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        <title>Deutsches Kolonialblatt. VII. Jahrgang, 1896.</title>
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            <idno>kbl_1896</idno>
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        Deutsches

——

Amtsblatt  für  die  Schutzgebiete  des  Deutschen  Reichs.

Herausgegeben

in  der

Kolonial-Abtheilung  des  Auswärtigen  Amts.

VII.  Jahrgang,  1806.

 

Verlag  von  Ernst  Siegfried  Mittler  und  Sohn
Könlsollche  Vofbuchhandlung
Kochstraße  68—71.
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        Gedruckt  in  der  Königlichen  Hofbuchdruckerei  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,
Verlin  SW.,  Kochstraße  68—71.
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        Inhalts-Derzeichniß.

Die  mit  einem  '  versehenen  Artikel  sind  amtliche  Bekanntmachungen  u.  s.  w.
(Die  am  Schluß  stehenden  Ziffern  bezeichnen  die  Seitenzahlen.)

Gesehe,  Verordnungen,  Erla#e  der  Reichsbehörden  und  Bekörden  der  deutschen  Schutgebieke.
Rackrichten  aus  den  derutschen  Schunnebirten  und  andere  darauf  brzügliche  Mittheilungen.

Allgemeines.
vAfrikafonds.  Denkschrift  über  die  Verwendung
des  —  1894/95.  Extra-Beilage  zu  Nr.  3

Ausfuhr.  Die  aus  den  deutschen  Kolonien  exportirten
  Produkte  und  deren  Verwerthung  in  ber
Industrie.  Nach  amtlichen  Statistiken  und  Denkschriften
  sowie  nach  Mittheilungen  von  Importeuren
und  Fabrikanten  bearbeitet  von  Dr.  O.  Warburg
Beilage  zu  Nr.  10

(Siehe  auch  Handel.)

Ausrüstungsgegenstände  siehe  Militärische  A.

Bananen.  Verzollung  von  —  als  Obtst

Bauhölzer.  Ueber  die  Sicherung  von  —  gegen  die
Angriffe  holzzerstörender  Thiere  und  die  seewurmsicheren
  Holzarten  .

Baumwolle.  Mittel  zur  Beriiing  des  Baumwollenwurmes
  .

*Beamte.  Allerhöchste  Verordnung  vom  3.  August
1896,  betreffend  Anwendung  des  Gesetzes,  betreffend
die  Rechtsverhällnisse  der  Reichsbeamten  vom
31.  März  1893  nebst  dessen  Ergänzungsbestimmungen,
  auf  die  Landesbeamten  in  den
deutschen  Schuyxgebieten

Votanik.  Vorlesungen  über  Kolontalbotani“  im
Sommer  und  Herbst  1895.  ·

Botanischer  Garten.  Ueber  die  Verlegung  des
Berliner  ..
Denkschriften,  betreffend  die  Enwickelung  der
deutschen  Schutzgebiete  1894/95.  Exira-Beilage.

Deutsche  Kolonialgesellschaft  siehe  Kolonialgesellschaft.


Eierhandel  der  Welt  .-Elfenbeinhandel.
  Bericht  von  deinr.  Ad.  Meyer

in  Hamburg  über  den  —  im  Jahre  1895

—.—  Lage  des  Elfenbeinmarltes  in  Antwerpen  im
Jahre  1894

Frauenverein  für  Krankenpflege  in  den  Kolonien.
  Verleihung  der  Rechte  einer  juristischen
Person  an  den  .

—.—  Aus  dem  Jahresbericht  für  1695/6

—.—  Tod  der  Schwester  Biendora

—.—  Ausstellung  einer  Krankenbaracke  in  der  Verliner
Gewerbeausstellung  seitens  des

228

263

539

18

391

73

378
381

292  Marig  Theresienthaler.

 

Frauenverein  für  Krankenpflege  in  den  Kolonien.
  Eintreffen  zweier  Schwestern  in  Windhoek.
  Preise  der  Lebensmittel.

—.—  Entsendung  einiger  Schwestern  nach  Kamerun

—.—  Entsendung  von  Schwestern  nach  Ostafrika  und
Neu-Guinea

—.—  Rückreise  der  Schwesiern  Leonore  und  Elise
von  Kamerun,  Katharina  Fath  von  Tanga  und
Helene  aus  Togo  nach  Deutschland  .

Geld  siehe  Maria  Theresienthaler.

Gerbstofspflanze.  Ueber  das  Fortkommen.  der  —
Canaigre  in  Honolueli  .

Gesundheitspflege.  Schutz  gegen  Malaria

—.—  Vertheilung  von  Preisen  für  die  besten  Arbeiten
auf  dem  Gebiete  der  Trovenhygiene  auf  der
Brüsseler  Weltausstellung  1897  .  .

Gummi=  siehe  Kautschukbäume.

Handel  Bremens  mit  Afrika  im  Jahre  1895.

—.—  Hamburgs  mit  den  Kolonien  im  Jahre  1895  52,

(Siehe  auch  Ausfuhr.)
Hanf.  Prüfungsergebnisse  des  Sisalhanf
Heuschreckenvertilgung  auf  Cypern.
—.—  in  Ostindien.  .  .
Kautschukbäume.  Ueber  neue  .
——Schntzber—cndenWaldern.
Kautschuksamen.  Einfuhr  von  —  nach  Afrila
Koloniale  Bestrebungen.  Vertheilung  von  Preisen
für  die  besten  Arbeiten  auf  kolonialem  Gebiete
seitens  der  Brüsseler  Weltausstellung  1897
Koloniale  Entwickelung.  Ueber  die  deutsche  —
nach  dem  Berichte  der  Hamburger  Handelskammer
für  das  Jahr  1895
—.—  Ausgabe  eines  Inhaltsverzeichnisses  über  vie
Jahrgänge  I—V  (1890  —1894)  des  Dautsch
Kolonialblattes

Kolonialgesellschaft.  Vorstand  der  deutschen  —
Berlin-Charlottenburg
Kolonialhaus.  Errichtung  eines  —  in  Verlin

Kolonialrath.  Sitzungsbericht  des  —  vom  19.  Oktober
  1896  .  -

Kolonien.  Nundreise  nach  den  deutschen.

*  Landesbeamte  siehe  Beamte.

Ausfuhr  von

415
503

782

194
591

720

324
648

135
262
136
619
421

683
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        Militärische  Ausrüstungsgegenstände.  Einige
Erfahrungen  mit  —  in  Centralafrila  nach  Graf

A.  v.  Götzen  73
woinrnissencnstlicen  Zoologie  der  ens
gebiete  .  653

(Siehe  auch  VBoianik)
—.—  Tod  des  Varons  Ferdinand  v.  Müller  654
Nutzpflanzen,  tropische.  Abgabe  größerer  Sendungen
  von  —  seitens  des  Königlich  botanischen

Gartens  zu  Berlin  17
—.—  Ueber  den  ostafrikanischen  Fettbaum  Seeurodendron
  Stuhlmannii  Engl.  .  17
(Siehe  auch  Baumwolle  —  Gerbstoffpflanze  —
Hanf  —  Kautschukbäume  —  Ramiefaser.)
Oceanie  Steamship  Compayy  siehe  Verkehrswesen.

Orientalisches  Seminar  siehe  Seminar.
Pflanzen,  stickstoffsammelnde  .  421

—.—  Winke  für  die  Behandlung  von  Pflanzentheilen,
die  behufs  wissenschaftlicher  Untersuchung  aus  tropischen
  Ländern  nach  Deutschland  gesandt  werden  744

Postalisches.  Eintreffen  der  Post  aus  den  deutschen
Schutzgebieten  21,  56,  77,  113,  140,  166.  198,  230,

266,  300,  327,  424,  463,  506,  543,  565,  595,  624,
656,  687,  791,

—.—  Ergebnisse  der  Post=  und  Telegraphenverwaltung
während  der  Etatsjahre  1891  bis  1895

—.—  Statistik  der  deutschen  Reichspost=  und  Telegraphenverwaltung
  während  des  Jahres  1895  750

Postdampfschiffsverbindungen  siehe  unter
Schiffsverbindungen.

Preisausschreiben  der  internationalen  Vereinigung
für  vergleichende  Rechtswissenschaft  und  Volkswirthschaftslehre
  über  das  Thema:  Eine  vergleichende
Darstellung  der  Grundsätze,  welche  in  den  Kolonien
der  wichtigsten  Staaten  hinsichtlich  des  Bodenerwerbes
  und  der  Ansiedelung  befolgt  worden  sind,
und  die  wirthschaftlichen  Folgen  derselben

—.—  Ergebnisse  eines  Preisausschreibens  der  Universität
  Breslau  über  das  Thema:  Welche  Einwirkung
  haben  die  in  den  letzten  dreißig  Jahren
erzielten  Fortschritte  der  Kenntniß  fremder  Erdtheile
auf  das  staatliche  und  wirthschaftliche  Leben  des
Deutschen  Reiches  geübt?

—.—  Preisaufgabe  der  Holzendorsfsiftung.  über  das
Thema:  Ist  die  Deportation  unter  den  heutigen
Verhältnissen  als  Strafmittel  praktisch  verwendbar?

Ramiefaser,  die,  und  deren  Bearbeitung.

*Rechtspflege.  Allerhöchste  Verordnung  vom
25.  Februar  1896,  betreffend  die  Gerichtsbarkeit
über  die  Eingeborenen  in  den  afrikanischen  Schutzgebieten
  .  ...BetlagezuNr5

—.—  Verordnung  des  Reichskanzlers  wegen  Ausübung
  der  Strafgerichtsbarkeit  und  der  Disziplinargewalt
  gegenüber  den  Eingeborenen  in  den  deutschen
  Schutzgebieten  von  Ostafrika,  Kamerun  und
Togo.  Vom  22.  April  1896

*'  Rechtsverhältnisse.  Allerhöchste  Verordnung  v  vom
9.  August  1896,  betreffend  Anwendung  des  Gesetzes,

721

137
693

 

l

betreffend  die  —  der  Reichsbeamten  vom  31.  März
1873  nebst  dessen  Ergänzungsbestimmungen  auf

die  Landesbeamten  der  deutschen  Schutzgebiete  520
Reichsbeamte  siehe  Beanite.
Reisen.  Ueber  eine  neue  Durchquerung  Afrikas  619

*Sammlungen.  Runderlaß  der  Kolonial-Abtheilung
vom  13.  Oktober  1896,  betressend  die  ethnographischen
  und  naturwissenschaftlichen  Sammlungen
  der  in  den  Schutzgebieten  befindiichen
Beamten  und  Militärpersonen  969

.  (Siehe  auch  Sendungen.)

Schiffsverbindungen:

*  Marine.  Schiffsbewegungen  der  Kaiserlichen  —
in  den  Schutzgebieten,  vergleiche  die  einzelnen
Nummern  des  Kolonialblattes.

Norddeutscher  Lloyd.  Fahrplan  der  Reichspostdampferlinien

  für  das  Jahr  1896  22
Ostafrika-Linie.  Vermehrung  der  Fahrten  auf
der  Suezkanal-Linie  nach  Ostafrika
—.  —  Fahrplan  der  deutschen  —  zwischen  Hamburg
  und  Ostafrika  für  das  zweite  Halbjahr
1896  298
—  .—  Schiffsbewegungen  der  .  21  öb  47  113,
140,  167,  198,  230,  266,  297,  326,  393,  424,
463,  506,  544,  566,  596,  624,  656,  687,  725,
54,  791
*  PH#  sitdampfschiffsverbindungen  nach  den
deutschen  Schutzgebielen  21,  56,  77,  113,
139,  166,  198,  230,  266,  297,  327,  393.  424,
462,  506,  542,  565,  594,  621,  655,  686,  724,  752,  790
Reichspostdampferlinie  Hamburg  —  Durban.
Verkehr  der  Dampfer  ab  Monat  Juni  in  dreiwöchigen
  anstatt  vierwöchigen  Zwischenräumen  288
Woermann-Linie.  Fahrplan  für  das  erste
Vierteljahr  1896  25
Desgl.  für  das  zweite  Vierieljahr  1886.  199
-  :  :  Dritte  -  .  464
-vierte  "*4n2
—.—  Schif  sbewegungen  der  27,  57,  78,  114,
140,  167,  201,  231,  267,  300,  327,  393,  425,
463,  507,  543,  566,  595,  624,  656,  687,  725,
753,  791
(Siehe  auch  Verlehrswesen.)
*Schutztruppe.  VBearbeitung  sämmtlicher  Angelegenheiten
  der  —.  Allerhöchste  Verordnung
vom  20.  August  1896,  betreffend  Zuständigkeit  des
Auswärtigen  Amts,  Kolonial-Abtheilung,  für  551

*—.—  Bekleidungs-Vorschrift  für  die  Kaiserlichen
  Schutztruppen  in  Afrika  Beilage  zu  Nr.  23

*—.  Allerhöchste  Verordnung  vom  19.  November
1896,  betreffend  Genehmigung  der

*—.—  Beschwerdeführung.  Allerhöchste  Verordnung
  vom  1.  August  1896,  betreffend  Anwendung
  der  Bestimmungen  über  die  —  der  Personen
des  Soldatenstandes  des  Heeres  vom  14.  Juni
1894  auf  die  Schutztruppe

*—.—  Dienstauszeichnungskreuz.  Alerhöchste
Verordnung  vom  27.  September  1896,  betreffend
Verleihung  des  —  und  Heirathen  der  Offiziere

763

633
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        Schutztruppe.  Disziplinar-Strafordnung.
Allerhöchste  Verordnung  vom  26.  Juli  1896,  betreffend
  die  —  für  die  Kaiserlichen  Schutztruppen  515

*—.—  Eintritt.  Allerhöchste  Verordnung  vom
22.  Juli  1896,  betreffend  Gesuche  der  Offiziere
der  Kaiserlichen  Marine  behufs  —  in  die

*—.  Militär-Strafgesetze.  Allerhöchste  Verordnung
  vom  26.  Juli  1896,  betr.  die  Einführung

m

*Arbeiter.
ostasiatischer  Arbeiter

Ausfuhr  siehe  Statistik.

*  Beamte.  Gouvernementsbefehl  des  Kaiserlichen
Gouverneurs  vom  7.  Juni  1896  betreffen  das
Uniformtragen  der  Civilbeamten

Besiedelung  siehe  Mbaruk  bin  Raschid.

PVeurkundung  des  Personenstandes.

der  deutschen  —  in  den  afrikanischen  Schutzgebielen  516

*—.—  Stellenbesetzung.  Allerhöchste  Verordnung
vom  10.  November  1896,  betreffend  —  der  Offiziere,
  Sanitätsoffiziere  und  oberen  Militärbeamten

*—.  —  Strafgerichtliche  Verfahren.  Allerhöchste
Verordnung  vom  26.  Juli  1896,  betreffend  das  —
gegen  Militärpersonen  der  Kaiserlichen  .

*—.—  Unterstellung.  Allerhöchste  Verordnung  vom
16.  Juli  1896,  betreffend  die  —  der  Schutztruppe  4

*—.—  Wehrpflicht.  Gesetz  vom  13.  Juli  1896,
betreffend  die  Kaiserlichen  —  in  den  asritanischen

—

69

—
—

516

Schutzgebieten  und  die  —  daselbst  522

*—.—  —.—  Erlaß  des  Reichskanzlers  vom  18.  Juli
1896,  betreffend  Bekanntmachung  wegen  Redaktion
des  Gesetzes,  betreffend  die  Kaiserlichen  —  in  den
afrikanischen  Schutzgebieten  und  die  —  daselbst

Seminar  für  orientalische  Sprachen.  Vorlesungen
  im  Winter-Semester  1896/097.

Sendungen,  wissenschaftliche.  Ergänzung  der
Bestimmungen  vom  7.  November  1890,  betresfend
—  aus  den  deutschen  Schuzgebieten

(Siehe  auch  Sammlungen.)

Sonntagsruhe.  Runderlaß  der  Kolonial-Abtheilung
  vom  12.  Mai  1896  an  sämmtliche  Gouvernements
  und  Landeshauptmannschaften,  betrefsend
die  Einhaltung  der

Stationsanlage.  Leitende  Cesichtspuntte  bei  ver
Anlage  von  afrikanischen  Stationen

Telegraphenwesen  siehe  Postwesen.

Verkehrswesen.  Neuregelung  des  Fahrplans  der
Oceanie  Steamshih  Company)  für  den  Verkehr
der  Linie  San  Francisco  —Apin  229

(Siehe  auch  Schisssverbindungen.)

Ueber  die  Ausfuhr  der  Kolonien.

522

295

418

Warburg:

Dank  des  Kaiserlich  Großbritannischen  Ministeriums

Drogen.

"  Fromm.

Beilage  zu  Nr.  10

Wehrpflicht.  Gesen  vom  13.  Juli  1896,  betreffend
die  Kaiserlichen  Schutztruppen  und  die  —  daselbst

Wolle.  Jahresbericht  über  Kolonialwolle  im  dahre
1895  von  G.  Ebell  &amp;amp;  Co.  ··  ·

Zölle.  Verzollung  von  Bananen  als  Obst

Zo  ologie  siehe  Naturwissenschasiliches.

110
228

Oftafriks.
A  nsiedelungen.  Bericht  des  stellvertretenden
dounerneurs  über  die  Ansiedelung  der  Mbarulkleute
mkhropologische  orschungen  in  Ostafrika
*Arbeiter.  Verord  n
vom  26.  März  1896,  betressend  das  Verbot  der
Anwerbung  von  Arbeitern  zum  Zwecke  der  Ausfuhr

  r*-  aus  ½  Deutsß-  Ostafrika  nach  fremden
Gebieten

219

522

Ertheilung

  einer  Ermächtigung  zur  —  an  den
Referendar  Zache  ...·......

Bezirkseintheilung.  Runderlaß  des  Kaiserlichen
Gouverneurs  vom  13.  November  1895,  betreffend
Zuweisung  der  Landschaft  Irangi  zum  Bezirk
Mpapua  .....

Vodenbefchaffenhett  Oftafrctaö  nach  einem
Urtheil  des  Professors  Dr.  F.  Wohltmann

Bukoba.  Bericht  des  Kompagnieführers  Herrmann
über  die  Lage  der  Station  im  Juni  1896.

—.—  Ueber  Höhlenbildungen  bei

Civilbeamte  siehe  Beamte.

an  die  Deutsche  Regierung  für  die  Unterstützung
der  Deutschen  Behörden  bei  der  Bestrafung  der
Angonis  .  .314

Dar-es-Saläm.  Besüch  des  Sulians  Machemiba  i  in

—.—  Besuch  des  englischen  Admirals  Rawson

Denkschrift,  betressend  die  Entwickelung  des  Schutzgebietes
  1894/95.  Extra-Beilage  zu  Nr.  3.

Deutsch-Ostafrikanische  Gesellschaft.  Aus  dem
Geschäftsbericht  der

Gutachten  des  Kaiserlichen  Gesundheitsamtes
  über  eine  Anzahl  aus  Ostafrika  eingesandter

Einfuhr  siehe  Statistik.

Eisenbahn.  Erlaß  einer  Bahnordnung  für  die
Usambaralinie  .

—.—  Aus  dem  Geschäftsbericht  der  Eisenbahngesell
schaft  für  Deutsch-  r*mies  Oihambwaline,  zu
Verlin  .

Elfenbeinausfuhr  im  Jahre  1895/66  .

Emin  Pascha.  Maßregeln
Mörder  dsess  .

Bericht  des  Kompagnieführers  —  über
seine  Expedition  von  Lindi  an  den  Umbem-=kurrufluß
  ..  .......

Gesundheitspflege.  Anlage  eines  Sanatoriums
seitens  des  evangelischen  Meitgvereins  in  der
Wugiralandschaft  .

——  Gouveknententgbefehl  vom  6.  Mai  1896  be.
treffend  Verhütung  von  Vergiftungen  durch  Gebrauch
messingener  und  kupferner  Kochgeschirre.

#—.—  Runderlaß  des  Kaiserlichen  Gouvernements
vom  15.  Juni  1896,  betreffend  Aufhebung  der
Quarantäneordnung  vom  15.  Juni  1896

*—.—  Erlaß  des  Kaiserlichen  Gouvernements  vom
15.  Juni  1896,  betreffend  Vorschriften  betreffend
die  gesundheitspolizeiliche  Kontrole  der  einen  Hafen
des  Deutsch-Ostafrikanischen  Shutgebietes  anlaufenden
  Seeschiffe

438,
zur  Ergreifung  der

Bestimmungen  über  die  Febandlung

65

551

709
709

372
219
710

526

527
        <pb n="6" />
        *Gesundheitspflege.  Runderlaß  des  Kaiserlichen
Gouverneurs  vom  28.  September  1896,  betreffend
die  gesundheitspolizeiliche  Kontrole  der  aus  Bombay
kommenden  Seeschisse  .

—.—  Sanitäre  Einrichtungen  it  im  Schutgebiet  (

Gewerbliche  Unternehmungen  siehe  Handel.

Glauning.  Expedition  des  Lieutenants  —  nach
Ugogo,  Jrangi,  Burungi  und  Usiomi  .

Gouverneur.  Bericht  über  eine  Reise  des  —  nach
Kisaki,  zum  Rusiyi  und  durch  Süd-Usaramo

Grenzen.  Gouvernementsbefehl  vom  30.  April  1896,
betreffend  die  Abgrenzung  der  Bezirke  Apapua
und  Lindi.

*—.—  Runderlaß  des  fKaiserlichen  Gouverneurs  an
die  Bezirksämter  2c.  vom  5.  Oklober  1895,  betreffend
  Zutheilung  der  Inseln  von  Masia  nordwärts
  bis  zur  Schungubucht,  zum  Bezirk  Kilwa

Handel  burg  h-Ostafrika  im  Jahre  1895

—.—  Ertheilung  einer  Ermächtigung  Seitens.  des
Bundesraths  zum  Betriebe  gewerblicher  Unternehmungen
  in  Deutsch-Ostafrika  an  die  Westdeutsche
Handels=  und  Plantagengesellschaft  zu  Düsseldorf

(Siehe  auch  Statistik.)

Hassan  bin  Omari.  Bericht  über  die  Expedition
gegen  den  Sklavenhändler  ....

*Hemileia  vestatrix.  Runderlaß  des  Kaiserlichen
  Gouverneurs  vom  26.  Juni  1896,  betreffend
Aufhebung  der  Verordnung  vom  31.  Auus  t  1895
zur  Bekämpfung  der  ..  ..

Höhlenbildungen  bei  Vuloba  .

*Jagd.  Verordnung  des  Kaiserlichen  Gouverneurs
vom  4.  bezw.  7.  Mai  1896  an  sämmtliche  Bezirksämter
  rc.,  betreffend  Schonung  des  Wildstandes

Johannes,  Kompagnieführer.  Bericht  über  eine  in
der  Zeit  vom  26.  Januar  bis  28.  Februar  1896
von  Moschi  am  Kilimandjaro  durch  die  Massaisteppe
nach  Umbugwe  unternommene  Expedition

—.—  Expedition  zur  Bestrafung  der  an  der  Ermordung
  der  Missionare  am  Kilimandjaro  betheiligten
  Landschafflen  Meru  und  Groß-Arusha

—.—  Bericht  über  eine  Expedition  gegen  Gr.  *
(Arusha  nju)  .  .

Kaffeeplantagen.  Entwickelung  der

v.  Kalben.  Bericht  des  Lieutenants  —  uüber  ein
Gefecht  mit  dem  Sultan  Mutatembwa  von  Kisiba

—.—  Bericht  des  Lieutenants  —  über  Unruhen  im
Bezirk  von  Muansa  ........

Kartographisches.  Aufnahmen  und  Höhenbeobachtungen
  von  der  Expedition  des  Oberstlieutenants
  v.  Trotha

—.—  Aufnahmen  und  Höhenbeobachtungen  des  Kompagnieführers
  Prince  und  v.  Beringe  über  den
Marsch  von  Mgunda  nach  Peronda  bezw.  aus
Useguha  ...

Kiboscho.  Von  der  katholischen  Missionsstation  in

Kilimandjaro.  Kulturversuche  am

—.—  Ueber  den  Ertrag  der  Ernte  der  wissen
schaftlichen  Station  .

Kilimatinde.  Von  der  Siation  ......

—

77

6,  99

709

.

40

-

73

45
442

610
286
103

—
□#
—

372

VI

 

Kisaki.  Aufhebung  der  Postagentur  an

Kisiba.  Bericht  des  Lieutenants  v.  Kalben  über  ein
Gefecht  mit  dem  Sultan  Mutatembwa  in.  43
Kochgeschirre.  Verbot  der  Einfuhr  kupferner  und
messingener  437
*Kriegsdienstzeit.  Anrechnung  der  —  für  An—
gehörige  der  Schubteuppe  an  Gefechten  im
Jahre  1895  478
Kuirenga.  Bericht  des  Kompagnieführers  Prince
über  seine  Expedition  nach  Uhehe  zur  gründung
einer  Station  in  Kuirenga  .  73
*Landespolizei  siehe  Schutztruppe.
Landwirthschaftliches.  Untersuchung  von  Bodenproben
  der  Versuchsplantage  Mohorro  443,  555
—.—  Ernteertrag  der  wissenschaftlichen  Ailimandjare·
station  .
——-  Kulturversuche  am  Kilimandjaro  ....  103
—.—  in  Usambara  248
—.—  Vertheilung  von  Saaten  zur  *  des
Landbaues  .  .  537
—.—  Weizenbau  in  Deussch-  Ostafrila  .  537
(Siehe  auch  Bodenbeschaffenheit  —  Kaffeeplantagen  —
Plantagenbau  —  Tabak.)
Machemba.  Unterwerfung  des  Häuptlings  8
—.—  Besuch  des  stellvertretenden  Bezirksamtes  von
Milindani,  blauptgoliamtvorslehers  Ewerbeck  beim
äuptling  408
Mbarut  bin  Naschid.  Vericht  des  Naiserlichen
Gouverneurs  über  die  friedliche  Unterwerfung  des
von  englischem  auf  deutsches  Gebiet  übergetretenen
Häuptlings  —  nebst  Anhang  und  ihrer  Ansiedelung
auf  deutschem  Gebiet  370
Mbarukleute.  Bericht  des  Gouverneurs  **
die  Ansiedelung  der  554
Masinde.  Aufhebung  der  Postagentur  in  ..  3092
Muansa.  Bericht  des  Lieutenants  v.  Kalben  über
Unruhen  im  Bezirk  von  .  186
v.  Natzmer.  Bericht  über  einen  Zug  des  Oberführers
der  Schutztruppe  —  zu  den  Mparagahäuptlingen  102
Aaf  sasee.  Expedition  des  Bezirksamtmanns
Eltz  nach  den  314
estofeira.  Ueber  die  Lage  im  1  Siden  des  *
gebietes  69
Ostafrika  im  Augemeinen  siehe  Dentschrift.
*Palmwein.  Verbot  der  Bereitung  von  —  siehe
Tembo.
Perlfischerei.  Bericht  des  Zollbeamten  Feinstein
über  die  —  an  der  ostafrikanischen  Küste  441
Plantagenbau.  Ueber  die  Regierungsplantag-Mohorro
  675
—.—  Anlage  einer  Versuchsstation  in  uUsambara  12,  70
—.—  Ertheilung  einer  Ermächtigung  Seitens  des
Bundesrathes  zum  Betriebe  des  Handels=  und  des
Plantagenbaues  an  die  Westdeutsche  Handels=  und
Plantagengesellschaft  zu  Düsseldorf  .  177
*  Polizeitruppe.  Gouvernementsbefehl  vom  27.  Mai
1896,  betreffend  Stärke  der  —  für  das  Etatsjahr
  1896/97  437
        <pb n="7" />
        Postwesen.  Herstellung  einer  Postwerbindung  der
Küste  mit  dem  Nuassa

—.—  Errichtung  von  Postanstalten  in  Vukoba,  Muansa
und  Kilimatinde  .

—.—  Aufhebung  der  Postagenturen  Kisaki  und  Masinde

(Siehe  auch  Telegraphenlinie.)

Prince.  Bericht  des  Kompagnieführers  —  über
seinen  Zug  nach  Uhehe  und  die  Vegründung  einer
Station  in  Kuirengg  .

Namsay.  Bericht  des  Kompagnieführers  —  über
seine  Bereisung  des  Nordostufers  des  Tanganyika
Quarantäne-Ordnung  siehe  unter  Gesundheitspflege



-Dechirpflege.  Ausübung  der  Strafg
barkeit.  Verfügung  des  Neichskanzlers  wegen  —
und  der  Disziplinargewalt  gegenüber  den  Eingeborenen.
  Vom  22.  April  1896.

*—.—  Beisitzer.  Ernennung  von  —  der  Kasserlichen
  Gerichte  für  die  Dauer  des  Jahres  1896

*—.—  Beisigerliste.  Ergänzung  der  —  des  Kaiserlichen

  Obergerichts  für  das  Geschäftsjahr  18906
—.—  Eingeborene.  Gouvernementsbefehl  vom
4.  April  1896,  betreffend  das  Gerchtsversahren
gegen

*—.—  Geschäfte.  üebersicht  ver  gerichtlchen  —
bei  den  Kaiserlichen  Gerichten  des  Schutzgebietes
während  des  Geschäftsjahres  1895

*—.—  Haftsachen.  Anweisung  des  Kaiserlichen
Gouverneurs  zur  Behandlung  der  —  Farbiger
als  „eilig“  seitens  der  mit  Auslübung  der  Gerichtsbarkeit
  betrauten  Beamten  .

*—.—  Schriftwechsel  zwischen  Deutschland  und  dem
Unabhängigen  Kongostaat,  betressend  die  Hinrichlung
  des  Elfenbeinhändlers  Stokees

*—.—  Sklavensachen.  Nunderlaß  des  Kaiserlichen
Gouverneurs  vom  19.  August  1896,  betreffend
die  Rechtsprechung  in

Reiseberichte  247,  286  2.  314,  584  640.

Rufiyi.  Bericht  des  Lieutenants  v.  Grawert  über  die
vom  13.  bis  16.  März  d.  Js.  auggeührté  Aufiyi.
thalfahrt.  (Mit  Skizze)

Saadani.  Feuersbrunst  in

Sammlungen.  Naturwissenschaftliche

—.—  Sendung  des  Lieutenants  Glauning  an  das
Museum  für  Völkerkunde  aus  Mpapuan.

—.—  des  Premierlieutenants  v.  d.  Marwitz  auf  der
Kilimandjarostation  .

Schiffsverbindungen.  Aenderungen  des  Fahrplans
  der  Britisch-India-Linie  und  Anlaufens  in
Ostafrika

Schutztruppe,  Gesetz  wegen  Abänderung  des  Gesebes
  vom  22.  März  1891,  betreffend  Kaiserliche
v  wi  eteit,  Allerhöchste  Verordnung  vom

uli  1

—.—  bihodß  onlenlien  für  bie  —  siehe  Vei—

43

*

VII

103

165
392

339

287

442

641

675

 

475

lage  zu  Nr.  23

*—.—  Kriegsdienstzeil.  Anrechnung  der  —  für.
die  Theilnahme  an  Gesechten  im  Jahre  1895

478

WSchutztruppe.  Marsch  eines  Kommandos  der  —

von  Kilwa  nach  Dar-es-Saläm  zur  Hinweisung
der  Bevölkerung  auf  die  Unantastbarket  der
Telegraphenlinie

—.—  Verstärkung.  Mahnahmen  des  aiserlichen
Gouvernements  zur  —  der  Schutztruppe  im  Innern

—.—  Vertheilungsplan  der  —  und  Landespolizei

am  30.  November  1895  .
31.  Dezember  1895.
.  31.  Januar  1896

29.  Februar  1896

31.  März  1896

31.  Mai  1896

30.  Juni  1896

31.  Juli  1896

31.  August  1896

*  30.  September  1896
31.  Oktober  1896

Sprachliches  Material.  Erlaß  einer  Aufforderung
zur  Sammlung  —  an  die  Walis,  Jumben  2c.

Ostafrikas  und  Einreichung  beselben  an  das
Kaiserliche  Gouvernement  .

*  Stationen.  Gouvernemenlsbefehl  vom  21.  Vovember
  1895,  betreffend  Eintheilung  der  —
Stationen  im  Innern,  in  zwei  Klassen.

—.—  Anlage  einer  Station  am  Tanganyika

—.—  Runderlaß  des  Kaiserlichen  Gouverneurs,  betreffend
  Aufhebung  des  Lagerhaltens  von  Tauschartikeln
  auf  den  Stationen  Kilossa,  Kisaki,  Ulanga
und  Masinde

„„

u

.-—Aufhebung  derStatIonenMafcude  und  Ktsatc  120.

—.—  Reise  zur  Inspektion  der  —  durch  den  Kommandeur
  der  Schutztruppe

*—.—  Gouvernementsbefehl  vom  14.  Dezember  1805,
betreffend  Verlegung  einiger  Bezirksämter  und
Stationen.  «

—.—  Bericht  des  Konwagnieführers  Prince  nach  der

Landschaft  Uhehe  zur  Begründung  der  Station

Kuirenga

*  Statistik  des  auswürüigen  Handels  im  **
gebiete  im  Jahre  1895

Straußenzuchtunternehmen  in  Abgint  am
Kilimandjaro  des  Premierliente  nants  Bronsart
v.  Schellendorff  ..

Tabak.  Ueber  Anbauversuche  mit  —  auf  der  Plantage
  Mohorro  .

Tabora.  Bericht  des  Kompagnieführers  Leue  über
die  Zustände  im  Bezirk

Tanganyika.  Bericht  des  Kompagnieführers  Namsay
über  seine  Vereisung  des  Nordufers  des  —.

Tauschartikel.  Aufhebung  der  Lagerhaltung  von  —
auf  den  Stationen

Telegraphenlinie.  Marsch  eines  Machtkommandos
von  Kilwa  nach  Dar-es-Saläm  zur  Hinweisung
der  Bevölkerung  auf  die  Unantastbarkeit  der

*  Tembo.  Verordnung  des  Kaiserlichen  Gouverneurs
vom  19.  Oktober  1895,  betreffend  Aufhebung  der
Verordnung  vom  1.  Juli  1894,  betresend  Verbot
der  Bereitung  von
        <pb n="8" />
        Trägkrwesen.  Negelung  des  537

(Siehe  auch  Verkehrswesen.)

VIII

Handel  Hamburgs  mit  Kamerun  im  Jahre  1895  648,

Handelsbetrieb.  Bestrafung  englischer  Dampfer

v.  Trotha.  Bericht  über  die  Expedition  des  Oberst-  3  wegen  des  unerlaubten  —  auf  den  Rheden  und
lieutenants  —  vom  Mwanga  am  Victoria  Nyanza  640  Häsen  des  Schutzgebietes
(Siehe  auch  Kartographisches.)  DHaudelsbewegung  in  den  drei  ersten  Quartalen
Udjidji.  Vericht  des  Kompagnieführers  Ramsay  6  des  Jahres  1895  .......
über  seine  Bereisung  des  Nordostusers  des  Hanfkultur=  778,
Tanganyika  770  Jute  .
Uhehe.  Bericht  des  Kompagnieführers  Prince  über  s  Kassebaum.
seinen  Zug  nach  Uhehe  —  und  die  Gründung  Kakaokultur
einer  Station  in  Kuirenga-  .  ZkkKamerunnn  Augemeinen  siehe  Denlschrist.
Uniformtragen  der  Civilbeaniten  siehe  Beamie.  Kokospalme  siehe  Palmen.
Usambara.  Bericht  über  die  Anbauversuche  in  248  Kriegsdienst.  Berechnung  der  —  für  die  Theil-Verkehrswesen.
  Ueber  die  Ausführbarkeit  des  nehmer  der  Expedition  gegen  Bakoko  im  März=Transportes
  mit  Ochsenwagen  in  Deutsch  -P  und  April  1895
afrika  536  Kronland.  Alerhöchste  Verordnung“  vom  u15.  Juni
(Siehe  auch  Trägerwesen.)  1896  über  die  Schassung,  Besitergreifung  und
Wahehe.  Friedensschluß  mit  den  ..  8,  70  Veräußerung  von  —  und  über  den  Erwerb  und
Wakonde.  Bericht  des  Kapitän  Berndt  über  einen  die  Veräußerung  von  Grundstücken  im  Schutzgebiet
Zug  durch  das  Gebiet  der  .  —.—  Verfügung  des  Neichskanzlers  vom  17.  Ok-*Waldordnung.
  Erlaß  einer  —  vom  120.  Oltober  tober  1896  über  die  Ausführung  der  Allerhöchsten
1895  für  Usambara  .  Verordnung  vom  15.  Juni  1896,  betreffend  die
Wildstand  siehe  Jagd.  #  Schaffung,  Besitzergreifung  und  Veräußerung  von
Zölle.  Verlegung  des  Bezirks=  und  Hauptzollamtes  Landwirthschaftliches  siehe  Ananas  —  Baumvon
  Lindi  nach  Mikindai  103  wolle  —  Faserpflanzen  —  Gemüsebau  —  Hanf
WZollämter.  Verordnung  des  Kaiserlichen  Gouver=  —  Jute  —  Kaffee  —  Kakao  —  Nutzpflanzen  —
neurs,  betreffend  die  Benennung  der  9  Palmen  —  Tabak.
Zolleinnahme.  Nachweisung  der  37,  128,  u79  699  Mauritiushauf  (Foucroya  giganten)  ...
Mpim.  Expedition  des  Lieutenants  v.  Stein  nach
Kamernn.  Nutzpflanzen.  Pslanzensendungen  der  botanischen
Agave  rigida  var.  sisalana  (Sisalhanf)  778  Centralstelle  nach  Kamerun
Ananas  (Ananussa  sativa)  779  Okro  (ibnseus  esculentus)
Vananen  (Musa  paradisiana)  .  780  Palmenkulturen  im  botanischen  Garten  zu  :  Rectoria
Baumwollenbau.  Anbauversuche  im  3botanischen  ,  780,
Garlen  von  Victorio  778,  781  Ramiekultur  im  botanischen  Garten  zu  Victoria

Beurkundung  des  Personenstandes.  Ertheilung
  der  -  zur  —  an  den  Assessor
Glei  403
Bodenuntersuchu  inge  n  durch  Professor  Wohlimam  737
v.  Vrauchitsch.  Bericht  des  Premierlieutenants  —
zum  Zweck  einer  Voruntersuchung  des  oberen
Sanagalaufes.  (Mit  Karte)  .
Bogenstranghanf  (Sanseviers  guineensis)  .
Buöa.  Bericht  über  einen  Besuch  des  seellvertre:
tenden  Gouverneurs  in  —,  den  Ausbau  und  den
landwirthschastlichen  Berrieb  der  Station  betreffend  158
Eingeborenec.  Einstellung  und  Anlernung  einhei-*
  Denkschrift,  betreffend  die  Entwickelung  des  Schutzgebietes
  1894/95  Exlra-Beilage  zu  Nr.  3.
mischer  Arbeiter  für  die  aschinenwertstatie  des
Kaiserlichen  Gonvernements  .  373
Faserpflanzen.  Kultur  von  —  im  botanischen
Garten  in  Victoria.  Bericht  des  Dr.  Preuß  775,
Gemüsebau  im  Garten  des  Ksferschen  Gouvernements
  ...
Foureroya  giganten  (Manrikiushauf),
*  Grundstücke.  Veräußerung  von  —,  siehe  Kronland.
Hafen.  Reparatur  der  im  Kamerunfluß  liegenden
Bojen  ꝛrc..  .  ,

781

24  Reiseberichte
779

WRechtspflege.  Ausübung  der  Strafgerichtsbarkeit.
  Verfügung  des  Reichskanzlers  wegen  —
und  der  Disziplinargewalt  gegenüber  den  Eingeborenen.
  Vom  22.  April  1896

*—.—  Beisitzer.  Ernennung  von  —  für  das  Kasserliche
  Gericht  des  Schutzgebietes  für  das  Jahr  1896

*—.—  Eingeborenen-Schiedsgericht.  Verordnung
  des  Kaiserlichen  Gouverneurs  vom  25.  April
1896,  betreffend  Einführung  eines  —  für  die

Landschaft  Dibombari.
*—.—  —.—  Dezgl.  für  die  Landschaft  Dibamba
und  Ndokoma  vom  21.  Mai  1896  .
«—·———DesglfurdreBakoko  Niederlassungen
am  unteren  Abo  vom  3.  Juli  1896.  .
*—.—  —.—  Desgl.  für  das  linke,  bezw.  F
Aboufer  vom  27.  Juli  1896  .
*—.—  Geschäfle.  Uebersicht  der  gerichtlichen  —  in

dem  Schutzgebiet  während  der  Jeit  vom  1.  Juli

1895  bis  30.  Juni  1896

.  ,  248,  F378,

Sammlungen.  Naturwissenschaftliche  Sendung.  des
Stationsleiters  Conradt  an  das  Museum  küt
Naturkunde  in  Berlin

652

160

129

779

—  —  —
–  —  —
SE  —

779
444

576
444

446
        <pb n="9" />
        Sannaga.  Expedition  des  Lieutenants  v.  Brauchitsch
zur  Erforschung  des  oberen  Laufes  des

—.—  Bericht  des  Premierlieutenants  v.  Vrauchitsch
über  seine  Reise  zum  Zweck  einer  Voruntersuchung

des  oberen  Laufes  des  —  (Mit  Karte)  248
—.—  Entdeckung  von  Stromschnellen  auf  dem  737
Sanseviera  guinceensis  (Bogenstranghanf)  779
Schulen.  Gründung  neuer  —  durch  die  Mission

der  Pallotiner  .  .........
*Schutztruppe.  Gesetz  wegen  Abänderung  des

Gesetzes  vom  22.  März  1891  (Reichsgesetzblatt

S.  53),  betressend  die  Kaiserliche  —  und  des

Gesetzes  vom  9.  Juni  1895  (Reichsgesetzblatt

S.  258).  Vom  7.  Juli  1896  475

*—.—  Bekleidungsordnung.  Veilage  z  r.  25.
*—.—  Kriegsdienstzeit.  Berechnung  der  —  für

die  Angehörigen  der  4f78  #
Sisalhanf  (Agave  rigida  var.  ssulann)  .  778
*Statistik  der  im  Kalenderjahr  1894  in  das  Kamerungebiet

  eingeführten  bezw.  von  dort  ausgeführten

  Waaren  .  .....  89

*—.—  Desgl.  für  das  Jahr  1895  552
*—.  Verordnung  des  Kaiserlichen  Gonverneura

vom  5.  Februar  1896,  betreffend  Abänderung  des

§  1  der  Verordnung  vom  19.  Juni  und  16.  Dezenber

  1892  über  Aufstellung  einern  245
v.  Stein.  Expedition  des  Lieutenants  —  nach  Mpim  44
Tabakkultur  771
Wissenschaftliche  Reise  des  Professors  hr.

Wohltmann  nach  Kamerun  373
Yaünde.  Kämpfe  mit  aufrührerischen  Einwohnern

im  Bezirk  der  Statio  70,  159
—.—  Bericht  des  Hauptmanns  v.  Kamp#  uͤber  seine

Expedition  nach  .  ..  288,  373,  411,  556
—.—  Rückkehr  des  stellvertretenden  Kommandeuro

der  Schutztruppe  mit  seiner  Expedition  nach  187

Togo.
Ausfuhr  siehe  Statistik.
Bevölkerung.  Uebersicht  über  die  im  *

ansässigen  Deutschen  und  Fremden  am  31.

zember  1895.  220
Bismarckburg.  Vericht  ber  eine  Entdeckungsreise

des  Missionars  Mischlich  im  Gebiet  von  ..  782
Denkschrift  betreffend  die  Entwickelung  des  Schutzgebietes

  1894.95.  Extra-Beilage  zu  Nr.  3.

Einfuhr  siehe  Statistik.
Gesundheitspflege.  Fertigstellung  des  Nachigalkrankenhauses

  in  Klein-Popo  .  559
Anlage  und  Betrieb  des  Krankenhauses  in

ogo  130
Grundstünsschenkung  des  Hüuptlings  Adjalla

von  Amutive  an  die  Landeshauptmannschaft.  675
Gummi.  Ueber  das  Vorkommen  eines  neu  aufgefundenen

  Gummibaumes  Kicksin  alricann  675
Handel.  Werth  der  Aus=  und  Einfuhr  in  den

ersten  sechs  Monaten  des  Etatsjahres  1895/06.  104
—Hamburgs  mit  dem  Toaolande  im  Jahre

1895  44  8,  652

IX

Kartographisches.  Fertigstellung  einer  Karte  des

6  südlichen  Togogebietes

Kickxia  alrienna  siehe  Gummi.
Klein-Popo.  Verschönerungsanlagen  in.
Krankenhaus.  Ueber  Anlage  und  Betrieb  ves  —
in  Togo  130,
(Siehe  auch  Gesundheitspfteg.)
Landeshauptmann.  Reise  des  —  nach  Misahöhe
und  upandi  .......
;  Landeshauptmannschaft.  rrundstücksschenkung
des  Häuptlings  Adjalla  von  Amutive  an  die
Kaiserliche.  .
Misahöhe.  Reise  des  ae  nach  —
und  Kpandu.
—.—  Reise  des  Lieutenants  Klose  von  giein—  Popo
über  Lome  nach
Nachtigal=  Krankenhaus  siehe  Gesundheitspflege.
v.  Piotrowski.  Aufstellung  eines  Grabgitters  für
die  Grabstätte  des  verstorbenen  Polizeimeistero
Plantagenbau.  Kassee=  und  Kokosnußplantagenbau
WMechtspflege.  Verfügung  des  Reichskanzlers  wegen
Ausübung  der  Strasgerichtsbarkeit  und  der  Disziplinargewalt
  gegenüber  den  Eingeborenen.  Vom
22.  April  1896
*—.—  Ernennung  von  Beisitzern  für  das  22
Gericht  für  1896
—.—  Uebersicht  der  gerichllichen  Geschäfte  i  im  Schut
gebiete  während  des  Jahres  1895
Reiseberichte  13,  130,  441,  484,  610,  788,
Sammlungen.  Wissenschaftliche  Sendungen  des
Lieutenants  Grafen  Zech  an  das  Museum  für
Naturkunde  in  Berlin  .  373,
Schiffsverkehr  in  Togo  im  Jahre  1895
Schulen.  Zahl  der  Schulen  in  Togo  .  .
Stationen.  Besichtigungsreise  des  Kaiserlichen
Landeshauptmanns  nach  den  inneren  Stationen.
—.—  Errichtung  einer  neuen  Station  durch  Premierlieutenant
  v.  Carnap
*  Statistik  der  im  Kalenderjahre  1805  aus  demB
Schutzgebiete  Togo  ausgeführten  *  04,  dort
eingeführten  Waaren  "
Togo  im  Allgemeinen  siehe  Densschrist.
Wissenschaftliche  Expedition  des  Lieutenants
Grafen  Zech.
Zech,  Graf.  Reise  ves  Grafen  zech  nach  einigen
Stationen  des  Schutzgebietes  13
—.—  isser  anliche  Erpedition  des  Lieutenants
Grasen  Zech

Südwestafrika.

Aufstände  im  Schutzgebiet  siehe  Unruhen.

*  Ausfuhr  siehe  Statistik.

*  Bergwesen.  Inkraftsetzung  der  Abschnitte  1I  bis  VI
und  VIII  der  Allerhöchsten  Verordnung  vom  6.  September
  1892,  betrefsend  das  —  im  südwestafrikanischen
  Schutzgebiete  vom  15.  August  1889  im
Gebiet  von  Gibeon  mit  dem  15.  Oktober  d.  Is.
zufolge  oesgung  des  *  vom  11.  Oktober
  1896  .

 

3

772
187
415

3

538

669
        <pb n="10" />
        Vergwesen.  Aufgebot  des  Kaiserlichen  Landeshauptmanns
  vom  1.  September  1896,  betreffend
das  —  im  Schutzgebiet

Bersaba.  Uebergang  des  vom  Landeshauptmann
bewilligten  Jahresgehaltes  auf  den  Nachfolger  des

Minderpest.

Kapitäns  Dietrich  Goliath  auf  Christian  Goliath  105
*½Beurkundung  des  Personenstandes.  Ertheilung

  der  Ermächtigung  zur  —  an  den  Büreau-  6

vorsteher  Junker  211
*—.—  Desgl.  an  die  Assessoren  Dr.  Golinelii  und  Fischer  697
Bevölkerung.  Uebersicht  der  am  1.  Jannar  1896

im  Schutzebiet  ansässigen  Deutschen  und  Fremden  189
Bewässerung.  Projekt  einer  künstlichen  —  in

Deutsch-Südwestafrika-  130
*  Bezirkseintheilung.  Abtrenuung  des  Bezirks

Gibeon  von  der  Hauptmannschaft  eeimanhoo  698
Brunnen.  Anlage  von.  ..  .  46
Croß  Kap.  Errichtung  einer  Postagentur  in  790
Denkschrift  betreffend  die  Entwickelung  des  Schugtzgebietes

  1894/95.  Extra-Beilage  zu  Nr.  3.
Einfuhr  siehe  Statistik.

Frachtfahrer.  Zusatzverordnung  des  Keaiserlichen

Landeshauptmanns  vom  27.  September  1895  zu

der  Verordnung  für  die  —  im  Schugebiete  vom

12.  März  1895  .  5
Geistige  Getränke  siehe  Spirituosen.
*Gesundheitspflege.  Verordnung  des  Kaiserlichen

  Landeshauptmanns  vom  20.  Juni  1896,

betreffend  Maßregeln  zur  Verhütung  der  Einschleppung

  der  Rinderpest  611
—.—  Krankenhaus  in  Groß  Windhoek  188
—.—  Pockenepidemie  105
Gibeon.  Errichtung  einer  Postagentur  in  20
Gobabis.  Bericht  über  das  Gefecht  bei  373
Handel  Hamburgs  mit  dem  Schutgebiet  im  Jahre

1895  649,  650

—.—  Regelung  des  Handelsverkehrs  mit  “
Betschuanalandd  .  189
(Siehe  auch  Saatistt.)
Handelsregister.  Eintragung  einiger  Firmen  in
das  —  zu  Keetmanshoop  .
Khauas-Hottentotten.  Ueber  die  Niederwerfung
des  Aufstandes  der  —.  Beilage  zu  Nr.  14,  S.  490.

Keetmanshoop.  Errichtung  einer  Postagentur  in  20
Krankenhaus.  Das  —  in  Groß  Windhoek  188
*  Landansprüche.  Aufgebot  des  Kaiserlichen  Landes-  6
hauptmanns,  betreffend  —  im  Schutzebiet.  582
—.—  Ungülligkeitserklärung  aller  nicht  bis  zum  Dezember
  angemeldeten  —  in  den  Gebieten  von
Gibeon,  Gokhas,  Bersaba  und  Bethanien  160
Lanvdeshauptmann.  Zus  des  Naiserlichen  —  nach
Grootfontein
ranitsltlihes,  -  nit  2
mereien  .  645
(Vergl.  auch  Rinderest  —  Waldschuh  —  Viehmarkt)
Lüderitzbucht.  Errichtung  einer  Postagentur  in  139
Lungenseuche.  Bericht  über  den  Stand  der  —
im  Bezirk  Otjimbingue  .  160

(Siehe  auch  Rinderpest.)

 

—.—  Errichtung  von  Postagenturen  in  Lüderitzbucht

Namaland.  Besichtigungs=  und  Orientirungsreise
im  —  durch  den  stellvertretenden  Kommanbeur
der  Schutztruppe,  Major  Müller

Pockenepidemie  in  Südwestafricia

Postwesen.  Ueber  die  Beförderung  der  Postsendungen
  nach  und  in  Deutsch-Südwestafrika  165,  196

und  Warmbad.
—.—  Errichtung  von  Postagenture  in  Gibeon  und
Keetmanshoop  .  ...
———Desgle1chenmsiap  Croß  und  Uhabis  .
—.—  Verordnung  des  Kaiserlichen  Landeshauptmanus,
  betreffend  die  der  Vost  durch  Private  zu
leistende  Beihülfe
W  Rechtspflege.  Ernennung  von  Beisitzern  für  das
Kaiserliche  Gericht  in  Keelmanshoop  (Südbezirk
des  südwestafrikanischen  Schutzgebietes)
*—.—  Ernennung  von  Beisitzern  der  Kaiserlichen
Gerichte  für  das  Jahr  1996  180
*—.—  Geschäfte.  Uebersicht  der  gerichilichen  —
bei  den  Kaiserlichen  Gerichten  in  Windhoek  und
Keetmanshoop  während  des  Geschäftsjahres  1895
*—.—  Gründung  eines  neuen  Gerichtsbezirkes  im
Schutzgebiet  .  ...
Verordnung  des  Kaiserlichen  Landeshauptmanns
  vom  20.  Juni  1896,  betreffend  Maßregeln
  zur  Verhütung  der  Einschleppung  der  608,
(Siehe  auch  Lungenseuche.)
Schiffsverbindungen.  Entsendung  von  sechs
direkten  Dampfern  im  Jahre  1896  nach  Lüderitzbucht
  seitens  der  südwestafrikanischen  Siebelung
—.—  zwischen  Kapstadt  und  den  Häfen  Deutsch-Südwestafrikas
  463

E

—.—  Abkommen  des  Lieutenants  a.  D.  Troost,  Be.

sitzer  des  Dampfers  „Leutwein“  mit  der  Rhederei
des  „Nautilus“,  betreffend  Anlaufen  der  einzelnen

Häfeen  ...  505

—.—  Fahrplan  des  Danpfers  „Leutwein“.  724
WSchiffsverkehr  in  Lüderitbucht  vom  1.  Januar
bis  31.  Dezember  1895.  313

Vekleidungsvorschrisst  für  die  —
Beilage  zu  Nr.  23
Schutzvertrag  zwischen  Hendrik  Witbooi  und  Naer
Leutwein  .

Schutztrupe.

(dergl.  auch  Versaba.)
WvSiedelungsgesellschaft  für  Deutsch-Südwestafrika.
  Verleihung  der  Rechie  einer  Jurssischen
Person.  Auszug  aus  dem  Statut  .
Siegfeld.JirichtnbeidiiSGefechtbei.  .
Spirituosen.  Bericht  über  die  Einfuhr  von  —
im  Jahre  1895.  .
*  Statistik  der  Ein=  und  Ausfuhr  in  der  Tsoakhaubmndung
  pro  IV.  Quartal  1895.  214
in  Lüderitzbucht  vom  1.  Oftober  bis
3l.  Dezember  1895  312
*—.—  über  den  Warewvertchr  ziischen  Kopstadt
und  Lüderitzbucht  während  des  Geschäftsfahre
1894-·95  91,  211

Siehe  auch  Hanbel.  .
        <pb n="11" />
        Sturmfeld.  Ueber  die  Theilnahme  der  1.  und
2.  Kompagnie  am  Gefecht  bei  —  vom  6.  Mai  1896  492
Südwestafrika  im  Allgemeinen  siehe  Denkschrift.
Swakopmund.  Errichtung  eines  selbständigen
Küstendistrikts  in  611
—.—  Bericht  des  Marine=  nn  uber  die

Landungsverhältnisse  in  495
Tsoakhaubmund  siehe  Swakopmund.
Uhabis.  Errichtung  einer  Postagentur  in  790
Unruhen  im  Schutzgebiete  durch  die  Khauas-Hottentotten

  253,  315,  373,  411,  446,  400,  492,
.  Beilage  zu  Nr.  14
Viehmarkt.  Abhaltung  eines  —  bei  Windhoek  160
Waffenschmuggel.  Verhütung  von  —  bei  Olifantskloof
  durch  Lieutenant  Lampe
*  Waldschutz.  Ausdehnung  der  Verordnung  vom
7.  August  1894,  betrefsend  den  Schutz  der  Holzbestände
  auf  die  Orte  Gobabis  und  i  sowie
Umgebung  .  ..
Warmbad.  Errichtunge  einer  Postagentur  in
Wegebau.  Naregeln  zur  Verbesserung  des  Baiweges
  611
Wehrpflicht.  Abschluß  eines  Vertrages  mit  Hendrit
Witbooi  über  die  —  der  wassenfsähigen  Witboois  188
—.—  Bericht  über  die  mit  der  Einziehung  von  Ein-71



5
139

geborenen  zum  Militärdienst  gemachten  Erfahrungen  642
—.—  Ueber  das  Ergebniß  der  Besichtigung  der  ersten
Quote  der  wehrpflichtigen  Bastards-  188
Windhoek.  Ueber  das  neue  ranlenhaus  in  Groß
Windhoek.  188
Witbooi.  Zum  Schnhvertrage  micn  Hendrit
Witbooi  und  Major  Leutwein
Neu-Guinea.
Bevölkerung.  Uebersicht  über  die  im  Schutzgebiet
ansässigen  Deutschen  und  Fremden
VBougainville.  Bericht  über  einen  Besuch  des
Kaufmanns  Parkinson  auf  der  Nordküste  der  Insel  46
Ehlerssche  Expediltion.  Schicksal  der  413,  448
Expedition.  Missenschaftliche  —  des  Dr.  Lauterbach
  und  Ernst  Tappenbeck  .  414,  713

Gesundheitspflege.  Impfung  der  Eingeborenen
durch  Missionar  Flierl

XI

Schiffsverkehr  in  Jaluit  im  Jahre  1895

—.  —  Schutzpocken-Impfungen  im  Bismard-=  Archipel  713

Handel  Hamburgs  mit  dem  Bismarck-Archipel  im
Jahre  1895  649,  652
Nalum.  Errichtung  einer  wissenschaftlichen  Stationauf  110
Rechtspflege.  Ernennung  von  Beisitzern  für  die
Kaiserlichen  Gerichte  des  Schubgebietes  für  das
Jahr  1896  152
—.—  Uebersicht  der  gerichtlichen  Geschäfle  im  Schutgebiete

  während  des  Geschäftsjahres  1895.  182
Reise  und  Thätigkeit  S.  M.  S.  „Möwe“  im  Shhute
gebiet  ,  499,  713
Schutzpocken-  Impfungen  im  r  Bismar,  10.p7  ,  713
Wissenschaftliche  Expedition.  Bericht  über  den
Fortgang  der  —  des  Dr.  Karl  Lauterbach  585
Wissenschaftliche  Station.  Errichtung  einer  —
in  Ralum  1410

–

Wissenschaftliche  Sammlungen  des  Leiters  der
Forschungsstation  auf  Ralum

Marshall-Inseln.

*  Beurkundung  des  Personenstandes.  Ertheilung
  einer  Ermächtigung  zur  —  an  den  stelver.
tretenden  Sekretär  Senfft

Bevölkerung.  Uebersicht  der  im  Schutzgebiet  am
1.  Januar  1896  ansässigen  Deutschen  und  Fremden

Denkschrift,  betressend  die  Entwickelung  des  Schutzgebietes
  1894/95.  Extra-Beilage  zu  Nr.  3.

7  Gesundheitspflege.  Aufhebung  der  Quarantänevorschriften
  vom  27.  Februar  1895  für  die  Inseln
Aur,  Maloelab,  laut  Verordnung  vom  7.  August
1895

Handel  Hamburge  mit  den  Marshall-  Insein.

Jaluit.  Schiffsverkehr  in  —  im  Jahre  1895

Landeshauptmann.  Neise  des  —  nach  den  östlichen
  Inselgruppen  .

—.—  Reise  des  —  durch  einen  Theil  des  Schutgebietes
  (Ailinglaplap,  Majurn  und  Arno)

—.—  Bericht  über  eine  vom  25.  November  bis
12.  Dezember  1895  ausgeführte  Rundreise  des

Marshall-Inseln  im  Allgemeinen  siehe  Denkschrift.

*Rechtspflege.  Ertheilung  einer  Ermächtigung
zur  Ausübung  der  Gerichtsbarkeit  erster  Inslanz
an  den  stellvertretenden  Sekretär  Sensst.

*—.—  Bestellung  von  Beisitzern  des  Keiserlichen
Gerichts  für  das  Jahr  1896  .

———Ueberscchtdetqettchtltchen  Geschaftc  bei  dem
Kaiserlichen  Gericht  des  Schutzgebietes  während
des  Geschäftsjahres  1895

WReichsflagge.  Verordnung  des  Kaiserlichen  Landeshauptmanns
  vom  1.  März  1895,  betreffend  die
Führung  der  —  durch  Eingeborene  .

Reiseberichte

649,

161,  538,

743

53

36
675
253

Hus  dem  Bereiche  der  Wispn#nen  und  der

KAntiRlaverei-Bewegung.

Afrilaverein,  evangelischer.  Von  der  dat

versammlung  des

—.—  Tagesordnung  der  dalpteriamiilins  vom

16.  April  1896

—.—  Anlage  eines  Sanatoriums  in  der  zar
landschaft

—.—  Zollrückzahlung  für  die  zum  zwecke  der  ge
planten  —  o—  in  Usambara  eingefuhrten
Güter

—.  —  Ankauf  einer  größeren  Landfläche  sur  eine
Sklavenfreistätte.

—.—  Uebersicht  über  die  beabsichtigten  unternegmungen
  des

—.—  katholischer.  Bericht  über  die  halbjährlche
Generalversammlung  am  6.  Dezember  1895  zu  Köln

—.—  Aus  den  Verhandlungen  der  Versammlung
des  Centralvorstandes  vom  7.  Juli  18996

192

675

15

71

S
        <pb n="12" />
        Algerische  Väter  —  Weiße  Väter.
Alte  Berliner  Missionsgesellschaft  siehe  Gesellschaft
  zur  Beförderung  der  evangelischen  Mission.
Baptisten-Mission.  Betrag  der  im  Jahre  1894
eingegangenen  Beiträge  .
—.—  Entsendung  des  Missionars  Graf  nach  Kamerun
Barmer  Missionsgesellschaft  siehe  Rheinische
Missionsgesellschaft.
Basler  Mission.  Die  Arbeit  der  —  im  Amumgebiet
  und  Reisen  im  Schutzgebiet  von  Togo  316,
—.—  Aus  dem  Jahresberichte  der  —  vom  1.  Juli  1896
—.—  Bericht  des  Missionars  Mischlich  über  seine
Entdeckungsreise  im  Gebiet  von  Bismarckburg
—.—  Herausgabe  einer  Schrift:  Die  Arbeitsstätten
  der
—.—  Schwierigkeiten  der  Missionsarbeit  i  in  gamerun
—.—  Thätigkeit  und  Stationen  der  —  in  Kamerun
254,  715
—.—  Tod  des  Missionars  Anger  722
Venediktiner-Mission.  Ueber  die  Station  LuOA
kuledi.
—.—  Bericht  über  bie  Thãtigkeit  ů  in  Ostafrita  .  48,
318,  715,  Beilage  zu  Nr.  16  S.  5.
—.—  Die  apostolische  Präfektur  Süd-Sansibar  49
Verliner  evangelische  Missionsgesellschaft.
Berlin  I  siehe  Gesellschaft  zur  Beförderung  der
evangelischen  Mission.
—.—  Berlin  III  siehe  Evangelische  Missionsgesellschaft
  für  Deutsch-Ostafrika.
Bostoner  Missionsgesellschaft  Beil.  zu  Nr.  16  S.  4
Vremer  Missionsgesellschaft  siehe  Norddeutsche.
Brüdergemeinde.  Von  den  Stationen  der  —  in
Ostafrika  221,  538,  Beilage  zu  Nr.  16  S.  1
Christaller.  Tod  des  Missionars  J.  9.  14
Church  missionary  soeiety  siehe  Kirchen-Missionsgesellschaft.

Evangelischer  Afrikaverein  siehe  Afrikaverein.
Evangelische  Missionsgesellschaft  für  Deutsch-Ostafrika
  (Verlin  III).  Abordnung  des  —i
Ostwald  ,
—.—  Abordnung  des  Missionars  Noeh.  nach  Ostafrika
31,  192
—.—  Aussendung  zweier  udwerler  nach  dem  Mis-72


106

379
559

—–—
#
W

131
559

sionsgebiet  am  Nyassa-See  131
—.—  Hochzeitsfeier  des  Wftenurs  Worms  in  Dar—

es  Salam.  Feier  von  Kaisers  Geburtstag,  Uebernahme

  der  Krankenpflege  der  Deutschen  durch  die

Regierung  192
—.—  Ertheilung  der  Erlaubniß  zu  einer  Lotterie  zum

Besten  der  Krankenpflege  in  Deutsch-Ostafrika  71
—.—  Einrichtung  neuer  Siationen  453,  715

—.—  Von  den  Stationen  derselben  in  Ostafrila  71,
106,  131,  192,  453,  538,  587,  715,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  1.

—.—  Tod  des  Missionars  Kraemer  105

Evangelisch-lutherische  Nissionsgesellschaft
siehe  Leipziger.

Gesellschaft  zur  Beförderung  der  evangelischen
  Mission  unter  den  Heiden  Gertin  D
Ueber  die  Mission  im  Kondelande

XII

Goldküste  englisch  apostolische  Tod
einiger  Mitglieder.

Kamernn.  Baptisten-  Mission

Präfektur.

.  106,  Beilage

zu  Nr.  16  S.  2

.  Beilage  zu  Nr.  16  S.  2,

254,  559,  715,

—.—  Bonrd  of  Foreign  Alission  ol  the  Presbyterian.

  .  ..  Beilage  zu  Nr.  16  S.  3
—..—  Pallotiner  50,  106,  221,  415,  453,  646,

Beilage  zu  Nr.  16  S.  6
Die  Missionsanstalten

—.—  Basler  Mission
782

Katholische  Missionen.

in  Deutschland  6026
—.—  Gründung  des  christlichen  2  Dorfes  St.  Joseph

bei  Bagamono
Kirchen-  Missionsgeselkschaft.  Entsendungzweier

für  den  Victoria-Nyanza  besimmter  stablerner

Dampfboote  48
—.—  Betrag  der  im  Jahre  1894  eingegangenen

Beiträge  72
Leipziger  evangelisch-  (utherische  Mission.

Aussendung  neuer  Mitgliebder  15
—.—  Ermordung  der  Missionare  Segebrok  und  Ovir

am  Kilimandjaro  .  714
—.—  Tod  des  Missionars  Känwof  in  Mboungu

(Ostafrika).  ..  7182

Marshall-Inseln.  Vostoner  Missionsgesellschaft.
Beilage  zu  Nr.  16  S.  4
—.—  Melanesische  Missionsgesellschaft.  Beilage  zu
Nr.  16  S.  4
Melanesische  Mission  auf  den  deutschen  Salomonsinseln
  ..

Merensky.  Uebernahme  der  Nedaxtion  des  vain
sfreundes“  durch  Missionsinspektor
Missionsgesellschaft,  evangelische,
Evangelische  Missionsgesellschaft.
Missionsgesellschaften,  englische.  Abzweigung

einer  neuen  Missionsdiözese  für  das  Ugandagebiet
Mission  vom  Heiligen  Herzen  Jesu  siehe  Bäter
vom  Heiligen  Herzen  Jesu.
Missionsgesellschaft  der  Oblaten.  Erbauung
eines  Missionshauses  zu  Hünfeld  bei  Fulda
Missionsthätigkeit.  Die  —  in  den  deutschen
Schutzgebieten  .  .BetlagezuNr1t’-Sl
Neudettelsauer  M  ission.  n.  Beschreibung  der  neuen
Station  auf  dem  Sattelberge  17
—.—  Impfungen  der  Eingeborenen  durch  Missionar
Flierl
—.—  Rückblick  auf  das  erste  Jahrzehnt  ver  Thätigreit

647

71
siehe  unter

 

193

der  —  in  Neu-Guinea  646
.  Ausreise  des  Missionars  *  nach  gaiser

Wilhelmsland  715
Neu-Guinea  Biemarck=  Archipel.  Einweihung  der

ersten  katholischen  Kirche  in  —  durch  Bischof  Coups  48
—.—  Melanesische  Mission  .  647

—.—  Mission  vom  Heiligen  Herzen  Jesu  ..

Beilage  zu  Nr.  16  S.  6
17,  193,  646,  715,
Beilage  zu  Nr.  16  S.  4

—.—  Neudettelsauer  Mission
        <pb n="13" />
        —  XIII  —

Rheinische  Mission  15,  647,  715,
Beilage  zu  Nr.  16  S.  4

—.—  Tod  des  Missionars  Barkemeyer  und  Ausgabe
der  Station  auf  der  Dampier-Insel.  379

Neu-Guinea.

—.—  Bäter  vom  göttlichen  Wort  587
—.—  Bäter  vom  heiligen  Herzen  Jesu  132,  163,  23,  587
—.—  Das  neu  errichtete  apostolische  Vikariat.  316

—.—  Wesleyanische  Mission.  Beilage  zu  Nr.  16,  S.  4,  647
Norddeutsche  Mission.  Uebergang  der  Wesleyanischen
  Mission  in  Lome  an  die
—.—  Tod  des  Missionars  Holzapfel  und  der  Frau
Burgi
—.—  Entwickelung  der  Mission  in  Togo  unda  an  der
Goldküste  .
Oblaten  siehe  Missionsgesellschaft  der  Oblaten.
Ostafrika.  Evangelischer  Afrikaverein  15,  71,  645,  675
—.—  Aufruf  zum  Bau  einer  katholischen  Kirche  in
Dar-es-Salam  .  ..  .  ..  714
—.—  Benedictus  Missions-  Genossenschast  48,  318,
715,  Beilage  zu  Nr.  16  S.  5
—.—  Brüdergemeinde  221,  538
—.—  Brüder-AUnität,  Missionsanstalt  der  evangelischen
  —..  .  .  Beilage  zu  Nr.  16  S.  1
—.—  Epangelische  Missionsgeselschaft  für  Deutsch-Ostafrika
  (Berlin  III)  71,  105,  106,  131,
192,  453,  538,  587,  715,  Beilage  zu  Nr.  16  S.  1
—.—  Gesellschaft  zur  Beförderung  der  evangelischen
Mission  unter  den  Heiden  (Berlin  1)  455,
Beilage  zu  Nr.  16  S.  1
—.—  Kirchen-Missionsgesellschaft
Bei  eilage  zu  ur.  S.  2
—.—  Leipziger  evangelische  Mission  15,  714,  782,
Beilage  zu  Nr.  16  S.  2
—.—  London  Missionary  Socicty.  Beilage  zu
Nr.  16  S.  2
—.—  Thätigkeit  und  *'m  der  latholischen  Mission
  in  .  06,  131
—.—  Universitäten=  Mission  .  131,  193,
Beilage  zu  Nr.  16  S.  2
48,  163,  645,
Beilage  zu  Nr.  16  S.  5
49,  Beilage  zu  Nr.  16  S.  5

—.—  Väter  vom  heiltgen  Geist

—.—  Weiße  Väter

Pallotiner.  Aussendung  neuer  Missionare  nach
Kamerun.  Tod  der  Nissionare  ahnempinkel
und  Jak.  Mayer
—.  Erfolge  der  —  in  Komerun  im  Jahre  1895.  106
—.—  Von  den  Stationen  der  —  in  Kamerun.  —
Gründung  neuer  Schulsen  5P50
—.—  Tod  des  Pater  Mayer  in  Kamern  50
—.—  Tod  einiger  Missionare  der  katholischen  Mission  646
—.—  Tod  einiger  Missionare  in  Kamerun  ..  415
Rheinische  Mission.  Von  der  Station  Olombahe
(Südwestafrika)  .  292
—.—  Ueber  die  Arbeit  ber  —  im  Nama-  und  «
Hererolande  454
—.—  Aussendung  b  des  *  dae-  uucri  Ovamboland
  586

 

Rheinische  Mission.  Anerkennung  der  Eigenthumsansprüche
  der  —  auf  Otjimbingue.  Nachrichten
über  andere  Stationen  der  Mission

—.—  Zahl  der  Stationen,  Gemeindemitglieder  rc.
in  Deutsch-Südwestafrika

—.—  Anlage  neuer  Stationen  in  Südwestafrika  und
Erfolge  der  Mission

—.—  Aufhebung  der  Station  auf  der  Dempie  *
infolge  Kraterausbruches

—.—  Bericht  über  die  Thätigkeit  der  —  in  Neu-Guinca

  im  letzten  Jahre  647
—.—  Verhältniß  des  **  s  der  darnb

zu  den  Missionaren
—.—  Tod  des  Dr.  Hugo  Ha  hn  292

—.—  Tod  des  Missionars  Borkemeyer  15

—.—  Zahl  der  Missionen  221
—.—  Aussendung  des  **-  Hol#apfel  nach
Neu-Guinea
Schwarze  Bäter  siehe  Vůter  vom  LHeiligen  Geist.
Steyler  Mission.  Zahl  der  Priester,  Lalenbruder.
Schüler  2c.  .  ..50
—.—  Zahl  der  Zöglinge  des  Missionshauses.  416
.  Zahl  der  getauften  Christen  im  Jahre  1895.  646
(Siehe  Väter  vom  göttlichen  Wort.)
Südwestafrika.  Apostolische  Präfektur.  Aussendung
einiger  Priester  und  Laienbrüder  .  587,  612

(Vergl.  Oblaten.)

—.—  Finnische  Missionsgesellschaft.  Veilage  zu
Nr.  16,  S.  4.
—.—  Mheinische  Missionsgesellschaft  163,  222,

292,  378,  454,  538,  586,  Beilage  zu  Nr.  16,  S.  3

—.—  Euvangelischer  Gottesdienst  in  Windöooek  537

—.—  Zahl  der  Missionsstationen  und  Christen  in  72
Togo.  Apostolische  Präfektur.  Thätigkeit  der  Stationen

  und  Zahl  der  Schüer  15

—.—  Basler  Mission  316,  782,  382,  Beilage.  zu  Ar.  16  S.  3
—.—  Norddeutsche  Mission  612,  645,  743,

Beilage  zu  Nr.  16  S.  3

—.—  Steyler  Missio  50,  254,  646,

Beilage  zu  Nr.  16  S.  6

—.—  Wesleyanische  Mission  612,  645,  743,
Beilage  zu  Nr.  16  S.  3

Tucker.  Eintreffen  des  Missionsbischoss  —  in
Mengo  (UgandaJ.  142

Universitaten-  Mission.  Anlegung  einer  Station
in  Mtoni-  ·  193

—.—  Betrag  der  im  Jahre  1894  zu
Beiträge  72
—.—  Ermordung  des  Nor.  George  Milay.  .  .  .  14
—.—  Tod  des  Bischofs  Maples  .  ..  ..  .  14

Väter  vom  göttlichen  Wort.  Ueber  die  Stationen

  der  apostolischen  Präfektur  Togo  50,

54,  646,  Beilage  zu  Nr.  16  S.  6

VBäter  vom  heiligen  Geist.  Bericht  über  die

Stationen  des  apostolischen  Vikariats  Nord-Sansibar


.  48
—.—  Einweihung  des  Missionshauses  zu  nnechisteden  315
        <pb n="14" />
        Väter  vom  heiligen  Geist.  Errichtung  einer
Zweigniederlassung  in  Drei-Aehren  bei  Colmar

—.—  Ueber  das  Missionshaus  der  —  in  Knechtsteden

—.—  Tod  der  P.  Hufschmidt  und  Kornmann

—.—  Von  der  Missionsstation  der  —  in  Kilema

Väter  vom  heiligen  Herzen  Jeft.  Abtrennung
des  deutschen  Kaiser  Wilhelmsland  vom  n  aposto.
lischen  Vikariate  Neu-Guinea

—.—  Erfolge  der  Mission  in  Vlavolo=—.—

  Von  den  Stationen  Vlavolo  und  Malagunan

—.—  Zahl  der  Taufen  von  1892  bis  1895  .

—.—  Gründung  eines  Noviziats  zur  Ausbildung
von  Missionaren  für  die  Südsee

—.—  Vom  apostolischen  Bikariat  Neu,  Pommern.
Zahl  der  Stationen,  Lehrer,  Schüler  2c.

Errichtung  einer  Niederlassung  im  Kreise
Münster

Weiße  Väter.  Die  apostolischen  Vikariate  Unyanhembe,
  Victoria,  Nyansa  und  Tanganyika

—.—  Besuch  des  P.  Capus  in  Tabora  zur  Abholung
von  28,  Sklavenhändlern  entrissenen  Kindern  49,

XIV

16
220
645
163

163

132
163

Beilage  zu  Nr.  16  S.  5

Wesleyanische  Mission.  Betrag  der  im  dahre
1894  eingegangenen  Beiträge  .
—.—  Erfolge  der  —  im  Bismarck-  Archipel

Sklaverei  und  Sklavenhandel.

Britisch  =  Nyassaland.
Sklavenhändler  ........

Britisch-Ostafrika.  Anwendung  der  Bestimmungen
  der  Brüsseler  Akte  vom  2.  Juli  1890  auf

Brüsseler  Antisklaverei-Komitee.  Verordnungen
  in  Bezug  auf  Waffen  und  Munition  der
verschiedenen  Nationen  .

Egypte.  Convention  entre  les  Goubernements
de  ln  Grande  Bretagne  et  de  I’Egypte  le
21  novembre  pour  la  répression  de  la  traite
et  dans  le  but  d'’arriver  A  Tabolition  de
Tesclavage  .  .

Ostafrika.  Bericht  über  vie  Expedition  gegen  den
Sklavenhändler  Hassan  bin  Omari  .

—.—  Freistätte  für  Sklaven.  Gründung  einer  r
durch  Ankauf  einer  großen  Landfläche
*—.—  Runderlaß  des  Kaiserlichen  Gouverneurs  vom
17.  Dezember  1895  an  die  Bezirksämter  2c.,
belreffend  Prüfung  der  zur  Küste  tommenden
Karawanen  auf  die  Mitführung  von  Sklavnen

*—.—  Runderlaß  des  Kaiserlichen  Gouverneurs  vom
19.  August  1896,  betreffend  die  Re  chtlprechung  in
Sklavensachen  .

*  Sklavenhandel.  Verordmung  des  Kciserlichen
Gouverneurs  von  Deutsch-Ostafrika,  betreffend  die
bei  Bestrafung  des  Sklavenhandels  zu  befolgenden
Grundsätze  .

Sklavenhändler.  Vericht  uber.  die  Expedition
gegen  den  —  vassant  bin  Omari  in  Deutsch
Ostafrika

Strafexpedition  gegen

,-7


647

163

—

63

457

132

6,  99

15

6,  99

 

Hus  fremden  Holonien.
Basutoland.  Jahresbericht  über  —  für  die  Zeit
vom  1.  Juli  1894  bis  30.  Juni  1895

Beira.  Der  Handel  von  —  im  Jahre  1894/95
Belgien.  Ueber  den  Antwerpener  Elenbeinmart
in  den  letzten  Jahren  ...
Bengalen.  Versuche  mit  Burarweizen  ...
Betschuanaland(Engltsch)BerlchtdesAdmini
strators  von  —  für  die  Zeit  vom  1.  April  1894
bis  31.  März  1895
—.—  Unterstellung  der  Gebieie  ver  Hãuptlinge
Montfiva  und  Ikaneng  unter  das  Protektorat  von
—.—  Beitritt  der  englischen  Kolonie  —  zum  Weltpostverein
  .  .......
Britisch=  Centralafeika.  Neuer  Zolltarif  für.
—.—  Handel,  Gesundheitszustand,  Aus=  und  Einfuhr,
Post-,  Missionswesen  2c.  Bericht  des  Kommissar
Johnston  für  die  Zeit  vom  1.  Aprit  1895  bis
dahin  1896  .
Britisch-  Indien.  Cerbstoffe  in
Britisch-Ostafrika.  Vereinigung  aller  britischen
Territorien  in  —  zu  einem  Protektorat  .
—.  —  Anwerbung  von  Kulis  für  die  Arbeiten  an
der  Ugandabahn
Britisch-Ostindien.
im  Jahre  1894/95.
—.—  Kasseebau  und  Kaffeehandel  von  1887  bis  ib
Britisch-Südafrika.  Maßregeln  zum  Schube  des

Der  2  von  —

Waldes  in  .
Ceylon.  Kaffeebau  und  2  von  1887
bis  1895  .  .
Cypern.  Heuschreckenvertilgung  auf  135,

Dakar  (Senegambien).  Handel  im  Jahre  1895

Englische  Kolonien.  Bildung  der  „Shire  Highlands
  Company“  zum  Zwecke  des  Baues  einer
Eisenbahn  von  Mapora  nach  *-  Mpimbi
und  Chiromo

—.—  Einnahmen  und  Ausgaben  im  Jahre  1895.

—.—  Vericht  über  die  Expedition  bes  Lieutenants
Hourst

—.—  Beitritt  der  englischen  Protektorate  v“  von  Sansibar
  und  Ostafrika  zum  Hauptvertrage  des  Weltpostvereins
  vom  4.  Juli  1891  ab  1.  Dezember  1895

—.—  Parakautschuk  in  den

—.—  Postalisches.  Vereinigung  der  Verwaltung
der  Post  des  brüisch  ostafrikanischen  Schutzgebietes
mit  der  von  Sansibar

—.—  Zulassung  von  Postacketen  mit  d  Weithongal.
bis  zu  500  Francs  nach.

—.—  Wirthschaftliche  Lage  der  —  in  Alrika  von
1884  bis  1894  ·
(Siehe  auch  Vengalen  —  Betschuanaland  —

Britisch-Centralafrika  —  Britisch-Indien  —  Britisch-Ostafrika
  —  Britisch-Ostindien  —  Britisch=Südafrika
  —  Ceylon  —  Fiji  —  Golbküste  —
Lagos  —  Matabeleland  —  Mauritius  —  Mombas
—  Nigerprotektorat  —  Salomons-Inseln
Seychellen  —  Sierra-Leone  —  Somaliland  —

Straits-Settlements  —  Uganda  —  Ukamba.)

417

261
        <pb n="15" />
        *Englische  Kolonien.  Verordnung  des  britischen
Kommissars  für  den  westlichen  Stillen  Ocean,
betreffend  Verbot  der  Veräußerung  des  den  Eingeborenen
  gehörenden  Grundeigenthums  786

Fiji-Archipel.  Jahresbericht  über  die  Entwickelung
des  —  im  Jahre  1894  227

Frankreich.  Auslegung  neuer  Kobel  zwischen  Majunga
  und  Mozambique  und  einigen  anderen
französischen  K  Kolonien  112

—.—  Ueber  die  französische  Kolonialschule.  259,  720

—.—  Abschluß  eines  Vertrages  der  französischen
Postverwallung  mit  der  Compagnie  française
des  cables  télegraphiques  zur  Legung  eines
direkten  Kabels  von  Brest  nach  den  Vereinigten

Staaten  und  den  Antillen  55
—.—  Zahl  der  Auswanderer  über  Marseille  im
Jahre  18995  75

Französische  Kolonien.  Aus-Jahre
  1893  .
(Siehe  auch  Dakar  —  SEenegal.)

Goldküste  (Englisch).  Ein=  und  Ausfuhr  im

und  eimoer  im

Jahre  1895  504
—.—  Einnahmen  und  Ausgaben  i  im  Jahre  1894  417
—.—  Anlage  einer  Eisenbahnlinie  .  295
—.—  Landankäufe  oder  Pachtungen.  Betanntmachung

  des  Gouverneurs,  betreffend  51
—.—  Verhältniß  des  Hauptlings  Samory  zur  Verwaltung

  der  390
—.—  Verordnung  über  die  Irecbinahe  von  unbebautem

  Land  293

—.—  Verordnung  des  Gouverneurs,  betreffend  Ab
lieferung  aller  Feuerwaffen  und  Munition  an  den
englischen  Befehlshaber  «

Hawaii.  Ueber  die  Kaffeekultur  im  Archpel  von.  73

St.  Helena.  Einahmen  !  und  )  Ausgaben  vandel
im  Jahre  1894  16

Holland  siehe  Nederland.

Honululu.  Anbauversuche  mit  Canaigre.  262

Indien  siehe  Britisch-Indien.

Java.  Ueber  das  botanische  Landesinstitut  zu
Buitenzorg  .

(Siehe  auch  Nederländisch=  Iwdien.)
Kapkolonie.  Angorazucht  im  Kaplande  136
—.—  Außenhandel  der  —  im  Jahre  1895  676
—.—  Bevölkerung,  Militär,  Finanzwesen,  vandel.

Verwaltung  r2c.  im  Jahre  1895
—  .  —  Landgesetzgebung.  Aenderung  der  —  un

Akte  vom  6.  August  189995  .  223
Kongostaat.  Banknoten-Ausgabe  für  den  .  612
—.—  Bibliographie  du  Congo  1880  bis  1805.

Herausgabe  eines  Wegweisers  über  die  gesammte

das  Kongogebien  betessende  Litteratur  unter  dem

Titel  51
—.—  Budget  des  —  in  den  Jahren  1893  bes  1896  109
—.—  Eisenbahnbau.  Fortschritt  dee  136
—.—  Gerichtsorganisation  des.  319

—  —  Handelsbericht  über  den  —  und  die  ð  Finanzlage
  im  Jahre  1895

XV

 

Kongostaat.  Plantagenwirthschaft.  Ueber  die  Erfolge

  der  Plantagenwirthschaft  im  .

-—SchrcftwechfelzwncheaDentschlanduuh  denc
unabhängigen  —,  betreffend  die  Hinrichtung  des
Elfenbein  handlers  Stokes

—.—  Verpachtung  von  sechs  Danpfern  nach  dem
oberen  Kongo  der  „Société  polse  du  Hant
Congo“  an  den  Staat  .  ..

Lagos.  Ueber  die  Gummigewinnung  in.

—.—  Anlage  eines  Patentslip  und  einer  Brückenverbindung
  zwischen  der  *  und  dem
Festlande

—.—  Einnahmen  ver  Kolonie  Lagos  i  im  Jahre  1694.
Schußztruppe,  Bauten,  Einwohnerzahl,  Schulen  2c.

—.—  Anlage  einer  Eisenbahnlinie

Lourengo  Marques.  Einnahmen  der  Delagoa-Eisenbahn
  im  Jahre  1895.  .

—.—  Handel  von  —  im  Jahre  1895,

Matabeleland.  Einsetzung  einer  aommisson!  zur
Regelung  der  Land=  und  Viehfrage

—.—  Ausbruch  der  Rinderpest  in.

Mauritius.  Handel  im  Jahre  1895.

Mombas.  Bau  einer  Eisenbahn  von  —  nach  dem
Viktoria-Nyanza.

504,
—.—  Anwerbung  von  Kulis  für  die  Arbeiten  an

der  Ugandabahn
Mozambique.  Handelsbericht  für  das  Jahr  1895
Niederländisch-Indien.  Ueber  die  chinesische
Ein=  und  Auswanderung  über  Singapore  nach
Niederländische  Kolonien  siehe  Java  —  Singapore.

Nigerprotektorat.
borenen  i.
—.—  Verwaltungsbericht  des  —  fnr  1894J95
—.—  Erhöhung  des  Zolltariss
Norfolk-Insel,  die
Oranje-Freistaat.
Jahre  1895.  .
Ostafrika,  Zritisch-  ,  siehe  Vriüssch=  Ostafrika.
Ostindien.  Ueber  den  Einfluß  der  Einführung
europäischer  Fabrikation  auf  die  Baumwollenindustrie
  im  westlichen  Theile  Ostindiens
—.—  Ueber  Versuchspflanzungen  .
Persien.  Handelsbericht,  betreffend  die  Provinzen
Kerman  und  Persisch-Belutschistan,  für  das  dahr
1894/96  (1.  April  bis  31.  März)  ..
Philippinen.  Handel  und  Shiffahrt?  der  —  in
den  Jahren  1894  und  1895
Portugal.  Vasco  de  Gamafeier  .
Portugiesische  Kolonien  siehe  Beira  —  Lourengo
Marques  —  Mozambique  —  Zambesi.
Salomons-Inseln  (Britische).  ei  des
Wohnsitzes  des  Residenten
—.—  Abreise  des  neuernannten  Nesidenten  ..-—.—
  Ernennung  eines  Residenten  für  die
—.—  Ueberfall  einer  britischen  Etpedition  *  den  —
durch  Eingeborene

Unruhen  unter  den  Einge-Handel

  Bloemfonteins  im

391
295

612

717
391

390

743
        <pb n="16" />
        Sansibar.  „Guzette  for  Zanzibar  and  East
Afriea“,  Ernennung  eines  neuen  Redakteurs

—.—  Handelsvertrag  zwischen  Rußland  und

—.—  Handelsbericht  für  das  Jahr  1895  ·.

—.—  Leuchtthurm.  Ereichung  eines  —  auf  binbe
Island

—.—  Schiffsbewegung  im  Jahre  1895.  .

—.—  Zollvorsteher.  Abreise  des  englischen  —  as
England

Senegal.  Telegraphenlinien  i  im.  .

Seychellen.  Einnahmen  und  Ausgaben  der  —  im
Jahre  1894

Sierra  Leone.  Ausstellung.  Abhaltung  einer
landwirthschaftlichen  —  zu  Freetown

—.—  Einnahmen,  Ausgaben  und  beeltnkan
von  —  im  Jahre  1894.  .  .

——(-nenbahnbauProjeftcmes—m.  136

—.—  Handel.  Werth  des  —  von  1881  bis  1895

—.—  Verbot  der  Anwerbung  von  Arbeitern  in  —
für  den  Kongostaat  ...

—.—  Wilder  Kaffee  in  .  .

Singapore.  Chinesische  Einwanderer  in  —  im
Jahre  1895•  .

—.—  Ueber  die  utee  in  —  im  Johre
1895

Somaliland.  Expedition  des  s  eniots
durch  das  nördliche

Spanische  Kolonien.
Guineg.

Besihungen  im  voit:  von

(Eiehe  auch  Philippinen.)

Straits  Settlements.  Rathsverordnung  des
Gouverneurs  vom  14.  Mai  über  die  Verwendung
von  Polizeitruppen  in  Eingeborenenstaaten

Transvaal.  Goldausbeute  im  Jahre  1894.

Uganda.  Bericht  über  einen  Strafzug  der  britischen
Schutztruppe  gegen  den  Häuptling  von  Unyoro-—.—

  Fortschritle  der  Uganda-Eisenbahn  416,

—.—  Zutheilung  des  Gebietes  von  Unyoro  zu.

Ukamba  (Englisch).  Trägerverordnung  fr.

West  Africain  Telegraph  Co.  -  der  —
im  Jahre  1895  ...-Zambesi-

  Eisenbahngeseltschaft.  Ertheilung
einer  Konzession  zum  Bau  einer  Elsenkahn  von
Quelimane  nach  dem  NRuo  ...

Xxitteratur.

Albrecht  M.:  Russisch-Centralasien.  Reisebilder  aus
Transkaspien,  Buchara  und  Turkestan  .
Archiv  für  wissenschaftliche  Thierheilkunde,  XXII.

Heft  1  bis  2  .
Aus  allen  Welttheilen.  Deutsche  nanonale  Zeit
chrkftfurLander.nndVolkerknnde.
Baumann  O.,  Dr.:  Die  Insel  Mafia.  ·
Beiträge  zur  Flora  von  Afrika,  **  von
Dr.  Engler.  Bd.  N
Bianchi,  G.:  In  Abiseinia  #ana  terra  della
Galla.  Narrazione  della  spedizione  Bianchi
in  Africa  ...  ...

 

 

XVI  —

Bryden,  A.  II.:  Tales  ol  Sonth  Afrie

BVuck,  K.,  und  D.  Huppenbauer:  Von  Kyebi  nach
Kumase.  Eine  Reise  in  das  -  der  Goldküste.
  Dritte  Auflage:  -

v.  Bülow,  F.  J.:  Drei  Jahre  im  Lande  Hendrit
Witboois.  Zweite  Auflage  .

Busse,  M.:  Transvaal  und  die  deussch-  englischen
Beziehungen.  Die  ägyptische  Frage

Caldaso,  F.:  Prineipios  de  la  eoloni-neion
y  colonias  penales.

de  Chambrun:  Le  pouvoir  erscutik  aux  Ktats
Unis  II.  c4.

Christ,  H.:  Madagaskar  einst  und  jebi  ...

Christaller,  Th.:  Handbuch  der  deutschen  Sprache
für  die  deutschen  Schulen  in  Kamerun

Combes,  P.:  L'Abyssinie  en  1896

Cons,  II.:  Préeis  Thistoire  du  commerce.
2  Bände  .  ..·.

Constable's  Handutlas  oc  India:  A  new
Series  of  sikty  maps  and  plans  prepared  srom
ordnance  and  other  surveys  under  the  direction
of  J.  G.  Bartholomew.  ......

Dafert,  F.  W.:  Erfahrungen  über  rationellen
Kaffeebau  ..

Dove,  K.:  Süwestafrika.  Kriegs-  und  Friedensbilder
  aus  der  ersten  deutschen  Kolonic.  .

Duisberg,  W.:  Allerlei  Bilder  aus  meinem  Leben
auf  lose  Blätter  gezeichnet

Ehlers,  O.:  Im  Satlel  durch  Indo-  chine  Dritte
Auflage  .  .

—.—  Im  Osten  Asiens.  Driite  Auflage  .

v.  Fircks,  Freiherr:  Aegypten  1894.  II.  Theil

Fitzner,  R.:  Die  Regentschaft  Tunis.  Streiflichter
und  Studien.

—.—  Deutsches  Kolonial=  Handbuch.  Nach  zi
Quellen  bearbeitet

Friedrichs,  K.:  universales  Hbligationenrecht

Geistbeck,  M.,  Dr.:  Der  Weltverkehr.  Seeschifffahrt
  und  Eisenbahnen,  Post  und  Telegraphie.
Zweite  Auflage

v.  Götzen,  A.,  Graf:
West.  Resultate  und  Begebenheiten  einer  Reise
von  der  deutsch-ostafrikanischen  Küste  bis  zur
Kongomündung  in  den  Jahren  1893/94

—.—  Ueber  Ausrüstung  und  Lebensweise  auf  tropischen
  Expeditionen.  ...-...-Goldmann,

  Ch.  S.:  South  Afriean  mines,
their  position,  results  and  developments
together  with  an  acconnt  ol  dinamond,  land
finunce  and  kindered  concerngs  .

HahnCAnsdeniKankasuöReifenund  Studien

—.—  Kaukasische  Reisen  und  Studien.  Neue  Beiträge
  zur  Kenntniß  des  kankasischen  Landes

Hahn,  RN.:  Posthandbuch  für  die  Geschäftswelt.
III.  Jahrgang  18966

Hansen,  J.:  Congo  Krangais.
A  Téchelle  de  1:500  000

v.  Hesse-Warteg,  E.:  Kanada  und  Neu-  Fundland.
Nach  eigenen  Reisen  und  Beobachtungen

Carte  dressée

Durch  Afrika  von  Ost  nach

392

789
        <pb n="17" />
        Hevesi,  L.:  Wilhelm  Junker.
Afrikaforschers  .

Hickmann,  A.  L.:  Geographisch=  statistischer  Taschenatlas
  des  Deutschen  Reiches

Hübners,  O.  geographisch  statistische  Nabellen,
herausgegeben  von  Dr.  Fr.  v.  Juraschek  .

Jahresbericht  1894/95  des  württembergischen
Vereins  für  Handelsgeographie  und  ndeutscher
  Inleresen  im  Auslande

Kallenberg,  F.:  Quer  durch  Frankreich  .

Kiepert,  R.:  Parte  von  Deutsch-Ostafrika  in
29  Blättern  (68  —  86  cm)  und  8  bis  10  Ansatzstücken
  im  Maßstab  1:300  000

Knight,  E.  F.:  Madagnuscar  in  War  Time;
The  „Times“  special  correspondents  experiences
  among  the  Hovas  during  the  french
invasion  ol  1895

v.  König:  Handbuch  des  deutschen  aorsularwesens
Fünfte  Auflage  .

Kolonial-Ausstellung:  Die  beutsche
Berliner  Gewerbe-Ausstellung  1896

Kolonial-Kalender,  deutscher.  Herausgegeben
von  G.  Meinecke  1896  .  ......

—.—  Desgleichen  für  1897

Kraemer,  N.:  Mosauitia  und  die  Kolonie  Neu-Dortmund


Krauß,  P.:  Speziallarte  von  Deulsch-  Ostafrika  mit
Nebenkarten  von  Usambara  und  Kilimandjaro.
Nach  den  neuesten  Forschungen  bearbeitet

Kunhardt,  O.:  Wanderjahre  eines  jungen  Hamburger
  Kaufmannes.  Eine  Reise  um  die  Erde  in
1000  Tagen  .

Langen,  6.:  eiscient  Verg.,  Feld-  und  Tropenbahnen



de  Lununuy,  1.:  Les  mines  dor-  du  ransvaai

Lehmann,  K.:  Kolonialgesellschaftsrecht  in  Vergangenheit
  und  Gegenwart.
Le  Juge:  Das  englische  Heer  einschließlich  der
Kolonialtruppen  in  seiner  heutigen  Gestaltung
Matschie,  P.:  Die  Säugethiere  Deutsch-Ostafrikas
Meinecke,  G.:  Aus  dem  Lande  der  Suaheli.
Theil  I.  Reisebriefe  und  Zuckeruntersuchungen
am  Pangani

—.  —  Katechismus  der  Auswanderung.  Fun  für
Auswarverer.  7.  Aufl.

Miango  ma  Bwam  ka  ponda#  Mateo  na  Vobano.
Das  Evangelium  nach  Matthäus  und  Johannes
in  der  Duallasprache  (Kamerun)  .

Middendorf,  C.  W.:  Peru.  Beobachtungen  und
Studien  über  das  Land  und  seine  Bewohner
während  eines  25  jährigen  Aufenthalts

Missionen:  Die  evangelischen  Missionen  in  den
deutschen  Kolonien  und  Schutzgebieten.  Herausgegeben
  von  dem  Ausschuß  der  deutschen  evangelischen
  Missionen

v.  Müller,  E.:  Select  —  plants  readily
eligible  for  industrial  eulture  or  naturalisation
  with  indications  ol  their  native  countries
  and  some  of  their  uses.  IX.  edition

auf  der

Lebensbild  eines

XVII

112

620

461
751

542
325

195
684

76

Nansen,  F.:

Müller-Simonis,  P.:  Durch  Armenien,  Kurdistan
und  Mesopotamien.

In  Nacht  und  Eis.  Erste  Lieferung

Niemann,  A.:  Die  photographische  Ausrüstung  des
Forschungsreisenden  mit  besonderer  Berücksichtigung
  der  Troden

Obrutschew,  W.:  Aus  China.
Natur=  und  Völkerbilder  .

—.—  O.,  O.:  Sibrrische  Briefe,  eingeführt.  2
N.  v.  Kügelgen

Neiseerlehnisse,

Orban,  P.:  De  droit  fluvial  international.

Paulitschke,  V.:

Parkinson,

Reifferl,  J.  C.:

K.:  Beiträge  zur  Ethnographie  der

Matty=  und  Durour-Inselnn

Ethnographie  Norvost=  Afritas.
Die  geistige  Kultur  der  Danakil,  Galla  und  Somäl

Pensa,  H.,  et  E.  Bousson:  La  situation
financiere  de  IEgypte

Pensa,  H.:  Les  Russes  et  les  Angiais  en
Alghanistan  on  la  preponderanee  européenne
en  Asie  Centrae

Pflanzenwelt  Ostafrikas,
Ostafrika-  Werkes)  .

Pieper,  J.:  Das  2  vom  31.  März
1893  ..

Prager,  M.:  Die  Wissmann=  Expedition  ...

Rangliste  der  Kaiserlich  beutschn?  Marine  *m  das
Jahr  1897  *rbmZA„-.

Reichard,  P.:  Stanley

Zehn  Jahre  in  Shina.

Erfahrungen  und  Reisen.

die.  cSo.  V  des

Erlebnisse,

Renner,  H.:  Durch  Bosnien  und  die  Herzegowina

Saint  Paul-Illaire:

—.—  II.  Band
Schnelldampfer,

kreuz  und  quer
Report  kor  the  yoar  1894/95  on  tho  German
colonies  in  Africa  and  the  South  Pacilic
Robecchi  Brichetti,  L.:  Nell  Uarrar
Nöchling,  K.:  Unser  Heer
de  Rothschild,  H.:  Notes  Alricuines
Swahili-Sprachführer
Sarre,  F.:  Reise  in  Kleinasien.  Sommer  1895.
Forschungen  zur  Seldjulischen  Kunst  und  Geographie
  des  Landes
v.  Schele,  Freiherr:  Ueber  die  organisation  ver
Kaiserlichen  Schutztruppe  in  Deutsch-Ostafrika  und
die  kriegerischen  Operationen  daselbst  wahrend  der
Jahre  1893/94.  ..
Scheube,  B.:  Die  Krankheiten  der!  warmen  Länder
Schmidt,  Rochus:  Deutschlands  koloniale  Helden
und  Pioniere  der  Kultur  im  schwarzen  Kontinent.
I.  Band  .  .  .

die  transatlantischen:  Die  Gefahren
  der  Seereise  und  die  Rettungsmittel  der
Seeschiffe,  nebst  einer  ausführlichen  Antwort  auf
die  Frage:  Warum  versteht  man  bei  uns  im
Binnenlande  so  wenig  vom  Seewesen?

Schreiber,  R.:  Schön=  und  Schnellschreiben

v.  Schütz-Holzhausen,  D.,  Freiherr:  Der  Amazonas.
  Zweite  Auslage.  Herausgegeben  von
A.  Klassert  ...  .

752
752

751

789

789

654
228
137
325
723

723

75
542

620
542
        <pb n="18" />
        Schwarz,  B.:  Palästina.  Anschauliche  Schilderung
der  Stätten  biblischer  Geschichte  auf  Grund  eigener
wiederholter  Bereisung  .

Seidel,  A.:  Geschichten  und  Lieder  der  ani
Ausgewählt  und  verdeutscht

Semon,  R.:  Im  australischen  Vusch  und  an  ven
Küsten  des  Korallenmeeres.  Neiseerlebnisse  und
Beobachtungen  eines  Naturforschers  in  Australien,
Neu-Guinea  und  den  Molukken  .

Septans:  Les  expéditions  anglaises  en  Alrique

Slatin-Pascha,  R.:  Feuer  und  Schwert  im  Sudan.
Meine  Kämpfe  mit  den  Derwischen,  meine  Gefangenschaft
  und  Flucht  1879  bis  1895.

Spring:  Selbsterlebtes  in  Ostafrika  ..

Stromer  v.  Reichenbach,  E.,  Freiherr:  Die
Geologie  der  deutschen  Shuboebiete  in  Afrika

Transnigerien,  Carte  du

Trojan,  J.,  und  J.  Lohmeyer:  Ein  Kriegsgedenkbuch.
  Ernst  und  Humor  aus  den  Jahren
1870/71  .

Volkens:  Der  Kilimandsaro  in  seiner  Bedeutung
für  den  Gartenbau.  Vortrag  gehalten  im  Verein
zur  Beförderung  des  Gartenbaues  in  den  preußischen
  Staaten  .  .

Wagner,  H.:  Die  Verkehrs-  und  Handelsverhältnisse
  in  Deutsch-Ostafrika

Wislicenus,  G.:  Unsere  Kriegsflotte.  Dem  deutschen
  Volke  in  Wort  und  Bild  dargestellt.  Zweite
Auflage

Zeitschrift  für  ofritanische  und  oreanische  Sprachen
mit  besonderer  Jera•hichtgung'  der  deutschen
Kolonien

—.—  II.  Jahrgang  ..........

Zimmermann,  A.:  Die  europäischen  Kolonien.
Schilderung  ihrer  Entstehung,  Entwickelung,  Erfolge
  und  Aussichten.  I.  Band.  Die  Kolonialpolitik
  Portugals  und  Spaniens  in  ihrer  Entwickelung
  von  den  Anfängen  bis  zur  Gegenwart

461
505

111

76
325

 

Titteratur-Herzeichnis.

20,  139,  164,  195,  229,  296,  326,  391,  392,  462,  5614,
655,  752.

Belsonbere  Beilagen.

Jahresbericht  über  die  Schutzgebiete  Togo,  Kamerun,
Deutsch-Ostafrika,  Deutsch  -Südwestafrika  und  der
Marshall-Inseln,  sowie  eine  Denkschrift,  betreffend  die
Verwendung  des  Afrikafonds  für  das  Verwaltungojahr
1894/95.  Extra-Beilage  zu  Nr.  3.

Vericht  des  Majors  Leutwein  über  die  Niederwerfung  des
Aufstandes  der  Khauas-Hottentotten.  Beilage  zu
Nr.  14.

Die  Missionsthätigkeit  in  den  deutschen  Schutzgebieten.
Beilage  zu  Nr.  16.

Bekleidungs-Vorschrift  für  die  Kaiserlichen  Schutztruppen
in  Afrika.  Extra-Beilage  zu  Nr.  23.

Illustrationen  und  Rarten.

Routenskizze  zum  Bericht  des  Premierlieutenants
v.  Brauchitsch  über  seine  zum  Zweck  einer  Voruntersuchung
  des  oberen  Sanagalaufes  unternommenen
  Expeditio  ...  .(Nr.  9)  250
Plan  des  Kaiserlichen  Couvernements  von  Kamerun.

Maßstab  1:6250  (Nr.  17)  558
Flurstizze  von  Lome.  Nach  den  Aufnahmen  von
H.  Klose  .  ..  (Nr.  22)  706
        <pb n="19" />
        Verzeichniß

der  in  den

Nachrichten  aus  den  deutschen  Schutzgebieten  vorkommenden  Länder.,  Grts-  und  volkenamen.
(In  theilweiser  Anlehnung  an  die  Rechtschreibung  auf  den  Kiepertschen  Karten.)

·  Ostafrika.
Ameliabai  774.

Angoni,  Volk  584.

Arimabu,  Ort  707.

Arusha  nju,  Missionsstation  45,  69,

610,  640.
Arusha,  Groß,  Landschaft  286,  773.

Babati,  Ort  708.

Bagamoyo,  Ort  15,  16,  48,  49,  70,
131,  442,  500,  501,  537,  721,  722,
Beil.  zu  Nr.  16  S.  5.

Bagasi,  Fluß  640.

Bakinga,  Volk  457.

Balangidda-See  708.

Bassoba,  Volk  641.

Basukuma,  Volk  501.

Batura-See  708.

Baumann-Golf  610.

Bethel,  Missionsstation
Beil.  zu  Nr.  16  S.  1.

Bisuana,  Volk  16.

Bogogwa,  Ort  770.

Vorgo,  Berg  640,  641.

Voydu,  Ort  441.

Buanzji,  Landschaft  457.

Bueni,  Ort  441.

Buenu,  Insel  187.

Bugabu,  Ort  710.

Buiti,  Ort  371.

Bukoba,  Station  43,  45,  102,  165,
187,  501,  641,  709,  722,  Beil.  zu
Nr.  16  S.  5.

Bukumbi,  Ort  186,  501,  641,  Beil.
zu  Nr.  16  S.  5.

Bulagoa,  Missionsstation  714.

Bulu,  Fluß  708.

Burungi,  Landschaft  706.

Buzi,  Ort  707.

Chamtande,  Ort  409.
Chinde,  Ort  410.
Chindoro,  Ort  410.
Chuka,  Ort  362.
Chukukwe,  Ort  715,  717.

15,  106,

 

Haliambe,  Ort  708.

Donjo  Sambo,  Berg  640.

Dabasch,  Fluß  610,  641.

Darai,  Ort  707.

Dar-es-Saläm  8,  12,  13,  45,  49,
69,  103,  106,  107,  108,  129,  131,
192,  219,  248,  315,  371,  372,  378,
415,  443,  500,  501,  503,  537,
554,  555,  587,  610,  645,  710,  711.
714,  715,  717,  721,  722,  773,  774,
782,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  1,  2,  5.

Derema,  Plantage  442.

Difu,  Ort  709.

Djagga,  Volksstamm  45.

Djipe-See  619.

Doenyo  Ngai,  Verg  610.

Dolossa,  Verg  640.

Donde,  Landschaft  102.

Duma,  Ort  707.

Fadi,  Ort  707.

Fereni,  Ort  441.

Fipa,  Landschaft  185,  186.
Fundaberge  706.

Garia,  Fluß  555.
Gerimassi,  Berg  610.
Gombe-Fluß  186.
Goima,  Ort  707.
Guruiberg  707,  708.

Hoffnungshöhe,  Missionsstation
315,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  1.

Hohenfriedeberg  (Mlalo),  Missionsstation
  Beil.  zu  Nr.  16  S.  1.

Ikombe,  Halbinsel  131,  222,  372,
455,  456,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  1.

Ilindi,  Ort  362.

Iluluberg  584.

Immanuels-Kap,  Missionsstation
Beil.  zu  Nr.  16  S.  1.

Ipiani,  Missionsstation  221,  222,
538,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  1.

 

 

Fraku,  Ort  286.

Irangi,  Landschaft  45,  362,  706,  707.
Iringa,  Ort  773,  774,  775.
Ituru,  Ort  185.

Juani,  Ort  441.

Kadoto,  Ort  610.

Kafagga,  Landschaft  772,  773.

Kagunga,  Berg  773.

Kala,  Missionsstation  501,  Beil.  zu
Nr.  16  S.  6.

Kambambarre,  Ort  770.

Kamoga  siehe  Bukumbi.

Kanenagule,  Ort  185.

Karagwe,  Landschaft  43,  709.

Karema,  Missionsstation  186,  501,
Beil.  zu  Nr.  16  S.  6.

Kascho,  Ort  770.

Kassimbo,  Ort  770.

Katoto,  Ort  641.

Kavinyiro,  Berg  610,  640.

Kavirondo-Bucht  641.

Kawande,  Ort  185.

Kawele,  Ort  770.

Kawirondo,  Ort  187.

Kede,  Ort  102.

Kedong,  Ort  619.

Keniagebirge  619.

Kibambane,  Landschaft  287.

Kibira,  Fluß  222.

Kibondo  (Daluni),  Ort  441.

Kibonoto,  Ort  45.

Kiboscho,  Landschaft  45,  49,  131,
286,  500,  640,  Beil.  zu  Nr.  16
S.  5.

Kibuhöhe,  Ort  787.

Kichelwe,  Missionsstation,  Beil.  zu
Nr.  16  S.  2.

Kididimo,  Ort  362.

Kidunda,  Ort  774.

Kifumbiro,  Ort  709.

Kihara,  Ort  185.

Kikale,  Ort  103.

Kikokwe,  Plantage  442.
        <pb n="20" />
        Kikombo,  Ort  706.

Kikuletwe,  Fluß  787.

Kikuyu,  Landschaft  619.

Kilema,  Missionsstation  49,  131,  163,
500,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  5.

Kilimandjaro,  Gebirge  49,  69,  103,
187,  286,  372,  500,  536,  619,  640,
675,  714,  773,  787,  Beil.  zu  Nr.  16
S.  2,  5.

Kilimani  Urambo,  Missionsstation
186,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  2.

Kilimatinde,  Ort  165,  362,  372,
706,  707,  708,  709,  722,  774.

Kilossa,  Ort  8,  10,  41,  19,  70,  129,
184,  722,  774.

Kilwa  Kissiwani,  Ort  101.

Kilwa  Kiwindije  6,  7,  8,  45,  69,
99,  100,  101,  102,  103,  129,  371,
721,  722.

Kinduri,  Ort  707.

Kinga,  Landschaft  457,  Beil.  zu
Nr.  16  S.  1.

Kingani,  Fluß  49.

Kiogoma,  Landschaft  772.

Kionda,  Ort  409.

Kionga,  Ort  69,  103.

Kipalapala,  Missionsstation  186,
501,  Beil.  zu  Nr.  16,  S.  5.

Kipunga,  Fluß  584.

Kiringa,  Ort  9,  10,  11,  70.

Kisaki,  Station  49,  129,  184,  247,
248,  722.

Kisiba,  Landschaft  (siehe  auch  Busiba)
43,  185.

Kisigo,  Fluß  362.

Kisingabach,  Ort  286.

Kisiwafonjavi,  Ort  441.

Kisiwaogusa  441.

Kisokwe,  Missionsstation
Nr.  16  S.  2.

Kisongo,  Landschaft  286,  640.

Kisserawe,  Ort  192,  315,  503,  612.

Kisswere,  Ort  6,  7,  8,  100,  101,  584.

Kisuani,  Ort  129.

Kiswajani,  Ort  441.

Kitaba  (Wruni),  Fluß  555.

Kitangali,  Ort  Beil.  zu  Nr.  16  S.  2.

Kitengule,  Ort  709.

Kitumbini,  Ort  99,  100.

Kitunda,  Ort  707.

Kiousee  772.

Kiwere,  Landschaft  185.

Kiwira,  Fluß  372.

Kjamtuara,  Ort  709,  710.

Koare,  Ort  45.

Kolasini,  Ort  415,  501.

Kolosani,  Ort  49,  715,  716.

Kondeland  131,  455,  456,  715,  773,
Beil.  zu  Nr.  16  S.  1.

Beil.  zu

XX

–  –4

Kondoa,  Dorf  10,  11,  70.

 

Kondoa,  Landschaft  9,  774.

Kongeni,  Ort  70.

Kooni,  Ort  288.

Korogwe,  Station  70,  712,  Beil.  zu
Nr.  16  S.  2.

Kuirenga,  Ort  773.

Kulazini,  Ort  107,  Beil.  zu  Nr.  16
S.  5.

Kutoma,  Ort  43.

Kwa  Mdoda,  Ort  307.

Kwa  Mtoro,  Ort  707,  775.

Kwon,  Fluß  708.

La  Longa,  Missionsstation  49,  500,
645,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  5.

Langenburg,  Station  164,  247,
314,  372,  722,  774,  775.

Likoma,  Ort  14.

Lilobe,  Ort  409.

Limbo  Kikumu,  Fluß  707.

Lindi,  Ort  6,  7,  8,  69,  101,  103,
107,  108,  129,  314,  315,  318,  362,
410,  584,  716,  721,  722.

Lisongele,  Hügel  584.

Liteo,  Fluß  409.

Livanga,  Ort  102.

Livingstonia-Gebirge  715.

Losta-Gebirge  610,  640.

Luaba,  Fluß  7.

Luagalla,  Ort  7,  69,  101,  219,  409.

Luawa,  Ort  101,  102.

Luöngera-Thal  555.

Lukaru,  Berg  640.

