 
geschrittene Wunde eines Mädchens behandeln, wo- 
für die Leute sehr dankbar waren und sich bei der 
Predigt am Abend reichlich einstellten. 
Ueber Berge und Hügel, über Flüsse und Bäche, 
durch Wald und Busch marschirten wir am 1. August 
weiter und erreichten nachmittags nach 4 Uhr den 
Ort Krabe. Krabe hat wie Kesibo, das passirt 
wurde, durchweg runde Häuser mit kegelförmigem 
Grasdach. Zahlreich fanden sich die Bewohner bei 
der Straßenpredigt ein. 
Eine nördliche Richtung einschlagend, führten uns 
die folgenden Tage durch das reizende, verhältniß- 
mäßig dicht bevölkerte Ländchen Akebu. Es zählt 
17 oder 18 Dörfer, von denen mehrere 500 bis 
600 Einwohner haben. Das Ländchen liegt auf 
einem wellenförmigen, mit Baumsavanne bestandenen 
Höhenplateau, das durch viele Bäche und Flüsse 
reichlich bewässert wird. In den bewaldeten Bach- 
und Flußrändern herrschen die Raphia= und be- 
sonders die Oelpalmen vor. Auch wilde Dattel- 
palmen treten vereinzelt auf. In der Gras= und 
Baumsavannc mit ihrem tiefgrundigen, humusreichen 
Boden gedeihen die Pflanzungen der Bewohner vor- 
trefflich. Hauptsächlich wird Jams, Mais und Wahan 
angebaut. Waha, eine kleine, hirsenähnliche Getreide- 
art, scheint hier sehr beliebt zu sein. Auch aus- 
gedehnte Bohnen= und Erdnußfelder sind parzellen- 
artig in die Savanne eingestreut. Ebenso wird 
Viehzucht getrieben, aber in sehr primitiver Art. 
Daneben werden viele Schweine gehalten. Von Er- 
zeugnissen einheimischer Industrie war nichts zu 
bemerken als sehr hübsche, starke Stoffe, die die 
zahlreichen Weber auf ihren einfachen Webstühlen, 
deren man in den Ortschaften ganze Reihen auf- 
geschlagen sieht, herstellen. 
Akebu ist ein Land von großer, malerischer 
Schönheit und zählt gewiß zu den gesundesten und 
schönsten Landschaften des ganzen Togolandes. Be- 
sonders sind es die Bach= und Flußläufe, die in 
unzähligen Windungen das wellenförmige Hochland 
durchziehen und dem Reisenden stets neue, roman- 
tische Landschaftsbilder der herrlichsten Art vor die 
Augen führen. Gesunde, frische Luft. eempfängt den 
Wanderer und läßt ihn die Mühsale und Beschwer- 
den der Reise vergessen. Die sauber gehaltenen Ort- 
schaften mit ihren runden, einzeln stehenden Hütten
        <pb n="389" />
        machen einen angenehmen Eindruck. Was uns 
wunderte, waren die spärlichen Zeichen des Feti- 
schismus sowohl in den Häusern als auch in der 
Umgebung der Dörfer. Auch tragen die Leute sehr 
wenig Amulette. Leider trifft man viele Aussätzige 
und mit Kröpfen behaftete Leute fast allerorten. 
Ein neunstündiger Marsch über gewelltes Hoch- 
land mit vielen Flußrinnen brachte uns am 5. August 
in den ersten Bedere-Weiler Talabo. Unterwegs 
hörten wir das hundeähnliche Gebell von Pavianen, 
die sich durch das hohe Gras regelrechte Pfade an- 
legen, so daß man glauben könnte, sie rührten von 
Menschen her. 
Von Talabo aus erreichten wir am 6. August 
gegen Mittag die Forschungsstation Bismarckburg, 
die den Gipfel eines frei aus der Hochlandebene 
aufsteigenden Hügels krönt. 
Die Bedere werden oft Adeli genannt, eine Ver- 
unstaltung des Wortes Adele, mit dem einige Stämme 
jenes Land bezeichnen. Die Eingeborenen selbst 
heißen ihr Land und ihre Sprache Bedere. Es ist 
ein sehr stark gewelltes Hochland. Einige Berge 
erheben sich bis zu einer absoluten Höhe von 800 m, 
ja bei Dikpelen dürfte sie nicht viel weniger als 
900 m betragen. Die relativen Erhebungen werden 
wohl 200 bis 300 m nicht übersteigen. In dem 
südwestlichen Theil von Bedere, der fast ganz in der 
Ebene liegt, wird Tschi gesprochen. 
Urwald auf den Bergen und Höhen, Baum- 
savanne mit Gesträuch und Gebüsch in den Niede- 
rungen und an den Abhängen bilden im Allgemeinen 
die Vegetationsform des Ländchens. Durch die 
Steppe mit ihrer einförmigen Flora schlängeln sich 
Bachläufe, begleitet von schmalen Streifen herrlichen 
Urwaldes, dessen dunkelgrüne Färbung mit der 
helleren Tönung der Savanne angenehm kontrastirt. 
Von Bismarckburg bereisten wir die an Bedere 
im Norden anstoßende Landschaft Betwuati und 
kamen über Dikpelen wieder zurück nach Bismarck- 
burg. An vielen Orten, besonders in Katsenke, leiden 
die Leute sehr am Kropf, und es haben manche 
dieser Auswüchse eine surchtbare Größe angenommen. 
Das Landschafts= und Vegctationsbild von Betwuati 
ist dem von Bedere sehr ähnlich, nur daß hier die 
Thaleinschnitte viel schärfer sind, ja zum Theil 
Schluchten mit wildromantischem Gepräge bilden. 
Die Betwuatier haben ihre eigene Sprache, die mit 
Guan verwandt sein soll; doch verstehen auch viele 
Tschi. Die Aufnahme, die wir in Betwuati fanden, 
war im Allgemeinen freundlich, mit Ausnahme von 
Siare, der Hauptstadt des Ländchens. Die runden 
Hütten von Siare sind etwa in halber Bergeshöhe 
terrassenförmig, aber ganz unregelmäßig auf und 
zwischen Felsen erbaut, und es macht die ganze 
Dorfanlage den Eindruck einer wohlbewehrten Felsen- 
f#estung. Kein Haus steht mit einem anderen in 
gleicher Höhe. Von höher gelegenen Vorsprüngen 
schaut man auf die kegelförmigen Grasdächer und 
die kleinen Hofräume der tiefer liegenden, da und 
318 
  
dort gleich Schwalbennestern an den Felsen hängen- 
den Häuser. Wohin das Auge blickt, sieht es nichts 
als das dunkele Grün eines prächtigen Hochwaldes, 
der das ganze Dorf umschließt. Siare ist von allen 
Seiten von steil ansteigenden, bewaldeten Bergen 
umgeben, zu deren Füßen klare Gebirgswasser über 
Geröll dahineilen, die zwei Wasserfälle bilden und 
deren Geräusch und Gebrause bis hinauf in den 
Ort dringt. 
- 
Aus Lukuledi in der Apostolischen Präfektur 
Süd--Sansibar berichtet P. Basilius in „Kreuz 
und Schwert“ unter dem 2. Februar 1896 
Folgendes: 
Die Benediktiner-Missionsstation Lukuledi liegt 
am Oberlaufe des gleichnamigen Flusses, der sich bei 
Lindi in den Indischen Ocean ergießt. Ihr Gebiet 
wird zu ziemlich gleichen Theilen von Wayao und 
Makua bewohnt, die zwar zwei sehr verschiedene 
Sprachen sprechen, aber, wenigstens hier, dieselben 
Sitten und Gebräuche haben. Der Hauptsitz beider 
Völkerschaften ist südlich des Rovuma; die nördlich 
des Rovuma Wohnenden scheinen durch Kriege hier- 
her versorengt worden zu sein. Sie bilden auch 
keine größere Gemeinschaft, sondern nur kleine Dorf- 
schaften, die unter wenig einflußreichen Häuptlingen 
stehen. 
Die Leute treiben zwar keine Viehzucht, sind 
aber fleißige Ackerbauer und auch in manchen 
Industriezweigen wohl erfahren. Sie sind durch- 
schnittlich geistig gut entwickelt und lernbegierig. 
Alle begrüßten eine Missionsniederlassung aufs 
Freudigste. - 
Die hiesige Station wurde im Februar 1895 
vom apostolischen Präfekten P. Maurus Hart- 
mann gegründet und zählt gegenwärtig zwei Patres, 
zwei Brüder und drei Schwestern. Die noth- 
wendigen Gebäulichkeiten (alles einstöckig, von Bam- 
bus mit Lehmboden und Grasdach) sind fertiggestellt, 
Garten und Schamba (Feld) angelegt, die Missions- 
thätigkeit im Gange. 
Schulunterricht erhalten nur Schüler, welche in 
der Mission verpflegt werden. Mit Schülern, die 
bei den Eltern wohnen und essen, ist hier, wenigstens 
solange die Eltern nicht gute Christen sind, nichts 
anzufangen. Sklavenkinder loszukaufen, ist keine 
Gelegenheit. Für die freiheitsgewohnten Knaben ist 
es keine kleine Aufgabe, ständig in der Mission zu 
bleiben; namentlich wenn die verlockenden Töne der 
Ngoma aus dem Dorfe herüberschallen, wälzt sich 
Mancher auf seinem Lager, denkt nach Hause — 
auakumbuka kwake — und ist am andern Morgen 
verschwunden. Doch diese Ausreißer sind nicht die 
schlimmsten; wenn sie einige Zeit in der Elternhütte 
verbracht, kommt ihnen das Heimweh nach der 
Mission, viele kehren reuig zurück und bitten wieder 
um Aufnahme. Ein viel schwierigeres Hinderniß 
für die Entwickelung der Schule ist die Arbeitsscheu 
der Knaben. Wenn wir die Knaben nur unterrichten
        <pb n="390" />
        würden und nicht arbeiten ließen, sähen wir in Bälde 
ihre Zahl verdoppelt. Aber ohne Arbeit keine guten 
Christen. 
Katechumenenunterricht wird täglich für Männer 
und Frauen getrennt abgehalten. Der Sonntag 
wird ziemlich gut gehalten, freilich ist es auch für 
manche schwierig zu wissen, wann Sonntag ist, da 
sie nicht von einem Sonntag auf den andern zählen 
können, und es für die Ankündigung in einem so 
weiten Bezirke kein anderes Mittel giebt, als gegen 
Ende der Woche umherzugehen und den Gottestag 
anzusagen. Solche Gänge werden dann regelmäßig 
mit dem Medizinkasten gemacht, der nicht nur bei 
Kranken, sondern auch bei Gesunden gern ge- 
sehen ist. 
Es giebt kaum ein größeres Vergnügen für 
unsere Schwarzen, als gesund zu sein und doch Dawa 
(Medizin) zu bekommen, namentlich wenn sie nicht 
gleich genommen werden muß. Doch ist mir noch 
kein Fall zu Ohren gekommen, daß einer die erhaltene 
Dawa verkauft hätte. 
Eine große Störung im Missionswerke verursachte 
im verflossenen Oktober ein Kriegszug der Mangoni. 
Die Mangoni (auch Magwangwana) sind ein 
räuberisches Volk, das im Osten des Nyassasces seinen 
Wohnsitz hat, ausgedehnte Viehzucht betreibt bezw. 
von Sklaven betreiben läßt, und alle Jahre Beute- 
züge in die benachbarten Länder macht. Sie sind 
wie die Heuschrecken und noch schlimmer; sie kommen 
wie der Blitz, können durch nichts aufgehalten werden, 
und wenn sie weg sind, ist keine Speise mehr da; 
die Männer sind erschlagen, Weiber und Kinder ge- 
raubt. Sie sind der Schrecken ihrer Nachbarn, die 
nicht an Widerstand, sondern nur an Flucht denken. 
Beim ersten Gerücht von ihrer Ankunft schon ver- 
steckte sich Alles in den Bergen oder Ketekete, im 
Dickicht, wohin die schildbewaffneten Feinde nicht zu 
solgen vermögen. Mehrmals war das Gerücht 
falsch, immer hatte es die allgemeine Flucht zur 
Folge; mitten in der Nacht stand man auf und 
rettete sich und das bischen Hausrath unter Klage- 
geheul ins heimliche Versteck. Endlich kamen sie, 
aber ihr Ziel lag anderwärts, still zogen sie ohne 
Verwüstung auf zwei Wegen durchs Land. Bange 
fünf Wochen folgten; täglich wurden sie zurück- 
erwartet, alle zwei Tage kam irgend ein aufregendes 
Gerücht, gefolgt von allgemeiner Flucht. Als sie 
endlich in ihren Quartieren Alles aufgezehrt hatten, 
trieb sie der Hunger heimwärts; sie machten in der 
Nähe einen Rasttag und nahmen ohne weitere Feind- 
seligkeiten, was sie an eßbaren Dingen erbeuten 
konnten. Die Mission nahm keinen beträchtlichen 
Schaden, wohl aber waren Handel und Verkehr 
fünf bis sechs Wochen gestört, der Unterricht mußte 
sast ausgesetzt werden. *) 
  
*) Vergleiche den Artilel „Expedition zum Nyassasee" 
S. 314 dieser Nummer. 
319 
Rus fremden lolonien. 
Gerichtsorganisation des Rongostaates.“) 
Das im April d. Is. erschienene „Balletin 
oflciel de IEtat Indépendant du Congo“ 
(Nr. 4) enthält eine vom König Leopold von 
Belgien als Souverän des Kongostaates erlassene 
Verordnung vom 21. April 1896 über die Ge- 
richtsorganisation des Kongostaates. 
Nach dieser Verordnung in Verbindung mit 
früher ergangenen jetzt noch gültigen Bestimmungen 
sind die Grundzüge der Gerichtsverfassung des 
Kongostaates folgende: 
Es bestehen folgende Gerichte: 
Die Gerichtshöfe erster Instanz (les trihu- 
naux de premirc instance), die Beczirksgerichte 
(les tribunaux territoriaux), die Kriegsgerichte 
(les conseils de guerre) und der Appellations- 
gerichtshof (le tribunal d'appel). Die drei ersteren 
Gerichte sind, soweit sie in Strafsachen entscheiden, 
zusammengesetzt aus je einem Richter, einem Be- 
amten der Staatsanwaltschaft und einem Gerichts- 
schreiber (greltier). Der Appellationsgerichtshof 
besteht bei der Entscheidung in Civil= und Handels- 
sachen aus einem Präsidenten, zwei beisitzenden Rich- 
tern und einem Gerichtsschreiber; in Strassachen 
tritt noch ein Vertreter der Staatsanwaltschaft hinzu. 
Der Sitz dieses Gerichtes ist in Boma. Das Gericht 
erster Instanz, welches seinen Sitz in Boma hat, ist 
für das ganze Gebiet des Kongostaates zuständig. 
Jedes Gericht ist berechtigt, Sißungen in jedem 
anderen Orte seines Bezirkes abzuhalten, sobald dies 
im Interesse der Rechtspflege liegt. 
Die Einrichtung von Bezirksgerichten erfolgt 
durch den Gencralgouverneur in den vom Staats- 
sekretär bezeichneten Distrikten. Wenn der Richter 
des Gerichtes erster Instanz wegen der Schwierig- 
keit der Verbindung verhindert ist, in einem Theile 
seines Bezirkes die Rechtspflege auszuüben, so kann 
der Generalgouverneur einen von ihm ernannten 
Stellvertreter dazu ermächtigen, innerhalb des von 
ihm zu bestimmenden Gebietes an Stelle des ver- 
hinderten Richters dauernd als Bezirksrichter (juge 
territorial) Recht zu sprechen. 
In diesem Falle bestimmt der Generalgonverneur 
die Zusammensetzung des Gerichtes und regelt das 
Verfahren. 
Die Kriegsgerichte werden in den vom General- 
gouverneur bezeichneten Orten eingerichtet; der Gene- 
ralgouverneur bestimmt zugleich die Bezirke, für 
welche dieselben zuständig sind. 
Die sachliche Zuständigkeit der Gerichte ist in 
solgender Weise geregelt: 
Das Gericht erster Instanz ist zuständig in 
erster Instanz: 
  
*) Ueber die Organisation der Negierung, des Kongo- 
siaates vergl. Deutsches Kolonialblatt 1895, S. 15.
        <pb n="391" />
        — 320 — 
1. in Civil= und Handelssachen für alle Rechts- 
streitigkeiten, in denen ein Nichteingeborener, der 
Staat oder eine Verwaltungsbehörde Partei ist; 
2. in Strafsachen bei allen innerhalb des Staats- 
hebietes begangenen Zuwiderhandlungen gegen Ver- 
ordnungen, Dekrete u. s. w. strafrechtlichen Inhaltes. 
Die Bezirksgerichte erkennen nur in Strassachen. 
Ihre sachliche Zuständigkeit ist dieselbe wie die des 
Gerichtes erster Instanz, aber örtlich beschränkt auf 
die innerhalb ihres Bezirkes begangenen strafbaren 
Handlungen. Bei den außerhalb ihres Begzirkes 
begangenen Delikten sind sie zuständig, wenn der 
Thäter in ihrem Bezirke wohnt oder dort er- 
griffen wird. 
Die von einem Eingeborenen begangenen straf- 
baren Handlungen, bei denen cin anderer Einge- 
borener der Verletzte oder Geschädigte ist, kann der 
Vertreter der Staatsanwaltschaft dem betrefjenden 
Stammeshäuptling zur Aburtheilung nach den ein- 
heimischen Rechtsgewohnheiten überweisen. Aus- 
geschlossen von dieser Ueberweisung sind die Ver- 
letzungen der in dem Dekrete vom 1. Juli 1891 
gegen die Sklaverei erlassenen Vorschriften (siehe 
Art. 14 daf.). 
Die Kriegsgerichte sind erstinstanzliche Gerichte 
und erkennen bei allen Verbrechen (crimes) und 
Vergehen (délits) gegen die gewöhnlichen Straf- 
gesetze. Jedoch ist nach dem Dekret vom 30. Ok- 
tober 1895, welches unter Abänderung der früheren 
Bestimmungen ergangen ist, bei den von Europäern 
begangenen Verbrechen, die mit der Todesstrafe be- 
droht sind, das Gericht erster Instanz in Boma 
unter Ausschluß der Kriegsgerichte in erster Instanz 
zuständig. Außerdem sind die Kriegsgerichte zu- 
ständig für die von den Offizieren, Unteroffizieren 
und Soldaten der bewaffneten Macht des Kongo- 
staates begangenen militärischen Delikte. 
Bei den Verhandlungen der Kriegsgerichte bildet 
die Abwesenheit des Vertreters der Staatsanwalt- 
schaft keinen Grund für die Nichtigkeit des Ver- 
fahrens. 
Das Appellationsgericht ist zuständig in zweiter 
Instanz: 
in Civil= und Handelssachen bei den gegen die 
Urtheile des Gerichtshofes ersier Instanz eingelegten 
Berufungen; 
in Strassachen bei den Bernfungen gegen die 
Urtheile des Gerichtshofes erster Instanz, der Be- 
zirksgerichte und der Kriegsgerichte. Eine Be- 
schränkung der Berufung besteht nur bei den Ur- 
theilen der Kriegsgerichte insofern, als sie für 
Militärpersonen und Eingeborene ausgeschlossen ist, 
wenn das Urtheil von einem Kriegsgericht erlassen 
ist, für dessen Bezirk vom Generalgouverneur der 
Belagerungszustand (rogime militaire spécial) 
verkündet worden ist. 
In erster Instanz erkennt das Appellationsgericht 
bei Vergehen der Richter der Gerichte erster Instanz, 
  
  
  
ihrer Stellvertreter und der Vertreter der Staats- 
anwaltschaft bei diesen Gerichten. Für die Beru- 
sung ist in diesen Fällen das Obergericht (Conseil 
supéricur) in Brüssel zuständig. 
Von den die amtlichen Verhältnisse der Justiz- 
beamten betreffenden Vorschriften sind solgende her- 
vorzuheben: der Präsident und die beisitzenden Richter 
des Appellationsgerichtes, sowie die Richter erster 
Instanz werden vom Könige auf 5 Jahre ernannt. 
Voraussetzung für die Ernennung zum Präsidenten 
oder beisitzenden Richter des Appellationsgerichtes 
ist das vollendete 30. Lebensjahr, eine akademisch 
juristische Vorbildung (Erlangung des Doktortitels) 
und eine mindestens fünfjährige Thätigkeit als Richter 
oder Sachwalter oder Rechtslehrer an einer Uni- 
versität. 
Für die definitive Ernennung zum Richter erster 
Instanz ist regelmäßig außer dem vollendeten 
25. Lebensjahr und der Erlangung des juristischen 
Doktortitels noch vorgeschrieben eine mindestens zwei 
und einhalbjährige Beschäftigung im Justizdienste 
des Kongostaates und die Absolvirung eines Examens, 
welches sich besonders auf die Rechtspflege und Ge- 
setzgebung des Kongostaates erstreckt. Ausnahmen 
von dieser Vorschrift können durch besonderes Dekret 
des Königs getroffen werden. 
Das Amt des Vertreters der Staatsanwaltschaft 
versieht bei dem Appellationsgerichtshof ein vom 
König ernannter Staatsanwalt (procureur d'Etat), 
welcher amtlich dem Generalgouverneur unterstellt 
ist. Die Ernennung zum Staatsanwalt ist an die- 
selben Voraussetzungen wie die Ernennung, zum bei- 
sitzenden Richter beim Appellationsgericht gebunden, 
doch genügt für den Staatsanwalt ein Alter von 
27 Jahren. Die Geschäfte der Staatsanwaltschaft 
bei den Gerichten erster Instanz, den Bezirksgerichten 
und Kriegsgerichten werden von Stellvertretern 
(substituts) des Staatsanwalls wahrgenommen, 
welche vom Generalgouverneur aus der Zahl der 
durch königliches Dekret ernannten Beamten, die den 
Nang eines capitain-commandant besitzen, er- 
nannt werden. Sie üben ihr Amt unter der Ober- 
aussicht und Leitung des Staatsanwaltes aus, dem 
sie Abschriften von allen gefällten Strafurtheilen 
zugehen zu lassen haben. 
Die Richter der ordentlichen Strafgerichte, bezw. 
ihre Stellvertreter, sind von rechtswegen zugleich zu 
Richtern bei den Kriegsgerichten berufen, falls nicht 
der Generalgouverneur eine abweichende Anordnung 
trifft. Ein Gleiches gilt von den Vertretern der 
Staatsanwaltschast. 
Der Vorsitzende des Appellationsgerichtes wird 
im Falle seiner Verhinderung durch den älltesten 
beisitzenden Richter vertreten. Die Stellvertreter 
der beisitzenden Richter, der Richter erster Instanz 
und die Beamten der Staatsanwaltschaft werden 
vom Generalgouverneur ernannt. Derselbe ernennt 
auch die Gerichtsschreiber (grelliers) des Appellations- 
gerichtes und der Gerichte erster Instanz, während
        <pb n="392" />
        bei den Bezirks= und Kriegsgerichten die Bestellung 
der Gerichtsschreiber dem Nichter obliegt. 
Zum Schluß seien noch die Gehälter der Justiz- 
beamten erwähnt. Es beträgt das Gehalt: des 
Präsidenten des Appellationsgerichtes 15.000 bis 
25 000 Fres., der beisitzenden Richter dieses Gerichts- 
hofes und des Staatsanwaltes 10 000 bis 20 000 
Francs, der definitiv ernannten Richter erster In- 
stanz 8000 bis 10 000 Frcs., der übrigen durch 
königliches Dekret ernannten Justizbeamten 5000 
bis 8000 Frcs., der vom Generalgouverneur er- 
nannten Stellvertreter 4000 bis 5000 Frocs., der 
Gerichtsschreiber 1800 bis 3000 Frcs. Außerdem 
erhalten die Justizbeamten freie Wohnung und 
Naturalverpflegung sowie Reisekosten beim Antritt 
und bei der Beendigung ihres Amtes. 
Ueber die chinesische Ein= und Auswanderung über 
Singapore nach niederländisch-Indien 
wird berichtet: *) 
Während des Jahres 1894 wurden in Singa- 
pore 137 695 chinesische Einwanderer, worunter 
7068 Frauen und 4869 Kinder gegen 189 843 in 
1893 und 122 029 in 1892 angebracht. Diese 
Abnahme muß dem Verbot der Einwanderung aus 
China während der Herrschaft der Pestepidemie von 
Juni bis September 1894 daselbst zugeschrieben 
werden. 
Die folgende Nachweisung zeigt die Auswande- 
rung von Chincsen männlichen Geschlechts aus ver- 
schiedenen Häsen Chinas nach Singapore während 
des Jahrcs 1891: 
1893 1894 
Von Hongkong 62007 36 491 = 25 516 Abnahme 
Swalow 47 439 32 975 = 14464 - 
Amoy 56 4 961 = 8261 
Hainun 8719 8 256 = 463 - 
Shanghai 41 75 — 34 Zunahme 
  
Zusammen 174 428 125 758 = 48 670 Abnahme 
Die Einwanderer verbreiteten sich, wie folgt: 
In Singapore ausgeschifft: 
Männer 97 792 
Frauen 5 007 
Kinder. 3 813 106 612 
Direkt nach Penang gegangen: 
Männer 62 9042 
Frauen 2 016 
Kinder 1 016 29074 
Direkt nach Malalka gegangen: 
ännrern 4149 
Fragnen.— 
Kinder 2 51 
Direkt nach anderen Plätzen, nämlich 
Bangkok, Mauritius und Batavia: 
*) Vergl. Deutsches Kolonialblatt 1895, S. 54. 
321 
  
Männer 1 875 
Fraen 45 
Kindern 38 1 958 
Zusammen. 137 695 
Die im Jahre 1894 aus China zu Singapore 
angebrachten Einwanderer wurden verschifft mit: 
183 englischen Dampsschiffen gegen 274 in 1893 
23 deutschen - - 48 
6 österreichischen - 13 
8 italienischen - - 12 
2 niederländischen - - 10 
17 chinesischen Dschunken - 255 
Die Anzahl der chinesischen Einwanderer, welche 
während des Berichtsjahres zu Singapore Kontrakte 
eingingen, betrug 9679 gegen 20 077 in 1893, 
9311 in 1892, 6473 in 1891 und 11237 in 1890, 
und diejenige der Einwanderer anderer Nationalitäten 
(größtentheils Javanen, Baveaner und Bandjeresen), 
welche auch vor dem Protektor Kontrakte eingingen, 
belief sich auf 1307, was eine Summe von 11086 
gegen 20 869 in 1893, 10 598 in 1892, 8571 in 
1891 und 16599 in 1890 ausmacht. 
In den 11086 zu Singapore geschlossenen Kon- 
trakten sind 2388 für Arbeit in Niederländisch- 
Indien einbegriffen, nämlich: 
  
  
  
  
  
1894 1893 1892 18911890 
nach Deli . 10406932534741148 
ch Langkat. 75 29 71 244 
Batde Bahra —— 1113959 
Assahan — — 125 |6151286 
Serdang —— 71 36 
Siak. 1952 38 58 
Bila 33— 24 40 49 
Pagoerawan 5—— — 5 110 
adan S — — 
dad . S 38 104 — 1 1565 
ane. — — 52 
7 Terapong 5 4 25 31 5.— 
Benglalis . — — 10 — — 
Villiion 11 6 — 29 
Riouw. . 266 29 1056136 
Singkep .. 372-5——— 
sarimon....—»1.4 »z— 8 
Indragiri.. 86 1650 — 
Lingga. . . 613 — D 
Palembang 21404 4 88131 
Sambas . — — – 112 
Muntok. 84 21214 487 76 
Pontianak. — 4 4239 B 
Batavrig — — — 5 
Vandjermasin. —] —— 30 
9 — 1 — * 
Koetei. — —5·O 
2 tje . — 26 – 
Lombok .. 30-——— 
Zusammen23885018199322754763 
  
  
  
  
  
Die folgende Tabelle weist die Anzahl der Kon- 
trakte auf, welche in den letzten zehn Jahren zu 
Singapore, Penang und Malakka geschlossen sind, 
unter Angabe der Anzahl Kontrakte für Arbeit in 
Niederländisch-Indieu:
        <pb n="393" />
        Gesammtzahl Wovon für Gesammtzahl Wovon für 
Jahr der Kontrakte Niederländ.-Indien Jahr der Kontrakte Niederländ.-Indien 
1885 32 180 16 557 1890 26 211 10 414 
1886 45•717 18 639 1891 17 956 5 644 
1887 51 859 21 315 1892 23 448 2 449 
1888 44 451 20 713 1893 38 326 6841 
1889 32 660 13 564 1894 22 302 3803 
Anfuhr chinesischer Kulis durch das Einwanderungsbüreau in Deli. 
Hierunter folgt cine vergleichende 
Aufgabe der Anfuhr chinesischer Kulis durch das Einwan- 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
derungsbürcau in Deli während der letzten vier Jahre: 
Kontrakt-Kulis 
von Singapore von Penang von Swatow von Hainan 
1891 1892| 1893/ 1894|1891 1892 1893/ 1894/1891 1892 1893 1894|1891 1892/1893 1894 
Januar. 244 — 157 20|] 8 — 12 106 4244 342 ——172 
Februar 11— 93 77/212 S 15236 3 200—— — 161 
März. —E — 21423 — 974491 444% 
April — —— — 23 — — 50 45704% 6 40) S 
Mai 18 — —E — 89 — — 2114 Ö — —- 
Juni — — — — — — —444 1711 49 1657 — — —— 
Juli. — — ——— iis 15 295111KN. — 
August — —— B 64 68 90 1699 — — — — 
September ———-——— — —209127146———— 
Oktober — — —— 2 — 78 264 127 244 — — — — 
November —E — 3 11L-Ö —— 
Dezember — 98 233 200 — 111 66 — 45 452 3601 235 — —— — — 
Zusammen ] 86/ 98. 622 5699|1425 111 1088 268 /2637/2160 3822/ 33921 — — —|f11 
Kontrakt-Kulis Freie Kulis 
von Pakhoi von Hoihow zusammen per Monat „Laukehs“ 
1891| 1892/ 1893/18941891 1892/1893 /1894 /1891 1892 1893 /1894 /1891 |1892 /1893 J 1894 
l I l l 
Januar. 26851 — ——1.48 —2 a 1103 122 438 649652 21 i2 343 
Februar 2131 — ——133 —83 —6811 36 667 461 150 7 159 130 
Shärz 182 —— 31 46 22y7 426 
April 20 — 464— — — 1249 2044 26 492 196 
ai. — — ————4 G 18#1 
Jumi u +— 55—6681141C 
Juli — — — — — —— 97 11314529 33 12 1 48 126 
August — 8NN68O 69 4 y 11 
September ——NS 
Oktober — —— —— — —— — — — 78 264 127 264 6 111 221 205 
November — — — —— — — — 134 1 371 14 76 150 284 
Dezember —— — — — —— — — — 45 561° 661 255 5 168 534 641 
Zusammen] 869 —i — —I 360! — 129 — 5226%CGS1 " I 16e S) 530 2016 27 40 
Die anhaltend gute Stimmung des Tabalkmarktes China Reisen. Während der stillen Saison (das ist 
im Spätjahr von 1893 und während 1894 war 
wiederum Ursache weiterer Ausbreitung und dem- 
zufolge größerer Nachfrage nach Arbeitern. Die 
Arbeiter aus China wurden auch in 1894 aus dem 
Hafen von Swatow bezogen. Die Boote der sub- 
sidiirten Linie thaten ihren Dienst regelmäßig, er- 
wiesen sich wiederum als ausreichend und wurden 
durch die Passagiere zwischen China und Dell sichtlich 
auch mehr gesucht, sowohl bei dem von als nach 
von Mai bis Oktober) wurde ebenso als in den vor- 
hergegangenen beiden Jahren ein Dampfer im Monat 
ausreichend erachtet, um die Ueberführung der sich 
anbictenden Einwanderer zu vermitteln; in den 
übrigen Monaten wurden zwei Dampfer per Monat 
nach Deli expedirt. In den letzten Monaten von 
1894 war die Nachfrage nach Arbeitern groß und 
dringend, und wiesen schon die ersten neun Monate 
des vorangegangenen Jahres eine Zunahme auf, so
        <pb n="394" />
        mußte schließlich zufolge der dringenden Nachfrage 
doch wieder eine kleine Anfüllung aus den Straits 
genommen werden. 
Die Ziffer der Straits-Anfüllungen wurde größten- 
theils durch die ersten drei Monate des Jahres 1894 
geliefert; man benöthigte der Arbeiter, welche in 
1893 verschrieben worden waren, zur Bewirkung der 
Ernte von 1894. Die Zahl derjenigen, die auf 
dem Einwanderungsbürcau Kontrakte eingingen, war 
in 1894 geringer als im vorigen Jahre. 
Dagegen ist die Ziffer der Kulis, welche durch 
„Laukehs“ (alte Kulis) mitgebracht wurden und auf 
den Unternehmungen kontrahirten, in 1894 erheblich 
größer. Dieses letzte System wurde allgemein als 
das beste und am wenigsten kostbare der Eimvan- 
derung angesehen. Die Zahl der durch „Laukehs“ 
mitgebrachten Kulis, welche über die Straits in Deli 
ankamen, ebenso wie diejenigen, welche mit Spar- 
pfennigen über die Straits zurückkehrten, ist in beiden 
Fällen kleiner als in 1893. Dieses zeugte von einer 
größeren Vorliebe für den Gebrauch der direkten 
Linie. Die Pestepidemie in China hatte keinen Ein- 
fluß auf die direkte Einwanderung. Die nöthigen 
Vorsichtsmaßregeln wurden sowohl in Swatow als 
in Deli getroffen, und war man auf alle Eventuali- 
täten vorbereitet. 
In 1894 sind in Deli 19 direkte Dampsschiffe 
von Swatow angekommen und haben 5994 Passagiere 
angebracht. Von diesen zeichneten 3386 die Arbeits- 
kontrakte auf dem Einwanderungsbüreau, während 
1935, welche durch „Laukehs“ mitgebracht worden 
waren, auf den Unternehmungen Kontrakte eingingen, 
94 Mann sich als Krämer oder als Gemüsepflanzer 
niederließen, 102 Mann nach einem kurzen Aufenthalt 
in Deli nach China zurückkehrten; 477 „Laukehs“ 
kehrten nach einem kurzen Aufenthalt in China nach 
Deli zurück. 
In den Straits wurden 857 Einwanderer en- 
gagirt und zwar: 
zusammen in Penang 268 Mann 
- Singapore 589 
darunter im 1. Quartal 710 Mann 
2. - 107 = 
3. - 40 - 857 - 
Mit „Laukehs“ kamen von China über Straits 
auf eigene Kosten und ohne Protektorats-Kontrakte 
2145 Mann an, welche auf den Unternehmungen 
Kontrakte zeichneten; 161 Einwanderern, die auf 
eigene Gefahr mit Segelschiffsgelegenheit von Hainan 
nach Deli gekommen waren, wurde durch Vermittelung 
des Einwanderungsbüreaus zu Arbeitskontrakten 
verholsen. Die Gesammtanfuhr war demnach: 
aus China 3386 Arbeitskontrakte auf dem 
Einwanderungsbürcau, 
- 1935 Arbeitskontrakte auf den 
Unternehmungen, 
94 ließen sich als Krämer 
und Gemüsebauer nieder, 
857 Mann 
„ 
  
323 — 
aus China 102 kehrten nach einem kurzen 
Aufenthalt in China nach 
Deli zurück, 
zurückgekehrte „Laukehs“, 
Arbeitskontrakte auf den 
Unternehmungen, 
... 4 
- über Straits 245 
— 
— 
*** 
kden Straits 857 Protektorats-Kontrakte zu 
Penang oder Singapore, 
Hainan 161 per Segelschiff, 
zusammen 7257 Einwanderer. 
Von den 102 Mann, welche nach einem kurzen 
Aufenthalt in China wieder zurückkehrten, sind 98 
nicht in der oben gegebenen Uebersicht aufgenommen, 
woraus sich der Unterschied in der Gesammtsumme 
erklärt. 
Nach China kehrten mittelst direkter Gelegenheit 
1350 Passagiere zurück: 
854 nahmen Sparpfennige mit von s 84 748 
105, welche über die Straits zurück- 
kehrten, nahmen Sparpfennige mit im 
Betrage do 33442 
während per Brief durch Wcchsel, 
welche beim Einwandererbürcau durch 
14 Geldabsender gezogen wurden, noch 
abgesandt siid –.n 4940 
zusammen s 123 130 
wodurch die Gesammtsumme der früheren Jahre auf 
etwa § 620 000 gebracht wird. 
Die Beschaffenheit der angeführten Arbeiter war 
befriedigend, und der Prozentsatz der für Feldarbeit 
Untauglichen war viel geringer als im vorigen Jahre. 
Einwanderung von Eingeborenen Nieder- 
ländisch-Indiens. 
Die umstehend folgende Nachweisung giebt eine 
Uebersicht der Eingeborenen Niederländisch-Indiens, 
welche 1894 vor dem „Protectorate ol Emigrants“ 
hierselbst Arbeitskontrakte eingingen. 
Zufolge dieser Nachweisung betrug die Anzahl 
der niederländisch-indischen Eingeborenen, welche wäh- 
rend des vergangenen Jahres hier Arbeitskontrakte 
eingingen, 1160 gegen 722 in 1893, 1234 in 1892, 
1839 in 1891 und 4021 in 1890, was eine Zu- 
nahme von 438 gegenüber der Ziffer von 1893 
ausmacht, jedoch noch immer unter der Zahl der 
drei vorangegangenen Jahre bleibt. 
Von dieser Summe von 1160, darunter 897 Ja- 
vanen, 114 Bandjeresen, 96 Baveaner und 53 Ein- 
geborene anderer Theile Niederländisch-Indiens, kon- 
trahirten 460 für die Residentschaft „Ostküste von 
Sumatra“ als Haus= und Scheunenbauer, Wege- 
arbeiter, Holzfäller und gewöhnliche Arbeiter gegen 
408 in 1893, 407 in 1892, 497 in 1891 und 
1523 in 1890. Von diesen 460 Arbeitern, die für 
die Ostlüste von Sumatra zu Singapore Kontrakte 
abgeschlossen haben, waren 359 Javanen, 84 Baveaner, 
8 Bandjeresen und 9 Eingeborene anderer Theile 
Niederländisch-Indiens.
        <pb n="395" />
        — 324 — 
  
  
  
  
  
  
  
  
Zahl Bestimmun ei Monatlicher Empfangener · 
der Arbeiter st 9 Kontraktszeit Lon Vorschuß Art der Arbeit 
136|Deli 8 Monate bis 1 Jahss7 bis 8 1 bis 820 Haus= und Scheunenbauer, 
Wegearbeiter, Holzfäller und 
gewöhnliche Arbeiter. 
305Langkat. desgl. desgl. &amp; 1 bis 524 desgl. 
19 iak . 1Jahr IS 8 Wegearbeiter 
Indragiri. A4 Monate bis 1 Jahrs 8 bis S 12| 16 biss 24Haus= und Scheunenbauer, 
Wegearbeiter, Holzfäller und 
gewöhnliche Arbeiter 
47 Diohor .Jahr bis 15 Monatess 4,% und 85824 und 8225 Kaffeepflanzer 
2Selangor . 1 Jahr s 6 24 Hausdiener 
13 Pahang. . . .. 3 Monate 8 bis §1238 8 bio § 12 Holzfäller 
19Westaustrallten 2 Jahre &amp; 1,110 36biss 39,1| Gewöhnliche Arbeiter 
443/ Britisch-Nordborneo 1 Jahr s 24 Haus= und Scheunnenbauer, 
Wegearbeiter, Holzfäller und 
gewöhnliche Arbeiter 
156|Deutsch-Ostafrika 2 Jahre * 10 s 40 deogl. 
Zus. 1160 
Für Indragiri kontrahirten hierselbst 20 Leute 
als Haus= und Schennenbauer, Wegearbeiter, Holz- 
fäller und gewöhnliche Arbeiter gegen 45 in 1893, 
für die Halbinsel Malakka 62 (wovon 47 für Djohor) 
gegen 40 in 1893, 161 in 1892, 83 in 1891 und 
25 in 1890, und für Westaustralien 19 gegen keinen 
im Vorjahre. 
Die hohen durch Britisch-Nordborneo-Tabak in 
1894 erzielten Preise haben diese Kultur dortselost 
ermuthigt, und dieses hat Anlaß gegeben, daß die 
Anzahl der niederländisch-indischen Eingeborenen, 
welche im verflossenen Jahre für Britisch-Nordbornco 
hierselbst Kontrakte abschlossen, zunahmen, nämlich 
443 gegen 190 in 1893, 30 in 1892, 861 in 1891 
und 2383 in 1890. 
Wie man sagt, sollen die Pflanzer in Britisch- 
Nordborneo wiederum Vorkehrungen treffen, um die 
Zustimmung der niederländisch-indischen Regierung 
zur Werbung von Arbeitern in Niederländisch-Indien 
für genanntes Land zu erhalten, da der Gehalt der 
Kulis, welche sie von Singapore bekommen, viel zu 
wünschen übrig läßt. 
Ferner ist aus der hierneben überreichten Nach- 
weisung ersichtlich, daß die Löhne für Deli und 
Langkat gleich den in den drei vorangegangenen 
Jahren gezahlten blieben, nämlich von Dollar 7 bis 8. 
Für Indragiri wurden Dollar 8 bis 12 bezahlt, 
gegen Dollar 8 in 1893, für die Halbinsel Malakka 
Dollar 4,50 bis 12 gegen Dollar 4,50 bis 8 in 
1893, Dollar 3 bis 9 in 1892 und Dollar 4,50 
bis 12 in 1891, für Britisch-Nordborneo, ebenso 
wie in 1893 und 1892, Dollar 8, und für Deutsch- 
Ostafrika Dollar 10 monatlich. 
In früheren Jahren wurde eine Tabelle ein- 
gesandt, welche die zufolge Angabe der eingeborenen 
Berichterstatter von Java, Bavean und Bandjermasin 
zu Singapore angekommenen Einwanderer darlegte; 
da es sich jedoch mehr und mehr herausstellte, daß 
es in dieser Weise nicht möglich ist, einigermaßen 
zuverlässige Zahlen betreffs dieser Einwanderung zu 
erhalten und es an einer Kontrole hinsichtlich des 
Passagierverkehrs in diesem Hasen von Verwaltungs- 
wegen mangelt, so wird mit der Einreichung er- 
wähnter Tabelle nicht fortgefahren. 
Vorschiedene Mittheilungen. 
Bremens Dandel mit Afrika. 
Dic neuesten statistischen Mittheilungen über 
Bremens Handel und Schifffahrt im Jahre 1895 
geben folgende Uebersicht der Entwickelung der Be- 
ziehungen zwischen Bremen und Afrika seit der 
Mitte des Jahrhunderts. 
Es belief sich die Einfuhr Afrikas nach Bremen 
in den Jahren: 
  
l l 
1847 1857 
auf bis bi 
E 1861/1871) 
Millionen —mmmA 
Mtr. Cir.0,0040, 006, 0,018 0,042 0,023 0,054 0,091 
Millionen Ü I 
Mark 0,220, 0,410 2,087, 4,313. 3,689, 9,221 11,183 
Die Ausfuhr Bremens nach Afrika: 
l l 
.0,020 0,022 
0,687. 0,720 
l l 
1867 1877 18821887/1892 
bis; bis bio bis bies 
1881 % 1886| 1891 1895 
l 
  
  
0,023l 0,036 
2 1,078 
Millionen A l 
Mkk.Ctr-0,002»0,01110,011 
Millionen 
Mark 034 0377. 0,460 
  
Goldproduktion der südafrikanischen Republik 
(Transvaal).“) 
Die Goldausbeute des Witwatersrand hat sich im 
Jahre 1894 gegen das Vorjahr um 545 686 Unzen 
oder 36,90 Prozent und im Werthe um 1775894 
*) Aus dem Bericht der Handelskammer zu Port 
  
Elizabelh für das Jahr 1894.
        <pb n="396" />
        — 325 — 
Pfd. Sterl. oder 34,23 Prozent vermehrt, eine Zu- 
nahme, wie sic bisher noch nicht zu verzeichnen war. 
Seit Eröffnung der Goldminen in Witwatersrand 
im Jahre 1887 sind im Ganzen 6 580 399 Unzen 
Gold gewonnen worden. Auf dic einzelnen Jahre 
vertheilte sich die Produktion, wic folgt: 
1887 23 125 Unzen, 
1888 208 122 
1889 411 557 
1890 494 812 
1891 729 268 = 
1892 1 210 869. 
1893. 1 478 47 
1894 2 024 164 
Die außerordentliche Steigerung der Produktion 
im letzten Jahre ist auf Verbesserungen im Ausbente- 
verfahren zurückzuführen. 
Insgesammt wurden in Transvaal im Jahre 1894 
2265 853 Unzen Gold gewonnen, die sich auf fol- 
gende Bezirke vertheilen: 
Witwatersrand 
De Kaap 
Lydenburg. . . . .. 60 275 
Klerksdorp u. Potschesstrom 77714 
Zontpansberg.. . 10629 — 
Malmani 491141 
2 024 164 Unzen, 
. 92577 —- 
  
VVVVVVVVVVVVVVVVVVVVIVVVVVVVVYVV’ 
Tikterakur. 
A. Freiherr v. Fircks: Aegypten 1894. II. Theil. 
Berlin 1896. Dietrich Reimer. 
Dem hier vor Kurzem angezeigten ersten Theile 
des vortrefflichen Handbuchs des modernen Aegypten 
ist jetzt die zweite abschließende Hälfte gefolgt. Sie 
ist ausschließlich der Schilderung der Verwaltung, 
Rechtspflege, des Religionswesens, der Schule, des 
Handels und Verkehrs gewidmet. Das Nilreich 
bietet auf allen diesen Gebieten so viel des Merk- 
würdigen und einzig Dastehenden, daß die fleißige 
hier vorliegende Arbeit, welche das gesammte 
Material vorführt, einen nicht zu unterschätzenden 
Werth für verschiedene Wissenschaften besitzt. Den 
Kenner Aegyptens interessiren aber die Fircksschen 
Angaben natürlich noch in ganz besonderem Maße. 
Ihm sind auch die am Schlusse des Bandes be- 
findlichen Litteraturangaben sehr willlommen. Das 
Werk dürfte in Zukunft der unentbehrliche Nathgeber 
jedes Reisenden sein, der von Aegypten etwas mehr 
als die Hotels kennen lernen will. 
A. Seidel: Geschichten und Lieder der Afrikaner. 
Ausgewählt und verdeutscht. Berlin. Verein der 
Bücherfreunde. Schall &amp; Grund. 
Der in vielen Sprachen bewanderte Sekretär 
der Kolonialgesellschaft hat hier Sagen und Märchen 
sowie einige Lieder verschiedener afrikanischer Völker 
  
in bequemer Form dem größeren Publikum vor- 
geführt. Er bietet dankenswertherweise auch die 
Singweisen einzelner Lieder. Schon die von 
Büttner seiner Zeit herausgegebenen Erzählungen der 
Suaheli haben vielfaches Interesse erregt. Es ist 
anzunehmen, daß es bei dieser Sammlung, welche 
Poesien der verschiedensten Stämme bietet, in noch 
erhöhterem Maße der Fall sein wird. 
Zeitschrift für afrikanische und oceanische 
Sprachen mit besonderer Berücksichtigung der 
Deutschen Kolonien. II. Jahrgang. 1896. 
Das vorliegende zweite Heft enthält tunesische 
Kinderlieder, Geschichtchen u. s. w. mit Uebersetzung 
und Erläuterung von H. Stummc, eine Erzählung 
der Wa-Shambala in Uebersetzung A. Seidels, 
einen Aufsatz von K. Meinhof über die Bedentung 
des Sotho und die Fortsetzung der Würgschen 
Pokomogrammatik. 
II.de Rothschild: Notes alricaines. Paris 1896. 
Calman Levy. 
Die Schrift bietet in unterhaltender Form die 
Schilderung der Erlebnisse des Verfassers auf einer 
Reise durch Algier und Tunis, wo er dank ein- 
slußreicher Empfehlungen so Manches zu sehen be- 
kam, was dem gewöhnlichen Reisenden entgeht. 
E. F. Knight: Madagascar in War Time; The 
„Times“ sbecial correspondents' experiences 
among the IIovas Gduring the lrench invasion 
ofl 1895. London 1896. Longmans, Green 
and Co. 4 4 
Der Madagaskarberichterstatter der Times giebt 
hier eine durchgesehene Zusammenstellung seiner Briefe 
aus der Zeit des Krieges der Franzosen mit den 
Hovas. Obwohl alle Zeitungen über diesen Feld- 
zug eingehend berichtet haben, bietet das Buch doch 
manches Neuc und Interessante und zerstört manche 
Legende der Französischen Blätter. 
Charles Sydney Goldmann: South African 
mines, their pDosition, results and derelop- 
ments together with an account of dia- 
mond, land finance and kindred concerns. 
London, Johannesburg 1895/96. Ellingham 
Wilson &amp; Co. Argus Printing and pu- 
blishbing Comp. 3 vols. 
L. de Launay: Les mines d'’or du Trans- 
vaal. Paris 1896. Baudry &amp; Co., Librairie 
polytechnique. 
Neben der vortrefflichen älteren Arbeit 
Schmeissers über die Transvaalgoldfelder ver- 
dienen jetzt die hier aufgeführten neuen Werke 
mit besonderer Anerkennung genannt zu werden. 
Das große, in drei Bänden erschienene Werk Gold- 
manns ist das ausführlichste Nachschlagebuch über 
alle südafrikanischen Minen und Minengesellschaften,
        <pb n="397" />
        welches vorhanden ist. Auf 575 enggedruckten 
Seiten größten Buchformats behandelt der erste Band 
allein die Rand Mining Companies, der zweite 
auf 206 Seiten die Miscellancous Companies, d. h. 
die Goldgesellschaften, die außerhalb des Witwaters- 
rand in Südafrika thätig sind, die Diamanten- 
unternehmungen u. s. w., der dritte Band die 
werthvollen geologischen Karten, Pläne der meisten 
Bergwerke und dazu eine Menge Materialien zur 
Veranschaulichung des Betriebs der südafrikanischen 
Minen. — Das prachtvoll ausgestattete Werk dürfte 
für Jeden, der sich mit den südafrikanischen Gold- 
unternehmungen näher beschäftigt, unentbehrlich sein. 
Allerdings liegt sein Schwerpunkt weniger auf 
wissenschaftlichem als auf geschäftlichem Gebiete. 
Während das Goldmannsche Buch mehr für 
ein Publikum berechnet ist, das in Südafrika schon 
Bescheid weiß, verfolgt das wissenschaftlich gehaltene, 
aber sehr lesbare Werk de Launays den Zweck, 
weitere Kreise über Südafrika und seine Mineral= 
schätze aufzuklären. Der Verfasser hat das Land 
selbst besucht und studirt und ist in der Lage, die 
bisherigen Kenntnisse besonders über die Geologie 
der Goldgebiete und ihre Entwickelung durch neue 
Beobachtungen zu ergänzen. Er bietet außerdem 
eine interessante Schilderung des Klimas, der Boden- 
oberfläche, der Erzeugnisse und Verkehrsmittel Trans- 
326 
  
vaals sowie seiner Geschichte. Der Haupttheil des 
starken Bandes ist der Organisation der Bergwerks- 
industrie, der Geologie der Goldbezirke, dem Betrieb 
der Bergwerke, ihrem Ertrage, dem Goldhandel und 
der Zukunft des Landes gewidmet. In einem An- 
hang behandelt der Verfasser die außerhalb des 
Transvaal gelegenen Goldminenbezirke. 
Das ganze Werk ist so klar und verständlich ge- 
schrieben, dabei so voll des Neuen und Interessanten, 
rs es au — W werden kann. 
  
Tilterakur-erzeichnik. 
Fisher, W. E. G.: The Transvanl und the Boers. G sh. 
Chapmnn &amp; lIlall in London. 
Madugascur in war time. 12 sh. 6 d. 
ongmans &amp; Co in London. 
(The lund of gold. 7 sh. 6 d. 
Low &amp; Co. in London. 
Lannay: Les Mines d'’or du Traner nnl. 15 Pres. 
Baudry &amp; Co. in Pauris. 
Rothschild: Notes africaines. 3 Pres. 50 Cts. 
Culman Leyy in Huris. 
Die evangelischen Missionen in den deutschen Kolo- 
nien und Schutgebieten, herausgegeben von dem Aus- 
schit der eutschen evangelischen Missionen. 80 Afg. 
Buchhandlung der Berliner angelischen Missiong 
deselischen, Verlin, Friedenstr. 
Knight, E. F.: 
Priec, J. N.: 
VVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVD 
Schiffsbewegungen. 
(Die Zeit vor dem Orte bedeutet die Ankunfst, hinter dem Orte die Abfahrt des Schiffes.) 
„Bussard“ Sydney 1/5. — 9)/5. Cooktown 12/5. — Schugebieten. 
Sansibar.) 
30/12. Kamerun 6/5. — 12/5. St. Paul de Loanda 12/5. — Swakopmund. 
(Poststation: Hospostamt.) 
(Post- 
(Poststation: Sydney.) 
(Poststation: Kapstadt.) 
(Poststation: Kamernn.) 
S. M. S. „Condor“ 5/2. Sansibar. (Poststation: 
S. M. S. „Falke“ 15/4. Apia. (Poststation: Hofpostamt.) 
S. M. S. „Hyäne" 
station: Kapstadt.) 
S. M. Vermessungsschiff „Möwe“ 8/1. Matupi. 
S. M. S. „Seeadler" 20/2. Kapstadt 30/4. — Swakopmund. 
S. M. S. „Sperber“ 1/5. St. Thomé 3/5. — 5/5. Kamerun. 
Ablösungstransporte: 
Fahrplanmäßige Reichspostdampfer der deutschen Ostafrika-Linie mit dem Ablösungstrausport S. M. S. 
„Con 
dor" — ganze Besatzung: 
Ausreise: Reichspostdampfer „Kaiser“: 
Reichspostdampfer „Bundesrath“ Sansibar 5/5. — Hamburg. 
Heimreise: 
Hamburg 25/3. — 30, 4. Sansibar. 
  
DPerkehrs-Machrichten. 
Schlffsbewegungen der Deutschen Ostafrika-Linie (Hamburg—Ostafrika). 
  
  
  
Reichspostdam Reise Leßte Nachrichten 
possdanpffer von nach bis 23. Mpril 1890 
Kaiserrr Hamburg Durban am 20. April an Aden. 
„Kanzler- ······ Durban Hamburg am 20. April an Aden. 
— .. Hamburg Durban am 19. April an Durban. 
„Reichstag“. urban Hamburg am 19. April an Marseille. 
„Admiral zur Zeit im Zamburget Hafen. 
„General! - Hamburg Durban am 12. April ab Las Palmas.
        <pb n="398" />
        327 
Voftdampfschiffverbindungen nach den deutschen Schusgebleten. — 
Beriefe müssen aus 
Berlin spätestens 
abgesandt werden 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Die Abfahrt erfolgt Ausschiffungshafen. 
Na vom Ein- auer 
ch schiffungohafen an folgenden Tagen der Ueberfahrt 
am 3., 24. „Zuni, 15. Julil Dar-es-Salam 
E“ Schiffe) 120 a u Ta 
- Brin am 28 um 19ulcSantar ge 
1. Deutsch- Olafrika. — 
Marseill am 10. jedes Mts. Sansibar 18 Tage 
# franzusisheschl#e 4°% mms. 6 — 
Southampton jeden Sonnabend “ stadt 1 E3 
(englische Schiffe) 40 ums. Landwege Nach Warmbad bl. 
2. Deutsch-üdwestafrika. mit nagi del 
Hamb am 31. Juli, 30. Sept. Swakopmund 30 Tage 
Modne —— nacht — 
Hamburg am 10. jedes Monats sKamerun 24 Tage 
3. R (deutsche Schiffe) nachts 
Kamerun/; Liverpool am 16. Juni, 8. Juli Kamerun 22 Tage 
(englische Schiffe) — — 
am 10. jedes Mis. nachts Klein po 20 
4. Togo-Gebiet am 20.jedes Mts. Lome 1 Zag Tage 
(Fvon Accera bez. Quittah oo W - g0R 20n 
miltelst Boten nach Lome #am behtensed. Mts. * vd. Arct 
und Klein-Popo). 17. Juni, Quittah") oder Klein- 
E*7 L 1 154Jkls——f »H-OPI»- 5 Tage 
am 1. Juli, 26. August Friedrich n 
5. Deutsch-leu-Guinea. T abds. hafe n Tage 
am 5. Juli, 30. August 1 Tage 
ih abds. E— — 
disi am un, 30. August Jaluit etwa 60 Tage 
6. Marshall · Inseln. rhB gus 
  
  
  
  
  
  
Eintreffen der ven aus den deutschen Schutzgebieten. 
  
  
am 1., 19., 22. Juni, 
13., 17. Jul 
0½ abds. 
am 8. jedes Monats 
Zes 9°6 abds. 
jeden Freitag 1138 oms. 
am 31. Juli, 30. Sept. 
7% abds. m 
am 404 jedes Monats 
am 55 Juni, 6. Juli 
ms. 
am 10., 20. und Letzten 
jed. Mts. 720 abds. 
am 1., 15., 29. Juni, 
13.. Juli“ 15 mms. 
am 29. Juii, 3. uli, 
24., August 
M 3. Juli, 28. August. 
103 abds. 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Landungs-Die Post ist fälisl Landungs- Die Post ist fällig 
Von huen . une P Von hafen in Berlin 
Neapel ames. uni, 24.-Juli. 4 Laon#g 10.* und 26.= 
Deutsch · Ostafrita .. Brindisi. . am uni, 15. dun Togogebiet.. . .·· amburg .. am 10./ un . 
scha- I karseille..am1JumI H gog jedes Monats 
6Q « ""«—«T·«che"—«———«a-I1128.Iihrs-- 
Deutsch Sudweitafrtka Plymouth · unbestunmt 3 De utsch-neu-Guinea. Neapell.. —Maa 
— — 58 
Hamburt am 26 * jed. Monats · 
KameVuU-««« xwekpoogl am 18. Juni. Marshall-Inseln. Marseille . am 13. oder 25.Juni, 
16. J 8. oder 20. August 
* Fälligkeitstage für 96„ mit it deutschen Schiffen eintreffenden Posten. 
Sllssbewegangen der Woermann · Linle. — — 
½2m Reise Letzte Nachrichten 
Postdampfer von nach bis 28. Mai 1896 
„Aline Woermann“. Ponta Negra Hamburg 21. Mai in Lagos. 
„Anna Woermann“ Hamburg Kap Palmas 25. Mai in Tanger. 
„Carl Woermann“ Hamburg Kotonon 26. Mai in Kotonou. 
„Eduard Bohlen“ Hamburg Congo 30. Mai ab Hamburg. 
„Ella Woermann“ Kap Palmas Hamburg 26. Mai in Sierra Leone. 
„Gertrud Woermann“ Hamburg Ponta Negra 22. Mai in Las Palmas. 
„Gretchen Bohlen“ Hamburg Kotonou 23. Mai Dover passirt. 
„Hedwig Woermann“ otonon Hamburg 26. Mai in Madeira. 
„Jeannette Woermann“ Venguela Hamburg 22. Ma in Accra. 
„Kurt Woermann“ Hamburg. Loanda 23. Mai in Accra. 
„Lulu Bohlen“ Hamburg Ponta Negra 10. Juni * Hamburg. 
„Marie Woermann“ Hamburg Ponta Negra 27. Ma abun. 
„Melita Vohlen“ . ambur Lüderitzbucht 31. Ma ab Hamburg. 
„Professor Woermann"“ . Kap Palmas Hamburg 28. Mai Ushant pas irt. 
„Thekla Bohlen“ . Swalopmund Hamburg 28. Mai in Bonny.
        <pb n="399" />
        328 
  
S.— Worke der deutschen und ausländischen litteratur. 
lund#edörterbicch der enyli- 
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geiaunntnachumng. 
In das bei diesem Konsulat ge- 
führte Prokurenregister ist für die 
Kommanditgesellschast W. Richter 
&amp; auptniederlassung Hamburg, 
Zweigniederlassungen in Zanzibar und 
Lareosalan, folgende Eintragung er- 
aen laufender Nr. 6: Prokuristen 
Apotheker Walter Lacuen und Kauf- 
mann Arthur Srser, cerseloft. ist 
eingetragen am 21. 189 
Die Kalleltioprolunn ist hcschen 
am 12. April 1896 
Zanzibar, den 22. April 1896. 
Der Kaiserlich deutsche Konful. 
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        — 331 — 
  
—— beutsche Kolomial- Ausstellung 1896. 
  
  
V. V. . V. V. V 
(□J□—V 
Verfreten auf der deufschen Kolonial-Ausstellung 1896. 
“ 
  
  
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Der Reichslommissar Major v. Wiss- 
mann beobachtete während seines Auf––□□.□□□□□— 
enthalts in Afrika, wie unvorbereitetnsesseng zur regelmässigen ürzt- 
Deutsche in die Tropen gingen und wie lichen Ri5 „pport- u. herichterstattung 
wenig sie die Bedingungen des dortigen über die Kaiserliche Flisteuye 
Lebens und Verkehrs kannten und sich in beutsch- Ostafrika. Preis 80 
ihnen anzupassen verstanden. Noch wäh= Ferlutz von F. S. Mittler &amp; S 
rend seiner letzten großen Expedition, Berlin 8W2. 
wiischen dem Nyassa= und Tanganyika= 
See, hat er daher diese „Nathschläge und . Nch##esen (llauptm.). Die 
Schildrungen“ niedergeschrieben, die Allen Utuliener in Afrika. Nit einer Ueber-. 
zu Gute kommen sollen, die sich in die Sichtskarte. I’reis 4 
deutschen Schutzgebiete oder in den dortigen Verlag von E. S. #utuale 4 Sohn, 
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nuch den der botanischen Centralstelle in Berlin gemachten Mittheilungen uls für den Anbnu in den Tropen 
geeignet erwiesen haben. — Da die botunische Cemralstellc nur für einmulige Versuche im Kleinen Gemisc- 
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Wo ERMANN-LINITE. 
Am 6. Juni: F. D. „Professor Woermann“, Capt. Ramm, 
nach Gorée, Dakar, Ruflsque, Kotonou, Landana, Cabenda und den 
Häfen Angolas. 
Am 10. Juni: P. D. „Lulu Bohlen“, Capt. Brinkert, 
nach Madeira, Klein-Popo, Lagos, Kamerun und den Häfen der Südwestküste Alrikas 
bis Ponta Negra. 
Am 15. Juni: Keine Expedition. 
Am 20. Juni: P. D „Hedwig Woermann“, Capt. Henneberg, 
nach Marocco, Las Palmas, Teneriffe, Conakry, Liberia, der Goldküste, Togo, 
Whydah und Kotonou. 
Am 30. Juni: P. D. „Ieannette Woermann“, Capt. Heldt, 
nach Teneriffe, Las Palmas, Gorée und dden Hälen der Südwestküste Afrikas von Landana 
oanda. 
Nach Deutsen · Sudwoatafrira. am 31. Juli, 30. Septbr., 30. Novbr. 
Alle Gitter milssen cum Tage vor dem A4bhangsduqettem bts I2 Uhr mitcaps Idmosseite sein. 
Näheres wegen Fracht und Passage ertheilt in Hamburg die Woermann-Linle, sowie der Schiffsmakler 
Anqdust Bolten, Wm. Miller's Nachfolger, Admiralitätstrasse 33/34, und wegen Deutsch-Südwestafrika die 
llerren L. F. Ma#nies Co., Grimm 21. 12 
  
peutsche Ost. Afrillfa Linie. 
Vermehrte Fahrten. Dreiwöchentlicher Betrieb. 
Regelmässige Postdampfer -Verbindung 
unter Vertrag mit dem Deutschen Reiche 
Zzwischen 
Hamburg, Ostafrika und Transvaal 
Amsterdam, Lissabon und Neupel anlautend. 
Die nächsten Inhrplunmässigen Expeditionen flinden statt: 
R. l'. D. „KANZIERG“, Capt. Elson .. 10. Juni 1896 ab Hamburg (lt. Fahrplan) 
R. l'. D. InUNoSKAT1, Capt. Doherr. I. Juli „„ ab Hamburg 
R. P. D. „GENERAL“, Capt. Asthansen 22. Juli „„ ab IHamburg " 
nach Tanga, Dar-es-Saläm, Sansibar, Mozambique, Beira, Delagoa-Bai und Natal. 
Diese Dampfer nehmen auch Passagiere und Waaren nach 
Bagamoyo, Saadani, Pangani, Kilwa, Ibo, Lindi, Quelimane, Chinde, Lamu und 
Mombassa. 
Ferner Postdampfer ab Hamburg ½ums Kan der 9#chen IIGMURGE9 direkt nach 
....— Dban, Delagoa-Bai, Mozcmbide. 
Nachste Expedition: Doppelschraubendampler „HER2ZOG“, Capt. v. Issendorft, 
den 10. Juli 1896. 
Die Dampfer RNaben rorz#liche Einaicherte#en # usschiere in allen Klossen. 
Ferner zwischen Ostafrika und Bombay regelmässig alle drei Wochen im Anschluss 
an die Hauptdampler. 
Näheres ertheilt in Hamburg: * 
wegen Fracht der Schiffsmakler August Bolten, Wm. Miller's Nachfolge 
— 
Wegen Passage die Hamburg-Amerikanische Packetfahrt- Aktien-Gesellschaft, 
swWwie wegen Fracht und Passage die 
  
? 
Doutsche Oet-Afrika-Linie, 
ir. Reichenstrasse 25. 
Verantwortlicher Nedakteur für den nichtamtlichen Theil: C. Mertin an, Verlin. — 
Dmack und Verlan der Keniglichen Hofonchhandlung und Hofbuchdruckerei von E. S. Mittler &amp;K Sohn, Verlin 8W 12, Kochitrohe 68—71. 
Ausgegelren am 1. Juni 1896 um 6 Uhr nachmittags.
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        Deutsches Kolonialblatt. 
Amtsblatt für die Schutzgebiete des Deutschen Reichs. 
herauogegeben in der Kolonial-Ablheilung des Auswärligen Auls. 
  
  
s———s..-...— Uunner 18. 
Diese Zeitschrift erscheint in der Regel am 1. und 15. jedes Monats. Derielben werden als Beihefte beigefügt die mindestens einmal vierteljährlich, 
ericheinenden: „Mittheilungen von Forschungsreisonden und Colehrten aus den doutschon Schutzgebicton“, heraus- wegobon von Freihem 
v. Danckolma 
  
. in.Deruicttcliålstlichestoosnscsucnwptciojstkdadnolonialblaumilden Brihejten beträgt beim Bezuge durch die Post und die 
Auchhandlungen Ml. 3.—, direil unter Sireisband durch die Verlagsbuchhandlung Mkl. 3.50 für Deutschland und Oesterreich-Ungarn, Ml. 3.75 für 
die Länder des Weltpostvereins. — Einsendungen und Anfragen sind an die Königliche Hofbuchhaudlung von Erust Siegfried Mittler 
und Sohn, Verlin SW 12, Kochstraße 68—71, zu richten. (Eingetragen in der Zeitungs Preislifte für 1890 unter Nr. 1910.) 
Inhalt: Amtlicher Theil: Gouvernementobesehl deo Kaiserlichen Gonverneurs von Deutsch-Ostafrika, betreffend dao 
Gerichtoverfahren gegen Eingeborene S. 339.— Nunderlaß des Kaiserlichen Gonverneurs von Deutsch Ostafrika, 
betreffend die Schonung des Wildstandes S. 340. — Statistik deo auowärtigen Handels im deutsch ostafrikanischen 
Schutzgebiete für das Kalenderjahr 1895 S. 342. — Runderlaß ded Kaiserlichen Gouverneurs von Deutsch-Ostafrika, 
betreffend die Abgrenzung der Bezirke Mpapua und Lindi S. 362. — Verordnung des Kaiserlichen Gouverneuro 
von Kamerun, betressend Einführung eines Eingeborenen-Schiedsgerichts für die Landschaft Dibombari S. 365. — 
Personalien S. 366. “½ 
Nichtamtlicher Theil: Personal-Nachrichten S. 367. — Deutsch-Ostafrika: Rundschreiben deo Kaiser- 
lichen Gouverneurs an die Stationen und Bezirkoämter S. 367. — Ueber die friedliche Unterwerfung des Häupt- 
lingo Mbaruk bin Naschid S. 370. — Ueber einen Zug durch das Wakondegebiet S. 372. — Station Kilimatinde 
S. 372. — lUeber das Vorgehen gegen den Führer des Aufstandes in Britisch-Ostafrika S. 372. — Kamerun: 
Ueber die Expedition nach YJahnde S. 373. — Wissenschaftliche Reise S. 373. — Die Maschinenwerkstätte des Kaiserlichen 
Gouvernemente S. 373. — Togo: Wissenschaftliche Sammlungen S. 3F73. — Deutsch-Südwestafrika: Ueber 
das Gesecht bei Gobabio S. 373. — Aus dem Bereiche der Missionen und der Antisklaverei-Bewegung 
S. 378. — Aus fremden Kolonien: Der Außenhandel Britisch-Ostindieno im Jahre 1894/95 S. 381. — Zur 
Heuschreckenplage in Cypern S. 390. — Sansibar S. 390. — Britisch-Ostafrika S. 390. — Goldküste S. 390. — 
Handel Sierra Leones S. 390. — Salomono-Inseln S. 390. — Lagos S. 391. — Berschiedene Mit— 
theilungen: Ueber die Vodenbeschafsenheit in Kamerun, Senegamibien und Ostafrika S. 391. — Portugiesische Vasco 
da Gamaseier S. 391. — Lage des Elfenbeinmarktes in Antwerpen S. 391. — Litteratur S. 391. — Schiffs- 
bewegungen S. 392. — Verkehrs-Nachrichten S. 392. — Anzeigen. 
Amtlicher Theil. 
Perordnungen und Wikkheilungen der Behörden in den Schuhgebieken. 
  
= 
  
Gonvernementsbefehl des Kaiserlichen Gonverneurs von Deutsch-Ostafrika, 
betreffend das Gerichtsverfahren gegen Eingeborene. 
Im Anschluß an die Allerhöchste Verordnung vom 25. Februar d. Is. und die Verfügung des 
Herrn Reichskanzlers vom 27. Februar, welche ich dem pp. in Abschrift hiermit zugehen lasse, bemerke ich, 
daß in allen Fällen, worin in dem von einem europäischen Beamten geleiteten Gerichtsverfahren gegen 
Eingeborene, ohne Unterschied, ob es sich um einen Civil= oder Strafprozeß handelt, zur Herbeiführung 
von Geständnissen und Aussagen andere Mittel als die nach den deutschen Prozeßordnungen zugelassenen 
Maßnahmen angewendet oder außerordentliche, insbesondere bloße Verdachtsstrafen verhängt worden sind, 
in Gemäßheit der §§ 343 und 345 St. G. B. unnachsichtlich vorgegangen werden muß. Geständnisse von 
Angeklagten oder Aussagen von Zeugen dürfen nicht durch unzulässige Maßnahmen, wie Körperstrafen, 
erpreßt und Strafen nur verhängt werden, wenn der Richter von der Schuld des Angeklagten überzeugt 
ist. Auf den bloßen Verdacht hin sind Strafen ausgeschlossen. Außerordentliche Strafen sind sowohl solche, 
welche bezüglich des Strafgrundes, als auch solche, welche bezüglich der Art und Weise der Vollstreckung 
weder in den Gesetzen und Verordnungen noch nach der für das Gerichtsverfahren zulässigen Uebung 
vorgesehen sind. 
Auf genaueste Beobachtung der vorstehend gekennzeichneten Bestimmungen weise ich auf das Nach- 
drücklichste hin und bestimme gleichzeitig, daß bei eintretendem Personalwechsel im Bezirks= bezw. Becirks- 
nebenamt oder in der Station jeder mit Ausübung der Gerichtsbarkeit über Eingeborene betraute Beamte 
oder Offizier dem Gouvernement schriftlich zu melden hat, daß er vor Beginn seiner Thätigkeit von den 
erwähnten Bestimmungen Kenntniß genommen hat. 
Die zur Zeit mit Ausübung der Gerichtsbarkeit betrauten Offiziere und Beamten ersuche ich 
ergebenst, die erfolgte Kenntnißnahme durch Empfangsbestätigung der übersandten Vorschriften zu bestätigen. 
Dar-es-Saläm, Der Kaiserliche Gouverneur. 
den 4. April 1896. (L. S.) gez. Dr. v. Wissmann.
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        — 340 — 
Nunderlaß; des Kaiferlichen Gouverneurs von Deutsch-Ostafrika an sämmtliche 
Bezirksämter, das Bezirks-Nebenamt Saadani, Stationen und Dienststellen sowie 
die Kaiserlichen Bezirksgerichte. 
Zur Schonung des Wildstandes in Deutsch-Ostafrika und zur Vermeidung des Aussterbens vieler 
Wildarten, welches unter den bisherigen Verhältnissen in nicht allzu langer Zeit mit ziemlicher Sicherheit 
vorauszusehen ist, habe ich mich veranlaßt gesehen, unter Aufhebung der nur für den Bezirk Moschi gültigen 
Verordnung vom 23. Februar 1891 die anbei folgende Verordnung vom 7. Mai 1896 zu erlassen. Die 
darin enthaltenen Bestimmungen sind derartig gehalten, daß die Bodenkultur unter allen Umständen geschützt 
ist, und auch den besonderen afrikanischen Verhältnissen nach Möglichkeit Rechnung getragen wird. 
Ich verkenne nicht, daß die Durchführung der Verordnung, insbesondere soweit sie sich aus Ein- 
geborene erstreckt, in der ersten Zeit auf einige Schwierigkeiten stoßen wird, ich möchte indessen die That- 
sache hervorheben, daß § 4 der genaunten Verordnung im Bezirke Moschi bereits seit längerer Zeit in 
voller Wirksamkeit gewesen ist, indem berufsmäßige eingeborene Elefantenjäger willig und gern 500 Rupien 
jährlich für die Berechtigung zur Ausübung der Jagd gezahlt haben. Auch liegt es auf der Hand, daß 
durch einige Bestimmungen jener Verordnung dem Einzelnen gewisse Einschränkungen auferlegt werden; ich 
erinnere indessen daran, daß wir die Pflicht haben, an die späteren Generationen zu denken und diesen die 
Möglichkeit zu erhalten, Anregung und Erholung bei Ausübung der afrikanischen Jagd auch in zukünftigen 
Zeiten zu finden. 
Meine Absicht ist es ferner, in besonders wildreichen Gegenden als Zufluchts= und Erholungsort 
des Wildes Jagdreservationen zu schaffen, in welchen nur mit vorheriger ausdrücklicher Genehmigung des 
Kaiserlichen Gonvernements gejagt werden darf. Diese Einrichtung erfolgt zugleich im Interesse der 
Wissenschaft, um hierdurch einzelne, selten gewordene Wildarten möglichst lange in Ostafrika noch zu 
erhalten. Die Bezirksämter und Stationen ersuche ich ergebenst, in den unterstellten Bezirken eine bis 
zwei besonders gute Wildgegenden mir namhaft zu machen, welche sich als derartige Reservate eignen 
würden, deren Ausdehnung derart zu bemessen ist, daß das Terrain nach jeder Himmelsrichtung sich 
mindestens zehn Wegestunden weit erstreckt. Auch bitte ich, wenn möglich, ein Flußpferd-Reservat namhaft 
zu machen und zwar in einer solchen Gegend, wo die Flußpferde den Anpflanzungen keinen Schaden 
anthun können. « 
Als Jagdreservate bestimme ich schon jetzt: 
1. Das Terrain, welches im Norden begrenzt ist durch die Landschaft Rubehobeho, im Westen 
durch den Anstieg auf das Khutuplateau (scharf gekennzeichnet durch die von Kisaki in nord-südlicher 
Richtung bis zum Rufiyi sich erstreckende Hügelkette), im Süden durch den Rufiyi bis Mtemere 
(Ramsaysche Karte), im Osten einschließlich der Steppenseen bis zu dem Orte Mserakera 
(Kiepertsche Karte). 
2. Das Gebiet westlich des Kilimandjaro, im Süden begrenzt durch die Meruberge, im Westen 
durch das Ololboro= und Matiom-Gebirge, im Norden durch dic deutsch-englische Grenze. 
ch würde es außerdem anerkennen, wenn es einer Station gelänge, folgende Wildarten ein- 
zufangen und zu domestiziren: 
Zebras, speziell auch zur Kreuzung mit Maskat= und anderen Eseln bezw. Pferden, Strauße, 
Hyänenhunde zur Kreuzung mit europäischen Jagdhunden, Gepard (Jagdleopard). 
Die anbei folgende Verordnung vom 7. Mai 1896 ist nach Eintreffen in üblicher Weise zur 
allgemeinen Kenntniß zu bringen. 
Dar-es-Saläm, den 4. Mai 1896. 
Der Kaiserliche Gouverneur. 
(L. S.) gez. Dr. v. Wissmann. 
Verordnung, betreffend die Schonung des Wildstandes in Deutsch-Ostafrika. 
* 1. 
Eluln Jeder, welcher die Jagd ausüben will, bedarf eines für das ganze Schutzgebiet gültigen, 
auf ein Jahr und die Person von einem Bezirksamtmann oder Stationschef ausgestellten Jagdscheins. 
8 2. 
* „ d - -- I 
Für die Ausstellung des Jagdscheins ist von Europäern eine Gebühr von 20 Rupien zu erlegen, 
welche zur Hälfte dem Gouvernement, zur Hälfte der Bezirks= bezw. Stationskasse zufließt. 
. 83. 
Nichteingeborene, welche die Jagd berufsmäßig betreiben oder mit einer zur Ausübung des Jogd- 
sportes ausgerüsteten Expedition ins Innere gehen, zahlen als Jagdscheingebühr für jeden nichteingeborenen 
Jagdtheilnehmer 500 Rupien.
        <pb n="412" />
        — 341 — 
84. 
Für Eingeborene beträgt die Jagdscheingebühr 5 Rupien; betreiben dieselben die Jagd auf 
Elefanten oder Nashorne berufsmäßig, so haben sie für die Ertheilung des Jagdscheines 500 Rupien oder, 
wenn sie nur Nashorn jagen wollen, 200 Rupien zu entrichten. 
Eines Jagdscheines bedarf es nicht, wenn die Jagd lediglich zu dem Zwecke ausgeübt wird, bei 
Nahrungsmangel auf dem Durchmarsche Fleisch zu gewinnen. 
Doch soll der Karawanenführer gehalten sein, der nächsten auf dem Marsche berührten deutschen 
Behörde unter Glaubhaftmachung der Nothwendigkeit und Angabe der geschossenen Stücke nach Art und 
Zahl Anzeige zu machen. 
86. 
Eines Jagdscheins bedarf es ferner nicht zum Abschusse von Wild, welches auf bebautes Land 
übergetreten ist, soweit der Zweck, Wildschaden zu verhüten, den Abschuß erfordert. 
Jedoch soll die Genehmigung des Bezirksamtmannes bezw. Stationschefs eingeholt werden. 
87. 
Ferner können ohne Jagdschein jederzeit abgeschossen werden: Affen, alles Raubzeug, Wildschweine, 
sämmtliche Vögel mit Ausnahme der Strauße und Kranichgeier (Sekretäre), Kriechthiere. 
88. 
Verboten ist die Jagd auf: 
Alles Jungwild, Kälber, Fohlen, auf junge Elefanten, soweit sie zahnlos sind, oder das Gewicht 
des einzelnen Zahnes 3 kg nicht erreicht, auf weibliches Wild, soweit es als solches erkennbar ist, mit Aus- 
nahme der im § 7 genannten Arten. 
5 9. 
Der Einfang junger Thiere zum Zweck - Einlieferung an zoologische Gärten und wissenschaft- 
liche Institute ist gestattet. Wird derselbe gewerbsmäßig betrieben, so bedarf es der Lösung eines Erlaubniß= 
scheins gegen eine in jedem Einzelfalle zu vereinbarende Gebühr. Die Erlaubniß kann rückgängig gemacht 
werden, wenn die Ausübung eine erhebliche Schädigung des Wildstandes zur Folge hat. In schweren 
Fällen treten die Strafbestimmungen des § 14 in Kraft. 
10. . 
Ohne ausdrückliche Genehmigung des Kaiserlichen Gouverneurs ist ferner verboten die Jagd auf: 
Zebras im Bezirke Moschi, Elen-Antilopen, Giraffen, Büffel, Strauße und Kranichgeier. 
5 11. . 
Verboten sind ohne ausdrückliche Genehmigung: Netz-, Feuer= und größere Treibjagden. Im 
Falle von Gefahr erheblichen Wildschadens im Verzuge kann die Genehmigung auch von den Bezirks- 
amtmännern und Stationschefs vorläufig ertheilt werden. 
12. 
8 
An Schußgeldern werden von Nichteingeborenen erhoben: 4 
100 Rupien für jeden ersten und 250 Rupien für jeden ferneren zur Strecke gebrachten 
Elefanten, 50 Rupien für jedes erste und zweite, und 150 Rupien für jedes fernere zur Strecke gebrachte 
Nashorn. 
8 13. 
2 . 
Es wird vorbehalten, besondere Jagd- und Waldreservationen mit besonderen Bestimmungen 
zu schaffen. 
8 14. 
Zuwiderhandlungen gegen die Bestimmungen dieser Verordnung werden mit Geldstrafe von 
50 bis 1000 Rupien, oder im Falle einer Abgabenhinterziehung mit dem Fünf= bis Zwanzigfachen der 
hinterzogenen Gebühr bestraft. 
Sämmtliche auf Grund dieser Verordnung erhobenen Gebühren oder verhängten Strafen fließen 
zur Gouvernementskasse, soweit nicht in der Verordnung selbst anders verfügt ist. (§ 2. 
Zu Unrecht abgeschossenes Wild oder Theile von solchem (Zähne, Hörner u. s. w.) ist zugleich 
zu beschlagnahmen. 4 
Auch kann im Wiederholungsfalle die Jagdberechtigung auf Zeit oder dauernd entzogen werden. 
Diese Verordnung tritt mit dem heutigen Tage in Kraft. 
Dar-es-Saläm, den 7. Mai 1896. 
Der Kaiserliche Gouverneur. 
(L. S.) gez. Dr. v. Wissmann.
        <pb n="413" />
        Statistik des auswärtigen Handels im deutsch-ostafrikanischen 
a. Einfuhr. 
  
  
  
  
  
  
  
  
1. 2. 3. 
Nr. des 
Raare Waarengattun g Deutschland Großbritannien Frankreich 
nisses 
EEIIII Ruvien Jengl. PVid. Rupien 
. l 
14 Baumwolle unn Watte .......... 931 209 35 6 — — 
1B Baumwollengar ... 647 398 3417 3697 1 1 
161 Nohe baumw. dichte Gewebe und Tche, appr u. 
unappr. jedoch ungef.: amerik. Fabrikat. . 848 526 4936 3136 22 24 
1C2 Nohe baumw. dichte Gewebe und SW appr. Z 
unappr. jedoch ungef.; indisches u. europ. Fübritan 114788 7371276142 435382 82 55 
16 Gebl. appr. ungef. baum. dichte Gewebe: amerik. "„ 
u. europ. Fabrika 13889 124429 5 43446 9190 8078 
1½1 Baumw. Tücher 4 Seide von Maokat 2c. und "„ 
europ. Imitationen . . 59604 63266 11493 12194 — — 
142 Baumw. Tücher mit Seide, auch mit Gold= und 
Silberfäden durchdogen, nur Maskat 559 594 652 218 — — 
13 Europ. baumw. Decken, Teppiche, Dochte re., dichte x 
Gewebe, einfarbig in verh. Farben, auch Bänder 1725 2219 1539 14470 — — 
1171 Dichte baumw. Gewebe, einarbig auch Vänder: 6 
indisches und europaisches F rikat 6879 86444 67120 427 400 
1172 Maskat-Fabrikat, meist braun ii .. 458 666 444 548. — — 
16 Bedruckte baumw. Gewebe, alo ganze Stücke und # 
Tücher; indischen und europäischen Ursprungs 176859ä264630 7953 12426 1754 2033 
1 II Undichte baumw. Gewebe, gefärböt u. ungef., appr. „" 
u. unappr., wie Spitzen, Mookitonestosse 2c. 327 651 566 1414 — — 
1.) Fertig ahte Kleider aus baumw. Stossen jeder I 
Art, Bett= und Tischzeug, Wäsche, auch Hüte, U 1 
M, Wellner Mützen. (Ferner Trikotagen aller Art.) 25991 43438 9588 28652 6960 5393 
24 Zwirn, Strice Taue aller Art aus Flacho, Hauf 1. « 
oder .. 3283 1531 2269 1224 — — 
2B Gewebe anin Flacho, Hanuf und Jute aller Art 4025 719 782 738 — — 
20 Genähte Kleider, Säcke und sonstige Waaren aus " 
Flachs, Hanf oder Jute 6947 4470 500 685 — — 
3 A Nohe Seide (Cocona), gesponnene u. gezwirnte Seide 4 19 55 72 — — 
3 Genähte Seidenzeuge, Tücher, Spitzen und Bänder 94 1243 230 1063 4 19 
* Halbseidene Kleider, Tücher, Spitzen und Bänder 13 53 19 98 — — 
44A Wollgar 1123 1647 233 497 28 54 
481 Wollene Gewebe aller Art, werien und indischen 
Fabrikat ........ 154 437 18 61 — — 
4132 Wollene Gewebe aller Art, europäischen Fabrikato 946 2617 1902 5835 8 
40 Genähle wollene Kleider, auch Müben Ge) u. Fitzhute 3535 7026 2160 6227 50 166 
54 Kokosnußfasern, Stricke, Mat 50 60 886 222 — 
5 1 Alle sonstigen Waaren ant Grao, Bast u. dergl. 
wie Matten, Körbe, Bastsäcke 2544 1357 777 536 88 49 
6 A Papier, Papierwaaren, Spielkarten, Handels- und Stück 4 « L 
Kontobücher Ace4,) 973441755 4732 1397 582 
66 geacte u geschrieb. Vücher, Karten, Photographien. 
Gemälde u. ähnliche Litteratur= u. Aunsterzeugisse 6080 9611 10133 5988. 3479 1548 
7A Felle und Häute, unverarbeitet, aller Art 1 14 — — — — 
78 Gegerbte r- und Häute, Leder aller Abkirb 56 384 2 5 100 200 
70 Leder-, Sattler-, Schuhmacher= und Polsterwaaren « 
Cissen und Matratzen), lettere ohne Rucsict auf 
das dazu verwendete Mater 2478 8101 2848 6910 182 451 
701 Federn und Haare, roh# — — — — — — 
7132 Federn und Haare, gereinigt und sonst weiter ver- 
arbeitet, auch Bürstenbinderwaar e. 518 1339 432 773 1 4 
ei Schildpau, verarbeite, auch in Verbindung. mit DT 
anderen Materialien 1 3 3 10 — — 
8B1 Kauris, Perlmutter ¾ vergl. zur Verarbeitung ge- 
eignete Muscheln, auch Edelkorallen, roh 1801 41 — — — 
—— Kauris, Perlmutter u. der ergl. zur Verarbeitung ge- 
eignete Muscheln, auch Edelkorallen verarbeitet , 
auch in Serbidiins mit anderen Materiallten 65 152 45 232 6 30 
9 Gold, Silber, roh — — — — — — 
9163 Schmucksachen " sonstige Waaren, ganz od. theilweise 
aucs Gold oder Silber, auch dergl. Taschenuhren 202 4133 17 311 — — 
9#“ Gold, Silber, gemünzt .. .. — — — — — — 
603886 255928 19112
        <pb n="414" />
        343 
Schutzgebiete für das Kalenderjahr 1895. 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
n. Einfuhr. 
4. 5. 6.. 8. 9. 160. 
de Jtalien Rußland tue veel Feen# Schweiz Amerika 
engl. Vi Rupien jengl. vid. Rupien sengl. Vid. Rupien sengl. Pld. Rupien senal. — Rupieu sengl. vid. Rupien engl. Pfd. Rupien 
— — — — — — — — — — — — 335 25 
612 296 — — — — — — — — — — 29 12 
1 
— — 6 5359 482 — — — — — 225357136027 
100 993 1 1 oll 3575% 22600 503 
— —%2 Gécos 105 Sie .— 6432 
60“ ½ — —4 — — — 6763 8786 25 21— — 
n 
1080 1248h — — — — — — 20 321 — — 4 5 
ass 309% 12/6E — — io us 3 192 07 
— 1 — –— — — — — E— — — — — — 
s8s — us 150 57124 11414 2710 4 
27 48 — — — — — — — — — 17 42 
5370 5848 91 9sL 101! 167 — 4 15 
184 30— — — — — . — — — 
« i 
—4«-----E--::x::: 
4 6 6 3111— — — [(— — — — — — 
6U 52 — — — — — — — — — — — 
J 287— — — — — — — — — — — 
40 72— — — — — — — — — — — 
33 70 — — — — — — 12 2 — — — — 
2464 5060 2 11— — — — 100 256 — — 5 4 
5 5 ** *—* i 
—z— 269 121 — — — — — . — 58 55 
4318 2670 14 35— — 1 1125 101 — — — 
« - 
16 1 — — — — — — — — — — — 
— — — — — –— — – — — 6 — — — 
D 
18 88 4 „„ K— 70 45 
188 214 1 1 — — — — — — — — F 
— — 272 20— — — — — — — — — — 
40 320 10 2|8 — — — — — — 
— — — — — — — — — — 2 290 1 1 
— — — — — * — 
7651 2663 760. 1556 164l66 — f37525
        <pb n="415" />
        344 
  
  
  
11. 12. 13. 
Nr. des * 4 4 4 
We Waarengattung Indien Arabien, Persien China 
nisses D 
eugl. Pfd. Rupien engl. Pfo. Rupien enal. Pid. Rupien 
. 
1 A Baumwolle und Watte 33750 2823 182 30 — — 
1B Baumwollengarn 9492 5985 — — — — 
1 C 1 Rohe baumw, dichte Gewebe und rücher, appr. u. Stück B) 
unappr. jedoch ungef.: amerik. Fabrikat. 11184 6404 — — — — 
1 C2 Rohe baumw. dichte Gewebe und L appr. u. Stck.520 , 
unappr. jedoch ungef.; indisches u. europ. Fabrikat 3543021/|941541 29 38 — — 
10 ebl. appr. ungef. baumw. dichte Gewebe: amerik. E 
u. europ. Fabrikat . 5438 4785 36 54 400 263 
1 K 1 Baumw. Tücher ohne Seide von Maskat 2c. und Stück 40 
europ. Imitationen 426560]6124%8 35817 2 2 
1 EK 2 Baumw. Tücher mit Seide, auch in Gow- und 
Silberfäden duechtegen. aur Masla 1681 3086 6886 22418 — — 
113 Europ. baumw. Decken, Teppiche, Dae ꝛc., dichte 
Gewebe, einfarbig in versch. Farben, auch Bänder 4021 3019 173 466 — 
1F1 Dichte baumw. Gewebe, einfarbig, auch Bander; tũch 704 · 
indisches und europäisches Fabrika 55058843302 1100 1409 — — 
Il«’2 Moskat gab-Mit meist braun gruese 356 507 1538 3386 — — 
16 Bedruckte baumw. Gewebe, als ganze Stücke und 1 
Tücher: indischen. und Furopaihn Ursprungs 18409 21954 119 198 304 533 
111 Undicht baumw. Gewebe, gefärb ef., appr. . 
u. unappr., wie Spitzen, Plerbton- uue e rc. . 619 1083 — — — — 
1 Fertig genähte Kleider aun bse bm7 jeer 
Bett= und Tischzen cherdte 
Ane Mützen. VWenhee che en er r.) 41711424 385 1100 1446 868. 
2 A Zwirn, Strit Taue aller Art aus S danf 
er 8824 3095 — — — — 
2B Gewebe us Flachs, Hauf und Juie aller 2056 293 — — — — 
20 Genähte Kleider, Säcke und sonsiige a aus 
Flachs, Hanf oder Jute 43040 6140 6 13 — — 
34 Rohe Seide (Cocons, gesponnene "- * Seide 102 495 4 33 110 754 
33 Genähte Seidenzeuge, Tücher, und Bänder 684 6062 6 71 64 6944 
3½0 Hubsatdene Kleider, Tücher, *i ! Bänder 79 412 — — 69 398 
44 Wollgarn 315 369 36 86 34 75 
481 meu huebe aller Art, verjischen und indischen 
2112 680 588 1014 — —- 
482 # kacte t iler Art, europischen Fabriiats 188 251 15 55 — — 
40 Genähte wollene Kleieer., aach Mügen (Fez) u. Ficzhite 283 770 2231 4558 — — 
5A Kokosnuhfasern, Stricke, Ma 7546 695 4 5 190 58 
58 Alle sonstigen Waaren Zat — Vast u. dergl. 
wie Matten, Körbe, Bastsäck 1271 445 202 63 1840 717 
6 A Papier, iier iagenn Epielkar#en Handels- und . 
Konto 4474 1510 — — 9 24 
6B Goneb Mchrieb. Vücher, Karten, Photographien, 
Gemälde u. ähnliche Litteratur= u. Kunsterzeugnisse 6094 1002 1 10 14 L 
74 Felle und Häute, unverarbeitel, aller Art 140 91 — — — — 
7B Gegerbte Felle und Häute, Leber aller Ari 743 591 5 5 — — 
70 Leder-, Sattler-, Schuhmacher= und Polsterwaaren I 
(Kissen und Matratzen), tetere ohne Nasicht auf 
as dazu verwendete Materia 7058 6613 8 17 4 7 
7D1 Federn und Haare, roh 1 1 — — — — 
7D2 Hedern und Haare, Gereinigt und * weiter ver- . I 
arbeitet, auch Bürstenbinderwaare 36 60 — — — — 
842 Schildpatt, verarbeitet. auch in Verbinzung mit ! 
anderen Materialie 2 8 — — — — 
8B1 Kauris, Perlmutter u dergl zur Leraibeinini ae « 
eignete Muscheln, auch Edelkorallen — — — — — — 
8 B2 Kauris, Perlmutter u. dergl. zur ketanbeinn 6. 
eignete Muscheln, auch Edelkorallen verar eie, · 
auch in Verbindung mit anderen Materialien. 4 2. — — —. — 
9 A Gold, Silber, r 3 125 — — — — 
58 Shmisachen ii sonstige Waaren, ganz od. theilweise 
aus Gold oder Silber, auch T Taschenuhren 225 66888— — 3 1359 
90 Goi Süber .b- . — — — — — 
1576456 70846 10893
        <pb n="416" />
        14. 15. 18. 19. 20. 
Uebrigeé » Gesammtsumme 
Japan Sansibar Kapland Afrika Andere Länder der Einfuhr 
. . Gewit 
Isle jRupien äkiødl Ruvien rmi.t- Nupien 2 Mupien ’- Nupien engl. gct.) Nupien 
—' —— 
—— ½8 31 —— 1fnl zus 
— — 7.15 — — 80 281 — — 14286 10432 
Stück 3 
— U —— — — —5 146604 
i I Sid. 
— —1017 519 — — 37 68 — — 41164 1064124 
. tück 
— — u 78 — — 800 50 — Sesn 70451 
— — — — — 5 /11 27 0709 176305 
— — 1 1 — — — — O on 
1 B1 
9 5 96 20 — — — — 76 8569 
Stück 7010 
— — 2 los — — 16 2— — 51877) cosos 
— 5 10 —. — — — — — 2799 5115 
l 
—..-.. -.....5-. 282438265014397234 
— — 769 1035 — — — 8 — — — 2325 4273 
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iim % 10 — i88 s 2911 146641. 
l i »J« 
— — — 2 — W— —11 6186 
— — — — — 6868 1750 
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— — 15 26 — — — — —50514 
3 1 !1 3 — —— — —— —1 279 1391 
11 191 10) 108 — —..—?2 4 151y4 
7 42232 — — — 3 5— — 195 1047 
— — 1 1 — — — — — — — — 1867 3016 
— —— — — — W — — 2912 3265 
— — 1 2 — — — — — — 20 3113 
— — 127 467 — — 1U1 10024471 
1 181492 2720 34 199 .½ 
88252 143 — 832869692 
Stück 4 
— 16, 20 7 13 Gcoo.) 19571 
s— 12 15|26006 18390 
— 14 5993 — 257 214 
— 53 1000 — 1412 
—% % 29176 
M — — 1 1 
—-——-— 11712391 
— + 2s 
— 940381594 1 1912 1855 
— 24 3 194 762 
— 6 189 
— — —— 631 14849 
— — — — — 78 3100 
— 6 2850064
        <pb n="417" />
        346 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
1. 2. 3. 
Nr. des 
#% . . . · . 
III-ers Waarengattung Deutschland Großbritannien Frankreich 
nisses . 
eugl. Pid. NRupien Jenal. Pfd. Rupien enal. Pld. Nupien 
4 "1 
10 A 1 Musikinstrumente aller Art, Wand-, Stuh- Schiffs- « 
und Weckeruhren 4835 10 434 737 1626 325 365 
10 42 Chirurgische astronomische, optische u. dergl. In= 1 
strumente 23 876 17766 466 739 60 5. 
10 B1 Landwirhhschestiche und gewerbliche Maschinen und 
Maschinentheile . 2697 2 065 2965 2 060 — — 
10 BL WN Tramway= und“ sonstige Wagen, sowie Stück 3à Stück 11 
Zube 442248/ 53 925 49 — 
10 B3 See- * Flußfahrzeuge au 44 nebn Zubehör; ,W Stück 4 
auch diese allein, wie Ma Ruder Smck2 10000 137/ 28716 — 
11 A Eisen u. Stahl in Blöcken. W Smann u. s 
Röhren 915748 65 999941269 3773 — — 
11 B1 Eisendra 20 731 3219 323 420 —. — 
21 Nicht besonders. genamte und vorstehend nict unter- « 
zubringende . 19273 11541 910 966 2956 2 089 
11B2 Galvanisirter Stachrädragzn . . 1368 696 106 — — 
11B3 Eisenblech und —i.km- . ...41716:5494 4997 1076 — — 
11 B4 Galvanisirtes Wellbl . 289 677 29894 4285 10946 — 
11 C 1 Eiserne wae ie Möbel, Töpfe, Tiegel, Stück 2 Stück 2 
Pfannen 61730)0 3277611529 5754 — — 
1102 Eiserne Shernn und landwiriischasiiche Geräthe s 
3116847199346454712678 1761 763 
111) Maler. war Arl aus Eisen und Stahl, Schuß., | Ü 
toß= und Hiebwassen 4427 16017 394 1058 1 6 
12 A Rohkupfer und Nohmessing, Aupfer und Messing in 1| . 
Blöcken, Stangen und Platt 6 20 854 391 — 
12B1 Kupfer= und Messingvraht, ½ rupferne und l » 
InessinqneSchraucn-.·....... 4 22146 2 422 985 — — 
12 B2 Gemünztes Kupfer 34702 34289 88 19 — — 
120 Kupfer= und Messinggeräthe aller Art 5003 3748 1 735 2087 178 133 
13 A. Zinn, Zink, Blei, roh in Blöcken, Hlaue, Stangen · 
· und Röhren, Bleikugeln und Vleischro 7134 1852 12 453 3044 — — 
13 B Geräthe, Geschirre u. Gesaße aus Zinn, Zt u. bei 8 403 6661 4462 1 838 — — 
1441 Kalk, Kreide, Gips 2117 223 1 015 187 — — 
14 12 Cement 773 475 24117 64 400 206 4000 231 
14 1 Bau-, Ziegel-, Varsein- Mühlsteine, Schteifeine „ 
Granit (Grabsteine 6750 1102 1062 210 — — 
1482 Schiefer, Harapsteinen. Fauerstine 269 450 153 30 — — 
1483 Marmor, roh und bearbeite 314 249 — — — — 
14 C Erze aller Art. ..... — — 3 8 — — 
141) Soda, Uatran, Alaun, San. Shweie, Phosphor, 
Arsenik. 10296 207615 791 2493 98 27 
L Steinkohlen 20 210 362 3359 163 
15•A Mineralöl etrot eum 2168 185 1 120 80 — 
15 B Erdharze (Erdwachs, hed, Theer) 3157 276 1744 221 — — 
-15(; Farben aller Art, trockene und mit Wosser und Oel 
angesetzt, auch Tinten, Terpentin, Leinöl 209 506 22647 9 876 2 846 5 5 
15 0 Seifen aller Art 451 970 58 462 97784 1256018974 3207 
151 chiriische Hue nicht zum Skkilhebronh dienend, 
. . Talg, Leim, Li 6294 3092 2508 1 388 1321 759 
15 1 Adcserhade Benzoin, Katechn 4%½ zaponiea 214 71 13 19 0 75 
15 F2 ummi brebienn . 16 13 13 19 — — 
15 F3ai Kutschuk, # 5 23 — — — 
15 F305 Waaren Cus e 258 11s12 287 810 — — 
15 F4b Baaren aus Kop 30 20 9 9 — — 
16 A 6. schiehpulver, ** vationen 4950 6 788 574 376 — — 
16B Zündhütchen 15 40 — — — — 
160 Sonstige Spren ojfe Zrenin „Nitroglheerin 
Lchgebasbrealft auch S ölzer) 78986 2733 1538 3618 — — 
1741 Spiegel= und Fensterglas, surnen Spiegelk . 2343 89116548 1170 — — 
17 42 Glaswaaren (Gyliwder, Gläser, Flaschen rc.) 15 899 1037818593 6026 76 59 
17 B Porzellan= und Fayencewaaren aller Art 17 192 5860 8711 2627 
1701 Perlen, kleine und mittelgroße, rothe r weiße, 
auch grüne u. schwarze, japani ische u. chinesisch — — — —- — 
17 C2 Perlen, böhmische, italienische cc. in Kisten u. Fassern 23075 11836 482 151 — — 
554219 115548 7769
        <pb n="418" />
        4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 
Oesterreich= · ... Belai 
i* Italien Nußland Hhwee Vegien. Schweiz Amerika 
engl. ifd. Rupien sengl. vid. Rupien sengl. Pid. Rupien Jengl. Pid. Rupien senal. Vid. Rupien sengl. Pfd. Rupien sengl. Psd. Rupien 
3 % U — — — — 93 328. 186 278 
13 1020 10 — — — — — 15 27 — 
—— — — — — — — 230 287 
„VDQÜO|ÖTTOQ „U•.„= 4 
n 1111 1 28 0 225 — 
2 i — — — — — — —- — — — — 
114 148 65 55 — —. — — — —. — 305 257 
10 3 — — — — 4 — .- — 
185 84 — — — — — — 2130 246 - — 850 127 
—. — — — — — 54911 698 12 1 Sö.. — 2040 195 
2875 1946 — — — 111 s — — — 500 140 
10293 3013 378 60 — — 203 — — — — 10 20 
71 1412 — — — — — — — +A 
-i---- ------!- 
240 121 — — — — — — — E — — — 
à438 40 HH 
1240 280 — — — 400 5 — — 46 36 
434 325 10 10 — — — 50 2— — 21 K3 971 
141 23 — — — — — — — — 
— — — — — — —6800 2020— — — 
11 6 — — — — — — — — — — — 
70 10 44 — 
580 55 — — — — — — 4 6 — — 163. 20 
— ri163% ½20| BU E 91160 1105|7 
— — — — — — 1800 174 — — — — — 
275 76 — « — 24 10 238 94 — — 434 67 
216 6 1 205 —— —— 60917 9 907 
1 1 — — — 367 1811620 816— — 127 15 
— — 1 108 — — — — — — — — F 
10 10 U — — — — — — — — — — — 
4 8 — — — — — — — — — 
2 2s#U# — — — 150 6e5 — — — — — 
— — — — 21 121 7175 76 26 755 128 — — 
2260 492 — — — — — — 115 1 — 3 i 
2007 14891322 205 — — — — 70 27 72 41 4 7 
1 997 897 — — — — — 1276 302 — — — 
29 483 10875 45 403 19 1209 — — — — — — — 
207311 19866 7230 10783 3671 -·"524I 122907
        <pb n="419" />
        348 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
11. 12. 13. 
Nr. des Indi Arab p h 
Waaren- W ndien rabien, Persien China 
Verzeich- Waarengattung 
nisseo 4 
engl. Pid. Rupien Jeugl. Pfd. Rupien ngl. Pis. Nupien 
10 à 1 Aasinstreene! aler Art, Wand-- Stutz-, Schiffs- 
und Weckern ........ 111 3041 — — — — 
10A2 Shirurgische, hren. che- optische u. dergl. In- 
strume — — — — — — 
10 B 1 uniheiil und gewerbliche Maschinen und 
Maschin entheile 188. 61 — — — — 
10 B2 , Trannvay und sonstige Wagen, sowie Stück 41 
Eifeüee 484 1 11607 — — — — 
10 B3 See- nd Flußfahrzeuge aller Art nebst Zubebor 
auch diese allein, wie Masten, Ruder rc. Stück 3 64 — — — — 
114 Eisen u. Stahl in Blocken, Schienen, un u. 
Nöhren. 8613 7111 — — — — 
11 BR 1 Eisendraht 30 13— — — — 
21 — brsondern zenanie und vorsehend nicht unler 
ingende Waa . 6064 1204 134 91 18 110 
11B2 Gätbernilertr. Stacheldragßt ... -— — — —. — — 
11B3 Eisenblech und Eisenblechwaaren . .... 2772 402% — — — — 
11B4 Galvanisirtes Well ........... 213 42 — — — 
1101 Eiserne k wie Möbel, Töpfe, Tiegel, 
Pfannen 2c. 13 982 3326 44 10 —. 
11 C2 Eiserne dandwerls- u. landwirthschaftliche Geriize 
r Art 26 068 5013 16 20 — — 
111) wal aller“ Art aus. Eisen und Stahl, Schuß., " 
Stoß= und Hiebwaffen 4½½ 419, 445 4 1 4 —- 
124 Nogtufer und #hsn“ Kupfer und Nessing in 
löcken, Stangen und Platteon 517; 269 — — — — 
12 B 1 Alr und Meessingdraht, or kupferne und 
messingne Schrauben ....... 329 320 — — — — 
12B2 Gemünztes Kupfer. — — — — — — 
Stück 21 
12 C Kupser= und Messingeräthe aller Art 17 333/ 10 743 2 5 6 9 
13 A Zinn, Zink, Blei, roh in Blöcken, ziter Stangen 
und Nöhren, Bleikugeln und Bleischrote 6301: 4413 598 498 2623 2110 
13B Geräthe, Geschirre u. Gesäße aus Zinn, N u. lei 3 938 1 76— — — 
14 A 1 Kart, Arebe, Gips 5 539. 1366— — — — 
1442 Cem 80 — — — — 
1481 Vae, giegel. Buch ine, Mihlseine, Shleistei, 1 
Granit (Grabsteine . . 1374 1111 — — — — 
14 B2 Schiefer, duin .Ferstene 77 9 — — — — 
14 B3 Marmor, roh und bea ... — — — — — — 
14 C Erze aller Art 15 3 25 11 — — 
141) Soda, Jatron, Alaun, Saiz. Shose w178%„rv l 
Arsen 1548472 192271 aat 886 20220 9 15 
14 2 S- . 0 1— —- — 
154 Mineralöl (Petrole 300 17 70 51 — 
158 Erdharze Erdwach-, de, Theer) . 589.— 501 — — 
150 Farben aller Art, trockene und mit Wasser und Oel 
angesetzt, auch Tinten, Terpentin, Leinöl 2c. 2004 414 195 70 42 42 
1510 Seifen aller 6672 6499147 9251 — — 
1512 Thierische sN' nicht zum Sveisegebrauch dienend, 
wie Wachs, Talg, Leim, Lichte. 1286 198 4 458 703) — — 
1511 Näucherharz, Venziin, Fiechn leerrn ĩaponies) 12850 2601 1180 230 448 79 
15 F 2 ummi arabrum . 307 70 352 99 — — 
15- ZusKautschuk ........ — — — — — — 
15 F 3bWaaren 4u97 uhe — — — — — — 
15 F 40%Waaren aus Ko — — 5 4 — 
164 Schießpulver, Pterwerkskorper, valrouen 56 20 — — 166 60 
16B Zündhütchen — — — — — 
16.0 Sonsiige Sprengstosse (Dynamit, itroglheerin 
Schiehbaumwolle; auch Streichhöhzer) . 39 11— — 1150 100 
1741 Spiegel= und Fensterglas, fertige Spiegel. 1968 T. 3 2 
17A2Glaowaaren (Cylinder, Gläser, Faschen 2c.) 2212 742 2 4 60 45 
17 Porzellan= und Fayencewaaren aller . 2916 9— — 206 706 8923 
17 C1 Perlen, kleine und mittelgroße, rothe und weiße, 
auch grüne und schwarze, japanische u. chinesische 3436 1715 21 603 9084 
1702 Perlen, böhmische, italienische z2c. in Kisten u. Fässern 177 621 — — — — 
586N 1 229991 20579
        <pb n="420" />
        14. 15. 16. 7. 18. 19. 20. 
iti ebriae. Gesammtsumme 
Japan Sansibar Madagaokar A, Kapland briges Andere Länder der Einfuhr 
s Gewicht 
rW Rupien M. Nuvien ##. . Kupien 3 5 ustn r*W Rupien Al. Rupien Mi#- Nupien nrcn iht Nupien 
— 
————————«——— 50-4—— 6 340 13348 
— — —— — — — — — — — — — 24 550 18632 
———————————-—-—— 6030 4473 
Stück 5) 
— — ——— 442782J 55090 
Stck. 21 " Stck. 11 Stück 1211 
— 5 400— — — — — — 201 311 — — 457) 39211 
— — 315 -HH.Un —353 72906 
— — 70 1 — 24115 3671 
2650 2899 H 9X% 14 121 16984 
.———-—————-——;——— 8901.1477 
— — 80. 231 —— — — — [ 52762 1452 
— — 1380 5)0 — — —— — 48179 43684 
U Stück 3 
— —1998, 85TT — 25 57/95803 44961 
119047 26344 TL — 76 16 — — 17340 P6417 
— 4 60 — #½ 60 — — 5431 17782 
i i 
----!..———-—"——— 1377j 680 
-».-----—-—1——— 47 544 23572 
— — — — — — — — — — — — —. 34 720. 34308 
| 1 Stück 9 
— — i80 961/ — — — — — — — — 12 2444y% 1 
— — 170. 8J —— 31 015 12369 
— — 38534 161— — — — 12 24 — — 42 676 13201 
— —16706 230— —— —— — 634 13— — 20 152 12 
— ——310 —1848755 26760 
v i « 
— — 928 881 — — — — llo 21— 11 135 1535 
— —-— 499 489 
— — 828 405 
— — 1 — 43 22 
— 1330 2 154147 220044 66 270045 46886 
— — 40 2— — — — 100 7 — 23729 535 
— — 329 71 11527 118134 
— — — —. — — — — — — — — — 7290 721 
— — 46 696 ——— — — 6½% 6144 — — 
— çq[ 660 1291 — — — IEEI 
— — 5768. 89 — —— — 11173 190VVNV — 30 263 9178 
9 4¼1, 3J7— — — 104 1123 9 15323 3250 
— — — — — — — — — — 3a 21 — 774 217 
—I —212 72125 5 23 
— — — — ———— — 555 1932 
— — 388 6— — — 86 113 
———- —-————————s— 58987317 
———-———————I——!— 1540 
——— ———-——————— 32 875 13793 
— — 150 311 — — — — — — — — — — 13399 3460 
— — 1218, 13111— — — —— — — — — — — 40 540 2402 
— — — — — — — — — — — — — 58 788 19652 
2249 1008 6 91— — — —— — 12 527399 11821 
G ———-— 9862042053 
10121 83781 24 ign· 50031 979#69
        <pb n="421" />
        350 
  
  
1. 2. 3. 
Nr. des · 
Jägers Waarengattung Deutschland Großbritannien Frankreich 
nisses 1 r « 
sagt·-Pid.5:)itmicnessfll.Pid. Rupien Jengl. Pid. Rupien 
171) Thon= u. Töpferwaaren, terra cotta u. Steingut. 1590 1019 7474 2039 — — 
BA Elefantenzähne, roh u. unbearbeitet, hart u. weich, 
ohne Rücksicht auf die Große u. Schwere der ein- 
elnen Zähne — — — — 
18.8 Flußpferdzähne . . — — — — — 
181 Waaren aus Zähnen v. Elefanten, Flußpferden r . 2 2 6 23 — — 
18K Wild-, Rhinozeros= und alle sonstigen Hö##er, un- 
verarbeitet. 30 110 — — — 
18E2 Stöcke, Knöpfe, Kämme u. and. **- aus Hörnern 40 100 86 154 — — 
18 nochen und Waaren aus Knocher 2 9 28 72 — 
18 Gm UuBauhölzer, roh u. behauen vder sonst- hergerichtet: S# 1. 1102 St. 2434 
europäischen Ursprungs 76124 35101 6473 5255 — — 
186 Uh Bauhölzer, roh u. ubechauen oder sonst hergerichtet: 
in ischen Urspru# — — — — — 
1801%Banhölzer, roh u. le- oder glet hgr gerichiet 
einheimische (Boritis rc. auch Feu — — — — 
18 C62 W f0# (Ebenhols Grenadille “ behlitchewe 
öl — — — — 
18 G 3a Zimmermanns- u. iLortfechter ꝛc. Arbeiten: euro — Si 8 
päischen Ursprungs 28045 10898. 9855 3659 812 612 
18 6 30H Zimmermanns= u. orbslechier rc Arbeiten: indischen 
18 6 Zelimmermanns- u. uorbjlehter- rc. Arbeiten: ein- 
heimische — — — — — — 
194 Gemüse u. den weingenacht u. gemrodue. srijh 1249690 39662 10995 5211195393 17309 
19 B 1I eis mit — — — — 
19 B 10 Reis ohne Fe — — 18 — – 
19 2 Mais und Dari — — — — — — 
1983 Mtama (afrik. Korn) und Mawele — — — — — 
19B4 Nicht besonders genanntes Getreide . 5. 21 58 69 — — 
1901 Mehl aller 57116 8100 9326 1629 — 
190C2 Backwaaren Srrronn wiebadl Brot, Vui, 
buchen) --. 15063 8449 10652 5919 3268. 1320 
1911 Chir — — — — — — 
191n•2 8 und Erbse 4403 764 — — 51 5 
1903 Nicht besondero genern *-“ 169 40 41 17 6150 246 
19 1 Erdnusse, Pistazien 346 61 — — — 
19.22 Kolooͤnüsse — — — — — — 
19 3 A#re — — — — — — 
19 K4 ... — — — — — 
19 85 Kokosnuß= und Sesamöl 881 277 — — — – 
19F Juserrohr= und Fabrikate baraue, 2 27 D 
asse 30636 6594 26222 4570 3615 1059 
1961 Pile aller Art · 116 75 174 194 — — 
1962 Nelken und Nelkenstengel — — — — — 
1963 Alle sonstigen Gewürze 1935 972 783 466 132 63 
1964 Kaffee, Thee, Kakao und Schokolade 7767 8814 1945 2323 15 31 
1965 Tabal, Eigarren und Cigarettern 41578 644397882 14792 60 94 
1966 Mohn, Opium, Hanf, Laschisch, VBVeielnusse und btläuer 355 278 1 3 — — 
19111 duter Milch, Schmalz, täse, Speiseöle, Negerbulier, 
47603 40591 8076 5843 3188 2301 
19112 Sen Speck, Wurst. ieich 2- lebend) 74845 6222614619 12048 3110 2447 
19113 Hon 71 230 1 1 — — 
19.7 1 #ich mussirende —T in „ahiern und Fen. » 
auch Cider 292681 105428 5266 2562 71160 21437 
19.12 Schaumweine 20679 15927 1244 122955293, 42871 
1973 ig 3946 1 3250 1474 50 36 
L 4 Malzgebraute Getränte (Vierh in Fässern und Flaschen 701592 142022 2235 671 — — 
19.5 Spirituosen mit und ohne Zucker in n Flaschenn und 
Fässern 91579 48270 0497 22916|29140 14969 
19. 6 Mireral“ und Sodawa asser 152194 23030 4061 695 193 28 
19 J Droguen * wuari„„td 27735 29088 6952 3230 764 133 
19 Orsei — — —·— — — 
191.2 . 9853 3431 9990 2932 — — 
191.3 Alle sonsiigen noch nicht genannten Zrwoie . 27 30! 20 — — 
19 M Sämereien, Pflänzlinge und Seplinge 4725 6203 3 62 155 193 
j — 1/NNG InS
        <pb n="422" />
        351 
  
4. 
Oesterreich- 
Ungarn 
engl. Pfd. 
Rupien 
engl. Pid. 
5. 
Italien 
Rupien 
6. 
Rußland 
engl. Pfd. Rupien 
  
engl. Pfd. 
7. 
Schweden= 
Norwegen 
Rupien 
engl. Pid. 
8. 
Belgien, 
Holland 
Rupien 
10. 
Amerika 
engl. Pid. Rupien 
  
441 
8 
—- 
— 
81111111 
—2 
——— 
— 
*— 
113 111111111 
121111 
125 
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283 
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St. 225 
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83 1811111 111111111 
S111 
S. 
25 
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2 
11111111 
S22111 
S 
11844 
71 
S 
11111111 
38 
11965 
182 
15 
363 
3630 
3423 
442 
  
  
9. 
Schweiz 
engl. Bid. Rupien 
— 
I 
— — 
l — 
– 
l 
— — 
l 
— — 
— — 
3 3 
3128 1849 
— — 
— — 
o0 80 
— — 
— — 
1932 
  
2 
  
  
  
  
  
4586 3388 
36 40 
5 
  
  
  
20145 
  
2 1 
Stck. 130 
s 
8 
482 312 
393 32 
lilllllla 
S 
S 
2 
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— 
  
15 
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1111 *P)r 
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S
        <pb n="423" />
        11. 12. 13. 
Nr. des Indi ch 
W - ndien ien, Persi i 
Ter Waarengattung J Arabien, Persien China 
nisses 
engl. Psd Rupien Jengl. Pfd. Rupien sengl. Rid. Rupien 
17H Thon= u. Töpferwaaren, terra cotta u. Steingut. 73044 4044 39 6 1171 238 
18 A Elefantenzähne, roh u. unbearbeitet, hart u. weich, 
ohne Nücsicht auf ! die Größe u. Schwere der ein- » 
zelnen Zähn — — — — — — 
18B Flußpferdzähne . — — — — — — 
186 aaren aus Zähn. en v. Elefanien, Flußpferden rc. . 8 92 — — 1 41 
18 1 1 Wild-, Abinozeros= und alle sonstigen Hörner, un- D D 
verarbeitet — — — — — — 
18 k2 Stöcke, Knöpfe, Kämme u. and. Agaren aus. Hörnern 13 28 — — 14 17 
18 T An nochen u ind Waaren aus Knochen. 4 18 — — 5 
186 1#| Bauhötlzer, roh u. bebauen vWd sonst hergerichtet: l 
europäischen nrsprn — — — 
1861b Bauhölzer, roh ilin oder sonst hergerichtet: St. 2985 851 
indischen larpinn Uags r!— 12741 — — — — 
180C 1lecBauhölzer, roh u. behauen oder sonst chetberchtet 
einheimische (Boritis rc. auch Feuerholz)) — — — — —- 
1862 Edelholzer Ebenhoh, Grenadille u. r l 
Hölzer). 931 277 46 76 99 31 
18 C 3a Zimmermanns- u. Hprbiewier ꝛc. Arbeiten: enro- D4 
päischen Ursprun 259 266 72 54 — — 
18630 Zimmermanns= u. ere ze. Arbeiien: indischen Stücli5 
W40) 32322 —. — 70 164 
18 Gc Zimmermanns= u. röfleche- 2c. Arbeiten: HEin- 
eimi 763 138 — — — — 
19 A Gemüse u. Obst, eingemachi u. getrochnet * 359940 25477|00] 1 47 20 
19 B 1 Reis mit Schalen 1625 129 — # — —4 — 
19B 10Reis ohne S alen 18034079 1132950 — — — — 
192 Mais und Dar 144379 650 — — — — 
193 Mtama (afrik. Porn) und Mawele 206 4055 92161 — — — — 
19 4 Nicht betintder genanntes Getreide . 238508 12196 — — — — 
19 C 1 Mchl aller Art 11462700 93153 48 3 14 4 
19 C02 Backwaaren *i Seieiad, Brot. Viohiits. 
chen) . ... 15081 2284 867 205 30 14 
19 D1 Chiroko 63166 3261 — — — — 
1962 Bohnen und Erbsen 62320 818 — — — — 
1903 Nicht besonders WQ vulsenfruchte 79822 4764 — — — — 
19 1 Erdnüsse, Pistazi 1932 353 1440 264 — — 
19.2 Kokosnüsse —. — — — — — 
1913 « . 759 129 — — — — 
19 4 Sesae . . 100 111 — — — — 
19 K 5 Kokosnuß= und Sesamöl . 10497 2085 — — — — 
19 F Zuckerrohr und Fbrkate dannn, Iuger, S « 
Nelasse. . 218106 29554 247 i 52 4607 858 
19 G1 Pfesser aller Art 112/8 3299 — — 35 7 
19 6. Nelken beer Alktenjenzel- 66 — — -— — 
1963 Alle sonstigen Gewürze —ii 24223 100 39 187 61 
1964 Kassee, Thee, Kakao und Schoiolode 16346 13878 8609 6077 2858 2808 
19605 Tabak, Eigarren und Cigarette 160“ 1271 954 1235 480 442 
19 066 Mohn, Opium, Hans, Haschisch, Vetelnussse und- blãtter 8506 2694 208 57 7 15 
19111 Butter, Milch, Schmalz, Käse, Speiseöle, Negerbutter, » « 
ett 154146 80669 13039 3364 
19 H2 Shuen Speck, Murst, *- Gesiuge nicht lebend) 13169 256770674 53445 — — 
19113 nig. — — 14 47 
19.71 Ticht zussiende Weine in dässem und * 
auch 200 13 — — — — 
19.)2 Schaumweine — — — — — 
19 J3 Essig. 554 98 — — — — 
19.14 MalzgebraiiteGetranke (Bier) in Fässern und Flaschen — — — — 
19.)5 Spicluosen mit und ohne Zucker in n Flaschenn und s 24 
138 — — — — 
19.16 Miseral. und Sodawa. .. 150 8 — — — — 
19 K Droguen, Akzneien, seren 17708 4932 9482 3066 2 10 
191.1rieille .... ; 3 80 1481 — — 
19L2 Indigo . 5622 1623 — — — 
19l«3 Alle sonstigen noch nicht genannten Jarosiosse . 10822 1557 — —1 — — 
19 M Sämereien, Pflänzlinge und Setzling . 1917 2899 1027 3787 24 12 
J 1597682 87253 4748
        <pb n="424" />
        353 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
14. 15. 16. 17. 18. 19. 20. t 
Mauritius Gesammtsumme 
Japan Sansibar Madagaskar n Kapland ebeiges Andere Länder Einfuhr 
. . . . Gewicht 
Ist Nuvien # Rupien 4 Rupien *. Rupien . Nupien . Rupien Mt. % Rupien engl. — Rupien 
— — 80760 1176— — — — —- — 3130 128 24 14 001 
— — 300 278— — — — — — 9 24 60 60 99 362 
— — 10 25— — — — — — — — — 10, 25 
-— 17156—--———-— 5 25 — zs 33 
— — 4 64— — — — — 57 3— — 91) 149 
— — 26 180— — — — — — 91 681 — — 292 656 
—. — — — — — — — — — — 110 340 
" i 
— — HStck.20 10— — — — — — — — — 92592 40833 
St. % 
— — — — — — — — — — — — — — 4335% 12741 
SI. 600 S.’## 4 S#. 2Lo 
— 150 99— — — — — — #u) 82361 — — 824651 8335 
2 5s — — 3389 1 — uu un 40n 
1 Stck. 3 
— — —— — EE T — — — 42% r 
Scckk. 15 
— 371 91 —4 133987|] 32577 
36881 12304s 
— —5 20 —— — E4 3 10 4t. 188 2814 
— — 85206 291805 5 — —4. — 58308 348251111 406119668 111211 
— — 155 6 — — — — 119605 865 — 21385 1000 
— — 2275 138— — — — — — 1412 6418038026, 1133221n 
— — H( 3801141114 
— — 3381 5811 6546%1 
—— 10 4 L — 28813 12844 —1207448 13572 
— — 432 30— — — — — — „ 3) — — 1549461105798 
4206% T D l Hl P 1c0l 281 647 228 
— —027|5633– — — — — — 48329 2347 — — 1217714 
— — 22 100— — — — — — 63274 2790100 4 132993. 6584 
— – — — —. — — — — — 1834 110-— — 88016 5177 
— — 1136 44 — — — — — 35789, 304— — 40744, 3782 
— — 732177146 — — — — — 41145. 937— — 414362 8083 
— — 5 3—–— — — — — — 2036 121— — 283 253 
— — 140 29 — — — — — — 25559 2119— — 257999 2259 
— — 51484 10916— — —— — — Pn83, 948 — — 71045 14226 
— — 8171633 6146|2126 2840 — –52976 3042155 59 633436 85074 
— — 3 8 5 11— — — — 74 168Z— — 18439 757 
— 96 167— — — — — — 1198 234 — — 232 467 
1 11320 39 — 24 2— — 297. 29 36 12|12666642 
26 5 — — — — — — — 270 17— — 39203 34885 
— 964 15231 — — — — — — 8499 2973 385103685040/101301 
* 52323863— — — — — — 2629 125 — 890299160 
— — 17851 3011 — — — — — — 25977 115264452 224826659 4 153578 
— —.12130 346, — — — — — 162128 14042— — 988379/ 148450 
— — — — — — - 946 1181 — — 1165 396 
— — 180 301 — — 30 24 — — 3700 453 7774. 1682442184454997 
m E — — E — — 500 892344 22582550 64221 
— — 581 84— — — — — — 57 3J— — 8597 3288. 
— — 52 5.— — — — — — — — — — 7085911143358 
— — 90 7— — — — — — 1600. 820|1063 466 184835 31377 
— — 1283944 6662" □.. — — — — — — — —- 28521230443 
1 3485174—.— — — — — 321 10 08— 63902 42 
— — — — — — — — —— — — — 289 161 
— — — — — — — — 38 1400 429277258924 
— — 243 28 — — — — — — 321 54 — — 114744404 
— — — —— 404 380 4442 680942 13880 
2 *5 1A 65#| # 1—. 1 2878588
        <pb n="425" />
        — 354 — 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
ar. d 1. 2. 3. 
Nr. des 
"Q . s . . . . 
Waarengattung Deutschland Großbritannien Frankreich 
nisses . 
ss Eis-Wahl Rupien JSlüclzahl NupienStückzahl Rupien 
20 A Mineh — — — — — — 
20 B erde Stück 2 330 — — — — 
200 # „Aniihiere 2 . — — — — — — 
20 D Kan .. ........ — — —- — .- .- 
2019 Schafe und Ziegen Stiück 6 30 — — — — 
20 F Schweine Stiück 1 9 — — — — 
20 G Vögel und Geslügel, 118vageie Stück 68 251 — — — — 
20 II Sonstiges Gethier ....... — — — — — — 
1I 620 — — 
Gesammteinfuhr) 11822597T 4715721 133935 
Statistik des auswärtigen Handels im deutsch -ostafrikanischen 
b. Ausfuhr. 
1. 2. 3. 
* Waarengattun Deutschland Proß, Frankreich 
- g g ritannien 
nisse 
Ml. Rupien 2 % Rupien #. Rupien 
i - i 
1 A Baumwolle und Wal — — — — — — 
101 Rohe baumw. dichte Heveie u. cuchen, 5 u. inappr ieboch 
ungef., amerik. Fabrikat — — — — — — 
102 Desgl. indisches und europ. Fabri rilat .. — — — — — — 
1D ebl., gopret. ungef., baumw. “ Gewebe: amerik. u. europ. s 
Fabrik . — — — — — — 
12 1 Baumw. Ve- ohne Seide von Mastat ꝛc. u. europ. Imitationen — — — — — — 
1F 1Dichte baumiv. Gewebe, einfarbig, auch Bänder: indisches und «- 
europ. Fabrikat — — — — — — 
1 Bedruckte Lamn guebe, als T Stücke und #her indijch 
und europ. Urspr — — — — — — 
1 I undichte baumw. hu gefärbr u. ungef., appr. u. unappr. wie I 
SptyenMoökttonetzstoifexc. 2 5.— — — — 
17 Feriip, guenähhter Kleider aus baumw. Stoffen jeder Art, Bet- und 
Tisch Wäsche, auch Hüte, Regenschirme, Mützen (ferner 
Taketann aller Art). 1584 5012 — 
24 Zwirn, Stricke, Tauc aller Art aus Flachs, Hauf oder Juie .. — — — — — 
2B Gewebe aus Flachs, Hanf und Jute aller Art — — 4 3 — — 
20 Genähte. Kleider, Säcke und sonstige Waaren aus Suochs, * 
oder Jute 3 3— — — — 
34 Rohe Seue Cocons), gesponnene und gezwirnte Seide. ... —- — — — — — 
3B Genähte Seidenzeuge, Tücher, Spitzen und Bänder 4 28 — — — 
30 Halbseidene Kleider, Tücher- Spitzen und Bänder — — — — — — 
44A Wollgarn . — — — — — — 
48 1 ollene Gewebe allet Ärt: persijchen und indischen Fabrikats= . 2 5— — — — 
482 Desgl.: europäischen Fabrikats ... 2 300— — — 1 — 
40 Genähte wollene Kleider, auch diuben Fez) und Fitzhüte ... 60j60— — — — 
54 Kokosnußsasern, Stricke, Matten .. 80 50— — — — 
58B Alle sonstigen Waren aus Gras, Vast u. dergl. wie Matten, 
Körbe, Bastsäcke . 650 497 6 2 — — 
6 A Papier, Papieiwaaren, Spielkarten, Handels= und Kontobücher . 41 102 — — — — 
6 Gedruckte u. geschri riebene Bücher, Karten, Phhtographien, Gemälde 
und ährliche Litteratur= und Kunsterzeugnisse . . 507 923— — — 
7 A Felle und Häute, unverarbeitet, aller Art“ 11066 1188 5 6 — 
7B Gegerbte Felle und Häute, Leder aller 69 49— — 
70 Leder-, Sattler-, Schuhmacher= und *- (Aissen und 
aie letztere. ohne Rüchicht auf das dazu verwendete I 
Mat ... 598s4621 1—— 
71)1 zzedein iind Haare, roh 17 I 96 1 3 — — 
70 28edern u. Haare, Fereinigt. und W weiter verarb. ranh Vůrsien· 
binderwaaren 8 11 — — — — 
8A1Schildpatt, roh .. 34 20 — — — — 
8 A 2Schildpatt, verarb. auch in Verb. mit anderen Materialien 5 65— 1 — — — 
8542 15 —
        <pb n="426" />
        4. 5. 6. 7. 8. 00. 10. 
Oesterreich= Itali Schweden- Belgien, 
* Italien Nußland 3 urn Sellien Schweiz Amerika 
1 . — . - - - - . . . . 
Skllclüblellhicll Stück-Islle Rupien Stũchhabi RupienStückzahl Rupien Siückzahe Rupien Stüchab Rupien Stüczahl Rupien 
! n n 
  
1i111 
1111111 
11111111 
11111111 
1111411 
11111111 
111111111 
  
  
  
  
  
11111111 
11111111 
11111111 
11114111 
11111111 
Stück 10 . 
— 1 
1 
1 
313111111 
! — — 
l . - l 
8360 ! 1269 . 1319# —— 
s l 
342916 1540191 
  
  
  
Schutzgebiete für das Kalenderjahr 1895. 
b. Ausfuhr. 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 
Oesterreich- - -. Schweden- Belgien, . 
ungam Italien Nußland Norwegen Holland Schweiz Amerika 
engl. vid. Rupien sengl. Pid. Rupien sengl. isd. Nupien sengl. Pid. Rupien sengl. Vid. Rupien sengl. 2 Rupien engl. Pfd. Rupien 
. 1 « i 
— — — — — — — — — — — — — — 
— — —— —— — — — — — — — 
— — — — — — — — — — — — 
— * 1. 
———— — ———— —— — 
i 
l 
— — — — — — — — — — — 
+s 
— — — — — — — — — — — — — — 
— — — — 1 — — 1 — – – –— – — — 
—. — — — — — — — — — — — — — 
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» —s—::——:: I 
— — —— — — — — —— — 
l 
-I————--x—-s---— J- 
—— 
EIEEIEIEIIEEEIE 
1— — — 1 — l— — —
        <pb n="427" />
        356 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
11. 12. 13. 
Zr. des Indi Arabien hi 
ndien "U China 
re Waarengattung Persien Chin 
niffeo 1r 
Stückzahl! Rupien. Stückzahl Rupien Stückzahl D. Rupien 
20 A Aiieh — — — I — — 1 — 
208 Pfer Stück 7 1005 # — — 
200 5 aauuthier, Maulesel. — — Sma 33 4598. — — 
20 D Kamele — — Stück 3 155 — — 
20 1 Schafe und Ziegen . Stück 1 18 Stück 23 165 — — 
20 F Schweine . — — — — — — 
20 □G Vögel und Geslügel, Pu8en . Stück 7 3 EStück55 96 — — 
20 I Sonstiges Gethier — — — — Stück 32. 30 
1026 5014 « 30 
Gesammteinfuhr 8233206 186112 36250 
Nr.d 1. 12. 13. 
r. des 
Arabien, - 
ZEISS Waarengattung Indien Persien China 
nisses 
ir # Rupien *# Rupien “ rl Rupien 
1 « -. 
lA Baumwolle und Watte — — — — — — 
1 C 1 Rohe baumw. dichte Geie u. rücher, * u. zmar fd I 
ungef. amerik. Fabrik — — — — — — 
102 Desgl. indisches und W700 Fabrikat . — — — — — — 
10 Gebl., Gappeel. ungef., baumw. dichte Gewebe: amerik. u. europ. ! 
J. 
abr — — — — — — 
1 VI#. Tlcher ohne Seide von Maskat cc. u. europ. Imitationen ’ 
lFchchubaunnv Gewebe, einfarbig, auch Bänder: indisches und |. 
europ. Fabrikat — — — — — — 
16 Bedruckte baumw. ** als * Stücke und Tuchei. 22 » i 
und europ. Ursprun 32 32 — — — — 
1 I Undichte baumw. *n gebron u. ungef,, appr. u. unappr. wie i 
Spitzen, Moskitonetzstof — — — — — 
13 Fertig genähte Kleider a unw. Stoffen jeder Art, Vett= und 1 
Tischzeug, Wäsche, auch Hüte, Regenschirme, Mügzen rlrs : 
Trikotagen aller Art). 
2 A Zwirn, Stricke, Taue aller Art aus Flachs, Fenf oder Jute — — — — — 
2B Gewebe aus Flachs, Hanuf und Jute aller Art — — — — — 
20 Genähte Areiber, Säcke und sonstige Waaren aus Flachs, Hauf 
r Jute — — — — — — 
3 A Nohe Seide (Cocons), gesponnene und gezwirnte Seide — — — — — — 
3B Genähte Seidenzeuge, Tücher, Spitzen und Bänder — — — — — — 
Lalbseidene Kleider, Tücher, Spitzen und Bänder — — — — — — 
Wollgarn — — — — — —- 
4131 Wollene Gewebe allerArt persischeii und indijchen Fabrilass — — — — — — 
43 2 Desgl.: europäischen Fabrikats — — — — — — 
40 Genähte wollene Kleider, unch Müten (Fe) und Fizhüte — — — — — — 
5A Kokosnußfasern, Stricke, Matten .. — —. —. — — — 
58B Alle sonstigen W aus Gras, Vast u. dergl. wie 2 1 
Körbe, Bastsäck 1 008 16031 4— — 
64 Papier, Popielmgaren, Spielkarten, Handels- und Kontobücher — — — — — 
6B Gedruckte u. geschriebene Bücher, Karten, Pbetoraphien, Gemälh= 
und Ahnliche Litteratur= und Kunsterzeugniss e. — — — — — — 
74 Felle unb Häute, unverarbeitet, aller Ärt — — — — — — 
78 Gegerbte Felle und Häute, L Leder aller Art 150 57 3 16 
70 Leder-, Sattler-, Schuhmacher= und nelte oannren. (Kissen und 1 
Tiattahen) lebtere ohne Ruchsicht auf das dazu verwendete 
7D 1 gelue Fars Haare, r — — — — 
7D 2 ZFedern u; Haare, ieehnioi und sonkn weiter verarb., T Vůrsien· I 
binderwaaren — — — — — — 
8A 1 Schildpatt, roh — — — — — — 
A 2Schildpatt, Frarh-, auch in Verb. mit anderen Materialien — — — — — — 
12 606 —
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        — 357 — 
14 46 16. 17. 18. 19. 20. 
Mauritius Uebriges Gesammtsumme 
— - i auritius, 9 ä 
Japan Sansibar Madagaskar B Kapland 8 Andere Länder der Einfuhr 
.p kri= Rupien Rupien Stah Nuvien ah“ Ruvpien Sth ot - AMupien Stuchabt Rupien 
· . 
——Stck16708 Stctgul 3678 — —— Stcus 490——Smck1254876 
— — — — — — — / — Etück! 180 — Stück 10 1515 
— — St 586— — — — — — Stück 9 15 — — Stück 49 6 763 
— — Stück 2, 210|1 HH — SE4tc.13 — Stück 19 1 315 
— — S'h 128 t131 90| —— — Sis r2½2 — — St# 1472 
— — SStück i — — — — — — — — Stü 29 
— — 41 199 Stcl. 3113 — 1 —i Sid is .— — Stüuck29 766 
— — ESuuck 4 111 — — — — 1— — i HSti üct 36 11. 
– 1862 4613 — — 35121 — 16777 
E 8725 4504 181310! 58126 — 
zum Jahresdurchschnitt von 185 Mark für 1 Rupie = 7 608 466 Mark 52 Pf. 
14. 15. 16.7. 18. 19. 20. oel 
⅞ Mauriti Uebriges esammtsumme 
Japan Sansibar Madagaskar r—nm- Kapland Wrisa Andere Länder der Ausfuhr 
Z Gewicht 
al. Nupien r!#nt Mupien #. Nuvien V6 Nupien vsn Nupien 4½1 Rupien ##Nuvienengl. id Nuvien 
I T - · 
—--1025o1923—’s——.— — ———102501923 
— — 23 20 — — — — — — — — — 23 20 
— — 1700 71 —— — — — 12 8— — 171218 
— — loo 37| — — 1 — — — 1080 370 
— s6o 15822 — — —— —— —— — 6012 
— — 104 — — — 1 — nUuU — 1373 1702 
— — 13 . —— 2 —— 1242 
* 100— — H— 10 
# „ 
45% 659 —. Ü — — 2044 
— — — — — — — — — 990 40— 40 
—1250 165— — — — — — — 4254 168 
I 
— — 184144 2014 — — — — 1I 54147 2017 
— — 12 25— — — ——— —— — 12 25 
— — 35 477| — — — 39 500 
— — 5 444— — — — — —— 5 44 
— — 29 s881 — —1— — — — — 29 83 
— — 40. 120 ++— — — — 41 
— — 3 = — 33 
— — 5 — —— — 6511 
— — 108015 57# -—-——————— — — — — 1080957 
e td.1000 « Stck. 1000 
— l 56/58271— — — —. — 120 944— — 1684 9795 
— — 622 593 — — — 15 25— — 118 186 
— — 11075 18706 — — — — 9 4 — uz 
— — 6871% — — — — 099 1292 
i 
i · I 
— — 742 680 MEE — —— — 1341 1143 
— — 32 +–— 5% 117 
I 
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——2408x24768—-— — — — — — — 244 24 788 
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— 15 A — — — — "#2725
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        353 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Ar. d 1. 2. 3. 
s W Deutschland Groß= Frankreich 
Verzeich- aaren gattung britannien 
nisses 
sĩ . Rupien l. Rupien W Rupien 
1 , 
8131 Kauris, Perlmuter u. dergl. zur Verarb. geeignete Muscheln, auch D 
Edelkorall 1168, 235 — — — 
8B2 Desgl., drheicn erarb., auch i in Verbind mi. and. Materialien 58. 499— — — — 
9A Gold, Silber r, — — — — — — 
9 B Schmesstchen (1½ sonstige Waaren, ganz oder beiwweise? aus 4 . 
old oder Silber, auch dergl. rschehr 414 27081 — — — — 
90 - n gemünzt. . — —- — — — — 
10 Al Musikinstrumente aller Art, Wand-, Stutz= Schiffs- u. Betleruhten 110 400— — — — 
10 42 Chirurgische, astronomische, optische u. dergl. Instrumen 92 860— — — — 
10 B1 Landwirthsch. u. gewerbl. Maschinen u. h 250 13— — — — 
10 B2 Eisenbahn-, Tramway= u. sonst. Wagen, sowie Zubehör — — — — — 
11 A Eisen und Stahl in Blöcen, Schienen. Stangen u und iobren —U— — — — — 
11B Eisendraht — — JN 1 — 
11 82 Galvanist rter Stacheldraht. — — — — — — 
1183 Eisenblech und Eisenblechwaaren . 3 2.— — — — 
11 01 Eiserne Hausgeräthe wie Möbel, Töpfe, Tiegel, Pfannen ꝛc. — — — — — 
1102 Eiserne Handwerks= und landwirthschattl. Geräthe aller Art 6. 4 3— — 
11D Waffen aller Art aus Eisen u. Stahl, Schuß-, Stoß= u. Hiebwassen 3932 4061 32 2— — 
12 A Rohkupfer n. Rohmessing, Kupfer u. W in Blöcken, Stangen I 
und Platt — — — — 
12 B1 Kupfer= u. sir sowie * u. inessinone Schrauben. — 3 1— — 
12 B2 Gemünztes Kupft — — — — — — 
120 Kupfer= und Resiag eräthe aller 2 14 14— — — — 
13 A Zinn, Zink, Blei, ro Fa in Blöcken, 4 Stangen und Nöhren. D I 
Bleikugeln und Boschrote ... — — — — — — 
13 B Geräthe, Geschirre und W aus Zun, * und Blei . 22 231 — — — I — 
14 A1l Kalk, Kreide, Gips . -- — — — — — — 
14A2Ceinent « — .. — — — — — — 
14 1 Bau-, leget= Backsteine, Mühlsteine, Shteifeine, Granit, . : 
(Grabstein — — — — — 
140 Soda, Natron, Alaun, Spit Soͤwesel bosphor Acsenit 12 10 — — — 
141 Steinkoh len . —;— — — — — 
15 A MRireraltt (Hetkoleun). . — — — — — — 
15 Farben aller Art, trockene u. mit T u. Oel angesebi- ouch I 
Tinten irpenin, Leinöl 2c. — — — — 
15 D Seifen a — — — — — 
15 EB Selsen Seiel nicht zum Speisegebrauch bienend, wie e Wahs 
Talg, Leim, Lichte . 900. 710— — — — 
15 F1 Räucherharz, nn, iiae ** iapobies — — — — — 
15 F2 ummi arabicu —. — —— 
15 F 3 Kautschuk, roh 1101 181914 17600 25766 — — 
15 F3bWaaren aus Kau — — — — 
15 F440 Kopal, roh, ir zurg- Vaumglas 15929 6260 — — — — 
15 Pa4b Waaren aus Kopa — — ! — — — 
A Schießpulver, woal nsp. Patronen . 809I Z40— — — — 
17 A2 Glaswaaren (Cylinder, Gläser, Flaschen 2c.) — I —- — I — 
7B Porzellan= und Fayencewaaren aller Art — — — 
1701 Perlen, kleine und mittelgroße, voch= und weiße, auch urinen und l 
schwarze, japanische und chinesisch 7 7— — 
17 C02 Perlen, böhmische, italienische 2rc. ## gisten und Fässern- — — — 
17D Thon“ ur und Töpferwaaren, terra cotta und Steingut — — — — 
18 A Elefantenzähne, roh und unbearbeitet, hart und weich, ohne I 
ücksicht auf die Große u und Schwere der einzelnen Zahne . 629 39911 — — — — 
18B Flußpferdzähne. *§ê“2½ 254 321 1 8 — 
18 C Wildschweinzahne 32 13— I — — — 
180 Caaren aus Jüne von Elefanten, Flußpferden ꝛc. 16 150 — — 
18 K 1 Wild-, Rhinozeros= und alle sonstigen Hörner, unverarbeitet 1547 978 8 111 — — 
18 KRn2„èStöcke, Knöpfe, Kämme und andere Waaren aus Hörnern. 76. 311— — — 
18 P Knochen und Waaren aus Knochen 217. 11— — — — 
18 Gla,Bauhölzer, roh und behauen? oder W berzerichiet. europaischen I « 
Ursprungs — — — — — 
18610 Desgl.: indischen Ursprungs I — — — — 
!855m * Sid 3 
18Gle Desgl.: einheimische (Boritis 2c., auch Feuerholz). 2 911 — — — 
s 
—203184I—258221
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        359 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 
Oesterreich= - Schweden- Belgien, - 
Ungarn Italien Rußland Norwegen Holland Schweiz Amerika 
W * Rupien sengl. Pid.] Rupien sengl. P'd. Rupien sengl. Pfd. Rupien sengl. Pfd.] Rupien sengl. Pid. Rupien engl. Pfd. Rupien 
— rnnrs— — 
— — — — — — — — — — — — — 
I 
— — — — — — — — — — — — — 
— — — — —) — — — — 839 — — —
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        — 360 — 
  
  
Ar. d 11. 12. 13. 
Nr. des . 
« - Arabien, 
e Waarengattung Indien Persien China 
nisses 
iss W. 1 Rupien 1 Rupien W Rupien 
8 B1 Kauris, Perlmutter u. dergl. zur Verarb. geeignete Muscheln, auch 
Edelkorallen, roh 77051633— — 
8B2 Desgl., m- verarb., auch in Verbind. m. and. Materialien — — — — — — 
9A Gold, Gilber, 10 630 — — — — 
9 B Schmucksachen 108 sonstige Waaren, ganz oder beitweisee aus 
old oder Silber, auch dergl. Taschenn hren. — — — — — — 
90 Gold, Silber, gemünzt — — — — — — 
10 A 1 Musikinstrumente aller Art, Wand-- Stutz- Schiffs- u. Weceruhren — — — — — — 
10 42 Shirurgische, osrononide. optische u. dergl. Instrumente — — — — — — 
10 B 1 Landwirthsch. u. gewerbl. Maschinen u. ohen heile — — — — — — 
10132 Eisenbahn, Tunhag u sonst. Wagen, sowie Zub — — — — — — 
11 A Een zund Stahl in Blöcken, Schienen, Stangen! 7 obien — —. — — — — 
11B Eisendraht — — — — — — 
11B2 Gukonnhsirer, Stacheldraht. .. — — — — — — 
11B3 Eisenblech und Eisenblechwan ren — — — — — — 
1101 Eiserne Hausgeräthe wie Möbel, Töpfe, Tiegel, Pfannen ec. — — — — — — 
1102 Eiserne Handwerks= und landwirthschaftl. Geräthe aller Aürt — — — — — — 
11D Wassen aller Art aus Eisen u. Stahl, Schuß-, Stoß= u. Hiebwaffen — — 7 71 — — 
12 A Finnn u. Nohmessing, Kupfer u. Messing- in Blöcken, Stangen 
un — — — — — — 
12131 Kupfer- u. Nehĩingdrabt sowie kipserne u. 7 nessine Schrauben — — — — — — 
12B2 Gemünztes Kupfer — — — — — — 
120 Aiert und Aesinggeriune aller Art — — — — — — 
13 A , Zink, Blei, roh öcken, Platten, Stangen und Nöhren. 
Sl Bie 5 Bbeischro — — — — — — 
13 B Geräthe, eschirre und tkuet « aus Zin, Binl und Blei . — — — — — — 
14 KA1lKalk, Kreide, Gips ... — —- — — — — 
14 A2 Cement . .. — — — — — — 
14131 Bau-, Polt Vacksteine, Mühssteine, Schleissteine, Granit 
(Grabstein — — — — — — 
14 D Soda, Ratron, Alaun, Sab- Shwese, boapor. Ansenit — — — — — — 
L Steinko . . — — — — — — 
15 A Mirratl (Wetkoltun) . — — — — — — 
150 Farben aller Art, trockene u. zmi esser u. Sel augesebi. iuch 
Tinien, eern Leinöl: — — — — — — 
15 D Seifen aller A — — — — — 
15 1 Thierische Felket nicht zum Speisegebrauch dienend, wie Wachs, 
Talg, Leim, Lichte .«,« — — — — — — 
15 F 1 Räucherharz, Venzon, swehn (erra nonien) — — — — — — 
15 F Gummi krabieum — — — — — — 
15 V3u Kautschuk, r — — — — — — 
15 F35Waaren 2 haut usschu — — — — — — 
5Fiäda, Kopal, roh, fossiles zurn Baumglas — — — — — — 
15 Fi4h Waaren aus Kopal — — — — — — 
16 A Schießpulver, Feuerwerlskörper, Patronen — — — — — — 
17.A2 Glaswaaren (Cylinder, Gläser, Taschen, „2c.) — — — — — — 
78 Porzellan= und Fayencewaaren a# — — — — 
1701 Perlen, kleine und mittelgroße, votte — weiße, auch arine und 
schwarze, japanische und chinesische — — — — — 
17 C2 Perlen, böhmische, haalienische rc. in Kisten t0n Fsern“ — — — — — — 
17D Thon und Töpferwaaren, terra eotta und . — — — — 
18 A Elefantenzähne, osr und unbearbeitet, hanie Und weich, ohne 
Rücksicht aanl, die Gröben und Schwere d der binzelnen Zähne . 2174—- — —- — 
18B Flußpferdzäh — — — — — — 
186 Piloschwanzühne · -- — — — — — 
180 Waaren aus ühn en von Eteianen, Flußpferden: re. . — — — — — 
18#.1 Wild-, Shinogeron, und alle sonstigen Hörner, unverarbeilet 49 84 6 121 — — 
18 K 2 Stöcke, Knöpfe, Kämme u ban Waaren aus Hörnern. — — — — — — 
18 F Knochen und Waaren aus Knoch — — — — ‚i11— 
18 G la Jaugoger roh und behauen c 20 r o hergerihiei: europaiqchen 
pru — — — — — 
186 15|Desgl.; indischen Ursprungs .·... ————- 
Siki7512 
18010IckgcethcmuscheworitiöteanchFeiierhocz).·... 98755I 1517792237- 
12958I 256 –
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        14. 16. 16. 17 13. **v? eg * Gesammtsumme 
Japan Sansibar Madagaskar Mauritus, Kapland Afrika Andere Länder der Ausfuhr 
Gewicht 
I. . i. . . 
VII Rupien Mi Rupien M#t Nupien 2½ Rupien r*e Rupien! d.,dupien! 3 /8/—. Nupien leengl. Vsd. Miupien 
— — 322 301 
— — 464103, 7433 — — — — — — — — 5233 88 
———— —— 1650 
— — — — 439, 3503 
— — 25 7951 — — — — — * — — — — 507 18461 
— — 507 18461— – – – – – — — — — 110 40 
— —— — sns — —T— 1001 2470 
— 0%% ——T 51½ 281 
— 2 [ 72 72500 
— — 221 60) — — 2 — 451 34 
— — 1 — — — —22 212 " 40 8 
— — — — nk * nk — — — — 4594 488 
— — 4594, 488— — — — — — D — — — 3 2 
— -————-- -—-·——— 544189 
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— — 110 55 5 — ÜU — —— 7301 2549 
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— — — — 5966 327 
— — 5205 327— — — — — – — — 994 87 
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— — 570 1 — 52157 Eic 22021 
Si . — 44337 539 
— — nmooollhsckl — — — -. — 55530, 3340 119 ien 
* — 227805 
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        — 362 — 
  
  
  
  
  
  
  
  
1. 2. 3. 
Nr. des Groß 
- Deuts -* J i 
Jr- Waarengattung Deutschland britannienFrankreich 
nisses . 
M. Rupien r ,Rupien M Nupien 
# 
1862 Edelhölzer (Ebenholz, Grenadille und wohlriechende Hölzer) 131 43 
18634 Jurmerwanns, und Korbflechter= 2c. Abeiten, europaischen ur- 1 
1499, 403— — — — 
18636 - enen ürsprungs — — — — — 
18 3e Desgl. einheimische 956. 44 3111 — 
19 Gemüse und *- eingemacht und zelrocine. * 40 11 — — — 
19 B La Neis mit Schal— . — — — — — — 
19 B 10 Reis ohne Shen —. — — — — — 
19 B2 Mais und Dari . — — — — — — 
193 Mtama (afrik. Korn) und Mawele —. — — — — — 
19B4 Nichl besonders genanntes Getreide — — — — — — 
1961 Mehl aller Art — — — — — — 
19 C2 Vackwaaren Wiallaroni zebad, Brot, Vistits, Auchen) 11 31 — — — — 
1901 Chiroko T — — — — 
19 2 Bohnen und Erbsen 16489 275— — — — 
191) 3 Nicht besonders genannte vljenirichie — — — — 
19 1 Erdnüsse, Pistazien 4 2 — — — — 
19 12 Kottonusse . 127 4 — — — — 
19 1833 Kopra . I— — — — — 
19 ½7 4 Sesam 111942 62199 — — — — 
195 Koltanuw, und Sesar nöl — — — , — — — 
1910 Zuckerrohr und Fabrilate boraus, FJcrr, * Melase . — — — — — — 
1961 Pfeffer aller Art . . — — —. — — — 
1963 u sonstigen Gewürz — — — — 
1964 bafier. Thee, Kakao 27 Schokolade 79408 41221. 1 — — 
19 65 bak, Cigarren und Cigaretten 4437 1328— — — — 
1966 * Opium, Hanf, Haschisch, Betelnüsse und kblätter. 5 151 — — — — 
19111 Butier, Milch, Schmalz, Käse, Speiseöle, Regerbutter, Fett. — — — — — — 
19112 Schinken, Speck, Wurst, Fleisch, Geflügel (nicht lebend), Fijche rc. 50 5)1 — — — — 
19 II3 . — — — — — — 
19.)1 Ko mussirende Weine in Fässern und uuichen auch Cider. — — — — — — 
19.)2 Schaumweine . 48 251 — — — — 
19.14 Malzgebraute egut dier in dassern und Fuuichen 1277 25 — — — — 
1916 Mineral- und Soda — — — — — 
19 K D Droguen, Arzneien, HPnnerien- 4 10— — — — 
191.1 Orst . — — — —. — — 
191,.3 N# 47 noch nicht genannten Farostfe . — — — — — — 
19 M detcen Pflänzlinge und Sehlinge — — — — — — 
20 A Rindvie 1 20 —. — — — 
200 Esel, Pulthiere, Maulesel — — — — — — 
20 6 Schafe, und Ziegen 67 46 — — — — 
20 F chw . « 5—I— — — 
26 She und Leluge, Papageien · 15 94—;- — — 
20 II Sonstiges Get 41, 5399 — — — 
21 Nicht * * und 9 vorchen nichi unterzubrligende s 
ß ri*ie 2463 350 # 284182 650 
831 3151 650 
Gesammtauofuhr 268557 261520 650 
Gonvernementsbefehl des Kaiserlichen Gonverneurs von Deutsch-Ostafrika, 
betreffend die Abgrenzung der Bezirke Mpapna und Lindi. 
Die Abgrenzung des Bezirkes Mpapua nach Kilimatinde wird, wie folgt, festgesetzt: Die Grenze 
läuft von dem Schnittpunkt der die Marenga Mkali begrenzenden grün gestrichelten Linie (siehe Kiepertsche 
Karte) mit dem Kisigofluß in ungefähr gerader Richtung bis zu dem Schnittpunkt der die Westgrenze von 
Irangi bildenden grünen Linie derart, daß die Ortschaften Mkunda, Mpangasanga, Kididimo zum Bezirke 
Kilimatinde, die Ortschaften Mapalata, Mpokira, Singe und Ilindi zum Bezirke Mpapua gehören. 
2. Die Abgrenzung des Stationsbezirkes Lindi nach Süden hin wird durch eine Linie gebildet, 
welche von Chnka, welches zu Lindi gehört, in ungefähr gerader Linie nach dem Ntandiberge verläuft und
        <pb n="434" />
        363 
  
4. 
Oesterreich- 
ngarn 
engl. pid.! Rupien 
  
5. 
Italien 
engl. Pfd. 
Rupien 
6. 
Rußland 
engl. Pfd. Rupien 
engl. 
7. 
Schweden- 
Norwegen 
Pid. 
Nupie 
8. 
Belgien, 
Holland 
engl. Pid. Rupien 
9. 
Schweiz 
engl. uid Nupien 
10. 
Amerika 
engl. pid. Rupien 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
1 
1 
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— n———— 22—2157 
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— —2— 222—2 22252 — — 
1 3 — — — — — — — — — — — 
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— — — — — — — — — — — — — — 
— — — — — — — — — — — —. — 
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1 101 — — — — — — — — — — — — 
Z * —— Û bn —— 
— B31 2— s— — — 1— — 
— 839 — 1 — 
  
  
  
  
von dort sich parallel mit dem Breitengrade fortsetzt. Das Gebiet des Makua Hattia, welches durch jene 
Grenzlinie durchschnitten wird, gehört zu dem Mikindanibezirk. Falls Bewohner der Grenzbezirke freiwillig 
nach Lindi oder Milindani kommen, so sind dieselben, weil sie vielleicht bei der nicht zuständigen Behörde 
ihr Anliegen vorgebracht haben, nicht abzuweisen, sondern es ist denselben Gehör und Bescheid bei der 
erstaufgesuchten Behörde zu ertheilen. 
Dar-es-Saläm, den 30. April 1896. 
Der Kaiserliche Gouverneur. 
gez. Dr. v. Wissmann. 
—
        <pb n="435" />
        — 364 — 
  
  
11. 12. 13. 
Nr. des - 
Indi Arabien, .. 
Waarengattung Indien Persien China 
nisses 
n W. Nupien Fing| Rupien 4. Murien 
l s —;— 
1862 Edelhölzer (Ebenholz, Grenadille und wohlriechende Hölzer — — — — — 
1863a mermnn und Korbflechter= 2c. - eropaischen ur- 
186305 Dehon kd# ihhen. Ursprungs ·.....·...... 160 6 — — — 
18 63% Desgl. einheimische ..... 265 12 3 2 — — 
194 Bemüse und Obst, eingemacht und gelrociuei T .— -- -- — — — 
19 B1aReis mit Schalen . — -- — — — — 
19 B 10Reis ohne Schalen . — — — — — —. 
1932 Mais und Dari . — — — — — 
19 33 Mtama (afrik. Korn) und Maweler — — — — — — 
19B4 Nicht besonders genanntes Getreide 3960 44— — — — 
1901 Mehl aller Art — — — — — — 
1902 Vackwaaren Wialinroni Swichad, Vrot, 22 uchey — — — — — — 
1901 hiroko — — — — — — 
19132 Vohnen und Erbser en. — — — — — — 
190D Nicht besonders genannte dulsenjrichie — — — — — — 
19 1 renuse, Pistazien . — — — — — — 
1922 Kokosnüsse . 232048—«1— —x—- 
LL opra — — — — — — 
19 K 4 .... — —22768512070— — 
1915 Kokosnuß= und Sesamöl . . — — — — — — 
19 F Tuckerrohr. und Fabritaie varaua, Juce * Mefs . — — 4980 84 — — 
19601 eff rt . ——-——- 
1963 r*. fonlleen Gewurze. — — — — — — 
1964 Lasfee, Thee, Kakao und Schttolwde — — — — — — 
1965 Tabak, Cigarren und Cigaretten 144 142 — — — 
19 C6 Mohn, Opium, Hauf, Halcesch, Beielnusse und zbläner . 2181.z-. — — — 
19111 Butter, Milch, Schmalz, Käse, Speiseöle, Negerbutter, Fett — — — — — — 
19112 Schinken, Speck, Wurst, Ileisch, Geflügel (nicht lebend), Fische ꝛc. 137 20 — — — — 
19113 Honig . 8 9 — — — 
1911 Nicht misstende Weine in“ *“ und Flaschen, auch Eiver — — — — — — 
1912 Schaumwein — — — — — — 
19. 4 Foazgrbrcute te. (die in Fusemn und 2 — — — — — — 
1916 Mineral= und Sodawa — — — — — — 
19 K Droguen, Arzneien, Hmlfünerien — — — — — — 
19 1- 1 Orseille ——-.—-.- 
191.3 llle sonsügen noch nicht benamnten Ferbiost ...... — — — — — — 
19 M Sämereien, Pflänzlinge und Setzling . — — — — — — 
20 A tindvieh .. — — — — — — 
20 C sel, Maulthiere, Meulesel — — — — — — 
20 12 Schafe und Ziegen — — — — — — 
20 Sechweine . — — — — — — 
20 C Vögel und Geiitge, Papageien . ...·..... 1 32 5 3 — — 
2011 Sonstiges Gethie 60 144 — — — 
21 Nicht besonders henannie und d vore richi niteczubrin gende 
Waaren — — — — — — 
219 12159 . 
Gesannntansfnhr 3435 12471 1 
  
  
  
  
  
  
  
Verordnung des Kaiserlichen Gouverneurs von Kamerunn, betreffend Einführung 
eines Eing Schiedsgerichts für die Landschaft Dibombari. 
Auf Grund des 8§ 1 des Gesetzes, borresn die Rechtsverhältnisse der deutschen Schutzgebiete, 
wird verordnet, wie folgt: 
81. 
Es wird ein Eingeborenen-Schiedsgericht eingerichtet für die Landschaft Dibombari. Der Zu- 
ständigkeit des Schiedsgerichts unterliegen die sämmtlichen Ortschaften der Landschaft Dibombari und die 
in der Landschaft befindlichen Duallaniederlassungen, letztere nach Maßgabe der Bestimmung in § 4
        <pb n="436" />
        — 365 — 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
14. 15. 16. 1171. 18 13999 20. Oee 5 
4 « .. Uebri esammtsumme 
Japan Sansibar Madagaskar nn- Kapland Sriges Andere Länder, der Ausfuhr 
Gewicht 
#9 NRupien M#= Amuwien -*# Nupien rW . Rupien W#i- AMuvien - 4. Ruvien A#l- Rupien engl Kt. Ruvien 
l 
Stück 11 Stück 11 
— —.157239 655 — — 1 — i —— 698 
— 1158 144 — — — 2657 4181 
— — 361 38 ——— —— — — — 52 44 
Stüdgn Etũd ) 
— — 566580J 35499J ——67844 4034 
— 186610 4000 + E —— 83322 15500 —2 5630 
— — 1533 61— — — — — — — — — 1533 61 
— — 4353 234— —l —1140 — — 50993 305 
— 10047 27—— — — — — 2 —. —— 10047 
— — 16558874 2051 —— — — —— — — — 59487 2042 
— — 90 8 — 050 52 
— — 57781 2550 —— 57781 2557 
— —195 % — — — — — , —. 4 — — 1962 97 
— — 6630368 18890 H—M— H —— 3 1110 — — 0391 
— 412719 1000 — Bl 32 314140811 10407 
4 
— 19135 4360 ½%T — —... 2 . 
--·-,-;s-240"113814———--— 85025165001805407037114071 
——669981140813———I————( ——6699841 
——498778029———"——--—J——— 49877 
— — 822298 165440q% — — — 30493 16604— — 353771 18287 
— — 1040 871 — — — — — — – — — — 04. 87 
— —820 720HQ 20 70 
— — 11. 5—-—-——--——»—— 79420 41229 
— — Soret 2876ö0 J H 222 66— 22572 30763 
— — 97350 130ö —+— +2190 611— 39763 1491 
— — 893 4110 —5n + 893. 410 
— — 20615, 269) — — 40 22 130 
— — 6! — — S — ———- 2134. 4 
— — 70 3599 — 40 19 — — 110 
—4 198. 1000 — —d. — — — 246 125 
— ——4 324 — — -— 1873, 349 
— — 28 25 — — — —— —— —— — 128 2: 
——— 3222119————--————— 326 2129 
— — 10123 74444 —— — 10123. 7 
— — 978 —·-—---————— 978z 53 
—.—H24837—i—————————3334892 
— — s5l — — — — — —. — — — 55 
— — 2117 — 12 — 36 000 — 45 1321 
— — 208, 118— — — — — 3 20 278 1249 
—— 1 60 K — — 2 65 
— — 18013 4085s1 — — — — — — 5. 125— — 1830 4339 
— — —--———-—— — — 134 610 
— — ** 44ä4 — ——— — 2 78 — 17575 3925 
396724□J -" ?"703ll«s«180 474094 
i 25557821 I : 11289l ;180 2879368 
  
  
  
  
  
« zum Jahresdurchschnitt von 1,131354 Mark für 1 Rupie = 3257 534 Mark 50 Pf. 
  
82. 
Streitigkeiten zwischen den Eingeborenen dieser Dörfer sind durch den eingeborenen Häuptling des 
Beklagten zu erledigen, wenn in bürgerlichen Streitsachen der Werth des Streitgegenstandes 100 Mark 
(5 Kru) nicht überschreitet und in Strassachen der Gegenstand der Urtheilsfindung eine That bildet, deren 
Ahndung keine höhere Strafe als 300 Mark oder 6 Monate Gefängniß erfordert. 
83. 
Gegen die Entscheidungen der Häuptlinge ist Berufung an das Eingeborenen-Schiedsgericht zulässig. 
Dasselbe ist als erstinstanzliches Gericht zuständig für diejenigen Civil= und Strafprozesse, welche 
nicht zur Zuständigkeit der Häuptlinge gehören. Das Verbrechen des Mordes und des Todtschlages bleibt 
jedoch der Jurisdiktion des Schiedsgerichts entzogen.
        <pb n="437" />
        — 366 — 
Auch ist dasselbe nicht befugt, auf Todesstrafe sowie auf eine Freiheitsstrafe von mehr als zwel 
Jahren zu erkennen. 
8 4. 
Streitigkeiten zwischen Eingeborenen und den im Geltungsbereich dieser Verordnung ansässigen 
Angehörigen des Duallastammes sind der Rechtsprechung der Häuptlinge entzogen. Sie fallen, auch wenn 
der Gegenstand des Streitwerthes in Civilsachen oder der Urtheilsfindung in Strafsachen das in § 2 
bezeichnete Maß nicht überschreitet, unter die Zuständigkeit des Eingeborenen-Schiedsgerichts. 
Ein Dualla soll daher auch stets Mitglied des Schiedsgerichts sein. 
. §5. 
Für die Rechtsprechung des Schiedsgerichts sind die an Ort und Stelle in Uebung stehenden 
Gebräuche und Gewohnheiten maßgebend. 
86. 
Die Mitglieder des Eingeborenen-Schiedsgerichts sowie deren Stellvertreter werden durch den 
Kaiserlichen Gouverneur ernannt. Die Ernennung ist jederzeit widerruflich. 
87. 
Das Schiedsgericht ernennt einen Vorsitzenden, welcher die Verhandlungen zu leiten, sowie einen 
Sekretär, welcher über jeden Streitfall ein Protokoll zu führen hat. 
Das Protokoll, welches das Datum des Sitzungstages, die Namen der Richter und der Parteien, 
den Gegenstand und Grund des Rechtsstreits sowie die erlassene Entscheidung enthalten muß, ist von dem 
Vorsitzenden und dem Protokollführer zu unterschreiben. 
Die Protokolle eines Jahres sind chronologisch zu einem Aktenstücke zu vereinigen und können 
von dem Gorwerneur und dessen Stellvertreter jederzeit eingesehen werden. Auch steht dem Gouverneur 
und dessen Stellvertreter jederzeit frei, den Sihungen des Eingeborenen-Schiedsgerichts beizuwohnen. 
86. 
Gegen die Entscheidungen des Schiedsgerichts ist Berufung an den Kaiserlichen Gouverneur oder 
dessen Stellvertreter zulässig. 
Dieselbe muß binnen 14 Tagen nach Verkündung der Entscheidung schriftlich oder mündlich beim 
Gouvernementssekretär eingelegt werden. 
809. 
Die der Kompetenz des Eingeborenen-Schiedsgerichts nicht unterworfenen Strafsachen sind der 
Jurisdiktion des Kaiserlichen Gouverneurs bezw. dessen Stellvertreters vorbehalten. 
Kamerun, den 25. April 1896. 
Der stellvertretende Kaiserliche Gouverneur. 
(L. S.) gez. Dr. Seitz. 
  
VVVVVVYVVYVVYVTVVVVYVYVVYVVVYVVVVVVVVVVVVVVVVVWYVVYVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVV 
Personalien. 
Der Premierlieutenant a. D. v. Elpons ist mit der gesetzlichen Pension und der Erlaubniß zum 
Tragen der bisherigen Uniform mit den für Verabschiedete vorgeschriebenen Abzeichen aus der Schutztruppe 
für Deutsch-Ostafrika ausgeschieden. — 
Der Assistenzarzt 2. Klasse Dr. Meyer vom Infanterie-Regiment Nr. 26 ist vom 17. Juni d. Is. 
ab auf den Etat der Kaiserlichen Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika übernommen worden. 
Der Assistenzarzt 2. Klasse a. D. Dr. Lichtenberg ist der Schutztruppe für Kamerun Allerhöchst 
zugetheilt worden. 
Dem bisherigen stellvertretenden Kassenverwalter Gerichtsaktuar Schumacher ist die etatsmäßige 
Stelle des Kassenverwalters beim Kaiserlichen Gouvernement in Kamerun verliehen worden. 
Der zur Dienstleistung beim Auswärtigen Amte kommandirte, zur Zeit beim Kaiserlichen 
Gouvernement in Kamerun thätige Assistenzarzt 2. Klasse Dr. Doering, à la suite des Sanitätskorps, 
ist zum Assistenzarzt 1. Klasse Allerhöchst befördert worden.
        <pb n="438" />
        367 
Nichtamtlicher Theil. 
Personal -· Nachrichten. 
Deutsch-- Oftafrika. 
Der Hauptmann Heymons, der Kompagnie- 
führer Scherner, Dolmetscher Goliger, Buchhalter 
Haeberle, Bauleiter Müller haben einen Heimaths- 
urlaub angetreten. 
Der Ingenieur Friedrich in Tanga ist mit 
Heimathsurlaub in Deutschland eingetroffen. 
Der zum kommissarischen Bezirksrichter in Tang- 
ist Ende 
ernannte Negierungsassessor v. Reden 
März in Dar-es-Saläm eingetroffen und hat sich 
von da nach seinem Posten begeben. 
  
Der Bezirksrichter Dr. Raffel in Tanga ist nach 
Dar-es-Saläm versetzt worden, um das Gericht für 
1 den südlichen Bezirk und die Vertretung des Ober- 
richters zu übernehmen. 
Der Assistenzarzt 2. Klasse Dr. Meyer tritt die 
Ausreise nach dem Schutzggebiete an. 
Südwestafrika. 
Der in den Dienst der Kaiserlichen Landeshaupt- 
mannschaft getretene Thierarzt Borchmann ist Ende 
Mai nach Tsoakhaubmund abgereist. 
Die der Kaiserlichen Landeshauptmannschaft über- 
wiesenen Assessoren Dr. Golinelli und Dr. Fischer 
sind im Schutzgebiete eingetroffen. 
Nachrichten ans den deuklschen Schuhgebieken. 
(Abdruck der Nachrichten vollständig oder theilweise nur mit Quellenangabe gestattet.) 
Drutsch-HDltafrika. 
Rundschreiben des Raiserlichen Gouverneurs an die 
Stationen und Bezirksämter. 
Der Kaiserliche Gonverneur hat im Mai d. Is. 
das folgende Rundschreiben an die Stationen und 
Bezirksämter erlassen, welches den Zweck hat, die 
Truppe im Innern möglichst billig nach Möglichkeit 
zu verstärken, für Kriegsfälle eine landes= und 
sprachkundige Aufklärungstruppe zu bilden, eine 
spätere umfassendere Rekrutirung von Eingeborenen 
der Kolonie für die reguläre Truppe vorzubereiten, 
den jetzt bestehenden Schwierigkeiten mit Trägern, 
besonders für kriegerische Expeditionen abzuhelfen 
und den Stationschefs Winke zu einer angemessenen 
Beschäftigung ihrer Truppe zu geben. 
J. 
Da vom Gouvernement angestrebt wird, die 
Besatzung der Stationen im Innern mit Mann- 
schaften der Truppe auf das geringst mögliche Maß 
zu beschränken (um ein möglichst starkes Expeditions- 
korps zu erhalten), da man demnächst damit beginnen 
werde, die Stationen des Innern in Beczirksämter 
umzuwandeln und ihnen von da ab nur ein wenn 
auch eventuell starkes Polizeikommando zur Ver- 
sügung stehen wird, außerdem aber, um damit zu 
beginnen, die Eingeborenen Ostafrikas ganz allmählich 
zum Ersatz der Schutztruppe heranzuziehen, empfehle 
ich den Stationschefs, sich eine Art irregulärer 
Truppe zu organisiren. 
Es darf dies aber zunächst nur ohne Auf- 
wendung großer Kosten geschehen und es wird 
hierzu jeder Station eine Summe zu solchen Zwecken 
zur Verfügung zu stellen sein. 
Es werden sich in der Nähe, oder wenigstens in 
dem Bezirke einer jeden Station — wie dies am 
Nyanza schon der Fall ist, wie dies für die Station 
am Tanganyika die Kawende sind — Leute, ja 
vielleicht Stämme finden, die sich mehr zum Kriegs- 
dienst eignen als die große Masse der Bevölkerung. 
Mit solchen Stämmen, sich besonders eignenden 
Häuptlingen bitte ich die Station sich ins Ein- 
vernehmen zu setzen, um sich körperlich und sonst 
eignende Leute in bestimmten Zeitabschnitten für 
mehrere Tage hintereinander — vielleicht 8 Tage — 
nach der Station zu berufen und dieselben dort ein- 
zuüben. Wo sich derartige Stämme nicht finden, 
wird es der Station möglich sein, aus verschiedenen 
Gegenden besonders sich eignende Leute heranzuziehen. 
Es würden solche Leute während der Zeit ihrer 
Uebung in der Nähe der Station ein Lager zu 
schlagen haben und in der Ernährung günstiger ge- 
stellt werden müssen, als dies sonst ihrer Lage ent- 
spricht. Es wird sich empfehlen, die zu Uebungen 
eingezogenen Leute nach jeder Uebungszeit mit einer 
Art Festlichkeit (Fleisch, Pombe) zu entlassen, so daß 
sie freiwillig und gern wiederkommen. 
Um dies zu erreichen, muß auch die Art der 
Ausbildung eine etwas weniger scharf militärische 
sein als bei den Rekruten der Truppe, wie dies ja
        <pb n="439" />
        — 368 — 
auch der Dienst irregulärer Truppen eher recht- 
ferligt. 
Die Herren Stationschefs sollten sich bei der 
Auswahl der Leute nicht übereilen. Die erste 
Uebung vielleicht nur weniger Leute sollte so gehand- 
habt werden, daß sich zu den nächsten so viele Ein- 
geborenc melden, daß eine günstige Auswahl statt- 
finden kann. 
Bezahlung dieser Leute kann zunächst nicht er- 
folgen, wohl aber kleinere Geschenke, und es wird 
besonders in dem Geschick der Herren Stationschefs 
und ausbildenden Offiziere liegen, sich eine wirklich 
brauchbare Truppe, die für irgend welche Fälle be- 
nöthigt ist, heranzubilden. 
Die auszubildenden Leute sollen von vornherein 
mit dem Zweck ihrer Heranziehung — Verstärkung 
der Regierungstruppe gegen unbotmäßige, die Frei- 
heit und das Eigenthum der Eingeborenen ge- 
fährdende Häuptlinge zu sein — bekannt gemacht 
werden. 
Die Waffen und vielleicht auch die Uniformen, 
die übrigens auf der Station bleiben und immer 
nur bei jeder Einberufung ausgegeben werden, 
werden den Stationen zur Verfügung gestellt. 
Ich weiß, daß es — geschickt angefangen — 
überall möglich sein wird, ein recht brauchbares 
Korps von besonders kriegerischen Individuen sich 
binnen nicht allzu langer Zeit zu organisiren, wie 
ich selbst das früher in noch ganz unberührten 
Gegenden Centralafrikas mit großem Erfolge gethan 
habe. 
Die Bewaffnung dieser Leute würde am besten 
in Karabiner, Koppel und Patronentasche, Busch- 
messer, Beil, Messer und Handwerkszeug bestehen 
die Unisormirung in Blusen, Kniehosen und Ma- 
trosenmütze. Eine solche Truppe wird nach mehr- 
facher Ausbildung — die natürlich neben der Kenntniß 
der Waffe, der Kommandos und der nöthigsten 
Formationen besonders darin zu bestehen hat, daß 
den Leuten der Dienst interessant wird — den 
Stationschef befähigen, bei irgend welchem Unter- 
nehmen neben seiner regulären Truppe eine doch 
immerhin weit verläßlichere Truppe zu haben als 
ganz unausgebildete und unter der Führung von 
Eingeborenen stehende eingeborene Bundesgenossen. 
Ich habe bereits darauf hingewiesen, daß jeder 
Stationschef seine Truppe in Besatzungs= und Feld- 
truppe zu theilen hat. Dem Zwecke nach würde die 
erstere, die bei jedem Ausmarsch der Truppe aus 
der Station als Vesatzung der befestigten Station 
zurückbleibt, aus den am wenigsten marsch= und feld- 
dienstfähigen Leuten zu bestehen haben — aus einem 
Drittel bis einem Viertel —, während der übrige 
bessere Theil als Feldtruppe bei nöthig werdenden 
Expeditionen oder zur Begleitung der Offizierc bei 
Reisen in ihrem Bezirk zu dienen hat. 
Die Station Langenburg ist fast ausschließlich 
auf irreguläre Truppen angewiesen, ebenso die 
Station Bukoba durch solche irregulären Truppen 
  
verstärkt, und die Station am Tanganyikasee wird 
auf meinen besonderen Befehl durch einc irregulärc 
Kawendetruppe auf mindestens das Doppelte der 
sonstigen Besatzung gebracht. Ich glaube, daß es 
auch kleineren Stationen gelingen wird, sich min- 
destens 50 Mann solcher Irregulären für alle Fälle 
zu sichern. 
Die Verwendung einer solchen Truppe ergiebt 
sich von selbst. Ich verweise hierbei auf das in 
den Stationen vorhandene Buch „Afrika“ von mir. 
Schießprämien und andere Belohnungen und 
Auszeichnungen, die auf der Uniform kenntlich ge- 
macht werden müssen, werden ein Mittel sein, 
schneller zum Ziele zu kommen. Außerdem würde 
sich empfehlen, irgendwie den Freiwilligen auch 
außerhalb seiner Dienstzeit als solchen kenntlich zu 
machen, darauf zu halten, daß er sich auf der 
Station (wo natürlich ein Verzeichniß der Leute 
sich besinden muß) meldet, wenn er verreisen will. 
Von vornhereln soll auch diesen Leuten gesagt 
werden, daß sie, wenn sie nicht mehr der Truppe 
angehören wollen, auf ihren einfach ausgesprochenen 
Willen entbunden werden, überhaupt die ganze Ein- 
richtung mehr als eine freiwillige gehandhabt werden 
und so, daß die Leute eine besondere Auszeichnung 
darin suchen, der Truppe anzugehören, vielleicht da- 
durch, daß ihnen irgend welche Vortheile oder auch 
nur Rangauszeichnungen in ihrem Stamm oder Dorf 
geschaffen werden, immer aber die reguläre Truppe 
als etwas noch Besseres ansehen. Es sollen stets die 
Besten der Irregulären zum Ersatz für die reguläre 
Truppe dann vorgesehen werden. 
Es soll diesen Leuten freie ärztliche Untersuchung 
und Verpflegung auf den Stationen für sich und 
ihre Familien versprochen werden, und ich würde es 
als einen ganz besonderen Fortschritt anerkennen, 
wenn sich dieselben in der Nähe der Station an- 
bauen und gewissermaßen eine geschlossene Gemeinde 
im Schutze und zur Verfügung der Station bilden 
würden, das würde auch wirthschaftliche Vortheile 
nach sich ziehen von großer Bedentung. 
Um hierzu vorzuschreiten, muß mit großer Vor- 
sicht verfahren werden, damit der ganze Vorgang 
nicht durch Mißtrauen gestört wird. 
Zu Festlichkeiten der Station, zu Kaisers Ge- 
burtstag u. s. w., sind die Leute ebenfalls heran- 
zuziehen; aus ihnen wähle man sich Boten oder 
besondere Gesandtschaften. 
Es ist den Stationschefs auch anheingestellt, 
beim Ausrücken zu Expeditionen die Besatzung der 
Station durch Irreguläre zu verstärken, nur ist 
dabei ins Auge zu fassen, daß hierzu lediglich die 
allerzuverlässigsten Leute — wenn auch weniger 
marsch= und kriegsfähig — zu verwenden sein 
würden. 
Führer der irregulären Truppe würden, je nach 
dem zur Verfügung stehenden europäischen Personal, 
womöglich ein Offizier, sonst ein geeigneter Unter- 
offizier, unter ihm einige gewandte, besonders im
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        — 369 — 
Verkehr mit den Eingeborenen geschickte reguläre 
Sudanesen oder überhaupt Chargen der regulären 
Truppe, sein. Ombaschas, die bei den Frregulären 
Kirongozis genannt werden sollen, sind aus den 
besten Leuten der Irregulären zu wählen und als 
Patronillenführer, Gesandtschaftsführer, Briefboten- 
führer, Führer von kleinen Karawanen, die unter 
Bedeckung von Irregulären marschiren u. s. w., zu 
verwenden. 
Ich weise darauf hin, daß die Irregulären von 
verschiedenen Häuptlingen, Stämmen und Dörfern 
rekrutirt werden müssen, damit der Stationschef, 
wenn er gegen einen dieser einzuschreiten hat, und 
dann vielleicht die dem Stamme angehörigen Irregu- 
lären auf feindlicher Seite stehen könnten, nicht ganz 
von einer solchen Truppe entblößt ist. 
Auch die Bezirksamtmänner der Küstenstationen 
ersuche ich, mir zu melden, ob und inwieweit die 
für die Stationen des Innern befohlene Instruktion 
einer irregulären Truppe auch für die Küstenstationen 
in Anwendung kommen könnte, für Botendienste im 
Bereich des Bezirkes sicherlich, wenn auch zunächst 
als orts= und sprachkundigere Begleiter eines 
Regulären. 
II. 
Ich empfehle sämmtlichen Stationschefs der 
Innenstationen, sich ebenso wie die bisher ab- 
hehandelten Irregulären eine feste Trägertruppe zu 
organisiren, d. h. in der Weise zu sichern, daß in 
der möglichst kürzesten Zeit ausgesuchte und eingeübte 
Leute — für welche Häuptlinge, Dorfschaften u. s. w. 
haftbar gemacht werden können, oder die durch Be- 
sitzthum im Bereiche der Station für ihre Sicherheit 
Gewähr zu leisten vermögen — angeworben werden 
können. Es ist nicht nöthig, daß diese Leute zu 
regelmäßigen Uebungen eingezogen werden, wohl 
aber sollten sie möglichst häufig mit der Station in 
Verbindung treten, die Feste mitfeiern und sich über- 
haupt bald in ein Zugehörigkeitsverhältniß zur Station 
hineinfinden. Die Träger haben unter möglichst leicht 
zur Verantwortung zu ziehenden Waniampara zu 
stehen und sollen je nach ihrer Verwendung in vier 
Klassen getheilt werden, die auch durch die Löhnung 
— natürlich nur um ein ganz Geringes — diffe- 
riren sollen. 
Die Träger 1. Klasse sind solche, die in 
nächster Beziehung zu den Europäern stehen, ihrem 
Zwecke nach ausgesucht sein und, wenn es die Mittel 
der Station erlauben, womöglich auf der Station 
selbst beschästigt und in der Nähe derselben an- 
gesiedelt sein müssen. Hierzu gehören Dolmetscher, 
Instrumententräger (ältere, ruhige, sichere Leute) für 
Beobachtungs-, Meßinstrumente u. s. w., die Träger 
der Apotheken, die gleichzeitig dem Arzt oder 
Lazarethgehülfen Handreichung machen und hierzu 
vorgebildet sein sollen, dann die Träger der Privat- 
waffen der Europäcr, Jäger, Präparatoren, Samm- 
ler u. s. w. und endlich Führer der Reitthiere der 
  
Europäer, die auch die Verpflegung der Thiere 
übernehmen. 
Als 2. Klasse von Trägern bezeichne ich 
die Träger der Artillerie, d. h. die der Geschütze, 
des Zubehörs und der beim Geschütze gehaltenen 
Munition (ich gestatte den Stationschefs, hierzu auch 
— wenn sie dies für sicherer halten — irreguläre 
Soldaten einzuüben, immer müssen aber ein bis. 
zwei Regulärc dabei sein). Es müssen dies natür- 
lich ausgesuchte Leute sein insofern, als sie eine 
Garantie bieten, daß sie bei einem plötlichen Ueber- 
fall nicht ihre Lasten niederwerfen, sondern bei den- 
selben bleiben und den Anordnungen zu den natür- 
lich vorher eingeübten Handhabungen Folge leisten. 
Während also Klasse 1 mehr nach ihrer Intelligenz, 
so muß diese Klasse mehr nach moralischen Eigen- 
schaften, Muth und Tapferkeit ausgesucht werden. 
3. Träger für Ersatzmunition und Lagereffekten, 
auch möglichst sichere Leute und nebenbei solche, die 
beim Aufschlagen der Zelte und sonstigen Lager- 
arbeiten für die Europäer Verwendung finden, also 
geschickte Leute. 
4. Träger für alles Uebrige. 
Da es wünschenswerth ist, daß bei einer mili— 
tärischen Expedition kein Mann der ganzen Karawane 
unbewaffnet ist, so bestimme ich, daß die Waniam- 
para, eventuell die Träger 1. und 2. Klasse mit 
Karabiner, Patrontasche und einigen Patronen — 
bis zu 20 — bewaffnet sein sollen, alle Uebrigen 
mit ausgesucht guten, kurzen, leichten, großkalibrigen 
und mit einem großen Piston versehenen Vorder- 
ladern sowie einer Tasche, in der Zündhütchen und 
eine Anzahl von Rehpostenpatronen aufbewahrt 
werden. Jeder Träger einer Karawane zu mili- 
tärischen Zwecken muß außerdem kenntlich gemacht 
werden und zwar durch Kopftuch und Schärpe, ent- 
weder von Kaniki oder Bendera. Als Führer der 
Träger, über den Waniampara stehend, sind Zahl- 
meister bei großen Karawanen, bei kleineren Lazareth= 
gehülfen oder sonstige sich eignende Europäer zu 
verwenden. 
Für die reguläre Truppe sind Träger auf das 
allergeringste Maß — wie überhaupt bei jeder mili- 
tärischen Expedition — zu beschränken. Es sollen 
für Kriegsexpeditionen, die voraussichtlich nicht länger 
als einen Monat dauern, nur die großen Kochtessel 
der regulären Truppc von Trägern befördert 
werden. (Schwarzen Offizieren ist ein Träger, den 
schwarzen Unterosfizieren zu je dreien ein Träger 
zu gestatten.) Die irregulären Soldaten dürfen 
natürlich keine Träger haben, auch selbst sich keine 
Last zurecht machen, die sie an der vollen freien 
Bewegung hindert. Wieviel Lasten bei solchen 
Expeditionen den Offizieren und Unteroffizieren zu- 
stehen, ist durch die bekannten Gouvernementsbesehle 
geregelt. 
Beschäftigung der Truppe auf den Sta- 
tionen, die möglichst vielseitig und interessant sein 
soll, nicht nur um alle Dienstzweige und alles Denk-
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        — 370 — 
bare zu erledigen mit der Truppe, sondern besonders 
um eine frische und freie Arbeit und Instandhaltung 
zu befördern. 
1. Justruktion, sitzend abhalten, erzählend, nicht 
streng dienstlich. 
2. Schießen in den verschiedensten Stellungen 
nach verschiedenen Scheiben in Salven und einzelnen 
Verbänden mit kleinen Uebungen. 
3. Uebungsmärsche verbunden mit Lagerbau, 
Hüttenbau. Auf dem Marsche Brückenbau, Kennt— 
lichmachung und Einfassung von Quellen und Wasser- 
stellen, Einrichtung und Aufräumung von Lagerstellen. 
Latrinenbau in der Nähe an geeigneten Stellen der 
Lagerstellen für die Karawanen. Fähreneinrichten, 
Knüppeldämme über Sümpfe legen u. s. w. 
4. Uebungen in der Station, Wachtdienst, all- 
monatlich einmal Alarm, Besetzung der Station, 
gründliche Ausbildung aller Leute an den Geschützen. 
5. Felddienstübungen mit Ideen, die allen 
Leuten möglichst zu erklären sind, und hierbei be- 
sonders Ausbildung der weißen und schwarzen 
Führer Feldwachtdienst. Ausbildung der Irregu- 
lären. 
Nach jeder Uebung, die nicht mit besonderer 
Berücksichtigung der Disziplin ausgeführt werden 
kann, ein kurzes Exerziren, Griffe u. s. w., sonst 
Exerziren derartig, daß es nicht langweilt, also 
häufig nur kurze Zeit und abwechselungsreich, dann 
aber durchaus streng und stramm. 
6. Baden (wenn möglich Schwimmen) der Leute, 
gegen Abend Spielen, Ballspiele u. s. v. Einfahren 
und Einreiten von Reitthieren. Wöchentlich mindestens 
einmal einen halben Tag frei zum Inordnunghalten 
der Schamben und Gärten, die den Soldaten gehören. 
Bauten bei der Station: Spielplatz, Badeplatz, 
Schießstand, Schaurihütte, Straßen als Alleen mit 
Bäumen, Versuchsplantagen, Felder und Gärten zum 
Ernähren der Leute. Unterkunst für gefangene wilde 
Thiere und eventuelle Zucht derselben, wie z. B. von 
Zebras, Straußen u. s. w. 
Ueber die friedliche Unterwerfung des von englischem 
auf deutsches Gebiet übergetretenen bäuptlings 
Mbaruk bin Raschid 
berichtet der Kaiserliche Gonverneur unter dem 
30. April, wie folgt: 
Am 11. d. Mts. wurde mir vom Bezirksamt 
Tanga die Drahtmeldung übersandt, daß Mbaruk 
bin Raschid mit seinen sämmtlichen, etwa 3000 Köpfe 
zählenden Leuten unweit Moa von englischem auf 
deutsches Gebiet übergetreten sei. 
Meine Absicht war, Mbaruk auf möglichst fried- 
lichem Wege zu entwaffnen und ihn und seine Leute 
zur Ansiedelung auf deutschem Gebiet zu veranlassen. 
erließ an Mbaruk die Aufforderung, nach 
Moa zu kommen, woselbst ich persönlich mit ihm 
handeln wolle. 
  
verhandeln wollte, und theilte ihm gleichzeitig meine 
Bedingungen mit, daß er in Moa die Waffen nieder- 
legen müsse und sich im Uebrigen jeder gesetzwidrigen 
oder gewaltthätigen Handlungsweise gegen die auf 
deutschem Gebiete wohnenden Eingeborenen zu ent- 
halten habe. Bei Erfüllung dieser Forderungen 
sagte ich ihm sowie seinen Anhängern Leben und 
Freiheit zu; auch wollte ich ihm bis zur Anweisung 
von Wohnplätzen für seine sämmtlichen Leute freie 
Verpflegung gewähren. Zu letzterem Zugeständnisse 
mußte ich mich wohl oder übel verstehen, weil 
anderenfalls die von Mitteln gänzlich entblößten 
Anhänger Mbaruks, wollten sie nicht verhungern, 
aus Nahrungsmangel höchst wahrscheinlich sich grober 
Uebergriffe gegen das Eigenthum der Eingeborenen 
schuldig gemacht hätten. 
Mit einer Kompagnie an Bord schiffte ich mich 
am 13. d. Mts. auf der „Rovuma“ ein und hatte 
auf der Durchfahrt in Sansibar Gelegenheit zu einer 
Unterredung mit dem politischen Agenten und eng- 
lischen Generalkonsul Mr. Hardinge. Derselbe 
hatte erst durch mich Kenntniß von dem Uebertritte 
Mbaruks von englischem auf deutsches Gebiet erhalten 
und war, einem vor mir ausgesprochenen Wunsche 
Folge gebend, an Bord der „Rovuma“ gekommen, 
woselbst ich ihn von meinen Absichten und von dem 
Inhalt der an Mbaruk ergangenen Aufforderung in 
Kenntniß setzte. Mr. Hardinge sprach die Be- 
fürchtung aus, daß Mbaruk nur deshalb auf deut- 
sches Gebiet gegangen sei, daß er sich in Sicherheit 
vor den verfolgenden englischen Truppen ausruhen 
und verproviantiren könne, um alsbald wieder mit 
frischen Kräften den Krieg gegen die Engländer fort- 
zusetzen. Ich sagte Mr. Hardinge zu, daß ich die 
Ausführung einer derartigen Absicht selbstverständlich 
nicht dulden würde; auch war ich mit ihm darüber 
einig, daß Mbaruk, falls er sich meinen friedlichen 
Vorschlägen geneigt erwies, in beiderseitigem Interesse 
nicht nahe der Grenze, sondern möglichst südlich des 
Sigiflusses angesiedelt werden müsse. Für den 
15. d. Mts. verabredete ich mit Mr. Hardinge 
ein weiteres Zusammentreffen vor Jasin; bis zu 
diesem Tage hoffte derselbe nähere Instruktionen von 
seiner Regierung in London erhalten zu haben. Wie 
ich gleich vorgreifend bemerken will, sand jene Unter- 
redung am 16. d. Mts. auf der Rhede in Moa statt. 
Bei meiner am 14. d. Mts. in Moa erfolgten 
Ankunft erhielt ich die Nachricht, daß Mbaruks An- 
hang, der auf annähernd 3000 Leute geschätzt wurde, 
unweit Maharani, südlich des Umbaflusses und theil- 
weise im deutschen Gebiet lagere. Mbaruk selbst 
zeigte mir brieflich an, daß er meiner Aufforderung 
Folge leisten und in Moa mit mir persönlich ver- 
Ich ließ deshalb die an Bord der 
„Rovuma“ befindliche Kompagnie ausschiffen und 
Moa besetzen. Am 16. April fand das angekündigte 
Zusammentreffen mit Mbaruk statt, welch Leßterer 
in Begleitung von etwa 200 Bewaffneten zu diesem 
Zwecke von Maharani nach Moa marschirt war.
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        — 371 
In dem abgehaltenen Schauri setzte ich ihm zu- 
nächst seine Lage auseinander und theilte ihm mit, 
daß ich nicht dulden könne, wenn er mit bewaffneter 
Macht sich in deutschem Gebiete aufhalte, um viel- 
leicht später, nachdem er sich ausgeruht und mit 
Lebensmitteln versehen habe, von dort aus den Krieg 
gegen die Engländer fortzusetzen. Für den Fall 
aber, daß er als Hülfesuchender zu mir käme, sei 
ich bereit, ihm Leben und Freiheit unter folgenden 
Bedingungen zuzusichern: 
Nach 5 Tagen, vom Ablaufe des 16. April an 
gerechnet, müsse Mbaruk mit seinem gesammten An- 
hange in Moa sein; dort habe er die Waffen nieder- 
zulegen und meinen weiteren Anordnungen in Betreff 
seiner Ansiedelung auf deutschem Gebiete Folge zu 
geben. Erfülle er diese Bedingungen nicht, so habe 
er nach Ablauf der gestellten Frist einen Angriff zu 
gewärtigen. Mbaruk sagte mir auch zu, daß er sich 
mir unterwerfen wolle; indessen machte an jenem 
ersten Verhandlungstage sein ganzes Auftreten durch- 
aus noch nicht den Eindruck eines Hülfesuchenden. 
Im Gegentheil trat Mbarnk ziemlich selbstbewußt 
auf und befand sich zunächst noch in dem Glauben, 
er sei nach Ueberschreitung der Grenze nach Moa- 
berufen worden, weil die deutsche Regierung zu 
seinen Gunsten interveniren wolle, eine Ansicht, die 
ich ihm allerdings gleich von vornherein benommen 
habe. Er stellte sogar kurz vor seinem Abmarsche 
nach Maharani noch die Anfrage, welches Gehalt 
ihm zukünftig von der deutschen Regierung bewilligt, 
und welche amtliche Stellung er bekleiden würde. 
Hierbei darf nicht unerwähnt bleiben, daß die eng- 
lische Regierung ihm in seiner früheren Stellung als 
Wali von Gazi ein monatliches Gehalt von 
2000 Rupien ausgesetzt hatte. Das Verhalten 
Mbaruks nöthigte mich, demselben nochmals schrift- 
lich die ganze Situation und seine eigene Lage aus- 
einander zu setzen und ihn ziemlich kategorisch auf- 
zufordern, mit dem Ablauf der genannten Frist in 
Moa zu sein, widrigenfalls ich ihn gemeinsam mit 
den Engländern angreifen würde. 
Die Anzahl der Mbaruk zur Verfügung stehenden 
Soldaten sollte nach übereinstimmenden Nachrichten 
noch etwa 1500 betragen; von Mr. Hardinge 
hatte ich außerdem noch erfahren, daß er sich im 
Besitz von 136 modernen Hinterladern befinden 
müsse, die er als Wali von Gazi von der englischen 
Regierung erhalten habe. Um sür alle Fälle ge- 
nügend vorbereitet zu sein, befahl ich von Tanga 
aus telegraphisch die Absendung von weiteren drei 
Kompagnien aus Dar-es-Saläm, beziehentlich Kilwa 
nach Moa auf bereit gehaltenen Schissen und 
ordnete die Entsendung eines Schutzdetachements von 
40 Soldaten nach Buiti, Nordost = Usambara, an, 
welches durch die Besetzung jenes markanten Punktes 
das etwaige Eindringen bewaffneter Schaaren in die 
Usambaraberge verhindern sollte. Gelegentlich einer 
erneuten Zusammenkunft, die ich mit Mr. Hardinge 
und dem englischen Truppenkommandanten hatte, 
  
erwog ich ferner die Möglichkeit eines etwaigen 
kooperativen Vorgehens und traf für diese Eventua- 
lität die Verabredung, daß ich Mbaruk nach Ablauf 
der gestellten Frist angreifen würde, wobei er dann 
entweder mir in die Hände fallen mußte, oder aber 
den Engländern, welche die Umbalinie durch ihre 
Truppen besetzt halten sollten. 
Bei meiner am 20. d. Mts. erfolgten Rückkehr 
nach Moa waren die vier Kompagnien, zusammen 
500 Mann, bereits versammelt. Ich erhielt daselbst 
die Meldung, daß Mbaruk mit Anhang sich schon 
nach Moa in Marsch gesetzt habe, weil er gewillt 
sei, sich allen meinen Forderungen bedingungslos zu 
unterwerfen. Am folgenden Tage morgens 8 Uhr 
war sein Eintreffen angekündigt. 
Ich ließ nunmehr die eigenen Truppen derart 
aufmarschiren, daß ein weiter Halbkreis gebildet 
wurde, in welchem die Leute Mbaruks, zusammen 
1100 Köpfe, darunter 600 Bewaffnete, Aufstellung 
nehmen konnten. Mbaruk hatte seine Soldaten so 
geordnet, daß er in vorderer Linie die mit Gewehren 
Bewaffneten, 400 an der Zahl, in zweiter Linie 
die mit Speeren, Bogen und Pfeilen ausgerüsteten 
Krieger, in jenem Halbkreise aufmarschiren ließ. 
Dahinter lagerten in regellosem Hanfen die Weiber 
und Kinder. Mbaruk selbst mit seinen Anführern 
erwartete mich vor der Front seiner Krieger. Die 
Entwaffnung der Letteren ging in der Weise vor 
sich, daß die Leute Mbaruks einzeln bei mir vorbei- 
defilirten und ihre Gewehre, Munition, Speere, 
Bogen und Pfeile niederlegten. Lautlos und in 
größter Ordnung und Schnelligkeit vollzog sich die 
Waffenstreckung, die ihren Eindruck auf die Gemüther 
keineswegs verfehlte. 
Am folgenden Tage kam noch ein weiterer Trupp 
von 300 Lenuten, die ebenfalls sofort entwaffnet 
wurden, nach Moa. Andere kleinere Abtheilungen 
hatten sich direkt nach Tanga gewandt, so daß jetzt 
wohl die Zahl der übergetretenen Anhänger Mbaruks 
auf 1600 zu bemessen ist. Zwei seiner Haupt- 
anführer, die auch noch im Besitz vieler Hinterlader 
sein sollen, haben sich nach Angabe Mbaruks wieder 
ins englische Gebiet zurückbegeben; es sind dies der 
Akida Bakari und M'hamed bin Hamis. 
Nach den letzten Nachrichten sollen noch etwa 
700 Mann von Anhängern Mbaruks versuchen, aus 
englischem in das deutsche Gebiet zu gelangen: 
dieselben werden indessen an dem Uebertritt von 
den Engländern verhindert, welche versuchen, der 
beiden vorgenannten Persönlichkeiten habhaft zu 
werden. 
Da die Ankunft weiterer Nachzügler in Moa 
jedoch sehr wahrscheinlich ist, habe ich vorläufig eine 
Kompagnie dortselbst belassen, welche jene Leute 
nach erfolgter Entwaffnung nach Tanga dirigiren 
soll. Mboruk selbst mit der Hauptmasse seiner 
Leute wurde bereits am 22. d. Mts. nach Tanga 
in Marsch gesetzt und auf letzterem von zwei Kom- 
pagnien dorthin begleitet.
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        — 372 
Ich habe nunmehr Mbaruk nach Dar-es-Salaäme im Wiederholungsfalle bestand, fast immer waillig. 
kommen lassen, um wegen der endgültigen An- 
siedelung seiner Leute dessen Wünsche zu hören, und 
bin zu dem Entschlusse gekommen, daß es am zweck- 
mäßigsten ist, wenn die sämmtlichen Mbarukleute 
zunächst nach Dar-es-Saläm verbracht werden. Hier 
finden sice fürs Erste ausreichende Arbeil und Be- 
schäftigung vor; ihre späteren Wohnplätze denke ich 
ihnen in dem dünn bevölkerten, aber fruchtbaren 
Süd-Usaramo, speziell Puguberge und Mafisifähre, 
zuzuweisen. Einmal sind in dortiger Gegend jene 
Leute von hier aus leicht zu beaufsichtigen, sodann 
finden sie auch daselbst die günstigsten Vorbedingungen 
für ihren ferneren Lebensunterhalt. Ein kleiner 
Theil der Mbarukleute, welcher sich freiwillig ent- 
schlossen hat, in Tanga zu verbleiben, wird dort- 
selbst angesiedelt werden, sofern sich die Leute nicht 
als Plantagenarbeiter verdingen wollen. 
Ich gebe mich somit nicht nur der Hoffnung 
hin, daß es gelungen ist, die Angelegenheit in einer 
unserem Ansehen entsprechenden Weise zu erledigen, 
sondern ich setze auch mit Bestimmtheit voraus, daß 
unsere Kolonie von dem in vieler Beziehung 
wünschenswerthen Bevölkerungszuwachs Nutzen und 
Vortheil ziehen wird. 
Ueber einen Sug durch das Wakondegebiet 
berichtet Kapitän Berndt aus Langenburg unter 
dem 9. Februar 1896 Folgendes: Am 14. Januar 
d. Is. verließ ich mit 28 irregulären Soldaten 
und 12 Trägern die Station. Ich begab mich über 
die Stationen der Berliner Mission 1 Ikambe, 
Wangemannshöh, Manar bis zur nördlichsten der- 
selben Mnakalele und von da nach den Stationen 
der Herrnhuter Brüdergemeinde Rungwe, Ruten- 
gauia und Spiana. Utengule bei Merere war mir 
wegen Mangels an Zeit nicht möglich zu besuchen. 
Auf sämmtlichen genannten Stationen fanden sich die 
umwohnenden Häuptlinge willig ein, und wo ein 
solcher insolge schlechten Gewissens nicht erschienen 
war, genügte die Sendung einiger Soldaten, um 
das Kommen zu veranlassen. Mit freundlichst ge- 
währter Hülfe bei der Verdolmetschung seitens der 
Missionare hielt ich dann Gerichtstag ab und schlichtete 
Streitigkeiten, von welchen allerdings eine Unmenge 
vorlag. Es war bei den ganzen Verhandlungen das 
segensreiche Wirken der Missionare recht bemerkbar, 
wie auch das zahlreiche Erscheinen der Häuptlinge, 
von denen sich verschiedene bisher keinem Stations- 
beamten gestellt hatten, sondern bei solchen Gelegen- 
heiten einfach ausgerückt waren, auf diesen guten 
Einfluß zurückzuführen ist. 
Es gelang mir denn auch, die größeren und 
meisten Sachen auf gütlichem Wege zu erledigen, und 
sügten sich die Leute meinen Entsch eidungen, welche 
meistens in Bezahlungen und Herausgabe von Rindern 
und Weibern, unter Androhung schwererer Strafen 
  
Wo einzelne Weigerungen waren, genügte die Fest- 
setzung der Uebelthäter auf der Wache für eine Nacht, 
um meine Anordnungen zur Ausführung zu bringen. 
Somit ist der Zug recht erfolgreich und befriedigend 
gewesen. 
Am 1. Februar traf ich, nachdem ich noch unsere 
Songwestation besucht und revidirt hatte, an der 
Mündung des Kiwiraflusses ein, von wo ich am 
nächsten Tage mit Hülfe des Stahlboots wieder in 
Langenburg anlangte. Bezüglich der verschiedenen 
Missionsstationen möchte ich noch bemerken, daß sic 
meist recht gut und schön gebaut sind, wie auch die 
Einrichtung und das Leben infolgedessen, daß nun- 
mehr auf meist jeder Station deutsche Hausfrauen 
sind, sehr nett und heimisch ist. Einige der Stationen 
können als wahre Sanatorien bezeichnet werden, 
während bei anderen die Zukunft noch entscheiden muß. 
Station Rilimatinde. 
Nach einem Bericht des Kompagnieführers Pod- 
lech vom 1. März 1896 herrscht in ganz Ugogo 
und den anderen Theilen des Bezirkes volle, durch 
nichts gestörte Ordnung und Ruhe. Bei dem Neu- 
bau der Station ist mit dem Zurüsten des Daches 
begonnen worden, der schwierigste Theil der ganzen 
Arbeit bei den überaus harten, dafür aber auch sehr 
widerstandsfähigen und dauerhaften Bauhölzern, die 
der Wald von Saranda liefert. Nach Ansicht des 
Bauleiters Wilken sind derartige prächtige Stämme, 
die eine röthliche und dunkelbraune Färbung zeigen 
und in jeder Länge schnurgerade und astfrei in be- 
liebiger Menge geschnitten werden können, weder auf 
dem Kilimandjaro, noch sonst an einer Stelle des 
ihm bekannten Gebietes bisher zu finden gewesen. 
Ueber den Eindruck, welchen das erfolgreiche vorgeben 
des Raiserlichen Gouverneurs 
gegen den bisherigen Führer des Aufstandes in 
Britisch-Ostafrika dort gemacht, liegen aus San- 
sibar nachstehende Mittheilungen vor: 
Der englische Generalkonsul, der zu kurzer An- 
wesenheit von Mombassa nach Sansibar herüber 
gekommen ist, hat sich sehr anerkennend über das 
Entgegenkommen geäußert, welches der Kaiserliche 
Gonverneur ihm in der Behandlung Mbarnks und 
seiner Anhänger nach ihrem Uebertritt auf deutsches 
Gebiet gezeigt hat. Die beabsichtigte Ansiedelung 
des Feindes fern von der britischen Grenze sei eine 
Bürgschaft für die Fortdauer der volllommenen Ruhe, 
die mit der Entfernung der anfrührerischen Elemente 
aus dem bisher von ihnen beherrschten Gebiete ein- 
getreten sei. 
Der Zustand des Landes sei derartig, daß die 
Anwesenheit der indischen Truppen kaum länger er- 
sorderlich sei. Es solle daher Einleitung getroffen
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        werden, dieselben in etwa 6 Wochen nach ihren 
indischen Garnisonen zurückzuschicken. Herr Hardinge 
hat einen Aufruf an die eingeborene Bevölkerung 
des britischen Festlandes erlassen, worin den noch 
slüchtigen Anhängern Mbaruks ungehinderte Rückkehr 
in ihre Wohnsitze und Straflosigkeit zugesichert wird. 
Ausgenommen von dieser Amnestic sind außer Mbarnk 
und seinen beiden Söhnen Aynb und Sebe nur die 
nachstehenden Unterführer, die sich zum Theil ver- 
brecherischer Grausamkeiten gegen dic einheimische 
Bevölkerung schuldig gemacht haben sollen: Mbaruk 
bin Raschid von Takaungu, Azir bin Naschid, Akida 
Bakari, Salim bin Hasef Muinyi m'jaka, Hamis 
bin Kombo und dessen Sohn Mohamed bin Hamis. 
Die Bevölkerung ist aufgefordert worden, diese 
zehn Proskribirten, falls sie auf britischem Gebiete 
betroffen werden sollten, den Behörden auszuliefern. 
Auch ist für diesen Fall eine Velohnung von 
1000 Rupien für die Person jedes der Genannten 
in Aussicht gestellt worden. 
Ramerunun. 
Ueber die Expedition nach Faunde 
meldetderstellvert de K der Schutztruppe 
Hauptmann v. Kamptz unter dem 21. März d. Is. 
von YMaunde Folgendes: Die Vogebetschi und die mit 
ihnen verbündeten Ntonis sind bestraft und wollen 
Frieden. Ich habe mich vom 7. bis 14. März im 
Gebiet der Vogebetschi aufgehalten. Den Vogebetschi 
habe ich als Friedensbedingung gestellt, den Urheber 
des ganzen Ausstandcs, den Häuptling Ombabissoko, 
mir auszuliefern. Der Häuptling will sich in den 
nächsten Tagen selbst stellen. Zur Zeit halten sich 
die Vogebetschi in dem drei Tage entfernt gelegenen 
Gebiet der Vogefar auf, welches an Bakoko grenzt. 
Den Vogebela, Nachbarn der Station und der Voge- 
betschi, habe ich verboten, die Vogebetschi bei sich 
aufzunehmen. Die oben erwähnten Ntonis hatten 
anfangs das bewegliche Gut der Vogebetschi bei sich 
geborgen und gewährten später auch den Männern 
Schutz. Mir ließen sie sagen, sie wollten mit den 
Weißen kämpfen. Nach erfolgter Bestrafung ließen 
sie um Frieden bitten. Einer ihrer Häuptlinge ist 
schon persönlich auf der Station erschienen. Die 
Vogebetschi flohen von den Ntonis nach Vogefar. 
Sämmtliche Häuptlinge der Yaundes nördlich des 
Niong habe ich in den nächsten Tagen zum Friedens- 
palawer auf die Station bestellt. Da bei Vielen 
noch Furcht vorherrscht, wird dies noch Zeit in 
Anspruch nehmen. 
Wissenschaftliche Keise. 
Der Professor Wohltmann von der landwirth- 
schaftlichen Hochschule zu Poppelsdorf ist am 10. März 
in Kamerun eingetrosfsen und hat sich auf einem 
373 
  
Fahrzeuge des Kaiserlichen Gonvernements am 12. 
nach Bamba und Victoria begeben. Von da hat er 
mit Trägern und Führern, die das Bezirksamt stellte, 
Buea besucht, ist über Land nach Mpundn am Mungo, 
von da nach Mundame und über Elefanten= und 
Sodensee, sowie die schwedische Faktorei Bonga nach 
Bibundi gereist. Von Bibundi beförderte das Schiff 
des Kaiserlichen Gonvernements „Nachtigal“ ihn nach 
Kamerun zurück und von da nach Säo Thomc. 
Die Maschinenwerkstätte des Raiserlichen Gouvernements, 
welche jetzt unter der Leitung des Maschineninspek- 
tors Schittenhelm steht, hat mit der Einstellung 
und Anlernung einheimischer Arbeiter begonnen. 
Vor Kurzem sind zwei Belllente als Lehrlinge bei 
ihr eingetreten. Es ist Hoffnung vorhanden, daß in 
einiger Zeit die meisten Arbeiten durch Eingeborene 
des Schutzgebiets besorgt werden lönnen. 
Togo. 
Wissenschaftliche Sammlungen. 
Dem Königlichen Museum für Naturkunde sind 
im April d. Is. durch die Kaiserliche Landeshaupt- 
mannschaft in Klein-Popo drei Kisten, enthaltend 
zoologische Gegenstände, zugegangen, welche durch den 
Stationsleiter von Kete, Licutenant Grafen v. Zech, 
gesammelt worden sind. 
Die Sammlung bestand aus 3 Sängethieren in 
Alkohol, 67 Vogelbälgen, 18 Reptilien und 1 Arten 
von Skorpionen in zahlreichen Stücken. 
Die Konservirung der Säugethiere, Vogelbälge 
und Reptilien ist recht gut, bei einer kleinen Skorpionen= 
art waren die Postabdomina zum Theil abgebrochen. 
Unter den Säugethieren befindet sich eine seltene 
Fledermausart. Die Bögel enthielten sieben bisher 
für das Gebiet noch nicht nachgewiesene Arten, dar- 
unter zwei, welche bisher nur in je einem Stück 
im Britisu Natural IIistory Muscum vertreten 
waren, und ein neu entdecktes Perlhuhn, Numicke 
zochi. 
Deutsch-SZüdwestafrika. 
Ueber das Gefecht bei Gobabis 
am Ostersonntag, den 5. April 1896, berichtet Haupl- 
mann v. Estorff an den Kaiserlichen Landeshaupt- 
mann Major Leutwein, wie solgt: 
Die 1. Feldkompagnie brach am 3. April 1896 
von Kaukarus nach Gobabis auf und gelangte am 
4. April, quer über das Feld ziehend, an die lehte 
Wasserstelle südlich dieses Platzes: Tjurundiu. 
2 Wagen, das Schlachtvieh und die losen Pferde 
verblieben dort unter Bedeckung von 1 Unteroffizier, 
3 deutschen und 1 Namareiter.
        <pb n="445" />
        — 374 — 
Die Kompagnie selbst marschirte am Nachmittage 
auf Gobabis ab, gefolgt von dem Geschütz 1, Mu- 
nitions= und Proviantwagen, und gelangte in der 
Nacht an die Spitzkuppe von Gobabis. Eine Busch- 
mannswache war dort bei Annäherung der Reiter 
von dem noch brennenden Feuer entflohen. Ein 
Zug der Kompagnie bezog nun ein Biwak an der 
Spitzkuppe, während ich mit dem anderen Zuge, 
unbelästigt vom Feinde, nach dem 11¼ Stunden ent- 
fernten Gobabis einritt. Das mit Ochsen bespannte 
Geschütz, der Munitions- und Proviantwagen hatten 
den Reitern nicht folgen können, auch ihre Spur in 
der dunkelen Nacht verloren und langten erst am 
solgenden Tage bald nach Tagesanbruch bei der 
Kompagnie an. 
In Gobabis berichtete der Lieutenant Lampe, 
daß die Khauas in großer Zahl den Platz um- 
schwärmten und namentlich die heranführenden Wege 
bewachen sollten. Nach der Aussage eines am 
1. April gefangenen Herero sollte ihr Kapitän Eduard 
Lambert mit einer großen Reiterabtheilung vor 
Kurzem in der Gegend eingetroffen sein und geäußert 
haben, er wolle sich der anrückenden Entsatzabtheilung 
unterwegs vorlegen, für den folgenden Tag aber sei 
ein allgemeiner Angriff auf Gobabis geplant. Ferner 
befände sich bei Nikodemus der Häuptling Kahimema 
aus Otyihasnena mit seinem Hrerzuge. Von diesem 
glaubte der Lieutenant Lampe, daß er sich eng mit 
den Khauas verbündet habe, während Nikodemus 
sich noch zurückhalte. 
Die Besatzung des Platzes: 
5 Unteroffiziere, 18 Reiter, 
5,7 cm, hatte in der letzten Zeit einen sehr an- 
strengenden Wachtdienst gehabt. Namentlich erschien 
der unbefestigte Platz nachts gefährdet. 
Noch in derselben Nacht ging ich mit dem Zuge 
nach der Spitzkuppe zurück; der Lieutenant Lampe 
schloß sich mir auf meinen Befehl mit vier Reitern 
der Besatzung an. 
Der stellvertretende Landeshauptmann, Re- 
gierungsassessor v. Lindequist, der mich auf 
meinem Marsche nach Gobabis begleitet hatte, ver- 
blieb nun daselbst, um am folgenden Tage Verhand- 
lungen mit Nikodemus anzuknüpfen. 
lärke der Kompagnie: 
50 Köpfe (Deutsche), 
2 Bastardsreiter, 
2 Namareiter, 
54 Pferde, 
1 Geschütz, Kaliber 5,7 cm, mit 16 Ochsen 
bespannt, 
1 Munitionswagen, mit 16 Ochsen bespannt, 
1 Proviantwagen, mit 20 Ochsen bespannt. 
Um 4 Uhr morgens langte ich wieder an der 
Spitzluppe au. Das Biwak befand sich am Südfluß 
derselben. Die Hälfte der Pferde war festgemacht, 
die andere Hälfte graste in der Nähe, gesattelt und 
eng zusammengehalten. Auf der Spitzkuppe waren 
zwei Unteroffizierposten. 
Lieutenant Lampe, 
1 Geschütz, Kaliber 
  
Mit Tagesanbruch ging ich mit dem Lieutenant 
Lampe, unter dem Schutze einer Patronille, zu 
Fuß von der Spitzkuppe, die nach Norden und 
Nordosten keine Aussicht gewährte und keine Geschütz- 
stellung bot, auf dem nach Gobabis ziehenden Höhen- 
rücken vor, in der Hoffnung, Beides zu finden. Ich 
konnte jedoch nur feststellen, daß man von den 
Rändern des Höhenrückens stellenweise einen guten 
und sehr weiten Ausblick auf die unterliegenden 
Flächen gewinnen konnte, daß das Gelände des 
Höhenrückens selbst jedoch nicht den geringsten Ueber- 
blick gewährte. Es zieht sich derselbe in fast gleich- 
bleibender Höhe bis an Gobabis heran, dichter Busch 
und 3 bis 4 m hohe Dornbäume bedecken ihn, seine 
Ränder und die an ihn stoßenden Theilc der 
Flächen. Diese sind weiter hinaus mit einzelnen 
Bäumen, niedrigen Büschen und ½ m hohem Büschel- 
grase bestanden. Weiter wie 50 m kann man auf 
keiner Stelle des Höhenrückens sehen, meist aber nur 
bis etwa 10 oder 20 m. 
Da der Rücken nahe Gobabis, nach Aussage des 
Lieutenants Lampe, eine gute Beherrschung der 
angrenzenden Flächen durch Geschützseuer ermöglichte, 
beschloß ich, die Kompagnie in ein Lager dorthin 
zu führen. 
Wir hatten uns der Spitzkuppe wieder bis auf 
etwa 800 m genähert, als wir plötzlich Pferdegetrappel 
hörten und gleich darauf eine Anzahl Hottentotten 
bemerkten, die durch die Büsche heranschlichen. Wir 
schossen uns einige Minuten auf die nächsten Ent- 
sernungen mit ihnen herum und gingen dann, als 
sich ihre Zahl jeden Augenblick vermehrte, langsam 
auf die Spitzkuppe zu. Die Hottentotten drängten 
heftig nach, aber schon kam der Lieutenant Eggers 
mit dem größten Theile der Kompagnie zur Auf- 
nahme heran. 
Es entspann sich ein heftiges Schützengefecht, der 
Lieutenant Lampe erhielt einen Streifschuß, die Ge- 
freiten Schmidt und Wieland wurden verwundet, 
der Reiter Jendjes erschossen, gleichzeitig belam ich 
die Meldung, daß sich feindliche Schwärme um unsere 
Flügel herumzogen. Ich befahl daher den Rückzug 
nach der Spizkuppe, von wo die umgebenden Flächen 
eingesehen werden konnten. 
Die Hottentotten hatten augenscheinlich auch Ver- 
luste gehabt und folgten den sehr langsam zurück- 
gehenden und oft Front machenden Schützen nur 
sehr vorsichtig. Dafür drangen aber die umgehenden 
Schwärme von der Fläche her durch den dichten 
Busch um so rascher vor und der Angriff ihres 
rechten Flügels kam auch nicht zum Stehen, als sich 
die Schützenlinie der Kompagnie auf der Spitzkuppe 
eingenistet hatte und nach der Fläche herunterschoß. 
In dem dichten Busch ward allerdings nur selten 
ein Ziel sichtbar. Es wurden jetzt Sergeant Fisch 
und der Bastardreiter Paul Mac Nab verwundet. 
Der Wachtmeister Urban mußte bereits mit der 
Troßbegleitung dem umgehenden Feind entgegen- 
treten. Daneben gelang es ihm aber, das Ein-
        <pb n="446" />
        geborenenvolk des Trosses, das bei dem Kugelregen 
die Besinnung zu verlieren drohte, in Ordnung zu 
halten. 
Ich befahl nun dem Lieutenant Eggers, einen 
Theil der Mannschaften aus der Schützenlinie zu 
ziehen und mit ihm zu Pferde dem seindlichen rechten 
Flügel in die Flanke zu gehen; auch ließ ich das 
Geschütz dicht vor den Wagen dagegen auffahren. 
Der Flügel der eigenen Schützenlinie unter Lieute- 
nant Lampe hielt von der Spitzkuppe her den um- 
gVehenden feindlichen linken Flügel in Schach. 
Der Geschützführer, Neiter Troitzheim, ließ zwei 
Schrapnelschüsse über Visir und Korn (Aufschläger) 
abgeben. Der 2. Schuß schlug in die feindliche 
Schützenlinic ein, aber am Weiterfeuern hinderten die 
jetzt bereits zum Fußgesecht vorgehenden Reiter des 
Lieutenants Eggers. 
Das plötzliche Auftreten und scharfe Vorgehen 
dieser kleinen Abtheilung (10 Reiter) zwang im 
Verein mit der Artilleriewirkung den seindlichen 
rechten Flügel zum Rückzuge und schließlich zur 
eiligen Flucht, welcher sich auch die Front des 
Gegners anschloß, als ich die Schützen von der 
Spitzkuppe her mit aufgepflanztem Seitengewehr und 
„Hurrah“ gegen ihn vorbrechen ließ. Auch der linke 
feindliche Flügel zog sich zurück. Die Gesammtzahl 
der angreifenden Hottentotten wurde überein- 
stimmend, aber niedrig gerechnet, auf 150 Mann 
angenommen. Der Lieutenant Eggers war bereits 
beim Vorgehen zum Fußgefecht durch einen Schuß 
in das linke Bein verwundet worden, leitete jedoch 
den Angriff seiner Abtheilung, bis der Gegner floh, 
und ließ sich erst dann verbinden, als ich ihm 
später besahl, sich zu den Wagen zu begeben. 
Ich ließ nun die Pferde heranholen und führte 
die Kompagnie in breiter Front nach der Stelle 
vor, an welcher ich beabsichtigte, das Lager zu be- 
ziehen, das Geschütz und die Wagen sollten am 
Hange des Höhenrückens hinter dem rechten Flügel 
unter Bedeckung folgen. Vor der Front wurden 
zwei todte Hottentotten gefunden, einer davon war 
der Khauas-Kapitän Eduard Lambert, vor der Ab- 
theilung des Lientenants Eggers lagen zehn Tote. 
Es war etwa 9½ Uhr geworden und ich hatte fast 
das Nordende des Rückens erreicht, als sich plötzlich 
auf der Fläche nördlich eine große Menge Trupps 
von Reitern und Fußvolk zeigten und nach der Höhe 
heranzogen. Ich ließ die Kompagnie dagegen ein- 
schwenken und schickte dem Geschütz Befehl, heranzu- 
kommen. Dieser Befehl erreichte es jedoch nicht, 
erst ein zweiter führte es heran. Hierdurch ging 
eine kostbare Viertelstunde verloren, namentlich da 
die Wagenkolonne nicht der Aufgabe gemäß am 
Hange hinter dem rechten Flügel gefahren war, 
sondern auf einem Wegc, der etwas von dem Rücken 
entfernt, diesem gleichlaufend, nach Gobabis führt. 
Das Frontfeuer der Schützen auf die kleinen Ab- 
theilungen und weiten Schützenlinien des Gegners. 
konnte wenig Ersolg haben und wurde daher ein- 
  
geschränkt. Als sic sich aber mehr dem Fuß der 
Höhe näherten, entzogen sie sich in dem dichten 
Busche der Sicht und erlitten wenig Verluste. Den- 
noch kam vor dem rechten Flügel der Schützenlinie, 
welchen der Zug des Sergeanten Froede bildete, 
der Angriff auf etwa 400 m zum Stehen, nament- 
lich, da hier später auch und zwar noch weiter rechts 
eine kleine Abtheilung eingriff. Es war dies die 
Bedeckung, welche die Wagen bis nach dem Platze 
Gobabis hereingeleitete und dann unter dem Wacht- 
meister Urban sofort dem Gesechtsfelde zueilte. 
Anders war es vor dem linken Flügel, welchen der 
Zug des Lieutenants Lampe bildete. Als dieser 
nämlich gerade in Stellung gegangen war, hörte ich 
heftiges Schießen im Rücken. Die Wagenkolonne 
wurde angegrissen und ich war genöthigt, jenen 
Zug zur Vertreibung des dortigen Gegners vorzu- 
führen. Als diese Aufgabe ersüllt war, konnte er 
die alte Stelle wieder einnehmen, aber inzwischen 
hatte der Feind den deckenden Busch und den 
Höhenzug erreicht, große Massen zogen sich unge- 
sehen gegen den linken Flügel; einige Minuten 
später tauchten schwarze Gestalten, nur auf Angen- 
blicke, aber bereits auf sehr nahe Entfernung in der 
linken Flanke auf; es mußte binnen kürzester Frist 
zum Nahkampfe kommen. Da befahl ich dem 
Lieutenant Lampe, aussitzen zu lassen und nach der 
linken Flanke zu attackiren. Der Befehl wurde so- 
sort ausgeführt. In dem Angenblick, als der Zug 
(er war noch etwa 12 Mann stark) sich zum An- 
reiten auschickte, kam weiter rückwärts das Geschütz 
auf der Höhe an, ich wies ihm seine Stellung an, 
ließ auch den Zug des Sergeanten Froede mit Aus- 
nahme einiger Schützen, die den Gegner in der Front 
festhalten mußten, aufsitzen und führte ihn (10 Mann 
stark), etwa 50 m weiter links von dem des Lieute- 
nants Lampe und etwa drei Minuten später, ebenfalls 
zur Attacke vor. Dieser Reiterangriff konnte wie 
der von Licutenant Lampe wegen des dichten 
Busches nicht geschlossen geritten werden, aber er 
wurde mit großer Heftigkeit und mit weitschallendem 
„Hurrah“ ausgeführt. . 
Während ich beim Vorbeireiten an hesftigem 
Schießen und Kampfgeschrei bemerkte, daß der 
Angriff des Lientenants Lampe zum Handgemenge 
geführt hatte und das Geschütz vier Schrapnels, 
allerdings ohne Ziel finden zu können, in die 
Angriffsrichtung warf, jagte die eigene Attacke die 
vor mir befindlichen Hereros in die Flucht. Sie 
spritzten nach allen Seiten auseinander, die berittenen 
gingen in voller Flucht davon. Als sie fürchteten, 
eingeholt zu werden, warfen sie sich vom Pferde 
und flüchteten zu Fuß, über den steinigen Abfall 
kletternd, der Fläche zu. Einige wurden noch von 
den verfolgenden Reitern, die nun ebenfalls vom 
Pferde sprangen, niedergeschossen. 
Die Attacke des Zuges des Sergeanten Froede 
hatte etva 800 m weit geführt. Ich befahl diesem 
nun, den Höhenrücken bis zur Spitzkuppe vom
        <pb n="447" />
        — 376 — 
Feinde zu säubern, und ritt selbst auf völlig er- 
schöpftem Pferde allein und langsam nach dem alten 
Kampfplatze zurück, in der bestimmten Erwartung, 
daß der Gegner dort ebenfalls geworfen sei. Zu 
meinem Erstaunen fand ich das ganze Gefechtsfeld 
leer, Niemand antwortete meinem Rufen; da fand 
ich die Leiche des Lieutenants Lampe, durch die 
Brust und das rechte Handgelenk geschossen, auf dem 
Rücken liegen. Sein Angriff war auf eine ge- 
waltige Uebermacht gestoßen und hatte zu einem 
wilden Handgemenge geführt, das zu Gunsten des 
Feindes endete. Der heldenmüthige Widerstand der 
wenigen Reiter aber, die sich ihm entgegengeworfen 
hatten, hatte den Angriff zum Stehen gebracht und 
die Attacke des Zuges vom Sergeanten Frvede ihn 
auch an dieser Stelle zum Rückzuge und zur Flucht 
bewogen. Neben dem Lientenant Lampe waren 
gefallen: 
Reiter Exner (durch die Brust geschossen und 
Keulenschlag gegen die Stirn). 
Kriegsfreiwilliger Reiter Schmidt (Lieutenant 
der Reserve vom JInfanterie-Regiment Nr. 36, fünf 
Schuß durch die Brust; vor Kurzem in Afrika ein- 
getroffen). 
Unteroffizier Bannach (zwei Schuß durch die 
Brust und Unterleib). 
Schwer verwundet ward der Unteroffizier 
Susath; er starb am folgenden Tage in Gobabis. 
Die wenigen Uebriggebliebenen hatten nach 
tapferem Kampfe, erst als sie alle Hoffnung auf 
einen Erfolg aufgeben mußten, den Rückzug an- 
gelreten und das Geschütz, das keine Bedeckung mehr 
in der Nähe sah, sich demselben angeschlossen. Die 
flüchtenden Hereros waren allein durch das Feuer 
der kleinen Abtheilung des Wachtmeisters Urban 
verfolgt worden, das eine Anzahl von ihnen zu 
Boden streckte. 
Die Zahl der angreifenden Ovambandyern ward 
gering auf 200 bis 300 veranschlagt. Schließlich 
stießen die Schützen, welche den Frontangriff des 
Gegners abgeschlagen hatten, zu mir, und ich schickte 
einen von ihnen nach dem Platze Gobabis mit dem 
Befehl, daß alle Mannschaft und das Geschütz wieder 
in die mit so schweren Opfern behauptete Stellung 
einzurücken hätten. Inzwischen aber hatte der stell- 
vertretende Landeshauptmann Negierungsassessor 
v. Lindequist, Premierlieutenant der Reserve, das 
Kommando des Platzes übernommen und, nachdem 
er schon durch das Feuer des Platzgeschützes am 
Vormittag mit in den Kampf eingegriffen, jetzt selb- 
ständig, und ehe noch obiger Befehl an ihn gelangte, 
die noch frische Stationsbesatzung auf den Kampfplatz 
entsendet. Nunmehr führte er mir die gesammte 
Mannschaft wieder zu. 
Bald nach Mittag waren das Geschütz und 
50 Mann auf dem Gefechtsfelde vereinigt. Sobald 
die Pferde etwas ausgeruht und die Mannschaften 
durch herbeigeführtes Wasser erquickt worden waren, 
  
ging ich mit 30 Reitern über die Fläche gegen die 
Werft des Nikodemus vor. Der Premierlieutenant 
v. Lindequist verblicb mit dem Rest der Kompagnie 
und dem Geschütz zur Aufnahme auf dem Höhen- 
rücken. Einige Hereros, die sich am Bergsuße in den 
Büschen festgesetzt hatten, vermochten noch rechtzeitig 
vor der anreitenden Abtheilung zu entwischen. 
Als ich mich der Werft des Nikodemus mehr 
näherte, setzten sich drei große Haufen Reiter, an 
200 bis 300, und Fußvolk von verschiedenen Seiten 
her gegen mich in Bewegung. Ich ging langsam 
bis in den Bereich des Geschützes zurück, und als 
ein am Bergfuß vorgehender Reiterhaufen nahe auf- 
folgen wollte, wurde er durch einige wohlgezielte 
Schrapnelschüsse zersprengt. Nun ging ich wieder 
vor, worauf auch die anderen Reiterhaufen sich zurück- 
zogen, einer verschwand in westlicher Richtung. Bis 
nach Sonnenuntergang beobachtete ich die feindliche 
Stellung. 
Der Verlust des Gegners betrug, sehr gering 
angeschlagen, 100 Mann; der eigene 6 Todte: 
Lieutenant Lampe, Unteroffizier Bannach, Unter- 
offizier Susath, Reiter Exner, Reiter Jendjes, 
Kriegsfreiwilliger Reiter Schmidt; 5 Leichtver- 
wundete: Lieutenant Eggers, Sergeant Fisch, Ge- 
freiter Wieland, Gefreiter Schmidt, Bastardreiter 
Paul Mac Nab. 
Der Munitionsverbrauch war sehr gering, pro 
Mann wurden nicht mehr als 26 bis 28 Patronen 
im Durchschnitt verschossen, vom Geschütz am Vor- 
mittag sechs Schrapnels, am Nachmittag vier 
Schrapnels. 
Am nächsten Morgen ging die gesammte feind- 
liche Macht mit zahlreichen Viehherden in nördlicher 
und nordwestlicher Richtung in großer Eile ab. 
Ein Reiterhaufen wurde noch durch das Feuer des 
Geschützes auseinander gejagt. 
Die direkte Verfolgung aufzunehmen, verbot mir 
der schwache Zustand der äußerst angestrengten Pferde 
(diese hatten bei geringem Grasfutter in den letzten 
fünf Tagen etwa 250 km guer übers Feld zurück- 
gelegt, dann die Anstrengungen des Gechtstages er- 
tragen und waren zum Theil seit 30 Stunden nicht 
getränkt worden) und die geringe Beweglichkeit des 
Geschützes, auf das ich bei der Schwäche meiner 
Abtheilung sehr angewiesen war. 
Ausgezeichnet haben sich alle drei Offiiere: 
Lampe #F, Eggers, verwundet, v. Lindequist. 
Bon den Unteroffizieren ganz besonders: Wacht- 
meister Urban, Sergeant Froede, die Unteroffiziere 
Staginnus, Simon, Maczkiewitz, die Mann- 
schaften Reiter Steffen, Reiter Exner J, Gefreiter 
Witt, Gefreiter Graefe, Kriegsfreiwilliger v. Schulz, 
Gefreiter Schmidt und Gefreiter Wieland, Beide 
verwundet; die Eingeborenen Bastard Paul Mac 
Nab, verwundet, die Namareiter Wilhelm (Diener 
des Lieutenants Lampe) und Goliath.
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        — 377 
Major Leutwein bemerkt zu diesem Berichte 
das Folgende: 
Das Gefecht bei Gobabis ist als eine hervor- 
ragend tapfere That zu bezeichnen, welcher das 
Schutzgebiet geradezu seine augenblickliche Rettung 
verdankt. Wäre es verloren gegangen, würde 
ich für die Treuc der übrigen Hereros, mit Aus- 
schluß des Oberhäuptlings, nicht mehr haben ein- 
stehen können. Nunmehr aber darf ich bestimmt 
hoffen, den mir aufgezwungenen Krieg lokalisiren zu 
können. Ich glaube daher für den siegreichen Aus- 
gang des Gefechts dem Hauptmann v. Estorff, 
seinen Offizieren und Mannschaften nicht Dank genug 
zollen zu können. Dieselben haben sich um das 
Schutzgebiet ein großes Verdienst erworben. Auch 
den Assessor v. Lindequist, welcher, einsehend, daß 
mit diplomatischen Verhandlungen nichts mehr zu 
machen sei, kurz entschlossen die Feder mit dem 
Schwerte vertauschte, muß ich lobend hervorheben. 
Derselbe thut jetzt noch in seiner Eigenschaft als 
Premierlientenant der Reserve Dienst bei der Truppe. 
Es sei mir nunmehr gestattct, zur chronologischen 
Schilderung der Ereignisse seit dem 1. April d. Is. 
überzugehen. 
Sobald das Detachement v. Estorff in Kowas 
angclangt und damit in den-Stand gesetzt war, den 
Gang der Ereignisse genauer zu übersehen, wurden 
die Meldungen, daß in der That ein offenes Bündniß 
zwischen Nikodemus und den anscheinend wieder zahl- 
reich zusammengeströmten Khauas-Hottentotten bestehe, 
immer dringlicher. Ich verlegte daher meinen Ab- 
marsch bereits auf den 3. April und dehnte meine 
Verordnung, wonach kein Reservist zur Entlassung 
kommen solle, auch auf dic nach Deutschland zurück- 
kehrenden Mannschaften aus. Den in Swakopmund 
befindlichen Major Mucller habe ich angewiesen, 
diese Mannschaften nach Gr. Barmen zurückzuführen, 
als Drohung gegen Okahandja, nicht gegen den 
Oberhäuptling, sondern vielmehr gerade zur Stärkung 
von dessen Stellung gegen seine Unterthauen. Auch 
stellte ich dem Major Mueller anheim, das Haupt 
der Gegenpartei und Stiefvater des aufrührerischen 
Nikodemus, den alten Riarna, durch Verhaftung un- 
schädlich zu machen. Den Oberhäuptling ersuchte ich, 
für Ruhe in Okahandja, Waterberg und Otyimbingwe 
zu sorgen, mir aber zu meinem Zuge gegen Niko- 
demus einige seiner Leute als Merkzeichen für das 
Hereroland zur Verfügung zu stellen. Ferner habe 
ich Maßnahmen zur Einberufung der Bastards ge- 
troffen und den Kapitän Witbooi an die Erfüllung 
seiner Bündnißpflicht erinnert. 
Der Premierlieutenant v. Perbandt ist vor- 
läufig in Windhoek zurückgeblieben, um alle Kräfte 
zu sammeln und dieselben mit sämmtlichen noch ver- 
fügbaren Mannschaften sowie sich etwa meldenden 
Kriegsfreiwilligen der Truppe nachzuführen. Bis 
zum Eintreffen des Ersatzes wird dann vorläufig in 
Windhoek kein Offizier mehr sein und das Platz- 
  
kommando an Feldwebel Heller übergehen. Die 
Vertheidigung des Ortes liegt ohnehin fast ganz in 
den Händen der wehrfähigen Bewohner, welche auf 
meine Veranlassung eine Art Bürgerwehr, unter 
selbstgewählten Führern, gebildet haben. 
Den Major Mueller habe ich angewiesen, aus 
den Ersatzmannschaften sowie den in Gr. Barmen 
stehenden Reservisten eine 3. und 4. Feldkompagnie 
zu bilden und über deren Verwendung in Windhoek 
weitere Befehle abzuwarten. Durch alle diese Maß-= 
nahmen hoffe ich, einem allgemeinen Hererokriege vor- 
zubeugen, oder denselben, sofern er doch nicht zu 
vermeiden sein sollte, vorläufig begegnen zu können. 
Der Oberhäuptling Samuel hat in der That 
zwei seiner Leute nachgeschickt, welche ich zur 
Aufklärung ihrer Stammesgenossen in 
Innere des Hererolandes gesandt habe; unter 
Mitgabe einer Proklamation, in der ich erklärt 
habe, daß ich nur gegen diejenigen Bewohner 
des Landes Krieg zu führen beabsichtige, die der 
deutschen Herrschaft feindlich gegenüberständen. Auf 
das Einbringen der aufständigen Häuptlinge Niko- 
demus und Kahimema habe ich Preise gesetzt. Dem- 
nächst trat ich am 3. d. Mts. abends meinen Vor- 
marsch an und rückte über Wiese-Farm, Hatzamas, 
Kowas, wo ich Etappenstationen einrichtete, so rasch, 
als der Zustand der Ochsen es gestattete, nach 
Gobabis und zwar von Kowas aus auf einem Wege, 
den der Hauptmann v. Estorff durch einen Marsch 
querfeldein neu angelegt und dadurch eine uns schon 
längst fehlende direkte Verbindungzwischen Windhoekund 
Gobabis geschaffen hat. Diese Marschrichtung hat 
im Uebrigen augenscheinlich den Feind getäuscht, der 
sich andernfalls dem Detachement v. Estorff besser 
unterwegs vorgelegt haben würde. In Kowas er- 
hielt ich die Meldung vom Gefecht bei Gobabis. 
Von Kaukurus aus hatte der Hauptmann 
v. Estorff durch einen raschen Ritt, lediglich mit 
den Reitern allein, die gleichfalls vom Feinde be- 
lästigte Station Aais entsetzt. Ich selbst langte 
am 11. abends in Gobabis an und fand vom Feinde 
weit und breit keine Spur mehr, unsere Verwundcten 
dagegen sämmtlich auf dem Wege der Besserung. 
Die vom Hauptmann v. Estorff bereits angeordncte 
vorläufige Einziehung der Station Aais genehmigte 
ich, ebenso dicjenige von Olifantskloof. Die leßtere 
mußte indessen bei deren abgelegenen Lage durch 
Vermittelung einer stärkeren Abtheilung erfolgen, 
welche am 13. April früh dorthin abmarschirt ist. 
Nach deren Rückkehr sowie nach dem Eintreffen des 
Premierlicutenants v. Perbandt aus Windhoek 
werde ich gegen den Häuptling Nikodemus vorgehen, 
über dessen augenblicklichen Ausenthalt noch nichts 
bekannt ist. Ich werde versuchen, ihn durch 
Spione erkunden zu lassen. Auch ist noch nicht 
bekannt, ob die Khauas mit den Hereros vereinigt 
geblieben sind. Da wir das nächste Mal selbst die 
Angreifer sein müssen, kann ich mir nicht verhehlen, 
daß unsere Aufgabe, dem zahlreichen und anscheinend
        <pb n="449" />
        — 378 — 
gut bewaffneten Gegner gegenüber eine recht schwere 
werden mag. 
Schließlich möchte ich nicht unerwähnt lassen, 
daß sich bis jetzt vier Civilisten bei der Truppe als 
Kriegsfreiwillige haben einstellen lassen, und zwar 
Schmidt (Reserveoffizier), gefallen am 5. April 
d. Is. bei Gobabis, v. Schultz, Farmer Otto, 
Ansiedler Nielson, Schmied; serner mit Kapitulation 
auf Kriegsdauer: Unteroffizier Hellberg (früher 
v. Frangoissche Truppe). 
Die nicht entlassenen Reservisten sind ohne Wider- 
rede bei der Fahne geblieben, und zwei davon 
haben bereits ihr Leben gelassen. Die Uebrigen 
sind in bester Stimmung. 
Die Kriegsfreiwilligen sowie die besten Reservisten 
beabsichtige ich, als Antrieb für künftige Fälle, durch 
Beuteantheil und Landzuweisungen zu belohnen. 
RAns dem Bereiche der Disstonen und 
der Kntishlaverei-Bewegung. 
Dem Jahresbericht des Deutschen Frauen- 
vereins für Krankenpflege in den Kolonien 
für das Jahr 1895/96 entnehmen wir Folgendes: 
Am 4. November sind mittelst Allerhöchster Kabinets- 
Ordre dem Verein die Rechte einer juristischen Person 
verliehen worden. Im Herbst vorigen Jahres wurde 
die Errichtung eines Lazareths in Tanga beschlossen 
und seit dem 1. April ist Dar-es-Salam in den 
Kreis der Pflegestätten des Vereins getreten. Die 
Missionsgesellschaft Ostafrika hatte den Antrag gestellt, 
die Krankenpflege in Dar-es-Salam aufgeben zu 
dürfen, und infolgedessen vorübergehend bis zur Fertig- 
stellung des neuen Regierungslazareths die Räume 
für Krankenpflege in der Mission der Behörde zur 
Verfügung gestellt. Von dieser aufgefordert, ist nun 
der Verein auch in diese Station eingetreten. 
Der Verein hat sich auch bei der Kolonial-Aus- 
stellung betheiligt, und zwar durch Vorführung der 
Art und Weise, wie er in den Kolonien, sowie der 
Orte, wo er wirkt und gewirkt hat. 
Der Vorstand besteht jetzt aus 13 Damen und 
9 Herren. Im Laufe des Jahres wurden im Ganzen 
11 Vorstandssitzungen gehalten. Die Gesammtzahl 
der Mitglieder ist auf 1600 — also um fast 200 
— in dem letzten Jahr gestiegen. Die Zahl der 
Abtheilungen ist durch Bildung dreier neuer — 
Kamerun, Togo und Tanga — auf 19 gestiegen. 
Der Bedarf an Schwestern war in diesem Jahre 
größer als je. Nicht nur ist mannigfacher Wechsel 
auf den einzelnen Stationen eingetreten, sondern es 
wurden auch durch Besetzung neuer Stationen die 
ganze Zahl der in Thätigkeit befindlichen Schwestern 
wesentlich vermehrt. Es sind jetzt 12 Schwestern 
in den Kolonien thätig. Sieben davon sind im letzten 
Jahre neu hinausgesendet. 
Die Einnahmen des Vereins betrugen 1895 in 
  
Summe 40 445,35 Mk., die Ausgaben 17 276,32 Mk. 
Es ist am 1. Januar 1896 ein Vermögensbestand 
von 39 016,43 Mk. vorhanden. 
Nach dem Generalbericht des Juspektors 
Dr. Schreiber der Rhein. Mission sind die Kräfte der 
Gesellschaft in Deutsch-Südwestafrika in diesem 
Jahre durch vier junge Missionare verstärkt worden. 
Zwei davon sind ins Großnamaland gegangen, 
nämlich Missionar Kronsbein, um im sihdlichen 
Theile endlich die schon so lange geplante neue 
Station anzulegen, wofür sich ein sehr geeigneter 
Platz schon gefunden hat, und Missionar Schröder, 
um den Wunsch von Hendrik Witbooi zu erfüllen 
und Gibcon wieder zu besetzen. Es ist ganz über- 
raschend, welch große Menschenmenge sich in diesem 
vor zwei Jahren völlig menschenleeren Theile des 
Landes wieder eingesunden hat. Die Aufgaben, 
welche gerade auf Gibeon zu lösen sind, nämlich 
Alles wieder ins rechte Geleise zu bringen, den 
Frieden bewahren zu helfen und den Leuten behülflich 
zu sein, daß sie durch Anbau des Landes ihren 
Lebensunterhalt gewinnen, sind groß und schwer. 
Erfreulich ist, daß sich die Namas jetzt, wo ihnen 
durch Verkauf an Weiße immer mehr Land entgeht, 
mehr auf den Landbau zu legen scheinen. Aus 
Bethanien wird berichtet, daß die Kornernte größer 
gewesen sei als je. In Gochas konnte durch Missionar 
Albath ein drohender blutiger Konflikt noch eben 
abgewandt werden, wie denn überhaupt im ganzen 
Lande der Friede erhalten und befestigt werden 
konnte. In Keetmannshoop wurde die große, statt- 
liche Kirche eingeweiht, in Bethanien soll eben ein 
Kirchbau begonnen werden, für welchen vom Häuptling 
eine bedeutende Summe, die Hälfte des Erlöses für 
einen verkauften Platz, bestimmt ist. In Hoachanas 
hat Missionar Judt bisher nur erst wieder einen 
kleinen Theil seiner ehemaligen Gemeinde um sich 
sammeln können. Dort und auch anderwärts be- 
mühen sich die Missionare mit Erfolg, den Ein- 
geborenen so viel als möglich Landbesicz zu bewahren. 
Auch im Hererolande hat der Friede bis jetzt 
aufrecht erhalten werden können. Auch hier sind 
zwei neue Kräfte in die Arbeit eingestellt worden, 
Pastor Siebe, der auf Windhoek in erster Linie 
als Pastor für die Gemeinde der Weißen eintrat, 
und Missionar Olpp, gleichfalls ein Theologe, der 
in Otjimbingue einerseits die Schule der weißen 
Kinder und andererseiss die Arbeit an der Bergdamara- 
gemeinde übernahm. Die Station Okombahe wird 
durch das Wegziehen der Hereros und die Sammlung 
der Bergdamaras auf diesem für sie bestimmten Ge- 
biete immer mehr eine reine Bergdamarastation und 
entwickelt sich recht erfreulich. Die andere Berg- 
damarastation ist durch Versetzung des Missionars 
Kremer von Tsumamas nach Oniha, im Nordosten 
des Landes, verlegt worden. Der Stand der Ge- 
meinden ist im Allgemeinen wenig befriedigend, da 
sich die Folgen des langjährigen Krieges erst jetzt
        <pb n="450" />
        recht fühlbar machen. Doch ist wenigstens an zwei 
Stellen eine entschiedene Wendung zum Besseren zu 
bemerken, nämlich in Omaruru, wo der Stations- 
missionar Dannert wieder in die Arbeit eingetreten 
ist, und auf Otjimbingue. Auch auf der Namastation 
im Nordwesten des Hercrolandes, Franzfontein, wo 
die Gemeinde in diesem Jahr ihr 50 jähriges Jubiläum 
feierte, steht es recht erfreulich; in den vier Jahren, 
seitdem diese vorher arg verwilderte Gemeinde wieder 
einen Missionar hat, ist ein recht lebendiges Gemeinde- 
leben entstanden. 
In der Ovambo-Mission hat das Jahr wesent- 
liche Aenderungen, aber auch wesentliche Fortschritte 
gebracht. Missionar Meisenholl mußte leider wegen 
seiner Gesundheit das Land für immer verlassen. 
Zum Glück konnte Missionar Stahlhut sofort für 
ihn eintreten, aber aus der beabsichtigten Verstärkung 
ist hier noch nichts geworden. Das wichtigste Er- 
eigniß war die Taufe der 13 Erstlinge durch Missionar 
Wulfhorst auf Omupanda. Daß diese Neugetauften 
alle lesen können und wenigstens einen Theil des 
Wortes Gottes in ihrer eigenen Sprache schon in 
Händen haben, ist ein erstaunlich schneller Erfolg in 
dieser jüngsten Mission. Es scheint auch, daß sich 
die Missionare schon ein bedeutendes Ansehen und 
einen großen Einfluß erworben haben, namentlich bei 
ihrem Häuptlinge, und so dürfen wir der weiteren 
Entwickelung dieses zarten Pflänzleins mit Vertrauen 
entgegensehen. Auch das ist recht erfreulich, daß 
kürzlich von einem anderen Ovambostamme, den 
Oukualuzi, die Bitte um Missionare an uns gelangte. 
Die Neu-Guinea-Mission hat leider ein 
schmerzliches Jahr gehabt. Der junge Missionar 
Barkemeyer lam durch eine Unvorsichtigkeit mit dem 
Gewehr ums Leben. Außerdem mußte eine der drei 
Stationen, die auf Dampier, wegen der überaus 
schwierigen Kommunikationsverhältnisse und wegen 
des Vulkanausbruches aufgegeben werden. Anderer- 
seits ist es erfreulich, daß es endlich gelungen ist, 
freilich mit sehr großen Kosten, auf den beiden uns 
noch verbleibenden Stationen ordentliche Häuser zu 
errichten. Durch diese Bauten wurde freilich die 
Missionsarbeit lange sehr gehindert, ist nun aber 
wieder frisch aufgenommen worden. 
Der Missionsgesellschaft vom heiligen Herzen 
Jesu ist die Genehmigung zur Errichtung einer 
Niederlassung im Stadt= oder Landkreise Münster 
ertheilt worden. Die Mission ist seit längerer Zeit 
im Bismarck-Archipel thätig. 
Von Bedere (Adeli) wandte sich Missionar 
Mischlichn) auf seiner Erkundungsreise nach Osten 
und durchzog das noch von keinem Boten des Evan- 
geliums betretene Anyangaländchen. Ein anstrengender 
Tagesmarsch, auf theilweise schwierigen Gebirgs- 
*) Vergl. Deutsches Kolonialblatt 1896, S. 316 ff. 
  
379 — 
pfaden, ließ ihn die beiden Dörfer Okpate und Dofoli, 
die nur fünf Minuten voneinander entfernt sind, und 
damit die Ebene erreichen. Sofort fällt dem Reisenden 
die Verschiedenheit der Dorfanlage beider Nachbar- 
länder auf. Die meist kleinen Bedercorte bestehen 
nur aus einzelnen runden Hütten, die regel= und 
planlos dastehen, so daß es für einen Fremden schwer 
ist, sich dazwischen zurecht zu sinden. In Anyanga 
hingegen sind immer mehrere Häuser, gewöhnlich 
zehn bis zwölf und noch mehr, zu einer Hosseite 
zusammengebaut. Die einzelnen Wohnungen und 
Stallgebäude, die ebenfalls rund aufgeführt sind, 
stehen im Kreis und sind durch 1 m hohe Lehm- 
manern oder durch niedrige Zäune miteinander ver- 
bunden. Ein solcher Hof hat zwei bis drei sehr 
niedrige Nebeneingänge, die in den Verbindungs- 
mauern thorartig angebracht sind, und ein oder 
zwei Haupteingänge, die durch ein Wohnhaus 
oder ein Stallgebäude führen. In der Mitte des 
Gehöftes befindet sich eine gemauerte Erhöhung, auf 
der die Fufustößel, Schüsseln und vieles Andere seinen 
Plaß findct. An den beiden Längsseiten steht der 
primitive Lehmherd oder es liegen an seiner Stelle 
drei Steine, zwischen denen gewöhnlich ein lustiges 
Feuer flackert. Dicht daneben hat auch der in keiner 
Negerhaushaltung fehlende Fufumörser Platz gefunden. 
Von Dofoli aus erreichte Mischlich nach etwa 
anderthalb Stunden den reißenden Annefluß, der 
dort 35 m breit und 1 m tief war. In der vollen 
Regenzeit wird der Uebergang unmöglich, und der 
Fluß bildet eine vollständige Schranke zwischen den 
Bewohnern der beiderseitigen Ufer. 
Ein guter Weg führte durch sauber gchaltene 
Korn= und Jamspflanzungen sowie durch Felder von 
Guincakorn, an deren Stelle allmählich wieder die 
Grassteppe mit reichen Beständen von Sheabutter- 
bäumen und Fächerpalmen trat. Schon gegen 11 Uhr 
früh kam der Reisende nach Blitta, dem Knotenpunkt 
der Straßen nach Bedere und den Kotoboliländern. 
Die Anlage des Ortes ist dieselbe wie in Dofoli. 
Blitta zählt etwa 1800 Einwohner und war seit 
der Abreise von Worawora der erste Ort, an dem 
Markt abgehalten wurde. Die Hauptumsatzprodukte 
sind: Salz, Erdnüsse, Tomaten, Guineakorn, Shea- 
butter, Landesseife, Tabak, Jams, Bohnen, Hauen 
aus Bassari und hauptsächlich kleine Klöße aus 
Guineakorn, die in Wasser aufgelöst ein beliebtes 
Getränk der Haussas bilden. Daneben wurde auch 
Bier aus Guincakorn in großen Töpfen angeboten. 
Auch gekochtes Hundefleisch war ausgelegt, das ebenso 
gern gekauft wurde wie Schweinefleisch. 
Die Bewohner von Anyange sprechen ihre eigene 
Sprache, die mit Betwuati verwandt sein soll. 
Politisch steht Anyanga unter dem König von 
Gbeschi. 
Das ganze Anyangaländchen bildet eine von 
mehreren Wasseradern durchzogene Baumsavanne, in 
der sich wie Wächter viele einzelne Fächerpalmen 
erheben. Auch an Sheabutterbäumen fehlt es nicht.
        <pb n="451" />
        — 380 — 
Die Bach- oder Flußrinnen sind ununterbrochen von 
Buschwald begleitet, in welchem Raphia= und Oel- 
palmen vorherrschen. Wilde Dattelpalmen kommen 
ebenfalls vereinzelt vor. Denselben Landschafts- 
charakter zelgt auch Gbeschi, das der Missionar nach 
der Ueberschreitung des 40 bis 50 m breiten und 
8 bis 10 Fuß tiefen Monoflusses betrat. Auf der 
linken Seite dieses Flusses, 10 Minuten vom Ufer 
entfernt, liegt Gbeschi, die Hauptstadt gleichen Namens, 
mit etwa 1400 Einwohnern. Der König hätte ge- 
wünscht und sich sehr gefreut, wenn Mischlich so- 
gleich geblieben wäre und eine Schule angefangen 
hätte, nach der die Leute sehnlichst verlangen. Gbeschi 
liegt nur einige Stunden von der Dahomegrenze 
entfernt. 
Von Gbeschi aus schlug die Karawane südliche 
Richtung ein und erreichte nach zwei schwachen 
Stunden abermals den Mono. Beim Uebersetzen 
über den Fluß wurden große Schwierigkeiten bereitet, 
so daß sie an jenem Tage nur bis zu dem am 
anderen Ufer liegenden Kokote kam. 
Da morgens gewöhnlich ein sehr starker Nebel 
auf dem Gras lag und die Pfade an sehr vielen 
Stellen unter Wasser standen und verschlammt waren, 
wurden die Reisenden oft durchnäßt bis auf die Haut. 
Sie waren daher froh, als sic nach einigen Tage- 
märschen in das höher gelegene Akposo kamen. 
Dieses ist die größte Landschaft von Togo bis 
zum 8. Grad nördlicher Breite. Das herrliche Berg- 
land ist reich an ausgedehnten Weideplätzen, auf 
denen Schafe, Ziegen und Rindvieh prächtig gedeihen. 
In den vielen Thalgründen erfreut sich das Auge 
an dem reichen Bestand der herrlichsten Oelpalmen. 
Auch hochstämmige Fächerpalmen sieht man sehr 
häufig. Sauber gehaltene ausgedehnte Jams-, Korn- 
und Wahapflanzungen sind parzellenartig in die 
Buschsavanne eingestreut. Wohlhabend sind die Be- 
wohner von Akposo aber trotzdem nicht, da sie nur 
soviel Zeit und Kraft auf die Bebauung ihrer Felder 
verwenden, als es eben die bittere Nothwendigkeit 
erfordert. Sie arbeiten nur an drei Tagen in der 
Woche, während an den beiden anderen Tagen — 
bei ihnen hat die Woche nur fünf Tage — urbedingt 
Siesta gehalten wird. Weit und breit sind die 
Akposoer als ein streitsüchtiger und räuberischer 
Stamm bekannt. 
Eines gemeinsamen Stammeshauptes kann sich 
Alposo nicht erfreuen. Jeder Ort hat seinen eigenen 
Häupiling, der vollständig frei und unabhängig ist. 
Hier steht, wie in Akebu, das Faustrecht noch in 
voller Blüthe. Die Akposoer sprechen ihre eigene 
Sprache. Tschi wird so gut wic nicht verstanden. 
Atakpame gehörte früher zu Dahome und bildet 
jetzt einen Theil der deutschen Togokolonie. Zur 
Zeit bietet die Hauptstadt einen traurigen Anblick 
dar, da sehr viele Häuser zerstört sind. Wohin man 
blickt, starren einem neben den sehr planlos gebauten 
Gehöften viele von Buschwerk überwucherte Ruinen 
entgegen. 
  
Limonenbäumen siehen in vielen Orten beider Land- 
schaften. In wirthschaftlicher Hinsicht sind im All- 
gemeinen die Atakpamer rühriger, als die Akposoer, 
und es giebt unter ersteren manche wohlhabenden 
Eingeborenen, die neben großen Pflanzungen viele 
Schafe, Ziegen und auch eine kleine Ninderherde 
ihr eigen nennen und oft 30 bis 40 Stlaven be- 
sitzen. Während Akposo von der Kultur so gut wie 
noch ganz unberührt ist, scheint dagegen Atakpame, 
dessen Bewohner mit denen der Küste doch eine ge- 
wisse Fühlung haben, für Annahme europäischer 
Gebräuche schon offener und zugänglicher zu sein. 
Von Atakpame begab sich Mischlich nach Vho 
und von dort ins südwestliche Akposo. Er über- 
schritt den 20 m breiten und zwei Fuß tiefen 
reißenden Amu, erklomm den Rücken der Bergkette 
und befand sich dann wieder auf dem höher gelegenen 
Akposo, das in seinem südöstlichen Theil in die Land- 
schaft Dai übergeht. 
Die kleine Landschaft Dai liegt ganz auf dem 
Rücken des Gebirges. Sie zählt nur vier größere 
Orte und eine Anzahl Weiler und Farmen. 
Wie schon in dem südlichen Akposo waren hier 
in vielen Orten Kautschukhändler. Für eine Last 
Kautschuk (im Werth von 50 bis 60 Mk.), die der 
europäische Kaufmann in Lome an der Küste mit 
80 bis 100 Mk. bezahlt, werden hier nur Lenden- 
tücher im Werth von 15 bis 18 Mk., oder sonstige 
Wauen, hauptsächlich Perlen, im selben Werth ge- 
geben. 
Von Dai aus stieg der Reisende auf einem hals- 
brecherischen Felsenweg fast senkrecht hinab in die 
Ebene und gelangte in die kleine Landschaft Mripe 
und Lolobi. Letztteres ist besonders wichtig wegen 
seiner ausgedehnten Eisenindustrie. Sehr viele 
Schmiede verfertigen hier mit den einfachsten Werk- 
zeugen Hauen, Beile, Angeln und Fingerringe, Arm- 
und Beinspangen. Auch die gefürchteten Fußeisen, 
die noch sehr häusig bei ungehorsamen Sklaven oder 
widerspenstigen Frauen angewendet werden, kommen 
von dorther. 
Wenige Minuten nördlich von Lolobi steigt ein 
bewaldeter Gebirgszug sanft an und zieht sich in 
nördlicher Richtung hin. Die Karawane erklomm 
den Kamm und erreichte in einer schwachen Stunde 
das Dorf Beyika, das schon zu Boem gehört. Auch 
hier gab es, wie an so manchen anderen Orten, 
unter der Bevöllerung mehrere Aussäßzige, die aber 
hier nicht gesondert wohnen. Es darf daher auch 
gar nicht wundernehmen, daß diese schreckliche Krankheit 
mehr und mehr überhand nimmt. Beyika krönt die 
Spitze eines freistehenden Hügels. Die einzelnen 
Häuser sind wie in dem benachbarten Teteman auf 
großen Felsblöcken errichtet, zwischen dieselben hinein- 
gebaut oder kleben wie Schwalbennester an ihnen. 
Auffällig ist ihre sonderbare, an orientalische Woh- 
nungen erinnernde Bauart. Die Wände der vier- 
eckigen, fast qguadratförmigen Häuser sind von Lehm, 
Kokospalmen, Orangen und eine Art von: auf denen das von Balken gestütte, flache, fußdicke
        <pb n="452" />
        Lehmdach ruht. Das Innere des nur durch einen 
schmalen Eingang erhellten Hauses besteht aus einem 
Naum, der Schlafstube und Küche zugleich vorstellt; 
selten ist er in zwei oder gar drei Kammern ab- 
getheilt. An das flache Dach sieht man häufig einc 
mit verschiedenen Einschnitten versehene Holzgabel 
angelehnt, mittelst welcher die Leute auf das Dach 
klettern, um Palmkerne und dergl. zum Trocknen 
auszuschütten. 
Von Boyika aus blieben die Reisenden fast immer 
auf dem Kamm des Gebirges. Zu ihrer Linken 
begleitete sic eine ziemlich hohe massige Gebirgskette. 
Von Beyika über Teteman nach Borada, der Haupt- 
stadt von Bocm, ist es eine gute Tagcreise. 
Boem gehört zu den schönsten und wohlhabendsten 
Landschaften des deutschen Togogebietes. Prächtiger 
Hochwald bedeckt den größten Theil des Landes; 
Bäche und Flüsse durchsurchen es nach allen Nichtungen. 
Verhältnißmäßig gute Pfade verbinden die verschie- 
denen Dörfer; ja im Centrum des Landes ist man 
überrascht von den breiten, sauber gehaltenen Wegen, 
die zum Theil auf beiden Seiten von Abzugsgräben 
begleitet sind. Oelpalmen finden sich überall. Die- 
selben sind eine besondere Zierde der vielen breiten 
Thalgründe, an denen Boem keinen Mangel hat. 
Kultivirt wird dieser herrliche Baum jedoch nicht. 
Kantschuk bergen die ausgedehnten Wälder in großer 
Masse. Viele Händler werden dadurch angezogen, 
so daß schon seit Jahren ein ziemlich reger Verkehr 
mit der Küste bestecht. Natürlich haben sich dadurch 
auch die Bedürfnisse des Volkes gesteigert, und euro- 
päische Waaren finden starken Absatz, so daß man 
erstaunt ist über die Kleidung vieler Eingeborenen. 
Auch auf den Bau der Häuser und deren Einrichtung 
ist dieser Verkehr nicht ohne Einfluß geblieben, und 
es sind an manchen der sauber hergestellten Häuser 
sogar Thüren und Fensterläden angebracht. Selbst 
der bekannte Lehnstuhl bürgert sich immer mehr ein. 
In Betreff der sprachlichen Verhältnisse Boems 
sei noch bemerkt, daß die Hauptsprache Lephana ist, 
das in Aka, Atonko, Guaman, Gyeasekan kese und 
Gyeasekan akura, Teteman, Beyika und Borada ge- 
sprochen wird. Ferner spricht man Tschi in Wora- 
wora fic und Worawora akura, in Tapa, Akposo 
und Asato; dagegen Kephu in Odome und Apafo, 
Santrokofi in Santrokofi. Vom Bowiristamm, der 
kaum 600 Seelen zählt, wird Liwri gesprochen. 
Dieser Stamm ist ein Ableger eines größeren im 
Imern wohnenden Volkes. Dancben verstehen aber 
sehr viele Eingeborene Tschi, das die politische Sprache 
des Landes ist. Kinder, deren Muttersprache Kephn, 
Lephana oder Liwri ist, lernen rasch und gerne Tschi. 
  
Aus Kamernn ist die traurige Nachricht einge- 
troffen, daß am 15. Mai im dortigen Krankenhause 
die Schwester Bertha Biendora des deutschen Frauen- 
vereins für Krankenpflege in den Kolonien verstor- 
en ist. 
  
381 — 
RAus fremden MRolonien. 
Der Außenhandel Britisch-Ostindiens 
im Jabre 1894/95.7) 
Die Artikel, an deren Einfuhr nach Indien auch 
Deutschland sich betheiligt hat oder sich betheiligen 
könnte, sind der Hauptsache nach folgende: 
Stahl und Eisen. In beiden Erzeugnissen 
zeigt die Gesammteinfuhr des vergangenen Jahres 
einen bedentenden Rückgang, und zwar besonders die 
von Eisen, die von 3709 000 engl. Cirn. im Jahre 
1893/94 auf 3250 000 zurückgegangen und hiermit 
niedriger ist als in irgend einem der letzten zehn 
Jahre, während die Einfuhr von Stahl in den ent- 
sprechenden Jahren von 1 039 000 zwar auf 
905 000 engl. Ctr. ebenfalls herabgegangen ist, mit 
letterer Zisser aber immer noch bedeutend höher steht 
als in den vorhergehenden Jahren. Der Grund 
hierfür ist, was das Eisen anbetrifft, nicht sowohl in 
dem nur 1 pEt. betragenden Werthzoll als vielmehr 
darin zu finden, daß die heimische Eisenproduktion 
(in Barakar, Präsidentschaft Madras) eine umfang- 
reichere geworden. *ê*• « » 
Der Rückgang hat die drei Haupteinfuhrländer: 
Großbritannien, Belgien und Deutschland, namentlich 
aber ersteres betrossen. ⅜ 
Ueberhaupt ist die britische Eiseneinfuhr seit dem 
Jahre 1887 beständig zu Gunsten der belgischen und 
deutschen zurückgegangen. Dasselbe ist auch beim 
Stahl, wenn auch in geringerem Maße, der Fall. 
  