Lukuledi,  Missionsstation  101,  107,
108,  109,  318,  501,  584,  715,  716,
Beil.  zu  Nr.  16  S.  5.

Lungu,  Ort  8.

Lunyu,  Ort  99,  102.

Lussisi,  Fluß  772,  773.

Lussugi,  Fluß  186.

Luwawa,  Ort  7.

Madassa,  Ort  131.

Maianja,  Ort  409.

Makonde,  Volksstamm  410.

Makonde-Plateau  101.

Makua,  Volksstamm  318,  584.

Malagarasi,  Fluß  186,  771,  773.

Mamba,  Landschaft  15,  Beil.  zu
Nr.  16  S.  2.

Mamboya,  Missionsstation  Beil.  zu
Nr.  16  S.  2.

Manar,  Missionsstation  372.

Mandera,  Missionsstation  49,  131,
500,  645,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  5.

Maneromango,  Missionsstation  106,
453,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  1.

Mangasita,  Landschaft  707.

Manga  Tendilla,  Berg  555.

Mangati  (Massagaloda)  708.

Mangoni-Volk  (siehe  Magwangwara).


Manow,  Missionsstation  456,  Beil.  zu
Nr.  16  S.  1.

Manyara-See  286,  708.

Manyema,  Landschaft  771.

Mapalata,  Ort  362.

 

 

Mara  (oder  Maroa),  Fluß  641.

Marago-Leilelei  286.

Marangu,  Ort  722.

Marawata,  Ort  8.

Marenga  mkali,  Hochebene  706.

Mariahilf,  Missionsstation  501.

Marienberg,  Missionsstation  501,
709,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  5.

Mariti,  Landschaft  610.

Marore,  Ort  774,  775.

Masasi,  Missionsstation  101,  717,
Beil.  zu  Nr.  16  S.  2.

Masinde,  Station  13,  70,  129,  184,
722.

Masno,  Ort  101.

Masombi,  Ort  8.

Masorolo  Beil.  zu  Nr.  16  S.  2.

Massai,  Volk  9,  131,  286,  536,  619,
640,  706,  707,  708.

Massasi,  Missionsstation  584.

Madschame,  Landschaft  45,  Beil.  zut

Nr.  16  S.  2.
Madschame  niu,  Ort  15,  640,  787.
Märu,  Landschaft  45,  286,  714,  773.
Märu-Gebirge  286.
Mafa,  Bergkegel  70.
Mafia,  Insel  441.
Mafia-Kanal  441.
Mafiti,  Volksstamm  9,  49.
Magila,  Missionsstation
Nr.  16  S.  2.
Magwangwara,  Volksstamm  7,  101,
247,  314,  315,  717.
Mahange,  Ort  717.
Maharani,  Ort  370,  371.

Beil.

Masur,  Ort  409,  411.

Mauka,  Ort  70.

Mavudji,  Ort  7.

Mavudji-Bach  6,  8,  69,  100,  101.
Mayeye,  Landschaft  584.

Mayita,  Ort  641.

zu

Mbala,  Fluß  222.

Mbaraka,  Missionsstation  Beil.  zu
Nr.  16  S.  2.

Mbaruksruhe,  Ort  554.

Mbeya-Berge  222.

Mbueni,  Ort  774.

Mbuguni,  Ort  787.

Mbungu,  Missionsstation  782.

Mchicha,  Ort  409.
        <pb n="21" />
        Mdala,  Landschaft  185,  186.

Mdumbwe,  Ort  409,  411.

Medda  Mbindo,  Ort  410.

Mgunda,  Ort  610.

Mhonda,  Misionsstalon.  49,  500,
Beil.  zu  Nr,  16  S.  5.

Mikindani,  -  69,  101,  408,
410,  411,  721,  722.

Mikindaniberge  787.

Mikomirepi,  Ort  6.

Miombo,  Fluß  10.

Mirambo,  Ort  707.

Mirule,  Ort  103.

Misoswe,  Missionsstation  Beil.  zu
Nr.  16  S.  2.

Miwa,  Missionsstation  Beil.  zu  Nr.  16
S.  2.

Mkata,  Fluß  49.

Mkevera,  Missionsstation  Beil.
Nr.  16  S.  2

Mkoesee  8,  101,  534.

Mkolo,  Fluß  15.

Mkondoa,  Ort  707,  708,  709.

Mkunda,  Ort  362.

Mkusi,  Missionsstation  Beil.  zu  Nr.  16

zu

Mluluthal  12.

Moa,  Ort  370,  371.

Moenso,  Landschaft  221.

Mohoro,  Ort  102.

Mohorro,  Plantage  443,  537,  675,
721,  722.

Mondul,  Berg  286,  640.

Mori-Bai  610,  641.

Moschi,  Ort  45,  102,  129,  163,  286,

610,  722,  787,  Beil.  zu  Nr.  16

S.  2.

Mpandafluß  773.

Mpangusanga,  Ort  362.

Mpapua,  Station  102,  129,  286,
362,  536,  641,  706,  708,  709,
Beil.  zu  Nr.  16  S.  2.

Mparanga,  Landschaft  102,

Mpingiro  kwa  Mitole  (Myoo),
Ort  7.

Mpokira,  Ort  362,

Mridjo,  Ort  708.

Mrogoro,  Missionsstation  49,  500,
Beil.  zu  Nr.  16  S.  5.

Msalala,  Missionsstation  49,
501,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  5.

Mtai,  Ort  15,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  1.

Mtojange,  See  584.

Mtoni,  Ort  193,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  2.

Mtoriberge  103.

Mtschinga,  Ort  584.

Mtumbe  Paria,  Ort  102.

Muakagile,  Missionsstation  456,  457,
Beil.  zu  Nr.  16  S.  1.

186,

 

XXI

MAuakapalile,  Missionsstation  Beil.
zu  Nr.  16  S.  1.

Muakarere,  Missionsstation  222,
372,  455,  456,  457,  Beil.  zu  Nr.  16
S.  1.

Muansa,  Ort  102,  165,  186,  187,
610,  641,  722

Muhamadi,  Ort  287.

Muhesa,  Ort  70,  443,  711.

Muhoga,  Ort  641.

Muhoma  706.

Munidadi,  Ort  409.

Muoa  442.

Muramba,  Landschaft  773.

Mura  Sogoi,  Ort  707.

Murazi,  Ort  70.

Mwango,  Ort  640.

Mwenzange,  Ort  Beil.  zu  Nr.  16
S.  1.

Nairombo,  Missionsstation  Beil.
zu  Nr.  16  S.  2.

Namgaru,  Ort  584.

Namtengas,  Missionsstation  Beil.

 

zu  Nr.  16  S.  2,
Nandule,  Ort  410.
Nangara,  See  584.
Nassa,  Missionsstation  Beil.  zu  Nr.  16
S.  2.

*-“  See  610,  6

 

Ndala,  Ort  16,  2  Gei-  zu  Nr.  16
l

S.  5.

Ndare-Serian,  Landschaft  640.

Neuwied  (Peterswerft),  Station  186,
187,  501,  641,  Beil.  zu  Nr.  16
S.  5.

Newala,  Missionsstation  101,  Beil.
zu  Nr.  16  S.  2.

Ngai-Berg  (Vulkän)  640.

Ngalamiro,  Ort  709.

Agare-Moton  286.

Ngaruka,  Ort  640,  641.

Ngomea,  Ort  707,  712.

Nguelo,  Plantage  17,  442,  555.

Nguiro,  Ort  70.

Ngurungani,  Ort  640.

Nianga,  Ort  710.

Nikindo,  Ort  103.

Niawuriga,  Fluß  773.

Aarungo  Zissionestation  Veil.  zu
Nr.  16

nnnndGed  862.

Ntuguni,  Ort  706,  707.

Ntukuyn,  Berg  222.

Nyangallo,  Ort  706.
Nuassa,  See  14,  16,  49,  103,  131,

221,  247,  314,  319,  455,  622,  715,
773,  774.

Nyegesi,  Misionsstation  501,  Beil.
zu  Nr.
nolrart  Ort  02,  103.

Nyika,  Landschaft  221.

Olborn,  *e  45.
Ota,

Pampaya,  Ort  707.

Pangani,  Fluß  70.  247.

Pangani,  Ort  73,  129,  640,  712,
721,  722.

Pare,  Landschaft  129.

Peninje-Halbinsel  640.

Peninje-Fluß  640.

Perondo,  Ort  11,  610,  773,  774.

Pongwe,  Ort  712.

Pugu,  Ort  555.

Pugu-Berge  371,  555.

Quazige,  Ort  70.

Räss  Mkumbi,  Insel  441.

Rifu,  Ort  14.

Rikwa,  See  221.

Romai,  Hochplateau  640.

Rovuma,  Fluß  49,  101,  318.

Ruaha,  Fluß  8,  9,  10,  11,  221.

Ruawa,  Ort  584.

Rudolf-See  619.

Rufiyi,  Fluß  45,  102,  247,  248,
287,  288,  672.

Rüga-Ruga,  Vollsstamm  186.

 

Rugedzi,  Ort  641

Rugunga,  Ort  770.

Nuhända,  Landschaft  185.

Ruhohi,  Fluß  103.

Rukundi,  Landschaft  584.

Rumdjigebirge  10.

Rumvira-Bai  222.

Nungwe,  Missionsstation  221,  222,
372,  538,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  1.

Nunjo,  Ort  6.

Rutenganio,  Missionsstation  222,
372,  538,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  1.

Rutschugi,  Fluß  771.

Saadani,  Ort  12,  721,  722.
Safua,  Fluß  222.
Sambesi,  Fluß  49,  456,  536.
Sandalla,  Ort  707.
Sango,  Volksstamm  221.
Saranda,  Ort  709.
Schikambo,  Ort  410.
Schirati-Bucht  641.
Schole,  Ort  441,  442.
Selemaberg  708.
Serianiberge  708.

Sero,  Landschaft  640.
        <pb n="22" />
        Shire,  Fluß  49,  222,  456.

Simaja,  Ort  441.

Simangoriberge  286.

Simba=  Uranga,  Ort  288.

Singe,  Ort  362.

Speke-Golf  641,  Beil.  zu  Nr.  16
S.  2.

Spiana,  Missionsstation  372.
St.  Agnes,  Missionsstation
Beil.  zu  Nr.  16  S.  5.
St.  Joseph,  Missionsdorf  15,  107.
St.  Maurus,  Missionsdorf  107,  415,
501,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  5.

St.  Michgel,  Missionsstation  16,  49,
50,  501

St.  Peter  und  Paul,  Missionsstation
  501,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  5.

St.  Placidus,  Orl  415,  501.

Sudi,  Ort  69,  101,  409.

Suma,  VBach  222.

Suru,  Ort,  707,  708.

501,

Tabora,  Station  16,  17,  49,  102,
184,  185,  186,  501,  536,  537,  722.

AUkami,

XXII

Landschaft  247.

Ukara,  Insel  187.

Ukaranga,  Landschaft  185,  771.

Ukerewe,  Insel  186,  610,  641,  Beil.
zu  Nr.  16  S.  5.

Ukerewe,  Ort  186,  501.

Ukonongo,  Landschaft  185.

Ulanga,  Ort  9,  12,  69,  129,  184,
248,  637.

Ulanga,  Fluß  247,  672.

Uluguru  (—  Uruguru),  17,  247.

Umba,  Missionsstation  Beil.  zu  Nr.  16
S.  2.

Umbemkurru,  Fluß  584.

770,  771,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  5.

Tandalla,  Ort  707.
Tanga,  Stadt  12,  13,  70,  106,  129,
192,  370,  371,  372,  378,  443,  500,

Ü

503,  554,  587,  641,  645,  711,  712,  .

713,  721,  722,  Beil.  zu  Nr.  16
S.  1,  5.

Tanganyika,  See  49,  536,  585,  770,
771,  772,  773.

Tientin  Dege,  Verg

Tununguo,  Missionsstation  49,  500,
Beil.  zu  Nr.  16  S.  5.

Turn,  Landschaft  185,  708,  709.

Ubagwa,  Ort  186.

Ubena,  Landschaft  774,  775.
Udjidji,  Landschast  102,  129,  536,
585,  709,  770,  771,  772,  773.
Usiome,  Landschaft  286,  706,  708,

709.

Ufipa,
S6

Ugalla,  Landschaft  69,  185.
Uganda,  Landschaft  772,  773.
Uganza,  Landschaft  773.
Ugaya-Bucht  641.

Ugogo,  Landschaft  9,  536,  706,  707,

Ugoi,  Ort  770.

Ugunda,  Landschaft  185,  186.

Uha,  Landschaft  185,  771.

Uhafra,  Landschaft  773.

Uhehe,  Landschaft  9,  10,  11,  12,  69,
70,  717,  773,  774,  775.

Ukamba,  Landschaft  45.

Umbugwe,  Landschaft  286,  287,  708.
Umkugwe,  Landschaft  45.

Ungurn,  Landschaft  185,  186.
Unyampewa,  Ort  185,  186.
Unyamwesi,  Landschaft  16,  186,  536,

Unyanyembe,  Landschaft  10,  49,
185,  186,  501,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  5.

Unyoro,  Landschaft  185.

Uramata,  Landschaft  772,  773.

Urambo,  Missionsstation  (Landschaft)

185,  186.
Urega,  Ort  770.
Urege,  Landschaft  641.
Uringa,  Landschaft  773.
Uru,  Landschaft  45.
Urundi,  Landschaft  771,  772,  773.
Urundi-Verge  773.
Urungu,  Landschaft  501.
Usagali,  Landschaft  186.
Usaramo,  Landschaft  106,  247,  248,
453,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  1.

Aschaschi,  Ort  187.
AUscheto,  Landschaft  185.
Aschirombo,  Landschaft  16,  17,  49,

186,  501,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  5

Useguha,  Landschaft  610.

uansige,  Landschaft  771,  772,  773.

Ort  601,  771,  Beil.  zu  Nr.  16

 

Usongo,  Landschaft  185.

Ussagara,  Landschaft  49.

Ussambara,  Landschaft  12,  17,  70,
71,  147,  248,  315,  443,  453.

Ussambara-Berge  675.

Ussan  daui,  Landschaft  707.

Usumbura,  Landschaft  773.

Utare,  Ort  770.

Utengula,  Landschaft  221,  222.

Utengula,  Ort  Beil.  zu  Nr.  16  S.  1.

Utimi,  Berg  640.

Utongwe,  Landschaft  185,  771.

Uvinsa,  Landschaft  185,  186.  771.

Urvira,  Landschaft  771.

noiuku,  Landschaft  773.

Uyni,  Landschaft  16,  185,  186.

Wuga,

 

Victoria-Nyansa,  See  16,  48,  49,
50,  187,  610,  619,  640.
Vinigu,  Landschaft  221.

Waaruscha,  Volksstamm  45.
Wabruungi,  Volk  707.
Wabwari,  Volk  771.
Wadjagga,  Volksstamm  45.
Wadjidji,  Volk  770,  771,  773.
Wafiomi,  Volk  707,  708.
Wagaia,  Volksstamm  641.
Waganda,  Volksstamm  50.
Wangaruka,  Volksstamm  640.
Wagindo,  Volksstamm  7,  101,  584.
Wagogo,  Volksstamm  9,  706,  707.
Wagwangwara,  Volksstamm  584.
Wahehe,  Volksstamm  8,  9,  10,  11,
49,  69,  70,  774,  775.
Wakama,  Volkostamm  49.
Wakamba,  Volksstamm  619.
Walé,  Fluß  186.
Wamatschinga,  Volk  7,  584.
Wambugwe,  Volksstamm  286.
Wami,  Fluß  131.
Wamuera,  Volk  7,  584.
Wandongwe,  Volk  775.
Wandorobbo,  Volksstamm  286,  640,
787.
Wangaturu,  Ort  707.
Wangemannshöh,  Missionsstation
2.  456,  457,  Beil.  zu  Nr.  16
S.

Waroon,  Volksstamm  185.

Waniambungu,  Volk  772.

Waniamwesi,  Volksstamm  9,  185,
707.

Wanyabassi,  Volk  641.

Warangi,  Volk  707.

Warege,  Volk  641.

Warundu,  Volk  771,  772,  773.

Wasagara,  Volkostamm  9,  11.

Wasangu,  Volksstamm  9.

Wasaramo,  Volksstamm  248.

Waschamba,  Volksstamm  106.

Wasegeyu,  Volksstamm  640.

Wassagira,  Volk  774

Wataturu,  Ort  708.

Watussi,  Volk  773.

Wawemba,  Volksstamm  9.

Wayao,  Volksstamm  7,  107,  318.

Wrumithal  70,  555.

Ort  12,  70,  106,  129,  453,
503,  612,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  1.

Wugire,  Landschaft  675.

Wuruni,  Fluß  12.

Zigedaberg  708.

Ziwani,  Ort  707,  708.

Zoari,  Ort  Beil.  zu  Nr.  16  S.  1.
        <pb n="23" />
        Kamerun.

Abekenschama,  Ort  291.
Abo,  Landschaft  254,  255,  560.
Ajunguana,  Ort  557.
Ambas-Bai  254.
Atenagegaqua,  Ort  290.
Awuna,  Ort  557.

Babimbi,  Volksstamm  250.

Badjops,  Volksstamm  251,  252.

Bakoko,  Volksstamm  70,  249,  254,
444,  445,  557,  559

Bakokoland  373,  411.

Bakwili,  Volksstamm  254,  776,  781:

Balong,  Volk  560.

Balue,  Ort  558.

Bamba,  Plantage  373.

Batanga,  Groß-,  Ort  50,  558.

Batanga,  Klein-,  Ort  560.

Batschenga,  Landschaft  557.

Bebimbi  (Dogodje),  Ort  444.

Bethel  (Bonaku),  Missionsstation  15,

254,  560,  587.

Bibundi,  Ort  373,  721,  776,  777.

BVipindi,  Ort  288,  558,  559

Boa,  Ort  288

Bombe,  Ort  560.

Bonaberi  (Dickory),
254,  255,  560.

Bonakwasi,  Ort  560.

Bonga,  Ort  373.

Bromoge,  Ort  290.

Buambi,  Ort  106,  502,  646.

Buäa,  Station  50,  158,  254,  373,  560,

Buli,  Volk  289,  558.

Burngabelle,  Ort  556.

Missionsstation

Debundja,  Plantage  777.
Dibamba,  Landschaft  439.
Dibombari,  Landschaft  364.
Djilimbolla,  Ort  159.
Dogohene,  Volk  444.
Donga,  Fluß  560.

Duala,  Volksstamm  254,  776.

Edea  (—  Idiä)  Station  46,  106,
248,  249,  252,  255,  444,  502,
560,.  646.

Eköhe,  Fluß  249.

Ekundufiä,  Ort  445.

Elama,  Volk  290.

Elefantensee  373.

Engelberg,  Missionsstation  106,  453,
502,  646

Epassi,  Ort  288.

Esumbalumu,  Ort  291.

Etabomba-Etavi,  Ort  557.

 

XXIII

Fama,  Fluß  557.
Folitoo,  Ort  291.
Fullu,  Fluß  557.

Ihnda,  Ort  251.

Johann  Albrechtshöhe,
13.

l

I

Herbertsfälle  46,  445.
1

Station

Junershöhe,  Missionsstation  560.

Kamerun,  Ort  46,  50,  252,  373,  558,
21.

Kamerunfluß  219,  254,  781.

Kamerungebirge  254,  776,  778.

Kribi,  Bezirksamt  50,  106,  160,  187,
288,  289,  445,  502,  556,  558,  559,
646,  721.

Kriegsschiffhafen,  Plantage  776,

777.

Kule,  Ort  558.

Kupeberg  255.

Kwakwa,  Fluß  16.

Lobethal,  Missionsstation  254,  255,
560.

Logotum,  Ort  250.

Lokebaselük,  Orl  444.

Lolodorf  (Mlole),  Station  70,  159,
160,  288,  556,  558,  559.

Lom,  Fluß  250.

Lungasi,  Fluß  660.

Mabeaman,  Ort  288.
Mabombe,  Fluß  560.
Malla,  Ort  251,  252.
Malimba,  Ort  46,  50.
Mamband,  Gebirgszug  251.
Mandeng,  Ort  445.
Mangala,  Ort  248,  250
Mangalle,  Landschaft  444.
Mangamba,  Landschaft  46.
Mangamba,  Ort  254,  255,  560.
Mangane,  Ort  248.
Mango,  Ort  557.
Marienberg,  Missionsstation
106,  445,  502.  646.
Matol,  Ort  248.
Mbam,  Fluß  46.
Meme,  Fluß  781.
Menjada,  Volk  557.
Mowomela,  Ort  557.
Mpim,  Ort  249,  250,

50.

251,  252,

Rodogripenda,
Rdogundjubh,  Ort  444.

Nijembé,

 

444,  445.
Mpundu,  Ort  373.
Muhengé,  Ort  445.
Mulimba,  Volksstamm  254.
Mundame,  Ort  373.

Mungo,  Fluß  373,  560.

Namajede,  Ort  556.

Rdogobuea,  Volk  252.
ARodogodje,  Volksstamm  46.

Ndogolinde,  Landschaft  252.
Ndogundjuä,  Volksstamm  251.
Ort  560.

Ndokama,  Landschaft  439.
Ndokotunda,  Ort  46.
RNdungebirge  249,  250.
Ngenne,  Ort  289.
Ngodi-Berge  251.

„  Njambeadorf  250.

Ort  445.

Nkelle,  Fluß  444.

Nkosiland  255,  560.

Nkum,  Ort  560.

Ntoni,  Ort  373,  411,  556.

Nyasoso,  Ort  255,  560.

Nyong,  Fluß  159,  252,  289,  290,
373,  444,  556,  558.

Pungo  Sungo,  Ort  50.
Rio  del  Rey,  Fluß  781.

Sakebayeme,  Ort  248,  249,  250,
444,  445

Sanaga,  Fluß  46,  50,  106,  248,
249,  250,  251,  252,  253,  254,  255,
411,  444,  445,  557,  558,  560.

Soden-See  373.

Songh'ol,  Ort  251,  252.

Szi,  Ort  251.

Tinati,  Ort  557.
Tokobwanu,  Ort  50.
Tokodorf,  Ort  50.
Tunga,  Ort  288.

Umbudu,  Ort  291.

Victoria,  Ort  254,  373,  560,  587,
713,  721,  775,  778,  779,  780,  781.

Vogebela,  Volk  373.

Vogefas,  Volk  373,  411.

Voghe  Velinghe,  Volksstamm  159,

Voghe-Bellas,  Volk  556.

Voghe  Betschi,  Volk  289,  291,  373,
411,  556.  ·  «

Voghe-Fas,  Volk  556.

Wuri,  Fluß  254.

Danye,  Ort  50.

Yaande,  Ort  50,  70,  159,  160,  187,
250,  288,  289,  291,  373,  411,  556,
557,  558,  559.

DYell,  Fluß  252.
        <pb n="24" />
        Togo.

Abuadi,  Ort.  Beil.  zu  Nr.  16  S.  3.

Abutia,  Ort.  Beil.  zu  Nr.  16  S.  3.

Adeli,  Landschaft  379,  560,  782,  784.

Adjido,  Ort  13,  15,  254,  415,  502,
Beil.  zu  Nr.  16  S.  6.

Adjovikophe  254,  Beil.  zu  Nr.  16
S.  6

Agbedrafo,  Missionsstation
Beil.  zu  Nr.  16  S.  3.

Agöôöme,  Landschaft  485.

Agômegebirge  486,  488,  740.

254,

Agöme-Palime,  Ort  485,  486,
487.  488,  740.

Agu,  Berg  675,  740.

Aguewé,

Ort  254,  502,  Beil.  zu
Nr.  16  S.  6.

Agulu,  Ort  783.

Agyvädi,  Ort  610.

Aka,  Ort  381.

Akamelim,  Ort  610.

Akandim,  Ort  611.

Akebu,  Landschaft  317,  360.

Akeppe,  Ort  254,  502,  Beil.  zu
Nr.  16  S.  6.

Akosidente,  Ort  610.

Akovierhe,  Ort,  Beil.  zu  Nr.  16
S.  3.

Akposo,  Landschaft  130,  380,  381.
Amedjovhe  (—  Amedjowe),  Missionsstation

  220,  538,  645,  743,  Beil.

zu  Nr.  16  S.  3.
Amu,  Fluß  380.
Amfoe,  Ort,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  3.
Amnutive,  Ort  254,  502,  675,  739,
Beil.  zu  Nr.  16  S.  6.
Aneho,  Ort,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  6.
Annefluß  379.
Anyangs4,  Ort  379.
Apaso,  Ort  381.
Asato,  Ort  381.
Assahun,  Ort  740.
Atakpame,  Ort  130,  380,  739.
Ateobu,  Ort  610.
Atonko,  Ort  381.
Awasi  Dori  (Dore),  Ort  610.
Ayamb,  Ort  610.

Bagidé,  Ort  254,  502,  738,  739,
Beil.  zu  Nr.  16  S.  6.

Be,  Ort  739.

Bedere,  Volk  318,  379.

Bedu,  Ort  317.

Betwuati,  Landschaft  318,  379.

Bevi,  Ort  254,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  6.

Beyika,  Dorf  380,  381.

Bismarckburg,  Station  130,  318,
560,  782.

 

 

XXIV

Blitta,  Ort  379.

Bobm,  Landschaft  559,  782.
Bona,  Ort  610.

Bonduku,  Ort  610.
Borada,  Ort  381.

Borgu,  Ort  784.

Bowiri,  Volk  381.
Brambu,  Stromschnelle  610.
Buäm,  Ort  316.

Dadaura,  Ort  783.
Dagomba,  Landschaft  610.
Dai,  Landschaft  380.
Dakäá,  Fluß  610.

Degbenu,  Ort  254,  502,  Beil.  zu
S.  6.

Nr.  16  S.
Dikpelen,  Ort  318.
Dofoli,  Ort  379.
Dutukpenne,  Ort  411.

Ehe,  Ort  740.
Ephe,  Volk  740.

Fasuga,  Ort  411,  782,  783,  784.
Frangoispaß  740.

Gambaga,  Ort  610.

Gbeschi,  Landschaft  380.

Gbin,  Ort  485,  740.

Gbinfluß  740.

Gridji,  Missionsstation,
Nr.  16  S.  3.

Guaman,  Ort  381,  559,  Beil.  zu
Nr.  16  S.  3.

Beil.  zu

Gum  Koffto  Ort  254,  738,  Beil.  zu-S.
  6.

Nr.  1
GOyweiahen  akura,  Ort  381.
Gyeasekan  kese,  Beil.  zu  Nr.  16
S.  3.
Ho,  Missionsstation  220,  588,  645,
743,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  3
Hodunu,  Ort  485.
Ho-Gando,  Ort  610.

Kagyabi,  Ort  316.

Katambara,  Ort  783.

Katsenke,  Ort  318.

Kayanssoá,  Ort  610,  611.

Kebu,  Ort  130.

Keppe,  Ort  739.

Kesibo,  Ort  317.

Keta,  Ort,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  3.

Kete-Kratschi,  Ort  130,  220,  373,
411,  538,  610,  611,  675,  782.

Kewe-Ga,  Ort  486,  739.

Kintampo,  Ort  610.

Kirikiri,  Ort  411.

 

Kratschi  (=Klein-Popo,

  Ort  13,  130,  220,  254,
292,  373,  415,  502,  538,  559,  646,
721,  722,  738,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  3,

Klona,  Ort  486,  740,  741.

Kokote,  Ort  380

Kossuntu,  Ort  740.

Kpäándé,  Ort  484,  488,  489,  560,
Beil.  zu  Nr.  16  S.  3.

Kpele,  Ort  130.

Kpeme,  Plantage  738.

Kpengoe,  Ort,  Beil.  zu  Nr.  16.  S.  3.

Krabe,  Ort  317.

Kratyc")  560,  610.

Kröbo,  Ort  610.

 

Kron,  Landschaft  610.
Kuma,  Ort  291,  486.

Leklebi,  Ort,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  3.

Loasse,  Stromschnelle  610.

Lolobi,  Landschaft  380.

Lome,  Ort  15,  130,  220,  380,  484,
485,  502,  612,  645,  675,  722,  738,
739,  743,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  3,  6.

Mangu,  Ort  610.

Matse,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  3.

Menu,  Fluß  317.

Misahöhe,  Station  130,  220,  291,
484,  485,  486,  487,  488,  675,  738,
739,  740.

Mono,  Fluß  380,  740.

Neu-Dentemanso,  Ort  611.

Nkonya,  Ort  316,  560.

Agung  Kope,  Ort  602.

Noêppe,  Ort  739.

Nischumuru,  Ort  560,  Beil.  zu  Nr.  16
S.  3.

Nyanybo-Agu,  Ort,  Beil.  zu  Nr.  16
S.  3.

Odomi,  Ort  381.
Ogyene,  Bach  317.
Okpate,  Ort  379.

Padyai-Kasse,  Ort  610.

Palime,  Ort

Paratau,  Ort  411.  783.

Pessi,  Landschaft  130.

Pong,  Ort  610.

Porto-Seguro,  Ort  15,  130,  220,
254,  415,  502,  646,  738,  Beil.  zu
Nr.  16  S.  3.

Salaga,  Ort  610.
Sandrokofi,  Ort  381.
Sansanne  Mangu,  Ort  538.
Sariasso,  Ort  610.
        <pb n="25" />
        Sebbe,  Ort  13,  130,  220,  292,
487,  502,  721.

Siare,  Ort  318.

Sokodé  (Sokoto),  Ort  610.

Sugu,  Ort  411,  610,  784.

Talabo,  Weiler  318.

Teteman,  Ort  380,  381.

Togo,  Ort  15,  130,  220,  —  415,
502,  Beil.  zu  Nr.  16  S.

Togo-See  130.

Towe  (Agidä  Koffi)  739,  740,  Beil.
zu  Nr.  16  S.  3.

Tshamba,  Ort  783.

Tschautyo  (=  Tschautscho),  Landschaft
  130,  411,  610,  782,  784.

Vakpo,  Ort,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  3.
Vho,  Ort  380.
Volta,  Fluß  316,  559,  610,  740.

Wangara,  Ort  411.

Waya,  Ort,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  3.

Wodje,  Ort,  Beil.  zu  Nr.  16.  S.  3.

Worawora,  Ort  220,  316,  379,  381,
Beil.  zu  Nr.  16  S.  3.

Desge

Yendi,  t  538,  610.
Yo,  Ort  740.

Yripe,  Landschaft  380.
Juvokoyi,  Ort  739.

Südwestafrika.

Aais,  Ort  191,  377,  645.
Achas,  Ort  191.
Ahniwood,  Ort  222.
Alourisfontein  190.
Areb,  Orl  105.
Ariam,  Ort  190.
Arknas,  Ort  190.
Arrus,  Ort  190.
Auros,  Ort  190.
Aus,  Ort  447,  448.
Aussenkjer  190.
Avaras,  Ort  190.
Avis,  Ort  191.

Bak-Fluß  190.

Barmen,  Groß-,  Ort  191,  377.

Barmen,  Klein-,  Ort  191.

Baumspries,  Ort  190.

Berg-Damara,  Volksstamm  13,  222,
292,  378,  447,  455,  587,  643.

Ber  saba,  Ort  160,  190,  464,  Beil.
zu  Nr.  16  S.  4.

Bethanien,  Ort  160,  190,  378,  454,  «

Beil.  zu  Nr.  16  S.  4
Blumputs,  Ort  190.

 

XXV

–  –

Blydeverwacht,  Ort  105,  190.
Vondelzwarts,  Volksstamm  454.
Vrakputs,  Ort  190.  -
Brakwater,  Ort  191.
Bullsport,  Ort  105.

Croß,  Kap  191,  496,  611.

Dakeib-Springputs,  Ort  190.
Davigab,  Ort  190.
Doornfontein,  Ort  191.
Dorstrevier,  Ort  191.
Dreihoek,  Ort  190.

Ekuya,  Ort  490.
Epikuro,  Ort,  Beil.  zu  Nr.  14  S.  4.

Ort  190.
Ort  190.
Ort  190.
Ort  190.
Ort  191,  293,
Beil.  zu  Nr.  16  S.  3.

  
 
 

455

Gazellenpfanne,  Ort  446.
Geis,  Ort  190.
Gemsbocklaagte,  Ort  191.
Ghaub,  Ort  13,  292,  455.
Gibeon,  Ort  104,  105,  160,
190,  197,  378,  454,  642,
722,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  3.
Gobabis,  Ort  71,  191,  253,  315,
373,  374,  376,  377,  446,  448,
491,  642,  643,  645,  Beil.  zu  Nr.,  14
S.  1,  *  4,  5.
Gokhas,  Ort  105,  160,  190,  378,
5s  490,  644,  Veil.  zu  Nr.  16

188,
644,

 

ors  Wmoo%,  Ort  190.

Grootfontein,  Ort  13,  14,  105,
190,  191,  292,  642.

Guduabrivier,  Ort  190.

Gurus,  Ort  190,  446.

Haigamkhab,  Ort  191.

Hairakhabis,  Ort  190.

Hasur,  Ort  105,  190.

Halsamas,  Ort  377.

Haugas,  Ort  105.

Herero,  Volksstamm  13,  14,  71,  163,
292,  374,  376,  377,  447,  454,
491,  492,  587,  642,  643,  Beil.  zu
Nr.  14  S.  1,  2,  3,  5.

Hereroland  13,  223,  292,  293,  377,
378,  454,  491.

Hoakhanas,  Ort  105,  191,  378,
454,  490,  642,  Beil.  zu  Nr.  14
S.  2,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  3.

Hoakhanas-Hottentotten,  Volksstamm
  642,  644.  ]

Hoornkrans  105.  1.

 

Hottentot-Vai  105.
Huduab,  Ort  190.
Hunnemaidjes,  Ort  190.

Jerusalem,  Ort  105,  190.
Ikanus,  Ort  190

Kais,  Ort  105.

Kalkfontein,  Ort  191.

Kameelbaum,  Ort  190.

Kanikontis,  Ort  495.

Kanus,  Ort  190.

Kaoko,  Landschaft  14,  192,  491.

Karris,  Wasserstelle  105.

Kankurus,  Ort  373,  377.

Keetmanshoop,  Ort  105,  160,  189,
100,  192,  378,  454,  642,  645,  722
Beil.  zu  Nr.  16  S.  4.

KReis,  Ort  190.

Khabus,  Ort  190.

Khauas-Hottentotten,  Volksstamm
253,  374,  377,  411,  446,  447,
490,  493,  Beil.  zu  Nr.  14  S.  3,  4.

Khoes,  Ort  105,  190,  454,  Beil.  zu
Nr.  16  S.  4.

Khoyas,  Ort  190.

Kiriis,  Ort  190.

Klein-Mies,  Ort  190.

Klipdam,  Ort  190.

Kowas,  Ort  377.

Kraifontein,  Ort  191.

Kubub,  wandwirhschftiche  Etation
190,  Beil.  zu  Nr.  14  S

Kuijis,  Ort  446.

Kuisib,  Fluß  496.

Kuyas,  Ort  190.

Lemondoorn,  Ort  190.
Lievdvod,  Ort  190.
Lionriver,  Ort  190.
Loogkolk,  Ort  190.
Lüderitzbucht  190,  722.

Nama,  Volksstamm  163,  378.

Namakwaland  (Namaland)
292,  293,  453.

Namieb-Wüste  495.

Nanzig,  Ort  190.

Naukluft,  Gebirge  105.

Nonadas,  Ort  495.

Nonkis,  Ort  190.

Noup,  Ort  190.

Nubis,  Ort  190.

Oas,  Ort  446.

Okaep,  Ort  191.

Okahandya,  Ort  191,  196,  223,
377,  455,  490,  491,  642,  645,  722,
Beil.  zu  Nr.  14  S.  3,  5,  Beil.  zu
Nr.  16  S.  3.

"

104,
        <pb n="26" />
        Okatumba,  Ort,  Beil.  zu  Nr.  16
S.  3.

Okhas,  Ort  191.

Okombahe,  Ort  14,  191,  292,  378,
643,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  3.

Olifantskloof,  Ort  71,  191,  377,
446,  643.

Olukonda,  Ort  191.

Omandonga,  Ort  192.

Omaruru,  Ort  14,  160,  191,  223,
378,  455,  491,  642,  643,  645,
722,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  3.

Omburo,  Ort  191,  223,  458,  Beil.
zu  Nr.  16  S.  3.

Omulonga,  Ort  192.

Omupanda,  Ort  192,  378,  455,
Beil.  zu  Nr.  16  S.  4.

Ondangua,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  4.

Ondjiva,  Ort  455,  538,  Beil.  zu
Nr.  16  S.  4

Ondonga,  Ort  192.

Ongeama,  Ort  191.

Oniha,  Ort  292,  378,  VBeil.  zu
Nr.  16  S.  3.

Onipa,  Ort  192,  Beil.  zu  Nr.  16
Onknambi,  Ort  192.

Ontyo,  Ort  191.

Oranjefluß  105.

Osona,  Ort,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  3.

Otavi,  Ort  14,  292,  455.

Otvihavera,  Ort  191.

Otviheinena,  Ort  191,  223,  374,
490,  Beil.  zu  Nr.  14  S.  4,  Beil.
zu  Nr.  16  S.  3.

Otvikango  (—  Barmen),  Ort,  Beil.
zu  Nr.  16  S.  3.

Otvikoto,  Ort  292.

Otyimbingwe,  Ort  13,  14,  160,
165,  189,  191,  192,  196,  222,  293,
377,  378,  454,  455,  491,  611,  642.
722,  Beil.  zu  Nr.  16.  S.  3.

Otviseva,  Ort,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  3.

Otvombinde,  Ort,  Beil.  zu  Nr.  14
S.  5,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  3.

Otvombuima  (Tsumamas),  Ort  292,
455,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  3.

Otyomokanti,  Ort,  Beil.  zu  Nr.  14
S.  4.

Otyosasu,
Nr.  16  S.  3.

Otyosembona,  Ort,  Beil.  zu  Nr.  16
S.  3.

Ort  191,  223,  Beil.  zu

Otyosonyupa  (Waterberg)  223,  292

 

455,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  3.
Otyunda,  Ort,  490,  491,  492,  4

494,  643,  Beil.  zu  Nr.  14  S.  1,  4.
Outjo,  Ort  14.

XXVI

Ovambantyeru,  Volksstamm  493.

Ovambo,  Landvschaft  192,  292,  454,
538,  586.

Oviombo,  Ort,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  3.

Owinki,  Wasserstelle,  Beil.  zu  Nr.  14

"„

Pot,  Wasierstelle  191.
Puts,  Ort  190.

Quaipüts,  Wasserstelle  46.

Rehoboth,  Ort  105,  191,  197,  642,
Beil.  zu  Nr.  16  S.  3.

Rietfontein,  Ort  105,  454,  586,
Beil.  zu  Nr.  14  S.  3,  5,  Beil.  zu
Nr.  16  S.  4.

Nockbai  496.

Rooiberg,  Ort  190.

Rooigrawwater,  Ort  446.

Salem,  Orl  191.

Sandfontein,  Ort  495.

Sandwich-Hafen  496.

Schafsfluß  191.

Schanzkolk,  Ort  190.

Scheppmannsdorf,  Ort,
Nr.  16  S.  3.

Seeis,  Ort  191.

Seßriem,  Ort  105.

Siegfeld,  Ort  447.

Smitsputs,  Ort  190.

Sneyrevier,  Ort  46.

Spitzkopies,  Ort  191.

Stampried,  Ort  190,  446.

Stangkop,  Ort  190.

Stolzenfels,  Ort  105,  190.

Struysvogelfontein,  Ort  192.

Sturmfeld,  Ort,  Beil.  zu  Nr.  14
492,  493,  643,  S.  5.

Swakop  (—=  Tsoakhaub),  Fluß  105,
165,  191,  196,  222,  495,  496,
497,  611.

Swakopmund,  Ort  377,  495,  722.

Swartputs,  Ort  190.

Swartfontein,  Ort  105.

Tietjo,  Ort,  Beil.  zu  Nr.  14  S.  2,  4.
Tjurundju,  Wasserstelle  373.
Toopnaars,  Volksstamm  14.
Tsaobis  (Wilhelmsfeste),  Ort  191.
Tsumanus,  Ort  378.

Tsumel,  Ort  192.

Ubib,  Ort  191.

Udabis,  Ort  191.

Uhabis,  Ort  191.

Ukamas,  Ort  191.

Ulukonda,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  4.
Ururas,  Ort  191.

Usakos,  Wasserstelle  191.

Beil.  zu

Bismarck-Archipel  46,  48,

 

Vaalgras,  Ort  191.
Vellhom,  Ort  105.
Veloor,  Ort  190.
Veloordrift,  Ort  191.

Walfischbai,  Ort  165,  196,  222,
495,  496,  611,  Beil.  zu  Nr.  16
S.  3.

Wamas,  Ort  105.

Warmbad,  Ort  105,  165,  191,  454,
722,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  4.

Warmbakkis,  Ort  191.

Waterberg  (Otyosonyupa),  Ort  191,
377.

Windhoek,  Ort  14,  71,  104,  105,
130,  131,  160,  165,  189,  191,  192,
196.  222,  292,  293,  377,  378,  415,
455,  491,492,  587,  645.  722,  Beil.
zu  Nr.  14  S.  3,

Windhoek,  Groß-,  Ort  188,  191,
Beil.  zu  Nr.  16  S.  4.

Windhoek,  Klein-,  Ort  191,  Beil.  zu
Nr.  16  S.  4.

Zaris,  Ort  105.
Zwartbooi-Hottentotten,
stamm  14,  293.

Volks-Neu-Guinea.



Admiralitäts-Inseln  500.
Anachoreten-Inseln  162.
Arthur-Gordon-Bergkette  586.
Astrolabe-Bai  17,  647.

Bayernbucht  414,  448,  449.

Below,  Vulkan  17.

Berlinhafen,  Ort  162.

379,
412,  413,  647,  713.

Bismarck-Gebirge  586,  713.

Bogadjim,  Missionsstation  162,  585,
646,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  4.

Bogatu,  Landschaft,  Beil.  zu  Nr.  16
S.  4.

Bongu,  Orl  162,  647.

Bougainville,  Insel  46,  411,  448

Bougainville-Berg  714.

Bubui,  Fluß  17,  413.

Bugola,  Missionsstation  412.

Buka,  Insel  162,  411,  448.

Bumi,  Fluß  413.

Bupa,  Missionsstation,  Beil.  zu  Nr.  16
S.  4.

Busim,  Gebirge  17.

Choiseul-Inseln  412.
Constantin-Hafen  162.
Crown-Insel  413.
        <pb n="27" />
        Dampier-Insel  15,  379,  647.

Doveli,  Missionsstation,  Beil.  zu
Nr.  16  S.  4.

Duportail-Insel  412.

Erima,  Plantage  162,  415,  585.
Estreliabucht  412.

Faisi,  Handelsstation  412.
Fajomanna,  Berggipfel  585.
du  Faure,  Insel  413.
Fead-Inseln  162.
Finisterre-Gebirge  413.
Finschhafen,  Ort  413,  646.
Franziskafluß  414,  448,  449.
Freuch-Insel  162,  412.
Friedrich-Wilhelm-Hafen  162,
411,  412,  413,  415,  448,  451,  453,
499,  647,  713,  714,  722.

Gazelle-Halbinsel  412,  713.
Gicquel,  Insel  413.
Gogol-Fluß  586.

Gsgoli  (Nüru),  Fluß  585.
Gori,  Fluß  585.

Hannam-Insel  413.
Herbertshöhe  Ort  163,223,  713,722.
Humboldtbai  714.

Hunstein,  Vulkan  17.

Huon-Golf  17,  586,  646.

JIkove,  Fluß  413,  500.

 

Kabagada,  Missionsstation,  Beil.
zu  Nr.  16  S.  4

Kai,  Volksstamm  646.

Kaiser-Gebirge  47.

Kaiser-Wilhelms-Land  17,  163,
500,  715,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  4.

Kinigunan,  Missionsstation  50,  132,
163,  503,  Beil.  zu  Nr.  16

Kockatoo,  Insel  412.

Kolona,  Missionsstation,
Nr.  16  S.  4

Komfort,  Kap  411.

Kulobob,  Ort  647.

Lambert,  Kap  412.
Langemaak-Bucht  413.
Lauü,  Hafenort  46.

Lord  Howe-Inseln  162.

Macklayküste  647.

Malagunan,  Ort  50,  132,  163,  508,
Beil.  zu  Nr.  16  S.  6.

Manningstraße  (Meerenge)  412.

Matty-Insel  714.

Matupi,  Insel  412,  500,  722.

Beil.  zu

 

 

XXVII

Mavealu,  Missionsstation,  Beil.  zu
Nr.  16  S.  4

Merite,  Insel  413.

Motu-Motu,  Ort  414,  452.

Neu--Hannover,  Ort  162.

Neu-Lauenburg,  Land  162,  647.

Neu-Mecklenburg,  Landschaft  17,
162,  448,  647.

Neu-Pommern,  Land  50,  163,  412,
413,  448,  500,  503,  647,  743.

Nissan-Insel  162.

Nowulija,  Fluß  685.

Nüru  siehe  Gögoli.

Oertzen-Gebirge  415,  585,  586.

Pahn,  Missionsstation,  Beil.
Nr.  16  S.  4.
Pirihadi,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  4.
Port-Hunter,  Ort,  Beil.  zu  Nr.  16
S.  4.
Praslinhafen  412.
Prieto,  Kap  412.

zu

 

„  Ailinglaplap,

·
Raluana,  Missionsstation,  Beil.  zu

Nr.  16  S.  4
Ralum,  Ort  743.
Nawlison-Bergkette  17.
Refuge-Insel  412.
Reisapa,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  4.
Rook,  Insel  17.
Roul,  Insel  413.

Salomons-Inseln.  411,  499,  647.

Sattelberg  17,  162,  193,  646,  Beil.
zu  Nr.  16  S.  4.

Sechsstroh-Fluß  714.

Sepi,  Missionsstation,  Beil.  zu  Nr.  16
S.  4

Shortland-Inseln  162,  412.
Siar,  Insel  162,  647,  Beil.  zu  Nr.  16
S.  4.

Simbang,  Missionsstation  162,  193,
413,  646,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  4.

Ssigünu  Wödsa,  Ort  586.

Ssigöun  Jünu,  Berg  586.

Soilly-Inseln  412.

Stephansort,  Plantage  162,  415,
449,  585,  586,  647,  722,  Beil.  zu
Nr.  16  S.  4.

St.  Georgskanal  412.

Suor  Mana,  Berg  586.

Takambus,  Missionsstation  503,
Beil.  zu  Nr.  16  S.  4

Takubar,  Missionsstation  50,  163.
503,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  6.

Tami-Insel  17,  162,  646.

 

Tausendschiffsbai  412.
Tikenavuddo,  Ort  50.
Tinputs,  Ort  46,  47.

Vahorig=  Misstonsstation,  Beil.  zu
16  S.

Va  rWd  5.40,

Villa  Maria,  Missionsstation  50,
163,  .

Vlavolo,  Ort  50,  132,  163,  223,
503,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  6.
Vulavu,  Missionsstation,  Beil.

Nr.  16  S.  4.

Wai,  Ort  585.
Willeaumez-Halbinsel  412,  413.

Mabel,  Insel  412,  Beil.  zu  Nr.  16
S.  4.

zu

Marshall-Inseln.

Insel,  Beil.  zu

Nr.  16  S.  4,  675
Arno,  Atoll,  675,  Beil.  zu  Nr.  16
S.  4.
Aur,  Insel,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  4.

Bikar,  Insel  161.
Brown-Insel  161.

Ebon,  Insel,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  4.
Gaspar  Rico,  Insel  161.

Jaluit,  Insel  161,  162,  253,  675,
722,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  4.

Kussaie,  Insel  161,  162,  648.
Kwadjelin,  Insel,  Beil.  zu  Nr.  16
S.  4.

Lae,  Insel,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  4.

Madjuru,  Insel,  Beil.  zu  Nr.  16

Malwoulap,  Insel,  Beil.  zu  Nr.  16
S.  4.

Medjit,  Insel  161,  Beil.  zu  Nr.  16
S.  4,

Mille,  Insel,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  4.

Namo,  Insel,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  4.

Namorik,  Insel,  Beil.  zu  Nr.  16
S.  4.

Udiae,  Insel,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  4.
Udielang,  Insel  161.
        <pb n="28" />
        A.

Abdel  Cher  Achmed  281.

Abraham,  F.  164.

Acker  220,  316,  500,  Veil.  zu  Nr.  16
S.  5.

Adams  415.

Afzelius  744.

Ahrens  152.

Aimer  41,  97,  157,  217,  281,  405,
579,  637,  703,  767.

Akeby  749.

Albath  378,  454,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  3.
Albinus  38,  94,  154,  214,  282,  404,
480,  578,  636,  700,  702,  766.
Albrecht  Beil.  zu  Nr.  14  S.  1,  620.

Aleithe  Beil.  zu  Nr.  14  S.  1.

Alschaefski  315.

Altemöller  254,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  6.

van  Alten  Beil.  zu  Nr.  14  S.  1.

Althaus  15,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  2.

v.  Altrock  313.

Amrhein  106.

Andres  127.

Anger,  Missionar  782.

Anselmann  254,  Beil.  zu  Nr.  16  S.6.

Apelt  39,  95,  155,  215,  281,  405,
481,  579,  635,  701,  765.

Arenberg,  Prinz  676.

Arandt  254,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  6.

Arning  38,  94,  154,  214,  282,  404,
408,  440,  482,  580.

Ashley  750.

Atlay  14.

August  131.

Auler  179.

Austmann  636,  702,  766.

Autenrieth  Beil.  zu  Nr.  16  S.  2,
560,  561

B.

Babe  Beil.  zu  Nr.  16  S.  3.

Bach  42,  96.

Bachmann  222,  538,  Beil.  zu  Nr.  16
S.  1.

Baethck  587.

Bamber  421.

 

Mamen-Derzeichniß.

Bamler  Beil.  zu  Nr.  16  S.  4.
Bandascharo  281.

Banken  453,  502,  646.
Bannach  253,  376.
Banthien  179.

Varkemeyer  15,  221,  379,  647.
Barth  75.

Bartholomew  392.

Bartsch  70,  159,  160,  289,  291,  408.
Bartscher  42,  96,  154,  214,  280,
404,  480,  578,  634,  700,  766.
Basedow  Beil.  zu  Nr.  16  S.  2.

Bastian  153.
Baswitz  74.

Bauer  38,  68,  94,  154,  214,  280,
404,  480,  578,  634,  700,  764.
Baumann,  Oscar,  Dr.  423,  542,  640,

772.

Baumann,  Ernst,  Botaniker  488,  653.
Baumann,  Kaufmann  Beil.  zu  Nr.  14
S.  1.

Baur  500,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  5.

Baxter  Beil.  zu  Nr.  16  S.  2.

v.  Beaufort  743.

Beck  Beil.  zu  Nr.  16  S.  3.

Becker,  Dr.,  Stabsarzt  38,  94,  127,
154,  214,  219,  280,  404,  480,  578,
634,  700,  764.

Becker,  Missionar  587.

Becker,  Gefreiter  736.

Becker,  Missionar  15,  106,  315,  Beil.
zu  Nr.  16  S.  1.

Benkewitz  38,  94,  154,  214,  284,
406,  482,  580,  634,  700,  764.

v.  Bennigsen  127,  128,  442,  710,

Vensen  313.

Venz  38,  43,  95,  98,  99,  157,  219,
285,  407,  483,  581.

v.  Bercken  40,  96,  156,  184,  218,
284,  406,  440,  482,  554,  580,  609.

638.

Berg,  Bezirksamtmann  89,  218,  281,
403.

Berg,  Dr.,  Assistenzarzt  38,  96,  126,

216,  282,  406,  440,  482,  580,  636,
700,  702,  766

 

Bergmann  152,  Beil.  zu  Nr.  16,  S.  4.

v.  Beringe,  9,  38,  94,  99,  154,  214,
280,  284,  404,  480,  578,  610,  634,
700,  764.

Berndt  164,  314,  372.

Bernhardt  6.

Bernsmann,  Kaufmann  180.

Bernsmann,  Missionar  223,  455,
Beil.  zu  Nr.  16  S.  3.

v.  Besser  250,  444,  736.

Bethe,  Premierlieutenant  701.

Bethusy-Huc,  Graf  313.

Betz  314,  609.

Beverley  Beil.  zu  Nr.  16  S.  2.

Bianchi,  G.  461.

Viendora  381.

Biernatzky  218.

van  d.  Biesen  49.

Billington  72.

Binternagel  152.

Bittner  40,  96,  156,  216,  282,  406,
482,  580,  638,  704,  768.

Bizer  Beil.  zu  No.  16  S.  2,  561.

Blanchard  163.

Blank  127.

Bley  132.

Blöncker  184.

Bloß  42,  96.

Bludau  128,  280,  404,  480,  578,  634.
700,  701,  764.

Bock  127,  736.

Borchert  736.

Bockmann  288.

v.  Bodecker  313,  736.

Boecking  76.

Boedecker  &amp;amp;  Meyer  488,  489.

Boehler  706.

Böhm,  Afrikareisender  684.

Böhm,  Missionar  Beil.  zu  Nr.  16  S.3.

Böhmer  38,  94,  99,  154,  184,  218,
284,  406,  440,  482.

Bösch  221.

Bohner  479,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  2.

Bockermann  192,  315.

Boluminsky  152.

v.  Bonin  313.

Vorchert  453.
        <pb n="29" />
        Borchmann,  Regierungsbaumeister

Borchmann,  Thierarzt  367.

Bormann  2e2.

v.  BVornhardt  98,  423,  672.

Bousson  462.

Boyd  Beil.  zu  Nr.  16  S.  2.

Bradhering  706.

Brard  186.

v.  Brauchitsch  46,  184,  247,  248,
444,  446,  765.

Braun,  Generalsuperintendent  587.

BVraun,  Lientenant  636,  700,  702,
766.

Braunbeck  98.

Braß  736.

Breintner  Beil.  zu  Nr.  16  S.  6.

Brent  Beil.  zu  Nr.  16  S.  2.

Bresler  706,  736.

Brettschneider  127.

Briggs  Beil.  zu  Nr.  16  S.  2.

Brockway  Beil.  zu  Nr.  16  S.  2.

Bronsart  v.  Schellendorff  537,,
787.  D

Brosig  183,  404,  480,  578,  636,
700,  702,  766.

Brown  Beil.  zu  Nr.  16  S.  4.

Brückner,  Maschinenschlosser  314.

Brückner,  Lazarethgehülfe  98.

Brückner,  Schlosser  153.

Vruniatti  750.

Bryce  750.

Bryden,  H.  A.  392.

Buchanan  786.

Buchner,  Missionar  Beil.  zu  Nr.  16
S.  1.

Buchner,  Unteroffizier  702,  766.

Buchwald,  Dr.  6,  13,  592.

Buck  751.

Budik  743.

Büchner  636.

Bücking  254,  538,  Beil.  zu  Nr.  16
S.  6.

v.  Bülow,  Freiin  Frida  20.

v.  Bülow,  F.  J.  (Südwestafrika)  594,
788

Burge  645,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  3.

Büttner,  Dr.  653.

Bullerdiek  41.

Vunk  456,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  1.

v.  Bunsen  184.

Burgers  Beil.  zu  Nr.  14  S.  1.

v.  Burgsdorf  104,  183,  281,  492,
493,  495,  735,  Beil.  zu  Nr.  14  S.  1.

v.  Buri  638,  93,  153,  554.

Burns  Philps  4&amp;amp;  Co.  542.

Burton,  N.  F.  423,  684.

Busch  447.

Busse,  M.  423,  479.

 

x.  Cadalso  461.
Capelle  151.
Capus  16,  49,  423.

Chambers,  Missionar  (Aeu-Guinea),

XXIX

C.
Cabanellas,  V.  564.

v.  Carnap-Quernheimb,  Premierlieutenant
  (Kamerun)  670.

v.  Carnap-Quernheimb,  Premierlieutenant
  (Togo)  485,  488,  538.

Carnon  Beil.  zu  Nr.  16  S.  2.

Casati  111.

Cassian  107.

Cave  591,  710.

Chambers,  Missionar
Beil.  zu  Nr.  16  S.  2.

(Ostafrika)

Beil.  zu  Nr.  16  S.  4.

de  Chambrun  685.

Chapuis  561,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  2.

Charisius  38,  42,  94,  98,  154,  214,
280,  404,  408,  482,  580,  638,  700,
701,  704,  768.

Chitengi  Beil.  zu  Nr.  16  S.  2.

Choms  153,  484.

Christ  564.

Christaller,  Missionar  14,  76,  138,
153,  314,  479.

Christaller,  Oberlehrer  554.

Christie  &amp;amp;  Co.  421.

Clausz  131.

Clerk  Beil.  zu  Nr.  16  S.  3.

Cleve  503,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  1.
Coerper  711.

Cole  Beil.  zu  Nr.  16  S.  2.
Colsey  Beil.  zu  Nr.  16  S.  2.
Combes  751.

Connor  296.

Conradt  446.

Cons,  H.  229.

Coode  Sons  &amp;amp;  Mathews  504.
de  Coque  746.

Cossé  Beil.  zu  Nr.  14  S.  1.
Couppé  48,  132,  163,  587.
Creutz  Beil.  zu  Nr.  14  S.  1.
Crump  Beil.  zu  Nr.  16  S.  4.
Czaplas  736.

Czicelski  493.

D.
Daeßler  736.
Dafert,  F.  W.  654.
Dahl  110,  184,  408,  653,  743.
de  Dalmau.de  Olivart  750.
Damasus  131.
Dammer,  Dr.  228.
Dammert  54.
v.  Danckelman,  Freiherr  788.
Danneil  152,  713.

 

Dannert  223,  379,  455,  Beil.  zu

Nr.  16  S.  3.

Darley  Beil.  zu  Nr.  16  S.  2.

Dassel  15,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  4.

von  der  Decken  75,  6384.

Deckers  17,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  4.

Deekes  Beil.  zu  Nr.  16  S.  2.

Delpnech  131.

Dempwolff  152.

Deubel  493,  736.

Dewers  127.

Dick  619.

Dicke  500.

Dicks  152.

Dieckmann  612.

Diehl  Beil.  zu  Nr.  16  S.  3.

Dier  13,  15,  179,  254,  415,  538,
Veil.  zu  Nr.  16  S.  6.

Diestelkamp  192,  315.

Dieter  139.

Dietz  247.

Dillinger  46,  153.

Dipper,  E.  392.

Dixon  583.

v.  Dobeneck,  Frhr.  42,  96.

Döring  Beil.  zu  Nr.  16  S.  1.

Doering,  Dr.,  Arzt  68,  247,  366,  484.

v.  Doering,  Premierlieutenant  479.

Dohrn  110,  743.

Dominik  5,  68,  247,  408,  411,  557,
559,  737.

Dominikus  108.

Donnet,  G.  564.

Dorner  40,  96,  156,  214,  218,  280,
284,  404,  480,  578,  636,  702,  766.

Doulton  Beil.  zu  Nr.  16  S.  2.

Dove  462,  594.

Draper  Beil.  zu  Nr.  16  S.  2.

Drees  479,  609.

Drescher  701.

Drewes  38,  93,  94,  154,  216,  282,
404,  480,  578,  636,  700,  702,  766.

Dreyer  151.

Drouet,  Fr.  229.

Dubelmann,  Dr.  415.

Dürrling  484.

Düßler  494.

Duevel  151.

Duft  645,  765.

Duisberg  788.

Duncan,  Missionar  786.

Dunford  Beil.  zu  Nr.  16  S.  2.

Dunkan  jun.,  Ansiedler  Beil.  zu
Nr.  11  S.  1.

Dyckerhoff,  F.  W.  296.

E.

Ebell  &amp;amp;  Co.  110.
Eberhardt  42,  68,  96,  156.
        <pb n="30" />
        v.  Eberstein,  Frhr.  40,  96,  156,  216,
700,  704,  768.
284,  406,  482,  580,  638,  700,

Ebert  671.

Eberwein  415,  502,  587,  646.

Eckmann  415,  502,  587,  646,  Beil.
zu  Nr.  16  S.  6.

Edisch  253.

van  Edvelde  2,  3,  225.

Egerton  710.

Eggel  38,  94,  154,  214,  280,  404,
480,  578,  634,  700,  766.

Eggers  315,  374,  375,  376,  441,
494,  735,  Beil.  zu  Nr.  14  S.  1.

Ehlen  316.

Ehlers  20,  413,  414,  448,  449,  450,
451,  452,  453,  789.

Eich  223,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  3.

Eick  6,  13.

Einögg  42,  96,  156,  216,  282,  404,
480,  578,  638,  704.

Eisen  637,  703,  767.

Elkan  48,  500.

Elliot  749.

v.  Elpons  8,  9,  40,  69,  94,  98,
156,  218,  284,  366,  406,  554,  765.

v.  Eltz,  Frhr.  98,  103,  314,  479.

Emin  Pascha  12,  111,  620,  653,  684.

v.  Engelhard  392.

Engelhardt,  Lieulenant  40,  96,  156,

 

183,  216,  246,  280,  406,  482,  580,

609,  638,  700,  704,  764.

Engelhardt,  Oberfeuerwerker  38,  94,

154,  214,  280,  404,  480,  578,  634,

700,  766.

Engler  17,  20,  54,  228,  592,  713.

Erdweg  316.

v.  Estorff  253,  315,  373,  377,  446,
492.  493,  495,  735,  Beil.  zu  Nr.  14
S.  1,  2,  3,  4.

Ewerbeck  218,  408.

Exner  253,  376.

F.
Fabissi  535.
Fademrecht  152.
Farler  710,  711.
Faßmann  Beil.  zu  Nr.  16  S.  1.
Fatina  281.
Feeder,  Dr.  jur.  Beil.  zu  Nr.  14  S.  1.
Feinstein  441.
Feist  40,  94,  156,  216,  284,  406,

 

"  *  638.

Feldmann  40,  96,  156,  218,  284,
404,  482,  636,  580,  702,  768.
Fenchel  311,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  4.
Fendges  253.
Ferguson  610.

Froede  375,  376,  446,  447,  491,  735.
Fromm  6,  7,  38,  94,  99,  129,  154,
216,  282,  404,  423,  480,  578,  584,.

XXX

Ferstl  108,  501,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  5.

Ficke  643.

Fies  Beil.  Nr.  16  S.  3.
Fimbo  281.

Findal  412.

v.  Fircks,  Frhr.  325.

Fisch,  Arzt  der  Basler  Mission  418.

Fisch,  Sergeant  374,  376.

Fischer,  Kompagnieführer  38,  40,  94,
98,  158,  214,  218,  280,  284,  404,
406,  480,  484,  578,  582,  634,  638,

640,  700,  704,  764,  768.
Fischer,  Sergeant  253.
Fischer,  Dr.  610,  684.

Fischer,  Gerichtsassessor  184,  367.

Fischli  .

Fiiher,  W.  E.  G.  326.
Fitzner,  N.  195,  619,  723.
Fleck  653.

Fleischer  153.

Fleischmann  38,  95,  155,  283,  407,

483,  581,  639,  701,
Flick  163.

767.

Flierl  17,  193,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  4.
Flor  Smith  Beil.  zu  Nr.  14  S.  5.

Foinitzki  137.
Fonck  I.,

638,  700,  702,  766.

Fonck  II.,  Lieutenant  38,  94,  154,  216,
282,  404,  480,  578,  585,  636,  700.

702,  766.

Ford  Beil.  zu  Nr.  16  S.  3.
Frahm  38,  94,  154,  214,  282,  404,
580,  638,  704,  768

v.  François  128,  163.
Franke,  Pflegeschwester  503,  559.

Franke,  Premierlieutenant  313,  611.

Fraser  Beil.  zu  Nr.  16  S.  3.

Freiburger  Beil.  zu  Nr.  16  S.  3.

Fremel,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  4.
Frese  441.
Frerk  Beil.  zu  Nr.  16  S.  3.

Freytag  38,  94,  154,  216,  284,  406,

482,  580,  636,  702,  766.
Friedländer,  F.  262.
Friedrich  367.
Friedrichs,  K.  654.
P- 



404,  480,  578

Fritsch  38,  94,  154,  216,  282,  404,

480,  578,  636,  702,  766.
Frobenius  Beil.  zu  Nr.  16  S.  4.

636,  700,  702,  768

Früchtenicht  41,  97,  157,  217,  281,

405,  481,  579,  637,  703,  767.

Lieutenant  38,  68,  94,  99,
103,  154,  214,  284,  406,  482,  580.

Frischmuth  38,  94,  154,  214,  282,

 

 

E

Fugger  v.  Glött,  Graf  96,  156,  216,
282,  406,  482,  580,  636,  700,  702.
766,  774.

G.

Gärtner  38,  94,  99,  156,  406,  482,
580,  638,  700,  704,  764.

Gauske  556.

Gansser  706.

Ganzer  38,  154,  282,  404,  480.

Gathemann  181.

Gauet  Beil.  zu  Nr.  16  S.  2.

Gauger  94,  214.

Gause  153,  314.

Geiseler,  Civilsupernumerar  765.

Geisler,  Pflanzer  152.

Geistbeck,  M.  20.

Gerdes  192,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  1.

Gerlach,  Bauleiter  68,  441.

Gerlach,  Zollamtsassistent  536.

Geyger  314,  766.

Gilcher  103,  187.

Gilg  54,  228.

Glahn  609,  765.

Glauning  7,  38,  94,  156,  216,  282,
406,  423,  442,  480,  578,  636,  641,
700,  702,  706,  708,  766.

Gleim  68,  247,  403  736.

Gleiß  Beil.  zu  Nr.  16  S.  1.

Glödissch  180.

Godduhn  Beil.  zu  Nr.  16  S.  3.

Goedelt,  C.  488,  489.

Göhring,  Kanfmann  127.

Göhring,  Missionar  561,  Beil.  zu
Nr.  16  S.  2.

Goering,  Ministerresident  263.

Goeriß  96,  156

Görn  42,  96,  154,  214,  280,  404,
480,  578,  636,  702,  766

Götzen,  Graf  73,  1!½Pb  751.

Goldmann,  Ch.  S.  325.

Goliger  367.

Golinelli  285,  367.

Gommenginger  163.

Gonser  Beil.  zu  Nr.  16  S.  2.

Gorißz  42,  218,  280,  404,  480,  578,
636,  702,  766.

Gosselin  654.

Gräber  Beil.  zu  Nr.  14  S.  5,  492.

Graefe  376,  736.

Graf  106,  560,  561.

Grani  684.

v.  Gravenreuth,  Frhr.  50.

v.  Grawert  40,  96,  156,  216,  247,
284,  287,  313,  406,  482,  580,  638,
700,  704,  768.

Greiner,  Missionar  192,  503,  612,
Beil.  zu  Nr.  16  S.  1.
        <pb n="31" />
        Greiner,  Tischler  Beil.  zu  Nr.  16  S.  1.

Grickschat  493.

Grieguszies  456,  Beil.  zu  Nr.  16
S.  1

Grimm,  Unterossizier  40,  96,  156,
216,  218,  282,  284,  406,  482,  580.w
638,  704,  768..

v.  Grimm,  Wirkl.  Geh.  Nath  671.

Gropp  484.

Grotefend  Beil.  zu  Nr.  14  S.  1

Gruner  184,  484,  538.

Günther  127.

Gürke  54,  228.

Güßfeldt  683.

Gurlitt  6,  68,  127.

Gutmann  736.

H.

Haeberle  127,  367,  706.

Haecker  39,  95,  155,  159,  215,  219,
281,  285,  405,  409,  581,  639,  705,
769.

Haecklinger  561,  Beil.  zu  Nr.  16
S.  2.

Haefliger  501,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  5.

Häfner  221,  222,  539,  Beil.  zu  Nr.  16
S.  1.

 

Haegele  490,  94,  156,  *8  284,  406,
HOeinrichs  Beil.  zu  Nr.  16  S.  4.
Heinthaller  558.

482,  580,  638,  704,

Haek,  D.  296.

Haesner  152.

Hagel  153,  184.

v.  Hagen,  Sekretär  (Togo)  285,  314.

v.  Hagen,  Hauptadministrator  der
Astrolabe=  Kompagnie  152,  415,
609,  653.

v.  Hagen,  Oberaufseher
afrika)  311.

Hagenstein  736.

Hagerup  137.

Hahl,  Dr.  158.

Hahn,  Missionar  292.

Hahn,  Professor  789.

Hahnenwinkel  221.

Haible  40,  96,  156,  216,  282,  284,
406,  408,  482,  484,  536,  578,  582.

Hajdu  127.

Halberstadt  442,  736

Halle  137.

Hamiß  II.  281.

Hammermeister  154,  214,  280,  404,
480,  578,  634,  702,  766,  774.

Handfest  635,  701,  767.

Hanewinkel  106,  415,  502,  646.

Hannemann  736.

Hanke  Beil.  zu  Nr.  16  S.  4.

v.  Hansemann  671.

Hansen,  J.  55.

(Südwest-—

  XXXI

Harder  315.

Hardinge  370,  371,  373,  503.

Harms  5t,  228.

Harnoß  131,  455,  Beil.  zu  Nr.  16
S.  1.

Harris,  W.

Hartenstein,  -  479.

Hartenstein,  Missionar  561,  Beil.  zu
Nr.  16  S.  2

Hartmann,  Dr.,  Premierlieutenant
292.
Hartmann,  Shrera  am  orientalischen

Seminar  682,  683

Hartmann,  Missionar  49,  318,  501,
714,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  5.

Hartmann,  Feldwebel  94,  156,  216,
284,  406,  482,  554,  580,  638.

Hartmann,  Reiter  736.

Hauer  494.

Hautkappe  316.

Hauttecoeur  49.

Hayn,  Dr.,  499,  500.

Hegewald  39,  43,  95,  99,  159,  215,
281,  405,  481,  579,  635,  701,  765.

Hegner  Beil.  zu  Nr.  16  S.  4.

Heidmann  188,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  3.

Heinlein  587,  646,  Beil.  zu  Nr.  16
S.  6.

Helberg  N.,  Kaufmann  127.

Held  684

Helfer  50.

Hellberg,  Unteroffizier  378,  736.

Heller  377.

Hellwig  152.

Helm  315,  446,  447,  Beil  zu  Nr.  14
S.  1,  5.

Helmich  15,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  4.

Henker  180.

Henning  479,  708.

Henschke  38,  94,  154,  214,  282,  404.
408,  482,  580,  638,  704,  768.

Hentrich  183,  554.

Hentschel  40,  96,  126,  214,  280,
404,  480,  578,  636,  702,  768.
Herbsleb  39,  43,  95,  155,  215,  281,
405,  408,  581,  639,  705,  769.

Herckert  579,  637,  703,  767.

Herdecke  40,  96,  154,  214,  282,  404,

480,  578,  636,  702,  766.

Herrmann,  Kompagnieführer  38,  94,
156,  187,  216,  282,  404,  482,  580,
636,  700,  702,  709,  766.

Hermann,  Missionar  (Kamerun)  561,

715,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  2.

Hermann,  C.,  Landwirth  (Südwestafrila)
  446,  735,  Beil.  zu  Nr.  14
S.  1,  3,  5.

Hernsheim  671,  673.
Hernsheim  &amp;amp;  Co.  152,  223,  412,
714.

Herrmann,  Missionar  (Südwestafrika)
  587,  612.

Hertzer  645.

Herz  554.

Herzog,  VBeamter  der  Astrolabe-Kompagnie


Herzog,  Staatssekretär  262,  671,  674.

Hespers  48,  415,  500,  671,  673.

v.  Hesse-Wartegg  54.

Hesseling  127.

Hettler,  H.  112.

Hetiner,  A.  76.

v.  Heuglin  75.

v.  Heydebreck  I.  440.

v.  der  Heydt  671,  672.

Heymons  127,  367.

Heyn,  praktischer  Arzt  127.

Heyn,  C.,  Gastwirth  180.

Hickmann  752.

Hierl  415.

Hildebrandt  684.

Hilpisch  500.

Hilzebecher  490.

Hindorf  671.

Hinnrichs  706.

Hirschsohn,  Ed.  592.

Hirth  49,  186,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  5

Hoech  745.

Höpfner  181.

Hösemann  38,  94,  154,  216,  282,
404,  480,  578,  636,  700,  702,  766.

Hoever  646.

 

Dofbauer  500,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  5.

Hoffmann,  Unteroffizier  40,  94,  156,
281,  282,  404,  580,  636,  702,  766.

Hoffmann,  Missionar  (Togo)  587,
Beil.  zu  Nr.  16  S.  6.

Hoffmann,  Missionar  (OÖstafrika)  152,
254,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  4.

Hoffmann,  Vaudirektor  127,  712,
713.

Hoffmann,  Missionar  (Neu-Guinea)
585.

Hofsmann,  Fräulein  15.

Hofft  246,  404,  480,  578,  636,  701,
764.

v.  Hofmann  671,  673,  674.

Hofmeister  221.

Hoh  Beil.  zu  Nr.  16  S.  4.

Hohmann  127,  153.

Holst.  Missionak  und  Gärtner  17.

Holst,  Schissswerft  46.

Holst,  Pastor  127,  503,  Beil.
Nr.  16  S.  1.

Holtzheimer  153,  285,  706.

zu
        <pb n="32" />
        Holzäpfel  645,  715,  Beil.  zu  Nr.  16

Honschar  494,  736.

Hopp  38,  94,  154,  216,  282,  404,
480,  484,  578,  582,  636,  638,
702,  768.

Horten  48.

Hoßbach  Beil.  zu  Nr.  16  S.  1.

Hourst  786.

Hubbard  Beil.  zu  Nr.  16  S.  2.

Hübner,  Missionar  456,  457,  Beil.
zu  Nr.  16  S.  1.

Hübner,  Lazarethinspektor  408,  441.

Hübner,  Unteroffizier  736.

Hübner,  O.  620.

Hütter  151.

Hübner,  Unteroffizier  736.

Hufschmidt  645.

Huppenbauer  751.

Huß  636.

Hyvernat  752.

J.

XXXII

Jung  765.

Junker,  Bureauvorsteher  128,  211.

Junker,  Afrikareisender  111,  112.

v.  Juraschek  620.

Jurick  42,  96,  156,  218.

Jurock  41,  95,  137,  263,  405,  481,
579,  637,  703,  767.

K.
Kähler  221.
Käll  ner  455,  456,  Beil.  zu  Nr.  16
S.  1.

Kaempf  782.
Kaerger  479.

Kageneck,  Graf  218.
v.  Kalben  40,  43,  94,  156,  186,  187,

216,  218,  501.

Kallenberg  751.

Kamp  38,  94,  98,  156,  216,  282,
406,  482,  580,  636,  702,  766.

v.  Kamptz  153,  160,  187,  288,  289,

v.  Jacobi,  Staatssekretär  671,  673.

Jaenke  42,  96,  156,  216,  282,  406,
482,  580,  636,  702,  768.

Jahn  40,  94,  154,  216,  282,  404,
480,  578,  636,  702,  766.

James  743.

Jancke  68,  609.

Jansen  536.

Janssen  502.

373,  408,  411,  535,  556.
Karig  479.
Kaschub  736,  Beil.  zu  Nr.  14  S.  5.
Kasparek  453.
Kater  745.
Kayser,  Dr.,  Direktlor  der  Kol.-Abth.
479,  583,  670,  671,  750.  -

Hause-,Fecdwcbecss,94,156,282,

Jany  42,  68,  96,  156,  214,  282,  404,

480,  578,  636,  700,  702,  766.
Jauer  455,  456,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  1.
Jaus,  J.  392.

Ickler  586.

Jendjes  374,  376.

Jensen,  Dr.  415.

Jepsen  222.

Illich  6,  13.

Johannes,  Kompagnieführer  38,  45,
69,  94,  104,  154,  214,  246,  280,
286,  406,  482,  580,  634,  640,  700,
714,  766,  773.

Johannes,  Missionar  587.

Johannssen  Beil.  zu  Nr.  16  S.  1.

Johnson,  Dr.  Beil.  zu  Nr.  16  S.  3.

Johnston,  H.  314.

Johnston,  I.,  Kommissar  für  Britisch-Centralafrika
  163,  784,  786.

Jones  453.

Joop  314,  670.

Jost  40,  96,  156,  216,  284,  406,  482,
580,  638,  702,  766.

Irle  223,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  3.

JIrmer  161,  538.

Judt  378,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  3.

Jürs  560.

 

284,  406,  408,  482,  580,  638,  704,
768.

Kayser,  Hauptmann  706.

Keller  Beil.  zu  Nr.  16  S.  2.

Kenpler  179.

Kepler  313.

Kerr  Beil.  zu  Nr.  16  S.  3.

Kersten  40,  56,  156,  216,  282,  406,
482,  580,  636,  702,  766.

Kersting  75,  158,  415,  585,  586,  713.

Keßler  151.

Key  131.

Kieferle  42,  96,  156,  218,  284,  404,
480,  578,  636,  700,  764.

Kielmeyer  68,  96,  156,  216,  282,
404,  480,  578,  636,  700,  702,  766.

Kiepert  422,  640.

Kietzmann  736.

Kilala  281.

Kind  221.

Kipalla  281.

Kirk  295.

Kisbey  Beil.  zu  Nr.  16  S.  2.

Klar  220.

Kleine,  Postpraktikant  153.

Kleine,  Hauptassistent  152.

Kleinschmidt  180.

v.  Kleist  11,  12,  38,  68,  94,  154,
214,  282,  404,  480,  578,  636,
700,  702,  766.

 

Klose  285,  653,  738.

Knaack  153,  314.

Knaust  38,  96,  154,  216,  282,  404,
480,  578,  636,  702,  766.

Knight,  C.  F.  325.

Knoth  484.

Knüsli  Beil.  zu  Nr.  16  S.  3.

Koczy  736.

Koebele  179,  314,  609.

Köhler,  Landeshauptmann  13,  128,
153,  484

Köhler,  Steueraufseher  314.

Köhler,  Feldwebel  42,  96,  154,  216,
282,  404,  480,  578,  636,  702,
766,  771.

Köhler,  Gefreiter  (Südwestafrika)  736.

Köhnen  153.

Koenig  50,  479,  502,  646,  Beil.  zu
Nr.  16  S.  6.

v.  König,  B.  W.  296.

Koerfer  40,  96,  156,  216,  282,  406,
482,  580,  609,  638,  704.

Körner  I.,  Zahlmeister  38,  94,  151,
214,  280,  404,  480,  578,  634,
700,  766.

Körner  II.,  Zahlmeisteraspirant  40,
94,  154,  214,  282,  404,  480,  578,
636,  702,  766.

Köther  286,  708.

Köther  &amp;amp;  Sirdorf  479.

Kohlstock  683,  736.

Kolisch  655.

Kollmann  40,  94,  156,  216,  282,
404,  480,  578,  636,  641,  700,
702,  766.

Koot  5639,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  1.

Korff  109.

Kornmann  645.

Kowald  414,  453.

Krabbenhöft  311.

Krämer,  Missionar  105,  106.

Kraemer,  R.,  Ansiedler  789.

Kraetke  262,  671,  673.

Kraft  153.

Krapf  76,  723.

Kray,  Dr.,  H.  391.

Krause,  Feldwebel  38,  98,  158,  280,
284,  406,  482,  580,  636,  638,
704,  768.

Krause,  Feldwebel  40,  94,  154,  216,
404.

Krauß,  Feldwebel  42,  96,  154,  214,
282,  286,  404,  480,  578,  636,
702,  766.

Krauß,  Kartograph  195,  229.

Krebs,  W.  391.

Krefeldt  40,  94,  98,  156,  218.  284,
406,  482,  535,  580,  638.

Krement  316.
        <pb n="33" />
        Kremer  282,  378,  455,  Veil.
Nr.  16  S.  3.

Kretschmer  222,  538,  539,  Beil.  zu
Nr.  16  S.  1.

Kriegbaum  6270.

Krieger  609.

Kriese  670.

Kroehling  415.

Kronecker  750.

Kronsbein  378,  454,  Beil.  zu  Nr.  16
S.  4.

Krümling  151.

Kubanke  292.

Kubitz  218.

v.  Kügelgen  789.

Kuehne  131.

Kühnle  715.

Kühnel  494.

Künehl  736.

Künzel  222.

Küster  449.

Kugelmann  646,  Beil.  zu  Nr.
S.  6.

Kuhlmann  38,  94,  154,  214,  282,
404,  480,  578,  636,  700,  702,  766.

Kuhn,  Lehrer  609,  765  766.

Kuhn,  Dr.,  Arzt  313.

Kuhnen  38,  68,  94,  154,  214,  280,
404,  408,  482,  580,  704,  768.

Kund  445.

Kunde  736.

Kunhardt  788.

Kuwert  152.

zu

16

L.

Lachenmair  7,  38,  42,  94,  102,  154,
216,  282,  404,  480,  578,  636,  702,
766.

Ladwig  253.

Laffin  Beil.  zu  Nr.  16  S.  3.

Lambrecht  284.

Lampe  71,  253,  374,  375,  376.

Lang,  Missionar  223,  Beil.  zu  Nr.  16
S.  3.

Lang,  englischer  Kolonialbeamter  295.

Lange,  Kaufmann  479.

Lange,  Hauptmann  423.

Langen  542.

Langenkemper  42,  96,  156,  214,
280,  404,  480,  578,  636,  702,  766.

kangbeinrich  315,  Beil.  zu  Nr.  16
S.

Lantin  Lieutenant  40,  94,  154,
184,  186,  218,  284,  406,  442,  482,
580,  609,  638,  700,  704,  764

 

XXXIII

Lauffer  560,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  2.  D!  Lübcke  288.

de  Launay,  L.  325.

Laué  736.

Laurents  504.

Lauterbach,  Sekretär  128.

Lauterbach,  Dr.  158,  408,  414,  585,
713.

Lechaptois  Beil.  zu  Nr.  16  S.  6.

Ledoux,  Missionar  Beil.  zu  Nr.  16
S.  1.

Ledoux  538.

Lehmann,  Reiter  736.

Lehmann,  K.,  Schriftsteller  751.

Lehmbach  220.

Le  Juge  195.

Leiby  13.

Lembke  96,  154,  214,  282,  404,  480,
578,  634,  700,  766.

Lemke  404,  480,  578,  636,  702,  766.

Lenz,  O.  391.

Leue,  Chef  in  der  Ostafrikanischen
Schutztruppe  16,  38,  49,  69,  94,
154,  184,  216,  281,  282,  404,  480.
578,  680,  700,  704,  768.

Leuschner  98,  158,  479.

Leutwein  13,  104,  223,  315,  373,
377,  411,  446,  490,  492,  493,  611,
670,  735,  Beil.  zu  Nr.  14  S.  1,  5

Libusch  315.

Lichtenberg  366,  440,  701.

Liebau  612,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  1.

Liebert,  Oberst  und  Gouverneur  765.

Liebhard  38,  94,  98,  156,  218,  284,
406,  480,  578,  636,  702,  766.

Lieder  423.

v.  Lieres  u.  Wilkau  645,  782.

Limbrock  316,  503.

Limo  Beil.  zu  Nr.  16  S.  2.

Linck  99

Lindau  54,  228.

v.  Lindequist  223,  374,  376,  377,
446,  447,  448,  491,  494,  735,
Beil.  zu  Nr.  14  S.  1.

Linge  480,  578,  636,  702,  766.

van  d.  Lith  750.

Livingstone  423.

Loag  152.

Loegel  41,  97,  157,  217,  283,  407,
483,  581,  639,  703,  769.

Lohmeyer,  J.  138.

Loonus  49.

Langheld,  Dr.  (Südwestafrika)  313.

v.  Lany  15,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  2.
La  Roux  Beil.  zu  Nr.  14  S.  1.
Lassar-Cohn  139.

Ludwig,  Pater  Beil.  zu  Nr.  16  S.  6.
l

Lothaire  1.

Lucas  671.

v.  Lucke  285.
Luecker  183.
Ludowici  587,  646.
Ludwig,  Reiter  253.

Lungershausen  Beil.  zu  Nr.  14  S.5,

v.  Luschan  683.

 

Lustig  42,  96,  sech  T  284,  406,

482,  580,
Luzeux  654.
Lyon-Caen  750.

M.

704,  7

Maarbes  683.

Maas  479.

Maaß  106,  611,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  1.

Mac  Donald  72.

Macgregor  414,  453.

Maching  Beil.  zu  Nr.  16  S.  2.

Mac  Nab  374,  376.

Maczkiewitz  376,  494,  735.

Mader  1853.

Mager  461.

Mahlmann  583.

Majaliwa  Beil.  zu  Nr.  16  S.  2.

Makoro  535.

Maler  564.

Mankiewitz  5,  42,
246,  281,  284.

96,  156,  218,

Mann  V701.

Mantegazza,  V.  564.
Maphata  281.

Maples  14.
Marchand  654.

Markgraf  40,  94,  154,  216,  282,
404,  480,  578,  636,  702,  766.

Martens  151.

Martin  60.

v.  d.  Marwitz  38,  94,  154,  214,  280,
404,  482,  580,  638,  653,  675,  700,
704,  768.

v.  Martens  750.

Marr,  Postassistent  153.
Masassi  281.

v.  Massow  184,  441.
Matambo  281.

Matschie  634.
Mat  280,  404,  480,  578,  636,  702,

766.
Mauck  461.
Maurer  6,  127,  610.

Maurus  108,  415.

Maxwell  504.

Mayer  50,  221,  415,  502,  646.

Mecklenburg-Schwerin,  Herzog  zu,
Johann  Albrecht  671,  672,  673,
674,  750.

Mehnert  671.

Meinecke  112,  138,  723,  751.

Meinhof,  K.  325.

Meisenholl  379,  454,  455.

Merensky  71,  192,  315,  420.
        <pb n="34" />
        Mergarten  38,  94,  154,  184,  218,
284,  406,  482,  580.

Merker  38,  45,  93,  94,  154,  214,
280,  286,  404,  480,  578,  634,  700.
766.

Merkl  38,  96,  156,  216,  284,  406,
482,  580,  638,  702,  766.

Merten  151.

Meuser  38,  40,  94,  98,  154,  158,
214,  218,  280,  284,  404,  406.  480,
484,  578,  582,  636,  638,  702,  704,
764,  768.

Mewes  493,  736.

Meyer,  Th.,  Missionar  (Ostafrika)
221,  222,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  1.

Meyer,  Missionar  (Südwestafrika)

XXXIV

v.  Müller,
746,  747.
Müller-Simonis  752.
Muettel  151.
Muhammed  Nassar  683.

Baron

Musgrave,  A.  414,  453.

.Mutter  38,  94,  156,  216,  284,  406,

222,  293,  455,  491,  Beil.  zu  Nr.  16,

S.  3.
Meyer,  Dr.,  Assistenzarzt  (Ostafrika),

367,  440,  578,  636,  701,  704,  768.
Meyer,  Heinr.  Ad.  (Hamburg)  18.
Meyer,  A.,  Neferendar  787.
Meyer,  Dr.,  H.  366.

Michels  671,  765.
Middendorf  195.
Milleck  218,  408.
Mischlich  316,  379,  380,  560,  782,

Beil.  zu  Nr.  16  S.  3.

Mischomari  281.
Moczelany  181.
Modler  447,  736.
Möller,  Gouvernementsbeamter  284,

Möller,  Missionar  Beil.  zu  Ar.  16
S.  3

Morench  6,  128,  495.

Mohr  784.

Molynaux  195.

Monton  152.

Moor  246.

Morit  683.

Müller,  Maschinist  246.

Müller,  Unteroffizier  (Kamerun)  159,
160,  290,  535,

Miüller,  unteroffizier  (Ostafrika)  96,
154,  216,  282,  404,  480,  578,  636.

Mueller,  Missionar  (Ostafrika)  15,
49,  286,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  2.

Müller,  Bauleiter  367.

Müller,  Beamter  der  Deutsch-Ostafrikanischen
  Gesellschaft  127.

Müller,  Major  93,  104,  188,  377,

482,  580,  638,  704,  768.

N.

Nachtigall  40,  96,  154,  184,  218,
284,  406,  440,  482,  706.

Näwy  5,  43,  97,  157,  219,  285,  405,
481,  579,  637,  703,  767.

Nagel  504.

Nansen  752.

Nassau  Beil.  zu  Nr.  16  S.  3.

v.  Natzmer  38,  45,  94,  102,  154,
184,  214,  280,  404,  480,  578,
610,  634,  700,  764.

Nauhaus  222,  455,  456,  Beil.  zu

 

Nr.  16  S.  1

Neigebauer,  Dr.  194.

Nelson  Beil.  zu  Nr.  14  S.  1.

Neufeld  112.

Neuhaus  683,  723.

Neumann,  Feldwebel  42,  96.

Neumann,  O.,  Forscher  653,  684.

Nickisson  Beil.  zu  Nr.  16  S.  2.

Nickl  39,  95,  155,  215,  281,  405,
481,  579,  635,  701,  765.

Niclas  5  3.

Nielsen  378.

Niemann  789.

Nitzsche  181.

Noe  216,  282,  406,  482,  580,  636,
702,  766.

Nolte,  Lieutenant  535,  701.

Nolte,  Straußenzüchter  787.

Nonnenmacher  561,  Beil.  zu  Nr.  16
S.  2.

v.  Norbeck  743.

Nüsse,  L.  479.

O.
Obrutschew  751,  789.
v.  Oechelhäuser  671.
Oehler,  L.  392.

Oehler,  Missionsinspektor  419,  Beil.

491,  492,  Beil.  zu  Nr.  14  S.  2,  4.

Müller,  Pastor  315.
Müller,  Fräulein  Louise  561.
Müller,  Pater  (anrerun  415,  502,
Beil.  zu  Nr.  16  S.
Müller,  Missionar  onn“  Beil.  zu
r.  16  S.  3.

 

 

zu  Nr.  16  S.  2,  3.
v.  Oertzen  246.
Offenwanger  39,  95,  155,  215,  283,
407,  483,  581,  637,  703,  767.
Ohrwalder  111.

Ollwig  38,  94,  154,  214,  282,  404,

480,  578,  636,  700,  702,  766.
Olpp  293,  378,  455,  Beil.  zu  Nr.  16
S.  3.

76,  229,  654,
Osborne  788.
HOlrban,  P.  76.
Osterholt  587.
Ostländer  184.

 

Olshausen  137.

Ostwald  538,  587.

Ott  221.

Otto,  Farmer  378,  502,  Beil.  zu
Nr.  14  S.  2.

Otto,  Pater  453,  502,  646.

Ovir,  Missionar  714,  Beil.  zu  Nr.  16
S.  2.

Pabst  454,  587,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  4.

Pahde,  A.  391.

v.  Palézieux  671.

Pannewitz  42,  96,  156,  216,  282,
404,  480,  578,  636,  638,  702,  766.

Parkinson  46,  110,  723.

Passavant  5,  154,  216,  282,  404,
480,  578,  636,  700,  702,  704,  764.

Paulitschke,  P.  461.

Pax  54

Pease  bas.

Pelz  723.

Pensa  462,  685.

v.  Perbandt  6,  183,  377,  609,  611,
735,  Beil.  zu  Nr.  14  S.  1,  2,  3,  4,  5.

v.  Perponcher-Sedlnitzky  38,  94,
98,  154.

Perring  225.

Perrot  &amp;amp;  Comp.  177,  178.

Peschke  38,  94,  154,  214,  404,  480,
578,  636,  702,  766.

Peter,  Zahlmeisteraspirant  408.

Peter,  Missionslehrer  414,  452.

Peters,  Reiter  736.

Peters,  Zollassistent  153.

Peters,  Dr.  Karl  640.

Peters,  Pastor  Beil.  zu  Nr.  16  S.  1.

Petrowitz  38,  96,  154,  214,  280.
406,  482,  580,  638,  704,  768.

Pettinen  Beil.  zu  Nr.  16  S.  4.

Pet  501,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  5.
Pevestorff  642,  643,  736.
Pfalzer  Beil.  zu  Nr.  16  S.  4.
Pfeffermann  Beil.  zu  Nr.  16  S.  5.
Pfeil,  Polizeimeister  218.

Pfeil,  Graf  Bernhard,  Kapitän  163.
Pfendtner  40,  96,  156,  216,  284,
406,  482,  580,  638,  704,  768.
Pfeuffer  281,  405,  481,  579,  637,

O,  767.
Philippi  744.
v.  Philippsberg,  Edler  750.
Pieper,  J.  64.
Piering  413,  414,  448,  446,  450
451,  452,  463.
        <pb n="35" />
        Pietraß  554.

Pintsch  263.

v.  Piotrowski  2563.

Pitt  315,  447

Plazidus  108.

Plehn,  Arzt  6,  127.

Plehn,  Lieutenanl  487,  488,  489,  675.

Plonien  184.

Podlech  38,  68,  94,  154,  214,  282,
372,  404,  480,  580,  638,  704,  768.

Polett  735.

Poole  784.

Porter  Beil.  zu  Nr.  16  S.  2.

Prager  423.

Preuß,  Dr.,  Botaniker  218,  653,  775.

Preuß,  Dr.,  Assistenzarzt  42,  96.

Preuß,  Telegraphenassistent  103.

Price,  J.  M.  326.

Prinage  43,  95,  155,  215,  283,  405,
481,  579,  637,  703,  767.

Prince  42,  68,  96,  156,  218,  284,
404,  480,  510,  578,  634,  700,  702,
766,  773.

v.  Prittwitz  u.  Gaffron  75.

Puche  153

Püschel  765.

v.  Puttkamer  315,  737.

R.
Nabischong  159,  291.
Radfort  Beil.  zu  Nr.  16  S.  2.
Rähm  536.
Raffel  367.
Raikes  710.

Namsay  8,  38,  94,  99,  100,  129,

154,  216,  282,  404,  480,  578,  636,
700,  702,  766,  770.
Namsayer  583.
v.  RNappard  42.
Rautanen  Beil.  zu  Nr.  16  S.  4.
Rawson  710,  711.
ebecker  Fräulein  Beil.  zu  Nr.  16
.  1.

besalz,  Kaufmann  180.
v.  Reden-Franzburg  128,  284,  367.
Reich  6,  128.

Reichard  620.

Reichelt  128,  408.
Reichenow  229.
Reichensperger  48,  500.
Reiffert  542.

Reiher  151.

Reimer  218,  246.
Reimers  218,  408.
Reincke  5.

Reindorf,  Pfarrer  14.
Reindorf,  C.  C.  20.

—

 

 

XXXV

–—

Reinhardt  38,  94,  154,  214,  282,
404,  480,  578,  636,  701,  702,  707,

708,  766.

Reinwordt  51.

Reisewigß  38,  94,  154,  214,  280,  404,
480,  578,  634,  700,  766.

Neiß,  Missionar  221.

Reiß,  Lieutenant  313.

Remington  55.

Renner  789.

Nibbentrop  618.

Richard  222,  539,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  1.

Richards  221.

Nichardson  Beil.  zu  Nr.  16  S.  2.

Nichter,  Lieutenant  43.

Richter,  Dr.  (Windhoek)  183,  670,
735,  736,  Beil.  zu  Nr.  14  S.  5.

Richter,  Lehrer  6,  68,  609.

Richter,  Sergeant  38,  94,  154,  216,

281,  284,  406,  482,  580,  638,  702.

766.

u.  Richthofen,  Frhr.,  Wirkl.
Legationsrath,  Direktor  der  Kolon.
Abtheilung  670,  671.

4  Richthofen,  Professor  Dr.  Frhr.,
Geh.  Regier.  Rath  671,  674.

S

S

Geh.  767.
Scharlach

S.

v.  Sack  71.

Niechmann  293,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  3J
Scheidt  221.
v.  Schele,  Frhr.  103,  723.

Niecken  262.

Nietmann  Beil.  zu  Nr.  14  S.  1.

Rife  161,  648,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  4.

Nitter,  Unteroffizier  284,  404,  406,
480,  482,  484,  578,  580,  582,  634.
700,  704,  764,  763.

Robecchi  Briechetti  228.

Noberts  Beil.  zu  Nr.  16  S.

Roechling,  K.  137.

Roehl  *  192,  503,  Beil.  zu  Nr.  16

S.
Nöhr  5..  95,  155,  217,  283,  314.
Nogge  20.
Nohlfs  75.
Rohmer  131.
de  Romans  619.
Romberg  554.
Nose  68.
Nosenhagen  441,  670.
de  Rothschild  325.
Nott  221.

Sadalla  281.

v.  Saint  Paul-Fllaire,  Bezirloamtmann
  13,  153,  723.
v.  Saint  Paul-FIllaire,  Hofmarschall

  a.  D.  645.

Saker  423.

Salomon  54  156,  216,  282,  104,
480,  578,  636,  702,  766.

Salpeter  736.

Sander,  Dr.  76,  130,  131,  611.

Sarre  788.

Sars,  G.  O.  20.

Sasat  253.

Sauerbrey  39,  95,  157,  217,  283,
407,  483,  581,  637.

Savola  Beil.  zu  Nr.  16  S.  4.

Schaar  292,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  3.

Scharfenberger  39,  95,  157,  217,
283,  407,  483,  485,  579,  635,  703.

71,  674.
Scharnberg  314.

Scharnetzky  153.

Scheffler,  Zolldirektor  247,  284.
Scheffler,  Gärtner  6.

v.  Schelling  68,  93.

Schering  671,  673.

Scherner  40,  68,  96,  156,  216,  282,
367,  406,  482,  580,  638,  701,
704,  768.

Scheube,  B.  505.

Schiele  127.

1

Schindamo  II.  281.

Schirpke  39,  95,  155,  217,  W1,  405,
481,  485,  579,  637,  703,  769.

Schittenhelm  373,  479,  736.=Schkölziger

  559,  561.

Schlee  40,  94,  156,  282,  404,
580,  636,  702,  766.

Schleicher  461.

Schlichter  461.

Schlobach  38,  40,  68,  94,  98,  154,

Rudolph  42,  96,  156,  218,  284,  406.

Rudt  501,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  5.
NRueckert  556.
Rüdiger  413,  414,  448,  453,  609.

Rüdl  108

Rueping  500.

RNRüter  484.

Nuppert  647.

Rusch  181.

Rymarzig  38,  94,  154,  2
284,  406,  482,  580.  -

14,  280,

158,  183,  218,  284,  406,  423,  482,
580,  638,  700,  702,  704,  764,
765,  768.

Schluckwerder  181.

Schlunke  127.

Schmaus  637,  705,  769.

Schmeltz,  W.  C.  296.

Schmerenbeck  181.

Schmid,  Missionar,  Beil.  zu  Nr.  16
S.  2,  560,  561.

Schmidt,  Bautechniler  706.

Schmidt,  Gefreiter  (Südwestafrika)
374,  376,  736.
        <pb n="36" />
        Schmidt,  Sergeant  (Südwestafrika)
736.

Schmidt,  Lieutenant  (Kamerun)  46,
184,  248,  249,  250,  444,  445,  706.

Schmidt,  Nochus  75,  542.

Schmidt,  Lieutenant  Südwestafrika)
183,  253,  315,  376,  378,  491,  493,
Beil.  zu  Nr.  14  S.  1.

Schmidt,  Sergeant  (Kamerun)  250,
736.

Schmidt,  Obergrenzkontroleur  128.

Schmidt,  J.  C.  220.

Schmidt,  F.  H.  (Altona)  640.

Schmidt,  Laienbruder  316.

Schmidt,  Stationskontroleur  284.

Schmidt-Lorenzen,  A.  262.

Schmunck  127.

Schnake  153.

Schnagtz,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  3.

Schneider,  Missionar  50,  587.

Schneider.  Gouvernementsbeamter
284.

Schnorrenpfeil  35,  94,  98,  154,
216,  282,  404,  480,  578,  636,  700,
702,  704,  766.

Schoeller  787.

v.  Schönau-Wehr  313.

Schöpwinkel  105,  183.

Scholten  479,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  2.

Scholz  479.

Schombo  281.

Schosser  645.

Schramme  587.

Schreber  215,  404,  480,  578,  580
634,  700,  701,  704,  766.

Schreiber,  Missionsinspektor  221,
378,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  3.

Schreiber,  N.  542.

Schrenck  v.  No#ing,  Frhr.  42,  96,
156,  218,  284,  406,  482,  580,  638.

Schröder,  Missionar  (Togo)  378,
454,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  3.

Schröder,  Missionar  (Südwestafrika)
Beil.  zu  Nr.  16  S.  3

Schröder  I.,  Ansiedler,
Nr.  14  S.  1,  5.

Schröder  II.,  Ansiedler,  Beil.
Nr.  14  S.  1.

Beil.  zu

zu

Schroeder-Poggelow  671.

Schubert  221.

Schüler  455,  456,  Beil.  zu  Nr.  16
S.  1.

Schütt  98,  158.

Schütz,  Unteroffizier  40,  96,  156,  216,
282,  406,  480,  578,  636,  702,  766.

v.  Schütz-Holzhausen  20.

Schuler  423,  559,  561.

Schultz,  C.,  Kaufmann  180.

Schumacher,  366.
Schumann,
Schumann,

 

v.  Schwartz,

XXXVI

Schultze,  Lieutenant  313.

Schulz,  A.,  Kaufmann  (Bismarcks-Archipel)
  152.

v.  Schulz,  Kriegsfreiwilliger  376,  378.

Schulze,  Lieutenant  313.

Votaniker  54,  228,  713.

Misionar  456,  457,
Beil.  zu  Nr.  16  S.

Schuster  41,  95,  157,  ks.  285,  407
483,  581,  639,  703,  767.

Schwabe,  Arzt  151.

Schwabe,  Lieutenant  183,  188,  642.

Missionsdirektor,  Beil.
zu  Nr.  16  S.  2

Schwarz,  Bergbeamter  6.

Schwarz,  Kaufmann  180.

Schwarz,  Missionar,  Beil.  zu  Nr.  16
S.  2

Schwarz,  B.,  Schriftsteller  789.

Schwehm  554.

Schweinfurth  75,  671.

Schwesinger  38,  42,  68,  94,  98,
156,  284,  406,  482,  580,  638,  701,
704,  768.

Schynse  423.

Seebe  217.

Seeger,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  3.

Seff  281.

Segebrock  714,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  2.

v.  Seefried,  Frhr.  485.

Sehoza,  Samuel,  Beil.  zu  Nr.  16
S.  2.

Seidel  76,  106,  325.

Seidlitz  183,  554.

Seitz,  Rechnungsbeamter  (Ostafrika)
670.

Seitz,  Dr.  46,  68,  158,  765.

Selberg  263.

Semler  54,  777,  779.

Semon,  N.  461.

Seufft  6,  35,  765.

Septans  462,  505.

Seulen  736.

Sewa  Hadji  49.

Seyiti,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  2.

Sharrer  164,  786.

Shaw,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  2.

Sia  535.

Siafa  535.

Siebe  293,  378,  455,  587,  Beil.  zu
Nr.  16  S.  4.

Sieler  43,  97,  157,  219,  285,  405,
481,  579,  635,  701,  765.

Sievers  314.

Sigl  98.

Simon,  Arzt  38,  94,  154,  214,  219,
246,  282,  406,  482,  580,  638,
700,  704,  766.  1

 

Simon,  Geheimer  Regierungsrath  671.

Simon,  Unteroffizier  376,  736.
Simpfson,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  2.
Sims,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  2.
Sixdorf  187.

Skeul  535.

Skiba  40,  96,  156,  216,  282,  406,
480,  578,  636,  702,  708,  766.

Slatin  Pascha  111.

Sobotta  218.

Sommer  38,  94,  154,  214,  284,
406,  482,  580,  636,  702,  766.

Sonnenschein  68.

Spangenberg  68.

Speke  423,  634.

Sperling  6.

Spiegel  38,  94,  214,  282,  404,  480,
578,  634,  702,  766,  774,  775.

Spieth,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  3.

Spilhaus  &amp;amp;  Co.  505.

Sporck  619.

Sprigade  611.

Spring  423,  685.

Spurrier,  M.  137.

Stadlbaur  38,  94,  154,  214,  282,
404,  480,  578,  634,  700,  702,
707,  708,  766.

Staginnus  376,  494,  736.

Stahlhut  379,  454,  455,  Beil.  zu
Nr.  16  S.  4.

Stamm  40,  96,  156,  8  406,
482,  580,  636,  ro,

Stangier  587.

Stanley  75,  423,  620.

Stapff  443,  713.

Staudinger  76,  315,  671.

Staudt,  Stationsleiter  314,  713.

Staudt,  W.  (i.  F.  St.  &amp;amp;  Co.)  262.

Steffen  376,  735.

v.  Stein,  Frhr.  zu  Lausnitz  289,  444,
701.

Steinmetz,  Sergeant  42,  96,  126,
218,  284,  406,  482,  580.

Steinbach  5.

v.  d.  Steinen  262.

Steiner,  P.  392.

Steinhausen,  Geheimer  Regierungsrath
  315.

Steinhausen,  Lieutenant  313.

Stellbrink  736.

v.  Stengel,  Frhr.  750.

Stentler  7,  38,  94,  216,  284,  406,

423,  442,  482,  580,  609.
Stephan  38,  94,  154,  214,  282,  404,
480,  578,  636,  702,  766,  775.
Stephenson  745.

Stern  181.

v.  Stetten  445,  535.
        <pb n="37" />
        Stiehler  706.

Stierling  38,  94,  154,  214,  280,
404,  480,  578,  634,  701,  702,
766,  774.

v.  Stocki  38,  68,  94,  98,  154,
282,  404,  480,  578,  636,
702,  766,  774.

Stöhr  484.

Stokes  1,  501.

Stolz,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  2.

Stooß  137.

Storch  13,  38,  94,  154,  214,
404,  408,  482,  580,  638,
704,  766.

Strackerjan  54.

v.  Strantz  5,  403,  554.

Strickland  390.

Stromer  v.  Reichenbach,  Frhr.

Stubenrauch  644,  736.

Stuckenschmidt  153.

Stuecklen  263.

v.  Stuemer  214,  280,  404,
578,  634,  700,  766.

Stuhlmann  17,  49,  74,  98,
127,  219,  422,  423,  610,
653,  684.

Stumme,  H.  325.

Sudi  wadi  Hakuti  281.

Süvern  479.

Susath  376.

Swart  494.

Sydow  38,  94,  154,  216,  282,
480.

214,
700,

685.

480.

103,
640,

404,

T.

Tacke  538.

Tappenbeck,  Landwirth  158,  414,
586,  713.

Taubert  54.

Tausendfreund  736.

Teppe  38,  94,  154,  214,  218,  406,
482,  580,  638,  768.

Theal,  G.  462.

Thiel,  Ingenieur  712,  736.

Thiel,  Kaufmann  152.

van  Thiel,  Missionar,
Nr.  16  S.  5.

Thiele  131,  455,  Beil.
S.  1.

Beil.  zu

zu  Nr.  16

Thierry  403,  441,  670.
Thinnes  736.

Thomas,  Soldat  (Kamerun)  535.
Thomas,  Ombascha  281.
Thomaschewski  736.

Thoms  248,  249,  251,  252.
Thomson  752.

Thormählen  671.

Thuet,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  5.

XXXVII

Thys  225.

Tolch,  Fr.,

Tigges  316.

Todsen  408,  609.

Toeche-Mittler  54.

Toennies  153,  285.

Beil.  zu  Nr.  16  S.  3.

Triebel  39,  95,  155,  215,  281,  405,
481,  579,  634,  701,  765.

Troeger  480,  580,  638,  700,  766.

Troitzheim  375.

Trojan,  J.  138.

Troost  196,  505.

v.  Trotha  8,  38,  94,  99,  102,  153,
187,  216,  282,  406,  410,  482,
537,  580,  636,  610,  640,  702.

v.  Trotha,  Sek.  L1.  700,  702,  766.

Tschauder,  F.  392.

v.  Tucher,  Frhr.  671.

Tucker  14.

Tünschel  181.

Tutschek  461.

u.
Ubrich  415.

Ueckermann  736.
Uhl,  Dr.  636,  701,  702,  764.
Uhema  281.

Ukena  311.

ullmann  38,  94,  154,  216,  282,  404,
480,  578,  636,  702,  766,  772.

utricht  Missionar  Beil.  zu  Nr.  16

*ê  3  ehnungstenmter  98,  538.
Unger,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  2.

Unruh  39,  95,  155,  215,  281,  405,

481,  579,  583,  639,  705,  769.
Urban,  Professor  228.
Urban,  Wachtmeister  374,  375,  376,
736.

V.
Vacha  632.
Vahlkampf  Beil.  zu  Nr.  14  S.  4.
Velten  8,  127,  403.
Versepuy  619.
Vetter,  646,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  4.
Viehe  223,  292,  Beil.  zu  Nr.  16

S

Vieter  50,  106,  479,  502,  646,  Beil.
zu  Nr.  16  S.  6.

Violland  39,  97,  157,  217,  283,
405,  481,  579,  635,  639,  701,
05,  765.

Virchow  219.

Vita  Hassan  111.

Vittorino  130.

 

I
l
i

Voges,  Beil.  zu  Nr.  14  S.  1.
Vogt,  Dr.  583.

Vohsen  671.

Voigtländer  736.

Voigts  1980,  Beil.  zu  Nr.  14  S.  1,  2.
Volkens  138,  228,  262.
Volkmann,  Lieutenant  14,  491.
v.  Volkmann,  Maler  20.
Vormann  316.

Vorwerk  160,  411,  556.
Vriegts  736.

Vuillot,  P.  76.

W.
de  Waal  195.
Wackernagel  221.
Wagner,  Arzt  42,  96,  156,  183,
218,  284

Wagner,  H.  542.

Wagner,  Gärtner  6,  13.
Wahl,  M.  462.

Waite,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  2.
Waldau  479.

Walker  561.

Wallace  491.

Wallich  262.

Wallner  40,  96,  156,  216,  282,  404,

Walter,

408,  482,  580,  638,  704,  768.

F.,  Pater  50,  221,
502,  561,  646.

Walter,  G.,  Pater  453,  502,  646,
Beil.  zu  Nr.  16  S.  6.

Walter,  Lehrer  609.

Wandres,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  4

Warburg  54,  138,  228,  683.

Ward,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  2.

Wasilewski  5,  42,  96,  156,  218,  284,
404,  480,  578,  636,  702,  766.

Watt  421.

Wedel  479.

van  d.  Wee  49.

Wegener,  Geheimsekretär  93.

Wegener,  Zollausseher  441,  670.

Weidner  95,  155,  217,  283,  405,
481,  559,  579,  637,  701,  765.

Weikusat  484,  670.

Weilbächer  151.

Weiler  479.

Weinberger  38,  94,  98,  154,  284,
406,  482,  580.

Weldmann,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  4.

Wendland,  Dr.  152.

Werner,  Alice  76.

453,

Werner,  Lazarethgehülfe  39,  95,  155,

215,  281,  405,  481,  579,  637,  705,
769.

Voelkner  41,  97,  157,  217,  285,  R  164.

407,  483,  581,  639,  705,  769.

Wettstein  440.
        <pb n="38" />
        Wetzel  706.
Weydig  152.
Weyland  736,  736.
Whitehouse  416.
Wicke  130,  179.

Widenmann  42,  96,  156,  180,  218,
284.

Wieckes  153,  285.

Wiedorn  736.

Wiegand,  Missionar  221.

Wiegand,  Direktor  671.

Wieland  374,  376,  736.

Wiese  127.

Wiesner  50.

Wiest  41,
481,  579,  637,  703,  767

Wilhelm  42.

Wilke  180.

Wilken  372.

William  Broth.  17.

Williams  14.

Wilson,  Redakteur  137.

Wilson,  Bischof  648.

Winkelmann,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  1,

612.

Winkler,  Zahlmeisteraspirant  5,  42,
96,  156,  16.  284,  404,  480,  578,

634,  702,  7
Winkler,  —  184,  408.
Winter  127
v.  Winterfeld  313.
Wirth  587.
Wiskow  215.
Wislicenus,  G.  137.

97,  157,  217,  283,  407,

l
(
i
l
-

XXXVIII

Gouverneur  2,  3,  5,
536,  673,

v.  Wissmann,

12,  13,  49,  184,  284,

765.

Wissmann,  Lieutenant  40,  96,

154.  216,  280,  404,  480,  578,  636,

700,  702,  769.

Witt  376.

Wittkowski  38,  94,  154,  214,  240,
404,  408,  578,  636,  702,  766.

Wittmack  505,  538.

Wittum  503,  559.

 

Witwer,  561,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  2.
Woeckel  990  291,  486,  675,  236.
Woermann,  Ad.  671,  673.
Woermann  2  Co.  779.
Wohlrab,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  1.
Wohltmann  98,  373,  391,  443,

Woiff.  Lagerassistent  der  Neu-Guinea=Kompagnie
  152.

Wolff,  Missionar  455,  456,  457,
Beil.  zu  Nr.  16  S.  1.

Wolfhagen  151.

Wood,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  2.

Woodford  390,  504,  539,  744.

Woodward,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  2.

Worms  192,  612,  Beil.  zu  Nr.  16

.  1.
Wülfing  38,  45,  95,  155,  215,  285,
407,  483,  581
Würtz,  Missionar  76.
Mürz,  Missionssekretär  254.
Wulff  404,  480,  578,  636,  702,  766.
v.  Wulffen  93,  404,  480,  578,  636,
700,  702,  766.

 

Wulfhorst  379,  538,  Beil.  zu  Nr.  16
S.  4.
van  Wyk  181.

Z.

Zache  6,  127.

Zahn,  743,  Beil.  zu  Nr.  16  S.  3.

v.  Zech,  Graf,  Lieutenant  373,  782,
783,  784.

v.  Zech,  Graf,  Pflanzer  6,  12,  130,  411,
610,  653

v.  Zelewski  9.

Zencke  408.

Zenker  653.

Zickendraht  33,  94,  154,  216,  282,
404,  480,  578,  538,  704,  768.

Ziegenhorn  408.

Ziegler  313,  765.

v.  Ziethen  735,  Beil.  zu  Nr.  14

Zimmermann,  unteroffizier  153,  160.

Zimmermann,  Zahlmeisteraspirant
40,  96,  156,  218,  284,

Zimmermann,  Büchsenmacher  70,
71,  535,  556.