  
  
  
  
Zucker. Die Einfuhr, nach Herkunftsländern 
georduet, betrug: 
° 91 1894/95 
Herkunfts- 1890 (05 *# 
länder sengl. Ctr. Rupien engl. Etr. # Nupien 
Mauritiun.1491 995 16 664 017/1752003 19 374 226 
Deutschland 09 195 402 70/4 632 3 451 44: 
China 105 9122 613 50220 25 
Javo 6000275%1 
Singaporc18944415506 81497 1021 855 
Oesterreich- I 
31374369844709393250 
thkoßlskitamsien2812023432357 5852 81 828 
Zus.einschl. der 
Einfuhr von 
anb Ländern2 931 901 33 998 8612 490 611 28 752 970 
  
Die Tabelle zeigt, daß die Einfuhr aus Groß- 
britannien so gut wie ganz aufgehört hat, und daß 
Europa mit seinem Rübenzucker in der Konkurrenz 
mit dem Rohrzucker aus Mauritius, China, Java- 
und den Straits Settlements keine Fortschritte macht. 
Von der 2½ Millionen engl. Ctr. betragenden Ge- 
sammteinfuhr entfallen 1/4 Millionen allein auf 
Mauritius. Die deutsche Einfuhr, obwohl im Ver- 
gleich zu der von 1890/91 stark zurückgegangen, 
scheint auf einer gesunden Grundlage zu beruhen, da 
*) Aus dem Deutschen Handels-Archiv 1896, S. 200 ff.
        <pb n="453" />
        — 382 — 
sie sich in den letzten vier Jahren auf ungefähr der- 
selben Höhe erhalten hat. Im laufenden Jahre je- 
doch scheint die deutsche Einfuhr, dank den niedrigen 
Frachtraten der Hansa= und der Hamburg— Kalkutta- 
Linie, eine umfangreichere werden zu sollen. 
Salz. Die Einfuhr war im vergangenen Jahre, 
dank den niedrigen Frachtsätzen (manche Schiffe brach- 
ten sogar Salz als Ballast), eine sehr bedeutende, 
wic aus folgenden Zahlen ersichtlich ist. 
Es wurden eingeführt: 
189001 395 243 engl. Tonnen 
1891/92 373 953 - 
1892/93. 360 042 - 
1893/94. 412 876 - 
1894X95.508375- - 
Einfuhrhäfen sind ausschließlich Kalkutta und 
Rangoon, da nur in Bengalen und Burma das in- 
ländische Salz wegen der hohen Eisenbahnfrachten 
nicht konkurrenzfähig ist. 
Getränke. a) Malzhaltige Getränke. In 
den letzten zwei Jahren ist die Gesammteinfuhr nach 
Indien zu Gunsten der inländischen Produktion stetig 
gefallen, wie nachstehende Tabelle veranschaulicht: 
Es wurden In Indien wurden 
gebraut: 
eingeführt: 
Jahr Gallonen Gallonen 
1890/91 . 2 785 574 5 192 572 
189110902 2973943 4 745 803 
1892/93. 3 052 894 4 831 127 
1893/94 2 787 672 5532725 
1894/95 2514 041 6 121 905 
Das inländische Bier wird hauptsächlich von den 
britischen Truppen genossen. Die Intendanturen, die 
feste Kontrakte mit den indischen Brauereien zu haben 
pflegen, kauften im Berichtsjahre allein 3 267 000 
Gallonen. Der Ausfall in der Einfuhr betrifft 
Großbritannien und Oesterreich, während die deutsche 
Einfuhr Fortschritte gemacht hat. Es wurde an Bier 
aller Art eingeführt: 
  
Herkunfts- 1890 91 1894-·95 
länder „ 
Gallonen Rupien Gallouen Rupien 
  
l 
3 956 0602301 982 33 
Großbritannten 670 311 353½ 32 428 
198 0665 595006 
  
Deutschland ?1 572 
Oesterreich= 
Ungarn 2831 6615 1 211 3 464 
Belgien 4880 10 886 10 510 26 724 
Das zur Einfuhr gelangende deutsche Bier ent- 
stammt namentlich Bremer Brauereien und ist nach 
Pilsener Art gebraut. Sogenanntes Münchener Bier 
kommt fast gar nicht auf den indischen Markt, ebenso 
wenig das dänische Bier, obgleich es zur Ausfuhr 
sehr geeignet und in Ostasien und Südamerika viel 
verbraucht wird. Das unter der Bezeichnung als 
bahiche Bier eingeführte dürfte deutschen Ursprungs 
ein. 
p) Spirituosen. Auch im vergangenen Jahre 
ist eine Zunahme in der Einfuhr zu verzeichnen ge- 
  
wesen, wenn auch die der Jahre 1888 und 1889 
noch nicht wieder erreicht worden ist. Es wurden 
eingeführt: 
1888/89 1 119 367 Gallonen 
1889/900 1 100 410 - 
1890001 1 055 984 - 
189192 1 010 247 - 
1892/03 1057 347 - 
1893/94 1 067 373 - 
1894/95 1 093 115 
Von den beliebtesten Spirituosen, Whisky und 
Brandy, ist die Einfuhr des letzteren zu Gunsten der 
Whiskyeinfuhr gleich wie in vorhergehenden Jahren 
zurückgegangen. Die Einfuhr von Whisky betrug im 
letzten Jahre 466 454 Gallonen, die von Brandy 
240 010 Gallonen. Die Einfuhr, nach Herkunfts- 
ländern geordnet, giebt folgendes Bild: 
  
1894/95 
  
Herkunfts- 1890|91 
länder Gallonen NupienGallonen Rupien 
Großbritannlen 679 582 5 128 521212 750 5 130 155 
Frankreich33884 161122270 1079 391 
Deutschlandä 492 214 55658 360 703 
elgien.21390 85380 1 059 116 981 
Niederlande 6296 16 276 22 926 66 865 
Wein. Die Einfuhr betrug 359 852 Gallonen 
im Werthe von 3 319 582 Rupien und war geringer 
als im Jahre vorher. 
Die hauptsächlichsten Einfuhrländer waren: 
  
Großbritannien mit 185 689 Gall. i. W. v. 2 111 874 Rup. 
Frankreich 7791 „„ 562 351 
Belgien - 761 „ 15935 
Spanien *: 12343 107655 
Italien 139366 62 479 
Deutschland - 6974 41 649 
Zur deutschen Einfuhr, die sich im Jahre 1893/94 
auf 9291 Gallonen im Werthe von 41 694 Rupien 
stellte, dürfte aber die aus Belgien, die, bedeutend 
höher als in irgend einem anderen Jahre, 7611 
Gallonen im Werthe von 159 357 NRupien betrug 
und zur Hälfte aus Champagner bestand, hinzu- 
zurechnen sein. Für die Champagnerfabriken am 
Rhein ist eben Antwerpen der günstigste Verschiffungs- 
hafen, und belgischer Champagner kommt wohl nicht 
in den Handel. Es dürfte demnach dic deutsche 
Champagnereinfuhr, — abgesehen von der iber 
England gehenden, die nicht zu berechnen ist — 
4470 Gallonen im Werthe von 131 039 Rupien 
gegen 3948 Gallonen im Werthe von 109 059 
Rupien im Jahre 1893/94 betragen haben. 
Die Champagnereinfuhr aus Frankreich betrug 
6104 Gallonen im Werthe von 151 756 Rupien, 
d. h. 677 Gallonen oder 40 518 Rupien mehr als 
im Jahre vorher. Hierzu kommt der größte Theil 
der über England im Werthe von 717 415 Rupien 
bezogenen 23 674 Gallonen. 
Die Gesammt-Champagnereinfuhr ist gegen früher 
etwas zurückgegangen.
        <pb n="454" />
        Lebensmittel. Butter. Die Einfuhr, die 
301 997 engl. Pfd. im Werthe von 352 433 Rupien 
betrug, scheint keinen Aufschwung zu nehmen. Der 
Grund hierfür dürfte in den überall in Indien nen 
entstehenden Meiereien zu finden sein, die recht gute 
Produkte liefern. Eine Meierei in Bombay hat so- 
gar neuerdings die Herstellung konservirter Butter 
in Blechbüchsen mit Erfolg versucht. Eingeführt 
wurden aus: 4 
engl. Pfd. Rupien 
Großbritannin 215 702 im Werthe von 260 398 
Deutschland . . .. . ... 31 952 - é* 36 990 
Australlken 18 981 18 806 
Italien (und der Schweiz) 15 301 15 344 
Dänemark .. 5386 - - 7283 
Frankreich. . . . . . . .. 5367 - 4005 
  
Die englische, italienische und französische Einfuhr 
ist in den letzten Jahren zurückgegangen, die belgische, 
die im Jahre vorher noch 5853 engl. Pfd. betrug, 
hat ganz aufgehört. Einen Aufschwung hat nur die 
deutsche Einfuhr (+ 19 028 engl. Pfd.) sowie nament- 
lich die australische (+ 8673 engl. Pfd.) genommen. 
Käse. Dagegen ist die Einfuhr von Käse, die 
im vergangenen Jahre einen Werth von 664 615 
Rupien darstellte, in Zunahme begriffen. Der Haupt- 
antheil hieran fällt wiederum Großbritannien zu, 
wie folgende Tabelle zeigt: 
  
Es wurden eingeführt 1894/95 aus engl. Pid. Nupien 
  
Großbritannien 791 540 10 
den Niederlanden. 36 719 24 152 
Australien. 27 701 19 563 
Italen 19 065 13 125 
Deutschland 3576 2224 
In der italienischen und vielleicht auch franzö- 
sischen Einfuhr ist die schweizerische mit einbegriffen. 
Großbritannien wird voraussichtlich auch fernerhin 
diesen Markt allein beherrschen, da nur englische 
Käsesorken dem indischen Geschmack entsprechen. 
Speck und Schinken. Auch hier fällt fast die 
gesammte 969 927 engl. Pfd. betragende Einfuhr 
Großbritannien zu. Der Umstand, daß namentlich 
auch aus Nordamerika keine Einfuhr stattfindet, ist 
ein Beweis dafür, daß auf dem indischen Markt nur 
für Primawaare Absatz zu finden ist. 
Konserven. Konservirte Gemüse-, Fisch= und 
Fleischsorten, die in den indischen Haushaltungen eine 
große Rolle spielen, wurden im Werthe von 5749547 
Rupien eingeführt. Hiervon entfallen auf: 
Großbritannien 5 280 547 Rupien 
Frankreich 212763 
Deutschland 91 5800 = 
Italien . 53 531 = 
Australlen 54 624 
Obwohl die deutsche Einfuhr sich in den leßten 
Jahren bedeutend gehoben hat — 1890 betrug sie 
nur 16 000 Rupien —, so dürfte es doch für deutsche 
Konservenfabriken eempfehlenswerth sein, dem indischen 
Markte größere Aufmerksamkeit zu schenken. Die 
383 
  
deutschen Konserven finden allgemein den größten 
Beifall, auch besteht in Kalkutta bereits eine Nieder- 
lage deutscher Konserven. Für den Versand ist der 
schnellste Weg, das ist der über England, zu wählen, 
namentlich ist von einer Verschiffung auf einem Nord- 
deutschen Lloyddampfschiff abzurathen, da die Waaren 
in Kolombo umgeladen werden müssen und häufig 
durch längeres Liegen dort in der Hitze dem Ver- 
derben ausgesetzt sind. 
Maschinen (mit Ausnahme von Eisenbahn= 
material). Es wurden eingeführt: 
1890%1 für 2 063 863 Rupien 
1891/92 = 2 111 506 
1892,93 2 395 103 
1894 2 518 08= 
18394/%5 2442 433 
Nach Herkunftsländern georduet, giebt die Einfuhr 
folgendes Bild: 
  
  
  
  
  
1890/91 1894/95 
Herkunftsländer 
Werth: Rupien 
Broßbritannie 20 459 458 4 115 916 
Lepftritannten 40 815 92 908 
Deuischland. . .. 51 864 52 979 
Oesterreich-Ungarn 35 500 50 938 
Frankreich .. 3372 33 956 
Nordamerika 15797 25387 
An der Einfuhr von Eisenbahnmaterial, die 
die außergewöhnliche Höhe von 15 569 670 Rupien 
erreicht hat, ist außer Großbritannien nur Belgien 
und zwar mit der geringfügigen Summe von 
57 100 Rupien betheiligt. 
Chemikalien wurden im Werthe von 4123 261 
Rupien gegen 3 571520 Rupien im Jahre vorher 
eingeführt. Als Einfuhrländer kommen neben Groß= 
britannien nur Deutschland und in geringem Umfange 
Italien (mit Schwefel), Belgien und Oesterreich- 
Ungarn in Betracht. 4 
Da bei dem Aufschwung, den die inbische Industrie 
nimmt, die Nachfrage nach Chemikalien, — allein 
für Papierfabrikation wurden solche im Werthe von 
884 970 Rupien eingeführt — sich voraussichtlich 
mit jedem Jahre steigern wird, so ist eine Beachtung 
des indischen Marktes den deutschen Fabriken beson- 
ders zu einpfehlen. 
Ein Gleiches ist mit Apothekerwaaren der 
Fall, deren Einfuhr den Werth von 5 182 094 
Rupien erreichte. 
Cigarren. Bei einer Gesammteinfuhr von 
121 358 engl. Pfd. im Werthe von 404 368 Rupien 
ist die deutsche Einfuhr von 12 561 Rupien im 
Jahre 1890 auf 32 608 Rupien im vergangenen 
Jahre gestiegen. Eine weitere Zunahme ist zu er- 
warten, da die Cigarren „made in German)"“ 
(Hamburg) sich in Indien wegen ihrer Billigkeit, 
Milde und ihres gefälligen Aussehens einer täglich 
wachsenden Beliebtheit erfreuen.
        <pb n="455" />
        — 384 
Farbstoffe. Namentlich für Alizarin und da- 
neben für Anilinfarbstoffe, die zum Färben der in 
Nordwestindien üblichen bunten Stoffe fast aus- 
schließlich über Bombay und Kurachi eingeführt 
werden, ist die Nachfrage eine mit jedem Jahrc zu- 
–— 
nicht zu leiden gehabt; im Gegentheil zeigt sie eine 
stetige Zunahme. Aber auch hier tritt ihr die öster- 
reichische Konkurrenz, wenn auch mit weniger Erfolg 
wie bei der Baumwolle, entgegen, wie nachstehende 
Tabelle zeigt. Es wurden eingeführt: 
  
  
  
  
  
nehmende. — — — — 
Indigo wurde im Werthe von 418 418 Rupien 1890/91 1894/95 
ausschließlich aus Großbritannien, Safran im Werthe Herkunftsländer — — 
von 369 640 Rupien ausschließlich aus Frankreich Werth: Nupien 
nach Indien eingeführt. 
Erzengnisse der Textilindustrie Baum= Großöritannien 13 613 445 380 995 
wollengarne. Die Konkurrenz der indischen In= Deutschland 2240 412 3 406 348 
dustrie bewirkt eine von Jahr zu Jahr sich steigernde Oesterreich-Ungarn 2 600| 2070 677 
Abnahme der Einfuhr, die mit 41 483 000 engl. Pfd. Feanech --- 232 Zgg kgg ågg 
inthrthevon28512542Rnpiengeringcrwar Zusamme -.· t 
„ . · Cre mit Aus- sammen einschl. der Ein- . · 
als in irgend einem der letzten zehn Jahre mit Aus fuhr von and. Ländern 18 182 126|1 15 416 390 
nahme der Einfuhr des Jahres 1892/93. In grauem 
Garn werden hauptsächlich die Nummern 30 bis 40, 
dagegen in buntem Garn hauptsächlich die Nummern 
25 und darunter eingeführt. 
wie folgende Tabelle zeigt. 
Es wurden eingeführt: 
  
  
Unter dem Rückgang 
dieser Einfuhr haben alle Herkunftsländer zu leiden, 
  
  
  
  
Genau dasselbe gilt von: 
Seidengarnen und Geweben, deren Einfuhr- 
werth von 18 Millionen im Jahre 1892/93 und 
1893/94 auf 12774 200 Rupien im vergangenen 
Jahre zurückgegangen ist. Nur ist hier der Rückgang 
in der britischen und auch französischen und die Zu- 
nahme in der österreichischen und auch belgischen 
  
  
  
  
  
  
l 
l 
, , infuhr noch auffälliger, wie nachstehende Tabelle 
1890/91 1894/95 u . . « 
Herkunftsländer ( geigt. Die Einfuhr betrug: 
Werth: Rupien — 
1 1890/91 1894/95 
Großbritannien 36 812 42327 3 355 Herkunftsländer ----,. , 
Oesterreich-Ungarn 373 546 6 .. — 
Vckgxeik,.g.... 113576136329 Berth: Rupien 
i . .M. — 44588 89599 Gina ... 42994525474654 
usammen einschl. der Ein- » Großbritannien 6234 347 3u090 918 
fuhr von and. Ländern 37683 6244 28 512 5422 Frankreich 1 981 018 1575 210 
Die für Deutschland angegebenen Zahlen geben Spkerreich-Ungar 1428 464 
kein annähernd richtiges Bild von der deutschen Ein- Belg nee 19338 ** 
fuhr, da ein großer Theil derselben sich mit dem Deutschland 109 256 286 962 
Umweg über England (vielleicht auch Triest) vollzieht. Wegypten Uemenis 055 212 083 
Baumwollengewebe. Dem Werthe nach be- Inan Settlements * 5605 105 41 
trug diese Einfuhr: 5 Zusammen eins # 
· » schl. der Ein- 
1892/93. 229 420 150 Rupien fuhr von and. Ländern 13 863 640 12774 196 
  
Die deutsche Einfuhr ist zwar mehr als doppelt 
so groß wie im Jahre 1890/91, aber die von ihr 
gemachten Fortschritte sind mit denen, die die öster- 
  
  
1893/94. 292 685 200 
1894/95. 298 223740 
Hiervon entfielen auf: 
1890/91 1894/95 
Herkunftsländer — ——- 
Werth: Rupien 
Großbritannien 268 551 974292 678 881 
Oesterreich 482 630 1 975 844 
die Niederlande 30 183 795394 
Nordamerika 537 816 542 760 
Deutschland. 372 910 482 998 
Belgien 205 06 291 771 
Italien 870 195 172328 
  
Wollengewebe. Die Gesammteinfuhr blieb mit 
15 416 390 Rupien hinter der der letzten fünf Jahre 
um je 2 bis 3 Millionen auf Kosten der britischen 
Einfuhr zurück. Die deutsche Einfuhr hat hierunter 
reichische, belgische, ägyptische und japanische Industrie 
auf diesem Gebiete zu verzeichnen hat, gar nicht zu 
vergleichen. Da die deutsche Seidenmanufaktur= 
Industrie der der letztgenannten Länder mindestens 
ebenbürtig ist, so ist nur anzunehmen, daß sie dem 
indischen Markte nicht die ersorderliche Beachtung 
und Thätigkeit widmet. 
Glaswaaren. Die Gesammteinfuhr betrug: 
1890/91 6502 360 Rupien 
1891/92 7 282030 — 
1892/93 6 708 040 -- 
1893/94 7 884 800 
1894/95 6 199960 
Der Rückgang in dieser Einfuhr ist nicht recht 
erklärlich. Es wäre indeß irrig, ihn der inländischen
        <pb n="456" />
        Konkurrenz zuzuschreiben, da bis jetzt in Indien nur 
eine einzige Glasfabrik besteht (in Kalkutta), deren 
Produktion noch dazu eine geringe ist. 
Der Antheil Deutschlands an dieser Einfuhr ist 
ein keineswegs geringer, wie sich aus folgender Ta- 
belle ergiebt. Es wurden eingeführt: 
  
1890/91 1894/95 
  
  
  
  
Herkunftsländer 
Werth: Rupien 
Großbritannien. 2347 159 1 768 021 
elgien 3 035 1 049 547 
ina 1214 715 993 236 
Oesterreich-Ungarn 613 336 934 609 
Deutschland 224 003 629 283 
Frankreich 417732 414 938 
Italien 524 303 356 467 
Porzellanwaaren und Steingut. An der 
Einfuhr waren hauptsächlich betheiligt: 
1890/91 1894/95 
Herkunftsländer l . ,- 
Werth: Rupien 
Großbritannien. 1 734 815 1225 673 
Oesterreich-Ungarn 202 971 401 969 
Deutschland 31291 66 483 
  
Messerschmiedewaaren. Die Einfuhr betrug: 
1890/91 11 976 140 Rupien 
189192 12 389 940 - 
1892/93 12 177540 - 
1893/94 13 016 900 - 
1894/95 12 838 970 - 
Nächst Großbritannien ist Deutschland der be— 
deutendste Lieferant für Indien, wie aus nachstehen- 
der Tabelle ersichtlich ist. Es wurden eingeführt: 
  
  
  
  
1890/91 1894/95 
Herlunftoländer 1 – 
Werth: Rupien 
Großbritannien. 10 339 15810 156 671 
Deutschland 557 936 964 434 
Oesterreich-Ungarn 460 074 541 738 
Belggen 287 738 482 108 
Nähmaschinen. Nur Deutschland und Nord- 
amerika konkurriren hierin mit Großbritannien. Von 
der Gesammteinfuhr im Werthe von 399 507 Rupien 
entfielen: 
auf Großbritannien 296 883 Rupien, 
-Nordamerika 48 289 
Douutschland 46 511 
Im Jahre vorher, in dem zum ersten Mal dieser 
Artikel in der amtlichen Statistik besonders ausgeführt 
worden ist, war das Verhältniß dasselbe, nur betrug 
damals Deutschlands Antheil 67 781 Rupien. 
  
385 — 
Musikalische Instrumente. Die Einfuhr hat 
sich mit 912 694 Rupien in den letzten fünf Jahren 
auf ungefähr derselben Höhe erhalten. Hauptein- 
fuhrländer sind: 
1890/91 
Werth: Rupien 
1894/95 
  
  
  
  
  
Großbritannien. 729 650 607 588 
Deutschlaod 81 071 135 644 
Oesterreich= Ungarn 87 478 74 656 
Fraakreich ... 0634 66 055 
Zusammen einschl. der Ein- 
fuhr von and. Ländern 941 649 912 694 
  
Die deutsche Einfuhr dürfte aber in Wirklichkeit 
einc bedeutend höhere sein, da es sich hier haupt- 
sächlich um Pianos und Orchestrions handelt, und 
man in indischen Privathäusern und in Läden fast 
ausschließlich deutschen Fabrikaten begegnet. 
Streichhölzer. Die Einfuhr betrug dem Werthe 
nach: 
1890/91 2 827 550 Rupien, 
1891/92 3 316 890 
1892/93 3 589 570 
1893/94 3 751 37. 
1894/95 3 678 400 
Gegen die japanische Konkurrenz vermag nur 
Norwegen mit seinen Phosphor= und Schwefelhölzchen 
sich zu behaupten. Sogar ein in Indien mit der 
Fabrikation von Streichhölzern im vergangenen Jahre 
gemachter Versuch ist trotz der billigen Arbeitskräfte 
mißglückt. 
  
  
  
  
Spielsachen. Haupteinfuhrländer sind: 
1890/91 1894/95 
Werth: Rupien 
Großbritannien. 1 8036 190 1 020 312 
Deutschland 97 806 249 856 
Belgien 143 831 1791004 
Oesterreich= Ungarn 118 498 69 331 
Frankreich -·--- 60 937 47 372 
Zusammen einschl. der Ein- — 
fuhr von and. Ländern) 1500 944 1 672 530 
  
Der Umstand, daß man in europäischen Läden 
Indiens Kinderspielzeug fast ausschließlich deutschen 
Fabrikats antrifft, berechtigt zu der Annahme, daß 
die deutsche Einfuhr einen weit höheren Betrag dar- 
stellt, als oben angegeben. 
Regenschirme. Dieser dem Eingeborenen so 
unentbehrliche Gebrauchsgegenstand wird, soweit er 
nicht einfachster Natur ist, vom Auslande eingeführt, 
und zwar betrug die Einfuhr im letzten Jahre dem 
Werthe nach 3 463 310 Rupien gegen 4¼ Millionen 
im Jahre vorher. Haupteinfuhrländer sind: China, 
Großbritannien, Ceylon, die Straits Settlements und 
Japan. Die deutsche Einfuhr ist nicht neunenswerth 
und betrug nur 6750 Rupien.
        <pb n="457" />
        Papier. 
386 
Die Konkurrenz der in Zunahme be 
griffenen indischen Industrie fängt an sich fühlbar an der er Einshr ist aus solgender Tabelle ersichtlich: 
zu machen, wie folgende, die Einfuhr der letzten fünf 
Jahre wiedergebende Tabelle zeigt. Es betrug die 
Einfuhr: 1890/91 4314 360 Rupien, 
  
  
1891/92 4703 390 - 
1892/93 4 360 980 - 
1503/4 . 4942 080 O 
894/95 34075 240 - 
An ei Einfuhr betheiligten sich: 
13890/91 1894/95 
Herkunstsländer — 
Werth- Rupien 
Großbrilannien. 2487 635 1 821 064 
Ossterreich- - Ungarn .. 1200017 929 979 
Deutschlan 214740 333 913 
Belgien. 167 108 222 732 
  
Da der Rückgang alle aufgeführten Länder gleich- 
mäßig betrifft, so ist seine Ursache wohl mehr in den 
Verhältnissen des indischen Marktes als in denen 
der Produktionsländer zu suchen. 
Möbel. Mit Hülfe geeigneter Vertreter in 
Indien könnten deutsche Häuser größere Bestellungen 
seitens indischer Radjas erlangen als bisher; Kata- 
loge allein genügen hierzu nicht. Die Einfuhr der 
letzten fünf Jahre, nach Herkunftsländern geordnet, 
zeigt folgendes Bild: 
  
  
  
162001 us 
Herkunftsländer . W 
Verth: Nupien 
Großbritannien. 604228 492 449 
Deutschland . 114 470 137 669 
Oesterreich= üngarn . 67 493 54 644 
Zusammen einschl. der Ein- 
fuhr von and. Ländern 914 148 890 239 
  
Schreibmaterialien (mit Ausschluß von Papier). 
Die letzten fünf Jahre weisen eine stetig steigende 
Einfuhr auf. Eingeführt wurde: 
1890/91 für 2 238 740 Rupien, 
1891192 2 455 670 = 
1892/193 = 2 620 420 
1893/94 2677710 
1894/95 = 2 895 250 
Neben Großbritannien sind Oesterreich= Ungarn 
und Deutschland die Haupteinfuhrländer. 
  
  
  
  
alerfarben. Es wurden eingeführt: 
%0 1824/95 
Aus: □&amp; JJ 
Werth: Nupien 
Leofbritannien. 1 643 939 1 643 502 
Bel 213 604 245 685 
Hengfong- 253 803 149 721 
Deulschland 73 376 68813 
Zusammen einschl. der Ei 
fuhr von and. Ländern] 2338 150 2227908 
  
32 Deen 
  
1890/91 
  
  
  
  
  
Uhren. Die Betheiligung der einzelnen Länder 
1890/91 1894,95 
Herkunftsländer — — —— 
Werth: Rupien 
Frankreich „(Scweih) 470 438 506 162 
Großbritan 364 977 298 879 
Sleherraich Ungarn . 58 219 
Ver. Staaten von Amerika. 133 977 53 006 
Deutschland 8235 4 082 
Zusammen. zun der Eir- 
fuh and. Ländern! 1297320 1009 851 
  
Lichte- Die Einfuhr im Werthe von 1378991 
Rupien ist zwar um 100 000 bis 200 000 Nupien 
niedriger als in den beiden vorhergehenden Jahren, 
scheint aber im Uebrigen in Zunahme begriffen zu 
sein. Bemerkenswerth ist das Anwachsen der bel- 
gischen und französischen Einfuhr, das für die deut- 
schen Industriellen eine Mahnung sein sollte, größere 
Thätigkeit zu entwickeln. Die Einfuhr der letzten 
Jahre gestaltete sich folgendermaßen: 
  
  
  
  
1890/91 189/5 
Herkunftsländer — — — 
Werth. Rupien 
Lrobritannien. .... 832 433 702 537 
Bel- .... 277310 512 170 
Frankreich . . 2834 70590 
Teutschland . . 857 62 169 
Zusammen einschl. der Ei 
fuhr von and. Ländern1114950 1378991 
  
Leder= und Kautschukwaaren, Feuerwerk, 
Seife, Schmucksachen und Wagentheile sind 
noch als Erzeugnisse anzuführen, deren Einfuhr in 
gröszerem Umfange seitens der deutschen Industriellen 
mit Erfolg betrieben werden könnte. 
Ausfuhr. 
An der indischen Ausfuhr war Deutschland mit 
77 236 617 Rupien, das ist mit 7,4 pCt., betheiligt, 
und zwar bezieht es hauptsächlich solgende Artikel: 
Jute. a) Rohe Jute. Deutschland ist nächst 
Großbritannien (Werth der Ausfuhr dorthin 
58 790 918 Rupien) der Hauptabnehmer in diesem 
Artikel, und nur die Vereinigten Staaten von Amerika 
(Werth der Ausfuhr dorthin 11 597 894 Rupien) 
kommen ihm in dieser Hinsicht einigermaßen nahe. 
Es bezog Deutschland: Gesammtauefuhr 
Engl. Ctr. Werth: Nupien Indien 
1890/91. 1 432 872 10 026 491 76 020 102 
189405 2397 977 20739 387 105 759 766 
b) Jutesäcke. Auch hier hat sich die Ausfuhr 
nach Deutschland, entsprechend der zunehmenden Jute- 
industrie in Indien, wesentlich gehoben. Sie betrug: 
Gesammtausfuhr Britisch- Indieng 
Werth: Rupien tück Werth: Rupien 
169 103 98749 416 * 800 216 
1894/95 528 255 143 444 320 31 998 064
        <pb n="458" />
        Doch bleibt diese Ausfuhr hinter der nach Groß- 
britannien, Nord= und Südamerika, Aegypten, dem 
Kap und China weit zurück. 
Rohbaumwolle. Die Ausfuhr nach Deutsch- 
land betrug: 
Engl. Ctr. Werth: Rupien 
1890/91 809 930 22 190 554 
1894/005 691796 17 895 946 
Diese Ausfuhr ist troß des durch die schlechte 
indische Ernte bedingten Rückganges bedentender als 
die nach irgend einem anderen Lande, wie folgende 
Zahlen beweisen. Es wurden im Jahre 1894/95 
ausgeführt nach: 
Werth: Rupien 
Italien 13 832 754 
Japan 12 775 690 
Belgieien 12 118 036 
Oesterreich-Ungarn 10 498 949 
Großbritannien 7 683 722 
Frankreich 7 080 765 
Rußland 2 703 697 
Spanien. 1 046 123 
Zusammen einschl. der Ausfuhr nach 
Dentschland und anderen Ländern 
Ungegerbte Häute und Felle. 
sammtausfuhr betrug dem Werthe nach: 
87 033 559 
Die Ge- 
189000!1 21 605 550 Rupien 
1891,92 23 670 430 - 
1892,93 . 26 381 720 - 
1893/94 25 674 500 
1894005 28 795 760 - 
Die große Ausfuhr des letzten Jahres findet 
ihre Erklärung in der lange andauernden Regen- 
periode des Jahres 1894, der viel Vieh zum Opfer 
fiel. Nächst den Vereinigten Staaten von Amerika 
ist Deutschland der bedeutendste Abnehmer. Erstere 
beziehen ausschließlich kleinere Fälle, letzteres Häute. 
Die Betheiligung der verschiedenen Länder an dieser 
Ausfuhr ergiebt sich aus folgender Zusammen= 
stellung. 
Es bezogen: 
Vereinigte Staaten von Amerika für 8728 750 Rupien 
Deutschland 8 107 922 
Großbritannien 3942 100 
Italien ... 3826322- 
Frankreich-.....-2022659- 
Oesterreich-Ungarn...-1130449- 
Hierzu ist zu bemerken, daß außerdem nach den 
Vereinigten Staaten von Amerika gegerbte Felle im 
Werthe von 8712 814 Rupien und nach Groß- 
britannien gegerbte Häute für 5 823 383 Rupien 
und gegerbte Felle für 20 608 355 Rupien aus- 
geführt worden sind, während Deutschland gegerbte 
Häute und Felle nicht bezogen hat. Hiermit wird 
die oft gehörte Behauptung, die Nachfrage des deutschen 
Marktes nach indischen Häuten und Fellen beruhe 
darauf, daß diese geringster Qualität seien, hinfällig, 
oder aber, sie läßt sich auf Großbritannien und die 
387 
Vereinigten Staaten von Amerika in vich höherem 
Grade anwenden. 
Oelsaaten. Es kommen namentlich Raps, Lein, 
Mohn, Sesam, weniger Erdnüsse, Senf und Rieinns 
für Deutschland in Betracht. Die Gesammtausfuhr 
betrug: 
Werth: Rupien 
1890/91 93 432 520 
1891/92 122 084 580 
1892/93 116 310 150 
1893/94 167 532 510 
1894/95 142 105 200 
Hiervon wurde nach Deutschland ausgeführt: 
1890/01 für 1 934 670 Rupien 
1891/92 6524 735 - 
1892/903 9558 633 - 
189⅜ 44 18 433 6064 
1894/95 13 846 676 
Bedeutend größer ist die Ausfuhr nach: 
Frankreich mit 52 081 080 Rupien 
Großbritannien = 28 758 820 Oü 
Belgteien 18 785 713 O 
Der Rückgang der Ausfuhr im Berichtsjahre ver- 
theilt sich auf alle Länder. 
Indigo. Die Indigoproduktion in Indien 
nimmt mit jedem Jahre an Umfang zu. Ausgeführt 
wurde davon dem Werthe nach: 
1890001 30 731 250 Rupien 
1891/192 32 140 760 - 
1892/93. 41411790 - 
1893/94 411 821 280 - 
1894/05 47 459 150 - 
Die Ausfuhr des letzten Jahres erscheint um so 
bedeutender, als die Preise auf dem Kalkuttamarkt 
außergewöhnlich niedrige waren. Sie gingen bis 
auf 90 Rupien pro Maund (gleich 80 engl. Pfund) 
zurück, während ein solcher von 120 Rupien erst die 
Produktionskosten deckt. Eine Folge hiervon war- 
der finanzielle Zusammenbruch vieler Indigopflapzer, 
sowohl Eingeborener als Engländer. Der Werth- 
ausfall wurde aber durch die außergewöhnlich reiche 
Ernte gedeckt. Das Entgegengesetzte ist in dem 
laufenden Jahre (1895/96) der Fall. Die Ernte 
  
Jahre eine ungewöhnlich große. 
ist eine nur theilweise befriedigende, dafür sind aber 
die jetzt erzielten Preise die höchsten, die bisher er- 
reicht worden sind (245 Rupien pro Mannd). 
Die Ausfuhr nach Deutschland war im letzten 
Sie betrug: 
Werth: Rupien 
1890/91 2 
1891/92 3142 955 
1892/93 1 874 952 
1893/94 4752749 
1894/95 5 057 102 
Eine größere Ausfuhr haben aufzuweisen nur: 
Großbritannien mit 14 801 951 Nupien 
Nordamerika - 7 199 154 -
        <pb n="459" />
        388 
Nach Deutschland kommen: 
Frankrcich mit 4 850 393 Rupien 
Oesterreich-Ungarn = 3 991 275 " 
Aegypten 3771 509 
u. s. w. 
Gerb= und Farbstoffe (ausgenommen Indigo). 
Deutscherseits wurden solche eingeführt im Werthe von: 
1890/91 250 380 Rupien 
1891.92 468 668 O 
1892/93 432 184 - 
1893/94 426 098 - 
1894. 95 776226 - 
bei einer Gesammtausfuhr von 8 644 903 Rupien 
im Berichtsjahre. Fast die ganze Ausfuhr nach 
Deutschland setzt sich aus den bei den deutschen 
Gerbern in Aufnahme gekommenen Myrobalanen 
zusammen. Die bedeutendsten Abnehmer außer 
Deutschland sind: 
Großbritannien mit 4 935 426 Rupien 
Nordamerikaoa 607 203 - 
Frankreich -3387377 — 
Belgien 395 927 
Oesterreich-Ungarn = 304 865 
Rußland 148 904 - 
die Niederlande 120 393 - 
Reis. Die Ausfuhr, die hauptsächlich von Birma 
(von der indischen Gesammtausfuhr von 33722 000 
engl. Ctr. entfallen auf Birma allein 22 781 090) 
und in zweiter Linic von Bengalen (Ausfuhr: 
7 916 000 engl. Ctr., die aber durch eine Einfuhr 
von 7 000 000 engl. Ctr. aus Birma wieder gedeckt 
werden) ausgeht, war im Berichtsjahre dem Werthe 
nach größer als in allen vorhergehenden Jahren, 
wie folgende Tabelle zeigt. 
Es wurden ausgeführt: 
Tausend engl. Ctr. Werth: Rupien 
1885/86 27 814 91 671 890 
1890/91 34 474 127 736 280 
1894/95 33722 136 920 950 
Die Betheiligung der hauptsächlichsten Länder an 
dieser Ausfuhr geht aus nachstehender Tabelle hervor: 
  
  
1890/91 1894/95 
Ausfuhrländer 2 
engl. Centner 
Aegypten. . 970000010140000 
Großbritannien 4299000 681 000 
Straits Seltlemento 651 000 4 008 000 
Ceyllo J3110 4346 000 
Mauritiuo, Neunion, Ost- 
afrika und Kapkolonie586 000 3u050 000 
Südameriia 1 968 000 3 483 000 
Arabien 1240 000 1 186 000 
Deutschland 310 000 754 000 
  
Von den Ländern des europäischen Festlandes ist 
also Deutschland der einzige bedeutende Importeur 
von Reis, und die Ausfuhr dorthin, die bel anderen 
Ländern großen Schwankungen unterworfen ist, hat 
sast mit jedem Jahre beträchtlich zugenommen. 
  
  
  
Mit dem birmesischen Reis konkurrirt auf dem 
chinesischen Markte, dann aber auch in den Straits 
Settlements und Europa, der Reis von Saigon und 
Bangkok. 
Die Verschiffung aus diesen Häfen betrug im 
Jahre 1894 20¼ Million engl. Ctr. Die Kon- 
kurrenz seitens Saigons hat etwas nachgelassen, seit- 
dem sowohl die dortige Steuer auf Reisfelder als 
auch der Ausfuhrzoll erhöht worden sind. 
Weizen. Seit 1891 ist die Ausfuhr stetig ge- 
fallen, aber in keinem Jahrc seit 1881 war sie so 
gering als in dem vergangenen. Man wird nicht 
sehlgehen, wenn man diese Erscheinung in erster Linie 
der knappen indischen Ernte und der hierdurch ver- 
anlaßten Preissteigerung im Lande selbst, und in 
zweiter Linie den gleichzeitigen überreichen Ernten 
in Nordamerika und Argentinien zuschreibt. Da die 
Ernte des laufenden Jahres in Indien, den amt- 
lichen Erhebungen zufolge, wiederum eine sehr wenig 
gute zu werden verspricht, so wird im Finanzjahre 
1895/96 voraussichtlich keine Aenderung in diesen 
Verhältnissen eintreten. 
Die Ausfuhr von Weizen betrug: 
Engl. Ctr. Werth: Rupien 
1890,91. 14 320 496 60 424 260 
1894005 6887 791 25 652 710 
Abnehmer ist ausschließlich Europa und zwar 
speziell: 
  
1891,92 1894/95 
Tausend engl. Centner 
  
Großbritannien. 12 345 4768 
Belgien 4655 594 
Frankreich 6024 525 
die Niederlande 523 242 
Deutschland 663 216 
Italien 1u069 .- 
Aegypten. 4850 440 
Aegypten ist hier mitaufzuführen, da der dorthin 
verschiffte Weizen für Europa bestimmt ist. 
Wie bedeutungslos der indische Weizenmarkt für 
den Weltmarkt geworden ist, geht z. B. aus einem 
Vergleich mit dem argentinischen hervor, dessen Aus- 
fuhr im letzten Jahre 32 160 000 engl. Ctr. be- 
tragen und hiermit die höchste Ausfuhr Indiens 
übertroffen hat. Sachverständige behaupten aller- 
dings, daß die gegenwärtige Depression des indischen 
Weizenmarktes nur eine vorübergehende sein und 
eine gute Ernte hierin Wandel schaffen werde. 
Demgegenüber ist aber darauf hinzuweisen, daß die 
Produktion anderer Länder, namentlich die Argen- 
tiniens, in Zunahme begriffen ist, während die 
Indiens, was den bebanten Flächeninhalt betrifft, 
kaum ciner Steigerung fähig ist, auch steigert sich 
der Bedarf Indiens selbst an Weizen mit der rapide 
zunehmenden Bevölkerung in jedem Jahre.
        <pb n="460" />
        Oele, hauptsächlich Ricinus- und Kokos- 
nußöl. Ersteres, ein Prodult der Provinz Bengalen, 
geht fast ausschließlich nach Großbritannien, Australien, 
den Straits Settlements, China, Mauritius und 
Kapland. Das Kokosnußöl wird in Madras ge- 
wonnen und findet seinen Weg hauptsächlich nach 
Europa und Nordamerika. Außerdem führt Indien 
noch: Erdnußöl, Lein-, Senföl, sowie Paraffinwachs 
aus, letzteres ausschließlich aus Birma. 
Die Gesammtausfuhr von Oelen betrug dem 
Werthe nach: 
1890/91 5 637 840 Rupien 
1894.95 7 750 160 - 
Von Kokosnußöl bezogen: 
1890/91 1894/95 
Werth: Rupien 
  
  
  
Nordamerika 227 868 1 029 097 
Großbritannien. 571 812 769 262 
Deutschland 82 470 509 534 
Belgien 15 572 273 586 
Frankreich . 33 015 230 041 
Knochen. Die Gesammtausfuhr betrug: 
Engl. Tonnen Werth: Rupien 
1890/91 62 698 3 394 040 
1894105 790 728 4 785 570 
Die umfangreiche Ausfuhr des letzten Jahres 
steht augenscheinlich mit der von Häuten und Fellen 
in Zusammenhang. Hauptabnehmer sind: 
1890/91 1894/95 
Werth: Nupien 
  
Großbritannien. . 2290 837 3 087 191 
Deutschland 705 393 961 022 
Belgsen . 103 944 279 070 
  
Kaffee. Die Kaffeekultur in Ceylon und Britisch- 
Indien ist im Abnehmen begriffen, da das Auftreten 
verschiedener Kaffeekrankheiten in den letzten Jahren 
die Ernte zu einer höchst unsicheren gemacht hat. 
Wenn trotzdem die Ausfuhr Britisch-Indiens dem 
Werthe nach gestiegen ist, so ist dies allein den 
während der letzten drei Jahre herrschenden hohen 
Kaffcepreisen zuzuschreiben, wie folgende Zahlen 
zeigen. Es betrug die Ausfuhr: D 
Engl. Ctr. Werth: Rupien D 
  
  
  
1890,91 233 451 14 549 850 1 
1894005. 281 297 21 223 730 
Als Abnehmer kommen in Betracht: 
1890/91 1894/95 
Werth: Rupien 
Großbritannien . 669047210420636 
Frankreich 4943 319 6669 732 
Oesterreich-Ungarn 726 432 1330 122 
Deutschland 184 600 1 082 161 
389 
Thee. Die Theekultur Indiens hat einen ganz 
enormen Aufschwung genommen. Dementsprechend 
war die Ausfuhr der Menge und dem Werthe nach 
mit 129 099 000 engl. Ctr. und 75 557 450 Rupien 
höher als in irgend einem vorhergehenden Jahre. 
Hauptabnehmer ist Großbritannien und daneben 
Australien, Persien, die asiatische Türkei, Canada 
und die Vereinigten Staaten von Amerika. Auch 
Deutschlands Antheil an dieser Ausfuhr ist, wenn 
zwar gering, in Zunahme begriffen. Es bezog: 
1890/91 für 14 672 Rupien 
189495 107 144 - 
Lack, besonders Schellack. Die Ausfuhr betrug: 
1890/91 7 814 430 Rupien 
18940055 13 768 500 - 
Indien besitzt das Monopol auf diesem Markte, 
seine durch natürliche Ursachen begrenzte Produktion 
vermag aber die Nachfrage nicht immer voll zu be- 
friedigen. Demzufolge sind die Preise in den letzten 
drei Jahren, besonders aber im Berichtsjahre, außer- 
ordentlich gestiegen. 
Hauptabnehmer sind: 
1890.91 1894/95 
Werth: Rupien 
  
  
Großbritannien. 4360 967 8 006 169 
Nordamerika 2587 168 3666 764 
Deutschland 166 090 1149 175 
Frankreich 321 863 605 504 
Oesterreich= Ungarn 181 013 284 798 
Gummi arabicum und Harze. An der 
685 332 Nupien betragenden Gesammtausfuhr ist 
Deutschland mit 43 490 Rupien betheiligt. Diese 
Ziffer ist doppelt so hoch als die irgend cines anderen 
Jahres. Größere Abnehmer sind nur Großbritannien, 
Frankreich und Belgien. 
Gewürze. Es wurden hiervon dem Werthe 
nach ausgeführt: # 
1890/91 4 550 570 Rupien, 
1894/95 5 163 200 
Für die Ausfuhr nach Deutschland kommen nur 
in Betracht: Pfeffer, Ingwer, Kardamom. Nächst 
Großbritannien ist Deutschland der bedeutendste Ab- 
nehmer indischer Gewürze. Es wurden ausgeführt: 
  
  
1890/91 1894/95 
Nach: . — 
Werth: Rupien 
Großbritannien. 519 829 1 635 494 
Deutschland 127 117 400 325 
Frankreich « 1992875 363 263 
Arden:: 34 351 181 
den Straits Settlementg- 177 467 269 373 
Arabien 197 919 253 635 
Nordamerika 00 205 417 
  
Daneben führt noch Ceylon eine bedeutende 
Menge aus.
        <pb n="461" />
        Holz, namentlich Teakholz. An der Ausfuhr, 
390 
die sich mit 6 381 937 Rupien auf der Höhe der 
letzten fünf Jahre gehalten hat, betheiligt sich Deutsch- 
land nur im geringen Maße, wenn auch die Ausfuhr 
dahin eine Zunahme aufzuweisen hat, wie sich aus 
folgender Tabelle ergiebt. Es wurden ausgeführt: 
  
  
  
  
  
1890/91 1894/95 
Nach: — — — — 
Werth: Rupien 
Großbritannien. 3 411.066 3999 1925 
P— eylon 439018 419 122 
zibraltar 132 978 384 379 
Portugal. — 287 017 
China 362 423 183 413 
Frankreich 211249 174245 
Deutschland 106 569 127 498 
Italen: 11 463 114 206 
Zusammen einschl. der Aus- 
fuhr nach and. Ländern 5219692 6381 937 
  
Verarbeiteter Hanf. Die Ausfuhr repräsen- 
tirte im Jahre 1894/95 einen Werth von 2224 613 
Rupien. Deutschland ist nach Großbritannien der 
bedeutendste Abnehmer, wie folgende Tabelle zeigt. 
Es wurden ausgeführt: 
  
  
  
  
1890/91 1894/95 
Nach: —£ — —.— 
Werth: Rupien 
Großbritannien. 1 586 365 1287 133 
Deutschland 34 827 392 103 
Frankreich 101 40 249 751 
Belgien 33204 148 848 
Kokosnußkerne. Deutschland bezog: 
Gesammtausfuhr Indiens 
Werth: Rupien Werth: Rupien 
18900901 58 705 98 
189192 38 501 360 075 
1892/93 290 467 421 072 
1893/94. 828341 497 790 
1894.95 441 825 1 224 189 
Deutschland ist der bedeutendste Abnehmer In- 
diens geworden, da Großbritannien nur für 437 660 
Rupien und Belgien für 175 127 Nupien bezogen. 
Federn, Horn, Talk und Erzeugnisse der 
Kunsttischlerei sind ferner noch Artikel, die Deutsch- 
  
land, wenn auch in geringem, so doch in immer zu- 
Eingeborenen zur vollen Ausbeutung kommen. 
nehmendem Maße aus Indien bezieht. 
Die indische Ausfuhr nach Deutschland ist im 
Allgemeinen ebenso wie die Einfuhr von dort in der 
Zunahme begriffen, und es bedarf nur einiger An- 
strengungen deutscherseits, um den Antheil am in- 
dischen Markte noch weiter auszudehnen. 
öur euschreckenplage in Cypern 
meldet der dem englischen Parlament vorgelegte 
Bericht vom Februar d. Is., daß die Bekämpfung 
durch Sammeln der Eier und jungen Heuschrecken 
im Jahre 1895 fortgesetzt wurde. Die Sammel- 
periode dauerte vom 14. März bis zum 11. Mei. 
An Eiern wurden 4738 Okes und an Heuschrecken 
29 436 Okes gesammelt und im Ganzen 5900 Pfd. 
Sterl. an Prämien gezahlt. 
FSanstbar. 
Mrr. C. W. Strickland, der Vorsteher der 
Zollverwaltung von Sansibar, ist mit seiner Familie 
im April d. Is. auf Urlaub nach England abgereist. 
Britisch= Ostafrika. 
In Mombas sind 541 Kulis für die Arbeiten 
an der Ugandabahn gelandet worden. Auch die erste 
Lokomotive wurde erwartet. 
Goldküste. 
Nach einer Aeußerung des britischen Gouverneurs 
der Goldküste, welche die „Government Gazctte“ vom 
15. April mittheilt, steht der Häuptling Samory, 
welcher der französischen Regierung am Senegal Jahre 
lang Schwierigkeiten bereitet hat, jetzt in freund- 
lichen Beziehungen zur Verwaltung der Goldküste. 
Er hat ihr Goldstaub gesandt und den Wunsch nach 
Einleitung von Handelsverkehr ausgesprochen. 
Dandel Sierra Leones. 
Die „Sierra Leone Weekly News“ vom 25. April 
bringen den Wortlaut einer Ansprache des dortigen 
Gouverneurs an das legislative Council. Ihr zu- 
folge hat der Handel dieser Kolonie in der Zeit 
von 1881 bis 1885 jährlich einen durchschnittlichen 
Werth von 386 447 Pfd. Sterl., in der Zeit von 
1886 bis 1890 von 333 389 Pfd. Sterl. und in 
der Zeit von 1890 bis 1895 von 435 175 Pfd. 
Sterl. besessen. Der Gouverneur meint, daß gegen- 
wärtig die Bevölkerung der Kolonie nicht sehr zahl- 
reich und an werthvollen einheimischen Produkten 
kein Ueberfluß sei. Das Holz und der Kautschuk 
der dortigen Wälder könnten erst nach Herstellung 
besserer Verkehrsmittel und besserer Schulung der 
HKalomons-Infeln. 
Die englische Regierung hat Herrn C. M. Wood- 
ford zum Residenten für die britischen Salomons- 
Inseln ernannt. Der Genannte weilte Ende April 
noch in Sydney und sollte später an Bord des 
englischen Kriegsschisses „Pylades“ sich auf seinen 
neuen Posten begeben. Der Amtssitz für diesen 
Beamten scheint noch nicht ausgewählt worden zu sein.
        <pb n="462" />
        391 
Die bekannte Rhederei von Burus Philp and 
Company beabsichtigt einen Dampser zur Ver- 
bindung von Queensländer Häfsen mit Neu-Guinca. 
den britischen Salomons-Inseln und vielleicht auch 
mit den deutschen Salomons-Inseln und den Neu- 
Hebriden verkehren zu lassen. 
Lagos. 
Die Einnahmen der Kolonie weisen eine namhafte 
Steigerung gegen das Vorjahr auf. Sie betrugen 
137 017 Pfd. Sterl., um 21 699 Pfd. Sterl. mehr 
als im Jahre 1893. 
auf 124 829 Pfd. Sterl., um 18004 Pfd. Sterl. mehr 
als im Voranschlag berechnet war. 
Die Gesammtaktiva der Kolonic zeigten am 31. 
Dezember 1894 nach Abzug der Passiva einen Be- 
stand von 48 857 Pfd. Sterl. und haben sich seit 
1892 mehr als verdoppctlt. 
Die Schutztruppe, bestehend aus Infanterie und 
Artillerie, setzt sich aus 743 Haussaleuten zusammen, 
die Polizeimannschaft aus 223. Die Kosten hierfür 
beliefen sich auf 24 760 Pfd. Sterl. 
Für öffentliche Banten, insbesondere Beamten 
wohnungen und den Ausbau des Gouverneurhauses, 
wurden insgesammt 35 900 Pfd. Sterl. verausgabt. 
Auf Anlegung von Straßen nach dem Innern und 
Verbesserung der Wasserwege wurden 4900 Pfd. 
Sterl. verwendet. Der Export= und Importhandel 
haben gegen das Vorjahr unbedentend abgenommen 
(vergl. Kol. Bl. S. 255). Der Grund hierfür wird 
darin gefunden, daß das Jahr 1893 durch Beendigung 
Die Ausgaben beliesen sich 
der Feindseligkeiten mit den benachbarten Stämmen 
und den dadurch wieder belebten, lange zurückgehal- 
tenen Güteraustausch ein abnorm günstiges war. 
Im Jahre 1893 liefen 862 Schiffe mit 694840 
Tonnengehalt die Kolonie an, im Jahre 1894 889 
mit 757 701 Tonnengehalt. Von den letzteren waren 
505 mit 560 983 Tonnengehalt engl. Schiffe. 
Unter den Anpflanzungen machen vor allem Kassee, 
Kakao und Kolabäume stetige Fortschritte. 
Das 
Sammeln von Gummi ist in Zunahme begriffen und 
verspricht man sich einen größeren Ausschwung des 
Handels mit diesem Artikel für die Zukunft. 
Die Einwohnerzahl der Jusel Lagos betrug im 
Jahre 1891 33 000 Seelen. Die Einwohnerzahl 
der ganzen Kolonie kann noch nicht zuverlässig an- 
gegeben werden. 
Es wurden im Ganzen 33 Schulen in der 
Kolonie unterhalten, wofür das Gouvernement 
106.1 Pfd. Sterl. beisteuerte. 
Derschiedene Witkheilungen. 
Ueber die Bodenbeschaffenbeit in Kamerun, 
Kenegambien und Ostafrika 
haben Professor Dr. F. Wohltmann aus Bonn 
und Dr. H. Kratz im „Journal für Landwirthschaft“ 
einen interessanten Aussatz veröffentlicht, von dem 
auch Sonderabdrücke hergestellt sind. Prosessor 
Wohltmann hat fünf Bodenproben aus Kamerun, 
drei aus Französisch= Senegambien und 17 aus Deutsch- 
Ostafrika untersucht und kommt auf Grund der 
chemischen Analyse zu dem Ergebniß, daß der Boden 
am Kamerungebirge ein in jeder Hinsicht ganz vor- 
düglicher Plantagenboden ist, der sich namentlich auch 
für den Anbau von Kakno vortrefflich eignet. Sehr 
viel ärmer an Stickstoff, Phosphorsäure und Kalt 
ist nach Professor Wohltmann der Boden in 
Französisch-Senegambien. Die Boden Deutsch- 
Ostafrikas sind untereinander sehr verschieden, können 
aber mit wenigen Ausnahmen dem Kamerunboden 
nicht an die Seite gestellt werden. Namentlich die 
aus dem Versuchsgarten von Dar-es-Saläm ent- 
nommenen Bodenproben haben sich als arm an 
Pflanzennährstoffen erwiesen. 
portugiesische basco da Gamafeier. 
Auf Anregung der geogrophischen Gesellschaft zu 
Lissabon hat die portugiesische Regierung beschlossen, 
in ganz Portugal und besonders der Hauptstadt im 
Jahre 1897 den vierhundertsten Jahrestag der Ab- 
sahrt Vasco da Gamas nach Indien festlich zu 
begehen. Es wird zu dem Zweck im Juli nächsten 
Jahres cine internationale koloniale, ethnographische, 
Fischerei-, Industrie= und Kunstausstellung in Lissabon 
stattfinden. Mit ihr werden Kongresse von Geo- 
graphen, Orientalisten, Amerikanisten, Marinc= und 
Eisenbahnsachverständigen verbunden sein. 
Lage des Elfenbeinmarktes in Antwevpen. 
1894 wurden in Antwerpen 264 500 kg Elfen- 
bein gegen 224 000 im Vorjahre, 77 500 im Jahre 
1890 und 6400 im Jahre 1888 eingeführt. Im 
Laufe der Jahre 1888/94 sind 796 500 kg im 
Werthe von 720 000 Pfd. Sterl. in Antwerpen auf 
den Markt gekommen. 
  
VWVVVIVVVVVVVVVVVVVVVIVVVVVVVVVVT 
Tikterakur-Perzeichnik. 
Die Sammlung gemeinverständlicher wissenschaft- 
licher Vorträge von R. Virchow und W. Watten- 
bach (Hamburger Verlagsanstalt) bietet in der 
10. Serie der neuen Folge mehrere für Kolonial- 
freunde interessante Arbeiten: 
Nr. 222, A. Pahde: Der erste deutsche Afrika= 
sorscher (Hornemann). 
222, O. Lenz: Geld bei Naturvölkern. 
232, W. Krebs: Der Koreakrieg. 
* 234, Th. Marx, England in Indien. 
Der Verlag der Baseler Missionsbuch= 
handlung hat folgende neue, hübsch ausgestattete
        <pb n="463" />
        — 392 — 
und sehr billige empfehlenswerthe Broschüren er— 
scheinen lassen: 
Luise Oehler: Bilder aus Japan. 20 Pfg. 
J. Jaus: Meine Heimreise aus dem Holsiand 
durchs Heilige Land. 20 Psg. Der Kinderraub 
in Karaß oder Tscherkessen und Kolonisten im 
Kankasus. 10 Pfg. 
E. v. Engelhard: Der Herr siehet. 30 Pfg. 
P. Steiner: Saat und Ernte der Baseler Mission 
auf der Goldküste. 30 Pfg. 
E. Dipper: Führer durch die Baseler Missions- 
litteratur. Gratis. 
Constahle's Hand-Atlas ol India. 
Series of sixt) maps and plans prepared 
HKrom ordnancc and other surrex)s under the 
direction of J. G. Bartholomew. West- 
minster 1893. A. Constable and Comp. 
In handlicher Form hat der bekannte große 
Verlag hier ein ganz vorzügliches Nachschlagebuch 
für Indien geliefert. Das ganze riesige Reich wird 
darin in übersichtlichster Weise nach allen Richtungen 
vorgeführt. 20 trotz des gewählten kleinen Formats 
musterhaft deutliche und übersichtliche Blätter bringen 
A new 
die gesammten natürlichen gcographischen Verhältnisse 
Indiens, seine Bevölkerung, seine Sprachen, seine 
Thier-, Pflanzen= und Mineralwelt, die Bahnen und 
Telegraphen, sowie die Vertheilung des Militärs 
dem Beschauer vor Augen. Weitere 15 Blätter be- 
handeln die einzelnen Provinzen, und 24 Blätter 
bieten die Pläne aller wichtigeren Städte Indiens 
und ihrer Umgegend. Da ein ausführliches Inhalts- 
verzeichniß alle auf den Karten verzeichneten Oert- 
lichkeiten leicht zu finden ermöglicht, ist hiermit ein 
Hülfsmittel von hervorragender Güte für den Rei- 
senden und Geographen geboten. 
F. Tschauder: Die deutschen Kolonien. Für die 
Schüler von Lehrerbildungsanstalten. Breslau 
1896. Handel. 
II. A. Bryden: Tales ol South-Alrica. West- 
minster 1896. A. Constable and Co. 
Der als Schilderer der Natur und des Lebens 
in Südafrika schon bekannte Verfasser bietet hier 
elf kürzere Skizzen aus dem Boerenlande. Einzelne 
haben schon bei ihrem ersten Erscheinen in Zeitschriften 
den Beifall der Leser gesunden. 
  
Schiffsbewegungen. 
(Die Zeit vor dem Orte bedeutet die Ankunft, hinter dem Orte die Abfahrt des Schiffes.) 
S. M. S. „Bussard“ Sydney 1/5. — 9),5. Cooktown. .12/5. — Schutzgebieten. (Poststation: Hofpostamt.) 
S. M. S. „Condor“ 5/2. Sansibar. (Poststation: Sansibar.) 
S. M. S. „Falke“ 15/4. Apia. (Poststation: Hofpostamt.) 
S. M. S. „Hyäne“ 12/5. St. Paul de Loanda 12/5. — 20/5. Swakopmund. (Poststation: Kapstadt.) 
S. M. Vermessungsschiff „Möwe“ 8/1. Matupi. (Poststation: Sydney.) 
S. M. S. „Seeadler" 20/2. Kapstadt 30/4. — Swakopmund 20/5. — 25/5. Kapstadt. (Poststation: 
Kapstadt.) 
S. M. S. „Sperber“ 5/5. Kamerun. (Poststation: Kamerun.) 
  
Derkehrs-Machrichten. 
Infolge der Auflösung der Stationen Kisaki und Masinde sind die in diesen Orten eingerichteten 
Postagenturen aufgehoben worden. 
Eintreffen der Post aus den deutschen Schutzgebieten. 
  
  
  
Landungs- Die Kost ist fällig Landungs- Die Post is fällig 
Von hafen Berlin Von hafen in Berlin 
Neapel .. . ams6.“ J Luni. 24. Juli « 
Deutsch-Ostafrita Brindisi. . . am 17. Juni, 15 Juligogebiet. Hamburg . am 10.“ und 25.“ 
Marseille . am 1. Ju, 1 Aug. jedes Monats 
Deutsch-Lüdwestafritas Plymouth unbestimmt Deutsch-Neu-Guinea. Neapel.. Tun — V 
Hamburg am 25.“ jed. Monats 
-Ramern Liverpool am 18. Juni, Marshall· Inseln .. . Marseille .. am 25. Juni, 
16. Juli 8. oder 20. August 
* Fälligkeitstage sür die mit deutschen Schiffen eintreffenden Posten.
        <pb n="464" />
        Nach 
— 393 — 
Postdampfschiffverbindungen nach den deutschen Schutzgebicten. 
vom Ein- 
schissungshafen 
Die Abfahrt erfolgt 
an folgenden Tagen 
Ausschissungshafen. 
Dauer 
der Uebersahrt 
Vriefe müssen aus 
Berlin spätestens 
abgesandt werden 
  
I. Deutsch-Olstafrika. 
2. Deutsch-Lüdweflafrika. 
3. Ramerun. 
4. Togo-Gebiet 
* von Accra bez. Quittah 
mittelst Boten nach Lome 
und Klein-Popo). 
U Neapel 
(beutsche Schiffe) 
Brindisi 
c+uls *s 
“t½ 
Gdranzösische koannsl0 
Southampton 
(englische Schiffe) 
mburg 
ao dao Schifk) 
am 20. Jmi 15. 
| 
Juli 
am 3 20% 19. Juli 
d 
abds. 
am 10. jedes Mts. 
4o ms. 
jeden Sonnabend 
40 ums 
am 31. Juli, 30. Sept. 
nachts 
Tanga 20 Tage 
Dar-es-Saläm 21 Tage 
Sansibar 21 Tage 
Sansibar 18 Tage 
Kapstatt 18 Zes 
von da ale! e auf dem 
Landwege n bz. 
mit nächst. achsegrug 
nach Swalopmun 
Swakopmund 30 Tage 
Jumi 
13., 
ani 19., 22. 
z4 
107 
am 8. jedes Monato 
dis abds. 
jeden Freitag 1133 oms. 
am 31. Juli, 30. Sept. 
720 abds. 
  
5. Deutsch-Neu-Guinea. 
6. Marshall. Inseln. 
Brindisi 
Neapel 
67½ Schiffe) 
- 
  
ossi 
luter Manica) 
  
am 1. Juli, 26. August 
abds. 
am 5. Juli, 30. August 
abds. 
am 5. Juli, 30. August 
abds. 
  
  
  
  
  
riedrich Wilhelms- 
* hafen ae 
Jaluit ekwa 60 Tage 
A Hamb am 10. jedes Monats' Kamerun 24 Tage am . Grdes Monats 
cue, — nachts 
l Liverpool am 8. Juli, 5. August Kamerun 22 Tage an 5 o Z. August 
cennS Schiffe) 15 
am 10. e. naces Klein o 20 Tag 
Hamburg H am 20. jedes M Lome 31 Tage 
(beuische Schiffe) Klei o 33 Tage jed. Mis. 720 
anm Letzten jed. Mts. Klei po od. Accra") 
A Liverpool am 17. Juni, Quittah') oder Klein= am 15., 29. J 
(englische Schiffe) 1., 15., 29. Juli Pop Tage 
  
10 abbs. 
  
Schiffsbewegungen der Woermann-Linie. 
  
  
Reise Lette Nachrichten 
ostdampfer 
Postwampf von i nach bis 12. Juni 1896 
„Adolph Woermann“ Hamburg Swakopmund am 8. Juni in Las Palmas. 
„Aline Woermann“ Ponta Negra amburg am 11. Jumi in Madeira. 
„Anna Woermann“ Hamburg " Kap Palmas am 11. Juni in Sierra Leone. 
„Carl Woermann“ Kotonon . Hamburg am 11. Juni in Acera. 
„Eduard Bohlen“ Hamburg 4 ongo am 6. Juni ab Antwerpen. 
„Ella Woermann“ Kap Palmas Hamburg am 8. Juni in Rufisce. 
„Gertrud Woermann“ Hamburg Ponta Negra am 10. Juni. in Kamerun. 
„Gretchen Bohlen“ Hamburg dotonou am 6 Juni in Conakry. 
„Hedwig Woermann" Hamburg Kotonon am 20. Juni ab Hamburg. 
„Jeannette Woermann". Venguela- Hamburg am 7. Juni in Las Palmas. 
„Kurt Woermann“ Hamburg Loanda am 23. Mai in Accra. 
„Lulu Bohlen“ Hamburg Ponta Negra am 10. Juni ab Hamburg. 
„Marie Woermann“. Hamburg Ponta Negra am 27. Mai in Gabun. 
„Melita Bohlen“"“# Hamburg Lüderitzbucht am 8. Juni Ushant passirt. 
„Professor Woermann“. Loanda am 10. Juni- Ü#sham assirt. 
„Thekla Bohlen“ Swakopmund Hamburg am 3. Juni in Lagos 
Schisfsbewegungen der Deutschen en Oftafrila-Linie E 
l 
  
mbucq—Ostaftita). 
  
  
  
Reichspostdampfer Neise Letzte Nachrichten 
von nach bis 11. Juni 1896 
« 
„Kaiser“. u Hamburg am 11. Juni ab Aden. 
Aerral. « zur 8 m kurg ourg " Durban am 11. Juni an Imuiden. 
„Neichstag“. Hambur irg Durban am 9. Juni ab Suez. 
— . D Durban am 3. Juni an — 
„General“ .. urban Hamburg am 9. Juni ort 
Extradampfer „Europa“ Hamburg i Durban am 11. Juni ab Eltbo. 
am 10., 20. und cLebten 
13., 27. Zid ne. 
am 29. Juni, 3. Juli, 
4. August 
am 3. Juli, 28. August 
10“ abds.
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        391 
  
S##llu Werke der deutschen und ausländischen litteratur., 
  
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Zusenden. 
Verlin SW 12, Kothstraße 68 71, 
  
denanntnachnng. 
J s bei diesem Konsulate ge- 
führte Prokurenregister sind für die 
ossene Handelsgesellschaft 
Wm. O'Swald &amp; Co., 
Hauptniederlassung Hamburg, Zweig- 
niederlassung Zanzibar, folgende Ein- 
tragungen erfolgt: 
Zu laufender Nr. 5: Prolurist 
Kaufmann Heinrich A. S. Schip 
mann hierselbst ist eingetragen euan 
4. Mai 1896. Die Prokura ist er- 
loschen am 1. Mai 1896. 
Unter laufende Nr. 8 ist am 4. Mai 
1896 eingetragen, daß dem Kaufmann 
lo Max Johanneco Oehlerking 
hierselbst Prokura für die hiesige zweig- 
niederlassung mit Wirkung vom 1. Mai 
1896 ab ertheilt worden ist. 
Zanzibar, den 4. Mai 1896. 
Der Kaiserlich veutsche Konful. 
J. V.: 
Pauli. 
Jueckesen, (IIauptm.). Die 
ltaliener in Alriku. Mit einer Ueber- 
sichlskurte. Preis K 1.— 
Verlag von n 8 Aittler Sohn. 
Berlin SWi 
(73) 
  
  
Gekanntmachung. 
In das bei diesem Konsulate ge- 
führle Firmenregister ist für die Firma 
Felix Lion, 
Niederlassung Zanzibar, folgende Ein- 
tragung erfolgt: 
In laufende Nr. 2, Spalte 6, ist 
eingetragen am 4. Mai 1896: 
Die Firma ist erloschen am 2. Mai 
396. 
— 
2* 
Zanzibar, den 4. Mai 1896. 
Der Kaiserlich deutsche Konful. 
J. V.: 
Pauli. 
Deutsche Kolonien. 
Erfahrener Pflanzer, 
welcher 30 Jahre in tropischen Ländern 
thätig gewesen und im Pflanzen und 
Ziehen. von Kolonialwaaren durchaus? 
erfahren ist, sucht zur Gründung einer 
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Gesecht bei Gobabio gegen einen 
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Sekondlientenant in der Kaiserlichen 
Schutztruppe 
herr Otto sampe. 
In ihm verliert der Kaiserliche 
Dienst einen mit den hervorragend- 
sten Charaktereigenschaften auege- 
statteten Offizier. 
Seine ungemeine Pflichttceue 
und seine außergewöhnliche, bis zum 
letzten Alhemzuge bewiesene Tapfer- 
eit vor dem Feinde werden ihn 
uno siets als leuchtendeo Vorbild 
erscheinen lassen. 
Ehre seinem Andenken! 
Im Namen deos 5 Ossizierkorpo 
der Kaiserlichen Schutztruppe für 
Südwestafrika: 
Leutwein, 
Major à In suite der Armee, 
Allerhöchst beauftragt mit den 
Funktionen deo Kommanveuro der 
Schuptruppe.
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Schinz, Deutsch-Südwest- Alrikn. 
Forschungsr. IIIustr. u. Kurte! gehb. 
M. 2 arte allein A. 
Standinger, I28, 
Forschungsr. 
geb. M. 12.— 
Wolll. Dr. W., Von Bunana 
Kiamwo. orschunger. M. 
Al. 4.—, geb. 3l. 5.— 
  
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M. Karte. M. 10, -, 
zum 
Zimmermann, Consul im Ausw. Amt, 
P’reussisch - deutsche Ilandels- 
olitik. Abtenmie. Darstellung. 
Al. 16,—, geb. Jl. 
—.— Peiti#bs in Schlesicn. 
Gewerbe- u. lIlandelspolitik dreier 
Jahrh. 2. Aull. 
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n NW., Meustädtische Kirchst. 15 
(früher Mittelstraße 25), 
Spezial-Geschäft für Tropen-Ausrüstungen, 
eimpfehlen sich inobesondere zur Beschaffung persönlicher Ausrüstungen 
aller Art, für Schiffsreisen und danernden Aufenthate in über- 
seeischen Ländern sowie zur Lieferung aller für Expedition und 
Jagdausflüge in Betracht kommenden Aräfel. 
Sachgemäße Zusammenstellungen auf Grund persönlicher Erfahrungen und 
nach dem Urtheil bekannter Forschungereisenden werden auf Wunsch gern 
angefertigt und dazu Angaben über Ziel, Zweck und ungefähre Dauer der 
Reise erbeten. (2) 
Ed. Sprenger, Berlin SW. 13, „ 
Werkstätten für mathematische und optische Istrumente. 
Ausrisstungen für Forschungsreisende nuch Prof. Dr. Frhr. 
v. Duanckelman. Aufnnhme-Apparate, Instrumente für Orts- 
bestimmungen, Höhenbarometer, Hypsometer, Fernrohre etc. 
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u#n ans dem „Anhr- und Ankunstshuch der freicn und Unnse- 
aack ankrn 150,1•— 
Dauernde Export-Ausstellung 
der Lebensmittel-Industrie. 
Inh. Harder &amp; de Voss, Export-Agentur-Geschäft, 
Hamburg, 36/38 Gr. Burstah 36.36. 
Jur eine llandelsmetropolc wie llumhurg konnte das Bedürlniss 
nuch einem lnstitut herrorrufen. in welchem dem Besueher die Nr- 
Luß nisse von über 100 verschiedenen Fabriken der Getränke- und 
Jahrungsmittcl- Industrie in allen Verpackungen. Spezinlitäten und 
verschiclenen Cualitüren, auls Uebersichtlichste Lcordnet, vorgelührt 
werden. 
Der Grundgedanke des kunzen Unternehmens ist. dic einzelnen 
ausgestellten Artikel in allen P’reislagen vorzuführen, den verschie- 
denen transutlantischen Ländern entsprechend. somit die Lebens- 
mittelbranche nach Jloglichkeit erschapfend, soweit solehe den # xport. 
betr 
Die Ausstellung unterscheidet sich also von ölflentlichen Aus- 
stellungen vornehmlich dadmeh, dass alle ansgestellten Artikel 
exportfãhit nusgemacht sind. dieselbe eine dauernde ist und alle lür 
den Export in Frage kommenden XNeuheiten nach Möglichkeit unfweist. 
Die grosse Reihe von Firmen ersten Ranges. welche zur Ausstellung 
gelangten und im Auslande sich wesenfliche Absalzgebicte eroberten, bürgen 
dem Käufer für die Konkurrenzidhigkeit der Fabrikate im Weltmarkte. Treis- 
listen in fünf Sprachen 
Für die vorüllergenend in Hamburg weilenden Korrespondenten Hamburger 
Exportlirmen, welche Lebensmittel importiren, dürfte die Ausstellung von 
cVganz besonderem Interesse sein. 
Uns „Ilamburger Fremenblalt# vom 16. Mui 1891 schreibt: n 
den- Kreisen der Exporteure tindet die Ausstellung die hochste 
  
  
  
       
   
  
  
  
Anerkennung. 
  
  
   
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Klein, Forst &amp; Bohn Aachf. in Ceisenheim u. Rh.), uch-, Stein- u. Lichtdruel, 
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Aerztlich empfohlen bei Schwäche, 
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mann beobachtete während seines Auf- 
enthalts in Afrika, wie unvorbereitet 
Dereutsche in die Tropen gingen und wie 
wenig sie die Bedingungen des dortigen 
  
A nleitu ng Lebense und Verkehrs kannten und sich 
für den ihnen auzupassen verstanden. Noch wäh 
Gebrauch O I poischene ven geisen siren ,hedh 
von e See, hat er daher diese „Nathschläge und 
zum Schilderungen“ niedergeschrieben, die Allen 
zu Gute kommen sollen, die sich in die 
deutschen Schutzgebiete oder in den dortigen 
Glätten der See. 
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Pnul Langhans. 
Ein Aulus. der sich wie kein an- 
derer je znvor uneingesehränkt an 
hie weitesten Kreise wendet — 
Inatsbürger ist ein Jeder. und 
àur lrheilnahme an den öflentlichen 
Einrichtungen des Reichs zwingt 
sich in unserer Zeit nnuch dem 
Gleichgülligsten nuf. 
Dic schmucken Kartenbilder. die 
eine schier unglaubliche Fülle bis- 
her zerstreuten und schwer zuzüng-- 
lichen Stolles zusammentraken, 
weitlen Vielen längst gewünschte 
Klarheit schullen und Keiner wird 
sic ohne nauchhultigste Anregung 
aus der IIand legen. 
Gothu: Justus Perthes. 
  
  
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WOERMANN- LINIE. 
Am 20. Juni: P. p.„Hedwig Woermann“, Capt. Henneberg, 
nach Marocco, Las Palmas, Teneriffe, Conakry, Liberia, der Gold- 
küste, Togo, whydah und Kotonou. 
Am 30. Juni: P. D. „Ieannette Woermann“, Capt. Heldt, 
nach Teneriffe, Las Palmas, Gorée und den Häfen der Südwestküste Afrikas von Landana 
bis Loanda. 
Am 10. Juli: P. D. „Aline Woermann“, Capt. Jarck, 
nach Madeira, Klein-Popo, Lagos, Kamerun und den Hälen der Südwestküste Alrikas 
bis Ponta Negra. 
Am 15. Juli: PF. D. „Ella Woermann“, Cant. 
nach Marocco, Las Palmas, Teneriffe, Gorée, Dakar, Rufisque, Bissaoc, Bolama, 
Sierra Lecne, Sherbro und Liberia. 
Nach Deutsch- Südwestafrika: am 31. Juli, 30. Septbr., 30. Novybr. 
Adote Güter müssen cum Tuge vor dem 459any#dutien bis I2 UhInr mictaps Idnosseite sein. 
Näheres wegen Fracht und Passage ertheilt in Hamburg die Woermann- Linie, sowie der Schifflsmakler 
August Bolten, Wm. Miller’s Nachfolger, Admiralitststrasse 33/34, und wegen Deutsch-Südwestafrika die 
Herren L. F. Mathies &amp; Co., Grimm 27. 12 
* Deutsche O]st. Afrika- Linie. 
Vermehrte Fahrten. Dreiwöchentlicher Betrieb. 
Regelmässige Postdampfer - Verbindung 
unter Vertrag mit dem Deutschen Reiche 
zwischen 
Hamburg, Ostafrika und Transvaal 
Amsterdam, Lissabon und Neunpel anlaufend. 
Die nächsten lahrplanmässigen Expeditionen finden statt: 
  
  
E. P. D. „-BUNDESRATH“, Capt. Doherr 1. Juli 1896 ab Hamburg (It. Fahrplan) 
Doppelschraubendampfer „HERZOG“, Capt. v. sensel 22. Juli 1896 ab Hamburg 
R. pVNERAI“, Capt. Asthansen- 2. August 1896 ab Humburg (lt. Fahrplan) 
R. P. D. „KAISER“, Capt. Stahl 2. Septbr. „ ahl Hamburg " 
nach Tanga, Dar-es-Salám, Sansibar, Mozambique, Beira, Delagoa-Bai und Natal. 
Diese Dampfer nehmen auch Passagiere und Waaren nach 
Bagamoyo, Saadani, Pangani, Kilwa, Ibo, Lindi, Quelimane, Chinde, Lamu und 
Mombassa. 
Ferner Extradampfer ab Hamburg 1#8 Kap der Aichen Monse: direkt nach 
Ieerban, Deicqoc-Bai, Moscnebidk#c. 
Nächste Expedition: 
Die Dampfer Fhaben vosnplsche! n vcnenngen a#r Fssahiene in allen Liassen. 
Ferner zwischen Ostafrika und Bombay regelmässig alle drei Wochen im Anschluss 
an die Hauptdampler. 
Näheres ertheilt in Hamburg: Cv) 
wegen Fracht der Schiffzmakler August Bolten, Wm. Miller's Nachfolge 
Ber. 
wegen Passage die Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Aktien- Gesellschaft, 
sowie wegen Fracht und Passage die 
  
Deutsche Ost-Afrika - Linie, 
Gr. Reichenstrasse 25. 
Dieser Nummer liegt das 2. Heft des IX. Bandes der „Mittheilungen von Forschungsreisenden 
und Gelehrten aus den deutschen Schutzgebieten“ bei. 
Verantwortlicher Nedalteur für den nichtamtlichen Theil: O. Mertinal, Berlin. 
Druck und Verlag der Königlichen Hofbuchhandlung und Hofbuchdruckerei von E. S. Mittler &amp; Sohn, Verlin SW 12, Kochstraße 68—71. 
Ausgegeben am 17. Juni log# um 5 Uhr nachmittags.
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        Deutsches Kolonialblatt. 
Amtsblatt für die Schutzgebiete des Deutschen Reichs. 
herausgegeben in der Koloniol--Ablheilung des Auswärligen Amts. 
  
  
VII. Jahrgung. berlin, 1. Juli 1696. 1890ÖP Bunmer 13. 
Dieie erscheint. in der Regel am 1. und 15. jedes Monats. Derselben werden als Beiheste a die une#ne einmal uirrtelsähmiico 
ericheinenden: „Mitthei ungen von Forschungsreisenden und Gele rte i aus den doutschen Schutzgebioten“, herausgegobon n 1 
v. Danckelman. 6 vierteljährliche Mbonsecmentabrei. § für das Kolonialblatt mit b en Fürs sin, beim Bezuge dur c Post hroln eeir 
kuchineetn Mr# 3,—, direkt unter Streifband durch die. hwenbehbann M. 3,50 für Deutschland und Oeste tnrich= Ungarn, W. 3,75 für 
die Lör nboes Weltpostvereins. — Ein endungen di Anfragen sind an die K #nialt iche Hofbuchhandlung von Ernst Sieg Kiin itller 
d Sohn= Verlin SW 12, Techteann e 08-71, zu Schen- CEingetragen in der Jeitungs- Prelellite für 1600 unter Nr. 1910.) 
Inha lt: Amtt icher Theil. Ertheilung der Ermächtigung zur Veurkundung des Personenstandes an den Gerichts- 
assessor Gleim für das Schutzgebiet Kamerun S. 403. — Tecsonalien S. 403. — Vertheilungsplan der Schutztruppe 
und Landespolizei von Deutsch-Ostafrika am 31. Mai 1896 4% 
Nichtamtlicher Theil: Personal-Nachrichten S eutsg Ostafrika: Ueber einen Besuch b 
Machemba S8 408. — Kamerun: Aus der Station —.. aue — Kogo Heise nach Tschautscho und Piel 
S. 411. — Deutsch- Sübwestafriko) Zu den Unruͤhen in Sideestaei S. 411. — Deutsch-Neu-Guinea: 
Neise und D hätigkeit S. M. S. „Möwe“ S. 411. — Schiesal der Ställicher Expedition S. 413. — 
Assenssrhtrhe E#pedtion S. 414.— uS dem Bereiche Missionen und der Antifklaverei= 
5. — Aus fenden Kolonien: Ugandabahn e. — Serchellen im Jahre 1894 S. 416. 
St. Helena im Jahre 1894 S. 416. — Sierra Leone im Jahre 1894 S. 416. — Der Handel von Beira S. 417. — 
Goldküstenkolonie im Jahre 1894 S. 417. — Verschiedene 4et 416. W Gesichtopunkte bei der 
Anlage vot von Lafrikanischen Stationen S. 418. — Ileven Branziliensis S. 421. — Stickstoffsammelnde Pflanzen 
S. 4 
S. 
  
  
  
  
Levantiner Thaler S. 421. — Litteratur S. 422. — Schiffsbewegungen S. 423. — Verkehrs-Nachrichten 
4%— — Anzeigen. 
Amtlicher Theil. 
Geseke; Verordnungen der Reichsbehörden. 
  
Auf Grund des § 1 des Gesetzes, betressend die Cheschich und Beurkundung des Personen- 
stondes von Reichsangehörigen im Auslande, vom 4. Mai 1870 (B. G. Bl. S. 599) in Verbindung mit 
8 4 des Gesetzes, betreffend die Rechtsverhältnisse der bann Schutzgebiete (R. G. Bl. 1888 S. 75), und 
mit der Allerhöchsten Verordnung vom 21. April 1886 (N. G. Bl. S. 128) ist dem dem Kaiserlichen 
Gouvernement in Kamerun zur Dienstleistung überwiesenen Königlich preußischen Gerichtsassessor Gleim 
für seine Person und für die Dauer seiner amtlichen Thätigkeit im genannten Schutzgebiete die allgemeine 
Ermächtigung ertheilt worden, im Falle der Abwesenheit oder sonstigen Behinderung des Keiserlichen 
Gouverneurs bezüglich aller Personen, welche nicht Eingeborene sind, bürgerlich gültige Eheschließungen 
vorzunehmen und die Geburten, Heirathen und Sterbefälle derselben zu beurkunden. 
  
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. Perfspnalien. 
Dem Bezirksamtmann im Schußgebiete von Deutsch- Ostafrika v. Stran# und dem Registrator 
und Dragoman beim Kaiserlichen Gonvernement von Deutsch-Ostafrika Velten ist die Genehmigung zur 
Anlegung der ihnen von Seiner Hoheit dem Sultan von Sansibar verliehenen dritlen Stuse der zweiten 
Klasse des Ordens „Strahlender Stern“ bezw. der vierten Stufe der zweiten Klasse desselben Ordens. 
ertheilt worden. 
Premierlieutenant Thierry vom Grenadier-Regiment r*ri*-.e Fricrich Wilhelm II. 
(1. Schesscs Nr. 10 ist Allerhöchst zum Muswirtigen Anmt kommandirt worden 
Der Beamte beim Kaiserlichen Gonvernement von Deutsch-Ostafrika Berg ist zum Kaiserlichen 
Bezirksamtmann ernannt worden.
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Vertheilungsplan der Schutztruppe und Landespolize# 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
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– 
Ar. Kom- Kom- * - Zahl= Ober- 
derGarnison= man- Ober- i- Lieu- Dber- Aerzte iht- SEer- Unter“ 
Kom- ort deur führer pagnie- tenants. ärzte r meister- seuer= Beldwebel geanten offizien 
pagnie führer Z asp werler 
— 
I. Schutztruppe. 
— jv. Natz-] Fischer cv. Beringess — r. 8 Kuhnen" Engel-Henschke /Langen= Ritter 
mer Charisius Bludau sSKieferle shardt Krausecs kenper 
Stab Dar-es= * Hosst EIII 
Saläm r— Arning ? 
– 
Moschi — — — Merler — — JDr. Eggel] — Körner I1 — — Bartscher — 
1. Marang— — po. Stuemer'-—4 —— — — — Reisewif 
* 
Kisuani — — — v. been — — — — — — Lembcke — — 
— 
Auf dem Marsch — . — Dr. Stier"lu - — — Hammer 
2. nach Perondo Prince ling Winller — meistet 
— 
Darees- v. Wiss l TII -- EskisansN 
3. Sali— — mann — JGSGorn cinogg Bius 
Wasielewoli 
ilimati — — dlech Stadlll DDr. Neins Ganzer 
4 Kilimatinde Podlech baur hardt Körner LU.1 Krauß — Peichle 
– 
Aufdem Marsch * v. Kleisi * * * * * 
nach Dar-es 
Saläm Albinus 
5. ulangas —] —— orl. Stochl —1 — — Spiegell — Stephan 
Dar-es= Storch* — — - FeldmanwWitkva 
Sol-inc— — — Brosig — — F Hentschel Frahm* Muutff 
– 
6. Kilwa — — — Kuhlmanns — — Ollwig — — — — Frischmuth Herdecke 
« — 
Kielmeyer Dr. z#Dorner 
7. Pangani — 5 — Jdv. Wulffenß Screber * 9annewi)Lembte 
–4 
Hopp 
8. Lindi — — Fromm Schnenen — — — — — — — — „Jahn 
Lachenmas, 
.... . —— zi. * - Ullmann 
9. Udiidji — — NamsayFonck II Hösemam — Koͤhler — Muller 
– 
0. Tabora — — Leue Jany— Dr. — sls* — Markgraf — Sydow 
Passavant Drewes drath 
— 
Muanza — SHerrmann— Zupitza — — — Hoffmam 
11. — — — HDä.“(IU 
Bukoba — — — Kollmann — — J — — — Esne —
        <pb n="476" />
        — 405 — 
von Deutsch-Ostafrika am 31. Mai 1896. 
ier dem Namen und bei den Sißer siehe Bemerkungen. 
  
  
1 
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1 *2 
Ober= * 8 ar bi i ge 
isese 
hP .. mange--—EZ Aslaris Armirun 
* ehül . „ Askarig 9 Bemerkungen 
sehülfen 9 h sen Schreiber □ = - □ Effendi, ar regu- irre- * 
5 6 läre guläre 
I. Schutztruppe. 
« . I I s Art. Depot: 
— Schirpke Apelt — Unruh11 — — — H#ital. Verggeschütze 6. 7em 5 a 
Hegewald Triebel ierd 1# 5 Revolberkanonen bueberius gin. en 
Päcker &amp; Sieler 3/7 em „ kseren *t Schreiber Herdsleb 
Aolland Herbsleb“ 1Schnellladekanone 37em E an die Flottile abgegeben 
# 5 Maschinengewehre # wird reparirt 
mm 
6 # 1 K 1 unbrauchbar 
— — — 6 ] % 1 Berggeschütz 
1 4 | 81 . 1 65 em 
1 Schnelladelanone *Lt. v. Stener f Ma 
— — — — — — — 1 28 — 3,7 em nach Mara auf den T 
1 Schnellladekanone *Lt. v. d. Marn behufs Beur- 
E E— 4,7 em aubung zur 7 befohlen 
— — —11 4— — 
Uaal. Berggeschütz 
— — — — ——— 1 5 1 120— ,- 
I lMaichlneagewehtsmm 
— Werner — — — 11 2 9 124 — — 
l 
1 ital. Berggeschütz 
— — — — ———- 10E1261— -C"1 
1 Maschinengewehr 
8 mm 
1 l 
— — — — —— Ii5:s7!- — 
VHW( — — 
Prinage — —. — — 5 43 2 — * 
— — — — —11 1 — — 1½ 2#.. Sorch und Eer eant 
5 « 28 gehen auf Urlaub dean T 
« I ital. Bergaeschüb 6.7 emn 
— — — — — — 1 8 112 4 3 leichte Feldgeschütze 
1 . K/73 
— — — — — „I Maschinengewehr 
1 s 111 8 mm 
T. . .. 
— Früchte- — — — 2 leichte Feldgeschütze « 
nicht 1 3 los — K73 * 
1 . 
» - XLleztrwsemannmd0 
— ; — — E — nd Laz. Geh 
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- - . idji 
w 1 Schnellebetenone Awegmieluhrer 5 Gue lommt krank- 
eidner Aimer“ — — —. 7 134 6 .obetsbelber rn Mnot zwecks 
# 1 r⅜ Beurlaubung zur Küßte befohlen 
—. « « ' LasTGeh Aimer Auf dem Marsche nach 
— — — — ——— 4 32. " 33 1 —1 * 3 Chargen, 13 Mann auf dem 
is 3,7 cm M Marsche nach Muanza 
Jurokk Nay— — — — 1 . 56 44 — * Loz 00 d auf vem Marsche "# 
nach 
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Nr. 2 
derGarnison= g#om Ober-Kom eu- &amp; Ober= Aerite S Zahl- Ober-· Ser— Unter- 
- ie- —. e - ister= - .... 
Kom- ort deur führer pagnie tenants ärzte S. meister seuer= Veldwebel geantenoffiziere 
pagnie führer 5 aspirantenwerler 
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Graf Fugger darit 
Kilossa — — — · —I)k.Berg—-Stannn —- - — usslotxa 
12. 
— — „— — — — — 
- Skiba 
Mpapua — — — Glauning — — — — — — — — Schis 
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Aus Expedition Troth al — — — — — — — — — Kamp — — 
— 
Zusammen 1 1 7 22 1 — 12 1 8 1 11 11 25 
— 
II. Landespolizei. 
Tangg — — —- — ——— — — — — — — Haible &amp; 
Masinde — — — — — — — — — — — Jaenke — 
Pangani — — — — —— — — — — — — Grimm 
Saadani — — — — — — ——— — — — — — T 
Bagamoyo — — — — — Gaert — — — — — — Petrowitz 
Dar-es-Saläm — — — — — — — — — — Mutter — — 
Kisaki — — — — — — — — — — — — Bittner 
z Gi[ J [H. 
Donde — — — — — 1 — — — — — Lustig — 
Mikindani — — — — — — — — — — Kayser — — 
Langenburg — — — — — — — — — — Haegele — — 
Zusammen — — 1 — — 1 — — — — 3 2 5 
III. Beurlaubt nach Europa. 
Frhr.Schlobach Dr. Dr. Teppe Aymarzig] Steinmetz Mergarten 
— — — fo. Schrenck Nachtigalle— Schwe-] Koerfer Krefeldt — Wein- udol 
v. Notziung Böhmer singer Dr. Simon Jost berger Liebhardt 
Langheld v. Bercken Feist Hartmann Sommer 
v. Elponstenzler Freytag 
Johannes] Fonck I Benkewitz 
Scherner v. Grawert Nichter 
Engelhardt Merkl 
Zusammen — — 5 1 8 — 1 2 — 4 — 3 8 1 
Kommandirt. 
— — — Fischer, — —— — — — Krause s Meuser s Ritter 
Berlin zum Gouvss um zum Art. 
Büreau Eisenbahn Depot 
  
  
  
  
  
  
  
kommando
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        407 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
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Ober- Lazareth- Etats "y ie v% ar * „I1 2 
lazareth. ül mäßige = 5 5 "- Char- Aslaris Armirung Bemerkungen 
gehülfen gehüfsen Schreiber .- fendi gen regu= irre- 
(6 läre guläre 
· 1 Schnellladekanone 
* „.(! cEm 
— D — — — 11 —1 Maschinengewehr 
11 Schnellladekanone *lv 
Wiest — — — 6 38 — li(?(se 
1 Nordenfeltgeschütz 
Scharfen- —4 — 3 50 — · Lal Geb. S . 
—. berger * — brey #a. Geb. Scharfenberger kon mt zurüc 
4 10 4 % 6 1442 1oi 4 
II. Landespolizei. 
Ossen= .)Y)I37 . , 4leichte Feldgeschütze 
wanger — —D7 3 43 K/73 
— — —— 
— — — — — —— 1 24 — 5 Voetslanonen 
19 2 leichte Feldgeschütze 
* *2 D,„V„ ««-— ch73 
ichte Feldgeschütze 
— — — — —— — 1 39 hleichte Feldg 
1 4 39 K/73 # 
— „vem 
[ — — 4½e Ww 
— — — — — — — 1 9 — — 
— — — — —1 36 — — 
— — — —4 — — 
·- 2 leichte Feldgeschütze 
Voelkner — — — ——— 1 25 — K/73 
— — —J —3 2 50 — 
2 – – — —2 21 289 50 21 
III. Beurlaubt nach Europa. 
Wülfin Benz — — — — — — — 
Loegel Schuster i · 
Fleisch- I « 
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2 3 — —— — 
  
  
  
  
  
  
Kommandirt. 
  
  
* zum Bezirksamt Dar-zes-Sala#
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        — 408 — 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
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Kom-Oter. Kom- Lieuse Ober- Zahl= Ober- Ser- Unter= 
Garnisonort man- pagnie- —. Aerztemeister-feuer= Feldwebel » 
führer » tcnantszarzte z. , geantcnofftzteke 
ührer 5 aspirantens werker 
Krank. 
Haible “ 
— — — — — — | —- — — — Wallner — Witkowsli 
1 7 
Rekapitulation. 
I. Schutztruppe 1 1 7 22 11 — 12 1 8 1 11 11 25 
II. Landespolize:— — 1 — — 1 — — — — 3 2 5 
III. Beurlaubt .— — 5 8 —] 1 2— 4 — 3 8 1 
Zusammen I 1I1 13 30 I 1I 2 I 14 I 1 12 1 1 1 1 1 21 1 31 
  
Personal · Nachrichten. 
Deutsch-Ostafrika. 
Der als zweiter Gouvernementsbaumeister in den 
Dienst des Kaiserlichen Gouvernements getretene 
Königlich preußische Regierungsbaumeister Todsen 
ist nach Dares-Saläm abgereist. 
Der für die Stelle des Lazarcthinspektors an- 
genommene Oberlazarethgehülfe Hübner ist nach 
Dar-es-Saläm abgereist. 
Die Lieutenants Storch und Charisius, Arzt 
Arning, Feldwebel Henschke, Zahlmeisteraspirant 
Kuhnen und Oberlazarethgehülfe Herbsleb haben im 
  
  
Juni das Schutzgebiet mit Heimathsurlaub verlassen. 
Der in den Dienst des Kaiserlichen Gouvernements 
getretene Gerichtsaktuar Zeucke ist Ende April in 
Dar-es-Saläm eingetroffen. 
Der Zollamtsassistent Ziegenhorn ist während 
seines Heimathsurlaubs zu Heidelberg plößlich ver- 
siorben. Das Kaiserliche Gouvernement verliert in 
ihm einen erfrigen, pflichttreuen Beamten. 
Ramerun. 
Der Lieutenant in der Kaiserlichen Schuttruppe 
Dominik ist im April in Yaüunde angelangt und 
hat die Leitung der Station übernommen. 
Nichtamtlicher Theil. 
Der stellvertretende Kommandeur der Kaiserlichen 
Schutztruppe Hauptmann v. Kampptzhat am 18. Mai 
mit der Truppe den Rückmarsch von Yaunde an- 
getreten und wurde Anfang Juni in Kribi erwartet. 
Der Premierlicutenant Bartsch und der Zahl= 
meisteraspirant Peter haben im Mai einen Erho- 
lungsurlaub angetreten. 
Die in den Dienst des Kaiserlichen Gouvernements 
getretenen Schiffszimmerleute Reimers und Millack 
sind im Mai in Kamerun eingetroffen. 
Togo. 
Der geprüfte Heilgehülfe Winkler ist Anfang 
Mai in Klein-Popo eingcetroffen. 
Südwestafrika. 
Der Landrentmeister Reichelt hat Mitte April 
die Heimreisc angetreten. 
seu-Guinea. 
Die wissenschaftliche Expedition unter Leitung 
des Lrr. Lauterbach ist in Friedrich Wilhelmshafen 
angekommen. 
Der Leiter der zoologischen Forschungsstation im 
Bismarck-Archipel Professor Dr. Dahl ist in Ralum 
angelangt. 
Machrichten aus den deukschen Schuhgebieten. 
(Abdruck der Nachrichten vollständig oder theilweise nur mit Quellenangabe gestattet.) 
Deutsch-Hlstafrika. 
Ueber einen Zesuch bei Machemba 
ich mit Feldwebel Kayser und 11 Askaris am 
Gemäß Verfügung vom 26. Februar d. Is. brach 
6. d. Mts. von hier auf, um Machemba im Namen 
berichtet der stellvertretende Bezirksamtmann von der Regierung den Gegenbesuch zu machen; die Ex- 
Mikindani, Hauptzollamtsvorsteher Ewerbeck, unter pedition dauerte bis zum 16. d. Mts., währte also 
dem 18. April d. Is. Folgendes: 
11 Tage.
        <pb n="480" />
        409 
  
  
  
  
  
  
  
— — - - . 
Z IF «b. 
Ober- Lazareth- Etats+ 2 8 8 * Farbige 
lazareth= mäßige Char- AskarissArmirung Bemerkungen 
gehulsen gehülfen Schreiber * - Effendi 9en regu- irre— 
# 1 läre guläre 
Krank. 
1. 1 
-· — — — — — — 7) Lazareth Dar-es-Saläm 
Häcker 71) — — 7 Lazareth Tanga 
Rekapitulation. 
4 10 4 — 3 5 9 96 1442 101 40 
2 — — — 29 289 50 2 
2 3 — —————«—.— — 
8I13l4l—l3 Iol11117z1731151 6i I 
  
Am 6. April wurde der Ort Mdumbwe erreicht, 
1½ Stunden südwestlich von Sudi gelegen, ein Dorf 
von etwa 70 Häusern, inmitten fruchtbarer, gut ge- 
pflegter Mtama= u. s. w. Schamben. Am Platz sind 
außer anderen acht Halbaraber und Beludschen an- 
sässig, die Kleinhandel für Abd el Kadr treiben, dem 
durch Gonvernementsverfügung der Alleinhandel in 
Mdumbwe seit etwa 11/ Jahren gestattet ist. 
Mdumbwe ist ein wichtiger Platz des Bezirks, wird 
hauptsächlich von Machembaleuten aufgesucht, die 
Von hier wurde Jumbe 
Importwaaren eintauschen. 
Ali bin Mohamed als Führer und Dolmetscher mit- 
genommen. 
Am zweiten Tage Marsch von Mdumbwe über 
Mchicha (3 Stunden) — Lilobe (1 1½/2 Stunden) — 
Masur (1½/ Stunden) zu Munidadi (2½ Stunden) 
durch fruchtbare, gut bebaute und mäßig bevölkerte 
Gegend mit schwerem schwarzen Boden. Bewohner 
bringen sämmtliche Anliegen zum „Scheich“ (Abd el 
Kadr), den sie einfach „Bwana“ nennen. Sein Ein- 
fluß rührt von jahrzehntelangen Handelsbeziehungen 
dort her. Der ganze Landstrich, sogenanntes „Mambi“ 
(von Mdumbwe bis an Machemba heran und in einer 
Breite von verschiedenen Wegstunden), eignet sich 
offenbar gut zum Plantagenbau, da der Litco, das 
Mambi durchfließend, den größten Theil des Jahres 
Wasser führen soll. 
Am dritten Tage, dem 8. April, Marsch von 
Munidade durch sumpfige, wasserreiche, fast unbebaute 
Niederung, bis 3 Stunden von Kionda entfernt. 
Am vierten Tage Marsch über Kionda, Ver- 
wandten und Freund Machembas, bis „Liteo", Bei 
Kionda fanden wir freundliche Aufnahme, seine Leute 
begleiteten uns. Etwa 1 Stunde hinter Kiondas 
Dorf waren auf ½ Stunde Marsch eine Anhöhe 
im Bambusdickicht hinauf die Wege durch am Tage 
zuvor geschlagene Bäume und Bambusstauden aus 
einem nicht aufgeklärten Grunde versperrt, so daß es 
nothwendig wurde, durch das Gebüsch zu marschiren. 
Kurz vor Liteo wurde ein etwa 1 Stunde breiter, 
dichter mit Lianen durchsetzter Busch passirt. 
Am fünften Tage (10. April) Ankunft in Lua- 
galla. Am sechsten Tage von Luagalla über Cham- 
tande nach Maianja und zurück nach Luagalla. 
Machemba, von meiner Ankunft vorher in Kennt- 
niß gesetzt, kam uns in Luagalla mit etwa zehn 
seiner Großen und zahlreichem Gefolge entgegen. 
Die deutsche Flagge war gehißt, anscheinend aber 
erst wenige Stunden, da sie noch scharfe Falten 
zeigte. Ich theilte Machemba den Grund meines 
Besuches mit und sprach die Hoffnung aus, daß seine 
Beziehungen mit der Küste dauernd gute bleiben 
würden. Er schien anfangs etwas zurückhaltend und 
unzufrieden. Als ich aber den guten Zustand seiner 
Schamben und Hütten, die gute Qualität des aus 
seinem Gebiet kommenden Gummis lobte, wurde er 
freundlicher und bat mich, noch am nächsten Tage 
dazubleiben, er selbst wolle mir seine Schamben nun 
auch zeigen. Dies geschah am nächsten Tage und 
war von hohem Interesse. 
Lnagalla zieht sich stundenweit hin, zeigt aber 
in der Nähe des Schauriplatzes und der derzeitigen 
Wohnung Machembas ein etwas vernachlässigtes 
Aeußere. Die Umgebung der Häuser (zum Theil 
unbewohnt) ist offenbar seit sechs Monaten nicht vom 
Gras und Gestrüpp befreit. Die Häuser und Hun- 
derte von Mangobäumen licgen mitten in einer 
Wildniß von Gras und Unkraut. Als Grund der 
Vernachlässigung wurde angegeben, daß viele seiner 
Leute in Luagalla Hungers gestorben, andere sich 
in der Nähe angebaut hätten. Dies scheint mir 
indeß nicht der wahre Grund zu sein. Vielmehr 
mag Machemba die Absicht gehabt haben, Lnagalla 
ganz aufzugeben, da es von Südwesten (von Kionda 
aus) und von Westen her zu wenig gegen Angreifer 
geschützt ist. Die Gegend nach Nordwesten zeigt ein 
ganz anderes Aeußere. Hierher führte uns Machemba 
am zweiten Tage unseres Aufenthaltes. Etwa 
1¼1 Stunden passirten wir denkbar dichtestes Busch- 
werk, mit Lianen und feinen, zähen Dornranken 
durchsetzt, das dem Blick nicht gestattete, einige Meter 
weit hineinzudringen. Machemba hatte zwei Tage 
zuvor einen 2 m breiten Weg hindurchschlagen lassen
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        — 410 — 
bezw. den alten sehr schmalen Weg verbreitern lassen, 
um eine bessere Passage zwischen Luagalla und 
Maianja (anscheinend seinem Aufenthaltsorte, da er 
Briefe u. s. w. dort aufbewahrt) zu haben. Von 
diesem Hauptwege ab führen abwechselnd nach rechts 
und links kleine, enge Seitenwege, welche leicht durch 
Verhaue zu stopfen sind. Auf diesen Seitenwegen 
gelangt man nach etwa 50 bis 100 Schritten auf 
offene, rings von demselben Buschwerk eingefaßte 
freie Flächen, welche als Schamben bestellt sind. 
Seitlich stehen diese Schamben wieder durch ähnliche 
schmale Wege miteinander in Verbindung. Es wur- 
den beim Begehen des Hauptweges etwa 10 bis 12 
dieser kaum bemerkbaren Seitenwege gezählt. Nach 
Verlauf einer Stunde nahmen die Schamben an 
Größe zu, folgten nicht mehr einer ausgesprochenen 
Richtung, wie sie der zuerst passirte Hauptweg be- 
dingte, doch waren sie nichtsdestoweniger von dichtem 
Busch umgeben. Die Verbindungswege gingen nicht 
in gerader Richtung von einer Schamba zur anderen, 
sondern namentlich am Anfang und Ende in Zickzack- 
linien, den Uneingeweihten über ihren Verlauf leicht 
täuschend, so daß eine Verfolgung der Machemba- 
leute auf denselben schwierig für Angreifer, eine Ver- 
theidigung aber ziemlich leicht sein dürfte. Die 
Schamben befinden sich sämmtlich in sehr gutem und 
sauberem Zustande. Jedes Fleckchen Erde ist aus- 
genutzt. Die Bearbeitung des Bodens sticht gegen 
die bisher bei Makondes und Küstennnegern wahr- 
genommene vortheilhaft ab. Der Boden ist frucht- 
bar; Mtama, Mais, Mohogo, Erdnüsse, Bataten, 
Mawela, Kunde, Reis und hin und wieder Tabak 
gedeihen gut. Die Hungersnoth ist jedenfalls seit 
Monaten vollständig vorüber, wofür auch das gute 
Aussehen der Leute Zeugniß ablegt. Heuschrecken 
wurden in Luagalla und Maianja nicht wahr- 
genommen. 
Das Benehmen der Machembalente war ein 
freies und freundliches. Machemba selbst scheint über 
die Seinen eine mehr als patriarchalische Gewalt zu 
besishen. Die Freien und verdienstvollen Sklaven 
bebauen ihre eigenen Schamben und bringen ihrem 
Oberen gelegentlich der Ernte ein ihrem Vermögen 
entsprechendes Geschenk (Heschima). Die Sklaven 
und bei Machemba Zuflucht suchende Leute bebauen 
seine Schamba gegen Gewährung des Lebensunter- 
halts. Außerdem sollen alle seine Leute verpflichtet 
sein, auf den sogenannten Serkalschamben, deren ver- 
schiedene besucht wurden, eine gewisse Arbeit zu ver- 
richten, deren Ertrag zum größten Theil zu gemein- 
nützigen Dingen Verwendung finden mag. So 
arbeiten 70 bis 80 Männer an dem Hauptwege 
zwischen Luagalla und Maianja, andere an der Frei- 
legung des Dorfes Luagalla unter Aussicht eines 
Verwandten Machembas. Gleichzeitig wurde Machemba 
aufgefordert, nunmehr auch nach Mikindani Leute zu 
senden, um dort Handelsbeziehungen anzuknüpfen. 
Kleine Posten sind heute (am 18. April) bereits von 
Kaufleuten der Stadt an Machembaleute zum Ein- 
  
tausch von Gummi abgegeben, doch herrscht ein ge- 
wisses Mißtrauen ihnen gegenüber, da die Händler 
fürchten, ihre Waaren zu verlieren in Anbetracht, 
daß ein Inder dem Said Machemba vor zwei Mo- 
naten einen größeren Posten Waaren überlassen hat 
gegen die Zusicherung, sofort Gummi zu schicken. 
Dieser Abmachung ist Said Machemba bisher nicht 
nachgekommen. Da auf die Dauer Roeibereien von 
Machembaleuten mit seinen Nachbarn sich nicht wer- 
den vermeiden lassen, falls nicht auch eine Aussöh= 
nung mit diesen stattgefunden hat, so wurde Machemba 
vorgestellt, sich mit Schikambo zu versöhnen, und 
sagte er bereitwilligst zu, wenn jener ihm eine Ver- 
wandte herausgäbe, die sich seit Jahren bei Schi- 
kambo befindet. 
Schikambo war zwei Tage später ebenfalls ein- 
verstanden, forderte aber auch seinerseits zwel Weiber 
zurück. Beide (Machemba wie Schikambo) sagten 
zu, nach der Regenzeit nach Mikindani zu kommen, 
die Weiber mitzubringen und die Freundschaft vor 
dem „Malima“ zu besiegeln. Für diesen Tag sind 
auch sämmtliche Jumben aus dem beziehentlichen 
Theile des Bezirks aufgefordert, nach hier zu kommen, 
um ein möglichst gutes Einvernehmen zwischen den 
Leuten des Hinterlandes herbeizuführen. 
Machemba giebt die Zahl der ihm folgenden 
erwachsenen Männer auf gegen 3000 an, die Leute 
des Said Machemba, Kionda, Chantande, Cheume, 
Niama, Mtepa (Ruho), Neomanga (Makuta), Mitema 
(Kilangari) eingerechnet. 
Am 12. April wurde der Marsch nach Schikambo 
angetreten, um außer anderen kleinen Schauris auch 
das obenbezeichnete einzuleiten. Der Weg über 
Medda Mbindo erwies sich als verwachsen und 
wegen Wassers unpassirbar, so mußte der andere 
Weg über Chindoro—Kionda gewählt werden. In 
Medda (1 Stunde hinter Luagalla) befindet sich der 
zweite Wasserplatz für Machembaleute in der trockenen 
Zeit. Der erste liegt etwa 10 Minuten südlich vom 
Schauriplatz in Luagalla. 
Schikambo hat seinen früheren Wohnsitz verlassen 
und haust in einer elenden kleinen Hütte im Busch, 
nur wenige seiner Lcute wohnen in seiner Nähe und 
sind um ihn, während er noch vor 1½ Jahren mit 
großem Gefolge und verschiedenen Jumben nach Lindi 
kam. Er giebt an, daß die meisten bei den letzten 
Unruhen und infolge der Hungersnoth von ihm fort- 
gezogen seien, einige, die ihm früher gefolgt, wären 
selbständige Jumben geworden. Nur der Makonde 
Nandule mit einigen Hundert Leuten erkenne ihn 
noch als Oberen an. Auf den Vorschlag, sich mit 
Machemba zu versöhnen, ging er bereitwilligst ein. 
Betreffend den ihm gemachten Vorwurf, gelegentlich 
der Expedition des Herrn Oberstlieutenants v. Trotha 
nicht nach Liteo gekommen zu sein, giebt er an, die 
Botschaft zu spät bekommen zu haben. 
Am 14. April wurde der Nückmarsch über Chi- 
hinde, Nandule nach Mikindani angetreten. Am
        <pb n="482" />
        — 411 — 
15., ohne Masur zu berühren, Mdumbwe erreicht 
in 6 Stunden. 
Nach auf dem Hinmarsch gegebener Anordnung 
waren die Wege, welche sich in schlechtem Zustande 
befanden, gesäubert. 
Am elften Tage, dem 16. April, wurde die letzte 
Strecke von Mdumbwe nach Mikindani in 5 Stunden 
zurückgelegt. 
Kamerun. 
Aus der Station Faunde 
meldet Hauptmann v. Kamptz unter dem 11. April 
d. Is. Folgendes: 
Der Häuptling der Vogebetschi Ombnbissoko hat 
sich mir am 27. März auf der Station gestellt und 
befindet sich seit dieser Zeit hier im Gefängniß. 
Wie ich dem Kaiserlichen Gonvernement bereits 
meldete, war der Häuptling in das drei Tage eni- 
sernte Gebict der Vogefar geflüchtet und viele seiner 
Leute hatten sich zu den Vogebelas begeben, mit 
denen ich schon vorher Frieden geschlossen hatte. 
Da ich nun nach Bestrafung der Vogebetschi und 
Ntonis weitere Kämpfe vermeiden wollte, verhandelte 
ich von der Station aus. Ich ließ allen Stämmen 
durch Amba die Nachricht zugehen, wenn Omba= 
bissoko sich mir auf der Station stelle, sei der Krieg 
beendet. Auch sei demselben, wenn er freiwillig 
komme, das Leben geschenkt. Anderenfalls würden 
diejenigen, welche ihn oder seine Leute aufnehmen 
würden, von mir zur Rechenschaft gezogen werden. 
Die Verhandlungen hatten obenerwähnten Erfolg. 
Am 27. März erschien Ombabissoko mit ungefähr 
80 Kriegern zur Unterwerfung. Für die von ihm 
gefangenen zwei Stationsleute (Dahomes), von denen 
der eine gelödtet, der andere nach Bakoko verkauft 
sein soll, legte ich dem Ombabissoko die Zahlung von 
100 Stück Vieh auf. Auch muß Ombabissoko sechs 
Monate lang zehn Arbeiter auf die Station stellen. 
Er selbst verbleibt als Geisel auf der Station. 
Diese Bedingungen wurden von den übrigen Voge- 
betschi durch mehrfaches beifälliges Grunzen auf- 
genommen. Dann wurde Ombabissoko festgenommen 
und seine Leute mit dem Bedeuten entlassen, daß 
nunmehr Friede sei. Die Vogebetschi kommen nun 
langsam in ihr Land zurück und bauen sich wieder 
an. Auch auf dem Wege zur Küste haben die 
Maündes ihre Hütten wieder aufgebaut, wie der am 
2. April hier eingetroffene Lieutenant Dominik 
meldet, und haben sich die Verhältnisse wieder so weit 
beruhigt, daß die Post wie früher durch drei Mann 
geschickt werden konnte. Tags darauf hat Lieutenant 
Dominik die Leitung der Station übernommen. 
Ambas Gehalt habe ich von 15 Mark auf 30 
  
Vorwerck sind bis jetzt von Krankheit verschont 
geblieben. 
Ich beabsichtige, mich in den nächsten Tagen am 
Sanaga zu orientiren, und wird mich Lieutenant 
Dominik begleiten. Mitte Mai gedenke ich den 
Rückmarsch nach der Küste anzutreten. 
Tuogo. 
Reise nach Tschautscho und Sugu. 
Der Vorsteher der Station Kete-Kratschi Lieute- 
nant Graf Zech hat in der Zeit vom 6. Jannar 
bis 14. März d. Is. eine Reise über Dutupenne, 
Taschi, Fasugu, Paratau, Kirikiri nach Wangara, der 
Hauptstadt Sugus, ausgeführt. Er hat überall die 
bestehenden Beziehungen gefestigt und neue angeknipft. 
Auf dem Heimwege wurde er von den seit längerer 
Zeil wegen ihrer Räubereien berüchtigten Taschileuten 
in der Landschaft Fasugn angegriffen. Es gelang 
ihm aber, sie mit Hülfe des Herrschers von Tschautscho, 
der mit 100 Fußsoldaten und 10 Reitern zu ihm 
gestoßen war, zurückzuwerfen. Die Friedensstörer 
haben sich unterworsen und Strase gezahlt und ver- 
sprochen, in Zukunft ihre Näubereien zu unterlassen. 
Deutsch-Südwelkafrika. 
5u den Unruben in Südwestafrika. 
Nach einem Telegramm des Kaiserlichen Landes- 
hauptmanns Majors Leutwein vom 20. Mai wurde 
Kahimema und der ganze Khauasstamm gefangen, 
Nikodemus hat sich freiwillig gestellt. Der Krieg 
ist damit vorläufig beendet. 
Deutsch-Neu-Guinea. 
Neise und Tbhätigkeit 8. M. S. „Möwe“. 
Der Kommandant der „Möwe“ berichtet aus 
Friedrich Wilhelmshafen unter dem 6. März d. Is. 
über eine Rundfahrt Folgendes: 
Am 16. Jannar morgens trat ich die Reise nach 
dem südöstlichen Theile der Salomons-Inseln an. 
Ich wählte die Fahrt nördlich um die Salomons. 
Inseln, um mich einerseits über die Küste zu infor- 
miren, und andererseits auf das Einsetzen des Nord- 
westwindes gerechnet werden konnte. Nachdem in 
der Nacht vom 16. zum 17. das Nordtap der 
Bukainsel passirt, wurde im Laufe des Tages an 
der Nordküste der Bongainville-Insel in südöstlicher 
Richtung entlang gesteuert. 
Am 18. früh wurde mit Tagesanbruch auf die 
erhöht als Belohnung für seine erfolgreichen Ver(7 Chyiseulküste zugehalten und in Sicht derselben in 
mittelungen. 
Der Gesundheitszustand der Weißen 
östlicher Richtung weitergedampst. Nach Passiren 
läßt zu wünschen übrig. Nur ich und Feldwebel! der Mammingstraße gegen Mittag lief ich Kap Kom:
        <pb n="483" />
        fort, die Nordwesispitze der Ysabel-Insel, an, um in 
dem elwa 15 Seemeilen von dem genannten Kap 
entfernt liegenden Praslinhafen zu ankern und dort 
einen Beobachtungspfeiler zu errichten. 
Der Praslinhafen auf der Mabel-Jusel ist ein 
gegen alle Winde geschützter vortrefflicher Hafen, der 
im Jahre 1769 durch Surville entdeckt und ver- 
messen worden und der seitdem wohl nur selten von 
Schiffen angelaufen worden ist. 
Am 23. früh wurde die Weiterreise nach der 
Südspitze der Msabel-Insel angetreten. Ich ankerte 
an demselben Abend in einer Bucht eiwa 5 See- 
meilen südlich der Estrellabucht, der Bucht, welche 
im Jahre 1567 zuerst von den Spaniern unter 
Mendana bei Entdeckung der Salomons-Inseln 
angelaufen wurde. Am 23. wurde in südöstlicher 
Nichtung bei schönem klaren Wetter an der Ysabel- 
Insel entlang gesteuert und gegen 2 Uhr nachmittags 
die Südspitze der Mabel-Insel, das Kap Prieto, 
passirt; durch eine genaue Mittagsbeobachtung sowie 
die später auf der Kockatoo-Insel erhaltene genaue 
Ortsbestimmung wurde konstatirt, daß der südöstliche 
Theil der Mabel-Insel um 8 Seemeilen weiter 
östlich gelegen ist, als nach der Karte angegeben ist. 
Nachmittags gegen 3 Uhr lief ich in die Tausend- 
schiffs-Bai ein und ankerte zwecks Errichtung eines 
zweiten Beobachtungspfeilers bei der Kockatoo-Jnsel 
auf etwa 16 m Wasser. Der Hafen wird durch das 
Festland der Mabel= und die Kocktatoo-Insel ge- 
bildet und gewährt einen gegen alle Winde geschützten 
ebenfalls vortrefflichen Ankerplatz. Kurz nach dem 
Ankern kamen aus allen Theilen der Tausendschiffs- 
bai Kanus mit Eingeborenen längsseits, um Tausch- 
artikel gegen Früchte einzutanschen. Die Eingeborenen 
machten sämmtlich einen friedfertigen und freundlichen 
Eindruck, welcher anscheinend auf die Einwirkungen 
der hier ansässigen englischen Missionsstation in 
Bugola zurückzuführen ist. Leider war der Vorsteher 
der Mission nicht anwesend, so daß ich Näheres über 
diesen entlegenen Theil des Salomon-Archipels nicht 
erfahren konnte. 
Die Mabel-Insel scheint von dem gesammten 
deutschen Salomon-Archipel die geringst bevölkerte 
Insel zu sein, da auf der ganzen Fahrt an der 
Westküste der Mabel-Insel entlang weder Strand- 
noch Gebirgsdörfer angetroffen wurden. 
Nach Beendigung der Arbeiten auf der Kockatoo- 
Insel trat ich am 26. Jannar morgens die Rückreise 
nach Matupi an. Ich steuerte in nordwestlicher 
Richtung an der Südküste der Maabel-Insel entlang. 
Am Morgen des 27. Januar steuerte ich die 
Choiseul-Insel an, nachdem ich während der Nacht 
gut frei südlich der Manningstraße passirt war. Die 
nach der Karte an dieser Küste weit vorgelagerten 
Risse habe ich auf meiner Fahrt angetroffen, nur 
sind die Risse nicht in einer zusammenhängenden 
Masse vorhanden, sondern gewähren freie Durchfahrt 
von dem tiefen Wasser unter der Küste nach der See 
zu. Um 12 Uhr mittags hielt ich westlich nach der 
  
412 — 
Shortland-Insel ab und traf gegen 6 Uhr abends 
vor der Handelsstation Faisi des Eugländers Fin dal 
ein, wo ich bereits am 2. Januar d. Is. zur Er- 
richtung eines Beobachtungspfeilers kurzen Aufenthalt 
genommen hatte und Strafexpeditionen gegen die 
umwohnenden Eingeborenen durch die Polizeitruppe 
wegen versuchter Ueberfälle unternommen waren. 
Da wegen der vorgekommenen Bestrafungen, und nach 
der ganzen Haltung der sehr zahlreichen Eingeborenen 
zu urtheilen, größere Feindseligkeiten mir nicht aus- 
geschlossen erschienen, lief ich nochmals diese Station 
an. Ich fand aber Alles im besten Einvernehmen 
vor. Hier nahm ich gleichzcitig den Führer, einen 
Steuermann und 18 Eingeborene vom deutschen 
Schoner „Zoe“ der Firma Hernsheim &amp; Co. auf, 
der einige Tage vorher in der Bougainvillestraße an 
der Resuge-Insel gestrandet und total verloren ge- 
gangen war. Gleich nach dem Eintreffen auf der 
Station Faisi ließ ich in dem dicht bevölkerten 
Gebiet den Kaisersalut von 21 Schuß feuern. Sel- 
bigen Abend setzte ich meine Reise südlich um die 
Shortland-Insel fort und nahm darauf Kurs nach 
dem St. Georgskanal. Am Morgen des 29. wurde 
der St. Georgskanal angesteuert und gegen 12 Uhr 
mittags im Matupihafen geankert. 
Während des Aufenthalts im Hafen von Matupi 
wurden die Beobachtungen daselbst abgeschlossen, da 
mit den Salomons-Inseln die Festlegung der im 
Bismarck-Archipel vorgesehenen astronomischen Punkte 
ihre Erledigung gefunden hatte und nunmehr die 
gleiche Arbeit für die Neu-Guineaküste mit dem 
Stützpunkt Friedrich Wilhelmshafen in Angriff ge- 
nommen werden sollte. 
Ich verließ zu diesem Zwecke am 6. Februar 
früh Matupi mit der Absicht, während der Ueber- 
fahrt die nördliche noch ganz unbekannte Neu- 
Pommernküste durch eine flüchtige Aufnahme fest- 
zulegen und in der Nähe der Willeaumcz-Halbinsel 
einen Beobachtungspunkt zu errichten. Ich steuerte 
nördlich um die Gazelle-Halbinsel herum an der 
Küste entlang und passirte gegen Mitlag das Kap 
Lambert mit den Soilly-Inseln und den vielen ge- 
rade vor der Nordwestecke der Gazelle-Halbinsel 
vorgelagerten Rissen. Gegen Abend hielt ich beim 
Absteuern von der Küste auf ein von der See aus 
auf die Küste zu haltendes Segelboot ab. Dasselbe 
lam längsseits und enthielt zwei schwer fieberkranke 
deutsche Matrosen mit vier Eingeborenen, die von 
den French-Inseln seit mehreren Tagen unterwegs 
waren, um nach Matupi zurückzukehren. Nach ihrer 
Augabe waren sie vor einigen Monaten zwecks Er- 
richtung einer Handelsstation auf den Freuch-Inseln 
durch einen Schooner abgesetzt worden. Da die 
beiden Deutschen in völlig heruntergekommenem Zu- 
stande waren, wurden sie von Bord aus mit Allem 
versehen, was zu ihrer Erholung und weiteren Fahrt 
gethan werden konnte. Nach einer Stunde setzte ich 
dann die Weiterreise fort. 
Den 7. Februar früh steuerte ich die Duportail-
        <pb n="484" />
        Insel an, um von hier aus die Aufnahme der Neu- 
Pommernküste zu beginnen. Am 8. morgens steuerte 
ich bei schönstem Wetter in die große Bai ein, die 
durch die weit nach Norden vorgestreckte Willeaumez- 
Halbinsel gebildet wird. Die Bai gewährt nament= 
lich in der Morgenstunde einen großartigen Anblick 
durch die in einem Halbkreise gelegenen und gleich- 
mäßig aus der Ebene sich erhebenden großen Einzel- 
berge, welche sich mit ihrer Spitze bis zu 1000 m 
erheben. Im Laufe der Fahrt konnte ich auch auf 
der Ostseite der Willeaumez-Halbinsel feststellen, daß 
die Inseln Willeaumez, Noul, Gicquel und du Faure 
Theile einer gebirgigen Halbinsel bilden. Ich steuerte 
denselben Nachmittag einer vor der Küste liegenden 
Insel, die ich mit „Hannam-Insel“ bezcichnet habe, 
zu und fand hier einen geschützten, durch die vor- 
erwähnte Insel und das Festland gebildeten Hafen 
vor, den ich für Errichtung eines Beobachtungspfeilers 
ausgewählt habe. Auffallend war hier das ungemein 
scheue Benehmen der Eingeborenen, die hauptsächlich 
die Hannam-Jusel bewohnen; dieselben waren nicht 
zu bewegen, längsseits zu kommen, sondern hielten 
sich dauernd auf größere Entfernung vom Schiff 
entfernt. An Land wurden heiße Onellen angetroffen, 
deren aufsteigende dichte Dämpfe bereits auf eine 
Entfernung von etwa 15 Seemeilen die Lage des 
Platzes markirten. 
Am 11. morgens setzte ich die Reise sort und 
steuerte mittags um die Nordspitze der Willeaumez-= 
Halbinsel herum und an der Westküste Neu--Pommerns 
entlang. Gegen 4 Uhr nachmittags wurde die 
flüchtige Küstenvermessung beendet, nachdem ich eine 
Handelsstation der Firma Forsayth erreicht hatte. 
Der Händler der Station kam sofort nach Sichten 
der „Möwe“ dem Schiffe entgegen und berichtete, 
daß auf der Station Alles in Ordnung sei und er 
mit den Eingeborenen sehr gut auskäme. 
In der Nacht vom 11. zum 12. steuerte ich dann 
mit Westkurs unterhalb der Merite-Jusel entlang, 
passirte anderen Tages abends die Crown-Insel 
und ankerte am 13. nachmittags in Friedrich Wil- 
helmshafen. Die während der Ueberfahrt an- 
getroffenen Witterungsverhältnisse waren recht günstige. 
Der stellvertretende Landeshauptmann Korvetten- 
kapitän a. D. Rüdiger befand sich zur Zeit auf 
dem Dampfer „BMabel“ auf einer Rekognoszirungs-= 
fahrt im Bismarck-Archipel. In der Zeit vom 14. 
bis 19. Februar ist hier mit dem Bau von Beobach= 
tungspfeilern und mit den astronomischen Beobach- 
tungen begonnen worden. 
Am 20. Februar früh verließ ich Friedrich 
Wilhelmshafen zur Errichtung eines Beobachtungs- 
pfeilers in der Nähe von Finschhafen und zur aber- 
maligen Beobachtung an der Ikovemündung, der 
Grenze unseres Schutzgebietes. Ich lief zu meiner 
Information dicht unter der Küste entlang. 
Am 21. mittags ankerte ich nördlich von dem 
eigentlichen Finschhafen vor der Mündung des Bumi- 
flusses zu dem obengenannten Zweck. Die Station 
413 
  
  
Finschhafen ist von der Neu-Guinca-Kompagnie be- 
reits im Jahre 1891 wegen einer Malariaepidemie 
aufgegeben worden und ist nunmehr wieder von 
Eingeborenen bevölkert. 
Am 23. stattete ich der Neudektelsauer Missions- 
station in Simbang in der Langemakbucht einen 
Besuch ab und unternahm von dort aus per Dampf- 
boot eine Fahrt den Bubuifluß aufwärts. 
Nach Beendigung der Arbeiten setzte ich am 24. 
die Reise nach der Ikovemündung fort. Ich ankerte 
vor derselben am 25. vormittags. Es gelang dies- 
mal, genaue Beobachtungen zu erhalten. Wie ich 
bereits meldete, besteht die Küste an der Ikove- 
mündung aus niedrigem, sumpfigem, mit Kasuarinen- 
bäumen dicht bestandenem Lande. Letztere sterben 
am Küstensaum nach und nach ab und brechen dann 
mit ihren Wurzeln aus dem Boden heraus, dadurch 
größere Veränderungen des Küstensaumes hervor- 
rufend. 
Am 26. nachmittags waren die Beobachtungen 
beendet, so daß ich am Abend die Weiterreise nach 
Friedrich Wilhelmshafen antreten konnte. Dieselbe 
verlief ohne besondere Vorfälle. 4 Die Navigirung 
bietet in diesem Theil von Kaiser Wilhelmsland 
keinerlei Schwierigkeiten, da man bis auf 3 Seemeilen 
bequem an die Küste herangehen kann. 
Am 28. vormittags ankerte ich wieder in Friedrich 
Wilhelmshafen, um die Beobachtungen daselbst fort- 
zusetzen und die Post in Empfang zu nehmen. · 
Nach Beendigung der nothwendigen Arbeiten 
sowie nach Erledigung der Post beabsichtige ich, die 
Reise nach dem nordwestlichen Theile von Kaiser 
Wilhelmsland anzutreten. 
schicksal der Eblersschen Expedition. 
Nachrichten aus Neu-Guinea zufolge sind die 
Ueberlebenden der Otto Ehlers schen Expedition?) 
— 21 farbige Arbeiter — am 30. März d. Is. mit 
dem Britisch-Neu-Guinea-Gouvernementsdampfer 
„Merrie England“ wohlbehalten in Friedrich Wil- 
helmshafen eingetroffen. Ueber den Verlauf der so 
traurig endenden Expedition liegen folgende Mit- 
theilungen vor. 
Otto Ehlers war am 24. Juli 1895 in Friedrich 
Wilhelmshafen eingetroffen. Seine Absicht ging 
dahin, Neu-Guinca von der deutschen Küste aus in 
südwestlicher Richtung zu durchqueren. Der seit mehr 
als acht Jahren im Dienste der Neu-Guinea-Kom- 
pagnie stehende Polizeiunteroffizier Piering hatte 
sich freiwillig bereit erklärt, die Expedition mitzu- 
machen. Er war ein Mann von ausgezeichneter 
Erfahrung, der bercits eine mehrwöchige Expe- 
dition auf das Finisterregebirge unternommen hatte 
und sich mit allen Trägern gut verständigen konnte. 
Außer Ehlers und Piering setzte sich die Expedition 
*) Vergl. Deutsches Kolonialblatt 1895, S. 624.
        <pb n="485" />
        414 
zusammen aus 43 schwarzen Trägern und dem Diener Gouvernementsagent C. Kowald nahmen sich der 
von Ehlers, einem etwa fünfzehnjährigen Mauritius= 
mischling, Namens Tschokra oder Lupu. 
33 Träger erhielten je eine Trägerlast Reis — 
20 kg — in geöltem Beutel, acht Träger, die 
Piering besonders ausgesucht hatte und die der 
Polizeitruppe angehört hatten, erhielten neben Aus- 
rüstungslasten Bewafsnung (Mauserkarabiner und 
Patronen), zwei Träger waren außer mit Tausch- 
waarenlasten mit Jagdgewehren und Munition aus- 
gerüstet. Die persönliche Ausrüstung der Europäer 
wurde auf ein Mindestmaß bestimmt und hat, ein- 
geschlossen das Zelt, sieben Trägerlasten nicht über- 
schritten, die Tauschwaaren machten drei Trägerlasten 
aus. Am 11. August 1895 schiffte sich die Expe- 
dition an Bord des Dampfers der Neu-Gninea-= 
Kompagnie „Msabel“ ein. Eine etwa ein Jahr alte 
große Hündin aus dem Blut einer deutschen Dogge 
und fünf lebende Ziegen wurden mitgenommen. Am 
Mittwoch den 14. August wurde die Expedition in 
der Bayernbucht an der Mündung des Franziska- 
flusses an Land gesetzt. Nachdem in dem Eingebo- 
renendorf als Nahrungsreserve zehn Sack Reis, etwa 
600 kg, niedergelegt waren, wofür die Eingeborenen 
bereitwillig eine Hütte zur Verfügung stellten, wurde 
um 2 Uhr nachmittags unter Führung eines älteren 
Eingeborenen und in Begleitung aller jüngeren 
Männer des an der Mündung des Franziskaflusses 
liegenden Dorfes der Marsch in das Innere an- 
getreten. 
Von den mitgenommenen Ziegen ist nur eine der 
Expedition gefolgt, die anderen waren in den Busch 
hineingesprungen und mußten zurückgelassen werden. 
Der stellvertretende Landeshaupt der Neu-Guinca- 
Kompagnie, Korvettenkapitän Rüdiger, hatte die 
Expedition bis nach der Bayernbucht begleitet. Als 
er am Sonntag den 18. August nochmals die Bayern= 
bucht berührte, waren die Eingeborenen, welche die 
Expedition von Anfang an begleitet hatten, eben 
wieder zurückgekommen. Aus ihrem Munde hörte 
er, daß sie die Expedition bis zum Sonnabend früh 
begleitet hatten; sie zeigten einen etwa 1000 m hohen 
Berg im Süden der Bayernbucht, auf dessen Spitze 
die Expedition am Sonnabend den 17. August vor- 
mittags angelangt war; die Entfernung betrug etwa 
20 bis 25 km Luftlinie. Bis dahin waren offene 
Feindseligkeiten der Eingeborenen nicht zu melden 
gewesen, es waren auch keine Desertionen vor- 
gekommen. Seitdem fehlten alle Nachrichten über 
das Schicksal der Expedition, bis im November über 
Cooktown die telegraphische Meldung einging, daß 
20 Ehlerssche Träger in dem englischen Küstenorte 
Vort Moresby eingetroffen seien mit der Nachricht, 
daß Ehlers und Piering ertrunken und der Rest 
der Träger gleichfalls umgekommen seien. Einer der 
Träger hat sich daun später noch angefunden. Die 
englischen Beamten in Britisch-Neu-Guinea, insbeson- 
dere der Gouverneur Sir William Mac Gregor, 
der Gouvernementssekretär A. Musgrave und der 
" 
  
  
geben. 
Ueberlebenden mit der denkbar größten Fürsorge an. 
Die Träger waren am 24. oder 25. Oktober in 
Motn= Motn (am Ausfluß des Lakelamuflusses in 
die Fresh Waterbai) angekommen. Sobald Herr 
Musgrave davon hörte, entsandte er ein Gouverne= 
mentsfahrzeug an den Distriktschef Herrn Kowald 
mit dem Ersuchen, sich an Ort und Stelle zu be- 
Herr Kowald war bereits auf eigene Hand 
mit seinem Whaleboot in beschwerlicher Reise nach 
Motu-Motu gefahren und hatte dort in jeder Weise 
für die Träger, die von dem Missionslehrer Peter 
und dem eingeborenen Häuptling Lahavi gut auf- 
genommen worden waren, gesorgt. Von Motu-Motu 
wurden die Träger nach Port Moresby geführt, wo 
sic am 10. November eintrafen. Hier sind sie von 
Herrn Musgrauve untergebracht und ärztlicher Auf- 
sicht unterstellt worden. Ueber ihre Erlebnisse machten 
sic folgende Angaben: 
Die Expedition ging elwa sechs Wochen lang 
einen Fluß hinauf und dann durch Busch und Berge. 
Eingeborene wurden dann nicht mehr angetroffen. 
Drei Träger, Eingeborene von New-Ireland, deser- 
tirten mit den Lebensmitteln. 
Viele starben aus Mangel an Nahrung und vom 
Genuß giftiger Früchte, Ehlers und Piering waren 
sehr schwach, als man an einen Fluß gelangte. Man 
fand Sagopalmen und konstruirte ein Floß in zwei 
Tagen und Ehlers und Piering mit zwei Jungen 
bestiegen es am dritten Tage und nahmen sechs Ge- 
wehre, einen großen Sack Patronen und den Geld- 
kasten mit sich. 
Der Fluß war lief und reißend und das Floß 
wurde durch einen im Wasser liegenden Baum und 
Felsen umgeworfen und nur die beiden Jungen 
retteten sich und gingen mit den Uebrigen flußabwärts 
zehn Tage lang, lebten von Sagopalmen und kon- 
struirten ein anderes Floß und kamen nach einem 
Moravidorf, wo die Eingeborenen sie gut behandelten 
und nach Motu-Motu brachten zum Missionar Peter. 
Im Besitze der Ueberlebenden befanden sich sechs 
Mausergewehre, vier Ledergürtel, Taschen und Messer, 
139 Patronen und ein Kochtopf. Alles Andere, was 
die Expedition mit sich führte — einschließlich der 
Tagebücher — muß als verloren gelten. Unter den 
ums Leben Gekommenen befindet sich auch der oben- 
erwähnte Diener von Ehlers Tschokra oder Lupu. 
Wissenschaftliche Expedition. 
Ueber die bisherigen Erlebnisse der Kaiser Wil- 
helmsland-Expedition des Dr. Lauterbach und 
Landwirths Ernst Tappenbeck wird Folgendes be- 
richtet: Die Seereise wurde von Genua an Bord 
des Postdampfers „Sachsen" am 10. März an- 
getreten. Am 2. April traf die Expedition in Singa- 
pore ein und machte daselbst Einkäufe an Tropen- 
kleidern, Reis und Pferdefutter. Auf einem englischen
        <pb n="486" />
        Frachtdampfer „Hupeh“ wurde am 5. April die Reise 
nach Batavia fortgesetzt. Am 8. April wurden in 
Batavia Ziegen und in Buitenzorg vier Pferde an- 
gekauft. Sehr schwierig war es, in der kurzen Zeit 
Javanen anzuwerben, und nur durch die Unterstützung 
des Herrn Dr. Jensen vom botanischen Garten 
Buitenzorg gelang es, noch im letzten Augenblick 
einen malayischen Diener bezw. Präparator zu be- 
kommen. Außerdem wurden zwei Pferdejungen und 
ein Malaye, der als Koch fungiren soll, gemiethet. 
— Am 11. April begaben die Theilnehmer sich mit 
Vieh und Leuten an Bord der „Stettin“ und trafen 
am 23. April im Friedrich Wilhelmshafen ein. 
Zwei der zurückgekehrten überlebenden Leute der 
Ehlersschen Expedition erklärten sich hier bereit, 
die Neise mitzumachen. Dr. Lanterbach fuhr zu- 
nächst mit Dr. Kersting nach Stephansort, um sich 
über die dortigen Verhältnisse zu informiren und 
den geeignetsten Ansatzpunkt für die Expedition zu 
finden. 
Der Hauptadministrator der Astrolabe-Kompagnie, 
Herr v. Hagen, nahm die Expedition in liebens- 
würdigster Weise auf und unterstützte deren Vorhaben 
auf das Zuvorkommendste. Als Aufenthaltsort und 
zugleich Ausgangspunkt für die Expedition wurde 
ein Haus in Erima gemiethet, welches, mit großen 
Nebenräumen und einem Arbeiterhaus zusammen- 
gelegen, für Unterbringung der Mitglieder vollkommen 
ausreicht. 
Eine Unterredung des Irr. Lauterbach mit den 
vorhandenen Jabimarbeitern hatte guten Erfolg, da 
sich noch zwei seiner früheren Träger dabei befanden. 
Es meldete sich freiwillig eine genügende Anzahl, so 
daß die Trägerfrage gelöst zu sein scheint. 
Angenblicklich sind die Leiter der Expedition mit 
Auspacken und Einrichten beschäftigt. Gegen Ende 
dieser Woche beabsichtigten dieselben den Gipfel des 
Oertzengebirges zu besteigen, da sich voraussichtlich 
von dieser isolirt gelegenen Spitze ein umfassender 
Einblick in die Oberflächenverhältnisse des von der 
Expedition zu begehenden Terrains gewinnen lassen 
wird. 
Der definitive Abmarsch ins Innerc wird dann 
möglichst bald erfolgen. 
Der Gesundheitszustand ist bis jetzt ein guter. 
Rus dem Bereiche der Missionen und 
der Antiskhlaverei-Bewegung. 
des Kolonialraths und erster stellvertretender Vor- 
sitzender des Verwaltungsausschusses des Afrikavereins 
deutscher Katholiken, ist zum Domkapitular an der 
415 
  
Aus der Benediktiner-Mission ist Ostafrika 
wird in „Krenz und Schwert“ gemeldet: Der 
P. Maurus hat vor einiger Zeit eine Reise ins 
Innere unternommen und beabsichtigt nun, neue 
Stationen im Innern zu gründen. Am 8. April 
haben sich F. Adams und der Laienbruder Mau- 
ritius Kröhling in Neapel nach Dar-es-Saläm 
eingeschifft. Der Gesundheitszustand des apostolischen 
Präfekten P. Maurus ist nach den neuesten Briefen 
vorzüglich. Er hat in der Nähe von Kolasini eine 
neue Schamba angekauft, auf der mehrere Neger- 
familien ihre Wohnsitze haben. Täglich reitet er 
dorthin nach St. Placidus, wie er das Dörfchen 
nannte, und ertheilt Religionsunterricht. Diese Leute 
machen ihm viel Freude und berechtigen zu den 
schönsten Hoffnungen. Nach einem Briefe vom 
6. April betrug die Zahl der Knaben in Kolasini 110. 
Zugleich werden dort Anpflanzungen aller Art ge- 
macht, Wege angelegt, Berg und Thal gang= und 
reitbar gemacht. Das Verhältniß der Missionare zu 
den Beamten ist das denkbar beste. Am Weihnachts- 
feste wurden in Dar-es-Saläm 24 Mädchen und 
Frauen getauft, in St. Maurus zu Kolasini 6 Knaben. 
Am Osterfeste empfingen die heilige Taufe in St. 
Maria zu Dar-es-Salam 5 Frauen, in St. Maurus 
32 Erwachsene und Kinder. 
Die katholische Pallottiner-Mission zu 
Kamerun hat bedauerlicherweise durch den Tod 
die Priester P. Mayer, P. Eckmann und den 
Laienbruder Hanewinkel verloren. Am 11. Mai 
sind P. Müller und P. Eberwein sowie die 
Laienbrüder Ubrich und Hierl zum Ersatz nach 
Kamerun abgereist. 
Nach dem Berichte des Administrators der aposto- 
lischen Präfektur in Togo P Dier ist die Zahl 
der Schulen der Mission dort jetzt auf 14 gestiegen. 
Außerdem sind im verflossenen Jahre die Grün- 
dungen zweier Hauptstationen zu verzeichnen, nämlich 
von Porto-Seguro und Klein-Popo. Auf Adjldo 
ist am 20. August ein Seminar gegründet und in 
Togo-Stadt ein Hospital für Arme, Schwache und 
Kranke entstanden. Die Zahl der Schüler belief sich 
am Schlusse des Jahres auf 484. Getauft wurden 
1895 169 Erwachsene, 85 Christenkinder, 228 Hei- 
denlinder. Gefirmt wurden 142. 
Wie „Unter dem rothen Kreuz“ meldet, sind 
zwei Schwestern des Frauenvereins für Krankenpflege 
in den Kolouien Mitte Februar in Windhoek ein- 
Religionslehrer Professor Hespers, Ehrendom- 
herr des Metropolitankapitels von Karthago, Mitglied 
Cölner Metropolitankirche ernannt worden an Stelle 
des verstorbenen Domkapitulars Dr. Dubelmann. 
  
getrossen. Sie haben vier Lazarethgehülfen und 
einen Soldaten im Krankenhaus als Hülfskräfte zu- 
gewicsen erhalten. Sehr lästig sind die hohen Preise 
der Lebensmittel. Es kostet Zucker 1 Mark, Kar- 
toffeln, Zwiebeln 0,75 Mk. das Pfund, Bier 2,25 Mk., 
Wein 4 bis 5 Mk. die Flasche. Sogar Milch muß 
mit 30 bis 40 Pf. für das Liter bezahlt werden.
        <pb n="487" />
        — 416 — 
Die Zahl der Zöglinge des Missionshauses Steyl 
beläuft sich gegenwärtig auf 322; für die wissen- 
schaftliche Ausbildung derselben sind 23 Lehrkräfte 
thätig, sämmtlich Priester des Hauses. Das zur 
Steyler Genossenschaft gehörende Missionshaus Heilig- 
kreuz bei Neiße in Schlesien zählt gegenwärtig 
115 Zöglinge. 
Aus fremden MHolonien. 
Ugandabahn. 
Nach einer englischen Parlamentsvorlage werden 
50 000 Pfd. Sterl. als Ausgaben für den Bau der 
Ugandabahn im Jahre 1896/97 in Aussicht ge- 
nommen. Man hofft, 100 engl. Meilen Linie in 
diesem Jahre zu legen und das Material für weitere 
100 Meilen zu beschaffen. Der Chefingenieur Mr. 
Whitehouse und seine Assistenten sind am 11. De- 
zember in Mombas eingetroffen und haben die ersten 
Einrichtungen geschaffen. Es sind 1100 Kulis und 
Handwerker von Indien bereits angelangt, weitere 
1000 werden erwartet. Baumaterial für 30 Meilen 
ist in Mombas aufgespeichert. 
Sepchellen im Jahre 1894. 
Die Einnahmen betrugen 235 411 Rupien (gegen 
232 055 im Jahre 1893), die Ausgaben 278 470 
Rupien (gegen 226 226 im Jahre 1893). Das De- 
fizit wurde hauptsächlich herbeigeführt durch Ueber- 
nahme von Verbindlichkeiten der früheren New 
Oriental Bank Company seitens des Gouvernements. 
Die Ausfuhr betrug 764 080 Rupien, die Ein- 
fuhr 60 4033 Rupien. Die wichtigsten Ausfuhrartikel 
sind Vanille, Kakao und Kokosnußöl. Die Vanille- 
ernte ist 1894 fast vollständig ausgefallen, doch ver- 
sprach die neue Ernte gut zu werden. Die Kakao- 
plantagen hatten unter der Rattenplage sehr zu leiden. 
Einen neuen wichtigen Ausfuhrartikel für die 
Inseln hofft man in dem Liberiakaffec gefunden zu 
haben, der jetzt in großem Umfange angebaut wird 
und von hervorragender Güte sein soll. Ferner er- 
wartet man in den nächsten Jahren einen größeren 
Export von Orangen, Citronen und Bananen, für 
welche Mauritius, Reunion und Aden geeignete Ab- 
satzgebiete sind. 
Der Handel der Kolonie hatte im Uebrigen durch 
den niedrigen Kurs der Rupie zu leiden. 
In einem sehr schlechten Zustande befinden sich 
die Straßen, deren erhebliche Verbesserung die Finanz- 
lage nicht erlaubte. 
Die Zahl der Bevölkerung wird auf 17 625 an— 
gegeben, von denen 2636 Protestanten und 12 608 
römische Katholiken sind. 
Der öffentliche Unterricht wurde ertheilt in einer 
konfessionslosen Regierungsschule, welche 72 Schüler 
besuchten, in 20 Schulen der römisch-katholischen 
  
Mission mit 1688 Schülern und in acht Schulen 
der englischen Missionsgesellschaft mit 416 Schülern. 
Von der Regierung wurden 12 564 Rupien auf die 
Erhaltung dieser Schulen verwendet. 
Die Seychellen sind jetzt durch ein im Jahre 1893 
fertiggestelltes Kabel der Eastern and South African 
Telegraph Company mit Sansibar und Mauritius 
telegraphisch verbunden; die Gebühr beträgt 5 Rupien 
14 Annas für jedes Wort nach England. 
St. DPelena im Jabre 1894. 
Die Insel hat früher eine größere Bedeutung 
gehabt als Proviant= und Wasseraufnahmestelle für 
die Schiffe. Diese Bedeutung verlor St. Helena fast 
vollständig infolge der allmählichen Verdrängung der 
Segelschiffe durch Dampfer von immer mehr zuneh- 
mender Größe und mit verbesserten Einrichtungen 
für lange Seereisen, namentlich aber auch infolge der 
Eröffnung des Suezkanals im Jahre 1869. Seit 
diesem Zeitpunkte ist der Wohlstand der Bevölkerung 
der Insel beständig gesunken, wozu auch die im Jahre 
1870 erfolgte Herabsetzung der Garnison von 448 
auf 178 Mann viel beitrug. Der Gouverneur der 
Insel spricht jedoch in seinem Berichte die Ueber- 
zeugung aus, daß der Niedergang bereits seinen 
tiessten Stand erreicht hat und der JInsel eine bessere 
Zukunft bevorsteht; er hofft, daß sie infolge ihrer 
Lage wieder Bedeutung gewinnen wird als Kohlen- 
station, als Station eines dorthin anzulegenden unter- 
seeischen Kabels und durch Erbauung eines Schiffs= 
docks. Die Bevölkerung beläuft sich jetzt auf 
4000 Seelen. 
Die Einfuhr betrug 1894 31777 Pfd. Sterl., 
d. h. 7500 Pfd. Sterl. weniger als im Vorjahre, 
die Ausfuhr 14717 Pfd. Sterl. Unter den Aus- 
fuhrartikeln erscheinen in den letzten Jahren auch 
Kartoffeln, von welchen 1894 für 772 Pfd. Sterl. 
exportirt wurden. Die Errichtung einer Fischkonserven= 
sabrik, für deren erfolgreichen Betrieb sehr günstige 
Bedingungen vorhanden sein sollen, war im Gange. 
Die öffentlichen Einnahmen betrugen 9162 Pfd. 
Sterl., die Ausgaben 7874 Pfd. Sterl. 
Sierra Leone im Jahre 1894.7) 
Die Gesammteinnahmen bezifferten sich auf 
98 838 Pid. Sterl., um 6069 Pfd. Sterl. mehr als 
im Vorjahre. Diese Steigerung ist in erster Linie 
der Erhöhung der Abgaben für Spirituosen zuzu- 
schreiben, indem vom 1. März 1893 ab für den 
Gallon 3 sh statt 2 sh erhoben wurden. Der für 
den Handel bestimmte Gin wurde in einer Menge 
von 242 686 Gallonen, auf 25 266 Pfd. Sterl. be- 
werthet, eingeführt, was gegen das Vorjahr ein Mehr 
*) Vergl. Deutsches Kolonialblatt 1895, S. 661.
        <pb n="488" />
        von 20 008 Gallonen und 3156 Pfd. Sterl. Werth 
bedeutet. 
Die Ausgaben beliefen sich auf 93 099 Pfd. 
Sterl., die Gesammtaltiva nach Abzug der Passiva 
auf 38 618 Pfd. Sterl. 
Freetown, welches über 30 000 Einwohner zählt, 
hat eine eigene Stadtverwaltung erhalten mit einem 
Stadtrath von 16 Mitgliedern, die theils vom Gon- 
verneur ernannt werden, theils aus Wahlen hervor- 
gehen, an der Spitze. Die Kosten für die militärische 
Besatzung, die nach wie vor vom Mutterland getragen 
werden, stiegen auf 57 852 Pfd. Sterl., um 16 083 
Pfd. Sterl. mehr gegen das Vorjahr. Die neben 
dieser Besatzung bestehende Grenzwachtmannschaft hatte 
am Ende des Jahres 1894 eine Stärke von 563 
Mann einschl. der Vorgesetzten, die Polizeimannschaft 
eine solche von 245 Mann. Bei beiden Abtheilungen 
besteht der Stamm der Mannschaften aus Eingebo- 
renen, die sich aus allen Gegenden der Kolonie re- 
krutiren. Für öffentliche Bauten, Wege und Brücken 
wurden 10 017 Pfd. Sterl. verausgabt. 
Sierra Leone hat nach der Volkszählung vom 
5. April 1891 eine Einwohnerzahl von 74 611 
Schwarzen und 224 Weißen; darunter sind 41 361 
Christen. Ende 1894 waren 63 Schulen thätig, 
darunter sechs höherc. Einc technische Schule war 
im Entstehen. In Frcetown wurden zwei wöchentlich 
erscheinende Zeitungen herausgegeben, in Sherbro 
eine solche mit monatlich zweimaligem Erscheinen. 
Der Export= und Importhandel haben gegen das 
Vorjahr etwas zugenommen (vergl. Kol. Bl. S. 255). 
Ein viel lebhafterer Handel wird von der Erbauung 
einer Eisenbahn erhofft. Im Ganzen haben während 
des Jahres 1558 Schiffe mit 962046 Tonnengehalt 
die Kolonie angelaufen. 
Der Dandel von Beira. 
Die Verhältnisse dieser Hafenstadt in Portugiesisch- 
Ostafrika, welche in neuerer Zeit als Ausgangspunkt 
nach Rhodesia und Britisch-Matabeleland erhöhtes 
Interesse in Anspruch nimmt, haben in dem als 
Parlamentsvorlage gedruckten Berichte des dortigen 
englischen Konsuls für das Jahr 1894/95 keine be- 
sonders günstige Beurtheilung erfahren. 
Hiernach deutet das ganze Aussehen des Platzes 
auf Rückgang des Handels. Zwar wurde von der 
Socicte Française de Manica in letzter Zeit ein 
Handelsgeschäft eröffnet, ebenso ein kleines von einem 
indischen Kaufmann; dagegen wurde eines von den 
großen Hotels geschlossen und an dessen Stelle ein 
kleines gebant. 
Der Bodenpreis ist in allen Theilen der Stadt 
erheblich gestiegen, in der Gegend des Regierungs- 
gebäudes von 20 oder 30 Reis pro Quadratmeter 
auf 50; in der Geschäftsgegend von 200 Reis 
auf 500. 
47 
Die Mozambique Company, welche Eigenthümerin 
des Grund und Bodens ist, vergiebt diesen sowohl 
in jährliche als in dauernde Pacht, wie auch zu 
Eigenthum. Die Umschreibgebühren sind beträchtliche. 
Die Landspekulation war nicht gewinnbringend. Die 
Wenigen, die sich damit befaßten, verkaufen ihr Land 
wieder, um auf ihre Auslagen zu kommen. 
Eine der größten Firmen am Platze hat den 
lokalen Handel aufgegeben und betreibt ihr Geschäft 
nur noch nach auswärts. Zwei oder drei kleinere 
Ladenbesitzer mußten ihr Geschäft einstellen. 
Die Zölle auf Spirituosen wurden erhöht, und 
zwar für die feineren Sorten von 250 auf 375 Reis 
per Liter, für Bier von 40 auf 70 Reis, für die 
billigeren Sorten von 300 auf 400 Reis. Wein im 
Faß zahlt jetzt ein Real per Liter an Stelle von 
20 Reis. 
Die Errichtung der Telegraphenlinie von Beira 
nach Fontesvilla ist unnöthigerweise verzögert worden. 
Die Landungsvorrichtungen wurden in keiner Weise 
verbessert. Die Dampferverbindung ist schlechter 
denn je. Die deutsche Ostafrika-Linie macht allein 
den Versuch eines regelmäßigen Dienstes. 
Von Beira ist eine Eisenbahn nach Chimoio in 
Betrieb, welche gut verwaltet wird. Ueber letzteren 
Ort ist ein regelmäßiger Postverkehr nach Umtali 
und Salisbury eingerichtet. 
Die Handelskammer scheint sich aus Mangel 
ihrer Mitglieder an Interesse aufgelöst zu haben. 
Die neu eröffnete Filiale der Bank of Africa hat 
den Kaufleuten gute Dienste gethan. 
  
Goldfüslenkolonie im Jabre 1894. 
Die Einnahmen während des Jahres 1894 be- 
trugen 218 261 Pfd. Sterl., die Ausgaben 226 931 
Pfd. Sterl. Die Einnahmen sind gegen das Vorjahr 
um 16 478 Pfd. Sterl. gewachsen; der bei Weitem 
größte Theil derselben (etwa 200 000 Pfd. Sterl.) 
rührt von den Zöllen her. Die Ausgaben betragen 
etwa 48 000 Pfd. Sterl. mehr als im Jahre 1893. 
Das Anwachsen derselben ist hauptsächlich zurückzu- 
führen auf die vermehrten Ausgaben für öffentliche 
Arbeiten, für welche 54 163 Pfd. Sterl. aufgewendet 
wurden (24 000 Pfd. Sterl. mehr als im Vorjahre) 
einschließlich der Ausgaben für die Vermessung einer 
Eisenbahn von der Küste nach dem Innern. Ab- 
gesehen von dem Bau einer Eisenbahn werden auch 
sonst große Anstrengungen zur Verbesserung der 
Verbindungen von der Küste nach dem Innern be- 
hufs Hebung des Handels gemacht. 
Eine Ausgabe von 10 778 Pfd. Sterl. ist sodann 
verursacht durch eine Expedition zum Schutze des 
Gebietes von Attabubu gegen die Aschantis. 
Trotz der vermehrten Ausgaben ist die Finanz-- 
lage der Kolonie eine sehr günstige, da die Ueber- 
schüssc am Ende des Jahres 1894 sich auf 166944 
Pfd. Sterl. beliefen (gegen 175 615 Ende 1893).
        <pb n="489" />
        — 418 — 
Der Handel der Kolonie hat im Jahre 1894 
wiederum erheblich zugenommen. Die Einfuhr be- 
trug 812830 Pfd. Sterl., die Ausfuhr 850 343 Pfd. 
Sterl. An der Einfuhr waren betheiligt: England 
mit 582 273 Pfid. Sterl., die englischen Kolonien mit 
13 168 Pfd. Sterl., Deutschland mit 87 966 Pfd. 
Sterl. (10 661 Pfd. Sterl. mehr als im Jahre 1893); 
vom Exporte entfielen auf England 608 258 Pfd. 
Sterl., auf die englischen Kolonien 29 765 Pfd. 
Sterl., auf Deutschland 104 987 Pfd. Sterl. (8201 
Pfd. Sterl. mehr als im Jahre 1893). Von fremden 
Staaten sind am Handel mit der Kolonie außer 
Deutschland fast nur noch Frankreich und die Ver- 
einigten Staaten betheiligt, beide aber in geringerem 
Grade als Deutschland. 
Die Zunahme des Handels der Goldküstenkolonie 
seit 1890 ist aus folgender Zusammenstellung er- 
sichtlich: 
Einfuhr: Ausfuhr: 
18900 562 102 Pfd. Sterl. 601 348 Pfd. Sterl. 
1891 665781 - 684 304 = - 
1892 597094 - 665 064 - 
1893. 718 353 = - 722 106 „ - 
1894 812 830 = - 850 343 = - 
Die wichtigsten Ausfuhrartikel sind bekanntlich 
Palmöl und Palmkerne, deren Ausfuhr im Anwachsen 
begriffen ist. Es wurden ausgeführt: 
  
Palmkerne 
  
  
  
  
Palmöl 
Werth *l*e Werth 
Gallono pfo. Sterl. Tons #sd.Starl. 
1894 4213 935 237 62317136 112373 
1893 3 417 306 183 900 12041 80 721 
Zunahme 796 629 53 714 5095 3152 
Die Ausfuhr von Gummi betrug 189.1 368 463 
engl. Pfd., die Ausfuhr von Nuthölzern, welche im 
Jahre 1890 sich nur auf 510 Pfd. Sterl. belief und 
seitdem beständig gewachsen ist, 69 405 Pfd. Sterl. 
Die Kultur von Kakao und Kaffee, welche durch 
die im Jahre 1890 in Aburi von der Regierung 
errichtete botanische Station gefördert wird, ist noch 
im Entstehen begriffen. Der Werth des 1894 aus- 
geführten Kakaos betrug 546 Pfd. Sterl. (für 20 312 
engl. Pfund) gegen 93 Pfd. Sterl. (für 3460 Pfund) 
im Jahre 1893, der Werth des Kaffees 1265 Pfd. 
Sterl. (für 41 488 Pfund) gegen 630 Pfd. Sterl. 
(für 21437 Pfund) im Vorjahre. Der Kakao wurde 
1894 sämmtlich nach Deutschland exportirt, von dem 
Kaffee der bei Weitem größte Theil. 
Einen wichtigen Exportartikel bilden schon seit 
mehreren Jahren Affenfelle; 1894 wurden 168 405 
Stück im Gesammtwerthe von 41 000 Pfd. Sterl. 
ausgeführt. 
Von den 419 Schiffen, welche während des Jahres 
die Goldküste anliefen, waren 265 englische und 
90 deutsche. 
  
Die Produktion und die Ausfuhr von Gold ist 
in den letzten Jahren beständig zurückgegangen; der 
Werth der Goldausfuhr betrug im Jahre 1894 
76 795 Pfd. Sterl. gegen 103 200 Pfd. Sterl. im 
Jahre 1889. Die Zahl der in den Goldminen be- 
schäftigten Personen wurde auf 22 Europäer und 
2400 Eingeborene geschätzt. - 
Die in der Nähe der Küste bei Apollonia ent- 
deckten Petroleumquellen sind im Laufe des Jahres 
auf Veranlassung eines englischen Syndikates näher 
untersucht worden und man verspricht sich eine ge- 
winnbringende Ausbentung derselben. 
Von den inneren Einrichtungen der Kolonie ist 
bezüglich des Telegraphemvesens hervorzuheben, daß 
Anfang Januar 1894 die zwischen der Goldküste 
und Togoland hergestellte Telegraphenverbindung dem 
Verkehr übergeben worden ist, wie bereits früher 
berichtet wurde. Die Zahl der auf dieser neuen 
Linie während des Jahres 1894 aufgegebenen Tele- 
gramme beträgt 302. 
Die Bevölkerung der Kolonie wurde auf etwa 
1½ Millionen geschätzt, von denen 37 500 Christen 
sind. Die 7 Regierungs= und 70 Missionsschulen 
wurden von 7689 Kindern besucht. 
Die Schutztruppe der Kolonic besteht aus 
300 Haussalenten, von denen 180 in Akkra, 120 in 
Cape Coast stationirt sind. Die Regierung ist be- 
strebt, diejenigen Haussas, welche nach ihrer Dienstzeit 
aus der Truppe austreten, in der Nähe von Akkra 
anzusiedeln, und verleiht ihnen zu diesem Zwecke unter 
bestimmten Bediugungen Land. 
Verschiedene Wiltheilungen. 
Leitende Gesichtspunkte bei der Anlage von 
afrikanischen Stationen. 
Der seit 1885 an der Goldküste thätige Arzt 
der Basler Mission Dr. N. Fisch hat darüber fol- 
gendes Gutachten abgegeben: 
Jede Station, auf der Europäer arbeiten wollen, 
soll an einem möglichst gesunden Platze gebaut werden. 
Diejenigen unter den Stationen, die im Laufe der 
Zeit sich als besonders günstig herausstellen, werden 
dann Gesundheitsstationen. Durch Veränderung der 
Verhältnisse können frühere Gesundheitsstationen un- 
günstiger werden und umgekehrt. Es ist nicht ganz 
leicht, die Gesundheit einer Station zu bestimmen, 
deren Bewohner durch ihre Stellung viel von der 
Station wegbleiben und allerlei Strapazen auf sich 
nehmen müssen. Die Morbidität und Mortalität der 
Bewohner auch einer gesunden Station wird immer 
groß sein, wenn sie auf ihren Reisen oft Gelegenheit 
haben, sich mit Malaria u. s. w. zu infiziren. Einen 
besseren Anhaltspunkt hat man, wenn Frauen auf 
der Station anwesend sind, die selbstverständlich viel 
mehr an Ort und Stelle bleiben, doch spielt auch 
hier der individuelle Faktor eine zu große Rolle, um
        <pb n="490" />
        419 
einen sicheren Schluß zu gestatten, da die Zahl der 
in Betracht kommenden Personen stets klein ist. In 
der überwiegenden Mehrzahl wird die beste Gesund- , 
Zimmer ebener Erde braucht man die Betonschicht 
heitsstation nur sehr relativ gesund sein, da in dem 
bis jetzt besetzten und in den nächsten Jahren noch 
zu besetzenden Gebiete von tropisch Afrika kaum ein 
von Malaria ganz freier Ort, der bei Stations- 
gründung in Frage käme, sich finden wird. 
relativ gesunde Station kann angelegt werden an 
einem Ort, der folgende Bedingungen erfillt. 
I. Der Untergrund der Station soll Fels 
sein. Auf mächtigen Laterit= und Lehmlagern, auf 
Sand und auf Flußgeschiebe wird sich kaum eine 
gesunde Station bauen lassen. 
II. Die topographische Lage soll so sein, daß 
1. die Bodenfeuchtigkeit leicht Abfluß hat. Die 
Station soll mit anderen Worten auf einer Boden- 
erhebung, am besten auf dem schmalen Kamme eines 
Gebirges oder am Abhange desselben, doch dann nie 
parallel dem Kamm, sondern stets im rechten Winkel 
zu demselben erbaut werden. 
2. Sümpfe und Inundationsgebiete dürfen nicht 
in der Nähe sein. 
3. Hochwald muß in möglichst weitem Umkreis 
niedergelegt werden, damit Luftströmungen ungehin- 
dert die Station erreichen können und die Umgebung 
der Station trocken gemacht werden kann. 
4. Die Station muß leicht zugänglich sein. 
Anmerkung: 1. Die klimatischen Verhältnisse 
einer Station, von der aus gearbeitet werden soll, 
sollten nicht von denen des dazu gehörenden Arbeits- 
gebietes zu sehr verschieden sein. 
2. Es ist dringend zu bitten, daß bei der Wahl 
eines Ortes möglichst genaue topographische Auf- 
nahmen, wo möglich von mit solchen Untersuchungen 
vertrauten, tropenerfahrenen Männern gemacht wer- 
den. Durch genaucs Studium der Topographie eines 
Ortes wird man meist auf Verhältnisse aufmerksam, 
die man sonst übersieht, abgesehen davon, daß es 
vorkommen kann, daß man nach Erbauung der Station 
zur größten Ueberraschung schon gesehen hat, daß 
man den prächtigsten Bauplatz ganz in der Nähe 
nicht beachtete, weil man sich nicht die Mühe eines 
genauen Studiums der topographischen Verhältnisse 
nehmen wollte oder konnte. 
Was nun die Anlage einer Station betrifft, 
so verweisen wir hierfür wie auch für die nähere 
Ausführung des Vorigen auf unser Buch: „Tropische 
Krankheiten“ (S. 10 u. f.) und bemerken nur kurz 
als wesentlichste Punkte: 
I. Das Wohnhaus für Europäer soll von Osten 
nach Westen gebaut sein. (Siehe den Plan S. 231 
in Fischs „Tropische Krankheiten“.) 
II. In der Breite des Hauses nur ein Zimmer. 
III. Rings um das Haus eine 2½ bis 3 oder 
mehr Meter breite Veranda zum Schutz vor Be- 
strahlung und Durchnässung der Wände. 
IV. Die Bodenfeuchtigkeit und die Bodenluft soll 
durch eine genügend dicke Lage von Beton von dem 
Innenraum des Hauses abgeschlossen sein. Für 
nach Glättung mit Cement nur mit einem gut passen- 
Eine 
  
den Linoleum zu bedecken. 
V. Bretterböden sollen alle doppelt und möglichst 
dicht gemacht werden. 
VI. Die Bedachung so, daß weder Regen durch- 
dringen, noch die Erwärmung durch die Sonne sich 
im Hause fühlbar machen kann. 
Ueber Höhenstationen bemerkt hierzu noch Missions- 
inspektor Oehler Folgendes: 
Was die Erfahrungen betrifft, die man mit Höhen= 
stationen macht, so stehen solche der Basler Mission 
in reichem Maße zu Gebote. Wir haben in Indien 
vier solcher Stationen, deren höchste 7000 Fuß hoch 
liegt. Unsere Gesundheitsstation auf der Goldküste, 
Obiri, liegt 1400 Fuß hoch, daneben kommen in 
Betracht die Erfahrungen von Ahognap (1450 Fuß 
hoch) und des noch höher gelegenen Alutifi. Die 
Erfahrungen von Bu6a in Kamerun kommen, weil 
von zu kurzer Dauer, noch weniger in Betracht. Im 
Allgemeinen ist die wohlthätige Wirkung der Höhen- 
luft auf den durch tropische Hitze geschwächten Orga- 
nismus unverkennbar; ferner sind die gesundheitlichen 
Verhältnisse unserer höher gelegenen Stationen auf 
der Goldküste gegenüber dencn an der Küste ungleich 
günstiger, wenn auch lokale Verhältnisse oder Wohn- 
häuser, die den sanitärischen Anforderungen nicht 
entsprechen, den Vortheil, den die höhere Lage bietet, 
wieder paralysiren können. Aber von einem mehr- 
wöchentlichen oder auch mehrmonatlichen Aufenthalte 
auf hochgelegener Station Heilung von der Malaria 
zu erwarten, ist zu viel verlangt. Die Erfahrungen 
der Basler Mission zeigen, daß die Keime für Malaria 
und Schwarzwasserfieber sich oft sehr lange im Or- 
ganismus behaupten, so daß schon Missionare in der 
Heimath noch ein Jahr oder auch mehrere Jahre, 
nachdem sie die Tropen verlassen hatten, von Mala- 
riafiebern, ja selbst (es ist mir wenigstens ein Fall 
bekannt) von Schwarzwasserfieber befallen wurden, 
daß schwere Malariasieber auch bei denen ausbrechen 
können, die sich auf eine Höhenstation zur Erholung 
begeben haben, ist demnach selbstverständlich. Also 
nicht ohne Weiteres Heilung von der Malaria darf 
man von Höhenstationen erwarten, wohl aber all- 
gemeine Kräftigung des Organismus, neue Wider- 
standskraft. So werthvoll demnach solche Stationen 
im Allgemeinen sind, so sind sie doch nicht allen 
Patienten zuträglich. Soviel mir bekannt ist, müssen 
sich Dysenteriekranke vor dem starken Temperatur- 
wechsel bei Besuch einer Höhenstation hüten und auch 
die starken Temperaturschwankungen an hochgelegenen 
Orten scheinen für solche Kranken gefährlich zu sein. 
Tuch in Indien gelten die blauen Berge als gefähr- 
lich für Dysenteriekranke. Auch werden in Indien
        <pb n="491" />
        — 420 — 
die Erholungsstationen von mäßiger Höhe (etwa 
5000 Fuß) dem 7000 Fuß hoch gelegenen Kati im 
Allgemeinen vorgezogen. 
Ueber denselben Gegenstand liegt vom Missions— 
inspektor Merensky folgendes Gutachten vor: 
J. 
Bei der Anlegung von Missionsstationen ist man 
oft gezwungen, auch solche Gebiete besetzen zu müssen, 
deren Gefährlichkeit wegen dort endemischer Malaria 
keinem Zweifel unterliegt, denn Missionare müssen 
inmitten der eingeborenen Bevölkerung wohnen, 
unter der sie ihre Wirksamkeit ausüben wollen, oder 
müssen ihr doch wenigstens möglichst nahe bleiben. 
Man wird also öfter in der Lage sein, Missions- 
stationen in Gegenden anzulegen, wo Europäcr nur 
unter Beobachtung aller Vorsichtsmaßregeln leben 
können. 
Nach den bisher gemachten Erfahrungen ist in 
solchen Fällen als oberster Grundsatz festzuhalten, 
daß man stets den relativ am höchsten liegenden 
Punkt einer Gegend zur Anlegung der Station aus- 
wählt. Nur ganz besondere Umstände, wie z. B. 
die Nachbarschaft von schlimmen Sümpfen oder der 
Mangel an gutem Trinkwasser, könnten das Ab- 
weichen von diesem Grundsatz rechtfertigen. 
Als Untergrund des Stationsplatzes ist Fels am 
günstigsten, nach ihm Laterit oder sonst festes Erd- 
reich, Sandboden dagegen ist für die Entwickelung 
von Fieberluft als besonders günstig anzusehen. Der 
Grund und Boden des Ortes muß trocken sein. Die 
Trockenheit ist meist unschwer zu erkennen an der 
Beschaffenheit des Grases und der übrigen Vegetation. 
Als. Bedingung für dauernde Trockenheit wird freier 
Abfluß des Regenwassers vorhanden sein milssen. 
Sollte Regenwasser von höher gelegenen Stellen den 
Platz erreichen können, so muß durch das zweckmäßige 
Anlegen von Gräben für Ableitung gesorgt werden. 
Wenn Fieberherde nahe sind, so achte man dar- 
auf, daß man, sofern dies möglich ist, den Ort für 
die Station so wählt, daß die herrschenden Winde 
die Ansdünstungen jener Herde fort-, aber nicht etwa 
herbeiführen. 
Die Häuser sollten hohe Fundamente haben. 
Häuser auf Pfählen oder Pfeilern zu errichten, 
empfiehlt sich nicht, wenn nicht ein Fußboden her- 
gestellt werden kann, der der aus dem Erdreich auf- 
steigenden Luft den Eintritt in vollkommener Weise 
wehrt. Sonst ist Trockenheit der Häuser ein wich- 
tiges Erforderniß; Schimmelbildung an den Wänden 
ist ein schlechtes Zeichen; auch Dichtigkeit des Hauses 
gegen das Eindringen von Nachtlust ist als noth- 
wendig zu bezeichnen. Hat man Grund, vor Luft- 
strömungen einer bestimmten Richtung auf der Hut 
zu sein, so lege man auf der in Betracht kommenden 
Seite des Hauses keine Fenster an. Vielleicht sollte 
man in solchen Gegenden einen Versuch machen, ob 
nicht die im Orient vielfach übliche Bauart auch für 
  
unsere Bedürfnisse die passendste wäre. Wenn ziem- 
lich hohe Gebäude einen gepflasterten oder mit cemen- 
tirtem Flur versehenen Hof umschließen, wenn Fenster 
an den Außenseiten der Gebäude nicht vorhanden 
sind, sondern nur an den dem Hose zugekehrten 
Seiten, so könnte man an den Außenseiten die Ve- 
randen entbehren und hätte wahrscheinlich von Mala- 
riadinsten der Umgegend wenig zu fürchten und zu 
leiden. Nicht genug kann darauf hingewiesen werden, 
daß die Malariadünste dem Boden nur da ent- 
strömen, wo Schlammmassen den Sonnenstrahlen aus- 
gesetzt sind, oder aber wo man Erdboden bewegt, 
sei es um Aecker herzustellen oder sonst irgendwelche 
Anlagen zu machen. Da beim Ackerbau immer wieder 
Boden umgeworfen werden muß, sollte man in ge- 
fährlichen Gegenden Felder und Gärten in der Nähe 
der Häuser überhaupt nicht anlegen und auch nicht 
dulden, daß Eingeborene sie hier anlegen. 
Bei Beobachtung dieser Rathschläge in Bezug 
auf die Anlegung der Station und Gebäude werden 
Europäcr auch in gefährlichen Gegenden ziemlich 
sicher wohnen können, vorausgesetzt, daß sic auch bei 
ihrer sonstigen Lebensweise den Anforderungen der 
Tropenhygiene gerecht werden. In keinem Falle sei 
man zu schnell mit dem Urtheil, daß ein Platz be- 
sonders malariagefährlich sei, nur auf Grund von 
Erkrankungen dort angestellter Leute. Nur zu oft 
wird der Ort, an dem die Krankheit ausbricht, als 
verantwortlich für das Erkranken angesehen, während 
die Infektion anderwärts stattgesunden hat; und ein 
Ort, der unter Beobachtung der nöthigen Vorsicht 
recht gut bewohnbar ist, kann durch Vernachlässigung 
bald unbewohnbar werden. 
II. 
Bei der Anlegung von Gesundheitsstationen, 
Sanitarien, werden zwei Gesichtspunkte festgehalten 
werden müssen. Es handelt sich dabei um das Auf- 
finden solcher Orte, wo einerseits die Gefahr erneuter 
Infektionen ausgeschlossen zu sein scheint, und wo 
andererseits die Bedingungen für die Kräftigung des 
siechen Körpers gegeben sind, die nur durch Regene- 
ration des Blutes erlangt werden kann. Die Er- 
fahrung hat gelehrt, daß beide Ziele sich in den 
Tropen fast einzig und allein an Orten erreichen 
lassen, die einc bedeutende absolute Höhenlage haben. 
Wo dabei die Grenze zu suchen ist, über die 
hinaus Malaria überhaupt nicht vorkommt, die Fieber- 
luft sich also nicht mehr erzeugt, ist freilich noch nicht 
festgestelltt es dürfte diese Grenze in verschiedenen 
Ländern und unter verschiedenen sonstigen Umständen 
auch sehr verschieden sein. Doch scheint es, als ob 
man 5000 Fuß Höhe über dem Meere als die ge- 
wöhnliche Grenze des Gebietes bezeichnen kann, in 
welchem die Malariakeime im ##pe zu gefahr- 
drohender Entwickelung gelangen. Wahrscheinlich ist 
als Grund für diese Erschelnung die kühlere Tem- 
peratur anzunehmen, die in solchen Höhen herrscht. 
Mit in Betracht kommt sodann die in Gebirgs-
        <pb n="492" />
        — 421 
gegenden lebhaftere Auswechselung der Luft, Luft- 
strömungen aus noch höher gelegenen Gegenden und 
auch der Umstand, daß an solchen Punkten häufige 
Nebel und Niederschläge das Erdreich gleichmäßiger 
feucht erhalten, daß seltener nasse und trockene Zeiten 
miteinander wechseln. Man wird aber auch in 
Höhenlagen von 5000 bis 6000 Fuß oder mehr nur 
dann darauf rechnen können, vor neuen Infektionen 
sicher zu sein, wenn auch die vorher bezeichneten 
Umstände zusammenkommen, die einen Ort als mala- 
riafrei erscheinen lassen. Auch in solcher Höhenlage 
müßte eine Gesundheitsstation an einem relativ hoch- 
gelegenen Punkte errichtet werden, Sumpfbildungen 
und Ueberschwemmungsgebiete müßten in seiner Nach- 
barschaft fehlen, der Grund und Boden, auf dem 
man baut, sollte auch hier noch sorgfältig geprüft 
werden, und besonders wäre es wichtig, darauf zu 
sehen, daß die Station nicht Winden ausgesetzt ist, 
die Malariadünste aus dem Tieflande heraufführen. 
Am Himalaja hat man beobachtet, daß starke Winde 
die Malarialuft heißer Thäler oft auf bedeutende 
Höhen tragen. Weiter ist auch an hochgelegenen 
Orten der Erdausdünstung nicht zu trauen und in 
der nächsten Umgebung einer Gesundheitsstation sollte 
aus diesem Grunde das Beackern des Bodens in 
der Nähe der Gebände sorgfältig vermieden werden. 
Die Lebenshaltung solcher, die hier Erholung 
suchen, müßte in allen Stücken dem Zwecke ihres 
Aufenthalts angemessen sein. Die Erfahrung hat 
viele Vorurtheile früherer Zeit überwinden lassen. 
Wenn man früher glaubte, daß Eier und Fleisch den 
Ausbruch des Fiebers begünstigten, so wissen wir 
jetzt, daß alle Nahrungsmittel, die eine kräftige Blut- 
bildung begünstigen, Leuten heilsam sind, die am 
Fieber leiden. Ein Umstand wird aber noch allzu 
häufig übersehen, nämlich der, daß Leuten, die an 
Malariakachexie oder an Anämie leiden, die durch 
überstandene Fieber verursacht ist, sich recht warm 
kleiden müssen, wenn sie ihre Gesundheit wieder er- 
tangen wollen. Die Vernachlässigung dieser Vorsicht 
hat häufig genug auch die kältere Temperatur an 
hochgelegenen Gesundheitsstationen eine schädliche 
Wirkung auf die Kranken üben lassen. Mir will 
es scheinen, als ob nicht selten der Ausbruch des 
gefährlichen Hämoglobinfiebers auf schädliche Ein- 
wirkung, die kalte Winde oder zu kalte Bäder übten, 
zurückzuführen sei. Auf Gesundheitsstationen, die in 
bedeutender Höhe liegen, werden die Häuser deshalb 
massiv und dicht gebaut werden müssen. Man ver- 
sehe sie mit Kaminen und sorge dafür, daß den 
Lagerstätten nicht warme Decken fehlen und daß die 
Rekonvaleszenten über genügend warme Kleidung 
verfügen. 6 
Sonst ist die Höhenlust auch an sich als Kräfti- 
gungsmittel für malariasieche Leute von hohem Werthe. 
Die dünnere Luft erleichtert dem Herzen seine Arbeit, 
und man hat neuerdings festgestellt, daß in der oben 
genannten Höhenlage die rothen Blutkörperchen sich 
überraschend schnell kräftigen und vermehren. Auf 
  
diese Wirkung der Höhenluft ist ihr heilsamer Einfluß 
bei Malariasiechthum hauptsächlich zurückzuführen. 
Leute, die einmal an dem Hämoglobin gelitten haben, 
sollten für Monate solche hochgelegenen Orte auf- 
suchen, damit sie hier die Kräftigung und Gesundung 
finden, die sonst nur durch eine Reise nach Europa 
wiedererlangt werden kann. Damit diese Reisen 
überflüssig werden oder wenigstens auf eine geringe 
Zahl von Fällen beschränkt werden können, erscheint 
die Errichtung von Gesundheitsstationen in der Höhen= 
lage von 5000 bis 6000 Fuß in der Nachbarschaft 
ungesunder Kolonial= und Missionsgebiete höchst 
wünschenswerth, ja nothwendig. 
  
Heren Brazlliensls. 
Nach einer Mittheilung des „Central Alrican 
Planter“ führt die große Samenfirma Thomas 
Christy &amp; Co. gegenwärtig große Mengen von 
Kautschuksamen, besonders von Hevea braziliensis, 
nach den portugiesischen Besitzungen in Ostafrika aus. 
Die letztere Pflanze, die den werthvollsten Kautschuk 
liefert, soll dort vortrefflich gedeihen und vom vierten 
Jahre ab Kautschuksaft liefern. 
  
Stickstofsammelnde Pflanzen. 
In dem „Indian Agriculturist“ veröffentlicht 
Mr. Bamber, der als Autorität für Theekultur 
gilt, einen Brief, wonach er festgestellt hat, daß 
Mimosen und Papilionaceen den freien Stickstoff der 
Luft an ihren Wurzeln sammeln und dadurch den 
Boden immer aufs Neue mit Nährstoff versehen. 
Dieselbe Entdeckung hat der indische Regierungs- 
botaniker Dr. Watt gemacht am „Sabaum" (Albizzia 
Slipulata), der als Schattenbaum in Theeplantagen 
gepflanzt wird. Ein dritter Beobachter hat die 
Eigenschaft der Stickstossansammlung an der gewöhn- 
lichen Mimosa pucica festgestellt. Er fand, daß 
Kokosnußpalmen, zwischen denen die Mimose wächst, 
weit besser als anderwärts gedeihen. Achrliche 
Beobachtungen sind seit längerer Zeit von deutschen 
Botanikern gemacht worden. 
Levantiner Thaler. 
Die Ausfuhr von Maria Theresien-Thalern 
aus Triest weist nach einer Mittheilung der „Neuen 
Freien Presse“ seit Dezember 1895 eine außer- 
ordentliche Lebhaftigkeit auf. Die Nachfragen sind 
immer noch so bedeutend, daß ein Theil des Bedarfs 
seitens der Wiener Münze unbefriedigt bleiben muß. 
Die Zahl der im Jahre 1895 ausgeführten Levan- 
tiner Thaler betrug fast drei Millionen Stück. Man 
schätzt die Zahl der von Dezember 1895 bis Ende 
des vorigen Monats ausgeführten Stücke auf fast 
sechs Millionen. Allerdings ist eine genaue Ueber- 
wachung des Verkehrs nicht leicht, da die Thaler
        <pb n="493" />
        — 422 — 
keineswegs mehr ihren Weg ausschließlich über Triest 
und auf den Schiffen des österreichischen Lloyd 
nehmen; sehr bedeutende Mengen werden auf dem 
Bahnwege von Wien nach Neapel verladen und 
weitere beträchtliche Sendungen werden von Triest 
auf italienischen Dampfern nach Neapel verschifft und 
daselbst umgeladen. Das Aufblühen des Thaler= 
geschäfts hängt mit den Ereignissen in Erythräg zu- 
sammen. Auch für die englisch-ägyptische Erpedition 
nach dem Sudan werden große Mengen gekauft, 
welche über Suakin durch Karawanen in das Innere 
des Landes befördert werden. Der Pester Lloyd 
veröffentlicht im Anschluß an die vorerwähnte Be- 
wegung folgende Nachrichten über die genannte Münze: 
Der Maria Theresien-Thaler ist eine der interessan- 
testen Erscheinungen auf dem Gebiete des Münz- 
wesens. Abgesehen davon, daß er einer Währung 
angehört, die heute nicht mehr besteht (dem 20-Gulden- 
Münzfuße), hat er sich als Kolonialmünze erhalten, 
ungeachtet dessen, daß Oesterreich-Ungarn keine Kolo- 
nien besitzt. In die Regierungszeit Maria Theresias 
fällt die Gründung einer indischen Handelsgesellschaft 
in Triest, welche im Jahre 1780 ein Schiff für die 
Levante ausrüstete. Dieses führte neugeprägte Maria 
Theresien-Thaler zum Einkaufe mit. Die Münze 
hat bei den orientalischen Völkern der schönen Prä- 
gung halber — auf der Vorderseite ist das Bildniß 
Maria Theresias sichtbar — einen solchen Anklang 
gefunden, daß sie sich in der Levante rasch einbürgerte. 
Für die konservative Anschauung der Bevölkerung 
dieser Länder ist es bezeichnend, daß Thaler nur mit 
der Jahreszahl 1780 genommen werden. Die Türkei 
und Aegypten haben Landeswährungen, und die 
Pforte sucht durch strenge Verbote, die ägyptische 
Regierung durch einen hohen Werthzoll (8 pCt.) die 
Einfuhr von Levantiner Thalern zu verhindern oder 
einzuschränken. Nichtsdestoweniger hat er sich in 
Arabien als nahezu einziges gangbares Geldzeichen 
im Karawanenverkehr mit dem Innern behauptet, 
und auch Aegypten ist auf diese Münze im Verkehr 
mit dem Sudan angewiesen; die Engländer suchen 
in Sansibar die Rupienwährung zur Geltung zu 
bringen; das Land fährt jedoch fort, den Levantiner 
Thaler sogar als Rechnungsmünze zu verwenden. 
In den Berberei-Staaten ist der Thaler dagegen 
durch die Francswährung vollständig verdrängt wor- 
den. Auch Deutschland prägte für seine ostafrika- 
nischen Kolonien eine eigene, der englischen Rupie 
ähnliche Münze, die Ausprägung erreichte jedoch bloß 
154 394 Stück. Nicht besser erging es Italien, 
welches im Jahre 1881 für seinc afrrikanischen Be- 
sitzungen eine Münze, dem 5 Francsstück gleich, prägte. 
Der Fehler aller dieser Kolonialmünzen ist, daß sie 
nach einem höheren Münzfuße als deren Silberwerth 
ausgeprägt und ausgegeben werden. Aus diesem 
Grunde konnten diese Kolonialmünzen den Levantiner 
Thaler nicht verdrängen; nur die Rupie hat ihm 
bis zu der erfolgten Einstellung der freien Silber- 
prägung in Indien erfolgreich Wettbewerb gemacht. 
  
Infolge der Einstellung der freien Silberprägung in 
Indien ist jedoch der Preis der Rupie weit über 
deren Silberwerth gestiegen und daher nach Indien 
wieder abgeströmt. Das heutige Verbreitungsgebiet 
des Levantiner Thalers ist das Becken des Rothen 
Meeres, der persische Meerbusen, insbesondere aber 
Arabien, Abessinien, Sudan und Sansibar. Es war 
daher naturgemäß, daß Italien, soweit es Zahlungen 
außerhalb seiner Kolonie in Afrika zu leisten hatte, 
Levantiner Thaler kaufen mußte, und zwei Drittel 
der während der letzten Jahre erfolgten Ausprä- 
gungen dürften wohl hierauf zurückzuführen sein. 
Die vom Münzamte veröffentlichten Angaben reichen 
bloß bis zum Jahre 1894; nach ihnen wurden an 
Levantiner Thalern von 1868 bis 1894 insgesammt 
35 436 701 ausgefolgt. Nachdem jedoch früher (seit 
der Einstellung der freien Silberprägung in Oester- 
reich) gegen eingeschmolzenes Silber nur Levantiner 
Thaler ausgegeben wurden, so dürfte wohl ein großer 
Theil zu Industriezwecken wieder eingeschmolzen 
worden sein. Im vorigen re haben die Aus- 
münzungen 2 301 100 Stück betragen. Dem Staat 
ist hieraus eine ganz hübsche Einnahme erwachsen. 
Er berechnet nämlich als Schlagsatz 1,35 fl. das 
Kilogramm Feinsilber und 30 Kreuzer Probegebühr 
für jeden Posten. 
  
VVVVVVVVVYVYVVVYWVVVVVVVVVVVVTYVVYTYTVT 
Titteratur. 
Karte von Deutsch-Ostafrika in 29 Blättern 
(68 X 86 cm) und 8 bis 10 Ansasstücken im 
Maßstab 1: 300 000. Konstruirt und gezeichnct 
unter Leitung von Dr. R. Kiepert. Im Auf- 
trage und mit Unterstützung der Kolonial-Abtheilung 
des Auswärtigen Amts herausgegeben von der 
Geographischen Verlagshandlung Dietrich Reimer 
(Ernst Vohsen), Berlin. 
Von dieser grundlegenden Karte unserer bedeu- 
tendsten Kolonie (vergl. D. Kol. Bl. 1895 Nr. 12, 
S. 304, und Nr. 19, S. 495) sind im Laufe des 
vergangenen Winters fünf weitere Blätter, A1, A2, 
Az3, B1 und B2, erschienen und damit ist die Dar- 
stellung fast des ganzen Nordens und des Nord- 
westens des Gebictes zum Abschlusse gekommen. 
Blatt K1 (Kivn-See), gegen den ursprünglichen Plan 
nach Westen hin um einen Längengrad erweitert, 
bringt in allen Einzelheiten die bedeutsame Graf 
Götzeensche Triangulation des Kivu-Sees, seine Auf- 
nahme der Vulkanc und des centralen Grabens und 
den ersten Theil seines Waldmarsches. Blatt A2 
(Karägwe) zeigt desselben Reisenden Marsch durch 
Ruanda und dann vor Allem die ausgedehnten 
Wanderungen Dr. F. Stuhlmanns in Karägwe 
und Mpororo, welche diese fernen Landschaften mit 
zu den bestbekannten Deutsch= Ostafrikas gemacht 
haben. Große Theile der deutschen Küsten des 
Victoria-Nyansa stellt Blatt A3 (Victoria-Nyansa)
        <pb n="494" />
        dar; im Westen sind es wieder Dr. F. Stuhlmanns 
Landmärsche und Seefahrten, welche hier unsere 
Kenntnisse am meisten erweitert haben, im Osten die 
Wanderungen von Dr. O. Baumann, dessen Ent= 
gegenkommen es der Redaktion ermöglichte, von hier 
an des Reisenden Originalkonstruktionen und Pei- 
lungsblätter anstatt seiner in viel kleinerem Maßstabe 
veröffentlichten Reisekarten der Bearbeitung zu Grunde 
zu legen. Auch die astronomischen Bestimmungen des 
Kapitäns Spring waren hier von Nutzen. Das 
Halblatt B 1 (Usige) bringt eine kritische Zusammen- 
arbeitung schon anderweitig über die Gebiete am 
Nordende des Tanganyika-Sees veröffentlichten 
Materials, besonders der O. Baumannschen Nouten, 
dann derer von Burton und Speke, Livingstone 
und Stanley und des kongostaatlichen Hauplmanns 
Lange. Das letzte Blatt endlich, B 2 (Uründi), bietet 
an Neuem ein großes Stück der Graf Götenschen 
Route in Ussümbwa, Ost-Ussüwi u. s. w., Wande- 
rungen des Paters Capus in Ushirombo und Rou- 
tenstücke von Dr. Stuhlmann und Pater Schynse. 
Die Arbeit hat sich seitdem den Küstengebieten 
zugewandt, und es ist inzwischen eine große, sehr 
vicl Neues enthaltende Karte der Landschaften Usa- 
rümo, Ukümi und Ulugü#run in drei Blättern und dem 
Maßstabe 1:150 000, besonders nach Aufnahmen 
und astronomischen Bestimmungen von Dr. F. Stuhl-- 
mann und Premierlicutenant Schlobach, sertig- 
gestellt worden, welche im kommenden Herbste aus 
Licht treten soll und die Grundlage abgiebt für die 
Bearbeitung der alsdann zu veröffentlichenden Blätter 
1I) 4, D5 und D6 der „Karte von Deutsch-Ostafrika“. 
In weiterer Folge werden alsdann voraussichtlich 
die Gebiete zwischen dem Indischen Ocean und dem 
Nyassa-See solgen, für welche aus den letzten Jahren 
namentlich von Kompagnieführer Fromm, den Lien- 
tenants Glauning und Stentzler, Dr. Lieder 
und Bergassessor Bornhardt reiches neues Material 
vorliegt. An die Veröffentlichung der nördlichsten 
Küstenblätter wird nicht eher herangetreten werden 
können, als bis die Vermessungen in Usambara, 
Handöi u. s. w. einigermaßen zum Abschluß ge- 
kommen sind. 
Die evangelischen Missionen in den deutschen 
Kolonien und Schutzgebieten. Herausgegeben 
von dem Ausschuß der deutschen evangelischen 
Missionen. 88 S. gr. 80 mit 7 Illustrationen und 
  
423 
  
  
Schiffsbewegungen. 
3 Kartenskizzen. Verlag der Buchhandlung der 
Berliner evangelischen Missionsgesellschaft, Berlin, 
Friedenstraße 9. 
Als Deutschland weite Gebiete in Afrika und 
Neu-Guinen unter seine Flagge stellte, arbeiteten 
nur in Südwestafrika deutsche Missionare. Jeßzt 
sind in den deutschen Schutzgebicten zusammen 92 
evangelische Missionare thätig, deren Arbeit fast 
überall von sichtlichem Erfolg begleitet ist. Ueber 
ihr Wirken bietet die vorliegende kleine, hübsch aus- 
gestattete Schrift, welche für 80 Pf. gebunden zu 
haben ist, einen trefflichen Wegweiser. Veranlaßt ist 
das Erscheinen des Schriftchens augenblicklich durch 
den Umstand, daß die Missionen in einer Abtheilung 
der Kolonial-Ausstellung ihre Arbeit durch Ausstellen 
von Karten, Bildern und Modellen veranschaulicht 
haben. Dem Besucher dieser Ausstellung wird da- 
durch eine Handhabe zur raschen Orientirung geboten. 
M. Prager: Die Wissmann-Expedition. Leipzig 
1896. W. Faber. 
M. Busse: Transvaal und die deutsch-englischen 
Beziehungen. Die ägyptische Frage. Zwei Vor- 
träge, gehalten im Civilkasino zu Coblenz. Heraus- 
gegeben von der deutschen Kolonial-Gesellschaft, 
Abtheilung Coblenz. Coblenz 1896. W. Groos' 
Hofbuchhandlung. 
Die beiden Vorträge enthalten in knapper Dar- 
stellung die Geschichte der englischen Beziehungen mit 
Transvaal und Aegypten. Der Reinertrag soll für 
einen kolonialen Zweck verwendet werden. 
Miango ma Bwam ka bonda Mateo na 
Vohane. Das Evangelium nach Matthäus und 
Johannes in der Duala -Sprache (Kamerun). 
Stuttgart 1896. Privilegirte württembergische 
Bibelanstalt. 
Die kleinc Schrift ist an Stelle der vergriffenen 
Uebersetzung des Neuen Testaments von A. Saker 
(1862) vom Missionar E. Schuler und zwar direkt 
auf Grund des griechischen Urtextes besorgt worden, 
da die Sakersche Arbeit, welcher die englische Bibel- 
übersetzung zu Grunde lag, mancherlei Mängel auf- 
wies. Es wird von der Bibelanstalt in Verbindung 
mit dem Basler Missionskomitce die baldige Heraus- 
gabe des ganzen neuen Testaments in der Duala- 
Sprache beabsichtigt. 
(Die Zeit vor dem Orte bedeutet die Ankunft, hinter dem Orte die Abfahrt des Schiffes.) 
. S. „Condor“ 5/2. Sansibar. 
. S. „Falke“ 15/4. Apia. 
Vermessungsschiff „Möwe“ 8/1. Matupi. 
M. S. „Sperber“ 5/5. Kamernn. 
S. „Bussard“ Sydney 1/5. — 9 5. Cooktown 12/5. — Schutzgebieten. (Poststation: Hofpostamt.) 
(Poststation: Sansibar.) 
(Poststation: Hofpostamt.) 
S. „Hyäne“" 12/5. St. Paul de Loanda 12/5. — 20/5. Swalopmund. 
(Poststation: Sydney.) 
S. „Seeadler" Swakopmund 20/5. — 25/5. Kapstadt. 
(Poststation: Kamerun.) 
(Poststation: Kapstadt.) 
(Voststation: Kapstadt.)
        <pb n="495" />
        424 
Perkehrs-Nachrichken. 
Postdampfschiffverbindungen nach den deutschen Schutzgebieten. 
  
vom Ein- 
Nach 1ꝛ 
schissungshafen 
  
Die Abfahrt erfolgt 
an folgenden Tagen 
Ausschissungshafen. 
Dauer 
der Ueberfahrt 
Briefe müssen aus 
Berlin spätestens 
abgesandt werden 
  
Ü Neapel 
(deutsche Schiffe) 
  
en driteen Mittwoch: 
" 20. August 
“ 
. « Brindisi am 19. alt 16. Au 
1. Deutsch- Ostafrita. nt 4½ 4 g. 
Marseill am 10. jedes Mts. 
dranesche-Sa 40 n nins. 
Southampton 
(englische Schiffe) 
2. Deutsch-Südwestafvika. 
jeden Sonnabend 
40 nms. 
Tanga 20 Tage 
Dar-es-Saläm 21 Tage 
Sansibar 21 Tage 
Sansibar 18 Tage 
!5 
Kapstadt 18 Tage 
von da alle 14 T. Tage aui dem 
Landwege nach Warmbad bi. 
miten achk. Schiffsgelegenheir 
nach Swalopmun 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
am 13., 17.J 
3. 6414. # “ 
am 8. jedes Monats 
9°8 a 
jeden Freitag 11 # ms. 
  
  
  
  
  
  
  
Hamburg am 4 uli 30. Sept. Swalopmund“ 30 Tage am 31. Juli, 30. Sept. 
—— Hcheutsches Schif,) nachts ——— — 720 abds. 
Hamburg am 10. jedes Monats Kamerun 24 Tage am 10, jedes Monats 
3. Ramerun Geutsche Schife)) nachts 7 abds. 
' ' Liverpool am 8. Juli, 5. August Kamerun 22 Tage am 6. Juli, 3. August 
Eunherd Schiffe) 15 nmis. ! 
am 10. jedes Mts. nachts Klei po 20 Tage 
4. Togo-Gebiet Hamöurg, am 20.jedes MHts.= Lome 31 Tage am 10., 20. ** 
K# von Acera bez. Quittah, Geutsche Schiffo) Al po 33 Tage ied. Mts. 720 abds. 
bn Boten nach Lome , am Lestensed. Mts. - po od. Accras) 
und Klein-Popo). Liverpool am 15., 29. Juli, Quittah?) oder Klein-am 13., 27. J 
(englische Schiffe) ig 26. August Popo 35 Tage 0., 24. ** us. 
Neapel am 26. August Friedrich Wilhelms- am 3. Juli, 
5. Deutsch-Neu-Guinea. (deutsche Schiffe) abds. hafen 45 Tage 24., . uust 
Brindisi am 5. Juli, 30. August 41 Tage 10 
(Nachversandy) abds. 8 
» Brindisi am uli, 30. August Jaluit etwa 60 Tage an z Vi 28. August 
6. Marsball- Inseln. (über Manila) 
Eintreffen der Post aus den r— Schutzgebieten. 
Landungs= Die Post ist fällig 6 Landungs- Die Post ist fällig 
Von hafen in Berlin Von hafen in Berlin 
Neapel am24. (Juli, 21. Aug 
Deutsch-Ostafrikao Brindisi . am 15.Juli, 12. Ac Togogebiet Haniburg . . am 10.* und 25.“ 
Marseille . aml. Juli, 1.,31. Aug. . jedes Monats 
W Zĩdwesiasrita #ß. 4 zubestimmt peutft. * Guinen. *“ am GG* 
damburg. am 25. ied Monats » 
Ramern Liverpool . am 16. Juli, Marshall- Inseln ... Marseille * oder 20. Aug., 
13. August 3./15. Oktober 
  
  
* Fälligkeitstage für die mit deutschen Schissen eintreffenden Posten. 
Schiffsbewegungen ? der t Deutschen Ostafrila · Linie Gamburg Oftafrika). 
  
  
  
Neichspostdampfer Neise Leßte Nachrichten 
55 p ph von nach bis 27. Juni 1896 
„Kaiser“ Durban Hamburg am 26. Juni ab Marseille. 
„Kanzler“ Hamburg Durban am 25. Juni ab Neapel. 
„Bundesrath= zur Zeit in Hamburg 4 
„RNeichstag“ Hamburg Durban am 25. Juni an Dar-es-Saläm. 
„Admiral“ Durban Hamburg am 27. Juni ab Mozambique. 
„General“ Durban Hamburg am 27. Juni an Hamburg. 
Extradampfer „Curopa- Hamburg Delagoabai. am 15. Juni ab Las Palmas.
        <pb n="496" />
        425 
Schiffsbewegungen der Woermann- Linie. 
  
  
Postdampfer neise Lehte Nachrichten 
von nach bis 27. Juni 1896 
„Adolph —— Hamburg Swakopmund am 8. Juni in Las Palmas. 
„Aline Woerm Hamburg Ponta Negra am 10. Juli ab Hamburg. 
„Anna Wormann, . Kap Palmas Hamburg am 22. Juni in Sierra Leone. 
„Carl Woermann“ Kotonou Hamburg am 11. Juni in Acera. 
„Eduard Bohlen“ Hamburg Congo am 23. Juni in Accra. 
„Ella. Woermann“ Kap Palmas Hamburg am 27. Juni Dover passirt. 
„Gertrud Voermam“ Hamburg Ponta Negra am 24. Juni in Gabun. 
„Gretchen V ohlen“ Hamburg Kotonou am 26. Juni in Kotonou. 
„Hedwig Woermann“ Hamburg Kotonon am 23. Juni Dover passirt. 
„Jeannette Woermann“. Hamburg Loanda am 30. Juni ab Hamburg. 
„Kurt Woermann“ Hamburg Loanda am 13. Juni in Loanda. 
„Lulu Bohlen“ . Hamburg Ponta Negra a#m 19. Juni in Madeira. 
Marie Woermann“. Ponta Negra ambur am 27. Juni in Kamerun. 
„Melita Bohlen“ . .. Hamburg Lüderitzbucht am 27. Juni in Accra. 
„Professor Woermann“. Hamburg Loanda am 21. Juni in Rufioque. 
„Thekla Bohlen“ Swakopmund Hamburg am 16. Juni in Accra. 
  
  
  
  
  
2 
X Werke der deutschen und auslãndiehon Littoratur. 
  
I: Kramnss, Spezialkaorte von 
Taeisch- Ostaf’ihac, 11 2 Milt. 
mit Nebenkarten 1:750000. Grösste 
Karte dieser Kolonice. Sümmtliche 
umtlichen wie privntenl’ublikationen, 
Itincrarc eic. sind erschöpfend ver- 
arheitet. Eisenbahnen und deren 
Trojekte, letzte Veränderungen der 
Schutztruppe, I’ost- und Zollämter, 
Aissionen u. L’lantagen wurden ein- 
gehend berücksicht. VUnembehren 
lür jeden Koloninlireund. T’r. 3 Mk. 
S. Sehropp. Berlin W., ilder. 61. 
Tuseheniürterbitelt der engti- 
schen #und detschen Spraesie 
von’’hieme- Nasnu#on. 15.Aul- 
lage. 34 Bogen. Gel. Ak. 3.50. 
Verlag von Taendeke &amp; Lehmkuhl 
in llamburg. ( 
Kriegsocden Kbchaus d. Kladde- 
rudatseh. Ernst u. IIumor aus dem 
Jahre 1870,71. Vers u. D’rosa von d 
bekannten Kladderadatse orslerten 
J. Trojan u. J. Lohmeyer. Geb., 3.50. 
Verl. von C. T. Wiskott in Breslau. 
Hisecli, Ii., Dr. med. Tronpisesie 
Kr’aungkei#ten. Anleit. zu ihr. Ver- 
hüt. u. Behundl. Spez. I. d. Westküste 
v. Alriku. Zweite umgearb. Aull. Ver- 
lag der Ilissionshbuchhdlg. in Bascl. 
  
  
+ 4., geb.M4, 80. Für Missionare, 
Kaur#leute und Beamtc. („#s 
  
Scheiber, .J. (Aujor), Der Bürger- 
krieg in den nord gGmerikanischen 
Stauten. MAit 1 Kurte von Virginien 
und 3 Plänen. Preis AM. 4.— 
k. Borche, 17., Zwei Jahre im Sattel 
und um Feinde. Erinnerungen aus 
deem Unabhängigkeitskriege der Con- 
Iöderirten. Zweite Aull. Mit Portria i 
u. Kurt. 2 Bde. M9,—, gelb.K 10, 
Verlag von E. S. Mittier &amp; 9 
Berlin SWe. 
  
Konlstock, Dr. med., ärztlicher 
Rathgeber' (ür Ostufrika und trop. 
Maluringegenden. Geb. Preis K6 
Moren, C., Kriegs- und Lxpe- 
ditionsführung in Alrika. Geh. 
Treis 60 Pf. 
chlodrz, Dr. B., Im deutschen 
Goldlunde. Reisebilder aus dem 
Ge 
Ver 
i. Preis A 38,60. 6 
ug von Hermann Peters, 
Berlin W. 8. 
Unsere Shtetzertcpe in Ost- 
Arika. Von, Georg Maercker, 
Pr. Lt. im Inf. Regt. No. 23, ehemal. 
Olliz. d. Schutstruppe. Mit 34 Ilustr. 
z. Th. u. Orixinalanfnahmen d. Chels 
kamen. 220S. erlag von Karl 
Siegismund, Sn W. 41. 4 3.— 
Teder Deutsche im Auslande 
liest Kern die, selbst in ülberscelschen lindern 
breitete und im 18. Inhrg. encheinende: 
Deutsche Allltulr-Musiker eitum n# (Prager). 
an ahonmirk bei allen Postanstalten (Cinge- 
tragen —— 18060)) sowio durrh, die 
Exp. in NeriIn SW. 16 gegen Einsend. v. 2.10 M. 
–— — 2 
PDie ercdngelischen Alfissionen. 
IIlustr. Familienblutt. IIcrausg. von 
Jul. Richter. I. Jahrg. 1895. Nonatl. 
1 lleft von 24 S. Jährl. 4 3, frei ins 
Ilaus X 3,20. Probehekfte gr. u. Irko. 
Verl. v. C. Bertelsmann in Götersloh. 
LErschienen bei ., J. Mfi! i. Leiden: 
Antidu. Catulog Jo. 40: Les Indes 
Orientules et Occidentales. PDosses-- 
sions Eurobé cnnes en Asic, en Alridue, 
en Améridne et en Australie. (G) 
5519 Irs. Bitte gel. zu verlangen. 
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Italiener in Asrika. Mit einer Ueber- 
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Juni 1895; v B Cih. R-# ierungsruth. 
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mann, Breslau). „Eine Kulturstudic 
v. echormem W’erte- (Berl. Börsenztg.). 
Verl. v. Lobbing &amp; Büchle, Stuttgart. 
In der Vitnfnitlionen- Staudt. 
Kulturbilder u. d. heutigen 1 egland. 
Von Gustaf F.Steften. Textansgabe 
(ohne lllustr.) des Werkes „Aus dem 
modernen LEngland-. Vimt 390 S. 
sch. 2 Ak., gebd. Ak. „Ein- vor- 
treffliches Buch“ l, ee „Ein 
ausgezeichmetes Werk- (Jordd. Allg. 
Ztg.). Steflens Werk ist ein Spieg 2el 
des- Lesammten engl. Lebens, wic er 
in selcher Klarheit dem engl. Volke 
noch nicht dLorssehalten worden izt“ 
res Jachrichte 
Verl. v. Hobbing # Büehec, Stuttgart.
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        — 426 
Anzeigen. 
Inserale (für die dreigespaltene Petitzeile oder deren Naum * Wiemig) sind an die Verlriebsleilung, Verlin 8W 12, Kochstraße 68 71. 
zusenden. 
  
Bekanntmachung. 
In unser Firmenregister ist heute 
unter Nr. 3 die Firma 
J. M. Wittmann zu Uhabis 
und alo deren Inhaber der Händler 
Johann Wittmann ebenda ein- 
getragen worden. 
Keetmanshoop, den 15. Jannuar 1896. 
%½ ihise Gericht für den Südbezirk. 
8.) gez. Duft. (7) 
Bekanntmachung. 
In das Gesellschaftsregister des unter- 
zeichneten Gerichts ist Zufolge 
Verfügung vom 5. März 1896 Folgen- 
des eingeiragen worden: 
Laufende Nummer 1. 
Firma der Gesellschaft: 
Boysen &amp; Wulff. 
Sit der Gesellschaft: Windhock, mit 
einer Zweigniederlassung in Swakop- 
mund. „Rechtoverhältnisse der Gesell- 
schaft: Die Gesellschafter sind: 
1. der Kaufmann Dietrich Voysen 
zu Windhoek, » 
2. der Kaufmann Carl Friedrich 
Wulff zu Swakopmund. 
Die Gesellschaft hat am 1. Juni 1895 
begonnen. 
Windhoek, den 5. März 1896. 
Haiserliches Gericht des südwestafrikanischen 
Schutzgebietes für den Weslbezirk. 
(I. S.) gez. v. Lindequist. 
Deuische Holonien. 
Erfahrener Pflanzer, 
welcher 30. Jahrei in tropischen Ländern 
thätig gewesen und im Pflanzen und 
Ziehen von Kolonialwaaren durchaue 
erfahren ist, sucht zur Gründung einer 
Alltengesellschait zwecko Anbau von 
Kolonialwaaren in den deutschen Kolo- 
nien mit Kapitalisten in Mrbinhueg 
zu trelen. 
Gef. Osserten s##c II. L. **- 
befördert Rudolf Mosse, Hamburg. 
Itographiiche Uparate. 
Erste Quelle: 
Jmd UNsche, Drescken. 
Kutalog (300 S.) 20 b . 
Spedition Südafrika. 
Kommission A. Kesting, Uretoria, 
Transvunl. Weiterbeför derung aller 
Güter in Südalrika. 
Iumburg: Agent lohn Suhr, lsul. 
  
  
Bekanntmachung. 
In das bei dem unterzeichnelen 
Gericht geführte Firmenregister ist bute 
zufolge Verfügung, vom 26. d. Mts 
Aasc Nr. 1 die Fir 
A. Schmerenbeck 
mit dem Sitze in Windhoek und als 
deren alleiniger Inhaber der Kaufmann 
August Schmerenbeck hierselbst ein- 
getragen worden. 
Dem Kaufmann Erust Rusch in 
Windhoek ist unter dem 30. März 1895 
Prokura ertheilt worden. 
Windhoet, den 27. März 1896. 
Kaiserliches Gericht des füdwestafrihanischen 
Schutzgebietes für den Nordbezirk. 
(L. S.) gez. v. Lindequist, 
Negierungsassessor. G) 
¶ Bekauntꝛiachung 
as bei dem unterzeichneten 
herpne dbasfehet Prolurenregister ist 
heute unter Nr. 1 als Prokurist der 
unter Nr. 1 des Firmenregistero ver- 
merlten Firma A. Schmerenbeck in 
Windhoek der Mansmngnn Ernst Rusch 
hier eingetragen w 
Windhoek, den r. März 1896. 
Kailerliches Gerichl des füdwestafrihauischen 
Shhubgebietro für den Nordbejirk. 
(I. S.) gez. v. Lindequist, 
Negierungsassessor. (70) 
— 
#½% 
8 
  
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llumburg und 
  
  
  
  
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        427 
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Albertoni. l’rofessor Gerrello., Dr. (ucco, Dr. Dull Olio. Pro- 
lessor Nosso. Dr. Venturini und vielc anderc haben mit dem Alittel 
überraschende lleilerfolge hbei Aularia erzielt. Anch Dr. Ribet in 
Arzer (Algier) und Dr. Dupont in Boma thaten ein Gleiches: H#e 
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Verschreihungen des Kongostuates veranlusst. 
Uans falzsanre I’he wron eignel sich lerner nac h den Feststellungen 
von H’rofessor Alurtine argas in Barcelona zur schnellen und 
Sicheren lleilung des Kanelhurtens, 
Man wende sich wegen des Erhalts von P’henccollum hrdrochloricum. 
wegen Lilteratur und Gebranchsanweisungen un die Vertreter der ohen- 
enannten Firma. nümlich: 
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London: A. &amp; M. Zmmmermen, F. C. 9 und 10 St. Mary- at- Hill: 
Moskau: V. Stürzwage &amp; Co. 
New-Tork: Lehn &amp; Fink, 128 Milliam Street: 
Paris: Max Frères. 31 rue des pelites Ecuries: 
Rio de Janeiro: Magalh#es. Lucius &amp; Co. Successores de Klingelhoeler &amp; Co. 
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1....2 
Vertreten auf der deutschen Kolonial-Ausstellung 1696. 
  
  
  
   
  
  
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*7 8 
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Export. (00) 
Die LErzenguisse der Fabrik sind 
in der dentschen Koloninl-Aus-- 
stellung in Berlin ausgestellt. 
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Sennenten I., Die IIanssaländer. 
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M. 4.—, geb. M. 5.—. 
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        429 
  
  
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Litter. Centralblatt 1896, Nr. 3 vom 18. Januar: Mit nie auch einen Augenblick ermüdendem Interesse 
hat Referent die Lektüre des Buches beendet. v. Bülow hat in der Art seiner Schreibweise entschieden das Richtige 
getrossen » 
Der Verfasser befleißigt sich außerdem einer nicht genug anzuerkennenden Sachlichkeit und peinlichen Genauigkeit 
in der Wiedergabe geschilverter Ereignisse. Schreiber dieses, der manche der im Buche wiedergegebenen Episoden mit 
durchmachte, wußte in der Schilderung keines einzelnen Falles auch nur das Geringste zu ändren 
ir möchten dem Laien sowohl als dem Fachmann das Buch als ein ebenso interessantes wie nutzlicheo ano 
Herz legen und es allen Lesern auso Wärmste empfehlen.
        <pb n="502" />
        M 
S 
— 431 — 
2 
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        — 434 — 
WOERMANN-LINIE. 
Am 10. Juli: P. D. „Aline Woermann“, Capt. Jarck, 
nach Madeira, Klein-Popo, Lagos, Kamerun und den Hälen der Südwest- 
küste Alrikas bis Ponta Negra. 
Am 15. Juli: P. D. „Ella Woermann“, Cant. 
nach Marocco, Las Palmas, Teneriffe, Gorée, Dakar, Ruffsque, Bissao, Bolama, 
Sierra Leone, Sherbro und Liberia. 
Am 20. Juli: P. D. „Carl Woermann“, Capt. Schütt, 
nach Conakry, Monrovia, der Goldküste, Togo, Whydah und Kotonou. 
Am 31. Juli: P. D „Thekla Bohlen“, Capt. Iversen, 
nach Teneriffe, Las Palmas, Gorée, Liberia, den Häfen der Südwestküste Alrikas von 
Landana bis Loanda und Deutsch-Südwestafrika. 
Nach Deutsch- Südwestafrika: am 31. Juli, 30. Septbr., 30. Novbr. 
Atte Guter mitssen dm Tade vor dem Abpanpsdautum bis I2 Uhr mittags litnusseite sein. 
Näheres wegen Fracht und Passage ertheilt in Hamburg die Weermann-Linle, sowie der Schiffsmakler 
Angust Bolten, Wm. Miller'’s Nachfolger, Admiraliä#tstrasse 33/34, und wegen Deutsch-Südwestafrika die 
Herren L. F. Nlathies &amp; Co., Grimm 27. 12 
  
Deutsche O]st. Afrlila- „Linie. 
Vermehrte Fahrten. Oreiwöchentlicher Betrieb. 
Regelmässige Postdampfer -Verbindung 
unter Vertrag mit dem Deutschen Relche 
zwischen 
Hamburg, Ostafrika und Transvaal 
Amsterdam, Lissabon und Neunpel anlaufend. 
Die nächsten fuhrplunmässigen Expeditionen finden statt: 
  
E. P. D. „BUNDESRATH“, Capt. Doherr 1. Juli 1896 ab Hamburg (It. Fahrplan) 
Doppelschraubendampfer „HERZOG“, Capt. v. I8sendorsh. 22. Juli 1896 ab Hamburg 
R. D'. D. „GENERAL, Capt. Asthansen .12. August 1896 ab Humburg (lt. Fahrplan) 
R. P. D. „KAISRn“, Capt. Stahll. 2. Septbr. „ ab Hamburg 
nach Tanga, Dar-es-Saláäm, Sansibar, Mozambique, Beira, Delagoa-Bai und Natal. 
Diese Dampfer nehmen auch Passagiere und Waaren nach 
Bagamoyo, Saadani, Pangani, Kilwa, Ibo, Lindi, Quelimane, Chinde, Lamu und 
Mombassa. 
Ferner Extradampfer ab Hamburg ums Kap der gaten Hoyuse9ng direkt nach 
Durban, Delagoa-Bai, Mozcmbique. 
Nächste Expedition: 
Die Dampfer Laben vor-z#pliche Linriehtunuen “' ussaytere in uatten Kassen. 
Ferner zwischen Ostafrika und Bombay regelmässig alle drei Wochen im Auschluss 
an die IHauptdampler. 
  
Näheres ertheilt in Hamburg: (20) 
wegen Fracht der Schilswaker August Bolten, Wmm. Miller's Nachfolger, 
wegen Passage die Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Aktien-Gesellschaft, 
sowis wegen Fracht und E die 
Deutsche Ost-Afrika- Linie, 
r. Reichenserasse 25. 
Verantwortlicher: Nedalteur für für den nichtamtlichen Theil: O. Mertinat, Berlin. 
Druck und Verlag der Königlichen Hofbuchhandlung und Hosbuchdruckerei von E. S. Mittler &amp; Sohn, Verlin S8W 12, gochsirabe 68—71. 
Ausgegeben am 1. Juli 1890 um 6 Uhr nachmittags.
        <pb n="506" />
        Deutsches Kolonialblatt. 
Amtsblatt für die Schutzgebiete des Deutschen Reichs. 
heranegegeben in der —— des Auswärligen Amle. 
  
  
  
VII. Jahrgang. terlin, 15. Juli 1896. Nummer 14. 
Dicice Zeitschrift Socheint in der Regel am I. und 15. jedes Monats. # werden als Veihefte beigejagtn die einmal t 
wrsesbede „Mittheilungen von Forschungsroisonden und Golehrton aus den deutschon Schutzgobiet her- *2 oben von 
ö. Danckolman. Der vierteljährliche MWaenteneenteprei für das Kolonia tblatt au den Betheiten berne Ereim ldns durch die Post hweil ie 
S Ml. 3.—, direkt unter Streifband durch die Uerlagsbuchhandlung Mk. 3,50 für Deutschla vud und Oesterreich= Ungarn, Mk. 3.75 für 
die Länder des § Wellpostvereins. —.Einsendungen und Anfragen sind an die K Anigliche Losonchhan dlung von Ern E Sicnfried Mittler 
und Sohn, Berlin SW 12, Zochüraße 68—71, zu richten. — in der Zeitungs. Prelsiiste für 1996 unter Nr. 910.) 
  
Inhalt · Amtlicher Theile Alerhöchste: Verordnung über die Schaffung, Vesihergreifung und Veräuße#ung von Kron- 
land und über den Erwerb und die Veräußerung von Grundstücken im Schutgebiete von Kamerun S. 435. — 
Gouvernementsbejehl deo Kaiserlichen Gouverneurs von Deutsch-Ostafrika, betressend ein Verbot des Feilhaltens von 
Kochgeschirren aus Kupfer und Messing S. 437; desgleichen, betressend die Stärke der Polizeitruppe für dao Etats- 
jahr 1896·97 S. 437. — Nachweisung der Brutto-Einnahmen bei der Zollverwaltung für Deutsch-Ostafrika für 
die Monate Jannar und Februar 1896 S. 438. — Nachwelsung der Elfenbeinausfuhr aus Deutsch-Ostafrika im 
Jahre 1895/96 S. 439. — Verordnung des Kaiserlichen Gduverneurs von Kamerun, betressend Einführung von 
Eingeoorenen. Schiedogerichten für die Landschaften Dibamba und Ndokama S. 439. — Personalien S. 440. 
tamtlicher Theil: Personal-Nachrichten S. 441. — Deutsch-Ostafrika: Ueber die Perlfischerei an 
der ostafrilenuschen Küste 7 441. — Naturwissenschastliche Süämmlungen S. 442. — Bestrafung von Sklavenräubern 
S. 442. — Geschäftsbericht der Deutsch-Ostafrikanischen Gesellschaft 442. — Landwirthschaftliches S. 443. 
Kamerun: Von der Station Mpim S. 444. — Naturwissenschaftüche Sammlungen S. 446. — Deutsch- 
Südwestafrika: Ueber den Zug des Hauptmanns v. Estorff bei Gobabis S. 446. — Einfuhr von Spirituosen 
S. 448. — Deutsch-Neu-Guinea: Ueber den Verlauf der Ehlersschen Expediten S. 448. — Aus dem 
Bereiche det Missionen und der Antisklaverei-Bewegung S. 453. — Aus fremden Kolonien: 
Straits Settlemente S. 460.— Delgon Eisenbahn S. 460. — Jahnban in Sierra Leone S. 460. — Anwerbung 
von Arbeitern zür den Kongostaat S. 460. — Uganda S. 460. — Vesichiedene Mittheilungen: Die West 
African Co. Lid. S. 461. — Litteratur S. 461. — Litteratun= Verzeichniß S. 4 Schisssbewegungen S. 462. — 
Verkehrs- Nochrichten S. l#. — Fahrplan der Woermann- Linie für das dritle Much- 1896 S. 464.— Anzeigen. 
* 
  
Amtlicher Theil. 
Gesetze; Perordnungen der Reichsbrhörden. 
Allerhöchste Verordnung über die Schaffung, Besitzergreifung und Veräußerung 
von Kronland und über den Erwerb und die Veräußerung von Grundstücken im 
Schutzgebiete von Kamernn. 
Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden Deutscher Kaiser, König von Preußen 2c., verordnen 
für das Schutgebiet von Kamerun auf Grund des § 1 und des § 3 Ziffer 2 des Gesetzes, betreffend dic 
Rechtsverhältnisse in den deutschen Schußgebieten Greichs- Gesetzblatt 1888, S. 75), im Namen des Reichs, 
was folgt: 
I. Schaffung 7 Kronland. 
8 
Vorbehaltlich der Eigenthumsansprüche oder ousgen dinglichen Ansprüche, welche Private oder 
juristische Personen, Häuptlinge oder unter den Eingeborenen bestehende Gemeinschaften nachweisen können, 
sowie vorbehaltlich der durch Verträge mit der Kaiserlichen Regierung begründcten Okkupationsrechte Dritter 
ist alles Land innerhalb des Schubzgebietes von Kamerun als herrenlos Kronland. Das Eigenthum 
daran steht dem Reiche zu. 
II. Besitnahne von Kronland. 
Die Besitznahme von Kronland erfolgt borsepeüthch der Bestimmungen in § 12 durch die Regierung.
        <pb n="507" />
        — 486 — 
8 3. 
8 
Bei der Besitznahme von Kronland in der Umgebung bestehender Niederlassungen von Eingeborenen 
sind Flächen vorzubehalten, deren Bebanung oder Nutzung den Unterhalt der Eingeborenen auch mit Rück- 
sicht auf künftige Bevölkerungszunahme sichert. 
84. 
Die Ermittelung und Fesistellung des herrenlosen Landes (Kronlandes) erfolgt durch Land- 
kommissionen, welche von dem Gouverneur unter Zutheilung des erforderlichen Vermessungspersonals zu 
bilden sind. Diese Kommissionen treffen auch die Entscheidung über ctwaige von Privaten erhobene 
Ansprüche. Gegen diese Entscheidung ist der Rechtsweg zulässig. 
5. 
In solchen Bezirken, für welche ein Grundbuch besteht, erfolgt die Eintragung der als Kronland 
in Besitz genommenen Grundslücke auf Grund einer von dem Gouverneur oder einem von ihm hierzu 
ermächtigten Beamten ertheilten Bescheinigung, daß die Besitznahme unter Beobachtung der für den Erwerb 
maßgebenden Bestimmungen gehörig erfolgt ist und daß danach die Eintragung des Eigenthums zu 
geschehen habe. 
III. Veräußerung von Kronland. 
86. 
Die Ueberlassung von Kronland erfolgt durch den Gouverneur, und zwar entweder durch Ueber- 
tragung zu Eigenthum oder durch Verpachtung. Durch die Ueberlassung von Kronland bleiben die 
bestehenden oder noch zu erlassenden bergrechtlichen Bestimmungen hinsichtlich der Verfügung über die 
unterirdischen Bodenschätze unberührt. 
87. 
Die Festsetzung der Bedingungen für die Ueberlassung von Kronland ersolgt durch den Gouverneur 
nach näherer Anordnung des Reichskanzlers. 
88. 
Bei der Ueberlassung von Kronland sind genügende Flächen für öffentliche Zwecke zurückzubehalten, 
insbesondere auch Waldbestände, deren Erhaltung im öffentlichen Interesse liegt, von der Veräußerung 
auszuschließen. Auch ist das Recht vorzubehalten, das zu Wegen, Eisenbahnen, Kanälen, Telegraphen= 
anlagen und anderen öffentlichen Einrichtungen erforderliche Land gegen Ersatz des den Berechtigten wirklich 
entstandenen unmittelbaren Schadens zurückzunehmen. 
§ 9. 
Schiffbare Ströme und Flüsse sind von der Ueberlassung zu Eigenthum auszuschließen. 
IV. Allgemeine Vorschriften über die Veräußerung und den Erwerb von Grundstücken. 
10. 
Zum Eigenthumserwerb oder zur Pachtung von Grundstücken, welche im Eigenthum oder Pacht- 
besitz eines Nichteingeborenen stehen, ist eine obrigkeitliche Genehmigung nicht ersorderlich. Der Gouverneur 
ist jedoch befugt, allgemein oder für bestimmte Bezirke die Verpflichtung zur Anzeige derartiger Rechts- 
geschäfte vorzuschreiben. 
, §11. 
Die Ueberlassung von städtischen Grundstücken, welche mehr als 1 ha Fläche haben, sowie von 
allen ländlichen Grundstücken von Seiten Eingeborener an Nichteingeborene zu Eigenthum oder in Pacht 
von längerer als fünfzehnjähriger Dauer ist nur mit Genehmigung des Gouverneurs zulässig. Hiernach der 
Genehmigung bedürfende Verträge, zu welchen die Genehmigung nicht ertheilt wird, sind rechtsunwirksam. 
§ 12. 
" Nach näherer Anordnung des Reichskanzlers kann dem Gouverneur die Befugniß beigelegt werden, 
einzelnen Personen und Gesellschaften die Ermächtigung zu ertheilen, in Gebieten, in welchen die Land- 
kommissionen noch nicht in Thätigkeit getreten sind, ihrerseits Land aufzusuchen, mit etwaigen Eigenthümern 
oder sonstigen Betheiligten wegen Ueberlassung von Land Abkommen zu treffen und solches Land sowie 
herrenloses Land vorläufig in Besitz zu nehmen. Die Genehmigung solcher Abkommen sowie die Feststellung 
der Bedingungen, unter denen die Ueberlassung des als herrenlos angesprochenen und von dem Gouverneur 
vorbehaltlich der Zulässigkeit des Rechtsweges als herrenlos anerkannten Landes zu erfolgen hat, regelt sich 
nach den Bestimmungen der §§ 3, 6 bis 9 und 11. 
· W 13. 
Der Reichskanzler und mit seiner Genehmigung der Gonverneur hat die zur Ausführung dieser 
Verordnung erforderlichen Bestimmungen zu erlassen.
        <pb n="508" />
        — 437 — 
8314. 
Der Reichskanzler ist besugt, die von dem Gouverneur auf Grund dieser Verordnung getroffenen 
Anordnungen aufzuheben und abzuändern. 
Gegeben Neues Palais, den 15. Juni 1896. 
(L. S.) gez. Wilhelm I. R. 
ggez. Fürst von Hohenlohe. 
  
  
Drrordnungen und MWittheilungen der Behörden in den Schungebieken. 
Gouvernementsbefehl des Kaiserlichen Gouverneurs von Deutsch-Ostafrika. 
In letzter Zeit sind wiederum zahlreiche Fälle von Vergiftungen vorgekommen, welche ihre Ursache 
in dem Gebrauch von Kochgeschirren von Kupfer und Messing haben. Im Interesse der allgemeinen 
Gesundheit habe ich mich infolgedessen zum Erlaß nachstehender Verordnung genöthigt gesehen; ich ersuche 
die Herren Vorsteher der Bezirksämter, Bezirksnebenämter, Küstenstationen, Binnenstationen und Zollstellen, 
dieselbe in der üblichen Welse zur Kenntniß der Bevölkerung zu bringen und dieselbe gleichzeitig eindringlichst 
auf die Gefährlichkeit dieser Kochgeräthschaften, soweit sie bereits im Gebrauche der Bevölkerung sich befinden, 
aufmerksam zu machen. Ganz besonders ist auch auf die erhöhte Gefahr hinzuweisen, die entsteht, wenn 
durch längeren Gebrauch die schützende Verzinnung schadhaft geworden ist. 
Dar-es-Saläm, den 6. Mai 1896. 
Der Kaiserliche Gouverneur. 
(L. S.) gez. Dr. v. Wissmann. 
Verordnung, betreffend ein Verbot des Feilhaltens von Kochgeschirren aus Kupfer und Messing. 
51. F.. 
Die Einfuhr von Kochgeschirren und -geräthschaften, welche aus Kupser oder Messing hergestellt 
und für den Gebrauch der farbigen Bevölkerung bestimmt sind, ist vom 1. Juni d. Is. ab für den Umfang 
des ganzen Schutzgebietes verboten. 
8 2. 
Das Feilhalten und der Verkauf derartiger Kochgeschirre in öffentlichen Läden ist vom gedachten 
Termine ab verboten. 
83. 
Vom 1. August d. Is. ab sind Geschirre der bezeichneten Art, welche sich noch in öffentlichen 
Läden oder Waarenlagern finden, ingleichen Sendungen, welche von auswärts durch die Zollämter gehen, 
entschädigungslos zu beschlagnahmen. 
* 4. 
Ein Ausfuhrzoll wird auf die genannten Waaren nicht erhoben. 
* 5. 
Den Chefs der Binnenstationen bleibt die Setzung anderer Termine und Fristen vorbehalten. 
36. 
Zuwiderhandlungen werden mit 10 bis 250 Rupien in jedem einzelnen Falle bestraft. 
Dar-es-Saläm, den 6. Mai 1896. 
Der Kaiserliche Gouverneur. 
(L. S.) gez. Dr. v. Wissmann. 
Gonvernementsbefehl des Kaiserlichen Gonverneurs von Deutsch-Ostafrika, 
betreffend die Stärke der Polizeitruppe für das Etatsjahr 1896/97. 
Die Stärke der Polizeitruppe bei den Bezirksämtern 2c. wird, wie folgt, für das Etatsjahr 1896/97 festgesetzt. 
Tanga mit Masinde 2 europäische Unteroffiziere, 60 Askaris, 
Bagamoyo mit Saadani 2 - - 60 - 
Dar-es-Saläm mit Kisali .2 - - 70 
Pangani—. - - .1europåijchrrUnterossizier,25
        <pb n="509" />
        438 
Kilwa mit Dondeposten 2 europäische Unteroffiziere, 60 Aslaris, 
Milindani mit Lindi | eropäischer Unterosfizier, 41 
Langenburg 24 
Zu jedem Kontingent treten die üblichen farbigen Chargen hinzu. 
In allen Bezirksorten, 
äußßere Wachtdienst durch die aktive Truppe vorzunehmen. 
Polizeiwache zu geben. 
zu veranlassen. 
(außerdem 50 forchuliie Askaris). 
Dar-es-Saläm, den 27. Mai 1896. 
Der Kaiserliche Gouverneur. 
In Vertretung: 
gez. v. Bennigsen. 
(L. S.) 
in welchen eine Kompagnie stationirt ist, 
Die 50 Irregulären der Station 
Langenburg sind nicht auf den Polizeictat, sondern auf den Schutztruppenetat zu verrechnen, ohne daß 
dieselben einer bestimmten Kompagnie aggregirt werden. 
ist von jetzt ab der gesammte 
Nur der Posten vor der Boma ist durch die 
Das Kommando der Schutztruppe hat das nach dem Vorstehenden Ersorderliche 
Nachweisung der Brutto-Einnahmen bei der Zollverwaltung für Deutsch- 
Ostafrika im Monat Jannar 1896. 
(Eine Rupie zum Kurse von 1,1925 Mk.) 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Zölle für Schlfffahr. Holzschlag.Meben. "r 
Haupt-Zollamt AusfuhrEinfuhr Abgabe GebührenEinnahmen Insgesammt 
Np. P. Rp. Rp. P.] Np. P.] Np. P.] Np. P. -— Mk. Pf. 
nga 1139 os 5668 15 65 — 107 37 1440 05 8423 91 
Pangani 53 3476 03 40 — 36 41 428 046524 37 — 7780 56 
Bagamoyo . 10699 36½4 5 — 25 49 39 46 23554 50 = 28089 08 
Dar-es-Saläm. 2743 4130 49 80 — 264 0661370 0217288 34 — 2001, 57 
Kilwa . . 1837 62 4942 21 55 — 795 41 —7636 60 = 7 05 
Mikindani 3953 51 1300 11 5 — 27 55 — — 5286 53 — 201 54 
Zusammen 2917 54 41002 18 250 — 257 371928 12867355 47 — 80321 71 
—— . *) 
27329 Mk. 45 Mk.98 MUM. 1499 Mk.2299 Mk. 
53 Pf. 22 Pf. 12 Pf. 66 18 Pf. 
*) Mit Berücksichtigung einiger Reste aus Vorjahren stellt sich die Gesammteinnahme auf 80 417 Mk. 15 Pf. 
Der Werth der Ausfuhr bei sämmtlichen Stationen im Jannar 1896 beträgt 175790 Nup. = 209 629 Mk. 58 Pf. 
Der Werth der Einfuhr bei sämmtlichen Stationen im Januar 1896 beträgt 497 4090 Rup. = 593 247 Mk. 12 Pf. 
Im Monat Februar 1896. 
(Eine Rupie zum Kurse von 1,2075 Mk.) 
- 
  
  
  
  
  
  
Zölle für Schifffahrts.Holzschlag- Neben. 
Haupt-Zollamt AusfuhrEinfuhr nbgabe Gebühren Einnahmen Insgesammt 
Rp. . Ip. P.] Rp. P.] Rp. P.] Rp. V.] Kp. P. — Ml. Pf. 
l . 
Tangg 988 24 12416 36 85 — 103 13856 464449 55 = 17448 21 
Pangani 1821 50 4116 48 35 — 19 55 32 56 6026 17 = 7276 72 
Bagamoyo 6926 07 9577 30 301— 42 11 96 4316672 27 — 20131 96 
darzes-Saläm 2120 3511964 — 40 — 61 41 063764 47 = 16620 92 
Kilwoa 4839 06 5011 31466—56 291472 
Mikindani 1717 49 3187 60 16 36 55959 08 917 44 —W 7145 59 
Zusammen 18413 4 46 46274 1 10 52 —362 38 2165 358568 10— *— 
. M l *) 
22234 Mr Mk. 55878 . 15 Mk. 165 Mk.614 Mk # 
57 21 Pf. 04 Pf. 4 Pf. 89 
Pf. 
7) Mit Verücksichtigung einiger Reste aus Vorjahren stellt sich die Geninneinse) m 
Der Werth der Einfuhr bei sämmtlichen Stationen im Februar 1896 betrug 538 760 Rup. 
Der Werth der Ausfuhr bei sämmtlichen Stationen im Februar 1896 betrug 135 239 Nup. 
  