Zimmermann,  Dr.,  Konsul  683,  787

Zintgraff  776.

v.  Zuelow  128,  153,  218.

Zuern  127.

Zupitza  40,  43,  216,  282,  404,  482,
580,  636,  700,  702,  766.

Zwanzger  715.
        <pb n="39" />
        Deutsches  Kolonialblatt.

Amtsblatt  für  die  Schutzgebiete  des  Deutschen  Reichs.

herausgegeben  in  der  Kolonial-Ablheilung  des  Auswärligen  Amis.

 

V.  Jahrgang.  Berlin,  1.  Jannar  1896.  Nummer  1.

 

 

Golehrton  aus  den  deutschen  Schutzgebicken“,  hernusgegoben  von  .
für  das  Kol  lölatt  mit  den  Beiheiten  betragt  beim  Bezuge  durch  die  Post  und  die
reisband  durch  dic  Verlagsbuchhandlung  Ml.  3.50  fur  Deutschland  und  Oesterreich.  Ungarn,  Mk.  3.75  fur
adungen  und  Aufra#e  sind  an  die  Konigliche  Loibuchbandlung  von  Erust  Siegiried  Mitiler
(Eingetragen  in  der  Zeitunge  Preisliste  für  1890  unter  Nr.  1016.)

 

Dr  Feitschrift.  erscheint  in  der  Regel  am  I.  und  15.  iedes  Monats.  Derselben  werden  als  Beibeste  brigrfügt  die  mindestens  einmal  vierteljährli
richei  id  u-  V  tileil  von  F  hung  i  I  .  und  o  s-  ..
v.  Der  ·  '  «
Izu-Mosådlugaanålscklb:I.»—.direkt  ums-»Er
«-Ams--«.»:."."?2;:;H".:ssw»z;«!s.!;««,s«».«»H-wiss-si-:
  mtli  eil:  Schriftwechsel  zwischen  Deutschland  und  dem  Unabhängigen  Kongostaat,  betreffend  die
Anbatt  #mtuicher  ES#betleer  S  es  S.  1.  —  Runderlaß  des  Kaiserlichen  Gouverneurs  von  Deutsch-Ostafrika
ie  Bezirks-  und  Bezirksnebenämter  sowie  die  Stationen  im  Innern  S.  4.  —  Waldordnung  für  Usambara  in
frika  S.  4.  —  Bereitung  von  Tembo  in  Deutsch-Ostafrika  S.  5.  —  Ausdehnung  des  Schutzes  der
holzbestände  auf  die  Orte  Gobabis  und  Aais  S.  5.  —  Zusatzverordnung  zu  der  Verordnung  für  die  Frachtfahrer
bohbeluenor  Tanischen  Schutzgebiete  S.  5.  —  Personalien  S.  5
Nichtamtlicher  Theil:  Personal-Nachrichten  S.  5.  —  Deutsch-Ostafrika:  Ueber  den  Verlauf  der  Expedition
  gegen  Hassan  bin  Omari  S.  6.  —  Unterwerfung  des  Häuptlings  Matschemba  S.  8.  —  Friede  mit  den
Wahehe  S.  8.  —  Sammlung  sprachlichen  Materials  S.  12.  —  Der  Mörder  Emin  Paschas  S.  12.  —  Feuersbrunst
in  Saadani  S.  12.  —  Versuchsstation  in  Usambara  S.  12.  —  Togo:  Reise  des  Landeshauptmanns  S.  13.  —
Oeffentliche  Arbeiten  S.  13.  —  Deutsch-Südwestafrika:  Zug  des  Landeshauptmanns  nach  Grootfontein  S.  13.
—  Aus  dem  Bereiche  der  Missionen  und  der  Antisklaverei-Bewegung  S.  14.  —  Verschiedene
Nittheilungen:  Ueber  die  Thätigkeit  der  Versuchskulturanstalt  des  Königlich  botanischen  Gartens  in  Berlin
S.  17.—  Ueber  den  ostafrikanischen  Fettbaum  Stearodendron  Stuhlmanni  Engl.  S.  17.  —  Elfenbeinhandel  S.  18.
—  Litterarische  Besprechungen  S.  20.  —  Litteratur-Verzeichniß  S.  20.  —  Schiffsbewegungen  S.  20.  —  Verkehrs-Nachrichten
  S.  20.  —  Fahrplan  des  Norddeutschen  Lloyd  für  1896  S.  22;  desgleichen  der  Woermann-Linie  für
das  erste  Vierteljahr  1896  S.  25.  —  Anzeigen.

Amtlicher  Theil.

 

2
*
i

Schriftwechsel  zwischen  Deutschland  und  dem  Unabhängigen  Kongoftaat,
betreffend  die  Hinrichtung  des  Elfenbeinhändlers  Stokes.

Nr.  1.
Brüssel,  den  20.  November  1895.
Herr  Graf,

Im  Anschluß  an  die  Unterredung,  die  ich  am  letzten  Sonnabend  mit  Eurer  Exgcellenz  gehabt  habe,
und  in  der  Absicht,  den  Schwierigkeiten  ein  Ende  zu  machen,  zu  denen  die  Hinrichtung  des  H.  Stokes
Anlaß  gegeben  hat,  habe  ich  die  Ehre,  Eurer  Excellenz  hierdurch  die  Zusicherung  zu  geben,  daß  H.  Lothaire
vor  ein  Gericht  gestellt  werden  soll,  welches  zuständig  sein  wird,  eine  vollkommene  Aufklärung  der  ganzen
Angelegenheit  herbeizuführen,  auf  die  gegen  ihn  erhobenen  Anschuldigungen  zu  befinden  und  ihm,  falls  er
für  schuldig  erachtet  wird,  eine  der  Schwere  seines  Vergehens  entsprechende  Strafe  aufzuerlegen.

Wie  ich  bereits  Gelegenheit  hatte,  Eurer  Excellenz  mitzutheilen,  bedauert  die  Regierung,  daß  die
gesetzlichen  Formworschriften  in  dem  gegen  H.  Stokes  eingeschlagenen  Verfahren  nicht  beobachtet  worden  sind.

Die  Regierung  des  Unabhängigen  Kongostaats  ist  außerdem  bereit,  der  Kaiserlichen  Regierung  eine
Summe  von  hunderttausend  Francs  zu  zahlen  als  Ersatz  für  den  Schaden,  den  die  zu  der  Karawane  des
H.  Stokes  gehörigen  Leute  dadurch  erlitten  haben,  daß  sie  auf  ungesetzmäßige  Weise  ihres  Führers
beraubt  wurden.  !½*

Eure  Excellenz  haben  mir  gütigst  mitgetheilt,  daß  86  aus  dem  deutschen  Gebiet  stammende  Träger
der  Stokesschen  Karawane  widerrechtlich  von  unseren  Behörden  festgehalten  würden.  Ist  dieses  der  Fall,
so  wird  die  Regierung  den  Befehl  geben,  sie  in  Freiheit  zu  setzen  und  sie  unter  Uebernahme  der  Kosten
an  die  Küste  zurückzusenden.  Und  für  jeden  der  widerrechtlich  Zurückgehaltenen,  der  nicht  in  die  Heimath
zurückgesandt  werden  kann,  ist  die  Negierung  bereit,  der  Kaiserlichen  Regierung  eine  Entschädigung  von
1000  Mark  zu  zahlen  zu  Gunsten  der  Familie  oder  des  Stammes,  denen  der  Betreffende  angehört.
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        2  —

Bei  Gelegenheit  der  Regelung  der  vorliegenden  Frage  haben  Eure  Excellenz  mir  gegenüber  bemerkt,
daß  die  Prämie  von  10  pEt.,  die  der  Staat  seinen  Angestellien  für  das  von  ihnen  gekanfte  Elfenbein
angeblich  zahle,  geeignet  sei,  den  Handel  des  deutschen  Schutzgebietes  zu  schädigen.

Wie  ich  Eurer  Excellenz  versichert  habe,  besteht  diese  Prämie  nicht  und  wird  auch  in  Zukunft
den  Angestellten  des  Staats  für  die  Einsammlung  von  Elfenbein  nicht  gezahlt  werden.

Die  vorstehenden  Anerbietungen  wahren  unseren  beiderseitigen  Regierungen  ihre  eigene  Anschauungsweise
  und  entspringen  den  versöhnlichen  Gefühlen,  von  denen  sie  beseelt  sind.

benutze  u.  s.  w.  u.  s.  w.  (gcz.)  Edmond  van  Eetvelde.
Seiner  Excellenz  Herrn  Grafen  v.  Alvensleben  u.  s.  w.  u.  s.  w.

Nr.  2.
Brüssel,  den  25.  November  1895.

Der  Unterzeichnete  beehrt  sich,  den  Herin  Staatssekretär  von  Eetvelde  ergebenst  zu  benachrichtigen,
daß  er  die  ges.  Note  vom  20.  d.  Mts.,  betreffend  die  Hinrichtung  des  Elfenbeinhändlers  Stokes,  seiner
hohen  Regierung  mitgetheilt  hat.  Erhaltenem  Auftrag  zufolge  beehrt  sich  derselbe,  Folgendes  darauf  zu
erwidern:

Nachdem  die  Regierung  des  Kongostaats  ihrem  Bedauern  darüber  Ausdruck  gegeben  hat,  daß
das  gegen  Stokes  eingeschlagene  Verfahren  nicht  den  gesetzlichen  Formen  entspreche,  so  hat  die  Kaiserliche
Regierung  von  dieser  Erklärung.  sowie  ferner  von  der  ertheilten  Zusage  Kenntniß  genommen,  den  Kommandanten
  Lothaire  vor  ein  mit  der  Untersuchung  der  Sache  zu  befassendes  Gericht  zu  stellen  und  ihn,  falls
er  für  schuldig  befunden  wird,  mit  einer  der  Schwere  des  Falles  entsprechenden  Strafe  zu  belegen.

Die  von  der  Regierung  des  Kongostaats  angebotene  Summe  von  100  000  Francs  nimmt  die
Kaiserliche  Regierung  als  Ersatz  für  diejenigen  Schädigungen  und  Verluste  an,  welche  die  aus  dem  deutschen
Schutzgebiete  stammenden  Begleiter  des  Stokes  erlitten  haben.  Ingleichen  nimmt  die  Kaiserliche  Regierung
die  von  der  Regierung  des  Kongostaats  eingegangene  Verpflichtung  an,  die  als  Gefangenc  im  Kongostaat
zurückbehaltenen,  dem  deutschen  Schutzgebiete  angehörigen  86  Träger  des  Stokes  in  Freiheit  zu  setzen
und  sie  auf  Kosten  des  Staats  zur  Küste  zu  befördern,  für  jeden  sehlenden  Träger  aber  die  Summc  von
1000  Mark  zu  zahlen  als  Entschädigung  für  die  betrefsenden  Angehörigen  oder  Stammeshäuptlinge.

Von  dem  Versprechen  der  Kongoregierung,  wonach  die  Angestellten  des  Staats  für  das  erworbenec
Elfenbein  keine  Prämien  mehr  erhalten  sollen,  hat  die  Kaiserliche  Regierung  Kenntniß  genommen,  wobei  sic
voraussetzt,  daß  jenes  Versprechen  sich  nicht  nur  auf  Elfenbein,  sondern  auf  allc  Produkte,  insbesondere  auch
auf  Gummi  bezieht.

Indem  der  Unterzeichnete  bittet,  ihm  den  Empfang  der  vorstehenden  Note  zu  beslätigen,  beehrt
sich  derselbe  noch  hinzuzufügen,  daß  nach  einem  neuerdings  eingegangenen  Telegramme  des  Koaiserlichen
Gouverneurs  v.  Wissmann  die  Kongobeamten  und  insbesondere  der  Kommandant  des  Tanganyikodistrikts
ihr  illoyales  Verhalten  fortsetzen  und  daß  sich  die  Kaiserliche  Regierung  nach  dieser  Richtung  hin  bis  nach
Eingang  näherer  Nachrichten  alle  weiteren  Schritte  vorbehält.

Der  Unterzeichnete  benutzt  auch  diesen  Anlaß  u.  s.  w.  u.  (gez.)  Alvensleben.

An  den  Staatssekretär  des  Unabhängigen  Longostaats  #nt.  *)7#  Eetvelde.

Nr.  3.
Brüssel,  den  3.  Dezember  1895.
err  Graf,

In  Erwiderung  auf  die  Note  Curer  Excellenz  vom  25.  November  d.  Is.*)  beehrt  sich  die  Regierung
  des  Unabhängigen  Kongostaats  hierdurch,  die  der  Kaiserlichen  Regierung  in  der  Mittheilung  vom
20.  November?)  gemachten  Anerbietungen  zu  bestätigen,  und  ist  bereit,  derselben  die  angebotene  Summe
von  hunderttausend  Francs  zu  zahlen,  als  Ersatz  für  den  Schaden,  den  die  zur  Karawane  des  Herrn
Stokes  gehörenden  Leute  dadurch  erlitten  haben,  daß  sie  ihres  Führers  beraubt  wurden.

Sie  glaubt  der  Kaiserlichen  Regierung  mittheilen  zu  sollen,  daß  nach  neuen  Telegrammen  aus
Sansibar  die  Karawane  von  Stokes,  einschließlich  der  eingeborenen  Frau  dieses  Kaufmanns,  an  der  Küste
angekommen  sein  soll  mit  einem  Vorrath  von  Elfenbein  longolesischer  Herkunft.  Ist  dies  der  Fall,  so  ist
sie  überzeugt,  daß  die  Kaiserliche  Regierung  dieser  neuen  Sachlage  in  aller  Billigkeit  Rechnung  tragen  wird.

Was  die  Handelsprämien  betrifft,  die  die  Kongoregierung  ihren  Angestellten  zahlen  soll,  so  ist
sie  zwar  der  Ansicht,  daß  dies  eine  Frage  ihrer  inneren  Verwaltung  ist,  die  mit  keiner  ihrer  internationalen
Verpflichtungen  in  Zusammenhang  steht,  sie  glaubt  indessen  darauf  hinweisen  zu  können,  daß  sie  bereits
Gelegenheit  gehabt  hat,  Eurer  Excellenz  in  förmlicher  Weise  zu  versichern,  daß  diese  Prämien  nicht  bestehen.

Lergleiche  Nr.  2.  *#)  Vergleiche  Nr.  1.
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        —  3  —

Die  Regierung  hat  keinerlei  Kenntniß  von  den  ungesetzlichen  Handlungen,  die  nach  einem  Telegramm
des  H.  v.  Wissmann  ihren  Angestellten  im  Gebiete  des  Tauganyika  zum  Vorwurf  gemacht  werden;  sie
legt  aber  Werth  darauf,  nunmehr  zu  erklären,  daß  sie  die  von  der  Kaiserlichen  Regierung  angekündigte
Mittheilung  mit  dem  aufrichtigsten  Wunsche  prüfen  wird,  die  Beziehungen  zwischen  dem  Staat  und  den
deutschen  Besichungen  auf  den  bestnachbarlichen  Fuß  zu  stellen.  Sie  hofft,  daß  die  deutsche  Regierung  auch
ihrerseits  in  demselben  Sinne  die  Mittheilungen  aufnehmen  wird,  die  sie  ihr  über  den  Waffenhandel  und
Schmuggel  zu  machen  hat,  der  im  Seengebiete  von  früheren  arabischen  Sklavenhändlern  betrieben  wird,
die  den  Wunsch  hegen,  zu  ihrem  ehemaligen  unerlaubten  Treiben  zurückzukehren.

Ich  bennutze  u.  s.  w.  u.  s.  w.  (gez.)  Edmond  van  Eetvelde.

Seiner  Excellenz  Herrn  Grafen  v.  Alvensleben  u.  s.  w.  u.  s.  w.

Nr.  4.

Brüssel,  den  6.  Dezember  1895.
Herr  Graf,  4
Im  Anschluß  an  mein  Schreiben  vom  3.  d.  Mts.“)  habe  ich  die  Ehre,  Eurer  Excellenz  beifolgend
  einen  Check  über  100  d00  Francs  zu  übersenden,  ausgestellt  auf  die  Nationalbank  an  die  Ordre

der  Legationskasse  in  Berlin.
Ich  benutze  u.  s.  w.  u.  j.  w.  (gez.)  Edmond  van  Eetvelde.
Seiner  Excellenz  Herrn  Grafen  v.  Alvensleben  u.  s.  w.  u.  s.  w.

Brüssel,  den  9.  Dezember  1895.

Der  Unterzeichnete  beehrt  sich,  dem  Herrn  Staatssekretär  van  Eetvelde  auf  die  gefällige,  seiner
hohen  Regierung  übermittelte  Note  vom  3.  d.  Mts.  erhaltenem  Auftrag  gemäß  Folgendes  zu  erwidern:

In  der  Note  vom  20.  November  d.  Is.  hat  die  Regierung  des  Unabhängigen  Kongostaats  beziglich
der  an  ihre  Beamten  und  Offiziere  für  ausgebrachtes  Elfeubein  zu  zahlenden  Prämien  erklärt,  daß  diese
nicht  bestehen  und  in  Zukunft  auch  nicht  bezahlt  werden  sollen.  "  «  ,.

«  In  meiner  Antwort  vom  25,  desselben  Monats  hat  die  Kaiserliche  Regierung  von  diesem  Versprechen
  Akt  genommen,  gleichzeitig  aber  der  Voraussetzung  Ausdruck  gegeben,  daß  sich  dasselbe  nicht  nur
auf  Elfenbein,  sondern  auf  alie  Produkte,  insbesondere  auf  Gummi,  beziehen  soll.  *“  .  .

In  der  Note  vom  3.  Dezember  d.  Is.  glaubt  die  Regierung  des  Unabhängigen  Kongostaats  sich
dagegen  verwahren  zu  sollen,  daß  die  Zahlung  derartiger  Handelsprämien  an  ihre  Beamten  mit  ihren
internationalen  Verpflichtungen  in  Widerspruch  stehe,  und  fügt  hinzu,  daß  solche  Prämien  nicht  bestehen.
Die  in  der  Note  vom  20.  v.  Mts.  enthaltene  —  dort  nur  für  Elfenbein  ausgesprochene  —  Zusage,  daß
auch  in  Zukunft  derartige  Prämien  nicht  gezahlt  werden  sollen,  wird  in  der  jüngsten  Note  vom  3.  d.  Mts.
bezüglich  der  anderen  Produkte  und  des  Gummis  nicht  wiederholt,  vielmehr  durch  die  ausgesprochene  Verwahrung
  der  Vorbehalt,  wenn  auch  in  verschleierter  Form,  gemacht,  daß  die  Regierung  des  Unabhängigen
Kongostaats  in  der  Einführung  solcher  Prämien  unbeschränkt  sei.  4

Diesen  Standpunkt  vermag  die  Kaiserliche  Regierung  nicht  anzuerkennen;  sie  kann  auch  ihr  Befremden
  nicht  verhehlen,  daß  die  Regierung  des  Unabhängigen  Kongostaats  den  Anschein  erweckt,  Zusagen
zurücknehmen  zu  wollen,  die  sie  kurz  vorher  gemacht  hat.  .

Die  Kaiserliche  Regierung  ist  der  Ansicht,  daß  die  Freiheit  des  Handels,  wie  sie  durch  die  Kongoakte
  gewährleistet  ist,  durch  die  Zahlung  von  Prämien  für  den  Erwerb  von  Landeserzeugnissen  an  die
gleichzeitig  mit  öffentlichen  Funktionen  ausgestatteten  Beamten  und  Offiziere  der  selbst  Handel  treibenden
Regierung  in  hohem  Maße  beeinträchtigt  wird.  Es  liegt  auf  der  Hand,  daß  von  einem  freien  Wettbewerb
nicht  die  Rede  sein  kann,  wenn  auf  der  einen  Seite  einfache  Kaufleute  mit  den  Eingeborenen  Handel
treiben  und  auf  der  anderen  Seite  den  letzteren  als  Handeltreibende  Beamte  und  Offiiere  gegenüberstehen,
die  in  ihrer  Eigenschaft  als  Vertreter  der  Regierung  Gewalt  über  jene  zu  üben  haben  und  oft  Herren
über  Leben  und  Tod  sind.

«  Die  Kaiserliche  Regierung  würde  es  lebhaft  bedauern,  wenn  die  Regierung  des  Unabhängigen
Kongostaats  sich  zu  den  vorstehenden  Grundsätzen  nicht  bekennen  sollte.  Ob  dies  geschieht  oder  nicht,  ist
wesentlich  eine  Frage,  die  die  Regierung  des  Unabhängigen  Kongostaats  mit  Rücksicht  auf  ihr  Ansehen
und  auf  ihr  Verhältniß  zu  den  Regierungen  civilisirter  Staaten  zu  treffen  hat.  Die  Kaiserliche  Regierung
aber  hat  das  überaus  praktische  Interesse,  in  keiner  Weise  mehr  durch  Zahlung  solcher  Prämien  die  eigenen
Angehörigen  geschädigt  zu  sehen.  Deshalb  muß  die  Kaiserliche  Regierung  noch  vor  vollständiger  Erledigung
des  ganzen  Streitfalles  unbedingt  verlangen,  daß  die  Regierung  des  Unabhängigen  Kongostaats  ihr  unumwunden
  und  ohne  jeden  Vorbehalt  die  Zusage  macht,  daß  auch  in  Zukunft  die  mehrgenannten  Prämien

ebenso  wenig  für  Gummi  und  andere  Landesprodukte  als  für  Elfenbein  an  Beamte  und  Offiziere  des
Kongostaates  werden  gezahlt  werden.

*)  Aergleiche  Nr.  3.
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        —  4  —

Indem  der  Unterzeichnete  hofft,  daß  die  Regierung  des  Unabhängigen  Kongostaats  durch  die
Abgabe  dieser  einfachen  Zusage  die  bedauerliche  Angelegenheit  endlich  zu  einem  beide  Theile  befriedigenden
Abschluß  bringen  wird  und  sich  die  weiteren  Erklärungen  auf  die  Note  vom  3.  Dezember  vorbehält,  benutzt
er  auch  diesen  Anlaß  u.  s.  w.  u.  s.  w.  ·  (gez.)  Alvensleben.
An  den  Staatssekretär  des  Unabhängigen  Kongostaats  Herrn  van  Eetvelde.

Nr.  5.
Brüssel,  den  11.  Dezember  1895.

Im  Anschluß  an  die  Mittheilung  vom  9.  d.  Mts.  beehre  ich  mich,  ohne  in  eine  Prüfung  der
Rechtsfrage  einzutreten,  Eurer  Excellenz  in  förmlicher  Weise  zu  erklären,  daß  den  Angestellten  im  Unabhängigen
  Kongostaat  keine  Handelsprämien  gewährt  werden,  und  daß  die  Regierung  nicht  die  Absicht  hat,
solche  einzuführen,  weder  in  Bezug  auf  Kautschuk,  noch  auf  Elfenbein  oder  irgend  ein  anderes  Erzeugniß.

Ich  benutze  u.  s.  w.  u.  s.  w.  (gez.)  Edmond  van  Cetvelde.

Seiner  Excellenz  Herrn  Grafen  v.  Alvensleben  u.  s.  w.  u.  s.  w.

 

 

Perordnungen  und  Witklzeilungen  der  Behürden  in  den  Schutzgebieken.

Nunderlaß  des  Kaiserlichen  Gouverneurs  von  Deutsch-Ostafrika  an  die  Bezirksund
  Bezirksnebenämter  sowie  die  Stationen  im  Innern.

Der  Runderlaß  vom  25.  August  v.  Is.,  betreffend  die  Abgrenzung  der  Bezirke,  wird  dahin  abgeändert,
  daß  die  der  Küste  vorgelagerten  Inseln  von  Mafia  nordwärts  bis  zur  Schungubucht,  welche
bisher  zum  Bezirke  Dar-es-Saläm  gehörten,  dem  Bezirke  Kilwa  zugetheilt  werden.

Dar-es-Saläm,  den  5.  Oktober  1895.

Der  Kaiserliche  Gouverneur.
(L.  S.)  gez.  Dr.  v.  Wissmann.

Waldordnung  für  Usambara,  Deutsch-Ostafrika.

Um  den  für  die  klimatischen  und  meteorologischen  Verhältnisse  wichtigen  Waldbestand  zu  bewahren,
wird  zunächst  für  Usambara  verordnet,  was  folgt:
*  1.

Auf  den  Kämmen  der  Berge  ist  in  einer  Breite  von  150  m  Wald  stehen  zu  lassen.  Abweichungen
hiervon  bedürfen  der  besonderen  Genehmigung  des  Gouvernements.

§  2.
Berghänge  über  einen  Winkel  von  45  bis  50  Grad  dürsen  nicht  abgeholzt  werden.
83.

In  den  Thalniederungen  sind  senkrecht  zur  Thallinie  Waldgürtel  von  30  m  Breite  in  Entfernungen
  von  600  m  voneinander  siehen  zu  lassen.
84.
An  Bächen  sind  Waldstreifen  von  50  m  Breite  in  der  Weise  stehen  zu  lassen,  daß  dieselben  den
Bach  entweder  auf  beiden  Seiten  oder  nur  auf  der  einen  Seite  begleiten.
86.
Vorsätzliche  Zuwiderhandlungen  gegen  diese  Verordnung  werden  mit  Geldstrafe  bis  zu  6000  Rup.
oder  mit  Gefängniß  bis  zu  drei  Monaten,  fahrlässige  mit  Geldstrafe  bis  zu  1000  Rup.  bestraft.
Dar-es-Saläm,  den  20.  Oktober  1895.
Der  Kaiserliche  Gouverneur.
(L.  S.)  gez.  Dr.  v.  Wissmann.
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        —  5  —

Bereitung  von  Tembo  in  Deutsch-Ostafrika.
Durch  Verordnung  vom  19.  Oktober  1895  hat  der  Kaiserliche  Gouverneur  die  Verordnung  vom
1.  Juli  1894,  betreffend  das  Verbot  der  Bereitung  von  Tembo,  die  sich  als  undurchführbar  erwiesen  hat,
aufgehoben.  Da  indessen  unleugbar  die  Tembogewinnung  der  Palmenkultur  in  hohem  Grade  schädlich  ist,
sind  die  Bezirksämter  angewiesen  worden,  je  nach  Lage  der  Dinge  in  ihrem  Bezirke  ihr  thunlichst  entgegenzuwirken.
  Besonders  soll  erwogen  werden,  ob  vielleicht  der  Temboverkauf  ausschließlich  besonders  konzessionirten
  Personen,  welche  hierfür  eine  gewisse  Gebühr  zu  entrichten  hätten,  überlassen  werden  kann.

Die  Verordnung  vom  7.  August  1894,  betreffend  den  Schuß  der  Holzbestände  im  Bezirt  Windhoel,
ist  unter  dem  11.  Oktober  v.  Is.  auf  die  Orte  Gobabis  und  Aais  in  einem  Umkreise  von  zwei  Stunden
Wagentreck  ausgedehnt  worden.

Zusatzverordnung  zu  der  Verordnung  für  die  Frachtfahrer  im  füdwestafrikanischen
Schutzgebiete  vom  12.  März  1895.
1.  Der  §  4  Absatz  2  daselbst  erhält  folgende  Fassung:  ·

„Der  Frachtbrief  ist  vom  Empfänger  innerhalb  acht  Tagen  nach  Eingang  der  Fracht  der
nöchsten  Ortspolizeibehörde  einzureichen,  welche  denselben  umgehend  an  die  zuständige  Bezirkshauptmannschaft
  weiterzureichen  hat.“

2.  Die  §8§  10  und  11  fallen  weg,  so  daß  der  bisherige
Windhoek,  den  27.  September  1895.
Der  Kaiserliche  Landeshauptmann.
In  Vertretung:
(L.  8.)  gez.  v.  Lind  equist.

VVVVTVVYVVVVVVVYVVTTT  YTYT
7V7VTTFVVyyTVYTVTYTVYVYT  FT]YNYYWYTVYTWFTYTTTTTYTTVY  ]TTYTFY7  TYTNYYY  VTTVYV  °  T

12  als  §  10  Schlußparagraph  wird.

Perspnalien.
«  H  ·«  I
Seine  Majestät  der  Kaiser  haben  Allergnädigst  geruht,  dem  Sekondlkentenant  ominik,  *  la.
suite  des  Grenadier-Regiments  Prinz  Carl  von  Preußen  Nr.  12,  kommandirt  zur  Dienstleistung  beim
Auswärtigen  Amt,  den  Rothen  Adler-Orden  1V.  Klasse  mit  Schwertern  zu  verleihen.

.  ’-u  ..«  ...  *4  früher  ier  zt  i  chutz=Seine
  Majestät  der  Kaiser  haben  Allergnädigst  geruht,  dem  früheren  Regierungsarzt  im  S  )5r
gebiete  der  Marshall-Inseln,  Stabsarzt  Dr.  Stein  bach,  den  Nothen  Adler-Orden  IV.  Klasse  zu  verleihen.

Der  Sekondlieutenant  a.  D.  Passavant,  bisher  vom  Königlich  bayerischen  4.  Insanteric  Regiment
König  Wilhelm  II.  von  Württemberg,  ist  mit  dem  11.  Dezember  1895  der  Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika
  zugetheilt  worden.

Der  Korvettenkapitän  Reincke  hat  das  Kommando  S.  M.  S.  „Sperber“  am  26.  Oktober  1895
in  Kamerun  übernommen.

N.  §  §  §  §  §  -—.  —  .  í  í  í  í
Nichtamtlicher  Theil.

-  «  «  Dchezirksinntnmnnv.StrantziftintOktober
Personal  Nachrichten.  v.  Is.  nach  Dar-zes-Saläm  vom  Urlaub  zurückgekehrt.
Deutsch.  Oftafrika.  »

DekKCifckHchcGouverncurMajorv.Wiss-!DckArztI)1-.9)k(1nkiewitz,ScrgcaFIthslcmann
  hat  sich  vom  2.  bis  9.  November  in  Sansibar  lewski,  Lazarethgehülfe  Näw  y,  Bablmeisterosdirn
aufgehalten,  um  Sr.  Hoheit  dem  Sultan  und  dem  Winkler,  sämmtlich  Angehörige  der  Kaiserli  !
Königlich  großbritannischen  Vertreter  seinen  ersten  Schuhtruppe,  haben  Ende  November  Ostafrika  mi
offiziellen  Besuch  abzustatten.  Heimathsurlaub  verlassen.
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        —  6  —

Die  in  den  Dienst  des  Kaiserlichen  Gouverne-  Ramerun.
ments  getretenen  Beamten:  Regierungsbaumeister  Der  in  den  Dienst  des  Kaiserlichen  Gouverne—
Gurlith,  Meteorologe  Dr.  Maurer,  Referendar  ments  getretene  Gärtner  Scheffler  ist  am  14.  Ok-Zache,
  Bergassessor  Bernhardt  und  sein.  Gehülfe  tober  in  Kamecrun  eingetroffen.

Schwarz,  Bireauassistent  Sperling,  sind  Mitte
November  v.  Is.  in  Dar-zes-Saläm  eingetroffen.
#üdwestafrika.

Die  in  den  Dienst  des  Kaiserlichen  Gouverne,  Der  Marine-Hafenbaumeister  Mönch  und  der
ments  getretenen  Pflanzer  Graf  v.  Zech,  Botaniker  Königliche  Landmesser  Reich  sind  am  12.  November
Dr.  Buchwald,  Landwirth  Eick,  Gärtner  Wagner,  in  Tsoakhaubmund  eingetroffen.

Pflanzer  Illich  sind  in  Tanga  eingctroffen  und  von

dort  zur  Gründung  einer  landwirthschaftlichen  Ver-  Der  Premierlieutenant  v.  Perbandt  in  der

suchsstation  nach  Usambara  aufgebrochen.  Kaiserlichen  Schutztruppe  für  Sidwestafrika  ist  am
4.  August  v.  Is.  vom  Urlaub  in  Tsoakhaubmund

Der  Regierungsarzt  Dr.  Plehn  ist  am  11.  No-  wicden  eingetroffen.
vember  in  Tanga  eingcetroffen.

 

Marshall-  Inseln.
Drahtmeldung  zufolge  ist  in  Dar-es-Saläm  der  Der  kommissarische  Sekretär  der  Landeshaupt-Lehrer
  Richter  verstorben.  1  mannschaft  Seufft  ist  am  23.  Juli  in  Jaluit  eingetroffen.


Machrichten  aus  den  deukschen  Schuhgebieken.

(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  theilweise  nur  mit  Quellenangabe  gestattet.)

Deutsch-DHlkafrika.  Mawudji.  Am  13.  d.  Mts.  gelang  es  der  8.  Kompagnie,
  Hassan  bin  Omari,  welcher  sich  auf  dem
Ueber  den  Verlauf  der  Expedition  Vegen  We.  5  Matschemba  befinden  sollte,  un  seinen
Passan  bin  Omari  Minister  Omari  Muenda  gefangen  zu  nehmen.  Der

berichtet  der  Kaiserliche  Gouverneur  unter  dem  hierüber  von  dem  Kompagnieführer  Fromm  er-20.
  November  v.  Is.,  wie  folgt:  stattete  Bericht  vom  15.  d.  Mts.  folgt  weiter  unten.
Unter  dem  4.  v.  Mts.  ersuchte  ich  den  Komman=  Mit  der  Gefangennahme  Hassans  ist  die  Andeur
  der  Kaiserlichen  Schutztruppe  in  Kilwa,  eine  gelegenheit,  wie  es  scheint,  noch  nicht  erledigt.  Es
Expedition  von  vier  Kompagnien  zusammenzustellen,  wird  nöthig  sein,  seine  Anhänger  zu  bestrafen,  und
und  erließ  gleichzeitig  eine  Bekanntmachung,  durch  habe  ich  mich  mit  den  von  dem  Kommandeur  der
welche  demjenigen,  welcher  Hassan  bin  Omari  aus=  Kaiserlichen  Schutztruppe  zu  diesem  Zwecke  in  Ausliefern
  würde,  1000  Rupien  zugesagt  wurden.  Nach=  sicht  genommenen  Maßnahmen  einverstanden  erklärt.
dem  alsdaun  die  nachgesuchte  Genehmigung  des  Ich  werde  ferner  übermorgen  selbst  nach  Kilwa  gehen,
Herrn  Reichskanzlers  zu  dieser  Expedition  ein=  um  dort  eine  Untersuchung  einzuleiten.  Es  sind  in
gegangen  war,  fand  von  Kilwa  aus  der  Aufbruch  Hassans  Besitze  zahlreiche  Briefe  gefunden  worden,
statt,  und  zwar  marschirten  am  29.  v.  Mts.  die  6.  welche  zur  Entdeckung  von  Anhängern  Hassans  führen
und  8.  Kompagnie  über  Runjo  mit  allen  Trägern  werden.  Unter  anderen  sind  die  beiden  Akidas  von
nach  Mikomirepi  ab,  während  der  Kommandeur  am  Kilwa,  Makran  bin  Schaude  und  Abdalla  bin
1.  d.  Mts.,  nachdem  ein  Theil  der  Träger  aus  Omari,  welchen  es  bisher  gelungen  war,  die  Rolle
Mikomirepi  zurückgekehrt  war,  mit  der  3.  und  treuester  Diener  des  Gouvernements  durchzuführen,
9.  Kompagnie  folgte.  Am  6.  d.  Mts.  hatte  die  schwer  kompromittirt.  Bestätigt  sich  der  Verdacht,
9.  Kompagnie  bei  einer  Rekognoszirung  das  erste  daß  sie  doppeltes  Spiel  gespielt  haben,  so  müssen  sic
Renkontre  mit  Mawudjileuten,  bei  welchem  zwei  streng  bestraft  werden.  Auch  den  Indern  scheint
Feinde  todt  in  unsere  Hände  fielen.  Am  gleichen  nachgewiesen  werden  zu  können,  daß  sie  trotz  des
Tage  wurden  am  Mawudjiflusse  Lager  bezogen.  Verbotes  jeglicher  Verbindung  mit  Hassan  doch  noch

 

Einige  Tage  später  waren  die  Kompagnien,  um  auf  genzu  ihmunterhalten  haben.
Hassan  zu  fahnden,  auseinandergezogen  und  zwar  Von  Kilwa  beabsichtige  ich  weiter  nach  Lindi  zu
besand  sich  die  8.  Kompagnie  in  Kiswere,  die  9.  gehen,  um  die  dortigen  Verhältnisse  zu  regeln.

streiste  die  Ebene  längs  der  Küste  bis  Kiswere  ab,  Ich  nehme  an,  daß  sich  dies  nach  der  Gefangendie

  3.  marschirte  den  Mavuji  aufwärts  ins  Gebirge  nahme  und  Hinrichtung  Hassaus  auf  friedlichem
und  die  6.  befand  sich  beim  Stabe  im  Lager  am  Wege  erreichen  läßt.  Die  Lage  dort  ist  die  folgende:
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        Ich  hatte  Ende  September  v.  Is.  dem  Führer
der  9.  Kompagnie  in  Lindi,  Lieutenant  Stengler,
den  Auftrag  gegeben,  mit  60  Askari  eine  Orientirungsreise
  um  das  Matschembagebiet  zu  unternehmen,
um  die  besten  Anmarschwege  an  das  Häuptlingsdorf
Luagalla  auszukundschaften  und  Verhandlungen  mit
den  umwohnenden  Häuptlingen  zu  führen.  Dieser
Zug  war  von  gutem  Erfolge  gekrönt.  Gleich  darauf
zeigte  sich  Matschemba,  mit  welchem  der  Wali  von
Lindi,  Abdelkader,  sich  in  Verbindung  gesetzt  hatte,
zu  Friedensunterhandlungen  geneigt  und  schickte  sogar
eine  Anzahl  seiner  Verwandten  als  Gesandtschaft.
Da  ich  mich  aber  mit  Matschemba  erst  nach  der
Bestrafung  Hassans  einlassen  wollte,  ließ  ich  ihm
sagen,  ich  würde  mit  ihm  nur  verhandeln,  wenn  er
selbst  zur  Küste  käme.  Gleichzeitig  kam  die  Meldung,
daß  die  Magwangwara  erschienen  seien  und  bereits
einige  Dörser  Matschembas  verbraunt  hätten,  sic  verlangten,
  gemeinsam  mit  uns  gegen  Matschemba  zu
fechten.  In  den  ersten  Tagen  dieses  Monats  sind
die  Magwangwara  wieder  abgezogen.

Von  dem  Eindruck,  welchen  die  Gefangennahme
Hassans  auf  Matschemba  gemacht  hat,  habe  ich  bisher
  noch  keine  Nachricht  erhalten.

Bericht  des  Kompagnieführers  Fromm  iber  die
Ergreifung  Hassan  bin  Omaris  und  seines  Vezirs
Omari  Muenda.

Mawudji,  den  15.  November  1895.

Am  9.  d.  Mts.  marschirte  ich  mit  der  8.  Kompagnie
  Richtung  Kiswere  ab.  Mein  Auftrag  war,
nähere  Nachrichten  über  den  augenscheinlich  geflohenen
Hassan  bin  Omari  einzuziehen  und  dann  hierher
zurückzukehren.

Am  10.  trafen  wir  in  Kiswere  ein.  Schon  auf
dem  Marsche  waren  verschiedene  angesehene  Häuptlinge
  der  Wayao,  Wagindo,  Wamuera  und  Wamatschinga
  gekommen  und  hatten  ihre  Unterwerfung  angezeigt.
  Der  Druck,  den  Hassan  bin  Omari  auf  die
ganze  Umgegend  in  brutalster  Weise  ausgeübt  hatte,
war  den  Leuten  schon  lange  unerträglich  gewesen;
sich  freizumachen  aber  fehlte  ihnen  sowohl  moralische
als  auch  physische  Stärke,  jetzt  fanden  sie  bei  der
durchziehenden  Kompagnie  Anhalt  und  Stütze,  und
ihr  unbedingter  Abfall  von  ihrem  Bedrücker  war
die  Folge.

Als  ich  am  12.  von  Kiswere  abmarschirte,  hatte
ich  ganz  bestimmte  Nachrichten,  daß  Hassan  bin
Omari  mit  seinem  näheren  Anhang  in  Mpingiro
kwa  Saidi  Mitole  (Myao)  säße,  seine  Leute  sammelte
und  die  Absicht  hätte,  zu  Matschemba  zu  gehen,  um
mit  ihm  vereint  auf  portugiesisches  Gebiet  zu
flüchten.

Unter  diesen  Umständen  hielt  ich  mich  für  verpflichtet,
  so  schnell  und  so  unbemerkt  wie  möglich  dem
Feinde  in  den  Rücken  zu  lommen.  Es  gelang  mir,
meine  Marschbewegung  zu  verschleiern,  und  die
Kompagnie  lag  an  demselben  Abend  im  Busch  ver- 



steckt  etwa  1½  Stunde  vom  feindlichen  Lager  entfernt.
  #

Nachts  gegen  2  Uhr  erhielt  ich  Nachricht  durch
Mitolesleute,  daß  durch  einen  unglücklichen  Zufall
Hassan  bin  Omari  am  Abend  von  unserer  Anwesenheit
  Kunde  erhalten  habe  und  noch  in  derselben
Nacht  nach  Mawudji  zu  geflohen  sei.  ·

Am  frühen  Morgen  des  13.  machte  ich  mich  auf
zur  Verfolgung.  Hassan  bin  Omari,  der,  wie  ich
wußte,  getragen  werden  mußte,  konnte  unmöglich
einen  großen  Vorsprung  haben,  und  schon  um  8  Uhr
erfuhren  wir  dann  auch,  daß  er  erst  am  Morgen
dieselbe  Stellc  passirt  habe.  »  *4

Kurz  vor  10  Uhr  kamen  wir  an  den  Luabafluß.
Es  wurde  Halt  gemacht,  Wasser  getrunken  und  ein
Führer  vorausgeschickt,  um  in  dem  nicht  weit  vom
Fluß  entfernten  auf  einem  Höhenrücken  gelegenen
großen  Dorskomplex  des  Häuptlings  Rumnambe
Nachrichten  zu  erfragen.  Der  Führer  kam  gleich
wieder  zurück  mit  der  Nachricht,  er  habe  eine  Goma
in  dem  Ort  gehört  und  Gesang  von  vielen  Weibern,

aus  welchem  er  schließen  könne,  daß  Hassan  bin

ri  in  dem  Dorfe  sei.
mn  #t  gedeckt  gingen  wir  an  die  Anhöhe
heran;  die  aufgestellten  feindlichen  Posten  bemerkten
uns  erst,  als  wir  bereits  im  vollen  Anlauf  waren.
Nach  einigen  Schüssen  war  der  Feind,  dem  wir
offenbar  gänzlich  überraschend  gekommen  waren,  in
wilder  Flucht  und  leistete  nur  geringeren  Widerstand.
Einzelne  Leute,  die  sich  widersetzten,  wurden  niedergeschossen
  und  die  feindlichen  Verluste  beziffern  sich
auf  eiwa  30  Todte.  r
Während  der  zweite  Zug  unter  Lientenant
Glauning  ein  etwas  weiter  gelegenes  Dorf  durchsuchte,
  aus  welchem  noch  Widerstand  geleistet  wurde,
gelang  es  zwei  Leuten  des  ersten  Zuges,  eines  kleinen
buckligen  Mannes,  der  sich  in  siczender  Stellung  mit
einem  Messer  vertheidigte,  habhaft  zu  werden.  Der
Gesangene  wurde  als  Hassan  bin  Omari  erkannt.
Der  zweite  Zug  machte  den  Omari  Muenda  zum
Gefangenen,  während  der  berüchtigte  Scham  bin
Schaude  leider  entkam.  Große  Vorräthe  an  Munition
  und  Verpflegung  wurden  gefunden  und  zerstört,
  wobei  durch  eine  Pulverexplosion  der  Unteroffizier
  Lachemaier  erhebliche  Brandwunden  erlitt.
Nach  Zerstörung  des  Dorfes  wurde  der  Rückmarsch
  nach  Mawudji  angetreten;  am  14.  trafen
wir  den  Stab  und  die  6.  Kompagnie  unterwegs  und
gelangten  am  Nachmittag  in  unser  altes  Lager.

Lager  am  Mawudji,  den  15.  November  1895.

Hassan  bin  Omari  und  sein  Rathgeber  Omari
Muenda  sind  vorgestern  von  der  8.  Kompagnie  in
einem  Orte  am  Luwawa,  wohin  ich  mit  der  3.  und
6.  Kompagnie  auf  eine  Nachricht  von  Wangindoleuten
  aufzubrechen  im  Begriff  stand,  ergriffen  worden
  und  gehen  morgen  den  16.  November  mit  ¾
8.  Kompagnie  nach  Kilwa.  Ich  habe  kein  kriegs-
        <pb n="46" />
        gerichtliches  Verfahren  gegen  ihn  vorgenommen,  weil
ich  es  für  entsprechender  halte,  daß  er  mit  seinen
Mitschuldigen  und  vor  den  Augen  der  heimlichen
Hassanianer  in  Kilwa  das  Brett  zum  Galgen  beschreitet.
  Das  Kaiserliche  Gonvernement  wird  das
Bezirksamt  Kilwa  noch  mit  Weisung  versehen  müssen.
Die  sonst  gefangenen  bezw.  selbst  ins  Lager  gekommenen
  Leute,  meist  Weiber  und  Kinder,  werde
ich  morgen  wieder  fortschicken.  Ich  beabsichtige  jetzt
Folgendes:

Die  8.  Kompagnie,  am  meisten  angestrengt,  bleibt
vorläufig  in  Kilwa.

Die  9.  Kompagnie  geht  langsam  nach  Kiswere.
Ramsay  nimmt  die  Gegend,  namentlich  den  sagenhaften
  Mkoesee,  auf,  straft  und  beruhigt  das  Land.
Später,  wenn  kein  Zug  gegen  Matschemba  nöthig,
zieht  er  per  Fußmarsch  durch  das  Hinterland,  welches
nocht  keinen  Askari  gesehen,  nach  Lindi.

Die  3.  Kompagnie  geht  nach  Kisiwani,  straft  die
Anhänger  Hassans,  bleibt  eine  Zeit  lang  dort  und  ist
eventuell  auch  zur  Verfügung  gegen  Matschemba.

Die  6.  Kompagnie  bleibt  in  der  neuen  Boma
auf  dem  Felsvorsprung  nördlich  des  Mawudji,  wo
dieser  zu  Thal  geht.  Mit  der  Hälfte  der  Kompagnie
beabsichtige  ich,  den  Mawudji  bis  zur  Quelle  hinaufzuziehen,
  theils  um  die  Flagge  noch  einmal  überall
im  Gebirge  zu  zeigen,  theils  um  den  Flußlauf  endgültig
  festzulegen.  Ich  gedenke,  wenn  das  Gouvernement
  keine  Aenderung  in  der  ganzen  Anlage,  Matschembas
  wegen,  beabsichtigt,  14  Tage  bis  drei  Wochen
zu  dieser  Expedition  zu  verwenden.  Wenn  ein  exekutives
  Einschreiten  gegen  Matschemba  nothwendig  ist,
so  gehe  ich  natürlich  mit  den  drei  verfügbaren  Kompagnien
  herunter,  wenn  ein  friedlicher,  sozusagen
repräsentativer  Zug  zu  Matschemba  im  Plane  des
Gouvernements  liegt,  so  bitte  ich,  den  Kompagnieführer
  Ramsay  oder  Fromm  damit  beauftragen  zu
dürfen,  da  ich  das  Mawudjigebiet  für  unendlich
wichtig  für  kolonisotorische  Gedanken  halte  und  gern
das  Gebirgsland  noch  genau  kennen  lernen  möchte.
Ich  schicke  noch  einen  Wirthschaftsbericht,  ehe  ich  abmarschire.
  Dieser  Brief  kann  heute  Nacht  in  Kilwa
und  spätestens  am  18.  in  Dar-es-Saläm  sein.  Wenn
das  Gouvernement  damit  einverstanden  ist,  bitte  ich,
mich  telegraphisch  nach  Kilwa  zu  benachrichtigen.
Soeben  geht  ein  Schreiben  von  Kilwa  ein,
mir  ein  Telegramm  des  Herrn  Gonverneurs  übermittelt.
  Ueber  den  Gang  der  Expedition  konnte  ich
Ausschlaggebendes  für  Matschemba  nicht  berichten,  da
nichts  passirte,  meine  sonstigen  Berichte  sind  abbegangen
  aus  Lungu  am  1.  November,  vom  7.
vember,  am  4.  November  aus  dem  Lager  bei  8
(irrthümlich  so  genannt)  und  später  noch  ein  Bericht
durch  das  Bezirksamt  Kilwa  an  das  Gouvernement.

Ich  halte  es  serner  für  dringend  geboten,  daß
die  Untersuchung  in  Kilwa  nicht  durch  die  dortigen
farbigen  Angestellten  geführt  wird,  sondern  daß  der
Dolmetscher  Velten  nach  Kilwa  geschickt  wird,  um
die  Briefe  gründlich  zu  prüfen.  Es  ist  doch  höchst

welches

 

auffallend,  daß  Hassan  einen  Brief  erhalten  hat,  wir
würden  eine  Boma  hier  bauen.  Entweder  hat  ein
Europäer  mit  einem  Schwarzen  darüber  gesprochen,
oder  ein  Schwarzer  versteht  so  viel  Deutsch,  daß  er
sich  Unterhaltungen  zusammenstoppeln  kann.  Beides
ist  gleich  gefährlich.

Die  Bewegungen  der  Kompagnien  3,  8  und  9
leite  ich  morgen  ein.  Meinen  Marsch  aufwärts  ins
Gebirge  verschiebe  ich  bis  zum  Eintreffen  der  Ge
nehmigung  meiner  Vorschlägc  seitens  des  Kaiserlichen
Gouvernements.

gez.  v.  Trotha.

Unterwerfung  des  Däuptlings  Matschemba.

Einer  Meldung  des  Kaiserlichen  Gouverneurs
zufolge  hat  nach  der  Gefangennahme  Hassans  bin
Omari  auch  der  seit  Jahren  unbotmäßig  gewesene
Häuptling  Matschemba  sich  unterworfen  und  nicht
nur  die  Waffen  ausgeliefert,  sondern  auch  eine  Buße
au  Elfenbein  gezahlt.  Die  friedlichen  Zustände  sind
zufolge  des  persönlichen  Eingreisens  des  Gonverneurs
im  Süden  wie  im  ganzen  Schutzgebiete  wieder  hergestellt.


Friede  mit  den  Wahehe.

Der  Stationschef  von  Kilossa,  Kompagnieführer
v.  Elpons,  hat  mit  Genehmigung  des  Kaiserlichen
Gouverneurs  Friedensverhandlungen  mit  dem  Sultan
Qnawa,  Oberhäuptling  der  Wahehestämmec,  angeknüpft.
Ueber  den  Verlauf  dieser  nach  neuerdings  eingelaufenen
  Nachrichten  inzwischen  zu  einem  befriedigenden
Abschluß  geführten  Verhandlungen  liegen  folgende
Berichte  des  genannten  Stationschefs  vor:

Lager  am  Ruaha,  den  14.  Oktober  1895.

Euer  Hochwohlgeboren  melde  ich  gehorsamst  bezüglich
  der  Verhandlungen  mit  dem  Sultan  Quawa
Folgendes:

Am  18.  September  marschirte  ich  von  Kilosso
ab  und  traf  am  24.  September  am  Ruaha,  zwei
Stunden  südlich  von  Masombi,  ein.  Hier  bezog  ich
ein  befestigtes  Lager  und  setzte  mich  durch  Boten
mit  Quawa  in  Verbindung.

Am  8.  Oktober  erschien  der  erste  Abgesandte  des
Sultans,  der  Msagira  (Oberhäuptling)  Mjäma,
mit  12  Wahehe.  Dieser  brachte  Saläm  von  Quawa,
sechs  Stück  Großvieh  und  den  Bescheid,  daß  Quawa
selbst  in  den  nächsten  Tagen  folgen  würde.

Ich  sandte  Mjäma  zurück,  um  Ouawa,  der  angeblich
  schon  in  der  Nähe  sein  sollte,  zum  Lager
zu  geleiten.  Am  11.  traf  Mjäma  hier  am  Ruaha
wieder  ein;  er  war  nur  bis  Marawata  gegangen
und  hatte  dort  statt  Quawa  eine  zweite  größere
Gesandtschaft  angetroffen,  die  am  12.  Oktober  mit
Geschenken,  neun  Stück  Rindvieh,  hier  ankam.
        <pb n="47" />
        Es  erschienen  mit  diesen  Abgesandten  der  Oheim

Quawas,  Mpoma,  dessen  Sohn  Schalula,  sowie  eine
größere  Anzahl  Wahehe,  unter  denen  zwölf  Häupt--linge
  der  verschiedenen  Distrilte  des  Landes.
Der  Oheim  des  Sultans  von  Uhehe,  Mpoma,
als  Wortführer,  erllärte,  im  Auftrage  desselben  die
Friedensverhandlungen  abzuschließen,  und  das  Fernbleiben
  Quawas  mit  Furcht  desselben.

„Quawa“,  so  gab  der  Aelteste  an,  „ist  mit  seiner
Macht  zu  Ende.  Er  und  alle  seine  Leute  unterwerfen
  sich  der  deutschen  Regierung;  die  Deutschen
mögen  kommen  und  gehen  in  Uhehe,  wie  sie  wollen!“

Im  Verlauf  der  Schauris  erfuhr  ich  den  wahren
Grund  des  Fernbleibens  von  Quawa.

Zunächst  habe  ich  den  Eindruck  gewonnen,  daß
er  eine  unüberwindliche  Furcht  vor  dem  Zusammentressen
  mit  Europäern  und  deren  vermeintlichen
Zanberkünsten  hegt.  Er  weiß,  daß  er  allzu  viel  auf
dem  Kerbholze  hat,  und  kann  sich  nicht  vorstellen,
daß  ihm  Alles  vergeben  und  vergessen  sein  soll.

Unbegrenztes  Mißtrauen  dem  Europäer  gegenüber
  ist  ja  eine  Eigenthümlichkeit  aller  Neger  und
bei  Quawa  um  so  mehr  ausgebildet,  als  er  weiß,
wie  es  mit  ihm  und  seinem  Ansehen  steht.

In  letzter  Zeit  sind  zahlreiche  Wahehe  ausgewandert.
  Sogar  vier  seiner  Häuptlinge  sind  mit
Hab  und  Gut  fortgezogen;  so  3.  B.  Kigosi  aus
Kiringa  mit  60  Leuten,  50  Elfenbeinzähnen  und
Vieh,  Magansa  mit  Anhang,  mit  gesammtem  Hab
und  Gut  nach  Ugogo,  wie  gesagt  wird  zu  Sambalafu
  nach  Ota.

Ein  anderer  Grund  des  Fernbleibens  von  Quawa
ist  der,  daß  er,  noch  während  ich  hier  im  Lager  mich
aufhielt,  durch  Kriegsgerüchte  zweimal  aufgeschreckt
wurde  und  gerade  am  Tage  des  Eintreffens  meiner
Boten  mit  zahlreichen  Kriegern  Kiringa  verließ.

Es  hieß,  daß  Kiwanga  im  Anmarsch  sei.  Auch
Curopäcr  und  Askaris  waren  gesehen  worden.  Ob
dies  Alles  auf  Wahrheit  beruht  oder  ob  nur  Expeditionen
  der  Station  Ulanga  Veranlassung  gaben,
kann  ich  nicht  beurtheilen.  Jedenfalls  glaubte
Quawa,  und  das  ist  meines  Erachtens  erklärlich,  daß
die  Verhandlungen  darauf  abzielten,  ihn  in  eine
Falle  zu  locken  oder  zu  tödten.

Sein  Bruder  Mpangire,  der  sich  erbötig  zeigte,
zum  Ruaha  an  Stelle  Quawas  zu  gehen,  wurde  von
diesem  unter  Androhung  der  Todesstrafe  verhindert,
seine  Absicht  auszuführen.

Nach  Aussage  der  hier  anwesenden  Häuptlinge
erstreckte  sich  Quawas  Mißtrauen  auch  auf  seine
nächsten  Verwandten.  Er  glaubt,  daß  Mpangire  sich
mit  den  Deutschen  verbinden  wolle,  um  ihn  zu  beseitigen.


Die  zahlreichen  Desertionen  seiner  Unterthanen
machen  ihn  ängstlich.  Doch  diese  sind  lediglich  auf
frühere  grausame  Behandlung  zurückzuführen.  Häupilinge,
  die  vom  Kriege  zurückkehrten,  wurden,  wenn
die  Beute  dem  Sultan  zu  gering  erschien,  ohne
Weiteres  hingerichtet.  In  gleicher  Weise  verfuhr  er

 

it  denen,  deren  Eigenthum  ihm  der  Aneignung
#  schien.  Quawas  Reichthum  an  Elsenbein  ist
sehr  erheblich,  da  er  sich  als  den  Besitzer  jedes
«  s  betrachtet.
Iu  scheine  nach  Allem,  was  man  hört,  als  ob  es
mit  Quawas  Macht  zu  Ende  geht.  Man  wird
danach  mit  einem  plötzlichen  Verschwinden  desselben
-  Illllcll.
lechlglclr  inn  der  Anlage  übersandte  Friedensvertrag
ist  von  den  angesehensten  Häuptlingen  unterzeichuet.
Ich  sende  den  Wali  von  Kondoa,  Amer  bin  Nassor,
nach  Kiringa,  um  dort  den  Sultan  ebenfalls  zur
böschrift  zu  veranlassen.  »  .
Untcäkckczml  wie  nicht  zu  zweifeln  ist,  sich  dieser  mit
Allem  einverstanden  erklärt,  dürfte  dem  Verlehr  der
Handelnden,  Reisenden  u.  s.  w.  nichts  mehr  im  Wege
4)  hierher  gesandten  Wahehe  haben  einen  recht
findr  emacht.
cnten  Endruc  ge  küftige,  schlanke  und  auffallend
roße  Leute.  Ein  besonders  hervortretender  Gechsbhous
  ist  mir  nicht  aufgefallen.  Man  hätte
ange  für  Wasagara,  andere  für  Waniamwesi  halten
können.  4  ·
ie  bekannt,  fehlen  aber  bei  den  Wahehe  die
anciichurno  der  Nase  und  der  Ohren;  auch  Ausfeilung
  der  oberen  Vorderzähne  scheint  nicht  stattzufinden,
  ebenso  Tätowirung  des  Gesichts.
Unter  den  Gefallenen  in  Kiringa  sahen  wir  vereinzelt
  Leute  mit  ausgesprochenem  Angoni-  (Zulu-)
Typus.  Auch  zeichneten  sich  diese  Wenigen  durch
gelbliche,  röthliche,  überhaupt  hellere  Hautfarbe  aus.
Unter  den  hier  befindlichen  Gesandten  befindet  sich
aber  kein  heller  Rcger,  im  Gegentheil  ist  die  tiefe
  Farbe  vorherrschend.
schwartz  Farde  vorherrfon  man  es  bei  den  Wahehe
also  nicht  mehr  mit  einem  fremden,  den  benachbarten
nicht  verwandten  Stamme  zu  thun,  sondern  es  läßt
sich  wohl  die  Behauptung  verfeechten,  daß  man  in
den  Wahehe  ein  Gemisch  aller  von  ihnen  jemals
bekriegten  und  unterworfenen  Negervölker  zu  suchen  hat.
Die  Zahl  der  Kriegsgefangenen,  meist  Weiber,  ist
enorm.  Seit  Jahren  findet  ein  steter  Zufluß  von
Weibern,  aus  den  Raubzügen  dieses  kriegerischen
Tilles  herrührend,  statt.
Bold  diesen  Weibern  finden  sich  Mahenge,
Masiti,  Wassangu,  Wasagra,  Wagogo,  Waniamwesi,
Wawemba,  Massai  u.  A.  m.  *4*)2“
So  ist  das  Ueberwiegen  fremden  Blutes  in  diesem
eingewanderten  Stamme  erklärlich  und  die  Folgen
uszusehen.
vorHen  -die  früher  gegen  die  deutschen  Truppen
geführten  Kriege  erfahre  ich  noch  einiges  Erwähnenswerthe.
  #
wer  Vi  dem  Anmarsch  der  Expedition  Zelewst
hat  Quawa  sich  als  zu  Unrecht  angegriffen  befühl.
Er  hatte,  seiner  Meinung  nach,  Alles  hethan,  ur
ein  gutes  Einvernehmen  mit  der  deutschen  Regi  zan
herzustellen.  Als  ihm  das  trotz  Absendung
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        großen  Zahl  von  Leuten  und  Uebergabe  von  Geschenken
  nicht  gelungen  war,  hat  er  selbst  an  der
Spitze  seiner  sämmtlichen  Krieger  dem  Vordringen
Zelewskis  Einhalt  gethan.

Bei  dem  Ueberfall  sind  außer  einigen  Boys
keine  Gefangenen  gemacht  worden.  Niemals  hat  ein
Europäer  oder  Askari  Kiringa  betreten.

Bei  der  zweiten  Expedition,  im  Oktober  1894,
hatten  die  Wahehe  ebenfalls  einen  Ueberfall  im  freien
Felde  geplant,  doch  nahmen  sie  davon  Abstand,  als
sie  die  Marschsicherungen  sahen  und  das  kompakte
Vormarschiren  der  Karawane.

Großen  Eindruck  machte  ihnen  das  Feuer  des
Maximgeschützes,  doch  geradezu  unheimlich  waren
ihnen  die  Wirkungen  der  Schrapnels  und  der
Granaten.

Der  Sturmangriff  am  frühen  Morgen  des  30.
tober  kam  ihnen  vollkommen  überraschend.

Bei  den  ersten  Schüssen  liefen  die  Vertheidiger
der  Westseite  der  Stadt,  am  linken  User  des  Ruaha,
sofort  davon.  Nur  an  der  Angriffsfront  hielten  sich
die  Waniamwesi  des  Sunetu  aus  Unianiembe.

Quawa  worllte,
mit  sammt  seinen  Weibern  in  seiner  Pulvertembe

10

Ot-.


barungen  zu  erfüllen.  Im  anderen  Falle  betrachtet
das  Kaiserliche  Gounvernement  sich  nicht  als  verpflichtet.

Die  Bedingungen,  die  der  Sultan  Quawa  weiterhin
  zu  erfüllen  hat,  sind  folgende:

1.  Quawa  giebt  sämmtlichen  in  seinem  Lande
bisher  noch  zurückgehaltenen  Kriegsgefangenen  ohne
Unterschied  des  Stammes  und  Geschlechts  die  Freiheit
zurück,  ohne  seitens  dieser  oder  ihrer  Angehörigen
Entgelt  in  irgend  einer  Art  zu  beanspruchen.

2.  Quawa  verpflichtet  sich,  alles  sich  noch  in
seinem  Lande  vorsindende,  aus  der  Zelewst  i-Expedition
  herrührende  Kriegsmaterial,  Waffen  u.  s.  w.
auf  der  Station  Kilossa  abzuliefern.

3.  Allen  Reisenden,  Europäern  oder  Farbigen,
allen  Karawanen  oder  Postboten,  die  sich  in  Uhehe
dauernd  oder  für  kürzere  Zeit  aufhalten  wollen,  hat
der  Sultan  Quawa  ungehindert  Zutritt  zu  allen
Theilen  seines  Landes  zu  gestatten,  sic  zu  schützen,
Handelstreibenden  keine  Hindernisse  zu  bereiten,  keinen
Hongo  in  irgendwelcher  Form  zu  erheben  und  den
Lebensunterhalt  für  die  Bezeichneten  zu  landesüblichen

Preisen  abzulassenals

  er  seine  Ohnmacht  sah,  sich

bereitungen,  das  Pulver  zu  entzünden,  getroffen,  als

er  von  seinen  Häuptlingen  fortgerissen  wurde.

In  Kiringa  befand  sich  Rumaliza,  der  bekannte
Araber  aus  dem  Kongostaat;  diesen  hielt
mit  Gewalt  zurück.

Morgen,  den  14.  Oktober,  trete  ich  den  NRückmarsch
  nach  Kilossa  an.  Der  Wali,  Amer  bin
Nassor,  und  drei  Araber,  Kaufleute  aus  Kondoa,
gehen  in  Begleitung  der  Wahehegesandtschaft  nach
Kiiringa

Quawa

4.  Quawa  sendet  alle  zwei  Monatc  eine  Gesandsschast

  nach  Kilossa.
den  Tod  geben,  und  zwar  hatte  er  schon  alle  Vor-5.

  Quawa  verpflichtet  sich  mit  seinen  sämmtlichen
Angehörigen,  seinen  Brüdern  Mpangire,  Mkungahaka
und  seinen  Ober=  und  Unterhäuptlingen,  diesen  Bedingungen
  nachzukommen,  die  Grenzen  seines  Landes
nicht  mehr  in  feindlicher  Absicht  zu  überschreiten,  im
Rumdiigebirge  die  Nordgrenze  von  Uhehe  zu  sehen

und  besonders  nach  Kondoa  und  Miombo  zu  keinc

Grenzverletzung  zu  gestatten.
Das  Kaiserliche  Gonvernement  sichert  dem  Sultan

Quawa  seinen  Besit  an  Land  und  Leuten  zu.

Den  Wali  erwarte  ich  gegen  den  Ansang  des

November  in  Kondoa  zurück.
gez.  v.  Elpons,  Kompagnieführer.

Mit  den  nachstehend  aufgeführten  Abgesandten
des  Sultans  Quawa  von  Uhehe  sind  heute  von

Es  wird  ferner  allen  dem  Gouvernement  befreundeten
  und  an  Uhehe  grenzenden  Stämmen,  namentlich
Merere  und  Kiwanga,  die  Weisung  zugehen  lassen,
die  Feindseligkeiten  gegen  Uhehe  cinzustellen,  und  in

Zukunft  nach  Kräften  gegen  die  räuberischen  Einfälle

Unterzeichneten  im  Auftrage  des  Kaiserlichen  Gouvernements

  folgende  Friedensbedingungen  vereinbart
worden:

1.  Nachdem  der  Sultan
oft  wiederholten  Bitten  um  Frieden,  Absendung  von
Gesandtschaften  behufs  Ueberbringung  von  Geschenken
an  das  Kaiserliche  Gouvernement  seine  Bereitwilligkeit,
  sich  zu  unterwerfen  und  alle  Feindseligkeiten  ein-Quawa

  durch  seine

zustellen,  dargethan  hat,  wird  mit  ihm,  seines  Vaters
Bruder  Mpoma  sowie  dessen  Sohn  Schabula  und
sämmtlichen  ihm  unterstellten  Häuptlingen  im  Namen

des  Kaiserlichen  Gonvernements  Friede  geschlossen.
2.  Durch  eigenhändige  Unterzeichnung  schließen
sich  die  vom  Sultan  Quawa  mit  Vollmacht  versehenen
Abgesandten  den  unten  näher  bezeichneten  Bedingungen
an  und  versichern,  Alles  zu  thun,  um  die  Vereinder

  Wagogo  eintreten.

Bei  Streitfällen  zwischen  Uhehe  und  benachbarten
Ländern  wird  das  Kaiserliche  Gonvernement  das
Schiedsrichteramt  übernehmen.

Quawa  erhält  die  von  ihm  erbetene  deutsche
Flagge  für  die  sechs  Hauptplätze  seines  Landes.

Nach  Eintreffen  der  entlassenen  Kriegsgefangenen
aus  Uhehe  erhält  auch  Quawa  die  noch  in  Kilossa
befindlichen  kriegsgefangenen  Wahehe  zurück.

Alles  in  diesem  Schriftstück  Festgesetzte  ist  den
Auwesenden  übersetzt  und  wird  von  ihnen  die  genaue
Kenntniß  der  Abmachungen  durch  Handzeichen  bescheinigt.


Lager  am  Ruaha,  den  12.  Oktober  1895.
(Folgen  die  Handzeichen  der  16  Abgesandten.)
(g#cz.)  v.  Elpons,  Kompagnieführer.

(gez.)  v.  Beringe,  Lieutenant.
        <pb n="49" />
        Kilossa,  den  18.  November  1895.

Euer  Hochwohlgeboren  berichte  ich  gehorsamst,
daß  der  Wali  von  Kondoa,  Amer  bin  Nasr,  am
16.  d.  Mts.  aus  Kiringa  zurückgekehrt  ist.

Eine  Gesandtschaft  Quawas,  bestehend  aus  sieben
Wasagira  und  60  Wahehe,  begleitete  ihn  hierher.
Quawa  sandte  Elfenbein  im  Werth  von  über  1000
Rupien  als  Saläm  (Geschenk).

Der  Wali  berichtet  über  seinen  Marsch  vom
Ruaha  nach  Kiringa,  daß  er  zunächst  unbehelligt
dorthin  gelangte.

Noch  bevor  er  dieses  erreichte,  sandte  ihm  Cnawa
Rinder  entgegen,  und  auch  später,  als  der  Araber
Kiringa  erreicht  hatte,  erhielt  er  reichlich  Vieh  und
Lebensmittel  für  sich  und  seine  Leute.

Am  zweiten  Tage  nach  der  Ankunst  des  Wali
wurde  ihm  der  Baba  mdogo  des  Quawa,  dessen
Onkel  Mpoma,  gemeldct.

Dieser  richtete  aus,  daß  Ouawa  persönlich  mit
Amer  unterhandeln  wolle,  falls  dieser  bereit  sei,  mit
Mpoma  Blutsfreundschaft  zu  schließen.

Die  allerseits  bekannte  Handlung,  Sali,  wurde
erledigt,  und  nachdem  die  üblichen  zwei  Tage  verflossen,
  Quawa  sich  also  überzeugt  und  beruhigt  hatte
über  eventuelle  verderbliche  Wirkungen  des  Aublicks
eines  Fremden,  kam  er  mit  seinen  Häuptlingen  und
zmmitten  einer  großen  Volksmenge  zum  Wali.

Amer  bin  Najr  setzte  nunmehr  dem  Sultan  nochmals
  alle  Friedensbedingungen  auseinander,  die  ihm
schon  vorher  durch  die  Wasagira  überbracht  worden
waren.

Er  erkllärte  sich  mit  Allem  einverstanden  und
bat  wiederholt,  in  Kilossa  seine  Friedensliebe  zum
Ausdruck  zu  bringen.

Sein  früheres  kriegerisches  Verhalten  suchte  er
in  der  bereits  berichteten  Weise  zu  erklären  und  zu
entschuldigen.

Auf  die  Aufforderung  des  Wali  Amer  bin  Nasr,
die  Abmachungen  nun  mit  eigener  Hand  zu
umerzeichnen,  schwieg  er  lange  und  äußerte  dann
mit  allen  Zeichen  der  Furcht  sein  Unvermögen.

Alle  seine  Leute,  seine  Verwandten  und  Wasagira
hätten  „ihre  Hand  auf  das  Papier  gelegt“,  und  das
sei  ebenso  gut,  als  ob  er  es  thäte:  er  bat,  ihn  von
dieser  „Daua"')  zu  entbinden.

Seinen  Wasagira  gegenüber  erklärte  er,  dasß,
wenn  der  Msungus?)  in  Kilossa  oder  an  der  Küste
seine  Hand  auf  dem  Papier  sähe,  er  selbst  dann
sterben  müsse.

Mschensi  ist,  und  glaube  ich,  daß  man  dieser
Weigerung  eben  nichts  Anderes  unterlegen  darf  als
unbändige  Furcht  vor  der  Macht  der  Europäer.

Ueber  die  Anlage  der  Station  in  Uhehe,  Perondo,
vier  Tage  von  Kiringa,  äußert  sich  Luawa  sehr  erstaunt
  und  mißtranuisch.

Dem  Wali  gelang  es,  Quawa  zu  beruhigen,

ein  Araber  seiner  Begleitung  ging  selbst  nach  beabsichtigte  Wirkung  haben  wird,

*)  Zaubermittel.
*t4  Weiße

!  .

11

weiterhin  zum  Bezirk  Kilossa  zu  rechnen,

Boma  auch  hierher  gelangen  lasser

Perondo  und  theilte  Kleist  mit,  daß  „der  Krieg  zu

Ende  sei“!

Lieutenant  v.  Kleist  hat  sich  an  der  Grenze  von
Uhehe,  östlich  Kiringa  niedergelassen  und  zwar  im
Gebiet  eines  Msagiras  von  Quawa.  Legterer  hat
nun  seinem  Häuptling  eine  deutsche  Flagge  für  sein
Dorf  gegeben,  weil  er  fürchtet,  daß  Lieutenant
v.  Kleist  „Krieg  macht"“.  «

Von  Kleist  ist  am  16.  d.  Mts.  ein  Schreiben

hierher  gelangt,  wonach  er  bei  Perondo  ein  Lager
bezogen  hat,  welches  er  zur  Station  ausbauen  will.

Er  ersucht  die  Station  Kilossa,  dem  Gouvernement
Vorschläge  behufs  Abgrenzung  der  Bezirke  zu  machen.
Ich  halte  es  für  zweckmäßig,  Uhehe  nun  auch
und  daß
Uhehe  alles  Land  verstanden  wird,  in  dem
znesinge  Quawas  eingesetzt  sind,  und  in  dem  er
selbst  seit  geraumer  Zeit  herrscht.  #  .

Eine  Theilung  des  Landes  und  die  Aulage  einer
Boma  in  Uhehe  wird  nur  Unzuträglichleiten  im  Gej
  den.
sece  ben  dcleheziehingen  mit  Uhehe  gehen  mit
verschwindenden  Ausnahmen  von  Kondoa  aus.

Es  wird  also  sich  hier  an  Drt  und  Stelle  die
Möglichkeit  einer  Kontrole  dieses  Handels  bieten;
etwa  vorkommende  Streitigkeiten  wird  die  Station
in  der  Lage  sein,  auf  das  Leichteste  zu  schlichten,  da
ja  die  Händler  alle  von  hier  aus  abgehen,  oder
hier  nach  Erledigung  ihrer  Geschäfte  in  Uhehe  wieder
eintn  ergiebt  sich  als  ein  Grund,  von  der  Anügeseiner
  Station  in  Uhehe  abzusehen,  daß  Quawanunmehr,
  und  nachdem  in  semen  Hauptplätzen  die
deulsche  Flagge  weht,  Zeit  gewinnt,  um  den  Liinstigen
Einfluß  des  friedlichen  Zustandes  auf  sein  Land  zu
beurtheile

Ein
geraume  Fei-Snde
  lommt.  6  #
Das  Erscheinen  eines  Europäers  mit  zahlreichen
Soldaten  an  der  Grenze  seines  Landes  wird  Quawa
aber  kaum  zur  Ruhe  kommen  lassen.

Quawa  hat  allen  Gefangenen  die  Freiheit  gegeben;
hier  in  Kondoa  sind  die  meisten  der  im  Jahre  1892
Geraubten  zurück.  **½1

Mitte  Dezember  trifft  die  Gesandtschaft  hier
ein,  welche  Ouawa  bestimmt  hat,  Euer  Hochwohl-I.

  "
Mschensis)  wie  Quawa  braucht  aber  eine
bis  er  mit  seinen  Ueberlegungen  zu

geboren  seine  völlige  Unterwerfung  anzuzeigen.
Quawa  beweist  damit  nur,  daß  er  eben  ein

Der  Wali  wird  auf  Bitten  Quawas  als  Wortführer
  sich  anschließen.
Da  die  Station  Perondo  nur  10  Tage  von  hier
entfernt  ist  und  sich  mehrere  Wasagira  Huawas  bier
aufhalten,  bitte  ich  gehorsanmst,  *  uschen  Guer
ren  über  die  Absicht  der  An
Hochwohlgeboren  über  die  Absich  -e  wallge,  |
fü  i  «  -  nicht  die
füge  noch  hinzu,  daß  eine  Boma  in  ue  ie

*)  Heide.
        <pb n="50" />
        den  Verwickelungen,  die  eine  Theilung  Uhehes  in  verschiedene
  Bezirke  im  Gefolge  haben  wird.

Euer  Hochwohlgeboren  bitte  ich  gehorsamst,  mit
der  Wahehe-Gesandtschaft  Mitte  Dezember  nach  der
Küste  marschiren  zu  dürfen.

gez.  v.  Elpons,  Kompagnieführer.

Um  Störungen  der  Friedensverhandlungen  vorzubeugen,
  ist  der  in  Ulanga  stationirte  Lieutenant
v.  Kleist  angewiesen  worden,  nach  dieser  Station
zurückzugehen.  Ueber  die  Frage,  ob  in  Uhehe  eine
befestigte  Station  anzulegen  sein  wird,  steht  die  Entscheidung
  des  Kaiserlichen  Gouverneurs  noch  aus.

Kammlung  sprachlichen  Materials.

Durch  ein  Rundschreiben  des  Kaiserlichen  Gouverneurs
  sind  die  Walis,  Jumben  und  schreibkundigen
Suaheli  und  Araber  Deutsch-  Ostafrikas  ausgefordert
worden,  Suaheli-Schriftstücke  jeder  Ark,  wie  Briefe,
Gedichte,  Märchen,  Räthsel,  Erzählungen,  Sprichwörter
  u.  s.  w.  u.  s.  w.,  zu  sammeln,  oder  neuc  aufzuschreiben
  und  den  Bezirksämtern  oder  Stationen
zur  Weitergabe  an  das  Kaiserliche  Gouvernement
zu  übergeben.

Der  Mörder  Emin  paschas.

Nachrichten  zufolge,  welche  dem  Kaiserlichen  Gonverneur
  v.  Wissmann  zugegangen  sind,  ist  der
Mörder  Emin  Paschas,  Hamadi  bin  Ali,  nicht,
wie  bisher  angenommen  wurde,  gegen  die  Belgier
gefallen.  Es  wird  vermuthet,  daß  er  beabsichtigt,
sich  nach  Sansibar  oder  Maskat  zu  flüchten,  und
daß  er  daher  irgendwo  an  der  deutschen  Küste  versuchen
  wird,  sich  unter  falschem  Namen  und  mit  nach
Möglichkeit  verändertem  Aeußeren  vielleicht  auf
Fischerkanoes  nach  Sansibar  einzuschiffen.

Der  Kaiserliche  Gouverneur  hat  daher  die  Bezirksämter
  angewiesen,  bei  jedem  den  Bezirk  passirenden
  Araber  dessen  Identität  feststellen  zu  lassen,  um
den  Mörder,  wenn  irgend  möglich,  abzufassen.

Feuersbrunst  in  Kaadani.

Die  Stadt  Saadani  ist  am  16.  Oktober  um  die

Mittagszeit  von  einer  verhcerenden  Feuersbrunst
heimgesucht  worden,  welche  134  Häuser  im  ungefähren
Werthe  von  40  000  Rupien  zerstört  hat.  Leider  ist
auch  ein  Menschenleben  zu  beklagen.  Den  energischen
Anstrengungen  der  anwesenden  Europäer  und  Polizeimannschasten
  gelang  es,  als  der  heftige  Seewind
nachließ,  dem  Feuer  Einhalt  zu  gebieten,  so  daß  es
auf  die  mittlere  Stadt  beschränkt  blieb.  Hauptsächlich
betroffen  sind  die  indischen  Händler,  denen  die  Mehrzahl
  der  mit  den  darin  befindlichen  Waaren  niedergebrannten
  Häuser  gehörte.  Verhältnißmäßig  weniger
hart  betroffen  ist  die  Negerbevölkerung,  die  meist
bei  den  Indiern  zu  Miethe  wohnte  und  deren  Hausrath
  einen  erheblichen  Werth  nicht  zu  besitzen  pflegt.

 

Seitens  des  Gouvernements  sind  unverzüglich
Maßregeln  getroffen  worden,  um  den  obdachlos  Gewordenen
  Beistand  zu  leisten.  So  ist  der  —  sonst
gebührenpflichtige  —  Holzschlag  im  Bezirk  Saadani
freigegeben  worden,  was  bereits  einen  Wiederbeginn
der  Bauthätigkeit  zur  Folge  gehabt  hat.  Außerdem
ist  eine  freiwillige  Sammlung  eingeleitet  worden,
deren  Erträge  dazu  dienen  sollen,  die  Beschaffung
der  sonstigen  Baumaterialien  sowie  den  mit  dem
Neubau  Beschäftigten  die  Sorge  für  ihren  Lebensunterhalt
  zu  erleichtern.  Es  steht  zu  hoffen,  daß
danl  den  getroffenen  Maßnahmen  die  Stadt  den
erlittenen  harten  Schlag  in  nicht  allzu  langer  Zeit
verwinden  wird.

bersuchsstation  in  Uiambara.

Einem  Berichte  des  Kaiserlichen  Gonverneurs
zufolge  ist  der  mit  Anlage  der  in  Usambara  geplanten
  Versuchsstation  des  Gouvernements  beauftragte
  Graf  Zech  am  10.  November  v.  Is.  von
Tanga  nach  dem  Innern  aufgebrochen.

Einige  geeignete  Punkte  im  oberen  Wurnnithal
und  im  Mluluthal  waren  bereits  vorher  besichtigt
worden.  Die  definitive  Wahl  des  Platzes  soll  jedoch
dem  Leiter  der  Station  überlassen  bleiben.

Graf  Zech  beabsichtigt  daher,  zunächst  sein  Standquartier
  bei  Wuga  aufzuschlagen  und  von  da  aus
Rekognoszirungstouren  in  die  Umgegend  zu  machen,
um  den  besten  Platz  für  seine  Zwecke  zu  finden.
Es  ist  ihm  die  nachfolgende  Instruktion  ertheilt
worden.

Dar.es-Salaäm,  den  5.  Oktober  1895.

Ew.  Hochgeboren  ertheile  ich  im  Anschluß
an  Ihren  mit  der  Kolonial-Abtheilung  des  Auswärtigen
  Amtes  abgeschlossenen  Vertrag  nachstehende
Instruktion:

Die  Versuchsstation  in  Usambara,  deren  Anlage
und  Leitung  Ihnen  übertragen  ist,  soll  den  Zweck
haben,  zu  untersuchen,  inwieweit  sich  die  westlich  des
Luengera  gelegenen  Gebiete  von  Usambara  für  tropische
  Kulturen,  Ackerbau  und  Viehzucht  eignen.
Die  Station  soll  als  ein  dem  allgemeinen  Wohle
dienendes  Unternehmen  durch  Versuche  in  verschie
denen  Höhenlagen  den  schon  bestehenden  sowie  neu
hinzukommenden  Pflanzungen  den  Beweis  liefern,
welche  tropischen  Nutzpflanzen  sich  in  den  verschiedenen
  Lagen  mit  Aussicht  auf  Ersolg  kultiviren  lassen,
und  solche  Unternehmungen  später  gegebenenfalls  mit
Pflanzenmaterial  und  Saatgut  zu  versehen  in  der
Lage  sein.

Diese  Versuche  sollen  ferner  in  Verbindung  mit
den  Versuchen  mit  Ackerbau  und  Viehzucht  feststellen,
inwieweit  die  Bedingungen  für  eine  nach  genauester
Erforschung  aller  einschlägigen  Verhältnisse  später
ins  Auge  zu  fassende  Niederlassung  dentscher  An
siedler  daselbst  vorhanden  sind,  und  Grundlagen
schaffen  zur  Beurtheilung  der  Höhe  des  erforderlichen
        <pb n="51" />
        Anlagekapitals  der  verschiedenen  Arten  von  Unternehmungen
  und  ihrer  Rentabilität.

Die  Versuche  werden  sich  unter  Berücksichtigung
größtmöglicher  Sparsamkeit  und  genauester  Kalkulation
  nach  und  nach  möglichst  vielseitig  zu  gestalten
haben,  Euer  Hochgeboren  werden  indeß  immer  im
Auge  zu  behalten  haben,  alle  Versuche  den  vorhandenen
  Mitteln  anzupassen,  besonders  im  Anufange
daher  nicht  zu  viele  Sachen  auf  einmal  zu  beginnen.

Da  das  Unternehmen,  wie  gesagt,  dem  allgemeinen
Wohle  dienen  soll,  kommt  es  in  erster  Linic  nicht
darauf  an  und  liegt  es  auch  nicht  in  der  Absicht,
durch  Großbetrieb  einzelner  Kulturen  schon  in  kurzer
Zeit  eine  Rentabilität  zu  erzielen.

Wenn  es  ermöglicht  werden  kann,  daß  das  Unternehmen
  sich  nach  und  nach  selbst  erhält  oder  Ueberschüsse
  erzielt,  so  wird  dies  natürlich  seiner  Erweiterung
  zu  Gute  kommen.

Euer  Hochgeboren  unterstehen  ebenso  wie  die
anderen  der  Versuchsstation  zugetheilten  Bramten  der
Abtheilung  für  Landeskultur  und  Landesvermessung,
deren  Weisungen  Sie  Folge  zu  leisten  und  an  die
Sie  monatlich  kurz  über  den  Fortgang  Ihrer  Arbeiten
zu  berichten  haben.  Im  Interesse  der  Entwickelung
des  Unternehmens  soll  Ihnen  indessen  eine  möglichst
weitgehende  Selbständigkeit  gelassen  werden.

Vor  Allem  wird  die  Auswahl  des  geeigneten
Terrains  vollständig  Ihrer  Verantwortlichkeit  überlassen
  bleiben.  Ew.  Hochgeboren  wollen  auf  diese
Auswahl  die  größte  Sorgfalt  verwenden  und  sich  in
der  definitiven  Bestimmung  des  Stationsplatzes  nicht
übereilen.

Zu  diesem  Zwecke  wollen  Sie  sich,  nach  Berathung
mit  Herrn  v.  St.  Paul,  mit  Herrn  Lieutenant
Storch,  dem  der  Bezirk  Masinde  untersteht,  ius
Einvernehmen  sotzen.  Herr  Lieutenant  Storch  hat
bereits  diesseits  den  Austrag  erhalten,  ein  gceignetes
Gelände  vorläufig  zu  rekognosziren.
terhin  von  mir  angewiesen  werden,  Sic  in  jeder
Hinsicht  zu  unterstützen.

Die  Station  rechnet  mit  der  Bezirkskasse  Tanga
monatlich  nach  den  von  ihr  zu  ertheilenden  Weisungen
  ab.

Alle  Anträge  auf  Genehmigung  von  Ausgaben
oder  Bestellungen  sind,  soweit  sie  nicht  innerhalb  des
Nahmens  der  Ihnen  monatlich  für  Arbeitszwecke  zur
Verfügung  stehenden  Gelder  liegen,  an  die  Abtheilung
für  Landeskultur  und  Landesvermessung  zu  richten,

13

sammen.

.

Er  wird  wei-Salä

  ir  ärtner
5.  aus  dem  von  Dar-es-Saläm  kommandirten  Gär  t
Leiby.  der  dem  Grasen  v.  Zech  bereits  aus  Neu-Guinea
  bekannt  war,  und  6.  dem  Pflanzer  Illich  zu-Frau
  Gräfin  v.  Zech  und  Tochter  sind
ebenfalls  mit  der  Expedition  abmarschirt.

T#go.

Neise  des  Landesbauptmanns.

Der  Kaiserliche  Landeshauptmann  Köhler  hat
eine  Besichtigungsreise  nach  den  inneren  Stationen
des  Schutzgebictes  und  dem  Volta-  in  Begleitung  der
Schutztruppe  ausgeführt.  Telegraphischer  Medung
zufolge  ijt  er  von  dieser  Reise  Mitte  Dezember  nach
der  Küste  zurückgekehrt.

Oeffentliche  Arbeiten.

N  inem  Briefe  des  Missionars  P.  Dier  hat
Pon  nach  der  Adjidoscite  eine  Verschönerung
erhalten.  Es  ist  das  die  beim  Regierungsgebäude
cW  elegte  Treppe  zu  der  Lagune,  woselbst  des  Abends
Alndl  Glaslaternen  brennen.  Gegenwärtig  ist  man
K#as  eifrig  mit  dem  Brückenbau  zwischen  Sebbe,  wo
das  Hauptregierungsgebände  sich  befindet,  und  Adjido
beschäftigt.  Bereits  hat  die  Kaiserliche  Regierung
einen  recht  schönen  Weg  über  Adfido  nach  Hdieser
Brücke  hin  gelegt,  und  es  ist  zu  hoffen,  daß  Adjido
durch  den  Brückenbau  eine  Zukunft.  haben  wird.  Wir
haben  dann  eine  Verbindung  mit  dem  Innern  des
Vandes,  ohne  daß  wir  Fahrzeuge  zu  benutzen  brauchen,
und  wenn  dann  noch  die  Brücke  von  Adjido  nach
Klein-Popo  gebant  ist,  so  wird  sich  Manches  besser
gestalten.

Deutsch-Südwelkafrika.

Sug  des  Raiserlichen  Landesbauptmanns  nach
Grootfontein.

Aus  dem  nördlichen  Hererolande  hat  Major

Lentwein  zur  Ergänzung  seines  letzten  Berichtes

welche  Ihnen  auch  die  näherc  Mittheilung  über  Ihre
vorläufigen  Betriebsgelder,  Ausrüstung  u.  s.  w.  direkt

machen  wird.
Nach  Ihrer  ersten  Einrichtung  sehe  ich  der  Einreichung

  eines  möglichst  genauen  Wirthschaftsplanes

entgegen.
Der  Kaiserliche  Gouverneur.
gez.  v.  Wissmann.
Das  Personal  der  Station  setzt  sich  vorläufig  aus
den  Herren:  1.  Graf  v.  Zech,  2.  Landwirth  Eick,
3.  Botaniker  Dr.  Buchwald,  4.  Gärtner  Wagner,

nehe  Kol.  Bl.  1895  S.  621)  von  Otyimbingue  aus
diege  le  12.  Oktober  1895  Folgendes  gemeldet:
Vom  30.  August  bis  zum  3.  September  hatte  ich
die  Umgebung  von  Grootfontein  in  östlicher  und
nördlicher  Richtung  durchzogen  und  kann  nur  die  in
meinem  letzten  Bericht  niedergelegten  günstigen  Anschauungen
  über  das  Land  nochmals  wiederholen.

lbe  ist  ungemein  wasserreich  (sließendes  Wasser)
rn  wo  keine  Hereros  gehaust  haben,  auch  noch  zuB
mit  Weide  versehen.  In  Ghaub  wurde  derern
meinem  letzten  Bericht  bereits  erwähnte  Hereron  tart
Jak  Krueger  förmlich  als  Kapitän  der  berg  augen
und  Buschmänner  eingesetzt.  Bei  dieser  e  Fnir  *7
will  ich  hier  gleich  hinzufügen,  daß  ich  an  ##  gon-Bergdamara
  und  Buschmänner  im  Westen  des
        <pb n="52" />
        zessionsgebietes  der  South  West  Africa  Co.  Ld.  einen
Kapitän  eingesetzt  habe  und  zwar  den  Buschmann
Aribib,  welcher  auch  bisher  bercits  eine  Art  Ober-14



herrschaft  über  die  betreffenden  Volksstämme  ausgeübt

  hat.

Am  7.  September  erfolgte  der  Abmarsch  von
Grootfontein:  ich  begab  mich  über  Otavi  nach  Outio,
wo  ich  am  16.  September  eintraf.  Der  Oberhäupt
ling  Samuel  hatte  sich  nachträglich  doch  noch  zum
Mitgehen  entschlossen  und  mich  bis  hierher  begleitet.
Derselbe  ist  mir  unterwegs  vielfach  von  Nutzen
gewesen.

In  Outjo  meldete  sich  der  Kapitän  der  Zwartbooi-Hottentotten
  bei  mir,  begleitet  von  dem
Kapitän  der  nördlich  des  Kaokofelds  wohnenden
Topnaars.  Der  Lettere  erklärte  sich  mit  dem
Ersteren  solidarisch  verbunden  und  den  von  diesem
mit  der  deutschen  Regierung  abgeschlossenen  Schutzvertrag
  auch  für  sich  und  sein  Volk  gültig,  was  er
sowohl  wie  seine  Großleute  durch  Unterschrift  bekräftigen
  zu  dürfen  baten.  Hiergegen  hatte  ich
natürlich  nichts  einzuwenden,  namentlich,  nachdem  ich
die  Ueberzeugung  gewonnen  hatte,  daß  der  Passus,

betreffend  die  Kriegspflicht,  auch  bei  ihnen  volles

Vuseim  gefunden  hatte.

Am  2  1.  September  verließ  ich  Outjo  und  marschirte
  über  Omaruru,  Okombahe  nach  Otyimbinguc.
Wenn  man  die  Gejühle  der  Hereros  gegen  uns
lediglich  nach  der  Zahl  der  aufgesteckten  deutschen
Fahnen  sowie  nach  der  sichtlichen  Theilnahme  der
Bevölkerung  an  unserem  Einzug  berechnen  wollte,  so
könnte  ich  in  Bezug  auf  Omaruru  und  Otyimbingue
nur  das  Allergünstigste  berichten.  Namentlich  bei

Von  hier  werde  ich  morgen  abmarschiren  und
hoffe,  der  Truppe  vorauseilend,  in  drei  Tagen  in
Windhoek  zu  sein.  Der  Oberhäuptling  Samuel
wird  mich  bis  zur  Abzweigung  des  Weges  nach
Okahandja  begleiten  und  will  sich  zur  Besprechung
einiger  unbedeutender  Vorkommnisse  während  unserer
Abwesenheit  in  ctwa  acht  Tagen  in  Windhoek  cinfinden.


RAus  dem  Bereiche  der  Missionen  und
der  RAnkisklaverei-Bewegung.

Im  Alter  von  68  Jahren  ist  in  Stuttgart
(Württemberg)  der  frühere  Missionar  Johannes
Gottlieb  Christaller  aus  Schorndorf  gestorben,
dessen  einer  Sohn  seit  1887  in  Kamermn  als  Lehrer
der  deutschen  Regierungsschule  thätig  ist.  Der  Ver
ewigte  hatte  sich  in  seinem  21.  Jahre  entschlossen,
Missionar  zu  werden.  Nach  vierjähriger  Vorbereitung
  im  Missionshaus  zu  Basel  ging  er  1852

"  au  die  Goldküste,  wo  er  11  Jahre  im  Missionswerk

1!

!Frucht  dieses  Aufenthalts.

dem  erstgenannten  Platze,  den  wir  vor  einem  Jahre

noch  als  Feinde  betreten  hatten,
Umschwung  zu  verzeichnen,  was
Verdienst  des  dortigen  Stationschefs,  des  Sekondlieutenants
  Volkmann,  auffasse.  Das  dortige
Stationsgebäude  sowie  dasjenige  in  Okombahe  sind
bereits  fertiggestellt  und  machen  auf  den  günstig
gewählten  beherrschenden  Stellen  einen  imponirenden
Eindruck.

Okombahe  fand  ich  als  einen  sehr  schön  gelegenen
Platz,  das  Flußbett  mit  Gärten  und  Kornfeldern
dicht  bedeckt.  Die  Hereros,  denen  jede  staatliche
Ordnung  ein  Greucl  ist,  haben  bis  auf  Wenige  den
Ort  verlassen,  während  seitens  der  Bergdamaras  sich
bereits  ein  Zufluß  einzustellen  beginnt.  Ich  habe
den  Distriktschef  angewiesen,  die  Gärten  der  Ausgewanderten
  einzuziehen  sowie  denselben  die  Rückkehr
zu  versagen,  dagegen  den  Zustrom  der  Bergdamaras
zu  befördern,  in  welchem  Bestreben  wir  gleichfalls

ist  ein  mächtiger
iich  vor  Allem  als

senior  lay  member  der  Universitätenmission,

durch  die  Kurzsichtigkeit  der  Hereros  unterstützt  werden.

  Diese  fahren  nämlich  fort,  die  in  ihrem  Gebiete
  wohnenden  Bergdamaras  in  unerhörter  Weise
zu  bedrücken.  Mit  Absicht  habe  ich  dem  Lapitän
in  Okombahe  erklärt,  daß  ich  lediglich  seine  auf  genanntem
  Platze  wohnenden  Leute  schützen  könne  und
werde.

thätig  war.  Viele  literarische  Werke  waren  die
Besondere  Verdienste
hat  er  sich  um  die  Sprache  der  Aschanti  erworben.
Das  Institut  de  France  hat  ihn  dafür  durch  die  goldene
Volney-Medaille  ausgezeichnet.  Noch  vor  Kurzem  ist
dank  seiner  eifrigen  und  sachkundigen  Mitwirkung  die  an
dieser  Stelle  erwähnte  Geschichte  der  Goldküste  von
dem  eingeborenen  Pastor  Reindorf  herausgegeben
worden.  Die  meisten  Arbeiten  J.  G.  Christallers
betrafen  die  afrikanischen  Sprachen.  Sie  sind  leider
in  verschiedenen  wissenschaftlichen  Zeitschriften  verstreut.
Sein  Tod  ist  in  gleichem  Maße  als  ein  Verlust  für
die  Bestrebungen  auf  dem  Gebicte  der  Mission  wie
der  Wissenschaft  zu  beklagen.

Englischen  Zeitungsberichten  zufolge  sind  nähere
Nachrichten  über  den  Tod  des  Bischofs  Maples
eingetroffen.  Er  ist  mit  Mr.  Williams,  dem
bei
einer  Bootfahrt  auf  dem  Nyassasee  bei  Nifu  infolge
eines  plötzlichen  Sturmes  verunglückt.

Ein  anderes  Mitglied  der  Universitätenmission,
der  Rev.  George  Atlay,  dessen  Tod  kürzlich  gemeldet
  wurde,  ist  im  portugiesischen  Nyassagebiet,
gegenüber  Likoma,  bei  cinem  Jagdausflug  ermordet
worden.

Der  britische  Missionsbischof  Tucker  ist  am
4.  Oktober  v.  Is.  in  Mengo,  der  Hauptstadt  Ugandas,
wohlbehalten  eingetroffen.  In  seiner  Begleitung
befanden  sich  mehrere  englische  Missionsschwestern.
        <pb n="53" />
        Seitens  der  Leipziger  evangelisch  lutherischen
Mission  sind  nach  Deutsch-Ostafrika  abgesandt  worden
der  Landwirth  v.  Lany,  die  Bränte  der  Missionarc
Althaus  in  Mamba  und  Müller  in  Madshame
sowie  Fräulein  Hoffmann.

Eine  Reihe  unvorhergesehener,  schmerzlicher  Unglücksfälle
  wird  wahrscheinlich  zur  Aufhebung  der
Station  der  Rheinischen  Mission  auf  der  Dampierinsel
  führen.  Die  dortigen,  erloschen  geglaubten
Vulkane  sind  nämlich,  wie  Missionar  Dassel  in  der
Zeitschrift  „Die  evangelischen  Missionen“  schreibt,
wieder  in  Thätigkeit  getreten.  Seit  dem  17.  Juni
hält  der  Ausbruch  des  Kraters,  an  dessen  Fuße  die
Station  liegt,  die  Missionarc  fast  ständig  in  Aufregung.
  Bei  Tage  entsteigen  dicke  Nauchwolken  mit
oft  geradezu  grausigem  Aussehen  dem  Feuerschlunde
und  überziehen  den  ganzen  nordwestlichen  Himmel,
während  bei  Nacht  zuweilen  der  ganze  obere  Kegel
des  Berges  von  einem  Feunerschein  umgeben  ist.  Zu
einem  förmlichen  Ausbruch  gluthflüssiger  Lava  ist  es
indeß  bis  jetzt  noch  nicht  gekommen.

Da  täglich  ein  Ausbruch  des  Vullaus  zu  erwarten
  war,  blieb  Missionar  Barkemeyer,  der  am
2.  Juli  zu  Boot  angekommen  war,  vorläufig  auf
Dampier.  Ende  Juli  packte  ihn  jedoch  das  Fieber
und  fesselte  ihn  mehrere  Tage  an  das  Bett.  Am
2.  August  war  er  wieder  so  weit  hergestellt,  daß  er
am  anderen  Morgen  auf  die  Jagd  ging,  um  eine
Taube  oder  ein  Waldhuhn  zu  schießen,  doch  kehrte
er  ohne  Jagdbente  zurück.  Aus  Versehen  hatte  er
die  Patronc  im  Lauf  stecken  lassen.  Als  er  das
Gewehr  vor  dem  Missionshause  ablegte,  entlud  es
sich  auf  unerklärliche  Weise.  Der  Schuß  zerfetzte  die
Kleider  und  durchbohrte  Barkemeyer  vom  Rücken
her  durch  die  rechte  Bauchscite.  Die  beiden  anderen
Missionare  stürzten  auf  den  dumpfen  Kuall  sogleich
aus  dem  Hause  und  fanden  Barkemeyer  hoffnungslos
  verwundet.  Nur  zwei  Stunden  währte  der
schwere  Todeskampf.

Diese  Aufregung,  verbunden  mit  der  steten  Angst
vor  dem  Kraterausbruch,  streckte  auch  die  beiden

das  Krankenbett  und  zwang  sie,  vorläufig  die  Dampierinsel
  zu  verlassen.  Da  obendrein  unter  den  Eingeborenen
  der  Insel  die  Pocken  ausgebrochen  sind,
und  die  Eingeborenen  schwerlich  auf  der  Junsel  bleiben,
  wenn  der  Krater  ausbricht,  so  ist  wenig  Hoffnung,
  daß  die  Missionare  je  dorthin  zurückkehren
werden.  –

Nach  einem  Briefe  des  F.  Dier  in  „Gott  will
es“  vom  Ende  Mai  1895  hat  die  apostolische  Präsektur
  der  englischen  Goldküste  vor  einigen  Tagen  den
kirchlichen  Leiter  und  innerhalb  des  letzten  Monats  noch
drei  weitere  Patres  und  eine  Schwester  durch  den  Tod
verloren.  Im  erfreulichen  Gegensatz  dazu  stehen  die
Gesundheitsverhältnisse  in  der  benachbarten  aposto-15



 

 

 

ihnen  den

D

meäshtiger  Hebel,  die  jungen

□S

sügen;
überlebenden  Missionare  Dassel  und  Helmich  auf  Erlös  K

–2

lischen  Präfektur  Togo.  Die  Mission  hat  jem  iu
Adsido  50,  in  Lome  30,  in  Porto  Seguro  und  Togo
zusammen  20  schwarze  Pfleglinge  Es  sind  in  den
fünf  verschiedenen  Hauptstationen  sechs  Priester  und
neun  Laienbrüder  thätig.  Unterricht  wird  in  neun
Schulen  und  einem  Seminar  zur  Ausbildung  von
schwarzen  Lehrern  ertheilt.  Die  Zahl  der  Schüler
beträgt  377,  die  der  erwachsenen  Christen  307.

Wie  die  Dezembernummer  von  „Afrika“  mittheilt,
hat  Missionar  Becker  auf  der  Station  Bethel  bei
Mtai  für  den  evangelischen  Afrikaverein  eine  etwa
eine  Quadratmeile  große  Fläche  Landes  am  Mlolo
gekauft.  Es  soll  auf  diesem  Gebiete  eeine  Niederlassung
  für  befreite  Sklaven  angelegt  werden.

Das  von  der  katholischen  Mission  bei  Bagamoyo
  1871  gegründete  christliche  Dorf  St.  Joseph
bestand  nach  einer  Schilderung  in  „Gott  will  es“
1880  aus  70  Familien,  1890  aus  100  Familien
und  wächst  mit  jedem  Jahre.  Schon  giebt  es  daselbst
  eine  große  Anzahl  Kinder,  welche  von  ihren
Müttern  zu  guten  Christen  erzogen  werden.  Sie
neunen  die  Missionarc  Väter  und  diese  pflegen  sie
Kinder  zu  heißen.  Als  ihre  Zahl  zunahm,  wurde
eine  kleine  Kapelle  gebaut.  Sie  hat  nur  Lehmwände
und  ein  Strohdach;  aber  die  Reinlichkeit  im  Innern,
die  Gemälde  und  der  Kreuzweg  an  den  Wänden
stimmen  die  jungen  Christen  zur  Frömmigkeit.  Morgens
  und  abends  versammeln  sie  sich  darin  zum  gemeinschaftlichen
  Gebete.  An  fünf  Tagen  arbeiten
sie  in  den  Gärten  der  Mission,  wofür  sie  Nahrung
und  Kleidung  erhalten.  Jeden  Samstag  empfangen
re  Portion  Hirse,  Mais,  Bohnen  und  gesolzene
Ueberdies  hat  jede  Haushaltung  in  der  Nähe
der  Wohnung  einen  kleinen  Grundbesit,  den  sie  nach
Belichen  ausbeuten  kann  unter  der  einzigen  Bedingung,
  daß  sie  ihn  wirklich  anbaut.  Dazu  giebt  man
Donnerstag  frei.  Ueber  die  Früchte,  die
sie  ernten,  können  sie  nach  eigenem  Gutbefinden  versie
  können  sie  verkaufen  und  sich  für  den
kleider  oder  Nahrungsmittel  anschaffen.  So
gewöhnen  sie  sich  an  häuslichen  Sinn  und  Sparsamkeit,
  Dinge,  die  ihnen  früher  gänzlich  unbekannt
waren.  Einige  haben  sich  schon  recht  bequem  eingerichtet;
  wer  aber  aus  Trägheit  sein  Feld  vernachlässigt,
  dem  wird  cs  zur  Strafe  genommen,  um
den  Fleißigen  zugctheilt  zu  werden.  Einer  der  Neger
ist  zum  Bürgermeister  des  Dörschens  ernannt  worden;
er  hat  für  die  gute  Ordnung  einzustehen  und  den
Pater  von  jeder  Störung  in  Kenntniß  zu  seten.
Abends  hält  er  Appell,  damit  keiner  die  Nacht  anderswo
  durchschwärme.  Auch  der  Pater  macht  von
Zeit  zu  Zeit  die  Runde;  spätestens  10  Uhr  abende
muß  Jeder  zu  Hause  sein.  Das  väterliche  Regiment,
welches  auf  diese  Art  aufrecht  erhalten  wird,  it  ei
Christen  zur  Frömmig-
        <pb n="54" />
        keit  anzutreiben  und  in  guter  Ordnung  und  Arbeit!
samkeit  zu  erhalten.

Seit  1885  hat  das  christliche  Dorf  eine  wichtige
Veränderung  erfahren.  Weder  nach  der  Absicht  der
Missionare  noch  nach  der  Meinung  der  Schwarzen
selbst  sollte  der  eben  geschilderte  Zustand  immer  fort
dauern.  Es  kam  die  Zeit,  wo  die  ersten  Einrichtungen

  beendigt  waren,  und  nunmehr  mußte  Arbeit

geschafft  werden,  um  diese  Familien  zu  beschäftigen.
Der  Mission  war  es  auf  die  Dauer  unmöglich,  für
so  viele  Leute  Lebensmittel  aufzubringen.  Es  wurde
nöthig,  diese  Christen,  die  keine  Kinder,  keine  Stlaven
mehr  waren,  früher  oder  später  ihrer  persönlichen
Verantwortung  zu  überlassen.  Dieser  Uebergang  war
nicht  ohne  Gefahren.  Doch  vollzog  er  sich  in  Bagamoyo
  ohne  Erschütterung.  Um  den  christlichen  Familien

  den  zu  ihrem  Unterhalte  genügenden  Grund

und  Boden  zu  verschaffen,  mußte  ein  größeres  Grundstück
  erworben  werden.  Glücklicherweise  waren  dem
apostolischen  Vikar  gerade  um  diese  Zeit  durch  einen
deutschen  Priester  5000  Mark  zur  Gründung  eines
christlichen  Dorfes  zur  Verfügung  gestellt  worden.
Aber  nur  mit  Mühe  konnte  Grund  und  Boden  von

einem  verschuldeten  Araber  erworben  werden,  weil
der  Sultan  von  Sansibar  die  Abtretung  von  Land

au  die  „Ungläubigen“  nicht  gerne  sah.  Das  neue
Besitzthum,  nach  dem  Wunsche  des  Schenkers  zu
Ehren  des  heiligen  Thomas  „Thomasstadt“  genannt,
liegt  ungefähr  eine  halbe  Stunde  von  der  Mission.
Es  ist  ziemlich  groß  und  von  gewöhnlicher  Fruchtbarkeit,
  beschattet  von  mehreren  Kokospalmen  und
einigen  Mangobäumen.  Nachdem  man  den  Platz
sorgfältig  vermessen  und  in  Lose  von  gleicher  Ausdehnung
  eingetheilt  hatte,  sand  sich,  daß  17  Familien
darauf  leben  konnten.  Zehn  unter  ihnen  haben  schon
1886  ihre  Hütten  gebant  und  leben  glücklich  darauf.
Ein  Vorsteher  mit  zwei  Gemeinderäthen  bildet  die
Regierung.

Für  die  in  Drei-Aehren  bei  Colmar  beabsichtigte
Errichtung  einer  Zweigniederlassung  der  Bäter  vom
heiligen  Geiste  ist  die  den  Landesgesetzen  entsprechende
Zulassung  gewährt  worden.

Ueber  einen  Besuch  beim  deutschen  Stationschef
von  Tabora  schreibt  P.  Capus  in
Schwert“  aus  Uschirombo  unter  dem  12.  Juni  18956:

Ich  komme  soeben  von  einer  Reise  nach  Tabora
zurück.  Zweck  war,  28  Waisenkinder  zu  holen,  welche
die  deutschen  Truppen  den  Sklavenhändlern  abgejagt

hatten.  Herr  Stationskommandant  Leue  hatte  uns
gebeten,  die  armen  Kinder  unter  unsere  Obhut  zu
nehmen.

Von  der  Reise  habe  ich  den  besten  Eindruck  mitgebracht.
  Unterwegs  berührte  ich  unsere  Mission
St.  Michael,  die  erst  zwei  Jahre  besteht.  Ich  hatte

meinc  helle  Freude  an  den  dort  gemachten  Fortschritten.

  Die  Bisuana,  die  ehemals  als  ganz  unzugänglich
  galten,  kommen  von  nah  und  fern  zur

16

„Hreuz  und

Mission,  und  die  Häuptlinge,  die  noch  vor  einigen
Jahren  die  durchreisenden  Missionare  erbarmungslos
ausplünderken,  wünschen  jetzt  alle,  die  Missionare
sollten  zu  ihnen  kommen.

Da  die  Ebene  infolge  überreichen  Regens  schwer
zu  passiren  war,  so  konnten  wir  nicht  geradcaus  auf
Tabora  marschiren.  Wir  hielten  uns  auf  den  Hügeln
und  erreichten  nach  sieben  starken  Marschtagen  Ndala.
Dort  wurden  wir  im  Triumph  empfangen.  Mutabo,
die  Königin,  überschüttete  uns  mit  Ehrenbezeugungen,
desgleichen  ihre  Unterthanen.  Unser  Aufenthalt  war
ein  Fest  für  die  Leute,  und  die  alte  Königin  sprach
uns  den  lebhaften  Wunsch  aus,  Missionare  zu  erhalten.
Es  ist  noch  nicht  so  lange  her,  da  verweigerte  sie
dem  Missionar  bei  strömendem  Regen  ein  Obdach.
Heute  haben  wir  Mühe,  wieder  von  ihr  loszukommen.

Nach  achtstündigem  Marsche  durch  ein  sehr  bebölkertes
  Land  kamen  wir  an  die  Hauptstadt  von
Ujui.  Fünf  Minuten  davon  erhebt  sich  auf  einer
kleinen  Anhöhe  die  frühere  englische  Mission,  heute
ein  Waarenmagazin.

Beim  Hahnenschrei  früh  morgens  waren  wir  wieder
auf  den  Beinen.  Wir  hatten  einen  dichten  Wald  vor
uns,  und  erst  nachmittags  2  Uhr  zogen  wir  in  Tabora,
  der  Hauptstadt  von  Ungamwesi,  ein.  Tabora
ist  groß,  aber  seine  Bewohner  wohnen  zerstreut  auf
ihren  Gehöften  in  der  Ebene.  Seitdem  die  Deutschen
hier  sind,  haben  sie  die  verschiedenen  Stadttheile  durch
breite  und  lange  Straßen  mit  dem  Markiplatze  verbunden.
  Der  Markt  von  Tabora  hat  einen  bedeutenden
  Ruf:  jeden  Tag  wird  da  gehandelt;  man
verkauft  da  Alles:  Pataten,  Maniok,  Früchte,  Fische,
Pombe  jeder  Güte,  sogar  Bremholz,  worüber  die
Neger,  die  den  Markt  zum  ersten  Mal  besuchen,  sich
hoöchlich  wundern.  Was  es  an  Thieren  und  Menschen
giebt,  kommt  hier  zusammen,  alle  Stämme,  von  der
Ostküste  bis  zum  Kongo,  vom  Victoriasee  bis  zum
Nyassasee,  treffen  sich  hier:  man  sieht  alle  Kostümc,
man  hört  alle  Sprachen:  es  ist  ein  Durcheinander
sonder  Gleichen.  Man  schreit,  gestikulirt  mit  Händen
und  Füßen,  prügelt  sich  —  trotz  der  Negerpolizei,  die
gravitätisch  durch  die  Menge  schreitet,  gar  nicht  übel
anzusehen  mit  ihrer  Schärpe  und  dem  Säbel  an  der
Seite.  Geht  ein  Weißer  vorüber,  erhebt  sich  Alles,
grüßt  militärisch  und  läßt  seiner  Gurgel  ein  ehrfurchtsvolles
  „Morgen!“  entfahren.  Ein  wirklich
hochinteressantes  Schausfpiel!  Um  das  Bild  zu  vervollständigen,
  sehen  wir  die  Schutztruppe  exerziren,
Tambour  und  Hornist  machen  Musik  dazu.  Könnten
wir  noch  Straßenbeleuchtung,  Omnibusdienst  und
Zeitungsausrufer  hinzufügen,  so  wärc  ein  kleines  Bild
von  Berlin  da.

Der  Empfang,  den  wir  bei  den  deutschen  Behörden
  sanden,  war  recht  herzlich.  Der  Herr  Hauptmann
  und  seine  Subalternen  erschienen  in  Gala.
Ich  mußte  absolut  mit  ihnen  speisen  und  bei  ihnen
wohnen.

Herr  Hauptmann  Leue  zeigte  ein  sehr  warmes
1  Interesse  für  unsere  Missionen.  „Gründen  Sie  neue
        <pb n="55" />
        Siationen;  ich  möchte  Sie  bei  allen  Stämmen  finden.

Wo  Sie  sind,  ist  das  Land  ruhig,“  sagte  er  wieder—
holt.  Er  bedauerte,  daß  wir  keine  Mission  in  Tabora

  haben,  und  versprach  uns  seine  beste  Hülfe,

falls  wir  uns  dort  niederließen.

Nach  einigen  Tagen  zog  ich  mit  den  erhaltenen
28  Kindern  heimwärts  nach  Uischrombo.

Ueber  die  neue  Station  der  Neudettelsauer
Mission  auf  dem  Sattelberge  schreibt  Missionar
Flierl:  Schon  für  das  leibliche  Auge  hat  man  vom
Sattelberg  aus  eine  gute  Aussicht.  Im  Osten  dehnt
sich  das  unendliche  Meer,  im  Süden  des  Bubuniflusses
die  Rawlinson-Bergketten,  jenseits  wieder  das  Meer
mit  den  winzigen  Tamiünseln  und  drüben  über  dem
Huaigolf  die  gewaltigen  Bergketten  des  Südostens
von  Kaiser  Wilhelmsland;  im  Westen,  jenseits  der
etwa  drei  Stunden  breiten,  an  Dörfern  und  Plantagen
  reichen  Einsenkung  hohe,  dunkle  Waldgebirge:
im  Norden  zunächst  die  Parallelbergkette  des  Busim
mit  zahlreichen  Dörfern  und  Plantagen,  und  darüber
glänzt  das  Meer,  aus  dem  sich  die  große  Insel  Rook
mit  ihren  5000  bis  6000  Juß  hohen  Bergkuppen
erhebt,  nahe  davon  in  östlicher  Richtung  das  Westende
  von  Neu-Pommern  mit  seinen  malerischen
Zwillingsvulkanen  Hunstein  und  Below,  ebenso  hoch
wie  die  Rookberge.  Vor  und  zwischen  der  Rookinsel
und  Neu-Pommern  liegt  die  Wolke  der  kleinen  niedrigen
  Siasiinseln.  Daneben  besteht  die  gute  Aussicht

  des  Sattelbergs  als  Missionsniederlassung  zunächst

  darin,  daß  er  so  recht  inmitten  der  Heiden
liegt  und  also  ein  guter  Mittelpunkt  für  Missionsthätigkeit

  unter  den  Bergstämmen  zu  werden  verspricht.

Ferner  besteht  die  gute  Aussicht  dieser  Bergstation
auch  in  ihrer  gesunden  Lage.  Daß  der  Ort  malariafrei
  ist,
keinem  Zweifel  mehr.  Auch  Br.  Deckers  Fieber,
das  er  augenscheinlich  von  der  Astrolabebai  mitbrachte,
hat  sich  nicht  wiederholt.  Bei  gesundem  Ort  aber
giebt  es  weniger  Personenwechsel,  und  dies  ist  auch
dem  endlichen  Missionserfolg  förderlich.

Ferner  eröffnet  sich  für  die  hiesige  Bergstation
noch  gute  Aussicht  dadurch,  daß  der  Bergrücken  genügend
  Ernährungsfläche  darbietet  für  eine  größere
Stationsgemeinde.  Der  Sattelbergrücken  ist  ein  kleines
Hochländchen  und  bietet  für  eine  Station  völlig  ausreichend
  brauchbares  Land  für  jede  wünschenswerthe
Entwickelung.  was  ihn  erst  recht  geeignet  macht  zum
Mittelpunkt  der  Missionsthätigkeit  unter  dem  Bergvolk.

Verschiedene  Mittheilungen.
Ueber  die  Thätigkeit  der  versuchskulturanstalt  des
Röniglich  botanischen  Gartens  in  Berlin

entnehmen  wir  dem  „Notizblatt“  (Leipzig,  Engelmann)
  Folgendes:

17

unterliegt  ja  nach  so  langer  Erprobung

Es  wurden  von  den  in  der  Anstalt  herangezogenen
  tropischen  Nutzpflanzen  größere  Sendungen
abgegeben  an  die  Usambara-Kaffeebau  Gesellschaft,
den  botanischen  Garten  zu  Victoria  und  die  Station
Lolodorf  in  Kamerun;  endlich  für  die  neu  zu  begründende
  landwirthschaftliche  Versuchsstation  in
Usambara.  Mit  dem  als  Gerbemittel  rasch  bekanntgewordenen
  Canaigre  (Kumes  hymenosepalus)  sind
Versuche  angestellt  worden,  welche  zur  Erzeugung
einer  großen  Menge  Pflänzlinge  aus  drei  Knollen
des  Gewächses  geführt  haben.  Andere  Versuche  betrafen
  die  Aufzucht  wichtiger  tropischer  Gewächse  aus
Samen,  die  von  Willium  Brothers  in  Ceylon  aus
den  botanischen  Gärten  in  Buitenzorg,  Calcutta,
Madras,  Saigun  und  aus  Westindien  bezogen  waren.

Ueber  den  ostafrikanischen  §ettbaum  Stearodendron
Stuhlmunnii  Engl.
schreibt  Professor  Engler  im  „Notizblatt“:

Dr.  Stuhlmann  hat  bei  einer  Vereisung  der
Landschaft  Ulugurn  das  häufige  Vorkommen  eines
von  den  Eingeborenen  Mkani  genannten  Baumes
festgestellt,  aus  dessen  Früchten  die  Wakami  ein  talgartiges
  Fett  herstellen,  welches  nach  Bagamoyo  zum
Verkauf  gebracht  wird.  Die  3  em  dicken  tetraedrischen
  und  sehr  zahlreichen  Samen  der  mächtigen
Früchte  sind  so  reich  an  Fett,  daß  vier  Früchte  etwa
1  bis  1,5  kg  Fett  ergeben.  Um  den  Baum,  welcher
wegen  des  Fettgehaltes  seiner  Früchte  möglicherweise
mit  Aussicht  auf  Gewinn  kultivirt  worden  kann,
wissenschaftlich  zu  bestimmen,  sind  von  Dr.  Stuhlmann
  Blätter  und  Früchte  eingesandt  worden,  auf
Grund  deren  im  März  v.  Is.  festgestellt  werden
konnte,  daß  die  Pflanze  mit  einer  bis  dahin  unbeschriebenen,
  von  dem  verstorbenen  Forscher  C.  Holst
bei  Aguelo  in  Usambara  reichlich  wildwachsend  beobachteten

  Guttifere  identisch  ist.  Holst.  schrieb
darüber,  daß  der  Baum  zu  den  mächtigsten  und
größten  des  dortigen  Tropenwaldes  gehöre:  n  Nicht
allein  seiner  Größe  und  Schönheit  wegen  ist  der
Baum  interessant,  es  sind  dies  Blüthen  sowohl  wie
Frucht.  Erstere  liegen  um  diese  Zeit  (24.  Februar)
zu  Hunderten  zerstreut  auf  dem  Boden;  alle  Augenblicke
  begegnet  man,  durch  den  Waldpfad  gehend,
mehr  oder  weniger  solchen  Blüthenkomplexen.  Die
Früchte  sind  mächtig  groß  und  schwer,  messen  1  Juß
Länge  mit  einem  Durchmesser,  der  oberhalb  der  Mitte
etwas  weniger  als  ½  JFuß  beträgt.  Es  kommen
verhältuißmäßig  nur  wenig  Früchte  zur  Entwickelung,
die  bei  ihrer  Verletzung  einen  dicken  goldgelben  Saft  von
sich  geben.  Im  Allgemeinen  ist  der  Baum  im  Wol
sofort  zu  erkennen  durch  seine  eigenartige,  von  der
der  anderen  Bäume  abweichende  Art  und  Zweigstellung;
  namentlich  die  Zweige  sind  es,  welche  7
nnregelmäßige,  quirlförmige  Stellung  besttenn.  4½%
dann  gehen  diese  fast  immer  im  rechten  Winkel  ab.
        <pb n="56" />
        Leider  konnten  in  der  Holstschen  Sammlung,
ebenso  wenig  wie  in  der  Stuhlmannschen,  Blüthen
dieses  Baumes  nicht  aufgefunden  werden.

Elfenbeinbandel.
—  Dem  von  Heinr.  Ad.  Meyer,  Hamburg,  für
das  verflossene  Jahr  veröffentlichten  Berichte  entnehmen
  wir  Folgendes:

18

zu  sein  und  erklären  die  ungewöhnlich  großen  Zufuhren
  der  letzten  Jahre.  Bis  zum  Jahre  1883
besaß  noch  Aegypten  das  Monopol  und  die  Macht,
diese  Länder  abzujagen,  was  eine  Durchschnittsbeute
von  160  000  kg  Elfenbein  erzielte.  Seit  1884  sind
diese  Zufuhren  gänzlich  abgeschnitten  und  kommen
nur  noch  die  kleinen  Erträge  aus  Bornu,  Wadai
und  Dar-Fur  durch  die  Wüste  nach  den  Mittelmeerhäfen
  Bengasi  und  Tripolis.  Diese  Zufuhren  be

 

Eine  langsamc,  aber  allgemeine  Besserung  des  trugen:
Elsenbeinmarktes,  auf  die  in  meinen  letzten  Berichten  1890  1891  1892
wiederholt  hingewiesen  worden,  hat  sich  auch  in  74.000  kg  61  oo  kg  13  000  kg
diesem  Jahre,  trotz  der  wieder  um  53  000  kg  ver-  i  k%  1½
größerten  Angebote,  nicht  nur  erhalten,  sondern  auch  1893  **  1895
weiter  befestigen  können.  15  000  kg  87  000  kg  53  000  kg
Das  Angebot  in  den  Auktionen  betrug:
Liverpool.  London.  Antwerpen.
1892  1893  1894  1855  1892  igos  1504  1605  1892  1893  1894  *
—nm——  "u.  uzz#  ,  "6  -
Januar  15000  16  000  13  000.  1400  oKoo  i0  boo  sofdoo  98  000]26  000  44  000.  37  000  60  000
April  15  000,  21  000  18  000,  16  000  102  000  83  000  102  000  36  000  32  000,  48  000  50  000  80  000
Juli  .  .  .  ..  14000  20000  13  000  15  000  90000  81  000  84  000  65  00|35  000  62  000  43  000  6109000
Oktober  16000  12  0  16  000,  14.000/  106  000  92  000  102  000  95  000|]  26  000  670000.  000  71  000
Total.  60  000  69  000  60  000,  570600  396  000  359  000  376  000  344  000|  119  000,  221  000  184  000  272  000
Totalangebot  Verkauft  wurden  Unverkauft  geblieben
11  1803  «  1894  1895  1693  1694  1895  1852  1803  1894  1895
Januar.  13900  165  doo  1800  71  i-  Koo  14600  12.00  14  a  2  2500  1k500  26  000
April  149  000  152  000,  170  000“  165  000  18  2%  126  000.  138  000  170000/16000  27  000  32000,  12000
Juli  v139  000  163  000  140  000  141  000  113000,  147  000  126  000  131  00/26  000  16  000  14000  10  000
Oktober  148.000  171,000  172  000  180  000/134  000  150  000  164.000  174  000)  14000  21000  8000  6000
Toin  575000.  649  000  620  000  673  0001498  000  563.000  550  000  619  0000  77000  86  000  70  000  54  000
Diese  ungewöhnlich  großen  Angebote  von  Die  Ausfuhr  aus  Deutsch-Ostafrika,  Mozam-673

  000  kg  (eingetheilt  in  10  920  Lose)  enthielten
auch  noch  in  diesem  Jahre  80  000  kg  alte  Waare,
so  daß  als  frischer  Import  593  000  kg  verbleiben;
doch  konnten  619  000  kg  verkauft  werden.  Von
neuer  Waare  stellte  Antwerpen  272  000  kg,  London
267  000  kg  und  Liverpool  54  000  kg,  wodurch
Antwerpen  iett  auch  London  im  Quantum  überflügelt
  hat  und  außerdem  die  großen  Vorzüge  besitzt,
daß  dort  alles  Vorgebrachte  auch  wirklich  verkauft
wird  und  weder  die  in  London  übliche  Auktions-=treiberei,
  noch  Scheinverkäufe  geduldet  werden.  Seit
16  Jahren  hat  kein  so  großes  Anktionsangebot  stattgefunden
  wie  in  diesem  Jahre.  Ein  Vergleich  mit
jener  Zeit,  wo  weiches  Elfenbein  noch  so  sehr  viel
reichlicher  vorkam,  zeigt  für  diese  Sorten  jetzt  höhere,
für  hartes  Elfenbein  dagegen  viel  niedrigere  Preise.

Die  alten  Vorräthe  des  Sudan,  welche  seiner
Zeit  noch  von  Lupton  Bey,  meistens  jedoch  von
Emin  Pascha  (über  300  000  kg)  in  den  Acquatorialprovinzen
  an  verschiedenen  Plätzen  zusammengebracht

waren  und  während  der  Befreiungsperiode  eine  so

verlockende  Rolle  spielten,  dann  zeitweilig  in  den
Besitz  der  Mahdisten  gelangten,  um  sehr  vertheilt

wieder  auf  andere  Eigenthümer  überzugehen,  scheinen
jetzt  in  der  Hauptsache  vom  Kongostaate  aufgesogen

bique  und  Bombay  ist  in  Abnahmoe  begriffen.
In  den  diesjährigen  Zufuhren  ist,  gegen  das
Vorjahr,  eine  Abnahme  von  etwa  30  pCt.,  ohne  die
im  letzten  Monate  angekommenc,  noch  nicht  im  Markt
befindliche  Stokesche  Karawane.
Die  Verschiffungen  nach  England  betrugen:

1890  1891  1892
140  000  kg  148  000  kg  125  000  kg
1893  1894  1895
86  000  kg  129  000  kg  93  000  kg

und  ähnlich  zurückgegangen  sind  die  direkten  Verschiffungen
  nach  Hamburg  und  Amerika.

Die  Kapkolonien,  welche  vor  14  Jahren  noch
sehr  reichliches,  besonders  für  Billardbälle  gut
passendes  Elfenbein  lieferten,  haben  in  diesem  Jahre
nur  etwa  1000  kg  verschifft  und  müssen  somit  für
uns  in  Zukunft  als  ausgestorben  gelten.

Kongogebiet.  Interessant  für  den  Elfenbeinkenner
  ist  die  hier  im  Großen  gemachte  Beobachtung,
wie  früher  im  Kleinen  bei  den  Flüssen  Ogowe  und
Quanza  geschehen,  daß  aus  tiefgelegenen  unteren
Flußläufen  die  feinste  ktransparente  Qualität  stammt,
wogegen  bei  steigender  Erderhebung  dieselbe  geringer
wird.  In  diesem  Jahre  brachten  die  holländischen
        <pb n="57" />
        Faltoreien  noch  jeine  Waare,  wogegen  der  Kongostaat
  fast  nur  grobes,  der  Entstehung  nach  theils
gar  nicht  mehr  zum  Kongobecken,  sondern  zum  Nilbecken
  gehörendes  Elfenbein  lieferte.  Wie  schwunghaft
  das  Geschäft  vom  Kongostaat  betrieben  wird,

19

1893  1891  1895
36  000  kg  28  000  kg  35  000  kg
Preise  hoben  sich  gleichfalls  um  6  bis  8  pCt.
Gabun  und  Kamerun.  Verschiffungen  nach

England,  wohin  auch  die  Hamburger  Importe  verkauft

  wurden,  haben  sich  gegen  das  vorhergegangene

Jahr  von  34  000  kg  auf  37  000  kg  gehoben,  und

auch  die  bezahlten  Preise  ergeben  ein  Plus  von
cetwa  10  PCt.

beweisen  die  in  den  letzten  Jahren  öffentlich  verkauften

  Qnantitäten.
Allein  in  Anktion  wurden  ab  Seiten  des  Kongostaates
  verkauft:
1897

1893  Die  westafrikanischen  Verschiffungen  betrugen:
etwa  47  000  kg  etwa  100  000  kn  1890  1891  1892
1894  1895  293  000  kg

274  000  kg
1894
328  000  kg

321  000  kg
1895
135  000  kg

etwa  122  000  kg

etwa  183  000  kg.
Die  Zufuhren  betrugen:
890

1893
391  000  kg

 

 

 

1.  1891  1892  und  vertheilen  sich  die  Totalzufuhren  Europas:

184  000  kg  172  000  kg  201  000  kg  1890  1891  16056
1893  1891  1895  nach  England.  430  000  kkr  447  000  ks  375  000  kg
311.  000  kg  232  000  kg  340  000  kg  nach  dem  Festlande  161.000  =  126  000  =  2110009
und  da  dies  nie  vorgekommene  große  Quantum,  Curopa  total  591  000  kr  573  000  kr  586  000  k
meistens  geringe  Waare,  durchschnittlich  etwa  6  pCi.  1894  aurat.  1555
theurer  als  im  Vorjahre  verkauft  werden  konnte,  nach  England  #  311.000  ks  340  000  kr  321000  kl.
theurer  als  im,  Vorsahre  v  tonnte,  nach  dem  Festlande  272000  =  212000  293000
zeigt  es  eine  in  wirklicher  Nachfrage  begründete,  nach  —  —
Besserung  der  Marktlage.  Guropa  total  583  000  ke  552  000  kr  61  kt

Niger-Benuögebiet.  Die  nenen  Zufuhren
dieses  Jahres  blieben  mäßig,  doch  wurde  gegen
Jahresschluß  die  gute  Nachfrage  benutzt,  um  alte
große  Vorräthe  zu  räumen.

Frisch  zugeführt  wurden:

1890  18

Das  ergiebt  für  dieses  Jahr  einen  ähnlich  großen
Import,  wie  wir  ihn  zuletzt  im  Jahre  1883,  vor
Schließung  der  früheren  ägyptischen  Aequatorialprovinzen
  durch  die  Mahdisten,  hatten,  so  daß  jeßt
erst  wieder  die  lange  verschlossen  gewesenen  alten

91  1892  Nilquellen  ihren  Abfluß,  auf  großem  Umwege  per
45  000  kg  34  000  kg  62  000  kua  Kongo,  nach  Europa  gefunden  haben.

Der  durchschnittliche  Jahres-Elfenbeinverbrauch  von  1889  bis  1893  stellte  sich:

 

 

in  England  Amerika  Deutschland  Frantreich  anderen  Ländern  Total

für  kg  kg  k  8  16  i
Messerhefte  143000  11  600  13  000  9  00  100  14
Klaviaturen  14000  62  000  57  000  29  000  102  000
Kämme  16000  21000  23  000  31  000  4%
Billardbälle  9  o00  13  000  12  000  14  000  1000  3  8

Verschiedenes-  6000  9000  8So0  70  00  4000  «

W  1600  ,  90  000  6  000  513  000
I1880  1160  113  000  Verbrauch  in  Indien  121,000
,-  -China  13  000

Total  pro  Jahr  647  000
Die  Preise  von  Elefantenzähnen  betrugen  Ende  Dezember  1895:

von  der  Westküste  von  der  Ostküste

-  im  Gewichte  weiche
harte  im  Gewichte  !**  t

à  Mk.  6,—  bis  Mt.  9,50  von  ½  bis  2kg  à  Ml.  9,—  bis  Mk.  13.—  1
à  10  12,—  2  „  1  à  13,50  15.—
à  122550  14.—  *5  5.  a  15,00  19950
à  14,50  --  15,.—  10  14.  G  20  -  -  21509
à  156,50  16.—  *  15  19.  à  22—  -  2350  per  Kilo—
a  16,50  =  17.—  20  24  .  24,—  24,50  ramm.
«  25  .  :  97—-  25,50
it  17,50  18.—  25  29  .—  r-  25,  25,5
aà  18,50  19.—  30  34  26.—  26,50
à  19,50  20.—  35  39  à  27,—  27,60
à  20.50  21.—  40  49  à  28.—  28,50
-  21,50  22.—  50  und  mehr  I  29,  31.—
        <pb n="58" />
        Tikterarische  Belprechungen.

Otto  Ehlers:  Im  Sattel  durch  Indo-China.
Berlin  1894.  Dritte  Auflage.  Allgem.  Verein
für  deutsche  Litteratur.

Das  Werk  bildet  die  Fortsetzung  der  Schilderung
der  indischen  Fürstenhöfe.  Wenn  es  noch  nicht  wie
diese  die  vierte  Auflage  erlebt  hat,  dürfte  das  wohl
zum  Theil  darauf  zurückzuführen  sein,  daß  die  hier
beschriebenen  Länder  Hinterindiens  und  die  französische
  Kolonisation  in  Tongking  in  Deutschland  nicht
soviel  Interesse  erregen,  wie  die  Paläste  und  Niesentempel
  Ostindiens.  Das  Buch  zeichnet  sich  wic  die

20

anderen  Schriften  des  Verfassers  durch  humorvolle

Darstellung  aus.

Damian  Freiherr  v.  Schütz-Holzhausen:  Der

Amazonas.  Zweite  Auflage.  Herausgegeben  von
A.  Klassert.  «
Dr.  Michael  Geistbeck:  Der  Weltverkehr.

Seeschifffahrt  und  Eisenbahnen,  Post  und  Telegraphie.
  Zweite  Anflage.  Freiburg  i.  Br.  1895.
Herdersche  Verlagshandlung.

Die  beiden  hier  vorliegenden  Veröffentlichungen
des  bekannten  Verlages  sind  Theile  einer  illustrirten
Bibliothek  der  Länder=  und  Völkerkunde,  von  der
bereits  mehrere  Bände  den  Beifall  des  Publikums
gefunden  haben.  Beide  Werke  zeichnen  sich  durch
gediegene  Ausstattung  aus  und  bringen  eine  Fülle
des  Neuen  und  Belehrenden.  Es  wäre  sehr  zu
wünschen,  daß  auch  den  deutschen  Schußgebieten  in
dieser  empfehlenswerthen  Sammlung  eine  würdige
und  sachkundige  Darstellung  zu  Theil  würde.

Von  den  verdienstvollen  Beiträgen  zur  Flora
von  Afrika.  Leipzig,  Eugelmann,  welche  unter
Mitwirkung  der  Beamten  des  Königlich  botanischen
Museums  und  des  Königlich  botanischen  Gartens  zu
Berlin  von  dem  Direktor  des  letzteren,  Professor
Dr.  Engler,  herausgegeben  werden,  ist  soeben
Band  XI  erschienen.

I|r.  Karl  Dieter:  Deutsche  Siedelung  in  unseren
tropischen  Schutzgebicten.  Leipzig  1  895.
V.  Friedrich.

D.  Bernhard  Rogge:  Bei  der  Garde.  Erlebnisse
und  Eindrücke  1870/71.  Hannover  1895.  Carl
Meyer.

Frieda  Freiin  v.  Bülow:  Tropen  Koller.  Berlin

1896.  F.  Fontane  &amp;amp;  Co.

 

——

Titterakur-Verzeichnik.

v.  Volkmann,  H.:  Afrika.  Studien  und  Einfälle  eineo
Malero.  Zwölf  sarolge  Tafeln.  Geb.  M.  10—
Br  eitkonö  4  Hüärtel,  Leipzig
Sars.  G.  O.:  On  some  South  Africun  Entomosteaen
ruised  from  dried  Mud.  4  kr.  80  G.
.  Dyxhwud.  Christiania.
Ilurris.  W.  B.  Tusilet:  The  Journer  ol
cxploration  in  t0e  Atins  und  te  Oauses  ol  tin
Jorth-West-Sahnrn.  2  sh.
Bluckwood  &amp;amp;  Sons  in  London.
Reindorf.  C.  (I:  Hlistorr  of  the  Gold  (onst  auc
Ashanti.

K.  Dnul,  Trench.  Trübner  &amp;amp;  Co.  in  London.

 

Schiffsbewegungen.

(Die  Zeit  vor  dem  Orte  bedeutet  die  Ankunft,  hinter  dem  Orte  die  Absahrt  des  Schisse.)

„Bussard“  5/11.  Apia.  (Poststation:
„Cormoran“  30/11.  Shanghai.
„Falke“  29/7.  Apia  10/11.

%%

.  Vennessungsfchm  „Möwe“  8/9.  Matupi.
M.  S
M.  S.  „Sperber“  9/10.  Kamerun.

Hofpostamt.)
„Condor“  20/11.  Lourenro  Marques  6.12

(Poststation:
—  Rundreise.

„Hyäne“  30/11.  Mossamedes  6/12.  —  Espiêgle  Bay  —  St.  Thom".

(Poststation:  Matupi.)

„Seeadler“  31/5.  Sansibar  16/12.  —  Lourenco  Marques.

(Poststation.

—  13/12.  Sausibar.
Hongkong.)
(Poststation:  Hofpostamt.)

(Poststation:  Sansibar.)

(Poststation:  Kamerun.)

(Poststation:  Natal.)

Kamerun.)

 

 

Derkehrs-Machrichten.

In  Keetmanshvop  und  Gibeon  (Deutsch  -Südwestafrika)

errichtet  worden.

sind  Kaiserliche  Postagenturen

Die  englischen  Protektorate  von  Sansibar  und  Ostasrita  sind  dem  Hauptvertrage  des  Weltpostvertrages
  vom  41.  Juli  1891  vom  1.  Dezember  1895  ab  beigetreten.
        <pb n="59" />
        Seitens  des  Syndikats  für  südwestafrikanische  Siedelung  werden  im
üdwestafrika  gesandt  werden.
Der  Dampfer  vom  31.  Januar  läuft,  falls  über  100  Tons  Fracht  zusammenkommen,

Dampfer  nach  Deutsch--.

alle  zwei  Monate.
auch  Lüderitzbucht  an.

Nach

.  Deutsch.  Ostafrika.

2.  Deutsch-Südwestafrika.

3.  Ramerun.

r

Togo=  Gebiet

(Cvon  Acera  bez.  Quittah
miltelst  Boten  nach  Lome
und  Klein-Popo).

*

Deutsch-NUeu-Gninea.

j.  Marsball-  Inseln.

21

—

Jahre

1896  sechs  direkte

Der  erste  am  I.  Januar  und  von  da  an

Posidampfschiffverbindungen  nach  den  deutschen  Schutzgebieten.

vom  Ein

schifsungshafen

Nea  I
Deutsche  Schiffe)  1.

Brindisi
L  Schiffe)
guaersn  1

 

St
(englische  Sch

Hambur
(deutsches  Schif),

|A  Hamburg
(deutsche  Schiffe)
1  Liverpool
Engiesche  Schiste,

I

Liverpool
(englische  Schiffe)  "

Hamb
Monnshen  Gn

loaoe,  Schisse)
Brindisi  8

Gaachverand)

 

Brindisie
(über  Manila)

am  19.  Smabds


Die  Abfahrt  erfolgt

an  folgenden  Tagen

Ausschiffungshafen.

der

Dauer
Ueberfahrt

Briefe  müssen  aus
Berlin  spätestens
abgesandt  werden

 

am  15.  Jan.,  12.  Febr.
120  abds.

an§.  oJan.  2.  Febr.

am  5  1•4  Mts.
40  um

am  25.  Jan.,  29.  gebr.
o  nmis.

am  31.  Januar
nachts

am  10.  jedes  Monats
nachts

am  22.  Jan.,  19.  Febr.

am  10.  jedes  Ms.  nadis
am  20.  jedes  Mts.

am  Letzten  jed.  Mts.=am
  15.,  29.  Januar
12.,  26.  Februar

am  15.  Jan.,  11.  März
a

15.  März

am  50  -  15.  März

 

Dar-es-Salam

21
Sansi

Tage
bar  21  Tage  1

Sansibar  18  Tage

Walfischbai  30  Tage

Swako

pmund  30  Tage

Lüderitzbucht

Kamerun  24  Tage

Kamerun  22  Tage

Klein-  9

Lome

Klein-Klein=



Popt

opo  20  Tage
l  Tag

opo  8  Tage
zopo  od.  Accra*
*)  oder  Kleino
  35  Tage

 

riedrich  Wilhelms-F
  hafen  45  Tage

Jaluit

41  Tage

etwa.  60  Tage

Eintreffen  der  Post  aus  den  deutschen  Schutzgebieten.

 

 

 

 

 

 

am  3.  13.,  31.  Jan.,
10.  Februar
10  abds.

am  8.  jedes  Monats
950  abds.

am  91.  Jan.,  28.  Febr.
vm

am  3.  Januar
720  abds.

am  10.  sedes  Monats
7-am

  20.  3  17.  Febr.
15  ums

L  am  10.,  20.  und  Letten
jed.  Mts.  7209  abds.

am  13.,  27.  Jannar,
10.,  24.  Febr.  15  ums.

1  am  13.a  ur  „##a
9.,  i
oö

 

am  3  13.März
103  abds.

 

 

 

 

 

B  Landungs:  Die  Post  ist  sälli—  *  Landungo  Die  Pest  ist  jällig
Von  hafen  in  n  lis  Von  hafen  a  Berlin
Neapel  .am  10.  Jan.  7  v  Feb.
Deutsch=  Ostafrito  ,  Brindisi..  am  14.  Jan#  5.  Febr.]  Togogebiet  Hamburg  am  10.*  und  25.7
Marseile  .  am  2.  jedes  oe  jedes  Monats
Deutsch-üdwestafrikas  Plymonth  .  am  15  Jan.,  16.Feb.,  Deutsch-Neu-Guinen  Neapel.  am  10.  Jan.  .  Mär
n  Hamburg  am  25.7  jed.  Monato
Ramern  Liverpool  am  2.9  30.  Januar,  Marshall-Inseln  ..  Marseille  ..  am  22.  Februar
27.  Februar
*  Fälligkeilotage  für  die  mit  veusschen  Schiffen  eintressenden  Posten.
Schiffsbewegungen  der  Deutschen  Ostafrika-Linie  (Hamburg  —Ostafrikal.
Reichspostdampfer  Reise  #  Lette  Nachrichten
von  nach  bis  28.  Dezember  18995  —
„Kaiser“.  Hamburg  Durban  am  20.  Dezember  ab  Lissabon.
„Kanzler"  Durban  Hamburg  am  19.  Dezember  ab  Sansibar.
„Bundesrath“  Hamburg  Durban  am  17.  Dezember  an  Mozambigue.
„Neichstag“.  Durban  Hamburg  am  16.  Dezember  ab  Sansibar.
„Admiral“  Durban  Hamburg  am  21.  Dezember  ab  Lissabon.
„General“  Hamburg  Durban  am  19.  Dezember  ab  Lissabon.
        <pb n="60" />
        Fahrplan  der

Neichspostdampfer-Linien  des  Norddentschen  Lloyd,  Bremen,  für  das  Jahr  1896.
Ostafiatische  Linie.  Ansreise
——..———

Rost  Post  .
Antwerpen  ampton  Genua  Neapel  Vest  Vest  Neapel  Port  Said  Suez  Aden  Colombo  Singapore  Hongkong  Shanghai
ab  an  ab  ab  ab  an

Berlin  Neapel  ab  an  u.  ab  an  u.  ab  an  u.  ab  an  an  an  au
Mittwoch  Donnerst.  Sonnab.  Sonntag  Montag  Dienstag  Montag  Mittwoch]  Mittwoch  Sonntag  Montag
Vorm.  Vorm.  Vorm.  30  Nochm.

3  Nochm.  Abend  Abend  O#  Abends
125  1.  Jan.  2.  Jan.  4.  In.  —  13.  Jan.

126  29.  Jan.  30.  Jan.  2.  Febr.  10.  Febr.
27.  Febr.  29.  Febr.  1.  März

26.  März  28.  März  29.  März
23.  April  25.  April  26.  April
21.  Mai  23.  Mai
18.  Jumi  20.  Juni
i  18.  Juli

 

Sonnab.  Sonnab.  Freitag  Donnerst  Noutag

4.  Jan.
.  Febr.
22.  Febr.  29.  Febr.
21.  März  28.  März
18.  April  25.  April
16.  Mai  23.  Mai
13.  Juni  20.  Juni
5.  Juli  6.  Juli  11.  Juli  18.  Juli  24.  dun  30.  Juli  3.  Aug.
2.  Aug.  3.  Aug.  5.  Aug.  21.  Aug.  27.  Ang.  31.  Aug.
30.  Aug.  31.  Aug.  5.  Sevt.  12.  Sepl.  18.  Sept.  24.  Sept.  28.  Sept.
27.  Sept.  28.  Sept.  3.  Okt.  10.  Okt.  16.  Okt.  22.  Olt.  26.  Okt.
25.  Okt.  26.  Okt.  „31.  Okt.  7.  Nov.  13.  Nov.  19.  Nov.  23.  Nov.
22.  Nov.  23.  Nov.  28.  Nov.  5.  Dez.  11.  Dez.  17.  Dez.  21.  Dez.
20.  Dez.  21.  Dez.  26.  Dez.  1897  1897  1897  1897

2.  Jan.  8.  Jan.  14.  Jan.
30.  Jan.  5.  Febr.

—  —  10.  Jan.  16.  Jan.  20.  Jan.
19.  Jan.  20.J.  Jan.  25  Jan.  E4  ‚  13.  Febr.  17.  Lebr.  .
16  Febr.  17.  Febr.  ä
15.  März  16.  März
12.  April  T3.  April
10.  Mai  Mai
7.  Juni  Il.  Juni

14.  Fan.  13.  Jan.  15.  Jan.5  Zan.
11.  Febr.]10.  Febr.  12.  Febr.
10.  Mär)h.  März  11.  März
il6.  April

5.  J  Jan.

—

 
 

129  22.  Nr#-130
  20.  Mai
131  17.  Juni
132  15.  Juli
133  12.  Aug.  «  ;
134  9.  10.  Sept.  12.  Sept.  13.  Sept.  21.  Sept.  22.  Sept.21.  Sept.  23.  Sept.

—
□

18.  Jan.
11.  Febr.  15.  Febr.

 

 

2.  Jan.  3.  Jan.  11.  Jan.  13.  Jan.  17.  Jan.

Linie.  Heimreise.

18.  Jan.  23.  Jan.

Kstasiatische

Shanghai  vonglong  Singapore  2  Aden  Suez  port  Said  Neapel  Neapel  Genunua  South=  Bremer-L



ab  an  an

an

an  an

Post  Post
ab

ab

an

ampton
an  u.  ab

Antwerpen  haven

an  ab  an

 

Montag  Sonnab.
Nachm.

Sonnab.  Sonntag

Sonnab.  Mittwoch

Abend

Freitag

früh

Donnerst.

Freitag

Sonnab.

Sonntag  Dienstag  Mittwoch

22

3.  Jan.
31.  Jan.
28.  Febr.
Sonnab.

4.  Jan.  8Z.  Jan.
1.  Febr.
29.  Febr.
Sonntag

29.  März  1.  April!  2.  sepi
26.  April  29.  April!0.  April
Montag  Freitag
«  iNachm.

25.  Mai  29.  Mai
22.  Juni  26.  Juni|26.  Juni

10.  Jan.]H.  Jan.  10.  Jan.  18.  Jan.  19.  Jan.  21.  Jan.  22.  Jan.
7.  Febr.]6.  Febr.  7.  Febr.  15.  Febr.  16.  Febr.  18.  Febr.  19.  Febr.
6.  März  5.  März  6.  März  14.  März  15.  März  17.  März  18.  März

Somnab.  Sonnab.  Sonntag  Montag  Donnerst.
4.  April  April  4.  April  12.  April  13.  April  141.  April  16.  April
2.  Mai  30.  April  2.  Mai  10.  Mai  11.  Mai  12.  Mai  14.  Mai

Sonnab.  Sonntag  Dienstag  Mittwoch  Donnerst.  Freitag

30.  Mai  31.  Mai  9.  Juni  10  Dui

27.  Juni  28.  Juni  7.  Juli  Juli

26.  Jan.
23.  Febr.
Montag

6.  Jan.  11.  Jan.  18.  Jan.
3.  Febr.  B.  Febr.  15.  Febr.
Dienstag  Sonntag  Sonntag

Vorm.,

125  28  Vör.  3.  M,  8.  Mar)  15.  März  23.  März  28.  März

126  27.  März  31.  März  5.  April:  12.  April  20.  April  25.  April
Montag  Mittwoch  Sonntag

11.  Mai-  20.  Mai  24.  Mai
8.  Juni  17.  Juni  21.  Juni

 

124  30.  Jan.

 

127  24.  April  28.  April  3.  Mai

«  11.  Juni  12.  Juni
26.  Mai  31.  Mai  Juni?

nnl

*bb

28.  Juni

23.  Juni  28.  Juni  6.  Juli
21.  Juli  26.  Juli  3.  Aug.

18.  Aug.  23.  Aug.  31.  Aug.
15.  Sept.  20.  Sept.

24.  Juli21.  Juli  20.  Juli
17.  Aug.  21.  Aug.21.  Aug.  23.  Aug.
18.  Sept.]18.  Sept.  20.  Sept.

25.  Juli
22.  Aug.
19.  Sept.
16.  Okt.G.  Olt.  84  Ot  17.  Okt.
Sonntag  Mittwoch  Donnerst.  Donnerst.

26.  Juli  4.  Aug.  5.  Aug.
23.  Aug.  .  Sept.  2.  Sepl.
20.  Sept.  29.  Sept.  30.  Sept.

6  6.  Aug.  7.  Aug.
3.  Sept.  4.  Sept.#
1.  Oft.  2.  Okt.

29.  Ott.  30  Ott.  .
Dienstag  Donnerst.
23.  Nov.  24.  Nov.  26.  Nov.
22.  Dez.  24.  Dez.

12.  Aug.  16.  Aug.
9.  Sept.  13.  Sept.

28.  Sept.  11.  Okt.  12.  Okt.
Sonntag  M  Sonnab.
Avend  früh  f#aüh

13.  Okt.  18.  Okt.  25.  Okt.  2.  Nov.  7.  Nov.  8.  Nov.  11.  Nov.12.  Nov.  14.  Nov.12.  Nov.
10.  Nov.  15.  Nov.  22.  Nov.  30.  Nov.  5.  Dez.  6.Dez.  9.  Desz.10.  Dez.  12.  Dez.10.  Dez.
·  20.  Dez.  28.  Dez.  1897  1897  1897  1897  1897  1897
1897  1897  1897  1897  1897  2.  Jan.  3.  Jan.  6.  Jan.7  Jan.  9.  Jan..  Jan.
17.  Jan.  25.  Jan.  30.  Jan.  31.  Jan.  3.  Febr..  Febr.  6.  Febr.
7.  Febr.  14.  Febr.  27.  Febr.  28.  Febr.  3.  März  4.  März  6.  Mär:
2.  Mä  7.  März  14.  März.  22.  März  27.  März  28.  März  31.  März  1.  April  J.  April
Gegen  Monfum.  Bei  diesen  Abfahrten  wird  Futschaun  angelouien.
de  aug##be##  Abiahx  totage  werden  nac)  Möglichleit  eingehalien  werden,  jedoch  iiund  in  den  Zwischenhasen  Verichiebungen  in  den  Anlunits  und  Abgaungsejzeilen

—

«-.l
  .
15.Juli19.snll;203ulc
14.  Sept.

18.  Okt.
Sonnab.

27.  Okt.
Sonntag

22.  Nov.

28.  Olt.
Montag

144.  Rov.

 

2.  Febr.

—

 

16.  März  18.  März
13.  April  15.  April

 

 

 

1.  April

 

3.  *5  11.  April

 

nach  dem  Verlauf  der  Rrise.

DM  n  lisce  ii  mie  M  -
        <pb n="61" />
        Australische  Linice.  Anusreise.

 

9  —  „
haven  Antiwerpen  ampton  ab  an  bourne  Sp#nehy

ab  an  ab  ab  ab  an  Berlin  Neapel  ab  an  u.  ab  an  u.  ab  an  u.  ab  an  an  an  an
Mittwoch  Donnerst.  Sonnab.  Sonntag  Montag  Dienstag  Momag  Mittwoch  Mittwoch  Sonntag,  Montag  Sonnab.  Sonnab.  Mittwoch  Freitag  Montag

Vorm.  *½fb  Nachm.  2#9  Nachm.  Abend  Abend  #  Abende

«  —  —-  —  —  —  -  —  —  —.  —  —  8.  Jan.  10.  Jan.  13.  Jan.
124  —  —  —  —  —  —  1.  Jan.]l.  Jan.  5.  Jan.  6.  Jan.  I11.  Jan.  18.  Jan.  Febr.
51  15.  Jan.  16.  Jan.  18.  Jan.  19.  Jan.  27.  Jan.  28.  Jan.27.  Jan.  29.  Jan.29.  Jan.  2.  Febr.  3.  Febr.  8.  Febr.  15.  Febr.  März
126  12.  Febr.  13.  Febr.  15.  Febr.  16.  Febr.  24.  Febr.  25.  Febr.24.  Febr.  26.  Febr.26.  Febr.  1.  März"  2.  März  7.  März  14.  März  April
127  I11.  März  12.  März  14.  März  15.  März  23.  März  24.  März!3.  März  25.  Märzl  25.  März  29.  März  30.  4.  April  11.  April  Mai
128  8.  April  9.  April  11.  April  12.  April  20.  April  21.  April  20.  April  22.  April22.  April  26.  April  27.  Dpril.  2.  Mai  9.  Mai  i
129  6.  Mai  7.  Mai  9.  Mai  10.  Mai  18.  Mai  19.  Maiss.  Mai  20.  Mali.20.  Mai  24.  Mai-  25.  Mai  30.  Mai  6.  Juni
130  2.  Juni  4.  Juni  6.  Juni  7.  Juni  15.  Juni  16.  Jui.  15.  Juni  17.  Junis|17.  Juni  ·  i  4.  Juli
131  1.  Juli  2.  Juli  4.  Juli  5.  Juli  13.  Juli  14.  Julii13.  Juli  15.  Juli  15.  Juli  1.  Aug.
132  29.  Juli  30.  Juli  1.  Aug.  2.  Aug.  10.  Aug.  11.  Aung.10.  Aug.  12.  Aung.12.  Aug.  29.  Aug.
133  26.  Aug.  27.  Aug.  29.  Aug.  30.  Aung.  7  «  «  «  «  26.  Sept.  .
134  23.  Sept.  24.  Sept.  26.  Sept.  27.  Sept.  5.  Okt.  6.  Okt.  5.  Okt.  7.  Okt.  7.  Okt.  24.  Okt.  11.  Nov.  13.  Nov.  16  Nov.
135Q  21.  Okt.  22.  Olt.  24.  Okt.  25.  Okt.  2.  Nov.  3.  Noov.2.  Nov.  4.  Nov.]  Nov.  8.  Nou.  9.  Nov.  14.  Nov.  21.  Nov.  9.  Dez.  11.  Dez.  14.  Dez.

6  2  Soth-,  Genta  Neapel  Vost  Bost  Neapel  Vort  Said’  Suei  Aden  Colombo  Adelaide  „Mcl= 



  
 

½6  18.  Nov.  19.  Nov.  21.  Nov.  22.  Nov.  30.  Nov.  1.  Dez.0.  Nov.  2.  Dez.2Des.  6.  Dez.  7.  Dez.  12.  Dez.  19.  Des.  6.Jan.  8.  Jan.  11.  Jan.
"  1897  1897  13897  1897
137  16.  Dez.  17.  Dez  19.  Dez.  20.  Dez.  28.  Dei.  29.  Dez.  28.  Dez.  30.  Dez.  30.  Dez.  3.Jan.  4.  Jan.  9.  Jan.  16.  Jan.  3.  Febr.  5.  Febr.  8.  Febr.
Anstralische  Linie.  Heimreisec.

Sydney“  aelee  Adelaide  Colomöo  Aden  Suez  Port  Said  Neapel  Post  vost  Neapel  Genua
ab*  an  ab  an  an  an  an  an  Neapel  Berlin  ab  an
Mittwoch  Freitag  Toest.  Freitag  Sonnab.  Donnerst.  Freitag  Dienstag  Tienstag  Donnerst.  Mittwoch  Donnerst.  Sonnab.  Sonntag  Montag  Dienstag
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121  —  —  —  4.  Jan.  9.  Jan.  10.  Jan.  14.  Jan.  16.  Jan.15.  Jan.  16.  Jan.  25.  Jan.  26  Jan.  27.  Jan.  28.  Jan.
122  1.  Jan.  3.  Jan.  9.  Jan.  24.  Jan.  1.  Tebr.  6.  Febr.  7.  Febr.  11.  Febr.11.  Febr.  13.  Febr.12.  Febr.  13.  Febr.  22.  Febr.23.  Febr.  24.  Febr.  25.  Febr.
123  29.  Jan.  31.  Jan.  6.  Febr.  21.  Febr.  29.  Febr.  5.  Märzj  6.  März  10.  März!10.  März  12.  März11.  März  12.  März  21.  März22.  März  :23  März  24.  März
124  26.  Febr.  28.  Febr.  5.  März  20.  März  28.  März  2.  April  3.  Apr#il  7.  April]  7.  April  9.  April.  April  9.  April  18.  April)19.  April  20.  April  21.  April
Sonnab.  Montag  Sonnab.  Montag  Montag  Sonnab.  Sonntag  Donnerst.  Donnerst.  Sonnab.Freitag  Sonnab.  Montag  Dienstag  Mittwoch  Freitag
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30.  März  4.  April  20.  April  27.  April  2.  Mai  3.  Mai  7.  Mai
Dienstag  Mittwoch  Montag  Dienstag  Sonnab.
126  25.  April  27.  April  2.  Mai  19.  Mai  27.  Mai  1.  Juni  2.  Juni  6
127  23.  Mai  25.  Mai  30.  Mai  16.  Juni  24.  Juni  29.  Juni  30.  Juni  4
128  20.  Juni  22.  Juni  27.  Juni  14.  Juli  22.  Juli  27.  Juli  28.  Juli  1.  Aug.
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1301  15.  Aug.  17.  Aug.  22.  Aug.  8.  Sept.  16.  Sept.  21.  Sept.  22.  Sept.  26.  Sept.  2.  Sept.  28.  Sept.27.  Sept.  28.  Sept.  7.  Okt..  Okt.  9.  Okt.  11.  Okt.#
131  12.  Sept.  14.  Sept.  19.  Sept.  6.  Okt.  14.  Okt.  19.  Okt.  20.  Olt.  24.  Okt.  26.  Okt.25.  Okt.  26.  Okt.  4.  Nov.  5.  Nov.  6.  Nov.  8  Nov.
Montag  Montag  Sonnab.  Sonntag  Domnerst.  *v  Sonnab.  Freittag  Sonnab.  Montag  Dienstag  Mittwoch  Freitag
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133  7.  Nov.  9.  Nov.  14.  Nov.  30.  Nov.  7.  Dez.  12.  Dez.  13.  Dez.  17.  De..  Dez.  19.  Dez.  Dez.  19.  Dez.  28.  Dez.  29.  D  ez.  30.  Dez.  1.  Jan.
1897  1897  1897  1897  1897  1897  1897  1897
134  5.  Dez.  7.  Dez.  12.  Dez.  28.  Dez.  4.  Jan.  9.  Jan.  10.  Jan.  14.  Jan.14.  Jan.  16  Jan.15.  Jan.  16.  Jan.
1897  1897  1897  1897
135  2.  Jan.  4.  Jan.  9.  Jan.  25.  Jan.  1.  Febr.  JFebr.  7.  Febr.  11.  Febr.  .  Febr.  13.  Febr.  12.  Febr.  13.  Febr.
136  30.  Jan.  1.  Febr.  6.  Febr.  22.  Febr.  1.  März  6.  März  1.  März'  11.  März11.  März  13.  März12.  März  13.  März
137  27.  Febr.1  1.  März  6.  März  22.  März  29.  März  3.  April  4.  April  8.  April!]  8.  April  10.  April]  9.  April  10.  *
#.  Gegen  Monfun.  ..  Bei  Abserligung  von  Schuelldampfern  sindet  die  Ubjahrt  von  Sydney  hei
Die  angegebenen  Abfahrtszeiten  werden  nach  Möglichkeit  eingehalten  werden,  jedoch  sind  in  den

 

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27.  Jan.  29.  Jan.

24.  Febr.  26.  Febr.
24.  März  26.  März
21.  April  23.  April
wärts  4  Tage  jrüher  ald  lant  Fahrplan  statt.  Die  Abfertigung  von  Adelaide  erleidet  keine  Veränderung.

viichenhäfen  Verschiebungen  in  den  Ankunfts-  und  Mganhsziten  mlässig,  ie  nach  dem  Verlauf  der  Reise.

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Zweiglinie  von  Singapore  nach  dem
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4.  Jan.  Jan.  7.  Jan.

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Febr.  3.  April  °  Wril;  u.  April
April  29.  Mai  4.  Juni  6.  Juni
Juni  24.  Juli  30.  Juli  .  Aug.

Sept.  24.  Sept.  26.  Sept.

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13.  Nov.  19.  Nov.  21.  Nov.
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7.  Febr.  13.  Febr.  15.  Febr.  29.  Febr.  3.  März  3.  März
28.  April  28.  April
m.Juni  23.  Juni
18.  Aug.  18.  Aug.
13.  Oft.  13.  Okt.
8.  Dez.  8.  Dez.
1897
30.  Jan.  2.  Febr.
Singapore  darf  nicht  vor  dem  festgesetzten  Tage

29.  April
24.  Juni
19.  Aug.

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1897
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1897
Jan.  114.  Jan.  16.  Jan.

Zuweiglinie  von  Hon

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13.  Februar  14.

12.  März  13.
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Januar  Januar

21.
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19.  Februar

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18.  März

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Februar
März

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November  25.  November  27.

     

Dezember  18.  5
1897
15.

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1857  1897
137  2.  Dezembe  Januar  Januar  20.  Januar  22.
30.  Dezember  11.  Febrnar  12.  Februar  17.  Februar  19.
Der  Dampfer  der  Zweiglinie  nach  Japan  verkehrt  in  unmittelbaren
der  Dampfer  der  Hauptlinie  vor  Fahrplan  in  Hongkong  eintrisst,  auch  die
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Dezemb
1897
Januar

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10.  Jan.

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16.  Okt.
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Januar

Oktober
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November  28.
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Deutschen  Schutzgebiet  von  Neu-Gninca.

 
 

Soerabaya


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Jan.  so.  Jan.  «
März  26.  März  29.  März
21.  Mai  24.  Mai  27.  Mai

16.  Juli  19.  Juli  22.  Juli
10.  Sept.  13.  Sept.  16.  Sept.

1
13.

15.  Jan.  17.  Jan.  2.  Febr.  5.  Febr.

6.  März  11.  März  13.  März  1.  April

1.  Mai  6.  Mai  8.  Mai

1.  Juli  3.  Juli
26.  Aug.  28.  Aug.
Okt.  23.  Okt.

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23.

Mai
Juli
Aug.

2.  Juni
28.  Juli
22.  Sept.
Okt.  8.  Nov.  17.  Nov.
1897
3.  Jan.

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1897
6.  Jan.

5.  Nov.

18.  Dez.  31.  D
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5.  Febr.  10.  Febr.  |12.  Febr.  112.  Febr.  25.  Febr.  28.  Febr.  3.  März  9.  März
Auf  der  Rückreise  wird  je  nach  Bedarf  Ternate  oder  Amboina  poncinuun

gkong  nach  Japan.Z

Nagasaki  Hongkong  vdongkong  Bremerhaven

ab
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22.  Februar
18.  März

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14.  Mai

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Mittwoch

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25.
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21.

Januar
Januar

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Februar

März
März

6.  Januar
3.  Februar
Dienstag
März
März

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22.
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März

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März  29.
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Mai
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18.  April
16.  Mai
13.  Juni
11.  Juli
8.  August
5.  Septbr.

April  April

Mai

 

3.  Septor.  13.
3.  Oltober  .Oltober  11.  Ohober  13.  Oktober
31.  Oktober  November,  d.  November  10.  November  24.  Dezember
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November  2.  Dezember  6.  6.  Dezember  21.  Januar

Dezember
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1897  1897  D
23.  Jannar  27.  Jannar  31.  Jannar  2.  Februar  18.  März
20.  Febrnar  24.  Febrnar  28.  Februar  2.  März  15.  April

1  Anschluß  an  die  Dampfer  der  ostasiatischen  Hauptlinie  derart,  daß,  wenn
Abfahrt  des  Dampfers  der  Zweiglinie  von  Hongkong  vor  der  fahrplan-15.

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Dezember  30.  Dezember  3.  Februar

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18.  März
Donnerst.

18.  Febr.

April

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        Worrmann-Tinie,  Gelellschaft  mit  beschränkter  Baftung.

Fahrplan  für  das  erste  Vierteljahr  1896.

 

 

Linie  I.  Nach  Lagos,  Klein.  Popo,  Kamerun  und  den  Häfen  bis  Ponta  Negra.

Ausre  isee.

Heimreise.

 

 

 

 

 

 

 

Ha  ⁊  nänt  Ponta  Negra  Febr.  29.  März29.  April  29.
7½  Jan-  14.  Febr.  ½#  Marz  habun  .  Mär)  1.  April  1.  Nai  1.
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Gab  ·.  ,·-  Kwitta  -286.  -26  -26.
Labnn  "  23.  23.  23  Addah  27  27  27
Kap  Lopez  .  24.  24  24  eddah  2½  .  7  2.
Feite  Cama  2.  26  KPalmas  .330.  30.  30.
Manaek  :W7  9Gnd  Baffa  -
#6  egra  *?8  ½2  3  Mrok  1  2„  12.  1„  2
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Madeira  *  15.  é*  15.  16.
Hamburg  24.  24.  24.
Linie  II.  Nach  der  Westküste  bis  Liberig.  Marokko  anlaufend.
Ausreise.  Heimreisee.
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Hamöurg  .  Jan.  15.  Febr.  15.  März  15.Kap  Palmas  Febr.  22.  Mär)  22.  Apri"  22.
anger  24.  24.  -24  time-.  -23.  -23.  -23·
Casablanca  20.  20.  26.Grand  Bassa  24.  24.  24.
zagan  -2217.  -217.  -27  Monrovia  25.  25.  25.
gador  29.  29.  -2  Kap  Mount  -26.  -26.  -26.
Gran  Canaria.  Febr.  1.  März  1.  April  1  Manoh  !
eneriffa  -  2.  :  2.  l  -  2  Sulymah  :  27.  27.  27.
orée  =  6.  6.  6.  Lavannah  .
Dakar  6.  6.  6.Sierra  Leone  29.  v29.  29.
Rufisque  7.  7.  7.5  herbo#k  März  1.  30.  34.
athurst.  .  8.  8.  8  Bulbins  7.  April  7.  Mai  7.
Bulbiné  11.  *  11.  11  Rufisque  10.  "  10.  10.
Conakry  12.  12.  12  Dakrkrcrr  11.  11.  -11.
Sierra  Leone  13.  13.  -13  Gran  Canaria.  -16.  -186.  -16.
Lavannah  1  Mogador  18.  18.  18.
Sulymah  .  -15.  15.  16.  Mazagan  -20.  20.  -20.
Manoh.  -  Cqsqblanca.  -21·  -21«  -21.
Kap  Mount  16.  -16.  16.anger  22.  22.  22.
Monrovia  218.  18.  18.]  Hamburg  .  30.  30.  30.
Grand  Vassse  19.  19.  15.  I
Sinoae  20.  20.  20.  I  1
Kap  Palmas  21.  221.  21.  I  .
,  l  .

Linie  III

4)  Einschiffung  der  Passagiere:  Linie  I  am  11.  jedes
am  21.  jedes  Monats,  Linie  IV  am  1.  jedes  Monats.
*)  Nur  für  Passagiere.

 

Monats,  Linie  II  am  16.  jedes  Monats,
        <pb n="64" />
        Linie  III.

26

Nach  der  Goldküste  und  Wee

 

 

 

Ausreeisee.  Heimre  ise.

Hamburg.  .  Jan.  20.  Febr.  20.  "  März  20.  Eitanon  Febr.  28.  Mänz  3  Aprit28
Monrovia  .  Febr.  8.  März  8.  April  8.  Whyda  29.

Arim  5  Grand-  ½%%  März  2.  April  3  Mai
Dixcove  .  -12·  -12.  12.  Klein-Popo  3.  3.  3.
Elmina  .  Bagida  *  5.  *  5.
Kap  Coast.  .  Lome  -7.  .  7.
a  Kon  .  14  14.  14.  thwit  *  12.  2
Appam  .  -  ah  -  .  -  .  -  .
VII-way  jl  15.  15.  15.  Aeera  13.  13.  153.
lecra.  .  16.  16.  16.  Kap  Palmas  16.  .  16.  "*  16
Addah  18.  18.  18.  Monrovia  .  18.  18.  18.
Kwitta  19.  19.  19.  Gran  Canaria  26.  26.  26.
Lome  21.  21.  21.  Tenerissa.  .  27.  27.  7
Bagida  ..  -22.  22.  22.  Madeira  *  29.  *  29.  -  .
Klein-Popo  -23.  .  23.  23.  Hamburg  April  9.  Mai  9.  Juni  9.
Grand-Popo  *  25.  .  25.  26.

Whydah  26.  -26.  *  26.

Cotonou#.  *  27  -217.  *  27.

 

 

Linie  1V.  Nach  den  Häfen  der  Südküste  von  Landana  bis  St.  Paul  de  Loanda.  Lagos  und  Oelflüsse  anlaufend.

 

Ausre  isec.

Heimreise.

 

Hamburg.
Teneriffa

Gran  Canaria
ore

Dakar
Rufisque
Monrovia  7.
Accra  *.

Buguma.
Abonnema

Ol#  Calabar=Landana


Cabinda
Banana

Ambriz
Kinsembo
Mussera
Ambrizette
Muculla
Quinzao.
Landana

JFebr.  29.

Jan.  31.  März  31.
Febr.  10  März  10.  April  10.

é.  11.  1.  11

1.  16.  16.
"  19.  19.  19.
.  -22.  -22.  22.
.  -24.  -24.  24.
26.  26.  26.
I  29.  30.  30
.  März  3.  April  3.  Mai  3.
:  4.  -  4.  :  4.
.  6.  6.  6.
.  8.  8.  6.
10.  1õ.  106.
II.  11.  I1i.
*-.  13.  13.  13.
*  4.  14.  114.
.  15.  *  15.  15.
186.  16.  16.
18.  18.  18.

 

Landana
Old  Calabar

Wimeta
nn

Kap  Palmas
Monrovia

Gran  Canaria

Mogador
Mosegan
Casablanca
Hamburg

März  18.
*  21.
25.

é  30.
April  7.
8.

April  18.
-21.
25.

-30.
Mai  7.

Mai  18.
-21.
-235.

*  30.
Juni  7.

Am  6.  Märs  wird  P.-D.  „Eduard  Bohlen“  von  Antwerpen  direkt  nach  dem  Kongo  und  zurück  expedirt.

)  Einschiffung  der  Passagiere:  Linie  I  am  11.  iedes  Monats,  Linie  II  am  16.  jedes  Monats,

Linie  III  n  21.  jedes

)  Nur  für  Passagiere.

Monats,  Linie  I

am  1.  jedes  Monats.
        <pb n="65" />
        27

m.  b.  H.

 

Schiffsbewegungen  der  Woermann-Linie,  Gesellschaft

 

 

 

Reise  Letzte  Nachrichten

Postdampfer  von  nach  bis  28.  Dezember  1895
„Aline  Woermann“.  Hamburg  Ponta  Negra  21.  Dezember  in  Gabun.
„Anna  Woermann“.  Hamburg  #  Kap  Palmas  14.  Dezember  in  Sierra  Leone.
„Carl  Woermann“  Swakopmund  I  Hamburg  16.  Dezember  in  Accra.
„Eduard  Bohlen“  T  Congo  23.  Dezember  in  Accra.
„Ella  Woermann“  Kotonon  1  Hamburg  28.  Dezember  in  Madeira.
„Erna  Woermann“  Hamburg  Kap  Palmas  26.  Dezember  in  Lissabon.
„Gertrud  Woermann“  Ponta  Negra  Hamburg  22.  Dezember  in  Hamburg.
„Gretchen  Bohlen“  Hamburg  1  Kotonon  22.  Dezember  in  Accra.
„Hedwig  Woermann“  Hamburg  .  Kotonou  25.  Dezember  Ushant  passirt.
„Jeannette  Woermann“.  Loanda  U%  Hamburg  21.  Dezember  in  Lagos.
„Kurt  Woermann“  Hamburg  Loanda  31.  Dezember  ab  Hamburg.
„Lulu  Bohlen“  Ponta  Negra  Hamburg  17.  Dezember  in  Accra.
„Marie  Woermann“.  amb  Ponta  Negra  21.  Dezember  in  Madeira.
„Professor  Woermann“  Kap  Palmas  "„  Hamburg  27.  Dezember  in  Hamburg.
„DThekla  Bohlen“.  Hamburg  6  Lüderitzbucht  25.  Dezember  in  Aecra.

i

 

D
Naubthiere

NM

ie  auch  in  den  deutschen  Schutzgebieten  durch  Lieferung  von  Fallen  zum  Fangen  selbst  größter
bekannte  Firma  R.  Weber  in  Haynau  i.  Schl.  begeht,  wie  wir  hören,  am  16.  Jannar  d.  Is.
ie  Feier  ihres  25  jährigen  Geschäftsjubiläums.  Auf  Sumatra  werden  die  Tiger  meist  ausschließlich  in
Weberschen  Fangapparaten  gefangen,  und  auch  in  Lindi  gelang  es  Herrn  B.  Knochenhauer  bisher  vier

Löwen  in  Weberschen  Fallen  zu  fangen,  gewiß  ein  Beweis  für  die  Vorzüglichkeit  der  Fabrikate  dieser
ältesten  deutschen  Raubthierfallenfabrik.

 

S—.  Werke  der  deutseben  und  ausländischen  Litteratur.

 

 

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Relse-Litteratur.

       

Die  cvangelischen  Mssionen.
IIstr.  Familienblatt.  IIerausg.  von
ul.  Richter.  I.  Jahrg.  1895.  )lonatl.
1  Heft  von  24  S.  Jährl.  3,  srei  ins
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über  England:  „Ein  Werk  von  strengster
  Wuhrheitslicbe  u.geninl.  Schreihweise“
  (Kritik  v.  Schuldirektor  Sellmann,
  Breslan).  „Eine  Kulturstudie
r.  enormem  Werte“(Berl.  Börsenztg.).
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ohne  llustr.)  des  Werkes  -Aus  dem
modernen  Englund-.  Umlang  390  S.
Geh.  2  Mk.,  gebd.  3  Mk.  „Ein  vortrellliches
  Buch=  (Grenzboten).  „Ein
uskezeichnetes  Werk"  (Jordd.  Allg.
Ztg.).  „Steflens  Werk  ist  ein  Spiegel
des  gesummten  engl.  Lebens,  wic  er
in  solcher  Klarheit  dem  engl.  Volke
noch  nicht  vorgehulten  worden  ist“
Dresd.  Nachrichten).  (8

Verl.  v.  Hobbing  &amp;amp;  Büchle,  Stuttgart.

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einzusenden.

 

Beschluß.
geß  De  nach  Artikel  13  des  danden
gesetzbucho  erforderlichen  Bekannt-  U  0  K
machungen  von  Eintragungen  in  das  1  k  R  N

Landelsregister  des  unierzeichneten

Konsulats  werden  im  Jahre  1896  150,  350,  400,  475  und  550  mal  süsser  als  Zucker.
im  Deutschen  Kolonialblatt,  Für  Privatgebranch  und  Industriezwecke,  billiger  als
in  der  Wochenausgabe  der  Kölnischen  Zucker.  Gegen  klimatische  Einflüsse  unemplindlich.  Un

Zeitung  und  -  it  Süssk  i
s-  -  .  .  ckungen  mit  Süsskraft  von  mehreren  Kiloin
  der  „Gazette  (or  Zunzibar  and  Westentaschenpa  „

Enst  Africne  grumm  besten  Rohrzuckers,  daher  grösste  Raum-  und
erfolgen.  *r  Gewichtsersparniss  nuuf  Teisen  und  LErpedictonenz
««.  .-  -«—-"  -ltunssunentbehrlichsiiijubetiker.
Zan  R  ber  1895.  braktisch  für  Haushaltung,  b
vF  brchdn  o  Reiner  Zuckergeschmack,  keine  Gährungserzcugung.
aiser  «  FreiprohcnnmlProspektedutchdiellekstcller.

J.  V.:

Nauli  (u  Dr.  F.  von  Heyden  Nachfolger,

""«  "  Chemische  Fnbrik,  (#")
Gekanntmachung.  Radebeul-Dresden.

In  das  Prokurenregister  dieses
Konsulates  ist  heute  unter  laufender
D.  7  für  die  offene  Handelsgesellschaft

 

 

 

 

K.  Hin  m
aujmann  Leopold  Wagner  hier—
lelbst  seit  dem  1.  Jannar  1895  ertheilte
Krolura  eingetragen  worden.
Zanzibar,  den  11.  November  1895.
Der  Kaiserliche  Konful.
J.  V.:

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nach  den  der  botanischen  Centralstelle  in  Berlin  gemachten  Alittheilungen  als  für  den  Anbau  in  den  Tropen
çGeelgnet  erwiesen  haben.  —  Da  die  botanische  Centralstelle  nur  für  einmalige  Versuche  im  Kleinen  Gemüsesamen
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Das  Eeho--  betrachtet  os  luesonher  als  seine  Aulxabe.  dem  Lehen  und  rclhen  l  äch,  möarlichet
(schen  lm  Auslunde  die  llepollste  Anfmerksumkelt  zuzunenden.  EN  wirl  1.  11½  cihrik  Alblurment
  nutzeug’#en.

 

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jeder  Deutsche  im  Auslande  gVebeten,  seine  Adresse

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ainheit  eine  Probe-Nmzner  uumsenet

Das  Echosr

l#a#chmi  innideh  redil

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kell.  anzugehen.  damit  Nicelbe#(#cl
und.  bortofrei  zu  übernenden.

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Das  ntlich
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eder  lese  Das  Bcho,

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Der  Funlung  mit  dem  allen  Valserlanda

 

 

 

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Das  Echo  t  #e  Stimme2  aller  Tarl#U###n  Zu  Wont-  kommen  dller  Taglichen  BRundschan  1895  auf  Seite
1.53  edem  Deischen.  In:  Austande  J—
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lang  haltbar,  nur  aus  bestem  Malz  und  Hopfen  hergestellt.  Das  Vier  ist  sehr
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Schutztruppe  enpsohe
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Berlin,  Stralauerstraße  3—6.  Begründet  1792.
Für  Deutsch-Ostafrika,  Gagsci  und  Madagaskar  hat  die  Deutsch-Ostafrikanische
Gesellschaft  den  Alleinverkauf.
Alleinige  Vertreter  für  den  sonstigen  Export:
Harder  &amp;amp;  de  Voß,  Hamburg,  Gr.  Burstah  36—38.

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        WOERMANN-LINIE,  m.  b.  H.

Am  10.  Januar:  P.  D.  „Gertrud  Woermann“,  Capt.  Jeusen,
nach  Madeira,  Klein-Popo,  Lagos,  Kamerun,  Fernando  Po  und  den  Häfen
der  Südwestküste  Afrikas  bis  Pontanegra.
Am  15.  Januar:  P.  D.  „Professor  Woermann“,  Capt.  Hansen,
nach  den  Canar.  Inseln,  Gorée,  Dakar,  Ruflisque,  Bissao,  Bolama,  Conakry,  Sierra
«  Leone,  Sherbro  und  Liberia.
Am  20.  Januar:  P.  D.  „Ella  Woermann“,  Capt.  Nissen,
nach  Tanger,  Casablanca,  Mazagan,  Mogador,  Monrovia,  der  Goldküste,  Togo,
Whydah  und  Kotoncu.
Am  31.  Januar:  P.  D.  „Carl  Woermann“,  Capt.  Schütt.
nach  den  Canar.  Imseln,  Gorée  und  den  Hüfen  der  Südwestküste  Alrikas  von  Landana
bis  Loanda,  sowie  nach  Deutsch-Südwestafrika.
Aklte  Öster  m#ssen  cm  Tagbe  vor  dem  4bganysdattem  bis  I2  Uhr  mittagis  dinsseite  sein.

Näheres  wegen  Fracht  und  Passage  ertheilt  in  Hamburg  die  Woermann-Linie,  m.  b.  H.  sowie  der  Schiffsmakler
  August  Bolten,  Wm.  Miller’s  Nachfolger,  Admiralitätstrasso  33/34.  12

—  Deutsche  Ost-  Afrika-Linie.

Regelmässige  Postdampfer  -  Verbindung
unter  Vertrag  mit  dem  Deutschen  Reiche
zwischen

Hamburg,  Ostafrika  und  Transvaal

Amsterdam,  Lissabon  und  Neupel  anlantend.
Die  nüchsten  fahrplunmässigen  Expeditionen  finden  statt:

 

 

R.  P.  D.  „KANZLER“,  Capt.  Eison  .  20.  Janunr  1896  ab  Humburg  (li.  Fahrplan)
R.  P.  D.  „BUNDESRATH“,  Capt.  Stahl  26.  Febr.  „  ab  Hamburg  „
R.  P.  D.  „KAISER“,  Capt.  v.  Issendorl!  25.  Mürz  „  ab  Hamburg  "

nach  Tanga,  Dar-es-Saläm,  Sansibar,  Mozambique,  Beira,  Delagoa-Bai  und  Natal.
Diese  Dampfer  nehmen  auch  Passagiere  und  Waaren  nach
Bagamoyo,  Saadani,  Pangani,  Kilwa,  Ibo,  Lindi,  Quelimane,  Chinde,  Lamu  und
Mombassa.
Regelmässig  alle  acht  Wochen  Postdampfer
ab  Hamburg  iun  Kap  de“  Juten  JOnun  direkt  nach  Dierben,  Deiagoga-ZBa#i,
Inmbane,  Mozcmmbtorec.
Nächste  Expedition:  Dampfer  „REILCHSTAG“,  Cart.  2.  Februnr  1896.
Die  Dampfer  Rhaben  rozülpliche  Einrichtungen  fitr  Passagiere  in  allen  Klussen.

Ferner  zwischen  Ostalrika  und  Bombay  regelmässig  alle  vier  Wochen  im  Anschluss
an  die  Hauptdampfer.

 

Näheres  ertheilt  in  Hamburg:  (20)
wegen  Fracht  der  Schiffsmakler  August  Bolten,  Wm.  Miller’'s  Nachfolger,
wegen  Passage  die  Hamburg-Amerikanische  Packetfahrt-Aktien-Gesellschaft,
sowie  wegen  Fracht  und  Passage  die

Deutsche  Ost-Afrika-  Linie,
r.  Reichenstrasse  25.
Verantwortlicher  Redalteur  für  den  nichtamtlichen  Theil:  O.  Mertinat,  Verlin.  *
Druck  und  Verlag  der  Königlichen  Hofbuchbandlung  und  Hofbuchdruckerei  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Verlin  8W  12,  Kochstraße  68—71.
Ausgegeben  am  2.  Januar  18906  um  5  Uhr  nachmittags.
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        Deutsches  Kolonialblatt.

Amtsblatt  für  die  Schutzgebiete  des  Deutschen  Reichs.

herausgegeben  in  der  Kolonial-Ablheilung  deo  Auswärligen  Amts.

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VII.  Jahrgang.  Berlin,  15.  Jannar  1896.  Uummer  2.
Diecie  Zeitschrift  ericheint  in  der  Regel  am  1.  und  15.  jedes  Monals.  Derfelben  werden  als  Beihefte  brigefügt  die  mindestcus  einmal
erscheinenden:  „Mittheilungen  von  Forschungsreisenden  und  Golehrten  aus  den  deutschen  Schutzgebicten“,  herausgegeben  von  Dr.
.  Y#  Der  vierteljöhrliche  Abon  is  für  das  Kol  latt  mit  den  Beiheften  beträgt  beim  Bezuge  durch  die  Post  und  die
Ruchhandlungen  Mk.  3.—,  direit  unter  Streisband  durch  die  Verlagsuchhandlung  M.  3.50  für  Deutschland  und  Oesterreich:  Ungarn,  Mk.  3.75  für
die  Lander  des  Weltposivereins.  —  Einsendungen  und  Anfrasen  sind  an  die  Königliche  Oosbuchhandlung  von  Ernst  Siepfried  Mittler

und  Sohn,  Berlin  8W  12,  Kochstrabe  68—71,  zu  richten.  (Eingetragen  in  der  Zeitunge  Preioliste  für  1800  unter  Nr.  1916.)

vierteljährlich
r.  Freihen

Inhalt:  Amtlicher  Theil:  Ertheilung  der  Ermächtigung  zur  Ausübung  der  Gerichtsbarkeit  und  zum  stellvertretenden
Standesbeamten  an  den  Sekretär  Senfft  auf  den  Marshall-Inseln  S.  35.  —  Runderlaß  des  Kaiserlichen  Gouverneurs
  von  Deutsch-Ostafrika  an  die  Stationen  und  Bezirksämter  S  35.  —  Gouvernementsbefehl  des  Kaiserlichen
  Gouverneurs  von  Deutsch-Ostafrika  S.  36.  —  Verordnung  der  Kaiserlichen  Landeshauptmannschaft  des  Schutzgebietes
  der  Marshall-Inseln,  betreffend  die  Führung  der  Reichsflagge  durch  Eingeborene  S.  36.;  desgleichen,  berreffend
  die  Aufhebung  der  Quarantänevorschriften  S.  37.  —  Nachweisung  der  Brutto-Einnahmen  bei  der  Zollverwaltung
  für  Deutsch-Ostafrika  in  den  Monaten  September  und  Oktober  1895  S.  37.  —  Vertheilungsplan  der
Schutztruppe  und  Landespolizei  von  Deutsch-Ostafrika  am  30.  November  1895  S.  38.  —  Personalien

Nichtamtlicher  Theil:  Personal-Nachrichten  S.  42.  —  Deutsch-Ostafrika:  Ueber  ein  Gefecht  mit  dem
Sultan  Mutatembwa  von  Kisiba  S.  43.  —  Ueber  eine  Expedition  gegen  Gr.  Aruscha  S.  45.  —  Marsch  der  Schutztruppe
  S.  45.  —  Gerichtsbarkeit  der  Eingeborenen  S.  45.  —  Kamerun:  Erforschung  des  Sannaga  S.  46.  —
Deutsch-Südwestafrika:  Anlage  von  Brunnen  S.  46.  —  Deutsch-Rcu-Guinea:  Bismarck-Archipel  S.  46.
—  Aus  dem  Bereiche  der  Missionen  und  der  Antisklaverei-Bewegung  S.  48.  —  Aus  fremder
Kolonien:  Kongostaat  S.  51.  —  Landerwerb  an  der  Goldküste  S.  51.  —  Ueber  das  botanische  Landesinstitut
zu  Buitenzorg  auf  Java  S.  51.  —  Ueber  die  Lage  der  französischen  Kolonien  im  Jahre  1893  S.  53.  —  Verschiedene
  Mittheilungen:  Ueber  die  deutsche  koloniale  Entwickelung  S.  53.  —  itterarische  Besprechungen
S.  54.  —  Schiffsbewegungen  S.  55.  —  Verkehrs-Nachrichten  S.  55.  —  Anzeigen.

Amtlicher  Theil.

Gesehze;  Perordnungen  der  Reichsbehörden.

Auf  Grund  des  Gesetzes,  betreffend  die  Rechtsverhältnisse  der  deutschen  Schutzgebiete  (R.  G.  Bl.
S.  75),  der  Kaiserlichen  Verordnung  vom  13.  September  1886  und  des  Gesetzes  vom  4.  Mai  1870
(B.  G.  Bl.  S.  599)  ist  dem  stellvertretenden  Sekretär  Senfft  für  das  Schutzgebiet  der  Marshall-Inseln
die  Ermächtigung  zur  Ausübung  der  Gerichtsbarkeit  erster  Instanz  sowic  für  seine  Person  und  für  die
Dauer  seiner  Thätigkeit  im  Schutzgebiete  die  allgemeine  Ermächtigung  ertheilt  worden,  im  Falle  der  Behinderung
  des  Kaiserlichen  Landeshauptmanns  bezilich  aller  Personen,  die  nicht  Eingeborene  sind,  bürgerlich
gültige  Eheschließungen  vorzunehmen  und  die  Geburten,  Heirathen  und  Sterbefälle  derselben  zu  beurkunden.

 

 

 

 

Herordnungen  und  Wiktheilungen  der  Behörden  in  den  Schungebieken.

Nunderlaß  des  Kaiserlichen  Gouverncurs  von  Deutsch-Ostafrika  an  die  Stationen
und  Bezirksämter.

Von  beachtenswerther  Seite  sind  bei  dem  Auswärtigen  Amt  Vorstellungen  gemacht  worden,  daß
noch  viele  Sklaven  mit  Karawanen  zur  Küste  kommen,  indem  sie  häufig  für  Träger  oder  als  Frauen  und
Kinder  von  Trägern  ausgegeben  und  auf  den  den  Karawanenführern  ausgestellten  Erlaubnißscheinen  der
Stationsvorsteher  im  Innern  als  solche  bezeichnet  würden.

Ich  weiß,  daß  die  Herren  Stationsvorsteher  der  Ausstellung  von  Erlaubnißscheinen,  welche  sie
mit  ihrem  Namen  unterzeichnen,  stets  eine  gewissenhafte  Prüfung  voraufgehen  lassen.  Einer  Weisung  des
Herrn  Reichskanzlers  folgend  ersuche  ich  sie  aber  erneut,  mit  aller  Strenge  darauf  zu  achten,  daß  nicht  als
TDräger  oder  unter  sonstigen  Vorwänden  Sklaven  unter  das  Personal  der  Karawanen  eingeschoben  und
heimlich  zur  Küste  geschleppt  werden.
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        —  36  —

Die  Bezirksämter  ersuche  ich,  die  an  der  Küste  ankommenden  Karawanen  nach  dieser  Richtung  hin
noch  ciner  besonderen  Prüfung  zu  unterziehen.
Dar-es-Saläm,  den  17.  Dezember  1895.

Der  Kaiserliche  Gouverneur.
(L.  S.)  gez.  Dr-  v.  Wissmann.

Gouvernementsbefehl  des  Kaiserlichen  Gonverneurs  von  Deutsch-Ostafrika.

Ich  theile  hiermit  die  Stationen  im  Innern  in  zwei  Klassen  ein:

1.  Klasse:  1.  Mpwapwa,  2.  Tabora,  3.  eine  Station  am  Victoria-See  (welche,  wird  in  nächster  Zeit
bestimmt  werden),  4.  die  demnächst  am  Tanganyika-See  zu  gründende  Station,  5.  Langenburg,
  6.  Moschi.

II.  Klasse:  Alle  übrigen  Stationen.

Diese  Eintheilung  soll  lediglich  maßgebend  sein  für  die  Ausrüstung  und  den  Ausbau  der  Stationen
in  dem  Sinne,  daß  die  Stationen  I.  Klassc,  als  voraussichtlich  für  lange  Zeit  bleibend,  was  Ausrüstung
und  Ausbau  anbetrifft,  reichhaltiger  bedacht  werden  als  die  II.  Klasse,  deren  längeres  Bestehen  zweifelhaft  ist.

Dar-es-Saläm,  den  21.  November  1895.

Der  Kaiserliche  Gouverneur.
(L.  S.)  gez.  Dr.  v.  Wissmann.

Verordnung  der  Kaiserlichen  Landeshaupt  schaft  des  Schutzgebietes  der
Marshall-Inseln,  betreffend  die  Führung  der  Neichsflagge  durch  Eingeborenec.
In  Ausführung  der  Kaiserlichen  Verordnung,  betreffend  die  Ertheilung  des  Rechts  zur  Führung
der  Reichsflagge  an  Eingeborene  des  Schutzgebietes  der  Marshall-Inseln,  vom  19.  September  1893  wird
hiermit  verordnet:

 

81.
Das  Recht,  die  Reichsflagge  zu  führen,  kann  Schissfen  von  Eingeborenen  nur  verliehen  werden:

1.  wenn  die  Schiffseigner  deutsche  Schutzbefohlene  sind  und  im  Schutzgebiete  Grundeigenthum  besitzen,
4.wenn  sie  sich  eines  guten  Rufes  erfreuen  und  insbesondere  noch  niemals  sich  wegen  Seeräubercien

eine  Verurtheilung  zugezogen  haben
wenn  sie  sich  verpflichten,  mit  dem  Schiffe  die  Grenzen  des  Schutzgebietes  ohne  Erlaubniß  oder

ohne  Noth  niemals  zu  verlassen,
.wenn  der  Kapitän  und  die  Mehrzahl  der  Mannschaft  Eingeborene  der  Marshall=  Inselnsind.

6

82
Die  bewilligte  Berechtigung  muß  bei  etwaigem  Wechsel  des  Schiffseigners  von  Neuem  nachgesucht
werden;  sie  kann  aber  jederzeit  seitens  der  Kaiserlichen  Landeshauptmannschaft  aufgehoben  werden.
83.
Die  Berechtigungsurkunde  (Flaggenattest)  hat  die  erforderlichen  Angaben  zum  Erweis  der  Identität
des  Schiffes  zu  enthalten  und  ist  vom  Kapitän  an  5  desselben  aufzubewahren.

Der  Name  des  Schiffes  sowie  der  Heinacsstefen  Jaluit  müssen  am  Heck  mit  farbigen  lateinischen
Buchstaben  angegeben  sein.
l  5.
Eine  Musterrolle  wird  von  Seiten  der  Landeshauptmannschaft  nicht  ausgestellt.  Dagegen  erhält
der  Kapitän  bei  jeder  neuen  Ausreise  des  Schiffes  ein  schriftliches  Ausklarirungsattest.

86.
Für  die  Ausstellung  eines  Flaggenattestes  ist  eine  Gebühr  von  24  Mark  zu  entrichten.

7.
Diese  Verordnung  tritt  in  Kraft  mit  de  Tage  der  Bekanntmachung  derselben  auf  den  verschiedenen
  Inseln.
Jaluit,  den  1.  März  1895.
Der  Kaiserliche  Landeshauptmann.
(L.  S.)  Dr.  Irmer.
        <pb n="75" />
        37  —

Aufhebung  der  8  tä  schriften  für  die  Marshall-Inseln.

Der  Kaiserliche  Landeshauptmann  in  Jaluit  hat  die  durch  Verordnung  vom  27.  Februar  18950)
für  die  Inseln  Aur  Maloelab  verhängten  Quarantänevorschristen  unter  dem  7.  August  1895  wieder  aufgehoben,
  nachdem  festgestellt  worden  ist,  daß  der  auf  den  Inseln  vorgekommene  Krankheitsfall  sich  nicht  als
Lepra,  sondern  als  Gogo  erwiesen  hat.

 

Nachweisung  der  Brutto-Einnahmen  bei  der  Zollverwaltung  für  Deutsch-Ostafrika
  im  Monat  September  1895.
(Eine  Rupie  zum  Kurse  von  1,145  Mk.)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zölle  für  Schifffahrts.Holzschlag-  Neben.  3  t
Haupt-Zollamt  AusfuhrEinfuhr  Abgabee  Gebühren  Einnahmen  Insgesamm
.  zor.  P.]  Np.  P.]  ARp.  P.!  Rp.  P.  A#.  P.  N.  V.  —  Ml.  Vf.
I  i  .
Tangna  1365  4  s  —  95  37212  3811660  38  —  13351  38
—  15  48  1%  2=  8015  70
Bagamooo  18759  19118941  10  13  —  53  152764  570531  37  —  46408  65
Dar-es-Saläm  i135  2503  1812642  38  54  —  104  51271  4716576  26  =  18979  98
Kilwmwoo  8104  168  5153  17  33  —852  37179  37/17322  43  =  19834  46
Linnsi  4594  044¼  ½%132364½
37:  .  —11-1-1511681·62104652E25-11982698
Zusammen  «313375432839177  5  K  —U
42724  Mf.2206  Mk.  202  MM.  Mk.  13375  Mk.
05  R-f.  26  Pf.  66  apf.  16  Pf.  85  Uf.
####
)

Mit  Berücksichtigung  einiger  Reste  aus  Vorjahren  stellt  sich  die  Gesammteinnahme  auf  118  408  Mk.  99  f.

Der  Werth  der  Ausfuhr  bei  sämmtlichen  Stationen  im  September  1895  beträgt  297  442  Nup.  —  340  571  Mk.  09  Pf.
Der  Werth  der  Einfuhr  bei  sämmtlichen  Stationen  im  September  1895  beträgt  597  027  Rup.  —  683  595  Mk.  91  Pf.

Im  Monat  Oktober  1895.
(Eine  Rupie  zum  Kurse  von  1,16  Mk.)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zörte  für  *-  Saiflahre  Holzschlag.  Neben.  r
.  «·  ·  Insgesammt
Haupt-Zollamt  AusfuhrEinfuhr  Abgabe  GebührenEinnahmen  nsges

Rp.  P.  Np.  P.]  Ap.  P.]  #pK  P.]  Np.  P.]s  Np.  P.  —  Mk.  Pf.
Tangga  65  6006948  39  1426  190187  04  2  58  =  9555  97
Pangani  ......  1624  61  3597  38  —  28  02  10  06  5271  18  —  6114  69
Lagamooon..15138  5311003  5ö657  —58  7/398  21,426816  39  —  31107  27
Kar#es-Saläm  ....  2302061441313  80  —  13  38  44  5316953  46  19666  31
3905  20|(729  6022  SI  38  04%  14  1802  05
Lindddd  6286  567516  08  11  —  1  53  493  164309  05  —  16598  53
Zusammen  3  —4  8  —  ——————N
Zus  0314  (82068  61163  El*  44  86

35164  Mk.56026  Mk.1  Mk.1097  Mk.  2367  Mk.

24  Pf.  79  Pf.  08  Pf.  63  Pf.  12  Pf.

*)  Mit  Verücksichtigung  einiger  Reste  aus  Vorjahren  siellt  sich  die  Gesammteinnahme  auf  94  826  Mk.  03  Pf.

Der  W  .
Werth  der  Ausfuhr  bei  sämmtlichen  Stationen  im  Oktober  1895  beträgt  281  652  Rup.  =  326  716  Mk.  32  Pf.
er  Werth  der  Einfuhr  bei  sämmtlichen  Stationen  im  Oktober  1895  beträgt  555  784  Rup.  =  644  709  Mk.  44  Pf.

*)  Vergl.  Deutsches  Kolonialblatt  1895,  S.  7.
        <pb n="76" />
        38

Vertheilungsplan  der  Schutztruppe  und  Landespolizei

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Anmerkung:  &amp;amp;  hinter  dem  Ramen  —  krank,  e  hinter  dem  Namen  —  kommandirt,
Ar.  -  Kom-  Kom-  *  *  Zahl=  Ober-  .
der  Garnison=  Ober-  Lieuober=  -  ihl-  er-  Ser-  Unterkom-
  4.  man=  pagnie-  —.1iteeister=  feuer=  Feldwebel  ...
som·  or  deur  führer.  tenants  —  ärzte  m-  1.  geanten  offiziere
pagnie  führer  5  Z  asp  werler
I.  Schutztruppe.
1%  %
.  den  v.  NatzFischere  .  Sekachl)OllwigssS  Kuhnen  Engelia,Benkewig)  Meuser
klrke-lImerHerrmann]  Schlobach  S  S  hardt  Krause  c  Knaust
Stab  Dares-w  "  *  r.  *  Petrowitz
Saläm  Charisius)  Schwe-5quft.
  v.  Beringe  singer  #
C.w  .—  Schnorren=*
  picil
77  %%  —
Moschi  —  —  Johannes  Merker—Hr.  Eggel-  Körner  H1  —  —  Freytag
1.  4m  lIl  *!
Marangu  —  —  —  v.  der.  —  —  —  —  —  —  —  —  Reisewitz
2  Masinde  —  —  —  Storch—  *  —  Fritschtaeymarzig  —  —
Kisuani  —  —  —  —  —  —  —  —  —-  —  —  Sommer  —
«?.«m·-es-s«!cfm  —  —  lLonck  I  —  —  —  —  —  —  —mui  —  1u—
—*-!-  Dr.  Berg  Frahm
4.  Kilimatinde—  BHPodlech  Stadlbaurs-1  Dr.  Rein-——  —  —  —  Ganzer
hardt  Peschke
5  Ulanga  —  —  —  v.  Kleist  —  Arning  —Teppe  —  —  Spiegel  Stephan
"  Albinus
-  Nil-mer  ««"«--·«-  ,«’-·j.x-k--«-6.
  Paugani  —  —  —  ,—  —  —  —  —  —  4%%  m%  —
7.  Infolge  der  Expodition  dic  3.,  6.,  6.  und  9.  Kompagqunie  ouie  die  I2.  Kompagnie  lhiervon  rerstorte,  Sao  Jrrapi  7.)  /00“
—
77%%
Ke  —  —  EIIEEEOIIIEIILEXIIIE  —  —  Ilenschke  —  Laochinmairk

.  Donde  —  —  —  —  ——  —  —  —  —  —  Merkl  —
Mohoro  —  1—  —  —  ——  —  ——  —  —  —  —
Samanga  +J  —  ——  —  —  —  –—  —  Liebhardt  —  E
!  Stenelt  ...  «!,-·«-Jind
  —]NHRausa  Trcki  7  Hösemann—  —  —  —  88
Kionga  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  Kayser  —  —
—  —  Leue  Graf  v.  —  —  Dr  Zicken-  —  —  —  Syd
abora  ydow
10  T  Perponcher  Drewes  drath  Richter
        <pb n="77" />
        39

von  Deutsch-Ostafrika  am  30.  November  1895.

3
hinter  dem  Namen

und  *  und

bei  den  Ziffern

siehe  Bemerkungen.  Kurssechenk  —  auf  Expedition  befindlich.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

„7  cm
1  Schnellladekanone

ar-es-Saläm

2  1.
L  2  #  Farbige
bber-  Lazarethtats  Wile  “
lazareth=  .  11  h-  mäßige  Char-  Askari  Armirung  Bemerkungen
gehülsen  9e9  sen  Schreiber  51*  S515  Esfendi  gen  regu-  irre-—
  —  läre  guläre
II.  Schutztruppec.
1  ital.  Berggeschütz
Benz  1.  Apelt  Uuruh  6,7  cm  4
—  WernerHerbslebt"  —  Sauer-—  —  —  —  —  2  Maschinengewehre  *  Kompagnieführer  Herrmann  geht
#iolland,  Triebel  brey  Smm  nach  Bukoba  *
Schirpke  Nickl  1  Maxim-Gun  K  45  Lieutenant  Schnorrenpfeil  mar-Lege-
  (unbrauchbar)  schirt  nach  Kilossa
wald-  4  Mörser  9  cm
5  Revolverkanonen
„7  cm
Wulĩ  1  Berggeschütz
Alng3  —  —  5  —  55  cm
1  Schnellladekanone
—  5%  1  Schnellladekanone
—  —  —  —  151  57  1  23  *  3,7  em
Ossen-  4  1  ital.  Berggeschütz  m  neri..  Frsch  kommt  zur  Küste
58—  «  «  ·I««-WI  I·’l’"  »Ist-Lwanger
  –  —  —  151  —  6  58.  2  6,7  cm  *?2  te  hd  dn  6.  Satem
n  —  —  —  ——  2  23  —  —
5  7  ½%%  Eerygescheer  %der  2.  Kompy#  .
—  —  “  ½%½  71  Esfendi,  2  Charg.,  19  Mann
"v  beim  Wachtkdo.  Dar-es-Saläm
1  Maschinengewehr  *  Dr.  Ve
...  -  tggehtnachMpwapwa
—  Läcer  —  —  —  8  132*  1  1  bal  nosc  1sffendi,  3  Mann  beim  Wacht-6.em
  kommando  Dar-es-Saläm
Effendi  nach  Kairo  beurkaubl.
—  —  —  —  —  ½  10  93  21  —  *2  Mann  beim  Wachtkommando
Dar-es-Salam
5  Landungskanonen  1  Mann  beim  Wachtkommando
7%%%  em  Dar-es-Saläm
*5  „0%%  1#  —  —  J17  7  0  4  Maxchinengeiehre  Mann  der  Polizei-  Abtheilung
V  m:  Pangani  attachirt
Geest  Wachtkommando,
—  —  ..
—  Scharsfen-  1  1  1  3  leichte  Feidgeschütz  1  Charge  beim  Wachtkommando
berger  —  *  *  F  cnngesnlSlrn  Dar-es-Salam
«l—i—i—l—i———is—-«I——l—s—l———2—
  —
—I——-—-s——.—12—  —
·c-.  --.IlChacge,2MannbeimWacht-—
  1t  —  —  —  —  7  5  109  —  "  leichte  Zelggeschute  kommando  Dar-es-Salaäm
i  ç  "  712  Mann  v.  Pol.-Abth.  Lindi  att.
—i—Ii--.
  lschnellladekanones  im  Wachtkommandc
Weidner  —  —  —  —  —  8  129*  29  1  Mann  beim  h
        <pb n="78" />
        l

40

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nr.  —  ·  .
der  Garnison-  Kom-gber-  Kom-  Lieui  Ober-  .  Sahl-  Ober-  SESer-  Unterman-
  pagnie-  iell  Aeërzte  meister=  feuer=  Feldwebel  ..
Kom-  ort  d  führern  tenants  ärste  S.  ,  geantenosstztete
·  eur  führer  S  aspiranten  werker
pagnie  DS
Muanza  —  —  LangheldKollmann—  Zupitza  —  —  —  —  —  Dela
11.  ***  —  ——
Bukoba  —  —  —  v.  Kalben.——l.  —  —  —  —  —  —  Slgann  —
*
dilosi  e  Dr.  Kreseldt*  —  *  Kersten
Kilossa  —  —  v.  Elpons  Engelhord—  KoerperKörner  II  Dorner
Nachtigal  rnn  —  —  —  Schütz
Mpwapwa  *  *1  v.  Bercken  *  1  JFost  Skiba
12.
Kisaki  —  —  —  v.  chen  —  —  —  —  —  —  —  —  Bittner
Langenburg  —  —  —  —  ——1  —  ——  —  —  —  —
Wachtkommando
  —  —  —  rv.  IIN  —  —  —  —  Markgraf  Lembke  Jahn
Dar-es=  mann
Salüm
Zusammen  1  1  9  25  1  2  11  1  8  1  8  9  24
II.  Landespolizei.
Zimmer=Tanga
  —  —  —  —  ———-—  —  —imann  —  —  —  Feldmann
Stamm'#
Pangani  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  Grimm
Saadani  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  Hentschel  —  —
Vagamoyo.  —  —  Scherner  —  —  —  —  —  —  —  Wallner  —  —
Dar-es-Salüm  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  Herdecke
Frhr.  v.  -
Kilwa  —  —  &amp;amp;.  —  —  —  —  SFNFeist  —  —  —  Haible
Lindi  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  Hägele  —  —
Mikindani  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  Pfendtner
Zusammen  —  —  2  —  —  3  —  —  3  —  3  —  5
III.  Kommandirt.
—  —  —Fischer,  Schlobach-v1  —  ——  —  Krause  —  Meuser
Berlin  zzur  Traci-  zum  Goun-  zu  Lieut.
rung  einer  vernem.=  Schlobach
Bahn,  z.Z  Büreau
in  Dar-es-Salaäm
        <pb n="79" />
        41

—  —

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

—  —  —Ô  —  —Ô  ..  —  —  —  —  ——
E  E
.  8  F  b  ige

Lber-  Lazareth=  Etatss  2  n  3  S  *-  *
lazareth=  n  h-  mähige  8  2  Char-  Aslari  Armirung  Bemerkungen
gehülfen  gehülfen  Schreiber  □  -  S  S  2  Effendi  n  *  irre:

—  z  #ili  läre  guläre  =

3  1  Schnellladekanone  ·  Acstknagmestlhcek  lustiksvcld  auf  dem

urock  —  —  —  —  —  1  55  9  3,7  em  *?2  #  n  Wachtkommando  Dar-—
  Bullerdiek  4%  15  1  Schnellladekanone  Sergeant.  Hartmann  und  Lazarctb
Schuster-  —  —  —  1  65  5  3,7  em  gehülse  Schuster  kommen  zur  Küste
—  1  Schnelladekenone  en  S  bat  Befehl.
—  Me-  —  —  —..  7  116  —
nicht  1  rascimenceehrsan  v  ene  ur
Wien  1  Schnellladekonone
iest  —  —  —  —  2—  6  40  —
1  —
—  ’  4  1  22  3  #  *  thfn,⅜  Lin  Wachtkommando
—  —  —  —  —  —  —  –  50  –
»  Inzomitt
s  v.  d.  3  Komp.  Eif.,  —Chorg.  v1  Mann
*  3  E  ·  3  4%
—  lb.  —  —  2
—  —  ——12  5  52  —  —  o„W
7  /  5  532  5.  —  1  D
35•  T  .«.—  2
15*  *?  4  *sni  —  I  ;
4  *v.  1  ;
Si.  Kisali  ñ  .  2
Pol.  Lindi  —  4
Bagamena:  -  1
5  vigthen  6.  Mann  #9  der  ####
41  3  —  3  1  %  1437  136  42  Neiru
II.  Landespolizei.

Loegel  —  —  *  ———.N.--  2  "  28  LKleichte  Feldgeschütze  Zahlmeisteraspirant  Stammer
—  K/73  nach  Dar-es-Saläm  versegtzt
–  —  —  —  —  1  1  22.  —  —  *  4  Mann  von  der  6.  Komp.

—  "  2  leichte  Feld  .
—  —  —  —  —  1  9.  —  ich  ##ibeschüt  von  der  Poliz.-Abth.  Bagamoyo

VoellneriEi  —  —  53.  —  1  2  377  —  leichte  Iehgeschut  *  1  A  bein  Wachtkommando
—  —  Däar#zeg-Saläm

4  leichte  Feldgeschütze
—  —  —  —  2  50  —
1  Revolverkanone  3,7em
—  —  i
———1  3  29  —  —
—  —  —  2  italieni
—  ———  1  *  sche  Berg=  s  M

—  —
—  —  —

2  —  —  —  J  #8  ·  —.—
—  2  13  235  —  16
III.  Kommandirt.
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        42

 

 

 

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  KomObersKonJ-  Lieu-J·Z-Ober--  JZIWOEM  »L,,Sek-Untet-Garnisonort
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Beurlaubt  nach  Europa.

 
  

      

   

Kieferle
Winkler

 
 

  
 

 

 
 

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Dr.

 
   

   

 

 

 

 

 

Bach- 



 

 

 

 

 

Krank.
Dr.  --,.
—  —  —  —  Charisiu#]-.  Schwel  —  —  —  *-singer?)

Rekapitulation.

I.  Schutztruppe  1  1  9  25  1  2  11  1  8  1  8  9  24
II.  Landespolizei  —  —  2  —  —  —  —  —  3  —  3  —  5
III.  Beurlaubt  .—  —  2  5  4  —  2  —  6  11  1

———————.—.—..—.—..—.Q————M—————2L2  20  380

Dar-es-Saläm,  den  1.  Dezember  1895.

Perlspnalien.
Der  Direktor  der  Kolonial-Abtheilung  des  Auswärtigen  Amts  Wirklicher  Geheimer  Legationsrath
Dr.  Kayser  hat  die  Allerhöchste  Erlaubniß  zur  Annahme  des  ihm  verliehenen  Großkreuzes  des  portngiesischen

  Christus-Ordens  erhalten.

Der  Sekondlieutenant  a.  D.  v.  Stuemer,  bisher  vom  Fußartillerie-Regiment  Encke  (Magdeburg.)
Nr.  4,  ist  mit  dem  8.  Januar  1896  der  Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika  zugetheilt  worden.

Dem  ersten  Lehrer  an  der  deutschen  Schule  in  Kamerun  Th.  Christaller  ist  der  Titel
„Oberlehrer“  verliehen  worden.

Beim  Kaiserlichen  Gouvernement  von  Deutsch-Ostafrika  sind  etatsmäßig  angestellt  worden:
Dr.  Raffel,  Königlich  preußischer  Regierungsassessor,  als  Kaiserlicher  Bezirksrichter;  Velten,  Dragoman,
als  Registrator;  Hesseling,  Königlich  preußischer  Grenzaufseher,  und  Schmolck,  Königlich  preußischer
Steueraufseher,  als  Zollamtsassistenten  1.  Klasse.

VVVVVVVVVVVVVVVVVWVVVVVVVVVVVVVVVVVVVWVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVV

Nichtamtlicher  Theil.

Perspvnal-Machrichten.
Deutsch-Ostafrika.

Der  Baudirektor  Wiskow  ist  aus  Afrika  eingetroffen
  und  in  die  Kolonial-Abtheilung  des  Auswärtigen
  Amts  einberufen  worden.

Der  Lazarethgehülfe  Bullerdieck  ist  verstorben.

Der  als  Rechnungsbeamter  in  den  Dienst  des
Kaiserlichen  Gouvernements  getretene  hessische  Finanzaspirant
  Bickel  ist  Mitte  Dezember  nach  Darses-Saläm
  abgereist.

Ramerun.
Der  Leiter  des  botanischen  Gartens  in  Kamerun,
Dr.  Preuß,  hat  nach  Ablauf  seines  Urlaubs  die
Rückreise  nach  dem  Schutzgebiet  angetreten.
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        Ober  ·  SCtats-  e-&amp;amp;r  Farbige
(ezoreth=  Giartth=  mäßige  Askari  Armi  B  t
...  5  5  2  J  Askari  rmirung  emerkungen
gehülsen  gehülsenSchreiber  hlsfendi  t  rregu:  irre-—
  -  6  ç  läre  guläre
Beurlaubt  nach  Europa.
Prin  *
age  Namy  Sielerr  —  —  —  —  —  —  *  Marinelazareth  Lehe
è
.—  1  1  —  ...-—  —  —  —  —
Krank.
Hegewald
DHerbslebb—  —  —  —  —  —  —  10  Lazareth  Dar-es-Salam
Benz  1
5  Rekapitulation.
2  13  3  —  13111999  1437  186  42
;  —  —  —  —2  13  235  —  16
—  1  1  —  —  —  —  —  —  —  —
s  4  [sain  uu  1°682  i86  s8
½:  —
Der  Kommandeur.  In  Verteitülg:  gez.  v.  Natzmer.
—ÔË  Ò  4  —  —  —

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nachmrichten  aus  den  deulschen  Schuhgebieten.

(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  theilweise  nur  mit  Quellenangabe  gestattet.)

Deuksch-Hlkafrika.

Ueber  ein  Gefecht  mit  dem  Sultan  mutatembwa
von  KRisiba

berichtet  der  Lieutenant  v.  Kalben  aus  Bukoba
unter  dem  19.  September  1896:

Eine  Demüthigung  des  Sultans  Mutatembwa
var  nöthig:  1.  weil  dieser  eine  christliche  Ehefrau
geraubt  hatte  und  deren  Rückgabe  verweigerte;
weil  er  eine  Karawane  gegen  Zahlung  eines
Elfenbeinzahnes  befreite,  die  von  dem  durch  Lientenant
  Richter  und  mich  eingesetzten  Karawanenauf-E


i

seher,  dem  Katikiro  Kambgalula,  wegen  Schmuggels
angehalten  war;  3.  weil  er  erklärte,  daß  er  allein
in  Kisiba  gebiete  und  daß  die  Kaiserliche  Regierung

dort  nichts  zu  sagen  habe;  4.  weil  er  einen  Mordbersach
  gegen  Kambgalula  unternahm,  sein  Haus  verbrannte,
  sein  Weib  und  Besicz  raubte,  als  Strafe
kür  seinen  Gehorsam  gegen  die  Kaiserliche  Regierung.
*  Ich  hoffte,  die  Bestrafung  am  besten  durch  Ueberraschung
  und  Aufhebung  des  alten  Sultaus  in  seiner
oma  vornehmen  zu  können.
di  Zu  diesem  Zwecke  sandte  ich  am  15.  und  16.  Juli
de  beiden  auf  der  Station  befindlichen  Katikiros
Mutatembwas  mit  verschiedenen  Aufträgen  zur  Verschleierung

  meiner  Absichten  zum  Sultan.  Am
17.  Juli  gab  ich  bekannt,  daß  eine  Expedition  nach
Karagwe  nöthig  sei,  und  marschirte  zwei  Stunden
später  mit  dem  Arzt  Zupitza,  53  Askaris  und  wenigen
  Trägern  ab,  nachdem  ich  vorher  ein  großes
Schauri  über  den  Weg  nach  Karagwe  abgehalten
und  den  letzten  in  Bukoba  befindlichen  Mann  Mutatembwas
  als  Führer  genommen  hatte.  An  Mutatembwas
  Grenze,  in  der  gänzlich  unbewohnten  Gegend
von  Kutoma,  wurde  gelagert.  Um  11½  Uhr  nachts
ließ  ich  den  Mann  Mutatembwas  binden,  weckte  die
Askari,  gab  ihnen  Grund  und  Zweck  der  Expedition
bekannt,  ließ  laden  und  marschirte  mit  dem  Arzt  und
50  Mann  ab,  während  die  übrigen  mit  den  Trägern
das  Lager  zu  bewachen  hatten.  Von  hier  bis  zum
Sultaussitz  sind  4/  Marschstunden:  ich  rechnete  für
die  Nacht  5  Stunden;  ein  starker  Nebel  und  die  sehr
finstere  Nacht  verlangsamten  jedoch  den  Marsch  so,
daß  ich  ein  Mißlingen  des  Plaus  befürchtete.  Als
um  3½  Uhr  eine  schmale  Mondsichel  durchbrach,
beschleunigte  ich  das  Marschtempo.  Um  4¼  Uhr
hörte  ich  hinter  mir  in  weiter  Ferne  den  Kriegsruf
und  die  Goma;  der  Schall  wurde  vom  Sultansdorf
durch  einen  dazwischenliegenden  Hügel  abgehalten;
dieses  blieb  in  tiesster  Ruhe.  Um  5½  Uhr,  bei
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        Dämmerlicht,  jedoch  /1  Stunde  später,  als  ich  beabsichtigt
  hatte,  rückte  ich  im  Eilmarsch  durch  das  gut
flankirte,  aber  unbesetzte  offene  Thor  in  das  Sultansdorf
  ein.  In  diesem  Augenblick  erst  wurde  ich  bemerkt
  und  durch  den  langgedehnten  wiehernden
Wasibakriegsruf,  der  von  allen  Seiten  widerhallte,
angemeldet.  Vor  dem  Einmarsch  hatte  ich  aus  meiner
kleinen  Macht  eine  Kompagniekolomne  zu  drei  Zügen
gebildet,  ich  führte  den  vordersten  Zug,  da  ich  mit
der  Gegend  vertraut  war,  der  Arzt  folgte  mit  dem
Gros  auf  etwa  60  Schritt;  fünf  Schritt  vor  meiner
Front  gingen  drei  Mann  mit  fertigem  Gewehr,  um
auf  Angreifer  sofort  zu  schießen.  Auf  dem  breiten
Wege  konnte  ich  die  Zugfront  beibehalten.  Von  allen
Seiten  strömten  durch  den  bewohnten  Bananenhain
Krieger  der  Sultansboma  zu:  ich  gab  kein  Feuer,
beschleunigte  aber  den  Schritt.  Den  Weg  vom  Thor
zur  Sultansboma  von  etwa  sechs  Minuten  legte  ich
in  drei  Minuten  zurück.  Anhaltenden  Lausschritt
vermied  ich,  um  die  Treffsicherheit  der  Askaris  bei
etwaigem  Gefecht  nicht  zu  beinträchtigen.  Vor  dem
Thore  der  Boma  standen  etwa  100  Krieger,  und
große  Mengen  strömten  aus  dem  Bananenhain,  besonders
  von  links,  heran,  die  meisten  mit  Speeren
bewaffnet.  Ich  hoffte,  daß  die  Krieger  meinem  Anmarsch
  weichen  würden.  Das  geschah  jedoch  nicht.
Die  Nähe  wurde  mir  bedenklich,  als  ich  von  den
Kriegern  am  Thor  noch  gegen  30  Schritt,  von  den
nächsten  in  der  Flankec  15  Schritt  entfernt  war.  Ich
machte  Halt,  um  die  Krieger  zur  schleunigen  Räumung
  des  Platzes  aufzufordern.  Doch  in  diesem
Moment  erhielt  ich  Feuer  aus  dem  Bananenhain
links,  das  sofort  von  meiner  Spitze  erwidert  wurde.
Ich  eröffnete  nun  sofort  Schnellsener  nach  vorn  und
links,  während  ich  einige  Leute  herausnahm,  die  nach
rechts  durch  den  Holzzaun  feuern  mußten.  Der  Arzt
griff  sehr  sachgemäß  und  geschickt  in  das  Gefecht  ein,
indem  er  sofort  zur  linken  Flanke  aufmarschirte  und
Feuer  auf  die  von  links  heranströmenden  Krieger
gab,  während  er  seinen  Rücken  durch  einige  an  den
Zaun  gesandte  Schützen  deckte.  Seinem  schnellen
Eingriff  ist  es  wohl  zu  danken,  daß  wir  keine  Verluste
  hatten!  Der  Nebel,  die  Bananen  und  die  hohen
Zäune  drückten  den  Pulverqualm  derart  nieder,  daß
nach  den  ersten  Schüssen  der  Feind  vollkommen
unseren  Blicken  entzogen  war.  Ich  bemerkte  jedoch,
daß  er  allenthalben  floh,  nachdem  die  Leute,  die
gegen  meine  Flanke  anliesen,  im  Feuer  zusammengebrochen
  waren.  Ich  slellte  nun  das  Feuer  sofort
ein.  Der  erste  Zug  hatte  zwei  bis  drei,  das  Gros
ein  bis  zwei  Patronen  pro  Mann  verfeuert.  Ich
sah  fünf  todte  Krieger,  die  im  Anlauf  gefallen  sein
mußten.  Fünf  bis  zwanzig  Schritt  entfernt  von  meinem
linken  Flügel,  neben  einem  Mannc,  lag  ein  abgefeuertes
  Gewehr.  Vor  der  Front  war  Niemand
gefallen.

Ich  drang  nun  im  Lausschritt  durch  das  freigewordene
  Thor  und  ließ  meinen  Zug  ausgeschwärmt
durch  die  Sultanshöse  gehen,  wo  ich  noch  einige

44

 

Schützen  vertrieb,  die  hinter  den  Häusern  und  Zäunen
saßen;  das  Gros  folgte  geschlossen,  um  einen  möglichen
  Angriff  abzuwehren.  Doch  bald  war  der
ganze  Ort  vom  Feinde  verlassen.  Ein  großer  Haufen
von  Menschen  flüchtete  in  das  sumpfige  Pori  und
verschwand  dort  im  Nebel.  Eine  Verfolgung  hielt
ich  für  zwecklos,  da  der  Feind  schneller  laufen  konnte
als  wir.  Wie  ich  später  erfuhr,  war  der  Sultan,
von  vier  Männern  fortgeschleist,  nur  mit  knapper
Noth  entkommen.  Eine  Untersuchung  der  Boma
brachte  außer  zwei  Hinter=  und  zwei  Vorderladern,
einigen  Faß  Pulver  und  den  schönen  Milchkühen
des  Sultans  nichts  von  Werth;  doch  fielen  alle  Abzeichen
  seiner  Würde,  wie  Kronc,  Scepter,  Sultansbeinschmuck,
  alle  Trommeln,  alles  Hausgeräth  u.  s.  w.,
in  unsere  Hände.  Da  ich  nur  sieben  Träger  bei  mir
hatte,  die  das  erbeutete  Vieh  treiben  mußten,  wanderten
  die  meisten  Sachen  ins  Feuer.  Ich  ließ  nur
das  Wohn-,  Empfangs=  und  Wachthaus  des  Sultans
niederbrennen.  Alle  anderen  Gebäude  schonte  ich.

Ich  trat  den  Rückmarsch  in  der  Ordnung  an,
wie  ich  gekommen  war.  Das  Vieh  marschirte  zwischen
Spitze  und  Gros.  Ich  sicherte  mich  aber  durch
Seitenpatronillen.  Im  Dorf  fand  ich  keinen  Widerstand.
  Um  6¼  Uhr  marschirte  ich  zum  Thor  hinaus;
  doch  jetzt  kam  die  eigentliche  Schwierigkeit,  denn
der  Weg  führte  fast  ½  Stunde  in  größter  Nähe
längs  des  Umfassungswalles  bezw.  der  undurchdringlichen
  Hecke  der  Schamba.  Auf  der  rechten  Seite
boten  mächtige  Felsblöcke  dem  Feinde  vorzigliche
Schlupfwinkel.  Einen  anderen  Weg  konnte  ich  wegen
des  unwirthlichen  Geländes  nicht  einschlagen.  Ich
sandte  daher  die  Seitenpatrouillen  vor,  die  auch  bald
zu  beiden  Seiten  größere  Mengen  von  Kriegern  entdeckten
  und  vertrieben.  Durch  häufiges  Rufen  wurde
die  Verbindung  erhalten.

Die  Plänkeleien  wurden  vier  Stunden  hindurch
gegen  mich  fortgeführt,  bis  ich  das  unbewohnte  Land
erreichte.  Der  Nebel  begünstigte  hierbei  den  Feind.
An  einzelnen  Orten,  besonders  in  der  großen  Schamba
des  Prinzen  Ruvangirana,  war  die  Aufklärung  recht
schwierig.  Die  Soldaten  zeigten  dabei  den  größten
Munth,  viel  Geschick  und  bewundernswerthe  Ausdauer.
Besonders  loben  muß  ich  die  Patronillenführer  Ombascha
  Bandatscharo  und  Matambo,  die  Askaris  Kipalla
und  Mirambo.  Alle  den  Weg  umgrenzenden  Höhen
waren  von  feindlichen  Schützen  besetzt,  die  hinter
Felsblöcken  verborgen  lagen.  Die  nahen  Höhen  ließ
ich  rechtzeitig  säubern,  zweimal  durch  einen  ganzen
Schützenzug.  Auf  den  entfernten  Höhen  störte  ich
das  kindliche  Vergnügen  des  Feindes  nicht.  Besonders
  liebte  es  der  Feind,  auf  die  Quenc  zu  schießen,
weil  er  hierbei  der  Verfolgung  am  wenigsten  ausgesetzt
  war.  Ich  hatte  jedoch  weder  Verluste  an
Menschen  noch  Vieh.