  
  
auf 82 798 Mk. 47 Pf. 
650 552 Mk. 70 Pf. 
163 301 Mk. 10 Pf.
        <pb n="510" />
        439 
  
Nachweisung der Elfenbeinausfuhr aus Deutsch-Ostafrika im Jahre 1895/96.) 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Tanga Pangani Bagamoyo Saadani Dar-es-Saläm 
Zeit der Ausfuhr Stück-Gewicht Stück-, Gewicht Stüc= Gewicht Stüc= Gewicht Stück-, Gewicht 
zahl engl. Pfd. ahl engl. Pfd.] zahl engl. Pfd. zahl engl. Pfd. zahl engl. Pfd. 
· 1895 D 1 I 
April ... 11 252¼ 117 1712 1900 2337 69 11753¾ 8 290½ 
Mai 5 1311¼ 104 2498 361 5678 69 15340 4 86½ 
Juni 5 284/ 101 1949 96 882½4 2510¼ 8 96¼ 
Juli. 6 2 89 1272317 28132160 242072 53½ 
August 3 1383/ 192 3055. 1524 24372¼4¼85 3315½ 2 132¼ 
September 2 1 64 1212 965 3186 151 3022 9 157¾ 
ktober 7 142½ 22 512 668 10038442Vm6 18 2811/1 
November 9 163/4 98 1138 549 10786½1¼48 1951/1 7 359½ 
Dezember 11 303 73 11 386 04 84 1524¾ 2 48 
189 . 
Januar 5 983/1 118 1736 542 7297½24 940 31 770 
Februar 1 77 775 163 288884A08 2208/41¼12 251⅜/ 
März. 6 342½ 189 3476 727 13068 118 1754 14 228¼ 
Zusammen] 75 2006/11225, 204917488 1239713/4| 1309 25082½) 117 2755½ 
Kilwa Lindi J Mikindani Zusammen Zähne unter 6 Pfd. 
Jeit der Ausfuhr Stück Gewicht Stück Gewicht Stuck Gewicht Stück= GewichtStück-], Gewicht 
zahl T engl. Pfd. zahl engl. Pfd.)zahl engl. Pfd.]zahl #engl. Pfd. hahl engl. Pfo. 
. 
April. 9 244 24 211½ 4 92½½2 6315½ 30 1031 
Mai 18 453 5 31¼ 2 90% 568 10503¼ 37| 102¾ 
Juni 6 199/ 14 750 1 112“ 405 6785. 90 274½ 
Juli 10 2181¼/ 38. 691 10 271¾41632 33111½ 40 186/¾ 
August 9 137 9 457% 714½2024 i 33323¼½¼½2½ 416½ 
September 92 1787½ 38 9659/1 19 582%1340 20934 106 304 
tober 29 47 229 3455½203 11644266 2196744 72 202½ 
November 20 320½ 23 360 11 7/1195 15086½ 66 277½ 
Dezember 72 1386½ 6 128⅝ 1 13365 9864/ 96 178 % 
1896 « 
Jmumk. 12 32514 11 295¼¾ 3 82½ä769 11545 55 1611/4 
Februar 322 f4124 107# — 832 1 2047. 50 148¾ 
ärz. 13 20734¼ — —1 1 16 1068 190923/152 5341½ 
Zusammen 322 6668 495 8452 285 6149 11316 195577 924 2890¾ 
12240 Stück 1984673¾/ Pfund. 
Verordnung des Kaiserlichen Gonve 
von 
Auf Grund d 
wird verordnct, was fo 
Schiedsg 
* 
es 
lgt: 
rneurs von Kamerun, betreffend Einführung 
für die Landschaften Dibamba und Ndokama. 
1 des Gesetzes, betreffend die Rechtsverhältnisse der deutschen Schutzgebiete, 
81. 
Es werden Eingeborenen-Schiedsgerichte eingerichtet für die Landschaflen Dibamba und Ndokama. 
Der Zuständigkeit der Schiedsgerichte unterliegen die sämmtlichen Ortschaften der Landschaften Dibamba 
und Ndokama und die in denselben befindlichen Dualaniederlassungen, letztere nach Maßgabe der Be- 
stimmungen in § 4. 
§ 2. 
Streitigkeiten zwischen den Eingeborenen dieser Dörfer sind durch den eingeborenen Häuptling des 
Beklagten zu erledigen, wenn in bürgerlichen Streitsachen der Werth des Streitgegenstandes 100 Mark 
(5 Kru) nicht überschreitet und in Strafsachen der Gegenstand der Urtheilsfindung eine That bildet, deren 
Ahndung keine höhere Strafe als 300 Mark oder sechs Monate Gefängniß erfordert. 
§ 3. 
Gegen die Entscheidungen der Häuptlinge ist Berufung an das Eingeborenen-Schiedsgericht zulässig. 
Dasselbe ist als erstinstanzliches Gericht zuständig für diejenigen Civil= und Strafprozesse, welche 
nicht zur Zuständigkeit der Häuptlinge gehören. Das Verbrechen des Mordes und des Todtschlags bleibt 
*) Vergl. Deutsches Kolonialblatt 1895, 
— 
— 
S. 
372.
        <pb n="511" />
        — 440 — 
jedoch der Jurisdiktion des Schiedsgerichts entzogen. Auch ist dasselbe nicht befugt, auf Todesstrafe sowie 
auf eine Freiheitsstrafe von mehr als zwei Jahren zu erkennen. 
84. 
Streitigkeiten zwischen Eingeborenen und den im Geltungsbereich dieser Verordnung ansässigen 
Angehörigen des Dualastammes sind der Rechtsprechung der Häuptlinge entzogen. Sie fallen, auch wenn 
der Gegenstand des Streitwerthes in Civilsachen oder der Urtheilsfindung in Strafsachen das in § 2 
bezeichnete Maß nicht überschreitet, unter die Zuständigkeit des Eingeborenen-Schiedsgerichts. Ein Duala 
soll daher auch stets Mitglied des Schiedsgerichts sein. 
85. 
Für die Rechtsprechung der Schiedsgerichte sind die an Ort und Stelle in Uebung stehenden 
Gebräuche und Gewohnheiten maßgebend. 
* 6. 
Die Mitglieder der Eingeborenen-Schiedsgerichte sowic deren Stellvertreter werden durch den 
Kaiserlichen Gonverneur ernannt. Die Ernennung ist jederzeit widerruflich. 
87. 
Die Schiedsgerichte ernennen einen Vorsitzenden, welcher die Verhandlungen zu leiten, sowie einen 
Sekretär, welcher über jeden Streitfall ein Protokoll zu führen hat. Das Protokoll, welches das Datum 
des Sitzungstages, die Namen der Richter und der Parteien, den Gegenstand und Grund des Rechtsstreits 
sowie die erlassene Entscheidung enthalten muß, ist von dem Vorsitzenden und dem Protokollführer zu 
unterschreiben. 
Die Protokolle eines Jahres sind chronologisch zu einem Aktenstücke zu vcreinigen und können von 
dem Gouverneur und dessen Stellverlreter jederzeit eingesehen werden. Auch steht dem Gonverneur und 
dessen Stellvertreter jederzeit frei, den Sitzungen des Eingeborenen-Schiedsgerichts beizuwohnen. 
88. 
Gegen die Entscheidungen der Schiedsgerichte ist Berufung an den Kaiserlichen Gouverneur oder 
dessen Stellvertreter zulässig. Dieselbe muß binnen 14 Tagen nach Verkündung der Entscheidung schriftlich 
oder mündlich beim Gouvernementssekretär eingelegt werden. 
9. 
Die der Kompetenz der wEingeborenen-Sczthsgeriche nicht unterworfenen Strassachen sind der 
Jurisdiktion des Kaiserlichen Gouverncurs beziehungsweise dessen Stellvertreters vorbehalten. 
Kamerun, den 21. Mai 1896. 
Der stellvertretende Kaiserliche Gouverneur. 
(L. S.) gez. Dr. Seitß. 
VWVVVVVVTVyYVYVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVDVVVVVIVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVU 
Perspnalien. 
Der Lieutenant a. D. v. Bercken in der Kaiserlichen Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika ist zum 
Premierlieutenant a. D., der Assistenzarzt 1. Klasse a. D. Dr. Berg ebendort zum Stabsarzt a. D. 
Allerhöchst ernannt worden. —“ 
Der Assistenzarzt 2. Klasse a. D. Dr. Lichtenberg bei der Schutztruppe für Kamerun ist Aller- 
höchst zum Assistenzarzt 1. Klasse befördert worden. 
Der Assistenzarzt 2. Klasse a. D. Dr. Meyer, bisher vom Infanterie-Regiment Fürst Leopold 
von Auhalt-Dessanu (1. Magdeburg.) Nr. 26, ist Allerhöchst mit dem 17. Juni d. Is. der Schutztruppe 
für Deutsch-Ostafrika zugetheilt worden. 
Der Premierlientenant a. D. Nachtigall und der Sekondlicutenant a. D. Böhmer scheiden mit 
dem 3. Juli 1896 aus der Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika aus. 
Der Assistenzarzt 1. Klasse a. D. Arning scheidet mit dem 27. Juni 1896 aus der Schutztruppe 
für Deutsch-Ostafrika aus. 
Der Premierlieutenant v. Heydebreck I., bisher vom 2. Garde-Feldartillerie-Regiment, und der 
Sekondlieutenant Wettstein, bisher vom Badischen Pionier-Bataillon Nr. 14, kommandirt zur Dienst- 
leistung bei der trigonometrischen Abtheilung der Landesaufnahme, sind mit dem 27. Juli 1896 der Schut= 
truppe für Deutsch-Südwestafrika Allerhöchst zugetheilt worden.
        <pb n="512" />
        441 
Nichtamtlicher Theil. 
Personal · Nachrichten. 
Deutsch-- Olafrika. 
Der in den Dienst des Kaiserlichen Gouvernements 
getretene Thierwärter Frese ist nach Dar-zes-Salaäm 
abgereist. 
Der Lazarethinspektor Hübner und der Bau- 
leiter Gerlach sind nach Dar-es-Saläm abgereist. 
Togo. 
Der Premierlieutenant d. R. v. Massow ist im 
Mai in Klein-Popo angekommen und hat die Füh- 
rung der Schutztruppe übernommen. 6 
Der zum Auswärtigen Amt kommandirte Lieute- 
nant Thierry ist nach Klein-Popo abgereist. 
Der Sergeant vom Eisenbahn-Regiment Nr. 3 
Rosenhagen, welcher in den Dienst der Kaiserlichen 
Landeshauptmannschaft getreten ist, hat die Reise 
nach Klein-Popo angetreten. 
Der in den Dienst der Kaiserlichen Landeshaupt- 
mannschaft getretene Zollaufseher Wegner ist nach 
Klein-Popo abgereist. 
Hüdwestafrika. 
Der bei Gobabis schwer verwundete Lieutenant 
Eggers ist nach neueren Drahtnachrichten nunmehr 
außer Gefahr. 
Nachrichten aus den deulschen Schuhgebieken. 
(Abdruck der Nachrichten vollständig oder theilweise nur mit Quellenangabe gestattet.) 
Deuksch-Plkafrika. 
Ueber die perlsischerei an der ostafrikanischen Rüste 
berichtet der Zollbeamte Feinstein in Schole unter 
dem 15. April 1896 Folgendes: 
Soweit ich von den Einwohnern von Kibondo, 
Juani, Schole, Mafin und Boydu in Erfahrung 
bringen konnte, ist das Suchen der Perlmuscheln ein 
Leichtes. Dieselben werden bei größter Eöbbe (Neu- 
und Vollmond) gewonnen. Eine eigentliche Fischerei 
im Sinne des Wortes besteht nicht, da die Muscheln 
auf dem bei Ebbe trockenen Watt gesucht werden. 
Früher, als das Suchen von Perlmuscheln eine Zeit 
lang verboten war und nachdem es im März 1895 
wieder freigegeben wurde, fanden sich nahe der In- 
seln viele große Exemplare, während die größeren 
Sorten sich jetzt nur weiter nach der See (Kanal) 
zu vorfinden. Vor Jahren betrieben die Maskat- 
araber die Perlfischerei in hiesiger Gegend in größe- 
rem Umfange. Vor 1 ½ Jahren versicherte mir ein 
gewesener Perlmuschelfischer, daß das Suchen im 
tiefen Wasser bei den Bänken sehr lohnend ge- 
wesen sei. 
Kibondo ist, weil in der Nähe liegend, der 
Hauptplatz der Perlmuschelnfischerei, deunn bei Ebbe 
zieht sich das Watt zwei Meilen weit nach Westen. 
Die Muscheln stehen, sich unten mit moosartigem 
Gewächs in den Steinspalten festhaltend, in der Regel 
in Gruppen zusammen. Auch auf der Westseite 
Mafias, soweit der Grund steinig, giebt es Perl- 
muscheln. Wie schon gesagt, ist Kibondo der 
gesuchteste Platz für Perlmuscheln, jedoch giebt es 
bei Juani und Schole, welche bei Ebbe durch Stein- 
  
bänke miteinander verbunden (also passirbar) sind, 
auch solche. 
Weiter nach Westen zu werden bei Kiswajani, 
Kisiwaogusa, Kisiwafonjavi und Simaja Muscheln 
gewonnen. Die im Masiakanal abseits liegenden 
Bänke werden überhaupt nicht abgesucht. 
An der Nordseite Mafias, z. B. bei Fereni, 
Bueni, Ras Mkumbi, werden keine Muscheln gesucht, 
der Grund mag darin liegen, daß der Strand bis 
Bueni wenig bewohnt ist. Wie mir versichert wurde, 
sollen dort viele und große Muscheln vorhanden 
sein. Ein Fischer glaubt angeben zu können, daß er 
dort Muscheln zwei Pfund schwer gesehen habe. 
Das Muschelsuchen wird von den Sklaven als 
Nebenverdienst betrieben. Wenn die Perlmuschel- 
fischerei hier rationell betrieben würde, so dürfte das 
Fünffache an Muscheln gewonnen werden. Auch 
denke ich mir, daß die Muscheln viel ihres Fleisches 
halber gesucht werden, da die Eingeborenen dies 
gerne gekocht essen. 
Die Muscheln in der Nähe der Inseln sind 
meistentheils klein, da sie im Monat ein= bis zweimal 
fortgeholt werden; die weiter außen liegenden sind, 
weil älter, von größeren Dimensionen. 
Perlen werden hier und da in den Muscheln 
gefunden, jedoch meist kleinen Formats, häufig ist 
auch die Perle zu weich und fühlt sich gallertartig 
an. Perlen von Muscheln, welche im seichten Wasser 
liegen und der Sonne ausgesetzt sind, zeigen brandige 
Flecken. Die Einwohner behaupten, daß, wenn solche 
Perlen in tiefes Wasser versenkt werden, sie wieder 
nach einiger Zeit fleckenrein werden.
        <pb n="513" />
        Der Preis in Schole für Perlmuscheln beträgt 
pro Frazila (35 Pfund) sechs Rupien. 
Eine Statistik aus früheren Zeiten kann nicht 
aufgestellt werden, da das Material dazu fehlt. Seit 
dem 3. März 1895 auf Grund des Erlasses der 
Jolldirektion vom 3. März 1895, betreffend Auf- 
stellung einer Statistik über Ausfuhr von Perl- 
muscheln, sind im Zeitraum eines Jahres 16 125 
engl. Prund Perlmuscheln ausgeführt und nachgewiesen 
worden. 
Die Ausfuhr stellt sich folgendermaßen zusammen: 
2 f 
März 1895 660 Pfund, 
April - 5993 
Mai valat 
Juni -.. - 
Juli -..1715 
August- vakat 
Septbr. 1120 
Oktober vakat 
Novbr. 1120 
Dezbr. vakat 
Januar 1896 - 
Februar 3272 
März 315 
Katurwissenschaftliche Lammlungen. 
Dem Königlichen Museum für Naturkunde ist 
durch Vermittelung des Kaiserlichen Gouvernemenis 
für Deutsch-Ostafrika, Abtheilung für Landeskultur 
und Landesvermessung, eine Sammlung zoologischer 
Gegenstände zugegangen, die von dem Kompagnie- 
führer Langheld, den Lieutenants Stentzler und 
Glauning sowie dem Landrath v. Bennigsen zu- 
sammengebracht ist. Die Sendung enthielt: 
4 Reptilien, 50 Coleopteren, 
7 Fische in 5 Arten, 36 Orthopteren, 
13 Lepidopteren, 10 Hemipteren, 
eine Anzahl Hymenopteren, Myriopoden und 
einige Skorpione. Ferner ein Kistchen Kopal 
mit Insekten. 
Die Konservirung der Thiere ist theils trocken, 
theils in Alkohol erfolgt, und sind dieselben meistens 
gut erhalten. 
Die Objekte waren willkommen, weil sich unter 
ihnen nicht nur manche Ergänzungsstücke, sondern, 
soweit es sich bis jetzt übersehen läßt, auch einige 
neue Arten befinden. Die Kopalstücke müssen erst 
geschlissen werden, bevor sich die darin enthaltenen 
Insekten genau erkennen lassen. 
Bestrafung von Sklavenräubern. 
Wegen Sklavenraubes, begangen an fünf Sklaven 
jugendlichen Alters, sind von dem Kaiserlichen Bezirks- 
amte in Bagamoyo die auf frischer That ergriffenen 
Munimooa wadi Majuta, Rajabu wadi Munimkun 
und Rajabn wadi Schaka zur Todesstrafe verurtheilt 
442 
1 
  
worden. Als die Sklavenräuber sich von dem Gou- 
vernements-Dampfzollkreuzer verfolgt sahen, versuchte 
der zuerst Genannte, die geraubten fünf Sklaven 
über Bord zu werfen, wurde aber an seinem Vor- 
haben durch den Rajabn wadi Schaka verhindert. 
Mit Rücksicht hierauf ist die gegen den Letzteren 
erkannte Todesstrafe in fünfjährige Kettenhaft um- 
gewandelt worden. 
Die Urtheile sind bestätigt worden. 
Dem Geschäftsbericht der Deutsch-stafrikanischen 
Gesellschaft 
entnehmen wir, daß die durch Neuanpflanzungen im 
Betriebsjahre noch erweiterten Handel-Kaffeeplantagen 
Aguelo und Derema mit ihren Tochteranstalten im 
Großen und Ganzen den Angriffen der Iremilcia- 
vastatrik und anderer Schädlinge erfolgreichen 
Widerstand entgegengesetzt haben. Das ausgezeichnete 
Wachsthum der Bäume hat angehalten und die Auf- 
nahme der zu Ende 1895 und Anfang 1896 ge- 
lieferten Erstlingsernte von ungefähr 700 Centner 
hat die Hoffnungen übertroffen. Im Großverkaufe 
des Kaffees auf dem Hamburger Markte wurde für 
die beste Qualität der Preis von rund 1,10 Mark 
(Zoll zu Lasten des Käufers) per ½ kg erzielt und 
das allgemeine Interesse des Marktes errungen. Im 
laufenden Jahre ist, da inzwischen eine größere An- 
zahl von Bäumen in das Alter der Produktions= 
sähigkeit gekommen ist, auf eine erheblichere Ernte- 
menge zu rechnen. Insgesammt stehen auf den 
Pflanzungen jetzt 500 000 bis 600 000 Kaffeebäume 
im Felde, wozu einige Hunderttausend Pflänzlinge 
hinzutreten. Neben dem Kaffee sind auf Derema 
die Theesträucher vortrefflich gediehen; über die 
Qualität des Produkts läßt sich vorerst ein Urtheil 
nicht abgeben. Auch wenn indessen die weiteren 
Erfahrungen in dieser Beziehung gut ausfallen soll- 
ten, so wird eine Theekultur großen Stils für die 
Küstengebiete von Deutsch-Ostafrika nur dann in 
Frage kommen, wenn die Arbeiterfrage einer besseren 
Lösung zugeführt sein wird. Die Kakaokultur auf 
Derema hat, der Höhenlage dieses Platzes halber, 
nur geringen Erfolg gehabt. Die Großziehung von 
Kakaobäumchen daselbst ist überhaupt nur zwecks 
ihrer späteren Versetzung in eine in mittlerer Lage 
Lage zu begründende Plantage betrieben worden 
und es steht diese vor Jahren vorgesehene Versetzung 
nunmehr unmittelbar bevor. Die Ausgestaltung der 
Kokospflanzung bei Muoa ist im Berichtsjahre in 
schnellem Tempo vorangeschritten. Der Stand der 
Pflanzen im Felde war durchaus befriedigend. Nicht 
in gleichem Maße günstig wie auf Muoa liegen die 
Dinge auf Kikogwe. In der Hauptsache wird auf 
Kikogwe beabsichtigt, einerseits die Erzeugung von 
Liberiakaffee und den allmählich auf 12000 Exem- 
plare gelangten Bestand an Kokospalmen vorsichtig 
auszudehnen, andererseits die Kultur der Sisalagave
        <pb n="514" />
        mit in die Vorderreihe des Arbeitsprogramms zu 
rücken. Im Jahre 1893 wurde der Versuch unter- 
nommen, 1000 Sisalpflänzlinge von Florida nach 
Deutsch-Ostafrika, speziell nach Kikogwe, zu überführen. 
Von denselben sind allerdings nur 6 pCt. lebensfähig 
in Deutsch-Ostafrika angelangt und angewachsen, die 
angewachsenen aber sind bestens gediehen und es 
haben sich 1200 gesunde Wurzelschößlinge von ihnen 
gewinnen lassen. 
Die Entwickelung der Dinge in Usambara ist 
unverkennbar eine verhältnißmäßig schnelle und der 
Drang zu Unternehmungen daselbst wäre vermuthlich 
schon heute noch wesentlich größer, hätle die Eisenbahn= 
443 
Gesellschaft für Deutsch-Ostafrika (Usambara-Linie) 
die Mittel zur Verfügung gehabt, um den Bau ihrer 
Strecke Tanga—Muhesa über Muhesa hinaus fort- 
setzen zu können. In den ersten Monaten des lau- 
fenden Jahres ist nun aber die Fertigstellung der 
Strecke Tanga—Muhesa erfolgt und ihr regelmäßiger 
Betrieb hat begonnen. Die Möglichkeit zur Fort- 
setzung ihrer Thätigkeit wurde der Eisenbahn-Gesell- 
schaft für Deutsch-Ostafrika (Usambara-Linie) in letzter 
Zeit durch Einräumung eines beträchtlichen Vor- 
schusses gewährt. Die Regelung der weiteren Finan= 
zirung der Usambara-Linie hat bekanntlich Hand in 
Hand mit der Finanzirung der sogenannten deutsch- 
ostafrikanischen Central-Eisenbahn zu erfolgen, welche 
einen Großverkehr zwischen dem centralafrikanischen 
  
Seengebiete und der deutsch-ostafrikanischen Küste zu 
schaffen berufen sein soll. Die Vorarbeiten für die 
Centralbahn wurden im Berichtsjahre mit Eifer in 
Angriff genommen und seitdem unausgesetzt weiter- 
l 
i 
t 
bahn-Gesellschaft für Deutsch-Ostafrika (Usambara- 
Linie) hat im Berichtsjahre die Entdeckung des 
häusigen Vorkommens von Goldspuren in Usambara, 
insbesondere in Wasserläufen und verlassenen Fluß- 
betten, im Gefolge gehabt. Zunächst wurde darauf 
der bewährte Geologe Dr. F. M. Stapff an Ort 
und Stelle entsandt. Das aus den Untersuchungen 
von nur wenigen Wochen gegründete Urtheil Stapffs 
ging auf das Vorhandensein abbamwürdiger Gold- 
lagerstätten. Diese günstigen Berichte veranlaßten 
weitere geologische Untersuchungen in Usambara. 
Dabei sind die Goldinteressen von der Gesellschaft 
selbst und von Anderen, bei Aufrechterhaltung der 
Freiheit zu selbständigem Vorgehen, unter Konsti- 
tuirung der Montan-Gesellschaft mit beschränkter 
Haftung und der Ostafrikanischen Bergwerksindustrie, 
Gesellschaft mit beschränkter Haftung, in glücklicher 
Weise liirt worden. Die Arbeiten der Sachverstäu- 
digen beider Gesellschaften haben aber zu einem po- 
sitiven Ergebniß nicht geführt. 
Landwirtbschaftliches. 
Seitens des Kaiserlichen Gonvernements in Dar- 
es-Saläm wurden vor einiger Zeit fünf Bodenproben, 
welche der Kaiserlichen Versuchsplantage in Mohorro 
entnommen waren, eingesandt. Dieselben wurden von 
dem Dirigenten des Versuchsfeldes der Königlichen 
landwirthschaftlichen Akademie Poppelsdorf bei Bonn 
am Rhein, Herrn Professor Dr. Wohltmann, einer 
sachverständigen Prüfung unterzogen. Das Ergebniß 
dieser Untersuchung ist in der nachstehenden Analysen= 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
geführt. Die Thätigkeit der Beauftragten der Eisen= tabelle niedergelegt: 
Boden der Versuchsplantage Mohorro. 
Kalter 48stündiger falzsaurer Auszug II. Cl. Sp. Gew. 1,15. 
, ! — ·. 
I ....I I Phoo- Kali in) Eisen= 
Kiesel-Feuchtig= Glüh- Setiqstoff sia. . heißem len- 
«. »i. .- .- ItOIKaltMaueimphoLIIcau «, und 
Bezeichnung saure keit verlust # . gnesta säur zann Thonerde 
%½ % 5% d% 00 % 5% ·% 1 ½ . 5% 
J. i ? E I ! - i 
Ticchtcllc,ontd-0,145!2,57497,00J0,1220I0,254 0.460 0,.103 0,2250 0),5198 3.14 
nüsse gepflanzt werden D. - ! » 
— — 2 — — ————— — — — 
II. i 5 7 kle« « 
10,098·3,010!9,81 0-l9.)20,713s0,59t 0,192 0.2863 0.6661 3,71 
Vohnenfeld 6 I 4 “ “ 
. I » 
Hinter elll Maisfeld 0124 3,940 7.70 0,1830 0,600 0,567 0,143 0,2256 06041 3,54 
DDDDD„ * 
erganlz Feld 0,104 3028 854 E ELIIIIEIE— 346 
ggtes a 1 
  
V. 
Tabaksfeld 1 
l 
Eo,135;32,9448,72o,2074-10,(3050,558 
— 328 
0 4 
*) Heißer Salzsäure-Auszug 10 g Boden mit 50 cem H. Cl. Sp. Gew. 1,15 eine Stunde auf dem Sand- 
bade gekocht.
        <pb n="515" />
        Wie Professor Wohltmann hierzu erläuternd 
bemerkt, sind sämmtliche Bodenproben in jeder Be- 
ziehung von vorzüglicher chemischer Zusammensetzung. 
Auch die physikalische Beschaffenheit des Bodens ist 
gut. Da schließlich im Untergrund von 30 bis 40 cm 
Tiefe unter diesem Boden eine sandige Masse lagert, 
welche überschüssige Regenwässer leicht aufnimmt, so 
ist Mohorro und Umgegend sehr der Kultur zu 
empfehlen, sofern die klimatischen Verhältnisse daselbst 
gleichfalls von günstiger Beschaffenheit sind. 
Kamerun. 
von der Station Mpim. 
Infolge von Berichten des Premierlieutenants 
v. Besser und des Lientenants Schmidt, welche 
die Lage der Station Mpim als gejährdet bezeichnet 
hatten, da die Babimbios sich unruhig zeigten, wurde 
am 24. April Lieutenant v. Stein mit 40 Mann 
der Kaiserlichen Schutztruppe dorthin gesandt, um 
die Besatzung zu verstärken. Lieutenant v. Stein 
hat über seine Expedition aus Edea unter dem 
13. Mai folgenden Bericht erstattet: 
Der Weg nach Mpim führt im Allgemeinen längs 
des Sanaga in höchster Entfernung von etwa 5 km 
vom Fluß ab zu dem etwa 200 m hohen, 80 bis 
100 km von Edea entfernten Mpim. Er passirt die 
Edeadörfer in niederem Buschwald durch mehrere 
kleine Flüsse etwa 20 km lang. Das Land ist da 
verhältnißmäßig stark bevölkert. Sehr wenig stark 
bevölkert und durchweg mit hohem Urwald bestanden 
ist das etwa 40 km breite Stück des Mangallelandes, 
dessen Ausdehnung nach Süden übrigens sehr be- 
schränkt ist. Die darauf folgenden Bekoks, deren 
Land etwa 30 km lang durchschritten wird, sind 
wohl einer der stärksten Bakokostämme und reichen 
weit nach Süden, dehnen sich in einiger Entfernung 
vom Fluß, aber auch weit von Osten nach Westen 
aus. 
Interessant war es mir, sowohl in Mangalle als 
auch in Bekok die Existenz eines etwa zwei Tage- 
reisen südlich des Sanaga von Ost-Nord-Ost nach 
West-Süd-West fließenden sehr bedeutenden Neben- 
flusses des Nyong, Nkelle genannt, bestätigen zu hören, 
dessen Einfluß in den Nyong ich vor einem Jahre 
etwa zwei Tagemärsche südöstlich Edea zu konstatiren 
Gelegenheit hatte. Die Bevölkerung macht durchweg 
einen ganz guten und vor allen Dingen einen fried- 
liebenden Eindruck, wenn sie auch etwas ängstlich 
erscheint. Besonders in den Towus, wo ich über- 
nachtete, bezw. auf dem Rückmarsch mir längere Zeit 
nahm, wurde sie schnell äußerst zutraulich. 
Von einflußreicheren Häuptlingen am Wege klom- 
men in Betracht Jumba, der Sohn des Bomes von 
Edca. der gestern erst nach langer Abwesenheit im 
Busch zurückgekommen ist, und über dessen Gesinnung 
ich vorläufig noch nicht urtheilen kann. In Man- 
  
galle dann ist ein neuer Häuptling, da der alte be- 
kannte vor Kurzem gestorben ist; derselbe macht einen 
recht guten, wenn auch etwas scheuen Eindruck. Meine 
Aufnahme bei ihm war ausgezeichnet, auch hat er 
seinen Besuch in Edea zugesagt. Ein weiterer Häupt- 
ling von Bedeutung befindet sich nicht am Wege durch 
Mangalle, doch war die Aufnahme bei den weniger 
großen Kings eine recht gute, besonders auf meinem 
Rückwege war von Aengstlichkeit nichts mehr zu 
merken. In Bekok schließlich ist Sak, der sehr ein- 
flußreiche, alte Häuptling von Sakebayeme, zu er- 
wähnen, der Lieutenant v. Brauchitsch lange beher- 
bergte und ein entschiedener Freund unserer Sache ist. 
Sein Einfluß erstreckt sich übrigens auch über den 
Sanaga nach Norden zu den Dogotsché, und er hat 
mir versprochen, in einem halben Monat selbst mit 
einem Dogotschèhäuptling zu mir zu kommen. Es 
folgt dann Jambena, der Häuptling von dem großen, 
stark gebirgigen Lokebaselük, der, ein noch junger 
Mann, einen entschieden intelligenten und auch uns 
freundlichen Eindruck macht. Er steht übrigens ebenso 
wie Sak in lebhaftem Verkehr mit der zwei Stunden 
entfernten Station Mpim, stellt Arbeiter 2c. Um 
nach der Station zu gelangen, hat man dann noch 
das kleine Gebiet des alten Häuptlings Mpim zu 
passiren, der allerdings den Mittheilungen Licutenant 
Schmidts nach und auch meiner Ueberzeugung ge- 
mäß nicht gerade unser Freund ist. Er soll sogar 
die Feinde der Station, zwei Dogohemdörfer am 
Sanagaufer, kürzlich besucht und seine Hülfe im Falle 
eincs Angriffes auf die Station zugesagt haben. 
Ich habe aber persönlich den Eindruck gewonnen, 
als ob hinter dieser Mittheilung vom Dokupchäupt- 
ling (östlich der Station) ein guter Theil Eifersucht 
zwischen dem von der Station begünstigten Dokupe 
Ekukumba und dem alten Mpim dahinterstecke. 
Jedenfalls unterliegt aber die Abneigung Mpims 
gegen uns keinem Zweifel. Nördlich des Weges am 
anderen Ufer sitzen die Babimbis, ein Sammelname, 
zunächst die Dogodsche, die sehr furchtsam, aber nicht 
seindlich sind und mit denen ich in Sakebayome habe 
Verbindung anknüpfen können. Weiter hin auf der 
Höhe der Station die Dogohenc, über die ich bei 
meiner Anschauung der Lage der Station schreiben 
will. Im Süden des Weges sitzen außer Edeas 
fast in der ganzen Ausdehnung Bekoks, die von selbst 
nichts unternehmen werden, und ein kleiner Bassa- 
stamm dicht an der Edeagrenze, mit dem ich von 
hier aus versuchen werde, in Unterhandlung zu treten. 
Jedenfalls halte ich es den Gebräuchen der Ein- 
geborenen nach für ganz ausgeschlossen, daß Leute eines 
Stammes (von Dogokèm z. B.) im Gebiet eines 
anderen (Logebasduk z. B.) ohne vorherige Verab- 
redung mit diesem angreifen. Interessant ist übrigens, 
daß die eigentliche große Handelsstraße nach Osten 
zwei bis drei Stunden vom Flusse entfernt parallel 
läuft. Sie biegt dicht hinter Edea nach Südosten 
ab und trifft erst bei den Ndogundjuch, einen Tag 
hinter Mpim, wieder auf den Fluß. Ihr Begehen
        <pb n="516" />
        — 445 — 
durch Weiße ist aber allen Stämmen äußerst zuwider, 
und werde ich allmählich von hier aus versuchen, 
mit Hülfe von Jumba darauf vorzudringen. Da 
sie einestheils näher, aber auch viel besser im Stande 
ist, wäre sie sehr für unsere Zwecke geeignet. 
Die Lage der Station selbst ist meiner Auffassung 
nach für eine Regierungsstation unter den augen- 
blicklichen Verhältnissen eine recht geeignete. Sie 
übersieht den Sanaga an einer der sehr wenigen 
Stellen, wo er überschritten werden kann und sogar 
eine ständige Fähre ist. Sie hat nach Westen eine 
vorläufig noch verschlossene Verbindung am Nordufer 
und zwei, in der Trockenzeit sogar drei Wege am 
Südufer. Gegen die noch nicht gewonnenen Bakokos 
im Osten (Badjob) hat sic die kleinen, nicht feind- 
lichen Zwischenstämme Doköpe und N dogundjueh 
vorliegen. Im Süden ist Mpim (Bekok) zwar ab- 
geneigt, aber einflußlos; nach Westen die freundlichen 
Jambena und Satebayome (Bekok). Von großem 
Vortheil dürfte noch die Lage auf dem Südufer sein, 
besonders dadurch, daß der Weiße dort noch neu ist 
und im Gegensatz zum Nordufer viel geringere 
Schwierigkeiten findet. Auch wäre vielleicht in Be- 
tracht zu ziehen, daß ein weiteres Vorgehen auf dem 
Südufer zu einer viel sichereren Verbindung mit 
Yauünde in Höhe der etwa sechs Tage entfernten 
Nachtigallfälle führen dürfte. Die erwähnten Stämme, 
die die Station am Südufer umgeben, sind alle 
friedlich und haben durch Verkauf von Lebensmitteln, 
Gestellung von Arbeitern mit Ausnahme der am 
weitesten östlich liegenden, noch sehr scheuen Dogund- 
juch mit der Station regen Verkehr. Ueber die 
noch weiter östlich liegenden Bakokos, die Badjob, 
bei denen Herr v. Brauchitsch umkehren mußte, 
kann ich nicht urtheilen. Nur hörte ich von den 
Bekokhäuptlingen, sic reichten mit vielen Unterstämmen, 
darunter auch die von Kund her bekannten Dogo- 
belles, bis ins Grasland. Jedenfalls hatte die 
Stettensche Expedition drei Tage weiter südöstlich 
voriges Jahr mit Badjob zu kämpfen. Ein fried- 
liches Durchkommen ist meiner Ueberzeugung nach 
bei diesen unberührten Nordstämmen absolut nicht 
unmöglich, zumal Lieutenant Schmidt durch den 
Dokupchäuptling bereits dahin verhandelt und einen 
guten Weg nach Osten bereits anlegt. Es fehlen 
nur noch die Stämme, die der Station im Norden 
gegenüber liegen. Es sind dies bei Sakebayeme an- 
fangenden Dogodsche, die nicht feindlich sind, die 
Dogohèm der Station gegenüber und die Lohimköle 
weiter flußaufwärts, die alle als Babimbi bezeichnet 
werden. Speziell die beiden großen Ortschaften der 
Dogohemlandschaft Muhenj, Ekundafie und Njembé, 
dieselben, die schon 1892 Herrn v. Stetten über- 
fallen haben sollen, sind feindlich, obwohl sie nach 
meiner Ankunst die Feindseligkeiten unterließen. Aber 
hierin ist bereits neuerdings insofern eine Wendung 
zum Besseren eingetreten, als es gelungen ist, durch 
Dokupehändler über die 2 km weiter flußaufwärts 
gelegene Fähre mit dem Häuptling Jit in Mandeng, 
  
einem der mächtigsten Dogohemkings, Verhandlungen 
anzuknüpfen, die hoffentlich dazu führen werden, die 
beiden rebellischen Dörfer derart zu isoliren, daß sie 
um Frieden bitten. 
Es hat in dieser Hinsicht die Erhöhung der 
Stationsbesatzung auf 36 Mann sehr viel gethan und 
möchte ich in Hinsicht auf die hervorragende mora- 
lische Wirkung, den verhältnißmäßig leichten Trans- 
port, die Möglichkeit, die Uebergänge und beide 
Dörfer selbst unter Feuer zu nehmen, und schließlich 
die Aussicht einer späteren Verwendung auf dem 
Graslande den Vorschlag des Herrn Lieutenants 
Schmidt ganz gehorsamst zur geneigten Kenntniß 
bringen und befürworten, ein 3,7 cm Geschütz der 
Schutztruppe vorläufig der Station zu überweisen. 
Ueber den Sanaga selbst kann ich aus eigener 
Anschauung und der Aussage aller Häuptlinge nach 
nur berichten, daß eine Schifffahrt absolut ausge- 
schlossen erscheint. Nur unterhalb der Herbertfälle 
und bei Sakebayeme sind wenige Kilometer lange, 
ruhige Strecken. Alles Uebrige sind Schnellen mit 
vielen großen Gneisfelsen, die an nur ganz wenigen 
Stellen überschritten werden können. Ostwärts der 
Station, soweit die Erkundungen reichen, sind die- 
selben Verhältnisse. Schon der völlige Mangel an 
Kanus beweist die Richtigkeit meiner Angabe. 
Der Boden ist bei Mpim und auf der ganzen 
Wegstrecke dahin Gneis, Laterit und Quarz, kein 
Granit, kein Basalt. Es sind also für Plantagen 
zum Export nach Europa wenige Aussichten. 
Ueber die innere Entwickelung der Station be- 
ehre ich mich ganz gehorsamst hinzuzufügen, daß der 
Stationsleiter Lieutenant Schmidt offenbar äußerst 
thätig war. Nach dem Sanaga zu ist der ganze 
Berg und ein guter Theil der nächsten Anhöhen 
abgeholzt, und ist dies die einzige Vertheidigungs- 
maßregel, die ergriffen worden ist. Nach Süden 
führt ein breiter, straßenähnlicher Weg zu den Farmen, 
die mit Planten und Reis bepflanzt sind und in 
nicht zu ferner Zeit wohl fast allein die Stations- 
verpflegung tragen werden. Vorläufig kommen vor 
Allem Doküpcs, aber auch Mpims und andere Leute 
täglich zum Lebensmittelverkauf auf die Station, doch 
halte ich den gehorsamsten Vorschlag für angebracht, 
die nächsten sechs Monate etwa monatlich mit der 
ost zusammen zehn Lasten Reis und drei Lasten 
Biskuit hinaufzusenden, da der Anbau der benach- 
barten Stämmc ein sehr geringer ist und die Lie- 
ferungen daher unzuverlässig erscheinen. Die noch 
ergiebige Jagd in dem hohen Urwalde, der Mpim 
umgiebt, sorgt ab und zu für Fleisch, doch wird nach 
Heraufschaffen des nöthigen Materials auch die Vich- 
zucht versucht werden. Gebaut sind schon außer dem 
Wohnhaus drei große Kasernements für Soldaten 
und Arbeiter, und wird soeben der Bau eines neuen 
Wohnhauses begonnen, zu dem Ziegel gebraunt und 
viele Bretter und Balken geschnitten werden. Arbeiter 
sind in Menge von fast allen Bekokhäuptlingen zu
        <pb n="517" />
        — 446 — 
einem Faden Zeug pro Mann und Woche und freier 
Verpflegung zu haben. Doch sind die gelernten 
Stationsarbeiter bei Weitem brauchbarer. Auch die 
Soldaten arbeiten, wenn auch etwas kürzer, mit 
Ausnahme der beiden Schießtage und eines Exerzir= 
tages pro Woche auf meine Anordnung mit. 
Katurwissenschaftliche Kammlungen. 
Dem Königlichen Museum für Naturkunde ist 
eine von dem Stationsleiter Conradt zusammen- 
gebrachte Sammlung von Naturalien bei der zoolo- 
gischen Sammlung zugegangen. 
Die Sendung enthielt: 
9 Säugethiere in Alkohol, eineAnzahl Hymenobteren 
35 Reptilien, - ipteren, 
10 Amphibien, 250 Spinnen, 
150 Lepidopteren 4 Milben, 
400 Orthopteren 1 trocken, 6 Skorpionc, 
250 Hemipteren I 6 Tarantuliden, 
P50 —s 2 Krebse, 
35 Hen r i 57 Landmollusken i 
10 zit nd I 15 Arten, 
2 Regenwürmer, 
1 Fadenwurm. 
—. 
— 
= 
Altohol 
1000 zuie 
Die Säugethiere, Reptilien und Amphibien ent- 
halten keine neuen Arten, erstere jedoch einige inter- 
essante Jugendstadien. Dagegen sind die Orthopteren 
überaus werthvoll; die Hemipteren sind nicht ohne 
Werth; die Lepidopteren fast werthlos. Unter den 
Käfern befinden sich eine größere Zahl unbekannter 
und wohl meist neuer Arten; Hymenopteren und 
Dipteren enthalten recht interessante Stücke. Die 
Spinnen sind in der Mehrzahl für unser Museum 
neu, zum Theil auch noch ganz unbekannt. Ebenso 
sind unter den Mollusken zwei Arten, welche in 
der zoologischen Sammlung noch nicht vertreten und 
wahrscheinlich neu sind. 
Deuksch-SZüdwestafrika. 
Ueber seinen Sug bei Gobabis 
in der Zeit vom 13. bis zum 20. April, sowie über 
die Gefechte bei Siegfeld am 18. und 19. April be- 
richtet Hauptmann v. Estorff: 
Am 11. April 1896 abends wurde nach Gobabis 
durch den Her#n Major Leutwein eine Verstärkung 
von 45 Reitern und ein Geschütz herangeführt. Am 
13. April früh brach die zusammengesetzte Feld= 
kompagmie in östlicher Richtung auf mit dem Auftrag, 
die Besatzung von Olifandskloof heranzuzichen, mit 
welcher seit Mitte März alle Verbindung ab- 
geschnitten war und welche unter den obwaltenden 
Verhältnissen besser mit im Felde verwendet werden 
  
konnte. Zugleich sollte genaue Aufklärung über den 
Abzug des Feindes erbracht werden. 
Die Stärke der zusammengestellten Komwagnee 
unter meinem VBefehl betrug 84 Köpfe, 5 Nama- 
reiter, 96 Pferde, 2 Geschütze mit je 16 Ochsen, 
1 Wagen mit 20 Ochsen bespannt. 9 Mann ein- 
geborenes Volk beim Geschütz und Wagen. 
Eintheilung der Kompagnie. 
Führer: Hauptmann v. Estorff. 
1. Zug: Pr. Lt. d. R. v. Lindequist- 25 Reiter 
2... S. Lt. Hem. . 25- 
3.-Vtzcjeldwcbel Froede . 20 
(1. Zug 2 Namareiter, 2. Zug 2 Nama- 
reiter, 3. Zug 1 Namareiter) 
1. Zug: Artillerie Pr. Lt. der Ldw. Her- 
mann, 2 Geschütze, Kal. 5,.7m 8 
tt je 16 Ochsen bespannt) 
1 Wagen mit 20 Ochsen bespannt 2 
sfiziere 4 
Zusammen 84 Köyfe, 
5 Namareiter, 2 Geschütze, 96 Pferde. 
Am Abend des 13. erreichte die Kompagnie, über 
Kuijis und Gazellenpfanne marschirend, die zwei Vley. 
Frische Spuren von Reitern und Fußgängern führten 
nach Osten weiter. 
In der Nacht liefen 200 Stück Großvieh und 
eine Anzahl Kleinvieh zu, welches nach Gobabis 
zurückgetrieben wurde, während die Kompagnie am 
14. April über Oas nach Gurus ging, wo sie eine 
verlassene Khanaswerft vorfand und an den Spuren 
feststellte, daß die Khauas mit vielem Vieh in nörd- 
licher Richtung geflohen seien. Am Abend wurde 
ein Lager westlich Stampried bezogen und am 
15. April nachmittags Rooigrawwater (Rothgraben= 
wasser) erreicht. Frische Spuren von Reitern und 
Fußgängern wurden in dieser Gegend nicht mehr 
gesunden. Am Abend ritt der Lieutenant Helm 
mit 23 Reitern nach Olifandskloof ab, um die 
dortige Besatzung heranzuführen. Die Kompagnie 
verblieb am 16. in Rooigrawwater, ging aber, da 
die dortige Quelle nicht geuug Wasser lieferte, um 
Pferde und Ochsen zu tränken, in der folgenden 
Nacht nach Stampried zurück. Am 17. abends traf 
der Lieutenant Helm mit der Besatzung von 
Olifandskloof in Stampried ein, die Kopfstärke der 
Kompagnie wuchs dadurch auf 90 Köpfe an. 
Im Laufe des 17. wurden verschiedene Mel- 
dungen von zwei Streifritten erstattet, auch griff 
man eine Anzahl Kaffern auf, welche angaben, daß 
die von Gurus entflohene Khauaswerft sich an einer 
Wasserstelle, etwa zwei Tagemärsche nördlich von 
Stampried, festgesetzt habe, ebendort seien die von 
Oas und Stamried geflüchteten Hererowerften. 
Am 18. April früh brach die Kompagnie mit 
Tagesanbruch nach Norden auf, quer über das Feld 
ziehend und den Spuren der Flüchtlinge nachgehend.
        <pb n="518" />
        — 447 — 
Am Mittag erreichte sie Buschmannsbrunnen, am 
späten Nachmittag traf sie südwestlich Siegfeld ein. 
Einige aufgegriffene Kaffern sagten aus, daß der 
Häuptling Kahimema tags vorher dort gewesen, 
aber mit einer Anzahl Khanas wieder nach Westen 
abgerückt sei. In Siegfeld sollten nur Hereros sein. 
Es blieben etwa noch 1½ Stunden bis zum Sonnen- 
untergang. Die Kompagnie ging über die mit ein- 
zelnen Büschen bedeckte Fläche gegen Siegseld vor, 
neben dem rechten Flügel die Geschütze. Die im 
Busch versteckten Werften wurden erst sichtbar, als die 
Kompagnie einige Hundert Meter an sie heran war. 
Ich ließ den Zug des Feldwebels Froede absitzen 
und gegen die Hauptwerft, in der sich jetzt eine 
große Volksbewegung entwickelte, zu Fuß vorgehen, 
während ich mit den beiden anderen Zügen die 
Werften links umging. Die Geschütze hatten kein 
Ziel finden können und waren rechts rückwärts vom 
Zuge Froede im Vorgehen geblieben, aber wegen 
der Ochsenbespannung noch weit zurück. Das buschige 
Feld hinter der Werft bedeckte sich nun mit Flücht- 
lingen und ich ließ den Zug des Lieutenants Helm 
im Galopp vorgehen, um sic zurückzutreiben. Er 
bekam hierbei aus den Büschen Feuer, ebenso der 
Zug des Feldwebels Froede, der nun auch seiner- 
selits das Feuer auf 200 m begann. 
Der Zug des Lieutenants Helm wurde ge- 
sammelt und attackirte gegen die Büsche, aus denen 
geschossen wurde. Es kam hierbei zu einem heftigen 
Kampfe und Handgemenge. Die Khauos — als 
solche stellte sich nämlich der Gegner heraus — 
drückten sich vor den ansprengenden Reitern in die 
Büsche und schossen dann hinter ihnen her. Diese 
sprangen nun vom Pferde und bekämpften ihre 
Gegner zu Fuß. (Die Reiter besaßen in dem Ge- 
wehre M/88 mit aufgepflanztem Seitengewehr eine 
unhandliche Waffe zu Pferde.) Diese Aufgabe wurde 
dadurch wesentlich erschwert, daß eine Anzahl Weiber 
die fechtenden Männer mit ihren Leibern zu decken 
suchten und doch ward bei diesem heftigen Kampfe, 
in dem allein sechs Khauas getödtet wurden, kein 
Weib verletzt. Besonders tapfer fochten neben ihren 
Offizieren der Unteroffizier Modler, die Reiter 
Busch und Halberstadt. 
Der Unteroffizier Pitl wurde in diesem Hand- 
gemenge schwer verwundet (er starb, durch die Brust 
geschossen, nach zwei Stunden), der Lieutenant Helm 
erhielt einen Schuß durch den linken Oberschenkel, 
machte mir jedoch hiervon nicht nur keine Meldung, 
sondern nahm auch an den Gefechten der folgenden 
Tage theil, sowie auch an jedem Dienste bis zur 
Beendigung des Zuges. Sein Pferd brach schwer 
verwundet zusammen. Der Zug des Premier= 
lieutenants v. Lindequist griff links von dem des 
Lieutenants Helm ein und machte die Flüchtlinge 
nieder, welche jenem entronnen waren. Es hatte 
dieser Zug, bevor er zum Gefechte eingezogen wurde, 
ein hestiges Feuer über sich ergehen lassen müssen, 
das er nicht erwidern durfte, und hierbei eine große 
  
Ruhe bewahrt, dem Beispiele seines Offiziers folgend. 
Während des Kampfes hatte indeß ein feindlicher 
Haufen einen Vorsprung auf der Flucht in östlicher 
Richtung gewonnen, die Geschütze hatten noch Ge- 
legenheit, drei Schrapnelschüsse auf sie abzugeben, 
während die Kompagnie sich schnell sammelte und 
ihnen nachsetzte. Es gelang noch einige Gefangene 
zu machen, der Rest entzog sich der Verfolgung in 
dem dichten Busche und die hereinbrechende Nacht 
begünstigte die Flucht. Unter den Gefangenen be- 
fand sich der Kaffernhäuptling Apollo. 
Die Kompagnie bezog in der Dunkelheit ein 
Lager am Wasser; der Sicherheitsdienst, die Be- 
wachung der Gefangenen, der erbeuteten Viehherden, 
sowie der eigenen Pserde und Zugochsen, die man 
weiden lassen mußte, stellten große Anforderungen 
an die Kräfte der ermüdeten Mannschaften. 
Mit Anbruch des folgenden Tages ritt der Zug 
des Vizefeldwebels Froede das Gefechtsfeld ab, 
während die Kompagnie sich marschfähig machte. 
Plötzlich hörte man im Lager heftiges Schießen 
aus nördlicher Richtung, es war klar, daß der 
abgesandte Zug ein Gefecht zu bestehen hatte. 
Ich führte den Rest der Kompagnie dorthin im 
Trabe vor und ließ die Geschütze folgen. Eine Wache 
verblieb im Lager. Als ich die Lage des fechtenden 
Zuges übersehen konnte, zog ich mich sofort nach der 
linken Flanke des Gegners. Schon diese Bewegung 
bewog denselben zum Nachlassen. Der Zug des Lieute- 
nants Helm ging dann einige Hundert Meter rechts 
vorwärts von dem des Vizefeldwebels Froede zum 
Fußgefecht vor, worauf der Feind den Rückzug an- 
trat. Dieser aber verwandelte sich in einc eilige 
Flucht, als der Zug des Premierlientenants v. Lin- 
dequist im Galopp geradewegs in seine linke Flanke 
vorging und die Reiter, auf etwa 200 m vor ihm, 
vom Pferde springend, ihn mit ihrem Schütenfeuer 
überschütteten. 4 
Leider schwächte der außerordentlich dichte Busch 
die Wirkung desselben ebenso sehr, wie er die Flucht 
des Gegners begünstigte. Todte und Verwundete 
wurden beim Nachreiten nicht gesunden, die schnell 
gesammelte und nachsetzende Kompagnie erbeutete je- 
doch ein halbes Dutzend Pferde. Der Feind war 
nach allen Richtungen hin auseinander geflohen, die 
meisten Spuren führten jedoch nach Westen und 
Norden. Die Geschütze hatten mit ihrer Ochsen- 
bespannung nicht rechtzeitig das Gefechtsfeld zu er- 
reichen vermocht, aber durch drei Schrapnelschüsse 
einen westwärts flüchtenden Reiterhaufen zersprengt. 
Die Kompagnie hatte in beiden Gefechten 13 Pa- 
tronen pro Mann verschossen. Das Verhalten der 
Mannschaften war durchaus ausgezeichnet. 
Die Aussage der Gefangenen hatte ergeben, daß 
Kahimema und die Großleute der Khauas tags vor 
dem Gefechte nach Auros abgeritten waren, ein später 
aufgegriffener Bergdamara aber gab an, daß Kahi- 
mema bei dem Gefechte am 19. betheiligt war. 
Alle Wahrnehmungen bestätigen, daß das Gefecht am
        <pb n="519" />
        Morgen dieses Tages von den von Auros kommenden 
Reitern eröffnet worden war. In der Annahme, 
daß der größte Haufen wieder nach Auros geflohen 
sei, ging ich am Nachmittage des 19. dorthin vor; 
die Gefangenen, eine Anzahl aufgegriffener Khauas= 
weiber, 200 Stück Großvieh und 200 Stück Klein- 
vieh mit mir führend. 
Am Abend wurde, quer über das Feld gehend, 
Auros erreicht, aber unbesetzt gesunden, dagegen stieß 
die von Premierlieutenant v. Lindequist geführte 
Spitze am folgenden Tage beim weiteren Vormarsch 
nach Westen auf einen Haufen Hereros und Hotten- 
totten, vertrieb sie nach kurzem Gefechte, ehe die 
Kompagnie eingreifen konnte, und nahm einen Hotten- 
totten gefangen. Dieser sagte aus, daß Kahimema 
in nordöstlicher Richtung geflohen sei, wohin ihm 
vor einiger Zeit seine Viehherden vorausgegangen 
wären. Bei ihm seien die Großleute der Khauas. 
Die Wahrheit dieser Aussage ward bestätigt, als die 
Kompagnie, weiter vorgehend, Oorlogsplatz erreichte. 
Von hier ist der Wagen und das Vieh des Niko- 
demus vor einiger Zeit nach Norden, das des Kahi- 
mema nach Nordosten abgetrieben, wie an den 
Spuren festgestellt wurde, während ganze frische 
Spuren nicht mehr gefunden wurden. 
Der achttägige Zug der Kompagnie hatte die 
Pferde erschöpft, die Zugochsen waren vollständig 
abgetrieben, die Mannschaften waren zwar noch frisch, 
aber ruhebedürftig, nachdem sie an den Tagen ge- 
sochten und marschirt, jeder Reiter aber eine um 
die andere Nacht einen anstrengenden Wachtdienst zu 
versehen hatte. Am Nachmittage wurde daher der 
Marsch nach dem nur wenige Stunden entfernten 
Gobabis angetreten. 
Einfuhr von Spirituosen. 
Im Jahre 1895 sind nach amtlichen Berichten 
von Weißen eingeführt worden: 1787 1 Wein, 
7100 1 Bier und 1015 1 Branntwein zum eigenen 
Gebrauch. Von Eingeborenen sind auf Grund von 
Einfuhrerlaubnißscheinen ebenfalls zum eigenen Ge- 
brauch eingeführt worden: 234¼/ .1 Wein, 42½1 
Bier und 237 1 Branntwein. 
Deutsch-Meu-Guinea. 
Ueber den verlauf der Eblersschen Expedition 
berichtet der Kaiserliche Landeshauptmann Rüdiger 
auf Grund der Vernehmungen der überlebenden ein- 
geborenen Träger aus Friedrich Wilhelmshafen unter 
dem 13. April d. Is. Folgendes: 
Die Expedition hatte sich am 11. August 1895 
an Bord des Dampfers „Mabel“ in Friedrich 
Wilhelmshafen eingeschifft und war nach der 
448 
  
Bayernbucht übergeführt worden. Die Ausschiffung 
an der Mündung des Franziskaflusses geschah am 
14. August unmittelbar nach dem Mittagessen. Am 
Vormittag des genannten Tages waren für eine 
eventuelle Nahrungsreserve in einem von den Ein- 
geborenen des unmittelbar am Flusse und an der 
Küste gelegenen Dorfes zur Verfügung gestellten 
Hause zehn Sack Reis = ctwa 600 kg gelagert 
worden. 
Die Expedition, welche nun den Weg ins Innere 
antreten sollte, bestand aus: 
1. Otto E. Ehlers als Leiter, 
2. dem Polizeinnteroffizier von Friedrich Wilhelms- 
hafen Piering als europäischem Begleiter, 
3. dem kleinen Diener des Herrn Ehlers, einem 
etwa 15 Jahre alten Mauritiusmischling, der 
von seinem Herrn Tschökra gerufen wurde, 
43 schwarzen Trägern, die aus Eingeborenen 
von Buka bezw. Bugainville, von Neu-Mecklen- 
burg und Neu-Pommern zusammengesetzt waren. 
An Nahrungsmitteln führte die Expedition mit 
31 Trägerlasten zu 20 kg Reis in geölten Beuteln 
— 620 kg NReis und dazu eine kleine Proviant= 
ausrüstung für die Europäer. 
Bei einiger Sparsamkeit, die wohl durch die 
erwarteten Erträgnisse der Jagd ausgeglichen werden 
könnte, glaubte O. Ehlers mit ½ kg Reis für 
den Mann und Tag auskommen zu können und 
rechnete demgemäß, daß der an Reis mitgenommene 
Proviant für nahezu 30 Tage reichen müßte. 
Weiter glaubte O. Ehlers anzunehmen sich 
berechtigt, daß er bei der von ihm baeabsichtigten 
Durchquerung, welche in der Luftlinie etwa 170 km 
Weg betrug, täglich doch sicherlich 6 km wenn nicht 
mehr in der Luftlinie werde zurücklegen können. 
Ausgesprochene Bedenken gegen diese Annahme wies 
Ehlers ganz entschieden zurück und berief sich 
dabei auf seine Erfahrungen. Außerdem lebte 
Ehlers der sicheren Hoffnung, daß er, wenn nicht 
schon früher, so doch sicherlich mit Erreichen des in 
den Karten „Ileath river“ genannten Flusses, nach 
etwa 110 km Luftlinienweg, genügend Dörfer von 
Eingeborenen antreffen würde, daß dann also von 
einem Nahrungsmangel nicht mehr die Rede sein 
könne. Die Bedenken über die ganz unbekannten 
Terrainschwierigkeiten glaubte Ehlers unter diesen 
Umständen nicht theilen zu sollen, hielt sie auch 
nicht für so schwicrig, wie sie von hier aus ge- 
fürchtet wurden. 
Die Bewaffnung bestand aus acht Mauserkara- 
binern mit der nöthigen Munition, zwei Jagdgewehren 
mit genügender Anzahl von Patronen und der per- 
sönlichen Revolverausrüstung der beiden Europäer. 
Tauschartikel für den eventuellen Einkauf von 
Nahrungsmitteln waren in beschränkter Zahl mit- 
genommen. 
Für die persönlichen Bedürfnisse der beiden Euro- 
päer dienten ein größeres und ein kleineres Leinen= 
zelt. Von lebenden Thieren begleiteten die Expedition 
eine etwa ein Jahr alte Hündin, groß und kräftig, 
aus dem Blute einer deutschen Dogge hervorgegangen
        <pb n="520" />
        — 449 — 
und in Stephansort an der Astrolabeebene geboren, 
sowie eine kleine ganz zahme Ziege. Von der Mit- 
nahme einer größeren Anzahl lebender Ziegen mußte 
nach fehlgeschlagenem Versuch der Schwierigkeit 
des Treibens wegen Abstand genommen werden. 
Ehlers hatte keinerlei Instrumente zur geographi- 
schen Ortsbestimmung mitgenommen; außer seiner 
Uhr trug er, mit einem Riemen um die Hifte ge- 
schnallt, in einem Lederfutteral eine etwa 7 bis 8 cm 
im Durchmesser grosze Diopterbussole. 
Von einer Anzahl der an der Mündung des 
Franziskaflusses wohnenden Eingeborenen begleitet, 
brach die Expedition am Mittwoch den 14. August 
1895, nachmittags 2 Uhr, von der Küste auf und 
begann den Marsch in das Innere. Der Weg ging 
zuerst das Flußthal aufwärts, bald auf diesem Ufer, 
bald auf jenem Ufer entlang. Es gab noch einzelne 
Eingeborenenpfade und das flache Wasser des Flusses 
machte das häufig nothwendige Ueberschreiten desselben 
nicht unangenehm oder beschwerlich. So ging es 
immer allmählich ansteigend vorwärts. Nach 2½2 Tagen, 
am Sonnabend den 17. August, noch vor Tages- 
anbruch hatten die begleitenden Eingeborenen sich von 
der Expedition getrennt und waren nach der Küste 
zurückgekehrt. Ehlers hatte ihnen keinen Zettel 
mit irgend einer Notiz zur Besorgung mitgegeben, 
so daß der Dampfer „Mabel“, welcher am Sonntag 
den 18. August die Bayernbucht noch einmal ange- 
laufen hatte, nur aus den Erzählungen der eben 
heimgekehrten Eingeborenen erfahren konnte, daß die 
Expedition bis dahin einen erwünschten Verlauf ge- 
nommen hatte. 
Im Ganzen wurde dem Flußlauf des Franziska- 
flusses etwa fünf Tage, das ist bis zum 19. August, 
gefolgt und dann der Weg nach dem Kompaß durch 
den Busch eingeschlagen. Bald gelang es, einen Bach- 
lauf zu erreichen, dessen Richtung so günstig lag, 
daß sie verfolgt werden konnte. 
Gleich nach dem Verlassen des Franziskaflusses 
mußten hohe Gebirgsrücken überklettert werden, die 
noch von der See zu sehen sind und deren Höhe 
wohl auf 1000 m geschätzt werden kann. Alle diese 
Gebirgsrücken waren von starkem Hochwald bestanden, 
welchen dichtes Unterholz neben viel Gestein nur 
schwer und sehr mühsam passirbar machten. 
Am 23. August wurde ein großes Eingeborenen- 
dorf angetroffen und da die Leute sich sehr freundlich 
geberdeten, wurde beschlossen, drei Tage bei ihnen zu 
rasten. Tabak und Eisen war den Leuten ganz un- 
bekannt, nur Glasperlen erweckten ihre Begierde und 
sie verkauften dafür gern alle Nahrungsmittel, be- 
sonders auch lebende Schweine und Hunde; die 
Kokospalme ist gar nicht vorgefunden worden. Für 
rothe und blaue Farbe, die sonst gern an der Küste 
zum Schmuck der nackten Leiber verwendet wird, 
hatten sie gar kein Verständniß, ja sie sollen sich 
sogar davor gefürchtet haben. Der Schmuck der 
Einwohner des Dorfes bestand meist in Halsbändern 
  
  
aus Hundezähnen und stark gebogenen Eberhauern, 
also ganz ähnlich wie bei den Bewohnern der Küste. 
Leider hatte Ehlers auf dem Marsche 
durch den Busch, wo der Weg mittelst Messer erst 
geschlagen werden mußte, seine Diopterbussole ver- 
loren; sie ist ihm wohl beim Durchdringen des Busches 
von der Hifte fortgerissen worden, ohne daß er es 
bemerkt hatte. Für die Richtungsbestimmung war 
die Expedition jetzt nur auf einen kleinen Taschen- 
kompaß des Polizeiunteroffiziers Piering angewiesen. 
Solange der Weg durch den Busch gegangen 
war, gab der erste Anfang schon ein wenig verlocken- 
des Bild von den Strapazen, welche die Expedition 
auf dem weiteren Marsche zu erwarten hatte. 
Das große Dorf lag auf dem Rücken eines hohen 
Berges, und die der kalten Luft ungewohnten Träger 
der Expedition litten sehr von der oben herrschenden 
Kälte. Schon auf dem Wege bis zum Dorfe und 
nun auch im Dorfe selber hatte die Expedition viel 
von Regen und feuchtem Nebel zu leiden, die Sonne 
wurde nur sehr selten gesehen. 
In dem Dorfe starb der erste Mann, ein Neu- 
Mecklenburger; wie es scheint, hat der Mann Krämpfe 
gehabt, doch welche Ursache diese hatten, ist zu er- 
fahren nicht möglich gewesen. 4 
Nach drei Tagen, also am 26. August, verließ 
die Expedition das gastliche Dorf, noch die letzten 
Reste der eingehandelten Nahrungsmittel, so viel wie 
es möglich war, mit sich tragend. Es regnete un- 
aufhörlich und kein Eingeborener des Dorfes hatte 
seine Begleitung angeboten, doch hatte Ehlers 
sich eingehend bei ihnen erkundigt, ob er auf einem 
Wege, dessen Richtung er ihnen mit der Hand gab, 
noch mehr Dörfer antreffen würde. Die Antwort 
schien günstig zu lauten, doch hatten die Eingeborenen 
den Zusatz gemacht, es wäre aber sehr, sehr weit. 
Es ist zweifellos schwierig, von Leuten, deren Zeit- 
bestimmung auf so ganz ursprünglicher Grundlage 
ruht, die Entfernung bis zu einem nächsten Dorf zu 
erfahren, der Ausdruck „sehr, sehr weit“ ist immer 
ein dehnbarer Begriff. Ehlers glaubte aber, 
die Auskunft für sich günstig deuten zu sollen, und 
mit froher Zuversicht wurde der weitere Weg an- 
getreten. " 
Kein benutzbarer Pfad war von jetzt an vorhan- 
den, prächtiger Hochwald mit riesenhohen Stämmen 
und dichter Unterbusch bedeckte unabsehbar die Ge- 
birgshöhen wie die Thäler. 
Zunächst ging man nun, den Weg durch den 
verschlungenen dichten Unterbusch mittelst Messer sich 
bahnend, von dem Gebirgsrücken abwärts ins Thal, 
wo ein ziemlich bedeutender Fluß angetrossen wurde, 
dessen Gewässer nach Osten liefen und der durch 
Schwimmen passirt werden mußte. Der Weg war 
sehr beschwerlich, herumgestreute Steine und riesige 
Felsblöcke versperrten ihn häufig und machten ihn 
noch beschwerlicher, dazu kam noch sortwährender Regen 
und feuchter Nebel, so daß der Fortgang des Marsches 
ein sehr langsamer war; oft war ein Nachtlager auf
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        — 450 — 
der Höhe eines Gebirgsrückens und am ganzen niichsten 
Tage konnte nur das Thal erreicht werden, um das 
nächste Nachtlager dort aufzuschlagen. 
Die Träger, schutzlos dem strömenden Regen aus- 
gesetzt, konnten nicht liegen und schlafen, sondern 
hockten jeder an einer möglichst geschützten Stelle 
nieder und versuchten in solcher Stellung wenigstens 
zu ruhen. 
Nach viertägigem Marsch wurde in einem Thale 
wieder ein nach Osten fließender Fluß durch Schwimmen 
passirt und nach weiteren drei Tagen war ein dritter 
größerer, ebenso fließender Fluß zu überschreiten. 
Schon gleich nach Abgang von dem oben er- 
wähnten Dorfe trat die Plage der Blutegel ungemein 
lästig auf. Die Schwarzen mit ihren nackten Leibern 
waren ihnen schuplos überliefert, während die beiden 
Europäer in der ersten Zeit etwas günstiger gestellt 
waren, wenn auch die Kleidung ihnen keinen unbe- 
dingten Schutz gegen diese Quälgeister gab. Die 
liejen Bißwunden dieser Thierc bluteten nach Abreißen 
derselben noch sehr lange nach und heilten, immer 
wieder aufgerissen durch das Durchzwingen der Körper 
durch den dichten Busch, fast gar nicht. Dazu kam 
vielfach fast undurchdringliches Dickicht von Rottang, 
dessen kleine Dornen die nackten Körper der Schwarzen 
blutig kratzten und den Europäern die Kleidung förm- 
lich vom Leibe rissen. 
Der mächtige Hochwald mit seinen riesigen Stämmen 
und himmelhohen Baumkronen war tief schweigend, 
kein Vogel ließ seine Stimme hören, und auch der 
niedere Busch beherbergte kein jagdbares Thier. 
Obgleich Ehlers sowohl wie die Schwarzen 
auf das Emsigste suchten, ob nicht irgend ein Vogel 
oder ein anderes jagdbares Thier für die Jagdflinten 
erreichbar war, um den mitgeführten Proviant zu 
ergänzen, so war Alles vergebens, nur das feierlichste 
Schweigen umgab sie bei Tag und bei Nacht, höch- 
stens durch den auf die Blätter der Bäume klatschen- 
den Regen in sehr trübseliger Weise unterbrochen. 
Unter diesen Beschwerden waren nach Verlassen 
des gastlichen Dorses etwa 24 Tage verflossen, da 
trat das schreckliche Gespenst des Nahrungsmangels 
an die Expedition heran. Immer noch waren die 
Beschwerden des Weges dieselben und schienen kein 
Ende zu nehmen und immer noch strömte der Regen 
herab, nur zeitweise durch feuchte Nebel unterbrochen. 
Ehlers sprach seinen Leuten Muth ein und 
vertröstete sie darauf, daß nothwendigerweise in 
wenigen Tagen ein großer Fluß erreicht werden 
müsse und daß dort viele Dörfer liegen, in denen 
man Essen genügend vorfinden werde. Ehlers 
lebte sicherlich auch dieser Hoffnung, und diese Hoff- 
nung hat ihn augenscheinlich noch wenige Tage vor 
dem wirklichen Erreichen des erwarteten Flusses, der 
die Expedition leider auch in der Hoffnung auf be- 
wohnte Gegend tänschen sollte, nicht verlassen. 
Mittlerweile war der Nahrungsmangel vollständig 
geworden, der Hunger plagte die Leute sehr und 
zusammen mit den äußerlichen Leiden, welche durch 
  
die Bisse der Blutegel verursacht waren und noch 
immer weiter verursacht wurden, zeigte die Expedition 
bald ein sehr trauriges Bild körperlicher Schwäche 
und moralischer Niedergeschlagenheit. Auch die Euro- 
päer hatten nun noch kaum über Kleider zu verfügen, 
der Nässe, den Dornen des Busches und den vielen 
fast fortwährend zu überkletternden Felsen hatten sie 
nicht Stand halten können. Immer noch thürmte 
sich ein Waldgebirgszug nach dem anderen vor der 
ermatteten Expedition auf, die kaum mehr den An- 
strengungen gewachsen war. 
Eine neue sehr böse Plage hatte sich nun all- 
mählich eingestellt, die, verbunden mit Hunger, mangel- 
hafter und schließlich schlechter Nahrung, das Unglück 
der Expedition voll machte. In die durch die Blut- 
egel gebissenen Wunden hatten Insekten Eier gelegt, 
aus denen röthliche kleine Maden ausgekrochen waren; 
die Wunden gingen in Eiterung über und aus ihnen 
floß sehr bald ein übelriechender Eiter heraus, der 
nicht nur physisch recht lästig war, sondern besonders 
auch die moralische Kraft ungemein lähmte. So 
waren die Körper nicht nur der Schwarzen, sondern 
besonders auch der beiden Weißen bald vollkommen 
durch diese eiterigen Geschwüre bedeckt und Alles litt 
auch unter dieser schrecklichen Plage furchtbar. 
Die einzige Nahrung, welche nur genossen werden 
konnte, war Gras oder die Blätter der Bäumc des 
Waldes. Wenn es Ehlers und Piering auch 
in der ersten Zeit meist gelang, das Gras oder 
die Baumblätter zu kochen, so konnten die Schwarzen 
der großen Nässe wegen kein Feuer bekommen und 
aßen Gras und Blätter roh. 
Zwei Leute hatten Früchte gefunden und aßen sie 
gierig vor Hunger, doch müssen diese Früchte giftig 
gewesen sein, denn nach wenigen Stunden traten böse 
Vergiftungserscheinungen ein und sie starben unter 
großen Schmerzen. 
Nach etwa fünf Tagen der nahrungslosen Zeit 
wurde eines Morgens entdeckt, daß drei Leute — 
Neu-Mecklenburger aus Potmilac — an der Ostküste 
von Neu-Mecklenburg — desertirt waren unter Mit- 
nahme eines kleinen Stahlkoffers. In demselben 
hatte sich an Nahrungsmitteln nur ein wenig Mehl 
und ein Stückchen Mehlkuchen befunden, sonst 
waren Teller, Messer und Gabeln sein Inhalt. 
Jedenfalls sind diese Leute im Busch irgendwo ge- 
storben, da die Möglichkeit, sie könnten bewohnte 
Gegenden erreicht haben, nahezu ausgeschlossen er- 
scheinen muß. 
Die Gras= und Blätternahrung hatte auf Alle 
die Wirkung, daß sich ernste Darmleiden neben son- 
stigen Erscheinungen des Verhungerlseins entwickelten. 
„Die blutigen Erscheinungen der rothen Ruhr (Dys- 
enterie) waren fast überall aufgetreten“ — einige 
Schwarze starben auch sehr bald daran. Besonders 
Ehlers schien sehr zu leiden und seine Kräfte 
nahmen sichtbar ab. 
Nach acht Tagen der nahrungslosen Zeit war die 
allgemeine Schwäche so groß geworden, daß das
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        — 451 
Mitschleppen des noch vorhandenen Gepäcks nicht 
mehr angehen wollte. So hatte Ehlers befohlen, 
als die Expedition wieder einmal auf dem Rücken 
eines hohen Gebirgszuges übernachtet hatte, daß in 
die Stammhöhlung eines dort befindlichen hohen 
Baumes das Gepäck hineingelegt und verlassen werden 
sollte. Es wurden daher die beiden Zelte, Bettgestell, 
Tauschwaaren, wie Aexte, Messer, Perlen, auch Pulver 
und etwas Dynamit dort gelassen. 
Die Waffen mit der nöthigen Munition wurden 
mitgenommen, ebenso alle Papiere, und es ist nach 
Allem sicher, daß Ehlers in den Baum keinerlei 
schriftliche Mittheilung mit hineingelegt hat. Der 
Baum wurde auf Befehl des Ehlers durch Axt- 
hiebe gezeichnet, um ihn wieder finden zu können. 
Aus der Aeußerung des Ehlers: „Nach zwei 
Tagen kommen wir nach großen Dörfern mit viel 
Essen, und wenn wir uns erholt haben, dann holen 
wir die Sachen uns!“ tönt noch immer die große 
Hoffnung, seine Expedition gelingen zu sehen. 
Mittlerweile waren den großen Leiden im Ganzen 
zehn Schwarze erlegen und der Rest befand sich in 
beklagenswerthem Zustande. Beim Ueberklettern eines 
der vielen Felsen stürzte Piering herunter und ver- 
letzte sich so böse an seinen beiden Oberschenkeln, daß 
ihm das Gehen nur durch Unterstützung gelang. 
Hierbei wurde auch der Taschenkompaß, welcher bis 
dahin die Richtung angegeben hatte, zertrümmert. 
Endlich am elften Tage der nahrungslosen Lei- 
denszeit, also am 30. September, wurde der große 
Fluß gesehen, welcher seine Gewässer nach Westen 
ezw. Südwesten führte, und auf dessen Erreichen 
Ehlers seine ganze Hoffnung gesetzt hatte. 
In durch hohe Berge eingeengtem Flußbett brausten 
die Fluthen stürmisch dahin und wiesen wohl der 
Expedition den Weg zu ihrer Rettung, aber leider 
kein Dorf war weit und breit zu sehen, auch nicht 
die Spuren einer bewohnten Gegend zu erkennen. 
Ehlers selber litt furchtbar an dem schon erwähnten 
Darmleiden mit rein blutigen Ruhrerscheinungen, und 
seine Kraft war ganz zu Ende; dazu war sein ganzer 
Körper, den schließlich nur noch ein baumwollenes 
Unterhemd, ein sogenanntes „Singlet“, schützte, voll 
jener übelriechenden eitrigen Wunden, in denen sich 
zahllose röthliche Maden tummelten, ja bis ins Ge- 
sicht hatten sich diese Wunden gezogen. 
Dem Polizeiunteroffizier Piering ging es nicht 
viel besser, auch er war mit seiner Kraft nahezu zu 
Ende und daneben mußte er noch an den Folgen 
seines Sturzes von dem Felsen leiden. 
Die überlebenden Schwarzen gaben den Enro- 
päern nur wenig nach, ein großer Theil war sogar 
noch viel schlimmer daran. Der kleine Diener des 
Herrn Ehlers, Tschokra, starb an Entkräftung in 
dem Lager am Fluß. 
Einigen Schwarzen war es gelungen, eine Sago- 
palme zu entdecken und das Mark dieser leider nur 
einen Palme gab endlich ein wenig bessere Nahrung 
als das früher genossene Gras, wenn es auch im 
  
Heißhunger roh gegessen wurde. Hier endlich gab 
auch Ehlers seine Genehmigung zum Schlachten 
der großen Hündin, die die Expedition treu bis 
dahin begleitet hatte, doch hat Ehlers abgelehnt, 
das Fleisch derselben zu essen. 
Die beiden Europäer und der größte Theil der 
Schwarzen schliefen fast fortwährend in dem Lager 
am Flusse vor Erschöpfung und den kräftigeren unter 
den letzteren trat die Ueberzeugung entgegen, daß 
Ehlers, den Alle nicht geuug als ihren guten 
Herrn preisen konnten, dem Tode entgegensah und 
in ganz kurzer Zeit, vielleicht schon in wenigen 
Stunden sterben müßte. 
Von einer Fortsetzung des Jußmarsches 
konnte für Ehlers allgemein, für Piering schon 
wegen seiner Beinverletzung nicht die Nede sein. 
Ehlers empfand dies auch selber und trug Ranga 
und Opia, zwei noch etwas kräftigeren Leuten aus 
Buka, auf, ein Floß zu bauen, auf dem er, Piering 
und die zwei Schwarzen den Fluß abwärts fahren 
könnten. Allen übrigen Leuten sprach er Muth ein 
und sagte ihnen, sie sollten nur, nachdem sie aus- 
geruht hätten, den Fluß so schnell wie möglich stromab 
entlang gehen, sie kämen dann bald nach Dörfern 
im englischen Gebiet. 4 
Nach dreitägigem Aufenthalt am Flusse war ein 
Floß am Morgen des 3. Oktober fertiggestellt und 
Alles wurde zum Aufbruch bereit gemacht. Das Floß 
war wohl fest gebaut aus Stämmen, die lageweise 
rechtwinkelig übereinandergelegt und mit Rotang fest- 
gebunden waren, aber es hatte den großen Fehler, 
der dort nicht zu vermeiden war, daß das Holz, 
welches zum Bauen benutzt werden mußte, für ein 
richtiges Floß zu schwer war. So kam es, daß das 
Floß, in das Wasser gelassen, schon ohne Belastung 
unter Wasser schwamm und naturgemäß einen be- 
deutenden Tiefgang hatte. Mit der Belastung der 
vier Passagiere: Ehlers, Piering und den 
beiden Schwarzen Ranga und Opia, sank es noch 
etwas tiefer. Mit Mühe gelang es, für Ehlers 
und Piering in der Mitte des Flosses eine 
Erhöhung zu bauen, auf diese wurde die Geld- 
kassette, ein Stahlkoffer mit allen Papieren, Gewehre, 
Patronen und einzelne Kleinigkeiten geladen und dann 
wurden durch Stäbe zwei Armsessel konstruirt. Beide 
Europäer, auf das Floß gebracht, sanken vor Schwäche 
bald in sich zusammen und schienen sofort in tiefen 
Schlaf gesunken zu sein. 
Nanga, dem schon in Friedrich Wilhelmshafen 
seitens Pierings, der ihn seit fünf Jahren kannte, 
stets großes Vertrauen entgegengebracht worden war, 
hatte auch auf der Expedition durch seine Eigen- 
schaften das Vertrauen Ehlers' sich erworben und 
wurde deshalb immer in besonderer Weise bevorzugt 
und mit einer Art Aufseherposten betraut. 
Am 3. Oktober vormittags waren die überleben- 
den Schwarzen aufgebrochen zu neuem Marsch stromab 
und gegen Mittag fand die Abfahrt des Flosses statt. 
Trotz des erhöhten Sitzes spülte das Wasser den
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        — 452 — 
beiden Europäern bis über die Kniee, da das Floß 
aber im ziemlich reißenden Strome nur trieb, war 
ein Abwaschen nicht zu fürchten. Opia stand vorne, 
Ranga hinten auf dem Floß, von Steuern war wenig 
die Rede. 
Kaum 150 m von der Abfahrtsstelle stieß das Floß, 
als es gerade an einem Felsen vorübertrieb, auf einen 
unter Wasser quer zur Stromrichtung liegenden 
Baumstamm und kenterte unmittelbar. Alles wurde 
ins Wasser geschleudert, und Ehlers und Piering, 
Beide scheinbar in tiefem Schlafe, der durch die 
körperliche Schwäche erklärt werden muß, ver- 
sanken lautlos in den Fluthen und sind auch nicht 
wieder an die Oberfläche gekommen; ohne Kampf 
sind sie kraftlos und willenlos in den reißenden 
Fluthen ertrunken. Ranga und Opia waren durch 
die Strömung in die Nähe des rechten Flußufers 
gerissen und es gelang Beiden, je ein herunterhän- 
gendes Lianentau zu ergreisen und sich an das Ufer 
zu retten. Von den beiden Europäern hat keiner 
von ihnen wieder etwas gesehen. 
Leider hat Ehlers den zu Juß weiter ge- 
wanderten Leuten keine schriftliche Mittheilung irgend 
welcher Art mitgegeben; Alles hat sich in dem von 
ihm selber auf das Floß mitgenommenen Stahlkoffer 
befunden, und so sind die Aufzeichnungen, welche 
genaues Licht über die Expedition, ihre Erfahrungen 
und Leiden verbreiten könnten, leider in dem Fluß 
versunken und unwiederbringlich verloren. 
Der Fluß, in welchem Ehlers und der Polizei- 
unteroffizier Piering wahrscheinlich um Mittag 
des 3. Oktober 1895 den Ertrinkungstod in den 
Fluthen gefunden haben, ist zweifellos, nach den 
weiteren Erlebnissen der verwaisten Expedition zu 
schließen, der in früheren Karten Heath River ge- 
nannte Fluß, welcher bei Motu-Motu in die Frisch- 
wasserbucht des Papuagolfes mündet. Seitens des 
Gouvernements von Britisch-Neu-Guinen wird dieser 
Fluß jetzt „Lakemumu River“, auch einmal „Motu- 
Motu River" genannt, die erstere Bezeichnung ist 
aber die offiziell gebräuchliche. 
Von den anderen Schwarzen hat das Kentern 
des Flosses und den Ertrinkungstod der beiden Weißen 
Niemand vom Ufer mit angesehen, da sie alle bereits 
vor Absetzen des Flosses sich auf den Weg gemacht 
hatten. - 
Ranga und Opia gelang es nach einiger Zeit, 
sich mit den Anderen zu vereinigen, und so gingen 
noch 33 Schwarze das Ufer des Flusses entlang, sich 
den Weg sast stets mit dem Buschmesser bahnend. 
Hin und wieder wurden einzelne Sagopalmen 
am Flusse gefunden, von deren Mark sich kärglich 
genährt wurde. Einzelne starben auf dem Wege an 
Entkrästung und zwei, Barono und Kipitu, kamen 
beim Suchen nach Nahrung von dem Gros ab. 
Nach neun Tagen Marsch waren schon elf der 
Ueberlebenden gestorben, zwei hatten sich augenschein- 
lich verirrt, so blieben nur noch 19 übrig, die bei 
einem größeren Bestand von Sagopalmen beschlossen, 
  
aus dem leichten Holz derselben sich Kanus zu bauen 
und die Weiterreise zu Wasser zu machen. 
Während einer dreitägigen Ruhe wurden die 
leichten Kanus fertiggestellt und dann ging es leicht 
stromab. Nachts wurde am Ufer angelegt und ge- 
schlafen und des Tags über wurde gefahren. Die 
Nahrung war lediglich das Mark der Sagopalme. 
Am sechsten Tage, also am 21. Oktober, sahen die 
Reisenden Kokosnußpalmen am Lande und froh des 
langersehnten Anblicks, eilten sie an Land, um sich 
die beliebte Nahrung zu holen. Bald erschien aber 
ein Boot mit bewaffneten Eingeborenen, die sofort 
mit Bogen und Pfeil drohten. Die Besonnenheit 
der Schwarzen, obgleich sie über sechs Mauserkara- 
biner und genügend Patronen verfügten, verbunden 
mit ihrem traurigen körperlichen Zustande, der den 
Angreifenden durch bezeichnende Geberde bald erkenn- 
bar gemacht wurde, ließen es nicht zum Kampfe 
kommen. Die Eingeborenen hatten bald verstanden, 
daß sie es mit halb verhungerten Leuten zu thun 
hatten, die ihre Unterstützung anriefen, sie waren 
freundlich und gaben ihnen nun freiwillig genügend 
Kokosnüsse, daß ihr Hunger einigermaßen gestillt wurde. 
Die Reisenden wurden nun in das Dorf geführt, 
eines der vielen Mowiawidörfer jener Gegend, gut 
behandelt und bewirthet. Nach einer Nachtruhe, die 
endlich unter Dach geschehen konnte, und fast Alle 
gekräftigt, ihnen jedenfalls neuen Muth bei der Ge- 
wißheit ihrer Rettung eingeflößt hatte, wurden am 
nächsten Tage die Kanus bestiegen und innerhalb 
drei Tagen war Motu-Motu an der Mündung des 
Flusses erreicht. Der Lehrer der Londoner Missions- 
gesellschaft Peter und der Häuptling Lahari von 
Motu-Motu nahmen sich mit großer Sorge der 
Ueberlebenden an. Als dem Häuptling Lahari er- 
zählt wurde, daß zwei sich verirrt hätten und daß 
sie noch im Innern steckten, ging dieser Mann mit 
Begleitung ins Innere und es gelang ihm wirklich, 
die beiden, Barono und Kipitu, die etwa zehn Tage 
lang mit einem kleinen Buschstamme gelebt hatten und 
dort gut behandelt waren, zu finden und am 4. No- 
vember nach Motu-Motu zu bringen. Die Ueber- 
lebenden der unglücklichen Expedition haben also 
wirklich das Ziel, welches sich Ehlers gesleckt 
hatte, erreicht, sie sind an der Mündung des in 
den älteren Karten „Heath River“ genannten Flusses 
Lakemumu an die See, den Golf von Papua, ge- 
kommen. Nur die beklagenswerthe Unterschätzung 
der Schwierigkeiten des Weges und damit eng ver- 
bunden die Mitnahme zu geringer Lebensmittelvorräthe 
haben die geplante Durchauerung verunglücken lassen. 
Mit genügender Nahrung versehen, wären die übrigen 
schweren Leiden zu ertragen gewesen, nur der Nah- 
rungsmangel hat mit der Abnahme des physischen 
Widerstandes auch die moralische Kraft gebrochen und 
eine Lässigkeit in der Behandlung der bösen eiterigen 
Wunden nach sich gezogen, die für die Meisten und 
besonders Ehlers und Piering mit verhängniß- 
voll geworden ist.
        <pb n="524" />
        Mittlerweile war das Gerücht von der Ankunft 
fremder, mit Feuerwaffen bewaffneter Schwarzen im 
elendesten Zustande von Krankheit und Hunger so— 
wohl nach Port Moresby, dem Sitze des Gouverne- 
ments von Britisch-Neu-Guinena, als auch zu dem 
Magistratsbeamten für den Meokeodistrikt gelangt. 
Von Port Moresby wurde ein Segelkutter (Ketch) 
nach Motu-Motu dirigirt und ihm Kleider sowie 
allerlei Dinge für die erste Hülfeleistung bei elend 
Kranken mitgegeben, während Mr. Kowald, der 
Beamte des Mekeodistrikts, sich selber auf den Weg 
dahin machte. 
Die Nachrichten waren allmählich über Land zu 
den angedenteten Stellen gekommen, da ein schwerer 
Südostpassat den Seeverkehr mit Kanus ganz gestört 
hatte. Mr. Kowald war am 4. November nach 
Motu-Motu gekommen und fand, daß die 22 Ueber- 
lebenden mit Ausnahme weniger sich schon während 
der zehn Tage des Aufenthaltes in Motu-Motu 
außerordentlich erholt hatten, er lobt sehr die große 
Sorge, welche sowohl der Lehrer der Londoner 
Missionsgesellschaft Peter, als auch der Häuptling 
Lahari von Motu-Motu den Unglücklichen hat zu 
Theil werden lassen. 
Mittlerweile wurde versucht, mit den Ueberleben- 
den nach Port Moresby zu gehen, der kräftigere Theil 
ging zu Fuß am Lande, während einige noch sehr 
Elende ein offenes Boot benutzen konnten. 
Am 7. November wurde die von Port Moresby 
ausgesandte Keitch angetroffen und nun mit dieser, 
leider durch sehr heftigen Wind und schwere See 
sehr aufgehalten, nach Port Moresby in See ge- 
gangen. Am 8. November gegen Mitternacht starb 
noch einer der Ueberlebenden, ein Neu-Mecklenburger, 
an Entkräftung und Dysenterie und wurde auf der 
Nordseite der Wari-Wariinsel begraben. 
Sonntag den 10. November, nachmittags, lief die 
Ketch „Lokohn“ in Port Moresby ein, wo von Seiten 
des Gouvernements zuerst in liebenswürdiger Weise 
Alles gethan wurde, was nur irgend das körperliche 
Befinden der noch immer recht schwachen Leute för- 
dern konnte, dann aber hielt es der Gouvernements- 
sekretär Mr. Musgrave in richtiger Würdigung der 
Thatsache, daß die Erinnerung jetzt wohl noch lebhaft 
sei, aber naturgemäß sich abschwächen würde, für 
richtig, sofort in umfassender Weise die einzelnen 
Ueberlebenden nach ihren Erlebnissen und den Um- 
ständen der Expedition und des Todes der beiden 
Weißen zu vernehmen und deren Erzählung proto- 
kollarisch festzulegen. 
Seinem eingehenden Befragen und den gemachten 
Auszeichnungen ist es wohl zu danken, daß auch später 
noch nach Monaten die Erinnerung der Leute so weit 
ausgefrischt und rege gemacht werden konnte, daß die 
allgemeinen Erlebnisse der Expedition, die Umstände 
des Todes des Reisenden und des Polizeiunter- 
offiziers Piering mit einem hohen Grade von Wahr- 
scheinlichkeit in erzählende Form haben niedergelegt 
werden können. 
453 
  
— 
Durch Reparaturen des Gouvernementsdampfers 
„Merrie England“, welche das Schiff so lange in 
Brisbane festgehalten haben, war Lieutenant Governor 
von Britisch-Neu-Guinea Sir William Muc Gregor 
genöthigt, die Ueberlebenden etwas länger in Port 
Moresby zurückzuhalten. Am Montag den 30. März 
1896 lief der Dampfer „Merrie England“ in den 
Friedrich Wilhelmshafen ein und Kapitän Jonecs 
übergab die 21 Ueberlebenden der verunglückten Ex- 
pedition Otto Ehlers im Auftrage Sir William 
Mac Gregors an den stellvertretenden Landeshaupt-- 
mann Korvettenkapitän a. D. Rüdiger. 
Die Leute sahen ungemein kräftig und gesund 
aus, nur zeigten Viele die Narben jener durch Blut- 
egelbisse entstandenen bösen eiterigen Wunden an 
ihrem Körper. Sir William Mac Gregor hat die 
Liebenswürdigkeit gezeigt, daß er die Hülfeleistung 
an die Verunglückten, die Sorge um die Kräftigung 
ihrer Gesundheit und ihrer Körper durch geeignete 
und reichliche Nahrung, ebenso wie den Rücktransport 
durch den Gouvernementsdampfer nach Friedrich 
Wilhelmshafen als einen Akt internationaler Höflich- 
keit und freundnachbarlicher Gesinnung aufgefaßt hat. 
RHus dem Bereiche der Missionen und 
der Antishlaverei-Bewegung. 
Die Deutsch= ostafrikanische Missions- 
Gesellschaft hat zwei neue Stationen in Mane- 
romango (Usaramo) und in Wuga (Usambara) 
angelegt. —— 
Die Missionare der Pallotinermission in 
Kamerun P. Bancken, P. F. Walter und die 
Laienbrüder Mathias Kasparek, Joseph Fischli, 
Wilhelm Borchert sind nach Deutschland zur Er- 
holung zurückgekehrt. Nach Kamerun abgereist sind 
die Priester F. G. Walter, P. Otto, zwei Brüder 
und vier Schwestern. Die Mission unterhält jetzt 
die drei Stationen: Engelberg, Kribi und Marien- 
berg. In ersterer, für welche besonders von Seiten 
der Schweizer reiche Gaben gespendet worden sind, 
ist ein Sanatorium und eine Kaffeepflanzung mit 
30 000 Bäunmchen angelegt. 
Dem Berichte der Rheinischen Mission für 
das Jahr 1895 entnehmen wir: 
Hatte das Vorjahr dem Namalande den so 
lauge ersehnten Frieden gebracht, so können wir nun 
berichten, daß sich dieser Friede erhalten und weiter 
befestigt hat. Dazu hat sehr viel eine Reise des 
Herrn Landeshauptmanns beigetragen, die ihm Ge- 
legenheit bot, sich überall den Leuten bekannt zu 
machen und allerlei unbegründete Furcht, die hier und 
da noch bestand, durch sein freundliches und gerechtes 
Auftreten zu beseitigen. Allerdings hat es auch nicht 
an einzelnen Gefährdungen des Friedens gefehlt, so
        <pb n="525" />
        — 454 — 
einmal auf der Station Gochas, doch konnte in 
diesem Falle die durch thörichtes Betragen des heid- 
nischen Häuptlings ganz plötzlich hervorgerufene Ge- 
fahr eines blutigen Zusammenstoßes durch den 
Missionar noch glücklich beseitigt werden. So ist 
denn für die Namamission eine Zeit ruhiger Arbeit 
angebrochen, und es gilt für uns um so mehr, die 
so lange durch die kriegerischen Verwickelungen ge- 
storte Missionsarbeit mit frischen Kräften aufzu- 
nehmen. Zu dem Zwecke haben wir im letzten 
Jahre außer dem auch erst eben in die Arbeit ein- 
getretenen Missionar Albath noch zwei weitere 
Missionare, Schröder und Kronsbein, hinaus- 
gesandt. Schröder ist für Gibeon bestimmt. Diese 
unsere ehemalige Station, die jahrelang ganz ohne 
Leute gewesen war, ist nun von Hendrik Witbooi 
und seinem Stamme wieder besetzt, und das bis 
vor Kurzem völlig menschenleere Land hat nun sogar 
wieder eine sehr starke Bevölkerung erhalten. Zudem 
ist Hendrik Witbooi offenbar der angesehenste und 
einflußreichste Häuptling des Landes; so war es uns 
natürlich sehr willkommen, daß nicht nur der Herr 
Landeshauptmann im Interesse der Erhaltung des 
Friedens eine baldige Besetzung dieser Station 
wünschte, sondern daß auch Hendrik selbst den 
gleichen Wunsch gegen uns äußerte. Wir hatten 
ursprünglich den Missionar Stahlhut dafür be- 
stimmt, um den der Landeshauptmann ausdrücklich 
gebeten hatte. Aber wegen der mangelhaften Post- 
verbindung erreichte diese unsere Anordnung den 
Missionar erst auf Otjimbingue, und hielt dieser, 
nachdem er dort den schwerkranken Orambo-Missionar 
Meisenholl getroffen hatte, es doch für seine Pflicht, 
seiner ursprünglichen Weisung treu zu bleiben und 
nach dem Ovambolande durchzureisen, wo nur noch 
ein einziger Missionar auf dem so sehr weit vor- 
geschobenen Posten übrig geblieben war. Somit 
mußten wir einen anderen für Gibeon bestimmen, 
eben den Bruder Schröder, der aber erst gegen 
Ende des Jahres im Lande angekommen ist. Der 
zweite junge Bruder, Kronsbein, ist für die schon 
seit Jahren geplante zweite Station unter den 
Bondeszwarts, im Süden des Landes bestimmt. 
Er hatte indessen den Auftrag, zuerst nach Rietfontein 
zu gehen, um dort für den Missionar Pabst ein- 
zutreten, wenn derselbe seine Erholungsreise antreten 
würde. Dieser letztere hat sich nun aber wegen der 
kritischen Lage auf seiner Station veranlaßt gefühlt, 
lieber seine Frau allein reisen zu lassen und dort 
zu bleiben. Somit wird Missionar Kronsbein 
seine neue Station desto schneller anlegen können. 
Die Landbesitzverhältnisse fahren fort, sich in der 
Weise zu verschieben, daß immer mehr brauchbares 
Land in weiße Hände kommt. Auch in diesem Jahre 
haben wieder solche Landverkäufe stattgefunden, deren 
einer auf Bethanien für unsere Mission insofern von 
besonderer Bedeutung war, als der dortige Häupt- 
ling die Hälfte des Kaufpreises für die neu zu er- 
bauende Kirche bestimmte. Am meisten Grundbesitz 
  
haben die Farbigen in diesem Jahre auf Rietfontein 
verloren und zwar hier besonders auf dem englischen 
Theile des Stationsbezirkes. Dort mußten nämlich 
alle einzelnen Besiczungen der Leute vermessen werden. 
Da aber diese Vermessungskosten ziemlich hoch waren 
und die armen Bastards nicht die geforderten Summen 
bezahlen konnten, so ließen sie lieber ihren ganzen 
Besitz fahren; auf diese Weise hat die dortige Ge- 
meinde einen bedeutenden Theil ihrer Glieder ver- 
loren, da die Leute verzogen sind, und zwar meist 
nach Gibeon. Unter diesen Umständen bleibt es 
unsere Aufgabe, Alles zu versuchen, für unsere 
Stationen bezw. die Gemeinden moglichst viel Grund= 
besitz zu sichern. Auch in diesem Jahre konnte in 
Rietfontein und anderwärts Einiges in dieser Be- 
ziehung gethan werden. Daneben aber gilt es, die 
Leute mehr an den Kornbau zu gewöhnen, weil sie 
nur auf diesem Wege bei dem verringerten Land- 
besitz sich werden nähren können. Darum ist es 
recht erfreulich, daß z. B. auf Bethanien im letzten 
Jahre mehr Korn geerntet worden ist als je zuvor. 
Was die eigentliche Missionsarbeit anbelangt, so 
konnte dieselbe fast überall ihren erfreulichen Fort- 
gang nehmen. Andererseits konnte gerade dort die 
schöne neue Kirche eingeweiht werden. In Berseba- 
starb der erst im Jahre vorher gewählte Häuptling, 
ein treues Glied der Gemeinde, und an seine 
Stelle wurde der seitherige Schulmeister zum Häupt- 
ling erwählt, der nun hoffentlich in seiner neuen 
Stellung sich ebenso gut bewähren wird wie in der 
seitherigen. Die so entstandene Lücke wurde durch 
den jungen Schullehrer von Keetmanshoop besetzt. 
Der Evangelist Paulus, der unter dem Stamme 
der Veldschoendragers östlich von Keetmanshoop thätig 
ist, mußte seinc Thätigkeit nach Khoes verlegen, das 
jetzt der Mittelpunkt dieses Stammes geworden ist. 
Es wäre sehr zu wünschen, wenn dieser Stamm 
auch noch einen europäischen Missionar bekommen 
könnte. Noch ist zu erwähnen, daß wenigstens in 
einer Gemeinde, der von Warmbad, ein Aufang ge- 
macht werden konnte mit Einführung einer Gemeinde- 
steuer, wie solche in den kapischen Gemeinden überall 
schon längst besteht. 
Auf Hoachanas haben sich noch immer erst wenig 
Leute von dem rothen Volke wieder eingefunden. 
Rehoboth ist durch einen neuen Vertrag in noch 
engere Beziehungen zu der deutschen Regierung ge- 
treten, und ist namentlich die Wehrpflicht der dortigen 
Bastards in neuer Weise geregelt. Aus dem ge- 
planten Kirchbau ist noch nichts geworden. Die 
Baupläne sind zu hoch für die Leistungsfähigkeit der 
Gemeinde. 
Auch im Hererolande hat sich der Friede er- 
halten lassen, obwohl die Grenzregulirungen, durch 
welche den Hereros das Weideland beschränkt worden 
ist, einige Male ziemliche Erbitterung hervorrief, und 
manche Ueberschreitungen der den Hereros gesetzten 
Grenzen vorkamen. Was den äußeren Bestand der 
Stationen anlangt, so ist es sehr erfreulich, daß
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        — 465 
unser Besitzstand jetzt durch eine Erklärung des 
Oberhäuptlings, der sich dann auch die anderen 
Häuptlinge angeschlossen haben, fest geregelt und ge- 
sichert ist. 
Wir haben in diesem Jahre die Zahl unserer 
Missionare um zwei Theologen vermehrt. Für 
Windhvek haben wir den Pastor Siebe ausgesandt. 
Nach Otjimbingue haben wir als zweiten Missionar 
den Kandidaten Olpp, Sohn unseres früheren 
Missionars Olpp, geschickt, der dort einerseits die 
Schule für die Kinder der Weißen übernehmen und 
andererseits die Bergdamragemeinde versorgen soll. 
Außerdem kehrte im Laufe des Jahres Missionar 
Dannert auf seine alte Station Omaruru zurück, 
wo er freilich die Zustände ziemlich trostlos vorfand. 
Doch gelang es ihm mit seinen eifrigen und ener- 
gischen Bemühungen, wenigstens manche Mißstände 
alsbald wieder zu beseitigen und einen Umschwung 
zum Besseren hervorzubringen. Missionar Berns- 
mann von Omburo, der bisher Omaruru mit ver- 
sorgt hatte, trat gegen Ende des Jahres seine Er- 
holungsreise an, auf der er aber nicht, wie beabsichtigt, 
bis nach Deutschland, sondern nur bis aus Kap ge- 
kommen ist. Der Arzt rieth ihm seiner Brust wegen 
ab, nach Europa zu gehen. Missionar Kremer hat 
die in Aussicht genommene neue Station für die 
Bergdamara wirklich anlegen können und zwar im 
sogenannten Otavigebiet in Oniha (Ghaub), im fernen 
Nordosten des Landes, jenseits Otjozondjupa. Die 
Landverhältnisse dieser neuen Station sind aber noch 
nicht völlig gerchelt. Unsere Missionare bestehen 
darauf, daß den Bewohnern der Stalion ein aus- 
reichend großes Weide= und Gartenland gesichert 
werden müsse, was in Anbetracht der sich mehrenden 
Ansiedler gewiß auch durchaus richtig ist. Die 
frühere Station des Missionars Kremer, Otiombuima 
(Tsumamas), ist jetzt ein Filial von Franzfontein 
geworden, da doch ein ziemlicher Theil der dortigen 
Leute es vorgezogen hat, lieber dort zu bleiben, als 
mit ihrem Missionar nach Oniha zu ziehen. 
Auf Franzfontein, wo die Wirren wegen der 
Häuptlingschaft glücklich ihr Ende erreichten, freilich 
durch die Bestätigung eines der Missionssache nichts 
weniger als freundlich gesinnten Mannes, konnte die 
Gemeinde das 50 jährige Jubiläum ihres Bestehens 
feiern. Am Festtage selbst brachte die ziemlich arme 
Gemeinde ein Dankopfer im Werth von etwa 
1000 Mark dar, womit man eine neue Kirche 
bauen will. 
Was im Uebrigen den inneren Stand der Ge- 
meinden anbetrisst, so steht es damit im Allgemeinen 
leider nicht gut. Zwar auf Otjimbingue berichtet 
Missionar Meyer von stillem und gesegnetem Fort- 
gang seiner Arbeit, dagegen auf den anderen Herero- 
stationen giebt es viel zu klagen. In Okahandja ist 
die Gemeinde sehr zerfahren, in Omburo ebenfalls, 
und auch auf den übhrigen Stationen ist es nicht 
viel besser. Es machen sich offenbar erst jetzt die 
bösen Nachwehen der jahrelangen Kriegszeit, in 
  
welcher eine regelmäßige Pflege der Gemeinden un- 
möglich war, recht bemerklich. 
Für die Ovambomission ist es ein wichtiges 
Jahr gewesen, reich an Leid und Freud. Einer 
unserer beiden dortigen Missionare, Meisenholl, 
hat das Land verlassen müssen und wird wegen 
seiner geschwächten Gesundheit nie wieder dahin 
zurückkehren können. An seine Stelle ist nun doch, 
wie schon oben erwähnt, Missionar Stahlhut ge- 
treten, der auch am besten dafür geeignet war. Nach 
langen Hin= und Herzügen ist er am 18. August 
auf Omupanda angekommen. Derselbe soll Meisen- 
holls Station Ondjiva übernehmen, die aber erst 
neu ausgebaut, vielleicht sogar verlegt werden muß. 
Natürlich werden wir nun bald einen weiteren 
Missionar zur Verstärkung hinsenden müssen, und 
das um so mehr, weil einerseits die Aussichten recht 
erfreulich sind — es konnten im Laufe dieses Jahres 
die 13 Erstlinge auf der Station Omupanda getauft 
werden —, und weil andererseits auch von einem 
benachbarten Stamme, den Uakualnzi, die Bitte um 
Lehrer kommt. Die Stellung, welche die Missionare 
sich in der kurzen Zeit sowohl dem Häuptling Uejulu 
als dem Volke gegenüber erworben haben, giebt zu 
guten Hoffnungen Anlaß. 
Dem 72. Jahresberichte der Gesellschaft zur 
Beförderung der evangelischen Mission 
unter den Heiden (Berlin 1) entnehmen wir über 
die Mission im Kondelande (Deutsch-Ostafrika): 
Die Arbeit in diesem abgelegenen Theile des 
dunklen Erdtheils hat sich auch im vergangenen Jahre 
weiter ausgebreitet und vertieft. Im Februar d. Is. 
langten die gegen Ende des Jahres 1894 aus- 
gesendeten drei Bräute wohlbehalten am Nordende 
des Nyassa an, wo am 9. Februar auf der Station 
Ikombe fröhliche Hochzeit gehalten werden konnte. 
Im Mai sandten wir wieder zwei Handwerker, den 
Tischler Harnoß und den Zimmermann Thiele, 
aus, die unter denselben Bedingungen dienen wie 
ihre beiden Vorgänger. Sie sind in Ikombe im 
August angelangt und haben nun drei Jahre lang 
von dem Tage ihrer Ankunft an alle Arbeiten äußer- 
licher Art zu verrichten, die ihnen bei dem Bau 
oder dem Ausbau von Stationen angewiesen werden. 
Im November aber konnten Missionar Källner 
und die beiden Verlobten der Missionare Wolff 
und Jauer ausgehen, über deren glückliche Ankunft 
in Blantyre Nachrichten eingegangen sind. Der Ge- 
sundheitszustand der acht Missionare und drei 
Schwestern war im verflossenen Jahre im Ganzen 
nicht ungünstig, vielleicht etwas günstiger als im 
Vorjahre. Missionar Nauhaus erfreute sich besseren 
Wohlseins, seit er auf Ikombe arbeitet, während der 
Bruder Schüler und seine Frau in der zweiten 
Hälfte des Jahres auf derselben Station so häufig 
am Fieber erkrankten, daß sie nach der Gebirgs- 
station Muakareri versetzt werden mußten. Ein
        <pb n="527" />
        — 456 — 
Bruder aber, Missionar Grieguszies, ist zu 
unserem großen Bedauern körperlich so geschwächt, 
wie es scheint, weniger durch Fieber als durch eine 
ungünstig verlaufene Brustfellentzündung, daß er das 
Land verlassen muß. Es ist ihm die Weisung zu- 
gegangen, er solle sich nach Südafrika begeben, wo 
ja für Heilung seines Leidens bessere Aussicht ist, 
als sie selbst Europa bieten würde. 
Da wegen der besonderen Verhältnisse im Konde- 
lande die Gesundheit der Missionare es dort öfter 
verlangt, daß sie ihren Wohnsitz wechseln, müssen wir 
darauf verzichten, den Einzelnen bestimmte Stationen 
als dauernden Aufenthalts= und Arbeitsort zuzu- 
weisen. Die Konferenz ist ermächtigt worden, in 
jedem einzelnen Fall die nöthigen Bestimmungen zu 
treffen. So haben auch im verflossenen Jahre 
häufige Veränderungen in der Stationirung unserer 
dortigen Brüder stattgefunden. Ende des Jahres 
waren die Stationen in folgender Weise besetzt: 
Es arbeiteten in IJkombe Nauhaus mit den beiden 
Handwerkern, zu denen sich dann noch der damals 
erwartete junge Bruder Källner gesellen sollte. 
Wangemannshöh war besetzt durch die Missionare 
Schumann und Bunk. In Manow standen 
Grieguszies und Jauer. In Muakareri arbeitete 
Missionar Schüler, und auf der neuen Station 
Muakagile hatten die Brüder Wolff und Hübner 
die Arbeit angefangen. 
Wir dürfen hoffen, daß die gegen Ende des 
Jahres von den Engländern am Nhassa erfochtenen 
Siege, ganz besonders die Einnahme der befestigten 
Stadt Mlosis des bekannten arabischen Sklaven- 
händlers, der für die uns benachbarte englische 
Station Karonga einc beständige Gefahr war, auch 
dazu heitragen werden, die politische Ruhe in unserem 
Missionsgebiet zu sichern. 
Die Landplagen, Heuschrecken und Ninderpest, 
sind, wie es scheint, gewichen, und das Volk erfreut 
sich wieder eines langsam zunehmenden Wohlstandes. 
Der Verkehr mit Europa ist dadurch, daß der See 
und die Flußläufe des Schire und Sambesi von 
mehr Dampfern befahren werden, erleichtert und be- 
schleunigt. Im Kondelande selbst sind die Straßen 
aber noch nicht gebessert. In der Sommerzeit sind 
dort die Flüsse und Sümpfe des Tieflandes nur 
sehr schwer zu passiren. Das Oberland aber ist 
reich an Bergen und Schluchten, die auch dort das 
Reisen sehr erschweren. Die Schwestern können und 
müssen sich deshalb fast stets der Trage-Hängematte 
bedienen, deren Benutzung aber der vielen Träger 
wegen, die nöthig sind, recht kostspielig ist. Da aber 
die Flußreisen anstrengend und zeitraubend sind, ist 
es sehr wünschenswerth, daß den Missionaren es 
ermöglicht werde, Esel als Reitthiere zu beuutzen. 
Es ist deshalb durch Ankauf dreier Maskatesel eine 
Eselzucht begründet worden, die sich hoffentlich ge- 
deihlich entwickeln wird. Der große, weiße Maskat- 
esel ersetzt den Reisenden im Innern Afrikas das 
Pferd, ist deshalb auch von den Arabern sehr gesucht 
  
und geschätzt, ist aber deshalb ziemlich theuer. Die 
von uns erworbenen Thiere, ein Hengst und zwei 
Stuten, kosteten 1700 Mark. 
Auf Ikombe arbeitete mit Missionar Schüler 
der Konferenzvorsteher Nauhaus. Auf der Station 
ist die Arbeit in geregelter Weise getrieben worden. 
Die Predigten wurden von den gutmüthigen, fried- 
liebenden Bewohnern verhältnißmäßig fleißig besucht. 
Selbst der Priester Muakiniaßa versuchte kaum dem 
Evangelium zu widersprechen. Eine ganze Anzahl 
von Leuten meldeten sich, um näheren Unterricht zu 
empfangen. Viele Kranke suchten die Missionare 
täglich auf, und es herrschte zwischen den Missionaren 
und der Bevölkerung das beste Einvernehmen. Als 
ein Streit zwischen zwei Dörfern dahin geschlichtet 
war, daß einer der Schuldigen einen Ochsen zahlen 
sollte, den alle verzehren wollten, kam es schließlich 
nur dazu, daß ein Huhn gezahlt wurde und zwar 
— dem Missionar Nauhaus mit dem Bescheide: 
„Hier ist der Ochse, den Ngonile zahlen sollte; iß 
Du nur, wenn Du satt bist, sind wir Alle satt.“ 
Ende September konnte hier das erste Kirchlein 
eingeweiht werden, aber mit dessen Vollendung war 
die Arbeit des Bauens keineswegs beendet. Ein 
größeres Wohnhaus sollte errichtet werden, deshalb 
standen täglich bis 80 Arbeiter im Dienst, um die 
Ziegel fertigzustellen und Baumaterial herbei- 
zuschaffen; da war die Ankunft der Handwerker sehr 
nöthig und erwünscht, und beide standen bald in 
voller Arbeit, die zunächst in dem schwierigen Fällen 
und Bearbeiten von Holz im Bergwalde bestand. 
Die Predigtplätze an den Ufern des Sees wurden 
mit Hülfe des Motorboots „Paulus“ häufig besucht. 
Besonderen Erfolg hatte ein Besuch, den Bruder 
Nauhaus in den stark bevölkerten Dörfern des 
Muankenja machte. Er hielt sich hier vom 15. bis 
20. September auf, zeugte hin und her in den 
Hütten und predigte vor einer großen Menge Volks, 
die der Häuptling zusammengerufen hatte. Im Laufe 
des Nachmittags hörten etwa 1000 Monschen das 
Evangelium, und es fehlte nicht an Anzeichen, daß 
die Botschaft hier und da guten Boden fand. 
Auch zu den benachbarten Bakinga machte Bruder 
Nauhaus vom 3. bis 5. Juli eine Reise. Die 
Wege in den Gebirgen, manchmal nur 2 Fuß breit, 
führten oft an schaurigen Abgründen vorüber. Meist 
wohnen die Leute in einzelnen, zerstreut liegenden 
Hütten; eine größere Niederlassung aber wurde er- 
reicht, deren Gehöfte inmitten grüner Erbsenfelder 
lagen. Die Bewohner nahmen den Bruder freund- 
lich auf, sie kommen häufig nach Ikombe, um Nah- 
rungsmiltel zum Verkauf zu bringen. 
In Wangemannshöh arbeiteten im ersten 
Halbjahr die Brüder Schumann und Hibner, 
welch letzterer dann vom Bruder Wolff abgelöst 
wurde. 
In Manow hat der kränkelnde Bruder Grie- 
guszies mit Bruder Hübner, zeitweilig durch die 
genannten Brüder von Wangemannshöh unterstützt,
        <pb n="528" />
        die Arbeit fortgeführt. Die Station liegt „wie im 
Walde“, so sind die Bäume gewachsen, die gepflanzt 
wurden. 
Hier wie auf Muakareri hatten die Brüder, 
wie auch die jungen Frauen, vom Fieber nicht zu 
leiden. Die Arbeit wurde auf beiden Plätzen in 
derselben Weise geführt. Tägliche Andachten wech- 
selten mit Besuchen in den Dörfern, und an den 
Sonntagen stellte sich immer eine Schaar von Hörern 
bei den Gottesdiensten ein. Auf beiden Stationen 
fanden sich auch täglich viele Kranke ein. Es wuchs 
diese Arbeit übermäßig, so daß die Brüder Heil- 
gehülfen anlernen mußten, durch deren Eintreten 
ihnen viel Zeitaufwand erspart wurde. Wenn auch 
die Liebe und Sorgfalt, mit der man sie behandelt, 
anscheinend meist ohne Dank entgegengenommen 
werden, so ist es doch sicher, daß die Liebe und 
Achtung, welche die Landbevölkerung den Missionaren 
entgegenbringt, zum großen Theil auf den Eindruck 
zurückzuführen ist, den die an diesen Kranken geübte 
Barmherzigkeit auf die Leute macht. Auch wären 
die Missionare sicher nicht so schnell bekannte, ja 
populäre Männer im Lande geworden, wenn sie 
nicht durch diese ärztlichen Hülfsleistungen täglich in 
nähere Berührung mit so vielen Menschen aus allen 
Theilen des Landes gekommen wären. 
Auch über den Anfang unserer Arbeit im Kinga- 
lande, wo die Station Muakagile angelegt worden 
ist, können wir Erfreuliches berichten. Vom 6. bis 
17. Juli machten die Brüder Schumann und 
Wolff von der Station Muakareri aus eine Unter- 
suchungsreise in die östlich vom Kondelande sich er- 
hebende Alpengegend. Steile Gebirgszüge wechseln 
hier mit Hochflächen, wo kühle Luft weht, und 
kürzerer Graswuchs wie der Wald, der sich an 
vielen Bergabhängen hinzieht, muthen den Europäer 
heimathlich an. Hier durchzogen die genannten 
Brüder die Landschaft Buanji (siehe Berliner Missions- 
berichte 1895, S. 471), deren wenige Bewohner als 
scheue Flüchtlinge auf unzugänglichen Berggipfeln 
hausen, und fanden dann im Gebiete des Kinga- 
Häuptlings Bululile freundliche Aufnahme. Sie 
konnten in einer Höhenlage von 6300 Fuß auch 
einen Platz ausfindig machen, der sich zur Anlegung 
einer Missionsstation eignete. Die Missionare Hübner 
und Wolff wurden dann bestimmt, hier ihren Wohn- 
sib zu nehmen. Am 30. Juli verließ der Erst- 
genannte mit 50 Trägern Wangemannshöh und 
erreichte den Platz Muakagile am zweiten Tage. 
Er erhielt den Eindruck, daß der zum Bau aus- 
ersehene Hügel sich in jeder Hinsicht zum Bauplatz 
eigene. Nicht weit entfernt liegt der am stärksten 
bewohnte Strich des Kingalandes. Holz und Bruch- 
steine zum Bau fanden sich in unmittelbarer Nähe. 
on der Station aus kann man einen herrlichen 
Ausblick auf die Gebirgslandschaften genießen, wenn 
nicht Wolken oder die hier so häufig auftretenden 
Nebel Alles verhüllen. Der Oberhäuptling Bululile 
empfing Missionar Hübner mit großer Freundlich- 
457 
  
keit, er machte ihm ein Geschenk von einem Rind 
und fügte später noch ein Rind und ein Schaf hinzu. 
Da an Arbeitern kein Mangel war, entschloß sich 
Missionar Hübner, gleich das erste Wohnhaus aus 
Ziegeln herzustellen, von denen in vier Wochen 
38 000 geformt und gebrannt wurden. Da die 
Stürme des Gebirges das Wohnen im Zelt fast 
unmöglich machten, wurde aber zunächst ein kleines 
Häuschen errichtet, wic auch ein Stall für das Vieh. 
Besonders erfreulich ist es, daß gleich der erste 
Gottesdienst, der auf dem neuen Platz gehalten 
werden konnte, von 200 Bakinga besucht wurde, 
welche der Predigt folgen konnten, da hier die 
Kondesprache noch verstanden wird. Auch kam der 
zweitgrößte Häuptling des Gebirges Kierera zu Be- 
such und brachte auch ein Rind als Bewillkomm- 
nungsgeschenk. In seinem Gebiet liegt der Ort des 
Häuptlings Muibuka, welcher von den Brüdern zur 
Anlegung einer zweiten Kingastation in Aussicht ge- 
nommen worden ist. Daß Kierera den Missionar 
besuchte, der sich bei dem ihm bisher feindlichen 
Bululile niedergelassen hatte, zeigt wieder, wie die 
Mission auch in mittelbarer Weise friedestiftend wirkt. 
In den „Documents relatils à la Repression 
de la Traité des Esclaves publiés en exccution 
des artiches LXXXI et suirants de Tacte 
gencral de Bruxgelles“ (1895) finden sich in 
Bezug auf Waffen und Munition folgende ein- 
zelne Verordnungen sowie Statistiken der verschie- 
denen Nationen vor: 
Deutschland. Verfügung des Reichskanzlers, 
betreffend Verbot der Ausfuhr von Waffen Jund 
Schießbedarf, welche für Häfen der Somaliküste oder 
Aethiopien bestimmt sind, aus Deutsch-Ostafrika. 
Verordnung, betreffend das Verbot der Ausfuhr 
von Wassen und Schießbedarf nach Aethiopien (vom 
27. Juli 1895). 
Oesterreich-Ungarn. Runderlaß des Ministers 
des Innern von Ungarn, vom 23. September 1895, 
betreffend das Verbot der Ausfuhr von Waffen und 
Schießbedarf nach Abessinien. 
NRunderlaß des ungarischen Finanzministers an 
die Zollverwaltungsbehörden, betreffend das Verbot 
der Ausfuhr von Waffen und Schießbedarf nach 
Abessinien. 
Kongostaat. Statistik über die während des 
IV. Trimesters 1894 und der ersten drei Trimester 
1895 für den Gebrauch eingeführten und deklarirten 
Feuerwassen und Schießbedarf. 
Frankreich. Senegal. Rapport des Direktors 
der Eingeborenen-Angelegenheiten vom 5. Dezember 
1895, wonach Kriegswaffen und Schießbedarf den 
Eingeborenen nur auf Erlaubniß des Direktors der 
Eingeborenen = Angelegenheiten überliefert werden 
dürsen; der Verkauf der Steinschloßgewehre gestattet, 
der aller gezogenen Waffen aber untersagt ist. 
Französisch-Guinea. Statistische Tafeln, be- 
  
(
        <pb n="529" />
        treffend die Einfuhr von Waffen und Handelspulver 
während der ersten drei Trimester des Jahres 1894. 
Elfenbein-Küste. Statistische Tafeln, betreffend 
die Einfuhr von Waffen und Handelspulver vom 
1. Januar bis 1. November 1895. 
Französischer Kongo. Verordnung des Gene- 
ralkommissars vom 4. Mai 1895, gemäß welcher von 
Neuem die Grundlagen der Stenererhebung durch 
die Zollbehörden geregelt wird. 
Statistik, betreffend die eingeführten Waffen und 
eingeführte Munition während der Jahre 1894,/95. 
Großbritannien. Nigerküsten-Protektorat. 
Verordnung von 1894, betreffend die Ausführung 
der Bestimmungen der Brüsseler Generalakte (1890) 
in Bezug auf Einführung, Aufspeicherung und Verkauf 
von Feuerwaffen und Munition. 
Nigerländer. Reglement Nr. XVII (1886) 
der Königlichen Niger-Kompagnic, betreffend das 
Verbot der Einfuhr von Waffen und Kriegsmunition. 
Bekanntmachung vom 8. Jannar 1887 zur Aus- 
führung des genannten Reglements. 
Reglement Nr. XXII (1887) zur Vervollständi- 
gung des Reglements Nr. XVII (1886). 
Bekanntmachung vom 2. Jannar 1888 zur Aus- 
führung des letzteren Reglemeuts. 
Italien. Mehrere Briefe der Sultane von 
Alula und Obbia an den König von Italien bezw. 
den italienischen Minister der auswärtigen Angelegen- 
heiten, betreffend die Ausführung und Anwendung 
der Bestimmungen der Brüsseler Generalakte in Bezug 
auf Waffen und Spirituosen in ihren Ländern. 
Italienisches Protektorat der Länder zwi- 
schen dem Juba und dem italienischen Distrikt. Aus- 
zug aus dem Reglement für die Verwaltung des 
Protektorats vom 14. März 1895, wonach die Ein- 
fuhr, Aufbewahrung und der Verkauf von Feuer- 
wassen, Munition, Pulver r2c. verboten ist und die 
Behörde nur dann die Erlaubniß zum Waffentragen 
ertheilen kann, wenn festgestellt ist, daß die Waffen 
und Munition, um die es sich handelt, zur persön- 
lichen Sicherheit oder zur Sicherheit von wissen- 
schaftlichen 2c. Expeditionen gebraucht werden. 
Italienische Somali-Kompagnic. Anwen- 
dung der Bestimmungen der Brüsseler Generalakte 
in Bezug auf Waffen und Munition in den Ländern 
der Kompagnie. 
Portugal. Mozambique. Dekret des König- 
lichen Kommissars vom 22. April 1895, betreffend 
das Verbot der Einfuhr von Waffen und Munition 
jeder Art in den Distrikten von Lourenco Marques 
und Inhambane. 
Dekret des Königlichen Kommissars vom 22. April 
1895, betreffend das Verbot des Verkaufs von 
Waffen und Munition jeder Art ohne behördliche 
Erlaubniß in dem Distrikt von Lourengo Marques. 
Die beiden Kapitel über „Unterdrückung des 
Sklavenhandels zur See und zu Land“, welche 
im Vordergrund des Interesses stehen, nehmen in 
458 
  
den Brüsseler Dokumenten auch räumlich die erste 
Stelle ein. 
Von Deutschland sind hier veröffentlicht die 
„Erläuterungen und Ausführungsbestimmungen zum 
Kapitel 1I1 der Brüsseler Antisklaverei-Akte“, be- 
treffend „Unterdrückung des Sklavenhandels zur Sec“ 
vom 19. Januar 1895 und die Allerhöchste Ver- 
ordnung, betressend Ausführungsbestimmungen zu der 
Generalakte der Brüsseler Antisklaverei-Konferenz 
vom 17. Februar 1893, welche beide in eingehender 
Weise den Schiffen der Marinc und den Gerichten 
in den Schutzgebieten Anweisungen über das Ver- 
fahren gegen auf See wegen Verdachtes des Sklaven- 
handels aufgegriffene Fahrzeuge enthalten. 
Nach einem Verzeichniß der wegen Sklavenraubes 
bezw. wegen Verschiffung von Sklaven über See in 
Deutsch-Ostafrika verurtheilten Personen haben im 
Jahre 1894 55 derartige Verurtheilungen statt- 
gefunden, davon in Bagamoyo allein 28, in Kilwa 10. 
In dieser Zeit erhielten 1121 Sklaven Freibriefe, 
hiervon wieder 416 infolge amtlicher Freierklärung. 
England hat die Berichte seiner in Betracht 
kommenden Flottenstationen aus dem Jahre 1894 
veröffentlicht. Die ostindische Station, welcher die- 
jenigen von Aden und im Persischen Golf unterstellt 
sind, sowie die Kapstation, von welcher aus der Dienst 
an der gesammten Ostküste Afrikas bis einschließlich 
Sansibar versehen wird, stellen übereinstimmend fest, 
daß der Sklavenhandel zur Sec dank der regen 
Thätigkeit der Vertragsmächte fast vollständig unter- 
drückt ist. Als Beleg hierfür führt die Kapstation 
an, daß sich infolge davon auf der Insel Pemba ein 
bedeutender Mangel an Plantagenarbeitern ergeben 
hat. Der Bericht der letztgenannten Station hebt 
rühmend hervor, daß die Wachsamkeit der deutschen 
Behörden und die Strenge, mit welcher sie die 
Sklavenhändler bestrafen, den Sklavenhandel im 
deutschen Schutzgebiete stark hintangehalten haben. 
Ferner hat England neun vor dem englischen 
Konsulargericht in Sansibar im Jahre 1895 statt- 
gehabte Verhandlungen gegen auf offener See wegen 
Verdachtes des Sklavenhandels aufgegriffene Dhaus 
mitgetheilt. In allen Fällen trat Verurtheilung ein, 
in einem Fall hat die Schiffsmannschaft die an Bord 
befindlichen Sklaven bei Nahen des englischen Kriegs- 
schiffes ertränkt, um der Bestrafung zu entgehen; in 
einem anderen konnte eine gleiche Unthat noch durch 
rechtzeitiges Eintreffen des englischen Schiffes ver- 
hindert werden. 
Vom internationalen maritimen Büreau 
von Sansibar wird berichtet, daß am 4. Dezember 
v. Is. der deutsche Vertreter Vizelonsul Pauli zum 
Vorsitzenden, der französische Vertreter Jeannier 
zum stellvertretenden Vorsitzenden des Büreaus ge- 
wählt wurde. Der Bericht des Büreaus über seine 
Thätigkeit im Jahre 1895 enthölt Mittheilungen über 
Personalveränderungen, die Rechnungslegung für das 
Jahr 1894 sowie einige zur Sprache gebrachte prak- 
tische Fragen, deren Besprechung aber mangels der
        <pb n="530" />
        — 459 — 
Zuständigkeit des Büreaus zu eigener Entscheidung 
in der Sache zu keinem Resultat führte. 
Was die Unterdrückung des Sklavenhandels zu 
Lande anlangt, so hat Frankreich die Berichte der 
Kolonialbehörden von Senecgal, vom Sudan, von 
Französisch-Guinca und von der Elfenbeinküste aus 
dem Jahre 1895 bekannt geben lassen. In Senegal, 
dessen Einwohner sich fast ausschließlich zum Islam 
bekennen, konnte ein allgemeines Verbot des Sklaven= 
handels noch nicht erlassen werden. Man begnügte 
sich einstweilen damit, mit einzelnen Sultanen Ab- 
kommen zu schließen, worin die leßzteren sich ver- 
pflichteten, den Sklavenhandel auf ihrem Gebiete zu 
verhindern. Im Sudan hat der Gowwerneur im 
Jahre 1895 die Einführung von Sklaven verboten. 
Da diese Verfügung aber große Unzufriedenheit her- 
vorrief und die strenge Durchführung derselben zu 
ernster Besorgniß Anlaß gab, wurden die Behörden 
aufgefordert, bei ihren Anordnungen alle Vorsicht 
und Rücksicht anzuwenden, welche die Anschauungen 
des Volkes beanspruchen. Im Sudan wie in Senegal 
wurden in der Nähe der Stationen sogenannte 
„Villages de liberte“ als Freistätten für frühere 
Sklaven gegründet, welche in starkem Wachsthum 
begriffen sind. In Guinea giebt es zur Zeit keinen 
Sklavenhandel im eigentlichen Sinne. Die Kolonie 
au der Elfenbeinküste ist zu jung, als daß bereits 
mit Maßregeln gegen den Sklavenhandel vorgegangen 
werden könnte. Man beschränkt sich hier auf Unter- 
haltung von villages de liberté. 
Neue Verfügungen, die auf Abschaffung des 
Sklavenhandels abzielen, wurden im Jahre 1894 
auch von der englischen Kolonie Gambien und 
im Jahre 1890 von der englischen Niger-Kompagnie 
erlassen. 
Aus den italienischen Kolonien ist ein 
Schreiben des Sultans Iusuf Ali vom 11. April 
1895 an den Minister des Auswärtigen veröffent- 
licht, in dem er mittheilt, daß er Befehl zur Unter- 
drückung des Sklavenhandels gegeben hat. Außerdem 
ist noch eine auf Verbot des Sklavenhandels bezüg- 
liche Verfügung des italienischen Protektorats des 
Gebietes zwischen Juba und Itala vom 14. März 
v. Is. sowie ein Bericht der italienischen Somali- 
Kompagnie vom 1. Mai v. Is. über gleichen Betreff 
abgedruckt. 
Schließlich besagt bezüglich Persiens ein Bericht 
eines Abgeordneten des dortigen Ministeriums des 
Auswärtigen vom Januar 1895, daß der Sklaven- 
handel am Persischen Meerbusen vollständig unter- 
drückt sei. 
Aus der Türkei sind die Berichte über sechs 
Sklavenbefreiungen, die im Jahre 1895 in Suez 
vorkamen, mitgctheilt. 
Bezüglich der in den Artikeln 90 bis 95 der 
Brüsseler Akte angestrebten Beschränkung des Handels 
mit Spiritnosen werden folgende Dokumente ver- 
öffentlicht: 
  
Von den deutschen Kolonien zwei Verordnungen 
des Kaiserlichen Landeshauptmanns von Südwest- 
afrika und zwar die Verordnung vom 21. Jannar 
1895, betreffend Ertheilung von Erlaubnißscheinen 
zur Einfuhr von geistigen Getränken und Verabfolgung 
derselben an Eingeborene, und die Verordnung vom 
27. Mai 1895, betreffend den Ausschank und Verkauf 
von geistigen Getränken.“) 
Ueber den Handel mit Spirituosen im Kongostaate 
ist eine Statistik veröffentlicht, welche eine Uebersicht 
über die im letzten Vierteljahr von 1894 und den 
ersten drei Vierteljahren von 1895 dort eingeführten 
Spirituosen enthält. Hiernach sind während dieses 
Zeitraums von Privatpersonen im Ganzen 15440001 
Spirituosen in den Kongostaat eingeführt. 
Kurze statistische Angaben sind ferner veröffent- 
licht über die Einfuhr von Spirituosen in die fran- 
zösischen Kolonien in Ober-Guinea, an der Elfenbein= 
lüste und am Kongo. Hinsichtlich der Erhebung des 
Zolles von eingeführten Spirituosen ist für das 
französische Kongogebiet eine neue Verordnung des 
Generalkommissars vom 4. Mai 1895 ergangen, nach 
welcher der Zoll gemäß Artikel 92 der Brüsseler 
Akte für die Zeit vom 1. Juni 1895 ab von 15 
auf 25 Frcs. für das Hektoliter von 50 Grad Allo- 
holgehalt erhöht worden ist. 
In den westafrikanischen Kolonien Englands be- 
stehen nach dem mitgetheilten Schreiben des britischen 
Gesandten in Brüssel vom 27. Juni 1895 folgende 
Einfuhrzölle für Spirituosen: 
in Gambia 1 s. 6 d. für 1 Gallone (= 4,54 1), 
in Sierra Leone 38.--1 
in der Goldküste westlich vom Voltafluß 2 s. 6 d. 
für 1 Gallone, 
in der Goldküste östlich vom Volta auf Grund des 
zwischen Deutschland und England abgeschlossenen 
Zollvertrages vom 24. Februar 1894 9¾ d. 
für 1 Gallonc, 
in Lagos 1 s. für 1 Gallonc. 
In Lagos ist später durch die Verordnung des 
Gouverneurs vom 12. Oktober 1895 der Zoll für 
andere Spirituosen als Wein und Liköre von 1 S. 
auf 2 s. erhöht worden. 
Auf das Gebiet der Niger-Kompagnie beziehen 
sich folgende, die Verzollung der Spirituosen und 
Beschränkung der Spirituseinfuhr betreffende Ver- 
ordnungen, welche in den Jahren 1886 bis 1893 
erlassen sind. Durch die Zollordnung vom 30. Juli 
1886 (Regulation Nr. XI. 1886) waren für die 
Einfuhr von Spiritus in das Nigergebiet zwei Ein- 
suhrzölle festgeseht: bei Akassa an der Nigermündung 
ein Zoll von 2 s. für 1 Gallone Spiritnosen jeder 
Art, bei Lolofja an der Mündung des Benus ein 
weiterer Zoll von derselben Höhe für Spiritunosen, 
welche nach den oberhalb Lokojas gelegenen Gebieten 
importirt werden sollten. 
*) Vergl. Deutsches Kolonialblatt 1895, S. 402 u. 639.
        <pb n="531" />
        Durch die „Spirituous Liquors Regulation“ vom 
460 
Die nach Maßgabe dieser Verordnung in einem 
2. April 1887 (Nr. XIX) wurde zunächst die Ein= Eingeborenenstaate verwendeten Polizeitruppen der 
fuhr von Spirituosen auf dem Benus verboten. 
Diese Verordnung wurde wieder aufgehoben durch 
die „Spirituons Liquors Prohibition Regulation“ 
vom 29. Juli 1890 (Nr. XXXV9, welche die Ein- 
fuhr von Spirituosen zu Lande und zu Wasser in 
sämmtliche zum Gebiete der Niger-Kompagnie ge- 
hörenden „Inland Regions“ und den Verkauf oder 
Tausch von eingeführten Spirituosen daselbst verbot. 
Ausgenommen sind nur die zum persönlichen Ver- 
brauch von Nichteingeborenen bestimmten Spirituosen, 
welche auf Grund einer besonderen Genehmigung 
und schriftlichen Deklaration eingeführt werden dürfen. 
Als „Inland Regions“ waren in dieser Ver- 
ordnung die nördlich vom 7. Grad nördl. Br. ge- 
legenen Gebicte bezeichnet. Die „Liquors Further 
Prohibition Regulation“ vom 26. Jannar 1893 
(Regulation Nr. XXXVIII) bestimmte in Abän- 
derung hiervon, daß als Inland Regions schon die 
nördlich von dem durch die Igarabank (bei Asaba 
am Niger) gehenden Breitegrad liegenden Gegenden 
anzusehen seien. Asaba liegt dicht beim 6. nördlichen 
Breitegrad. 
Endlich verbietet die „Spirituous Liquors Regu- 
lation“ vom 19. Mai 1887 (Nr. XX) bei Strafe, 
Löhne in Spirituosen zu bezahlen. 
Bezüglich der portugiesischen Kolonien in Ostafrika 
wird ein Dekret des Königs vom 13. Juli 1895 
veröfsentlicht, welches ein über den Verkauf der 
Alkohol enthaltenden Getränke der Eingeborenen im 
Gebiete der Mozambique-Kompagnie erlassenes Re- 
glement bestätigt; hiernach ist der Verkauf dieser 
Getränke unter Androhung einer Geldstrafe nur auf 
Grund einer besonderen Konzession, für welche eine 
Gebühr zu entrichten ist, gestattet. 
Rus fremden MKolonien. 
Straits Settlements. 
Die „Government Gazette“ vom 22. Mai d. Is. 
veröffentlicht eine Rathsverordnung des Gouverneurs 
vom 14. Mai, welche über die Verwendung von 
Polizeitruppen der Kolonie in Eingeborenenstaaten 
Bestimmungen trifft. 
Kolonie unterstehen denselben Bestimmungen, unter 
denen sie in der Kolonie dienen, und sollen soweit 
als möglich nur zu demselben Dienst wie in der 
Kolonie herangezogen werden (Art. 4). 
Die Entsendung von Polizeitruppen soll nur nach 
solchen Staaten bewirkt werden, welche im Wege der 
Gesetzgebung der Kolonialpolizei für den Fall der 
Verwendung in ihren Gebieten eine legale Stellung 
eingeräumt haben (Art. 6). 
Nach dem Etat der Kolonie für das Jahr 1896 
besteht die Polizeimannschaft der Kolonie aus 
1935 Mann, nämlich 61 Europäern, 211 Sikhs und 
1663 Malaien, Chinesen und Indern (Klings). 
Davon befinden sich in Singapore 900 Mann 
(30 Europäer, 112 Sikhs, 758 Malaien, Chinesen 
und Inder), in Penang 809 Mann (28 Europäer, 
80 Sikhs und 701 Malaien, Chinesen und Inder), 
in Malakka 226 Mann (3 Enropäer, 19 Sikhs und 
204 Malaien, Chinesen und Inder). 
Delagoa-Eisenbahn. 
Nach einem Bericht des englischen Konsuls in 
Lourenco Marques hat die Delagoa-Eisenbahn im 
Jahre 1895 im Ganzen 80 418 Pfd. Sterl. ver- 
einnahmt und 88 276 Tons befördert. Der Gewinn 
soll 33 690 Pfd. Sterl. betragen haben. 
  
Sahbnbau in Sierra Leone. 
In Sierra Leonce ist die Bahn jetzt auf eine 
Länge von sechs Meilen vollendet. Die ganze 
Strecke wird bereits von einer Lokomotive befahren. 
Anwerbung von Arbeitern für den Rongostaat. 
Das Gouvernement von Sierra Leonc hat die 
Anwerbung von Arbeitern für den Kongostaat ver- 
boten. Auf das Engagement jedes Arbeiters ist eine 
Strafe von 5 Pfd. Sterl. gesetzt. 
  
Der wesentliche Inhalt dieser Verordnung ist 
solgender: Der Gonverneur der Kolonie soll ermäch- 
tigt sein, die Entsendung von kolonialen Polizei- 
truppen nach einem Eingeborenenstaate zu veraulassen, 
(ld s zur 
sobald er es zur Aufrechterhaltung der Ordnung war, diesem Protektorat zugetheitt. 
sowie zum Schutze von Leben und Eigenthum für 
nöthig hält (Art. 3). 
Als Eingeborenenstaaten sind hier alle Staaten 
auf der malalischen Halbinsel und in anderen Gebieten 
zu verstehen, die britischem Schutze unterstellt sind 
(Art. 2). 
( 
1 
Uganda. 
Nach einer Bekanntmachung des Foreign Office 
vom 30. Juni d. Is. wird das Gebiet von Unyoro 
zusammen mit dem westlich von Uganda und Unyoro 
liegenden Theile der britischen Interessensphäre, welche 
bisher nicht in das Uganda-Protektorat eingeschlossen 
Dasselbe umfaßt 
auch Usoga und die anderen Territorien östlich unter 
der Verwaltung des Königlichen Kommissars und 
Generalkonsuls für das Protektorat.
        <pb n="532" />
        Verschiedene Mittheilungen. 
Die West African Telegraph Co. Ltd. 
hatte im Jahre 1895 im Ganzen 74 333 Pfd. Sterl. 
Einnahme gegen 64761 im Vorjahre. Die Aus- 
gaben betrugen 17 124 Pfd. Sterl. statt 17 286 des 
Jahres 1894. Es ist eine Dividende von 4 pCt. 
vertheilt worden. Der Reservefonds beträgt jetzt 
48 350 Pfd. Sterl. 
  
VVVVVVVVI/VVVVVVVVVVVVVVVV —, 
Titteratur. 
Dr. Philipp Paulitschke: Ethnographie Nordost- 
Afrikas. Die geistige Kultur der Danäkil, Galla 
und Somäl. Berlin 1896. Geographische Ver- 
lagshandlung Dietrich Reimer. 
Der vorliegende stattliche Band ist der Abschluß 
des großen ethnographischen Werkes des Verfassers. 
Dr. Paulitschke hat diesmal außer dem von ihm 
selbst gesammelten Material auch noch die werthvollen 
Forschungsresultate zweier Verstorbener, des Reisen- 
den Schleicher und des Linguisten Tutschek, sowie 
verschiedener italienischer und englischer Reisender 
verwerthen können. Er ist dadurch auch in den 
Stand gesetzt worden, Nachträge zu dem ersten Band 
seines Werkes, der die materielle Kultur Nordost- 
Afrikas behandelte, zu liesern. Das Buch schildert 
in seinem Haupttheil: Das Seelenleben, die Religion, 
Sprache, staatlichen Einrichtungen, Kunst und Wissen- 
schaft sowic Geschichte der Danäkil, Galla und Somal. 
Deutsche Kolonial-Ausstellung auf der Berliner 
Gewerbe-Ausstellung 1896. Verlag von Rudolf 
Mosse, Berlin SW. 
Der uns vorliegende Katalog behandelt die 
Berliner Kolonial-Ausstellung (Gruppe XXIII der 
Berliner Gewerbe-Ausstellung). Die Verlagshand- 
lung hat einen mit zahlreichen Illustrationen ge- 
schmückten Führer geschaffen, der auch über die Dauer 
der Ausstellung hinaus Werth besitzen dürfte. 
XIII. und XIV. Jahresbericht (1894/95) des 
Württembergischen Vereins für Handels- 
geographie und Förderung deutscher In- 
teressen im Auslande. Stuttgart 1896. 
Kommissionsverlag von W. Kohlhammer. 
Der neue Bericht des regsamen Vereins enthält 
u. A. lesenswerthe Aussätze von E. Mager: Die 
Auswanderung nach Südostafrika und H. G. Schlich- 
ter: Neues über Karl Mauchs Forschungen in 
Südostafrika. Außerdem sind kurze Inhaltsangaben 
zahlreicher in den Vereinsversammlungen gehaltener, 
oft kolonialpolitische Themata berührender Vorträge 
mitgetheilt. 
461 
  
Richard Semon: Im australischen Busch und an 
den Küsten des Korallenmceres. Reiseerlebnisse 
und Beobachtungen eines Naturforschers in Austra- 
lien, Neu-Guinea und den Molukken. Leipzig 1896. 
W. Engelmann. 
Der ebenso schön ausgestattete wie inhaltlich 
werthvolle und fesselnde starke Band ist die Frucht 
einer in den Jahren 1891 bis 1893 ausgeführten 
Forschungsreise. Der Verfasser, welcher Professor 
der Zoologie in Jena ist, hat sie insonderheit zum 
Zwecke des Studiums der cierlegenden Sängethiere, 
der Beutelthiere und der Lungenfische Australiens, 
dieser wunderbaren Anomalien der dortigen Fauna, 
angctreten. Daneben hat er aber auch der sonstigen 
Natur und den kulturellen Verhältnissen der besuch- 
ten, in Europa meist wenig bekannten Länder nähere 
Aufmerksamkeit gewidmct. Die Lektüre des Werkes 
ist daher in vieler Beziehung anregend und belehrend. 
Gustavo Bianchi: In Abissinia alla terra 
della Galla. Narrazionc della spedizione 
Bianchi in Alricn. Nuova cdizionc illustrata. 
Milano 1896. Fratelli Treves. 
Der Verfasser des vorliegenden Werkes ist einer 
der bahnbrechenden Pioniere Italiens in Abessynien 
gewesen. Er hat von 1878 bis 1881 im Auftrage 
einer Mailänder Gesellschaft die nordostafrikanischen 
Bergländer bereist und eingehend erforscht. Die 
Ergebnisse seiner Reisen sind in dem vorliegenden 
Buche niedergelegt. Als es zum ersten Male 1884 
in einfacher Form erschien, weilte Bianchi schon 
nicht mehr unter den Lebenden. Er war auf einer 
zweiten Forschungsreise kurz vorher von den Gallas 
ermordet worden. Inzwischen haben die Unter- 
nehmungen Italiens in den von ihm bereisten Ge- 
bieten die bekannte Ausdehnung gewonnen und das 
lebendig und anschaulich geschriebene Werk fand 
immer mehr Leser. Mehrere Auflagen sind nöthig 
geworden und jetzt hat sich der Verleger entschlossen, 
es in prächtiger Ausstattung, geschmückt mit zahl- 
reichen Landschaftsbildern und ethnographischen Ab- 
bildungen nochmals herauszugeben. Das Werk ist 
jedem Leser, der sich über Abessynien unterrichten 
will, bestens zu empfehlen. 
Don Fernando Cadalso: Principios de la 
colonizacion y colonias penales. Maadrid- 
1896. Göngora y Alvarcz. 
Der Verfasser behandelt nach einer einleitenden 
Betrachtung über das Wesen der Kolonisation und 
über die Entwickelung der Bewirthschaftung der 
Kolonien die Geschichte der Strafkolonisation in den 
verschiedenen Ländern. Er zieht daraus den Schluß, 
daß ungeachtet der großen Kosten, welche durch die 
Verschickung von Sträflingen entstehen, Spanien 
großen Vortheil aus der Deportation zahlreicher 
Verbrecher nach den Philippinen ziehen müsse. Er 
schildert eingehend die gegenwärtige Lage dieser In-
        <pb n="533" />
        — 4 
seln und sucht darzuthun, wie viel sie durch die 
Zwangsarbeit zahlreicher Verbrecher gewinnen könnten. 
Die Gründe, welche andere Staaten zur Aufhebung 
der Strafkolonisation bewogen haben und die gegen- 
wärtig selbst in Rußland gegen die Verschickung nach 
Sibirien geltend zu werden beginnen, finden in der 
Schrift nicht die genügende Würdigung. 
IIenri Pensa ct Ernest Bousson: Lu 
Situation linancièrc de l’Egypte. Paris 1896. 
Lipraire alricaine et colon. J. André &amp; Co. 
Institut colonial international: 
6 
1 
T. 
l 
2 
ofsiciels sur le contrat de travail et le 
louage d'ouvrage aux colonies. Tomec I. 
Daris 1895. Armand Colin &amp; Cie. 
  
WVWVVVVVVVWVVNVVVYVYVVTVVYVVYVVTVVVVTYTV 
Titterakur-Herzeichniß. 
Dove, Dr. K.;: Südwest-Afrika. Kriegs= und Friedens- 
bilder aus der ersten deutschen Kolonie. Mit 17 Illu= 
strationen und einer Karte. Mk. 5,—, geb. Mk. 6,50. 
Allgemeiner Verein für deutsche Anetadit, Berlin W. 
Septans: Les LExpéditions angluises en Asrique. 
7 kr. 50 c. 
II. Churles-Lavanzelle, 
4 (r.l 
P’aris. 
Wuhl, N.: 
*7# 
l 
I 
i 
  
1. Compte rendu de la session tenuc à la J’run li G Paris. 
Haye les 9, 10, 11 ct 12 septembre 1895. Theul, G. Mc. Call: The I’ortuguese in South Alricu. 
2. La main-d'ocuvre aux colonics, documents F. Unwin, London. 
Schiffsbewegungen. 
(Die Zeit vor dem Orte bedeutet die Ankunft, hinter dem Orte die Abfahrt des Schiffes.) 
S. M. S. „Bussard“ Sydney 1/5. — 9),/5. Cooktown 12/5. — Schutzgebieten. (Poststation: Hofpostamt.) 
S. M. S. „Condor“ 5/2. Sansibar 8/6. — 14/6. Seychellen 18/6. — Sansibar. (Poststation: Sansibar.) 
S. M. S. „Falke“ 15/4. Apia. (Poststation: Hofpostamt.) 
S. M. S. „Hyäne“ 20/5. Swalopmund. — 17/6. Kapstadt. (Poststation: Kapstadt.) 
S. M. Vermessungsschiff „Möwe“ 8/1. Matupi. Gosstartan Sydney.) 
S. M eeadler“ 25/5. Kapstadt 15/6. — Dela — Sansibar. (Poststation: Sansibar.) 
S. M. S. „Sperber“ 5/2 Kamerun. (Poftstation stbaBK 
  
Derkehrs- Nachrichten. 
Bofidampffchiffverbindungen nach den deutschen Schutzgebieten. 
  
Die Abfahrt erfolgt 
vom Ein- 
Nach 
schiffungshafen 
an folgenden Tagen 
Briefe müssen aus 
Berlin spätestens 
abgesandt werden 
Auasti nasbesen. 
der — 
  
am 65 
Neapel 
(deutsche Schiffe) 
  
jeden dritten Mittwoch: 
2 # ugust 
Tanga 20 Tage 
g am 17. Juli 
Dar-es-Saläm 21 Tage 
3., 14., 24. August 
103 abds. 8 
i Brindisi am 3 n 16. Au Sansibar 21 Tage 
1. Deutsch · Olafrika. cewei t ½ l g. si g 
Marseill am ½) F#es Mts. Sansibar 18 Tage am 8. jedes Monats 
französische — — 9/6 abds. 
Southampton jeden Sonnabend Ant 8 *W(uö dem| jeden Freitag 11# ms. 
„ n (englische Schiffe) 40 nms. Landwege nach #nbdn bz. 
2. Deutsch-Lüdwestafrika. mi uäcgt. Schiffsgelegenbei 
ambur 
addut — 
  
am 4 jede 
ts 
3. Ramerun. 8 Augu 
(englische Schiffe) 
  
  
· am 10. jebes 
4. Togo-Gebiet am 20.jedes 
(Fvon Accra bez. Quittah 
miltelst Boten nach Lome 
und Klein-Popo). 
Hamburg 
(beutsche Schiffe) 
am Letztenje 
am 29. 
  
  
Liverpool 
(englische Schiffe) 
am 31. Juli, 30. Sept. 
nachts 
Juli, 
12., 26. August 
Sw 
nach alop 
Swatopmund= 50. * 
am 31. Juli, 30. Sept. 
7 abbs. 
s Monats Kamerun 24 Tage an, 10. jedes Monats 
  
  
  
  
  
  
2° abds. 
st, 2. Sept. Kamerun 22 Tage am 3., 31. August 
— 15 ums. 
Mts. nechss Klein= br 40 Tage 
Mts. Lon ne 31 am 10., 20. und Letzten 
Kl 8 Tage jed. Mts. 72 abds. 
d. MWts-.K- o od. Accra“") 
uitta 3 oder Kient. am 27. Jul 
Popo 35 Tage 0., 24. Fe. 15 ms.
        <pb n="534" />
        463 
  
Nach 
  
Die Abfahrt erfolgt 
vom Ein- 
schiffungshafen 
an folgenden Tagen 
Briefe müssen aus 
Verlin spätestens 
abgesandt werden 
Ausschiffungshafen. 
auer 
der Ueberfahrt 
  
5. Deutsch-Neu-Guinea. 
6. Marsha. AInsein. 
Neapel 
8 Schiffe) 
ndisi 
l 
l 
l 
disi 
duker, Manita) 
am 3 W 21. Olt. 
am 8 n 25. Okt. 
am on- 8. Nov. 
abds 
am 24., 28. August, 
19., 23. Oklober 
10 “ abds. 
Friedrich Wilhelms- 
hafen 45 Tage 
41 Tage 
Jaluit etwa 60 Tage 
— 
  
am 28. August, 6. Nov. 
10“ abds. 
Der Dampfer „Leutwein“ vermittelt neuerdings alle drei Wochen die Verbindung zwischen Kapstadt 
und den Häfen von W Südwestafrika. 
dieselbe Reise aus. 
Alle sechs Wochen führt der Segelschooner „Harry Mundahl“ 
Der „Nautilus“ hat seine Fahrten nach Deutsch-Südwestafrika eingestellt. 
Eintreffen der Post aus den deutschen Schutzgebieten. 
  
  
  
  
  
  
  
  
p Landungs- Die Post ist fällig Landungs- Die Post ist sällig 
Von hafen in Berlin Von hafen in Berlin 
Neapel ... am24« 111121«911Iq. 
Deutsch · Ostafrita .. Brindisi. .. am 12. du ug., 9. Sept.] Logogebit Hamburg . am 10.4 und 25.7 
Marseille am 1., 31.Aug., I. Ok. jedes Monats 
M CAIM‘IG . "".. — ** 5 
Deutsch-Südwestairika#Plymouth . unbestimmt W geu. Guinea. Neopel. e 2 a 
Hamburg am 25.* 8 Monats 
Ramern 5 Liverpool am 16. Juli, Marshall-Inseln ..Marseille am B. aoben,% nt Aug., 
13. Angast 3. 15. Oktober 
Fälligkeitotage für die mit henshen Schiffen eintreffenden Posten. 
Schifsbewegungen der Woermann= Linie. 
Postdampfer neise Lepte Nachrichten 
von nach bis 11. Juli 1896 
1 
„Adolph Woermann“ Hamburg i Swakopmund am 25. Juni in Swakopmund. 
„Aline Woermann““ Hamburg Ponta Negra am 10 Juli ab Hamburg. 
„Anna Woermann“ Kap Palmas " Hamburg am 8. Juli in Dakar. 
„Carl Woermann“ Kotonon s Hamburg am 11. Juli in Cuxhaven. 
„Cua Bohlen“ Hamburg Congo am 28. Juni im Congo. 
Ella Woermann“ Hamburg D Kap Palmas am 15. Juli, ab Hamburg. 
„Gertrud Woermann“ Hamburg Ponta Negra am 24. Juni in Gabun. 
„Gretchen Bohlen“ Hamburg Kotonon am 26. Juni in Kotonou. 
„Hedwig Woermann“ Hamburg Kotonon am 4. Juli in Las Palmas. 
n. Woermann“. Hamburg D. Loanda am 10. Juli- ushant Fassirt. 
Kurt Woermann“ . Loanda amb am 6. Juli in 
„Lulu Bohlen“ . Haniburg Ponta Negra am 9. Juli in l W’ 
„Marie Voermanm“ . Ponta Negra Hamburg am 10. Juli in Accra 
„Melita Bohlen“ - Hamburg Lüderitzbucht am 6. W in Loanda. 
„Professor Woermann- . amburg oanda am 29. Juni in Kotonon. 
„Thekla Vohlen“ Swakopmund Hamburg am 2. Juli in Las Palmas. 
  
Schiffsbewegungen der Deutschen 
  
Ostafrika-Linie (Hamburg—Ostafrika). 
  
  
  
  
  
  
  
.» Reise Letzte Nachrichten 
Reichspostdampfer ., ) 
chopostdampf von Q„ nach bis 11. Juli 1896 
l 
„Kaiser“ zur Jein in z 
„Kanzler" . Durban am 5. Juli an Aden. 
„Vundesrath"“. H Durban am 10. Ju ab Lissabon. 
„Neichstag“. Hamburg Durban am 2. Juli an Mozambique. 
„Admiral“ Durban Hamburg am 9. Juli an Aden. 
„General“ zur Zeit in Hamburg 
„Herzog “ 
Extradampfer „Europa“ 
zur Feit in Hamburg 
Hamburg 
  
  
Delagoabai. am 15. Juni ab Las Palmas.
        <pb n="535" />
        WoERMNANN-LINIE. 
Fahrplan für das dritte te Vierteliahr 1896. 
Linie I. ech Lagos, Llein-Popo, Kamerun und den ! äfen bis Ponta Negra. 
  
Ausreise. 
Hein eis:. 
  
damburg! 1 Juli 10. 
dadeira. .. -19. 
  
Ammoniak-. -27. 
Lcccka«.... -29. 
silcin-Popo... -30. 
Lago . . Aug. 1. 
Kamerun .. - 4. 
dio del Ney. -11. 
Victoria. . .. 12. 
Fernando on . 1. 
Malimaa 15. 
S lein- Batangga 17. 
Longji ... 
Islantatton ... 19. 
Kr .. 
ksroß Batanga .. : 20. 
Ba .. 221. 
( abun .... -23. 
Kap L ... -24. 
(EctteCan1a.. -25. 
Nyanga.... -26. 
Mayumba... -27. 
Loano.... -28. 
PontaNegra-. -29. 
Linie II. Nach der Westküst 
Aug. 
10. 
19. 
Sept. 10. 
19. 
27. 
29. 
-30. 
Oktbr. 1. 
  
e bis Liberia. 
   
Negra 
1 
Aug. 20. Sept. 29. Oktbr.29. 
.Nov. 1. 
Sept. 1. Oktbr. 1 1 
- 2. - 2 2. 
2. = 2. 2. 
3. : 3. 3. 
4. 4 4. 
5. 5. 2 
6. 6. 6. 
7. 7. 7. 
8. 8. 8. 
14. 14. 14. 
21. 21. 21. 
22 22. 22. 
24 24. 24. 
25 25. 25. 
26 26. 26. 
2 27. 27. 
28. 28 28. 
30. 30. 30. 
Oktbr. 1. Nov. 1. Dezbr. 1. 
- 2. - 2. - 2. 
12. -12. * 12. 
13. * 13. 13. 
15. * 15. 15 
24. 21. " 24. 
Marokko anlaufend. 
  
Ausreise. 
Heimreise. 
  
Hamburg T.. Juli 15. 
anger .. : 24. 
Casäblanea- .. -26. 
Mozaqan ... 27. 
Mogad . . -29. 
Gran Canaria- . Aug. 1. 
Teneriffa .. -2. 
Gore 6 
Dakar ... -6. 
Ruftsque ... -7. 
Bhuj .. -8. 
Sierra Leone .. -12. 
Oavannah... 
Sulymah -15. 
Nanoh ... 
Kap Mount 16. 
Monrovia. 46. 
Grand Bassa = 19. 
——— : 20. 
Kap Palmass 21. 
o Einschiffung der Passagiere: 
Ang. 
  
15. 
Sept. 15. 
  
  
Linie I am 11. 
Kap Palmas 
Sinoe 
Grand Vassa .% 
Monrovia 
Kap Mount 
Manoh 
Sulymah 
Lavannah 
Sierra Leone . 
Sherbro 
GCoateg 
Aufisaue: 
Gran Canaria 
Mogador 
Mazagan 
Casablanca 
Tanger 
Hamburg. 
Linie r m 21. jedes Monats, Linie IV am 1. jedes Monats. 
*) Nur für Passagiere. 
» 
Anug. 22. Sept. 22. Oktör. 22. 
" 23 - -23 
24. : 24. * 24. 
: 235. : 825. : 25. 
: 26. 20. 20. 
27. 27 27. 
29. 29. 29 
é 30. *. 30. 30. 
Sept. 7. Obktbr. 7. Nov. 7. 
. 10. : 10. 10. 
11. 11. 
16 16. 16 
18 18. 18 
·- 20. 20 
21 21. 8 
22 22. 22 
30. 30. 30 
jedes Monats, Linie II am 16. jedes Monato,
        <pb n="536" />
        465 
Linie III. Nach der Goldküste und Togo. 
  
Au sre ise. 
Heimre ise. 
  
Hamburgsf 
Conakry. 
Monrovia 
D 
— 
ircove 
Elmina 
Kap Coast. 
Saltpond 
Appam 
Winnebah 
Accra 
Addah 
Kwitta 
* 
1 
r 
* 
2 
ome 
Zagida 
lein-Popo= 
Grand-Popo 
Lhydah 
  
6 
otonon. 
Linie IV. 
Juli 20. 
. Aug. 20. 
. Aug. 6. Sept. 6. 
.,- 8. - B8. 
« 12. 12. 
« 14 14. 
15. 15. 
* 16. 186. 
18. 18. 
15. 19. 
21. 21. 
22. 22. 
"„ . ". 23. 
1 „5* 25. : 25. 
2206. 26. 
27. -217. 
Nach Lagos, Liberia 
  
und den Häfen der 
  
20. otonou. 
6. Whydah 
8 Grand-Popo 
Klein-Popo- 
12. Bagida 
Lome . 
switta 
14. addah 
3 Accera 
15. Kap Palmas 
16. Monrovia . 
18. Gran Canaria 
19. Teneriffa. . 
21. Madeira 
22. Hamburg 
23. 
25. 
26. 
27. 
  
Aug. 3 
Sept. 3 
3. 
. 5. 
7. 
9. 
-11. 
3. 
25265. 
Olibr. 9. 
  
Okibr. 2. 
Sept. 28. 
n „ „ 
Nov. 5 
  
Oltbr. 28. 
29. 
Nov. 2. 
g 
-* 
u rl „ „ „ „ 
Döbbr. 3 
Südküste von Landana bis St. Paul de Loanda. 
  
Ausre ise. 
Heimreisee. 
  
Hamburg. 
Teneriffa 
Gran Canaria 
Gorce . 
Dakar 
Rufisque 
Monrovia 
Grand Bassa 
Smoo 
Kap Palmas 
lecra * 
Lagos 
Landana 
Cabinda 
Banana 
Boma 
Noqui 
Matadi 
Loanda 
A 
imbriz 
Kinsembo 
Mussera 
Ambrizette 
Muculla 
- 
Landana. 
1 Juli 30. 1 
Aug. 31. 
Aug. 10. Sept. 10 
-11. 11 
16. -186. 
l 
20. * 20. 
21. -21. 
: 22. *. 22. 
23. 23. 
25. 25. 
27. 27. 
I 30. * 30. 
Septl. 1. Oktor. 1. 
1 3. -3. 
. 5. 5. 
* 7. i * 7. 
1 : 8. - 8. 
10. 10. 
11. " 11. 
(. 13. 13. 
1 1. 14. 
é* 15. 15. 
,. * 16. 16. 
* 7. I7. 
  
l 
Sept. 
Oltbr. 10 Old Calabar 
Vonny 
Lagos 
16. #da 
20. en 
* 21. Appam 
22. Saltpond. 
23. Kan Coast 
25. Elmina 
- 26. Chama 
-30. Dixcove 
Nov. 1 Ari 
. 3. Kap Palmas 
-5. Gran Bassa 
7. Monrovia . 
-8-GranCanm-ia. 
-10- Mogador 
11. Mazagan 
- 13. LCasablancar 
14. ambur 
é* 15. 2 9 
"* 16. 
17. 
30. Landana 
  
SEept. 18. enour. 18. Nov. 18. 
221. -21. -21. 
25. 
30 
Oktbr. 7. 
8. 
— 
i- 
— 
S 
25. 
-30 
Nov. 7. 
225. 
Dez. 
  
Am 6. September wird P.-D. „Ednard Bohlen“ von Antwerpen direkt nach dem Kongo und zurück expedirt. 
) Einschiffung der Passagiere: Linie I am 11. jedes Monats, 
Linie III am 21. jedes Monats, Linie 1. 
*) Nur für Passagiere. 
am 1. jedes Monats. 
Linie II am 16. jedes Monats,
        <pb n="537" />
        Der Hörder Bergwerks— 
466 
und Hüttenverein hat in Berlin eine Abtheilung für feste 
und transportable Schmalspurbahnen errichtet, um für diese seine Spezialität den direkten Verkehr 
mit den Konsumenten 
Industriebahnen zu erleichtern. 
in der Neichshauptsiadt erleichtern. 
aufzusuchen und dadurch den Absatz des Materials 
für Plantagen= und 
Die neue Abtheilung wird gleichzeitig den Abnehmern den direkten 
Ankauf der Materialien bei dem Alles selbst erzeugenden Hüttenwerke durch Errichtung eines Musterlagers 
Die Leitung der Abtheilung ist zwei seit langen Jahren in der erwähnten Spezialbranche bewährten 
Fachleuten, den Herren Glässing &amp; Schollwer übertragen worden, deren kaufmännisch-technisches Büreau 
sich in Berlin W., Schöneberger Ufer 32 (nahe der Potsdamer Brücke) befindet und von denen jede 
Auskunft ertheilt widd. 
Sm Werke der deutschen und ausländischen Litteratur. 
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sormat. IIervorrag. deutsches Armee- 
werk. Kompositionen des Ilistorien-- 
u. Schluchtenmalers (#’ rn „Röchlint. 
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zui 
jenden. 
  
Bekauntmachuug. 
In das bei dem Kaiserlichen Gerichte 
des Schutzgebietes der Reu-Guinea- 
Kompagnie zu Herbertshöh geführte 
Firmenregister ist heute in Spalte 
der laufenden Nummer 2 nachstehender 
Eintrag erfolgt: 
„Die Firma ist erloschen, eingetragen 
zufolge Verfügung vom 19. März 1896 
am 19. März 1896“ und damit die 
unter der Nonmerr 2 geführte Firma 
Frdr. chulle, Inhaber der am 
6. Juli 1892 verstorbene Kaufmann 
Friedrich Carl Hartwig Wilhelm 
Schulle in Nusaum, erloschen. 
Herbertshöh, den 19. März 1896. 
Der Kaiserliche Richter. 
hl. 
(L. S.) cgez. Hahl (8) 
  
Bekanntmachung. 
In das bei dem unterzeichneten 
Gericht geführte Fiemenregister ist heute 
— Fi 
Ernst Heyn 
mit dem Sitze in Windhoek und je 
einer Zweigniederlassung in Otyizeva 
und Groß-Barmen eingetragen worden. 
Alleiniger Inhaber der Firma ist der 
Kaufmann Ernst Heyn hierselbst. 
Windhoek, den 7. Mai 1896. 
Kaiserliches Gericht des südweslasrikanischen 
Schubgebietes für den Nordbezirk. 
J. A.: · 
o- - 
(L. S.) gez. Lauterbach. (6.) 
  
Dynamit-Actien-Gesellschaft 
Vormals Alfred Nobel &amp; Co., Hamburg. 
Aelteste Dynamitfubrik. 
Gegründet 1865. 
Dynamite, Gelatine-Dynamite, Sprenggelatine, Schiess- 
baumwolle, Zündmaterial, Waffen, Munition. 
(1) 
  
  
„Nachruft 
An . d. Mto. verschied im 
nochtmal. lirpnunnten n— zu Rlein- 
Popo nach kurzem Krankenlager in- 
folge perniziöser Malaria der 
Lehrer Karl Koebele 
ime eben vollendeten 28. Lebensjahre. 
Der Verstorbene gehörte seit Ol- 
tober 1891 der Verwaltung deo 
Schutzgebietes als Lehrer und veiter 
der Negierungoschule an. Pflicht- 
treue, Fleiß und Hingabe an seinen 
Veruf, für welchen er eine seltene 
Begabung besaß, zeichneten ihn in 
gleicher Weise aus und sichern ihm 
über das Grab hinaus dauernde 
Anerkennung und Dankbarkeit. Das 
Schutzgebiet beklagt in dem Ent— 
schlafenen einen berujenen Förderer 
der deutschen Sache, die Regierung 
einen treuen, wackeren Mitarbeiter. 
Sebbe, den 19. Mai 1896. 
Im Namen der Beamten der 
Aaiserlichen Landeshauptmannschaft 
· Schutzgebietes von Togo: 
Köhler, 
Kaiserlicher Landeohauptmann.
        <pb n="538" />
        — 467 — 
  
150, 350, 400, 475 und 550 mal süsser als Zucker. 
Für Privatgebruuch und ludustriczwecke, billiger als 
Zucker. Gegen klimutische Einllüsse unemplindlich. In 
Westentaschenpuckungen mit Süsskraft von mehreren Kilo- 
grumm besten Rohrzuckers, daher grösste Raum- und 
CGewichtsersparniss auf Keisen und Frpedtionen; 
praktisch für IIaunshaltung, unentbehrlich für Diubetiker. 
Reiner Zuckergeschmnck, keine Gührungserzeugung. 
Freiproben und Prospekte durch die 
Chemische Fabrik von Heyden, 
G. m. b. II., (I#) 
Radebeul-Dresden. » 
Diehskllhmtenschmsdt’sclwn 
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aolduten. Versorgung von luvuliden. 
Nur Knaben unter 12 Jnhren linden in dieser Abtheilung Aulnahme. 
Abtheilung II: Kapital- und Kriegs-Versicherung. 
(Abgeklizte Lebensversicherung.) 
Zvwerk: Versorgung von Uinterbliebenen und Alters- Versorgung. Siche- 
— rung von Kupitulien zur Beschullung von Aussteuern und kür 
Studienzwecke. 
IFersonen beiderlei Geschlechts finden vom 10. Lebensjahre al in 
dieser Abtheilung Aufnahmec. nuc) 
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eit Bestehen der Anstalt 7152 Von 1878 bis Ende 1895 wurden 
erledigt 279 336 Anträge über X 329 340 000.— Versicherungskapital. 
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verschicenen Qualitäten, aufs Uehersichtlichste Lcorduct, vorgeführt 
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u#uskestellten Artikel in allen T’reislagen vorzuführen. den verschie- 
denen transulluntischen Ländern emsprechend. Somit die Lehens- 
mittelbert unche nach Aöglickeit erschuplemdl. soweit solche den EKport. 
betr 
  
1 Ausstellung unterscheidet Sich also von öollentlichen Aus- 
stellungen vornehmlich dadurch. dass alle usgestellten Artikel 
c#Aportfühig vsuulzemacht sind. (ieselbe eine (anernde ist und alle lür= 
den Lxport in Frage kommenden Nenheiten nuch Alöglichkeit aufweist. 
bDie grosse Reibe von Firmen ersten Ranges. welche zur Ausstellung 
gelangten und im Auslande sich wesentliche Absalzgebicte eroberten, burgen 
dem Käufer für die Konkurrenztähigkeit der Fabrikate im Weltmarkte. ’reis= 
listen in lünf Sprachen. 
Für die vorübergehend in Hamburg weilenden Korrespondenten Hamburger 
Exportlirmen, welche Lebensmittel importiren, dürfte die Ausstellung von 
ganz besonderem Interesse sein. 
Ihns „IIamburger Fremdenblalt- vom 16. ui 1891 sehreibt: IAn 
den Kreisen der Exporteure lindet die Ausstellung die höchste 
Anerkennung. 
  
     
  
  
  
    
  
  
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sendung (Tellitzer Stadtque le) der der Familie; sie schildern Die gknihe ie mit der damaligen Zeit- 
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Doppelschraubendampler „HERZOG“, Capt. v. Issendorlf, 22. Juli 1896 ab Lumburg 
R. P. D. „CENERAI“, Capt. Asthansen .12. August 1896 ab Humburg (lt. Fahrplan) 
R. I’. D. „KAISER“, Uapt. Stahll . 2. Septbr. „ ab Hamburg 
R. ’. D. „REILCHSTAG“, Capt. Weisskam 23. Septbr. „ ab Hamburg " 
nach Tanga, Dar-es-Salám, Sansibar, Mozambique, Beira, Delagoa-Bai und Natal. 
Diese Dampf#r nehmen auch Passagiere und Waaren nach 
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Nächste Expedition: Extradampfer „ArmlRAIL“, Capt. West, 12. September 1896. 
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Verantworllicher Redakteur für! den nichtamulichen Theil- L. Mertinal, Verlin. 
Druck und Verlag der Königlichen Hobuchbandlung und Hoibuckdruckerei von E. S. Miter &amp; Sohn, Verlin 8W 12, Kochstraße 68—71. 
Ausgegeben am ll. Juli 1836 um 10 Uhr vormittags.
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        Beilage zum „Deutschen Kolonialblatt“, VII. Jahrgang. 
Berlin, den 15. Juli 1896. 
  
Ueber die 
Aiederwerfung des Aufstandes der Khauas-Hottentotten 
berichtet der Kaiserliche Landeshauptmann Major Leutwein aus Otjunda unter dem 8. Mai 1896 
Folgendes: 
Nachdem am 1. Mai d. Is. der Kapitän Witbooi 
mit etwa 70 Reitern in Begleitung des Premier= 
licutenants v. Burgsdorff, welch Letzterer 22 Reiter 
seines Distrikts mitgenommen hatte, in Gobabis an- 
gelangt war, durste ich die mir zur Verfügung 
stehende Truppc als vollzählig betrachten und trat 
daher in der Nacht vom 2. zum 3. Mai d. Is. 
meinen Vormarsch an. Meine Truppe war nun 
folgendermaßen zusammengesetzt: 
a. Abtheilung v. Estorff: 
1. Feldkompagnie: Premierlientenant d. R. v. Linde- 
greifend bemerken will, im nächsten Gefecht abermals 
Anist, Sekondlieutenant Eggers. 
2. Feldkompagnie: Sekondlieutenant Schmidt, Se- 
kondlicutenant Helm (war während des Gefechts 
bei der 3. Kompagnie). 
3. Feldkompagnie: Premierlieutenant v. Perbandt, 
Sekondlientenant a. D. v. Ziethen. 
b. Abtheilung v. Burgsdorff: 
22 weiße Reiter, 4 
etwa 70 Witbooireiter unter dem Kapitän Hendrik 
Witbooi. 
c. Etwa 120 Herer oreiter unter dem Ober- 
häuptling Samuel Maharero. 
Zur Unterstützung des Letzteren hatte ich den 
Kriegsfreiwilligen R. Voigts, ehemals Einjährig- 
Freiwilligen im Infanterie-Regiment Nr. 92 und 
mit der Qualifikation zum Reserve-Offizier ent- 
lassen, kommandirt. Er war seit seiner Ent- 
lassung im Auslande gewesen und hat mir, 
als langjähriger Kenner der Hereros und deren 
Sprache mächtig, die schätzenswerthesten Dienste ge- 
leistet. Er war der eigentliche Führer der Hereros. 
Im Ganzen bestand sonach die Truppe aus ctwa 
180 Weißen und Bastardsoldaten, 70 Witboois, 
120 Hereros, dazu die bewaffneten Treiber und 
Leiter der Wagenstaffel, in Summa über 400 Köpfe 
nebst einer Artillerie-Abtheilung von drei Geschützen. 
Die Lettere führte der Kriegsfreiwillige, Premier= 
licutenant der Landwehr a. D., Hermann (früher 
Landwirth in Kubnb). Der Mangel an Offizieren 
hatte mich auch veranlaßt, den Vorstand des Pferde- 
depots, Lieutenant a. D. v. Ziethen, einzuberufen, 
wie solches mit dem Assessor und Premierlientenant 
R. v. Lindequist schon früher geschehen war. 
di. bereits in den Gefechten bei Gobabis verwun— 
deten Sekondlieutenants Helm und Eggers hatten, 
obwohl noch nicht wiederhergestellt, durchaus nicht 
zurückbleiben wollen und wurden zunächst auf den 
Wagen nachgefahren. Beide wurden, wie ich vor- 
verwundct, Lieutenant Helm sogar zweimal, und 
Veide so schwer, daß ihre Dienstfähigkeit für lange 
Zeit in Frage gestellt bleiben wird. 
An Kriegsfreiwilligen hatten sich der Truppe 
angeschlossen: 
Bei der 1. Feldkompagnie: Lieutenant d. N. Schmidt, 
gefallen bei Gobabis den 5. April 1896, 
Feldkompagnic Nelson und Otto (früher 
nicht Soldat gewesen), 
* 3. Feldkompagnie: Lieutenant a. D.van Alten, 
Aleithe (Soldat gewesen), 
Albrecht 
Schroeder J.- 
Dr. jur. Feeder cuich Soldat gewesen), 
Grootefend - 
Baumann - 
Schroeder II. - 
desgl. die Boeren: 
Burgers, Cossce, 
Roux, Voges. 
Bei der Artillerie: Premierlicutenant der Landwehr 
a. D. Herrmann, Creutz (ehemaliger 
Artillerist). 
Bei dem Detachement v. Burgsdorff: Dunkan jun. 
(nicht Soldat gewesen). 
F n 
Rietmann, La
        <pb n="547" />
        Bei den Hereros: G. Voigts (ehemaliger Einjährig- 
Freiwilliger). 
Bei der Wagenkolonne: Otto I. (Soldat gewesen). 
An ausgebildeten Bastardsoldaten befanden sich 
zwölf bei der Truppe. 
plötzlich ausgebrochenen Feldzuge nicht so rasch zur 
Stelle zu bringen und wird mit Major Mueller 
nachkommen. Dafür sind fünf noch nicht aus- 
gebildete, aber wehrpflichtige Bastards eingetreten, 
welche es vorgezogen hatten, ihre Dienstzeit im 
Kriege abzuleisten. Sämmtliche Bastards sind uni- 
15 
i 
patrouillen bald wieder seine Spur. Es wurde 
festgestellt, daß Nikodemus sich von Kahimema ge- 
trennt hatte und daß bei Letzterem die Khauas 
seien. 
Der Rest war bei dem 
formirt und unter die Weißen eingestellt. Dieselben 
haben sich tadellos gehalten, so daß wir einen Unter- 
schied zwischen ihnen und den weißen Reitern über- 
haupt nicht mehr machen. Sie werden einst ein 
ausgezeichnetes Material für eine künftige farbige 
Kolonialtruppe liefern. 
von den Witboois sagen, unter welchen eine geradezu 
großartige Disziplin herrscht. Solange der jetzige 
Kapitän lebt, werden sie sich indessen in größerer 
Zahl für unsere Dienste nicht gewinnen lassen. 
Das Gleiche kann ich auch 
Der Erstere sollte mit nur wenig Begleitern 
in die Nähe von Tjetio geflüchtet sein. Hiernach 
mußte ich Kahimema als den Hauptgegner betrachten 
und beschloß zunächst gegen diesen vorzugehen. Die 
Abschrift des Befehls zum Vormarsch lege ich bei. 
(Siehe Anlage 1.) 
An der Wasserstelle Owinki, bei welcher der 
Gegner vermuthet wurde und die wir am 5. morgens 
erreichten, fand sich, daß dieselbe vor etwa zwei 
Tagen verlassen worden war. Ich folgte unmittelbar 
den zahlreichen Spuren und erreichte noch am Abend 
den Abschnitt des Omurambo Epikuro. Voraus- 
gesendete Witbooi= und Hereropatrouillen brachten 
noch in der Nacht vom 5. zum 6. die Meldung, daß die 
Werften des Gegners sich 1½ Reitstunden nördlich 
befänden. Infolgedessen bestimmte ich den Ab- 
marsch auf 3 Uhr morgens, so daß wir noch in der 
Hierin sehe ich aber keinen Schaden, da sie unter 
der Führung Witboois für uns gerade so nützlich 
sind. An der Vertragstreue des Kapitäns selbst 
kann jetzt auch das größte Mißtrauen keinen Zweifel 
mehr aufkommen lassen. Ich hoffe, daß nunmehr 
endlich die fortlaufenden beunruhigenden Gerüchte 
über dessen Absichten, welche uns bis zu seinem Ein- 
treffen in Gobabis verfolgt haben, aufhören werden. 
Deutlicher kann er seine Vertragstreue nicht mehr 
darthun als durch sein jetziges promptes Erscheinen 
auf dem Kriegsschauplatze. 
Die geringste Zuverlässigkeit von allen unseren 
Eingeborenen zeigen zweifellos die Hereros. Doch 
ihre genaue Lage hatten feststellen können. 
haben auch sie als Patronillenreiter in dem ihnen 
wohlbekannten Gelände die schätzenswerthesten Dienste 
geleistet, desgleichen im Gefecht zum Theil gut 
Stand gehalten. Auch der Kapitän von Hoachanas, 
Manasse Noroséb, wollte seinen guten Willen zeigen 
und brachte persönlich 12 Reiter nach Gobabis, 
welche ich unter die Feldkompagnien vertheilt habe. 
Dabei hatten sowohl er wie sein Missionar be- 
ständig Sorgen, daß während seiner Abwesenheit 
Witbooi Hoachanas überfallen werde. Rührend war 
daher auch das Wiedersehen zwischen diesen beiden 
alten Feinden in Gobabis, wobei sich Witbooi wie- 
derum durch besonderen Takt ausgezeichnet hat. Es 
war überhaupt einc merkwürdige Gesellschaft, die sich 
in Gobabis zusammengesunden hatte und nunmehr 
ihre Erinnerungen austauschte. Alle, nämlich 
Deutsche, Witboois, rothe Nation und Hereros, 
hatten sich schon untereinander geschossen, die meisten 
der Anwesenden sogar Andenken daran davon- 
getragen. Nunmehr sind sie unter deutscher Führung 
zu gemeinsamem Handeln vereinigt. 
Der Feind war nach den Gefechten Anfang 
April bei und um Gobabis völlig verschwunden. 
Indessen fanden die von Samuel abgeschickten Herero- 
Dunkelheit in der Nähe des Feindes ankamen. Der 
Letztere hatte sich in zwei, etwa 20 Minuten räum- 
lich getreunten Werften festgesetzt. Hieraus ent- 
wickelte sich auch ein räumlich getrenntes Gefecht und 
zwar ergab der Aufmarsch aus der Marschkolonne 
in die Gefechtsformation von selbst, daß die Avant- 
garde (3. Kompagnie und Hereros) unter Premier= 
lieutenant v. Perbandt sich gegen die nächste, die 
rechte Flügelwerft des Feindes wendete, während 
das Gros unter Hauptmann v. Estorff (1., 2. Kom- 
pagnie und Witboois) gegen die weiter entfernte 
linke Flügelwerft ausholte. Die Werften selbst lagen 
im dichten Gebüsch derart versteckt, daß die voraus- 
gesendeten Spione nur ihre Anwesenheit, aber nicht 
Für 
mich handelte es sich darum, dem Feinde rasch so 
nahe auf den Leib zu rücken, daß ein abermaliges 
Ausweichen desselben ohne Gefecht, das lediglich eine 
unabsehbare Verlängerung des Krieges zur Folge 
gehabt hätte, ausgeschlossen war. Ich ließ daher 
aufmarschiren und setzte in Gefechtsformation zu 
Pferde — Artillerie im ersten Treffen, Plänkler 
vor der Front — den Vormarsch fort. Ein Vor- 
marsch zu Fuß würde uns bei seiner langen Dauer 
voraussichtlich dem Feinde verrathen und demselben 
Zeit zum Ausweichen gegeben oder uns zu einem 
verlustreichen Buschkampfe gezwungen haben, welch 
Letterer namentlich die Artillerie nicht hätte zur 
Geltung kommen lassen. Ich muß übrigens hervor- 
heben, daß dieser Vormarsch von 350 Rcitern in 
aufmarschirten Fronten auch seitens der Eingeborenen 
in lobenswerther Ordnung durchgejführt worden ist. 
Den Hereros hatte ich den Befehl gegeben, die feind-- 
liche Stellung im Westen abzusperren, dem Detache- 
ment v. Burgsdorff mit den Witboois die gleiche 
Anweisung für den Osten. Direkt angreifen sollten 
lediglich die drei Feldkompagnien. Die Hereros 
kamen in dem Busch jedoch zu weit rechts und stießen 
gleichfalls auf die Front, hatten in kurzer Zeit einen
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        3 
Todten und fünf Verwundete und wichen infolge- 
dessen in das Gebüsch zurück, bis sich endlich ein 
Theil unter dem Vormann Kajata zur Betheiligung 
an dem Gefechte der 3. Kompagnie entschloß und 
schließlich auch auf deren rechtem Flügel den letzten 
Sturm tapfer mitmachte. Ich habe Kajata, welcher 
sich auch schon vorher durch gutes Patrouillenreiten 
ausgezeichnet hatte, hierfür meine besondere An- 
erkennung ausgesprochen. Die feindlichen Hereros, 
welche um ihr Dasein, vor Allem um ihre Ochsen 
kämpften, hielten sich recht tapfer, was auch ihre 
starken Verluste bewiesen. Posten scheinen dieselben 
indessen nur in der Werft selbst ausgestellt zu haben. 
Anderenfalls würde der erste Schuß nicht erst haben 
fallen können, nachdem wir bereits an deren Um- 
zäunung angelangt waren, so daß das Gefecht mehr 
den Charakter eines Ueberfalls angenommen hatte. 
Indessen raffte sich der Feind rasch auf und hatte 
die 3. Kompagnie unter der tapferen Führung 
des Premierlieutenants v. Perbandt zunächst einen 
schweren Stand, welcher sich erst mit dem Eingreifen 
der Artilleric besserte. Die Letztere hatte ich getheilt 
und ein Geschütz dem Hauptmann v. Estorff, zwei 
Geschütze der Abtheilung v. Perbandt, als der 
schwächeren, überwiesen. Die Leßteren, unter der! 
Führung des Premierlieutenants a. D. Herrmann 
selbst, hatten zunächst 500 m von der Werft abgeprotzt. 
Das dichte Gebüsch um die Letztere hinderte in- 
dessen ihre Wirksamkeit, weshalb ich sic anwies, 
dicht an die Umfassung heranzufahren, wo sie auch, 
beinahe in der Schützenlinie, während des ganzen 
Gefechts geblieben ist und von ihrem Führer mit 
Umsicht und Ruhe geleitet wurde. Mit ihrem Ein- 
greifen wurde sofort eine Abschwächung des feind- 
lichen Feuers bemerkbar. Völlig wurde dasselbe in- 
dessen erst durch den letzten Infanteriesturm zum 
Schweigen gebracht, obwohl die Artillerie schließlich, 
was ich in Afrika noch nicht erlebt habe, sich ver- 
schossen hatto. Nach dem Sturme wurde bis zur 
jenseitigen Umfassung durchgestoßen und kam es hier 
noch zu einem wirksamen Verfolgungsfeuer auf die 
eilends verschwindenden schwarzen Gestalten, da das 
dortige Gelände ein besseres Schußfeld aufwies. Im 
Uebrigen verweise ich bezüglich der Einzelheiten des 
Gefechts auf den beifolgenden Bericht des Premier- 
lieutenants v. Perbandt. (Anlage 2.) 
Meine Anwesenheit bei der Avantgarde während 
des Vormarsches hatte es von selbst mit sich gebracht, 
daß ich zunächst in das Gefecht der Abtheilung 
v. Perbandt mit hineingezogen wurde. Der schwere 
Stand, in den dieselbe sofort gerathen war, sowie 
die mir vorläufig ungewiß erscheinende Haltung der 
verbündeten Hereros bewogen mich, bei dieser Ab- 
theilung zu bleiben, so daß ich bezüglich des Gefechts 
der Abtheilung v. Estorffs nur auf den Berichtv) 
des Führers derselben verweisen kann. 
*) Noch nicht eingetroffen. 
Die Ausbente des Sieges war groß, es wurden 
eine Menge Gewehre gefunden, etwa 3000 Stück 
Vieh nebst sechs Wagen erbeutet, dagegen an Ge- 
fangenen, wie dies bei den hiesigen Kriegen üblich, 
nur wenig Männer, aber zahlreiche Weiber und 
Kinder eingebracht. Von Letzteren werden in der 
Umgegend noch jeden Tag gefunden. Die Weiber 
und Kinder der Khauas schicke ich bei Gelegenheit 
nach Windhoek, da ich die völlige Verpflanzung des 
Restes dieses Stammes dorthin ins Auge gefaßt 
habe. Die Khauas sind zweifellos am härtesten 
mitgenommen und sollen nach Aussage der Ge- 
fangenen nur noch 40 waffenfähige Männer besitzen. 
Beinahe sämmtliche Vormänner des Stammes sind 
gefallen, unter Anderen auch der Magistrat Jonas 
Fledermuis, den ich bereits vor zwei Jahren ge- 
fangen, aber wieder begnadigt hatte. Von der 
Kapitänsfamilie ist nur noch Jakob Lambert übrig, 
ein Vetter des gefallenen Kapitäns. An diesen haben 
sowohl ich wie Witbooi die Aufforderung gerichtet, 
sich von den Hereros zu trennen und sich unseren Be- 
dingungen zu unterwerfen. Auf diesen mittelst eines 
gefangenen Khauas-Hottentotten abgeschickten Brief 
ist bis jetzt noch keine Antwort eingetroffen. Wie 
verblendet die Khauas in den Krieg gezogen sind, 
beweist, daß deren Vormänner bis zum letzten Augen- 
blick die Hülfe Witboois und Simon Coopers in 
Aussicht gestellt haben. Die Gefangenen wollten 
daher an die Theilnahme des Crsteren auf unserer 
Seite nicht glauben, bis ich ihnen den Kapitän. 
selbst präsentirte. Witbooi ist zweifellos bis jett 
der bestverleumdete Mann im Schutzgebiete gewesen. 
Aber auch die Leute Kahimemas sind hart mit- 
genommen. Von ihnen haben wir etwa 30 Todte 
gefunden, darunter einen Bruder und zwei Söhne 
Kahimemas. Der erste Vormann des Letzteren und 
selbständiger Werftbesitzer, Kajacta, hat von füuf 
Söhnen drei verloren. Nach Aussage der Gefangenen 
soll Kahimema mit vier Begleitern, darunter einer 
verwundet, nach der letzten Wasserstelle in nord- 
östlicher Richtung, Klein Okahandya, geflüchtet sein. 
Doch liegen auch andere Aussagen vor, und habe ich 
daher hier zunächst Halt gemacht, bis die nach allen 
Seiten ausgeschickten Patrouillen und Spione be- 
stimmte Nachrichten gebracht haben. Auf das Un- 
gewisse mit der ganzen Truppe in das weite, wege- 
lose und von hier ab nordöstlich wasserarme Land 
zu marschiren, würde geradezu zu einer Katastrophe 
führen können. Die Spuren der Geflohenen laufen 
nach allen Seiten auseinander, während auf die 
besten Merkzeichen, nämlich Wagenspuren, nicht mehr 
zu rechnen ist, nachdem uns hier die Wagen des 
Gegners in die Hände gefallen sind. 
Ist nun auch der Feind schwer geschlagen, so 
kann der Krieg doch erst als beendet angesehen 
werden, wenn dessen Haupt in unseren Händen ist. 
Ob zu diesem Zweck noch einmal gefochten werden 
muß, möchte ich bezweifeln. Indessen leicht wird
        <pb n="549" />
        die Aufgabe doch nicht werden, und habe ich daher 
den Preis auf Kahimemas Kopf von 1000 auf 
3000 M. erhöht. 
Ueber die serneren Absichten unseres zweiten 
Gegners, Nikodemus, habe ich bis jetzt noch nichts 
in Erfahrung bringen können. Er scheint sich in 
der Nähe von Tjietjo zu befinden. Die an ihn mit 
der Aufforderung, sich zu unterwerfen, dorthin ge- 
sandten Boten sind zurückgekehrt und haben von ihm 
Unschuldsbetheuerungen mitgebracht. Eine Kahimema 
nachgesandte stärkere Patronille unter Hauptmann 
v. Estorff kehrt soeben zurück und hat dessen 
Entweichen in der Richtung auf Rietfontein festge- 
stellt. Die betreffende Meldung lege ich abschriftlich 
in Anlage (3) bei. 
Da Kahimema sonach ohne Werft ist und mit 
nur wenigen Begleitern geflohen scheint, ist er selbst 
zunächst zu einem unfaßbaren Gegner geworden. 
Ich habe daher beschlossen, mich gegen dessen zahl- 
reiche Vichposten und dann gegen Nikodemus zu 
wenden, dessen Loyalitätsbetheuerungen ich vorläufig 
keinen Glauben schenke. Der Major Mueller 
wird mit den Ersatzmannschaften in etwa 14 Tagen 
in Otjihanena-Seeis eingetroffen sein und werde ich 
denselben dann nach Umständen verwenden. Die 
Reste der Khauas-Hottentotten hoffe ich mit Hülfe 
Witboois zur friedlichen Unterwerfung zu bringen 
und sie für immer aus dieser Gegend zu ver- 
bflanzen. 
Im Ganzen ist der bisherige Verlauf dieses 
von feindlicher Seite heraufbeschworenen „Zwischen- 
falls“ als ein für uns durchaus günstiger zu be- 
trachten. Die gemeinsame Feuertaufe, welche unsere, 
Samuels und Witboois Leute erhalten haben, wird 
die besten Folgen zeitigen. Auf der anderen Seite 
aber ist es ganz gut, daß ein Theil der hoch- 
müthigen Hereros eine gründliche Abfertigung er- 
halten hat. Indessen auch unsere Verluste sind 
nicht gering. 
Anlage 1. 
Gobabis, den 29. April 1896. 
Operationsbefehl. 
1 Der Feind hat sich anscheinend getrennt. Kahi- 
mema soll sich bei Owinki, Nikodemus nord- 
westlich davon in der Nähe von Tietjo befinden, 
bei Ersterem auch die Khanas-Hottentotten. 
2. Ich werde mich zunächst gegen Kahimema wenden. 
3. Truppeneintheilung. 
1. Avantgarde. 
Premierlieutenant v. Perbandt, 
3. Kompagnie, 
eine Abtheilung Hereros. 
  
2. Gros. 
Rest der Abtheilung v. Estorff, 
einc Abtheilung Hereros, 
Artillerie-Abtheilung. 
3. Train. 
Erste Staffel: 2 Karren, 1 Munitionswagen, 
Zweite Staffel: Vizefeldwebel Vahlkampf, 
6 Wagen. 
4. Den Abmarsch der Avantgarde werde ich noch 
bestimmen. 
Das Gros folgt auf etwa 1 km. 
Die beiden Trainstaffeln schließen so nahe 
wie möglich auf. 
5. 3 Proviantwagen bleiben verpackt und jeder Zeit 
zum Abmarsch bercit in Gobabis. 
6. Ich werde zunächst an der Spitze des Gros, 
später bei der Avantgarde reiten. 
Notiz. Der Weg führt in 1½ Ochsentreck 
über Otjimokanti, von da in drei Trecks nach Owinki. 
Ein weiteres Ausweichen des Gegners soll nur nach 
Epikuro (nördlich) möglich sein, sofern derselbe es 
nicht vorzieht, sich östlich unter die übrigen Hereros 
zu mischen. 
gez. Leutwein. 
—. 
Bericht 
über die Theilnahme der 3. Kompagnie an dem 
Gefecht bei Otjunda am 6. Mai 1896. 
Nach vollendetem Aufmarsch erhielt die Kom- 
pagnie den Auftrag, die auf dem feindlichen rechten 
Flügel gelegene Werft zu nehmen. Die Hercros 
sollten in der linken Flanke der Kompagnie vor- 
gehen. 
Die Kompagnie ritt mit Tagesgrauen durch 
ziemlich dichten Busch auf die Werft zu und befand 
sich plötzlich auf etwa 15 Schritt vor einem dichten 
und hohen Dornenkraal, der einc ungefähre Aus- 
dehnung von 400 m hatte und ellipsenartig um die 
ganze Werft gezogen war. In dem Kraale, einem 
sogenannten Vertheidigungskraale, befanden sich eine 
Anzahl Pontoks, vier Ochsenwagen und eine be- 
trächtliche Menge Groß= und Kleinvieh. Ein Rciter 
machte mich zugleich auf einige schwarze Gestalten 
aufmerksam, die sich zwischen dem Vieh bei den 
Wagen und Pontoks zeigten. Auf diese gab ich 
zwei Revolverschüsse ab, ließ die Kompagnie absiten 
und die Pferde zurück in den Busch führen. Die 
formirte Schützenlinie ging darauf sofort bis an die 
Dornenhecken vor und seuerte auf die feindlichen 
Herero, welche aus ihren Verstecken das Feuer heftig 
erwiderten. Der Kampf, der von beiden Seiten 
sehr lebhaft geführt wurde, spielte sich während der 
ganzen Zeit auf der nächsten Entfernung ab, der am 
weitesten entfernte Wagen, aus welchem, wie auch
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        5 
aus den anliegenden Hecken, am längsten und mit 
den größten Erfolgen gefeuert wurde, war kaum 
80 m von dem Standpunkte der Kompagnie ent- 
fernt. Gleich nach Beginn des Gefechts fiel der 
Reiter Graeber, sowie der Bastardsoldat Flor 
Smith, und erhielt Lieutenant Helm zwei Schüsse, 
die ihn schwer verwundeten. Irr. Nichter, der 
neben mir in der Schützenlinie lag und selbst zum 
Gewehr gegriffen hatte, verband die Verwundeten 
in der Schützenlinie im stärksten Feuer. Ich ließ 
nun, nachdem die Seitengewehre aufgepflanzt waren, 
den Kraal öffnen und ging in die Werft vor, wäh- 
rend die Kompagnie von drei Seiten befeuert wurde. 
In diesem Augenblick erschien Major Leutwein, 
welcher die schwierige Lage der Kompagnie sah und 
sie dadurch zu erleichtern strebte, indem er von dem 
anderen Theile des Gefechtsfeldes zwei Geschütze 
herbeiholte, welche nun, dicht hinter der Schützen- 
linie, unter ihrem Führer, dem Premierlicutenant a. D. 
Herrmann, die Werft heftig beschossen. Nachdem 
das feindliche Feuer in der Front und in der rechten 
Flanke allmählich zum Schweigen gebracht war 
(mittlerweile hatten wir noch drei Verwundete: 
Unteroffizier Kaschub, Gefreiter Lungershausen, 
welch letzterer in der nächstfolgenden Nacht seinen 
Wunden erlag, und Kriegsfreiwilliger Schroeder), 
wendete ich mich gegen die linke Flanke, den vor- 
erwähnten Wagen, aus dem immer noch Schüsse 
fielen, und wollte diesen mit Sturm nehmen. Der 
  
Herr Major ließ aber zuvor noch das Geschütz auf 
diesen einige Granaten abgeben, ordnete dann Schnell- 
feuer an, und ließ ich nun mit Marsch-Marsch, 
Hurrahl die verdächtige Stelle nehmen. 
Vom Feinde fanden wir in dem Kraale in der 
nächsten Umgegend etwa 20 Todte, 4 Verwundete, 
mehrere Weiber und Kinder fielen in unsere Hände, 
ebenso das Vieh, die Wagen und einige Pferde. 
Unsere Verwundungen waren alle sehr schwer 
und schienen zum Theil von Explosionsgeschossen 
herzurühren. « 
Es fielen: 
1. Gefreiter Graeber, 
2 - Lungershausen 
seinen Wunden erlegen), 
3. Bastardsoldat Flor Smith. 
Schwer verwundet: 
1. Lieutenant Helm, 
2. Unteroffizier Kaschub, 
3. 4ichefreiwilliger Gefreiter Schroeder: Bein- 
ruch. 
2. (in der 
Nacht 
gez. v. Perbandt, 
Premierlientenant und Kompagnieführer. 
Anlage 3. 
Otyombinde, den 9. Mai 1896, 
4½ Uhr nachmittags 
( Reitstunde östlich Kl. Okahandya). 
Meldung. 
Die Spuren der Flüchtlinge deuten darauf hin, 
daß Kahimema nach Rietfontein weiter geflüchtet ist. 
Weahrscheinlich haben ihm die hier sitzenden Hereros 
Der Herr 
Major schloß sich persönlich meiner Attacke an. 
Hiermit war die ganze Werft in unseren Händen, 
es wurde nur noch auf flüchtende Feinde im Vor- 
terrain geschossen, dann die ganze Werft abgesucht 
und die Kompagnic gesammelt. Es war dies gegen 
8 Uhr morgens. 
Die Mannschaft hat sich während des ganzen 
Gefechts tapfer und kaltblütig benommen, besonders 
will ich hervorheben außer den Unteroffizieren und 
Leuten, die ich durch meine Vorschläge zu einer Aus- 
zeichnung nennen werde, den Lieutenant v. Ziethen, 
der fast während des ganzen Gefechts stehend in der 
Schützenlinie seine Befehle gab, trotzdem auf uns 
Offiziere am schärssten geseuert wurde, da wir uns 
durch die blinkende Söbelscheide vor den Leuten 
auszeichneten. 
in unserer nächsten Nähe. Dem Major Leutwein 
wurde aus dem mehrgenannten Wagen ein Pferd 
unter dem Leibe erschossen; er war fast während 
Alle Todten und Verwundceten fielen 
des ganzen Kampfes bei der Batteric, bezw. dicht 
hinter der Feuerlinie der Kompagnic zu Pferde ge- 
blieben. 
das Wasser verweigert. Sie sind daun aber selbst 
wohl auf die Nachricht vom Gefecht bei Sturmseld 
westlich abgezogen. 
Wahrscheinlich ist ferner, daß nur noch ein 
kleiner Anhang bei Kahimema ist, daß auch die Zahl 
der Rinder, dic er vor seiner Flucht auf Rietfontein 
abgeschoben hat, nicht sehr groß ist. 
Ich glaube nicht, daß wir ihn selbst noch ein- 
holen würden, namentlich da die Pferde sehr schwach 
sind, bis Rietfontein aber soll es zweimal 24 Stunden 
zu reiten sein. 
Daher werde ich heute Nachmittag 5 Uhr nach 
Sturmfeld aufbrechen. 
In Sturmfeld werden die Pferde einige Zeit 
Ruhe haben müssen, es würde aber sehr wünschens- 
werth sein, wenn jetzt schon gegen Nikodemus auf- 
geklärt würde. 
Die Lage von Otyombinde und Klein-Okahandya 
ist auf den Karten wohl um 50 km zu weit west- 
lich angegeben, beide Plätze sind nordöstlich von 
Sturmield, dieses aber nord-nord-westlich von Go- 
abis. 
Gedruckt in der Königl. Soibnchdruckerci von CE. S. Mittler &amp; Sohn, Verlin 8W, Kochstraße 68—71. —
        <pb n="551" />
        Deutsches Kolonialblatt. 
Amtsblatt für die Schutzgebiete des Deutschen Reichs. 
heranogegeben in der Solonial-Ablheilung des Auswũrligen Amls. 
  
  
VII. Jahrgang. Berlin, 1. August 1896. Unmmer 15. 
Diese **5* erscheint in der Regel am 1. aund 15. r* Monats. Herfelben werden als Beihefte beigefügt die mindestens preihmnn 3 
erscheinenden: „Mittheiln ungen von Forschungsreisonden und Gelehrton aus don deutschen Schutzgebieten“, horausgete Dr. 
v. Danckelman. Der vierteljährliche Sbonlemmentovrei iür. das #nnalbheaft mit den Beiheften beträgt beim .“ unnnr ie Post Kaeit ie 
Auchhaudlungen Mk. 3.—, direlt unter Streifband durch die Verlagsbuchhaudlung Ml. 3.50 fur Deutichland und Oesterreich, Ungarn, Mi 4½ für 
die Län * de Leuchs ann —. Einsendungen und Aufrane sind an die Königliche Hofbuchhandlung von Erust Sieg junn Mittler 
Sohn- Berlin SW 12, Kochsir aße 68—71, zu richten. (Eingeltagen in der Zeitungs- Preisliste fur 1896 unter Sarr 191.) 
  
Inhalt Anmtlicher Theil : Geset. wegen Abänderung des Geseteo vom 22. März 1801, betressend die Kaiserliche 
Schutztruppe für Deutsch- OÖstafrika, und des Gesetzes womn 9. Juni 1895, betreffend bie Kaiserlichen Schuzteupden 
für Südwestafrika und für Kamerun, vom 7. Juli 1896 2 — Allerhöchste Verordnung vom 16. Juli 1896, 
betreffend die Unterstellung der Säeitteaen S. 477. — rbs Ordre, betreffend den Eintritt der Offiziere 
in die afrikanischen Schutztruppen S. 477 Allerhöchste Ordre, betressend Anrechnung eines Kriegojahres für die 
an den Gesechten in Asrika im Sahre 1895 betheiligt gewesenen Osfiziere und Mannschaften S. 478. — Nachweisung 
der PBrutto= Einnahmen bei der Zollverwaltung für Deutsch-Ostafrika für die Monate März und April 1896 
S. 478. — Ernennung von Beisitzern für das Kaiserliche Gericht deo Schubgebietes Kamerun für das Jahr 1896 
S. 479. — Vertheilungsplan der Schutztruppe und Landespolizei von Deutsch-Ostafrika am 30. Juni 1896 S. 480 
Nichtamtlicher Theil: Personal-Nachrichten S. 479. — Togo: Ueber eine Reise nach Misahöhe und 
an S. 484. — Deutsch-Südwestafrika: Ueber die Beendigung der Kämpfe gegen die Khanad-Hottentotten 
490. — Ueber die Theilnahme der 1. und 2. Kompagnie am Gesecht bei Sturmfeld vom 6. Mai 1896 S. 492.— 
  
Nober. die Landungoverhältnisse in Tjoalhaubmund S. 495. — Deutsch-Neu-Guinea: Astronomische Arbeiten 
S. M. Vermessungsschiffes „Möwe“ S. 499. — Aus dem Pereiche der Missionen und der Antisklaverei- 
Bewegung S. 500. Aus fremden Kolonien: Trägerordnung für Ukamba S. 5 — Eisenbahn zum 
Victoria: N#ea S. 504. — Goldküste S. 504. — Britische Salomons-Inseln S. 504. Kutur im Kongogebiet 
rschiedene Mittheiungen- Prüfungs-Ergebnisse des Sisalhanis S. 504. — Litteratur S. 505. 
— Schifsbewegiurgen S. 505. — Verkehrs- Machrichten S. 505. — Anzeigen. 
Amtlicher Theil. 
Gesee; Perordnungen der RKeichsbehörden. 
Gesetz wegen Abänderung des Gesetzes vom 22. März 1891 (Neichs-Gesetzbl. S. 53), 
betreffend die Kaiserliche Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika und des Gesetzes vom 
9. Juni 1895 (Neichs-Gesetzbl. S. 258), betreffend die Kaiserlichen Schutztruppen 
für Südwestafrika und für Kamernn. Vom 7. Juli 1896. 
Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden Deutscher Kaiser, König von Preußen 2c., verordnen 
im Namen des Reichs, nach erfolgter Zustimmung des Bundesraths und des Reichstags, was folgt: 
Artikel I. 
An Stelle des § 1 des Gesetzes vom 22. März 1891 und des § I des Gesetzes vom 9. Juni 
1895 tritt die folgende Bestimmung: 
Zur Afrechterhaltung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit in den afrilanischen Schutz 
gebieten, insbesondere zur Bekämpfung des Sklavenhandels, werden Schutztruppen verwendet, deren 
oberster Kriegsherr der Koaiser ist. 
Artikel II. 
An Stelle der §#§ 3, 1, 5, 6 Absatz 2, § 7 Absatz 1, S§ 11, 16 Absatz 1 und § 17 des 
Gesetzes vom 22. März 1851 treten die folgenden Scimmungen 
Die den Schutztruppen zugctheilten beussch-9 Militärpersonen und Beamten scheiden aus dem 
Heere, und soweit sie der Kaiserlichen Marine angehören, aus dieser aus, jedoch bleibt ihnen der Rücktritt,
        <pb n="552" />
        — 476 — 
bei Wahrung ihres Dienstalters, unter der Voraussetzung ihrer Tauglichkeit, vorbehalten. Die den Schutz- 
truppen zugetheilten Beamten gelten als Militärbeamte. 
4 84. · 
. Hinsichtlich des strafgerichtlichen Verfahrens gegen die den Schutztruppen zugctheilten Militär- 
personen finden die Vorschriften der Militär-Strafgerichtsordnung Anwendung vorbehaltlich der durch die 
besonderen Verhältnisse gebotenen Abweichungen, welche durch Kaiserliche Verordnung bestimmt werden. 
5. 
In Betreff der Versorgungsansprüche der den Schutztruppen zugetheilten Militärpersonen und 
ihrer Angehörigen finden, soweit sie dem Heere angehörten, die Bestimmungen, welche für die aus den 
Etats für die Verwaltung des Reichsheeres besoldeten Militärpersonen gelten, und soweit sie der Kaiser- 
lichen Marine angehörten, die Bestimmungen für die aus dem Marine-Etat besoldeten Militärpersonen 
mit den nachstehenden Maßgaben Anwendung. 
§ 6 Absatz 2. 
Die Entscheidung darüber, ob eine mit dem Dienst in den Schutztruppen in ursächlichem Zu- 
sammenhange stehende Dienstbeschädigung vorliegt, erfolgt für diejenigen Personen des Soldatenstandes, 
welche in das Heer zurückgetreten sind, durch die oberste Militärverwaltungsbehörde des Kontingents und 
für die in die Kaiserliche Marine Zurückgetretenen durch den Reichskanzler (Reichs-Marinc-Amt). 
§ 7 Absatz 1. 
Bei Bemessung der Höhe der Pension bleiben die Bezüge in den Schutztruppen ausier Betracht. 
Hinsichtlich der Offiziere, Ingenieure des Soldatenstandes, Deckoffiziere, Sanitätsoffiziere und oberen 
Beamten werden als pensionsfähiges Diensteinkommen die Gebührnisse zu Grunde gelegt, welche ihnen nach 
ihrem Dienstalter und ihrer Charge, bei Fortsetzung ihres Dienstverhältnisses in der Heimath zugestanden 
hätten. Soweit sie in ihrer früheren Stellung ein Diensteinkommen nicht gehabt haben, wird der der 
Berechnung der Pension zu Grunde zu legende Betrag vom Reichskanzler bestimmt. 
8 14. 
Werden Militärpersonen nach dem Ausscheiden aus der Schutztruppe wegen einer mit dem Dieust 
in letzterer in ursächlichem Zusammenhange stehenden Dienstbeschädigung pensionirt, nachdem sie in den 
Dienst des Heeres oder der Kaiserlichen Marine wieder übernommen waren, so fällt die gesammte von 
ihnen erdiente Pension dem Pensionsfonds des Reichsheeres bezw. der Kaiserlichen Marine zur Last. 
§ 16 Absatz 1. 
Die in den §§ 41 ff., 8§ 56 und §§ 94 ff. des Gesetzes vom 27. Juni 1871 vorgesehenen Bei- 
hülfen stehen den Hinterbliebenen auch dann zu, wenn der Tod infolge einer militärischen Aktion oder 
klimatischer Einflüsse und vor Ablauf von sechs Jahren nach dem Ausscheiden aus der Schutztruppe ein- 
getreten ist. Ist der Tod infolge einer solchen militärischen Aktion oder klimatischer Einflüsse eingetreten, 
so n diese als Kriegsdienstbeschädigung im Sinne des § 14 des Reichsgesetzes vom 13. Juni 1895 
anzusehen. 
817. 
Oberste Verwaltungs= bezw. Reichsbehörde im Sinne der Pensionsgesetze ist für die Schutztruppen 
der Reichskanzler (Auswärtiges Amt, Kolonial-Abtheilung). 
Artikel III. 
Hinter Abschnitt II des Gesetzes vom 22. März 1891 wird folgender Abschnitt eingeschaltet: 
IIa. Wehrpflicht. 
§ 17a. 
Durch Kaiserliche Verordnung wird bestimmt, in welchen Schußgebieten und unter welchen Vor- 
aussetzungen wehrpflichtige Reichsangehörige, die daselbst ihren Wohnsitz haben, ihrer aktiven Dienstpflicht 
bei den Schutztruppen Genüge leisten dürfen. 
17b. 
Die in den Schutzgebieten sich dauernd aufhaltenden Personen des Beurlaubtenstandes des Heeres 
und der Kaiserlichen Marine können durch Kaiserliche Verordnung in Fällen von Gefahr zu nothwendigen 
Verstärkungen der Schutztruppe herangezogen werden. In dringenden Fällen können solche Verstärkungen 
vorläufig durch den obersten Beamten des Schutzgebietes angcordnet werden. Jede Einberufung dieser Art 
ist einer Dienstleistung im Heere oder in der Kaiserlichen Marine gleich zu achten. 
#5m“. § 172. 
Auf Geistliche sowie auf Missionare der in den Schutzgebieten thätigen Missionsgesellschaften finden 
die vorstehenden Bestimmungen (§§ 17 und 17b) keine Anwendung.
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        — 477 — 
L 
In Betreff der Versorgungsansprüche der in den §§ 17a und 17b bezeichneten Militärpersonen 
finden die Bestimmungen dieses Gesetzes mit folgenden Einschränkungen Anwendung: 
1. Die Pensionserhöhung des § 9 ist nur bei Invalidität infolge kriegerischer Unternehmungen 
zu gewähren, 
2. die Doppelrechnung der Dienstzeit nach Maßgabe des § 11 findet nur für die auf kriegerische 
Unternehmungen entfallende Zeit statt. 
Treten die in den §§ 17a und 17b genannten Angehörigen der Schutztruppen in ein Kapitu- 
lationsverhältniß zu diesen über, so fallen für das nunmehr beginnende Dienstverhältniß die vorstehend 
erwähnten Einschräukungen fort. 
Artikel IV. 
Der § 2 des Gesetzes vom 9. Juni 1895 wird aufgehoben. 
Artikel V. 
Der § 4 des Gesetzes vom 9. Juni 1895 erhält folgenden Zusatz: 
Vorstehende Bestimmungen finden auf die bei der Landeshauptmannschaft von Togo auf 
Grund von Dienstverträgen gebildeten Truppen entsprechende Anwendung. 
Artikel VI. 
In dem Gesetze vom 22. März 1891 erhält die Ueberschrift des Abschnitts III die Fassung: 
„Uebergangs= und Schlußbestimmungen.“ 
Hinter § 20 tritt die folgende Bestimmung: 
21. 
Die näheren Vorschriften über die Organisation der Schutztruppen werden vom Reichskanzler erlassen. 
Artikel VII. 
Der Reichskanzler wird ermächtigt, die Bestimmungen der Gesetze vom 22. März 1891 und 
. Juni 1895, wie sie sich aus den Aenderungen dieses Gesetzes ergeben, als Gesetz, betreffend die Kaiser- 
lichen Schutztruppen in den afrikanischen Schutzgebieten und die Wehrpflicht daselbst, durch das Reichs- 
Gesetzblatt bekannt zu machen. 
Urkundlich unter Unserer Höchsteigenhändigen Unterschrift und beigedrucktem Kaiserlichen Insiegel. 
Gegeben zu Odde am Bord Meiner Nacht „Hohenzollern“, den 7. Juli 1896. 
d. s) Wilhelm I. R. 
Fürst zu Hohenlohe. 
Allerhöchste Verordnung vom 16. Juli 1896, betreffend die Unterstellung der 
Schutztruppen. 
Ich bestimme auf Ihren Vortrag Folgendes: 
Die in den afrikanischen Schutzgebieten zur Verwendung gelangenden Schutztruppen werden dem 
Reichskanzler unterstellt. In weiterer Folge unterstehen sie dem betreffenden Gouverneur oder Landes- 
hauptmann und demnächst dem Kommandcur. Ob und inwieweit diese Unterstellung unter den Gouverneur 
bezw. Landeshauptmann eintretenden Falles auf deren Stellvertreter überzugehen hat, bestimmt der Reichs- 
kanzler. Sie haben hiernach die weiteren Vorschriften über Neuorganisation der Schutztruppen zu erlassen. 
An Bord Meiner Yacht „Hohenzollern“, den 16. Juli 1896. 
(L. S.) Wilhelm I. R. 
Fürst zu Hohenlohe. 
An den Reichskanzler. 
JIch habe mittelst Ordre an das Oberkommando der Marine vom heutigen Tage Folgendes 
bestimmt: Offiziere Meiner Marine, welche in eine der Schutztruppen in Afrika einzutreten wünschen, 
haben ihre diesbezüglichen Gesuche auf dem Instanzenwege bei dem Oberkommando der Marine einzureichen, 
welches die Eintragung in eine Liste bewirkt. Zum 1. Januar und 1. Juli jedes Jahres sind diese Listen 
bei Mir zur Vorlage zu bringen und, nachdem Ich dieselben genehmigt habe, dem Reichskanzler (Auswär- 
tiges Amt) zuzustellen. Sie erhalten hierdurch davon Kenntniß. 
Molde, den 22. Juli 1896, an Bord Meiner Yacht „Hohenzollern“. 
(L. S.) gez. Wilhelm I. R. 
An den Reichskanzler (Auswärtiges Amt).
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        – 428 
Ich bestimme, daß die folgenden, von Theilen der Schutztruppen für Deutsch-Ostafrika und 
Kamerun im Jahre 1895 gelieferten Gefechte und Kriegszüge im Sinne des § 23 des Gesetzes, betreffend 
die Pensionirung und Versorgung der Militärpersonen des Reichsheeres und der Kaiserlichen Marine vom 
27. Juni 1871 als ein Feldzug gelten sollen, für welchen den daran betheiligt gewesenen Deutschen ein 
Kriegsjahr zur Anrechnung zu bringen ist: 
1. Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika: 1. Gefecht mit Sultan Mutatembwa von Kisiba 
am 18. Juli 1895. — 2. Gesecht bei Limueme in Ugalla gegen den Sultan Taragalla Gombero von 
Usenji am 10. August 1895.— 3. Kriegszug gegen die Sultane Mukotani und Kislewuka von Kyamtura 
im Oktober 1895. — 4. Krieg gegen Sultan Lukonge von Ost-Ukerewe im Monat November 1895. — 
5. Gefecht bei Kitumbini am 6. November 1895. — 6. Gefecht bei Luawa am 13. November 1895. 
2. Schutztruppe für Kamerun: Kriegszug gegen die Bakoko im März und April 1895. 
Drontheim, den 18. Juli 1896, au Bord Meiner Yacht „Hohenzollern“. 
(L. S.) gez. Wilhelm I. R. 
ggez. Hollmann, in Vertretung des Reichskanzlers. 
An den Reichskanzler (Reichs-Marine-Amt). 
  
HPerordnungen und Wikkheilungen der Behürden in den Schutgebieken. 
Nachweisung der Brutto-Einnahmen bei der Zollverwaltung für Deutsch- 
Ostafrika im Monat März 1896. 
(Eine Rupie zum Kurse von 1,2325 Mk.) 
  
Zölle für 
Schlifffahrts. 
Neben. 
  
  
  
  
  
  
  
  
Holzschlag. r 
Haupt-Zollamt Ausfuhr s Einfuhr s Abgabe Gebühren Einnahmen Insgesammt 
Rp. P.] Np. P.Np. P. RAp. P.] Np. P.] Np. P. — Mk. Pf. 
— ' I « · s 
Junge-. 120145927751 65—882389531067244.—-1315409 
Pangani 3781 64228816 1410 5 5350 35 3 9495 80 
Vagamoyo . 1488959170144315—3511297533225238—39751»32 
Dar-cg-Sacs»n. 3075,59105686055—57805118131323k)w.—16318;25 
mum» 4244"11586548191.—593460514»2316750»14-20644163 
Mande 4620.28115166300«—6526 9—16271z53-20055»02 
Zusmmnen3181410858060E25Zeiss-55914010294996891H58-119419-11 
3921091kt71559Mr.488912k.6891s)2k.126921tk. : 
90Pf. 43Pi. 02Pi 64Pf. 12 Pf. 
*) Mit Berücksichtigung einiger Reste aus Vorjahren stellt sich die Gesammteinnahme auf 119 358 Mk. 92 Pf. 
Der Werth der Ausfuhr bei sämmtlichen Stationen im März 1896 beträgt 252 440 Rup. — 311 132 Mk. 30 Pf. 
Der Werth der Einfuhr bei sämmtlichen Stationen im März 1896 beträgt 562 472 Rup. = 693 246 Mk. 74 Pf. 
Im Monat April 1896. 
(Eine Rupie zum Kurse von 1,2725 Mk.) 
  
Neben. 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Zölle für Schifffahrts. Holzschlag- 
Haupt-Zollamt Ausfuhr Einfuhr Abgabe GebührenEinnahmen Insgesammt 
Rp. P.! Rp. P. Rp. P. Rp. P. ! Rp. P.] Npo. P. — Mk. Pf. 
Tanga 703 23904 18 35 — 72 446 263 47 = 11304 53 
Pangani 2189 444491 30 10/— 34 04 410448 28 
Bagamoyoo 19750 6114213 29 10 — 45 047 174 4 = 56155 29 
Dar-es-Salam 2368 04 56 35— 29 41206 2616351 05’ = 20806 74 
Kildvoa 5263 1156 57 40 —3293 117 1512800 34 = 16288 66 
Mikindani 3173 308346 45 20 —+ 1 12 25 41 = 11230 64 
Zusammen 33448 40959524 43150—3726 02 2352 159201 45 -12234|6 
— — *) 
42563 Mr.7,.10 M, 741 Mk. 22 Mk. 
56 Pf. 15 Pf 88 Pf. 37 M. W Pf P 
*) Mit Berücksichtigung einiger Reste aus Vorjahren stellt sich 
Der Werth der Ausfuhr bei sämmtlichen Stationen im April 1896 betrug 291 570 Rup. = 351 022 Mk. 83 Pf. 
Der Werth der Einfuhr bei sämmtlichen Stationen im April 1896 betrug 628 792 Rup. = 800 137 Mk. 82 Pf. 
die Gesammteinnahme auf 120 234 Mk. 18 Pf.
        <pb n="555" />
        479 
Ernennung von Beisitzern für das Kaiserliche Gericht des Schutzgebietes Kamerun 
für das Jahr 1896.7) 
Für das Jahr 1896 sind zu Beisitzern des Kaiserlichen Gerichts des Schutzgebictes ernannt worden: 
seto — 
.der Hauptagent Scholz, wohnhaft in Kamerun, 
.der Missionar Süvern, wohnhaft in Kamerun, 
.der Kaufmam Hartenstein, wohnhaft in Kamerun, 
der Oberlehrer Christaller, wohnhaft in Kamerun, 
und als deren Stellvertreter: 
.der Kaufmann Waldau, wohnhaft in Rio del Rey, 
. der Missionar Wedel, wohnhaft in Kamerun, 
4 der Pater König, wohnhaft in Kribi, 
der Maschinenunteringenieur Schittenhelm, wohnhaft in Kamerun, 
.#der Hauptagent Weiler, wohnhaft in Kamerun, 
.der Missionar Bohner, wohnhaft in Kamerun, 
.der Baubeamte Drees, wohnhaft in Kamerun, 
1 
2 
3 
4. 
und zu Beisitzern des Kaiserlichen Obergerichts für Kamerun und Togo#= 
1 
2 
3 
4 
.der Herr Präfekt Vieter, wohnhaft in Kribi, 
und als deren Stellvertreter: 
#— 
. der Missionar Scholten, wohnhaft in Lobethal, 
. der Assistenzarzt Dr. Doering, wohnhaft in Kamerun, 
. der Kaufmann Lange, wohnhaft in Victoria, 
1. der Kaufmann Maas, wohnhaft in Kribi. 
Perlspnalien. 
Der Direktor der Kolonial-Abtheilung des Auswärtigen Amtes, Wirkliche Geheime Legationsrath 
Dr. Kayser hat seinen Sommerurlaub angetreten. 
VVVVVVYVVVFVVYVVVVYVVYVYVVTVYVYTVTT YTVY TTYTVYFTYTVY VV0VYTTYVYT T VT] TYT YTTTT TTYTVYNYN] VW WVWVWVVVVVV 
Nichtamtlicher Theil. 
Hersnal-Machrichten. 
Deutsch-Oslafrika. 
Der Ingenieur H. Küster kehrt nach Ablauf 
seines Urlaubs nach Dar-zes-Saläm zurück. 
Der Hauptzollamtsvorsteher P. Kaerger ist tele- 
graphischem Bericht zufolge leider plötzlich verstorben. 
Der in den Dienst des Kaiserlichen Gouverne- 
ments getretene Maschinist J. Busse reist mit näch- 
ster Gelegenheit nach Dar-es-Saläm ab. 
Nach telegraphischem Berichte ist der Bczirks- 
amtmann von Langenburg v. Eltz infolge von 
Schwarzwasserfieber dort verstorben. Er war erst 
in den Diensten der Deutsch-Ostafrikanischen Gesell- 
schaft, später bei der Wissmannschen Dampfer= 
expedition thätig, bevor er in den Dienst der 
ostafrikanischen Verwaltung trat. Während seiner 
Dienstzeit hat sich der Verstorbene stets als ein 
pflichtgetreuer Beamter erwiesen, er hat die Station 
Langenburg größtentheils aufgebaut und sich in seiner 
Thätigkeit die besondere Anerkennung der Missionare 
*) Vergl. Deutsches Kolonialblatt 1895, S. 222. 
  
wegen seiner humanen Behandlung der Eingeborenen 
erworben. Für seine Verdienste in Bekämpfung des 
Sklavenhandels hat ihm Ihre Majestät die Königin 
von Großbritannien die Antisklaverei-Medaille ver- 
liehen, eine Auszeichnung, welche nicht mehr in seine 
Hände gelangt ist. 
Zufolge einem Bericht von der Station Mpapua 
wurde in der Landschaft Usiome der dort als Ver- 
treter der Handelsfirma Köther &amp; Sixdorf thätige 
frühere Matrose Henning von Ufiomeleuten infolge 
Streitigkeiten wegen Stellung von Trägern erschlagen. 
Ramerun. 
Der als Materialienverwalter für den Dienst des 
Kaiserlichen Gonvernements angenommene Bautechniker 
Karig tritt demnächst die Reise nach Kamerun an. 
Der Stationsleiter Leuschner hat einen Heimaths= 
urlaub angetreten. 
Der Zimmermann L. Nüsse, welcher als Bau- 
aufseher in den Dienst des Kaiserlichen Gouverne- 
ments getreten ist, tritt demnächst die Reise nach 
Kamerun an. 
(Fortsetzung auf Seite 484.)
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        Nr. 
480 — 
Vertheilungsplan der Schutztruppe und Landespolizei 
Anmerkung: k hinter dem Namen = krank, c hinter dem Namen = kommandirt, 
Zahl- 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
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dom- — S 
der Garnison— Kom= Ober-Kom- LieuOber- Ober Ser- Unter- 
1 man- pagnie- — Aerzte, meister-feuer= Feldwebel » 
Kom- ort deur führer 6 tenants ärzte = 1. geanten offiziere 
pagnie führer S assp werker 
I. Schutztruppe. 
— v. Leue * — S— )r. SKieferle Engel-,U— Langen-770½ 
Nata- Fischer c 2 Bludausss Tröger hardt kemper Rittere- 
Stab Dar-es- mer n Hofft Meusere 
Saläm 
— 
Moschi — — — MerkerDO— Dr. Eggel-4Körner 11— — Bartsche — 
1 Marangu — — — v. Stuemer—.— — — — — — — Reisewit 
Kisuani — — — — — — — — — — Lenibcke — — 
Dr. Stier-u 1i n — — Hammer- 
2. Perondo — — Prince — — — üing Winkler — meister 
E. II 78#— Gorit. 
7. crulales -JalduL —- — — mann — — —1 — — — Guurn E #c-: 
v. lieringe liehhardt 
dilimati — — dlechStadl UPr. Nein- 9 ¼ — Ganzer 
Kilimatinde Podlech aur hardt Körner II Krauß Peschle- 
4. E I * E EH —— 
. . Slib 
Mpapua — — — Glauning— — — — 1 — — — 8 9 
Auf dem Marsch .- 
nach Dar-es— — — ueKleit — — — , — — — — 
Salam I E0 
5. Ulanga — — — v. Stocki— I — — — — — Spiegel — Stephan 
Dar-es Wulif. 
Sala — — — Vrosig —H — — — — HHentschell Einögg oo 
Knaust 
6. Kilwa — — — Kuhlmann —— Ollwmig — — — — FrischmuthHerdecke 
* 
7 lPangani Kkiclncuer 70. — — — — » ,««»,.«». 
. -·sj»« — —- — ««»«·«,"se«-—s(·,».e,,» ««««««««,«m«ku 
. . Jahn 
8. Lindi — — Fromm Schor en. — — — — — — — Lachen- 
mair 
.... , — — — .. — Ullmann 
9. Udjidji — — Ramsay Fonck II — vösenann — Köhler Muller 
Fri * 
10. Tabora — — — Jany 1— Dr. — Füüch — Markgraf Sydow — 
Passavant Drewes - 7 
11. Bukoba — — — Kollmann—— — — — — — Salomon —
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        von Deutsch-Ostafrika am 30. 
481 
Inni 1896. 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
1 
hinter dem Namen und bei den Ziffern = siehe Bemerkungen. e auf Expedition Usegua. 
83 *7 — — — — 
Ober- “ 2 Far B ige 
- .. malgeic-:-·«Eg Ashrcs Armirun 
5 ehül —. — g Bemerkungen 
gehülsengehn fen Schreiber - — r regu= irre- * 
— 1 läre guläre 
I. Schuntruppe. 
. Art. Depot: 
— Schirpkes Feldwebel — Unruh — — — — ½ ial. Berggeschütze 6,7 em * Ko 
Hegewald apelt Nic 1- laschinengene dompagnieführer Leue uf dem 
Boolland unterofiz 3 Maschinengewehre Marsch nach Dar-es-Salam 
Srriebel- 5 Revotvertanonen * davon an die Flottille ab- 
« *u 
— si— wird reparirt 
1 Maxim-Gun 2/) unbrauchbar 
— — — — —— 1 1 Berggeschütz 
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1 Schnellladekanone — 
— — — — — 151 — 1 27 3 „7 em 
1 Schnellladekanone 
KHHW **2-p 4,7 em — 
— — — — — — 1 20 — — — — 
— · 1 ital. Berggeschütz 
— — — —1 5 11111 ,- 
1Maschinengeweht 8 mm 
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— — — — — s 119 s schütz W sp. grner u. zinnter 
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Wiest* . 1 1 Nordenseltgeschuh * Oberl S 
ies Aimer — — — 151 — 6 40 — 1chnellladekanone 1 erlazarethgehülfe Wiest 
7 em ommt zur Küste 
— — — — —— 1 5 61 — — 
Prinage — — — —11 — 561 5 2 – 
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— — — — — 11 2° 4 31 "„ 11 — *1 Esfendi beurlaubt 
— — 
— — — — —J 1 8 111 4 leichte FeldgeschüzeSergeant Frischmuth ist nach 
1 K/73 Dar-es-Salam besonlen 
— — — — — 1 6 10 7 1 Maschinengemenn 
l 
— Früchte- · 2P leichte Feldgeschü 
nicht — — 15 1 4 106 5 4 Weeschüte. 
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— euffer* — — —.— Arzt Hösemann und Laz. Geh. 
Pfeuff 8 113 4 — Pfeuffer auf dem Marsche nach 
— · Udjidji 
1 Schnelll 
Weidner — — — K — 8 133 6 ch adelanone 2rcrsgeralderen Frilsch ist nach 
1 Schnellladekanone Zoblmeisteralpirant Zickendratb kommt 
. 4,7 cm wegen Urlaubsankritts zur Küste 
" .. s kocssacckosssenklaa 
onrockkNawyk — — ——— 1 Maschinengewehr EE— S--Saläm beo 
3 56 44 8 nns vJ l u e Ahen *iW(lWW2 iner 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
auf dem Marsche nach Bule
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        — 482 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Nr. 8 
der Garnison-Kom?Oberom- Lieu- Ober- S Zahl. sOber-· „ Ser— Unter- 
man- pagnie= —. Aerzte meister= seuer= Feldwebel „ 
Kom- ort deur fübrer tenantsärzte = geanten offiziere 
pagnie führer 5 S aspirantenwerker 
11. Muanza — — Herrmann — — JZupitza — — — — — daisi 
12. Kilossa — — — Fugger— — Dr. Berg— Stamm — — — en 
v. Glött 
Langenburg— — — — — — — — — — — — — 
. .. v. 
Aus Expedition Trothal — — — —— — — — — Kamp — — 
Zusammen 1 1 7 19 1— 11 1 8 1 8 11 25 
II. Landespolizei. 
Tanga — — — — — — — — — FeldmannHaiblek 
Masinde — — — — — — — — — — — Jaenle — 
Pangani — — — — — 4— — — — — — — Grimm 
Saadani — — — — — — — — — — — — Petrowitz 
Gaert- .. 
Bagamoyo. — — —- — — ner — — — — Krause — — 
Dar-es-Salüm — — — — — — — — — — Mutter — — 
Kisaki — — — — — — — — — — — — Bittner 
F 
— — Frhr. v. — —— — — — — — — 
Kilwa Eberstein Pfendtner 
Donde — — — — — — — — — — — Lustig — 
Mikindani — — — — — — — — — — Kayser — — 
Langenburg — — — — ——1 — — — Haegele — — 
Zusammen— — 1 — — 1 — — — — 4 3 5 
III. Beurlaubt nach Europa. 
Frhr.Charisius Dr. Dr. Teppe Nymarzig] Steinmetz Mergarten 
— — — pHo. Schrenck Schlobach—Schwe-5Koerfer — Kreseldt ein= Sommer 
v. Notzing Nachtigall singer Dr. Simon Jost g 9 
Langheld Böhmer Arning Feist Hartmann]Benkewitz 
Johannes)j#v. Vercken Kuhnen WallnerNichter 
SchernerStenzler HenschkeMerkl 
Fonck I Frahm 
v. Grawert 
Engelhardt 
Storch 
v. d. Mar- 
, , witz 
Zusammen— — I 4 11 — 1 3 — 5 — I 5 7 1
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        483 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
2 1b 
Ober- -·« H HL Farbige 
i Lazareih- tiue *5 Aslaris Armi B t 
zareth- obli, ig 535 z z2,. Char- Askaris Armirung emerkungen 
gehülsen gehülfen Schreiber s Esfendi 1. e regu irre- 
— 62 s läre guläre 
— — — — — — 4 43 37 1 Schnelladekanone 
" 1 l 1 Maschinengewehr 
— — — — 55 43 — zmm 
*!70 1 Schnellladekanone 
6 4,7 cm 
— — — — — — — — — 50 —. 
Sauer= ". 
T — g ihexZ 31 — 
4 8 3 —]3102 1391 185 40 
II. Landespolizei. 
Offen-Scharfen o 4mleichte Feldgeschütze 
wangerberger 4 3 — K//3 
—— öä— — 
— — — — — 8 5 Bootskanonen 
1 24 — 8 em 
— — — — — 2 leichte Feldgeschütze 
11 K/73 
— ä — — — — r 3 leichte Feldgeschütze 
Hächer # as — *l„ sr% 
4 leichte Feldgeschütze 
— — — — — — 1 2 53 — 73 
1 1 Nevolverkanone 3,7cm 
— ————— 
ꝛ I 2 leichte Feldgeschütze 
Voellner — — — — —— 1 25 — h 7n *et 
FJTNJ — 
2 2 — — — — 2 20 281 — 21 
III. Beurlaubt nach Europa. 
Wülfing Benz Oberlaza — — — 1 – — — — 
Loegel Kleisch= rethgehülse 1 
mann Herbsleb 
Schuster 
1 
2 3 1 — — — — — —
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        — 484 — 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
KomDOber= KomLien= Obe- JZNuahl= Dber- Ser= Unter— 
Garnisonort man-ührer bagnie- D5 Aerzte meister= seuer-Feldwebel . 
deuctmetn tcnantgzmztc 3,«- geantenoffiziere 
führer 5 aspiranten/werker 
Kommandirt. 
— — — Fischer, — — — — — — — — Meuser Ritter 
Verlin zum zum Art. 
[Eisenbahn-Depot 
skommando 
Krank 
— — — — — — — — — — — Haible / 
— Hopp 
Retgritulatien. 
I. Schutztruppe. 1 1 7 19 — 1 8 1 8 11 25 
II. Landespolizei — — 1 — — 1 — — — 4 3 5 
Beurlaubt — — 4 11 — 1 — 5 — 5 7 1 
Zusammen 1 1½ 12 30 1 1 2 14 — 1 13 1 1 1 17 1 21 1 31 
Vogo. An Stelle des aus dem Dienste der Koaiserlichen 
Der zum Auswärtigen Amt kommandirte Pre= Landeshauptmannschaft ausscheidenden Zollbeamten 
mierlieutenant v. Doering ist aus Togo nach Gropp ist der Zollassistent Weikusat nach dem 
Europa zurückgekehrt. Schutzgebict abgereist. 
« An Stelle des abgereisten „Postserretär Choms Südwestafrira. 
idae Postpraktikant O. Rüter nach Klein-Popo“ Der als landwirthschaftlicher Beirath und Ober- 
« landmesser in den Dienst der Kaiserlichen Landes- 
Der Stationsleiter Dr. Gruner ist Anfang hauptmannschaft getretene Königliche Oberlandmesser 
Mai d. Is. vom Urlaub nach Togo zurückgekehrt Dürrling hat die Reise nach Tsoakhaubmund an- 
und hat Ende des Monats die Reise nach den getreten. 
Stationen im Innern angetreten. 
Warsball- Inseln. 
Der Techniker Stöhr ist Anfang Imi d. Js. Der in den Dienst der Kaiserlichen Landeshaupt- 
vom Urlaub wieder eingctroffen. mannschaft getretene Schiffer Knoth tritt die Reise 
  
nach Jaluit an. 
Nachrichten aus den deukschen S##zukgebieken. 
(Abdruck der Nachrichten vollständig oder theilweise nur mit Quellenangabe gestattet.) 
Togv. der Bevölkerung schon längst mit Ungeduld erwar- 
· · »» teten Besuch endlich zur Ausführung zu bringen 
Ueber eine Reise nach Misahöhe und Kpandu und bei dieser Gelegenheit die durchweg freundlichen 
berichtet der Kaiserliche Landeshauptmam Köhler Beziehungen zwischen der Regierung und den Häupt- 
unter dem 14. Februar d. Is. Folgendes: lingen, sowie der dazu gehörigen Bevölkerung zu 
Die Expedition hatte in der Hauptsache den bflegen und, wenn möglich, noch mehr zu festigen. 
Charakter einer Orientirungsreise nach dem für die Nach beiden Richtungen hin darf ich mit Genng- 
Entwickelung des Handelsverkehrs so wichtigen Westen! thuung feststellen, daß das Ergebniß der Reise ein 
unseres Schutzgebietes. Ich verband indessen gleich- durchaus befriedigendes gewesen ist. 
zeitig den weiteren Zweck damit, den von früheren Ich brach am 18. November v. Is. von Lome 
Verwaltungschefs wiederholt angekündigten und von auf. In meiner Begleitung befanden sich die Herren
        <pb n="561" />
        485 
  
Farbige 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
2 2 
Ober— Statg. S 
Ober—- Lazareth-Eiats e2 .. . 
lazareth- bul mäßige z25121.. Char- Akaris Armirung Bemerkungen 
gehülsen gehetlenSchreiberKssfendi gen regu= irre- 
— B | läre guläre 
Kommandirt. 
— — — — — 11*81 — — — — — * zum Bezirkoamt Dar-es-Salam 
l I 
Krank. 
Scharsen- ——-u*. 1 * — * 4) Lazareth Dar-zes-Saläm 
Schirpke) — 7 Lazareth Tanga 
Rekapitulation. 
4 8 3 — 3 5 2 102 1391 185 40 
2 2 — — — — 20 281 — 21 
2 3 1 ———. — 
s 3 4 „ son 1672 1855 61 I 
Premierlieutenant v. Carnap-Quernheimb und 
Lieutenant Frhr. v. Seefried, sowie die Vertreter 
zweier kaufmännischer Firmen, deren Bitte, sich mir 
anschließen zu dürfen, ich gern gewährte. Sah ich 
doch darin ein erfreuliches Zeichen, daß sich der 
Unternehmungsgeist in Lome, in dem Vertrauen 
auf eine gesunde Weiterentwickelung des Schutz- 
gebietes, endlich zu regen beginnt und daß man ge- 
lernt zu haben scheint, daß der Kaufmann selbst 
mithelfen muß, das Land zu erschließen, und daß es 
für ihn selbst förderlicher ist, die Quellen des 
Handels aufzusuchen und für sich nutzbar zu machen, 
als an der Küste sitzend über mangelhaften Geschäfts- 
gang zu klagen und dem Schicksal zu überlassen, ob 
der Landesprodukte herbeibringende Eingeborene zu. 
ihm kommt oder zu dem nebenan wohnenden Kon- 
kurrenten. In Gbin, 3 bis 4 Tagemärsche von 
Lomc entfernt, schloß sich uns noch der Inhaber 
einer dritten Firma an. Wir zählten nun sechs Weiße 
und mehrere Hundert Träger, eine slattliche Kara- 
wane, wie sie vorher das Schutzgebiet noch nicht 
gesehen hatte. 
Von Soldaten der Polizeitruppe begleiteten mich 
nur 7 Mann, welche die Wache bei meinem Zelt 
und den um dasselbe aufgestapelten Lasten zu über- 
wohl kaum eine zweite Straße im Innern des tro- 
pischen Afrika an die Seite gestellt werden kann. 
Vor etwa Jahresfrist wurde dem Endpinkte der 
Straße, Hodunu, von Misahöhe aus ein gleicher 
Weg entgegengebaut, welcher gegenwärtig etwa eine 
halbe Stunde über Agome-Palime hinaus gediehen ist, 
so daß noch ungefähr zwei starke Tagemärsche dazwischen 
liegen, welche auf Buschwegen mit ihrer tiefliegenden, 
scharfkantigen, schmalen Spur, die dem Europäer 
das Marschiren außerordentlich erschwert, zurückgelegt 
werden müssen. 
Etwa eine halbe Stunde hinter Lome, da wo 
der sandige Küstenboden von der meist trockenen 
Lagune begrenzt wird, beginnt der tiefroth gefärbte 
laterithaltige Lehmboden, welcher nur strichweise, an 
tiefer gelegenen Stellen, mit einer hellen Sandschicht 
nehmen hatten. Ich hatte absichtlich nur eine so " 
geringe Anzahl mitgenommen, um von vornherein 
den theilweise noch recht verängstigten Eingeborenen 
jeden Argwohn zu nehmen und ihnen den fried- 
lichen Charakter meines Besuches deutlich vor Augen 
zu führen. 
Die Expedition verfolgte von Lome aus die neu- 
erbaute Handelsstraße, welche jetzt bis Hodunu fertig- 
gestellt ist. Sie hat eine Breite vom 5 m und ist 
mit einer Sorgfalt angelegt und gepflegt, daß ihr 
überdeckt ist, während weiter im Innern vielfach 
auf grauem Thon oder gelblichem Lehm gelagerter 
Humus angetroffen wird, der sich sofort durch die 
üppige Vegetationsdecke bemerkbar macht. Unmittelbar 
hinter der von einem regierungsseitig angelegten 
Damm durchkrenzten Lagunc macht der Weg plötzlich 
eine geringe Steigung und führt von nun ab in fort- 
währendem Auf und Nieder durch mehr oder minder 
welliges Terrain, bis er in allmählichem Ansteigen 
das schon mehr den Charakter eines Gebirgslandes 
tragende Agomegebiet erreicht hat. Die Unterschiede 
zwischen den meist von Nordost gegen Südwest 
streichenden Anschwellungen und den dazwischen lie- 
genden Terrainmulden sind zuweilen nicht unbe- 
trächtlich und sollen an manchen Stellen 80 bis 
100 m betragen. 
Was die Bodenbedeckung anlangt, so bietet die 
durchwanderte Landschaft ein fortwährend wechselndes 
Bild. Bis zu einer Entfernung von ctwa 50 km
        <pb n="562" />
        — 486 
von der Küste herrscht dichter Busch vor, jedoch 
vielsach unterbrochen durch reizvolle Parklandschaften 
und durch das von Westen nach Osten sich hindurch- 
ziehende werthvolle Oelpalmengebiet. Von Kewega 
bis Klonu und späterhin jenseits des Agomegebirges 
in der Voltaniederung tritt an die Stelle des 
Busches die trostlose Savanne, mit ihrem hohen, 
jede Fernsicht verhindernden, schilfartigen Grase und 
den inselartig in derselben auftretenden Baumgruppen, 
welche letzteren sich an den Rändern der Bachläufe 
zu dichten Galeriewäldern entwickeln und durch den 
kühlenden Schatten, den sic spenden, dem erschlafften 
Wanderer ein willkommenes Nastplätzchen gewähren. 
Das Gebiet zwischen Klonn und Agome-Palimc, die 
Berglehnen des Agomegebirges, sowie die zahlreichen 
tief eingeschnittenen Thäler des letzteren sind mit 
üppigem Hochwald bestanden, welchem die unermeß- 
lich hohen Bäume von tadellosem geraden Wuchse, 
das undurchdringliche großblätterige Laub, die kühn 
von Ast zu Ast sich schwingenden Lianen und end- 
lich die noch in größerer Menge auftretende Oel- 
palme das typische Gepräge eines tropischen Urwaldes 
verleihen. 
Die zahlreichen am Wege gelegenen gut be- 
arbeiteten Farmen ließen nicht nur erkennen, daß 
die Eingeborenen ein beachtenswerthes Geschick für 
die Bebauung des Bodens besitzen, sondern daß 
auch die Fruchtbarkeit des lehteren eine sehr beträcht- 
liche sein muß, und daher eine Ackerwirthschaft in 
größerem Maßstabe reichlich lohnen würde. In der 
Küstenregion beschränkt sich der Anban fast nur auf 
Mais, Kassada und Yams, während weiter im 
Innern noch Reis, Erdnüsse und Guineakorn hinzu- 
treten. Der von den Eingeborenen mit gutem Er- 
solg betriebene Ackerbau bewegt sich leider nur in 
sehr bescheidenen Grenzen, während ungemessene 
Landstriche im Naturzustande brach daliegen und 
ihrer Urbarmachung harren. Die Arbeitsamkeit ge- 
hört nun einmal nicht zu den starken Seiten des 
Negers; er verwendet daher auf die Bebauung des 
Bodens nicht mehr Fleiß und Sorgfalt, als die 
Beschaffung des eigenen Lebensunterhaltes gerade 
erfordert. In Bezug auf die Abwechselung in der 
Ernährung sind seine Bedürfnisse außerordentlich 
geringe, in Bezug auf die Menge dagegen um so 
größer. Der Eingeborene ist im Stande, den ganzen 
Tag mit Essen zu verbringen, und da die von ihm 
mit Vorliebe gezogenen Bodenprodukte einen hohen 
Nährwerth besitzen, so macht die Bevölkerung durch- 
weg einen recht wohlgenährten Eindruck. Hunger- 
gestalten. wie man sie in Südwestafrika so häufig 
antrifft, sind mir hier niemals zu Gesicht gekommen. 
Da dem Neger ferner der Begriff „Zeit“ un- 
betannt ist, so geht die Kultivirung des Bodens nur 
in langsamstem Tempo vorwärts. Es ist ihm dabei 
völlig gleichgültig, wieviel Monate, ja zuweilen 
Jahre er braucht, bis er ein Stück Land aus- 
gerodet und in aubaufähigen Zustand gebracht hat. 
Bemerkenswerth ist jedoch, daß der Eingeborene 
  
andererseits die Mühe nicht scheut, einen Theil des 
dichtesten Urwaldes urbar zu machen, da er wohl 
weiß, daß der humusreiche Waldboden bedeutend 
ertragfähiger ist als derjenige der Savannc. 
An diesen den Negern angeborenen Eigenschaften 
werden die Versuche, dieselben zum Massenanbau von 
Kolonialprodukten des Weltmarktes, wie Kaffec, 
Tabak, Kakao, Kokos, Baumwolle 2c., zu bewegen, 
sicherlich noch auf Generationen hinaus heftigen 
Widerstand finden. In der Nähe der Küste freilich 
macht sich die Berührung mit den Weißen und die 
Wirkung der von diesen ausgehenden Unternehmungs- 
lust in den von wohlhabenderen Eingeborenen an- 
gelegten umfangreichen Kaffee= und Kokosnußplan- 
tagen bereits deutlich bemerkbar. Wenige Stunden 
von der Küste entfernt verschwinden jedoch diese 
erfreulichen Spuren eines erweiterten Blickes, die 
Bewohner leben nur noch von der Hand in den 
Mund, ohne Sorge für den folgenden Tag oder die 
fernere Zukunft. Ich habe mich über diesen Punkt 
öfter mit anscheinend verständigeren Eingeborenen 
unterhalten, war aber überrascht, mit welcher Ueber- 
einstimmung mir stets die gleichen Entschuldigungs- 
gründe entgegengehalten wurden. Ihre Eltern hätten 
für sie nicht gesorgt, erklärten sie rundweg, und ihre 
Kinder müßten daher ebenfalls zusehen, wie sie sich 
durchs Leben schlügen. Die Mutter Erde lohnt 
eben hier die auf ihre Bearbeitung verwandte kaum 
nennenswerthe Mühe so reichlich, daß der Bewohner 
zeitlebens jeder Noth überhoben ist. 
Nur in dem im Bezirke Misahöhe gelegenen 
Dorfe Kuma scheint sich ein frischerer Geist Bahn 
gebrochen zu haben, wie die dortselbst von den Ein- 
geborenen angelegten Kaffeeplantagen erkennen lassen. 
Obwohl den Bewohnern von Kuma bisher jede 
Anleitung für solche Kulturen fehlte, soll der dort 
gewonnene Kaffee doch von recht schmackhafter, jeden- 
falls von export= und marktfähiger Onalität sein. 
Leider waren die Kumaleute infolge des geringen 
Preises, der ihnen von den Faktoreien geboten wurde, 
bereits sehr entmuthigt, sich dem Kaffeebau noch 
ferner zu widmen. Hoffentlich gelingt es trotdessen, 
das Interesse der Bevölkerung für nutbringende 
Kulturen zu wecken. Ich verspreche mir in dieser 
Richtung von der Mission des Wanderlehrers 
Weeckel, welcher sich gegenwärtig im Innern auf- 
hält, einen günstigen Erfolg. 
Die geringe Mühe, welche die Beschaffung des 
nothwendigen Lebensunterhaltes verursacht, die über- 
aus reichlichen Erträgnisse des Bodens, verbunden 
mit der Anspruchslosigkeit des Negers, sind zwar 
die Ursache, welche den Hang zum Nichtsthun 
wesentlich begünstigt; sie haben aber andererseits, 
für den Reisenden wenigstens, die nicht zu unter- 
schätzende Annehmlichkeit zur Folge, daß die Bettelei 
gänzlich unbekannt ist. 
In allen Dörfern, welche unsere Expedition be- 
rührte, war unmittelbar am Wege die deutsche Flagge 
gehißt, die, lustig im Winde flatternd, uns oft schon
        <pb n="563" />
        aus weiter Ferne begrüßte. Am Flaggenmast hatten 
der Häuptling mit seinen Berathern Aufstellung ge- 
nommen, und dort fand auch die erste feierliche Be- 
grüßung statt, im unmittelbaren Anschluß an einen 
unter drückendster Sonnengluth zurückgelegten an- 
strengenden Marsch meist eine recht wenig erwünschte 
Feierlichkeit. Die häufig sehr volkreichen Dörfer sind 
durchweg winkelig und eng, im Uebrigen aber wohl 
gebaut. Unter den Häusern herrscht die viereckige 
Form, mit Giebeldach aus Savannengras, vor, 
seltener finden sich runde Gebäude. Einzeln stehende 
Häuser werden nicht häufig angetroffen, fast immer 
bilden vielmehr die Wohnungen einer Familie ein 
Gehöft, welches mit einem übermannshohen Zaun 
aus Binsengeflecht umgeben ist. Der Eingang zu 
den Gehöften wird des Nachts ebenfalls mit einer 
Matte zugestellt, Wohlhabendere dagegen haben sich 
zu diesem Zwecke eine zwar roh, aber solide ge- 
arbeitete Holzthüre beschafft, welche auf den Märkten 
feilgehalten werden. 
Innerhalb der Gehöfte und Wohnungen herrscht 
peinlichste Sauberkeit. Die Hütte besteht mitunter 
nur aus einem einzigen Raum von etwa 2 bis 3 m 
Tiefe, 4 bis 5 m Länge und 1,50 bis 1,80 m Höhe, 
so daß man sie nur mit Vorsicht betreten darf, um 
nicht mit einem Querbalken des Dachstuhles eine 
empfindliche Bekanntschaft zu machen. Nicht selten 
begegnet man indessen auch Häusern mit zwei und 
mehr Räumen, vor welchen sich manchmal sogar noch 
eine von dem überhängenden Dache geschützte Vor- 
halle hinzieht. Die Eingänge und Fenster, falls 
letztere überhaupt vorhanden, bilden einfach in der 
Mauer freigclassene Oeffnungen; nur ausnahms- 
weise sind verschließbare Thüren und Fensterläden an- 
gebracht. Soweit der Lateritboden reicht, bedienen 
sich die Eingeborcnen dieses vortrefflichen Materials 
zum Hüttenbau. Die Herstellung von Backsteinen, 
welche an der Küste von Eingeborenen bereits in 
sabrikmäßigem Umfange betrieben wird, ist den Be- 
wohnern des Innern entweder noch nicht bekannt, 
oder, was wahrscheinlicher ist, sie scheuen sich der 
damit verbundenen Mühe. Holz zur Speisung von 
Ziegelöfen würde hinreichend vorhanden sein. Gegen- 
wärtig geht daher die Errichtung des Mauerwerkes 
noch in überaus primitiver Weise vor sich. Vier in 
die Erde gerammte Pfähle werden durch eine Art 
Flechtwerk aus biegsamen Stöcken verbunden, auf 
dieses die gehörig durchgeknetete Thonerde mit den 
Händen von beiden Seiten aufgetragen und fest- 
gedrückt, und der Rohbau ist fertig. Man möge 
indessen nicht glauben, daß diese Bauart von mangel- 
hafter Solidität wäre. Im Gegentheil erlangen die 
in der Sonne bald getrockneten, von dem Flechtwerk 
gehaltenen Mauern eine solche Festigkeit, daß sie das 
überaus schwere Binsendach nicht nur bequem zu 
tragen vermögen, sondern auch den klimatischen Ein- 
flüssen eine lange Reihe von Jahren zu trotzen im 
Stande sind. Einen großen Vorzug haben diese 
Häuschen dadurch, daß sie tagsüber einen angenehm 
487 
  
kühlen Aufenthalt gewähren, da das etwa ½ m 
dicke Dach die Wirkung der Sonnenstrahlen voll- 
kommen aufhebt. Wir haben dieselben daher mit 
Vorliebe als Rastplätze aufgesucht. Während der 
Nacht ist dagegen das Zelt ohne Frage vorzuziehen, 
da die in dem eingeräumten Gehöfte eng zusammen- 
stehenden Hütten den freien Zutritt der frischen 
Zugluft behindern. 
Am freundlichsten gestaltete sich der Empfang 
in dem etwa 1½ Stunden vor der Station Misa- 
höhe gelegenen Marktflecken Agome-Palime. Der 
Platzhäuptling, der allzeit heitere Gidde-Gidde, war 
uns in Gemeinschaft mit dem Stationsvorsteher von 
Misahöhe, Lieutenant Plehn, schon eine ansehnliche 
Strecke entgegengekommen und konnte kein Ende 
finden, seiner Freude darüber Ausdruck zu geben, 
daß ich mein ihm in Sebbe seinerzeit gegebenes 
Versprechen, ihn zu besuchen, so bald erfüllte. In 
Agome-Palime angekommen bot uns Gidde-Gidde 
sogleich einen nach unserem langen Marsch doppelt 
willkommenen, anßerordentlich erfrischenden Be- 
grüßungstrunk in vorzüglichem Palmwein, wie ich 
ihn in gleicher Güte während der Reise nicht wieder 
gefunden habe. Der dort kredenzte Palmwein ge- 
nießt seiner Güte wegen bereits lange einen gewissen 
Ruf, und Gidde-Gidde ist nicht wenig stolz darauf. 
Der Tag nach meiner Ankunft in Palime galt als 
besonderer Festtag und war meiner offiziellen Be- 
grüßung durch die Bevölkerung des gesammten 
Agomelandes gewidmet. Die Dorfhäuptlinge hatten 
sich zu diesem Zwecke schon lange zum Abmarsch 
bereit gehalten und harrten nur des Winkes Gidde= 
Giddes. So kamen sie denn von nah und fern, 
aus allen Himmelsrichtungen, voran die deutsche 
Flagge, alsdann der Häuptling mit seinem NRathe, 
gefolgt von den Dorfbewohnern beiderlei Geschlechts 
und jeden Alters, in schier unabsehbarer Reihe an- 
marschirt. Auf dem Marktplat in Palime angelangt, 
begann sofort das unvermeidliche „play“, bestehend 
aus dem charakteristischen gliederverrenkenden Tanz, 
welcher von monotonem, ohrenzerreißßendem Gesang 
begleitet wird, zu dem wiederum unaufhörlicher 
Trommelschlag den Grundton liefert. Die dazu be- 
nutzten Trommeln haben nicht selten eine so erheb- 
liche Größe und Schwere, daß ein starker Mann 
dieselben auf dem Kopfe tragen muß, während ein 
zweiter mit ebenso großer Kunst als bewunderungs- 
würdiger Ausdauer die Bearbeitung des Instrumentes 
übernimmt. 4 
Nachdem der Zuzug der Festtheilnehmer sein 
Ende erreicht zu haben schien, befahl ich sämmtliche 
anwesenden Häuptlinge zu mir und begann, unter 
lautloser Stille der wohl an 2000 Köpfe zählenden 
Menge, mit denselben ein feierliches Palawer, welches 
ich mit der allseitig mit freudiger Zustimmung auf- 
genommenen Ausrufung Gidde-Giddes als Ober- 
häuptling des Agomegebictes beschloß. Gidde-Gidde, ein 
kluger, der deutschen Sache in überzeugungsvoller Treue 
zugethaner Mann in den besten Jahren, war bisher
        <pb n="564" />
        — 488 
nur sogenannter „Sprecher“, hatte sich aber durch 
seinen überlegenen Verstand und seine Gerechtigkeit 
eine Stellung und einen Einfluß im Agomelande 
erworben, wie sie eben nur einem Oberhäuptling 
zukommen. Es galt daher nur die offizielle An- 
erkennung eines bereits bestehenden thatsächlichen 
Zustandes durch die Regierung. 
Der nunmehrige Oberhäuptling war zu der 
feierlichen Ceremonie seiner Standes= und Ranges- 
erhöhung in einem mit besonderem Geschmack ge- 
wählten Anzuge erschienen. Bunte großkarrirte Unter- 
beinkleider steckten in bereits stark abgenutzten Zug- 
stiefeln und wurden von einem schwarzen Frack 
ehrwürdigen Alters nur mangelhaft bedeckt. Das 
Haupt schmückte ein blanker französischer Kürassier- 
helm für den Theatergebrauch, den ihm Herr 
v. Carnap zum Geschenk gemacht hatte. Diese 
Zusammenstellung wirkte so unendlich komisch, daß 
es mir schwer fiel, den Ernst zu bewahren. 
Die Einrichtung eines Marktes in Agome-Palime, 
ein Hauptverdienst des leider so früh verstorbenen 
Botanikers Baumann, hat sich als ein überaus 
glücklicher Gedanke erwiesen. Zahlreiche Karawanen 
aus dem fernen Innern des Schutzgebietes sowohl 
wie des Hinterlandes, welche früher ausschließlich 
nach dem englischen Gebiet zogen, wenden sich jetzt 
nach Palime, woselbst sie ihre Produkte, hauptsächlich 
Gummi, gegen Waaren zu Lomepreisen rasch und 
bequem absetzen können. Die von der Bremer 
Faktorei dortselbst errichtete Zweigfaktorei ist bereits 
seit längerer Zeit mit gutem Erfolg in Betrieb. 
Die Firma C. Goedelt hatte während unserer 
Anwesenheit gleichfalls mit dem Bau einer Faktorei 
begonnen, während die Firma Boedecker u. Meher 
sich einstweilen ein Baugrundstück am Marktplatz 
sicherte. Man wird daher mit Recht dem dort sich 
entwickelnden Handel eine aussichtsvolle Zukunft 
prophezeien können. 
Nachdem die zu meiner Begrüßung erschienenen 
Häuptlinge mit ihren Dorfeingesessenen sich allmäh- 
lich auf den Rückmarsch nach ihrer Heimath begeben 
hatten, brachen wir von Palime zu der nicht mehr 
fernen Station Misahöhe auf, in der Hoffnung, dort 
in dem gastlichen Stationsgebäude, unter der Für- 
sorge unseres freundlichen Wirthes, des Lieutenants 
Plehn, nach den überstandenen Strapazen einige 
Tage der Ruhe genießen zu können. Darin hatten 
wir uns allerdings einer Täuschung hingegeben, und 
wir erfuhren bald, daß Agome-Palime nur ein 
schwacher Vorgeschmack von den lärmenden Festlich- 
keiten war, die hier unser harrten. Vom frühen 
Morgen bis zum Einbrechen der Dunkelheit kamen 
die Bewohner des Bezirkes der Station, diesseits 
und jenseits des Agomegebirges, in unaußhörlichem 
Zuge herbei, und der unvermeidlichen „plays“ gab 
es kein Ende. auche Dörfer ließen es sich nicht 
nehmen, mehrmals zu erscheinen, in der Erwartung, 
für den als Geschenk mitgebrachten saueren und mit 
Wasser stark verdünnten Palmwein, oder für eine 
  
  
ausgehungerte Ziege von zwerghafter Gestalt jedes- 
mal ein unverhältnißmäßig werthvolleres Gegen- 
geschenk zu erhalten. Meine Vorräthe an Geschenken 
waren indessen bereits erheblich gelichtet, so daß ich 
auf Sparsamkeit bedacht sein mußte und die dar- 
gebrachten Angebinde nur in demselben bescheidenen 
Maße erwidern konnte. 
Nachdem ich mehrere Tage hindurch den Höllen- 
lärm der in Begeisterung aufgelösten Menge mit 
Geduld hatte über mich ergehen lassen, drängte die 
Zeit zum Aufbruch nach dem zwei Tagereisen ent- 
fernten Kpandu, dem Endziel meiner Reise. Als 
wir von der Station aus in etwa einhalbstündigem, 
äußerst anstrengendem Aufstieg die Paßhöhe erreicht 
hatten, bot sich in dem vor uns liegenden lieblichen 
Bergland mit seinen zahlreichen kurzen Querthälern 
und seinen krystallklaren rauschenden Gewässern 
unseren Augen ein Landschaftsbild von unvergleich- 
licher Schönheit dar. Herrlich, aber stellenweise 
nicht gefahrlos, war der Marsch durch die wild- 
romantische, mit üppigster Tropenvegetation bestan- 
dene Kameschlucht, welche uns im voraus für die 
noch zu überwindende lange Savannentour reichlich 
entschädigte. 
Wir hatten Misahöhe kaum eine halbe Tagereise 
im Rücken, als ein Sendbote aus Kpandu zu mir 
stieß, welchen der Häuptling Dagadu mit seinem 
Königsstock zu meiner Bewillkommnung entgegen- 
gesandt hatte. Am folgenden Tage hatte sich Dagadu 
selbst mir einc kurze Strecke in einer prächtigen, 
mit schwerem, seidenem Dach versehenen Hängematte 
entgegentragen lassen. Als er meiner ansichtig 
wurde, verlich er die Hängematte und schritt, mit 
freundlicher Miene mir die Hand zum Gruße dar- 
bietend, auf mich zu. Nachdem wir mit Hilife 
meines Dolmetschers die umständlichen Begrüßungs-= 
formalitäten gerade beendet hatten, als wir die 
Stadt betraten, wurden uns zunächst gut gebante, 
geräumige und mit Sorgfalt gereinigte Gehöfte als 
Unterkunftsstätten angewiesen. Man erkennt sofort, 
daß Kpandu eine für starken Fremdenverkehr ein- 
gerichtete Stadt ist. 
Während ich damit beschäftigt war, mich in 
meinem Quartier so wohnlich wie möglich einzu- 
richten, sandte mir Dagadu bereits seine Geschenke, 
bestehend aus fünf großen fetten Hammeln, einer 
großen Portion Yams und einer noch größeren 
Menge Palmwein. Letztere beiden Artikel kamen 
mir besonders gelegen, weil ich sie meinen Trägern 
abgeben konnte, die wegen der unerschwinglichen 
Preise nicht in der Lage waren, sich genügend 
Lebensmittel zu verschaffen. 
Unmittelbar darauf stattele ich in Begleitung des 
Lieutenants Plehn dem Häuptling meinen offiziellen 
Besuch ab, bei welcher Gelegenheit ich ihm gleich- 
zeitig meine Geschenke überreichen ließ, unter welchen 
er an einer preußischen Infanterie-Schirmmüße be- 
sonderen Gefallen zu haben schien, da er sie von 
da an mit Vorliebe trug. Als Zeichen, daß Dagadu
        <pb n="565" />
        meiner Anwesenheit besonderen Werth beimesse, 
empfing er mich auf seinem Throne sitzend, umgeben 
von seinem gesammten nicht eben kleinen Hofstaat. 
Dieser Thron, in einer alkovenartigen Vertiefung 
der das Gehöft nach vorn abschließenden geräumigen 
Halle, besteht nur aus einem erhöhten Siß von 
plumpem, weiß getünchtem Gemäuer und erregt nur 
Interesse durch die wenig anmuthige Umgebung, in 
welcher er sich befindet. Zu beiden Seiten desselben 
stehen nämlich die heilig gehaltenen Kriegstrommeln, 
geziert mit Menschenschädeln und Beinknochen, wäh- 
rend die Wände eine Anzahl Kriegstrompeten aus 
Elfenbein schmückte, welche abwechselnd mit mensch- 
lichen Unter= und Oberkiesern umgeben waren. Als 
ich mich eingehender nach diesem seltsamen Zierat 
erlundigte, erklärte er mit vielsagendem Lächeln, das 
seien lauter Andenken an seine guten Freunde, 
welche sicherlich nicht eines natürlichen Todes ge- 
storben sind. Einige scheußliche Fetischfratzen aus 
Holz oder Thon vervollständigten die Ausstattung 
dieses merkwürdigen Raumes. Spätere Zusammen- 
künste mit Dagadu, welche Unterhaltungen politischer 
Natur galten, fanden auf meinen Wunsch im Innern 
seines Gehöftes nur im Beisein von zwei seiner 
nächsten Verwandten und zuverlässigsten Berather statt. 
Dagadu ist ein Mann von mittlerer Größe, 
hagerer Gestalt und zäher Konstitution, mit freund- 
lichem, ja fast sympathischem, vertrauenerweckendem 
Gesichtsausdruck, welcher jedoch die angeborene Ver- 
schlagenheit zuweilen deutlich durchleuchten läßt. 
Aus seinen unstet umherspähenden Augen spricht 
ebensowohl Milde und Wohlwollen wie unbengsame 
Strenge, fähig, sich bis zur Grausamkeit zu steigern. 
Sein schon stark graumelirter Backenbart von einer 
bei Negern seltenen Fülle verleiht ihm eine gewisse 
Würde und bei seinen Untergebenen wohl auch er- 
höhtes Ansehen. Nach seiner äußeren Erscheinung 
würde ich ihn für einen Mann in der Mitte der 
fünfziger Jahre halten, doch kann man in dieser 
Schätung leicht fehlgehen, da er durch rasches Leben 
frühzeitig gealtert sein mag. 
Vor weniger als zwei Jahren noch vollständig 
in den Netzen englischer Händler und Agenten und 
erklärter Feind der deutschen Regierung, macht Da- 
gadu heute den Eindruck, als ob er nunmehr ebenso 
sest auf Seiten der deutschen Sache stehe. 
Die Freude Dagadus über unser Erscheinen und 
die Herzlichkeit der uns gewährten Aufnahme waren 
anscheinend aufrichtig. Fühlte er sich doch ersichtlich 
geschmeichelt und seinem Volke gegenüber besonders 
gehoben, daß er eine bisher nie gesehene Anzahl 
weißer Leute auf einmal beherbergen konnte. Am 
Tage nach unserer Ankunft veranstaltete er zu unseren 
Ehren ein glänzendes Schauspiel, welches alle vorher 
dargebrachten plays bei Weitem in den Schatten 
stellte. Sämmtliche ihm unterstehenden Dörfer hatte 
er zu dieser Vorstellung aufgeboten, und wohl an 
6000 Personen hatten dieselben nach Kpandu ent- 
  
489 — 
sandt. Jede neu ankommende Dorsgemeinde bewegte 
sich in langsamem, feierlichem Zuge, einer Polonaise 
ähnlich, rings um den geräumigen Platz, ihrer Ehr- 
erbietung gegen ihren König durch Niedersinken auf 
die Kniee und wiederholtes Verneigen des Körpers 
Ausdruck gebend. Die gleiche Ceremonie wurde 
regelmäßig vor mir wiederholt. Alsdann begann 
das obligate lärmende play mit Tanz und Gewehr-= 
salven. Musterhaft waren Ruhe und Ordnung, 
trotz der ungeheneren Menschenmenge, und der Be- 
weis, daß er ein mächtiger Häuptling sei, war 
Dagadu glänzend gelungen. 
Der nächste Tag war ausschließlich der Erledi- 
gung des geschäftlichen Zweckes meiner Anwesenheit 
gewidmet, indem für die Bremer Faktorei, die Firmen 
C. Goedelt und Boedecker u. Meyer, deren 
Vertreter persönlich anwesend waren, Baugrundstücke 
zur Errichtung von Faktoreien ausgesucht und nach 
kurzen Auseinandersetzungen mit dem Häuptling über 
die Abgrenzung derselben von diesem auch unentgeltlich 
bereitgestellt wurden. Freilich war er, nach alther- 
gebrachter Sitte, durch vorher schon überreichte Ge- 
schenke, bestehend in kostbarer Seide, Pulver, Tabak 
und einigen süßen Getränken, seitens der Kaufleute 
bereits hinreichend willfährig gemacht, und weitere 
kleine Aufmerksamkeiten wurden ihm in Aussicht ge- 
stellt, so daß dem Geschenk immerhin eine recht werth- 
volle Gegenleistung gegenüberstand. 
Der Kaiserlichen Regierung schenkte Dagadu ein 
vortrefflich gelegenes Grundstück, welches die ganze 
Westseite des großen mit riesigen Schattenbäumen 
bestandenen Marktes einnimmt. 
Die Stadt Kpandu eignet sich indessen, wegen 
ihrer ungesunden, tiefen Lage in sumpfigem Terrain, 
nicht zum dauernden Aufenthalt für Europäer. Ich 
habe mir daher sogleich ein weiteres Grundstück auf 
einem etwa zehn Minuten westlich von Kpandu von 
Norden nach Süden streichenden Hügelrücken für die 
Regierung ausbedungen, welches Dagadu derselben 
gleichfalls in bereitwilligster Weise unentgeltlich als 
Eigenthum zusprach. 
Dieses von Lieutenant Plehn ausgesuchte Grund- 
stück liegt etva 80 m hoch und ist von Kpandu in 
zehn Minuten bequem zu erreichen. Bausteine sind 
in unmittelbarer Nähe vorhanden, während das 
nöthige Holz aus einer Entfernung von etwa einer 
Stunde herbeigeschafft werden müßte. Von sani- 
tärem Gesichtspunkte aus ist besonders wichtig, daß 
auf dem Grundstück anstehender Fels vorgefunden 
worden ist. Da ferner der Zufall zur Entdeckung 
einer klaren Quelle geführt hat, so dürfte die dort 
etwa anzulegende Europäerwohnung den Durch- 
schnittsansprüchen für afrikanische Bauten entsprechen.
        <pb n="566" />
        — 490 — 
Deuksch-HSüdwestafrika. 
Ueber die Beendigung der Rämpfe gegen die 
Rhauas-= Dottentotten 
meldet der Kaiserliche Landeshauptmann Major 
Leutwein aus Okahandya unter dem 8. Juni d. Is. 
Folgendes: 
Ener Durchlaucht habe ich die Ehre, im Anschluß 
au meinen Bericht aus Otjundas) über den ferneren 
Verlauf des Krieges, wie folgt, zu melden: 
Der im genannten Bericht erwähnte Bote an die 
Khanas-Hotlentotten kam am 12. Mai d. Is. mit der 
genauen Nachricht über die gegenwärtige Stellung 
des genannten Stammes sowie des Häuptlings Kahi- 
mema zurück. Unter Hinterlassung einer starken 
Wache für die Verwundeten und Gefangenen auf 
dem alten Lagerplatz marschirte ich demzufolge am 
13. abends mit der ganzen Truppe ab und erreichte 
am 14. abends, Witbooi in der Avantgarde, den ge- 
nannten Platz und bezog zehn Minnten vor demselben 
Gefechtsstellung, soweit solches bei dem auch dort 
ungemein dichten Gebüsch möglich war. Boten, zu- 
meist aus Witboois und Hereros bestehend, welchen 
ich den Gefreiten Hilzebecher vom Stabe beigab, 
brachten den Aufrührern die Aufforderung, sich ent- 
weder bedingungslos zu ergeben oder eines neuen 
Kampfes gewärtig zu sein. Sie zogen das Erstere 
vor. Kahimema, welcher nur noch fünf Leute 
bei sich hatte, kam noch an demselben Abend, die 
Khauas-Hottentotten am anderen Morgen. Während 
der Nacht waren sie in der Werft selbst bewacht 
worden. Ein Theil der Khauas hatte sich indessen 
vorher abgezweigt und ging direkt in das Lager 
bei Otjunda, wo wir sie nach unserer Rückkehr 
vorfanden. Augenscheinlich hatten sie sich vorher 
überzeugen wollen, ob die Gefangenen getödtet wer- 
den würden. 
Nachträglich muß ich noch erwähnen, daß nach 
unserem Abmarsche von Otjunda auch der Kapitän 
Simon Cooper aus Gokhas, ohne von mir gerufen 
zu sein, mit etwa 130 gut bewaffneten Reitern be- 
hufs Theilnahme am Kriege im Lager eingetroffen 
war. Er folgte mit den besten Pferden der Ex- 
pedition nach und erreichte die Letztere am 15. 
morgens nach Eintreffen der Gefangenen. Wie sehr 
der Stamm der Khauas zusammengewürfelt ist, und 
zwar naturgemäst aus weniger guten Elementen, 
konnte jetzt festgestellt werden. Nach einer Ansprache 
meinerseits, in welcher ich den Gefangenen das Leben 
zusicherte, da der Kriegsanstifter, ihr Kapitän Eduard 
Lambert, schon todt sei, ergriff auf mein Ansuchen 
auch Witbooi zu einer Strafpredigt das Wort, in 
welcher er ihnen androhte, er würde, wenn sie 
noch einmal wegliefen, sie aufs Unerbittlichste ver- 
folgen helfen, bis sic todt oder wiedergefunden seien. 
Während dieser Ansprache entdeckte er unter den 
Gefangenen drei seiner eigenen Leute, welche er 
*) Siehe Deutsches Kolonialblatt Nr. 14, Beilage. 
Einlieferung ausschreiben. 
  
sofort vor die Front nahm und tüchtig durchhauen 
ließ. Hierdurch sah sich Simon Cooper, welcher es 
wohl sonst nicht so genau genommen hätte, zu gleichem 
Thun veranlaßt. Er hatte unter ihnen fünf 
seiner Unterthanen entdeckt. Schließlich kamen noch 
zehn Manasselente aus Hoachanas in gleicher Weise 
an die Reihe. In das Lager zurückgekehrt, wieder- 
holte sich diese Prozedur an einer ganzen Anzahl 
der direkt dorthin geflüchteten Khauas. Mithin waren 
unter den noch etwa 70 waffenfähigen Männern des 
Stammes mindestens die Hälfte fremder Nationalität. 
Im Ganzen bestand der Stamm noch aus etwa 
220 Köpfen einschließlich Weiber und Kinder. 
Die Ansprache Witboois hatte ihre Wirkung nicht 
verfehlt. Die Bewachung der Khauas hat uns bis 
jetzt wenig Mühe gekostet. Sie wurden unmittel- 
bar nach Ergreifung unter schwacher Bedeckung 
nach Windhoek abgeführt, wo sie zu Zwangsarbeiten 
verwendet werden. Ein Theil thut auch bereits bei 
der Feldtruppe selbst Dienst, und hat bis jetzt keiner 
einen Versuch zur Flucht gemacht. Die Namen der 
erwachsenen Männer sind ausfindig gemacht und auf- 
geschricben worden. Es fehlen von ihnen nur 
noch drei, über deren Verbleib Nicmand Auskunft 
zu geben im Stande war, ich werde sie zur 
Möglicherweise sind sie 
indessen bereits todt. Als Eigenthum besitzt der 
Stamm nichts mehr, als was seine Angehörigen auf 
dem Leibe tragen. An Gewehren hatte er noch 
43 Stück, zum Theil gute Hinterlader. 
Kahimema nebst Anhänger behielt ich im Hinblick 
auf die in Okahandya zu führenden Verhandlungen 
bei mir. Es war nämlich mittlerweile auch die 
Nachricht eingetroffen, daß sich Nikodemus in Oka- 
handya unter Betheuerungen seiner Unschuld freiwillig 
gestellt habe. Da sich sein Halbbruder, der Unter- 
kapitän Assa Riarna, für ihn verbürgte, wurde er 
vorläufig auf freiem Fuße belassen, später aber auf 
meinen Befehl doch festgesetzt, als ihn die Aussagen 
der vorläufig vernommenen Gefangenen immer 
schwerer belasteten. 
Nunmehr schickte ich auch mit einigen Leuten von 
Samuel Botschaft an die Großleute von Kahimema, 
an der Spitze Kahilaeta, ebensalls mit der Auffor- 
derung, sich bedingungslos zu unterwerfen oder der 
Fortsetzung des Krieges gewärtig zu sein. Auch dieser 
Schritt verfehlte seine Wirkung-nicht. Soweit sie am 
Leben waren, stellten sich die Großleute — vier an 
der Zahl — im Lager bei Otjunda. Nachdem noch 
ein zwei Tagemärsche entfernter Viehposten Kahi- 
memas, in der Stärke von 1200 Stück, aufgehoben 
worden war, kehrte ich selbst mit der gesammten 
Truppe in das Hauptlager bei Otjunda zurück, wo. 
ich am 19. früh wieder eintraf. Aus Meldungen, 
die unterdessen in der Richtung von Okahandya ein- 
gelaufen waren, ergab sich, daß die Hauptwerft von 
Nikodemus sich in Eknja, nördlich Otjihauena, befinde. 
Dort lag nunmehr der Schwerpunkt des Krieges, da 
die Frage, ob es noch einmal zum Schießen komme,
        <pb n="567" />
        nunmehr nur von den daselbst sitzenden Groß- 
leuten abhing. Ich setzte mich daher am 22. abends 
über Tjeetjoos Werft dorthin in Marsch. Bei letzt- 
genanntem Häuptling fand freundlicher Verkehr statt. 
Ich lobte ihn wegen seiner loyalen Haltung, freute 
mich aber auf der anderen Seite, ihn den Anblick 
meiner vorübermarschirenden, jetzt auf 500 Reiter 
angewachsenen Truppe genießen lassen zu können. 
Wenn Tijectioo auch äußerlich Frieden hält, so ist 
er innerlich doch mehr aus Furcht als aus Liebe 
zu uns von dem Aufstande ferngeblieben. 
Im Uebrigen blieb auch eine nach Ekuja voraus- 
gesandte Aufforderung zur Unterwerfung unter An- 
drohung einer Fortsetzung des Krieges im Falle der 
Weigerung nicht ohne Wirkung. Neun Großleute von 
Nikodemus stießen zum Theil unterwegs zu uns, 
zum Theil hatten sie sich in Okahandya gestellt. 
Es stand sonach kein Feind mehr im freien Felde 
und erübrigte lediglich ein diplomatisch-gerichtliches 
Nachspiel, dessen Schauplatz naturgemäß nur Oka- 
handya sein konnte. Dort hatte mittlerweile der 
Major Mueller die neu eingetroffene Truppe orga- 
nisirt und sonach eine — um mich eines Ausdrucks 
aus dem großen Kriege zu bedienen — Art „Reserve- 
armec“ formirt. 
an Stelle von Windhoek kann ich nur als eine 
glückliche bezeichnen. 
ist nicht zu unterschätzen und schreibe ich es lediglich 
der Anwesenheit dieser Truppe zu, wenn die oben 
gemeldete Festsetzung von Nikodemus ohne Schwierig- 
keiten vor sich gegangen ist. Außerdem konnte nach 
genanntem Platze durch Vermittelung der Lente 
Samuels leicht eine gut funktionirende, regelmäßige 
Verbindung zwischen Major Mueller und mir her- 
gestellt werden. 
Etwa am 20. Mai d. Is. war die Formirung 
der Abtheilung Mueller beendet und sie brach 
dem erhaltenen Befehl gemäß zur Vereinigung mit 
mir behufs gemeinsamen Angriffes auf die Werft 
Ekuja in nordöstlicher Richtung auf. Bevor es je- 
doch so weit gekommen war, erfolgte die bereits er- 
wähnte freiwillige Unterwerfung der Großleute von 
Ekuja, worauf sachgemäß der Rückmarsch der Abthei- 
lung Mueller nach Okahandya zu erfolgen hatte. 
Am 2. Juni früh fand feierlicher Einmarsch da- 
hier unter sichtlicher Theilnahme der Bevölkerung 
sowie Vereinigung der alten und neuen Truppe statt. 
Die durch den Assessor v. Lindequist sofort be- 
gonnene gerichtliche Untersuchung ergab mit unzwei- 
deutiger Klarheit, daß der Anstifter des Krieges 
einzig und allein Nikodemus gewesen ist, und 
zwar hatte er seine Wühlereien unmittelbar nach 
seiner Einsetzung als Kapitän des Ostens begonnen. 
Auch Witbooi suchte er hereinzuziehen. Ich 
werde dessen Aussage als besonders interessant 
später einsenden. Nikodemus leugnet freilich mit 
dreister Stirn, auch angesichts der ihm gegenüber- 
gestellten Zeugen, einschließlich seines Mitschuldigen 
Kahimema, welch Letzterer seinerseits nichts beschönigt. 
491 
Die Wahl des genannten Platzes 
Die Macht der Riaruapartei. 
entgegen. 
  
Die Triebfeder zu dem Handeln Nikodemus war, 
neben dem allgemein vorhandenen Mißtrauen der 
Eingeborenen gegen die Pläne der Weißen, sein 
ungemessener Ehrgeiz in Verbindung mit persönlicher 
Feindschaft gegen den Oberhäuptling Samuel und 
damit auch gegen uns, da wir diesen unterstützten. 
Morgen und übermorgen wird das Kriegsgericht 
stattfinden, und kann ich über den Ausfall vielleicht 
noch mit dieser Post melden. 
Es erübrigt nun, über die Vorgänge in den 
übrigen Theilen des Hererolandes zu berichten. Vor 
meinem Abmarsche von Otjunda hatte ich zehn weiße 
Reiter unter Vizefeldwebel Froede nebst einigen 
Hereros entsendet, um die Viehposten Kahikactas 
aufzuheben und dessen Werft zu entwaffnen. Diese 
Abtheilung ist gestern zurückgekehrt. Die Ausbeute 
bestand aus 1200 Stück Vieh und 14 Gewehren. 
An Widerstand dachte Niemand mehr. Am meisten 
Lust zum Losschlagen scheinen dagegen die Hereros 
in Omaruru gehabt zu haben, wobei die bekannten 
Namen Daniel Karriko, Gawayo und Katare wieder 
eine Rolle spielen. Manasse selbst wirkte für den 
Frieden, wie Lieutenant Volkmann indessen meint, 
nur äußerlich. Mir selbst schrieb er nur Frieden 
athmende Briese. Jedenfalls erschien die Haltung 
der Hereros in Omaruru drohend genug, um den 
Major Mueller zur Entsendung einer Verstärkung 
von 15 Mann der neuen Truppe dorthin zu ver- 
aulassen. Ich selbst habe beschlossen, meinen nächsten 
Zug ebendahin sowic in das Kaokofeld zu unter- 
nehmen, sobald Menschen und Thiere sich einiger- 
maßen erholt haben. Anderenfalls riskiren wir eines 
Tages auch in Omarurn einen ähnlichen unerwarteten 
Ausbruch wie jetzt in Gobabis. 
Zu einem vollständigen Ausbruch kam dagegen 
jetzt schon die aufrührerische Bewegung in Otjim- 
binguec, vor Allem hervorgerufen durch die Auf- 
reizungen eincs Engländers, Namens Wallace, 
welcher außerdem den Eingeborenen in verbotener 
Weise Spirituosen geliefert hatte. Einige 30 Hereros 
rotteten sich in angetrunkenem Zusiande zusammen, 
suchten das Haus eines Weißen zu stürmen und 
setzten der herbeieilenden Militärpatrouille Widerstand 
Daneben wurde auch Missionar Meyer 
etwas belästigt. Es kam schließlich zu einer kleinen 
Schießerei, bei welcher zwei Hereros verwundet 
wurden. Der gerade mit einem Theil der neuen 
Truppe angekommene Premierlieutenant d. R. (Ober- 
grenzkontroleur) Schmidt setzte den Engländer in 
Haft und stellte bei den Hereros durch gütliches Zu- 
reden die Ruhc wieder her. Seitdem ist sie dort 
nicht wieder gestört worden. 
Wenn ich nun noch einmal auf den Verlauf 
des Krieges zurücksehe, so muß ich sagen, daß er 
ein ungewöhnlich glücklicher gewesen ist. In dem 
für uns ungünstigsten Momente ausgebrochen, schien 
der Aufstand das Schutzgebiet an den Rand des 
Abgrundes zu bringen, zumal in den ersten Anfängen 
nicht zu übersehen war, welche Ausdehnung er
        <pb n="568" />
        — 492 
gewinnen würde Indeß gelang dessen Lokalisirung und 
war damit die größte Gefahr beseitigt. Ein wesent- 
liches Verdieust hierfür gebührt der unerschütterlichen 
Freundschaft des Oberhäuptlings Samuel in Verbin- 
dung mit der ebenso unerschütterlichen Bertragstreue 
Witboois. Samuels persönliche Macht ist ja nicht 
große aber auch bei den Schwarzen ist das Gewicht 
der Legitimität nicht zu unterschätzen. Sehr zu statten 
ist uns auch die Gerechtigkeit unserer Sache gekommen. 
Dem frivolen Friedensbruch von Seiten unserer 
Gegner stand die immer wieder bewiesene und von 
keinem Eingeborenen mehr bezweifelte Friedensliebe 
auf unserer Seite gegenüber. 
Was die verbündeten Hereros uns genutzt haben, 
kann nicht hoch genug angeschlagen werden. Das für 
uns in dem weiten Lande Schwierigste, nämlich Auf- 
finden des Feindes, der Weide= und Wasserstellen, ging 
mit ihrer Hülfe und vermöge ihrer Ortskunde glatt 
und ohne jede Störung von statten. Niemals haben 
wir trotz unseres bedeutenden Viehbestandes auch nur 
im geringsten an Wassermangel gelitten. Was das 
heißen will, kann nur der Kenner richtig würdigen. 
Unsere übrigen Bundesgenossen habe ich mir bereits 
in meinem letzten Bericht zu charakterisiren gestattet 
und dem nichts mehr hinzuzufügen. Ueberhaupt hat 
sich die diesmalige Zusammensetzung der Feldtruppe 
— Weiße nur als Kern, die Masse Eingeborene — 
als die für hiesige Verhältnisse in der That zweck- 
mäßigste erwiesen. Ich ziehe eine solche Truppe dem 
bestausgebildeten heimathlichen Jäger-Bataillon vor. 
Nicht stolze Heeresmassen verbürgen den Sieg, son- 
dern die Geeignetheit der betreffenden Truppe für 
die gegebenen Verhältnisse. Die Kriegs= wie auch 
die Kolonialgeschichte giebt hierfür deutliche Lehren. 
Fern muß uns daher jede Politik bleiben, welche uns 
die Eingeborenen entfremdet und daher in schwierigen 
Lagen lediglich auf uns selbst anweist. Dank einem 
gut funktionirenden Requisitionssystem und der Be- 
mühung der Kaiserlichen Intendantur hatten wir 
auch nie Proviantmangel und bringen sogar noch 
einen reichlichen Vorrath nach Hause. 
Aus diesem Zusammenwirken von Weißen und 
Eingeborenen ergiebt sich als Hauptvortheil des ver- 
flossenen Krieges und als eine gute Grundlage für 
die Zukunft, daß das Schutzgebiet sich aus eigenen 
Kräften hat helfen können, was das ganze Ziel 
meines bisherigen Strebens gewesen ist. Unter den 
500 Reitern, aus welchen, wie bereits gemeldet, die 
Truppe schließlich bestanden hat, befanden sich noch 
nicht 100 Angehörige der Schutztruppc selbst. Der 
Rest war aus wiedereingezogenen Reservisten, Kriegs- 
freiwilligen und Eingeborenen zusammengesetzt. Ganz 
besonders muß ich auch die zur Rückkehr nach Deutsch- 
land angemeldeten Reservisten loben. Sie machten 
angesichts des heimathlichen Schiffes ohne jede 
Schwierigkecit Kehrt und meldeten sich in weitaus 
überwiegender Mehrzahl zur Feldtruppe selbst. Doch 
lonnte nur ein kleiner Theil noch den Kriegsschauplatz 
  
selbst erreichen. Von diesen Letzteren ist einer 
(Graeber) bei Otjunda gefallen. Auch die weiße 
Bevölkerung Windhoeks hat dem Kriege eine Theil- 
nahme entgegengebracht, wie ich sie hier noch nicht 
erlebt habe. Des freiwilligen Vertheidigungskorps 
habe ich bereits gedacht. Daneben wurde auch das 
von 1870 her in rühmlichem Andenken stehende 
nützliche Institut der Liebesgaben für die im Felde 
stchenden Krieger eingeführt, was bei Letzteren sicht- 
lichen Beifall gefunden hat. · 
Nach Erledigung des Kriegsgerichts werde ich 
mit, der gesammten Truppe nach Windhoek zurück- 
marschiren, dort die Feldtruppe neu organisiren lassen 
und dann den größten Theil der Letzteren unter 
Major Mueller wieder nach dem Osten entsenden, 
um die den Besiegten auferlegte Kriegsentschädigung 
einzutreiben. Ueber die Verwendung der Letzteren 
werde ich noch besonderen Bericht erstatten. Jeden- 
falls wird dieser Krieg einer Zahl von Ansiedlern 
die erste Grundlage für den künftigen Viehbestand 
gewähren, die Hereros dagegen von ihrem über- 
mäßigen Viehreichthum sachgemäß ctwas entlasten. 
Nach anderweitigen neueren Nachrichten sind 
Nikodemus und Kahimema vom Kriegsgericht zum 
Todec verurtheilt und erschossen worden. 
Ueber die Theilnahme der J. und 2. Rompagnie am 
Gefecht bei Sturmfeld vom b. Mai 1890 
berichtet Hauptmann v. Estorff?) Folgendes: 
Um etwa 6 Uhr morgens bekam ich vom Herrn 
Major Leutwein den Befehl: „Gehen Sie mit der 
1. und 2. Kompagnie und einem Geschütz gegen die 
am weitesten rechts (nordöstlich) gelegene Werft vor. 
Rechts neben Ihnen wird der Lientenant v. Burgs- 
dorff umfassend vorgehen. Ich selbst werde die 
weiter links gelegene Werft mit der 3. Kompagnie, 
zwei Geschützen und den Hereros angreifen.“ 
Gefechtsstärke: 
Stab: 1 Offizier, 2 Reiter, 
1. Komp.: 2 Offiziere, 13 Unteroffiziere, 32 Reiter, 
2.= 1 Offizier, 13 - 37.— 
Geschütz: — — 1 Unteroffizier. 34 
Zur 1. Kompagnie 3 Bastards, 3 Namareiter, 
2. - 8 Namareiter. 
Das Gelände war unübersichtlich, lichter Busch 
wechselte ab mit dichtem Buschwald. 
Da die Lage der Werften im ersten Morgen- 
grauen nicht zu erkennen war, ging ich rechts neben 
der vom Major Leutwein geführten Abtheilung in 
gleicher Höhe vor. Bald ertönten Gewehrschüsse vom 
linken Flügel her, gleichzeitig sah ich eine Abtheilung 
*) Vergl. D. Kolonialblatt 1896 Nr. 14, Beilage S. 3.
        <pb n="569" />
        — 493 
Ovambandjern sich in die etwa 400 m vor mir in 
einem Grunde liegenden Baumgruppen ziehen. Ich 
befahl dem Geschütz, dagegen aufzufahren, der 2. Kom- 
pagnie, zum Fußgefechte vorzugehen, und der 1. Kom- 
pagnie, sich rechts seitwärts herauszuziehen. 
Das Geschütz und die 2. Kompagnie gingen bis 
etwa 300 m an die Baumgruppen heran und be- 
gannen, als sie freies Schußfeld hatten, das Feuer. 
Das Geschütz (Führer Unteroffizier Czicelski) feuerte 
mit Kartätschen, die Kompagnie gab kurze Lagen 
von Schützenfeuer ab. Der Feind erwiderte das 
Feuer lebhaft. Die 1. Kompagnie hatte eben die ihr 
befohlene Bewegung ausgeführt, als sie unvermuthet 
in ein selbständiges Gefecht verwickelt wurde (siehe 
Anlage 1). 
Die 2. Kompagnie und das Geschütz vertrieben 
nach etwa ½ stündigem Feuergefecht den Feind aus 
den Baumgruppen. Die erstere hatte aber auch Ver- 
luste: Zum Tode verwundet wurde der Kompagnie= 
führer Lientenant Schmidt (Schuß durch die Brust) 
und schwer verwundet der Sergeant Deubel. 
Inzwischen hatte die 1. Kompagnie einen schweren 
Stand gehabt und war sogar durch die Uebermacht 
des sehr tapfer fechtenden Feindes hart bedrängt. 
Nachdem ich erkannt hatte, daß sie auf die Werft des 
Kahimema gestoßen war, die mir als Angriffspunkt 
bezeichnet worden, ließ ich die 2. Kompagnie (Führer 
Sergeant Grickschat) das Gefecht in ihrer Front 
abbrechen und links neben der 1. Kompagnie vor- 
gehen, während ich das Geschütz in die Schützenlinie 
derselben auffahren ließ. 
Nachdem es hier vier Schrapnelschüsse (mit kür- 
zester Brenndauer) gegen die auf etwa 80 m vor 
ihm liegende Werft abgegeben hatte, licß ich die 
1. Kompagnie zum Sturm mit aufgepflanztem Seiten- 
gewehr vorbrechen. Der Sturm wurde mit großem 
Ungestüm ausgeführt und der Feind aus dem west- 
lichen Theile der Werft vertrieben. Die 1. Kompagnie 
stieß einige Hundert Meter in dem dichten Busch 
nach und sammelte sich, nachdem sie denselben ge- 
säubert hatte, sogleich wieder in ihrer alten Stellung. 
Der Theil des Feindes, welcher die Werft der 
2. Kompagnie gegenüber besetzt hatte, behauptete je- 
doch bis jetzt noch hartnäckig seine Stellung. Die 
1. Kompagnie entwickelte sich daher gegen seinen 
linken Flügel, das Geschütz bestrich den ganzen Wald- 
saum und nach kurzem Feuergefecht ließ ich nunmehr 
beide Kompagnien gegen ihn stürmen. Jetzt wandte 
sich auch hier der Gegner zur Flucht, die ganze 
Werft den nachstoßenden Reitern überlassend. Diese 
drangen ihm in dem dichten Busche eine kurze Strecke 
nach und sammelten sich dann am Ostende der Werft. 
Der rechte Flügel der 1. Kompagnie hatte Fühlung 
mit den vom Premierlieutenant v. Burgsdorff 
geführten Witboois genommen, die rechts neben ihr 
vorgegangen waren. Auch diese sammelten sich jetzt 
bei den Kompagnien und dem Geschütz. 
Um 7 ½ Uhr war das Gefecht beendet und konnte 
  
dem Major Leutwein gemeldet werden, daß die 
gesammte Abtheilung zur Verfügung stehe. 
Es wurde später festgestellt, daß der Feind vor 
der Front der 1., hauptsächlich vor dieser, und der 
2. Kompagnie an 30 Todte hatte liegen lassen, dar- 
unter viele Großleute. 
Die 1. Kompagnie hatte bei ihren beiden Stürmen 
noch vier Verwundete verloren, im Ganzen aber 
einen Todten und sieben Verwundete; die 2. Kom- 
pagnic den schwer verwundeten Unteroffizier Mewes 
und im Ganzen einen Offizier todt, zwei Unteroffi- 
ziere schwer verwundet. 
Verschossen wurden von der 1. Kompagnie im 
Durchschnitt 48 Patronen pro Mann, der 2. Kom- 
pagnie im Durchschnitt 32 Patronen pro Mann, von 
dem Geschütz 26 Schrapnels und 2 Kartätschen. 
Nachdem der Herr Major Leutwein befohlen 
hatte, die Verfolgung des flüchtigen Gegners auf- 
zunehmen, und mir hierzu auch die Abtheilung des 
Lieutenants v. Burgsdorff zur Verfügung gestellt 
war, ging ich um 8 / Uhr mit dieser, der 1. und 
2. Kompagnie sowic dem Geschütz in östlicher Richtung 
vor. Das Ergebniß der Verfolgung war gering, da 
der Feind gänzlich zersprengt in dem dichten Busch 
auseinandergelaufen war. Anliegende Meldung (An- 
lage 2) giebt das Nähere an. 
Anlage 1. 
Bericht 
über das Gefecht der 1. Feldkompagnic bei Sturm- 
feld (Otyunda) am 6. Mai 1896. 
Auf Befehl des Hauptmanns v. Estorff: „Die 
1. Kompagnie solle sich rechtsseitwärts von der 
2. Kompagnie und dem Geschütz herausziehen“, ritt 
die 1. Kompagnie etwa 300 bis 400 m halbrechts 
vom Geschütz heraus, als plötzlich die rechte Seiten- 
patrouille aus dichtem Buschwerl Feuer erhielt. 
Gleichzeitig wurden vor der Kompagqnie einzelne aus 
dem Gebüsch hervortauchende Gestalten sichtbar und 
hinter diesen im Dickicht in einer Entfernung von 
etwa 200 m viele Menschenstimmen und lautes 
Rindergebrüll hörbar. , 
Da die in der Nacht vorausgeschickten Spione 
gemeldet hatten, daß die Werft des Ovambandjeru- 
häuptlings Kahimema und der mit ihm vereinigten 
Khauas-Hottentotten am weitesten rechts von unserem 
Anmarsche aus gelegen sei, war es mir nicht zweifel- 
haft, daß ich diese Werft, aus der man durch das 
Buschwerk ein Lagerfener hindurchschimmern sah, vor 
mir hatte. Ich ließ daher absitzen und von den 
vorgezogenen Schützen mit Standvisir auf den Gegner 
feuern. Als das feindliche Feuer schwächer wurde, 
ging ich 80 m in der Richtung des Lagerfeuers vor, 
bis die Schützenlinie, deren Mitte jetzt nur noch 
60 m von dem vor derselben liegenden Dickicht ent- 
fernt war, sehr heftiges Feuer erhielt. Nachdem 
dasselbe etwa fünf Minuten auf das Lebhafteste von
        <pb n="570" />
        — . 494 
uns erwidert war, traf von der rechten Seitenpatrouille 
die Meldung ein, daß sic von rechts aus dem Ge- 
büsche aus nächster Entfernung stark befeuert werde 
und ein starker feindlicher Haufen sich an ihr vorbei 
in das rechts hinter der Schützenlinie liegende Dickicht 
binzöge, um die Kompagnie zu überflügeln und ihr in 
den Rücken zu fallen. Fast gleichzeitig erhielten wir 
auch schon aus mehreren — drei — alten und ver- 
lassenen hinter uns stehenden Pontoks aus der Ent- 
fernung von 50 und 80 m Feuer. 
Ich nahm daher den zweiten Zug bis auf eine 
Sektion aus der Feuerlinie heraus, um durch scharf 
zurückgebogenen rechten Flügel die rechte Flanke und 
den Rücken zu decken. Die schnelle und präzis aus- 
geführte Schwenkung und das sofort abgegebene 
Schnellfeuer des zweiten Zuges brachte dic beabsich- 
tigte Umgehung des Gegners zum Stehen und bewog 
ihn augenscheinlich zum allmählichen Rückzuge nach 
der Hauptwerft, von woher das Feuer um so leb- 
hafter unterhalten und nach geringen Pausen immer 
wieder sehr heftig ausgenommen wurde. Verschie- 
dentlich machte der Feind aus dem dichten Buschwerk 
hervorspringend den Versuch, die Schützenlinie zu 
stürmen, was jedoch jedesmal durch rechtzeitiges 
Schnellfeuer des ersten Zuges verhindert wurde. 
Zwischen dem 50 bis 100 m vor der Schützenlinie 
liegenden Dickicht standen in hohem Grase einzelne 
Büsche, aus denen die Gegner, bis auf 20 m heran- 
kriechend, seuerten, so daß z. B. Licutenant Eggers 
einen Ovambandjern auf 20 bis 30 m aus der 
Schützenlinie mit dem Nevolver niederschoß. Dem 
Feinde bot sowohl das dichte Dornengebüsch als die 
in demselben befindlichen über mannshohen Dornen- 
kraale eine vorzügliche Deckung. 
In der Schützenlinie wurden der Unteroffizier 
Staginus tödlich, Lieutenant Eggers sehr schwer, 
die Reiter Düßler und Kühnel schwer verwundet. 
Nach mehr als halbstündigem heißen Gefechte kam 
Hauptmann v. Estorff, die bedrängte Lage der 
1. Kompagnie erkennend, mit der 2. Kompagnie und 
dem Geschüßze zu Hülfe. Nachdem das Schüßzenfeuer 
kurze Zeit lebhaft unterhalten war, ging die 1. Kom- 
pagnie unter heftigem Feuer des Gegners zum Sturm 
vor. 
Todte und Verwundete: 
Unteroffizier Staginus, durch die Brust ge- 
schossen, unmittelbar nach Beendigung des Ge- 
fechts gestorben. 
2. Sekondlieutenant Eggers, schwer verwundet, 
Schuß durch linke Schulter und linke Brusthälfte. 
. Unteroffizier Maczkiewitz, schwer verwundet, 
Schuß durch rechten Unterarm. 
Reiter Kühnel, schwer verwundet, Knochenschuß 
am rechten Scheitelbein. 
Reiter Honschar, schwer verwundet, Schuß durch 
das rechte Ellenbogengelenk. 
Reiter Düßler, schwer verwundet am rechten 
Oberschenkel. 
— 
9 
2 
— 
8 
S 
  
7. Reiter Hauer, ganz leicht verwundct, Streif- 
schuß am Knie. 
8. Bastardsoldat Hans Swart, leicht verwundct am 
Gesäß. 
Sturmfeld, den 10. Mai 1896. 
Der Führer der 1. Feldkompagnie: 
gez. v. Lindequist, Premierlicutenant d. R. 
Otyunda, den 11. Mai 1896. 
Bericht 
über die Thätigkeit der Abtheilung Gibeon am 
6. Mai 1896. 
Die Abtheilung war stark 20 Reiter, 65 Witboois. 
Vor Tagesgrauen, gegen 5⅛½ Uhr, erhielt dieselbe 
Befehl, in die linke Flanke des Gegners zu rücken 
und hier von Südost aus gegen die seindlichen 
Werften im Verein mit den die Front angreifenden 
Kompagnien zu wirken. 
In einem nach Südost umholenden Bogen umritt 
ich die Werften und stand bei Tagesgrauen 500 m 
südöstlich des langhingestreckten Busches, welcher die 
Khauaswerft umschloß. Einige Pferde, welche aus 
den feindlichen Werften herausliefen, wurden ein- 
gefangen. Alsbald kündete sich durch Gewehr= und 
Geschützfeuer der Angriff in der Front an. Der mir 
vorliegende Busch schien vom Feinde nicht besetzt; 
dagegen erhiclten wir von den eigenen Kompagnien, 
welche, wie sich später herausstellte, in der Schuß- 
richtung — durch das Verhalten des Gegners ge- 
zwungen — eine Aenderung hatte cintreten lassen, 
lebhaftes Gewehrfeuer; auch einige Granaten flogen 
über uns hinweg. Ich trabte deshalb wieder west- 
wärts, saß ab und ging in Schützenlinie gegen den 
die Werften umschließenden Waldessaum vor. Einen 
Zug der Witboois hatte ich im Osten zur Beobach- 
tung gelassen. Da derselbe jedoch bei seinem Versuch, 
noch weiter nördlich zu umfassen, immer lebhafteres 
eigenes Feuer erhielt (namentlich Geschützfeuer), so 
solgte derselbe alsbald meiner Abtheilung und schloß 
sich den Schützenbewegungen gegen den Waldes- 
saum an. 
Der nur ganz leicht vom Feinde besetzte Waldes- 
rand wurde bei meinem Vorgehen sofort geräumt. 
In östlicher Richtung ging ich weiter in Schüßzenlinie 
durch den Busch vor. In dauerndem Vorwärtsgehen 
entwickelte sich nun ein leichtes Buschgefecht, bis ich 
nach Verlauf von etwa. 20 Minuten mit dem rechten 
Flügel der Kompagnie Lindequist Fühlung gewann. 
Der übriggebliebene Feind hatte sich in nordöstlicher 
Nichtung zur Flucht gewandt und war schnell in 
dem dichten Busch verschwunden. 
Auf den vom linken Flügel kommenden Befehl: 
„Nach links sich zu sammeln“, ließ ich das viele in 
dem Busch vorgefundene Vieh von den Witboois 
zurücktreiben und sammelte dann meine Abtheilung
        <pb n="571" />
        im südlichen Waldessaume neben der 1. und 2. Kom- 
pagnie. Während des Buschgefechtes wurden nach- 
weislich von den Witboois erschossen: 1 Khaua, Jo- 
nas Fledermuis, und 6 Hereros. Die Witboois 
hatten keine Verluste. 
Nachdem die Pferde herangebracht waren, begann 
in nordöstlicher Richtung die Verfolgung des Gegners. 
Einige Hundert Stück Rindvieh und einige Gefangene 
wurden eingebracht, im Uebrigen aber eine völlige 
Zersplitterung des fliehenden Gegners festgestellt. 
Im llebrigen verweise ich gehorsamst auf die dem 
Führer der Verfolgungsabtheilungen, Hauptmann 
v. Estorff, am selbigen Tage eingereichte Meldung. 
Ich muß lobend auf das in jeder Beziehung 
tapfere und energische Verhalten meiner Mannschaften 
sowohl wie der Witboois hinweisen. Bewunderungs- 
werth war das geschickte und gewandte Vorgehen der 
Witboois durch die dichten Gebüsche, nie sich dem 
Gegner zeigend, aber doch mit großer Schnelligkeit 
von Busch zu Busch fortdauernd vorspringend. Ich 
unterlasse nicht hervorzuheben, daß der alte Kapitän. 
Witbooi seinen Leuten als einer der Ersten stets mit 
gutem und bravem Beispiel voranging. 
gez. v. Burgsdorff, Premierlientenant. 
Ueber die Landungsverhältnisse in Tsoakbaubmund 
berichtet der Marine-Hafenbaumeister Mönch auf 
Grundlage seiner an Ort und Stelle vorgenommenen 
Untersuchungen Folgendes: 
Das Bett des Tsoakhaubflusses liegt an der Mün- 
dung etwa 2,0 m über Niedrigwasser und ist von 
der See durch eine 3,0 m über Niedrigwasser liegende 
Barre geschieden. Der Grund besteht auf eine Strecke 
von etwa 400 m flußaufwärts aus Sand mit ein- 
zelnen flachen Thonlöchern — Ueberresten der vom 
Flusse heruntergebrachten Sinkstofse. Hier entwickelt 
sich ein reichlicher Pflanzenwuchs. Es sind jedoch 
nur wenige zum Viehfutter geeignete Arten vertreten. 
Weiler oben ist das Flußbett in Kalkstein einge- 
schnitten. Das linke Ufer ist flach, während das 
rechte sich steil bis zu 10 m Höhe erhebt. In der 
Ablenkung, die der Wind — herrschende Windrich- 
tung ist Südwest — an diesem steilen Ufer erfährt, 
ist aller Wahrscheinlichkeit nach die Ursache dafür zu 
suchen, daß die Wanderdünen nicht auf das rechte 
Ufer übertreten. Im unteren Theile des Bettes, 
nahe dem Meerc, ist in etwa 0,75 m Tiefe gutes 
Trinkwasser zu finden, das zur Zeit aus eingegra- 
benen Jässern ohne Boden geschöpft wird. Das 
Wasser ist kaum merkbar brackig und es läßt dieser 
Umstand darauf schließen, daß es unterirdisch stets 
fließend ist, da es sonst durch dic höher ansteigenden 
Fluthen verdorben werden würde. In Zeiträumen 
von durchschnittlich sieben Jahren soll der Fluß auch 
oberirdisch für kurze Zeit fließen oder „abkommen“, 
wie man es nennt. 
  