Die  Anstrengungen  waren  sehr  groß;  wir  sind
ohne  Ruhe  13  Stunden  im  Marsch  und  Gefecht  gewesen.
  Mein  Lager  fand  ich  unversehrt.  Mutatembwa
sandte  noch  an  demselben  Abend  einen  Sohn  zu  mir,
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        versprach  seine  volle  Unterwerfung  und  bat  um
Blutsfreundschaft.  Deshalb  marschirte  ich  am  folgenden
  Tage  nach  Bukoba  zurück  und  schloß  von
hier  aus  Frieden.  Es  sind  257  Patronen  verfeuert.
Ich  hatte  unnützes  Feuer  vermieden.

Die  Verluste  wurden  von  Matatembwa  zunächst
ltark  übertrieben;  er  sprach  von  70  Todten  und
30  Verwundeten,  später  gab  er  einen  Verlust  von
10  Todten  an,  eingerechnet  die  später  gestorbenen
Auch  diese  Angabe  erscheint  mir  noch
eiwas  hoch  im  Vergleich  zu  meinem  Patronenverbrauch.


Ueber  eine  Expedition  gegen  Gr.  Aruscha  (Aruscha  ju)

berichtet  der  Kompagnieführer  Johannes  unter
dem  19.  Oktober  1895:

Die  Gründe  der  Expedition  waren  die  mehrfachen
Kriegszüge,  welche  die  Waaruschas  gegen  Ukamba  und
lmkugwe  unternommen  hatten,  um  Weiber  und  Vieh
zu  rauben.  Die  unmittelbare  Veranlassung  gab  ihr
lebter  Kriegszug  gegen  Irangi,  der  für  sie  allerdings
ohne  Erfolg  ablief.  und  ein  bevorstehender  gegen
Uamba,  wohin  bereits  einige  Trupps  zur  Rekognos-Srung
  abgegangen  waren.

Diesen  Räubereien  wollte  ich  dauernd  ein  Ende
machen  und  dadurch  die  Ruhe  im  Bezirk  befestigen,
serner  aber  auch  die  in  früheren  Jahren  von  den
Waaruschas  in  großer  Zahl  geraubten  Dschaggaweiber
und  kinder  in  ihre  Heimathslandschaften  zurückbringen.
  4
Am  7."Oktober  brach  ich  mit  Lieutenant  Merker,
Oberlazarethgehülfen  Wülfing  und  80  Mann  der
I.  Kompagnie  auf  und  marschirte  durch  die  Steppe
unterhalb  Kiboscho,  Madschame,  weiter  über  Koare
und  Msanjolager  und  unterhalb  Mern  nach  Gr.  Aruscha,
wo  ich  am  11.  ankam  und  dicht  am  Gebicte  des
Vzee  Masinde,  dessen  Leute  am  Kriegszuge  gegen
vrangi  nicht  theilgenommen  hatten,  lagerte.

Die  Dschaggas,  denen  ich  die  Theilnahme  an  der
Epedttion  freigestellt  hatte,  schlossen  sich  mir  während
der  ersten  Tage  sehr  zahlreich  an.  Es  waren  Leute
us  Moschi  unter  Melis  Führung,  aus  Urn,  Kiboscho,
Madschame  und  Kibonoto,  im  Ganzen  ungefähr
1500  Mann.

Anm  12  marschirte  ich  nach  Aruscha  hinein  und
#ette  mich  mitten  in  der  Landschaft  Olborn  fest,  um
von  hier  aus  den  Angriff  nach  allen  Seiten  hin  ein-Uleiten.
  Der  Widerstand,  den  die  Waaruschas  zu
Anfang  leisteten,  wurde  bald  durch  das  feste  Zusammenhalten
  und  rasche  Vorgehen  der  Dschaggas,  besonders
der  Meli=  und  Sinnaleute,  gebrochen.  Einige  Vernuche
  der  Waaruschas,  die  Wadschaggas  einzuschließen
und  rückwärts  abzuschneiden,  wurden  durch  das  Ein-Areifen
  einer  Abtheilung  Askaris  vereitelt.  Im  Laufe
dieses  Tages  sowic  des  nächsten  wurden  eine  große
Anzahl  Ninder,  Schafe  und  Ziegen  eingebracht  und

anßerdem  300  Dschaggaweiber  und  -kinder  befreit,

 

45

welche  alle,  einzeln  befragt,  erklärten,  in  ihre  Heimath
zurückkehren  zu  wollen.

Am  14.  morgens  kamen  die  betreffenden  Wazee
(Häuptlinge)  und  baten  um  Frieden,  der  ihnen  auch,
da  der  Zweck  der  Expedition  vollkommen  erreicht
war,  gewährt  wurde.  Sie  brachten  noch  zwei  Ochsen
und  einige  Ziegen  und  versprachen,  in  Zukunft  keine
Kriegszüge  wie  bisher  zu  unternehmen.  Ich  habe
die  Ueberzeugung  gewonnen,  daß  sie  es  mit  diesen
Versprechungen  ernst  nehmen  und  nunmehr  Ruhe
halten  werden.  Am  ganzen  Berge  herrscht  unter  der
Bevölkerung  große  Freude  über  die  Bestrafung  und
Unterwerfung  von  Gr.  Aruscha.

Die  Dschaggas  hatten  12  Todte  und  ebenso  viel
Schwer=  und  Leichtverwundete,  von  den  Askaris  hat
einer  einen  Schuß  durch  die  linke  Hand  bekommen.
Die  Verluste  der  Waaruschas  sind  jedenfalls  sehr
große,  einer  der  Wazee  gab  die  seiner  Leute  auf
30  Todic  an.  Am  15.  marschirte  ich  auf  demselben
Wege  nach  Moschi  zurück,  wo  ich  am  18.  eintraf.

Die  Unkosten  der  Expedition  —  Marschverpflegung
  der  Askaris  an  Reis,  Expeditionsverpflegung
für  die  Europäer,  Tauschartikel,  zusammen  450  Rup.
—  wurden  durch  das  erbentete  Vieh  —  150  Ochsen
und  250  Ziegen  und  Schafe  —  theils  von  den
Askaris  eingebracht,  theils  von  den  verbündeten
Dschagga-Mangis  bezahlt  sowie  durch  zwei  Elfenbeinzihne
  im  Werthe  von  300  Rup.  vollkommen
gedeckt.

Narsch  der  Schutztruppe.

Der  Kaiserliche  Gouverneur  hat  den  Oberführer
v.  Natzmer  beauftragt,  mit  der  von  der  Expedition
gegen  Hassan  bin  Omari  zurückgekehrten  3.  Kompagnie
und  einem  Detachement  des  Wachtkommandos  von
Kilwa  aus  über  Land  nach  Dar-zes-Saläm  zu  marschiren.
  Er  soll  seinen  Weg  insbesondere  an  der
Telegraphenlinie  entlang  nehmen,  um  die  anwohnende
Bevölkerung  erneut  in  nachdrücklicher  Weise  auf  die
Unantastbarkeit  des  Telegraphen  hinzuweisen  und
einigen  unbotmäßigen  Häuptlingen  der  Wandenderekos
am  linken  Rufijiufer  die  Macht  der  Regierung  vor
Augen  zu  führen.

Gerichtsbarkeit  der  Eingeborenen.

Der  Kaiserliche  Gouverneur  hat  die  mit  Gerichtsbarkeit
  ausgestatleten  Beamten  nachdrücklich  angewiesen,
  Haftsachen  auch  bei  Farbigen  stets  als  eilig
zu  behandeln,  um  die  Dauer  der  Untersuchungshaften
möglichst  abzukürzen.  Die  Ausübung  der  Gerichtsbarkeit
  soll  vom  Oberrichter  sorgsam  revidirt  und
die  Unterbringung  der  Gefangenen  geprüft  werden.
        <pb n="84" />
        Kamerun.
Erforschung  des  Sannaga.

Nach  einem  Berichte  ".  stellvertretenden  Gouverneurs
  von  Kamerun,  Dr.  Seitz,  hat  der  Vorsteher
  der  Station  Edea  .y.y  v.  Brauchitsch,
  welcher  nach  einer  früheren  Mittheilung  7)
den  oberen  Lauf  des  Sannaga  erforschen  sollte,  nunmehr
  die  zu  diesem  Zweck  in  Aussicht  genommene
Neise  angetreten.  In  seiner  Begleitung  befindet  sich

Lientenant  Schmidt  nebst  dem  Bootsmannsmaaten
Dillinger.  Für  die  Erforschung  des  Flußlaufes
des  Sannaga  war  Vorbedingung  die  Beschaffung
eines  geeigneten  Fahrzeuges.  Mit  Rücksicht  hierauf
war  bereits  im  Sommer  1895  bei  der  F  Firma  Holst
in  Harburg  ein  zerlegbares  Stahlboot  in  Auftrag
gegeben  worden.  Dies  Boot  ist  am  11.  November
1895  in  Kamerun  eingetroffen.  Der  Versuch,  die
Zusammensetzung  desselben  vorzunehmen,  gelang  ohne
Weiteres.  Die  Probefahrten,  welche  in  Kamerun
unter  Zuziehung  des  Premierlieutenants  v.  Brauchitsch
  vorgenommen  wurden,  hatten  das  beste  Ergebniß;
  Konstruktion  und  innere  Einrichtung  des
Bootes  erwiesen  sich  als  vorzüglich.  Das  Boot  soll
auf  dem  Wasserwege  von  Kamerun  nach  Edea  befördert,
  hier  auseinandergenommen  und  auf  dem
Landwege  an  den  Herbertsfällen  vermittelst  Träger
dorthin  geschafft  werden,  wo  der  Sannaga  wieder
schiffbar  ist.

Das  nächste  Ziel  der  Vorexpedition  des  Premierlieutenants
  v.  Brauchitsch  ist  die  Errichtung  einer
fliegenden  Station  in  Mangambe.  Von  dort  aus
soll  versucht  werden,  mit  den  Ndogodjes  in  friedliche
Verhandlungen  zu  treten.  Wenngleich  dieser  Stamm
sich  bei  früheren  Durchzügen  von  Europäern  mißtrauisch
  gezeigt  hat,  glaubt  man  in  Kamerun,  bei  dem
durch  den  Bakokofeldzug  gesteigerten  Ansehen  des
Gouvernements  auf  friedlichem  Wege
kommen  zu  können.

46

Da  das  hier  zu  gewinnende  Feuerungsmaterial  vollständig
  ausreicht,  so  wird  der  „Soden“  während
seiner  Stationirung  auf  dem  Sannaga  nur  mit  Holz

geheizt  werden.

 

vorwärts  inst
können.

Das  weitere  Ziel  der  Expedition  ist  die  Befahrung
  des  Sannaga  mit  dem  Stahlboot  bis  zur

Einmündung  des  Mbam.  Bei  günstigen  Verhältnissen

soll  auch  dieser  Flußlauf  noch  eine  kurze  Strecke
aufwärts  erforscht  werden.

Um  eine  regelmäßige  Verbindung  zwischen  dem
Gouvernementssitz  und  der  Station  Edea  herzustellen
und  in  dauernder  Fühlung  mit  der  Expedition  zu
bleiben,  wird  für  die  nächste  Trockenzeit  der  Dampfer
„Soden“  auf  dem  Sannaga  (in  Edea)  stationirt.
Der  „Soden“  wird  am  15.,  jedes  Monats  in  Ndokotunda
  (Ausmündung  des  Kwakwa)  eintreffen,  um  die
Post  von  Edea  an  den  zu  gleicher  Zeit  von  Kamerun
dort  ankommenden  Motor  zu  übergeben  und  umgekehrt
  die  Post  von  Kamerun  zu  empfangen.  Für
die  Fahrten  des  „Soden“  auf  dem  Sannaga  wird  das
Heizungsmaterial  auf  den  neu  eingerichteten  Holzstationen
  in  Edea,  Ndokotunda  und  Malimbe  geliefert.

Vergl.  Deutsches  Kolonialblatt  1895,  S.  516.

2

Drutsch-Südwoelkafrika.
Anlage  von  Brunnen.

Nach  einer  Meldung  der  Kaiserlichen  Landeshauptmannschaft
  sind  am  Baiweg  —  in  Sneyrevier
und  Quaipüts  —  eine  Anzahl  aus  Doautschland  bezogener
  Pumpen  zur  Aufstellung  gelangt.

Deutsch-Neu-Guinra.
Bismarck=  Archipel.

Einem  Schreiben  des  Kaufmanns  Parkinson
über  einen  im  Juni  v.  Is.  ausgeführten  Besuch  der
Nordküste  der  Insel  Bougainville  entnehmen  wir
Folgendes:

Wenn  man  von  Norden  kommend  die  Insel
Bougainville  ansegelt,  erblickt  man  bereits  aus  weiter
Ferne  ein  hohes  und  steiles,  meist  mit  Gras  bewachsenes
  Gebirge,  das  deutlich  über  die  flache  Uferniederung
  hervorragt.  Ja  man  sieht  die  hellgrünen
Abhänge  bereits,  ehe  man  die  König  Albertstraße
passirt.  Dies  leicht  erkennbare  Gebirge  wird  von
den  Eingeborenen  Babin  genannt.  Sowohl  im  Osten
wie  im  Westen  des  Gebirges  bilden  tiefe  Einschnitte
vorzügliche  Häsen.  Der  östliche  Hasen,  Land  genannt,
  ist  der  vorzüglichste,  er  ist  gegen  alle  Winde
geschütt  und  die  Einfahrt  ist  tief  und  breit  genug
selbst  für  die  größten  Schiffe.  Die  Ufer  dieses  Hasens
sind  flach,  aber  die  Wassertiefe  unmittelbar  am  Ufer
ist  so,  daß  große  Schiffe  beinahe  am  Lande  anlegen
Unbedeutende  Werftanlagen  auf  dem  den
Hafen  umsäumenden  Korallenriff  würden  das  Löschen
wie  Laden  der  größten  Schisse  ohne  Mühe  möglich
machen.  Im  inneren  Winkel  des  Lauähafens  mündet
ein  Bach,  der  während  des  ganzen  Jahres  hinreichendes
  Wasser  von  vorzüglicher  Güte  liefert.

Verläßt  man  den  Lauähafen  und  steuert  östlich,
so  hat  man  auf  einer  Strecke  von  etwa  sieben  Seemeilen
  eine  flache  Küste,  theilweise  mit  einem  schmalen
Strandriff,  welches  nur  da  unterbrochen  wird,  wo
Bäche  und  Flüsse  sich  ins  Meer  ergießen.  Mit
Booten  kann  man  bei  Südost=  und  Nordwestwinden
fast  überall  landen.  Diese  flache  Küste  endet  plötzlich
dort,  wo  ein  zweiter  tiefer  Einschnitt  abermals  einen
guten  und  sicheren  Hafen  bildet.  Dieser  Hafen  wird
von  den  Eingeborenen  Tinputs  genannt,  hat  einen
breiten  und  tiesen  Eingang,  und  Schiffe  liegen=  im
inneren  westlichen  Winkel  gegen  alle  Winde  geschützt.
Die  Uferverhältnisse  sind  ganz  wie  in  dem  Lauühafen.

Schiffe  aller  Größen  können  fast  unmittelbar  bis  an
i  den  Strand  gehen  und  Landungsanlagen  würden  mit
        <pb n="85" />
        wenigen  Kosten  und  geringer  Mühe  bewerlstelligt
werden  können.

Aus  dem  Vorstehenden  geht  hervor,  daß  hier
besonders  günstige  Verhältnisse  für  Schifffahrt  obwalten,
  weil  das  Land  im  Osten  wie  im  Westen
zugänglich  ist  und  beide  Plätze  vorzügliche  Ausgangspunkte
  für  weitere  Ansiedelungen  bilden.

Vom  Meere  aus  gesehen,  ist  es  leicht  erkennbar,
daß  das  Land  nach  dem  Innern  zu  allmählich  ansteigt
  und  von  vielen  Flüssen  und  Bächen  durchströmt
  wird,  welche  ihren  Ursprung  in  dem  hohen
Kaisergebirge  haben.  Das  Land  ist  durchweg  bewaldet,
  jedoch  kann  die  Vegetation  nicht  eine  sehr
schwere  und  dichte  genannt  werden.  Eingezogene
Erkundigungen  ergaben,  daß  das  Land  in  früheren
Feiten  ziemlich  stark  bevölkert  gewesen,  daß  jedoch  die
Bevölkerung  infolge  der  kriegerischen  Ueberfälle  der
zukainsulaner  sich  weit  ins  Innere,  namentlich  auf
die  Abhänge  des  Gebirges  landeinwärts  von  Kap
Zaverdie,  zurückgezogen  hat.  Der  Landstrich  ist  infolgedessen
  nur  spärlich  bevölkert.

on  Tinputs  machte  ich  einen  Ausflug  ins  Land
und  es  gelang  mir,  in  einem  Tage  den  Lanähafen
z  erreichen.  Ich  habe  mich  auf  dieser  Tour  im
Durchschnitt  immer  etwa  zwei  Seemeilen  vom  Strande
gehalten.  Der  Boden  ist  sehr  tief  und  anscheinend
lehr  fruchtbar.  Wir  trafen  viele  frühere  Pflanzungen
der  Eingeborenen,  woraus  zu  schließen  ist,  daß  die
Bevölkerung  vormals  eine  zahlreiche  gewesen  ist.
Eine  große  Anzahl  von  Flüssen  und  Bächen  mußte
durchwatet  werden;  das  Wasser  ist  überall  klar  und
krisch  und  die  vielen  Wasserläufe  würden  sich  zum
etrieb  von  allerlei  Maschinen  besonders  eignen.
Da  ich  in  Lauähafen  nicht  das  Boot  antraf,  so
expedirte  ich  von  dort  ein  Kanve  nach  Tinputs  zurück,
um  den  Kapitän  zu  instruiren,  das  Boot  überhaupt
nicht  zu  senden,  da  ich  auf  dem  Landwege  wieder
zurückkehren  würde.  Ich  übernachtete  dann  in  Lauä
und  verstärkte  meine  Begleiter  am  folgenden  Morgen
durch  sechs  Jünglinge  aus  Banin,  welche  sich  erboten,
mich  landeinwärts  zu  geleiten,  und  auch  willig  waren,
mit  mir  nach  Tinputs  zu  gehen.
Wir  brachen  morgens  7  Uhr  auf,  durchschritten
den  ziemlich  tiefen  Lauäfluß  etwa  eine  Meile  von
er  Mündung  und  kamen  dann  bald  auf  einen  recht  "„
gut  betretenen  Pfad,  der  von  den  Bergbewohnern
im  Verkehr  mit  den  Bewohnern  von  Ba##in  benutzt
wird.  Diese  letzteren  haben  hier  an  verschiedenen
Stellen  ihre  Pflanzungen,  worin  Taro,  Yams,  Bataten
  und  Bananen  wuchsen,  die  letzteren  von  erstaunlicher
  Größe.  Ich  habe  selten  so  schwere  Bananenbündel
  gesehen  wie  in  einigen  dieser  Pflanzungen.
Nach  etwa  zwei  Stunden  Marsch  —  ich  schätze  die
Entfernung  vom  Lanühafen  auf  fünf  Scemeilen  —
überschritten  wir  ein  zweites  Flußthal  mit  sanft  abfallenden
  Ufern,  kamen  aber  dann  recht  bald  auf
ansteigendes  Land.  Um  12  Uhr  wurde  Halt  gemacht,
und  nach  einer  Stunde  Rast  ging  es  wieder  landeinwärts.
  Wir  waren  jetzt  auf  einen  plateanartigen

 

47

Ausläufer  des  Kaisergebirges  gekommen,  den  ich  auf
etwa  350  m  Höhe  schätze.  Da  ich  ohne  Instrumente
war,  so  konnte  ich  die  Höhe  des  Plateaus  nur  nach
der  Höhe  des  Bahingebirges  abschätzen,  welches  letzteren
  ich  dann  und  wann  ansichtig  wurde.  Um  3  Uhr
gelangten  wir  in  eine  kleine  Dorfschaft,  aus  etwa
15  Hütten  bestehend.  Von  der  Bevölkerung  war  im
Anfang  nicht  viel  zu  sehen,  die  einzelnen  Individuen
kamen  jedoch  nach  und  nach  zum  Vorschein,  auch  die
Weiber  und  Kinder.  Ich  beschloß,  hier  zu  übernachten,
  und  ließ  eine  der  Hütten  für  mich  herstellen.
Daß  die  Bevölkerung  hier  nicht  in  starker  Verbindung
mit  den  Küstenvölkern  steht,  dafür  spricht,  daß  ich
hier  in  den  Händen  einzelner  Männer  Steinäxte  sah.
Sonst  unterschieden  sich  die  Leute  nicht  von  den
Strandbewohnern,  mit  denen  sie  sich  anscheinend
fließend  unterhielten,  obgleich  mir  vorher  gesagt  war,
daß  sie  eine  andere  Sprache  redeten.  In  den  Hütten
deuteten  die  häufigen  Unterkiefer  von  Menschen  darauf
hin,  daß  diese  Leute  ebenfalls  wie  die  Strandbewohner
Kannibalen  waren.

Der  Boden  war  rings  um  diese  Dorsschaft  sehr
fruchtbar  und  gut  bewässert;  es  schien  mir,  als  ob
die  Güte  des  Bodens  mit  der  Entfernung  vom
Strande  zunimmt.  Es  ist  kein  Zweifel,  daß  ohne
Mühe  solche  Lagen  zu  erreichen  sind,  welche  für  besondere
  Kulturen  nennenswerthe  Vortheile  bieten.
Namentlich  scheint  mir  das  Land  infolge  der  vorzüglichen

  Bewässerung  und  der  vielen  Niederschläge

sich  besonders  für  Kaffeekultur  zu  eignen.

Am  folgenden  Tage  wurde  der  Rückweg  in  der
Richtung  auf  Tinputs  eingeschlagen.  Der  Charakter
des  Landes  bleibt  fortwährend  derselbe.  Wir  hatten
viele  Wasserläufe  zu  durchschreiten,  darunter  einen
mit  ziemlich  steilen  Usern  und  von  solcher  Tiefe,  daß
es  mir  ohne  Hülfe  meiner  Begleiter  nicht  möglich
gewesen  wäre,  ihn  zu  überschreiten.  Wir  trafen  auf
dem  Heimwege  eine  Anzahl  von  Eingeborenen,  die
jedoch,  als  sie  uns  gewahrten,  schnell  im  Unterholz
verschwanden.  Auch  durchschritten  wir  zwei  kleine
Niederlassungen,  die  jedoch  vollständig  leer  waren,
obgleich  die  kleinen  Feuer  vor  den  Hütten  bezeugten,
daß  die  Einwohner  nicht  weit  entsfernt  waren.  Die
Gegend  nach  Tinputs  hin  ist  sehr  flach  und  an
Stellen  sumpfig,  jedoch  nicht  so,  daß  sie  unbrauchbar
wird,  im  Gegentheil,  die  Bewohner  der  Küste  bauen
hier  Taro  und  Bananen  von  vorzüglicher  Güte.

Gegen  5  Uhr  abends  trafen  wir  am  Strande

von  Tinputs  ein;  es  war  ein  langer  Marsch  gewesen,

wir  waren  seit  7  Uhr  morgens  fast  ununterbrochen
marschirt;  die  vielen  unfreiwilligen  Bäder  in  dem
kühlen  Wasser  der  Gebirgsströme  hatten  mich  jedoch
wunderbar  erfrischt.

Gegen  eine  Ansiedelung  in  diesem  Lande  sind
von  den  Eingeborenen  keine  Schwierigkeiten  zu  erwarten.
  Im  Osten  und  Westen  wohnt  freilich  in
den  angrenzenden  Landstrichen  eine  dichte  Bevölkerung,
aber  von  diesen  ist  kaum  ein  feindseliges  Austreten
zu  erwarten.  Bei  geeigneter  Behandlung  wäre  es
        <pb n="86" />
        möglich,  sie  als  Arbeiter  heranzuziehen.  Sollte  dies
jedoch  nicht  gelingen,  so  wird  es  unzweifelhaft  einen
Erfolg  haben,  wenn  man  sie  zur  Kultur  solcher  Nahrungsfrüchte
  anhält,  welche  sie  gegen  Waaren  an  die
Kolonisten  vertauschen  können.

48

Es  wird  schon  jetzt

eine  große  Quantität  von  Nährfrüchten  gebaut,  welche

billig  einzutauschen  sind,  und  wenn  die  Nachfrage
sich  steigert,  wird  auch  die  Produktion  zunehmen.
Die  Gesundheitsverhältnisse  sind  keinesfalls  ungünstig.

Der  hohe  und  trockene  Gebirgsstock  von  Baßiu  bietet

schon  jetzt  einen  vorzüglichen  Platz  für  ein  Sanatorium.


Die  ganze  Nordseite  von  Bougainville  wird

infolge  der  Lage  des  hohen  Kaisergebirges  von  allen

herrschenden  Winden  bestrichen  und  während  der  Nacht

streicht  eine  angenehme  und  kühle  Landbrise  von  dem

hohen  Innern  über  die  tiefer  liegenden  Strecken,

welche  einen  Fall  des  Thermometers  bis  auf  18°  C.

hervorbringt.

Die  große  Fruchtbarkeit  des  Bodens  macht  ihn
für  alle  tropischen  Kulturen  geeignet,  und  auf  einer
Fläche  von  nicht  unter  400  qkm  sind  Höhenlagen
bis  zu  1000  m  leicht  zugänglich.

Ich  bin  von  jeher  der  Ansicht  gewesen,  daß  die
Jusel  Bougainville  besonders  günstige  Verhältnisse
für  Kolonisation  in  großem  Masstabe  bietet;  dies
ist  aber  bei  dem  oben  beschriebenen  Terrilorium  in
besonderem  Maße  der  Fall.

RHus  dem  Berricht  der  Wissoen  und
der  Kntisklaverei-Bewegung.

Am  28.  Oltober  v.  Is.  hat  der  Bischof  Couppé
Zeiltungsnachrichten  zufolge  die  erste  katholische  Kirche
im  Bismarck-Archipel  eingeweiht.  Das  neue  Gebäude
faßt  etwa  500  Personen,  ist  luftig  und  hell  und  wird
von  einem  hohen  Glockenthurm  überragt.  Die  Konstruktion
  ist  durchweg  Eisen  und  Holz.  Zur  Einweihung
halten  sich  nahezu  2000  Eingeborene  aus  der  Umhegend
  versammelt.  Bei  Weitem  der  größte  Theil
der  weißen  Ansiedler  hatte  sich  zur  Feier  eingefunden.

Die  englische  Kirchen-Missionsgesellschaft  hat
neuerdings  zwei  für  den  Victoria-Nyanza  bestimmte
stählerne  Dampfboote  nach  Bagamoyo  gesandt.  Eines
davon  wird  durch  eine  am  14.  November  v.  Is.  ausgebrochene
  Karawane  bereits  nach  dem  See  transportirt;
das  zweite  Boot  wird  demnächst  ebenfalls  dahin
geschafft.  Das  letztere  ist  45  Fuß  lang,  9  JuPß  breit
und  hat  eine  Maschine  von  12  Pserdekräften.

Am  5.  Dezember  v.  Is.  fand  die  statutenmäßige
halbjährliche  Versammlung  des  Centralvorstandes  des
Afrikavereins  im  erzbischöflichen  Palais  zu  Köln  unter
dem  Vorsitze  des  Ehrenpräsidenten,  des  Kardinals
und  Erzbischofs  von  Köln,  statt.

Der  Vorsitzende  des  Verwaltungsausschusses,
Landgerichtsdirektor  Reichensperger,  gedachte  zu- 



nächst  des  seit  der  letzten  Sitzung  verstorbenen  Vorstandsmitgliedes
  Herrn  Heinrich  Horten  und  gab
sodann  seiner  Freude  darüber  Ausdruck,  daß  Herr
Banlkdirektor  Elkan  aus  Köln  das  Schabzmeisteramt
übernommen  habe.  Wesentliche  Veränderungen  in
der  Organisation  des  Vereins  und  der  Thätigkeit
der  Diözesan=  und  Jweigvereine  seien  seit  der  letzten
Sitzung  nicht  eingetreten.  Die  beiden  Zeitschriften:
„Gott  will  es“  und  „Kreuz  und  Schwert“  )  seien
mit  grosßßem  Erfjolge  im  Interesse  des  Vereins  thätig
gewesen.  Leider  aber  hätten  sich  die  Einnahmen  des
Vereins  im  Vergleich  zum  Vorjahre  nur  ganz  unwesentlich
  vergrößert,  so  daß  der  Verein  noch  lange
nicht  allen  begründeten  Ansprüchen  der  Missionsgesellschaften
  genügen  könne.

Der  Schatzmeister  Herr  Bankdirektor  Elkan
theilte  sodann  mit,  daß  seit  dem  1.  Jannar  1895
bis  zum  4.  Dezember  1895  eingegangen  seien  im
Ganzen  108  936  Mk.  gegenüber  102  658,22  Mk.
in  dem  gleichen  Zeitraume  des  Vorjahres;  unter  den
Einnahmen  befänden  sich  Beiträge  aus  den  Erzdiözesen
  Köln  mit  19  788,90,  Freiburg  3401,  den
Diözesen  Paderborn  mit  16845,05,  Münster  11189,64,
Rottenburg7  835,  Trier  3599,50,  Hildesheim  2368,75,
Osnabrück  2000,  Fulda  1567,11,  Breslau  1461,25,
Limburg  1240,  Ermeland  889,  dem  apostolischen
Vikariat  in  Sachsen  8793  Mk.  u.  s.  w.  Die  Ausgaben
  des  Vereins  in  der  Zeit  vom  1.  Januar  bis
3.  Dezember  1895  beliefen  sich  auf  126  561,31  Mk.
und  würden  somit  durch  die  im  gleichen  Zeitraume
ersolgten  Einnahmen  nicht  gedeckt.

Hierauf  berichtete  Herr  Kanonikus  Professor
Hespers  über  die  Arbeiten  und  Fortschritte  der
katholischen  Missionen  in  den  deutschen  Schutzgebieten.

Deutsch-Ostafrika.
I.  Apostolisches  Vikariat  Nord-Sansibar.
(Väter  vom  hl.  Geist;  deutsches  Missionshaus  Knechsteden
bei  Köln.)

In  der  Hauptstation  Bagamoyo  befinden  sich
gegenwärtig  340  Kinder,  167  Knaben  und  173  Mädchen.
  Ein  großer  Theil  besteht  aus  solchen  Kindern,
die  auf  Stlavenjagden  oder  zu  Kriegszeiten  im  Innern
geraubt,  von  den  deutschen  Behörden  zu  Lande,  von
englischen  Kreuzern  zur  See  befreit  und  der  Mission
zur  Erziehung  übergeben  wurden.  Es  sind  Kinder
aus  vielerlei  Stämmen  und  Sprachen,  deren  Behandlung
  im  Anfang  schwierig  ist,  die  aber  durch
regelmäßigen  Unterricht  und  Arbeiten  in  den  Handwerlen
  und  im  Landbau  sehr  lenksam  und  anhänglich
werden.  Durch  die  wachsende  Zahl  der  Kinder  waren
neue  Bauten,  Schlaf=  und  Speisesäle  nothwendig  geworden,
  die  jetzt  vollendct  sind.  Im  Ganzen  hatte
die  Station  in  Jahresfrist  765  Taufen  von  Kindern
und  Erwachsenen.  Zu  der  Mission  gehören  noch  acht

Nach  den  amtlichen  Ausweisen  des  Centralschatzmeisters
  haben  im  Jahre  5  nach  Köln  abgeliefert:
„Kreuz  und  Schwert"  Mk.  23  402,84,  „Gott  will  es“
Mk.  1368,64
        <pb n="87" />
        kleine  christliche  Dörfer,  die  der  Leitung  eines  Paters
unterstellt  sind,  dem  ein  christlicher  Häuptling  zur
Seite  steht.  Zur  Anlage  solcher  Dörfer  schenkte  der
reiche  Indier  Sewa  eine  ganze  Higelkette,  die  zwei
Meilen  von  Bagamoyo  entsernt  liegt.  Hier  wurde
zuletzt  das  Dorf  St.  Michael  gegründet.  Die  Station
Mhonda  hat  ihre  Thätigkeit  auf  20  Ortschaften
ausgedehnt,  in  denen  sich  110  christliche  Familien
efinden.  Die  Kapelle  von  37  m  Länge,  10  m  Breite
und  5½¼  m  Höhe  aus  Bruch=  und  Backsteinen  ist  bis
auf  den  Thurm  vollendet.  Die  Station  Mrogoro
hatte  1895  im  Ganzen  200  Taufen  von  Kindern
und  Erwachsenen.  In  den  Gegenden,  wo  der  Modammedanismms
  Einfluß  gewonnen  hat,  zeigt  die
Missionsthötigkeit  wenig  Erfolg;  dagegen  findet  das
Vort  Gottes  bei  den  Bergbewohnern,  die  in  einer
Fewissen  Abgeschlossenheit  leben,  gute  Aufnahme.
Krogoro  ist  das  Absteigequartier  für  fast  alle  Europäer,
  die  ins  Innere  gehen:  Missionare,  Forschungsreisende,
  Offiziere.  Dr.  Stuhlmann  weilte  fast  drei
Monate  in  der  Station,  um  eine  neue  Karte  der
Begend  aufzunehmen.  Die  Missionsbauten  in  La
KSoönga  in  Usagara  haben  eine  vollständige  Umgelialtung
  erfahren.  Zum  Schutz  gegen  die  räuberischen
Wahehes  und  die  wilden  Thiere  hat  man  um  die
ganze  neu  errichtete  Station  eine  Umfassungsmauer
gebaut,  so  daß  die  Mission  einer  kleinen  Festung
gleicht.  In  der  Erziehungsanstalt  befinden  sich  über
100  Kinder.  Die  Thätigkeit  der  Missionare  umfaßt
ungefähr  20  Dörfer,  von  denen  einige  vollständig
christlich  sind.  Seitdem  infolge  der  Anlage  der
Militärstation  Kisaki  die  Mafitis  sich  ins  Innere  zurückgezogen
  haben,  hat  die  Missionsstation  Tununguo
einen  großen  Aufschwung  genommen.  Die  Watamis
haben  sich  in  zahlreichen  Dörfern  in  der  Missionsstation
  niedergelassen,  wodurch  die  Arbeit  der  Missionare
  wesentlich  erleichtert  worden  ist.  Dieselbe  wurde
gestört  durch  einen  Einfall  von  einer  großen  Anzahl
Töwen,  welche  die  Gegend  weit  und  breit  unsicher
machten.  Ueber  20  Menschen  fielen  den  Raubthieren
zum  Opfer.  Mehr  als  15  Löwen  wurden  getödtet,
avon  fünf  in  unmittelbarer  Nähe  der  Mission.  Da
die  Leute  nicht  mehr  wagten,  ihre  Dörfer  zu  verlassen,
  war  die  Zahl  derer,  die  den  Unterricht  besuchten,
  eine  Zeit  lang  sehr  gering.  Außer  den  genannten
  zählt  das  apostolische  Vikariat  noch  die
Stationen  Mandera  und  die  beiden  am  Kilimandjaro
gelegenen  Kilema  und  Kiboscho,  über  welche  im
Juniberichte  Ausführliches  mitgetheilt  ist.

II.  Apostolische  Präfektur  Süd-Sansibar.
(St.  Benediktus-Missions-Genossenschaft,  deutsches  Missionshaus
  zu  St.  Ottilien  in  Ober-Bayern.)
Am  12.  Oktober  1895  schiffte  sich  eine  neue
Missionskarawane  (die  dritte  im  Jahre  1895)  der
enediktiner  von  St.  Ottilien  ein.  Dieselbe  bestand
aus  dem  apostolischen  Präsekten  P.  Maurus  Hartmann,
  zwei  Brüdern  und  vier  Schwestern  (drei  aus
Süddeutschland,  eine  aus  Westfalen).  Dieselbe  brachte

49

 

den  fünf  Stationen  eine  willkommene  Verstärkung.
Das  St.  Josephs-Spital  in  Dar-es-Saläm,  das
von  Krankenschwestern  geleitet  wird,  erweist  sich  für
die  Eingeborenen  als  eine  große  Wohlthat.  In
Kolasini  ist  das  neue  Missionshaus  für  die  Brüder
und  Knaben  im  Baue  vollendet  worden.  Von  den
Stationen  am  Rovuma  kommen  erfreuliche  Nachrichten
über  die  gute  Aufnahme,  welche  der  dortige  Obere
der  Mission,  F.  Basilius,  bei  den  Häuptlingen  gefunden
  hat.  Leider  hat  die  Mission  den  Tod  des
Bruders  Vincenz  aus  Conz  an  der  Mosel  zu  beklagen,
  der  sich  auf  einer  äußerst  anstrengenden  Reise
im  Gebiete  des  Rovumaflusses  das  perniziöse  Fieber
zugczogen  hatte.

III.  Die  apostolischen  Vikariate  Unyanyembe,
Victoria,  Nyansa  und  Tanganyika.
(Weiße  Väter;  deutsches  Missionshaus  in  Trier  und  in
Marienthal  bei  Mersch.)

Am  12.  August  1895  schiffte  sich  eine  größere
Missionskarawane  unter  Leitung  des  apostolischen
Vikars  Bischofs  Hirth  in  Marseille  ein.  Els  Missionare
  begleiteten  ihn;  fünf  waren  für  Uganda  bestimmt,
drei,  die  P’’’.  Müller,  van  der  Biesen,  van  der
Wee,  gingen  nach  Unyanyembe;  die  drei  letzten,
DP.  Schneider,  Loonus  und  Hauttecoeur,  begleiteten
  den  Bischof  in  sein  Vikariat  Süd-Nyansa.
Schon  am  12.  Juni  war  die  für  den  Tanganyika-Sce
  bestimmte  Missionsexpedition,  welche  aus  acht
Missionaren  und  vier  Schwestern  bestand,  abgereist.
Während  diese  lettere  den  Weg  über  den  Sambesi,
Schirc,  Nyassa-Sce  einschlug,  nahm  die  erstere  Karawane
  unter  Hirths  Leitung  die  Route  von  Bagamoyo
  ins  Innere.  Am  6.  September  fuhren  sie  mit
einem  vom  Gouverneur  v.  Wissmann  freundlichst
zur  Verfügung  gestellten  Dampfer  von  Sansibar  nach
Bagamoyo.  Am  7.  September  überschritten  sie  den
Kingani;  am  21  besuchten  sie  Mrogoro,  die  wunderschön
  gelegene  Mission  der  Väter  vom  hl.  Geist;  am
25.  September  gingen  sie  über  den  Mkatafluß;  am
27.  lagerten  sic  an  der  großen  Karawanenstraße  in
der  Nähe  der  Mission  La  Longa,  am  28.  waren  sie
in  Kilossa.  Von  dort  sind  die  letzten  Nachrichten
der  großen  Expedition  unter  dem  30.  September
datirt.  Hoffentlich  sind  jetzt  beide  Karawanen  wohlbehalten
  an  den  großen  Seen  angekommen.  Dort,
wie  in  Unyanyembe,  werden  die  neuen  Hülfstruppen
mit  Freuden  begrüßt  werden.

Aus  Uschirombo  berichtet  P.  Capus  über  eine
interessante  Reise,  die  er  nach  Tabora  unternommen
hatte.  Dort  übergab  ihm  Stationschef  Leue
28  Kinder,  welche  den  Sklavenhändlern  entrissen
worden  waren.  Die  Mission  Mariahilf  hat  augenblicklich
  mehr  als  200  Kinder  in  ihren  Erziehungshäusern.
  Am  15.  August  wurden  31  Erwachsene
getauft,  darunter  ein  Sohn  des  Königs  Ndega.  Von
großem  Einflusse  erweisen  sich  die  Schwestern,  die
ersten,  welche  sich  in  diesen  entfernten  Gegenden  am
Missionswerk  betheiligten.  Auch  die  Station  St.
        <pb n="88" />
        Michael  in  Msalala  macht  gute  Fortschritte.  Am
Victoriasee  haben  die  Missionare  ein  kleines  Seminar
für  die  begabtesten  Zöglinge  gegründet.  Dieselben,
etwa  60  an  der  Zahl,  meistens  aus  dem  intelligenten
Stamme  der  Waganda,  berechtigen  zu  den  schönsten
Hoffnungen.

Kamernn.
Missionshaus  in  Limburg  a.  d.  Lahn  und
Ehrenbreitstein.)

Von  der  Station  Marienberg  am  Sannaga
wurden  in  der  näheren  Umgebung  an  fünf  Orten,
Pungo  Sungo,  Togotown,  Yanyetown,  Tokobwanu,
Schulen  eröffnet,  die  von  erwachsenen  Zöglingen  der
Mission  unter  der  Leitung  eines  Paters  besorgt
werden.  In  Kribi  fand  am  Pfingstsonnabend  die
feierliche  Taufe  einer  größeren  Anzahl  von  Erwach
senen  statt.  Leider  reicht  die  Zahl  der  Missionare
nicht  aus,  um  den  dringenden  Aufragen  seitens  der
Eingeborenen  zu  entsprechen.  So  kommt  der  Häupt.
ling  von  Groß-Batanga  jeden  Monat,  um  seine  Bitte
um  eine  Missionsstation  zu  erneuern.  Die  Leute  von
Malimba,  wic  die  von  Zaunde  wünschen  inständig,
daß  die  Missionare  sich  bei  ihnen  niederlassen;  auch
in  Kamerun  (Stadt)  selbst  wäre  schon  für  die  dort
wohnenden  Katholiken  eine  Missionsstation  nothwendig.
Das  tückische  Fieber  lichtet  leider  die  Rcihen  der
Missionare.  Mehrere  mußten  nach  Europa  zurückkehren,
  weil  ein  längeres  Verweilen  ihr  sicherer  Tod
gewesen  wäre.  Am  18.  Juni  fand  in  Kamernn  die
feierliche  Beisetzung  des  bei  Buca  gefallenen  Haupt:
manns  Karl  v.  Gravenreuth  statt.  Der  Gouverneur
hatte  die  bei  Busa  bestatteten  Gebeine  erheben  und
nach  Kamerun  bringen  lassen.  In  der  großen  offenen
Halle  des  Gouvernementsgebäudes  fanden  die  feier-(Pallotiner;



lichen  Exequien  statt,  die  von  P.  Walter  unter
Assistenz  des  P.  König  gehalten  wurden.  Dann

solgte  unter  Theilnahme  fast  sämmtlicher  Europäer  die
kirchliche  Beerdigung  vor  dem  Gravenreuthdenkmal.

Togo.
(Steyler  Missionare  vom  göttlichen  Wort;  Missionshäuser
n  Steyl  und  Neuland  beie  Neiße  .)

Der  crtewruge  Stand  der  Togomission,  über
welche  im  Inniberichte  Ausführliches  mitgetheilt
wurde,  ist  folgender:

Missionare:  6  Priester  und  9  Laienbrüder:  Kapellen
  5;  Hauptstationen  (Residenzen  von  Missionaren)
  5;  Schulen  9:  Seminare  zur  Heranbildung
von  schwarzen  Priestern,  Katecheten  und  Lehrern  1;
erwachsene  Christen  317;  Schüler  377;  Heidenkinder,
in  Todesgefahr  gelauft,  1200.

Apostolisches  Vikariat  Neu-Pommern  (Südsee).
(Missionare  vom  Herzen  Jesu;  Mitonshaus  in  Salzburg
d  Antwerpe

Die  Herz  Jeiununstn  zählt  senblicich  29  Mitglieder:
  1  apostolischen  Vikar,  7  Priester,  13  Laienbrüder
  und  8  Schwestern.  Ein  schvrter  Schlag  war
der  Tod  des  P.  Helfer,  der  am  19.  Dezember  1894

50

 

in  der  Weißen  Bucht  ertrank.  Stationen  giebt  es
füuf:  Kinigunam,  Vlavolo,  Malagunan,  Villa  Maria
und  Takubar.  Kinigunam  ist  der  Hauptsitz  der
Mission  und  Residenz  des  Bischofs.  Dort  befindet
sich  das  Wohnhaus  der  Schwestern  mit  Waisenanstalt
für  (61)  Mädchen  und  das  der  Patres  für  (84)
Knaben.  Auch  Vlavolo  besitzt  eine  Waisenanstalt
für  (20)  Mädchen.

Die  Station  Villa  Maria  im  Distrikt  Tikenavudu
wurde  erst  vor  einigen  Monaten  gegründet.  Von
dieser  Station  wurde  türzlich  berichtet:  „Die
Bevölkerung  dieser  Gegend  hat  sich  vor  zwei  Jahren
bekanntlich  gegen  die  Verwaltung  der  Neu-Guinea-Kompagnie
  mit  der  größten  Hartnäckigkeit  gewehrt.
Die  Anlage  einer  Missionsanstalt  wird  viel  zur  endlichen
  Beruhigung  beitragen.  Die  Missionsanstalt
liegt  10  km  vom  Strandc,  sie  ist  gleichwohl  bis
jetzt  die  von  Weißen  am  weitesten  landeinwärts  bewohnte
  Station  im  Schutzgebiete.“  Im  September
1895  wurde  die  Station  Takubar  eröffnet.  Einige
verheirathete  Waisen  bilden  den  Kern  dieser  Station,
die  etwa  20  Minuten  von  Kinigung  entlegen  ist.  In
den  Waisenanstalten  wurden  216  Kinder  aufgenommen.

Im  Laufe  dieses  Jahres  hat  die  Bekehrung  unter
den  Erwachsenen  große  Fortschritte  gemacht.  So
wurden  bis  Ende  September  in  Kinigunam  75,  in
Malagunam  277,  in  Vlavolo  490,  im  Ganzen  842
zum  Christenthum  bekehrt.

Der  Centralvorstand  beschloß,  die  Summe  von
20  000  Mark  an  die  vorerwähnten  Missionsgesellschaften
  zu  vertheilen.  Da  im  Juni  1895  bereits
87  000  Mark  den  Missionen  in  den  deutschen  Schutzgebieten
  bewilligt  worden  waren,  beträgt  die  ganze
Summe,  welche  der  Afrikaverein  für  das  Jahr  1895
den  Missionsgesellschaften  überwiesen  hat:  107  000
Mark.

Aus  Limburg  meldet  „Kreuz  und  Schwert“  das
am  4.  Dezember  in  Kamerun  erfolgte  Ableben  des
erst  im  August  v.Is.  dorthin  abgereisten  Paters  Mayer,
aus  der  bayerischen  Diözese  Speyer  gebürtig  und  im
August  1894  zum  Priester  geweiht.  Der  junge  Ordenspriester
  war  von  seiner  Priesterweihe  an  bis  zum
Weggang  nach  Kamerun  Studienpräfekt  im  Missionshause
  der  Pallotiner  zu  Ehrenbreitstein.  Auch  ein
erst  im  Mai  1895  nach  Kamerun  entsandter  Laien
bruder,  Martin,  seines  Gewerbes  Schreiner  und
aus  Westfalen  gebürtig,  ist  Ende  September  dort  an
der  Schwindsucht  gestorben.  Von  allen  seit  Herbst
1890  nach  dem  fernen  Missionsgebiete  gesandten
Glaubensboten  hat  bis  jetzt  nur  der  apostolische  Präfekt,
  P.  Vieter,  Westfale  von  Geburt,  die  Strapazen
des  Berufes  und  der  ganzen  Lebensweise  so  weit
überdauert,  daß  er  ohne  eine  Erholung  in  Europa
auf  seinem  schwierigen,  entsagungsvollen  Posten  ausharren
  konnte.  Am  20.  Dezember  sollten  auch  wieder
Schwestern  aus  dem  Kloster  der  Pallotinerinnen  zu
Limburg,  vier  an  der  Zahl,  nach  Kamerun  abreisen
und  sich  am  24.  zu  Liverpool  einschiffen.
        <pb n="89" />
        Rus  fremden  Rolonien.
Rongostaat.

r  Für  die  gesammte  das  Kongogebiet  betreffende
Itteratur  hat  sveben  der  Chefredakteur  des  „Mouvement
  géographidue  in  Brüssel  einen  handlichen
Wegweiser  herausgegeben.  Unter  dem  Titel  „Biblio-Srabphic
  du  Congo  1880  —  1895“  hat  er  eine
stematisch  geordnete  Zusammenstellung  der  Titel
von  3800  Büchern,  Broschüren,  Artikeln  und  Karten
geliefert,  welche  für  das  Studium  dieses  Theiles
on  Afrika  von  dauerndem  Werthe  sein  wird.  Den
cinzelnen  Kapiteln  gehen  orientirende  kurze  Ueberuchten
  voraus.  Das  Werk  ist  unparteiisch  gehalten.
Auch  die  dem  Kongounternehmen  ungünstigen  Schriften
sind  aufgeführt.

Landerwerb  an  der  Goldküste.

Nach  einer  Bekanntmachung  des  Gouverneurs
der  englischen  Goldküste  vom  10.  Oktober  1895  beurfen
  alle  Landkäufe  oder  pachtungen  in  der  Kolunie
  in  Zukunft  der  Genehmigung  des  dortigen
Gouvernements.  Die  früher  erworbenen  Konzessionen
werden  geprüft  und  nur  nach  Maßgabe  noch  aufzuliellender
  Bedingungen  anerkannt  werden.  Besonders
wird  dabei  erwogen  werden,  ob  die  Konzessionäre
das  Land  in  absehbarer  Zeit  dauernd  und  gründlich
in  Benutzung  nehmen.

Ueber  das  botanische  Landesinstitut  Zu  Buitenzorg
auf  Jara—
schreibt  Hofrath  Professor  J.  Wiesner  (Wien)  auf
Grund  eigener  Anschauung  in  der  Wochenschrift  „Die
Zeit“  Folgendes:

Das  botanische  Landesinstitut  8  Lands  Dlanlentuin)
  in  Buitenzorg  beansprucht  wegen  der  bisher
unerreichten  Großartigkeit  und  Vollkommenheit  seiner
Trganisation  ein  allgemeines  Interesse.  Es  hat  nicht
mur  alle  tropischen  Anstalten  ähnlicher  Art  weit  überflügelt;
  es  giebt  überhaupt  derzeit  wohl  kaum  ein
botanischen  Zwecken  dienendes  Institut,  welches  wie
dieses  für  wissenschaftliche  und  praktische  Zwecke,  Alles
in  Allem  genommen,  so  vollkommen  ausgerüstet  lst.

nitenzorg,  einige  Meilen  landeinwärts  von  der
Hauptstadt  Javas,  Batavia,  entfernt,  ist  wegen  der
im  Vergleiche  zu  Batavia  gesunden  Lage  von  Alters.
ber  Sitz  des  Generalgouverneurs  von  Niederländisch-Indien.
  Der  ausgedehnte  botanische  Garten  schließt
sich  unmittelbar  an  den  herrlichen  Park  des  Generalgouverncurs
  an.

Im  Oktober  des  Jahres  1815  reisten  die  Generallommissare,
  welche  die  indischen  Besitzungen  aus
den  Händen  der  englischen  Zwischenregierung  für  die
Krone  Hollands  zu  übernehmen  hatten,  von  Amsterdam
  nach  Java  ab.  Ein  Naturforscher,  der  Professor
am  Athenacum  illustre  in  Amsterdam,  C.  G.  L

 

Reinwordt,  wurde  ihnen  beigesellt.  Er  wurde
beauftragt,  die  Einleitungen  zu  ausgedehnter  Pflege
der  Kunst  und  Wissenschaft  in  den  Kolonien  zu  treffen.
Besonders  wollte  man  durch  die  Beförderung  naturwissenschaftlicher
  Untersuchungen  in  den  niederländischen
Kolonien  „den  freudigen  Zeitpunkt  der  Wiedererstehung
des  niederländischen  Namens  denkwürdig  machen“.

Der  Vorschlag  zur  Gründung  eines  botanischen
Gartens  in  Buitenzorg  war  die  erste  amtliche  Handlung
  Reinwordts,  welcher  die  Stellung  eines
„Direktors  der  Landbauangelegenheiten,  der  Kunst
und  Wissenschaft“  in  Holländisch-Indien  einnahm.
Der  praktische  Sinn  der  Holländer  bewährte  sich  bei
dieser  rasch  ins  Leben  gerufenen  Schöpfung.  Die
geschickte  Vereinigung  wissenschaftlicher  und  praktischer
Ziele  führte  rasch  zu  einer  glücklichen  Lösung  aller
finanziellen,  die  Gründung  und  Fortführung  des
Gartens  betreffenden  Fragen.  Und  diese  kluge  Bedachtnahme
  sowohl  auf  wissenschaftliche  als  auf  praktische
  Erfordernisse  bewährt  sich  bei  der  Weiterentwickelung
  des  Buitenzorger  Gartens  bis  auf  den
heutigen  Tag.

Die  derzeitigen  Jahreskosten  des  „Plantentuin“
belaufen  sich  auf  etwa  eine  Viertelmillion  Gulden.
Was  eine  solche  Summoe  zu  bedeuten  hat,  wird  vielleicht
  am  besten  anschaulich,  wenn  man  dieses  Jahresersorderniß
  mit  dem  der  berühmten  Kew-Gardens
vergleicht.  Die  Jahresausgaben  beider  Gärten  halten
sich  die  Wage;  aber  ein  großer  Theil  dieser  Summe
muß  in  Kew  zur  Erhaltung  der  prächtigen  Gartenanlagen
  und  der  großartigen,  ungemein  kostspieligen
Gewächshäuser  verwendet  werden,  während  im  Buitenzorger
  Institut  jede  Pracht  vermieden  ist,  Gewächshäuser
  in  unserem  Sinne  überflüssig  sind  und  alle
Mittel  den  Arbeitszwecken  der  wissenschaftlichen  und
praktischen  Untersuchung  zugewendet  werden  können.

Für  diesen  Ausgabeposten  hat  aber  bei  Weitem
nicht  die  Kolonialregierung  allein  aufzukommen.  Ein
großer  Theil  der  ständigen  Ausgaben  wird  von  Privaten
  bestritten.  Es  liegt  im  Interesse  der  Plautagenbesitzer,
  daß  die  Krankheilen  des  Zuckerrohres,
des  Kaffeestrauches,  der  Tabakpflanze  studirt  und  aus
wissenschaftlichen  Gesichtspunkten  bekämpft  werden  und
vieles  Andere  in  die  Hand  genommen  werde,  worüber
der  Praktiker  in  gründlicher  Weise  durch  Laboratoriumsversuche
  und  durch  anderweitige  Studien  Aufklärung
  erhalten  kann.  Beispielsweise  wurde  die  Zahl
der  Laboratorien  des  Buitenzorger  Instituts  im  abgelausenen
  Jahre  um  eine  dem  Studium  der  Tabakpflanze
  gewidmete  Abtheilung  vermehrt,  welche  von
einem  naturwissenschaftlich  geschulten  Manne  geleitet
  wird.

Das  Buitenzorger  Institut  besteht  aus  drei  Gärten,
welche  zusammen  eine  Kulturfläche  von  mehr  als
161  ha  repräsentiren.  Davon  entfällt  eine  Fläche
von  58  auf  den  eigentlichen  botanischen  Garten  in
Buitenzorg.  Der  etwa  eine  Stunde  von  Buitenzorg
entfernte  Kulturgarten  zu  Tjikömöh,  in  welchem  landwirlhschaftlich
  und  medizinisch  wichtige  Gewächse
        <pb n="90" />
        —  52

kultivirt  werden,  nimmt  eine  Fläche  von  72),6  ha  ein.
Der  einige  Meilen  von  Buitenzorg  in  einer  Seehöhe
von  mehr  als  1400  m  befindliche  Gebirgsgarten  (zu
Tjibodas,  am  Vulkan  Gedeh  gelegen)  umfaßt  über
58  ha.  Zu  diesem  Gebirgsgarten  gehört  ein  Wald
von  mehr  als  283  ha  Bodenfläche.  An  300  Arbeiter
sind  zur  Pflege  dieser  Gärten  unter  der  Aufsicht
mehrerer  „Monduren“  und  der  Oberaufsicht  eines
Inspektors  thätig.

Was  auf  dieser  Riesenfläche  unter  den  günstigsten
Vegetationsbedingungen  von  einer  so  großen  Zahl
gutgeleiteter  Arbeiter  in  Bezug  auf  die  Pflanzenkultur
geleistet  werden  kann,  läßt  sich  nicht  in  Kürze  schildern.
  Es  sei  nur  erwähnt,  daß  alljährlich  Tausende
von  lebenden  Pflanzen  aus  Buitenzorg  an  die  großen
botanischen  Gärten  Europas  und  Amerikas,  ferner  an
die  Akklimatisationsgärten  der  englischen,  französischen
und  deutschen  Kolonien  verschickt  werden,  daß  zahlreiche
  europäische  Botaniker  zu  ihren  Studien  Untersuchungsmaterial
  von  Buitenzorg  erhalten  und  daß
vor  Allem  die  alljährlich  aus  aller  Herren  Ländern
dorthin  ziehenden  Forscher  zum  Zwecke  ihrer  Untersuchungen
  eine  solche  Menge  richtig  bestimmter  und
hut  kultivirter  Pflanzen  vorfinden,  wie  in  keinem
anderen  Tropengarten  der  Welt.

Womit  aber  das  Buitenzorger  Institut  allen
anderen  in  den  Tropen  eingerichteten  Anstalten  den
Rang  abgelaufen  hat,  das  ist  die  große  Zahl  der
dort  vereinigten,  wissenschaftlichen  Zwecken  dienenden
Laboratorien  und  Sammlungen,  welche  es  gestatten,
jene  Behelfe,  die  zur  Durchführung  von  botanischen
Forschungen  im  weitesten  Sinne  des  Wortes  erforderlich
  sind,  sofort  zur  Hand  zu  haben,  so  daß  sich
fast  jede  botanische  Arbeit  in  Buitenzorg  wie  an
einem  im  Herzen  Europas  gelegenen  Kulturcentrum
durchführen  läßt.

In  allen  größeren  botanischen  Gärten  der  Tropen
befindet  sich  ein  Herbarium,  wohl  auch  hin  und
wieder  ein  Arbeitsraum  für  mikroskopische  oder  anderweitige
  wissenschaftliche  Untersuchungen.  Was  aber
die  Holländer  zur  wissenschaftlichen  Ausrüstung  des
Buitenzorger  Instituts  geleistet  haben,  kann  nur
unsere  Bewunderung  erregen.

Ein  stattliches,  außerhalb  des  Gartens  gelegenes
Gebäude  nimmt  die  Bibliothek  und  das  botanische
Museum  auf.  Im  Garten  selbst  befindet  sich  ein
Laboratorium  für  anatomisch=  physiologische  Untersuchungen,
  eine  für  zoologische  Zwecke  eingerichtete
Station,  eine  Abtheilung  für  Untersuchungen  über  die
Tabakpflanze,  eine  sorstbotanische  Abtheilung  zur  Untersuchung
  der  in  den  holländisch-indischen  Waldbeständen
  auftretenden  Holzgewächse;  ferner  dient  ein
mit  reichen  Sammlungen  ausgerüstetes  Laboratorium
für  Pharmakologie  und  Pharmakognosie  der  Untersuchung
  der  tropischen  Heilpflanzen.  Im  Garten  zu
Tjikömöh  befindet  sich  ein  wohleingerichtetes  agrikultur
  -chemisches  Laboratorium.  Die  Höhenstation
Tsibodas  steht  unter  besonderer  Verwaltung;  daselbst
können  vier  Botaniker  gleichzeitig  arbeiten.  Jeder

 

findet  hier  für  Wochen  gute  Unterkunft,  einen  Arbeitstisch
  mit  den  erforderlichen  Utensilien  zu  mikroskopischen
  Untersuchungen  und  eine  kleine  Handbibliothek.
Eine  Anstalt  für  Photographie  und  Reproduktionsverfahren
  zur  Aufnahme  von  Pflanzen  und  anderen
botanischen  Objekten  vervollständigt  den  wissenschaftlichen
  Hülfsapparat,  einiger  anderer  zweckmäßiger
Einrichtungen  nicht  weiter  zu  gedenken.

Die  Oberleitung  des  „Plantentuin“  führt  ein
Direktor.  Jede  der  genannten  Abtheilungen  untersteht
einem  besonderen  Chef,  dem  ein  oder  mehrere  wissenschaftliche
  Hülfsarbeiter  beigegeben  sind.  Im  Ganzen
wirken  derzeit  am  Buitenzorger  Institute  21  wissenschaftlich
  gebildete  Beamte.

Es  kann  hier  nur  kurz  angedeutet  werden,  worin
die  Leistungen  dieser  wahrhaft  großartigen  Institutioncn
  bestehen.

Vor  Allem  ist  hier,  wie  nirgends  in  der  Tropenwelt,
  Gelegenheit  zu  wissenschaftlichen  Forschungen
geboten.  Zahlreiche  Naturforscher,  zumeist  Botaniker,
darunter  Männer  von  hervorragendem  Rufe,  haben
diese  Gelegenheit  ausgenutzt.  Viele  der  hier  ausgeführten
  wissenschaftlichen  Untersuchungen  sind  in  den
„Annales  du  Jardin  Botaniqdue  de  Buitenzorg“
(Leyden,  J.  E.  Brill),  von  welchen  der  dreizehnte
Band  im  Erscheinen  begriffen  ist,  publizirt.  Die  genannten
  Annalen  enthalten  zahlreiche  wichtige  botanische
  Untersuchungen  und  bilden  anerkanntermaßen
eine  Zierde  der  periodischen  botanischen  Litteratur.
In  dem  Zeitraume  von  1884  bis  1894  haben  sich
44  europäische  Botaniker  in  Buitenzorg  zum  Zwecke
wissenschaftlicher  Forschungen  längere  Zeit  (zwei  bis
sechs  Monate)  aufgehalten,  darunter  14  Holländer,
15  Deutsche,  6  Oesterreicher,  4  Russen,  2  Engländer,
1  Belgier,  1  Schwede,  1  Däne.  Viele  andere  Naturforscher,
  besonders  Botaniker  und  Zoologen,  blieben
kürzere  Zeit,  theils  um  die  Einrichtungen  des  berühmt
gewordenen  Buitenzorger  Instituts  kennen  zu  lernen,
theils  um  auch  hier  Material  für  ihre  Forschungen
zu  gewinnen.

Nicht  minder  bedeutungsvoll  wie  die  rein  wissenschaftlichen
  sind  die  praktischen  Resultate,  welche  die
Institutionen  des  Buitenzorger  Gartens  zur  Folge
hatten.  Der  javanische  Thee=  und  Kaffeebau,  die

Zuckerrohr=  und  Tabakkulturen  haben  dem  Garten

viel  zu  danken.  Die  in  Niederländisch-Indien  neu
erstandene  Guttaperchagewinnung  geht  von  Buitenzorg
aus.  Die  von  den  Eingeborenen  betriebene  rohe
Methode  der  Guttaperchaerzeugung  hat  zur  Vernichtung
  aller  wildwachsenden  Guttaperchabäume  geführt.
„Das  Vaterland  dieses  Baumes  war  Singapore“,
heißt  es  sehr  treffend  in  einem  Berichte  über  die
Anupflanzung  dieser  wichtigen  Bäume  in  Java.  Nun
befinden  sich  im  botanischen  Garten  zu  Buitenzorg
zwei  ausgewachsene  Exemplare  dieses  seltenen  Gewächses
  (Palaquium  Gutta)  und  die  ausgedehnten
Gouvernemenisplantagen,  welche  die  Guttaperchagewinnung
  aus  kultivirten  Bäumen  zum  Zwecke  haben,
bestehen  aus  Tochterpflanzen  dieser  beiden  Bäume.
        <pb n="91" />
        Die  glückliche  Lösung  der  für  die  Tropenländer  wichtig
gewordenen  Guttaperchafrage  ist  also  ganz  und  gar
dem  Buitenzorger  Garten  zu  danken.

Die  größte  praktische  Leistung  des  „Plantentuin“
I#  aber  die  Einführung  der  Kultur  der  Chinarindenbäume.
  Die  in  medizinischer  und  seit  der  fabriksmahigen
  Darstellung  des  Chinins  auch  in  technischer
Beziehung  so  ungemein  wichtige  Chinarinde  wurde
bis  in  die  fünfziger  Jahre  höchst  brutal  betrieben,  indem
  man  die  wildwachsenden  Cinchonen  entschälte.
Der  Gewinn  an  der  kostbaren  Rinde  war  ein  reicher,
¾v  er  die  Bäume  waren  dem  Untergange  geweiht.
Liebig  hat  bekanntlich  die  völlige  Ausrottung  der
Chinarindenbäume  prophezeit.  Die  Vorhersage  ging
glücklicherweise  nicht  in  Ersüllung,  denn  noch  in  letzter
Stunde  wurde  der  Untergang  dieses  für  die  Menschbeit
  so  wichtigen  Baumes  durch  die  Holländer  hintangehalten.
  Unter  Mühen  und  Gefahren  wurden  Samen
und  Pflanzen  der  werthvollsten  Cinchongarten  aus
Südamerika  nach  Java  gebracht  und  theils  im  botanischen

  Garten  zu  Buitenzorg,  theils  in  Tübodas

53

 

kultivirt.  Von  da  an  datirt  die  Kultur  der  Chinarindenbäume,
  welche  sich  bald  auf  Java  ausbreitete
und  später  auch  in  anderen  tropischen  Gebieten  Eingang
  gefunden  hat,  zu  großem  Nutzen  der  Kolonien
und  zu  noch  größerem  Nutzen  der  leidenden  Menschheit,
  indem  bald  nach  Einführung  der  Kultur  der
Chinarindenbäume  der  Preis  des  allerwichtigsten
Medikaments,  des  Chinins,  auf  ein  Zehntel  sank.

Was  für  den  Künstler  Stalien,  für  den  Archäologen
  Griechenland,  das  ist  gegenwärtig  für  den
Botaniker  Buitenzorg.  Hier  sieht  er,  zu  welcher
Höhe  das  Pflanzenleben  gedeiht,  zu  welcher  Mannigsaltigkeit
  die  Pflanzenwelt  sich  zu  erheben  vermag;
und  dort,  mitten  in  der  üppigsten  tropischen  Vegetation,
  findet  er  alle  zur  Ausführung  seiner  Forschungen
  nöthigen  Behelfe.  Im  Interesse  des  botanischen
Studiums  wäre  es  deshalb  gelegen,  wenn  der  Staat,
analog  den  Stipendien  für  Künstler  und  Archäologen,
auch  Stipendien  zu  Reisen  nach  Buitenzorg  verleihen
  würde.

Ueber  die  Lage  der  französischen  Kolonien  im  Jabre  1895
bringen  die  auf  Veranlassung  des  französischen  Kolonialministeriums  1894  von  F.  Blum  herausgegebenen

 

Notices  coloniales“  folgende  Zustammenstellung:

 

 

*  «  Ausfuhr  Einfuhr
Name  der  Kolonie  Größe  Bevölkerung  !  T  «  dem  .  fub

km  nach  Frankreich  Auslande  aus  Frankreich,  vom  Auslande

Francs  Francs  Francs  Francs
Guyana  121  413  29  650  4  387  000  347000  7  400  000  3  521  000
Martinique  ...  988  175  363  21  253  000  1  378  000  10  741  000  21  996  000
Guadeloupe  und  Zubehör  1  780  165  761  14  133  000  348  000  7  829  000  11  717  000
St.  Pierre  et  Miquelon.  242  5929  8491  000  82  540  3  897  000  9  522  000
Sencgael  1  000  Ob  000  000  10  819  000  2  001  000  9  046  000  9  092  000
Elsenbeinküste  .  ?  ?  1  412  000  2  325000  181  000  1  797  000
Dahomey  .  ?  ?  2  353  000  6  479  000  4  486  000  5  951  000
Congo,  Gabon  670  O0U000000  000  601  000  1  958  000  778  000  1  899  000
Rounion  2  600  167  847  14  891  000  828  000  9  234  000  12542  000
Wayotte  366  8  708  849  000  123  000  152000  451  000
TLiego  Suarez.  ?  3  390  340  000  340  000  3  350  000  3  350  000
dossi  Ba  293  7  700  422  000  1  961  000  350  000  l  2171000
Neu-Kaledonien  19  823  62  752  821  000  7  807000  4912  000)  6  435  000
—)  4210  23  165  344  000  4  218  000  579  000|  3  086  000
Cochinchina.  60  000  1  876  000  4747  000  48  707  000  10  603  000/26  922  000
Indo-China  400  000  17  500  OOd.  820  000  13  128  000  9  717000  19  536  000
Indien  510  276  0981  11  351  000  5  586  000  771  O0d0d  3845  000

 

4  Im  Ganzen  hatte  nach  dem  der  Kammer  kürzlich  vorgelegten  Berichte  der  Budgetkommission  der
Handel  Frankreichs  mit  seinen  Kolonien  einen  Werth  von  213  414  000  Francs,  der  Handel  der  französuschen
  Kolonien  mit  dem  Auslande  einen  solchen  von  259  481  000  Francs.

Perschiedene  Wikttheilungen.

Ueber  die  deutsche  koloniale  Entwickelung

wickelung  erfrent.

gebieten  hat  sich  in  diesem  Jahre  einer  ruhigen  Ente
  Seitdem  es  der  Reichsregierung
gelungen  ist,  für  die  wichtigsten  Stellen  in  der  Verheißt

  es  im  Berichte  der  Hamburger  Handelskammer  waltung  unserer  Kolonien  die  besten  und  sachverkr

  1895:  Der  Handel  in  den  deutschen  Schutzständigsten

  Kräfte  zu  gewinnen,  die  mit  ebenso  viel
        <pb n="92" />
        —  54

Takt  und  Mäßigung  wie  Verständniß  für  die  wirthschaftliche
  Entwickelung  zu  Werke  gehen,  hat  sich  das
Vertrauen  in  eine  gedeihliche  Zukunft  des  deutschen
Kolonialbesitzes  merklich  gehoben.

 

VWVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVTVVVVVVV

Tikkerarische  Belsprechungen.

Dr.  Th.  Tveche-Mittler:  Die  Kaiserproklamation
in  Versailles  am  18.  Jannar  1871.  Mit  einem
Verzeichniß  der  Festtheilnehmer  und  einem  Grundriß
der  Festräume.  Berlin  1896.  S.  Mittler
und  Sohn.  Preis  2  Mark.

Die  Pflanzenwelt  Ostafrikas.

I.  Theil.  A.  Engler:  Grundzüge  der  Pflanzenverbreitung

  in  Deutsch-Ostafrika  und  den

Nachbargebieten.

II.  Theil.  Die  Nutzpflanzen  Ostafrikas.
III.  Theil.  Verzeichniß  der  bis  jetzt  aus  Ostafrika
bekannt  gewordenen  Pslanzen.
Berlin  1896.  Dietrich  Reimer.

Der  nunmehr  hier  vorliegende  starke,  reich  mit
Landschafts=  und  Pflanzenbildern  ausgestattete  Band
stellt  den  V.  Theil  des  großen,  mit  Unterstützung
Seiner  Majestät  des  Kaisers  in  dem  geographischen
Verlage  von  Dietrich  Reimer  erscheinenden  Ostafrikawerks
  dar,  dessen  an  dieser  Stelle  schon  wiederholt
  gedacht  worden  ist.  Die  Erwartungen,  welche
der  erste  und  die  bisher  erschienenen  Theile  anderer
Bände  erweckt  haben,  werden  durch  die  vorliegende
Arbeit  voll  erfüllt.  Geheimrath  Dr.  Engler  und
osn  Mitarbeiter,  unter  denen  sich  K.  Schumann,

Dr.  O.  Warburg,  P.  Taubert,  U.  Dammert,
E.  Gilg,  M.  Gürke,  H.  Harms,  F.  Pax  und
G.  Lindau,  sämmtlich  Botaniker  von  Namen,  befinden,
  haben  mit  diesem  Buche  eine  grundlegende
Arbeit  für  die  Erforschung  der  Pflanzenwelt  Ostafrikas
  geliefert.  Alle  kommenden  Forscher  werden
auf  ihr  weiterzubauen  haben.  Sie  werden  das  vorliegende
  Werk  in  seinen  einzelnen  Theilen  noch  ergänzen
  und  gelegentlich  auf  Grund  neuer  Funde
vielleicht  auch  Manches  berichtigen,  im  Wesentlichen
aber  wird  an  den  Ergebnissen  der  hier  geleisteten
Arbeit  nicht  mehr  gerüttelt  werden  können.

Welches  Interesse  ein  Werk  wie  dieses  für  den
Kolonisator,  Beamten  und  Reisenden  in  Ostafrika
besitzt,  braucht  kaum  hervorgehoben  zu  werden.  Selbst
wer  für  die  Natur  wenig  Theilnahme  hegt,  wünscht
in  einem  fremden,  besonders  tropischen  Lande  nähere
Kunde  von  den  Blumen,  Bäumen  und  sonstigen
Gewächsen,  die  er  fortwährend  vor  Augen  hat.  Für
denjenigen,  der  in  einem  solchen  Lande  etwas  unternehmen
  und  Geld  verdienen  will,  ist  aber  ein  solches
Buch  geradezu  das  dringendste  Bedürfniß.  Bisher
gab  es,  abgesehen  von  einigen  kleineren  Arbeiten,  als
Leitfaden  für  tropische  Agrikultur  nur  das  schwerfällige
  Werk  von  Semler.  Es  leidet  dieses  für  den

1—

 

deutschen  Pflanzer,  abgesehen  von  seinem  riesigen
Umfge,  besonders  darunter,  daß  es  ohne  Kenntniß
der  Verhältnisse  in  den  deutschen  Schutzgebieten  geschrieben
  ist.  Der  verdiente  Verfasser  hat  es  abgeschlossen,
  ehe  er  selbst  in  Ostafrika  thätig  war  und
bevor  anderes  zuverlässiges  Material  vorlag.  Ein
früher  Tod,  der  ihn  in  Ostafrika  ereilte,  ließ  ihn
zur  Verwerthung  des  Selbstbeobachteten  nicht  mehr
gelangen.  In  dem  hier  vorliegenden  Werke  ist  dagegen
  Alles,  was  an  Beobachtungen  und  Erfahrungen
vorlag,  gesammelt  und  von  sachkundigen  Forschern
unter  Anderem  auf  nicht  weniger  als  34  engbedruckten
Bogen  großen  Formats  eine  Schilderung  aller  wild
oder  angebaut  vorkommenden  Nutzpflanzen  Ostafrikas
geliefert  worden.

Die  Bedeutung  des  Buches  für  die  botanische
Wissenschaft  im  Allgemeinen  wird  nicht  geringer  als
sein  praktischer  Werth  anzuschlagen  sein.  Ihre  Würdigung
  muß  aber  den  Fachleuten  vorbehalten  bleiben.
Im  Interesse  der  Wissenschaft  wie  der  Kolonisation
ist  nur  zu  wünschen,  daß  recht  bald  auch  die  noch
fehlenden  Theile  des  Ostafrikawerks  fertiggestellt  und
daß  der  rührige  Verlag  dann  sofort  ein  ährliches
grundlegendes  Unternehmen  für  Westafrika  in  die
Wege  leiten  möchte.

Das  Reichsbeamtengesetz  vom  31.  März  1893
und  seine  Ergänzungen,  erläutert  von  J.  Pieper.
Berlin  1896.  J.  Guttentag.

Das  allen  Beamten  unemtbehrliche  Gesetz  liegt
jetzt  als  10.  Band  der  bekannten  und  geschätten
Guttentagschen  Ausgabe  der  deutschen  Reichsgesetze
vor.  Wie  die  früheren  Bände  der  Sammlung  bietet
der  neu  erschienenc  einen  höchst  handlichen  und  übersichtlichen
  Abdruck  des  Gesetzes,  erläutert  im  Einzelnen
durch  die  betreffenden  Stellen  der  Motive  und  sonstigen
  Materialien.  Als  Anlagen  beigefügt  sind  die
für  den  Reichsbeamten  wichtigsten  sonstigen  Gesetze,
welche  die  Anstellung,  Kaution,  Versorgung  von
Wittwen  und  Waisen,  Unfälle,  Beurlaubung,  Wohnungsgelder,
  Tagegelder,  Disziplinarbehörden  und
Militärbeamteneintheilung  betreffen.  Das  Buch  wird
voraussichtlich  dieselbe  Beliebtheit  wie  die  anderen
Ausgaben  des  obigen  Verlages  gewinnen.

Karl  Strackerjan:  Dänische  Umtriebe  in  deutschem
Lande.  Beiträge  zur  Beleuchtung  der  politischen
Agitation  in  der  Nordmark.  Flensburg  1895.
O.  Hollesen.

Ernst  v.  Hesse-Wartegg:  Kanada  und  Neu-Fundland.
  Rach  asgenen  Reisen  und  Beobachtungen.
Freiburg  i.  B.

Das  Werk  *!  kin  der  wenigen  handlichen  und
zuverlässigen  Schilderungen,  welche  über  die  größte
England  in  Amerika  verbliebene  Kolonie  vorhanden
sind.  Kanada  und  Neufundland  haben  in  letzterer
Zeit  nicht  allein  wegen  ihrer  verschiedenen  Streitigkeiten
  mit  den  Vereinigten  Staaten  und  seit  Er-
        <pb n="93" />
        —  55  —

bauung  der  großen  Kanada-Pacificbahn  als  Ver=  über  die  Güte  der  astronomischen  und  topographischen
mittler  des  englischen  Handels  nach  Asien  von  sich  Unterlagen  der  Karte  wären  nach  deutschem  Muster
reden  gemacht.  Sie  sind  auch  sonst  von  immer  be=  auch  sehr  erwünscht  gewesen  —  umfaßt  das  Gebiet
deutenderer  Wichtigkeit.  Das  Studium  des  Hesse=  zwischen  dem  7.  Grad  nördl.  Br.  und  dem  5.  Grad
Warteggschen  Buches  besitzt  gegenwärtig  ein  südl.  Br.  und  reicht  von  der  Küste  bis  zum  22.  Grad
besonderes  Interesse  und  es  möge  daher  hier  aufs  östlich  Paris,  enthält  also  auch  einen  großen  Theil
Neue  die  Aufmerksamkeit  des  Publikums  darauf  des  deutschen  Kamerungebietes.  Zwei  Kartons  entgelenkt
  werden.  halten  noch  Darstellungen  des  unteren  Kongos  und
der  Regionen  zwischen  Tsadsee  und  Nil.  An  der
.  .,  Hand  der  vorliegenden  Karte  lassen  sich  zum  ersten
*  Hrangçais.  Carte  dressce  a  lechelle  57  die  Details  der  Grenzbestimnuten  vom
500  000  par  J.  Hansen.  Paris  1895.  15.  März  1894  zwischen  Deutschland  und  Frankreich
.  Diese  soeben  von  dem  neu  eingerichteten  „Service  im  Sanghagebiet  näher  versolgen.  Da  der  bei  der
660  graphique  des  colonies“  herausgegebene  Karte  Grenzbestimmung  eine  Rolle  spielende  Ort  Bania
ezeichnet  einen  großen  Fortschritt  auf  dem  Gebiete  am  Sangha  auf  der  vorliegenden  Karte  anscheinend
der  afrikanischen  Kartographie,  indem  sie  zum  ersten  nach  der  definitiven  Berechnung  der  Längenbestimmung.
Male  die  bisher  meist  geheim  gehaltenen  Itinerar=  de  Brazzas  daselbst  um  etwa  17  nach  Westen  veraufnahmen
  der  zahlreichen  französischen  Reisenden  schoben  ist,  auf  16°  2  östl.  Gr.  statt  16°  37  nach
zwischen  dem  Kongo  und  Tsadseegebiet  —  der  Titel  der  vorläusigen  deutschen  Berechnung,  so  bildet  die
der  Karte  führt  die  Namen  von  67  französischen  deutsch-französische  Grenze  zwischen  dem  4.“  und
Vorschern  auf,  welche  sich  neben  Reisenden  anderer  8°  307  nördl.  Br.  auch  keine  gerade  Linie  mehr,  son-Nationalitäten
  um  die  geographische  Aufhellung  dieser  dern  weicht  vom  4.  Grad  nördl.  Br.  bis  Kunde  etwas
Regionen  verdient  gemacht  haben  —  in  ihrer  Ge=  von  dem  15.  Grad  östl.  Gr.  ab.  In  der  genauen
sammtheit  einheitlich  bearbeitet  zur  Darstellung  bringt.  Festlegung  der  geographischen  Längen  dieser  Grenz-Die
  zweiblätterige  Karte,  der  auch  ein  gedrucktes  gebiete  ist  aber  das  letzte  Wort  noch  lange  nicht
Namenverzeichniß  beigegeben  ist  —  einige  Angaben  gesprochen.

HN  —

Schiffsbewegungen.
(Die  Zeit  vor  dem  Orte  bedeutet  die  Ankunft,  hinter  dem  Orte  die  Abfahrt  des  Schiffes.)

„Bussard“  5/11.  Apia.  (Poststation:  Hospostamt.)

„Condor“  13/12.  Sansibar.  (Poststation:  Sansibar.)

„Cormoran"  30/11.  Shanghai.  (Poststation:  Hongkong.)

„Falke“  29/7.  Apia  10/11.  —  Rundreise.  (Poststation:  Hofpostamt.)

—  „Hyäne“  20/12.  St.  Thomé  27,12.  —  30/12.  Kamerun.  (Poststation:  Kamerun.)

M.  Vermessungsschiff  „Möwe“  8/9.  Matupi.  (Poststation:  Matupi.)  «

M.  S.  „Seeadler“  31/5.  Sansibar  16/12.  —  23/12.  Lourenco  Marques.  (Poststation:  Natal.)
M.  S.  „Sperber“  9/10.  Kamerun.  (Poststation:  Kapstadt.)

Socg#
2
##%

 

 

 

PVerkehr#s-Nachrichten.

Vom  1.  Januar  d.  Is.  ab  ist  nach  Großbritannien  und  einer  Reihe  seiner  Kolonien  die  Absendung
von  Postpacketen  mit  Werthangabe  bis  zu  500  Francs  zulässig.

Die  französische  Postverwaltung  hat  mit  der  Compagnie  frangaise  des  cähles,  telégraphiques
vorbehaltlich  der  Genehmigung  der  Kammern  einen  Vertrag  abgeschlossen,  wonach  die  Gesellschaft  ein  direktes
dabel  von  Brest  nach  den  Vereinigten  Staaten  und  den  Antillen  legen  soll.  Die  Gesellschaft  erhält  dafür
eine  jährliche  Staatsunterstützung  von  800  000  Francs.

»  Die  Verwaltung  der  Post  des  britisch-ostafrikanischen  Schutzgebietes  ist  mit  der  von  Sansibar
vereinigt  worden,  in  der  auch  das  britisch-indische  Postamt  in  Sansibar  aufgegangen  ist.  An  Stelle  des
krüheren  Postmeisters  von  Sansibar,  eines  Goanesen,  ist  ein  Engländer  Mr.  Remington  getreten,  der
früher  das  Postamt  in  Mombas  leitete.
        <pb n="94" />
        56

Postdampfschiffverbindungen  nach  den  dentschen  Schutzgebieten.

 

Nach

Die  Abfahrt  erfolgt

vom  Einschiffungshafen



an  folgenden  Tagen

Ausschisfungshafen.
Dauer
der  Ueberfahrt

Briefe  müssen  aus
Berlin  spätestens.
abgesandt  werden

 

1.  Deutsch-Oftafrika.

2.  Deutsch-Lüdwesflafrika.

 

l

3.  Ramerun.

4.  Togo-Gebiet
(von  Accra  bez.  Quittah
mittelst  Boten  nach  Lome
und  Klein-Popoy).

5.  Deutsch-Neu-Guinea.

6.  Marshall-  Inseln.

 

ambur
W  —

disi
(uert  Nania)

Ü  Nea

Schiffe)
Brindisi
L„  Schife

Marseill
dransce  *-Southampton



(englische  Schiffe)

c  usd
Liv
aiche  —

6ture  —5  6  12.,

Schiffe)

*

.
I

am  12.  Febr-  11.  März
120  a

am  n3  g  1.  März
ab

am  jedes  Mts.

40  ums.

am  25.  Jan.,  29.  Febr.
d-ims.

am  31.  Januar
nachts

am  10,  jedes  Monats
nachts
am  22.  Jan.,  19.  Febr.

Dar-zes-Saläm

21  Tage
Sansibar  21  Tage
Sansibar  18  Tage

Walfischbai  30  Tage
Swakopmund  30  Tage

Vüderitzbucht

Kamerun  24  Tage
Kamerun  22  Tage

am  31.  Januar,
10.,  28.  Febr.  9.  Mär;
108  abds

am  8.  iedes  Monato
950  abds.
am  21.  8

11a3
am  31.  Tur-720
  abds.

28.  Febr.

am  40.  jedes  Monats
abds.
am  20.  Jan  17.  Febr.
15  ums

 

am  10.jedes  Mts.  nachts
a#m  20.jedes  Mts.=am

  Letzten  jed.  Mts.  -
am  29.  Januar,

26.  Februar
am  11.  März

am  42,  Zan.  .  15.  März

 

am  —

Jopo  20  Tage

31  Tage

Jopo  33  Tage

Klein-Popo  od.  Accra-Quittah')

  oder  Klein-Pope


Friedrich  Wilhelmshafen
  45  Tage
41  Tage

Klein=Lome

Klein--1

 

Jaluit  etwa  60  Tage

35  Tage

am  10.,  20.  und  Leten
ied.  Mts.  720  abds.

a#m  27.  Januar,
10..24  Febris  ums.
am  17.  Januar,
U  9.,  13.  März
108  abds.

 

am  13.  März
1035  abds

 

Eintreffen  der  Post  aus  den  deutschen  Schutzgebieten.

 

 

Landungs=  Die  Post  ist  fällig  Landungs=  Die  Post  ist  fällig
Von  hafen  in  Berlin  Von  hafen  in  Berlin
Neapel  ..  m  ebr.,G.  März  1
Deutsch.Ostafrika  Brindisi  .  am  25.  Feb.,  24.  N  Togogebit  Hamburg  am  10.“  und  25.“
*—  Marseille  .  am  2.  jedes  Monats  jedes  Monats
Deutsch-Südwestafrika  Plymouth  anm  16.  Februar  deutsch-neu-Guinea  Neapel..  am  6.*  Marz,  2.*  Mai
Hamburg  am  25.“  jed.  Monato
namerln  Liverpool  am  30.  Januar,  Marsphall-Inseln  .  .  .  .  Marseille  .  am  22.  Feb.,  18.April
27.  Februa

*  Fälligkeitstage  für  die  mit  deutschen  Schiffen  eintreffenden  Posten.

Sähffsbewegungen  der  Deutschen  Oltesika  Linie,  (amburg  —Ofafritan

 

 

-  Rets  e  Lehte  Nachrichten
Reichspostdampfer  von  «  nach  bis  10.  Januar  1896
I
»Kaifet«.  ·  Hamburg  s  Durban  am  22.  Dezember  ab  Las  Palmas.
„Kanzler  Durban  Hamburg  am  8.  Januar  ab  Tewel.e
„wunrth  .  Durban  Hamburg  am  6.  Januar  ab  Durb
Reichstag“  ..  Durban  Hamburg  am  31.  Dezember  ab  Port  Said.

„Admiral“  .  Hamburg  Durban  am  6.  Januar  ab  Amsterdam.
„General“  Hamburg.  Durban  am  4.  Januar  an  Aden.
        <pb n="95" />
        57

 

 

 

 

Shhissbewegungen  der  —  Geselschaft  m.  b.  H.
.  —  —
Reise  Lette  Nachrichten
Postd  ampfer  von  ·  nach  bis  11.  Januar  1896

„Aline  Woermann“.  Ponta  Negra  "  Hamburg  7.  Januar  in  Lamerun.
„Anna  Woermann“  Kap  Palmas  Hamburg  10.  Januar  in  Daka
„Carl  Woermann"  Swakopmund  Hamburg  10.  Januar  Dover  vassirt.
„Eduard  Bohlen“  Hamburg  ·  Congo  29.  Dezember  im  Congo.
„Ella  Woermann“  Hamburg  !  Kap  Palmas  15.  Januar  ab  Hamburg.
„Erna  Woermann“  Hamburg  Kap  Palmas  1.  Januar  in  Las  Palmas.
„Gertrud  Woermann“  Hamburg  Ponta  Negra  10.  Januar  ab  Hamburg.
„Gretchen  Bohlen“  Hamburg  Kotonon  2.  Januar  in  Kotonou.
„Hedwig  Woermann“.  Hamburg  Kotonon  25.  Dezember  Ushant  passtri
„Jeannette  Woermann“.  Loanda  Hamburg  21.  Dezember  in  Lago
„Kurt  Woermann“  Hamburg  Loanda  7.  Januar  Dover  EW
„Lulu  Bohlen"#  Ponta  Negra  i  Hamburg  10.  Januar  in  Madeira.

„Marie  Woermann“  Hamburg  i  Ponta  Negra  9.  Januar  in  Kamerun.
„Professor  Woermann“.  Kap  Palmas  amburg  27.  Dezember  in  Hamburg.
„Thekla  Vohlen“.  ambu  Lüderitzbucht  25.  Dezember  in  Accra.

 

Empfehlenswerthe  Werke  der  deutschen  und  ausländischen  Litteratur.

   
    

·  Allgsmdth  Folo
Relse-Litteratur.

  

Die  erangelischen  A#llisstonen.
Ulustr.  Familienblatt.  IIerausg.  von
Jul.  Richter.  I.  Jahrg.  1895.  Monatl.
1  lleit  von  24  S.  Jährl.  3,  frei  ins
lluns  ¾  3,20.  Probehefte  Kr.  u.  Iirko.
Verl.  v.  C.Bertelsmann  in  Gütersloh.
—  perteismaonn  n  utereo

Jeder  Deutsche  im  Auslande
4.  r,n  P  die  selbst  in  Uberscelschen  I.#ndern
cCitete  und  im  18.JJuhrg.  encheinende
breneev  Am#alr-Musiker-Teitunz  (Prager).
an  r  bei  allen  ugdon  alten  (einge-Faen
  zn  Nr.  175;  I.  1890)  sowie  durn  die
66  in  Kuna  SW.  10  le  Einsend.  v.  l
—

 

»Er  risaqenssbizsiqeljstolseis
lielert  die  Amigquuriats-Buchhandlung
  von  Karl  Siegismund  in  Berlin
W.,  Mauerstr.  68,  vorm.  Unternat.
Bnenh.  gegr.  1866.  Kataloge  gratis.
Verbindung  mit  allen  Welttheilen.

s  en  oerenen.

Frschienen  bei  E.  Jv.  Betti  i.  Teidene
Antian.  Catalog  No.  49:  Les  Indes
)rientales  et  Occidentales.  Posses-Sions
  Européennes  en-Asie,  en  Alrique.
5  Amri##ue  et  en  Australie.  (05)
5519  Jrs.  Bitte  gel.  zu  verlungen.

Gresee,  I7.  7  .,  Ueber  die  Sprache,
Sitten  und  Gebränche  der  Samoaner.
u  Mittheilungen  der  Frograbhisehen
Cesellschuft  t  87  88,  Ilert.  erlag
von  L,  Friederichsen  &amp;amp;  Co.,  2.

4  3.—.

Seickel,  .,  Sekret.  d.  d.  Kol.-Ges,
Iandbhuch  der  Shambuln-Sprache  in
Sambaurn.  Deutsch-Ostafrika.  Mit
Te-  ##ten,  einem  Shambaln-Deutschen
u.  e.  Deutsch-  Shumbala-Wörterbuch.
Verl.v.  Alex.  Köhler.  Dresden.  Al.  4.50.

 

KNoloniales  iund  Anderes.
Charpentier,  Russ.  Wanderbilder  A.3.
Post.  Dr.  A.  II.,  Afrikan.  Juishondeuz.

Völkerrechte  Alrikas,  N.  10.
Preuss,  D.  Engl.  Stantsverlassung.

Für  Staatsmänner,  Kausl.,  Schilsrheder,

  Zeitungsleser.  M.  i.60.
Schinz.  Deutsch-Südwest  -  Alrika.

rbrschunger,  Illustr.  u.  Karte  geb.

„—,  Karte  allein  NM.  2.—

Standinger,  P.,  Die  IInussalinder.
Forschungsr.  M.  Karte.  A.  10.—,
geb.  A.  12,  —.

Wol,  Dr.  W.,  Von  Bunann  zum

Liamwo.  borgchnnce.  XI.  Karte
M.  4.—,  geb

Zimmermann,  #  im  Ausw.  Amt,
Preussisch  -  dentsche  Hundels--olitik.
  Aktenmüss.  Darstellung.
l.  16,—,  geb.  M.  18.—

Leinengewerbe  in  Schlesien.
Gewerbe-  u.  T#ndelspolitik  dreier
Jahrh.  2.  Aufl.  M.  6.—

—.—  Kolonialgeschichtliche  Studien.
-n  —,  (7at)
oldenburg.  Vorl.  Sehunlzcsche  Hos-Buchhundlung
  (A.  Schwartz).

 

v.  d.  Gubelentæ,  IHandbuch  zurAufnahme

  fremder  Sprachen.  Im  “  u,-trage

  der  Kol.-Abth.  44  7

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Berlin  SW.

 

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zum  Verständuiss  der  samonnischen

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erlin  SW.

+½%  den  modernen  Enolad.
Bilder  und  Eindrücke  von  Gustaf
F.Stelfen.  Ein  schön  anusgestatteter
Band  von  400  Seiten  Umlang  mil.
34  Textbildern  und  11  Tufeln.  Geheltet
  7  Mark,  einlach  gebd.  9  Alk.,
lein  gebd.  10  Ak.  Dus  neueste  Werk
über  England:  „Zin  Werk  von  strengster
  Wahrheitsliebe  u.  genial.  Schreihweise“
  (Kritik  v.  Schuldircktor  Sellmann,
  Breslan).  „Eine  Kulturstudie
v.  enormem  Werter  (Berl.  Börsenztg.).
Verl.  v.  Ilobbing  &amp;amp;  Büchle,  Stuttgart.

In  der  F’änsittsonen-Steccke.
Kulturbilder  u.  d.  heutigen  England.
Von  Gustal  F.Stelfen.  Textausgabe
(ohne  Illustr.)  des  Werkes  Aus  dem
moldernen  Lnglund-.  Umfang  390  S.
h  Iik.,  gebd.  3  Mk.  „lin  vortreftliches
  Buch-  (Grenzhoken).  .  Ein
ausgezeichnetes  Werk“  (Nordd.  Allg.
Sstellens  Werk  ist  ein  Spiegel
des  gesummten  engl.  Lebens.  Wie  er
in  solcher  Klarheit  dem  engl.  Volke
noch  nicht  vorgehalten  vorden  ist'
(Dresd.  Nachrichte  en).  (G
Verl.  v.  Hobbing  &amp;amp;  Büchlic,  Stutd##nl

Tfndeor  Dr.  E.,  Der  landwirthschaftliche

  Werth  und  die  Besie--delungsfähigkeit

  Deutsch-Südwestalrikus.

  Zeite  Aull.  „X  1,

Verlag  von  I.  S.  Mittler  7  Sohn.
Berlin  SWir.

##  heibert,  J(Alujor).  Der  Bürgerkrieg
  in  den  nordamerikanischen
Stanten.  Alit  1  Karte  von  v  irginien
und  3  Plänen.  Preis
Verlug  von  E.  J.  Alttler  K  Sohm.
erlin  SWir.

Eultkennorst.  .,  Eldoradofuhrer.
Einc  deutsche  Kolonialgeschichte
aus  vergangener  Zeit.  Verlag  von

Brockhaus,  Leipzig.  4  2.50.

tg
        <pb n="96" />
        S.—  Werke  der  deutschen  und  ausländisehen  Litteratur.
——

 

 

v.  Brcchhusen  (lauptm.).  Die
—N  Arn  KA.V  1—  Italiener  in  Alriku.  Ait  einer  Uebersichtskarte.
  Preis  K  1.—
Kohlstock,  Dr.  med.,  ärztlichers  Verlag  von  E.  S.  Aiittler  &amp;amp;  Sohn.
Rathgeber  für  COstalrika  und  trop.  Berlin  SW#.
i  Ce  9  .  8  i  3
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  in  ea  #bs  niase  der  zülalriicnnisehen  Republik
Preis  60  PK  «  «  ("l  hinsvanVPrcnbOl
solt-»m-D«Z.,11n(10utsclion  Verlag  *o  I.  S.  dluute  K  Sohn.
Coldiande.  Reisebilder  aus  dem  zerlin-SW#
üd  rikanischen  Schutzgebiet.-Basticn,  Iof.  Dr.  4.,  Indo-Geh.
  Preis  #  3.60.  (’)/nesien  oder  die  Inseln  des  malay-Verlug
  von  Heermann  Peters,schen  Archipels.  Dümmiers  Veri
  luagsbuchhandlung,  Berlin.  M  25,  —

 

 

—

 

 

2

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fitr  jeden  Zeiticnstesen.

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Oritto  völlig  neubearbeilele  Auflags

Andreces

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AMDATLAS

n  91  Haupt-  und  86  Hebenkarten

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alphabetischem  Aamenverzeichnt

Preis  24  M
Elogant  in  Lodor  gebundon  25  M

 

 

Zu  berichen
dureh  allo  Hucohhandlungen

Verlaę  von  Velhagen  &amp;amp;  Miasing
in  Bieleseld  und  Liiprig

 

——  .——

(75,

 

Ferner  sei  uallen  Besitzern  des  Andree'’schen  Handatlas  empfohlen:

Geographisches  Handbuch  x  Andrees  Handatlas.

Mit  besonderer  Berücksichtigung  bieser  varh  Lubrrachiet.  krens  in  zweiler  vuen
iti  i  melirter  und  vorbesserler  Auflave  ersehrineulo

lor  Politischen.  kommerziellen  und  tostliche  hnlugsel  *  4—  u  niasslter  welelle
statistischen  Verhähnisse.  uo%„  Prof.  Dr.  A.  Kirehhorf  in  IIaall.-  .  F.  eimn
Unter  Mitwirkung  namhafter  Gelehrter  keoxraphlscher  an  had:  emen  int  ist.  berlekhorausgegeben
  von  A.  Scobel.  Sichtigt  vorwiergcnd  das  wüthschaftliche  Loben.

2  e  ·  sowie  die  politisrhen.  Ws  und  slatisttnn
  h  kea  schen  Verhä  indhe  di  in  und  ist  zuntbe
1  F  lien  #fÜr  eine  sehne  und  zuverills#sige  Ans  un
15  Kurte  ben,  und  igen  in  0  Lb  sowio  ßf  dem  weiten  Gebiete  der  Rrokunde.  (77°
Preis  geheftet  8  M.  50  Pf.  Meznt  in  Halbfranz  gebunden  10  M.

Verlag  von  Velhngen  &amp;amp;  Klasing  in  Bielefeld  undLeipzig.

 

Arcabischer  Spruchyn###er  in
aigypt.  Dinleet.  Ein  Leitladen  der
arabischen  Conversation  f.  Reisende.
Kanslente  u.  s.  w.  in  Alrikn  von
Fr.  ’irohst.  K4.40.  geb.  5.—.  (##i
J.  Ricker'sche  Bnchh.,  Giessen.

——  âí-—

v.  Ixorcke,  77.,  Zwei-Jahre  im  Sattel
und  am  Feinde.  Erinnerungen  nuus
dem  Unnbhängigkeitskriege  der  Con-#öderirten.
  Zweite  Aufl.  *
u.  Kart.  2  Bde.  A#.  .  gb.l
Verlug  von  E.  S.  Alittler  &amp;amp;  2%
Berlin  SWu.

Custer,  Klliscb.  B.,  Dicht  am

Feinde.  Soldatenleben  im  sernen

Westen.  Uebersetzt  von  E.  Kling.

AII.  Kart.  u.  Abbild.  5.25,  geb.  %.  25.

Verlug  von  E.  S.  Alittler  K&amp;amp;  Sohn.
Berlin  SWr.

 

 

Censtatt,  O.,  Brasilien.  Lund  und

Leute.  Mit  13  llolzschnitten  und

13  Steindrucktuleln  zum  Theil  nach

Originuluninahmen.  K  12.  geb.  13.50.

crlag  von  EZ  S.  Aittler  &amp;amp;  Sohn.
Berlin  SWie.

 

v.  Sch  im  Im  ostindischenDienste.

Lebensbeschreibung  des  englischen

Obersten  Nrados=  krlor.  Nit  einer

Kuartenskizze.  „48.—

Verlag  von  B.  S.  Nituss  &amp;amp;  8
Berlin  SWis.

Rerschosenes.  8  —

Briefmarsien-  Albiunts
i.  deutseh  engl.,  frunz.,  ital.
u.  Span  Sprache  labrizirt  i.
jed.  Preisluge.  15mal  prämiirt.
  (Prospekte  gratis.)
C.  F.  Lücke,  Te#ei  (5)

 

ITumgf,  IundLarte  vron  41#
125  2K  145  cm  gross.  7  Furben,  nur
3  AJl.  60  lef.  Billigste  Wandkurte  der
Jenzeit  und  bictet.  auf  einer  der
Jebenk.  die  Uebersicht  üb.  d.  Besitz-#nd
  der  europ.  Stanten  in  Afriku.

Ver  die  Kurte  sieht.  wird  wünschen.
sie  als  Wundschmuck  mlals  Lehrmittel
zu  besitzen.  Die  meisten  Buchhand---lungen
  können  sie  unch  zur  Ansicht.
lielern.  Die  Anschn#l  er  f.  d.  v.  sclbst.

erl.  v.  Ad.  Lung  i.  Esslingen  u.  N.

ges  r  5
Gengor  2
        <pb n="97" />
        —  59  —

Anzeigen.

Inierate  (für  die  dreigespallene  Petitgeile  oder  deren  Raum  25  Piennig)  sind  an  die  Vertrieboleitung,  Berlin  S#W  12,  nochstraße  68—71,
ein)

Beschluß.
Gemäß  Artikel  14  des  deutschen
Handelsgesetzbuches  werden  für  den
Vezirt  deo  Kaiserlichen  Gerichts  des

gebietes  der
pagnie  zu  Friedrich  Wilhelmehafen  als
ssentliche  Blätter,  in  denen  die  im
Taufe  des  Jahres  1896  gemäß  Art.  13
a.  a.  O.  vorgeschriebenen  Bekanntmachungen
  erfolgen  sollen:

1.  der  Deutsche  Neichs=  und
Königlich  Preußische  Staats-Anzeiger
  (Beilage:  Central=Handelsregister
  für  das  Deutsche

Reich),

das  Deutsche  Kolonialblatt,
Amtoblatt  für  die  Schutzgebiete
des  Deutschen  Reichs  (herausge-4
  geben  im  Auswärtigen  Amt)
hierdurch  bestimmt.

Die  auf  Führung  des  Handelsregisters
  sich  beziehenden  Geschäfte  werden
  für  die  obengenaunte  Zeit  von
dem  unterzeichneten  Nichter  und  dem
Gerichtoschreiber  Lewerenb  bearbeitet
werden

Friedrich  Wilhelmshafen,

den  1.  Oktober  1895.

(I.  S.,  gez.  Krieger,

Kaiserlicher  Nichter  des  Schutzgebietes
er  Neu-Guinea-Kompagnie.  (#)
–SNNN  *§NÜ

—2

     

E  %
)  Die  berlhmten  Schmidt’schen
kunen-,  Cemüse-  und  landirthschaftlichen
  Samen
Frsende  ich  über  die  ganze  Welt.
Specialwersand  nach  d.Tropen.
J.  C.  Schmidt,  Erfurt,
Hoflieserant  Sr.  Maj.  des  Kaisers.

LERIIIIITIII

 

 

 

nzuienden.

 

150,  350,  100,  175  und  550  mal  süsser  als  Zucker.
Für  Privatgebrauch  und  Industriczwecke,  billiger  als
Zucker.  Gegen  klimatischte  Einflüssc  unemplindlich.  In
Westentuschenpackungen  mit  Süsskraft  von  mehreren  Kilogrumm
  besten  Rohrzuckers,  duher  grösste  Raum-  und
Gewichtsersparniss  auf  Keisen  und  Erpeditionen;:
pDraktisch  für  IIaushultung,  unembehrlich  für  Diabetiker.
Reiner  Zuckergeschmuck,  keine  Gährungserzengung.
Freiproben  und  I’rosbe  kte  durch  die  llersteller.
Dr.  F.  von  Heyden  Nachfolger.
Chemische  Fanbrik,  (8o*)
Radebeul-Dresden.

 

 

 

 

   
  

falelgetränk  Sr.  Uurch.  des  fürsten  Bismarck
Kaullich  in  Minoralwasserhandlung.,  Apoth,  lloteis  cic.
Bestes  Tulelwasser.  Altbewährte  Heilquelle.  Export  nuch  den  Tropen
besonders  emplohlen.  838)
Birresborner  Mineral-Brunnen,  Birresborn  (Eitel.)

I.  Tippelskirch  &amp;amp;  (0.

u  Vur  7;  .  .  —
Berlin  NV'.,  Tlittelstraße  Vr.  25  part.,
empfehlen  sich  zur  Besorgung  von  ush
GEapeditions-Rusrüstungen
aller  Art  nach  überseeischen  Ländern,  speziell  nach  den  Troven,  sowie  auch  zur
Beschaffung  von  einzelnen  Stücken  für  Jagd=  und  Reisezwecke.
Sachgemäße  Zusammenstellungen  auf  Grund  persönlicher  Erfahrungen  und
nach  dem  urtheil  erfahrener  Neisenden  werden  auf  Wunsch  gern  angefertigt
und  dazu  Angaben  über  Ziel,  Zweck  und  ungefähre  Dauer  der  Reise  erbeten.

H.  C.  Bluntschli  &amp;amp;  Co.,

Singapore,
führen  sämmtliche  Maschinen  und  Geräthschaften  für
Plantagen  sowie  Saaten  für  alle  tropischen  Kulturen.
Of-lerten,  Vertretungen  von  Plantagenartikeln  stets  erwünscht.
Commetssiost#s.  —  Eigene  I3/1%%####cn#nen.
        <pb n="98" />
        —  60  —
Deutsche
Militairdienstl-Versicherungs-Anstalt


in  Hannover.  16
Vermögensbestand  Ende  1694:  60  Millionen  Mark.

Zweck:  1)  Wesentliche  Verminderung  der  Kosten  des  Militairdienstes,
  Unterstützung  von  Berufssoldaten,  Versorgung  von  Invaliden.
Nur  Knaben  unter  12  Jahren  finden  in  dieser  Abtheilung  Aufnahme.
2)  Versicherung  von  Kapitalien  —  fällig  bei  Erreichung  eines  bestimmten
  Lebengalters  oder  bei  früherem  Ableben  (abgekurzte  Lebensversicherung)
  —;  mit  Combinationen,  welche  jedem  Familienvater
Gelegenheit  bieten  zu  vortheilhafter  und  sicherer

Rapitalanlage.

Von  1878  bis  Ende  1894  wurden  erledigt  259  397  Anträge  über
A  299  502  000.—  Versicherungs-Kapital.

 

 

 

Weingutsbesitzer  von

CGebr.  J  UIlS  ul.  Weinhandlung,  Rhein-  Mosi  kun  Pfalawein
Rüdesheim  a.  R.  nach  allen  Welttheilen.  (uaus)  —

 

 

 

 

 

Schneider  &amp;amp;  Pfeiffer  3

Weinbergsbesitzer

Schierstein  i.  Kheingau.
Versand  naturreiner  Weine  des  Rhelngaus,  Rheinhessens,  der  Plalz  sowie
von  der  Mosel  und
Grossisten  und  Exporteuren  entsprechender  Rabatt.  —
Sortirte  Probenkeisten  geyen  pen.  Berechu#ieng.  ((67)

  

 

 

F  r  #  *!

Carl  Meissner,  Hamburg.

Etablirt  1871.  Fabrikation  von
Lieferant  von  Motor-  Verstellbaren  Schiffsbooten.
  Schrauben.  D.R.  P.

 

 

Begründer  des  Barkassen-Betriebes  mit  Petrolenmmotoren
und  mit  verstellbaren  Schiffsschrauben.
.  e  Keferensgen——-u.
  A.  auf  Kaiserl.  Werft,  Verwaltungs-Abth.  Kiel;  verschiedene  Strombau--verwaltungen;
  Erste  Missionsgesellschaften  u.  s.  w.  (17.)
PbPerreiscourante,  Entwürfe,  Broschüren  kostenfrei.  —
        <pb n="99" />
        —  61  —

Berliner  Export-Tafel-Weißbier,

in  den  Tropen  mit  Erfolg  eingeführt,  von  den  verehrlichen  Messeverwaltungen
in  den  deutschen  Kolonien  seit  Längerem  ständig  bezogen,  dort  sehr  beliebt,  Jahre
lang  haltbar,  nur  aus  bestem  Malz  und  Hopfen  hergestellt.  Das  Bier  ist  sehr
erfrischend  und  sehr  bekömmlich,  auch  von  den  Herren  Aerzten  der  deutschen
Schutztruppe  empfohlen.
Versand  in  Kisten  zu  50  ½1  und  100  12  Exportflaschen.
Mit  näheren  Angeboten  steht  auf  Wunsch  gern  zu  Diensten
Berliner  Weißbierbrauerei  und  Malzfabrik
Albert  Bier,  (#)
Berlin,  Stralauerstraße  3—6.  Begründet  1792.
Für  Deutsch-Ostafrika,  Sansibar  und  Madagaskar  hat  die  Deutsch-Ostafrikanische
Gesellschaft  den  Alleinverkauf.
Alleinige  Vertreter  für  den  sonstigen  Export:
Harder  &amp;amp;  de  Voß,  Hamburg,  Gr.  Burstah  36—38.

 

Eiserne  Pumpen,
Erdbohrgeräthe,
Brunnenbangeräthe,
Tiefbohrungen,
Brunnenbauten,
Wasserleitungen.

Pram  Ruten,  S
Vorm.  Hermann  Blasendorlfk,

Berlin  C.,  Neue  Friedrichstr.  47.
Maschinenwerkstätten  in  Rirdorf.
Export  nach  allen  Ländern.
Lieferant  der  Kolonial-Abtheilung  des
Auswärtigen  Amts,  Berlin,  der  Deutsch-OÖstafrikanischen
  Gesellschaft,  Berlin,  der
gl.  Artilleriewerkstätten  in  Spandau.
Geübte  Bohrmeister  und  Monteure  zur

"erfügung  717.

     

 

Fried.  Krupp  Grusonwerk

Magdeburg-Buckau.

Küaffee  -  Schüäl-  und
PDolirmaschinen

in  neuester.  verbesserter  Anuslührung.

lfür  Iand-Auschinen-  u.  Göpelbetrien.

Vollständige  Anlagen
zum  Lnthülsen.  Poliren  und  Bortiren
der  Kallcelrucht.

äöBaschinen  und  Einrichtungen
t  für  Oelfabriken.
Zerkleinerungsmaschinen  jeder  Artt:
Steinbrecher  zur  Herstellung  von  Strassenschotter  elc.
Excelsior-  Schrotmllhlen,  Patent-Kugelmihhlen,  Kollergänge,  Pochwerke  u.  S.  W.
Vollständige  Anlagen  zur  Erzaufbereilung.  Gu#)

Preisbücher  in  Deutsch,  Englisch,  Französisch  u.  Spunisch  kostenfrei.

  

 

 

Palenlan  lich  geselat#t!

Schlalzack  in  gebrauch.  6
—  r’*r-—

»  «-  

      
  
   

 
      

  

1#  *  .
Schlafsack
umlt  vasserdlchtem  Loberzug
«  l,»..  (wio  obenstchendo  Abbildg.)
mir  abptbarem,  welchge.
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8.  intereasante  Fragen  vom  Wwe

D  L  no  ist  kein  atenin.  s#ondern  e#s  lasst  die#  interaessans
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Jederlese  „Das  Echo“

D  Tern  der  Helmat  und  in  überseeischen  I.#ndern
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Der  bKannte  Wellreisende  otto  7.  Vltenrs  schreilt  in

der  Tuglichen  Rundschau  1895  auf  Seite  113:
„  4“  Jedemn.  Deuesche,  I  %½%%lande  1J—
.—  eentbe#rrtieke  Echo.“

 
 

Redaktion:  Hugo  Herold.  eschältsieilung:  Max  Pechstein.
        <pb n="101" />
        63  —

F.  H.  SCHMIOT

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nach  den  der  botanischen  Centralstelle  in  Berlin  gemachten  Mittheilungen  als  sür  den  Anbau  in  den  Tropen
geelgnet  erwiesen  haben.  —  Da  die  botanische  Centralstelle  nur  für  einmalige  Versuche  im  Kleinen  Gemüsesamen
  liefert,  so  ollerirc  ich  für  grösseren  Bedurl  gegen  fr.  Einsendung  von  Maurk  12,—  kranco  uller  deutschen
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Am  20.  Januar:  P.  D  „Carl  Woermann“,  Capt.  Schütt,
nach  Tanger,  Casablanca,  Mazagan,  Mogador,  Monrovia,  der  Goldküste,
Togo,  Whydah  und  Kotonou.

Am  31.  Januar:  P.  D.  ·  r—  r  r—  r—  ·  r  r—  r  2  r  2
nach  den  Canar.  Laseln-  Gorée  und  den  Hälen  der  Südwestküste  Alrikas  von  Landana
s  Loanda,  sowie  nach  Deutsch-Südwestafrika.
Am  10.  Pebruar:  F.  D.  „Lulu  Bohlen“,  Capt.  Busch,
nach  Madeira,  Klein-Popo,  Lagos,  Kamerun,  Fernando  Po  und  den  Häfen  der  Südwestküste
  Alrikas  bis  Pontanegra.

Am  15.  Februar:  P.  D.  „Professor  Woermann“,  Capt.  Triebe,
nach  den  Canar.  Inseln,  Gorée,  Dakar,  Ruffsque,  Conakry,  Sierra  Leone,  Sherbro
und  Liberia.