495 — 
Vom Tsoakhaub ab südwärts bestehen die dem 
Strande vorgelagerten Klippen nicht mehr aus Granit, 
sondern aus Kalkstein. Derselbe ist stark zerklüftet 
und ausgewaschen. Die Wanderdünen, die von hier 
ab in fortlaufendem Zuge die Küste begleiten und 
stellenweise unmittelbar an den Strand herantreten, 
bestehen aus außerordentlich seinem Flugsande und 
verändern fortwährend ihre Gestalt. 
Hinsichtlich der Zugänglichkeit vom Innern her 
hat die Landestelle von Tsoakhaubmund wichtige Vor- 
züge dem englischen Konkurrenzhafen Walfischbai 
gegenüber. In der Nähe von Tsoakhaubmund, bei 
Nonadas, für einen Fußgänger in 1 1½ Stunden zu 
erreichen, liegt im Bett des Tsoakhaubflusses eine nie- 
drige mit reichlichem Pflanzemwuchs überzogene Wiesen- 
fläche von beträchtlicher Ausdehnung, woselbst auch 
Wasser von guter Beschaffenhcit etwa 0,5 m tief 
unter der Oberfläche stets zu finden ist. Der Weg 
von hier zur Küste führt mit Ausnahme einer karzen 
Strecke über festen Felsboden. Nach dem Innern 
zu hat man zunächst das Flußbett zu durchkreuzen 
und kommt dann in allmählichem Anstieg wieder auf 
die Namibfläche. Hier verläuft der Weg auf festem 
Boden weiter nach Kanikontis, der nächsten, bequem 
zu erreichenden Wasserstelle im Flußbett des Tsoakhaub. 
Von hier zweigt der am meisten befahrene Weg nach 
Walfischbai ab. Auch in der Nähe der Mündung 
ist, wic bereits erwähnt, Wasser und Futter vor- 
handen. Solange noch der ganze Transport nach 
dem Innern lediglich durch Ochsenfuhrwerke bewirkt 
wird, ist dieser Umstand von ganz besonderer Be- 
dentung. Aber auch wenn später die Transportart 
eine andere werden sollte, ist immer für einen Hafen 
die Möglichkeit zu reichlicher Wasserversorgung und 
zur Ernährung des nöthigen Schlachtviehes so wichtig, 
daß sie bei der Wahl einer Landestelle nicht aus 
dem Auge gelassen werden darf. 
Viel ungünstiger liegen die Verhältnisse für Wal- 
fischbai. Die Niederlassung ist von allen Seiten von 
Wanderdünen umschlossen. Dieselben müssen von den 
schwer beladenen Frachtwagen durchfahren werden. 
Hinter den Dünen schließt sich zunächst die sogenannte 
Plüm, eine von tiesem Flugsande bedeckte weite Ebene, 
dann die zwar feste, aber jeden Pflanzenwuchses ent- 
behrende, wasserlose Namib an. Von der letzten 
Wasserstelle Kanikontis ab finden die Zugthiere keinen 
Grashalm und keinen Tropfen Wasser mehr. Erst 
in Sandfontein, einer Hottentottenniederlassung ganz 
in der Nähe von Walfischbai, giebt es Wasser, das 
indessen stark brackig schmeckt. Die Thiere trinien es 
zwar gern, aber es soll sie — namentlich Pferde — 
mehr erschlaffen als stärken. Zur Fütterung müssen 
die Frachtfahrer aus dem Innern Heu, d. h. auf 
dem Halm getrocknetes Gras, mitnehmen. Eine 
Fahrt von Kanikontis nach Walfischbai und zurück 
erfordert mindestens 24 Stunden. Es ist begreiflich, 
daß auf dieser Strecke in dem glühenden Sande und 
der im Schutz der Dünen oft unerträglichen Hitze 
die Kräfte der Zugthiere, bis zum Uebermaß ange-
        <pb n="572" />
        — 496 — 
strengt, versagen. So hat, als ein Beispiel unter 
vielen, ein Ansiedler im Herbst 1895 von 20 Ochsen 
auf diesem Wege 17 Stück verloren. Fällt ein 
Thier, so muß es hülflos liegen bleiben, da ein Ver- 
weilen auch die übrigen Thiere gefährden würde. 
Zu Hunderten liegen die Gerippe gefallener Ochsen 
an diesem gefürchteten Wege verstreut. Solange 
die mit einer englischen Dampferlinie von Kapstadt 
kommenden Waaren noch alle in Walfischbai gelandet 
wurden, waren die Frachtfahrer gezwungen, dorthin 
zu fahren. Erst durch die Einrichtung deutscher 
Linien und namentlich durch die von der Kolonial- 
gesellschaft erfolgte Stationirung von Krunegern in 
Tsoakhaubmund ist dies anders geworden, und ungern 
entschließen sich jetzt die Frachtfahrer zu einer Reise 
nach der Walfischbai. Nur für die Bastards und 
Eingeborenen wird des freien Branntweinhandels 
halber auch fernerhin die Bai einen Anziehungs- 
punkt bilden. 
Dem Vernehmen nach wird von englischer Seite 
beabsichtigt, durch eine Bahnanlage die Schwierig= 
keiten des Landtransportes zu beseitigen. Nach 
Aeußerungen des Magistrats in Walfischbai soll von 
der Kapregierung bereits eine Summe von 500 Pfd. 
Sterl. für die Vorarbeiten bewilligt worden sein. 
Ob es gelingen wird, ein für die Dünen geeignetes 
Bahnsystem zu finden, muß dahingestellt bleiben. 
Ist nach Obigem Walfischbai gegen Tsoakhaubmund 
in Bezug auf die Transportverhältnisse nach dem 
Innern im Nachtheil, so steht es ihm hinsichtlich der 
Rhede zur Zeit weit voran. Durch eine von Süden 
hervortretende nehrungsartige Halbinsel geschützt, 
bietet die Bai einen vorzüglichen Ankerplatz für die 
größten Schiffe. Die Landung der Güter muß mit 
Booten oder Leichtern bewirkt werden, da die Schiffe 
mindestens 1000 m vom Strande entfernt bleiben 
müssen. Besondere Einrichtungen sind nicht vor- 
handen. Die Boote fahren so weit wie möglich auf 
den Strand und die Güter werden dann 10 bis 
15 Schritte weit aufs Trockene getragen. Oft genug 
werden die Waaren durch Ungeschicklichkeit der als 
Arbeiter verwendeten Hottentotten naß und verdorben. 
Eine Landebrücke, die eine Länge von etwa 75 m 
haben müßte, mit Krahn= und Gleisanlagen wäre 
hier sehr zweckmäßig und würde wesentlich zur 
raschen Abfertigung der Schiffe beitragen. 
Eine Gesahr für die Bai bildet die hier herr- 
schende starke Sandbewegung. Es ist nicht unmöglich, 
daß die Walfischbai das Schicksal von Sandwichhafen 
theilen und allmählicher Versandung anheimfallen 
wird. Die Wassertiefe der Bucht muß nach festen 
Naturgesetzen durch die von der Fluth hineingetra- 
genen, von der Ebbe aber nicht vollständig wieder 
fortgeführten Sandmengen langsam abnehmen. Der 
etzt in die Bucht mündende Kuisipfluß, der früher 
einen Lauf in der Sandwichbai endete und deren 
Schicksal beschleunigte, wird durch die bei seinem 
periodischen Abkommen mitgeführten Sinkstoffmengen 
hierzu nicht wenig beitragen. 
  
  
Die Verflachung bedingt aber die Abnahme der 
Spülkraft, die allein das Vorrücken der Spitze der 
Landzunge, des sog. Pelikanpoint, verhindern kann, 
dazu aber anscheinend schon jetzt nicht mehr ausreicht. 
Wann auf diese Weise die Mündung der Bai ge- 
schlossen werden kann, ist nicht zu bestimmen. In 
Sandwichhafen konnte man noch vor wenigen Jahren 
an die Anlage eines Ausfuhrhafens für Fleischkon= 
serven denken. Jeht ist die Bucht vollständig ge- 
schlossen. So wie dort kann auch in Walfischbai 
durch ungünstige Naturereignisse das Ende plötzlich 
eintreten, denn die Verhältnisse sind genau dieselben. 
Den Vortheil einer gesicherten Rhede hat Wal- 
fischbai nicht nur vor Tsoakhaubmund, sondern vor 
allen übrigen Punkten der nördlich davon belegenen 
Küste vorans. Im Allgemeinen bietet sich hier 
dasselbe Küstenbild, wie weiter oben schon beschrieben. 
Ausnahmen machen nur die Rockbai und Kap Croß. 
Erstere ist eine geräumige Bucht, die durch eine vor- 
gelagerte Untiefe indessen nur theilweise geschützt ist. 
Die beiden Einfahrten sind direkt gegen die Dünung 
gelegen und verstärken vermöge ihrer Trichtergestalt 
die Wellenbewegung nicht unerheblich, so daß bei 
der geringen Tiefe selbst für kleinere Seeschiffe die 
Einfahrt nicht gefahrlos ist. Infolge der von beiden 
Seiten eintretenden Dünung machen sich Interferenz- 
erscheinungen der Wellen in der Bucht als kabblige 
Sce sehr unangenehm bemerkbar. Zeitweise soll da- 
durch der Bootsverkehr überhaupt unmöglich werden. 
Durch Verbauen einer Einfahrt und Vertiefung der 
anderen würde sich vielleicht ein brauchbarer Hasen 
schaffen lassen. Die Kosten würden aber mindestens 
sich ebenso hoch belaufen wie für eine Anlage in 
Tsoakhaubmund, und man hätte dann noch den gänz- 
lichen Mangel an Trinkwasser und Futterplätzen in 
den Kauf zu nehmen. 
Letteres gilt auch für Kap Croß. Die hier 
arbeitende Guanokompagnie gewinnt das erforderliche 
Trinkwasser durch Destillirapparate, während das 
Viehfutter zu Schiff herangebracht wird. Eine ge- 
schützte Rhede ist nicht vorhanden, es wird aber die 
Brandung durch das Kap ein wenig gemildert. 
Einen Vortheil vor Tsoakhaubmund bietet dieser Platz 
indessen nicht. 
Auf den übrigen Küstenstrecken finden sich ver- 
schiedentlich Stellen, an denen die vor dem Strande 
liegenden Klippenreihen unterbrochen sind und 50 m 
oder darüber breite Rinnen freilassen. Diese Ein- 
schnitte, welche alle als Landestellen benutzt werden 
könnten, setzen sich zumeist als Thalschluchten in die 
Hochebene hinein fort. Die Uebergänge sind jedoch 
mit Sand und Gerölle, den Verwitterungsprodukten 
des Gesteins, ausgefüllt, so daß ein Zusammenhang 
nur vereinzelt ohne Weiteres nachgewiesen werden 
kann. Solche Einschnittte sind auch die beiden Lande- 
stellen in Tsoakhaubmund, welche den wichtigen Vorzug 
haben, daß in ihrer Nähe Wasser und Futter zu 
finden ist. Die nach Süden gegen die von Südwest 
anlaufende Dünung weit vortretenden Klippenreihen
        <pb n="573" />
        brechen die Kraft der Wellen, bevor sie das Fahr- 
wasser erreichen. Entsprechend dem Wasserstande 
über den Klippen nimmt die Wellenbewegung in der 
Fahrrinne bei Fluth zu, bei Ebbe ab. Auf den 
äußersten zum Strande parallelen Klippen steht 
häufig eine sehr hohe Brandung, während am Strande 
jelbst meist nur eine Brecherreihe läuft. Nur an 
vier Tagen meines Aufenthalts war die Brandung 
derart, daß ein Durchfahren unmöglich gewesen wäre. 
In den Monaten Juni, Juli und August sollen die 
Verhältnisse freilich anders liegen und Tage mit 
schlechter See häufig sein. Hart an der Küste läuft 
ein nach Norden gerichteter Strom und die Boote 
laufen Gefahr, von demselben auf die Klippe gesetzt 
zu werden, wo sie zerschellen oder von der starken 
Brandung gefaßt werden. Dies soll auch der Grund 
für den Unfall im Juni 1895 gewesen sein, dem 
eine Anzahl Menschenleben zum Opfer fiel. 
Zur Zeit gehen die Tsoakhaubmund anlaufenden 
Seeschiffe auf freier Seerhede, je nach der Witterung 
und sonstigen Verhältnissen, in 400 bis 1000 m 
Entfernung vom Strande zu Anker. Die Güter 
werden in mit Krunegern besetzten Booten an Land 
gebracht. Die dort stationirten deutschen Seeleute 
haben die Fertigkeit zum Durchfahren der Brandung 
nicht erlernen, auch wohl eine gewisse durch den vor- 
jährigen Unglücksfall hervorgerusene Scheu nicht über- 
winden können. An Land wird das Boot mit Hülfe 
der vom Landungsagenten gestellten Hottentotten so 
weit wie möglich auf den Strand gezogen. Nur in 
den seltensten Fällen gelingt es dabei, das Boot 
dauernd mit dem Steven gegen die See zu halten. 
Sobald ein Theil der Ladung gelöscht ist, wird das 
erleichterte Boot von den auf dem Strande auf- 
laufenden Wellen mit großer Gewalt herumgeworfen, 
so daß es mit der Breitseite gegen dic See liegt. 
Hierbei kommt es häufig vor, daß die an der Breit- 
seite brechenden Wellen in das Boot schlagen und 
die Waaren beschädigen. Es ist ohne besondere Vor- 
kehrungen nicht möglich, diese ungünstige Lage des 
Bootes am Strande zu vermeiden, da Jeder, der 
versuchen würde, dasselbe zu halten, in höchster Ge- 
fahr für Leib und Leben schwebt. Beim Entladen 
der Boote müssen die Leute bis an die Kniee und 
tiefer ins Wasser gehen und die oft schweren Stücke 
so an das Land tragen. 
Für die gedeihliche Entwickelung unseres Schutz- 
gebietes erscheint es als unabweisbar nöthig, eine 
Hafenanlage zu schaffen, die auch unter ungünstigen 
Umständen gestattet, Güter jeder Art und Form zu 
landen. Solange nur mit Booten gearbeitet werden 
kann, macht die Landung größerer, schwerer Gegen- 
stände fast unüberwindliche Schwierigkeiten. Zur Zeit 
wäre es unmöglich, in Tsoakhaubmund das Material 
und die Betriebsmittel für eine Eisenbahn zu landen, 
nur weil Leichter nicht verwendet werden können. 
Dieselben sind einmal in der Brandung zu schwer 
zu handhaben und können andererseits für die Zeit, 
in der man sie nicht gebraucht, nirgends sicher unter- 
497 
  
gebracht werden. Das Aufschleppen an Land, wle 
es jetzt mit den Booten geschieht, verbietet sich bei 
so schweren Fahrzeugen von selbst. Von einer Hafen- 
anlage müßte also mindestens gefordert werden, 
daß sie die Verwendung von größeren Booten und 
Leichtern mit 50 bis 100 Tons Tragfähigkeit ge- 
stattct. Für die augenblickliche Verkehrslage im 
Schutzgebiete wäre damit genug gethan, nicht aber 
für die Zukunft. Der Mehrkosten wegen, welche 
durch die Umladung in Leichter entstehen, muß es 
als durchaus wünschenswerth bezeichnet werden, daß 
es auch kleineren Segelfahrzeugen und Dampfern bis 
etwa 500 Tons Nauminhalt ermöglicht wird, ihre 
Ladung direkt an einem Pier oder Quai zu löschen, 
während größere Schiffe wenigstens eine geschütte 
Rhede vorsinden. Erst dann wird der Hafen von 
wirklichem Nutzen sein. 
Man kann zwei Arten der Ausführung wählen. 
Erstens eine eiserne Landebrücke, welche, bis durch 
die äußerste Brandung reichend, das Löschen und 
Laden sowie das Aufnehmen der Boote mittelst 
Krahne im brandungsfreien Wasser gestattet, oder 
aber eine geschlossene Mole in Steinbau. Die eiserne 
Brücke würde für den jetzigen Bedarf ausreichend 
sein. Für Leichter von größerer Ladefähigkeit (50 
bis 100 Tons) eignet sich diese Konstruktion indessen 
nicht. Da die Fahrzeuge in der Dünung heftig 
arbeiten, würden sie selbst sowohl als auch die Brücke 
vielfachen Beschädigungen ausgesetzt sein. Dies gilt 
noch mehr für Seeschiffe, dic jedenfalls nicht während 
der Nacht an der Brücke liegen bleiben dürften, da- 
mit sie nicht durch plötzlich aufkommende schwere 
Sce losgerissen und ohne schnelle Hülfe auf die 
Klippen getrieben werden. Auf die Verwendung 
größerer Leichter ist aber schon Gewicht zu legen, 
weil mit deren Hülfe die Zeit, welche die Seeschiffe, 
auf offener Rhede liegend, zum Löschen verwenden 
müssen, erheblich abgekürzt werden kann. Das ist 
besonders für Dampfschiffe von Belang, weil dieselben 
während des Ankerns unter Damof bleiben müssen. 
Der längere Aufenthalt äußert seine Wirkung auf die 
Höhe der Frachtsätze. Einem geschlossenen Steinbau, 
der zugleich als Wellenbrecher dient, und in seiner 
etwaigen späteren Erweiterung auch größeren Schiffen 
eine geschützte Rhede schafft, ist daher schon im All- 
gemeinen der Vorzug zu geben. In Tsoakhaubmund 
kommt nun noch ein Anderes hinzu. Die ganze 
Bildung der Küste mit den weit vorgelagerten Klippen 
läßt darauf schließen, daß wie am Lande so auch bis 
auf eine gewisse Strecke hinaus der Grund der See 
aus Fels besteht, der mehr oder minder hoch mit 
Sand bedeckt ist. Feststellen ließ sich dies zwar an 
Ort und Stelle nicht, weil die für den Bau in Be- 
tracht kommenden flacheren Stellen unzugänglich sind, 
während an den tieferen Stellen derartige Unter- 
suchungen vom Boot aus nicht ausgeführt werden 
konnten. Indessen treten bis auf etwa 200 m vom 
Strande so viele Klippen an die Oberfläche, daß 
dieselben allein hinreichen würden, eine regelmäßig
        <pb n="574" />
        — 498 — 
gebildete Brücke unmöglich zu machen. Wollte man 
aber die Brücke in einer der klippenfreien Landestellen 
erbauen, so würde damit der Vortheil, den diese 
tiefen und verhältnißmäßig ruhigen Wasserrinnen 
bieten, verloren gehen, und die Brücke müßte ent- 
sprechend länger werden. Ob die Kosten für die 
Eisenkonstruktion unter diesen Umständen, namentlich 
auch im Hinblick auf die bei der Landung der Eisen- 
theile jetzt noch bestehenden Schwierigkeiten, nicht 
ebenso hoch werden würden wie diejenigen einer 
Mole, für welche geeignetes Steinmaterial in der 
Nähe vorhanden ist, erscheint nicht ganz umwahr- 
scheinlich. Es weisen sonach die Umstände gebieterisch 
auf einen Steinbau hin, und es bleiben nur noch 
diejenigen Verhältuisse zu untersuchen, welche auf die 
spezielle Konstruktion des Bauwerks und die Wahl 
der Baustelle von Einfluß sind. 
Zunächst ist die Gestalt der Uferlinie zu beachten. 
Dieselbe ist eine sehr flache Konkave, im Süden von 
dem energisch vorspringenden englischen Ufer, im 
Norden von einem sanft gerundeten Landvorsprung 
begrenzt. Sie ist jedoch keine stetige Kurve, sondern 
zeigt verschiedene Vorsprünge und Einbuchtungen. 
Die größte der letzteren, allem Anschein nach eine 
ehemalige Lagune, liegt etwa 3 km nördlich von 
Tsoakhaubmund. Daselbst lagert nahe am Strande, 
wie nebenbei bemerkt werden mag, alter durch Ver- 
witterung schon zerfallener Guano in größerer Menge. 
Die Wellenbewegung bei Tsoakhaubmund wird von 
den hier herrschenden Winden nur ganz unbedeutend 
beeinflußt und scheint aus südlicher gelegenen Meeres- 
theilen sich hierher fortzupflanzen. Die Dünung 
läuft immer aus südwestlicher Richtung und zeigt im 
Uebrigen nur die an einer Küste allgemein auftre- 
tenden Ablenkungen auf das User zu. Ohne beson- 
dere Anzeichen ändert sich die Stärke der Bewegung 
oft in einigen Stunden. Meistens war am Tage 
vor dem Eintritt schweren Secgangs die Meeresfläche 
fast spiegelglatt, und nur die in ungeheuerer Zahl 
am Ufer sich einfindenden Seevögel ließen auf einen 
Umschlag schließen. Die Brandungsverhältnisse sind 
an anderer Stelle schon beschrieben. Es mag noch 
erwähnt werden, daß die Stärke der Brandung so- 
wohl südlich als nördlich von Tsoakhaubmund zuzu- 
nehmen scheint. 
Der Fluthwechsel beträgt bei den Springfluthen 
des Sommers höchstens 1,5 m. Die hierüber von 
anderen Seiten gemachten Angaben sind sehr ver- 
schieden, wahrscheinlich weil die Beobachtungen in 
dem fortwährend bewegten Wasser schwer genau zu 
machen sind. Obige Zahl ist das Resultat sorgfäl- 
tigster persönlicher Ermittelungen. Die Hafenzeit ist 
etwa 1 Uhr 45 Minuten. 
Die herrschende Windrichtung ist die südwestliche. 
Während am Morgen Windstille oder eine leichte 
nördliche Brise herrscht, setzt regelmäßig um die 
Mittagszeit der Südwest ein. Die größte von Un- 
terzeichnetem beobachtete Stärke desselben war 5 der 
zwölftheiligen Beaufortschen Skaln. Zur Winterzeit 
  
treten zeitweilig Ostwinde auf und bringen große 
Hitze sowie eine ungehenere Menge Staubsand mit 
sich, der weit in das Meer hinausgetragen wird und 
die auf der Rhede liegenden Schiffe mit einer dicken 
Staubschicht überzieht. Der Staub in der Luft soll 
zuweilen so dicht sein, daß man auf 25 m Entfernung 
nichts mehr unterscheiden kann. Die Temperatur 
zeigt tägliche Schwankungen bis zu 15% C., die 
meistens kurz nach Sonnenaufgang oder kurz vor 
Sonnenuntergang sich bemerkbar machen. Im Winter 
soll zuweilen die Temperatur unter Null sinken. 
Regenfall ist äußerst selten. In der Zeit von No- 
vember 1895 bis April 1896 regnete es zweimal, 
das erste Mal ergab sich ein Niederschlag von 
0,1 mm, das andere Mal war der Niederschlag nicht 
meßbar. Dagegen treten sehr häufig nächtliche Nic- 
derschläge durch Nebel auf, welche 0,1 mm und 
darüber betragen. 
Die Tiefenverhältnisse der See sind als günstig 
zu bezeichnen. Vor der äußeren Klippenreihe fällt 
der Seegrund ziemlich steil ab. Die mehrfach er- 
wähnten Einschnitte, welche die Landestellen bilden, 
ziehen sich im Sceboden weiter fort und bilden schon 
ziemlich weit draußen vertiefte Rinnen. 
Die Strömungen vor Tsoakhaubmund sind eigen- 
artiger Natur. Die an der Westküste Südafrikas 
vorhandenc kalte nördliche Strömung kann bis etwa 
1500 m von der Küste nicht nachgewiesen werden. 
Die vorhandenen Strömungen scheinen Wirbelbewe- 
gungen oder Wellenströmungen lokaler Natur zu 
sein, deren Ursachen in der als flache Bucht sich dar- 
stellenden Form der Uferlinie zu suchen sind. Die 
genauere Erforschung der Gesammtverhältnisse im 
Allgemeinen mußte leider aus Mangel an einem 
geeigneten Fahrzeuge unterbleiben. Hart an der 
Küste läuft ein nördlicher Strom mit einer Geschwin- 
digkeit von 360 bis 600 m in der Stunde. Der 
Strom versetzt bei auflaufendem Wasser stark auf die 
Küste zu und ist beim Ein= und Ausfahren der Boote 
gefährlich. Diese Strömung ist allmählich abnehmend 
bis etwa 500 m vom Strande nachweisbar. Von 
da ab nach der See zu sind nur südliche Strömungen 
mit Geschwindigkeiten bis 720 m in der Stunde ge- 
funden worden. Es gewinnt danach den Auschein, 
als ob der Hauptstrom annähernd in der Sehne der 
Bucht verlaufend, beim Auftreffen auf das vortre- 
tende Ufer im Norden sich spaltet und einen Ast 
nach Süden entsendet, der wieder weitere Spaltungen 
erleidet. 
Die fast an allen Meeresufern zu beobachtende 
Fortbewegungen von Sand und Geröll ist auch hier 
vorhanden. Dieselbe ist indessen sehr schwach. Es 
hat den Anschein, als ob die mit dem Küstenstrom 
von Süden kommenden Sandmassen zwischen den aus 
stark ausgefressenem Kalkstein bestehenden Klippen 
südlich von der Tsoakhaubmündung zum größten Theil 
aufgefangen und von hier den Dünen zugeführt 
werden, während der Rest von dem oben erwähnten 
Hauptstrom in größerer Tiefe vorbeigeführt wird.
        <pb n="575" />
        Der Gegensatz zwischen den Wanderdünen südlich und 
den unbedentenden Hügeln nördlich vom Tsoakhaub 
spricht deutlich genug hierfür. Am Strande selbst 
findet sich zwar an der Oberfläche feiner Schwemm- 
sand, aber nur wenige Meter landeinwärts trifft man 
schon Sand, welcher mit scharfkörnigen Verwitterungs- 
produkten stark vermischt ist. Auf der Hochfläche 
endlich sindet man nur noch Verwitterungsprodukte. 
Dort erhalten sich Wagenspuren monatelang unver- 
ändert. Fast überall liegt das Ufer im Abbruch und 
nur selten findet man eine Stelle, welche auf frisch 
angeschwemmten Sand schließen läßt. Nach Berichten 
von Augenzeugen lag im Jahre 1893 der Strand 
etwa 50 m weiter seewärts, und es läßt sich wohl 
annehmen, daß diese Vorlagerungen vom Tsoakhaub= 
flusse hergestammt haben, der in jenem Jahre ab- 
gelommen ist. Es scheint demnach hier eine perio- 
dische An= und Abschwemmung von Flußgeschieben 
stattzufinden Hierin liegt eine gewisse Gefahr für 
ein etwaiges Bauwerk, die nicht aus dem Auge ge- 
lassen werden darf. 
Mit Rücksicht auf diese Gefahr ist es zweckmäßig, 
die Landestelle so weit von der Flußmündung entfernt 
zu wählen, als anderc Umstände dies gestatten. Von 
der Flußmündung ausgehend, zieht sich die äußere 
Klippenreihe in weitem Bogen bis zur jetzigen Lande- 
stelle hin. Die hier eingeschlossene Fläche wird 
naturgemäß die nächste Ablagerungsstelle für die 
Flußgeschiebe bilden. Zwischen der jebigen und der 
früheren Landestelle befindct sich eine ähnliche Flächce, 
während weiter nach Norden die äußere Klippenreihe, 
welche für den Schutz des Bauwerks von so wesent- 
lichem Nutzen ist, mehr und mehr verschwindet. 
Danach wird die alte Landestelle die Grenze bilden, 
bis zu welcher man nach Norden gehen darf. Auf 
die Strömungen und die Sandbewegung braucht bei 
der Wahl der Baustelle keine Rücksicht genommen zu 
werden, weil sie für die ganze in Frage kommende 
Strecke dieselben sind. Wenn man den Bau un- 
mittelbar nördlich von der Fahrrinne der alten Lande- 
sielle ausführt, kann man mit möglichst geringen 
Kosten eine den jetzigen Bedürfnissen entsprechende 
Mole ausführen, ohne die Möglichkeit späterer Er- 
weiterung zu verlieren. Man hat bis 100 m vom 
Strande in einer Wassertiese von im Mittel 1,0 m 
zu bauen und kann weiter hinaus leicht die Tiefe 
von 7,0 m erreichen. Neben der so gelegenen Mole 
befindet sich aber eine Rinne, in der Fahrzeuge von 
2 m Tiefgang bis nahe an den Strand hinanfahren 
können. Später kann die Mole, wenn erforderlich, 
als Wellenbrecher zur Gewinumg einer gesicherten 
Rhede beliebig verlängert werden. 
Durch den Vorbau einer Mole oder eines Wellen- 
brechers, der weit über die äußersten Klippen vor- 
tritt, werden sich Aenderungen in den Strömungen 
und infolgedessen auch in der Sandbewegung ein- 
stellen. Welcher Art dieselben sein und in welchem 
Umfange sie eintreten werden, läßt sich nur muth- 
maßen. Da die Mole, um wirksamen Schutz gegen 
  
499 — 
die Wellen zu geben, nach Norden gekrümmt werden 
muß, wird wahrscheinlich eine Abdrängung des süd- 
lichen Stromes von der Küste erfolgen. Das Zu- 
sammentreffen des abgelenkten Stroms mit der süd- 
lichen Strömung wird dann zur Bildung einer Barre 
am Ende der Mole führen. Ebenso wird eine 
langsame Versandung des Winkels nördlich vom 
Bauwerk sich bemerkbar machen. Bei der geringen 
Sandführung läßt sich indessen annehmen, daß diese 
Uebelstände nicht besonders lästig fallen werden. Die 
Untersuchung, wie durch zweckmäßige Anordnung den 
Folgen am besten entgegengearbeitet werden kann, 
wird Sache der Projektbearbeitung sein. 
Der überall anstehende Granit wie auch der 
Basalt liefern für den Molenbau vorzügliches Ma- 
terial zu Steinschüttungen, Quadern und Beton. Der 
vorhandene Sand ist zum Mauern geeignet. Das 
im Innern vorhandene Holz eignet sich seines 
Wuchses wegen nicht zu Bauzwecken, auch würde der 
Transport mit Ochsenfuhrwerlen sich zu theuer stellen. 
Die Verwendung von Holz ist thunlichst zu be- 
schränken, da dasselbe von Wurmfraß zu leiden hat. 
Andere als die erwähnten Materialien sind nicht 
vorhanden. 
Für die Ausführung werden Handwerker aus 
Deutschland und Arbeiter von der Goldküste heran- 
zuziehen sein, da die Eingeborenen des Schusgebietes 
arbeitsschen und unzuverlässig sind. 
Das Ergebniß der Untersuchungen läßt sich in 
folgende Sätze zusammensassen: 
1. Tsoakhaubmund ist für die Anlage eines Hafens 
nicht allein durch die Beschaffenheit der Küste, 
sondern auch namentlich durch das Vorhanden- 
sein von Wasser und Viehsutter in der Nähe 
besonders begünstigt. 
2. Die örtlichen Verhältnisse verbieten die Erbauung 
einer eisernen Landebrücke und weisen auf eine 
Mole unter Verwendung des vorhandenen Stein- 
materials hin. 
3. Die Mole in einer den jetzigen Bedürfnissen 
entsprechenden Länge kann mit verhältnißmäßig 
geringen Kosten erbaut werden, ohne die Mög- 
lichkeit einer späteren Erweiterung zu verlieren. 
  
Deutsch-Neu-Guinea. 
Astronomische Arbeiten H. M. vermessungeschiffes 
„WMöwe“. 
Der an Bord S. M. Vermessungsschiffes „Möwe“ 
thätig gewesene Astronom Dr. Hayn hat seine 
astronomischen Arbeiten daselbst beendet. — Von 
dem stellvertretenden Landeshauptmann in Friedrich- 
Wilhelmshafen ist darüber unter dem 7. Mai d. Js. 
folgender Bericht erstattet worden: 
An den verschiedensten Stellen des Schutz= 
gebietes, im äußersten Osten auf den Salomons= 
inseln wie im Westen auf Angriffshafen, an der
        <pb n="576" />
        — 500 — 
holländischen Grenze von Kaiser-Wilhelmsland, im 
Süden bei der Ikoremündung und im Norden auf 
den Admiralitätsinseln sind mit einer Reihe von 
Zwischenpunkten eine genügende Menge astronomisch 
festgelegter Punkte durch gemauerte Pfeiler bezeichnet. 
Die Beobachtungsstelle von Matupi ist als Central= 
punkt für die Uhrvergleichung festgehalten worden. 
Während der für die astronomische Festlegung 
der Punkte nothwendigen Fahrten sind flüchtige 
Aufnahmen, besonders von den für die Schifffahrt 
wichtigen Küsten Neu-Pommerns gefertigt worden. 
Nach Abschluß der astronomischen Festlegungen 
von Punkten soll jetzt seitens der „Möwe“ mit der 
Spezialvermessung vorgegangen werden und zwar soll 
diese Vermessung in Kaiser-Wilhelmsland bei der hollän- 
dischen Grenze im Westen beginnen, zunächst im Angriffs- 
hafen, wo auch sehr gut gelegenes und ebenes Terrain 
für das Messen einer Basis vorhanden ist. Während 
des häufig nothwendigen Aufenthaltes des Schiffes 
in Friedrich-Wilhelmshafen ist die Aufnahme dieses 
Hafens geplant und auch bereits in Angriff ge- 
nommen: eine Basis ist gemessen, das Azimut der- 
selben bestimmt und die geographische Lage der 
Endpunkte nach den von Dr. Hayn festgelegten 
Pfeilern eingeschnitten. Nach Aufstellung gceigneter 
Zwischenpunkte zur Festlegung eines Dreiecksnetzes 
wird dann wohl mit der Auslothung des Hafens 
und der Spezialaufnahme der Küstenlinie begonnen 
werden. An der großen Dampferanlegebrücke ist ein 
selbstregistrirender Pegel aufgestellt worden. 
RAus dem Berreiche der Wissionen und 
der Antisklaverei-Bewegung. 
Am 7. Juli 1896 fand die statutenmäßige halb- 
jährige Versammlung des Centralvorstandes des 
Afrikavereins im erzbischöflichen Palais zu Cöln 
statt, an welcher von den Vertretern auswärtiger 
Diözesanvereine theilnahmen: Domkapitular Rüping 
aus Münster, Domkapitular Hilpisch aus Limburg 
und Seminarprokurator Dicke aus Paderborn. Der 
Vorsitzende des Verwaltungsausschusses, Landgerichts- 
direktor Reichensperger, führte aus, daß leider 
die Einnahmen des Vereins wiederum zurückgegangen 
seien, während die Missionsanstalten in der erfreu- 
lichsten Weise sich immer mehr ausdehnten und ver- 
mehrten und dadurch die Anforderungen an die 
Mittel des Vereins immer größer würden; eine 
Steigerung der Einnahmen sei daher dringend noth- 
wendig. Der Schatzmeister, Bankdirektor Elkan, 
theilte sodamn mit, daß seit dem 1. Januar 1896 
bis zum 7. Juli 1896 eingegangen seien im Ganzen 
80 441,06 Mark gegenüber 85 180 Mark in dem 
gleichen Zeitraume des Vorjahres. Ueber den Stand 
der katholischen Missionen in den deutschen Schutz= 
gebieten gab Domkapitular Dr. Hespers folgende 
Uebersicht: 
  
Deutsch-Ostafrika. I. Apostolisches Vika- 
riat Nord-Sansibar. (Väter vom h. Geist.) 
Deutsches Missionshaus in Knechtsteden bei Horrem- 
Dormagen (Rheinprovinz). Provinzial P. Acker; 
4 Patres, 3 Laienbrüder, 20 Zöglinge. Eröffnet 1895. 
1. Hauptstation Bagamoyo. Vorsteher P. 
Stephan Baur; 3 Patres, 10 Loienbrüder, 
12 Schwestern, Schule, Waisenhaus, Werkstätten, 
Plantagen, Ackerbauschule, Hospital, Asyl für Aus- 
sätzige; im Ganzen 690 Christen, davon in den 
Schulen und Werkstätten 200 Knaben und 225 Mäd- 
chen; die übrigen Christen sind in 9 Dörfern an- 
gesiedelt. 
2. Station Mhonda. 2 Patres, 1 Bruder, 
2 Katecheten, 635 Christen, davon 75 Knaben im 
Erziehungshause der Mission, die übrigen in 
10 Dörfern. 
3. Station Mandera. 2 Patres, 1 Bruder, 
2 Katecheten, 320 Christen, 107 Kinder in der 
Mission, die übrigen in 4 Dörfern. 
4. Station Mrogoro. 2 Patres, 1 Bruder, 
3 Katecheten, 734 Christen, 257 Kinder in der 
Mission, die übrigen auf 12 Dörfer vertheilt. 
5. Station Tununguo. 2 Patres, 1 Bruder, 
2 Katecheten, 473 Christen, 70 Kinder in der 
Mission, 114 christliche Familien in 4 Dörfern. 
6. Station La Longa. 2 Patres, 1 Bruder, 
3 Katecheten, 556 Christen, 219 Kinder in den 
Schulen und Werkstätten der Mission; die übrigen 
vertheilt auf 19 Dörfer. 
7. Kilema am Kilima-Rdscharo: 2 Patres, 
1 Bruder, 1 Katechet, 64 Kinder in der Missions- 
schule, 2 christliche Dörfer. 
8. Kiboscho am Kilima-Rdscharo. 2 Pa- 
tres, 1 Bruder, 1 Katechet, 7 8 Christen, Schule mit 
18 Kindern. 
9. Tanga. 1 Priester, 1 Bruder. Der Priester 
hat die Seelsorge für die in Tanga und Umgebung 
wohnenden Katholiken, Deutsche, Italiener und Goa- 
nesen. Die Missionsstation wurde im November 1895 
gegründet. 
Die Station der Väter vom h. Geist auf der 
Insel Sansibar zählt 1 Bischof, 4 Patres, 
5 Brüder, 124 Kinder, 10 Schwestern für Schule 
und Krankenpflege. Kirche, Hospital, Buchdruckerei 
und Prokura dienen fast ausschließlich den Missionen 
des deutschen Gebietes an der Küste und im Innern. 
Im Ganzen 10 Stationen, 1 Bischof, 22 Priester, 
21 Brüder, 22 Schwestern, 19 Katecheten, 52 Dörfer 
von Christen oder Katechumenen, 1369 Kinder in 
den Waisenhäusern und in den Schulen, 4228 Ka- 
tholiken. 
II. Apostolische Präfektur Süd-Sansibar. 
St. Benediktus-Missions-Genossenschaft, Mutterhaus 
St. Ottilien, Post Türkenfeld, Oberbayern.) 
1. St. Joseph in Dar-es-Saläm. Hospi-= 
tium. Seelsorger und Prokurator P. Severin 
Hofbauer; 1 Laienbruder. Die Gemeinde besteht
        <pb n="577" />
        — 501 
aus deutschen Katholiken, Goanesen, eingeborenen 
Christen, die des Erwerbes wegen nach Darees- 
Saläm gezogen sind. 
2. St. Maria in Dar-es-Saläm. Haus 
der St. Benediktus-Missionsschwestern. Oberin 
Schwester Juliana Peb; 12 Schwestern, 1 Mäd- 
chenschule, Waisenhaus, 80 Zöglinge, Asyl für alte 
Frauen, Hospital für die Farbigen. 
3. St. Maurus zu Kolazini bei Dare-s- 
Saläm. 2 Priester (I. Maurns Hartmann, 
apostolischer Präfekt und P. Johannes Haefliger), 
5 Laienbrüder, 1 Knabenschule, Waisenhaus, 110 Zög- 
linge, Werkstätten, 2 christliche Dörschen: St. Mau- 
rus und St. Placidus. Die Knaben werden in 
Religion, Lesen, Schreiben, Gesang, die Begabteren 
auch im Deutschen unterrichtet. Alle werden zur 
Arbeit auf den Feldern oder in den Werkstätten 
angeleitet. 
4. St. Peter und Paul zu Lukuledi. 
2 Priester (I#. Basilius Ferstl, P. Antonius Rudl), 
2 Laienbrüder, 2 Knabenschulen, 1f christliches Dorf. 
5. St. Agnes zu Lukuledi. 3 Missions- 
schwestern, 1 Kinderasyl. 
Leider ist der Gesundheitszustand kein günstiger 
gewesen. Seit dem letzten Bericht starben zwei 
Brüder in Kolazini und ein Bruder in Lukuledi. 
Mehrere Missionare und Schwestern mußten wegen 
Krankheit nach Europa zurückkehren; dieselben wurden 
durch fünf frische Kräfte ersetzt, so daß im Ganzen 
jebt in der Mission wirken: 6 Patres, 9 Brüder, 
14 Schwestern. Im Missionshause zu St. Ottilien 
befinden sich 11 Patres, 53 Brüder, 19 studirende 
Patres, im Knabenseminar 50 Zöglinge, im Schwe- 
sternkloster 51 Schwestern und 10 Novizen. 
III. Apostolische Vikariate Unyanyembe, 
Süd-Nyanza, Tanganyika. (Weiße Väter.) 
Deutsches Missionshaus in Trier und Marienthal. 
1. Apostolisches Vikariat Unyanbembe. 
Stationen: a) Uschirombo (Sirombo), Patres- 
und Schwesterniederlassung; bp) Msalala; c) Kipa- 
lapala bei Tabora (zur Zeit unbesetzt); d) Ndala. 
2. Apostolisches Vikariat Süd-Nyanza. 
Stationen: a) Bukumbi (oder auch Kamoga); 
b) Nyegezi (wird von Bukumbi aus versehen); 
c) Marienberg bei Bukoba; d) Neuwied (Ukerewe). 
3. Apostolisches Vikariat Tanganyika. 
Stationen: a) Karema (Patres= und Schwester- 
niederlassung); b) Ufipa; c) Kala (Urungu). 
In Unyanyembe ist neben den zwei schon 
bestehenden Stationen Sirombo und Msalala eine 
neue angelegt worden zu Rdala unweit Tabora. 
In St. Michael zu Msalala und Mariahilf zu 
Uschirombo schreitet das Werk der Missionare stetig 
voraun. Das Waisenhaus der letzteren Station zählt 
200 Kinder. Das Dorf Mariahilf birgt 20 christ- 
liche Familien, meist frühere Waisenkinder. 
2. Das apostolische Vikariat Süd-Nyanza hat 
drei Stationen: Neuwied, Marienberg und Kamoga 
  
mit Nyegezi. Im Waisenhause zu Kamoga (Bukumbil) 
befinden sich ungefähr 100 Kinder. Nach einem 
Schreiben des apostolischen Vikars hatte diese Sta- 
tion viel von wilden Thieren zu leiden. Ein Tiger 
tödtete 32 Ziegen, ein Löwe raubte den besten Esel. 
Die Bekehrung der Basukuma geht langsam, aber 
doch stetig voran. In Marienberg (Kiziba) nimmt 
das Werk der Mission seit einigen Monaten einen 
erfreulichen Aufschwung. 
Von besonderer Wichtigkeit ist die Gründung 
einer Station auf Ukerewe, dank dem freundlichen 
Mitwirken des verstorbenen Lieutenants v. Kalben. 
Schon 1892 wurde diese Mission von einem christ- 
lichen Katecheten eröffnet; die Missionare konnten 
sich aber erst Ende Dezember 1895 dauernd auf 
der Insel niederlassen. Noch ehe sie ankamen, 
wurde die Station auf Anstiften des Königs Lukonge 
niedergebrannt und an die 50 Katechumenen bezw. 
Christen getödtet. Neuwied — so ist der Name der 
Station — wurde von einer deutschen Antisklaverci= 
Expedition gegründet, ging nach einigen Jahren in 
die Hände des Händlers Stokes über und wurde 
nach dessen Tode von den „Weißen Vätern“ käuflich 
erworben. Trotz des ebenerwähnten traurigen Er- 
eignisses zählt diese Mission schon 500 bis 600 ernst 
gesinnte Katechumenen, deren Zahl sich bald beträcht- 
lich mehren wird. · * 
3. Am Tanganyikasee hat die Mission im 
verflossenen Jahre gute Erfolge aufzuweisen. Nach 
dem Berichte eines Missionars stehen jeßt sämmt- 
liche Dörfer, 20 an der Zahl, zwischen Karema und 
Kala unter dem Einflusse der Mission. Die Be- 
wohner, mehrere Tausende, erhalten regelmäßigen 
Unterricht. Im Waisenhause zu Karema sind 
300 Kinder. Zu Weihnachten wurden in Karema 
40 Erwachsene getauft, im Monat März d. Is. 
ebenso viele. Der Einsluß der Schwestern, die seit 
einem Jahre dort wirken, ist sehr bedeutend. 
In Kala erbaut man eine Kirche aus Steinen. 
In Karema geschieht viel für die Bodenkultur; die 
Umgegend der Mission, früher eine Wildniß, gleicht 
jetzt einem mit aller Art nützlichen Pflanzungen ver- 
sehenen Garten. ⅜ J 
Auf deutschem Gebiete haben die „Weißen Väter“ 
zehn Stationen und zwei Schwesterniederlassungen. 
Daselbst arbeiten unter zwei Bischöfen und einem 
Provikar 26 Priester, 16 Brüder, 7 Schwestern 
und 7 Negerärzte bezw. Katecheten, die in Malta 
ausgebildet sind. 4 
Eine Karawanc, bestehend aus 8 Priestern und 
6 Brüdern, hat am 10. Juni Marseille verlassen 
und dürfte nunmehr schon von Bagamoyo den 
Marsch nach dem Innern angetreten haben. 
Im Missionshause zu Trier befinden sich 26 Zög- 
linge; in Marienthal werden tüchtige Laien als 
Brüder herangebildct. 14 sind im Laufe des Jahres 
nach Afrika abgereist. 
Im Ganzen sind also in Deutsch-Ostafrika thätig: 
3 Bischöfe, 1 apostolischer Provikar, 54 Priester,
        <pb n="578" />
        — 502 
46 Brüder, 43 Schwestern, also im Ganzen 
147 Missionskräfte europäischer Herkunft, außer den 
einheimischen Katecheten. 
Togoland. (Missionare vom göttlichen Wort 
[Steyler Missionarel). Deutsches Missionshaus in 
Steyl bei Kaldenkirchen und in Heiligkreuz bei Neiße. 
Generalsuperior: Janssen in Steyl. 
Die Mission zählt gegenwärtig: 5 Haupt- 
stationen: Lome, Togo, Porto-Seguro, Klein- 
Popo, Adjido. 7 Priester, 8 Laienbrüder. 
Auf den 5 Hauptstationen werden unterhalten 
125 Negerknaben, welche Nahrung, Kleidung, Woh- 
nung und Unterricht empfangen. Nebenstationen 
sind 5. 
Schulen: 12 Knaben= und 2 Mädchenschulen 
mit 510 Schülern. Das schwarze Lehrerpersonal 
besteht aus 18 Lehrern und 2 Lehrerinnen. 
Im Jahre 1895 ist es hier durch die Unter- 
stützungen des Afrikavereins möglich geworden: 
Die Josephsstation in Porto-Seguro zu vollenden. 
Ferner wurde in der Stadt Togo ein Hospital 
gebaut. Auch dieses Hospital liegt sehr gesund. Es 
ist einfach, aber zweckmäßig hergestellt. Für alte 
Leute steht ein Saal, ein anderer für Kranke zur 
Verfügung. 
In Klein-Popo wurde eine Missionsstation er- 
öffnet, die aber bis jetzt noch immer nur ein ge- 
miethetes Haus besitzt. 
Dazu wurde ein Schwesternhaus in Klein-Popo 
gekauft und am 25. März dic Mission in Degbenn 
eröffnet. 
Außerdem wurden Schulen eröffnet: in Aguenive 
am 29. April, in Akeppe am 4. Mai, in Bagida 
am 12. September, in Amutive-Be-Vi am 7. Oktober, 
die Schule in Ngun-Kope am 26. Dezember. In 
Adjido ward ein Seminar am 20. August gegründet. 
Es werden in demselben die deutsche, englische und 
französische Sprache erlernt. Später soll auch das 
Lateinische eingeführt werden. 
Was unsere Plantagen betrifft, so haben wir in 
der Nährc des Regierungsgebäudes in Sebbe ein 
hroßes Stück Land (etwa 6 ha) für Kaffeebau an- 
gekauft. Wir haben bereits 3000 Pflanzen jetzt in 
der Regenzeit gepflanzt und hoffen so, dereinst einige 
Mittel für unsere Mission zu finden. Die im 
vorigen Jahre gepflanzten Kaffeebäume (1200) sind 
herrlich aufgegangen, bereits über 1 m hoch, und 
können im nächsten Jahre den ersten Kaffee bringen. 
Auf Adjido haben wir es mit Gummibäumen ver- 
sucht, da hier im Sande kein Kaffeebaum aufkommt. 
In Amutive und Togo habe ich es auch mit Kaffee 
versucht, und hoffe ich, daß es auch dort gelingen 
wird, den Kaffcebaum hoch zu bringen. 
Apostolische Präfektur von Kamerun 
(Pallotiner). Die Mission hat durch den Tod 
des noch jugendlichen P. Jakob Mayer am 21. No- 
vember 1895 und durch das frühe Ableben des 
P. Eckmann am 19. April d. Is. schwere Ver- 
luste erlitten. Beide starben in Marienberg, welches 
  
noch ein ungesunderes Klima hat als die anderen 
Missionsstationen in Kamernn. Ein Bruder Martin 
Hanewinkel starb ebenfalls als Opfer seines Be- 
rufes in Kribi. 
P. Bancken und I. Fr. Walter, sowie mehrere 
Brüder waren durch gefährliche Erkrankungen ge- 
zwungen, im Frühjahr die Heimreise nach Europa 
anzutreten. — Zum Ersatz wurden im März 
DP. Georg Walter und DP. Ludwig Otto nebst 
2 Brüdern nach Kamernn geschickt. Im Maij folgten 
ihnen abermals 2 Priester: P. Eberwein und 
P. Müller mit 2 Brüdern; der erste starb schon 
am 6. Juli. Am 13. April reisten auch 4 Schwestern 
aus dem Missionshause Limburg nach Kamerun zur 
Uebernahme ihres opferwilligen Berufes ab. 
Trotz des Mangels an Kräften schreitet das 
Missionswerk erfreulich vorwärts. In der Um- 
gegend von Marienberg sind 16 Schulen gegründet 
worden, die zusammen über 450 Schüler zählen; 
die Schulen werden von schwarzen, älteren Kate- 
cheten geleitet und durch Missionspriester von Ma- 
rienberg aus kontrolirt. 
Marienberg. Zur Zeit stehen zwei Priester 
dieser wichtigen Missionsstation vor, und vier Brüder 
unterstützen die Patres in ihren schwierigen Arbeiten. 
Zahl der Knaben = 80. Den Schwestern obliegt 
die Erziehung der Mädchen, deren Zahl etwa 20 
bis 30 beträgt. 
Edea. Die Missionsstation Edea wird ebenfalls 
von Marienberg aus verwaltet. Dort befindet sich 
der Dolmetscher Andreas Mbangue, welcher schon 
seit der Eröffnung der Station Marienberg im 
Dienste dieser Mission sich befindet. Zahl der Zög- 
linge 40 bis 50. 
Engelberg. Auf dem Engelberg (Götterberg) 
wird an der Erbauung einer größeren Kirche und 
eines Sanatoriums gearbeitet. Ein Brüder= und 
ein Schwesternhaus sind dort schon seit zwei Jahren 
fertiggestellt. Die im laufenden Jahre dort ein- 
gerichtete Schule wird zur Zeit von ungefähr 
50 Schülern besucht. Der P. Präfekt H. Victer, 
welcher nun schon sechs Jahre in Kamerun unter 
den denkbar größten Schwierigkeiten unnnterbrochen 
thätig ist, und P. Eberwein arbeiten auf dem 
Engelberg mit sichtlichen und segensreichen Erfolgen. 
ribi. In der Missionsstation Kribi wirken 
zur Zeit P. König und P. Ludwig Otto. 
Buambe. Ende vorigen Jahres wurde eine 
Zweigstation in Buambe gegründet, welche ungefähr 
1½ Stunden von Kribi entfernt liegt. Die Zahl 
der Kinder beträgt in den beiden Stationen Kribi 
und Buambe etwa 110 bis 120. Die Schwestern 
besorgen auch hier, wie in Marienberg, den Unter- 
richt und die Erziehung der Mädchen, deren Zahl 
zum Glück beträchtlich größer ist als in Marienberg. 
Mit dem nothwendigen Baue eines Missions- 
hauses der Pallotiner in Limburg wurde dieses Jahr 
begonnen. Das bisher gemiethete Haus bot bloß 
Naum für etwa 50 Brüder. Das gemiethete
        <pb n="579" />
        Schwesternhaus außerhalb der hiesigen Stadt bietet 
nur für 30 Schwestern Raum, welcher auch stets 
vollzählig besetzt ist. In Ehrenbreitstein befinden 
sich die Studirenden, welche dort ihre humanistischen 
Studien vollenden. Die Zahl der Schüler in Ehren- 
breitstein beträgt etva 50, die Zahl der Kandidaten 
der Philosophie und Theologie ungefähr 25. 
Apostolisches Vikariat Neu-Pommern. 
(Bismarck-Archipel.) Missionare vom h. Herzen 
Jesu deutsches Missionshaus in Salzburg und dem- 
nächst in Münster. 
1. Hauptstation Kinigunan (Vuna Pope), 
Bischof Conppé, 4 Patres, 10 Brüder, 6 Schwe- 
siern, Kapelle, Schule, Haus für die Missionare, 
Haus für die Schwestern; Erziehungshaus für 
84 Knaben, Erziehungshaus für 61 Mädchen. Ein 
neues Haus wurde für die größeren Knaben (33) 
gebaut, die in einem Handwerk ausgebildet werden. 
2. Station Vlavolo, Kapelle, Schule, Schwe- 
sternhaus, Erziehungshaus für 20 Mädchen, 1 Priester, 
1 Bruder, 3 Schwestern. Gesammtzahl der Christen 
797. Dezember 1895 wurden 120 Erwachsenc, 
März 1896 wurden 80 Erwachsene getauft; 
225 Katechumenen. 
3. Station Malagunan zählt jetzt fast 
900 Katholiken; Dezember 1895 wurden 140, März 
1896 347 Erwachsene getauft. 250 Katechumenen. 
Ein Schwesternhaus wurde erbaut. 
. Station Takubar oder Villa Maria, 
1 Priester, 1 Bruder; zwei Stunden von Kinigunan 
nach dem Berge Varzin hin. 
5. Station Takambur in der Nähe der 
Station Kinigunan (20 Minuten) wird noch von 
den Missionaren von Kinigunan mitversehen. 
Im Ganzen: 1 Bischof, 7 Priester, 15 Brüder, 
15 Schwestern. 2 Brüder und 6 Schwestern 
reisten am 30. Juni 1896 mit dem Dampfer 
„Sachsen“ vom Norddeutschen Lloyd von Genna 
nach Neu-Pommern. 
Die Genossenschaft der Missionare vom Herzen 
Jesu, denen kürzlich die Genehmigung ertheilt 
wurde, in der Diözese Münster ein Missionshaus zu 
gründen, zählt an deutschen Mitgliedern 10 Priester, 
28 Scholastiker, 31 Novizen, 61 Zöglinge in den 
Vorbereitungsklassen, 40 Brüder, also im Ganzen 
170 deutsche Mitglieder. 
Apostolische Präfektur Neu-Guinca. Mis- 
sionare vom göttlichen Wort wie in Togo. 
Eine neuc apostolische Präfektur Neu-Guinca ist 
errichtet worden. Der deutsche Theil von Neu- 
Guinca, Kaiser-Wilhelmsland, gehörte bisher zum 
apostolischen Vikariate Neu-Guinea, das die eng- 
lischen und deutschen Besitzungen umfaßte und den 
Missionaren vom Herzen Jesu anvertraut war. 
Durch den hl. Stuhl wurde der deutsche Theil 
kirchlich von dem englischen getreunt und den Missio- 
naren vom göttlichen Wort übergeben. Die erste 
Missionsexpedition dieser Genossenschaft, bestehend 
503 
  
aus 2 Priestern und 3 Brüdern, hat sich am 
30. Juni 1896 in Genua nach Friedrich-Wilhelms- 
hafsen in Neu-Guinca eingeschifft. Dieselbe wird in 
Singapore sich mit ihrem Obern, dem apostolischen 
Präfekten P. Everhard Limbrock aus Ahlen, Diö- 
zese Münster, vereinigen, der bisher in Süd- 
Schantong in China gewirkt hat. Die Gesammtzahl 
der in unseren deutschen Schutzgebieten thätigen 
katholischen Missionare curopäischer Herkunft beträgt 
etwa 208 Priester, Brüder und Schwestern. Dazu 
kommen die einheimischen Katecheten. 
Im Anschluß an diesen Bericht beschloß der 
Centralvorstand eine Summe von 75 000 Mark an 
die Missionenen in den deutschen Schutzgebieten 
zu vertheilen, und zwar je 10 000 Mark an die 
Weißen Väter, die Väter vom h. Geist, die Bene- 
diktiner, die Missionare vom göttlichen Wort, die 
Pallotiner in Afrika, 10 000 Mark an die Missio- 
nare in Neu-Pommern und Neu-Guinea, ferner 
15 000 Mark zur Ausbildung deutscher Missionare. 
Den „Nachrichten aus der Ostafrikanischen Mission“ 
entnehmen wir Folgendes: 
Der Pastor Holst aus Dar-es-Saläm ist mit 
Frau und Kind in der Heimath auf Urlaub an- 
gekommen. Er wird durch den am 28. April in 
Dar-es-Saläm angekommenen Missionar Cleve 
vertreten. Der Missionar Greiner gedenkt nach 
mehrjähriger segensreicher Thätigkeit im Hinterland 
von Dar-es-Salüm, namentlich in Kiserawe, Ende 
Juli einen ihm bewilligten Urlaub anzutreten. 
Der Missionar Rpehl ist wohlbehalten in Tanga 
eingetroffen. 6 
Am 20. Februar, dem Jahrestage der Gründung 
der Station, ist in Wuga eine Kapellc festlich ein- 
geweiht worden. 
Wie „Unter dem rothen Kreuz“ meldet, sendet 
der Frauenverein für Krankenpflege in den Kolonien 
demnächst die Schwestern Johanna Wittum und 
Elise Franke nach Kamerun. Die bisher dort 
thätige Schwester Bertha ist leider im Mai d. Is. 
dort verstorben. 
RHus fremden Kolonien. 
Trägerverordnung für Ukamba. 
Unter dem 11. Juni d. Is. hat der englische 
Generalkonsul Hardinge in Ergänzung der Vor- 
schriften vom 13. Mai d. Is. eine Verordnung über 
die bei Engagements von Trägern zu beobachtenden 
Bedingungen in der Provinz Ukamba erlassen. 
Ukamba umfaßt die Landschaften Teita, Ukamba und 
Kikugu.
        <pb n="580" />
        —. 504 
Eisenbahn zum birktoria-Rvanza. 
Eine Bill des englischen Unterhauses bewilligt 
3 Millionen Pfd. Sterl. für den Bau einer Eisen- 
bahn von Mombas nach dem Viktoria-Nyanza. 
Goldküsle. 
Der Gouverneur der Goldküste Sir William 
E. Maxwell hat Anfang Juli in der Liverpooler 
Handelskammer ein Bild der Lage und Aussichten 
der von ihm verwalteten Kolonie gegeben. Die 
Einnahmen betrugen 1895: 230 075 Pfd. Sterl.; 
1894: 218 261 Pfd. Sterl. 
Die Einfuhr hatte folgenden Werth: 
18095 r 537 Pfd. Stert. 
1894 2 830 
Die Ausfuhr haun Werth: 
1895. 877 804 Pfd. Sterl. 
1894. 850 343 -- - 
Der Gouverneur hält in erster Reihe energische 
Förderung des Wegebaues für nöthig. Er läßt die 
Wege 12 Fuß breit mit Wasserab= und Durchlässen 
und Festigung bauen. Eine Eisenbahn erklärt er erst 
nach Herstellung eines Hafens für möglich. Zur 
Wahl eincs passenden Fleckes dafür hat ein Inge- 
nieur Nagel von der Firma Coode Sons und 
Matthews Untersuchungen vorgenommen. Er hat 
auch die Stromverhältnisse des Volta geprüft. Die 
Kolonie leidet unter Arbeitermangel. 
der Goldwäschereicn wünscht der Gonverneur Eufuhr 
asiatischer Kulis. 
Britische Salomonsinseln. 
Der zum Residenten für die britischen Salomons- 
inseln ernannte Mr. C. M. Woodford hat sich am 
20. Mai d. Is. an Bord eines englischen Kriegs- 
schisses dorthin begeben. 
Zum Betrieb 
  
Rultur im Rongogebiete. 
Die Nummer 6l’ des „Bullatin olliciel de 
D’Etat indcpendant du Congo“ bringt einen aus- 
führlichen Bericht E. Laurents über die Boden- 
beschaffenheit ind die Erfolge der Plantagenwirthschaft 
des Kongogoebietes. 
Perschiedene Mitthzeilungen. 
Prüfungsergebnisse des Sisalhanf. 
Der Sisalhanf, Fourcroya gigantca, wurde 
gegen Ende des vorigen Jahrhunderts nach Mau- 
ritius eingeführt und breitete sich dort von selbst 
weiter aus. Erst nachdem der Boden der Insel 
durch die Zuckerrohrkultur größtentheils erschöpft 
war, wandte man sich der Ausbentung der Four-- 
croya zu. In der Mitte dieses Jahrhunderts 
wurde die Sisalhaufkultur in Florida und in neucrer 
Zeit auf den Bahamainseln eingeführt. Hier be- 
sonders gelang es einigen kapitalkräftigen Gesell- 
schaften mit der Unterstützung der Regierung große 
Ländereien mit Sisalhanf zu bepflanzen. 
Nach dem Urtheil der Sachverständigen begnügt 
sich die Fourcroya mit einem außerordentlich minder- 
werthigen Boden, und die Aupflanzung wird für 
solche Gegenden befürwortet, wo andere Nutzpflanzen 
keine Erträge mehr liefern. Aus diesem Grunde 
sind daher manche Gebiete von Deutsch-Ostafrika für 
die Sisalhanfkultur besonders geeignet, und die 
dortige Abtheilung für Landeskultur hat auch bereits 
größere Kulturversuche mit der Fourcroya angestellt. 
Einc Partic der daselbst gewonnenen Fasern ist 
seitens der Königlich mechanisch-technischen Versuchs- 
anstalt in Charlottenburg einer sachverständigen 
Prüfung auf ihre Festigkeit unterzogen worden. 
Um Vergleiche zwischen dem in Deutsch-Ostafrika 
und dem anderswo gewachsenen Hauf anstellen zu 
können, wurde diese Untersuchung noch auf einige 
andere Faserstoffe ausgedehnt. Das Ergebniß dieser 
Prüfung ist in der nachstehenden Tabelle enthalten: 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Laufe . Bruch- -.----. üfung wurden 
n ufende Vezeichnung der Probe Bruchlast in dehnung Reißlänge in ur Pritsung wurden 
ummer kg in 5½% m verwendet 
1 Mauritiushanf (Fonreroyn giganten) 0,599 5,9 34 450 Einzelne Faserbündel 
2 Fourcroyn gigantea aus Südamerika 0, 580 3, 5 24 450 
3 Atave: americann. m Coh) 0,844 2,8 31 750 
4 Agare moexicann 0.520 2,2 36 350 
5 Hauf von ben städtischen Reselgütern * 5 . 
sdorf Heinersdorf 1,258 24 40000 
6 Flachs aus Estland 1,680 24 23750 Mehrere Faserbündel 
gleichzeitig") 
  
  
  
*) Einzelne zur Prüfung geeignete Faserbündel waren infolge weitgehender Bearbeitung des Materials 
nicht vorhanden.
        <pb n="581" />
        — 505 
Die aufgeführten Zahlen sind Mittel aus je allein das reichlich von verschiedensten Seiten ver- 
zehn Versuchen. Die Einspannlänge betrug bei öffentlichte Material benutzen, sondern auch eigene 
sämmtlichen Proben 100 mm. Für die Berechnung Beobachtungen zu Grunde legen können. Es ist zwar 
der Reißlänge wurde das Gewicht der bei 100% C. bedauerlich, daß der Autor nicht auch die Asrika 
getrockneten Faserbündel zu Grunde gelegt. eigenthümlichen Krankheitserscheimungen aus eigener 
Von dem Professor an der hiesigen landwirth= Anschauung näher kennen gelernt hat, indessen dürfte 
schaftlichen Hochschule, Geheimem Regierungsrath das von ihm beigebrachte Material auch bei ihrer 
I). Wittmack wird dieses Prüfungsergebniß als Behandlung gute Dienste leisten. Das Buch wird 
ein günstiges bezeichnet. Auf Grund seiner eigenen daher jedenfalls in den deutschen Kolonien lebhafte 
Untersuchung bemerkt Professor Wittmack, daß die Beachtung finden. Die Würdigung seines Inhalts 
Faserbündel ein sehr gutes Aussehen hatten und vom fachmännischen Standpunkte aus bleibt der 
durch ihre Länge auffielen. Die mikroskopische medizinischen Litteratur vorbehalten. 
Prüfung ergebe, daß die Fasern hauptsächlich aus 
Bastzellen beständen und wenig verholzte Theile 
enthielten. Auch nach den chemischen Reaktionen Septans, licutenant colonel brev. de Dinfan- 
  
zu urtheilen, sei die Faser nicht verholzt und dürfte teric de marine: Les expeditions anglaises 
ein gutes Material für Seilerwaaren geben. en Afrigne. H’aris 1896. II. Charles- 
Lavauzelle. 
VVTVWYTYYYYVYTYTVYVNYWGWVTVYVYVYVYTVYTVYVTFTYTFy"Y Das gut ausgestattete umfangreiche Werk bietet 
eine lehrreiche Schilderung der beiden englischen 
Titterakur. Ashantikriege von 1873/74 und 1895/96, des Zulu- 
krieges 1878,79, der Feldzüge in Aegypten 1882 
Dr. B. Scheube: Die Krankheiten der warmen und im Sudan 1884/85. Der Verfasser erzählt 
Länder. Ein Handbuch für Aerzte. Jena 1896. ihre Ursachen und Verlauf und legt die dabei ge- 
G. Fischer. machten Erfahrungen aller Art an der Hand der 
Der Verfasser des sehr ausführlichen und um= amtlichen Materialien ausführlich dar. Das Buch 
jassenden Werkes ist längere Zeit Professor an der erhält dadurch ein erhebliches Interesse für die 
japanischen Medizinschule zu Kioto gewesen und hat Kolonialverwaltung nicht minder, als für die in den 
ausgedehnte Reisen durch verschiedene Theile Asiens Kolonien thätigen Militärs, da eine ähnliche bequeme 
hemacht. Er hat daher für seine Darstellung nicht Quelle für alle diese Gegenstände bisher fehlte. 
  
  
Schiffsbewegungen. 
(Die Zeit vor dem Orte bedeutet die Ankunft, hinter dem Orte die Abfahrt des Schisses.) 
M. S. „Bussard“ 9/5. Cooktown 12/5. — Schutzgebieten. (Poststation: Hospostamt.) 
M. S. „Condor"“ 22/6. Sansibar. (Poststation: Kapstadt.) 
M. S. „Falke" 15/1. Apia. (Poststation: Hofpostamt.) 
M. S. „Hyäne“ 17/6. Kapstadt. (Poststation: Kapstadt.) 
M. Vermessungsschiff „Möwe“ Matupi 27/4. — 30/4. Friedrich Wilhelmshafen. (Poststation: Matupi.) 
S. „Seeadler“ 4/7. Mozambique 6/7. — 9/7. Sansibar. (Poststation: Sansibar.) 
M. S. „Sperber“ 5/5. Kamerun. (Poststation: Kamerun.) 
ag#### 
  
Derkehrs-Nachrichten. 
Der Rheder des Dampfers „Leutwein“ Lieutenant a. D. Troost hat im April d. Is. mit der 
Rhederei des „Nautilus“ ein Abkommen zunächst auf ein Jahr getroffen, wonach letztere den „Nautilus“ 
nur noch bis Port Nolloth laufen läßt, wogegen der „Leutwein“ nur die Häfen nördlich von Port Nolloth 
besucht. Agent des „Leutwein“ ist der Chef des Hauses Wm. Spilhaus &amp; Co. in Kapstadt. Die Fahrten 
des „Leutwein“ sollen in vierwöchentlichen Zwischenräumen erfolgen. Es war in Aussicht genommen, daß 
er eine Fahrt im Juli antreten solle. Die ferneren Abfahrtzeiten sind vorläufig für den 11. August, 
8. September u. s. w. in Aussicht genommen. 
— — —— — 
Die Sansibar-Regierung hat am 12. Juni auf Chumbe Island, südlich von Sansibar, den 
Grundstein zu einem Leuchtthurm legen lassen.
        <pb n="582" />
        506 
Postdampfschiffverbindungen nach den deutschen Schutzgebieten. 
  
Nach 
vom E 
schissungs 
Die Abfahrt erfolgt 
in- 
hafen an folgenden Tagen 
Ausschissungshafen. 
Dauer 
der Ueberfahrt 
Briefe müssen aus 
Berlin spätestens 
abgesandt werden 
  
— 
. Deutsch-Ostasrika. 
Neapel 
8 Schiffe) 
e Schisfe) 
  
2 
k Deutsch-Südwestafrika. 
(Nach Warmbad wöchentlich 
bie Kapstadt, von dort weiler 
alle 14 kage auf d. Landwege) 
— 
2 
Southampton 
scher Dpf.-Leutwein-) 
ambur 
addut hish 
  
A -# *2 
indisi 
(englische **2 
am n 35 August, 
ept. 120 abds. 
am 5r“ Eet, 13. Sept. 
s. 
am 10 nides Mts. 
40 
am 15. Aus. 12. Sept. 
im 
am 30. Sept., 30. Nov. 
nachts 
am debes Monats 
Tanga 20 Tage 
Dar-es-Salam 21 Tage 
Sansibar 21 Tage 
Sansibar 18 Tage 
1 
Swakopmund 30 Tage 
Swakopmund 30 Tage 
Kamerun 24 Tage 
  
  
3. Ramerun. I Liv am * 2., 30. Sept, Kamerun 22 Tage 
Wtihnßt Z #ag 
am 10. sedeamn. nachts Klein- Lopo 20 Tage 
4. Togo-Gebiet am 20.jedes Mts. Lom 1 Tage 
(Cvon Accra bez. Quittah o Lont 4 Al po 33 Tage 
miltelst Boten nach Lome am Letzten jed. Mts.= bo od. Accre 
und Klein- W am 12. 26. August, Quittah*) oder Klein- 
aaise T% 9., 23. September ] Popo 35 Tages 
am 26. August, 21.Okt. Friedrich Wilhelms- 
5. Deutsch-Neu-Guinea. aechia San abds hafen 45 Tage 
Brindisi am 38 Tiunm 25. Olt. Tage 
J 
Brind am W 3.Nov. Jaluit 58—71 Tage 
6. Marshall-Inseln. (über 7— abds 
  
  
  
  
  
  
  
  
Eintreffen der Post aus den deutscen Schutgebieten. 
am 3., 14., 24. Aug., 
11., 14. September 
103 abds. 
rls ice Monats 
am 14. ’- 11. Sept. 
113 v 
am 350. Sept, 30. Nov. 
am 10. ddes Monats 
720 
am 3., abr- August, 
2 8. Sept. lonms. 
am 10., 20. und Letzten 
ied. Mts. 720 abds. 
am 10., 24. August, 
7., 21. Sept. 15 ums. 
am 24., 28. August, 
9., 23. 
Oktober 
10 abds. 
am 26. August, 6. Nov. 
1034 abds. 
  
  
  
  
  
  
  
Landungs= Die Tost -. fällig Landungs- Die Post ist fälli 
Von hafen n Berlin Von hafen in Berlin 8 
Neapel am 21. Aug., 18.-Spt. » 
Deutsch-Ostafrika Brindis ... am 12. Ang., 9. Sept. i ...... Hambuegamlokund25« 
Marseille ,am 31.Aug., 1. Olt. I jedes Monats 
Deutsch-Südwestafrika Southampton an18-Aug, 15 Sp Deutsch-Neu-Guinen. [Meapel. ** Wm 
aniburg .. am 25.5jed. Monats * 
Ramern Bahuch .. am 13. August, " Marspall- Inseln ... .Marseille am 8.—20. August, 
10. September 3.—15. Oktober 
  
  
  
  
* Fälligkeitstage für die mit deutschen Schiffen eintressenden Posten. 
Schiffsbewegungen der ei Ostafeika-Linie (Gamburg —Ostafrikal. 
  
  
  
  
  
Neichspostdampser Reise Letyte Nachrichten 
chaposidampf von 1 nach bis 28. Juli 1890 
„Kaiser“. zur Zeit in Hamburg 
„Kanzler" Hamburg Durban am 21. Juli an Mozambique. 
„Vundesrath" Hamburg Durban am 21. Juli ab Suez. 
„Neichstag“ " Durban Hamburg am 20. Juli ab Delagoabai. 
Admiral“ Durban Hamburg am 21. Juli ab Neapel. 
General“ zur Zeit in Hamburg 
rzo Durban am 23. Juni an Imuiden. 
„He g“ . 
Extradampfer „Europa 
Hamburg 
auf der Heimreise am 25. 
Juli in Durban eingetrossen.
        <pb n="583" />
        507 
Schiffsbewegungen der Woermann Linle. 
  
  
  
Postdampfer Reise Letzte Nachrichten 
von nach bis 28. Juli 1896 
„Adolph Woermann“ Swakopmund J Hamburg am 26. Juli in Accra. 
„Aline Woermann". amburg Ponta Negra am 18. Juli in Madeira. 
„Anna Woermann“ Kap Palmas Hamburg am 26. Juli in Hamburg. 
„Carl Woermann“ Hamburg Kotonon am 23. Juli Doer gossiet. 
„Eduard Bohlen“ Congo Hamburg am 21. Juli in 
„Ella Woermann“ Hamburg Kap Palmas am 23. Juli in T 
„Gertrud Woermann" Ponta Negra Hamburg am 23. Juli in Accera. 
„Gretchen Bohlen“ otonon Hamburg am 26. Juli in Las Palmas. 
„Hedwig Woermann“ Hamburg Kotonon am 28. Juli in Accra. 
„Jeannette Woermann“. Hamburg Loanda am 28. Juli in Accera. 
„Kurt Woermann“ Loanda Hamburg am 15. Juli in Accra. 
„Lothar Bohlen“ . Hamburg l Swakopmund am 31. Juli ab Hamburg. 
„Lulu Bohlen“ . Hamburg Ponta Negra am 24. Juli in Gabun. 
„Marie Woermann"“. Ponta Negra Hamburg am 25. Juli in Madeira. 
„Melita Vohlen"“ Hamburg » Lüderitzbucht am 6. Juli in Loanda. 
„Professor Woermann“ Hamburg Loanda am 13. Juli in Loanda. 
„Thekla Bohlen“ Swakopmund Hamburg am 15. Juli in Hamburg. 
  
  
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Deutsche Kolonial-Ausstellung 1896. 
  
  
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Verfrefen auf der deutschen Kolonial-Ausstellung 1896. 
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— 511 — 
  
Deutsche Kolonial-Ausstellung 1696. I 7 
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Calc. Schwesfelsaure Kalimagnesia, mind. 25.0½ Kuli und höchstens 2½2 o# Chlor. für die vor- 
stehend genannten Plianzen auf solchen Böden. vo die Zufuhr von Magnesin erlorderlich ist. 
Chlorkalium, mind. 44.2 bis 61.8 Kali. für Kuffee. Thee, Knkno, Pulmen, Oliren. Erduuss, Buumwolle,; 
Muis, Sorghum, Reis, Kieinns, Indigo, Bohnen, Chinnrinde. 
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Säümmtliche deutschen Kuliwerke sind im Verkans - Syndikut der Kuliwerke vereinigt. 
JNüher Angahen über Preise und Bezugzsbedingungen vic auch Anskunft über tropische Dängerfragen 
aul C’rund reicher praktischer Erlahrungen ertheilt das 
Verkaufs-Syndikat der Kaliwerke in Leopoldshall-Stassfurt. 
Telegrumm-Adresse: Syndikat Stassfurt. 
NB. In der Ausstellung des Verknuuls-Sdikutes in der deutschen Koloninl-Ansstellung. (#rubbe XXIII der 
Berliner Gdewerbe-Ausstellung. liegt eine Broschüre über Düngung tropischer Pllanzen zur Finsichtnahme 
uns. Dieschbe vird vom Verkaufs-Syndikut den sich meldenden Rellektanten K#r#ntis zugesandt. E 
  
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Deutsche Kolonial- Ausstellung 1896.
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— 512 
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ellschaft den Alleinverkauf. 
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Chemischen Fabrik auf Actien (im E. zciern zu Eerlin 
dargestellt. 
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(salzsaures Phenocoll) 
Eine grosse Reihe italicnischer Acrzte, u. A. die Drs. l'rosessor 
T’rofessor Cervello, Drr. Cuceo, Dr. Inl! Olio. l’ro- 
lessor Mosso, Dr. Venturini und riele ande tre haben mit dem Jlittel 
überruschende leilerlolge bei Malurin erzielt. Auch Dr. Rihet in 
Arzew (Algier) und Dr. Dupont in Bomna thaten ein Gleiches: Lpetz- 
terer he nt. die ossizielle inreihung des Nedikaments in die stuatlichen 
v des tes verunlasst. 
Das zasmsee Lhenocoll eignet sich lerner nuch den Feststellungen 
von Professor Martinez A. Wargas in Barcelona zur Schnellen und 
Sicheren lleilung des Kenc #Lhustens. 
Man wende sich wegen des Erhalts von I’ henocollum hrdrochloricum. 
wegen Litteratur und Gel-ranchsanweisungen an die Vertreter der ohen- 
zenannten Firmn. nümlich: 
Barcelonn: I. Espiell; 16) 
London: &amp; M. Zimmermann, E. C. 9 und 10 St. Mary- at- Mill: 
Moskuan: W. Stlirzwage &amp; Co.; 
Ney- TLork: Lehn 8&amp; Fink, 128 william Street: 
Panris: Mar Frères. 31 rue des petites Ecurie 
Rio de Jnneiro: Magalhdes, Lucius &amp; Co. Sercessores de Klingelhoefer &amp; Co. 
  
  
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        — 514 — 
WOERMANN-LINIE. 
Am 10. August: P. D. „Marie Woermann“, Capt. Triebe, 
nach Madeira, Klein-Popo, Lagos, Kamerun und den Häfen der Südwest- 
küste Alrikas bis Ponta Negra. 
Am 15. August: P. D. „Anna Woermann“, Capt. Schade, 
nach Marocco, Las Palmas, Teneriffe, Gorée, Dakar, Rufisque, Sierra Leone, 
Sherbro und Liberia. 
Am 20. August: P. p. „Gretchen Bohlen“, Capt. Jürgens, 
nach Conakry, Monrovia, der Goldküste, Togo, Whydah und Kotonou. 
Am 31. August: P. D. „Kurt Woermann“, Capt. Fastert, 
nach Teneriffe, Las Palmas, Gorée, Liberia, San Thomé und den Häfen der Südwest- 
küste Afrikas von Landana bis Loanda. 
Nach Deutsch-Südwestafrika: am 30. September, 30. November. 
4dite G#teer mitssen 1un Tae vor dem 459##nydauttem bis I2 Uhmr „aiccs ldnosseite seftn. 
Näheres wegen Fracht und Passage ertheilt in Hamburg die Woermann-Linie, sowie der Schiffsmakler 
August Bolten, Wm. Miller's Nachfolger, Admiralitärstrasse 33/34, und wegen Deutsch-Südwestafriku dic 
Herren L. F. Mathies &amp; Co., Grimm 27. 12 
  
Deutsche Ost- Afrika-Linie. 
Vermehrte Fahrten. Dreiwöchentlicher Betrieb. 
Regelmässige Postdampfer - Verbindung 
unter Vertrag mit dem Deutschen Reiche 
ZzZwischen 
Hamburg, Ostafrika und Transvaal 
Amsterdam, Lissabon und Neupel anlautend. 
Die nächsten fahrplanmässigen Expeditionen finden statt: 
  
R. P. D. „CENERAI“, Capt. Ganhe 12. August 1896 ab Humburg (Ii. Fahrplan) 
R. P. D. „KAISER“, Capt. Stall 2. Septbr. „ ab Hamburg „ 
R. P. D. „REICHSTAG“, Capt. Weisskam 23. Sepbtbr. „ ab Hamburg „ 
R. P. D. „KANZLER“, Capt. Elson . . . . 14. OXtbr. „ab Hamburg „ 
nach Tanga, Dar-es-Saläm, Sansibar, Mozambique, Beira, Delagoa-Bai und Natal. 
Diese Dampfer nehmen auch Passagiere und Waasren nach 
Bagamoyo, Saadani, Pangani, Kilwa, Ibo, Lindi, Quelimane, Chinde, Lamu und 
Mombassa. 
Ferner Extradampfer ab Hamburg ½ums Kan dei Jieten onteng direkt nach 
Tirban, Delagog-Bai, Moscmbev##e. 
Nächste Expedition: Extradampfer „ApmlnRAL“, Capt. West, 12. September 1896. 
Die Dampfer Laben vorzdolfche Einrichetenpen Fr Passagtere in allen Klaussen. 
Ferner zwischen Ostalrika und Bomba) regelmässig allc drei Wochen im Anschluss 
an die Hauptdampler. 
Näheres ertheilt in Hamburg: (20) 
wegen Fracht der Schiffemakler August Bolten, Wm. Miller'’s Nachfolger, 
wegen Passage die Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Aktien-Gesellschaft, 
sowie wegen Fracht und Passage die 
  
Deutsche Ost-Afrika- Linie, 
Gr. Reichenstrasse 25/27. 
* Verantwortlicher Redakteur für den nichtamtlichen Theil: O. Merlinat, Berlin. 
Druck und Verlag der Königlichen Hoibuchhandlung und Hofbuchdruckerei von E. S. Mittler &amp; Sohn, Berlin 8SW 12, Kochstraße 68—71. 
Ausgegeben am 1. August 1896 um 6 Uhr nachmittage.
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        Deutsches Kolonialblatt. 
Amtsblatt für die Schutzgebiete des Deutschen Reichs. 
heransgegeben in der Kolonial-Ablheilung des Auswärligen Amte. 
  
Vll. Jahrgang. * gerlin, 15. Angust 1896. Nunmer i 16 
Diese Zeitschrift erscheint in der, Reath am 1. und 15. * Maot Derielben w. en als Beiheste nn die mindestens einmal urrnssährlich 
Gelelrten zaus don 40% tschon v,Sehugobiolon herausgegobon kon Dr. Frei 
v. Danckelman. Der * * Mincen elrägt beim Bezuge durch die Post * e 
Buchhandlungen, Mk. 3.—, direkt unter Stss durch die koenwenhbanhsen #½ 3,50 jur Demischland und „thterrtich Hante, * 3.75 für 
dic Lander des? Welsoft#t reins. — Einsend zungen und Anfragen sind an die Königliche Monchha andlung vo“ feust Sicgiricd Mittler 
und Sohn, Verlin §W 12, Kochstraße 68—71, zu richten. (Eingetragen in der Zeitunge- ielile * 1800 unter Nr. 1910.) 
  
  
  
Inhalt: Amtlicher Theit: Alerhochi Verordnung vom 26. Juli 1896, betreffend die Disziplinar= Strafordmung für 
die Kaiserlichen Schutztruppen S. 515. — Verordnung, betressend die Einführung der deutschen Militär-Strasgesetze 
in den afrikanischen Schußgebieten S. 1 — Verordnung, betressend das strasgerichtliche Verfahren gegen Militär- 
personen der Kaiserlichen Schutztruppen S. 516. — Allerhöchste Ordre, betrejfend Beschwerdeführung der Personen 
des Soldatenstandes S. 520. Verordnung, betressend die Rechtsverhältnisse der Landesbeamten in den deutschen 
Schugebieten S. 520. — Velanntmachung wegen Nedaktion des Gesetzes, betreffend die atserlichen Schut= 
truppen in den afrikanischen Schutzgebieten und die Wehrpflicht daselbst, vom 18. Juli 1896 S — Verordnung 
des Neichokanzlers, betreffend Auszüge aus den Personenstandsregistern S. 525. — et r an sämmtliche 
Dienststellen in Deutsch-Ostajrika, betressend Ouarantäne der anlaufenden Seeschiffe S. 526. — Vorschriften, betreffend 
die gesundheitspolizeiliche Kontrole der einen Hafen des deutsch-ostafrilanischen Schutbgebietes anlaufenden See- 
schisse S. 527. — Desinfektionsanweisung für Seeschiffe, welche der gesundheitspolizeilichen Kontrole beim Anlaufen 
eines Hafens des deutsch-ostafrikanischen Schutzgebietes unterliegen S. 531. — Personalien S. 535. 
Nichtamtlicher Theil: Personal-Rachrichten S. 536. — Deutsch-Ostafrika: Verkehrswesen S. 536. — 
Zur Nigelung des Trägerwesens S. 537. — Sanitäre Einrichtungen S. 537. — Förderung des Landbaueo S. 537. 
— Landwirthschaftliches S. 537. — Togo: Stationen im Innern S. 538. — Marshall- Iusela- Reise 
des Zandebhtmann S. 538. — Aus dem Bereiche der Missionen und der Antiskla i-Vewe- 
gung S. 538. — Aus krenden Kolonien: Die Landkommission für Matabeleland S. 500 — — 
Salomons-Inseln S. 539. — Verschiedene Mittheilungen: Eierhandel der Welt S. 539. Handelsbericht, 
betressend die Provinszen Kerman und Prrlisch- Velusschistan. für das Jahr 1894/95 S. 540. — Litteralur S. 542. — 
Schisssbewegungen S. 542. — Verkehrs-Nachrichten 542. — Anzeigen. 
B eilage: Die aisior in ven E Schuhgebieten. 
Amtlicher Theil. 
Gesetze; Perordnungen der Reichsbehörden. 
Allerhöchste Verordnung vom 26. Juli 1896, betreffend die Disziplinar- 
Strafordnung für die Kaiserlichen Schutztruppen. 
n# Ihren Vortrag bestimme Ich: 
Auf die Angehörigen der Schutztruppen finden die Vorschriften der Disziplinar-Strafordnung für 
das Heer mit folgenden Abweichungen Anwendung: 
Es steht zu: 
.dem Neichskanzler die Disziplinar-Strafgewalt, welche derjenigen eines kommandirenden 
Generals in der Armee entspricht; 
. dem Gouverneur beziehungsweise Landeshauptmann diejenige, welche einem Divisionskomman- 
deur in der Armee zusteht; 
3. dem Kommandeur diejenige eines heimischen Regimentskommandeurs; 
dem detachirten Befehlshaber einer aus mindestens einer Kompagnie gebildeten Abtheilung 
diejenige cines detachirten Stabsoffiziers der Armee 
5. einem Kompagnieführer oder sonstigen Befehlshaber einer tleineren als der unter Ziffer 4 
bezeichneten Abtheilung diejenige eines detachirten Hauptmanns der Armee 
—“ 
— 
- 
=
        <pb n="592" />
        — 516 — 
Dem zum Auswärtigen Amt kommandirten und in der Kolonial-Abtheilung mit der Bearbeitung 
der persönlichen Angelegenheiten der Schutztruppen beauftragten Offizier wird über sämmtliche Angehörigen 
der Schutztruppen, sofern sie sich in Deutschland aufhalten und im Dienstalter jünger sind als der be- 
zeichnete Offizier, die Disziplinar-Strafgewalt eines Regimentskommandeurs übertragen, die er nach den 
näheren Anweisungen des Reichskanzlers auszuüben hat. 
Merok, an Bord Meiner Yacht „Hohenzollern“", den 26. Juli 1896. 
(L. S.) Wilhelm J. R. 
Fürst zu Hohenlohe. 
An den Reichskanzler. 
Verordnung, betreffend die Einführung der deutschen Militär-Strafgesetze in 
den afrikanischen Schutzgebieten. Vom 26. Juli 1896. 
Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden Deutscher Kaiser, König von Preußen 2c., verordnen auf 
Grund des § 1 des Gesetzes, betreffend die Rechtsverhältnisse der deutschen Schutzgebiete (Reichs-Gesetz- 
blatt 1888 S. 75), im Namen des Reichs, was folgt: 
Einziger Paragraph. 
Die Militär-Strafgesetze des Deutschen Rcichs treten in den afrikanischen Schutzgebieten gleichzcitig 
mit dem Gesetze, betreffend die Schutztruppen in den afrikanischen Schutzgebieten und die Ableistung der 
Wehrpflicht daselbst, vom 7. Juli 1896 mit der Maßgabe in Kraft, daß im Sinne des Militär-Straf- 
gesetzbuchs vom 26. Juni 1872 (Reichs-Gesetzblatt S. 173) unter Heer auch die Kaiserlichen Schutztruppen 
zu verstehen sind. 
Urkundlich unter Unserer Höchsteigenhändigen Unterschrift und beigedrucktem Kaiserlichen Insiegel. 
Gegeben Merok an Bord Meiner Nacht „Hohenzollern“, den 26. Juli 1896. 
(L. S.) Wilhelm I. R. 
Fürst zu Hohenlohe. 
Verordnung, betreffend das strafgerichtliche Verfahren gegen Militärpersonen 
der Kaiserlichen Schutztruppen. Vom 26. Juli 1896. 
Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden Deutscher Kaiser, König von Preußen cc., verordnen 
auf Grund des Artikels II § 4 des Gesetzes vom 7. Juli 1896 wegen Abänderung des Gesetzes vom 
22. März 1891 (Reichs-Gesetzblatt S. 53), betreffend die Kaiserliche Schutztruppe für Deutsch-Ostasrika, 
und des Gesetzes vom 9. Juni 1895 (Reichs-Gesetzblatt S. 258), betreffend die Kaiserlichen Schutztruppen 
für Südwestafrika und für Kamerun, im Namen des Reichs, was folgt: 
81. 
Das strafgerichtliche Versahren gegen die Angehörigen der Schutztruppen richtet sich nach den 
Vorschriften der preußischen Militär-Strafgerichtsordnung vom 3. April 1845, soweit nicht in Nachstehendem 
abweichende Bestimmungen getroffen sind. 
8 2. 
Die Militär-Strafgerichtsbarkeit bei der Truppe wird verwaltet 
1. durch das Gericht des Oberkommandos der Schutztruppen, 
2. durch Gouvernementsgerichte, 
3. durch Abtheilungsgerichte. 
Das Gericht des Oberkommandos der Schutztruppen besteht aus dem Reichskonzler als Gerichts- 
herrn und einem mit Nichterqualität versehenen vortragenden Rath als Auditeur. Dem Reichskanzler steht 
die höhere Gerichtsbarkeit und die niedere Gerichtsbarkeit über alle Angehörigen der Kaiserlichen Schutz= 
truppen zu, soweit dieselben nicht der Gerichtsbarkeit der Gouvernementsgerichte oder Abtheilungsgerichte 
unterstehen. In Deutschland befindliche Angehörige der Schutztruppen treten während ihres Aufenthalts 
daselbst unter die Gerichtsbarkeit des Oberkommandos der Schutztruppen. 
* 4. 
Das Gouvernementsgericht besteht aus dem Gorwerneur oder Landeshauptmann als Gerichtsherrn 
und einem Auditeur. Dasselbe hat die höhere und nledere Gerichtsbarkeit über sämmtliche Angehörigen der 
ihm unterstellten Schutztruppe.
        <pb n="593" />
        — 517 — 
86. 
Ein Abtheilungsgericht wird gebildet bei jeder von dem zuständigen Gouverneur beziehungsweise 
Landeshauptmann bestimmten Abtheilung. Dasselbe besteht aus dem Befehlshaber dieser Abtheilung als 
Gerichtsherrn und einem untersuchungsführenden Offizier. 
Die Abtheilungsgerichte haben die niedere Gerichtsbarkeit über die zur Abtheilung gehörigen sowie 
über die derselben vorübergehend überwiesenen Militärpersonen. 4 
Treten mehrere derartige Abtheilungen örtlich unter einen gemeinsamen Befehl, so übt der rang- 
älteste Offizier die Besugnisse des Gerichtsherrn über sie aus. 
. §6. 
Zur Bildung eines Untersuchungsgerichts genügt in allen Fällen die Zuziehung eines Offiziers 
oder Sanitätsoffiziers als Beisitzer. 
Der Beisitzer hat in den Straffällen der Offiziere thunlichst dem Dienstgrade des Angeschuldigten 
zu entsprechen. Bei solchen Verhandlungen, welche unter Zuziehung eines Aktuars oder eines durch Hand- 
schlag an Eidcsstatt verpflichteten Protokollführers aufgenommen werden, kann von Zuziehung eines 
Beisitzers abgesehen werden. 
87. 
In Ermangelung eines Auditeurs können seine Obliegenheiten durch einen zum Richteramte 
befähigten Beamten oder Offizier, und, falls ein solcher nicht verfügbar ist, durch einen untersuchungs- 
führenden Offizier oder einen anderen Offizier wahrgenommen werden. Die Vereidigung eines solchen 
Offiziers erfolgt nach § 80 der Militär-Strafgerichtsordnung. Jedoch bedarf es der Zuziehung eines 
weiteren Offiziers zur Vereidigung nicht. 
868. 
Spruchgerichte hinsichtlich sämmtlicher Angehörigen der Schutztruppen sind Kriegs= und Standgerichte. 
Die besonderen Bestimmungen der Militär-Strafgerichtsordnung über das Verfahren gegen 
Militärbeamte finden auf die Beamten bei den Schutztruppen keine Anwendung. Die oberen Militärbeamten 
werden hinsichtlich der Kostenfreiheit den Offizieren gleichgestellt (Militär-Strafgerichtsordnung § 274). 
89. 
Vor der Einleitung der förmlichen Untersuchung gegen den Kommandeur einer Schutztruppe ist 
siets Meine Entscheidung einzuholen. 
810. 
Zu einem Kriegsgericht sind als Richter zu berufen: 
a) über einen Offizier: ein älterer Kompagnieführer als Präses, zwei Kompagnieführer, zwei 
Lieutenants; 
5) über einen Unteroffizier: ein älterer Kompagnieführer als Präses, zwei Offiziere, zwei 
Unteroffiziere; 
c) über einen Gefreiten oder Gemeinen: ein älterer Kompagnieführer als Präses, zwei 
Offiziere, zwei Gefreite oder Gemeine; 
d) über einen Militärbeamten: ein älterer Kompagnieführer als Präses, zwei Offiziere, zwei 
obere Militärbeamte, thunlichst vom Dienstzweige des Angeschuldigten. 
Die aktiven Offiziere und die oberen Militärbeamten können im Bedarfsfalle durch Ofsiziere des 
Beurlaubtenstandes, durch Sanitätsoffiziere, oder durch Ingenieure des Soldatenstandes, bei Kriegsgerichten 
über Mannschaften (b und c) auch durch andere geeignete Militärpersonen ersetzt werden. 
8 11. 
Zu einem Standgericht sind als Richter zu berufen: 
a) über einen Unteroffizier: ein Kompagnieführer als Präses, ein Lieutenant, ein Unteroffiier; 
) über einen Gefreiten oder Gemeinen: ein Kompagnieführer als Präses, ein Lientenant, 
ein Gefreiter oder Gemciner; 
über einen unteren Militärbeamten: ein Kompagnieführer als Präses, ein Lieutenant, ein 
unterer Militärbeamter. 
Im Bedarfsfalle können die aktiven Offiziere durch Offiziere des Beurlaubtenstandes, durch 
Sanitätsoffiziere oder Ingenieure des Soldatenstandes sowie durch andere geeignete Militärpersonen — 
die unteren Militärbeamten durch Unteroffiziere — ersetzt werden. 
§E 12. 
Die Gerichte des Heeres, der Marine und der Schutztruppen haben einander Rechtshülfe zu leisten. 
Den gegenseitigen Requisitionen auf Führung von Untersuchungen, Fällung von Erkenntnissen, 
Gestellung von Beisitzern zu Kriegsgerichten, Standgerichten und Untersuchungsgerichten ist Folge zu geben. 
. 
C.
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        — 518 — 
8 13. 
Fallen dem Angeschuldigten nach dem Ergebniß der Ermittelungen mehrere strafbare Handlungen 
zur Last und erscheint für die Strafzumessung die Feststellung des einen oder anderen Straffalles unwesentlich, 
so ist die Untersuchung nur wegen der schweren Straffälle einzuleiten. 
Die nachträgliche Verfolgung der leichteren Straffälle ist nur innerhalb zweier Monate nach 
Rechtskraft des Erkenntnisses zulässig. 
§5 14. 
Wird unter Betheiligung von Personen verhandelt, welche der deutschen Sprache nicht mächtig 
sind, so ist ein Dolmetscher zuzuziehen. Die Führung eines Nebenprotokolls in der fremden Sprache findet 
nicht statt; jedoch sollen Aussagen und Erklärungen in fremder Sprache, wenn und soweit dies mit 
Rücksicht auf die Wichtigkeit der Sache erforderlich erscheint, auch in der fremden Sprache in das Protokoll 
oder in einer Anlage niedergeschrieben werden. In den dazu geeigneten Fällen soll dem Protokoll eine 
durch den Dolmetscher zu beglaubigende Uebersetzung beigefügt werden. Die Zuziehung eines Dolmetschers 
kann unterbleiben, wenn die betheiligten Personen sämmtlich der fremden Sprache mächtig sind. 
8 15. 
Dem Angeschuldigten steht in jedem Falle das Recht zu, sich zu vertheidigen oder durch eine 
andere Militärperson vertheidigen zu lassen. Ist die Handlung mit dem Tode oder lebenslänglicher 
Freiheitsstrafe bedroht, so muß ein Vertheidiger zugezogen werden. Die Vertheidigung darf nur zum 
gerichtlichen Protokoll oder mündlich vor dem Spruchgericht erfolgen. 
8 16. 
Bietet die Führung der Untersuchung voraussichtlich keine Schwierigkeiten, und sind sowohl der 
Angeschuldigte als auch die Beweismittel und gegebenenfalls der Vertheidiger zur Hand, so kann der 
Gerichtsherr mit der Einleitung der förmlichen Untersuchung die Anordnung des Spruchgerichts verbinden. 
§ 17. 
In den Fällen des § 16 findet mündliche Verhandlung vor dem Spruchgericht statt. Der 
Angeschuldigte wird zunächst durch den Anditeur oder untersuchungsführenden Offizier vernommen, und 
sofern dies nicht schon geschehen ist, über seine Vertheidigungsbefugnisse belehrt. Darauf folgen: die 
Beweiserhebung, der Vortrag des Auditeurs oder untersuchungsführenden Offiziers und die Vertheidigung. 
Dem Angeschuldigten gebührt das letzte Wort. Die Aburtheilung schließt sich unmittelbar an. Sie erfolgt 
in Abwesenheit des Angeschuldigten und des Vertheidigers. Als Protokollführer wird eine durch Hand- 
schlag an Eidesstatt zu verpflichtende Militärperson zugezogen. Ueber die Verhandlung ist ein Protokoll 
aufzunehmen, welches von dem Vorsitzenden, von dem die Verhandlung führenden Auditeur oder Offizier 
und von dem Protokollführer zu unterschreiben ist. Dasselbe muß enthalten: 
den Ort und den Tag der Verhandlung; 
. die Namen der Mitglieder des Gerichts, des Auditeurs oder untersuchungsführenden Offiziers, 
des Protokollführers und des etwa zugezogenen Dolmetschers, sowie den Vermerk der 
Beeidigungen; 
die Namen der Angeschuldigten und ihrer Vertheidiger; 
.0 die Namen der vernommenen Zeugen und Sachverständigen und den Vermerk über die statt- 
gehabten Beeidigungen. 
Das Protokoll muß den Gang und die Ergebnisse der Spruchsitzung im Wesentlichen wiedergeben 
und die Beobachtung aller wesentlichen Förmlichkeilen ersichtlich machen, auch die Bezeichnung der verlesenen 
Schriftstücke, sowie die im Laufe der Verhandlung gestellten Anträge, die ergangenen Entscheidungen unter 
Angabe der Abstimmung der einzelnen Richterklassen und die Urtheilsformel enthalten. Von dem Inhalt 
der Erklärungen des Auditeurs oder untersuchungsführenden Offiziers, des Angeschuldigten und des Ver- 
theidigers, der Zeugen und der Sachverständigen wird nur das Wesentliche in das Protokoll auf- 
genommen. Insoweit diese Personen bereits im Ermittelungsverfahren vernommen waren, ist in dem 
Protokoll nur zu vermerken, ob und inwiefern ihre Erklärungen etva von den früheren Aussagen in 
erheblichem Punkte abweichen. 
Kommt es auf die Feststellung eines Vorganges in der Spruchsitzung oder des Wortlautes einer 
Aussage oder einer Aeußerung an, so hat der Präses die vollständige Niederschreibung und Verlesung 
anzuordnen. In dem Protokoll ist zu vermerken, daß die Verlesung geschehen und die Genehmigung 
erfolgt ist oder welche Einwendungen erhoben sind. Im Uebrigen bedarf es der Verlesung des Protokolls 
nicht= Hat ausnahmsweise schon vor der Spruchsitzung die eidliche Vernehmung von Zeugen stattgefunden, 
so kann, wenn die Lage der Sache dies gestattet, von der nochmaligen Vernehmung abgesehen werden. 
In diesem Falle genügt die Verlesung des früher aufgenommenen Protokolls. 
V— 
##
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        — 519 — 
18. 
Ueber das Ergebniß der Beweisaufnahme entscheiden die Spruchgerichte nach ihrer freien, aus 
dem Inbegriff der Verhandlungen geschöpften Ueberzeugung. Aus den Erkenntnißgründen muß stets genau 
hervorgehen, welche Thatsachen vom Spruchgericht für festgestellt erachtet sind. 
* 19. 
Kein Richter darf die Abstimmung über eine Frage verweigern, weil er über eine vorhergegangene 
Frage in der Minderheit geblieben ist. 
8 20. 
Die Ausfertigungen der Erkenntnisse werden nur von dem Präses und dem Referenten unter- 
zeichnet. Einer Untersiegelung bedarf es nicht. 
21. 
Der Neichskanzler hat das Bestätigungsrecht eines kommandirenden Generals, der Gonverneur 
beziehungsweise Landeshauptmann das Bestätigungsrecht eines Divisionskommandeurs, der Kommandenr 
einer oder mehrerer, mit Gerichtsbarkeit versehener Abtheilungen das Bestätigungsrecht eines Regiments- 
kommandeurs. 
Im Uebrigen behalte Ich Mir das Bestätigungsrecht vor. Auch bedürfen die Erkenntnisse wider 
obere Militärbeamte, wie die Erkenntnisse wider Offiziere und Sanitätsoffiziere Meiner Bestätigung. 
# 22. 
Die Begutachtung eines kriegsgerichtlichen Erkenntnisses erfolgt durch einen Auditeur oder durch 
einen zur Ausübung des Richteramts befähigten deutschen Beamten oder Offizier. Die Begutachtung soll 
nicht durch einen Beamten oder Offizier geschehen, welcher Referent in dem Spruchgericht war. 
Der Befehlshaber, welchem die Bestätigung zusteht, hat eine Begutachtung nur dann anzuordnen, 
wenn die Entscheidung des Kriegsgerichts von dem Antrage des Referenten wesentlich abweicht, oder wenn 
ihm die Entscheidung aus sonstigen Gründen bedenklich erscheint. Eine Begutachtung ist stets erforderlich, 
wenn auf mehr als einjährige Freiheitsstrafe erkannt ist. 
8 23. 
Eine Begutachtung der Erkenntnisse der Abtheilungsgerichte findet nicht statt. » 
Glaubt der Gerichtsherr die Bestätigung versagen zu müssen, so hat er unter Begründung der 
Versagung das Erkenntniß nebst den Akten dem mit der höheren Gerichtsbarkeit versehenen Vorgesetzten 
vorzulegen. Dieser muß das Erkenntniß durch einen Auditeur (§ 22) begutachten lassen und kann dasselbe 
aufheben, wenn er es in Uebereinstimmung mit dem Gutachten für nichtig, gesetzwidrig oder aktenwidrig erachtet. 
Unter den gleichen Voraussetzungen dürfen die bei dem Gericht des Oberkommandos der Schutz- 
truppen beziehungsweise den Gonvernementsgerichten ergangenen noch nicht rechtskräftigen standgerichtlichen 
Erkenntnisse von dem an sich zur Bestätigung zuständigen Gerichtsherrn aufgehoben werden. 
8 24. 
Erfolgt die Aufhebung eines Erkenntnisses, so darf zu dem neuen Spruchgericht der frühere 
Referent als solcher wieder zugezogen werden. Das neue Spruchgericht hat die rechtliche und militär- 
dienstliche Beurtheilung, welche der Aufhebung des Erkenntnisses zu Grunde gelegt ist, auch seiner Ent- 
scheidung zu Grunde zu legen. 
25. 
Die Vollstreckung einer Freiheitsstrafe bis zu einem Jahre einschließlich erfolgt, soweit dies 
angängig, an Ort und Stelle; die Vollstreckung einer Freiheitsstrafe von längerer Dauer erfolgt in der 
Heimath und ist vom Gerichtsherrn — § 180 Militär-Strasgerichtsordnung — in sinngemäßer Anwendung 
der für die Angehörigen Meiner Armee bestehenden Vorschriften zu veraulassen. 
8 26. 
Die Geschäfte des General-Auditoriats und des General-Auditeurs werden von dem General- 
Anditoriat und dem General-Auditeur der Armee und Marine wahrgenommen. 
§ 27. 
Die ergangenen kriegs und standgerichtlichen Erkenntnisse sind nach Erledigung der Sache mit 
den Akten von dem Gerichtsherrn dem General-Auditoriat zur Prüfung vorzulegen. 
Urkundlich unter Unserer Höchsteigenhändigen Unterschrift und beigedrucktem Kaiserlichen Insiegel. 
Gegeben Merok an Bord Meiner Jacht „Hohenzollern“, den 26. Juli 1896. 
(L. S.) Wilhelm I. k. 
Fürst zu Hohenlohe.
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        — 520 — 
Ich bestimme auf den Mir erstatteten Bericht Folgendes: 
Die Bestimmungen über die Beschwerdeführung der Personen des Soldatenstandes des Heeres 
vom Feldwebel abwärts — Allerhöchste Ordre vom 14. Juni 1894 — sowie die Bestimmungen über die 
Beschwerdeführung der Offiziere, Sanitätsoffiziere und Beamten des Heeres — Allerhöchste Ordre vom 
30. März 1895 — haben bei den afrikanischen Schutztruppen sinngemäße Anwendung zu finden. Auch 
will Ich Sie ermächtigen, die hierbei durch die afrikanischen Verhältnisse gebotenen Abweichungen zu 
bestimmen und etwa nothwendig werdende Erläuterungen zu geben. 
Wilhelmshöhe, den 1. August 1896. 
(L. S.) Wilhelm J. R. 
Fürst zu Hohenlohe. 
An den Reichskanzler. 
Verordnung, betreffend die Nechtsverhältnisse der Landesbeamten in den 
deutschen Schutzgebieten. 
Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden Deutscher Kaiser, König von Preußen k##c. verordnen 
im Namen des Reichs für die Schutzgebiete, was folgt: 
Artikel 1. 
Das Gesetz, betreffend die Rechtsverhältnisse der Reichsbeamten, vom 31. März 1873 (N. G. Bl. 
S. 61), nebst dem dasselbe abändernden Gesetze vom 21. April 1886 (N. G. Bl. S. 80) sowie das Gesetz, 
betrefsend die Fürsorge für die Wittwen und Waisen der Reichsbeamten der Civilverwaltung, vom 
20. April 1881 (R. G. Bl. S. 85), nebst dem Abänderungsgesetz vom 5. März 1888 (R. G. Bl. S. 65), 
und das Geseßz, betreffend die Zurückbeförderung der Hinterbliebenen im Ausland angestellter Reichsbeamter 
und Personen des Soldatenstandes, vom 1. April 1888 (R. G. Bl. S. 131) finden, soweit nicht in den 
nachfolgenden Artikeln ein Anderes bestimmt ist, auf die Rechtsverhältnisse der Beamten, welche ihr Dienst- 
einkommen aus den Fonds eines Schutzgebietes beziehen, mit der Maßgabe entsprechende Anwendung, daß, 
wo in jenen Gesetzen von dem Reich, dem Reichsdienst, den Reichsfonds oder anderen Einrichtungen des 
Reichs die Rede ist, das betreffende Schutzgebiet und dessen entsprechende Einrichtungen zu verstehen sind. 
Artikel 2. 
Im Falle des § 66 Absatz 1 des Gesetzes vom 31. März 1873 erfolgt die Entscheidung über 
die Versetzung eines Beamten in den Ruhestand durch den Kaiser. 
Artikel 3. 
Die Befugnisse, welche nach den im Artikel 1 bezeichneten Gesetzen der obersten Reichsbehörde 
ksiehen, werden, soweit nicht durch diese Verordnung ein Anderes bestimmt ist, durch den Reichskanzler 
ausgeübt. 
Ingleichen erfolgen die in § 5 Absatz 1, §§ 18, 39, 52 und § 68 Absaß 2 des Gesetzes vom 
31. März 1873 sowie in § 1 des Gesetzes vom 31. Mai 1887 vorgesehenen Bestimmungen und Ent- 
scheidungen ausschließlich durch den Reichskanzler. 
Die nach § 66 Absatz 2 des Gesetzes vom 31. März 1873 von dem Reichskanzler zu treffende 
Entscheidung ist endgültig. 
Artikel 4. 
Die Gonverneurc und Landeshauptleute sowie in Deutsch-Ostafrika der Abtheilungschef für die 
Finanzverwaltung und der Oberrichter erhalten eine Kaiserliche Bestallung. Die übrigen Beamten werden 
im Namen des Kaisers durch den Reichskanzler angestellt, welcher diese Befugniß, soweit es sich um mittlere 
und untere Beamte handelt, den Gouverneuren oder Landeshauptleuten übertragen kann. 
Artikel 5. 
Die Vorschriften über den Urlaub der Beamten und deren Stellvertretung, über die Tagegelder 
und Umzugskosten, sowic über die Verpflichtung zur Theilnahme an den Kasino= und Messe= Einrichtungen 
werden vom Reichskanzler erlassen. Der Reichskanzler bestimmt auch, inwieweit bei längerem Urlaub, in 
Krankheits= und sonstigen Abwesenheitsfällen das Gehalt ganz oder zum Theil einzubehalten ist. 
Artikel 6. 
Die in den Schutzgebieten zugebrachte Dienstzeit wird bei der Pensionirung doppelt in Anrechnung 
gebracht, sofern sie mindestens ein Jahr gedauert hat. Für die von dem Beamten erworbenen Pensions- 
und Reliktenansprüche bleibt das Schutzgebiet nur insoweit verpflichtet, als dem Beamten nicht aus Reichs-, 
Staats= oder Kommunalfonds ein Diensteinkommen oder Pensions= und Reliktenansprüche in gleichem oder 
höherem Betrage zustehen.
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        — 521 — 
Ein Beamter, welcher nicht mehr zum Tropendienst fähig ist, geht der im Dienst des Schutz- 
gebietes erworbenen Pensions= und Reliktenansprüche verlustig, sofern er die Uebernahme einer Stelle im 
Reichs-, Staats= oder Kommunaldienst ablehnt, deren Diensteinkommen das im Schutggebiet zuständige 
persönliche pensionsberechtigende Gehalt erreicht oder übersteigt. Das Gleiche gilt, sofern er das Anerbieten, 
ihn unter Wahrung seines früheren Ranges und Dienstalters in den Reichs-, Staats= oder Kommunaldienst 
wieder aufzunehmen, ablehnt. 
Artikel 7. 
Der Reichskanzler bestimmt, inwieweit einem in den Ruhestand oder in den einstweiligen Ruhe- 
stand versetzten Beamten die Kosten des Umzugs nach dem innerhalb des Reichs von demselben gewählten 
Wohnorte zu gewähren sind. 
Artikel 8. 
Die §§ 80 bis 83 des Gesetzes vom 31. März 1873 finden auf die Beamten mit folgenden 
Maßgaben Anwendung: „ *# 
1. Die Befugniß in Gemäßheit des § 81 Nr. 1 a. a. O., Geldstrafen bis zum höchsten zulässigen 
Betrage zu verhängen, steht auch den Gouverneuren und Landeshauptleuten gegenüber den ihnen unter- 
stellten Beamten zu. . 
2. Den Bezirksamtmännern sowie in Ostafrika dem Chef der Finanzverwaltung und dem Zoll- 
direktor steht die Befugniß zu, Geldstrafen bis zum Betrage von 30 Mark gegen die ihnen unterstellten 
Beamten zu verhängen. 4 4 
3. Gegen richterliche Beamte können Ordnungsstrafen nur vom Reichskanzler verhängt werden. 
Artikel 9. 
Die in 8 85 Absatz 2 des Gesetzes vom 31. März 1873 bezeichneten vorläufigen Maßregeln 
können von den im vorhergehenden Artikel unter Nr. 1 und 2 genannten Beamten getroffen werden. 
Die §§ 86 bis 93 und 120 bis 123 desselben Gesetzes bleiben außer Anwendung *r*!„- 
Die entscheidenden Disziplinarbehörden, welche je nach Bedürfniß zusammentreten, sind in erster 
Instanz die Disziplinarkammer für die Schutzgebiete, in zweiter Instanz der Disziplinarhof für die Schutz= 
gebiete, beide mit dem Sitz in Berlin. ,·. . « 
Die Disziplinarkammer entscheidet in der Besetzung von fünf, der Disziplinarhof in der Besetzung 
von sieben Mitgliedern. Bei ersterer müssen der Vorsitzende und wenigstens zwei Beisitzer, bei letzterem 
der Vorsitzende und wenigstens drei Beisitzer in richterlicher Stellung in einem Bundesstaate sein. 
Die Mitglieder der Disziplinarkammer und des Disziplinarhofes werden für die Dauer der zur 
Zeit ihrer Ernennung von ihnen bekleideten Reichs= oder Staatsämter vom Kaiser ernannt, sie werden für 
die Erfüllung der Obliegenheiten ihres Amtes verpflichtet. In gleicher Weise werden für die Disziplinar- 
kammer zwei und für den Disziplinarhof vier stellveriretende Mitglieder ernannt. 
Die Geschäftsordnung bei den Disziplinarbehörden wird durch ein Regulativ bestimmt, welches 
der Disziplinarhof zu entwerfen und dem Reichskanzler zur Bestätigung einzureichen hat. 
Artikel 10. 
Die im § 127, § 128 Absatz 2, § 131 des Gesetzes vom 31. März 1873 der obersten Reichs- 
behörde übertragenen Befugnisse werden gegenüber den Beamten, welche eine Kaiserliche Bestallung erhalten 
haben, vom Reichskanzler, gegenüber den Beczirksrichtern in Ostafrika vom Oberrichter, gegenüber den 
übrigen Beamten vom Gouverneur oder Landeshauptmann ausgeübt. Gegen die Entscheidung des Gou- 
verneurs, Landeshauptmanns oder Oberrichters findet Beschwerde an den Reichskanzler statt. Die Beschwerde 
hat keine ausschiebende Wirkung. 
Artikel 11. 
Diejenigen Beamten, welche eine Katserliche Bestallung erhalten haben, können durch Kaiserliche 
Verfügung, die übrigen Beamten, welche eine in den Besoldungs-Etats aufgeführte Stelle bekleiden, durch 
Verfügung des Reichskanzlers jederzeit mit Gewährung des gesetzlichen Wartegeldes in den einstweiligen 
Ruhestand versetzt werden. % · 
Im Falle des § 37 Satz 2 des Gesetzes vom 31. März 1873 kann eine Pension auch auf 
bestimmte Zeit bewilligt werden. 
Artikel 12. 
Die Verordnungen vom 3. August 1888, betreffend die Rechtsverhältnisse der Landesbeamten in 
den Schutzgebieten von Kamerun und Togo, und vom 22. April 1894, betreffend die Rechtsverhältnisse 
der Landesbeamten in Deutsch-Ostafrika, treten außer Kraft. 
Urkundlich unter Unserer Höchsteigenhändigen Unterschrift und beigedrucktem Kaiserlichen Insiegel. 
Gegeben Wilhelmshöhe, den 9. August 1896. 
(L. S.) Wilhelm I. HK. 
Fürst zu Hohenlohe.
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        — 522 — 
Bekanntmachung wegen Nedaktion des Gesetzes, betreffend die Kaiserlichen 
Schutztruppen in den afrikanischen Schutzgebieten und die Wehrpflicht daselbst. 
Vom 18. Juli 1896. 
Auf Grund des Artikels VII des Gesetzes vom 7. Juli 1896 (Reichs-Gesetzbl. S. 187) wird 
der Text des Gesetzes, betreffend die Kaiserlichen Schutztruppen in den afrikanischen Schutzgebicten und 
die Wehrpflicht daselbst, nachstehend bekannt gemacht. 
Alt-Aussee, den 18. Juli 1896. 
Der Reichskanzler. 
(LI. S.) Fürst zu Hohenlohe. 
Geset, 
betressend 
die Kaiserlichen Schutztruppen in den afrikanischen Schutzgebieten und die Wehryflicht daselbst. 
* 1. 
Zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit in den afrikanischen Schutz= 
gebieten, insbesondere zur Bekämpfung des Sklavenhandels, werden Schutztruppen verwendet, deren oberster 
Kriegsherr der Kaiser ist. 
I. Bildung, Ergänzung und Rechtsverkälknisse. 
Die Schutztruppen werden gebildet: 
a) aus Offizieren, Ingenieuren des Soldatenstandes, Sanitätsoffizieren, Beamten und Unter- 
offizieren des Reichshceres und der Kaiserlichen Marine, welche auf Grund freiwilliger Meldung 
den Schutztruppen zeitweise zugetheilt werden, 
b) aus angeworbenen Farbigen. 
83. 
Dic den Schutztruppen zugetheilten deutschen Militärpersonen und Beamten scheiden aus dem 
Heere, und soweit sie der Kaiserlichen Marine angehören, aus dieser aus, jedoch bleibt ihnen der Rücktritt, 
bei Wahrung ihres Dienstalters, unter der Voraussetzung ihrer Tanglichkeit, vorbehalten. Die den Schutz- 
truppen zugetheilten Beamten gelten als Militärbeamte. 
84. 
Hinsichtlich des strafgerichtlichen Verfahrens gegen die den Schutztruppen zugetheilten Militär-= 
personen finden die Vorschriften der Militär-Strafgerichtsordnung Anwendung, vorbehaltlich der durch die 
besonderen Verhältnisse gebotenen Abweichungen, welche durch Kaiserliche Verordnung bestimmt werden. 
II. Dersorgung. 
5. 
In Betreff der Versorgungsansprüche der den Schutztruppen zugetheilten Militärpersonen und 
ihrer Angehörigen finden, soweit sie dem Heere angehörten, die Bestimmungen, welche für die aus den 
Etats für die Verwaltung des Reichsheeres besoldeten Militärpersonen gelten, und soweit sie der Kaiser- 
lichen Marine angehörten, die Bestimmungen für die aus dem Marine-Etat besoldeten Militärpersonen mit 
den nachstehenden Maßgaben Anwendung. 
86. 
Als Dienstbeschädigung ist außer den in den 8§ 3, 51 und 59 des Reichs-Militärpensionsgesetzes 
vom 27. Juni 1871 erwähnten Beschädigungen auch die auf die klimatischen Einflüsse während der 
Zugehörigkeit zur Schutztruppe zurückführende bleibende Störung der Gesundheit anzusehen. 
Die Entscheidung darüber, ob eine mit dem Dienst in den Schustruppen in ursächlichem Zusammen- 
hange stehende Dienstbeschädigung vorliegt, erfolgt für diejenigen Personen des Soldatenstandes, welche in 
das Heer zurückgetreten sind, durch die oberste Militärverwaltungsbehörde des Kontingents und für die 
in die Kaiserliche Marine Zurückgetretenen durch den Reichskanzler (Neichs-Marine-Amt).
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        — 523 — 
87. 
Bei Bemessung der Höhe der Pension bleiben die Bezüge in den Schutztruppen außer Betracht. 
Hinsichtlich der Offiziere, Ingenieure des Soldatenstandes, Deckoffiziere, Sanitätsoffiziere und oberen 
Beamten werden als pensionsfähiges Diensteinkommen die Gebührnisse zu Grunde gelegt, welche ihnen nach 
ihrem Dienstalter und ihrer Charge, bei Fortselung ihres Dienstverhältnisses in der Heimath, zugestanden 
hätten. Soweit sie in ihrer früheren Stellung ein Diensteinkommen nicht gehabt haben, wird der der 
Berechnung der Pension zu Grunde zu legende Betrag vom Reichskanzler bestimmt. 
Als pensionsfähiges Diensteinkommen gilt: 
für den Oberbüchsenmacher der Betrag odononN . 2200 Mark, 
für Feldwebel der Betrag von.. 2000 
für Büchsenmacher, Sergeanten, Unteroffiziere und Lazarethgehülfen 
der Betrag von ........... - 
und 
für das sonstige Personal der Schutztruppe der Betrag von. .1200 
jährlich. 
88B. 
Die Bemessung der Pension der Personen des Soldatenstandes der Unterklassen erfolgt unbeschadet 
ihres Anspruchs auf Pensionserhöhung und den Civilversorgungsschein nach den Bestimmungen des Reichs- 
beamtengesetzes, sofern es für sie günstiger ist. 
§ 9. 
Jeder Offizier, Ingenieur des Soldatenstandes, Deckoffizier, Sanitätsoffizier oder obere Beamte, 
welcher nachweislich durch den Dienst in der Schutztruppe invalide und zur Fortsetzung des aktiven 
Militär= oder Seedienstes unfähig geworden ist, erhält an Stelle der im § 12 des Gesetzes vom 
27. Juni 1871 vorgesehenen Pensionserhöhung eine Erhöhung der Pension, welche beträgt: 
a) 1020 Mark jährlich, wenn die Pensionirung aus der Charge eines Deckoffiziers beziehungsweise 
eines Lieutenants oder Hauptmanns (Kapitänlientenants) II. Klasse oder, bei oberen Beamten, 
aus einem pensionsfähigen Diensteinkommen von weniger als 3600 Mark erfolgt, 
750 Mark jährlich, wenn die Pensionirung aus einer anderen militärischen Charge (§ 7) oder 
bei oberen. Beamten, aus einem pensionsfähigen Diensteinkommen von 3600 Mark und darüber 
erfolgt. 
Militärpersonen der Unterklassen, welche in der vorbezeichneten Weise ganz invalide geworden sind, 
erbalten u Stelle der im § 71 a. a. O. vorgesehenen Zulage eine Pensionserhöhung von jährlich 
300 Mark. 
Für diejenigen, welche der Schuttruppe ohne Unterbrechung länger als drei Jahre angehört 
haben, findet für jedes weitere volle Dienstjahr eine Steigerung der Pensionserhöhung um ein Sechstel 
bis zur Erreichung des Doppelbetrages statt. 
b 
8 10. 
Bei denjenigen aus dem Dienst der Kaiserlichen Schutztruppen scheidenden Personen, welche den- 
selben ununterbrochen mindestens zwölf volle Jahre angehört haben, ist eingetretene Dienstunfähigkeit nicht 
Vorbedingung des Anspruchs auf Pension. 
Für den Anspruch auf die Pensionserhöhungen (§ 9) ist jedoch der Nachweis der Invalidität 
erforderlich. 
11. 
Die Zeit der Verwendung in Afrika wird bei der Pensionirung doppelt in Anrechnung gebracht, 
sofern sie mindestens sechs Monate ohne Unterbrechung gedauert hat. Seereisen außerhalb der Ost= und 
Nordsee rechnen hierbei der Verwendung in Afrika gleich. 
Ausgenommen von dieser Doppelrechnung ist die in solche Jahre fallende Dienstzeit, welche bereits 
als Kriegsjahr zu erhöhtem Ansatz kommt. 
Die Doppelrechnung der Dienstjahre in der Schutztruppe hat auch für diejenigen Militärpersonen 
stattzufinden, welche ohne Pension aus der Schutztruppe in ihr früheres Dienstverhältniß zurücktreten und 
demnächst aus diesem letzteren Dienstverhältniß pensionirt werden. 
12. 
Versorgungsansprüche wegen einer in der Schutztruppe erlittenen inneren Dienstbeschädigung 
können ng innerhalb sechs Jahren nach dem Ausscheiden aus der Schutztruppe geltend gemacht werden. 
ei Verwundungen, äußeren Dienstbeschädigungen und der kontagiösen Augenkrankheit ist die 
Geltendmachung von Versorgungsausprüchen ohne Zeitbeschränkung zulässig.
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        —. 524 — 
Versorgungsansprüche, die nicht wegen Dienstbeschädigung erhoben werden, sind nur insoweit 
zulässig, als sie bis zum Ausscheiden aus der Schutztruppe erhoben sind. 
8 13. 
Scheiden Personen des Soldatenstandes aus der Schutztruppe mit Pension aus, so beginnt die 
Zahlung der letzteren mit dem Ablauf des Vierteljahres, welches auf den Monat folgt, in welchem das 
Ausscheiden stattgefunden hat. Bis zum Beginn der Pensionszahlung wird dem Pensionär das bisherige 
Gehalt belassen. 
8 14. 
Werden Militärpersonen nach dem Ausscheiden aus der Schutztruppe wegen einer mit dem Dienst 
in letzterer in ursächlichem Zusammenhange stehenden Dienstbeschädigung pensionirt, nachdem sie in den 
Dienst des Heeres oder der Kaiserlichen Marine wieder übernommen waren, so fällt die gesammte von 
ihnen erdiente Pension dem Pensionsfonds des Reichsheeres bezw. der Kaiserlichen Marine zur Last. 
* 15. 
Hinterläßt eine der Schutztruppe angehörige Person des Soldatenstandes eine Wittwe oder eheliche 
Nachkommenschaft, so gebührt den Hinterbliebenen für das auf den Sterbemonat folgende Vierteljahr noch 
das volle Gehalt des Verstorbenen. 
8 16. 
Die in den 88 41 ff., 8 56 und 88 94 ff. des Gesetzes vom 27. Juni 1871 vorgesehenen Bei- 
hülfen stehen den Hinterbliebenen auch dann zu, wenn der Tod infolge einer militärischen Aktion oder 
klimatischer Einflüsse und vor Ablauf von sechs Jahren nach dem Ausscheiden aus der Schutztruppe ein- 
getreten ist. Ist der Tod infolge einer solchen militärischen Aktion oder klimatischer Einflüsse eingetreten, 
so sind diese als Kriegsdienstbeschädigung im Sinne des § 14 des Reichsgesetzes vom 13. Juni 1895 
anzusehen. 
*% Die Bestimmungen dieses Paragraphen finden auf die Angehörigen solcher Militärpersonen, welche 
nach einer militärischen Aktion vermißt werden, gleichmäßig Anwendung, wenn nach dem Ermessen der 
obersten Militärverwaltungsbehörde das Ableben mit hoher Wahrscheinlichkeit anzunehmen ist. 
§ 17. 
Oberste Verwaltungs= bezw. Reichsbehörde im Sinne der Pensionsgesetze ist für die Schutztruppen 
der Reichskanzler (Auswärtiges Amt, Kolonial-Abtheilung). 
III. Welzrpflicht. 
8 18 
Durch Kaiserliche Verordnung wird bestimmt, in welchen Schutzgebieten und unter welchen Voraus- 
setzungen wehrpflichtige Reichsangehörige, die daselbst ihren Wohnsitz haben, ihrer aktiven Dienstpflicht bei 
den Schutztruppen Genige leisten dürfen. 
19. 
Die in den Schutzgebieten sich dauernd aufhaltenden Personen des Beurlaubtenstandes des Heeres 
und der Kaiserlichen Marine können durch Kaiserliche Verordnung in Fällen von Gefahr zu nothwendigen 
Verstärkungen der Schuttruppe herangezogen werden. In dringenden Fällen können solche Verstärkungen 
vorläufig durch den obersten Beamten des Schutzgebiets angeordnet werden. Jede Einberufung dieser Art 
ist einer Dienstleistung im Heere oder in der Kaiserlichen Marine gleich zu achten. 
8 20. 
Auf Geistliche sowie auf Missionare der in den Schutzgebieten thätigen Missionsgesellschaften 
finden die vorstehenden Bestimmungen (§§ 18 und 19) keine Anwendung. 
8 21. 
In Betreff der Versorgungsansprüche der in den §§ 18 und 19 bezeichneten Militärpersonen 
finden die Bestimmungen dieses Gesetzes mit folgenden Einschränkungen Anwendung: 
1. Die Pensionserhöhung des § 9 ist nur bei Invalidität infolge kriegerischer Unternehmungen 
zu gewähren, 
2- die Doppelrechnung der Dienstzeit nach Maßgabe des § 11 findet nur für die auf kriege- 
. rische Unternehmungen entfallende Zeit statt. 
Treten die in den §§ 18 und 19 genannten Angehörigen der Schutztruppen in ein Kapitulations- 
verhältniß zu diesen über, so fallen für das nunmehr beginnende Dienstverhältniß die vorstehend erwähnten 
Einschränkungen fort.
        <pb n="601" />
        — 525 — 
IV. Mebergangs- und Schlubeskimmungen. 
8 22. 
Außer den im 8 2 lit. a bezeichneten Militärpersonen können in die Schutztruppe auch solche 
Deutsche übernommen. werden, welche der von dem Reichskommissar für Ostafrika angeworbenen Truppe 
angehören. Sie erhalten hierdurch die Rechte und Pflichten der vorerwähnten Militärpersonen. 
g 23. 
Für die in die Schutztruppe übernommenen Personen ist der in der Truppe des Reichskommissars 
bereits abgeleistete Dienst im Sinne dieses Gesetzes demjenigen in der Schutztruppe gleich zu achten. 
8 24. 
Denjenigen aus dem Heere oder der Kaiserlichen Marine zur Truppe des Reichskommissars 
übergetretenen Militärpersonen, welche aus dieser bereits ausgeschieden sind oder in die Kaiserliche Schutz- 
truppe nicht übernommen werden, und ihren Hinterbliebenen können Versorgungsausprüche nach Maßgabe 
der bisherigen Bestimmungen über die Versorgung der Militärpersonen des Heeres und der Kaiserlichen 
Marine und ihrer Hinterbliebenen vom Reichskanzler zugestanden werden. 
8 26. 
Die Kaiserliche Schutztruppe für Südwestafrika besteht auch aus Gemeinen des Reichsheeres und 
der Kaiserlichen Marine. Als pensionsfähiges Diensteinkommen im Sinne des § 7 dieses Gesetzes gilt: 
für Gemeine, welche einschließlich der im Heere oder in der Marine abgeleisteten Dienstzeit länger 
als drei Jahre gedient haben, der Betrag von 1400 Mark, für die übrigen Gemeinen der 
Betrag von 1200 Mark. 
8 26. 
An die Stelle der 88 22, 23 und 24 dieses Gesetzes treten für die Kaiserlichen Schutztruppen 
für Südwestafrika und für Kamerun folgende Uebergangsbestimmungen: 
Für diejenigen Militärpersonen, welche aus den bei der Landeshauptmannschaft für 
Südwestafrika oder dem Gouvernement von Kamerun auf Grund von Dienstverträgen gebildeten 
Truppen in die betreffenden Kaiserlichen Schutztruppen übernommen werden, ist der in den 
ersteren bereits abgeleistete Dienst im Sinne dieses Gesetzes demjenigen in der Schutztruppe 
gleich zu achten. 
Denjenigen Militärpersonen, welche aus den vorbezeichneten Truppen der Landeshaupt- 
mamnschaft für Südwestafrika oder des Gouvernements von Kamerun bereits ausgeschieden sind 
oder in die Kaiserliche Schutztruppe nicht übernommen werden, und ihren Hinterbliebenen 
können Versorgungsansprüche nach Maßgabe der bisherigen Bestimmungen über die Versorgung 
der Militärpersonen des Heeres und der Kaiserlichen Marine und ihrer Hinterbliebenen vom 
Reichskanzler zugestanden werden. 
Vorstehende Bestimmungen finden auf die bei der Landeshauptmannschaft von Togo auf Grund 
von Dienstverträgen gebildeten Truppen entsprechende Anwendung. 
§ 27. 
Die näheren Vorschriften über die Organisation der Schutztruppen werden vom Reichskanzler 
erlassen. 
Nach den in Preußen geltenden Bestimmungen werden die gemäß § 2 Abs. 2 des Gesetzes vom 
4. Mai 1870 in Verbindung mit § 40 des Cirkularerlasses vom 11. Dezember 1885 an die preußischen 
Oberpräsidien einzusendenden Auszüge aus den Personenstandsregistern demjenigen Standesamte zur Auf- 
bewahrung überwiesen, in dessen Bezirk der betreffende Ehegatte, die Eltern des Kindes oder der Ver- 
storbene innerhalb Preußens ihren Wohnsitz haben oder zuletzt gehabt haben. Ist der letzte inländische 
Wohnsitz nicht zu ermitteln, so erfolgt die Ueberweisung der Urkunden an das Standesamt des Geburts- 
ortes der betheiligten Personen. In den Fällen endlich, in denen diese weder einen Wohnsitz in Preußen 
gehabt haben, noch dort geboren sind, ist der letzte inländische Wohnort ihrer Eltern oder, wenn ein solcher 
nicht bekannt ist, deren Geburtsort für die Bestimmung des Standesamts maßgebend. 
In Ergänzung des Erlasses vom 14. April 1890 bitte ich, die auf preußische Staatsangehörige 
sich beziehenden Registerauszüge den nach Vorstehendem in Betracht kommenden Oberpräsidien zu über-
        <pb n="602" />
        — 526 — 
senden und in ie Begleitschreiben die zur Feststellung der zuständigen Standesämter erforderlichen Angaben 
aufzunehmen. 
erlin, den 13. Juli 1896. 
Der Reichskanzler. 
Im Auftrage: 
Hellwig. 
Vorstehender Erlaß ist auch den Gouvernements und Landeshauptmannschaften in den Schut= 
gebieten zur Nachachtung mitgetheilt worden. 
Verordnungen und Wikkheilungen der Behörden in den Schuhgebieken. 
  
Nunderlaß an sämmtliche Dienststellen in Dar-es-Salkhm, an die Bezirksämter, 
das Bezirksnebenamt Saadani, die Station Lindi, sowie die Haupt= und 
Nebenzollämter. 
1. Die Quarantäncordnung vom 29. November 1893 sowie die Verfügungen des zugehörigen 
Runderlasses vom selbigen Tage werden hierdurch aufgehoben. An die Stelle der aufgehobenen Quarantäne- 
ordnung treten die in der Anlage beifolgenden „Vorschriften betreffend die gesundheitspolizeiliche Kontrole 
der einen Hafen des deutsch-ostafrikanischen Schutzgebietes anlaufenden Seeschiffe“. 
2. Bczüglich des in diesen Vorschriften vorkommenden Ausdruckes „beamteter Arzt“ wird hervor- 
gehoben, daß hierunter nicht bloß Aerzte, welche im Gouvernementsdienst angestellt sind, sondern auch solche 
Aerzte verstanden sein sollen, welchen einzelne öffentliche Funktionen nur vorübergehend oder ausnahms- 
weise übertragen sind. 
Sollte ein Arzt für die gesundheitspolizeiliche Kontrole ausnahmsweise nicht zur Verfügung stehen, 
so hat der Bezirksamtmann bezüglich der Vorsteher des Bezirksnebenamts selbst die Kontrole zu besorgen; 
in Behinderungsfällen darf sich derselbe durch eine zuverlässige Person vertreten lassen. Die von dem 
Schiffer, Steuermann und Schiffsarzt ausgefüllten Fragebogen sind bei den Akten des Bezirksamtes bezüglich 
Nebenamtes aufzubewahren. 
3. Die Bestimmung derjenigen Häfen, deren Herkünfte einer gesundheitspolizeilichen Kontrole unter- 
liegen sollen (§ 1 Nr. 2 der Vorschriften) erfolgt durch das Kaiserliche Gouvernement. 
4. Bei den Maßnahmen, welche für den Fall der Choleragefahr gegen die Mannschaft und die 
Reisenden kontrolpflichtiger Schiffe zur Anwendung kommen sollen, ist zu beachten, daß im Hinblick auf die 
Dresdener Sanitätskonvention unter „Beobachtung“ einec mit Beschränkung der Verkehrsfreiheit verbundene 
Kontrole, bei welcher die zu beaufsichtigenden Personen in bestimmten Aufenthaltsstätten untergebracht 
werden, zu verstehen ist, während die „Ueberwachung“ eine Kontrolec ohne Aufenthaltsbeschränkung zu 
bedeuten hat. Was die Ueberwachung der Reisenden am nächsten Reiscziel (8 7 Nr. 3, § 8 und § 9) 
anbetrifft, so hat die benachrichtigte Polizeibehörde dafür Sorge zu tragen, daß solche Personen des 
Schiffes sogleich bei ihrer Ankunft ärztlich untersucht werden. Sind seit Ankunft des Schiffes im letzten 
Hafen fünf Tage verflossen und werden die genannten Personen bei der ärztlichen Untersuchung für gesund 
befunden, so erreicht die Ueberwachung hiermit ihren Abschluß; sind jedoch seit der Ankunft des Schiffes 
im letzten Hafen fünf Tage noch nicht verflossen, so ist die Ueberwachung bis nach Verstreichen dieser Frist 
fortzusetzen. Sollte in Ausnahmefällen ein Arzt für die Ueberwachung solcher Reisenden nicht zur Ver- 
fügung stehen, so hat sich der Bezirksamtmann bezüglich der Vorsteher des Bezirksnebenamtes selbst durch 
täglichen Besuch der zu überwachenden Personen von dem Wohlbefinden, soweit er dazu im Stande ist, 
zu überzeugen. 
5. Damit das Lootsen-, Zoll= und Sanitätspersonal ungestört seinen Dienstverpflichtungen nach- 
kommen kann, sollen gemäß § 16 der Vorschriften die in letzterem vorgesehenen Verkehrsbeschränkungen und 
Desinfektionsmaßregeln auf dasselbe keine Anwendung finden. Voraussetzung dieser Ausnahmebestimmung 
jedoch ist, daß diese Personen sich selbst und ihre Effekten ausreichend desinfiziren. Zu diesem Behufe 
haben dieselben sofort nach dem Verlassen eines verseuchten oder verdächtigen Schiffes, und bevor sie 
irgendwie mit der Außenwelt in Verbindung treten, ihren ganzen Körper mit grüner Seife abzuwaschen 
und ein vollständiges Bad zu nehmen; die Kleider und Effekten sind nach § 10 oder § 11 der Desinfektions- 
anweisung zu behandeln. 
Alle Schiffe, bei denen auf Grund der Bestimmungen der §§ 7 bis 14 der Vorschriften 
Maßregeln zu ergreifen sind, für deren Ausführung es in dem Ankunftshafen an den nöthigen Einrichtungen 
gebricht, sind nach Dar-zes-Saläm zu verweisen, woselbst sie auf der Rhede vor Anker zu gehen haben.
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        — 527 — 
7. Für die Gesundheitspässe wird mit dem heutigen Tage ein neues Muster eingeführt. Der 
Wortlaut der in denselben vorgesehenen Beurkundung über den Gesundheitszustand in dem Abgangshafen 
ist absichtlich thunlichst weitgefaßt, damit nicht ohne Noth den mit diesseitigen Gesundheitspässen versehenen 
Schiffen durch Hervorhebung vereinzelter Krankheitsfälle in den Pässen Verlegenheiten im Auslande bereitet 
werden. Insofern von einzelnen Hafenbehörden des Auslandes eingehendere Gesundheitszeugnisse verlangt 
werden, ist es den ausstellenden Behörden unbenommen, den Pässen nach Bedürfniß einen von dem neuen 
Muster abweichenden Inhalt zu geben. 
Zuständig für die Ausstellung der Gesundheitspässe sind die Polizeibehörden, das heißt die Bezirks- 
und Bezirksnebenämter. Wünscht ein Schiffer einen Gesundheitspaß zu erhalten, so hat er sich dieserhalb 
rechtzeitig während der Büreaustunden an das Bezirks= bezüglich Bezirksnebenamt zu wenden. — Für 
die Ausstellung eines Gesundheitspasses ist seitens des Schiffers eine Gebühr von 6 Rupien an die Bezirks- 
kasse zu erlegen. 
Dar-es-Saläm, den 15. Juni 1896. 
Der Kalserliche Gouverneur. 
In Vertretung. 
gez. v. Bennigsen. 
Vorschriften, betreffend die gesundheitspolizeiliche Kontrole der einen Hafen 
des deutsch-ostafrikanischen Schutzgebietes anlanfenden Seeschiffe. 
§ 1. . 
Jedes einen Hafen des deutsch-ostafrikanischen Schutzgebietes anlaufende Seeschiff unterliegt der 
gesundheitspolizeilichen Kontrole: » » 
1. wenn es im Abgangshafen oder während der Reise Fälle „von Cholera, Gelbfieber oder Pest“ 
an Bord gehabt hat, » « 
2. wenn es aus einem Hafen kommt, gegen dessen Herkünfte die Ausübung der Kontrole an- 
geordnet ist. 
§2. 4 
Für die gesundheitspolizeiliche Untersuchung des Schiffes wird von dem Schiffer eine Gebühr 
von 15 Nupien erhoben. 
3. 
Jedes der gesundheitspolizeilichen gontrols unterliegende Schiff (8 1) muß beim Einlaufen in 
das zum Hafen führende Fahrwasser, jedenfalls aber sobald es sich dem Hafen auf Sehweite nähert, eine 
gelbe Flagge am Fockmast hissen. Es darf unbeschadet der Annahme eines Lootsen oder eines Schlepp- 
dampfers weder mit dem Lande, noch mit einem anderen Schiffe, abgesehen vom Zollschiffe, in Verkehr 
treten, auch die vorbezeichnete Flagge nicht einziehen, bevor es durch Verfügung der Hafenbehörde zu freiem 
Verkehr zugelassen ist. Dergleichen Verkehrsbeschränkung unterliegen neben der Mannschaft sämmtliche an 
Bord befindlichen Reisenden. 4 
Privatpersonen ist der Verkehr mit einem Schiffe, welches die gelbe Flagge führt, untersagt. Wer 
dieses Verbot übertritt, wird als zu dem kontrolpflichtigen Schiffe gehörig betrachtet. 
8 4. 
Der Lootse und die Hafenbehörde haben beim Einlaufen eines Schiffes in den Hafen durch Be- 
fragung des Schiffers oder seines Vertreters festzustellen, ob der § 1 auf das Schiff Anwendung findet, 
und auf die Befolgung der Vorschriften des § 3 zu achten. 
85. 
« In den Fällen des § 1 wird dem Schiffer oder dessen Vertreter durch den Lootsen oder einen 
Beauftragten der Hafenbehörde ein nach Maßgabe der Anlage aufgestellter Fragebogen behändigt. Auf 
demselben haben der Schiffer, der Steuermann, und falls ein Arzt die Reise als Schiffsarzt mitgemacht 
haben sollte, bezüglich der unter Nr. 10, 11 und 12 aufgestellten Fragen auch der Schifssarzt, die verlangte 
Auskunft alsbald wahrheitsgemäß und so, daß sie von ihnen demnächst eidlich bestärkt werden kann, zu 
ertheilen. Der ausgefüllte Fragebogen ist von den genannten Personen zu unterschreiben und nebst den 
sonstigen zur Beurtheilung der Gesundheitsverhältnisse des Schiffes geeigneten Papieren zur Verfügung 
der Hafenbehörde zu halten. 
86. 
Jedes der gesundheitspolizeilichen Kontrole unterliegende Schiff (§ 1) nebst Insassen wird — 
nach Erfüllung der in den 88§ 3 und 5 vorgesehenen Vorschriften — sobald wie möglich nach der Ankunft,
        <pb n="604" />
        — 528 — 
jedoch nicht während der Nachtzeit, durch einen beamteten Arzt untersucht. Von dem Ergebniß hängt in 
jedem Falle die weitere Behandlung des Schiffes ab. 
87. 
Hat ein Schiff Cholera an Bord oder sad auf einem Schiffe innerhalb der letzten sieben Tage 
vor seiner Ankunft Cholerafälle vorgekommen, so gilt dasselbe als verseucht und unterliegt folgenden 
Bestimmungen: 
1. Die an Bord befindlichen Kranken werden ausgeschifft und in einen zur Aufnahme und Be- 
handlung geeigneten abgesonderten Raum gebracht, wobei eine Trennung derjenigen Personen, bei denen 
Cholera festgestellt worden ist, und der nur verdächtigen Kranken stattzufinden hat. Sie verbleiben dort 
bis zur Genesung oder bis zur Beseitigung des Verdachtes. 
2. An Bord befindliche Leichen sind unter den erforderlichen Vorsichtsmaßregeln alsbald 
zu bestatten. 
3. Die übrigen Personen (Reisende und Mannschaft) werden in Bezug auf ihren Gesundheits- 
zustand weiterhin einer Beobachtung unterworfen, deren Dauer sich nach dem Gesundheitszustand des 
Schiffes und nach dem Zeitpunkte des letzten Erkrankungsfalles richtet, keinesfalls aber den Zeitraum von 
fünf Tagen überschreiten darf. Zum Zweck der Beobachtung sind sie entweder am Verlassen des Schiffes 
zu verhindern oder, soweit nach dem Ermessen der Hafenbehörde ihre Ausschiffung thunlich und erforderlich 
ist, am Land in einem abgesonderten Raum unterzubringen. Letzteres gilt insbesondere dann, wenn die 
Mannschaften zum Zwecke der Abmusterung das Schiff verlassen. 
Reisende, welche nachweislich mit Cholerakranken nicht in Berührung gekommen sind, können aus 
der Beobachtung entlassen werden, sobald durch den beamteten Arzt festgestellt ist, daß Krankheitserscheinungen, 
welche den Ausbruch der Cholera befürchten lassen, bei ihnen nicht vorliegen. Jedoch hat in solchen Fällen 
die Hafenbehörde unverzüglich der für das nächste Reiseziel zuständigen Polizeibehörde Mittheilung über 
die bevorstehende Ankunft der Reisenden zu machen, damit letztere dort einer gesundheitspolizeilichen Ueber- 
wachung unterworfen werden können. 
Findet die Beobachtung der Schiffsmannschaften an Bord statt, so ist das Anlandgehen derselben 
während der Beobachtungszeit nur insoweit zu gestatten, als Gründe des Schiffsdienstes es erforderlich machen. 
Alle nach dem Ermessen des beamteten Arztes als mit Choleraentleerungen beschmutzt zu 
erachtende Wäschestücke, Bekleidungsgegenstände des täglichen Gebrauches und sonstigen Sachen der Schiffs- 
mannschaft und der Reisenden sind zu desinfiziren. Das Gleiche gilt bezüglich derjenigen Schiffsräumlich- 
keiten und Theile, welche als mit Choleraentleerungen beschmutzt anzusehen sind. 
5. Bilgewasser, von welchem nach Lage der Verhältnisse angenommen werden muß, daß es 
Cholerakeime enthält, ist zu desinfiziren und demnächst, wenn thunlich, auszupumpen. 
Der in einem verseuchten oder verdächtigen Hafen eingenommene Wasserballast ist, sofern der- 
selbe im Bestimmungshafen ausgepumpt werden soll, zuvor zu desinfiziren; läßt sich eine Desinfektion nicht 
ausführen, so hat das Auspumpen des Wassers auf hoher See zu geschehen. 
7. Das an Bord befindliche Trinkwasser ist, sofern es nicht völlig unverdächtig erscheint, nach 
erfolgter Desinfektion auszupumpen und durch gutes Trinkwasser zu ersetzen. 
In allen Fällen ist darauf zu achten, daß Choleraentleerungen und verdächtiges Wasser aus dem 
Schiffe nicht undesinfizirt in das Hafenwasser gelangen. 
88. 
Sind auf einem Schiffe Cholerafälle vorgekommen, jedoch nicht innerhalb der letzten sieben Tage 
vor der Ankunft, so gilt dasselbe als verdächtig. Nach erfolgter ärztlicher Untersuchung (§ 0) ist die 
Mannschaft, sofern der beamtete Arzt dies für nothwendig erachtet, hinsichtlich ihres Gesundheitszustandes 
einer Ueberwachung, jedoch nicht länger als fünf Tage, von der Stunde der Ankunft des Schiffes an 
gerechnet, zu unterwerfen. Das Anlandgehen der Mannschaft kann während der Ueberwachungszeit ver- 
hindert werden, soweit es nicht zum Zwecke der Abmusterung geschieht oder Gründe des Schiffsdienstes 
entgegenstehen. Den Reisenden ist die Fortsetzung ihrer Reise zu gestatten, jedoch hat, wenn der beamtete 
Arzt ihre fernere Ueberwachung für nothwendig hält, die Hafenbehörde unverzüglich der für das nächste 
Reiseziel zuständigen Polizeibehörde Mittheilung zu machen über die bevorstehende Ankunft derselben, damit 
sie dort der gesundheitspolizeilichen Ueberwachung unterworfen werden können. 
Begründet das Ergebniß der ärztlichen Untersuchung den Verdacht, daß Insassen des Schiffes den 
Krankheitsstoff der Cholera in sich aufgenommen haben, so können dieselben auf Anordnung des beamteten 
Arztes wie die Personen eines verseuchten Schiffes (8 7 Nr. 1 und 3) behandelt werden. 
Im Uebrigen gelten die Vorschriften des § 7 Nr. 4 bis 7 
.... §9- 
Hat ein Schiff weder vor der Abfahrt noch während der Reise, noch auch bel der Ankunft einen 
Cholerafall, Todes= oder Krankheitsfall an Bord gehabt, so gilt dasselbe, auch wenn es aus einem Hafen
        <pb n="605" />
        — 529 — 
kommt, gegen dessen Herkünfte die Ausübung der Kontrole angcordnet worden ist, als rein und ist, sofern 
die ärztliche Untersuchung (§ 6) befriedigend ausfällt, sofort zum freien Verkehr zuzulassen, nachdem 
erforderlichenfalls die im § 7 unter 5 bis 7 gedachten Maßnahmen ausgeführt worden sind. Begründet 
das Ergebniß der ärztlichen Untersuchung den Verdacht, daß Insassen des Schiffes den Krankheitsstoff der 
Cholera in sich aufgenommen haben, oder hat die Reise des Schiffes weniger als fünf Tage gedauert, so 
können die Reisenden und die Mannschaft auf Anordnung des beamteten Arztes nach Maßgabe der Be- 
stimmungen des § 8 weiterhin einer gesundheitspolizeilichen Ueberwachung bis zur Dauer von fünf Tagen, 
von dem Tage der Abfahrt des Schiffes an gerechnet, unterworfen werden. 
8 10. 
Gegenüber sehr stark besetzten Schiffen, namentlich gegenüber solchen, welche Auswanderer oder 
Rückwanderer befördern, sowic gegenüber Schiffen, welche besonders ungünstige gesundheitliche Verhältnisse 
aufweisen, können weitere über die Grenzen der §§ 7 bis 9 hinausgehende Maßregeln von der Hafen- 
behörde getroffen werden. 
11. 
Die Ein= und Durchfuhr von Waaren Gebrauchsgegenständen aus den in den bis 9 
bezeichueten Schiffen unterliegt nur insoweit einer Beschränkung, als seitens der zuständigen Reichs= oder 
Landesbehörden in Bezug auf Leibwäsche, alte und getragene Kleidungsstücke, gebrauchtes Bettzeug sowie 
Hadern und Lumpen besondere Bestimmungen getroffen werden. ⅜n 
Jedoch sind Gegenstände, welche nach der Ansicht des beamteten Arztes als mit Choleraentleerungen 
beschmutzt zu erachten sind, vor der Ein= und Durchfuhr zu desinfiziren. 
12. » 
Will ein Schiff in den Fällen der §§ 7 bis 9 sich den ihm auferlegten Maßregeln nicht unter- 
werfen, so steht ihm frei, wieder in See zu gehen. Es kann jedoch die Erlaubniß erhalten, unter An- 
wendung der erforderlichen Vorsichtsmaßregeln (Isolirung des Schiffes, der Mannschaft und der Reisenden, 
Verhinderung des Auspumpens des Kielwassers vor erfolgter Desinfektion, Ersatz des an Bord befindlichen 
Wasservorrathes durch gutes Trinkwasser und dergleichen) seine Waaren zu löschen und die an Bord be- 
findlichen Reisenden, sofern sich dieselben den von der Hafenbehörde getroffenen Anordnungen sügen, an 
Land zu setzen. 
13. 
Hat ein Schiff während der Fahrt Fälle W Gelbfieber an Bord gehabt, so sind nach erfolgter 
ärztlicher Untersuchung (§ 6) die etwa noch an Bord befindlichen Gelbfieberkranken auf dem Schiffe oder 
in einem geeigneten Unterkunftsraum am Lande abzusondern. Die unmittelbar mit Gelbfieberkranken in 
Berührung gekommenen oder krankheitsverdächtigen Personen können, falls nach Ablauf der letzten Gelb- 
fiebererkrankung noch nicht sieben Tage verflossen sind, einer Beobachtung mit oder ohne Aufenthaltsbeschränkung 
bis zur Dauer von fünf Tagen unterworfen werden. » «» 
Die von Gelbfieberkranken benutzten Gegenstände und diejenigen Schiffsräumlichkeiten, in welchen 
sich solche Kranken befunden haben, sind zu desinfiziren. » 
An Bord befindliche Leichen müssen unter den erforderlichen Vorsichtsmaßregeln alsbald be- 
stattet werden. » .· 
Schiffe, die aus einem vom Gelbfieber verseuchten Hafen kommen, Fälle von Gelbfieber aber nicht 
au Bord gehabt haben, sind nach der ärztlichen Untersuchung (§ 6) ohne Weiteres zum freien Verkehr 
zuzulassen. 
814. 
Sind auf einem Schiffe während der Fahrt Fälle von Pest vorgekommen, so ist nach erfolgter 
ärztlicher Untersuchung (§ 6) dem Gouvernement schleunigst Anzeige zu erstatten. Bis zum Eintresfen 
bestimmter Verhaltungsmaßregeln seitens des Gouvernements ist das Schiff nebst allen Insassen von jedem 
Verkehr abzuschließen. » 
Schiffe, die aus einem von Pest verseuchten Hafen kommen, Fälle von Pest aber nicht an Bord 
gehabt haben, sind nach der ärztlichen Untersuchung (§ 6) ohne Weiteres zum freien Verkehr zuzulassen. 
15. 
Läuft ein Schiff, nachdem es in einem Hafen des deutsch-ostafrikanischen Schutzgebietes der 
gesundheitspolizeilichen Kontrole (§§ 6 bis 9, 13, 14) unterworfen und zum freien Verkehr zugelassen 
worden ist, demnächst einen weiteren inländischen Hafen an, so unterliegt es in diesem einer abermaligen 
Kontrole nicht, es sei denn, daß seit der Ausfahrt aus dem zuletzt angelaufenen Hafen Fälle von Cholera, 
Gelbfieber oder Pest an Bord sich ereignet haben, oder daß gegen Herkünfte aus diesem Hafen eine gesund- 
heitspolizeiliche Kontrole gemäß 8 1 Nr. 2 angeordnet ist. 
8 16. . 
Auf das Lootsen-, Zoll= und Sanitätspersonal, welches mit den der gesundheitspolizeilichen
        <pb n="606" />
        — 530 — 
Kontrole unterliegenden Schiffen in Verkehr zu treten hat, finden die in vorstehenden Bestimmungen an- 
geordneten Verkehrsbeschränkungen und Desinfektionsmaßnahmen keine Anwendung. Die für dieses Personal 
erforderlichen Vorsichtsmaßregeln werden von der vorgesetzten Behörde bestimmt. 
§ 17. 
Die Entscheidung darüber, wo die in den §§ 7 bis 14 erwähnten Maßregeln ausgeführt werden, 
richtct sich nach den hierüber ergehenden besonderen Bestimmungen. 
8 18. 
Sind nach dem Ergebniß der ärztlichen Untersuchung (§ 6) auf Grund der Bestimmungen in 
§§ 7 bis 14 Maßregeln zu ergreisen, für deren Ausführung es in dem Ankunftshafen an den nöthigen 
Einrichtungen gebricht, so ist das Schiff an einen anderen mit den erforderlichen Einrichtungen versehenen 
Hafen zu verweisen. 
19. 
Strandet ein der gesundheitspolizeilichen Kontrole unterliegendes Schiff (§ 1) an der Küste des 
deutsch-ostafrikanischen Schutzgebietes, so haben die Strandbehörden die erforderlichen Maßnahmen im Sinne 
dieser Verordnung zu treffen. Läuft ein solches Schiff einen Hafen des Schutzgebietes als Nothhafen an, 
so kann es daselbst, um die erforderliche Hülfe zu erhalten, für die Dauer des Nothfalles nach Hissung 
der gelben Flagge (§ 3) unter Bewachung und unter Beachtung der von der Hasenbehörde angeordneten 
Schutzmaßregeln liegen bleiben. 
8 20. « 
Auf die Schiffe der Kaiserlichen Marine finden die Vorschriften dieser Verordnung keine 
Anwendung. 
21. 
Wer den Vorschriften dieser Verordnung Selze#en, wird, sofern nicht nach den bestehenden 
gesetzlichen Bestimmungen eine höhere Strafc verwirkt ist, mit Geldstrase bis zu 150 Mark oder mit 
Haft bestraft. « " 
Dar-es-Saläm, den 15. Juni 1896. 
Der Kaiserliche Gonverneur. 
In Vertretung: 
(L. S.) gez. v. Bennigsen. 
Fragebogen. 
Die nachstehenden Fragen sind von dem Schiffer und dem Steuermann alsbald nach Empfang 
des Fragebogens schriftlich der Wahrheit gemäß vollständig zu beantworten. Die Richtigkeit der Antworten 
ist durch eigenhändige Namensunterschrift zu versichern und auf Erfordern eidlich zu bestärken. Der aus- 
gefüllte Fragebogen ist nebst der Musterrolle, dem Verzeichniß der Reisenden und denjenigen Papieren, 
aus denen hervorgeht, an welchen Tagen das Schiff den Abgangshafen verlassen bezw. die unterwegs 
berührten Plätze angelaufen und wieder verlassen hat, zur Verfügung der Behörden zu halten. 
1. Wie heißt das Schiff? 
2. Wie heißt der Schiffer (Kapitän)? 
3. Unter welcher Flagge fährt das Schiff? 
4. Wo hat das Schiff seine Ladung eingenommen? Woraus besteht die Ladung? 
Enthält sie insbesondere Leibwäsche, alte und getragene Kleidungsstücke, gebrauchtes Bettzeug, 
Hadern und Lumpen? 
. Wann hat das Schiff den Abgangshafen erreichto? Wann hat es denselben verlassen? 
6. Welche Pläte hat das Schiff auf seiner Reise berührt? an welchen Tagen? 
(Bezüglich eines jeden einzelnen Platzes zu beantworten.) 
7. Nach welchem Platze ist das Schiff bestimmt? 
8. Wie groß ist die Zahl der Mannschaft und der Reisenden an Borda 
9. Hat das Schiss unterwegs Personen ausgenommen? Wo? Wieviele? 
10. Befindet sich an Bord Jemand krank? An welcher Krankheit? Seit wann? 
11. Ist während der Reise an Bord Jemand krank gewesen? 
An welcher Krankheit? Wann und wie lange? 
12. Ist Jemand von der Mannschaft oder den Reisenden während der Reise gestorben? 
An welcher Krankheito Wann? Befinden sich Leichen an Bord? 
13. Befinden sich die Betten und die Kleidungsstücke, welche die verstorbenen oder erkrankt 
» gclvcseitcnPcrfoncnanVordbenutzthabcmnochmtfdemScl)iffe? 
14. Führt das Schiff Wasserballast? Wo hat es denselben eingenommen? 
15. Woher stammt das an Bord befindliche Trinkwasser? 
E□
        <pb n="607" />
        — 531 — 
Die Richtigkeit und Vollständigkeit vorstehender Antworten versichern wir hierdurch und erklären 
uns zur eidlichen Bestärkung derselben bereit. 
............ ,dcn......·....189 
Der Schiffer: Der Steuermann: 
Der vorstehenden Versicherung und Erklärung trete ich bezüglich der auf die Fragen unter 
Nr. 10, 11, 12 ertheilten Antworten hiermit bei. 
............ ,dcn...........189 
............ „Schiffsarzt. 
—*“- S—N## 2 35 
für Seeschiffe, welche der gesundheitspoli ilichen Kontrole beim Anlaufen eines 
Hafens des deutsch-ostafrikar ischen Schutzgebictes unterliegen. 
I. Allgemeines. 
  
81. 
Bei Cholera und Gelbfieber unterliegen der Desinfeltion an Bord in erster Linie diejenigen 
Gegenstände und Oertlichkeiten, welche von Kranken verunreinigt oder benutzt worden sind. Insbesondere 
kommen in Betracht: Wäsche und Kleidung, Bettzeug, Eßgeschirr, Kloset, Nachtgeschirr, Spucknabf, Lager- 
stätte und Wohnräumc des Kranken, die durch Entleerungen desselben an Deck oder in den Schiffsräumen 
beschmutzten Stellen; serner Wischtücher, Schwabber, Besen 2c., welche bei der Krankenwartung und 
Reinigung verwandt sind, endlich die Kleider der um den Kranken beschäftigten Personen. 
Ob die Desinfektion sich noch auf andere als die im § 1 aufgeführten Sachen und Räumlichkeiten 
zu erstrecken hat, muß von Fall zu Fall beurtheilt werden und hängt von der Ausdehnung, welche die 
Krankheit an Bord genommen hat und von der Art der Verbreitung des Ansteckungsstoffes ab. 
Bei vereinzelten Cholera= und Gelbfieberfällen auf Schiffen, welche nicht dem Massentransport 
von Personen dienen, kann man sich in der Regel auf die in § 1 aufgeführten Sachen und Räumlich- 
keiten beschränken. · . » 
Falls auf stark besetzten Schiffen, namentlich Auswandererschiffen, die Cholera oder das Gelbfieber 
unter den in gemeinschaftlichen Räumen untergebrachten Personen ausgebrochen ist, läßt sich die Verbreitung 
des Ansteckungsstoffes, namentlich wenn Seekrankheiten au Bord herrschen, nicht übersehen. ⅞ 
Unter solchen Umständen sind nicht bloß die Krankenräume und die von Kranken innegehabten 
Wohnräume, sondern die gesammten in Betracht kommenden Wohnräume zu desinfiziren, ebenso nöthigen- 
falls nicht nur die Kleider der Kranken und der mit ihnen in Berührung gekommenen Personen, sondern 
auch die Wäsche und Kleider 2c. sämmtlicher Mitreisenden derselben Abtheilung oder Klasse. · 
Das verschlossene Reisegepäck, welches während der Reise nicht benutzt worden ist, wird dagegen 
nur in seltenen Fällen der Desinfektion unterzogen werden müssen. Die Sachen und Effelten rꝛc., Kabinen, 
Salons 2c. der Reisenden 1. und 2. Kajüte sind in der Regel nur insoweit zu desinfiziren, als sie von 
Kranken oder deren Angehörigen benutzt worden sind. 
§ 3. 
Die Aborte auf Schiffen sind meist so eingerichtet, daß die Auslecrungen unmittelbar ins 
Wasser gelangen. » . *:½b 
In allen Häfen, in denen das Hafenwasser irgendwie zu Reinigungszwecken und Haushallungs- 
zwecken benutzt wird, ist es nöthig, diese Klosets auf verseuchten oder verdächtigen Schiffen zu schließen 
und besondere Eimerklosets an-Bord zu verwenden, deren Inhalt täglich desinfizirt werden muß. 
84. 
Das an Vord befindliche Trinkwasser ist auf Schiffen mit langer Reisedauer zu desinfiziren, wenn 
die während der Reise vorgekommenen Krankheitsfälle mit Wahrscheinlichkeit auf den Genuß desselben 
zurückzuführen sind. Bei Schiffen mit kurzer Reisedauer muß, auch wenn keine Erkrankungsfälle an 
Bord vorgekommen sind, das aus einem choleraverseuchten Hafen stammende Trinkwasser desinfizirt werden, 
sofern nicht etwa zuverlässige Nachrichten über die einwandsfreie Wasserentnahme vorliegen. 
Wr 
Das Bilgewasser derjenigen Schiffe, auf welchen unter dem Heizer= und Maschinenpersonal oder 
unter den im Zwischendeck wohnenden Mannschaften und Reisenden Cholerafälle während der Reise, im
        <pb n="608" />
        — 532 — 
Abgangs= oder Ankunftshafen vorgekommen sind, ist zu desinfiziren, sofern angenommen werden muß, daß 
etwa in das Bilgewasser hineingelangte Krankheitskeime noch infizirend wirken können. 
Das Gleiche gilt von dem Bilgewasser hölzerner Schiffe, welche längerc Zeit in einem cholera- 
verseuchten Hafen gelegen haben und nach kürzerer als vierzehntägiger Reise ankommen, auch wenn keine 
Krankheitssälle an Bord vorgekommen sind. 
Maschinenbilgewasser von eisernen Schiffen, welche aus choleraverseuchten Häfen nach kürzerer als 
fünftägiger Reisedauer ankommen, ist regelmäßig zu desinfiziren, auch wenn keine Krankheitsfälle während 
der Reise vorgekommen sind. Die Desinfektion der Bilge unter den Laderäumen von eisernen Schiffen 
kann auf reinen Schiffen in der Regel unterbleiben. Soll sie aber erfolgen, so empfiehlt sich auch bei 
Schiffen mit kürzerer als fünftägiger Reisedauer, damit so lange zu warten, bis das Schiff leer ist und 
die Bilgeräume bequem zugänglich geworden sind, damit die Desinfektion dann recht gründlich vorgenommen 
werden kann. 
86. 
Das Ballastwasser, welches im Ankunftshafen entleert werden soll, ist vorher zu desinfiziren, wenn 
es aus einem choleraverseuchten oder verdächtigen Hafen stammt, einerlei, ob Cholerafälle an Bord vor- 
gekommen sind oder nicht. 
§ 7. 
Hinsichtlich solcher Schiffe, auf denen Pestfälle vorgekommen sind oder die aus einem von der 
Pest verseuchten Hafen eintreffen, wird im einzelnen Falle von der obersten Landesmedizinalbehörde 
bestimmt, welche Gegenstände und welche Theile des Schiffes der Desinfektion unterliegen. 
II. Desinfektiousmittel. 
88. 
Als Desinfektionsmittel sind zu verwenden: 
a. Lösung von Karbolsäure. 
Zur Verwendung kommt die sogenannte „100 prozentige Karbolsäure"“ des Handels, welche sich im 
Seifenwasser vollständig löst. Man bereitet sich die unter b beschriebene Lösung von Kaliseise. In 
20 Theile dieser noch heißen Lösung wird 1 Theil Karbolsäure unter fortwährendem Umrühren gegossen. 
Die Lösung ist lange Zeit haltbar und wirkt schneller desinfizirend als einfache Lösung von 
Kaliseife. 
Soll reine Karbolsäure (einmal oder wiederholt destillirte) verwendet werden, welche erheblich 
theurer, aber nicht wirksamer ist als die sogenannte „100 prozentige Karbolsäurc“, so ist zur Lösung das 
Seifenwasser nicht nöthig; es genügt dann einfaches Wasser. 
b. Lösung von Kaliseife. 
3 Theile Kaliseise (sogenannte Schmierseife oder grüne Seife oder schwarze Seife) werden in 
100 Theilen heißem Wasser gelöst (z. B. ½ kg Seife in 171 Wasser). 
c. Kalk und zwar 1. Kalkmilch. 
Zur Herstellung derselben wird 1 Theil zerkleinerter reiner gebrannter Kalk, sogenannter Fettkalk, 
mit 4 Theilen Wasser gemischt, und zwar in folgender Weise: 
Es wird von dem Wasser etwa drei Viertel in das zum Mischen bestimmte Gefäß gegossen und 
dann der Kalk hineingelegt. Nachdem der Kalk das Wasser aufgesogen hat und dabei zu Pulver zerfallen 
ist, wird er mit dem übrigen Wasser zu Kalkmilch verrührt. 
2. Kalkbrühe, 
welche durch Verdünnung von 1 Theil Kalkmilch mit 9 Theilen Wasser frisch bereitet wird. 
d. Chlorkalk. 
» Der Chlorkalk hat nur dann eine ausreichende desinfizirende Wirkung, wenn er frisch bereitet und 
in noch wohlverschlossenen Gefäßen aufbewahrt ist; er muß stark nach Chlor riechen. 
e. Dampfapparate. 
Alfs geeignet können nur solche Apparate und Einrichtungen angesehen werden, welche von Sach- 
verständigen geprüft sind. 
Besonders bei den improvisirten Einrichtungen auf Dampfern, wie man sie häufig sehr zweckmäßig 
durch Benutzung von Badewannen mit Dampfzuleitung, Badekammern, Tanks, Holzbottichen, Baljen und 
dergleichen herstellen kann, ist es nöthig, daß sie von Sachverständigen erst einmal geprüft werden und daß 
bei jeder neuen Desinfektion genau dieselbe Anordnung in der Dampfzuleitung und Ausströmung, derselbe 
Dampfdruck und dieselbe Dauer der Dampfeinwirkung innegehalten werden.
        <pb n="609" />
        — 533 — 
f. Siedehitze. 
Auskochen in Wasser, Salzwasser oder Lauge wirkt desinfizirend. Die Flüssigkeit muß die Gegen- 
stände vollständig bedecken und mindestens 10 Minuten lang im Sieden gehalten werden. 
Unter den angeführten Desinfektionsmitteln ist die Auswahl nach Lage der Umstände zu treffen. 
III. Anwendung der Desiufektionsmittel im Einzelnen. 
89. 
1. Die Ausleerungen der in Betracht kommenden Kranken, insbesondere von Cholerakranlen 
(Stuhlgang und Erbrochenes), werden in Gefäßen aufgefangen und mit ungesähr gleichen Theilen 
Kalkmilch gründlich gemischt. Diese Mischung muß mindestens eine Stunde stehen bleiben, ehe sie als 
unschädlich beseitigt werden darf. Zur Desinfektion der flüssigen Abgänge kann auch Chlorkalk benutzt 
werden. Von demselben sind je einem Liter der Abgänge mindestens vier gehäufte Eßlöffel voll in Pulver- 
form hinzuzusetzen und gut damit zu mischen. Die so behandelte Flüssigkeit kann bereits nach 20 Minuten 
beseitigt werden. Die desinfizirten Ausleerungen können in den Abort oder in die für die sonstigen 
Abgänge bestimmten Ausgußstellen geschüttet werden. 
Schmutzwässer sind in ähnlicher Weise zu desiufiziren, und zwar ist von der Kalkmilch so viel 
zuzusetzen, daß das Gemisch rothes Lackmuspapier stark und dauernd blau färbt. Erst eine Stunde nach 
Eintritt dieser Reaktion darf das Schmutzwasser abgelassen werden. 
2. Hände und sonstige Körpertheile müssen jedesmal, wenn sie mit infizirten Dingen (Aus- 
leerungen der Kranken, beschmutzter Wäsche r2c.) in Berührung gekommen sind, durch gründliches Waschen 
mit Karbolseifenlösung desinfizirt werden. 
8 10. 
Bett= und Leibwäsche, sowie Kleidungsstücke, Teppiche und dergleichen können in ein 
Gefäß mit Kaliseifenlösung oder Karbolsäurelösung (§ 8a und b) gesteckt werden. Die Flüssigkeit muß 
in den Gefäßen die cingetauchten Gegenstände vollständig bedecken. In diesen Flüssigkeiten bleiben die 
Gegenstände 12 Stunden. Dann werden sie mit Wasser gespült und weiter gereinigt. Das dabei 
ablaufende Wasser kann als unverdächtig behandelt werden. 
8 
* 11. 
Wo Dampfapparate vorhanden sind, werden Kleidungsstücke, Wäsche, Matratzen und Alles, was 
sich zur Dampfdesinfektion eignet, in solchen Apparaten desinfizirt (§ 86). 
8 12. 
Alle diese zu desinfizirenden Gegenstände sind beim Zusammenpacken und bevor sie nach den 
Desinfektionsanstalten oder Apparaten geschafft werden, in gut schließenden Gefäßen und Beuteln zu ver- 
wahren oder in Tüchern, welche mit einer Desinfektionsflüssigkeit angefeuchtet sind, einzuschlagen. Wer 
solche Wäsche rc. vor der Desinfektion angefaßt hat, muß seine Hände in der im § 9 unter Nr. 2 an- 
gegebenen Weise desinfiziren. 
* 13. 
Zur Desinfektion von infizirten Schiffsräumlichkeiten, inbesondere des Logis der Mannschaft, 
der Kajüten, des Zwischendecks für Reisende nebst den in denselben befindlichen Lagerstellen, Geräthschaften 
und dergleichen ist Karbolsäurelösung (F 8 a) anzuwenden. Die Decke, die Wände und der Fußboden der 
bezeichneten Räumlichkeiten, sowie infizirte Lagerstellen, Geräthschaften und dergleichen sind zunächst mit 
Lappen, welche mit Karbolsäurelösung getränkt sind, gründlich abzuwaschen. Hierauf sind die Räumlichkeiten 
und Geräthschaften mit einer reichlichen Menge Wasser zu spülen und im Anschluß daran die Räumlichkeiten 
einer möglichst gründlichen Lüftung zu unterwerfen. Der Krankenraum, insbesondere die durch Ausleerungen 
verunreinigten Theile desselben, die von Kranken benutzten Geräthschaften und dergleichen sind bei dieser 
Desinfektion ganz besonders zu berücksichtigen. Räumlichkeiten, in welchen durch den nach der Desinfektion 
mit Karbolsäure noch längere Zeit haftenden Karbolgeruch erhebliche Unannehnlichkeiten entstehen würden. 
(Provianträume, Kajüten, Salons 2c.), sind in folgender Weise zu desinfiziren: 
1. Die nicht mit Oelfarbe gestrichenen Flächen der Wände und Fußböden werden mit der nach 
88ec 1 bereiteten Kalkmilch angetüncht; dieser Anstrich muß nach drei Stunden wiederholt werden. Nach 
dem Trocknen des letzten Anstriches kann Alles wieder feucht abgescheuert werden. 
2. Die mit Oelfarbe gestrichenen Flächen der Wände und Fußböden werden zwei bis drei Mal 
mit heißer Seifenlösung (§ 8b) abgewaschen und später frisch gestrichen. 
3. Wände und Fußböden, welche mit polirten Hölzern, Tapeten, Bildern oder Spiegeln bekleidet 
sind, werden mit frischem Brot in langen Zügen kräftig abgerieben. Die Brotkrumen und Brotreste sind 
zu verbrennen. 
8 14. 
Holz- und Metalltheile von Möbeln sowie ähnliche Gegenstände werden sorgfältig und 
wiederholt mit Lappen abgerieben, die mit Karbolsäure oder Kaliseifenlösung (§ 8 a und by befeuchtet sind.
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        — 534 — 
Die gebrauchten Lappen sind zu verbrennen. In derselben Weise sind Gegenstände aus Leder zu des— 
infiziren. Bei Ledertapeten kann auch das im § 13 unter Nr. 3 angegebene Verfahren angewendet werden. 
Pelzwerk wird auf der Haarseite bis auf die Haarwurzel mit einer der unter § 8 a und b bezeichneten 
Lösungen durchweicht. Nach zwölfstündiger Einwirkung derselben darf es ausgewaschen und weiter gereinigt 
werden. Pelzbesätze an Kleidungsstücken von Tuch werden zuvor abgetrennt. 
Plüsch und ähnliche Möbelbezüge werden entweder abgetrennt und nach § 10 oder § 11 
desinfizirt oder mit Karbolsäurelösung (§ 8) eingesprengt, feucht gebürstet und mehrere Tage hintereinander 
an Deck ausgetrocknet, gelüftet und dem Sonnenlicht ausgesetzt. 
Gegenstände von geringem Werth (Inhalt von Strohsäcken und dergleichen) sind zu 
verbrennen. 
Ueber Bord dürfen undesinfizirte Gegenstände nur in See geworfen werden. 
15. 
Die Aborte werden in folgender Weise desinsizirt: Etwaiger Inhalt des Klosets ist mit Kalk- 
milch gründlich zu vermischen und kann nach einer Stunde, während welcher Zeit der Abort nicht benutzt 
werden darf, abgelassen werden. Das Aufnahmebecken sowie das Abflußrohr werden demnächst mit Kalk- 
milch übergossen. Die Wände des Klosetraumes, Sitbrett, Fußboden werden mit Karbolsäurelösung gründlich 
abgewaschen und nach einer Stunde mit Wasser gründlich abgespült. 
Zur Desinfektion des Klosetinhaltes kann auch Chlorkalk (§ 8 a) benutzt werden, indem man 
Chlorpulver in der Menge von zwei Prozent der ganzen Mischung nebst so viel Wasser zufügt, daß der 
Chlorkalk sich löst und das Ganze gleichmäßig durch Umrühren vertheilt werden kann. So behandelter 
Klosetinhalt kann bereits nach 20 Minuten entleert werden. 
8 16. 
Soll sich die Desinfektion auch auf Personen erstrecken, so ist dafür Sorge zu tragen, daß die- 
selben ihren ganzen Körper mit grüner Seife abwaschen und ein vollständiges Bad nehmen. Kleider und 
Effekten derselben sind nach § 10 oder § 11 zu behandeln. 
* 17. 
Etwa an Bord befindliche Leichen sind bis zu der möglichst bald vorzunehmenden Bestattung 
ohne vorherige Reinigung in Tücher einzuhüllen, welche mit Karbolsäurelösung getränkt sind und mit der- 
selben feucht gehalten werden. 
8 18. 
Die Desinfektion des Bilgeraumes mit seinem Inhalt geschieht durch Kalkbrühe (§ 8c 2) in 
solgender Weise: 
1. In diejenigen Theile des Bilgeraums, welche leicht durch Abheben der Garnirungen und der 
Flurplatten zugängig gemacht werden können (Maschinen= und Kesselraum, leere Laderäume), ist Kalkbrühe 
an möglichst vielen Stellen dirckt eimerweise hineinzugießen. Durch Umrühren mit Besen muß die Kalk- 
brühe kräftig mit dem Bilgewasser vermischt und überall, anch an die Wände des Bilgeraumes, an- 
getüncht werden. 
2. Ueberall da, wo der Bilgeraum nicht frei zugänglich ist, wird durch die auf allen Schiffen 
vorhandenen von Deck hinunterführenden Pumpen (Nothpumpen) und Peilrohre so viel Kalkbrühe eingegossen, 
bis sie den Bilgeraum, ohne die Ladung zu berühren, anfüllt. Nach 12 Stunden kann die Bilge wieder 
velenzt werden. 
Im Einzelnen wird folgendermaßen verfahren: 
a) Der Wasserstand in den Peilrohren wird gemessen. 
b) 100 bis 200 1 Kalkbrühe — je nach der Größe des Schiffes bezw. der einzelnen Abthei- 
lungen — werden eingefüllt. 
) Der Wasserstand in den Peilrohren wird wieder gemessen. Zeigt sich jetzt schon ein erhebliches 
Austeigen des Wasserstandes, so ist anzunehmen, daß sich irgendwo die Verbindungslöcher der einzelnen 
Abschnitte des Bilgeraumes verstopft haben, so daß keine freie Cirkulation des Wassers stattfindet. In 
solchen Fällen muß wegen der Gefahr des Ueberlaufens der Kalkbrühe und’ der dadurch bedingten 
Beschädigung der Ladung das Einfüllen unterbrochen werden; die Desinfektion des Bilgeraumes kann dann 
erst bei leerem Schiff stattfinden. 
4) Steigt das Wasser nur langsam, so ist, während von Zeit zu Zeit der Wasserstand gemessen 
wird, soviel Kalkbrühe einzufüllen, als der Bilgeraum ohne Schaden für die Ladung aufnehmen kann. 
Hierbei müssen die Schiffszeichnungen und die Angaben des Schiffers berücksichtigt werden. 
Als Anhaltspunkt diene, daß bei Holzschiffen 40 bis 601 Kalkbrühe auf 1 m Schiffslänge 
erforderlich sind, bei eisernen Schiffen 60 bis 120 1 auf 1 m Schiffslänge; bei Schiffen mit Doppelboden, 
Brunnen und Rinnsteinen im Ganzen 20 bis 80 bis 100 chm.
        <pb n="611" />
        — 535 — 
Auf manchen Schiffen sind Rohrleitungen vorhanden, welche nicht wie die Pumpen und Peilrohre 
in die hintersten, tiefsten Theile des Schiffsbodens bezw. der einzelnen Abtheilungen, sondern in die 
vorderen, höher gelegenen Theile desselben führen. Diese sind dann vorzugsweise zu benutzen, weil dadurch 
die Vermischung des Desinfektionsmittels mit dem Bilgewasser erleichtert und besser gesichert wird. Auf 
Schiffen mit getrennten Abtheilungen muß jede Abtheilung für sich in der angegebenen Weise be- 
handelt werden. 
8 19. 
Die Desinfeltion des Ballastwassers wird mit Kallmilch G8601) ausgefühet, welche in solchen 
Mengen zuzusetzen ist, daß das Ballastwasser 2 Theile Kalk in 1000 Theilen Wasser enthält. Die zugesetzte 
Kalkmilch muß innigst mit dem Wasser vermischt, daher während einer Stunde umgerührt werden. Nach 
einstündiger derartiger Einwirkung der Kalkmilch kann das Ballastwasser ausgepumpt werden. 
Sind die Tanks im Doppelboden des Schiffes, so wird es sich in der Regel empfehlen, das 
Ballastwasser aus diesen Tanks nach und nach in den Maschinenbilgeraum überpumpen zu lassen und hier 
mit Kalkmilch zu mischen. Handelt es sich um stehende Tanks in den Laderäumen, so kann man unter 
Umständen die Kalkmilch direkt in die Tanks hineinschütten und kräftig umrühren lassen. Zu diesen Maß- 
nahmen ist in jedem Falle der technische Beirath des Schiffsmaschinisten einzuholen. 
ʒ 20. 
Trinkwasser an Bord kann ebenfalls durch Versetzen mit Kalkmilch in der Menge, daß auf 
1000 Theile Wasser 2 Theile Kalk kommen, bei einstündiger Einwirkung desselben desinfizirt werden. 
Unter Umständen kann Trinkwasser auch durch Hitze desinfizirt werden, indem man Dampf genügend lange 
in die Wassertanks einleitet (Klingelthermometer). Zur Unbrauchbarmachung des Wassers lassen sich auch 
Säuren, z. B. Essigsäure, verwenden, was sich insbesondere bei hölzernen Wasserfissern empfiehlt. Das 
Wasser muß dann deutlich sauer reagiren. 
Gesundhkeitspaß. 
Die Polizeibehörde . . .. ... bescheinigt hiermit auf Ansuchen von. . Kapitün 
dees Schisses, genant . ... , besetzt mit Mann (eMinschließlich des 
Kapitäns) und mnit Reisenden, beladen itt: . . ... , bestimmt, von hier nach 
. .. abzugehen, daß am hiesigen Platze und in dem zugehörigen Hafen gegenwärtig keine 
ungewöhnliche ansteckende Krankheit epidemisch herrscht. 
.......... ,den............18«. 
Die Polizeibehörde. 
  
VVVVTVYVYYVTTVYVTVYVVTVVVVDVNVVVVVVVVVVVIVVYVYVDTYTFVYVNTVVVVbVVVN9VDYYVVVVVVIWTYVVYYYVVTTY 
Personalien. 
Der Kommandeur der Kaiserlichen Schutztruppe von Kamerun Rittmeister a. D. v. Stetten ist 
mit der gesetzlichen Pension aus der Schuttruppe ausgeschieden. 
Dem Hauptmann à la suite des 2. Scebataillons und stellvertretenden Kommandeur der Schutz- 
truppe für Kamerun v. Kampß ist der Rothe Adler-Orden 1V. Klasse mit Schwertern; dem Unterbüchsen- 
macher in der Schutztruppe Zimmermann das Militär-Ehrenzeichen I. Klasse, dem Unteroffizier in der 
Schutztruppe Müller das Militär-Ehrenzeichen 1I. Klasse Allerhöchst verliehen worden. 
Der Sekondlieutenant Nolte vom 6. Rheinischen Infanterie-Regiment Nr. 68 ist behufs Ueber- 
tritts zur Schutztruppe für Kamerun mit dem 7. August aus dem Heere ausgeschieden. 
Dem Sergeanten Skeul von der Kaiserlichen Schutztruppe in Kamerun und den Gemeinen 
Fabissi, Siasa, Sia, Thomas und Makoro ist die Krieger-Verdienst-Medaille 2. Klasse Allerhöchst 
verliehen worden. 
Der Zahlmeisteraspirant Krefeld ist aus der Kaiserlichen Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika 
ausgeschieden und dem Leib-Grenadier-Regiment König Friedrich Wilhelm 1II. (Brandenburgisches) Nr. 8 
zugetheilt worden.
        <pb n="612" />
        6536 
Nichtamtlicher Theil. 
Perspnal-Zachrichken. 
Deutsch-Ostafrika. 
Der Polizeithierarzt K. Huß aus Hamburg reist 
26. d. Mts. von Ncapel nach Dar-ces-Saläm 
um als Gonvernementsthierarzt in den Dienst 
Kaiserlichen Gouvernements zu treten. 
am 
ab, 
des 
Der Buchhalter Jansen in Dar-es-Saläm ist 
nach einem am Montag hier eingetroffenen tele- 
graphischen Bericht an perniziöser Malaria gestorben. 
  
Der Sergeant der Kaiserlichen Schutztruppe 
Haible ist in Darz#es-Saläm Drahtmeldung zufolge 
plötzlich verstorben. 
Ramerun. 
Der für die Werkstätte des Kaiserlichen Gon- 
vernements angenommene Maschinenbauer O. Naehm 
ist nach Kamerun abgereist. 
Vogo. 
Der Zollamtsassistent R. Gerlach ist aus Togo 
zum Urlaub hier eingetroffen. 
Mackzrichken aus den deuklschen Schungebieten. 
(Abvruck der Nachrichten vollständig oder theilweise nur mit Quellenangabe gestattet.) 
Druktsch-HPlfafrika. 
Verkehrswesen. 
Es ist jüngst in öffentlichen Blättern darauf hin- 
gewiesen worden, daß in unserer ostafrikanischen 
Kolonie ein Trausport mit Ochsenwagen, wie sie in 
Südafrika üblich sind, große Vortheile bieten würde. 
Der Kaiserliche Gonverneur Dr. v. Wissmann 
äußerte sich hierüber folgendermaßen: 
Zur Beurtheilung dieses Vorschlages habe ich 
mitzutheilen, daß ich der Meinung bin, daß man die 
bekannten „Treckwagen“ der südafrikanischen Boeren 
tellenweise in Deutsch-Ostafrika wohl verwenden 
können würde, daß man aber nicht sagen kann, daß 
dieses Transportmittel in Ostafrika jedes andere 
ersetzen könne. 
Der größte Theil Deutsch-Ostafrikas ist mit mehr 
oder weniger dichter Baum-, Busch= oder Wald- 
savanne bestanden und zwar meist in einer Dichtig- 
leit, wie dies in den südlich des Sambesi gelegenen 
Theilen nicht der Fall ist. Man würde z. B. in 
dem ganzen südlichen Theile unseres Gebietes un- 
möglich mit Ochsenwagen sich bewegen können wegen 
der Dichtigkeit der Bewachsung. Nichtsdestoweniger 
bin ich durchaus nicht dagegen, daß man hier und 
da Versuche anstellt. So würde z. B. die Reise nach 
dem Kilimandjaro und in den ganzen weiten Steppen- 
gebicten der Massailänder wegen des offenen Ge- 
ländes, und auch nicht weniger wegen des großen 
Wassermangels ein Verkehr mit Ochsenwagen fraglos 
durchführbar sein. Diese Steppen haben ja bisher 
Hunderttausende von Rindern der Massai ernährt. 
Der, wie man in Südafrika sagt, „gesalzene“, d. h. 
vollständig eingesahrene, Ochse kann für lange Zeit 
  
Wasser entbehren und würde auch mit der Weide 
dieser Steppen vorlieb nehmen. 
Dann glaube ich, daß man in den größten Theilen 
Ugogos Ochsenwagen verwenden könnte, sogar in den 
größten Theilen Unyamwesis und sogar, ich möchte 
sagen bis zum Tanganyikasee hinüber. 
Leider hat man, von welchem Theil der Küste 
man auch ins Innere abreisen würde, zunächst einen 
breiten Gürtel dicht bestandener Savanne, ja zum 
Theil fast undurchdringlich dichten Buschwaldes zu 
überwinden, der mich davon abgehalten hat, schon 
längst den Versuch mit Ochsenwagen auf der großen 
Karawanenstraße Mpapna —Tabora — Udjidji#zu 
machen. 
Speziell der dichte Buschwald, von dem ich 
sprach, hat eine ungefähre Breite von 60 km. Und 
einen solchen Weg für Ochsenwagen freizuschlagen, 
ist kein billiges Unternehmen. Ich wäre sehr damit 
einverstanden, wenn Jemand sich fände, der hier und 
da Versuche austellte, ja ich werde selbst die Frage 
in die Hand nehmen und zunächst cinmal vom End- 
punkte der Usambara-Eisenbahn bis zum Kilima- 
ndjaro Ochsenwagenverkehr versuchen, wenn, was ich 
bezweifele, schon jede Spur der fürchterlichen Rind- 
viehseuche verschwunden ist. Auch dieses letztere Be- 
denken hat mich während des letzten Jahres von 
Versuchen mit Ochsenwagen abgehalten, und habe ich 
deshalb, um überhaupt mit derartigen Transport= 
mitteln anzufangen, indische Arbeitsbüffel bestellt, die 
jedenfalls dem Küstenklima mehr gewachsen sind als 
Rindvieh. 
Es ist in diesem Falle wie in allen anderen doch 
äußerst wunderlich und bezeichnend, daß immer die 
Regierung solche Versuche anstellen soll, während die
        <pb n="613" />
        Erwerbsunternehmungen diesbezüglich keine 
Unternehmungslust zeigen. 
ch werde also, wenn ich nach Ostafrika zurück- 
kehre, intensiver als dies bisher geschehen ist, Ver- 
suche anstellen mit Büffelkarren, mit Ochsenwagen, 
mit Sumatraponnys und Maulthiergespannen und 
zwar mit jedem dieser Art an möglichst geeigneter 
Stelle und dann späler über diese Versuche berichten. 
Es ist wohl bekannt, daß ich Herrn Oberst- 
lieutenant v. Trotha für seine Tour durch die 
Massaisteppen Kameele mitgegeben habe. Es steht 
ein Bericht über die Brauchbarkeit derselben noch 
aus. Immerhin wird das Kameel nur ein Lastthier 
für diese genannten trockenen Steppen bleiben und 
darf auf keinen Fall in feuchte, waldige Gegenden 
gebracht werden. Ich werde, was letzteren Fall 
anbetrifft, den Lieutenant v. Bronsart ermuntern, 
sich Zuchtkameele kommen zu lassen und dadurch seine 
Versuche, denen er, wie es scheint, mit großem Eifer 
vorsteht, zu erweitern. 
gar 
Sur Regelung des Trägerwesens 
besteht die Vorschrift, daß jeder Karawanenführer zu 
seiner Reise ins Innere oder aus dem Innern einer 
Erlaubniß des betreffenden Bezirksamtmanns oder 
Stationschefs bedarf. Diese Erlaubniß wird unter 
Aufnahme einer Reiseroute, einer namentlichen Auf— 
zählung der mitgeführten Träger schriftlich ausgestellt. 
Auf jeder berührten Innen- oder Küstenstation hat 
der Karawanenführer sich beim Chef zu melden und 
dieser das Vorhandensein der Träger oder den Ver- 
bleib der fehlenden zu kontroliren sowie eventuelle 
Klagen entgegenzunehmen. Die vom Hauptmagazin 
ausgehenden Karawanen werden in gleicher Weise 
mit genauer Trägerliste abgefertigt. 
Sanitäre Einrichtungen. 
Das Beerdigungswesen ist in allen Bezirksämtern 
nicht nur für die Europäer, sondern auch für die 
Araber-, Inder= und Eingeborenenbevölkerung ein- 
heitlich geregelt. Beerdigungen innerhalb der Ort- 
schaften, die früher an der Tagesordnung waren, 
finden nicht mehr statt. Für dic einzelnen Bevölke- 
rungskategorien und für die einzelnen Religions= 
genossenschaften sind, zumeist in weiterer Entfernung 
von den Städten, besondere Friedhöfe eingerichtet, 
auf denen die Leichen genügend tief begraben werden. 
Die Banianen verbrennen ihre Leichen und zwar 
allenthalben an bestimmten, weit außerhalb der Ort- 
schaften gelegenen Plätzen am Meeresstrand. 
Gefallenes Vieh wird, zumeist unter Aufsicht der 
Polizel, außerhalb der Ortschaften in tiefen Gruben 
verscharrt. Abfälle, wie Müll r2c., müssen allenthalben 
in Gruben zusammengetragen werden, die außerhalb 
der Ortschaften von der Behörde angelegt und für 
besagten Zweck der Bevölkerung angewiesen sind. 
537 
  
Der Inhalt dieser Gruben wird zeitweise verbrannt 
oder durch Zuschütten mit Erde unschädlich gemacht. 
Die Stadt Bagamoyo hat sich aus Kommunalmitteln 
mehrere Wagen beschafft, die zweimal täglich durch 
die Straßen der Stadt fahren und den aus den 
Häusern in Körben und Kisten herangebrachten Müll 
und Unrath aufnehmen, um ihn nach den außerhalb 
der Stadt gelegenen Abfuhrstellen zu fahren. Die 
Stadt Kilwa steht im Begriff, diesem Beispiel Baga- 
moyos zu folgen. 
Was die Entfernung der Fäkalien betrifft, so 
sind Einrichtungen getroffen, daß dieselben durch die 
Fluth ins Meer gespült werden. Dies verdient 
entschieden den Vorzug vor den in den Inder= und 
Araberhäusern vielfach befindlichen Senkgruben, welch 
letere, keineswegs dicht cementirt, die Fäkalien in das 
umliegende Erdreich austreten lassen und dadurch den 
Untergrund verseuchen. Man hat schon seit längerer Zeit 
erwogen, diesem Uebelstand durch Kanalisation oder 
auch durch eine central geleitete Abfuhr abzuhelfen, 
leider aber hat es bisher stets an den Mitteln dafür 
gefehlt. Kanalisation bezw. Tonnensystem konnte 
bisher nur in den Europäerhäusern und in den 
Kasernen der Küstengarnisonen durchgeführt werden. 
Förderung des Landbaues. 
Seit mehreren Jahren sind mit der Vertheilung 
von Saaten hier Versuche gemacht, leider allerdings 
meistens ohne sichtbaren Erfolg. So wurden sowohl 
vom Gouvernement als auch von der Deutsch- 
Ostafrikanischen Gesellschaft Mengen von Erdnüssen 
und Baumwollsaat vertheilt. Der Grund des Miß- 
lingens dürfte wohl in der Indolenz und Anspruchs- 
losigkeit der Eingeborenen zu suchen sein. In letzter 
Zeit hat der nicht weit von der Ulangastation an- 
gesessene Sultan Kiwanga das Gouvernement um 
Kaffeesaat gebeten. Sobald die bestellte Kaffeesaat 
eingetroffen ist, wird sie zur Vertheilung gelangen. 
Ebenso ist beabsichtigt, daß die Versuchsplantage 
Mohorro den dort wohnenden Arabern, die vielfach 
größere Pflanzungen haben, und welche schon einige 
Kaffeebäume besitzen, junge Kaffeepflanzen zur Weiter- 
zucht abgiebt. 
Landwirthschaftliches. 
In Deutsch-Ostafrika wird der Bedarf an Ge- 
treide zur Zeit hauptsächlich durch indischen und 
ungarischen Weizen gedeckt, welcher durch Vermitte- 
lung des Sansibarmarktes zur Einfuhr gelangt. Nur 
vereinzelte Landstriche Ostafrikas sind zum Anbau 
von Getreide geeignet, und unter diesen nimmt die 
Umgegend von Tabora eine hervorragende Stelle ein. 
Vor einiger Zeit wurden größere Proben von Tabora- 
weizen seitens des Kaiserlichen Gouvernements in 
Dar-es-Saläm nach hier gesandt und der Königlichen 
landwirthschaftlichen Hochschule in Verlin zur sach-
        <pb n="614" />
        – 538 
verständigen Prüfung übergeben. Nach dem Bericht 
des Direktors der genannten Hochschule, Geheimen 
Regierungsraths Professor Dr. Wittmack, ist der 
Taboraweizen von ausgezeichneter Beschaffenheit und 
besitzt namentlich einen hohen Prozentsatz — 14,47% 
— Protein. Eine Probe des Weizens gelangte ge- 
legentlich an die hiesige Börse, woselbst die Getreide- 
händler demselben großes Lob zollten und ihn als 
ähnlich dem ungarischen Theißweizen und doch wieder 
so mild wie amerikanischen rothen Winterweizen 
bezeichneten. Mit dem Mehl des Taboraweizens 
wurden seitens des Bäckermeisters Tacke Backversuche 
angestellt, welche gleichfalls ein günstiges Ergebniß 
gehabt haben. 
Wenn es nun auch ausgeschlossen ist, daß der 
Taboraweizen als Ausfuhrprodukt für Ostafrika in 
Betracht kommt, Tabora liegt etwa 800 km von 
der Küste entfernt, so darf man doch hoffen, daß 
der Anbau sich weiter entwickelt und mit der Zeit 
der Bedarf an Getreide im inneren Ostafrika durch 
eigene Erzeugnisse gedeckt wird. 
Togv. 
Stationen im Innern. 
Im Frühling d. Is. ist in Sansanne Mangu 
im Einvernehmen mit dem dortigen Oberhäuptling, 
welcher seit Jahren mit Deutschland in vertrags- 
mäßigen Beziehungen steht, eine Station durch 
Premierlientenant v. Carnap errichtet worden. Der 
Oberhäuptling hat Grund und Boden sowie Bau- 
material der deutschen Regierung zur Verfügung 
gestellt und jede Unterstützung versprochen. Zwischen 
Sansanne Mangu und dem Surltanate Yendi, dessen 
größter außerhalb der neutralen Zone gelegene Theil 
schon vor Langem unter deutschen Schuß getreten ist, 
hat die Verwaltung von Togo jetzt friedliche Be- 
ziehungen geschaffen. Regelmäßiger Botendienst ver- 
bindet unter Vermittelung des Sultans von Yendl 
die Station Kete-Kratschi mit Sansanne Mangu. 
Mit der Leitung der neuen Station ist Dr. Gruner 
betraut worden, welcher Ende Mai von der Küste 
aufgebrochen ist und Mitte Juni sich in Amedschove 
efand. 
Marlshall-Inseln. 
Reise des Landeshauptmanns. 
Der Kaiserliche Landeshauptmann Irmer hat 
im Frühling auf dem „Archer“ eine Reise nach den 
östlichen Inselgruppen ausgeführt und ist am 
28. Mai im Schutzgebiete wieder eingetroffen. 
  
Rus dem Bereiche der Misstonen und 
der Antisklaverei-· Bewegung. 
Dem Missionar Ulrich in Klein-Popo, welcher 
die Erziehung der vor Jahren vom König von 
Dahomey Seiner Majestät dem Kaiser geschenkten 
drei Negerknaben geleitet hat, ist der Königliche 
Kronen-Orden 4. Klasse verliehen worden. Die drei 
jetzt herangewachsenen Neger sollen im Dienst der 
Schiffe der westafrikanischen Station Verwendung 
finden. 
An Stelle des bisher mit der Administration 
der apostolischen Präfektur Togo betrauten P. Dier 
ist der l’. Hermann Bücking zum avpostolischen 
Präfekten ernannt worden. 
Die evangelische Missionsgesellschaft für Ostafrika 
(Berlin III) hat den Pastor Ostwald als Missionar 
nach Tanga abgeordnet. 
Ueber den in Ondjiva (Ovamboland) residiren- 
den Oberhäuptling der Ovaku njama, Uejulu, schreiben 
die „Berichte der Rheinischen Mission“: Sein Ver- 
hältniß zu den Missionaren gestaltet sich immer 
freundlicher, obwohl dieselben ihm manchmal ernst 
ins Gewissen geredet haben. Oft ist es ihnen auch 
bereits gelungen, von ihrem Einfluß bei Uejulu zu 
Gunsten armer bedrückter Leute Gebrauch zu machen. 
Bei der unumschränkten Macht, die ein solcher 
Ovambohäuptling über alle selne Unterthanen besitzt, 
und bei dem unbedingten Ansehen, das er deshalb 
bei ihnen genießt, kommt das natürlich der ganzen 
Stellung der Missionare zum Volk und damit der 
Mission nur zu gute. Uejulu hat offenbar Respekt 
vor den Lehrern. 
Eines Sonntags war Uejuln, statt zum Gottes- 
dienst zu kommen, auf die Jagd gegangen, hatte 
aber nichts geschossen, sondern nur mit seinem Pferd 
Unglück gehabt. Als Missionar Wulfhorst ihm 
sagte: „So geht es, wenn man so etwas am Sonn- 
tag thut“, entgegnete er: „Mit dem Sonntag, das 
ist wahr! Früher waren wir dumm, da gingen wir 
alle Tage auf die Jagd, jetzt aber wissen wir, wann 
Sonntag ist. Wenn wir am Sonntag auf die Jagd 
gehen, so bekommen wir nichts. Es ist wahr, ich 
habe es zu allen Leuten gesagt, mit dem Sonntag 
das ist recht.“ 
Nach dem „Missionsblatt der Brüdergemeinde“ 
sind schmerzliche und betrübende Nachrichten von 
ihrem Missionsgebiet in Deutsch-Ostafrika eingetroffen. 
Der Missionar Jean Ledoux in Iniana ist nach 
kurzer Krankheit am 10. Februar gestorben. Außer- 
dem leidet Missionar Bachmann in Rungue oft an 
Fieber und Missionar Kretschmer in Rutenganio 
kann sich nach einem Anfall von Schwarzwasserfieber 
gar nicht recht erholen, sondern ist körperlich und
        <pb n="615" />
        geistig zu aller Arbeit unfähig. Missionar Richard, 
der eigentlich schon seine Reise nach Europa ange- 
treten hatte und bis Ipiana gekommen war, wird, 
bis Verstärkung aus der Heimath eingetroffen ist, 
die Bedienung der Station Ipiang übernehmen. 
Die Geschwister Häfner sollen von Inpiana nach 
Rutenganio übersiedeln und es so ermöglichen, daß 
Geschwister Kretschmer zu längerer Erholung sich 
nach Runguc begeben können. Geschwister Kootz 
bleiben nach wie vor allein in Utengule. 
RAus fremden Rolonien. 
Die Landkommission für Matabeleland. 
Nach Beendigung des Matabelekrieges wurde 
durch Order in council eine Kommission ernannt, 
die den Zweck hatte, die Land= und Viehfrage in 
Matabeleland zu regeln. Sie bestand aus dem 
Judge of the IHigh Court of Matabeleland und 
zwei Kommissaren, von denen einer von der Char- 
tered Company, der andere von der Regierung 
bestellt wurde. Sie fand, daß Lobengulas Macht 
sich nur auf einen Kreis um Buluwayo erstreckte, 
der im Durchmesser 120 Meilen betrug. Das ganze 
von den Matabele bewohnte Land wird auf 10 000 
bis 11 000 Quadratmeilen angegeben, dagegen war 
die Zahl der Einwohner des Landes und des Viehs 
nicht festzustellen. Die Kommission schlug vor: 
1. den Matabeles bestimmte Distrikte. in Größe 
von 6500 Quadratmeilen als „Reserve“ zu 
überweisen; 
es wärc am besten, im Prinzip die Chartered 
Company als Eigenthümerin des gesammten 
Viehstandes zu erklären, da früher hauptsächlich 
der König, nicht aber Privatleute viel Vieh 
besessen hätte, und da es jettt schwierig sei, 
zwischen Privat= und Königseigenthum zu unter- 
scheiden. Da indessen bereits früher der König 
seinen Leuten Vieh geliehen habe, wodurch diese 
das Recht auf die Produkte, wie Milch rc., 
hatten, solle es hierbei verbleiben. 
Auf Grund dieser von der Regierung genehmigten 
Vorschläge wurden sodann von der High Commission 
solgende Regulations ausgestellt: 
1. Zwei näher beschriebene Landstreifen werden als 
„Eingeborenen-Reserve“ erklärt. 
2. Alles Vieh, das sich bei Beendigung des 
Krieges, 31. Dezember 1893, im Besitze von 
Eingeborenen befand, gehört, falls es sich nicht 
im Besitze von Weißen befindet, der Company. 
Diese Regulations wurden von der englischen 
Regierung mit der Maßgabe genehmigt, daß sich die 
Company bezüglich des Viehs nach den Vorschlägen 
der Kommission zu richten habe. 
Auf Grund einer Interpellation im Parlamente 
wurde unter dem 26. Juni 1896 Folgendes vom 
□# 
539 
  
Gouverneur berichtet: Es sei später behufs ge- 
rechterer Vertheilung des Viehs eine Zählung der 
Kraals, der Eingeborenen und des von ihnen be- 
sessenen Viehs angeordnet worden. Hiernach seien 
den Eingeborenen 40 930 Stück Vieh, an denen sie 
bis dahin nur Gebrauchsrechte hatten, als freies 
Eigenthum zugesprochen worden. Die Vertheilung 
sei bei Ausbruch der Rinderpest gerade zu Ende 
gewesen, 32 000 Stück seien der Company ver- 
blieben. 
Interessant ist noch, daß die Kommission den 
Ausdruck „Reserve“ so auffaßt, als sei es Kronland, 
das im Eigenthum der Company stände; jedoch wird 
dieser Punkt weder in den Regulations noch in der 
Korrespondenz erwähnt. 
Britische Lalomons--Inseln. 
Der für die britischen Salomons-Inselu ernannte 
britische Resident Woodford soll beabsichtigen, seinen 
Wohnsitz auf Gavata (wahrscheinlich Kavoavata auf 
Neu-Georgien) zu nehmen. 
  
Ferschiedene Mittheilungrn. 
Eierhandel der Welt.“) 
Diejenigen Länder, welche am meisten Eier zum 
Konsum einführen, sind Großbritannien und Deutsch- 
land. Wcitaus den größten Theil dieser Einfuhr 
liesern Rußland und Oesterreich-Ungarn. 
Nach den Aufstellungen des Board of Trade 
wurden nach Großbritannien an Eiern eingeführt: 
1890 für 3 428 802 Pfd. Sterl., 1895 für 
4 003 440 Pfd. Sterl. 
Etwa 90 pCt. der in Großbritannien in den 
Städten konsumirten Eier sind aus dem Auslande 
eingeführt. 
Die Einfuhr von Eiern nach Deutschland be- 
trug nach der amtlichen deutschen Statistik: im 
Jahre 1895 835 650 Doppelcentner im Werthe von 
71 866 000 Mark, gegen 1894 796 091 Doppel- 
centner im Werthe von 68 464 000 Mark. 
Dieser enormen Einfuhr steht eine Ausfuhr aus 
Deutschland gegenüber von nur 7719 Doppelcentnern 
im Jahre 1895 und 7200 Doppelcentnern im 
Jahre 1894. 
Von den Hauptproduktionsländern hat Rußland 
seine Eierausfuhr von 11 Millionen Stück im Werthe 
von 10 930 Pfd. Sterl. im Jahre 1870 auf 1250 
Millionen Eier im Werthe von 2046250 Pfd. Sterl. 
im Jahre 1895 gesteigert. Neuerdings geht ein 
erheblicher Theil russischer Eier in präparirtem Zu- 
stande, ohne die Schale, in Blechkisten, die mit Ab- 
zugshähnen versehen sind, nach Großbritannien, 
  
*) Aus dem Deutschen Handels-Archiv 1896, S. 324 ff.
        <pb n="616" />
        — 540 
wodurch eine große Ersparniß an Transportkosten 
erzielt wird. Freilich können die so präparirten Eier 
auch nur in Zuckerbäckereien oder ähnlichen Geschäften 
Verwendung finden. 
Auch in Oesterreich= Ungarn hat die Ausfuhr 
von Eiern große Ausdehnung genommen; es beträgt 
die Ausfuhr etwa 900 000 bis 950 000 Doppel= 
centner, worunter allerdings etwa 250 000 bis 
300 000 Doppelcentner russischer Durchfuhr, so daß 
die Ausfuhr thatsächlich 500 000 bis 600 000 
Doppelcentner betragen dürfte. 
Frankreich, das selbst einen starken Konsum 
hat, führt immerhin noch große Mengen Eier nach 
Großbritannien aus. In den letzten drei Jahren 
betrug die durchschnittliche Ausfuhr 200000 Doppel- 
centner bei einer Einfuhr von etwa 90 000 Doppel- 
centnern. 
Dänemark führt jährlich etwa 120 000 Doppel- 
centner Eier aus. 
Belgien, das jährlich etwa 80 000 Doppelcentner, 
namentlich aus Italien einführt, führt etwa 55 000 
Doppelcentner aus. 
Die Ausfuhr Italiens beträgt etwa 250 000 
Doppelcentner, ist aber in den letzten Jahren, wohl 
hauptsächlich wegen der hohen Inlandspreise, zurück- 
gegangen. 
Dandelsbericht, betreffend die Provinzen Kerman und 
DPersisch--Belutschistan für das Jahr 1894/95 (1. April bis 
31. März).*) 
Die Provinzen Kerman und Belutschistan um- 
fassen einen Flächenraum von etwa 500 englischen 
Quadratmeilen, der größte Theil hiervon ist wasser- 
lose Wildniß. Die Zahl der Einwohner beträgt nicht 
über 500 000, wovon vielleicht 60 pCt. Zeltbewohner 
sind. In Belutschistan werden einige Ortschaften 
von Sklaven bewohnt, die die Ländereien der Regie- 
rung in der Umgegend von Bampur bebauen. Ihre 
Lage ist eine sehr traurige, nominell erhalten sic ein 
Drittel des Bodenertrages, von diesem Antheil wer- 
den ihnen noch verschiedene Abzüge gemacht. Eines 
besseren Looses erfreuen sich die als Dienstboten ver- 
wendeten Sklaven, sie werden als zur Familie ge- 
hörig betrachtet. 
Die Bewässerung Persisch-Belutschistans wird 
durch unterirdische Kanäle, genannt „Kanats“, er- 
möglicht, die aus den beiden kleinen Flüssen Halid 
Rud und Bampur mit Wasser versorgt werden. Die 
Ernten“ sind von diesen natürlichen Wasserbassins 
abhängig, nur an den Gebirgsabhängen wird dem 
Boden durch den geschmolzenen Schnee genügende 
Feuchtigkeit zugeführt. 
ie Lage der Bevölkerung ist eine viel bessere 
als die derjenigen in den meisten Theilen Indiens. 
Die Bauern kleiden sich nicht nur gut, sondern sie 
essen auch im Winter zwei= bis dreimal in der 
5 Aus dem Deutschen Handels-Archiv 1896, S. 365 f. 
  
Woche Fleisch; Früchte, Gemüse und Käse sind sehr 
billig. Dagegen sind die Belutschen, obwohl näher 
an Indien wohnend und mit diesem in stetem Ver- 
kehr, nicht so eivilisationsfähig als die Perser; sie 
werden daher auf einer niedrigeren Kulturstufe 
bleiben, besonders da es im ganzen Lande keine 
Stadt giebt, wo überlegene Einflüsse sich geltend 
machen könnten. Die Belutschen sind besonnene, 
sittenstrenge und ehrenwerthe Menschen, aber un- 
fleißig und unbotmäßig, worüber Alle klagen, die 
mit ihnen zu thun haben. 
Der Handel Belutschistans ist unbedeutend. Die 
Einfuhr wird etwa einen Werth von 20 000 
Pfd. Sterl. haben; das Einfuhrgeschäft liegt in den 
Händen weniger Hindus, die vielen Plackereien der 
Behörden ausgesetzt sind. Kaliko, Zwirn, Musselin, 
Floretseide, etwas Eisen, Thee und Zucker sind die 
einzigen Einfuhrartikel. Von Ausfuhrartikeln sind 
zu erwähnen Datteln, geklärte Butter, Häute und 
einiges Vieh, außerdem noch Schwefel und Ammoniak- 
salz. Der Werth der Ausfuhr kann vielleicht auf 
25 000 Pfd. Sterl. geschätzt werden. 
Aus dem noch thätigen Vulkan von Sarhad, 
genannt Kuh-i-Tuftan, werden Schwefel und Am- 
moniaksalz gewonnen. 
Für den europäischen Kaufmann bieten sich in 
Belutschistan keine Aussichten bei dem strengen Klima 
und der großen Bedürfnißlosigkeit der Bevölkerung. 
Der Gesammthandel Kermans stellt einen Werth 
von 186 900 Pfd. Sterl. dar, wovon auf die Ein- 
fuhr 97 900 Pfd. Sterl., ausschließlich des Werthes 
des für Buchara bestimmten grünen Thecs rc., und 
auf die Ausfuhr 89 000 Pfd. Sterl. entfallen. Der 
Handel hebt sich beständig, der vermehrte Absatz von 
Opium, Shawls und Teppichen hat eine erhöhte 
Nachfrage nach Thee, Zucker 2c. zur Folge gehabt. 
Russische Waaren sind nur im Werthe von 3000 
Pfd. Sterl. eingeführt worden. Vermuthlich wird 
die russische Einfuhr noch geringer werden, da die 
in letzter Zeit unternommenen Versuche, Zucker und 
Lichte von Rußland einzuführen, Verluste im Gefolge 
gehabt haben. Die übrige Einfuhr entfällt auf 
Großbritannien und Britisch-Indien, obgleich belgische 
Lichte, österreichische Töpferwaaren und schwedische 
Streichhölzer überall im Gebrauch sind. 
Die hauptsächlichsten Artikel der Ein= und Aus- 
fuhr der Provinz Kerman im Jahre 1894/95 waren: 
Einfuhr. 
Von Indien. 
Werth: Pfd. Sterl. 
.. 2400 
Lichtt 
Porzellan, Glas 2 000 
Zimmet 1 470 
aaffee 1 260 
Phantasieartikel 1 000 
Indigo 2 700 
Eisen 1 375 
Stückwaaren 30 000
        <pb n="617" />
        Werth: Pid. Sterl. 
Brotzucker 23940 
Puderzucker 8750 
Thec, schwarzer 1 300 
Wollenwaaren. 5 000 
Garn . 1200 
Von Rußland. 
Broad cloth, Zitz, Shoddy, Samo- 
30000 
wars, Cigaretten 2c. 
Zusammen einschl. aller anderen Artikel 97 9077) 
Ausfuhr. 
Nach Indien. 
Werth: Pfd. Sterl. 
Teppiche 
Baumwolle, rohe. 12 000 
Pferddie 1 200 
Pistazien .... 1000 
Nach Jesd. 
Henna ..... 28 000 
Opium ... 16200 
Nach Konstantinopel. 
Teppiche .. 3000 
Shawls ... 5 000 
Nach verschiedenen Städten Persiens. 
Shawmsss 5 000 
Wollene Mäntel. 3 000 
Wollene Decken 1 200 
Kaliiiton 1 000 
Zusammen cinschl. aller anderen Artikel 89 058 
Von dem größten Theil des Handelsverkehrs 
zwischen Bender Abbas und Chorasan wird Kerman 
nicht berührt, dieser wählt die längere Straße über 
Jesd, sowohl wegen der Aussicht, dort einen Markt 
zu finden, als auch weil auf der direkten Straße 
kein Schutz zu finden ist. Bahmarabad ist der nächste 
Punkt an der Stadt Kerman, der von den Karawanen 
berührt wird, und ist daher als Handelsplatz wichtig. 
Die direkte Handelsstraße führt über Kerman, Raman 
und Tun, sie ist in gutem Zustande und erheblich 
kürzer als die andere Straße. 
Die Shawl= und Teppichindustrie hat 
ihre Produktion in den letzten Jahren verdoppelt, 
obgleich im Jahre 1895 der Absatz durch die Un- 
ruhen in der Türkei, wo die meisten Shawls und 
ein erheblicher Theil der hergestellten Teppiche ver- 
kauft werden, zeitweise eine Störung erfahren hat. 
Die Kermanshawls wetteifern in Güte mit denen 
von Kaschmir, in Europa finden sie keinen Markt, 
selbst Kaschmirshawls werden jetzt dort nur selten 
gesehen. Die Teppiche von Kerman sind nach An- 
sicht von Kennern die feinsten der Welt, ein anderes 
*) Darunter für 4300 Pfd. Sterl. Waaren von Jesd 
und Schiras. 
  
541 — 
versisches Fabrikat wird sie jedenfalls an Güte nicht 
übertreffen. Anilinfarben werden nicht verwendet, 
einige häßliche Muster hatten eine Zeit lang den 
Geschmack ruinirt. Diese Muster sind wieder auf- 
gegeben worden und haben sehr schönen anderen 
Platz gemacht. Die Teppichweberei ist der einzige 
Industriezweig, bei dem fremdes Kapital mit Aus- 
sicht auf Gewinn Anlage sinden könnte. Die vor- 
zügliche Beschaffenheit der Wolle von Kerman ist 
auf die in der Provinz erzeugte Wolle beschränkt; 
alle Versuche, die Schafe von Kerman in andere 
Provinzen einzuführen, um eine gleich gute Wolle 
zu erzielen, sind resultatlos geblieben. Die Löhne 
sind selbst für Persien niedrig, und die Bewohner 
Kermans erfahren in der Industrie. 
Man unterscheidet zwei Arten von Teppichen, 
solche, die in Kerman, und solche, die von den 
Nomaden angesertigt werden. Die ersteren werden 
nach Konstantinopel und anderen Gegenden der 
Türkei, hauptsächlich über Tabris, ausgeführt, in 
Indien finden nur die von Nomaden hergestellten 
Teppiche Absatz. Beide Arten sind sehr viel feiner 
als die in Großbritannien unter dem Namen „per- 
sische Teppiche“ verkauften Fabrikate. 
Infolge der friedlichen Veranlagung der Be- 
völkerung und ihres regelmäßigen Verkehrs mit 
Indien sind Europäer durchaus nicht unpopulär. 
Für die Entwickelung des Handels würde es 
von hervorragender Wichtigkeit sein, wenn der Hafen 
von Bender Abbas dem Gouverneur von Kerman 
unterstellt würde. Eine weitere Verbesserung würde 
die Einrichtung einer Postverbindung zwischen Cho- 
rasan und Kerman sein; eine Post läufl von Mesched 
nach Tun und auch nach Birjand, aber zwischen 
Biriand und Kerman besteht keine Postverbindung; 
alle Briefe müssen über Mesched, Teheran und Jesd 
gehen. Bevor der Postdienst nicht eingerichtet ist, 
kann man eine größere Entwickelung des Handels 
nicht erwarten. Schließlich wäre noch eine Tele- 
graphenlinic von Bender Abbas nach Kerman er- 
wünscht. 
Trotz des umfangreichen Handelsverkehrs zwischen 
der persischen Küste und Chorasan sind nur wenige 
Kameele und noch weniger Maulthiere für den Trans- 
port vorhanden, dieser wird fast ganz durch Esel 
bewirkt. Infolgedessen darf kein Kollo über 80 
engl. Pfund wiegen, schwerere Güter müssen un- 
bestimmte Zeit auf einen Kameeltransport warten. 
Von Banken sind in Kerman die Bank von 
Persien und die Firma Itahadia, die überall in 
Persien und in der Türkei Agenten hat, vertreten. 
Das gesammte Ein= und Ausfuhrgeschäft mit London 
und China wird in Bombay durch Perser oder 
Hindus abgewickelt; der Handel mit Rußland wird 
durch Agenten hauptsächlich in Tabris und Scharud 
vermittelt. 
Die Detailhändler außerhalb Kermans bezahlen 
die Waaren baar oder in Produkten, in der Stadt
        <pb n="618" />
        dagegen wird gewöhnlich ratenweise innerhalb dreier 
Monate abgezahlt. 
Altes persisches Geld ist, wie in allen Städten 
Persiens, sehr entwerthet, und der Vorrath an neuem 
Geld außerordentlich gering, letzteres erzielt eine 
Prämie von 1 bis 2 pCt. 
  
VVVVVVVVVVVVyYyTYTyVVVVVTWVVVVyVVYDVYVVYDTWVFTYTVTTN75 
Tikteratur. 
Dr. Hans Wagner: Die Verkehrs= und Handels- 
verhältnisse in Deutsch-Ostafrika. Frankfurt a. O. 
1896. H. Andres &amp; Co. 
Die fleißige, hauptsächlich auf Grund des im 
Kolonialblatt veröffentlichten Materials verfaßte 
Arbeit verdient die Aufmerksamkeit aller Ostafrika-- 
interessenten. Der Verfasser erachtet als Hauptauf- 
gabe der dortigen Verwaltung Verbesserung der 
Verkehrsmittel. Da er den Bau großer Bahnen 
als noch im weiten Feldc liegend ansieht, empfiehlt 
er zunächst Ersatz der Träger durch Esel und Ochsen 
und bessere Ausnutung der Wasserwege. 
N. Schmidt: Deutschlands koloniale Helden und 
Püontere der Kultur im schwarzen Kontinent. 
Band. Braunschweig 1896. A. Limbach. 
542 
Einschienige Berg-, Feld= und Tropenbahnen. 
Nach den Schwebebahnpatenten Eugen Langen, 
Köln a. Rh. 8 Blatt Abbildungen. Nürnberg, 
Juli 1896. Kontinentale Gesellschaft für elektrische 
Unternehmungen. 
Die Broschüre bezweckt, dem Publikum einen 
Begriff von den seit einigen Jahren öfters genannten 
Schwebebahnen zu geben, welche von mancher Seite 
als für Afrika. brauchbar erachtet werden und von 
denen ein Modell in der Kolonial-Ausstellung zu 
sehen ist. 
J. E. Reiffert: Zehn Jahre in China. Erlebnisse, 
Erfahrungen und Reisen. Mit zahlreichen Illu- 
strationen. Paderborn 1896. Junfermannsche 
Buchhandlung. 
Dr. O. Baumann: Die Insel Mafia. Mit einer 
Karte. Leipzig 1896. Duncker &amp; Humblot. 
(Wissenschaftliche Veröffentlichungen des Vereins 
für Erdkunde zu Leid#ig.) 
Rudolf Schreiber: Schön= und Schnellschreiben 
in 10 bis 12 Stunden durch Selbstunterricht zu 
erlernen. Essen a. d. Nuhr 1896. G. D. Bee- 
  
decker. 
Schiffsbewegungen. 
(Die Zeit vor dem Orte bedeutet die Ankunft, hinter dem Orte die Abfahrt des Schiffes.) 
(Poststation: Hofpostamt.) 
(Poststation: Kapstadt.) 
Kamernn.) 
(Poststation: Matupi.) 
Sansibar.) 
Kamerun. ) 
S. M. S. „Bussard“ Mioko 15/7. — Schutzgebieten. 
S. M. S. „Condor“ 22/6. Sansibar. 
S. M. „Falke“ 15/4. Apia. (Poststation: Hofpostamt.) 
S. M. S. „Hyäne“ Kapstadt 27/7. (Poststation: 
S. M. Vermessungsschiff „Möwe“ 30/4. Friedrich Wilhelmshafen 6/7. 
S. M. S. „Seeadler“ 9/7. Sansibar. (Poststation: 
S. M. S. „Sperber“ 5/5. Kamerun. (Poststation: 
  
DPerkehrs-Nachrichtken. 
Die Rhederei von Burns Philps &amp; Co. in Sydney unterhält einen Dampferdienst zwischen 
Sydney, Nord-Qucensland, Britisch-Neu- Guinea und den britischen Salomons-Inseln. 
Postdampfschiffverbindungen nach den deutschen Schutzgebieten. 
Die Abfahrt erfolgt 
vom 
Nach Ein- 
schissungshafen 
  
Neapel I am 26. Aug., 
(beuische Schiffe) 
" ika. Bri 
1. deutsch Ostafrita rnnt 
  
arseill 
lu Meseill Schiffe), 40 ums 
an folgenden Tagen 
ge 
7., 26. Okl. 120 abds. Dar-es-Salm 21 Tage 
am 16 Sept. 11. Olt. 
am z- Mts. 
Briefe müssen aus 
Berlin spätestens 
abgesandt werden 
Ausschiffungshafen. 
Dauer 
der Ueberfahrt 
16. Sept. Tanga 20 Tage am 24. August, 
11., 14. Fepiember, 
Sansibar 21 Tage 5., 5.⅜ 26. Oktober 
. Sansibar 18 Tage 
..... 
1 abds. 
am 8. jedes Monats 
9½8 abds.
        <pb n="619" />
        543 
  
Die Absahri erfolgt 
Ausschiffungshafen. 
Briefe müssen aus 
Berlin spätestens 
abgesandt werden 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Na vom Ein- ier 
schiffungshafen anm folgenden Tagen der Ueberfahrt 
l 
.· . Soutamtonlam 12 Se t10"ktSioakopnudeOTae 
2. Deutsch-Lüdwestafrika. K “ IL ept. 
. , 
VIIppkskschqwsssksskk sit-ichs LcIHIchåo 
alle 14 Tage auf d. Landwege) 16½% am 30. Sept., 30. Nov. Swakopmund 30 Tage 
aee imi nachts 
(6 am 10., jedes Monats Kamerun 24 Tage 
3. R cre T ana s 
KRamerun. 14 2., 30. Septbr. , Kamerun 22 Tage 
Enpheche Aats 6 *28. Oktto — 
am 10. jedes Mts. nachts Klei po Tage 
4. Togo-Gebiet Hamburg am 20.jedes Mts. Lome 31 Tag 
( von Accra bez. Quittah (deutsche Schiffe) « J p * Tage 
mittelst Boten nach Lome , CIIILebkellled-thss-s p cra 
und, ri ĩopo | Liverpool am 26. August, Quittah-) 5 Klein- 
iiiü egiuche Schife! 9., 23. September ! Popo 35 Tage 
Neapel. 1 am 66. uust, 21. Okt.] Friedrich Wilhelms- 
5. Deutsch-Ueu-Guinea. cdeutiche Schiffte, hafen 45 Tage 
5. Marshall- Inseln. 
2 
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(Nachverlf·and) 
disi 
(abent Nüntag 
am 8 T 25. Olt. 
am 8 Augusi 8.Nov. 
  
41 Tage 
Jaluit 58—71 Tage 
Eintreffen der Post aus den deutsten Schntgebieten. 
  
am 11. Sept., 9. Okt. 
113 oms. 
am 30. Sept., 30. Nov. 
7 abds. 
am 0. jedes Monats 
8. 
am 3J1. Aug., 28. Sept., 
26. Okt 15 nms. 
Okl. 
am 10., 20. und Letzten 
ied. Mts. 720 abds. 
am 3 August, 
7., 21. Sept. 15 ms. 
am 24., 28. August, 
19., 23. Oltober 
1044 abds. 
am 28. August, 6. Nov. 
1031 abds. 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Landungs. Die ost ist fauig Landungs= Die Post ist fällig 
Von ha 3 boggn . * Von hafen in Berlin 
4 Neapel am 21.- Aug., 18. 
Deutsch. Ostafrika Brindist. am 9. Sept., 6ö. Ott. Togogebiet Hamburg .. am 10.* und 25.7 
Marseille .nam 31. Aug., 1. dit J jedes Monats 
Deutsch · Südwestafrita Southampton am 18. Aug., 15. sept. L en ·Guinea. Neapel · .. sum YZkgugoubsxr 
Hamburg Nun 25 * jed. Monats * 
Ramern P5 Liverpool am 10. September,marshall-Inseln... .Marseille .—0 August, 
· —15. Oktober 
Faligleita tage für die mit it deuishen Schissen eintreffenden Posten. 
Sistvenergen der Woermann · Linie. 
Reise —— * Ledte Nachrichten »r- 
ostdampfer 
Postwampf von nach bis 12. August 1896 
„Adolph Woermann“ Swakopmund Hamburg am 5. August in Las Palmas. 
„Aline Woermann“ Hamburg Ponta Negra am 6. August in Kamerun. 
Anna Woermann“ Hamburg Kap Palmas am 15. August ab Hamburg. 
„Carl Woermann“ Hamburg Kotonou am 5. August in Conakry. 
„Eduard Bohlen“ Congo Hamburg am 12. August in Antwerpen. 
„Ella Woermann!“. Hamburg Kap Palmas am 28. Juli in Las Palmas. 
„Gertrud Woermann“ Ponta Negra Hamburg am 23. Juli in Accra. 
„Gretchen Bohlen“, . Kotonou Hamburg am 5. August in Hamburg. 
„Hedwig Woermann Hamburg Kotonon am 3. August in Kotonon. 
Jat tuuull- Hamburg Loanda am 9. August in Loanda. 
Kurt Woermann“ Loanda Hamburg am 2. August in Las Palmas. 
„Lothar Bohlen“. Hamburg Svatopmnd am 10. August in Tenerisse. 
„Lulu Bohlen“ - Ponta Negra amburg am 12. August in Kamernn. 
„Marie Wormnn“ - Hamburg Ponta Negra am 10. August ab Hamburg. 
„Melita Bohlen . Hamburg Lüderitzbucht am 6. Juli in Loanda. 
„Professor Woermann“ . Loa Hamburg am 12. August in Dakar. 
„Thekla Bohlen" Snchopnund Hamburg am 15. Juli in Hamburg.
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        544 
Schiffsbewegungen der Deutschen Oltafrika-Linie (Hamburg —Ostafrika. 
  
  
  
Neichspostdampfer Neise Letzte Nachrichten 
höposidampf von nach bis 12. August 1890 
„Kaiser“. . Durban I Hamburg am 6. Juli an Hamburg. 
„Kanzler“ . Hamburg Durban am 12. August ab Durban. 
„Bundesrath" . Hamburg Durban am 10. August ab Sansibar. 
„Neichstag“. Durban Hamburg am 8. August ab Aden. 
„Admiral“. Durban Hamburg am 5. August an Hamburg. 
„General“ Hamburg Durban am 12. August ab Hamburg. 
„Herzog“ Hamburg Durban am 11. August ab Suez. 
  
Der heutigen Nummer liegt eine „Export-Preisliste der Konserven“ von Heinur. Dirks in 
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nach einem Institut hervorrufen. in velchem dem Besneher die Ur- Sochen erschien: 
zeugnisse von über 100 verschiedenen Fahriken der Getrünke- und · 
Nilnnnsssnnttcllntlustuctnsllen Verpackungen, dSpezialitäten und Schriften 
verschielenen Qunliläten, aufls Uebersichtlichste geordnet, vorgelührt, zur 
werden. 
De#r (rundgedunke des ganzen Unternehmens ist, die einzelnen l 1 
ansgestellten AKrtikel in allen Preislagen vorzuführen. den verschie- Kolonial-] stteratur 
denen transatlantischen L#ändern ents rbrechend, somit die Lehens-- 1 
mittelbranche nuch Möglichkeit erschöplend, soweit solche den 12 Xport. 
betrillt. u heid # sowie zur 
Die Ausstellung unterscheidet sich also von öflentlichen Aus- 3 * 
xtellungen vornehmliech dadureh, dass alle ausgestellten Artikel Länder und Völkerkunde 
#Aportlähig unlzemacht sind. dicsclbe eine dauernde ist und alle lür aus dem Verluge der Königlichen 
den E cpori in Frage kommenden Neuheiten nach Aöxlichkeit aufweist. Holfhuchhandlung von 
Die grosse Reihe von Firmen ersten Ranges, welche zur Ausstellung .# 
gelangten und im Auslande sich wesentliche Absatzgebiete eroberten, bürgen E. S. Mittler &amp; Sohn, 
  
  
T Vertreten auf der deutschen Kolonial-Ausstellung 1896. 
dem Käufer #Ur die Konkurrenzfähigkeit der Fabrikate im Weltmarkte. ’reis- Berlin SW2. 
listen in lünf Sprachen. 9 sixnxi , 
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/5 Exportfirmen, welche Lebensmittel Importiren, dlrffe die Ausstellung von zu Diensten. 
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anz besonderem Interesse sein. — — — — 
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den Kreisen der Exporteure findet die Ausstellung die höchste 
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        <pb n="626" />
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WOERMANN-LINIE. 
Am 20. August: P. D. „Gretchen Bohlen“, Capt. Jürgens, 
nach Conakry, Monrovia, der Goldküste, Togo, Whydah und Kotonou. 
Am 31. August: P. D. „Kurt Woermann“, Capt. Fastert, 
nach Teneriffe, Las Palmas, Gorée, Liberia, San Thomé und den Häfen der Südwest- 
küste Alrikas von Landana bis Loanda. 
Am 10. September: P. D. „Gertrud Woermann“, Capt. Becher, 
nach Madeira, Klein-Popo, Lagos, Kamerun und den Ilälen der Südwestküste Alrikas 
bis Ponta Negra. 
Am 15. September: P. D. „Professor Wocrmann“, Capt. Ramm, 
via Antwerpen nach Marocco, Las Palmas, Teneriffe, Gorée, Dakar, Ruffsque, 
Bissao, Bolama, Sierra Leone, Sherbro und Liberia. 
Nach Deutsch- Südwestafrika: am 30. September, 30. November. 
AGile Güter mitlssen cumn Tage vor dem 459#nysdadm bis 12 Ur mitc#s l#ssedte 8el7 
Nüheres wegen Fracht und Dussage ertheilt in Hamburg die Woermann-Linie, sowie der Schiflemakler 
August Bolten, Wm. Miller'’s Nachlolger, Admiralitätstrasse 33/34, und wegen Deutsch-Südwestafrika die 
Herren L. F. Muthies &amp; Co., Grimm 27. 12 
Deutsche Ost- Afrika - Linie. 
Vermehrte Fahrten. Dreiwöchentlicher Betrieb. 
Regelmässige Postdampfer-Verbindung 
unter Vertrag mit dem Deutschen Relche 
Zzwischen 
Hamburg, Ostafrika und Transvaal 
Amsterdam, Lissabon und Neupel anlaufend. 
Die nüchsten fahrplamnässigen Expeditionen linden statt: 
  
  
R. P. D. „KAISER“, Capt. Stahlil .. 2. Sept. ah Hamburg, 16. Sept. ab Neapel 
R. P. D. „REILCHSTAG, Capt. Weisskam 23. Sept. ab Hamburg, 7. Okt. ab Neupel 
R. ’. D. „KANZLER“, Capt. Elsan 14. Okt. ab Hamburg, 28. Okt. al Neupel 
R. P. D. „HUNDESRATII“, Capt. Doherr . . . . 4. Nov. ab Hamburg, 18. Nov. ab Neupel 
nach Tanga, Dar-es-Saläm, Sansibar, Mozambique, Beira, Delagoa-Bai und Natal. 
Diese Dampfer nehmen auch Passagiere und Waaren nach 
Pangani, Saadani, Bagamoyo, Kilwa, Lindi, Mikindani, Ibo, uelimane, Chinde, 
Inhambane, Mombassa und Lamu. 
Ferner Extradampfer ab Hamburg 1##8 Kaop der Mictczr JJbnnemm direkt nach 
Jnrban, Delagoc-Bai, Moscmbidc. 
Nächste Expedition: Extradampfer „ADMIRAL“, Capt. West, 12. September 1896. 
Die Dampfer Laben vorz#liche Einrichtungen f## PBresschtere in allen Klassen. 
Ferner zwischen Ostalrika und Bombay regelmässig alle drei Wochen im Anschluss 
an die IIauptdampler. 
Näheres ertheilt in Hamburg: (#) 
wegen Fracht der Schiffsmakler August Bolten, Wm. Miller's Nachfolger, 
wegen Passage die Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Aktien-Gesellschaft, 
aowie wegen Fracht und Passage die 
  
Deutsche Ost-Afrika- Linie, 
r. Reichenstrasse 25/27. 
* Verantworklicher Redakteur fur den nichlamtlichen Theil: O. Mertinat, Berlin. 
Druck und Verlag der Königlichen Hofbuchhandlung und Hofbuchdruderei von E. S. Mittler 5 Sohn, Verlin SW 12, Kochstraße 68—71. 
Ansgegeben am 15. Augusft 1890 um 0 Uhr nachmitlags. 
Hierzu eine Beilage.
        <pb n="627" />
        Beilage zum „Deutschen Kolonialblatt“, VII. Jahrgang. 
Berlin, den 15. August 1896. 
  
Bie Missionsthätigkeit in den deutschen Schutzgebieten. 
J. Evangelische Missionen in den deutschen Schutzgebieten. 
A. Deutsch-Ostafrika. 
1. Evangelische Missionsgesellschaft für 
Deutsch-Ostafrika. (Missionsinspektor Winkel- 
mann, Berlin W., Passauerstraße 40.) 
àa. Die Küste. 
1. Dar-es-Saläm. Station Immannelskap. 
(Pastor Holst und Frau. Diakon Hoßbach. Pastor 
Holst kehrt Anfang Mai mit Urlaub in die Heimath 
zurück. Zu seiner Stellvertretung ist Pastor Cleve 
auf der Ausreise begriffen. Die anderen, Diakonen 
und Diakonissen, sind, da die Mission zum 1. April 
1896 die Krankenpflege aufgiebt, theils auf der Heim- 
reise, theils sind sie in den Dienst des Evangelischen 
Afrika-Vereins getreten.) 
2. Tanga. Schule und Kapelle in Mwenzange, 
Kapelle in Zoari. (Diakon Gerdes. Missionar 
Pastor Liebau und Fräulein Redecker, Braut des 
Diakon Gerdes, sind auf der Ausreise begriffen.) 
b. Usaramo. 
3. Kisserawc. 
sionar Greiner und Frau, Missionar Pastor Worms 
und Frau, Tischler Greiner und eingeborener Lehrer 
Cecil. Heimstätte für befreite Sklaven. 9 Jünglinge, 
18 Knaben, 19 Mädchen, 3 Frauen, 5 verheirathete 
Paare.) 
4. Maneromango. (Missionar Pastor Maaß 
und Missionar Pastor Peters.) 
c. Usambara. 
5. Hohenfriedeberg bei Mlalo. 
Pastor Johanssen und Frau. Missionar Pastor 
Wohlrab und Frau sind auf der Ausreise be- 
griffen.) 
6. Bethel bei Mtai. (Missionar Pastor Dö- 
ring und Missionar Pastor Roehl. Missionar Pastor 
Becker weilt mit Urlaub in der Heimath.) Kapelle 
in Mbalu. 
Station Hoffnungshöhe. (Mis- 
(Missionar 
I 7. Wuga. (Missionar Pastor Lang-Heiurich 
und Missionar Pastor Gleiß.) 
2. Missionsanstalt der evangelischen 
Brüder-Unität. (Sitz Berthelsdorf bei Herrn- 
hut, leitende Behörde das Missionsdepartement, Vor- 
sitzender Missiensdirektor Buchner.) 
a. Station RNungne (früher Muakapalile). (Mis- 
sionare Geschwister Meyer und Bachmann.) 
b. Station Rutenganio (früher Kararamuka). 
(Missionare Geschwister Kretschmer.) 
. Station Utengule. (Missionar Richard und 
Geschwister Koot) 
d. Station Ipiana. 
Ledoux.) 
XB. Bachmann, Kootz und Häsner jetzt 
verheirathet. 
|r 
— 
3. Gesellschaft zur Beförderung der evan- 
gelischen Missionen unter den Heiden (Berlin 1). 
Missionsdirektor Gensichen, Berlin NO, Georgen- 
kirchstraße 70. 
a. Station Wangemannshöh im Kondelande. 
(Geschwister Häfner und 
Gegründet 1891. Missionare Schumann und 
Bunk. 
b. Station Manow. Gegründet 1892. Mis- 
sionar Grieguszies. 
. Station Muakareri. Gegründet 1893. Mis- 
sionare Jauer und Schüler. 
d. Station Ikombe. Gegründct 1893. Mis- 
sionare Nauhaus und Källner. Außerdem die 
Handwerker: Zimmermann Thiele und Tischler 
Harnoß. 
e. Station Muakagile im Kingalande. Ge- 
gründet 1895. Missionare Hübner und Wolff.
        <pb n="628" />
        4. Evangelisch-Lutherische Mission zu 
Leipzig. (Missionsdireltor von Schwarh in Leip- 
zig.) Dschagga-Mission (am Kilimandscharo). 
a. Station Nkarungo in Madschame. 
sionar Müller und Frau; Missionar Ovir.) 
b. Station Mamba. (Missionar Althaus und 
Frau.) 
C. Station Moschi, im Bau begriffen. (Mis- 
sionar Faßmann, Missionar Segebrock, Missions- 
ökonom von Läny.) 
(Mis- 
5. Universities Mission to Central- 
Afric#a (London, Westminster 8W., Delahaystreet 14). 
Bisthum Sansibar. 
Bischof William Moore Richardson. 
Stationen: 
. Bei Dar-es-Saläm. 
1. Kichelwe. (Deacon Denys Seyiti, ein 
Eingeborener.) 
2. Mtoni. 
A. Usambara-Distrikt. 
Stationen: 
3. Magila. (Rev. Woodward, eingeborener 
Deacon Samuel Sehoza, Mr. Brent, Mr. 
Brockway, Miß Dunford, Miß Boyd, Miß 
Ward.) 
4. Mkuzi. 
5. Umba. 
6. Mbaraka. 
7. Misozwe. 
borener Priester.) 
8. Korogwe. 
Darley.) 
Rovuma-Distrikt. 
9. Masasi. (Rev. Carnon, Rev. Porter, 
Rev. Radford.) 
10. Chitangali. 
eingeborener Priester.) 
11. Newala. (Nev. Simpson, eingeborener 
Deacon Daudi Machina, Mr. Sims.) 
12. Miwa. (Eingeborener Deacon Cyprian 
Chiten ji.) 
13. Mkwera und Namtengas. 
14. Nairombo und Masorolo. 
S 
S 
(Rev. Kisbey.) 
(Rev. Peter Limo, einge- 
(Nev. Chambers, Mr. 
*lv“ 
(Rev. Cecil Majaliwa, 
6. London Missionary Socicty) (London, 
14 Bloomfieldstreet E. C.). 
Stationen: 
Kilimani Urambo. (Missionare Mr. Shaw 
und Frau, sowie Mr. Draper und ein Gehülfe.) 
7. Church Missionary Societ) (Salis- 
bury Sauare, London E. C.). 
2 
  
Stationen: 
a. Mamboia. (Rev. und Mrs. Wood, Mr. 
und Mrs. Deekes, Miß Colsey und Miß Waite). 
74 Christen. 
b. Mpwapwa. (Dr. Baxter, Mr. Doulton.) 
84 Christen. 
c. Kisokwe. (Rev. und Mrs. Cole, Rev. und 
Mrs. Beverley, Mr. Briggs.) 164 Christen. 
d. Nasa am Speke-Golf. (Nev. Hubbard, Mr. 
Nickis son.) 44 Christen. 
B. Ramerun. 
1. Basler Missionsgesellschaft. (Missions- 
inspektor Oehler in Basel.) 
a. Station Bethel oder Bonaku. Gegründet 
1886. (Missionare Stolz mit Frau, Schwarz, 
Hartenstein, Nonnenmacher. 209 Gemeinde- 
glieder, 283 Schüler.) 
Außenstationen: Bonaduma, Bonebela, Bona- 
musadi, Bonangang, Bonankembe, Bonangando, 
Eboko, Jansoki, Ngori, Japoma, Ndogobong. 
b. Station Bonaberi. Gegründet 1889. (Mis- 
sionare Bohner mit Frau, Unger, Lauffer, Häck- 
linger. 415 Gemeindeglieder, 435 Schüler.) 
Außenstationen: Yebale, Bonamatumbe, Bo- 
nendale, Bomono, Bwanjumba, Bwelelo, Bosedu, 
Bonabweny, Bonamateki, Agwele, Mongo, Mbonjo, 
Mpondo, Muyuka, Yoki, Malembe, Bakundu, Bakake. 
c. Station Mangamba. Gegründet 1889. (Mis- 
sionare Antenrieth, Keller, Witwer, Chapuis. 
335 Gemeindeglieder, 300 Schüler.) 
Außenstationen: Besungkang, Bwapaki, Ku- 
nang, Bonaku, Susa, Koki, Tiko, Yabea, Miang, 
  
Ndula, Vonangeng, Bonanyamsi, Bonandolo, Bai- 
seng, Bwene, Mutimbilembe, Bonjo, Munjamusadi, 
Boueko. 
d. Station Lobethal. Gegründet 1892. (Mis- 
sionare Scholten mit Frau, Basedow und Her- 
mann. 260 Gemeindeglieder, 232 Schiüler.) 
Außenstationen: Mulongo, Manje, Mongo- 
manjon, Mulimba-Jeru, Bongo, Ndogotunda, Boloy, 
Eumba, Yavi, Edie, Wogombwang, Nyasuku. 
C. Station Victoria-Buca. Gegründet 1886. 
(Missionare G. Bizer mit Frau, Schmid mit Frau, 
Gonser und Göhring. 71 Gemeindeglieder, 31 
Schiüler.) 
Außenstationen: Bota, Bonabile, Dikolo, Bo- 
namateke, Boana. 
2. Baptistenmission Kamerun: 
2 Hauptstationen, 25 Nebenstationen.
        <pb n="629" />
        — 
3. Boeard of Foreign Mission ol the 
Presbyterian Church ol U. S. (52 Fifth 
Avenne, New-York.) 
1. Station Batanga. Gegründet im Jahre 
1875. (Missionare Rev. G. A. Godduhn mit Frau, 
Rev. W. C. Gauet mit Frau, Dr. C. J. Laffin, 
Mr. O. Noberts mit Frau, Rev. H. W. Schnat, 
Mr. E. A. Ford, Frl. J. A. Nassau und Frl. L. 
A. Babe.) 
Außenstationen: 3. 
Eingeborene Arbeiter: 1 Prediger, 1 Predigt- 
gehilfe, 10 Lehrer. 
2. Station Efulen; seit 1893. Missionsarbeiter 
Dr. S. F. Johnson mit Frau und Rev. M. Fraser. 
3. Station Ebolewo'e. Missionsarbeiter Mr. 
M. H. Kerr. Weitere Arbeiter sind dahin be- 
stimmt. 
Zahl der Christen: 326 (1. Januar 1895.) 
C. Uogo. 
1. Norddeutsche Missionsgesellschaft in 
Bremen. (Missionsinspektor D. theol. Zahn in 
Bremen.) 
a. Station Ho. (Missionare Spieth, Fies, 
Diehl, Freiburger, Müller, Frau Spieth, 
Frau Fies, Frau Kuüsli, Frl. Tolch, Frl. Diehl.) 
Außenstationen: Kpengoe, Akovievhe, Mats 
Abutia, Abnadi, Waya, Nyarhhe Ag- he. Malse, 
b. Station Amedschovhe. (Missionare Seeger, 
Bürgi, Schroeder, Holzäpfel, Beck, Frau 
Seeger, Frau Bürgi.) 
Außenstationen: Leklebi, Amfoe, Wodze. 
Zur Hauptstation Keta, die im englischen Ge- 
biete liegt, gehören die im deutschen Gebiet liegen- 
den Außenstationen Tove und Lome. 
Zu der Hauptstation Ho mit den obengenannten 
7 Hauptstationen gehören: 
431 Christen, 196 Schüler, 8 Schulen. 
Zu Amed- 
schovhe mit 3 
Anßenstationen 
Zu den bei- 
den deutschen 
Außenstationen 
des Keta-Di- 
strikts 
— 
92 
2 
44 - 39 
Summa 667 Christen, 330 Schüler, 12 Schulen. 
In deutschem Gebiet wirken außer den 10 euro- 
päischen Missionaren, von denen 4 verheirathet sind, 
und 3 curopäische Frauenarbeiterinnen, 20 einge- 
borene Gehülfen. 
2. Basler Missionsgesellschaft. (Missions= 
inspektor Oehler in Basel.) 
3 
  
  
  
Eine Station hat die Basler Missionsgesellschaft 
im Togo-Gebiet bis jetzt noch nicht, dagegen 
folgende Missionsplätze (Außenstationen von der auf 
englischem Gebiet gelegenen Station Amun): Vakpo, 
Amfoe, Kpando, Ntschumuru, Worawora, Gyeasekang 
und Guamang, mit zusammen 111 Gemeindegliedern 
und 62 Schülern. 
Missionare Mischlich und Clerk. 
3. Weslyanische Mission (Wesleyan Mlis- 
sion Socicty): 
Stationen: Klein-Popo, Gridgi, Porto Seguro, 
Lome. (Missionar Ulrich. Eingeborene Prediger: 2. 
Eingeborene Evangelisten und Lehrer: 6. 6 Kapellen 
bezw. Predigtplätze, 154 Gemeindemitglieder. Mit- 
glieder unter 20 Jahren 259, Besucher der Gottes- 
dienste 610. 5 Schulen. Schüler 455.) 
D. Deutsch-Südwestafrika. 
1. Rheinische Missionsgesellschaft (Mis- 
sionshaus in Barmen). Missionsinspektor Dr. 
Schreiber. 
a. Station Oniha-Gamb. (Missionar Kremer.) 
b. Station Franzfontein Ombombo. (Mis- 
sionar Riechmann.) Filiale Otyombnima. 373 Ge- 
meindemitglieder. 
. Station Otyozondjupa. (Missionar Eich.) 
Filiale Otjiuaronga. 90 Gemeindemitglieder. 
d. Station Omburo. (Missionar Bernsmann.) 
Filialen: ac) Otyombonde, ) Otyosembona. 123 Ge- 
meindemitglieder. 
e. Station Omaruru. (Missionar Dannert.) 
ca. 420 Gemeindemitglieder. 
l. Station Okombahe. (Missionar Schaar.) 
345 Gemeindemitglieder. 
g. Station Otyihanena. 
36 Gemeindemitglieder. 
h. Station Otyosasu. (Missionar Irle.) Filialen 
Okatumba und Oviombo. 420 Gemeindemitglieder. 
i. Station Okahand ja. (Missionare Viehe und 
Möller.) Filialen Osona, Otyikango, Otyizeva. 812 
Gemeindemitglieder. 
k. Station Otyimbinguec. (Missionare Frerk, 
Meyer und Joh. Olpp.) 725 Gemeindemitglieder. 
I. Die zur Station Walfischbai (Missionar 
Böhm) gehörige Filiale Scheppmansdorf. 
m. Station Rehobot. (Missionar Heidmann.) 
950 Gemeindemitglieder. 
n. Station Ho achanas. (Missionar Judt.) 50 
Gemeindemitglieder. 
o. Station Gokkas. (Missionar Albath.) 265 
Gemeindemitglieder. 
p. Station Gibeon. (Missionar Schroeder.) 
(Missionar Lang.)
        <pb n="630" />
        q. Station Berseba. (Missionar Hegner.) 1001 
Gemeindemitglieder. 
x. Station Bethanien. (Missionar Heinrichs.) 
Filiale Grootfontein. 1062 Gemeindemitglieder. 
s. Station Keetmanshoop. (Missionar Fen- 
chel.) Filiale Khoes. 883 Gemeindemitglieder. 
t. Station Rietfontein. (Missionar Pabst.) 
421 Gemeindemitglieder. 
u. Station Warmbad. (Missionare Wandres 
und Kronsbein.) 611 Gemeindemitglieder. 
v. Station Omupanda. (Missionar Wulfhorst.) 
35 Gemeindemitglieder. 
w. Station Ondjiva. (Missionar Stahlhut.) 
Außerdem für Groß= und Klein-Windhoek ein 
Prediger. (Pastor und Missionar Siebe.) 
Bemerkungen: Insgesammt also einschl. Windhoek 
23 Stationen und 12 Filialen mit 26 Missionaren. 
2. Finnische Missionsgesellschaft. 
a. Station Ulnkonda. (Missionar 
tanen.) 
b. Station Onipa. (Missionar Savola.) 
c. Station Ondangua. (Missionar 
tinen.) 
Rau- 
Pet- 
E. Raiser wilhelmsland, Bismarck-Archipel und 
Marshall-Inseln. 
1. Rheinische Missionsgesellschaft 
Barmen. 
a. Station Bogadjim bei Stefansort in Kaiser 
Wilhelmgland (Missionare Hanke, Hoffmann 
und Dassel). 
b. Station Siar auf Aly (Missionar Berg- 
mann, Dr. Frobenius und Helmich). 
Insgesammt 6 Missionare, darunter 1 Arzt. 
in 
2. Neuendettelsauer lutherische Mis- 
sionsgesellschaft (Missionsinspektor Deinzer in 
Neuendettelsan): 
Station Simbang (Missionare Vetter, 
Pfalzer und Hoh und eine Missionsgehülfin). 
. Station Wonam auf den Tami-Inseln (Mis- 
sionar Fremel und Frau, gegenwärtig be- 
urlaubt, und Missionar Bamler). 
Station auf dem Sattelberg (Missionar 
Flierl mit Frau und Missionar Decker). 
Insgesammt 7 Missionare. 
S 
S 
S 
3. Australisch-Weslyanische Missions- 
gesellschaft: 
a. Hauptstation Port Hunter (Missionar Wil- 
liam Brown). 
4 
  
b. Station Raluana (Missionar Chambers). 
c. Station Kabakada (Missionar Crumy). 
Im Ganzen 3 Missionare und 68 farbige Ge- 
hülfen (teachers) auf 51 Stationen. 
Raluana Kabalada 
Hu -*½7 
Gemeinden 18 20 13 
Eingeborene Prediger 
(Pastoren 2 1 — 
Eingeborene andere 
Gehülfen 60 34 22 
Gemeindeglieder. 505 180 156 
Probegemeindeglieder 168 36 80 
Katechumenen 133 20 22 
Tagesschulen 19 20 13 
Leheer 19 23 13 
Schüler 956 333 260 
Besucher des Gottes- 
dienstes 2556 2415 1090 
4. Melanesische Missionsgesellschaft (Me- 
lanesian AMission): 
1. Hauptstation Sepi auf der Insel Mabel 
(Eingeborner Missionar Gorovaka). 
Nebenstationen: Doveli, Pirihadi, Bupa, 
Vulavu, Vahoria, Reisapa, Mavealu, Pahna 
und Kolona. 
Missionssuperintendent für PMabel ist der in 
Siota (Florida-Inseln) wohnende Missionar Dr. med. 
Weldmanz; er hält sich jedes Jahr mindestens drei 
Monate in Mabel auf. Unter seiner Aussicht stehen 
der eingeborene Missionar Gorovaka und 18 ein- 
geborene Lehrer. 
Sämmtliche zehn Stationen liegen in der Land- 
schaft Bugotu. 
5. Bostoner Missionsgesellschaft (Amec- 
rican Board ol Commissioners lor Foreign 
Missions): 
Stationen im Marshall-Archipel: Jalnit, 
Ebon, Namorik, Ailinglapp, Namo, Ujae, 
Lae, Kwadjeline, Mille, Mejuro, Arno, 
Malwonlap, Aur und Mesit. 
12 ordinirte eingeborene Geistliche und 10 ein- 
geborene Lehrer. 
Missionssuperintendent für die Marshall-Inseln 
ist der auf der Karolinen- Insel Kusaic wohnende 
Missionar Dr. med. Rife, welcher jährlich ein= bis 
zweimal sämmtliche Inselstationen besucht. Unter seiner 
Leitung steht das Marshall-Missionsseminar in Kusaie; 
ebenda befindet sich das Töchterinstitut für Marshall- 
Insulanerinnen unter Leitung zweier amerikanischer 
Missionslehrerinnen.
        <pb n="631" />
        Ou 
II. Katholische Missionen in den deutscheu Schutzgebieten. 
A. Deutsch= Ostafrika. 
1. Apostolisches Vikariat Nord-Sansibar. 
(Väter vom h. Geist.) 
Deutsches Missionshaus in Krechtsteden 
Horrem-Dormagen, Rheinprovinz: Provinzial P. 
Acker, 4 Patres (Priester), 3 Laienbrüder, 20 Zög- 
linge. 
1. Hauptstation Bagamoyo: Vorsteher P. 
Stephan Baur, 3 Patres (Priester), 10 Laien= 
der 
brüder, 12 Schwestern, Schule, Waisenhaus, Werk- 
stätten, Plantagen, Ackerbauschule, Hospital, Asyl für 
Aussätzige; im Ganzen 690 Christen, davon in den 
Werkstätten und in den Schulen 200 Knaben und 
225 Mädchen; die übrigen Christen sind in neun 
Därfern angesiedelt. 
2. Station Mhonda: 2 Patres, 1 Bruder, 
2 Katecheten, 635 Christen, davon 75 Knaben im 
Erziehungshause der Mission, die übrigen in 10 
Dörfern. 
3. Station Mandera: 2 Patres, 1 Bruder, 
2 Katecheten, 320 Christen, 107 Kinder in der 
Mission, die übrigen in 4 Dörfern. 
4. Station Mrogoro: 2 Patres, 1 Bruder, 
3 Katecheten, 734 Christen, 257 Kinder in der 
Mission, die übrigen auf 12 Dörfer vertheilt. 
5. Station Tununguo: 2 Patres, 1 Bruder, 
2 Katecheten, 473 Christen, 70 Kinder in der 
Mission, 114 christliche Familien in 4 Dörfern. 
6. Station La Longa: 2 Patres, 1 Bruder, 
3 Katecheten, 556 Christen, 219 Kinder in den 
Schulen und Werkstätten der Mission; die übrigen 
vertheilt auf 19 Dörfer. 
7. Kilema am Kilimandjaro:: Patres, 1 Bruder, 
1 Katechet, 64 Kinder in der Missionsschule, 2 
christliche Dörfer. 
8. Kiboscho am Kilimandjaro: 2 Patres, 1 
Bruder, 1 Katechet, 78 Christen, Schule mit 
18 Kindern. 
9. Tanga: 1 Priester, 1 Bruder. Der Priester 
hat die Seelsorge für die in Tanga und Umgebung 
wohnenden Katholiken; Schule mit 10 Kindern. 
haus St. Ottilien, Post Türkenfeld, 
bei 
2. Apostolische Präfektur Süd-Sansibar. 
schaft, Mutter- 
Oberbayern. 
1. St. Joseph in Dar-es-Sälam: iti 
Seelsorger und Prokurator R. D. Siig Bosiiun, 
bauer, 1 Laienbruder. 
2. St. Maria in Dar-es-Saläm: Kloster 
St. Benediktus-Missionsschwestern. Oberin 
Schwester M. Juliana Petz; 12 Schwestern, 1 Mäd- 
chenschule, Waisenhaus, Asyl für alte Frauen, Hospi- 
tal für die Farbigen. 
.St. Maurus zu Kulazini bei Dar-es- 
Saläm. Männerkloster, 2 Priester (K. P. Maurus 
Hartmann, apostolischer Präfekt und R. P. Johannes 
Haefliger) 5 Laienbrüder, 1 Knabenschulc, Waisen= 
haus, Werkstätten, 2 christliche Dörschen. 
4. St. Peter und Paul zu Lukuledi: 
2 Priester (R. I. Basilins Ferstl, R. P. Antonius 
Rudl), 2 Laienbrüder, 2 Knabenschulen, fchrist- 
liches Dorf. 
5. St. Agnes zu Lukuledi: 3 Missions- 
schwestern, 1 Kinderasyl. 
St. 5 DiOg: #u 
3. Apostolische Vikariate: 1. Viktoria= (Süd) 
Nyanza, 2. Unyanyembe, 3. Tanganyika. 
Missionsgesellschaft der weißen Bäter; Missions- 
haus zu Trier und Marienthal (Luxemburg): 
Superior in Trier: I·. Pfeffermann. 
1. Apostolisches Vikariat Viktoria-Nyanza: 
Apostolischer Vikar: Bischof Hirth. 
i 
Die vorstehenden Stationen von 2 bis 8 haben 
alle wie Bagamoyo Waisenhaus, Schule, Werk— 
stätten, Ackerbauschule, Kirche oder Kapelle. 
Die Station der Väter vom h. Geist auf der 
Insel Sansibar zählt 1 Bischof, 4 Patres, 5 Brüder, 
124 Kinder, 10 Schwestern für Schule und Kranken- 
pflege. Kirche, Hospital, Buchdruckerei und Prokura 
dienen fast ausschließlich für das deutsche Gebiet an 
der Küste und im Innern. 
Stationen: 
a) Bukumbi oder Kamoga in Bukumbi: Msgr. 
Hirth, 2 Patres, 2 Brüder, Erziehungshaus, 
Kapelle, Missionshaus. 
5) Nyegezi wird von Bukumbi aus versehen. 
7) Marienberg bei Bukoba: 2 Patres (van 
Thiel und Thuet), 1 Bruder. 
) Ncuwied auf der Insel Ukereme: 3 Patres 
1 Bruder. 
2. Apostolisches Vikariat Unyan yembe. 
Stationen: 
a) Ushirombo (Girombo): 1 gpostolischer Pro- 
vikar. 3 Patres, 2 Prillanoftlhcher Ve, 
Missionshäuser für Missionare und Schwestern, 
Erziehungshaus für Knaben und Mädchen. 
6) Mssalala (St. Michael): 3 Patres, 1 Bruder. 
7) Ndala: 2 Patres, 1 Bruder. 
) Kipalapala bei Tabora: zur Zeit unbesetzt.
        <pb n="632" />
        3. Apostolisches Vikariat Tanganyika, aposto- 
lischer Vikar: Bischof Lechaptois. 
Stationen: I 
a) Hauptstation Karema: 3 Patres, 2 Brüder, I 
4 Schwestern. Erziehungshaus für Knaben 
und Mädchen. 
8) Ufipa: 2 Patres, 1 Bruder. 3 
7) Kala: 2 Patres, 1 Bruder. 1 
B. Ramerun. „ 
Apostolische Präfektur Kamerun. 
Missionsgenossenschaft der Pallotiner, Missions- 
haus in Limburg a. d. Lahn; Superior Max Kugel- 
mann. 
1. Station Kribi: apostolischer Präfekt P. Vieter 
und P. König, 4 Laienbrüder, 2 Schpwestern; 
Kirche, Schule, Brüder= und Schwesternhaus. Er- 
ziehungshaus mit etwa 80 Kindern. 
Außerdem Missionsschule im Dorfe Buamba in 
der Nähe von Kribi mit 40 Kindern. 
2. Station Marienberg am Sannaga: 2 
Priester, P. Walter und P. Eckmann, F April 1896, 
4 Laienbrüder, 2 Schwestern. Kirche, Schule, 
Brüder= und Schwesternhaus. Erziehungshaus mit 
etwa 80 Kindern. 
Außerdem Schulen, die von der Mission aus 
versehen werden, in folgenden Dörfern: Pungo, 
Gungo, Janjetown, Javi, Tocotundo, Rdokobwam, 
Tongo, Tocotown, Banjetown mit ungefähr 500 
Kindern. "/ 
3. Station Edea: D. Ludwig, 2 Brüder, 
Kirche, Schule und Schwesternhaus. Erziehungshaus 
mit etwa 40 bis 50 Kindern. 
4. Station Engelberg, auf dem Kamerun- 
gebirge: 2 Patres (P. Müller und P. Breintner), 
4 Laienbrüder, Kirche, Schule, Brüder= und Schwestern- 
haus, Erziehungshaus mit etwa 25 Kindern. 
C. Togo. 
Apostolische Präfektur Togo. 
Missionsgesellschaft des göttlichen Wortes (Steyler 
Mission). P. Hermann Bücking, apostolischer Prä- 
sekt. Fünf Hauptstationen. 
1. Lome: P. Ph. Hoffmann mit den Brüdern 
Thomas und Adalbert. 
2. Adjido: Administrator P. M. Dier, P. Aug. 
  