Nächste  Expeditionen  nach  Bissac  und  Bolama  am  15.  März  und  15.  Mai  1896.
Nächste  Expeditionen  nach  Deutsch-Südwestafrika  am  31.  Janunr,  31.  Mürz,  31.  Mni

und  ferner  jeden  zweiten  Monat.

Alle  Gdt#er  mdssen  um  Tape  vor  dem  4bganosdatum  bis  1I2  Uhr  mitzagys  Wnsseice  setn.
Näheres  wegen  Fracht  und  Passage  ertheilt  in  Hamburg  die  Woermann-Linie,  m.  b.  H.  sowie  der  Schiflsmakler
  August  Bolten,  Wm.  Miller's  Nachfolger,  Admiralitksätstresse  3/4.  12

Deutsche  Ost.  Afrlla.  Linie.

Regelmässige  Postdampfer  -  Verbindung
unter  Vertrag  mit  dem  Deutschen  Relche

zwischen

Hamburg,  Ostafrika  und  Transvaal

Amsterdam,  Lissabon  und  Neunpel  anlaufend.
Die  nächsten  Iahrplanmässigen  Expeditionen  finden  statt:

  

 

 

R.  P.  D.  „KANZLER“,  Capt.  Elson  29.  Januar  1896  ab  Hamburg  (lt.  Fahrplan)
R.  P.  D.  „-BUNDESRATH“,  Capt.  Stahll  -26.  Febr.  „  ab  Hamburg  „
R.  P.  D.  „KAISER“,  Capt.  v.  Issendorff  25.  Mürz  „  ab  Hamburg

nach  Tanga,  Dar-es-Salám,  Sansibar,  Nozambique,  Beira,  Delagoa-Bai  und  Natal.
Diese  Dampfer  nehmen  auch  Passagiere  und  Waearen  nach
Bagamoyo,  Saadani,  Pangani,  Kilwa,  Ibo,  Lindi,  Quelimane,  Chinde,  Lamu  und
Ombassa.
Regelmässig  alle  acht  Wochen  Postdampfer
ab  Hamburg  um#s  Kap  der  uten  JIoynt#ng  direkt  nach  Durban,  Delagoa-Ba#i,
Inlmbane,  Mozcmöbldqd#e.
Nächste  Expedition:  Dampfer  „REICHSTAG“,  Coppt.  ,  2.  Februar  1896.
Die  Dampfer  Laben  vorziloliche  Einricheengen  F#r  Eussagtere  in  allen  Klassen.
Ferner  zwischen  Ostafrika  und  Bombay  regelmässig  alle  vier  Wochen  im  Anschluss
an  die  Hauptdampfer.
Näheres  ertheilt  in  Hamburg:  (20)
wegen  Fracht  der  Schiffemakler  August  Bolten,  Wm.  Miller's  Nachfolger,

wegen  Passage  die  Hamburg-Amerikanische  Packetfahrt-Aktien-  -desellschaf,
#sowie  wegen  Fracht  und  Passage  die

 

Deutsche  Ost-Afrika  -  Linie,
Gr.  Reichenstrasee  25.

Verantwortlicher  Nedakteur  für  den  nichtamttlichen  Theil:  O.  Mertinat,  Verlin.
Druck  und  Verlag  der  Königlichen  Hofbuchhandlung  und  Hofbuchdvuckerci  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Berlin  8W  12,  Kochstraße  68—71.
Ausgegeven  am  15.  Jannar  1896  um  5  Uhr  nachmittags.
        <pb n="103" />
        Deutsches  Kolonialblatt.

Amtsblatt  für  die  Schutzgebiete  des  Deutschen  Reichs.

herausgegeben  in  der  Kolonial-Ablheilung  des  Auswärligen  Amts.

 

VII.  Jahrgang.  Berlin,  1.  februar  1996.  6  mummer  3

Diese  zeitichrift  r*7•½  in  der  Regel  am  I1.  und  lb.  jeded  Monats.  Derselben  werden  ale  Beiheite  cbrigefügt  die  mindestens  eimat  Fi
erschrinenden:  „Mittheilungen  von  Forschungsreisenden  un  clehrten  aus  den  deutschen  Schutzgebicten“.  herausgegeben  von  Dr.  Freihem
v.  banckelman.  #  vierteljahrliche  Uonkrmmenropreie.  für  das  Kolonialblatt  mit  den  Mhesten  u  beim  Su  burm  die  Post  und  die
Buchhandlungen  Mil.  J.—,  direkt  unter  Streifband  durch  die  Verlagsbuchhandlung  Mk.  3.  für  Deutschland  und  Oester  rich=  Ungarn,  Ml.  3.75  für
die  Lander  des  Weltvostvereino.  —  Einiendungen  und  Anfragen  üind  an  die  Köni  igliche  Fnchhandlung  von  run  «  unt-les  Mittler

und  Sohn,  Berlin  8W  12,  Kochi  trae  68—71,  zu  richlen.  (GEi  ngatragen  in  der  ZBeitungo-  Preioliste  fur  1896  unter  Nr.  1916.)

 

 

Inhalt:  Amtlicher  Theil:  Die  in  Deutsch=  Ostafrika  über  die  Behandlung  oxtafiatischer  Arbeiter  geltenden  Bestimmungen
  S.  65.  —  Runderlaß  des  Kaiserlichen  Gouverneuro  von  Dutsch  Ostafrika  an  die  Bezirks=  und  Bezirksnebenämter
  sowie  die  Stationen  im  Innern  S.  68.  —  Personalien  S.

Nichtamtlicher  Theil:  Personal=  Fachrichten  S.  68.  —  wrernt  Ostafrika:  Ueber  die  Lage  im  Süden
des  Schußgebietes  S.  69.  —  Beendigung  der  Verhandlungen  mit  den  Wahehes  S.  69.  —  Versuchsstation  in
Usambara  S.  70.  —  Kamerun:  Yaundestation  S.  70.  —  Deutsch=  Südwestafrika:  Wassenschmuggele  .  71.
Aus  dem  Bereiche  der  Missionen  und  der  Antisitaverer,  Bewegung  S.  Aus  fremden
Kolomten-  Tarckautschur  in  den  englischen  Kolonien  S.  72.  —  Sussd  des  A  Coast  Protekkorats
für  1894  9  72.  —  Kaffeebau  im  Hawaii-Archipel  S.  73.  erschiedene  Mittheilungen:  Frauenverein
für  Krankenpflege  in  den  Kolonien  S.  73.  —  Einige  Sisir  mit  militärischen  Wsistunaagenständen  in
Centralafrika  S.  73.  —  Antwerpener  Elfenbeinhandel  S.  —  Zahl  der  Auswanderer  über  Mar  ..
Litterarische  Besprechungen  S.  75.  —  Schisfsbewegungen  "l  76.  —  Verkehrs-  Nachrichten  S.  77.  —  Aneegen.

 

—  Dieser  Nummer  liegen  als  Extrabeilage  die  Jahresberichte  der  Schutzgebiete  Togo,
Kamerun,  Deutsch-Ostafrika,  Deutsch-Südwestafrika  und  der  Marshall-Inseln  sowic  eine
Deutschrift,  betreffend  die  Verwendung  des  Afrikafonds,  bei.

Amtlicher  Theil.

Gesehe;  Perordnungen  der  Reichsbehörden.

Die  in  Deutsch-Ostafrika  über  die  Behandlung  ostasiatischer  Arbeiter  geltenden
Bestimmungen  sind  folgende:

1.  Einführung  und  Ankunft  der  Arbeiter.
81.
Ostasiatische  Einwanderer,  welche  von  einzelnen  Unternehmern  oder  Gesellschaften  auf  Grund  von
Arbeitsverträgen  in  das  deutsche  Schutzgebiet  eingeführt  werden,  dürfen  nur  in  den  Häfen  Dar-es-Saläm,
Bagamoyo,  Tanga,  Pangani,  Kilwa  und  Lindi  7  werden.

Bei  Ankunft  der  Arbeiter,  und  ehe  diese  n  eden  des  Schutzgebietes  betreten,  hat  entweder  der

Kapitän  des  Fahrzeuges,  worauf  die  Arbeiter  eingeschifft  sind,  oder  aber  der  einsährende  Unternehmer  dem
Bezirksamte  des  Hafenortes  hiervon  mündliche  oder  schriftliche  Meldung  zu  erstatten;  in  dieser  Meldung
ist  zu  bemerken:

1.  Zahl,  Geschlecht  und  Herkunft  der  Einwanderer,

2.  Gesundheitszustand  im  Allgemeinen,

3.  Name  des  Schiffes,  des  Kapitäns  und  des  einführenden  Unternehmers,

4.  Bestimmungsort  der  Arbeiter.

3.
8
Außerdem  ist  noch  ein  Exemplar  des  mit  den  Arbeitern  abgeschlossenen  Vertrages  beizufügen
sowie  ein  Zeugniß  des  deutschen  Konsuls  oder  der  zuständigen  Landesbehörde  am  Orte  des  Verschiffungshafens,
  worin  die  Zahl  der  eingeschifften  Arbeiter  sowie  die  Freiwilligkeit  der  Auswanderung  bescheinigt  wird.
        <pb n="104" />
        —  66  —

8  4.

Auf  Grund  dieser  Meldung  hat  das  Bezirksamt  sofort  einen  Beamten  sowie  einen  Arzt  an  Bord
zu  schicken,  um  eine  Untersuchung  der  Einwanderer  vorzunehmen.  Diese  Untersuchung  kann  nur  aus  besonderen
  Gründen  und  mit  Genehmigung  des  Bezirkshauptmanns  auch  am  Lande  vorgenommen  werden,
doch  sind  dann  geeignete  Vorkehrungen  zu  treffen,  daß  die  Einwanderer  vor  dem  Abschluß  der  Untersuchung
mit  anderen  Personen  nicht  in  Berührung  kommen.

Personen,  die  ausweislich  der  ärztlichen  Untersuchung  mit  einer  ansteckenden  Krankheit  behaftet
sind,  dürfen  nicht  an  Land  gebracht  werden,  auch  die  von  der  Krankheit  noch  nicht  ergriffenen  Arbeiter
können  zur  Vermeidung  der  Ansteckungsgefahr  und  zum  Zweck  der  Beobachtung  nach  Maßgabe  der  zu
erlassenden  Quarantänebestimmungen  an  einem  hierzu  geeigneten  Orte  auf  kürzere  oder  längere  Zeit
internirt  werden.

86.

Gleichzeitig  mit  der  ärztlichen  Untersuchung  ist  durch  den  Beamten  des  Bezirksamtes  an  Bord
des  Schiffes  festzustellen,  ob  dessen  Einrichtungen  den  hierüber  erlassenen  Vorschriften  entsprechen.  Ebenso
sind  etwaige  Beschwerden  der  Einwanderer  über  mangelhafte  Schiffseinrichtung  sowie  über  die  ihnen  während
der  Fahrt  zu  Theil  gewordene  Behandlung  entgegenzunehmen  und  deren  Richtigkeit  womöglich  schon  an
Bord  durch  Augenschein  und  Vernehmung  von  Betheiligten  und  Zeugen  festzustellen.  Desgleichen  hat  der
Beamte  womöglich  auch  schon  an  Bord  des  Schiffes,  spätestens  aber  unmittelbar  nach  der  Landung,  sich
davon  zu  überzeugen,  daß  die  Einwanderer  über  die  einzelnen  Bestimmungen  der  mit  ihnen  abgeschlossenen
Verträge  eingehend  unterrichtet  sind.

87.

Für  Unterkunft  der  Einwanderer  an  Land  hat  der  Unternehmer  Sorge  zu  tragen,  und  ist  es  Sache
des  Bezirksamtes,  darüber  zu  wachen,  daß  die  hierfür  bestimmten  Räume  je  mit  Rücksicht  auf  die  Dauer
des  Aufenthaltes,  sowohl  was  Bauart,  Umfang,  Gesundheit  als  auch  die  innere  Einrichtung  betrifft,  den
Bedürfnissen  und  bisherigen  Gewohnheiten  der  Einwanderer  entsprechen.

88.
Das  Bezirksamt  ist  berechtigt  und  verpflichtet,  etwa  nothwendige  Veränderungen  dieser  Räume  auf
Kosten  des  Unternehmers  vornehmen  zu  lassen,  wenn  dieser  sich  weigern  sollte,  einer  an  ihn  dahin  gerichteten
  Aufforderung  nachzukommen.

II.  Beförderung  vom  Ausschiffungs=  nach  dem  Bestimmungsorte.

9  ·-Werden

  die  Einwanderer  von  der  Küste  nach  dem  Inlande  gebracht,  so  ist  der  Trausport  durch
eine  von  einem  Weißen  kommandirte  Polizeiabtheilung  zu  begleiten.  Dieser  hat  darüber  zu  wachen,  daß
auch  auf  den  Haltestationen  von  dem  Unternehmer  die  nöthigen  Vorkehrungen  zur  Unterkunft  und  Verpflegung
  der  Einwanderer  getroffen  sind,  und  daß  diese  selbst  vollzählig  am  Orte  ihrer  Bestimmung
ankommen.

III.  Unterbringung  und  Behandlung  am  Orte  der  Verwendung.

8  10.
Die  am  Orte  der  Bestimmung  für  die  Arbeiter  errichteten  Wohnungen  sind  zuvor  seitens  des
Arztes  einer  Prüfung  zu  unterwerfen,  ob  sie  mit  Bezug  auf  Größe,  Bauart,  Gesundheit  und  sonstige  Einrichtung
  vernünftigen  Ansprüchen  entsprechen,  wobei  davon  auszugehen  ist,  daß  für  jeden  einzelnen  Arbeiter
mindestens  ein  Flächenraum  von  vier  Quadratmetern  bei  einer  Höhe  von  drei  Metern  zu  berechnen  ist.

8  11.

Das  Bezirksamt  ist  berechtigt  und  verpflichtet,  darüber  zu  wachen,  daß  die  mit  den  Arbeitern
abgeschlossenen  Verträge  von  dem  Arbeitsherrn  in  allen  Punkten  eingehalten  werden.  Die  Arbeiter  sind
darüber  zu  belehren,  daß  etwaige  Beschwerden  hierüber  bei  dem  in  §  12  erwähnten  Beamten  anzubringen
  sind.

*

Zu  diesem  Zwecke  ist  am  Orte  der  Verwendung  der  Arbeiter  entweder  ein  ständiger  Beamter  des
Gouvernements  zu  halten,  oder  aber  ein  solcher  von  Zeit  zu  Zeit,  mindestens  einmal  monatlich,  auf  einige
Zeit  an  Ort  und  Stelle  zu  entsenden,  um  etwaige  Beschwerden  der  Arbeiter  sowic  auch  des  Arbeitsherrn
entgegenzunehmen  und  hierüber  zu  entscheiden.

8  13.
Auf  jeder  Plantage,  wo  ostasiatische  Arbeiter  beschäftigt  werden,  ist  besonderer  Raum  für  Kranke
und  ein  Isolirraum  für  ansteckende  Krankheiten  vorzusehen,  desgleichen  der  Besitz  einer  Apotheke  nachzuweisen.
  «
        <pb n="105" />
        —  67  —

8  14.
Uebersteigt  die  Anzahl  der  Arbeiter  50,  so  ist  auch  ein  besonderer  Lozarethgehülfe  zu  halten
sowie  dafür  zu  sorgen,  daß  mindestens  monatlich  einmal  eine  Untersuchung  der  Arbeiter  durch  einen
geprüften  Arzt  stattfindet.

*  15.

Dem  Arbeitsherrn  oder  aber  dem  Aufsichtsbeamten  des  Gonvernements,  wenn  ein  solcher  sich  an

Ort  und  Stelle  befindet,  steht  für  leichtere  Uebertretungen  eine  Strafgewalt  zu,  welche  einen  Lohnabzug
bis  zu  einem  Viertel  des  Monatsgehaltes  nicht  überschreiten  darf.

8  16.

Ueber  diese  Strafen  ist  ein  Protokoll  zu  führen  und  solches  allmonatlich  dem  Bezirksamte  vorwilegen,
  das  sich  auf  geeignete  Weise  zu  überzeugen  hat,  daß  die  Angaben  des  Protokolls  auf  Wahrheit
eruhen.

817.
Ist  ein  ständiger  Beamter  an  Ort  und  Stelle,  so  hat  dieser  die  Bestrafung  der  Leute  zu  überwachen
  und  das  fragliche  Protokoll  zu  führen  und  einzureichen.

8  18.

Bei  Vergehen  und  Verbrechen  ist  sofort  dem  Bezirksamt  Anzeige  zu  machen,  zugleich  ist  der
Beamte  oder  der  Arbeitsherr  berechtigt  und  verpflichtet,  diejenigen  Vorkehrungen  zu  treffen,  welche  bereits
vor  dem  gerichtlichen  Einschreiten  zur  Aufklärung  und  Feststellung  des  Thatbestandes  und  zur  Sicherung
der  Strafvollstreckung  dienen  können.

19.  ·
Von  etwaigen  Todesfällen  oder  Entweichungen  ist  dem  Bezirksamte  sofort  Anzeige  zu  machen.

8  20.

Es  ist  den  Arbeitgebern  verboten,  den  Leuten  durch  Lieferung  von  Waaren,  Baarzahlungen  oder
auf  sonstige  Weise  Vorschüsse  zu  machen,  die  den  Betrag  eines  Monatslohnes  übersteigen.  Wird  ein
weitergehender  Kredit  gewährt,  so  sind  die  ein  Monatsgehalt  übersteigenden  Beträge  nicht  einklagbar  und
an  den  eingeführten  Sachen  des  Arbeiters  wird  ein  Retentionsrecht  nicht  begründet.  Hierüber  sind  die
Arbeiter  seitens  des  Bezirksamtes  ausdrücklich  aufzuklären.

8  21.

Wird  der  Vertrag  gelöst,  entweder  durch  Mblauf  der  Zeit.  oder  durch  ein  den  Arbeitsherrn  verurtheilendes
  Erkenntniß  der  Behörde,  so  ist  der  bisherige  Arbeitsherr  verpflichtet,  für  die  Rückfahrt  des
Arbeiters  sowie  dessen  Unterhalt  bis  zur  Abfahrt  zu  sorgen.

22.
Jede  Uebertretung  dieser  Bestimmungen  kann  im  einzelnen  Falle  mit  einer  Geldstrase  von
1000  Rupien  oder  einer  Haftstrafe  bis  zu  sechs  Wochen  bestraft  werden.

8  238.
Für  etwaige  Mißhandlungen,  Ausschreitungen  und  andere  rechtswidrige  Handlungen  ihrer
Angestellten  den  Arbeitern  gegenüber  sind  die  Arbeitsherren  unbedingt  verantwortlich.

824

Sämmtliche  durch  die  Ausführung  dieser  Verordnung  entstehenden  Kosten  fallen  ausschließlich  dem
einführenden  Unternehmer  oder  aber  dem  Arbeitsherrn  zur  Last,  insbesondere  auch  die  Kosten  der  Ausschiffung,
  der  Unterbringung,  der  Beaussichtigung  sowic  der  ärztlichen  Untersuchung.

IV.  Abänderung  des  Arbeitsvertrages.
*  25.

Finden  sich  in  dem  Arbeitsvertrage  Bestimmungen,  welche  den  bestehenden  Gesetzen  oder  aber
auch  den  Forderungen  der  Humanität  zuwiderlaufen,  so  ist  das  Kaiserliche  Gouvernement  befugt,  den
Vertrag  womöglich  im  Einverständniß  mit  dem  Unternehmer  oder  Arbeitsherrn  in  dieser  Beziehung
abzuändern.

8  26.

Gegen  die  Verfügungen  des  Kaiserlichen  Gouvernements  ist  innerhalb  eines  Monats  Beschwerde
an  den  Reichskanzler  zulässig.  Beschwerden  sind  durch  Vermittelung  des  Gouvernements  an  den  Reichskanzler
  einzureichen  und  haben  keine  aufschiebende  Wirkung.
        <pb n="106" />
        68

HPerordnungen  und  Witklzeilungen  der  Behürden  in  den  Schungebieten.

Nunderlaß  des  Kaiserlichen  Gouverneurs  von  Deutsch-Ostafrika  an  die  Bezirksund
  Bezirksnebenämter  sowie  die  Stationen  im  IJnnern.

Unter  Bezugnahme  auf  den  Runderlaß  vom  4.  Jannar  d.  Is.  und  in  Abänderung  des  Runderlasses
  vom  25.  August  v.  Is.  versüge  ich,  daß  die  Landschaft  Irangi  dem  Bezirke  Mpwapwa  zugewiesen
  wird.

Dar-zes-Saläm,  den  13.  November  1895.

Der  Kaiserliche  Gonverneur.

(L.  S.)  gez.  Dr.  v.  Wissmann.

 

VVVVYVYTNTNTNTTTTVYTVYNTVYTYTVVYTVTTVNTVVDNTYVDVDVYVYVDNYTVDVDVYVVNYNTNWVIVYVVVVVVDDVDVDVVVIVVVVVVVVUV

Perspnalien.

Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  geruht,  dem  vortragenden  Rathe  in
der  Kolonial-Abtheilung  des  Auswärtigen  Amtes  Wirklichen  Legationsrath  Sonnenschein  den  Rothen
Adler-Orden  IV.  Klasse  zu  verleihen.

Der  bisherige  ständige  Hülfsarbeiter  in  der  Kolonial-Abtheilung  des  Auswärtigen  Amtes  Legationsrath
  Rose  ist  zum  Kaiserlichen  Konsul  in  Apia  ernannt  worden.

Dem  Lieutenant  Schlobach  und  dem  Zahlmeisteraspiranten  Kuhnen  von  der  Koaiserlichen  Schutztruppe
  für  Deutsch-Ostafrika  ist  die  Erlaubniß  zur  Anlegung  der  ihnen  von  Seiner  Hoheit  dem  Sultan
von  Sansibar  verliehenen  Dekorationen:  Strahlender  Stern  2.  Klasse  4.  Stufe  Allerhöchst  ertheilt  worden.

Das  Kommando  des  Hauptmanns  a.  D.  Scherner,  der  Premierlientenants  a.  D.  v.  Kleist,
Podlech,  Kielmeyer,  Jany,  v.  Stocki  und  A.  Fonck,  des  Sekondlientenants  a.  D.  Prince  und  des

Zahlmeisters  Bauer  zur  Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika  ist  Allerhöchst  verlängert  worden.

An  Stelle  des  Wirklichen  Legationsraths  v.  Schelling  ist  der  Vizekonsul  v.  Buri  zum  Kommissar
der  Aufsichtsbehörde  bei  der  Deutschen  Kolonialgesellschaft  für  Südwestafrika  ernannt  worden.

JJJJJJ*J  .—2
Nichtamtlicher  Theil.

Persbnal-Nachrichten.
Deutsch  -Oftafrika.

Der  Bezirksamtssekretär  Jancke  und  der  Bauleiter
  Gerlach  haben  einen  Heimathsurlaub  augetreten.
  -

Der  Regierungsbaumeister  Gurlitt  hat  bis  auf
Weiteres  die  Geschäfte  des  Gouvernementsbaumeisters
übernommen.

Der  Lientenant  Eberhard  ist  aus  der  Kaiserlichen
  Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika  ausgeschieden
und  im  3.  Königlich  bayerischen  Infanterie-Regiment
angestellt  worden.

Der  in  den  Dienst  des  Kaiserlichen  Gonvernements

  getretene  Maschinistenassistent  Spangenberg
ist  im  Dezember  v.  Is.  in  Dar-es-Saläm  eingetroffen.

Der  Oberarzt  Dr.  Schwesinger  hat  im  Jannar
einen  Heimathsurlaub  angetreten.

Der  Lehrer  an  der  Regierungsschule  in  Dar-es-Saläm
  Richter  ist  am  23.Dezember  v.  Is.  verstorben.

Ramerun.
Der  bisher  mit  den  Funktionen  des  Kanzlers
kommissarisch  betraute  Großherzoglich  badische  Amtmann
  Dr.  Seiß  ist  als  Kanzler  bei  dem  Kaiserlichen

Goyuvernement  von  Kamerun  endgültig  angestellt

worden.

Der  dem  Kaiserlichen  Gouvernement  zur  Beschäftigung
  überwiesene  Gerichtsassessor  Dr.  Gleim,
Sekondlieutenant  Dominik  sowie  der  zur  Vertretung
des  Regierungsarztes  ausersehene  Assistenzarzt
Dr.  Doering  treten  am  10.  Februar  die  Reise  nach

Kamerun  an.
        <pb n="107" />
        69

achrichten  aus  den  deukschen  Schuhgebieken.

(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  theilweise  nur  mit  Quellenangabe  gestattet.)

Drutsch-Hlkafrika.
Ueber  die  Lage  im  Süden  des  Schutzgebietes

liegt  von  dem  Kaiserlichen  Gouverneur  nachstehender

sernere  Bericht  *)  vor:

Dem  Programm  entsprechend  ist  am  Mawudji
von  einer  Kompagnie  ein  befestigtes  Lager  errichtet
worden,  welches  noch  mehrere  Monate  bestehen  bleiben
loll,  bis  das  Land  von  Hassans  Anhängern  vollständig
gesäubert  und  wieder  ruhig  geworden  ist.  Dieser
Kompagnie  und  den  drei  anderen,  welche  das  Land
durchstreift  haben,  ist  es  gelungen,  eine  ganze  Reihe
bedeutender  Parteigänger  Hassans  dingfest  zu  machen.
Ueber  diese  ist  in  Kilwa  ein  Kriegsgericht  abgehalten
worden,  dessen  Spruch  ich  bei  meiner  Anwesenheit
daselbst  bestätigt  habe.  Es  sind  dadurch  Hassan  bin
Omari  und  fünf  seiner  Hauptführer  sowie  die  beiden
Akidas  von  Kilwa,  von  deren  verrätherischer  Rolle
ich  schon  in  dem  vorigen  Berichte  gesprochen  habe,
zum  Tode  verurtheilt  worden.  Von  diesen  ließ  ich
Hassan  und  drei  andere  in  Kilwa  hängen,  der  Akida
Makran  bin  Schande  starb  im  Gefängniß,  wahrscheinlich
  an  den  Folgen  einer  Selbstvergiftung.  Die
übrigen  drei  nahm  ich  nach  Lindi  mit  und  ließ  die
Hinrichtung  dort  vollstrecken,  um  die  Wirkung  auf
Matschemba  dadurch  zu  erhöhen.  In  Kilwa  ließ
ich  ferner  noch  zwei  Inder  verhaften,  welche  durch  die
bei  Hassan  gefundenen  Briefe  stark  kompromittirt  sind.

Nachdem  die  Exekution  in  Lindi  vollstreckt  war,
begab  ich  mich,  da  die  Truppen  noch  nicht  eingetroffen
waren,  nach  Mikindani  und  Kionga.  In  Milindani
traf  ich  die  nöthigen  Anordnungen  für  die  dortigen
Bauten  und  begab  mich  alsdann  nach  Sudi,  um  mit
den  dort  anwesenden  Verwandten  und  Ministern
Matschembas  zu  verhandeln.  Diese  Leute,  deren
Anerbietungen  ich  bisher  zurückgewiesen  hatte,  wiederholten
  hier  die  Bitten  Matschembas  um  Frieden.
Ich  ließ  deshalb  das  Expeditionskorps,  das  inzwischen
in  Lindi  eingetroffen  war,  nach  Sudi  kommen  und
beauftragte  den  Kommandeur,  mit  den  Leuten
Matschembas  nach  dessen  Hauptort  zu  gehen,  die
Verhältnisse  dort,  wenn  mit  Aussicht  auf  Nachhaltigkeit
  möglich,  friedlich  zu  ordnen,  jedenfalls  Matschemba
unsere  Macht  zu  zeigen,  von  ihm  Tribut  in  Elfenbein
  oder  anderen  werthvollen  Produkten  zu  fordern,
seine  Boma  niederzureißen,  Vorkehrungen  für  einen

später  etwa  doch  noch  nöthig  werdenden  Angriff  zu

treffen  und  vor  Allem  möglichst  nachhaltige  Friedensgarantien
  zu  schaffen.  Auf  dem  Wege  nach  Luagalla
egegnete  Matschemba,  der  sich  endlich  doch  noch

entschlossen  hatte,  selbst  zu  kommen,  dem  Kommandeur,

  der  ihn  wieder  nach  seinem  Lande  mit  zurückahm.


*)  Vergl.  Deutsches  Kolonialblatt  1896,  S.  6  ff.

I  Von  Sudi  aus  begab  ich  mich  wieder  nach  Lindi,
wo  noch  sechs  Führer  Hassans  zum  Tode  verurtheilt
und  hingerichtet  wurden.  Diese  Letzteren,  zum  Theil
noch  Leiter  des  Aufstandes  vom  Jahre  1889,  wurden
meist  von  eingeborenen  Häuptlingen  und  Akidas  des
Gouvernements  eingeliefert.

Der  Kommandeur  hat  die  Operationen  im  Süden
mit  großer  Umsicht  und  gutem  Erfolge  geleitet.  Ich
erwarte  den  Abschluß  der  Matschemba-Angelegenheit
in  wenigen  Tagen.

Nachdem  so  die  Ordnung  im  Süden  hergestellt

ist,  darf  zur  Zeit  das  ganze  Schutgebiet  als  beruhigt
gelten.  Der  Kompagnieführer  Johannes  hat  am
Kilimandjaro  die  Leute  von  Aruscha  jun  gezüchtigt
und  meldet  im  Uebrigen,  daß  der  Bezirk  sicher  sei.
Kompagnieführer  Leue  hat  Taragalla,  der  die  Geißel
von  Ugalla  war,  vernichtet,  dem  Kompagnieführer
v.  Elpons  ist  es  gelungen,  einen  dem  Anschein  nach
dauernden  Frieden  mit  dem  Oberhäuptling  der
Wahehes  zu  schließen,  Schabruma  hat  in  Kilwa  um
Frieden  gebeten  und  von  der  Station  Ulanga  die
deutsche  Flagge  erhalten.  Wenn  die  mit  Bestimmtheit
  zu  erwartende  Nachricht  von  der  Erledigung  der
Hassan=  und  Matschemba-Angelegenheiten  hier  eintrifft,
werdc  ich  telegraphische  Meldung  erstatten.5)  Alsdann
  sind  alle  nennenswerthen  Gegner  der  Regierung
entweder  niedergeworfen  oder  haben  unsere  Oberhoheit
anerkannt,  so  daß  im  Augenblick  wohl  zum  ersten
Male  von  der  Kolonie  gesagt  werden  kann:  Alles
ruhig.
Nach  neueren  Berichten  hat  das  in  Kilwa  über
die  Anhänger  Hassan  bin  Omaris  eingesetzte  Kriegsgericht
  inzwischen  fernere  16  Einwohner  von  Kilwa
wegen  ihrer  Betheiligung  an  dem  Aufstande  zum
Tode  verurtheilt.  Der  Kaiserliche  Gonverneur  erachtet
  indeß  durch  die  bisherigen  Aburtheilungen  das
Ansehen  der  Regierung  gegenüber  der  Bevölkerung
bereits  in  ausreichendem  Maße  wiederhergestellt  und
hat  deshalb  die  vorstehend  erwähnten  16  Todesurtheile
  nicht  bestätigt.  Die  Todesstrafe  ist  vielmehr
in  eine  längere  Freiheitsstrafe  verwandelt  worden,
deren  Abbüßung  im  Norden  des  Schutzgebietes,  in
der  Nähe  des  Kilimandjaro  erfolgen  soll.  Soweit
die  Verurtheilten  Vermögen  besitzen,  wird  ihnen
zur  theilweisen  Deckung  des  angerichteten  Schadens
eine  angemessene  Geldbuße  auferlegt  werden.

 

"  Beendigung  der  verhandlungen  mit  den  Wahbebes.

Der  Kompagnieführer  v.  Elpons  meldet  unter

dem  21.  Dezember  v.  Is.  aus  Dar-es-Saläm,  daß
er  am  20.  Dezember  mit  der  vom  Sultan  von  Uhehe,

*)  Ist  bekanntlich  inzwischen  erfolgl.
        <pb n="108" />
        Quawa,  aus  Kiringa  abgeschickten  Gesandtschaft,  bestehend
  aus  sechs  Häuptlingen  und  deren  fünfzig
Begleitern,  hier  eingetroffen  ist.

Die  Gesandtschaft,  welcher  sich  auf  Bitten  des
Sultauns  Ouawa  der  Wali  von  Kondoa,  Amer  bin
Nasr,  als  Wortführer  mit  einem  Dolmetscher  anschloß,
soll  dem  Kaiserlichen  Gouverneur  die  völlige  Unterwerfung
  Quawas  anzeigen.  Da  dieser  die  ihm  gesiellten
  Friedensbedingungen  bis  jetzt,  und  soweit  es
ihm  irgend  möglich  war,  aufs  gewissenhafteste  erfüllt,
die  deutsche  Flagge  in  Kiringa  gehißt,  Händlern  den
Zutritt  in  sein  Land  gestattet,  den  Kriegsgefangenen
die  Freiheit  zurückgegeben  und  den  Rest  der  noch
von  der  Zelewskischen  Expedition  stammenden  Gewehre
  zurückgegeben  hat,  so  haben  die  im  September
mit  den  Wahehes  angeknüpften  Verhandlungen  zu  dem
erwünschten  Ende  geführt.

Quawa  bittet  seinerseits,  ihm  den  Besitz  an  Land
und  Leuten  ungeschmälert  zu  lassen,  ihm  Handelsbeziehungen
  mit  der  Küste  zu  gestatten  und  die  ihm
seindlichen  Nachbarstämme,  namentlich  die  Kiwanga
und  Merereleute,  zur  Friedenshaltung  zu  bestimmen.

Die  Station  Kilossa  wird  in  der  Lage  sein,
Zwistigkeiten  zwischen  Uhehe  und  den  genannten,
diesen  benachbarten  Häuptlingen  und  Volksstämmen
in  Zulunft  auch  mit  verringerter  Besatzung  vorzubengen.


Es  dürfte  jetzt  nach  Ueberzeugung  der  Sachverständigen
  den  räuberischen  Einbrüchen  der  Wahehes
ein  Ende  gemacht,  ein  friedlicher  Zustand  hergestellt
und  dem  Handel  und  Wandel  der  Weg  geöffnet  sein.

versuchsstation  in  Usambara.
Einem  Berichte  des  Leiters  der  Versuchsstation
vom  Dezember  v.  Is.  entnehmen  wir  Folgendes:
Die  Expedition  brach,  wie  vom  Gouvernement
befohlen,  am  10.  November  von  Tanga  auf.  Ein
Extrazug  beförderte  die  Mitglieder  der  Kommission,

70

 

Träger  und  Lasten  bis  zum  Kilometer  39,  etwa

3  km  von  Muheza.  Mit  dem  Aufbruch  von  Tanga
setzte  leider  der  Regen  ein.
erste  Lager  bezogen  werden,  da  das  Ausladen  der
Lasten  bei  strömendem  Regen  fast  den  ganzen  Nachmittag
  in  Anspruch  nahm.  Der  nächste  Tag  ging
mit  dem  Vertheilen  der  Lasten  und  Umpacken  hin.
Die  weiteren  Lager  befanden  sich  am  12.  in  Bagamoyo,
  13.  Murazi,  14.  in  der  Steppe  am  Pangani,
15.  und  16.  in  Korogwe.  Der  16.  war  der  erste
sonnige  Tag  und  wurde  deshalb  benutzt,  um  die
Lasten  zu  trocknen,  vor  Allem  den  Samen,  der  nur
in  Säcke  verpackt  war.  Den  17.  wurde  nach  einem
kurzen  Marsch  Lager  bei  Quazige  bezogen,  am  18.
das  letzte  Lager  bei  Konzeni,  welches  schon  im  Wrumi-Bei

  Muheza  mußte  das

thale  liegt.  Am  19.  langte  die  Expedition  nach  einem

fünfstündigen  Marsche  auf  dem  Bergkegel  Mafa  an.
Nur  die  letzten  drei  Stunden  ging  es  steil  bergan.
Schwicrigkeiten  boten  nur  die  tief  eingeschnittenen

der  Ordnung  zu  treffen.

Flußthäler,  die  an  vier  Stellen  überschritten  werden
mupßten.

Die  Station  liegt  an  dem  Wege  von  Vuga  nach
Mauka  (Baumannsche  Karte),  etwa  eine  Stunde
östlich  von  Nguiro,  auf  etwa  1300  m  ganz  isolirt
in  einem  weiten  Gebirgskessel,  der  sich  nach  Südwest
in  das  Wrumithal  öffnet.  Von  den  Nordosthängen
dieses  Kessels  ergießen  sich  zwei  wasserreiche  Gebirgsbäche
  in  den  Wrumi.  Die  Mitglieder  leben  noch  im  Zelt,
da  die  zunächst  errichteten  Grashäuser  zu  zugig,  kalt
und  nicht  regendicht  waren.  An  Arbeiten  wurden  ausgeführt:
  Fertigstellung  des  Magazins  (15  m  lang,
3  mn  breit),  zwei  Grashäuser  (6  m  lang,  3  m  breit).
Neugebaut  ein  Badehaus  u.  s.  w.  und  ein  Kochhaus.
Ein  Stück  Land  wurde  urbar  gemacht  und  fünf
Lasten  Kartoffeln  gesetzt.  Sie  gehen  gut  an  und
sind  schon  3  bis  1  Zoll  über  der  Erde.  Ferner  ist
ein  Stück  Land  mit  vier  Sicken  Maissaat  bestellt,
ebenso  zwei  Säcke  Erbsen  ausgesät.  Leider  hatten
die  Sämereien  durch  Regen  sehr  gelitten.  Ein  Gemüsegarten
  ist  angelegt,  das  ganze  Land  mit  einem
Stacheldrahtzaun  umgeben  und  ein  Stück  Land  für
Tabakpflanzen  vorbereitet.  Auf  der  Station  waren
748  Tagelöhner  beschäftigt.  Der  alte  Pfad  nach  dem
Wrumithal  wurde  zu  einem  Weg  von  etwa  9  km
Länge  ausgebaut,  vor  Allem  Flußübergänge  hergestellt
  und  durch  Zickzackwege  leicht  zugänglich
gemacht.  Dieser  Weg  hat  jetzt  Anschluß  an  den  von
Quazige  nach  Masinde  hergestellten  Weg.

Kamerun.
Paü#ndestation.

Nach  telegraphischer  Meldung  aus  Kamerun  haben
in  letzter  Zeit  in  der  Nähe  der  Station  Yaunde
mehrtägige  Kämpfe  der  dortigen  Garnison  mit  aufrührerischen
  Eingeborenen  stattgefunden,  in  denen  zwei
Europäer  der  Schußtruppe,  Premierlieutenant  Bartsch
und  Büchsenmacher  Zimmermann,  verwundct,  sieben
Farbige  gefallen  und  mehrere  verwundet  sind.

Die  Station  Yaunde  war  nach  Niederwerfung
der  feindlichen  Bakokostämme  durch  die  Keiserliche
Schutztruppe  im  Frühjahr  vorigen  Jahres  von  einer
Abtheilung  der  letzteren  besetzt  worden.  Diese  Maßregel
  erschien  nach  den  Berichten  des  Kommandeurs
geboten,  da  die  immer  weiter  nach  Süden  drängenden
Wote=  und  hinter  ihnen  die  islamitischen  Tibatistämme
  die  Sicherheit  des  Landes  zu  gefährden
drohten.  Im  vorliegenden  Falle  handelt  es  sich  indessen
  nicht  um  Kriegszüge  der  erwähnten  Stämme,
sondern  um  einc  aufständische  Bewegung  vereinzelter
zwischen  Yaunde  und  Lolodorf  ansässiger  und  noch
nicht  völlig  unterworfener  Bakoko  oder  verwandter
Stämme.  Der  Kommandeur  der  Kaiserlichen  Schutztruppe
  ist  beauftragt  worden,  ungesäumt  die  geeigneten
  militärischen  Maßnahmen  zur  Wiederherstellung
Premierlientenant  Bartsch
        <pb n="109" />
        befindet  sich  in  Kamerun,  Büchsenmacher  Zimmermann
  wahrscheinlich  in  Lolodorf,  einer  Station
zwischen  der  Küste  und  Yaunde.

Drutsch-SZüdwelkafrika.
Waffenschmuggel.

,  Wie  der  Kaiserliche  Landeshauptmann  unter  dem
28.  Tktober  v.  Is.  aus  Windhoek  meldet,  hat  Ende
August  v.  Is.  ein  Trupp  englischer  Betschnanen,
reichlich  mit  Wassen  und  Munition  versehen,  die
diesseitige  Grenze  bei  Olifantskloof  überschritten,
augenscheinlich  in  der  Absicht,  mit  den  Hereros  verbotenen
  Handel  zu  treiben.  Letzterer  ist  lediglich
durch  das  thatkräftige  Eingreifen  des  Distriktschefs
von  Gobabis,  Lieutenants  Lampe,  verhütet  worden.
d  aber  bei  dieser  Gelegenheit  eine  Neigung  zur
VWidersetzlichkeit  seitens  des  Hererohäuptlings  Nikodemus
  zu  Tage  trat,  so  fand  sich  der  damalige  stellvertretende
  Truppenführer  Hauptmann  v.  Sack  veranlaßt,
  mit  40  Reitern  und  einem  Geschütz  selbst
nach  Gobabis  zu  marschiren.  Nikodemus,  der  sich
bereits  dem  Lieutenant  Lampe  gegenüber  wegen
leiner  Widersetzlichkeit  entschuldigt  hatte,  versicherte
auch  Hauptmann  v.  Sack  nochmals  seiner  Friedsertigkeit.
  Er  und  seine  Leute  bemühten  sich  mit
auerkennenswerthem  Eiser,  die  zum  Theil  flüchtig
gewordenen  Betschuanen  unter  eigener  Lebensgefahr
wieder  einzufangen,  so  daß  die  Friedensstörer  mit
ihrem  ganzen  Eigenthum  sich  jetzt  sämmtlich  in  den
Händen  des  Hauptmanus  v.  Sack  befinden.  Letßzterer
ist  angewiesen,  alle  Waffen  und  Munition  zu  konlisziren,
  die  schuldigsten  Betschuanen  zur  Bestrafung
nach  Windhock  zu  bringen  und  zur  Deckung  der
boraussichtlichen  Strafe  eine  entsprechende  Anzahl
Vieh  zu  beschlagnahmen.

Nilodemus  hat  außerdem  den  mit  dem  Oberhäuptling
  Samucl  abgeschlossenen  Vertrag,  betreffend
Bestrafung  bei  Grenzüberschreitungen  (siehe  Kol.  Bl.
1895,  S.  489),  auch  für  sich  als  bindend  anerkannt.
Er  hat  in  Gemäßheit  der  übernommenen  Verpflichtung
  vier  seiner  Leute  als  Polizisten  auf  die  Grenzliationen
  gestellt  und  zugleich  gebeten,  seinen  Sohn
vosea  dem  Hauptmann  v.  Sack  nach  Windhoek  mitgeben
  zu  dürfen,  damit  der  junge  Mann  dort  die
deutsche  Sprache  erlernt.

Die  Angelegenheit  mit  dem  Häuptling  Nikodemus
it  hiermit  vorläufig  erledigt.  Er  ist  indessen  von
em  Kaiserlichen  Landeshauptmann  nicht  im  Unklaren
arüber  gelassen  worden,  daß  er  sofort  seines  Postens
1n  Häuptling  enthoben  werden  würde,  falls  er  von
euem  Grund  zu  Klagen  geben  sollte.

71

 

Rus  dem  Bereiche  der  Missiuvnen  und
der  Ankisklaverei-Bewegung.

Der  Königlich  preußische  Minister  des  Innern  hat
der  evangel.  Missionsgesellschaft  für  Deutsch-Ostafrika
  die  Erlaubniß  ertheilt,  zum  Besten  der  Krankenpflege
  in  Deutsch-Ostafrika  eine  öffentliche  Ausspielung
  von  Kunstgegenständen  zu  veranstalten  und  die
Loose  —  150000  Stück  zu  je  50  Pf.—  im  ganzen  Bereiche
der  Monarchie  zu  vertreiben.  Die  Zahl  der  Gewinne
beträgt  1980  im  Gesammtwerthe  von  5000  Mark.
Die  Ziehung  der  Lotterie  soll  am  15.  Oktober  d.  Is.
in  der  Anstalt  Bethel  zu  Bielefeld  stattfinden.

Am  1.  Januar  1896  hat  Missionsinspektor
Merensky  die  Herausgabe  des  „Missionsfreundes“
übernommen.  Das  Blatt  wird  von  nun  an  in
anderer  Gestalt,  in  großem  Format,  jedesmal  mit
zwei  Bildern  geschmückt,  erscheinen  und  in  seinem
Inhalt  aus  allen  Gebieten  der  Mission,  auch  aus

der  Berliner  Mission,  populäre  Mittheilungen  bringen.

Das  Beiblatt  wird  wegfallen.

Der  evangelische  Afrikaverein  tritt  jetzt  in
das  vierte  Jahr  seines  Bestehens,  wie  der  Herausgeber
  von  „Afrika“  schreibt,  mit  freudiger  Erwartung
ein.  Steht  doch  der  Verein  nunmehr  unmittelbar
vor  der  Gründung  seines  Erstlingswerkes.  In  dem
Berichte  heißt  es:  Eine  Quadratmeile  Landes  ist  in
der  deutsch-ostafritanischen  Schweiz,  in  der  Landschaft
Usambara  erworben  worden,  nach  dem  Urtheil  Sachverständiger
  wohl  geeignet,  für  befreite  Sklaven,
die  der  Heimath  verlustig  gegangen  sind,  eine  neue
Heimath  zu  werden.  Reich  bestanden  mit  Wald,
durchzogen  von  mancherlei  Wasserläufen,  hoch  genug
gelegen,  daß  nicht  das  Fieber  den  Aufenthalt  unmöglich
  macht,  scheint  das  Stück  Erde  nur  darauf
zu  warten,  daß  es  besiedelt  wird.  Bereits  sind  auch
die  Unterhandlungen  zur  Gewinnung  eines  Leiters
der  Sklavenfreistätte  ihrem  Abschluß  nahe,  so  daß  in
der  letzten  Vorstandssitzung  am  16.  Dezember  v.  JIs.
der  einstimmige  Beschluß  gefaßt  werden  konnte,  daß
spätestens  mit  dem  kommenden  April  die  Anlage
unserer  Kolonie  begonnen  werden  soll.  Es  liegt  auf
der  Hand,  daß  die  Ausführung  unseres  Werkes  auf
mancherlei  Schwierigkeiten  stoßen  wird.  Die  Beobachtung,
  daß  erwachsene  frei  gewordene  Sklaven  geradezu
  in  das  alte  Joch  sich  zurücksehnten,  ja  in
dasselbe  zurückkehrten,  ist  auf  keinen  Fall  ermuthigend.
Sie  zwingt  uns,  damit  zu  rechnen,  daß  ein  größerer
oder  kleinerer  Prozentsatz  von  Erwachsenen  auch  in
der  Kolonie  nicht  bleiben,  sondern  sie  verlassen  wird.
Und  wir  werden  kein  Mittel  haben,  sie  daran  mit
Gewalt  zu  hindern,  sondern  werden  ihnen  die  Freiheit
auch  nach  dieser  Richtung  hin  durchans  belassen
müssen.  Indeß  wenn  von  100  nur  10  bei  uns
blieben  —  und  es  werden  mehr  sein  —,  so  würden
diese  10  es  werth  sein,  daß  wir  ihrer  uns  annehmen,
        <pb n="110" />
        würden  wir  die  Befriedigung  haben,  diesen  10  eine
Heimath  geschaffen  zu  haben.  Zu  einem  guten  Theile
sind  die  Befreiten  aber  Kinder,  so  daß  die  Bewohnerschaft
  unserer  Kolonie  in  ihr  groß  wird  und  sie  von
vornherein  als  ihre  Heimath  ansehen  lernt.

Nach  einer  Mittheilung  in  der  Januarnummer
der  „Allgemeinen  Missions-Zeitschrift“  sind  in  Deutsch-Südwestafrika
  19  Stationen  mit  8666  Christen,  von
denen  9  Stationen  mit  5414  Christen  auf  Namaland,
  10  Stationen  mit  3252  Christen  auf  Hereroland
  entfallen.

Die  englischen  Missionsgesellschaften  beabsichtigen
eine  neue  Missionsdiözese  für  das  Ugandagebiet  von
der  bisherigen  Diözese  Ost-Aequatorialafrika  abzuzweigen.


Nach  einer  Veröffentlichung  der  Jannarnummer
des  „Church  Mission  Intelligencer“  sind  in
Großbritannien  im  Jahre  1894  für  die  vier  auch
in  deutschen  Schutzgebieten  thätigen  englischen  protestantischen
  Missionsgesellschaften  solgende  Beträge
gesammelt  worden:

Für  die  Church  Missionary  Socict)  264  538
-  niversities  Mission  to
Central  Anicc  22631
Wesleyan  Mission.  Socict  -99772
Baptist  Missionary  Societt62  129

Zusammen  S  149  370

Rus  fremden  Rolonien.
Darakautschuk  in  den  englischen  Rolonien.

In  Ceylon  und  Straits-Settlements  wendet  man
dem  „Ceylon  Observer“  zufolge  gegenwärtig  der
Pflanzung  von  Parakautschuk  besondere  Aufmerksamkeit
  zu.  In  Ceylon  wurden  gegen  1000  Acres  mit
Kautschukbäumen  bestellt.  Nach  derselben  Quelle
wurden  1893  und  1894  nicht  weniger  als  531.000
Pfund  Theesaat  im  Werthe  von  329  000  Rupien
für  die  Plantagen  in  Ceylon  eingeführt.

Verwaltungsbericht  des  Uiger  TCoast  Protektorats
für  1894/95.

Der  kürzlich  erschienene  jährliche  Verwaltungsbericht
  des  Niger  Coast  Protektorats  für  1894/95
enthält  eine  Reihe  von  Einzelberichten,  denen  der
Kommissar  und  Generalkonsul  Sir  Claude  Mac
Donald  jedesmal  seine  Bemerkungen  hinzugefigt  hat.
Wir  entnehmen  dem  interessanten  Berichte  Folgendes:*)

*)  Vergl.  Kolonialblatt  1895,  S.  83  und  S.  188.

 

Botanische  Gärten  in  Old  Calabar.

Die  wirthschaftlichen  Fortschritte  sind  in  manchen
Beziehungen  sehr  zufriedenstellende.  Der  Versuchsgarten
  ist  bedentend  erweitert  und  beträgt  jetzt  gegen
12  Acres,  meist  mit  Nutzpflanzen  bepflanzt.  Auch
die  Pflanzschule  ist  um  2  Acres  Saatbeete  vergrößert.
Ein  angrenzendes  Stück  Land  ist  zum  Zwecke  einer
Kaffeeplantage  abgeholzt.  22  Acres  davon  sind  mit
Stacheldraht  umzäunt,  worin  sich  jetzt  etwa  2100
Kaffeebäumchen  befinden.  Die  Pflanzen  sind  im
April  1893  aus  Samen  gezogen,  waren  bei  Abfassung
  des  Berichtes  27  Monate  alt  und  haben
schon  durchschnittlich  eine  Höhe  von  über  6  Fuß
erreicht.  Die  Verwaltung  verspricht  sich  von  dieser
vorzüglichen  Anlage  großen  Erfolg  auf  die  Eingeborenen.
  Sie  hofft,  daß  diese  durch  die  eigene
Anschauung  des  guten  Standes  die  Ueberzeugung
von  dem  Nutzen  derartiger  Anlagen  gewinnen  und
sich  zur  Nachahmung  bereit  finden  lassen  werden.
Der  Verwalter  der  Gärten,  Mr.  Billington,  hat
eine  leicht  faßliche  Broschüre  über  die  rationellste
Methode  des  Kaffeebaues  daselbst  verfaßt;  dicselbe
ist  in  Englisch  und  Esik,  der  dortigen  Sprache  der
Eingeborenen,  gedruckt  und  in  vielen  Exemplaren
unter  den  Häuptlingen  vertheilt.  Um  die  Eingeborenen
  zur  praktischen  Anwendung  dieser  Methode
anzuhalten,  haben  diejenigen,  die  den  Grund  und
Boden  für  diese  Kultur  genügend  gesäubert  und
bearbeitet  haben,  eine  Anzahl  Kaffeepflanzen  umsonst
geliefert  erhalten,  dazu  noch  am  Ende  jedes  Jahres
eine  kleine  Belohnung  in  Geld,  die  bemessen  wurde
nach  der  in  der  Pflanzung  vorgefundenen  Anzahl
von  gesunden  Bäumen.  Wenn  die  Bäume  anfangen
zu  tragen,  gehen  sie  in  das  Eigenthum  der  Betreffenden
  über,  und  weitere  Zahlungen  hören  auf.  Eine
große  Anzahl  von  Häuptlingen  hat  sich  bereits  um
Erlangung  von  Kaffeepflanzen  bemüht.

Für  diese  Anlage  sind  allein  jährlich  1000  Pfd.
Sterl.  vom  Protektorate  aufgewandt.  Die  Einführung
englischer  Gräser  ist  gänzlich  mißlungen,  ebenso  die
englischer  Gemüse.  Sehr  gut  kommen  dagegen  fort
Thee,  Zimmet  und  Gummi.  Von  Letterem  sind  gegen
1000  Pflanzen  aus  Samen  gezogen,  ebenfalls  mit
dem  Zwecke,  die  Kultur  desselben  bei  den  Eingeborenen
einzubürgern.  Besonders  gut  sind  englische  Ananas
eingeschlagen.  Von  den  ursprünglichen  Pflanzen  haben
ungefähr  300  Wurzeltriebe  neue  Pflanzen  gegeben.
Eine  Frucht  davon  hat  eine  Höhe  von  12  Zoll
(1  Zoll  =  0,025  m)  =  30  cm  und  einen  Umfang  von
23  Zoll  (57  ½/  cm)  gehabt.  Gewiß  eine  stattliche
Größe!  Ein  Obstgarten  von  10  Acres  ist  angelegt
mit  etwa  500  Tropenfruchtbäumen  verschiedenster
Sorten,  z.  B.  Orangen,  Limonen,  Bananen  u.  s.  w.
Im  Ganzen  enthalten  die  Gärten  bis  jetzt  gegen
300  verschiedene  Sorten  Pflanzen,  darunter  auch
Mahagoni,  Eukalyptus,  Teak,  Agave.
        <pb n="111" />
        Die  Truppe

besleht  aus  16  Offizieren  und  450  Mann.  Sie  rekrutirt
  sich  aus  dem  Yorubaslamm.  Die  Leute  sind

Mohammedaner  (Sekte)  und  werden  als  außerordentlich

  sauber,  aufgeweckt  und  nüchtern  bezeichnet.
Besonders  in  letzterer  Beziehung  sind  sie  nach  dem
Bericht  zuverlässiger,  als  englische  Soldaten  es  unter
gleichen  Umständen  sein  würden!  Diese  mangelnde

Truntsucht  wird  ausdrücklich  hervorgehoben,  weil
diese  Gegend  (hinter  Lagos)  angeblich  „lloodle#  witm
Lin  seil

M  Die  Truppe  ist  ausgerüstet  mit  dem  Heury
artini-Karabiner,  vier  zweieinhalb  Zoll-Kanonen,
zwei  Maximgeschützen.  Im  letzten  Jahre  sind  noch
dazu  gekommen  vier  Gebirgsgeschütze  und  zwei  Maxims.

*s  sind  verschiedenc  kleinere  und  zwei  gröszere  Expeditionen

  unternommen,  angeblich  meistens  um  Menchenopfer
  und  innere  Unruhen  zu  unterdrücken.  In

käug  auf  die  Verhinderung  von  Menschenopfern
und  die  Tödtung  von  Zwillingen  soll  die  Anwesenheit
  der  Truppe  gute  Dienste  geleistet  haben.
Als  besonders  kostspielig  werden  die  militärischen
Außenposten  gekennzcichnet.

Sanitätswesen.
Europäische  Bevölkerung  214,  gestorben  16

Sterblichkeitszisser  7,47  Prozent.  Vorhanden  sind
13  Aerzte,  deren  Gehälter  zwischen  350  bis  500  Pfd.
Der  Senior  Medical  Officer  bekommt
  1000  Pfd.  Sterl.  Außerdem  haben  die  Aerzte

Sterl.  varüren.

Privatpraxis.  So  zahlt  z.  B.  die  African  Association
jährlich  200  Pfd.  Sterl.  für  ärztliche  Bemühungen
imie  der  sieben  Distrikte,  in  denen  sie  Faktoreien
at.
Monate  Urlaub  mit  freier  Heim=  und  Rückreise
gewährt.

Anfang  des  Jahres  ist  in  Old  Calabar  ein

Vodernees  europäisches  Krankenhaus  eröffnet,  mit
Zetten  für  zwölf  Patienten,  unter  Aufsicht  von  zwei
Schwestern.

In  den  meisten  Distrikten  sind  Friedhöfe  eingerichtet,
  die  unter  der  Aufsicht  der  Medizinalbeamten

ihen  und  auch  die  Eingeborenen  sollen  sich  schon
ansta

Das  Protektorat  besitzt  eine  Yacht  „Joy“,  von
crr  sich  der  Bericht  auch  im  sanitären  Interesse  der

Curoper  Vortheile  verspricht,  insofern  manchem
Kranken  Gelegenheit  geboten  wird,  wenigstens  einige
zeit  sich  in  der  Seeluft  zu  erholen,  entfernt  von
em  „Gist  der  Malaria  auf  den  Flüssen“.

Ei  Zum  Schluß  wird  in  dem  Bericht  der  Bau  einer
dutenbahn  aufs  nachdrücklichste  befürwortet  und  als
urchaus  nothwendig  dargestellt.

73

Nach  zwölf  Monaten  Anwesenheit  werden  sechs

daran  gewöhnt  haben,  ihre  Todten  zu  beerdigen,
tt  sie  in  den  Fluß  oder  den  Busch  zu  werfen.

Im  Dawai#=  Archipel,

wo  bisher  die  Zuckerrohrkultur  die  Hauptrolle  spielt,
beginnt  man  in  den  letzten  Jahren  Kaffee  in  gröperem
  Umfange  anzupflanzen.  1892  waren  etwa
1325  Acres  mit  Kaffee  bebaut,  1895  schon  2500.
Man  rechnet  auf  rasches  Fortschreiten  dieser  Kultur.
Bei  800  Bäumen  auf  dem  Acre  veranschlagt  man
den  jährlichen  Kaffecertrag  von  20  000  Acres  auf
16  Millionen  Pfund,  das  heißt,  bei  einem  Preis  von
15  Cents  für  das  Pfund,  auf  2  400  000  Dollars.
20  000  Aeres  Kaffeepflanzungen  würden  angeblich
gegen  20  000  Personen  ein  hinreichendes  Auslommen
  gewähren.

Verlschiedene  Mittheilungen.

Frauenverein  für  Krankenpflege  in  den  Rolonien.

Dem  deutschen  Frauenverein  für  Krankenpflege
in  den  Kolonien  sind  die  Rechte  einer  juristischen
Person  verliehen  worden.

Einige  Erfahrungen  mit  militärischen  Ausrüstungsgegenständen
  in  Centralafrika.")
Von  G.  A.  Graf  v.  Götzen,  Premierlientenant  im  2.  Garde-Ulanen-Regiment,
  kommandirt  zur  Kriegsalademie.

Nachdem  durch  Veröffentlichung  eines  Reisewerkes**)
  über  meine  vom  Dezember  1893  bis
November  1894  von  Pangani  in  Deutsch-Ostafrika
bis  zur  Kongomündung  ausgeführte  „Durchqucrung“
Centralafrikas  die  Ergebnisse  und  Begebenheiten  dieses
privaten  Unternehmens  einem  weiteren  Leserkreise  zugänglich
  gemacht  worden  sind,  möchte  ich  hier  mit
wenigen  Worten  auf  einige  mir  werthvoll  erscheinende
Erfahrungen,  die  ich  mit  Ausrüstungsgegenständen
militärischer  Art  machen  konnte,  eingehen.  Ich  habe
dabei  nur  solche  Dinge  im  Auge,  die  nicht  gerade
für  das  tropische  Afrika  charakteristisch  sind,  sondern
solche,  die  auch  in  unseren  europäischen  Ländern  zur
Anwendung  gelangen,  auch  beabsichtige  ich  hier  keineswegs,
  Vorschläge  über  Ausrüstungen  zu  militärischen,
wissenschaftlichen  oder  jagdlichen  Expeditionen  im  Allgemeinen
  zu  machen,  vielmehr  sollen  die  folgenden
Zeilen  nur  eine  kurze  Darstellung  beachtenswerther
Eigenschaften  von  solchen  Gegenständen  enthalten,  mit
deren  Verwendung  sich  die  deutsche  Armee  auf  europäischem
  Boden  zu  beschäftigen  hat,  oder  zu  beschäftigen
  haben  wird.

Die  außerordentlichen  Strapazen  der  in  Rede
stehenden  Reise,  das  Klima,  die  tropische  Witterung
und  schlechteste  Behandlung  aller  Sachen  durch  die

*)  Aus  dem  Militär-Wochenblatt  1896  Nr.  6.
*)  „Durch  Afrika  von  Ost  nach  West“  von  G.  A.  Graf
v.  Götzen.  Berlin  1896.  Verlag  von  Dietrich  Reimer.
        <pb n="112" />
        Hände  halbwilder  Schwarzer  scheinen  mir  den  Werth
dieser  nicht  nur  im  „friedlichen  Manöver“  gemachten
Erfahrungen  zu  erhöhen.

1.  Das  kurze  Seitengewehr.

Obwohl  ich  nicht  von  vornherein  die  feste  Absicht
  hatte,  die  Grenze  der  deutsch  ostafrikanischen
Interessensphäre  zu  überschreiten  und  so  den  großen
centralafrikanischen  Urwald  im  Kongostaat  zu  betreten,

  so  war  diese  Möglichkeit  doch  ins  Auge  gefaßt
Es  war  deshalb  erforderlich,  besonderen

worden.
Werth  auf  Beschaffung  eines  brauchbaren  Instruments
zum  Durchhauen  von  Holzbeständen  zu  legen.  Der
Afrikareisende  Dr.  F.  Stuhlmann,  der  letzte  europäische
  Begleiter  Emin  Paschas,  hatte  mir  die  Mitnahme
  möglichst  kurzer  Seitengewehre  empfohlen.
In  seinem  großen  Reisewerk  schreibt  er  überdies:
,Unsere  kurzen  Militär=  Seitengewehrc  erwiesen  sich
als  vorzüglich  geeignet;  sie  sind  darum  den  Leuten
fast  unersetzlich,  zumal  sie  an  Dauerhaftigkeit  alle
Messer  und  Aexte  übertreffen;  die  langen  Seitengewehre
  werden  sehr  ungern  getragen.“  Infolgedessen
hatten  meine  Askaris  (Soldaten)  kurze  Seitengewehre
  von  37  cm  Gesammtlänge  erhalten,  die  ich
mir  durch  Vermittelung  des  Königlichen  Kriegsministeriums
  aus  den  in  Spandau  lagernden  Beständen
  beschafft  hatte;  es  war  somit  die  gleiche  Wasffe,
die  vor  einigen  Jahren  in  der  deutschen  Armee  eingeführt
  war,  nach  kurzer  Zeit  aber  wieder  abgeschafft
wurde.

Nach  einem  Marsch  von  9  Monaten,  von  denen
2½  unnnterbrochen  in  geschlossenem  Urwald  zurückgelegt
  wurden,  fand  sich  Dr.  Stuhlmanns  Ansicht
vollauf  bestätigt.  Die  Seitengewehre  waren  bis  auf
eines,  das  durch  Schlagen  auf  Fels  zersprang,  völlig
intakt  und  wiesen  keinerlei  Scharten  auf.  Ich  habe
mehrere  Dutzeend  Brücken  lediglich  mit  Hülfe  dieser
kurzen  Messer  herstellen  lassen  und  gefunden,  daß  die
Leute  Bäume  von  40  bis  50  cm  Durchmesser  rascher
durchschlugen  als  mit  Beilen.  Mit  den  drei  bei  der
Karawane  mitgeführten  längeren  Seitengewehren

vermochten  die  Leute  (Schwarze)  gar  nicht  zu  arbeiten.

Die  Härte  der  bearbeiteten  Holzarten  war  verschiedenartig.
  Daß  die  Seitengewehre  beim  Schlachten,
Graben  von  Kochlöchern  u.  s.  w.  gute  Dienste  leisteten,
bedarf  kaum  der  Erwähnung.

2.  Beilpicken  und  Spaten.

Das  Modell  war  das  gleiche  wie  das  in  der
Armee  eingeführte.  Während  die  Stiele  der  Beilpicken
  im  der  Mehrzahl  abbrachen  und  deren  Schneiden
bei  der  oft  großen  und  in  Europa  ungekannten  Härte
des  Holzes  starke  Scharten  aufwiesen,  bewährten  sich
die  Spaten  in  jeder  Hinsicht  auf  das  Beste.

3.  Braune  Manunschaftszelte.

Dieselben  waren  mir  auf  Befehl  des  Königlichen

Kriegsministeriums  überwiesen  worden.  Sie  fanden
bei  etva  300  Biwaks  innerhalb  eines  Jahres  Ver- 



74  —

wendung.  Nach  zwei  Drittel  dieser  Zeit  waren  sie
noch-  völlig  intakt,  wiesen  jedoch  nach  Schluß  der
ganzen  Reise  vielfache  Schäden,  meist  Brandstellen,
auf.  Die  Haltbarkeit  des  Stoffes  konnte  als  eine
ganz  vorzügliche  bezeichnet  werden,  wenn  man
berücksichtigt,

a)  daß  zwei  Regenzeiten  und  so  schlechte  Witterungsverhältnisse
  durchzumachen  waren,  wie  sie
unsere  gemäßigten  Klimate  nicht  kennen,

ß)  daß  auf  ein  sorgsames  Zusammenfalten  oder  Rollen
der  Zelttücher  sowie  auf  ein  Reinigen  derselben
von  Sand  und  Schmut  niemals  Werth  gelegt
wurde,

JP0)  daß  die  Weiber  der  Soldaten  vielfach  auf  dem
Marsch  Lebensmittel  und  Kochgeräthe  mit  scharfen
Kanten  in  den  Zelttüchern  zu  transportiren
pflegten.

Erfahrungen  mit  den  Zeltstöcken  und  Pflöcken  sind
nicht  zu  verzeichnen,  da  diese  Gegenstände  in  den
ersten  Marschtagen  verschwanden  und  täglich  durch
Holzstücke  aus  dem  Busch  ersetzt  werden  konnten.

4.  Karabiner  J1/88  mit  Militärpatrone
(Ganzmantelgeschoß).

Die  Expedition  führte  nur  vier  Karabiner  mit.
Im  Gesecht  sind  dieselben  niemals  zur  Verwendung
gekommen.  Auf  einen  Gebrauch  derselben  zur  Jagd
verzichtete  ich  nach  dem  folgenden  Erlebniß:

Ich  feuerte  zweimal  auf  eine  ganz  junge  Gazelle
auf  nur  20  bis  30  Schritt  anscheinend  ohne  jeden
Erfolg.  Das  Thierchen  blieb  ruhig  stehen  und  äugte
mich  au.  Erst  als  ein  Schwarzer  sich  ihm  näherte,
um  es  mit  den  Händen  zu  greifen,  machte  es  einen
Sprung  und  stürzte  zusammen.  Es  wurde  festgestellt,
daß  ein  Schuß  die  Lunge  getroffen  hatte,  der  andere
dicht  unter  der  Wirbelsäule  hindurchgegangen  war.

Die  Schlachtochsen  wurden  vielfach  von  uns  durch
Gehiruschuß  getödtet.  Es  fand  sich,  daß  bei  Blattschuß
  auf  20  Schritt  das  Rind  noch  oft  5  bis
10  Minuten  ruhig  weiter  graste.

5.  Gewehr  M/71.

Die  Erfahrungen  mit  dieser  Waffe  können  nur
historisches  Interesse  beanspruchen.  Fast  alle  „Afrikaner“
  werden  mit  mir  darin  übereinstimmen,  daß
es  keine  besserc  Waffe  in  den  Händen  von  schwarzen
Truppen  giebt.  Auf  die  Gründe  gehe  ich  hier  nicht
ein  und  beschränke  mich  auf  Erwähnung  der  Thatsache,
  daß  die  Gewehre  meiner  Soldaten  nach  Beendigung
  der  Reise  in  einem  so  guten  Zustande  waren,
daß  mir  von  Seiten  kongostaatlicher  Beamten  der
dreifache  Preis  geboten  wurde,  als  ich  seinerzeit  für
dieselben  entrichtet  hatte.

6.  Faltboot.

Die  Expedition  führte  ein  kleines,  zwei  Personen
fassendes  Faltboot  mit,  das  von  der  Firma  Baswißtz,
Berlin,  Holzmarktstr.  2,  geliefert  war.  Dasselbe  konnte
auf  dem  Kopfe  eines  einzigen  Mannes  bis  fast  in
        <pb n="113" />
        *

½

7

die  Mitte  des  afrikanischen  Kontinents  geschleppt
werden.  Die  geringe  Schwere  wird  dadurch  erzielt,
daß  die  Seitenwände  aus  zwei  langen  mit  Renthierhaaren
  gefüllten  Wulsten  aus  wasserdichter  Segelleinwand
  besichen.  Der  Boden  besteht  gleichfalls  nur
aus  Segelleinwand  mit  einer  Holzrippe  zur  Erhöhung
der  Stabilität.  Die  Tragfähigkeit  dieser  Haarfüllung
ist  um  ein  Vielsaches  größer  als  die  von  Kork.

Nachdem  das  Boot  mehrmals  zu  kleineren  Fahrten
auf  den  centralafrikanischen  Seen  Verwendung  gesunden,
  wurde  es  beim  Schleppen  durch  den  Urwald,
wahrscheinlich  insolge  von  Dornen,  schadhaft.  Der
Umstand,  daß  die  Wulste,  nachdem  sie  herausgeschnitten
worden  waren,  zur  Erhöhung  der  Tragfähigkeit  eines
Floßes  vorzügliche  Dienste  leisteten,  läßt  mich  glauen,
  daß  die  großen  Kissen  mit  Haarfüllung,  welche
von  der  genannten  Firma  geliefert  werden,  zur  Hersiellung
  von  Uebersetzmaschinen  außerordentlich  geeignet
sein  würden.  Das  Verhältniß  von  eigener  Schwere
zur  Tragfähigkcit  ist  ein  so  günstiges,  wie  es  sonst
wohl  nicht  erzielt  worden  ist.

Antwerpener  Elfenbeinmarkt.
Nach  Mittheilungen  der  belgischen  „Scmaine
industrielle“  war  der  Zustand  des  Antwerpener
Elsenbeinmarktes  in  den  letzten  Jahren  folgender:

Einfuhr  Verkauf  Durchschnittskg

  kg  preis  Frcs.
1888.  6400  6  400  24,00
1889  46  600  46  600  25,24
1890  77500  77  500  25,51
1891.  59500  59  500  20,02
1892  118  000  118  000  18,43
1893  224  000  224  000  16,00
1894  264  500  186  000  15,05
1895  362  000  274  000  16,40

 

Erfolge
liegen.

Sahl  der  Auswanderer  über  Marseille.

Die  Zahl  der  Auswanderer,  welche  1895  den
Hafen  von  Marseille  verlassen  haben,  betrug  nach
der  amtlichen  Statistik  30  574,  das  heißt  10  261
mehr  als  1894.  Hiervon  waren  etwa  1.1.000  Italiener,
  gegen  3000  Oesterreicher  und  nur  523  Franzousen.
  14  000  Auswanderer  haben  sich  nach  Brasilien
  eingeschifft,  5000  nach  den  Vereinigten  Staaten,
2300  nach  Argentinien.

—  —

    

VVVVVYVVVT  YTVYYTYT  WT7T7TV  77  WNwNFN

Tikterarische  Besprechungen.

G.  A.  Graf  v.  Götzen:  Durch  Afrika  von  Ost
nach  West.  Resultate  und  Begebenheiten  einer
Reise  von  der  deutsch-ostafrikanischen  Küste  bis
zur  Kongomündung  in  den  Jahren  1893/94.

Mit  zahlreichen  Originalillustrationen  von  W.
Kuhnert  und  Sütterlin  und  zwei  großen  Karten
  von  Richard  Kiepert  nach  den  Original-=aufnahmen
  des  Verassers.  Berlin  1895.
Dietrich  Reimer.

Zu  den  zahlreichen  mustergültigen  Afrikaverössentlichungen
  des  D.  Reimerschen  Verlages
gesellt  sich  hier  ein  weiteres,  nach  Inhalt  und  Ausstattung
  gleich  ausgezeichnetes  Werk.  Der  Verfasser,
welcher  als  Lientenant  im  2.  Garde-Ulanen-Regiment
dient,  schildert  darin  seine  Erlebnisse  und  Beobachtungen
  auf  der  großen  Reise,  die  er  in  Begleitung
des  Assessors  v.  Prittwitz  und  des  Arztes  Dr.
Kersting  quer  durch  Afrika  ausgeführt  hat.  Graf
Göten  war,  als  er  im  Jahre  1893  von  der  deutschen
  Küste  zum  Victoria-Nyanza  aufbrach,  kein
Neuling  in  Ostafrika.  Er  hatte  bereits  in  früheren
Jahren  dort  eine  kleinere  Reise  ausgeführt  und  Land
und  Leute  kennen  gelernt.  Diesen  seinen  Erfahrungen
ist  es  wohl  in  erster  Linie  zuzuschreiben  gewesen,
daß  die  Expedition  fast  ohne  Schwierigkeiten  durch
das  Bergland  Uassi,  Uduhe,  Uschirombo  nach  der
deutschen  Station  Mwansa  am  Victoriasee  gelangte.
Von  hier  durchzogen  die  Neisenden  die  wenig  bekannte
  Landschaft  Ruanda,  von  der  noch  vor  wenigen
Jahren  übertriebene  Schilderungen  umliefen,  bestiegen
den  Vulkau  Kirunga,  besuchten  den  schönen  Kivusee
und  wandten  sich  von  hier  durch  den  großen  Kongowald
  zum  Kongov.  Die  Eindrücke,  welche  Stanley
von  dem  innerafrikanischen  Urwalde  nach  seinen
Schilderungen  gehabt  hat,  wurden  von  den  Reisenden
nicht  getheilt.  Der  englische  Reisende  scheint  die
Ausdehnung  dieses  Waldgebietes  jedensalls  überschätzt
zu  haben.  Auf  dem  Kongo  selbst  wurde  die  Fahrt
zur  westafrikanischen  Küste  angetreten.  Die  Schilderungen
  dieses  Theils  der  Reise  verdienen  ein
besonderes  Interesse,  weil  darin  die  Beobachtungen
eines  unabhängigen  Reisenden  über  die  gesammten
und  Arbeiten  des  Kongostaates  vor-Der
  Verfasser  ist  allerdings  in  seinen
Urtheilen  in  diesem  Abschnitte  seines  Buches  ebenso
vorsichtig  und  zurückhaltend  wie  in  seiner  Schilderung
des  Missions-,  Sklavenwesens  und  dergleichen.  Er
beschränkt  sich  meist  auf  die  knappe  Mittheilung  des
von  ihm  selbst  Gesehenen  und  vermeidet  die  Wiedergabe
  nicht  genau  zu  prüfender  Gerüchte  und  Erzählungen.


Rochus  Schmidt:  Deutschlands  koloniale  Helden
und  Pioniere  der  Kultur  im  schwarzen  Kontinent.
I.  Band.  Mit  sechs  Porträts.  Braunschweig  1896.
A.  Limbach.

Der  vorliegende  Band  enthält  die  volksthümlich
gehaltenen  Schilderungen  des  Lebens  und  Wirkens
der  deutschen  Reisenden:  Heinrich  Barth,  Carl
v.  d.  Decken,  Theodor  v.  Heuglin,  Gerhard  Rohlfs
und  Georg  Schweinfurth.  Außer  den  Bildern
dieser  Männer  bietet  der  durch  seine  Thätigkeit  als
Wissmannscher  Offizier  und  Verfasser  verschiedener
        <pb n="114" />
        Afrikawerke  bekannte  und  an  dieser  Stelle  öfter  genaunte
  Verfasser  als  Beilage  auch  ein  Porträt  des
um  Ostafrika  hochverdienten  Missionars  Krapf.
Das  Buch  ist  geeignet,  weiteren  Kreisen  ein  lebendiges
  Bild  vom  Wirken  der  behandelten  Persönlichkeiten
  zu  gewähren.

Das  erste  Heft  des  zweiten  Jahrganges  der

„Zeitschrift  für  afrilanische  und  oceanische  Sprachen“,
Berlin  1896,  D.  Reimer,  enthält  unter  anderen
Beiträgen  eine  Sammlung  von  Sagen  der  Wa-Pomos
in  Ostafrika  vom  Missionar  Böcking,  eine  Grammatik
  des  Pokomo  vom  Missionar  Würtz  und  einen
Pokomobrief.  Vom  verstorbenen  Missionar  J.  G.
Christaller  stammt  die  Sammlung  der  Sprüchwörter
  der  Tshwineger.  A.  Seidel  giebt  Beiträge
zur  Kenntniß  des  Ki-Kami  in  Deutsch-Ostafrika,
Alice  Werner:  Sprüchwörter  der  Nyassaleute.

Das  Archiv  für  wissenschaftliche  und  praktische
Thierheilkunde,  XXII.  Heft  1  und  2,  enthält
die  Fortsetzung  der  an  dieser  Stelle  im  Vorjahre
S.  555  bereits  angezeigten  Arbeit  des  Marinestabsarztes
  a.  D.  Dr.  Sander  über
Epizootien.

Paul  Standinger:  Die  algerisch-tunesischen  Schotts

und  die  Frage  der  Bewässerung  der  Depressionen
nach  einer  Arbeit  von  P.  Vuillot.  Separatabdruck
  aus  der  Leipziger  geographischen  Zeitschrift,
herausgegeben  von  A.  Hettner.  1895.

76

südafrikanische

Baron  Ferd.  v.  Mueller:  Select  extra-tropical

blants  readily  eligible  for  industrial  ulenme

or  naturalisation  with  indications  ol  their

native  countries  and  some  ol  their  usecs.

IX  edition  reviscd  and  enlarged.  Melbourne
1895.  R.  S.  Brain.

Der  bekannte  Leiter  des  botanischen  Gartens  in
Melbourne  hat  sein  für  den  Mann  der  Wissenschaft
wie  den  Praktiker  gleich  werthvolles  und  anerkanntes
Werk  nun  schon  in  neunter  Auflage  erscheinen  lassen.
Auch  jetzt  noch  ist  Baron  Mueller  bestrebt,  das
Buch  noch  weiter  zu  vervollkommnen.  Er  bittet  am
Schlusse  alle  Leser,  ihm  ctwaige  eigene  Beobachtungen
und  Zusätze  für  eine  fernere  Auflage  zuzusenden,  um
recht  bald  ein  unbedingt  vollständiges  und  zuverlässiges
  Handbuch  der  Welt  liefern  zu  können.

Pierre  Orban:  De  droit  Huvial  international.

Paris  1896.  A.  Rousscau.

Die  Fragen  des  Rechts  der  Flußschifffahrt,  welche
in  unseren  Tagen  anläßlich  des  Niger  und  Kongo
häufig  immer  aufs  Neuc  erörtert  werden,  haben  in
der  hier  vorliegenden  Arbeit  eine  neue  Darstellung
gesunden.  Der  Verfasser  schildert  die  Entwickelung
der  Flußschifffahrtsverhältnisse  vom  fernen  Alterthum
an.  Schr  eingehend  behandelt  er  die  Regelung

dieser  Fragen  auf  dem  Wiener  Kongresse,  dann  die

Ordnung  der  Donauschifffahrt  und  endlich  die  Kongound

  Nigerfrage.  Daran  schließt  sich  die  Darstellung

der  Verhältnisse  auf  den  mehreren  Staaten  gehörenden

  Binnenseen,  den  Schluß  des  Bandes  füllt  eine
Erörterung  der  allgemeinen  Grundsätze  des  Rechtes
der  Flüsse.

 

Schiffsbewegungen.

(Die  Zeit  vor  dem  Orte  bedeutet  die  Ankunft,  hinter  dem  Orte  die  Abfahrt  des  Schiffes.)

(Poststation:  Sansibar.)
(Poststation:  Hongkong.)
„Falke“  29/7.  Apia  10/11.  —  Rundreise.  —  Jaluit  16/12.  —.  Neu-Guinca.

(Poststation:

ermessungsschiff  „Möwe“  8/9.  Matupi  30/9.  —  2/10.  Neu-Guinea  (Ikore-Fluß)  7/10.  —

8/10.  Neu-Pommern  (Möwe-Hafen)  11/10.  —  14/10.  Matupi  20/10.  —  21/10.  Nusa  25,/10.
—  27/10.  Matupi  6/11.  —  8/11.  Friedrich  Wilhelmshafen  13/11.  —  14/11.  Neu-Pommern

(Poststation:  Matupi.)
(Poststation:  Natal.)

S.  M.  S.  „Bussard“  5/11.  Apia.  (Poststation:  Hofpostamt.)
S.  M.  S.  „Condor"“  13/12.  Sansibar.
S.  M.  S.  „Cormoran“  30/11.  Shanghai.
S.  M.  S
Hofpostamt.)
S.  M.  S.  „Hyäne“  30/12.  Kamerun.  (Poststation:  Kamerun.)
S.  M.  V
(Nordküste)  15/11.  —  16/11.  Herbertshöhe.
S.  M.  S.  „Seeadler“  23/12.  Lourenco  Marqucs.
S.  M.  S.  „Sperber“  9/10.  Kamerun.  (Poststation:  Kapstadt.)
        <pb n="115" />
        77

Verkehrs-Nachrichten.
Postdampfschiffverbindungen  nach  den  deutschen  Schutzgebieten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

de  Abfahrt  erfolgt  Ausschissungshafen.  Briefe  müssen  aus
Nach  vom  auer  Berlin  spätestens
scimcs  6  an  folgenden  Tagen  der  Ueberfahrt  abgesandt  werden
Nea  an  ä112,  ör.  11.  März)  Dar-zes-Saläm
Ü  ann  Säte  1  Ve  21  Tage  !  1  28.  Februar,
.  Brind  a  *  n  Sansibar  21  T
1.  Deutsch-  Oslafrita.  -  %  am  *  si  age  lär  aids.
arseill  am  10  jedes  Mts.  Sansibar  18  Tage  am  8.  jedes  Monats
iiess  "4L0  ums  9%  abd
Sauthamtan,  am  22.  Fobr  28.  März]  Walsischbai  30  Tage  am  21.  Febr.,  27.  März
2.  Deutsch-Lüdweslafrika.  .  (englische  Schisfe  *  IlIn  oms.
mburg  am  R  Wien  Swakopmund  30  Tage  am  31.  März
(bentsches  Schiff  )  nachts  —  720  abds.
Hamburg  am  10.  jedes  Monats  Kamerun  24  Tage  am  10.  jedes  Monats
3.  Namerun  (deutsche  Schiste)  nachts  20  abds.
"  I  iverpoo  am  19.  Febr.,  18.  März'  Kamerun  22  Tage  am  17.  Febr.,  16.  März
—  (englische  Schiffe,  ms.
am  10.  jedes  Mts.  nachts  Klei  po  20  Tage
4.  Togo-  Gebiet,  am  20.jedes  mts.  =  Lome  31  Tage  am  10.,  20.  und  Letzten
(Fvon  Accra  bez.  Quittah  *  Lot  "  en  tlei  38  ge  ied.  Vits.  720  abds.
millel  8  am  Legzten  jed.  Mts.-  lein-  od.  Accra"
unde  sissseta  ome  am  26.  Februar,  Quitta  oder  Klein=  am  10.,  24.  Februar,
sns  A  11.,  25.  Mär  Popo  35  Tage  .,  23.  März  15  nnis.
am  11.  März,  6.  Mai  Friedrich  Wilhelms--  lem  9.,  13.  März,
d.  Deulsch-Ueu-Guinea.  r-  —-  abds.  hafen  45  Tage  4.,  8.  Mai
Brindisie  am  44.  Mä,  10.  Mai  41  Tage  "1  10  abos.
t  l  »  ,
-  am  7“  10.  Mai  Jaluit  etwa  60  Tage  am  13.  März,  8.  Mai
6.  Marshall.  Inseln.  Gusder  lelen  abds.  10  abds.
Eintreffen  der  Bost  aus  den  deutschen  Schutzgebieten.
ꝛ  Landungs.  Die  Post  ist  sauie  —  Landungs-  Die  Post  ist  fällig
Von  hafen  in  Berlion“  g  Von  hafen  in  Verlin
Neapel  .  am  7.JFebr.,6.  März  «
Dkllklchstlafvika..  Brindisi.  ..  am  26.  Feb.,  24.  März  Togogebiit  Hamburg  am  10.3  und  25.*
.  Marseille  .  am  22.  Feb.,  2.  April  W  jedes  Monats
Deutsch--üdwestasritas  Plymouth  .  am  11.  Feb.,  17.  März:  Deutsch-Neu-Guinea.  Neapel.  am  6.  März,  2.Mai
Hamburg  am  25.7jed.  Monato  *  "%
Kamernn  Lwerpool  am  27.  Februar  Marshall-Insjeln  .  ..  Marseille  ..  am  22.  Feb.,  18.  April
25.  März

 

*  Fälligkeitotage  für  die  mit  deutschen  Schiffen  eintressenden  Posten.

Schistsbewegungen  der  Deutschen  Oltafrita  Linie  (Hamburg—Ostafrika).

 

 

Reichspostdampfer

Reise

Letze.  Nachrichten

bis  28.

 

 

Januar  1896

 

von  nach
„Kaiser“.  Hamburg
anzler#..  zur  nd  8  anbirger  Hafen.
„  hundesrath“  .  Hamburg
*  eichstag“.  zur  6nrr  o  „r  Hafen.
„Admiral“.  Durban
„Genera].  .  *7  Duro

am  16.

am  25.
24.
20.

am
am

Januar
Januar

Januar
Januar

ab
ab

ab
an

Durban.

Aden.

Sucz.
Mozambique.
        <pb n="116" />
        78

 

 

 

 

Schiffsbewegungen  der  Woermann-Linie,  Gesellschaft  m.  b.  H.
Postdampfer  Reise  Letzte  Nachrichten
von  nach  bis  28.  Januar  1896

„Aline  Woermann“  .  Ponta  Negra  Hamburg  20.  Januar  in  Lagos.
„Anna  Woermann“  .  Kap  Palmas  I  Hamburg  28.  Januar  Dover  passirt.
„Carl  Woermann“  Hamburg  Kotonon  24.  Januar  Ushant  rafstr4
„Eduard  Bohlen“  Congo  Hamburg  22.  Januar  in  Arc
„Ella  Woermann“  Hamburg  Kap  Palmas  25.  Januar  in  2%%  Pamas.
„Erna  Woermann“  Hamburg  Kap  Palmas  13.  Januar  in  Hierra.  Leone.
„Gertrud  Woermann“  Hamburg  Ponta  Negra  21.  Januar  in  Made
„Gretchen  Bohlen“.  Kotonon  Hamburg  12.  Januar  in  Nerte
„Hedwig  Woermann“  Hamburg  Kotonon  19.  Januar  in  Accra.
Jeammete  Woermann“.  Loanda  Hamburg  14.  Januar  in  Accra.

Kurt  Woermann“  Hamburg  Loanda  25.  Januar  in  Aecra.
„Lulu  Bohlen“  .  Hamburg  Ponta  Negra  10.  Februar  ab  Hamburg.
„Marie  Woermann“.  Hamburg  Ponta  Negra  214.  Januar  in  Gabun.
eih  Vohlen“  .  Hamburg  Lüderitzbucht  31.  Januar  ab  Hamburg.

Professor  Woermann“  .  Kap  Palmas  Hamburg  27.  Januar  in  Hamburg.
„Thekla  Bohlen“  .  Lüderitzbucht  Hamburg  28.  Januar  in  Benguella.

 

Dieser  Nummer  liegt  ein  Prospelt  von  F.  A.  Brockhaus  in  Leipzig  über  das  sensationelle  Werk:
Feuer  und  Schwert  im  Sudau  von  Slatin  Pascha  bei,  welchen  wir  gütigst  zu  beachten  bitten.

 

S.—.  Worke  der  deutschen  und  ausländischen  Litteratur.

 

———————
Relse.  TLitter  atur.

        

—  —

Die  brangelischen  Mrisstonen.
Illustr.  Familienblatt.  Herausg.  von
Jnl.  Richter.  I.  Jahr.  .1895.  Monatl.
1  Hest  von  24  S.  Jährl.  4  3,  frei  ins
Haus  4  3,20.  Probehelte  gr.  u.  Irko.

Vell.  v.  C.Bertelsmann  in  Gütersloh.

 

Flür  Archltekten,  Ingenleure,  Techniker.
Groblus'sche  Buch-  und  Kunsthandlung.
Wilhelm  kt,  Sohn,  Berlin  W“  R  ilhelm-0.

  u  „egründe

Schnelle  *“  vrezehm  gssige  ve  mil
dem  Auslonde.  36#5  zugs#tuelle  sümmtl.  in-  und

ausländ.  Keitschriften.  Litto  arenie  Aus  kunkte
bereitwilligst  und  kosten  ichnisse
unbereehuet  unch  im*m  12,

 

Klench,  IInuslexikon  der  (lesundhoitslehre.
  S.  Aull.,  Preis  geh.  14  ./¾,
cleg.  geb.  16.50  ..  ise.  unerkannt  das
vollständigste.  Dill.  u.  Drakt.  aller  Gesundheitsbücher.
  die  bis  jetzt  existir.
Verlag  von  Ed.  Kummer  in  Leipzig.

 

MKriegsgedensibiteli  aus  d.  Kladderudatseh.
  Ernst  u.  Humor  aus  dem
Jahre  1870,  71.  Vers  u.  lrosa  von  d.
hekannten  Kludderadatschgelehrt  en
J.  Projun  u.  .I.  Lohmeyer.  Gel  v.  4
Verl.  von  C.  T.  Wiskott  in  Hreslan.

Deutsche  #.  Murittr-  Leitun
(Truger).  I18.  raner  (01“

Man  abmig  ii  allen  Posianstallen  urcene#k

s  Preise  von  Mk

 

  

u#gen  Einsen

1  Mk.  .
Oesterr.-Ung.  u  bnn.  10  *P.  #.  d.  Übr.  lnna.

 

Antbeisten  zur  regelmässigen  ürztlichen

  Rupport-  u.  Berichterstattung

über  die  Kaiserliche  fehaketee

in  Deutsch-  Ostalrika  Preis

Verlug  von  !.  ittler  &amp;amp;  50n
Wriin  Shetn

v.  Sclinridt,  Im  ostindischenDienste.

Lebensbeschreibung  des  englischen

Obersten  Mendows  Taylor.  Ilit  einer

Kartenskizze.  A.  8.—,  geb.  4  9,50

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in  SWis.

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  in  den  nordamerikanischen

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v.  T.  Gabelentgz,  Iandbuch  zur-Aulnahme

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  der  Kol.-Abth.  des  Auswäürtigen

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  Preis  4.50,  4¾  5.—

Verlag  von  E.  S.  ——N-  *  Sohn.
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13  Steindrucktafeln  zum  Theil  nach
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„rlag  von  E.  S.  Aitiler  &amp;amp;  Sohn-Berlin
  S#tnt  2.

½  demn  mockernen  Immpland.
Bilder  und  Eindrücke  von  Gustul
F.Stesfen.  Ein  schön  ausgestatteter
Band  von  400  Seiten  Umlang  mit
134  lexthildern  und  11  Tuleln.  Geheltet
  7  Mark,  einlach  gebd.  9  Mk.,
lein  gebd.  10  Alk.  Dus  neucste  Werk
über  England:  „Ein  Werk  von  strengster
  Wahrheitsliche  u.geninl.  Schreibweise“
  (Kritik  v.  Schuldirektor  Sellmann,
  Breslan).  „Einc  Kulturstudiec
v.  enormem  Wertes  (Berl.  Börsenztg.).
Verl.  v.  Liobbing  &amp;amp;  Büchle,  Stuttgart.

In  der  F’nprltdoen  -  Scackt.
Kulturbilder  a#-  d.  heutigen  England.
Von  Gustaf  F.Stesten.  Testausgabe
(ohne  Illustr.)  des  Werkes  „Aus  dem
modernen  Englund“.  Umlang.  390  S.
CGeh.  2  Alk.,  gebd.  3  Ak.  „Ein  vortrellliches
  Buchs  (Grenshoten).  „Ein
nusgezeichnetes  Werk=  (Nordd.  Aug.
tg.  .  „Stessens  Werk  ist  ein  Spiegel
des  gesammten  engl.  Lebens,  wie  er
in  solcher  Klarheit  dem  engl.  Volke
noch  nicht  vorgehalten  worden  ist“"
Dresd.  Nuchrichten).  (88*)
Verl.  v.  Hobbing  &amp;amp;  Büchle,  Stuttgart.

IIindorf,  Dr.  It.,  Der  lundwirthschustliche
  Werth  und  die  Besiedelungslühigkeit
  Deutsch-Südwestalrikus.
  Zueite  Ausl.  -K  1.80.
Verlag  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn.
Berlin  ISW#.

Jurlkrenborse,  C.,  Eldoradolahrer.
Eine  dentsche  Koloninlgeschichte
aus  vergungener  Zeit.  Verlag  von
F.  A.  Brockhaus,  Leipzig.  W  2.50.
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        S

5

2

s*r  *W“  W  rt

T)

As  litterarisiche  Geschenke  eigenster  Art  empfehlen  wir  die  in  allen  Buchhandlungen
vorräthigen  Werke  unseres  Verlages:

Bismarck-Album  des  Kladderadatsch
1849  —1890.  —
-26,Anfkqgk·zyiitschichnungenvonWilspScholzund-LfaksimilirtenVriefcndeöAltreichskanzlch  8
Groß=  Qnartformat,  24  Bogen.  Eleg.  kart.  Mk.  6,  -.  Fein  geb.  Mk.  9,—.  ;

Das  Erscheinen  der  26.  Auflage  dieses  einzig  in  seiner  Art  dastehenden  Werkes  spricht  wohl  am
besten  für  den  hohen  Werth  des  Buches  und  für  die  Beliebtheit,  die  es  sich  in  weiten  Kreisen  des  deutschen
Volkes  errungen  hat.

Bismarck-Gedichte  des  Kladderadatsch
1862—1894.

Mit  Erläuterungen  herausgegeben  von  Dr.  Horst  Kohl.  Mit  vielen  Illustrationen  aus  dem  Kladderadatsch
von  Wilhelm  Scholz  und  Gustav  Brandt.  »

Oktapformat,  25  Bog.  Preis  in  Liebhaber-Einband  geb.  Mk.  10,—.  In  Leinw.  geb.  Mk.  4,—.  Kart.  Mk.  3,—.
Diese  Sammlung  der  besten  Bismarck-Gedichte  aus  dem  Kladderadatsch  bildet  eine  Ergänzung  zum  9##
Bismarck-Album  des  Kladderadatsch.  Aber  auch  für  Jeden,  dem  das  letztere  noch  fremd  ist,  werden  diese  .
Gedichte  als  ein  in  sich  abgeschlossenes  Ganzes  eine  Quelle  reichster  Unterhaltung  und  Belehrung  sein,  indem  3

sie  jeneo  große  Stück  deutscher  Geschichte,  das  die  Aera  Bismarck  gezeitigt  hat,  dem  Leser  in  eigenartigster
Weise  vor  Augen  führen.  .

Bismarckiade  fürs  deutsche  Volk

Ein  humoristisches  Heldengedicht  in  10  Gesängen  von  Rudolph  Gence,  mit  vielen  Illustrationen.

 

     

Preis  eleg.  gebunden  Mk.  3,.—.  In  farbigem  Umschlag  brosch.  Mk.  2,—.  *

Es  ist  ein  Volksbuch  eigenster  Art,  diese  „Bismarmiade“,  ein  Dumorikfisches  Beldengedicht.

in  10  Gesängen,  wie  es  origineller  nicht  gefunden  werden  kann,  ein  „Sybel“  in  Knittelversen,  in  welchen

Humor  und  Ennst  in  gelungenster  Weise  wechseln.  Das  Büchlein  ist  für  die  weitesten  Kreise  unseres  Volkes  à

&amp;amp;  geschrieben  und  soll  in  populärer  Form  ein  frischheiteres  Bild  entrollen  der  Thaten  Bismarcks  und  seineto  5

Lebens  vom  Beginn  seiner  ministeriellen  Thätigkeit  bis  zu  ihrem  Ende.  Es  soll  dem  Volke  ins  Gedächtniß  «--:;zurückkaeralledicdurchVismarckgMithülfcgewonnenenvaterländqchenErrungenschaftennndivill

  dazqu

beitragen,sicdemGedächtnißderAllgemeinheitdauerndznekhalten·

9  .  25

Kriegsnummern  des  Kladderadatsch

1870  —1871

in  einem  Kaktlicen  Bande  vereinigk.

Der  älteren  Generation  wird  die  Thätigkeit  des  „Kladderadatsch“  aus  jener  Zeit  noch  bekannt  sein,.

wie  er  in  schwungvollen,  begeisterten  und  begeisternden  Liedern  und  Gesängen  den  Beginn,  den  glorreichen  83
Verlauf  und  den  Abschluß  des  Krieges  begleitete,  wie  er  daneben  in  schärfster  Satire  und  mit  beißendem

2  Humor  den  Urhebern  des  Krieges  in  Wort  und  Vild  zu  Leibe  ging  und  schließlich  preisend  und  feiernd  das

neu  erstandene  Reich  und  seine  Begründer  begrüßte.  Die  Sammlung  mit  ihrem  reichen  Illustrationsschmuck  2

von  der  Hand  des  genialen  Wilhelm  Scholz  darf  auch  heute  wiederum  Anspruch  erheben  auf  das  Interesse
weitester  Kreise.  4  "  5.
6  Preis  elegant  Rhartonnirt  M.  4,—.  (20)

Der  Klabbderadatsch

*s  hat  soeben  seinen  49.  Jahrgang  begonnen.  Wie  während  seines  ganzen  Bestehens  nimmt  er  auch  heute
7  7  noch  die  leitende  Stellung  unter  allen  deutschen  Wipblättern  politischer  Richtung  ein.
0  Wir  laden  alle  Freunde  der  politischen  Satire  und  des  Humors  ein,  Bestellungen  auf  das  laufende

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Quartal  des  neuen  Jahrgangs  gefälligst  umgehend  aufzugeben.  *
Man  abonnirt  bei  allen  Buchhandlungen,  Zeitungsspeditionen  und  Postanstalten

des  In=  und  Auslandes  sowie  auch  direkt  bei  der  unterzeichueten  Verlagsbuchhandlung.
Preis  pro  Quartal  Mk.  2,25,  bei  direkter  Zusendung  per  Kreuzband  für  S—

Deutschland  und  Oesterreich  Mk.  2,65,  für  alle  anderen  Länder  Mk.  3,—.  *
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&amp;amp;  Leipzigerstraße  Nr.  135.  Verlagshandlung  des  Kladderadatsch.
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Kollistoch,  Dr.

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  undl  verbess  uflage  orscheinende
lestliche  Schlussel  zu  Iee  ayi-s  it  las.  agleu,r
rnn  Frof.  Dr.  chholtf  in  Häallo  n.  S.  ein
erayihl.  eker.  sleh  genannt  ist.  Verurk
sichtigkt  vorwiagene  dus  wirthschaltliche  Loben.

Sowie  (li##  politischen.  LourlsiR3,  und  slatistischen
  Vermältnisso  der  Stnaten  und  ist.  unontbehrlich
  kür  eine  schnelle  und  zuverllssi  4  AnsKuntt.
nul  dem  weiten  Gebieto  der  Erdkundoe  (17)

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Sachsen).  (u

 

     

 

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blumen-,  Cemüse-  und  land-2
  e
Wirthschaftlichen  amen
Versende  ich  über  die  gunze  Welt.
Specialversand  nach  d.  Tropen.
J.  C.  Schmidt,  Erfurt,
llotlielerunt  Sr.  Maj.  des  Kuisers.
Man  verlange  Preislisten.  (567)

 

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Darmstadt.  Danzig.  Aünchen,  Magdeburk.
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Minstrirtesllauptverzeichniss.

dessen  62  sier  Jahrgang  soehen  erschienen  ist  und  g##ites  und
frauco  versundt.  Vird.  asselhe  enthält  alle  C(nttungen  von
Gemüse-  und  Blumensamen,  Feld-,  Gras-  und  Gehölz
sämereien,  Nelken,  Ziergehöwze  Rosen,  Obstbäume,
Fruchtsträucher,  Heeckenpflanzen,  Lorenz  s  Erfurter
Riesenspargel,  Gartengeräthe  etc.  (5)

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*  1

 

 

 

öwenbrän

Crösste  Brauerei  Oeutschlands.
General-Vertreter  für  Erport.
Ebert  &amp;amp;  Weiszilog,  Hamburg.
ILLLEEILLLIIIIIIIIIL

(575)

Ordres  durch  europ.  Exporthäuser  erbeten.

 

 

 

 

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Joseph  Klar,7  ————
80  Linienstrasse  BERLIX,  Linienstrasse  80,

—  ILsoflieferant  Sr.  Majesttit  des  Kaisers.—
osserirt  nehst  tropischen  Frucht-  und  Nutzpflinnzen-Samen  unch  solchen  von  Gemllsen,  soweit  sieh  dieselben
nach  den  der  botanischen  Centralstelle  in  Berlin  gemachten  Mittheilungen  uls  für  den  Anbau  In  den  Tropen
geeignet  erwiesen  huben.  —  Da  die  botunische  Centralstelle  nur  für  einmulige  Versuche  im  Kleinen  Gemüsehbamen
  lielert,  so  offerire  ich  für  grösseren  Bedarl  gegen  fr.  Einsendung  von  Murk  12,—  frunco  aller  deutschen
afrIkanischen  Kolonlen  gut  verpuckt  1  Kollektion  von  Brutto  5  resp.  3  Kilo  incl.  Emballage.
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—44

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abonniert  auf  Eure  Wochenschrift

Das  Echo

—  Organ  der  Deutschen  im  Auslande.  —

„Dns  Echo“  betruchtet  es  insbesondere  uls  seine  Aulanbe,  dem  Leben.  und  Treiben  der  Deutschen

lm  Anslande  die  lieherollste  Aufmerksumkeit  zuzuwenden.  Es  wird  da
djeder  Deutsche  im  Auslande  gebeten,  seine  Adresse

der  Verlagshuchhandlung  J.  II.  Schorer  Gesellschuft  mit  beschrünkter  Ialtung  in  Berlin  W.,  Potsdamerstrasse
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  1  79%  ½%  *00½  ##ctt  %r  ren  —  n
vcit.  r#89  2#  Lrne  %07  rscannrn  el  ceilncesfr  und
la  i  r  Ins-·1"  ·-sisscntlitslsssnMan-ung-Auc-allt-hermkmpzomlon


Hssms.l--kxskscsiis(li1sllttls-IlItlslktl  uns  neue  Büche-  rersckeinuns  Zen  finden  im  LeheBoerucksichtigung.  In  der  Tolitik  werden  r
allon  Wn  zulsranken,  Kerscht.  und  die  konserratire  n  ie  di##-  liheralen,  die  sorte  briutlirhe  n.  uLtramontanen  ##.  Acusserungen.  Solser
bie  eharakteristisch  und  bedeutsam  Lind.  partcilos  verzei  -Das  Erho-  erortert  alle  grossen  Fragen  der  (lagenwart  nieht  nur  vonn
#tschern  Standpunkte  aus.  sondern  giabt  auch  der  sie  unn  E  ungesahensten  sirldürnen  Blütter  Kaum.

Eine  besondere.  lchmännisch  redigierte  und  diini  technische  Abte

„Industrielles  Henounterrichtat
  uher  all.  neuen  und  interessanten  Vorgänke.  Neuerungen  und  Frlinlunze  *  nul,  dem

Industrie  und  sucht  ein  enge  Fühlung  zwischen  den  Int#  rot  aller  Kreise  n.
des.  inker#natlonalen  Caia-  und  W.  #nurcnmarkte.  Inte#ressamte  Fragen  vom  Weltmarkte  N  in  elner

besonderen  Rubrik  „Handel’  berücksichtigt.

liic  verlvichenden  Tahellen  in  derselben  zeigan  dolort  die  Vichen  liche  Bowegung  des  (ichl-  und  P’roduktenmarkhtes  der  llanpl-  Iirsenund
  Handelspllltza-.  Das  Echo  ist  hierdurch  gleichzeitig  auch  #i#

„Icitsche  Tlarnndtelsattne  5½)
Das  Bbcho  ist  anerkanntermanssen  und  nach  weislich  die
erbreitetste  deutsche  Zeitschrift  im  Auslandee

bul“  wichtigste  deutsche  Export-Insertionsmittel,

wolchen  gar  nicht  v#a##rm  genug  der  deutschen  rrd  Dampm#ehlen  VWerlen  kann.  Zeileopreis  40  Plr.,  Sllenprel-  200  Murk.  bar
Anzeigenteil  einer  Jummor  umtasst  häutiger  bis  zu  Selten  Anzelgen.  Das  ist  ein  Beweis  dafür,  win  schr  da  Echo  in  Uandelktelnen
als  wirksames  Inertionsmittel  kschätzt  vird.  Die  l  inils  sthvolunanhhogslistninlmsl  stsskislnliislmn  ltsioilsissplisslink-Ian-nin
JodonlsII«-to.—-mstotiDIE-HONI-sntl

  
  
   

  

 

 

-;:unl-n  tmlnolo  slir  Technik  unil
..- 



 

·  ««  Sisisniorszsoslslnlssn  lsorollktntslmsnUmonst-nnun-s·-sn-l·»lsl(-n.
Urteile  aus  dem  Leserkreise:  Der-  Launft  0  „Eche-  senen  wir  was  uneh  Inhult  und  ühersic  isialhan.
An  -  18.  Feh’ruar  187.5.  iro  Werh--  ehnelihtigemsk#ken:  brinst  NZusummenstellung  nuch  gi.  Faient.

leh  iuse  hr  v1#  *  mit  M#m  kräsen  #  uns  doch  lmmer  so  hüchet  Interessante  uis  L'ischer.
Vercnügen  und  bin  llberzengl.  dase  elch  Juchrichten  von  der  llelmat,  und  behler
  viele  Deutsche  fuden  Inssen,  die  Lller  anerc,  Ich  nur.  Ains  sch  Ansselbe  ulcht  Neerada  CGitr.  7.  Auzust  18405.
ansocIg  slnd.  welche  Ihr  latt  lesen  wür-  achon  frilher  koennen  lerntt.  Aonihe,  Orihenieen  #n  Dank  für  die

di  gen  jedech  in  derselben  Laze  b.—  Constantin  Lüling.  orhensehrikt  #irkk.  Dee  Wahenselur-kt
#inden,  wie  ich,  inlem  zunt  *“  durch  ein  wilr.  iel.  514  an  eln  leder  zuter  Deutscher
Wundor  die  .  u  enz  Ih#r.  it  hhrift  he-  Adae  nin:  S.  Juni  1505.  sStch  unbonnilerl.  Nochmal-  zrinen  heizlichen
kannt  rme  6  Weiske.  Geirne  Ie#  ich  -Das  Fehe  undl  kreil,  Dank  für  Ihre  reumiltenen  Mit  l#nz—

xWähnlich  zuerst  J  el  leh  hube  es  lichen  Grllegen  Mitll

 

4  ½  .  .
l«-kIn-Iunns1·-Wellrtsixonilo  Otto  E.  E  hlers  sehreilt  in  der  Täxlichen  Rund’ehau  1895  aur  Seil-  143  in

seinem  Artikcl:  -Aus  dem  fünften  Weltt#il##  Anstralien-  Neuseerland-:

„Das  jedem  Deutschen  im  Auslande  unentbebrliche  Echo.“
        <pb n="123" />
        —  85  —

Berliner  Export-Tafel-Weißbier,

in  den  Tropen  mit  Erfolg  eingeführt,  von  den  verehrlichen  Messeverwaltungen
in  den  deutschen  Kolonien  seit  Längerem  ständig  bezogen,  dort  sehr  beliebt,  Jahre
lang  haltbar,  nur  aus  bestem  Malz  und  Hopfen  hergestell.  Le  Bier  ist  sehr
erfrischend  und  sehr  bekömmlich,  auch  von  den  Herren  Aerzten  der  deutschen
Schutztruppe  empfohlen.
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Albert  Bier,  (73)
Berlin,  Stralanerstraße  3—6.  Begründet  1792.
Für  Deutsch-Ostafrika,  Seiba  und  Madagaskar  hat  die  Deutsch-Ostafrikanische
sellschaft  den  Alleinverkauf
Auueiniis  Verbealrr  für  den  sonsien  Export:
Harder  &amp;amp;  de  Voß,  Hamburg,  Gr.  Burstah  36—38.

 

 

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Vollständige  Anlagen  zur  Erzaufbereitung.  (31

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Raubthlerfallen--Haupt-

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Viegründet  1826.

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Photographische  Apparate.
Erste  Quelle:
Eait  #  WKoesche,  Dresden.
Kuatalog  (300  S.)  20  P’.

 

 

 

 

 

 

5.  Minler  &amp;amp;  Sohn,  Berlin  SWe#.

 

 

Saeooeben  erschien:
Beutsch-Güdwestafrika.

  
     

Schilderungen
von
Land  und  -euten

von

F.  J.  von  Bülow,
Premierlieutenant  a.  D.
Mit  zahlreichen  Abbildungen
nach  photographischen  Aufnahmen.

Preis  6  Mark,  gebd.  M.  7,50.

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Dynamit-Actien-Gesellschaft
Vormals  Alfred  Nobel  &amp;amp;  Co.,  Hamburg.
Aelteste  Dynamitfabrik.  Gegründet  1865.

Dynamite,  Gelatine-Dynamite,  Sprenggelatine,  Schiessbaumwolle,
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Kaullich  in  Mncralwasserhandiung.,  Apoth,  Llotels  eic-Bestes

  Tafelwasser.  Althewllhrte  Heilquelie.  Export  nnch  den  Tropen
besonders  emplohlen.  (S7)

Birresborner  Mineral-Brunnen,  Birresborn  (Eifel.)

 

neck,  u.  A.  BIl.  1—10.

   

beutsche  Kolonialzeitung,

reil.  von  Losaser.
18891—393.

An  u  ;  Sta  ut  o  nur  .-:  18—90  apb##rt
.  Iu  neust.  reieh  illustr.  Au  eue  erne  cad.  und  wi-  nen  i;  «  —
i  18.  tett  brenm  8  Llerlebon.  W  18½.  (150  Brockhaus'(onr.
10“  Fwrer  110.  a  vovk  :  e  4  rote  ds.  i.  ELIII

il  Verkanf  von  chern  und  ½.  rd.xe  zu  Sinztieen  eqinz  zungen:
Ankauf.  „  iria  "knds  Kk.  italog  matis  Krüger  &amp;amp;  Co.,  –

 

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Julius  Schrader,  Hamburg,

r.  Reichenstr.  45.  (8))

 

wie  dchu  u.  ri*-  rWi  len

 

 

 

Verlag  der  Weidmanuschen  Buchhandlung
Herlin  SW.

Soeben  ist  erschienen:

Wilhelm  Junker.

Lebensbild  eines  Afrikaforschers

 

von
Tudwig  Broeli.
Mit  einem  Bildniß.  (L9)
B6.  (IV  u.  243  S.),  geh.  5  Mark,
geb.  in  eleg.  Halbleder  8  Mark.

M.  Hecht  Görlitz

Kunstisehleerel  photogr.  Appurnte.
4  Speseelstckt:  (a)
«  camekassllrfkopenlnfeak,
Mahagoni  und  Mussbaum.

 

 

 

 

 

 

 

Teplitzer  Stadtlieele:

Sell  mehr  als  1100  Jnhren  bekannte.
duher  ällteste  lier  Bähmens.
Reinstes,  natlirllche  Kohlensäure
haltiges,  alkallsches  Mineralwasser.
Die  Sättigung  mit  Kohlensäure
ist.  künstlich  verrollständigt.
Das  beste  und  billigste  Talelwasser.

Prachtvolles,  krästiges  lousscux.
Jahrelange  llaltbarkeit  wird.

FVulkunlschen  I##prFunes  (.  37°  R.).  duher
  ubont  kelmfrel  u.v  borist.  Relnhelt.
Grösste  EAportziller  unter  den

böhmischen  Säuerlingen.
Uchernahms-  Bedingnisse  ausserordentlich
  günstig.  (327)
Briche  an  die  U#ahwasser-Ver.
sendung  (Teplitzer  Stadtqucille)der
Stadtgemeinde  Teplitz-Schönau  i.  6.
        <pb n="126" />
        —  88  —
WOERMANN-LINIE,  m.  b.  H.

Am  10.  Februar:  P.  D.  „Lulu  Bohlen“,  Capt.  Busch,
nach  Madeira,  Klein-Popo,  Lagos,  Kamerun,  Fernando  Po,  den  Häfen  der
Südwestküste  Alrikas  bis  Pontanegra  und  Congohäfen.

Am  15.  Februar:  P.  D.  „Professor  Woermann“,  Capt.  Triebe,
nach  Las  Palmas,  Teneriffe,  Gorée,  Dakar,  Rufisque,  Conakry,  Sierra  Leone,  Sherbro
und  Liberia.

Am  20.  Februar:  P.  D.  „Gretchen  Bohlen“,  Capt.  Jürgens,
nach  Tanger,  Casablanca,  Mazagan,  Mogador,  Monrovia,  der  Goldküste,  Togo,
hydah  und  Kotonou.

Am  29.  Februar:  P.  D.  „HIeannnette  Woermann“,  Capt.  Heldt,
nach  Teneriffe,  Las  Palmas,  Gorée  und  den  Häfen  der  Südwestküste  Afrikas  von  Landana
bis  Loanda  sowie  nach  Benguella.