Arandt und die Brüder Emanuel, Jacobus 
und Eligins. 
Gedruckt in der Königl. Hofbuchdruckerci von C. e 
3. Togo (Stadt): P. Adalbert Heinlein und 
Bruder Ambrosius. 
. Agbedrafo (Porto Seguro): P. G. Ansel- 
mann und Bruder Johannes. 
. Ancho (Klein-Popo): P. G. Altemöller und 
P. Franz Müller mit Bruder Norbertus. 
Nebenstationen, wo kein Priester, wohl aber eine 
Schule ist, sind: 
1. Adjovikophe, 2. Akeppe, 3. Aguewe, 
4. Bagida, 5. Zwischen Amutive und Bedvi, 
für beide Orte bestimmt, 6. Degbenu, 7. Gum- 
Kophe. 
Die ersten fünf Nebenstationen werden von Lome 
aus verwaltet, Degbenn von Adjido, Gum-Kophe 
von Agbedrafo aus. 
An sämmtlichen Stationen sind Schulen errichtet, 
in Lome und Agbedrafo wurde neuerdings auch eine 
Schule für Mädchen eröffnet. In allen Schulen 
wird Unterricht ertheilt im Deutschen, Englischen 
und in den gewöhnlichen Gegenständen der Elemen- 
tarschule. Die Gesammtzahl der Schüler in vierzehn 
Schulen beträgt 484. Schwarzes Lehrpersonal: 
16 Lehrer und 2 Lehrerinnen. 
Getaufte noch lebende katholische Christen 618. 
Für das Jahr 1895 vertheilen sich die Taufen, wie 
folgt: a. Erwachsene 169, D. Christenkinder 85, 
P. Heidenkinder in Todesgefahr 228, Taufen zu- 
sammen 482. 
¶ 
D. Bismarck-Archipel. 
Apostolisches Vikariat Neu-Pommern. 
Missionen vom h. Herzen Jesu; deutsches 
Missionshaus in Salzburg und Antwerpen. 
1. Hauptstation Kinigunan (Vuna Povpe): 
Bischof Conppé, 4 Patres (Priester), 10 Brüder, 
6 Schwestern, Kapelle, Schule, Haus für die Missio- 
nare, Haus für die Schwestern, Erziehungshaus für 
84 Knaben, ebenso für 61 Mädchen. 
2. Station Vlavolo: Kapelle, Schule, Schwestern- 
haus, Erziehungshaus für 20 Mädchen, 1 Priester, 
1 Bruder, 3 Schwestern. 
3. Station Malagunan, 1 Priester, 1 Bruder. 
4. Station Takubar oder Villa Maria: 
1 Priester, 1 Bruder. 
5. Station Takambur, in der Nähe der 
Station Kinigunan: wird noch von den Missionaren 
von Kinigunan mitversehen. 
Im Ganzen: 1 Bischof, 7 Priester, 13 Brüder, 
9 Schwestern. 
Mittler &amp; Sohn, Berlin S, Kochstraße 8—71.
        <pb n="633" />
        Deutsches Kolonialblatt. 
Amtsblatt für die Schutzgebiete des Deutschen Reichs. 
herausgegeben in der Kolonial,Abtheilung des Auswärligen Imts. 
  
um zergmoriim I. Sotenber 1906 unmer 17. 
Dieie Zeitschrift ericheint in der Regel am 1. und 15. jedes Monats. Derselben werden als Beiheste beigejügt die mindestens einmal vierteljährlich 
scheinend Mittheil von F. « i lon und Golehrten aus deutschen Schutzgebioten“, horausgegoben von Dr. Freiherr. 
  
v. Danckelman. Der vierteljährliche Abonnementspreis jür das Kolonialblatt mit den Beiheiten beträgt beim Bezuge durch die Post und die 
Buchhandlungen Mk. 5 drel nter Streifband durch die Verlagsbuchhandlung Mk. 3,50 für Deutschland und Oesterreich Ungarn, Wl. 3.75 jür 
ie Länder des Weltpostvereina. — Einfendungen und Anfragen sind an die Königliche Hosbuchhandlung von Erust Sicpfried Mittler 
und Sohn, Berlin SW 12, Kochstraße 68—71, zu richten. (Eingetragen in der Zeitungs-Preisliste für 1800 unter Nr. 1916.) 
  
Inhalt: Amtlicher Theil: Allerhöchste Verordnung, betresfend die Bearbeiung sämmtlicher Angelegenheiten der 
Schutztruppen durch die Kolonial-Abtheilung S. 551. — Gouvernementsbefehl des Kaiserlichen Gouverneurs von 
Deutsch-Ostafrika, betreffend das Uniformtragen der Civilbeamten S. 551. — Runderlaß des Kaiserlichen Gouver- 
neurs von Deutsch-Ostafrika, betressend die Bekämpfung der llemilein vastatrix S. 552. — Statistik der im 
Kalenderjahre 1895 in das Kamerungebiet eingeführten bezw. von dort ausgeführten Waaren S. 552. — 
Personalien S. 554. 4 4 
Nichtamtlicher Theil: Personal-Nachrichten S. 554. — Deutsch-Ostafrika: Ueber die Ansiedelung der 
Mbarnkleute S. 554. — Landwirhhschaftliches S. 555. — Kamerun: Ueber die Expedition im Yaündelande 
S. 5 us dem Bereiche der Missionen und der Antisklaverei-Bewegung S. 559. — Aus 
fremden Kolonien: Handel Dalars (Senegambien) im Jahre 1895 S. 561. — Verschiedene Mitthei- 
lungen: Handel Bloemfonteins im Jahre 1895 S. 561.— Chinesische Einwanderung in Singapore im Jahre 1895 
S. 562. — Litteratur S. 564. — Litteratur-Verzeichuiß S. 564. — Schiffsbewegungen S. 564. — Verkehrs-= 
Nachrichten S. 565. — Anzeigen. 
Amtlicher Theil. 
Gesehe; Perordnungen der Reichsbehöürden. 
Ri Ihren Vortrag bestimme Ich in Ergänzung Meiner Verordnung vom 12. Dezember 1894, 
daß das Auswärtige Amt, Kolonial-Abtheilung, für die Bearbeitung der sämmtlichen Angelegenheiten der 
Schutztruppen im Sinne dieser Verordnung zuständig sein soll. 
Neues Palais, den 20. August 1896. 
(L. S.) Wilhelm I. R. 
Fürst zu Hohenlohe. 
An den Reichskanzler (Auswärtiges Amt). 
  
  
Derordnungen und Witkkheilungen der Behürden in den Schucgebieken. 
Gouvernementsbefehl des Kaiserlichen Gonverneurs von Deutsch-Ostafrika, 
betreffend das Uniformtragen der Eivilbeamten. 
Von den Civilbeamten des Schutzgebietes wird in Zukunft ein Uniformtragen im Allgemeinen 
nicht mehr erfordert. Es erscheint vielmehr wünschenswerth, daß die Civilbeamten sich nicht mehr durch 
häufiges Uniformtragen von den deutschen Kaufleuten, Pflanzern, Reisenden rc., mit denen sie täglich dienstlich 
und außerdienstlich in Berührung kommen, äußerlich unterscheiden. 
Die Uniform der Civilbeamten ist daher von denselben im Allgemeinen nur dann anzulegen, wenn 
auch in der Heimath bei besonders festlichen Gelegenheiten, wie beim Geburtstage Seiner Majestät des 
Kaisers, das Tragen von Unisormen durch Civilbeamte üblich ist, oder wenn bei besonders feierlichen 
Gelegenheiten seitens des Gouverneurs die Anlegung der Uniform befohlen und die Art derselben 
angeordnet wird.
        <pb n="634" />
        — 552 — 
Hiervon abweichend wird jedoch bestimmt, daß der Bezirksamtmann bezw. dessen Stellvertreter 
beim öffentlichen regelmäßigen Schauri und die Zollbeamten im äußeren Dienst Uniform anzulegen haben. 
Auch ist nichts dagegen einzuwenden, daß Civilbeamte auf Expeditionen ins Innere, um sie den 
Eingeborenen gegenüber als Serkalbeamte kenntlich zu machen, Uniform tragen. 
Dar-es-Saläm, den 7. Juni 1896. 
Der Kaiserliche Gonverneur. 
In Vertretung: 
(L. S.) gcz. v. Bennigsen. 
Nunderlaß des Kaiserlichen Gonverneurs von Deutsch-Ostafrika an sämmtliche 
Bezirksämter, das Bezirksnebenamt Saadani, die Station Lindi, die Haupt- 
zollämter, Zolldirektion und Kulturabtheilung. 
Den Behörden lasse ich in der Anlage eine die Verordnung vom 31. August v. Is., betreffend 
die Belämpfung der Ilemilein# vastatris, aufhebende Verordnung vom heutigen Tage ergebenst zugehen. 
Die Bezirksämter, das Bezirksnebenamt Saadani und die Station Lindi ersuche ich, die In- 
teressenten von dem Inkrafttreten der neuen Verordnung umgehend zu benachrichtigen und letztere selbst in 
gleicher Weise wie früher bekannt zu machen. 
Dar-es-Saläm, den 26. Juni 1896. 
Der Kaiserliche Gouverneur. 
In Vertretung: 
(L. S.) gez. v. Bennigsen. 
Verordunng, betreffend Aufhebung der Verordumng vom 31. Angust 1895 zur Bekämpfung der 
lHemilein vastatrik. 
§ 1. 
Die Verordnung vom 31. August 1895 wird aufgehoben. 
82. 
Diese Verordnung tritt mit dem heutigen Tage in Kraft. 
Dar-es-Saläm, den 26. Juni 1896. 
Der Kaiserliche Gouverneur. 
In Vertretung: 
(L. S.) gez. v. Bennigsen. 
Statistik der im Kalenderjahre 1895 in das Kamernn-Gebiet eingeführten bezw. 
von dort ausgeführten Waaren. 
Ansfuhr a aus s Kamernu: 
  
  
  
  
  
Bezeichnung der gamerun= Vezirk Victoria= ! Zusammen 
Werth erth » Werth 
Ausfuhrartikel Menge Mk. Menge Ml. Menge Mr. 
Palmötl.. ... . . 12652 233 Uter 806 966779 160 * 231 29883431 403 Liter 1 v3 266 
Palmkere 65388 850 kg 1013 868585 9 108 425|5974 757 kr 1122 
Gummi elastiin 346 * 1034 997 - 17 805 33 502 -- 1102 253 
Elsenben * 5162506 70810334 569000 
Ebenhols . 23 561 4560 510 451 64 569 534 012 „ 6 129 
Mahagoniholz . 40 790 3097 – 10 700 307 
Tabaky " 500%%5 171550%41 18 110 
Kakao“ ......... 1592- 1169140381- 125862141973 127 031 
Kasseee — — 900- 1580 goo- 
Erdnüsse 100 80 — — 100 80 
Kolanüsse. ....... 2724 = 2099 9223 9220 11 917. 11 319 
Kokosnüssse 91. 40 — — 91 40 
  
  
  
Zusammen n 4089 843
        <pb n="635" />
        b. Eiufuhr nach Kamerun: 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Kamerun-Bezirk Victoria-Bezirk Zusammen 
Waarengattung 
Werth Werth Werth 
Menge Mk. Menge Mr. Menge Al. 
I 
Rum, Genever und Spiritus 1007 702 Liter 602 890 368 657 Liter 174 600 376359 Liter777490 
Li 22713 = 30 590 3784- 5 141 - 35 731 
Feuerwassen. 6227 Stück 89 501 6 Stück, 4 6 233 Stück 89 906 
Pulver 170 964 kg 171 726 9988 kg 10 882 180 952 kg 182 608 
Salz 2729 680 = 305 725 119 175 120012 848 855 = 317 726 
Reis 809 907 182229 140 707 = 32 050 950 614 214279 
Tabak . 105 191 184 075 40 036 = 364 145 227 240 439 
Gewebe, wnnen 232 318 086 48 785 224 261 281 103 1 310 849 
Vlei und Bleiwaaren 1 670 759 2994 14920 4 664 2249 
Justenbinderaren . 343 819 04 1 447 1 002 
Droguen und Farben 46 380 31 871 042 3221232422 35 083 
Eisen und Eisenwagren 444 819 207 331 115 525 55 8108 560344 263 146 
Flachs-, Hanf= u. dgl. Gespinnste 31981 7 598 2702 2 818 6 683 10 416 
Getreide und sonstige Erzeugnisse 
des Landbaue 45 106 14004 3904 1337 40 010 15 341 
Glaswaaren ug Porz ell— 52 646 87 518 1402 54 108 89398 
Bau= und Nutzholz, oet Hz2 a 
waaren. 1 288 684 261 962 59 012 23 650 1347 696 285 612 
Justrumente und Maschinen 7 758 16 033 1127 21 8 885 18 153 
Kautschuk-(Gummiz-) Waaren 202 1466 36 147 238 1 613 
Kupfer= und Messingwaaren 18346 27 848 6 008 6623 24 354 34 471 
Leder und Lederwaaren. 1571 10 300 365 1745 1936 12 045 
Gold= und Silberwaaren 32 3681 — — 32 3681 
Hüte und *“ 9612 52 538 786 4 667 10 398 57205 
Kurzwaa . 9 858 22 042 1022 4788 0880 26 830 
Leinen- 5. Seilerwaaren 72521 48 986 9 141 5 685 81 662 54 671 
Litterarische u. Kunstgegenstände 3 799 12 021 377 1.050 4176 13 071 
Cigarren 1134 9 55 82 480 1216 11 033 
Bier 121979 70 355 19032 1088144011 81 236 
Wein . 27 417 46 803 6 829 8574 34246 55 377 
Mineralwasser . 47514 39 407 5267 2811 52 781 42218 
Sonst. bertehrungsgegenstne. 
Materialwaaren 2c. 645 799 434 035 75532 71 644 721 331 505 679 
Oele, Fette, Li 15 853 12 455 992 1202 16 345 13 657 
Papier und giapierwoven . 2219 6474 3 758 1 739 5 977 6213 
Petroleim . 53 602 18 414 10 076 v 2913 63 678. 21 327 
Seife und Zorsimerien . 117 942 45 432 10 1 3658 128 523 490900 
Steinwaa . 12373 „ 3 033 775 624 13 148 3 057 
Stroh= und #aitvnaren . 75 84 1803 1674 1878 1 758 
Theer und Pech. . 20719 3223 6410 1 442 27 129 4665 
Steinkohlen 1243 818 63 011 — I — 1243 848 63 011 
Thonwaaren. 16 8411 8 383 2353 1 2294 19 194 10 677 
Thiere und Aberiche rodute 2298 4236 — 2298= 4236 
Cement, 296 896 22 754 88 298 = 6 510 385 194 29264 
Wnschs , Zum und Bint l » · 
waaren 63 291 201804 56814 1 756 68 905 26 560 
Uhren 129 3 593 — — 129 3 593 
Möbel, Lauohaltungs- und 
Schiseinventriengegenfuide 39 81 74219 229 248 40046 1467 
Munition . 12 672 1. 10 295 126 429 12 798 » 10 721 
Neise- znd Passagieressekten 4866 290911 453 2420 5319 298331 
WMasferfahrzenge neist Iubehor 34 951 33086 8 492 35 319 53 57 
Wolln . 10 250 — — 10 25 
Genun#en Geld — 389 700 — 37 500 — 427200 
Verschiedenes 6184 . 33 896 584 1 1 480 67668 35376 
Zusammen 5658 192
        <pb n="636" />
        — 554 — 
Perspnalien. 
Seine Majestät der Kaiser haben den vortragenden Rath im Reichs-Marine-Amt, Geheimen 
Admiralitätsrath Ir. Herz, mit der Wahrnehmung der Auditeurgeschäste bei dem Gericht des Ober- 
kommandos der Schutztruppen Allerhöchst zu beanftragen geruht. 
Dem ständigen Hülfsarbeiter in der Kolonial-Abtheilung des Auswärtigen Amts Vizekonsul 
v. Buri ist der Charakter als Legationsrath verliehen worden. 
  
Dem Rechnungsbeamten Seidlitz und dem Bauleiter Hentrich bei dem Kaiserlichen Gouverne- 
ment für Deutsch-Ostafrika ist das Militär-Ehrenzeichen 2. Klasse Allerhöchst verliehen worden. 
  
VWVVVVVVVVVVVVVVVVVVyVyYVYVYVYVyTYyVYVYVFVVVWVVVTVVVVVVVVVVVVVVVVDVYTVVVYVVVVVVVV 
Nichtamtlicher Theil. 
Perwnal-Machrichten. Christaller dem dieses Jahr in ganz Westafrika 
« beinahe epidemisch auftretenden Fieber zum Opfer 
Deutsch · Ostafrita. gefallen. Der Verstorbene, der 1863 als Sohn des 
Der frühere Kompagnieführer der Kaiserlichen bekannten Missionars geboren war, hat 1881 seine 
Schutztruppe Premierlientenant a. D. v. Elpons erste Lehrerprüfung mit bestem Erfolge bestanden 
ist behuss Verwendung als kommissarischer Bezirk“rz und war dann Lehrer am Missionshause in Basel. 
amtmann in Langenburg in den Kolonialdienst über= 1886 trat er in den Reichsdienst, um in Kamerunn, 
nommen worden und hat die Ausreise nach Ostafrika wo er am 10. Jannar 1887 eintraf, eine deutsche 
angetreten. Schule anzulegen. 
— Er hat dort mit großem Erfolge gewirlt und 
Der Premierlieutenant a. D. v. Bercken ist mit sich die Liebe der Eingeborenen wie der Europäer 
dem 14. August d. Is. aus der Schutztruppe für erworben. Mit welchem Fleiße und Ernste er seinen 
Deutsch-Ostafrika ausgeschleden. Aufgaben oblag, davon legen eine Reihe werthvoller 
— Arbeiten über die Duallasprache (Schulfibel, Gram- 
Der Feldwebel Hartmann ist aus der Schutzz matik und Wörterbuch) Zeugniß ab. 1895 wurde 
truppe für Ostafrika unter Gewährung der gesetzlichen ihm in Anerkennung seiner Verdienste der Titel 
Pension und des Civilversorgungsscheins ausgeschieden. Oberlehrer verliehen. Das Schutzgebiet und die 
4 smN*I Kolonialverwaltung haben durch das Ableben 
Der Kassirer beim Kaiserlichen Gonvernement Christallers einen schweren Verlust ersahren. 
Möller scheidet seiner angegriffenen Gesundheit 
wegen aus dem Kolonialdienst aus. 
Der zur Vertretung des Stationsleiters Rom- 
Ramerun. berg in Campo angenommene Militäranwärter 
Nach einer Drahtmeldung aus Kamerun ist der Schwehm und der Gärtner Pietraß treten die 
dortige Oberlehrer an der Regierungsschule Theodor Reise nach Kamerun an. 
  
Machrichten aus den deuklschen Schuhgebieken. 
(Abdruck der Nachrichten vollständig oder theilweise nur mit Quellenangabe gestattet.) 
Deutsch-Hlkafrika. Heimath zurück, sassten die englische Regierung bis 
. auf einige Rädelsführer hatte Amnestie eintreten lassen. 
: Ueber die Ansiebelung der Ubarukleute Ein Theil der nach Dar-zes-Saläm gebrachten Leute 
berichtet der stellvertretende Gouverneur unter dem ging in das Innere, um Handel, insbesondere auch 
29. Juli d. Is. Folgendes: mit Kautschuk, zu betreiben; ein Theil wanderte über 
Etwa 1000 Mbarukleute waren nach und nach Land wieder nach dem englischen Gebiete zurück. 
nach Dar-es-Saläm überführt worden. Der Rest Mbaruk selbst wurde mit etwa 400 seiner Leute 
derselben blieb in Tanga und Umgegend, um dort 2½ Wegstunden von Dar-es-Saläm in der neuen 
zerstreut bei Plantagen-, Wege= und Eisenbahnbau durch den Bezirksamtmann v. Stranßz angelegten 
Arbeit zu thun, oder kehrte truppweise in die alte !Ortschaft „Mbaruksruhe“ angesiedelt. Einc weitere
        <pb n="637" />
        Ansiedelung von etwa 300 Mann ist zur Zeit bei 
der alten Ortschaft Pugn, zwei Tagemärsche von 
Dar-es-Saläm, im Entstehen begriffen. Beide An- 
siedclungen liegen unmittelbar am großen Karawanen- 
wege, der in den letzten Jahren neu hergestellten 
Pugustraße, der alten Mar Kinnonstraßc, und bilden 
in dieser menschenleeren Gegend einen sehr will- 
kommenen Bevölkerungszuwachs. 
Die Mbarnkleute sind ein sehr ruhiges, arbeit- 
sames Völkchen. Der alte Mbaruk war anfangs 
schen und zurückhaltend, hat aber jetzt, wie cs scheint, 
das volllommenste Vertrauen zu der deutschen Ver- 
waltung gefaßt und kommt den von den Verwaltungs- 
behörden getroffenen Anordnungen bereitwilligst mit 
seinen Leuten nach. Nahrung, Kleidung wird in 
ausreichendem Maße für die Leute, die als Gegen- 
leistung zu Wegearbeiten angehalten werden, bis zur 
nächsten Ernte gewährt. Auch sind für beide An- 
siedelungen Kühe, Schafe, Ziegen zur Zucht beschafft, 
und wird dafür Sorge getragen, daß die nöthigen 
Felder geklärt werden, um rechtzeitig bestellt werden 
zu können. 
Der Ort „Mbarnksruhe“, unmittelbar an der 
von den Mbarukleuten sehr schön in Ordnung ge- 
brachten Pugustraße gelegen, bildet bereits jetzt den 
beliebtesten Ausflugspunkt der deutschen Kolonie in 
Dar-es-Saläm. Nach dort wurde auch kürzlich bei 
Anwesenheit S. M. S. „Seeadler“ und des italieni- 
schan Kriegsschiffes „Volturno“ von Offizieren und 
Beamten dieser Kriegsschisse und des deutschen Gou- 
555 
vernements ein gemeinsamer Ausflug unternommen, 
der jedenfalls dazu gedient hat, bei den italienischen 
Offizieren Interesse und Befriedigung hervorzurufen, 
denselben auch einen Einblick in das Vorgehen und 
die Erfolge der deutschen Verwaltung zu gewähren. 
Es ist in keiner Weise zu erwarten, daß durch 
die Mbarukleute der Verwaltung in Zukunft etwa 
Schwierigkeiten entstehen werden. Im Gegentheil 
steht zu erhoffen, daß durch dieselben eine allmähliche 
Erschließung des menschenverlassenen fruchtbaren Ge- 
bietes der Puguberge zu erreichen ist, da die Leute 
sehr fleißig sind, von Ackerbau etwas verstehen und 
sich zu Anbauversuchen jeglicher Art bereit erklärt 
haben. Die Mbarukfrage als solche hat demnach 
für die deutsche Kolonie die wünschenswertheste 
Lösung gefunden. 
Landwirthschaftliches. 
Seitens des Kaiserlichen Gouvernements in Dar- 
es-Saläm wurden im Laufe des Jahres einige Boden- 
proben eingesandt, welche von der Usambarastation 
herrühren. Dieselben wurden seitens des Dirigenten 
des Versuchsfeldes der Königlichen landwirthschaft- 
lichen Akademie Poppelsdorf, Herrn Pflofessor 
Dr. Wohltmann, einer Prüsung unterzogen, deren 
Ergebniß in der nachstehenden Analysen-Tabelle 
niedergelegt ist: 
  
Boden der Usambarastation. 
Kalter 48stündiger salzsaurer Auszug. H. Cl. Spec. Gew. 1,15. 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Luengerathal Gariathal runithal Berg Mangase 
# gerath h W ih Tin#nLendia Nguelo-Plantage 
cu. 150m vom Flusse, Erde von 100 m über d „Oeerlaus, über den i 
ödes kahles Land, Erd o t dein Gluĩ. alen Kilaba de Dege · « 
. einselttekldlekiatnceinemSudhanspSebkqllesFah .d m«l400,.,9kotdhanq.UleldeI- 
Bezeichnung und Büsche, noch im Termiten. Kulturland, Wald #nt m' Quellgebiet Urwald, Kasseeland 
erchn hügel leinzelne Bananen) Urwald, viel Unler,der Aliaba. unen 
Oberkenme 16 cm Tiefe bberkrume75 em TieseOberkrume] 3° Tiefe ' Obeit O Wen Tiese 
5% 00% 5% o 5% 5% 5% 5% 5% 5% 
.. I 2 2 
Feuchtigkeit. .. 12,114 1158 514 224 2, 6,52 226442 6,52 1022 1051 
Guhochurdt ... 12,58 I 12,4223,21 16,58l12,44 7,08 ,8523,2C) 844 4, 56 3,24 
Stickstofff ,1830 0,10908 0,58464,.3904 0,1344 0,2196 0 7200 0,0316„2212, 0,0915 
Phosphorsäure 0,092 0-·120 212 0220 2944 91 
K#allH rol2 00tns 00%%%%%nG. 0082 Cors, Ools ttos oOoes 03 
Kali in heißem 
Auszuge!))D00 004 412 0182 Oolc 0, K4Xoo 0 124 0087 
Kallq 033% 0187 0214 012 4009 0010 
Magnesi 0570 087 022540468| 0353000 00|1 2/½ 0149 014 0 
Eisen-u. Thonerde 1124 9,65 17 928 1206 55 211 1524 5,.04 12,74 13,87 
Kieselsäure 0 0 S 0046 0,120 0,1441 0020 0,1581 0,160 1 o,140) 0098 0,086 
Wie Professor Wohltmann hierzu erlänternd 
bemerkt, zeichnen sich die untersuchten Böden durch 
einen erheblich günstigeren Nährstoffgehalt aus als 
die Mehrzahl der bisher von ihm untersuchten afri- 
kanischen Böden.“) Der Stickstoffgehalt von einigen 
der jehßt untersuchten Proben ist hervorragend. Die 
  
*) Vergl. Deutsches Kolonialblatt 1896, S. 443. 
) Heißer Salzsäure-Auszug; 10 g Boden mit 50 cem Salzsäure (Spec. Gew. 1,15) eine Stunde lang auf 
1 
dem Sandbade gekocht
        <pb n="638" />
        Mehrzahl der Böden ist reich an Phosphorsäure, 
Kalk und Magnesia. Dagegen haben die sämmtlichen 
Proben einen mehr oder weniger geringen Gehalt 
an Kali. 
Ramernn. 
Ueber seine Expedition im Vaündelande?) 
berichtet der stellvertretende Kommandeur der Schut= 
truppe Hauptmann v. Kamptz aus Kamerun unter 
dem 15. Juli d. Is. Folgendes: 
Am 6. März sandte ich die Unteroffiziere Ganske 
und Rückert mit 40 Soldaten zur Küste, um die 
in Kribi und Lolodorf wegen Trägermangels zurück- 
gebliebenen Expeditionslasten und außerdem neuen 
Proviant heraufzubringen. Auch wurde ihnen die 
Post mitgegeben. Da Nachrichten über das Verhalten 
der Yaundes, südlich des Njong, noch ausstanden, 
gab ich der Karawane die oben erwähnte Zahl 
Soldaten mit. Der Führer Unteroffizier Ganske 
erhielt die Weisung, sich jeder Feindseligkeit zu ent- 
halten und die Karawane unter möglichster Beschleu- 
nigung dem Bestimmungsort zuzuführen. 
Inzwischen war das Land der Voghe-Beschüh 
von mir rekognoszirt worden, wobei einige Schisse 
sielen. Während die Gegend vom Niong bis zur 
Yandestation den Charakter einer Hiellandschaft 
trägt, erheben sich die Berge der Voghe-Beschüh zu 
mächtigen Höhen, den Anfang eines Gebirgszuges 
bildend, der sich nach Norden und Westen weit fort- 
setzt. Die steilen Hänge dieser Berge sind vielfach 
lahl und felsig, die Kuppen und einige Streifen dicht 
bewaldet. Auch der niedrig gelegene Theil von 
Voghe-Beschüh weist Verschiedenheiten auf, meist sind 
nur die Thäler der allerdings sehr zahlreichen Bassa- 
leute bewaldet. Das übrige Land bedeckt eine mit 
einzelunen Bäumen bestandene Grassavanne. Viele 
Dörfer lassen auf eine zahlrciche Bevölkerung schließen, 
desgleichen die vielen Felder und Farmen auf Fleiß 
und Arbeitsamkeit. Die Voghe-Beschüh halten nun 
ihre in der Ebene gelegenen Dörfer verlassen und 
sich auf die Berge zurückgezogen. Tagtäglich frugen 
sie durch die Trommelsprache an, weshalb die Weißen 
noch nicht zum Kämpfen kämen, sie würden vom 
Warten müde und dergleichen. Ebenso sandten die 
mit ihnen verbündeten Ntonis die Aufforderung 
zum Kampf. 
.Am 7. März rückte ich mit den mir noch ver- 
fügbaren Kräften, einem weißen Unteroffizier, dem 
Feldwebel Vorwerk, und dem Militärbeamten, 
Unterbüchsenmacher Zimmermann, 92 farbigen 
Soldaten und einigen 20 Trägern gegen die Voghe- 
Beschühs aus. Unteroffizier Müller verblieb mit 
Kranken, Verwundeten und einem kleinen Wacht- 
kommando auf der Station. Häuptling Amba be- 
*) Vergl. Deutsches Kolonialblatt 1896, S. 411. 
556 
  
gleitete mich. Von seinen Leuten durften nur zehn 
solgen, die als Führer Verwendung fanden. Auf 
die übrigen verzichtete ich, da von ihren Leistungen 
im Verein mit einer regulären Truppe wenig zu 
erwarten war. 
Das Lager wurde in dem nur etwa 2½ Stunden 
von der Station entfernten Dorfe Namajede aufge- 
schlagen, von hier aus rekognoszirte ich mit den 
Weißen und der Mehrzahl der farbigen Unteroffiziere 
die Gegend am Fuß der Gebirge. Die Hauptmasse 
der Truppe fouragirte in den reichen, wohlbestellten 
Farmen und deckte hierbei die zahlreichen Yetude- 
und Ambaleute, denen ich das Gleiche erlaubt hatte. 
In gleicher Weise wurde am folgenden Tage ver- 
fahren. Durch herausbestellte Stationsarbeiter sowic 
durch Yetude= und YMaundeträger sind im Ganzen 
über 400 Lasten Lebensmittel auf die Station ge- 
bracht worden. 
Am 9. wurde das Lager nach Burngabelle ver- 
legt. Dieser Ort, auf einem hohen Gebirgssattel 
gelegen, war vom alten Lagerplatz nur eine Stunde 
entfernt. An demselben Tage waren bereits um 
3 Uhr morgens zwei starke Patrouillen gegen ein in 
der Nähe liegendes großes Ntonidorf entsandt worden. 
In diesem sollte Ombabissoko und der größte Theil 
seiner Leute Unterkunft gefunden haben. Es wurden 
hierbei mehrere Feinde getödtet und Vieh erbeutet. 
Der Bruder des Ombabissoko befand sich unter den 
Gefallenen. Ombabissoko ist, seiner eigenen späteren 
Aussage nach, nur durch Zufall der Gefahr entronnen. 
Am 10., 11., 12. und 13. verfolgten Patrouillen 
die nunmehr zerstreuten Voghe-Beschühs und Rtonis. 
Die flüchtigen Voghe-Beschühs und Ntonis hatten 
zum Theil bei den Voghe-Fas, zum Theil bei den 
Voghe-Bellas Aufnahme gefunden. Da nummehr die 
Voghe-Beschühs und Ntonis gestraft waren und den 
übrigen Völkern als abschreckendes Beispiel dienen 
konnten, ging ich am 14. zur Station zurück, um 
von dort aus durch Verhandlungen weiter gegen den 
Urheber des Aufstandes, den Häuptling Ombabissoko, 
zu wirken. Den Voghe-Bellas und den Voghe-Fas 
ließ ich durch Boten, die der Häuptling Amba stellte, 
sagen, daß, wenn der Häuptling Ombabissoko nicht 
binnen einer festgesetzten Frist auf der Station zur 
Unterwerfung erschiene, würde ich die Stämme, die 
ihn ausgenommen haben, in ähnlicher Weise wie die 
Voghe-Beschühs und Ntonis bestrafen. In dem 
Falle, daß Ombabissoko freiwillig zur Station komme, 
sei ihm das Leben geschenkt. Die Drohungen, die 
mehrfach wiederholt wurden, hatten den gewünschten 
Ersolg. Am letzten Tage des gestellten Termins, 
am 27. März, erschien Ombabissoko auf der Station 
zur Unterwerfung, noch 60 Mann seiner mit Ge- 
wehren bewaffneter Krieger begleiteten ihn. Nach- 
dem ich in längerer Rede ihm seine Schuld vor- 
gehalten und die Friedensbedingungen bekannt gegeben 
hatte, wurde er vor den Augen seiner Leute in Eisen 
gelegt und in das Gefängniß abgeführt. Da die 
Voghe-Beschühs bereits gestraft waren, gewährte ich
        <pb n="639" />
        ihnen leichtere Friedensbedingungen. Die Haupt- 
bedingungen waren folgende: Der Häuptling Omba= 
bissolo hat 100 Ziegen zu zahlen, ferner hat der- 
selbe vom 1. April ab auf sechs Monate 10 Arbeiter 
unentgeltlich für die Station zu stellen, er selbst 
verbleibt als Geisel auf der Station, bis alle Be- 
dingungen erfüllt sind. Ferner hat derselbe alle 
Streitigkeiten der Station zur Entscheidung vorzu- 
legen. Die Häuptlinge der Ntonis waren bereits 
unmittelbar nach dem Eintreffen der Expedition zur 
Unterwerfung auf der Station gewesen. 
Ombabissoko, über die Ursachen zum Aufstand 
befragt, gab an, er wäre zur Zeit, wo die Feind- 
seligkeiten begonnen hätten, auf Reisen gewesen, die 
jungen Leute in seinem Orte hätten leichtsinnig ge- 
handelt, wenn er zur Stelle gewesen, wäre der Frie- 
den nicht gebrochen worden. Derselbe bestritt, daß 
die Voghe-Beschühs die von ihnen gefangenen 
Stationsleute geschlachtet und aus ihnen Medizin 
gemacht hätten. Nur einen der Gefangenen hätten 
die Voghe-Beschühs nach Ausbruch der Feindselig- 
leiten getödtet, der andere Gefangene sei an die 
Ntonis verkauft worden, welche ihn an die Bakokos 
weiter verhandelt hätten. 
Am 2. April 1896 traf der Lieutenant Dominik 
auf der Station ein und übergab ich ihm die Leitung. 
Er meldete mir, daß die Stämme südlich des Njong 
den Frieden wollten. 
Da inzwischen die Voghe-Beschühs die ihnen 
auferlegten Kriegskosten bezahlt, die gestellten Voghe- 
Beschühs sehr fleißig sich erwiesen hatten und über- 
haupt die ganzen Leute sehr zutraulich waren, setzte 
ich an demselben Tage den gefangenen Häuptling 
Ombabissoko in Freiheit. Ich habe diesen Schritt 
nicht zu bereuen gehabt, denn Ombabissoko hat sich 
nach seiner Entlassung stets freundlich und zutraulich 
gegen die Station gezeigt. 
Zu meiner Orientirung über die Verhältnisse am 
oberen Sannaga rückte ich am 14. April mit drei 
Weißen, 119 Soldaten und den nöthigen Trägern 
nach dem oberen Sannaga ab. Ich nahm möglichst 
viele Soldaten mit, weil die Besürchtung nahe lag, 
daß auf der Station Ya#unde, durch die Anwesenheit 
so vieler Menschen, die Lebensmittel knapp werden 
könnten. Unser Nachtquartier schlugen wir in dem 
YMetudedorf Ajunguana, welches bereits im Graslande 
liegt, auf. Anfangs waren die Bewohner dieses 
Dorfes scheu, doch wurden sic allmählich zutraulicher. 
Am 15. April übernachteten wir in dem Ntonidorfe 
Etabomba-Etawi. Die Leute waren hier nicht schen 
und verblieben bei unserem Anrücken in ihren Häu- 
sern. Ihr Vertrauen hob sich, als ein Träger be- 
strast wurde, der sich Uebergriffe erlaubt hatte. Am 
17. übernachteten wir in Mowomela, einem Dorfe 
der Menjada, nachdem wir die Flußläufe Fullu und 
Fama passirt hatten. Beide waren sehr angeschwollen 
und reißend, und leistete uns beim Durchwaten ein 
mitgeführtes Drahttau gute Dienste. Die Bevölke- 
  
557 — 
rung von Mowomela hatte sich geflüchtet und erst 
auf der Rückreise zeigte dieselbe Vertrauen. 
Am 18. kamen wir nach kurzem Marsch nach 
der Landschaft Batschenga. In dem Dorfe des 
Häuptlings Kule, welches wir um 10½ Uhr passir- 
ten, wurden wir überaus freundlich aufgenommen. 
Große Töpfe mit Durrahbier und Lebensmittel 
wurden uns zur Verfügung gestellt. Der Häuptling 
bat inständig, wir möchten doch bei ihm übernachten. 
Da ich jedoch Awuna, welches unmittelbar am 
Sannaga liegt, zu meinem Marschziel ausersehen 
hatte, schlug ich ihm die Bitte ab mit dem Hinweis, 
bei dem Rückmarsche in seinem Dorfe zu schlafen. 
Auch in Awung wurden wir freundschaftlich auf- 
genommen, Lebensmittel und Durrahbier erhielten 
wir auch hier, auch wurde Beides von Kule nach- 
gesandt. Ich verblieb bis zum 21. einschließlich in 
Awuna und benutzte die Zeit, durch Jagen in der 
überaus wildreichen Gegend auf dem anderen Ufer 
des Sannaga meinen Leuten die langentbehrte 
Fleischkost zu geben. 
Am 22. marschirten wir auf dem linken Sannaga- 
ufer aufwärts nach Tinatl. Der Besuch war vorher 
durch Boten angekündigt. Wir marschirten um 7 Uhr 
vormittags ab und kamen gegen Mittag an. Der 
Weg dorthin führte durch Grassavanne und hatten 
wir drei größere Wasserläufe zu durchschreiten, von 
denen einer nur mit großer Mühe passirt werden 
konnte. Der Häuptling Na hatte die deutsche Flagge 
gehißt und kam uns entgegen. Er macht trotz seiner 
Jugend einen sehr gesetzten ruhigen Eindruck. Wohl- 
thuend berührt bei der Begrüßung und den späteren 
Verhandlungen die große Ruhe und Aufmerksamkeit, 
die in seiner Umgebung herrscht. Ganz im Gegensatz 
zu den Yaündehäuptlingen ist er unbedingter Herrscher 
über sein Volk, und werden seine mit leiser Stimme 
gegebenen Befehle rasch und ohne Widerrede aus- 
geführt. Der Expedition wurden 27 große runde 
Hütten zur Unterkunft eingeräumt, und wurde fertig 
zubereitetes Essen und viele Krüge mit Durrahbier 
zur Verfügung gestellt. Er bestätigte die schon in 
Kule und Awuna in Erfahrung gebrachten Nach- 
richten über Ngilla und gab an, daß Ngilla vor etwa 
zwei Monaten den Sannaga oberhalb Mango an 
einer seichten Stelle überschritten und seinen Bruder 
Mango bekriegt habe. Er sei seinem Bruder zu 
Hülfe geeilt und habe Ngilla mit einem Verlust von 
40 Mann schließlich das Feld räumen müssen, ohne 
Gefangene gemacht zu haben; der diesseitige Verlust 
betrage nur 20 Köpfe. Sein Bruder Mango sei 
jedoch aus seiner Stadt weggezogen, da ihm der 
bisherige Aufenthalt auf der Insel zu unsicher sei, 
und halte sich auf dem linken Sannagaufer, weit 
vom Flusse entfernt, auf. Zur Zeit herrschten bei 
Ngilla die schwarzen Pocken und Ngilla soll selbst 
hieran erkrankt sein. 
Tags darauf brachte mir Na sechs Elefantenzähne, 
darunter zwei sehr große, zum Geschenk, am Nach- 
mittag fand ein großer Kriegstanz statt, an dem
        <pb n="640" />
        ungefähr 60 Krieger theilnahmen, worunter 20 mit 
Flinten bewaffnet waren. Im Anschluß daran hielt 
Na vor seinem Volke eine lange Rede, er hob zu- 
nächst seine große Freundschaft und sein Vertrauen 
zu den Weißen hervor und sagte, er würde demnächst 
keinen Krieg ohne Einwilligung der Weißen führen. 
Der Weiße wäre wohl in der Lage, ihm überall 
zu helfen. Ich entgegnete ihm, die kleinen Busch- 
palawer solle er, wie früher, selbst erledigen, sie wären 
für den Weißen zu unwesentlich, er solle aber stets 
sowohl seinem Bruder Mango als auch den übrigen 
Stämmen, welche auf dem linken Sannagaufer 
wohnen, gegen Ngilla helfen, Ngilla habe nichts auf 
dem linken Sannagaufer zu suchen. Dann führte ich 
ihm die große Gefahr, welche das Erscheinen der 
Pocken bei Ngilla mit sich brächte, vor Augen und 
gab ihm Weisung, durch sorgfältige Absperrung sich 
vor Einschleppung dieser Krankheit zu bewahren. 
Dieselben Weisungen haben von mir die anderen 
Bewohner des Sannagaufers erhalten. Mein Gegen- 
geschenk, welches ich am anderen Tage überreichte, 
war entsprechend groß. Es folgte an demselben 
Tage ein Vorexerziren meiner Truppe, wobei nament- 
lich fünf Patronen Schnellfeuer einen großen Ein- 
druck machten. 
Am 25. nahm ich von Natinati Abschied und 
begab mich nach Kule. Von einem Besuch bei Mango 
mußke Abstand genommen werden, da infolge der 
letzten kriegerischen Ereignisse Mangel an Lebens- 
mitteln dort herrschen solle. Der Sannaga bildet 
bei Tinati bei zahlreicher Inselbildung Stromschnellen, 
die dem Befahren ein Hinderniß entgegensetzen. Von 
Kule kehrte ich, die alten Quartiere benußend, nach 
der Station Yaunde zurück, wo ich am 29. April 
eintraf. Es ist zu bemerken, daß bei dem Rückwege 
die Bewohner aller Dörfer überaus zutraulich waren 
und entgegenkommend Nahrungsmittel brachten. Die 
Truppe beendigte die angefangenen Arbeiten auf der 
Station. Es wurde gebaut eine neue Viehfenz, etwa 
100 m im Geviert, desgleichen wurde die Station 
frisch umzäunt und diese neue starke Fenz mit 
Bastionen und Schützenständen versehen. Die Länge 
der neu errichteten Fenz beträgt etwa 350 laufende 
Meter. Auch wurde nach der Voghe-Beschühseite 
zu ein geschleppter Astverhau errichtet, welcher, das 
Gartenland umschließend, auf der Nordwestseite bis 
zum Wasser herunterreicht. Inzwischen hatten sämmt- 
liche Yaundehäuptlinge ihre Unterwerfung melden 
lassen. Bercits am 9. Mai wurde die Post durch 
einzelne Soldaten, wie in früheren Zeiten, herunter- 
gebracht. Am 17. wurden die bestellten Träger ge- 
mustert. Mehr als einmal so viel, wie gebraucht 
wurden, waren erschienen, unter Anderem hatten sich 
zum ersten Mal 60 Bancträger gestellt, welche ich 
infolgedessen auch alle einstellte. Am 198. erfolgte 
der Rückmarsch der Expedition nach der Küste, ob- 
gleich der Gesundheitszustand der Weißen ein recht 
mäßiger war und während des Rückmarsches fort- 
558 
  
gesetzt neue Erkrankungen vorkamen. Es erwuchs 
jedoch der Expedition hierdurch kein Aufenthalt. 
Als die Expedition die bestraften Gegenden 
passirte, zeigten sich sämmtliche Bewohner vertraut, 
beinahe alle Dörfer waren wieder frisch aufgebaut 
oder es waren die Leute mit dem Wiederaufbau be- 
schäftigt. Nur der bucklige Häuptling Ombasamissoto, 
der südlich des Njong wohnt, hatte sein Dorf nicht 
wieder aufgebaut und war, wie die Nachbarn er- 
zählten, weit weggezogen. Am 28. Mai erreichten 
wir Station Lolodorf. Hier hatte inzwischen der 
Stationsleiter, Sergeant Heinthaller, den Häupt- 
ling Tunga, ciner früher von mir ertheilten Weisung 
nachkommend, gefangen genommen. Tunga war, 
abgesehen von seinen alten Sünden, nie der Auffor- 
derung, den Weg zu reinigen, nachgekommen und 
die Strecke Bipindi— Lolodorf war die schlechteste 
des ganzen Weges. Die Gefangennahme Tungas 
erfolgte, ohne daß ein Schuß dabei fiel. Sergeant 
Heinthaller holte ihn mit acht Soldaten mitten 
aus seinen Leuten heraus, von denen ungefähr 150 
zur Stelle waren. Durch die Gefangennahme Tungas 
sahen sich seine Leute veranlaßt, die Straße in der 
vorgeschriebenen Abmessung nunmehr herzustellen, und 
dem Einfluß der Station Lolodorf ist es ferner zu- 
zuschreiben, daß auch die Straße bis weit nach Yaunde 
hinein sich in gutem Zustande befindet. Die Strecke 
Lolodorf— Bipindi ist zur Zeit die beste des ganzen 
Weges. Trotz der Bitten vieler Gumbahäuptlinge 
wurde Tunga gefesselt von mir zur Küste gebracht 
und dem Gonvernement zur Aburtheilung übergeben. 
Ueber die Verhältnisse von Lolo meldete mir der 
Stationsleiter, Sergeant Heinthaller, daß die 
Bulys, welche schon in unmittelbarer Nähe der 
Station sitzen, Schwierigkeiten machten, sie drängten 
allmählich die Gumbastämme zurück, auch schon gegen 
Weiße hätten sich dieselben Uebergriffe erlaubt. 
Einem amerikanischen Missionar, der nach Balue gehen 
wollte, wurde von den Bulys sein Magazingewehr 
weggenommen. Diese amerikanische Mission Value 
liegt ungefähr drei Tagereisen südöstlich von Lolodorf. 
Von Groß-Batanga soll diese Mission fünf Tage- 
märsche entfernt sein. Wie ich in Lolo hörte, beab- 
sichtigen diese Missionare bei den Banes eine neue 
Station zu gründen. 
Ein Krebsschaden für alle Verhältnisse sind die 
von den weißen Faktoreien in den Busch gesandten 
Karawanen, die nur aus Farbigen, meistentheils 
Weyjungen, bestehen. Im Besitz von einigen Hinter- 
ladern, welche ihnen von den Faktoreien mitgegeben 
werden, erlauben sie sich Uebergriffe aller Art gegen 
die Eingeborenen. Derartige Karawanen in der 
Stärke von ungefähr 40 Trägern mit vier Hinter- 
ladegewehren ausgerüstet, habe ich zwei Tagemärsche 
landeinwärts von Lolodorf angetrossen. In Kribi 
kam die Expedition am 4. Juni an, wurde am 5. 
an Bord der „Nachtigall“ gebracht und landete am 
6. morgens in Kamernn.
        <pb n="641" />
        Das Kaiserliche Gouvernement bemerkt dazu, 
daß, wie aus den neueren Nachrichten des Lieutenants 
Dominik hervorgeht, die Nuhe im Yauündelande 
wieder vollständig hergestellt und die Straße 
Yaunde — Kribi sicher ist. Der Häuptling Tunga 
wird vorläufig in Kamerun zurückbehalten. Er wohnt 
in der Kaserne und darf in Begleitung eines Sol- 
daten ausgehen. Die in Kamerun empfangenen 
Eindrücke haben Tunga wesentlich umgestimmt, so 
daß er schon den Wunsch ausgesprochen, er möchte 
auch einmal Deutschland besuchen. Durch den Bruder 
Tungas, Bam Bam, welcher sreiwillig mit nach 
Kamerun gekommen war, sind die Ngumbalente an- 
gewiesen worden, zunächst den Weg Kribi — Bipindi 
vollständig zu reinigen und möglichst eben herzustellen. 
Die RNgumbaleute sind zur Zeit an dieser Arbeit. 
Nach Fertigstellung des Weges soll Tunga wieder 
freigelassen werden unter der Bedingung, daß er stets 
die Straße durch sein Land offen hält, keine Kara- 
wanen belästigt, durchziehenden Regierungskarawanen 
Unterkunft und Verpflegung gewährt und sich den 
Anordnungen der Station Lolodorf unbedingt 
unterwirft. 
Rus dem Bereiche der Missionen und 
der Ankiskhlaverei-Bewegung. 
Nach Mittheilungen aus „Unter dem rothen 
Kreuz“ ist Schwester Leonore in Kamerun in Er- 
holungsurlaub gegangen. Es sind dorthin die 
Schwestern Elise Weidner, Johanna Wittum und 
Elise Franke abgereist. 
  
Das Nachtigal-Krankenhaus in Klein-Popo hat 
jetzt neun Betten für Europäer ausgestellt, die zeit- 
weilig sämmtlich belegt waren. Besonders zahlreich 
ist nach „Unter dem rothen Kreuz“ der Andrang 
von Kranken aus Dahomoy. 
Ueber die Schwierigkeiten der Missionsarbeit 
in Kamerun erzählte Missionar Schuler am Jahres= 
feste der Basler Mission: *) 
Auf so einer ersten Reise giebt es allerlei, an das 
sich der Neuling gewöhnen muß. Die Kost besleht 
fast ausschließlich aus Landeskost, das Bett aus einem 
Brett. Der Quälgeister in einer Negerhütte sind 
viele! Moskitos und Mäuse lassen einem bei Nacht 
beinahe keine Ruhe. Einmal wurden wir auf einer 
späteren Reise mitten in der Nacht von Wander= 
ameisen überfallen und schrecklich gequält, so daß wir 
in eine Nachbarhütte fliehen mußten. 
Neben der Reisepredigt begannen wir, den Bau- 
platz (am Sannaga) zu reinigen. Da gub's nun 
auch wieder Schwierigkeiten geung. Als wir nach 
*) Vericht über die christlichen Jahresfeste in Basel 
vom 29. Juni bis 2. Juli 1896. 
559 
  
langen Unterhandlungen Arbeiter gedungen hatten und 
diese beginnen wollten, den Platz zu säubern, rannte 
ein Mann daher, machte einen schrecklichen Lärm und 
sagte unter allerlei Gestikulationen, wir sollten, ehe 
wir anfingen, ihm zuerst den Kopf abschneiden. Er 
rannte unter die Arbeiter hinein, und wir waren 
genöthigt, vorerst die Arbeit einzustellen und den 
Mann anzuhören. Nun kam heraus, daß der Bau- 
platz, den der Häuptling uns verkauft hatte, diesem 
Mann gehörte, und daß der Häuptling die ganze 
Bezahlung für sich eingesteckt habe. Wir mußten 
dem Manne zuerst noch etwas geben, das der Häupt- 
ling zurückzubezahlen versprach; dann konnten die 
Arbeiker weiter machen. Gegen 9 Uhr waren aber 
plöhlich alle verschwunden. Nach langem Suchen 
und Fragen fanden wir einen, den wir fragten, 
warum sie denn nicht arbeiteten; wir hätten ja aus- 
gemacht, daß sie den ganzen Tag arbeiten müßten 
für den bestimmten Lohn. Da lachte er laut auf 
und sagte, bei ihnen sei das nicht Brauch, den ganzen 
Tag zu arbeiten. Die Bakokos arbeiten bis gegen 9 Uhr, 
dann baden und essen sie, und danach pflegen sie der 
Ruhe. Es kostete viel Mühe, bis wir die Leute so 
weit brachten, daß sie den ganzen Tag arbeiteten. 
Wir begannen zunächst eine Lehmhütte zu bauen, 
die als provisorische Wohnung dienen sollte. Da 
wir sie nicht fertig brachten, verakkordirten wir den 
Rest der Arbeit, den sie in 14 Tagen fertig zu 
machen versprachen. Als wir aber im Juli wieder- 
kamen, war noch nichts daran gemacht. Ja als am 
7. Januar des folgenden Jahres (1892), — denn da- 
mals erst konnten wir unsere Station endgültig be- 
ziehen —, Missionar Schkölziger und ich aufzogen, 
war die Lehmhütte noch nicht fertig. Wir waren für 
den Anfang wieder auf die Hütte des Häuptlings an- 
gewiesen, bis unsere Lehmhütte fertig war. In dieser 
Lehmhütte wohnten wir dann beinahe ein halbes 
Jahr. Da war natürlich Alles sehr primitiv, vom 
Tisch im Wohnzimmer an, der aus einer Thür auf 
zwei Kisten bestand, bis zum Herd in der Kiche, 
einem alten Fenstergitter auf zwei kleinen Lehm- 
mauern. Dabei war unser Zimmer zugleich Auf- 
bewahrungsort für die Tauschwaaren zum Bezahlen 
der Arbeiter, für Werkzeuge, für Reis und Salzfische, 
die den Arbeitern als Kost gereicht wurden. Oft 
sehlte es uns am Nöthigsten. Der Bau unseres 
Hauses ging, wenn auch unter vielen Schwierigkeiten, 
vorwärts. — 
Dem Jahresberichte der Basler Mission vom 
1. Juli entnehmen wir Folgendes: Die Station 
Anum zählt nun infolge von 124 Heidentaufen im ver- 
gangenen Jahre in ihrem ausgedehnten Gebiete auf 
dem linken Ufer des Volta über 1000 Christen. 
Die bedeutendsten Fortschritte wurden in dem zu 
Deutsch-Togo gehörigen nördlichen Theile des Sta- 
tionsgebietes gemacht. Dort konnte auch der Ort 
Guamang in der Landschaft Boem neu besetzt werden. 
Durch mehrere größere Reisen nach Norden und
        <pb n="642" />
        — 560 — 
Nordosten, nach Kraschi und Adele und in die an 
letzteres sich anschließenden Landschaften wurde ein 
ansehnliches Gebiet erkundet und vernahm erstmals 
etwas vom Evangelium. Missionar Mischlich hat 
sich nun in Adele zunächst in Bismarckburg nieder- 
gelassen, um die umliegenden Länder zu bereisen. 
In Ntschumurn in Nkonya blüht die Schule unter 
einem wackeren jungen Lehrer auf, und die Bevöl- 
kerung wird dort dem Christenthum geneigter. 
Während früher die Predigt unwirksam zu sein 
schien, wird sie jetzt von den jungen Leuten beachtet. 
Ueberraschend ist der Aufschwung der Außenstation 
Kpando. Noch vor fünf Jahren war von dieser 
Stadt mit ihrer aus Heiden und Mohammedanern 
gemischten Bevölkerung nicht viel zu erwarten. Jetzt 
ist dort eine blühende Gemeinde, die sich in cinem 
besonderen Christendorf angesiedelt hat. Die Seele 
derselben ist der wackere Gemeindeälteste Georg 
Amana. Sonntags pflegt er die Zuhörer um sich 
zu versammeln, um ihnen die in Tschi gehaltene 
Predigt noch einmal in ihrer Muttersprache Ephe 
zu wiederholen und insbesondere den Weibern noch 
weiter zu erklären. Die ganze Gemeinde Kpando 
geht in die Sonntagsschule, um wenigstens noch lesen 
zu lernen. 
In der Kamerunmission waren die wichtigsten 
Ereignisse der Wiederaufbau von Buca, die Grund- 
legung zur Mission in Nyasoso und das Vordringen 
nach Edia. 
Es war ein empfindlicher Schaden für uns, als 
im Jahre 1891 infolge der Gravenreuthschen Expe- 
dition unsere Erholungsstation Buca von den Ba- 
kwiri zerstört wurde. Die Unsicherheit der Zustände 
im Gebirge ließ einen Wiederaufbau lange nicht zu. 
Erst im letzten Jahre konnte derselbe durch unseren 
Baumeister Missionar Schmid begonnen und in 
diesem Jahre der Hauptsache nach beendigt werden. 
Die Station wird, wie wir hoffen, nicht nur den in 
den ungesunden Niederungen vom Fieber schwer 
heimgesuchten Geschwistern eine gute Erholungsstärte 
in der gesunden Gebirgsluft bieten, sondern auch der 
Mittelpunkt für die Mission unter den Gebirgs- 
bewohnern werden, so daß ihre Errichtung auch für 
die Bakwirimission eine neue Zeit herbeiführen wird. 
Eine Reise des Missionars Autenrieth von Mangamba 
aus in nördlicher Nichtung nach dem Rkosiland hatte 
den unerwartet glücklichen Erfolg, daß dort mit Hülfe 
der Eingeborenen in Nyasoso ein Bretterhaus gebaut 
werden konnte, das den Missionaren wenigstens für 
einige Zeit, bis ein besseres Missionshaus errichtet 
ist, zur Wohnung dienen kann. Es ist damit ein 
bedeutender Schritt ins Innere hinein gethan und zu 
eimem ganz neuen Volke und in eine gesundere Ge- 
geud Bahn gebrochen worden. 
Auch das Vordringen nach Edia am Sannaga 
von Lobethal aus erfolgte unerwartet und wurde 
uns besonders ermöglicht durch das äußerst freund- 
liche Entgegenkommen eines deutschen Kaufmanns, 
des Herrn Jürs, der uns einen ihm gehörigen 
  
Hügel an den Ediafällen zur Errichtung der Station 
gegen einen kleinen Kaufpreis, den er uns dann 
wicder zum Bau einer Schule überließ, abtrat. Wir 
hoffen noch in diesem Jahre mit Errichtung eines 
Hauses und somit Gründung der Station Jürshöhe 
beginnen zu können. 
Neben den erwähnten drei Hauptereignissen ist 
noch mancher schöne Fortschritt zu erwähnen, so die 
Ausdehnung der Arbeit von Lobethal aus in südlicher 
Richtung gegen Klein-Batanga hin, der Eintritt der 
Station Bethel oder Bonaku in ein neues Arbeits- 
seld am Donga, einem zwischen dem Lungasi und 
dem Sannaga in gleicher Richtung wie diese laufen- 
den Flusse, wo zunächst einmal in einer Schule 
10 Kinder gesammelt werden konnten, sodann die 
Anbahnung einer Niederlassung in Bombe am oberen 
Mongo von Bonaberi aus, unter Anderem zur Ar- 
beit unter dem empfänglichen Stamm der Balongs. 
Diese Unternehmung wurde freilich durch dic schwere 
Krankheit des Missionars Graf aufgehalten, konnteaber 
in diesem Jahre durch Missionar Lauffer wieder 
aufgenommen werden. 
Die meisten Heidentaufen hatte Lobethal mit 129; 
von Victoria fehlt der Bericht, die drei übrigen 
Stationen hatten je 50 bis 60; doch zeigen schmerz- 
liche Erfahrungen in Vonaberi, wo viele Aus- 
schließungen nöthig wurden, daß man mit dem Taufen 
nicht zu rasch vorgehen darf. Bezüglich der inneren 
Entwickelung ist hervorzuheben das schöne Gedeihen 
der Kostschule in Lobethal, die im Jahre 1894 ge- 
gründet wurde. Die Jungen dort haben Erfreuliches 
namentlich im Erlernen der deutschen Sprache ge- 
leistet, doch mus darauf geachtet werden, daß ihrem 
Verlangen, Deutsch zu lernen, nicht in einseitiger 
Weisc mit Vernachlässigung des Dualla oder gar mit 
Beeinträchtigung der religiösen Unterweisung ent- 
sprochen werde. Neben der geistigen Bildung geht 
die zum sittlichen Gedeihen der Zöglinge dienende 
und die Erhaltung der Anstalt ökonomisch erleichternde 
Erziehung zur Arbeit her. Täglich arbeiten die 
Jungen in der Kakaopflanzung oder an der Instand- 
haltung des Stationslandes oder lernen im Tischler- 
schuppen mit Säge und Hobel umgehen. Die Anstalt 
hatie Anfang des Jahres 1896 80 Schüler. 
Von der Außenstation Nkom am Fluß Mabombe 
im Abolande aus hat sich die Gottessache in die 
umliegenden Dörser von Ndogripenda verbreitet, so 
daß sich bereits in einigen derselben „Gottesmänner“ 
befinden. Der Lehrer in Nkom hat schon zwei 
Schulen im Gange. Auch die Wurichristen haben 
sich nun den Missionsbestrebungen der Aboleute an- 
geschlossen, was auch als Anzeichen regeren Lebens 
bei ihnen selbst zu begrüßen ist. In Bonakwasi 
haben die Abochristen einc Kapelle ganz aus eigenen 
Mitteln errichtet und einen Lehrer mit 15 Mark 
Gehalt monatlich angestellt. Seit sie sich für diesen 
Zweck freiwillig eine Kopfsteuer auferlegt haben, geht 
die pflichtmäßige Steuer von 6 Mark noch leichter 
als vorher ein. Die Errichtung von Kapellen und
        <pb n="643" />
        — 561 — 
Lehrerhäusern auf fast allen Außenstationen gab 
Anlaß, die Holssägerei als neue Beschäftigung in 
Gang zu bringen. Dieselbe wird nun an acht Orten 
getrieben, nicht nur für den eigenen Bedarf an 
Brettern, sondern auch für den Verkauf. 
Heimgekehrt sind die Missionare Walther, 
Schuler, Chr. Graf, J. Bizer, Autenrieth und 
Geschwister Walker und Schmid; hinausgezogen 
Geschwister G. Bizer, die Missionare Hermann, 
Chapuis, Göhring, Hartenstein, Wittwer, 
Häcklinger, Nounnenmacher, Schkölziger und 
Fräulein Luise Müller als Braut von Missionar 
Wittwer. - 
Kugfremdethvloniew 
Bandel Datars (Senegambien) im Jahre 1895.*) 
Der Ackerbau beschränkte sich auf Hirse und 
Mais. Grundnüsse und Gummi werden für die 
Ausfuhr gesammelt. Baumwolle kommt in zwei 
Arten vor, wird aber nicht mehr kultivirt, seitdem 
die Weberei einheimischen Tuches aufgehört hat. 
Außerdem wachsen in Senegal noch wenigstens fünf 
Pflanzenarten, die Webstoffe liefern, aber sie müssen 
erst auf ihre praktische Verwendbarkeit zur An- 
fertigung von Stoffen, Garn, Tauwerk rc. hin ge- 
prüft werden. 
Eingeführt wurden Tabak, Perlen, Messer- 
schmiedewaaren, Kleidungsstücke und bedruckter Kaliko 
(britisches Fabrikat). Letzterer Stoff ist vielleicht der 
wichtigste Einfuhrartikel; obwohl der nicht-fran- 
zösische Kaliko außer dem Zoll von 2½ Centimes 
für das Meter, den dieser zahlt, noch einem Zoll 
von 6 Centimes für das Meter unterliegt, wird fast 
der ganze Bedarf von Manchester gedeckt. Tabak 
wird fast nur von den Vereinigten Staaten von 
Amerika über Liverpool eingeführt. Der Versuch, 
britische Messerschmiede= und Metallwaaren ein- 
zuführen, scheint noch nicht gemacht worden zu sein. 
Von der Errichtung einer britischen Agentur in 
Dakar würde ein beträchtlicher Aufschwung des 
Handels in den genannten und anderen Waaren 
mit dem Innern des Landes erwartet werden, zu- 
mal die Verbindung zwischen St. Louis und dem 
Sudan sich neuerdings gebessert haben soll. 
Die Ausfuhrartikel waren, in der Reihenfolge 
nach ihrer Bedeutung aufgeführt, folgende: Grund- 
nüsse, Gummi (zunehmende Ausfuhr), Kautschul (des- 
gleichen), Palmnüsse und Oel (desgleichen), Häute 
und Hörner (unerhebliche Ausfuhr), Artikel, die von 
den Eingeborenen angefertigt sind, Matten rc. (des- 
gleichen). Auch etwas Gold ist ausgeführt worden; 
es kommt hauptsächlich von dem Bezirk von Galam, 
dessen Rohgold sich zweimal so hoch bewerthet als 
das von anderen Bezirken. Es sollen sich zwei 
*) Aus dem Deutschen Handels-Archiv 1896, S. 257. 
  
Gesellschaften zur Gewinnung von Gold in Senc- 
gambien und den angrenzenden Ländern gebildet 
haben. 
Den Schiffsverkehr zwischen Senegambien 
und Frankreich, seinen Kolonien und der benachbarten 
Küste von Westafrika hat fast ausschließlich die fran- 
zösische Flagge unterhalten. An der Ein= und Aus- 
fuhr von anderen Theilen der Welt waren die 
Schiffe französischer und anderer Nationalität ziemlich 
gleichmäßig betheiligt; im letzten Jahre überwog 
etwas die französische Flagge. Kohle ist fast nur 
in britischen Schiffen eingeführt worden; ein frau- 
zösisches Schiff, das nach Madagaskar bestimmt war, 
wegen Beschädigung der Dampfmaschinen aber Dakar 
anlaufen mußte, löschte dort seine Kohlenladung, und 
ein schwedisches Schiff brachte eine Ladung Kohlen 
von Cardiff. 
Der innere Hafendamm ist seit Aufang des 
Jahres 1895 um das Doppelte verbreitert worden 
und bietet bequemen Landungsplatz für die Küsten- 
schisse und Leichter. Die in Aussicht genommene 
Erweiterung des äußeren Hafendammes hat noch 
nicht stattgefunden, doch ist er theilweise nach dem 
tieseren Wasser zu so erweitert worden, daß Schiffe 
bis zu 23 Fuß Tiefgang am Kai entladen können. 
Verschiedene Mikttheilungen. 
Dandel Bloemfonteins im Jahre 1895.7) 
Da der Oranje-Freistaat ein Land ohne jegliche In- 
dustrie ist und nur Ackerbau und Viehzucht treibt, 
ist dessen Gedeihen ganz besonders von den klima- 
tischen Verhältnissen abhängig. Die zeitig fallenden 
Regen versprachen ein gutes Jahr. Die Spätregen 
waren aber nicht so ausgiebig, und die Folge war, 
daß wenig Mais gesät werden konnte, und die Ge- 
treideernte weit hinter den Erwartungen zurückölieb. 
Während so der Ackerbauer eine ziemlich schwere 
Zeit durchzumachen hatte, erfreute sich der Viehzucht 
treibende Bauer besonders günstiger Verhälknisse. 
Reichliche Weide, gesundes fettes Vieh, gute Markt- 
preise versprachen reichlichen Gewinn, zudem der siets 
wachsende Markt in Johannesburg und den Wit- 
watersrand-Goldfeldern ein großes, williges Absatz- 
gebiet bildet. 
Die Bewegung des Handels des Freistaates, 
in Zahlen ausgedrückt, ist folgende: 
Die gesammte Einfuhr im Jahre 1895 betrug 
926 567 Pfd. Sterl., und nahmen daran Antheil 
die Kapkoloniec mit 676 716, Natal und Trausvaal 
mit 168 966, Basutoland mit 80 000 Pfd. Sterl. 
(nur afrikanische Produkte, wie Mais, Getreide, 
Wolle). Im Vergleich zum vorhergehenden Jahre 
hat sich die Einfuhr um etwa 15 péCt. gehoben. 
7*) Aus dem Deutschen Handels-Archiv 1896, S. 258.
        <pb n="644" />
        – 562 — 
Der Oranje-Freistaat ist mit einer Einfuhr von 
nahczu 20 Millionen Mark immerhin ein nicht zu 
verachtendes Handelsgebiet, das zu erobern die 
deutsche Industrie trachten sollte, und dürfte es sich 
wohl der Mühe lohnen, wenn die deutschen Pro- 
dugenten noch energischere Anstrengungen machten, 
um mehr deutsche Waaren dort abzusetzen, als bereits 
geschehen. Aber dann muß der deulsche Industrielle 
erst brechen mit allerlei Kleinlichkeiten und Eng- 
berzigkeiten. Es ist nothwendig, daß der deutsche 
Industrielle jährlich drei= oder viermal, ja noch 
besser monatlich, Preislisten — womöglich illustrirt — 
an die Kaufleute des Landes schickt. Diese Preis- 
listen müssen ausführlich, deutlich, hübsch ausgestattet 
und in englischer Sprache verfaßt sein, aber in einem 
Englisch, das man verstehen kann und das nicht, 
wie dies häufig der Fall ist, allein ein mitleidiges 
Lächeln abzwingt. Geld, Sprache, Gewicht und 
Maße sind englisch; deshalb soll der Reflektant seine 
Preise in englisches Geld, sein Gewicht in englisches 
Gewicht umgerechnet in seinen Preislisten dem zu 
gewinnenden Käufer vorlegen. 
Vereinigungen sollten sich bilden und Reisende 
ins Land schicken zum Studium der Verhältnisse und 
Bedürfnisse. Nicht ein fliegender Besuch, sondern 
gründliches Eingehen in die Verhältnisse ist er- 
sorderlich. Wenn möglich, sollten Niederlagen deutscher 
Erzeugnisse errichtct werden. Das kostet Alles aller- 
dings Geld und für heimische Begriffe vielleicht viel 
Geld, aber es wird sich lohnen. Deutsche Geschäfts- 
häuser müssen ein größeres Entgegenkommen zeigen. 
Die Geschäftstreibenden sind im Oranje-Freistaat 
gewöhnt an längere Ziele und größeren Diskont 
gegen Kasse. 
Der deutsche Zwischenhändler muß durch Zu- 
wendung aller ihm gewährten „tradediscounts“ 
an seine Abnehmer das Vertrauen seiner Kunden zu 
gewinnen suchen. Kleinigkeiten halber zerschlägt sich 
manches Geschäft oder werden Geschäftsverbindungen 
wieder gelöst. Man würde sich einer argen Täuschung 
hingeben, wenn man annimmt, daß man es mit ein- 
sachen, uncivilisirten Verhältnissen zu thun hat. Die 
größten Vortheile aber würde der deutsche Handel 
finden, wenn er sich losmachen könnte von britischer 
Vermittelung durch Einführung direkter deutscher 
Schifffahrt nach den kapländischen Häsen. 
Die hauptsächlichsten Artikel der Einfuhr in den 
Jahren 1894 und 1895 waren: 
Ackerbangeräthe, Ale und Bier, Kleidungsstücke, 
Säcke, Lichter, Wagen, Karren 2c., Cement, Käfe, 
Kassee, Zuckerwaaren, eingemachte Früchte 2c., Baum- 
wollenwaaren, Drogen und Arzneien, Dynamit, 
Töpferwaaren, Glaswaaren, Möbel und Kunsttischler= 
waaren, Schieppulver, Patronen, Gewehre 2c., Putz= 
und Strumpfwaaren r2c., Eisenwaaren und Messer- 
schmicdewaaren, Hüte, Eisen in Barren, Platten 2c., 
Wellblech, Juwelierwaaren, einschl. Uhren, Leder und 
Lederwaaren, Schuhe und Stiefel, Leinenwaaren, 
  
Fleisch, gesalzen und anders konservirt, Farben, Eß- 
waaren, nicht besonders genaunt, Reis, Sattler- 
waaren, Scife, Spirituosen, Zucker, Phantasicartikel, 
Schreibmaterialien, Galanteriewaaren, Thee, Ciga- 
retten und anderer fabrizirter Tabak, außer Schnups- 
tabak und Cigarren, Cigarren, Wein, Wollenwaaren, 
Holz, unbcarbeitet oder behauen, außer Teatholz. 
Die Ausfuhr betrug 1 831 266 Pfd. Sterl. 
einschl. der Werthe für Wolle, Mohair, Felle und 
Straußenfedern im Betrage von etwa 200 000 Pfd. 
Sterl., die bei den solgenden Zahlen unberücksichtigt 
geblieben sind. 
Die Ausfuhr nach oder über die Kapkolonie 
betrug 519 987 Pfd. Sterl., wovon 474 112 Pfd. 
Sterl. auf Diamanten entfallen, die Ausfuhr nach 
Basutoland 48 419, die nach Natal 31 000 und dle 
nach Transvaal 931 860 Pfd. Sterl. 
Die Einnahmen des Freistaates aus dem mit 
der Kapkolonie bestehenden Zollverein beirugen für 
das Jahr 1895 113 430 Pfd. Sterl. 
Die Einnahmen der Eisenbahn vom Oranje- 
fluß bis Vaalfluß, wofür die Kapkolonie eine Kon- 
zession hat und der Freistaat die Hälfte des Gewinns 
nach sieben Jahren ausbezahlt bekommt, betrugen 
523 926 Pfd. Sterl. und gaben demnach eine Ver- 
zinsung des Anlagekapitals von 26¾ péCt. gegen 
322 471 Pfd. Sterl. im Jahre 1894, und 202 350 
Pfd. Sterl. im Jahre 1893. Der bis jetzt dem 
Freistaate zukommende Gewinnantheil beläuft sich auf 
602 000 Pfd. Sterl. In der letzten jährlichen 
Sitzung des Volksraads wurde die weitere Aus- 
breitung des Eisenbahnnetzes des Staates an- 
genommen, und zwar sollten folgende Linien zum 
Bau ausgeschrieben werden: 
Bloemfontein—Kimberley. 
Bloemsontein—Ladybrand, Ficksburg, Bethlehem. 
Harrismith —Bethlehem—Kroonstad, anschließend 
anu die bereits bestehende Linie von Süd nach Nord. 
Eine Zweiglinic von Wepener mit Anschluß an die 
Linie Bloemfontein—Ladybrand. Diese Linien be- 
nöthigen ein Bankapital von elwa 3¼ Millionen 
Pfd. Sterl. 
Chinesische Einwanderung in Singapore') 
im Jahre z895. 
Während des Jahres 1895 kamen von China 
nach Singapore 190 901 chinesische Einwanderer 
(worunter 10 391 Frauen und 7708 Kinder) gegen 
189 843 im Jahre 1893. 
Die folgende Nachweisung zeigt die Auswanderung 
der Chinesen männlichen Geschlechts nach Singapore 
und Penang während der letzten zwei Jahre. 
*) Vergl. Deutsches Kolonialblatt 1895, S. 54.
        <pb n="645" />
        Singaporc. 
  
  
139n# 1895 
Von Hongkong 36 491 53 701 + 17210 
Swatow 32975 41742 + 16 767 
Amoy 47 961 61 907 + 13 916 
Hainau 8256 12340 + 4084 
Shanghai 75 112 K 37 
Zusammen 125 758 172 802 LT 47 014 
Penang. 
1894 1895 
Von Hongkong 8958 12831 + 3873 
Swatow. 265 546 + 281 
Amoy. 10 001 11336 + 1335 
Hainga .. 7 289 + 1413 
China (via Singa- 
r 15 376 21 423 + 6017 
Singapore 7830 8691 + 861 
Malalklka — 14 14 
Zusammen 42606 55 130 + 12524 
Die Einwanderer vertheilten sich, wie folgt: 
In Singapore ausgeschifft: 
Männeer 1 
37277 
Frauen 6 997 
Kinder 5 883 150 157 
Dirckt nach Penang gegangen: 
'Känner 31 743 
Frauen 3 303 
Kinder 1696 36 742 
Direkt nach Malakka gegangen: 
änner 131 
Frauenun — 
Kinder — 131 
Direlt nach anderen Pläszen gegangen: 
Männer 3 651 
Fraun 91 
Kinder 129 3 871 
Zusammen 190 901 
Die solgende Tabelle zeigt die Gesammtzahl der 
Ankömmlinge in den beiden Settlements für die 
letzten zehn Jahre: 
Singapore: Penang: 
1886 67 331 57 186 
1887 101 094 (15 348 
1888 103541 78 175 
1889 102 429 44 441 
1890 96 230 36 044 
1891n 93 843 49 066 
1892 93 339 15 227 
1893 144 558 68 251 
1891 106 612 16 230 
1895 150 157 60 559 
Die Gesammtzahl der Einwanderer, welche ihre 
Ueberfahrt von China aus nicht selbst bezahlt hatten, 
war in demselben Zeitraum folgende: 
Singapore: Penang: 
1886 15 733 23 459 
1887 19 496 22904 
1888 18 421 16 186 
1889 11962 9251 
  
Singapore: Penang: 
1890 8 152 6 813 
1891 6 229 8416 
1892 9118 6281 
1893 18 973 99067 
1894 8 983 6 083 
1895 14518 8 731 
Von den Eingewanderten waren weiblichen Geschlechts: 
In Singapore: In Penang: 
1886. 2315 1733 
1887 3037 2784 
1888. 3164 2675 
1889 3837 1980 
1890 3820 1726 
1891 4710 2416 
1892 4804 2529 
1893 6387 3868 
1894. . 5007 2425 
1895 6997 3653 
Die chinesische Einwanderung nach Singapore 
hat seit dem Bestehen des englischen Protektorats 
im Jahre 1895 ihren höchsten Stand erreicht, es 
kamen etwa 190 000 chinesische Einwanderer an, 
also eine Zahl, welche diejenige der in Singapore an- 
sässigen chinesischen Bevölkerung übersteigt. 
Kontrakte. 
Die Zahl der in Singapore, Penang und Ma- 
lakka während des Jahres 1895 geschlossenen Arbeits- 
kontrakte betrug 237116 bezw. 11725 und 917 
gegen 11 086, 10 893 und 323 im Jahre 18914, 
zusammen 36 388 gegen 22 302. 
Eine bemerkenswerthe Zunahme zeigen die Zahlen 
der in Singapore während des Jahres 1895 von 
Kantonesen und Haitams gemachten Kontrakte, nämlich 
1894 5 
Kantonesen. 1838. 5086 
Haitams. 324 2852 
Es ist das darauf zurückzuführen, daß die Zinn- 
preise gestiegen sind und infolgedessen vielc Kulis in 
Singapore Kontrakte für Selangoo gemacht haben; 
die Zahl der letzteren belief sich 189.41 auf 5132, 
1895 auf 8175. 
Während des Jahres 1895 sind in Singapore 
die „Chinese Immigrants Ordinance IV“ vom Jahre 
1880 und die „Crimping Ordinance III“ vom Jahre 
1877 bedeutend schärfer als in früheren Jahren ge- 
handhabt worden, die Zahl der von freien Einwan- 
derern gemachten Kontrakte stieg infolgedessen von 
93 auf 7538. 
Infolge dieser schärferen Anwendung der Be- 
stimmungen der angezogenen beiden Gesetze ist einer 
großen Anzahl von Chinesen, die sonst die Kolonie 
verlassen haben würden, ohne zu wissen, wie sie ge- 
schützt werden, dadurch geholfen worden, daß ihre 
Arbeitgeber gezwungen wurden, Kontrakte mit ihnen 
zu schließen. Ueber die Vertheilung der Kontrakt- 
arbeiter in den Jahren 1894 und 1895 giebt die 
nachstehende Tabelle Auskunft.
        <pb n="646" />
        564 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Straits Settlements: 1 2 s 2 2 5 
z 8 2m 
180052 E 222 . 2 
—...t 5 e5 r 5 
1894 T l ’ 
Singapore 284 — 27 —— 15 6175 1612 23889 —- 58511086 
Penang 624 12900 33 — 6257 1 505 850 730 9 
Malakkoa — — — — 219 101 — — – 323 
Zusammen 284 624 1317 33 234/ 12536 1773 3893 850 758 22 302 
1895. 
Singapore1009 391 17 — 114612222 2056 6370 — 53554 
Penang — 979 1884 41 — 6377 132 1719 470 123 11725 
Malakkaa — — —.H 713 204 — — r17 
Zusammen 1000 13270 190 1 1359 18803 2188 8308909 470 658]36988 
Differenz: « 
Singapore 725 + 391 — 10 — P11311+ 6047 44 + 3932 — — 50012600 
Penang — + 355 + 504 PKP 8 — 20 — 29 (1 214— 380 — 50 C 832 
Malakka — — — — 1□— 4941 TI 100 — — — — 594 
Zusaumen 725 746 —+5844 1625 + 6267 + 415 +41986 —380 —100/- 14080 
  
  
Von den Kontraktarbeitern waren: 
In Singaporec: 
  
  
1894 1895 Differenz 
Sinkehs 8239 13 168 + 42929 
Lankehs. 1540 9639 + 83099 
Eingeborene (Javanen r2c.) 1307 939 — 9368 
Zusammen 11 086 23746 + 12660 
In Penang: 
1894 1895 Disserenz 
Sinkehs. 5526 7 4499 + 1973 
Laukh 53 4216 — 1140 
Eingeborene (Javanen 2c.) 11 10 1 
Zusammen 10893 11725 4 832 
r- 1.t VVyVVVVVWYVVTTV 7VVTTT 
Tikkerakur. 
Dr. H. Christ: Madagaskar einst und jetzt. Basel. 
Missionsbuchhandlung. 
Einc kurze, mit vielen Illustrationen ausge- 
stattete Schilderung der Entwickelung des Missions- 
wesens in Madagaskar und seiner Lage nach der 
Eroberung der Insel durch Frankreich. 
  
  
Der in DBnkatan lebende Reisende und Archäolog 
Teobert Maler veröffentlicht in der Nr. 10 des 
70. Bandes der Zeitschrift „Globus“ (Verlag von 
Friedr. Vieweg &amp; Sohn in Braunschweig) Ent- 
deckungen von bedeutenden Ruinenstädten aus der 
Zeil der Mayakultur. Sie liegen theils noch auf 
dem Boden nkatans, theils im nordwestlichen Guate- 
mala und waren nur den Indianern bekannt. 
Namentlich zeichnet sich Piedras negras am rechten 
Ufer des in den Golf von Mexiko mündenden Usu- 
macinta durch herrliche Figuren, große Pyramiden, 
Opferaltäre und Inschriftreihen im Charakter jener 
Palenque aus. Die Fagaden und Figuren fand 
Maler theilweise noch bemalt. Eingehende Berichte 
sollen später im „Globus“ erscheinen. 
Titterakur-Perzeichnik. 
Donnet, G.: Une mission au Saharn 
Sngul an Tiris. 
  
occidental du 
4 " 
r. c. 
A. Challamel, Paris. 
Mantegazza, V.: Gl'Italiani in Asrica. 41. 
Succ. Le Monnier in Florenz. 
Cabanellas, V.: La täctica en Cubn, Africn 
Filipinns y en todo pais cubierto y nccidentado. 
Des. 50 c. 
Impr. del Depôsito de la Gucrru in Madrid. 
  
Schiffsbewegungen. 
(Die Zeit vor dem Orte bedeutet die Ankunft, hinter dem Orte die Abfahrt des Schisses.) 
S. M. S. „Condor“ 22/6. Sansibar. — 
Kapstadt.) 
S. M. S. „Falke“ 15/4. Apia. — 21),8. Auckland. 
S. M. S. 
„Bussard“ Mioko 15/7. — 27,7. Apia. (Poststation: Hofpostamt.) 
13/8. Lourento Marques 18/8. — Kapstadt. 
(Poststation: 
(Poststation: Hofpostamt.) 
„Hyäne" Kapstadt 27/7. — 13/8. Mossamedes. 18/8. — Kamerun. (Poststation: Kamerun.)
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        S. S. „Scead 
S. M. S. „Sperber“ 5/5. Kamernn. 
Dampfer „Prinzregent # 
565 
S. M. Lermessengeschif „Möwe“ 22/6. Friedrich Wilhelmshafen 5,7. (Poststation: 
M ler“ 9%/ Sansibar. (Poststation: Sansibar.) 
(Poststation: asserviren.) 
Ablösungstrausport: 
Sydney.) 
Luitpold“ des Norddeutschen Lloyd mit der halben Besatzung für S. M. Ver- 
messungsschiff „Möwe“: 
Ausreise: Bremerhaven 29/7. — Sydney. 
  
Derkehrs-Zachrichten. 
Die Abfahrt erfolgt 
Postdampfschiffverbindungen nach den deutschen Schutzgebieten. 
Ausschissungshafen. 
Briese müssen aus 
  
  
  
Na vom Ein- A auer Berlin spätestens 
* schiffungshafen an folgenden Tagen der Ueberfahrt abgesandt werden 
Neapel am 16. September, Tanga 20 Tage am 11., 14. September, 
d Schiffe) 7., 28. Okt. 120 abds. Der#es Salzm 21 Tage 5 % 26. Oltober 
, « B am Sept., 11. Okt.Sansibar age abds. 
1. Deutsch-Oflafrika. enn 4½ * si 
Marseill am iedes Mts. Sansibar 18 Tage am 8. jedes Monats 
franzoͤsische Schise) 4o nn ————— 9/6 abds. 
Southamwton am 12. Se t., 10. Okt. Lüderitzbucht 27 Tage am 11. Sept., 9. Okt. 
2. deutsch- Lüdweslafrika,..lische Sch 14 40 un ½ Swalopmund 30 Tage 1133 vms. 
(Nach 2 Frarstan wechemmich Kaptadt, #n * 
bis Kanna adl. weiter Sicher ! urn wein") 
le 14 rage aus du Hamburg am 30. Septl., 30. Nov. Swakopmund 30 Tage am 30. Sept., 30. Nov. 
lloph Schiff),! nachts # 75 abbs. 
65 am 49 jedes Monats s Kamerun 24 Tage am 10. jedes Monats 
3. Ramerun — wist) ts ds 
« am September, 2. Okt. 
4. Togo--Gebiet 
(von Quittah mittelst 
Boten nach Lome und 
Klein- Bopo) 
H. Deutsch· Aeu· Guĩnea. 
6. Marshau. Inseln. 
1 anige hine 
28. Oltobe 
·- am 10. jedes Mis. nachts 
Hamburg am 20. edes Mts. 
(beutsche Schiff 
Liverpool l am 9., 23. Spptember, 
ins Saiff 7., 21. Oklo 
Neap am 3 Olt., 16. Dez. 
Schiffe) bds. 
  
disi am 3 Alt, 20. Dez. 
(een 
disi am 8. -t- 
abds. 
(ub¼rt Manila) 
  
Kamerun 22 Tage 
Klein- Popo r0 Tage 
Lome 31 Tag 
Klein-Popo 8 Tage 
Quittah") oder Klein- 
Popo 35 Tage 
U 
Ü 
Friedrich Wilhelms- 
hafen 45 Tage 
41 Tage 
Jaluit 71 Tage * 
  
Einteesen der Post aus den deutschen Schutzgebieten. 
abds. 
am 28. Sept., 
15 ums. 
am 10. und 20. jedes 
Monats 7 abds. 
am 7., 21. September, 
5., is. Okt. 15 nms. 
am 1, 23. Oklober, 
14., 18. Dezember 
10 abd 
am 6. November 
1031 abds. 
  
  
  
  
  
Die Fot ist fällig 
in Berlin 
  
  
  
Von 2ö Die Jol h sauis Von Ladns 
Neapel . . . am 18. Septeniber, 
Deutsch-Ostafrika Brindisi. #09 9 — Ait oorr Togogebiie Hamburg 
.P7Ö7WMWWJU)W75 Marseille . am 1. Ok.., 1. Nov. D&amp;.!. 
deutsch-Sühwestafrika- Southampton, am 15.Sept., 13.Okt. Deutsch · leu · Guinea Neapel.. 
Ramerun . . . . ... xb2 t aln, Marsball- Inseln .. Marseille oder Anfangs 
k Oktober 
  
* Fälligkeitstage für die mit deut 
  
am 10.7“ und 25.4 
jedes Monats 
am 18.7 Olktober, 
12.7 Dezember 
Oktober, 
arcelona Ende November 
"1 
chen Schissen eintressenden Posten.
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        — 566 — 
Schiftsbewegungen d der Woermann-Linic. 
  
  
  
  
Postdampsfer neise Lette Nachrichte 
von I nach bis 28. August 1896 
„Adolph Woermann“ Swalopmund « Hamburg am 15. August in Hamburg. 
„Aline Woermann"“ Hamburg Ponta Negra am 20. August in Gabun. 
„Anna Woermann“ Hamburg Kap Palmas am 25. August in Tanger. 
„Carl Woermann“ Hamburg Kotonon am 27. August in Kotonoun. 
„Eduard Bohlen“ Hamburg Congo am 31. August ab Hamburg. 
„Ella Woermann“!“. Kap Palmas Hamburg am 22. August in Sierra Leone. 
„Gertrud Woermann“ Ponta Negra Hamburg am 23. August in Hamburg. 
„Gretchen Bohlen“ Hamburg » Kotonou am 23. August Dover passirt. 
„Hedwig Woermann“. Kotonon « Hamburg am 21. August in Accra. 
Feanneue Woermann“. Loanda Hamburg am 28. August in Lagos. 
„Kurt Woermann“ Hamburg Loanda am 31. August ab Hamburg. 
„Lothar Bohlen“. Hamburg Swakopmund am 16. August in Goree. 
„Lulu Bohlen“ Ponta Negra Hamburg am 21. August in Accra. 
„Marie Woermann“ Hamburg Ponta Negra am 19. August in Madeira. 
„Melita Bohlen“ Lüderitzbucht Hamburg am 25. August in Accra. 
„Professor Woermann-= Loanda Hamburg am 28. August Dover passirt. 
„Thekla Bohlen"“ Hamburg Congo am 31. August ab Hamburg. 
Schiffsbewegungen der Deutschen Ostafrika-Linie (Hamburg—Ostafrika). 
  
  
  
  
· Reise Letzte Nachrichten 
Neichspostdampfer von 5 nach bis 25. August 1896 
„Kaiser“. zur Zeit in Ln Hafen. 4 
„Kanzler“ . Hamburg am 21. August ab Wozambique. 
„Bundesrath“. urban Durban am 12. August an Mozambique. 
„Neichstag“. Hamburg am 23. August ab Marseille. 
„Admiral“. zur Zeit im Hamburger Hafen. 
„General“ Durban am 21. August ab Lissabon. 
„Herzog“ Hamburg Durban am 24. August an Tanga. 
  
GO##tstesuarke Werke der deutschen und ausländischen Litteratur. 
  
Teschen#rörferback der engy#ti- 
schen #½nd dertschen Sprackhe 
von Fhicme-Magnusson. 15.Aul-- 
lage. 34 Bogen. Geb. Alk. 3.50. 
V erlag von lluendeke &amp; Lehmkuhl 
in Ilumbunrg. (G#) 
Dnsere Schutstrieppe i Osct- 
afrisa. Von Georg Anercker, 
D’r. Lt. im Ins. Regt. No. 23, chemal. 
OfNz. d. Schutztruppe. Mit 34 IIlustr. 
z. Th. n. Originalunnfnahmen d. Cheis 
luemnt. 2208. go. Verlag von Karl 
Siegismund, Berlin W. 41. 4 B3. — 
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TIllustr. Familienblatt. IIerausg. von 
Jul. Richter. I. Jahrg.1895. MNonatl. 
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vorn uͤn in v'snian Leinwanid gebil. 
- Die Festschr. wWard Sr. Maj. d iser. 
Inr. J * Kingerin. den unwos. FU len u. 14.— 
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liest gern die selbst in dberscelschen Lündern 
weit verbreitete und im 18.ahrg. erscheinende 
Deutsche Mliltalr-Muslker- Zellung (Drager). 
*¾ abonmmirt. % vahen Poslanstalten (vinz 
traken unter Nr. 1757 k. 1898) sowio durch die 
Exp. n eriln SW. 70 geten Einsend. v. 2,0 M. 
  
  
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        — 567 — 
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r Verlin S8WI2, Lochstraße 68 71, 
ein!) IIiind 
  
Bekanntmachung. 
In das hierselbst geführte Proluren- 
register ist zufolge Verfügung vom 
23. Juni 1896 unter Nr. 2 Folgendes 
eingetragen worden: 
Spalte 1: 2. 
2: Die Handelsgesellschaft“ 
Hernöheim X Co. 
Matupi. 
3 Hernsheim X Co. 
4: Mat 
5: Die n 
Oernoheim K Co. 
eingetragen unter Nr. 1 
des Gesellschaftoregistero. 
6: Die Kaufleute F Fris Guyot 
und Rudolf Wahlen in 
Matupi, weschen Kollektiv= 
prokura ertheilt ist. 
7: Eingetragen zufolge Ver- 
jügung vom 22. Juni 1890 
am 23. J 396 
Herbertshöh, dt Juni 1896. 
Der Gerichtoschreiber des Kaiserlichen 
Gerichto des Schußgebietes der Neu- 
Guinea-Kompagnie: 
(I. S.) gez. Steusloff. ") 
—JI 
2 2 
Naturalien 
(Käfer, Schmetterlinge, Vogelbulge 
cle.) aus trobischen und subtro- 
Pischen Ländern suche in grossen 
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Adresse. Anleitung zum Sammeln 
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Am 10. September: P. D. „Gertrud Woermann“, Capt. Becher, 
nach Madeira, Klein-Popo, Lagos, Kamerun und den Hälen der Südwest- 
küste Alrikas bis Ponta Negra. 
Am 15. September: P. D. „Professor Woermann“, Capt. Ramm, 
nach Marocco, Las Palmas, Teneriffe, Gorée, Dakar, Ruflsque, Bissao, Bolama, 
Sierra Leone, Sherbro und Liberia. 
Am 20. September: P. p „Hedwig Woermann“, Capt. HMenneberg, 
nach Conakry, Monrovia, der Goldküste, Togo, Whydah und Kotonou. 
Am 30. September: P. D. „Melita Bohlen“, Capt. Nissen, 
nach Teneriffe, Las Palmas, Gorée, Liberia und den Iälen der Südwestküste Alrikas, 
von Landana bis Loanda sowie nach Swakopmund, Walfischbai und Lüderitzbucht. 
Nach Deutsch- Südwestafrika: am 30. September, 30. November. 
Alle GOnter mikssen cm Tuape vror dem Abyanysdatem bis 12 Uhr mitecs Mnsseite sein. 
Näheres wegen Frache und Passage ertheilt in Hamburg die Woermann-Linie, sowie der Schiffemakler 
August Bolten, Wm. Miller's Nachfolger, Admiralitätstrasse 33/34, und wegen Deutsch-Südwestalriku die 
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Regelmässige Postdampfer - Verbindung 
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Hamburg, Ostafrika und Transvaal 
Amsterdam, Lissabon und Neupel anlaufend. 
  
  
  
Die nüchsten fuhrplanmässigen Expeditionen finden statt: uh IHlamburg uh Xenpel 
R. P. D. „KAISER“, Capt. Stal .. 2. September, 16. September, 
R. P. D. „REILCHSTAG“ Capt. Weisskam 293. September, 7. Oktober, 
E. P. D. „KANEZLER“, Capt. Elsaoon 14. Oktober, 2. Oktober, 
E. P. D. „KOENIG“ (Doppelschrauben), Capt. Doherr 4. November, 18. November, 
nach Tanga, Dar-es-Salaäm, Sansibar, Mozambique, Beira, Delagoa-Bai und Natal. 
Diese Dampfer nehmen auch Passagiere und Waaren nach 
Pangani, Sandani, Bagamoyo, Kilwa, Lindi, Mikindani, Ibo, Quellmane, Chinde, 
Inhambane, Mombassa und Lamu. 
Ferner Extradampfer ab Hamburg ums Kap der Nten IHoeng direkt nach 
Durban, Deiagyoa-Boat, Ihmbane. 
Nächste Expedition: Dampfer „ApulRAL“, Capt. West, 12. Septomber 1896. 
Die Dampfer aben borz#kpltche Ein#chtengen Fa### Prssayiere in allen Klassen. 
Ferner zwischen Ostafrika und Bombay regelmässig allc drei Wochen im Anschluss 
an die Hauptdampler. 
Nöheres ertheilt in Hamburg: (20) 
wegen Fracht der Schiffemakler August Bolten, Wm. Miller's Nachfolger, 
wegen Passage die Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Aktien- Gesellschaf, 
#sowie wegen Fracht und Passage die 
  
Deutsche Ost-Afrika- Linie, 
Gr. Reichenstrasse 25/27. 
  
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Verantworklicher Nedalteur für den nichkamtlichen Theil: D. Mertinat, Verlin 
Druck und Verlag der Königlichen Hofouchbandlung und Hofouchdruckerei von E. S. Mittler &amp; Sohn, Verlin SW12, Kochstrabe 68—71. 
Ausgegeben am 1. September 1896 um 6 Uhr nachmittags.
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        Deutsches Kolonialblatt. 
Amtsblatt für die Schutzgebiete des Deutschen Reichs. 
herausgegeben in der Kolonial-Ablheilung des Auswärligen Imto. 
  
  
VII. Jahrgang. r gerlin, 15. September 1896. Unmmer 1 8. 
* Zeitschrift erscheint in der Neagl am 1. und 15. jedes Môn Derfelben werden 48 Beihefte beigejügt die mindesten eiuman vierteljahrlich 
erscheinenden: „Mittheiln ungen von Forschungsreisenden und Gelchrten aus den doutschen Schutz e#bie elen“", hor nnie W Freiherr 
rl. Danckelm e vierteljährliche Mbenmementabreis für das Kolonialblatt mit: 0 Mibeiten beträgt beim 8 Czuge durch da- Post und die 
duchhandlungen Mi. 3.—, direlt unter Streifband durch die Verlagsbuchhandnt ung Ml. ür Deutschland und * künnan, W 3.75 für 
die Lan wer des 2 Weltpostvereine. — Ein Hendunyrn und Aufragen sind an die Köni z24 Woncbandha v Ernst Sicgfried Mitiler 
and Sohn, VBerlin SWI2, Kochi traße 68—71, zu richten. (Eingetragen in der Zeitungs Preioliste en 1890 unter Nr. 191 C.) 
  
Inhalt: Amtlicher Theil: Verordnung des Kaiserlichen Gonverneurs von Kamerun, betresfend Einführung eines 
Eingeborenen-Schiedogerichts für die Bakoko= Miederlassungen am unteren Abo S. 575.— Vebersicht der Prichtlichen 
Geschäfte in dem Schutzgebiete von Kamerun während der Zeit vom. 1. Juli 1895 bis 30. Juni 1896 S. 5 — 
Nachweisung der Brutto-Einnahmen bei der Belverwoltung für Deutsch- Ostafrika für die Monate 500 und 
Juni 1896 S. 577. — Vertheilungsplan der Schutztruppe und Landespolizei von Deutsch-Ostafrika am Z1. Juli 1896 
S. 578.— Aufgebot des Kaiserlichen Landeshauptmanus, betressend das Bergwesen im südwestafrikanischen Schutz- 
gebiete S. 582; desgleichen, betreffend Landansprüche S. 582. — Personalien S. 
Nichtamtlicher Theil: Personal-Nachrichten S. 583. — Deutsch- Ostafrika: Ueber einen Marsch von 
Lindi an den Umbemkurrufluß S. 584. — Militärstation am Tanganyika S. 585. — Deutsch-Neu-Guinea: Ueber 
den Jortpang der wissenschaftlichen Expedition S. 585. — Aus dem Bereiche der Missionen und der Anti- 
stlaverei-Bewegung S. 586. — Aus fremden Krz Kapland im Jahre 1895 S. 588. — Handels- 
bericht 9 Mozambique für das Jahr 1895 S. 590. — Sansibar S. 591. — Derschiedene Mittheilungen: 
Schutz gegen Malaria S. 591. — Ueber eine Anzahl aus Stafri eingesandter Drogen S. 592. — Die Namiefaser 
und deren Bearbeitung S. 593. — Litteratur S. 594. — Schiffsbewegungen S. 594. — Verkehrs-Nachrichten 
S. 594. — Anzeigen. 
  
Amtlicher Theil. 
Verordnungen und Wiktheilungen der Behürden in den Schungebieken. 
Verordunng des Kaiserlichen Gonverneurs von Kamernn, betr. Einführung eines 
Eingeborenen-Schiedsgerichts für die Bakoko-Niederlassungen am unteren Abo. 
Auf Grund des § 1 des Gesebhes, betreffend die Rechtsverhältnisse der deutschen Schutzgebiete, 
wird verordnet, was folgt: 
Es wird ein Eingeborenen-Schiedsgericht - für die Bakoko-Niederlassungen am unteren 
Abo. Der Zuständigkeit des Schied-gerichts unterliegen die sämmtlichen Ortschaften der Bakokos am 
unteren Abo und die in den Ortschaften befindlichen Dualla-Niederlassungen, letztere nach Maßgabe der 
Bestimmung in § 4. 
5 2. 
Streitigkeiten zwischen den Eingeborenen dieser Dörfer sind durch den eingeborenen Häuptling des 
Bellagten zu erledigen, wenn in bürgerlichen Streitsachen der Werth des Streitgegenstandes 100 Mark 
(5 Kru) nicht überschreitet und in Strassachen der Gegenstand der Urtheilsfindung eine That bildet, deren 
Ahndung keine höhere Strafe als 300 Mark oder 7u Monate Gefängniß erfordert. 
Gegen die Entscheidung der Häuptlinge ist. 2 an das Eingeborenen-Schiedsgericht zulässig. 
Dasselbe ist als erstinstanzliches Gericht zuständig für diejenigen Civil= und Strasprozesse, welche 
nicht zur Zuständigkeit der Häuptlinge gehören. Das Verbrechen des Mordes und des Todtschlags bleibt 
jedoch der Jurisdiktion des Schiedsgerichts entzogen. Auch ist dasselbe nicht besugt, auf Todesstrafe sowie 
auf einc Freiheitsstrafe von mehr als zwei Jahre zu erkennen. 
84. 
Streitigkeiten zwischen Eingeborenen und den im Geltungsbereich dieser Verordnung ansässigen 
Angehörigen des Duallastammes sind der Rechtsprechung der Häuptlinge entzogen. Sie fallen, auch wenn 
der Gegenstand des Streitwerthes in Civilsachen oder der Urtheilsfindung in Strafsachen das in § 2
        <pb n="658" />
        — 576 — 
bezeichuete Mah nicht überschreitet, unter die Zuständigkeit des Eingeborenen-Schiedsgerichts. Ein Dualla 
soll daher auch stets Mitglied des Schiedsgerichts sein. 
85. 
Für die Rechtsprechung des Schiedsgerichts sind die an Ort und Stelle in Uebung stehenden 
Gebräuche und Gewohnheiten maßgebend. 
86. 
Die Mitglieder des Eingeborenen-Schiedsgerichts sowie deren Stellvertreter werden durch den 
Kaiserlichen Gonverneur ernannt. Die Ernennung ist jederzeit widerruflich. 
87. 
Das Schiedsgericht ernennt einen Vorsitzenden, welcher die Verhandlungen zu leiten, sowie einen 
Sekretär, welcher über jeden Streitfall ein Protokoll zu führen hat. Das Protololl, welches das Datum 
des Sitzungstages, die Namen der Richter und der Parteien, den Gegenstand und Grund des Rechtsstreits 
sowie die erlassene Entscheidung enthalten muß, ist von dem Vorsitzenden und dem Protokollführer zu 
unterschreiben. 
Die Protokolle eines Jahres sind chronologisch zu einem Aktenstücke zu vereinigen und können von 
dem Gouverneur oder dessen Stellvertreter jederzeit eingesehen werden. Auch steht dem Gouverneur oder 
dessen Stellvertreter jederzeit frei, den Sitzungen des Eingeborenen-Schiedsgerichts beizuwohnen. 
88. 
Gegen die Entscheidungen des Schiedsgerichts ist Berufung an den Kaiserlichen Gouverneur oder 
dessen Stellvertreter zulässig. Dieselbe muß binnen 14 Tagen nach Verkündung der Entscheidung schriftlich 
oder mündlich beim Gonvernementssekrctär eingelegt werden. 
9. 
Die der Kompetenz des Engeborenn-Schebägerih nicht unterworfenen Strafsachen sind der 
Jurisdiktion des Kaiserlichen Gouverneurs beziehungsweise dessen Stellvertreters vorbehalten. 
Kamerun, den 3. Juli 1896. 
Der stellvertretende Kaiserliche Gouverncur. 
(L. S.) gez. Dr. Seiß. 
Uebersicht der gerichtlichen Geschäfte in dem Schutzgebiete von Kamerun während 
der Zeit vom 1. Juli 1895 bis 30. Juni 1896. 
1. Gerichtsbarkeit erster Instanz. 
  
  
Aus 4½m Davon 
4 " — ——14 . t 
o 1 . c 2 
Es waren anhängig: —.e 
——( — S — 
S = 22s S2 
S“ 8 “ 5 
A. Burgerliche Nechtsstreitigkeiten, und zwar: 
Prozesse, einschließlich der Urkunden-, Che= und Entmündigungsprozesse 2 9 11 10 1 
2. Sonstige Rechtssachen, Arreste, einstweilige Verfügungen, Zwangsvoll= 
r .... 
  
  
streckungen,Mahnsachen,Sühnefachen,Aufgeboten.f.v·. — 2 2 2 — 
Von den Sachen zu 1 und 2 gehörten zur Zuständigkeit 
a) deo NRichtess 2 11 13 12 
b) des Gerichts ....·.......... — — — — 
B. Konkurssachen::: — — — — 
C. Strassachen, und zwar: 
1. Sachen, in denen ein Strafbesehl zu erlassen war — 3 3 3 — 
2. Sachen, in denen ein Hauptverfahren einzuleiten war — 3 3 2 1 
In den Sachen zu 2 fanden Hauptverhandlungen statt: 
a) ohne Beisitzer.. — — — — — 
b) niit Beisizern. — — — — — 
3. Beschwerden gegen Entscheidungen des Nichtrrerrr .. — — — — — 
U0. Sachen der nichtstreitigen Gerichtsbarkeit, und zwar: 
1. Nachlaßregulirunngenn . . ... 2 6 8 8 — 
2. Eintragungen und Löschungen im Grundbucheeß. — 9 9 9 — 
3. Sonstige Handlungen der nichtstreitigen Gerichtsbarkeit, Beglaubigungen, 
Testamentserrichlungen, vorläusige Verwahrunen — 5 5 5 —
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        577 — 
  
  
  
II. Gerichtsbarkeit des Obergerichts und des Oberrichters. 
Aus Davon 
Es waren anhängig: *5 722 
Sl S S - - 
-—m #s 
— S T *e — 
  
  
A. Biurgerliche Rechsstreiligkeilen, und zwar: 
h Berufungen 
h) Beschwerden 
Beschwerden in Konkurssachen 
Strafsachen, und zwar: 
u) Verufungen 
b) Beschwerden 
— 
2 
D. Beschwerden in Sachen der? nichtstreiligen Gerichtsbarlcit 
Im summarischen Versahren sind anhängig geworden: 1122 Augen, tunen, Trustllagen. 
Geburten: 5, Sterbefäll 
Standesamtliche Geschäfte: Eheschließung: —, 
  
— 
  
l 
— 
11— 
  
  
  
1 
111 
111 
Nachweisung der Brutto-Einnahmen bei der Zollverwaltung für Deutsch- 
Ostafrika im Monat Mai 1896. 
(Eine Rupie zum Kurse von 1,2175 M) 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
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· nsea 
Haupt-Zollamt Ausfuhr Einfuhrgade GebührenEinnahmen Insgesammt 
Ap. A.] 'p. V.] Ap. P.) p. P. . P.U zp. P. — Mk. f. 
l l l ' I 
Tann....... 808 36 7481 32 — 156 39 59 38 8566 17 = 10429 43 
Fnzan 5528 32 26 1— 76 44 5 20106438 58 = 1295895 
Dagamoyo“ 20608 264 15 10 — 41 15 32 51146250 43 — 56310 10 
Da ses- Salen 17607081390 — 5— 24 28 56 553243 27 * 183333 
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Zusammen 39193 (o7Srvos |12 939 — 1212 4048 6M0 55 20354 57 
— — — — — ——— — *öD 
47717 Mk.70257 Mk.13 M.14 MT.tMk. » 
61 Pf. 28 Pf. 23 Pf. 37 Pf. 08 Pf. · 
P 
*) Mit Berücksichtigung einiger Reste aus Vorjahren stellt sich die Gesammteinnahme auf 120 348 Mk. 48 Pf. 
Der Werth der Ausfuhr bei sämmtlichen Stationen im Mai 1896 betrug 292 324 Rup. = 
Der Werth der Einfuhr bei sämmtlichen Stationen im Mai 1896 betrug 620 188 Rup. — 755.078 Mk. 89 Pf. 
Im Monat Juni 1896. 
Eine Rupie zum Kurse von 1,215 Mk.) 
355 904 Mk. 47 Pf. 
  
  
  
  
  
  
     
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
6 zoit- far Saüihfehrs Holzschlag-Neben- 
Haupt-Zollamt Ausfuhr Einfuhrgabe GebührenEinnahmen Insgesammt 
IAp. VP.] #. V. Rp. P. Rp. P.. Rp. P. Rp. P. — Mi. Pf. 
22 
Tanga 988 240341 39 10 — 264 41 3711646 35 — 14 55 
Jent u38 511/3 4 A|1é14505 
Bagamoooon 15489 1133818 55 8— 33 69 51 551401 52 = 6002320 
J7 “ Sallen 3411 5012397 29 35— 68 54 202244 
646457 38875 #5 821 44401/20|13274 11 v163 
Alwa 10554 3511 36 — — — — 15 326284 30— 
Zusammen 44240 172169 114 78 — 1233 51366 13|119087 #31 —144691|29 
.. — . — ) 
5 Mk.87685 Mk. 94 MT.9 Mk.1Mk. 
f. 60 Pf. 06 Pf. 94 Pf. 
*) Mit Berücksichtigung vn Reste aus Vorjahren stellt sich die Gesammteinnahme auf 144 062 Mt. 50 Pf. 
Der Werth der Ausfuhr bei sämmtlichen Stationen im Juni 1896 betrug 339 011 Rup. — 
Der Werth der Einfuhr bei sämmtlichen Stationen im Juni 1896 betrug 722 053 Rup. = 877 294 Mk. 40 Pf. 
411 898 Mk. 37 Pf.
        <pb n="660" />
        578 — 
i 
Vertheilungsplan der Schutztruppe und Landespolize 
Anmerkung: k hinter dem Namen = krank, e hinter dem Namen = kommandirt 
  
Nr. 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
1# 
verGarnison= Kom= Ober- Kom- Lieuy Ober- Zahl- Ober- Ser- Unter= 
man= pagnie- . Aerzte sSmeister- feuer-Feldwebel .. 
Kom- ort deur führerr tenantsärzte e geanten offizierc 
pagnie führer d aspiranten#werker 
I. Schutztruppe. 
— v. Fischere Brosig— DUr..Kieferle Engell Langen= Ritter 
NotzLeue i Bludaus hardt kemper Mutlff 
Stab Dar-es- mer 2 . Ho 2 Meusere 
Saläm « Dr. Meyer 
— 
Schreber 
Moschi — — — Merker—— Dr. Eggel — Körner11 — Bartscher— 
1. Marang— — — fv. Stuemer — — — 55KL — — — Reisewit 
1 
Kisuanie — — — — —|4. — —— — Lembkte — — 
2. Perondo — Krince — — — bri Siter- — .Winkleee— piegel — dae 
5 *—— Hag##- * 
7. 4u weeitton — — — mann 2— — — — — Görn leuxkei 
v. lieringe #ionet- naust 
Kilimatindess⅛ô5s= u- —5 brkein — KörnerI1 Krauß — Peschles 
4. 
. Sliba 
Mpapua — — — Glauning—. — — — — — — Schut 
Perondo — — — v. Stock—!, — — — — — — Stephan 
Witkowsh 
5. Darzes- — — — v. Kleist — — —e-.[ — HHentschel Frischmuth Linge 
Salm Albinus #4Einögg opp 4# 
Haible 
— 
6. Kilwa — — — Kuhlmann ———[ — Ollwig — — — — Liebhardt Herdecke % 
angani — — Kielmeyer I„#. — — inl Dorner 
7. 6 Pangani so. Wulssen—] — Pannewit eiile 
. Lachen- 
B. Lindi — — ZFromm setn — — — —— — — — mair 
. . pleil # « 
—— · Jahn— 
9. udjidji —— RamsaysFonck 1[55semann— Fritsch- Köhler — allmann 
10. Tabora — — — Jany—4 Dr. Zicken- — Markgraf — — 
z« Passavant. Drewes draht“ 
11. Buloba — — — Kollmanns — — — — — — — Salomon —
        <pb n="661" />
        von Deutsch- 
Ostafrika am 31. Juli 1896. 
579 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
hinter dem Namen und bei den Zissern — siehe Bemerlungen Kursirschr. —⅛ auf Expedition Usegua. 
— 21638 — — — ——— — 
Ober-- Lqhareth-Etats- 222 — " ½ n , 
lazareth hulsen mäßige 3 35 * Char-- Ablaris Armirung Bemerkungen 
gehülsen deh Schreibe! Hflendi gen regu= irr « 
Es 39 lläre gulure 
I. Schuttruppe. 
Art. Depot: 
— Schirpke Feldwebell — Unruh! 1 — — — — 4 ital. Berggeschütze 
Hegewald Apelt He t6’ em " 
Violland Unteroffi. Nickl! 1 4 Maschinengewehre 
Herckert Triebel mm 
Oberlazar 5 Revolverkanonen davon 2 an die Flottille ab- 
Geh. · -cm gegeben · 
Sieler 1 Schnellladekanone 
3,7 cm 
— l 
. 1 Berggeschütz * 4 Chargen, 5 Mann der 5. Kom- 
— — — — 4I1i 4 “ 13 6,5 cm pagnie ailachiri 
*-5 * 1 Schnellladekanone 
— — — — — — — 25 3 b‚7 em 
1 Schnellladekanone 
4,7 em 
— — — — —— 1 20 — — 
— 
1 r Berggeschüt 
— — — — — —1 5 111144 
r aoschtnenewebn « 
. « 1 9 86 * Effendi ist nach Delagoa-Bai 
— H'erner — — —— 1* 1 28 — beurlaubt 6 
1 ital. Berggeschütz Z.-Asp. Korner# II. u. Unteroffiz. 
— — — — 2— 6 966 — „em Peschke sind z. 11. Komp. ver- 
1 Maschinengewehr *r u. auf d. Marsche rhm 
——-P s8Sm 2harg. 25 Mann b. d. 5. Kom 
— 1 Schnellladekanone Ob. La. Geb. Wüst gehl nach Mpap * 
Wiest* s Aimer* — — — 5 40 — 4,7 cm #ch gnech Lintresen Peslelben setzt 
· 1Nocdenieuqeichiiok»-,»--«k».«"·"""00 
— 
Veinage — — – – 1 5 40 2 — « Feldwebek Pentichel auf dem Marsche 
5 4r# — ! —i 
L. v r. Cha. Ka 
Scharfen- — * 7 72 2 — 4. * 223 
berger — — 1 9 55 6 SSs. .-. 
Io.---3-1.q. 
IIIWW 
— — — — — — 1 8 103* 4 3 leichte Pegeschuhe 1 Mann der 5. Komp. attachirt 
ÚÚÚ . 
. 1 Maschinengewehr 
1 — —1 , 6 104 6 8 mm 
— s 
— Fchte — — 1 4 100° 5 2 leichte Feldgeschüte * 6 Mann der 5. Komp. attachirt 
— v 
— — — — 121 — 8 — — Fritsch auf 
Pfeuffer 113 4 # em Marsche nach Udjidji 
1 Schnellladekanone Zahlm. Asp. Zickendraht zwecks 
Weidner — — — — — 6 1142. — » ,cm Beurlaub. zur Küste befohlen 
. SWchnellladekanone * 3 Charg., 18 Mann, 6 Irreg. de 
. I 4,7 em 5. Komp. attachirt 
1 — — — — 
(## - « . * Ob. Geh. Jurock tritt nach 
Mrock 1 Nämyt — 3 56 . 4 Naschinengewehr n des Laz. Geh. Näwy 
  
  
  
  
den Marsch zur Küste an
        <pb n="662" />
        — 580 — 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
      
— — — — 
Ar. Kom- Kom- . Zahl= Ober- 
der Garnison= Ober- DLieu Ober- n¾l 5 Ser- Unter- 
man--- pagnie- — Aerzte meister= seuer= Feldwebel 4à)y- 
Kom- ort deur führer un tenantsärzte « geantenohtzcerl 
pagnie führer r aspiranten werker 
- Schlee! 
11. Muanza — — Herrmann — —SZupitza— — — — — Hoffm #an 
Graf . 
12. Kilossa — — — Fugger— — Dr. BVerg— Stamm— — — Hersten 
v. Glött o 
Auf Expedition Trolh al — — — — — — — — — Kamp — — 
Langenburg — — — — —— — — — — — — — 
Zusammen 1 1 6 19 11— 12 1 7 1 8 10 25 
II. Laudespolizei. 
1 1a 1 
Tangg — 
        
      
   
  
   
   
   
Masinde Jaenle 
Pangani 
Saadani 
Bagamoye. Krause 
     
       
  
Dar-es-Saläm Mutter 
      
    
    
     
    
   
  
Kisali 
    
Kilwa Tröger 
Donde 
   
Lustig 
Mikindani Kayser 
   
    
  
     
Langenbunrg Haegele 
4 
      
Zusammen 
III. Beurlaubt nach Europa. 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Frhr. Charisius Dr. Dr. Teppe Nymarzig] Steinmetz Mergart 
— — — po. Schrenc Schlobach — Schwe“ Koerfer — Krefeldt — Wein= Sommer 
v. Notzing v. Bercken singer Dr. Simon Jost berger Freytag « 
LanghcldStenzlet Arning Feist Hartmann] Benkewitz · 
JohanneöFonckl Kuhnen WallnerD Nichter 
Scherner w. Grawert Henschke Merkl 
Podlech Engel- Frahm 
hardt 
Storch 
v. d. Mar- 
witz 
Zusammen – — 5 9 — 1 3 — 5 — 5 7 1 )
        <pb n="663" />
        — 
t 
581 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
8 *e 
* S. F ebi 
Ober= Lazareth— Etats- ẽ - 1 arbige 6 
lazareth= . ulsen mößige 3 2 2 7 Char- Askaris Armirung Bemerkungen 
gehülfen h Schreiber!Effendi gen regu= irre- 
# # " läre guläre 
— 1 Schnellladekanone 
* *)-“ 4 43 37 37 cn 
1 Maschinengewehr 
— — — — 5 43 — 8 mm 
— 5217 1 Schnellladekanone 
· 4,7 em 
Sauer- — 
** — — börey9 3 47 — — 
— — — — — — — — — 50 — 
4 10 3 — 3 5 99 1380 198 40 
II. Landespolizei. 
Osfen= „ 4leichte Feldgeschüge 
wanger — — — —— 3 43 — 
———————y-1-,— — 
— — — — 1 24 5 Bootskanonen 
— 2 leichte Feldgeschütze 
r* — 15157 1 9 — K/73 
— Häcker — — -- 1 4 38. SIleichte ch 
· 4 leichte Feldgeschütze 
12 522 — . 
— I " 1 Revolverkanone 3,7 em 
————N 
— — — — — — 4 35 — — 
— — — — — —— — 14 — — 
i « 2 leichte Feldgeschutze 
Voellner — — — — — — 1 25 — l* Wn 956/ 
— — — — — 2 ——3 20 — — 
2 1 — — — — 2 20 284 5 21 
III. Beurlaubt nach Europa. 
Wülfing Benz Oberlaza- — — — — — 
Loegell Fleisch= fethgehülfe 
mann Herbsleb 
Schuster 
2 3 1 — ——— — 1 — –—
        <pb n="664" />
        « Kom- Ober-Kom- Lieu- Ober= ZahleOber- Ser= unter- 
Garnisonort a- führer Bagnte: enants &amp; emwte Aeste meisterseuer= Feldwebel geauten offiziere 
deur führer S aspirantenwerker 5* 
Kommandirt. 
— — — Fischer, — —— — — — — — — Meuser Ritter 
Berlin zum zum Art. 
ktommando 
Krank. 
— — — — — H — — — — — — Hopp 7) 
» Haiblel1 
Rekapitulation. 
I. Schutztruppe 1 1 6 19 11— 1 7 1 8 10 25 
II. Landespolizei — — 1 — — 1 — — 1 — 4 3 4 
ILI. Beurlaubt — — 5 9 — 1 - — 5 — 5 7 1 
Zusammen 1 1 12 28 1 2 15 1 13 1 17 20 30 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Aufgebot des Kaiserlichen Landeshauptmanns, betreffend das Bergwesen im 
südwestafrikanischen Schutzgebiete. 
Auf Grund der Kaiserlichen Verordnung, betreffend das Bergwesen im südwestafrikanischen Schutz= 
gebiete, vom 6. September 1892 wird folgendes Aufgebot in Verbindung mit dem Antrage des Herrn 
C. Weiß von Amts wegen erlassen: 
Diejenigen, welche in den Gebicten der Kapitäne Paul Frederiks von Bethanien, Christian 
Goliath von Berseba, Hendrik Witbooi von Gibeon, Simon Kopper von Gokhas, des 
rothen Volkes von Hoakhanas, des früheren Stammes der Khauas-Hottentotten von Gobabis, 
der Bastards von Rehoboth sowie in dem in dem südwestafrikanischen Schutzgebiete belegenen Gebiets- 
theile der Bastards von Rietfontein (Vilander) vor dem Erlasse der Verfügung des Kaiserlichen 
Kommissars vom 19. April 1886 bezw. vom 1. April 1890 auf die Aussuchung und Gewinnung von 
Mineralien der in § 1 der Verordnung vom 15. August 1889 bezeichneten Art bezügliche Gerechtsame 
rechtsgültig erworben zu haben glauben, werden aufgefordert, diese Gerechtsame spätestens bis zum 
1. Januar 1897, vormittags 9 Uhr, bei der Kaiserlichen Bergbehörde des südwestafrikanischen 
Schutzgebietes in Windhoek anzumelden. 
Die Versäumung der Anmeldung hat den Verlust der Gerechtsame zur Folge. 
Anmeldende, welche nicht in dem Schutzgebiete ihren Wohnsitz oder Aufenthalt haben, müssen 
für das Verfahren einen im Schutzgebiete sich dauernd aufhaltenden Vertreter bestellen und der Berg- 
behörde namhaft machen. 
Windhoek, den 1. September 1896. 
Der Kaiserliche Landeshauptmann. 
(L. S.) gez. Leutwein, Major. 
Aufgebot des Kaiserlichen Landeshauptmanns, betreffend Landansprüche iun 
südwestafrikanischen Schutzgebiete. 
⅜l Auf Grund der Koaiserlichen Verordnung, betreffend Landansprüche im südwestafrikanischen Schutz- 
gebiete, vom 2. April 1893 wird folgendes Aufgebot von Amts wegen erlassen: 
Diejenigen, welche in den Gebieten der Hererokapitäne Zacharias von Otyimbingwe und 
Manasse von Omaruru oder in dem von dem Kapilän der Toopnaar-Hottentotten Piet Haibib 
nördlich des Tsoakhaub an die Kolonialgesellschaft für Deutsch-Südwestafrika abgetretenen Küstenstrich und 
dem aufF dem linken Tsoakhaubufer gelegenen Theile des Platzes Anawood vor dem Erlaß der Verfügung 
des Kaiserlichen Kommissars vom 1. Oktober 1888 aus den Verträgen über den Erwerb von Grund- 
eigenthum sowic vor dem Erlaß der Versügung des stellvertretenden Kaiserlichen Kommissars vom
        <pb n="665" />
        — 583 — 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Stls F. i 
Ober- Lazaret),Etats +. Faeorbige 
lazareth= re)= mößige 6 ch slkaris Armirung Bemerkungen 
ülf. . -LE.EE. -sak-H--.»---.»— 
gehiner gThUlIcnSchrctbcrcY F—I-36sscndt» regu= irre- 
l . läre guläre 
Kommandirt. 
— — — — — 11*81 — — — — — * zum Bezirko#amt Dar-es-Salam 
. 
Krank. 
— — — — ur — l — — — — 7) Lazareth Dar-es-Saläm 
; 
Rekapitulation. 
4 10 3 — 3 5 9 99 1380 198 40 
2 1 — — — — 2 20 284 21 
2 1 ——.w — 
8 14 4— 2: 110 1664 203 61 
l 
  
  
  
  
  
1. Mai 1892 aus Pachtverträgen Ansprüche rechtsgültig erworben zu haben glauben, werden hiermit 
aufgefordert, diese Ansprüche spätestens bis zum 1. Januar 1897, vormittags 9 Uhr, bei der 
Gerichtsbehörde erster Instanz des südwestafrikanischen Schuhgebietes in Otyimbingwe (Westbezirk) 
anzumelden. 
Die Versäumung der rechtzeitigen Anmeldung hat den Verlust der Landansprüche zur Folge. 
Anmeldende, welche nicht in dem Schubgebiete ihren Wohnsitz oder Aufenthalt haben, müssen für das 
Verfahren einen im Schuhgebiete sich dauernd aufhaltenden Vertreter bestellen und der Gerichtsbehörde 
in Otyimbingwe namhaft machen. 
Das Aufgebotsverfahren ist auf Antrag des Ansiedlers Dixon in Ubeb eingeleitet worden. 
Hierbei wird gleichzeitig bemerkt, daß diejenigen Ansprüche, welche aus mündlich ertheilten Verleihungen 
oder lediglich aus der Besitzergreifung von Grundstücken und dem langjährigen Besitze derselben hergeleitet 
werden, durch vorstehendes Aufgebot nicht berührt werden. 
Die Frage, inwieweit solche Ansprüche zu berücksichtigen sind, bleibt späterer Entscheidung, bei 
Gelegenheit der allgemeinen Regelung des Immobiliarrechts im Schutzgebiete vorbehalten. 
Windhoek, den 1. Sepkember 1896. 
Der Kaiserliche Landeshauptmann. 
(L. S.) gez. Leutwein, Maor. 
  
Personalien. 
Der Direktor der Kolonial-Abtheilung des Auswärtigen Amles, Wirkliche Geheime Legationsrath 
Dr. Kayser, ist vom Urlaub zurückgekehrt und hat die Geschäfte wieder übernommen. 
Nichtamtlicher Theil. 
Personal Nachrichten. 
Ramerun. Der cterinär 1. Klasse Ir. phil. Vogt, bisher 
Der Steuermann Niclas, welcher an Stelle des beim 2. Bayerischen schweren Reiter-Regiment, wel- 
Steuermanns Mahlmann in den Dienst des Kai= cher in den Dienst der Kaiserlichen Landeshauptmann- 
serlichen Gonvernements getreten ist, hat die Reise schaft gerrsten ist, reist am 30. September nach 
nach dem Schutzgebict angetreten. Tsoakhaubmund ab. 
Südweslafrika.
        <pb n="666" />
        584 
Nachrichten ans den deulschen Schuhgebieten. 
(Abdruck der Nachrichten vollständig oder theilweise nur mit Quellenangabe gestattet.) 
Drutsch-Dltafrika. 
Ueber einen Marsch von Lindi an den Umbemkurrufluß 
berichtet Kompagnieführer 
29. Juli d. Is. Folgendes: 
Am 9. Juni brach ich mit 20 Trägern und 
20 Soldaten von hier nach Mtschinga auf und traf 
dort nach zweitägigem Marsche ein. Nachdem dort 
einige Schauri erledigt waren, setzte ich die Reise 
über Ruawa, Namgarn nach dem Fluß Kipunga 
fort, sast unnnterbrochen durch wohlbebaute Felder 
marschirend, die eine reiche Ernte versprachen. Die 
Bevölkerung besteht meist aus Wangindos (hier 
Wandonde genannt, weil sie aus Donde stammen 
und, durch Schabruma vertrieben, sich hier ansiedel- 
ten), Wamatschingas und Wamucras, welch letztere 
früher am Mbaramgando wohnten und, durch die 
Einfälle der Angonis (Schabrumas) voertrieben, sich 
über das ganze Hinterland von Lindi zerstreuten. 
Die Wamuêras sind recht eigentlich das Volk der 
Diebe. Ackerbau betreiben sie nur wenig; sie wohnen 
in kleinen elenden Hütten und suchen sich möglichst 
versteckt zu halten. Die jungen Leute werden durch 
„Fundis“ im Stehlen ausgebildect und lernen haupt- 
sächlich, wie sie unter der Hauswand hindurch sich 
ins Haus einschleichen lönnen, um unbemerkt die 
darin befindlichen Gegenstände zu stehlen. Die besten 
Diebe gehen in die Küstenplätze, die weniger ge- 
wandten bleiben auf den Schamben. Die Wamuras 
werden von der übrigen Bevölkerung auf das Tiesste 
gchaßt und verachtet, deswegen leben sie schen und 
zurückgezogen, meiden die bewohnten Plätze und 
haben eine unbezwingliche Furcht vor Europäern und 
Askaris. Wie ich hier gleich vorausschicken will, 
habe ich während der ganzen Rise feststellen können, 
daß in diesem Jahre im Lindibezirk außerordentlich 
viel zu essen ist, namentlich Mtama und Mais. 
Sesam, was mehr zu Handelszwecken angepflanzt 
wird, hat unter der ungewöhnlichen Nässe dieses 
Jahres gelilten, während Bataten, Bohnen und 
Mhogo ausgezeichnet gediehen sind. 
Nach mehrtägigem Aufenthalt am Kipunga mar- 
schirte ich zum Yaohäuptling Said Makanjira, der 
srüher am Nordufer des Umbemkurru wohnte und 
sich jetzt südlich dieses Flusses auf dem Lisongelehügel 
angesiedelt hat. Er besitzt einen bedentenden Einfluß 
auf die umvohnende Bevölkerung und scheint diesen 
im Interesse des Gonvernements geltend zu machen. 
Einige Stunden vom Lisongelehügel liegt der Mkoc- 
see, südlich vom Umbemkurru, und etwa 6 Stunden 
von Kiswere entsernt, während nördlich vom Umbem- 
kurru, landeinwärts, sich weitere zwei Secn befinden, 
der Mtojange und der Nangara, beide jedoch bei 
Weitem nicht die Ausdehnung des Mkoc erreichend. 
Fromm unter dem 
vorerwähnte Nangarasec, erreicht. 
  
Vom Lisongelehügel wurde in Zickzackmärschen der 
letzte bewohnte Punkt am Umbemkurru, nämlich der 
Auch hier überall 
reich bebaute Gegenden mit einer nur spärlichen Be- 
völkerung, meist Wangindos. Der See selbst wimmelt 
von Flußpferden, während anderes Wild nicht ge- 
sehen wurde. Ueberhaupt wurden auf der ganzen 
Reise nur Elefanten, Flußpferde und Zebras an- 
getroffen; die Antilopen und Büffel sollen nach Aus- 
sagen der Eingeborenen im vorigen Jahre an einer 
Seuche massenhaft gefallen sein, der Rest soll sich 
nach Rukundi zurückgezogen haben. Ob dies auf 
Richtigkeit beruht, kann ich nicht feststellen, doch bin 
ich geneigt, das gänzliche Fehlen des Wildes mehr 
dem dichten verfilzten Grase zuzuschreiben, durch 
welches wir uns vom Namgaru aus einen Weg 
bahnen mußten. Auf diese höchst beschwerliche Weise 
marschirten wir sieben Tage, dann beschloß ich, um 
die Leute nicht zu überanstrengen, vom Umbemkurrn 
abzubiegen und südlich auf Iluluberg zu gehen. 
Es ist dies ein hoher, weithin sichtbarer Berg, von 
dessen Gipfel man eine weite Fernsicht hat. Seine 
Thäler sind bewohnt und gut bebaut von Wangindos, 
die unter einem Häuptling, der ebenfalls Makanjira 
heißt, stehen. Von Ilulu führte der Weg wieder 
durch unbewohnte Poris; nach fünf Tagen wurden 
die ersten Schamben angetroffen und am sechsten 
Tage erreichten wir Mayeye, einc weit ausgedehnte 
Landschaft, aus der schroff und unvermittelt hohe 
Berge aufsteigen, die oft die seltsamsten Formen 
zeigen. Die Bevölkerung besteht aus Maluas, einem 
schönen und kräftigen Menschenschlag; sie sind aus 
dem Portugiesischen vor vielen Jahren hier ein- 
gewandert und belkannt wegen ihrer Eigenschaft als 
gute, unerschrockene Jäger. 
Aber hier machte sich zuerst die Furcht vor den 
Wagwangwaras bemerkbar Obwohl die Ebene sehr 
guten Boden zeigt und wasserreich ist, so wohnen 
doch die Makuas alle in den Bergen, die theilweise 
so unzugänglich sind, daß man auf allen Vieren 
hinaufkriechen muß. Dort sind sie vor den gefürch- 
teten Wagwangwaras sicher. Und so führen sic, die 
früher tüchtige Ackerbauer waren, ein elendes Leben, 
jedoch hoffe ich, daß meine Bemühungen, sie zu be- 
wegen, die verödeten Schamben wieder zu bestellen, 
Erfolg haben werden, wenngleich endgültig die Wag- 
wangwarafurcht im Hinterlande nur durch Aulage 
einer Station bei diesem Stamme beseitigt werden 
wird. Von Mayeye ging ich nach der englischen 
Missionsstation Masassi, von dort nach der katho- 
lischen Station Lukuledi und traf am 23. wieder in 
Lindi ein. 
Ich hoffe, daß durch diese Reise die Einwohner, 
die zum großen Theil Weiße noch nicht gesehen
        <pb n="667" />
        halten, allmählich Vertrauen zu unserer Herrschaft 
gewinnen und daß das schöne und fruchtbare Hinter- 
land mehr als bisher bebaut wird, — ein allmähliches 
Steigen des Handels wird daun nicht ausbleiben. 
Militärstation am Tanganyika. 
Auf Anordnung des Kaiserlichen Gouvernements 
hat sich der Kompagnieführer Ramsay nach dem 
Tanganyika begeben, um dort eine befestigte Station 
anzulegen. Er ist am 8. Mai in Udjidji mit dem 
größeren Theil der Expedition eingetroffen, Lientenant 
Fonck 11. sollte ihm mit dem Rest der Askaris 
binnen Kurzem folgen. 
Drutsch-Uru-Gninra. 
Ueber den Fortgang der wissenschaftlichen Expedition 
liegen von Dr. Karl Lauterbach folgende Be- 
richte vor: 
Erima, den 25. Mai 1896. 
Am 12. Mai brachen wir mit 2.1 Trägern, be- 
gleitet von dem Herrn Missionar Hoffmann und 
einigen Bogadjimleuten als Führern, von Erima auf 
und marschirten zunächst durch dichten Hochwald 
über fruchtbares, aber durch einen starken Regen der 
letzten Nacht in Morast verwandeltes Land bis zu 
einem etwa 200 m hoch gelegenen Dorf, Namens 
Wai. Am nächsten Tage stiegen wir in das Bett 
eines Flusses, Namens Nowulja, eines Nebenflusses 
des bei Bogadjim mündenden Gori (Juria), herunter, 
der an dem Gipfel des Oertzen-Gebirges entspringt. 
Herr Missionar Hoffmann verließ uns hier, nach- 
dem er mehrere Bogadjim= und Wailente überredet 
hatte, uns noch einige Tage als Führer zu begleiten. 
Unter diesen befand sich ein alter Mann, der seiner- 
zeit Miclucho Maclay als Führer gedient hatte. 
Wir marschirten im Flußbett, theils über Geröll, 
theils im Wasser aufwärts und schlugen in etwa 
3 km Entfernung (Luftlinie) vom Gipfel unser Lager 
auf. Von hier aus versuchte Herr Dr. Kersting 
am nächsten Tage in Begleitung der Führer einen 
Weg nach dem höchsten Gipfel, von den Eingeborenen 
„Fajomanna“ genannt, zu schlagen. Nach äußerst 
anstrengendem Klettern über theilweise senkrechte 
Felswände, die an Lianen hängend überschritten 
werden müssen, gelangte er schließlich auf eine Fels- 
spitze, die bereits Maclay bestiegen hatte. Diese 
Spitze ist jedoch nicht die höchste, sondern dem 
eigentlichen Gipfel nach der See zu vorgelagert, die 
Aussicht daher nur eine beschränkte. 
Am nächsten Tage verleglten wir das Lager noch 
etwa 5 km stromauf auf einen Bergabhang. Mit 
belasteten Trägern ist es bei der Steilheit der Hänge 
nicht möglich, weiter zu kommen. Am 16. Mai 
brachen wir unter Zurücklassung der Schwachen und 
Kranken, nur mit dem Nöthigsten versehen, in der 
585 
  
Richtung auf den Gipfel zu auf. Wir folgten zu- 
nächst einem Bachbett, über große Felsblöcke kletternd. 
Bald gelangten wir an einige Wasserfälle, die nur 
mit großer Mühe, zum Theil unter Anwendung des 
Seils, zu umgehen waren. Schließlich erreichten wir 
einen Grat (etwa 600 m Seehöhe), der nach zwei 
Seiten senkrecht abstürzt. Hier weigerten sich unsere 
Leute weiterzugehen, auch zwang uns die vorgerückte 
Tageszeit zur Umkehr. Dem Grat gegenüber, aus 
einer tiefen Schlucht, wiederum beinahe senkrecht 
aufsteigend, zeigte sich in Büchsenschußweite der 
eigentliche Fajomannagipfel. Dr. Kersting gelang 
es mit Hülfe der Eingeborenenführer die höchste 
Spitße zu erklettern; die Höhe über der See beträgt 
1100 m. Der Aueblick war durch in der Tiefe 
liegende Wolken etwas beschränkt, doch zeigte sich 
klar, daß vom Oertzen-Gebirge nach Westen zu keine 
höheren Bergketten vorhanden sind, nur niedrige 
Bergzüge laufen einer neben dem andern von Nord- 
westen nach Südosten. 
Der Stock des Oertzen-Gebirges wird von blau- 
grünen Thonschiesern mit Konglomeraten abwechselnd 
gebildet, die von Nordwesten nach Südosten streichend 
unter einem Winkel von 70 bis 80 aufgerichtet 
sind. Nach der See zu schließen sich braungelbe 
seste Thone mit undentlichen Versteinerungen an. 
Am 18. Mai trafen wir wieder in Erima ein. 
Die auf die Tour mitgenommenen Ziegen haben 
sich ausgezeichuct bewährt. 
Am 24. Mai bekamen wir den Rest der Träger, 
im Ganzen 10 Mann, 16 Jabimleunte, 24 Neu- 
Mecklenburger. Es wurde sofort mit Schießübungen 
begonnen, da leider nur ein Einziger zu schießen 
versteht. Zum Nachholen des Proviants sind uns 
noch weitere 20 Mann in Aussicht gestellt. 
Ich gedenke in etwa vier Tagen nach dem Innern 
aufzubrechen und zunächst dem Gogolthal zu folgen. 
Der Gesundheitszustand der Europäer ist bisher ein 
guter, dagegen leiden die Malayen an schweren und 
häufigen Fiebern. 
Stephansort, den 26. Juni 1896. 
Nach einem durch die Unbrauchbarkeit der Pack- 
sältel verursachten Aufenthalte trat die Expedition 
am 30. Mai ihren Marsch ins Innere an. Außer 
den Europäern bestand das Personal aus vier Ma- 
layen und 40 Melanesen bezw. Jabims; die vier 
Pferde trugen je drei Lasten, außerdem wurden 
50 Ziegen mitgetrieben. Wir folgten zunächst einem 
bereits vorher geschlagenen Weg in nordwestlicher 
Richtung nach Erimadorf. Von hier erhielten wir 
Führer und einige Träger, die uns nach einem großen 
Fluß, „Gögoli“", weiter landeinwärts „Nürn“ 
(Närtüä) genannt, brachten. Er ist identisch mit dem 
Elisabethfluß. Da der Fluß in seinem etwa 100 m 
breiten, zumeist trockenen Bett auf den Geröllbänken 
ein schnelles Fortkommen ermöglichte und von Süd- 
west her kam, beschloß ich, zunächst demselben zu
        <pb n="668" />
        solgen. Nach dem Wasserstande dieses Nebenflusses 
und den Aussagen der Eingeborenen zu urthheilen, 
macht der Wasserstand im Gogol ein Marschiren in 
dessen Flußbett unmöglich. Am nächsten Tage passirten 
wir die Stelle, an welcher der Fluß in einem Felsen- 
thor das Oertzen-Gebirge (Fajomanna) durchbricht, 
und folgten seinem Lauf weiter in südwestlicher Rich- 
tung aufwärts. Das Land hinter dem Oerten-= 
Gebirge wird von mäßig hohen Berg= und Hihel- 
ketten durchzogen, die im Wesentlichen von Nordosten 
nach Südwesten laufen. Nach Norden zu nehmen 
sie scheinbar an Höhe ab und lösen sich in 
einzelne niedrige Hügel auf. Alle diese Ketten be- 
stehen aus Sandstein und weichen, dunkelgefärbten 
Thonschiefern, welche stellenweise mit Konglomeraten 
abwechseln. Der Boden ist fruchtbar, ebenes Kultur- 
land aber nur in beschränktem Maße vorhanden. 
Das Land ist verhältnißmäßig reich bevölkert, und 
gelang es meist, die nöthigen Lebensmittel einzu- 
tauschen. Am 6. Juni gelangten wir in eine Felsen- 
klamm, in welcher riesige Blöcke dem weiteren Vor- 
dringen mit Pferden eine Schranke zu setzen schienen. 
Es gelang jedoch schließlich, die Thiere hinüber zu 
bekommen. Der Naurufluß oder, wie er hier ge- 
naunt wird, Narna nimmt hier auf der rechten Seite 
einen gleich großen Bach auf und zeigt weiter auf- 
wärts den Charakter eines Wildbaches. Die Explo- 
rirung des von Südwesten kommenden Zuflusses 
ergab dessen Unwegsamkeit. Wir folgten daher dem 
mehr westlich führenden Bache aufwärts und ge- 
langten am 9. Juni bis in die Nähe seiner Quelle 
in etwa 500 m Höhe über dem Meere. Der Bach 
entspringt an dem nördlichen Abhang eines 900 m 
hohen Bergmassivs und schneidet sich zunächst tief in 
blauen plastischen Thon ein. Das Vorwärtskommen 
wird hierdurch höchst mühsam und beschwerlich. 
Mit Pferden war jeßt nicht mehr weiter zu 
kommen. Die Thiere litten außerdem infolge des 
sortwährenden Gehens auf grobem Geröll und Steinen 
und im Wasser an Hufentzündung und konnten nur 
mit Mühe vorwärts gebracht werden. Wenn sie 
noch brauchbar, wird die Astrolabe-Kompagnie sie 
übernehmen. Der bisher zurückgelegte Weg beträgt 
80 km, etwa 40 km Luftlinie von der Küste. Der 
Punkt, an dem wir uns augenblicklich befinden, liegt 
etwas südwestlich des auf dem Langhausschen 
Kolonial-Atlas eingetragenen „Suor Mana“ ge- 
nannten Berges. Ich blieb hier mit 20 Mann zu- 
rück und sandte Dr. Kersting und Tappenbeck 
mit den übrigen 20 Mann und den Pferden nach 
Stephansort, um mit Hülfe von 20 weiteren, von 
der Astrolabe-Kompagnie gestellten Trägern Proviant 
nachzuholen. 
Ich selbst bestieg in den nächsten Tagen den 
von den Eingeborenen „Ssigãun Jãnu“ genannten 
Berg, und gelang es, nach Norden und Westen Aus- 
blicke zu bekommen. Nach Westen war am Horizont 
eine NRiesenkette (Arthur Gordon-Kette) sichtbar, 
vor derselben zehn Parallelketten, die näheren 100 
  
586 — 
bis 200, die weiteren über 1000 bis 2000 m hoch, 
allc dicht bewaldet. Nach Norden tauchte am Hori- 
zont ebenfalls ein mächtiges, wohl über 3000 m 
hohes Gebirge auf, welches vielleicht den am Augusta- 
fluß, nördlich des Gogol gelegenen Ketten entspricht. 
Sonst war der Ausblick nach dieser Richtung durch 
in der Nähe belegene, meist wildgezackte Berge von 
1000 bis 1500 m Höhe theilweise verdeckt. Von 
einem am nächsten Tage geschaffenen Durchhau er- 
blickte ich nach Westsüdwesten bei Westen einen ge- 
waltigen, gegen 4000 bis 5000 m hohen Gebirgs- 
stock, dessen Fuß noch etwa 10 km entfernt sein 
mochte. Der Lage nach ist dieser mit dem Bismarck- 
Gebirge identisch, doch scheint er sich von Osten nach 
Westen zu erstrecken. Des schweren Waldes wegen 
war es unmöglich, einen größeren Ausblick zu schaffen. 
Am 13. Juni verlegte ich das Lager nach einem 
600 m hoch gelegenen Dorfe, „Ssigünn Wödsa“ 
genannt, dessen Eingeborene mich reichlich mit Lebens- 
mitteln versahen. Die Leute waren in cthnographi- 
scher Beziehung interessant. Von hier aus die Um- 
gegend durchforschend, gelang es mir, im Westen 
einen größeren nach Südwesten fließenden Fluß zu 
finden, an welchen ich das Lager verlegte. 
Am 19. Juni kam Dr. Kersting mit 38 Lasten 
Proviant von der Küste an. Am nächsten Tage 
verfolgten wir den Fluß 12 km abwärts. Derselbe 
wird durch reichlichen Zufluß bald stärker und hatte 
westliche Richtung. An einer geeigucten, hoch ge- 
legenen Stelle legte ich hier vorläufig die Station 
an und ließ IDr. Kersting mit els Mann zurück, 
während ich mit den übrigen Leuten in vier Tagen 
nach Stephansort marschirte, um den letzten Provianl 
nachzuholen. Mit diesen letzteren Lasten sind wir 
für reichlich zwei Monate mit Proviant versehen, 
dazu 35 Ziegen; außerdem sind in dieser Gegend 
genügend Lebensmittel von den Eingeborenen zu 
bekommen. Die Station liegt etwa 100 km von 
der Küste entfernt in 300 m Höhe über dem Mcere. 
Der allgemeine Gesundheitszustand ist ein guter. 
Morgen, den 27. Juni, werden ich und Tappenbeck 
mit 46 Lasten nach der Station abmarschiren, welche 
ich in fünf bis sechs Tagen zu erreichen hoffe. Von 
da gehen die 20 Hülfsträger unter Bedeckung nach 
der Küste zurück. Wir werden jetzt in südlicher 
Richtung vorzudringen sowie einen der höchsten Gipfel 
des Gebirges zu besteigen suchen. Nach der mir bis 
jetzt bekannt gewordenen Konfiguration der Bergketten 
scheint ein Durchdringen nach dem Huongolf möglich, 
und habe ich daher gebeten, in etwa 1½ Monaten. 
ein Schiff dorthin zu entsenden. 
Hus dem Bereiche der Wissionen und 
der Antisklaverei-Bewegung. 
Seitens der Rheinischen Missionsgesellschaft 
wurde der Missionar Wilhelm Ickler aus Homberg 
in Hessen nach Ovamboland abgeordnet. In Riet-
        <pb n="669" />
        fontein und dem nördlichen Kapland herrscht große 
Dürre. Missionar Pabst, der seine inzwischen ver- 
schiedene Frau nach Port Nolloth begleitet hatte, 
litt auf der Rückfahrt viel unter der Wassersnoth. 
Am 19. Juli d. Is. wurden von der ostafri- 
kanischen Mission in der Zwölf Apostel-Kirche 
in Berlin die Geschwister Ostwald abgeordret. 
Martin Ostwald ist am 10. Juli 1870 in Zerkwitz 
bei Lübbenau als erster Sohn des dortigen Lehrers 
Wilhelm Ostwald, der jetzt als Rektor in Mahde- 
burg thätig ist, geboren. Nachdem er auf dem Pä- 
dagogium zum Kloster Unserer lieben Frauen in 
Magdeburg vorgebildet war, studirte er in Göttingen, 
Halle a. S. und Berlin Theologie. Die beiden 
theologischen Prüfungen legte er in Berlin ab. Für 
seinen Missionsdienst wurde er vom Jannar bis 
März d. Is. vom Missionsinspektor, vom April bis 
Juni in den Bielefelder Anstalten vorbereitet. Am 
15. März wurde er in der Matthäikirche durch General- 
superintendent D. Braun ordinirt. Am 10. Juli 
verheirathete er sich mit Dora geb. Schramme, 
Tochter des verstorbenen Baurathes Julius Schramme 
in Hannover. Der Missionsinspektor vollzog die 
Abordnung unter Assistenz von Pastor Holst aus 
Dar-es-Saläm und Pfarrer Baethceke aus Georgen- 
thal in Thüringen. Missionar Ostwald wird die 
Arbeit in Tanga, wo seit dem Weggange von Mis- 
sionar Becker kein ordinirter Missionar thätig war, 
übernehmen. 
Die evangelische Gemeinde in Windhoek wird 
nach Angabe der „Evangelischen Missionen“ von 
dem jetzt zu ihrer Pastorirung hinausgesandten 
Pastor Siebe mit Erfolg verwaltet. „Jeden Sonn- 
lag Morgen“, so schreibt er, „um 9 Uhr halte ich 
Gottesdienst in meinem Garten. Die (weise) Ge- 
meinde hat Schatten unter einigen Dornbäumen und 
ich unter einer Banane. Von den Zuhörern sitzen die 
Soldaten auf Mehltonnen, die Offiziere und Damen 
auf Stühlen. Die Aufmerksamkeit ließ bisher nichts 
zu wünschen übrig.= Ueber den sittlichen Geist, der 
in der Garnison herrscht, kann sich Siebe im Großen 
und Ganzen auch befriedigend aussprechen, ganz be- 
sonders über den sittlichen Ernst der „Herren an der 
Spitze“. Auch in Kamerun sind an zwei Stellen, in 
Bethel und Victoria, regelmäßige Gottesdienste für 
die Deutschen eingerichtet. 
Nach der apostolischen Präfektur Deutsch-Südwest- 
afrikas sind Ende Juli zwei Priester nebst einigen 
Laienbrüdern abgereist. Zum Oberen der kleinen 
Karawane ist der #. Bernhard Herrmann bestimmt 
worden. Die Missionare werden sich vorläufig in 
Windhoek niederlassen. Gegemwärtig bereist F. Schoch 
O. A. I., apostolischer Präfekt von Transvaal, behuss 
Einrichtung der neuen Präfektur die deutsche Kolonie. 
Die erste Sorge der Missionare wird den etwa 40 
latholischen Soldaten der Schutztruppe und den we- 
587 
  
nigen katholischen Familien (Weiße) zugewandt sein. 
Von Windhvek werden die Missionare in das Innere 
vordringen zu den armen Eingeborenen, die ver- 
schiedenen Stämmen (Hottentotten, Hereros, Berg- 
damaras 2c.) angehören. 
In Kamernn ist leider der katholische Missionar 
P. Albert Eckmann am 19. April und P. Leonhard 
Eberwein am 6. Juli gestorben. 
Aus der Togomission sind nach „Kreuz und 
Schwert“ mehrere Hiobsposten eingetrossen. Ein 
Telegramm vom 6. Juni brachte zunächst die Mit- 
theilung und Bitte zum Missionshause Steyl: „Alles 
krank; Hülse!“ Alsbald wurden die beiden Brüder 
Calixtus Osterholt und Damarus Schneider ab- 
gesandt, welche sich am 11. Juni in Hamburg ein- 
schifsten. Bange Ahnungen, die man hegte, bestätiglen 
sich nur zu bald; denn schon am 17. meldete der 
Draht den Tod des Missionars Ambrosius Lundo- 
wici, aus NRheine (Diözese Münster) gebürtig, der 
am 21. Dezember 1892 in die afeekanische Mission 
gesandt worden war. 
Einen Tag später, am 18. Juni, folgte eine 
weitere Trauernachrichte welche das Ableben des 
P. Adalbert Heinlein anzeigte. Er war geboren 
am 1. März 1869 zu Ottmannshausen in der Diö- 
zese Würzburg und begann im Herbst 1882 im 
Missionshause zu Steyl seine Studien, die er mit 
gutem Erfolge beendete. Am 25. Juni 1893 empfing 
er die heilige Priesterweihe und trat am 1. Oktober 
desselben Jahres die Reise in die Mission an. 
In den ersten Tagen des Juli reisten l’. Stan- 
gier und Missionar Cherubin Wirth von Steyl 
aus nach Togo ab. Am 15. Juli trafen P’. Hof- 
mann und Missionar Johannes aus Togo wieder 
in Europa ein. 
Nach einem Bericht von Bischof Coupp in 
„Kreuz und Schwert“ belief sich im August 1894 
die Gesammtzahl der Taufen in Neu-Pommern, vom 
Beginne der Mission an gerechnet, auf 176; heute 
ist die Ziffer 951 erreicht. 
Auf Neu-Guinea haben, wic „Kreuz und Schwert“ 
meldet, die Bäter vom göttlichen Wort eine neue 
Mission gegründet. 
Die Väter vom heiligen Herzen gründen in 
der Diözese Münster ein Noviziat zur Ausbildung 
ihrer Missionare für die deutsche Südsee. 
Die Missionsgesellschaft der Oblaten baut 
ein Missionshaus zu Hünfeld bei Fulda, das den 
Namen St. Bonifatius-Kloster trägt. Dasselbe ist 
bestimmt, das Scholastikat (Priesterseminar) der deut- 
schen Ordensprovinz zu werden. Der Bau schreitet, 
nach „Kreuz und Schwerl“, rüstig vorwärts. Ein
        <pb n="670" />
        – 
Theil desselben soll bis zum Spätherbst soweit sertig- 
gestellt sein, daß die beiden ersten Lehrkurse dort 
einziehen können. 
Merkwürdig ist es, wie der „Missionsfreund“ 
meldet, mit einer Glocke zugegangen, die in den 
sechziger Jahren im Glockenthürmchen der Kapelle 
hing, die auf der Missionsstation Ho im Togolande 
errichtet war. Am 25. Juni 1869 wurde diese Station 
von einem Heere der Asante-Krieger überfallen und 
eingeäschert. Von der brennenden Kapelle fiel die 
Glocke herab und wurde als Beutestück in das Lager 
des Feindes geschleppt. Zwei Jahre lang führte sie 
der Feldherr auf seinen Zügen mit sich herum, end- 
lich brachte er sie mit nach seiner Heimath, wo sie 
bei seinem Einzuge als glänzendste Trophäe vor ihm 
hergetragen wurde und durch ihre Töne den Triumph 
verherrlichen mußte. Nun wurde sic in der Haupt- 
stadt aufgehängt. Bei Opferfesten, bei Todtenfcier- 
lichkeiten und anderen heidnischen Festlichkeiten tönte 
nun der Klang der früheren Kirchenglocke. Da wurde 
Kumase von den Engländern im vorigen Jahrc er- 
obert. Sie erbauten eine Zwingfeste inmitten der 
Stadt, und der englische Gouverneur wollte die dort 
gefundene Glocke in dieser Feste anbringen lassen und 
benutzen, war sie doch als Kriegsbeute in seine Hände 
gefallen. Missionar Ramsayer aber, der im Jannar 
dort seinen Einzug hielt, erzählte dem Gouverneur 
die Geschichte der Glocke und erhielt sie als Geschenk 
für die dort zu errichtende Missionsstation. So ist 
die Glocke wieder nach langer Gefangenschaft befreit 
und ihrer Beslimmung zurückgegeben. 
Rus fremden Kolonien. 
Rapland im Jahre 1895. 
Dem lürzlich veröffentlichten Statistical Register 
der Kapkolonie für das Jahr 1895 entnehmen wir 
folgende Angaben: 
Der Flächeninhalt der Kolonie beträgt jetzt 
276 902 engl. Quadratmeilen (einschließlich der im 
November 1895 einverleibten früheren Kronkolonie 
Betschnanaland mit einem Arcal von 51524 Quadrat- 
meilen, bestehend aus den Bezirken Gordonia, Kuru- 
man, Mafeking, Tayng und Vryburg). 
Zahl der Bevölkerung (ausschließlich Betschnana- 
land) nach der Zählung vom April 1891: 1527 221, 
darunter 376 987 Europäer oder Weiße. Die Be- 
völkerung von Betschuanaland (Kronkolonie) wurde 
1891 auf 72 736 Köpfe geschätzt, darunter 5211 
Europäer oder Weiße. 
1875 betrug die Bevölkerung der Kapkolonie in 
dem damaligen Umjange (d. h. ohne die später ein- 
verleibten Gebiete Ost= und Westgriqualand, Tembu- 
land, Transkei, Betschuanaland und Walfischbay): 
236 783 Curopäer und 484 201 Andere; 1891 auf 
demselben Gebicte: 336 938 Europäer und 619 547 
588 
  
  
Andere, mithin eine Zunahme von 100 155 bezw. 
135 346 Köpfen oder 2,64 pCt. bezw. 1,75 péCt. 
Naturalisirt wurden 1895 97 Personen, davon 33 
aus Deutschland, 46 aus Rußland. 
Militär. Die bewaffnele Macht bestand am 
31. Dezember 1895 aus einem Regiment berittener 
Schützen (cape mounted rillemen) in einer Stärke 
von 31 Offizieren, 675 weißen Mannschaften und 
50 Eingeborenen, ferner aus dem Freiwilligenkorps 
(5788 Köpfe einschl. Oiffiziere) und der Polizei 
(854 Europäer und 108 Eingeborene). Die Aus- 
gaben der Kolonie für das Vertheidigungswesen, das 
Schützenregiment und das Freiwilligenkorps betrugen 
1894/95 zusammen 158 584 Pfd. Sterl., für die 
Polizei 229 196 Pfd. Sterl. Außerdem hat die 
englische Regierung 138 340 Pfd. Sterl. für militä- 
rische Zwecke in der Kolonie ausgewendet. 
Finanzwesen. Die ordentlichen Staatseinnahmen 
für das Rechnungsjahr vom 1. Juli 1894 bis zum 
30. Juni 1895 betrugen 5 390 170 Pfd. Sterl.; 
hierzu treten noch 26 111 Pfd. Sterl., welche durch 
eine Anleihe ausgenommen sind. Betrag der Ge- 
sammteinnahme mithin 5 416 611 Pfd. Sterl. Die 
Gesammtausgaben während desselben Jahres belaufen 
sich auf 5 388 157 Pfd. Sterl. 
Die Hauptposten der Einnahmen sind: Einnahmen 
aus den Eisenbahnen 2 672 8541 Pfd. Sterl.; Ein- 
fuhrzölle einschließlich Hafcenabgaben 1 465 263 Pfd. 
Sterl.; Durchgangszölle 112 439 Pfd. Sterl.; Ein- 
nahmen aus der Post 214 103 Pfd. Sterl., aus dem 
Telegraphenbetrieb 81 2410 Pfd. Sterl., aus Land- 
verkäufen 53 664 Pfd. Sterl., Grundstener 139 939 
Pfd. Sterl, Stempelsteuer 151 376 Pfd. Sterl., 
Lizenzen 125 881 Pfd. Sterl., Hüttenstcuer 62 195 
Pfd. Sterl. 
Hauptposten der Ausgaben: Zinsen und Amorti- 
sation der öffentlichen Schuld 1 213 648 Pfd. Sterl., 
Ausgaben für die Eisenbahnen (einschl. Neubanten) 
1 552 445 Pifd. Sterl., für die Post 2.12 789 Pfd. 
Sterl., Telegraphen 112 624 Pfd. Sterl. (davon 
8512 Pfd. Sterl. für Neuanlagen), für öffentliche 
Bauten, Brücken und Wege 205 852 Pfd. Sterl., 
für Polizei und Gesängnißwesen 317.912 Pfd. Sterl., 
Ausgaben für die Angelegenheiten der Eingeborenen 
einschl. Erziehungswesen 191 227 Pfd. Sterl., für 
Agrikultur, Forsten, Bewässerung und Hasenanlagen 
182 078 Pfd. Sterl., für die Civilverwaltung 
140 417 Pfd. Sterl., Justizuerwaltung 1311678 Pfd. 
Sterl., Wissenschaft und Erziehungswesen (ausschl. 
der Eingeborenen) 173 077 Pfd. Sterl., Medizinal-, 
Kranken= und Armenwesen 144 717 Pfd. Sterl. 
Die öffentliche Schuld betrug am 31. Dezember 
1895 27533 978 Pfd. Sterl. (gegen 27 675 178 
Pfd. Sterl. im Jahre 1894 und 26 798 878 Pfd. 
Sterl. im Jahre 1893; bis 18911 ist sie im Allge- 
meinen beständig gewachsen, nur in einigen früheren 
Jahren war eine geringe Abnahme eingetreten). Von 
dieser Summe, in welcher 2 672 517 Pfd. Sterl. 
für öffentliche Werke unter der Verwaltung von
        <pb n="671" />
        öffentlichen Körperschaften enthalten sind, sind auf— 
genommen: für Eisenbahnbauten 18 124 461 Pfd. 
Sterl., für Kriegsausgaben 3 755 794 Pfd. Sterl., 
für Hafenbauten 2 961 496 Pfd. Sterl., für Er- 
bauung von Brücken 376 562 Pfd. Sterl., von 
öffentlichen Gebänden 315 573 Pfd. Sterl., für 
Telegraphenanlagen 181 365 Pfd. Sterl., für Be- 
wässerungen 31 168 Pfd. Sterl. 
Handel und Verkehr. Der Werth der 
Einfuhr im Jahre 1895 betrug 13 612 405 Pfd. 
Sterl. einschl. der für die Regierung eingeführten 
Gegenstände im Werthe von 327 400 Pfd. Sterl., 
aber ausschl. des Metallgeldes im Betrage von 
5 182 475 Pfd. Sterl.) Der Werth der für den 
Verbrauch eingeführten Waaren betrug hiervon 
13 121 218 Pfd. Sterl. An der Einfuhr waren 
betheiligt: Eugland mit 10 427 201 Pfd. Sterl., die 
anderen englischen Besitzungen mit 736 581 Pfd. 
Sterl. Von den übrigen Ländern nehmen die erste 
Stelle die Vereinigten Staaten ein mit 873.120 Pfd. 
Sterl., dann folgt Deutschland mit 772 910 Pfd. 
Sterl., Brasilien mit 289 980 Pfd. Sterl., Schweden 
mit 124 955 Pfd. Sterl. und Belgien mit 123 882 
Pfd. Sterl. Die Einfuhr aus Deutsch-Südwestafrika 
betrug 1111 Pfd. Sterl. 
Werth der Ausfuhr: 16 798 137 Pfd. Sterl. 
(einschl. vorher bereits eingeführter Waaren im Werthe 
von 220 980 Pfd. Sterl., jedoch ausschl. 106 619 
Pfd. Sterl. Metallgeld). Hiervon wurden ausgeführt 
nach England für 16 316 001 Pfd. Sterl., nach 
anderen englischen Besitzungen für 68011 Pfd. Sterl., 
bezüglich der übrigen Länder war am bedeutendsten 
die Ausfuhr nach den Vereinigten Staaten im Werthe 
von 120 270 Pfd. Sterl., dann folgt die Ausfuhr 
nach Deutschland mit 55 459 Pfd. Sterl. Die Aus- 
fuhr nach Deutsch-Südwestafrika betrug 15 188 
Pfd. Sterl. 
Die Hauptausfuhrartikel waren: südafrikanisches 
Nohgold (2 317 900 Unzen) 7 975 637 Pfd. Sterl., 
Nohdiamanten (3 622 3.11 Karat) 1775 016 Pfd. 
Sterl., Wolle (65 632 613 lbs.) 1 695 920 Pfd. 
Sterl., Straußfedern 353 626 lhs., Angorahaar 
11 090 4.19 lbs., Schaf= und Ziegenfelle 1928 766 
Stück, Kupfererz 23 5.15 Tons. 
Vergleich mit der Ein= und Ausfuhr der Vorjahre: 
Einfuhr, ausschl. Ausfuhr, ausschl. 
Metallgeld Metallgeld 
Pfd. Sterl. Pfd. Sterl. 
1894. 11298 645 13 696 538 
1892. 9 487 241 11 978 067 
1890 9 366 416 9 837 796 
1885 17729001 5 811 411/1 
1880 7 662 858 7710 191 
1875 5 731 319 5 755 178 
1870 2 352 043 2569 4990 
7) Dieser Betrag ist gegen früher ausnahmsweise hoch; 
1804 wurde für 289 451 Pid. Sterl., 1893 für 175 151 Pfd. 
Sterl. Metallgeld eingeführt. 
589 
  
Schiffsverlehr. Die Häfen der Kolonie wur- 
den 1895 von 2118 Schiffen angelausen, welche 
einen Gehalt von zusammen 5 116 508 Tonnen 
hatten. 1673 davon waren Dampfer und 445 Segel- 
schiffe. 851 kamen direkt von ausländischen Häfen, 
1267 von Häfen der Kolonie. Der Nalionalität 
nach waren 1859 Schisse englische und 259 aus- 
ländische. 
Zollwesen. Die Kapkolonie gehört zu dem 
südafrilanischen Zollverein, welcher außer der Kap- 
kolonie umfaßt: den Oranje-Freistaat (seit 1. Juli 
1889), Basutoland (seit 1. Juli 1891) und das 
Betschuanaland-Protektorat (seit 1. Juli 1893). 
Von den 1895 in das Zollgebiet für den Ver- 
brauch eingeführten Waaren im Werthe von 
13 121 218 Pfd. Sterl., wic oben bereits angegeben, 
waren 4 506 811 Pfd. Sterl. Transitgut (davon 
4 314 390 Pfd. Sterl. für Transvaal); von den 
übrigen für den Verbrauch im Zollgebiete bestimmten 
Waaren im Werthe von 8614 377 Pfd. Sterl. ent- 
fielen 7741 184 Pid. Sterl. auf die Kapbolonie, 
676 716 Pfd. Sterl. auf den Oranje-Freistaat. 
Die im Zollgebiete von eingeführten Verbrauchs- 
gegenständen 1895 erhobenen Zölle betrugen zusammen 
1 630 513 Pid. Sterl.; hiervon sind 210 410 Pfd. 
Sterl. Transitzölle. Auf die Kapkolonie entsielen 
von den Zolleinnahmen 1 510 412 Pfd. Sterl. (gegen 
1 365 836 im Jahre 1894), auf den Oranje-Frei- 
staat 92 694 Pfd. Sterl. 
Eisenbahnwesen. Die am 31. Dezember 1895 
im Betriebe befindlichen Staatseisenbahnen hatten 
eine Länge von 2253 engl. Meilen. Das darin 
angelegte Kapital betrug 20 401 195 Pfd. Sterl., 
der Neinertrag 1895 7 Pfd. Sterl. 9 s. 10 d. pCt. 
des Anlagckapitals (gegen 5 Pfd. Sterl. 6 s. 5 d. pCt. 
im Jahre 189.1). Es wurden 1895 6 703 098 
Passagiere und 1158 614 Tons (zu 2000 Ilbs.) 
Güter befördert und 8 135 550 Meilen zurückgelegt. 
Die Einnahmen betrugen 3 390 093 Pffd. Sterl. 
(gegen 2713 753 Pfd. Sterl. im Jahre 1894), pro 
Meile 1504 Pfd. Sterl. 14 §s.; die Betriebskosten 
beliesen sich auf 1596 013 Pfd. Sterl. (gegen 
1 183 771 Pfd. Sterl. im Jahre 1894), also nur 
47,1 pCt. der Einnahmen. Das rollende Material 
bestand aus 363 Lokomotiven und 6566 Wagen. 
Außerdem waren noch Privateisenbahnen in einer 
Länge von 191 Meilen im Betriebe. 
Telegraphen. Es waren 6316 Meilen Tele- 
graphenlinien mit einem Kostenanfwande von 463 803 
Pso. Sterl. angelegt und 360 Telegraphenbürcaus. 
eröffnet. 1895 wurden 1798 061 Depeschen 
66 19897 8 Worte) befördert. Die Ausgaben für 
den Telegraphenbetrieb im Jahre 1895 betrugen 
50 603 Pfd. Sterl., die baaren Einnahmen 97 153 
Pfd. Sterl.; hierzu tritt noch der Werth der für die 
Regierung (einschl. des Eisenbahnbetriebes) beförderten
        <pb n="672" />
        Telegramme mit 90 705 Pfd. Sterl. Einnahmen 
der Postverwaltung 231 183 Pfd. Sterl., Ausgaben 
251 100 Pfd. Sterl. 
Dandelsbericht ron Mozambiaue für das Jahr 1896.7) 
Die Handelsbewegung gestaltele sich im Jahre 
1895 im Vergleich zum Vorjahre, wie folgt: 
Einfuhr: Ausfuhr: 
Neis: Mark: Reis: Mark: 
571 805 401 = 1906018 222 735 322 = 742 451 
gegen im Jahre 1894 
493 549 110 = 1645 164 304 147 512 = 1 013825 
Ein Vergleich der Werthe ergiebt eine Zunahme 
der Einfuhr, dagegen eine Abnahme der Ausfuhr. 
Erstere erklärt sich hauptsächlich durch die im Jahre 
1895 in großen Massen von Sansibar erfolgte Ein- 
fuhr von Nupien, deren Zahl auf über 300 000 Stück 
geschätzt wird. Nach Abzug dieser ergiebt sich auch 
ein Rückgang bei der Einfuhr, der sich in allen be- 
theiligten Kreisen recht fühlbar gemacht hat. Die 
Einfuhr ist mehr und mehr zurückgegangen, da sich 
die wohlfeilen Negerartikel durch den seit 1893 cin- 
geführten erhöhten Zolltarif vertheuern und die 
Zwischenhändler infolgedessen nur geringere Mengen 
von Waaren gegen die von den Eingeborenen an- 
gebrachten Produkte eintauschen. Der Neger beschränkt 
sich darauf, seine nothwendigsten Bedürfnisse zu decken, 
und giebt es wohl auch ganz auf, seine Ernte an 
die Küste zu bringen, da das Geschäft nicht lohnend 
genug ist. Dadurch erklärt sich der gleichzeitige Rück- 
gang in der Ausfuhr. Im letzten Jahre wurden in 
Antonio Ennes etwa 25 000 Säcke Erdnüsse an- 
gebracht gegen 35 000 Säcke im Jahre 1894 und 
75 000 Säcke im Jahre 1893. In Mozambique 
sind ungefähr 15 000 Säcke Erdnüsse im Jahre 1895 
angekommen gegen 30 000 Säcke im Vorjahre, so 
daß sich die gesammte Erdnußernte im Jahre 1895 
auf etwa 40 000 Säcke belief gegen 65 000 Säcke 
im Jahre 1891 und 125 000 Säcke im Jahre 1893. 
Die schlechte Ernte im abgelaufenen Jahre ist theil- 
weise auch dem Auftreten großer Heuschreckenschwärme, 
welche an der ganzen Küste arge Verheerungen an- 
herichtet haben, zuzuschreiben. Auch fehlte es nicht 
an den üblichen kleinen Guerrillakriegen zwischen den 
Negerstämmen im Hinterlande von Parapat, so daß 
die Karawanenwege monatelang versperrt waren und 
die Neger ihre Produkte nicht an die Küste bringen 
konnten. 
Infolge der Knappheit der Erdnüsse hielten sich 
die Preise auf einer Höhe, welche der europälischen 
Marktlage nicht entsprach, außerdem hatten die Kauf- 
leute noch Entschädigungen zu bezahlen, da es ihnen 
nicht möglich war, die ganze am Anfang der Ernte 
vereinbarte Lieserung von Erdnüssen zu beschaffen. 
*) Aus dem Deutschen Handels-Archiv 1896, S. 367. 
590 
  
— 
Sesamsaat wurde im leßten Jahre wieder in 
größeren Massen angebracht. Die Ernte betrug im 
Mozambique= und im Kap Delgadodistrikt etwa 
12 000 Säcke gegen 1500 Säcke im Jahre vorher. 
Die Besserung erklärt sich durch den Umstand, daß 
die nördlichen Distrikte der Provinz, in denen haupt- 
sächlich dieser Artikel angebaut wird, weniger von 
den Heuschrecken heimgesucht wurden, auch kein Ein- 
sall der Mafitis, wie in früheren Jahren, statt- 
gefunden hat. 
Die Menge des im Jahre 1895 angebrachten 
Gummi elastikum kommt der des Jahres 189.1 
ungefähr gleich und dürfte mit 2500 Säcken nicht 
zu hoch geschätzt sein. Vorwiegend kommt die ge- 
wöhnlichste Sorte, der sogenannte unreise Gummi, 
an den Markt, während die besseren Sorten immer 
seltener werden. Der unreise Gummi wird duuch 
Auskochen der ganzen Pflanze gewonnen; es ist daher 
zu befürchten, daß die Gummipflanze mit den Jahren 
mehr und mehr verschwindet, wenn dieses Verfahren 
der Gummigewinnung nicht ausgegeben wird. 
Wachs, Schildpatt und Grenadilleholz 
wurden wie gewöhnlich in kleinen Mengen ausgeführt. 
Der Handelsverkehr mit Deutschland belief sich 
bei der Einfuhr auf 304 570 Mark und bei der 
Ausfuhr auf 676 755 Mark. 
Es wurden von Deutschland eingeführt: 
Werih: Mark 
Baumwollwaaren 211 587 
Messingdraht 25 600 
Perlen 25 565 
Papier 5 4126 
Getränle 13 676 
Eisenwaaren. 7 366 
Pulver 15 350 
Zusammen 301 570 
Ausgeführt wurden nach Deutschland: 
Werth: Mark 
Erdnüsse 358 115 
Gummi 228 826 
Sesamsaat 30 431 
Ebenholg 20 317 
Grenadilleholz 20 478 
Schildpatt 15 673 
Wachs 2 855 
Zusammen 676 755 
Die gesammte Einfuhr war nur gering, der 
größere Theil der Waaren wurde durch Inder von 
Bombay eingeführt, da fast nur noch die dort an- 
gesertigten wohlfeilen Artikel Gewinn lassen. Nur 
ein kleiner Theil fiel dem europäischen Marktle zu. 
Dieser ist allerdings hauptsächlich deutscher Heitunft 
und umfaßt die Artikel Papierwaaren, bessere Baum- 
wollwaaren, Eisenwaaren 2c. In Lichten und Seisen 
ist Frankreich noch immer leistungsfähiger, während 
von Portugal nur Wein, Konserven, Kartoffeln rc.
        <pb n="673" />
        — 591 — 
eingeführt wurden, trotz der großen Zollvergünstigung. 
welche Waaren portugiesischer Herkunft in Mozam- 
bique genießen. 
Die Geldverhältnisse der Kolonie haben sich 
noch nicht gebessert. Die dort hauptsächlich gangbare 
Münze ist die gestempelte Nupie, d. h. englische Rupie, 
welche im Jahre 1890 seitens der Regierung mit 
einem „V. M“ gestempelt und zu einem um 12½ pCt. 
höheren Werthe als die ungestempelte Rupie in den 
Verkehr gebracht wurde. 
Die Companhia de Ilbo, welcher die Ver- 
waltung des Kap Delgadodistrikts von der portugie- 
sischen Regierung übertragen ist, blickt auf ein erfolg- 
loses Jahr zurück. Es sind bis jetzt nur einige 
Expeditionen ins Land hineingegangen, um das 
Terrain für die zu erbauende Eisenbahn von der 
Pemba-Bai nach dem Nyassa= See zu vermessen. 
Der Schiffsverkehr hat im Jahre 1895 in 
den Händen der Deutschen Ostafrika-Linie und der 
British India Steam Navigation Compang 
Limited gelegen. Die Union Line, welche im 
Jahre 1894 ihre Danpsschiffe um das Kap der 
guten Hoffnung bis nach Sansibar hinausschickte, hat 
sich zu Anfang des vorigen Jahres mit der Deutschen 
Ostafrika-Linie dahin geeinigt, daß erstere Linie keine 
Häfen nördlich von Natal, letztere keine Häsen südlich 
von diesem Platz (Port Elizabeth rc.) anlaufen darf. 
Sobald diese Konkurrenz aus dem Felde war, ver- 
sandte die British India Steam Navigation Com- 
DanyLimited, die schon in den 80 er Jahren an 
der Küste von Mozambique einen Dampsschiffsverkehr 
unterhielt, ihre Schiffe und richtete einen monatlichen 
Betrieb zwischen Bombay und Loureno Marquez 
über Sansibar, Mozambique und Beira ein. Da 
diese Dampfschiffe weder Fracht noch Passagiere für 
Europa nehmen können, so beschränkt sich ihre Kon- 
kurrenz auf den Küstenverkehr, welcher von geringerer 
Bedeutung ist. Die deutsche Linie hat bei Weitem 
den größten Theil des Mozambiquer Verkehrs in 
ihre Hände gebracht, so daß ihre Dampfschiffe jetzt, 
nachdem sie auch in Sansibar und Lourenco Marquez 
sesten Fuß gefaßt hat, ausgehend und heimkehrend 
fast stets volle Ladung haben und mit Passagieren 
besetzt sind. Der Linie gelang es auch, mit der 
portugiesischen Regierung einen Vertrag zur Beför- 
derung der Beamten zu günstigen Bedingungen ab- 
zuschließen, wodurch ihr zahlreiche Passagiere zugeführt 
wurden. Sie sieht sich jetzt veranlaßt, zwei neue 
Dampfsschiffe von etwa 7000 Tonnen zu bauen, um 
dem sich jährlich steigernden Verkehr gerecht zu 
werden. Die Linie hat es verstanden, sich die Sym- 
pathien von Passagieren und Verladern dauernd zu 
erwerben. 
Es verkehrten im Hasen von Mozambique im 
Jahre 1895 159 Schiffe von 293 673 Reg.-Tonnen 
im Eingang und ebenso viele im Ausgang. 
  
Sansibar. 
Der britische Konsul Cave in Sansibar hat an 
die englische Regierung einen Bericht erstattet über 
den Handel von Sansibar pro 1895, welcher einige 
Daten enthält, die für Deutschland bemerkenswerth 
sind. Der deutsche Handel mit Sansibar ist 1895, 
verglichen mit dem Vorjahre, gesunken. Von San- 
sibar wurden nach Deutschland Waaren im Werthe 
von 42 672 Pfd. Sterl. exportirt gegen 58 260 Pfd. 
Sterl. im vorhergehenden Jahre. Auch der Import 
nach Sansibar erlitt einen Ausfall, indem er von 
67 652 Pfd. Sterl. (1894) auf 65 126 Pfd. Sterl. 
herabging. Aber auch der Handel mit Großbritannien 
ist gesunken; denn es wurden exportirt nach England 
für 152 594 Pfd. Sterl. gegen 167 913 Pfd. Sterl. 
im Vorjahrec, und der Import von dort belief sich 
mu auf 91 163 Pfd. Sterl. gegen 96 296 Pfd. 
Sterl. im Jahre 1894. 
Viel umfangreicher ist der Handel Sansibars 
mit dem afrikanischen Festlande. Nach Deutsch- 
Ostafrila wurden exportirt Waaren im Werthe von 
390 716 Pfd. Sterl. gegen 324 869 Pfd. Sterl. im 
Jahre 1894. Dagegen ist die Einfuhr aus Deutsch- 
Ostafrika von 219 745 Pfd. Sterl. auf 179 589 Pfd. 
Sterl. gefallen. Dies Ergebniß ist wahrscheinlich 
auf die Heuschreckenplage zurückzuführen, von welcher 
das deutsche Schutzgebiet 1895 heimgesucht wurde. 
Am günstigsten stellte sich der Handel Sansibars 
mit Britisch-Indien. Indem aus diesen Ländern 
für 466 823 Pfd. Sterl. gegen 335 927 Pfd. Sterl. 
im Jahre 1894 eingeführt wurde, ist dieser Import 
um 130 896 Pfd. Sterl. gestiegen. Hauptgegenstand 
der indischen Einfuhr waren Reis (68 212 Pfd. 
Sterl.), Metallgeld (54 686 Pfd. Sterl.), Stückgüter 
(2223 Pfd. Sterl.). 
Neben dem letztgenannten Artikel wurden von 
Deutschland namentlich Material= und Eisemvaaren 
eingeführt. 
Stückgüter bilden überhaupt den vornehmlichsten 
Einfuhrartikel nach Sansibar, und überstieg der 
Import in dieser Waarengattung jeden anderen um 
mehr als die Hälfte. Hieran waren folgende Länder 
betheiligt, und zwar in der Reihenfolge, in welcher sie 
genaunt sind: Britisch-Indien, Holland, Amerika, 
Großbritannien und Deutschland. 
Taschentücher, die früher meist aus Manchester 
und Glasgow bezogen wurden, werden zur Zeit 
meist von deutschen Firmen eingeführt. Der Bedarf 
an Eisendraht wird, anstatt früher aus England, 
nunmehr aus Deutschland gedeckt. Auch ist die Ein- 
fuhr in Seise und Cement von englischen in deutsche 
Hände übergegangen. 
Perschiedene Mittheilungen. 
Schutz gegen Malaria. 
Phenokollum hydrochloricum wird neuer- 
dings als Ersatzmittel des Chinins bei der Behand-
        <pb n="674" />
        lung des tropischen Malariafiebers empfohlen. Die 
mit diesem Mittel von den in den deutschen Schutz- 
gebieten thätigen Regierungsärzten angestellten sorg- 
fältigen praktischen Versuche haben zu befriedigenden 
Resultaten nicht geführt, und wird deshalb das 
PThenokollum hydrochloricum von denselben als 
Arzneimittel gegen Malariasieber nicht mehr an- 
gewandt. 
Ueber eine Anzahl aus Ostafrika eingesandter Drogen 
hat das Kaiserliche Neichs-Gesundheitsamt folgende 
Gntachten erstattet: 
1. Der von Dr. Buchwald zwischen den Land- 
schaften Magambo und Kinko (Usambara) gesammelten 
Baumrinde lag ein einzelner, beblätterter Zweig in 
besonderer Umhüllung bei. Während nach Buchwald 
der Baum, von dem die Rinde herstammt, der Blatt- 
stellung zufolge vermuthlich eine Rubiacce sein soll, 
hat sich durch Vergleichung im Königlichen botanischen 
Museum hierselbst feststellen lassen, daß der Zweig 
sowie die Rinde einer von Engler mit dem Namen 
OCcotea usambarensis belegten Lauraccc ange- 
hören (vergl. „Engler: Die Pflanzenwelt Ost- 
afrikas“, Th. B. S. 290). 
Um ein Urtheil über die Verwendbarkeit dieser 
Droge zu medizinischen Zwecken gewinnen zu können, 
würde, da Vorarbeiten nicht vorhanden sind, eine 
systematisch durchzuführende chemische bezw. pharmako- 
logische Untersuchung nothwendig werden. Hierzu 
sind jedoch größere Materialmengen erforderlich, als 
sie dem Gesundheitsamte zur Verfügung stehen. Die 
chemische Untersuchung mußte demnach auf folgende 
Ermittelungen beschränkt bleiben. 
Mit Wasserdampf destillirt, gaben 150,0 x der 
Rinde einige Tropfen eines gelben, ätherischen Oeles 
ab, dessen Geruch stark an denjenigen des Cajeput- 
öls erinnerte. Es theilt auch mit letzterem die 
Eigenschaft, auf festes Jod nicht zu reagiren. Mittelst 
der Jodolprobe von Ed. Hirschsohn (Ph. Zeitschr. 
f. Rußland 1893, Nr. 4 und 5) konnte nachgewiesen 
werden, daß Cineol in dem Oele in reichlicher 
Menge vorhanden ist. Dieses ist ein in der Natur 
sehr verbreitetes Terpenderivat, welches u. A. einen 
Hauptbestandtheil des Cajeput-, Eucalypius= und 
Wurmsamenöles ausmacht. 
Bei der nach dem Dragendorffschen Verfahren 
ausgeführten Untersuchung auf Alkaloide und Glyco= 
side wurden nur harzige Körper von bitterem 
Geschmack in sehr kleinen Mengen (1 bis 15 mg bei 
den einzelnen Ausschüttelungen aus 150,0 g Ninde) 
erhalten. 
In erheblicher Menge wurde ein Gerbstoff 
ausgefunden, von dem durch Kochen mit verdünnten 
Säuren ein in Wasser unlösliches braunrothes 
Phlobaphen (Rindenpigment) abgespalten wurde. 
Mit Eisenoxydsalzen gab der Gerbstoff eine grüne 
  
Färbung. 
Bei dem Mangel hinlänglicher Kenntniß der 
wirksamen Substanzen der Rinde ist es somit nicht 
möglich, hinsichtlich der therapentischen Verwer- 
thung Angaben zu machen. Die angoebliche 
Verwendung gegen Kopfschmerz, Leibweh und 
Hiße ließe sich zurückführen auf die tonisirende 
Wirkung des ätherischen Oeles, des Vitterstoffs und 
des Gerbstoffs. Aetherische Oele und Bitterstoffe 
wirken fördernd auf die Verdauung, auf die Sekretion 
des Magen= und Darmsaftes, regen auch die Peristaltik 
des Darmes an und heben somit in gewissen Fällen 
das Allgemeinbefinden. Geringe Mengen von Gerb- 
stoffen, wie sie in manchen (rothen) Weinen, im Kaffec, 
Thec 2c. enthalten sind, wirken ebenfalls vortheilhaft 
auf die Ernährung — vielleicht nach Art der Ge- 
würze. In geeigneten Mengen zugeführt, lassen 
manche Gerbstosse den Darm durch Verminderung 
der Sekretion flüssigkeitsärmer werden und es kommt 
allmählich zu einer verstopfenden Wirkung. Auch bei 
Darmblutungen haben gerbsäurehaltige Pflanzenpulver 
mit Erfolg Anwendung gefunden. 
2. Die Orchidee Angraccum lragrans Dup. 
Tul.# wächst überaus häufig in den Wäldern der 
Maskarenen; auf Mauritius ist die Pflanze allerdings 
infolge ihrer ausgedehnten medizinischen Verwerthung 
seltener geworden. Auf Bourbon ist A. lragrans 
bekannt unter den Namen Faham, Faam, Fahon, 
Fehum; Phaum; in Frankreich nennt man sie außer- 
dem The de lülc de Bourbon, Thé de NMada- 
gascar, in England Orchid ten. 
Auf dem Markte von Bourbon bildet die Pflanze 
ein gewöhnliches Handelsobjekt und wird besonders 
den Fremden viel angeboten; auch in Algier werden 
die Blätter verkauft. Die Droge, in Frankreich zu 
Anfang dieses Jahrhunderts eingeführt, wurde dort 
ähnlich dem chinesischen Thee als Genußmittel ge- 
braucht, neuerdings aber scheint sic dort nicht mehr 
im Handel zu sein und wird nur bisweilen auf dem 
Hamburger Marfkt angetroffen. Der käufliche Thee 
besteht aus beblätterten Stengeln und einzelnen 
Blättern, denen einige wenige Früchte, selten auch 
Wurzeln beigemengt sind. 
Die Fahampflanze ist wie verschiedene andere 
Orchideen durch einen Gehalt an Kumarin aus- 
gezeichnet, welcher ihre medizinische Verwerthung in 
erster Linie bedingen dürfte. Als weitere Bestand- 
theile führt Hager (Handbuch der pharmaz. Praxis, 
Th. I., S. 1023) noch Spuren ätherischen Oeles und 
geringe Mengen eisenbräunenden Gerbstoffs an. 
Eingehende pharmakognostische und pharmakolo- 
gische Untersuchungen über die fragliche Droge und 
zwei andere kumarinhaltige Orchideen sind von Pro- 
sessor Planchon in Montpellier (Nouveau Mont- 
pellier A#dical, T. I. 1892) angestellt worden. 
Nach Planchon findet Faham nur auf Réunion 
und Mauritius allgemeine Verwendung; zu medizi- 
nischen Zwecken gebraucht man sie dort nur in Form 
des wässerigen Aufgusses, stellt jedoch auch feine 
Liqueurs und Syrups aus ihr dar. Der ungefähr
        <pb n="675" />
        aus 5 z trockenen Blätlern und 300 g kochendem 
Wasser bercitete Thecaufguß schmeckt angenehm und 
besitzt ein feines Aroma. 
Nach Planchon wird Faham bei allen Arten 
von Brustkrankheiten, von Bronchitis bis zur Tuber- 
kulose, bei Lungenentzündung, Asthma rc. angewendet. 
In der Mehrzahl der Fälle wirkt er nur als Pallia= 
tivmittel und berührt den Kern der Krankheit nicht. 
Jedoch soll der Fahamthee die Kräfte des Kranken 
heben und die Verdauung befördern, den Husten be- 
schwichtigen, die Beklemmungen und Schmerzen in der 
Brust vermindern und gleichzcitig, wic alle anderen 
warmen Getränke, den Auswurf der Kranken erleichtern. 
Auf Röunnion schreibt man dem Faham außerdem 
die Fähigkeit zu, die Lungenschwindsucht zu heilen. 
Planchon führt diesen Irrthum auf die Thatsache 
zurück, daß der Aufenthalt auf der genannten Jnsel 
auf Schwindsüchtige einen sehr günstigen Einfluß 
ausübt und die Krankheit dort bedeutend seltener 
auftritt als in Frankreich. Dazu kommt, daß der 
Faham auch in Fällen von vorgeschrittener Tuber- 
kulose beruhigende und lindernde Wirkung ausüben 
kann. Nach den von Planchon an zahlreichen 
Kranken angestellten Versuchen kommen dem Faham 
bei seiner Anwendung als Stomachicum, als Stimn-= 
laus, als besänftigendes und schmerzstillendes Mittel 
vor vielen anderen leichter zu beschaffenden Medika- 
menten Vorzüge nicht zu. Faham wirkt bernhigend 
auf das Nervensystem und kann in dieser Hinsicht 
gute Dienste leisten. Vor Allem kann man das 
Mittel bei Schlaflosigkeit und speziell in solchen Fällen 
verwerthen, in denen letztere durch Erregung der 
Gehirnnerven, zu angestrengte und lange Arbeit ver- 
ursacht worden ist. Bisweilen wird man Faham 
vortheilhaft statt Bromkalium oder Chloralhydrat 
geben, besonders wenn es sich um fortgeseten Ge- 
brauch handelt. Bei der im Kaiserlichen Gesund- 
heitsamte vorgenommenen Untersuchung konnte nur 
noch äußerst geringer Kumaringeruch der übersandten 
Blätier wahrgenommen werden, der Geschmack der- 
selben war schwach aromaklisch bikter. Bei einer mit 
dem nur spärlich zu Gebote stehenden Material aus- 
geführten chemischen Untersuchung wurden geringe 
Mengen eines ätherischen Oeles von schwachem Ge- 
ruche und ebensolche Mengen eines Oeles von kuma- 
rinähnlichem Geruche und brennendem Geschmack 
nebst bitteren harzigen Stoffen aufgefunden. Des- 
gleichen wurde der von Hager erwähnte Eisen 
braunsällende Körper (Gerbstoff) nachgewiesen. Wenn 
auch durch die chemische Analyse die Gegemwart der 
einzelnen bekannten Bestandtheilc nicht in der erfor- 
derlichen Schärfe dargethan werden konnte, weil die 
Blätter vielleicht dadurch, daß sie schon zu lange 
ohne genügenden Verschluß aufbewahrk worden waren, 
eine Einbuße erlitten hatten, so reichen die gefundenen 
Resultate doch zur Identifizirung vollkommen aus. 
Als wirksame Bestandtheile der Blätter kommen 
somit das Kumarin, das ätherische Oel, der Gerbstoff 
und der Bitterstoff in Betracht. 
  
593 — 
Das Kumarin, zuerst in den Tonkabohnen auf- 
gefunden, wurde später auch in vielen anderen 
Pflanzen nachgewiesen. Es befindet sich besonders 
im Waldmeister, im wohlriechenden Wiesengras, im 
Steinklee 2c. Dieser Stoff ist in der lebenden Pflanze 
nicht präformirt, sondern entsteht erst beim Welken 
oder Zerreiben derselben, ist im Wasser nur zu 
0,2 pECt., leichter im Alkohol und in Oelen löslich. 
Das reine Kumarin bildet harte, farblose Krystalle 
von eigenartigem, angenehmem Geruch, schmeckt ge- 
würzhaft bitter, erzeugt auf der Zunge Brennen und 
ruft vermehrte Speichelsekretion hervor. Nach den 
Untersuchungen H. Köhlers (Medizin. Centralblatt, 
1875, S. 867 und 881) setzt es bei Kalt= und 
Warmblütern die Gehirnsunktionen sowie die Reflex- 
thätigkeit herab, wirkt betäubend, hypnotisch und 
anästhesirend, ähnlich dem Morphin. Es ist in 
großen Gaben giftig und erregt zu 2.5 g und mehr 
beim Menschen Kopfweh, starkes Ekelgefühl, Schwindel. 
Erbrechen, Schlassucht und mehrstündiges Unwohlsein. 
Der nach Maitrank so oft beobachtete anhaltende 
Kopfschmerz beruht gleichfalls auf der die Gehirn= 
thätigkeit herabsetzenden Wirkung des Kumarins. 
Ein Theil der vorgenannten günstigen Einflüsse, 
die durch den Gebrauch des Faham auf den mensch- 
lichen Organismus geübt werden, ist bedingt durch 
die Wirkung des Kumarins. Infolge seiner Wirkung 
auf das Centralnervensystem tritt die oft ersehnte 
Beruhigung und Anästhesie ein. Auch Planchon 
hat mit reinem Kumarin und mit einer anderen 
kumarinhaltigen Orchidee: Accras anthropophora 
dieselben Resultate wie mit Faham erzielt. 
Neben dem Kumarin kommen noch das ätherische 
Oel und die Gerb= und Bitterstoffe in Betracht. 
Die ätherischen Oele erleichtern die Expektoration 
und tragen außerdem zur Hebung des Kräftezustandes 
in der Weise bei, daß sic ähnlich wie die Gerb= und 
Bitterstosse, die Sekretion der Verdauungssäfte ver- 
mehren und nach Art der Gewürze die leichtere 
Aufnahme und Verträglichleit der Nahrungsstoffe 
bewirken. 
Die mit dem Fahamthee gemachten günstigen 
Erfahrungen lassen sich somit auf die Gegenwart der 
genannten Stoffe zurückführen, während es anderer- 
seits auch begreiflich ist, daß man von dessen An- 
ordnung allmählich abgekommen, weil man für die 
Bestandtheile desselben vielsach in anderer Weise 
Ersatz gefunden hat. 
Die Namiefaser und deren Bearbeitung. 
Einem Artikel des „Indian Textile Journal“ 
zufolge hat der Schotte Mr. Me Donald in Dundee 
eine Maschine zur Bearbeitung der Ramiefaser er- 
funden, welche sich durch leichte Handbarkeit, Billig- 
keit und gute Arbeit auszcichnen und in verschiedenen 
Gegenden bereits mit Erfolg benutzt sein soll.
        <pb n="676" />
        Titteratur. 
Dr. Karl Dove: Südwestafrika. Kriegs= und 
Friedensbilder aus der ersten deutschen Kolonie. 
Mit Illustrationen und einer Karte. Berlin 1896. 
Allg. Verein für deutsche Litteratur. 
Der Verfasser der Schrift ist Meteorologe und 
hat Südwestafrika im Auftrage des von der deutschen 
Kolonialgesellschaft gegründeten früheren Siedelungs- 
syndikats Mitte 1892 besucht, um Studien, besonders 
über dic klimatischen Aussichten der Kolonie für An- 
siedler, anzustellen. Er hat sich aber nicht darauf 
beschränkt, die 16 Monate seines Aufenthalts in 
Windhoek mit meteorologischen Beobachtungen aus- 
zusüllen, sondern seinc Zeit auch zu einem größeren 
Ausflug nach Rehoboth und zu anderen kleineren 
Streisereien verwerthet. Die wissenschaftlichen Er- 
gebnisse der Reise liegen noch nicht vor. Was der 
Verfasser hier bietct, ist eine sehr anschauliche und 
lebensvollc Schilderung seiner Eindrücke von Land 
und Leuten. Wie Premierlientenant v. Bülow es 
in seinem vorzüglichen, früher an dieser Stelle be- 
  
594 
sprochenen Buche gelhan hat, legt Dr. Dove den 
Hauptnachdruck auf Beschreibung der Landschaft, 
Vegetation, des Thierlebens, der Leiden und Freuden 
der Reise im Ochsenwagen und dergleichen. Der 
Leser gewinnt so aus seiner Darstellung ein treues 
Bild vom Leben und Treiben in diesem eigenartigen 
Lande, welches noch auf alle Personen, die länger 
darin gelebt haben, einen unwiderstehlichen Reiz aus- 
geübt hat. Wie v. Bülow ist der Verfasser davon 
durchdrungen, daß Deutsch-Südwestafrika zahlreichen 
deutschen Ansiedlerfamilien ein Heim zu bicten gecignet 
ist und einer erfreulichen Zukunft entgegengeht. In- 
dessen hegt er große Bedenken, ob die früheren Ver- 
suche wirklich immer in zweckentsprechender Weise 
unternommen worden sind. Vieles von dem, was 
Dr. Dove zu tadeln findet, ist jedoch seitdem von 
Grund aus geändert worden. Die ganze innere 
politische Lage des Schutzgebietes hat einen entschei- 
denden Wandel erfahren, und es ist anzunehmen, daß 
Fehler, wie sie zu Ansang der Besiedelungsthätigkeit, 
wo keine Erfahrungen vorlagen, begangen sein mögen, 
in Zukunft vermieden werden. 
  
Bchiffslewegungen. 
(Die Zeit vor dem Orte bedeutet die Ankunft, hinter dem Orte die Abfahrt des Schiffes.) 
M. 
M. 
M. 
M. 
M. 
M. 
M. 
S. „Bussard“ 27,7. Apia. — 3/9. Syduoy. 
S. „Condor“ 26/8. Kapstadt. (Poststation: 
S. 
S. „Sceadler" 9/7. Sansibar. 
S. „Sperber= 5/5. Kamerun. 
W 
„Falke“ 21.8. Auckland 31/8. — Sydney. 
S. „Hyänc“ 25/8. Benguella 27/8. — Kamernn. 
Vermessungsschiff „Möwe“ 22/6. Friedrich Wilhelmshafen 5,7. 
(Poststation: Sansibar.) 
(Poststation: asserviren.) 
(Poststation: Hospostamt.) 
Kapstadt.) 
a#ihenen: Hospostamt.) 
(Poststation: Kamerun.) 
(Poststation: Sydnoy.) 
Ablösungstransport: 
Dampfer „Prinzregent Luitpold“ des Norddentschen Lloyd mit der halben Besatzung für 
messungsschiff „Möwe“: 
Ausreise: 
S. M. Ver- 
Bremerhaven 29/7. — Sydney. 
  
  
Verkehrs-Nachrichten. 
Postdampfschiffverbindungen nach den deutschen Schutzgebicten. 
  
Die Abfahrt erfolgt 3 
vom Ein- 
schissungshafen 
  
an folgenden Tagen 
Briefe müssen aus 
Berlin spätestens 
abgesandt werden 
Ausschissungshafen. 
Dauer 
der Ueberfahrt 
  
Neapel 
(deutsche Schiffe) 
1. Deutsch- i Brindisi 
sch · Ollasrita. hbriin°h 
Marseille 
französische Schiffe) 
-- Southampton 
2. deutsch- Hüdwestafrika. Eee bis 
Nach W Karmtad' chemussch Kapftadt, dann dent- 
- 
t Si. „Leukwein-). 
bid Kanstadt. von dort w 
alle 14 Tage auf ¾! Lonnsnsot) (0n Hamburg am 30. Sm, 
(beutsches Schifl) a nachts 
am 7., 28. Oktober, 
120 abds. 
am Oltoer 
am ½ Fjedes Mts. 
40 ums. 
am 10. Itober 
Tanga 20 Tage 
Dar-es-Saläm 21 Tage 
Sansibar 21 Tage 
Sansibar 18 Tage 
am 5., 9., 26. Oktober, 
103 abds. 
am 8. jedes Monats 
is abds. 
Lüderitzbucht 27 Tage 
Swakopmund 30 Tage 
am 9. Okt., 
Iln# ms. 
30. Nov.] Swakopmund 30 Tage 
  
  
am 30. Sept., 30. Nov. 
7½ abds.
        <pb n="677" />
        595 
Die Absahrt erfolgt 
an folgenden Tagen 
Ausschiffungshafen. 
Dauer 
der Ueberfahrt 
Briefe müssen aus 
Berlin spätestens 
abgesandt werden 
  
  
Nach vom Ein- 
schiffungshafen 
A Hamburg 
3. Ramerun. oaussche Ichist) 
llur Schiffe) 
4. Uogo-Gebiet 
( von Quittah mittelst 
Boten nach Lome und 
Klein- n Popo). 
Deutsch-Neu-.Guinea. 
. marsbau. Inseln. 
LS 
ambur 
cba 4 
Liv 
i*- u 
Neapel 
3 Schifse) 
disi 
orinnnn) 
disi 
(ubert, Nanit) 
  
  
am 8. 
abd 
am gedes Monats 
am vcht — 
298. Oktober 
am 10. jedes Mts. nacis 
am 20.jedes Mis 
am 23. September, 
7., 21. Oktober 
16. v % 
20. Dez. 
am 21. Okt., 
abds. 
am 25. Okt., 
abds. 
November 
8. 
  
Kamerun 24 Tage 
Kamerun 22 Tage 
Klein-Popo Tage 
Lome 31 
Klein-Popo 75 Tage 
Luiteah) ar Klein- 
Popo 35 
Friediich Wilhelns- 
hafen 45 Tage 
41 Tage 
Jaluit 71 Tage 
Eintreffen der Post aus den deutschen Schutzgebieten. 
am 10, jedes Monats 
720 abds. 
am 28. Sept. 
6 15 ums 
26. Olt. 
am 10. und 20. jedes 
Monats 720 abds. 
- 
am 21. September, 
5., 19. Okt. 15 ms. 
am 19., 23. Oklober, 
14. is Dezember 
104 a bds. 
am 6. November 
10 abds. 
  
  
  
  
Von bru: Die Roß, ist fällig Von m Die Poost ist fatig 
Neapel am 18. September, 
deuisch-Ostafrikaor Brindisi u -S. Oltober Togogebiet. vaniburg. he —* 
-2V V7.II IMarseille . am 1. Olt., 1. Nov. 5n0 
Deutsch-Südwestafrika Southampton am 13. Öt4. Deutsch-Neu-Guinea# Neapel. lem 18., Oktober, 
  
  
12.* Dezember 
  
  
  
Kamern Hamburg .n am 25 Jed. Monats #u all. Inselnr Marseile oder Anfang Oktober, 
! Liverpool . am 8. Oktober llarsb S Varcelona Ene Ponamnter 
* Falligleitstage für die mit deutschen Schissen eintressenden Posten. 
Schiffabewegungen d der Woermann-Linie. 
neise Leyte Nachrichten 
1 
Postdampfer von nach bis 12. September 1896 
„Adolph Woermann“ Swakopmund 1 Hamburg am 15. August in Hamburg. 
„Aline Woermann“ Ponta Negra Hamburg am 7. September in Kamerun. 
„Anna Woermann“ Hamburg 1 Kap Palmas am 9. September in Sierra Leone. 
„Carl Woermann“ Kotonon " Hamburg am 10. September in Accra. 
„Eduard Bohlen“ Hamburg Congo am 7. September Dover passir 
„Ella Woermann“ Kap Palmas Hamburg am 11. September in Las Pr, as. 
„Gertrud Woermann“ Hamburg Ponta Negra am 10. September ab Hamburg. 
„Greichen Bohlen“"“ Hamburg Kotonon am 7. September in Conakry. 
„Hedwig Woermann“ Kotonou Hamburg am 11. September Mihant passirt. 
„Jeannette Woermann“. Loanda Hamburg am 28. August in „Lagos 
„Kurt Woermann“ . Hamburg L Loanda am 7. September Dover passirt. 
„Lothar Bohlen“ Swakopmund Hamburg am 12. September # in Venguela. 
„Lulu Bohlen“ Ponta Negra Hamburg am 11. September in Las Palmas. 
„Ma arie Woermann“ Hamburg P#I Flega am 3. Seplember in Accera. 
„Melita Bohlen“ Lüderitzbucht Han am 8. September in Las Palmas. 
„Professor Woermann-= Hamburg Kap ** am 15. September ab Hamburg. 
„Thekla Bohlen“ Hamburg Congo am 8. September Ushant passirk.
        <pb n="678" />
        — 596 — 
Schifsbewegungen ? der t Deutschen Ostafrita Tinie (Hamburg —Ostafrikal. 
  
  
  
Neichspostdampfer Reise Lebtzte Nachrichten 
von nach bis 25. August 1896 
„Kaiser“. zur Zeit im danburger Hafen. 
„Kanzler“ .. Dur l Hamburg am 21. August ab Mozambique. 
Fen ralhek . Hamburg Durban am 12. August an Mozambique. 
„Neichstag“. Hamburg am 23. August ab Marseille. 
„Admiral“ zur Jeit im Hanourger Hafen. 
„General“ mburg . Durban am 21. August ab Lissabon. 
„Herzog“ Hamdurg T Durban am 24. August an Tanga. 
  
4 Dieser Nummer liegt ein Preis-Courant der Gäuseleber-Pasteten-Fabrik von Ang. Michel 
(Hoflieferant) in Schiltigheim Straßburg (Elsaß) bei, den wir gefälliger Beachtung bestene empfehlen. 
Die Expedition. 
  
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Passende Ausrüstungspläne werden auf Grund langjähriger Erfahrungen ausgearbeitet, und bitte ich bei 
Im Jahre 1895 hatte ich die Ehre, für Messen resp. Kantinen folgen- 
der im Auolande besindlichen Schiffe Sr. Majestät zu liefern: S; M. S. Jrene, Prinzeß Wilhelm, Arcona, Marie, 
Falke, Möwe, Iltis, Cormoran, Condor, Sperber, Hyäne, 
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Special- Gesehäft für Messe- und Kantinen - Ausrüstungen der Lazeriichen HMarme 
Etablirt 1883 
wollen. 
Loreley, Peilboot Kamerun und Hull Cyelop. 
ernsprecher: 
Aust 6, Nr. 123. 
(I).
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        iinileit: Merbet für Euer Blattt 
eutsche im Ausland 
abonniert 
auf 
Eure 
Wohen- 
Sschrift. 
2 
  
   
   
   
  
   
   
2 
vo- 
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5i“ hetrachtet es 
er insbesondere als 
* seine Aufgabe, dem 
*.]lr I#chen und Treiben der 
9 Deutschen im Auslande die 
liebevollste Aufmerksamkeit 
zuzuwenden. Es wird daher jeder 
Deutsche im Auslande 
gebeten, seine Adresse 
(Aus Freytag, Soll und laben, II. Band.) 
  
  
les Icimatdialebles genicasen, erst in der Fremde erbennt man, 
  
    
     
  
* 
Or 
15. 
icas das l’a##d /. 
rscheinungen des deutschen Buchhandels auf allen Cebieten der Wissenschaft. 
Zusammengestellt von dem „I.itterarischen Auskunftsburcau O. Geacklauer in Leigpzig.“ 
Erat im Auslande lernt man den Rei 
  
  
  
Jahrgang 
" Sans der Verlagshandlung 
in Berlin SW 
* J. H. Schorer, G. m. b. H. in Ber 
— Wilhelmstrasse 29, gefl. anzugeben, damit dieschbe Gelegenheit 
S. hat, eine Probe-Jummer mmsst und bortofrei zu übersenden. 
— — 
Der lenn der. 1# Helmat und in ereeeinehen I.Andern Fuhlung uit dom alton Vator- 
De im * oder. Auslande mit — häften überhünkt. sich kurz und 
— 1 iakunn 70r cru kanse er Weln Cnhe. in rieen wil 
„ im In- ode uslund n Cit noch Neligung # tag. lich oino gronso 
—ê Der politische oitung zu . „ Sung hat, (#uglicht er 6 
. Der im In- guen al nhseits W A#em,- Lau#ip. - ohnt und noben oinem kloinon 
— I. .kathlatte c Fnden Zeilungsleklüre 
S Wer im Iin- oder Aueiand uberheopt alles Vissen n, der lese „Das Echo“. 
V nronik der Acritereinhreis. bringat allicöchentlich in unterlial- 
9 i rissse, 5 
HDu- 1% C lio. tender Form Bericlkie politischen, itirtschaftlichen. icisscenachaæstliehen 
71. J K eehhE 5%% 5½ % errwäe 1 ls 4h nDnschktnndf 11. im sfaad: alispielen. 
i Vlies-il »Ur-« imiilcsnik 
» iiiii(l-st-·-«»isss,i— « 
Da-# 10% % cli */14% *dz % Stiunen alter Partrien u lorte costen- 
2 Xho E— 
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S Da 8 c cine Gesan Cc#t- und urrnl- 
5e4- Ar und (olriessante %n n rom Breltinarkte. 
S HcCcn l oneifk (er Zeitcreimiisse, 5uutcccuntlh eine i# cder 
#i“ 2 irwese Eraclieinungen cdes deutsclen liuchlandels auf allen Je- 
S EIIIII— 
. CHhronik der Zeitereicmisse, ///101 Junatie cgetnndsh 
" " . 
i 4 —.— amthiche Aiete der J’onstefemsschrhenbsterbinkulen 2961/8 16. — 
2 accischen I. antdarn. 
2 
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Naonneiant- aulng= 4 * 4 eElische Irandinonen Werden in Zahlung nimnine. 
kann jer zdez“ 1. oissenn werden. und wird „Das Echo“ vom lag 
In das Abonnemen Bestein 1 Einsendung unthheslen ehn Betrak Taur aunäbei. 
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        — 598 — 
  
beutsche Kolonial- Ausstellung 168906.M 
9 
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Vertreten auf der deutschen Kolonial-Ausstellung 1896. 
. — V. 
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#esss2 
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14 Berlin NW., Weustädtische] Mirchstr. 1 
# · (früher Mittelstraße 25), 
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— a 
rt, für Schiffsreisen und danernden Anfenthalt in über 
seeischen Ländern sowie zur Lieferung aller. für Expedition und 
       
  
ulseschetn Jagdausflüge in Betracht kommenden Arti 
slanlenedeile tr gewerbliche pii#en Sachgemaße Zusammenstellungen auf Grund kuern Ersahrungen und 
Aerstlich empfohlen bei Schwäche, nach dem Urtheil bekannter Forschungoreisenden werden auf Wunsch gern 
Bintarmuth, Bleichsucht, äche, angesertigt und dazu Angaben über Ziel, Zweck und ungefähre Dauer der 
valescenz nach schweren, namentli Neise erbeten. ½ 
Kinderkrankheiten, bei weutlich . 
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in den Tropen, wohlschmeckend, wenig 
Alkohol. Nach sachverständiger Analyse 
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Kein Gepeimuninten. 
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Neubabelsberg, 
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rlin 1896. 
       
  
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’A’A7-X’A’A’AYAYA’AYATAHIDeutscheKolonialsAusstellungMAS.lx’A’A’A’-
        <pb n="681" />
        Wes beutsche Tolonial-Ausstellung 1896. * Frtrtltrrl— uu 
s 
— 599 — 
  
  
   
  
M. V. V, V. V., V. V. V V. V. V 
CAAVCC 
Verkaufs-Syndiat der Kaliwerke Leopoldshall-Stassfurt. 
Die Zweckmässige Kalilüngung in Verbindung mit den anderen wichtigen l’llanzemährstollen. Stickstoll- 
und Phosphorsdurc, ist für alle tropischen Kullurpllanzen zur Erzielung reicher und guter Benten unenthelulich. 
Wir empfehlen besonders: 
a. Gereinigte konzentrirte Kalisalze: 
Schwefelsaures Kali, mind. 48.6 0% Kali und minil. 51.8.0% Kali. für Tabak, Zuckerrohr, Ananas, 
Bunanen, Bataten, Orungen, Citronen, Feigen, Weinreben, Vanille, Melonen. 
Calec. schwesfelsaure Kalimagnesia, mind. 25.9 ½0 Kuli und höchstens 212 CChlor. für die vor- 
stehend genannten I’llanzen anf solchen Böden, wo die Zufuhr von Mugnesin erlorderlich ist. 
Chlorkalium, mind. 44.2 Dis 61.8 ½% Kuli. für Kallee, Thec, Kakno, Palmen, Oliren. Erduuss, HBaumwolle, 
MAnis, Sorghum, Reis, Ricinus, Indigo, Bohnen, (hinarinde. 
b. Natürliche Kalisalze: 
Kainit, vind. 12.4 00 Kuli. Sylvinit, mit 12.400 Pis 19 10 Kuli. für Baumwolle und l’almen zur Ver- 
tilgung von Insekten wic auch für Kanz leichte trockene Böden zur besseren Bindlung und euchterhaltung. 
Sümmtliche deutschen Kuliverke sind im Verkuns-Syndikat der Kuliwerke vereinikt. · 
Nähere-Angabentil-H-PrciscnmlththtgslmdiIts-Zungenwie-nichAuskunftiilicr lruliisclsThungert-qka 
atthrumlreicherpraktischerIslrfzclnsnngonci·l.ls(silt;(1-Is . · « 
Verkaufs-Syndikat der Kaliwerke in Leopoldshall-Stassfurt. 
Telegramm-Auresse: Syndikat Stassfurt. 
— 
JB. In der Ausstellung des Verkauls-Sdikates in der dentschen Koloninl-Ausstellung, Gruppe XXIII der 
Tzeerliner (lewerbe-Ausstellung. liegt eine Broschüre üher Düngung tropischer I’lanzen zur Einsichinahme 
aus. Dicscibe vird vom Verkanfis-Syndikat den sich meldenden Rellektunten kratis zugesandlt. (V) 
  
  
  
Ausxut nus Im ..Inhr- und An#Kunsbuch der freien und Unmde- 
gluckt Unmhuru 1591--. 
Dauernde Export-Ausstellung 
der Lebensmittel-Industriec. 
Inh. Harder &amp; de Voss, Export-Agentur-Geschäft, 
Hamburg, 36/38 Gr. Burstah 36.38. 
Jur eine Ilandelsmetropolc wie Ilamburg konnte das Bedürtniss 
nuch einem Instilut herrorrulen, in welchem dem licsneher die Ur- 
1ennissc von über 100 verschiedenen Fahriken der Getränke- und 
Nauhrunkgsmittel-Industric in allen Verbackungen, Spezialitäten und 
verschiedenen Qualitüten, aufs Uchersichtlichste georduct, vorgeführt 
werden. 
Der Grundgedunke des kanzen Unternehmens ist, die einzelnen 
ansgestellten Artikel in allen Preislagen vorzuführen. den verschie- 
denen transutlantischen Ländern entslrerhend. somit die Lehens- 
  
  
  
Vertreten auf der deutschen Kolonial-Ausstellung 1896. 
— 
— 
— 
mittelbranche nach Alöglichkeit erschöhlend, soweit solche den Lxport= 
Hetriflt. 
Die Ausstellung unterscheidet sich also von öllentlichen Aus- 
stellungen vornelmlich dladureh, dass u#lle ansgestellten Artikel 
eportlähig aulgemucht sind. dieselbe eine dauernde ist und alle k##= 
den HAport in Frage kommenden Neuheiten nach Môlichkeit#ankweist. 
bie grosse Reihe von Firmen ersten Ranges, Velche zur Ausstellung 
gelangten und im Auslande sich wesentliche Absalzgebiete eroberten, blrgen 
dem Käufer #Ur die Konkurrenziähigkeit der Fabrikate im Welimarkte. T’reis= 
listen in fünl Spruchen. 
Für die vorlbergehend in Hamburg weilenden Korrespondenten Hamburger 
Exportlirmen, welche Lebensmittel importiren, dürkte die Ausstellung von 
Vanz besonderem Interesse sein. · 
Uns»ll;unburgcrFremdenMutt-nimllLJlsu189-1s(-l11«cilil«:-Ill 
denKreisen(lct·l·)xpmst.cnrulindcbdicAnsstellunnghöchste 
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WOERMANN-LINIE. 
Am 20. Soptbr.: P.D. „Hedwig Woermann“, Capt. Henneberg, 
nach Conakry, Monrovia, der Goldküste, Togo, Whydah und Kotonou. 
Am 30. Soptember: P. D. „Melita Bohlen“, Capt. Nissen, 
nach Teneriffe, Las Palmas, Liberia und den Hälfen der Südwestküste Afrikas von 
Landana bis Loanda sowie nach Swakopmund, Walfischbai und LTüderitzbucht. 
Am 10. Oktober: P. D. „Adolph Woermann“, Capt. Jensen, 
nach Madeira, Klein-Popo, Lagos, Kamerun und den Häfen der Südwestküste Alrikas 
bis Ponta Negra. 
Am 15. Oktober: P. D. „Ella Woermann“, Capt. Rieck, 
via Antwerpen nach Marocco, den Canar. Inseln, Gorée, Dakar, Ruflsque, Bathurst, 
Bissao, Bolama, Sierra Leone und Sherbro. 
Nach Deutsch- Südwestafrika: am 30. September, 30. November. 
Alle GCder millssen ucm Tage vor dem 450anpsdauttem bis 12 Uhr miccas IMnsseite sein. 
Näheres wegen Fracht und Passage ertheilt in Hamburg die Woermann-Linie, sowie der Schiff#makler 
Angust Bolten, Wm. Miller’'s Nachfolger. Admiralitätstrasse 33/34, und wegen Deutsch-Südwestafrika die 
Herren L. F. Muthies &amp; Co., Grimm 27. 
Deutsenhe Ost- Afrikae- Linie. 
Vermehrte Fahrten. Dreiwöchentlicher Betrieb. 
Regelmässige Postdampfer -Verbindung 
unter Vertrag mit dem Deutschen Relche 
Zwischen 
Hamburg, Ostafrika und Transvaal 
Amsterdum, Lissabon und Neupel anlaufend. 
  
  
Die nächsten fuhrplanmässigen Expeditionen finden statt: an0 Unburg nhb Neupel 
R. P. D. „RELCHSTAG“, Capt. Weisskam 23z. September, 7. Oktober, 
E. P. D. „KANZLER“, Capt. Elsan 14. Oktober, 28. Oktober. 
B. P. D. „KOENILG“ (Doppelschrauben), Capt. Doherr 4. November, 18. November, 
nach Tanga, Dar-es-Saläm, Sansibar, Mozambique, Beira, Delagoa-Bai und Natal. 
Diese Dampfer nehmen auch Passagiere und Waaren nach 
Pangani, Saadani, Bagamoyo, Kilwa, Lindi, Mikindani, Ibo, Quelimane, Chinde, 
Inhambane, Mombassa und Lamu. 
Ferner Extradampfer ab Hamburg ums Kap der diten IHO#nt##direkt nach 
Dierban, Delagoa-Bai, I###mbane. 
Dile Dampfer Laben vorzdoliche Einicheungen für Erssaytere in aen Klassen. 
Ferner zwischen Ostalrika und Bombay regelmässig allce drei Wochen im Anschluss 
an die Iauptlampter. 
Näheres ertheilt in Hamburg: Co) 
wegen Fracht der Schiffemakler August Bolten, Wm. Miller's Nachfolger, 
wegen Passage die Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Aktien- -Gesellschaft, 
#sowie wegen Fracht und Passage die 
  
Deutsche Ost-Afrika- Linie, 
Gr. Reichenstrasse 25/27. 
Dieser Nummer liegt das 3. Heft des IX. Bandes der „Mittheilungen von Forschungsreisenden 
und Gelehrten aus den deutschen Schutzgebicten“ bei. 
Veranlworilicher Redakteur für den nichlamtlichen Theil: O. Mertinat, Berlin. 
Druck und Verlag der Königlichen Hofbuchhandlung und Hosbuchdruckerei von E. S. Miltler 6 Sohn, Verlin SW 12, Kochstraße 68—71. 
Ausgegeben am 15. September 1896 um 6 Uhr nachmittags.
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        Deutsches Kolonialblatt. 
Amtsblatt für die Schutzgebiete des Deutschen Reichs. 
herausgegeben in der Kolonĩal-Ablheilung des Auswũrtigen Amls. 
  
VII. Jahrgang. Berlin, 1. Oktober 1696. Uummer 19. 
Diese Zeitschrift erscheint in der Regel am 1. und 15. jedes Monats. Derielben werden als Beihefte beigesügt die mindestens einmal vierteljährlich 
· d Mittheilung ron Porschungsreisonden und Golehrten aus den dentschen Schutzgebieten“, herausgegeben von Dr. Freihe 
ackelman. Der vierteljährliche Abonnementspreio für das Kolonialblatt mit den Veiheften betragt beim Bezuge durch die Poft und die 
diuchhandlungen Mkl. 3.—, direit unter Sireifband durch die Verlagsbuchhandlung Mk. 3.50 für Deutschland und Oesterreich= Ungarn, Mk. 3.75 für 
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des Wellpostvereino. —. Einsendungen und Anfragen sind an die Königliche Hofouchhandlung von Erust Siestiricd Mittler 
und Sohn, Berlin 8W 12, Kochstraße 68—71, zu richten. (Eingetragen in der Zeitungs.Preisliste für 1896 unter Nr. 1916.) 
die Lände 
Inhalt: Amtlicher Theil: Runderlaß des Kaiserlichen Gouverneurs von Deutsch-Ostafrika, betreffend die bei Ve- 
strafung des Sklavenhandels rc. zu befolgenden Grundsätze bezw. Belohnungen für Strafanzeigen in Sklavensachen 
S. 605. — Verordnung des Kaiserlichen Gonverneurs von Kamerun, betreffend Einführung von Eingeborenen- 
Schiedsgerichten für das linke bezw. rechte Aboufer S. 607. — Verordnung des Kaiserlichen Landeshauptmanns 
von Deutsch-Südwestafrika, betreffend Maßregeln zur Verhütung der Einschleppung der Rinderpest S. 608. — 
Personalien S. 609. 
Nichtamtlicher Theil: Personal-Nachrichten S. 609. — Deutsch-Ostafrika: Expedition des Oberst- 
lieutenants v. Trotha S. 610. — Geographisches Material S. 610. — Togo: Missenschaftliche Expedition S. 610. 
— Karte des südlichen Theiles von Togo S. 611. — Deutsch-Südwestafrika: Tsoakhaubmund und Baiweg 
S. 611. — Maßregeln gegen die Rinderseuche S. 611. — Aus dem Bereiche der Missionen und der 
Antisklaverei-Bewegung S. 612. — Aus fremden Kolonien: Banknoten des Kongostaates S. 612. — 
Handel von Lourengo-Marques im Jahre 1895 S. 612. — Gummigewinnung in Lagos S. 617. — Maßregeln 
zum Schutze des Wildes in britisch füdafrikanischen Kolonien S. 617. — Britisch-Ostafrika S. 617. — Gerbstoffe 
in Britisch-Indien S. 618. — Telegraphenlinie im Senegal S. 619. — Verschiedene Mittheilungen: Ueber 
eine neue Durchquerung Afrikas S. 619. — Schutz der Kautschukbäume in den Wäldern Nicaraguas S. 619. — 
Litteratur S. 619. — Schiffsbewegungen S. 621. — Verkehrs-Nachrichten S. 621. — Fahrplan der Woermann- 
Linie für das vierte Vierteljahr 1896 S. 622. — Anzeigen. 
Amtlicher Theil. 
PDerordunungen und Wiktheilungen der Behörden in den Schuhgebieken. 
Runderlaß des Kaiserlichen Gouverneurs von Deutsch-Ostafrika an sämmtliche 
Bezirksämter, Bezirksnebenämter und Stationen. 
In der Rechtsprechung in Sklavensachen wurden mangels besonderer, die Materie näher regelnder 
Strafbestimmungen seither nicht selten über im Wesentlichen gleich liegende Strafthaten die abweichendsten 
Entscheidungen, insbesondere betreffs des Strafmaßes gesällt. Diesem Mangel vermochte auch das Reichs- 
gesetz, betreffend die Bestrafung des Sklavenraubes und des Sklavenhandels, vom 28. Juli 1895 (Kolonial- 
blatt S. 399) nicht abzuhelfen. Dasselbe kann, obwohl an sich nur für Europäer erlassen, ebenso wie das 
Reichsstrafgesetzbuch, allerdings auch auf Farbige analoge Anwendung finden. Durch die Bestimmungen 
dieses Gesetzes ist indeß den besonderen Verhältnissen des in unserem Schutzgebiet von Farbigen betriebenen 
Sklavenhandels nicht genügend Rechnung getragen und erscheinen diese Bestimmungen daher einer ent- 
sprechenden Ergänzung bedürftig. 
Dem (der) 2c. lasse ich dementsprechend ergebenst eine Anweisung (Anlage 1), betreffend die bei 
Bestrafung des Sklavenhandels 2c. zu befolgenden Grundsätze, zur gefälligen Beachtung bei Ausübung der 
Strafrechtspflege in Sklavensachen zugehen. Eine endgültige Regelung der Materie kann nur durch eine 
von Seiner Majestät dem Kaiser beziehungsweise von dem Reichskanzler zu erlassende Verordnung erfolgen. 
Das Material für eine solche Verordnung, welche ich nach etwa Jahresfrist in Vorschlag zu bringen 
beabsichtige, sollen die mit der Anwendung der vorbezeichneten Grundsätze in der Praxis gemachten 
Erfahrungen liefern. 
Zur wirksameren Verfolgung des Sklavenhandels habe ich weiter eine Belohnung für Straf- 
anzeigen in Sklavensachen, nach Maßgabe der anliegenden (Anlage 2) in Zukunft zu befolgenden Verfügung 
in Aussicht genommen.
        <pb n="688" />
        — 606 — 
Das (die) ꝛc. ersuche ich ergebenst, diese Verfügung, betreffend Belohnungen für Strafanzeigen in 
Sklavensachen, in Suaheliübersetzung durch Anschlag und Verkündung im Schauri zur Kenntniß der ein- 
heimischen Bevölkerung zu bringen. 
Dar-es-Saläm, den 19. August 1896. 
Der Kaiserliche Gouverneur. 
In Vertretung: 
(L. S.) gez. v. Bennigsen. 
Anlage 1. 
Auweisung, betreffend die bei Bestrafung des Sklavenhandels 2c. zu befolgenden Grundsätze. 
I. Menschenraub. 
1. Wer sich eines freien Menschen bemächtigt, um ihn in Sklaverei zu bringen, wird wegen 
Menschenraubes mit Kettenarbeit bis zu fünf Jahren bestraft. 
2. Der gewerbs= oder gewohnheitsmäßige Menschenraub wird mit lebenslänglicher Kettenarbeit 
oder mit dem Tode bestraft. Die gleichen Strafen treffen jeden Theilnehmer einer Bande, welche mit 
bewaffneter Hand Menschenraub begeht. 
3. Ist bei der Ausführung beziehungsweise dem Versuch (s. V. 1) eines Menschenraubes der Tod 
einer der Personen, deren Raub ausgeführt oder versucht wurde, oder welche dem Geraubten beziehungs- 
weise Bedrohten zu Hülfe kamen, verursacht worden, so ist gegen die Veranstalter und Anführer auf 
Todesstrafe, gegen die übrigen Theilnehmer auf Kettenarbeit nicht unter drei Jahren zu erkennen. 
II. Sklavenhandel. 
Wer gewerbsmäßig Sklavenhandel betreibt, wird mit Kettenarbeit nicht unter drei Jahren bestraft. 
IIII. Sklaventransport. 
1. Wer an einem in Ausführung beziehungsweise Vollendung eines Menschenraubes (1) erfolgenden 
Transport von Sklaven beziehungsweise an einem dem gewerbsmäßigen Sklavenhandel (II) dienenden 
Transport von Sklaven vorsätzlich mitwirkt, wird mit Kettenarbeit bis zu drei Jahren bestraft. 
2. Der gewerbs= oder gewohnheitsmäßige Transport von Sklaven (Abs. 1) wird mit Kettenarbeit 
nicht unter drei Jahren bestraft. 
IV. Sklavenausfuhr. 
1. Wer es unternimmt, einen Sklaven nach einem Orte außerhalb des deutschen Schutzgebiets zu 
dauerndem Aufenthalt zu überführen, oder wer einen Sklaven an eine Person verkauft, von welcher er 
weiß, daß sie im deutschen Schutßgebiet keinen Wohnsitz hat, wird wegen Sklavenausfuhr mit Kettenarbeit 
bis zu fünf Jahren bestraft. 
2. Die gewerbs= oder gewohnheitsmäßige Sklavenausfuhr wird mit Kottenarbeit nicht unter drei 
Jahren bestraft. 
Gleiche Strafe tritt ein, wenn die Sklavenausfuhr mit Anwendung von List, Drohung oder 
Gewalt begangen wurde. 
3. Ist bei der Ausfuhr beziehungsweise dem Versuch (s. V. 1) einer Sklavenausfuhr der Tod 
einer der Personen, deren Ausfuhr bewirkt oder versucht wurde, oder welche dem Auszuführenden zu Hilse 
kamen, verursacht worden, so ist gegen die Veranstalter und Anführer auf Todesstrafe, gegen die übrigen 
Theilnehmer auf Kettenarbeit nicht unter drei Jahren zu erkennen. 
V. Allgemeine Bestimmungen. 
1. Der Versuch ist in den Fällen des Menschenraubes (I), des Sklaventransports (III) und der 
Sklavenausfuhr (IV) strafbar. 
Im Uebrigen kommen betreffs des Versuchs die Grundsätze der §§ 43 ff. des Reichsstrafgesetzbuchs 
zur Anwendung. Kettenarbeit ist hierbei der Zuchthausstrafe gleichzuachten; doch findet eine Umwandlung 
von Kettenarbeit unter einem Jahre (§ 44 Abs. 4 R. St. G. B.) in Gefängniß nicht statt. 
Betreffs der Theilnahme kommen die Grundsätze der §§ 47 ff. des Reichsstrafgesetzbuchs zur 
Anwendung. 
2. Neben den vorstehend zu 1 bis V angedrohten Freiheitsstrafen kann auf Geldstrafe und 
Prügelstrafe erkannt werden. 
3. Auch kann auf Einziehung aller zur Begehung des Verbrechens gebrauchten oder bestimmten 
Gegenstände erkannt werden, ohne Unterschied, ob sie dem Verurtheilten gehören oder nicht.
        <pb n="689" />
        — 607 — 
Ist die Verfolgung einer bestimmten Person nicht ausführbar, so kann auf die Einziehung selb- 
ständig erkannt werden. 
4. Ueber eine eventuelle Ausweisung des Verurtheilten aus dem Schußgebiet wird das Gonver- 
nement in jedem einzelnen Falle Entscheidung treffen. 
Dar-es-Saläm, den 19. August 1896. 
Der Kaiserliche Gouverneur. 
In Vertretung: 
(L. S.) gez. v. Bennigsen. 
Anlage 2. 
Verfügung, betreffend Belohnungen für Strafanzeigen in Sklavensachen. 
1. Wer der Behörde von einem mit Strafe bedrohten Fall von Sklavenhandel 2c. derartige 
Anzeige erstattet, daß eine Bestrafung der Schuldigen erfolgen kann, erhält eine Belohnung von 5 — 
fünf — bis 100 — einhundert — Rupien. 
2. Der die Strafanzeige Erstattende erhält außer der Belohnung zu 1, falls das eingeleitete 
Strafverfahren zu einer Befreiung von Sklaven, zu einer Verurtheilung des Schiffsführers (Nahosen) oder 
von Matrosen (Bacharias) eines der Sklavenausfuhr dienenden Fahrzeuges oder zur Einziehung eines 
solchen Fahrzeuges geführt hat, 
für jeden befreiten Sklaven 2 — zwei — Rrvien, 
für den verurtheilten Schiffsführer (Nahosen) 15 — fünfzehn — Rupien, 
für jeden verurtheilten Matrosen (Bacharia) 5 — fünf — Rupien, 
von dem Verkaufserlös des eingezogenen Fahrzeuges 20 — zwanzig — Prozent, mindestens 
jedoch 25 — fünfundzwanzig — Rupien. 
3. Die gezahlten Belohnungen sind bei Titel 5 K des Etats zu verrechnen. 
Dar-es-Saläm, den 19. August 1896. 
Der Kaiserliche Gouverneur. 
In Vertretung: 
(L. S.) gez. v. Bennigsen. 
Verordnung des Kaiserlichen Gonverneurs von Kamernn, betreffend Einführung 
von Eingel Schiedsgerichten für das linke bezw. rechte Aboufer. 
* V 
Auf Grund des § 1 des Gesetzes, betreffend die Rechtsverhältnisse der deutschen Schutzgebiete, 
wird verordnet, was folgt: 
  
81. 
Es werden Eingeborenen-Schiedsgerichte eingerichtet für das linke bezw. rechte Aboufer. Der 
Zuständigkeit der Schiedsgerichte unterliegen die sämmtlichen Ortschaften der drei Landschaften Mangamba, 
Manduka und Besunkang sowie die Land= bezw. Ortschaften Miang, Bwapaki, Koki, Kali, Esuza, Mbonjo 
und die innerhalb derselben belegenen Dualla-Niederlassungen, letztere nach Maßgabe der Bestimmungen in § 4. 
82. 
Streitigkeiten zwischen den Eingeborenen dieser Dörfer sind durch die eingeborenen Häuptlinge der 
Bellagten zu erledigen, wenn in bürgerlichen Streitsachen der Werth des Streitgegenstandes 100 Mark 
(5 Kru) nicht überschreitet und in Strassachen der Gegenstand der Urtheilsfindung eine That bildet, deren 
Ahndung keine höhere Strase als 300 Mark oder sechs Monate Gefängniß erfordert. 
§ 3. 
Gegen die Entscheidungen der Häuptlinge ist Berufung an die Eingeborenen-Schiedsgerichte zulässig. 
Dieselben sind als erstinstanzliche Gerichte zuständig für diejenigen Civil= und Strafprozesse, welche 
nicht zur Zuständigkeit der Häuptlinge gehören. Das Verbrechen des Mordes und des Todtschlags bleibt 
jedoch der Jurisdiktion der Schiedsgerichte entzogen. Auch sind dieselben nicht besugt, auf Todesstrafe sowie 
auf eine Freiheitsstrafe von mehr als zwei Jahren zu erkennen. · — 
.. §4- 
Streitigkeiten zwischen den Eingeborenen und den im Geltungsbereich dieser Verordnung ansässigen 
Angehörigen des Duallastammes sind der Rechtsprechung der Häuptlinge entzogen. Sie fallen, auch wenn
        <pb n="690" />
        — 608 — 
der Gegenstand des Streitwerthes in Civilsachen oder der Urtheilsfindung in Strafsachen das in § 2 
bezeichnete Maß nicht überschreitet, unter die Zuständigkeit der Eingeborenen-Schiedsgerichte. Ein Dualla 
soll daher auch stets Mitglied des Schiedsgerichts sein. 
8 5. 
Für die Rechtsprechung der Schiedsgerichte sind die an Ort und Stelle in Uebung stehenden 
Gebräuche und Gewohnheiten maßgebend. 
86. 
Die Mitglieder der Eingeborenen-Schiedsgerichte sowie deren Stellvertreter werden durch den 
Kaiserlichen Gouverneur ernannt. Die Ernennung ist jederzeit widerruflich. 
§ 7. 
Die Schiedsgerichte ernennen einen Vorsitzenden, welcher die Verhandlungen zu leiten, sowie einen 
Sekretär, welcher über jeden Streitfall ein Protokoll zu führen hat. Das Protokoll, welches das Datum 
des Sitzungstages, die Namen der Richter und der Parteien, den Gegenstand und Grund des Rechtsstreits 
sowie die erlassene Entscheidung enthalten muß, ist von dem Vorsibenden und dem Protokollführer zu 
unterschreiben. 
Die Protokolle eines Jahres sind chronologisch zu einem Aktenstücke zu vereinigen und können von 
dem Gouverneur und dessen Stellvertreter jederzeit eingesehen werden. Auch steht dem Gouverneur und 
dessen Stellvertreter jederzeit frei, den Sitzungen der Eingeborenen-Schiedsgerichte beizuwohnen. 
868. 
Gegen die Entscheidungen der Schiedsgerichte ist Berufung an den Kaiserlichen Gouverneur oder 
dessen Stellvertreter zulässig. Dieselbe muß binnen 14 Tagen nach Verkündung der Entscheidung schristlich 
oder mündlich beim Gonvernementssekretär eingelegt werden. 
§ 9. 
Die der Kompetenz der Eingeborenen-Schiedsgerichte nicht unterworfenen Strafsachen sind der 
Jurisdiktion des Kaiserlichen Gouverneurs beziehungsweise dessen Stellvertreters vorbehalten. 
Kamerun, den 27. Juli 1896. 
Der stellvertretende Kaiserliche Gouverneur. 
(L. S.) gez. Dr. Seiß. 
Verordnung des Kaiserlichen Landeshauptmanns von Deutsch-Südwestafrika, 
betreffend Maßregeln zur Verhütung der Einschleppung der Ninderpest. 
81. 
Jedes Ueberschreiten der Landesgrenzen des deutschen südwestafrikanischen Schutzgebietes mit 
Rindvieh, Schafen, Ziegen, Kameelen oder sonstigen Wiederkäuern sowie mit Ochsenwagen und Treckzeug 
vom Auslande her ist bis auf Weiteres verboten. Dasselbe gilt für jede Einfuhr von Hänten, Fellen 
und Hörnern von Wiederkäuern aller Art. Auf die Grenzen des englischen Gebietes Walfischbai findet 
dieses Verbot keine Anwendung. 
* 2. 
Die Ausfuhr von Rindern, Schafen und Ziegen sowie von Häuten und Fellen wird durch diese 
Verordnung nicht betroffen. 
83. 
Die zuständigen Bezirkshauptleute sind ermächtigt, die bezüglichen Ausführungsbestimmungen zu 
erlassen sowie auch vorläufig etwa auf Grund lokaler Verhältnisse erforderlich erscheinende Erleichterungen 
unter Meldung des Geschehenen zu gewähren. 
„ 8 4. 
Wenn die Rinderpest in einem Theile des diesseitigen Schutzgebietes selbst ausbrechen sollte, so ist 
der zuständige Bezirkshauptmann verpflichtet und ermächtigt, selbständig alle Maßregeln zu ergreifen, welche 
geeignet sind, die Weiterverbreitung der Seuche zu verhüten und die im Lande selbst ausgebrochene Seuche 
zu unterdrücken.
        <pb n="691" />
        609 
85. 
Jede Uebertretung dieser Verordnung wird mit einer Geldstrase bis zu 1000 (eintausend) Mark 
bezw. einer Freiheitsstrafe bis zu drei Monaten Gefängniß sowie mit Beschlagnahme des gegen das 
Verbot eingeführten Viehes, welches sosort zu tödten ist, bestraft. 
86 
Diese Verordnung tritt sofort in Kraft. 
Windhoek, den 20. Juni 1896. 
Der Kaiserliche Landeshauptmann. 
(L. S.) 
gez. Leutwein, Mauor. 
  
Personalien. 
Dem Ingenieur Drees ist die etatsmäßige Stellung des Gouvernements-Baumeisters in 
Kamerun verliehen worden. 
Der Premierlicutenant a. D. v. Bercken, bisher in der Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika, ist 
bei dem 3. Thüringischen Insanterie-Regiment Nr. 71 als Premierlientenant wieder angestellt worden. 
Der Stabsarzt a. D. #r. Koerfer scheidet mit dem 26. September d. Is. aus der Schutztruppe 
für Deutsch= Ostafrika aus. 
Dem Kompagnieführer in der Kaiserlichen Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika Langheld ist die 
Erlaubniß zur Anlegung des Nitterkreuzes 2. Abtheilung des Großherzoglich sächsischen Hausordens der 
Wachsamkeit oder vom weißen Falken Allerhöchst ertheilt worden. 
Der Premierlieutenant a. D. Stentzler, bisher von der Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika, ist beim 
Infanterie-Regiment von Lützow (1. Rheinischen) Nr. 25 als Premierlieutenant wieder angestellt worden. 
  
VVVVVVVVVWVVVTYVYVVTYVVVVWTTYTYTTYVTYTYWVYVTYWVYTTYVVYVTYTVYVTYVVYVVVYVTYVVVVVVVVYVVWVVVVVVVVV 
Nichtamtlicher Theil. 
Perspnal-Machrichten. 
Deutsch-Ostafrika. 
Der Regierungsbaumeister Todsen und der 
Bezirksamtssekretär Jancke sind Anfang August in 
Dar-es-Saläm eingetroffen. 
Der Lieutenant in der Kaiserlichen Schutztruppe 
Engelhardt kehrt nach Dar-es-Saläm zurück. 
  
Der an Stelle des verstorbenen Lehrers Richter 
als Lehrer an einer Regierungsschule angenommene 
Gewerbelehrer Kuhn aus Charlottenburg tritt dem- 
nächst die Reise nach Dar-es-Saläm an. 
  
Ramerun. 
Der Reglerungslehrer Beßz ist vom Urlaub nach 
Kamerun zurückgekehrt. 
  
Der bisher in der Kolonial-Abtheilung des Aus- 
wärtigen Amts beschäftigte Gerichtsassessor Glahn 
ist dem Kaiserlichen Gouverneur von Kamerun zur 
welteren Beschäftigung überwiesen worden und hat 
die Reise nach dem Schutzgebiet angetrcten. 
  
  
Cogo. 
Der zum Nachfolger des verstorbenen Regierungs- 
lehrers Koebele ernannte Lehrer Walter aus 
Kamerun ist Anfang August in Klein-Popo ein- 
getroffen. 
  
Südwestafrika. 
Der Hauptmann in der Kaiserlichen Schutztruppe 
b. Perbandt ist zum Distriktschef in Tsoakhaub= 
mund ernannt worden. 
HNeu--Guinea. 
Nach telegraphischer Nachricht ist der stellver- 
tretende Landeshauptmann Korvettenkapitän a. D. 
Rüdiger erkrankt und hat sich nach Soerabaya be- 
geben. Der Hauptadministrator der Astrolabe- 
Kompagnie C. v. Hagen hat seine Vertretung 
übernommen. 
Der Standesbeamte für Kaiser Wilhelmsland 
Referendar a. D. Krieger hat das Schugebiet 
verlassen.
        <pb n="692" />
        — 610 
Machrichten aus den deulschen Schukgebieten. 
(Abdruck der Nachrichten vollständig oder theilweise nur mit Quellenangabe gestattet.) 
  
Deutsch-Dltafrika. 
Expedition des Oberstlieutenants v. Trotha. 
Von Oberstlieutenant v. Trotha sind zwei Bücher 
mit Aufnahmen und Höhenbeobachtungen, 30 große 
Bogen mit Nohkonstruktionen und 113 Blätter mit 
Peilungen in Dar-es-Saläm eingegangen, welche 
gegenwärtig von Dr. Stuhlmann und Dr. Maurer 
bearbeitet werden. Das Material bringt sehr in- 
teressante Neuigkeiten und weicht ziemlich stark von 
den älteren Aufnahmen Dr. Fischers ab. Seine 
Expedition hat sich von Moschi über Arusha yun 
nach dem Kavinjiro, Gerimassi, Dönye Ngai (drei 
getrennten Bergen) und dem Natronsee bewegt. 
Vom Loitagebirge führte der Marsch über Mariti 
nach Westen, zuletzt dem Thal des Dabasch folgend 
bis an den Victoria Nyanza bei der Moribai. Das 
Ostufer des Sees wurde nach Norden bis zur Grenze 
bereist, darauf nach Süden bis Kadoto und schließlich 
die Gegenden des Baumanngolses und der Insel 
Ukerewe. Von dort aus setzte die Expedition nach 
Muansa über. 
Geographisches Material. 
In Dar-es-Saläm sind vom Kompagnieführer 
Prince neun Blätter mit Nohkonstruktionen des 
Marsches von Mgunda nach Perondo nebst Höhen- 
und Breitenbeobachtungen und serner Aufnahmen des 
Lieutenants v. Beringe aus Useguha während der 
Expedition des Kommandeurs der Schutztruppe 
v. Natzmer eingegangen. 
Togv. 
Wissenschaftliche Expedition. 
Der Stationsvorsteher von Kete-Kratschi Lieute- 
nant Graf Zech ist am 14. Mai zu einer Reise nach 
der Dakämündung über Sariasso—Kayamss5—Mka-- 
melim aufgebrochen, um geographische Aufnahmen zu 
machen. Auf dem rechten Voltaufer, gegenüber der 
Dalämündung, haben die Engländer einen Ort 
Temkranku errichtet, der außerhalb der neutralen 
Zonc liegt. Der englische Agent Ferguson hat dort 
eine Anzahl vertriebener Salagaleute angesiedelt und 
von hier einen Weg über Akosidente, Sani (schräg 
gegenüber Kele), Ayamö, Agyädi, Krobo gebaut, 
welcher wohl hauptsächlich der Ablenkung des Kete- 
handels nach dem englischen Gebiet dienen soll. 
Der Platz für das neue Temkranku, welches 
unter einem Häuptling aus der Königsfamilie von 
Pembi steht (derselbe erkennt Lempo in Kratschi als 
Oberkönig an), ist nicht sehr günstig gewählt. In der 
  
  
Regenzeit steigt das Wasser des Volta so stark, daß 
Theile des Dorfes unter Wasser kommen. Die Hütten 
sind nur aus Stroh gebaut. Die Farmen der Tem- 
krankuleute liegen am linken Voltauser. Alle Leute 
haben den dringenden Wunsch, wieder nach dem alten 
Wohnsitz zurückzukehren. 
Von der Dakämündung aus ging der Expeditions- 
führer am linken Voltaufer zwei Tagereisen weiter 
bis Beggi, eine Route, die seither noch nicht auf- 
genommen worden ist. Zwischen Temkranku und 
Veggi liegt am rechten Voltaufer ein Ort Namens 
Padyai-Kasse (d. h. Groß-Padjai). Dieser Ort 
untersteht gleichsalls dem Häuptling von Temkranku. 
Bei Padjai befinden sich zwei stärkere Stromschnellen, 
wovon die untere Loasse, die obere Brambu heißt; 
die Kanus, welche Addahsalz voltaaufwärts führen, 
legen hier alle an, da zur Ueberwindung der Strom- 
schnellen die Kanus ausgeladen werden müssen. 
Die Strecke zwischen der Dakamündung und Yeggi 
ist am linken Voltaufer gänzlich unbewohnt, nur die 
Ruinen einzelner Dörfer geben kund, daß hier früher 
Menschen waren. Um so reicher ist die Gegend an 
Wild, was die vielen Flußpferd-, Büffel-, Antilopen-= 
und Hyänenspuren beweisen. Auch große Pavian= 
herden, unter denen sich kolossale Exemplare dieser 
Affenart befanden, zeigten sich in dem nahe beim 
Volta liegenden Busch. 
Am 19. Mai wurde Yeggi erreicht. Yeggi, am 
rechten Voltaufer gelegen, ist die Hauptstadt der 
Landschaft Kron. Beim Salagakrieg flüchteten eine 
Angahl Haussas und eine Anzahl eingeborener Salaga- 
händler nach Yeggi, so daß Yeggi gegenwärtig ein 
umfangreicher Ort mit etwa 1000 Hütten ist. 
Yeggi verdankt seine Blüthe einmal dem Handel 
mit dem Addahsalz, für welch letzteres Yeggi den 
Hauptstapelplatz für Salaga, Dagomba und die weiter 
voltaaufwärts liegenden Länder zu bilden scheint. 
Andererseits auch verdankt Yeggi seine Bedeutung 
dem Kolahandel. 
Ateobu (auch Atebobu) ist das Centrum für den 
Kolahandel. Von dort aus gehen strahlenförmig die 
Straßen nach den Ländern im Innern auseinander: 
Ateobu— Kratyi—LTschautscho — Sugu—Jlo-Gando 
— Sokoto; 
Ateobu — Yeggi — Salaga — Yendi — Mangu; 
Ateobu — Yeggi — Salaga — Gambaga — Awasi 
Dori (auch Dore); 
Ateobu—Kintampo—Bona—Pong (auch Kong); 
Ateobu—-—Bonduku. 
Für die reichen Mossi= und Doriländer führt der 
nächste Weg nach dem Kolacentrum Ateobu über 
Salaga und Yeggi. Es ist daher erklärlich, daß 
Deggi einen lebhaften Durchgangsverkehr aufweist, 
was sich auch durch Vorhandensein vieler Mossi- 
waaren und vieler Schafe äußert; Schafe sind der
        <pb n="693" />
        Hauptartikel für den Ankauf von Kola. Neggi besitzt 
einen nicht unbedentenden Marktplatz, auf welchem 
täglich Markt stattfindet, der, was den Detailverkauf 
betrifft, dem Markt in Salaga überlegen ist. Auf dem 
Yeggimarkt kommen an europäischen Waaren vor Allem 
Accrazeuge, auch etwas Lomezeuge, Lomepommaden, 
Perlen, Glasknöpfe, Rothgarn, rohe Wollgarne, Näh— 
nadeln, Faden und Messer zum Verkauf. Haupthandels- 
artikel bildet Salz, außerdem kommen an einheimischen 
Gütern zum Verkauf: Kolanüsse, Steinperlen, welche 
stellenweise im Innern ausgegraben und angefertigt 
werden, Mossitücher, Mossithonpfeisen, Bleiglanz, 
Stricke (Dagombaarbeit), Haussaschwerter, Körbe, 
Weißgarn, Blaugarn, Baumwolle, Bittersalz, Kale- 
bassen, Seife, Scheabutter, Thontöpfe, ferner an 
Lebensmitteln: Guineakorn, Yams, Kassada, Bohnen, 
Pfeffer, Honig, Bananen, Hühner, Fische, Wildpret 
und alle Arten fertig zubereiteter Speisen. Auch 
ein Metzger betreibt erfolgreich sein Handwerk. 
Der Rückweg wurde über Salaga angetreten. 
Es zeigte sich zwischen Deggi und Salaga ein Ge- 
wässer, welches in der großen Regenzeit ganz un- 
passirbar sein soll. Von Salaga marschirte Graf 
Zech über Neu-Dentemanso (am linken Dakäufer), 
Akandim nach Kayamsö. Anfang Juni wurde Kete- 
Kratschi wieder erreicht. 
Rarte des südlichen Theiles von Togo. 
Nach mehrjährigen Arbeiten hat der Kartograph 
P. Sprigade jetzt mit Benutzung alles vorhandenen 
Materials eine Karte des südlichen Togogebietes 
fertiggestellt, die als Beilage des dritten Heftes der 
„Mittheilungen von Forschungsreisenden und Gelehr- 
ten aus den deutschen Schutzgebieten“ erschienen ist. 
Die Karte, welche auf sehr zahlreichen und mühsamen 
Arbeiten der in Togo thätig gewesenen deutschen 
Forscher beruht, bringt ein ganz neues und vielfach 
überraschendes Bild des deutschen Schutzgebietes. 
Leider ergiebt sich zugleich, wie viel noch besonders 
im Osten Togos zu thun übrig bleibt, um auch von 
diesen Gebieten ein wahrheitsgetreues Bild zu ge- 
winnen. Es ist beabsichtigt, auch für die nördlichen 
Theile des Schutzgebietes eine solche Karte erscheinen 
zu lassen. 
Deuktsch-Südwelkafrika. 
Tsoakhaubmund und Baiweg. 
Der Kaiserliche Landeshauptmann Major Leut- 
wein meldet aus Otyimbingwe unter dem 10. August 
d. Is. Folgendes: 
Euer Durchlaucht melde ich gehorsamst, daß ich 
nach Prüfung der einschlägigen Verhältnisse meinen 
längst gehegten Plan, in Tsoakhaubmund einen selb- 
ständigen Küstendistrikt einzurichten, in Ausführung 
gebracht habe. Zum Distriktschef habe ich den 
611 
  
Hauptmann v. Perbandt ernannt, einen älteren und 
landeskundigen Offizier. Es stehen ihm für die ein- 
zelnen Expeditionszweige vier Unteroffiziere zur Seite, 
und zwar je einer für Bekleidung, Munition, Pro- 
viant und sonstige Materialien. Der rege Handels- 
verkehr sowie die bevorstehende Zollerhebung werden 
mit der Zeit auch die Einrichtung einer Regierungs- 
kasse in Tsoakhaubmund erforderlich machen, deren 
Verwaltung zweckmäßigerweise dem dort zu stationi- 
renden Zollbeamten übertragen werden würde. Im 
Uebrigen gehören zu dem Distrikte noch Kap Croß 
sowie die Polizei= und künftigen Zollstationen rings 
um Walfischbai. Angesichts der dort in sichere Aus- 
sicht zu nehmenden Schmuggelversuche wird eine strenge 
Negelung des Grenzbewachungsdienstes erforderlich 
werden, welche der weit entfernte Distriktschef von 
Otyimbingwe überhaupt nicht würde auf sich nehmen 
können. Außerdem erfordert das immer zahlreicher 
werdende Regierungscigenthum in Tsoakhaubmund 
die Einführung eines geregelten Wachtdienstes und 
damit Verstärkung der bisher unbedeutenden 
Garnison. 
Mit dieser Organisation halte ich zunächst jedes 
Bedürfniß der Truppe für Etappeneinrichtungen ge- 
deckt. Ob daneben mit der Zeit noch ein geschulter 
Civilbeamter, als welchen der diesseitige Etat einen 
Stationschef in Tsoakhaubmund voraussieht, sich er- 
forderlich erweisen wird, dürfte die Praxis ergeben. 
Bezüglich fernerer Hebung der Transport= 
schwierigkeiten bin ich mit dem Generalvertreter der 
Siedelungsgesellschaft, Dr. Sander, in Verbindung 
getreten. Derselbe will auf seinen alten Plan, Ein- 
richung von Wirthschaftsstationen auf dem Bai- 
wege, zurückkommen und ich hoffe, daß sich die Sache 
verwirklichen läßt. 
Endlich habe ich zum Chef des verkleinerten 
Distrikts Otyimbingwe den mit der letzten Verstärkung 
herausgekommenen Pionieroffizier Premierlientenant 
Franke ernannt, mit der Weisung, die bereits be- 
gonnene Verbesserung des Baiweges zu vollenden 
sowie auch ständig für dessen Instandhaltung Sorge 
zu tragen. Indessen möchte ich auch bei dieser Ge- 
legenheit nicht unterlassen, zu betonen, daß alle der- 
artigen Maßnahmen den Bau einer Bahn nicht ver- 
zögern dürfen, sondern daß sie nur geeignet sind, 
bis zu dessen Verwirklichung die schlimmsten Unzu- 
träglichkeiten vom Schutgebiete fernzuhalten. 
  
Maßregeln gegen die Kinderseuche. 
Der Kaiserliche Landeshauptmann berichtet aus 
Windhoek unter dem 13. Juli d. Is. Folgendes: 
Euer Durchlaucht lege ich die Abschrift einer 
Verordnung vor, welche ich unmittelbar nach 
Rückkehr vom Feldzuge in Bezug auf Grenz- 
absperrung gegenüber der drohenden Rinderpest er- 
lassen habe. Bei dem Ernst der Sache habe ich 
eine völlige Abschließung der Grenze einer theilweisen
        <pb n="694" />
        — 612 — 
vorziehen zu sollen geglaubt, so hart auch diese 
Maßnahme Einzelne treffen wird. Solange das 
Betschuanaland noch frei ist, würde sonach das dies- 
seitige Schutzgebiet gegen die Seuchengegend (Trans- 
vaal) durch einen doppelten Grenzkordon abgesperrt 
sein, nämlich durch den englischen an der Trausvaaler 
Grenze und den diesseitigen. Der Erfolg dieser 
Maßregel dürfte außer Zweifel stehen, wenn eben 
nicht auch das nicht unter Kontrole zu stellende Wild 
(Wiederkäuer) die Seuche weiter tragen könnte. Auf 
alle Fälle habe ich auch die eingeborenen Kapitäne 
— die Hauptkapitäne Witbooi und Samuel Maharero 
befanden sich damals gerade hier — für die Sache 
interessirt und sie sowohl wie unsere Grenzstationen 
zu unnachsichtlichem Abschießen dieses Wildes auf- 
gefordert. Den wichtigen Grenzübergang Rietfontein 
(nördlich) habe ich außerdem jetzt schon mittelst einer 
rasch dorthin gesandten, aus unseren Reitern und 
Hereros zusammengesetzten Abtheilung besetzen lassen. 
Daß namentlich die Hereros Verständniß für den 
Ernst der Sache zeigen, ist bei deren Eigenschaft als 
großer Viehbesitzer selbstverständlich. 
AAus dem Brreiche der Wissionen und 
der Antisklaverei-Bewegung. 
Missionar Greiner, welcher von 1892 bis 1896 
in Kisserawe thätig war, hat im Juni sich zur Er- 
holung nach Europa begeben. Eine Erkrankung 
nöthigte ihn, einige Wochen in Aegypten zuzubringen. 
Von da ist er im August nach Deutschland zurück- 
gekehrt. In Kisserawe sind jetzt die Missionare 
Maaß und Liebau thätig. Im Austrage des 
evangelischen Afrikavereins halten sich ferner Pastor 
Worms und Schwester Diekmann dort auf. 
Kiniassi von Wuga (Ostafrika) hat einen breiten Weg 
von dem Dorfe nach der Missionsstation anlegen lassen. 
Das neunte Heft der „Allgemeinen Missions- 
zeitschrift" bringt einen lehrreichen Aufsatz des Missions- 
inspektors Winkelmann über die bisherige Thätigkeit 
und Erfolge der evangelischen Missionsgesellschaft für 
Deutsch-Ostafrika (Berlin 111). 
Von der apostolischen Präfektur Nieder- 
Cimbebasien (Deutsch-Südwestafrika) berichten die 
„Katholischen Missionen“: Ursprünglich sollten die 
ersten Patres Oblaten der unbefleckten Jungfrau 
Maria, denen bekanntlich diese Präfektur anvertraut 
ist, und die auch in Hünfeld bei Fulda ein großes 
Missionsseminar zur Ausbildung junger Missionare 
bauen, bereits Ende Juli abreisen. Doch da bei der 
Kürze der Zeit die zu einer solchen Abreise noth- 
wendigen Vorbereitungen unmöglich alle bis dahin 
getroffen werden konnten, so ist die Abfahrt von 
Hamburg auf den 30. September verschoben. Vor- 
  
derhand werden zwei Patres und ein Laienbruder 
nach Deutsch -Südwestafrika gehen. Ihre Sorge 
werden die neuen Missionare zunächst den katholischen 
deutschen Familien und den katholischen Soldaten der 
Schutztruppe zuwenden. Zum vorläufigen Obern der 
Mission ist F. Bernhard Herrmann ausersehen. 
  