Nach  Bissao  und  Bolama:  am  15.  März  und  15.  Mai  1896.

Nach  Deutsch-Südwestafrika:  am  31.  März,  31.  Mni,  31.Juli  und  ferner  jeden  zweiten  Monat.
Alle  Gitter  medssen  cum  Tauge  vror  dem  Abfyangsdacum  bis  I2  Uhr  mietas  Musseite  sein.

Näheres  wegen  Fracht  und  Passage  ertheilt  in  Hamburg  die  Woermann-Linie,  m.  b.  H.  sowie  der  Schiflsmakler
  August  Bolten,  Wm.  Miller’s  Nachfolger,  Admiralitälstrasse  33/34.  12

Deutsche  Ost-  Afrika-Linie.

Regelmässige  Postdampfer  -  Verbindung
unter  Vertrag  mit  dem  Deutschen  Relche
Zzwischen

Hamburg,  Ostafrika  und  Transvaal

Amsierdum,  Lissabon  und  Neupel  anlaulend.
Die  nächsten  lahrplanmässigen  Expeditioncn  finden  statt:

 

 

R.  I’.  D.  „BUNDESRATH“,  Capt.  Stall  26.  Febr.  1896  ab  Hamburg  (lt.  Fahrplan)
R.  P.  5  „KAISER“,  Capt.  v.  Issendorff  25.  Mrz  „  ab  Hamburg  „
B.  P.  D.  „ApMlRAL,  Capt.  West  22.  April  al„  Hasburg

nach  ranke,  Dar-es-Saläm,  Sansibar,  Mozambique,  Beira,  Delagoa-Bai  und  Natal.
Diese  Dampfer  nehmen  auch  Passagiere  und  Waaren  nach
Bagamoyo,  Saadani,  Pangani,  Kilwa,  Ibo,  Lindi,  Quelimane,  Chinde,  Lamu  und
Mombassa.
Regelmässig  alle  acht  Wochen  Postdampfer

ab  Hamburg  ½%  8  Kap  der  geren  Momeng  direkt  nach  Dirban,  Delaugyocg-Za#,
Inhambance,  Morcmbdie.
Nächste  Expedition:  Dampfer  „REILCHSTAG“,  Capt.  Weisskam,  4.  Februnr  1896.
Die  Dempf#er  Zaben  rorzoliche  Einricht###nen  fr  Enssaytere  (n  ullen  Kssen.

Ferner  zwischen  Ostafrika  und  Bombay  regelmässig  alle  vier  Wochen  im  Anschluss
an  die  Hauptdampler.
Näheres  ertheilt  in  Hamburg:  (20)
wegen  Fracht  der  Schiffemakler  August  Bolten,  Wm.  Miller's  Nachfolger,
wegen  Passage  die  Hamburg-Amerikanische  P  TIIscheaft,
sowie  wegen  Fracht  und  Passage  die
Deautsche  Ost-  Afrika-Linie,
6  —  Gr.  Reichenstrasse  25.
Verantwortlicher  Redalteur  für  den  nichtamktlichen  Abeil·  O.  Mertinat,  Berlin.
Druck  und  Verlag  der  Königlichen  Hofbuchhandlung  und  Hofbuchdruckerei  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Verlin  8W  12,  Kochstraße  68—71.
Ausgegeben  am  1.  Februar  18090  um  5  Uhr  nachmittags.
        <pb n="127" />
        deuilut  Kolonialblatt.

Amtsblatt  für  die  Schutzgebiete  des  Deutschen  Reichs.

herausgegeben  in  der  Kolonial.  Abthellung  des  Auswärligen  Ants.

 

 

VII.  Jahrgang.  Berlin,  15.  fFebruar  1896.  Unnmer  4.
Dieie  Feitschrift  ericheint  in  der  Regel  am  I.  und  15.  jedes  M###an.  S#lten  cverbe  old  Vcthcvte  die  einmal  oirtessöbrlich
eshhrinende  en:  „Mittheilungen  von  Forschungsreisenden  und  Gelehrten  aus  den  schen  Schutzgebicte  egehen

lanc  kelman.  r.  vierteljährliche  Monementsprii  fjür  dad  Kolonialbla  8  mit  z  Mehesten  veant  bchn  8  B  die  nn  #
Pounbanennen  Ml.  3.—,  Kireit  unter  Streifband  durch  die  Verlagsbuchhandlung'  Mik.  3.50  für  ulschland  und  Oesterreich=  nneng  Mk.  J.75  für
r  des  Wellpostvere  o.  —  Eir  nsendungen  u  Anfragen  sind  an  die  Konigliche  Oofbuchhandlung  von  Er  n  st  Siufa  Mittler
lnd  Sohn,  Breli  SWI2,  Kochstraße  68—71,  zu  Sichten.  (Eingeragen“  in  der  Jeitung  Freisliste  für  1890  unter  Nr.  1016.)

 

 

 

Inhalt:  Anmtlicher  Theil:  Gauoernementbeel  des  Kaiserlichen  Gouverneurs  von  Deutsch-Ostafrika,  betreffend  Neueintheilung
  von  Bezirksämtern  S.  89.  atistik  der  im  Kalenderjahre  1894  in  das  Kamerungebiet  eingeführten
bezw.  von  dort  ausgeführten  Waaren  S.  —  Statistik  Üüber  den  Waarenverkehr  zwischen  Kapstadt  und  Lüderitzbucht
  während  des  Geschäftsjahres  1894/95  S.  91.  —  Personalien  S.  93.  —  Vertheilungsplan  der  Schutztruppe
und  Landespolizei  von  Deutsch-Ostafrika  am  31.  Dezember  1895  S.  94.

Nichtamtlicher  Theil:  Personal-Nachrichten  S.  93.  —  Deutsch-Ostafrika:  #abeber  die  glücklich  beendete
Erpedition  gegen  Hassan  bin  Omari  und  Matschemba  S.  99.  —  Inspektionsreise  S.  —  Uleber  einen  Zug  zu
den  Mparangahäuptlingen  S.  102.  —  Eine  Hostverbinvung  der  Küste  mit  dem  —“*  "  103.  —  Verlegung  des
Bezirks=  und  Hauptzollamtes  von  Lindi  nach  Mikindani  S.  103.  —  Rulturversuche  am  Rilimandjaro  S.  103.  —
Togo:  Handel  S.  104.  —  Deutsch-  Süwestasr#ka  Zum  Schupvertrag  zwischen  Major  Leutwein  und  Hendrik
Witbooi  S.  104.  —  Besichtigungs=  und  Orient  krungoreise  im  Namalande  S.  104.  —  Pockenepidemie  in  Südwestafrika
  S.  105.  —  Vom  Bersabavolke  S.  105.  Aus  dem  Bereiche  der  Missionen  und  der  Antisklaverei-Bewegung
  S.  105.  —  Aus  —5  hu9  dem  Die  wirthschaftliche  Lage  der  britischen  Kolonien
S.  109.  —  Budget  des  Kongostaates  S.  109.  Verschiedene  Nitthen#ungen:  1isfenschaftliche  Station  in
der  Südsee  S.  110.  —  1895er  Jahresbericht  über  Kolonialwolle  von  Ebell  &amp;amp;  E  110.  —  Litteratur  S.  111.—
Schiffsbewegungen  S.  112.  —  Verkehrs-  Nachrichten  S.  112.  —  Anzeigen.

Amtlicher  Theil.
Gonvernementsbefehl  des  Kaiserlichen  Gonverneurs  von  Deutsch-Ostafrika.

1.  Das  Bezirksamt  in  Lindi  wird  nach  Mikindani  verlegt  und  ihm  die  Station  Kionga  unterstellt.
  Lindi  bleibt  selbständige  Station  unter  dem  Befehle  des  jeweiligen  Führers  der  dort  garnisonirenden
Kompagnie  und  erhält  als  Bezirk  das  Gebiet  von  der  Südgrenze  des  Bezirkes  Kilwa  bis  zum  Südufer
des  Lukuledi.  Die  Missonsstakdanen  des  Hinterlandes  gehören  zum  Bezirke  Mikindani.  Der  stellvertretende
Bezirksamtmann  Rechnungsbeamter  Berg  begiebt  sich  nach  Uebergabe  der  Geschäfte  von  Lindi  mit  nächster
Gelegenheit  nach  Milkindani.

2.  Der  Dondeposten  wird  dem  Bezirksamt  Kilwa  unterstellt.

Dar-es-Saläm,  den  14.  Dezember  1895.
(L.  S.)  Der  Kaiserliche  Gonverneur,  2  Dr.  v.  Wissmann.
Statistik  der  im  Kalenderjahre  1801  in  das  Kamerun=  Gebiet  eingeführten  bezw.
von  dort  ausgeführten  Waaren.
a.  Ausfuhr  aus  Kamerun:.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bezeichnung  der  Kamerun-  ent  6  uren  de  "„  Kribi=  zwur  6%  brn  6

if  ·  Menge  Werth  n  erth  Menge  Wer  Men  erth

Ausfuhrartikel  g  Ml.  Menge  *1  g  E  Menge
Palmöb.?607666  Liter  933  217|/862  633  Liter  276315  —  —  3  470  299  Liter  1209  532
Palmkerne  5u029  431  kt  1  040  1999966  398  kr  191262  —  —  5995829kgj1231461
Gummi  elasticum  393  004  1257  09066057  —-  4  122  —  —  400  061  „  1304  218
Elfenbei  31  551  416  55  —-  37  478  —  —  34  635-  454  029
Ebenholz.  ..  3727  51760  680.  67  498  —  44  407  68  015
Rothhotz  —  —  5000.  400  —  5000  400
Braunhols  —  —  4000  200  —  —  4000  200
Tabak  —  —  5080  24  440  —  5080  24  440
Kakaoao  3  102  3211  131932  133991  —  —  135  034  137202
nasser  112  224  700  1540  —  —  812.  1  764
Nolanusse  —  —  2075.  2  013  —  —  2075  2013
Kolosnusse  —  □——  10  000  20000  —  —  00..  2000
l
Zusammen  —  346351.015  —  784259  —  —  —  4435  274
        <pb n="128" />
        90

b.  Einfuhr  nach  Kamerun:

 

 

 

 

 

 

Kamerun=  Bezirk  Victoria-Bezirk  Inogesammt
Bezeichnung  der  Einfuhrartikel
6  Werth  "erth  Wonae  Werth
Menge  Ml.  Menge  Mk.  Menge  Mt.
Rum,  Genever  und  Spirikus  1  322  46  Liter  751  339  318  877  Liter  158  890  1648  325  Liter  910  229
Liköre  .  67  502  -  3330  32969  70  882
Feuerwassen  3  *  Slũck  190  429  1732  Stück  23  238  17  086  S#uck  213  667
Pulver  227  687  ke  213  281  29276  kg  25  6600  |  kg  89141
Salz  3  560  000  390  926  270000  30  958  3836  -  421  884
Reis  616  876  134240  113  758  2434530634  585
Tabak  ..  152085-  236  848  18  846  32  3000931  269  238.
Gewebe,  Manufakturwaaren  333  670  1579  155  79  581  346  161  413  251  1  925  316
Blei  und  Bleiwaaren  14  650  5  807  17  583  11477  32233  17281
Bürstenbinderwaaren  748  860  213  599  961  1  459
Droguen  und  Farben  31213  31  656  5877  4108  37  090  35  764
Eisen  und  Eisenwaaren  470  843  262211  94  320  44  969  565  163  307  180
Flachs,  Hanf  u.  dergl.  Gespinnste  1  901  297  013  1  898  3914  4868
Getreide  und  sonstige  Erzeugnisse
des  Landbaues  38  379  12  013  2  673  2009  11052  11.022
Glaswaaren  und-  Peelon  45  670  118  334  1227  5314  51797  123  648
Jau-  #und  Nutzholz,  sowie  Ho  z-  15  guia  .  —  ..  l-)()Stu(i.--«
etzhö  V  M  I  2080sztsos4z  5z0273509wsp  *
Juftrumente  und  Maschinen  38  226  -  29  058  2470  5273  11  396  31:
Kautschuk-(Gummi-)  Waaren  443  23  110  1  632
Kupfer=  und  Messingwaaren  19  596  32  494  5  100  3048  24  696  35  *  3
Leder  und  Lederwaaren  2061  9  776  168  2398  2529  12  17.
gold=  und  Silberwaaren  11  747  —  —  11  747
Hüte  und  Schirme  7580  12  079  1  028  4582  8  608  46  661
Kurzwaaren  .  10525  33262  3518  7153  14043  10  415
Leinen=  und  Seilerwaaren  45  669  36  020  11  963  10  081  57  632  16  101
Li#terarische  u.  Kunstgegenstände  2  473  6988  130  698.  2  603  „  7686
Minerallen  —  —  283.-  442  283  442
Sigarren  538  4362  58.  r  781  206  :  5  143
3  460  Liter  3  460  Luer  „
Bier  126843  o—.driJ—i3  8  668  12  6  194
1  875  Liter  75  Liter  -.-Wein
  36004  49553  20  kr.  8053010  24  Neon
1255  A-  5  1255  Liter  .
Mineralwasser  33  583  14000  289T  kg.  23%5%¼1%  7  G1105
Sankt.  bemehrungsgegentirde
Materi  501011—-  381  624  77044  78498  578055  460  122
Oele,  —  Lichte  ...,.  6281  6138  1176  597  7457  7735
Papier  und  Papierwaaren.  4356  6498  5  1  117  4892  7615
Petroleum  .  94  156  21211  8339  1961  102  495  23  172
Seide  and  Seidenwaaren  18  =  486  —  —  18  486
Seife  und  Parfümerien  114975  41  719  11  560  4461  126  535  46  180
Steinwaaren  7  671  1916  966  499  8  637  2  415
Stroh=  und  *  66  81  861  1319  927  1  400
Theer  und  Pech  21  075  3437  10  3986  3690  31  473  7133
Steinkohlen  680  Ton.  41  322  30  Ton.  1530  710  Ton.  42  852
7.  bonwaaren:  hieris  "  2  5°  kg  12  298  4311  kg  2  791  26  *  kg  5089
chiere  und  thieri  che  Produ  te  23  5  -,
2  Gen)  9502  519  4867  —i-*mm  Ze
Vachstu  uchn  —  153  795  3  k  795
S#ent,  .....·  545  220  kg  35  456  181  474  17  202  7266094  52  658
s  #r  und  Zink-Wellble
  ...  58  727  21  173  20  515  45  878  79242  6.  051
Uhren  146  1798  44  125  190  1923
Möbel,  Haushaltungs-  und
mebisoinoentariengegenstnde  113  269.  99375  4678  769  117947  107  072
13  864  10  521  238.  442  14  102.  10  963
*!  Pasaereuen  .  6943  39  630  242  1821  7135  =  41  451
asserfahrzeuge  nebst  Zubehör  40  001  1  2912  42913  .  E
6ct  43663  2  Süü  1%  Seiua  0  550
Wollwaaren  60  kx  1  202  kg  925  282  kg  2  008
Gemünztes  Geld  -—  123  359  —  41  366  —  164  725
Verschiedenes  1057  282  767  734  4824  28  954
Zusammen  —  5  450  535  —  1  046  879  —  649741.
        <pb n="129" />
        —  91  —

üderi  t  während
i  stadt  und  Lüderitzbuch
Etatistik  u  Waarenverkehr  zwischen  Kapft  4
ioiir  uber  den  des  Geschäftsjahres  16%
4.  Einfuhr.  in  Lüderitz  n  en.
Der  Werth  ist  nach  den  eei1es  Marltpreisen  in  a  —

 

 

 

  
   
 
   
       
    

 

 

 

 

gilo-  neter  Werth
—  ück  KRilo-Liter  ete  Mark  Pf.
#.  Benennung  der  Waaren  Stück  gramm  1  1
Nr.  «  »
.“  7
2  —  5—
1  für  Wagen  —  1121  —  100  1  —
2  .....  1  D  —  12  500  —
—n—iies  8—
"  *  110  —  —  80  —
is  .  2  –  T  —  100  —
eiserne  12  100  —  —  9  —
s  —38!T—·s-—
  14  —
10  1  –  ½  —  662  —
11  —  —  165  —
12  1  650  –  —  620  —
18  —  700  –  —  310  —
14  Zi  ren.  —  —  1300  —
15  und  Zunwaa  en.  —  3320  —  —  1%  —
16  —  —  T  —  753  —
—  150  6  —  228  —
18  —  —  —  200  —
5P  #  2000  —  —  **-20
  —  50  n  —  372  —
21  —  —  —  1020  —
22  —  —  100  —
23  —  —4  –  —  1  825  —
nno  3
5  Fisch  —  «  —  —  60  —
*  #  —  3717  —  —  n
27  —  37  —  —  500  —
28  —  225  —  D  294  —
29  —  98  —  *  128  —
30  200  —  —  83  990  —
31  ........-  —  18650I  —  *7-  50  —
32  verschiedene  Sorten).  —  —  –  800  —
5  Fscibene  se  —  ##o  —  51  —
34  und  Chemikalien  —  —  —  1650  —
:35  ...  —  5800  *  200  —
36  in  —.  400  –  —  30  860  —
37  in  ...  —  9150  1.  —  25  —
38.  Stahlwaaren  —  60  —  315  —
39  .....  78  56  —  50  —
40  ....  D  —  540  —
41  de  Cologne  —  1200  56  —  90  —
42  ....  —  —  —  500  —
13  —  –  930  —
44  36  D  600  —  —  200  1  —
45  1  —  —  1780  —
—  3  —  —  170  —
7  —  100  —  138  —
48  trockene  —  75  –  1150.  —
49  —  —  –  500  —
50  —  —  —  *  12  —
51  —  —  –  505  —
*  —  —  —  —  27  —
55  —  100  —  —  484  —
50  4  100  —  100  —
3  1  00  —  44300  ,--
  —  —  1—
59  Balken  u.  s.  w.  —  —  1147  432  D  —
60  ....--  —  —  135  —  310  —
61  —  750  I  —  l  —
62

—.  ««'«··«·.·«.  ·  -  dieses  Jahrgangs.
Vergleiche  hiermit  die  Siatistit  in  der  Denkschrift  bei  Nr.  3  des  Kolonialblattes  dies
        <pb n="130" />
        Kilo  .  «  Werth
r.  Benennung  der  Waaren  Stück  gramm  6  Liter  6  Meter  Mirt  h  al
I

63.nfnägel.  —-  100  —  1  —  25  —
644Hüte  —  —  —  —  236  —
65  angwer  .  —  —  —  —  36  —
66  Ingwerschnaps  —  —  120  —  312  —
67  rdene  Waaren  —  —  —  —  25

68  am..  ...  —  3910  —  —  3988  —
69  oche  (zu  Ochsenwagen)  71  355  —  —  582  —.
70  asse  —  23  755  —  —  69  205  —4
71|  Käse  —  —  —  2  500  —
72  Karren  1  —  —  —  1000  —
73Kartoffeln  —  1  860  —  —  894  —
74  Kerzen  —  870  —  —  1340  —
75  Kleidungsstücke  —  —  —  —  5472  —
76  Kochtöpfe  —  —  —  —  140  —
77|Ko  —  125  —  —  10  —
78  Korinthen.  —  100  —  —  1441  —
79  Kurkwgaren  .  —  —  —  —  2814  —
80  #  —  140  —  —  192  —
—  —  —  —  —  300  —
828  etehee.  *  und  Bäume  —  —  —  —  100  —
83  Leder  —  300  —  —  1  032  —
84  Leinen  (Stoff)  .  —  1050  —  —  2142  —
85|Linoleim  —  —  —  80  410  —
86  Linsen  —  1500  —  —  660—
87|/Maismehl  —1  500  —  —  1353  —
88  atratzen  10  —  —  —  110  —
89  edizin  —  —  —  —  1110  —
90  ehl  (grob)  —  12  500  —  —  2750  —
91  ehl  (fein)  —  10  200  —.  —  3  468  —
92  Möbel  u.  s.  w  —  —  —  —  4800  —
93  Milch  e  huchsen)  —  —  —  —  364—
94%  Musikinstrumente  —  —  —  —  556—
95  uschelkalk  —  —  —  —  32  —
96  kägel  —  50  —  —  28  —
97  taben  (Wagen)  —  —  —-  —  646  —
98]  Oele:  Leinöl  —  —  900  —  1350  —
99  Veiroteum  —  —  2088  —  1550  —
100  Salat  .  —  —  36  —  125  —
101  Sonsige  Oeler  —  —  432  —  150—
102  Papier.  .  —  —  —  —  44—
103  ech  —  —  —  —  20|1  —
104  HPeitschenstöcke  156  —  —  —  946  —
105  Picken  12  —  —  —-  62  —
106|  Pickenstiele  12  —  —  —  13  —
107HPflaumen  —  —  —  —  102  —
108  Pflug  1  —  —  —  60  —
109  Pfirsiche  —  50  —  —  52  —
110  Pontac  —  —  1  566  —  2622  —
111  Porter.  —  —  48  —  80  —
112%  Pumpwerke=  1  —  —  815  —
113  Duitten  —  20  —  —  17.  —
114  Rei  —  37440  —  —  8  804  —
115Rosinen  —  225  —  —  225  —
116%  Säcke  56  —  —  —  61’--117
  Salz  —  3960  —  —  771  —
118.Sardinen.  —  1  —  —  422  —
119  Sätte  .  —  —  —  —  162  —
120%6  chaufeln,  Spaten.  u.  s.  w.  —  —  —  —  122  —
121  Schuhe  und  Stiefeln.-  .  528  —  —  —  5294  —
122  Schiefertafeln  .  —  —  —  —  24  —
1235chleifsteine  —  —  —  —  30  —
124Schmalz.  —  8000!  —  —  1224  —
125  Schinken.  —  180  —.  —  545  —
126  Schweinefleisch  —  225  —  —  235  —
127  Seife  —  9700  —  —  38  470  —
128  Süälerwaacen-  —  00  —  —  416  —
129  Segelleinen  —  —  —  —  210  —
130  Sper  —  —  „  —  624  —
1315  —  —  1445  —  1  4066  —
132  S  7*7  (Wagen).  74  —  —  —  60  —
        <pb n="131" />
        —  93  —

 

 

 

 

 

 

 

  

 

 

 

 

 

 

—  —  —  —  —  —  .W.  ——
ofee.  1  HKHilo  Werth
Nr.  Benennung  der  Waaren  Stück  graum  Liter  %  Meter  -
133pirituosen:  —  —  12094  —  38822  —
g  vurne  sen  Brandy.  ·.....  3  –  *0  5
Reiner  Spiritus.  —  328  —  56  —
136  Num.  pirt  "  —  225  —  1350  —
1317/  Whisky  ..........—  —  48  —  320  —
138  —.  .  —  —  868  —  5885  —
130%Stäreern  —  -*  —  104  —
140  Silreichhötzer  KRücchen70  —  —  215  —
111  Myrubo  .......--  —  —  520  —
142  Tabak,  auüyy.  S-  —  34240  —
143  Tabak,  Schnu  ...  E  5  «  —  .  51.—
144hee  ..  —  1135  —  3450
115Theer  —  .  —  –  —  72  —.
1416pferwaarrrrr.  —  —  —  560  —
1#  Waffen  und  Munition:  Gewehre,  3  doppelläusige2  einl.  —  —  —  565  —
14  Pistolen  und  Nevoluier  1  —  iiesn
49  Patronen  ...  1600  —,  —  —  20
#  Pulor  3  —  5  —  —  00  –
1.  Dynamit  und  Sprengpulblber  —  75  —  —  5.—
123  Schlaghütchen  und  Zündenr  *  —  m  —  14000  —
134  ...............  2  —  —  —  #o
155  —  870  —  —  88  —
156  —  1808  —  16321
157  D  —  —  —  422  —
5  1900  —  —  —
159  6800  —  —  2760  —
160  *  —  —  —  1650  —
161  —  —  —  75.  —
162  —  8400  —  —  94906  —
163  «»  —.1050k—.—-  1110  —
Zusammen  —  —  —  —  447254  —
b.  Ausfuhr  von  Lüderitzbucht  nach  Kapstadt.
Der  Werth  ist  nach  den  durchschnittlichen  Marktpreisen  in  Kapstadt  angenommen.
19elle  von  Nindern  —  750  —  —  750.  —
9  .  ....  ⁊*  —
JFelle  von  Schaf-  i  128  —  —  150  6
3  Gummiarabi#alen  ind  Biegen  —  10  000  —  —  6200  —
4Naritäeen  «  —  500  —  —  1700  —
5  Straußfedern  oW7))  —  1200  —  —  9600  —
Zusammen  —  —  —  —  17600  —

 

 

WVVVFFT  TNNNTF  NTN  V  PFHF

Personalien.

Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  geruht,  dem  stellvertretenden  Komman—

deur  der  Schutztruppe  für  Deutsch-Südwestafrika  Major  Müller  den  Rothen  Adler-Orden  IV.  Klasse
iu  verleihen.

Ann  Stelle  des  Wirklichen  Legationsraths  v.  Schelling  ist  der  ständige  Hülfsarbeiter  in  der
Kolonial-Abtheilung  des  Auswärtigen  Amts  Vizekonsul  v.  Buri  zum  Kommissar  des  Reichskanzlers  bei  der
Laoko-Land=  und  Minengesellschaft  ernannt  worden.

4  Seine
vorsteher  beim
Charakter  als

Mzestät  der  Kaiser  haben  Allergnädigst  geruht,  dem  früheren  kommissarischen  Bureau-Gouvernement
  von  Deutsch-Ostafrika  Wegener  bei  seinem  Ausscheiden  aus  dem  Dienst  den
Kanzleirath  zu  verleihen.

.  Der  Sekondlieutenant  a.  D.  v.  Wulffen,  bisher  vom  Insanterie-Regiment  Nr.  137,  ist  mit  dem
7.  Februar  d.  Is.  der  Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika  zugetheilt  worden.

".  Der  Sekondlieutenant  a.  D.  Merker  it  zum  Premierlieutenant  a.  D.  und  der  Assistenzarzt
2.  Klasse  a.  D.  Dr.  Drewes  ist  zum  Assistenzarzt  1.  Klasse  a.  D.  befördert  worden.
        <pb n="132" />
        —  94

Vertheilungsplan  der  Schutztruppe  und  Landespolizei

 

Anmerkung:  (  hinter  dem  Namen  =  krank,  e  hinter  dem  Namen  —  kommandirt,

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nr.  #omO  dom-  *  2  ...
der  Garnison-  Kom:Dber-  Kom-  Lieuns=  Ober-  —  Zaht-  Ober-  Ser-  Unterman--
  pagnie-  —..  Aerzte,meister=  feuer=  Feldwebel  «,
Kom-  ort  deur  ührer  fün  tenantsärzte  spiranten  werr  geanten  offiziere
pagnie  führer  r  Sasp  werker
I.  Schutztruppe.
%  %  %
i.  den  r.  Nuta.  Fischer  e  v.  Stochi]  g  Gaert-s  Ollwig  z  Kuhnen  sEngel-s  Kamp  &amp;amp;  Venkewitz  Meuser"
lunkt  mers  o.  Eiponss  Schlobachl  Zner  ZGKreseldt  hardt  sKrausec  Jahr
Stab  Dar-es-  cles  2BDr.  5  Kayser“
Saläm  K%  Charisiusck  Schwebeauft.
  Schnorren.  inger  #
O.  pfeil  4
v.  v.  Beringe
7%½%%  «
Moschi  —  —  JPohanness  Merker  —  Dr.  Eggel—  Körnerl!  —  —  Freytag
1.  –  *7  —-.7
v.  d.  Mar-  —  —  —  —  —  ...«
Marangu  —  —  —  witz  —  Reisewitz
Masinde  —  —  —  Storch———  **  —  —  —  Rymarzig  —  —
2.  –—  —  E  —---.--  ---—
Kisuani  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  Sommer  —
7.  ar-es-Sala  —  —  —  Fonch  7/I———  —  —  —  —  —  Multer  —  IVbret
  Prnd77  —
...  S  Rei  Frahm
4.  Rilimatinde  —  HDodlech  Stadl  FHBRiKrner  IIn·p  —  —  Gauger
bauer  hardt  —
Peschle
v.  Kleist  —  -  Teppe*  —
5.  Ulanga  —  —  —  Albinus  Arning—  Frissch  —  Spiegel  Stephan
.  -  »Um-ei-  ch«-  l-"-·f.-e-,«-l-.
  Pa»»««-  —  –  —  5/5%  %  „  —  —  —  —  —  berhtt  Wi*  —
7.  Infolje  der  Eæpedition  die  3.,  G.  S.  und  9.  Kompaquie  sowie  die  12.  Kompagnie  hiervon  verstärlt,  Mpwapwa  45  Mann
Hopp
Kilwa  —  —  Fromm  Glaunins—,1Dr.  Simon  —  Feist  —  Henschke  Liebhardt  Lachen-8.
  air
Mohoro  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —
*
9.  Lindi  —  —  NamseyHösemann—  —  —  Hägele  —  1  %%%½%
10.  Tabora  —  —  Leue  Graf  v.  —  —  Dr.  —  Zidcken-  Markgraf*  Sydow
Perponcher  Drewes  drath  Nichter
9  F  Hof.  1
.  .crrmann»  -.  Hossmann
Muanza  —  —  Langheld=  Kollmann—  —  Zupitza  —  —  —  —  ven
I1.  —  à„U„  A„n).  —  —
—  —  Salomon
Vukoba  —  v.  Kalben  —  HSHartmauu—
*
        <pb n="133" />
        95

von  Deutsch-Ostafrika  am  31.  Dezember  1895.

*  hinter  dem  Namen  und  *  und  bei

den  Ziffern  —  sebe  Bemerlungen

 

Kursiusschriit  —

auf  Expedition  befindlich.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

E
Ober  .  H  ar  b  ige
lazareth  Lazareth=  Etats  213  *5  7l  H—
ülf  mäßige  E  ..  Aslaris  Armirung  Bemerkungen
ehülf  gehülfen  E  .  Char-  «v  «
Fehulfen  Schreiber  6  Effendi.  regu  irre-——
  —  —  läre  guläre
II.  Schutztruppe.
2  ital.  Verzgeschüe
Benz  Feldwebel  *i  6,
Verner  Apelt  —  4  144—  —  —  —  12  uscinehenebr  *  Feldwebel  Kayser  und  Unter
dege=  Unteroffiz  Sauer=  büchsenmacher  Unruh  d
wald.  e  brey  1  NMarim.-Gun  K  45  "  i-  ausen
wal.  #en  rim=  5  Marsch  nach  Dar-zes-Saläm
Schirpke  Ob  Nickl  (unbrauchbar)
*  4  Mörser  9  cm
Herbsleb  5  Revolverkanonen
M  t‚7  cm
.  l  1  Berggesch
Wülsi  “W  k  *7  hutß
nng  —  —  —  —121668115  2  6.5  cn
D  rsbh
7n
—  .  1  Schnellabelanone
—  —  —  —  1  23  —  3.7  cm
ossen-  wh  Ehen  —u.l————————————
—  —  *  ———4  .  .;-  —  Sbargen.  32  M  W.
anger  3  28.  2  slomuilnnbe.  A  ocht
—  —  —  ———  2  23  —  —
—  —  EIE  3.  Komp.  kommt  nach  D  arzes-Sal.
—  —  —  /  9  %s  —  7  2  J/%%  ron  4r  2.  Komp
9  -  2U)argcn  13  Mann  beim  Wacht-–
  kommando  Dar-es-Saläm
Häcker  1  Maschinengewehr  Zahlmeisterasp.  Körner  II  aufs
—  —  —  —  8  131*  1  8  m  "„  dem  Marsch  nach  Kilimatinde
1  ital.  Berggeschütz  1  Essendi,  3  Mann  beim  Wacht-6,7
  cm  kommando  Dar-es-Saläm
Pri  3Zahime  Teppe  lo
P  inage  —  —  —  —  —  1*  10  92  21  —  Aneisteral.  2.  "*rt  temme  zur  KRüsßte
2  Mann  beim  Wachtldo.  Dar.es.  Saläm
7.  7%  5  Landungskanonen  «  WITH-cost  ZEIT-Thema  lomm  ach
—  rnen  4%  r  E  »  cm  1  Most-I  beim  Wachikommando  Dar.
3#  —  —  ——  *  *  “  xchinengerte.
Alasehinengen  elir  1  rnn—ies  Abtheilung  Pan.
(Rest  Wachtkommando
S-  1  4  3  leichte  Feldgeschütze  on.  GWo-  Scharsenderger  sommt  un
%e  %et“tntn  —  —  —  7  «  «"  vtakvax..ln
MAY-»I-  1  l  116  3  k.isshnn  ½%  "  nicrrr  dirbichen  ian  tomunk  65  w
—  —  —  —  —  —  —  6  —  —
»  ·  —  M  e  Dat  ·  es  ·
Ruh,  EEIEIIIIEEIIIIIIIIII  r  c  7
1  39  K  73  11#  Karg  rc.  2  Mann  beim  Kachtoem
ando  Darieês.  Sala-Weidner
  1  Schnellladekanone:  Feldwebel  Martgraf  auf  den
—  —  —  ———  8  129  29  [„7  em  Marsche  nach  Tabor
1  Schnellladekanone  1  Mann  beim  Wickommande
——  —  Dar-es-Saläm
Herrmann  auf  den
Jurock  —  —  ———-*n2s  1  56  27  Schnellladekanone  Marsch  nach  Muanza##  an###t  zu
56  3,7  em  «  Konsqumulmk  Lastflhkldomm’
.  AKuste
ste  —  .-  S  9  l  t  L
Scuster  EIEEIIIEIIEIEII  P4
        <pb n="134" />
        Nr.
der  Garnison-Kom=  Ober-  Kom-  Lieu-  Ober-  2  Zahl=  Dber-  Ser-  Unterg
  man-  pagnie=  —.  Aerzte,  meister=  feuer=  Feldwebel  »
om-  ort  deur|führer  tenants.—  ärzte  -  geanten  offiziere
pagnie  führer  S  aspirantenwerker
-klt  Engelhardt  —-12.
  Kilossa  —  —  —  Graf  Fugger—  —  Kulerer  Stamm  —  —  —  4eersten.
v.  Glöt
Station  Kisaltl  —  —  —  v.  Grawert  —  —  —  —  —  —  —  —  Bittner
Station  «
Nachtigall  ’nt  Skib
Mpwapwa  —  —  —  9  Beern  ——Dr.  Berg—  Jost  —  —  Gezücht-Wacht-

  —  —  —  v.  Wiss—.  —  —  —  —  —  s.embhes  Herdecke*
-  mann  zetrowitz
Saläm  Knaust
Müller
Zusammen  1  1  9  26  1  2  11  1  10  1  9  8  26
II.  Landespolizei.
Tangga#  —  —  —  —  ——  —  —  —  —  —  Jaenle  —
Pangani  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  Grimm
Saadani  —  —  —  —  —  —  —  —  —-  —  Hentschel  —  —
Bagamoyo  —  Scherner  —  —–  —  —  —  —  Wallner  —  —
Dar-es-Saläm.  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  Bartscher  —
F
—  —  Frhr.  v.  —  &amp;amp;  —  —  —  —  —  —  —
Kilwa  Eberstein
Donde  Varakiwa  —  —  —  —  ——  —  —  —  —  —  Merkl  —
Lindi  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —
Mikindani  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  Pfendtner
Langenburg  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  Haible
Zusammen  —  —  2  —  —  —  —  —  —  2  3  3
III.  Beurlaubt  nach  Europa.
.  Jurick
—  —  —  Frhr.  Eberhard  Tr.  Preuß  Kieferlee  —  Bloß  Smog  Bach
v.  Schrenck  Jany  Dr.  Widen-—  Winkler  Bosurm
v.  Notzing  Kielmeyer  mann  Zimmer=  Neumann  LSanen.
Prince  sv.  Dobeneck  Dr.  mann  Köhler  kemper
Wagner  Krauß  on
Dr.  Man-  Fn
iewi  lewoli
kiewitz  Falbeteen
Zusammen—  —  2  4  —  —  4  —  3  —  5  10  1
        <pb n="135" />
        Oberlazareth=



.
—..

—
Wiest

—

Voelkner

Lazarethgehülfen


Früchtenicht


..

Aimer

—.

e
Violland
—

———.□

Näwy

 

97

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

-  2
Etats  Farbige
mäßiges  2  2  Char=  Askaris  Armirung  Bemerkungen
Schreiber!esfendi  Uer  regu-  E
5  gen
S  —  läre  gulare
—  —  1  6  107*  —  1  Schwelllabekanone  *  2Chargen,  16  Mann  beim  Waht
#  »  1Maschtmknaemhksmm  kommando  Dar-es-Saläm
"„  I  4  *2  Mann  beim  Wachtkommandre
—  —  —  1  2)  3  *s%  Dar-es-Saläm
1  Schnellladekanone
—  —  —  —  6  39  —  „/7em
«  J  1  Nordenfeltgeschüh
Unteroff.  Herdecke  geht  nach  Saadani
"  "  1  Attochirse
I  ;  v.  d.  2.  Komp.  N“.  3Charg.  3  Mam
f  E  1—  --.
—  —  —  1  2  6  60  —  —  4  —  E
3  .  1  1  14
39  l.  .  —  1  2
1%  e
s  —  2  *  10
Evchnab  li  —  —  2
Pou.  dd  —  —  ·  12
Baqqmonos  —  1
·  ,  W
3  —  3  6  9  96  1431  106  42  t  Hageen.  4.  Mann  in  der  Urbenurr.  uh
II.  Landespolizei.
1  1  4  leichte  Feldgeschütze  1  Mann  beim  Wachtkommande
—  —  —|—2  %  :26“  —  K/73  Dar-es-Saläm
—  —  —  1  1  22*  —  —  *  4  Mann  von  der  6.  Komp.
"„  D
i  2  leichte  Feldgeschüte  *  Hentschel  geht  nach  Kilwo
–  ——  1  9°  —  K/73  "von  der  Polizei  Bagamoyo
1  :
3  leichte  Feldgeschütze  *1  Charge,  9  Mann  in  Saadan
—  —  ——  1  2  37“  —  K//73  *  1  Mann  beim  Wachtkommande
;  4leichte  Feldgeschütze
—  —  ———  ?2  49—  K/73
j«  1  Revolverkanone  3,  vem
—  —  —12  —  3  20  —  —
—  —  ———  —  19  —  —
2  italienische  Berg-4  si
—  —  —  —  —  —  3"  —  geschütze  6,7  em  sind  der  9.  Komp.  attachirt
v  J
—  —  —  1-—  1  28  —  —
—  J  J  —
—  —  2o  15  244  50  16
—
III.  Beurlaubt  nach  Europa.
Sieler  —  —  —  —  —  —  —
l
        <pb n="136" />
        —  98  —

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kom=  Ober-Kom-  Lieu-  Ober=  Sahl-  Ober-  Ser-  Unter=Garnisonort
  man-  führer  pagnie=  tenants  5  Aerzte  meister=  feuer=  Feldwebel  canten  offiziere
deur  h  führer  enan  5  rte  aspiranten  werker  6
Kommandirt.
—  —  —  Fischer,  Schlobach  —  —  —  —  —  Krause  —  Meuser
Berlin  zur  Traci-  zum  Gou-  zu  Lieut.
rung  einer  vernem.=  Schlobach
Eisenbahn  Büreau
Krank.
Ebarisius)  Dr.  Kamp  7
—  —  —  —  Schnorreu—Schwe-  —  —  —  I’ein--  —  —
5zr%½  singer)  berger*
RNetapituloton.

I.  Schutztruppe.  1  1  9  26  1  u  10  9  26
II.  Landespolizei  —  —  2  —  —  2  3  3
III.  Beurlaubt  —  —  2  3  5  10  1

Zusammen  3  —s  11  2  —  15  —  13  15  21  30
Dar-es-Saläm,  den  1.  Januar  1896.
Nichtamtlicher  Theil.
Personal-Machrichten.  T  Ramerun.
4  Der  Oberlazarethgehülfe  Brückner  ist  in  den
Deutsch-Ostafrika.  Dienst  des  Kaiserlichen  Gouvernements  getreten  und

Der  kommissarische  Bezirksamtmann  Sigl  hat  mit  der  Wahrnehmung  der  Funktionen  des  Polizeidie
  Geschäfte  des  Bezirksamts  Pangani  übernommen.  meisters  in  Victoria  beauftragt  worden.

Dr.  Stuhlmann  hat  die  Geschäfte  des  Chefs  Der  Techniker  Leuschner,  welcher  bisher  die
der  Abtheilung  für  Landeskultur  und  Landesver=  Wegebauten  im  westlichen  Togogebiete  geleitet  hat,
messung  nach  seiner  Rückkehr  wieder  übernommen.  ist  zum  Leiter  der  Station  Busa  ernannt  und  ihm

—  —  der  Hülfsaufseher  Schütt  beigegeben  worden.  Er
Bezirksamtmann  v.  Eltz  hat  sich  über  Land  nach  ist  beauftragt,  die  Straße  von  Victoria  nach  Buca
Langenburg  begeben.  fertigzustellen.

Der  Professor  Dr.  Wohltmann,  Lehrer  an  der
landwirthschaftlichen  Akademie  zu  Poppelsdorf  bei
Bonn,  ist  am  10.  d.  Mts.  nach  Kamerun  abgereist,
um  die  Plantagen  bei  Victoria  zu  besichtigen  und  die
Ausdehnung  des  anbaufähigen  Gebietes  festzustellen.

Der  Bergassessor  Vornhardt  ist  über  Land  nach
dem  Nyassa  aufgebrochen,  um  geologische  Untersuchungen
  vorzunehmen.

Der  Rechnungsbeamte  Ulrich  ist  am  13.  Januar

in  Dar-zes-Saläm  angekommen.  ·
.  ,  Vogo.

Kompagnieführer  v.  Elpons,  Zahlmeisteraspirant  Der  landwirthschaftliche  Wanderlehrer  bei  der
Krefeldt,  Sergeant  Liebhard  und  Lazarethgehülfe  Kaiserlichen  Landeshauptmannschaft  Woeckel  ist  am
Benz  haben  Mitte  Januar  einen  Heimathsurlaub  3.  Dezember  vom  Urlaub  104  Klein-Popo  zurückangetreten.
  gekehrt.

Der  Lieutenant  Graf  v.  Perponcher-  Sedl-  Der  zum  Answärtinn  Amte  kommandirte
nißky  von  der  Koaiserlichen  Schußtruppe  für  Deutsch=  Premierlientenant  Braunbek  ist  aus  dem  Dienst
Ostafrika  ist  am  5.  Januar  d.  Is.  in  Tabora  an  des  Schutzgebiets  ausgeschieden  und  hat  am  9.  Ja-Brustfellentzündung

  verstorben.  nuar  die  Rückreise  angetreten.
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        —  —

99

â  —„  —

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

*  1  —  —  J  **-bl  3“
Ober-  Lazareth-  Etats-  2  Farbige
3  -.  ps-  ---«-bareth-

  gehülsen  mäbige  2  CharAskarissArmirung  Bemerkungen

gehülfen  Schreiberr  5  Essendi,  au  regu=  irre-——

  —  m  6#  D  lüäre  guläre

*  Kommandirt.
.

Krank.
Benz7)  #  «  s  7)  Lazareth  Dar-es-Salam
*)  Degewald  —  —  —  1  —  —  *  Feldwebel  Weinberger  kommt
)  ins  Lazareth  Dar-es-Salam
—  —
Rekapitulation.

u  3  3  sch)  90  11431  100  42

—  1.  —  —  —  —  2  15  244  50  16
W———...—.—————————2

.p  4  [[[ssseu  m  165  155  ss  I

In  Abwesenheit  des  Kommandeurs  und  Oberführers:  gez.  v.  Beringe,  Lieutenant.

—   —  —
Der  zum  Auswärtigen  Amt  kommandirte  Premier-  Zolldirektor  Böder  und  Zollassistent  Schw  arz
lieutenani  v.  Doering  ist  am  3.  Dezember  v.  Is.  in  sind  am  3.  Dezember  v.  Is.  vom  Urlaub  in  Klein-1



 

 

 

 

ome  eingetroffen.

Popo  wieder  eingetroffen.

Kachrichten  aus  den  deutschen  Schuhgebieten.

(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  theilweise  nur  mit  Quellenangabe  gestattet.)

Deutsch-Pafrika.
Ueber  seine  glücklich  beendete  Expedition  gegen  Bassan
bin  Omari  und  Matschemba

berichtet  der  Kommandeur  der  Schutztruppe  Oberstlieutenant

  v.  T
u  .  Trotha  unter  Januar  d.  Is.
Folgendes.  ha  unter  dem  6.  Jann  I

p  Die  Expedition  bestand  aus  dem  Stabe,  meiner
erson,  dem  Oberarzt  Dr.  Gärtner  und  dem  Adjutanten
  Lientenant  v.  Stocki
aus  «

s  der  ;  Kompagnie,  Führer  Lieutenant

8.

Fonck  J.,
Böhmer,
ührer  Fromm,

n  „

Kompagnief

schütz.

,  95  begab  ich  mich  nach  Kilwa,
um  dort  die  Expedition  zu  aenche  Im  Gegensab
  zu  der  im  Jahre  1894  gegen  Hassan  unternommenen
  Expedition  beabsichtigte  ich,  der  Stellung
Hassans  bei  Kitumbini  von  Norden  beizukommen
und  traf,  da  ich  der  Wasser=  und  Träögerverhältnisse
wegen  nicht  geschlossen  marschiren  konnte,  am  4.  November
  mit  den  beiden  letzten  Kompagnien  an  einem
günstig  gelegenen  Flecke  im  Norden  des  Lagers
Hassaus  ein.

.  9.  -  -
einen  Maximgeschütz  und  einem  6.5  em  Ge
Am  19.  Oltober  18

amsay,

Auf  dem  Marsch  am  1.  November  im  Lager  bei
Lunyu  ereignete  sich  der  bedauerliche  Unfall,  dem
der  Lieutenant  Linck  zum  Opfer  fiel.“)  Die  Erkundung
  war  bei  dem  Fehlen  jeglicher  verläßlichen
Nachricht  und  bei  dem  stark  zerklüfteten  und  mit
dichtem  Busch  besetzten  Gelände  äußerst  schwierig.
Die  meiner  Stellung  südlich  gegenüberliegende  Höhe
war  anfangs  von  feindlich  gesinnten  Eingeborenen
besetzt  gewesen,  von  diesen  aber  nach  kurzer  Verwendung
  des  Maximgeschützes  verlassen.  Ich  trat
am  5.  mit  allen  vier  Kompagnien  den  Vormarsch  an
in  der  Absicht,  von  Rücken  zu  Rücken  den  Gegner
aufzusuchen  und  zu  stellen,  und  gelangte  bis  zu  einem
Punkte  eines  Hügelrückens,  der  einige  Uebersicht  bot.

Dort  erklärte  mir  der  einzige  einigermaßen  verläßliche

  Führer,  daß  Hassans  Haupthöhle  auf  den  meiner
Stellung  parallel  laufenden  Höhenzügen  läge.  Ich
erreichte  diese  auf  einem  sowohl  für  die  Askaris  als
auch  namentlich  die  Geschütze  höchst  beschwerlichen
Wege  gegen  Mittag.  Die  9.  Kompagnie  hatte  ich
zum  Heranholen  der  im  ersten  Lager  zurückgelassenen
Lasten  dorthm  zurückgeschickt.  Die  von  mir  erreichte
Höhe  bot  denselben  Anblick  wie  alle  anderen.  Mehr

")  Vergl.  Deutsches  Kolonialblakt  1895,  S.  575.
        <pb n="138" />
        —

oder  weniger  steil  abfallend  nach  allen  Seiten,  war

auch  sie  dicht  mit  Busch  besetzt  und  eine  Orientirung
immer  nur  durch  Europäerpatronillen  möglich.  Diese
brachten  bald  die  Meldung,  daß  sich  der  Mawudjifluß
  südlich  des  Rückens  hindurchzöge  und  daß  sich
jenseits  des  Flusses  eine  mit  größeren  Häusern  und  von
Eingeborenen  besetzte  Höhe  zeige.  Um  endlich  Fühlung
  mit  dem  Feinde  zu  bekommen,  ging  ich  sofort

100

mit  den  drei  vorhandenen  Kompagnien  unter  Zurücklassung
  eines  Zuges  als  Anhalt  für  die  nachfolgende

9.  Kompagnie  über  den  Mawudji.  Die  an
Spitze  marschirende  Kompagnic  verjagte  nach  kurzem
Feuergefecht  die  Eingeborenen,  und  als  ich,  um  mich
zu  orientiren,  mit  dem  Führer  eine  neue  Höhe  erstiegen
  hatte,  zeigte  er  mir  etwa  700  m  vor  mir
eine  langgestreckte,  steil  abfallende  Felswand  mit  dem
Bemerken,  dies  sei  die  Rückseite  von  Hassans  Haupthöhle,
  während  der  Eingang  sich  auf  der  anderen
Seite  befände.

Die  Felswand  machte  den  Eindruck  übereinanderliegender,
  terrassenähnlicher  Gänge,  von  irgend  einer
Bewegung  in  oder  bei  ihm  war  jedoch  nichts  zu
sehen.  Für  diesen  Tag  war  ein  weiteres  Vorwärtsschreiten
  ausgeschlossen.  Ich  schaffte  die  Geschütze
ebenfalls  auf  die  Höhe  und  beschoß,  während  das
Lager  dortselbst  eingerichtet  wurde,  die  Felswand  mit
Granaten,  von  denen  schon  der  dritte  Schuß  in  die
Höhle  hineinging  und  dort  krepirte.  Auch  jetzt  zeigte
sich  keinerlei  Bewegung,  weshalb  ich  das  Feuer  einstellte.
  Meine  Stellung  wurde  zwar  auf  drei  Seiten
von  anderen  Höhen  bedeutend  überragt,  es  war  aber
wegen  der  geringen  Tragfähigkeit  der  Gewehre  der
Eingeborenen  keine  Gefahr  vorhanden,  dort  zu  lagern.
Am  6.  früh  6  Uhr  brach  ich  mit  der  9.,  8.  und
3.  Kompagnie  wiederum  auf,  um  die  gestern  zuerst
besetzte  Höhe  wieder  zu  ersteigen,  den  Eingang  von
Hassans  Höhle  zu  suchen  und  eventuell  zu  erzwingen.

Beim  gesuchten  Ziele  angelangt,  bot  sich  der  Anblick
  eines  breiten  in  zwei  Spitzen  nach  dem  Mawudji
herabfallenden  Thales,  dessen  Sohle  gänzlich  unpassirbar
  schien.  Ich  entsandte  zwei  stärkere  Patrouillen
in  dasselbe  und  die  9.  Kompagnie  im  Flußthal  abwärts,
  um  beide  Wege  zu  erkunden  und  Klarheit  in
die  Situation  zu  schaffen.  Gegen  10  Uhr  begann
ein  ziemlich  heftiges  Feuergefecht,  dessen  Ursprung
anfänglich,  der  Brechung  des  Schalls  wegen,  nicht
recht  erkannt  werden  konnte.  Ich  war  zunächst  der
Meinung,  daß  es  von  den  beiden  in  das  Thal  entsandten
  Patrouillen  geführt  würde,  es  stellte  sich
jedoch  nach  Rückkehr  beider  Patrouillen  heraus,  daß
dies  nicht  der  Fall  gewesen  war.  Die  Spitze  der
im  Flußthal  vorgehenden  9.  Kompagnie  hatte  vielmehr
irrthümlicherweise,  den  Weg  am  Fluß  verlassend,
eine  falsche  Richtung  genommen  und  sah  sich  sofort
von  der  jenseits  des  Flusses  liegenden  Höhe,  die  von
Eingeborenen  besetzt  war,  in  ein  lebhaftes  Feuergesecht
  verwickelt.  Der  Kompagnieführer  Ramsay
solgte  seiner  Spihe  nicht,  sondern  ging  lautlos  im
Flußthal  vorwärts,  kam  den  schießenden  Eingeborenen

der
das  Thal  geschickten  Patrouillen  die  Gewißheit  be- 



–

in  die  linke  Flanke  und  trieb  sie,  selbst  die  Höhe
ersteigend,  in  nördlicher  Richtung  zurück.

Die  Situation  war,  wie  sich  nachher  herausstellte,
folgende  gewesen:  Hassan  mit  allen  seinen  Anhängern
war  am  Morgen  des  5.  noch  in  Kitumbini  gewesen,
hatte  sich  auf  die  Meldung  meines  Anmarsches  in
seine  Haupthöhle  zurückgezogen,  war  aus  ihr  durch
mein  Geschützfeuer  aufgestört  worden  und  noch  in
derselben  Nacht  über  den  Fluß  in  nördlicher  Richtung
ausgewichen.  Dort  hatte  ihn  die  9.  Kompagnie  gefaßt
  und  zurückgeworsen.  Sobald  ich  durch  die  in

kommen  hatte,  daß  es  passirbar  und  vom  Feinde
gänzlich  frei  sei,  beschloß  ich,  der  9.  Kompagnie  im
Flußthal  mit  dem  ganzen  Detachement  zu  folgen,
zog  die  im  Lager  zur  Bedeckung  der  Lasten  zurückgelassene
  6.  Kompagnie  heran  und  marschirte  durch
das  romantische,  an  manchen  Stellen  nur  3  m  breite
und  auf  beiden  Seiten  von  über  100  m  hohen  Felswänden
  eingeschlossene  Mawudjithal  der  9.  Kompagnie
  nach.  Ich  fand  sie  gegen  5  Uhr  am  Austritt
  des  Mawudji  in  die  Ebene  und  erhielt  durch
sie  die  Nachricht,  daß  der  Feind  unter  Zurücklassung
mehrerer  Todter,  und  von  der  Kompagnie  über  eine
Stunde  lang  verfolgt,  in  nördlicher  Richtung  ausgewichen
  sei.  Das  Lager  am  6.  wurde  an  dieser
Stelle  des  Flußaustritts  bezogen.

Am  7.  früh  ging  die  9.  Kompagnie  in  einem
Gewaltmarsch  nach  Kilwa,  um  neue  Verpflegung
heranzuschaffen  und  im  Tiefland  einen  Zwischenposten
zu  errichten,  der  es  abstreifen  sollte.  Die  Tage  bis
zum  9.  gingen  mit  der  Befestigung  des  Lagers  und
Erkundungen  nach  allen  Richtungen  hin.  Bei  den
letzteren  wurde  Kitumbini,  die  Residenz  Hassans,
welche  aus  mehreren  im  Busch  versteckt  liegenden
Dörfern  bestand,  niedergebrannt,  mehrere  Höhlen
entdeckt  und  durchsucht  und  darin  zahlreiches  Hausgeräth
  und  verschiedene  Kisten  mit  Briefen  gefunden,
welche  später  das  Material  zu  dem  in  Kilwa  geführten
  Prozesse  lieferten.  Am  9.  hingen  die
8.  und  die  3.  Kompagnie,  beide  aus  dem  Reste  der
Verpflegung  für  einige  Tage  ausgerüstet,  erstere  nach
Kiswere,  letztere  den  Mawudji  hinauf,  beide  mit  dem
gleichen  Auftrage,  festzustellen,  wohin  Hassan  entwichen,
  und  seine  Anhänger  zu  bestrafen.  Am  10.
traf  die  neue  Verpflegung  aus  Kilwa  ein  und  die
Meldung  der  9.  Kompagnic,  daß  sie  am  unteren
Mawudji  das  befohlene  Lager  bezogen  habe.  Die
6.  Kompagnie,  welche  ich  nach  den  Direktiven  des
Gouverneurs  auf  längere  Zeit  in  der  aufrührerischen
Gegend  belassen  wollte,  begann  ihre  Boma  auf  einem
Höhenrücken  über  dem  Mawudjithal  zu  bauen,  da
das  alte  Lager  am  Fluß  mir  gesundheitsgefährlich
erschien.  Am  12.  kehrte  die  3.  Kompagnie  von  ihrer
Expedition  den  Mawudji  hinauf  zurück  und  brachte
Wangindoleute  mit,  welche  behaupteten,  Hassan  säße
in  Luawa,  in  der  Richtung  auf  Kiswere.  Am  13.
ging  die  Meldung  der  8.  Kompagnie  ein,  daß  sie
Kiswere  erreicht  habe  und  auf  einem  anderen  Wege
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        zurückkehren  werde,  und  am  14.,  als  ich  im  Begriff
stand,  mit  der  3.  und  6.  Kompagnie  nach  Luawa
aufzubrechen,  meldete  die  8.  Kompagnie  bereits  die
Ergreifung  Hassans  in  Luawa.

Ich  ging  ihr  entgegen,  traf  sie  nach  fünfstündigem
Marsch  und  kehrte  mit  ihr  in  das  Lager  am  Mawudji
  zurück.  In  Luawa  waren  Hassan  selbst,  sein
verantwortlicher  Minister  Omari  Muenda  und  ein
untergeordneter  Jumbe  ergriffen.  Seine  anderen
Spießgesellen  wurden  theils  später  von  den  zu  diesem
Zweck  in  verschiedener  Richtung  nach  der  Küste  entsandten
  Kompagnien  ergriffen,  theils  stellten  sie  sich
freiwillig  bei  mir  im  Lager.  Am  16.  schickte  ich  die
6.  Kompagnie  mit  den  Gefangenen  nach  Kilwa-Kiwindje,
  die  3.  Kompagnie  nach  Kilwa-Kiswani,  die
9.  Kompagnie  nach  Kiswere  und  war  im  Begriff,
mit  einem  Theil  der  6.  Kompagnie  einen  Zug  den
Mawndji  hinauf  in  das  Land  der  Wangindos  zu
unternehmen,  als  ich  den  telegraphischen  Besehl  erhielt,
  mich  so  einzurichten,  daß  ich  am  2.  Dezember
mit  drei  Kompagnien  in  Lindi  zur  Erledigung  der
Matschemba-Angelegenheit  bereit  stünde.  Die  Zeit
bis  dahin  benutzten  die  Kompagnien  dazu,  die  Gegend
zu  durchstreifen,  Hassans  Anhänger  zu  fassen  und  die
besonders  als  Hassan  ergeben  bekannten  Dörfer  zu
bestrafen.  Ich  selbst  marschirte  am  21.  mit  einem
Zuge  der  6.  Kompagnie  nach  Kiswere,  vereinigte  mich
dort  mit  der  3.  und  9.  Kompagnie  und  marschirte
am  30,  mit  diesen  beiden.  Kompagnien  über  den  bis
letzt  noch  wenig  bekannten  Mboesee  nach  Lindi,  wo
ich  am  2.  Dezember  eintraf.  Die  8.  Kompagnie

war  per  Dampfer  von  Kilwa  nach  Lindi  geschaftt
worden.

Matschem
Unterwerfun
und  ich  m
wohin  die

 

ba  war  nicht,  wie  er  als  Zeichen  der
9  versprochen  hatte,  zur  Küste  gekommen,
arschirte  infolgedessen  am  6.  von  Sudi,
#  Kompagnien  theils  per  Dampfer,  theils
ber  Fußmarsch  versammelt  waren,  nach  Luagalla,
der  Nesidenz  Matschembas,  ab.  Der  Marsch  dorthin
ot  bis  auf  einige  Bemerkungen,  welche  ich  mir  erlauben
  werde  am  Schluß  anzuführen,  militärisch
nichts  Bemerkenswerthes.  Matschemba  erschien  halbwegs
  bei  Masno,  kehrte  mit  mir  nach  Luagalla
zurück  und  erklärte  mir  auf  das  Nachdrücklichste  seine.
bereitwillige  Absicht,  sich  zu  unterwerfen  und  den
Frieden  mit  der  Regierung  zu  halten.  Die  von  mir
*  auferlegten  Strafleistungen  in  Elfenbein  und
Pulver  konnte  oder  wollte  er  im  ganzen  Umfang  nicht
ersüllen,  er  gab  jedoch  ohne  Zögern  einen  großen  Theil
seiner  Gewehre  sofort  her,  als  ich  ihm  erklärte,  daß
diese  der  Ersaß  für  das  sehlende  Elfenbein  und
Pulver  sein  müßten.  Matschemba  hat  auf  mich  einen
guten  Eindruck  gemacht.  Er  genießt  großes  Ansehen
bei  seinen  Leuten  und  bewies  durch  mehrere  kleine
Züge,  daß  er  entwickelteres.  Anständigkeitsgefühl  besitzt
als  sonst  die  eingeborenen  Häuptlinge.
Ich  habe  reiflich  erwogen,  ob  es  von  irgend
welchem  Belang  sein  könnte,  längere  Zeit  in  Lungalla
zu  bleiben,  und  bin  zu  der  Ueberzeugung  gekommen,

101

daß  nur  zwei  Möglichkeiten  vorlagen,  entweder  sofort
eine  Station  dort  zu  bauen,  oder  seinen  Friedensversicherungen
  zu  glauben  und  diese  durch  späteres
Hinaufsenden  der  Lindi-Kompagnie  in  Zeiträumen
von  zwei  zu  zwei  Monaten  zu  kontroliren  und  bald
abzumarschiren.  Der  Gedanke,  ihn  noch  dadurch  zu
strafen,  daß  man  ihm  die  Verpflegung  der  Expeditionskompagnien
  und  Träger  auf  längere  Zeit  aufgab,  war
gänzlich  ausgeschlossen;  denn  es  herrschte  absolute
Hungersnoth  auf  dem  Plateau.  Der  andere  Gedanke
der  mir  auf  den  Weg  mitgegebenen  Direktiven,  die
Buschzone  auf  der  Küstenseite  besser  zugänglich  zu
machen,  erschien  mir  ebenfalls  nach  reiflicher  Ueberlegung
  zwecklos.  Der  Busch  ist  thatsächlich  auf  der
Küstenseite  nicht  so  undurchdringlich  wie  auf  der  Westseite,
  hat  auf  ersterer  nicht  wie  auf  der  Westseite
gegen  die  Magwangwaras  angelegte  Ausfallthore  und
hat  nur  kurze  Stellen,  wo  er  gänzlich  undurchdringlich
ist.  Trotzdem  würde  die  Ausführung  des  Gedankens,
eine  breite  Zugangsstraße  von  Sudi  oder  Lindi  nach
Luagalla  zu  eröffnen,  monatelange  Arbeit  erfordert
haben,  und  wahrscheinlich  würde,  da  die  große  Regenperiode
  vor  der  Thür  steht,  der  erste  Theil  bereits
wieder  zugewachsen  gewesen  sein,  während  das  Ende
noch  abgeholzt  wurde.  Jedem  jett  oder  früher  unbotmäßig
  gewesenen  Häuptling  eine  Boma  auf  den
Nacken  zu  setzen,  dazu  reichen  die  vorhandenen  Kräfte
nicht  aus.  Ich  bin  überzeugt,  daß  der  bereits  erwähnte
  zu  wiederholende  Besuch  der  Kompagnie  Lindie
in  Luagalla  dazu  genügen  wird,  um  keine  aufrührerischen
  Gedanken  in  dem  Herzen  Matschembas
wieder  aufkommen  zu  lassen.  #

So  schickte  ich  am  13.  die  3.  und  8.  Kompagnie
sowie  einen  Zug  der  6.  und  einen  inzwischen  eingetrossenen
  Zug  der  2.  Kompagnie  mit  Elfenbein,
Pulver  und  Gewehren  zur  Küste  und  marschirte
selbst,  theils  um  auch  die  andere  Seite  der  Buschzone
  kennen  zu  lernen,  theils  um  die  Missionen
Lukuledi,  Masasi  und  Newala  zu  besuchen,  mit  der
9.  Kompagnie  auf  diesem  Wege  und  am  Rovuma
entlang  zurück  über  das  Makondeplatean  und  gelangte
  am  31.  Dezember  in  Milindani  zur  Küste.
Der  Abtransport  sowohl  dieser  als  der  direkt  zur
Küste  zurückgeschickten  Kompagnien  wurde  per  Dampfer
ausgeführt.

An  kriegerischer  Thätigkeit  war  die  Expedition
arn,  desto  reicher  an  Marschleistungen,  die  den  Kompagnien
  zugemuthet  werden  mußten  und  die  von
allen  vier  Kompagnien  mit  musterhafter  Ordnung
und  ohne  jede  Schwierigkeit  ausgeführt  wurden.  Die
Ausrüstung  der  Expedition  für  das  Gefecht  bestand
aus  einem  6,5  cm  Geschütz  und  einem  Maxim--Gun.
Die  Verwendung  des  ersteren  dürfte  sich  auf  die  Fälle
beschränken,  wo  man  mit  Sicherheit  annehmen  kann,
gegen  Steinbomas  oder  ganz  feste  Temben  vorgehen
zu  müssen.  Das  Maxim-Gun  ist  im  hiesigen  Busch
eine  vorzügliche  Waffe.  Jedoch  ist  mit  großer  Sorgsalt
  darauf  zu  sehen,  daß  die  Munition  trocken  bleibt,
und  es  ist  absolut  nothwendig,  für  jedes  Geschütz
        <pb n="140" />
        mindestens  sechs  Gürtelkasten  mitzunehmen,  da  das
Neumontiren  des  abgeschossenen  Gürtels  im  Gefecht
ausgeschlossen  ist.  Die  Ausrüstung  des  einzelnen
Mannes,  wie  hier  geschehen,  mit  150  scharfen  Patronen
  belastet  diesen  sehr.  Soll  er  dazu  noch  seine
Decke,  seine  Reisportion  für  einige  Tage  und  eventuell
noch  eine  Zeltbahn  tragen,  was  Letteres  ich  für
durchaus  zu  empfehlen  erachte,  so  wird  eine  große
Anforderung  an  die  Leistungsfähigkeit  des  Mannes
gestellt  werden  müssen.  Die  Patrontaschen  belasten
zu  sehr  einzelne  Theile  der  Hüften  mit  Druck,  und
täglich  kamen  Leute  zum  Arzt  mit  Druckstellen  auf
den  Hüften.  Ich  neige  mehr  zur  Einführung  der
Gürtel,  ein  doppelter  um  den  Leib  geschnallt,  der
gleichmäßig  die  Hüften  belastet,  und  einer  als  Bandolier
  über  die  Schulter  getragen.  Man  sieht  dies
häufig  bei  den  Sudanesen,  die  sich  diese  Gürtel  selbst
anfertigen  und  sehr  gern  tragen.  Eine  Herabminderung
  des  Mumitionsquantums  halte  ich  nicht
für  angezeigt.  Das  Schuhzeng  hat  sich  wiederum
als  ganz  miserabel  erwiesen.  Wenn  ich  auch  zugeben
muß,  daß  es  nicht  so  behandelt  wird  wie  zu  Hause
und  deshalb  schneller  brüchig  wird  als  dort,  so  habe
ich  doch  ganz  neue  Stiefel  in  unglaublich  kurzer  Zeit
gänzlich  aufgelöst  und  zerrissen  gesehen,  was  nicht
allein  durch  die  unsorgfältige  Behandlung  und  das  fast
täglich  gänzliche  Durchnässen  verursacht  sein  kann.
Ueber  die  Gewehre  werde  ich  später  nach  eingetretener
Prüfung  durch  die  Büchsenmacher  berichten.  Vorläufig
  habe  ich  den  Eindruck,  daß  das  Modell  71
ein  ganz  ungewöhnlich  brauchbares  Kriegsgewehr  ist,
welches  den  schlimmsten  Witterungseinflüssen  und  der
schlechtesten  Behandlung  dauernd  widersteht.  Ich
hatte  mit  Rücksicht  auf  den  eventuell  bevorstehenden
Höhlenkampf  Dynamitsprengpatronen  mitgenommen.
Dieselben  mögen  zum  Umwerfen  einer  Mauer  und
eines  Pallisadenzauns  leistungsfähig  genug  sein,  zum
Absprengen  auch  nur  einigermaßen  größerer  Felspartien
  erwiesen  sie  sich  als  gänzlich  unzulänglich.

Die  Verluste  während  der  Expedition  setzen  sich
folgendermaßen  zusammen:

1.  Todt:  1  Askari  in  der  Nacht  vom  1.  zum
2.  November  im  Lager  bei  Lunyu  erschossen,
2  Askaris  auf  dem  Marsch  am  1.  November
an  Hitzschlag  gestorben,  Beide  Somalis.

2.  Verwundet:  1  europäischer  Unteroffizier
(Lachenmair),  Verbrennung  durch  Pulverexplosion
  bei  der  Einnahme  von  Luawa.

1  Askari  Schuß  in  den  Oberschenkel  mit
Knochenfraktur  auf  einer  Patrouille.

3.  Krankheiten  traten  in  leichter  Form,  Fieber  und
Durchfall,  auf,  ohne  daß  dadurch  ein  Abgang
erfolgte.

Inspektionsreise.
Der  stellvertretende  Gouverneur  und  Kommandeur
der  Schubtruppe,  Oberstlieutenant  v.  Trotha,  ist
mit  einer  Inspektion  der  Innenstationen  bealftraht

102

 

worden,  welche  sich  auf  die  Stationen  Moschi,  Muanza,
Bukoba,  Udjidji,  Tabora  und  Mpwapwa  erstrecken
soll.  Eine  derartige  Inspizirung  hat,  solange  das
Gonvernement  besteht,  überhaupt  noch  nicht  stattgefunden;
  sie  ist  aber  aus  den  verschiedensten  Gründen
nicht  nur  wünschenswerth,  sondern  auch  nothwendig.

Ueber  einen  Sug  zu  den  Mparangabkuptlingen

berichtet  Oberführer  v.  Natzmer  unter  dem  14.  Januar
  d.  IJs.:

Die  Verwandten  des  im  Februar  1894  hingerichteten
  Sultans  von  Mparanga  und  die  Kilaleleute
hatten  sich  nach  einem  Bericht  des  Bezirksamts  Kilwa
unbotmäßig  gezeigt.

Um  ihnen  die  Macht  der  Regierung  zu  zeigen
und  die  Anwohner  der  Telegraphenleitung  vor  erneuten
  Beschädigungen  zu  warnen,  brach  ich  auf
Befehl  des  Keiserlichen  Gouvernements  mit  der
3.  Kompagnie  am  23.  v.  Mts.  von  Kilwa  aus  auf.

Nach  drei  Tagemärschen  über  Mohoro  überschritt
ich  bei  Mtumbe  Paria  den  180  m  breiten  Nufiji.

Nach  einem  weiteren  Tagesmarsch  in  westlicher
Richtung  am  Rufiji  entlang  theilte  mir  der  vom
Bezirksamt  Kilwa  als  Führer  mitgegebene  Akida  von
Njemsati  mit,  daß  wir  noch  diese  Nacht  Mparanga
erreichen  müßten,  da  sonst  eine  Benachrichtigung  der
Häuptlinge  und  ihr  Entfliehen  zu  befürchten  sei.

Am  28.  1½⅛  Uhr  morgens  brach  ich,  begleitet
von  dem  Jumben  von  Tumbe-Paria  mit  seinen
Leuten  und  den  Leuten  des  alten  Jumben  Sura-Mkale,
  die  auch  als  Führer  dienen  mußten,  da  der
Akida  von  Njemsati  noch  nie  bei  Mparanga  gewesen,
von  Kede  aus  auf.  Nach  etwa  3½  stündigem  Marsch,
bei  dem  wir  verschiedene  Dörfer  passirt  hatten,  gelangten
  wir  in  das  Mparangaland  und  bemerkten
bei  Einbruch  der  Dämmerung,  daß  die  Dörfer  größtentheils
  bereits  verlassen  waren  und  Zurückgebliebene
vor  uns  flohen.  Die  Expedition  war  den  Mparangaleuten,
  welche  mit  den  Rufijileuten  Handelsbeziehungen
unterhalten,  verrathen  worden  und  die  Flucht  vorbereitet.
  Die  Expedition  bezog  daher  Lager  mitten
im  Mparangalande  in  Lipanga.  Patronillen  durchstreisten
  das  Land.  Eingebrachte  Gefangene  behaupteten,
  Wagindoleute  von  Donde  und  nur  zur  Zeit
der  Hungersnoth  hier  eingewandert  zu  sein.

Am  Nachmittage  erschien  der  Mparangahäuptling
Lupinga  mit  seinen  Leuten  und  Geschenken,  um  seine
Unterwürfigkeit,  die  er  bereits  dem  Akida  von  Mohoro
angezeigt,  erneut  zu  bekunden.  Die  Verhandlungen
ergaben  ferner,  daß  die  beiden  anderen  Häuptlinge,
Manefiale  und  Lipenga,  nach  der  Expedition  v.  Everbeck
  ihre  Absicht,  sich  zu  unterwerfen,  dem  Alida

von  Nijemsati  schriftlich  angezeigt  hätten,  zum  Erscheinen

  beim  Schauri  später  aber  aus  Angst  sich

nicht  hatten  entschließen  können.
Dem  Lupinda  wurde  aufgegeben,  die  Leute  in
ihre  Dörfer  zurückzurufen  und  die  beiden  Häuptlinge
        <pb n="141" />
        zum  Schauri  zu  beordern,  spätestens  aber  am  nächsten
Nachmittage  Bescheid  zu  bringen.  v

d  Mparangaland  hat  schwarzen  mit  wenig
Ser  untermischten,  fruchtbaren  Boden.  Viele
5  chnben  mit  Dörfern  von  vier  bis  zehn  Häusern
lach  Rufijiart  unterbrechen  den  parkähnlichen  Wald.

Gutes  ser  —
—8Y  aus  Wasserlöchern  ist  genügend  vor-La

  Da  ein  Zurückkehren  der  Leute,  solange  das
*  ger  im  Lande,  unwahrscheinlich  war,  verlegte  ich
am  nächsten  Tage  weiter  nach  Osten  an  den  leicht
salzigen  Ruhohifluß.  -
lb  n  dieses  Lager,  in  dem  ich  bis  zum  30.  Deden
  er  nachmittags  verblieb,  kamen  die  Jumben  aus
er  ganzen  Gegend  und  von  der  Telegraphenleitung
mit  ihren  Leuten  zur  Begrüßung.
Lupin#e  mit  diesen  sowie  mit  dem  zurückgekehrten
in'n  9  und  den  inzwischen  wieder  zu  Verhandlungen
Nie  msat  barangaland  entsandt  gewesenen  Akida  von
Mparan  abgehaltenen  Schauris  ergaben,  daß  die
aut  nscher  eute  aus  Furcht  weit  entflohen  seien  und
Cnedneht  wieder  zurückkehren  würden,  solange  die
(eamr  onn  im  der  Gegend  weilte.  Die  Mparanganic
  8  en  sich  seit  dem  Tode  des  alten  Mparanga
t.  hn  haben  zu  Schulden  kommen  lassen.  Ihre  Macht
u  enfalls  lebt,  nachdem  sich  ihre  ganze  Umgebung
inkerworfen,  nur  höchst  gering  zu  veranschlagen.
Infolgedessen  brachen  wir  am  Nachmittag  auf,
nachdem  ich  Lupinga  aufgetragen,  sich  selbst  gelegenth
  in  Kilwa  zu  unterwerfen  und  die  beiden  Häuptnse
  gleichfalls  zur  Unterwerfung  zu  veranlassen.
bevorebensmittelmangel  steht  thatsächlich  überall  da
angepft.  vo  Mohogo  noch  nicht  in  genügendem  Maße
g  vi  anzt,  was  in  den  Schauris  angerathen  wurde.
vier  ver  Morsch  ging  weiler  durch  das  aus  drei  bis
bestehend  orden  nach  Süden  parallel  laufende  Ketten
von  n  e  Mittelgebirgsland,  die  Mtotiberge,  welche
Lieuteiuropern  noch  nicht  durchschritten  sein  sollen.
Die  M#ant  Fonck  I.  hat  die  Route  aufgenommen.
aber  in  atlberge  sind  jeht  ziemlich  bevölkert,  müssen
sein,  wi  früherer  Zeit  noch  stärker  bevölkert  gewesen
e  aus  den  vielen  Schamben  hervorgeht.
*—**  den  Aussagen  der  Eingeborenen  haben  die
aern  bag  en  der  Araber  und  eine  Hungersnoth  das
Latern  itvölkert.  Der  Boden  wechselt  zwischen  rothem
frn  *5  und  schwarzer  Erde  und  scheint  durchweg
6  ibar  zu  sein.  Die  Leute  gewinnen  Kopal  und
ummi,  mit  dem  sie  nach  der  Küste  Handel  treiben.
*  In  allen  in  dieser  Gegend  bezogenen  Lagern
erscheinen  die  Jumben  aus  der  weitesten  Nachbarschaft
mit  ihren  Leuten  und  Geschenken  zur  Begrüßung.
z4,  Fie  zum  Schauri  beorderten  Kikaleleute  ver—
sicherten  gleichfalls  ihre  absolute  Unterwerfung,  welche
lie  ja  auch  dadurch  bethätigt  hätten,  daß  sie  dem
Telegraphenbaubeamten  Preuß  alle  ihre  Leute  zum
urchhauen  der  Gestelle  an  der  Telegraphenleitung
zur  Verfügung  stellten.  Dem  Akida  von  Niemsati,
welcher  in  unmittelbarer  Nachbarschaft  von  Kikale

103

 

lebt,  war  von  einer  Unbotmäßigkeit  dieser  Leute  auch
nichts  bekannt.

Am  5.  Januar  erreichten  wir  den  von  Dr.  Stuhlmann
  festgelegten  Ort  Mivule  westlich  Nikindo.  Am
6.  Januar  traf  die  Expedition  wieder  in  Darzes-Saläm
  ein.

Eine  Postverbindung  der  Rüste  mit  dem  Kyassa

über  Land  herzustellen,  ist  der  Bezirksamtmann
v.  Eltz  beauftragt  worden.  Er  soll  sich  dabei  der
Hülse  des  Akida  Raschid  bin  Massud  bedienen.

verlegung  des  Bezirks-  und  Dauptzollamts  von  Lindi
nach  Mikindani.

Da  Milindani  nach  Erwerbung  Kiongas  für  die
Erledigung  der  Geschäfte  günstiger  gelegen  ist  als
Lindi  und  sein  Handel  dem  Lindis  mindestens  gleichkommt,
  ist  die  bereits  vom  Kaiserlichen  Gouverneur
v.  Schele  beabsichtigte  Verlegung  der  Behörden  nach
Lindi  jetzt  ausgeführt  worden.

RKulturversuche  am  Rilimandiaro.

Herr  Gilcher  berichtet  über  die  Aussichten
tropischer  Kulturen  nach  den  von  ihm  auf  der  Kilimandjarostation
  gemachten  Beobachtungen  und  über
seine  Thätigkeit  auf  der  Station  Nachstehendes:

Die  Anfang  September  gesäete  Gerste  wird  in
acht  Tagen  schnittreif  werden  und  stellt  eine  schöne
Ernte  in  Aussicht,  Vögel  und  Ratten,  die  während
der  vorigen  Reife  nicht  abzuwehren  waren,  haben
durch  die  Maßregeln,  die  getroffen  wurden,  sich  bedeutend
  vermindert;  trotzdem  ist  ein  Arbeiter  in  den
Feldern  nothwendig,  der  durch  beständiges  Trommeln
und  Schreien  die  fliegenden  Plagegeister  fernhält.

Weizen  (Taboraweizen),  der  im  Juli  hier  gesäet
wurde,  ist  da,  wo  er  sofort  aufging  und  von  Heuschrecken
  abgefressen,  wieder  ausgeschlagen  und  brachte
kleine  Weizenähren.  An  anderer  Stelle,  wo  derselbe
Samen  in  die  Erde  gebracht  wurde,  ist  der  Weizen
zur  Spelzen  ausgeartet,  die  sowohl  im  Halm  als  in
der  Aehre  vollständig  befriedigt.  Sie  steht  gerade
in  Blüthe.

Taboraweizen,  der  Anfang  September  gesäet
wurde,  blieb  infolge  der  Trockenheit  des  Monats
Oktober  (Bewässerungsanlagen  waren  nicht  angelegt)
im  Halm  sehr  klein,  hat  dagegen  wegen  der  jetzt
häufigen  Regen  eine  recht  schöne  Aehre  angesetzt.

Mais  läßt  eine  gute  Ernte  erwarten.  Auch  er
fühlt  sich  durch  den  jetzigen  hohen  Niederschlag  zu
kräftigerem  Wachsthum  angeregt  und  steht  jetzt  größtentheils
  in  Blüthe.  Vorigen  Monat  wurden  weitere
Parzellen  mit  Gerste  und  Mais  besäet,  vor  einigen
Tagen  wieder  eine  größere  Fläche  mit  Mais  und
kleinere  Parzellen  mit  Sorghum  und  Gerste.
        <pb n="142" />
        Ungefähr  120  Zuckerrohrstecklinge  (das  Zuckerrohr

  kaufte  ich  von  den  Eingeborenen),  die  Anfang

Oktober  in  die  Erde  kamen,  haben  jetzt  schon  40  bis
60  cm  lange  Triebe  angesetßzt.

Der  Ende  September  gesäete  Kaffee  ist  seit  ungefähr
  14  Tagen  über  der  Erde;  nur  wenige  Samen
haben  keine  Keime  getrieben.  Ein  Stück  Land  ist  an
der  unteren  Urwaldgrenze  bereits  ausgerodet  und  ein
Wassergraben  in  Arbeit.

Es  scheint  mir  nach  den  jetzigen  Versuchen  ein
Säen  und  Ernten  in  ununterbrochener  Reihenfolge
hier  am  Berge  möglich.  Freilich  sind  die  Zeiten  bei
Eintritt  der  großen  Regen  am  günstigsten,  da  alsdann
  die  Bewässerungsarbeiten  wegfallen.

Da  die  letzte  und  größte  Arbeiterwohnung,  mit
der  zugleich  ein  Viehstall  verbunden  war,  höchst  baufällig
  geworden  war,  so  wurde  sie  niedergerissen  und
an  der  Südgrenze  der  Station  ein  neues  Haus  gebaut.
  Dasselbe  soll  später  dem  Wärter  des  Viehstalles,
  den  ich  in  nächster  Zeit  ebendahin  zu  bauen
gedenke,  zur  Wohnung  dienen.  Vieh  ist  nämlich
unbedingt  nöthig,  um  den  nöthigen  Dung  für  die
Felder  zu  erhalten.

Ich  plane  einen  Versuch  der  Zebrazucht  und  war
deshalb  im  Anfang  vorigen  Monats  zehn  Tage  in
der  Steppe,  um  eins  oder  mehrere  dieser  Thiere  zu
fangen.  Da  ich  jedoch  zu  wenig  Leute  hatte,  nahm
das  Graben  der  Fallgruben  die  größte  Zeit  in  Anspruch
  und  die  Thiere  wurden  für  die  nächste  Zeit

verscheucht.  Herr  Kompagnieführer  Johannes,  dem

es  gelang,  ein  Zebra  einzufangen,  konnte  es  nicht
transportiren,  da  das  Thier  die  zum  Binden  verwendeten
  Stricke  zerbiß  und  durchging.  Von  cinem
Zähmen  der  eingefangenen  Thiere  ist  wenig  zu  erhoffen,
  jedenfalls  würden  sich  aber  aufgezogene  Thiere
und  vor  Allem  Blendlinge  von  Zebra  und  von  seinen
Verwandten,  Pferd  und  Esel,  zur  Arbeit  gewöhnen
lassen.  Außerdem  ist  hier  der  Versuch  so  billig,  wie
er  sich  wohl  schwerlich  anderswo  bewerkstelligen  läßt.

Togo.
Dandel.

Die  Ausfuhr  des  Togogebietes  hat  in  den  ersten
sechs  Monaten  des  Etatsjahres  1895/96  einen  Werth
von  1  649  027,25  Mark  gehabt.  In  den  entsprechenden
  Monaten  des  vorigen  Etatsjahres  erreichte  diese
Ausfuhr  einen  Werth  von  1  651  121,55  Mark.
Während  aber  in  dem  erwähnten  Zeitraum  des
Jahres  1894/95  der  Gummiexport  nur  44  019,15
Mark  betrug,  hat  er  in  den  ersten  zwei  Quartalen
des  laufenden  Etatsjahres  schon  131  173,35  Mark
erreicht.  Geringer  war  dafür  der  Werth  der  Ausfuhr
  von  Palmkernen  und  Palmöl,  was  mit  dem
Ernteausfall  zusammenhängt.  Da  der  Gummiezport
im  Jahre  1893  nur  99  254  Mk.,  1894  115  621  Mk.
Werth  besaß,  erweckt  die  jetzige  Zunahme  sehr  gute
Erwartungen.

104

1  Deuftsch-Südwelkafrika.

Sum  Schutzvertrag  zwischen  Major  Leutwein  und
Dendrik  Witbooi.

Dem  zwischen  dem  Kaiserlichen  Landeshauptmann
Herrn  Major  Leutwein  und  dem  Kapitän  Hendrik
Witbooi  am  15.  September  1894  abgeschlossenen
Schutzvertrage  ist  am  16.  November  1895  ein  Zusatzartikel
  hinzugesügt  worden.

Die  hierüber  in  Gibeon  ausgenommene  Verhandlung
  hat  folgenden  Wortlaut:

Um  deutlich  und  öffentlich  zu  zeigen,  wie  fest  der
Kapitän  Witbooi  auf  den  Bedingungen  steht,  die  der
Schutzvertrag  Seiner  Majeslät  des  deutschen  Kaisers
Wilhelm  1I.  mit  ihm  am  15.  September  1894  geschaffen
  hat,  um  ferner  zu  beweisen,  wie  der  Kapitän
Witbooi  sich  mit  ganzem  Herzen  der  deutschen  Sache
zu  ergeben  bemüht  —  und  schließlich  um  den  vielen,
Mißtrauen  erregenden  Gerüchten,  die  fortgesetzt  durch
das  Land  laufen,  ein=  für  allemal  einen  festen  Damm
entgegenzusetzen,  haben  der  Kaiserliche  Landeshauptmann
  Herr  Major  Leutwein  und  der  Kapitän
Hendrik  Witbooi  dem  obenerwähnten  Schutzvertrage
  folgenden  Artikel  hinzugefügt:

Zusatz-Artikel  (9).

Der  Kapitän  Hendrik  Witbooi  verspricht  für  sich
und  seine  Nachfolger,  Seiner  Majestät  dem  deutschen
Kaiser  und  der  Regierung  desselben  gegen  alle  äußeren
und  inneren  Feinde  des  deutschen  Schutzgebictes,  auf
den  Ruf  des  von  Seiner  Majestät  dem  deutschen
Kaiser  eingesetzten  Landeshauptmanns  hin  mit  allen
wasfenfähigen  Männern  unbedingt  und  unverziglich
Heeresfolge  zu  leisten.

Die  dieses  heilige  Versprechen  betreffenden  Einzelbeiten,
  6.  da  sind  jährliche  Angaben  über  die  Zahl
der  waffenfähigen  Männer,  ihre  Bewassnung  u.  s.  w.,
setzt  ein  zwischen  dem  Kapitän  Witbooi  und  dem
Distriktschef  von  Gibeon  besonders  anfzusetzender
Vertrag  fest.

Gibeon,  den  16.  November  1895.

Der  Kaiserl.  Landeshauptmann.  Der  Kapitän.
gez.  Leutwein.  gez.  Hendrik  Witbooi.
Der  Distriktschef  von  Gibeon.  Als  Zeugen:
gez.  H.  v.  Burgsdorff.  gez.  Abel  C.  Jzaak.
Daniel  Pitter.
Jonas  Jozef.
Samuel  Jzaak,
Petrus  Jood.

 

Besichtigungs=  und  Grientirungsreise  im  Namalande.

Der  stellvertretende  Kommandeur  der  südwestafrikanischen
  Schutztruppe  Major  Müller  berichtet
über  eine  Besichtigungs=  und  Orientirungsreise  durch
das  Namaland,  die  er  Anfang  August  v.  Is.  angetreten
  hatte  und  von  der  er  am  1.  November  nach
Windhoek  zurückgekehrt  ist,  wie  folgt:
        <pb n="143" />
        Die  Reise  führte  mich  über  Rehoboth,  Hornkranz,
durch  die  rothen  Berge  über  Areb,  Hauchas,  Bülls
Port,  durch  das  Naukluftgebirge  nach  Sessriem  weiter
über  Karris,  Zaris,  Grootfontein,  Gibeon,  Keetmanshoop,
  Warmbad,  Vellhon,  Jerusalem,  Stolzenfels  am
Orangefluß,  Blydeverwacht,  Wamas,  Kais,  Hasür,
Rietfontein,  Kocs,  Gochas,  Swartfontein,  Hoachanas
durch  das  Schafrevier  nach  Windhoek  zurück.  Ich
habe  den  Eindruck  gewonnen,  daß  das  Land  vollständig
  beruhigt  ist,  wozu  hauptsächlich  die  Militärstationen
  beigetragen  haben,  die  bei  auch  nur  geringer
Stärke  mit  ihren  an  guten  Wasserstellen  gelegenen
lesten  Gebänden  von  großer  Bedeutung  für  das  Land
geworden  sind.  Sie  wirken  in  Friedenszeiten  hauptsächlich
  als  Polizeistationen,  gewähren  Weisen  und
Eingeborenen  Schutz  gegen  Uecbergriffe  Einzelner,
sind  in  Kriegszciten  Allen  ein  sicherer  Zufluchtsort.

Leider  herrscht  im  ganzen  Süden  grose  Trockenheit,
  welche  zu  der  Befürchtung  Veranlassung  giebt,
daß  unter  der  armen  eingeborenen  Bevölkerung  schwere
Noth  eintreten  wird.

Bei  der  näheren  Besichtigung  des  Naukluftgebirges
  habe  ich  die  Ueberzeugung  gewonnen,  daß
nur  derjenige  in  der  Lage  ist,  die-Leistungen  von
Führern  und  Mannschaften  der  Truppe  in  dem
Kampfe  gegen  Witbooi  voll  zu  würdigen,  der  selost
das  Gebirge  gesehen  und  durchklettert  hat,  wozu  ich
auf  dem  nächsten  Wege  bei  vorzüglichen  Führern
drei  Tage  und  zwei  Nächte  gebraucht  habe.

Das  Land  um  das  Naukluftgebirge,  der  Eingang
zur  Naukluft  und  das  ganze  Tsoakhaubthal,  wie
serner  das  ganze  Terrain  von  hier  aus  südlich  bis
Karris  und  Zaris  erscheint  für  eine  Ansiedelung  besonders
  Heeignet.  Dort  ist  überall  gutes  Wasser,
vorzügliche  Weide,  im  Flußbett  Gelegenheit  zum  Getreidebau
  und  endlich  ausgezeichnete  Jagd.  Karris
hat  einen  starken  Wasserfall,  den  man  ½  Stunde
weit  hört.  Leider  liegen  diese  Plätze  etwas  weit
von  jedem  Verkehr  ab,  den  Weg  Karris—Grootsontein
  hat  nachweislich  vor  mir  noch  kein  Weißer
gemacht.  Doch  werden  sie  wie  auch  Grootfontein
Einen  großen  Werth  gewinnen,  wenn  wir  in  der
Hottenkottenbai  einen  geeigneten  Landungsplatz  und
einen  Zugang  durch  die  Dünen  dorthin  finden.

Das  Verhältniß  der  Truppe  zu  den  Missionaren,
den  übrigen  Weißen  und  der  eingeborenen  Bevölkerung
  ist  überall  ein  gutes.  Sehr  vortheilhaft  für
die  Entwickelung  des  Schutzgebietes,  und  deshalb
wenn  möglich  zu  unterstützen,  sind  die  Bestrebungen
der  Missionare,  in  den  Schulen  die  deutsche  Sprache
zu  lehren.

»  Auf  fast  allen  Stationen  werden  bis  zum  Eintritt
  der  Re
bänden  untergebracht  sein.
Kosten  verursacht,
als  die  Gebäude  nicht  nur  als  Defensivkasernen
nöthig  waren,  sondern  gleichzeitig  ein  Wahrzeichen
deutscher  Macht  und  deutschen  Fleißes  im  Lande
bilden.  Die  stattlichen  Gebäude  sind  von  deutschen

Leßtere  haben  wohl  große

105

genzeit  die  Mannschaften  in  guten  Gesind

  aber  insofern  gerechtfertigt,

–

Soldaten  erbaut  unter  Zuhülfenahme  der  armen  Eingeborenen,
  denen  auf  diese  Weise  Gelegenheit  gegeben
ist,  sich  ihren  Lebensunterhalt  verdienen  und  arbeiten
zu  lernen.

Was  die  Frage  nach  der  Heranziehung  von  Eingeborenen
  zum  Militärdienst  betrifft,  so  sind  meines
Erachtens  auf  allen  Stationen  zuverlässige  Farbige
als  Polizeisoldaten  sest  anzustellen.  Diese  Leute  erhalten
  Bewaffnung  und  ein  Pferd  und  werden  im
Schießen,  Reiten  und  Meldedienst  ausgebildet.

Im  Allgemeinen  bemerke  ich,  daß  die  Kriegsbereitschaft
  überall  nach  jeder  Richtung  hin  gesichert
ist.  Nur  der  Zustand  der  Pferde  läßt  zu  wünschen
übrig,  und  muß  jedenfalls  eine  Verbesserung  des
Pferdematerials  allmählich  eintreten.

Pockenepidemie  in  Südwestafrika.

Nach  einem  Berichte  des  Kaiserlichen  Landeshauptmanns
  zu  Windhock  vom  15.  November  1895
ist  im  September  1895  in  den  östlich  vom  deutschen
Schutgebiete  in  Südwestafrika  gelegenen  Gebieten
die  Pockenepidemic  ausgebrochen  und  hat  in  manchen
Orten  bereits  einen  bedrohlichen  Umfang  angenommen.

Nach  Mittheilung  von  Privatleuten  hat  sich  die
Epidemie  von  Johannesburg  in  östlicher  NRichtung
über  Upington  und  im  Süden  von  Britisch-Betschuanaland
  bis  nahe  an  die  Ostgrenze  des  deutschen  Schutzgebietes
  verbreitet.  Es  sind  die  erforderlichen  Sicherheitsmaßregeln
  sofort  getroffen  worden,  insbesondere
ist  der  Grenzverkehr  nur  unter  der  Bedingung  gestattet,
  daß  die  von  auswärts  kommenden  Leute  mit
einem  behördlicherseits  ausgestellten  Gesundheitsatteste
versehen  sind.  Auch  ist  die  Beschaffung  von  Lymphe
behufs  Impfung  angeordnet.  Der  in  Keetmanshoop
stationirte  Assistenzarzt  2.  Klasse  Dr.  Schöpwinkel
ist  angewiesen,  nach  Eintreffen  derselben  alsbald  mit
einer  Impfung  der  weißen  und  farbigen  Bevölkerung
im  Bezirk  Keetmanshoop  zu  beginnen.

 

 

 

vom  Bersabavolke.

Das  dem  Kapitän  des  Bersabavolkes  Dietrich
Goliath  vom  Kaiserlichen  Landeshauptmann  bewilligte
  Jahresgehalt  von  1000  Mark  ist  nach  dem
Tode  des  Kapitäns  auf  seinen  Nachfolger  Christian

oliath  übertragen  worden.

1  Rus  dem  Bereiche  der  Wissionen  und
der  Antisklaverei-Bewegung.

Die  evangelische  Missionsgesellschaft  für
Deutsch-Ostafrika  (Berlin  III)  ist  von  einem
schweren  Verlust  betroffen  worden.  Am  28.  Januar
starb  Missionar  Kraemer  in  Heluan  in  Aegypten.
Mifsionar  Kraemer  war  im  Jahre  1888  nach
        <pb n="144" />
        Deutsch-Ostafrika  hinausgegangen  und  hatte  im  Jahre
1890  die  Station  in  Tanga  gegründet.  1892  war
er  in  der  Heimath  auf  Urlaub.  Er  war  ein  sprachenbegabter
  Mann  und  darum  auch  unter  den  Mitarbeitern
  der  von  A.  Seidel  herausgegebenen  „Zeitschrift
  für  afrikanische  und  occanische  Sprachen“
genannt.  Seine  Arbeit  in  Tanga  war  sehr  umfangreich.
  Außer  der  Missionsarbeit  an  den  Heiden
halte  er  die  Ausgabe,  die  Deutschen  in  Tanga  seelsorgerisch
  zu  bedienen.  Die  Gottesdienste  für  dieselben
  fanden  in  der  kleinen  Kapelle  des  Missionshauses
statt.  Außerdem  nahm  die  Krankenpflege  an  den
Eingeborenen,  die  in  großer  Zahl  auf  der  Station
Hülfc  suchten,  seine  Kräfte  sehr  in  Anspruch,  und
auch  mancher  erkrankte  Europäer  hat  Pflege  in  dem
Kraemerschen  Hause  gefunden.  Zu  Ende  vorigen
Jahres  ging  er  auf  dringendes  Aurathen  der  Aerzte
nach  Aegypten,  um  Genesung  von  einem  Lungenleiden
zu  suchen.  Er  hinterläßt  Frau  und  Kind.

Den  Nummern  1  und  2  vom  Jannar  und  Februar
  d.  Is.  und  anderen  Mittheilungen  entnehmen
wir  über  die  Thätigkeit  der  evangelischen  Missionsgesellschaft
  für  Deutsch-Ostafrika  (Berlin
  II1)  folgende  Nachrichten:

Missionar  Maaß  hat  auf  der  Station  Maneromango
  in  Usaramo  den  Bau  einer  Kapelle  fast
vollendet.  Er  hat  sich  zur  Erholung  nach  Darzes-Saläm
  begeben,  gedachte  jedoch  im  Januar  auf  seinen
Posten  zurückzukehren.

Die  Vertretung  des  Missionars  Kraemer  in  Tanga
hat  der  Missionar  Becker,  der  bisher  auf  der  Station
Bethel  unter  den  Waschambaas  mit  erfreulichem  Erfolg
  gewirkt  hat,  übernommen.

In  Wuga  ist  ebenfalls  eine  Kapelle  der  Vollendung
  nahe.

Die  Missionsgesellschaft,  welche  im  Jahre  1886
gegründet  worden  ist,  unterhält  in  unserem  ostafrikanischen
  Schutzgebicte  7  Stationen.  Auf  diesen  wirken
11  Missionare,  von  welchen  5  verheirathet  sind,
6  Diakonen  und  2  Diakonissen,  insgesammt  also
24  Europäer.

Das  deutsche  Baptisten-Komitee  für  Westafrika
  hat  am  10.  d.  Mts.  den  Missionar  Benjamin
Graf  nebst  Gattin  nach  Kamerun  entsandt.

Aus  der  Station  „Engelberg“  in  Kamerun
schreibt  P.  Vieter  in  „Kreuz  und  Schwert“  unter
dem  12.  November  1895:

„Im  letzten  Jahre  ist  die  Zahl  unserer  Schüler
von  250  bis  260  auf  etwas  über  500  gestiegen.
Davon  sind  gegen  200  bei  uns  in  Kost  und  Logis,
d.  h.  sie  werden  vollständig  von  uns  unterhalten  und
erzogen;  der  Rest  befindet  sich  in  den  Dorsschulen,
die  wir  bei  Marienberg  am  Sanaga  und  bei  Kribi
errichtet  haben.  Unsere  älteren  Jungen,  die  wir
so  gut  ausbildeten,  als  es  nur  immer  ging,  stehen

 

106  —

diesen  Schulen  mit  großem  Eiser  vor.  Sie  werden
wöchentlich  ein=  bis  zweimal  von  einem  unserer
Patres  besucht,  und  auch  der  Lehrer  selbst  hat  dann
von  Neuem  Belehrung  und  auch  wohl  ein  kleines
Examen  zu  bestehen.  Von  Zeit  zu  Zeit  kommt  auch
ein  Pater  und  liest  die  heilige  Messe  im  Dorfe,
jeden  Sonntag  aber  kommt  der  Lehrer  mit  einem
dicken  Buch  unter  dem  Arm,  umgeben  von  der
Schaar  seiner  Zöglinge,  im  Kann  herangefahren  und
wohnt  mit  ihnen  dem  Hochamt  und  der  Predigt  bei.
Auf  einer  Nebenstation  von  Kribi  in  Buambe  wird
jedoch  fast  jeden  Sonntag  heilige  Messe  gelesen.

Getauft  wurden  im  letzten  Jahre  von  den  Zöglingen
  und  Schülern  in  Marienberg  und  Edca  gegen
135.  Im  folgenden  Jahre  werden  es  mehr  sein.
In  Kribi  wurden  im  letzten  Jahre  gegen  75  Erwachsene
  getauft,  und  auch  die  Trauungen  mehren
sich  stets.  Taufen  von  Zöglingen  fanden  dort  gegen
80  statt.  Außerdem  ist  hier  der  wichtige  Punkt  der
Farmanlage.  Gegen  30  000  junge  Kaffeepflanzen
strecken  ihre  Köpschen  hoch  und  erwarten  ihre  Veretzung
  in  Beete  in  20  cm  Entsernung.  Dort  bleiben
ie  ein  Jahr  lang  stehen  und  werden  dann  erst  in
die  eigentliche  Farm  versetzt.  Die  Versetzung  wird
nächster  Tage  beginnen.  Mittlerweile  sind  wir  daran,
siets  mehr  abzuholzen;  Baum  um  Baum,  der  seine
paar  Hundert  Jahre  auf  dem  Rücken  hat,  fällt  unter
den  Streichen  der  Aexte  krachend  zu  Boden,  um  für
den  Kaffee  Platz  zu  machen.

Einer  unserer  Laienbrüder,  Br.  Martin  Hanewinkel
  aus  Westkirchen  bei  Warendorf,  starb,  wie
schon  gemeldet,  am  26.  September  d.  Is.  in  Kribi.
Der  Gesundheitszustand  ist  im  Allgemeinen  in  diesem
Jahre  schlimmer  als  in  den  Vorjahren.  Ich  selbst
bin  noch  recht  wohl  und  kräftig."

 

Einem  Berichte  des  Generalsuperiors  P.  Amrhein
entnimmt  „Kreuz  und  Schwert“:

„St.  Maurus  zu  Kulazini  bei  Dar-es-Saläm,
wohin  der  größere  Theil  des  Personals  und  die
Knaben  des  Waisenhauses  aus  dem  ehemaligen
St.  Josephskloster  von  Dar-zes-Saläm  verlegt  wurden,
ist  gegenwärtig  noch  die  Hauptniederlassung  in  unserer
Mission.  Nachdem  die  Werkstätten  der  Laienbrüder
in  provisorischen  Räumen  untergebracht  waren,  begann
  der  Neuban  des  Klosters,  der  im  vergangenen
Frühjahr  vollendet  wurde.  Der  untere  Stock  desselben
  wurde  größtentheils  zu  einem  Magazin  eingerichtet.
  Ein  anstoßender  Seitenflügel  dient  für  die
verschiedenen  Werkstätten.  Für  die  Knaben  wurde
ferner  ein  eigenes  einstöckiges  Waisenhaus  von  40  m
in  der  Länge  und  6  m  in  der  Breite  errichtet.  Mit
dem  Kloster  durch  einen  Zwischengang  verbunden  ist
das  St.  Mauruskirchlein  entstanden,  für  welches  am
6.  November  von  Hamburg  aus  31  eiserne  Fensterstöcke
  abgesandt  wurden.  Der  apostolische  Präfekt
hoffte,  daß  das  neue  Kirchlein,  welches  24  m  lang
und  14  m  breit  ist  und  drei  Schiffe  hat,  beim  Be-
        <pb n="145" />
        107  —

ginn  der  Regenzeit,  Ende  November,  unter  Dach  sein
werde.  Die  Sehnsucht  nach  dem  neuen  da  en
i#t  in  der  neuen  Mission  sehr  groß,  da  die  Hiße  in
der  kleinen.  provisorischen,  aus  Blech  hergestellten
Vothlapelle  bei  so  vielen  Leuten  unerträglich  war.
In  einigen  Monaten  wird  die  neue  Kirche  auch  ein
Geläute  erhalten.  Die  nächste  Arbeit  in  St.  Maurus
wird  die  Anlage  von  Gärten  und  der  Anban  der
Felder  des  Missionsgutes  sein.  Der  Anfang  hierzu
ist  durch  die  Herstellung  von  Wegen  und  das  Pflanzen
nützlicher  Bäume  bereits  gemacht.

d  Ferner  entstand  auf  dem  Eigenthum  der  Mission
as  neue  Christendörflein  St.  Maurus,  weiches
zur  Zeit  von  neun  katholischen  Familien  bewohnt

wird.  Die  Mehrzahl  dieser  .-  -
«  hl  dieser  Ehepaare  sind  ehemalige
Missionskinder,  die  vor  Jahren  aus  der  Sklaverei

n  wurden  und  von  unseren  Missionaren  Er-Krhung,
  Unterricht  und  Ausbildung  empfingen.  Als
Mere  Missionare  im  vergangenen  Sommer  das
Lanhonägnt  durch  Ankauf  einer  weiteren  Fläche
dorf  epberhrößerten,  fiel  ihnen  auch  das  nahe  Neger--
  Ulazini  mit  etwa  15  bis  20  Hütten  und
den  so  veten  Familien  zu.  Diese  zu  bekehren  und
bilnelen  eren  christlichen  Negerfamilien  einzugliedern,
Christeme  Hauptsorge  der  Missionare.  Die  schwarzen
M##  -  finden  Arbeit  und  Beschäftigung  in  der
Stoden  selof,  andere  arbeiten  für  Aufträge  aus  der
Wi  Lares-Saläm,  welche  ihnen  die  Missionare
das  9e  ä  .  Im  Februar  vergangenen  Jahres  zählte
darauf  alenhaus  in  St.  Maurus  70  Knaben.  Kurz
70“  #  Kütte  der  hochw.  apostolische  Präfekt  weitere
salss  slaben  bei  der  Hafenstadt  Lindi  los,  die  ebenerlöste
  St.  Maurus  Aufnahme  fanden.  Später
anden  er  hochw.  P.  Cassian  einmal  acht  und  ein
g  ennn  sechs  Knaben,  einige  andere  wurden  gedas
  ze  wieder  andere  fanden  einzeln  Aufnahme,  so
sind  96  Knabenschaar  158  Köpfe  zählte.  Mehrere
Tauza  der  seitdem,  geschmückt  mit  dem  Kleide  der
ho  cun  nshuld,  gestorben,  und  etwa  zwölf  nahm  der

v.  apostolische  Präfekt  mit  sich  nach  Lukuledi.
seiecht  verschiedenen  Malen  fanden  größere  Taufverzeich
  eiten  statt.  Für  den  Herz-Jesu-Monat  allein
Tadseneet  das  Pfarrbuch  von  St.  Maurus  50  heilige

Die  Station  St.  Joseph  zu  Dar-es-Saläm  ist
verstcch  Flliale  von  St.  Maurus.  Ein  Priester

d  dort  die  Seelsorge  für  das  Schwesternkloster
Möch  aria  und  für  das  mit  demselben  verbundene
lien.  urnwaisenhaus  und  Negerspital.  Außerdem
demenm  die  geistliche  Hirtensorge  für  die  eingewane
  0  Turopäer  ob,  für  die  katholischen  Soldaten
Gege  dreanmn  und  etwa  70  indische  Arbeiter  aus  der
k90  n  boin  Wag..  Der  Pater  hat  ferner  den  Ver-.
  gei  der  weltlichen  Obrigkeit  zu  übernehmen  für
888  wo  der  apostolische  Präfekt  nicht  anwesend
die  Ein,  und  hat,  unterstützt  von  einem  Bruder,
S  den  aufe  für  die  ganze  Mission  zu  machen,  die

endungen  ins  Innere  nach  Lukuledi  zu  befördern,

nur

 

die  Bestellungen  in  Europa  zu  besorgen,  kurz,  den
geschäftlichen  Verkehr  mit  der  Welt  zu  leiten.

Das  Schwesternkloster  St.  Maria  zu  Darzes-Saläm
  hat  an  Umfang  außerordentlich  gewonnen.
Ein  Theil  des  ehemaligen  Männerklosters  und  die
Werkstätten  wurden  zu  einem  Negerspitale  mit
40  Betten  eingerichtet.  Das  neue  Spital  war  ein
wirkliches  Bedürfniß,  da  für  die  vielen  kranken
Schwarzen  —  Dar-es-Saläm  hat  bereits  12  000  bis
14  000  Einwohner  —  noch  kein  Krankenhaus  vorhanden
  war.  Dasselbe  wurde  im  letzten  Jahre  von
Leidenden  aller  Art  auch  fleißig  besucht;  es  gab
Zeiten,  wo  nahezu  alle  Betten  belegt  waren,  und
hinwiederum  auch  solche,  wo  das  Spital  nur  fünf
Kranke  beherbergte.  Großer  Andrang  findet  tagtäglich
  zur  Apotheke  statt,  wo  diejenigen  behandelt
werden,  die  wegen  irgend  eines  geringeren  Leidens
ärztlicher  Hülfe  bedürfen,  aber  nicht  in  das  Krankenhaus
  aufgenommen  zu  werden  brauchen.  An  vielen
Tagen  kommen  über  50  Kranke,  um  ihre  Wunden
reinigen  und  verbinden  zu  lassen  und  sich  Arzneien
zu  holen.  Pflege,  Kost  und  Arznei  wird  stets  unentgeltlich
  geboten.  Das  Mädchemvaisenhaus  der
Schwestern  zählte  Ende  Juni  98  losgekaufte  Negermädchen.
  Dieselben  werden  vormittags  von  einer
Schwester  Lehrerin  in  den  Elementargegenständen  der
Volksschule  unterrichtet,  in  der  übrigen  Zeit  in
nützlicher  häuslicher  Beschäftigung  ausgebildet.  Es
wird  ferner  nöthig  werden,  daß  bei  den  Schwestern
ein  eigenes  Heim  für  Negerfrauen  ins  Leben  gerufen
wird,  namentlich  für  solche,  welche  den  Gatten  durch
Sklaverei  oder  Tod  verloren  haben.  Im  letzten
Sommer  wurde  mit  acht  Wahehefrauen,  deren
Männer  im  Kriege  gefallen  waren,  bereits  der  Anfang
  gemacht.  —

„Ich  habe  den  Platz  für  eine  Station  gesucht
und  fand  ein  ganzes  Volk,  welches  für  die  Aufnahme
der  Heilsbotschaft  vorbereitet  ist#,  schrieb  der  apostolische
Präfekt,  als  er  von  seiner  gefährlichen,  einmonatigen
Reise  aus  dem  Süden  unserer  Präfektur  im  November
vorigen  Jahres  nach  Dar-es-Saläm  zurückkam.  Kurze
Zeit  darauf  unternahm  er  die  Reise  zum  zweiten
Male  in  der  Absicht,  unter  den  aufgefundenen
Völkern  eine  Station  zu  begründen.  Zu  Lichimeß
1895  wurde  diese  neue  Niederlassung  in  Lukuledi,
zehn  Tagereisen  hinter  der  Hafenstadt  Lindi,  unter
dem  Wayaostamme  gegründet  und  den  heiligen
Apostelfürsten  Petrus  und  Paulus  geweiht.  Der
tiefgründige  Boden  zeigte  damals  große  Fruchtbarkeit.
Wasser  war  zwar  nicht  im  Ueberflusse,  aber  doch  genügend
  vorhanden.  Die  umwohnende  Bevölkerung
erwies  sich  anhänglich  und  bereit,  das  Christenthum
anzunehmen.  Im  vergangenen  ersten  Jahre  sieht
diese  Mission  bereits  auf  eine  ersprießliche  und  vielversprechende
  Thätigkeit  zurück,  trotz  mancher  nicht
vorhergesehener  Schwierigkeit.  Die  erste  Schwierigkeit
bildet  die  Sprache  der  Eingeborenen,  welche  von  der
Negersprache  von  Dar-zes-Salaäm  so  verschieden  ist
wie  das  Englische  vom  Deutschen.  Zudem  ist  das
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        einzige  Wörterbuch,  welches  vom  Kiyao  existirt,  in
englischer  Sprache  herausgegeben.  Die  andere
Schwierigkeit  wurde  durch  die  drückende  Wassernoth
heraufbeschworen.  Die  im  Februar  noch  reichlich
fließenden  Quellen  versiegten  bei  dem  ausnahmsweise
sehr  heißen  Sommer,  und  ob  sich  unter  der  starken
Lehmschicht  noch  Wasseradern  befinden,  konnte  bis
September  noch  nicht  festgestellt  werden.  Die  Auffindung
  guter  Brunnen  und  das  Erlernen  der  Landessprache
  bildete  daher  die  Hauptarbeit  unserer
Missionare.

Doch  wurde  durch  diese  Hindernisse  das  Missionswerk
  nicht  aufgehalten.  —  Das  neue,  nach  afrikanischer
Art  erbaute  Klösterlein  St.  Peter  und  Paul  ist
längst  bewohnt.  Eine  Kapelle  und  ein  Schullokal
traten  im  Laufe  des  Sommers  noch  hinzu.  Auch
das  Schwesternklösterlein  St.  Agnes  entstand  durch
die  rührige  Arbeit  der  wackeren  Missionare.  Allmonatlich
  geht  eine  kleine  Trägerkarawane  von  der
Mission  zur  Hafenstadt  Lindi,  um  die  dort  angekommenen
  Frachtgüter  in  Traglasten  zur  Mission
zu  befördern.  Ende  September  zählte  die  Mission
bereits  28  Christen  und  61  eingeschriebene  Katechumenen,
  b.  h.  solche,  welche  den  Vorbereitungsunterricht
für  die  heilige  Taufe  besuchen.  Da  die  Einwohner
von  Lukuledi  und  Umgegend  ein  freies  Volk  sind,
so  können  sich  die  Missionare  unmittelbar  an  dieselben
  wenden;  sie  eröffneten  deshalb  auch  sogleich
außer  dem  sogenannten  Internat  auch  ein  Externat.
Leider  sind  ihnen  bis  jetzt  nur  13  freie  Kinder  treu
geblieben;  der  stark  ausgeprägte  Freiheitstrieb  erweckt
in  ihnen  beständige  Wanderlust.  Im  Internat  wird
täglich  zweimal,  im  Externat  wöchentlich  zweimal
Unterricht  gegeben  und  zwar  für  Frauen  und  Männer
stets  gesondert.  Die  Schwarzen  zeigen  dabei  einen
lobenswerthen  Eifer.  Sie  machen  und  üben  das
Kreuzzeichen  vielmals  und  sprechen  nach  Art  der
Kinder  die  heiligen  Worte  laut  dazu.  Die  Frauen
setzen  ihren  Stolz  darin,  auch  ihre  Kleinen  darin  zu
unterweisen.  Vor  dem  Unterrichte  werden  die
Katechumenen  verlesen.  Es  fehlt  selten  einer  ohne
Entschuldigung.  Nach  dem  Unterrichte,  welchem  sast
regelmäßig  auch  andere  Negerheiden  beiwohnen,
können  sich  Neueintretende  einschreiben  lassen.  Der
Unterricht  liegt  bis  jetzt  vorzüglich  in  den  Händen
des  Obern,  R.  P.  Basilius,  der  das  Kiyao  am
besten  versteht  und  von  den  Eingeborenen  geliebt  und
geehrt  wird.  —  Im  Monat  Juli  erschienen  in
St.  Peter  und  Paul  cin  halbes  Dutzend  Negerhäuptlinge
  aus  dem  Innern  und  luden  die  Missionare
ein,  auch  zu  ihnen  zu  kommen  und  Niederlassungen
zu  gründen.