Wie das „Monatsblatt der norddeutschen Mission“ 
meldet, sind die Wesleyaner von Lome weggezogen 
und haben die evangelische Missionsarbeit an diesem 
Ort der norddeutschen Mission allein übergeben. 
Seitdem besuchen einige der Wesleyaner die Gottes- 
dienste der norddeutschen Mission; aber bis jetzt be- 
sucht kein Wesleyaner Schüler ihre Evheschule. Nur 
zwei Knaben, die früher die Wesleyaner Schule be- 
sucht haben, kamen, um in unserer Schule fortfahren 
zu können. Als sie aber hörten, daß vorläufig nur 
in der Eohesprache unterrichtet werde, gingen sie weg. 
Im März und April war die Schülerzahl bis auf 
36 gestiegen. Aber die Ortsveränderung von einigen 
Schülern hat die Zahl wieder vermindert. Auch sind 
manche wieder fortgelaufen, so daß heute nur noch 
28 Schiler da sind. 
Aus fremden MHolonien. 
Banknoten des Rongostaates. 
Durch ein Dekret vom 7. Februar 1896 hat der 
Souverän des unabhängigen Kongostaates Banknoten 
für diesen Staat auszugeben angeordnet. Es sollen 
zunächst solche Banknoten im Betrage von 400 000 
Frcs. erscheinen. Die Kassen des Kongostaates sind 
verpflichtet, sie bei Zahlung von Steuern und der- 
gleichen anzunehmen. 
Dandel von Lourenco-Marques im Jahre 1895.7) 
Die Stadt Lourengo-Margques einschließlich des 
zur Zeit erst aus wenigen Häusern bestehenden Vor- 
ortes Villa da Ponta Vermelha hat eine Gesammt- 
einwohnerzahl von 2799 Seelen, worunter etwa 
1300 Europäer. 
Die Stadtverwaltung besteht einschließlich des 
Bürgermeisters aus vier weißen Beamten. 
Die Justiz ruht in den Händen eines Richters; 
die Anklagebehörde ist durch einen Delegirten des 
Kronprokurators vertreten. 
Die fünf Aerzte, von denen einer ein Halbneger 
ist, finden reichlich Beschäftigung und Lohn. 
Fühlbar macht sich der Mangel eines weißen 
Arztes, dessen Niederlassung jedoch seitens der Re- 
gierung insofern. Schwierigkeiten in den Weg gelegt 
werden, als sie die Ablegung der für portugiesische 
Aerzte vorgeschriebenen medizinischen Prüfungen 
verlangt. 
*) Aus dem Deutschen Handels-Archiv 1896, S. 455 f.
        <pb n="695" />
        Die beiden vorhandenen Apotheken würden den 
Ansprüchen genügen, wenn in ihnen auch in nicht- 
portugiesischer Sprache abgesaßte Rezepte bereitet 
würden. 
Die Einfahrt in den den Hafen der Stadt Lou- 
rengo-Marques bildenden Katembefluß erfolgt durch 
die Delagoa-Bai zwischen den Inseln Inhaka und 
Shefina. 
Auf den beiden Inseln, auf den am Mündungs- 
punkte des Katembe in die Bai liegenden Reuben 
Point, und auf einem der Stadt gegenüberliegenden 
Punkte am jenseitigen Flußufer sind Leuchtthürme 
errichtet. Es brennen aber nur die Feuer auf In- 
haka und Reuben Point. Es sind zwei Außenbojen 
angebracht, die jedoch zur Nachtzeit nicht und am 
Tage bei bewegter See schwer auffindbar sind. In- 
folgedessen können Schiffe nur bei Tage einlaufen. 
Eine häufige Klage von Schiffskapiänen geht dahin, 
daß die Bojen schlecht verankert sind und treiben. 
Eine Landung von Gütern an Kais ist nicht 
möglich. Die bestehenden vier Piers sind nicht so 
weit in den Fluß hineingebaut, daß größere Schiffe 
an ihnen anlegen und löschen könnten. 
Der „Ponto da Allandega“ (Zollhauspier) hat 
drei Dampfkrähne von je 5000 kg und einen Hand- 
krahn von 1000 kg Hebekraft. Die „Rampa“ ist 
eine kurze, bis zum Wasserspiegel sich senkende Holz- 
brücke, an welcher Güter lediglich durch Menschenkraft 
aus den Leichtern entlöscht werden. „Ponto de 
Caminho de ferro Portugue2z (portugiesischer Eisen- 
bahnpier) hat zwei Dampfkrähne von je 5000 kg 
und 15 000 kg und einen Handkrahn von 5000 kg 
Hebekraft. „Ponto de Caminho de lerro Hollan- 
dez“ (Eisenbahnpier der niederländischen Bahn) hat 
sechs Dampfkrähne von je 8000 kg Hebekraft. 
Bei geordneter Ausnutzung dieser Vorrichtungen 
könnte dem Verkehrsbedürfniß in höherem Maße ge- 
nügt werden, als es thatsächlich der Fall ist. 
Der Entlöschung der Güter in Leichter und 
dem Trausport letzterer an die Landungspiers unter- 
ziehen sich folgende Gesellschaften: 
Die Anglo-German Boating Co. mit acht 
Leichtern von je 60 Tons Ladefähigkeit und vier 
Ponts (flache Pontons, auf denen Bretter, Balken, 
Wellblech verladen werden) von je 40 Tons Lade- 
fähigkeit. Die Gesellschaft hat zur Zeit drei neue 
Leichter in Bau gegeben; 
die Empreza Africana de cargas e decargas 
mit 13 Leichtern von je 80 Tons und sechs Ponts 
von je 40 Tons Ladefähigkeit; 
L. Cohen &amp; Co., die über acht Leichter von je 
60 Tons und zwei Ponts von je 40 Tons Lade- 
fähigkeit verfügen; 
Harrison &amp; Co. mit sechs Ponts von je 40 Tons 
Ladefähigkeit; 
Barnard &amp; Co. mit zwei Ponts von je 40 Tons 
Ladefähigkeit; 
Allen Wack &amp; Co. mit einem Leichter von 80 Tons 
und zwei Ponts von je 40 Tons Ladefähigkeit. Diese 
  
613 — 
Firma benutzt das Material aber nur zum Entlöschen 
der Dampfer der Union Clan 8S. S. Co., deren 
Agenten sie sind, und etwaiger an sie konsignirter 
Schiffe; 
die Regierung, welche über drei Leichter von je 
40 Tons Ladefähigkeit verfügt. 
Eisenbahn. Die portugiesische Strecke der 
Lourenco-Marques mit Pretoria verbindenden Eisen- 
bahn Caminbo de lerro de Lourengo-Marques 
hat eine Länge von etwa 90 km. 
Die Eisenbahn verfügt zur Zeit über zehn Loko- 
motiven. In dieser Zahl sind die zum Stationsdienst 
erforderlichen Maschinen einbegriffen, ebenso zwei oder 
drei stets in Reparatur begriffene Maschinen. 
An Lories sind im Ganzen 100 Stück vorhanden. 
Von ihnen haben nur 20 eine Tragfähigkeit von 
zehn Tons, bei den übrigen 80 schwankt dieselbe 
zwischen fünf und acht Tons. 
Während des Jahres 1895 sind 1494 Güterzüge 
von der Station Lourenco-Marques abgelassen wor- 
den, im Durchschnitt also täglich vier Züge. 
Das Zollamt verfügt über einen Schuppen für 
die für Lourenco-Marques bestimmten Güter und 
einen Komplex von Schuppen, Zollhöfen und offenen 
Schuppen für den Transitverkehr. Die Eisenbahn= 
schienen sind vom Bahnhof aus durchgelegt bis vor 
eine vor dem Haupt-Transitgüterschuppen befindliche 
Holzrampe, von welcher aus acht Lories auf einmal 
beladen werden können. Auch der vorerwähnte 
Ponto da Allandega ist mit der Bahnstrecke durch 
einen einfachen Schienenstrang verbunden; eine un- 
mittelbare Entlöschung von den Leichtern in die Lories, 
z. B. bei den nach Johannesburg gehenden Holz= 
sendungen, ist jedoch wegen der schwachen Bauart 
der Brücke ausgeschlossen, welche außerdem von den 
durch die Zollkontrole gehenden Waaren bis zur 
Unpassirbarkeit beladen zu sein pflegt. 
Die gedeckten Räumlichkeiten genügen zur Unter- 
bringung von 6000 Tous. 
Im Jahre 1895 sind 186 906,5 Tons Waaren 
gelöscht worden. Davon wurden weiter transportirt 
mittels: 
Eisenbahn 82 295,094 Tons, 
Schisse 29861 - 
Zusammen 85 156,094 Tons, 
Dieses Mißverhältniß zwischen dem vorhandenen 
und dem erforderlichen Raum machte sich von Tag 
zu Tag sühlbarer. 
Schiffsverkehr und Handel in der 
elagoabai. 
A. Schiffsverkehr. 
Den Hafen von Lourengo-Marques haben 
während des Jahres 1895 insgesammt 314 Kauf- 
fahrteischisfe besucht, darunter 261 Dampfschiffe und 
53 Segelschiffe. Im Jahre 1894 stellte sich der 
Verkehr auf 266 Kauffahrteischiffe, darunter 221 
Dampfsschiffe und 45 Segelschiffe.
        <pb n="696" />
        Der Natlonalität nach waren: 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Dampf= Segel- Srten -Naumgehalte 
-- - aller Schiffe der be- 
schiffe schisfe tresfenden Nation 
181394 19895 
1894 1895|1894 1895 Neg.= Reg.= 
. A TonnenN Tonnen 
Deutsch 3 35 9 551 N 60 109,58 
Britische. 1871 372 989,21 
Französiche158 22906 513348 
Portugiesische 69 4195 1715 
Schwedische. — 6 10 2108 6180, 
Norwegische. —E 212 18 6565 17 472,43 
Dänishe. 1 1 430 
seneie — — 1 1 — 
% 
Aneritanische 1 
(Ver. St.). — —I — 2 — 2s149,59 
Zusammen #### 45 53 1397 455,35 466 234,33 
Nichtdeutsche Schiffe sind im Jahre 1895 aus 
deutschen Häfen eingetroffen 25, nämlich die Dampf- 
schiffe der englischen Union Stcam Ships Co. Ltd., 
deren internationale Dampfschiffe alle 14 Tage Ham- 
burg anlaufen. 
In regelmäßiger Fahrt haben den Hafen besucht 
und wurden durch in Lourengo-Marques ansässige 
Agenturen vertreten: 33 deutsche, 177 britische und 
5 portugiesische Dampfschiffe. 
Von den betreffenden Dampfschifffahrts-Gesell- 
schaften sind: 
Deutsche: Deutsche Ostafrika-Linic. 
Britische: Castle Mail Packet Co. Ltd., Union 
Steam Ships Co. Ltd., Bullard King (King &amp; 
Sons), British and Colonial Steam Navigation 
Co. Ltd. (Buckwall Line), British India, Union 
Clan Stcam Ships Co., Aberdeen (RencCc) Line. 
Portugiesische: Die portugiesische Firma Silv#a 
Vianna c Comp. in Lourenco-Marques betreibt 
mit drei kleinen, ehemals britischen Dampfsschiffen eine 
Küstenschifffahrt von Natal und Delagoabai bis 
ungefähr zum 12. Grade südlicher Breite. Das eine 
ihrer Dampfschiffe, „Saxon“, ist inzwischen bei In- 
hambane gescheitert. 
Indische: Die indische Firma Dada Abdollah 
unterhält einige Dampsschisse, die jedoch unter bri- 
tischer Flagge segeln. 
Nur gelegentlich haben den Hafen besucht: 
2 Dampfschisfe, 
Deutsche Segelschisfe, 
Britische 90 Snins= 
Französische 077. 
Wesn de (Ler, n 1½ 
Schwedi 
hansch! 1 18 ut 
Loruugiesische2 ..... 
Zusammen 99 Schcsse 
  
B. Handel. 
An Ladung ist eingebracht und gelöscht worden: 
von deutschen Dampfschissen 20 830 Tons, 
- - Segelschiffen. 9785 - 
Zusammen 30615 Tons, 
britischen Dampfschissen 102304 - 
Segelschissen 17462 - 
Zusammen 119 766,5 Tons, 
franzosischen Dsschisfen . 55 
gelschissen 900 
Zusammen 955 
amerikauischen Segelschiffen . 2800 - 
schwedische 83000 
l*u- Lmmshiten . 8000 - 
Sschmen 16 000 - 
Zusammen 24000 Tons, 
- portugiesischen Dampfschiffen . 70 - 
- gelschiffen . 200 - 
v Iufancn 270 Tons, 
dem dänischen Segelschiff 500 
Ueberhaupt 186 906,5 Tomẽ 
zu 2000 engl. Pfund. 
An Ladung nahmen ein: 
deutsche Dampfschiffe. 1513 Tons, 
britische Dampfschiffe 1208= 
portugiesische Dampfschiffe 140 
Zusammen 2861 Tons. 
Davon sind 569 Tons — hauptsächlich getrockncte 
Häute — nach Deutschland mittelst Dampfsschiffe 
der Deutschen Ostafrika-Linie gebracht worden. Der 
Rest — 2292 Tons — war für Plätze der Ostküste 
bestimmt. 
Die auffallend geringe Tonnenzahl der Ausfuhr= 
waaren erklärt sich folgendermaßen: 
Mit Ausnahme von Beira, welches im Maschona- 
land einen Hinterlandshandel besitzt, sind die Kauf- 
häuser an der Ostküste auf den durch die Indier 
vermittelten Handel mit den Eingeborenen angewiesen. 
Die hierfür benöthigten Waaren, z. B. wollene Decken, 
bunt bedruckte Tücher, metallene Ringe, Glasperlen, 
Ledertaschen, Uhren, Glaswaaren, werden in Deutsch- 
land und Großbritannien, theilweise auch in Indien 
hergestellt. Die meisten Plätze werden entweder regel- 
mäßig von den Hauptdampfsschiffen berührt oder sie 
haben Verbindung mit deren Anlegeplätzen durch 
Küstendampsschiffe. Darum können sie des Zwischen- 
händlers in Lourenco-Marques entbehren. 
Segelschiffe liefen der Regel nach nur in Ballast aus. 
Das, was von arabischen Dhaus, z. B. nach dem 
Limpopo verschifft wird, ist so unbedeutend, daß es 
nicht gerechnet werden kann. 
Von den gelöschten Gütern stammten: 
aus Deutschland 8 636 Tons, 
455 
Frankreich - 
-Portugal . . 4759 
Großbritannien 60 279 
é den Niederlanden 756 
-Anmerika (V. St.) 27951 = 
China und Japan 300
        <pb n="697" />
        aus Natal 19 600 Tons, 
. der Ostküste Afrikas 2 872 = 
Schweden 19 675 
-Norwegen 8 214 
Australien 3 412 
Java 4935 
Die vorstehende Berechnung giebt nur die Tonnen= 
zahl für die Fällc, in denen das Land des Ver- 
schiffungshafens sich unzweifelhaft feststellen ließ. 
An den 42 962 Tons Waaren, deren Ursprung 
nicht festgestellt ist, sind betheiligt Italien, die nördlich 
von Mozambique gelegenen Plätze der Ostküste sowie 
Madagaskar und Mauritius. Ein großer Theil der 
von britischen Schiffen gelöschten Waaren ist deutschen 
Ursprungs, was sich aus der auf einem großen Theil 
der im Zollamt lagernden Kisten befindlichen Auf- 
schrift „made in Germany“ ergiebt. 
Von den von deutschen Schiffen gelöschten 30 615 
Tous gehen als nachweislich nichtdeutscher Herkunft 
ab rund 12260 Tons, es bleiben sonach 18 355 Tons. 
Hierzu würde ein Prozentsatz von der von britischen 
Schissen gelöschten Tonnenzahl kommen. 
Auch die aus Portugal stammenden Güter sind 
zum größten Theil deutschen Ursprungs. 
Für die Geschäftshäufer, dic deutsche Waaren 
nach Lissabon ein= und demnächst wiederausführen, 
ergiebt sich der Vortheil, die Waaren als aus Por- 
tugal stammend günstiger verzollen zu können. 
Transitverkehr. 
Durch die portugiesische Eisenbahn wurden wäh- 
rend des Jahres 1895 82 295,094 Tous nach dem 
Transvaal befördert. 
Nach einer Mittheilung der Eisenbahndirektion 
lagerten in Lourengo-Marqucs noch im April d. Is. 
Güter, die im September 1895 zur Versendung 
hätten gelangen müssen, so daß man annehmen kann, 
daß der Transitverkehr Ende 1895 mindestens drei 
Monate im Rückstande war. 
615 
Außerdem wurden während des Jahres 1895 
mehrere mit Gütern für Transvaal beladene Schiffe 
der ungünstigen Landungs= und Bahnverhältnisse 
wegen nach anderen Häfen zur Entlöschung gesandt. 
Die Einnahmen des Zollamts haben im 
Jahre 1895 ergeben 378 389 700 Ris oder, zum 
Kurse von 4500 Ris = 20,35 Mark, 1711 162,31 
Mark. Davon entfallen auf: 
Milréis 
Eingangszoll 284 177 
Ausfuhrzoll. 418. 
Wiederausfuhrzoll. 218 
Durchfuhrzoll 66 274 
Lagergebühren 7 481 
Verschiedene Einnahmen. 1 471 
Stempelabgaben 2 578 
Schiffsabgaben nach den Reg.-Tonnen 15 769 
Die Einnahmen der portugiesischen Eisen- 
bahngesellschaft betrugen im Jahre 1895: 
365 109 885 Nis oder, zum Kurse von 4500 Ris 
— 20,35 Mark, 1 651 108,04 Mark. 
Der Einnahme steht gegenüber eine Ausgabe 
von 235 396 658 Réis, nach dem gleichen Kurse = 
1 064 516 Mark. Der Nutzen beträgt mithin für 
das Jahr 1895 586 592 Mark. 
Der Werth der verzollten Güter betrug: 
Néis Mark 
Einfuhrgüter 133229 014 162 = 6010 095,10 
Durchgangsgüter 3 011 085 371 = 13 616 797,17 
Zusammen 4340 099 533 = 19 620 892,27 
Der Werth der über Delagoabai nach dem 
Transvaal ausgeführten Güter betrug im Jahre 1895 
999 134 Pfd. Sterl. = 20 332 376,90 Mark gegen 
464 809 Pfd. Sterl. = 9 458 863,15 Mark im 
Jahre 1894. 
Ein Vergleich zwischen der Einfuhr nach Traus- 
vaal von Kapstadt, von Delagoabai, von Natal und 
von den Freistaaten ergiebt Folgendes. 
Es wurden eingeführt an Waaren nach dem 
Transvaal: 
für die 
  
  
  
  
  
  
  
1896. 194 
» — Werth 
Pfd. Sterl. Mark Pfd. Sterl. Mark 
un der #wsolontel 60 160 140 581 O0ö6.40 —9715503055 
Delagoabai 90 14% = 20332 376064 809 — 94 453 863.15 
Natal. 6823906 = 13 8867586020744 
den Freistaaten 926. 614 = 18856 50400| 9246 409°15 
1 1 
Zusammen. 6 304 — 193 656 786,4044 515 — 13106448025 
Die in das portugiesische Gebiet weiter beförder- 
ten Waaren sind bei dieser Aufstellung nicht in Be- 
tracht gezogen, da die Menge und der Werth nicht 
nennenswerth sind. 
Banken, Geld und Handelsverhältnisse. 
Es bestehen vier Bankhäuser am Platze: The 
Standard Bank of South Africa Ltd.; the Bank 
  
ol Alrica Ltd., sie unterhält eine Filiale in Beira; 
die Nationale Bank der Zuid Alrikaansche 
Republick Reperkt; die. „Banco Nacional 
Ultrawarino“. 
Als Geld sind portugiesische, britische und trans- 
vaalsche Münzen im Umlauf. 
Beritisches und transvaalsches geprägtes Geld hat
        <pb n="698" />
        den gleichen Werth; von britischen Noten werden 
zum Nennwerth augenommen nur die Banknoten der 
in Südafrika etablirten Banken. 
Die Noten anderer Banken, z. B. diejenigen der 
Bank ol England, sind Abzügen bis zu 5 PCt. 
unterworsen. 
Der Kurs des portugiesischen Geldes ist großen 
Schwankungen ausgesetzt. 
Während die Regierung ihn auf 4500 Rois = 
1 Pfd. Sterl. Gold festgesetzt hat, stellt er sich im 
praktischen Handelsverkehr höchstens auf 5600 bis 
5830 Réis = 1 Pfd. Sterl. Gold. 
Portugiesisches Papiergeld wird stets zum Neun- 
werthe angenommen, das europäisch-portugiesische 
jedoch nur dann, wenn es von der „Banco Nacional 
Ultramarino“ abgestempelt worden ist; sonst gilt 
ees 20 pCt. weniger. 
Von bedeutendem Einflusse auf den Handel ist 
das sehr stark vertretene Element der Banyanen und 
Kulis. Diese haben zunächst, abgesehen von der ge- 
ringen Konkurrenz, die ihnen von einigen chinesischen 
Händlern gemacht wird, den ganzen Kleinhandel mit 
den Eingeborenen am Platze und im Innern in Händen. 
Der Tagesverdienst eines in Lourenco-Marques 
arbeitenden Eingeborenen beträgt 3 Schill., zahlbar 
in britischer Münze an jedem Sonnabend. Was der 
Eingeborene einnimmt, trägt er sofort zu dem Indier, 
deren Verdienst bei der erheblichen Anzahl der Kaffern- 
arbeiter sehr beträchtlich ist. 
Die bedeutenderen indischen Händler beziehen 
schon einen großen Theil der von ihnen verhandelten 
Waaren selbständig; die in Durban und auch in 
Lourengo-Marques vertretene Firma Dada Abdollah 
unterhält eine eigene Dampfschiffslinie. 
Während der indische Geschäftsmann bei seiner 
anspruchslosen Lebensweise und verschwindend kleinen 
Spesen für Geschäftspersonal jede Konkurrenz eines 
Weißen bekämpfen kann, ist eine solche gegen sie für 
den Weißen unmöglich. Zum Beispiel kosteten Stiefel, 
welche bei einer deutschen Firma mit 15 ½2 Schill. 
das Paar verkauft wurden, bei einem Banyanen 
9 ½ Schill., nachdem dieser den Schuhbestand von 
der gedachten Firma übernommen hatte. 
Der Kuli, der ohne Geldmittel ankommt, schickt, 
was er verdient, in seine Heimath. 
Danach kann man sagen, daß auch in Lourengo- 
Morques die augenblicklich in Natal so lebhaft be- 
sprochene Indierfrage, wenn auch nicht mit Beziehung 
auf die Erlangung von Stimmrechten, akut ist. 
Beira und Hinterland. 
Die Einwohnerzahl Beiras beläuft sich auf 
ungefähr 300 Europäer, 100 Indier und 800 Ein- 
geborene. Im ganzen Gebiet der Companbia de 
Moçambique befinden sich ungefähr 700 Weiße. 
In dem Gebiet der Chartered Company (British 
South Africa Company) befinden sich bedeutend 
mehr Weiße und keine Indier, denen es zum großen 
616 
  
Vortheil der Europäer nicht gestattet ist, dort Handel 
zu treiben. 
Buluwayo, der Hauptplatz von Maschonaland, 
dem früheren Reich des Negerkönigs Lobengula, hat 
jebt ungefähr 2000 Einwohner, Salisbury ungefähr 
700, Umtali etwa 300, Victoria etwa 150. 
Außerdem im Lande zerstreut sind noch ungefähr 
2000 Weiße, die in den Minen oder beim Ackerbau 
oder als Leiter von Ochsenwagen beschäftigt sind. 
Der Boden in dem Gebiet der Companhia de 
NMoçambique eignet sich allem Anschein nach gut 
für den Anbau von Kafssee und Zuckerrohr. Zu 
diesem Zwecke sind einige Gesellschaften gegründet 
worden. Viehzucht kann nur im Innern getrieben 
werden, da die Tsetsefliege überall an der Küste 
angetroffen wird. 
Das Maschonaland und Matabeleland eignen sich 
für die Viehzucht und zum Anbau von Getreide 
entschieden besser, doch sind in beiden Gebieten diese 
beiden Erwerbszweige noch durch die Begierde nach 
Gold in den Hintergrund gestellt, daher müssen kon- 
servirte Gemüse, Fleischwaaren, Mehl, Reis 2rc. ein- 
geführt werden. 
Allem Anscheine nach wird sich im Jahre 1896 
eine große Hungersnoth unter den Eingeborenen ein- 
stellen, da die ganze vorige Ernte von den Heu- 
schrecken vernichtet worden ist. Es wird befürchtet, 
daß die Heuschreckenplage in diesem Jahre noch 
schlimmer werden wird. 
Verkehrsverhältnisse, Transporkkosten. 
Während der Regenzeit von Januar bis Ende März 
sind die Flüsse oder vielmehr Bäche, über die nur 
in einzelnen Fällen Brücken führen, unpassirbar. 
Auch die Wege sind so schlecht, daß es unmöglich ist, 
einen regelmäßigen Verkehr aufrecht zu erhalten. Die 
Einwohner des Maschonalandes, für dessen Minen 
die Verbesserung dieser Route sozusagen eine Lebens- 
frage ist, versuchen jetzt Alles, um zu bewirken, daß 
die Bahn von Beira nach Fontesvilla weiter fort- 
gesetzt wird. Inzwischen ist der Bau der Bahn 
zwischen dem Anfangspunkt Fontesvilla und Beira 
in Angriff genommen worden. 
Die Unternehmer haben versprochen, nach Fertig- 
stellung dieses Theiles den Weiterbau von Chimoio, 
dem jetzigen Endpunkt, fortzusetzen. Als nächstes 
Endziel ist Umtali ins Auge gefaßt worden, jeden- 
falls aber wird die Bahn bis Salisbury weiter- 
geführt werden. 
Folgende Bahnen haben die beigesetzten Ent- 
sernungen: 
engl. Meilen 
Beira—Fontesvilla . 4 
Fontesvilla—Chimoon 
Chimoio—Massekessi Grenzstation der Companhin 
de Mogambiduiieeen 
Massekessi— Umtal. 30 
Umtali—Salisbury 155 
Die Kosten der Waarenbeförderung ins 
Innere ergeben sich aus folgender Aufstellung: 
18.5
        <pb n="699" />
        Pfd. Sterl. Mark 
Beira—Fontesvilla, in Flußkähnen für die 
Tonne — 2000 Pfund engl. Gewicht — 
oder Maß nach Wahl der Leichterbesizer 1 = 20,35 
Fontesvilla — Chimoio, mittels Eisenbahn 
für die Tonne — Gewicht oder Maß — 
wic obhbhbhben 68 -122 
Mitlels Ochsenwagen: 
Chimoio — Umtali, für die Tonne von 
000 Pfund eng. 25 508.75 
Umtali — Salisburtryr . 15 305,25 
Zusammen 47 = 956,45 
Die in den Monaten April bis August für 
Ochsenwagen herrschenden Frachtsätze betragen un- 
gefähr für die Tonne von 2000 Pfund: 
Chimoio — Umtali 5 Pfd. Sterl. 10 Schill. bis 6 Pfd. 
Sterl. 10 Schill. = 111,92 Mark bis 132.27 Mark. 
Umtali—Salisbury 6 Pfd. Sierl. 10 Schill. bis 7 Pfd. 
Sterl. 10 Schill. = 132,27 Mark bis 152,52 Mark. 
Handel. Mit der weiteren Entwickelung des 
Hinterlandes wird auch Beira mit seinem vorzüg- 
lichen Hasen und bequemer Einfahrt sich bald weiter 
entwickeln. 
Im Jahre 1895 wurden daselbst angebracht: 
mit deutschen Dampsschissen, „Deutsche Ost- 
rika-Linie 3 385 Tous, 
einem deutschen Segelschiff. . 0- 
britischen Dampsschissen 16452 
schwedischen u. französischen Segelschissen 1210 
indischen Dhaus . 380- 
Zusammen 15 667 Tons. 
Diese Waaren kamen von folgenden Ländern: 
ar 
500 Réis = 
    
   
   
   
4 
Néis ( 20,35 Mark) 
.. 59900170-270881,84 
Produkte 23 049 300 — 104234,07 
..... 833 000 = 8289,23 
Marques 44 380 603 = 200 698,95 
.. 35146875--158941,98 
65250032950,75 
35295945—159616,1l 
140700720-636279,92 
2440 050 = 11034,45 
11 736 225 = 53 073,82 
170 727 303 = 772066,80 
427 000 — 1 930,99 
6 696 550 = 30283,29 
133 675 — 604,51 
1 996 500 — 9028.62 
...... 8907530-85504,06 
von Amerika 602 500 — 2 724,64 
...... 9635605--4357-1,35 
...... 36 000 — 2 423,92 
und Norwegen 14 711 500 = 66 528,67 
...... 345 000 — 1 560,17 
59204 370 = 267 735,32 
  
Zusammen einschl. der Einfuhr. 
von anderen Ländern 639 188 421 = 2890 552,09 
Diese Werthe schließen nur Waaren ein, die in 
Beira verzollt wurden, und nicht solche, die am Ende 
des Jahres noch unverzollt im Zollamt lagen. Von 
diesen Waaren gingen im Werthe von 624 144 805 
Reis = 2 822 521,51 Mark nach dem Maschona- 
lande, und für 639 786 421 Réis = 2 893 256,37 
Mark wurden für den Gebrauch im Gebiete der 
617 
  
Companhia de Jloçambiquc verzollt; man kann 
aber annehmen, daß auch hiervon Waaren im Werthe 
von mindestens 200 Contos = 904 444,44 Mark 
nach dem Maschonalande gingen. 
Dem Gewicht nach wurden verzollt: 
für den Gebrauch im Lande selbst 5722 063 kg 
in Transit nach Maschonaland 3 253 600 
Zusammen § 975 663 K# 
Ausgeführt wurden im abgelausenen Jahre 
192 288 kg Produkte, wie Gummi elastikum, Elfen- 
bein und Wachs im Werthe von 55 877 514 Réeis 
252 690,53 Mark und wiederausgeführt von 
eingeführten fremden Waaren 22 849 kg im Werthe 
von 5 265 800 Rois = 23 813,12 Mark. 
Die Gummigewinnung in Lagos 
hat nach Nr. 111/112 des „Bulletin der Royal 
Gardens“ zu Kew einen großen Aufschwung ge- 
nommen. Vor zwei oder drei Jahren wurde dort 
entdeckt, daß der häufig vorkommende wildwachsende 
Baum Kickxia alricana reichlich Gummi liefert. 
Im Januar 1895 wurde die Gewinnung dieses 
Gummis ernstlich begonnen und 21 131 Pfund da- 
von ausgeführt. Im Dezember jenes Jahres betrug 
der Export schon 948 404 Pfund und im ganzen 
Jahre 1895 sind 5 069 504 Pfund Gummi im 
Werthe von 269 892 Pfd. Sterl. aus Lagos aus- 
geführt worden! Die Einnahmen der Kolonie sind 
daher bedentend gestiegen. 
Luch in der englischen Goldküste wird ein wilder 
Gummibaum eifrig ausgebeutet. 1893 wurden von 
dort schon 3395990 Pfund für 218162 Pfd. Sterl. 
ausgeführt. Die Ausbeutung geschieht nur durch 
eingeborene Arbeiter. 
Maßregeln zum Schutz des Wildes in britisch. 
südafrikanischen RKolonien. 
Eine Proklamation vom 19. September 1893 
bestimmt, daß in Betschuanaland jeder Mann, der 
Flußpferde, Rhinocerosse, Büffel, Zebras, Quaggas 
und Antilopen jagen will, eine Lizenz lösen und 
dafür 75 Pfd. Sterl. an die Behörde und 25 Pfd. 
Sterl. an jeden in Frage kommenden Häuptling 
zahlen muß. Vom 1. September jedes Jahres bis 
zum letzten Februar des solgenden ist immer Schon- 
zeit. Im Zululand ist dieselbe Schonzeit für das 
große Wild festgesetzt. Für kleineres Wild sind 
andere Schonzeiten bestimmt. Uebertretungen werden 
mit hohen Strafen belegt. 
Britisch- Ostafrika. 
Alle britischen Territorien in Ostafrika mit Aus- 
nahme von Sansibar, Pemba und Uganda sind nach
        <pb n="700" />
        — 618 
einer Bekanntmachung des Foreign Office zu einem 
Protektorat unter dem Namen East Africa Protecto- 
rate vereinigt worden. 
Gerbstoffe. in Britisch, Indien. 
Dem indischen Forstdepartement ist vom Deputy 
Conservator of Forests ein Memorandum unterbreitet 
worden, in welchem auf Grund von forstwissenschaft- 
lichen Studien Vorschläge zur Hebung des Ein- 
kommens aus den indischen Waldungen durch rationelle 
Herstellung von Tanninextrakten aus verschiedenen 
Baum= und Straucharten nach europäischer Methode 
gemacht werden. Der Generalinspektor der indischen 
Wälder Ribbentrop hat dieses Memorandum allen 
Conservators of Forests in Britisch-Indien mit- 
getheilt und sic aufgefordert, durch praktische Versuche 
und Begünstigung bezüglicher Privatunternehmungen 
dazu mitzuwirken, daß die Tanninindustrie thatsächlch 
ins Leben gerufen und dem Lande auf solche Weise 
eine neue Einnahmecquelle verschafft werde. 
In dem Boegleitschreiben Nibbentrops ist zu- 
nächst auf die steigende, lediglich durch das Angebot 
begrenzte Ausfuhr von Myrobalanen, den tannin- 
reichen Früchten von Terminalia Chebula, Ter- 
minalia Citrina, Terminalia Bellerica und 
Phyllanthus Emblica sowie auf die außerordent- 
liche Zunahme des Handels mit Katechu (ein gerb- 
stoffhaltiges, aus dem Holze der Acacia Catechu 
bereitetes Extrakt) in Birma hingewiesen. 
Daß die Nachfrage nach Myrobalanen und Ka- 
techu in der That eine sehr bedeutende ist, wird 
durch dic indische Zollstatistik der Jahre 1891,92 
bis 1894/95 bezw. die monatlichen Trade Accounts 
für 1895/96 bewiesen. Danach gelangten nämlich 
während der lehten fünf Jahre zur Ausfuhr: 
a. Myrobalanen. 
1891/92. 1790 802 Cwt. im Werthe von 3 936 902 Nup. 
1892,03 667540o - 3367 093 = 
1893.91. 330 529 4 150 460 = 
1894.95 1 123 113 4649763 
1895/96 1 000 026 4045 598 = 
b. Katechu. 
1891/02 197059 Cwt. im Werthe von 3 172 961 Rup. 
1892 93 229 31t6 - 3 824 810 
1893/94 187 115 - 3378 902 = 
1891/95. 155 02322 - 2921 363 
1895 96 183702 - 3 796 106 
Außer den gedachten Gerbstoffen bergen die aus- 
gedehnten indischen Wälder noch eine ganze Reihe 
anderer tanninhaltiger Gewächse, denen bis jetzt nicht 
die gebührende Beachtung geschentt worden sei. Es 
sind dies, soweit bisher ermittelt, folgende Gewächse: 
a. Mit tanninreichen Blättern. 
1. Anogeissus latilolia. Ein ansehnlicher, in 
den Centralprovinzen und in Südindien häufiger 
Baum, zur Familie der Combretacenc gehörend. 
  
2. Sumach= (Rhus-) Arten. (Familie Anacar- 
diaccac.) Dieselben kommen im subtropischen Hima- 
layagebirge vor. 
b. Mit tanninreicher Rinde bezw. derartigem 
ernholz: 
3. Himalaya-Eichen, wie 
lamelosa, serrata u. s. w. 
4. Acsculus indica. Die indische Kastanie, 
ebenfalls im Hamalayagebirge häufig. 
5. Acacia-Arten (Familic Alimoseac), besonders 
Acacia arabica, der „Cabul= trec“, welcher über 
den Punjab und das ganze westliche und südwestliche 
Indien bis nach Ceylon hin verbreitet ist. 
6. Shorea robusta, der „Sal-tree“ (Familie 
Dipterocarpcac), ein stattlicher Baum, welcher in 
der tropischen Himalayazone sowie in Centralindien 
und im westlichen Theile Bengalens kleine Wal- 
dungen bildet. 
7. Cassia auriculata, „Tanners Cassia“ ge- 
nannt. (Familie Mimoscac.) Ein in den Central= 
provinzen der Bombaypräsidentschaft und in Südindien 
wildwachsender Strauch mit tanninreicher Rinde. 
8. Soymida-Arten. (Familie Ilelinccac.) 
„Indian Red Wood“, Bäume Central= und Süd- 
indiens, die auch in den Nordwestprovinzen an- 
getroffen werden. 
. Terminalia tomontosa. (Familie Combre-- 
taccac.) Ein naher Verwandter der oben erwähnten 
Myrobalanenbäume, welcher fast über ganz Indien 
verbreitet ist. 
10. Pinus longilolin. (Familie Coniserac.) 
Die Kiefer des Himalayagebirges. 
Da der Export der Blätter der Rinde oder des 
Holzes derartiger Gewächse, wie der vorstehend ge- 
nannten, sich schwerlich rentiren würde, so wird vor- 
geschlagen, aus diesen Stosfsen nach enropäischer 
Methode Tanninextrakte herzustellen und diese zur 
Ausfuhr zu bringen oder auch sie im Lande selbst 
zum Gerben von Hänten zu verwenden. 
Die Eingeborenen Indiens gerben bislang Thier- 
häute durch Einnähen derselben in Säcke zusammen 
mit Rohgerbmaterial in so primitiver Weise, daß eine 
fast ganz unbrauchbare Qualität Leder gewonnen 
wird, welches kaum als solches bezeichnet werden kann. 
Diejenigen indischen Gerbereien dagegen, welche nach 
europäischem Verfahren arbeiten — wie diejenigen 
Cawupurs —, sind gezwungen, Tanninextrakt zu 
importiren bezw. in primitiver Weise ihren Bedarf 
selbst zu bereiten. 
Es liegt hiernach auf der Hand, welch großer 
Nußen Indien erwachsen würde, wenn aus dem 
Quercus incana, 
unerschöpflichen Nohmaterial seiner Wälder und 
Dschungeln fabrikmäßig ein billiges Tanninextrakt 
hergestellt würde. Es wäre damit die Basis für 
einen zweifellos großen Ausschwung des Gerberhand- 
werks in Indien geschaffen. 
Der indische Export von Häuten ist ein sehr be- 
trächtlicher und steigender, wie folgende, die Ausfuhr
        <pb n="701" />
        — 619 
dieses Artikels während der letzten fünf Jahre ver- 
anschaulichende Zahlen zeigen: 
18917002 503 682 Cwt. im Werthe von 17 238 837 Nup. 
1892 93. 472 62090 - -17614688 = 
1893,94. 504 929 -— - -19484822 
1894°95. 568 20909 - -20889 183 
1895,96. 649 835 -2 - 26 103 443 
Diese belangreiche Ausfuhr findet dadurch ihre 
Erklärung, daß zur Zeit im Ganzen nur 22 Gerbe- 
reien im Lande bestehen; nämlich vier in den Nord- 
westprovinzen (Cawnpur), neun in Bengalen, drei in 
der Präsidentschaft Bombay und sechs in Madras. 
Von diesen sind ausschließlich diejenigen Cawnpurs 
von wirklicher Bedeutung für das Land. 
Telegraphenlinien im Senegal. 
Nach Angabe der amtlichen „Bevuc coloniale“ 
hat die französische Regierung im Senegal den Aus- 
bau der Telegraphenlinien nach dem Sudan fort- 
gesetzt. Es sind im Jahre 1895 und Anfang 1896 
Linien in der Länge von 727 km angelegt worden. 
Drei Bürcaus erster Klasse sind in Sdhion, Ham- 
dallage und Sine (Haute Gambie) eröffnet, zwei 
zweiter Klasse in M'Baye-M'Baye und Gonudiri. 
Die Pfähle sind aus harten Hölzern an Ort und 
Stelle hergestellt worden. Die Kosten haben noch 
nicht 80 000 Frcs. betragen. Es wird beabsichtigt, 
die Linien nach Guince lrançaise, Grand Bassam 
und selbst nach Dahomey fortzusetzen. 
Perschiedene Wittheilungen. 
Ueber eine neue Durchauerung Afrikas 
berichtet die Zeitschrift „Afrika“"“ Folgendes: Als im 
vorigen Jahre aus Britisch-Ostafrika die Vernichtung 
einer Karawane gemeldet wurde, hieß es, daß einige 
Franzosen dem Tode entgangen seien. Es handelte 
sich dabei um eine vom französischen Ministerium 
des öfsentlichen Unterrichts ausgesandte Expedition 
unter Versepuy, deren besondere Aufgaben nicht 
angegeben werden. Außer dem Leiter nahmen an 
ihr noch Baron de Romans und ein Zeichner 
Sporck theil. Die Expedition verließ Sansibar 
am 6. Juli 1895 mit einer Karawane von 150 Mann, 
betrat das deutsche Gebiet, besuchte die Umgebung 
des Dschipe-Sees, bereiste den nördlichen Abhang 
des Kilimandjaro und trat auf englisches Gebiet über. 
Die Absicht der Reisenden, bis zum Keniagebirge 
und dem Rudolf-See vorzudringen, konnte nicht aus- 
geführt werden, weil die feindliche Haltung der 
Wakamba und Massai sie daran hinderte. Am 26. No- 
vember 1895 wurde im Thale von Kedong, 40 km 
von Kikuju entfernt, eine Karawane von den Ein- 
geborenen vollständig niedergemehelt. Am folgenden 
Tage versuchten Versepuy und de Romans, ge- 
stützt auf 60 Flinten, den Durchgang zu erzwingen. 
  
Sie wurden von den Massai angegriffen, wobei ein 
Schotte Dick an der Seite Versepunys und de Romans 
getödtet wurde. Die Lebteren verdankten ihre Rettung 
einzig ihren schnellseuernden Gewehren. Die Massai 
zogen sich zurück, nachdem sie 85 Mann todt auf 
dem Schlachtfelde hatten liegen lassen, und die Ex- 
pedition konnte nach Kikuju zurückkehren. Einige 
Tage darauf baten die Massai um Frieden. Von 
ihrem Ziele Kenia und Rudolph-Sce abgelenkt, drang 
die Expedition Versepuy nun gegen den Victoria-See 
vor, überschritt am 19. Jannar 1896 den Nil und 
erreichte Mengo, die Hauptstadt von Uganda. Der 
Zweck der Expedition war nun, den Lauf des Kongo 
zu erforschen. Sie drang zum Albert Edward-See 
vor und wurde, nachdem sie Katwe (Fort George), 
das an diesem See liegt, verlassen hatte, von feind- 
seligen Eingeborenen angegriffen. In dem sich ent- 
spinnenden heftigen Kampfe wurden 167 Eingeborene 
getödtet. Welchen Weg die Expedition darauf ein- 
geschlagen hat, ist noch nicht bekannt, jedenfalls aber 
hat auch sie den großen Acquatorialwald durchzogen. 
Die Expedition, deren Mitglieder gesund in San 
Thomc eingetroffen sind, hat fast genau ein Jahr 
für die Reise von der Ostküste nach der Westküste 
gebraucht. Der Führer der Expedition ist inzwischen 
in Frankreich angekommen. Er war aber vom Fieber 
so sehr geschwächt, daß er inzwischen einem neuen 
Krankheitsanfall erlegen ist. 
Sum Schutz der Rautschukbäume in den Wäldern 
hat die Regierung von Nicaragua durch Verordnung 
vom 13. Juli die Ausfuhr alles Kautschuks, der nicht 
aus Pflanzungen stammt, verboten. Zum Zweck der 
Durchführung des Gesetzes müssen die Pflanzungen 
und die Bäume darin jedes Jahr amtlich angemeldet 
werden. 
  
VVVVYVVVVVYVVVVVVYVTYVTYTVYVWWVVVTYVTYVYVYVTT 
Tikterakur. 
Rudolf Fitzner: Deutsches Kolonial-Handbuch. 
Nach amtlichen Quellen bearbeilet. Berlin 1896. 
Verlag von Hermann Pactel. 
Das auf Grundlage des amtlichen und auch 
privaten neuen Materials in überaus fleißiger und 
mühsamer Arbeit zusammengetragene Werk läßt an 
Reichhaltigkeit und Zuverlässigkeit Alles hinter sich, 
was bisher an Nachschlagebüchern für die deutschen 
Schubgcbiete vorhanden war. 
Der Verfasser bietet in dem einleitenden Theile 
ein Verzeichniß der Kolonialbehörden, der Mitglieder 
des Kolonialrathes und des Präsidiums der Deutschen 
Kolonialgesellschaft sowie ihrer Abtheilungsvorstände. 
Hierauf folgt auf etwa 350 Seiten Text die Dar- 
stellung der einzelnen Schutzgebiete und zwar jedes- 
mal unter nachstehenden Gesichtspunkten:
        <pb n="702" />
        Geographische Lage — Grenzen. Der Text der 
diplomatischen Grenzabkommen ist im Wortlaut wie- 
dergegeben. — Allgemeine Landeskunde: Oberflächen- 
gestalt —. Flüsse und Seen — Klima — Gesund- 
heitsverhältnisse — Vegetation — Thierwelt. — 
Bevölkerung: Eingeborene — Europäer.— Statistische 
Uebersicht des Wachsthums der europäischen Kolonie 
innerhalb der letzten fünf bis sechs Jahre unter Be- 
rücksichtigung der Staatsangehörigkeit. — Die Pro- 
duktion des Landes: Landeserzeugnisse — Ackerbau 
— Plantagen — Statistische Uebersicht der Pflanzungen 
— Viehzucht — Nutzbare Mineralien — Heimische 
Industrie — Jagd und Fischerei. — Handel und 
Verkehr: Art des Handelsbetriebes — Artikel der 
Ein= und Ausfuhr — Statistische Uebersicht der 
Haupt-Ein= und Ausfuhrartikel während der letzten 
drei bis vier Jahre — Zölle — Abgaben und 
Steuern — Schiffsverkehr: Dampferlinien — Fahr- 
zeiten — Passagepreise — Frachttarife — Statistik 
des Schiffsverkehrs. — Postwesen: Postverkehr — 
Posttarif — Telegraph — Wortgebühr. — Mission: 
Missionsgesellschaften und deren Stationen. — Ver- 
waltung: Organisation — Schutztruppe — Behörden 
— Rechtspflege — Etat des Schutzgebictes — Ein- 
nahmen aus Zöllen 2c. (statistischer Vergleich aus 
vier bis fünf Jahren). 
An diesen allgemeinen Theil schließt sich eine 
spezielle Beschreibung der einzelnen Ortschaften und 
Stationen. Außer einer eingehenden Beschreibung 
— vor Allem der größeren Plätze — werden hier 
Angaben über die am Orte ansässigen Behörden, 
Missionsniederlassungen, Schiffsverkehr, Faktoreien, 
Pflanzungen, Gewerbetreibenden 2c. — Arbeits- 
löhne, Preise der Lebensmittel und Tauschwaaren, 
Entfernungen nach größeren Plätzen, Angaben über 
Boden, Trinkwasser, meteorologische Beobachtungen 2c. 
geboten. — Fünf Kartenbeilagen unterstützen den Text. 
Das Buch wird ebenso werthvoll für die in den 
Kolonien thätigen Persönlichkeiten als für jeden Kauf- 
mann und Gewerbetreibenden sein, welcher mit den 
Schutzgebieten Verbindungen hat oder anknüpfen will. 
Paul Reichard: Stanley. 
Hofmann &amp; Co. 
Das vorliegende Buch bildet einen Band der 
A. Bettelheimschen Sammlung „Geisteshelden“ und 
hat den durch seine große und erfolgreiche Reise in 
Ostafrika bekannten Forscher zum Verfasser. Der 
Verfasser spricht es im Vorwort offen aus, daß 
Stanley wegen seiner oft und herausfordernd ge- 
äußerten Feindseligkeit gegen Deutschland und infolge 
seines Verhaltens gegen Emin Pascha gerade von 
deutscher Seite keine milde Beurtheilung verdiene. 
Indessen dürfte ihm Recht zu geben sein, wenn er 
Berlin 1896. E. 
620 
  
meint, daß trotz der schlimmen Seiten seines Charak- 
ters Stanley immerhin eine unbefangene Würdigung 
seiner Leistungen verdiene. Das ist in der Schrift 
in vollem Maße geschehen. Besonders lesenswerth 
sind die Enthüllungen Reichards über die abenteuer- 
liche und unglückliche Jugend Stanleys, deren 
Geschichte trotz seiner Heimlichthuerei an den Tag 
gekommen ist. Der englische Reisende, der sich so 
lange als Amerikaner geberdet hat, heißt nämlich 
eigentlich John Rowland und ist das uneheliche Kind 
eines Bauernmädchens in Wales. 
O. Hübners geographisch-statistische Tabellen 
für 1896, herausgegeben von Dr. Fr. v. Juraschek. 
Das kleine, treffliche Nachschlagebuch ist neu er- 
hänzt pünktlich wieder erschienen. Der neue Jahr- 
gang berücksichtigt bereits die Ergebnisse der deutschen 
Vollszählung von 1895 in umfassender Weise. 
Dr. M. Albrecht: Nussisch-Centralasien. Reisebilder 
aus Transkaspien, Buchara und Turkestan. Mit 
52 Abbildungen. Hamburg 1896. Verlagsanstalt 
und Druckerei A.-G. 
Der Verfasser, welcher seit Jahren mit Rußland 
vertraut ist, liefert hier eine höchst lesenswerthe Schil- 
derung der Arbeiten und Erfolge Rußlands in den 
durch die transkaspische Eisenbahn neuerdings er- 
schlossenen weiten Gebieten, welche er in Begleitung 
seiner Frau im Herbst 1893 besucht hat. Die oft 
geschmähte russische Verwaltung hat dort im Osten 
des Kaspischen Meeres eine gewaltige und außer- 
ordentlich erfolgreiche Kulturarbeit geleistet. Die 
Entwickelung ist freilich noch bei Weitem nicht beendet. 
Leider sind die Verhällnisse in diesen mittelasiatischen 
Gebieten so abweichend von den afrikanischen, daß 
für die dortige Kolonisation direkte Nutzanwendungen 
aus dem Vorgehen der Russen nur in wenigen 
Punkten gezogen werden können. 
Die transatlantischen Schnelldampfer, die 
Gefahren der Scereise und die Rettungsmittel der 
Seeschiffe, nebst einer ausführlichen Antwort auf 
die Frage: Warum versteht man bei uns im 
Binnenlande so wenig vom Seewesen? Von 
einem Gereisten. Leipzig 1896. F. W. Grunow. 
Obwohl es fraglich sein dürfte, ob in anderen 
Binnenländern das Publikum besser über Seewesen 
unterrichtct ist als in Deutschland, verdient diese 
Schrift Anerkennung. Sie beweist durchweg, daß 
sie von einem genau unterrichteten Fachmann stammt, 
und ist dabei durchaus klar und lesbar abgefaßt. 
Auch der mit dem Meere vertraute Leser findct in 
ihr vieles Neue und Interessante.
        <pb n="703" />
        Dampfern, 
621 
Schiffsbewegungen. 
(Die Zeit vor dem Orte bedeutet die Ankunft, hinter dem Orte die Abfahrt des Schiffes.) 
S. „Bussard“ 3/9. Sydney. (Poststation: 
S. „Condor" 26/8. Kapstadt. (Poststation: Kapstadt.) 
S. „Falke" 21°8. Auckland 31/8. — 6/9. Sydney. 
. S. „Hyäne“ 14/9. Kamerun. (Poststation: 
Vermessungsschiff „Möwe“ 
2. S. „Secadler"“ 9/7. Sansibar. 
S. „Sperber“ 5/5. Kamernn. 
Hospostamt. 
(Poststation: 
Kamerun.) 
Matupi 27,8. — 119. Sydney. 
(Poststation: Sansibar.) 
(Poststation: asserviren.) 
Ablösungstransport: 
messungsschiff „Möwe“: 
Ausreise: 
Bremerhaven 29/7. — Sydnoy. 
Hofpostamt.) 
(Poststation: Sydney.) 
Prinzregent Luitpold“ des Norddeutschen Lloyd mit der halben Besatzung für S. M. Ver- 
  
Verkehrs-Nachrichten. 
Postdampfschiffverbindungen nach den deutschen Schutzgebleten. 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Die Abfahrt erfolgt Ausschiffungshafen. Briefe müssen aus 
Nach vom Ein- Dauer Berlin spätestens 
schissungshafen an folgenden Tagen der Ueberfahrt abgesandt werden 
Nea am 7., 28.Okt., 18. Nov.] Tanga 20 Tage am 5., 9., 26. Oltober, 
kherer Schiffe) 120 abds. Dar-es-Salam 21 Tage 63,10, Kovenber 
9 ika. Bri am 11. Okt., 8. Nov. Sansibar 21 Tage 
1. Deutsch · Ostafrita enn nt 4½% 4K 
arseill am 10. jedes Mts. Sansibar 18 Tage am 8. jedes Monats 
nuei in 4% Uums. 4 abbs. 
» · Southampton 1 am 10. Okt., 7. Nov. Lüderitzbucht 27 Tage am 9. Okt., 6. Nov. 
2. deutsch--üdweslafrika. ngiische Schiffe bis 40 ums. Swakopmund 30 Tage 113 oms. 
(Nach Warmbad wöchentlichKapstadt, n deut.n 
bis Kopftadl. von dort weiter icher 2 * entwein) 
alle I4 Tage auf d. Landwege)buur am 30. November Swakopmund 30 Tage am 30. November 
**- - Schiff) nachts 720 abds. 
Hamburg am 10. jedes Monats Kamerun 24 Tage am 00. debes Monats 
3. Ram A (deutsche Schifke) nachts 
k Ramerun. 1 Liverpool am 28. Okt., 25. Nov. Kamerun 22 Tage am * ., 23. Nov. 
— (englische Schisse) #• — — J. 15 nmms. 
am 10. jedes 9 Mts. nachts Klein- in-Popo 20 Tage 
4. Togo-Gebiet Hamburg 6 am 20.jedes mt. Lomee 31 Tage u 
Lo Quittah mittelst (deutsche Schiffe) Klein-Popo 33 Tage 
oten nach Lome und H Liverpool am 7., 21. Ollober, Quittah') oder Klein, m 54 4½ Okto 
Klein-Popoy. (englische Schiffe-., 18. November Popo 35 Tage 2., 16. Nov. als ns. 
Nea am 21. Okt., 16. Dez.] Friedrich Wilhelms- am 19., 23. Oktober, 
5. Deutsch-Neu-Guinea. Ghemwa Sohise abds. hafen 45 Tage 14., 18. Dezember 
Brindisi am 25. Okt., 20. Dez. age 10 abds. 
(Nachversand) abbs. 
6 Brindisi am 8. Nov., 3. Jan. Jaluit 71 Tage am 6. Nov., 1. Jan. 
6. Marshall · Inseln. (über Manila) abds. 0% abos.
        <pb n="704" />
        622 
WOERMAMNMN- LINIE. 
Regelmähige Vost-Dampfschifffahrt zwischen Hamburg und Wostafrilia. 
Fahrplan für das vierte Vierteljahr 1896. 
Linie I. Nach Lagos, Klein-Popo, Kamerun und den Häfen bis Ponta Neg. 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Ausreisee. Heimreisee. 
9 Der Ponta Negra Nov. 29. Dez. 29. Jan. 29. 
Hamburg ' Om« 10 Nov. Dr.10. abun. Dezbr. 1. Jan. 1. Febr. 1. 
Monrovia. r 2. Slob. ?2 ½ 
Accra* "29. . 29. 29. . lanna 3 3. 5. 
44% Ropo - 6 30. - b 30. - 30. 1 N—]i atanga « · · ' 
Novbr. 1. Dezbr. 1. Jan. 1. -.-· 
K. N . -4. -o4. - aigtium « » 4. 4. 4. 
ltio del Rey = 11. 11. - VI#Wnne · 
.ictoria.. .12.-12.-12.I«sc«c’.I-Ts»atm’9«- j?·Z P 
eumndoPo. -14. -14. -14. Pfg nnd-a ·' 7. *2. 7. 
Nalimba -15 15. 15 "G undi- 6 . 9. 
Alein- Vatanga. -17 17. I1. 2F 11. . 14. 14. 
ongli . . . . 
Flabntauon . -19. -19. -19. Tksälslddazssapo gl, - 3 3 
□ r 1 * 2. 7 
Frob= Baianga 20. 20. 20KKlein-Popo- 3 33 
VBa · «21«-21«-21"snoiua· 32E;"-23"123« 
absm 23. -23. -23. Addab 27. 27. z 27. 
Kap Lopez 24 24-. 24 ed 24 5 2- 
Seite Cama 25. é 25. 25. 3 #ap Palmas „ 30. 30. März 2. 
Nyanga -286. 2326 204. rind Basse Jan. I. Ner. 1. arz 
Mayumba 27. 27. * 27.Mnrovil W. Febr. 3 
Zoango Ne « « IF 3 . IF Gran Canaria. 12. 12 12. 
Ponta egra . -. 9. 9. Tenerisfa. „ 13. 13. 13. 
Madeira. : 15 15. 15. 
T. Hamburg 24.. 24 24. 
Linie II. Nach Marokko, Canar. Inselu und der Westküste bis Sherbro. Antwerpen aulaufend. 
Ausreise. Heimre isee. 
n # 
Hamburg#. Olt. 14. Nov. 15. Dez. 15. Sherbro Nor. 28. Dez. 28. Jan. 28. 
Antwerpen. r 19. "19. Sierra Leone 30. -30. -30. 
Larache E -217. 27. Conakry. T v 1. Jan. 1. Febr. 1. 
Rabat „ 28. 28. : 28. Rufisque 1 8. „ 8. - 8. 
anger . 29. 29. : 29. Dakar . .. - 9. 9. 9. 
Casablanca# Nov. 1. Dezbr. 1. Jan. 1. Gran Canaria 15. 15. 15. 
Sasfsi . -2. -2- -2- Logador 117. 7. * I7. 
MNazagan“ · 3. -«1 -3- afsi 18. 18. 18. 
Mogador 4. * 4. = 4.. Mazagan 20 20. * 20. 
hran Canaria. v 6. . 6. "6. Casablanck 21. 21. -21. 
deneriffa 7. 7. 7. . 22.I-22. * 22. 
( orte - 11. - Hamburg 30. . 30. März 2. 
Dakar . . - . ! 
! usisque 12. 12. 12. 
Bathurst. . 13. 13. : 13. 1 
Sierra Leone 19 19. * 19. L 
Sherbro. -21. -21. -21. 
l 
  
  
  
  
) Einschiffung der Passagiere: Linie I am 11. jedes Monats, Linie II am 16. jedes Monats, 
Linie III an 21. jedes 
Monats, Linie 1 
*) Nur für Passagiere. 
am 1. jedes Monats.
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        Ausreise. 
— 
Linie III. Nach der — und Togo. 
dein :es. 
  
Hamburg !. 
Conakry 
Monrovia 
&amp; 
Vagida 
Klein-Popo 
Grand-Popo 
Whydah 
Cotonou. 
  
Linie IV. 
* 1. 
naandanadnnd. 
w 
S 
  
  
Nach Lagos, Liberia und den Häfen 
Ausre ise. 
Okt. 20. Nov. 
Nov. 6. Dez. 
* 8. "ê 
8i.———.—.—.——.—— 
Instituts-tun 
  
  
otonou. 
Whydah 
Grand- Popo 
Klein-Popo. 
Bagida 
  
Kap Palmas 
Monrovia 
Gran Canaria . 
Hamburg 
Südküste von Landana bis St. Paul de Loanda. 
Nov. 28. Dez. 28. 
: 29. 29. 
Dez. 2. Jan. 2. 
- 3. : 3. 
: 5. 5. 
- 7. - 7. 
- 9. - 9. 
-Ê11. 11. 
* 13. * 13. 
. 1. * 16. 
-138. -13. 
206. 26. 
= 27. 27. 
28. 28. 
Jan. 9. Febr. 9. 
  
  
Heimreise. 
  
Jan. 28. 
* 29. 
Febr. 2. 
3. 
5. 
: 7. 
9. 
é- 11. 
* 13. 
* 16. 
-138. 
-26. 
: 27. 
* 28. 
März 9 
  
Hamburg . 
Tenerissa 
Gran Lanaria 
Dakar 
Mufisque. 
Monro .. 
Grand Passa . 
Sinne. . 
stap Paduas 
Landana 
Cabinda. 
Banana 
Voma 
Noqui 
Matadi 
Loanda 
Ambriz 
Kinsembo 
Mussera 
Ambrizette 
Muculla 
Landana. 
  
  
Okt. 31. Nov. 
Nov. 10. Dez. 
11. - 
* 
* 
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5„ „ S „ „ 
KFbn A LC D 
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Landana 
Old Calabar 
Donny 
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Winnebah 
Appam 
Saltpond 
Kap Coast 
Elmina 
Chama 
Dixcove 
Arin 
# Palmas 
Sioe Bassa 
Monrovia 
Gran Canaria. 
Casablanca 
Hamburg 
Dez. 18. Jan. 18. 
-21. 21. 
25. . 25. 
- 80 Febr. 7 30. 
Jan. 7. 
: 38. - " 
)52 
* 11. -Ê11 
-12. "* 12. 
"* 13. -Ê13. 
1. 14. 
5 15. 15. 
-13. -138. 
-159. * 19. 
20. . 20. 
* 21. * 21. 
30. -30. 
Febr. 2. März 2. 
3. 3. 
* 4. . 4. 
*. 5. 5. 
* 15. * 15. 
  
  
  
Am 6. Dezember wird P.-D. „Eduard Bohlen“ von Antwerpen direkt nach dem Kongo und zurück expedirt. 
* Einschiffung der Passagiere: 
Linie III am 21. jedes Monats, Linie 1. 
*) 
Nur für Passagiere. 
Linie 1 am 11. jedes Monats, Linie II am 16. jedes Monats, 
am 1. jedes Monats.
        <pb n="706" />
        624 
Eintreffen der Post aus den deutschen Schutzgebieten. 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
    
2 · Die Post ist fällig Landungs-= Die Kot ist fällig 
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1 5.jed. Monats -- ' » 
Kamevun....... Hymbukg'am2ole . Mars all-Ineln...Matleclleoder.AnanOktobcr, 
Liverpool. am s. Olt., 5. Rov. i Barcelona J November 
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Schisatewegnngen d der Woermann-Linie. 
Neise # Lette Nachrichten 
d 
Posidampfer von I nach bis 28. September 1896 
„Avolph Woermann“ Hamburg Ponta Negra am 10. ab Hamburg. 
„Aline Woermann“ Ponta Negra Hamburg am 16. in Lagos. 
„Anna Woermann“. Kap Palmas Hamburg am 28. in Fierta Leone. 
„Carl Woermann“ Kotonon Hamburg am 10. in Acc 
„Eduard Bohlen“, Hamburg Congo am 18. in Beihurs. 
„Ella . Kap Palmas ambur am 25. in Hamburg. 
„Gertrud Woermann“ Hamburg Ponta Negra am 20. in Madeira. 
„Gretchen Bohlen“ Hamburg Kotonon am 25. in Kotonou. 
edwig Woermann“ Hamburg Kotonon am 24. Dover passirt. 
nee Woermann“. Loanda Hamburg am 17. in Accra. 
Kurt Woermann“ Loanda am 15. in Teneriffe. 
„Lothar Bohlen“ . Swakopmund Hamburg am 12. in Benguela. 
„Lulu Bohlen“ Wilhelmshaven Kamerun am 7. ab Wilhelmahaven. 
„Marie Woermann“. Hamburg Ponta Negra am 25. September in Gabun. 
„Melita Bohlen“ . Hamburg Lüderitzbucht am 30. September ab Hamburg. 
„Professor Woermann“ . Hamburg Kap Palmas am 22. September Dover passirt. 
„Thekla Bohlen“ Hamburg Congo am 26. September in Accra. 
  
  
  
Sahissore wegungen der eutschen Oltaftita Linie Oamburg Oftafrita 
  
Neichspostdampfer 
  
Letzte Nachrichten 
  
von I nach bis 26. September 1896 
l 
„Kaiser“ . Hamburg I Durban am 22. ab Suez. 
„Kanzler" . . Durban Hamburg am 22. ab Lissabon. 
„Bundesrath“. . Durban Hamburg am 24. an Aden. 
„Reichstag“ . Hamburg I Durban am 26. an muiden. 
„Admiral“ Hamburg Durban am 23. an Las Palmas. 
„General“ . Hamburg Durban am 23. an Mozambique. 
„Herzog“ . Durban Hamburg am 25. ab Delagoabai. 
  
  
  
—n 
— 
Der heutigen Nummer liegt ein Prospekt über das Werk: 
Kolonien bei, den wir zur gefälligen Durchsicht bestens empfehlen. 
Dr. Zimmermann: Die Europäischen 
Die Expedition.
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        — 625 — 
  
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        — 627 — 
  
  
Geschd'talerkunge Mu#r Pochotoin. 
Eine Redaltion· Mugo Morold. 
eitschrift für Vielbeschäftigte 
im Inlande oder Auslande ist E——————— 
sreg diese im In- 
Auslando. r 1 rdrn 2 
D41ECMNCO 
2 ostohens orrungon, rll ¾ 
—— — Ben Ueb erwiesonhnolud 
Wocheusehrift für Politit, Litteratur, Kanst v. Wissensehat 
(Stimmen aus allen —— 
PEandel Gewerxbe und Tndustie 
n äi dor That oinem allgemeinen Bodürfnis ae okommen ist, *&amp; die; von oft miss- 
*B Bol Debles Vort lamal mit mit Be — zulse —— 4½% den 1 E— 
Jamrgang mies E )l rehn Pnden des a e e ü gekosh ttor. 
· meksotzkmasksonosemlI""-;’-""is3:«3’ Wozka 
nichts uger Aen lassond von allgomoinem Incerener, on namontlich ohne Pole 
a 
n 
« er, dor auch die 
EA Lomt, iab nugor n 3 ie he abernnen Ae Sise 
abwochslungereichen Inhalt hohom V 
Unsere Zeit ruft mit -ie*8?9 in immer weiteren Kreisen 
— Tegste Anteilnahme an 1ren EFreignissen hervor. 
n dom — Inhalt unsoros Blattos zeugt schon dio Vortellung dos Stol- 
— fos in # abriken 
lI. Politik. Eine umangreiche Bespre-. Deutschtum im Auslande. Nachrich- 
chung der Tagesfragen, wie alles * abg das Leben und Treiben unse- 
dessen, was die Welt bewegt und Volksgenossen in der weiten Welt. 
erfüllt. 9. — hohen Kreisen. Nachrichten von 
Dressento Fragen vom den Hôfen und aus den Zirkeln der 
Weltmarkte. Gesamt-Wochenüber- vornehmen Welt. . 
steht internationalen Geld- und 10. Mulitär und Merine. Mitteilungen über 
erktes. erhlise u. Bewegungen Land- 
3. s5 — Späne. Aler6ei inter- macht aller Staa 
Ssanter Kleinkram. I1. EW znd Völkerkunde. 
4. *# . Kolonlal 
5. Sprechss#al. Bietet eine Gelegenheit 13. Goergehtsaa!, Verbrechen, Unglucke-- 
für jedermann, wichtige und anzie- fälle. 
hende Fragen vor das Forum der. Kunst und Litteratur. 
Oeffoptlichkeit zu bringen. Wir bit51à Gesundheltepflege. Medizinisches. 
ten hier um die MNitarbeiterschaft16. Soziales 
aller unserer Leser. 17. Kirche, uu * Unwereität. 
6. Briefkasten. 18. Sport und M 
7. Lesefrüchte. Kleine abgeschlossene No. Srt. bonn 
vellen, Erzühlungen, Skizzen. Hübscho 20. Humoristisches. 
ben aus neuen B 21. Anekdoten. 
*ir h. ihustrier ist doch auch gol tlich mit gut 
voprabc nest z ka goe i Ws von 2. r rteleia. 
don 8. Eialn ummern vertreten eind. 
no besondero, facimlnnisch rodigiorte und Ulustrierto technleche Abtellung 
„Industrielles Echo“ 
unterrichtet. über n "—— rieessn Vorgän * Nanerungen n Ei Kuser dom 
a — ra 2 u nr krsgone Das Industriello Bneho“ # 
nicht nur für Fachleuto geschrioben. sondern so EFofasst. dass ein jeder Cobildeto den Inbaft ver- 
## und dio Fortschritto auf allen Gebioten der Technik und Induetrie mit Insorosse verfolgen 
kann= — Gesamtwochenübersicht des Internatlonalen Geld- und Le a Inter-- 
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n aprrs 
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Deutsche Kolonial-Ausstellung 1896. 
  
  
K.
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        SfirtVertreten auf der deutschen Kolonlal-Ausstellung 1896. 
  
   
  
  
   
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Calc. schwefelsaure Kalimagnesia, wmind. 25.9% Kali und höchstens 212 2 9 Chlor. fü##die vor- 
stchend genannten Pllanzen nuf solchen Böden, wo die Zufahr von Magnesin erforderlich ist. 
Chlorkalium, mind. 44.2 bis 61.8 ½% Kali. ür Kuslcc, Thee, Knkuo, Palmen, Oliren, Erduuss, Baumwolle, 
Mnis, Sorghum, Reis, Ricinns, Indigo, Bohnen, (hinarinde. 
b. Natürliche Kalisalze: 
Kainit, mind. 12.4% Kuali. Sylvinit, mit 12.40% Dis 19 0% Kali. für Banmwolle und Palmen zur Ver- 
tilgung von Insckten wie anch lür ganz leichte trockence Böden zur besseren Bindung und Fenchterhaltung. 
Slimmtliche deutschen Kuliwerke sind im Verkans-Syndikat der Kaliwerke vereinigt. 
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Telegramm-Adresse: Syndikat Stussurt. 
NB. In der Ausstellung des VerkausS-Syndikates in dier dentschen Koloninl-Ausstellung. Crupbe XXIII der 
Berliner Gewerbe-Ausstellung. liegt eine Broschürc über Düngung tropischer I’llanzen zur insichtnahme 
nus. Dieselbe wird vom Verkanfs-Syndikut den sich meldenden Rellektanten grutis zugesundt. 
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nach den der botanischen Centralstelle in Berlin gemachten Mittheilungen als lür den Anbau in den Tropen 
geeignet erwiesen haben. — Da die botanische Centralstelle nur für einmalige Versuche im Kleinen Gemüse-- 
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Bedarf gütigst Osferte eimholen zu wollen. Im Jahre 1895 hatte ich die Ehre, für Messen resp. Kantinen folgen- 
der im Auolande befindlichen Schiffe Sr. Majestät zu liefern: S. M. S. Jrene, Prinzeß Wilhelm, Arcona, Marie, 
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        WOERMANN-LINIE. 
Am 10. Oktober: P. D. „Adolph Woermann“, Capt. Jensen, 
nach Nadeira, Klein-Popo, Lagos, Kamerun und den Hälen der Südwest- 
küste Afrikas bis Matadi. 
Am 15. Oktober: P. D. „Ella Woermann“, Capt. Rieck, 
via Antwerpen nach Marocco, den Canar. Inseln, Gorée, Dakar, Ruflisque, Bathurst, 
Bissao, Bolama, Sierra Leone und Sherbro. 
Am 20. Oktober: P. D. „Carl Woermann“, Capt. Schütt, 
nach Conakry, Monrovia, der Goldküste, Togo, Whydah und Kotonou. 
Am 31. Oktober: P. D. „Ieannette Woermann“, Capt. Heldt, 
nach Teneriffe, Las Palmas, LTiberia und den Häfen der Südwestküste Afrikas von 
Landana bis Loanda. 
Nach Deutsch- Südwestafrika: am 30. September, 30. November. 
Alle Gitter mitssen dcm Tece vor dem 459andedutten 545 12 Uhr mittrays Idussette secn. 
Näheres wegen Fracht und Passage ertheilt in Hamburg die Woermann-Linie, sowie der Schiffemakler. 
August Bolten, Wm. Miller'’s Nachfolger, Admiralitätstrasse 33/34, und wegen Deutsch-Südwestafrika die- 
IIerren L. F. Mathies &amp; Co., Grimm 27. 
  
  
Deutsche Ost- Afrika-Linie. 
Vermehrte Fahrten. Dreiwöchentlicher Betrieb. 
Regelmässige Postdampfer - Verbindung 
· unter Vertrag mit dem Deutschen Relche 
Zzwischen 
Hamburg, Ostafrika und Transvaal 
Amsterdam, Lissabon und Neapel anlaufend. 
  
Die nächsten fahrplanmässigen Expeditionen finden statt; ub Ilamburg nb Neaupel 
E. P. D. „KANZLER“, Capt. Elson . . . . . .. 14. Oktober, 28. Oktober, 
R. P. D. „BUNDESRATH“, Capnt. 4. November, 8. November, 
R. P. D. „KOENIG“ (Doppelschrauben), Capt. Doherr 25. November, 9. Dezember, 
nach Tanga, Dar-es-Saläm, Sansibar, Mozambique, Beira, Delagoa-Bai und Natal. 
Diese Dampfer nehmen auch Passagiere und Waaren nach 
Pangani, Saadani, Bagamoyo, Kilwa, Lindi, Mikindani, Ibo, Quelimane, Chinde, 
Inhambane, Mombassa und Lamu. 
Ferner Extradampfer ab Hamburg 1##m 8 Kap der guten Hohntung direkt nach 
Dirban, Delagoa-Bai, Imhombane. 
Die Dampfer Laben vorzdloliche Einricheungen F#r Passaotere in allen Klassen. 
Ferner zwischen Ostafrika und Bombay regelmässig alle drei Wochen im Anschluss 
an die Hauptdampler. 
Näheres ertheilt in Hamburg: # 
wegen Fracht der Schifffmakler August Bolten, Wmm. Miller's Nachfolger, 
wegen Passage die Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Aktien-Gesellschaft, 
sowie wegen Fracht und Passage die 
  
Deuteche Ost-- - Linie, 
Gr. Reichenstrasse 25/27. 
Verantwortlicher Nedakteur für den nichtamtlichen Theil: DO. M ertinat, Berlin. 
Druck und Verlag der Königlichen Hofbuchhandlung und Hofsbuchdruckerei von E. S. Mittler &amp; Sohn, Berlin 8W 12, Kochstraße 68—71. 
Ausgegeben am 1. Oktober 1996 um 6 Uhr nachmittags.
        <pb n="715" />
        Deutsches Kolonialblatt. 
Amtsblatt für die Schutzgebiete des Deutschen Reichs. 
beransgegeben in der Kolonial, Abihrilung deo Auowärligen Amts. 
  
VII. Jahrgang. * Berlin, 15. Oktober 1896. * Nummer 20. 
Diese Zeitichrift rricheint in der, engl am I. und 16. irdes Monats. S##leen werifn als Veiheile beigejügt die mindestens einmal vierteljährlich 
g. Gelehrton aus den deutschen Schutzgebicten“, herausgegeben da Froihorr 
. Danckelua fzr das K zuit 5m cs sibrsten Pre beim chun durch die Post und die 
Sunchbatoineen ius *r , direlt unter -.d.- durch dier erlagobsephanbenng Mk. 3.50 für Deutschland und QOe Vensichz issgo . . 3.75 für 
die Länder dee Wellpoitvereins. — Einsendungen und Anfragen sind an die iirn Hoibuchhandlung von Ernst riried Mittler 
Sohy n, Beklin 8WI2, Kochstraße 68—71, zu richten. E— in der Zeitungs-Preioliste für 1890 mnter, M 1016.) 
  
  
  
Inhalt: Amtlicher Theil: Allerhöchste Set betressend vie Verleihung von Dienslauszeichnungen sowie das ouirathen 
von Offizieren der Schutztruppen S. 633. — Ergänzung der Beisitzerliste des Kaiserlichen Obergerichts von Deutsch- 
Ostafrika für das Geschäftojahr 1890 S. 633. — Verordnung des Kaiserlichen Landeshauptmanns von Deutsch- 
Südwestafrika, betressend die der Post durch Private zu leistende Beihülse S. 634. — Vertheilungsplan der Schut= 
truppe und Landespolizei von Deutsch-Ostafrika am 31. August 1896 S. 634. — Personalien S. 634. 
Nichtamtlicher Theil: Personal-Nachrichten S. 635. — Deutsa- Oltafrika Ueber die Expedition des 
Oberstlieutenants v. Trotha S. 640. — Wissenschaftliche Sammlungen S. 641 itsch= Sübwestafrika- Ueber 
die Frage der Heranziehung der Eingeborenen zum Militärdienst S. 642. — nnnxkhf 645. — Aus dem 
Bereiche der Missionen und der Antisklaverel-Bewegung S. 645. — Aus fremden Kolonien: 
Die Norfolk-Jnsel S. 648. — Verschiedene Mittheitungent Hamburgs Handel mit den Kolonien S. 648.— 
Ueber den Handel in Togo S. 652. — Zoologie der Schutzgebiete S. 653. — Mittel zur Berüllgung des Baum- 
wollenwurmes S. 653. — Handelsvertrag „Mhon Nubßland und Sansibar S. 654. — Tod des Barons Sir 
Ferdinand v. Mueller S. 654. — Litteratur S. 654. — Litteratur-Verzeichniß S. 655. — Schisssbewegungen 
655. — Verkehrs= Nachrichten S. 655. — Anzeigen. 
  
Amtlicher Theil. 
Gesehz#e: Vrrordnungen der Reichsbrhürden. 
R# Ihren Vortvag bestimme Ich: 
Die für das Heer gegebenen Bestimmungen, betreffend die Verleihung des Dienstauszeichnungskreuzes 
und der Dienstauszeichnungen sowie das Heirathen der Offiziere und Sanitätsoffiziere finden auch auf 
Meine Schutztruppen in den afrikanischen Schutzgebieten Anwendung. 
Nominten, den 27. September 1896. 
(L. S.) (ccz.) Wilhelm I. R. 
(agcz.) Fürst zu — 
  
  
  
Derordnungen und Wittheilungrn der Behürden i in den Schuhgebirten. 
Ergänzung der Beisitzerliste des Kaiserlichen Obergerichts von Deutsch-Ostafrika 
für das Geschäftsjahr 1896. 
Beisitzer: 
Karl Fleischer, Oberpostsekretär, preußischer Staatsangehöriger. 
Stellvertreter: 
Arthur Leser, Kaufmann, Angestellter der Firma W. Richter &amp; Co., hamburgischer Staats- 
angehöriger. 
Friedrich Wilhelm Vörtmann, Kaufmann, Verkreter der Deutsch-Ostafrikanischen Gesellschaft 
in Dar-es-Saläm, preußischer Staatsangehöriger.
        <pb n="716" />
        634 
Verordnung des Kaiserlichen Landeshauptmanns von Deutsch-Südwestafrika, 
betreffend die der Post durch Private zu leistende Beihllfe. 
Auf Grund des § 11 des Gesetzes, betreffend die Rechtsverhältnisse der deutschen Schußgebiete, 
vom 15. März 1888 (Reichs-Gesetzblatt S. 75), wird für den Umfang des südwestafrikanischen Schutz- 
gebietes verorduct, was folgt: 
81. 
Kein Privatwagen darf sich weigern, Postsachen, für deren Beförderung die Postverwaltung volle 
Vergütung zu gewähren bereit ist, zum Weitertransport anzunehmen. 
8 2. 
Wenn den ordentlichen Posten, Extraposten, Kurieren, Postboten unterwegs ein Unfall begegnet, 
sind die Anwohner der Straße verbunden, denselben zu ihrem Weiterkommen erforderliche Hülfe gegen 
vollständige Entschädigung schleunigst zu gewähren. 
Zuwiderhandlungen gegen diese Verordnung 
8 
8 
Diese Verordnung tritt mit dem Tage ihres Erlasses in Krast. 
Windhoek, den 6. August 1896. 
Der Kaiserliche Landeshauptmann. 
In Vertretung: 
Gez.) Fischer. 
(L. 8.) 
3. 
werden mit Geldstrafe bis zu 600 Mark bestraft. 
4. 
  
Personalien. 
Der Unterroßarzt Rickmann bei der Kaiserlichen Schutztruppe für Deutsch-Südwestafrila ist zum 
überzähligen Roßarzt ernannt worden. 
  
Vertheilungsplan der Schutztruppe und Landespolizei 
Anmerkung: k hinter dem Namen = krank, c hinter dem Namen —= kommandirt, 
  
Nr. 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
1□ 
. . « . . 
dekGarnifom Kom- Ober- Kom- Lieu) Ober- Jahl= Ober- r Ser- Unter- 
Kom- man- pagnie- -— Aerzte,meister= feuer= Feldwebel . 
om- ort deur führer führer tenants ärzte aspirantenh werler geanten offiziere 
pagnie h * Ssasp 
I. Schutztruppe. 
— v. Fischerc v. Beringe — Dr. 2 Keeferle Engel- — Benkewitz RNitter 
Natz- * Bludau hardt 
Stab Dar-es-Sala mer * Dr. 
rssiin * Schreber &amp; 
Moschi — —DZvohannes] Merler — — Dr. Eggel— Körner I1 — — Bartscher — 
1. – SS. — . –— —.—— – . — — — — 
Marangu — — — — —1. — — — — Lentbcke — — 
Kisuani — — — v. Stuemer *- * — — — — — Reisewitz 
— — i Dr. Stier- - . Hammer= 
2. Perondo Prince — — ling— Winkler — Spiegel — meister
        <pb n="717" />
        635 
Der Stabsarzt Dr. Kohlstock, bisher beim Kommando des Landwehrbezirks 1 Berlin, ist durch 
Allerhöchste Kabinets-Ordre vom 27. September d. Is. unter Stellung à la suite des Sanitätskorps auf 
ein Jahr behufs Verwendung bei der Kolonial-Abtheilung des Auswärtigen Amts beurlaubt worden. 
  
VVVVVVVWVVWVVVVVVVVVVVVVVFVYyVyVYVVyVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVV VVVVVVVVWV , 
Nichtamtlicher Theil. 
Persbnal-Machrichten. 
Deutsch-Ostafrika. 
Der in den Dienst des Kaiserlichen Gouverne= 
ments getretene Steuerausseher Michels ist nach 
Dar-es-Saläm abgereist. 
Der Zolldirektor Hohmann, der Magazinvor- 
steher Lauter und der Zollamtsassistent v. Rode 
haben elnen Urlaub angetreten. 
Ramerun. 
Der Finanzaspirant Meyer, zuletzt als Sekretär 
in Victoria thätig, ist auf Urlaub in Deutschland 
eingetroffen. " 
  
Der Kaiserliche Gouverneur v. Puttkamer ist 
vom Urlaub nach Kamernn zurückgekehrt. 
Der Kaiserl. Bezirksamtmann in Kribi v. Oertzen, 
der Zolldirektor Scheffler und der Stationsleiter 
von Buega, Leuschner, haben am 10. d. Mts. die 
Rückreise nach Kamerun angetreten. 
Dem bisherigen Obersteuermann in der Kaiser- 
lichen Marine Klein, welchem die Stelle des Hafen- 
meisters in Kamerun übertragen worden ist, hat die 
Ausreise angetreten. 
1 Der Maschinist 2. Klasse Baermann ist als 
Maschinist und Maschinenbauer in den Dienst des 
Kaiserlichen Gouvernements getreten. 
  
von Deutsch-Ostafrika am 31. August 1896. 
*hinter dem Namen und bei den Ziffern — siehe Bemerkungen. 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
- S . 
Ober- Etats Farbige 
Lazareth= · ZEISS- - . · 
lazareth= gehulfen mäßige " E Effendi Char- Askaris Armirung Bemerkungen 
ehülfen Schreiber "1 regu- irre- 
*ie * S6 den * guläre 
I. Schuttruppe. 
Art. Depot: 
— Hegewal Feldwebe— Nickl i— — — — I vSootstanone s em 
iolland pelt 1e nunbrauchbar 
Scharfen= Unteroffiz. 1chnellladekan#o ꝰ, em 
bergerKriebel 5 Revolverkanonen 37em dovon 2 an die Flolkille abgegeben 
berlazar 1 Maxim- Gun K/455 unvrauchbar " ·" 
Geh. 4ital. Berggeschütze 6, 7v em 
Sieler 5 Maschinengewehre 9 mm 6 „ "6 
1 Ber ü# *. i d 
EIEXIEIIIIIIIEIIIEIEIE *— ieibbe gohafe un 
nach Moschi 
1 Schnellladekanone 
— — — — — — .— 1 27 — 5„% cm 
1 desgl. 4,7 cm 
— — — — — 1 — — 
1 ital. Berggeschür 
— — — — — — 1 5 106 15 , chat 
1Maschinengewehr 9mm
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Kom- ort deur führer bagnie- tenantsärzte erz S meister- fener- Felbw geanten offiziere 
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v. Wiss- Gori x. 
Sonl — — — — 9 — — — *rilm Goritz Knaust 
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... Stadl- Dr. Rein- * — 
Kilimatinde — — — baur — hardt — Krauß 
4. — 5 
. Skiba 
Mpapua — — — Glauning—.l— — — — — — — Schutz 
Perondo — — — v. Stocti — — — — — — — — Stephan 
Sudi — — — Albinus — — — —— — — — Linge 
Auf Expedition 11 *5 — 
Kilossa — Man-/ — — — v. Kleis— — — — — — — Witlowsti 
5 gama » * 
Langen- Hopp 
Dar-es-Salag — — — „Brosig — Fhr. Uehl! — — Krause kemper Wulff 
. Trotha EEIT 
4 
6. Kilwa — — — Kuhlmann — — Ollwig — — — — LiebhardtHerdecke 
7 i Kielmeyer —— — — — — — Freyta Dorner 
Pangani —3 — y Freylag Lemke 
. Lachen- 
B. Lindi — — Fromm hert en — — — — — — Sommer mair 
Jahn 
9. Udjidji — — Namsay] Fonck IIIMHöseman— Fritsch — Köhler — mllmann 
0. Tabora — — — Jany—— Dr. — — MarkgraB Matz“ 
Passavant Drewes 
* 
Bukoba — — Herrmams##. Wulssen —— — — Körner I11— — SacomonPcschkc 
11.—--———---—----»s—--— — - - —--—- 
— — — Wasie= Hoffmann 
Muanza — — — Kollmann — Zupitza — — lewoklaeSchlee 
Graf * terste 
12. Kilossa — — — Fugger — r. Bergilltamms— — — Kersten 
Fer bost 1 
Auf Expedition Troth al — — — — q — — 5 — Kamp — — 
Zusammen 1 1 6 21 11— 13 1 6 1 8 11 26 
II. Landespolizei. 
anga — — — — —— — — — — — Feldman— 
asinde — — — — — | — — — — — Hentschel Jaenle * —
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        3 8 
OLber,ob.EtatB * Farbige 
lazareth= A mäßige Char- Askaris Armirung Bemerkungen 
... gehuljenSc.b,k).z5.gsEI-spndi Char- % 
gehülfen hreiber 4 gen regu= irre- 
- ...· Ia gen » .. 
— läre guläre 
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Wrruer — * 13 Mann mit Lt. v. Kleist nac 
— Werner — — — 2 10 101“ 10 Kilossa 
1 ital. Berggeschütz 
— — — — — — — 6 82 — t„7 cm 
1 Maschinengewehr 8mm 
*s 1 Schnellladekanone ; 
Wiest — — — — — — 5 40 — 7em "„ 
1 Nordenfeltgeschütz 
Prinage— — ——1— -1 39 2 
—. — — — — 1-1 — 2 22 — — 
* Witlpwol marschirt nach L#ce#i U 
28 dian? Expedition nach auche 
— —- — — 1 3 137 “ tinde, kabin er versetzt isl, weiter 
% *13 Mann sind von der 3. Komwaanich 
„ ) erheet Fr . n 1n « 
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— Schmaus — — —1 — 1 2 42 — #„ 2 
NM 15 Ablarto D 
— #ns 7 Mann der 5. Komp. allachl# 
Siien | 1 101 7 leichte Feipgeschuhe * Laz. Geh. Eisen tritt mit nächsten 
— se / Dampferdie Reise nach Kilwa a. 
— Schirpke — — — — 1 6 111 — — 
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Früchte- — 111 : 1131 32 leichte Feldgeschüte * 6 Mann der 5. Komp. altachij 
4 4 Zahtmeesteraspirant W—' 
— Pfeusser — — — 151 — 8 115 11 — dem Marsche nach Udjidli 
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1 Schnellladekanone . quält Possde kommt krankheits- 
Weidner Aimer — — 5 1521 7 6 114 11 br- " s * a rn— 
47 cm anot:n nach Dar.es.-Sal. befohl; 
1 Maschinengewehr *— *25 ulssen auf dem Mars 
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Inrock * Näwy — — — 4 56 46 S8mm - shallxixu Geb. Jurock auf dem Marsch 
1 Schnelladekanone Lag. nd Zerceri auf den Marsch 
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— Herckert * — — — 4 42 37 3,7 em ift. n- gem n. intref. Wait "*oP 
1 Schnellladekanone Mann der ö. Komp. Hllachirt. 
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— — — — — —— 5 455. 1 Maschinengewehr n ter n 
Deuischlau anzutieten I 
— — Sauer! 145 — "„ 
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4 18 3 — 2 58 55 1348 174 41 E 
II. Landespolizei. T 
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Dich-— DM 3 u Kleichte Feldpeschutze 
wanger 4 K/73 
- * Sergeant Jaenke ist nach Da 
— — — — — 15 — — es-Saläm beordert.
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        638 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
2 
Kom-]Ober-Kom- Lien. Doer= Zahl= Ober- Ser- nnter- 
Garnisonort man- pagnie- —.. Aerzte, meister= seuer= Feldwebel · 
deur führer , tenants ärrzte S .» geantenoffiziere 
führer S aspiranten werker 
angani — — — — — — — — — — Grimm 
aadani — — — — — — — — — — — Petrowitz 
Gaert= — — — — 
agamoyo — — Leue — — Vner — — — 
#ar= es-Saläm. — — — — — — — — — — Mutter — — 
isaki — — — — — — — — — — — Bittner 
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ilwa — — Gprüe — —|— — — Tröger — — — Pfendtner 
onden. — — — — — — — — — — Lustig — 
blikindani — — — — ——— — — — — Kayser — — 
ungenburg — — — — — — — — — 1 — Haegele — — 
Zusammen —+—1— 2 — — 11 — 1- 11— 4 3 4 
III. Beurlaubt nach Europa. 
Langheld sCharisius Dr. Dr. Teppe Hartmanns Richter 
— — — JScherner Schlobachs — Echwe-] Koerfer — Krefeldt — Wallner s Merkl 
Podlech Jv. Vercken singer Dr. Simon Jost Henschke Frahm 
Frhr. Fonck 1 Feist Einogg 
v. Schrencksv. Grawert Kuhnen 
v. Nohying Engelhardt Zicken- 
Storch draht 
v. d. Mar- 
witz 
Zusammen — — 4 8 —1 2 — 6 — 3 4 — 
Kommandirt. 
— — — Fischer, Charisius! — — — Kuhnen — — — Ritter 
Verlin zum Aus- zum Ano- zum Art. 
1 wartigenm Depot 
— Kolnn — Kolonial 
Ablbeilung Abtheilung 
Krank. 
Dr. Meuser? 
— — — — — ——Schreber«— —Kraufe« Paimetthj Hopp« 
Rekapitulation. 
. Schutztruppe: 1 1 6 21 — 13 1 6 1 8 11 26 
l. LandespolizeiZ — — 2 —1 — 1 — 1 — 4 3 4 
I. Beurlaubt — — 4 8 . 2— 6 *! 3 4 ! 
Busammen 1 112 29 1 15 1113 1 15 18 30
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        639 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
2 - 8 Farbige 
Ober- Etats 8155SS8 — -. - - 
ltl«a«amh- ntäßiqe«EZ-7 Askaris A v r l 
azareth- L ——— ari rmirun emerkun · 
... hül SEEZSISsscendi Char- 9 gen 
gehülfen Vehulen Schreiber! ES 6 Effendi regu- irre- 
D läre guläre « 
— — — — — 1 28 — 4 Bootskanonen 
«"- 
— — — —22 leichte Feldgeschütze 
— 1 5 K3 
— ä — — — 2 SStleichte Feldgeschütze 
Häcker 1 5 40 K#/73 «- 
« 4 leichte Feldgeschütze " 
— — — — I122 32— K/ 3 s- 
I .- . lNevolvektattoIte3,7cni · 
— — — — — — 1 " 5 — 
— — 1 . -»·».- . .] 
— — — —□— 35 Wurked en baseh 
— — — — — — — 14 — — 
2 leichte Feldgeschütze 
Voelkner — — — — — — 1 22 — h 1 schutz 
— — — — — — 3 20 ] 50 — 
2 1 — — — —2 21 286 55 20 
III. Beurlaubt nach Europa. 
Loegel! Fleisch= Oberlaza- Unruh 1. 
mann frethgehülsfe — — — — — — — 
Schuster s Herbsleb 
1 2 1 — 1 —. — — —- — — 
Kommandirt. 6 
— — — — — — — * zum Bezirksamt Dar-zes-Sals 
l 
Krank. 
1. 
— volaid- — — — J — — — — — Lazareth Dar--es-Saluͤm 
Rekapitulation. 
4 13 3 — 2 15 8 95 1348 174 41 
2 1 — — — — 2 21 286 55 20 
1 2 1 — 1 □—– — — — 
7 16 4 —5% llié 1634 229 61 .
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        — 640 
Nachrichten aus den deukschen Schukgebieten. 
(Abdruck der Nachrichten vollständig oder theilweise nur mit Quellenangabe gestattet.) 
Deutsch · Pstafrika. 
Ueber die Expedition des Gberstlieutenants v. Trotha. 
Ueber seine Expedition berichtet Oberstlieutenant 
v. Trotha unter dem 28. Juni d. Is. vom Mwanga 
am Victoria-Nyanza aus Folgendes: 
Meine Reise war reich 
reicher an interessanten Momenten, die sich allerdings 
meines Massaidolmetschers heißt ngarnka und ugu- 
"1 
an Beschwerden, aber viel 
fast nur auf das Geographische beschränkten, da ich 
für das Geologische, was einem Fachmann wohl 
ungeheneres Interesse und Aufschlüsse der verschic- 
densten Art gegeben hätte, zu wenig vorgebildet bin. 
Vom Kilimandjaro brach ich am 17. März auf, um 
zunächst Sinna in Kiboscho, die Mission Kiboscho 
und Machame zu besuchen. In Sinna sah ich den 
ersten wirklich mächtigen Sultan oder, wie sie hier 
heißen, Mangi. Sein Haus ist ein zweistöckiger 
Palast, den ihm Schmidt gebaut hat. Die katho- 
lische Mission (Schwarze Patres) ist ausgezeichnet im 
Stande, sowohl was Gebäude als auch Versuchs- 
pflanzstation anbelangt. Ich muß dabei bemerken, 
wie sehr man in dem Bezirk Kilimandiaro die Hand 3 
des Kompagnieführers Johannes merkt. Alle Wege 
sind ausgeschlagen, jeder Wasserlauf überbrückt, jede 
Sultan zum Selam. 
dem Bezirke zu reisen. Der Weg nach Arusha hun 
(Mern), wo sich auch noch die gewichtige Hand 
Johannes’bemerkbar macht, führt durch werthlose 
Salzsteppe. Hier wäre vielleicht die Kokospalme 
anzupflanzen. Ich habe dieserhalb an Dr. Stuhl- 
mann geschrieben und mit Schmidt das Nöthige 
verabredet. Die Häuptlinge der Arushaleute sind 
jetzt gänzlich ruhig und scheinbar mit dem Gedanken, 
daß deutsche Macht bis hierher reicht, einverstanden. 
Die Fruchtbarkeit des Landes ist groß. Einzelne 
Streisen Urwald gehen bis Arusha hinunter. Die 
Leute sind reine Massais in Sprache, Sitte und 
Aussehen. Letzteres namentlich der weibliche Theil. 
Der Mannesstamm ist schon gemischt. Es ist un- 
glaublich viel Wasser dort. Ich mußte in Arusha 
länger liegen, als ich wollte, weil ich den Griechen 
mit Stofflasten für mich abwarten mußte. 
Am 29. März brach ich von Arusha auf und 
marschirte über das Kisongoplateau an dem mächtigen 
Mondul vorbei durch ein höchst interessantes Gebirgs- 
und Steppenkesselgelände nach Ngaruka. Hier fing 
die Baumannsche, auf Dr. Fischers Route basirte 
Karte an mit der Wirklichkeit, wie sie meine Augen 
sahen, arg in Konflikt zu gerathen. Der Blick vom 
Verbindungsrücken des Dolossa, eines großen Berges, 
an dem Dr. Fischer bei Nacht vorbeigegangen sein 
muß, zum Borgo in den großen Ngarnkakessel ist 
großartig. Der Marsch hindurch weniger. Ngarnka 
liegt hart am Grabenrand am Juße des Kavinjiro 
und ist eine Kolonie der Wangaruka. Nach Aussage 
Es ist eine wahre Freude, in 
  
ruma dasselbe, was Kiswahili lima und panda be- 
deutet, also anpflanzen. Diese Leute sind Pflanzer 
gewordene Massais. Auf dem Borgorücken saß auch 
ein kleiner Stamm Wandorobo. Auch sie hatten 
Schamben und baten um Schutz, merkwürdigerweise 
gegen die Arushalcute. Die Wangarukaleute haben 
ein fruchtbares Land, bauen Wiazi und haben eine 
Griechenniederlage, die vom Kilimandjaro in das 
englische Gebiet bis nach Solik hinein handelt. Dort 
ist auch englischer Zoll. 
Von Ngarnka trat ich nun in das höchst merk- 
würdige Gebiet des Vulkans Ngai und des Natron- 
sees. Seine Merkwürdigkeit liegt wohl hauptsächlich 
auf geologischem Gebiete. Für den gewöhnlichen 
Reisenden ist dort kaum etwas Anderes zu holen 
als glühender Staub, Natronkrystalle und Tausende 
von Pelikanen. Auch hier ließ mich die Karte gänzlich 
im Stich. Ngurumani liegt südlich des Sambo- 
berges, d. h. der Sambo ist einc vorspringende Nase 
nördlich von Ngurumani, auf dem Grabenrand und 
wo nach Fischer der Donjo Sambo liegen soll, 
liegt der Konguto. Wo war also die Grenze? Durch 
Ngurumani, wie Kiepert, Baumann und Peters 
angeben, oder nördlich vom Sambo? Da es mir in 
meinen Marsch paßte, so nahm ich Letteres an. 
Ngurumani ist keine Wakuavikolonie mehr. Man 
sieht noch die Hütten, doch die Menschen sind fort, 
merkwürdigerweise, denn sowohl Ngurumani mit 
seinem Fluß Bagassi, wie auch die Peninjehalbinsel 
mit dem wasserreichen Peninjefluß bielen günstige 
Plätze für Anpflanzungen. Lebensmittel mußte ich 
aus Sonjo holen lassen. Letteres ist von Wasonjo- 
leuten bewohnt. Sie sind nach meiner Meinung 
ebenso ein abgefallener Massaistamm wie alle ringsum 
und depreziren heftig, Wasegeju zu sein. Von hier 
ging ich nun am Grabenrand so lange hin, bis ich 
am Utimi einen Stamm Wangurumas antras, dessen 
Jumbe, ein Küstenmann aus Pangani, beim Anblick 
meiner Flagge oder seiner Landsleute Alles hinwarf, 
Jumbenwürde, Weib, zwei Kinder, ein Haus und 
eine vielversprechende Ernte, um bei mir als Ochsen- 
treiber einzutreten und zur Küste zu gehen. Hier 
war ein Aufstieg am Lukarn, und ich erstieg den 
Graben und das auf ihm gelagerte Romaiplateau. 
Dieses sowie das Loitagebirge bildete die Fortsetzung 
meines Marsches. Kein Mensch war auf der ganzen 
Strecke Romai, Loite, Ndare Serian, Sero zu sehen. 
Einmal erschienen in Ndare Serian Wandorobos, 
verschwanden aber sofort. Sonst nichts als Berge 
mit Buschwald, große Steppenkessel mit Busch, wenig 
Wasser und Wild. 
Der Ndare Serian schließt sich an das Loita- 
hochplateau an und ist ihm geologisch und sonst in 
der Ausstattung gleich. Am letzten Tage auf dem
        <pb n="723" />
        Loitaplateau fielen alle Esel, wie es schien, durch 
tödlich wirkende Fliegenstiche. Von den fünf Ka- 
melen mußten schon zwei in Tanga dem Metzger über- 
antwortet werden, eins starb schon auf dem Marsch 
nach Muhoga, eins auf dem tödlichen Marsch, 
50 Stunden ohne Wasser, vom Borgo nach Ngaruka, 
und das letzte mußte ich am Abend des 6. Mai am 
Ostufer des Dabash schlachten lassen, weil keine 
Möglichkeit war, es hinüber zu bringen. Die Laune 
der Träger fiel jetzt bei dem Nahrungsmangel unter 
Null. Schon lange gab es keine andere Chakula 
(Essen), als was durch meine Büchse fiel, und trotz- 
dem dies immer reichlich war, so konnte es doch 
einen Trägermagen nicht füllen. Es stieg bis zur 
offenen Empörung, der ich nur ein Ende machte, 
als ich mit dem Revolver unter sie trat und befahl, 
die Lasten niederzulegen. Sie seien sämmtlich entlassen 
und ich würde mit den Askaris allein weitergehen. 
Nach einer halben Stunde Schauri war die ganze 
Safari (Karawane) vollzählig im Marsch. Am 
10. Mai erreichten wir die ersten Anpflanzungen in 
Urege. Ein wahrer Höllenlärm erhob sich bei den 
Trägern, als sie die erste Mtamaschambe sahen, und 
zwei Tage war ich marschunfähig. Die Warege und 
Wanjabassi sind ein sehr zahlreicher und kriegerischer 
Stamm. Ich habe später überall durch ruhiges Schauri 
mit den Leuten auch bei den Wagagas Essen be- 
kommen. Wie ich überhaupt meinen Stolz darin 
setzen wollte, ohne Streit meine Reise zu beendigen. 
Die Wareges und Wanjabassis, später noch einige 
andere Stammesnamen führend, sind auch abgefallene 
Massais, mit diesen in Feindschaft lebend, aber 
Kimassai tupn sprechend und ganz ihre Manieren 
zeigend. Schöne, kräftige Leute! Die Warege schätze 
ich auf 500 bis 1000, die Wanjabassi auf 1000 
bis 2000. Sie leben in stetem Krieg mit den Be- 
wohnern der Seeküste. Ich war, da ich ohne Führer 
weitergehen mußte, sehr neugierig, wo ich am See 
landen würde, und glaubte mich am 17. Mai früh, 
von einer Höhe ein tiefes Thal mit Nebel angefüllt 
für den See haltend, zu früh am Ziel. Erst am 
18. erreichte ich die Moribucht. 
Am See stieß ich zunächst auf einen Wagaga- 
stamm, die Bassoba. Sie wurden durch meine Safari 
vollständig überrascht, einzelne Wciber stürzten aus 
den Schamben in die Dürfer, die in die Felsen des 
hohen Ufergebirges eingebaut sind, und in den Dör- 
fern entstand ein großes Kriegsgeschrei. Ich ließ 
aber meine Karawane halten und ging mit meinem 
ersten Führer Ferugi an das erste Dorf heran und 
sorderte auf, zum Schauri zu kommen. Sie sprachen 
Kikavirondo, wie an der ganzen Küste bis zu den 
Washomas, wo das Kisukuma anfängt, und sind 
richtige Wagaga. Ihren Sultan Ribogo suchte ich 
am nächsten Tage an der Shiratibucht auf. 
Am 22. Mai zog ich mit meiner kleinen Heeres- 
macht an die Ugayabucht. Warum sie Kavirondo- 
bucht heißt, ist mir ein Räthsel. An der Buchtspitze 
641 
  
mitten im Sumpf, der die ganze Bucht umngiebt, 
sitzt die Sultanin Manyana, eine Dame von etwa 
40 bis 45 Jahren. Sie empfing mich sehr zuvor- 
kommend und bat mich, längere Zeit bei ihr zu 
bleiben. Am Pfingstsonntag, der mit dem Ramazan 
zusammenfiel, blieb ich an der Shiratibucht und 
marschirte dann am Ostufer entlang, mit großen 
Schwierigkeiten über den Mara setzend, nach Süden, 
in der Absicht, auf Majita zu gehen und von dort 
nach Ukerewe und um den Spekegolf herum nach 
Muanza zu kommen. Ich richtete meinen Marsch 
nach Baumanns Karte und rechnete etwa drei Tage 
auf die Strecke Maramündung —Höhe von Majita, 
befand mich aber am Abend des zweiten Tages so 
weit südlich, daß ich die Richtung auf Katoto am 
Spekegolf einschlug und am Nordrand des Spekegolfs 
entlang bei Rugedzi nach Ukerewe überging und am 
13. Juni auf der neuen französischen Mission eintraf. 
Von der Einäscherung der Gebäude in Neuwied 
wußte ich nichts, auch nichts von der Verlegung der 
Mission. Dies erfuhr ich erst belm Uebergang, der 
übrigens über die Begriffe übel ist. Ich bin über 
eine Stunde bis an die Arme im Wasser gegangen, 
Bussole, Routenbuch, Tabakbeutel und Streichhölzer 
hoch in der Luft tragend. Das abgebrannte Neuwied 
zeugt von verschwundener Pracht. Ein Gebäude- 
komplex wie für ein Infanterie-Regiment! 
Von Ukerewe setzte ich am 16. nach Mcjita über. 
Es waren, um meine zehn Askaris und drei Lasten 
herüberzubringen, 16 Boote und 100 Mann erfor- 
derlich. Ich erstieg den Majitaberg, von wo ich einen 
wundervollen Einblick in die Land= und Wasser- 
verhältnisse des großen Majita-Archipels hatte. Ich 
war durch den Uebergang bei Rugedzi und durch die 
4½ stündige Ueberfahrt in dem wasserreichen Boot 
etwas mit meiner Gesundheit in Konflikt gerathen, 
so daß ich den Gedanken, die Insel Ukerewe ganz 
aufzunehmen, aufgab und mich am 20. von Neuwied, 
wo mich der Lieutenant Kollmann am 19. erwar- 
tete, im Stokesschen Boote nach Muanza einschiffte. 
Nach zwölfstündiger Ueberfahrt, während der ich vom 
Fieber geschüttelt wurde, trafen wir dort ein. Hier 
habe ich meine Karten beendigt, den Bischof in Bu- 
kumbi besucht und dort Alles auf das Schönste in 
Ordnung gefunden. Am 1. Juli gedenke ich nach 
Bukoba aufzubrechen. 
Wissenschaftliche Lammlungen. 
Mit dem Reichspostdampfer „Bundesrath“ ist 
eine im Bezirk von Mpapua durch den Lieutenant 
Glauning zusammengebrachte Sammlung ethno- 
graphischer Gegenstände für das Museum für Völker- 
kunde eingetroffen.
        <pb n="724" />
        Deutsch-SZüdwelkafrika. 
Ueber die Frage der Deranziehung der Eingeborenen 
zum Militärdienst 
hat der Kaiserliche Landeshauptmann unter dem 
23. Juli d. Is. folgendes Rundschreiben an die 
Bezirkshauptleute gerichtet: 
Die gemäß meiner Versügung vom 7. Mai 1895 
seitens der Herren Distriktschefs eingereichten Gut- 
achten, betreffend Einstellung von Eingeborenen als 
Soldaten in unseren Dienst, haben mir bewiesen, 
daß dieser für die Zukunft des Schutgebietes ganz 
besonders wichligen Frage allerseits das nöthige 
Verständniß entgegengebracht worden ist. Einige der 
Gutachten habe ich ganz besonders interessant ge- 
funden, um so mehr, als mittlerweile ein Feldzug 
Gelegenheit geboten hatte, die betreffenden Meinungen 
einer praktischen Probe zu unterziehen. 
In Bezug auf die einzelnen Völkerschaften des 
Schutzgebietes sind seitens der Herren nachstehende 
Ansichten aufgestellt worden: 
1. Bastards.“) 
Zwei Distriktschefs (Keetmanshoop sowie Premier= 
lieutenant Schwabe), welche Gelegenheit hatten zum 
Sammeln bezüglicher Erfahrungen, haben diesen 
Stamm als durchaus einstellungsfähig bezeichnet und 
aus ihm, nach geschehener Ausbildung, ein gutes 
Soldatenmaterial in Aussicht gestellt. Der verflossene 
Feldzug hat dieser Ansicht völlig Recht gegeben. Die 
in die Truppe eingestellten und eingekleideten Bastards 
haben sich in jeder Hinsicht bewährt und ist ein 
Unterschied zwischen ihnen und unseren Soldaten 
schließlich wenig mehr hervorgetreten. Bei dem 
Distriktschef von Gibeon habe ich ein Urtheil über 
die bei Grootfontein wohnenden Bastards unter dem 
Kapitän Swart vermißt. Letztere sind ein ge- 
schlossener Stamm, ähnlich demjenigen von Rehoboth, 
und lästt sich mit denselben, unter Zusicherung be- 
stimmter Vortheile, vielleicht ein ähnliches Wehr- 
abkommen treffen, wie solches bei den Bastards von 
Rehoboth bereits getroffen ist. Ich werde in dieser 
Sache Weiteres noch veranlassen. 
2. Hottentotten. 
Ein Distriktschef (Gobabis) bezeichnet diesen 
Stamm als in Zukunft möglicherweise einstellungs- 
fähig, ein Distriltschef (Keetmanshoop) will nach 
schwierigen Anfängen, und nachdem es gelungen war, 
das Vertrauen der Leute zu gewinnen, jetzt schon 
gute Erfahrungen gemacht haben und ein Distrikts- 
chef (Gibeon) will von deren Einstellung als Soldaten 
ganz absehen und sie lediglich als irreguläre Kavallerie 
verwendet wissen. Gerade in Beziehung auf Hotten- 
  
*) Bezüglich der Bastards vergl. den Vericht über das 
Ergebniß der Besi tigung der ersten Quote der wehr- 
pflichtigen Bastards im „D. Kol. latt“ vom 1. April 
1396, S. 188. 
642 
  
totten hat der letzte Feldzug besonders reiche Er- 
fahrungen gebracht und dürfte es sich empfehlen, zu- 
nächst diese in das Auge zu fassen. 
a) Die Witboois haben sich, wo sie unter 
dem direkten Befehl ihres Kapitäns standen, als 
disziplinirt und im Patrouillendienst wie im Gefecht 
als brauchbar erwiesen. Wo sie jedoch dem bezeich- 
neten mächtigen Einflusse einige Zeit entzogen waren, 
ist die Unzuverlässigkeit aller Hottentotten auch bei 
ihnen zum Durchbruch gekommen. Der Kapitän hat 
sich infolgedessen schließlich veranlaßt gesehen, nach 
dem Feldzuge, gegen seine ursprüngliche Absicht, noch- 
mals nach dem Osten zu gehen, um seine beim Ein- 
treiben der Kriegsentschädigung mitbeschäftigten Leute 
persönlich zu beaufsichtigen. 
b) Simon Cooper-Leute trafen erst am 
Schlusse des Feldzuges ein und sind daher nicht mit 
im Gefechte gewesen. Sie haben indessen im Ganzen 
einen guten Eindruck gemacht und sich auch gut 
gehalten, jedenfalls weit besser, als zu erwarten stand. 
Ich schreibe solches mit dem eispiel Witboois zu, 
welch Leßterer augenscheinlich auf Simon Cooper 
einen bedeutenden Einfluß ausübt. 
c) Hottentotten der „rothen Nation“ aus 
Hoachanas. Es handelte sich vorliegend nur um 
eine kleine Abtheilung von 12 Mann, welche 
geschlossen in eine Kompagnie eingestellt war. Die- 
selben haben sich bemüht, unseren militärischen An- 
forderungen gerecht zu werden, und sich auch im 
Gefechte über alles Erwarten gut gehalten. Diese 
Erscheinung dürfte vor Allem als Verdienst des 
Unteroffiziers Pevestorff, unter dessen Führung 
die Hottentotten gestellt waren, aufzufassen sein. 
Derselbe hatte als Stationschef von Hoachanas es 
seiner Zeit verstanden, sich das Verkrauen der Leute 
zu erwerben. 
d) Außer den drei vorhergenannten geschlossenen 
Stämmen waren noch einzelne schon längst im 
Truppendienste sich befindende Hottentotten als 
Soldaten eingestellt. Von diesen haben sich zwei so 
gut gehalten, daß sie zur Auszeichnung in orschlag 
gebracht werden konnten, während die übrigen weder 
im Guten, noch im Schlechten aufgefallen sind, ihnen 
daher mindestens das Zeugniß „zur Zufriedenheit" 
gegeben werden kann. 
3. Hereros. 
Dieser Volksstamm erfährt seitens der sämmt- 
lichen vier in Betracht kommenden Distriktschefs eine 
durchaus abfsällige Beurtheilung. Zwei (Gobabis, 
Okahandya) erklären deren Einstellung, wenigstens 
als eingeborene Polizeisoldaten, für möglich; die 
beiden anderen (Otyimbingwe, Omaruru) wollen 
überhaupt nichts von ihnen wissen. Einer, der 
letzteren bezweifelt, daß die Hereros je auf Stammes- 
brüder schießen werden. Beide erkennen zwar die 
deutsch-freundliche Gesinnung des Oberhäuptlings an, 
erklären denselben jedoch durch seine Machtlosigkeit 
hierzu gezwungen und daher für uns von wenig
        <pb n="725" />
        — 643 — 
Nucen, Die Erfahrungen des“ letzten Feldzuges 
haben indessen ergeben, daß die Macht der Legitimität 
auch bei den Eingeborenen ihre Wirkung ausübt und 
daß daher die Person des Oberhäuptlings für uns 
von größerem Nuten gewesen ist, als angenommen 
worden war. 
Es hat sich ferner ergeben, daß die Hereros, 
wenn richtig angefaßt, auch für eine fremde Sache 
auf ihre Stammesgenossen schießen. Letßzteres ist 
um so anerkennenswerther, als die verwandtschaft- 
lichen Verhältuisse der Hereros weit verzweigt sind 
und das Volk selbst ein hohes Gefühl für verwandt- 
schaftliche Pflichten besitzt. Nach dem entscheidenden 
Gefecht bei Otyunda — Sturmfeld — fand z. B. 
ein Herero, welcher auf unserer Seite gefochten hatte, 
in der feindlichen Werft die Leiche seines Bruders. 
Da auch sonst bei Feststellung der Todten zu Tage 
getreten war, daß Verwandte gegen Verwandte ge- 
sochten hatten, war unmittelbar nach dem Gefecht 
bei den diesseitigen Hereros eine auffallend trübe 
Stimmung zum Durchbruch gekommen, welche jedoch 
auf gütliches Zureden nach 1 bis 2 Tagen wieder 
verschwunden ist. Im Uebrigen waren die Leistungen 
der Hereros im Kriege in Bezug auf Auffinden von 
Wegen, Wasser= und Weideplätzen, sowice bei Erkun- 
dung des Feindes, einfach unschätzbar. Es kam ja 
wohl vor, daß zuweilen das Stammesgefühl durch- 
brechen und die ausgeschickten Kundschafter sich un- 
wissend stellen wollten, doch verschwand eine solche 
Anwandlung auf freundliche Zusprache stets wieder. 
Vor Allem aber finden sich auch bei ihnen besonders 
zuverlässige Elemente, welche, richtig verwendet und 
behandelt, die Anderen mit fortreißen. Ich stehe 
nicht an, zu behaupten, daß im letzten Kriege von 
allen Eingeborenen die Hereros uns die besten 
Dienste geleistet haben. Dieselben besaßen, was uns 
selbst sowie unseren übrigen eingeborenen Bundes- 
genossen gänzlich abging, nämlich die Kenntniß von 
Land und Leuten, Dinge, welche sich während des 
Krieges selbst nicht mehr erwerben lassen. Ohne 
die Theilnahme der Hereros auf unserer Seite 
würde der Krieg nicht seinen außergewöhnlich glück- 
lichen Verlauf genommen haben. Aus diesen Er- 
fahrungen mögen sich die im Hererolande befindlichen 
deutschen Offiziere und Beamten ihre Nutzanwendung 
selbst ziehen. Auch die Hereros lohnen die Mühe 
des Versuchs, aus ihnen den vorhandenen guten 
Kern zur Unterstützung unserer kolonialen Sache 
herauszuziehen. Auch im Gefechte haben sich die 
Hereros nicht in der ihnen allseitig nachgesagten 
Feigheit gezeigt. Auch in dieser Richtung finden 
sich einzelne unter ihnen, die mit gutem Beispiel 
den anderen vorangehen, so z. B. Kayata und 
Daniel Kavizeri. Geradezu besonders tapfer haben 
sich die feindlichen Hereros gezeigt, welche bei 
Otyunda — Sturmfeld — ihre Werften vertheidigten. 
Drei Söhne des Werftbesitzers Kahikaheta, mit 
unseren Gewehren bewaffnet (bei Gobabis erbeutet), 
hieltei z. B. unter einem Wagen liegend hartnäckig 
  
Stand und vertheidigten sich bis zuletzt so erfolg- 
reich, daß ihre geringe Anzahl erst nach geschehener 
Einnahme der Werft erkannt wurde. Man fand sie 
alle drei durch Granaten getödtet. 
Auch die übrigen in diesen Werften befindlichen 
Hereros haben sich, wie bereits erwähnt, tapfer 
gehalten und erst nach schweren Verlusten den Platz 
geräumt, immerhin kein Zeichen der Feigheit. Wenn 
die auf unserer Seite kämpfenden Hereros sich etwas 
lauer gezeigt haben, so liegt dies in der Natur der 
ache. 
Er Volk, das derartige Erscheinungen zeitigt, 
darf man nicht ohne Weiteres und in seiner All- 
gemeinheit als „feig“ hinstellen. Man würde sich 
damit der Unterschätzung eines etwaigen Gegners 
schuldig machen, welche sich auch einmal rächen könnte. 
4. Bergdamaras und Buschmänner. 
Die beiden Distriktschefs, welche in Beziehung 
auf diese Stämme haben Erfahrungen machen können 
(Gobabis und Omaruru), halten einen Versuch nicht 
für aussichtslos. Hinsichtlich der Bergdamaras 
müssen wir die geschlossenen und freien Stämme von 
den einzelnen Individuen unterscheiden, welche als 
eine Art Haussklaven bei Weißen, Bastards, Hereros 
und Hottentotten bedienstet sind. Die Ersteren sind 
gewiß mehr werth und z. B. die in Okombahe und 
Umgegend Wohnenden bei ihrem Haß gegen die 
Hereros, wie auch der dortige Distriktschef vorschlägt, 
wohl verwendbar. Allen Bergdamaras gemeinsam 
scheint ein gewisser Fatalismus angesichts des ein- 
mal nicht zu vermeidenden Todes innezuwohnen, 
was gewiß kein Zeichen von Feigheit ist. Aber 
gerade diese Menschen müssen stets die Macht sehen. 
Der in Gobabis ansässig gewesene Bergdamara- 
stamm ist z. B. bei Kriegsausbruch, trotz des Hasses 
gegen die Hereros, zu diesen übergegangen, weil seine 
Angehörigen die Machtverhältnisse lediglich nach Zahlen 
abschätzten und infolgedessen zu den Hereros glaubten 
mehr Vertrauen haben zu sollen. Doch auch ein 
Beispiel von Treue haben Bergdamaras gegeben, 
und zwar diejenigen der Station Olifandskloof, 
welche, zehn an der Zahl, nach Räumung der 
Station die überschüssigen Waffen nebst Munition 
durch feindliches Land hindurch nach Gobabis ge- 
tragen haben. Wie ich mich selbst überzeugt habe, 
war vor Allem Vertrauen zu dem Stationschef, 
Unteroffizier Ficke, die Triebfeder ihres braven 
Verhaltens. Die Buschmänner ziehen ihre schranken- 
lose Freiheit bis jetzt dem angenehmsten Dienste vor. 
Ab und zu sind sie im Distrikt Gobabis als Wege- 
führer verwendet worden und haben sich als solche 
gut bewährt. 
An der Hand der vorstehenden Schilderungen 
ersuche ich die Herren Distriktschefs, in ihren Bestre- 
bungen, Eingeborene für unsere Dienste zu gewinnen, 
nicht zu erlahmen. Eine lediglich aus deutschen 
Soldaten, wenn auch den besten Elementen, zusammen- 
gesetzte Truppe hat für hiesige Verhältnisse gerade
        <pb n="726" />
        — 644 
so gut ihre Schattenseiten wie eine rein aus Ein- 
geborenen bestehende. Das günstigste Ergebniß liefert 
die Vermischung von beiden. Unter den 500 Reitern, 
aus welchen am Schlusse des letzten Feldzuges die 
Truppe bestand, befanden sich kaum 180 Weiße, und 
doch war der Erfolg ein völlig zufriedenstellender. 
Auf Grund solcher Erfahrungen müssen wir unsere 
Bemühnungen, die Eingeborenen an unsere Interessen 
zu fesseln, soviel in unseren Kräften steht, fortsetzen, 
dabei aber bedenken, daß die Eingeborenen ein sach- 
liches Interesse nicht kennen, sondern lediglich ein 
versönliches. Nur das Vertrauen zur Person wird 
ihnen auch Interesse zu deren Sache beibringen. 
Des Beispiels der Hottentotten von Hoachanas habe 
ich bereits gedacht (Pevestorff). Ganz dasselbe trat 
auch bei Witboois und Simon Cooper-Leuten zu 
Tage. Auch diese wollten lediglich mit ihren be- 
treffenden Stationsmannschaften zu thun haben, 
während sie sich gegen die übrigen Angehörigen der 
Schutztruppe durchaus ablehnend verhielten. An- 
genehm siel mir das gute Verhältniß der Simon 
Cooper-Leute zu dem Stationschef von Gokhas, 
Unteroffizier Stubenrauch, auf. Bei den Hereros 
waren ähnliche Erscheinungen in Bezug auf die zum 
Theil auch mit in das Feld gerückten Stations- 
mannschaften Okahandya nicht zu bemerken. 
Ich komme hiernach zum Schluß, daß die fernere 
Entwickelung der in Frage stehenden Einrichtung in 
erster Linie von dem Vertrauen abhängt, welches 
die Distriktschefs nebst Untergebenen den eingeborenen 
Distriktsangehörigen einzuflößen verstehen. Besonders 
viel lassen in den bezüglichen Bemühungen zu- 
weilen Unteroffiziere und Mannschaften zu wünschen 
übrig. Aus je kleineren Verhältnissen die Letteren 
von Hause kommen, um so mehr scheinen sie geneigt, 
hier den Herrn zu spielen. An Stelle von christ- 
licher Geduld und wohldurchdachter Erziehungs- 
methode pflegen bei ihnen Schroffheit und Roheit 
zu treten. Solches schreckt die Eingeborenen ab, 
während sic für ein gerecht gehandhabtes Straf- 
system, welches neben dem Wohlwollen durchaus 
unentbehrlich ist, volles Verständniß zeigen. Menschen- 
kenitniß und Fähigkeit für Umgang mit Menschen, 
Eigenschaften, welche in Bezug auf Eignung zum 
Kolonialdienst grundlegend sind, werden in jedem 
einzelnen Falle stets das Nichtige zu treffen wissen. 
Ferner möchte ich den Hinweis nicht unterlassen, 
daß wir über die militärischen Eigenschaften der 
Eingeborenen auch nicht vorschnell urtheilen dürfen. 
Bei ihnen kämpft jeder ohne militärische Disziplin 
und Ausbildung für sich, während er Belohnung für 
gutes Verhalten und Strafe für Feigheit nicht kennt. 
Wer zuerst wegläuft, hat die meisten Chancen, Leben 
und Gesundheit zu retten, irgend welchen Nachtheil 
aber aus diesem Akte des Selbsterhaltungstriebes 
nicht zu befürchten. Unter solchen Bedingungen 
würden, wie die Erfahrung bereits reichlich gelehrt 
hat, weiße Truppen — ich möchte fast sagen — noch 
weniger leisten. Das beste Beispiel bilden die Bastards, 
  
welche derjenige, der sie in den Witbooi-Kriegen 
gesehen hat, nicht wiedererkennt. Und diese Ver- 
änderung hat eine Ausbildung von nur sechs Wochen 
ferlig gebracht. 
Einige der Herren Distriktschefs drücken die Be- 
fürchtung aus, daß ausgebildete Eingeborene bei 
Kriegsausbruch zu ihren Stammesgenossen übergehen 
und dann mit den bei uns erhaltenen Fertigkeiten 
(möglicherweise anch Waffen) uns selbst gefährlich 
werden könnten. Diese Befürchtung ist nicht un- 
gerechtfertigt. Auch die Engländer haben neuerdings 
in Matabeleland eine derartige Erfahrung gemacht. 
Dort sind sämmtliche eingeborenen Polizisten mit 
Waffen und Munition zu den Aufständischen über- 
gegangen. Indessen würde ich in einem solchen Falle 
den betreffenden Distriktschef von Schuld nicht frei- 
sprechen können, sondern ihm sagen müssen, daß er 
statt wirklicher Erfolge nur Scheinerfolge erzielt und 
sich mit solchen begnügt habe. 
Angesichts solcher Möglichkeiten bin ich auch weit 
entfernt, die Herren Distriktschefs in irgend einer 
Weise zu drängen. Haben dieselben Erfolge, so werde 
ich dies hoch anrechnen, aber sie auch für die Treue 
jedes eingestellten Eingeborenen haftbar machen. Ich 
empfehle daher Vorsicht und langsames Vorgehen. 
Wo ein Distriktschef glaubt, zu den Eingeborenen 
geschlossen, unter Führung ihrer Kapitäne mehr Ver- 
trauen haben zu sollen, und sonach unter Mitwirkung 
der zuständigen Bezirkshauptmannschaft Wehrverträge 
mit denselben abschließt, wie solches s. Z. in Gibeon 
und jetzt neuerdings bei den Feldschuhträgern 
geschehen ist. so ist gegen ein solches Verfahren nichts 
einzuwenden, um so mehr, als dasselbe mit der Ein- 
stellung von Soldaten aus denselben Stämmen Hand 
in Hand gehen kann. Indessen hat nicht jeder 
Kapitän so viel Verständniß für Vertragstreue wie 
Kapitän Witbooi, noch weniger aber alle Ein- 
geborenen so viel Sinn für Gehorsam wie dessen 
Unterthanen. 
Derartige Verträge sind daher an sich nicht als 
gleichwerthig zu betrachten. Lediglich der Erfolg 
wird dem Geschehenen seinen Werth verleihen. 
Ich halte daher im Großen und Ganzen doch 
mehr von der Einstellung und Ausbildung der Ein- 
geborenen als wirkliche Soldaten. Ueberhaupt ist 
„bei der Sache jeder Zwang zu vermeiden. Aus 
diesem Grunde möchte ich auch nicht den Vorschlägen 
einiger Distriktschefs zustimmen, welche, um die 
Stämme zu trennen, die Eingeborenen versetzt wissen 
wollen. Ein derartiger Gedanke ist noch nicht spruch- 
reif. Zunächst wirbt sich jeder Distriktschef seine 
Leute selbst an, wo, bleibt ihm überlassen, und 
behält sie dann auch. Ebenso übernimmt derselbe 
im Kriege die Führung etwaiger Stämme seines 
Distrikts, mit welchen Verträge über die Heeres- 
folge abgeschlossen sind. Hinsichtlich der rein mili- 
tärischen Verhältnisse verweise ich auf den Truppen- 
befehl vom 7. Mai 1895, Nr. 1442, welcher auch 
ferner siunngemäß in Kraft bleibt. Durch Letzteren
        <pb n="727" />
        ist festgesetzt, daß auch die Feldtruppe sich ihre Ein- 
geborenen selbst anzuwerben berechtigt ist, und hoffe 
ich, daß dieselbe von jetzt ab hiervon recht viel Ge- 
brauch macht. Selbstredend gelten auch für sie die 
vorstehend niedergelegten Gesichtspunkte. Am aus- 
gedehntesten ist bis jetzt die Einstellung von Ein- 
geborenen im Distrikt Keetmanshoop gelungen, am 
besten in die Hand gearbeitet hat sich seine Stämme 
geschlossen als solche der Distrikt Gibeon, welch 
Letzterer außerdem Gelegenheit gehabt hat, für seine 
Thätigkeit bereits den Beweis des thatsächlichen Er- 
folges zu liefern. 
Schließlich gebe ich dem Wunsche Ausdruck, daß 
das Schutzgebiet nie in die Lage kommen möge, Auf- 
stände von Eingeborenen ohne die Mithülse von 
solchen bekämpfen zu müssen. Das alte Vaterland 
würde so viel Soldaten schicken können, als im Schutz- 
gebiete überhaupt nur zu ernähren sind: wir würden 
gewiß stets siegen, aber in dem weiten, zum Theil 
noch unbekannten Lande den Gegner nicht besiegen. 
Daß eine derartige Möglichkeit nicht eintritt, dafür 
zu sorgen, ist daher nicht nur unsere Pflicht, sondern 
es gebietet solches schon der einfachste Selbsterhaltungs- 
trieb. Ich ersuche sämmtliche Herren Offiziere der 
Schutztruppe, auch in dieser Richtung auf ihre Unter- 
gebenen einzuwirken und ihnen namentlich immer 
wieder klar zu machen, daß wir die Eingeborenen 
nothwendig brauchen, ja, ohne sie hier zunächst nicht 
bestehen können und es den höchsten Grad von 
Kurzsichtigkeit bedeuten würde, wenn wir sie ins- 
gesammt zu Haß und Feindschaft gegen uns erziehen 
würden. 
Unbauversuche. 
Der Hofmarschall a. D. v. St. Paul-Illaire 
zu Fischbach hatte der Kaiserlichen Landeshauptmann- 
schaft in Windhoek verschiedene Sämereien zu Ver- 
suchen zur Verfügung gestellt. Nach einem Berichte 
aus Windhvek kommt von den übersandten Eucalyptus- 
arten, welche dort und auf mehreren Stationen zur 
Aussaat gelangten, in erster Linic Encalyptus 
Calophylla fort. Im Truppengarten sowie in 
demjenigen der Landeshauptmannschaft befinden sich 
zur Zeit eine große Anzahl sehr gut entwickelter 
Bäumchen, welche bei guter Pflege auch weiteres 
Gedeihen versprechen. Diese Art ist auch in Omarurn. 
und Okahandya gut aufgegangen, ebenso Acacia 
Plancophylla. An letzterem Orte sind die sämmt- 
lichen Bäumchen von Heuschrecken abgefressen worden, 
einige Exemplare haben jedoch wieder ausgeschlagen. 
Die Akazien gedeihen besonders in den Gärten von 
Windhvek sehr gut und sind eine ganze Menge 1 bis 
2 m hoher Stämmchen vorhanden. Auch ist bereits 
mit deren Verpflanzung in andere Gärten mit gutem 
Erfolge begonnen worden. Ferner kommt im Garten 
der Landeshauptmamnschaft eine Fichtenart — linus 
scmperviva — sehr gut fort. Es werden mit ihr 
auch anderorts Versuche angestellt werden. Die mit 
645 
dem Transvaal zur Anpflanzung gelangen. 
  
Encalypten und Akazien in Keetmanshoop gemachten 
Pflanzversuche sind ohne Erfolg geblieben. Wie der 
dortige Gartenaufseher, ein gelernter Gärtner, glaubt, 
sind die verwendeten Samen zu alt gewesen. Der 
bisherige Bezirkshauptmann von Kcetmanshoop, Berg- 
inspektor Duft, hat gebeten, Samen der Eucalyptus 
amygdalina und globula in Kapstadt zu bestellen, 
welche mit großem Erfolge in der Kapkolonie und 
Der 
Landeshauptmann hat die gewünschten Samen in 
Kapstadt in Auftrag gegeben, damit sie noch recht- 
zeitig zu der besten Aussaatzeit (August) an ihrem 
Bestimmungsort ankommen. 
Die in Gobabis und Aais angestellten Versuche 
sind auch von gutem Erfolge gewesen, jedoch sind die 
Pflänzchen während der letzten Kriegswirren ein- 
gegangen bezw. zerstört worden. 
Rus dem Brreiche der Missionen und 
der Mntishlaverei-Bewegung. 
Das Kaiserliche Gouvernement von Deutsch- 
Ostafrika hat angeordnet, daß vom evangelischen 
Afrikaverein der für die zum Zwecke der geplanten 
Sklavenfreistätte in Usambara eingeführten Güter 
gezahlte Zoll alljährlich bis zur Höhe von 3000 Mark 
zu erstatten ist. 
  
Der Frauenverein für Krankenpflege in den 
Kolonien hat die Schwester Auguste Hertzer wieder 
nach Neu-Guinea abgesandt. Nach Dar-es-Saläm 
ist die Schwester Jacobus abgereist. Die Diako- 
nissin Gertrud v. Lieres und Wilkau ist als 
Pflegeschwester für das Krankenhaus in Dar-zes-Saläm 
übernommen worden. Schwester Katharine hat sich 
in Tanga den Sonnenstich zugezogen und ist nach 
Europa abgereist. Die Schwestern Elise und Jo- 
hanna sind in Kamerun eingetroffen. 
Zeitungsnachrichten aus Sansibar zufolge sind 
die Vorsteher der Stationen Mandera und La Longa 
der Väter vom heiligen Geist (Schwarze Väter) 
P. Husschmidt und P. Kornmann leider verstorben. 
Die Frau des Missionars Bürgi der nord- 
deutschen Mission, zuletzt in Amedschovhe, und Mis- 
sionar Holzäpfel von derselben Gesellschaft in 
Amedschovhe sind gestorben. 
Die Norddeutsche Mission hat beschlossen, jetzt in 
Lome ein Holzhaus zu errichten. Es sind ihr dazu 
Gaben, besonders aus Altona und Hamburg, zu- 
gegangen. Die Station soll auch als Erholungsort 
für die Quittaer Mission benutzt werden. — Missionar 
Schosser ist mit Frau nach Ho gesandt worden.
        <pb n="728" />
        — 646 
Pater Vieter, der apostolische Präfekt von 
Kamerun, befindet sich seit Kurzem in Europa; er 
hofft nach „Kreuz und Schwert“ noch in diesem Jahre 
wieder in seinen liebgewonnenen Wirkungskreis zurück- 
kehren zu können. Ein Pater und zwei Brüder 
derselben Missionsgesellschaft reisten am 10. Septem- 
ber nach Kamerun ab. — Die Kongregation der 
Pallottinerinnen entsandte Anfang August vier wei- 
tere Schwestern nach Kamerun, so daß nunmehr acht 
dort wirken werden. 
Die Mission in Kamerun, so schreibt P. Max 
Kugelmann in den „Katholischen Missionen“, ist 
wohl diejenige, die gegenwärtig am schwersten heim- 
gesucht wird. 
In Kribi starb Missionar M. Hanewinkel, 
und kurz darauf folgte ihm in Marienberg am 
21. November 1895 P. Jakob Mayer nach erst 
dreimonatlicher Thätigkeit. Am 19. April erlag 
FP. A. Eckmann ebenjalls in Marienberg. Endlich 
brachte noch der Telegraph die traurige Nachricht 
von dem schnellen Ableben des P. L. Eberwein, 
der erst am 10. Mai seine Ausfahrt in Hamburg 
antrat und für die Erholungsstation Engelberg be- 
stimmt war. 
Weiteren Verlust an Kräften erlitt die Mission 
durch die Heimkehr von P. Banken und . Fr. 
Walter sowie mehrerer Brüder, die durch schwere 
Erkrankung und völlige Erschöpfung dazu genöthigt 
wurden. Endlich befindet sich auch der apostolische 
Präfekt P. H. Vieter nach sechsjähriger aufreibender 
Thätigkeit und unerhörten Strapazen auf der Heim- 
reise und wird in den nächsten Tagen erwartet. 
Zum Ersatz wurden im März P. Gg. Walter 
und P. Ludwig Otto nebst zwei Brüdern, im Mai 
abermals zwei Priester, P. Müller und P. Eber- 
wein, mit zwei Brüdern ausgesandt. Der Letzere 
ist, wie gesagt, schon erlegen. Am 13. April reisten 
auch vier Schwestern aus dem Mutterhause in Lim- 
burg ab. 
Trotz der vielen und schweren Verluste schreitet 
das Missionswerk rüstig vorwärts und entfaltet sich 
zu erfreulicher Blüthe. In der Umgegend Marien= 
bergs wurden unter Leitung schwarzer Katecheten 
16 Schulen errichtet mit zusammen 450 Schülern. 
Sie werden von Marienberg aus kontrolirt. Die 
Katecheten entwickeln einen erstaunlichen Eifer, nicht 
minder aber die Schüler der Missionsschule Marien- 
berg, die fast alle in die Fußstapfen ihrer Vorgänger 
treten und Katecheten werden wollen. 
Die Missionsstation Edea wird einstweilen noch 
von Marienberg aus verwaltet, bis neue Kräfte an 
Priestern kommen. Vorläufiger Leiter der Station 
ist der schwarze Dolmetscher Andreas Mbangä, ein 
ehemaliger Schüler von St. Ottilien, der sich schon 
seit Erössnung der Station Marienberg im Dienste 
der Mission befindet. 
In der Missionsstation Kribi wirken P. König 
und P. Otto. Dort drängen sich auch die Erwach- 
  
senen zum Unterricht. P. König taufte im Januar 
110 Personen. Die Nebenstation von Kribi, Buambe, 
macht gleichfalls gute Fortschritte. Die Zahl der 
Kinder beträgt in beiden Stationen zusammen 110 
bis 120. Auf dem Engelberg, der bisher nur zur 
Erholung der erkrankten Missionare diente, wurde 
nun auch im laufenden Jahre einc eigentliche Missions= 
niederlassung gegründet. Die von Bruder Höver 
geleitete Schule wird von 50 bis 60 Schülern be- 
sucht. Nachdem ein Bruder= und Schwesternhaus 
dort schon seit längerer Zeit errichtet sind, wird jetzt 
auch an einer größeren Kirche und an einem Sana- 
torium gebant. Die Kaffeeplantage gedeiht vor- 
trefflich. 
  
Wie der Administrator der Togomission 
P. Dier in „Kreuz und Schwert“ berichtet, war 
das Jahr 1895 ein recht gesegnetes. Es wurden 
182 getauft. Davon sind Erwachsenc 169, Christen= 
kinder 85, Heidenkinder in Todesgefahr 228. Die 
Zahl der Schulen ist auf 14 gestiegen. Die Zahl 
der Schüler beträgt 484; an Waisenkindern oder 
Zöglingen waren in Pflege der Mission 125. Außer- 
dem wurden gegründet ein Seminar sowie ein Asyl 
für alte, schwache Leute; serner ward ein Schwestern- 
haus gekauft. Als neue Stationen sind zu verzeich- 
nen: Porto-Seguro und Klein-Popo. Das gesammte 
schwarze Lehrerpersonal besteht aus 16 Lehrern und 
zwei Lehrerinnen. Die Gesammtsumme der noch 
lebenden getauften Christen beläuft sich auf 618. 
Leider sind Missionar Ambrosius Ludowici und 
. Adalbert Heinlein dem Fieber zum Opfer 
gefallen. 
Die im südöstlichen Theile des deutschen Schutz- 
gebietes Neu-Guinea arbeitende Neudettelsauer 
Mission darf nach dem „Evang. Missionsmagazin"“ 
jetzt auf ihr erstes Jahrzehnt zurückblicken. Sie hat 
in dieser Zeit drei Stationen gegründet, die gegen- 
wärtig von sechs Missionaren besetzt sind: Simbang, 
die Anfangsstation (seit 1886), eine auf den Tami- 
Inseln (seit 1889) und die jüngste auf dem Sattel- 
berg, nordmestlich von Finschhafen, die zugleich wegen 
ihrer Höhenlage als Gesundheitsstation dient. Jede 
der beiden letzteren ist von Simbang etwa eine Tage- 
reise entfernt. Simbang dient für die nicht sehr 
zahlreiche Küstenbevölkerung, die Jabim. Auf den 
Tami-Inseln ist zwar die Bevölkerung auch keine 
sehr große, aber bei der sehr ausgedehnten Schifffahrt 
derselben hofft man von hier aus auch die ferner 
gelegenen Ortschaften am Huongolf zu erreichen. Sehr 
günstig liegt die Station auf dem Sattelberg, denn 
abgesehen davon, daß der Ort malariafrei zu sein 
scheint, verspricht sie auch ein geeigneler Mittelpunkt 
für die Missionsthätigkeit unter den Bergstämmen 
der Kai zu werden. Auch bietet der Bergrücken 
genügend Ernährungsfläche dar für eine größere 
Stationsgemeinde. Vorderhand muß sich allerdings 
die Missionsarbeit auf allen drei Stationen auf die
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        nächste Umgebung beschränken. Sehr viel Aufmerk- 
samkeit haben die Missionare der Erforschung der 
Jabimsprache gewidmet und bereits Anerkennens- 
werthes geleistet. Außer der Ausstellung einer kleinen 
Grammatik, einer Sammlung von Wörtern und Er- 
zählungen (Märchen) ist ein kleiner Anfang mit 
Uebersetzungsarbeiten gemacht worden, so schwierig 
auch die Erstlingsversuche einer sprachlichen Bearbei- 
tung bei dem Mangel an geistigen und abstrakten 
Begriffen sind. Vorderhand sind die zehn Gebote, 
die Hauptstücke des Katechismus, die Sonntagsevan- 
gelien, eine Anzahl von Liedern und Gebeten ins 
Jabim übersetzt worden. Auch ist man mit dem 
Entwurf zu einer biblischen Geschichte beschäftigt. 
Doch liegen alle diese Spracharbeiten vorerst nur 
handschriftlich vor. Mit der Erforschung der Kai- 
sprache ist erst begonnen worden. Zu Uebertritten 
zum Christenthum oder gar zu einer Gemeindebildung 
ist es bis jetzt noch nicht gekommen; doch ist schon 
viel erreicht, indem die Missionare das Vertrauen 
der Bevölkerung gewonnen haben, so daß sie sich 
nicht nur einigermaßen sicher unter ihr wissen, son- 
dern auch hoffen dürfen, ihre Heilsverkündigung werde 
mit der Zeit Eingang finden. Ein wichtiger Theil 
ihrer Thätigkeit besteht im Unterricht in der Schule 
und man blickt mit Hoffnung auf dic in derselben 
herangezogene Jugend. Voraussichtlich wird die 
Mission unter ihr ihre ersten Früchte ernten dürfen. 
Leider ist das Dasein der Missionsgeschwister sehr 
erschwert durch den mangelhaften Verkehr, der zwi- 
schen ihrem Küstentheil und dem Hauptort der Neu- 
Guinen-Kompagnie besteht, so daß sie in Bezug auf 
ihre Verproviantirung auf den nur jährlich sechs- 
.maligen Besuch des Lloydschiffes angewiesen sind. 
Auch haben dieselben vom Fieber viel zu leiden; 
doch ist die Mission längere Zeit von Todesfällen 
verschont geblieben. Erst im Juli 1894 trat der 
erste ein, indem der junge Missionar Ruppert wenige 
Wochen nach seiner Ankunft am Unterleibstyphus starb. 
Seildem ist am 25. November 1895 auch Frau 
Missionar Vetter in Simbang dem Klima erlegen. 
Die vielgeprüfte Rheinische Mission hat auch 
im letzten Jahre wieder eine sehr schwere Zeit durch- 
lebt. Von ihren drei Stationen an der Astrolabe- 
bai: Bogadjim (seit 1887) bei Stephansort, Siar 
(1889) bei Friedrich Wilhelmshafen und Kulobob 
(1890) auf der Dampier-JInsel, mußte die letere 
trotz der hoffnungsvollen Arbcit aufgegeben werden. 
Der plößliche Ausbruch eines bisher für erloschen 
gehaltenen Kraters im Hintergrunde der Station 
nöthigte die Missionare, die Insel zu verlassen. Zu- 
gleich raffte eine Pockenepidemie einen Theil der 
ohnedies nicht starken Bevölkerung hinweg. Auch ist 
das Landen an der Insel wegen der Korallenriffe so 
schwicrig und zeitweise gefahrvoll, daß die Missions-= 
arbeiter oft monatelang von allem Verkehr mit der 
Außenwelt abgeschlossen waren. Die von der Insel 
scheidenden Brüder ließen vier Gräber zurück, darunter 
das des jungen Missionars Barkemeyer, der kurz 
  
647 — 
zuvor von Siar nach Dampier gekommen war, um 
bei der Räumung der Station zu helsen, und hier 
durch eine unglückliche Entladung seines Gewehrs 
ums Leben kam. An Stelle des aufgegebenen Dam- 
piers ist das östlich von Bogadjim gelegene Bongu 
als dritte Station ins Auge gefaßt; auch sind Unter- 
suchungsreisen nach der Macklayküste geplant. Zur 
besseren Verbindung der Stationen soll ein Kutter 
mit Petroleummotor beschafft werden. Auf den beiden 
älteren Stationen Bogadjim und Siar ging es — 
im Zusammenhang mit den häufig wiederkehrenden 
Fieberanfällen und mit mancherlei äußeren Arbeiten, 
die der Bau von neuen Stationshäusern mit sich 
brachte — durch viel Noth und Gedränge. Fir die 
äußeren Arbciten soll deshalb demnächst ein Zimmer- 
mann den Brüdern zu Hülfe geschickt werden. Das 
Personal auf den beiden Stationen besteht gegen- 
wärtig aus sechs Missionaren, darunter einem Arzt, 
der sich den Eingeborenen mit großer Hingabe widmet. 
Die Arbeit ist auch hier bis jetzt trotz aller Opfer 
nur vorbereitender Art gewesen; doch sind die Aus- 
sichten auf späteren Erfolg nicht gering. Es bestehen 
nicht nur hoffnungsvolle Schulanfänge, sondern es 
lassen auch die erwachsenen Eingeborenen erkennen, 
daß die Missionare ihr Vertrauen gewonnen haben 
und mit der Botschaft des Evangeliums Eindruck 
auf sie machen. Auch in Bczug auf die Erforschung 
der Landessprache, die leider im Stationsgebiet keine 
einheitliche ist, sind die ersten Schwierigkeiten über- 
wunden. 
Einen sehr guten Fortgang hat die von austra- 
lischen Wesleyanern betriebene Mission im Bismarck- 
Archipel genommen. Obwohl erst 1875 begonnen, 
und zwar unter einer bis dahin von den Seefahrern 
als Kannibalen gemiedenen Bevölkerung, zählte die- 
selbe im Jahre 1894 bereits 2391 Christen, die sich 
auf 51 Stationen — nämlich 33 in Neupommern, 
8 in Neulauenburg und 10 in Neumecklenburg — 
vertheilen. Den drei Missionaren stehen als National= 
gehülfen 20 Witi-, 7 Samog= und 22 Bismarcklehrer 
zur Seite. In 49 Volksschulen erhalten 1417 Schüler 
christlichen Unterricht. In drei kleinen Seminarien 
ziehen sich die Missionare die geeignetsten Zöglinge 
der Volksschulen zu Lehrern und Missionsgehülfen 
heran. Auch ist der Grund zu einer christlichen 
Litteratur in den verschiedenen Sprachen des Archi- 
pels gelegt. Den Verkehr zwischen den einzelnen 
Missionsstationen vermitteln zwei Segelfahrzeuge. 
Sehr anerkennenswerth ist die Opferwilligkeit der 
Christen, mit der sie sich an den Missionskollekten 
betheiligen. Nur durch das Dasein und den Einfluß 
der Mission wurde ein friedlicher Verkehr mit der 
eingeborenen Bevölkerung angebahnt; denn erst nach- 
dem die Mission unter ihr Fuß gefaßt hatte, konnten 
es europäische Händler, meist Deutsche, wagen, sich 
gleichfalls dort niederzulassen. 
Von den deutschen Salomons-Inseln wird bis 
jetzt nur die südlichste, Isabel, von der evangelischen 
Mission bearbeitet und zwar von der Melanesischen.
        <pb n="730" />
        Es ist dies in so erfolgreicher Weise geschehen, daß 
das Südende der Insel mit 1200 Christen auf zehn 
Stationen einen christlichen Charakter angenommen 
hat. Auch einzelne Inselgruppen im englischen Schutz- 
gebiete sind nahezu christianisirt. Auf dem ganzen 
Archipel wurden 1895 nach Angabe von Bischof 
Wilson, dem Leiter der Melanesischen Mission, nahezu 
9000 Christen, über 12000 Katechumenen, 122 Schu- 
len und 381 eingeborene Lehrer gezählt. 
Auf der weiten Inselflur der Marshallgruppe, 
die ebenfalls unter deutscher Oberhoheit sleht, befindet 
sich leider kein Missionar des amerikanischen (Bostoner) 
Board, der hier seit 1857 die Arbeit ausgenommen 
hat. Diese ist vielmehr einer Anzahl von eingebo- 
renen Geistlichen und Lehrern übertragen, die auf 
den einzelnen Inseln stationirt sind. Dagegen unter- 
nimmt der leitende Missionar (seit 1894 Dr. Rife) 
von der Karolinen-Insel Kusaie aus alljährlich mit 
dem Missionsdampfer „Morgenstern“ eine Visitations- 
fahrt durch den Marshall-Archipel — freilich ein 
magerer Ersaß für eine gründliche Bearbeitung des 
ausgedehnten Arbeitsgebietes. Nach dem letzten Visi- 
tationsbericht (Miss. Herald, Juni 1896) fand 
Dr. Rife, dem sich sein Vorgänger Dr. Pease an- 
geschlossen hatte, den Stand der Dinge im Septem- 
ber v. Is. recht günstig. Nirgends war eine Spur 
des Rückschritts wahrzunehmen. Die Gemeinden 
hatten um mehr als 400 Glieder zugenommen und 
allenthalben hatten die angestellten Missionsarbeiter 
mit Eifer ihre Pflicht gethan. Trotz ihrer Armuth 
und der hohen Steuern hatten die Gemeinden mehr 
aufgebracht, als die Unterhaltungskosten der Prediger 
und Lehrer betrugen. Von der gesammten Bevölle- 
rung der Marshal-Inseln ist jetzt etwa ein Drittel 
(ca. 4000 Seelen) durch die evangelische Mission für 
das Christenthum gewonnen. In nächster Zeit soll 
dieselbe die Bibel in der Landessprache erhalten. 
RAus fremden Rolonien. 
Die Korfolk= Insel 
liegt auf ungefähr 29 Grad südl. Breite und 168 Grad 
östlicher Länge von Greenwich. Sie war lange un- 
bewohnt und wurde erst im Jahre 1827 von Sydney 
aus mit 200 Deportirten und einer entsprechenden 
Wachmannschaft besiedelt. 1844 wurde diese Insel 
der Kolonie Tasmanien zugetheilt. Endlich, im 
Jahre 1856 wurde sie zu einer selbständigen Nieder- 
lassung gemacht, über welche der Gonverneur von 
Neu--Südwales die Oberaussicht führte. 
Da die Jusel aber nicht zum Gebiete der zuletzt 
gedachten Kolonie gehörte, entstanden mancherlei 
Schwierigkeiten, namentlich auch mit Bezug auf die 
Rechtspflege. Jeder Gouverneur von Neu-Südwales 
hatte die Verpflichtung, während seiner Amtsdauer 
die Insel einmal persönlich zu besuchen und sich von 
den dort herrschenden Zuständen zu überzeugen und 
etwaige Beschwerden entgegenzunehmen. Die Post- 
648 
  
verbindung mit Sydney wurde nenerdings durch 
einen kleinen Segelkutter unterhalten. Die Landung 
ist aber oft sehr schwer. Die Einwohner, die zur 
Zeit etwa 800 bis 900 zählen sollen, schlossen sich 
daher im Ganzen von der übrigen Welt ziemlich ab. 
Seit mehreren Jahren haben daher Verhand- 
lungen geschwebt, um eine anderweitige Regelung der 
Abhängigkeitsverhältnisse dieser Insel anzubahnen, und 
es hat sich auch die Regierung der Kolonie Neu- 
Seeland darum beworben, diese Insel dem dortigen 
Gebiete zugetheilt zu sehen. 
Nunmehr hat aber die Regierung in London an 
Neu-Südwales den Vorschlag gemacht, die Norfolk- 
Insel der Kolonie dauernd einzuverleiben. Dieser 
Antrag ist zur Annahme gelangt. 
Verschiedene Witthrilungen. 
Damburgs Dandel mit den Kolonien. 
Die „Tabellarischen Uebersichten des Hambur- 
gischen Handels im Jahre 1895“ geben über den 
Handel Hamburgs mit den deutschen Kolonien fol- 
gende Zahlen: 
Die Einfuhr aus den deutschen Schutzgebieten in 
Hamburg betrug 13 407 500 kg im Werthe von 
4 653 210 Mark gegen 12 423 900 kg im Werthe 
von 4751 040 Mark im Jahre 1894; die Ausfuhr 
aus Hamburg nach den deutschen Schutzgebieten 
13 218 300 kg im Werthe von 6 014 870 Mark 
gegen 15 404 900 kg im Werthe von 6090 230 Mark 
im Jahre 1894. Der Werth der Einfuhr ergiebt 
also ein Weniger von 97 830 Mark und der Werth 
der Ausfuhr ein Weniger von 75360 Mark; obwohl 
der Menge nach die Einfuhr aus den Schutzgebicten 
wieder wie im Vorjahre eine Steigerung erfahren 
hat. Leider ist aber der Werth verschiedener afrika- 
nischer Erzeugnisse weiter heruntergegangen. 
Für die einzelnen Kolonien geben die „Tabella- 
rischen Uebersichten des Hamburgischen Handels“ 
folgende Zahlen: 
A. Einfuhr im Jahre 1895. 
Aus Deutsch-Westafrika. 
(Togogebiet und Kamerun.) 
100 kg Werth: Mk. 
  
Kassee 14 2 090 
Kakao.. 1101 127 920 
———— —y- 35 18 210 
Gummi elastiiinm 2854 862 040 
Elefantenzähne und Elsenbein 245 320 910 
Palmdbl 18460 716 810 
Ebenhols . 2379 36 470 
Mahagoniholz 1/100 echm 1176 2750 
Palmkerne . 91294 1614130 
Naturalien 2c. .... 39 10 650 
Passagiergnt .. 27 7 450 
Andere Artike. — 7 010 
Zusammen 117114 38726 140
        <pb n="731" />
        Im Jahre 1894 betrug die Einfuhr aus Deutsch- 
Westafrika 109 296 (100 kg) im Werthe von 
3 814 180 Mark. Im Jahre 1895 ist dieselbe also“ 
gegen das Vorjahr im Werthe um 87740 Mark 
gesunken trotz der quantitativ erheblich gestiegenen 
Einfuhr; der Grund wird in dem erheblichen Preis- 
rückgang des Hauptausfuhrartikels, Palmkerne, ge- 
funden werden müssen, da im Vorjahre bereits 
89 586 (100 kgP) Palmkerne den Betrag von 
1 828 400 Mark erzielten. 
Die Ausfuhrartikel des Schutzgebietes selbst sind 
mannigfaltiger geworden durch die erstmalige Ausfuhr 
von Kassee und Mahagoniholz sowie 3900 kg Natu- 
ralien. Auch bei Elfenbein ist wieder wie bei 
fast sämmtlichen Arlikeln eine erfreuliche Zunahme 
der Ausfuhr zu konstatiren. 
Aus Deutsch-Südwestafrika. 
  
(Walsischbai.) 
100 kg. Werth: Ml. 
Trockene Rindshänte 98 8 340 
Anderc Artikel — 6 680 
Zusammen 156 15 020 
Im Jahre 1894 betrug die Ausfuhr aus 
der Walfischbai nur 1500 kg im Werthe von 
2600 Mark. 
Aus Deutsch-Ostafrika. 
  
100 kg. Werth: Mk. 
Kaffee 374 57 970 
Gummi Kopal 62 17 950 
Gummie elastikum 929 351 650 
Lebende Thiere. 6 450 
Eieemmenzühne und oilben kg 230 2980 
Wachs. 49 12 240 
Bast- und andere Flcchtstoffe. .72 4900 
Erdnüsse. 238 4 350 
Anderl Nohstoffe und 2 — 3 480 
Naturalien 2c. 98 38 830 
Passagiergtt 164 36 840 
Andere Artikel- — 4 850 
Zusammen 2081 542 490 
Da die Einfuhr aus Deutsch-Ostafrika 1894 
einen Werth von 611 620 Mark hatte, ist sic also 
noch weiter gesunken, 1893 betrug sie 854 980 
Mark. Hauptgrund für das weitere Fallen des 
Ausfuhrwerthes mag wie im Vorjahre auch diesmal 
im Rückgang der Ausfuhr und Sinken des Ausuhr= 
werthes für Gummi elastikum liegen; andererseits 
ist bei dem Ausfuhrartikel Wachs, der im Vorjahre 
erheblich gesunken war, wieder eine solche Steigerung 
der Ausfuhr zu verzeichnen, daß sogar der Ausfuhr= 
werth für 1893 (12 080 Mark) überholt ist. Auch 
aus diesem Schutzgebiete ist zum ersten Mal der 
Hamburger Markt mit Kaffee in erheblichem Werthe 
versehen worden. 
Aus Neu-Guinea. 
100 kg. Werth: Mk. 
Diverse Artikel. . 31 2 200 
649 
  
Im Jahre 1894 ergaben 15 100 kg nur einen 
Ausfuhrwerth von 1000 Mark. 
Aus dem Bismarck-Archipel. 
  
100 kg. Werth: Mk. 
Schildpatt kg 45 11 460 
Perimntter= . u. a. — 749 12 290 
Kopra . 6571 166 760 
Steinnüsse 1278 25 630 
Andere Artikel — 650 
Zusammen 8631 216 790 
Im Jahre 1894 wurden vom Bismarck-Archipel 
nur 665 500 kg im Werthe von 176 350 Mark 
in Hamburg eingeführt. 
Aus den Marshall-Inseln. 
100 kg. Werth: Mk. 
  
Kopra ... 5987 142 370 
Passagiergut ..... 10 5 890 
Andere Artikel — 2 010 
Zusammen 6062 150 270 
Im Jahre 1894 betrug die Einsuhr im Ganzen 
ungefähr das Doppelte mit 1 112 600 kg im 
Werthe von 321 640 Mark; an Kopra wurde im 
Jahre 1894 1 109 700 kg im Werthe von 
309 230 Mark geerntet. 
B. Ausfuhr. 
Nach Deutsch-Westafrika. 
(Togogebiet und Kamerun.) 
erth: Mk. 
Raffinade 100 kg 725 11 180 
Noher Tabak 143 310 
- . Mille 25 0350 
. . 100 kg 7579 114770 
. n --i 358 810 
c emiot . Flaschen 4000 15 410 
Ru . hl 14300 286 670 
Co - 59 2 500 
n dartoffeljiritus u. Sprit - 597 15 950 
v -2119 5 
d und anderer Branntwein 12 56 170 
Bie 97190 
Mneraiwassen . Fln Ins-ge 30056 21190 
sartofleln..... .100ltg 335 4070 
Weizenmeh - 300 8100 
Schisfa- zund anderes BVrotr 929 26 900 
Sardi - 24 2710 
2 Ker iereilei Fische 33 810 
Getrocknete Fische 1315 39910 
Jesalz. und geräuch. Fleisch 1881 74 780 
Würste 40 754 
Anderes mbereite5 öteisch - 188 18 640 
Butter . - 82 16 350 
Käse - -- - 22 3370 
K cossbenstrt Mi ilch .. - 44 4820 
See-, — und Steinsalz . 6455 18 930 
. - 409 63 140 
oonelade und Zuckerwaaren . - 41 4 530 
Gebrannter Kaffee ½7*“ Or 13. 2610 
Andere z . 28890 
Bauholz 5746 58 190 
Cemnnt 6467 24 110 
Kall 777 3 170 
Steinkohlen. 2525 2780 
And. Bau= und Brennmaterial 9950
        <pb n="732" />
        Firnise 100 kg 58 
Zubereitete Farben - 209 
Andere Farbewaaren .. - 36 
hinin und dessen Salze kg 340 
And. Drogen und Chemikalien. 100 Kkg 83 
Kupfer- u andere Scheidemünzen ke 290 
Andere 100 kg 361 
Mdeaal ...... - 111 
Steinkohlentheer . .. - 316 
Naffinirtes Petroleum - 507 
'gohes Petrollen - 225 
— - 110 
Leinöl 31 
Rübö 31 
Olein und andere sete Oele 21 
Nutbhölzer . 296 
Vaumwollengarn 296 
Kokosgar 21 
And. Nohstofte. u. Halbfabrikate 
Seiden= und Halbseidenwaaren kg 155 
Wollen= und Halbwollenwaaren. 100 kg 22 
VBaumwollenwaaren 16ü76 
Leinene u. baumw. Leibwasche 29 
Stgelleinen . . 28 
Sä 441 
* Leinenwaaren. 16 
Herrenhüte . 18 
Herrenkleider. 19 
And. ferigetteder. Putzwaaren 26 
Strumpfwa . 19 
Andere innsdturter . 
Tauwerk. . 49 
16 
Stroh, Vast r. 11 
...... 187 
1284 
393 
105 
..... - 31 
..... - 15 
aller Art kg 400 
100 kg 30 
- 332 
- 10 
- 41 
- 39 
- 453 
- 106 
- 502 
- 27 
-15921 
... - 129 
... -1324 
aus Metallen kg 10 
100 kg 93 
- 75 
- 20 
- 61 
- 14 
kg 390 
100 kg 174 
- 131 
- 49 
- 189 
EEII 
1000 kg 1753 
u. Zündhütchen - -*ie 
...... - 131 
190 
35 
363 
255 
Werth: Mk. 
  
650 
  
  
Werth: Mk. 
Andere Industeieartieel . . 18 800 
Passagierg . 100 kg 66 22320 
Zusemnen 100 kg 82 6ö71 2790060 
Im Jahre 1894 betrug die Ausfuhr von Ham- 
burg nach Deutsch-Westafrika 100 kg 101 569 im 
Werthe von 3 321 400 Mark. Sie ist also 
nach einer bedeutenden Steigerung im Jahre 1894 
gegen das Jahr 1893 (100 kg 78 124 im Werthe 
von 2 810 130 Mark) wieder sowohl der Menge 
als dem Werthe nach gefallen. Gerade diejenigen 
Waaren, welche im Vorjahre eine wesentliche Stei- 
gerung ihrer Werthe erkennen ließen, nämlich Eisen- 
waaren und Bauholz, lassen wieder ein Sinken ihrer 
Ausfuhrwerthe erkennen, was ganz besonders bei 
letzterem Artikel auffallend ist; trotz eines Mehr- 
quantums von 47 100 kg ist der Ausfuhrwerth um 
1930 Mark geringer. Auch in der Einfuhr der 
Baumwollenwaaren ist eine erhebliche Abnahme zu 
bemerken. 
Die höchsten Ziffern zeigen ähnlich wie in den 
Vorjahren auch diesmal folgende Artikel: Noher 
Tabak (143 310 Mark — 137 590 Mart), Reis 
(114770 Mk. — 120 660 Mk,), Rum (286 670 Mk. 
— 308 130 Mk.), Bier (97190 Mk. — 93 190 Mk.), 
Baumwollenwaaren (476 680 Mk. — 696740 Mk.), 
Glasperlen (72950 Mk. — 51890 Mk.), feine Eisen- 
waaren (108900 Mk. — 133 820 Mk.), Schießpulver 
(91950 Mk. — 132720 Mk.), Bauholz (58190 Mk. 
— 60 120 Mk.). 
Nach Deutsch-Südwestafrika 
(einschließlich Walfischbai). 
Werth: Mk. 
Kaffee 100 kg 499 0 2 
Thee - 46 
Raffinaden .... - 364 38 
Farin . .. .... - 85 2500 
Fabrizirter Tabar. . - 110 5510 
Cigarren ... Mille 656 29270 
Cigarettten Ekg 770 4630 
deis 100 kg 1335 23 180 
Weir ...... hl 138 2710 
Chranpagner. Flaschen 4260 10 520 
Num. . L 62 3250 
Cognak 77 20 840 
Genever 130 7010 
Likör und anderer Pranntwein 220 26 760 
Bier .... -14:-3-l 100 670 
Hafer 100 kg 753 10220 
Weizenmehl. 1305 28700 
Roggenmehl. ... - 983 23 020 
Graupen, Grünze, Gries - 92 2350 
Schiffs- und anderes Vrot- . - 168 5 000 
Sardin - 23 3320 
Andere übertitele Fische 57 7060 
bsa henes u. geräuchertes. irich 24 4670 
. - 86 15 810 
. ndercs znbetettetess olench 33 4950 
Butter - - 28 5680 
Schmalz . - 61 6170 
Käse . - 38 5450 
Kondensirte Milch - 47 5 130 
Konservon . - 255 33 120 
Chokolade und Zuckerwaaren - 168 16 620
        <pb n="733" />
        Werth: Mk. 
Andere Verzehrungsartikel 19910 
Ba uholz 100 kg 1525 15 210 
Drogen und Chemikalien O 14 700 
Leder ..- - 7550 
Naffinirtes Keueleum, ... - 92 2540 
Baumwollengar O 15 4150 
Andere Nohsühsfe, u. Halbfabrikate 11 180 
Seiden= und Halbseidenwaaren. kg 5490 
Wollen= und Halbwollenwaaren 100 kg 55 21280 
Baumwollenwaaren - 368 110220 
Leinene u. baumwoll. ren bwäsche - 63 25 460 
Schelleinen . - 11 3070 
- 65 2960 
S Leinenwaaren kg 910 100 
Herrenhüte - 700 6280 
w⅛ arbentelder 100 kg 35 23 080 
And. fert. Kleider u. Wuwaen - 293 159 000 
" eainlirbatn kg 380 700 
Strumpfwa . 100 kg 28 11240 
Andere Maanhatzurwaaren . 4190 
Mobilien - 189 18770 
Andere Holzwaaren - 141 12 700 
Ledernes Fußzeng - 111 62 750 
Andere Lederwaaren - 4 17 990 
Papier - 22 2940 
Papier= und kan .. - 45 8570 
Gedruckte Büch · - 27 4390 
Glaswaaren * Art - 66 7 180 
Steinzeug u. feine Thomwagren - 46 4 480 
Grobe Eisenwaaren 2 292 11440 
Feine Eisenwaaren - 655 71360 
Andere Metallwaaren. - 25 4960 
Nähmaschinen - 17 3510 
indere Maschinen - 181 6880 
Musikinstrumente aller 2 - 36 10 250 
Mathe mat. u. and. gErpeert 2 - 11 5 520 
Wagen und Wagenth heile. - 652 46 490 
# Wasserfahrzeuge - 37 3100 
- 19 14330 
Sesskumen u. Bundhutchen - 83 13 070 
Zündhölzer - 60 960 
Fieisesnorare - 14 10 580 
Spielwaaren. - 20 3 620 
Kurzwaaren 44 14 500 
1 Toiletesfeife) . 42 4510 
Andere Seif . 141 3940 
Andere - . 15790 
Passagier 107 27300 
Zusammen 100 .7 15796 1432 860 
Im Jahre 1894 betrug die Einfuhr von Ham- 
burg nach Deutsch= Südwestafrika 100 kg 5370 im 
Werthe von 698 360 Mark, woraus zu ersehen ist, 
daß der für das Berichtsjahr mit Recht erwartete 
weitere Aufschwung im vollsten Maße eingetreten ist. 
Vor Allem kommen folgende Artikel in Betracht: 
Bier (100 670 Mk. — 52 110 Mk.), Baumwollen= 
waaren (110220 Mk. — 30 660 Mk.), fertige Kleider 
und Putzwaaren (159 000 Mk. — 23 510 Mk.), 
Kaffee (80 300 Mk. — 10 890 Mk.), Konserven 
(33120 Mk. — 12770 Mtk.), Herrenkleider (23080 
Mk. — 74770 Mk.), ledernes Fußzeug (62750 Mk. 
— 41580 Mk.), seine Eisenwaaren (71360 Mk. — 
31940 Mék.), Wagen und Wagentheile (16 490 Mt.), 
Passagiergut (27300 Mk. — 35 830 Mk.). 
Nach Deutsch= Ostafrika. 
Werth: Mk. 
Naffinaden 100 kg 1. 3550 
Fabrizirter - 2370 
651 
  
Eigarren . 
Wei 
gannn 
  
  
. i le 
436 
346 
l 2030 
114 
n und- anderer Vranntwein 79 
1605 
lt–u.oI . .Fln nur-ge 16952 
koggemmehl g 115 
ereitete Fisch - 61 
gsahhenes u. prbacheries Fleisch O" 8 
1 2 8 
barse, zibereltetes zteich - 36 
utler - 114 
5ächmalz - 23 
Käse - 19 
F seischertralt kg 160 
Konserven. . 100 kg 335 
hokolade und Zuckerwaaren . - 33 
ndere Verzehrungsartikel . 
« anholz . . -2244 
emen : 4836 
E Vau- u. Brennnateriai 
Firnisse . 79 
Zubereitete Farben 232 
indere Farbewaaren 67 
Drogen und Chemikalien 110 
Slahen- und Schmiedeeisen 1845 
Stah . 82 
( ewalzte Eisenbleche . - 826 
Steinkohlentheeröle 85 
Leinöl 67 
Scein und andere 2 Hele 148 
Sämereien 14 
N . 233 
Baumwollabfall 52 
And. Nohstosse u. Halbsabrikate 
Wollen-: u. Halbwollenwaaren kg 980 
Baumwollenwaaren 100 kg 301 
Leinene - baumwoll * - 15 
Segelleir - 96 
Andere Leinenwaaren. - 30 
Herrenhüte . kg 520 
Herrenkleider . 100 kg 16 
And, fert. Alber u. Putzwaaren - 18 
Strumpfwa . - 20 
ludere anisbiurunrn . 
tenesTatnv « - 168 
Mobilien - 56 
lndere Holzwaaren - 569 
Ledernes Fußzeug. - 74 
Andere Lederwaaren - 19 
Papier - 53 
Papier- und Poppwacren - 30 
edruckte Bücher - 21 
Glasperlen · - 11 
2 — Gaswaaren aller Art - 55 
Porzell - 33 
iserne hiöhren ... . - 216 
ndere grobe Eisenwaaren . -1246 
etneurenrvaacn.. - 840 
upfer= und Mesfewaaren, 30 
Indere Metallwaar ren. - 42 
Naschine .. . · 469 
Klaviere und Klaviaturen . kg 830 
ndere Musilinstrumente 100 kg 13 
Mathemat. u. andere Instrumente - 25 
Eisenbahnfahrzeuge Ob 463 
Hölzerne Wasserfahrzeuge Ohr 97 
Eiserne, Wassersahrzeuge 43 
- 244 
neiboteden u. Bundhuthen - 267 
Zündh hölzer . 48. 
Werth: Mk.
        <pb n="734" />
        Werth: Mk. 
Kurzwaaren 100 kgp 68 15 540 
Stearin- und Paraffinlichte . - 22 2830 
Seife -1 1468 31 300 
U#der# Jayustrieartitel . 21160 
Lmnagtergut.. . - 113 47 090 
Zusämmn 100 kg 31 330 1569 630 
Die Einfuhr von Hamburg nach Deutsch-Ostafrika 
im Werthe von 1 569 630 Mk. ist gegen das Vor- 
jahr 1894 (1 884 530 Mk.) um 314 900 Mk. ge- 
fallen. Vergleichen wir im Großen und Ganzen die 
einzelnen Ausfuhrposten dieser beiden Jahre, so haben 
auch in diesem Berichtsjahre die Eisenwaaren eine 
weitere bedeutende Verminderung (37070 Mk. — 
133980 Mk.) erfahren sowie fast alle diejenigen nicht 
allein für Europäer bestimmten Gegenstände. Legtere 
zeigen theilweise eine ganz beträchtliche Steigerung, 
wie z. B. Seisc (31 300 Mk. — 7890 Mk.), ferner 
Vier, Cognak, Likör, Branntwein und Cigarren, 
während der Export von Champagner um mehr als 
die Hälfte gefallen ist (7390 Mk. — 16240 Mk.). 
Ganz fortgefallen ist diesmal die Ausfuhr von Kaffee, 
Korn-, Kartoffelspiritus und Sprit, Säcken, Wachstuch, 
Thonröhren, Steinzeugen und feinen Thomwaaren, 
Kanonenrohren und Schießpulver. Auch die Baum- 
wollenwaaren, der wichtigste Einfuhrartikel, haben 
eine Verminderung gegen das Vorjahr aufzuweisen, 
bleiben aber immer noch über dem Niveau ihres 
Ausfuhrwerthes im Jahre 1893 stehen (94050 Mk. 
— 115340 Mk. — 84260 Mk.). Neu ausgeführt 
sind folgende, für eine allgemeine Fortentwickelung 
des Schutzgebietes zeugende Artikel: Roggenmehl, 
Schmalz, Fleischextrakt, Chokolade, Zuckerwaaren, 
Herrenhüte, Porzellan und Musikinstrumente. 
Noch t Neu-Guinea. Werth: Mk. 
Wein L 39 4350 
. 100 kg13 3190 
Konserven . 20 4690 
Andere Verzehrungsartikel . 4920 
Farbwaaren. .. . . . .. - 107 6230 
Neues Tauwer - 67 4300 
Andere Artikel . 8370 
Zusammen 100 kg 588 
Die Ausfuhr nach Neu- Guinea ist wie in den 
Jorjahren der Quantität nach gestiegen (58 800 kg 
4 000 kg); im Werthe ist sie hinter der Aus- 
fehr des Jahrcs 1894 zurückgeblieben (36 050 Mk. 
— 42710 Mk.). 
Nach dem Bismarck-Archipel 
  
Werth: Mk. 
Nauchtabak. 100 kg 37 4370 
Vier hl 88 6030 
Futt, Fleisch 100 kg 13 2130 
Konserven - 26 3810 
Andere Verzehrungshrtitel . 9250 
Nohstoffe und Hobsfabritate . 2810 
Baumwollenwaa .. 48 12 460 
Andere eiate 5 180 
Gladwaaren .·, - 15 2280 
E iisenwaaren aller Art * 103 10 400 
Pfeifenwaaren ... - 30 2770 
Andere Industrieartilel 11 690 
Zufammen 100 kg 551 73 180 
  
652 — 
Die Ausfuhr im Jahre 1894 betrug 102 000 kg 
im Werthe von 94 760 Mk. Der bedeutende Unter- 
schied in den Zahlen der Ausfuhrquantität der beiden 
Jahre und der nicht entsprechend hohe Unterschied in 
den Ausfuhrwerthen läßt den Schluß rechtfertigen, 
daß nur die Ausfuhr derjenigen zumeist für die Ein- 
geborenen bestimmten, an sich werthlosen Sachen ge- 
mindert ist. Dies bestätigen auch die Zahlen der 
Ausfuhr aus dem Jahre 1893 = 141 200 kg 
ergaben einen Werth von 51 490 Mk. 
Nach den Marshall-Inseln. 
  
Werth: Mk. 
Bier hl 313 21250 
Gesalzenes u. geräuchertes T 100 kg 23 3300 
Anderes zubereitetes Fleisch - 83 5 080 
Butt . - 11 2310 
Konserven . .. - 50 5 120 
Andere Leehrunggartit, 10 210 
Zubereitete Farben . - 96 400 
Baumwollengarn kg 620 2550 
Andere Nohstoffe 4. #dolbsobrün 3 610 
Baumwollenwaar 100 kg 68 20 080 
Andere Benisiiragen 3 900 
Neues Tauwerk - 44 3 400 
Holzwaaren ... - 81 2 660 
Eisenwaaren aller Art. - 114 6790 
Metallwaaren?. ...... - 14 2450 
Maschine . ... - 19 5 020 
Andere Industrierrtikel . 9 960 
Zm#enmer 100 Kkg 1247 113 090 
Die Ausfuhr Hamburgs nach den Marshall- 
Inseln im Jahre 1894 betrug 138 100 kg im 
Werthe von 143 230 Mk., ist also wie im Vorjahre 
noch im Sinken begriffen. 
Es mag schließlich noch, wie schon früher, darauf 
hingewiesen werden, daß es nicht angängig ist, aus 
diesen, den „Tabellarischen Uebersichten des Hambur- 
gischen Handels im Jahre 1895“ entnommenen 
Zahlen ohne Weiteres Schlüsse auf den Gesammt- 
handel Deutschlands mit unseren Schutzgebieten zu 
ziehen. Es müßte hierzu eine nach gleichartigen 
Gesichtspunkten gearbeitete Statistik des Handels von 
Bremen herangezogen werden. Die vorliegende 
Bremer Statistik ermöglicht aber eine solche Zusammen- 
stellung leider in keiner Weise. 
  
Leber den Dandel in Togo. 
Wie man der Zeitschrift „Kreuz und Schwert“ 
aus Togo schreibt, hat der Handel in letzter Zeit 
sowohl in Lome als in Klein-Popo abgenommen. 
Allgemein klagen die europäischen Kaufleute, daß 
nichts mehr zu verdienen sei. Eine reiche französische 
Firma (Faber) stellt jebt sogar das Geschäft ganz 
ein. Das Pulvergeschäft geht beinahe gar nicht mehr, 
weil der hohe Zoll das Pulver derart in die Höhe 
schraubte, daß die Leute es nicht mehr kanfen können, 
umbei ihren Festlichkeiten zu feuern. Doch wird 
noch sehr viel Pulver nach dem Innern geschmuggelt, 
das die Neger in dem französischen Dahomeh um 
einen viel niedrigeren Preis erwerben.
        <pb n="735" />
        — 653 — 
Soologie der Schutzgebiete. 
Seit mehreren Jahren haben die wissenschaft- 
lichen Beamten der zoologischen Sammlung des 
Königlichen Museums für Naturkunde in Berlin 
und eine Anzahl anderer Zoologen sich mit der Aus- 
arbeitung einer Faung von Deutsch-Ostafrika be- 
schäftigt. Das Material für dieses große Werk 
lieferten zahlreiche Sendungen von Wirbel= und 
wirbellosen Thieren aus unserer größten Kolonie. 
Seine Majestät der Kaiser hat die Gnade gehabt, 
für dasselbe Geldunterstützungen zu Illustrationen 
durch Tafeln und Textbilder zu bewilligen. Er- 
schienen sind bisher Beschreibungen aller von dort 
bis jetzt bekannten Säugethiere, Vögel, Reptilien, 
Amphibien und Fische und mehrerer Abtheilungen 
wirbelloser Thiere. Der Druck der beschalten Weich- 
thiere, Krustenthiere und Insekten ist im Gange. 
Das Werk erscheint im Verlage der Geographischen 
Verlagshandlung von Dietrich Reimer und wird 
wohl noch in diesem Jahrc vollendet werden. Die 
über Säugethiere und Vögel handelnden Abtheilungen 
sind von Beamten und Offizieren Ostafrikas, von 
Reisenden, Jägern und Naturaliensammlern schon 
vielsach benutzt und sehr brauchbar befunden worden. 
In diesen wie auch in allen anderen Abtheilungen 
werden außer Beschreibungen und Abbildungen der 
verschiedenen Arten auch Anleitungen zum Sammeln, 
Konserviren und Verpacken gegeben. Diese An- 
weisungen hat die Verwaltung des zoologischen 
Museums auch noch in einer besonderen kleinen 
Schrift zusammengestellt und allen Kolonialbeamten 
zugeschickt. Ein Jeder, der sich über die Thiere 
unserer Kolonialgebiete unterrichten will, findet diese 
in den verschiedenen Abtheilungen der Königlichen 
zoologischen Sammlung in ihre betreffenden Klassen 
eingeordnet oder auch besonders zusammengestellt im 
Musecum für Naturkunde zu Berlin, so daß alle in 
die Schutzgebiete Hinausreisende, Offiziere, Beamte, 
Kaufleute und Ansiedler, welche zoologisch thätig 
sein wollen, sich mit Leichtigkeit einen Ueberblick 
über die Thierwelt der einzelnen Länder verschaffen 
können. 
So besteht z. B. die für Togo eingerichtete 
Kolonialsammlung von Vögeln aus den Sendungen 
der Herren Dr. Büttner, E. Baumann, Lieutenant 
Klose und Graf Zech. Für Kamerun liegen die 
Sammlungen der Herren Dr. Preuß und G. Zenker 
vor, für Südwest-Afrika eine umfangreiche Samm- 
lung des Herrn Dr. Fleck. Für Deutsch-Ostafrika 
bildet die Sammlung des Herrn O. Neumann den 
Grundstock und wird ergänzt durch die Samm- 
lungen der Herren Dr. Stuhlmann, Emin Pascha 
und Lieutenant v. der Marwitz. Für Keiser- 
Wilhelmsland auf Neu-Guinea ist bisher nur eine 
kleine Sammlung des Herrn v. Hagen, für Neu- 
Pommern eine solche von Professor Dahl vorhanden. 
  
Mittel zur vertilgung des Baumwollenwurmes. 
Im vorigen Jahre ist in Aegypten auf Veran- 
lassung der dortigen Regierung eine Kommission zum 
Studium des Baumwollemvurmes und der Mittel 
zu seiner Vertilgung zusammengetreten. Den vor 
einiger Zeit in Form einer Broschüre veröffentlichten 
Protokollen über die Sitzungen der Kommission, welche 
ihre Thätigkeit inzwischen beendet hat, entnehmen wir 
folgende Angaben: 
Die Kommission hat in den einzelnen Provinzen 
des Landes eingehende Beobachtungen und Unter- 
suchungen auf den vom Baumwollenwurm befallenen 
Pflanzungen angestellt. Sie hat sämmtliche Mittel, 
welche zur Vertilgung des Schädlings gebraucht zu 
werden pflegen und nur den geringsten Erfolg ver- 
sprachen, auf ihre Wirkung hin geprüft und die 
Gutachten von über 450 Baumwollenpflanzern ein- 
geholt sowie mehr als 250 eingegangene schriftliche 
Berichte einer Prüfung unterzogen. 
Den geringsten Erfolg ergab hiernach in Ueber- 
einstimmung mit früheren Beobachtungen die Anwen- 
dung von sogenannten chemischen Vertilgungsmitteln. 
Sie bestehen meistens aus mehr oder weniger starken 
Giften und bilden deshalb bei ihrer Anwendung im 
Großen eine Gefahr für die in den Pflanzungen 
beschäftigten Menschen und Thiere. In geringer 
Menge angewendcet, scheinen sie keine Wirkung auf 
die Baumwollenwürmer ausznüben, in großer Menge 
angewendet, zerstören sie zugleich die Baumwollen= 
pflanzen. Abgesehen hiervon, ist ihre Anwendung 
eine sehr kostspielige. 
Ein wirklicher und zwar auffälliger Erfolg wurde 
nur bei sorgfältiger Anwendung folgender einfacher 
Maßregeln erzielt: Vom ersten Erscheinen des 
Schmetterlings und dem Beginn der Legezeit ab 
müssen diejenigen Blätter der Baumwollenstaude, 
welche Spuren von Eiern des Schmetterlings tragen, 
sorgfältig abgepflückt und verbrannt werden. Sodann 
müssen die von den Raupen heimgesuchten Pflanzungen 
sechs Tage nach der Verpuppung der Raupen be- 
wässert werden. Diese Bewässerung ist je nach Be- 
darf nach je zehn Tagen zu wiederholen. Der Zweck 
ihrer Anwendung ist, die Spalten und Risse in dem 
trockenen Boden, in die sich die Raupen bei ihrer 
Verpuppung zurückziehen, zu verstopsen. Ist dies 
geschehen, so muß der Schmetterling beim Verlassen 
der Puppe im Erdboden umkommen, da er keinen 
Ausgang findet. 
Die Kommission hat vielfach Gelegenheit gehabt 
zu beobachten, daß bei gewissenhafter Befolgung 
dieser Maßregeln die befallenen Pflanzungen von der 
Plage fast vollständig befreit wurden, während be- 
nachbarte Pflanzungen, in denen das Mittel nicht ange- 
wendet wurde, durch die Raupen fast zerstört wurden. 
Schon nach dem sorgfältigen Absuchen und Verbreunen 
der mit den Schmetterlingseiern behafteten Blätter 
wurden bei angestellten Untersuchungen nur noch 
wenige Puppen im Erdboden und in der zweiten
        <pb n="736" />
        Schwarm- und Legezeit des Schmetterlings kaum 
noch Blätter mit Eiern gefunden. 
Ein Vergraben der abgesuchten Blätter im Boden 
oder ihr Liegenlassen in den Furchen an Stelle des 
Verbrennens hatte nicht diesen Erfolg. 
Die durch Anwendung der vorstehenden Maß- 
regeln entstehenden Kosten sind im Voerhälltniß zu 
den erzielten Erfolgen nur geringe. 
Die Kommission hat deshalb einstimmig beschlossen, 
der ägyptischen Regierung das vorgenannte Mittel 
als das einzig wirksame zur Beseitigung der Plage 
dringend zu empfehlen. Auch hat sie der Regierung 
vorgeschlagen, die Baumwollenpflanzer durch Wander- 
lehrer in der Anwendung des Mittels unterweisen 
zu lassen und sie nöthigenfalls zur Ausführung durch 
Zwangsmaßregeln und Strafbestimmungen anzuhalten. 
Ferner empfahl sie warm, um die armen Pflanzer 
anzuspornen, die Aussetzung von Prämien für das 
Einsammeln der mit Eiern belegten Blätter im Fall 
des heftigen Ausbruches der Plage sowie den Erlaß 
einer Verordnung zum Schutz der insektenvertilgenden 
Vögel gegen ihre jetzige Vertilgung durch die Jäger. 
Dandelsvertrag zwischen Rußland und Lansibar. 
Zwischen Rußland und der großbritannischen 
Regierung im Namen Sansibars ist zu London unter 
dem 12.f/24. August d. Is. ein Handelsvertrag ab- 
geschlossen worden. Rußland erhält darin volle 
Meistbegünstigung in Sansibar und ertheilt Sansibar 
dieselbe mit einigen Beschränkungen. Beide Theile 
gestehen sich das Recht der Ernennung von Kon- 
suln zu. 
Tod des Barons Sir Ferdinand v. Mueller. 
Der bekannte Naturforscher Baron Sir Ferdinand 
v. Mueller, der Vorsteher des botanischen Gartens 
von Victoria (Australien), ist plötlich verstorben. 
Der Verewigte, welcher den deutschen Schutzgebieten 
ein reges Interesse widmete und für sie durch Wort 
und That gewirkt hat, war 1825 in Rostock geboren. 
Er hat 1846/47 an der Universität in Kiel Botanik 
und Chemie studirt und dort den Doktorgrad er- 
worben. Nach Australien wanderte er 1847, ver- 
anlaßt durch ein beginnendes Lungenleiden, aus. 
1848 bis 1852 führte er dort große botanische 
Forschungen aus und nahm 1855/56 an der Expe- 
dition Gregory nach Nord= und Central-Australien 
theil. Nach der Rückkehr wurde er Direktor des 
botanischen Gartens in Melbourne. In dieser 
Stellung hat er sich bedeutende Verdienste nicht allein 
um Anstralien erworben. Die Einführung des 
Encalypitusbaumes in Algier, welche dort großen 
Nutzen geschaffen hat, war in erster Reihe sein Werk. 
In Australien hat er die Verwendung und Zucht 
des Kamels zuerst angeregt. 
  
654 — 
Titterakur. 
F. W. Dafert: Erfahrungen über rationellen Kaffee- 
bau. Mit 8 Textabbildungen. Berlin, 1896. 
P. Parey. 
Der Verfasser der kleinen Schrift schildert 
darin die Erfahrungen, welche er als Direktor des 
Landwirthschaftsinstituts des Staates Söäo Paulo in 
Campinas 1888 bis 1895 gesammelt hat. Obwohl 
er selbst vor allzustarker Verallgemeinerung der in 
Säo Paulo gezogenen Schlüsse warnt, dürfte dic 
Arbeit das volle Interesse der Kaffeepflanzer in den 
deutschen Schutzgebieten verdienen. 
Karl Friedrichs: Universales Obligationenrecht. 
Berlin, 1896. Carl Heymanns Verlag. 
Das Buch bietet eine Zusammenstellung der- 
jenigen Rechtssätze, welche auf dem Erdball für das 
Obligationenrecht gemeinsam gelten. Das Recht 
gar nicht oder halb kultivirter Völker hat dabei 
besondere Berücksichtigung gefunden. Die Arbeit 
dürfte fruchtbare Anregungen zu weiteren Forschungen 
auf diesem Gebiete in den deutschen Schutgebieten 
geben. 
Carte du Transnigérien. Service gogra- 
phique des colonies. Paris 1896. Maison 
Andriveau-Gousjou. 
Auf zwei Blättern im Maßstab 1: 500 000 
führt die neue Karte das Gebict vor, welches Kapi- 
tän Marchand bei seiner dritten Reise im Niger- 
quellgebiet besucht hat. Der Reisende hat von der 
Cöte d'Jvoire aus das Thal des Bandama nach 
Norden verfolgt, in der Hoffnung, in diesem Flusse 
eine brauchbare Straße zum oberen Niger zu finden. 
Er hat daher den Flußlauf zum ersten Male genau 
aufgenommen und seine Schiffbarkeit untersucht. Von 
der Grenze der letzteren aus hat er einen Weg über 
die Gebirge gesucht, welche die Wasserscheide zwischen 
dem Bandama und dem Oberlauf des Bani, eines 
Quellflusses des Niger, bilden. Mit Hülfe einer 
106 km langen Bahn auf diesem Wege, welche 
in der Karte bereits eingcezeichnet ist, glaubt 
Marchand eine geeignete Straße für den Export 
der Erzeugnisse des oberen Nigergebiets nach der Cöte 
d Jvoire hergestellt zu sehen. Die interessante Karte 
ist auf Grundlage von acht geographischen Breiten= 
bestimmungen entworfen. Die geographische Länge 
ist nur geschätzt worden. 
Report for the Fear 1894/95 on the German 
colonies in Alrica and the South Pacilic. 
London, 1896. Foreign ollice. Miscella- 
neous series. 
Der vorliegende, wie im Vorjahr vom ersten 
Sekretär der Königlich Großbritannischen Botschaft 
Mr. Martin Gosselin verfaßte Bericht liefert die 
beste vorhandene Uebersicht über den gegenwärtigen 
Stand der deutschen Schutzgebiete. Mit bewunderns
        <pb n="737" />
        655 
werther Sorgfalt hat der Verfasser alles im Kolonial- 
blatt, den dem Reichstag vorgelegten Denkschriften, 
in den Parlamentsdebatten und sonst verstreute 
Material hier zu einem einhceitlichen Bilde zusammen- 
Tifkerakur-Perxpeichnis. 
Kolisch: Die Kolonialgeseygebung des Deutschen Reiches 
mit dem Gesetze über die Konsulargerichtsbarkeit. 
15,—. 
estellt. Die Arbeit überragt weit das Durchschnitts- «. . « 
gewöhnlicher derartiger Berichte 'wird Helwingsche Verlagsbuchhandlung in Hannover. 
deutschen Lesern kaum weniger Interesse gewähren Luzue Etudes Titicnnes sur ln guerre entre P’talic 
als englischen. et Abyssinic. 50 c. 
II. Charles-Luvauzelle in Paris. 
  
  
Schiffsbewegungen. 
(Die Zeit vor dem Orte bedeutet die Ankunft, hinter dem Orte die Abfahrt des Schiffes.) 
S. M. S. „Bussard“ 3/9. Sydney. (Poststation: Hofpostamt.) 
S. M. S. „Condor"“ 26/8. Kapstadt. (Poststation: Kapstadt.) 
S. M. S. „Falke“ 6,9. Sydney 1/10. — Apia. (Poststation: Hofpostamt.) 
S. M. S. „Hyäne“ 14/9. Kamerun. (Poststation: Kamernn.) 
S. M. Lermesungsschift „Möwe“ 11/9. Sydney. (Poststation: Sydnoy.) 
S. M. „Seeadler" 9/7. Sansibar. (Poststation: Sansibar.) 
S. M. S. „Sperber“ 5/5. Kamerun 22,9. — 25/9. Klein-Popo 28/9. (Poststation: asserviren.) 
Ablösungstransport: 
Dampfer „Prinzregent Luitpold“ des Norddeutschen Lloyd mit der halben Besatzung für S. M. Ver- 
messungsschiff „Möwe“: 
Ausreise: Bremerhaven 29/7. — 20/0. Sydney. 
  
Perkehrs-Machrichten. 
Postdarsyfsch ffverbindungen nach den deutschen Schutzgebieten. 
  
Nach 
vom Ein- 
schissungshafen 
Die Abfahrt erfolgt 
an folgenden Tagen 
6 Ausschiffungshafen. 
Dauer 
der Ueberfahrt 
Briefe müssen aus 
Berlin spätestens 
abgesandt werden 
  
1. Deutsch-Ostafrika. 
Neapel 
(deutsche Schlffe) 
Brindisi 
E½ê Schiffe) 
ü 
am 1 It 18. Nov. 
am 12 lods 6. Dez. 
abds. 
am 10. jedes Mts. 
40 ums. 
  
2. Deutsch-Südwestafrika. 
( kach Warnibad wöchenllich 
bis Kap bsia 1., von dort weiter 
alle 14 Tage auf d. Landwege) 
3. Bamerun. 
4. Togo-Gebiet 
(von Quittah mitelst 
Boten nach Lome 
Klein-Popo). 
Southampton 
(englische Schisse bis 
apstadt, dann deut- 
scher Dpf.-, Leutwein-) 
amburg 
½ “W Wusnt 1 
Liv 
( cnniF ¾ — 1 
—– — rnrmm 
6 abene T 
Liv 
can e Schtffe) 
  
am 7. Nov., 5. Dez. 
40 ums. 
am 30. November 
eutsches Schiff?) nachts 
am 10, jedes Monats 
nachts 
am 28. Okt., 25. Nov. 
am n10 je jedes Mts. nachts 
am 20. jedes Mts 
am 21. Oktober, 
4., 18. November 
Tanga 20 Tage 
Dar-es-Salaäm 21 Tage 
Sansibar 21 Tage 
Sansibar 18 Tage 
Lüderitzbucht 27 Tage 
Swakopmund 30 Tage 
Swakopmund 30 Tage 
Kamerun 24 Tage 
Kamerun 22 Tage 
Klein- Popo 20 Tage 6 
Lome 31 Tage 
Klein-Popo 33 Tage 
Quittah") oder Klein- 
Popo 35 Tage 
  
am 26. Oktober, 
6., 16. November, 
4. Dez. 103 abds. 
am 8. jedes Monats 
948 abds. 
am 6. Vov. 4. Dez. 
113 v 
am 50. ovember 
am 10. jedes Monats 
720 abds. 
am 2. Ok.., 23. Nov. 
15 nn ms. 
am 10. unb 20. iedes 
Monats 720 abds. 
am 19. Oltober, 
2., 16 Nov. Il6 nms. 
I
        <pb n="738" />
        — 656 
  
Die Abfahrt erfolgt 
Ausschissungshafen. 
Briefe müssen aus 
Berlin spätestens 
auer 
der Ueberfahrt abgesandt werden 
  
5. Deutsch-Neu-Guinea. 
6. Marsbal Anseln. 
  
vom Ein- 
schiffungshafen an folgenden Tagen 
Neapel am 21. Okt., 16. Dez. 
(deutsche Schiffe) abds. 
Brindisi am 25. Okt., 20. Dez. 
(Nachversand) abds. 
  
1 
Brindisi am 8. Nov., 3. Jan. 
(über Manilay) aoabbds. 
Friedrich Wilhelms- am 19., 23. Oklober, 
hafen 45 Tage 4., is ehember 
Tage 
l 
« am 6. Nov., 1. Jan. 
10#1# 
10 a 
Jaluit 71. Tage * 
Eintreen der Post aus den deutschen Schutaebieten. 
  
  
  
  
  
e Miun tiet gel nsuus 
Neapel . . . am 30*Oltober, 
Deutsch. Ostafrita Vrindisi. u Togogebiit Hamburg .. am 10.* und 25.* 
Marseille .. am 1. Nov., 1. * « iedes Monais 
Deutsch · Füdwestafrita 
  
Southampton am 20. Okt., 17. Nov. 
Hamburg .. am25.7 jed. Monats 
Deutsch-Ueu-Guinca.DNeapel. 
  
I am 18z.* Oktobe 
— 12. Deienebtr 
  
  
  
Ramern # Liverpool . am 5. November, Marsshall-Imseln *1½( Meseioder, Ende November 
3., 31. Dezember 1 v 
' Fälligkeitstage für die mit. beusschen Schiffen eintreffenden Posten. 
Schüfsbewegungen der Woermann-Linie. 
Reise Letzte Nachrichten 
e 
osthampfer von 1 nach bis 12. Oktober 1896 
„Adolph Woermann“ Hamburg Ponta Negra am 10. Oktober ab Hamburg. 
„Aline Woermann“ Ponta Negra 3 Hamburg am 28. Seplember in Accra. 
„Anna Woermann“ Liberia # Hamburg am 9. Oktober in Dakar. 
„Carl Woermann“ Kotonou D Hamburg am 11. Oktober in Hamburg. 
„Eduard Bohlen“ Hamburg i Congo am 27. September im Congo. 
„Ella Woermann“ Hamburg Sherbro am 15. Oktober ab Hamburg. 
ertrud Woermann“ Hamburg Ponta Negra am 10. Oktober in Kamernn. 
Geetchen Bohlen“ Kotonon Hamburg am 7. Oktober in Accra. 
„Hedwig Worbmann Hamburg T Kotonon am 10. Dltober in Conakry. 
„Jeannette Woermann“. Loanda I Hamburg am 4. Oktober in Las Palmas. 
„Kurt Woermann“ amburg «- Loanda am 30. September in Accra. 
„Lothar Bohlen“ Swakopmund amburg am 8. Oktober in Lago 
„Lulu Bohlen" Hamburg Kamerun am 9. Oktober Dovoes passirt. 
„Marie Woermann“ Hamburg Ponta Negra am 25. September in Gabun. 
elit Bohlen“" Hamburg « Lüderitzbucht am 11. Oktober in Teneriffe. 
ofessor Woermann“. Hamburg I Sherbro am 9. Oktober in Las Palmas. 
Let Bohlen“. . Hamburg Congo am 26. September in Accra. 
  
  
Schiffsbewegungen ? der Deutschen Olaftita vinie (#anburg —stafrikal 
  
  
  
Nei Reif e Lette Nachrichten 
chesanyle von nach bis 12. Oktober 1896 
„Kaiser“ Hamburg Durban am 12. Oktober an Sansibar. 
„Kanzler“ ., zur Zeit in Hamburg.) 
„Bundegrath“. Durban Hamburg am 9. Oktober ab Marseille. 
„Neichstag“. Hamburg Durban am 12. Oktober an Port Said. 
„Admiral“ Hamburg 3 Durban am 23. September an Las Palmas. 
„General- Hamburg 1 Durban am 8. Oktober an Durban. 
„Herzog“ Durban 1 Hamburg am 8. Oktober ab Sansibar. 
———— —„ — —
        <pb n="739" />
        — 657 — 
  
S—— Werke der deutschen und ausländischen litteratur. 
  
  
KNollstock, Dr. med., ärztlicher 
Ruthgeber für Ostarika und trop. 
Nalaringegenden. Geb. I’reis.6. 
AMlorgen, C., Kriegs- und Expe- 
ditionsfülrung in Albriku. Cch. 
I’reis 60 Tl. 
S#rreribrz,t Jr. B., Im deutschen 
Goldlunde. Reischilder uus dem 
Cch. Preis .K 3,60. (uah) 
Verlag von llerwann Peters, 
Berlin W. 8. 
  
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Mit einer Karte in Steindruck: Uebersicht des portugiesischen und spanischen Kolonialbesitzes gegen Mitte 
des 16. Jahrhunderts. 
reis geheftet Mk. 10,—, in Originalband Mk. 11,50. —— 
Noch fehlte es an einem übersichtlichen Buche, welches ohne vorgefaßte Meinung und Partei- 
nahme die Thaten und Erfahrungen der großen Kolonialmächte schildert und den Schwerpunkt auf die 
verschiedene Entwickelung der kolonialen Politik in den einzelnen Staaten legt. Zum ersten Male wird 
in obigem Werke der Versuch gemacht, ein solches zu bieten. « 
Der Verfasser, der die Entwickelung der deutschen überseeischen Politik von deren Anfang her in der 
Nähe zu beobachten Gelegenheit hatte und durch wiederholte Reisen und langjährige Studien mit den Ver- 
hältnissen auch der fremdländischen Kolonien sich vertraut gemacht hatle, will in seinem Werke Allen mit 
kolonialen Dingen beschäftigten Personen ein Handbuch liefern und dem großen Publikum ein 
klares Urtheil über das Wesen und die Bedingungen der Kolonien, an der Hand der Geschichte, bieten. 
Das Werk soll daher eine allgemeine Geschichte der europäischen Kolonialpolitik sein. Es forscht den Ursachen 
nach, aus denen die einzelnen Staaten zu einer solchen genöthigt wurden, und schildert die verschiedene Art, 
in welcher sie diese Aufgabe erfaßt und durchgeführt haben. An die Geschichte der Gründung und Entwickelung 
der Kolonien selbst schließt sich daher eine Darlegung aller der Gründe, die das Gedeihen der Kolonien 
begünstigt oder gehemmt haben. Der Verfasser legt ein Hauptgewicht auf eine übersichtliche Darstellung 
der je nach den nationalen Eigenschaften und Zielpunkten der einzelnen Staaten sehr verschiedenartigen 
Verwalkung und Gesetzgebung. 4 
Portugals und Spaniens Kolonialpolitik sind als Gegenstand des ersten Bandes gewählt 
worden, weil diese Staaten die Bahnbrecher auf kolonialem Gebiete gewesen sind, und eine Kenntniß der 
Einrichtungen und Thaten dieser beiden Bölker auch für die Gegenwart, bei allem Wechsel der Zeiten, 
Anschauungen und Kenntnisse im Laufe der Jahrhunderte, in hohem Maße lehrreich ist. Zum Mindesten ist 
daraus in gielerlei Hinsicht mit Sicherheit zu entnehmen, wie ein kolonisirender Staat nicht vor- 
gehen soll. *“m » 
Der zweite Band, welcher im nächsten Jahre erscheinen und die Entwickelung der englischen 
Kolonialpolitik darstellen wird, will dagegen zeigen, unter welchen Voraussetzungen und Be- 
dingungen eine Kolonie am besten zur Blüthe kommt und von welchem Geist ein Volk beseelt sein 
muß, welches wirklich lebensfähige überseeische Tochterstaaten heranziehen will. Der die holländische 
olonialpolitik behandelnde dritte Band wird die Ergänzung dazu liefern. Die Geschichte der 
französischen Kolonialpolitik wird ihr Hauptinteresse in der Darstellung der Schwierigkeiten haben, 
welchen gute Gedanken bei der Ausführung durch schlechte Organe und in einer unselbständigen, der 
Selbstaufopferung entbehrenden Nation begegnen. Den Abschluß wird die Schilderung der deutschen 
kolonialen Versuche bis zur Gegenwart bilden. 
DBas Werk ist durch alle Buchhandlungen des In= und Auslandes 
zu beziehen. Gegen Einsendung des Betrages auch portofrei von der 
n # Verlagsbuchhandlung.
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        Urteile aus dem Leserkreise des Echo. 
per bokunnte nunmehr verstorbone Weltreisende Otfo E. Ehleres senriob in dor Tũglichen Rundschau 1895) 
aus Soile 143 in soinom Artikel „Aus dem funtten Weltioilo Australion-Nousceland": 
„Das jedem Deutschen im Auslande unentbehrliche Echo.“ 
Diose Ausserung beslätigt auch der nicht mindor bokannto Afrikaroisondo Eugen Wolt indom er, don kranu- 
2565ischen Foldzug durch ganz Maullagankar mitmachond, in neinon Borichton aus dom Kriogslager an das Borlinor Tageblntt schroibt: 
„Aus dem „Schot ersehe ich stets, was in der Welt vorgeht.“ 
- ' ’ ." lsvullmsslonl ital-, Koad Dublin, 
den 
„Echo“ int oin ansgozoichmeten Blat 
  
ist so inhult- 
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ruba, 5. A t 
* loielseitit Hühlo ich mich vomulusst Asnen mitzuloilon, 
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orut E T * Novembor 1895. 
e T. oipzigorst. 
leh bin nsoit 1. Juli 1891 Aanment 4% .Reko“ muns Ihnon 
aher ollen gestehen, dass ich von der ichbalilgkeit de es· 
selbhen gnnz, überraselit bin und dieso sennins 
nuch von meinen unzen breuntten rrtei ilt v 
  
k 
ce ar (Tegx: 9 21. Nerember 8. 
o llerron! Hlabo „Echo’ durch dun Internutionn!! 
(a’mpagnio bestollt. Seit Jahran halte ich Deutachlandiacho B¾l7 
lungen. hube abor noch keine gefunden, die das für mich Wisse 
wertestte in dem kunppen Ranm ciner Wochensekan 
#o vollendet mir bicter l Ihr „Echo“ 
Achlungsvoll 
   
  
T. A. Dieckort. 
Noapel. 10. Dezember 1895. 
lch benutze die Gelegenheit. door ol bzianben Kodaklion meine- 
höchnto Verkonpunt. ausrushrcr Für 4i% ganz vortrotliche 
In vier. IJnhren meines Ab 
ündig von der zeitr maben 
n nntlmsus ltsltnnkon cmunzi- 
pi n dah er alles hesser unter- 
an . 15. Topruar 130. # nls“ hunde r eu Das „Echo“ ist 
leh leso lur Blutt mit dom Pw urehs, erd 
      
  
ergnügen und bin 
Oberzeugt. dass sich hior viele Deutsche nden laskon. io hior. ochachtungsvoll nrsls Kaden, Schriftstollor. 
ansäsaig Sind. Wuleho 16# Blalt zunen würden. O. Weiske. Visalin (Calitornien), 13. Dez 95. 
ro. 20. März s. Dio mir gosandto P’robonummor habo ich reeime Vi über- 
Dor Ankuntt Ihros „Rcho“ 5 wir jodo Wocho sohnsnchtig trilt der labant nseihen. moelir wio oino Erwarkungen. Ihr 
   
   
entgegon; bringt os unn doch immer so höchst intoressante Nach- Jonnnal ist An- e Leste, Wus auf diesem Gebie 
richten von dor lloimat, und bedanere ich nur, dass ich eister worden ist. lIhnon für lihre Froundlichkoit b 
dasschbe nicht schon früher kennen lernte. unkend zeichno Achtungsvoll A. Bortoling, 
n*e Pweasme. Amsterdam, 16. Dozombor 1893. 
Singaporo. 1. Juni 1895. leh will ##n daus Sio oin günstiges Kesultat haben. — 
Klorchicheen. Lane für dio #„ ismarek- Fahamur, dio das P’rüdi. Um 90 wohr, da für mich, als einor or ũltesten Lenor. Ihror 
kat „prüchtlg“ vollom Sinne verdient. Ebenso lussen die vortrohnseon Wochoenschrift „Dus Echo-, jeder Empfung einer 
ebeichen ! lrer nichts zu wünschen übrig. r#cuen Ablieferung ein besonderes Vergnü oäöb Ver rschusst. 
vollkommener llochachtung lür orgobonor ochuchtungsvoll erge 
Co ntin Löling. G. A. ILloinzo, Musikdiroktor vr ra. 
Modollin, 8. Juni 1895. , 18. Doz, r 1895. 
CQiorno loso ich das „Echo“ und roiko go wöhnlich zuorst Moino Bokannton uind, wie es sc l nt. nllann Beut-o Usqu 
darnach, wührond ien“ anhne Zoilloehr riston — erhulto. Bluttos, wokan Wi two Matthes, Laommort und Llombacits dio Bo- 
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nach einem lInstitut herrorrulen. in welchem dem Bezucher die Er- 
Gunisse von über 100 verschiedenen Fahriken der Getränke- und 
Jahrungamittel-Industrie in ullen Verbackungen, Spezialitäten und. 
verschicdenen Qunlitäten, aufls Uehersiehtlichste georduct, vorgelülmt 
werden. 
ler Crundgedunke des kunzen Unternehmens ist. 
ansgestellten Artikel in allen ’reislagen vorzulühren. den verschie- 
denen transatlantischen Ländern entsprechend, somit die Lehens-- 
mittelbranche nuch Möglichkeit erschöplend, soweit solche den LExport. 
betriftt. 
Die Ausstellung unterscheidet sich also von öflentlichen Aus- 
etellungen vornehmlich dudurch., dass alle unsgestellten Artikel 
csportlihig aulgemacht Sind. dieselbe eine dauernde ist und alle lür 
dlen Laporei in Frage kommenden Nenheiten huch Alöglichkeit aufweist. 
Die grosse Reihe von Firmen ersten Ranges, welche zur Ausstellung 
Velangten und im Auslande sich wWesentliche Absalzgebiete eroberten, burgen 
dem Käufer (Ur die Konkurrenztähigkeit der Fabrikate im Weltmarkte. Trreis= 
listen in lünl Sprachen. 
Pür die vorlibergehend in Hamburg weilenden Korrespondenten Hamburger 
Exportlirmen, welche Lebensmittel imporliren, dlirite die Ausstellung von 
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nach Conakry, Monrovia, der Goldküste, Togo, Whydah und Kotonou. 
Am 31. Oktober: P. D. „Henannette Woermann“, Capt. Heldt, 
nach Teneriffe, Las Palmas, Liberia und den Hüälen der Südwestküste Afrikas von 
Landana bis Loanda. 
Am 10. November: P. D. „Aline Woermann“, Capt. Busch, 
nach Madeira, Klein-Popo, Lagos, Kamerun und den Häfen der Südwestküste Afrikas 
bis Ponta Negra. 
Am 15. November: P. D. „Anna Weoermann“, Capt. Schade, 
via Antwerpen nach Marocco, den Canar. Inseln, Gorée, Dakar, Rufisque, Bissac, 
Bolama, Sierra Leone und Sherbro. 
Nach Deutsch- Südwestafrika: am 30. November. 
Alle Güter mitssen cm Tage vor dem 45yany#datum bis 1I2 Uhr mittagys Iasseite sein. 
Nüheres wegen Fracht und Passage ertheilt in Hamburg die Woermann-Linie, sowie der Schiflsmakler 
Angust Bolten, Wm. Miller’'’s Nachfolger, Adwiralitätstrasse 33/34, und wegen Denutsch-Südwestafrika die 
lierren I. F. Aathies &amp; Co., Grimm 27. 12 
  
Deutsche Ost- Arrlka. Linie. 
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Regelmässige Postdampfer - Verbindung 
unter Vertrag mit dem Deutschen Relche 
zwischen 
Hamburg, Ostafrika und Transvaal 
Amsterdam, Lissnbon und Nenpel anlaulend. 
  
Die nächsten fahrplanmässigen Expeditionen finden statt: ah Hamburg ab XNeupel 
R. P. D. „KANZLER“, Capt. Elsn 4. Oktober, 28. Oktober, 
E. P. D. „BUNDESRATH“, Capt. Asthausen . . . 4. November, 18. November, 
E. P. D. „KOENIG“ (Doppelschrauben), Capt. Doherr 25. November, 9. Dezember, 
E. P. D. „GCENERAE, Capt. Gaunen 16. Dezember, 30. Dezember, 
nach Tanga, Dar-es-Salám, Sansibar, Mozambique, Beira, Delagoa-Bai und Natal. 
Diese Dampfer nehmen auch Passagiere und Waaren nach 
Pangani, Saadani, Bagamoyo, Kilwa, Lindi, Mikindani, Ibo, Quelimane, Chinde, 
Inhambane, Mombassa und Lamu. 
Ferner Extradampfer ab Hamburg ½# Kap der #icken Nohning direkt nach 
Tiurban, Delagoa-ZBaoi, Inhombanc. 
Die Daümpfer Nuben vors#pliche Einziche#enen ir Passagtere in allen Klassen. 
Ferner zwischen Ostafrika und Bomba) regelmässig alle drei Wochen im Anschluss 
an die Ilauptdampler. 
Näheres ertheilt in Hamburg: Co) 
wegen Fracht der Schiffsmakler August Bolten, Wm. Miller'’s Nachfolger 
wegen Passage die Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Aktien- -desellschaft, 
s owie wegen Fracht und Passage die 
Deutsche Ost-Afrika - Linie, 
r. Reichenstrasse 25/27 
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Duuck und Verlag der Königlichen Hofbuchbondlung und Hofbuchdruckerei von E. S. Miltler &amp; Sohn, Berlin 8W 12, Kochstrabe 68—71. 
Ausgegeben am 15. Oktober 1898 um 6 Uhr nachmittags.
        <pb n="749" />
        Deutsches Kolonialblatt. 
Amtsblatt für die Schutzgebiete des Deutschen Reichs. 
herausgegeben in der Holonial-Abtheilung des Auswärligen IAmts. 
  
  
VII. Jahrgang. Serlin, 1. November 1896. Uummer 21. 
Diese Zeitschrift erscheint in der Regel am 1. und 15. jedes Monats. Derselben werden als Beiheste beigesügl die mindestens einmal vierleljährlich 
i isenden und Gelohlrton aus utschen Schutzgebicton“, herausgegeben vo . Froiherr 
ericheinenden: „Mittheilungon von Forschungsreisen n .- 
v.l)snckolmsn.DekvicktcliöhtlicheOlboikstomtntsnkcis»fürdaöctoloumlblattmitdchghcnesshctkäqlbcimBUuqedurchbiePoftIlIlddie 
LkuchliandltusqcnNil-T-direltnmkkStteiIbanddurchdie«VerlagsbuchhandlungMk.«s,50nlchllllchlandandOcitcrkcichsllstqakn,Ml.:1,75für 
öndekbcdPensions-ständ-—EinsetttkmtgcnundAmkaycnImHaieuöniqlicHPsbnchhstdlxumoon.knicSicqf-ichittlcr 
nndSohn,Berlinss712,Kochsttaae68-7l,·zukichtctr.NachtraquindthcuuugdincsdltitcsüklMuutcksJkr.1910.) 
Inhalt: Amtlicher Theil; Verfügung des Reichskanzlers, betreffend die Ausführung der Allerhöchsten Verordnung 
vom 15. Juni 1896 S. 667. — Einführung der Allerhöchsten Verordnung, betreffend das Vergwesen im südwest- 
afrikanischen Schutzgebiete, im Gebiete von Gibeon S. 669. — Runderlaß, betressend die ethnographischen und 
naturwissenschaftlichen Sammlungen der in den Schutzgebieten besindlichen Beamten und Militärpersonen S. 669.— 
Personalien S. 670. 
Nichtamtlicher Theil: Dank des Herrn Dr. Kayser S. 670. — Personal-Nachrichten S. 670. — Sitzung 
des Kolonialraths S. 671. — Deutsch-Ostafrika: Ueber die Regierungsplantage Mohorro S. 675. — Natur- 
wissenschaftliche Sammlungen S. 675. — Togo: Grundstücksschenkung S. 675. — Das Vorkommen der Kicksia 
africann S. 675. — Marshall-Inseln: Reise des Landeshauptmanns S. 675. — Aus dem Bereiche der 
Missionen und der Antisklaverei-Bewegung S. 675. — Aus fremden Kolonien: Außenhandel der 
Kapkolonie im Jahre 1895 S. 676. — Spanische Besitzungen im Golf von Guinea S. 682. — Verschiedene 
Mittheilungen: Vorlesungen am Orientalischen Seminar in Berlin S. 682. — Ein deutsches Kolonialhaus in 
Berlin S. 683. — Kulieinwanderung in Singapore S. 683. — Litteratur S. 684. — Schiffsbewegungen S. 686. 
— Verkehrs-Nachrichten S. 686. — Anzeigen. 
  
Amtlicher Theil. 
Gesehe; Perordnungen der Reichsbehörden. 
Verfügung des Neichskanzlers, betreffend die Ausführung der Allerhöchsten 
Verordnung vom 15. Juni 1896. 
Für das Schußgebiet von Kamerun wird auf Grund des § 13 der Allerhöchsten Verordnung 
vom 15. Juni d. Is. über die Schaffung, Besitzergreifung und Veräußerung von Kronland und über den 
Erwerb und die Veräußerung von Grundstücken im Schutzgebiete von Kamerun Folgendes bestimmt: 
I. Schaffung von Kronland. 
81. 
Behufs Sicherung wohlerworbener Rechte von Privatpersonen, insbesondere auch von Eingeborenen, 
gegen Beeinträchtigung ist, bevor Land als herrenlos in Besitz genommen wird (vergl. 8 2 der Allerhöchsten 
Verordnung vom 15. Juni d. Is.) durch vorgängige Untersuchung festzustellen, daß Ansprüche der im § 1 
der Allerhöchsten Verordnung vom 15. Juni d. Is. bezeichneten Art daran nicht bestehen. Diese Unter- 
suchung ist erforderlichenfalls durch örtliche Besichtigung und, soweit angängig, durch Vernehmung in der 
Umgebung angesiedelter oder sich aufhaltender Personen zu führen. Ueber das Ergebniß der Untersuchung 
ist ein Protokoll aufzunehmen. 
82. 
Werden auf bestimmte Landflächen Ansprüche von Häuptlingen, von Dorfgemeinden oder anderen 
Gemeinschaften der Eingeborenen geltend gemacht, welche auf angeblichen Hoheitsrechten beruhen, oder dem 
Häuptlinge oder der Dorfsgemeinschaft als solchen zustehen sollen, so ist den Rechten der Eingeborenen nach 
Möglichkeit Rechnung zu tragen und zunächst auf eine Vereinbarung im gütlichen Wege Bedacht zu nehmen, 
durch welche das für das Fortbestehen der Gemeinschaft erforderliche Land ausgeschieden, der Rest aber 
zur Verfügung der Regierung gestellt wird. 
Soweit eine solche Vereinbarung nicht erreicht wird, entscheidet der Gouverneur.
        <pb n="750" />
        — 668 — 
83. 
Eigenthums= oder Nußungsansprüche auf Grund und Boden seitens Einzelner auf Grund privater 
Rechtstitel sind besonders zu prüfen und zu behandeln. Solche Ansprüche sind namentlich dann anzuer- 
kennen, wenn entweder Urkunden vorgelegt werden, welche nach den zur Zeit ihrer Abfassung geltenden 
Rechtsnormen und Rechtsanschauungen verbindlich waren, oder wenn das Grundstück bebaut, bepflanzt oder 
eingefriedigt ist und der Besitzer sich seit wenigstens zwei Jahren vor Beginn des Ermittelungsverfahrens 
in ungestörtem Besitze befindet. 
II. Besitznahme von Kronland. 
84. 
Die Besitznahme hat allmählich nach Maßgabe des Fortschreitens der Erforschung und Feststellung 
der Landverhältnisse zu erfolgen. In gleicher Weise ist die Ermittelung der widerstreitenden Rechte vor- 
zunehmen. Ueber Ausdehnung und Folgeordnung des Vorgehens trifft der Gouverneur Bestimmung. 
5. 
Umfang und Lage des in Besitz genommenen Kronlandes ist thunlichst sichtbar festzustellen, auch 
darüber ein Protokoll aufzunehmen. Dieses Protokoll ist von einem Beamten der Landkommission (8 4 
der Allerhöchsten Verordnung vom 15. Juni d. Is.) durch Unterschrift zu vollziehen. In die womöglich 
beizufügende Kartenskizze ist die Lage des Grundstücks thunlichst im Anschluß an feste Punkte sowie die 
etwa angebrachte Begrenzung mit möglichster Genauigkeit einzutragen. 
III. Veräußerung von Kronland. 
86. 
In den Bezirken, in welchen zur Ueberlassung bestimmte Grundstücke (Kronland) sich befinden, 
wird ein Verzeichniß dieser Grundstücke mit Angaben über Lage, Beschaffenheit und Ausdehnung und mit 
etwa vorhandenen Karten oder Kartenskizzen zur Einsicht offengelegt. 
87. 
Die Ueberlassung von Kronland (vergl. § 6 der Allerhöchsten Verordnung vom 15. Juni d. Js.) 
kann freihändig oder im Wege der öffentlichen Versteigerung geschehen. 
88. 
Der Gouverneur bestimmt die Behörde, bei welcher Anträge auf Ueberlassung zu stellen sind. 
89. 
Bei der Ueberlassung ist der Regel nach als Bedingung zu siellen, daß das erworbene Land 
binnen einer nach den Umständen des Falles zu bemessenden Frist in einem bestimmten Umfang urbar 
gemacht, bepflanzt, mit Wohneinrichtungen versehen oder sonst benutzt werden. Für den Fall der Nicht- 
innehaltung der Bedingungen kann eine Konventionalstrafe bestimmt, auch der Rückfall des Landes ohne 
Entschädigung vorbehalten werden. 
Der Gouverneur ist ermächtigt, ausnahmsweise von der Stellung besonderer Bedingungen bei 
Ueberlassung von Kronland überhaupt abzusehen. 
8 10. 
Bei Verkäufen kann der Kaufpreis ganz oder zum Theil gegen Sicherheit gestundet, bei Verpach- 
tungen die Leistung einer Sicherheit verlangt werden Der Nachweis eines bestimmten Betriebskapitals 
ist nicht erforderlich. 
IV. Allgemeine Vorschriften über die Veräußerung und den Erwerb von Grundstücken. 
8 11. 
Wer ein Grundstück der im § 11 der Allerhöchsten Verordnung vom 15. Juni d. Is. erwähnten 
Art zu Eigenthum erwerben oder pachten will, hat hiervon unter möglichst genauer Bezeichnung des Grund- 
stücks nach Lage und Ausdehnung und unter Angabe der mit dem Veräußerer oder Verpächter verabredeten 
Bedingungen bei dem Gonverneur oder der von diesem bezeichneten Behörde Anzeige zu machen. 
Der dazu berusenen Behörde liegt ob: 
a) sich zu vergewissern, ob und in welchem Umfange der Ueberlassende über das Grundstück zu verfügen 
befugt sei, und wenn sich ergiebt, daß andere Mitberechtigte vorhanden sind, die Zuziehung der 
letzteren zu dem Rechtsgeschäft den Parteien aufzugeben; 
b) dahin zu wirken, daß der Veräußerer oder Verpächter über die thatsächlichen und rechtlichen Folgen 
des beabsichtigten Rechtsgeschäfts aufgeklärt und von dem Erwerber nicht übervortheilt werde;
        <pb n="751" />
        — 669 — 
c) festzustellen, ob nach der Veräußerung oder Verpachtung, soweit solche von Häuptlingen oder Gemein- 
schaften erfolgt, genügend Land für den ferneren Unterhalt der Gemeinschaft noch verbleibt; 
4) nach Anhörung der Betheiligten vorzuschlagen, welche Beschränkungen oder Verpflichtungen dem 
Erwerber oder Pächter im öffentlichen Interesse aufzulegen, und zu begutachten, ob besondere Bedin- 
gungen bezüglich der Zeit und des Umfanges der Nutzbarmachung der Grundstücke dem Erwerber 
oder Pächter vorzuschreiben sind. 
13. 
Der Gouverneur entscheidet, ob die Genehmigung zu ertheilen und welche Bedingungen dabei 
etwa aufzulegen sind. 
Durch die Genehmigung werden Ansprüche Dritter auf das Grundstück, soweit dieselben nicht 
ausdrücklich verzichtet haben, nicht berührt. Derartige Ansprüche sind auf den Rechtsweg zu verweisen. 
8 14. 
Der Gouverneur ist befugt, die im § 12 der Allerhöchsten Verordnung vom 15. Juni d. Is. 
vorgesehenen Ermächtigungen behufs vorläufiger Besitznahme solchen Personen und Gesellschaften zu ertheilen, 
welche größere wirthschaftliche Unternehmungen beabsichtigen und für den Ernst ihrer Unternehmungen 
Gewähr bieten. 
Der Gouverneur bestimmt die Frist, innerhalb welcher die nach § 12 Absatz 2 der Allerhöchsten 
Verordnung vom 15. Juni d. Is. erforderliche Genehmigung nachzusuchen ist. 
8 15. 
Der Gouverneur hat die weiteren zur Ausführung der Allerhöchsten Verordnung vom 15. Juni 
d. Is. und dieser Verfügung erforderlichen Bestimmungen zu erlassen. 
Berlin, den 17. Oktober 1896. 
Der Reichskanzler. 
(L. S.) Fürst zu Hohenlohc. 
Auf Grund des § 11 der Allerhöchsten Verordnung, betreffend das Bergwesen im südwest- 
afrikanischen Schutzgebiete, vom 6. September 1892 sind durch Verfügung des Reichskanzlers vom 
11. Oktober d. Is. die Abschnitte I bis VI und VIII der Allerhöchsten Verordnung, betreffend das 
Bergwesen im südwestafrikanischen Schutzgebiete, vom 15. August 1889 im Gebiet von Gibeon mit dem 
15. Oktober d. Is. in Kraft gesetzt worden. 
Nunderlaß, betr. die ethnographischen und naturwissenschaftlichen Sammlungen 
der in den Schutzgebieten befindlichen Beamten und Militärpersonen. 
Nach der Bestimmung des Runderlasses vom 10. Dezember 1891 (Kolonialblatt S. 535) dürfen 
ethnographische und naturwissenschaftliche Sammlungen, welche von Beamten in den Schutzgebieten erworben 
und zusammengestellt sind, sofern sie nicht lediglich im Privatbesitz des Sammlers bleiben oder in Gemäß- 
heit der auf Grund des Bundesrathsbeschlusses vom 21. Februar 1889 ergangenen Anweisung (Kolonial= 
blatt 1891 S. 149) den heimischen wissenschaftlichen Instituten zur Verfügung gestellt werden, nur aus- 
nahmsweise und nach vorher eingeholter Genehmigung des Auswärtigen Amtes, Kolonial-Abtheilung, 
anderweit verwerthet oder veräußert werden. 
Derartige Sammlungen sind vielmehr vor etwaiger Entäußerung, der Anweisung vom 7. Novem- 
ber 1890 (Kolonialblatt S. 287) entsprechend, an „das Königliche Museum für Völkerkunde, Kolonial- 
Abtheilung, Berlin SW., Königgrätzerstr. 120“, zu senden, damit zunächst den heimischen wissenschaftlichen 
Instituten Gelegenheit zum Erwerb gegeben wird. 
Diese Bestimmung wird hierdurch auch auf die Angehörigen der Schutztruppen und auf die in 
den Schutgebieten befindlichen kommandirten Offiziere ausgedehnt. 
Berlin, den 13. Oktober 1896. 
Auswärtiges Amt. Kolonial-Abtheilung. 
(L. 8.) Kayser.
        <pb n="752" />
        670 
Perspnalien. 
Seine Majestät der Kaiser haben Allergnädigst geruht, dem bisherigen Direktor der Kolonial- 
Abtheilung des Auswärtigen Amtes, Wirklichen Geheimen Legationsrath Dr. Kayser bei seinem Scheiden 
aus dem Dienste des Auswärtigen Amtes den Stern zum Rothen Adler-Orden II. Klasse mit Eichenlaub 
zu verleihen. 
Seine Majestät der Kaiser haben im Namen des Reichs Allergnädigst geruht, den Wirklichen 
Geheimen Legationsrath Dr. Kayser in Berlin zum Senatspräsidenten bei dem Reichsgericht zu ernennen. 
  
Seine Majestät der Kaiser haben Allergnädigst geruht, das bisherige Mitglied der ägyptischen 
Schuldenkommission, den Geheimen Legationsrath z. D. Freiherrn v. Richthofen, unter Beilegung des 
Charakters als Wirklicher Geheimer Legationsrath, zum Direktor der Kolonial-Abtheilung des Auswärtigen 
Amts zu ernennen. 
Seine Majestät der Kaiser haben Allergnädigst geruht, dem Kaiserlichen Landeshauptmann für 
Deutsch-Südwestafrika Major Leutwein die Erlaubniß zur Anlegung des ihm von Seiner Königlichen 
Hoheit dem Großherzog von Baden verliehenen Ritterkreuzes I. Klasse mit Schwertern des Ordens vom 
Zähringer Löwen zu ertheilen. 
  
VVVVVVVVV.IVV VVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVYVVYVVVIDITVVYVVVVVVVVTFVVVVVVVVVVVU 
Nichtamtlicher Theil. 
Nachdem Seine Majestät der Kaiser Allergnädigst Der in den Dienst des Kaiserlichen Gouverne= 
geruht haben, mich meinem Wunsche entsprechend ments getretene Zollamtsassistent Kriese ist nach 
von meinem Amt als Direktor der Kolonial-Abthei= Dar-es-Saläm abgereist. 
lung des Auswärtigen Amts zu entbinden, verfehle — 
ich nicht, mich auf diesem Wege von den Herren 
Gouverneuren, Landeshauptleuten, Beamten und 
Offizieren der Schutzgebiete, den Leitern und Mit- 
gliedern der in diesen wirksamen Missionsgesellschaften 
und von den Vorständen der wirthschaftlichen kolo- 
nialen Unternehmungen zu verabschieden. Ich danke 
allen diesen Herren für die mir gewährte Unter- 
stützung und bitte sie, mir ein wohlwollendes Andenken 
zu bewahren. 
Gleichzeitig bitte ich auch, auf diesem Wege für 
die überaus anerkennenden Zuschriften danken zu 
dürfen, die mir aus Anlaß meines Abschiedes so 
zahlreich zugegangen sind, daß mir ihre Beantwortung 
im Einzelnen unmöglich ist. " 
Berlin, den 31. Oktober 1896. 
Dr. Kayser, 
Senatspräsident beim Reichsgericht. 
Perspnal-Rachrichten. 
Deutsch= Ostafrika. 
Der als kommissarischer Rechnungsbeamter in 
den Dienst des Kaiserlichen Gouvernements getretene 
Großherzoglich hessische Finanzaspirant M. Seiß ist 
nach Dar-zes-Saläm abgereist. "„ 
  
  
Der in den Dienst des Kaiserlichen Gouverne- 
ments getretene Finanzaspirant Kriegbaum aus 
Darmstadt tritt im November die Ausreise an. 
  
Ramerun. 
Der dem Kaiserlichen Gonvernement in Kamerun 
überwiesene Stationschef Premierlieutenant d. R. 
v. Carnap-Quernheimb tritt am 10. November 
die Ausreise an. 
Togo. 
Premierlieutenant Thierry, Zollassistent Wei- 
kusat, Zollaufseher Wegner und der Stations- 
assistent Sergeant Rosenhagen sind Ende Juli 
eingetroffen. 
  
Der Hauptzollamtsvorsteher Joop tritt am 
10. November nach Ablauf seines Urlaubs die Rück- 
reise an. *# 
Hüdwestafrika. 
Stabsarzt Richter hat einen Heimathsurlaub 
angetreten.
        <pb n="753" />
        Sihung des Kolvnialraths. 
Der Kolonialrath trat am Montag, den 19. Ok- 
tober, morgens 10 Uhr, in Anwesenheit der Mit- 
glieder der Kolonial-Abtheilung des Auswärtigen 
Amtes zu seiner Herbsttagung zusammen. Es ge- 
hören ihm gegenwärtig als Mitglieder an: 
1. Herr Ministerial-Präsident a. D. Wirklicher Geheimer 
Nath Dr. v. Grimm, Karlsruhe 
2. eheimer Kommerzienrath v. 
Berlin, Thiergartenstr. 31. 
ernsheim, Direktor der Jaluit-Gesellschaft, 
amburg. 
Wirklicher Geheimer Rath, Staatssekretär a. D. 
Dr. Herzog. Berlin, Magdeburgerstr. 2. 
Domkapitular Professor Dr. Hespers, Cöln. 
Bankier Karl v. d. Heydt, Berlin, Von der 
Heydtstraße. 
Staatsminister v. Hofmann, Verlin, Nürn- 
bergerstr. 63, III. 
Wirklicher Geheimer Nath, Staatssekretär a. D. 
Dr. v. Jacobi, Berlin, Karlsbad 14. 
eheimer Ober-Postrath Kraetke, vortragender 
Nath im Reichspostamt, Berlin, Leipzigerstr. 15. 
eheimer Kommerzienrath Michels, Cöln. 
direktor der Deutsch-Ostafrikanischen Gesellschaft 
eheimer Kommerzienrath Lucas, Berlin, 
Behrenstr. 16. 
2. Seine Hoheit der Herzog Johann Albrecht von 
Mecklenburg-Schwerin. 
13. Herr Hofrath Dr. Mehnert, Direktor des landwirth- 
Hastlichen Kreditvereins im Königreich Sachsen, 
resde 
Hansemann, 
C 
  
  
Te " se . 
—— 
  
— 
  
  
n. 
14. .. Geheimer Kommerzienrath Dr. Oechelhäuser, 
essau. 
15. - Oberst v. Palézieux, Flügeladjutant Sr. Königl. 
Hoheit des Großherzogs von Sachsen, Weimar. 
16. Geheimer Negierungsrath Professor Dr. Freiherr 
v. Richthofen, Berlin, Kurfürstenstr. 117. 
17. Rechtsanwalt Dr. Scharlach, Hamburg. 
18. Vizeadmiral z. D. Schering, Kiel. 
19. Professor Dr. Ebert, Berlin. 
20. Professor Dr. Schweinfurth, Berlin, Pots- 
damerstr. 75 
21. P. Staudinger, Berlin, Nollendorfstr. 33. 
22. Kaufmann Johannes Thormählen, Hamburg. 
23. Regierungsrath a. D. Freiherr v. Tucher, 
Nürnberg. · 
24. Konsul a. D. Vohsen, Verlin, Königgrätzerstr. 124. 
25. Kaufmann Adolf Woermann, Hamburg, Große 
Reichenstr. 23/27. · 
26. Dr. Wiegand, Direklor des Norddeutschen Lloyd, 
Bremen. " 
27. .Geheimer Regierungsrath Simon, Berlin. 
28. Drr. phil. Hindorf, VBerlin. 
Davon waren entschuldigt Direktor Dr. Wiegand 
und Oberst v. Palczieux. 
Der Vorsitzende, Ministerialdirektor Dr. Kayser, 
eröffnete die Sitzung mit der Mittheilung, daß 
Dr. Schröder aus dem Kolonialrath ausgeschieden 
sei, und begrüßte die neu eingetretenen Mitglieder, 
die Herren Geheimer Regierungsrath Simon, 
I)r. Hindorf und Professor Ebert. Er knüpfte 
daran eine längere Ansprache, in welcher er dem 
Kolonialrath von seinem bevorstehenden Scheiden 
aus der Kolonialverwaltung Mittheilung machte und 
über die Entwickelung unserer Schutzgebiete während 
seiner Amtsführung folgende Uebersicht gab: 
  
671 — 
Bei Uebernahme meiner Verwaltung waren 
die Einnahmen in Kamerun 278 000 Mark, 
sie sind in diesem Etatsjahr auf 640 000 Mk. 
gestiegen; in Togo betrugen sie für 1890/91 
93 500 Mk. und belaufen sich in diesem Etatsjahr 
auf 380 000 Mk. In Südwestafrika beliefen sich 
die Einnahmen 1890/91 auf 1200 Mk., in dem 
laufenden Etatsjahr auf 386 000 Mk. In Ostafrika 
sind die Einnahmen während der ganzen Zeit fast 
ständig geblieben, was aber insofern eine Steigerung 
bedeutet, als der Rupiekurs einen erheblichen Sturz 
erlitten hat, der seither fast 25 pCt. beträgt. Dem 
allmählich wachsenden Interesse des Reichstages für 
die Kolonien entspricht die Erhöhung des Reichs- 
zuschusses, woraus hervorgeht, daß das Vertrauen 
zu der Entwickelung unserer Schutzgebiete und zu der 
Verwaltung der Kolonien dauernd gestiegen ist. Wäh- 
rend im Jahre 1890/91 von dem Reiche etwa- 
2¾ Millionen für die deutschen Kolonien verwendet 
worden sind, hat die Aufwendung im Jahre 1896/97 
etwa 9½ Millionen betragen. Diesen erhöhten Auf- 
wendungen entspricht aber auch der wirthschaftliche 
und kulturelle Fortschritt. In allen unseren Kolo- 
nien ist die Zahl der Stationen im Innern gewachsen. 
Von 4 Stationen, die im Jahre 1890/91 in Ost- 
afrika bestanden, ist die Zahl im Jahre 1896/97 auf 
19 gestiegen; in Kamerun von 2 auf 10, in Togo 
von 2 auf 5, in Südwestafrika von 1 auf 26. Den 
gleichen Fortschritt machte das Anwachsen der weißen 
Bevölkerung; sie betrug in Kamerun im Jahre 1890 
105 und stieg auf 230 im Jahre 1896. In Togo 
35 und im Jahre 1896 96. In Südwestafrika im 
Jahre 1890 450 und im Jahre 1896 2025. Für 
Ostafrika liegt eine solche Statistik nicht mit Genauig- 
keit vor. Wenn aber im Jahre 1894 die weiße 
Bevölkerung auf 750 Köpfe geschätzt wurde, so darf 
man annehmen, daß diese Zahl das Sechsfache der 
Anfangsbevölkerung darstellt. Auch die Zahl der 
Handelsfirmen hat sich in allen Schutzgebieten ver- 
größert. Während in dem Jahre 1890 an der ost- 
afrikanischen Küste nur die Ostafrikanische Gesellschaft 
mit ihren Stationen thätig war, sind im Jahre 1896/97 
13 selbständige Firmen vorhanden. Die elf Kamerun= 
firmen des Jahres 1890 haben sich um fünf deutsche 
vermehrt. In Togo wuchs die Zahl der Firmen 
von 11 auf 18, in Südwestafrika von 12 auf 23. 
Der Handelsverkehr unserer Kolonien beträgt im 
Gesammtumsatz über 30 Mill. Mk., wovon 10 Mill. 
auf das deutsche Zollgebiet fallen, welches im Jahre 
1890 an diesem Handel mit einem kaum nennens- 
werthen Betrage betheiligt war. Von Plantagen- 
unternehmungen war im Jahre 1890 noch nirgends 
die Rede. In Ostafrika sind jetzt 16 derartige Unter- 
nehmungen im Gange und Gesellschaften dabei thätig, 
deren Grundkapital allein für diese Zwecke mehr als 
acht Millionen beträgt. In Kamerun sind ebenfalls 
sieben Plantagenunternehmungen im Gange. In Togo 
sind diese Unternehmungen auf acht gewachsen. Ueber 
die in Südwestafrika thätigen Gesellschaften und deren
        <pb n="754" />
        Kapital ist dem Kolonialrath eine besondere Denk- 
schrift zugegangen. Schon hat auch aus unseren 
Schutzgebieten eine mehr und mehr wachsende Ausfuhr 
stattgefunden. Bereits im vergangenen Jahre hat 
allein die Ostafrikanische Gesellschaft 100 000 Pfund 
Kaffee von ihren Plantagen nach Deutschland gebracht. 
In Kamerun ist z. B. die Kakaoausfuhr von etwa 
5000 kg des Jahres 1890 auf 141 973 im Jahre 
1895 gestiegen. Ueberall ist klargestellt, daß der 
Plantagenbau in unseren Schutzgebieten eine außer- 
ordentliche Zukunft hat. In Ostafrika sind werthvolle 
Kohlenlager entdeckt und die Möglichkeit des Auf- 
findens werthvoller Gesteine in eine größere Nähe 
gerückt. In Kamerun haben die Bodenuntersuchungen 
ergeben, daß wahrscheinlich Kohlen und andere werth- 
volle Gesteine zu finden sind. Auch in Südwestafrika 
kann die Hoffnung auf den Betrieb eines einträglichen 
Bergbaus nicht als eine aussichtslose bezeichnet werden. 
Während die Sterblichkeit in den ersten Jahren un- 
serer Kolonialpolitik eine erhebliche war, ist dieselbe 
insbesondere auch dadurch glücklicherweise gesunken, 
daß einerseits überall für gesunde und zweckmäßige 
Wohnungen und eine gute körperliche Verpflegung 
gesorgt ist, und daß andererseits durch Entsendung 
zahlreicher Aerzte und durch die Erbauung wohl- 
eingerichteter Krankenhäuser die Tropenkrankheiten mit 
großem Erfolge bekämpft werden. In allen afrika- 
nischen Schußgebieten bestehen Krankenhäuser, die 
gleichzeitig mit wissenschaftlichen Laboratorien ver- 
bunden sind, in welchen sehr werthvolle Forschungen 
über die Malaria und andere tropische Erkrankungen 
gemacht werden. Der letzte Kongreß deutscher Natur- 
forscher und Aerzte hat der Kolonial-Abtheilung wegen 
ihrer Fürsorge auf dem Gebiete der Tropenhygiene 
seine besondere Anerkennung ausgesprochen. Was 
wissenschaftlich auf unserem kolonialen Gebiete geleistet 
worden ist, davon geben nicht nur die Sammlungen 
unserer Museen Auskunft, sondern nicht minder die 
mit Unterstützung der Kolonial-Abtheilung heraus- 
gegebenen wissenschaftlichen und kartographischen Werke. 
Auch in den Schutzgebieten sind überall Regierungs- 
schulen für die Eingeborenen eingerichtet und Wander- 
lehrer angestellt. Einen geradezu staunenswerthen 
Aufsschwung hat das Missionswesen in unseren Schutz- 
gebieten genommen. Im Jahre 1890 waren im 
Ganzen in unseren Kolonien sechs deutsche Missions-= 
gesellschaften thätig. Jetzt haben sich allein 12 pro- 
testantische deutsche Missionsgesellschaften mit 66 Sta- 
tionen und acht deutsche katholische Missionsgesellschaften 
mit 79 Stationen gebildet. Die Zahl der Missionare 
ist im Wachsen begriffen. In Togo sind 27, in 
Kamerun 37, in Ostafrika in drei Küstenstädten 
allein 45. Diesem geistigen Rüstzeug zur Seite steht 
in allen afrikanischen Gebieten eine kriegstüchtige 
Schutztruppe; während im Jahre 1890 von allen 
Seiten darüber geklagt wurde, daß in unseren Kolo- 
nien weder für Missionen noch für wirthschaftliche 
Unternehmungen ein ausreichender Schutz vorhanden 
sei, ist jetzt überall Eigenthum und Leben gesichert, 
  
672 — 
und soweit überhaupt ein dauernder Friede in Afrika 
schon jetzt möglich sein kann, der Friede im Wesent- 
lichen gewahrt und es sind alle Mittel vorhanden, 
um einen Bruch des Friedens sofort niederzuschlagen. 
Für die nächste wichtige Aufgabe zur Erschließung 
der Kolonien, für den Eisenbahnbau, sind alle er- 
forderlichen Vorarbeiten abgeschlossen. 
Nach außen sehen wir in der Mehrzahl der 
Kolonien die Grenze festgelegt, und in Togo ist 
unsere Stellung derart gesichert, daß die Hinter- 
landsfrage zu unseren Gunsten gelöst werden 
muß. Im Innern ist für die Verwaltung eine 
feste Grundlage geschaffen, der Ausbau der ein- 
zelnen Zweige ist so weit gefördert, daß es nur noch 
Einzelheiten sind, die näher auszugestalten sind; 
die Grundzüge, wie sie geschaffen sind, werden un- 
berührt bleiben. Im Besonderen ist in dem letzten 
Jahre das schwere Werk der Schutztruppen-Organi- 
sation vollendet. Der Dualismus zwischen Militär- 
und Civilverwaltung ist beseitigt und Einrichtungen 
geschaffen, die die Anforderungen des Militärdienstes 
mit denen der kolonialen Entwickelung in durchaus 
zutreffender und allgemein anerlannter Weise vereinigen. 
Die Wege, welche die Regierung einzuschlagen hat, 
um die Thätigkeit der christlichen Missionen zu schützen 
und zu fördern, sind geebnet. Die wirthschaftliche 
Erschließung ist vorbereitet; die Projekte, um durch 
den Bau von Eisenbahnen Handel und Verkehr, 
Plantagenbau und jede Kultur zu erweitern, sind 
ausgearbeitet. Die Zeit liegt nicht mehr fern, in 
der die Kolonien nicht mehr als Bittende vor das 
Reich treten werden. 
Seine Hoheit der Herzog Johann Albrecht 
zu Mecklenburg sprach hierauf dem scheidenden 
Vorsitzenden das tiefste Bedauern aller kolonialen 
Kreise aus und äußerte die feste Ueberzeugung, daß 
die Zukunft seine großen Verdienste um die koloniale 
Sache voll anerkennen werde, während Herr 
v. d. Heydt erklärte, daß er dieses Bedauern nicht 
theile und sich alsdann für die weitere Tagung 
beurlaubte. 
Der Kolonialrath trat alsdann zunächst in die 
BVerathung des Etats von Deutsch-Ostafrika ein. 
Längere Erörterungen veranlaßten die Kosten der 
Zollverwaltung des ostafrikanischen Schutzgebietes 
sowie die Anstellung von Wanderlehrern. Herzog 
Johann Albrecht regte die Hinaussendung von Forst- 
beamten zum Schutze der Forsten des Schutzgebietes 
an. Besondere Aufmerksamkeit erregte die Nachricht, 
daß es dem Bergassessor Bornhardt gelungen ist, 
am Nyassasee das Vorkommen von Steinkohlen, die 
in einer Schlucht zu Tage träten, festzustellen, und 
daß Proben dieser Kohlen von sachverständiger Seite 
eine günstige Beurtheilung gefunden haben. Im 
Anschluß hieran wurde die Erschließung des Rufidji 
und Ulanga, welche den besten Wasserweg zum Nyassa 
darstellen, in Erwägung genommen.
        <pb n="755" />
        In der Nachmittagssitzung begrüßte der zu den 
Sitzungen des Kolonialraths eingetroffene, zum Direk- 
tor der Kolonial-Abtheilung ausersehene Geheime 
Legationsrath Dr. Freiherr v. Richthofen den Ko- 
lonialrath und erbat dessen Unterstützung und Wohl- 
wollen für seine künftige Amtsführung. Hierauf 
wurde mit den Etatsberathungen fortgefahren. Der 
Gouverneur v. Wissmann befürwortete die An- 
schaffung eines größeren Dampfers zu Transport- 
zwecken und zum Tonnenlegen und fand dabei die 
Zustimmung des Kolonialraths. Hinsichtlich des 
Eisenbahnbaues in Ostafrika theilte der Vorsitzende 
mit, daß diese wichtige Angelegenheit noch innerhalb 
der Reichsbehörden erwogen werde. Freiherr 
v. Richthofen erklärte sein Interesse für den Bahn- 
bau in den Kolonien, den er für eine der wichtigsten 
Aufgaben der gegenwärtigen Kolonialpolitik erachte. 
Er habe für den Bau von Eisenbahnen dem Innern 
Afrikas zu, wesentlich mit Hülfe deutschen Geldes, in 
fremdem Lande erfolgreich gewirkt und hoffe, auch im 
Dienste des eigenen Vaterlandes mit gleichem Erfolg 
in gleicher Richtung wirken zu dürfen. 
Es wurde alsdann in die Berathung des Etats 
für Togo und Kamerun eingetreten. In dem ersteren 
Schutzgebiet ist neuerdings der Guttapercha liefernde, 
sehr ergiebige Baum Kicksia africana in großen 
Mengen entdeckt worden, und es wurden daran Hoff- 
nungen auf einen erheblichen Aufschwung des Handels 
geknüpft. Einstimmig befürwortete die Versamm- 
lung die Erhöhung der Gehälter der Landeshaupi- 
leute in Togo und Südwestafrika. 
Die befürwortete Anlage einer Handelsfaktorei 
am Benus erachtete Herr Woermann wegen der zu 
großen Entfernung von der Küste zur Zeit für aus- 
sichtslos. Er wünsche dringend den Bau einer Eisen- 
bahn in Kamerun, um dem Handel ein größeres 
Gebiet zu erschließen. 
Zuletzt wurde in eine allgemeine Besprechung der 
südwestafrikanischen Verhältnisse eingetreten und dabei 
die Nothwendigkeit einer direkten Telegraphenverbin= 
dung mit dem Schutzgebiete hervorgehoben. 
Die Berathungen des Kolonialraths am 20. 
wurden mit einem Antrage Seiner Hoheit des Her- 
zogs Johann Albrecht zu Mecklenburg eröffnet, 
welcher die fernere Unterstützung des Brüsseler Iu- 
stitut colonial bezweckte. Die Versammlung trat 
dem Antrage einstimmig bei und ging alsdann zur 
Berathung des Entwurfs einer Verordnung, betreffend 
die Erfüllung der Wehrpflicht in dem deutsch-füdwest- 
afrikanischen Schutzgebiet, über, an welcher ein Ver- 
treter des Reichs-Marinc-Amts theilnahm. Nach der 
Verabschiedung des Entwurfs wurden Vorschläge zur 
Hebung des Handels in Deutsch-Ostafrika erörtert. 
Es zeigte sich dabei allseitiges Einverständniß darüber, 
daß von dem Bau von Bahnen und Straßen am 
meisten Förderung des Handels und der Volkswirth= 
schaft des Schutzgebiets zu erwarten sei. 
Nach einer Pause schritt der Kolonialrath nach- 
mittags zur Erörterung des vom Reichstag seinerzeit 
673 
  
abgelehnten Vertrages mit der Neu-Guinca-Kompagnie. 
Die allgemeine Debatte ergab die einstimmige Ansicht, 
daß der Uebergang der Landeshoheit auf das Reich 
im dringenden Interesse des Schutzgebiets und des 
Reichs liege. Behufs genauerer Erörterung wurde 
die Vorlage einem Ausschuß überwiesen, der aus 
Seiner Hoheit dem Herzog Johann Albrecht zu 
Meckleuburg und den Herren v. Jacobi, Sche- 
ring, Kraetke, Hernsheim und Hespers be- 
steht, und welcher am 21. vormittags zur Berathung 
zusammentrat. 
Die Plenarsitzung des Kolonialraths am 21. Ok- 
tober wurde nachmittags 2 Uhr eröffnct. Der Staats- 
minister v. Hofmann beantragte vor Eintritt in die 
Tagesordnung, daß seitens der Regierung dem Ko- 
lonialrath der Entwurf des Auswanderungsgesetzes 
in seiner jetzigen Form nochmals vorgelegt und ihm 
Gelegenheit gegeben werde, sich erneut über denselben 
zu äußern. Nachdem seitens Seiner Hoheit des 
Herzogs Johann Albrecht zu Mecklenburg wiederholt 
die Bedeutung betont worden war, welche der Kolo- 
nialrath der Berücksichtigung seiner Beschlüsse in dieser 
Frage beimesse, wurde der Antrag einstimmig ange- 
nommen. Die Versammlung ging alsdann zu der 
Verathung der Regelung des Erwerbs von Kronland 
in Ostafrika über. Wie der Vorsitzende besonders 
betonte, bestehe zwischen der Kolonialleitung und dem 
ostafrikanischen Gouvernement keinerlei sachlicher Ge- 
gensatz. Beide Theile hätten lediglich das Interesse 
des Schutzgebiets im Auge und wünschten die Ent- 
scheidung über die vorliegenden Schwierigkeiten in 
die Hand dieser sachverständigen Körperschaft zu legen. 
In der lebhaften und eingehenden Erörterung der 
Angelegenheit wurden insbesondere Bedenken gegen 
den Landerwerb durch Beamte sowie gegen die Er- 
schwerung der Eigenthumsübertragung von verschie- 
denen Seiten geltend gemacht. Man erachtete es 
für angezeigt, dem Kaiserlichen Gouverneur möglichste 
Unbeschränktheit in der Vergebung von Land an ge- 
eignete Unternehmer zu lassen. Die Versammlung 
nahm schließlich mehrere Resolutionen an, wonach 
Personen, die im Reichsdienst in den Schutzgebieten 
thätig sind, der Erwerb anderer als zur Wohnung 
benutzter Grundstücke untersagt, der Erwerb von Land 
möglichst erleichtert und von einem Erlaß allgemeiner 
Bestimmungen hierfür abgesehen werden soll. 
Der Kolonialrath berieth bei Beginn seiner Sitzung 
am 22. Oktober vormittags den Bericht des Aus- 
schusses für Vorbildung der Kolonialbeamten. An 
den eingehenden Erörterungen betheiligte sich neben 
einer größeren Anzahl von Mitgliedern des Kolonial- 
raths auch der Kaiserliche Gouverneur v. Wissmann. 
Es wurde besonders betont, wie überaus wichtig die 
jetzt nur in geringem Maße vorhandene Möglichkeit 
weiterer Verwendung der nicht mehr tropendienst- 
sähigen Kolonialbeamten im Reichs= und Staatsdienst 
sei, da ohne eine solche Aussicht es nicht möglich sei, 
dauernd über tüchtige Beamte zu versügen. Gegen- 
wärtig bleibe nichts übrig, als gute Beamte in den
        <pb n="756" />
        besten Jahren in den Ruhestand zu versetzen. Staats- 
sekretär a. D. Herzog warnte außerdem vor weiterer 
Ausgestaltung und auch nur Erhaltung des Rang-, 
Titel= und Uniformwesens in den Schutzgebieten. 
Geheimer Legationsrath Dr. Freiherr v. Richthofen 
erachtete die Erweiterung des Orientalischen Seminars 
zu einer Art von Kolonialschule für wünschenswerth, 
da dann der Leitung der Kolonialverwaltung Ge- 
legenheit geboten werde, unter gut vorgebildeten jun- 
gen Leuten, welche sich dauernd der Thätigkeit in 
den Schußgebieten widmen wollen, die Auswahl 
zu treffen. 
Im weiteren Verlauf der Sitzung, welche nach- 
mittags 2 Uhr nach kurzer Pause fortgesetzt wurde, 
billigte die Versammlung den bisher von der Kolo- 
nialverwaltung befolgten Grundsatz, die Beamten aus 
allen Berufskreisen zu nehmen, wenn nicht eine be- 
sondere Berufsvorbildung erforderlich sei. Sic empfahl 
gleichzeitig, Bewerber, welche sich eine geeignete Vor- 
bildung auf dem Orientalischen Seminar nach seiner 
geplanten Erweiterung angeeignet haben, gegebenen- 
falls in erster Linie zu berücksichtigen. 
talischen Seminar soll allen für den Kolonialdienst 
schon ausersehenen Beamten wie Personen, welche sich 
dafür ausbilden wollen, Gelegenheit gegeben werden, 
674 
  
Im Orien- 
die nöthigen allgemeinen, sprachlichen und technischen 
Kenntnisse zu erwerben. Es wurde auch ein Antrag 
Seiner Hoheit des Herzogs Johann Albrecht zu 
Mecklenburg angenommen, welcher Verwendung 
von Kolonialbeamten, die zurücktreten, weil sie das 
Tropenklima nicht mehr vertragen, in heimathlichen 
Ressorts befürwortet. Der Kolonialrath sprach sich 
ferner dahin aus, daß es erwünscht sei, daß Referen- 
daren die Zeit, welche sic etwa in amtlicher Stellung 
in den Schutzgebieten zubringen, für ihre Vorbildung 
angerechnet werde. Es wurde im Anschluß hieran 
von Seiner Hoheit dem Herzog Johann Albrecht zu 
Mecklenburg ein Antrag gestellt, welcher es als er- 
strebenswerthes Ziel bezeichnete, daß in Schulen 
innerhalb der deutschen Schutzgebiete, falls außer der 
Sprache der Eingeborenen noch das Lehren einer 
europäischen Sprache beabsichtigt werde, auch der 
Unterricht im Deutschen verlangt werden solle. Die 
Berathung, in welcher von Seiten der Vertreter der 
Missionen verschiedene Bedenken geltend gemacht 
wurden, mußte schließlich wegen vorgerückter Zeit 
vertagt werden. 
Bei der Wiedereröffnung der Sißung des Kolo- 
nialraths am Vormittag des 23. einigte sich die 
Versammlung auf die Annahme des von dem Herzog 
Johann Albrecht modifizirten Antrags in folgender 
Form: Der Kolonialrath empfiehlt der Regierung, 
unter Berücksichtigung der in Betracht kommenden 
Verhältnisse darauf hinzuwirken, daß, wenn in den 
Schulen neben der Sprache der Eingeborenen noch 
eine europäische Sprache gelehrt wird, die deutsche 
in den Lehrplan aufgenommen werde. 
  
Alsdann berichtete Rechtsanwalt Dr. Scharlach 
über die Ergebnisse der Berathungen des für die 
Neu-Guinea-Angelegenheit niedergesetzten Ausschusses. 
Danach würde es dem Interesse des Reichs entsprechen, 
die Landeshoheit im Schutzgebiete der Neu-Guinea- 
Kompagnie unter Abfindung der letzteren auf das 
Reich zu übernehmen. Nach einer längeren Erörte- 
rung der Vorschläge des Ausschusses trat die Ver- 
sammlung ihnen mit einigen redaktionellen Abände- 
rungen bei. 
Am Nachmittag erklärte der Vorsitzende auf eine 
Anfrage die Preßnachrichten über neue Etatsforde- 
rungen aus Anlaß eines angeblich gegen die Wahrhe 
stattgehabten Zuges für erfunden. Die Versammlung 
trat alsdann in die Berathung der ihr vorgelegten 
Denkschrift über die in Deutsch-Südwestafrika thätigen 
Gesellschaften ein. Mit besonderer Berücksichtigung 
der Frage der Zweckmäßigkeit der Zulassung englischer 
Gesellschaften im Schutzgebiete schilderte Rechtsanwalt 
Dr. Scharlach eingehend die Entstehung, das durch- 
aus korrekte Verhalten und die Thätigkeit der South 
Westafricu Company. Er hob insbesondere hervor, 
daß in der fraglichen Zeit für eine deutsche Gesell- 
schaft weder in Deutschland noch anderswo Geld zu 
haben war, während die von ihm nachher gegründete 
englische Gesellschaft lebhafte Betheiligung in Deutsch- 
land gefunden habe. Der Vorsitzende bestätigte diese 
Ausführungen und erklärte unter Hinweis auf seine 
früheren Mittheilungen im Reichstag, daß die Gesell- 
schaft jederzeit ihre Verpflichtungen streng erfüllt 
und sich in jeder Weise der Regierung entgegen- 
kommend verhalten habe. Er beklage auch, daß sich 
in Deutschland kein Kapital für Deutsch-Südwestafrika 
gefunden habe; doch habe die Regierung bisher keinen 
Anlaß gehabt, über die Thätigkeit der South West- 
africa Company irgend welche Klage zu führen. Der 
Vorsitzende knüpfte daran eine Reihe von Mitthei- 
lungen über die Entstehung und Wirksamkeit des 
Karaskhoma-Syndikats und der South African 
Territories Company. Staatsminister v. Hofmann 
wies darauf hin, daß die Konzession des Karaskhoma- 
Syndikats vom Kolonialrath seinerzeit genehmigt 
worden sei, und daß sie sowieso verfalle, wenn die 
Gesellschaft nicht binnen einer gewissen Frist die ihr 
obliegenden Eisenbahnbauten in Angriff nehme. Die 
Versammlung empfahl schließlich der Regierung bal- 
dige Ausführung einer Landungsstelle am Tsoakhaub 
und Herstellung von Telegraphenlinien im Schutz- 
gebiet. Außerdem bezeichnete sie es als erwünscht, 
vor der endgültigen Einführung von Zöllen in 
Deutsch-Südwestafrika darüber gehört zu werden. 
Der Kolonialrath wurde alsdann bis auf Weiteres 
vertagt, nachdem Seine Hoheit der Herzog Johann 
Albrecht zu Mecklenburg dem Vorsitzenden noch den 
Dank der Versammlung für seine Leitung der Be- 
rathungen ausgesprochen hatte.
        <pb n="757" />
        Machrichten aus den deullschen Schuhgebieten. 
(Abdruck der Nachrichten vollständig oder theilweise nur mit Quellenangabe gestattet.) 
Deutsch-Dlkafrika. 
Ueber die Regierungsplantage Mohorro, 
auf der größere Anbauversuche mit Tabak vor- 
genommen werden sollen, berichtet das Kaiserliche 
Gouvernement, daß Lage und günstige Bodenver- 
hältnisse gute Resultate erhoffen lassen. Das später 
zu bepflanzende Terrain umfaßt 40 Felder, die zum 
großen Theil für die Kulturen umgearbeitet sind. 
Zu Anfang der Regenzeit wird mit der Aussaat 
begonnen werden. Für Saatbeete ist in genügender 
Weise in günstiger Lage gesorgt. Der Wohnhausbau 
für die Europäer ist nahezu beendet, und ebenso 
sind geeignete Häuser für die jetzt in der Zahl von 
35 Personen dort befindlichen chinesischen Kulis 
errichtet, die mit ihrer Lage sehr zufrieden sind. 
Häuser für Negerarbeiter sind in Angriff genommen, 
und ebenso der Bau von Trockenscheunen und Fer- 
mentirschuppen, zu welchem gutes und dauerhaftes 
Bauholz reichlich in den nahen Mangrovenwaldungen 
vorhanden ist. Der Bau von Ställen für Vieh und 
Geflügel ist beendet. Als Zuchtvieh für die spätere 
Fleischversorgung der chinesischen Kulis sind Schweine 
aus Mozambique und Enten aus Bombay beschafft. 
Üaturwissenschaftliche Lammlungen. 
Der längere Zeit auf der Station am Kilima- 
ndjaro thätig gewesene Premierlientenant v. d. Mar- 
witz, welcher schon wiederholt dem Königlichen 
Museum für Naturkunde zu Berlin werthvolle 
Sammlungen von Vögeln zum Geschenk gemacht hat, 
überwies neuerdings der genannten Anstalt eine kleine 
Ausbeute von Säugethieren, welche er östlich von 
Moschi zusammengebracht hat. Darunter befinden 
sich mehrere sehr seltene Arten, u. a. ein Löffelhund, 
das erste in europäischen Museen befindliche Exem- 
plar aus Deutsch-Ostafrika, und der Schädel einer 
Giraffe, durch welchen es möglich sein wird, endlich 
"estzustellen, ob die Sudanform oder die südafrika- 
nische Abart dieser merkwürdigen Thierform am 
Kilimandjaro lebt. 
Togv. 
GErunostücksschenkung. 
Der Häuptling Adjalla von Amutive hat der 
Kaiserlichen Landeshauptmannschaft ein gut gelegenes 
Grundstück für Regierungszwecke im Westen Lomes 
am Strande zum Geschenk gemacht. 
  
Das vorkommen der Kicksia alriennn, 
des neu aufgefundenen Gummibaumes, dessen Saft 
seit einigen Jahren in Lagos und an der Goldküste in 
außerordentlich großen Massen ausgeführt wird und 
ihrem Handel großen Vortheil gebracht hat, ist nun- 
mehr auch in Togo festgestellt worden. Stations- 
vorsteher Licutenant Plehn hat den Baum in den 
Wäldern des Aguberges, der Wanderlehrer Wöckel 
auf der Strecke von Misahöhe nach Kete-Kratschi in 
großen Mengen gefunden. Es ist zu hoffen, daß 
auch hier sehr bald die Ausbeutung des Baumes in 
größerem Umfange beginnen wird. Die Eingebo- 
renen sollen so weit wie irgend möglich belehrt 
werden, den Baum nur in schonender Weise an- 
zuzapfen, um zu verhindern, daß er bald, wie in 
den oben erwähnten englischen Kolonien der Fall ist, 
ausgerottet wird. 
Marlhzall-IUnseln. 
Reise des Landeshauptmanns. 
Der Kaiserliche Landeshauptmann hat das Ein- 
treffen des Kreuzers „Bussard“ am 25. Juni d. Js. 
zu einem Besuch der Atolle von Ailinglaplap, 
Majuru und Arno benutzt, wo Amtsgeschäfte zu 
erledigen waren. Der Kreuzer erreichte am 28. 
Ailinglaplap, am 30. Majuru. In beiden Plätzen 
gelang es ohne Schwierigkeit, die Häuptlinge zur 
Ablieferung der noch in ihrem Besitz befindlichen 
Schußwassen und Patronen zu bewegen, welche dann 
vernichtet wurden. Es ist damit die letzte etwa noch 
vorhandene Gefahr kriegerischer Zusammenstöße im 
Schutzgebiete beseitigt. Sowohl an die Häuptlinge 
als an die Missionare sind die üblichen Geschenke 
vertheilt worden, zumal ihr entgegenkommendes Be- 
nehmen bei dieser Gelegenheit volle Anerkennung 
verdient. 
Nachdem in beiden Atollen noch eine Reihe von 
Amts= und gerichtlichen Geschäften erledigt worden 
waren, wurde am 8. Juli die Lagune von Arno 
verlassen. Am folgenden Tage traf der Kreuzer 
wieder in Jaluit ein. 
Nach Auffüllung von Kohlen und Abhaltung von 
Schießübungen hat der Kreuzer „Bussard“ am 20. 
morgens Jaluit wieder verlassen. 
Rus dem Bereiche der Missionen und 
der Hnktis#klaverei-Bewegung. 
Der evangelische Afrikaverein hat beschlossen, 
außer seiner Sklavenfreistätte in den Usambarabergen 
ein Sanatorium und zwar in der Wugirelandschaft an-
        <pb n="758" />
        — 676 — 
zulegen. Es ist bereits ein Bauplan zur Kenntnißnahme 
aus Afrika eingegangen, welchen sogar nach Mitthei- 
lung der Vereinszeitschrift „Afrika= ein sachverständiges 
Mitglied des Ministeriums der öffentlichen Arbeiten 
als eine „tadellose Leistung bezeichnen konnte. Die 
Ausrüstungsstücke von dem Amboß und Blasebalg für 
die Schmiede bis zur Kaffeemühle und dem Plätt- 
eisen sind jetzt in Tanga angelangt und warten ihrer 
Bestimmung. Dem Verein sind schon 5000 Mark 
zur Verfügung gestellt und er giebt sich der Hoff- 
nung hin, daß das Werk auch anderweit im deutschen 
Vaterlande Freunde, Förderung und Unterstützung 
finden wird. 
Nach einem Ueberblick, den Prinz von Aren- 
berg auf der Katholikenversammlung zu Dortmund 
über die katholische Mission in den deutschen Schutz- 
gebieten gab, bestand im Jahre 1890 in Deutschland 
noch kein einziges Missionshaus, heute nach kaum sechs 
Jahren, zählt man sieben, und zwar: 
1. In der Erzdiözese Köln das erst vor Kurzem 
eröffnete Missionshaus der Väter vom hl. Geist in 
Knechtsteden mit 4 Patres, 3 Brüdern und schon 20 
bis 30 Zöglingen. 
2. In der Diözese Limburg das Missionshaus 
der Pallotiner in Limburg mit 50 Brüdern, 30 
Schwestern und 50 Zöglingen in der Filiale Ehren- 
breitstein. 
3. In der Diözese Breslau das Missionshaus 
der Priester vom göttlichen Wort in Heiligkreuz mit 
11 Priestern, 44 Laienbrüdern und 115 Zöglingen. 
Bekanntlich besitzt dieselbe Genossenschaft eine eben- 
falls rein deutsche Anstalt in Steyl in Holland mit 
23 Priestern und 332 Zöglingen. 
4. In der Diözese Fulda die Kongregation der 
Oblaten, welche die Missionirung Südwestafrikas 
übernehmen sollen. 
5. In der Diözese Augsburg das Benediktiner- 
kloster von St. Ottilien mit 11 Priestern, 19 studirten 
Patres, 53 Brüdern, 12 Postulanten, 50 Zöglingen 
— im Schwesternhaus 59 Schwestern und 10 Novizen. 
6. In der Diözese Trier die Kongregation der 
weißen Väter mit 26 Priesteralumnen und einem 
Missionshaus in Luxemburg für die Ausbildung der 
Laienbrüder. 
Endlich 7. in der Diözese Münster das erst vor 
wenigen Wochen gegründete Haus der Missionare 
vom hl. Herzen. 
Bei Beginn der Kolonialbewegung bestand in 
Togo, Kamerun und Neu-Guinea gar keine katholische 
Mission; in Ostafrika, und zwar unter ausschließlich 
französischer Leitung nicht der fünfte Theil der heu- 
tigen Niederlassungen. Heute zählt Deutsch-Ostafrika 
allein drei apostolische Vikariate, in welche sich die 
weißen Väter, die bayerischen Benediktiner und die 
Bäter vom hl. Geist theilen, 3 Bischöfe, 1 apostolischer 
Provikar, 53 Priester, 46 Brüder, 43 Schwestern, 
im Ganzen also 146 Missionare und eine entsprechende 
Anzahl eingeborener Katecheten. Viele Hunderte von 
  
Kindern sind in den Waisenhäusern und Schulen 
untergebracht und die Zahl der meist in eigenen 
Dörfern angesiedelten Christen beläuft sich auf Tau- 
sende. Die apostolische Präfektur Togo, ein verhält- 
nißmäßig kleines Gebiet, steht unter den Vätern vom 
göttlichen Wort; sie zählt fünf Haupt= und fünf 
Nebenstationen, 12 Knaben= und zwei Mädchenschulen, 
7 Priester, 8 Laienbrüder, 18 schwarze Katecheten 
und 2 Katechctinnen. Die apostolische Präfektur 
Kamerun wird von den Pallotinern geleitet und in 
fünf Stationen durch 7 Patres. 12 Brüder, 7 Schwestern 
und unterrichtet in ihren Schulen schon über 800 
Kinder. Die Mission vom hl. Herzen im Bismarck- 
Archipel, also nahe Neu-Guinca, besitzt fünf Haupt- 
stationen, 1 Bischof, 7 Priester, 17 Brüder, 21 Schwe- 
stern; allein seit August 1895 ist an etwa 1700 
Eingeborene die Taufe gespendet worden. 
RAus fremden Rolonien. 
Außenhandel der Rapkolonie im Jahre 1895.7) 
Das Jahr 1895 ist für den Handel Südafrikas 
als ein ganz besonders günstiges zu bezeichnen. Die 
Einfuhr in Südafrika, Transvaal und Natal ein- 
geschlossen, aber die Einfuhr über Beira nicht ein- 
begriffen, hatte einen Werth von 21 195 000 Pfd. 
Sterl. gegen 16712 000 Pfd. Sterl. im Jahre 1894, 
dabei ist gemünztes Geld nicht in Betracht gezogen. 
Die Ausfuhr Südafrikas im Jahre 1895 belief sich 
auf einen Werth von 18 664 000 Pfid. Sterl. gegen 
15 412 000 Pfd. Sterl. im Jahre 1894. Die Geld- 
einfuhr betrug im Jahre 1895 5 827 128 Pfd. Sterl. 
gegen 412 607 Pfd. Sterl. im Jahre 1894. Wenn 
man den Werth der gewöhnlichen Einfuhrgüter und 
den Werth des eingeführten geprägten Goldes für 
das Jahr 1895 zusammenrechnet, etwa 27 000 000 
Pfd. Sterl., und davon den Werth der Ausfuhr in 
Abzug bringt, so ergiebt sich ein Weniger für die 
Ausfuhr von über 8 000 000 Pfd. Sterl., welche 
aber durch den Verkauf von Minenaktien und Land 
in Europa gedeckt sein dürften. Die in Transvaal 
und allen Häfen Südafrikas von Kapstadt bis Dela- 
goabai erhobenen Einfuhrzölle belaufen sich auf 
3 008 177 Pfd. Sterl. im Jahre 1895 gegen 
2576 491 Pfd. Sterl. im Jahre 1894 und machen 
gegen 15 pCt. des Werthes der Einfuhr aus. 
Nach den statistischen Ausweisen des Jahres 1895 
hat die Wohlfahrt der Kapkolonie bedeutend zu- 
genommen, obwohl das Land in erheblicher Aus- 
dehnung durch Dürre und Heuschrecken sehr gelitten, 
die Menge der Ausfuhr, abgesehen von Diamanten, 
nur eine kleine Zunahme aufzuweisen hat, und die 
Ausfuhrartikel in niedrigen Preislagen sich bewegt 
haben. Die Steigerung in den Werthen von Wolle 
und Fellen ist von so kurzer Dauer gewesen, daß die 
Produzenten wenig Nutzen davon gehabt haben. Auch
        <pb n="759" />
        Angorahaar, das sehr im Preise stieg, war schon 
theilweise in den Händen der Aufkäufer, als die 
Preissteigerung ihren Anfang nahm. Die Ursache 
dieses Widerspruchs liegt unzweifelhaft in der ver- 
mehrten Goldausbeute im Transvaal. Der goldene 
Regen hat sich über ganz Südafrika verbreitet. Die 
große Anzahl von Einwanderern, welche sich am Wit- 
watersrand niedergelassen hat, deckte ihren Bedarf, 
soweit dies möglich, aus den Erzeugnissen der an- 
grenzenden Länder und zahlte dafür bereitwillig den 
leicht erworbenen Reichthum. Von den westlichen 
Theilen der Kolonie ging Wein, Branntwein, Groß- 
und Kleinvieh nach den Goldfeldern, der Handel mit 
Fischen und frischen Früchten nahm einen Ausschwung, 
und Nebenerzeugnisse des Ackerbaues fanden guten 
Absatz. Kaufleute und Arbeiter kamen mit reichlichen 
Mitteln von Johannesburg in die Kapkolonie zurück, 
erholungsbedürftige Besucher vom Goldlande und 
677 
  
der große Strom von Reisenden von und nach den 
Minengebieten ließen überall Geld zurück. Diese 
Umstände begründen den vermehrten Wohlstand der 
Kapkolonie im Allgemeinen. Für den Staatshaus- 
halt der Kapkolonie war der bedeutendste Faktor 
der große Personen= und Güterverkehr nach dem 
Transvaal. Daß die Eroberung der weiten Länder- 
gebiete im Norden zur Hebung der Kapkolonie bei- 
getragen hat, ist bisher zu bezweifeln. Eine Menge 
tüchtiger Arbeiter ist von Kapstadt dahin ausgewan- 
dert, und nicht unbeträchtliche Gelder sind dort an- 
gelegt, die noch keine Zinsen gebracht haben. 
Die Vermehrung des Landesreichthums wird auch 
für die Zukunft mehr von der Ausfuhr nach den 
Minengebieten als von der überseeischen abhängen. 
Die Haupt-Ausfuhrartikel über See: Wolle, Angora- 
haar, Straußfedern, Diamanten, Felle, Häute 2c., 
werden der Menge nach kaum wesentlich vermehrt 
werden. Getreide wird wohl nie erheblich ausgeführt 
werden, da die Preise des Weltmarktes den süd- 
afrikanischen Farmer nicht bezahlen würden. Mit 
der zunehmenden Einwanderung wird aber die Aus- 
beutung und Erzeugungsfähigkeit des Landes für die 
eigenen Bewohner sich vermehren. 
Im laufenden Jahre schwebt über Südafrika eine 
schwere Geißel, die Rinderpest, welche ihren vernich- 
tenden Weg von Nordafrika südwärts bis in den 
Transvaal und Betschuanaland fortgesetzt hat. Ge- 
lingt es der Kapregierung und dem Freistaat nicht, 
die Seuche fernzuhalten, so würde sie einen unge- 
heuren Verlust und Rückgang des Wohlstandes 
hervorrufen. 
Einfuhr. 
Es wurden an Waaren in die Kapkolonie ein- 
geführt einschließlich Barren und der mit der Post 
eingegangenen: 
1893 1894 
Pfund Sterling 
Für Privatrechnung 10 760 556 10 887 787 13 285 005 
Rechnung der Ne- 
1895 
  
gierung 604280 410 858 327 400 
Zusammen 11 364 836 11 298 645 13 612 405 
Gemünztes Geld. 175151 289 461 5 482 475 
11 539 987 11 588 096 19 094 870 
Diese Zahlen geben den gesammten Werth der 
Einfuhr ohne Unterschied, ob eine Verzollung der 
Waaren stattgefunden hat oder nicht, und begreifen 
auch die Güter in sich, welche in Bond (auf Zoll- 
niederlage) gebracht sind oder nur durchgeführt 
wurden. Das Ergebniß gewährt ein ziemlich sicheres 
Bild von der überseeischen Gesammteinfuhr, ergiebt 
aber nicht den Werth der ganzen Gesammteinfuhr in 
die Kapkolonie, da die Zollkontrole an den Land- 
grenzen eine unvollständige ist. 
Um einen genauen Ueberblick über den Handel 
in den einzelnen Ländern, soweit er durch die Kap- 
kolonie vermittelt wird, zu erhalten, muß man die 
eingeführten Güter nach den Bestimmungsgebieten 
(countries lor Consumption) feststellen. Die amt- 
liche Statistik unterscheidet in dieser Hinsicht: 
1. Güter für die Zollunion (Kapkolonie, Oranje- 
Freistaat, Britisch-Betschuanaland, Betschuanaland- 
Protektorat, Basutoland) einschließlich solcher außerhalb 
derselben, die zollfrei oder ohne Zollnachlaß dorthin 
ehen. 
"5?. Güter für Gebiete außerhalb der Zollunion 
  
unter Zollnachlaß (rebate), Südafrikanische Republik 
und andere Gebiete. 
Die nachfolgende Zusammenstellung für 1891 bis 
1895 zeigt die Vertheilung der eingeführten Güter, 
wie folgt: 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Guter unter Zollnachlaß) füter für Gebrauch im Zolloerein 
o. 
"1 . schuana- 
Süd= Gebiete Bei to. Oranie= Kap- 
land und Basuto anl ap Ueberhaupt 
afrikanische außerhalb Zusammen geischuana- 2 istaat?) kolonies; Zusammen 
Nepublit, der Zoll- Sellchtona- land") Freistaat:) kolonies) 
union. toral?) 4 "„ 
Werth: Pfund Sterling — 
1891 668 713 61268 629 971 79743 1 16 966 627 070 6 014 905 6 738 4837368 454 
1892 1185 667 "% 26 041 1211 708 85 941 35 644 594 301 6 480 966 7196 88808566 
1893 2381564 27347 2 408 911 91 7713 50 009 562 848 7 365 062 8.069 692)10 178 603 
1894 895 639 56 432 2952 071 138 860 386 331 637 404 6 980 774 7795 3690 747 440 
1895 4314 390 192 46514506 841 146 907 49570 676 716 7741 1848614 377 13 121218 
1) Nicht eingerechnet zollfreie Güter, und Güter, bei denen Zollnachlaß nicht gewährt wird. — 2) Nicht ein- 
begriffen sind zollfreie Güter. — 5) Einschließlich aller Güter, die zollfrei oder nicht eingeführt sind unter Anspruch 
r0a Zollnachlaß. — 4) Britisch-Betschuanaland ist zur Kapkolonie geschlagen (Proklamation vom 11. November 1895).
        <pb n="760" />
        — 678 — 
Die nachstehende Zusammenstellung giebt die Menge und den Werth der zum Verbrauch bestimmten 
Einfuhr der hauptsächlichsten Waarengattungen in den Jahren 1894 und 1895: 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
184 1335 ½# 155 
Maßstab 1) s — 
Menge Werth: Pfd. Sterl. 
Acergteräthe ............................ . . 80 334 70 401 
Ale und Bier ........ ...... .. ..... .. ... Gallonen 587 615 625 150 81 174 37 
Fertige Kiecungsstücke .................. . . 634 832 735 037 
Säcke aller #ccnct4t 90 376 106 732 
Bücher, gedruckttt .. .. . . 95543 103 0831 
9 zuter und Nargatine .................. Pfund 1782 464 2317 546 85 246 100 852 
Licchtt » 5 183 461 7159 443 89 624 118 753 
7*J3 und Karen . . 50 222 96537 
............................... Pfund 39289777 40212576 31 330 30 427 
4ä .................................. ,, 1439 800 1 818 267 41 063 48 497 
ichoren » 1163742 1368371 11701 12 114 
8 ngois, Preßkohlen Tonnen 60 189 66 471 41968 41 478 
................................ Pfund 11 416 426 12 209 030 393 625 378 070 
zuer whtren- Kakao, Schokolade « 2201.09 2 827 801 71 619 87499 
einmehl .... .. ... ...·........·........ » 2272 939 3058 334 9125 10 449 
Nautttttttttt . . . .. « 625008 1848 111 2859 3 609 
afer . . .. „ 195 306 2022 494 605 4434 
Beeee » 37 487 409 64 455 597 97 108 170 996 
Baumwollenwaanen . . 827 497 1 018 664 
Drogen, Chemikalln .. . . 9 336 798 
Dynamit, Sprengstofse, Puloer ........... Pfund 8023069 11 619 583 406 660 489 269 
Irdene Waaren, Steingut u. s. w. ... .. ... . . 31 578 76 5 
Möbel, Knren, iennen .. . . . . .. . 223261 327 179 
. chießpulver einschl. aluer in Patronen. Pfund 115 907 190 244 9 483 17 127 
gewehre und Gewehrläufe ... "„ 6909 16 826 24 946 53 785 
Mode= und Putzartikel für Frauen.. 958 568. 1 103 697 
eisen-, Stahl-, Messerwaaren 654 802 801282 
Hüte jeder #Htt4t4:t 5 788 114 586 
Stangen, Stabeisen, Eisenblech. 47 101 52229 
ewelltes und galvanisirtes Eisen 161 570 221 190 
old-, Silber-, Platina= und Uhrenmaaaren. 79734 121 946 
Blei in Röhren, Stangen und als Schro 10 173 17 530 
Leder, Lederwaaren einschl. Stiefel, Stetn . 504 527 547 912 
Leinenwaarnren .. 72 
Maschinen jeder Art .... .. . . . .. . .. . .. .. . . 795 718 1336 144 
Fleisch, gesalzen und konservirtt . ... Pfund 1851264 2254 503 62 698 73097 
Mincrao . . ... . .. . .. .. . .. Gallonen 1 780 796 2008 689 45 488 56 887 
Trockenc und angemachte Farben und Terpentin . . 48261 58 458 
Nöhren, eiserne und irden . . 3544 55 036 
Konseroirte Lebensmittel, Oel, Senf 2c. . . 329 845 406 644 
Reiitttttt Pfund 12 686 433 14 734 577 51237 50 370 
Jsc und Geschire . . 62 988 84 708 
Seisen . ... Pfund 10 830 468 12 900 529 85 317 104 191 
Aklohol aller cnnt . .... Gallonen 420 768 504 003 184 043 232 728 
Schreibmaterialen, Druckpapier . . 222 762 268220 
ohzucker . . . . .. Pfund 39 912 939 46 443 228 269 203 285 584 
. iafftntrler ZuckcrundKandts....·...... « 5830027 6892276 44 671 44 510 
.................................. « 1922626 2264 987 60 607 69 751 
fehigöer .............................. » 139 658 167 716 6439 7306 
gigaren „ 148 362 209 321 49 180 78 635 
I#dere Arten verarbeiteten Tabase# „ 269 825 373 150 54056 63 171 
................................. Gallonen 71 128 108 761 59 893 101 265 
2 unbearbeittttte Kubikfuß 3321 566 4251.209 165 193 198 990 
gehobettt .. « 1 483 203 1 750 035 95 476 115 880 
bearbeitet (nicht Möbell 80 925 94 032 
Wollenwaarnrn 327 854 350 675 
Die folgende Tabelle giebt die Vertheilung der 
für den Verbrauch aingeführten Güter in die einzelnen 
Häfen und Stationen, d. h. den Werth der dort 
eingeführten Waaren. 
) Englische Maße und Gewichte. 
Die beiden östlichen Häfen Port Elizabeth und 
East London erfreuen sich hiernach eines großen 
Durchgangsverkehrs nach dem Transvaal, und Kap- 
stadt hat seinen Antheil an diesem Handel aufrecht
        <pb n="761" />
        erhalten und noch vermehrt, wenn auch nicht in dem 
Maße wie die erstgedachten Häfen. Nach den Be— 
richten der Zollämter sind in Kapstadt im Jahre 1895 
577 605 Pfd. Sterl., in Port Elizabeth trotz seiner 
bedeutend größeren Einfuhr nur 699 715 Pfd. Sterl. 
Zölle erhoben worden. 
1893 1894 1895 
Hafen: Werth: Pfund Sterling 
Kapstadt 2907 586 2 870 611 31 4 
Port Nolloth. 9847 24715 21 847 
Simons Town. 5295 5 052 3552 
Mossel Bai 199 321 162 53 172020 
Knyana 7 119 11 7745 
Port Elizabeth. 4995 419 5193 169 6624 420 
Port Alfred 122 782 
East London 2259283 2343 425 2911 850 
St. dohns River 264 5 241 60 
Kimberley. . .. 
And. idsationen) "23241 34076 217 714 
Zusammen 10 478 603 10 747 440 13 121 218 
Der Werth der Gesammteinfuhr in den Zollverein 
(nicht beschränkt auf die Einfuhr zum Verbrauch, und 
Artikel für die Regierung eingeschlossen, aber ge- 
prägtes Geld ausgeschlossen) vertheilt sich nach seiner 
Herkunft, wie folgt: 
1894 
Pfund Sterling 
1893 1895 
Großbritannien 9203 317 8 877 632 10 427201 
Britische Besitzungen 667 530 605 674 736 584 
Andere Länder 1 493989 1815 339 2448 624 
Zusammen 11 364 836 11 298 645 13 612 409 
Nach dieser Aufstellung hat die Einfuhr aus 
Großbritannien im Jahre 1894 eine erhebliche Zu- 
nahme aufzuweisen, verhältnißmäßig noch mehr aber 
hat sich die Einfuhr von den nichtbritischen Ländern 
erhöht. Dabei ist in Betracht zu ziehen, daß außer 
einer direkten Dampferlinie von den Vereinigten 
Staaten von Amerika nur britische Dampferlinien 
den regelmäßigen Verkehr mit der Kapkolonie her- 
stellen, so daß daher von anderen Ländern Europas, 
besonders aber von Deutschland, Schweden und Bel- 
gien, ein Theil der Güter über London, wo auch 
die größten Agenten für Südafrika wohnen, dorthin 
gelangt und als aus Großbritannien stammend be- 
zeichnet sein wird. 
Von den anderen an der Einfuhr wesentlich be- 
theiligten Ländern kommen an erster Stelle die Ver- 
einigten Staaten von Nordamerika, welche an Werth 
1893 1894 1895 
Pfund Sterling 
67 
491 088 515 102 
3 
Atlantische Häfen 
cheal . 766 7 395 5 566 
Pacifichäfen 
einführten, sodann 
Deutschland, das in den- 
selben Jahren 244 576 448 412 772940 
lieferte. An dritter Stellesteht 4 
Schweden mit 152518 155 824 124 955 
Die Einfuhr von Norwegen hat sich in den drei 
letzten Jahren um etwa je 10 000 Pfd. Sterl. auf 
71 940 Pfd. Sterl. gehoben. Die verhältnißmäßig 
große Zunahme für die Vereinigten Staaten von 
Amerika ist auf die Herstellung einer regelmäßigen 
679 
  
Dampferlinie und auf den größeren Bedarf an Brot- 
und Futterstoffen bei den schlechten Ernten in Süd- 
afrika zurückzuführen. 
Die hauptsächlichsten Artikel der Einfuhr Deutsch- 
lands in den Jahren 1894 und 1895 waren: 
1894 1895 
Werth: Pfund Sterling 
7895 14 866 
    
    
    
      
« 29 6070 
Dynamiit . . .... 174 332 274 664 
Zündhütchhen 243 17 422 
Säcke, leren 1 071 1718 
................. 292 482 
... .. .. . 967 1707 
2 429 3 138 
466 656 
1080 1880 
387 2 100 
..................... 5642 4130 
...................... 826 3260 
.................... 963 1 142 
...... 1332 1247 
. . ... 1596 1471 
E 2174 1345 
.................. 344 442 
................ 908 1395 
Spundiecd ... 492 689 
und Bohnen 138. 135 
...................... 1541 3177 
.......... 7438 17 765 
.. . . . . . .. 1425 1299 
. . .. 1355 2 793 
............. 574 754 
................... 433 496 
................. 4587 6427 
................ 4516 7858. 
........... 164 361 
................ 12 430 17681 
................ 729 560 
8 153 15261 
16 047 18 781 
................. 36 420 59 619 
. . ... 437 784 
.............. 299 749 
709 878 
194 524 
278 246 
16 552 26222 
425 115 
508 215 
496 1 188 
812 950 
139 96 
4 787 8254 
159 393 
— 631 
..... 17 1179 
2117 1003 
.............. 22 520 25 971 
1937 13 945 
...................... — 714 
..................... 661 1165 
nicht genannt ...... ... — 538 
doppelläufig 81 185 
einläufig 269 566 
.................... 9 73 
................... 312 454 
.................... 60 229 
............. — 863 
........... 169 8 
..................... 54 65 
17 108
        <pb n="762" />
        1894 1895 
Werth: Pfund Sterling 
  
  
  
     
227 
695 754 
— 26 
433 496 
407 31 526 
— 1199 
11604 6 676 
1355 1263 
— 3363 
— 3913 
— 619 
22 119 
795 
36 117 
28 694 
320 480 
928 2 416 
240 687 
842 1189 
443 530 
95 34 
740 311 
365 559 
322 142 
291 937 
1632 — 
175 — 
1487 1792 
789 1683 
8 965 
1746 4364 
2566 7484 
214 271 
859 1272 
132 128 
137 156 
456 61 
Samen, Gorten. und Gemüse- 125 655 
Desgl., Kanarttn ... 48 97 
Shhschpulser“ und Tinktur 
(Sbeep D.h 62 309 1667 
Seife, thsince 416 857 
Desgl., andren 206 386 
8 kranntwein ................. 286 743 
105 247 
Spiennafen- fffr 313 765 
desgl., parfümirtt 699 1 048 
drucksachen, Bücher 1154 2478 
Landkaren 233 
Noten 209 281 
Druck= und Zeitungspapier 848 1172 
Anderes Papier und Schreib- 
Simateria ien 4146 11 165 
Stahl 1 365 2366 
Zucker, raffinirt und Kandis .. 5797 10 030 
Desgl., znraffinir . ... . . .. 4440 10 817 
Zinnwaa .. ... .... 662 934 
* a verarbeitet 1257 901 
18 973 15 562 
Eit 48 775 
Tahur- ben .2 (nicht Eigarren) 124 281 
Tabakpfeisen 610 638 
Verschiedene Waaren für den 
Tabakhande 174 389 
Spielwaaren 3547 5279 
Paraffnnn 416 2340 
Stearin 188 150 
Wenn . . . . . ... 1022 2139 
8 dolzwaoren .... ..... .. . . ... 742 692 
  
680 
  
1894 1895 
Werth: Pfund Sterling 
Möbee 4053 6550 
Wollenwaarnrnrnen 1150 832 
Wollene Decken 195 648 
Desgl., Tüchen 128. 327 
Bilder: 344 468 
m—9- ................. 519 761 
he .... . .. ... — 265 
Ausfuhr. 
Der Gesammtwerth der Ausfuhr von und durch 
die Kapkolonie einschließlich eingeführter und wieder 
ausgeführter Waaren, doch ausschließlich von gepräg- 
tem Golde, betrug im Jahre 1894 13 696 538 Pfd. 
Sterl. und im Jahre 1895 16 798 137 Pfd. Sterl. 
und vertheilt sich, wie folgt: 
1894 1895 
Ausfnhe, nach Pfund Sterling 
Großbritann .13 352 658 16 316 001 
Britischen Hclbnnen . 56 110 
dem Auslande 287 770 414 125 
Zusammen 13 696 538 16 798 137 
Der Gesammtwerth von Kolonialprodukten betrug 
im Jahre 1894 13 503 044 Pfd. Sterl. und im 
Jahre 1895 16 577 157 Pfd. Sterl. 
Dem Rückgange im Werthe der Ausfuhr von 
rein kolonialen Produkten (ausschließlich Gold und 
Diamanten), der in den Jahren 1892 bis 1894 er- 
folgte, ist nicht nur Einhalt gethan, sondern es hat 
sich statt dessen eine Zunahme gegen das Vorjahr in 
Höhe von 484 346 Pfd. Sterl. ergeben. 
Aus der folgenden Tabelle ist ersichtlich, wie der 
Gesammtwerth der Ausfuhr sich auf die verschiedenen 
Häfen und Stationen der Kolonie vertheilt (ein- 
schließlich Gold und Diamanten): 
1894 1895 
Westliche Provinz: Pfund Sterling 
Au zuhr von Hapstodt · 74254418304897 
Por t Nolloth. 284 778 246 723 
Simons= Town . — — 
Moer Bai 90 328 145258 
1891 8375 
i*i Werin 
Ausführ von Port 8 . 15704522020467 
Port Alfred . — — 
- East London. 791 112 755 399 
"Q% : St. Johns River 480 1 623 
- t"49 . 3338 562 5094 415 
  
Zusammen 13 503 044 16 577 157 
Die für Kapstadt angegebene Ausfuhr schließt 
Rohgold (fast alles Produkt der Südafrikanischen 
Republik) ein, und der Werth desselben war im 
Jahre 1894 6 822 324 Pfd. Sterl. und im Jahre 
1895 7 658 238 Pfd. Sterl. 
Der für Inlandstationen angegebene Werth ist 
für Diamanten und Gold durch die Post versandt. 
An Waaren eingeführt und wieder ausgeführt 
wurden außerdem:
        <pb n="763" />
        — 681 — 
  
  
  
  
  
  
  
  
1894 1895 1894 1895 
durch Pfund Sterling durch Pfund Sterling 
Kapstat. 154583 177 544 Port Alfred — —- 
PottNolloth·. 55 210 East Londo 5373 4880 
Himons= Ton . 5 483 6043 St. Johns River 10 4 
Vofela 284 44 Inlandstationen — — 
nysna .. 101 6 —- 
P ost Eliz abeih 27605, 32249. Zusammen 193 494 220 980 
Die hauptsächlichsten Artikel der Ausfuhr der JAaphäfen in den Jahren 1894 und 1895 waren: 
1894 1895 1894 1895 
Maßstab 1! 
Menge Werth: Pfd. Sterl. 
Aloaa .... .. . . . . . ... Pfund 515 513 494 294 2 780 2528. 
Weinstn « 81821 161 040 1320 2176 
Sbet ,, 1070511 2008580 1320 2176 
Bücher, gedruckte · . . 474 418 
Buchublätttr * Pfund 139 946 86 608 1829 15.062 
Wagen, Karren ... Stück 14 18. 631 1600 
. Tonne zu 
Kupfererz 2240 Pfd 27077 23 545 284 800 246 597 
......................... Pfund 3370 13250 
Bohnen, Erbsen , 4142s 99 884 196 321 
le » 1628 250 1206 603 2919 1 701 
Feinmehl » «- 115 200 
............................... » 189 221 65 843 
As ............................... » 729 110 942 739 2 362 3572 
Weiigen « 2720 8071 
Krocidolittte . . ... . ... « 21649 23210 960 00 
Kuriositäten .. . « 
Diamantan...-.................... Karat 2 60 408 3622 344 3013 578 4775 016 
Straußfeden Pfund 350 4 353 626 47 414 527 742 
Fische, beishgen und getrocknet „ 960 363 1 089 408 9 835 10 650 
Ficche, eingelege „ 474 071 376237 10 837 8 664 
Gräser, Blumen, trockeen... "„ 152 474 225 336 6886 11 392 
Früchte, trockehen » 17 16 096 244 251 
D frische . . 2411 4 298 
.............................. · 316 2055 
#ell :* Unzen 2 066 141 2 317 900 7147 308 7975 637 
Angorahar Pund 10 003 173 11 090 3 421 248 710 867 
Ochsen= und Kuhhäute Füch 5% 250 209 76204 111990 
Ochsenhörnen Stück 467 122 425 792 8679 2641 
eke..............-............... 1714 1730 
Elfenbein Pfund 5729 4991 19s14 2 022 
Zwiebeln « 151 512 200 998 505 818. 
8 aosfeln « 136 621 195230 360 643 
Salz » 898 100 2 607 400 767 2126 
Häute, Ziegen- Stück 1 619 358 1 417749 111 825 116 422 
3 Reben= „ 16 888 872 754 
Desgl., Scha » 3378589 3511017 229 122 246 986 
Mohi jent urt ..................... Gallonen 11 666 16 379 2898 4040 
Walsischknohen Piund 2 328 3829 1204 1990 
Kein jeder 0nt Gallonen 85 132 89 563 18 908 20 289 
Holz, uͤnbearbeitet ..... ..... . .. . .. . . .. Kubilfuß 5750 32757 454 2 798. 
28 bearbeitet (leine Vobe ...-. sch . Vall 112 190 1 584 4802 
Schafwolle, auf dem Thiere gewaschen allen 1 · 5 ç 
(Fleece wasbed) n ie 2297 129 435 ç 2 
esgl., geschoren und dann gewaschen allen ; 7278 .- 
Weo * ............... gewalchen Viund 12612 5988 13 0%0 15 625 693 616256 
De3gl, ungereinigte (Creaee) #n28105146 40 75203 344 504 963 838 
Zusammen einschl. anderer Artikel — . . 13 503 044 16 577 157 
  
  
  
  
  
Die Gesammtausfuhr im Jahre 1895, abgesehen Sterl.; sie hat gegen das Vorjahr nur um 350 000 
von Diamanten und Gold, beträgt 3 826 504 Pfd.] Pfd. Sterl. zugenommen. 
  
*) Postsendungen eingeschlossen.
        <pb n="764" />
        — 682 
Der Ausfuhrhandel mit frischen Früchten ist 
noch im Beginnen. Es werden Anstrengungen ge- 
macht, ihn erheblich zu erweitern, indem die Obst- 
kultur gefördert wird und auf den Schiffen nach 
Europa Eiskammern für die Aufnahme der Früchte 
eingerichtet sind, doch sind auch trotzdem bereits einige 
Sendungen im Jahre 1896 verdorben. 
Wolle ist der einzige größere Stapelartikel für 
die Ausfuhr von der Kapkolonie. Die Preise waren 
zu Anfang des Jahres 1895 in London nur 3⅛ 
bis 3½ Pence für Wolle, die auf 35 PéCt. reine 
Wolle geschätzt wurde, sie stiegen jedoch im Oktober 
für Wolle dieser Art auf 4⅛ Pence. Später im 
Jahre trat wieder ein Rückgang im Preise ein, da 
Amerikas Bedarf gedeckt war. Die höchsten Preise 
wurden im Oktober für gut sortirte Karoowolle ge- 
zahlt, und zwar bis 5¼ Pence. 
Die Weinernte hat im Jahre 1895 5384 129 
Gallonen gegeben und wird für das Jahr 1896 auf 
7½ bis 10 pCt. weniger geschätzt. Im März und 
April 1895 wurde den Farmern für das Faß von 
127 Gallonen 4 Pfd. Sterl. 10 Schill. gezahlt. Der 
Preis stieg zu Ende des Jahres auf 10 Pfd. Sterl. 
für das Faß. 
An den bedeutenderen Kap-Ausfuhrartikeln für 
1895 ist Deutschland in folgender Weise betheiligt: 
Werth: 
Wolle: Ballen Pfund Pfd. Sterl. 
Auf dem Thiere gewaschen 118 30 982 11 
Geschoren und gewaschen 290 54 816 2451 
Ungereinigle 1683 638 629 12964 
Stück 
Straußfeden — 799 1220 
Felle von Zieggen 354 1627 54 
Felle von Schafen . 68704 34 588 550 
Häute, Kuh= und Ochsen- 1371 38 487 849 
Vlumen, Gräser, getrocknet. — 118 765 6548 
4 Gallonen 
Wen — 28182 6587 
Die Ausfuhr nach Deutschland hat im abgelau- 
senen Jahre wiederum eine Verminderung erfahren. 
Es wurden ausgeführt nach Deutschland: 
1893 1894 1895 
Werth: Pfund Sterling 
108 434 66 193 55 459 
Geldmarkt. 
Die Banken diskontirten drei bis vier Monats- 
papiere mit 6 pCt. auf das Jahr und zahlten für 
Gelder, die auf 12 Monate deponirt wurden, 3 bis 
3½ pCt. Sichttratten auf London schwankten von 
½ pCt. Diskonto bis auf ½ pCt. Prämie. 
Schiffsverkehr. 
Die Gesammtzahl der Schiffe, die die verschie- 
denen Häfen der Kapkolonie anliefen, betrug im 
Jahre 1894 2111 von 4618 610 Reg.-Tonnen, und 
waren davon 1854 britische und 257 Schiffe anderer 
Nationen. Die Zahl der Dampfschiffe betrug 1638 
und die der Segelschiffe 473. Für das Jahr 1895 
war der Schiffsverkehr folgender: In alle Häfen 
  
klarirten ein 2118 Schiffe von 5 116 508 Reg.= 
Tonnen, nämlich 1859 britische und 259 Schiffe 
anderer Nationen, oder 1673 Dampfschiffe und 
445 Segelschiffe. 
Spanische Besitzungen im Golf von Guinea. 
Der in der „Gaceta di Madrid“ vom 22. Sep- 
tember d. Is. veröffentlichte Voranschlag des Etats 
der spanischen Kolonien in Westafrika (Fernando Po 
und Elobey) sieht Einnahmen im Betrage von 
262742 Pesos 13 Centavos und Ausgaben im 
Betrage von 255 943 Pesos 47 Centavos vor. Der 
größte Theil der Ausgaben, nämlich 141 609 Pesos 
34 Centavos sind für Marinezwecke, 39 925 Pesos 
für Missionen und Schulen, 38 429 Pesos 50 Cen- 
tavos für den Verwaltungsdienst bestimmt. An 
eigenen Einnahmen weisen die fraglichen Kolonien 
nur 16 919 Pesos 40 Centavos aus Steuern, Stem- 
peln und dergleichen auf. Den Rest decken Mutter- 
land und die Philippinen. Das erstere zahlt für 
Zwecke dieser Besitzungen 175 000 Pesos, das heißt 
44 000 Pesos mehr als im Vorjahre. Die Philip- 
pinen werden wieder mit 70 822 Pesos 73 Centavos 
für die Kosten Westafrikas herangezogen. Unter den 
Ausgaben befindet sich auch eine Summe von 1000 
Pesos, welche an die geographische und die handels- 
geographische Gesellschaft von Madrid gezahlt werden, 
eine von 7000 Pesos zur Förderung der Einwan- 
derung sowie eine von 1230 Pesos für eine Hülfe- 
leistung, welche ein Woermannschiff dem Kreuzer 
„Isabel II.“ im März 1892 an der afrikanischen 
Küste gewährt hat. 
Verschiedene Miltheilungen. 
vorlesungen am Orientalischen Seminar in Berlin. 
Am Orientalischen Seminar zu Berlin finden 
während des Wintersemesters folgende Vorlesungen 
von kolonialpolitischem Interesse statt: 
Guzerati. 1. Dienstags, Donnerstags, 6—7 Uhr, 
Herr Vacha. 
2. Praktische Uebungen im Guzerati: Montags, 
Mittwochs, Freitags, 6—7 Uhr, Herr Vacha. 
Neuarabisch mit besonderer Berücksichtigung des 
Dialekts von Syrien. 
1. Zweiter Kursus: täglich 8—9 Uhr, Herr 
Prof. Dr. Hartmann. 
Anfänger-Kursus: täglich außer Mittwochs, 
9—10 Uhr, Herr Prof. Dr. Hartmann. 
Uebungen der Selekta im Erklären und Ab- 
fassen von öffentlichen und privaten Urkunden 
in Neuarabischer Sprache: Mittwochs, 10 
bis 11 Uhr, Herr Prof. Dr. Hartmann. 
—.22 
4. Geographie und moderne Geschichte Syriens: 
Mittwochs, 9— 10 Uhr, Herr Prof. Dr. 
Hartmann.
        <pb n="765" />
        — 683 
1. Praktische Uebungen mit besonderer Berück- 
sichtigung des Dialekts von Syrien: täglich 
außer Sonnabends, 5—7 Uhr (5—6 Uhr 
für den zweiten Kursus, 6—7 Uhr für den 
Anfänger-Kursus), Herr Amin Maarbes. 
Außerdem wird Herr Prof. Dr. Hartmann 
privatim und unentgeltlich folgende Vor- 
lesungen halten: 
Grammatik und Uebung im Interpretiren kur- 
discher Texte: Montags, Donnerstags, 10 bis 
11 Uhr. 
Neuarabisch mit besonderer Berücksichtigung des 
Dialekts von Aegypten. 
1. Zweiter Kursus: Mittwochs, Sonnabends, 8 bis 
9 Uhr, Montags, Dienstags, 9—10 Uhr, Herr 
Dr. Moritz. 
2. Anfänger-Kursus: in noch zu bestimmenden 
Stunden, Herr Dr. Moriß. 
3. Neuere Geschichte von Aegypten: Mittwochs, 
Sonnabends, 10—11 Uhr, Herr Dr. Moritz. 
1. Praktische Uebungen mit besonderer Berücksich- 
tigung des Dialekts von Aegypten: täglich außer 
Sonnabends, 5—8 Uhr (5—6 ½⅛ Uhr für den 
Anfänger-Kurfus, 61—8 Uhr für den zweiten 
Kursus), Herr Muhammed Nassar. 
2. Schreibübungen: Montags, Freitags, 4—5 Uhr, 
Herr Muhammed Nassar. 
Neuarabisch mit besonderer Berücksichtigung des 
Dialekts von Marokko. 
1. Zweiter Kursus: Montags, Dienstags, Donners- 
tags, Freitags, 8—9 Uhr, Herr Dr. Moriftz. 
2. Anfänger-Kursus: Dienstags, Mittwochs, Don- 
nerstags, Freitags, 9—10 Uhr, Herr Dr. Moritz. 
1. Praktische Uebungen mit besonderer Berücksich- 
tigung des Dialekts von Marokko: täglich außer 
Sonnabends, 5—8 Uhr (5—6⅛ Uhr für den 
Anfänger-Kursus, 6/½—8 Uhr für den zweiten 
Kursus). 
2. Schreibübungen: Montags, Donnerstags, 4 bis 
5 Uhr. 
Neuarabisch mit besonderer Berücksichtigung des 
Dialekts von Sansibar. 
1. Montags, Dienstags, Donnerstags, Freitags, 
11 —12 Uhr, Herr Dr. Moritz. 
Suaheli. 1. Anfänger-Kursus: täglich 8—9 Uhr, 
Herr Dr. Neuhaus. 
Zweiter Kursus: täglich außer Mittwochs und 
Sonnabends, 9 —10 Uhr, Herr Dr. Neuhaus. 
Ostafrikas Handel und Verkehrswesen: Mitt- 
wochs, 9—10 Uhr, Herr Dr. Neuhaus. 
.Kolloquium über die deutschen Schutzgebiete in 
Afrika: Sonnabends, 9—10 Uhr, Herr Dr. 
Neuhaus. 
Praktische Uebungen im Suaheli: täglich außer 
Sonnabends, 5—8 Uhr (5—6½ Uhr für den 
Anfänger-Kursus, 6½—8 Uhr für den zweiten 
Kursus). 
Schreibübungen: Montags, Mittwochs, Frei- 
tags, 4—5 Uhr. 
c0 t0 
— 
# 
  
— 
Geschichte der deutschen Handelspolitik bis zur 
Gegenwart: Montags, 1—2 Uhr, Herr Konsul 
Dr. Zimmermann. 
Entwickelung der englischen Kolonialpolitik: Don- 
nerstags, 1—2 Uhr, Herr Konsul Dr. Zimmer- 
mann. 
Mathematische Grundbegriffe und Einführung in 
das Studium der sphärischen Astronomie und 
Erdphysik (erster Theil): Dienstags, Freitags, 
12—1 Uhr, Herr Prof. Dr. Güßfeldt. 
Praktische Uebungen mit Instrumenten, welche den 
astronomischen Ortsbestimmungen und topographi- 
schen Messungen auf Reisen dienen: Mittwochs, 
12—2 Uhr, Herr Prof. Dr. Güßfeldt. 
Ueber Tropenhygiene, verbunden mit Demonstrationen 
und praktischen Uebungen: Mittwochs, Freitags, 
4—35 Uhr, Herr Stabsarzt Dr. Kohlstock. 
Ueber die wichtigsten tropischen Nutzpflanzen und 
deren Verwendung, mit Demonstrationen: Mon- 
tags, Donnerstags, 12—1 Uhr, Herr Dr. Warburg. 
Außerdem liest an der Friedrich Wilhelms- 
Universität Dr. v. Luschan: Ethnographie und 
Anthropologie von Ostafrika mit Demonstrationen 
Freitags 2½—4 Uhr privatim und hält anthropo- 
logische Uebungen Sonnabends 3—7 Uhr sowie 
ethnographische Uebungen in später zu bestimmenden 
Stunden privatissime ab. 
* 
— 
  
Ein deutsches Kolonialhaus 
zum Vertrieb von Erzeugnissen aus den deutschen Kolo- 
nien ist am 1. Mai d. Is. in der Kolonial-Ausstellung 
begründet und in Anbetracht des Zuspruches, den man 
den wirklich guten Kolonialerzeugnissen sowohl in 
Berlin wie in der Provinz entgegengebracht hat, in 
vergrößertem Maßstabe am 24. Oktober in der 
Jerusalemerstraße 28 eröffnet worden. 
Außer den bereits vertriebenen Erzeugnissen, wie 
Kaffee, Kakao, Schokolade, Cigarren, ist es zum Ver- 
kauf von Koloniallitteratur,-Kartographie und -Ab- 
bildungen bestimmt, wie der Prospekt mittheilt. 
Ein Goldschmied aus dem Togolande führt darin 
seine Kunst den Besuchern vor und einige Schwarze 
aus West= und Ostafrika besorgen die Bedienung. 
Rulieinwanderung in Singapore. 
Nach Angaben des „Indischen Merkur“ sind 
1895 nach Singapore 190 901 Chinesen eingewandert, 
darunter 10 391 Frauen und 7708 Kinder. 1894 
hatte die Zahl der chinesischen Einwanderer nur 
137 695 betragen, 1893 dagen 189 843. 
Es wanderten ein in Singapore mänrliche 
Chinesen: 
1894 1895 
aus Hongkong 36 491 53 701 
Spatow 32 975 44742
        <pb n="766" />
        — 684 
1894 1895 
aus Amoy 47 961 61 907 
Hainan 3256 12 340 
Shanghai 75 112 
Zusammen 125 758 172 802 
Von ihnen verblieben in Singapore 150 157. 
Vom Rest wurden direkt nach Penang verschifft 
36742, nach Malakka 131, nach anderen Orten 387 1. 
Die Verschiffung der Einwanderer erfolgte auf 257 
englischen, 32 deutschen, 12 österreichischen, 12 ita- 
lienischen und 4 niederländischen Dampfern sowie 
auf 13 chinesischen Dschonken. 
Für Niederländisch-Indien wurden in Singapore, 
Penang und Malakka 1895 nur 8857 Kontrakte 
gegen 10414 im Jahre 1890 und 21 315 im 
Jahre 1887 geschlossen. 
  
Tikterakur. 
Paul Matschie: Die Säugethiere Deutsch- 
Ostafrikas. Mit 75 in den Text gedruckten 
schwarzen Abbildungen, zumeist nach dem Leben 
gezeichnet von Anna Held. Berlin. Dietrich 
Reimer. Ein Band Lexikon 8°½ von 185 Seiten 
Text. 
Soeben ist der erste Band jenes großartig an- 
gelegten Werkes erschienen, in welchem die bisher 
erreichten Forschungsergebnisse auf dem Gebiete der 
Thierkunde, anknüpfend an die Bearbeitung der 
Sammlungen von Stuhlmann und Emin, für das 
deutsche Schutzgebiet in Ostafrika niedergelegt werden. 
Es enthält das, was über die Wirbelthiere von 
Deutsch-Ostafrika bekannt ist. Unter obigem Titel 
befindet sich in ihm die schon vor einiger Zeit als 
Sonderabdruck im Buchhandel erschienene Arbeit über 
die Säugethiere des Gebietes von Matschie. 
Vor ungefähr 20 Jahren wußte man über die 
ostafrikanischen Säugethiere noch recht wenig, da kaum 
50 Arten durch die Reisen von Burton, Speke, 
Grant und v. d. Decken bekannt geworden waren. 
Ja noch im Jahre 1886 veröffentlichte der zur 
wissenschaftlichen Erforschung des Kilimandjaros hin- 
ausgesandte Engländer Johnston eine lange Liste 
von Thieren, welche er angeblich dort beobachtet hatte, 
die aber zum großen Theil unrichtig bestimmt waren 
und in Wirklichkeit am Kilimandjaro gar nicht vor- 
kommen. Derartige falsche Angaben waren sehr wohl 
zu entschuldigen: denn dem Reisenden und Jäger 
war es eben, besonders bei größeren Thieren, nicht 
möglich, das ganze Fell mit dem Schädel zu trans- 
portiren, und nach Europa zurückgekehrt, mußte er 
sich, von einigen heimgebrachten Gehörnen und 
Fellstücken abgesehen, zumeist auf sein Gedächtniß 
verlassen. Ihm fehlte ein Hülfsbuch, um die von ihm 
erlegten Thiere an Ort und Stelle zu bestimmen. 
So konnte es nicht ausbleiben, daß mannigfaltige 
  
Irrthümer über die dortige Säugethierwelt durch die 
Reisewerke verbreitet wurden. 
Nun liegt in Matschies Buch ein Vademecum 
vor, welches schon jetzt von unseren Afrikanern mit 
großem Erfolg benutzt wird. Es ist gemeinverständlich 
geschrieben und behandelt mehr als 100 Gattungen 
mit 210 Arten, von denen 155 innerhalb der Grenzen 
von Deutsch-Ostafrika mit Sicherheit nachgewiesen sind, 
während die übrigen 55, aus Uganda, Kavirondo, 
dem Kenia-, Nyassa= und Zambesigebiet bekannt, zwar 
noch nicht im deutschen Ostafrika gefunden wurden, 
wohl aber für dieses Gebiet zu erwarten sein dürften. 
Die Sammlungen und Berichte Hildebrandts, 
Fischers, Böhms, Stuhlmanns und des unver- 
geßlichen Emin haben uns eine gute Grundlage ge- 
geben, auf der wir weiter bauen können, und Oskar 
Neumanns Expedition von 1892 bis 1895 gab 
uns die wichtigsten Daten über die Verbreitung vieler 
größerer Säugethiere im Norden unseres Schutz- 
gebietes. Das nun vorliegende Werk weist auf zahl- 
reiche noch unerledigte Fragen hin, deren Lösung 
späteren Forschungen vorbehalten bleibt. 
Bei jeder Art sind neben den einzelnen Fundorten 
auch die betreffenden Gewährsmänner genannt, unter 
denen eine große Zahl der in den letzten Jahren 
draußen thätig gewesenen Beamten und Offiziere des 
Schutzgebietes als Mitarbeiter an der Erforschung 
des Landes auftreten. 
Von vielen Thieren werden die bei den Einge- 
borenen üblichen Vulgärnamen aufgezählt, soweit sie 
dem Verfasser des Buches bekannt geworden sind. 
Natürlich werden hier neuere Forschungen manche 
Irrthümer berichtigen müssen; denn nicht selten werden 
die Leiter von Karawanen durch ihre eigenen Leute 
irregeführt, welche aus Dummheit oder Prahlerei 
Thiere, die sie gar nicht kennen, mit beliebigen Namen 
belegen, so daß die nach Europa berichteten Ein- 
geborenennamen der Wirklichkeit dann zuweilen nicht 
entsprechen. 
Durch Bestimmungsschlüssel ist die Möglichkeit 
gegeben, jedes Thier ohne große Schwierigkeit richtig 
ansprechen zu können. Wie oft kommt es vor, daß 
man eine Antilope erlegt und den Boy fragt: „Wie 
heißt das Thier?" Die Antwort wird häufig sein: 
„Suara“, oft auch nur: „Nyama“ oder gar „Cha- 
kulla vjema“, „Wild, gutes Essen“. Nun giebt es 
aber viele Antilopen, die „Suara“ heißen, und man 
möchte doch gern wissen, was man erlegt hat. Da 
tritt Matschies Werk als guter Helfer ein. Aus 
ihm wird man leicht erfahren, welche Antilope man 
vor sich hat. 
Als sehr willkommene Beigabe sind für diesen 
Zweck die zahlreichen Abbildungen zu begrüßen, welche 
mit großer Sorgfalt von Anna Held gezeichnet 
worden sind. Durch das lebhafte Interesse, welches 
mehrere unserer bewährtesten Afrikaner an dem Ge- 
deihen des Berliner Zoologischen Gartens nehmen, ist 
es möglich geworden, eine größere Anzahl von ostafri- 
kanischen Thierarten nach dem Leben zu porträtiren,
        <pb n="767" />
        – 
mehrere andere Arten, die im Berliner Garten nicht 
vorhanden waren, wurden im Zoologischen Garten 
von Hamburg gezeichnet. Aus dem Berliner Museum 
für Naturkunde konnten wieder andere Thiere, welche 
dort in Alkohol aufbewahrt werden, lebensgetreu im 
Bilde wiedergegeben werden. Manche andere Art 
mußte nach Bälgen oder Fellen unter Zuhülfenahme 
des Skelets dargestellt werden, da sie weder lebend, 
noch im Fleische aufbewahrt aufzutreiben war, und 
wenn diese Zeichnungen vielleicht nicht genau in der 
Körperhaltung und Gestalt dem lebenden Thiere ent- 
sprechen, so ist dies damit zu entschuldigen, daß gute 
Vorbilder eben nicht zu erreichen waren. Jedenfalls 
übertrifft dic überwiegende Mehrzahl der Bilder die 
meisten der bisher bekannten Thierzeichnungen durch 
lebenswahre Darstellung und nicht wenige sind ganz 
vorzüglich zu neunen. 
Eine Anleitung über das Beobachten und Sammeln 
von Säugethieren geht dem Buche voraus. Für die- 
jenigen, welche sich für das Leben der Viersüßer auf 
den Steppen und in den Wäldern unseres Schutz- 
gebietes interessiren, sind alle Mittheilungen über die 
Gewohnheiten der Thiere zusammengestellt, welche als 
gut verbürgt angesehen werden können. Ein Nachweis 
der über die Säugethiere des Gebietes vorhandenen 
Litteratur und ein genaues Register aller in dem 
Werke angewendeten deutschen, lateinischen und Ein- 
geborenen-Thiernamen erhöhen die Brauchbarkeit des 
Buches. Große Uebersichtlichkeit in der Anordnung 
des Stoffes erleichtert ein schnelles Auffinden jedes 
gewünschten Kapitels. 
So ist die Hoffnung vorhanden, daß der vor- 
liegende Band sich sehr schnell als ein unentbehrliches 
Hülfsmittel für alle die erweisen wird, welche sich mit 
den Säugethieren Deutsch-Ostafrikas beschäftigen, und 
es ist nur zu wünschen und zu erwarten, daß Mat- 
schies Werk bald auf keiner Station im Innern wie 
an der Küste fehlen und in dem Tropenkoffer jeder 
Expedition zu sinden sein wird. 
Nicht nur dem Forscher und Jäger in Ostafrika 
dürfte es willkommen sein, sonder auch für diejenigen, 
welche in Südwestafrika jagen und sammeln, wird 
es nützlich werden, da dort viele, ja die meisten der 
in Deutsch-Ostafrika lebenden Arten entweder auch 
vorkommen oder aber in geographischen Abarten vor- 
handen sind, welche nur geringe Unterschiede von den 
östlichen Formen zeigen. Ja sogar für die in West- 
afrika sammelnden Forscher wird das Buch 
nicht zu entbehren sein, weil viele der in Ostafrika 
vertretenen Gattungen auch an der Westküste auftreten, 
so daß man wenigstens die Gattung auch für west- 
afrikanische Säugethiere in den meisten Fällen be- 
stimmen kann. 
Ernst Freiherr Stromer v. Reichenbach: Die 
Geologie der deutschen Schutzgebiete in Afrika. 
Mit drei Karten und mehreren Profilen. München 
und Leipzig 1896. R. Oldenbourg. 
  
685 — 
Mit Unterstützung der deutschen Kolonialgesell- 
schaft hat der Verfasser es hier unternommen, das 
vielfach verstreute und ungleichwerthige Material, 
welches über die geologische Bildung der deutschen 
Besitzungen in Afrika vorliegt, zu einem einheitlichen 
Bilde zu vereinigen. Der Verfasser vermeidet es, 
die verschiedenen, besonders für Ostafrika vorliegenden 
Quellen des Näheren zu kritisiren. Es ergiebt sich 
aber aus seinen Mittheilungen, daß so manche an- 
spruchsvoll auftretende Arbeiten besonders über Ost- 
afrika wenig Werth für den Fachmann besitzen. 
Spring: Selbsterlebtes in Ostafrika. Illustrirt von 
Hellgrewe. Mit zwei nach Dr. R. Kieperts 
und den Angaben des Verfassers gestochenen Ueber- 
sichtskarten. Dresden und Leipzig. Alexander 
Köhler. 
Die Schrift führt dem Leser die Erlebnisse und 
Beobachtungen des Verfassers auf einer Expedition 
vor, welche er 1891/93 im Auftrage des deutschen 
Antisklavereikomitees zum Zwecke der Untersuchung 
des Victoria-Nyanza ausgeführt hat. Das mit zahl- 
reichen Bildern ausgestattete Buch ist unterhaltend 
geschrieben und giebt einen auch für das Ostafrika 
nicht aus eigener Anschaunng kennende Publikum 
interessanten Einblick in die dortigen Verhältnisse. 
Henri Pensa: Les Russes et les Anglais en 
Alghanistan ou la prépondérance européenne 
en Asie Centrale. Paris. J. André et Cie. 
Der Verfasser führt in der kleinen Schrift in 
kurzen Zügen die Lage der englisch-russischen Be- 
ziehungen in den Grenzbezirken zwischen Indien und 
dem russischen Mittelasien vor. 
A. de Chambrun: Le pouvoir exécutil aux 
Etats-Unis. II. ed. revue, corrigéee et aug- 
mentee avec préface de . de Chambrun. 
Paris. Thorin et kils. 
Das Werk, welches hier in zweiter Auflage 
vorliegt, schildert die Entstehung und Entwickelung 
der Exekutivgewalt in den Vereinigten Staaten. Der 
Verfasser, welcher als Advokat in Washington lebte, 
hat es ursprünglich verfaßt zu Anfang der 7 der Jahre, 
um seinen französischen Landsleuten ein Vorbild bei 
Ausgestaltung ihrer Verfassung zu liefern. Gegen- 
wärtig ist dieser Zweck natürlich in den Hintergrund 
getreten, indessen behält das Buch dennoch ein leb- 
haftes Interesse. Die Verfassungsgeschichte der Ver- 
einigten Staaten ist trotz der darüber in verschiedenen 
Sprachen vorliegenden Werke noch so wenig bekannt 
im weiteren Publikum, daß eine leicht verständliche 
und anregende Darstellung wie die vorliegende zu 
begrüßen ist.
        <pb n="768" />
        ## 
SSESS 
E. 
Vermessungsschiff „Möwe“ 11/9. Sydney. Ende November Neu-Guinea. 
686 
Srhiffsbewegungen. 
(Die Zeit vor dem Orte bedeutet die Ankunft, hinter dem Orte die Abfahrt des Schiffes.) 
S. „Bussard“ 3/9. Sydney 15/10. — Apia. (Poststation, Hospostamt.) 
S. „Condor"“ 26/8. Kapstadt. (Poststation: Kapstadt.) 
S. „Falke“ 6/9. Sydney 1/10. — Apia. (Poststation: Hofpostamt.) 
„Hyäne“ 14/9. Kamerun. (Poststation: Kamerun.) 
(Poststation: Sydney.) 
„Seeadler" 9/7. Sansibar. (Poststation: Sansibar.) 
S. „Sperber“ 25/9. Klein-Popo 28/9. — 11/10. Sierra Leone 14/10. — Las Palmas. (Post- 
station: asserviren.) 
Ablösungstransport: 
Dampfer „Prinzregent Luitpold“ des Norddeutschen Lloyd mit der halben Besatzung für S. M. Ver- 
messungsschiff „Möwe“: 
Ausreise: Bremerhaven 29/7. — 20/9. Sydney. 
Heimreise: Sydney 10/10. — Bremerhaven. 
  
  
DPerkehrs-ZRachrichten. 
Postdampfschiffverbindungen nach den deutschen Schutzgebieten. 
  
Nach 
Die Absahrt erfolgt 
vom Ein- 
schiffungshafen an folgenden Tagen 
Ausschiffungshafen. 
auer 
der Ueberfahrt 
Briefe müssen aus 
Berlin spätestens 
abgesandt werden 
  
  
  
  
  
  
. am 18.No#°##., 9., 30. Dez.] Tanga 20 Tage am 6., 16. November, 
8% an g vinn d 4.2 Dar-es-Salaäm 21 Tage 4., 7., 28. Dezember 
6„ - am ov., e Sansibar 21 Tage 10¾ abds. 
1. Deutsch= Ostafrika. en ½ 2 si g 
am r* !*4 Mts. Sansibar 18 Tage am 8. jedes Monats 
ges #ü. 4% imis. Jas abds. 
» « Southampton am 7. Nov., 5. Dez. Lüderitzbucht 27 Tage am 6. Nov., 4. Dez. 
2. Deutsch-Südwestafrika. 64 ische Schisffe bio 40 ums. rh. 30 Tage] 1133 vms 
(Nach Warmbod wöchentlich, Kapstadt, dann deul. 
bie Kopstadt. von dort writer scher Dpf.-Leutwein“). 
alle 14 Tage auf d. Landwege) Hamburg am 30. November Swakopmund 30 Tage am 30. November 
(deutsches In nachts 1—— 79° abbs. 
i 
l am 10. gedes Monats s Kamerun 24 Tage am 0 jedes Monats 
3. M ce 14 C na 
. Ramerun. # am 25. , 23. Dez. Kamerun 22 Tage au 23. *)sv 21. Dez. 
— aiige r ffe) —— tisnm 
am 10.jedes Mts. nachts Klein- Popo 20 Tage . 
4. Togo- Gebiet al am 20.jedes Mts. ome 31 Tage vuons 
**) Quittah mittelst 7 4 e Klein-Popo 55 Tage - 
oten nach Lome und am 4. 18. Noveniber, Quittah*) oder Klein- am 2., 16. 80. Nov., 
#lein-Popo) ania. - 2., 16., 30. * Popo 35 Tage 14., 28.Dez. 15 nms. 
" Neap an am 16. 2. 10. Febr. Friedrich Wilhelms- am 14., 18. Dezember, 
5. Deutsch-Neu-Guinea. Geurfhe Schise) a hafen 45 Tage , 12. Februar 
Brindisi am 3 Du- 14. Febr. 41 Tage 103 abds 
..——#— Cachversand) 1 abbs. ';;;; 
. , Brindisi am ! 3. Jan. Jaluit 71 Tage am 6. Nov., 1. Jan. 
G. Marshall-Inseln. (über Manila) 1 10½ abds
        <pb n="769" />
        687 
Eintreffen der Post aus den deutschen Schutgebieten. 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Landungs- Die Post ist fällig l u s- Die ost ist fälli 
Von hafen in Berlin Von *’ aii seltg 
Neapel . am 20.= November #- 1 
D b « 
VentichsOstairjka» Brindisi... aülee 5 Dezogogebiet Hamburg .. am 10.“ und 25.0 
IMarseille 45 1. Nov., 1. eb&amp; — l jedes Monats 
Deutsch-Südwestafrika. Southampton an am 17. Nov. 15.tDez. Deutsch-Neu-Guinea# *—Q an n 
J 2. * K. Mo 46% HöKA22 
Ramernn Hambucgn bin 75 W Marshall-Inseln. Marseille Ende November 
3., 31. Dezember Varcelona) Mitte Februar 
- l 
* Fälligkeitstage für die mit deutschen Schiffen eintreffenden Posten. 
Schistsbewegungen der Woermann Linie. 
Reise Letzte Nachrichten 
ostdampfer n 
Postdampf von 1 nach bis 28. Oltober 1896 
„Adolph Woermann“ Hamburg Ponta Negra am 18. Oktober in Madeira. 
„Aline Woermann“ Ponta Negra Hamburg am 21. Oktober in Hamburg. 
„Anna Woermann“ Kap Palmas . Hamburg am 28. Oklober in Hamburg. 
„Carl Woermann“ Hamburg » Kotonou am 23. Oltober Dover passirt. 
„Eduard Bohlen“ Congo « Hamburg am 23. Oktober in Lagos. 
„Ella Woermann“ Hamburg Sherbro am 21. Oktober Dover passirt. 
„Gertrud Woermann“ Hamburg Ponta Negra am 23. Oktober in Gabun. 
„Gretchen Bohlen“ Kotononu Hamburg am 27. Oktober in Las Palmas. 
„Hedwig Woermann“ Hamburg Kotonon am 19. Oktober in Accra. 
„Jeannette Woermann“. Hamburg E Loanda am 31. Oktober ab Hamburg. 
„Kurt Woermann“ Hamburg « Loanda am 22. Oltober in Loanda. 
„Lothar Bohlen“. Swakopmund 1 Hamburg am 19. Oktober in Accra. 
„Lulu Bohlen"“ Wilhelmshaven amerun am 16. Oktober in Las Palmas. 
„Marie Woermann“ onta Negra Hamburg am 26. Oltober in Accra. 
„Melita Bohlen“ . mburg Lüderitzbucht am 11. Oktober in Teneriffe. 
„Professor Woermann“. Hamburg ' Kap Palmas am 22. Oktober in Sierra Leone. 
„Thekla Bohlen“. Congo Hamburg a#m 26. Oktober in Accra 
Schisfsbewegungen der Deutschen n Oftafrila Linie (Hamburg—Ostafrika. 
  
  
  
  
  
. Reise e Lette Nachrichten 
r 
Reichspostdampfe von l nach bis 24. Oktober 1896 
I! 
„Kaiser“ . Hamburg Durban am 22. Oktober an Delagoabai. 
„Kanzler“ . Hamburg Durban am 23. Oklober ab Lissabon. 
„Bundesrath= . Durban Hamburg am 23. Oltober an Hamburg. 
EWWl Hamburg Durban am 19. Oktober an Aden. 
Admiral“ .... Durban Hamburg am 23. Oktober ab Delagoabai. 
„General" ...... Durban Hamburg am 23. Oltober ab Mozambigque. 
„Herzog“ Durban Hamburg am 21. Oktober ab Port Said. 
  
  
  
S— Werke der deutschen und ausländischen li. 
Kollstock, Dr. med., ärztlicher 
Rathgeber für Ostafrika und kro 
Malariagegenden. Geb. Preis #6 
Morgen, „C., Kriegs= und Erpe- 
Utionseliührung in Alrika. Geh. 
Preis 60 P 
Schtbarrz, * B., Im deutschen 
Goldlande. Reisebilder aus dem 
Geh. Preis ## 3.60. (o5) 
Verlag von Herwenn Peters, 
Berlin · 
JlscsscouwcltomhehmkManto-! 
Studies). Von Sidney Whitman. 
Autorisirte Uebersetzung von Dr. W. 
IIenkel. 11 Bogen. Brosch. Nk. 1.80. 
geb. Nk. 2.50. W erlug von Inendeke 
&amp; Lehmkuhl in Iamburg. (63) 
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baumwolle, Zündmaterial, Waffen, Munition. (0) 
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enthält nur den Süssstoff des Snechurins in höchster 
Reinheill, absolut frei von den Nehbenbestandtheilen des 
gewöhmli#hen Sunccharins. deshalb reinster Geschmuck. 
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durch ihre Eryst: alle bictet sic Cnrantie alsoluter Reinheit. 
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und Ainerulwausserlabriken, Brennereien. Für Diubetiker. 
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Troplenzi ähler sowie auch in l’ ortionskrrstullen. Brhältlich 
durch den CGrossdrogenhandel und in IIambur g lür über— 
sceisch qurch die bekunnten pportth ziudor. 
L ohen und Gebrauchsanweisungen grutis durch die 
Chemische Fabrik von Heyden, 
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InsScn wollen, bitteum Aulgabe ihrer 
Adresse. Anleilung zum Sammeln 
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Chef der Bergischen Eisen- und 
Draht-HIndustric, 
Wuld, Rheinpreussen. (##) 
  
  
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Schriften 
Zur 
Kolonial-Pitteratur 
690 
EZur Heilung der Malaria 
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wird hierdurch das von der 
Chemischen Fabrik auf Leilen (vorm. E. Schering) zu Berlin 
Remalm Iutralhuriemn 
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allen hnelhenen. bestens empfohlen. 
Einc grosse Rcihe italieniseher Aerzte, u. A. dic Drs. lrofessor 
Alhbertoni, Professor Cervello, Dr. Cueco, Dr. Dall Olio. Pro- 
sessor Mosso, Dr. Ventur ind und viele anderc haben mit dem Alittel 
überraschende Ileilerlolge hbei Malaria erzielt. Auch ihet in 
Arzew (Algier) und Dr. Dupont in Boma thaten ein Glesele: Letæ- 
terer hat die olüzien Einreihung des Aedikaments in die stantlichen 
K 
  
6s# 
Das auanns * Phenocoll eignet sich ferner nach den Feststellungen 
von I’rofessor Murtincez A. Wurgus in Barcelona zur schnellen uͤnd 
sicheren Ileilung des Keuchhustens. 
Aüan vende sich wegen des Erhalts von I’henocollum hydrochloricum. 
wegen litterntur und Gehrauchsanweisungen an die Vertreter der oben- 
genannten Firma, nümlich: 
Burcclonn: J. Espiell; (1o) 
London: &amp; M. Zimmermean E. C. 9 und 10 St. Mary- al- Kill; 
Mosknu: W. Stürzwage &amp; Co. 
New-Tork: Lehn &amp; Fink, 128 winiam Street: 
Paris: Max Frès. 31 rue des pelites kcuries; 
Rio de Jnneiro: Magalhdes, Lucius &amp; Co. Successores de Klingelhoeler &amp; Co. 
  
  
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sowie zur 
Länder- und Völkerkunde 
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        691 
Urteile aus dem eserkreise des Echo. 
  
  
Das Echo, 
Organ der Deutschen im Auslande, 
betrachtet es insbesondere als seine Aulgabe, dem Leben 
und Treiben der Deutschen im Auslande die lieberollste 
dulmerksamkeit zuzuwenden. Es wird daher jeder 
Deutsche im Auslande gebeten, 
Seine Adresse 
der Verlagshandlung 
J. H. Schorer, 
G. m. b. H. in Berlin SW., Wilhelmstr. 29, 
gesl. unzugeben, damit dieselbe Gelegenheit. hat, eine 
brohe-uniner umsonst und kostenfrei zu übersenden. 
nohmen aollo Buchhundlungen. Post- 
Bestellungen I lien und Zoilungs-Spoditeure 
in Doutschland usr P Mark viertoljährlich enl- 
den ubrigon Ländor a tlon lasickcgüblsrlioa Proisen. 
Pir von dor Felnnbiun 23 I. Scho a. m. B I. in 
Berlin S une im ss#e 29, untor ken I zufon 
sostot „Das Echo“ erinnan 4 Mk. 50 Pf., kenen ich 
9 Mk., Ennzjähr rig 18 Mk. Bei Vorsopdung untor Nirilband om- 
pnehlt es sich, möglichst uusen„ Abonnements harsuneen- 
Englische Pfundnoten werden in Zahlung genommen. 
In das Abonnement,, νq 
eten werden, 
und wird V Echo“ vom Tage en Bestellung ab 
gegen Elnsendung des emtfallenden Betrages auf be- 
leblg lange Zeit dir. ern vom Verlag oder durch jede 
Buchhaondlung gellefert. 
UIm. 9. anunr 1896. 
osten Dank für dio Zusondung Ihres „Echo“. Nach 
Ablaur dieses Quartals gebe lch An#sP Awieneent nuf 
en aus bestelle duarür das Echo 
onders in Bozug auf -sie it. reche 
Rundschau und dio Funnomestolkeu von beriehten. aun Zoi- 
tungon allor rarteie gut gesallon. Es ist mir Zoitmangels 
  
ul 
ich. täglich die Urolispurlsen Artikel der 
itunß esen, und 0 ide t Anss dna 
em Hed#u#rt#uis ontahricht, inden eine klort- 
  
Hrwit Ve boraicht über die poli unnen Vorgünge 
gewährt. Auch lhro Illuntkttenen 0 hübach. 
Lochachtend u. ergebonst ümoer, Kurlatr. 25 II. 
Adolaido. Mä#z 1896. 
R. Abonwemt. vom „Echo“ (per Tausch u. Grosso, Lallo a. 3 
innho 5 Jahron und Balte dasselbe für dos bes 
eie Barr. welches für 4 Ausland E imt 66 
—8 uc 
k# n -atal. 16. Mü#z 1896. 
„Bcho“ orhalten wir soil Jahron cureb dio Buch- 
nonalihe, Awiren Gesellschaft in F rann r — In unse- 
schaft verbreitet es sich hemse # menn und 
er Fant Michnelis odor 5renlen bozoge 
lifanna, 21. Mürz 1896. 
ibons vom 11. Fobruar 
des „Echo“ 
allon Dont- 
Mu 
ntwort ILros geobrton 
danko ich lhnon sohr für dio treundlicho i 
  
kelt zu verbessern t sle hnsen 8 l 
«ntsztswllltssmcmhatslclt(laa» clto lle im Auslunde 
seheen Deutschen zur gröss arkeit ver- 
eoalilch 
  
  
Korbol llumboldt County r 'rd“ 
den 19. Dezxom 
estern erhiolt ich uncor. DAS ) Nr. 691. n kann 
dieses Mal nicht 
Dunk auszudrücken für 
sio Hahr#er- IInusschatz, und n 
H. J. Kreth in Niederl. Indien (Echo Nr. 
1003) vollstündig Recht mit der 1000 
lch bauch 
Auslend lebende Descsche, iherln aupt 8 
eutsch Llande Kal iser und Reich aleehen noche n 
fün und hal niungsvoll 
Thocdor Len lold Prouss. 
F k. 31. Doz 
Ich benutzo dio Golegonhoit, um 3 8 in„ be n 
das Pikrche, von den hler lebenden Deutschen stets mit 
Interesse gelesen d und sich soiner S wogon 
S rorie Belicbthoit erfro 
lochachtond Ernst Schultz. 
, don 1. Januar 1896. 
Des Eeho Ist Serade, wast Anr Uran- he. Klaus Groth, 
vich mul auszusonnon. hatto 
alto cs nur 
argesen. w un I- noch Noujahr! 
tknrnnt ö. W. Allors. 
abarn, 5. Janwar 1896. 
Mins CGomnos, Brmmsilion. 
ch thun kann in inrom Latenese ich iederzeit 
selbst kann kaum 
; S 
EL es emp lior in diruchte begeornsn lobon ncohr 
wonig Deutscho und don Wonigon geht es auch nicht immor 
zum Bonton oiet (rinche Anfüngor sind. Zum Schluss 
oin glücklich Noulahr wünschoend aus dor Ferne, vowio horzlich 
Erüssend, achlioss vr Ihr orgebonor 
1 
apel, 7. Janunr 1896. 
, habo 
ubonnio- 
Nachdom ich die Probonummor i 
ogonhoit habon, dio Hoimat dann undi 
schr geoigne 
Zwelfel dazu beltragen, In deusel- 
ben des Gefühl der Zusmmengehörilgkeit zur grossen 
deutschen Famille w# 
  
en. 
rne t Uochachtung Max Bültnor. 
nen, lihnen er 1| Virzlichtn 
st Entschieden dle - 2eitschr 1 
NMit grösstor. r“ ihr orgobonsier 
A. R. 
I 
Apia Gamoa). den 25. März 1896. 
sinchen. voit ungeführ 10 Juhron, nicht nur im 
W kann. wonn ieh vorübergehond in 
in. stets aufs wärmsto empfohlen. 
ft für DHen# im Aus- 
-r A. Uolgonborgo 
mbo, 1. April 189 
Dios Blatt war immer meine * hekto * aan 8 2 
zuviol zu schreibon, doch g# ingt, u n Gbo 
n * ein klares krbrleheder Konn dor ssose gonnal- 5n 
Es Ist eesse hie- den das begte und über- 
Fo#ischte husen 5 r Art 
on ueeyn Moyer. 
1896. 
Los 
—“— * 
hland 
Au 
Deuts 
Fu Corea, 6. April 
wird Sio bäs#leiecht. nirrnn zu 
ston Malo J 
ee ins. dio NSonnnort 6 um 8 Tar 
d 8 ankam. Mir int nio eino —8 verloron gogangon 
— solbet. während des Kriogos nicht — und das ist olgontlich 
mobr, wio man v( rlungon kann. 
t bestem Gruss orgobonst II. G. Arnous. 
April 1896. 
Mit dom orgobenon Bomerken zss . v zuus das 
kon 
aubo mir dio orgobone Mi grus- 2 G; pri 
We n Ihr Blatt abonniort bin, ich glau 1 Sö6. 
der erste * r*ptl ##n indin e sds. 
datiort. en nAntenn 83 bD — leh habe dio vorschioc#lom 
vorbossero ungen bei *rv i tt i r mit d 
ndors l lonnvohn sclmft oinknhkton 
schiedonen Abteilungon. 
D#s Blatt. % hier übeerall rmi 40 unserem Eempkoin 
¾ 9 als 5 Leuten durauf obon- 
#niert. — e 1 nenten 
bier bekommen sollen n noch mebr Abonne 
1896. 
ich achon goit. 
  
Ergebenst II. Ehmor. 
  
Sun Francisco, I i 1806. 
Schickon Sio un du# keno von Zunn aor obiger 
Adrosse. Dat Blatt 18t mir s 3 ie n 
hler. Dr. A. Gonth
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Verkaufs-Syndikat der Kaliwerke Leopoldshall-Stassfurt. 
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Calc. schwefelsaure Kalimagnesia, mind. 25,9 0 Kali und Wehstens *“ 2 00 Chlor. fr die vor- 
stchend genannten Pllanzen uul solchen Böden, wo die Zufuhr von Mugnesin erforderlic h ist. 
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Muss, Sorghum, Reis, Ricinus, Indigo, Bohnen, Chinnrinde. 
b. Natürliche Kalisalze: 
Kainit, mind. 12,4 %% Kali, Sylvinit, mit 12.4% Dis 19 % Kali, lür Bnumwolle und Palmen zur Ver- 
tilgung von Insckten wic auch lür gunz leichte trockene Böden zur besseren Bindung und Fenchterhaltung. 
Slimmtliche deutschen Kuliwerke sind im Verkuns - Syndikut der Kaliwerke vereinitgt. 
Nähere Anguben über Preise und heuesbeclingungen vic unch Auskunft über tropische Tängerfragen 
nul Grund reicher- Draktischer Erfubrungen ertheilt. 
Verkaufs -Syndikat der Kallwerke in Leopoldshall-Stassfurt. 
Telegramm-Adresse: Syndikat Staussfurt. (88) 
  
  
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nach den der botanischen Centralstelle in Berlin gemachten AMittheilungen als für den Anbnu In den Tropen 
geelgnet erwiesen haben. — Da dic botanische Centralstelle nur für einmallge Versuche im Kleinen Gemüse- 
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in ihrer Entwickelung von den Anfängen bis zur Gegenwart dargestellt. 
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des 16. Jahrhunderts. 
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Noch fehlte es an einem übersichtlichen Buche, welches ohne vorgefaßte Meinung und Partei- 
nahme die Thaten und Erfahrungen der großen Kolonialmächte schildert und den Schwerpunkt auf die 
verschiedene Entwickelung der kolonialen Politik in den einzelnen Staaten legt. Zum ersten Male wird 
in obigem Werke der Versuch gemacht, ein solches zu bieten. 
Der Verfasser, der die Entwickelung der deutschen überseeischen Politik von deren Anfang her in der 
Nähe zu beobachten Gelegenheit hatte und durch wiederholte Neisen und langjährige Studien mit den Ver- 
hältnissen auch der fremdländischen Kolonien sich vertraut gemacht hatie, will in seinem Werke allen mit 
kolonialen Dingen beschäftigten Personen ein Handbuch liefern und dem großen Publikum ein 
klares Urtheil über das Wesen und die Bedingungen der Kolonien, an der Hand der Geschichte, bieten. 
Das Werk soll daher eine allgemeine Geschichte der europälschen Kolonialpolitik sein. Es forscht den Ursachen 
nach, aus denen die einzelnen Staaten zu einer solchen genöthigt wurden, und schildert die verschiedene Art, 
in welcher sie diese Aufgabe erfaßt und durchgeführt haben. An die Geschichte der Gründung und Entwickelung 
der Kolonien selbst schließt sich daher eine Darlegung aller der Gründe, die das Gedeihen der Kolonien 
begünstigt oder gehemmt haben. Der Verfasser legt ein Hauptgewicht auf eine übersichtliche Darstellung 
der je nach den nationalen Eigenschaften und Zielpunkten der einzelnen Staaten sehr verschiedenartigen 
Verwaltung und Gesetgebung. " · 
ortugals und Spaniens Kolonialpolitik sind als Gegenstand des ersten Bandes gewählt 
worden, weil diese Staaten die Bahnbrecher auf kolonialem Gebiete gewesen sind, und eine Kenntniß der 
Einrichtungen und Thaten dieser beiden Völker auch für die Gegenwart, bei allem Wechsel der Zeiten, 
Anschauungen und Kenntnisse im Laufe der Jahrhunderte, in hohem Maße lehrreich ist. Zum mindesten ist 
araus in gielerlei Hinsicht mit Sicherheit zu entnehmen, wie ein kolonisirender Staat nicht vor- 
gehen soll. 
Der zweite Band, welcher im nächsten Jahre erscheinen und die Entwickelung der englischen 
Kolonialpolitik darstellen wird, will dagegen zeigen, unter welchen Voraussetzungen und Ve, 
dingungen eine Kolonie am besten zur Blüthe kommt und von welchem Geist ein Volk beseelt sein 
muß, welches wirklich lebensfähige überseeische Tochterstaaten heranziehen will. Der die holländische 
Kolonialpolitik behandelnde dritte Band wird die Ergänzung dazu liefern. Die Geschichte der 
französischen Kolonialpolitik wird ihr Hauptinteresse in der Darstellung der Schwierigkeiten haben, 
welchen gute Gedanken bei der Ausführung durch schlechte Organe und in einer unselbständigen, der 
Selbstaufopferung entbehrenden Nation begegnen. Den Abschluß wird die Schilderung der deutschen 
kolonialen Versuche bis zur Gegenwart bilden. 
Das Werk ist durch alle Buchhandlungen des In= und Auslandes 
zu beziechen. Gegen Einsendung des Betrages auch portofrei von der 
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Bedarf gutigst Osferte einholen zu wollen. Im Jahre 1895 halte ich die Ehre, für Messen resp. Kantinen folgen- 
der im Auolande befindlichen Schisse Sr. Majestät zu liesern: S. M. S. Jrene, Prinzeß Wilhelm, Arcona, Marie, 
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— 695 — 
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        — 696 — 
WOERMANN-LINIE. 
Am 10. November: P. D. „Aline Woermann“, Capt. Busch, 
nach Madeira, Klein-Popo, Lagos, Kamerun und den Häfen der Südwest- 
küste Afrikas bis Ponta Negra. 
Am 15. November: P. D. „Anna Woermann“, Capt. Schade, 
nach Gorée, Dakar, Ruflisque, Bissao, Bolama, Conakry, Rio Nunez, Sierra Leone 
und Sherbro. 
Am 15. November: P. D. „Alida“, Capt. Deppen, 
via Antwerpen nach Tanger, Larache, Rabat, Casablanca, Saffl, Mazagan, Mogador, 
Las Palmas und Teneriffe. 
Am 20. November: P. D. „Gretchen Bohlen“, Capt. Jürgens, 
nach Conakry, Monrovia, der Goldküste, Togo, Whydah und Kotonou. 
Anm 30. November: P. D. „Thekla Bohlen“, Capt. Jversen, 
nach Teneriffe, Las Palmas, Gorée, Liberia und den Häfen der Südwestküste Alrikas 
von Landana bis Loanda. 
Am 30. November: P. D. „Marie Woermann“, Capt. Triebe, 
nach San Thomé, Benguella, Swakopmund, Walfischbai und Lüderitzbucht. 
Alle Ödter mitssen cm Tage vor dem 4Abhanpsdattem bis 12 Uhr mittaos Ianossefte seln. 
Näheres wegen Fracht und Passage ertheilt in Hamburg die Woermann-Uinle, sowie der Schiffemakler 
August Bolten, Wm. Miller’s Nachfolger, Admiralitätstrasse 33/34, und wegen Deutsch-Südwestafrika die 
Herren L. F. Mathies &amp; Co., Grimm 27. 12 
  
  
Deutsche Ost- Afrila- Linie. 
Vermebrte Fahrten. Dreiwöchentlicher Betrieb. 
Regelmässige Postdampfer -Verbindung 
unter Vertrag mit dem Deutschen Relche 
zwischen 
Hamburg, Ostafrika und Transvaal 
Amsterdam, Lissuabon und Nenpel anlaulend. 
  
Die nächsten fahrplanmässigen Expeditionen finden statt: ab Ilamburg ab Nenpel 
—. ——... 
R. P. D. „BUNDESRATH“, Capt. Asthausen 4. November, 18. November, 
. P. D. „KOENIG“ (Doppelschrauben), Capt. Doherr 25. November, 9. Dezember, 
E. P. D. „GCENERAL“, Capt. CGüuEue 16. Dezember, 30. Dezember, 
B. P. D. „HER2ZOG“ (Doppelschrauben), Capt. v. Issendorff, 6. Januar, 20. Janunr, 
nach Tanga, Dar-es-Saläm, Sansibar, Mozambique, Beira, Delagoa-Bai und Natal. 
Diese Dampfer nehmen auch Passagiere und Waaren nach 
Pangani, Saadani, Bagamoyo, Kilwa, Lindi, Mikindani, Ibo, Quelimane, Chinde, 
Inhambane, Mombassa und Lamu. 
Ferner Extradampfer ab Hamburg tms Kap der gHifen Hohrnteng direkt nach 
SDurban, Delagoa-Bai, Inambanec. 
Die Dampfer haben vonzitpliche Ein2ichtungen Für Fassagiere in allen Klassen. 
Ferner zwischen Ostafrika und Bombay regelmässig alle drei Wochen im Anschluss 
an die Hauptdampler. 
Näheres ertheilt in Hamburg: (20) 
Wegen Fracht der Schifsmakler August Bolten, Wm. Miller's Nachfolger, 
wegen Paseage die Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Aktien-Gesellschaft, 
sowie wegen Fracht und Passnge die 
Deutsche Ost-Afrika-Linie, 
Gr. Reichenstrasse 25/27. 
TVerantwortlicher Redalteur für den nichkamtlichen Thell: O. Mertinat, Berlin. 
Druck und Verlag der Königlichen Hofbuchhandlung und Hofbuchdruckerei von E. S. Mittler &amp; Sohn, Berlin 8W 12, Kochstrabe 68—71. 
Ausgegeben am 381. Ollober 1696 um 0 Uhr nachmittags.
        <pb n="779" />
        Deutsches Kolonialblatt. 
Amtsblatt für die Schutzgebiete des Deutschen Reichs. 
herausgegeben in der Holonial-Ablheilung des Auswärligen Amits. 
  
VII. Jahrgang. QDT berlin, 15. Rovember 1896. Uummer 22. 
Diese r** crichein! in der Regel am 1. und 15. *52 Monatt. Lerfelben ere als Beiheste beigefügt bie mindestens einmal oueelisund 
Gelebrten aus den deutschen Schutzgebieten“, herausge Sio o , r. Freiherr 
. kelman. Der vierlelfährliche Abonnementspreis n d as Kolen al#n 46 ’un deen- 6ensihhesten beträgt beim Bezuge durch die Post und die 
lninnr Mk. 3,—, direkt un . Streifband durch die Verlagsbuchhandlung Mk. 3.50 für Deutschland und Oesterr# reich gia dee, e 3,75 für 
die bänder d s Wslwonoktensd — ssikudsmgkn und, Anfragen sind au die b nigli o Hofbuchhandlung von Erust Siegfricd Mittler 
S#hn: Verlin S8W 12, Audhltralte 63— 71, zu richten. — in der Zeilnn igs · Breiolisie für 1806 unter Nr. 1916. ) 
  
- 
Inhalt: Amtlicher Theil: Allerhöchste Verordnung, betr. Stellenbesebung bei den Schutztruppen S S. 097. — Ertheilung 
von Ermächligungen zur Beurkundung des Personenstandes an die Gerichtzaffessoren Tnr. Golinelli und Fischer sowie den 
Verwaltungsbeamten v. Bunsen und den Premierlieutenant v. Burgsdorff S. 697. — Nunderlaß des Kaiserlichen 
Gouverneure von Deutsch-Ostafrika etreffend die gesundheitspolizeiliche Kontrole der von Bombay kommenden 
Seeschisse S. 6968. — Verordnung des Kaiserlichen Gouverneuts von Deutsch-Ostafrika, betressend die Benennung 
der Zollämter S. 699. — Nachweisung. der Brutto-Einnahmen bei der Zollverwaltung für Deutsch-Ostafrika für 
de Monate Juli und August 1896 S. 699. — Vertheilungsplan der Schutztruppe und Landespolizei von Deutsch- 
Ostafrika am 30. September 1896 S. r0 — Personalien S. 700. 
Nichtamtlicher Theil: Personal-Nachrichten S. 706. — Deutsch-Ostafrika: Ueber eine Expedition nach 
Ugog0, Jrangi, Burungi und Usiomi S. 706. — Ueber die Lage der Station Bukoba im Juni 1896 S. ros. 
Ueber Höhlen bei Bukoba S. 709. — Besuch des englischen Admirals Rawson in Dar-es-Saläm S. 710. Ge- 
schäftsbericht der Eisenbahn-Gesellschaft für Deutsch-Ostafrka (Usnmbara-Linie) zu Berlin für - Jahr 1895 S. 711. 
— Kamerun: Pflanzensendungen, der botanischen Centralstelle nach Kamerun S. 713. — Deutsch-Neu-Guinea: 
Schutzpockenimpfung S. 713. Von der Forschungserpedition S. 713. — Reise S. M. S. „Möwe“ 
Aus dem Bereiche der Missionen und der Antisklaverei= Bewegung S. 71 4. Aus fremden 
Kolonien: Handel und Schifffahrt der Philippinen in den Jahren 1894 und 1895 S. 717. Handel von 
Mauritius S. 720. — Französische Kolonialschule S. 720. — Verschiedene Mittheilungen: Weltausstellung in 
Brüssel 1897 S. 720. — Ergebnisse der Reichspost= und Telegraphenverwaltung während der Ctatsjahre 1891 bio 
1395 S. 721. — Aitteratur S. 723. — Schifföbewegungen S. 724. — Verkehro Nachrichten S. 724. — Wyeigen. 
Amtlicher Theil. 
Geletze; Perordnungen der KReichsbehörden. 
MA## Ihren Vortrag bestimme Ich für die afterkanischen Schutztruppen: Die Stellenbesetzung der 
Offiziere, Sanitätsoffiziere und oberen Militärbeamten und die eintretendenfalls erforderlich werdenden 
Beförderungen zu den Chargen bleiben Meiner Entschlleßung vorbehalten. Die Chargenbezeichnungen 
haben denen Meines Heeres zu entsprechen. Die Osfiziere und Sanitätsoffiziere erhalten Patente ihrer 
Chargen, die oberen Militärbeamten Bestallungen. Den von Ihnen hiernach zu stellenden Anträgen auf 
Zutheilungen und Beförderungen ist im Allgemeinen die heimische Anciennetät zu Grunde zu legen. 
Neues Palais, den 10. November 1896. 
(L. S.) (gez.) Wilhelm I. R. 
(agcz.) Fürst zu Hohenlohe. 
An den Reichskanzler. 
Ertheilung von Ermächtigungen zur Beurkundung des Personenstandes. 
Auf Grund des § 1 des Gesetzes, betreffend die nb und Beurkundung des Personen- 
standes von Reichsangehörtgen im Auslande, vom 4. Mai 1870 (B. G. Bl. S. 599) in Verbindung mit
        <pb n="780" />
        — 698 — 
§ 4 des Gesetzes, betreffend die Rechisverhältnisse der deutschen Shutzuebier 9 G. Bl. 1888 S. 75) 
nd mit der Allerhöchsten Verordnung vom 21. April 1886 (R. G. Bl. S. 128) 
1. dem mit den Geschäften der Bezirkshauptmannschaft zu betrauten Königlich 
preußischen Gerichtsassessor Dr. Golinelli, 
2. dem mit den Geschäften der Bezirkshauptmannschaft zu Otyimbingue betrauten Königlich 
preußischen Gerichtsassessor Fischer 
für ihre Person und für die Dauer ihrer amtlichen Thätigkeit im südwestafrikanischen Schutzgebiet die 
allgemeine Ermächtigung ertheilt worden, bezüglich aller Personen, welche nicht Eingeborene sind, bürgerlich 
gültige Eheschließungen vorzunehmen und die Geburten, Heirathen und Sterbefälle derselben zu beurkunden. 
Die gleiche Ermächtigung wurde dem Verwaltungsbeamten v. Bunsen für die Fällc der Abwesenheit 
oder sonstigen Behinderung des Standesbeamten im Bezirke Keetmanshoop ertheilt. 
Durch Anordnung des Kaiserlichen Landeshauptmanns für Südwestafrika ist mit Genehmigung 
der Kolonialabtheilung des Auswärtigen Amtes der Bezirk Gibeon, bestehend aus den Gebieten der 
Kapitäne von Gibeon und Gokhas, sowie von Grvotsontein, in provisorischer Weise von der Bezirks- 
hauptmannschaft Keetmanshoop abgetrennt und zur eigenen Bezirkshauptmannschaft erhoben worden. 
Die Verwaltung dieses neuen Bezirkes ist interimistisch dem Verwaltungsbeamten, Premierlieutenant 
der Reserve v. Burgsdorff übertragen und demselben auf Grund der oben angeführten Gesetzesbestim- 
mungen für seine Person und für die Dauer seiner interimistischen Funktionen zugleich die allgemeine 
Ermächtigung ertheilt worden, in dem genannten Bezirke die gleichfalls oben angeführten standesamtlichen 
Befugnisse auszuüben. 
Im Falle der Behinderung des Verwaltungsbeamten v. Burgsdorff bleibt der Königlich 
preußische Gerichtsassessor Dr. Golinelli nach wie vor zur Wahrnehmung der standesamtlichen Befugnisse 
in dem Bezirk Gibeon ermächtigt. 
Das Koiserliche Gericht in Keetmanshoop bleibt auch künftighin für den neuen Bezirk Gibcon 
zuständig. 
  
Verordnungrun und Mitktheilungen der Behörden in den Schungebieken. 
Nunderlaß des Kaiserlichen Gonverneurs von Deutsch-Ostafrika an sämmtliche 
Dienststellen in Dar-es-Saläm, an die Bezirksämter, das Bezirksnebenamt Saadani, 
die Station Lindi sowie die Haupt= und Nebenzollämter. 
Nach amtlich hierher gelangter Mittheilung ist in Bombay die Beuleupest ausgebrochen. Mit 
Bezug auf Nr. 3 des Runderlasses vom 15. Juni 1896 wird hierdurch angeordnet, daß die von Bombay 
direkt oder auch auf Umwegen kommenden, emen Hafen des Schubgebietes aulaufenden Seeschisse 
der gesundheitspolizeilichen Kontrole gemäß den Vorschriften vom 15. Juni 1896 (vergleiche Deutsches 
Kolonialblatt vom 15. August 1896, S. 526 f.) zu unterwersen sind. 
Dar-es-Saläm, den 28. September 1896. 
Der Kaiserliche Gonverneur. 
In Vertretung: 
(L. S.) (gez.) v. Natzmer.
        <pb n="781" />
        699 
Verordnung des Kaiserlichen Gouverneurs von Deutsch-Ostafrika, betreffend 
die Benennung der Zollämter. 
« Durch Verfügung des Kaiserlichen Gouverneurs von Deutsch-Ostafrika sind die Zollämter zur 
leichteren Unterscheidung und Bezeichnung unter Belassung der bisherigen Amtsbefugnisse in nachstehende 
Klassen eingetheilt und, wie folgt, benannt worden: 
a) 
b) 
„Hauptzollämter“, wie bisher, 
„Zollämter I. Klasse“, die von Zollamtsassistente 
Lindi und vom 1. April k. Is. ab auch Pangani, 
. 
Simba-Uranga, Mohorro und Schole, 
d 
n I. Klasse verwalteten Amtsstellen Saadani, 
„Zollämter II. Klasse“", die von Zollamtsassistenten II. Klasse verwalteten Amtsstellen Kwale 
„Zollämter III. Klasse“, die übrigen mit farbigen Beamten besetzten Amtsstellen. 
Nachweisung der Brutto-Einnahmen bei der Zollverwaltung für Deutsch- 
Ostafrika im Monat Juli 1896. 
(Eine Rupie zum Kurse von 1,225 Mk.) 
  
Hohzschlag. 
Nebe 
n · 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Zölle für Schifffahrts · 
Haupt-Zollamt AusfuhrEinfuhr Abgabe GebührenEmnahmen Insgesammt 
— u——1x—W—□ut——————— Pff. 
| 1 1 - : 
Tangg 1798 5011510 03 24 — 101 4016 O06|13750 35 — 16844 42 
Pangani 1132 45 4692 36 5 — 12 27 15 15857 57 = 7175 91 
Bagamooo 33927 17145973 12 13 — 11 54 26 4679952 01 = 97941 22 
Dar-es-Saläm. 5277 3518600 12 42 — 21 02 39 1623980 01 = 29375 52 
Kilwa .. 7501 1910041 12 39 — 876 443 1918941 27 = 23203 24 
Mikindani 7959 2710567 05 15 — 10 119 42 18663 20 = 22862 56 
Zusammen 57597 01101384 16 1388 — 46% 141161145 13 197402 87 
— — — — 9 
70556 Mk124195 Mk.,169 MT. Mk. 1225 Mk. 
34 Pf. 71 Pf. 05 Pf. 50 Pf. 27 Pf. 1 
*) Mit Berücksichtigung einiger Reste stellt sich die Gesammteinnahme auf 193 114 Mk. 45 Pf. 
Der Werth der Ausfuhr bei sämmtlichen Stationen im Juli 1896 betrug 418 101 Nup. 
Der Werth der Einfuhr bei sämmtlichen Stationen im Juli 1896 betrug 926 257 Rup. 
Im Monat August 1896. 
(Eine Rupie zum Kurse von 1,24125 Mk.) 
512 173 Mk. 72 Pf. 
1134 664 Mk. 82 Pf. 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Zölle für Saehfahn. Holzschlag= Neben- 
Haupt-Zollamt AusfuhrEinfuhr Abgabe GebührenEinnahmen Insgesammt 
Rp. P Rp. B. Rp. P.] RNp. P.]N. P.] Rp. P. — Mk. Pf. 
Tange 2195 14423 344% 13067 88 
Panganie 2532 34160 10 —— 43 20 16 515752 51 = 7140 66 
Bagamoyoo 22360 544 3 12 — 30 43 37 27/41972 26 = 52098 25 
Dar-es-Saläm 3272 4313305 19 45 —— 56 1 57 2615987 06 = 19843 98 
Ailwa 8346 15 37 310 444 ie u 
Mikindani. 12368 36 5185 40 12 — 2 06 — 637569 17— 21807 85 
ZusommenSlore d s0 = U] 9kososs 13 -134096 21 
63398 Mfk.69465 Mk. 155 Mk. 763 Mk. 313 Mk. 
16 P. 26 Pfl 16 f 17 . 9 -f. 
Der Werth der Ausfuhr bei sämmtlichen Stationen im August 1896 betrug 368 535 Rup. 
Der Werth der Einfuhr bei sämmtlichen Stationen im August 1896 betrug 568 821 Rup. 
  
457 444 Mk. 07 Pf. 
706 049 Mk. 07 Pfl.
        <pb n="782" />
        — 700 — 
Perspnalien. 
Durch Allerhöchste Kabinets-Ordre vom 10. November 1896 sind folgende Veränderungen in den 
Schutztruppen bestimmt: - 
I. Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika: 
Dem Hauptmann außer Diensten und Oberführer v. Natzmer wird der Charakter als Major 
verliehen, der Hauptmann außer Diensten und Kompagnieführer Frhr. v. Eberstein wird zum Hauptmann 
und Kompagniechef mit einem Patent vom 19. Oktober 1893 ernannt, die Premierlieutenants außer 
Diensten und Kompagnieführer Johannes und Herrmann werden zu Hauptleuten und Kompagniechefs 
mit einem Patent vom 25. Juli 1894, der Kapitänlieutenant außer Diensten und Kompagnieführer 
Fromm wird zum Hauptmann und Kompagniechef mit einem Patent vom 12. September 1895 ernannt, 
die Premierlieutenants außer Diensten und Kompagnieführer Leue, Langheld und Namsay sowie der 
Premierlientenant außer Diensten und Kompagnieoffizier v. Kleist werden zu Hauptleuten und Kompagnie= 
chefs mit einem Patent vom 19. Oktober 1896 ernannt, der Sekondlientenant außer Diensten und Kom- 
pagnieführer Prince wird zum Hauptmonn und Kompagniechef vorläufig ohne Patent ernannt, die 
Premierlieutenants außer Diensten und Kompagnieossiziere Schlobach, v. Wissmann, Brosig, Kiel- 
meyer, Kollmann, v. Beringe, Engelhardt, Glauning, Jany, Charisius, v. Stocki, Fonck 
(August), Storch und Merker werden zu Premierlientenants mit ihrem bisherigen Patent ernannt, die 
Sekondlieutenants außer Diensten und Kompagnicoffiziere Fonck (Heinrich), v. Grawert, Kuhlmann, 
Schnorrenpfeil, Stadlbauer, Albinus, v. der Marwitz, v. Stuemer, Graf Fugger, v. Glött, 
Passavant, Braun, v. Wulffen und v. Trotha werden zu Sekondlicutenants mit ihrem bisherigen 
Patent ernannt, der Hauptmann außer Diensten und Kompagnieführer Fischer wird unter Stellung à la 
suite der Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika. und gleichzeitiger Kommandirung zur Dienstleistung beim 
Auswärtigen Amt zum Hauptmann mit einem Patent vom 15. September 1892 ernannt, dem Oberstabs- 
arzt 2. Klasse außer Diensten und Chefarzt Dr. Becker wird der Charakter als Oberstabsarzt 1. Klasse 
verliehen, der Stabsarzt außer Diensten und Oberarzt Gärtner und der Stabsarzt außer Diensten und 
Arzt Dr. Berg werden zu Stabsärzten mit ihrem bisherigen Patent ernannt, die Assistenzärzte 1. Klasse 
außer Diensten und Aerzte Ollwig, Zupitza, Dr. Simon, Hösemann und Dr. Eggel werden zu 
Assistenzärzten 1. Klasse mit ihrem bisherigen Patent ernannt, der Assistenzarzt 1. Klasse außer Diensten 
und Arzt Dr. Drewes wird zum Assistenzarzt 1. Klasse mit einem Patent vom 21. Januar 1896 
  
Vertheilungsplan der Schutztruppe und Landespolizels 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Anmerkung: 2 hinter dem Namen = krank, c hinter dem Namen — kommandirt 
· · — 
At. Kom- Kom- ·- Zahl= DOber- 
der Garnison- Ober- n Lieu- Ober- *) - Ser- Unter= 
man- pagnie- S Aerzte! meister= feuer= Feldwebel « 
Kom- ort v — tenants ärzte . · geanten offiziere 
aani eur führer S aaspiranten werker 
pagnie 
I. Schutztruppe. 
— v. Fischerc . Beringe— Dr. 8 Kieferle Engel- — Benlewitz] Ritterc 
Natz- * BludauTröger hardt . 
Stabm---«-». mer* 2 5 n 
Nm 4 Schreber # 
— 
Moschi —— NSohannes Merker —— Dr. Eggel-Körner 11— — Bartscher!— 
-P*v- 
Marangu — — — — — — —- — — — Lembcke — — 
Kisuani — — — v. Stuemer —— — — — — — — Reisewitz
        <pb n="783" />
        701 
ernannt, die Assistenzirte 2. Klasse außer Diensten und Aerzte Dr. Meyer, Dr. Reinhard, Uhl, 
Dr. Bludau, Hofft, Dr. Stierling und Dr. Schreber werden zu Assistenzärzten mit ihrem bis- 
herigen Patent ernannt. 
Den Premierlientenants Charisius und Storch 
wird auf ihr Gesuch das 
Kommando zur Schutztruppe nach Ablauf ihres Kommandos zu derselben auf weitere 3 Jahre verlängert, 
der Hauptmann außer Diensten und Kompagnieführer Scherner scheidet auf sein Gesuch vom 24. August 
1896 mit der gesetzlichen Pension nebst Aussicht auf Anstellung im Civildienst und der Erlaubniß zum 
Tragen der bisherigen Uniform mit den für Verabschiedete vorgeschriebenen Abzeichen mit dem 30. No- 
vember d. Is. aus der Schutztruppe aus, der Stabsarzt außer Diensten und Oberarzt Dr. Schwesinger 
scheidet auf sein Gesuch vom 21. August 1896 mit der gesetzlichen Pension mit dem 30. November d. Is. 
aus der Schutztruppe aus. 
= 
II. Schutztruppe für Kamerun: 
Die Sekondlieutenants außer Diensten und Kompagnicoffiziere Frhr. v. Stein zu Lausnit und 
Nolte werden zu Sekondlientenants mit ihrem bisherigen Patent ernannt, der Assistenzarzt 1. Klasse 
außer Diensten und Arzt Dr. Lichtenberg wird zum Assistenzarzt 1. Klasse mit dem bisherigen Patent 
ernannt. 
III. Schutztruppe für Deutsch-Südwestafrika: 
Der Premierlientenant Bethe wird unter Beförderung zum Hauptmann und Kompagniechef in 
die Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika versetzt. » 
— 
Dem Gerichtsaltuar Mann in Sebbe ist die etatsmäßige Stellung des Kassenverwalters bei der 
Kaiserlichen Landeshauptmannschaft in Togo übertragen worden. 
Dem Wegebauaufseher beim Kaiserlichen Gouvernement in Deutsch-Ostafrika F. Drescher ist das 
Allgemeine Ehrenzeichen verliehen worden. 
von Deutsch-Ostafrika am 30. September 1896. 
hinter dem Namen und bei den Ziffer 
mn = siehe Bemerkungen. 
  
  
  
  
  
  
  
  
1 1 1# 
8 Farbig. 
Ober= sLazareth. Etatse! 7 5 "7 –. 
lazareth= mäßige r Char= Askaris Armirung Bemerkungen 
gehülfen gehülfen Schreiber KHsfendi: en J regu) irre- 
2 56 läre, guläre Art. Depot: 
I. Schutztuuppe. 
1 Bootskanone 8 cm) Oberführer v. Natzmer auf In- 
Weidner Kezewan Feldwebell — Nickl!l.— — — — 5 Revolverkanonen spektionsreise im Süden 
iolland pelt 1c 3,.7 em“ davon 2 an die Flottille abgegeben 
Unteroffiz. 1 Schnellladekanone 
Triebel 3.47 cm " . . 
Oberlazar 4 ital. Berggeschütze Zahlm. Asp. Tröger wird nach 
eh „7 em indi versetzt 
Sieler 5 Maschinengewehre 
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" *v. 6 1 Berggeschü 
EEIIIIEIIEIIEIEIE uurich 
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· 1 Schnellladekanone 
— — — — — — — 1 20 — bn‚"7 em 
— 1 1 desgl. 47 em 
— Fleiscchk-— 1 2— — 
  
  
  
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derGarnison- man= Ober- 5r Lieu- Ober- Aerzt “5 hl- · Feldwebel Ser- Unter- 
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Kom- ort deur führer pagnie tenants ärzte *“v . meister feuer geanten offiziere. 
pagnie führer S aspirantenwerker 
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v. Wiss- « 
A Ists-« — — — * — — — — — v“n Richter Knaust 
5 Passavant Dr. uehl Görn MeuserBuchner 
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baur har 
4. - — — — 4 — —— — 
Skiba 
Mpapua — — — Glaunin — — — — — 
Perondo — — — v. Stoci — — — — — — — — Stephan 
Auf Expeditiom — 
Kilossa— Man-— — — v. Kleist -— — — -—-— — — — — 
gatua # 
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Dar-es-Salß — — — v. TrothU — — — — — Pannewitz ustm 
Schnorren · sangen- 
pfell &amp; emper 
— — 
6. Kilwa — — — Kuhlmann—— Ollwig — — — — Liebhardt ee 
. Bro r 
7. Pangani — — — Vrosig — — — — — — — Freytag Dorne 
— — 
Lachen- 
8. Lindi — — Fromm Albinus— — Dr. Verg— — — — Sommer mair 
Jahn 
9. Udjidji — —Ramsay] Fonck IlllM, PHösemann — Fritsch — Köhler — Ullmann 
Müller. 
0. Tabora — — — Jany—— Dr. — Jost* — Markgraf — Matz 
Drewes Wulff? 
. Bukoba — — Herrmannsfv. Wulssen——— Zupiha — Körner L — Salomon Peschke 
11. 
- - Wasie-Schlee 
M — — — —— — — — — — —- 
uanza Kollmann lewski Hoffmant 
ra - 
12. Kilossa — — — Fugger — — Hofft — — — — Kersten 
v. Glött Noe 
242 D. 
Auf Expedition Trothal — — — — — — — — — Kamp — — 
Zusammen 1 1 6 23 11— 12 1 7 1 7 13 26 
II. Landespolizei. 
Tangg — — — — — – — — — — — Feldmann — 
Masinde — — — — — — — — — — Hentschel! Inenke- —
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        703 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
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Ober- LazarethEtats * 3 2 - 8 8 
lazareth- » mäßigeZEZEE Char- Astaris Armirung Bemerkungen 
.. gehülfen ibe 6 Eskendi Char- » 
gehülsen Schreibere gen regu- irre- 
— läre guläre 
"v 1 ital. Berggeschütz 
— — — — 1 5 106 15 l‚7 cm 
1 Maschinengewehr 9m 
* 9 
— Scharfen- — — 1 2 10 79. 17 — 13 Mann auf auf Expedition Kilossa 
berger 
1 ital. Berggeschütz t. Merl. 
— — — — — — — 6 82“ — „/ cm lutenent lelseen ine 
1Maschinengewehr 'mm Mann der 5. Komp. Dar.es-Sal. 
—— 1 Schnellladetanone ——————— 
Wiest — — — — — 5 40 — · 
1 Nordenfeltgeschut 
Prinage — — — — 1— 5 39 2 r!8F )! 
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— — — — — 1 3 13 — — vieut. Fond I zwecks Uebernahme der 
3 8. Komp. nach Lindi versent lrani 
□ — E ir Hobp lon e eldw. Kayser in Mikin 
Geh. Schir wird 1 aubt 
Machirkt von * 4. Komp. 3 Mann 
Schuster mD,.ö. — 25 — *?s 
1# Schirpke' 1 1 11* au — — 
g ammen II Mann, 
wovon 1 in der Ard Abtheilung 
* 3 leichte Feldgeschüße * 3 Mann der 5. Komp. Dar:es: 
— Eisen — — — 1 9 97* 4 Salãm attachirt 
Loegel — — — — — 1 7 100 25 — 
’ . ... us b D 
Juucht TMI“¼ „ „% „ ½ eichte Fethgeschuße, n 
nicht K 73 2 Mann der 5. Komv. Oar.es-Sal. aul. 
— Pfeuffer — — — — 8 115 10 — 
6 * 1 Schnellladelanone * Zahlmeisteraspirant Jost und 
Aimer — — — — 5- — k „ Unteroffizier Wulff noch auf 
1 Schnellladekanone dem Marsche nach Tabora 
1 Maschinengewehr Laz. Geh. Jurock b rursa 
Jurock- Näwd * „„ 5 6 17 Kkasch 9 h Gh e teufe Beurlau 
— Lieul. Koumann eene Krankheit anu 
* 1 Schnellladekanone dem Mariche 
— Herckert — — ——— 3 57 9 3,90% v Eecherr 44%% Veurlaubum 
gur Küste beordert 
1 Schnellladekanone 
12 — 45% *5 Mann der 5. Komp. Dar-es 
— — — — —— — 25 1 Maschinengewehr Saläm attachirt 
Sauer2: 2 — — 
— brey 9 45 , 
5 18 3 — 215 38 8 1289 145 zo 
II. Landespolizei. 
Ofsen= — — — 2 leichte Feldgeschütze 
wanger 3 51 K/73 
* 1 0 15 * Auf Antrag des Gouvernement 
  
  
  
  
  
  
  
auf Expedition
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        — 704 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
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rnisonor man- ie- 2 ister= „geldwebel « 
deur führer pagnie tenants. ärzte erzte . ne ister· sfeuer-sFeldwebel geanten offiziere 
führer S S aspiranten werker 
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Pangani . — — —. — — —. — — — — — Grimm 
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Bagamoyo — Leue — —Gaert z ;zg —| — Krause — — 
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Kisalll — — — — — — — — — — — — Bittner 
ti — Fhr. v. 
Kilhoa Eberstein — — — — Pfendtner 
Donde — — — — — — — — — — — Lustig — 
Lind — — — — — — — — — — — — — 
Mikindan — — — — . — — — — Kayser * — — 
Langenburg . .. — — — — —HDr. Meyer — — — Haegele — — 
Zusammen— — 2 — —1 1 □— . — — 1 5 3 4 
III. Beurlaubt nach Europa. 
LangheldXCharisius Dr. [Dr. Simon Stamm Wallner Frahm 
— — —Schernerv.Grawett-Schwe-Dr. Teppe — Henschle Einogg — 
Podlech Engelhardt singer Koerfer Kuhnen 
Storch Zicken- 
v. d. Mar- draht 
witz 
Zusammen — — 3 5 — 1 2 — 4 — 2 2 — 
Kommandirt. 
— — 1 — Fischer, Schlobachh - — — — Kuhnen— — Meuser e 
s« .E··ibu- um ri. 
Berlin bent n c Sikukbte) momru- 
Charisius — Kolontal. 1 
zum Auc. Abtheilung 
wärtigenmi 
— Kol.-Abtb. 
Krank. 
Schnorren. 
Dr. 
— — — — virus-— -«»— — — — — 
1 1 2 4 Schreber/ 
Rekapitulation. 
I. Schutztruppe 1 1 6 23 11— 12 7 7 13 26 
II. Landespolizei — — 2 * 1 ; — * E 3 
III. Beurlauit— — 3 5. 1 22 4 — 2 2 
Zusammen 1 1 11 28 112 15 11 1 14 18 30
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S S läre guläre 
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* — — — 1211 1 18 I2 leichte Ktspeschüt- 
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Häcker — — #[A„ÜAIA„e. 5 6 39 — Sleichte Rnseschüt. 
I I 4leichteFeldgefchütze 
— — — — — — 1 2 58 — K/73 
I . lRevolvekkanoneZ,7c-m 
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— — — — —— — 5 " 40 — — 
— — — — —W—— 14 — — 
— — — — 1 11 — — 
2 leichte Feldgeschütze Feldw. Kayser kommt zum Ur- 
Voelkner — — — — 1 26 — K/73 laubsantritt nach Dar-es-Sal. 
— Schmaus — — — 4 45 50 — 
2 2 — — 2 24 349 55 v 
III. Benurlaubt nach Europa. 
— WernerOberlazaa — Unruh—— — — — — — 
rethgehülfe 
Herbsleb 
— 1l1-I1l——»—-!—i— — 
Kommandirt. 
— — — — — 11*1 — — — — — * zum Bezirksamt Dar-es-Salam 
l 
Krank. 
— Viollandl! — 1 — — J — — — — — D Lazareth Dar-es-Salam 
1 1 
Rekapitulation. 
5 13 3 — 2 5 8 95 1339 145 36 
2 2 — — —2 24 349 55 20 
*P 70 
* 16 4 — 3:n50 19 /„1688 200 56
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        — 706 — 
Nichtamtlicher Theil. 
Personal · Nachrichten. Der Sekretär beim Kaiserlichen Gouvernement 
Deutsch- Ostafrika. Geyger hat nach Ablauf seines Urlaubs die Rück- 
1 
I . 
Der Buchhalter beim Kaiserlichen Gouvernement reise nach Kamerun angetreten. 
l 
  
Häberle ist nach Dar-zes-Saläm abgereist. 
m » · Der für die Stelle des Assistenten auf der 
Der als Bauzeichner in den Dienst des Kaiser- Yaundestation angenommene Bautechniker Hinnrichs 
lichen Gouvernements getretene Bautechniker R. sowie der Schiffszimmermann Wetzel sind nach 
Schmidt reist Ende des Monats nach Dars= es- # Kamerun abgereist. 
Saläm ab. 1 
1 
Die Premierlieutenants Gansser und Bresler Togo. 
sowie der in den Dienst des Kaiserlichen Gouverne- 4# J » » 
ments getretene Landmesser Boehler reisen für den Der Büreaudiätar Holtzheimer in Togo ist 
Dienst der Landesvermessung demnächst nach Dar- krankheitshalber aus dem Dienste der Kaiserlichen 
es-Saläm ab. Landeshauptmannschaft ausgeschieden und nach Deutsch- 
— land zurückgekehrt. 
Die für die Flottille des Kaiserlichen Gouverne= 
ments angenommenen Steuermänner Bradhering 
und E. Stiehler sind nach Dar-es= Saläm Lüdwestafrika. 
abgereist. Für das Kaokofeld, das Konzessionsgebiet der 
Südwestafrika-Kompagnie und das Land des Häupt- 
lings Kambazembi, ist eine neue Bezirkshauptmann- 
schaft geschaffen und ihre Verwaltung vorläufig dem 
Der Lieutenant Oskar Schmidt verläßt krank= Hauptmann Kayser übertragen worden. 
heitshalber das Schutzgebiet. 
Ramerun. 
Nachrichten aus den deukschen Schuhgebieken. 
(Abdruck der Nachrichten vollständig oder theilweise nur mit Quellenangabe gestattet.) 
Deutsch-Dltafrika. Auf der diesmal von mir begangenen Stanley- 
. ,.. . .sccuRoute,durcldiesoenannte»Bitterwasser- 
Ueber eine Expedition nach ugogo, Jrangi, Burungi Wüldni5, fand sich'ter den Fundabergen (Lagerplatz 
" un Usiomi » Mbuguni) reichlich und gutes Trinkwasser. Die 
berichtet Stationschef Lieutenant Glauning aus Eingeborenen nennen auch nur das bittere Wasser, 
Mpapua unter dem 21. September d. Is. Folgendes: niemals aber den ganzen ausgedehnten Buschwald 
Da die Besatzung von Mpapna selbst zur Aus= Marenga mkali. 
führung einer größeren Expedition zu schwach war, Ueber Kikombo, das gut angebaute und etwa 
wurde die Hülfe der Station Kilimatinde erbeten 60 Temben zählende, von Wagogos und einzelnen 
und nach eingetroffener diesbezüglicher Zusage am Massais bewohnte Buigiri gelangte ich nach Ntuguni. 
15. Juli mit 1 Unteroffizier, 25 Askaris und 11 Ir= Der Sultan dieses Ortes, Madschaka, der schon im 
regulären sowie 32 Trägern der Marsch durch die vergangenen Jahre von Lieutenant Nachtigall wegen 
Marenga mkali nach Ugogo angetreten. Der auf verschiedener Räubereien bestraft worden war, sollte 
den Karten verzeichnete Name „Marenga mkali“ laut Gouvernementsbesehl vom 11. Januar d. Js., 
für das große von Nyangallo bis fast zum Ruahn= falls er sich auf eine Vorladung nicht stellen würde, 
fluß sich erstreckende Pori ist ein sehr willkürlicher. nochmals heimgesucht und bestraft werden. Trotz 
Die Gegend ist wasserarm; Bitterwasser tritt aber Aufforderung der Station war er nicht erschienen. 
nur an einzelnen Stellen auf, während sich an an= Wie ich erfuhr, war Madschaka inzwischen gestorben. 
deren Stellen, z. B. in einem Wasserloch südöstlich! Ich ließ daher dessen Sohn Muguge vom nahe- 
Nyangallo, Süßzwasser findet. gelegenen Mahoma aus nochmals auffordern, zum
        <pb n="789" />
        Schauri zu kommen, andernfalls würde ich ihn be- 
kriegen. Als ich kurze Zeit nach Absendung des 
Boten selbst aufgebrochen war, um den Ort im Falle 
der Weigerung des Sultans zu überfallen, sahen wir 
nicht weit von Ntuguni einen Haufen Eingeborener 
mit einem jungen Weib an der Spitze keuchend und 
im schnellsten Lauf auf uns zukommen, was bei den 
Askaris große Heiterkeit erregte. Es war das Weib 
des Sultans mit Gefolge, das in seinem Namen, da 
er selbst fußkrank ist, um Frieden bat, der natürlich 
gewährt wurde. Der Sultan selbst, ein schlanker, 
noch junger Mann, wurde durch die Behandlung 
seines Fußübels und einige kleine Geschenle völlig 
zutraulich gemacht. 
In Ntuguni wohnen neben den Wagogos zahl- 
reiche Wahehes in fünf gut gebauten Temben. In 
dem etwa fünf Stunden entfernten Kitunda wa dede 
hatte ich einen Streit zwischen dem Sohne des Dede 
Meda und einem Manne, Namens Materra, zu 
schlichten. Dede hatte den Vater des Materra ge- 
tödtet und ihm zahlreiches Vieh weggenommen. Der 
Aufforderung der Station Kilimatinde, zum Schauri 
zu kommen, hatte er wie auch später sein Sohn 
Meda nicht Folge geleistet. Ich überfiel ihn unver- 
sehens, nahm ihn gefangen und theilte dann die 
Viehherde zwischen ihm und Materra aus Ntuguni, 
worauf ich Meda wieder freiließ, der froh war, so 
leichten Kaufs davonzukommen. 
Von da marschirte ich über den stark frequentir- 
ten, mit Unrath bedeckten Karawanenplatz Fadi nach 
Ngomoia. Die Einwohner dieses Ortes nennen sich 
Wangomoias. Ihre Sprache ist das Kingomoia, das 
aber nur von Wenigen noch verstanden wird. Sie 
sind anscheinend ein im Aussterben begriffener, den 
Wadsandanis verwandter Volksstamm. Da ich noch 
an demselben Tage weitermarschirte, konnte ich mich 
auf eine nähere Untersuchung dieses vielleicht ethno- 
graphisch wichtigen Punktes nicht einlassen. Ngomoia 
bildet die Grenze zwischen Ugogo und Ussandaui 
und ist von demselben durch ein etwa achtstündiges 
Pori getrennt. 
Den Umweg durch Ussandaui hatte ich deshalb 
gewählt, da ich feindliche Zusammenstöße mit den 
Waburungis und Warangis vor Beginn der eigent- 
lichen kriegerischen Aktion vermeiden wollte. 
In Ussandaui wechseln groteske Felshügel und 
Bergrücken von mittlerer Höhe mit sanften, überaus 
fruchtbaren Thälern. Die Landschaft mit ihrem 
frischen Grün stand in merkwürdigem Gegensatz zu 
dem trockenen Ugogo. Zahlreiche Wanjamwesi wohnen 
zwischen der friedlichen Urbevölkerung. Durch die 
Landschaft Mangasita gelangte ich nach der Wan- 
jamwesiniederlassung Kwa Mtoro, von hier durch 
ein zwölfstündiges Pori mit Wasser am Limbo 
Kikumn nach Kwa Mdoda, einem Dorfe von Makua 
Waduaheli und Wanjamwesijägern des Wali von 
Mkondoa. Der Wali, in dessen Dienst weit über 
hundert Jäger stehen, die sich in Irangi, z. B. in 
Tandalla und Kinduri niedergelassen haben und ihre 
707 
  
— 
Jagdzüge bis zum Guruiberg und dem Kilimandjaro- 
gebiet ausdehnten, hat diesen Leuten sofort nach Be- 
kanntwerden des Jagdgesetzes Pulver und Zünd- 
hütchen entzogen, so daß sie jetßzt eigentlich brotlos 
sind, da sie die verlangten Schießgebühren nicht be- 
zahlen können und auch der Wali nicht in der Lage 
ist, für jeden seiner Leure die Gebühr zu erlegen. 
Die Härte, die unzweifelhaft für diese in ihrem 
Beruf meist sehr tüchtigen Leute in der plötlichen 
Entziehung ihrer bisherigen Thätigkeit liegt, ließe sich 
vielleicht dadurch mindern, daß sie sämmtliches Elfen- 
bein nach der Station zu bringen hätten, woselbst 
jeder vierte Zahn als Gebühr eingezogen, die wieder 
freigegebenen Zähne aber gestempelt werden müßten. 
Natürlich müßte diese Kontrole auf allen Stationen, 
auch auf den Grenzstationen für die aus fremdem 
Gebiet eingeführten Zähne (bei letzteren ohne Ent- 
nahme der Schießgebühr) stattfinden und ungestempelte 
Zähne an der Küste beschlagnahmt werden. 
Am 20. Juli langte ich in Mkondoa an und ver- 
einigte mich mit der aus zwei Europäern (Lieutenant 
Stadlbaur und Dr. Reinhard), etwa 60 Askaris 
mit Maximgeschütz und etwa 20 Frregulären be- 
stehenden Abtheilung der Station Kilimatinde. 
Mein Plan war ursprünglich, zunächst die Wa- 
fiomis zu bestrafen, demnächst die Waburungis und 
Warangis und endlich die Massais, um dann durch 
die Steppe auf kürzestem Wege zurückzumarschiren. 
Da ich jedoch von Lieutenant Stadlbaur um Unter- 
stützung für seinen vielfach noch ganz unbekannte 
Gebiete berührenden Zug gegen die Wangaturus 
gebeten wurde, beschloß ich, die Bestrafung der Wa- 
fiomis zuletzt vorzunehmen, um von Usiomi aus über 
Mangati und Gurniberg das nahegelegene Surn 
zu erreichen. 
Am 28. Juli begann die eigentliche Strafexpe- 
dition gegen die vorgenannten Stämme. 
Die Waburungis von Duma, Mura Sogoi, 
Pampaya, Mirambo, gegen die zahlreiche Klagen 
wegen verübter Räubereien vorlagen, wurden bestraft; 
das Gebiet des deutschfreundlichen Sultans Damaß 
in Goima dagegen verschont, obwohl er sammt seinen 
Leuten geflohen war. Die Tembe des Sultans war 
verlassen, aber vom Dach wehte noch die deutsche 
Flagge. Aus dem Umstand, daß die kleine schwarz- 
weiß-rothe Flagge genügte, das weite Gebiet des 
Sultans vor Verwüstung und Plünderung zu schützen, 
mußte auch seinen Stammesgenossen ein Verständniß 
für den Werth des Besitzes einer solchen Flagge 
erwachsen. 
Vom 1. bis 8. August wurden die Warangis 
von Darai, Sandalla, Kinduri, Buzi, Ziwani unter- 
worfen. Der Jumbe von Arimabu, der als Einziger 
früher auf der Station gewesen war und um Schutz- 
brief und Flagge gebeten hatte, wurde reichlich be- 
schenkt. Die tief in den Bergen gelegene Landschaft 
Ziwani, an einem noch unbekannten, etwa 1000 m 
langen und 200 m breiten Süßwassersee gelegen,
        <pb n="790" />
        deren Einwohner nach Aussage der Leute von 
Mkondoa besonders freche Karawanenräuber sein 
sollten, wurde zuletzt unterworsen. Interessant waren 
hier die rings um die Felder errichteten niederen 
Erdwälle zur Regulirung der Wasserverhältnisse in 
der Regenzeit; ferner die von den Eingeborenen ver- 
wendeten Pfeile mit Messingspitze. Von Ziwani 
marschirten wir nach Mkondoa, um die Kranken und 
das erbeutete Vieh zurückzulassen und uns neu zu 
verproviantiren. 
Meine Absicht, die Massais von Mridjo zu be- 
strasen, mußte ich vorläufig aufgeben, da wir nach 
Aussage sämmtlicher wegekundigen Suahelijäger min- 
destens drei bis vier Tage ohne Wasser hätten mar- 
schiren müssen. Auch der Aufenthaltsort der Massais, 
die ihre Kraals in den Serianibergen verlassen haben, 
ist zur Zeit nicht bekannt. Ich habe einige der 
Suahelijäger beauftragt, den dortigen Wohynsitz der 
Massais ausfindig zu machen und der Station hier- 
über Meldung zu erstatten. 
Am 11. August rückten wir in Ufiomi ein. Die 
schuldigen Stämme wurden bestraft, ihre Hütten 
verbrannt. Vieh konnte nur wenig erbeutet werden, 
da die Wasiomis von unserem Anmarsch Nachricht 
erhalten und das meiste Vieh schon viele Tage vorher 
weggeschafft hatten. Der Hauptschuldige am Morde 
Hennings, Sultan Giso, war mit seinem ganzen 
Stamm nach Klein-Ufiomi auf der Westseite des 
Selemaberges ausgewandert. Es gelang, ihn mit 
seinem Sohne und mehreren seiner Leute durch einen 
nächtlichen Streifzug gefangen zu nehmen. Der Sultan 
Hilo von Haliambe, der sich schon bei meinem letzten 
Besuch deutschfreundlich gezeigt, der Sultan Nijeihe, 
der ein Empfehlungsschreiben von Herrn Köther 
vorwies, und der Hauptsultan Uhn, der mich bei 
Gefangennahme des Giso unterstützte, erhielten Schut- 
brief und Flagge sowie Geschenke an Vieh. Giso 
und sein Sohn Mande wurden durch ein sofort zu- 
sammengerufenes Kriegsgericht, dem die Sultane Hilo, 
Njeihe und Uhn, ferner die drei Sols der Kompagnie, 
Selim Daust, Murgan Selim, Ramassan, Unteroffi- 
zier Skiba, Dr. Reinhard und Lieutenant Glau- 
ning angehörten, während Lieutenant Stadlbaur 
als untersuchungsführender Offizier fungirte, ver- 
urtheilt; ersterer zum Tode, letzterer zu Kettenhaft. 
Die nach Verlauf von kaum zehn Wochen nach 
Ermordung Hennings erfolgte energische Bestrafung 
der Aufrührer sowie die reichliche Belohnung der 
treugebliebenen Sultane dürften nunmehr wohl ein 
friedliches Verhalten dieses Stammes gewährleisten, 
solange ein Europäer von der Besonnenheit des 
Herrn Köther der Faktorei vorsteht. 
Von Ufiomi aus sandte ich Unteroffizier Skiba 
mit den gefangenen Weibern über Mkondoa nach 
Mpapua zurück, mit dem Auftrag, das in Mkondoa 
zurückgelassene Beutevieh und die kranken Askaris 
nach der Station zu schaffen. 
708 
  
Am 15. August marschirte ich über den Selema- 
paß nach Klein-Ufiomi zur Bestrafung der Wafiomis 
von Babati. Diese haltten das der Faktorei von 
Köther gehörige Vieh geraubt mit den höhnischen 
Worten, der Msungu sei ja jetzt todt und Nirmand 
mehr da, um die Faktorei zu schützen. Da sie sich 
weigerten, zum Schauri zu kommen und Strase zu 
bezahlen, zerstörte ich ihre Dörfer, nahm ihnen Vieh 
weg und versolgte sie bis Umbugwe. 
In Umbugwe konnte ich mich gleichzeitig über- 
zeugen, daß auf der dortigen Faktorei der Firma 
Köther Alles in Ordnung und ein Einfall der 
Massais von Ngorongoro vorläufig nicht zu be- 
fürchten ist. 
Den Manyarasee fanden wir bis auf einen schmalen 
Sumufstreifen an der Südwestseite des Sees, wo der 
Kwon einfließt, völlig ausgetrocknct. 
Von Umbugwe kehrten wir wieder nach Klein- 
Ufiomi zurück. Neben den Wasiomis wohnen hier 
viele Wataturus, deren Häuptling Hanota sich uns 
gegenüber sehr freundlich gezeigt und einen Elsenbein- 
zahn als Geschenk gebracht hatte. Von hier marschirten 
wir an dem von zahlreichen Kibokos und Wasser- 
vögeln belebten Baturasee entlang, dann durch busch- 
bestandene Thäler über den Zigedaberg und den an 
der Uebergangsstelle kaum knietiefen Bulufluß nach 
Mangati (Ort Massagaloda). Der dortige Sultan 
Malombe kam uns schon von weither entgegen und 
brachte einen schönen Elsenbeinzahn von 1/1 Frasila 
Gewicht. Von Mangati aus marschirte ich, der Ne 
quisition des Lieutenants Stadlbaur für die Straf- 
xpedition in Suru Folge leistend, gemeinsam mit 
diesem an den zwischen dem Gurniberg und dem 
steil abfallenden Plateau des ostafrikanischen Grabens 
liegenden Balangiddasee. Der See, den ich zur 
Erkundung des gegenüberliegenden Westplateaus 
zweimal überschritt, ist völlig ausgetrocknet. In seiner 
Nordhälfte ist er mit mächtigen Schollen von Salz= 
krystallen bedeckt und gleicht einer geborstenen Eis- 
fläche. Am Westufer liegt auf weite Strecken reines 
weißes Salz zu Tage, wie frischgefallener Schnee 
aussehend. Wir sammelten mehrere kleine Säcke 
dieses Salzes und haben dasselbe bis zu Ende der 
Expedition täglich zum Kochen benutzt. Proben der 
Salzkrystalle und des reinen Salzes habe ich an die 
Abtheilung für Landeskultur gesandt. 
Die Südhälfte des Sees enthält rothbraunen, 
trockenen Schlammboden. Das Westplateau selbst ist 
eine weite Grassteppe mit aufgesetzten Felskuppen, 
belebt von Rhinozerossen, Straußen und Antilopen. 
Leider gelang es im Lager am Gurniberg dem 
Sohn des Giso, Mande, in der Nacht vom 23. zum 
24. August zu entfliehen. Obwohl drei Posten im 
Lager standen, von denen der am nächsten stehende 
sofort schoß, und obwohl zahlreiche Patrouillen ab- 
gesandt wurden, gelang es nicht mehr, seiner habhaft 
zu werden. Von hier aus gelangten wir durch 
zehnstündige wasserlose Steppe nach Turu (siehe
        <pb n="791" />
        Bericht der Station Kilimatinde) und nach Beendi- 
gung der dortigen Strafexpedition in fünf Tagen 
über Saranda nach Kilimatinde, wo ich meinen er- 
schöpften Askaris zwei Tage Ruhe gönnte und mich 
neu verproviantirte. 
Durch Südugogo und Westusagara marschirte ich 
in zehn Tagen nach Mpapna. Beim Marsch durch 
Ugogo fand ich fast überall stark bevölkerte und gut 
angebaute Ortschaften von bedeutender Ausdehnung. 
Dagegen machten die an der äußersten Westgrenze 
von Usagara gelegenen Gebirgsdörfer Difu, Ngalamiro 
und Berege einen sehr ärmlichen Eindruck. Vieh ist 
wenig vorhanden. Die Ernte hat durch Trockenheit 
und die Heuschrecken sehr gelitten. 
Am 17. September traf ich wieder in Mpapua 
ein, wo ich Alles in bester Ordnung vorfanW. 
15 von den 32 angeworbenen Trägern, zumeist 
Wanjamwesis, sämmtlich aus der Umgegend von 
Mpapua, haben die neunwöchentliche anstrengende 
Expedition bis zu Ende mitgemacht. Sie wurden 
reichlich beschenkt und sollen den Stamm für die 
allmählich einzurichtende Trägerkaste der Station 
bilden. 
Die Wegeroute Mpapuna —Mkondoa, serner die 
Route Ufiomi — Turn — Kilimatinde — Mpapua ist 
von mir ausgenommen worden. 
Ueber die Lage der Station Bukoba im Juni 1890 
berichtet Kompagnieführer Herrmann Folgendes: 
Der vertriebene Sultan Mukotani ist auf meine 
Drohungen hin vom Sultan Kageto von Karagwe 
doch ausgewiesen worden und hat sich in englisches 
Gebiet nach Koki (Uganda) begeben, wo er von 
Mwanga einen Bananenhain erhatten hat. 
Die hiesige Bevölkerung wird fleißig angehalten, 
ihre abgehackten Bananenhaine wieder anzupflanzen. 
Die infolge der Landvertheilung ausgewanderten 
Eingeborenen, die sich den neuen Sultanen nicht 
fügen wollten, habe ich in unbewohnten Gebieten 
des hiesigen Landes angesiedelt, bis jetzt etwa 
600 Familien. 
Ueberall herrscht Friede. Mehrere kleine Ueber- 
griffe gegen Karawanen wurden durch Vermittelung 
der Station redressirt und die Schuldigen bestraft. 
In Kifumbiro und Kitengule herrscht reger Handel; 
jeder dieser Plätze hat Ujiji längst überholt. 
Die beiden feindlichen Sultane Lutafkwa und 
Bwama haben sich auf der Mission Marienberg im 
Beisein von 3000 Unterthanen ein großes Verbrüde- 
rungsfest gegeben. Beide sind auf mein Zureden 
offen zum Christenthum übergetreten. Ein schöner 
Erfolg. 
Ich machte in diesem Monat behufs kartographi- 
scher Arbeit kleinere Reisen. Mit allen Wasiba- 
709 
  
Sultanen bin ich sehr befreundet und tauschte mit 
ihnen den Blutschwur. Wenn das hier so weiter 
geht, wird dauernd der Friede erhalten bleiben. 
Dies Jahr ist so trocken wie kaum eins früher, 
infolgedessen die an steten Regen gewöhnten Bananen 
stark leiden. 
Am 16. früh schlug der Blitz ins große Europäer= 
haus, doch wurde der Dachbrand, dank der herrschen- 
den Windstille, gelöscht. Als Kuriosum erwähne ich, 
daß mein Aneroid, trotzdem es selber nicht beschädigt 
wurde — der Blitz schlug dicht dabei durch ein 
Gewehr — von seinem gewöhnlichen Stand 654 mm 
auf 752 mm sprang. 
Ueber Pöhlen bei Bukoba 
berichtet Kompagnieführer Herrmann Folgendes: 
Im November 1892, gelegentlich eines Feldzuges 
gegen den Sultan Mukotani von Kjamtnara, entdeckte 
ich in dieser Landschaft und der angrenzenden Bugab# 
Höhlenverstecke, deren sich die Einwohner zu Kriegs- 
zeiten bedienen. Man versteckte darin Familien, Vieh 
und Gut. Die Höhlen sind in Felsen gelegen und 
unterirdisch oft zu weiten Hallen erweitert und schwer 
aufzufinden. Die Eingänge sind theilweise künstlich. 
In manche steigt man wie in ein Bergwerk auf in 
den Fels eingehauenen Wendeltreppen hinab, bei 
anderen geht es sanft schräg in die Tiefe. Bei 
einigen ist der Eingang ein Felsenthor oder ein großes 
natürliches Loch, andere haben einen so kleinen Ein- 
gang, daß sich ein Mann kaum durchwinden kann; 
der Eingang ist dann geschickt durch Gras rc. mas- 
kirt. In manchen Höhlen hat ein Mann Plat, in 
anderen 400 Personen mit Vieh und Hausgeräth. 
Solcher Höhlen giebt es zu Hunderten. 
Jeßt in friedlichen Zeiten nach Bukoba zurück- 
gekehrt, habe ich eine große Anzahl Höhlen einer 
genauen Besichtigung unterzogen. Von vornherein 
sei gesagt, daß bei allen Nachgrabungen keine Funde 
prähistorischer Knochen, Wassen oder gar Inschriften 
gemacht wurden. Außer gelegentlicher Erweiterung 
der Eingänge hat sonst eine künstliche Erweiterung 
der Höhlen nirgends stattgefunden, sie repräsentiren 
vielmehr ein System von durchschnittlich 1 bis 1,20 m 
hohen, im Durchschnitt kreisrunden Röhren, wie in 
einem Kaninchenbau, nur selten erweitert sich im vor- 
deren Ende die Höhle zu einer Art Halle. Diese 
Röhren, welche alle fließendes Wasser enthalten, 
laufen allmählich spitz zu; das Wasser tritt dann 
tiefer als Quelle wieder zu Tage; gangbar sind 
manche Röhren noch bis 1 km vom Eingang. Ver- 
schieden sind die Eingänge: Schlitze im Gestein mit 
sanft schräg abfallendem Eingang oder senkrechte 
Trichter mit glatten Felswänden; letztere werden, 
wenn nur 10 bis 15 m tief, durch eingeklemmte 
Hölzer an Stelle einer Leiter passirbar gemacht oder 
es sind Stufen eingeschlagen, doch giebt es auch solche,
        <pb n="792" />
        — 710 
die für die Eingeborenen nicht einfahrbar sind. Der 
tiefste ist ein Trichter in Bugabu: oben auf dem 
kahlen Plateau sieht man plötzlich im Grase ein kreis- 
rundes Loch von Gm Durchmesser; senkrecht stürzen 
die glatten Quarzitwände 40 m in die Tiefe; unten 
gehen verschiedene Röhren thalwärts. Diese Höhle 
dient speziell dazu, schweren Verbrechern ein grauen= 
volles Ende zu bereiten: man bindet ihnen Arme 
und Beine und stürzt sie hinein. 
Die größte Höhle ist die bei Nianga innerhalb 
einer malerisch schönen Urwaldparzelle mit westafri- 
kanischer Flora gelegen: durch ein großes Felsenthor, 
dessen Decke — vulkanischer Tuff — durch die 
Wurzeln eines Urwaldriesen durchbrochen ist, steigt 
man allmählich hinab, bis sich zwei Röhren abzweigen, 
die eine kann bequem 400 Menschen, die andere 
60 Ochsen beherbergen. Die Decken der Röhren 
sind durch Sickerwasser gespalten, an den Spalten 
sieht man lappenartige Anhänge wie Tropfstein. 
Der Grund ist eingeschwemmte nasse Erde mit fließen- 
dem Wasser und es ist daher bewundernswerth, wie 
sich Menschen ohne Schädigung ihrer Gesundheit hier 
lange aufhalten können. Die Höhlen, welche, wie 
gesagt, nur in den Landschaften Kjamtnara und Bu- 
gabu sich vorfinden, sind oben auf dem Plateau, an 
den Abhängen und unten; die kreisrunden Trichter 
und Röhren kann ich mir nur so erklären, daß sie 
den Weg vulkanischer, flüssiger Masse darstellten und 
früher gefüllt waren; dafür spräche auch die Decke 
vulkanischer Tuffe, die über dem ganzen Lande aus- 
gebreitet ist. Ueber den geologischen Aufbau des 
Plateaus werde ich später detaillirt berichten. 
Besuch des englischen Admirals Rawson 
in Dar-es-Salm. 
Die „Sansibar-Gazette“ veröffentlicht unter dem 
30. September d. Is. folgenden Bericht über einen 
Besuch des englischen Admirals Rawson in Dar- 
es-Saläm: 
„Dienstag Morgen um 6 Uhr verließ das Flagg= 
schiff den Hafen von Sansibar mit Bestimmung nach 
Dar-es = Saläm, woselbst der Admiral dem stell- 
vertretenden Gouverneur, v. Bennigsen, elnen 
Besuch abstatten wollte. Basil S. Cave, der ver- 
vertretende diplomatische Agent und Generalkonsul in 
Sansibar, Brigadegeneral Raikes und Archdeakon 
Farler waren zu dieser Gelegenheit als Gäste des 
Admiralsan Bord. Mit etwa 10 Meilen Fahrt erreichte 
das Flaggschiff kurz vor 10 Uhr den Außenhafen 
von Dar-zes-Saläm, wo der „Racoon“, der Sansibar 
am vorhergehenden Tage verlassen hatte, bereits 
ankerte; beim Ankerfallen wurde ein Salut von 
21 Schuß abgegeben, während das Musilkorps 
muntere Weisen spielte. Der Admiral begab sich 
mit Kapitän Egerton und den Offizieren seines 
  
Stabes, ferner mit Frau und Fräulein Rawson 
und den Gästen an Bord des „Racoon“, welcher 
sofort Anker aufging und in den inneren Hafen 
einlief. Als das Schiff die Landzunge, auf welcher 
das Gouvernementshaus und die dazu gehörigen 
Gebäude gelegen sind, umlief, kam die Stadt voll 
in Sicht. Im Hafen lag S. M. S. „Seeadler“ zu 
Anker, außerdem noch eine zahlreiche deutsche Segel- 
schiffflotte. Das Fort an Land gab dann seinen 
Salut, während man die Boote von der Landungs- 
brücke des Gouvernements, sowie vom „Seeadler“, 
ankommen sah, Letzteres brachte den beliebten Kapitän, 
der den Admiral bewillkommnete. 
Alle begaben sich alsdann an Land, um das 
Frühstück, zu welchem in der liebenswürdigsten Weise 
Einladungen ergangen waren, einzunehmen; und 
nachdem der Admiral dem stellvertretenden Gou- 
verneur in seinem Hause einen Besuch abgestattet 
hatte, begab er sich mit demselben in das Kasino, 
wo für das Frühstück Vorbereitungen getroffen waren. 
Die Ausschmückung des Kasinos bot einen pracht- 
vollen Anblick. Die Mahlzeit war vortrefflich und 
wurde ihr nach der Wirkung einer dreistündigen 
schnellen Seefahrt gegen die frische Morgenbrise volle 
Gerechtigkeit erwiesen. 
Beim Champagner, der reichlich floß, kamen 
die Toaste. Der stellvertretende Gouverneur, 
v. Bennigsen, begann mit einer Rede zur Bewill- 
kommnung des Admirals und Ihrer Majestät Ver- 
treter in Dar-es-Saläm und wies auf die herzlichen 
Verhältnisse und engen Beziehungen hin, welche ein 
inniges Band um England und Deutschland schlingen, 
indem er damit schloß, alle Anwesenden aufzufordern, 
auf das Herzlichste die Gesundheit der Großmutter 
des Kaisers, Königin Victoria, zu trinken. Drei 
kräftige Hochs bestärkten dies, und rings um die 
Tafel wurden Glückwünsche ausgetauscht. 
Darauf erhob sich der Admiral und dankte zu- 
nächst dem stellvertretenden Gouverneur für die eben 
ausgesprochenen freundlichen Wünsche, kam dann auf 
seine ersten Tage zur See zurück, als seine freund- 
schaftlichen Gefühle durch die beiden ersten deutschen 
Kriegsschiffe, welche er in den japanischen Gewässern 
getroffen, geweckt worden waren, von welcher Zeit 
er eine fortdauernde Freundschaft mit der deutschen 
Marine unterhalten habe, die bis zum heutigen 
Tage währe. Darauf kam der Admiral auf Seine 
Majestät den deutschen Kaiser selbst zu sprechen, den 
er die große Ehre habe, persönlich zu kennen, und 
gab seiner vollen Bewunderung Ausdruck über die 
Vielseitigkeit seines Charakters, „ein Soldat unter den 
Soldaten“. Ueber Marineangelegenheiten spreche Er 
mit der eingehendsten Kenntniß der Grundsätze und 
des Details, und bei anderen Lebensberufen bean- 
spruche ein Jeder, der ihn kenne, ihn speziell als 
seinen Berufsgcnossen. 
Er (der Redner) betrachte Seine Majestät als 
den hervorragendsten Mann in Europa, der einer
        <pb n="793" />
        — 711 — 
ehrenhaften Nation zur Ehre gereiche, und es sei 
ihm die größte Freude, Alle aufzufordern, auf das 
Herzlichsie das Wohl Seiner Majestät des Kaisers 
von Deutschland zu trinken. Dem Toast wurde 
dann mit dreifachem Hip Hip Hurrah Bescheid ge- 
than. Nachdem diese offiziellen Toaste getrunken waren, 
wurde der Rest der Zeit in freundschaftlichem Aus- 
tausch von Grüßen und dem Befestigen neuer 
deutsch-englischer Freundschaften verbracht, die viel 
versprachen an einem der erfolgreichsten Feste und 
bei einem so wohlgelungenen Frühstück, und es ist 
zu hoffen, daß sie sich als dauerhaft und fruchtbar 
für beide dort vertretene Nationen erweisen werden. 
Nach dem Frühstück ging der Admiral mit seinem 
Stabe und seinen Gästen an Bord des „Nacoon“, 
gesolgt von dem siellvertretenden Gouverneur 
v. Bennigsen, während Frau und Fräulein 
Nawson, geführt von Kapitän Coerper vom 
„Seeadler“ und begleitet vom Archdeakon Farler, 
den sehr bübschen botanischen Garten dicht bei dem 
Gouvernementshause besichtigten. Dies erforderte aber 
geraume Zeit, so daß Boten gesandt wurden, um 
die Spaziergänger nach der Landungsbrücke zurück- 
zurufen, wo alsdann die Einschiffung auf den 
„Racoon" erfolgte. An Bord gekommen, stellte es 
sich heraus, daß der Admiral seinerseits bereit war, 
zu dem „St. George“ zurückzukehren, und nachdem 
er sich vom stellvertretenden Gonverneur verabschiedet 
hatte, setzte sich der „Racoon“ sofort in Bewegung 
und verließ unter vollem Dampf den Hafen, um 
sich dem „St. George“ zu nähern, woselbst der 
Admiral, Frau und Fräulein Rawson und die 
erren vom Flaggschiff der „Racoon“ und den an 
Vord befindlichen Vertretern von Sansibar Lebewohl 
sagten. Als bald darauf letzteres Schiff nach Sau- 
sibar abdampfte, sah man den „St. George" unter 
Dampf nach dem Süden gehen, wo er zunächst den 
Beirahafen anlaufen sollte. 
Die „Racoon“ fuhr eiligst nach Sansibar und 
ankerte dort, nachdem sie den Ankerplatz des 
„St. George“ in Dar-es-Saläm um 3 Uhr 
16 Minuten verlassen hatte, um 6 Uhr. Auf diese 
Weise hatte sie nur 2 Stunden und 44 Minuten 
zur Reise gebraucht, 26 Minuten weniger als der 
„St. George“ brauchte, als er nach Dar-es-Saläm 
fuhr, also eine höchst achtungswerthe Leistung. Der 
ganze Ausflug nach Dar-es-Saläm war ein vollendeter 
Erfolg. 
Einige Verhältnisse von Dar-zes-Saläm verdienen 
noch Erwähnung. Die angenehme Frische der Brise 
außerhalb des Hafens und das Spritzen der Wogen 
auf den Riffen nahe dem Leuchthause bei dem Hafen- 
eingange schienen einen aus der tropischen Umgebung 
fortzuführen und machten es mehr einer südafrika- 
nischen Scenerie ähnlich. Das plötzliche Insichtkommen 
des Häuserkomplexes mit seinen rothen Dächern und 
weißen Wänden — Büreaus, Gefängnisse und Forts 
—, welcher die Klippen bekränzt, mit den cementirten 
Uferrändern und den regelmäßig geformten, bis zur 
  
See reichenden Gärten bot einen höchst theatralischen 
Anblick und ist wahrscheinlich einzig in seiner Art. 
In dem Kasino kann man sich in Italien wähnen, 
da die kleine Bühne am Ende des großen Saales 
sehr unafrikanisch ist. Der botanische Garten ver- 
dient alles Lob. Angelegt mit sehr vielem Ver- 
ständniß und Rücksichtnahme auf zukünftige Bedürf- 
nisse des Raumes und der Verhälknisse, blüht darin 
Alles üppig und zeigt eine solche Beschaffenheit, wie 
wir anderwärts nicht wiedergesehen haben. Der 
Boden ist gut gelockert an der Oberfläche und die 
Bestellung des Bodens ist methodisch vorbereitet 
und ausgeführt. Die Kanten der Becte sind überall 
nett und schmuck, die Wege breit und frei von Un- 
kraut. Aber nicht Alles ist dem Schmuck geopfert. 
Lange Saatbeete von allen nütlichen und zweck- 
mäßigen Bäumen und Sträuchern und zum Handel. 
sich eignende Pflanzen werden gepflegt, um ins 
Innere des Landes versandt zu werden. Die Kaffee- 
bäume, Teakholz= und Gummibäume sehen besonders 
schön und gesund aus. Für die unmittelbaren Be- 
dürfnisse des Platzes ist gut vorgesorgt. Ein aus- 
gedehnter Gemüsegarten zeigt alle möglichen Varietäten 
und hatte die Frühstückstafel mit köstlich frischen 
Gemüsearten versorgt, selbst mit Spargel, der dort 
gut gedeiht. 
Das im Hafen liegende große Segelschiff hatte 
fünf Tage lang gebrannt; es hatte 2500 Tons 
Kohlen geladen, aber die Anstrengungen eines Feuer- 
kommandos vom „Seeadler“ und vom Lande hatten 
das Feuer erfolgreich bekämpft. 
Dar-es-Saläm ist wohl werth, seitens der Be- 
wohner von Sansibar besser gekannt zu sein.“ 
Die Eisenbahngesellschaft für Deutsch -Ostafrika 
(Usambara-Linie) zu Berlin 
hat für das Jahr 1895 folgenden Geschäftsbericht 
erstattet: 
Die Arbeiten im Jahre 1895 haben sich so be- 
schleunigen lassen, daß der Endpunkt der ersten 
Strecke, Muhesa, um das Jahresende erreicht wurde. 
Die erste Lokomotive ist, festlich geschmückt, am 
12. Jannar d. Is. auf dem Bahnhaf Muhesa cin- 
gefahren; wir haben also die durch unsere Kon- 
zession bezw. den dazu ergangenen Erlaß des Reichs- 
kanzlers vom 22. Februar 1894 für die Fertigstellung 
der Linie Tanga— Muhesa uns bis zum 1. Juli 1896 
gesetzte Frist nicht voll in Anspruch zu nehmen 
brauchen. Die OQualität unserer Bahnanlage ent- 
spricht nach den übereinstimmenden Bekundungen von 
berufenen Sachverständigen den weitgehendsten Er- 
wartungen und es wird unsere Schöpfung in der 
Kolonie allgemein als die erste große kulturelle That 
voll gewürdigt und anerkannt. Um so tiefer ist das 
Bedauern nicht nur der Kreise unserer Verwaltung, 
sondern aller mit Sachkunde ausgestatteten Freunde 
der Entwickelung unserer Kolonie, insbesondere der-
        <pb n="794" />
        jenigen, die drüben aus den Erfahrungen des prak- 
tischen Lebens sprechen, daß in der Weiterführung 
unseres Unternehmens, welches, auch vom Stand- 
punkt des öffentlichen Interesses aus betrachtet, 
weikaus das Wichtigste in und für Deutsch-Ostafrika 
ist, ein Stillstand hat eintreten müssen. Im vorigen 
Linie über Muhesa hinaus reichen würden; heute 
Hülfe der Deutsch-Ostafrikanischen Gesellschaft selbst 
für die Erreichung von Muhesa in Anspruch zu 
nehmen. Da die genannte Gesellschaft sich nicht in 
der Lage sah und sieht, uns auch die für den Bau 
Muhesa— Korogwe erforderlichen Mittel vorzustrecken 
(die Vorarbeiten für diese Strecke sind von uns im 
Berichtsjahre und in 1896 hergestellt worden), so 
mußten wir bei Muhesa Halt machen und haben 
abzuwarten, bis die jetzt nahe vor der Entscheidung 
stehende Frage der deutsch -ostafrikanischen Central- 
bahn, welche nach dem Vertrage zwischen dem Aus- 
wärtigen Amt (Kolonialabtheilung), der Deutschen 
Bank und der Deutsch-Ostafrikanischen Gesellschaft 
vom 11. März 1895 das Schicksal unserer Linie 
mit einbegreift, zur Lösung gelangt sein wird. Die 
unternehmungswilligen Träger der — dank den 
herausgebildeten großen Interessen empfinden die 
Verzögerung in der Schaffung des Schienenweges 
Tanga — Korogwe auf das Schmerzlichste, weil die 
Inangriffnahme eines reichen und vielversprechenden 
Gebiets dadurch hintangehalten wird. Weit mehr 
noch aber werden wir selbst durch die lange Stockung 
getroffen, da die Strecke Tanga—Muhesa eben zu 
kurz ist, um Selbstzweck sein, der Landwirthschaft 
große Vortheile bieten und prosperiren zu können. 
Erst nach der Weiterführung bis Korogwe wird 
  
aufweisen, wie ihn selbst der einfachste Betrieb und 
muß. Bis Korogwe geführt, wird die Bahn zweifel- 
los jeden Karawanenverkehr Tanga—Korogwe und 
Pangani-Korogwe ertödten und sich selbst nicht nur 
für die Wirthschaft West-Usambaras, sondern auch 
712 
wachsung seiner Böschungen mit Gräsern und Sträu- 
chern zu fördern, die Unterhaltungskosten wesentlich 
niedriger sein werden. Die Holzschwellen haben sich, 
soweit wir sie imprägnirt haben, im Ganzen vor- 
trefflich bewährt und die Termiten werden ihnen 
um so weniger anhaben, je häufiger der Verkehr auf 
Jahresberichte haben wir bereits mitgetheilt, daß 
unsere Mittel keinenfalls zur Fortsetzung unserer 
der Strecke sein wird; soweit wir — in der ersten 
Zeit — nicht imprägnirte Schwellen haben legen 
müssen, hat sich eine in der Hauptsache schon durch- 
müssen wir bekennen, daß wir gezwungen waren, die 
geführte Auswechselung als nothwendig erwiesen. 
Massive Stationsgebäude und geräumige Schuppen 
sind nunmehr außer in Tanga auch in Pongwe, 
Ngomeni und in Muhesa errichtet, so daß die ge- 
sicherte Unterkunft von Personen ebenso wie von 
den größten Produkten= und Waarenmassen gewähr- 
leistet ist. Mit besonderer Genugthuung können wir 
berichten, daß unsere mit bedeutenden Opfern ange- 
stellten Bohrungen auf Wasser schließlich Erfolg 
gehabt haben. Nachdem wir nach dieser Richtung 
zunächst in Pongwe und Ngomeni mit sehr beschränkter 
Wirkung hatten arbeiten lassen, sind wir in Muhesa 
auf ein Wasserbecken gerathen, welches auch in der 
trockenen Jahreszeit vollauf genügende Mengen dar- 
zubieten verspricht. 
Der regelmäßige Betrieb unserer Linie 
Tanga—Muhesa hat am 1. April d. Is. begonnen. 
Plantagenerfolgen auf dem östlichen Höhengebiet 
Handei — neuerdings auch im westlichen Usambara 
Wir lassen in jeder Woche fahrplanmäßig einen Zug 
nach beiden Richtungen gehen, daneben aber finden 
häufig, den Bedürfnissen des Verkehrs entsprechend, 
Extrafahrten statt. Die Erträgnisse dieses Betriebes 
können naturgemäß, solange nicht über Muhesa 
hinaus gebaut ist, keine beträchtlichen sein; über seine 
Kosten werden sich nunmehr erst genaue Aufstellungen 
machen lassen, da die Zeit der Befestigung der 
Strecke, der Errichtung von Bauten und damit des 
fortgesetzten Laufens von Arbeitszügen in der Haupt- 
sache hinter uns liegt und sich jetzt eine strenge 
Betriebsrechnung, in welcher die Aufwendungen für 
unsere Linie eine Ausdehnung und einen Verkehr 
Erhaltung und Ergänzung der Anlagen nicht Platz 
finden, einrichten läßt. 
und Verwaltungsapparat zur Voraussetzung haben 
für die Transporte ins tiefere Innere und von da 
zur Küste unentbehrlich machen. 
Die Thatsache, daß an Ort und Stelle die Noth- 
wendigkeit der Weiterführung unserer Linie geradezu 
wir uns vom richtigen Grundsatz haben leiten lassen, 
als wir ungeachtet der Schwierigkeit der Verhältnisse 
vor den solidesten Anlagen nicht zurückgeschreckt sind. 
Wir haben namentlich für die Befestigung unserer 
Dämme keine Ausgaben gescheut und wir dürsen, 
wenngleich Schädigungen derselben in den großen 
Regenperioden auch in Zukunft nicht ausbleiben 
werden, dennoch hoffen, daß jetzt, nachdem wir — 
mit Erfolg — Alles aufgeboten haben, die Be- 
Unsere für die Förderung unserer Bauarbeiten 
und die Vornahme von Reparaturen am rollenden 
Material in Tanga geschaffenen großen Werkstätten 
haben auch im Berichtsjahre vortrefflich funktionirt 
und sind mit Aufträgen von privater und amtlicher 
Seite fast überreich bedacht worden. 
Unsere weit ausgedehnten Ländereien in Usam- 
bara finden zu unserer Freude seitens unserer Bau- 
» direktion sehr günstige Beurtheilung; unserem in- 
drastisch zu Tage tritt, ist der beste Beweis, daß 
zwischen vortheilhaft abgerundeten Terrainbesitz in 
Tanga selbst ist die allgemeine Steigerung der 
Bodenpreise in dieser Stadt, mit deren Entwickelung 
sich kein anderer Ort Deutsch= Ostafrikas auch nur 
annähernd messen kann, in vollem Maße zu gute 
gekommen. 
Die Tracirungsthätigkeit unseres Baudirektors 
Herrn Hoffmann und nuseres Ingenieurs Herrn 
Thiel hat im Juli 1895 zur Entdeckung des häufigen 
Vorkommens von Goldspuren in Usambara, ins-
        <pb n="795" />
        besondere in Wasserläufen und verlassenen Fluß- 
betten, geführt. In Gemeinschaft mit der Deutsch- 
Ostafrikanischen Gesellschasft haben wir darauf den 
Geologen Herrn Dr. F. M. Stapff an Ort und 
Stelle entsenden zu müssen geglaubt. Die günstigen 
Berichte dieses sonst sehr bewährten Mannes, der 
zu unserem schmerzlichen Bedauern in Tanga dem 
Fieber erlegen ist, sind durch die späteren Forschungen 
von anderen Sachperständigen leider nicht bestätigt 
worden. 
Da seit der Fertigstellung unserer Linic bis 
Muhesa, solange der Weiterbau darüber hinaus 
nicht stattfindet, für eine erste Kraft in unseren 
Diensten in Ostafrika keine volle Verwendung mehr 
ist, so haben wir uns zu unserem bejonderen Leid- 
wesen gezwungen gesehen, Herrn Regierungsbaumeister 
Hoffmann unter dessen hingebender Leitung unsere 
Beamtenschaft seit April 1895 gearbeitet hat, von 
seinem Posten abzuberufen. Herr Hoffmann wird 
zu Ende Oktober d. Is. seine Stellung aufgeben 
und es wird in der Führung unserer Angelegenheiten 
in Ostafrika alsdann abermals ein Interimistikum 
von hoffentlich recht kurzer Dauer eintreten. 
  
Ramerun. 
Pflanzensendungen der botanischen Centralstelle 
nach Ramerun. 
Am 5. Oktober d. Is. ist wiederum eine größere 1 
Sendung tropischer Nutzpflanzen (143 Stück) unter 
der Obhut des Herrn Standt, Leiters der Station 
Johann Albrechtshöhe, nach dem botanischen Garten 
in Victoria (Kamerun) von der botanischen Central- 
stelle für die Kolonien am hiesigen Königlich botani- 
schen Garten abgesendet worden. Die Sendung 
enthielt außer anderen wichtigen Arten, wie Bambus, 
Brotfruchtbaum, Teakholzbaum, Strophanthus, Ipeca- 
cuanha, Mombrupflaume, auch 40 junge Kampfer- 
bäume und 27 gut entwickelte Pflanzen des Para- 
kautschulbaumes Hevea brasiliensis. Diese Zahl 
gewinnt dadurch an Bedeutung, daß gewöhnlich von 
den nur eine kurze Keimdauer besitzenden Samen 
dieses Baumes eine sehr große Zahl an ihrem Be- 
stimmungsort abgestorben eintrifft. So sind im bo- 
tanischen Garten zu Kew von den dort ausgesäceten 
Samen nur 3¾ vom Hundert aufgegangen. Es ist 
darauf aufmerksam zu machen, daß in der Heimath 
der Hevea brasiliensis, in den Wäldern am Ama- 
zonenstrom und seinen Nebenflüssen, nur diejenigen 
Bäume einen reichlichen Ertrag von Kautschuk geben, 
welche den ungeheuren jährlichen Ueberschwemmungen, 
ausgesetzt sind. Es wird darauf bei dem Pflanzen 
der Hevea in Kamerun Rücksicht zu nehmen sein. 
Nach den von den Engländern in Ostindien gemachten 
Erfahrungen ist es aber überhaupt zweifelhaft, ob 
auch kräftig gedeihende Hevea, wie deren auch schon 
einige sich in Kamerun aus dahin gesendeten Pflänz= 
713 
lingen entwickelt haben, genügenden Ertrag von 
Kautschuk geben. In Tenasserim haben 42 völlig 
akklimatisirte und sehr kräftige Bäume kaum ein 
deutsches Pfund Milch ergeben, und auf Coylon 
haben englische Pflanzer, welche von 1881 bis 1886 
mit großem Eifer die Hevea kultivirten, die Pflanzen 
für werthlos erklärt und theilweise wieder abhacken 
lassen. Bezüglich weiterer Angaben über diese Kaut- 
schukpflanze und andere sei auf die vortreffliche Dar- 
stellung von Prof. IOr. Schumann in „Engler, Die 
Pflanzenwelt Ostafrikas“, Theil Bb, S. 433 bis 459, 
verwiesen. 
Eine zweite Sendung von 60 tropischen Pflanzen 
hat Herr Standt nach Johann Albrechtshöhe über- 
geführt. A. Engler. 
Drutsch-Meu-Gninra. 
Schutzpockenimpfung. 
Nach einem Berichte des Dr. mold. Danneil 
in Herbertshöhe vom 24. August d. Is. sind Schutz- 
impfungen auf dem Bismarck-Archipel in möglichst 
größter Ausdehnung vorgenommen worden. Die 
Gefahr eines Eindringens der Pocken nach der 
Gazelle-Halbinsel ist, wenn sie überhaupt bestanden 
hat, bis jetzt nicht näher gerückt. 
Von der Forschungsexpedition. 
Nach einem in Soerabaya, den 4. November, 
aufgegebenen Telegramm sind die Mitglieder der 
Forschungsexpedition in Neu-Guinea Dr. Lauter- 
bach, Dr. Kersting und Tappenbeck von ihrer 
Reise ins Innere wohlbehalten und erfolgreich Ende 
Oktober zur Küste zurückgekehrt. 
Die Erpedition hat am Fuße des großartigen 
Bismarckgebirges einen ansehnlichen schiffbaren Strom 
entdeckt. Er durchfließt eine fruchtbare, stark bevöl- 
terte, ausgedehnte, zur Kultur geeignete Ebene, welche 
200 englische Meilen weit erforscht worden ist. 
Bisher war es noch nicht geglückt, im Innern 
Neu-Guineas stark bevölkerle Landstriche aufzufinden. 
Die Entdeckung dürfte daher von großer Bedeutung 
für die weitere Kolonisation des Schutzgebietes sein. 
  
Reise S. M. S. „Möwe“. 
Einem von dem Kommandanten S. M. S. „Möwe“ 
erstatteten Berichte über eine Reise nach der Nord- 
westlüste von Neu-Guinea entnehmen wir Folgendes: 
Nach Eintreffen des Postdampfers aus dem 
Bismarck-Archipel am 4. Juli und Fertigstellung der 
Vermessungsarbeiten verließ ich am 5. Juli früh 
Friedrich Wilhelmshafen, um nach dem Vermessungs- 
gebiet an der deutsch-holländischen Grenze von Neu- 
Guinea zurückzukehren.
        <pb n="796" />
        Am 7. Juli früh konnte in Angriffshafen geankert 
werden. Die Vermessungsarbeiten wurden wieder 
aufgenommen. 
der Nähe der Humboldtbai vor dem Sechsstrohflusse, 
Am 21. Juli vormittags hatte ich in 
der Grenze des deutsch-holländischen Neu-Guinea- 
gebietes, geankert, welche durch den 141. Längengrad 
gegeben ist. 
Die Küstenvermessung hat ergeben, daß letzterer 
gerade westlich des Bougainvilleberges vorbeiführt, 
so daß dieser als sichtbarer Grenzpunkt bezeichnet 
werden kann. 
Am 13. August nachmittags trat ich die Rückreise 
nach Friedrich Wilhelmshafen an. Auf dieser Fahrt 
lief ich die etwa 90 Seemeilen von der Nordwestküste 
Neu-Guineas entfernt liegende Matty-Insel an, um 
Aufklärung über die astronomische Lage derselben zu 
schaffen. Die Insel wurde am 14. August vormittags 
gesichtet und mittags angesteuert. Kurze Zeit, nach- 
dem ich mit dem Schiff an der Südseite der Insel 
vor einem Eingeborenendorse gestoppt hatte, flüchteten 
drei Salomons-Insulaner mit Waffen und Munition 
zu mir an Bord, welche angaben, daß sie einer 
im Anfang dieses Jahres auf der Insel von der 
Firma Hernsheim errichteten Handelsstation an- 
gehört haben, deren Trader, ein Deutscher, von den 
Matty-Insulanern im März d. Is. erschlagen worden 
sei, und daß sie seit dieser Zeit im Busch gelebt und 
sich gegen weitere Ueberfälle der Eingeborenen durch 
ihre Waffen hätten schützen können. Ich nahm die 
Flüchtlinge an Bord und habe sie der Landesverwal- 
tung in Friedrich Wilhelmshafen übergeben. 
Nach den angestellten Beobachtungen liegt die 
Nordseite der Insel auf 1° 41“ und die Sddseite 
auf 1° 45“ südl. Breite, die ungefähre Mitte der 
JInsel auf 142° 557“ östl. Länge. 
Die ganz flache und mit Kokospalmen dicht be- 
standene Insel hat eine ungefähre Ausdehnung von 
fünf Seemeilen in Richtung O— W und vier Sce- 
meilen in Richtung N—S und ist von einem Küsten- 
riff umgeben. Die Matty-Jnsel ist im Jahre 1767 
von Carteret entdeckt worden, und scheint seit dieser 
Zeit nur äußerst selten von Europäern angelaufen 
zu sein. Erst in den letzten Jahren sind nach An- 
laufen der Insel durch den Dampfer der Neu-Guinea- 
Kompagnie „Mabel“ nähere Nachrichten über die 
Eingeborenen und ihre besonderen Eigenthümlichkeiten 
bekannt geworden. 
Die Eingeborenen der Matty-Insel gehören trotz 
der Nähe von Neu-Guinea und der Lage der Insel 
im Bismarck-Alchipel, wo hauptsächlich nur die 
melanesische Rasse vorkommt, einer Menschenrasse an, 
die weder melanesisch noch polynesisch ist, ihr Aus- 
sehen ist daher ein ganz anderes als das der Südsee- 
Insulaner. Das Auffallendste sind die geschlitzten 
Augen, dic an den Chinesen erinnern, und eine ganz 
helle Hautfarbe, wie sie bei keinem Melanesier vor- 
kommt. Im llebrigen haben sie das Aussehen eines 
Indiers, welches noch durch die kappenartige Kopf- 
bedeckung — aus Pandanus geflochten —, die an 
  
714 
die hohen Kappen der indischen Parsis erinnern, ver- 
stärkt wird. Die weitere Eigenthümlichkeit der Matty- 
Insulaner liegt in den von ihnen hergestellten Waffen 
und Geräthschaften. Die letzteren sind so eigenartig 
und theilweise kunstvoll hergestellt, daß sie keine Spur 
einer Aehnlichkeit mit den im sonstigen Schutgebiet 
vorkommenden Waffen und Geräthschaften aufweisen, 
vielmehr eine in sich abgeschlossene Fertigkeit von 
großem ethnographischen Interesse darstellen. Die 
Haupkdörfer liegen an der West= und Südseite der 
Insel am Strande entlang. Vor einem derselben 
wurde mit dem Schiff gestoppt und S. M. S. „Möwe“ 
in kürzester Zeit von einer großen Anzahl Kanus 
mit Eingeborenen umringt, dic sofort einen lebhasten 
Tauschhandel mit der Besatzung anfingen. Das rohe 
Eisen in Gestalt von einfachem Bandeisen oder Hobel- 
eisen war der gesuchteste Artikel. Auch die Kanns 
sind kunstvoll gearbeitet. Ein Aufbau vorn und 
hinten, der gleichmäßig an den Enden des Kanus 
verläuft, erinnert an den typischen Bug französischer 
Kriegsschiffe. Segel wurden nicht gesehen. Ein 
Ankerplatz für Schiffe dürfte nur an der Südseite 
der Insel zu finden sein. Außerhalb liegende Niffe 
wurden auf den beiden Anstenerungsseiten nicht 
angetroffen. 
Am 14. nachmittags setzte ich die Weiterreise fort 
und ankerte am 16. August nachmittags in Friedrich 
Wilhelmshafen. 
Rus dem Bereiche der Missionen und 
der Kntishlaverei-Bewegung. 
Aus Ostafrika ist auf telegraphischem Wege die 
betrübende Nachricht eingetroffen, daß die Missionare 
Karl Segebrok und Ewald Ovir in der Nacht 
vom 19. zum 20. Oktober in Mern im Kilimandjaro- 
gebiete von Eingeborenen ermordet worden sind. Die 
beiden Missionare, welche deutschen Ursprungs, aber, 
in Ingermannland geboren, russischer Staatsangehö- 
rigkeit sind, wurden im Sommer vorigen Jahres 
von der Leipziger evangelischen Missionsgcsellschaft 
nach dem Kilimandjarogebict hinausgesandt und 
hatten sich erst vor Kurzem nach der Gegend des 
Meruberges zum Zwecke der Anlegung einer Station 
begeben. 
Wie weiter gemeldet wird, ist eine Expedition 
unter dem Stationschef Kompagnieführer Johannes 
zur Bestrafung der Mörder unterwegs. 
Die Missionszeitschrist „Kreuz und Schwert- 
veröffentlicht in ihrer Novembernummer einen Aufruf 
des apostolischen Präfekten F. Maurus Hartmann 
zu Beiträgen zum Bau einer katholischen St. Josephs= 
kirche in Dar-es-Saläm. Die Zahl der weißen und 
farbigen Katholiken sei inzwischen so angewachsen, 
daß das kleine, zinkgedeckte, ursprünglich als Schlaf- 
raum dienende Kirchlein im Benediktinerkloster lange
        <pb n="797" />
        — 715 — 
nicht mehr für die Gemeinde ausreicht. Das Gou- 
vernement habe einen schönen Platz für den Bau 
zur Verfügung gestellt. Der Bau, der stattlich 
werden soll, werde 100 000 Mark in Anspruch 
nehmen. Auch die geringste Gabe sei willkommen, 
die bei der Leitung des „Kreuz und Schwert“ ein- 
gezahlt werde. 
Die Basler Mission in Kamerun befindet 
sich in einem erfreulichen Zustand der Entwickelung 
und Ausbreitung. Von einer Forschungsreise nach 
den südlichen Gegenden der Kolonie berichtet Mis- 
sionar Hermann im „Heidenboten“: „Unser Haupt- 
eindruck von der Reise war, daß die Thüren für 
unsere Missionsarbeit offen stehen, die Leute fast 
durchweg des alten Treibens überdrüssig sind und 
die Betrügereien der Fetischleute allgemein erkannt 
und verspottet werden.“ — Die Zahl der Missions- 
stationen in Kamerun ist von fünf im Jahre 1895 
im laufenden Jahre auf sieben erhöht, noch zwei 
sollen hinzukommen. 
Im Kondelande am Nyassasee hat die Berliner 
Mission abermals, wie die „Berliner Missions- 
berichte“ mittheilen, die Zeltpfähle weiter stecken 
dürfen. Es ist eine neue Station, Bulagoa, für 
den Kingastamm im Livingstonia-Gebirge angelegt 
worden. 
Am 14. Oktober hat ein Missionar der Neu- 
dettelsauer lutherischen Missionsgesellschaft 
Namens Zwanzger seine Reise nach Kaiser 
Wilhelmsland angetreten. 
Um den Missionaren, welche an sich schon durch 
die Ungunst des Klimas genug zu leiden haben 
wenigstens die persönliche angestrengte Körperarbeit 
bei dem Bau der Stationen zu ersparen, hat die 
Rheinische Missionsgesellschaft einen christlich 
gesinnten tüchtigen Zimmermann L. Holzapfel 
nach Geu-Guinea entsendet. 
Die in Nr. 5 des „Deutschen Kolonialblattes“ 
vom vorigen Jahre, S. 131, erwähnte Schrift über 
das Wirkungsgebiet der Basler Missionsgesellschaft 
von Kühnle ist in einer zweiten bis zum August 
vorigen Jahres ergänzten Auflage erschienen. 
Ueber die Thätigkeit der Benediktiner in 
Ostafrika berichtet „Kreuz und Schwert“: 
Die St. Benediktus-Missionsgenossenschaft (Con- 
gregatio O. S.B. pro missionibus exteris), welche 
im südlichen Theile Deutsch-Ostafrikas thätig ist, 
zählte im Berichtsjahre zwei Doppelstationen (Dar- 
es-Saläm und Lukuledi) und eine einfache Station 
(Männerabtheilung) zu Kollasini. Zur Station 
Lukuledi gehören zwei Außenstationen, die eine in 
Chuckukwe, die andere die Dörfer der Häuptlinge 
Tu-Kutua und Mwananchekenie umfassend. Die 
  
Stationen waren besetzt mit insgesammt 6 Priestern, 
1 Lehrer, 7 Brüdern und 14 Schwestern. 
1. Dar-es-Saläm. Die älteste Niederlassung 
der Genossenschaft ist Dar-es-Saläm, wo zugleich 
ein Männerkloster gegründet wurde, beide mit dem 
vornehmlichsten Zwecke, heidnische Kinder, die durch 
Loskauf oder gerichtliche Entscheidung ihre Freiheit 
erhalten hatten, zu erziehen. Im Jahre 1894 wurde 
die Knabenabtheilung aus Dar-es-Saläm nach Kolla- 
sini (50 Minuten von der Stadt entfernt) verlegt. 
Gegenwärtig ist im Männerkloster zu Dar-es-Saläm 
ein Priester, welcher die Seelsorge der hier wohnen- 
den (europäischen, asiatischen und schwarzen) Christen 
versieht; außer ihm befindet sich dortselbst ein Bruder, 
zur Besorgung der Geschäfte der Mission und vier 
Knaben zur Bedienung, welch letztere in den gewöhn- 
lichen Schulfächern fortgebildet werden. 
Das Schwesternkloster in Dar-es-Saläm unter- 
hält ein Internat für schwarze Mädchen nebst einem 
Hospital und Asyl für die Farbigen. Am 1. Juli 
1896 zählte das Internat 73 Mädchen; eine größere 
Anzahl war im Laufe des Berichtsjahres aus der 
Mission entlassen worden und hat sich mit christlichen 
Männern aus der Mission verheirathet. Das Haupt- 
augenmerk bei der Erziehung wird darauf verwendet, 
die Mädchen für die Arbeit zu erziehen und sie an 
Reinlichkeit, Ordnung, geregelte Thätigkeit und christ- 
liche Sitte zu gewöhnen. Der nicht ungeräumige, 
aber für die vielen Kinder doch zu kleine Garten 
der Schwestern bietet zur Schambaarbeit Gelegen- 
heit; dazu besorgen die Kinder noch den Friedhof, 
machen allwöchentlich Spaziergänge, die nebst der 
Erholung auch mit irgend einer Arbeit, die in der 
Stadt nicht ausgeführt werden kann, verbunden sind. 
Neben dieser vor Allem ins Ange gefaßten Gewöh= 
nung der Mädchen an geregelte Arbeit, die ihnen 
für ihre spätere Lebensstellung am nöthigsten ist, 
wird aber auch der Schulunterricht wohl gepflegt. 
Bis gegen Ende des Berichtsjahres war die Mädchen= 
schule einklassig, und wurden alle Kinder von einer 
Lehrerin in folgenden Fächern unterrichtet: Religion, 
Lesen, Schreiben, Rechnen, Gesang. Jetzt steht die 
Schule unter zwei Lehrerinnen und ist in zwei Ab- 
theilungen getheilt; dem Unterrichtsplanc der oberen 
Abtheilung ist die Erlernung der deutschen Sprache 
hinzugefügt. Mit Vorliebe wird von den Kindern 
der Gesang gepflegt; sie sind auch zu großem Theile 
mit gutem Gehöre und mit wohlklingender Stimmc 
begabt. Sie singen die gewöhnlichen lateinischen 
Kirchengesänge und einige aus dem Deutschen über- 
setzte Suahelilieder korrekt und mit Ausdruck und 
erlernen gegenwärtig auch deutsche Texte. 
Neben der gewöhnlichen Schule für alle Mädchen 
besteht seit einigen Monaten noch eine Fortbildungs- 
schule, in welcher die fortgeschrittensten und begab- 
testen Mädchen neben weiterem Unterricht in den 
gewöhnlichen Fächern noch besonderen deutschen und 
Kisuaheli-Sprachunterricht pflegen und das Harmo- 
niumspiel erlernen. Es besteht die Absicht und Hoff-
        <pb n="798" />
        — 716 — 
nung, aus dieser Schule Lehrkräfte für die inneren 
Stationen, die namentlich für den Unterricht der 
weiblichen Bevolkerung sehr schätzbare Dienste leisten 
würden, zu erhalten. 
Die größeren Mädchen werden auch in alle Zweige 
des Haushaltes eingeführt und zeigen hierin mitunter 
eine auffallende Begabung und Anstelligkeit. Die im 
Haushalte ausgebildeten Mädchen, wozu in erster 
Linie auch alle für Lehrerinnen bestimmten zählen, 
sollen vor Allem den Schwestern behülflich sein, aber 
auch eventuell den Haushalt einer europäischen Fa- 
milie besorgen können. Religionsunterricht wird in 
der unteren Abtheilung jeden Tag eine halbe Stunde, 
in der oberen dagegen jeden Tag eine ganze Stunde 
ertheilt. 
Das Spital für die Farbigen hat die Bestimmung, 
Farbigen jeder Nationalität und Konfession in Krank- 
heitsfällen geregelte, liebevolle Pflege zu gewähren 
und ihnen leicht zugängliche Gelegenheit zum Ver- 
binden ihrer Wunden und zum kostenlosen Empfang 
der gewöhnlichen Arzneien zu verschaffen. Im Be- 
richtsjahre wurden verpflegt 125 Männer und Knaben; 
davon starben 42, geheilt entlassen wurden 82; ferner 
78 Frauen und Mädchen, wovon 19 starben und 53 
geheilt entlassen werden konnten. Verbände wurden 
etwa 10 000 angelegt und etwa 6000 Arzneien ab- 
gegeben. Der hohe Prozentsatz der Sterbefälle rührt 
davon her, daß eine große Anzahl der Patienten sich 
erst ins Spital begiebt, wenn der Tod bereits unab- 
wendbar ist, und ihnen das Spital nur mehr einen 
ruhigen Sterbeort bieten kann. Die Mission hatte 
die Freude, im Berichtsjahre 56 Patienten des 
Hospitals durch die heilige Taufe in die katholische 
Kirche aufzunehmen, denn christlicher Unterricht wird 
jedem heidnischen Schwarzen angeboten und selten 
ausgeschlagen. Die Frequenz des Spitals, die an- 
fangs nur schwach war, hat in den letzten Monaten 
eine bedeutende Steigerung erfahren. Ueberdies 
übernehmen die Schwestern neben der Krankenpflege 
im Spital auch die Pflege schwerkranker Europäer 
in der Stadt und machen häufige Gänge ins Neger- 
viertel, um Kranke in ihren Wohnungen aufzusuchen 
oder sie ins Spital zu bringen. 
Neben dem Spital findet sich noch ein Asyl für 
gebrechliche und geistesschwache Leute, die dort Woh- 
nung, Kleidung und Nahrung erhalten und je nach 
Lust und Können irgend eine kleine Arbeit verrichten. 
Kollasini. Die Station Kollasini, im Juli 
1894 gegründet, nahm im Berichtsjahre einen sehr 
glücklichen Ausschwung. Das Wohnhaus der Missio- 
nare wurde ausgebaut, Werkstätten und Viehstall in 
Angriff genommen, ein sehr geräumiges und gesundes 
Kindergebäude aufgeführt, welches im Viercck einen 
großen Hof mit Brunnen und Tummelplatz für die 
Kinder, mehrere Schul= und Schlassäle, Eßzimmer, 
Spielräume, Krankenzimmer, Vorraths= und Werk- 
zeugkammern, Küche enthält. Gegenwärtig ist eine 
Kirche im Bau, deren Vollendung in einem halben 
Jahre zu erwarten steht. Alle Bauten wurden zum 
  
überwiegenden Theile mit aus dem Internat hervor- 
gegangenen und in der Mission gebildeten Arbeitern 
hergestellt. 
Die Hauptaufgabe der Missionsstation Kollasini 
ist die Erziehung der Negerknaben, von denen ein 
großer Theil dem Wohlwollen der Kaiserlichen Be- 
zirksämter zu verdanken ist. Die Schülerzahl betrug 
am Schlusse des Berichtsjahres 112, mehrere Zög- 
linge waren im Laufe des Jahres entlassen worden 
und hatten sich mit christlichen Mädchen verheirathet. 
Die Schule ist eine einklassige, in welcher von einem 
europäischen Lehrer und einigen schwarzen Gehülfen 
unterrichtet wird. Die Unterrichtsfächer sind auch 
hier: Religion, Deutsch, Lesen, Schreiben, Rechnen 
und Gesang. Die jüngeren Kinder werden außer 
der Erholungszeit durchweg auf der Schamba (Land- 
gut der Mission) verwendet, die älteren arbeiten in 
der Küche, im Hause, Gemüsegarten oder in den 
Werkstätten. 
Für die begabtesten Knaben ist eine Katecheten- 
schule errichtet worden, die uns die auf Innenstationen 
fast unentbehrlichen Mitarbeiter für Schulen und 
Katechesen liefern sollen. Ihre Ausbildung liegt in 
den Händen eines Priesters. Der Schulplan für die- 
selben ist in allen Fächern erweitert und um Geo- 
graphie= und Harmoniumunterricht vermehrt. Be- 
sondere Pflege erhält der Unterricht in der deutschen 
Sprache. Es sind auch diese Knaben von Handarbeit 
nicht ganz befreit. 
Die Schamba um Kollasini wurde durch Ankäufe 
um 140 Hektar vergrößert, was allerdings empfind- 
liche Opfer verursachte. Der frühere Besitz blieb der 
Mission reservirt zu Anlagen, Gemüsegärten und als 
Weideland. Der neugekaufte Grund wurde schwarzen 
Christen und Katechumenen zur freien Benutzung 
übergeben; dieselben haben sich daselbst in drei kleinen 
Dörschen, die alle planmäßig gebaut und reinlich ge- 
halten sind, niedergelassen. Am 1. Juli zählte man 
37 Familien mit einer Seelenzahl von 130 Personen. 
Der Viehstand ist aus Mangel an Weidegrund 
beschränkt: 20 Stück Nindvieh und eine Herde Ziegen. 
In der Missionsschamba ist fleißig gearbeitet 
worden. Wege wurden angelegt in einer Länge von 
7½ km und zum Theil mit Alleen bepflanzt; An- 
lagen begonnen, 4000 Kokosnüsse zum Anpflanzen 
angekauft, Ananas, Papageien, Mango, Orangen, 
Citronen 2c. gepflanzt; auch wurden die unter dem 
Einflusse der Mission stehenden Neger dazu angehal- 
ten. Einige kleine Thälchen lieferten eine reiche Aus- 
beute an Gemüse und vergalten reichlich die viele 
Mühe und Sorgfalt, die darauf verwendet wurde. 
Besondere Erwähnung verdient ein Versuch mit Va- 
nille. Durch die Freundlichkeit der Landeskultur- 
abtheilung wurden dem Superior eine ziemliche 
Anzahl Vanillensehlinge übersandt, die an günstigen 
Plätzen unter sorgfältiger Pflege gut gedeihen und 
berechtigten Hoffnungen für die Zukunft Raum geben. 
3. Lukuledi. Die Station Lukuledi, fünf bis 
sechs Tagemärsche von der Hafenstadt Lindi entsernt
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        — 717 — 
und einen leichten Tagemarsch nördlich von Masasi 
gelegen, war im Februar 1895 gegründet worden 
und am Schlusse des Berichtsjahres mit zwei Priestern 
und einem Bruder, das Schwesternhaus mit drei 
Schwestern besetzt. Diese Mission hatte im ersten 
Jahre mit sehr großen Schwierigkeiten zu kämpfen 
(n erster Linie zählt hierzu ein Kriegszug der Mag- 
wangwara und die darauf folgende Hungersnoth), 
hat aber doch überaus befriedigende Erfolge erzielt. 
Die Mission hat es hier, im Gegensatz zu den 
anderen Stationen, nur mit Freien zu thun und 
erzieht keine Sklavenkinder. 
Der Anschluß der Erwachsenen an die Mission 
und die besonders starke Betheiligung der jungen 
Männer am Unterrichte war von Anfang an auffallend 
groß. Trotzdem die Bedingungen zum Eintritt ins 
Katechumenat ziemlich hart sind und auch die Besten 
volle zwei Jahre bis zum Empfange der Taufe 
warten müssen, wenn nicht eine schwere Krankheit die 
sfrühere Spendung derselben nöthig macht, zählte die 
Mission bis zum Ende Juni 1896 an christlichen 
Erwachsenen und Kindern 36; von den Katechumenen 
der ersten Klasse werden am nächsten Osterfeste 26 
zur heiligen Taufe zugelassen; Katechumenen der 
zweiten Klasse waren es 336. Alle diese sind ein- 
geschrieben und werden im Unterrichtsbesuche kontro- 
lirt; viele andere kommen noch, schenen aber die 
Kontrolc. 
Die Mission hat in ihrem Beczirke großen Einfluß 
erlangt, namentlich seit der Hungersnoth, während 
welcher die Leute fast ganz auf die direkte oder in- 
direkte (Arbeitsgelegenheit) Unterstützung der Mission 
angewiesen waren. Sonntagsruhe wird fast allgemein 
beobachtet; Streitfälle werden häufig vor die Missio- 
nare gebracht und der ertheilte Bescheid immer dankbar 
angenommen, wodurch schon manchmal unnützes Blut- 
vergießen, Gottesurtheile oder zu hohe Zahlungen, 
die den Schuldner zum Sklaven gemacht hätten, ver- 
hindert wurden. 
Das Beispiel der Missionare hat auch auregend 
gewirkt in Bezug auf Häuserbau und Felderbestellung. 
Eingeführte Samen von Gemüsen und Früchten werden 
häufig verlangt, zum Anpflanzen von Bäumen und 
Herrichten von kleinen Gärten werden die Katechu- 
menen angehalten. 
Die Thätigkeit der Schwestern begreift nebst der 
Erziehung der Mädchen in Schule, Haushalt und 
Schamba vornehmlich die Krankenpflege durch Auf- 
nahme Schwerkranker ins Haus, durch tägliche Arznei- 
abgabe und Verbände, und dann auch durch regel- 
mäßige außerordentliche Krankenbesuche. 
Zu Lukuledi gehören noch zwei Außenstationen, 
die regelmäßig von der Station aus pastorirt werden: 
Chuckukwe und die Dörfer der Häuptlinge Tu-Kutua 
und Mwanamchekenje, letzteres in einem sehr frucht- 
baren Thalc gelegen. Zwischen diesen Stationen 
befindet sich unbenutztes, anbaufähiges Land, das 
voraussichtlich bald besiedelt wird. Das Einvernehmen 
mit den Kaiserlichen Behörden war durchaus ein 
  
ausgezeichnetes und haben die Missionare sämmtlicher 
Stationen allseits freundliches Entgegenkommen und be- 
reitwillige Förderung aller Missionsinteressen erfahren. 
Für das kommende Jahr sind folgende Erweite- 
rungen der Missionsthätigkeit in Aussicht genommen: 
In Dar-es-Saläm soll eine neue, geräumige 
Kirche gebaut werden, für die ein äußerst günstiger 
Platz durch die Munifizenz des Kaiserlichen Gouver- 
nements bereits zugesichert ist. 
In Kollasini wird die Station ausgebaut werden; 
die Plantagen und Kokospflanzungen sind zu vollenden, 
der Vanillenkultur besonderes Augenmerk zu widmen 
und neue Christendörfer auf dem Gute der Mission 
zu gründen. 
In Lukuledi wird weiter flußabwärts eine wei- 
tere Missionsstation gegründet. 
Ferner wird in Mahange oder Uhehe eine, viel- 
leicht auch zwei Missionsstationen gegründet werden. 
Gott gebe, daß sich diese Plänc verwirklichen! 
RAus fremden Kolonien. 
Handel und Schiffabrt der pbilippinen in den Jabren 
1894 und 1895.7) 
Die beiden Berichtsjahre müssen fast in allen 
Zweigen des Handels als sehr ungünstige bezeichnet 
werden. Obwohl die Ernten im Allgemeinen mitt- 
lere, zum Theil sogar gute Erträge lieferten, litt der 
Handel besonders durch die Kursverhältnisse. Der 
Kurs (für sechs Monate Sicht auf London) sank im 
Laufe des Jahres 1894 von 2 Schill. 8 1½2 Pence 
auf 2 Schill. 4½ Pence, ging im Jahre 1895 aber 
noch weiter auf 2 Schill. 3½ Perce zurück. 
Von öffentlichen Bauten ist hervorzuheben, 
daß die Arbeiten an dem neuen Hafen von Manila, 
welche, nachdem im Jahre 1890 ein großer Theil 
des Außendeiches durch einen Wirbelsturm zerstört 
worden war, mehrere Jahre geruht hatten, wieder 
rege in Angriff genommen worden sind. Trotz der 
erhöhten Thätigkeit wird indessen der zur Fertig- 
stellung des Hafens noch nöthige Zeitraum auf sieben 
bis acht Jahre geschätzt. Die Beleuchtung der Küsten 
des Archipels ist durch Inbetriebsetzung von zwei 
weiteren Leuchtthürmen gefördert worden. 
Der Bergbau, für welchen die Philippinen ein 
bedeutendes Arbeitsfeld bieten, scheint in ein günsti- 
geres Stadium zu gelangen. Die Kohlenflöze der 
Insel Cebu werden in größerem Maßstabe aus- 
gebeutet und sind berufen, mindestens für die Küsten- 
schifffahrt und für die ausstrebende Industrie des 
Landes, namentlich die Dampfzuckerpressen, in der 
Zukunft eine bedeutende Rolle zu spielen. Eine Er- 
schtießung der Petroleumbecken derselben Insel 
durch eine Aktiengesellschaft steht in nächster Aussicht. 
Vorliufige Bohrungen haben das Vorhandensein von 
erheblichen Mengen des Oeles erwiesen. Die Aus- 
Aus dem Deutschen Handels-Archiv 1896, S. 629 f.
        <pb n="800" />
        — 
beutung der reichen Goldquarzgänge in der 
Provinz Camarines auf Luzon nimmt ihren Fort- 
gang. Während sich einerseits herausgestellt hat, 
daß die dortigen Erze mit dem Amalgamirungsprozeß 
nicht vortheilhaft behandelt werden können, und daß 
die neueren chemischen Prozesse, wie mit Cyankali, 
Chlor u. a. m. zur Gewinnung des Goldes ver- 
wendet werden müssen, so ist andererseits festgestellt, 
daß sehr ausgedehnte, sortlaufende Gangformationen 
mit durchschnittlich sehr lohnendem Goldgehalt vor- 
handen sind. Der ersten Gesellschaft ist daher eine 
zweite gefolgt, und mehrere andere sind im Entstehen 
begriffen. Die eine Gesellschaft hat neun deutsche 
Ingenieure und Bergleute angestellt, während in der 
anderen ein deutscher Obersteiger beschäftigt ist. 
Einfuhr. 
Der Gesammtwerth der Einfuhr im Jahre 1894 
betrug 28 529777 Pesos; er übertrifft den der 
Vorjahre (1890 19779 257, 1891 21 557 286, 
1892 23 817 373 und 1893 25 916 734 Pesos) 
erheblich. Allerdings ist dabei zu erwägen, daß der 
Werth der Waaren durch die niedrigen Kurse sehr 
gestiegen ist. Im Allgemeinen sind die beiden Jahre 
für das Einfuhrgeschäft nicht als günstige zu be- 
zeichnen. Einmal entstanden den Firmen durch das 
rasche Sinken der Kurse schwere Verluste an den 
auf Kredit verkauften Waaren, und dann traten, wie 
immer in kritischen Jahren, die Nachtheile des Kredit- 
systems im Verkehr mit chinesischen Händlern be- 
sonders grell zu Tage. Eine Reihe chmesischer Ge- 
schäfte erklärte sich für bankerott, und wie stets in 
solchen Fallen war nur ein kleiner Theil der Forde- 
rungen zu retten. 
Erst mit Ende 1895 und Anfang 1896 trat eine 
Wendung zum Besseren ein, und das Jahr 1896 
verspricht ein gutes zu werden. 
Der Antheil des spanischen Mutterlandes an der 
Einfuhr einer Anzahl der wichtigeren Einfuhrartikel 
ergiebt sich aus der setenden Zusammenstellung; 
  
  
Spanischer 
Gesammte cimer 
Waare Emfuhr 4 Spanien in Prozenten 
Pesos Pesos 1894 18 1593 1892 
Chemische und phar- . 
mazeutische Waaren 501 078 165 707| 33 30,8 56,6 
8 
Baumwollengarn .. 
Baumwollengewebe . 
Baumwollene Wirk- 
2506 249 1 175 924146,9 26.1 
6219 897 2139 308 36,6 30,9 20 
1042 590 959 595 92 91,6 89.8 
508 363 83 053|16,3 19,3 20 
« 
464 883 336 243|72,3 54,9 36.4 
Seidene Gewebe 
I ruck rund Schreib- 
Shuhwer. ------ 183 475. r 525| 63,5 56,2 57.7 
Branntwein u. Likör!335 415 84 420|25,2 23,4 30,5 
Konserven und Kon- 1 S 6 
fitürren 807 314, 660 184/81,8 79.3 76,4 
Schirmmm 310 85, 267 960|86,3 58,5 92 
üt 545 499 638 209/12 5 13 43 
  
  
  
718 — 
Den Werth der Einfuhr aus Deutschland giebt 
die amtliche Statistik auf 1 859 905 Pesos an; er 
wird indessen wesentlich höher gewesen sein. Die 
Einfuhr von Material für schmalspurige Eisenbahnen 
und tragbare Feldbahnen hat zugenommen, und es 
ist ein Anlauf genommen, auch deutsche Zuckerrohr- 
walzpressen einzuführen. Die ersten Sendungen haben 
großen Beifall gefunden, und die deutsche Industrie 
hat sich auf diesem Gebiete der britischen und 
amerikanischen, die bisher den Bedarf fast ausschließ- 
lich deckten, völlig gewachsen, wenn nicht überlegen 
erwiesen. Da noch weite Strecken der Philippinen 
mit einfachen Stein= und selbst Holzmühlen arbeiten, 
so ist das Absatzgebiet noch großer Erweiterung fähig. 
Ausfuhr. 
Zucker. Die Ausfuhr im Jahre 1894 betrug 
3 109 108 Pikuls, und blieb hinter der des Jahres 
1893 von 4 184 276 Piluls sehr erheblich zurück, 
während trotz des niedrigeren Kurses und der billigen 
Frachten sehr niedrige Preise bezahlt wurden. Es 
hat daher das Jahr in hohem Grade ungünstig für 
die Pflanzer abgeschlossen, was seine Wirkung auf 
den Gesammthandel nicht verfehlen konnte. Die 
Preise für den besten trockenen Zucker, sogenannten 
Manila-Extra, etwa Nr. 9 entsprechend, bewegten 
sich zwischen 3,06 ¼ und 4,68¾ Pesos für den 
Pilul die übrigen entsprechend niedriger. 
Die Ausfuhr vertheilte sich auf folgende Länder- 
  
  
  
  
  
6 „Nach dach den Nach 
G dem allamischen China Zu- 
r5 . bujmmnvon und 
VB on: tannien bi bihe Nerdencria Japan sammen 
* i t u E 
l 
Manila.46537165 909161 819 8839401577039 
Jloilo..496860-— 48 336 138 303 1 383 499 
Cebn 16000 — 132 570T 148 570 
Zuf.. 978 231 65 909 910 155 1 154 813|3 109 108 
Die Abnahme der Ausfuhr betraf in erster 
Linie die beiden südlichen Häfen, welche zusammen 
1 532 069 Pikuls gegen 2 474 303 Pikuls im Vor- 
jahre verschifften, während sich die Ausfuhr von 
Luzon nur um etwa 133 000 Pikuls vermindert hat. 
Zum Theil hängt dies damit zusammen, daß durch 
das schwerfällige System der sogenannten Farderias, 
welche den in trichterförmigen Formen (Pilones) auf- 
gekauften Rohzucker durch Abtropfenlassen des Syrups 
und späteres Trocknen des Zuckers an der Sonne 
theilweise raffiniren, das jemalige Ernteprodukt erst 
im folgenden Jahre zur Ausfuhr gelangt, so daß die 
Ausfuhr von 1894 für Manila zum großen Theil 
aus 1893 stammte. In der That hat die Ausfuhr 
von trockrnem Zucker aus Luzon im Berichtsjahre 
um ungefähr 90 000 Pikuls zugenommen, während 
die Verringerung ausschließlich die Moskowaden der 
Provinz Batangas, sogenannten nassen Taalzucker, 
betraf.
        <pb n="801" />
        Im Allgemeinen bricht sich das Bestreben zur 
Herstellung besserer Zuckersorten immer mehr Bahn. 
Den größten Aufschwung in dieser Beziehung zeigt 
die Insel Negros; dort gab es schon im Jahre 1880 
keine Holzmühlen für Saftpressen mehr, sondern: 
Eiserne Pressen mit Thierkraft (Büffel). . 495 
Desgl. mit Wasserkraat. 17 
Desgl. mit Dampfkraft 59 
Im Jahre 1893 waren dagegen 500 der ersten 
Gruppe, 47 hydraulische und 274 Dampfmaschinen 
vorhanden. Aber auch auf Luzon nimmt die Ein- 
führung eiserner Zuckerpressen mit Dampfbetricb 
stetig zu. Auch in dem Brechen mit dem alten 
System der Pilones und der Darstellung von 
trockenem Zucker durch den Pflanzer selbst ist ein 
weiterer Fortschritt zu verzeichnen. Von einer Ab- 
nahme des Zuckerrohrbaues ist trotz des ungünstigsten 
finanziellen Ergebnisses und der Krisis, in der sich 
der philippinische Zuckerhandel befindet, noch nichts 
zu bemerken. Die Gesammtausfuhr, im Jahre 1895 
3 694 769 Pikuls, überstieg die des Vorjahres er- 
heblich, ohne jene von 1893 zu erreichen. Die 
Preise blieben noch weiter hinter denen vom Jahre 
1894 zurück, für „Manila-Extra“ wurden als höchster 
Preis 4, als niedrigster 3 Pesos für den Pikul 
notirt. 
Die Ausfuhr vertheilte sich nach Verschiffungs- 
häfen und Bestimmungsländern, wie folgt: 
  
  
  
  
  
Groß= Uebri= Atlamtische Au-! China 
Von: bri= #es äzen von stra= und 3½% 
« -E"w-NVIV«1-l sammen 
tannien pa amerika lien Japan 
D 6bl) 
Manila 477201 64 142 286 646 3200, 899 221|1 730 410 
Jloilo.928176 — 667200 — 155631|1 751 007 
Cebl0015 — "„ 14333713352 
Zus.1475392 64 142 953 816 qadon iosiso 694 769 
Es ist bemerkenswerth, daß im Jahre 18941 mehr 
als 37 pCt., im Jahre 1895 etwa ein Drittel der 
gesammten Ausfuhr nach den großen ostasiatischen 
Reichen verschifft worden sind; im Vergleich mit den 
Vorjahren stellt sich der Antheil dieses Absattgebietes, 
wie folgt: 
Gesammtausfuhr Nach China und Japan 
Jahr Pikuls Pikuls pCt. 
1887 2866 383 338 514 11,8 
1888. 2 964 920 424 478 14,3 
1889 3 502 812 226 529 6.5 
1890 2360 422 576 690 24,4 
1891 2 662 625 299 151 11,2 
1892 51 060 1215 303 30.7 
1893 4184 292 1247 727 29,8 
1894 3 109 108 1154 813 37.1 
... 3694769 32,2 
Man erwartet, daß sich der Absatz noch erheblich 
steigern wird, namentlich nach Japan, wenn eine 
subventionirte Dampferlinie von Manila nach den 
japanischen Häfen, die schon seit Jahren in Aussicht 
genommen ist, hergestellt werden sollte. 
719 
  
Abaka. Die Verschiffungen überstiegen in beiden 
Berichtsjahren die Ausfuhr sämmtlicher früheren 
Jahre. Es wurden ausgeführt: 
1 
  
894 1895 
nach Pikuls 
Großbritannien . 670744 987 548 
dem übrigen Euronaa 34 7 830 
den allantischen Häfen von 
Nordamerika .. 803 510 547 836 
Kalifornien 37200 55 
Anstralien 21 558 26 170 
Singapore und Indien 9 046 11 092 
China und Japan . 26 482 28614 
Zusammen 1 591 962 1 664 590 
Troß dieser außerordentlich großen Ausfuhr kann 
das Geschäft für die Produzenten nicht günstig ge- 
wesen sein, da die Preise noch weiter heruntergingen. 
Sie bewegten sich für korrekte Waare im Jahre 1894 
zwischen 6,.75 und 9,12 Pesos, im Jahre 1895 
zwischen 6,43 und 9,31 Pesos pro Pikul, und nur 
den niedrigen Kursen und billigen Frachten war es 
zu verdanken, daß sie sich noch auf dieser Höhe 
hielten. Es hat sichtlich eine Ueberproduktion statt- 
gefunden, mit welcher der Verbrauch nicht Schritt 
hält, zumal andere Faserpflanzen, wie namentlich 
Sisal, dem Manilahanf immer mehr Konkurrenz 
machen. 
Von Hanftauwerk betrug die Ausfuhr im Jahre 
1894 nur 1965, im Jahre 1895 3382 Pikuls. 
Tabak. Die Verhältnisse des Tabakbaues sind 
im Allgeweinen gleich geblieben. Hiermit steht es 
im Einklange, daß die Ausfuhr von Blättertabak 
immer mehr abnimmt, während die von Cigarren 
sich jährlich steigert. Es wurden von Blättertabak 
ausgeführt im Jahre 1893 230 464, im Jahre 1894 
182 610 und im Jahre 1895 225 647 Quintals. 
Dabei aber ist zu bemerken, daß hiervon die 
Hauptmenge geringwerthige Tabake für die Regie- 
rungsfabriken in Spanien sind, während die übrigen 
europäischen Märkte nur noch geringe Mengen er- 
hielten, London z. B. im Jahre 1893 noch 15 272, 
im Jahre 1894 9500, im Jahre 1895 nur 1772 
Quintals. Dagegen betrug die Ausfuhr von Cigarren 
im Jahre 1893 134 400, im Jahre 1894 140 075 
und im Jahre 1895 162 384 Tausend. 
Bei den billigen Arbeitslöhnen auf den Philip- 
pinen wird es sich stets mehr lohnen, den Tabak 
dort zu verarbeiten. Es sind daher auch in den 
Berichtsjahren noch weitere Fabriken gegründet worden, 
deutsches Kapital ist nicht unerheblich an der Fabri- 
kation wie an der Ausfuhr von Cigarren betheiligt. 
Kaffee. Dieser früher sehr erhebliche Artikel 
ist in den Berichtsjahren noch weiter zurückgegangen. 
Es wurden im Jahre 1894 9008, im Jahre 1895 
nur noch 3287 Pikuls ausgeführt. In dem haupt- 
sächlichen Kaffeedistrikt von Luzon, der Provinz 
Batangas, sind an Stelle der durch Insektenfraß 
zerstörten, oder zur Ausrottung des Käfers nieder- 
geschlagenen Bäume neue Pflanzungen angelegt worden, 
doch wird es noch vieler Jahre bedürfen, ehe diese
        <pb n="802" />
        Erträge liefern, und es ist schwerlich zu erwarten, 
daß die Ausfuhr je wieder auf die alte Höhe steigt. 
Kopra. Dieser verhältnißmäßig neue Ausfuhr= 
artikel hat sich rasch zu einem sehr erheblichen ent- 
wickelt, denn im Jahre 1894 wurden 510 633. im 
720 
  
  
  
Jahre 1895 
schon 594 469 Pikuls ausgeführt. 
Bei dem zunehmenden Ersatz des Kokosöls zur Be- 
leuchtung durch Petroleum ist die Produktion von 
Kopra noch bedeutenden Ausschwungs fähig. 
Die Ausfuhr der übrigen kleineren Artikel war 
folgende: 
  
1894 1895 
Sappanholz Pikuls 75115 38919 
Indigo Quintals 838 231 
erlmuterschater . Pikuls 96 168 
Kopal (Almaciga) .. - 1555 4351 
Häute in Streifen - 3203 3194 
Schiffsverkehr. 
Die in den geöffneten Häsen der Philippinen 
eingegangenen und von da abgegangenen Schiffe 
vertheilen sich auf jene Häfen, wie folgt: 
  
Angekommen Abgegangen 
Schisfe Tonnen Schisse Tonnen 
Manila 248 305 468 221 275142 
Jloilo- 67 75 305 38. 64 145 
Ceb# 15 16 562 12 18 946 
Zusammen 330 397 335 271 358 233 
In den Verkehrsverhältnissen hat sich wenig ge- 
ändert. Es ist eine neue spanische Linie von Liver- 
pool—Barcelonanach Manila mit monatlichen Fahrten 
eingestellt worden. Noch immer geht der größte 
Theil der philippinischen Einfuhr über Hongkong. 
Segelschiffe verschwinden immer mehr, und auch für 
die Ausfuhr treten jährlich mehr Dampfschiffe an 
ihre Stelle. Einige grösiere amerikanische Vollschiffe 
werden aber noch jährlich mit Hanf und Zucker 
befrachtet. 
Schiffsverkehr in den geöffneten Häfen der Philippinen 
mit Ausschluß der Küstenschifffahrt im Jahre 1894. 
  
  
  
  
  
  
  
  
Eingang. 
Mit Ladung In Vallast Zuammen 
Nationalilät 
Zabi Tonnen Zahl Tonnen Bahl Tonnen 
Spanische 59. 68 8866 41194 305 
Britische 135, 166 65541167 650176 234 305 
deutsche. 40 273114142741 
Japanische. 5 4914444 52146 5468 
Norwegisch. 2 39573 3 305 7262 
Hawa#ische — — 1I151711517 
Amerikanische % « 
(Ver. St. ) li14201 265811728001 
Jtalienische 11199— — 1 1199 
Oesterreich= . 
Ungarische 1 1 496 3 49900% 6492 
Zus. einschl. des i . 
Schisssverkehrs !sii2e « 
and-Nationen24b,2«2l484120121 330. 397 335 
  
  
  
  
  
  
Ausgang. 
Mit gadung In Lonan Zusammen 
Nationalität – 
ahl Tonnen Zahl Tonnen Zaht Tonnen 
Spanische 311 47 81411 6808¼42 54 
Britische 139 194 S8421 31 730 *m E 
Deutsche 24 193144 5295 216609 
Amerikanische " 1 
(Ver. St.) 20 2 547 2 2 72822 35275 
Norwegische 4 4416 1 19565 6374 
Japanische 3 2912 1 524 4 3 437 
Oesterreich= 2 3500 — — 2 3500 
Ungarische 
Hawaitsche 1 1517— — 1 1517 
Stalienische. vih — 1 P75 
Zus. einschl. des 
Schiffsverkehrs 
and. Nationenl 227 309 1901 44 49043 271 358 233 
Bandel von Mauritius. 
Nach Mittheilungen des Blaubuchs von Mauritius 
hat der Import der Insel 1895 einen Werth von 
29 844 000 Rupien, der Export einen solchen von 
28 980 000 Rupien besessen. Darunter war 
Aloefaser im Betrage von 406 000 Rupien, 
Rum Oc - 290 400 
Vanille - 218 000 
Der Hauptgegenstand der Ausfuhr war Zucker 
im Werthe von 28 Millionen Rupien. 
Französische Rolonialschule. 
Die im Jahre 1889 gegründete Ccole coloniale 
ist jetzt in ein eigenes Gebäude in der Avenue de 
I'Observatoire übergesiedelt, welches am 4. November 
feierlich eingeweiht worden ist. Der Staat trägt zur 
Unterhaltung der Schule jährlich 24 800 Frcs. bei, 
den Rest decken Beiträge der Kolonien und die 
Schulgelder. 
Derschirdene Witkheilungen. 
weltausstellung in Brüssel 1897. 
Bei der Weltausstellung, welche in Brüssel 1897 
stattfinden wird, hat die belgische Regicrung die 
Vertheilung von Preisen im Gesammtbetrage von 
300 000 Frcs. in Aussicht genommen für die besten 
Arbeiten auf fast allen Gebieten von Wissenschaft, 
Technik, Handel 2c. Darunter befinden sich auch 
folgende Aufgaben aus kolonialem Gebiete: 
Nr. 453: Herstellung eines tropenhygienischen popu- 
lren „Handbuch= zum Gebrauch von Rei- 
Preis 2000 Fres. 
Nr. 454: lansn Atlas von Afrika und seinen 
inseln. Preis 2000 Fres.
        <pb n="803" />
        7 
Nr. 456: Praktische Studie über den Bau von Wohn- 
häusern in den Tropen mit Plänen 2c. 
Preis 1500 Frcs. 
Nr. 4572: Feldbett für noch uncivilisirte Tropenländer. 
Preis 500 Frcs. 
Um an dem Wettbewerb theilnehmen zu dürfen, 
müssen die Bewerber durch ihre Staatsdelegirten 
eine Anmeldung an den belgischen Generalkommissar 
vor dem 15. April 1897 senden. Eine internationale 
Jury wird die Entscheidung treffen. 
Ergebnisse der Reichspost., und Telegraphenverwaltung 
während der Statsjabre 1491 bis 1895. 
Der Bericht über die Ergebnisse der Reichspost- 
und Telegraphenverwaltung während der Elatsjahre 
1891 bis 1895 bringt folgende Mittheilungen über 
die Telegraphenverbindungen in den deutschen Schutz- 
gebieten: 
Die erste telegraphische Verbindung des deutsch- 
ostafrikanischen Schutzgebietes mit dem Mutter- 
lande wurde durch eine Kabelverbindung von San- 
sibar über Bagamoyo bis Dar-zes-Saläm hergestellt. 
Das Bedürfniß des Verkehrs und der Landesver- 
theidigung erforderte indeß bald die Verbindung der 
bedeutenderen Küstenorte miteinander. Infolgedessen 
wurde am 1. Dezember 1891 mit dem Bau einer 
oberirdischen Telegraphenlinie von Bagamoyo über 
Saadani und Pangani nach Tanga, dem nördlichsten 
Hafen des deutschen Schutzgebietes, unter Einrichtung 
von Telegraphenanstalten in Saadaui, Pangani und 
Tanga begonnen. Da die Verwendung hötzerner 
Telegraphenstangen ausgeschlossen war, wurden als 
Leitungsträger sogen. Mannesmannsche Stahlröhren 
verwendet. Als Leitungsdraht dient 4 mm starker 
Gußstahldraht. Der Bau der 160 km langen Linie, 
für welche erst durch Dornengestrüpp, durch Busch 
und Wald der Weg freigelegt werden mußte, wurde 
trotz der ungünstigen klimatischen Verhältnisse in acht 
Monaten ausgeführt. Deutsche Beamte leiteten ihn; 
die Arbeiter waren Eingeborene. Betrieben wird die 
Anlage mit Morse= und — zum unmittelbaren Ver- 
kehr der Bewohner des Schutzgebietes — auch mit 
Fernsprechapparaten; sie erforderte einen Kostenauf- 
wand von 149 374 Mk. Im August 1893 wurde 
sodann der Bau der 252 km langen Telegraphenlinie 
von Dar-es-Saläm über Mohorro nach Kilwa im 
Süden des Schutzgebietes und die Einrichtung von 
Telegraphenanstalten in Mohorro und Kilwa in 
Angriff genommen. Als Stangen dienen ebenfalls 
Mannesmannsche Stahlröhren, deren Fuß auf 1,50 m 
Länge mit einem von Theer durchtränkten Jutehanf- 
gewebe umwickelt ist, das gegen Rostbildung schütt. 
Als Leitungsdraht ist an Stelle von Gußstahldraht 
der weniger schwere und geschmeidigere, 2 mm starke 
Bronzedraht verwendet worden. Der Bau der Süd- 
linie hat einen Kostenaufwand von 181 786 Mk. 
verursacht. Zur Beseitigung der vorwiegend durch 
2 
— 
  
1 
Giraffen und Flußpferde sowie durch Grasbrände 
hervorgerufenen Betriebsstörungen sind farbige Ar- 
beiter als Hülfsaufseher eingestellt worden. Für 
böswillige und fahrlässige Beschädigungen sind die 
Jumben (Ortsvorsteher) der von den Limen berührten 
Ortschaften verantwortlich gemacht worden. An Unter- 
haltungskosten der zusammen 412 km langen deutsch- 
ostafrikanischen Telegraphenlinien sind bisher rund 
30 000 Mk. entstanden. Nachdem auch in den süd- 
lichen Landestheilen die Ruhe hergestellt ist, wird die 
Südlinie von Kilwa über Lindi nach Milindani fort- 
gesetzt werden. Die Kosten werden sich voraussichtlich 
auf 250 000 bis 300 000 Mk. belaufen. 
Bei der geographischen Lage des deutschen Togo- 
gebietes konnte für dieses nur der Anschluß an die 
mit dem Welt-Telegraphennetz in Verbindung stehen- 
den Telegraphenanlagen der benachbarten fremdlän- 
dischen Gebiete, im Westen der englischen Goldküste, 
im Osten des französischen Dahome, in Frage kommen. 
Es wurde deshalb unter Benutzung von Baumate- 
rialien derselben Art, wie sie zur Herstellung der 
Linie Dar-es-Salüm — Kilwa verwendet worden 
waren, im November 1893 mit dem Bau einer 
Telegraphenlinie von Klein-Popo über Lome bis zur 
Grenze der Goldküste vorgegangen. In beiden Orten 
wurden Telegraphenanstalten eingerichtet. In gleicher 
Weise wurde demnächst Klein-Popo an das franzö- 
sische Telegraphennetz angeschlossen. Auch der Gar- 
nisonort der schwarzen Polizeitruppe, Sebbe, der Sitz 
der Regierungsbehörde, wurde mit Klein-Popo in 
telegraphische Verbindung gebracht. Die mit einem 
Kostenaufwande von 38 678 Mk. hergestellten, mit 
Morse= und Fernsprechapparaten betriebenen Tele- 
graphenlinien des deutschen Togogebietes sind zu- 
sammen rund 49 km lang. 
Das Schutzgebiet Kamerun ist seit dem Jahre 
1891 durch ein unterseeisches Kabel zwischen Bonny 
und Kamerun an das internationale Telegraphennetz 
angeschlossen. Das Kabel ist von der African Direct 
Telegraph Company gelegt und von der Reichspost- 
verwaltung zunächst auf die Dauer von 20 Jahren 
angemiethet worden. 
Ueber den Postdienst enthält der Bericht noch 
Folgendes: 
In allen Zweigen des deutschen Kolonial-Post- 
und Telegraphendienstes macht sich aus Anlaß der 
fortschreitenden Entwickelung unserer Schutzgebiete ein 
Anwachsen des Verkehrs bemerkbar, zu dessen Be- 
friedigung die Reichspostverwaltung fortgesetzt mit 
Erweiterungen der kolonialen Verkehrseinrichtungen 
vorgegangen ist. 
Gegenwärtig ist der Post= und Telegraphenbctrieb 
in den Schutzgebieten in folgender Weise geregelt: 
a) Im Kamerungebiet befinden sich in den 
Orten Kamerun, Victoria, Bibundi und Kribi Post- 
agenturen, von denen Kamerun auch mit Telegraphen= 
betrieb ausgestattet ist. 
Die Leitung der Postanstalt in Kamerun und 
gleichzeitig die Aufsicht über die anderen Postagenturen
        <pb n="804" />
        des Schutzgebietes ist einem europäischen Postbeamten 
übertragen, dem mehrere farbige Hülfsbeamte zur 
Unterstützung beigegeben sind. Die übrigen Post- 
agenturen werden theils von Gouvernementsbeamten 
nebenamtlich, theils von Privatpersonen verwaltet. 
b) Im Togogebiete sind zwei Postagenturen 
eingerichtet, in Klein-Popo und Lome. Beide Post- 
anstalten sind telegraphisch untereinander verbunden 
und an das Telegraphennewß der britischen und fran- 
zösischen Nachbarkolonien angeschlossen. 
Infolge der Lage des Togo-Schutzgebietes zwischen 
der verkehrsreichen britischen Goldküsten-Kolonie auf 
der einen und der französischen Dahome-Kolonie auf 
der anderen Seite ist der Betrieb bei den Post- 
anstalten sehr rege und macht die Unterhaltung 
mehrmaliger wöchentlicher Botenpostverbindungen mit 
den Nachbargebicten erforderlich. Der Geschäfts- 
umfang der Postanstalten hat es auch bedingt, daß 
beide Agenturen mit europäischen Postbeamten haben 
besetzt werden müssen, denen eine ausreichende Zahl 
von farbigen Hülfskräften beigegeben worden ist. 
c) Im südwestafrikanischen Gebiet. Nach 
Unterdrückung des Witbooischen Aufstandes ist zu 
Beginn des Jahres 1895 ein im Kolonial-Postdienst 
erfahrener Postbeamter zum Zwecke der Organisirung 
eines geregelten Postdienstes nach diesem Schutzgebiet 
abgegangen. Seitdem sind in acht Orten neue Post- 
anstalten eingerichtet worden, so daß zur Zeit neun 
Postagenturen bestehen: in Windhoek, Otjimbingue, 
Omaruru, Swakopmund, Okahandja, Gibeon, Kect- 
manshoop, Lüderiszbucht und Warmbad. 
Die großen Entfernungen zwischen den einzelnen 
Orten des Schußgebietes, die schlechte Beschaffenheit 
der Wege und die ungünstigen Viehfutterverhältnisse 
machen die Herstellung regelmäßiger Verbindungen 
recht schwierig und kostspielig. Um von Windhoek 
nach Swakopmund zu gelangen, brauchen die Boten 
10 bis 14 Tage, eine Pferdekarre 8, eine Ochsen- 
karre 10 Tage. Nachdem die Fußboten versagt 
hatten, auch die Versuche mit Pferden und Kamelen 
fehlgeschlagen waren, mußte schließlich auf die Ochsen- 
karre, als das zuverlässigste Beförderungsmittel, zu- 
rückgegriffen werden. 
d) Im ostafrikanischen Gebiete sind, ent- 
sprechend der regeren kolonialen Thätigkeit, auch die 
Post= und Telegrapheneinrichtungen die ausgedehn- 
testen. Außer einem Postamt in Dar-es-Saläm und 
acht Postanstalten im Küstengebiet: in Bagamoyo, 
Tanga, Pangani, Saadani, Kilwa, Mohorro, Lindi 
und Mikindani, die mit Ausnahme von Lindi und 
Mikindani bereits mit Telegraphenbetrieb ausgestattet 
sind, bestehen im Innern noch elf Postagenturen, 
nämlich in den Orten Bukoba, Kilimatinde, Kilossa, 
Kisaki, Langenburg, Marangu, Masinde, Moschi, 
Mpapua, Muanza und Tabora. 
Die Postanstalten in Dar-es-Saläm und Baga- 
moyo sind untereinander und mit der an das inter- 
nationale europäische Telegraphennetz angeschlossenen 
Insel Sansibar durch unterseeische Kabel verbunden, 
722 
  
die von der Eastern and South African Telegraph 
Company gelegt und der Reichspostverwaltung auf 
20 Jahre vermiethet sind. 
Der Postverkehr zwischen den Küstenplätzen wird 
theils durch die Dampfer der Ostafrika-Linie, theils 
durch Regierungsdampfer wahrgenommen; außerdem 
sind zwischen den nicht zu entfernt belegenen Post- 
agenturen, wie z. B. zwischen Dar-es-Salaäm und 
Bagamoyo, Bagamoyo—Saadani, Tanga—Pangani, 
Lindi — Mikindani, Kilwa — Mohorro, Botenposten 
eingerichtet. Auch die im Innern des Schußgebictes 
bestehenden Postanstalten erhalten ihre Postsendungen 
durch Botenposten, die für Marangu, Masinde und 
Moschi von Tanga, für die übrigen Postanstalten 
von Dar-cs-Saläm aus unterhalten und von der Küste 
im Anschluß an die Ankunft des von Europa kom- 
menden Hauptdampfers der Ostafrika-Linie abgelassen 
werden. 
Bei dem Umfange und der Wichtigkeit des ost- 
afrikanischen Post= und Telegraphenverkehrs ist es noth- 
wendig geworden, einen höheren Postbeamten zur Leitung 
des gesammten Verwaltungsdienstes nach dem Schutz- 
gebiete zu entsenden. Dieser Beamte, ein Postinspektor, 
verwaltet das Postamt in Dar-es-Saläm und führt 
die Aufsicht über die übrigen Postanstalten. Ihm 
sind ein Oberpostsekretär und 12 europäische Post- 
und Telegraphenbeamte nebst einem ausreichenden 
Stab an farbigem Personal beigegeben. Bei den 
Postanstalten in Dar-es-Saläm, Bagamoyo, Tanga, 
Pangani und Kilwa wird der Dienst durch euro- 
päische Postbeamte wahrgenommen, bei den übrigen 
Postagenturen ist die Verwaltung der Stelle Negie- 
rungsbeamten nebenamtlich übertragen. Bei der Hin- 
aussendung von Fachbeamten wird darauf Bedacht 
genommen, daß die Beamten vorher das Orientalische 
Seminar besucht und sich so viel Kenntniß der landes- 
üblichen Sprachen: Kisuaheli, Guzerati und Hindustani, 
angeeignet haben, um sich mit der eingeborenen Be- 
völkerung verständigen zu können. Diese Maßregel 
hat sich sehr bewährt. 
Die Zunahme des Verkehrs nöthigt dazu, dem 
Leiter des ostafrikanischen Postwesens in größerem 
Umfang Verwaltungsgeschäfte zu übertragen; es liegt 
daher in der Absicht, für Ostafrika eine Postbehörde 
nach Art der im Reichspostgebiet bestehenden Ober- 
postdirektionen einzurichten. 
c)NIm Neu-Guineagebiet bestehen Post- 
anstalten in Friedrich Wilhelmshafen, Stephansort, 
Herbertshöhe und Matupi, die durch die Reichspost- 
dampferlinie Singapore—Neu-Guinea untereinander 
sowie mit Batavia, Singapore und dem curopäischen 
Postgebiet Verbindungen unterhalten. 
) Auf den Marshall-Inseln besteht eine 
Postanstalt in Jaluit, die durch eine deutsche Segel- 
schiffverbindung nach den Karolinen mit dem Heimath= 
lande Verbindung unterhält.
        <pb n="805" />
        Titkeratur. 
Swahili-Sprachführer von Walter v. St. Paul- 
Illaire, Kaiserlicher Bezirksamtmann von Tanga. 
Dar-es-Saläm 1896. Verlag von W. Richter 
Co. 
Diese neueste Publikation des in weiteren Kreisen 
bekannten hervorragenden Suahelisprachkenners reiht 
sich dem von ihm vor mehreren Jahren in der 
Sammlung der Bücher des Seminars für orienta- 
lische Sprachen herausgegebenen Suaheli-Handbuch 
würdig an. Der Swahili-Sprachführer enthält 
einen überaus reichen Wortschatz und behandelt in 
der Form des Dialogs alle Gebiete, auf denen der 
Europäer in Ostafrika mit den Eingeborenen zu thun 
hat. Da findet sich sprachliches Material für den 
Beamten, den Offizier, den Karawanenreisenden, den 
Seefahrer, den Arzt, den Handel= und Gewerbe- 
treibenden, den Pflanzer, den Jäger, den Missionar, 
den Lehrer, und selbst der sorgenden curopäischen 
Hausfrau ist gebührend gedacht. 
Der Stoff der Gespräche ist vorzüglich gewählt 
und gestattet einen Einblick in die Sprech= und 
Denkweise der Eingeborenen, wie er außer aus 
Krapfs grundlegendem Dietionary ol the Suahili 
Language aus keinem in Ostafrika entstandenen 
Suahelisprachwerk zu gewinnen ist. Der Verfasser 
beweist, daß die Ausdrucksweise der Snaheli sich 
über das Niveau der Verständigungsart eines afrika- 
nischen Naturvolkes ganz bedeutend erhebt. Man 
vergleiche ferner den Inhalt der Kapitel über ärzt- 
liche Thätigkeit und Landwirthschaft, so wird man 
in der That dem Eindrucke sich nicht verschließen 
können, daß das Material „im intimen jahrclangen 
Verkehr mit den Eingeborenen“ gesammett ist. 
Der Bau der Sätze steigt von der einfacheren 
Konstruktion auf zur eleganteren Periode. Darin 
endlich liegt nicht der geringste Werth des Sprach- 
führers, daß die Bildung der einzelnen Worte und 
Sätze den Regeln der Grammatik genau entspricht 
und dem Lernenden die Ueberzeugung gewährt, daß 
es neben dem leider noch sehr kultivirten Pidgin- 
Suaheli doch eine grammatisch korrelte Ausdrucks- 
weise giebt, die nicht nur die allein richtige, sondern 
auch unter den Eingeborenen die allein übliche ist. 
Das Buch kann Anfängern wie Fortgeschrittenern 
im Suaheli auf das Angelegentlichstc zur Anschaffung 
empfohlen werden. Dr. Neuhaus. 
Oberst Freiherr v. Schele: Ueber die Organisation 
der Kaiserlichen Schutztruppe in Deutsch-Ostafrika 
und die kriegerischen Operationen daselbst während 
der Jahre 1893,94. Mit drei Skizzen in Stein- 
druck. Verlin 1896. E. S. Mittler &amp; Sohn. 
(Auch als IX. Beiheft zum Militär Wochenblatt 
erschienen.) 
Die kleine lehrreiche Schrift ist die Grundlage 
eines Vortrages, in welchem der Verfasser vor Kur- 
723 
zem eine Darstellung seiner militärischen Thätigkeit 
als Gonverneur von Ostafrika gegeben hat. Die 
hervorragenden Leistungen des Freiherrn v. Schele 
in Ostafrika sind auf Grund seiner eigenen, an dieser 
Stelle gedruckten Berichte bereits früher überall be- 
kannt geworden. Die vorliegende Schrift rückt aber 
Manches von dem Bekannten in anderes Licht und 
dürfte auch das Interesse solcher Kreise erregen, welche 
kolonialen Dingen sonst ferner stehen. 
K. Parkinson: Beiträge zur Ethnographie der 
Matty= und Durour-Inseln. (Internationales 
Archiv für Ethnographie.) Leiden. Brill. Bd. IX. 
Der seit langen Jahren im Bismarck-Archipel 
thätige Verfasser hat neuerdings wiederholt die In- 
seln durch seinen Handelsschooner besuchen lassen und 
dort reichhaltige ethnographische Sammlungen an- 
gelegt, welche einiges Licht über die Bevölkerung 
dieser fast völlig unbekannten Gegenden verbreiten. 
In dem hier vorliegenden Aufsatz sind die erwähnten 
Sammlungen des Näheren beschrieben. 
Gustav Meinecke: Katechismus der Auswanderung. 
Kompaß für Auswanderer. VII. Auflage. Voll- 
ständig neu bearbeitet. Mit vier Karten. Leipzig 
1896. J. J. Weber. 
Das kleine Buch ist ursprünglich von einem der 
Pioniere der deutschen Auswanderungsbewegung der 
40er Jahre E. Pelz verfaßt worden. Nunmehr 
hat es der obengenannte bekannte, unermüdlich schaf- 
fende Schriftsteller berichtigt und den jetzigen Ver- 
hältnissen gemäß umgestaltet. Durch lange Erfah- 
rungen im Auslande und seine Thätigkeit bei der 
deutschen Kolonialgesellschaft war er dazu der richtige 
Mann. Der Auswanderungslustige findet in dem 
Buche im knappsten Rahmen eine Fülle nülicher 
Angaben und Lehren. 
Aus allen Welttheilen. Deutsche nationale Zeit- 
schrift für Länder= und Völkerkunde. Unabhängige 
deutsche Kolonialschau. Herausgegeben von R. 
Fitzner. Verlag von H. Paetel. Berlin 1896. 
Heft 1 bis 3. » 
Der als Herausgeber des vor Kurzem an dieser 
Stelle besprochenen Kolonial-Handbuchs und Ver- 
fasser eines ebenfalls hier erwähnten Werkes über 
Tunis bekannte Geograph Fitzner hat es unter- 
nommen, den verschiedenen geographischen Zeitschriften 
Deutschlands hier eine neuc volksthümlich gehallene 
an die Seite zu setzen. Die Zeitschrift erscheint 
monatlich zweimal und zeichnet sich sowohl durch 
sehr gediegene Ausstattung als vielseitigen Inhalt 
aus. Es sind Mitarbeiter für alle Gebiete gewonnen 
und eine Reihe interessanter Aufsätze ist für die 
nächsten Hefte in Aussicht gestellt.
        <pb n="806" />
        —. 724 
Schiffsbewegungen. 
(Die Zeit vor dem Orte bedeutet die Ankunft, hinter dem Orte die Abfahrt des Schiffes.) 
S. M. S. „Bussard“ 3/9. Sydney 15/10. — Apia. (Postsaton- Hofpostamt.) 
S. M. S. „Condor“ 26/8. Kapstadt. (Poststation: Kapstadt.) 
S. M. S. „Falke“" 6,9. Sydney 1/10. — Apia. (Poststation: Hofpostamt.) 
S. M. S. „Hyäne“ 14/9. Kamerun. (Poststation: Kamerun.) 
S. M. Vermessungsschiff „Möwe“ 1 1/9. Sydney Ende November. — Neu-Guinea. (Poststation: Matupi.) 
S. M. S. „Seeadler“ 9/7. Sansibar. (Poststation: Sansibar.) 
S. M. S. „Sperber“ 11/10. Sierra Leone 14/10. — 21/10. Las Palmas 24/10. — 28/10. Lissabon 
11. — Plymouth. (Poststation: Plymouth.) 
Ablösungstransport: 
Dampfer „Prinzregent Luitpold“ des Norddentschen Lloyd mit der halben Besatzung für S. M. Ver- 
messungsschiff „Möwe"“: 
Ausreise: Bremerhaven 29/7. — 20/9. Sydney. 
Heimreise: Sydney 10/10. — Bremerhaven. 
Derkehrs-ZNachrichten. 
Fahrplau des Dampfers „Leutwein“. 
an Lüderißbucht: an Tsoakhaubmund: 
Ab Kapstadt: an Lüderitzbucht: 
3. November, 
1. Dezember, 
29. Dezember, 
6. November, 
4. Dezember, 
1. Januar, 
10. N 
8. D 
ovember, 
ezember, 
5. Januar, 
——.. nach den deutschen Schusgebieten. 
19. November, 
17. Dezember, 
14. Jannar. 
  
  
  
  
  
  
  
6 Die Abfahrt . Ausschiffungshafen. Briefe müssen aus 
Nach vom Ein- Dauer Berlin spätestens 
schiffungshafen an folgenden Tagen der Ueberfahrt abgesandt werden 
Neapel am 18. Tov. 9.,30. Dez Tanga 20 Tage am 16. November, 
Ghutlihe Schlffe) 120 a v Dar-es-Salam 21 Tage 4., .Dez., 1. Jan. 
.O am 6 e *33 an. Sansibar 21 Tage 10 abds. 
1. Deutsch-Oftafrika. 5 nt ½ . J si 
Mar 10 jedes Mts. Sansibar 18 Tage am 8. jedes Monats 
K* Schhe,“ 46 ni L abds. 
· Southampton am 38. 2., 30. Jan.] Lüderitzbucht 27 Tage am 4. Dez., 1., 29. Jan. 
2. Deutsch-HLüdweslafrika. sgꝛ * es 8 :D 30 Tage U us. ) 
Lach, Snend wochenuiich scher *rn r* 9 
alle 14 Tage auf d. Landwegr) ! Hamburg am 30. November Swakopmund 30 Tage am 30. November 
d Schiff) nachts — 720 abds. 
( öurg am 10. jedes Monats Kamerun 24 Tage am 10. jedes Monats 
3. Ramerun aue chise) na 720 abds. 
« · l rpool am 25. Nov., 23. Dez. Kamerun 22 Tage am 23. Nov., 21. Dez. 
Uluich- Schisse) ———— 15 nins. 
am 10. jebes Mts. nachts Klein-Popo- 2 Tage . 
4. Togo-Gebiet Hamburg am 20jjedes Mts. Lome 31 Tag ae 100 nd aides 
9 von Quittah miltelst(beutsche # Klein-Popo 55 Tage · 
moetlänPn ch Lome und Liv am 18. November, Quittah') oder Klein-m 16, 30. November, 
opo). cnige o%% 2., 16., 30. Dezember Popo 35 Tage 14., 28. Dez. 15 ums. 
4 Nea am 10. Februar Friedrich Wilhelms- am 18. Dezember, 
5. Deutsch-Neu-Guinea. arssn Schife) abbs hafen 45 Tage „ 12. Februar 
disi am 20. Dez., 14. Febr. Tage abd 
*W7ö7N —*- obbtss. 
indisi am 3 anuar aluit 71 Tage am 1. Januar 
6. . Marshau. -uusen. (ud- Manila) 6 14. s
        <pb n="807" />
        725 
Eintreffen der Post ans den deutschen Schutzgebieten. 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Landungs- Die Post ist fällig Landungs= Die Post ist fällig 
Von hafen in Berlin Von hafen in Berlin 
Neapel .. am 20., November, | 
. * 
Deutjch · Ostafrita Brindisi. ... anl.% ie e (ogogebiet Hamburg am 10.8 und 25.4 
I/Marseille # am 1. Dez., . 1. Ban. jedes Monats 
weubse. sibmetafeita Plymouth · am 17.Nov., 15.Dez. deutsch. Neu · Guinea Neapel. ... am 12.Dezember, 
, -»-—; – — 
Ramerun. . . . ... tu t 5.3 jed. Zinas marsball- Inseln.. Marseille oder ) Ende November 
Barcelona ) Mitte Februar 
* Fälligkeitstage für die mit deutschen Schiffen eintreffenden Posten. 
Schiffsbewegungen der Woermann-Linie. 
Postdampfer Reise Leze Nachrichten 
von 1 nach bis 12. November 1896 
l 
„Adolph Woermann“ Hamburg Loango am 11. November in Kamerun. 
„Aline Woermann“. Hamburg Ponta Megra am 10. November ab Hamburg. 
„Anna Woermann“ Hamburg Sherbro am 15. November ab Hamburg. 
„Carl Woermann“ Hamburg Kotonon. am 5. November in Conakry. 
„Eduard Bohlen“ Congo Hamburg am 7. November in Las Palmas. 
„Ella Woermann“ Hamburg Sherbro am 5. November in Las Palmas. 
„Gertrud Woermann“ Ponta Negra Hamburg am 11. November in Kamerun. 
„recchen Bohlen“ Kotonou Hamburg am 8. November in Hamburg. 
„Hedwig Woermann“ Kotonou Hamburg am. 6. November in Accra. 
„ Woermann“. Hamburg Loanda am 10. November in — 
urt Woermann“ Laonda hamburg am 7. November in 
„Lothar Bohlen“. Swakopmund am 9. November in 858 Palmas. 
„Lulu Bohlen“ Kamerun u am 4. November ab Kamerun. 
„Marie Woermann“ bonta Negra Han am 8. November in Madeira. 
„Melita Bohlen“ . .. Hamburg eidcn BWcht am 11. Oktober in Teneriffa. 
„Professor Woermann“ Sherbro Hamburg am 10. November in Bissao. 
„Thekla Bohlen“ Congo Hamburg am 26. Oktober in Accra. 
„Alida“ .. Hamburg Sherbro am 15. November ab Hamburg. 
  
  
Schiffsbewegungen der Deutschen Ostafrika-Linie (Camburg—Ostafrika). 
  
  
  
  
  
- Reise Lebte Nachrichten 
Reichsposidampfer von nach bis 12. November 1896 
„Kaiser“. Durban Hamburg am 7. November ab Delagoabai. 
„Kanzler"“ Hamburg Durban am 10. November ab Aden. 
Hurdeprath“. . Hamburg Durban am 12. November an Lissabon. 
„Reichstag“ Hamburg Durban am 7. November an Mozambique. 
„Admiral“ Durban Hamburg am 9. November ab Sansibar. 
„General“ Durban Hamburg am 12. November ab Port Said. 
„Herzog“ Durban Hamburg am 11. November an Hamburg. 
  
—. Der heutigen Nummer liegt eine Broschüre der Verlagsbuchhandlung F. A. Brockhaus in Leipzig 
bei, betrefsend „Das 100 jährige Jubiläum eines Buches“, die wir geneigter Beachtung bestens 
empfehlen. 
Die Expedition.
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Veschluß. 
Die nach Artikel 13 des Handels- 
geseybuchs erforderlichen Bekannt- 
machungen von Eintragungen in das 
Handelsregister des unierzeichneten 
Konsulats werden im Jahre 1897 
im Deutschen Kolonialblatt, 
in der Wochenausgabe der Kölnischen 
Zeitung und 
in der „Gazette lor Zunzibur und 
East Alrica- 
erfolgen. 
Zanzibar, den 26. September 1896. 
Der b9oiserlich beitice Konful. 
Freiherr v Nechenbuq (n- 
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tzuĩenden. 
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Nolonialaeitung 
welche — obwohl unabhängig nach jeder Seite die 
derung der dentschen Molonicen und Nolonialbestrebungen 2 
ihre Fahne geschrieben hat, erscheint unter dem Titel: 
Deutsche Nachrichten 
in dem unterzeichneten Derlage. Das Blati steht im zweiten 
Jahrgange, erscheint in einer ca. 30 uartseiten starken 
Cut illustrirten Tummer an jedem Donnerstag. 
er reiche Inhalt der sich bereits im IJnlande und be. 
sonders im kluslande zahlreicher Abonnenten erfreuenden 
„Deutschen Dlachrichten“ setzt sich zusammen aus: Allem 
wichtigen der Woche über Politik, Wolonialem. Wissenschaft 
lichem, dem Wissenswertben auf allen Gebieren; das Blatt 
bringt Uachrichten aus den Nolonieen, von den Deutschen im 
Auslande. ferner burze interessante Erzählungen. Dumoresken 
und feine abtnelle Illustrationen. 
Jeiecder Kolonialfreund. 
jeder Deutsche im In- und Auslande 
wird gebeten, eine Probe- Uummer von uns zu ver- 
langen, um sich über das Gebotene zu informiren. Wir 
senden solche Hrobe Uummern Jedermann mit Veragnügen 
kosten- und portofrei sofert zu. 
wvegen ihrer weiten Verbreitung im Auslande sind die 
„Deutschen zlachrickten= auch ein ausgezeichnetes raan für 
Etportanʒeigen. Wir bitten das Blalt eininal auzufehen. 
gem. Der Perlag der „Heutschen Nachrichten“ 
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und Phosphorsäure, ist für alle tropischen Kulturpllanzen zur Erzielung reicher und guter Ernten unentbehrlich. 
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Schwefelsaures Kali, mind. 486 00 Kali und mind. 51.8 0% Kali. für Tabak, Zuckerrohr, Annnus, 
Bunnnen, Bataten, Orungen, Citronen, Feigen, Weinreben, Vanille, NMelonen. 
Calc. schwefelsaure Kalimagnesia, mind. 25.9 % Kuli und höchstens 21 2 0 Chlor. für die vor- 
stchend genannten Pflunzen unf solchen Böden, wo die Zufuhr von Mugnesin erforderlich ist. 
Chlorkalium, wind. 44,2 bis 61,8 % Kuli,. für Kulfcc, Thec, Knkno, Pulmen, Oliven, Erdnuss, Bnum wolle, 
Muis, Sorghum, Reis, Ricinus, Indigo, Bohnen, Chinurinde. 
b. Natürliche Kalisalze: 
Kainit, wind. 12,4 % Kali, Sylvinit, mit 12.40% bis 19 % Kali, für Buumwolle und Palmen zur Ver- 
tilgung von Insekten wie uuch für ganz leichte trockene Böden zur besseren Bindung und Fenchterhaltung. 
Smmtliche deutschen Kaliwerke sind im Verkuufs-Syndikat der Kuliwerke vereinigt. 
Nähere Angaben über Preisce und Bezugsbedingungen wie uuch Auskunft über tropische Düngerlragen 
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DAS ECHO 2 
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O do .,. , » 5 
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Stimmen aus allen Parteien 8 
* Organ der Deutschen im Auslande. à 
  
1 k 1 bringt allwöchentlich in 1 Echo bringt in dor Rubrik W fern der Helmat u. in über- 
4 b "U zannttalkonder hüer Eer ( Handel eine Gesamt- CT aeeischen Ländern Fühlung 
richte politischen, wimschalt Wochenüberlsicht des internnt.mit dem ulien Vaterlande sucht — 
Wwissenschaftl. und gesellschaftl. 16 Geld- und W arenmarktes und W D 
halus über alle Vorgünge, welche, interess. Fragen vom Weltmarkte. OSn #berhin 
slt, sich kurz und 
sich in Deutsehland und im u- Has Lcho bringt ein suchminn. echnell von dem Gunge der Welt- 
lande abspielen. Ausirfellen rsW* und r*n ealn. besnbrukea. unterrichten will — 
1. ! ölrie chos Welche 1 4 „ 
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interessantesten Stimmen“ nller Nenerungen auf dem Gebiete der olirische Zeituin legen — 
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Jnhrungsmittel-Industrie in ullen Verpackungen, Spezinlitüten und 
verschiedenen Qualitäten, nanfs Uchersichtlichste geordnet. vorgeführt 
werden. 
Der Grundgedanke des ganzen Unternehmens ist. die einzelnen 
nusgestellten Artikel in allen Preislagen vorzuführen, den verschic- 
denen transutlantischen Ländern entsprechend. somit die Lebens- 
mittelbranche nach Möglichkeit erschöpfend, soweit solche den Export. 
betriflt. 
Die Ausstellung unterscheidet sich also von öllentlichen Aus- 
Stellungen vornehmlich dadurch, duss alle ausgestellten Artikel 
Aportfäühig auffemacht sind. dieselbe eine dauernde ist und allc lür 
den Export in Fruge kommenden Neuheiten nuch Möglichkeit aufweist. 
i rosse Reihe von Firmen ersten Ranges, welche zur Ausstellung 
gelangten und im Auslande sich wesentliche Absalzgebiete eroberten, blrgen 
dem Käufer #Ur die Konkurrenzidhbigkelt der Fabrikate im Weltmarkte. Treis- 
listen in fünf Sprachen. 
Für dle vorlbergehend In Hamburg weilenden Korrespondenten Hamburger 
Exportlirmen, welche Lebensmittel Importiren, dürfte die Ausstellung von 
hanz besonderem Interesse sein. 
Das „Iamburger Fremdenblatt“ vom 16. Mai 1894 schreibt: „In 
den Kreisen der Exporteure findet die Ausstellung die höchste 
LAnerkennung.“
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        — 731 — 
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nach Conakry, Monrovia, der Goldküste, Togo, Whydah und Kotonou. 
Am 30. November: P. D. „Thekla Bohlen“, Capt. JIversen, 
nach Teneriffe, Las Palmas, Gorée, Liberia und den Iläsen der Südwestküste Alrikas, 
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Am 30. Norember: P. D. „Marie Woermann“, Capt. Triebe, 
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westküste Alrikas bis Ponta Negra. 
Am 15. Dezember: P. D. „Professor Woermann“, Capt. Ramm, 
vin Antwerpen nach Marocco, den Canar. Inseln, Gorée, Dakar, Rufflsque, Sierra 
Leone und Sherbro. 
Alle Gitter miissen amt Tae bor dem Abyaunysckattnm bis I2 Uhr mitcas d(dnosseite sein. 
Näheres wegen Fracht und Passage ertheilt in Hamburg die Woermann-Linie, sowie der Schiffemakler 
Angust Bolten, Wm. Miller'’s Nachfolger, Admiralitätstrasse 33/34, und vwegen Deutsch-Südwestafrika dlic 
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Amstlerdum, Lissabon und Neupel anlaufend. 
   
  
  
Die nächsten fuhrplanmässigen Expeditionen finden statt: ab Hamburg ub Neupel 
R. P. D. „KOENIG“ gpieten un Capt. Doherr 25. November, 9. Dezember, 
R. P. D. „CENERAL“, Capt. Gauhe. . . . . . . .. 16. Dezembor, 30. Dezember, 
R. ’ D. „HERZOG“ (Doppelschrauben), Capt. v. Issendorll, 6. Jununr. 20. Janunr, 
R. P. D. „ApmnlRAL“, Capt. We 27. Jnnunr, 0. Februnr, 
nach Tanga, Dar-es-Saläm, Sansibar, Mozambique, Beira, Delagoa-Bai und Natal. 
Diese Dampfer nehmen auch Passagiere und Wearen nach 
Pangani, Saadani, Bagamoyo, Kilwa, Lindi, Mikindani, 1lbo, Quelimane, Chinde, 
Inhambane, Mombassa. und Lamu. 
Ferner regelmässig alle sechs Wochen Postdampfer %##8 Kedesc Neeen orenh 
direkt nach 1)1% 9 Deilagpoc-Bei, Marp, NYosské Z. 
Jächste Expedition: P. D. „KAISER“, Capt. Stahl, 13. Jununr 1899. — 
Die Dampfer Laben rorzüyliche Eirziche#ngen f#r Passagtere in allen Klassen. 
Ferner zwischen Ostafrika und Bombay regelmässig alle drei Wochen im Anschluss 
an die Hauptdampfer. 
Näheres ertheilt in Hamburg: (20) 
wegen Fracht der Schiffsmakler August Bolten, Wm. Miller's Nachlolge 
wegen Passage die Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Aktien- Gesellechaf, 
sowie wegen Fracht und Passage die 
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Gr. Reichenstrasse 25/27. 
Verantportlicher Redakleur für den nichlamtlichen Thiil: O. Mertinal, Berlin. 
Druck und Verlag der Königlichen Hofbuchhandlung und Hofbuchdruckerei von E. S. Mittler &amp; Sohn, Berlin SW 12, Kochstraße 68—71. 
Ausgegeben am 11. November 1896 um 0 Uhr nachmittags.
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        Deutsches Kolonialblatt. 
Amtsblatt für die Schutzgebiete des Deutschen Reichs. 
Herausgegeben in der Kolonial-Ablheilung des Auswärligen Ants. 
  
  
VII. Jahrgang. Berlin, 1. Dezember 1896. nummer 3. 
Diese Zeitschrift erscheint in der Regel am 1. und u *5rt“ N Derselben werden als Fst **2 die neeer * u 
erscheinenden: „Mittheilungen von Forschungsreisenden und eh n rlaus don dovtschen Scl ebieten“, herausgegoben vo BbPFroihort 
v. Panckelmen. Der vierteljährliche #onstemenkspreis. für r Kolonialblatt mit deen i beträgt beim Bezuge durch rn“ Posc und die 
8— handlungen M. 3,—, direkt unter Stisbm nd durch die oebbnn Mr. t#. Deutschland und Oesterreich= Ungarn, Mk. 3.75 für 
edend der d Soltnostyertint. — Einsend zungen 8 Anfragen sind an die König -* GWnshandiung vuon rust Siegfrie ittler 
Sohn, Verlin S8W12, Kochstraße 68—71, zu richten. vn dir in der Zeitungs Preisliste für 1897 unter Nr. 1977 7.) 
  
Inhalt: #tlicher Theil: Personalien S. 735. 
mtlicher Theil: Versonal-Nachrichten S. 736. Kamerun: Sannaga S. 737. — Chemische 
miterslh Kameruner Böden S. 737. Togo: Ueber eine Neise von Klein-Popo über Lome nach Misahöhe 
im August 1894 S. 738. — n t #n# Guinea: Wissenschaftliche Sendungen S. 743. — Aus idem Bereiche 
der Missionen und der Antisklaverei-Bewegung S. 743. — Aus fremden Kolonien: Expeditio 
nach den Salomons-Inseln S. 743. — Uganda- Eisenbahn S. 744. — Neuer Jalltarif in Veitch. Gentsrlafr#a 
S. 744. — Wilder Lossee in Sierra Leone S. 744. — Zambesi-Eisenbahngesellschaft S. 744. — Verschiedene 
Mittheilungen: inke für die Behandlung von nee die behufs wissenschaftlicher lntersuchung aus 
tropischen Ländern es Deutschland gesandt werden S. 744. Ueber die Sicherung von Bauhölzern gegen die 
Angriise hothzerstorender erre und die seewurmsicheren Hohzarten S. 745. — Expedition Professor Elliots S. 7 
uüsschreiben S. 750. — Poststatistik S. 750. — Litteratur S. 751. — Litteratur-Verzeichniß S. * — 
Sustaegichen. S. 752. — Verkehrs- Nachrichten S. 753. — Anzeigen. 
Dieser Nummer liegt bai „ Bekleidungs-Vorschrift flür die Kaiserlichen Schutztruppen in Afrika. 
Amtlicher Theil. 
Perlspnalien. 
Seine Majestät der Kaiser und König haben Allergnädigst geruht, in Anerkennung des besonders 
tapferen Verhaltens von Osfizieren und Mannschaften der Schutztruppe für Deutsch-Südwestafrika sowie 
von Kriegsfreiwilligen in den Kriegszügen gegen die Khauas-Hottentotten im März und April d. Is. 
folgende Auszeichnungen zu verleihen, und zwar: 
den Rothen Adler-Orden 4. Klasse mit Schwertern: 
dem Hauptmann v. Perbandt und dem Sekondlieutenant Eggers; 
den Rothen Adler-Orden 4. Klasse mit Schwertern am weißen Bande: 
em Stabsarzt Dr. Nichter; 
den Königlichen Kronen-Orden 3. Klasse mit Schwertern: 
dem Major Leutwein, à la suite der Armee und beauftragt mit den Funktionen des Kommandeurs 
der Schutztruppe; 
den Königlichen Kronen-Orden 4. Klasse mit Schwertern: 
dem Schondlientenant Helm, dem Kriegsfreiwilligen, Premierlieutenant v. Lindequist von der Reserve 
s Infanterie-Regiments Prinz Moritz von Anhalt-Dessau (5. Pommerschen) Nr. 42, dem Kriegs- 
sss Premierlieutenant v. Burgsdorff von der Reserve des 3. Garde- Negiments zu Fuß, 
dem Kriegsfreiwilligen, Premierlieutenant der Landwehr a. D. Herrmann und dem Kriegs- 
freiwilligen, Setondllentenant a. D. v. Ziethen, zuletzt im 1. Brandenburgischen Dragoner- 
Regiment Nr. 2; 
das Kreuz der Ritter des Königlichen Hausordens von Hohenzollern mit Schwertern: 
dem Hauptmann v. Estorff; 
S 
das Militär-Ehrenzelchen 1. Klasse: 
Vizefeldwebel Froede, dem Sergeanten Polett, dem Unteroffizier Maczkiewitz und dem Ge- 
freiten Steffen; 
- 
—Wê 
m
        <pb n="818" />
        736 
das Militär-Ehrenzeichen 2. Klasse: 
den Wachtmeistern Urban und Stellbrink, dem Feldwebel Hannemann, dem Vizewachtmeister Kunde, 
den Sergeanten Koczy, Gutmann, Deubel, Schmidt, den Unteroffizieren Modler, Sta- 
ginus, Simon, Graefe, Salpeter, Ueckermann, Mewes, Pewestorff, Hübner, Kaschub, 
Stubenrauch, Wieland, den Kriegsfreiwilligen, Unteroffizier der Reserve Vriegts und Unter- 
offizier des Beurlaubtenstandes Hellberg, dem Oberlazarethgehülfen Czaplas, den Gefreiten 
Schmidt, Köhler, Weyland, Becker, Wiedorn, Voigtländer, den Reitern Hartmann, 
Hagenstein, Kietzmann, Braß, Halberstadt, Tausendfreund, Künehl, Houscha, 
Däßler, Bochert, Lehmann und Peters. 
Außerdem haben Seine Majestät der Kaiser und König aus derselben Veranlassung folgende Aus- 
zeichnungen an Eingeborene des Schutzgebietes von Deutsch-Südwestafrika zu verleihen geruht, und zwar: 
die Krieger-Verdienst-Medaille 1. Klasse: 
dem Kapitän Hendrik Witbooi, dem Unterführer der Witboois Samnel Izaak, dem Herero- 
Vormann Kajata; 
die Krieger-Verdienst-Medaille 2. Klasse: 
den Bastardreitern Paul Mac Nap, Hanus Swart, Josef Benz, Wilhelm van Wyk und dem 
Namareiter Wilhelm. # 
Der zum Auswärtigen Amt kommandirte und bisher in Kamerun beschäftigte Premierlieutenant 
v. Besser, à la suite des Infanterie-Regiments Vogel von Falckenstein (7. Westfälisches) Nr. 56, ist unter 
Entbindung von seinem bisherigen Kommando in das Füsilier-Regiment Generalfeldmarschall Graf Moltke 
(Schlesisches) Nr. 38 einrangirt worden. 
  
Der Premierlieutenant Bresler vom Feldartillerie-Regiment von Podbielski (Niederschlesisches) 
Nr. 5 ist unter Belassung in dem Kommando zur Dienstleistung bei dem Auswärtigen Amte à la suite 
des Regiments gestellt worden. 
Der Premierlieutenant Lauc vom 3. Niederschlesischen Infanterie-Regiment Nr. 50 ist mit dem 
26. November d. Is. der Schutztruppe für Deutsch= Südwestafrika zugetheilt. 
WVVVVVVVVVVVVVVWVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVyVYVyYyFYVFVYVVVVyVVFVVVYVYFTV 
Nichtamtlicher Theil. 
Personal-Zachrichten. 
Deutsch--Ostafrika. 
Bezirksamtmann Berg ist vom Urlaub nach 
Ostafrika wieder abgereist. 
  
Der Sekretär beim Kaiserlichen Gouvernement 
von Deutsch-Ostafrika Bock ist Mitte des Monats 
November dort einer Leberentzündung erlegen. 
Der als Kapitän in den Dienst der Nlottille 
des Kaiserlichen Gouvernements getretene Kapitän 
Thomaschewsli ist nach Ostafrika abgereist. 
Der Gerichtsaktnar F. Thinnes ist für den 
Ramerun. 
Der Ingenicur Thiel wird demnächst die Aus- 
reise nach Kamerun antreten, um in Vertretung des 
Maschineningenieurs Schittenhelm die Leitung der 
Reparaturwerkstatt und der Slip zu übernehmen. 
Thiel war bereits früher in ähnlicher Stellung in 
Kaiser Wilhelmsland thätig. 
Der Sergeant Schmidt ist in Kamerun ver- 
storben. 
Togo. 
Der bisher beim Kaiserlichen Gouvernement in 
Kamerun thätige Assessor Gleim ist der Kaiserlichen 
Landeshauptmannschaft von Togo überwiesen worden. 
  
Der der Landeshauptmannschaft von Togo als 
Büreau= und Kassenbeamter probeweise überwiesene 
Gerichtsaktuar Seulen reist Anfang Dezember nach 
Klein-Popo ab. 
  
Der Wanderlehrer Woeckel ist in den Dienst 
der Plantage Kpeme eingetreten. 
Sübwestafrika. 
Der Stabsarzt Dr. Richter ist mit Urlaub in 
Berlin eingetroffen und hat die Vertretung des Stabs- 
arztes Dr. Kohlstock in der Kolonial-Abtheilung 
übernommen. " 
  
Telegraphischer Nachricht zufolge ist der Sekond- 
lieutenant v. Bodecker am 15. Oktober an Gelenk- 
rheumatismus verstorben.
        <pb n="819" />
        — 737 — 
Machrichten aus den deulschen Schuhgebieken. 
(Abdruck der Nachrichten vollständig oder theilweise nur mit Quellenangabe gestattet.) 
RKamerun. Sannaga oberhalb Ngilla bisher unbekannte Strom- 
schnellen gefunden, welche die Schiffbarkeit dieses 
Sannaga. Stromes in Frage zu stellen geeignet sind. 
Nach einer Meldung des Kaiserlichen Gouverneurs 
v. Puttkamer hat Lieutenant Dominik auf dem 
Cbemische Untersuchung Kameruner Böden, 
ausgeführt im Laboratorium des Versuchsfeldes der landwirthschaftlichen Akademie Poppelsdorf von 
Professor Dr. F. Wohltmann mit Assistenz von Dr. Kratz und Dr. Mehring. 
(Die Zahlen beziehen iich a#n kalten 1 azsauren 48 stündigen Auszug der lufttrocknen Feinerde.) 
  
  
  
„ . . Bunbm Bimmeunbta Kriegsschiffhafen 
Bezeichnung Bibundi Dikullu Disir. Ix] Distr. X JDistr. XIII Distrikt XXIV., von der Hauptfarm 
Tiefe Oberkrume u )bertkrumesOberkrume OberkrumeOberkrume 9 02 1. 
Gehalt an: si2d em 25. d emsi-25 emsi-25 emni 25 einsi-25 em 1—25m. 25-50 em 50-5m 75-100 %„ 
! 2½ 9 5v° o 26 Vb 2% 26 
T I 
Feuchtigkeit...14,915 14,870 11,200 13, 860 13,000 13, 330 13,502 11,525 14,450 
Glühverlust..18,100 18,9809,70007510, 230 10,170 10,871 9,280 9,133 8,037 
Stickstosfs 0,760 0.544 0,147 0,161 0,065 0,161 0,190 0,143 0,121 0. 
hosphorsäure 0,217 0,179 0,218 0,344 0,306 0,229 0,117 0,224 0357 0862 
ali (kalter salzf. 
uszu 0,098 0,016 0,124 0,108 0,070 0,094 .0,109 0,087 0,090 0,08 
Kali #n * 
s ) —.— — — — — 0,124 0.0006 OQ,#o; 0116 
Kalk . 0,l74 0,090 0,6 0,038 0,026 0,053 0,101 0,217 0,225 0,242 
Magnesia .... 1,238 2,297 0,508 0.328 0.296 0,646 0,159 0,150 0,150 0,159 
Eisen und Thonerde4,672 P 24,63119, 700 2 Ot15 28 1 3082G, 313 29,566 31,237 32,255 
15,733 15,200 15,413 14,560 
davon: Eisenoxyd. 
— – 10,580 14,366 15,823 1383 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Thonerde — — — 
Kieselsärre ... 0,132 0,141 0,228 — —- — 0,293 0,427 0360 0,307 
... mäßig, aber auch 
ganz vorzüglich gut gut den schlech btesten sehr gut 
Aeckern entnommen 
Vezeichnung * ½|8B Kriegss chiffhafen V ictor in 3 Ksseberg. 
Distrikt XlI, am rothen Wandsberg Kasseeberng gipfel 
Tiefe 1—25 cm 25 50 cm 50—75 cm 75 -100 c em 25 50 cm. 50 —'öc cm 
Gehalt an: 8 . ½5% 5% 2 "i% 0.. e 
Feuchtigkeit 16.571 11,807 14,111 1241144 8884 15764 16.807 9, 855 
Glühverlust 11,658 11,367 10,755 10,598 16,105 12,877 12,397 6,#08 
Sticksloff. .... 0,211 o,1480,1150,1000-27901«« 0,1650,061 
Phosphorsäure 0064 0077 0.144 0195 0.063 ——NN 
Kali (kalter salzs. Auszug) 0.069 0,057 0.054 0.049 0.085 0.096 0,109 0,095 
Kalt Oeiber salff. ist iisdio) 0,118 0,103 0,080 0,071 0123 0,131 0,166 0,140 
0.183 ,' 0,033 0,043 0,253 0,2871 00,307 0.398 
#as ia ...... 0,115 0,019 0,065 0,034 0106 0,111 0108 0,865 
Eisen und Thonerdie 19,474 21s0177 20.326 19.1877322,934 37.573 39.640 20,00 
davon: Eisenorh ... 15,667 16,053 14,600 12,267 16.427 18.187 18,933 8,613 
honerdie 3, 808 5,124 5.726 6.20 16,507 19,386 2905 13254 
nteselsäure ...... 0,567 0,450 0,367 0300 1,253 1,106 1,019 240 
mäßig, doch einem schlechten Felde Es fehlt Phosohorsture, "546 ht 
entnommen sonst sehr gut Stickstoff
        <pb n="820" />
        738 
  
  
  
  
  
  
  
Bezeichnung Typischer Victoriaboden i Mundame 1 
Tiefe 1—25 cm 25—50 cm 50—75 cm 75— 100 c.1 2 em 25—50 cm 50—75 em 1— em 25—50 cm 50—75 cm 75—Ile0 m 
Gehalt ant !f5% H ——...—.—. 
Feuchtigkeit 13,871 14,160 15,002 15,280 11415, 11,806 12,37810, 431 12,273 10,048 10,097 
Glühverlust 12,271 11,034 11,065 11,07722,201 20,561 19,847/12,946 9,7969,757 9,610 
« 
Stickstofe 0,189 0,152 0.134 0,127 0,544 0417 0,4080,243. 0.096 0,093 00,088 
Phosphorsäure 0O,144 0,.153 0,145, 0,15318 0,192 358 213 0.16000,200 0,203 
Kali (kalter salzs. „ "„ 1 T 
Auszug)10.0755 0,087 0,0098 0.11140137 0,150 0,163/0.090 0,078 0,062 00062 
Kali (heißer salzf. i . I E . 
1st.Auszug). 0,114-0,135·0,15510,1830,156J0,180.0,1950,1010,0950,0860,085 
lk.... 0,307J0,3130,3301I0,3530,893»I0,9501,3800,1500,177J0,1000,117 
Magnesia 0,149 0,276 0,370 0,379 0,952 0,710 1,2530,090 0000“ 0,000 0,000 
Eisen und Thonerde 28.789 31,735 31,014 38,406 37,427 36.381 37,1661,817 18,800 19,940 21.074 
davon: Eisenoxyd 18,867 17,867 16,267 16,2672 3,253 12,2673,413 13440 13,627 13,943 
= Thonerde 9.923 13,868 14.747 17,13925,427 23,128 24,9004403 5.360 6,313 7,131 
Kieselsäure 0,986 0,927 60,667 0,573337 0307 0,200087 00050 0, 0.028 
.« « ..·. sehr gut bis auf den Magnesia- 
vorzüglich ganz vorzüglich ausfall, welcher jedoch ohne 
edeutung 
Bezeichnung Mundame II Mundame III 
Tiefe 1—25 em 25—50 em 50—F5 em 75-100 cI—25 em 25—50 em 50—75 em 75-100 em 
Gehalt an: 5 5 5 P% 65 . ·5 5 P 
" i 1 
Feuchtigkeit 14811 17,986 16,862 16,498 12 20 237 18.300 17755 
Glühverlust 10,514 10,054 9,777 9.549 11,60606 9,863 9,315 10,180 
Stickstoff. . 0,164.,0,107 0,103 U 0,103 014 0.068 0.0 0,057 
Phosphorsäue 0,131. 0.45 0.181 0,205 0.232 0.236 0.243 0.257 
Kali (kalter salzs. Auszug) 0.076 0.00) 01121 0.110 0.039 0.042 0.082 00.054 
Kali (heißer salzs. Ist. Auszug) 0.125 0,141 044 168 0.090 0,100 0.,134 0,100 
Kalllllklk 0.150 0,1144 0)129 0.125 0.157 6150 0,180 0.230 
Magnesia 0,198 0.132 0,108 0,099 0,192 o,i221 0018 0,158 
Eisen und Thonerde. 18,143 15437 15,901 17,237 18,471 15,094 15,874 % 15.774 
davon: Eisenoxyd 13,920 11.427 11,840 11,707 13,4908 11,150 11,603 11,534 
- honerde. t225 4.011 4,061 531 4,973 3.944 4,.271 4.239 
Kieselsäure 0.227 0.330 0.208 0,120 0.265 032 0,135 0,115 
sehr gut recht gut 
  
Tvgc. 
Ueber eine Reise von Rlein-Hopo über Lome nach 
Mmisaböhe im August z894 
berichtet der frühere Stationsassistent Lieutenant der 
Reserve Klose Folgendes: 
Ende Juli 1894 erhielt ich den Befehl, nach der 
Station Misahöhe aufzubrechen. 
Nach einem dreiviertelstündigen Marsche am 
Strande gelangte ich nach dem kleinen Dorf Gum- 
loffi, welches in einem schönen Kokoshain gelegen 
ist. Die Einwohner sind meistens Fischer. 
Nach 
einem anderthalbstündigen schweren Marsche erreichte 
ich die große und stattliche Kokosplantage Kpeme. 
Hier machte ich Rast bis zum nächsten Tage und 
marschirte am 2. August früh über Porto Seguro 
den Buschweg über Bagida nach Lome. 
  
Obwohl mir der Buschweg als eine nicht viel 
bessere Marschstraße als der Strandweg erschien, da 
der größte Theil durch den Dünensand verweht und 
das Fortkommen ebenso schwierig wie am Strande 
ist, so behaupten doch die Eingeborenen, daß der 
Weg durch den Busch der bequemere sei, und daher 
wird er häufiger von ihnen gewählt als der Weg 
am Strande. 
Nach meiner Ansicht bestätigte sich diese Angabe 
auch bald, da ich viele Porto Seguroleute, von Lome 
kommend, sowie solche von Bagida, welche der Weg 
auf den Markt nach Lome führte, traf. Nach meiner 
Meinung scheint der eigentliche Grund dafür, daß 
die Leute diesen etwas weiteren Weg lieber als den 
am Strande wählen, zu sein, weil ihnen durch die 
häufiger zu passirenden Farmen durch die Kokos- 
anpflanzungen Schatten, sowie Erfrischungen an 
Wasser und Kokosnüssen gewährt wird.
        <pb n="821" />
        Der erste Theil dieses Weges geht durch Baum- 
und Buschsavannen, während man von dem kleinen 
Orte Yuvokoyi bis nach Amutive, einem benachbarten 
Ort bei Lome, in dem ausgetrockneten Bett der 
Lagune marschirt, welche vollkommen den Charakter 
einer Grassavanne ohne jeden Baum und Strauch 
zeigt. Der eigentliche Moorboden tritt hier wenig 
zu Tage, da fast Alles durch den Dünensand ver- 
weht ist; nur der Theil, welcher zwischen der Lagune 
und dem Strande gelegen ist, weist überall den un- 
gefähr 1½ m hohen, undurchdringlichen Busch auf, 
außer vereinzelt stehenden Agobims, sowie einigen 
kleinen Kokosanpflanzungen, die dem Wanderer sehr 
erwünscht sind, um seinen Durst zu löschen. 
Nachdem ich in Bagida gerastet hatte, gelangte 
ich weiter, den Buschweg verfolgend, über den 
großen Fetischort Be und Amutive marschirend, am 
Abend in dem Handelscentrum von Togo, Lome, an. 
Am 4. August reiste ich nach Erledigung der 
nöthigsten Geschäfte von Lome ab und langte auf 
der großen Handelsstraße über Akeppe abends in 
NoSppe an. — Da ich leider meine Träger voraus- 
geschickt hatte und diese sich in einer Palmweinfarm 
fesigekneipt hatten, hatte ich hier durch den bedingten 
größeren Aufenthalt Gelegenheit, die Wasserarmuth 
des Landes kennen zu lernen. Ein schmutzig-graues 
Wasser, was sie stundenweit auf dem Kopfe mühsam 
zu ihren Dörfern tragen müssen, wird hier von den 
Leuten für hohes Geld feilgeboten. Was die 
Kokospalme am Strande ersetzt, thut hier die Oel- 
palme, weil sie ebenfalls mit ihrem Wein den müden 
Wanderer erfrischt. 
Von Lome führt der Weg über die genannte 
Lagune in einer sandigen Ebene, bis er plötzlich bergauf 
führt und ein rother strenger Lehmboden an Stelle 
des Sandes tritt. 
In großen wellenförmigen Erhebungen von un- 
gefähr 60 bis 80 m Höhe führt der Weg durch 
undurchdringlichen Busch an einzelnen kleinen Farmen 
und Dörsern vorbei, bis der rothe Lehmboden 
zurücktritt und ein humusreicherer Lehmboden der 
Vegetation ein anderes Aussehen verleiht. 
Nachdem man 11⅛ Stunden weiter in das Innere 
marschirt ist, treten dann mit dem besseren Boden 
große und schöne Palmenhaine auf; die Farmen 
werden üppiger, slatt der dürftigen Kassava sieht man 
mehr Mais bauen, die Dörfer werden größer und 
d Hütten sind besser gebaut als die der sandigen 
Zone. 
Akeppe ist der erste bedeutendere Ort, den ich 
antraf. Hier schon sah man ein ziemlich reges Leben. 
Es ist die letzte Station der ermüdeten Träger, die 
weit aus dem Innern ihre Waaren zur Küste nach 
Lome führen. Eine Stunde nördlich liegt der bei 
Weitem bedeutendere Ort Nosppe. Hier finden all- 
wöchentlich größere Märkte statt, welche vorzugsweise 
von englischen Händlern besucht werden, was sich 
mir auch darin bestätigte, daß das deutsche Geld 
gegen das englische bedeutend zurücktritt. Ueberall 
  
739 — 
an kleinen Orten auf der Straße fanden sich fast bis 
Lome herunter kleinere Verkaufsstellen, welche dem 
Wanderer Palmwein sowie Erdnüsse und andere 
Leckerbissen der Neger feilhielten. Da hier eine reiche 
Ernte an Palmwein aus den ergiebigen Oelpalm- 
wäldern gewonnen wurde, war ein überaus reicher 
Karawanenverkehr, welcher hauptsächlich Palmöl, 
Wein und zum Theil auch Mais nach Lome führte. 
Auch traf ich Karawanen zu 20 und 30 Trägern, 
welche von weither aus Atalpame Gummi nach der 
Küste herunterbrachten. Ich traf auf dem Wege bis 
nach Nobppe an diesem Tage nach meiner durch- 
schnittlichen Schätzung ungefähr 600 Leute, vorzugs- 
weise Frauen. Trotz des regen Verkehrs war auf 
große Strecken der Weg mit Gras verwachsen, da 
der Neger, wie es scheint, auch auf den breitesten 
Wegen, seiner Gewohnheit folgend, nur im Gänse- 
marsch marschirt. Daher wird die Maßnahme, wie 
sie auf der Station Misahöhe getroffen ist, daß die 
einzelnen Ortschaften den Weg bis an ihre Grenzen 
in Stand zu halten haben, auch in diesem Bezirke 
von großem Vortheil sein. 
Am 5. August brach ich früh von hier auf und 
gelangte gegen Abend 6 Uhr nach dem ziemlich be- 
deutenden Orte Keve-ga. Der Boden ist hier von 
grauer Farbe und zu dem sandigen Lehmboden zu 
rechnen. Durch die ungenügende Bündigkeit des 
Bodens waren die Hütten auch von weniger Festig- 
keit und von geringerer Größe als dic in dem vor- 
her beschriebenen Noppe. 
Am 6. August früh rückte ich nach dem nahe- 
gelegenen Assahun ab. Bis Keppe war ich ohne jede 
Schwierigkeit die 4 m breite Kunststraße trockenen 
Weges marschirt. Von hier ab mußte ich dem Ein- 
geborenenpfad folgen, welcher die Hauptstraße ins 
Innere bildet und eine Breite von nicht mehr als 
2 bis 2½ Fuß aufweist. Bald trat die erste Urwald-= 
vegetation auf. Hohe große Seifenbäume, darunter 
Oelpalmen, verschlungen mit Lianen, bilden den 
Hauptbestandtheil. Nach 1½⅛ Stunden hatte ich 
Assahun erreicht, wo ein großer Markt abgehalten 
wurde. Erdnüsse, Bams, Kassava, Banauen, Palm- 
wein, Mais, geröstet und ungeröstet, allerhand Speisen 
aus Mais und Erdnüssen bereitet sowie getrocknete 
Fische von der Küste her, Glasperlen und Tücher, 
letztere fast nur europäischen Ursprungs, Ananas so- 
wie Apfelsinen und Citronen wurden in großer Menge 
unter Feilschen der einzelnen handelnden Gruppen 
lebhaft feilgeboten. 
Nach kurzer Rast marschirte ich weiter durch 
Baum= und Grassavannen, in denen die Bäume ver- 
einzelt herumstanden, wie Seisenbäume, Baobabs, 
Mimosen und Kanubäume. Die vielen Sträucher 
gewährten leider keinen weiteren Ausblick. Am Abend 
gelangte ich in dem berüchtigten Tove an, dessen 
Häuptling sich bei der Bevölkerung keines guten 
Rufes erfreut. Wegen der zerfallenen Hütten und 
der engeren unsauberen Straßen, in denen sich die 
Schweine sehr ungenirt bewegten, machte Tove in
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        — 140 
der wenig baumreichen Einöde gegen die übrigen 
Orte auf mich keinen günstigen Eindruck. Am fol- 
genden Tage reiste ich früh wieder durch Baum= und 
Grassavannen und gelangte am Abend nach Ueber- 
schreitung des Gbinflusses nach dem gleichnamigen 
Ort. Der Göbin, welcher in der Trockenzeit wenig 
Wasser führt, tritt in der Regenzeit weit über seine 
Ufer und schneidet dann fast die direkte Verbindung 
mit der Küste ab. Der Gbin wird von einem schönen 
Galeriewald eingerahmt und an ihn lehnt sich auf 
einer kleinen Anhöhe das Dorf an. 
Der erste größere Ort ist es, der frei von der 
schrecklichen Wassersnoth ist; hier war es uns ver- 
gönnt, wieder klares Wasser zu trinken und unser 
Abendbrot anstatt mit der dürftigen Kassava mit dem 
als Kartoffelpüree zubereiteten Mams einzunehmen. 
Was die Kleidung der Eingeborenen anbetrifft, 
so sieht man schon weniger europäisches Zeug. Das 
bei Weitem bessere, haltbare Eingeborenentuch scheint 
hier den Vorzug vor dem europäischen Kattun zu 
haben. Fast sämmtliche Leute trugen Elfenbeinringe, 
die Einen am Oberarm und an den Fesseln, die 
Anderen als Stulpen. Dieses Elfenbein soll aus der 
unbekannten Gbinebene, welche zwischen Gbin und 
Agu liegt, stammen. Nach den Aussagen der Ein- 
geborenen sollen dort in der menschenleeren Ebene, 
wie behauptet wird, noch größere Herden von Ele- 
santen vorkommen, die von den eingeborenen Jägern 
gejagt werden. Das erbeutete Elfenbein wird theils 
zur Küste durch Händler geführt, theils zu Schmuck- 
gegenständen und dergleichen von den Eingeborenen 
verarbeitet. 
Am 38. August marschirte ich von Gbin ab und 
gelangte nach Assahun. Im Allgemeinen ist die Ebene 
von meterhohem Grase bestanden. 
Assahun ist einer der größeren Marktplätze und 
das ersie Agomedorf, wo der Dialekt ein anderer ist, 
so daß sich meine Leute schwer verständigen konnten. 
Hier bemerkte ich, im Gegensatz zu den anderen kurz 
geschorenen Evhenegern, viele Leute mit sonderbar 
ausrasirten Scheiteln, welche ganze Muster auf ihren 
Köpfen gestalteten. 
Ebenso waren auch viele Schmuckgegenstände aus 
Elfenbein zu bemerken. 
Hier nahmen sich meine Träger Weiber an, die 
ihnen die Lasten von einem Ort zum anderen trugen, 
weil sich bis hierher die Ausläufer des Agomegebirges 
erstrecken und die bizarren abschüssigen Schluchten 
nur ein mühsames Fortkommen gestatten. Das Metall- 
geld wird immer seltener genommen und die Träger 
machen immer noch ein gutes Geschäft, wenn sie 
sich Weiber miethen, denen sic als Zahlung ein Stück 
Zeug oder Perlenschnüre als Lohn für ihre Mühe 
geben. Schluchten mit hohen verschlungenen Bäumen 
wechseln mit Ebenen, die 3 bis 4 m hohes Nohrgras 
zeigen, ab. Es geht bergauf und bergab und von 
einigen Anhöhen hat man kurze Durchblicke auf den 
Agu und das in der Ferne liegende Agomegebirge. 
Nach einem harten zweistündigen Marsche erreicht 
  
man das auf der Höhe gelegene Dorf Klonn. Die 
Einwohner scheinen vorzugsweise Hausindustrie zu. 
betreiben, da ich dort viele Webstühle in Thätigkeit 
sowie Korbflechter bei ihrer Arbeit 
Von diesem Ort geht es bergab zu dem Thale 
des Ehe. Ueber diesen führt eine von der Station 
wohl angelegte Brücke, die erste, die ich von dieser 
Art angetroffen habe. Der Weg führt nun weiter 
wieder durch Busch und hohes Rohrgras; die Yams- 
und Maisfelder, in denen häufig Bananen angepflanzt 
waren, zeigen die Nähe der Ortschaften an. 
In ¼ Stunden gelangt man nach Tove. Dieser 
kleine Ort, so verlassen und abgeschlossen wie er liegt, 
wird von den Trägern und Karawanen gefürchtet 
wegen der häufigen Naubanfälle, die seine Bewohner 
auf letztere früher begingen. 
Der Weg führt dann weiter an kleinen Zuflüssen 
des Ehe, welche dem Wanderer den Weg erschweren, 
durch einen wunderschönen dichten Oelpalmenwald, 
wo die vielen Farnkräuter, die Schlingpflanzen und 
das Murmeln der Bäche die schönsten Abwechse- 
lungen bieten. 
In diesem Haine geht es weiter, bis man nach 
1½ Stunden das wegen seiner freundlichen Gesinnung 
beliebte Agome Palime erreicht. Hier ließ es sich 
der Häuptling Giddegidde nicht nehmen, mich feierlich 
zu empfangen. 
Bald wurde das kleine Dorf Kossuntu erreicht, 
von wo ab es auf einem von der Station angelegten 
Damm durch einc saftige grüne Wiese, umgeben von 
schönen Erdnußfarmen, weiterging. Hier bot sich 
uns eine herrliche Aussicht auf den im weiten Bogen 
umgebenden Thalkessel des Agomegebirges und im 
Rücken auf den Agu. Nachdem wir noch den kleinen 
Ort Jo passirt hatten, sahen wir die Station mit 
dem deutschen Reichsbanner malerisch mit dem kleinen 
weißen Häuschen an dem 450 m hohen Frangoispaß 
von Weitem liegen. 
Nach einer angestrengten halben Stundc und 
einem sehr steilen Aufstieg war das Ziel, die würdig 
aussehende Station Misahöhe, erreicht. 
Was die Eingeborenen anbetrifft, so gehören diese 
von der Küste bis zum 7. Breitengrade nördlich, im 
Westen vom Volta und im Osten vom Mono begrenzt, 
ausschließlich dem Stamme der Eohe an. Die Männer 
sind im Allgemeinen von mittlerer Größe und meistens 
bartlos, während die Frauen naturgemäß etwas kleiner 
sind. Ihre Hautfarbe ist im Allgemeinen tiefschwarz, 
während auch vereinzelt helleres Braun vorkommt. 
Das Ebenmaß ihrer Glieder ist, wenn man von den 
aufgeworfenen Lippen und der etwas plattgedrückten 
Nase der Neger absieht, wohl als schön zu bezeichnen. 
Die Kinder, welche hier herumlaufen, wie sie die 
Natur erschaffen hat, machen mit ihren großen schwar- 
zen Augen und der meistens noch wohlgebildeten 
Nase und Lippe einen für Kinderfreunde geradezu 
entzückenden Eindruck. 
Was die Stammeszeichen aubetrifft, so werden 
von den Männern keine eigentlichen Abzeichen ge-
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        — 741 — 
tragen, während die Frauen auf der Stirn sowie auf 
beiden Backenknochen je drei dunkel mit Indigo ge- 
färbte senkrechte Einschnitte als Erkennungszeichen 
führen. Dieselben werden von der Mutter bei den 
kleinen Mädchen mit einem Messer eingeschnitten und 
dann dunkel gefärbt. Knaben erhalten nur dann ein 
besonderes Schutzzeichen und zwar einen Querschnitt 
auf der rechten Backenseite, wenn dieselben die einzigen 
Knaben in der Familic oder durch den vorhergehen- 
den Tod ihrer Brüder allein zurückgeblieben sind. 
Der Vater macht bei dem betreffenden Knaben diesen 
Einschnitt im Aberglauben, daß er ihn vor einem 
nahe bevorstehenden Tode oder vor sonstigem Un- 
glück schützt. 
Die Hausindustrie wird, je näher man an die 
Küste kommt, von den Eingeborenen desto weniger be- 
trieben, da sie von europäischen Waaren vollkommen 
verdrängt wird und ihren eigentlichen Werth dadurch 
verloren hat. Weiter im Innern dagegen wird von 
Gewerben, wenn ich so sagen darf, hauptsächlich das 
der Weberei betrieben. Schon in dem früher er- 
wähnten Klonu wic auch weiterhin sah ich mehrere 
Webstühle, die alle sehr einfach gebaut waren. Das 
Gerüst besteht aus rohen Stangen, in dem der be- 
treffende Weber auf einem Eingeborenenschemel sitzt; 
die Hochkämme werden durch einen Faden mit dem 
Fuße bewegt, während der Kreuzfaden in einem 
Schisschen mit der Hand durchgezogen wird. Die 
einzelnen Streifen werden nicht breiter als drei bis 
vier Zoll gewebt. Die größeren Tücher entstehen 
dann durch Zusammennähen der einzelnen Streifen. 
Ferner sah ich viele Spulen, worauf meistens Frauen 
aus der geernteten Baumwolle Fäden spannen. 
Die Korbflechterei wird ebenfalls viel betrieben. 
Die Eingeborenen flechten aus dem hohen Schilfgras 
hauptsächlich Matten zum Schlafen sowie Körbe zum 
Aufbewahren ihres Mehles. 
Was die Schnitzerei anbetrifft, so zeugen die 
aus einem Stück geschnittenen Stühle oft von einer 
großen Gewandtheit. Ferner werden aus den ange- 
pflanzten Kürbissen, die dann schon bei der Zucht 
durch Umbinden von Bast in die gewünschten Formen 
NRaum zwischen Dach und Wand entsleht. Das Dach 
gebracht werden, Flaschen oder Schalen hergestellt. 
Sie werden getrocknet zu den verschiedensten Zwecken 
im Haushalt gebraucht. In den thonreichen Gegenden, 
wie in dem nördlicher gelegenen, jetzt zerstörten 
Tove, war die Töpferei von ganz besonderer Be- 
deutung. Oefter fanden dort große Märkte statt, zu 
welchen die Eingeborenen von weither kamen, um 
ihren Bedarf an Töpfen zur Aufbewahrung von 
Wasser oder Palmwein, von kleinen Eßschüsseln 
sowie Oellampen zu decken. 
Das Schmiedehandwerk scheint eines der aus- 
gedehntesten neben dem der Weberei in Afrika zu 
sein. Wie ich Gelegenheit hatte, auf meinem Marsche 
in Klonn und Jo kennen zu lernen, bestand die 
Schmiede meistens aus einer Feuerstätte, die aus 
einem Thonofen hergestellt war, welche entweder durch 
einen europäischen Blasebalg oder auch durch einen 
  
  
eingeborenen in Brand gehalten wurde. Der ein- 
geborene Blasebalg bestand aus zwei senkrecht stehen- 
den Holzeylindern, die durch zwei primitive Pumpen 
die Luft der Feuerstätte zuführten. Sie wurden 
durch einen schwarzen Schmiedegesellen in Bewegung 
gesetzt. Meistens waren in den Schmieden ein euro- 
päischer Amboß sowie ein Schraubstock des gleichen 
Ursprungs vorhanden. « 
Die ganze Schmiede war durch ein verräuchertes 
Schattendach gegen die Strahlen der Sonne geschützt, 
welches auf rohen Pfählen und Querballen errichtet 
und mit dem langen Schilfgras versehen war. Im 
Uebrigen waren die Seiten offen, um einen Luftzug 
bei der hohen Temperatur zu ermöglichen. Unter 
den Schlägen des Hammers wurden meistens Messer 
sowie kleine Schwerter und Hacken zur Bearbeitung 
des Landes erzeugt; jetzt liegt natürlich auch die 
Instandsetzung der Steinschloßflinten dem Schmiede- 
handwerk ob. 
Der Bau der Hütten ist im Allgemeinen zwar 
ein sehr einfacher, hält aber doch gut gegen die Un- 
bilden der Witterung Stand. Die Form derselben 
ist bei den Evheleuten ausschließlich viereckig; die 
meisten sind durchschnittlich 3 m breit und 5 bis 6 m 
lang und mit einem Giebeldach versehen. Gewöhnlich 
hat die Hütte einen Eingang, der zugleich auch das 
Licht mit hereinläßt, da Fenster bei wirklichen Ein- 
geborenenhütten nicht vorhanden sind. 
Die Hütten enthalten meistens einen, selten meh- 
rere Räume. Die Hütten werden in der Art gebaut, 
daß das Gerüst zuerst aufgeführt wird, dessen Seiten- 
wände ungefähr 2 m hoch von rohen Pfeilern und 
doppelten Querleisten aus rohen Stangen bestehen, 
während die Giebelseiten 3 bis 3½¼ m hoch errichtel 
werden. Die Dachsparren sind gewöhnlich aus Bam- 
bus, während die Querleisten aus den Blattrippen 
der Wein= oder Oelpalme bestehen. Die Wände 
werden dann zwischen den doppelten Leisten mit Lehm 
ausgefüllt, wozu mit Vorliebe auch Termitenhaufen 
gebraucht werden. Um den Luftzug gut zu ermög- 
lichen, sind die Lehmwände an den Giebelseiten nicht 
höher als die der Längsseiten, so daß ein freier 
wird mit Gras eingedeckt, welches ziegeldachartig über- 
einanderliegt. Ein gutes Dach hält auch den stärksten 
Tornado ab. Der Fußboden wird aus Lehm zu 
einer Tenne festgestampft und bei luxuriösen Bauten 
werden die Wände des Hauses mit einer hellgelben 
Erdfarbe sowie die Kanten und die Einfassung der 
Thür mit einer rothen Thonfarbe gestrichen. In 
den besseren Häusern ist dann auch eine sogenannte 
Schlafbank vorhanden, welche auf vier Pfählen ruht 
und mit Brettern eingedeckt ist. Auf derselben liegt 
eine drei bis vier Zoll hohe aus Gras geflochtene 
Schlafmatte und häufiger auch einige dünne Matten 
zum Zudecken. Bei sehr vornehmen und reichen 
Händlern, die oft an die Küste gelangen, sieht man 
auch roh gezimmerte Bettstellen mit Moskitovor- 
hängen von europäischem Kattun. Diese Häuser
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        haben auch gewöhnlich Fensterluken, die mit Läden 
versehen sind. Die Thür des Hauses wird bei den 
Negerhütten meistens aus einem aus Palmrippen zu- 
sammengefügten Vorsetzer des Nachts verschlossen. In 
den Häusern findet man in einer Ecke die Kalabassen 
sowie sonstige Hausgeräthe stehen, während nicht 
selten an den Wänden Fetischamulette aus Kauri- 
muscheln oder sonstigen Gegenständen hängen. Häufig 
wird auch das Dach tiefer über die Seitenwände 
heruntergebaut und durch Stützen gehalten, welches 
dann dem Bewohner einen schattigen Vorraum, bei 
seinem Aufenthalt im Freien, gewährt. Die Feuer- 
stätte liegt vor dem Hause und besteht häufig nur 
aus drei Steinen oder, besser hergestellt, aus einem 
kleinen Thonring, der ¼ m hoch ist und an einer 
Seite zum Einwurf des Holzes eine Oeffnung hat, 
auf welchem oben der betreffende Kochtopf steht. 
In jedem Gehöft befindet sich ebenfalls ein höl- 
zerner Trog, aus einem Stück gezimmert, in dem 
vor den Mahlzeiten der Yams sowie Kassava zu 
einem Brei gestampft werden. 
In den nicht wasserarmen Gegenden ist meistens 
ein kleiner, durch einen Zaun abgetrennter Platz am 
Hause, der als Waschraum dient. Oft sieht man 
auch kleine Behälter aus Knüppelholz hergestellt für 
Schweine oder sonstige Hausthiere. Kornspeicher 
stehen in diesen Gegenden auf einem Unterbau von 
mehreren Pfählen und auf denselben befindet sich der 
eigentliche Behälter aus Lehm errichtet, meistens von 
einem Grasdach eingedeckt. 
In ölreichen Gegenden findet man auch sehr 
häufig runde Löcher, welche mit Steinen ausgepflastert 
sind und ungefähr einen Durchmesser von 1½ m 
besitzen; sie dienen zur Bereitung des rohen Palmöls, 
indem die Palmkerne darin zu einem Brei zerstampft 
werden. 
Zwei bis drei, auch vier Häuser bilden ein Ge- 
höft, dessen Zwischenräume häufig von einem Zaun 
aus zusammengefügten Palmrippen umgeben werden 
Die Dörfer sind meistens zusammengebaut und mit 
kleinen winkeligen Straßen versehen, in der Mitte 
mit einem Marktplatz, welchen meist große Bäume 
beschatten. Häufig finden sich auf ihm auch pri- 
mitive Bänke aus Baumstämmen, denen als Rücken- 
lehne eine andere Stange, gehalten von zwei Pfählen, 
dient. Oft sind auch unter einem Schattendache all- 
gemeine Reiben zum Zerkleinern des Korns vor- 
handen. Dieselben bestehen aus einem viereckigen 
Lehmblock von ungefähr 1 m Höhe, oben mit einem 
großen Stein versehen, auf dem dann das Korn durch 
einen anderen Stein zerkleinert wird. 
Die Dörfer haben Aborte, welche im Busch liegen 
und aus einfachen Gruben mit Querhölzern bestehen. 
Sie sind ein Beweis für die Reinlichkeit der Eohe- 
neger. 
Der hauptsächlichste Handel der Eingeborenen 
nach der Küste besteht in Palmkernen sowie aus den 
weiteren Gegenden auch in Palmöl; ferner werden 
aus den östlichen Gegenden Felle, besonders aus 
  
742 — 
Atakpame, nach der Küste gebracht und von weiterher 
auch noch Elfenbein. Dieses sind wohl die haupt- 
sächlichsten Ausfuhrprodukte, welche das Land erzeugt. 
Natürlich besteht der Handel zum eigenen Gebrauch 
in den schon angeführten Produkten des Landes selbst. 
Ebenso wird ein reger Handelsverkehr von eingebo- 
renen Händlern mit europsischen Zeugen, Pulver, 
Gewehren gegen Austausch der eigenen Produkte 
unterhalten. 
Als Münze kursirt das englische, wie jetzt auch 
erfreulicherweise mehr das deutsche Geld; weiter im 
Innern wird noch hauptsächlich die Kaurimuschel als 
Scheidemünze gebraucht. 
Die Nahrung der Eingeborenen an der Küste 
besteht hauptsächlich aus Fischen, welche sowohl ge- 
braten als in getrocknetem Zustande genossen sowie 
zu Sancen verarbeitet, mit dem Fleische von Ziegen 
oder Schafen gegessen werden. Ferner wird das 
Mehl der Kassava sowie in den yamsreichen Gegen- 
den der Yams in Behältern mit Wasser zu einem 
Brei gestampft. Er ist die eigentliche Speise der 
Eingeborenen. Er wird von ihnen als Fufu 
bezeichnet und mit Kräutersaucen sowie auch zum 
Fleisch als Hauptnahrung genossen. In wildreichen 
Gegenden dient auch in der Sonne getrocknetes An- 
tilopenfleisch als Nahrung. Alle Speisen werden 
mit dem unvermeidlichen Pfefser zubereitet. 
Der Schmuck der Frauen besteht in mehreren 
Perlenketten, die um den Hals getragen werden, 
ferner werden die Oberarme mit Perlenschnüren oder 
sonstigen rothen Bändern sowie das Bein unterhalb 
des Kuies gewissermaßen durch Perlenschnüre ab- 
geschnürt. Aermere Leute tragen auch diese Schmuck- 
gegenstände, aber aus verschiedenen bunten Gras- 
halmen, die zu einer Kette vereinigt sind. Häufig 
werden namentlich von reichen Frauen eingeführte 
Ketten aus Silber oder Armbänder, auch Messing- 
ringe unterhalb des Knöchels getragen, welche frei 
auf dem Fuß aufliegen. Die Kaurimuscheln werden 
hauptsächlich zum Schmuck von den Fetischfrauen 
verwandt. Oft bemalen sich auch zum Schmucke 
bei feierlichen Gelegenheiten Frauen sowie Mädchen 
mit einer hellbraunen Erdfarbe. 
Die Haartracht der Frauen besteht bei der ärmeren 
Klasse meistens aus einem kurz geschorenen Haar, 
da fast sämmtliche Gegenstände auf dem Kopf ge- 
tragen werden. Die reichen Frauen dagegen be- 
schäftigen sich des Tages hauptsächlich mit ihrer 
Frisur. Diese ist sehr mannigfaltig gestaltet; das 
Haar wird zu Hörnern oder Krone zu den eigen- 
thümlichsten Gebilden vereinigt, welche meistens von 
einem kleinen Kopftuch aus Stoff oder Seide um- 
schlungen sind. 
Die heirathsfähigen Damen des Landes sind 
außer dem vorher genannten Schmuck der Frauen 
nur mit einer grellleuchtenden Perlenschnur, roth, 
gelb oder blau, bekleidet, an welcher ein kleines 
Schamtuch, häufig von rother Farbe, vorn und hinten 
von der besagten Rosette ausgehend, befestigt ist.
        <pb n="825" />
        Kleinere Jungen und Mädchen tragen entweder ein 
kleines Schamtuch oder gehen meistens, wie sic er- 
schaffen sind. Kleine Kinder von Reicheren tragen 
manchmal auch kleine Perlenschnüre um die Hiften. 
Was die Ehe anbetrifft, so wählt sich der 
Jüngling selbständig, wenn er eine Frau ernähren 
kann, ein Mädchen aus seinem Stamme. Gewöhn- 
lich wird es für ein Entgelt, welches sowohl in 
Produkten als auch in anderen Abgaben bestehen 
kann, von den Eltern erworben. Ein Hochzeits- 
schmaus mit dem üblichen Trinkgelage wird auch bei 
dieser Feier abgehalten. Reiche Leute gestatten sich 
auch drei bis vier Frauen, was wohl dadurch er- 
klärlich ist, daß hier die Mutter drei Jahre hindurch 
das Kind zu säugen pflegt. Der Knabe oder das 
Mädchen wächst dann frei bei den Eltern auf und 
wird schon früh im Alter von 9 bis 12 Jahren zu 
kleinen Diensten angehalten, um sich dann später 
selbständig seinen Erwerb zu suchen. 
Deutsch-Meu-Guinra. 
Wissenschaftliche Sammlungen 
von Professor Dahl, dem Leiter der mit Unter- 
stützung des Auswärtigen Amtes und der Königlichen 
Akademic der Wissenschaften durch Geheimrath Pro- 
fessor Dr. Dohrn in Neapel angelegten Forschungs- 
station in Ralum ist dem Königlichen Museum für 
743 
  
Naturkunde eine Sammlung sehr gut konservirter 
verschicdener Thiere zugegangen. 
Arten Säugethiere, 
Arten Vögel, 
14 Arten Amphibien und Reptilien, 
200 Stück Lepidopteren, trocken, 
161 DOrthopteren, - 
190 .Hemipteren, 
26 Odonaten, 
136 Hymenopteren, 
227 Dwteren, trocken, und 
161 Röhrengläschen, angefüllt mit Insekten 
aller Ordnungen in Alkohol. 
Sie enthielt: 
-S 
27 
— 
zeichnungen Dahls über Vorkommen, Fangzeit und 
Lebensweise behufs späterer Bearbeitung entsprechen. 
Da vorher unser Museum von Neupommern noch 
keine Thiere erhalten hat, und über die dortige Fauna 
überhaupt noch sehr wenig Sicheres bekannt ist, haben 
diese Beobachlungen und Sammlungen einen großen 
wissenschaftlichen Werth. 
Außer den Thieren enthielt die Dahlsche Sen- 
dung auch ein Packet getrockneter Pflanzen, welche 
dem Botanischen Museum übergeben sind. 
5. August auf Guadalcouver gelandet. 
Aus dem Bereiche der Wisstonen und 
der Kntisklaverei-Bewegung. 
In der allgemeinen Missionszeitschrift schildert 
Missionsinspektor Zahn die Entwickelung der Nord- 
deutschen Missionsgesellschaft. Sie steht jetzt 
im fünfzigsten Jahre ihrer Thätigkeit und zählt 
1623 Gemeindeglieder im Missionsgebiete Togo und 
an der Goldküste. Die Leitung der Gesellschaft lag bis 
1850/(51 in Hamburg und ist dann nach Bremen 
gekommen, wobei sie ihr Missionshaus verlor. Gegen- 
wärtig bildet die Gesellschaft ihre Missionare in der 
Anstalt der Basler Mission aus. Sie verfügt gegen- 
wärtig über 17 Missionare, von denen acht verhei- 
rathet sind, und acht Schwestern. Die Zahl der 
Stationen betrug ursprünglich fünf. Zwei sehr un- 
gesunde sind aufgegeben worden, so daß jetzt noch 
Quitta, Ho und Anmedschovhe vorhanden sind. 
Augenblicklich ist die Anlage einer neuen Station in 
Lome im Werke, wofür 20 000 Mark Kosten vor- 
gesehen sind. Die Norddeutsche Mission hat das 
neue und den größten Theil des alten Testaments 
in die Eohesprache übersetzt. Außerdem hat sie Ge- 
sang-, Rechen-, Lesebücher, Weltgeschichte und Anderes 
in der Eohesprachc hergestellt und giebt jetzt eine 
Zeitschrift darin heraus. 
Rus fremden Molonien. 
Expedition nach den Salomons-Inseln. 
Auf der zum britischen Schutzgebiet der Salomons-= 
Inseln gehörenden Insel Guadalcouver ist im August 
d. Is. der österreichische Geologe Baron Fullon 
v. Norbeck mit mehreren Begleitern von Ein- 
geborenen überfallen und getödtet worden. Baron 
v. Norbeck hatte sich auf dem österreichischen 
Kriegsschiff „Albatroß“ eingeschifft und war am 
Mit ihm be- 
fanden sich Lientenant Budik, Seekadet v. Beau- 
fort, 20 Matrosen, zwei Diener und zwei einge- 
borene Führer. Die Expedition beabsichtigte, einen 
Berg im Innern der Insel, „Lions Head“, zu er- 
Alle Sachen sind mit Nummern versehen, welche 
zufolge brieflicher Mittheilungen den Tagebuchauf- 
forschen. Dieser wurde am 10. August erreicht. Um 
den Berg zu ersteigen, theilte sich die Expedition. 
Baron v. Norbeck mit Lieutenant Budik und sechs 
Matrosen sowie mit den zwei Dienern begannen den 
Aufstieg. Die Uebrigen blieben am Fuße des Berges. 
Kurz bevor Baron Norbeck den Gipfel erreicht hatte, 
fielen plötzlich zwei Schüsse, welche das Signal zum 
Angriff seitens der Eingeborenen gaben, die sich dem 
Zuge angeschlossen hatten. Baron Norbeck wurde 
getödtet, seinen Begleitern gelang es, die Eingeborenen 
in die Flucht zu schlagen und zu dem Lager am 
Juße des Berges zurückzukehren. Dieses war in- 
1 
zwischen gleichfalls angegriffen worden. Hier fielen 
der Seckadet v. Beaufort, drei Matrosen und ein 
eingeborener Führer. Sechs Matrosen wurden ver-
        <pb n="826" />
        — 744 — 
wundet. Lieutenant Budik führte darauf die Expe- 
dition zurück. Eine spätere Strafexpedition, an 
welcher der englische Kommissar der brltischen Salo- 
mons-Inseln Woodford theilnahm, tödtete eine 
Anzahl Eingeborener, doch gelang es nicht, die Leichen 
der Ueberfallenen zu bergen. 
Uganda-Eisenbabn. 
Nach der „African Review“ sind 40 Meilen der 
Eisenbahn von Mombas nach dem Innern zu jetzt 
fertiggestellt. Die Behörden hoffen, bis zum 1. Januar 
100 Meilen fertigzustellen. Vom 1. Januar an hofft 
man, monatlich 25 Meilen bauen zu können. 
Neuer Solltarif in Britisch-Eentralafrika. 
In Britisch= Centralafrika ist ein neuer Zolltarif 
eingeführt worden. Danach zahlen Feuerwaffen, 
Pulver und Munition 10 péEt. Zoll bei der Einfuhr. 
Wein, Ale, Porter und Bier zahlen für 1 bis 12 
Flaschen 5 pCt.; Brandy, Whisky, Rum, Gin, Liköre 
und andere Spirituosen zahlen für die Gallone Proof 
12 Schill. und für jeden Grad darüber 1 Schill. 
mehr. Alle anderen Waaren werden mit 5 pCt. vom 
Werth bei der Einfuhr begzollt. 
Elefantenzähne unter 15 Pfund zahlen 2 Schill. 
Ausfuhrzoll vom Pfund, Zähne über 15 Pfund zahlen 
9 Penny vom Pfund. Flußpferdzähne und Rhino= 
zeroshörner zahlen 1 Penny vom Pfund, Gold 
1 Schill. von der Unze bei der Ausfuhr. 
  
Wilder Raffee in Sierra Leone. 
Das „Bulletin der Royal Gardens Kew“ enthält 
Mittheilungen über den im Innern von Sierra 
Leone einheimischen wild wachsenden Kaffee Collea 
stenophylla. Diese Pflanze ist vor etwa 100 Jahren 
durch Afzelius entdeckt, aber erst 1834 beschrieben 
worden. Die Pflanze wird bis 20 Fuß hoch, sie 
ähnelt dem Liberiakaffec, ihre Bohnen werden aber 
angeblich höher als der letztere geschätzt. Eine fran- 
zösische Firma soll den Sierra Leonekaffee zu 1 Frcs. 
50 Cts. für das Pfund als besten Mocca verkauft 
haben. Die englische Regierung hat diesen Kaffee 
jetzt in den Kew Gardens gezüchtet und von da nach 
Indien und anderen Kolonien versandt, um dort mit 
ihm Versuche anzustellen. In Dominika und Ceylon 
sind diese nicht geglückt. In Trinidad, Jamaika und 
Singapore scheinen die Pflanzen sich gut entwickeln 
zu wollen. 
Sambesl- Eisenbahngesellschaft. 
Durch ein Dekret vom 25. September hat die 
portugiesische Regierung der Zambesi-Eisenbahn= 
gesellschaft die Konzession zum Bau einer Bahn von 
  
Quelimanc nach dem Ruo ertheilt. Die Gesellschaft 
darf vierprozentige Schuldverschreibungen bis zum 
Nominalbetrage von 1 400 000 Pfd. Sterl. ausgeben, 
die innerhalb 65 Jahren einzulösen sind. Die Re- 
gierung überträgt ihr während dieser Zeit die Zoll- 
einnahmen aus dem internationalen Transit für die 
durch die Quelimane — Ruobahn beförderten Güter. 
Von 1900 ab verspricht die Regierung außerdem 
nöthigenfalls einen Ergänzungszuschuß. Der Staat 
erhält 10 pCt. aller Aktien. 
Verschiedene Wiktheilungen. 
winke für die Behandlung von Pflanzentbeilen, die 
bebufs wissenschaftlicher Untersuchung aus tvopischen 
Ländern nach Deutschland gesandt werden. 
Da die Untersuchung der Rohstoffe und Drogen 
bezw. auch Nahrungs= und Genußmittel außerordent- 
lich erleichtert wird, wenn man genau weiß, welcher 
Pflanzenart dieselben angehören, so ist es von Wich- 
tigkeit, daß dem Rohstoff, der Droge 2c. Zweige 
mit Blättern und Blüthen bezw. auch Früchten der- 
jenigen Pflanze beigegeben werden, von welcher der 
Rohstoff, die Droge rc. entnommen werden. Das 
Konserviren solcher blüthen= oder fruchttragenden 
Zweige kann auf verschiedene Weise geschehen, ent- 
weder dadurch, daß man dieselben sorgfältig zwischen 
Löschpapier trocknet und preßt, d. h. in der Weise, 
wie es bei der Herstelluug von Herbarexemplaren 
zu geschehen pflegt. Diese Methode der Konser- 
virung ist aber namentlich in den Tropen schwierig 
und unsicher. Besser und bequemer erfolgt das 
Konserviren der qu. Zweige dadurch, daß man die- 
selben in ein mit Meerwasser oder mit etwas ver- 
dünntem denaturirten Alkohol angefülltes Tönnchen 
einlegt. Im Meerwasser halten sich die Pflanzen- 
theile fast noch besser als im Alkohol. Die Zweige 
müssen jedoch, bevor sie in die Tönnchen gebracht 
worden, mit elwas baumwollenem oder leinenem Zeug 
umhüllt werden damit sie während des Transportes 
nicht verletzt oder zerbrochen werden. 
Die zu untersuchenden Rohstoffe sind in größerer 
Angahl einzusenden, weil z. B. in dem Falle, daß 
eine chemische oder technische Untersuchung sich als 
nothwendig herausstellte, die Resultate einer solchen 
sicherer werden, wenn man mit größeren Mengen 
arbeiten kann.“ 
Handelt es sich um Untersuchungen von Schäd- 
lingen, mögen dies nun thierische oder pflanzliche 
sein, so ist es am vortheilhaftesten, wenn die zu 
untersuchenden Objekte in der oben beschriebenen 
Weise in Alkohol eingelegt werden. Meerwasser ist 
in diesem Falle als Einlegemedium nur dann zu 
benutzen, wenn Alkohol absolut nicht zu haben ist. 
Bei der Einsendung von Faserstoffen bezw. Ge- 
spinnstfasern ist außerdem darauf zu achten, daß die- 
selben in verschiedenen Entwickelungsstadien der
        <pb n="827" />
        Pflanze von derselben entnommen werden; dasselbe 
gilt von Drogen, von gerb= und farbstoffhaltigen 
Produkten, ja zum Theil auch von Hölzern. Die 
verschiedenen Resultate, welche mehrere geübte und 
zuverlässige Forscher über die Güte und Verwend- 
barkeit eines und desselben Nohstoffes zuweilen ge- 
funden haben, ist in den meisten Fällen darauf 
zurückzuführen, daß der Untersuchung Nohstoffe vor- 
gelegen haben, welche nicht in gleichen Entwickelungs- 
stadien der Stammpflanze gesammelt wurden. Es 
sind daher vergleichende Untersuchungen über die 
Beschaffenheit eines und desselben Rohstoffes in ver- 
schiedenen Entwickelungsstadien erforderlich. 
Ueber die Kicherung von Zauhölzern gegen die Angriffe 
bol3zerstörender Thiere und die seewurmsicheren 
Dolzarten 
hat der der Kaiserlichen Botschaft zu Washington 
beigegebene Wasserbauinspektor Hvech folgenden 
Bericht erstattet: 
Die vollständige oder zeitweilige Sicherheit ein- 
zelner Vaumarten vor den Angriffen thierischer Feinde, 
wie Teredones, Limnorien und Termiten, hat in der 
Neuzeit den interkolonialen Holzhandel bemerkbar 
belebt. 
Besitzungen und der großen Handelsflotte, Geldmacht 
und Geschäftskunde des Mutterlandes spielt er sich 
größtentheils innerhalb englischer Gebiete ab. Aber 
auch für die jungen deutschen Kolonien haben die 
einschlägigen Fragen bereits Bedeutung gewonnen. 
Soweit mir die Erfahrungen mit Holzarten, 
welche thierischen Angriffen widerstehen, bekannt ge- 
worden sind, giebt es verschiedene Bäume, deren 
Wahl in den Kolonien, auch wenn sie über See 
bezogen werden müssen, billiger und zweckmäßiger 
erscheint als die Anwendung von Schuhzmitteln, 
welche nur eine entwickelte Industrie zuverlässig 
liefern kann. 
Wegen der großen Verbreitung der englischen 
745 
  
Der folgenden Zusammenstellung bemerkenswerther 
Baumarten habe ich eine kurze Beschreibung der 
wichtigsten Holzfeinde vorangestellt und eine Reihe 
Bauhölzer hinzugefügt. 
Teredonen. 
Die jungen Seewürmer schwärmen in unzähligen 
Mengen im klaren Seewasser. Nach den Beobach- 
tungen des Holländers Kater setzt sich der junge 
Teredo gegen Ende Juni auf den Hölzern fest und 
ist bis Mitte Juli voll entwickelt. Zunächst bohrt 
er ein Loch von ¼ bis ½ mm Weite durch die 
Außenschicht des Holzes und wendet sich dann nach 
der Faserrichtung. Stets wachsend, bohrt der Teredo 
die neuen Theile seiner Höhle weiter und weiter, 
kleidet seine Zelle mit einer kalkigen Kruste aus, 
vermeidet aber, wieder die Außenhaut und die 
Zwischenwände zu durchbrechen. 
Der Teredo erstreckt sein Arbeitsfeld, das er eng 
mit 5 mm weiten und 40 cm langen Zellen durch- 
setzt, abwärts bis zum Seegrunde und aufwärts bis 
zu halber Fluthhöhe. Er verlangt also nicht dauernd 
neues Wasser und wurde in Port Darwin, Nord- 
australien, nach zwei Monaten im Holz, das an der 
Luft gelegen hatte, noch lebend vorgefunden. Inner= 
halb von Schiffsböden haben Teredonen 14 Tage 
in süßem Wasser ausgehalten; sie starben innerhalb 
eines Tages nach Umschließung des Pfahles mittelst 
Röhren, vielleicht an dem dabei aufgerührten 
Schlamme. 
Verunreinigung des Scewassers vertreibt den 
Teredo. Steinkisten und Bohlwerke an städtischen 
Ufern bleiben häufig verschont, wenn die Ausbauten 
zernagt werden. Seit in New-Dork die Abwässer- 
kanäle bis gegen das Ende der Landebrücken ver- 
längert sind, haben die Seewurmschäden im Hasen 
bemerkbar abgenommen. 
Limnorien. 
Die Länge des Thieres ist etwa 3 mm, seine 
Löcher sind 1 bis 1½ mm weit und 10 bis 15 mm 
tief. Sie sind in die Hölzer so nahe aneinander 
gebohrt oder vielmehr gefressen, daß die dünnen 
Wände dazwischen bald verfallen und weggewaschen 
werden. So wird das Holz in Lagen von etwa 
1½ cim jährlich von außen her abgenagt. 
Im Gegensatze zu den Teredonen benutzen die 
Limnorien das Holz zur Ernährung; sie fressen das 
weiche Holz weg und umgehen zunächst die härteren 
Theile an den Aesten. 
Schlammiges Wasser vertreibt auch diese Schäd- 
linge, doch sind sie bei Weitem nicht so empfindlich 
gegen Trübung des Wassers wie die Teredonen. 
In der Fundybucht findet man die Limnorien 
allgemein, nur die Nähe der Schlickbänke an den 
oberen Enden einiger Buchten ausgenommen. Auch 
ziehen sie sich aus der Nähe der Abwässerausflüsse 
im Hasen von Halifax zurück. 
Entdeckt wurde die Limnoria terebrans 1811 
von Robert Stephenson im Holzwerk des Bell 
NRockbuchtthurmes in Schottland. 
von Erfahrungen mit Schutzmitteln gewöhnlicher 
  
Als eine Verwandte der Limnoria ist die 
Chelura terebraus zu erwähnen. Sie wurde nach 
dem Archiv für Naturgeschichte 1839 von Dr. 
Philippi bei Triest in einem Brette, das auf dem 
Meere schwamm, entdeckt. Das Thierchen ist 8 mm 
lang, hat 14 Füße wie die Limnoria und eine große 
Zange. Die etwas schlanker gebaute Chelura ist 
insofern gefährlicher, als sie zusammengesetzte Holz- 
konstruktionen von den Verbindungsstellen her an- 
greift. 
Termiten. 
In den Tropenländern bilden die sogenannten 
weißen Ameisen, Termiten, eine besondere Landplage. 
Die weißen Ameisen legen Tunnelwege und 
bedeckte Galerien mit Vermeidung von Licht an und
        <pb n="828" />
        — 746 — 
zerstören von einem verborgenen Eingange aus das 
ganze Innere von lebenden und gefällten Bäumen, 
Holzwänden, Möbeln, Büchern 2c. Nur eine dünne 
Schale wird ohne Anzeichen der Minirarbeit stehen 
gelassen, und der Einbruch tritt unerwartet ein. 
Der beste Schutz von Bauhölzern gegen Ter- 
miten besteht in einer luftigen und lichtzulassenden 
Anordnung, z. B. Aufstellung kleiner Holzhäuser auf 
einzelnen Steinpseilern, vielleicht noch mit einer 
Zwischenlage von überstehendem Metallblech. An- 
striche haben nichts gefruchtet, da doch wohl stets 
einzelne Punkte frei bleiben oder abgerieben werden, 
von wo aus die organisirten Arbeitermassen ihr 
Werk beginnen. Auch Karbolineum hat sich in 
Nordaustralien, einer sehr gefährdeten Gegend, 
nicht bewährt. 
Von Versuchen mit geeigneten Holzarten, dic mit 
Steinkohlenkreosot gut durchtränkt sind und auch im 
Termitengebicte ähnlich gut wie im Seewasser 
thierischen Angriffen widerstehen mögen, ist mir 
nichts bekannt geworden. 
Termitensichere Baumarten. 
Der Terpentinbaum, Syncarpia laurifolia, von 
Ostaustralien soll den Angriffen der weißen Ameisen 
nicht ausgesetzt sein, während Nothmahagoni, Euca-- 
Uptus resinilera, nur zeitweilig verschont wird, so- 
lange nämlich die klugen Termiten bessere Speise 
haben. Dies legt das Gelingen von Versuchen mit 
sogenannten Fangpflanzen nahe. 
In Nordaustralien ist die Cypressenkieser und 
auch ein örtliches Ironbark, nicht die berühmte 
Encalyptusart gleichen Namens, termitensicher; letz- 
teres ist aber kein gutes Bauholz, nur zu Zäunen 
verwendbar. Aehnliches gilt von Encalyptus 
corymbosa, Blutholz, welches auch in der Erde 
längere Zeit den Termiten widersteht. 
Jarrah, Eucalyptus marginata, die wichtigste 
Holzart Westaustrauliens, ist nach Freiherrn Ferdinand 
v. Müller in Melbourne sicher vor den Angriffen 
der Chelura, des Teredo und der Termiten. In 
seiner Heimath hat sich Jarrah als Vahnschwellen 
gegen Termiten bewährt, nicht aber in Nordaustra- 
lien bei Port Darwin. Dies mag auf zweierlei 
Weise sich erklären lassen. Entweder kann eine 
Verwechselung mit dem Karri benachbarter Forsten 
stattgefunden haben, oder das sehr trockene Klima 
Nordaustraliens zieht einen den Termiten schädlichen 
Safttheil schneller aus. Die Luftfeuchtigkeit nimmt 
nämlich in Westaustralien, dessen Angaben bloß zu 
erlangen waren, stark von Süden nach Norden ab. 
Sie beträgt durchschnittlich in 
Albany 70 PCt., 
Fremantle 63 pCt., 
Cornarvon 44 PCt., 
Wyndham 35 PCt. 
Eine Abnahme der Widerstandsfähigkeit einer 
Holzart mag infolge der Verdunstung eines flüchtigen 
Oeles, das die Termiten vom frischen Holze abhält, 
  
häufig eintreten. Beim kalifornischen Reedwood, 
Sequoia sempervirens, kann man z. B. einen 
solchen Vorgang annehmen. Die Termiten zeigen 
sich in seinen Baumstümpfen erst nach 20 Jahren. 
Das Rothholz wird jeßtzt stark nach Australien 
ausgeführt und scheint neben seinen anderen guten 
Eigenschaften auch den Ruf zu verdienen, viele Jahre 
vor der Zerstörung durch Termiten sicher zu sein — 
wenn die australischen nicht schlimmer als die kali- 
fornischen weißen Ameisen sind. 
Die Kiefern von Oregon, die ebenfalls stark über 
den Stillen Ocean verschifft werden, sind nicht 
termitensicher. Da man sie wegen dieses vermeint- 
lichen Vorzuges nach einer deutschen Kolonie beziehen 
wollte, sei der Mangel desselben neben ihrer sonstigen 
Güte hier besonders betont. 
Billian, ein Eisenholz von Nordborneo, hat sich 
ziemlich widerstandsfähig gegen Termiten gezeigt. 
Ferner auch Kajoe Bessi. Errthroylon. 
Auf Java ist noch das Tattiholz, einc Art Teak- 
eiche, ausschließlich zu Bahnschwellen benuhzt und 
wird nicht von Termiten zerstört. 
Der rothe Gumbaum Südanstraliens, Euca- 
Iptus rostrata, hat nach F. v. Müller die 
nächste Stelle hinter Jarrah, während das feste und 
harte Ironbark den Schädlingen nicht besonders gur 
widersteht. 
Betreffs Nordaustraliens sagt Wm. James, daß 
nur die Cypressenkiefer ein gutes Bauholz ist, welches 
zugleich den Teredonen und Termiten widersteht, 
obwohl letztere den Splint wegfressen. Cypreßpine, 
deren botanischen Namen ich nicht feststellen konnte, 
ist in Neufüdwales 30 Jahre lang unversehrt ge- 
blieben, nur das Sastholz ist angegriffen worden. 
Von den vier Spielarten empfiehlt de Coque aber 
nur die weiße, rothe und gelbe Cypressenkiefer. 
In Deutschostafrika sind die Mangroven am 
Rufijiflusse termitensicher befunden worden. 
Teredosichere Baumarten. 
Eine große Klasse der Tropenbäume ist voll- 
ständig sicher vor den Angriffen der Teredonen und 
Limnorien: es sind dies die Palmen. 
Auf Cuba wird die schöne Kömgspalme zu Sce- 
bauten verwendet, und die Kokospalme ist ihr wegen 
größerer Festigkeit noch vorzuziehen. Letztere wächst 
auch in mehreren deutschen Kolonien. 
In Vera Cruz sah ich alte Landebrücken auf 
Palmenpfählen erbant, konnte aber deren Art nicht 
erfahren. Auch in den südlichen Vereinsstaaten, be- 
sonders in Florida, wächst eine teredosichere Palme, 
die Kohlpalme, Sabal palmetto, einfach Palmetto 
genannt. Ihre Stämme werden, weil ihre Festigkeit 
gering ist, meistens zu Steinkisten in den südlichen 
Häfen verwendet. 
Das Palmenholz wird aus einem Bündel von 
etwa ½ mm dicken Holzfasern in einer weichen 
Masse gebildet. Man fertigt Palmenbürsten, indem 
man aus 5 cim dicken Scheiben des Stammes die
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        Füllmasse in halber Höhe herauskratzt; die harten 
Fasern dieser Hälfte stehen dann wie die Borsten 
einer Bürste aus der Grundplatte hervor. 
747 . — 
Encalyptus, Lencoxylon, das Ironbark von 
Neusüdwales, Victoria und Südaustralien ist das 
Diese stärkste Holz; seine Festigkeit ist etwa die Hälfte von 
Struktur der Palmenstämme, so scheint es mir, und der des Eisens auf Zug und ein Viertel auf Druck. 
nicht die kieselige Oberhaut der Ninde, verhindert 
die Ansiedelung der Teredonen, welche keinen Platz. 
für ihre Wohnhöhlen finden. 
Die Kokospalme in Mexiko ist vor den Angriffen 
der Teredonen und Limnorien sicher. 
und Jaba dieselbe Eigenschaft erwiesen haben. 
Noch eine zweite Baumart der Tropen, die 
Mangrove, muß hier besprochen werden. Sie wächst 
im flachen Wasser an den Küsten Mittel= und Süd- 
amerikas, Afrikas und vieler Inseln im Stillen 
Occan. Da der Fuß des Baumes von Seewasser 
umspült wird, darf man annehmen, daß das Holz 
mindestens eine Reihe von Jahren, bis etwa ein 
giftiger Saft ausgelaugt wäre, von den Seewürmern 
verschont werden wird. 
Im Hasen von Tanga hat der Bauleiter der 
Usambara-Eisenbahn Mangroven eingebaut, welche 
aus den überschwemmten Theilen des dortigen Fluth= 
gebiets mit 4,5 chm Fluthhöhe entnommen waren. 
In Jamaika ist nur die schwarze Mangrove, welche 
auch dort im Fluthwasser wächst, teredosicher be- 
funden worden, nicht aber eine zweite Art, dahinter 
auf höherem Gelände wachsend. 
In Port Darwin mit den, soweit bekannt, ge- 
Zu Eisenbahnbrücken in Australien und Neuseeland 
wird es mit Vorliebe verwendet, ist aber trotz seiner 
grosßen Härte nicht sehr widerstandsfähig gegen die 
Ferner wird " 
erwähnt, daß die mexikanischen Bäume Palopricto 
thierischen Holzfeinde. Im Hafen von Wellington 
auf Neuseeland hatten Teredonen die Ironbarkpfähle 
in zwei Jahren 5 mm tief angefressen. Die neueren 
hat man bekupfert und gleiche in Bluffhafen, eben- 
falls in Neusecland, mit Bronze plattirt. 
Eucalyptus globulus, der blaue Gumbaum 
von Victoria und Tasmanien, ist ausgezeichnet durch 
schnelles Wachsthum; in Florida eingeführt, wuchs 
er 40 Fuß in vier Jahren. Bei Johannisburg in 
Transvaal wird er nach sechs Jahren schon zur 
Auszimmerung der Goldbergwerke verwendbar. Es 
scheint für Deutsch= Südwestafrika zweckmäßig zu sein, 
aus Australien das planmäßige Brunnenbohren und 
die besseren Eucalyptusbäume zu übernehmen. Letztere 
würden nach wenigen Jahren Windschutz für An- 
siedelungen, Biehhöse und Gärten bieten. 
Encalyptus marginata, Jarrah= oder Maha- 
gonibaum Westaustraliens ist der wichtigste Vertreter 
der Gattung. Der Vorrath erscheint zunächst un- 
erschöpflich; der Preis des Jarrah stellt sich auf 
rund 50 Mark pro Kubikmeter und die Fracht nach 
fräßigsten Teredonen hat sich die Mangrove Tring 
unter vier Holzarten von Celebes am besten gegen 
den Seewurm gehalten, und auch besser als Jarrah 
und Karri von Westaustralien. 
Letztere beiden sind die schönsten Vertreter der 
Karri, Eucalyptus diversicolor, bis 300 Fuß 
Encalyptusgattung, von der F. v. Müller 53 Arten 
beschreibt. Die Eucalyptusbäume beherrschen die 
australischen Forsten ausschließlich, sind aber 
auch wegen ihres schnellen Wachsthums als ver- 
meintliche Fiebervertreiber 
verpflanzt worden; auch 
nach 
nach Südeuropa. 
allen Erdtheilen 
Sie 
nehmen viel Wasser aus dem Grunde auf, gedeihen 
aber auch auf trockenem Boden; das Grundwasser 
sumpfiger Gelände wird durch diese Bäume hindurch 
rasch in die Luft verdunstet. 
Für Bauzwecke haben die „Gumbäume“ den 
Nachtheil, daß ihr Holz sehr hart ist und sich start 
wirft, und beim Trocknen oft der Kern vom Splint 
sich loslöst. 
stärkeren Schwinden 
zeigen ein Verwerfen, 
Holzarten entgegengesetzt ist; der Wassergehalt des 
Holzes geht zuweilen über 50 pCt. hinaus. 
Die australische Einfuhr von Rothholz aus Kali- 
fornien und von Kiefern aus Kanada, Oregon und 
Norwegen ist durch die Mängel des Encalyptus- 
holzes als Bauholz hervorgerufen. Dasselbe wird 
nunmehr stark zu Holzpflasterungen ausgeführt, nach- 
dem in den Straßen von Sydney und Melbourne 
vorzügliche Erfahrungen gemacht sind. 
Dieser Vorgang erklärt sich aus dem 
des nassen Kerns; Bretter 
welches dem der anderen 
London auf 25 Mark pro Kubikmeter. In Engi- 
neering News vom 4. Januar 1894 sind mehrere 
günstig lautende Mittheilungen über Jarrah und 
Ironbark gemacht worden. 
In der Nähe der großen Jarrahforsten West- 
australiens wächst auf niedrigeren Gründen das 
Höhe in zweiglosen Stämmen. Dieses vortreffliche 
Holz ist leider nicht so widerstandsfähig gegen die 
Schädlinge wie Jarrah, sieht aber diesem so ähn- 
lich, daß nur im Walde die Unterscheidung möglich 
ist. Die schlechten Erfahrungen mit Jarrah in 
Colombo auf Ceylon, Dunedin auf Neuseeland und 
Port Darwin in Nordaustralien, wo die Jarrah= 
pfähle mit Muntzmetall umkleidet werden mußten, 
mögen auf das Kerbholz von untergeschobenem oder 
untergelaufenem Karri wenigstens zum Theil zu 
schreiben sein. 
Nach Ferd. v. Müller: Ausgewählte Pflanzen 
außerhalb der Tropen, 1891, haben die Jarrah- 
pfähle einer Landebrücke im Hafen von Fremantle 
in Westanstralien 30 Jahre lang den dort schlimmen 
Teredonen vollständig widerstanden; in Williamstown. 
bei Melbourne soll Jarrah sogar 54 Jahre lang 
verschont geblieben sein. Im Hasen von Adelaide 
sah ich im vorigen Jahre eine 32 Jahre alte Lande- 
brücke, deren Jarrahpfähle unbeschädigt waren. 
Einige 10 cmm tief angefressene Pfähle einer zweiten 
Brücke wurden als Karri bezeichnet, doch auch an 
der Jarrahbrücke sah ich eine Stelle 1 cm tief zer- 
nagt. Pfähle aus ungenannten Arten von Euca-
        <pb n="830" />
        lyptus und Ceder haben in San Francisco günstige 
Ergebnisse geliefert. 
Ebenfalls einander widersprechende Erfahrungen 
sind mit dem Terpentinbaume von Neusüdwales ge- 
macht worden. Es liegt unter der Rinde eine harz- 
reiche Bastschicht, welche die Teredonen abhält. 
Sobald die Rinde abgestoßen wird, fällt auch die 
Schutschicht weg. 
In Neuseeland hat man mit der vortrefflichen 
Kaurikiefer, Dammara Australis, bald schlechte Er- 
fahrungen im Seewasser gemacht. Auch die in 
Auckland angewendete Kupferung wurde beschädigt 
und ließ dann den Teredo durch. Dahingegen hat 
sich dort ein zweites einheimisches Holz, Totara, 
bewährt; es war schon von den Maoris zu Palli= 
saden und den großen Kriegskanves verwendet worden. 
Totara ist im Hafen von Auckland jetzt ausschließlich 
zu Pfählen benutzt und wird nur im Splint von 
den Teredonen angefressen. In Wellington sah ich 
1 mm dicke Teredonen in 22 Jahren nur 5 mm 
tief an den Ecken kantiger Pfähle eingedrungen. 
Troß solchen guten Ergebnisses sind bei den dortigen 
neuen Anlagen, die besonders solid und für ein 
neucs Land geradezu luxuriös durchgeführt wurden, 
die Totara= wie die Ironbarkpfähle gekupfert worden. 
Dies soll die Kosten eines Pfahles angeblich um 
25 pCt. gesteigert haben. 
In Bluffhafen, an der Südspitze Neuseelands, 
siellt man das in der Nähe wachsende Miro, die 
schwarze Bastardkieser, Podocarpus lerruginea, 
noch über Totara. Bei Invercargill, der nächsten 
Stadt, sah ich eine 30 Jahre alte Landebrücke auf 
Miropfählen, die keine Beschädigungen zeigten. Die 
15 bis 18 Zoll dicken Rundpfähle kosten dort 
1,5 Mark für jeden Fuß Länge. 
Den Limnorien soll Teakholz widerstehen. Diese 
Eigenschaft der vortrefflichen Tectona grandis Süd- 
asiens, die wegen des geringen Schwindens vom 
Schiffbauer hoch geschätzt wird, ist auch von Gr. 
Smith berichtet worden; derselbe fügt aber noch 
Beefwood und Greenheart hinzu. Er stützt sich auf 
Erfahrungen von Robert Stephenson; er erklärt 
Teakholz zu kostspielig für Seebauten und Beefholz 
zu rar, so daß für den Bauingenieur nur Greenheart 
in Betracht kommt. 
Die letztere Holzart, Colubrina lerruginosa, 
vom Demeraraflusse in Britisch-Guayana wird seit 
langem von englischen Ingenieuren zu den Thoren 
von Seeschleusen verwendet. In Liverpool, mit 
748 
  
starker Limnoriapest, wurde das alte Greenheart- 
holz eines 38 Jahre alten Schleusenthores bei einem 
Umbau wieder verwendet. Früher hatte man in 
Liverpool Schleusenthore aus Eichenholz mit Nägeln 
bedeckt; die Limnorien drangen aber in den Fugen 
ein, die sich infolge der Bewegungen öffneten. Auch 1 
15. + 18 oll starke Pfähle aus Greenheart sah 
ich bei den neuen Hasenbauten in Southampton 
Zu den Thoren des Manchester-Seckanals hat das 
Greenheartholz 90 Mark pro Kubikmeter gekostet. 
Die Bearbeitung des sehr harten Holzes ist aber 
kostspielig. 
Begreifliches Aufsehen hat es erregt, daß nach den 
Verhandlungen des Instituts der Civilingenicurc in 
London, Jahrg. 1889, Pfähle aus Greenheart in 
Port Elizabeth, Südafrika, angefressen worden sind. 
Am hötlzernen Kopfende einer eisernen Landebrücke 
fanden sich nach zehn Jahren die wagerechten Hölzer 
einen Zoll tief angenagt; bei den Pfählen waren die 
Angriffe noch schwächer. Mindestens ist nun der 
unbedingte Glaube an Greenheart erschüttert worden. 
Ganz zerstört wurde in Port Eligabeth der Ruf 
des einheimischen Sneezewood; es wurde ein Opfer 
der Chelura terebrans, die dort die Limnoria er- 
sfolgreich vertritt. 
Wenn alle teredosicheren Holzarten, mit Aus- 
nahme der Palmen, einzelne ungünstige Erfahrungen 
geliesert haben, so läßt sich dies vielleicht aus der 
früheren oder späteren Auslaugung eines giftigen 
Sasttheiles erklären. Hält dieser länger vor, als 
die Fäulnißpilze zur Zerstörung des Fasergewebes 
brauchen, so hat das betreffende Holz einen Anspruch 
darauf, teredosicher genannt zu werden. 
Schutzmittel gegen Seewürmer. 
Eine gründliche Berücksichtigung der Gefahren, 
welchen Bauhölzer im Seewasser ausgesetzt sind, be- 
steht in der Wahl von Stein und Eisen für See- 
bauten; ähnlich wie die eisernen Telegraphenstangen 
in Australien die Termitengefahr beseitigen. 
In neuen Ländern, wo die Baugelder in der 
Regel beschränkt und geschickte Handwerker rar sind, 
wird man vorzugsweise Holzbauten ausführen. Viel- 
fach wird auch eine Verbindung von Eisen mit Holz 
zweckmäßig sein. 
In Nova Scotia, Canada, werden Brückenpfeiler 
aus Pfahlbündeln gebildet, die zur Sicherung gegen 
Seewürmer mit Blechcylindern umhüllt und darin 
mit magerem Beton umschüttet werden. 
Die Leuchthausverwaltung der Vereinigten Staaten 
hat mehrmals gußeiserne Säulen mit unten offenen 
Verlängerungen so über hölzerne Grundpfähle gestülpt, 
daß der untere Rand in den Grund reicht und den 
Seewürmern der Zutritt zum Holzpfahle abge- 
schnitten ist. 
In Salonichi am Mittelmeer hat man Eisenbahn- 
schienen auf Holzpfähle aufgepfropft und diese in den 
Grund getrieben. 
Bewegliche Holzkonstruktionen lassen sich bis zu 
einem bestimmten Grade gegen Teredonen durch die 
Berücksichtigung der Brutzeit schützen. Werden höl- 
zerne Bojen elwa einen Monat nach der Schwärm= 
zeit der Teredonen ausgewechselt, so sind die auf- 
genommenen erst wenig beschädigt und die ausgelegten 
werden nicht mehr angegriffen. Holzstege in Sec- 
bädern, die nur während der kurzen Badezeit auf- 
gestellt sind, leiden wenig, trotzdem warmes Wasser 
die Gefräßigkeit der Seewürmer vergrößert; die
        <pb n="831" />
        — 149 
Aufrichtung fällt nämlich in eine Zeit, wenn die 
jungen Teredonen sich schon angesiedelt haben. 
Neuerdings wird am Stillen Ocean Paraffin, 
dort Maltha genannt und aus dem Asphalt Süd- 
kaliforniens gewonnen, gegen die Teredonen in dickem 
Anstrich verwendet. Ueber diesen zähen Mantel wird 
eine Hülle aus getheertem Segeltuch mit gekupferten 
Nägeln befestigt, und dann werden flache Holzstäbe 
aufgenagelt, damit der Ueberzug beim Einrammen 
nicht beschädigt wird. Die so behandelten Pfähle 
haben sich seit acht Jahren gut gehalten, wo Tere- 
donen und Limnorien ungeschützte Hölzer in einem 
halben Jahre vernichten. 
Im Pugetsunde am Stillen Ocean werden Pfähle 
innerhalb 18 Monaten von den Teredonen weg- 
gefressen. Die nördliche Pacificeisenbahn wickelt mit 
gutem Erfolge die Pfähle in grobes Segeltuch (Burlap) 
ein, welches mit heißem Kohlentheerdachpech (75pCt.) 
und Kiefernpech (25 pCt.) getränkt ist. Das Kiefern- 
bech soll die Tunke härter und im Seewasser weniger 
löslich machen. Die Hülle wird nur besandet, Na- 
gelung und Deckung mittelst Holzleisten werden weg- 
gelassen, auch wenn die Pfählc in Steinschüttung 
einzutreiben sind. 
Die Pfähle kosten 3 Cents per laufenden Fuß, 
der beschriebene Schutz 13 Cents auf den Juß ge- 
fährdeter Länge; Kreosotiren würde aber 25 Cents 
per Fuß der ganzen Pfahllänge erfordern. 
Im Goldenen Thore bei San Francisco sind die 
Außenseiten der Steinkisten aus Oregonfichte an der 
bundesstaatlichen Werft glatt bearbeitet, getheert und 
dann mit Dachfilz überzogen worden. Zum Schute 
gegen Beschädigungen durch Anstoßen sind Redwood- 
bretter übergenagelt worden. 
Die Rinde der Bäume bildet, solange sie unver- 
sehrt ist, einen Schutz der Hölzer; beim Terpentin= 
baume ist derselbe besonders wirksam. Auch sonst ist 
gefunden worden, daß Pfähle mit gesunder Rinde 
einige Jahre länger Stand halten als geschälte. 
Der am läungsten bewährte Schutz von Pfählen 
im Seewasser besteht in einer künstlichen Rinde oder 
aus einem Panzer aus Nägeln. Besonders in Holland 
und England sind die kurzen schmiedeeisernen Nägel 
mit breiten rechteckigen Köpfen früher ausschließlich 
zum Schutze von Holz in Seebauten verwendet 
worden. Die Benagelung soll aber schon den Römern 
bekannt gewesen sein. Die engen Fugen zwischen den 
alle Holzflächen deckenden Nägelköpfen werden durch 
den Eisenrost der letzteren geschützt. Das Rosten der 
Nägel kann durch vorangehenden Anstrich des Psahls 
mit Schwefel= oder Salpetersäure befördert werden. 
Theurer, aber besser als die nicht immer lücken- 
lose Nägeldecke ist eine Umhüllung der Hölzer mit 
Kupferblech, das mit Kupfernägeln befestigt wird. 
Mehrfach wird billigeres Bronzeblech verwendet, 
z. B. in Honolulu auf Hawaii und in Bluffhafen 
auf Neuseeland. Zinnblech wird bald im Seewasser 
zersetzt. Auch auf die Kupferung der Holzschiffe sei 
hingewiesen. 
  
Die gründlichste Behandlung von Bauhölzern zum 
Widerstande gegen ihre thierischen Feindc ist das 
Imprägniren, weil dann auch durch äußere Ver- 
letzungen keine Angriffsstelle freigelegt wird. Viele 
Metallsalze, die sich für das Präserviren von Hölzern 
auf dem Lande durchgus bewährt haben, sind im 
Seewasser nutzlos, da sie bald ausgelangt werden. 
Sie werden als wässerige Lösungen in das Holz 
eingeführt und sind natürlich im Seewasser weiterer 
Verdünnung unterworfen. Jedoch das Imprägniren 
mit Steinkohlenkreosot hat sich als ein werthvolles 
Schutzmittel der Hölzer für Seebauten erwiesen. 
Viele Fehlschläge sind allerdings in den Vereinigten 
Staaten vorgekommen, weil man vor dem Kreosotiren 
den Holzsaft nicht gehörig ausgetrieben oder schlechtes 
Kreosot verwendet hatte. 
An der Westküste hatten srüherc Imprägnirungen 
oder die vorhergegangene Trocknung die Wirkung, 
daß der Kern sich vom Splinte löste u. s. f., und 
beim Rammen eine Umwickelung der Pfähle mit 
Draht erforderlich wurde. Manche Mißerfolge sind 
eingetreten, weil man ungceignete oder schwer zu 
behandelnde Holzarten imprägnirt hat. So versagten 
einmal in Holland kreosotirte Eichen bei englischen 
Versuchen, weil das Holz nicht vollkommen durchtränkt 
war. Allgemein eignen sich harte Hölzer schlecht zur 
Imprägnirung. Dic harten eingeborenen Hötzer 
Australiens werden nicht imprägnirt und sogar nur 
unter großen Schwierigkeiten getrocknet. In den 
Vereinigten Staaten ist sogar die Tannc, Sprucc, 
schwierig zu behandeln. Der werthvollste Baum der 
Vereinigten Staaten, die gelbe Kiefer von Georgien, 
ist zugleich das beste Holz zum Kreosotiren. Weil 
das amerikanische Holz wenig vorgetrocknet zu den 
Anstalten kommt, dauert die Vorbereitungsarbeit der 
Sastentfernung längere Zeit. 
Amerika hat mit seinen zahlreichen Versuchen 
wenige Erfolge erzielt. Als das zweckmäßigste Schutz- 
mittel gegen Seewürmer ist aber wiederholt das 
Imprägniren des Holzes mit gutem Steinkohlentheer= 
kreosot bestätigt worden. 
Expedition Hrofessor Elliots. 
Der Leiter des Field Columbian Museums der 
Chicagoer Ausstellung und sein Assistent Akeby 
haben eine Reise durchs nördliche Somaliland im 
Frühjahr und Sommer dieses Jahres ausgeführt, um 
dort zoologische Sammlungen anzustellen. Die Rei- 
senden haben Ende April von Berbera aus ddie 
Gobaristeppe und die Goliskette, dann den Süden 
von Berbera über Mandera bis zur Toyosteppe und 
endlich die Maredlehsteppe bis Milmil erforscht. 
Die Ausbeute füllt 58 große Kisten und Jässer und 
ist sehr reich.
        <pb n="832" />
        — 750 — 
Preisausschreiben. 
Die internationale Vereinigung für vergleichende 
Rechtswissenschaft und Volkswirthschaftslehre zu 
Berlin setzt einen Preis von 1600 Mark für die 
beste Arbeit über folgendes Thema fest: 
„Eine vergleichende Darstellung der Grundsäte, 
welche in den Kolonien der wichtigsten Staaten hin- 
sichtlich des Bodenerwerbs und der Ansiedlung be- 
folgt worden sind, und die wirthschaftlichen Folgen 
derselben.“ 
Die Preisbewerbung geschieht unter folgenden 
Bedingungen: 
1. Die Arbeiten müssen bis zum 1. April 1898 
an den ersten Schriftführer der Vereinigung, Kammer- 
gerichtsrath Dr. Kronecker, Berlin W., Kurfürsten- 
damm 241, eingeliefert werden. 
2. Die Arbeiten müssen in deutscher oder fran- 
zösischer oder englischer Sprache verfaßt, auch müssen 
die deutschen Manufskripte mit lateinischen Buchstaben 
geschrieben sein. — Es ist im höchsten Grade 
wünschenswerth, die Arbeiten mit einer Schreib- 
maschine schreiben zu lassen. 
3. Die Arbeiten dürfen nicht mit dem Namen 
des Verfassers, sondern nur mit einem Motto be- 
zeichnet werden, doch muß ihnen ein versiegeltes 
Kouvert beigegeben sein, welches das gleiche Motto 
als Ausschrift trägt, und in welchem der Name und 
die Adresse des Autors enthalten sind. 
4. Das Preisrichterkollegium bilden 
Mitglieder der Vereinigung: 
aà) aus Deutschland: Seine Hoheit der Herzog 
Johann Albrecht zu Mecklenburg, Präsident 
der deutschen Kolonialgesellschaft (Potsdam), 
Dr. Paul Kayser, früher Direktor der 
Kolonialabtheilung des deutschen auswärtigen 
Amtes, Senatspräsident am Reeichsgericht 
(Leipzig), 
Dr. Freiherr Karl v. Stengel, ordentlicher 
Professor der Rechte (München); 
aus England: Right Honourable James Bryce, 
früher Minister (London) 
aus Frankreich: Dr. Charles Lyon-Caen, 
Professor der Rechte, membre de I’Institut 
(Paris); 
aus Italien: Dr. Attilio Brunialti, Staats- 
rath, Professor der Rechte (Ron); 
aus den Niederlanden: Dr. P. A. van der 
Lith, ordentlicher Professor der Rechte, Rektor 
der Universität (Leyden); 
aus Oesterreich-Ungarn: Dr. Eugen Philip- 
povich, Edler v. Philippsberg, ordent- 
licher Professor der Staatswissenschaften (Wien); 
aus Rußland: Dr. Fedor Fedorovic v. Mar- 
tens, Geheimrath, ordentlicher Professor der 
Rechte, membre de UL'Institut (Petersburg); 
aus Spanien: Marquis de Dalmau de Oli- 
vart, früherer Professor der Rechte (Bar- 
celona); 
folgende 
b 
— S 
- 
ES 
— 
# 
9 
— 
— 
  
i) aus den Vereinigten Staaten von Amerika: 
William James Ashley, Professor der Staats- 
wissenschaften, Cambridgelllarvar d-University) 
Der Preis kann zwischen mehrere Bewerber ver- 
theilt werden, wenn ihre Arbeiten von wesentlich 
gleichem Werthe erscheinen. Die mit dem Preis 
gekrönte Arbeit wird von der internationalen Ver- 
einigung veröffentlicht werden. 
Die Veröffentlichung einer Preisarbeit oder eines 
oder mehrerer Theile derselben vor Verkündung der 
Entscheidung hat zur Folge, daß die Arbeit aus der 
Preisbewerbung und der ferneren Begutachtung 
durch die Preisrichter ausscheidet. 
Das Preisrichterkollegium darf von den Konverten, 
welche den Manuskripten beigefügt sind, nur das- 
jenige öffnen, welches die preisgekrönte Arbeit be- 
gleitet. Es steht jedem Preisbewerber frei, schon 
bei Einreichung des Manufkriptes eine Adresse zu 
bestimmen, an welche dasselbe seinerzeit zurück- 
zusenden ist. Das litterarische Eigenthum an der 
preisgekrönten Arbeit, insbesonderc die Rechte zur 
Veröffentlichung und Uebersetzung, gehen mit der 
Preiszahlung auf die internationale Vereinigung für 
vergleichende Rechtswissenschaft und Volkswirthschafts- 
lehre zu Berlin über. 
Poststatistik.“) 
Ueber die Thätigkeit der deutschen Postverwaltung 
in den Schutzgebieten während des Jahres 1895 
bringt die „Statistik der deutschen Reichspost= und 
Telegraphenverwaltung“ folgende Angaben: 
Es wurden befördert: 
1. an Briefen, Postkarten, Drucksachen, Geschäfts- 
papieren und Waarenproben: 
a) Nach dem Reichspostgebiete aus den deutschen 
Schutzgebieten 
Stück pet. 
in Afrika . . 47 490 0,029 
in Australien .. 5620 0,003 
b) Aus dem Neichspostgebiete nach den deutschen 
Schußgebieten 
in Afrikc 159 320 0,082 
in Australien 7 250 0,004 
c)Im Durchgang durch das Reichspostgebiet 
nach den deutschen Schutzgebieten 
in Afrika 5 900 
in Australien. .. — 
0,004 
2. An Packeten und Baarsendungen: 
a) Nach dem Reichspostgebiete aus den deutschen 
Schutgebieten 
Stück kg Werth 
in Afrika. 730 2710 5300 
in Australien 106 340 — 
*) Vergl. Deutsches Kolonialblatt 1895, S. 665.
        <pb n="833" />
        — 751 — 
.) Aus dem Reichspostgebiet nach den deutschen 
Schutggebieten 
Stück kg Werth 
in Afrika 2448 10 750 216 900 
in Australien 131 590 200 
c) Im Durchgang durch das Reichspostgebiet 
nach den deutschen Schutzgebieten 
in Afrika 260 900 630 
in Australien 40 180 
3.. An Postanweisungen: 
#) Aus den deutschen Schutzgebieten 
Stück Mark 
in Afrika 9618 1 459 571 
in Anstralien 228 26 639 
I.) Nach den deutschen Schutzgebieten 
in Afrika 3157 383 872 
in Australien 7 942 
c)Im Durchgang durch das Reichspostgebiet 
nach den deutschen Schutgebieten 
in Afrikao 41 10 932 
in Australien – — 
  
VVVVVVVVVVVVVVVVVVVVWVVWVVVVVVVYV — 
Titteratur. 
A. Graf v. Götzen: Ueber Ausrüstung und Lebens- 
weise auf tropischen Expeditionen. Sonderabdruck 
aus der Wiener klinischen Rundschau 1896, Nr. 44. 
Der Verfasser bietet hier den Abdruck eines 
Vortrages, den er auf der letzten Naturforscherver- 
sammlung zu Frankfurt a. M. gehalten hat. Bei 
der reichen Erfahrung des Reisenden bietet er viele 
interessante Winke und Anregungen. 
Deutscher Kolonial-Kalender für das Jahr 
1897. Nach amtlichen Quellen bearbeitet und 
herausgegeben von G. Meinecke. Mit dem Por- 
trait Major Leutweins. Berlin 1897. Deut- 
scher Kolonial-Verlag. 
Das kleine, jedem Kolonialpolitiker unentbehrlich 
gewordene Handbuch ist pünktlich zum neunten Male 
erschienen. Sein reicher Inhalt hat noch mancherlei 
Vermehrung und Berbesserung erfahren. Dem An- 
denken der so glücklich verlaufenen Kolonial-Ausstellung 
ist ein kurzer Bericht gewidmet. 
Karl Lehmann: Kolonialgesellschaftsrecht in Ver- 
gangenheit und Gegenmwart. Berlin W. 8, 1896. 
G. Bahrsche Buchhandlung. 
Die vorliegende Abhandlung ist aus einem Vor- 
trag entstanden, den der als Professor in Nostock 
thätige Verfasser im Oktober v. Is. gehalten hat. 
Es ist darin auf der Grundlage einer sehr umfang- 
reichen Litteratur und der Statuten der Kolonial= 
gesellschaften die Entwickelung der Rechtsverhältnisse 
solcher Unternehmungen vom 17. Jahrhundert bis 
  
zur Gegenwart geschildert. Die Untersuchung gipfelt 
in der Darlegung der Rechtsformen, welche am besten 
den Zielen der Kolonialgesellschaften und dem In- 
leresse der Gesammtheit entsprechen. 
Paul Combes: L'Abyssinice en 1896. ’aris 
196. Librairic africaine et coloniale. 
Sine ira et studio ist die kleine Schrift nicht 
abgefaßt. Sie spiegelt die wenig freundlichen Gefühle 
der Franzosen gegen das Vorgehen der Italiener in 
Abessinien wieder und schließt mit der Aufforderung 
an Frankreich, die frcundschaftlichen Gesinnungen 
Meneliks für die französischen Interessen möglichst 
auszunutzen. Immerhin giebt die Arbeit eine recht 
lehrreiche Darlegung der abessinischen Verhälknisse. 
  
W. Obrutschew: Aus China. Neiseerlebnisse, 
Natur= und Völkerbilder. Leipzig 1896. Duncker 
&amp; Humolot. 2 Bde. 
Der Verfasser hat den Auftrag gehabt, die 
nördlichen Provinzen Chinas, Nan-schan und Ost- 
Tien= schan, in geologischer Hinsicht zu erforschen, und 
war als Geologe zwei großen wissenschaftlichen 
russischen Expeditionen, welche in letzter Zeit China 
bereist haben, beigegeben. Infolge besonderer Um- 
stände hat er indessen seine Reisen allein und selb- 
ständig ausgeführt und über ihre Ergebnisse zunächst 
eine Reihe vorläufiger Berichte an die geographische 
Gesellschaft in Petersburg erstattet. Im vorliegen- 
den sehr lesenswerthen Buche schildert er die Eindrücke, 
welche er in den von ihm durchzogenen Theilen 
Chinas gewonnen hat. Von dem Krieg zwischen 
China und Japan, welcher während seines Aufent- 
haltes dort wüthete, hat er in fernen Westgegenden, 
wo er seine Studien machte, gar nichts bemerkt. 
Bei dem Mangel an Zeitungen und Verkehrsmitteln 
wußte der größte Theil der Bevölkerung gar nichts 
davon. Noch heute ist China trotz aller Verbesse- 
rungen der Verbindungen von Europa her in seinem 
eigentlichen Wesen ganz unbekannt. Ueber wenige 
Länder sind so unrichtige Ansichten im Umlauf. Das 
einfach und ehrlich geschriebene Buch kann daher 
vielen Nutzen schaffen. 
Karl Buck und Dav. Huppenbauer: Von Kyebi 
nach Kumase. Eine Reise in das Hinterland der 
Goldküste. Dritte Auflage. Basel. Missions- 
buchhandlung. 
Die kleine Schrift bietet eine sehr interessante 
Schilderung des Innern der Goldküste und des 
Aschantilandcs, welches die beiden Missionare kurz 
vor Ausbruch des letzten Krieges gesehen haben. 
Friedrich Kallenberg: Quer durch Frankreich. 
Leipzig 1896. Willy Werner. 
Der Verfasser, welcher früher längere Zeit in 
Ostafrika thätig war und zwei Schriften über seine 
dortigen Erfahrungen veröffentlicht hat, schildert in 
der vorliegenden, hübsch ausgestatteten Broschüre seine
        <pb n="834" />
        Erlebnisse bei einer Reise durch Frankreich, die er 
auf dem Zweirad im Frühjahr dieses Jahres aus- 
geführt hat. 
Professor A. L. Hickmanns geographisch- statsfücher 
Toschen-Atlas des Deutschen Reiches. I. Theil. 
Leipzig und Wien. G. Freytag &amp; Bernt 
752 
Der vorliegende Theil des Atlas enthält auf 
24 kleinen Tafeln in graphischer Darstellung eine 
sehr übersichtliche Schilderung der 
geologischen, landwirthschaftlichen, finanziellen und 
militärischen Verhältnisse Deutschlands. Er stellt ein 
außerordentlich handliches und bequemes Nachschlage- 
buch besonders für Reisende dar. 
geographisch- 
Dr. P. Müller-Simonis: Durch Armenien, Kur- 
distan und Mesopotamien. 
vüre, 6 Vollbildern, 104 Textillustrationen und 
1 Karte. Mainz 1896. Franz Kirchheim. 
Der Verfasser, ein elsässischer Geistlicher und 
Sprachforscher, hat im Jahre 1888 in Begleitung 
des amerikanischen Professors Hyvernat eine größere 
wissenschaftliche Reise in Vorderasien ausgeführt, 
deren Frucht das hier in Uebersetzung vorliegende, 
vornehm ausgestattete Werk darstellt. Es ist bekannt, 
wie viele geographische und andere Räthsel die alten 
Kulturländer, welche hier geschildert werden, infolge 
der Abgeschlossenheit, in der sie sich Jahrhunderte 
hindurch befunden haben, bieten. Der Verfasser hat 
daher Gelegenheit gehabt, eine Menge werthvoller 
wissenschaftlicher Funde auf verschiedenen Gebieten 
zu machen. Das Buch bietet gerade gegenwärtig 
ein besonderes Interesse nicht allein für den Gelehr- 
ten, sondern auch für das große Publikum, da in 
ihm die Verhältnisse Armeniens, welches in letzter 
Zeit so oft genannt wurde, eingehend geschildert sind. 
Fridtiof Nausen: In Nacht und Eis. Leipzig. 
F. A. Brockhaus. Erste Lieferung. 
Das Werkt, dessen erste Lieferung jetzt vorliegt, 
wird die Schicksale und Erlebnisse des kühnen Rei- 
Mit einer Heliogra- 
senden auf seiner großen letzten Reise schildern. Eine 
nähere Würdigung muß vorbehalten bleiben, bis die 
zwei Bände vollständig vorliegen. 
  
VVVVVVVVVVV’VVVVDVDVVVVVVVVYYyTYTY’ 
Titterakur-Derzeichniß. 
Thomson, J. B.: Joseph #homson. Alricun explorer. 
7 sh. 6 d. Lo 
&amp; Co., London. 
Schiffsbewegungen. 
(Die Zeit vor dem Orte bedeutet die Ankunst, hinter dem Orte die Abfahrt des Schisses.) 
M. S. „Hyäne“ 14/9. Kamerun. (Poststation: 
„Seeadler" 9/7. Sansibar. 
M. S. „Bussard“ 2/11. — Apia. (Poststation: 
M. S. „Condor“ 26/8. Kapstadt. (Poststation: 
M. S. „Falke“ 11°10. Apia 5/11. — Rundreise. 
Hospostamt.) 
Kapstadt.) 
(Poststation: Hofpostamt.) 
Kamerun.) 
M. Vermessungsschif „Möwe“ 11/9. Sydney Ende November. — Neu-Guinea. 
M. (Poststation: 
M. S. „Sperber“ 28/10. Lissabon 3/11.— 8/11. Plymouth 14/11. — Brunsbüttel. (Poststation: Kiel.) 
(Poststation: Matupi.) 
Sansibar.) 
Ablösungstransport: 
Dampfer „Prinzregent Luitpold“ des Norddeutschen Lloyd mit der halben Besatzung für S. M. Ver- 
messungsschiff „Möwe“: 
Ausreise: 
Heimreise: 
Bremerhaven 29/7. — 20/9. Sydney. 
Sydney 10/10. — Bremerhaven. 
  
Perkehrs-Nachrichten. 
Postdampfschiffverbindungen nach den deutschen Schunzgebieten. 
  
Nach vom Ein 
3 Die Abfahrt erfolgt 
scissungshafen an folgenden Tagen 
Briefe müssen aus 
Berlin spätestens 
abgesandt werden 
Ausschiffungshafen. 
auer 
der Ueberfahrt 
  
L Neapel 3n 
(eutsche Schiffe) „ 
120 abds 
1. Deutsch-. Ostafrika. 
Brindisi 
(englische Schiffe) 
  
Marseile 
(französische Schiffe) 
9.,30. Dez., 20. Jan. Tanga 20 Tage 
am s. 5. 31. Jan. 
am *. Fjees Mts. 
4% ums. 
1 
am 4., 7., 28.Dezember, 
ar-es- 8 ꝰu Tage1., 18., 29. Januar 
* 21 Tage 10½ abds. 
Sansibar 18 Tage amb jedes Monats 
946
        <pb n="835" />
        753 
  
Die Abfahrt erfolgt 
Ausschiffungshafen. 
Dauer 
Briefe müssen aus 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Nach vom Ein- Verlin spätestens 
schiffungshafen an folgenden Tagen der Ueberfahrt abgesandt werden 
» . Souhamptonantä.Dez-,2.,30.Jan.Liidekitzbucht27Tageam4.Dez-,1.29.Jan. 
2. Deutsch-Lüdwestafrika. 332 Schiffe die nnis. Swakopmund 31 Tagelsms. " 
(Nach Marmbad wöchentlich Kopstadt, dann vent. 
bie Kapstadt, von dort weiter Icher Srnt sur utwein.) 
alle 14 Tage auf d. Landwege) Hamb am Swakopmund 30 Tage 
Olrbsusche h niachts — abds. 
I burg # am 10. jedes Monats amerun 24 Tage am 10. jedes Monats 
3. Namevun (deutsche Sahseh nachts 720 a 
· verpoo am 23. Dez., 20. Jan. Kamerun 22 Tage am Z r* 18. Jan. 
(englische Saue "1 
Klein-Popo 20 T 
Hamburg am 10. sedes Mus. nachts a1sietnad20 age In am 10. und 20. iedes 
. (deuticheSchlsse)"m20!edM-KletnPopo 33 Tage onals sowie am 
4. Togo-Gebiet am 31. in nachts Acera 25 Tage 31. Dez. 720 abds. 
(Ueber Liverpool oder " - von da ab Landverbindung 
Marseille nur auf Ver- Liverpool am 16., 30. „Dezember, Quitiah 35 Tage am 14. 28. Dezember, 
langen des Absenders).glusche Schiffe) uns3 27. Januar vo #% *— dn 11, 25. Jan. 16 nums 
Marseille 25. dedes Monats Rötonen 20 T am 23. jedss Monats 
**êv# (franzosiiche Schiffe) 6 % nach von da ab s*-*–D 9/8 abends 
Neapel am 46 D 0. Febr. 2 Wilhelms- am 14., 18. Dezember, 
5. Deutsch-Neu-Guinea. s*5 Schiffe) bds. hafen 45 Tage 8., 12. Februar 
indisi am 8 Dez 14. Febr. Tage 1034 abds. 
leen m 0 *# 
3Q Brindisi am * Januar Jaluit 74 Tage am 1. Januar 
6. Marshall- Injeln. (über Manil Gtbts. lon abos. 
Eintressen der Post aus den deutschen Schutzgebieten. 
Landungs- Die Jeh ist fälig Landungs= Die Post ist fälli 
Von hafen n Berlin Von hafen in Berlin 6 
. sp» 
« Neapec««m" UNDEZEJZIZ Hamburg .m 10.5 und 25.= 
Deutsch. Ostafrika .-- Togogebiet .. ... jedes Monats 
Brindisi 29.Dez., 26.J Jan. Marseill 
4#5 Nar seile aut Ze 1. 3l. Jan. * arseil e.. am 16. jedes Monats 
weutscSühwelafrit Plymouth. . am 15. Dez., 12. Jan. ** 2 Guinea *'( . am FJFFZZTFM 
Kamevun....... Hamburg «m"29«"dMo"ats·MaoihallsInieln-..Marieille oder« Anfangs Dezember, 
Lierpool 47 3 Sl. Dember, Barcelona Ponst wekoee 
Fälligkeitstage für die mit deutschen Schiffen eintresfenden Posten. 
Schiffsbewegungen der Woermann-Linie. 
Reise Lette Nachrichten 
Postd ampfer von nach bis 27. November 1896 
„Adolph Woermany“ Hamburg Loango am 11. November in Kamerun. 
„Aline Woerm Hamburg Ponta Negra am 18. November in Madeira. 
„Anna Woermonn, . Hamburg Sherbro am 25. November in Tenerisfe. 
„Carl Woermann“ Hamburg Kotonon am 25. November in Kotonou. 
„Eduard Bohlen“ Hamöurs Congo am 27. November ab Hamburg. 
„Ella Woermann“ Hamburg Sherbro am 18. November in Sierra Leone. 
„Gertrud Woermann“ Ponta Negra Lamburg am 21. November in Accra. 
ebich Bohlen“ Hamburg otonon am 23. November Dover passirt. 
„Hedwig Woermann“ Kotonon Hamburg am 27. November in Madeira. 
„Jeannette Woermann“. Hamburg Loanda am 10. November in Teneriffe. 
„Kurt Woermann“ Loanda Hamburg. am 16. November in Accra. 
„Lothar Bohlen Swakopmund Hamburg am 22. November in Hamburg. 
„Lul ohlen“ . damerun Wilhelmshaven am 27. November Dover passirt. 
„Marie Woermann“ Lüderitzbucht am 30. November ab Hamburg. 
„Melita Vohlen“. . Lüderitzbucht Hamburg am 23. November in Benguella. 
„Drofessoo Woermann“. herbro Hamburg am 26. November in Tanger. 
„Thekla B ohlen Hamburg Loanda am 30. November ab Hamburg. 
„Alida“ Hamburg Sherbro am 22. November Dover passirt.
        <pb n="836" />
        754 
  
Schistsbewegungen der Deutschen Ostafrika-Linie, (Hamburg—Ostafrik). 
Reise 
  
Lehte Nachrichten 
Keichspostvampfer von l nach bis 26. November 1896 
„Kaiser“, · . Durban Hamburg am 26. November ab Aden. 
„Kanzler"“. Hamburg Durban am 25. November an Mozambigque. 
„ Hamburg Durban am 24. November ab Suez. 
„Reichstag“ . Durban Hamburg am 25. November ab Durban. 
„Admiral“ . Durban Hamburg am 23. November ab Port Said. 
„General“ . Durban Hamburg am 24. November ab Lissabon. 
„Herzog“ B. Ztl. in Hamburg. 
„König" . Hamburg Durban am 26. November an Ymuiden. 
  
JJJJJ J JJ J “J “ J“ 
Anzeigen. 
  
Juserale (für die dreigespallene Petitzeile oder deren Raum 2. Bfennig sind an die Vertriebsleitung, Verlin 8W 12, Kochstraße 68— 
mienden. 
  
Bekanntmachung. 
In das bei dem unterzeichneten 
Gerichte geführte Firmenregister 
heute zufolge Verfügung vom 26. März 
d. JIs. unter Nr. 3 die Firma 
Ludwig Conradt 
mit dem Sitze in Nehoboth und einer 
Zweigniederlassung in Gibeon und als 
deren alleiniger Inhaber der Kaufmann 
Ludwig Conradt in Rehoboth ein: 
getragen worden. Dem Kaufmann 
Victor P. Ebhardt in Rehoboth 
ist unter dem 1. September 1896 
Prokura ertheilt worden. (1u) 
Windhoek, den 11. Septbr. 1896. 
Kaiserliches Gericht des südwestafrikanischen 
Schutzgebietes -“ den Nordbesirk. 
. V. 
L. S.) gez. Flcher. 
  
  
CRYSTALLOSE, 
440 mal süsser als Zucker, 
ist ein verbesserter Sussstoll in Krstalllorm. in Wusser 
leicht löslich. Durch ihre Krstalle bietet sic Garantie 
Hür absolute Reinheit und ist von bisher unerreicht leinem 
Süssgeschmack. Wesentlich billiger als Zucker, unrer- 
gührbar, konserrirend: daher für heisses Klimn besonders 
wichtig. 
Tas Beste F#r die Geirdmn#he-Ind#esteic. 
LErhältlich durch den Grossdrogenhandel und die be- 
kunnten Exporthäuser in Ilamburg und Bremen. T’rohen 
und T’rospekte durch 
Chemische Fabrik von Heyden, 
Radebeul-Dresden. 
(ion 
  
Bekanntmachung. 
  
  
In das bei dem unterzeichneten 
Gerichte geführte Prokurenregister ist 
heute unter Nr. 2 als Prokurist der 
unter Nr. 3 des Firmenregistero ver- 
merlten Firma Ludwig Conradt in 
Veheboth und Gibeon der Kaufmann 
P. Ebhardt in Rehoboth 
utand worden. 
Windhoek, den 11. Septbr. 1896. 
Keiserlichee Gerich des füdwestafrihanischen 
Schutzgebieies - Nordbejirk. 
9r 
(I. S.) gez Fischer. 
J * Convers.- Lexikon, 
Broekhaus 16 K neuc Iall- 
Dranzbünde. 1895, stalt 160,— nur 
110,— bei Krüger 4 4. np Leipzig. 
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Hagen in Westfalen (Deutschland), 
Fabrikation und Export 
Tieeu-, Stall., Meriu- I. urwanren elder urt. 
IllIustr. Kutnloge in deutscher, #ranzösischer, englischer 
und spanischer Sprache. (116) 
Auftrige durch europllische Hundelshluser erbeten. 
  
Spezialität: Lieferung für die Kolonien.
        <pb n="837" />
        755 — 
Sine interessantie 
Aolonialaeitung 
welche — obwohl unabhäugig nach jeder Seire 
derung der dentschen Molonieen und koieieemnen 2 
ihre Fahne geschrieben hat, erscheint unter dem Tite 
Deutsche Nachrichten 
in dem unterzeichneten Derlage. Das Blatt steht im zweiten 
Jahrgange, erscheint in einer ca. 30 Gnartseiten starken 
gut illustrirten Uummer an jedem Donnerstag. 
Der reiche Inhalt der sich bereits im Inlande und be- 
sonders im Auslande zahlreicher Abonnenten erfreuenden 
„Deutschen Nachrichten“ setzt sich zusammen aus: Alllem 
wichtigen der Woche über Holitik, Molonialem, Wisenschoit, 
lichem, dem Wissenswerthen auf allen Gebieten; das Blat 
bringt UAachrichten aus den NMolonieen, von den Deutschen in 
Auslande, ferner kurze interessante Erzählungen, humoresken 
und feine aktuelle Illustrationen. 
tLefder Kolonialfreund 
jeder Deutsche im In- und Auslande 
wird gebeten, eine Probe-Aummer von uns zu ver- 
langen, um sich über das Gebotene zu informiren. Wir 
senden solche Hrobe. Mummern Jedermann mit Vergnügen 
kosten- und portofrei sofort zu. 
Wegen ihrer weiten Derbreitung im Auslande sind die 
Gentschen Nachrichten“ auch ein ausgezeichnetes Organ für 
Exportanzeigen. Wir bitten das Zlait einmal anzufehen. 
gerl Der Perlag der „Deutschen Nachrichten“ 
—i Ueue Berliner Prrlags- Anstali 
  
  
  
  
W. Richter &amp; Co., 
Daur-es-salam. Zanzibar. 
Vollständige Ausrüstungen für Expeditionen und Jagdaus- 
flüge ins Innere, Sowie Besorgung der Träger. 
Deutsche Apotheken, JIngd - Munition, 
Verbandstolle, Stahlkoflr 
Reisc- Apotheken. Zelte, 
Engl. u. Iranz. Spezinlitälcn, Conserren, 
Weine und Spiriluosen, (#alunterlewnuren. 
Jühere Auskunist ertheilt die Filiale 
—— 
W. Richter &amp; Co., Ramburs, 1 Ilermannstrasse 1 n. Ivr 
  
  
  
Stellung 
in einer deutschen Rolonie sucht zum 
Frühjahr 1897 ein gebildeter junger 
Gärtner, der in allen Zweigen des 
Gartenbaues theoretisch und praktisch 
auogebildet und mit Buchführung und 
landwirthschaftlichem Betriebe vertraut 
ist. Der Suchende ist 24 Jahre alt 
und Soldat geusien s 
Offerten erbirtet Radtke in 
Hannover, eteh 12. (115) 
  
  
Aelteste deutsche 
Schaumwein Kellerei 
Gegründet 1826. 
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auch dio Frage: Was sollen wir schenken! CGeschenke, welche 
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Dios ist zweitellos zu erzielon, venn Sie Ihren Lieben im Aus- 
lande ein vierlel-, halb- oder ganziähriges Abonnement auf -Das 
Echo- zu Weihnachten schenken. LUm dios zu ermöglichen, verden 
wir einon typotraphirch hübch ausgestatieten Gutzchein her- 
stellen lassen, velcher einfach auf den Weihnachtstisch gelogt 
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erschienen ist. 
schmückt ist, füllt eine Lücke in unserer Koloniallitteralur aus, indem es Land und 2## 
Das Buch, welches vornehm ausgestattet und mit zahlreichen Abbildungen und zwei Karten ge- 
Leute Deutsch-Südwestafrikas, 
welches bisher gleichsam als Stiefkind unserer Kolonien behandelt wurde, in trefflicher Weise zur Darstellung bringt. 
Mit welchem Beifall 
  
das Buch bei seinem Erscheinen ausgenommen worden ist, beweisen die folgenden 
Stimmen der Presse: 
Hamburger Nachrichten Nr. 278 v. 27. November 1895: 
„.. Da kommt nun ein ganz vortreffliches Buch 
zur rechten Zeit, in dem der mit scharfer Beobachtungs- 
gabe, praktischem Sim und gesundem Humor begabte 
Verfasser, der sich dret Jahre in dem Schupgebiete auf- 
gehalten hat, seine Erlebnisse und das Resultat seiner 
Wahrnehmungen in fesselnder Weise schildert.“ 
Weser-Zeituug Nr. 17591 v. 15. November 1895: „Die 
anschaulichste und interessanteste Schilderung, 
die unser Schutzgebiet in Südwestafrika bioher erfahren 
hat, giebt Pre##herlientenant a. D. F. J. v. Bülow “ 
Mililär, giteratur-Feilung Nr. 16, 1895: „Er (Verfasser) 
will den Lesern kein wissenschaftliches oder fachmännisches 
Werk vorlegen, glaubt aber doch, ihnen ein anschauliches 
Bild von der geographischen, politischen und wirthschaft- 
lichen Lage des Schutzgebietes geben zu konnen. Diesen 
Zweck erfüllt das Buch vollständig.“ 
Hipziger Zeilung Nr. 277 vom 28. November 1895: 
„. Mir sind der Maiicht= daß der Eindruck, welchen 
die Steppe auf den Beobachter macht, nirgends 
besser als von Bülow geschilvert worden ist, es sind 
kleine Kabinetsstücke, welche sehr hübsch abgetönt 
sind. 
Hänipserger Allencine. Jeitung Nr. 545 vom 20. No- 
vember 1895: Werk wird vermöge seiner 
bonber und —i'i# Vorzähe dauernd eines 
gelesensten unserer Koloniallitteratur breibene 
Exlra-Felleisen des Würktarzer Stadt, und Landboten 
Nr. 149 vom 12. Dezember 1895: „. Allen Kolonial= 
sreunden, Allen, welche sich für senbe Länder und das 
Leben und Treiben in diesen interessiren, wird das 
gut geschriebene und viel umfassende Buch ins- 
besondere eine empfehlenswerthe und willkom 
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via Antwerpen nach Marocco, den Canar. Inseln, Gorée, Dakar, Rufisque, Sierra 
Leone und Sherbro. 
Am 20. Dezember: P. D. „Hedwig Woermann“, Capt. Henneberg, 
nach Conakry, Monrovia, der Goldküste, Togo, Whydah und Kotonou. 
Am 31. Dezember: P. D „Kurt Woermann“, Capt. Fastert, 
nach Teneriffe, Las Palmas, Gorée, Liberia und den Häfen der Südwestküste Alrikas 
von Landana bis Loanda. 
Atlle Gdter milssen um Tage vor dem dbganpysdattm bis 12 Uhr mittags Mnasseite sein. 
Näheres wegen Fracht und Passage ertheilt in Hamburg die Woermann-Linie, sowie der Schiffemakler 
August Bolten, Wm. Miller's Nachfolger. Admirnlitätstrasse 33/34, und wegen Denutsch-Südwestafrika die 
Herren L. F. Mathies &amp; Co., Grimm 27. 12 
  
Deutsche Ost- Afrika-Linie. 
Vermehrte Fahrten. Dreiwöchentlicher Betrieb. 
Regelmäüssige Postdampfer - Verbindung 
unter Vertrag mit dem Deutschen Relche 
ZzZwischen 
Hamburg, Ostafrika und Transvaal 
Amsterdam, Lissabon und Neunpel anlaulend. 
  
Die nächsten fahrplanmässigen Expeditionen finden statt: ub Unmburg ab Neupel 
E. P. D. „KOENIG“ (Doppelschrauben), Capt. Doherr 25. November, 9. Dezember, 
R. P. D. „GCENERAL“, Capt. Gaue 16. Dezember, 30. Dezember, 
R. P. D. „HERZOG“ (Doppelschrauben), Capt. v. Issendorlf, 6. Januar, 20. Januanr. 
R. P. D. „ADMIRAL“, Capt. Weett 27. Januar, 0. Februnr, 
nach Tanga, Dar-es-Salám, Sansibar, Mozambique, Beira, Delagoa-Bai und Natal. 
Diese Dampfer nehmen auch Passagiere und Waaren nach 
Pangani, Saadani, Bagamoyo, Kilwa, Lindi, Mikindani, Ibo, Quelimane, Chinde, 
Inhambane, Mombassa und Lamu. 
Ferner regelmässig alle sechs Wochen Postdampfer ums Kap der gi#cten Hohrieng 
direkt nach Durban, Delagoa-Bai, Mes#nga, Nossi Bé. 
--aüächste Expedition: P. D. „KAISER“, Capt. Stahl, 31. Janunr 1897. — 
Die Dampfer Laben vorzgliche Elnzrichtungen M# Pussaotere in allen Klassen. 
Ferner zwischen Ostafrika und Bombay regelmässig alle drei Wochen im Anschluss 
an die Hauptdampfer. 
Näheres ertheilt in Hamburg: (20) 
wegen Passage die Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Aktien-Gesellschaft, 
sowie wegen Fracht und Passage die 
Deutsche Oet-Afrika - Linie, 
r. Reichenstrasse 25/27. 
  
  
* Verantwortlicher Redakteur für den nichtamtlichen Theil: O. Mertin at, Verlin. 
Druck und Verlag der Königlichen Hofbuchbandlung und Hofbuchdruckerei von E. S. Mittler &amp; Sohn, Verlin S8W 12, Kochstroße 66—71. 
Ausgegeben am 1. Dezember 1896 um 6 Uhr nachmittags.
        <pb n="845" />
        Deutsches Kolonialblatt. 
Amtsblatt für die Schutzgebiete des Deutschen Reichs. 
Herausgegeben in der Kolonial. 
blheiluug des Auswärligen Amis. 
  
  
VII. Jahrgang. PHerlin, 15. Dezember 1896. Uummer 24. 
Diese Zeitschrift Sheigt in der Regel am I. umnd 15. S M#nar-- Derielben werden als s die u eumal vigrteliahrlih 
rie ienen zi ttheilungen von Fo rolsendon und Golchrten aus den doutschen Schu horausge on Dr. Freih 
. Mr vierteljährliche Surprniewoer für das Kolonialblatt mit den suthlcn aqt beim Bekue Leo B— e Pojt und dee 
zungesn Ml. 3.—, direkt unter Stro n## urch die Ver- rlagsbuchhandlung Mt. D S#dl d und Oester eich. Ungarn, Ml. 3.75 für 
die Länder —. Ein Sesnnh bart Anfragen sind 
Weltpo ostvercin ins. 
(Ei 
un ꝛ Sohn, Verlin SW 12, Kochstrase 68—71, zu richten. 
an 
ie Koni ie Honchha ndlung von Er 1 Sießfried Mittler 
ngetragen in der — Preisliste für 1897 — Nr. 197 
  
Inha alt: Amtlicher Tteit: 
truppen in Afrila S. 768 k der im Kalende 
nach dort eingeführten Waarenmengen S. 763. — Verth 
Ostafrika am 31. Oktober 1896 S. 764. — Personalien 
Nichtamtlicher Theil: 
führer Ramsay aus Udjidji . . 
und die Begründung einer Station in Sann S. 773 
Garten in Victoria S. 775. Togo: Misssenschaftli 
Missionen und der Antisklaverei-Bewegn 
und die allgemeine Lage im Britisch= Earalchrikkh. Protel 
für den westlichen Stillen Ocean S. 786. — Expedit 
Ueber das Straußenzuchtunternehmen in iben am 
bewegungen S. 790. — Ferlehrs- Nachrichten S 
W Verordnung, betressend Leltenge: Vorschrift für die Kaiserlichen Schutz= 
rjahre 1895 aus dem Schutzgebiet Togo ausgeführten bezw. 
eilungsplan der Schutztruppe und Landespolizei von Deutsch- 
S. 765. 
Personal-Rachrichten S. 765. — Deutsch-Ostafrika: Berichte vom Kompagnie- 
7 om Kilimandie 
aro S. 773. — Ueber einen Zug nach der Landschaft Uhehe 
zrerun: eber die Faserpilanten im botanischen 
iche Sendungen 782. Au B der 
S. 782. — Aus fremden d Ueber den Handel 
torat S. 784. — Verordnung des britischen Oberkommissars 
on Hourst S. 786. Verschiedene Mitthei gung z 
Kimanbiaro S. v67. — Alleratur S. 787. — Schiffs 
  
790. — Anzeig 
Amtlicher Theil. 
Gesehke; Perordnungen der Reichsbehörden. 
R’i Ihren Vortrag genehmige Ich die anl 
truppen in Afrika. 
truppe für Deutsch-Ostafrika, die vorläufige Bekleidungs- 
iegende?) Bekleidungs- Vorschrift für Meine Schutz- 
Gleichzeitig treten die Bekleidungs- Bestimmungen vom 4. Juni 1891 für die Schutz= 
Vorschrift für die Schutztruppe für Südwestafrika vom 
2. August 1894 sowie alle entgegenstehenden Festsetzungen über die Uniformirung der Schutztruppe außer Kraft. 
Den Reichskanzler ermächtige Ich zu Abänderungen und Ergänzungen, welche nicht von grund- 
sätzlicher #eraung sind. 
Neues Palais, den 19. November 1896. 
8.) 
An den Reichskanzler. 
(Lez.) Wilhelm I. R. 
(ggez.) Fürst zu Hohenlohe. 
Statistik der im Kalenderjahre 1895 aus dem Schutzgebiet Togo anusgeführten 
bezw. nach dort eingeführten Waarenmengen. 
  
  
  
A. Ausfuhr aus Togo. 
- » «-.3«-- Werth 
Bezeichnung der Waaren Kilogramm Liter n Stück 
a Mark 
Palmkerne 9.022 174 — 1 652 769 
Palmö — 2 901 731 — 1084 307 
Gumm 67 498 — 306 123 
Elfenbein 374 — — 3 979 
Felle — — 168 602 
Kaffee 305 — — 474 
Kopra 850 — — 187 
Ebenholz 258 — — 24 
Zusammen Mk.] 3048 465 
  
Gesammtwerth der er Ausfuhr im Jahre 183 
mithin 
*) Die Bekleidungs-Vorschrift lag der Nr. 23 des 
  
Mk. 2894 393 
3048 465 
1895 mehr 
Kolonialblattes bei. 
Mk. 154 072
        <pb n="846" />
        — 764 — 
b. Einfuhr nach Togo. 
  
  
  
    
   
   
  
  
   
  
  
  
l 
Bezeichnung der Waaren ailogramn Liter Meter Stück Verth 
. 
1 
68 885 — « — j — 64 410 
. 1876 — Z — — 5722 
. 231 526 — — — 628 962 
473 — — — 6593 
. 5980 — ; — — 23 616 
.... 11055 — — — 3223 
aller Art. — 1134 482 — — 661 048 
.wh ... — 42042 — — 37957 
. HHH3 — 32214 — — 508 
und sonstige Verzehrungsgegenstände 157 837 — — — 110 991 
.. .... 134 441 — — — 186 569 
726 801 — 1 — — 36 
— — — 5704 54 470 
10 068 — — 3 — 16 495 
9 988 — — i —- 4321 
. . 106 160 — — « — 64211 
aus unedlem Metall. 20 506 — — — 21824 
Metall 6 ke 600. — — — 400 
.... 23 55 — — — 5678 
816 689. — — — 164 684 
2493 — — — 11218 
1211 — — — 8499 
868 — — — 
1216 — — — 3694 
244 — — — 618 
22 8607v. — — — 29394 
48 064 — — — 13 244 
2 426 — — — 13 410 
250 770 — — — 800 
28 639 — — — 3 660 
7796 — — -—- 7079 
46 591 — — — 13 731 
26 985 — — — 20 435 
30 156 — — — 31 623 
....... 28629. — — — 1833 
....... 1146 — — — 2215 
Landbaues 35 190 — — — 7 086 
...... 265 — — 118 466 
— — 1 — « 16 10 128 
Zusammen Mk. 2363 822 
Der Werth der eingeführten Waaren betrug im Jahre 189344 . . . . Ml. 2240642 
- - - - - - 1895 2353 322 
also 1895 mehr . Mk. 112 680 
  
Vertheilungsplan der Schutztruppe und Landespolizei 
Aumerkung: k hinter dem Namen = krank, c hinter dem Namen — kommandirt, 
  
  
  
Nr. 2 Ob 
derGarnison- om- Ober- KomP Lieu- * Ober- Aerzte Ober- Feldwebel Ser- Unter- 
Kom- ort deur führer nrer- tenants ärzte 7# aa- Fur geanten offiziere 
qagnie führer 5S aspiranten werker 
I. Schutztruppe. 
— v. Langheld“v. Beringe Gaert-Dr. 8 Kieferle Engel- — Benkewitz! Ritter # 
Natz.] Fischere ESpoebache mner! Bludau hardt Meusere 
Stab [Darszes-Saläm mer Passavants Dr. uhl* 8 
—
        <pb n="847" />
        — 765 
Perspnalien. 
Seine Majestät der Kaiser haben Allergnädigst geruht, an Stelle des unter Belassung des Ranges 
eines Raths erster Klasse in den einstweiligen Ruhestand versetzten bisherigen Gouverneurs von Deutsch- 
Ostafrika, Majors à la suite der Armee Dr. v. Wissmann den Obersten und Kommandeur des Grenadier- 
Regiments Prinz Carl von Preußen (2. Brandenburgisches) Nr. 12 Liebert zum Gouverneur von 
Deutsch-Ostafrika zu ernennen. 
Seine Majestät der Kaiser haben Allergnädi 
Seiß den Charakter als Kaiserlicher Regierungsrath 
cst geruht, dem Kanzler von Kamerun Dr. Theodor 
zu verleihen. 
» Dem Premierlieutenant Schlobach in der Koaiserlichen Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika ist der 
Königliche Kronen-Orden vierter Klasse verliehen worden. 
  
VVVVVVVVVVVVVVVYVVVYTYVYVTYVTYVYVYVYTYVVYVVYTYTYTYTYVYVVVVTYVVYVVVVVYVVVYVVTYVVVVVVVVVYTVVVVVV7YTY 
Nichtamtlicher Theil. 
Perspnal-Zachrichten. 
Deutsch-Ostafrika. 
Der kommissarische Bezirksamtmann v. Elpons, 
der Gewerbelehrer E. Kuhn und der Zollamts- 
assistent 1. Klasse Michels sind im September in 
Dar-es-Saläm eingetroffen. . 
Der Königlich bayerische Rechtspraktikant Ziegler 
ist zur Verwendung als kommissarischer Bezirksrichter 
dem Kaiserlichen Gouvernement überwiesen worden 
und tritt demnächst die Reise nach Dar-es-Saläm an. 
  
Der in den Dienst des Kaiserlichen Gouverne- 
ments getretene Civilsupernumerar Geiseler hat die 
Reise nach Dar-es-Saläm angetreten. 
Ramerun. 
Der dem Kaiserlichen Gouvernement zur Beschäf- 
tigung überwiesene Gerichtsassessor Glahn ist am 
27. Oktober in Kamerun eingetroffen. 
Der Premierlientenant v. Brauchitsch hat Ende 
Oktober die Leitung der Station Edea und die Ge- 
schäste als Bezirksamtmann für den Sannagabezirk 
wieder übernommen. 
Der in den Dienst des Kaiserlichen Gouverne-= 
ments getretene Schlosser Püschel ist nach Kamerun 
abgereist. 
Lüdwestafrika. 
Der Vorsteher der Bergbehörde Bergreferendar 
Duft ist mit Urlaub in Berlin eingetroffen. 
Marsball Inseln. 
Dem Sekretär Senfft ist die etatsmäßige Stelle 
des Sekretärs der Kaiserlichen Landeshauptmannschaft 
in Jaluit übertragen worden. 
Der Vorsteher des Bezirksamtes Naurn Jung 
ist von einer Urlaubsreise auf seinem Posten wieder 
eingetroffen. 
von Deutsch-Ostafrika am 31. Oktober 1896. 
  
  
  
hinter dem Namen und bei den Ziffern = siehe Bemerkungen. 
  
  
  
  
Armirung 
  
Bemerkungen 
  
  
  
· is- 6 7 — 
3 313 arbige 
Ober- Lazareth- Etats- 3 7 l –½ —— 
lazareth- maäßige 3512517— ch Askaris 
gehülfen itejeffendis Ehar 
gehülfen Schreibers 6 gen regu= irre- 
. S lläre guläre 
I. Schutztruppe. 
Weidner Keewal Feldwebell — Nickll? — — — 
iolland Apelt 
Unteroffiz 
Triebel x 
Oberlazar, 1) "„ 
Geh. T 
Sieler " 
  
  
  
  
  
  
  
1 Bootskanone 8 cm 
5 Revolverkanonen 
3,7 em. 
1 Schnellladekanone 
· ,cm 
41tal.Betggeschütze 
,cm 
4 Maschinengewehre 
8 mm 
  
* Kompagnieführer Langheld ist 
nach Labora versetzt 
davon 2 an die Floklille abgegeben 
* Dr. Uhl ist zur 11. Kompagn 
versetzt
        <pb n="848" />
        Nr. 
v 
1 
1 
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3 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
1 
. . —M V 
der Garnison-Kom-Ober-Kom- Lieus Ober- JZahl= Ober Ser- Unter- 
obr man- pagnie- E. Aerzte meister= seuer= Feldwebel 3 
Kom- ort deur führer » tenantözarzte z, « geanten offiziere 
pagnie führer S Z asp werker 
Moschi — — NSohannes Merker—— Dr. EggelllKörner 1— — Bartscher — 
1. Kisuani — — — v. Stuemer — — — — — — — Reisewitz 
Marangu — — — — —— — — —- — Lembcke — — 
ier- Stephan 
2. Irenga — — Prince — Z5 * Stier= — Winkler — Spiegel — Hammer= 
8 meister 
Auf dem ronck 1 Langen- 
3. Marsche nach — — — FVMW —— — — — — — kemperBuchner 
Irenga oritz 
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Kilimatinde — — — Stadt-—-— Dr. Rein- — Tröger Krauß# Merkl Witlowski 
4 barrr o n 
· .- Skiba 
Mpapua — — — Glauning— — — — — — — — Schüt 
Perondo — — — v. Stocki— — — — — — — 
Auf Expedition — —iiisem– — — — — — — — 
ühehe — — v. Kleist" 
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norren. « « .«« 
«,,.,» — — — T4oyr — — — Pannewih] Knaust 
pleil r. Simon Görn Richter Aus#mann 
v. Trotha 
Lachen- 
6. Kilwa — — — Kuhlmann— — Ollwig — — — — Liebhardt] mair 
Herdecke 
l - . Dr. Dorner 
7 Pangani — — — Brosig — Schreber- — — — Freytag Lemke 
indi — — Engelhardt — — Jahn 
6. Lindi — Albinus — JUr. Verg — Sommer Linge 
.... . J —— .. Eritz - — Ullmann 
9. Udjidji — — Namsay] Fonck II Hösemann Fritsch Köhler Müller 
10. Tabora — — — Jany—— Dr. — 8Jost — Markgraf — Matz 
Drewes Wulff 
Bukoba — — Herrmann Kollmann — Zupia — Körner L — — Salomon Peschke 
11. ————— — – sll2l“--1· — — — — — — 
— — — MWulsenll. — — — — — Wasie= Schlee 
Muanza v. Mulssen lewski Hoffmann 
Graf 2 
12. Kilossa — — — Fuzgek —- Hossk- — — — — Kersten 
v. Glött oe 
DAuf Expedition Trolha — — — —— — — — — Kamp — — 
Zusammen 1 1 6 24 111 13 1 7 1 7 13 25
        <pb n="849" />
        767 
  
  
  
  
  
  
  
    
   
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
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Farbige 
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kazatetspWDNmäßigeZEZEZ Chor-Agnus Armirung Bemerkungen 
Ngehülfen F6ffendi «.,-, 
eh ber 52153 regu= irre- 
gehülfen Schrei ** zen läre guläre! Art. Depot: 
1BerggeschutzG, 5ems * das Bergge 
» schütz wird zur Küst 
— Handfest — 1 5 93. 11 Sintiede lanone 2 b z S 
qJJNN „ — 
mann —. 
Schnellladekanone 
— — — — ä 1 20 3,7 em 
1 ital. Berggeschüß 
zri — — — — — 1 5 106 ‚7 em 
Prinage 1 Maschinengewehr mm 
1 Maschinengewehr 
— Schuster — — — 15— 1 8 122 — 8 mm . 
üal- .. » 
III.fp... — — 
* — F 1 Maschinengewehr 8mn Prre νν d- ) 
— 1 Schnellladekanone 
Wiest — — — — 5 44 11 „7 cm 
T&amp; 1 Nordenfeltgeschütz 
– – – – –qQ 1 — 5 39 2 — rEs———2 mit Besahnng 
. .« — — 
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— — * tv. Al 
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51 6 f J · Altachirie· 
vo n der Komp. — z Chaig. l L 
Scharfen- — 6 2 45 7 — 1 — * 
— berger — 2 1 3 30 37 *x .1..-· 
Zusammen 3 En- 5 Vu 
i .·«.· .. 
— Eisen — — —— 1 8 9 — 3 leichte Peggeschut. 
Osfen= * 2 Chargen, 26 Mann bei de 
wlerr — — 1 4 57 25 — 5. Komp. Dar-es-Saläm 
. 32 leichte Feldgeschütze s* 1 Mann bei der 5. Kompagn 
— drigte— — —11 8 109 3 K73 Dar-es-Saläm « 
— Pfeusser — — 5— 8 115 10 — 
1 Schnellladekanone 
imer — —. — * ·- — ,cm 1 Lhat e bei der 5. Kompagr 
— Aimer — 6 113 1 Schnellladekanone Dar- * -Salat # 
4,7 cm 
1 Maschinengewehr « leelll wegen Krankheit 
Jurock* Näwy — — — 151 — 4 9r7 1 21 8 mm " Oba b 46 v f#ssgleichen 
hujs Mdnne 
1 Schnellladekanone * Uffiz. Soffmann zwecks Urlau 
– Herckert – — — 517 51n 17 3,7 em antruͤts zur Kuͤste beordert 
1 Schnellladekanone 
&amp;+C„ 5 43“ — 47 em * 2 Mann bei der 5. Kompag 
— — — — 1 Naschinengewehrr Dar-es-Saläm 
rlits*’h 
Sauer 2 — 
*. — — brey 57 2 51 — 
5 12 3 — I 2589313651141 36
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        768 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
—12- 
Kom- Kom- . — Zahl= Ober- 
. Ob Lieun Ober- Ser- Unter- 
Garnisonort man- Aührer bagnie- 7* 7 är. 9 Aerzte meister euer- Feldwebel eanten un * 
deur h führer e 5 z aspiranten werker 1#—r 
II. Landespolizei. 
Tanga. — — — — —-— — — — — — Feldmann— 
Nasinde — — — —1 —— — — —- — HenkschecJaenle — 
Bangani — — — — — — — — — — — Grimm 
zaadani — — — — —— — — — — — — — Petrowitz 
zagamoyo. — — Leue — —— — —- — — Krause — — 
dar-es--Saläme. — — — — — — — — — — Mutter — — 
isali — — —- — —— — — — — — — Bittner 
lilwa — — Fi — — — — — — — — — Pfendtner 
LOonde — — — — — — —- — — — Lustig — 
indi — — — — — — — — — — — — 
Likindani — — — — — — — — — — — — Hopp 
angenburg — — — — ——1)k.Meyer— — — Haegele — — 
Zusammen — — 2 — —— 1 — — — r 4 3 5 
III. Beurlaubt nach Europa. 
Scherner Charisius Dr. Stamm WallnerFrahm 
— — — JPodlech p. Grawert— Schwe- — — eppe — Henschke — 
Fromm v. d. Mar- singer Kuhnen Kayser 
witz Zicken- 
v. Wiss- draht 
mann 
Zusammen — — 3 4 — 1 — — 4 — 3 1 — 
Kommandirt. 
— — — Fischer, Charisius—— — —Kuhnen — — Meuser Ritter 
Berlin rlum nugW zum An Gilken n. zum Art. 
— Kosenbn. wät ernnt Kommando Depot 
Schlobach Abtheilung 
Eisenbahn · 
Kommando 
Krank. 
Rekapitulation. 
I. Schutztruppe. 1 6 24 1 1 3 1 7 1 7 13 25 
I. Landespolizei . — — 2 — — — 1 — — — 4 3 5 
I. Beurlaubt .-— — 3. 4 —I 1 — — 4 —. 3 1 — 
— 1 Mn 238 1—.p.pÖö&amp;.NQ-([[[ ½
        <pb n="851" />
        — 769 — 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
8 8 
2* S 8 J b « 
Ober- Lazareth- Etats- 8 72 2 9| arbige 
lazareth= mäßige 2 e Askaris Armirung Bemerk 
« . L g-- -Clar- . ungen 
gehülfen gehüssen Schrebe FHffend ham regu= irre- 
— 6 läre guläre 
II. Landespolizei. 
Loegel E — — 3 49 Kleichte Ieeeschute 
. 
— — — ———— — 15 — — 
— 5 — 4 Bootskanonen 
J — — ——— 1 22 8 cm 
l -. un 
— — — — — 1 1 18 12 leichte d geschnbe 
3 leichte Feldgeschü ——— — 
— Häcker — — — 5 39 — ich i- schütze 
| 4 leichte Feldgeschütze 
— — — — — — 1 2 58. — K/73 
1 1 Revolverkanone 3,7m 
—— — —— — — 
— — — — ——— 5 39 — — 
— — — — — U — — 14 — — 
T — — — ——— 1 11 — — 
| 2 leichte Feldgeschütze 
Voellner — — — — HII - — 
1 26 K/73 
— Schmaus — — —— 4 45 50 — 
2 2 — ———22434550 20 — — 
III. Beurlaubt nach Europa. 
Werner Oberlaza- Unruh s 
— Schirple #ethgehülfe —4 ——— — — — — 
Herbsleb 
2 1 — l—— — — — — 
Kommandirt. 
Krank. 
Rekapitulation. 
5 12 I — 2 5 8 93 1365 141 36 
2 2 — — —— 2 50 20 
—1 2 1 [□— 1 1— — — — 1 — 
7 I 16 4 — 9 5 1 10 117/1710 191 1 56
        <pb n="852" />
        770 
Nachrichten aus den deulschen Schukgebieten. 
Deulsch · Pstafrika. 
Vom Rompagnieführer Ramsayh sind aus Udjidiji 
folgende Berichte über seine Ankunft am Tanganyika 
und seine Bereisung des Nordostufers des Tanganyika 
eingegangen: 
Udjidji, den 1. August 1896. 
Wie ich schon früher meldete, bin ich mit der 
Udüdjiexpedition nach 3½ monatlichem Marsch am 
8. Mai hier eingetroffen. 
Der sehr alte, leider blinde Wali Msabah ben 
Yem, ein uns unbedingt ergebener, seit etwa 
30 Jahren hier wohnender Araber, der die hiesigen 
Verhältnisse und Land und Leute um den Tan- 
ganyika herum besser kennt als irgend ein Anderer 
und zu dem die Eingeborenen großes Zutrauen 
haben, hatte zwei geräumige ganz gut erhaltene 
Temben, die dem bisherigen Wali von Kambambarre 
(Manyema) gehören, bereit gehalten, so daß die 
Europäer der Expedition gleich Unterkunft fanden. 
Auch die Soldaten konnten leidlich untergebracht 
werden. Beide Temben, die nach arabischer Manier 
innen fast ganz dunkel sind, sind inzwischen um- 
gebaut und durch Einsetzen von mehreren Fenstern 
und Thüren zu leidlichen Wohnungen und Magazinen 
hergerichtet worden. 
Der in Angriff genommene Neubau einer ordent- 
lichen massiven Station schreitet gut vorwärts, da 
ich hier eine Anzahl brauchbarer Maurer und 
Zimmerleute engagiren konnte und ganz in der 
Nähe der Station ein Sandsteinlager gefunden habe, 
das hier Niemandem bekannt war und das uns jetzt 
dic schönsten Bausteine liefert. 
Kalksteine habe ich in der nächsten Umgebung 
noch nicht finden können; aus den in großer Menge 
am Strande liegenden Muscheln wird etwas Kalk 
gebrannt, der zum Verputzen benutzt wird. Sehr 
störend ist der gänzliche Mangel von guten Bau- 
hölzern in der Nähe der Stadt; dieselben müssen 
sehr weit mit Dhaus geholt werden. 
Die unter dem Namen „Udjidji“ bekannte Stadt 
mit ihrer 30= bis 40 jährigen arabischen Kultur und 
der riesige Tanganyika mit seiner Meeresbrandung 
machen einen großartigen Eindruck, der reichlich ent- 
schädigt für die vielen Mühen und Strapazen der 
langen Reise. Das fortwährende Bransen und 
Rauschen des Sees und die vielen Fruchtbäume, die 
von den Arabern hierher verpflanzt sind (Mango, 
Citronen, Baummelonen, Dattelpalmen, Granatapfel, 
Topetope ꝛc.), können es einen vergessen lassen, daß 
man sich im Herzen von Afrika befindet. Die 
Kokosnußpalme wird hier durch zahlreiche Oelpalmen 
vertreten; hier am Ort giebt es zwei Kokosnuß- 
palmen, die recht gut gedeihen. — Eine Stadt 
„Ujidii“ giebt es eigentlich nicht, die so bezeichnele 
Stadt besteht aus den zusammenhängenden Orten: 
Kassimbo, welches auf dem der eigentlichen Stadt 
östlich vorgelagerten Höhenzuge liegt und der ge- 
sundeste Theil zu sein scheint, Bogogwa, Kawele, 
Ungoi, wo sich der Markt befindet, Rugunga, Utarec, 
Kascho und Urega. In diesen zerstreut liegen die 
sogenannten „Campi“ der Araber und Küstenleute: 
der Wali wohnt in dem höher gelegenen Kassimbo, 
in dem auch die Station gebaut wird. Die ganze 
Stadt hat eine kolossale Ausdehnung und mindestens 
so viel Einwohner wie Tabora; wenn Letzeres zu- 
nächst bevölkerter erscheint, so liegt es daran, daß 
dort fast immer sehr viele Träger versammelt sind 
und die Stadt belebt machen. Die nächste Um- 
gebung von Udjidji ist wie diese ganze Landschaft 
außerordentlich stark bevölkert. 
Durch das Fallen des Tanganyika ist zwischen 
der Stadt und dem See eine mehrere Hundert Meter 
breite Sandebene (buga) entstanden, die der Station 
als Exerzirplatz dient; das spärliche Gras derselben 
dient fast dem gesammten Viehbestande von Udjidji 
als Weide. Der See fällt seit zwei Jahren nicht 
mehr, einige ganz besonders scharf sehende Leute 
wollen sogar eine kleine Steigung bemerkt haben. 
Die durch die Zeitungen gehende Notiz, daß 
Udjidji den Eindruck einer großen Ruinc macht, ist 
durchaus unzutreffend; es giebt hier nicht mehr und 
nicht weniger Nuiuen als in jeder anderen großen 
Stadt Afrikas. Die sehr große Tembe des Mohammed 
ben Chalfan-Rumaliza ist infolge der Faulheit seiner 
hiesigen Vertreter allerdings ctwas in Verfall ge- 
rathen; trotzdem wohnt jetzt fast die halbe Kom- 
pagnie in ihr und sie ist mit geringer Mühe wieder 
in guten Stand zu setzen. Die große Dhau Ruma- 
lizas, in der 400 bis 500 Menschen Platz hatten, 
ist von der Brandung in Trümmer geschlagen 
worden, weil sich keiner von seinen Leuten darum 
bekümmert hat. 
Welche Macht und welchen kolossalen Einfluß 
dieser Rumaliza hier gehabt hat, davon machen sich 
gewiß diejenigen, die den schmächtig und eigentlich 
schwächlich aussehenden Araber mit den kleinen 
schönen Händen und Füßen an der Küste kennen 
lernen, keinen Begriff. Trotzdem er seinen Namen 
in weiten Gebieten zu einem gefürchteten gemacht 
und großes Unheil angerichtet hat, ist er im Allge- 
meinen hier doch sehr beliebt. Ihm würden, falls 
er hierher zurückkommen sollte, alle seine alten Leute, 
das sind Tausende, wieder zuströmen. Recht beur- 
theilen können nur diejenigen die Macht dieser 
Araber, die Tippu Tip und ähnliche Leute in ihrer 
Glanzperiode im Innern kennen gelernt haben. 
Die Bevölkerung der Stadt besteht, abgesehen 
von den eingeborenen Wadjidji, aus Angehörigen 
aller afrikanischen Stämme. Es ist eine ziemlich
        <pb n="853" />
        — 771 — 
rohe und wüste Gesellschast, die noch nicht ganz die 
Zeiten, in denen der Sklavenhandel hier im höchsten 
Schwunge war und ebenso wie der früher sehr be- 
deutende Elfenbeinhandel große Verdienste abwarf, 
vergessen kann. Sie werden sich allmählich auch an 
Zucht und Ordnung gewöhnen müssen. Die Polizei- 
abtheilung muß deshalb und auch der großen Aus- 
dehnung der Stadt wegen eine starke sein. 
Die Araber und die anderen Händler in Udjidji 
sowie die Eingeborenen haben die endliche Begrün- 
dung einer deutschen Station am Tanganyika mit 
Freuden begrüßt, weil sie nun ein Wiederaufblühen 
des Handels erwarten. 
Die Belgier haben zur Zeit drei Stationen am 
Tanganyika. Mtoa ist die Hauptstation und besetzt 
mit vier Europäern und etwa 100 Soldaten. Im 
Süden haben sie die Station Mpusto, wo ein Euro- 
päer mit wenigen Soldaten ist. Die dritte Station 
ist am Nordende des Tanganyika, in Uvira, ganz in 
der Nähe unserer Grenze; die Station ist besetzt mit 
zwei Europäern und 100 Mann und heißt Unjam- 
njanda oder Luwenga; detachirt von hier ist ein 
Posten von 7 Mann an der Lussisifähre. 
Ich bin dabei, die zerstreut wohnenden Wabwari, 
die mir wesentlich intelligenter und bildungsfähiger 
zu sein scheinen als die Wadjidji und Warundi und 
aus denen sich vielleicht tüchtige Soldaten machen 
lassen, zu sammeln und hier in der Nähe der Station 
anzusiedeln. 
Alle Sultane und Häuptlinge, mit denen ich 
durch Boten oder sonst welche Gelegenheit habe in 
Berührung zu treten, sind entweder selbst hergekommen 
oder haben Abgesandte hergeschickt. Aus allen Theilen 
des sehr stark bevölkerten Urundi, aus der ganzen 
Landschaft Udjidji, aus Uvinsa, aus Ukaranga, selbst 
aus einzelnen Theilen von Uha sind Gesandtschaften 
mit zum Theil ansehnlichen Elfenbeingeschenken hier 
gewesen. 
Ganz ablehnend verhalten sich nur die beiden 
Sultane Mtan und Luassa. Ersterer wohnt in 
Uvinsa, am Malagarassi und an dessen rechtem Neben- 
fluß Rutschugi, Letzterer wohnt in dem an Udjidji# 
grenzenden Theil von Uha. Beide sind berüchtigte 
und gefürchtete Straßenräuber, deren Rugarnga llei- 
nere und unbewaffnete Karawanen übersallen und 
ausplündern. Ich habe Beiden noch drei Monate 
Bedenkzeit gegeben und werde dann, falls sie auf 
ihrer Weigerung, sich zu unterwerfen, beharren 
sollten, ihre Bestrafung vornehmen. Beide haben 
nur geringen Anhang; wahrscheinlich hält nur ihr 
böses Gewissen und ihre Furcht sie ab, hier zu 
erscheinen; man muß mit diesen Leuten etwas Ge- 
duld haben. » 
Die französischen Missionare führen Klagen über 
einige Watonguesultane. 
Der Handel von Udjidji ist gegen früher er— 
heblich zurückgegangen; der Sklavenhandel hat ganz 
aufgehört und der Elfenbeinhandel liegt danieder, 
  
seitdem die Belgier die Elfenbeinausfuhr aus ihrem 
Gebiet nach dem deutschen Gebiet nach Möglichkeit 
zu verhindern suchen. 
Manyema und Uvira sind die beiden Haupt- 
elsenbeingebiete; während in Manyema fast nur 
Stoffe (Salz) zum Elfenbeinhandel gebraucht werden, 
sind im Norden des Tanganyika (Uvira, Usige, 
Nordurundi) nur kleine rothe Perlen (simsim) ver- 
käuflich, etwas Kupfer und Messingdraht. 
Der zweite und außerordentlich wichtige Handels- 
artikel ist das weit und breit berühmte Salz aus 
Uvinsa. Von hier wird fast ganz Manyema, die 
ganze West-, Nord= und Ostlüste des Tanganyika, 
ganz Urundi, ganz Uha, Uvinsa, Ukaranga, Utongue, 
Ufipa, Uniamwesi bis Tabora hin mit Salz ver- 
sorgt. Das Salz wird aus Salzquellen am Rut- 
schugi kurz vor seiner Einmündung in den Mala- 
garassi und an diesem selbst als fast reines Kochsalz 
gewonnen. Die Angaben über die jährlich ge- 
wonnenen Salzmengen gehen weit auseinander; die 
Angaben der intelligenteren Leute schwanken zwischen 
10 000, 50 000, 100 000, 500 000 vihiga;, b. h. 
Lasten von 25 bis 30 Pfund. Jedenfalls sind es 
ganz ungeheure Mengen. In der Trockenzeit, vom 
Juni bis zum Anfang der Regenzeit (November) 
strömen an dem Rutschugi Tausende von Menschen 
aus allen Himmelsrichtungen zusammen, um Salz 
zu kochen; in der Regenzeit, wenn der Rutschugi 
steigt, stehen die Salzquellen unter Wasser. Bis 
jetzt erhoben drei Sultane abwechselnd — jeder 
zwei Jahre — einen Salzzoll von den Eingeborenen. 
In der Annahme, daß dem Boden entstammende 
Reichthümer Eigenthum des Staates sind, und um 
dem Staat Einnahmen zu schaffen, habe ich im 
Namen des Gouvernements von den Salzquellen 
Besitz genommen und dort den Feldwebel Köhler 
mit 20 Askaris stationirt. Er hat den Befehl 
erhalten, für das Gonvernement eine Salzsteuer zu 
erheben. 
Wenn vielleicht in diesem Jahre die Salz- 
gewinnung nicht die gleich große sein wird wie 
sonst, so liegt das an der Furcht und dem Miß- 
trauen der Eingeborenen vor Neueinrichtungen und 
vor der Station. Die Salzkocher werden sich aber 
bei richtiger und vorsichtiger Behandlung, die ich 
dem Feldwebel vor allen Dingen zur Pflicht gemacht 
habe, bald daran gewöhnen, die Steuer an die 
Station abzuliefern, zumal sie bisher die gleiche 
Steuer an die Sultane haben abliefern müssen. 
Ich hoffe, daß durch diese Einrichtung dem 
Gonvernement ein sehr bedeutender Nußen erwachsen 
wird. Die ungefähre Höhe der Einnahmen wird 
erst nach der Salzkampagne, wenn ich mich so aus- 
drücken darf, zu schätzen sein. Der Vortheil wird 
noch erheblich größer, wenn es gelingt, das Salz 
den Malagarassi abwärts nach hier zu transportiren; 
ich hoffe dann auch für Udjidji einen lebhaften
        <pb n="854" />
        — 772 
Handelsverkehr; alle Händler müßten dann ihr Salz 
von hier holen. 
Eine regelmäßige Postverbindung mit Tabora, 
monatlich zweimal, ist wie befohlen 
worden. Da die Straße durch das Gebiet des 
unbotmäßigen Sultans Mtan noch nicht sicher ist, 
gehen jetzt immer vier bewaffnete Postboten zu- 
sammen. 
eingerichtet 
Sie erhalten als Lohn für Hin= und 
Rückmarsch je ein Gora Gamti = 7 Rupien und 
Wegzehrung (Poscho). 
Der Gesundheitszustand ist ein sehr wenig be- 
friedigender; die Europäer und Askari haben viele und 
heftige Fieber, was bei einem Neubau nicht anders zu 
erwarten ist. Inwieweit die örtlichen Verhältnisse dabei 
in Frage kommen, wird die Zukunft lehren. 
Das Klima ist im Allgemeinen sehr angenehm; 
eine besondere Hiße verspüren wir eigentlich nicht, 
obwohl jetzt die trockene Zeit ist, dagegen ist es 
morgens empfindlich kalt. In diesen Monaten wehl 
regelmäßig von vormittags 9 bis 10 Uhr bis 
nachmittags 5 bis 6 Uhr eine starke Süd= und 
Südwestbrise; des Abends und während der Nacht 
bis zum anderen Morgen weht eine weniger heftige 
Ostbrise. 
Am 24. Juni fuhr ich mit 30 Askaris, dem 
Unteroffizier Ullmann und 30 Trägern in der 
schönen Stationsdhau von Udjidji ab. Bei dem 
jetzt herrschenden starken Süd= und Südwestwinde 
kam ich nach dreitägiger schöner Fahrt in Usige 
bezw. bei dem Sultan Kiogoma an. Abends wurde 
an einer geschützten Stelle vor Anker gegangen und 
alle Leute wurden an Land gesetzt, um bequemer 
abkochen zu können. Da der See überall bis dicht 
an Land sehr tief ist, kann die Dhau sehr nahe an 
Land heran und das Aus= und Einschiffen machte 
keine Schwierigkeiten. Beim Morgengrauen ging 
es weiter, zunächst mit dem nachts und morgens 
bis 9 und 10 Uhr herrschenden Ostwinde. 
In Kiogomas Dorf, wo wir famos ausgenommen 
wurden und riesige Mengen von Lebensmitteln 
(Bananen, Schafe, Ziegen, Mehl, Hühner, Eier, 
Honig und gute Bananenpombe Insogas) bekamen, 
schlichtete ich einige schwebende Streitigkeiten. 
Am 28. Juni marschirte ich am Tanganyika 
entlang nach der Grenzlandschaft Kafagga und 
passirte dabei den Punkt, an dem Dr. O. Bau- 
mann bei seiner Nilquellen-Entdeckungsreise den 
Tanganyika erreichte. 
Auf dem Marsch wurden wir von mehreren 
Hundert bewaffneter Warundi und von dem Sultan 
(mami = König) Kiogoma begleitet; die ganze Gesell- 
schaft war in sehr lustiger Stimmung und während 
des ganzen Marsches wurde gesungen und getanzt. 
In Kafagga regiert der junge, sehr nette Sultan 
Tfimpa, ein Freund des Kiogoma; Kafagga wird 
im Westen von dem Lussisi begrenzt und ist die 
eigentliche Grenzlandschaft; hier wiederholte sich der 
großartige Empfang. In dem Dorf des Tsimpa, 
6 
dessen Vater auf Anstiften des Sultans Kianamsango 
von den Belgiern hingerichtet worden ist, ist ein 
sehr großer Markt (soko), auf dem sich täglich 
morgens und abends Hunderte von Männern, 
Weibern und Kindern versammeln und ihre Bedürf- 
nisse einkaufen; feilgehalten wird Alles, was die 
Leute hier zu ihrer Nahrung, Kleidung, zu ihrem 
Schmuck, zu ihrer Arbeit 2c. brauchen: Palmöl, 
Butter, alle Feldfrüchte, Rindenstoffe, Hacken, Netze, 
Ziegen, Schafe, Hühner, Fische, einheimische Medi- 
kamente und Gewürze, Waffen, kurz Alles, was des 
Negers und der Negerin Herz begehrt. Zahlung 
wird fast ausschließlich mit kleinen rothen Perlen 
(simsim) geleistet. Diese Perlen bilden den Haupt- 
schmuck der Warundimänner und Frauen und Manche 
tragen in kurzen und langen Ketten um den Hals 
  
  
  
und um Brust und Schultern mehrere Pfund Perlen 
am Leibe. Die hellrothen Perlen sehen übrigens 
auf den blanken, schwarzen Körpern ganz nett aus. 
Zum Detailhandel werden die Perlen auf Fäden 
gezogen; eine halbe Armlänge, die einen Werth von 
1 Pesa hat, heißt Hembe oder Kute, zehn solche 
Reihen zusammen 10 Pesa heißen: Tschumi oder 
Fundo. 
Außer den Perlen tragen alle Leute (Männer, 
Frauen und Kinder) an Armen und Beinen dicke 
und dünne Messing-, Kupfer= und Eisenringe, die 
mitunter sehr schön gearbeitet sind. 
Urundi ist ein Staatenbund; alle Sultanc bezw. 
Könige (mami) gehorchen dem obersten Mami 
Muéêsi. Nach dem, was ich während dieser Reise 
habe in Erfahrung bringen können, lebt der Mussi: 
er wohnt in den hohen Bergen östlich von Kiogoma 
und heißt auch Kissauv. Mir ist gesagt warden, 
daß Kiogoma sehr befreundet mit ihm ist. 
Vor etwa vier Jahren war vom Kivusee ein 
Mann Kianamsango mit einem kleinen Anhang von 
Waniambungu ins Land gekommen und hatte sich 
mit Hülfe des Sultans Russavia von Usumbura 
zum Sultan gemacht, dann zum Mussi erklärt 
und nach und nach einen großen Anhang gewonnen. 
Einige Sultane, wie Tfimpas Vater und Kiogomas 
Bruder von Uramata, wurden auf sein Anstiften von 
den Belgiern aufgehängt; das Land derselben nahm 
er in Besitz und vertheilte es an seine Söhne, Ver- 
wandten und Waniamparas. In den vier Jahren 
hat Kianamsango 21 große Elfenbeinzähne an die 
Belgier abgeliesert, um sich deren Freundschaft und 
Unterstützung zu sichern. 
Von allen Seiten wurde ich gebeten, den ge- 
fürchteten Psendo-Mucsi Kiniamsango aus dem 
Lande zu jagen. Ich habe es auch gethan mit 
Hülfe der Sultane Kiogoma, Tfimpa, Kakale von 
Uganda und einigen anderen, die in Summa mit 
etwa 1000 Kriegern mitzogen. Den richtigen Mussi 
hatte ich benachrichtigen lassen. Vor dieser großen 
Macht hielt natürlich Kiniamsango nicht Stand und 
floh; damit war der Zweck erreicht. Sein Vieh
        <pb n="855" />
        habe ich zum Theil den befreundeten Sultanen ge- 
schenkt, um deren reduzirten Viehbestand aufzubessern, 
zum größten Theil (65 Stück) nach Udjidji gebracht. 
Als das Dorf Kianamsangos, das auf dem hohen 
Kagungaberge lag, abgebrannt wurde, zeigten uns 
Feuersäulen im Osten an, daß die Krieger des rich- 
tigen Mucsi von ihren hohen Bergen herab kamen, 
um auch gegen Kianamsango zu kämpfen. Ich hoffe 
durch diesen kleinen unblutigen, aber wegen der hohen 
Berge sehr anstrengenden Kriegszug die Ordnung in 
dem wunderschönen, stark bevölkerten, reich bewässerten 
und gut angebauten Urundi wieder hergestellt zu 
haben. Die von Kianamsango vertriebenen Sultane 
oder deren Nachfolger habe ich wieder in ihre 
Landschaften eingesetzt. In ihrer Dankbarkeit für 
die Befreiung von dem gefürchteten Kianamsango 
brachten die Warundi ungeheuer viel Lebensmittel an. 
Von Kafagga bin ich drei Tage lang den Lussis, 
der ein sehr bedeutender, mit Mtumbis weit auf- 
wärts befahrbarer Fluß ist, aufwärts marschirt. 
Der Lussisi hat recht bedeutende und viele Zuflüsse 
aus den Urundibergen; ich glaube, daß er dem 
Tanganyika mindestens ebenso viel Wasser zuführt, 
wenn nicht mehr, wie der Malagarassi. Das 
Lussisithal ist eine kolossale, fast baum= und strauch- 
lose Ebene, die man meilenweit übersieht und die 
sich ganz allmählich nach Norden zu erhebt. Nörd- 
lich von der Landschaft Kafagga, durch den Mpanda- 
fluß getrennt, liegt die Landschaft Uringa und nördlich 
von dieser die Landschaft Uramata, wo jetzt wieder 
Kiogoma regiert. Bis nach Uramata hin erstrecken 
sich die Ansläufer der Urundiberge, die nach Norden 
zu immer höher werden. Weiter nördlich schließen 
sich dann an die Landschaften Uvinku, Uha#ra und 
Uganda, letztere dem Sultan Kakale gehörig. Diese 
ganze Gegend ist sehr reich au Elefanten. In 
Uganda erreichte ich den nördlichsten Punkt dieser 
Reise; von da südöstlich und südlich durch die 
Gebirgslandschaften (Uganza und Muramba) mar- 
schirend kam ich am 8. Juli in dem Flußthal des 
Njawuriga auf die Baumannsche Route. Am 
anderen Tage verließ ich dieselbe kurze Zeit, um den 
Kagungaberg zu erklettern, und kam dann wieder 
auf dessen Route in Russavias Land Usumbura, wo 
jetzt der Sohn Russavias Mbakkanie herrscht. 
Der von mir bereiste Theil von Urundi ist 
wundervoll. Die Thäler sind von einer großartigen 
Fruchtbarkeit; die Berge selbst sind bis an ihre 
Gipfel mit Bananen 2c. bepflanzt. In den Bananen= 
hainen liegen zerstreut die runden Hütten der 
Warundi. Der gute Boden mit der reichlichen Be- 
wässerung läßt, glaube ich, jede Kultur zu. 
Im Ganzen erinnerte mich dieser Theil von 
Urundi mit seiner sehr zahlreichen harmlosen Be- 
völlerung, seiner Fruchtbarkeit und seinen Bananen= 
wäldern sehr an das Kondeland am Nordende des 
Nyassa. Die Warundi sind meist schöne, schlanke 
Gestalten; jeder Mann ist bewaffnet mit einem 
  
773 
langen Speer und einem langen, dolchartigen Messer, 
das in einer mit Messing= und Eisendraht sehr 
künstlich beflochtenen Holzscheide steckt und an einer 
Strippe über einer Schulter getragen wird. Man 
sieht nur Rindenstoffe als Bekleidung. Die regie- 
rende und besitzende Klasse sind die Watussi, die 
mit ihren feinen, schmalen Gesichtern sofort auffallen 
und an Somali erinnern. 
Von Kiogomas Dorf (Landschaft Usige) bin ich 
dann in zehn äußerst beschwerlichen und anstren- 
genden Märschen am See entlang, um dessen Ufer 
aufzunehmen, nach Udjidji zurückmarschirt, überall 
von den Warundi und Wadjidji reichlich mit Lebens- 
mitteln versehen. 
Ueberall passirte ich große Oelpalmenanpflan- 
zungen; die Oelpalme gedeiht vorzüglich und ver- 
breitet sich sehr. 
vom Kilimandjaro. 
Nach einem Telegramm aus Dar-es-Saläm hat 
die von dem Stationschef am Kilimandjaro, Kom- 
pagnieführer Johannes, aus Anlaß der kürzlichen 
Ermordung von zwei deutschen Missionaren unter- 
nommene Strafexpedition vollen Erfolg gehabt. Die 
an dem Ueberfall betheiligten Landschaften Meru und 
Groß-Arusha sind gezüchtigt und vollkommen unter- 
worfen worden. 
Ueber einen Sug nach der Landschaft Ubehe und die 
Begründung einer Station in Kuirenga 
ist vom Kompagnieführer Prinre folgender Bericht 
eingegangen: 
Lager, zwei Stunden östlich Iringa, 
den 20. September 1896. 
Dem Kaiserlichen Gouvernement melde ich ge- 
horsamst, daß ich in drei Etappen, je sieben, zwölf 
und zwanzig Stunden von Perondo (letztere noch 
acht Stunden südlich Iringas), unter jedesmaligem 
Bau eines befestigten Magazins — 1200 Lasten 
mit acht Europäern, 170 Soldaten, 800 Trägern 
und Boys, zwei Maxims, ein Berggeschütz bis zum 
20. August nach Iringa vorgeschoben habe. 
Von vornherein ließ der Qugwas), der alle 
meine Boten unter Todesdrohungen zurückgejagt hatte, 
uns durch bewaffnete Wachen. beobachten und 
zwang mich dadurch, in größter Kampfbereitschaft zu 
marschiren: Soldaten geschlossen vorn, im Abstande 
dahinter im großen Klumpen die Träger und sonstige 
Nichtkombattanten. 
Unterwegs und in Iringa absoluter Kriegs- 
zustand: kriegstanzende, uns verhöhnende Wachen, 
Posten, die in iblicher Weise vor uns zurückfielen; 
*) Oberhäuptling der Wahehestämme.
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        — 
— 6 
Weiber, Nichtkrieger in den Bergen versteckt; sämmt- 
liche Krieger im Kriegslager südwestlich Iringas 
um Quawa konzentrirt. 
Eine halbe Stunde vor Iringa zogen sich die 
Patronillen, als ich Schauri anzuknüpfen versuchte, 
johlend in die Stadt zurück; hinter den Mauer- 
trümmern und Büschen westlich derselben lanerlen 
bewaffnete Abtheilungen. 
Trotzdem hielt ich die Truppe zurück, mußte 
jedoch, um Schauri zu ermöglichen, selber unbewaffuct 
und allein an die Krieger herangehen, an dieser 
Stelle theilweise „Gesandte“, die vor Kurzem noch 
in Dar-es-Saläm und Kilossa gewesen. 
Ich habe alles Friedliche versucht. Zehntägige 
Schauris blieben erfolglos. Der Quawa schickte eine 
Menge aufgeputzte Wassagira, durch die er Zeug 
und Gewehrc „erbitten“, mir den baldigen Abmarsch 
aus Uhehe anheimstellen und seine Erlaubniß zur 
Stationsanlage unweit Marore (eine Dornenwüste) 
übermitteln ließ. 
Auf die von mir zur Beseitigung seines angeb- 
lichen Mißtrauens vorgeschlagene Blutsfreundschaft 
verzichtete er; sein Vater habe auch nicht mit Euro- 
päern verkehrt. 
Meine Erlaubniß, für seine Person fern zu 
bleiben und zum Verkehr mit mir, bis er sich von 
europäischer Loyalität überzeugt, sich vermittelnder 
Wassagira zu bedienen, nahm er scheinbar an. Ich 
ließ eine für Station günstige Stelle zwei bis drei 
Stunden östlich Iringas erkunden und schaffte die 
vielen Lasten dahin. Während er aber die Rückkehr 
der Leute bis zum 31. versprach, schaffte er Weiber 
und Vieh derselben, theilweise mit Gewalt, nach 
dem 35 Stunden entfernten Ubenalande und schickte 
mir erst dann, wie zum Hohne, Kilossaboten zu, 
die jene Station am 3. August mit der Post des 
Kaiserlichen Gouvernements über Iringa an den 
Lieutenant Graf Fugger gesandt und die er seit 
dem 8. August festgenommen hatte. Ich erwähne 
noch, daß die vom Araberwali Kondoas seinerzeit 
gehißte Flagge an einem krummen Holze weit von 
der Residenztembe in kothigem Gebüsch wehte, wäh- 
rend auf dem eigentlichen hohen Flaggenhügel, den 
der Quawa vor seiner Tembe hat aufwerfen lassen, 
ein Geschützsattel der Zelewskiexpedition prangte. 
Als mittags des 31. Ueberläufer, deren Weiber 
gebunden fortgeschleppt worden waren und die selber 
wegen Verdachts der Friedensliebe hatten getödtet 
werden sollen, zu mir flüchteten, marschirte ich augen- 
blicklich mit fünf Europäern, 113 Mann, zwei 
Maxims ab, sprengte gleich vier Stunden westlich 
Iringas ein gut ausgebautes Lager von mindestens 
6000 Mann (der äußere Doppelhüttenring hatte 
allein 1600 Schritt Umfang), jagte sie in die wil- 
deste Flucht, schloß sofort energische Verfolgung der 
Hauptspuren an, lagerte am 1. September in der 
Haupttembe Mpangires, Bruders des Quawa, passirte 
am 2. September in Mbueni zwei weitere Lager für 
je 700 bis 1000 Mann, Ubenakontingent, war am 
74 
Vormittag des 3. September in Kidunda, riesige 
Haupttembe (etwa 3 km Umfang) des Quawa in 
Ubena fast 40 Stunden südwestlich Iringas, schickte 
hier die Truppe in verschiedenen Abtheilungen los 
und hatte bis zum Abend des 4. September über 
2000 Stück Vieh aufgespürt und erbentet. 
Hierbei ist es zu einseitig blutigen Zusammen- 
stößen zwischen Wahehe und Truppe gekommen; die 
Schnelligkeit unserer Märsche, die völlig über- 
raschenden Angrisse jagten dem numerisch kolossal 
überlegenen Feind panischen Schrecken ein. 
Damit war, obgleich ich es damals nicht wissen 
konnte, die Angelegenheit in der Hauptsache erledigt. 
Schon von Perondo aus hatte ich Station Langen- 
burg mitgetheilt, daß Gerüchte gingen, der Quawa 
wolle, wenn er hier nicht reüssire, im Süden Ubenas 
ausbrechen und sich mit Mharule (Magwangwara) 
vereinigen, mit welchem er seit Jahr und Tag 
Gesandtschaften und Geschenke (Elfenbein, Vieh) aus- 
getauscht hat. 
Noch am 24. August, also während meiner 
Iringaverhandlungen, sind zwei Wassagira mit 
Elfenbein über Mbyeras zu Mharule abgegangen, 
um Unterstützung gegen uns in Ubena zu erbitten 
und mitzutheilen, daß, wenn der Kampf ungünstig 
ausfiele, Quawa mit Kind und Kegel des reinen 
Wahehestammes zu ihm auswandern würde. 
Ich hatte am 6. August auf zwei verschiedenen 
Wegen Botschaft an Langenburg geschickt, mit der 
Bitte, einen Europäer, dreißig Hinterlader an der 
Durchbruchsstelle zu posliren, wohin ich gleichzeitig 
Kiwanga mit fünf Soldaten und einigen Hundert 
seiner und Jagamangas Leute als Wache entsandte. 
Desgleichen bat ich, die Küste des Nyassa zu über- 
wachen, da die Wangoni des Tutu auf englischer 
Seite mitbetheiligt sein sollten; ebenso bei Mharule 
durch Raschid bin Massand, an den ich gleichfalls 
Warnung für ersteren richtete, Schritte zu thun. 
Da ich von Langenburg nichts hörte, wiederholte 
ich am 6. September von Ubena aus jene Bitte in 
Form einer Requisition und schickte Antrag nach 
Kilimatinde um 1 bis 2 Europäer, 60 Mann, 
1 Maxim. Ich selber sandte gleich Lieutenant Graf 
Fugger mit 1 Unteroffizier, 38 Mann, 1 Maxim 
in die Durchbruchsgegend. Mit dem Rest der 
Truppe trieb ich das Vieh unter großen Schwierig- 
keiten bis Mbueni, 20 Stunden westlich Iringa, 
wohin ich den Feldwebel Spiegel mit 30 noch 
marschfähigen Soldaten aus Iringa kommen ließ. 
Während ich am 15. Lieutenant v. Stocki mit 
Arzt Dr. Stierling und 52 Mann ebenfsalls in 
die Durchbruchsgegend sandte, trieb ich mit Feld- 
webel Spiegel, Unteroffizier Hammermeister, 
1 Magxim und dem Rest der Mannschaft das Vieh, 
zu dem noch einige Hundert hinzugekommen, eiligst 
nach Iringa, um die Verhältnisse daselbst zu erfahren. 
Am 17. erhielt ich über Perondo, Iringa Mit- 
theilung Langenburgs, daß meinen Bitten Folge 
geleistet sei: Wache am Ameliabai Feldwebel Hägele
        <pb n="857" />
        mit 12 Regulären, 30 Irregulären, 1 Maxim seit 
dem 1. September bei Mbejeras. Am selben Tage 
erhielt ich Gonvernements= und Kommandobefchl be- 
treffend Entsendung des Detachements Kleist. 
Am 18. traf ich im Lager östlich Iringa ein. 
Vor Iringa kamen die Wassagira der Südhälfte der 
Stadt, die vollzählig zurückgekehrt, mir entgegen. Bis 
heute strömen Wassagira des Quawa zu Dutzenden, 
Leute zu Hunderten herbei, die schon während meiner 
Abwesenheit theilweife zum Feldwebel Spiegel ge- 
kommen waren, infolgedessen bin ich mit Unter- 
werfungsschauris derart in Anspruch genommen, daß 
ich viele Quawa und die Wahehe beleuchtende Einzel- 
heiten weglassen und das Kaiserliche Gouvernement 
bitten muß, geneigtest vorerst die nachfolgende kurze 
Angabe der weiteren zu treffenden Maßregel ohne 
ausführliche Begründung derselben gelten zu lassen, 
zumal Feldwebel Spiegel vom perniziösen Fieber 
her schwache Augen hat, deshalb beim Schreiben 
nicht helsen kann, während Unteroffizier Stephan 
seit fast vier Wochen Lungenentzündung hat. 
Bis jetzt ist Alles über meine Hoffnung hinaus 
Hünstig abgelaufen. 
Durch unsere Gewaltmärsche, urplößliche An- 
griffe in winzigen Trupps und das lobenswerth 
prompte Handeln der Station Langenburg und des 
Kiwanga sind wir dem Quawa zuvorgekommen und 
haben den Wahehe Respekt eingejagt. Quawa wäre für 
die Magwangwara der Funken im Pulverfasse ge- 
worden. Die gefährliche Verbindung ist durchkreuzt, 
die Auswanderung einer bedeutenden, viehreichen 
Menschenmenge aus Uhehe, die mögliche Ueber- 
siedelung in ausländisches Gebiet sind verhindert. 
Der Glaube der Wahehe an den Quawa, der nicht 
einmal sein Vieh sichern könne, ist zertrümmert; die 
kompakte Organisation, welche die Wahehe mit ihren 
Tributären gefährlich machte, ist gelockert. Die 
Leute fallen allerorten von ihm ab, zwei Drittel der 
Bevölkerung Iringas ist da, östlich Jringas bis zum 
Ruaha sitzt wieder Jedermann an seiner Scholle. 
Die Nicht-Wahehe bitten um Einsetzung stamm- 
verwandter Chefs, die Wahehe wollen weder vom 
Quawa noch von seinem Bruder Mpangire für das 
Gebiet Uhehe selbst etwas wissen. Sie äußern für 
Neger überraschend klare Begriffe organisirter Regie- 
rung und wollen für Ubena als Oberhaupt Merere 
haben, und drei andere Sultane (selbständig nur 
unter Station) von Ubena bis Marore haben. Die 
Wandongwe, ein zahlreicher Stamm südöstlich Iringas, 
wollen Msattima, Sohn ihres letzten eigenen Chefs, 
der zur Zeit in Ugogo weilt, als Sultan haben rc. 
Zur Zeit ist es natürlich viel zu früh, definitive 
Entschlüsse zu fassen, feste Programme aufzustellen. 
Vorläufig habe ich in Iringa selbst einen Ober- 
Msagira eingesetzt und einen anderen Msagira zur 
Wahrnehmung des Quawaschen persönlichen Besitzes 
an Temben, Schamben, Sklaven 2c. bestimmt. Sein 
Vieh wird mir von den Wassaglra, die es bis jetzt 
gehütet, stellenweise angezeigt. An die Elfenbeinfrage 
  
775 — 
will ich noch nicht herangehen. Im Uebrigen bleibt 
die Wassagira-Wirthschaft, die gut zu funktioniren 
scheint, so wie sie bisher gewesen, vorläufig bestehen. 
Nach Beruhigung des ganzen Gebiets, d. h. in 
spätestens zwei Monaten, habe ich eine General- 
versammlung der Wassagira in Aussicht gestellt, bei 
der alles Einschlägige zur Sprache kommen soll. 
Ramerun. 
Ueber die Faserpflanzen im botanischen Garten 
in Victoria 
liegt folgender Bericht von dem Leiter des Gartens, 
Dr. Preuß, vor: 
Der Versuchsgarten in Victoria enthält an 
„Faserpflanzen“ in umfassenderem Sinne: Baum- 
wolle: Gossypium barbadense, Ramie: Bochmeria 
nivea, Bogenstranghanf: Sanscviera guineensis und 
S. latifolia, Mauritiushanf: Fourcroya gigantea, 
Agave rigida, Ananassa sativa, Musa sapien- 
tium und M. paradisiaca, Pandanus utilis, 
Sechium edule, Arenga saccharifera, Thrinax 
argentea, Chamaerops excelsa, Cocos nucilera, 
Raphia vinifera, Elaeis guineensis, Erioden-- 
dron anfractuosum, Bombax Buonopozense, 
ferner wildwachsend eine Malvacce und eine schlin- 
gende Menispermacee, welche beide, die erstere 
von der Landbevölkerung, die letztere von den Fischern 
zur Anfertigung von Tragbändern und Leinen all- 
gemein benutzt werden. 
Alle die genannten Arten gedeihen gut, zum 
Theil vorzüglich. Trotzdem ist noch mit keiner von 
ihnen ein nennenswerther Kulturversuch gemacht 
worden. 
Der Grund dafür liegt in erster Linie darin, 
daß die Plantagenwirthschaft in Kamerun trotz der 
günstigsten Vorbedingungen in Bezug auf die Boden- 
verhältnisse vorläufig noch ganz unentwickelt ist, denn 
es existiren überhaupt erst drei größere Plantagen. 
Es herrschte bisher ein für Kenner des Landes ganz 
unbegreifliches Vorurtheil gegen Kamerun in Deutsch- 
land, welches allerdings durch das geringe Prospe- 
riren der zuerst angelegten Pflanzungen oder durch 
ein völliges Mißlingen der ersten Versuche, deren 
Gründe den Meisten unbekannt geblieben sind, 
gewissermaßen gerechtfertigt erschien. Ueber dieses 
Vorurtheil ist man jetzt allerdings Olücklicherweise 
gründlich hinweggekommen. Es sind mehrere große 
Pflanzungsunternehmungen in der Bildung begriffen. 
Ob man aber die Kultur von Faserpflanzen ins 
Auge fassen wird, ist mir zunächst noch sehr zweifel- 
haft, denn es sprechen da verschiedene Faktoren mit: 
Bodenbeschaffenheit, Bearbeitung des Bodens, Ar- 
beiterfrage, Klima, Rentabilität 2c. 
Wer in Kamerun Plantagen anlegen will, wird 
sich dazu, abgesehen von einer guten Lage an der 
See, an einem guten Hafen und an fließendem
        <pb n="858" />
        Wasser, zunächst den besten Boden aussuchen, das 
heißt das Gebiet des Kamerungebirges. Dieser 
Boden ist aber überall mehr oder weniger steinig, 
so daß eine Bearbeitung desselben mit dem Pfluge, 
wie sie bei einer regulären Kultur der besten Faser- 
pflanzen nöthig ist, im größten Theile dieses Ge- 
bietes für ausgeschlossen gelten muß, abgesehen davon, 
daß auch noch die Zugthiere für den Pflug sehlen, 
denn die ersten Versuche mit Zugochsen und dem 
Pfluge sind erst ganz neuerdings in Kriegsschiffhafen 
gemacht worden. Auch giebt es nur wenige ebene 
Landstrecken im Gebirge, welche sich zu einer Be- 
arbeitung mit dem Pfluge eignen würden, und an 
Hängen würden die schweren tropischen Regen ein 
offenes Land zu sehr abschwemmen. 
Ferner ist das ganze Gebiet mit mächtigem 
Urwald und Buschwald bestanden, und wer es 
unternehmen wollte, diesen hochstämmigen Wald mit 
Baumriesen, welche mit ihren Wurzelstreben 1 m 
über der Erde einen Umfang von bisweilen 50 m 
einnehmen, niederzulegen und den Boden zur Be- 
arbeitung mit dem Pfluge herzurichten, der würde 
sehr bald einsehen, daß er damit nur Zeit und Geld 
verschwenden und nie etwas erreichen kann. An 
eine Bearbeitung des Bodens mit der Hacke, wie in 
Ländern mit sehr billigen Arbeitskräften, ist bei den 
hohen Löhnen in Kamerun überhaupt nicht zu denken. 
Ganz anders liegen die Verhältnisse bei der Kakao- 
und Kaffeckultur. Hierfür ist gerade Urwald die 
beste Vegetationssform, denn der Wald wird nur 
zum Theil niedergelegt, viele Bäume bleiben stehen 
als Schattenspender, die niedergeschlagenen werden 
allmählich nach Bedarf und Beschaffenheit als Nut- 
holz oder Feuerholz verbraucht oder sie vermodern. 
Aber sie hindern das Pflanzen nur wenig. Auch der 
steinige Voden ist kein Hinderniß, wenn nur für jeden 
Baum ein genügend tiefes Loch gegraben und mit guter 
steinfreier Erde aufgefüllt wird, so daß eine Pfahl- 
wurzel sich bilden kann. Der Kaffee gedeiht sogar 
in außerordentlich stark steinigem Boden ganz vor- 
trefflich. Darum sind Kakao und Kaffee diejenigen 
Kulturpflanzen, welche vor den Faserpflanzen im 
Kamerungebirge eine Zukunft haben, und nicht nur 
hier, sondern auch in allen anderen Theilen des 
Schutgebietes, wo eine Pflanzung auf gutem mit 
Hochwald bestandenen Boden angelegt wird, das 
heißt in dem größten Theile. Wenn dann später 
der Boden für die Kakaokultur erschöpft sein wird 
und die Bestände absterben werden, dann werden 
die Verhältnisse für die Faserpflanzen günstiger 
liegen, denn dann ist die Bearbeitung des Bodens 
schon ungleich viel einfacher. Auch können ja irgend 
welche unvorhergesehenen Krankheiten die Kultur 
dieser ertragreichsten Pflanzen unmöglich machen, 
und dann wird man seine Zuflucht eventuell zu den 
Faserpflanzen nehmen. Etwas anders liegen die 
Verhältnisse bei solchen Gespinnstpflanzen, welche nicht 
eine so sorgfältige Bearbeitung des Bodens erfordern 
wie Baumwolle, Jute und Ramie, diese sind Sisal- 
776 
  
hanf, Bogenstranghanf, Mauritiushanf. Aber diese 
liefern erst nach drei bis vier Jahren die ersten 
Erträge und sind weniger rentabel. Da sie aber 
auch mit dem schlechtesten Boden fürlieb nehmen, so 
haben sie immerhin in den weniger fruchtbaren 
und regenärmeren Theilen des Schutzgebietes, z. B. 
am Meme, unter Umständen eine Zukunft. Freilich 
dürfte auch auf gutem Boden eine Kultur durch 
Erzeugung einer vorzüglichen Qualität sich als ren- 
tabel erweisen, denn die genannten Arten liefern 
eine desto bessere Faser, je schneller und üppiger sie 
wachsen. 
Nun könnte man einwenden, daß ja eine ratio- 
nelle Tabakkultur sehr ähnliche Bedingungen stellt 
wie die erstgenannten Faserpflanzen, und daß Tabak 
ja im Schutzgebiete kultivirt wird. Dagegen ist aber 
zu erwidern, daß eine eigentliche reguläre Tabak- 
kultur in großem Maßstabe aus eben den er- 
wähnten Gründen nicht betrieben wird und auch 
theilweise wegen der Unsicherheit der Arbeits- 
kräfte nicht betrleben werden kann. Auf dem 
vorzüglichen und wenig steinigen, meist nur mit 
Busch und Gras bestandenen Boden in Bibundi 
aber wird Tabak als Vorfrucht gewonnen auf dem 
Boden, der mit Kakao bestellt werden soll, und dieses 
hat ja etwas für sich, wenn man mit verhältniß- 
mäßig geringem Kapital arbeitet und auf schnelle 
Erträge angewiesen ist. Der Boden wird aber hier 
nur mit Hacke und Spaten bearbeitet, und das ist 
sehr kostspielig. Ebenso gut könnte man — an 
weniger regenreichen Strichen als Bibundi —-#aller- 
dings Baumwolle als Vorfrucht nehmen, aber durch 
solche Vorfrüchte, welche an und für sich schon viel 
Aufmerksamkeit und Mühe und eventuell Maschinen- 
betrieb erfordern und zeitweilig alle Arbeitskräfte 
der Plautage völlig in Anspruch nehmen, werden 
die leteren so zersplittert, daß man nicht recht vor- 
wärts kommt und der erhoffte hohe Reingewinn 
länger ausbleibt, als es sonst der Fall sein würde. 
Exempla docentl! 
Bibundi und Kriegsschiffhafen. Beim Kakao 
und Kaffee kommt Alles darauf an, in den ersten 
Jahren mit allen Kräften zu pflanzen und immer 
nur zu Pflanzen. 
Von größter Bedeutung ist ferner die Frage 
der Arbeitskräfte. Die Arbeiterfrage liegt zwar 
jetzt in Kamerun schon bedeutend günstiger als noch 
z. B. vor zwei Jahren, da jetzt die Eingeborenen, 
wie Bakwilis, Batangas, Mabeas, ja selbst die 
Duallas, anfangen zu arbeiten und zwar zu annehm- 
baren Löhnen. Als gelöst wird sie eventutll zu 
betrachten sein, wenn es gelungen sein wird, die 
Stämme aus dem sehr reichbevölkerten und ver- 
hältnißmäßig armen Graslande nach der Küste zu 
ziehen und einen dauernden Zuzug von genügenden 
Arbeitskräften zu ermöglichen. Der Versuch wird 
gegenwärtig von Dr. Zintgraff gemacht. Gelingt 
er, so hieße das einen guten Schritt in der Ent- 
wickelung des Schutzgebietes vorwärts gethan. Vor-
        <pb n="859" />
        läufig liegt aber die Arbeiterfrage noch nicht sicher 
genug, als daß man mit gutem Gewissen zur Kultur 
wenigstens derjenigen Faserpflanzen rathen könnte, 
deren Anbau einen intensiven Betrieb mit vielen 
gut geschulten und zu jeder Zeit in ausreichendem 
Maße vorhandenen Arbeitskräften voraussetzt, wie 
Baumwolle, Jute, Ramie. Bei diesen drängt sich 
die Ernte auf eine sehr kurze Zeit des Jahres zu- 
sammen und ein Fehlen von genügenden Arbeitern 
gerade zu dieser Zeit hat den Verlust der ganzen 
Ernte oder eines Theiles derselben zur Folge. Auch 
die Pflanzzeit ist für einjährige Pflanzen nur eine 
beschränkte und erfordert auf einmal zahlreiche Ar- 
beitskräfte. Zu beachten ist auch, daß die Ernte in 
diejenige Zeit fällt, in der die Eingeborenen mit 
dem Reinigen und der Anlage ihrer eigenen Farmen 
beschäftigt und Arbeiter schwerer zu haben sind, als 
3z. B. während der Ernte von Kakaov und Kassee, 
welche in die Regenzeit fällt. 
Für die anderen mehrjährigen Faserpflanzen, wie 
Sisal, Mauritius= und Bogenstranghauf, wiederum 
sind die Arbeitskräfte vorläufig noch zu theuer, um 
eine Kultur rentabel zu machen. 
Außerdem ist es ein Uebelstand, der sich bei der 
Zucht von Kakao und Kaffee weniger bemerkbar 
machen dürfte als bei den Faserpflanzen, daß die 
Arbeiter sich meist nur auf ein Jahr verdingen, die 
Eingeborenen oft sogar nur auf Monate. In anderen 
Ländern wachsen die Arbeiter sozusagen in den 
Plantagen auf und lernen den Betrieb von Kind 
auf. In Kamerun dagegen kehrt der Arbeiter, 
gerade wenn er angefangen hat, etwas zu lernen, 
in seine Heimath zurück und kommt erst wieder, 
wenn er seine Ersparnisse los geworden ist, wozu 
allerdings einige Stämme, wie die intelligenten 
Wei= und Bassaneger nur eine anerkennenswerth 
kurze Zeit brauchen. 
Außerdem ist die Arbeit beim Kakao eine viel 
einfachere und bequemere als bei den Faserpflanzen. 
Das leichtere Urbarmachen und Bepflanzen des Landes 
ist schon früher erwähnt worden. Danach kostet 
das Reinigen der Pflanzung in den ersten drei 
Jahren allerdings viel Arbeit, besonders das defi- 
nitive Entfernen bösartiger Unkräuter, wie Dioscoreen, 
Maranthaceen, Convolvulaceen, einiger Gramineenund 
Smilaxarten. Vom vierten Jahre ab betheiligen 
777 
  
sich aber die Bäume selbst schon sehr wesentlich an 
der Unterdrückung des Unkrauts, und das Rein-= 
halten der Pflanzung geschieht mit wenig Mühe. 
Die Ernte vertheilt sich über viele Monate des 
Jahres. Man kann bei gutem und schlechtem Wetter, 
bei Regen wie Sonnenschein ernten. Der heute 
geerntete Kakao kann innerhalb fünf bis sechs Tagen 
zum Versand fertig sein, es bedarf nur eines 
Trockenapparates. Das sind Vortheile, die Jedem 
einleuchten müssen. Darum kann man auch nur 
Jedem, der in Kamerun Plantagen anlegen will, 
rathen, keine Faserpflanzen anzubauen, dort wo 
Kakao gut gedeihen würde. 
  
Was das Klima anbetrifft, so ist dasselbe 
für das Gedeihen aller genaunten Faserpflanzen, 
wic die Versuche zeigen, recht günstig. Für 
Baumwolle würden die reichlichen Regenmengen 
allerdings oft verderblich werden können, wenn sie 
in die Erntezeit fallen, und es giebt keinen regen- 
losen Monat im Kamerungebiet. An der Westseite 
des Kamerungebirges würde die Kultur von Baum- 
wolle völlig ausgeschlossen sein, denn hier sind die 
regenlosen Tage im Jahre eine Seltenheit. Die 
Regenmengen sind etwa doppelt so groß wie im 
Osten und Süden des Gebirges, denn auf der 
Plantage Debundja fielen im letzten Jahre über 
9000 mm Regen, eine für afrikanische Verhältnisse 
unerhörte und auf der ganzen Welt seltene 
Regenmenge. 
Um die Frage der Rentabilität der Faserpflanzen 
im Vergleiche mit derjenigen des Kakaos zu erörtern, 
kann ich allerdings nur über letzteren von mir selbst 
gewonnene, positive Resultate angeben. Die dies- 
bezüglichen Angaben über die ersteren entnehme ich 
theils aus Semler: Tropische Agrikultur, theils 
aus dem „Kew Bulletin“, theils aus „Planters 
Gazette“. Ueber Kakao steht mir reichliches Ma- 
terial zur Verfügung, da die Versuchsplantage selbst 
einen 19 Jahre alten Bestand und andere von 
9, 7, 4, 3, 2 und 1 Jahre enthält. Außerdem 
bestehen die Plantagen in Kriegsschiffhafen, Bibundi, 
Debundja schon seit vielen Jahren. Ein Hektar 
Kakao bei einer Pflanzweite von 4:4 m liefert 
schon im dritten Jahre ctwa 150 kg Kalao, im 
vierten Jahre mindestens 600 kg Kakav. Der 
Ertrag steigt dann bis zum achten und neunten 
Jahre und erreicht in dieser Zeit auf dem besten 
Boden einen Durchschnitt von 2 kg für den Baum. 
Von da an steigt der Ertrag bei der engen Pflanz- 
weite nicht mehr, sondern nimmt allmählich ab, 
jedoch tragen 20 Jahre alte Bäume noch immer 
mehr als 0,5 kg für den Baum. Ein Hektar Kalao- 
liefert bei einer Pflanzweite von 5„ 5 m im dritten 
Jahre etwas über 100 kg, im vierten Jahre über 
400 kg. Von da ab dürften die Erträge bis min- 
destens zum zehnten oder fünfzehnten Jahre steigen 
und dann eine weit längere Reihe von Jahren hoch 
bleiben als bei einer Pflanzweite von 4 m. In 
der Versuchsplantage haben einzelne achtjährige, von 
Eingeborenen ohne Sorgfalt gepflanzte Bäume, nach- 
dem sie zwei Jahre lang gut gepflegt und rein- 
gehalten worden waren, bis 4 kg im Jahre getragen. 
Den Ertrag für den Hektar Kakao kann man bei 
den jetzigen sehr niedrigen Preisen von 1 Mark pro 
Kilogramm im vierten bis sechsten Jahre auf durch- 
schnittlich 550 Mark, im siebenten bis neunten 
Jahre auf durchschnittlich 650 bis 700 Mark an- 
nehmen. 
Die Erträge der Faserpflanzen werde ich bei 
Besprechung der einzelnen Pflanzenarten nunmehr 
erörtern.
        <pb n="860" />
        Baumwolle 
wurde in dem botanischen Garten in Victoria im 
Jahre 1891 angepflanzt. Der Versuch glückte im 
Ganzen nicht sonderlich aus verschiedenen hier nicht 
zu erörternden Gründen, jedoch war das gewonnene 
Produkt gut, und die einzelnen Pflanzen zeigten ein 
so üppiges Wachsthum und entwickelten so reichlich 
Frucht, daß an ein gutes Gedeihen der Baumwolle 
auf dem Boden des Kamerungebirges nicht gezweifelt 
werden kann. Allerdings gingen die Pflanzen auf 
dem sehr fruchtbaren Boden sehr üppig ins Kraut. 
Die Produktion dürfte in dem mehr sandigen Lehmboden 
des südlichen Schutzgebietes eine größere werden. 
Ein Hektar Baumwolle liefert etwa 270 bis 375 kg 
Faserstoffe. Das Kilogramm kostet von 0,66 bis 
1,03 Mark, der Ertrag ist also für den Hektar rund 
180 bis 390 Mark. Das ist zwar ein großer 
Spielraum, aber die Kakaopreise haben auch von 
1892 bis 1896 von 1,48 Mark bis 0,94 Mark 
das Kilogramm geschwankt und würden demgemäß 
die Erträge für den Hektar von 517 bis 888 Mark 
gewechselt haben. 
Jute 
wird im Versuchsgarten in Victoria noch nicht kul- 
tivirt, jedoch sollen Corchorus capsularis und 
C. olitorius demnächst eingeführt werden. Daß 
Jute gedeihen wird, ist als sicher anzunehmen. 
Jedoch würden die theueren Arbeitslöhne, der fehlende 
Pflug und Dünger die Kultur auf die Dauer kaum 
gewinnbringend machen, abgesehen von den schon 
früher erörterten Gründen. Ein Hektar Jute soll 
1500 kg Faserstofse geben im Werthe von 375 bis 
465 Mark. 
Ramie 
wird schon seit einigen Jahren im Versuchsgarten 
kultivirt. 
In einem nur mit der Hacke bearbeiteten Boden 
treiben frisch gelegte Saatwurzeln Stengel von nicht 
mehr als 1 m Länge. Nimmt man jedoch, nachdem 
die Pflanzen alt und kräftig geworden sind, die erste 
Ernte fort, so treiben aus den Wurzeln ungemein 
üppig zahlreiche Stengel heraus, die in vier bis 
fünf Wochen bis 1,80 m hoch werden. Ohne 
Zweifel kann man von der Ramie mehrere Ernten 
im Jahre gewinnen. Ueber die Qualität der Faser 
läßt sich leider ohne eine vorschriftsmäßige Gewin- 
nung derselben vermittelst Maschinen kein Resultat 
erzielen. Die Ramie soll 1100 bis 1200 kg Faser- 
stofse pro Hektar jährlich geben im Werthe von 
792 Mark bis 960 Mark. Das sind allerdings 
verlockende Zahlen, gegen die der Kakao zurücksteht, 
aber wie sich die Produktionskosten der Ramie 
stellen würden, darüber fehlt mir jede Vermuthung. 
Es folgen nun die Faserpflanzen, die ich als 
zweiter Ordnung bezeichnen möchte. Sie bedürfen 
meist geringerer Kultur, nehmen mit schlechtem Boden 
fürlieb, brauchen wenig Regen, wachsen aber auch 
778 
  
"q 
h 
langsam und fangen frühestens in zwei bis drei 
oder gar vier Jahren an Erträge zu liefern. Baut 
man sie auf gutem Boden, so wachsen sie schneller 
und liefern eine weit bessere und werthvollere Faser. 
Es sind Sisalhanf: Agave rigida var. sSisalana, 
Mauritiushauf: Tourcroya gigantea (die auch wohl 
als Sisalhanf bezeichnet wird) und Bogenstranghauf: 
Sanseriera guineensis. 
Agave rigida var. sisalana (Sisalhanf). 
Die Agave rigida var. sisalana existirt nicht 
im botanischen Garten. Die unter dem Namen 
Agave rigida geführte Pflanze besitzt Blätter von 
wenig mehr als 1 m Länge, welche am Rande mit 
scharfen Dornen besetzt sind und außerdem einen 
harten sehr scharfen Enddorn haben. Wahrscheinlich 
ist es die Agave rigida var. elongata, welche den 
Henequenhauf liefert. In Habitus, Lebensbedingungen 
und Fortpflanzungsweise ist sie der eigentlichen 
Sisalhanfpflanze sehr ähnlich, jedoch ist die Faser 
minderwerthig und die Ernte und Behandlung wegen 
der scharfen Dornen an den Blatträndern sehr er- 
schwert. Auf einen Heklar pflanzt man etwa 
1600 Pflanzen, d. h. die Pflanzenweite beträgt 
2,5 m nach jeder Richtung. Jede Pflanze liefert 
im Jahr 33 Blätter, also ein Hektar 52 800 Blätter. 
Tausend Blätter liefern etwa 25 bis 35 kg Faser, 
also gewinnt man vom Hektar 1320 bis 1848 kg 
Faser im Preise von 158 bis 295 Mark. Der 
Prozentsatz von Fasern zu den grünen Blättern ist 
im Gewicht 2,5 bis 3,5. Daraus geht hervor, daß 
eine kolossale Menge Saftgewebe vorhanden, welches 
nutzlos ist und die Ernte und Bearbeitung sehr 
kostspielig macht. Rentabel kann die Kultur von 
Henequen nur dort werden, wo die Arbeitslöhne 
auf ein Minimum beschränkt werden können. 
ie Aguvc rigida var. sisalana, deren Blätter 
bedeutend länger sind als die der eben erwähnten 
Varietät, und welche nur einen scharfen Enddorn 
haben, pflanzt man in Abständen von 2,5:2,5 m, 
oder 2,5:3 oder 3:3 m. Es gehen also 1600 bis 
1100 Pflanzen auf den Hektar. Da die Pflanzen 
drei bis vier Jahre wachsen müssen bis zur ersten 
Ernte, so nimmt man oft eine Zwergbaumwolle als 
Vorfrucht. Jede Pflanze bringt mindestens 25, 
höchstens 40 Blätter im Jahre, also ein Hektar 
mindestens 27 500, höchstens 64 000 Blätter. Eine 
Maschine soll täglich 50 000 Blätter zu 1500 kg 
Faser verarbeiten. Um der Maschine also täglich, 
das ganze Jahr hindurch 50 000 Blätter liefern zu 
können, müßte man durchschnittlich rund 470 ha in 
Bearbeitung haben. Diese würden etwa 547 500 kg 
Faser liefern im Preise von rund 285 000 Mark, 
ein Hektar also durchschuittlich 6oo Mark. Diese 
Zahlen sind allerdings nur ungenau. Immerhin 
läßt sich aber daraus ersehen, daß eine Pflanzung 
von Sisalhanf eine sehr bedeutende Ausdehnung 
haben muß. Zu beachten ist außerdem, daß, wie 
bereits erwähnt, die frisch geschnittenen Blätter im
        <pb n="861" />
        Verhältniß zur gewonnenen Faser ein enormes Ge— 
wicht haben, und daß es sehr bedeutender Arbeits- 
kräfte bedarf, diese Massen nach der Maschine zu 
befördern. Ohne eine Bahn ist es gar nicht zu 
bewerkstelligen und deshalb soll man eine Pflanzung 
von Sisalhanf möglichst in ganz ebenem Gelände an- 
legen. Auf den Bahama soll man neuerdings 800 
bis 1000 Pflanzen Sisalhauf auf 1 Aere, also 
2000 bis 2500 Pflanzen auf 1 ha pflanzen. Jede 
Pflanze soll 1 kg Faser im Jahre liefern, das 
wären 2000 bis 2500 kg auf 1 ha. Ich habe 
diese Zahlen aus dem „Kew Bulletin“ entnommen, 
füge aber hinzu, daß die Engländer in allen solchen 
Fällen mir stark zu übertreiben scheinen. Semler 
giebt das Durchschnittserträgniß einer Pflanze im 
Jahre auf ¾ kg an. 
haben in 13 Jahren von 340 bis 1120 Mark die 
Tonne geschwankt. 
Fourcroya gigantca (Mauritiushauf). 
Unter diesem Namen befindet sich in dem bota- 
nischen Garten eine agavenähnliche Pflanze von 
kolossalen Dimensionen, deren Blätter jedoch nicht, 
wie Semler angiebt, „gleichmäßig schmal“, sondern 
mehr länglich lanzettlich, und auch nur im oberen 
Drittel ohne Stacheln, sonst aber am Rande 
mit wenigen großen unregelmäßigen, buchtigen, 
scharfen nach vorwärts gekrümmten Stacheln besetzt 
sind. Auch die Abbildung, die Semler von der 
„Cajun" giebt, stimmt nicht mit der Fourcroya des 
botanischen Gartens überein. Die Blätter sind ähn- 
licher denjenigen der „Sacci“, die Semler gleich- 
falls abbildet, jedoch kann es diese auch nicht sein, 
da die Blätter nicht bläulich bereift sind, und auch 
779 
Die Preise von Sisalhanf 
  
der Habitus durchaus ein anderer ist. In einem 
Katalog von Orottawa auf Teneriffe befindet sich eine 
Abbildung der Fourcroya gigantea, in welcher 
man auf den ersten Blick die Pflanze des botanischen 
Gartens in Victoria wiedererkennt. In der nächsten 
Blüthezeit wird sich die Frage, ob es Fourcroya ist, 
entscheiden lassen. Die Blätter der Pflanze werden 
bis 2 m lang. Sie wächst in dem fruchtbaren 
Boden von Victoria sehr rasch und dürfte mit zwei 
Jahren die ersten erntefähigen Blätter liefern. Die 
Vermehrung geschieht durch junge Pflanzen, die aus 
Bulbillen entstehen. Im botanischen Garten befinden 
sich etwa 20 ältere und 500 junge Exemplare 
Die Pflanzweite müßte 4 m wenigstens nach einer 1 
1 
Richtung betragen. Auf den Hektar könnte man 
daher etwa 625 Pflanzen rechnen, welche jährlich 
625 kg Faser liefern. Merkwürdigerweise hat noch 
keine der Pflanzen im botanischen Garten einen 
langen endständigen Blüthenschaft gebildet, sondern 
es treten öfters seitlich am Stamme kleine Blüthen= 
schäfte hervor, an denen sich zahlreiche junge Pflanzen 
bilden, ohne daß dabei die Mutterpflanze abstirbt, 
wie es bei der Bildung eines endständigen langen 
Blüthenschaftes der Fall ist. Neuerdings sollen 
Maschinen erfunden sein, welche den Sisal= wie 
Mauritiushauf befriedigend entfasern. Weichers 
Maschine soll 10 000 bis 12 000 kg grüne Blätter 
am Tage zu 560 bis 670 kg Faser verarbeiten. 
Der „Raspador" in Mukatan, bedient von zwei 
Leuten, soll täglich 200 kg trockene Faser liefern. 
Die Mauritiusmaschine, gleichfalls von zwei Leuten 
bedient, soll aus Fourcroyn 107 kg Faser pro Tag 
gewinnen. Die Fasern der Fourcroyn sind grob, 
aber fest. Sie werden meist zur Papierfabrikation 
benutzt. 
Sanseviera guineensis (Vogenstranghanf. 
Diese Pflanze wächst an mehreren Stellen im 
botanischen Garten. Die Blätter werden bis 1,80 m 
lang. Sie ist geradezu unverwüstlich und pflanzt 
sich durch unterirdische Ausläufer sort, so daß sie 
ein gefürchtetes Unkraut ist. Mit dieser Art hat 
die Firma Woermann u. Co. in Kamerun an 
mehreren Stellen Anbauversuche gemacht, welche 
jedoch wieder eingestellt worden sind. Die Kultur 
dieser Pflanze ist sicherlich einfacher und müheloser 
als diejenige von Sisal= und Mauritiushauf, des- 
gleichen die Ernte bequemer, da die Blätter stachel- 
los sind. Eine Tonne grüner Blätter giebt nach 
einer Notiz im „Kew Bulletin“ ungefähr 20 kg 
trockener Faser. Das ist verhältnißmäßig wenig, 
wenn man dagegen den Sisalhanf vergleicht, jedoch 
ist der Preis der Faser ein höherer und die Pflanze 
wächst schneller als die Agaven. Nach Semler 
sollen 40 Blätter ½ kg reiner Faser liefern und 
von einem Hektar sollen 1600 kg Faser gewonnen 
werden können. Die Richtigkeit der letzteren Ziffer 
bezweifelt jedoch Semler selbst. 
Im botanischen Garten wird neben der 8. gui- 
neensis noch eine zweite Art kultivirt unter dem 
Namen 8S. latifolia. Sie besitzt breitere, aber kür- 
zere Blätter als die S. guineensis, weche auch 
nicht so lebhaft gefärbt sind wie diejenigen dieser Art. 
Ananas (Ananassa sativa). 
Die Ananas wird in der Regel nur der Frucht 
wegen kultivirt, und die Blätter erreichen hierbei 
nicht die Länge, welcher zur Produktion einer guten 
Faser erforderlich ist. Geht man darauf aus, die 
Pflanze nur der Blätter bezw. Faser wegen zu 
züchten, so pflanzt man sie in niedrigen Busch und 
Unkrant, wo sie schattiger steht und im Ringen nach 
Luft bedeutend längere Blätter entwickelt. Ananas- 
hauf wird besonders auf Formosa und der Insel 
Hainan in China gewonnen, wo er zu Unterkleidern 
und zu dem Kleidungsstück verarbeitet wird, welches 
die Landleute als einziges bei warmem Wetter 
tragen. Im botanischen Garten gedeiht die Ananas 
sehr üppig und entwickelt an sandigen Standorten 
Blätter von 1 m bis 1,70 m Länge. Etwa zehn 
Ananasblätter wiegen 1 Pfund, eine Tonne enthält 
also 20 000 Blälter; sie liefert 25 bis 30 kg Faser. 
Die Tonne Faser kostet 1200 bis 1600 Mark. 
Semler giebt an, die kultivirte Ananas gebe nur
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        so kurze Fasern, daß man für dieselben keine Ver- 
wendung finden kann. Nach ihm wird nur die 
wilde Ananas, Bromelia sylvestris oder B. pin- 
guin als Faserpflanze verwendet und liefert in 
Mexiko die sogenannte Istlesaser. Dem „Kew 
Bulletin“ (Oktober 1890) zufolge wird jedoch die 
Istle aus Agave heteracantha obder Agave 
Lechugilla hergestellt. Offenbar ist man sich hier- 
über noch nicht einig. 
Bananen (Musa paradisiaca und 
M. sapientium). 
Diejenige Bananenart, deren Faser eine große 
Bedeutung auf dem Weltmarkt gewonnen hat, d. h. 
die den Manilahanf liefernde Musa textilis, wird 
im botanischen Garten in Victoria nicht kultivirt, 
dagegen die oben genannten M. paradisiaca und 
NA. sapientium in mehreren Spielarten. Die Fasern 
der Bananen werden vor allen anderen Faserarten 
am häufigsten zum Anbinden von Pflanzen wie 
Pfeffer, Vanille und im Allgemeinen von Zweigen 
und Bäumchen im Garten beuntzt. Sie sind stets 
zur Hand, denn abgehauene Bananenstämme liegen 
überall umher. Im Handel jedoch haben dieselben 
wenig Bedeutung. Es ist dieses um so auffallender, 
wenn man bedenkt, daß die Banane wohl überall 
in den Tropen ein Hauptuahrungsmittel ist und 
man die abgehauenen Stämme überall zu Tausenden 
vermodern läßt. Jedoch sind bisher alle Versuche, 
die Bananenfaser im Großen herzustellen, völlig 
mißlungen. Einestheils liegt es wohl daran, daß 
noch keine gute Entfaserungsmaschine gefunden ist. 
Der Haupthinderungsgrund aber wird wohl der 
sein, daß die Bananenstämme ein zu kolossales Ge- 
wicht und im Verhältniß dazu eine viel zu kleine 
Fasermenge besitzen, um die Rentabilität irgendwie 
wahrscheinlich zu machen. Ein Bananenstamm liefert 
etwa 1,50 bis 1,80 pCt. vom Grosgewicht Faser, 
d. h. etwa 2 kg. Unter guten Umständen sind 
Bananenfasern nicht mehr werth als 240 bis 
300 Mark die Tonne, und sind unverkäuflich, wenn 
Sisalhanf und Manilahanf niedrig stehen. Bananen= 
fasern sollen leicht Farbstoffe annehmen. Die süße 
Banane M. sapientium liefert weniger und minder- 
werthige Fasern als die Plautane M. paradisiaca. 
Pandanus utilis. 
Von dieser durch ihre charakteristischen Stelz- 
wurzeln und die ins Auge fallende schraubige An- 
ordnung der Blätter ausgezeichnete, schöne Pflanze 
befindet sich nur ein gut gedeihendes, über 2 m 
hohes Exemplar im botanischen Garten. Auf Ver- 
mehrung dürfte zunächst nicht zu rechnen sein. Diese 
Art wird in Mauritius kultivirt und die Fasern zu 
Säcken verarbeitet. Eine Pflanze liefert im Jahre 
das Rohmaterial für zwei Säcke. 
780 
  
Sechium edule (die Choux-Chouxpflanze 
oder Pipinella). 
Als Faserpflanze wird diese Art, welche der 
eßbaren Knollen wegen seit langen Jahren in Bra- 
silien, Westindien, Mcxiko und Madeira angebaut 
worden ist, auf Reunion kultivirt. Der Bast soll 
sehr weiß und fest sein und sich sehr leicht färben 
lassen. Die Pflanzer auf Rennion geben angeblich 
die Kaffec= und Vanillekultur zu Gunsten der Choux- 
Chonxpflanze auf. Im botanischen Garten in Vic- 
toria ist diese Art in zwei Exemplaren vorhanden, 
die anfangs langsam wuchsen, sich jetzt aber sehr 
üppig entwickeln. Für eine Anpflanzung in größerem 
Maßstabe wird Sorge getragen werden. 
Arenga saccharilera. 
Von dieser Palmenart befindet sich gleichfalls 
nur ein gut gedeihendes Exemplar im Garten. Die 
Fasern sind sehr grob, aber fest und werden zu 
groben Seilerartikeln verarbeitet. Auch können sie 
als Piassava verwendet werden, und eventuell ist 
diese Pflanze im Stande, die Piassavapalmen 
(Attalea und Leopoldinia), die verhälnißmäßig 
selten und wenig verbreitet sind, zu ersetzen. 
Thrinax argentea (Besenpalme). 
Eine niedere Palme mit fächerförmigen, gelb- 
grünen Blättern. Hiervon befinden sich mehrere 
Exemplare im botanischen Garten, welche besonders 
an etwas schattigen, windgeschützten Stellen sehr 
üppig wachsen und zahlreiche Wurzelschößlinge 
treiben, durch welche die Art leicht vermehrt werden 
tann. Aus den Blättern werden Besen angefertigt, 
auch dienen sie zur Herstellung der Panamahüte. 
Chamacerops excelsa (Zwergpalme). 
Nur zwei Exemplare dieser aus Nordchina 
stammenden Art enthält der botanische Garten. Sie 
wachsen verhältnißmäßig langsam. Vielleicht ist dieser 
Art das Klima zu feucht. Aus den Blättern werden 
Fasern gewonnen, welche, gleich Pferdehaaren, zum 
Stopfen von Matratzen rc. benutzt werden. Auch 
werden sie zu Seilerwaaren und Papier verarbeitet 
und die Chinesen und Japaner stellen alle möglichen 
Flechtwerke und Gewebe daraus her. 
Cocos nucilera (Kokospalmeh. 
Unter die Faserpflanzen im umfassenderen Sinne 
ist die Kokospalme zu rechnen, weil aus der faserigen 
Fruchthülle das sogenannte Coir bereitet wird. Das 
Coir wird theils zu Bürsten, theils zu Matten ver- 
arbeitet und zwar: zu Bürsten die langen, zu 
Matten die kürzeren Fasern. Beide müssen bei der 
Coirpräparation voneinander geschicben werden. Auf 
dem fruchtbaren vulkanischen Boden des Kamernn- 
gebirges gedeiht die Kokospalme ungemein üppig 
und beginnt bereits im vierten bis fünften Jahre 
zu blühen. Trotzdem das Kamerungebiet sehr aus- 
gedehnte Strecken Landes an der Grenze der Man-
        <pb n="863" />
        groveregion besitzt, die sich zur Aupflanzung dieser 
Palme vortrefflich eignen würden, wird dieselbe 
eigentlich nirgends kultivirt. Die Eingeborenen 
pflanzen hier und dort einige Bäume, deren Früchte 
ihnen als Näscherei dienen. Ich fand die Kokos- 
palme noch einen Grad nördlich von Kamerum, im 
Binnenlande in schönen Exemplaren vor. Ohne 
Zweifel hat die Kokospalme im Kamerungebiet eine 
Zukunft. In Togo wird sie bereits im Großen 
angepflanzt. Im botanischen Garten wird auf die 
Vermehrung stetig Bedacht genommen. Von der 
Westküste Afrikas ist Coir bisher nur von Lagos 
versuchsweise exportirt worden, jedoch war die 
Qualität minderwerthig, da die Fasern zwar theil- 
weise schön lang, aber nicht in den beiden vorher 
erwähnten Qualitäten geschieden waren. Eine Tonne 
Bürstencoir erzielt 600 Mart, eine Tonne Matten- 
coir nur 200 Mark. 
Raphia vinisera (Bambuspalme)h. 
Dieselbe wächst wild im botanischen Garten. 
Sie ist neben der Oelpalme dem Eingeborenen in 
Westafrika die nützlichste aller Palmen. Zu den 
Faserpflanzen ist sie insofern zu rechnen, als ihre 
Fasern den sogenannten afrlkanischen Bast liefern, 
welcher zu Säcken, Fischleinen, Matten, Zeug 
(native Cloth), Hüten verarbeitet wird und auch 
sonst die mannigfaltigste Verwendung findet. Die 
Fasern werden theils aus den Blättern, theils auch 
aus den Blattstielen gewonnen. Aus dem Stamm 
läßt sich Piassava herstellen. Die Bambuspalme 
findet sich im Kamerungebiet in großen Mengen, 
besonders an den Krieks im Delta des Kamerun- 
flusses, des Meme und Nio del Rey, jedoch steigt 
sie auch bis über 1000 m in das Gebirge hinauf. 
Exportirt wird nur die aus ihr gewonnene Piassava 
in geringen Mengen. Jedoch ist es leicht möglich, 
daß die Bambuspalme als Faserpflanze einst von 
Bedeutung auch für den Export werden wird. 
Elaeis guineensis. 
Auch die Oelpalme liefert aus ihren Blättern 
eine Faser, welche hier und dort an der Küste des 
Golfs von Guinea zur Herstellung von Fischnetzen 
gebraucht werden soll. Zur Bereitung der Fasern 
werden die jungen Blätter- benutzt, welche sich eben 
entfalten wollen. Jedoch dürfte die Oelpalme wohl 
nur dort als Faserpflanze in Betracht kommen, wo“ 
die viel geeignetere Bambuspalme fehlt. 
Eriodendron anfractuosum (der Baum- 
wollbaum). 
Er wächst wild im botanischen Garten und ist 
zahlreich im ganzen Kamerungebiet. Die dem Samen 
anhaftende seidenglänzende Baumwolle wird von den 
Eingeborenen zum Stopfen von Kopfkissen und 
Matratzen benußt. Es ist das aus Indien unter 
dem Namen Kapok bekannte und von dort exportirte 
Stopfmaterial. 
781 
  
Eine ähnliche Baumwolle liefert ein Bombax 
(B. Bucnopozense) mit sehr großen hochrothen 
Blüthen, welche vor den Blättern erscheinen. Die 
Baumwolle ist bedeutend elastischer und fester als 
der Kapok, jedoch nicht weiß, sondern braun und 
besitzt einen schönen Seidenglanz. 
IIibiscus esculentus (Okro). 
Diese Art gilt wohl auch als Faserpflanze, wird 
jedoch im botanischen Garten nur der Früchte wegen 
kultivirt, welche als Gemüse und als Zuthat zu 
Suppen und Sancen genossen werden. 
Zu erwähnen sind nun noch zwei bezw. drei im 
botanischen Garten und im Bezirke Victoria wild- 
wachsende Pflanzen, deren Fasern bei den Ein- 
geborenen allgemein im Gebrauch sind. Zwei von 
ihnen sind im Habitus einander sehr ähnlich und 
offenbar sehr nahe verwandt. Es sind perennirende 
Sträucher mit schlanken, sehr biegsamen Zweigen, 
welche die Neigung haben, sich niederzulegen, wobei 
sie dann am Boden festwurzeln. 
Zwischen beiden wird von den Eingeborenen 
kein Unterschied gemacht. Sie gehören offenbar zu 
den Malvaceen. Die Blüthen sind mir jedoch noch 
unbekannt, die Eingeborenen behaupten, diese Pflanze 
mache überhaupt keine Blüthen. Die Blätter sind 
bei der einen Art rundlich eiförmig aus herzförmigem 
Grunde, bisweilen undeutlich dreilappig, ziemlich 
lang zugespitzt. Bei der anderen Art sind sie drei- 
bis fünflappig, sonst aber in Blattrand, Behaarung, 
Aderung, Glanz denen der vorigen gleich. Nur 
sind die jungen Aeste bei der letzteren Art violett, 
bei der ersteren gleichmäßig grün. Das Holz ist 
sehr weich, die Stämme glatt und lang. Der Bast 
wird mit dem Rindengewebe in langen Streifen 
abgezogen und das saftige Rindengewebe mit dem 
Messer abgeschabt, indem der Streifen auf der 
Unterseite des Zeigefingers der linken Hand fest- 
gehalten und dann zwischen Messer und dem Zeige- 
finger der rechten Hand durchgezogen wird. Der 
Bast wird alsdann an der Sonne oder an rauchen- 
dem Feuer getrocknet und hiernach auf dem vorher 
mit Asche bestreuten Schenkel durch Hin= und Her- 
reiben mit der flachen Hand in Schnüre gedreht. 
Diese werden auf ähnliche Weise zu mehr oder 
weniger dicken Leinen oder Tragebändern zusammen- 
geflochten. Der Strauch ist bei den Bakwilis unter 
dem Namen „Unge" bekannt und überall im Busch- 
walde häufig. Das Trageband nennen sie „Njues“. 
Dieser Bast wird besonders von der Land- 
bevölkerung gebraucht. Die Fischer dagegen flechten 
ihre Fischleinen und Netze aus dem Bast einer zu 
den Menisppermaccen gehörenden Pflanze. Es ist 
eine schlingende und epiphytisch, besonders gern auf 
Oelpalmen lebende Art, mit gefurchtem, kantigem 
und knotigem, mehr als daumendick werdendem Stamm, 
welcher mit langen, weichen, tiefbraunrothen Stacheln 
oder Papillen besetzt ist. Die breiten Blätter sind 
am Grunde herzförmig eingeschnitten. Die Bracteen
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        sind mit feinen Borsten besetzt und verursachen bei 
der Berührung ein Gefühl ähnlich wie die Brenn- 
nessel. Diese Art ist gleichfalls recht häufig. Die 
Stämme verästeln sich reichlich. Von einer Oel- 
palme nahm ich Stammstücke von im Ganzen 50 m 
Länge herunter. Der Bast wird ebenso gewonnen 
wie von der vorhin erwähnten Malvacee, jedoch ist 
die Bereitung wegen der Unebenheiten der Stämme 
schwicriger. Nichtsdestoweniger benutzen die Fischer 
ausschließlich diese Art für ihre Fischerschnüre und 
Netze, da letztere, wenn aus diesem Bast zubereitet, 
ganz besonders stark und widerstandsfähig gegen den 
Einfluß des Seewassers sein sollen. Hierin sollen 
sie auch die aus Europa eingesührten Netze und 
Leinen bei Weitem übertreffen. Allerdings werden 
die Schnüre stets nach deren Gebrauch sofort in den 
Hütten am rauchenden Feuer wieder getrocknet. Die 
Pflanze führt bei den Eingeborenen den Namen 
„Toll“. Die Fischleinen heißen „Mussinga“. Die 
Aeste dieser Pflanze ähneln sehr denjenigen einer 
wahrscheinlich nahe verwandten Art, aus der das 
beste sogenannte „Bushrope“, Buschtau, gemacht wird. 
Diese Art klettert hoch an Bäumen empor und ich 
habe noch keine Blätter und Blüthen erlangen 
können. Die dünnen Stämme sind sehr biegsam 
und haben eine von kleinen harten Höckern sehr 
rauhe Oberfläche. Aus ihnen, im Verein mit der 
vorerwähnten Art, flechten die Fischer in Bota die 
starken armdicken Taue, deren sie sich bei der Jagd 
auf Walfische in der Ambasbucht bedienen. 
Ob eventuell eine von diesen zulett erwähnten 
Faserpflanzen einmal eine Rolle in dem Export der 
Kolonie spielen wird, läßt sich schwer beurtheilen. 
Ueberhaupt ist es schwer, neue Faserpflanzen zu 
finden und besonders ihnen einen Markt zu eröffnen, 
denn um das Letztere erreichen zu können, muß man 
von vornherein große Onantitäten herbeischaffen, und 
diese müssen, wenn es eine gute Quantität sein soll, 
gleich mit der Maschine präparirt sein, denn wenn. 
die Faser von den Eingeborenen roh präparirt ist, 
läßt sich ein genaues Urtheil über die Güte der- 
selben nicht fällen. 
Togo. 
Wissenschaftliche Lammlungen. 
Dem Königlichen Museum für Naturkunde sind 
am 8. Juli und am 29. Angust d. Is. Sendungen 
zoologischer Gegenstände, welche von dem Stations- 
leiter Grafen Zech zu Kete-Kratyi im Togogebiete 
k gesammelt worden sind, zugegangen. Sie enthielten: 
Säugethiere in Alkohol, 
34 Vogelbälge, . 
Gläser mit Vögeln in Alkohol, 
50 Reptilien und Amphibien, 
45 Fische (zum Theil nur Köpfe), 
20 Schmetterlingsraupen in sieben Arlen, 
25 Termiten in zwei Arten, 
— 
782 
  
1 Blattide mit Jungen, 
3 Fliegenlarven, 
2 Tausendfüßler, 
2 Krebse, 
1 halben Fadenwurm. 
Die Konservirung der Thiere war im Ganzen 
gut. Den werthvollsten Theil der Sendung bilden 
die Vögel. 
Die Anzahl der bisher aus Togo bekannten 
Vogelarten wird durch sie um weitere sechs Spezies 
vermehrt, so daß die Gesammtzahl der für das Togo- 
gebiet nachgewiesenen Vogelarten nunmehr 230 beträgt. 
In der ornithologischen Abtheilung des Museums 
für Naturkunde sind jetzt Vertreter sämmtlicher in den 
einzelnen Schutzgebicten nachgewiesenen Vogelarten 
zusammengestellt. Die in die Kolonien hinausreisen- 
den Beamten 2c. können sich daher hier jetzt leicht 
über die Vogelwelt ihres künftigen Wirkungskreises 
unterrichten. 
Die Reptilien enthielten einige seltene Frösche der 
Gattung Rappia. Die Fische waren wegen ihrer 
Fundörter bemerkenswerth, die Krebsart neu für das 
Museum und deshalb recht willkommen. 
Rus dem Bereiche der Wissionen und 
der Antisklaverei-Bewegung. 
Nach Mittheilung der Nr. 11 von „Unter dem 
rothen Kreuz“ haben die Schwestern Leonore und 
Elise in Kamerun aus Gesundheitsrücksichten die 
Heimreise angetreten. 
Die Wirthschaftsschwester Katharina Fath ist von 
Tanga nach Deutschland zurückgekehrt. An ihre 
Stelle ist Schwester Gertrud v. Lieres aus Dar- 
es-Saläm getreten. 
Schwester Helene in Togo ist ebenfalls nach 
Deutschland zurückgekehrt. 
Nach Mittheilung der „Evangelischen Missionen“ 
ist der Basler Missionar Anger in Kamerun, der 
erst kurze Zeit dort wirkt, den bei Explosion einer 
Lampe erlittenen Verletzungen erlegen. 
  
Der Missionar der Leipziger Mission Kämpf 
ist in Mbungnu (Ostafrika) gestorben. 
Missionar Mischlich von der Basler Mission, 
der im Laufe des Jahres sich im Adelegebiet nieder- 
gelassen hat, machte im August von Bismarckburg 
aus eine Entdeckungsreise, über die er im „Evange- 
lischen Heidenboten“ Folgendes schreibt: 
„In meinem letzten Bericht bemerkte ich, da weder 
in Bosm noch in Adele Märkte abgehalten werden, 
auf dem ein Europäer sich mit dem Nothwendigsten 
versehen könnte, dürfe man nicht daran denken, hier 
eine Missionsniederlassung zu gründen. Deshalb 
wollte ich, wenn irgend möglich, Fasogu und Tshautsho
        <pb n="865" />
        — 783 
besuchen, da es dort reichlich Schafe, auch große 
Viehherden und Pferde geben solle. Dann lag mir 
daran, Erkundigungen über die Religionsverhältnisse 
und über die Dichtigkeit der Bevölkerung einzuziehen. 
Da die Tshautsholeute und besonders ihr König 
Dshabo Abu Bukari (gewöhnlich Dshabo genannt) 
sehr gefürchtet sind, konnte ich nur mit größter Mühe 
zwei Lastträger unter den Adelern auftreiben, und 
diese liefen mir wirklich in Paratau, der Hauptstadt 
von Tshanksho, davon. Eines Morgens, als wir 
eben weiterreisen wollten, waren sie plötzlich ver- 
schwunden. Nachdem ich noch einen dritten Lasten- 
träger, einen Eingeborenen aus Fasogn, der mir zu- 
gleich als Dolmetscher diente — in Fasogu und 
Tshautsho spricht man Timu — angeworben, brach 
ich mit noch einigen Hausknaben am 23. Juni auf. 
Als wir uns der Stadt Fasogu näherten, kamen 
plötzlich vier phantastisch gekleidete Reiter, mit langen 
Speeren und Schwertern bewaffnet, auf uns zu ge- 
sprengt, während der Trommler ihnen folgte. Sie 
waren vom König geschickt, um uns in die Stadt zu 
geleiten. Hier war denn einc große Volksmenge zu 
unserem Empfang erschienen. Der König selbst saß 
in seiner großen, zugleich als Pferdestall dienenden 
Empfangshalle auf einigen Lederkissen. Er ist ein 
gutmüthiger Alter, der sich sehr über unser Kommen 
freute. Als wir am folgenden Morgen auf einem 
großen freien Plaß predigten, war eine ausehnliche 
Volksmenge erschienen. Sie hörten uns ruhig an 
und waren recht dankbar und erfreut für die gehörte, 
ihnen ganz neue Botschaft. In diese Gebiete waren 
ja noch nie weder Missionare noch eingeborene Lehrer 
oder Prediger gekommen. Sie erklärten, sie würden 
recht froh und dankbar sein, wenn wir uns bei ihnen 
niederlassen würden, um Gottes Wort zu verkündigen. 
Von Fasogu ging es nun auf meist gutem Wege 
in das Tshautsholand. Ueberall erquickten wir uns 
an den ausgedehnten Yams= und Maisplantagen, die 
sehr sauber und rein gehalten waren. In allen 
Farmen trafen wir Pferde und sehr oft auch schönes 
Rindvieh. Die Bewaffnung der Bewohner besteht in 
Speer, Pfeil und Bogen. Unbewaffnet geht z. B. 
Niemand auf die Farm. Einige Stunden vor Pa- 
ratau sandte ich einen berittenen Boten, um uns beim 
König Dshabo anzumelden. Letzterer war jedoch ab- 
wesend. In Paratau nahmen wir Wohnung in den 
einfachen runden Lehmhütten der deutschen Regierung, 
die mir von Graf v. Zech freundlichst zur Verfügung 
gestellt waren. Am folgenden Tage erschien deun der 
König auf einem prachtvollen schwarzen Hengst, be- 
gleitet von 30 bis 40 Reitern, deren eiserne Lanzen- 
spitzen in der Mittagssonne glänzlen. Ihnen folgten 
Fußvolk und einige Trommler. Alle waren mit 
Speeren, Pfeil und Bogen bewaffnet. Die Pferde 
waren reich geschirrt, und die Soldaten selbst waren 
meistens in weite, wehende Haussahemden gehüllt, mit 
phrygischer Mütze oder Turban und großem Strohhut 
mit farbiger Lederverzierung auf dem Kopfe. Manche 
der Reiter trugen wattirte Stiefel, die bis zu den 
  
Hüften reichten, und wieder andere weite Stulpen- 
stiefel aus buntem Leder, an denen die Sporen be- 
festigt waren. Der ganze Aufzug bot ein farben- 
prächtiges Bild, wie ich es in Afrika noch nicht 
gesehen hatte. Auf einem großen freien Platze vor 
dem Palaste des Königs fand alsdann ein Pferde- 
wettrennen statt, an dem sich auch der König in 
voller Waffenrüstung betheiligte. Wie im Sturmwind 
schossen die einzelnen Reiter dahin und schwangen in 
der Rechten die Lanze wie zum Wurfe aushebend. 
Natürlich hatte das prächtige Schauspiel eine große 
Volksmenge herbeigelockt. Zu meiner großen Ueber- 
raschung und Freude konnte ich hier auch frische 
Milch und Butter bekommen. Zum ersten Mal in 
Afrika! Der König ist nicht nur ein gefürchteter 
Soldat und Krieger, sondern auch ein geschickter 
Farmer. Er besitzt drei sehr große Farmen, und 
auf jeder trifft man Pferde, Schafe und eine Herde 
Rindvieh. Auf einer zählte ich 54 dieser gehörnten 
Hausthiere. Auf meiner Heimreise konnte ich eine 
Kuh mit Kalb kaufen und kann gegenwärtig jeden 
Tag frische Milch haben. Mit Vieh, Schafen und 
dergleichen, auch mit Pferden kann man sich hier 
jederzeit versehen. 
Von Paratau aus besuchten wir auch die große 
Stadt Tshamba, die wohl 10 000 Einwohner zählen 
dürfte. Stark bevölkerte Orte giebt es hier vicle. 
Paratan, Dadaura, Katambara, Agulu sind alle sehr 
groß und liegen nahe beieinander. Die drei ersten 
kann man z. B. alle in cinem halben Tag besuchen. 
In all diesen Städten und Dörfern wurden wir sehr 
freundlich aufgenommen, und überall wurde die Pre- 
digt gerne angehört. In Paratau und besonders in 
Tshamba würde die Bevölkerung sich sehr freuen, 
wenn wir uns entschließen könnten, uns bei ihnen 
niederzulassen. In Tshamba luden sie uns förmlich 
dazu ein und bedauerten, daß wir nicht gleich blieben. 
Auch Mohammedaner waren bei der Predigt zugegen. 
An manchen Orten erwartete ich Widerstand, aber 
Alle waren ruhig. Obwohl ich ihnen z. B. in Da- 
daura, ihrem Hauptsitz, den Unterschied zwischen dem 
Islam und der christlichen Religion klar zu machen 
suchte, soweit das im Rahmen einer Ansprache möglich 
ist, hörken doch Alle ruhig zu. Auch der Limam 
Ibrahima, der eine Wallfahrt nach Mekka unter- 
nommen hatte, zeigte sich freundlich, gab mir jedoch 
keine Hand zum Gruß und sagte, wenn ich nicht ein 
Weißer wäre, würde er mich gar nicht empfangen 
haben. Daß ich als Weißer hierhergekommen, um 
Gottes Wort zu predigen, wundere ihn nicht. Er 
habe zuvor gewußt, daß Weiße zu diesem Zweck 
kommen werden, und er freue sich, daß ich nun ge- 
kommen sei, und er würde es mit Freuden begrüßen, 
wenn wir bei ihnen wohnen wollten. 
Im Großen und Ganzen sind aber die Bewohner 
von Tshautsho noch Heiden. Kleine Mohammedaner- 
kolonien fand ich nur in Tshamba und Dadaura. 
Hingegen trifft man fast überall große Karawanen, 
manchmal 50 bis 60 Man stark und noch mehr.
        <pb n="866" />
        Diese Leute nun, fast durchweg von Sugu und Borgu 
kommend, sind zum großen Theil Mohammedaner. 
Auch mit zwei mohammedanischen Lehrern kam ich 
zusammen. Der eine war von Sokoto und der 
andere von Timbuktu. In Orten, wo einige Mo- 
hammedaner wohnen, lassen sie sich nieder und unter- 
richten deren Kinder. Sobald ein Kind lesen und 
schreiben gelernt hat, muß der Vater die Summe 
von etwa 2 Pfd. Sterl. an den Lehrer entrichten. 
Auf diese Weise machen sich die Lehrer bezahlt und 
führen dabei ein ganz beschauliches Leben. Es ist 
sehr zu bedauern, daß wir noch nicht bis hierher 
vordringen können, und es wäre doch höchste Zeit, 
daß wir auf dem Plane erschienen. Die Bewohner 
von Fasogu und Tshantsho würden uns mit Freuden 
aufnehmen, während sie so wahrscheinlich eine Beute 
des Islams werden. 
Viel weiter als Tshautsho kann man zur Zeit 
wohl nicht vordringen, da das Reisen in jenen Ge- 
genden mit Lebensgefahr verbunden ist. Ohne be- 
deutenden militärischen Schutz kann man dort nicht 
reisen. In Borgu wurde vor einigen Monaten eine 
französische Expedition fast vernichtet. Drei Weiße 
und viele Eingeborene kamen dabei ums Leben. 
Als ich nach 29 Tagen wieder in Adelc ankam, 
fand ich zu meiner großen Verwunderung, daß wäh- 
rend meiner Abwesenheit in meiner Wohnung ein- 
gebrochen und Verschiedenes gestohlen worden war, 
sogar Teppich und Nachthemd vom Bett weg. 
Ebenso wurden eine Anzahl unserer Hühner nicht 
etwa von wilden Thieren geholt, wie wir anfangs 
glaubten, sondern einfach abgefangen und aufgegessen. 
In diesen Tagen erwarte ich Graf v. Zech, der 
sich wohl etwas länger hier aufhalten wird, und den 
Missionar Mohr, mit dem ich den Platz zu suchen 
hoffe, auf dem wir dann eine einfache Station 
bauen wollen." 
RAus fremden Kolonien. 
Ueber den Dandel und die allgemeine Lage im Britisch- 
Centralafrika= Prolektorat 
(Osthälfte von Britisch-Centralafrika, die Westhälfte 
steht seit dem 1. Juli v. Is. unter der Verwaltung 
der British South Africa Company) berichtet der 
dortige Kommissar Johnston für die Zeit vom 
1. April 1895 bis dahin 1896, wie folgt: 
Die Gesammtbevölkerung des Protektorats 
betrug 844995 Personen. Hiervon waren 289 Euro- 
päer, und zwar 259 Engländer, 8 Holländer, 13 
Deutsche, 1 Franzose, 2 Italiener, 5 Oesterreicher 
und 1 Portugiese, ferner 263 Inder, 23 Bastards 
und der Rest Eingeborene. Die meisten Europäer 
(129) wohnten in Blantyre, während die übrigen 
unter die weiteren af Distrikte annähernd gleichmäßig 
vertheilt waren. Dic meisten Eingeborenen wohnten 
in West= und Nordnyasa (je 200 000), in Marimbe= 
784 
  
– 
distrikt (150 000) sowie in Sonth Nyasa und Central= 
Angoniland (je 80 000). Die meisten Inder (960) 
befinden sich in Zomba. 
Die Anzahl der Eingeborenen ist im Verhältniß 
zu den früheren Jahren erheblich gewachsen. Sie 
ist im Lower Shiredistrikt seit 1891 von 1000 auf 
14 385 aufgestiegen. In Mlanje, Zomba, Blantyre 
und South Nyasa ist sie dank der Unterdrückung 
des Sklavenhandels und der Gewöhnung der Ein- 
geborenen an friedliche Arbeit erheblich gewachsen. 
Auch die Zahl der Inder, welche sich für die dortige 
Gegend vorzüglich bewähren, hat im Berichtsjahr 
erheblich zugenommen. 
Von den Eingeborenenstämmen kommen besonders 
in Betracht dic Mannunje, die Y, welche kürzlich 
von den Hochplateaus des östlichen Nyassa einge- 
wandert sind, die Angoni-Zulu, die Watonga, die 
Wahenga und die Wankonde, welche zum Theil auch 
auf dem deutschen Gebiete nördlich des Nyassa- 
Sees ansässig sind. Die während des Bestehens des 
Protektorats wiederholt aufsässig gewordenen Yaos 
haben sich jetzt gut an die brirische Herrschaft ge- 
wöhnt, treten auch mit ihren Waffen für dieselbe ein 
und liefern ein brauchbares Material für den Kriegs- 
und Civildienst. Auch die Watonga werden in 
größerer Anzahl (400) hierzu verwendet, während 
sich außerdem jährlich eine große Anzahl von ihnen 
im Shirehochland als Arbeiter verdingen. 
Der Gesundheitszustand war besonders schlecht. 
Infolge einer Malariaepidemie wuchs der Prozentsatz 
der Sterbefälle von Europäern für die Zeit bis 
zum 31. Dezember v. Is. von 6,5 auf 9)7, d. h. es 
entsielen auf 275 Europäcr 28 Todesfälle und hier 
von 20 auf Malaria. Aehuliche Epidemien zeigten 
sich von Zeit zu Zeit in Zwischenräumen von unge- 
fähr 20 Jahren auch in Sansibar und an der West- 
küste von Afrika. Dieselben seien zweifellos außer- 
ordentlichen Regenverhältnissen und ähnlichen klima- 
tischen Veränderungen zuzuschreiben. Dysenterie trat 
selten und gewöhnlich nicht in bösartiger Form auf. 
Von den erwähnten 20 Fällen von Malaria entfielen 
16 auf Schwarzwasserfieber, welches im Protektorat 
besonders gefürchtet war. Dasselbe sei von der 
Malaria wohl zu unterscheiden, wie Dr. W. Poole 
durch den Nachweis eines besonderen Parasiten sowie 
unter Hinweis auf folgende Umstände dargethan habe: 
.das Kuinine ist bei Schwarzwasserfieber kraftlos; 
. die besondere örtliche Vertheilung; das Schwarz= 
wasserfieber tritt in einigen Gegenden nicht auf, 
wo andere Formen der Malaria vorherrschend 
S— 
sind; 
Alle, die an Schwarzwasserfieber gelitten haben, 
bekommen in der Heimath Rückfälle; 
ein Anfall prädestinirt zu nachfolgenden Anfällen. 
Nach seiner Ansicht sei das Schwarzwasserfieber 
ein naher Verwandter des amerikanischen gelben 
Fiebers. Es würde in Gegenden, die wohl kultivirt, 
trocken und stark bevölkert sind, nicht vorkommen und 
r
        <pb n="867" />
        — 785 
durch die fortschreitende Kultur immer mehr zurück- 
gedrängt werden. 
Der Hauptgrund für den schlechten Gesundheits- 
zustand im Protektorat liege in dem gefährlichen 
Anmarschgebiete des feuchten Sambesithales, dann 
aber auch in dem wachsenden Verbrauch von Alkohol, 
im Besonderen in dem übermäßigen Genuß von 
Whisky. Das beste Mittel zur Beseitigung dieses 
Zustandes sei die Anlegung einer Eisenbahn von 
Quelimane nach Blantyre, welche ein schnelles Er- 
reichen der gesunden Hochländer ermögliche. 
Die Einfuhr erlitt eine geringe Abnahme, welche 
darauf zurückzuführen ist, daß die Eingeborenen jetzt 
häufig durch Baargeld abgelohnt werden, während 
sie früher durch Tauschartikel abgesunden wurden. 
Sie betrug im Ganzen 82 760 Pfd. Sterl. 
Die Ausfuhr betrug 19 668 Pfd. Sterl. und 
zeigte eine Zunahme von 9965 Pfd. Sterl. An 
Elsenbein wurde allein für 9000 Pfd. Sterl. mehr 
ausgeführt als im Vorjahre. Der Export an Kaffee 
wuchs um 3200 Pfd. Sterl. Mit Baumwolle, Tabak 
und Thee wurden zufriedenstellende Versuche gemacht. 
Auch die Sansevicrapflanze, welche bei leichter Fort- 
pflanzbarkeit nur geringe Aufmerksamkeit erfordert 
und nach drei Jahren verwerthbar ist, erfreute sich 
einer größeren Beachtung, ebenso wie die Produkte 
der Landolphia. 
Im Marimbedistrikte wurde wiederholt nach Gold 
gesucht, indessen ohne nennenswerthen Erfolg. Die 
Resultate einer zu dem gleichen Zwecke nach Central- 
Angoniland ausgeführten Expedition sind noch nicht 
bekannt geworden. Die Ziegeleien der Eingeborenen 
erfreuten sich seitens der Europäer großen Zuspruchs. 
Auf den englischen Inseln im Nyassasee wurden 
bedeutende Guanolager entdeckt. 
Die Postämter, von denen ein jeder Bezirk ein 
solches aufweist, beförderten im November, als einem 
Durchschnittsmonat, insgesammt 29 802 Postsachen, 
hegen 25 592 im gleichen Zeitraume des vorher- 
gehenden Jahres und 19 383 im November 1893. 
Es wurde ein kürzerer siegreicher Kriegszug 
unternommen gegen einige Yohäuptlinge und die 
Araber des Nord-Nyassadistrikts, welche wiederholt 
als Sklavenjäger das Land durchzogen hatten. Ebenso 
gegen die Angonihäuptlinge Mwasi und Said Ka- 
zungu, welche sich gegen die britische Herrschaft auf- 
gelehnt und mit den Arabern gemeinschaftliche Sache 
gemacht hatten. Auch die nördlichen und westlichen 
Angonis zeigten sich wiederholt rebellisch. Endlich 
sollen nach Angabe der Eingeborenen einige Yao-— 
häuptlinge im Südosten des Protektorats, welche den 
Sklavenhandel sehr begünstigen, einen gemeinschaftlichen 
Aufstand planen. Im Uebrigen war jedoch die all- 
gemeine Lage des Protektorats zufriedenstellend. Der 
Maohäuptling Kawinga, welcher noch im Frühjahr 1895 
Zomba bedrohte, hat seine Unterwerfung angeboten; 
seine Leute zahlen regelmäßig ihre Hüttensteuer und 
sechten für die britische Herrschuft. Auch Zarafi hat 
um Frieden gebeten und Makanjira verhält sich ruhig. 
  
Große Mengen von Eingeborenen der Ost= und West- 
küste des Nyassa, ebenso aus dem südöstlichen Theile 
des Mlanjedistrikts gehen jetzt nach dem Shirehoch= 
land, um sich dort als Kaffeearbeiter in den Plan- 
tagen zu verdingen. Gleichwohl macht sich aber 
immer noch ein großer Arbeitermangel geltend. Er 
hofft von einer guten Behandlung, entsprechenden 
Bezahlung und Fürsorge für das allgemeine Wohl 
seitens der Arbeitgeber und eine entsprechende Ueber- 
wachung der Regierung eine stetige Besserung der 
Arbeiterfrage. Bei dem Arbeitsmarkte in Blantyre 
zeige es sich sofort an dem ablehnenden Benehmen 
der Leute, wenn sie an irgend einer Arbeitsstelle 
schlechte Behandlung erfahren hätten. Auch fingen 
die Arbeiter jetzt an zu verstehen, daß ihnen dagegen 
sttets der Schutz der Regierung zur Seite steht. 
Die Arbeitslöhne der Eingeborenen betrugen für 
gewöhnliche Arbeit 3 Schill. pro Monat (je nach der 
Jahreszeit mit oder ohne Speisung); gewandtere 
Arbeiter erhielten bis zu 40 Pfd. Sterl. pro Jahr. 
Im Allgemeinen zeige sich der Eingeborene Central= 
afrikas als gelehrig und entwickelungsfähig; einige 
Plantagen befinden sich bereits im Besitze von Ein- 
geborenen. 
Die Viehzucht hat einen außerordentlichen Auf- 
schwung erfahren einmal wegen des gesteigerten Fleisch- 
konsums in den kultivirteren Gegenden und zum 
anderen, weil der hierdurch erzeugte Dünger sich für 
die Kaffeckultur sehr nutzbringend erwiesen hat. Da 
sast jeder Pflanzer eine eigene Herde besitzt, so sind 
die Fleischpreise von 7, 6 und 5 Pfd. Sterl. pro 
Stück auf 1 Pfd. Sterl. zurückgegangen. 
Die Tsetsefliege, welche sich vor der anwachsenden 
Bevölkerung und der zunehmenden Kultur zurückzögc, 
verschwinde immer mehr und mehr im Protektorat. 
Auch der nächst der Arbeiterfrage hauptsächlich 
ins Gewicht fallende Wegebau hat große Fortschritte 
gemacht, so daß schon eine Reihe guter Verbindungen 
der Handelsplätze untereinander und mit den Plan- 
tagen hergestellt oder im Angriffe ist. 
Die African Lakes Corporation rüstete eine Expe- 
dition aus für die Vorarbeiten einer Eisenbahn von 
Blantyre nach Chiromo; die nächsten Vorarbeiten 
sind bereits beendet, und ein Bericht hierüber erstattet. 
Im Auschluß hieran soll von der portugiesischen Re- 
gierung eine Bahn nach dem Hafenplatz Quelimane 
gebaut werden, deren Vorarbeiten gleichfalls bereits 
in Angriff genommen sind. Hierdurch würde es 
ermöglicht sein, die gesundheitlich gefährlichste Strecke 
des Proteltorats, zu deren Zurücklegung eine Reise 
von acht bis zehn oder mehr Tagen erforderlich war, 
in Zukunft in einem Tage zu passiren und anderer- 
seits eine Verbindung des Seenweges über den 
Tanganyika= und Nyassasee mit dem Indischen 
Ocean herzustellen. 
Die African Lakes Corporation beabsichtigt in 
Kürze, ihrerseits noch einen dritten großen Dampfer 
auf dem Nyassasee auszusetzen.
        <pb n="868" />
        786 
Die Beziehungen zu den deutschen Nachbarstationen werk niedergeschlagen, verbrannt und die Asche mit 
am Nyassasee, dergleichen zu Portugal waren die dem Boden vermengt. Nachdem die Oberfläche durch 
besten. 
In einem Anhange zu dem Bericht giebt John- 
ston Auskunft über die im Protektorate vorkommen- 
den Wildarten. Zur Jagd auf Elefanten, Rhino- 
zerosse und Giraffen ist in gewissen Bezirken ein 
Erlaubnißschein erforderlich, welcher pro Jahr 
25 Pfd. Sterl. kostet. Es wird beabsichtigt, in Zu- 
kunft auch dem Zebra einen ähnlichen Schutz zu 
Theil werden zu lassen. Mit der Zähmung von 
einigen Antilopenarten sind wiederholt Versuche ge- 
macht worden, doch führten dieselben, da die einge- 
fangenen Thiere zu jung waren und nicht genügend 
mit Kuhmilch versehen werden konnten und anderer- 
seits die Eingeborenen nicht wie die Inder dieselben 
aufzuziehen verstehen, zu keinen befriedigenden Re- 
sultaten. 
einem anderen Auhange schreibt er über den 
Iu einem anderen Auhange schreiht er über den in London 10 ¼/ d. per Pfd. oder 95 Pfd. Sterl. 13 8. 
Kaffeebau, wie folgt: 
Hackarbeit vom Unkraut 2c. gereinigt ist, werden auf 
ihr in einem Abstande von 6 bis 7 Fuß Linien ge- 
zogen und auf denselben wiederum in einem Abstande 
von 6 bis 7 Fuß Löcher von 18 Zoll Weite und 
ebenso großer Tiefe eingegraben, welche möglichst 
lange, etwa bis zum September, offen liegen bleiben. 
Gleichzeitig hat der Pflanzer für die Anlage eines 
Pflanzgartens und den Bau der erforderlichen Schutz- 
hütten Sorge zu tragen, um dann mit dem Beginn 
der Regenzeit die Stecklinge einzusetzen. 
Die Entschalung der Früchte wird wie in anderen 
Gegenden hauptsächlich durch Handarbeit herbeigeführt; 
an Maschinen sind zu diesem Zwecke der Apparat 
von Gordon und neuerdings auch ein solcher von 
Walker in Gebrauch. Die durchschnittliche Ernte 
beträgt pro Acre 3 bis 3½ Centner. 
Auf Veranlassung des Missionars Buchanan, 
welcher sich in Britisch-Centralafrika zuerst für den 
Kaffeeban interessirte, brachte 1878 der schottische 
Missionar Duncan drei Kasffeepflanzen (arabische) 
nach Blantyre, die in dem dortigen Missionsgarten 
ausgepflanzt wurden. Zwei derselben gingen ein, 
die dritte brachte aber bereits nach zwei Jahren 
1000 Bohnen, welche gleichfalls ausgepflanzt wurden. 
Die hieraus resultirenden 400 Pflänzlinge brachten 
nach weiteren drei Jahren eine Ernte von 14½ 
Centnern. 
weit und 3 Fuß tief; sie wurden mit Alluvialboden, 
Kuhdünger und Holzasche angefüllt. Zur genannten 
Zeit wurden auch Versuche mit Liberia= und Jamaika- 
kaffec gemacht, welche aber nicht zu denselben glän- 
zenden Resultaten führten. In dem Zeitraum von 
1880 bis 1890 waren die Gebrüder Buchanan in 
Nyassaland die einzigen Kaffeepflanzer. Augenblicklich 
sind im Shirehochland allein ungefähr 100 Kaffee- 
pflanzer, ebenso bildet der Kaffeebau auch im Nyassa- 
land die Hauptindustrie. Durch ihn sind die lokalen 
jährlichen Einnahmen in fünf Jahren von nichts auf 
20 000 Pfd. Sterl. gestiegen. Außer den Europäern 
haben sich auch sechs Eingeborene mit Erfolg diesem 
Berufe zugewendet. Im Besonderen haben die Ge- 
brüder Buchanan 900 Acres unter Kultur, sie be- 
schäftigen zu diesem Zwecke neun europäische Beamte 
und erwarten einen Export von 100 Tonnen. Der 
größte Besitzer, E. C. A. Sharrer, versügt über 
einen Grundbesitz von 365 000 Acres, von denen 
900 mit Kaffee bestellt sind. Er beschäftigt 19 Euro- 
päer und wird vermuthlich mit Rücksicht auf die 
Jugend seiner Plantagen nur 20 bis 30 Tonnen 
exportiren. Der Gesammtexport an Kaffee für das 
Jahr 1896 wird auf 350 Tonnen angenommen. 
Bei Einrichtung einer Plantage wird auf folgende 
Weise verfahren: Im Juni wird auf dem zu be- 
bauenden Arcal alles überflüssige Holz und Busch- 
Die Größe der Pflanzlöcher war 6 Fußz 
  
Der Durchschnittspreis der 1894er Ernte betrug 
4 d. die Tonne; der höchste Preis betrug 107 s., 
der niedrigste 86 s. per Centner. 
vevordnung des britischen Rommisars für den 
westlichen Stillen GOcean. 
Der britische Oberkommissar des westlichen Stillen 
Oceans hat unter dem 24. August d. Is. für die 
Inseln Manahiki, Rakahanga, Tongarewa (Penrhyn), 
Pukapuka, Danger-Inseln und die Uniongruppe eine 
Verordnung erlassen, wonach die Veräußerung von 
Ländereien, die den Eingeborenen gehören, verboten 
wird. Nur eine den Zeitraum von 21 Jahren nicht 
übersteigende Verpachtung ist mit Genehmigung des 
Oberkommissars zulässig. Eine ohne solche Geneh- 
migung stattgehabte Verpachtung kann jederzeit mit 
sechsmonatlicher Kündigung aufgehoben werden. 
Expedition Dourst. 
Nach Meldung der „Times“ hat die Expedition 
des Lieutenants Hourst Ende Oktober Lagos auf 
dem Wege nach Porto Novo berührt. Sie zählte 
40 Personen, von denen 34 Senegalesen waren. 
Lieutenant Hourst hat seine Reise vom Senegal 
nach Timbuktu, von da auf dem Niger bis Warroe 
und zuletzt auf dem Forkados-River bis Lagos 
glücklich ausgeführt. Das Gouvernement von Lagos 
hat die Durchfuhr der Maschinenkanonen und Prä- 
zisionsgewehre der Expedition durch die Kolonie 
Lagos gestattet. Der Dampfer „Olinda“ einer 
Lagosfirma hat die Expedition mit ihren reichen 
Sammlungen nach Porto Novo befördert.
        <pb n="869" />
        Verschiedene Mittheilungen. 
Ueber das Straußenzuchtunternehmen in Mbuguni 
am KRilimandjaro 
verlautet in der „Köln. Ztg.“ Folgendes: Der Leiter 
787 
zehn 
dieser Gesellschaft ist Bronsart v. Schellendorff, 
der schon seit 1889 in Afrika verweilt, früher als 
Offizier der Schutztruppe und Kompagnieführer in 
der Wissmannschen Seenexpedition. Technischer Leiter 
und insbesondere Sachverständiger für die Straußen- 
zucht ist C. Nolte, der fünf Jahre lang als Strau- 
sienzüchter im Süden und Südwesten Afrikas thätig 
gewesen ist. Ein Volontär, Referendar A. Meyer, 
widmet den Zebras, Pferden und Eseln seine Sorge. 
Gegründet wurde die Gesellschaft im Dezember 1895 
in Berlin, auf Anregung des Lieutenants v. Bron- 
sart. Ihr Hauptziel ist die Straußenzucht, also 
angenblicklich noch das Einfangen der jungen Strauße 
und das Ausbrüten der Eier durch Inkubatoren. 
In zweiter Linie wird das Einfangen von Zebras 
beabsichtigt, die mit Pferden und Eseln (halben 
Maskateseln) gekreuzt werden sollen. Die Strauße 
sollen in einem großen Laufparke durch Brutgärten 
gezüchtet werden. 
verringert werden durch Anlegung großer Anpflan= 
zungen von Luzerne, Klee, Bohnen 2c. Im An- 
schlusse hieran soll der Versuch unternommen werden 
zur Kultivirung von europäischem Nutz= und Bauholz. 
Man hat einen Platz ausfindig gemacht, der allen 
wesentlichen Anforderungen genügt. Der Boden in 
Mbuguni, am Kikuletwe, am Fuße der Milindani- 
berge, drei Tagereisen von Moschi, ist stark salzhaltig, 
eine Vorbedingung für gedeihliche Ernährung der 
Stranße; das Steppenklima ist trocken, selbst in der 
Regenzeit, und der Kikuletwe führt klares Wasser, 
ohne jemals über seine Ufer zu treten. Als Ver- 
suchsstation für Kreuzungszwecke ist Kibuhöhe in 
Aussicht genommen, in etwas höherer Lage, dicht bei 
Madschame, fünf Stunden von Mbuguni entfernt. 
Auch dort sind alle Vorbedingungen vorhanden. Bis- 
herige Anlagen sind eine Stallung in Kibuhöhe und 
die nothwendigsten Bauten in Mbuguni, die Somali- 
kaserne, das Arbeitshaus, Messe 2c. Das Inkuba- 
tionshaus und die Inkubatoren sind im Bau be- 
griffen, ebenso wird an den Anpflanzungen ge- 
arbeitet. 
Das Verhältniß der Gesellschaft den Wandorobbo 
und den übrigen benachbarten Stämmen gegenüber 
ist freundschaftlich, und schon sind kleine Wandorobbo- 
niederlassungen unmittelbar bei den Bauten der 
Straußenzucht entstanden. Als Askaris besitzt die 
Gesellschaft Somalis, die einen sehr angenehmen 
Eindruck machen und nicht viel unter dem Klima zu 
Die Fütterungskosten können sehr 
  
  
leiden scheinen, jedenfalls nicht viel mehr als die 
Suahelis und Sudanesen. Allerdings erfordern sie 
eine vorsichtige und wohlwollende Behandlung, ebenso 
eine gute Ernährung. Im Auftrage der Straußen- 
zucht-Gesellschaft hat Referendar Meyer sich mit 
Trägern und zwei Somali-Askaris der 
Schoellerschen Expedition angeschlossen, um Ver- 
träge mit den Jumben über die Lieferung von 
Straußen, Eiern und Zebras abzuschließen. 
7y * — YTYVVYFNFF 
Titteratur. 
Dr. Alfred Zimmermann: Die enuropäischen 
Kolonien. Schilderung ihrer Entstehung, Ent- 
wickelung, Erfolge und Aussichten. I. Band: Die 
Kolonialpolitik Portugals und Spaniens in ihrer 
Entwickelung von den Anfängen bis zur Gegen- 
wart. 515 S. mit einer Karte. Berlin 1896. 
E. S. Mittler &amp; Sohn. Mk. 10,—, 
geb. Mk. 11,50. 
Wer sich bisher, wenn auch nur in allgemeinen 
Zügen über die Entstehung und Entwickelung der von 
den verschiedenen europäischen Staaten gegründeten 
Kolonien und die Geschichte der von ihnen hierbei 
betriebenen Politik unterrichten wollte, war ziemlich 
übel daran, da selbst die großen Geschichtswerke über 
diese Seite der europäischen Geschichte nur flüchtig 
hinweggehen. So war man denn auf das mühsame 
Studium von oft schwer zugänglichen Einzelwerken 
und Monographien beschränkt, welche die Gewinnung 
eines raschen, allgemeinen Ueberblickes erschwerten. 
Diese Lücke auszufüllen, die sich gegenwärtig, wo die 
fremden Erfahrungen auf kolonialem Gebiete für 
Deutschland besonderes Interesse besitzen, doppelt 
fühlbar macht, ist der Zweck des vorliegenden 
Werkes. Es soll die koloniale Thätigkeit der ver- 
schiedenen Nationen unter gleichen Gesichtspunkten 
und im Zusammenhange vorführen. Das dem ersten 
Bande beigegebene Litteraturverzeichniß beweist, daß 
es der Verfasser verstanden hat, das über einzelne 
Epochen und hervorragende Persönlichkeiten vor- 
handene Material in weitem Umfange bis zu den 
Urkundensammlungen heranzuziehen, um seinem Zweck 
gerecht zu werden. 
Der erste Band des Gesammtwerkes behandelt 
die kolonialen Unternehmungen und Erfahrungen der 
Portugiesen und Spanier als der Väter der modernen 
Kolonialpolitik. Nach einer geschichtlichen Darlegung 
der Entwickelung der portugiesischen Kolonialbestre- 
bungen im 15. und 16. Jahrhundert in Indien kommt 
Verfasser bei aller Anerkennung des Unternehmungs- 
geistes und des Heldenmuthes der kleinen Nation zu 
dem Schluß, daß Portugal nie den Versuch gemacht 
hat, die eroberten Länder sich wirklich zu eigen zu 
machen und zu bivilisiren. Sein Ziel war neben 
dem Wunsch, das Christenthum selbst unter Anwen- 
dung der barbarischsten Mittel auszubreiten, eine 
brutale Ausbeutung der Kolonien und das Streben, 
ihre Reichthümer sich im Alleinbesitz zu erhalten. In 
Brasilien hat die kolonisatorische Thätigkeit der Por- 
tugiesen einen anderen Charakter gehabt, sie ist klüger
        <pb n="870" />
        und geschickter gewesen als in Indien. Die began- 
genenen Fehler haben ihren Grund mehr in ver- 
fehlten, aber in jenen Zeiten allgemein als gültig 
erachteten Theorien und in der Aussendung ungeeig- 
neter Beamter gehabt; und doch ist auch diese Kolonie 
für Portugal infolge der allgemein gewordenen Miß- 
stimmung der brasilianischen Bevölkerung gegen das 
portugiesische Beamtemwesen bei Gelegenheit der Napo- 1 
leonischen Eingriffe gegenüber dem Mutterlande in 
kürzester Frist verloren gegangen. Die portugiesischen 
Besitzungen in Afrika sind im Wesentlichen die ein- 
zigen, welche dem Mutterland erhalten geblieben 
sind, obwohl hier die Portugiesen während der ersten 
Jahrhunderte ihrer Herrschaft keine wirkliche Kolo- 
nisationsthätigkeit entwickelt haben. Die hier vor- 
liegenden Schilderungen der portugiesischen Besitzungen 
in Afrika haben ein ganz besonderes Interesse für 
den Leser, da es über sie bisher an jeder auch nur 
einigermaßen zuverlässigen Darstellung fehlte und das 
Material sehr schwer zu beschaffen war. 
In dem zweiten Theil des Bandes wird die 
Kolonialpolitik Spaniens von dem Auftreten des 
Kolumbus an geschildert und die Entstehung und 
Entwickelung jeder einzelnen Besitzung Spaniens 
innerhalb bestimmter Zeitabschnitte vorgeführt. Den 
Indianerschutzgesetzen und ihrem großen Einfluß auf 
die Geschichte der Kolonien sowie der vielfach schwan- 
kenden Haltung der spanischen Regierung in dieser 
wichtigen Frage wird mit Recht ein großer Abschnitt 
gewidmet. Der maßgebende Einfluß, welchen die 
äußere Politik Spaniens und besonders seine Be- 
ziehungen zu England auf das Geschick seiner 
Kolonien geübt haben, ist nicht minder sorgsam nach- 
gewiesen. Ein weiterer Theil behandelt dann das sich 
lang ausdehnende Drama des allmählichen Verlustes 
der gesammten amerikanischen Kolonien mit Ausnahme 
von Kuba und Puertorico. Das Schlußkapitel über 
die spanischen Kolonien im 19. Jahrhundert gewinnt 
einen besonderen Reiz im Hinblick auf die aufstän- 
dischen Bewegungen, von denen dieselben augenblicklich 
ergriffen sind. Welch ein Gegensatz zwischen dem 
jetzt vor dem Abgrund des finanziellen Ruins stehen- 
den Kuba und jener blühenden Lage der Insel in 
den zwanziger und dreißiger Jahren, welche Verfasser 
so wirkungsvoll schildert! Gerade dieses Kapitel 
zeigt, wie nützlich, lehrreich und nöthig es ist, aus 
der Geschichte der Fehler, welche fremde Nationen 
in der Verwaltung ihrer Kolonien begangen haben, 
zu lernen, um schwerwiegende Mißgriffe und ihre 
Folgen unsererseits zu vermeiden. 
v. Danckelman. 
F. J. v. Bülow: Drei Jahre im Lande Heu- 
drik Witboois. Schilderungen von Land und 
Leuten. 2. Aufl. Berlin 1897. E. S. Mittler 
&amp; Sohn. 
Daß das an dieser Stelle beim ersten Erscheinen 
eingehend gewürdigte, vortreffliche Buch v. Bülows 
788 
  
beim Publikum solchen Anklang gefunden hat, daß 
es schon nach Jahresfrist in zweiter Auflage erscheinen 
konnte, wird jeden Kolonialfreund mit Genugthuung 
erfüllen. Es wird durch diese Thatsache erwiesen, 
sowohl daß Südwestafrika doch immer weitere Kreise 
des deutschen Volkes interessirt, als auch daß treue 
naturwahre Schilderungen allmählich mehr Anklang 
finden als die von Abenteuern und Jayderfolgen 
wimmelnden üblichen afrikanischen Reisebücher. 
Nangliste der Kaiserlich deutschen Marine 
für das Jahr 1897 (abgeschlossen am 30. No- 
vember 1896). Auf Befehl Seiner Majestät des 
Kalsers und Königs, redigirt im Marine-Kabinet. 
Berlin. E. S. Mittler und Sohn. Geheftet 
Mk. 2,50, gebunden Mk. 3,20. 
  
W. Duisberg: Allerlei Bilder aus meinem Leben 
auf lose Blätter gezeichnet. Basel. Missions- 
buchhandlung. 
Der bekannte und geschätzte Missionar schildert 
in diesem Buche einen Theil der Erfahrungen seines 
Lebens, von dem er mehr als 30 Jahre der Ver- 
breitung des Christenthums in Afrika gewidmet hat. 
Der reiche Inhalt kann hier nicht weiter angedeutet 
werden. Niemand, der kolonialen Dingen Aufmerk- 
somkeit schenkt, wird die Schrift aber unbefriedigt 
aus der Hand legen. 
Friedrich Sarre: Reise in Kleinasien. Sommer 
1895. Forschungen zur Seldjukischen Kunst und 
Geographie des Landes. Berlin 1896. Dietrich 
Reimer (E. Vohsen). 
Dieses ausgezeichnete Werk ist das Ergebniß 
einer Reise, die der Verfasser in Begleitung des 
Dr. med. Osborne im Vilajet Konia ausgeführt 
hat. Die Hälfte des starken Bandes enthält vor- 
treffliche, nach Photographien gezeichnete Abbildungen 
von Land, Leuten und Kunstwerken, um dem Leser 
das Verständniß der Forschungen des Verfassers 
über die frühtürkische Architektur zu erleichtern. 
Auch wer diesen Studien weniger Interesse zu- 
wendet, wird durch das Lesen des. Werkes gefesselt 
werden. Schildert es doch sehr lebendig Leben und 
Treiben in sehr wenig bekannten Theilen Kleinasiens, 
welches durch die deutschen Bahnbauten jetzt öfters 
als je zuvor bei uns genannt wird. 
Oswald Kunhardt: Wanderjahre eines jungen 
Hamburger Kaufmanns. Eine Reise um die Erde 
in 1000 Tagen. Mit Abbildungen und Ueber- 
sichtskarten. Berlin 1897. Dietrich Reimer 
(E. Vohsen). 
Der Verfasser schildert zu Nutz und Frommen 
der dentschen Kaufleute, aber auch zum Vergnügen 
aller Gebildeten in dem vorliegenden stattlichen 
Bande seine Reisen, die er zu geschäftlichen Zwecken 
Ende Oktober 1893 angetreten hat. Er ist dabel 
nach Paraguay, Panama, Mexiko, Kalifornien, den 
Südsee-Inseln, Australien, Südafrika gelangt und
        <pb n="871" />
        hat mit Fleiß und reger Aufmerksamkeit Alles in- 
sich aufgenommen, was ihm vor die Augen gekommen 
ist. Das Werk ist ein rühmliches Zeugniß für die 
Tüchtigkeit, welche im dentschen Kaufmannsstand ver- 
treten ist. Solange in ihm derartiger Unter- 
nehmungsgeist und offener Blick, wie sie den Ver- 
fasser auszeichnen, die Regel sind, wird Deutschland 
von leinen Wettbewerbern nicht so bald überflügelt 
werden. 
  
Heinrich Renner: Durch Bosnien und die Her- 
zegowina kreuz und quer. Mit 35 Vollbildern, 
253 Abbildungen im Text und einer Ueber- 
sichtskarte. Berlin 1896. Dietrich Reimer 
(E. Vohsen). 
Bosnien und Herzegowina sind die einzige 
Kolonie Oesterreich-Ungarns. In ähnlicher Weise, 
wie es Rußland im Kanukasus und Mittelasien ver- 
standen hat, binnen kurzer Frist halb oder ganz 
barbarische, durch jahrhundertelange Mißwirth= 
schaft heruntergekommene Gebiete zu cinvilisiren, ist 
es dem deutschen Bruderstaat geglückt, hier in den 
Balkanländern eine blühende Provinz zu schaffen. 
Die Maßregeln, die er dazu angewendet, die Er- 
gebnisse, welche er hier auf den einzelnen Gebieten 
der Volkswirthschaft erzielt hat, verdienen das 
Interesse jedes Mannes, der kolonialen Dingen 
Aufmerksamkeit schenkt. Der Verfasser kennt Bos- 
nien wie die Herzegowina seit Jahren und hat auch 
die Gebiete durchstreift, welche selten ein Tourist zu 
sehen bekommt. Sein Buch zeichnet sich nicht allein 
durch anschauliche Erzählung und sehr reichen 
Bilderschmuck aus, sondern auch durch einen ganz 
ungewöhnlich niedrigen Preis. Der prächtig aus- 
gestattete, 481 Seiten Lexikonformat starke Band 
kostet nämlich nur 3 Mark. 
Dr. Bernhard Schwarz: Palästina. Anschauliche 
Schilderung der Stätten biblischer Geschichte auf 
Grund eigener wiederholter Bereisung. Leipzig. 
F. Hirt &amp; Sohn. 
Der durch eine Reihe von Reiseschilderungen 
bekannte Verfasser liefert hier eine hübsch ausge- 
stattete anziehende Schrift über die für jeden Ge- 
bildeten interessanten Gebiete Palästinas, die Weih- 
nachten besonders willkommen sein dürfte. 
A. Niemann: Die photographische Ausrüstung des 
Forschungsreisenden mit besonderer Berücksichtigung 
der Tropen. Mit 21 Figuren. Berlin 1896. 
Robert Oppenheim. 
Eine für jeden Reisenden dankenswerthe Ver- 
öffentlichung. 
Robert Kraemer: Mosquitia und die Kolonie 
Neu-Dortmund. Dortmund 1896. F. W. Ruhfus. 
Die kleine Schrift schildert die Erfahrungen 
einiger deutscher Ansiedler an der Mosgquitoküste in 
Honduras, welche dort Pflanzungen angelegt haben 
789 
  
  
  
  
und ihre Erzeugnisse nach Nordamerika ausführen. 
Die Mosquitoküste wird nicht zum ersten Male von 
deutschen Auswanderern aufgesucht. Ueber die Er- 
fahrungen, welche dort in den vierziger Jahren von 
deutschen Auswanderern gemacht worden sind, giebt 
die Zimmermannsche Oeschichte der preußisch- 
deutschen Handelspolitik (Oldenburg und Leipzig 
1893. Schulzesche Hofbuchhandlung) Auskunft. 
Otto E. Ehlers: Im Osten Asiens. Mit zahl- 
reichen Illustrationen und zwei Karten. Dritte 
Auflage. Berlin 1896. Allgemeiner Verein 
für deutsche Litteratur. 
Gerade ein Jahr nach dem Tage, welcher die 
Kunde von dem tragischen Ende des Reisenden 
brachte, ist der vorliegende Band erschienen. Wie 
seine Vorgänger erfreut er den Leser durch den 
Humor und die Lebendigkeit der Darstellung und 
wird auch dem Publikum, welches sonst derartigen 
Dingen fern steht, Interesse für die geschilderten 
fernen Länder abgewinnen. Wäre der frühe Tod 
des talentvollen Verfassers nicht sowieso tief zu 
bedauern, so würde man es schon bei der Lektüre 
seiner Schriften thun, da die Welt dadurch um die 
Fortsetzung dieser vortrefflichen Schilderungen ge- 
kommen ist. 
O. O. Obrutschew: Sibirische Briefe, eingeführt 
von R. v. Kügelgen. Leipzig 1894. Duncker 
&amp; Humblot. 
Das ursprünglich anonym erschienene Buch ist 
aus Aufsätzen in der deutschen „Petersburger Zeitung“ 
entstanden. Der Verfasser, welcher inzwischen die 
  
kürzlich hier erwähnte Reise in China ausgeführt 
hat, schildert hier Land, Leute und Leben in der 
großen russischen Kolonie, welche nach langem Still- 
stand jetzt in so rascher Entwickelung begriffen ist. 
Wer sich von Sibirien ein treues Bild machen will, 
kann es kaum besser als durch Lesen der vorliegenden 
Schrift erreichen. 
  
C. Hahn (Professor am ersten Gymnasium zu 
Tiflis): Aus dem Kaukasus. Reisen und 
Studien 1892. 
Kaukasische Reisen und Studien. Neue Beiträge 
zur Kenntniß des kaukasischen Landes. Leipzig 
1896. Duncker &amp; Humblot. 
Der Kaukasus wird heute so häufig besucht, daß 
man ganz vergessen hat, daß er noch vor wenigen 
Jahrzehnten ein barbarisches Land war, dessen 
Kolonisation eine kaum lösbare Aufgabe zu sein 
schien. Die Leistungen der russischen Verwaltung 
in diesem Gebiete sind ebenso großartig wie die in 
Centralasien und legen Zeugniß von ihrer eigen- 
artigen Begabung für Civilisirung wilder Stämme 
ab. Die beiden vorliegenden Bücher geben eine 
Fülle interessanter Beiträge zur Kenntniß des 
Kaukasusgebiets und mögen daher allen Kolonial- 
freunden bestens empfohlen sein.
        <pb n="872" />
        — 790 
Schiffsbewegungen. 
(Die Zeit vor dem Orte bedeutet die Ankunft, hinter dem Orte die Abfahrt des Schisses.) 
S. M. S. „Bussard“ 2/11. Apia. (Poststation: Hofpostamt.) 
S. M. S. „Condor“ 26/8. Kapstadt. — 28/11. Port Elisabeth 30/11. — 2/12. Port Natal. (Post- 
station: Kapstadt.) 
S. M. S. „Falke“ 11/10. Apia 5/11. — Rundreise. (Poststation: Hofpostamt.) 
S. M. S. „Habicht" 15/11. St. Vincent (Kap Verdes) 17/11. — 22/11. Freetown 29/11. — Mon- 
rovia. (Poststation: Kamerun.) 
S. M. S. „Hyäne“ 14/9. Kamerun. (Poststation: Kamerun.) 
S. M. Bamesseia „Möwe“ 11/9. Sydney 24/11. — Deutsch- Neu- Guinea. (Poststation: Matupi.) 
S. M. „Seeadler" 9/7. Sansibar. (Poststation: Sansibar.) 
S. M. S. „Sperber“ Plymonth 14/11.— 17/11. Brunsbüttel 18/11.— 18/11. Kiel. (Poststation: Kiel.) 
Ablösungstransport: 
Dampfer „Prinzregent Luitpold“ des Norddeutschen Lloyd mit der halben Besatzug für S. M. Ver- 
messungsschiff „Möwe“: 
Heimreise- 
Sydney 10/10. — 1/12. Bremerhaven. 
DPerkehrs-Narchrichten. 
Infolge des Arbeiterausstandes hat das nach Südwestafrika am 30. November fällige Schiff 
„Marie Woermann“ erst am 9. Dezember von Hamburg abfahren können. 
In Kap Croß und Uhabis (udwestaftlanisches Schutzgebiet) sind Kaiserliche Postagenturen 
errichtet worden. 
Boftdampfschiffverbindungen nach den deutschen Schusgebleten. 
  
  
  
  
Die Absahrt erfoltt Ausschiffungshafen. Briefe müssen aus 
Nach vom Ein- Dauer Berlin spätestens 
schiffungshafen au folgenden Tagen der Ueberfahrt abgesandt werden 
Neapel am 30. Dez., 20. Jan. Tanga 20 Tage am 28. Dezember, 
(deutsche Schiffe) 120 abds. Dar-es-Saläm 21 Tages 1., 18., 29. Januar 
1. Deutsch · Ostajrita. cers P am 7 31. Januar Sansibar 21 Tage 63 abds. 
. Narseile am ## iches Mts. Sansibar 18 Tage am 8. ises Monats 
französische Schisfe) 40 B — EL E 
2. Zen Südwestafrika. 
deutsch- armb dwelasrita Southampton am 2,, 30. Januar Lubenheuch 27 Tage am 1., 29. Januar 
Ka und Givcon wochentlich(#nglische Schiffe bioe 40 ums. Swakopmund 31 Tage 11 vms. 
bis KRapstadt, von dori weiter Kapstadt, dann deut · 
auf dem Landweg 
a) nach Warmbad alle 14 Tage, 
b) nach Aeimanghoon und Gi · 
beou alle 3 Woͤch 
3. Ramerun. 
/6 ee R 
Lio 
I cengr#si r— 
icher Dpf.- Leutwein" # 
Hamburg am 
(Odeutsches Schisf) nachts 
Swakopmund 30 Tage 
am 
720 abds. 
  
am 10. jedes Monats 
nachts 
am 23. Dez., 20. Jan. 
  
Kamerun 24 Tage 
Kamerun 22 Tage 
  
4. Cogo-Gebiet 
(Ueber Liverpool oder 
Marseille nur auf Ver- 
langen des Absenders) 
b. Deutsch-Neu-Guinea. 
6. Marsbau. Insein. 
l 
  
am 10. jedes Mis. nachts 
Hamburg am 20. jedes Mts. * 
(deutsche Schiffe) 
am 31. Dezember nachts 
Liverpool am 30. L 
(englische Schiffe) 13., ar 
N Menats 
Klein-Popo 20 Tage B 
Lome 31 Tage 
Klein-Popo 5 Tage 
Accra age 
von da ab domsder bindun 
Zuitiah 35 T 
n da ab m. 
am 10. jedes Monats 
720 abds. 
am 21. Dez., 18. Jan. 
15 ums. 
am 10. und 20. jedes 
Monats sowie am 
31. Dez. 720 abds 
am . „Deeme 
5. Jan. 15 ums 
  
  
  
  
  
  
arseille am 25. Abtnon 20 * bh jedes Monats 
(kKranzofische Schiffe) s 40 nachm. n da ab Eamworsennn 9/8 abends 
Neapel am 10. Februar Friedrich Wilhelms= am 18. Dezember, 
Ghemtsch Schiffe) abds. hafen 45 Tage 8., 12. Februar 
Brindisi am 8 Den- 14. Febr. 41 Tage abds 
ese and) E E 
am *5 anuar aluit 74 Tage am 1. Januar 
#ert ieh 7 1. 6 103 u
        <pb n="873" />
        791 
Eintreffen der Post aus den deutschen Schutgebieten. 
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
* 6 Landungs-= Die Post ist saui Landungs- Die Post ist fälli 
Von hafen ! in Berlin Von hafen in bent 6 
- * 
« Neapel 1 gels Jan, Hamburg .. am 10.7 und 25.7 
Deutsch-Ostafrikao Brindisi. sam 29. B 5. Jan. Toogogebiet ..... Matsetlle jedes Monats 
Marseiile .. am 1., 831. Januar arseiue · am 16. iebes Monats 
Deutsch-Hüdwestafrika Plymouth.. am 15. Dez. 12. J Jan. Deutid- Neu · Guinea Neapel. m am 6. —i' 
A *j d. Monats rrwrarruae —e 4;5 6 
Ramerun . . . . . .. Lamburgp ani 25*e Marshall - Injeln ... Marseille oder 
iverpool. .am 31. Dezember, Mitte Februa 
26 Januar s Barcelona Februar 
* Fälligkeitstage für die mit deutschen Schiffen eintreffenden Posten. 
—— der Woermann-Linie. 
6 i eise 6 6 Letzte Nachrichten 
Postd ampfer von nach bis 12. Dezember 1896 
„Adolph Woermann“ Loango Hamburg am 7. Dezember in Gabun. 
„Aline Woermann“ Hamburg Ponta Negra am 12. Dezember in Kamerun. 
„Anna Woermann“ Hamburg herbro am 5. Dezember in Bissao 
rl Woermann“ Kotonon D. Hamburg am 9. Dezember in ccra. 
„Eduard Bohlen“, « Hamburg Congo am 6. Dezember Alissingen hassirt 
„Ella Woermann“ Sherbro "1 Hamburg am 4. Dezember in Las Palma 
„Gertrud Woermann“ Ponta Negra Hamburg am 10. Dezember in Las Lona. 
„Gretchen Bohlen“ Hamburg Kotonon am 9. Dezember in Conakry. 
„Hedwig Muensanne Kotonon Hamburg am 5. Dezember in Hamburg. 
„Jeannette Woermann“. Hamburg Loanda am 30. November in Accra. 
„Kurt Woermann“ . oanda « Hamburg am 6. Dezember in Las Palmas. 
„Lothar Bohlen“ Swakopmund Hamburg am 2. November in Hamburg. 
„Lulu Bohlen"“ mburg Ponta Negra laden 
„Marie Woermann“. Hamburg b Lüderitzbucht am r Dezember Dover Hassirt. 
ar Bohlen“ . Lüderitzbucht Hamburg am 9. Dezember in Lagos 
rofessoo ** herbro b Hamburg am 5. Dezember in Hamburg. 
ses Hamburg l Loanda am 11. Dezember ab Hamburg. 
„Alida" Hamburg 1 Sherbro am 3. Dezember in Tanger. 
Schifsbewegungen! der Deutschen —— ##b-Obafrita 
.. Reise Lete Nachrichten 
Neichspostdampser von : nach bis 12. Dezember 1896 
„Kaiser“, . . Durban Hamburg am 10. Dezember an Marseille. 
„Kanzler“ .. Hamburg Durban m 11. Dezember an Durban. 
„ . Hamburg Durban am 8. Dezember an Dar-zes-Saläm. 
„Reichstag“. Durban Hamburg am 10. Dezember ab Sansibar. 
„Admiral“ Durban Hamburg am 9. Dezember ab Lissabon. 
„General“ z. Zt. in Hamburg. « 
»Zekzog« z. It. in Hamburg. 
„König“ amburg Durban am 9. Dezember ab Lissabon. 
4 Der heutigen Nummer liegt ein Prospekt von Christofle &amp; Cic., Fabrik-Niederlage in Berlin W., 
Friedrichstr. 78 (Ecke Französischestraße), betrefsend Christofle-Bestecke in Etuis und Chrtstofle-. 
Besteckkästen, bei, den wir geneigter Beachtung bestens empfehlen. 
—— 
Die Expedition.
        <pb n="874" />
        Anzeigen. 
  
Inserate (ũr die dreigespaltene Petitzeile oder deren Raum 25 Pieunig) sind an die Vertriebsleilung, Berlin SW 12, Kochstraße 68—71. 
einz . 
uscnbcn 
  
Bekanntmachung. 
In der Nachlaßsache des Händler? 
J. E. Smith, gestorben am 22. Ok- 
tober 1894 auf der Lord Oowe-Grupve, 
wird der auf den 10. Mai 1897 vor- 
mittags y Uhr anberaumte, im Wege 
des Aufgebots bereils bekannt gegebene 
Termin ausgehoben und auf den 
10. Juni 1897 vormittags 
9 Uhr 
im Gerichtsgebäude in Herbertshöh 
angesetzt. 
Herbertohöh, den 18. Oktbr.18986. 
Der Kaiserliche Richter des 
Schutggebietes der Neu-Gninea= 
Kompagnic. 
(l. S.) Hahl. (z 
Stellung 
in einer deutschen Kolonie sucht zum 
Frühjahr 1897 ein gebildeter junger 
Gärtuer, der in allen Zweigen des 
Gartenbaues theoretisch und praktisch 
auogebildet und mit Buchführung und 
landwirthschaftlichem Betriebe vertraut 
ist. Der Suchende ist 24 Jahre alt 
und Soldat gewesen. 
Offerten erbittet B. Radtke in 
Hannover, Welfenplatz 12. (uie 
Pumpernickel 
(westllllisches Schwarzbrot), 
garantirt haltbar, auch in den Tropen, 
versendet die Qun) 
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Ed. Seiler, 
Pianoforte-Fabrik. 
. m. b. H. 
Liegnitz. 
Flügel u. Pianinos 
I. Güte. 
Besondere Bauart für jeckes 
  
  
  
   
Prlmlirt auL# ullen grossen 
Ausstellungen. 
21 000 Stück gefertigt. 
Niederlage: 
Berlin W., Courbièrestr. S. 
  
  
     
  
Nachruf. 
Am 14. d. Mts. verstarb hierselbst nach langem, mit Geduld er- 
tragenen Leiden an Leberentzündung der Kaiserliche Gouvernementosekrelär 
Berr Rudolf Bock. 
Er gehörte dem hiesigen Dienste über fünf Jahre als ein pflicht- 
treuer Beamter an, der es verstand, sich überall Freunde zu erwerben. 
Sein Andenken wird von den Deutschen der Kolonie, die ihm näher ge- 
treien sind, steto in Ehren gehalten werden. 
Dar-es-Saläm, den 16. November 1896. 
Der Kaiserliche Gonverneur. J. V.: 
     
R. v. Bennigsen. 
Eine imferessante 
NMoomiafzeifung 
welche — obwohl unabhängig nach jeder Seite die För- 
derung der deutschen Holonieen und Kolonialbestrebungen auf 
ihre Fahne geschrieben hat, erscheint unter dem Titel: 
Deutsche Nachrichten 
in dem unterzeichneten Derlage. Das Blatt steht im zweiten 
Jahrgange, erscheint in einer ca. 30 uartseiten starken 
Lut illustrirten Mummer an jedem Donnerstag. 
Der reiche Inhalt der sich bereits im Inlande und be- 
sonders im Auslande zahlreicher Abonnenten erfreuenden 
„Deutschen Tlachrichten“ setzt sich zusammen aus: Allem 
Wichtigen der Woche über Holitik, Kolonialem. Wissenschaft- 
lichem, dem Wissenswerthen auf allen Gebieten; das Blatt 
bringt Nachrichten aus den Koloniern, von den deutschen im 
Auslande, ferner burze interessante Erzählungen, humoresken 
und feine aktuelle Illustrationen. 
ljecder Kolonializcund 
jeder Deutsche im In- und Auslande 
wird gebeten, eine Probe-Unmmer von uns zu ver- 
langen, um sich über das Gebotene zu informiren. Wir 
senden solche Hrobe-Aummern Jedermann mit Vergnügen 
kosten- und portofrei sofort zu. 4 · 
Wegenihrer-weitenVckbkcttnugnnUnslandcjmddze 
»DculschcnNachrichten«auleeinausgezeichnete-Organfnr 
Erportanzeigen.Mit-bittendasBlatteinmalanzusehen. 
- 
gerlin. Der Perlag der „Deutschen Machrichten“ 
Etarlelienburs Ueue Berliner Perlags-Anfaalt 
Aug. Krebe.
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        — 793 — 
Deutsche 5Seitung 
Unabhängiges Tageblatt für nationale Politik 
mit täglicher Unterhaltungsbeilage 
Rundschau. 
Herausgeber: Dr. Friedrich Lange. 
5 Mark 8 vierteljährlich # 5 Mark 
bei allen Postanstalten. 
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IAlllen Kolonialfreunden empfohlen als bewährter, völlig unabhängiger 
Anwalt aller kolonialen Interessen in rücksichtsloser Vertretung des 
Deutschthums und wegen anerkannt zuverlässiger Berichterstattung 
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Neffen, Nichten, Geschwister, Freunde, Bekannte oder Verwuandte im 
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weilen, machen ibren Lieben daselbst die schönste Weihnachtsfreude durch ein 
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R □ 
DAS ECHO 1 
r*iie r7 — 
a Wochenschrift für Politik, Litteratur, Kunst und Wissenschaft 09 
3 Stimmen aus allen Parteien 3 
* Organ der Deutschen im Auslande. r* 
Das Erbor bringt allwöchentlich in Das Echo bringt in dier Rubrik Wer fern der Ueimnt u. in über- 
umerhaltender Form Be- Hande! eine Gesam secischen L#ändern Fühlung 
richte politischen, wirtschaftl. Wochenübeisicht des % mit dem alten Vaterlande sucht — 
Wwissenschaftl. und gesellschaftl. In- Geld- und Wuremnurktes un mil. 7r.— 
halts über alle Vorz zänge. welche interess. PFrgen vom Weltmarkte. Wor; überhn n kurz und. 
sich in Deutschlund und zun Aus- D L bringt ein fachmũnn. gelmel! ron enm- t e der Welt- 
lande abspielen. dß 6 0 u und illustr. „In- begebenheiten anteineInen will — 
„ „ Austrielles Eelos, Velches aber » 
DasEclIo;:....k-:I"»..«;:::««:i:«:iii-!itxklsusckkkkssszsEssxsps 
interessumtesten Stimmen aller Neuerungen nut 6 Gchiete der politisehe itnes 5z„ lesen ". 
Parteien zu Worte kommen. Technik u. Industrie unterrichter. DP · 
Das Echo bringt wöchentlich eine Wer Weeits zaur dem lande 
!s—iie in jeder d. wichtigsten Er- nehen einem 
Das Lcho g# bis zwei 
—“ Me etten, Er- 
ühlungen u. s. w. uus der Feder 
bewährter, zeigenöesischer Sehrift- 
stellcr. 
Auch ein hübsches 
mundels 
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N##i: wuutkere durch den . ag des 
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Berlin SW., Wilhelmstr. 29. 
Hersalt Vollen wir un##den Wortlam de- Lutecheein, *#— 
Der OAnnsinalasseheig, Iat typogrohisch hüubech susgestaltet u 
rion 
wobel natürlich viurn aͤn lüllung der kttein Karsen. 
Namen eine oentspreebendo Lüche bP 
  
  
  
  
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Der Verlag des Echo, J. M. Schorer G. m. b. U. in aBerlin SW. 
Wilhelmstrasse 20, wird hiermit ersucht, an lolgonde Adresse 
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von Welhnachten 1896 bls 31. März 1897 .. zu Mk. 4, so. 
von Weihnachted 1896 bls 30. Juni 1897 . . . zu Mk. 
von Wellmachten 1896 bis 31. Dezember 1897 zu Mk. 1.— — 
  
orlofrei zu Übersenden. lietrag folgt. Der (zutschein ist mir direlt 
zuzusenden 
Ort und Datum: Name des RBestelle#: 
Das Nichtgewünschte ist zu durchstreichen.
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Berlin NW., Weustädtische Kirchstr. 15 
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empfehlen sich inobesondere zur Beschaffung perfsönlicher Ausrüstungen 
aller Art, für Schiffsreisen und dauernden Aufenthalt in über- 
seeischen Ländern sowie zur Lieferung aller für Expedition und 
Jagdausflüge in Betracht kommenden Artikel. 
Sachgemaße Zusammenstellungen auf Grund persönlicher Erfahrungen und 
nach dem Urtheil bekannter Forschungoreisenden werden auf Wunsch gern 
angefertigt und dazu Angaben über Ziel, Zweck und ungefähre Dauer der 
Reise erbeten. (42) 
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Landwirthschaft und Industrie — sowic zur Erzeugung 
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lleinigen Fuhrikanten (3) 
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Inhaber der krossen goldenen Stantsmeadullle und der grossen 
Foldenen ungurischen Ausstellungsmedaullle. 
  
  
  
  
Auszug nus dem „„Jahr- und Auskunftsbuch der #relen und lanse- 
stueit Iamburg 18991.•.. 
Dauernde Export-Ausstellung 
der Lebensmittel-Industriec. 
Inh. Harder &amp; de Voss, Export-Agentur-Geschäft, 
Hamburg, 36/38 Gr. Burstah 36/38. 
Nur eine landelsmetropole wie IIlamburg konnte dus Bedürfniss 
nach einem Institut herrorrulen, in welchem dem Besncher die Ur- 
Zengnissc von über 100 verschiedenen Fabriken der Getränke- und 
Jnhrungsmittel-Industrie in allen Verpackungen, Spezinlitüten und 
verschiedenen Qunlitäten, aufs Uchersichtlichste geordnet. vorgeführt. 
werden. 
Der Grundgedunke des ganzen Unternehmens ist. die einzelnen 
ausgestellten Artikel in allen Preislagen vorzuführen, den verschic 
denen transatlantischen Ländern bentspretheng. somit die Lebens- 
mittelbranche nach Möglichkeit erschopfend, soweit solche den EAport, 
betrifkt. 
Die Ausstellung unterscheidet sich also von öllentlichen Aus- 
stellungen vornehmlich dadurch, duss alle ausgestellten Artikcl 
eortfühig nulemacht sind. dieselb# #ine dunernde ist und alle für 
den Lport in Frage kommenden Neuheiten nuch AMlöôglichkeit uufweist. 
Die grosse Reihe von Firmen ersten Ranges, welche zur Ausstellung 
gelangten und im Auslande sich wesentliche Absalzgebiete eroberten, blirgen 
dem Käufer lUr die Konkurrenzihigkeit der Fabrikate im Weltmarhte. Preis- 
listen in fünf Sprachen. 
Für die vorübergebend in Hamburg weilenden Korrespondenten Hamburger 
Exportlirmen, welche Lebensmittel importiren, dlirfte die Ausstellung von 
ganz besonderem iInteresse sei 
)as „IIumburger P’remdenblatt- vom 16. Aai 1891 schreibt: ln 
den Kreisen der Exporteurc lindet die Ausstellung die höchste 
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Die Kolonialpolitik Porfugals und Spaniens 
Mit einer Karte in Steindruck: Uebersicht des portugiesischen und spanischen Kolonialbesitzes gegen Mitte 
nahme die Thulann und Erfahrungen der großen Kolouialmächte schildert und den Schwerpunkt auf die 
verschiedene Gntwickelung der kolonialen Politik in den erinzelnen Staaten legt. Zum ersten Male wird 
in obigem Werfe ber, Versuch gemacht, ein solches zu b 
er 
Nähe zu e Guueyenhee hatte und durch wiederholte Reisen und langjährige Studien mit den Ver- 
olonialen Dingen beschäftigten Personen ein Handbuch liefern und dem großen Publikum ein 
klares Urtheil über das Wesen und die Bedingungen der Kolonien, an der Hand der Geschichte, bieten. 
Das Werk soll daher eine allgemeine Geschichte der europäischen Kolonialpolitik sein. Es forscht den Ursachen 
nach, aus denen die einzelnen Staaten zu einer solchen genöthigt wurden, und schildert die verschiedene Art, 
in welcher sie diese Aufgabe erfaßt und durchgeführt haben. An die Geschichte der Gru#dung und Entwickelung 
begünstigt oder gehemmt haben. Der Verfasser legt ein Hauptgewicht auf eine übersichtliche Darstellung 
Verwaltung und Gesetzgebung. 
or 
Einrichtungen und Thaten dieser beiden Völker auch für die Gegenwart, bei allem Wechsel der Zeiten, 
daraus in vielerlei Hinsicht mit Sicherheit zu entnehmen, wie ein kolonisirender Staat nicht vor- 
D 
Kolonialpolitik darstellen wird, will dagegen zeigen, unter welchen Voraussetzungen und Be- 
muß, welches wirklich lebensfähige überseeische Tochterstaaten heranziehen will. Der die holländische 
Kolonialpolitik behandelnde dritte Band wird die Ergänzung dazu liefern. Die Geschichte der 
französischen Kolonialpolitik 1 ihr Hauptinteresse in der Darstellung der Schwierigkeiten haben, 
welchen gute Gedanken bei der Ausführung durch schlechte Organe und in einer unselbständigen, der 
kolonialen Versuche bis zur Gegenwart bilden. 
Soeben erschien: 
Die 
Uropäischen Rolonien. 
  
Schilderung 
ihrer Entstehung, Einrichtung, Erfolge und Aussichten 
von 
Dr. Alfred Zimmermann. 
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Erster Band: 
in ihrer Entwickelung von den Anfängen bis zur Gegenwart dargestellt. 
des 16. Jahrhunderts. 
—cPreis geheftet Mk. 10,—, in Originalband Mk. 11, 50. —— 
Noch fehlte cs an einem übersichtlichen Buche, welches ohne vorgefaßte Meinung und Partei- 
b, der die Entwickelung der Sebicher ke. veriihen Politik von deren Anfang her in der 
nissen auch der fremdländischen Kolonien sich vertraut gemacht hatie, will in seinem Werke allen mit 
Kolonien selbst schließt sich daher eine Darlegung aller der Gründe, die das Gedeihen der Kolonien 
dje nach den nationalen Eigenschaften und Zielpunkten der einzelnen Staaten sehr verschiedenartigen 
nd Spaniens Kolonialpolitik sind als Gegenstand des ersten Bandes gewählt 
den, weil diese Staaten die Bahnbrecher auf kolonialem Gebiete gewesen sind, und eine Frtuß der 
chauungen und Kenntnisse im Laufe der Jahrhunderte, in hohem Maße lehrreich ist. Zum mindesten ist 
en soll. 
zweite Band, welcher im nächsten Jahre erscheinen und die Entwickelung der englischen 
igungen eine Kolonie am besten zur Blüthe kommt und von welchem Geist ein Volk beseelt sein 
bstaufopferung entbehrenden Nation begegnen. Den Abschluß wird die Schilderung der deutschen 
Dal Werk ist durch alle Buchhandlungen des In= und Auslandes 
beziehen. Gegen Einsendung des Betrages auch Fortofrei von der
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gerrossen 
Der Verfasser befleißigt sich außerdem einer nicht genug anzuerkennenden Sachlichkeit und peinlichen Genauigkeit 
in der Wiedergabe geschilderter Ereignisse. Schreiber dieses, der manche der im Buche wiedergegebenen Episoden mit 
durchmachte, wußte in der Schilderung keines einzelnen Falles auch nur das Geringste zu ändeen 
Wir möchten dem Laien sowohl als dem Fachmann das Buch als ein ebenso interessantes wie nützliches aus 
  
  
   
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nach Teneriffe, Las Palmas, Gorée, Liberia und den Halen der Südwestküste Alrikas 
von Landana bis Loanda. 
Am 10. Januar: P. D. „Lothar Bohlen“, Capt. Jarck, 
nach Madeira, Klein-Popo, Lagos, Kamerun, Fernando Poco und den Hälen der Südwest- 
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Am 15. Januar: P. D. „Ella Woermann“, Capt. Rieck, 
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E. P. D. „GCENERAL“, Capt. Ganue 16. Dezember, 30. Dezember, 
R. F. D. „HER2ZOG“ (Doppelschrauben), Capt. v. Issendorfl, 6. Januar, 20. Junuar, 
E. P. D. „ApMIRAL“, Capt. West 27. Junuar, 10. Februnr, 
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Inhambane, Mombassa und Lamu. 
Ferner regelmässig alle sechs Wochen Postdampfer ums Kap der Jicten Honneng 
direkt nach D'rban, Delagoc-Bat, Me##nga, Nossi Bé. 
——TNaächste Expedition: P. D. „KAISER“, Capt. Stahl, 31. Januur 1897.— 
Die Dampfer Raben vborzugliche Einzchtengen ### Eessagtere in cten Klassen. 
Ferner zwischen Ostafrika und Bombay regelmässig alle drei Wochen im Anschluss 
an die Hauptdampfer. 
Näheres ertheilt in Hamburg: El* 
wegen Passage die Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Aktien-Gesellschaft, 
sowie wegen Fracht und Passage die 
Deutsche Ost-Afrika- Linie, 
Gr. Reichenstrasse 25/27. 
Dieser Nummer liegt das 4. Heft nebst Inhaltsverzeichniß des IX. Vandes der „Mittheilungen 
von Forschungsreisenden und Gelehrten aus den deutschen Schutzgebicten“ bei. 
  
  
  
Verantwortlicher Nedalteur für den nichtamtlichen Theil. O. Mertinat, Verlin. 
Druck und Verlag der Königlichen Hofbuchbandlung und Hofbuchdruckerei von E. S. Mittler &amp; Sohn, Berlin SW 12, Kochstraße 68—71. 
Ausgegeben am 15. Dezember 1896 um 6 Uhr nachmittags. 
Hierzu als Beilage das Inhaltsverzeichniß des Kolonialblattes 1896.
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