Ende  August  kamen  die  ersten  Schwestern  in
St.  Agnes  an.  Von  ihrer  Thätigkeit  läßt  sich  deshalb
  auch  nur  so  viel  berichten,  daß  sie  von  den
Kranken  fleißig  heimgesucht  werden.  Für  den  Unterricht
  fehlt  ihnen  noch  größtentheils  die  Kenntniß  der  3
Sprache.  ]

In  die  Mission  wurden  seit  November  v.  Is.

 

108

Juünglinge.

von  St.  Ottilien  gesandt:  der  hochw.  P.  Basilius
Ferstl-  Br.  Wilhelm,  Br.  Meinrad,  Br.  Livinus
und  Br.  Hubert,  welche  am  30.  November  in  Dares-Saläm
  anlangten.  Ihnen  folgten  am  15.  März
d.  Is.  der  hochw.  P.  Antonius  Ruedl,  die  Br.
Alexius,  Leonhard  und  Ottmar  nach.  Am
11.  Juni  verließen  uns  die  Herren  Patres  Severin
und  Johannes  mit  dem  Br.  Kolumban.  —  Am
9.  Oktober  reiste  der  hochw.  apostolische  Präfekt
P.  Maurus  zurück;  in  seiner  Begleitung  befanden

sich  die  Br.  Simon  und  Mathias  und  die  ehrwürdigen

  Schwestern  Viktoria,  Hiltrudis,
Rosalia  und  Viola.  —  Im  Ganzen  wurden  bis
jetzt  von  St.  Ottilien  75  geistliche  Personen  (Priester,
Laienbrüder  und  Schwestern)  in  unsere  ostafrilanische
Mission  gesandt.

Leider  war  das  verflossene  Jahr  in  ganz  Ostafrika
  sehr  reich  an  Fiebern  und  Dysenterie,  einer
Art  Ruhr.  Der  ehrwürdige  Br.  Vincenz,  Bur.
Ottmar,  Br.  Philipp  und  Schwester  Bertha
starben  hinweg  als  Opfer  ihrer  Liebe  zu  Gott  und
den  Menschen.  Der  hochw.  P.  Dominikus  mußte
ins  Mutterhaus  abberufen  werden,  um  seine  durch
ein  Gallenfieber  gefährdete  Gesundheit  wieder  herzustellen.
  Er  weilt  noch  hier.  Desgleichen  wurden
R.  P.  Cassian  und  Br.  Hubert  für  einige  Zeit
in  die  Heimath  beschieden,  um  ihre  Kräfte  zu  erholen.

Es  erübrigt  noch,  mit  einigen  Worten  des  Mutterhauses
  unserer  Kongregation  —  St.  Ottilien  —
zu  gedenken.  —  Das  wichtigste  Ereigniß  war  hier
wohl  der  Bau  und  die  Erössfnung  des  neuen  Missionsseminars.
  Ende  August  war  es  außen  und  innen
so  weit  vollendet,  daß  die  brave  Schaar  unserer  Zöglinge
  in  dasselbe  übersiedeln  konnte.  Nachdem  das

Seminar  mehrere  derselben  in  das  Noviziat  abgegeben

hatte,  kam  am  1.  September  der  Zuwachs  fürs  neue
Schuljahr.  Gegenwärtig  zählt  es  50  Knaben  und
Die  meisten  Zöglinge  besitzen  ganze  oder
Dafür  sieht  man  um  so  strenger

theilweise  Freiplätze.
Präfekt

auf  gute  Anlagen  und  Charaktereigenschaften.
des  Seminars  ist  der  hochw.  P.  Plazidus.

Am  25.  Juli  ertheilte  der  hochw.  Bischof  von
Augsburg  fünf  Mitgliedern  unserer  Genossenschaft  die
heilige  Priesterweihe.  Zwei  Weltpriester  traten  im
Laufe  des  Jahres  ein,  so  daß  unser  Rückblick  einen
Zuwachs  von  sieben  Priestern  zu  verzeichnen  hat.
Wiederholt  erlebten  wir  die  Feierlichkeit  der  Einkleidung
  und  Gelübdeablegung.  Im  Scholastikate  zu
Dillingen  studiren  zur  Zeit  fünf  Fratres  Theologie
und  Philosophie.  Zehn  andere  Fratres  befinden  sich
hier  im  Noviziat.

Das  Gut  der  Schwesterngenossenschaft  wurde  am
9.  September  von  einem  Brandunglücke  heimgesucht,
das  den  Dachstuhl  des  Oekonomiegebändes  einäscherte.
Gegenwärtig  ist  er  schon  wieder  ausgebaut.  Ein
anderes  wichtiges  Ereigniß  für  die  Schwesterngenossenschaft
  war,  daß  die  Superiorin  des  Mutterhauses
  aus  Gesundheitsrücksichten  ihr  Amt  als  Oberin
niederlegte.  Als  Nachfolgerin  wurde  unter  Beisein
        <pb n="147" />
        —  109

eines  bischöflichen  Kommissars  die  Oberin  von
St.  Agnes  zu  Lukuledi,  die  ehrwürdige  Schwester
Brigitta  Korff  O.  S.  B.,  mit  Stimmeneinheit  gewählt.
  —  Das  Waisenhaus  der  Schwestern  zählt
etwa.  25  Kinder.  Dieses  und  die  Kinderbewahranstalt
im  Tuhing  sollen  den  Schwestern  Gelegenheit  bieten,
sch  schon  in  der  Heimath  im  Unterrichte  und  in  der
Erziehung  von  Mädchen  zu  üben.“

Rus  fremden  Rolonien.

Die  wirtbschaftliche  Lage  der  britischen  Nolonien.
4  Der  kürzlich  als  Parlamentsvorlage  veröffentlichte
Statistical  abstract  for  the  several  colonial
aud  other  possessions  of  the  United  Kingdom,
Tondon  1895,  giebt  einen  Ueberblick  über  die  wirthschaftliche
  Entwickelung  der  englischen  Kolonien  während
  der  Jahre  1880  bis  1894.  Die  auf  die

briiichen  Besitzungen  in  Afrika  bezüglichen  Zahlen
heilen  wir  im  Nachstehenden  auszugsweise  mit:
An  offentlichen  Einnahmen  erzielten:
1884  1889  1894
Pfd.  Sterl.  Pfd.  Sterl.  Pfd.  Sterl.
Natal  610  937  1  327  105  1  011  017
Kapland  l  2  953  529  3  836  114  53  321  352
Gos  597932  57  633  137  017
oldküste  125  956  111  388  218  261
Sierra  Leone  76  210  68  336  99  838
Tie  öffentlichen  Ausgaben  bezifferten  sich  für
1884  1889  1894
Pfd.  Sterl.  Pfd.  Sterl.  Pff.  Sterl.
Katl  707  528  1  132  045  1  082  373
Lab  and  3679  572  3  410  254  5  310  231
Ggos.  44694  57  458  12429
Soldtüste.  112  957  125  003  226932
Sierra  Leone  85  259  64  271  93  100

g.  Die  Gesammteinnahmen  der  sämmtlichen  britischen
lonicn  beliefen  sich  auf
884

1889  1894
Pfd.  Sterl.  Pfd.  Sterl.  Pfod.  Sterl.
109  162  789  133  147  873  138  799  454

die  Helammtausgaben  auf

à  843  796  128  582  968  141  131  675
An  Zöllen  vereinnahmten:
1884  1889  1894
Pfd.  Sterl.  Pfd.  Sterl  Pfd.  Sterl.
Natall.  179  908  369  461  191  235
Kapland  897  426  1  132  661  1  532  371
Lagos  50  755  48297  119793
Goldküste  110  854  95  371  191  251
ierra  Leone  52  871  49  034  79821
Der  Handel  gestaltete  sich  folgendermaßen.  Es
betrug  der  Joelueer  sic  folg  b
1884  1889  1894
Pfd.  Sterl.  Pfvd.  Sterl.  Pfd.  Sterl.
Natals  .1  675  850  4  527  015  2239  165
Kaplands  5  260  697  10  841  454  11  588  096

 

–

1884  1889  1894
Pfd.  Sterl.  Pfd.  Sterl.  Pfd.  Sterl.
Lagos.  538  221  464  260  744  561
der  Goldküste  527  339  440  868  688  467
Sierra  Leones  455  424  315  881  478  025
Es  betrug  der  Export:
188  1889  1894
Pfd.  Sterl.  Pfd.  Sterl.  Pfd.  Sterl.
Natals.  957  918  1  656  318  1  118  895
Kaplands  7  031744  9507  663  13  812  062
Lagos  672  414  457  649  821  682
der  Goldküste  467  228  415  926  850  344
Sierra  Leones  377  055  319  719  426  499

Deutschland  betheiligte  sich  an  dem  Import  nach:
1884  1889  1894

Pfd.  Sterl.  Pfd.  Sterl.  Pfo.  Sterl.
Kapland.  45  299  122  429  448  412
Lagos  151  251  126  138  211  866
der  Goldküste  16  049  44  156  73  147
Sierra  Leone  19  631  20  736  32911

Nach  Deutschland  wurde  exportirt  aus:
1884  1889

1894
Pfd.  Sterl.  Pid.  Sterl.  Pfd.  Sterl
Kapland  130  925  99  679  66  193
Lagos  283  727  213  924  361  508
der  Goldküste  72  131  54  141  104  987
Sierra  Leone  2884  19  659  89  040

Im  Vergleich  mit  anderen  Staaten  nahm  Deutschland
  bei  dem  Import  folgende  Stellen  ein:

1884  1889  1894
Kapland  8  3
Lagos.  ..  ...  2  2  2
Goldküste  3  2  2
Sierra  Leone  3  3  2

Budget  des  Rongostaates.

Nach  den  im  Bulletin  oflbciel  de  I'’Etat  indépendant
  du  Congo  mitgetheilten  Budgets  waren
die  Einnahmen  und  Ausgaben  des  Staates  in  den
letzten  Jahren  in  folgender  Weise  veranschlagt:

Einnahmen  Ausgaben
1893  5  440  000  5  440  000
1894  4949  000  7  383  000
1895  6  004  000  7  370  000
1896  7  002  000  8  236  000

Unter  den  Einnahmen  des  Staates  stehen  oben
an  2  000  000  Fres.  Vorschüsse  des  belgischen  Staates
und  1  000  000  Frcs.  Zuschuß  des  Königs.  Ueber  die
Art,  wie  der  Staat  das  erhebliche  Defizit,  welches  jeder
der  letzten  Voranschläge  zeigt,  deckt,  fehlen  ebenso
wie  über  die  wirkliche  Höhe  der  Einnahmen  und
Ausgaben  der  letzten  Jahre  alle  Aufklärungen  in
dem  Bulletin.
        <pb n="148" />
        Perschiedene  Wilkheilungen.
Wissenschaftliche  Station  in  der  Südsee.

Der  Leiter  der  zoologischen  Station  in  Neapel,
Geheimer  Regierungsrath  Professor  Dr.
beabsichtigt  in  Ralum  (Neu-Pommern)  eine  Zweigniederlassung
  zu  begründen.
an  der  Königlichen  Universität  Kiel  wird  zu  diesem
Zwecke  mit  dem  nächsten  Postdampfer  sich  nach  Ralum

110

—  —

über  die  Fauna  der  Gazellenhalbinsel  zu  gewinnen.
Die  nöthigen  eingeborenen  Fischer  sind  bereits  in
Neapel  vorgebildet  worden.
lichkeiten  stellt  der  Plantagenbesitzer  Parkinson
zur  Verfügung.  Das  Unternehmen  wird  durch
eine  Beihülfe  aus  dem  Fond  zur  Förderung  der
Erschließung  Afrikas
nnterstützt.

Die  nöthigen  Räumbegeben,

  um  zunächst  einen  umfassenden  Ueberblick
l
Dohrn,
1

Der  Professor  Dahl  und  anderer  Ländergebiete

Dem  31895  er  Jabresbericht  über  Rolonialwolle  von  Gustav  Ebell  &amp;amp;  Co.

entnehmen  wir  folgende  Angaben:

Deutschlands  Ein=  und  Ausfuhr  von  roher  Wolle  und  Kunstwolle  nach  den  Ermittelungen

Einfuhr:

Rohe  Schafwolle  .  Clir.
Shoddy.  -

zul  Ctr.
r  mit  dem  Vorjahr

Ausfu

*  PSeené  .  Ctr.

Zus.  Ctr.

Verglichen  mit  dem  Vorjahr
Mehr  Ein=  als  Ausfuhr  Ctr.
Verglichen  mit  dem  Vorjahr
Ctr.

Zur  Verarbeitung  im  Deutschen
  Reich  verblieben  Cir.

Einheim.  Produktion

des  Aserliche  Statistischen  Amts:

«  I  "  ·  Z
1893  1892  1891  l

 

.  Durchschniti
1895  1894  der  16  Jabre
Z

—  *5  doo  1  585  000

 

 

 

266  000.  257000  247  000  247000  231  000  245000  296000  199000  86  000
3  990  000  3  479  000  3228  000  3  428  000  3073  000  2  817  000  300  000  2  881  Ooo  1671000
+  %  %  2  —  2  %
225000  195000  186000  153  000  189  000  180000  uu000  25v  ooo  339  000
307  000  310000  311  000  250  000  299000  293  000  312  O00,  290000  212  00
532  O00  505000  497  000  403  O00  488  000  473  000  531  000  547  000  551  000
+53%  1  6  %  —  23  3%  —  1,  4%  +  3  20%  —1090%  —3  %  KJ  12,30%

3  305000  2  974000  2  731  Oog  3025  Oo0  2  885  000  2344000  2  9620002  284000  1120000

+  14,  30%  4  9%  97%  +  17%  K  00,  %  ,5%  1  2%  23,  26
—  450000  451000  4352000.  As000  454000  455  000,  #  631  Ooo
I  l

384800034240003182000347700030380002  49800030170002  440000  1651000

 

Die  Einfuhr  von  roher  Wolle  im  Jahre  1895  übersteigt  alle  bisher  erreichten  Ziffern  von  Neuem
um  ein  sehr  Beträchtliches.

Der  direkte  Import  von  Kapwollen  nach  Deutschland  betrug:

 

1895

Ballen  10000  orooo  ios  ooo  "5000  "500

1894  1893

1892  1  1891  1890  1859  1868  1837  1886

'5000  93000  Svooo  68000  60  o00

Der  direkte  Import  hat  also  die  Höhe  von  1893  wieder  erreicht.

Die  Dürre,  an  welcher  es  leider  auch  neuerdings  nicht  fehlt,  ist  Ursache  cines  thatsächlichen  weiteren
kleinen  Rückganges  der  Kapproduktion,  doch  hängt  es  mit  übergehaltenen  Wollen  aus  1894  und  deren
Verschiffung  im  vorigen  Jahre  zusammen,  daß  die  Abnahme  nicht  in  Erscheinung  tritt.

In  Bezug  auf  Rendement  haben  Kopwollen,  obgleich  manchmal  weniger  ansehnlich,  nichts  zu

wünschen  übrig  gelassen.

als  sonst  Leschoren  wurden,

des  „Scab

Wenn  aus  der  diesmaligen  Spätsaison  weniger  ausgewachsene  12  Monatswollen
so  liegt  es  daran,  daß  viele  Herdenbesitzer  die  Schur  noch  vor  Inkrafttreten

Act“  —  eines  Gesetzes  zur  Ausrottung  der  Rändekrankheit  unter  den  Schafen  —  zu  beendigen

wünschten;  Wuchs  und  Beschaffenheit  der  Kapwollen  werden  in  einigen  Jahren  zweifelsohne  großen  Vortheil

davon  haben.
        <pb n="149" />
        111

—

Vergleichende  Uebersicht  der  Wollpreise  von  einigen  Hauptgattungen  in  Berlin

am  Jahresschluß:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

.189.  1600  1892181  1500  1899  186s  ibs  ivboien  ihs  vhale
5  reis  rei
18o5  1584  1888  182  1.1  18%  1-86%  1388  156K  1580  16  1359
Pf.  p.  Ko.  «  i  ·
Cap  extru  suber  snow  white  300  290  310  300  310  340  390  330  330  37  25  2900  480
gute  conntry  scoured  200  200  210  210  220  250  300  250  ⅜  250  "  280  235  1  195  400
"  ·  1  “  1  1.
ca.  400  oige  Durchschnitts  greose  110  100  115  115  120  135  150  125  120  1325  100  180
Fabrikgew.  Cap,  Durchschn.-Qual.  280  270  200/290  300  340  380  320  310  310  %10  1  —  —
Deutsche  Stoff=  und  Kammwolle  235  215  235  n  240  255  285  310  280  285  32065  215  00
(Rückenwäsche)  HHaccccc  l  ,
Statistik  über  die  Wollengarn-  und  Wollenwaaren-Branche:
s  -  scis-liszksfxsssixsszges-Hisng
5  Jahr
1895  1894  1893  1892  1  8723
Wollengarne  Er492000  420000  485000  405000  358000  368000  492  0oo,  390  000  3  000

Verglichen  mit  dem  Vorjahr

Wollenwaaren.  C1  31600  35  600  38  500

Verglichen  mit  dem  Vorjahr  —–
A  us  fu  h  r;

——0

 

 

+17,  101C%  1977%%4  147  5%  —41%  –14%  1%  %

34000  zi  soo  34500  31400  26  00  1  i*-1

  ·  i  „  l
—  112%  —7,5  5/%4  13,2%  +  7,9%  —  8,7  ½%  +9,9%  +  19  4%  –  6  %

 

 

Wollengarne

Ctr.  I81  ooo  u2000  140  ooo

185000  i21  ooo  120  800  131  ooo  13vooo  101  o00

 

 

ses  ooo

Verglichen  mit  dem  Vorjahr  45,2  5—  22,9%

Wollenwaaren  GlG6  Ooo  520  000

Ctr.

Verglichen  mit  dem  Vorjahr

ogo  —  —79%  —43  ½  —  18

sbo  doo  sst  ooo  558  000,  525  ooo  sss  ooo  390000

»  s  ·"·"—-'«  1  I
18.,50/0  —  100/0  —  0,3  oso  4,7  5  —04  5%  +  6,3%  —  7,.  oso  —  0,5  5%

 

 

Total-Einfuhr:  wine  Eus  456  523  1

 

Verglichen  mit  dem  Vorjahr
Total-Ausfuhr-524


l

 

MilleElL

797I692I718I719I67I677

#463

406  1  44

439  —  884  402

»  -  --  x
+14,9%  —  12,8  0—4.  19,1  5/%—  14,3%  —",5  5%  —  13,2%  +  14%  #  —+  3,4  5½

 

 

 

 

Verglichen  mit  dem  Vorjahr

Mehr  Ausfuhr:  Mie  Ctr.

 

2738  236  I  1½5

654  #  :05  441
.  "
+152%  —36  %  ot  %  G  F.  3  %  4  3  S  —%1%
280  291  —  275  I  191  299  I  67

Glan-  Die  Zunahme  von  ca.  17  ½%  in  der  Einfuhr  von  Garnen  entfällt  ausnahmslos  auf  harte  und
anzgarne,  deren  Herstellung  fast  ausschließlich  in  England  geschieht.

Titteratur.

Rudolph  Slatin  Pascha:  Feuer  und  Schwert
im  Sudan.  Meine  Kämpfe  mit  den  Derwischen,
miltc,  Gefangenschaft  und  Flucht  1879  bis  1895.
eipzig  1896.  Brockhaus.

die  bcheinander  haben  im  Laufe  der  letzten  Jahre

den  se  erlebenden  der  schweren  Katastrophe,  welche

8  a  zu  Anfang  der  80er  Jahre  heimgesucht

verör  le  Schilderung  ihrer  Leiden  und  Kämpfe

proabentlicht,  Von  den  Bewohnern  der  Acquatorialhab
  inz,  welche  dem  Mahdi  siegreich  widerstanden,
en  Wilhelm  Junker,  Casati  und  Vita  Hassan

ihre  Erlebnisse  aufs  Eingehendste  geschildert.  Sobald
auch  noch  die  Tagebücher  Emin  Paschas  gedruckt
sein  werden,  wird  es  möglich  sein,  die  Ereignisse  in
jenen  Gegenden  bis  ins  Kleinste  zu  verfolgen.  Seit
es  nun  einigen,  trotz  aller  Leiden  am  Leben  gebliebenen
  weißen  Gefangenen  des  Mahdi  geglückt  ist,
aus  dem  Sudan  zu  entfliehen,  bekommen  wir  auch
ein  treues  Bild  von  der  Entstehung  und  dem  Verlauf
  des  Mahdistenaufstandes  und  den  Zuständen  im
Reiche  des  geheimnißvollen  sudanesischen  Usurpators
und  seines  Nachfolgers.  Den  ersten  hochinteressanten
Einblick  in  diese  Verhältnisse  hat  P.  Ohrwalder
in  seinen  Erinnerungen  gewährt.  Häufig  war  darin
        <pb n="150" />
        Slatins  und  seiner  Schicksale  gedacht.  Nun  hat
auch  er  das  Glück  gehabt,  den  Klauen  der  Mahdisten
zu  entkommen,  und  kann  nun  selbst  der  Kulturwelt
Alles,  was  er  erlebt  und  erduldet  hat,  erzählen.  Da
die  Gefangenen  der  Mahdisten  nicht  die  Möglichkeit
hatten,  Aufzeichnungen  zu  machen,  ergänzen  sich  ihre
Schilderungen  in  vieler  Hinsicht,  und  auch  wer  Ohrwalders
  Buch  gelesen  hat,  wird  bei  Slatin  noch
vicles  Neue  und  Lesenswerthe  finden.  Möchte  es
bald  auch  dem  letzten  Weißen  beim  Mahdi,  dem
Preußen  Neufeld,  gelingen,  aus  dem  Sudan  zu
entkommen  und  seine  Gefangenschaft  zu  beschreiben.
Seine  Erinnerungen  dürften  leider  noch  trauriger
und  ergreifender  als  die  seiner  Vorgänger  sein.

L.  Hevesi:  Wilhelm  Junker.  Lebensbild  eines
Afrikaforschers.  Berlin  1896.  Weidmannsche
Buchhandlung.

Aus  Briefen,  die  W.  Junker  an  seine  Familie
gerichtet  hat,  und  seinen  im  Nachlaß  vorgefundenen
Tagebüchern  hat  der  dem  Verewigten  befreundete
Verfasser  ihm  hier  ein  prächtiges  Denkmal  gesetzt.
Was  Junker  als  Forscher  und  Mann  der  Wissen-112



schaft  war,  beweist  ausreichend  sein  großes  dreibändiges
Reisewerk,  welches  jederzeit  eine  Zierde  der  deutschen
geographischen  Litteratur  bilden  wird.  Im  vorliegenden
  Buche  lernt  auch  der,  welchem  es  nicht
vergönnt  war,  Junker  persönlich  zu  kennen,  ihn  als
liebenswerthesten,  vorzüglichen  Menschen  kennen.  Die
Schrift  wird  jeden  Leser  mit  höchstem  Interesse
erfüllen,  denn  der  gesammte  Bildungs=  und  Entwickelungsgang
  des  hochbegabten  Mannes  tritt  ihm
darin  aufs  Lebendigste  entgegen.  Vieles  ist  ganz
neu.  Besonders  zur  Beurtheilung  Emin  Paschas
werden  höchst  merkwürdige  Beiträge  geliefert,  die
bisher  nur  ganz  wenigen  nahen  Freunden  Junkers
bekannt  waren.

Der  von  G.  Meinecke  herausgegebene  deutsche
Kolonialkalender  ist  soeben  für  das  Jahr  1896  erschienen.
  Das  handliche  kleine  Buch  enthält  in
knapper  Form  die  erschöpfendste  Auskunft  über  die
sämmtlichen  Schutzgebiete  und  Alles,  was  mit  Verwaltung,
  Rechtspflege,  Mission,  Post,  Plantagenwirthschaft,
  Handel  und  Verkehr  daselbst  zusammenhängt.


 

 

 

Schiffsbewegungen.
(Die  Zeit  vor  dem  Orte  bedeutet  die  Ankunft,  hinter  dem  Orte  die  Abfahrt  des  Schiffes.)
S.  M.  S.  „Bussard“  5/11.  Apia.  —  30/1.  Sydney.  (Poststation:  Hofpostamt.)
S.  M.  S.  „Condor"“  13/12.  Sansibar.  (Poststation:  Sansibar.)
S.  M.  S.  „Cormoran“  30/11.  Shanghai  23/1.  —  25/1.  Amoy.  (Poststation:  Hongkong.)
S.  M.  S.  „Falke“  29/7.  Apia  10/11.  —  Rundreise.  —  Jaluit  16/12.  —  Neu-Guinea.  —  1/2.  Neucastle
  (Neu-Süd-Wales)  4/2.  —  Sydney.  (Poststation:  Hofpostamt.)
S.  M.  S.  „Hyäne“  30/12.  Kamerun.  (Poststation:  Kamerun.)
S.  M.  Vermessungsschiff  „Möwe“  16/11.  Herbertshöhe.  (Poststation:  Matupi.)
S.  M.  S.  „Seeadler“  23/12.  Lourengo  Marques.  (Poststation:  Natall.)
S.  M.  S.  „Sperber-  9/10.  Kamerun.  (Poststation:  Kapstadt.)
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In  allen  Post=  und  Telegraphenfragen  ist  als  bestes  und  vollständigstes  Nachschlagebuch  das  von
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  VI.  Jahrgang  1896,  zu  empfehlen  (Preis  1,20  Mk.).  Das  Buch  bietet  alle  nur  irgend  nöthigen
Auskünfte  über  Brief-,  Drucksachen-,  Packet-,  Telegraphenverkehr.  Auch  alle  gesetzlichen  Bestimmungen  über
Zurückziehung  von  Sendungen,  Adressenänderung,  Nachsendungen,  Reklamationen  u.  s.  w.,  über  welche  das
Publikum  so  oft  im  Unklaren  ist,  sind  hier  abgedruckt.

Nach  dem  Bericht  der  Budgetkommission  der  französischen  Kammer  beabsichtigt  die  französische
Regierung  außer  dem  bereits  im  Betrieb  befindlichen  Telegraphenkabel  zwischen  Majunga  und  Mozambique
jebt  eine  Kabelverbindung  von  Tamatave  nach  Réunion  und  von  dort  nach  Mauritius  herzustellen.  Die
Kosten  des  600  km  langen  Kabels  werden  auf  2  600  000  Frcs.  veranschlagt.  Auf  Madagaskar  wird  ein
Landtelegraph  zwischen  Tamatave  und  Tananarive  geplant,  der  etwa  407  000  Frcs.  kosten  wird.  Für  die
Erhaltung  der  Kabel  soll  ein  Schiff  für  501  000  Frcs.  angeschafft  werden.  Die  Kosten  der  Instandhaltung
der  Kabel  werden  auf  224  701,  die  des  Landtelegraphen  auf  41  700  Frcs.  im  Jahre  veranschlagt.
        <pb n="151" />
        113

—  —

Josthanosschtfverbindungen  nach  den  deutschen  Schutzgebieten.

 

 

.  2  —.  —  Ó
Die  Abfahrt  erfolgt  Ausschifsungshafen.  Briefe  müssen  aus
Nach  vom  Ein-  auer  Berlin  spätestens
schiffungshafen  anm  folgenden  Tagen  der  Ueberfahrt  abgesandt  werden
——  —
Near  am  11.  März,  8.  AprillDar-es-Salam
U  t  Schiffe)  izo  atds.  —  21  9e  I  amS  mß-  b.  Wrn
1.  Deutsch·  Ostafrita.  am  1.,  29.  März  ansibar  21  Tage  I  abds.

Brindisi

cnnglcha  Schiffe)  abds.

Marseille  am  10.  jedes  Mts.
(Cranzösische  Schisfe),  40  ums.

 

 

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Southampton  am  22.  Febr.,  28.  März,  Walfischbai  30  Tage  am  21.  Febr,  27.  März
2.  deutsch-  Lüdwestafrika.  |A  (englische  Schiffe)  0  ums.  11  8  oms.
ambucg  am  31.  März,  31.  Mais  Swakopmund  30  Tage  *n.  31.  in  31.  Mai
(beu#sches  Schisss  nachts  m“
A  Hamburg  6  am  10,  jedes  Monats  Kamerun  24  Tage  am  10.  sihes  Monats
3.  Ramerun  (deutsche  Schlffe)  nachts
.  dinego  in  am  18.  Febr.,  18.  März  s  Kamerun  22  Tage  mi  di  16.  März
(englische  e)  s  nn
4  am  10.  jedes  Mts.  nachtss  Kl  p  age
Togos  Gehiet  burg  am  20.jedes  Mmts.  .  Lome  31  Tage  am  10.,  20.  und  Letten
Cvon  Acera  bez.  Quittah  che  chiffe)  g|  po  33  Tage  ied.  Mts.  720  abd.
mittelst  Boten  nach  Lome  am  Letten  jed.  MWts.  K  po  od.  Accra
und  Klein-Popo).  am  26.  Petu,  Quittah?)  oder  Klein=  am  24.  Februar,
l  n—  11.,  25.  Mä  Popo  35  Tage  9.,  23.  März  15  ums.
5  Neapel  am  11.  März,  6.  MaiFriedrich  Wilhelms=  3s  am  9.,  13.  März,
Ddeutsch-Neu  Guinea.eutsche  Schie)  (bds.  hafen  45  Tage  4.,  8.  Mai
Brindisi  am  15.  März,  10.  Mai  Tage  108  abds.
(Nachversand)  abds.  6
6.  Brindisi  am  15.  März,  10.  Mai  Jaluit  etwa  60  Tage  am  13.  März,  8.  Mai
Marshall.  Insein.  (über  i  1"  abds.  l  10  abbs.  "
Eintreffen  der  Post  aus  den  deutschen  Schutzgebieten.
Landungs-  Die  Post  ist  fälli  Landungs=  Die  Post  ist  fällig
Von  hafen  in  Berlin  8  Von  hafen  in  Berlin
Neapel  amb.  „März,3.April
beutsch.  Ostafrika  *  Brindisi.  ..  am  25.  Feb.  ,  24.  När  Togogebiet  Hamburg  en  10.“  und  25.-6%
Marseille  .  am  22.  Feb.,  2.  April  jedes  Monats
2  südwestafrika  Plymonth.  am  17.  März,  21.  Apr.  Deutsch-Neu-Guinea.Neapel.  am  6.*  März,  2.*  Mai
Kamerun.  Hamöurg  ..  am  25.7  jed.  Monats  ·
Liverpool  3  Marshall  -  Inseln  .  ..  Marseille  .  am  22.Feb.,  18.  April
ärz
*  Fälligkeitotage  für  die  mit  deutschen  Schissen  eintrefsenden  Posten.
Schifsbewegungen!?  der  t  Deutschen  —.  (Hamburg.—Ostafrith
Reichsposidampfee  neise  Lezte  Nachrichten
von  D  nach  bis  8.  Februar  1896
„  aiser“
„Kanzler  Durban  Hamburg  am  4.  Februar  ab  Delagoabay,
„Bundesrath“  Hamburg  Durban  am  7.  Februar  an  Lissabon.
.  ae3cher  rath.  Durban  Hamburg  am  5.  Februar  ab  Neapel.
„Admircz  Hamburg  Durban  am  7.  Februar  ab  Alisingen.
„Gener  7.,  ««·«'«  Hamburg  Durban  am  7.  Februar  an  Dar-es-Saläm.
alliii  Durban  Hamburg  am  5.  Februar  ab  Durban.
        <pb n="152" />
        Stissotemegungen  der  Woerwann-Linie,  Gesellschaft  m.  b.  H.

114

 

 

 

 

 

Reise  Lette  Nachrichten

Poswdampfer  von  1  nach  bis  12.  Februar  1896
„Aline  Woermann“.  Ponta  Negra  amburg  31.  Januar  in  Accra.
„Anna  Woermann“.  Hamburg  -  Kap  Palmas  15.  Januar  ab  Hamburg.

Carl  Woermann“  Hamburg  D  Kotonon  28.  Januar  in  Tanger

„Eduard  Bohlen“  Congo  "„  Hamburg  11.  Februar  Vlssingen  passirt.
„Ella  Woermann“  Hamburg  "  Kap  Palmas  8.  Februar  in  Sierra  Leone.
„Erna  Woermann“  Kap  Palmas  D  Hamburg  11.  Februar  in  Las  Palmas.
„Gertrud  Woermann“  Hamburg  «  Ponta  Negra  7.  Februar  in  Lagos.
„Gretchen  Bohlen“  Kotonou  Hamburg  8.  Februar  in  Hamburg.
„Hedwig  Woermann“  Kotonon  Hamburg  11.  Januar  in  Accra.
„Jeannette  Woermann“.  Loanda  Hamburg  12.  Februar  in  Hamburg.
„Kurt  Woermenn“  Hamburg  Loanda  9.  Februar  in  Loanda.
„Lulu  Bohlen“  .  ambur  Ponta  Negra  10.  Februar  ab  Hamburg.
„Marie  —  .  Ponta  Negra  Hambr  11.  Februar  in  Kamerun.
„Melita  Bohlen“  .  Hambur  Lüderitzbucht  10.  nuar  in  Teneri
„Professor  Woermann"  .  Kap  almgaö  I  27.  Dezember  in  Hamburg.
„Thekla  Bohlen“  .  Lüderitzbucht  Hamburg  30.  Januar  in  Loanda.

 

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  Breslau).  „Einc  Kulturstudie
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  Buch“  (Grenzboten!l.  „Ein
ausgezeichnetes  Werk“  (Nordd.  Allg.
Ztg.  I.  Stellens  Werk  ist  ein  Spiegel
des  gesammten  engl.  Lbens.  wie  er
in  solcher  Klarheit  dem  engl.  Volke
noch  nicht  vorgehalten  worden  ist“
(Dresd.  Nnuchrichten).  (85*)
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ich  in  unserer  Zeit  nuch  dem
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Beschaffung  von  einzelnen  Stücken  für  Jagd=  und  Reisezwecke.
Sachgemäße  Zusammenstellungen  auf  Grund  persönlicher  Erfahrungen  und
nach  dem  Urtheil  erfahrener  Reisenden  werden  auf  MWunsch  gern  angefertigt
und  dazu  Angaben  über  Ziel,  Zweck  und  ungefähre  Dauer  der  Reise  erbeten.

 

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Erlangen.  Kiel.  Breslau.  Göttingen.
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in  den  Tropen  mit  Erfolg  eingeführt,  von  den  verehrlichen  Messeverwaltungen
in  den  deutschen  Kolonien  seit  Längerem  ständig  bezogen,  dort  sehr  beliebt,  Jahre
lang  6  haltbar,  nur  aus  bestem  Malz  und  Hopfen  hergestellt.  Das  Bier  ist  sehr
erfrischend  und  sehr  belömmlich,  auch  von  den  Herren  Aerzten  der  deutschen
Schutztruppe  empfohlen.
Versand  in  Kisten  zu  50  ½1  und  100  ½2  Exportflaschen.
Mit  näheren  Angeboten  steht  auf  Wunsch  gern  zu  Diensten
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Berlin,  Stralauerstraße  3—6.  Begründet  1792.
Für  2  Deutsch-Ostafrika,  Sansihe  und  Madagaskar  hat  die  Deutsch-Ostafrikanische
Gesellschaft  den  Alleinverkauf.
Alleinige  Vertreter  für  den  sonstigen  Export:
Harder  &amp;amp;  de  Voß,  Hamburg,  Gr.  Burstah  36—38.

 

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unerkunnt  solides  und  reelles
Export-und  Importhaus
wWiinscht  Verbindung  mit
Importeuren  und  Händlern
europäischer  Fabrikate
sowie  mit  67)
Exporteuren  von  Produkten.

Referenzen  zu  Diensten  und  erbeten.
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        15.  Juhrgung.

Gderlesehaskebo

Deerlfye  Heimat  und  in  überceisch.
  Ländern  lühlung

mit  dem  alten  Vuaterlunde  sucht

Der  In  In-  oder  Auslande  mit  Berufs.
Veschäften  Überhäuft,  sich  kurz

und  schnell  von  dem  Gange  der
Welthegebenheiten  unterrichten  will
Deer  im  iu.  oder  Aus'ande  wecer  Zeit
noch  Neigung  hat,  täglich  eine

Erosse  politische  Zeitung  zu  lesen  —
Der  im  in-  oder  Auslande  abseits  auf
dem  Lande  wohnt  und  nehben
einem  kleinen  Lokalblatt  einer  ergänzenden
  Zeitungslektürc  hedart.
bringt  ullivöchentliclii  in

Das  Echo

——.  —  rretrhairrrz,
tuissenschayllicsen  Lesellschaytlichen
  Inhalts  uüber  alle  Vorgunge.
uerhe  %  %½  „%rdtb  4%/4%  %
Auslande  abspielen.

Das  Echo  K  Kein  Jicrt
u%rtnee  /er  eei—
rkrrnt  Iucrae  ##en  /  0/  /%
#r#  IN
)  !  bringt  in  Jeder  M  s-«
  J««.«»«»·.-has
  Pe  10  ———————m—
MNovellelten,  Erzũlilungen  u.  .  497/
4%vve  egetniscttel
Schristsleller.
bringt  in  der  ubrih  Ilun-„
  8  776#.  77°7
Das  Ee  10  del  eine  Gesaout-  IVoclkenuübersiclit
  des  internalionalen  Geld-  uu
IVaarcenmarktes  und  interessante  Fragen
  vont  -eir
*
Das  Ech  0  briuxt  ein  VSachmannise
4½#  redigiertes  und  illustriertes
„  Indest’iefles  Echo“,
ruelches  iber  alle  neuen  und  interersantken
  Vorgange  und  NMetterungen
au  dem  Gebiele  der  Techuik  und
Inudustrie  unlerricsitet.

 

 

Das  Echo

ist  das  wirksamate  deutselie  Insertionsmittel  für  Exportgeschüfte.



 

Zeilenpreis  60  I’lk.

Scitenpr

·

 

is  250)  Nurk.

Redunkteur:  Uugo  llerold.
Geschliftsleiter:  Mux#  Pechstein.
Das  Echo  Organ  der  Deutschen  im
4  Auslande,  betrachtet  es
Insbesondere  als  seine  Aufgabe,  dem
Leben  und  Treiben  der  Deutschen  im
Auslande  die  llebevollste  Aufmerksamkeit
  zuzuwenden.  Ls  wird  daher  jeder
eetsche  40
½%%nde  gcheren.
SSeine  Ad’’esse
dler  Verlagsbuchhandlg.  J.  7.  Schorer
Ges.  7/2.  ö.  rif  /7  h  117,  73/8—
/%%%  d  ne%%  Le.  anzugehen.  damitlieselbe
  Gelegenheit  hat.  eine  Probe-Nummer
  umsonst  u.  portolrei  zu  übersenden.
Bestellungen  nehmen  alle  Buchhand---lungen.
  H’ostanstalten  und  Zeitungs-Spediteure
  in  Deutschland  zum  Preise
von  3  Jlark  vierteljährlich  entgegen;
in  dien  übrigen  Ländern  zu  den  landesühlichen
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Direkt  von  der  Verlagshandlung
J.  II.  Schorer  (les.  mit  b.  Ilaftung
in  Berlin  W.,  Potsdamerstrasse  27a,
unter  Krenzhand  bezogen,  kostet  v%
%rvierteljährlich  1  Alk.  50  If.,  halb- 


 

 

Versendung  unter  Streifband  emplichlt
s  sich.  morglichst  ganzjährige  Abonnements
  aulangelen.

In  dus  Abonnement
kann  jederzeit  eingetreten  werden,  und
wird  „Das  Echo“  vom  Tage  der  Bestellung
ab  gegen  Einsendung  des  entfallenden  Betrages
  auf  beliebig  lange  Zeit  direkt  vom
Verlag  oder  durch  jJede  Buchhandlung
gelietert.

lIer  bekannte  Weltreisende

Orto  7.  7%  4
schreiht  in  der  Täglichen  Rundschau
1895  anf  Scite  443  in  seinem  Artikel:
Aus  dem  fünften  Weltteile  Australien-Jeuseelund-:


bD'e  jedem  Deutschen  im  Auslunde
„  unentbehrliche  Echo“.

 

 

 

118
        <pb n="157" />
        119

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shücher  in  Deutsch,  Englisch,  Französiseh  u.  Spaniseh  kostensrei.

 

 

 

*

 

 

 

 

 

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.  ,  Wie  Saaten  für  alle  tropischen  Kulturen.
Oflerten.  Vertrelungen  von  blantagenartikeln  stets  erwünschl.
Contseissfonskores.  —  iene  IXManzunypen.  62)

 

 

 

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kür  Raubthiere,  Vögel  und  Fische.

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Wurkmaschinen.  Fischreusen

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kostenfrei.  Raubthlerfallen-  zugleich  Fangbuch,
abri  „  6  50  tl.
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Autosy  Benedie

   
 
 

  
   

HOOOTCC  —
-BERHIH.,DSruder  .S##  !&amp;amp;EEr*-!
7

 

—  2—  E
Staalemedaille  für  gewerbliche  Leistungen.
Nerztlich  empfohlen  bei  Schwäche,
Blutarmuth,  Bleichsucht,  Reconvalescenz
  nach  Wahrren  nawenich
Kinderkrankheiten,  bei  Katarr
und  fur  nährende  Frauen.  Haltbar
in  den  Troven,  wohlschmeckend,  wenig
Alkohol.  Nach  sachverständiger  Analyse
furrogatfrei  und  nährstosshaltiger  als
andere  angepriesene  Mittel.  (66“
Kein  Geheimmittel!

SEREUNDFPEIS  HAGURe

 

 

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Erdbohrgeräthe,
Brunnenbaugcräthe.

Tiefbohrungen,
Brunnenbauten,
Wasserleitungen.

Franz  Rntren

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vorm.  UHermunn  Blusendorl#,

Berlin  C.,  Neue  Friedrichstr.  47.
Maschinenwerkstätten  in  Rixdorf.
Export  nach  allen  Ländern.

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  Gesellschaft,  Berlin,  der

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Geübte  Bohrmeister  und  Monteure  zur
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Erste  Quelle:
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S4ä  d  s  srrr  r  r  rr  r  GBank-Conto:  Deulsche  Bank,  Hamburg.  Telegr.-Adr.:  Augascher.
M.  Hecht,  Görlitz,  August  Ascher,  Hamburg,
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nach  den  der  botunischen  Centralstelle  in  Berlin  gemachten  Mittheilungen  als  lür  den  Anbau  in  den  Tropen
geelgnet  erwiesen  huaben.  —  Da  dic  botanische  Centralstelle  nur  für  einmulige  Versuche  im  Kleinen  Gemüse--sumen
  lielert,  so  ollerire  ich  für  grösseren  Bedurf  gegen  fr.  Einsendung  von  Mark  12,—  franco  aller  deutschen
afrikunischen  Kolonien  gut  verpuckt  1  Kollektion  von  Brutto  5  resp.  3  Kllo  incl.  Emballage.
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und  den  Dieust  in  den  Schutzgebieten.
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Preis  1,20,  elegant  gebunden  2  Mark.

Der  Reichslommissar  Major  v.  Wissmann
  beobachtete  während  seines  Aufenthalts
  in  Afrika,  wie  unvorbereitet
Deutsche  in  die  Tropen  gingen  und  wie
wenig  sie  die  Bedingungen  des  dortigen
Lebens  und  Verlehrs  kannten  und  sich
lihnen  anzupassen  verstanden.  Noch  während
  seiner  letzten  großen  Expedition,
zwischen  dem  Nyassa-  und  Tanganyika-See,
  hat  er  daher  diese  „Nathschläge  und
Schilderungen“  niedergeschrieben,  die  Allen
zu  Gute  kommen  sollen,  die  sich  in  die
deutschen  Schutzgebiete  oder  in  den  dortigen
Reichsdienst  begeben.

–  —  —

Dr.  u

 

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Dilsener  und  Nilnehener  Art,  der
Kaiger-Branerei  Beck  &amp;amp;  Co)

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Zr.  Rcichenstr.  45.  157:

 

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tlaltksiltcskltslltllqnollcllöl
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haltiges,  alkallsches  Mineralwasser.
Die  Sättigung  mit  Kohlensäure
ist  künstlich  vervollständigt.
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Jahrelange  IHaltbarkeit  wird

 

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böhmischen  Säue  »rlingen.
Uebernahms-  Bedingnisse?  ausserordentlich
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Bricie  un  die  Thermalwasser-Versendung
  (Teplitzer  St:  idtquelle)  der
Siadigemeindo  Teplitz-Schönau  i.  B.

 

 

 

 

 

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des  dentschen  Instrume.  mrenle#nen
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WOERMANN-LINIE,  m.  b.  H.

Am  20.  Februar:  P.  D.„Gretchen  Bohlen“,  Capt.  Jürgens,
nach  Tanger,  Casablanca,  Mazagan,  Mogador,  Monrovia,  der  Goldküste,
Togo,  Whydah  und  Kotonou.

Am  29.  Februar:  P.  D  „enannette  Woermann“,  Capt.  Heldt,
nach  Teneriffe,  Las  Palmas,  Gorée  und  den  Ilälen  der  Südwestküste  Afrikas  von  Landana

bis  Loanda  sowie  nach  Benguella.

 

Nach  Bissac  und  Bolama:  am  15.  Mürz  und  15.  Anui  1896.
Nach  Deutsch-Südwestafrika:  am  31.  Mürz,  31.  Mni,  31.Juli  und  ferner  jeden  zZweiten  Monalt.
Alle  Gitter  milssen  am  Tage  vor  dem  4159c#nsckuttem  bis  I2  Uhr  mittagys  M#nysseite  sein.

Nüheres  wegen  Fracht  und  Passage  ertheilt  in  Hamburg  die  Woermann-Linie,  m.  b.  H.  sowie  der  Schiftsmakler
  Angust  Bolten,  Wm.  Miller'’'s  Nachfolger,  Admiralitätstrasse  33/34.  12

Deutsche  Ost-  Afrika-Linie.

Regelmässige  Postdampfer  -  Verbindung
unter  Vertrag  mit  dem  Deutschen  Relche
zwischen

Hamburg,  Ostafrika  und  Transvaal

Amsterduam,  Lissabon  und  Neapel  anlaufend.

Die  nächsten  fahrplanmüässigen  Expeditionen  finden  statt:

 

R.  P.  D.  „BUNDESRATH“,  C(apt.  Stahl  26.  Febr.  1896  ab  Hamburg  (lt.  Fahrblan)
R.  P.  D.  „KAISER“,  Capt.  v.  Issendorftl  25.  Müirz  „  ab  Hamburg  „
E.  P.  D.  „ADIIRAI“,  Capt.  Wesl  22.  Apri.  „  ab  IHasmburg  "
R.  P.  D.  „KANZLER“,  Capt.  Elson  20.  Mai  „  ab  Hamburg  ("

nach  Tanga,  Dar-es-Saláäm,  Sansibar,  Mozambique,  Beira,  Delagoa-Bai  und  Natal.
Diese  Dampfer  nehmen  auch  Passagiere  und  Waaren  nach
Bagamoyo,  Saadani,  Pangani,  Kilwa,  lIbo,  Lindi,  Quelimane,  Chinde,  Lamu  und
Mombassa.
Regelmässig  alle  acht  Wochen  Postdampfer

 

aEb  Hamburg  zums  KNap  de  Jiten  Hoyntn#t  direkt  nach  Durban,  Delagoc-Baf,
Inanhane,  Moscmibiqcne.
Nächste  Exbedition:  Dampfer  „GENERAL“,  Capt.  Astbausen,  29.  Mürz  1896.
Die  Dampfer  Laben  vor-#toliche  Esnrichet###upen  #  Pr#ssagtere  in  allen  Klaussen.

Ferner  zwischen  Ostafrika  und  Bombay  regelmässig  alle  vier  Wochen  im  Anschluss
an  die  UHauptampler.
Näheres  ertheilt  in  Hamburg:  .  (20)
wegenFruchtderscliisssmaklekhugustBolvomWD.MilloI-"sNaclikolgek,
wegen  Passage  die  Hamburg-Amerikanische  Packetfahrt-Aktien-Gesellschaft,
vowie  wegen  Fracht  und  Passage  die
Deutsche  Ost-Afrika-  Linie,
Gr.  Reichenstrasse  25.
*  Verantwortlicher  Redalteur  für  den  nichtamtlichen  Theil:  O.  Merti  nat,  Verlin.  *
Druck  und  Verlag  der  Königlichen  Hofruchbandlung  und  Hoibuchdruckerei  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Verlin  sW  12,  Kochstraße  5—71.
Ausgegeben  am  15.  Jebruar  189  um  3  Uhr  ach’rrettna#.
        <pb n="161" />
        Deutsches  Kolonialblatt.

Amtsblatt  für  die  Schutzgebiete  des  Deutschen  Reichs.

heransgegeben  in  der  Solonial·  Ablheiluig  des  Auowũrligen  Amls.

 

 

 

 

VII.  Jahrgaug.  Gerlin,  1.  März  1896.  Nummer  5.
Dieie.  Zeitichrift  ericheint  in  der  Regel  am  1.  und  15.  jedes  Monats.  Derselben  werden  als  Veiheste  beigefügt  dic  mindestens  einmal  vierteljährlich
Pwhesene  #heint  von  Forsch  isenden  und  Gelehrten  aus  den  deutschen  Schutzgebicten“,  herausgegebon  von  Dr.  Freiherr

Kolmua

).  ne  n.  *  .

Jllchlpandluncht  WILL-,direktunlekStkciibanddurchdieVerlagsbuc-lmndlutmMk-.s7llIIDOlIUchWIDIllldOcllckkflchsxluqatthMl.3,75für
IkwstdckdcdWeltwfwctcinw—EinicndsmgcnundslnskagknsinkmdicstömqltcheOptbnchhnndlzmavthStint  Stefsncd  Mittler
und  Sohn,  Verlin  SW  12,  Kochstraße  68—71,  zu  richten.  (Eingetragen  in  der  Zeitungs-Preisliste  für  1896  unter  Nr.  1910.)

Der  vierteljährliche  Abonnementspreis  für  das  Koloniakblatt  mit  0  iheiten  beträgt  beim  Bezuge  durch  die  Post  und  die

 

Inhalt:  Amtlicher  Theil:  Auszug  aus  dem  Statut  der  Siedelungsgesellschaft  für  Deutsch-Südwestafrika  S.  123.  —
Ertheilung  der  Ermächtigung  zur  Beurkundung  des  Personenstandes  an  den  Referendar  Zache  S.  127.  —  Ernennung
von  Beisitzern  der  Kaiserlichen  Gerichte  für  Deutsch-Ostafrika  für  die  Dauer  des  Jahres  1896  S.  127.  —  Nachweisung
  der  Brutto-Einnahmen  bei  der  Zollverwaltung  für  Deutsch-Ostafrika  für  den  Monat  November  1895
S.  128.  —  Personalien  S.  128.  —  Beilage:  Allerhöchste  Verordnung,  betreffend  die  Gerichtsbarkeit  über  die  Eingeborenen
  in  den  afrikanischen  Schutzgebieten,  vom  25.  Februar  1896.

Nichtamtlicher  Theil:  Personal-Nachrichten  S.  1268.  —  Deutsch-Ostafrika:  Ueber  die  Vertheilung  der
Schutztruppe  S.  120.  —  Kamerun:  Handelsbewegung  S.  129.  —  Togo:;  Inspektionsreisen  S.  130.  —  Ueber
das  Krankenhaus  in  Togo  S.  130.  Deutsch-Südwestafrika:  Künstliche  Bewässerung  130.  —  Aus  dem
Bereiche  der  Missionen  und  der  Antisklaverei-Bewegung  S.  131.  —  Aus  fremden  Kolonien:
Die  Heuschrecken-Vertilgung  auf  Cypern  S.  135.  —  Krieg  mit  Unyoro  S.  136.  —  Angorazucht  im  Kaplande
S.  136.  —  Eisenbahnbau  in  Sierra  Leone  S.  136.  —  Kongobahn  S.  136.  —  Verschiedene  Mittheilungen:

Neue  Kautschukbäume  S.  136.  —  Preiausschreiben  S.  137.  —  Die  Zeitung  „CGuzette  for  Zunzibur  and  Enst
Alrien“  S.  137.  —  Litteratur  S.  137.  —  Schisssbewegungen  S.  139.  —  Verkehrs-Nachrichten  S.  139.  —  Anzeigen.

 

Amtlicher  Theil.

Geseze;  Herordnungen  der  Reichsbehörden.

Der  Bundesrath  hat  in  der  Sitzung  vom  30.  Januar  d.  Is.  beschlossen:

„Der  Siedelungsgesellschaft  für  Deutsch=  Südwestafrika  wird  auf  Grund  der  dem
Gesellschaftsvertrage  vom  20.  Dezember  1895  beigelegten,  vom  Reichskanzler  genehmigten  Satzungen  die
Fähigkeit  beigelegt,  unter  ihrem  Namen  Rechte,  insbesondere  Eigenthum  und  andere  dingliche  Rechte  an
Grundstücken  zu  erwerben,  Verbindlichkeiten  einzugehen,  vor  Gericht  zu  klagen  und  verklagt  zu  werden."

Auszug  aus  dem  Statut:
I.  Sitz  und  Zweck  der  Gesellschaft.

8

Die  Gesellschaft  hat  ihren  Siß  in  Berlin.

Zweck  der  Gesellschaft  ist  die  wirthschaftliche  Erschließung  des  deutschen  Schutzgebietes
von  Südwestafrika.  Die  Gesellschaft  kann  alle  zu  diesem  Zweck  von  ihr  für  dienlich  erachteten  und
rechtlich  erlaubten  Handlungen  vornehmen,  insbesondere  Grundeigenthum  erwerben,  bewirthschaften  und
verwerthen  sowie  Handel,  Gewerbe,  einschließlich  des  Bergbaues  und  dem  Verkehr  dienender  Einrichtungen,
selbständig  oder  durch  Betheiligung  an  dergleichen  Unternehmungen  betreiben.

83.

Zunächst  wird  die  Gesellschaft  auf  Grund  der  Konzession  der  Kaiserlichen  Regierung  die  Besiedelung
  der  ihr  verliehenen  Gebietstheile,  und  zwar  hauptsächlich  durch  Ansiedler  deutscher  Herkunft  in  Angriff
nehmen.  Sie  wird  auf  die  Herstellung  einer  regelmäßigen,  möglichst  direkten  und  häufigen  Schiffsverbindung
zwischen  Deutschland  und  dem  südwestafrikanischen  Schubgebiet  sowie  auf  die  Verbesserung  der  Verkehrswege
zwischen  der  Küste  und  dem  Innern  des  Schutzgebietes  und  auf  solche  Einrichtungen  Bedacht  nehmen,
welche  den  Betrieb  der  Landwirthschaft  und  den  Absatz  ihrer  Erzeugnisse  seitens  der  Ansiedler  zu  erleichtern
geeignet  sind.
        <pb n="162" />
        —  124  —
II.  Grundkapital.

Das  Grundkapital  der  Gesellschaft  ist  vorerst  auf  300  000  Mark,  eingetheilt  in  1500  Antheile  zu
je  200  Mark,  die  sämmtlich  gezeichnet  und  auf  welche  bis  jetzt  128  450  Mark  eingezahlt  sind,  festgesetzt.
Die  Antheilscheine  lauten  auf  Namen.  Nur  deutsche  Reichsangehörige  oder  Gesellschaften,  welche  in  Deutschland
  ihren  Sitz  haben,  können  Antheilscheine  erwerben.  Auf  die  Gesellschaft  gehen  die  sämmtlichen  Aktiven
und  Passiven  des  Syndikats  für  südwestafrikanische  Siedelung  über.  Soweit  die  Einzahlungen  auf  die  von
dem  Syndikat  ausgegebenen  Interimsscheinc  noch  nicht  vollständig  geleistet  sind,  hat  der  Verwaltungsrath
das  Recht,  die  volle  Einzahlung  zu  fordern.  Die  Aufforderung  muß  mindestens  vier  Wochen  vor  dem
Zahlungstage  durch  die  Gesellschaftsblätter  (§  41)  bekannt  gemacht  werden.

III.  Haftbarkeit.

86.  *ê#
Für  die  Verbindlichkeiten  der  Gesellschaft  haftet  ihren  Gläubigern  nur  das  Gesellschaftsvermögen.
IV.  Mitgliedschaft,  Antheilscheinc.

87.
Mitglieder  der  Gesellschaft  sind  die  Eigenthümer  der  Interims-  bezw.  Antheilscheine.

8  13.
Die  Mitglieder  unterwerfen  sich  für  alle  Streitigkeiten  mit  der  Gesellschaft  aus  dem  Gesellschaftsvertrage
  den  Berliner  Gerichten.
V.  Organisation  und  Verwaltung.
§  14.
Die  Organe  der  Gesellschaft  sind:
a)  der  Verwaltungsrath,
h)  die  Revisoren,
)  die  Hauptversammlung.

a.  Der  Verwaltungsrath.
15.
Der  Verwaltungsrath  besteht  aus  mindestens  sechs  und  höchstens  sechzehn  Mitgliedern.

8  16.

Der  erste  Verwaltungsrath  wird  von  der  konstituirenden  Versammlung,  im  Uebrigen  werden  die
Mitglieder  des  Verwaltungsraths  in  der  ordentlichen  Hauptversammlung  erwählt.

Der  Verwaltungsrath  ist,  wenn  er  aus  weniger  als  sechzehn  Mitgliedern  besteht,  befugt,  mittelst
einstimmigen  Beschlusses  die  Zahl  der  Mitglieder  durch  Zuwahl  zu  ergänzen  oder  auch  bis  zur  Höchstzahl
zu  vermehren.  Die  Amisdauer  der  zugewählten  Mitglieder  reicht  jedesmal  bis  zur  nächsten  ordentlichen
Hauptversammlung.

In  jeder  ordentlichen  Hauptversammlung  scheiden  die  drei  der  Amtsdauer  nach  ältesten  Mitglieder
aus  dem  Verwaltungsrath  aus.  Bei  gleicher  Amtsdauer  entscheidet  das  Loos.  Wiederwahl  ist  zulässig.

Nur  Mitglieder  der  Gesellschaft  können  Mitglieder  des  Verwaltungsraths  sein.

817.
Der  Verwaltungsrath  wählt  alljährlich  in  seiner  ersten  Sitzung  nach  der  ordentlichen  Hauptversammlung
  aus  seiner  Mitte  einen  Vorsitzenden  und  dessen  Stellvertreter.
818.
Der  Verwaltungsrath  hat  die  ausschließliche  Leitung  und  Verwaltung  aller  Geschäfte  der  Gesellschaft.
Der  Verwaltungsrath  vertritt  die  Gesellschaft  nach  außen  und  dritten  Personen  gegenüber  in  allen
Rechtsgeschäften  und  sonstigen  Angelegenheiten  ohne  jede  Ausnahme  einschließlich  derjenigen,  für  welche  es
nach  dem  Gesetz  einer  Spezialvollmacht  bedarf.
Beschränkungen  des  Verwaltungsraths  durch  dieses  Statut  oder  durch  Beschlüsse  der  Hauptversammlungen
  haben  dritten  Personen  gegenüber  keine  rechtliche  Wirkung.

19.
Erklärungen  oder  Unterschriften  sind  für  die  Gesellschaft  verpflichtend,  wenn  dieselben  unter  dem
Namen  der  Gesellschaft  enkweder  von  dem  Vorsitzenden  des  Verwaltungsraths  oder  dessen  Stellvertreter
nebst  einem  anderen  Mitglied  oder  von  zwei  geschäftsführenden  Direktoren  (§  25)  oder  von  einem  geschäftsführenden
  Direktor  zusammen  mit  einem  Mitglied  des  Verwaltungsraths  oder  mit  einem  zur  Mitzeichnung
befugten  Beamten  der  Gesellschaft  geleistet  werden.
        <pb n="163" />
        —  125  —

6  8  20.
durch  ei  Der  Verwaltungsrath  faßt  seine  Beschlüsse,  soweit  in  diesem  Statut  nichts  Anderes  bestimmt  ist,
urch  einfache  Stimmenmehrheit.  Jedes  Mitglied  hat  eine  Stimme.

*’*i  8  25.

Verwaltu  Verwaltungsrath  kann  einen  oder  mehrere  geschäftsführende  Direktoren,  welche  Mitglieder  des
zucun  -  raths  sein  dürfen,  Geschäftsführer  und  sonstige  Bevollmächtigte  ernennen  und  mit  ihnen  Verv7
  sch  ießen,  unter  Bestimmung  der  ihnen  zustehenden  Befugnisse  und  obliegenden  Pflichten  sowie  des
unen  zu  gewährenden  Gehalts.

»  8  26.
sonsti  dJDie  Legitimation  der  Mitglieder  des  Verwaltungsraths,  der  geschäftsführenden  Direktoren  oder
dur  ger  Geschäftsführer  und  Bevollmächtigten  wird,  soweit  die  Gesetze  nicht  etwas  Anderes  vorschreiben,

ch  Attest  des  Auswärtigen  Amts  geführt.
b.  Die  Revisoren.

·  §2s.  ...
des  Die  erste  ordentliche  Hauptversammlung  hat  zwei  oder  drei  Revisoren,  welche  nicht  Mitglieder
es  Verwaltungsraths  sein  dürfen,  auf  die  Dauer  von  drei  Jahren  zu  wählen.

Die  Revisoren  sind  berechtigt,  an  den  Sitzungen  des  Verwaltungsraths  mit  berathender  Stimme
theilzunehmen,  jederzeit  Einsicht  in  den  Schriftwechsel,  die  Bücher,  Rechnungen  und  Urkunden  der  Gesellschaft
  zu  nehmen  und  auf  Grund  eines  einstimmigen  Beschlusses  eine  außerordentliche  Hauptversammlung
berufen  zu  lassen.  «
»-·»SiehabendicBeständeunddassonstigeVermögendechfellsthfhdichIhkeskcchWUllenWd
Abschlüsse  sowie  zeitweilig  die  Kassen,  Guthaben  und  Schulden  der  Gesellschaft  zu  prüfen  und  darüber  an
die  ordentliche  Hauptversammlung  Bericht  zu  erstatten.

c.  Die  Hauptversammlung.

8  29.
Die  Hauptversammlung  vertritt  die  Gesanimtheit  der  Gesellschaftsmitglieder.  Ihre  Beschlüsse  und
Wahlen  sind  für  alle  Gesellschaftsmitglieder  verbindlich.

«  §30.
Die  Hauptversammlungen  finden  in  Berlin  statt.
8  Zu.  ...
In  der  Hauptversammlung  berechtigt  jeder  Antheil  zu  einer  Stimme.  Stimmberechtigt  sind  nur
die  in  das  Gesellschaftsregister  eingetragenen  Personen.
133.  *
Innerhalb  der  ersten  sechs  Monate  eines  jeden  Geschäftsjahres,  zuerst  im  Jahre  1897,  findet  die
ordentliche  Hauptversammlung  statt,  in  welcher  folgende  Gegenstände  verhandelt  werden:
1.  Geschäftsbericht  des  Verwaltungsraths,  Vorlegung  der  Bilanz  nebst  Gewinn=  und  Verlustrechnung
für  das  abgelaufene  Geschäftsjahr;
.Beschlußfassung  über  die  Bilanz  und  die  Entlastung  des  Verwaltungsraths;
Beschlußfassung  über  die  Gewinnvertheilung,  Feststellung  der  Dividende;
.  Wahlen  zum  Verwaltungsrath;
Sonstige  Gegenstände  der  Tagesordnung.

Ei  ##0

8  34.
Außerordentliche  Hauptversammlungen  können  vom  Verwaltungsrath  jederzeit  und  müssen  berufen
werden  auf  Verlangen
1.  des  Kommissars  des  Reichskanzlers,
2.  von  Gesellschaftsmitgliedern,  welche  mindestens  ein  Zehntel  des  Gesammtkapitals  der  Gesellschaft
besitzen  oder  vertreten.
8  35.

Die  Beschlüsse  der  Hauptversammlung  werden,  abgesehen  von  den  Bestimmungen  des  8  36,  durch
absolute  Mehrheit  der  abgegebenen  Stimmen  gefaßt.  Im  Falle  der  Stimmengleichheit  entscheidet  die
Stimme  des  Vorsitzenden.

8  36.

Ueber  folgende  Gegenstände:  s

sndicAuflösungdchesellichaftoderderenVerschinelznngmiteineranderenGeiellschaftodcrdie

Umwandlung  der  rechtlichen  Form  der  Gesellschaft;

)die  Abänderung  des  Zwecks  der  Gesellschaft;
        <pb n="164" />
        —  126  —
c)  die  theilweise  Zurückzahlung  oder  die  Herabsetzung  des  Grundkapitals  sowic  die  Amortisation  der
Antheile

kann  nur  mit  einer  Mehrheit  von  wenigstens  zwei  Dritteln  der  in  der  Generalversammlung  vertretenen
Stimmen  Beschluß  gefaßt  werden.

VI.  Bilanz,  Gewinnvertheilung,  Reservefonds.

8  38.

Die  Jahresbilanz  und  die  Gewinn=  und  Verlustrechnung  sind  vom  Verwaltungsrath  festzustellen
und  nebst  einem  Bericht  des  Verwaltungsraths  über  den  Vermögensstand  und  die  Verhältnisse  der  Gesellschaft
  mindestens  vierzehn  Tage  vor  der  Hauptversammlung  im  Geschäftslokale  der  Gesellschaft  zur  Einsicht
der  Mitglieder  aufzulegen.

8  39.

Der  Verwaltungsrath  bestimmt  den  Mindestbetrag  der  vorzunehmenden  Abschreibungen  und  Rücklagen,
  jedoch  muß  die  ordentliche  Rücklage  mindestens  5  pCt.  des  Reingewinns  betragen,  bis  deren  Betrag
die  Höhe  von  mindestens  25  pCt.  des  Grundkapitals  der  Gesellschaft  erreicht  hat  bezw.  wieder  erreicht
hat,  nachdem  sie  angegriffen  worden  war.

Der  Verwaltungsrath  ist  befugt,  durch  Abführung  eines  von  ihm  erforderlich  geachteten  Theils  des
Reingewinns  eine  außerordentliche  Rücklage  zu  schaffen,  bis  ihre  Höhe  25  pCt.  des  Grundkapitals  erreicht.

Die  ordentliche  Rücklage  dient  zur  Deckung  eines  aus  der  Bilanz  sich  ergebenden  Fehlbetrags.

Die  außerordentliche  Rücklage  ist  besonders  zur  Vermehrung  des  Betriebskapitals  und  zur  Deckung
ungewöhnlicher  Verluste  bestimmt,  kann  aber  nach  Ermessen  des  Verwaltungsraths  jederzeit  zur  Vertheilung
unter  die  Gesellschaftsmitglieder  gebracht  werden.

*  4090.

Der  nach  Abzug  der  Beträge  für  Abschreibungen  und  Rücklagen  verbleibende  Reingewinn  wird,

sofern  die  Hauptversammlung  nicht  anders  beschließt,  als  Dividende  auf  die  Antheile  vertheilt.
VII.  Bekanntmachungen.
8  41.

Die  nach  diesem  Statut  erforderlichen  Bekanntmachungen  erfolgen  im  „Deutschen  Reichs=  und
Königlich  Prcußischen  Staats-Anzeiger“  und  außerdem  in  denjenigen  Zeitungen,  welche  der  Verwaltungsrath
  im  Interesse  der  Gesellschaftsmitglieder  für  angemessen  halten  sollte.  Ein  darüber  gefaßter  Beschluß
muß  in  den  zur  Zeit  bestimmten  Gesellschaftsblättern  veröffentlicht  werden.

VIII.  Auflösung.

8  42.

Im  Fall  einer  Auflösung  der  Gesellschaft  wird  das  Vermögen  nach  Tilgung  der  Schulden  unter
die  Mitglieder  nach  Maßgabe  ihrer  Betheiligung  vertheilt.  Die  Vertheilung  darf  nicht  eher  vollzogen
werden  als  nach  Ablauf  eines  Jahres,  von  dem  Tage  an  gerechnet,  an  welchem  eine  Aufforderung  der
Gesellschaft  an  ihre  Gläubiger,  sich  bei  ihr  zu  melden,  in  den  Gesellschaftsblättern  bekannt  gemacht  worden
ist.  Die  gleiche  Bestimmung  findet  Anwendung  auf  eine  theilweise  Zurückzahlung  des  Gesellschaftskapitals
an  die  Mitglieder.

Bis  zur  Beendigung  der  Liquidation  verbleibt  es  bei  der  bisherigen  Orgauisation  der  Gesellschaft
und  ihrem  Gerichtsstande.

IX.  Aufsichtsbehörde.

8  43.

Die  Aussicht  über  die  Gesellschaft  wird  von  dem  Reichskanzler  geführt.  Derselbe  laun  zu  dem
Behuf  einen  Kommissar  bestellen.  Die  Aufsicht  erstreckt  sich  auf  die  statutenmäßige  Führung  der  Geschäfte
für  die  Erreichung  des  Gesellschaftszwecks.  Der  von  dem  Reichskanzler  bestellte  Kommissar  ist  berechtigt,
an  jeder  Verhandlung  des  Verwaltungsraths  und  jeder  Hauptversammlung  theilzunehmen,  von  dem  Verwaltungsrath
  jederzeit  Bericht  über  die  Angelegenheiten  der  Gesellschaft  zu  verlangen,  auch  die  Bücher  und
Schriften  derselben  einzusehen  sowie  auf  Kosten  der  Gesellschaft,  wenn  dem  Verlangen  der  dazu  berechtigten
Mitglieder  der  Gesellschaft  (§  34)  nicht  entsprochen  wird,  oder  aus  sonstigen  wichtigen  Gründen  eine
außerordentliche  Generalversammlung  zu  berufen.

8  44.
Der  Genehmigung  der  Aufsichtsbehörde  sind  die  Beschlüsse  der  Gesellschaft  unterworfen,  nach

welchen  eine  Aenderung  oder  Ergänzung  des  Statuts  erfolgen,  die  Gesellschaft  aufgelöst,  mit  einer  anderen
vereinigt  oder  in  ihrer  rechtlichen  Form  umgewandelt  werden  soll.

Auswärtiges  Amt.  Kolonial-Abtheilung.
Kayser.
        <pb n="165" />
        —  127  —

Auf  Grund  des  §  1  des  Gesetzes,  betreffend  die  Rechtsverhältnisse  der  deutschen  Schutzgebiete,
vom  15.  März  1888,  des  §  1  des  Gesetzes  vom  4.  Mai  1870,  betreffend  die  Eheschließung  und  die
Beurkundung  des  Personenstandes  von  Reichsangehörigen  im  Auslandc,  und  der  Kaiserlichen  Verordnung
vom  1.  Januar  1891  ist  dem  im  Gonvernementsdienste  von  Deutsch-Ostafrika  stehenden  Referendar  Zache
für  seine  Person  und  die  Dauer  seiner  amtlichen  Thätigkeit  im  Schutzgebiete  die  allgemeine  Ermächtigung
ertheilt,  daselbst  bürgerlich  gültige  Eheschließungen  bezüglich  aller  Personen,  welche  nicht  Eingeborene  sind,
vorzunehmen  und  die  Geburten,  Heirathen  und  Sterbefälle  derselben  zu  beurkunden.

Perordnungen  und  Wiktheilungen  der  Behörden  in  den  Schungebieken.
Ernennung  von  Beisitzern  der  Kaiserlichen  Gerichte  für  Deutsch-Ostafrika

„—  #:  1  —  Sr  —

W——————

—

Em—5P  —

#  —

Dr.  phil.  Hans  Maurer,  hessischer  Staatsangehöriger.

für  die  Dauer  des  Jahres  1896.7)
Kaiserliches  Obergericht.
A.  Beisitzer.

Rudolf  v.  Bennigsen,  Finanzdirektor,  preußischer  Staatsangehöriger.

Erich  Hohmann,  Zolldirektor,  preußischer  Stoatsangehöriger.  .

.  Dr.  Franz  Stuhlmann,  Chef  der  Landeskultur-Abtheilung,  preußischer  Staatsangehöriger.
Friedrich  Gurlitt,  Baumeister,  preußischer  Staatsangehöriger.

B.  Stellvertretende  Beisitzer.

Alexander  Becker,  Dr.  med.,  Chefarzt,  preußischer  Staatsangehöriger.

Max  Heymons,  Hauptmann,  preußischer  Staatsangehöriger.

Johannes  Holst,  Pastor,  preußischer  Staatsangehöriger.  *
Karl  Bretschneider,  Apotheker,  sächsischer  Staatsangehöriger.

Kaiserliches  Gericht  für  den  südlichen  Bezirk.
A.  Beisitzer.

#  »  Psk  m  s«’
ft,  württemberg  gehöriger.

Fritz  Müller,  Beamter  der  Deutsch-Ostafrik

.  Paul  Dewers,  Kaufmann,  preußischer  Staatsangehöriger.
Daniel  Häberle,  Hauptkassenbuchhalter,  bayerischer  Staatsangehöriger.

B.  Stellvertretende  Beisitzer.
Karl  Velten,  Dragoman,  preußischer  Staatsangehöriger.
Ludwig  Hajdu,  Gastwirth,  ungarischer  Staatsangehöriger.
Rudolf  Bock,  Gouvernementssekretär,  preußischer  Staatsangehöriger.
Franz  Andres,  Hülfskalkulator,  preußischer  Staatsangehöriger.
Gustav  Blank,  Rechnungsbeamter,  württembergischer  Staatsangehöriger.

Kurt  Paul  Günther,  Kaufmam,  sächsischer  Staatsangehöriger.
Johannes  Göhring,  Gouvernementssekretär,  preußischer  Staatsangehöriger.
Richard  Zürn,  Kaufmann,  preußischer  Staatsangehöriger.

Kaiserliches  Gericht  für  den  nördlichen  Bezirk.
Beisitzer.

.  Max  Winter,  Beamter  der  Deutsch-Ostafrikanischen  Gesellschaft,  österreichischer  Staatsangehörigkeit,

  in  Tanga.

August  Schiele,  Kaufmann  in  Tanga,  preußischer  Staatsangehörigkeit.
Justus  Heyn,  Dr.  med.  und  praktischer  Arzt  in  Tanga,  preußischer  Staatsangehörigkeit.
Kurt  Hoffmann,  Baudirektor  der  Eisenbahn-Gesellschaft  für  Deutsch-Ostafrika  (Usambara-Linie)

  zu  Tanga,  preußischer  Staatsangehörigkeit.
B.  Stellvertretende  Beisitzer.

Michard  Schlunke,  Kaufmann  zu  Tanga,  preußischer  Staatsangehörigkeit.

Rndolf  Helberg,  Kaufmann  zu  Tanga,  hamburgischer  Staatsangehörigkeit.

Eugen  Wiese,  Kaufmann  zu  Tanga,  preußischer  Staatsangehörigkeit.

Michael  Schmunck,  Postsekretär  zu  Tangg,  badischer  Staatsangehörigkeit.

Robert  Hesseling,  Zollamtsassistent  1.  Klasse  zu  Tanga,  preußischer  Staatsangehörigkeit.
Friedrich  Plehn,  Dr.  med.  und  Regierungsarzt  zu  Tanga,  preußischer  Staatsangehörigkeit.

*)  Vergl.  Deutsches  Kolonialblatt  1895,  S.  130.
        <pb n="166" />
        —  128  —

Nachweisung  der  Brutto-Einnahmen  bei  der  Zollverwaltung  für  Deutsch-Ostafrika
  im  Monat  November  1895.
(Eine  Rupie  zum  Kurse  von  1,17  Mk.)

 

 

Zölle  für  Schlfffahrts.Holzschlag-  Neben.
Haupt-Zollamt  Ausfuhr  Einfuhr  Abgabe  GebührenEinnahmen  Insgesammt
p.  P.]  RNp.  P.]  Rp.  P.  Rp.  P.  RNp.  P.]  Np.  P.  —  Mk.  Af.
1  D  l  «  .-S·anga..-....

  1090  14  6719  13  15.—  92  5  18  38  9841  56
Panginnn  1807  57  4002  02  10  —  33  19  22  —  5875  14  =  6874  01
Bagamooon  17542  11112  66  96  —  75  40  34  49  33860  41  =  39616  "„  95
Dar-es-Salen  2351  48814120  33  30  —  144  15419  42  18066  10  =  21137  40
Killlmwm.  4480  01  3757  58  23  —  713  28  62  48  9037  0O7  =  1057342
Linin  6358  33  2265  19  14  —  10  58

 

28  248677  06  =  10152  20
Jusammen  33630  3516977  0188  —1070  25437  52  =  99195  54
.  —  ——  .  *)
39347  Mk.  54963  Mk.  219  Mt.  1252  Mt.  2412  Mt.

74  Pf.  14  Pf.  26  f..  36  Pf.  34  W.

 

 

 

 

 

 

 

*)  Mit  Berücksichtigung  einiger  Reste  aus  Vorjahren  stellt  sich  die  Gesammteinnahme  auf  98  230  Mk.  53  Ui.
Der  Werth  der  Ausfuhr  bei  sämmtlichen  Stationen  im  November  1895  betrug  216  256  NRup.  =  253  019  Mk.  52  Pf.
Der  Werth  der  Einfuhr  bei  sämmtlichen  Stationen  im  November  1895  betrug  495  833  Rup.  =  580  124  Mk.  61  Pf.

VVVWVVWVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVYVVVVVVVVVVVVVVVVTVVVVVVYVVYVVVYVVVVVVVVVVVVU

Perspnalien.
Seine  Majestät  der  Kaiser  haben  Allergnädigst  geruht,  den  bisherigen  stellvertretenden

Landeshauptmann  für  Togo,  Regierungsassessor  Köhler,  zum  Landeshauptmann  für  dies  Schutzgebiet
zu  ernennen.

Der  Premierlieutenant  v.  Frangois,  à  la  suite  des  Infanterie-Regiments  Fürst  Leopold
von  Anhalt-Dessau  Nr.  26,  ist  unter  Einrangirung  in  das  Grenadier-Regiment  König  Friedrich  II.
Nr.  4  vom  Kommando  zur  Dienstleistung  beim  Auswärtigen  Amt  Allerhöchst  entbunden  worden.

Der  Assistenzarzt  2.  Klasse  a.  D.  Dr.  Bludau,  bisher  vom  Königlich  sächsischen  Fußartillerie=Regiment
  Nr.  12,  ist  mit  dem  5.  Februar  1896  der  Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika  zugetheilt  worden.

Der  Sekondlieutenant  a.  D.  v.  Zülow,  zuletzt  vom  Infanterie-Regiment  von  Wittich  (3.  Hessischen)
Nr.  83,  ist  mit  dem  26.  März  1896  der  Schutztruppe  für  Deutsch-Südwestafrika  zugetheilt  worden.

Nichtamtlicher  Theil.

erspnal-ZNachrichten.  Der  Landrentmeister  Reichelt  kehrt  nach  Deutschhlr

-  ,  land  zurück.
Deutsch-Oflafrika.  .-Der

  Finanzdirektor  v.  Bennigsen  und  der  zum  Die  Geschäfte  des  beurlaubten  Landrentmeisters
kommissarischen  Bezirksrichter  ernannte  Regierungs=  besorgt  vorläufig  der  Büreauvorsteher  Junker,
assessor  Freiherr  v.  Reden-Franzburg  treten  am  welcher  seinerseits  durch  den  Sekretär  Lauterbach

11.  März  die  Ausreise  nach  Dar-es-Saläm  an.  vertreten  wird.
Hüdwestafrkta.  Der  Marinehafenbaumeister  Mönch  und  der

Der  Obergrenzlontroleur  Schmidt  ist  im  Schutz=  Feldmesser  Reich  sind  im  November  v.  Is.  in
gebiete  eingctroffen  und  hat  die  Regelung  und  Ein=  Tsoakhaubmund  eingetroffen.
richtung  des  Zollwesens  begonnen.
        <pb n="167" />
        129

NDachrichten  aus  den  deulschen  Schukgebieten.

(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  theilweise  nur  mit  Quellenangabe  gestattet.)

Peutsch-Pltafrika.

Ueber  die  vertheilung  der  Schutztruppe

W  lerliche  Gouverneur  unter  dem

Euerer  Durchlaucht  melde  i  gehorsamst,  daß  ich
mich  veranlaßt  gesehen  habe,  a  Stationen  Masinde
und  Kisaki  aufzuheben,  die  Stärke  verschiedener
Stationsbesatzungen  im  Innern  bedeutend  zu  verringern
  und  Hand  in  Hand  hiermit  eine  Aenderung
in  der  Dislokation  der  Schutztruppe  herbeizuführen.

Die  jeßt  eingetretene  Ruhe  und  Sicherheit  der
Kolonie  machten  die  Besetzung  Kisakis  und  Masindes
völlig  entbehrlich;  der  gleiche  Gesichtspunkt  trifft  auch
lür  die  Herabminderung  der  Stationsbesatzungen  zu.
Ferner  fällt  ins  Gewicht,  daß  durch  diese  Maßnahmen
ganz  beträchtliche  Ersparnisse  herbeigeführt  werden,
zumal  in  Kisaki  infolge  Einfall  der  Wohngebäude
noch  umfangreiche  Neubauten  erforderlich  gewesen
wären.  Die  Ersparniß  an  Trägerlöhnen  und  Unterhaltungskosten
  ist  für  jede  Station  mit  50  000  Rupien
jährlich  nicht  zu  gering  bemessen.  Einen  weiteren
Vortheil  erblicke  ich  schließlich  darin,  daß  endlich  eine
zweckmäßigere  Dislolation  der  Truppe  herbeigeführt
werden  konnte,  indem  durch  das  Freiwerden  von
Kräften  an  entbehrlicher  Stelle  außer  der  Besatzungskompagnie
  für  Udjidji  noch  ein  schlagfertiges  Expeditionskorps
  von  fünf  Kompagnien  verfügbar  geworden
  ist.

Ich  habe  den  zu  Masinde  gehörigen  Posten
Kisuani  und  das  Paregebiet  der  Station  Moschi
unterstellt  und  die  Verfügung  getroffen,  daß  der
übrige  Bezirk  Masinde  vorläufig  dem  Bezirksamte
Tanga  zugetheilt,  Masinde  selbst  aber  durch  1  Unteroffizier
  und  15  Mann  Polizeitruppe  aus  Tanga  be- 



sebt  wird.  Bei  meiner  demnächstigen  Anwesenheit

in  Tanga  will  ich  nach  Anhörung  des  dortigen  Bezirksamtmannes
  der  Frage  näher  treten,  ob  es  nicht

zweckmäßig  wäre,  in  Wuga  (Nordusambara)  ein

neues  Bezirksamt  einzurichten.  Ich
versehlen,  Euerer  Durchlaucht  hierüber  s.  Z.  ganz
gehorsamst  zu  berichten.  Kisaki  habe  ich  gänzlich
aufgelöst  und  die  Besatzungsstärken  von  Mpwapwa
Kilossa,  Ulanga  auf  je  40  bis  50  Mann  herabgesetzt.
Der  Bezirk  Kisaki  wurde  vorläufig  dem  Bezirke
Dar#es-Saläm  zugetheilt.

Die  6.  Kompagnie,  bisher  Mawudji-Lager,  hat

werde  nicht

bleiben  ferner  an  der  Küste  noch  drel  Kompagnien
verfügbar,  von  denen  ich  ständig  zwei  in  Dare-es-Saläm,
  eine  in  Pangani  zu  stationiren  gedenke,  so
daß  ich  über  ein  schlagfertiges  Expeditionskorps  von
fünf  Kompagnien  disponiren  kann,  die  jederzeit  für
Expeditionen  und  andere  Eventualitäten  verwendet
werden  können.  Ich  habe  die  Forderung  gestellt,
daß  jede  dieser  Kompagnien  im  Stande  sein  muß,
24  Stunden  nach  erhaltenem  Befehle  abmarschfertig
zu  sein,  und  beabsichtige  deren  Schlagfertigkeit  durch
dauernde  Zutheilung  von  Zeltgeräth,  Geschützen,
Munition  u.  s.  w.  noch  zu  erhöhen.  Auch  aus
Gründen  der  Disziplin  und  Ausbildung,  sowohl  der
Führer  wie  der  Truppe,  halte  ich  die  Schaffung
dieses  „Expeditionskorps“  für  durchaus  nothwendig
und  wünschenswerth.  Unter  der  Aufsicht  und  Anleitung
  der  dazu  berufenen  Organe  hoffe  ich,  jene
Truppe  auf  einem  Grade  der  Kriegstüchtigkeit  zu
erhalten,  daß  dieselbe  allen  an  sie  herantretenden
Aufgaben  gewachsen  sein  wird.

Auch  bei  der  den  Bezirksämtern  unterstellten
Polizeitruppe  habe  ich  einige  Veränderungen  getroffen
und  dieselbe,  ihren  verschiedenen  Aufgaben  entsprechend,
in  eigentliche  Polizisten  und  Polizeiwachmannschaften
getrennt.  Für  den  Dienst  als  Polizisten  werden
findige,  gewandte  und  durchaus  zuverlässige  Leute
ausgesucht  werden,  denen  der  Bezirksamtmann  unbedingt
  vertrauen  kann.  Die  Polizeiwachmannschaften
werden  dagegen  aus  älteren,  für  den  Dienst  in  der
Truppe  nicht  mehr  geeigneten  Persönlichkeiten  ergänzt
werden.  Der  Dienst  der  Polizeiwachmamschaften
besteht  in  der  Bewachung  und  dem  Schutz  der  zu
dem  Bezirksamt  gehörigen  Gebäude  und  Kaiserlichen
Eigenthums;  sie  müssen  zu  diesem  Zwecke  daher
sowohl  mit  der  Handhabung  der  Waffen  wie  in  der
Bedienung  der  Geschütze  unterwiesen  werden.

Ramerun.
Dandelsbewegung.
Nach  den  vorliegenden  statistischen  Aufzeichnungen

is  hat  sich  der  Handel  Kameruns  in  den  drei  ersten

Befehl  erhalten,  Kilwa  und  Mawupdji,  letzteres  nur

vorübergehend,  zu  besetzen.
her  Kilwa,  kommt  nach  Lindi,  und  habe  ich  diese
Station  dem  Kompagnieführer  Fromm  übergeben.
Die  in  Lindi  frei  gewordene  9.  Kompagnie  wurde
nach  Dar-es-Saläm  beordert,  um  hier  unter  dem
Besehl  des  Kompagnieführers  Ramsay  für  den
Abmarsch  nach  Udifdjj  bereitgestellt  zu  werden.

Die  8.  Kompagnie,  bisl



EöInL

Quartalen  des  verflossenen  Jahres  folgendermaßen

gestaltet:
Einfuhr  Ausfuhr
I.  Quartal  1143  252  Mk.  914  980  Mk.
II.  -  1  410  045  =  1  215  294  „
III.  -  1  645  644  =  1  019  181
Es  ist  ausgeführt  worden  an

Palmöl  Palmkernen  Kautschuk  Elfenbein
.  Mt.  Mk  Mk
028  240  237

I.  Luartal  für  152  248  462  111  572
11..  306  413  279259  220  163  170
216350  252067  261  895  124  180
        <pb n="168" />
        —  130  —

An  Geweben  ist  eingeführt  worden:
I.  Quartal  für  193  570  Mk.
II.  «  320940-III.
  399  375  -

Togo.
Inspeltionsreisen.

Der  Leiter  der  Station  Kete-Kratschi,  Lieutenant
Graf  Zech,  hat  im  Herbst  Bismarckburg,  Pessi,  Kebu,
Akposso,  Atakpame  und  Kpele  besucht  und  hat  gegenwärtig
  eine  Reise  nach  Tschautscho  (Paratau)  angetreten.


Ueber  das  Rrankenhaus  in  Togo

wird  in  „Unter  dem  rothen  Kreuz“  berichtet:

Stabsarzt  Wicke  hat  den  Versuch  gemacht,  den
fast  nur  aus  Sand  bestehenden  Boden  des  Grundstückes
  zum  Schutz  und  zur  Verschönerung  zu  bepflanzen.
  Die  Anpflanzungen  sollen  Schutz  gewähren
gegen  die  Seebrise,  die  mit  einer  in  den  verschiedenen
  Jahreszeiten  wechselnden  Heftigkeit  aus  der
Südwestecke  heranweht.  Diese  weht  zeitweise  so  stark,
daß  ein  Verweilen  auf  der  vorderen  Veranda  dann
ein  Ding  der  Unmöglichkeit  ist.  Zum  Schutz  also
gegen  die  Brise  sind  Kokospalmen  angepflanzt,  in
der  Südwestecke  in  vier  bis  fünf  Reihen,  sonst  nur
ein  bis  zwei  längs  der  Front  des  Hauses.  Auf
der  Hinterseite  des  Hauses  ist  ein  Versuch  gemacht
mit  den  sogenannten  Schattenbäumen,  einem  dicht
belaubten,  reichen  Schatten  spendenden  Baum,  von
dem  man  nur  ein  Stück  Stamm  in  die  Erde  zu  pflanzen
braucht  zur  Fortpflanzung.  Diese  Stämme  sind  gut
angewachsen,  haben  aber  nur  auf  der  der  Seeseite
abgewendeten  Seite  grüne  Zweige  getrieben.  Zum
Schmuck  der  Beete  sind  bunte,  längs  des  Strandes
wachsende  Pflanzen  gezogen  worden.  Zur  Einfassung
der  Beete  nimmt  man  draußen  die  umgekehrten,  ihres
Inhalts  entleerten  Selters=  u.  s.  w.  Flaschen,  da  man
sie  anderweitig  nicht  verwenden  kann,  da  Rücktransport
  des  Glases  theurer  als  der  Gloswerth  ist.

Die  Verpflegung  für  das  Hospital  geschieht  entweder
  durch  afrikanische  Landeserzeugnisse,  oder  durch
Sendungen  von  Europa,  wozu  an  dieser  Stelle  bemerkt
  sei,  daß  z.  B.  von  hier  aus  gesandte  Aepfel
in  ganz  vorzüglicher  Beschaffenheit  drüben  anlangten,
während  Birnen  sich  alle  total  verfault  zeigten.  Im
Orte  selbst  finden  täglich  Märkte  statt,  allein  der
Europäer  geht  nicht  dahin,  schickt  auch  nicht  seine
Leute,  sondern  wartet,  bis  die  umherziehenden  Händler
ins  Haus  kommen,  ihre  Waaren  anzubieten,  bezw.
bestellt  schon  am  Tage  vorher  seinen  Bedarf  bei
denselben.  Als  Fleisch  ißt  man  natürlich  hauptsächlich
  den  üblichen  Hammel,  alle  Monat  vielleicht
auch  einmal  Rindfleisch.  Enten,  Hühner  und  Truthühner
  werden  aus  Accra  bezogen,  Gänse  aus  Europa:

 

Das  Gemüse  ist,  wenn  möglich,  selbst  zu  ziehen,  und
mit  Ausnahme  von  Kartoffeln  und  Blumenkohl  ist
es  Herrn  Stabsarzt  Wicke  bis  jetzt  stets  gelungen,
das  gepflanzte  Gemüse  zur  ertragsfähigen  Reife
heranzuziehen.  Der  Garten  des  Hospitals  liegt  in
der  vor  Wind  am  meisten  geschützten  Ecke,  im  Nordosten
  des  Grundstücks.  -  ·

Die  Zubereitung  der  Speisen  erfolgt  durch  einen
äußerst  tüchtigen,  von  Stabsarzt  Wicke  selbst  angelernten
  schwarzen  Koch.  Das  übrige  Personal  des
Hauses  besteht  aus  einem  versönlichen  Diener  des
Herrn  Stabsarztes,  ein  zweiter  Diener  hilft  bei  Tisch
und  verrichtet  sonstige  Hausarbeit.  Der  speziellen
Aussicht  der  Schwestern  unterstehen  drei  Mädchen,
etwa  7  Jahre  alt,  in  Misahöhe  befreite  Sklaven.
Der  Koch  hat  in  der  Küche  ein  bis  zwei  Kochjungen.
Für  grobe  Arbeit  sind  im  Etat  zwei  Arbeiter  eingestellt.
  Der  medizinische  Stab  besteht  aus  dem
Assistenten  Vittorino,  einem  Lehrling  und  einem
Apothekengehülfen.

Der  Wirkungskreis  des  Arztes  umfaßt  zunächst:
die  Kolonie  Togo  mit  den  Ortschaften  Klein-Popo,
Sebbe,  ½2  Stunde  zu  Fuß  entfernt;  Lome  (44  km),
Porte  Seguro  (2½  Stunden)  und  Togo  am  Togosee
(3  Stunden  Kanufahrt);  dann  nach  der  französischen
Seite  finden  sich  Patienten  in  Agweh  (2  Stunden
Kanufahrt),  Grand-Popo,  je  nachdem  Ebbe  oder
Fluth  ist,  6  bis  8  Stunden  Kanufahrt,  am  Strande
in  der  Hängematte  5  Stunden,  und  Wydah,  das
eine  Tagereise  von  Grand-Popo  entfernt  liegt.
Früher  war  der  Arzt  mehr  darauf  angewiesen,  die
Kranken  in  ihrer  Häuslichkeit  aufzusuchen  und  zu
behandeln,  jetzt,  nachdem  den  Kranken  im  Hospital
gute  Pflege  und  Behandlung  geboten  werden  kann,
suchen  dieselben  immer  mehr  das  Krankenhaus  auf,
besonders  viel  Franzosen  kommen  jetzt  in  das  Nachtigal-Krankenhaus,
  nachdem  das  Lazareth  in  Wydah
wegen  Mangels  an  Betheiligung  aufgehoben  ist.

Deutsch-Südwelktafrika.
Rünstliche  Bewässerung.

Im  vergangenen  Jahre  ist  in  Berlin  ein  Komitee
zur  Erschließung  von  Deutsch-Südwestafrika  durch
Anlage  von  Staudämmen  und  Wasserwerken  zusammengetreten
  mit  der  Absicht,  eine  Gesellschaft  zur
Ausführung  solcher  Unternehmungen,  von  denen  eine
Erschließung  der  Kolonie  zu  erhoffen  sei,  ins  Leben
zu  rusen.  Auf  Grund  einer  im  vergangenen  Jahre
im  Verlage  von  Dietrich  Reimer,  Berlin,  erschienenen
  Broschüre:  „Ein  Vorschlag  zur  wirthschaftlichen
Erschließung  Deutsch-Südwestafrikas  von  Dr.  Sander,
Marine-Stabsarzt  a.  D.“,  hatte  das  Komitee  zunächst
die  Anlage  eines  Staudammes  bei  der  Awispoort
in  allernächster  Nähe  von  Windhoek  ins  Auge  gefaßt.
An  dieser  Stelle  nähern  sich  die  Bergwände  der  das
Flußthal  umgebenden  Höhenzüge  bis  auf  eine  Sohlen-
        <pb n="169" />
        —  131  —

breite  von  etwa  50  m  in  zwei  ziemlich  weit  vorspringenden
  Sporen  oder  Felsnasen.  r.  Sander
berechnet  die  Kosten  der  Herstellung  des  Staudammes
auf  200  000  Mark  und  nimmt  an,  daß  durch  die
Anlage  250  ha  Land  berieselt  werden  könnten  und
daß  sich  nach  den  im  Kaplande  gemachten  Erfahrungen
  das  Unternehmen  gut  rentiren  würde.
welcder  Kaiserlche  Landeshauptmann  in  Windhoek,
U  sicher  as  in  Frage  kommende  Gelände  persönlich
—8  btigt  hat,  äußert  sich  in  einem  Berichte  vom

1.  November  v.  Is.  über  das  geplante  Unternehmen
solgendermaßen:

Die  von  Dr.  Sander  zur  Sperrung  ausersehene
Thalenge  eigne  sich,  äußerlich  betrachtet,  im  Ganzen
vorzüglich  hierzu;  außerdem  gewähre  die  Nähe  von
Windhoek  die  von  Dr.  Sander  mit  Recht  angenommene
  Biürgschaft  für  die  Verwerthung  der  Produkte
  des  zu  berieselnden  Geländes.  Bedenken  erhebt
der  Landeshauptmann  jedoch  gegen  die  Rentabilität
des  Unternehmens,  da  nach  dem  Gutachten  eines
dortigen  Sachverständigen  die  Dammanlage  drei=  bis
viermal  so  theuer  zu  stehen  kommen,  das  bewässerungsfähige
  Gelände  dagegen  nur  halb  so  groß  sein  würde,
wie  Dr.  Sander  angenommen  habe;  es  bleibe  indessen
  noch  die  Aufstellung  einer  genauen  endgültigen
Berechnung  abzuwarten.

Im  Uebrigen  begrüßt  der  Landeshauptmann  die
Ausführung  eines  derartigen  Unternehmens  mit
Freunden  und  wird  bestrebt  sein,  andere  geeignete
Plätze  hierfür  zu  finden.  Er  hebt  ferner  hervor,
daß  bereits  einzelne  von  den  namhafteren  Farmern
mit  dem  Bau  von  kleineren  Dämmen  begonnen  hätten.

Rus  dem  Bereiche  der  Missionen  und
der  Antishlaverei-Bewegung.

Seitens  der  evangelischen  Missionsgesellschaft  für
Teutsch-Ostafrika  (Berlin  III)  ist  der  Missionar
Noehl  nach  Ostafrika  abgeordnet  worden.

In  das  ausgedehnte  Wirken  der  Basler
Mission  in  Asien  und  Afrika  gewährt  eine  vom
Lehrer  am  Missionshaus  Kühnle  verfaßte,  sehr
bübsch  mit  Karten  und  Bildern  ausgestattete  kleine
Schrift:  „Die  Arbeitsstätten  der  Basler  Mission“
einen  lehrreichen  Einblick.  Es  ist  staunenswerth,
welche  große  Thätigkeit  diese  1815  zuerst  gebildete,
mit  bescheidenen  Mitteln  arbeitende  Gesellschaft  entsaltet.
  Der  Schwerpunkt  ihres  Wirkens  liegt  freilich
in  Indien  und  China,  aber  ihre  Stationen  an  der
Westküste  Afrikas  gewinnen  erfreulicherweise  auch  von
Jahr  zu  Jahr  an  Zahl  und  Bedentung.  Statt  eines
Europäers  wie  im  Jahre  1834  waren  1894  schon
92  im  Namen  der  Basler  Gesellschaft  in  Westafrika
thätig.  Neben  zehn  Stationen  an  der  Goldküste  besaßen
  die  Basler  1894  schon  fünf  in  Kamernn.
Seitdem  haben  sie  auch  im  Togogebiete  ihr  verdienst- 



volles  Wirken  begonnen  und  sind  stetig  bemüht,  ihr
Arbeitsfeld  in  Kamerun  zu  erweitern.

 

Die  Zeitschrift  „Central  Africa“  der  englischen
Universitäten  =  Missionsgesellschaft  enthält  folgende
Mittheilung:  Der  Missionar  Key  wurde  telegraphisch
nach  Dar-es-Saläm  gerufen,  da  einige  Araber  Christen,
welche  auf  der  benachbarten  kleinen  Missionsstation
Kichelve  ansässig  sind,  als  ihre  Sklaven  reklamirten.
Herr  Key  begab  sich  zum  deutschen  richterlichen
Beamten  und  erhielt  von  diesem  das  Versprechen,
daß  Alle,  die  seit  zwei  Jahren  dort  angesiedelt  seien,
auf  Antrag  einen  Freibrief  erhalten  sollten.  Von
den  dortigen  Christen  warten  75  auf  die  Konfirmation.
  —  —

Die  Berliner  evangelische  Missionsgesellschaft  hat,
wie  aus  der  Nummer  2  des  „Missionsfreund“  hervorgeht,
  im  Mai  v.  Is.  wieder  zwei  Handwerker
nach  dem  Missionsgebiet  am  Nyassa-See  aussenden
können.  Es  waren  dies  der  Zimmermann  Thiele
aus  Liebenwalde  und  der  Tischler  Harnoß  aus  dem
Neinstedter  Brüderhause.  Beide  haben  die  am  See
gelegene  Station  Ikombe  im  August  glücklich  erreicht.
Sie  werden  zunächst  in  Ikombe  am  Bau  eines
größeren  massiven  Wohnhauses  arbeiten.

oin  Ikombe  konnte  am  22.  September  ein  aus
Bambusstangen  errichtetes  Kirchlein  eingeweiht  werden,
  welches  300  Personen  faßt.  Das  ist  die  vierte
Kirche,  die  von  den  Brüdern  im  Kondeland  im
Innern  Afrikas  errichtet  worden  ist.

Aus  dem  apostolischen  Vikariat  Nord-Sansibar
(Väter  vom  heiligen  Geist)  bringt  „Gott  will  esfolgende
  Nachrichten:  #

In  der  Station  St.  Franz  Kaver  in  Mandera

hat  unter  der  Oberleitung  des  P.  Delpuech  Bruder

Alexander  einen  umfangreichen,  soliden  und  auch
äußerlich  gefälligen  Bau  aufgeführt,  dessen  Räume
hauptsächlich  für  die  Kinder  bestimmt  sind.  Ein
Dorf  ist  in  Madessa,  auf  dem  anderen  Ufer  des
Wame,  gegründet  worden,  andere  sind  an  den  fruchtbaren
  Uferhängen  dieses  Flusses  in  Vorbereitung.

Die  Station  Maria-Hilf  in  Kiboscho  hat  im
September  1893  Pater  August  mit  einigen  Kindern
von  Kilema  und  einigen  losgekauften  kleinen  Massais
angelegt.  Im  Januar  1894  langten  Pater  Rohmer
von  Bura  und  Bruder  Damasus  an.  Zuerst  wurden
einige  provisorische  Bauten  aufgeführt.

Ende  Mai  holte  Pater  Clauß  aus  den  Waisenanstalten
  von  Sansibar  und  Bagamoyo  18  junge
Leute,  zum  Theil  Schreiner,  zum  Theil  Maurer,
Alle  recht  tüchtige  Arbeiter.  Nach  diesem  Zuzug
von  Hülfskräften  wurden  die  provisorischen  Bauten
rasch  fertiggestellt.  Man  baute  die  nöthigen  Wege
und  Brücken,  dann  grub  man  den  Kanal,  der,  die
Schlucht  durchziehend,  das  Wasser  aus  dem  Bache
auf  unsere  Höhe  bringt.  Endlich  wurde  mit  dem
        <pb n="170" />
        —

endgültigen  Bau  der  Station  begonnen.  Zu  Ende
Oktober  waren  über  600  Bohlen  und  400  Bretter
hergestellt.  Während  dieser  Zeit  hatten  angestellte
Versuche  ergeben,  daß  die  dortige  Thonerde  nicht  die
genügende  Festigkeit  für  Steinmauern  besaß.  Es
mußte  daher  Kalk  beschafft  werden.  Solchen  von  der
Küste  kommen  zu  lassen,  war  unmöglich;  der  Transport
  für  40  engl.  Pfund  kostet  10  Fres.  Er  wurde
daher  in  der  Aruschaebene  gebrannt  und  dann  auf
Eseln,  die  für  8  Frcs.  das  Stück  erworben  werden
konnten,  nach  der  Baustelle  geschafft,  wo  inzwischen
die  nöthigen  Steine  gebrochen  und  ein  Garten  angelegt
  worden  war.

Aus  Vlavolo  (apostolisches  Vikariat  Neupommern)
berichtet  P.  Bley  in  „Gott  will  es“  unter  dem
3.  Juni  v.  Is.:

Unsere  neue  Kirche  ist  äußerlich  jetzt  vollendet.
Das  aus  hartem  australischen  Holz  und  flachem  Zinkblech
  bestehende  Gebäude  ist  nach  einem  Plane  vom
hochwürdigsten  Herrn  Bischof  Couppé  ausgeführt
und  ein  Meisterwerk  unserer  Brüder  Thomas  und
Johannes  (Fußhöller).  Es  ist  eine  wahre  Zierde
für  die  Gegend  und,  nahe  am  Meer  gelegen,  weithin
sichtbar.  Von  allen  Seiten  kommen  die  Wilden,
diesen  „Riesenbau“  in  Augenschein  zu  nehmen,  und
unsere  Katholiken  sind  stolz  darauf,  ihnen  „unsere
Kirche“  zeigen  zu  können.  Alles  in  und  an  derselben
erregt  ihre  höchste  Bewunderung,  nicht  zum  mindesten
der  Hahn  auf  dem  Kreuze,  der  so  hoch  oben  seinen
luftigen  Wohnsitz  für  immer  aufgeschlagen.  Im
Innern  jedoch  fehlt  noch  Manches.  Unsere  armen  Wilden
aber  sind  zu  bedürftig,  um  zu  diesen  Zwecken  selbst
beisteuern  zu  können.  Dafür  aber  haben  sie  es  sich
nicht  nehmen  lassen,  die  Vollendung  des  Baucs  in
ihrer  Weise  zu  verherrlichen  durch  Aufführung  ihrer
schönsten  Tänze.

Kaum  zwei  Wochen  später,  am  Sonntag,  den
24.  März  v.  Is.,  hat  die  Mission  schon  wieder  ein
festliches  Gewand  angelegt.  Diesmal  erscheinen  aber
die  Wilden  nicht  im  bunten  Feder=  und  Blumenschmuck,
  sondern  in  reinlichen  Lotukleidern.)  Die
neue  Kirche  ist  überfüllt.  Und  was  wollen  denn
jene  Männer  und  Frauen  dort  in  Ordnung  aufgestellt?
  Es  sind  die  neuen  Katechumenen,  welche
die  heilige  Taufe  empfangen  sollen.  Alle  bis  auf
den  letzten  Mann  haben  die  Probezeit  bestanden,  sie
haben  die  nöthigen  Heilswahrheiten  begriffen  und
sich  angeeignet  und  verlangen  nun  aufrichtig,  in  den
Schoß  der  heiligen  Kirche  aufgenommen  zu  werden.
Obgleich  drei  Patres  gleichzeitig  die  heilige  Taufhandlung
  an  ihnen  vornehmen,  dauerte  die  ganze
Feier,  Taufe,  Pontifikalamt  und  Firmung,  von  7  bis
11  Uhr  morgens.  Eine  solche  Feier  hatte  Vlavolo
bisher  noch  nicht  gesehen:  85  Taufen,  200  Kommunionen
  und  gegen  50  Firmungen  an  einem  Tage!

 

*)  Kirchenkleider  aus  Baumwollstoffen.

132

 

Auch  in  Malagunan  vermehrt  sich  die  Zahl  der
Neophyten.  Nächsten  Sonntag,  am  heiligen  Dreifaltigkeitsfeste,
  werden  dort  wieder  30  Katechumenen
getauft,  und  einen  Sonntag  später  über  100  wieder
in  Vlavolo!

In  Kiningunan  ist  das  Waiseninstitut  der  Knaben
jetzt  überfüllt,  und  mit  Macht  wird  an  einem  Jnvenat
gebaut,  in  welchem  die  größeren  Knaben,  die  Lehrer
oder  Handwerker  werden  wollen,  untergebracht  werden.
  Auch  die  Zahl  der  Waisenmädchen  hat  in  der
letzten  Zeit  wieder  zugenommen.

Das  sind  Alles  erfreuliche  Resultate,  für  die  wir
Gott  nie  genug  danken  können.

Decret.’)
Nous,  Khédive  d’Egypte.

Vu  Tart.  2  de  la  Convention  passée  entre  les
Gouvernements  de  la  Grande  -  Bretagne  et  de
IEgypte  le  21  novembre  1895  pour  la  répression
de  la  traite  et  dans  le  but  d’arriver  à  Tabolition
de  D’esclavage;

Sur  la  proposition  de  Nos  Ministres  de  DIntérieur
  et  de  la  Justice  et  Pavis  conforme  de  Notre
Conseil  des  ministres.

Le  Conseil  législatif  entendu,

Décrétons:
Art.  1.

Quiconque  introduira  sur  le  territoire  éEgyptien
ou  ses  dépendances,  ou  en  exportera  par  mer,  par
rivière  ou  par  terre,  un  ou  plusieurs  eschaves  destinés
  à  la  vente  ou  effectuera  le  transit  à  travers.
le  dit  territoire,  d'un  ou  plusieurs  esclaves  destinés
à  la  vente,  sera  passible  de  la  peine  des  travaux
forcés  de  cind  à  quinze  ans.

Art.  2.

Quiconque  aura  en  sa  possession  ou  conflern  à
un  tiers  un  ou  plusieurs  esclaves  destinés  à  étre
vendus  sera  passible  de  la  peine  des  travanx  forcés
  de  trois  à  sept  ans.

Art.  3.

Quiconque  vendra,  achetera,  Séchangera  des
esclaves  ou  prendra  part  à  ces  transactions  sera
puni  suivant  les  dispositions  suivantes:

Si  le  coupable  est  un  marchand  ou  un  courtier
  d’eschaves  la  peine  sera  de  cind  à  dix  ans  de
travaux  forcés.

La  meme  peine  sern  applicable  au  particulier
dui  aura  vendu  ou  échangé  un  esclave  à  un  marchand.


Le  particulier  qui  aura  acheté  un  esclave  d’un
marchand  ou  courtier  deschaves  sera  puni  d’un
eemprisonnement  de  six  mois  à  deux  ans.

*)  Erlassen  auf  Grund  des  Art.  II  des  Vertrages
zwischen  Großbritannien  und  Aegypten  vom  21.  November
1895  (abgedruckt  im  Deutschen  Kolonialblatt  1895,  S.  658  ff.).
        <pb n="171" />
        .„  La  vente,  achat  ou  Péchange  de  famille  à  famille
  seront  Punis  de  trois  mois  à  un  an  cemprisonnement
  et  Gune  amende  de  30  à  50  L.  E.  ou
Tne  de  ces  peines  seulement.  "

Tout  chef  de  famille  dans  le  barem  duquel  un
esclave  Don  muni  de  lettres  d’affranchissement
—  été  introduit  à  titre  Tachat  ou  d’schange
*  riouremont  àla  Promulgation  de  la  présente
00r—  ora,  1  absenes  des  preuves  de  sa  culpabilité
comp  ieits  d'un  des  erimes  ou  délits  susmen-#ionnés,
  puni  dune  amende  de  30  à  50  L.  E.

.  Art.  4
"7  Seront  punis  d'un  emprisonnement  de  six  mois
trois  uns,  ou  d'une  amende  de  50  à  300  L.  E.
Pex  dui  auront  privé  un  affranchi  de  jouir  de  sa
bleine  liberté  et  de  disposer  de  sa  personne.
Gbeine  sera  de  six  mois  à  cind  ans  Tempri-##unement
  à  Pencontre  de  ceux  qui  auront  em-"1
  ehé  un  eselave  de  conquérir  ou  d’exercer  sa
iberté  par  des  moyens  subreptices  ou  vioclents.
Art.  5.
Sera  puvi  de  la  peine  de  mort  on  des  travaun
és  do  einq  à  duinze  ans  quiconque  mutilora
un  esclave  müle  ou  participera  à  sa  mutilation.

fore

Art.  6.

Les  complices  des  crimes  et  délits  susmentiop-(8
  seront  punis  de  la  meéme  peine  due  les  auteurs;
  cependant  la  peine  pourra  stre  röduite
Jusqua's  la  moitié.

Art.  7.

Lea  tentative  de  commettre  les  memes  crimes
et  délits  sera  punie  de  la  moitié  de  la  peine  que
Tauteur  aurait  encourue  2il  les  edt  oonsommss.

Art.  8.
La  récidive  entratne  Papplication  du  maximum
de  la  beine,  dui  peut  stre  portée  jusqu’au  double.

Les  mots  „cowmplices,  tentatives  et  récidive"

employss  dans  la  présente  loi,  doivent  etre  entenus

  dans  le  sens,  qui  leur  est  donné  dans  les  art.
68,  69,  8,  9  et  13  du  Code  péal  indigsne.

Art.  10.

Le  capitaine  d'un  bätiment  transportant  des
esclaves  destinés  àla  vente  sera  puni  d'une  amende
dui  pourra  a’élever  à  20  L.  E.  et  d'un  emprisonnement
  de  trois  mois  à  trois  ans.

Si  la  complicité  du  propriétaire  est  6tablie,  il
bera  passible  de  la  meme  amende  et  puni  de  la
msme  peine  d’emprisonnement  et  son  navire  avee
cargaison  seront  confisqués.

.„T’équipage  pourra  ötre  condamné  à  la  meme
Peine  demprisonnement.
Art.  11.

Dans  Ie  oas  où  il  serait  établi  qu'un  navire  a
oͤt-  équipé  pour  Is  transport  d'esolaves,  il  sora  considéré
  comme  e'il  avait  effeotué  Ie  transport,  ot

 

133  —

dans  le  cas  on  il  serait  stabli  que  le  capitaine  ou
le  propriétaire  d’un  navire  aura  fixé  le  prix  de
transport  ou  passé  une  convention  avec  un  autre
individu  pour  le  transport  d’esclaves,  le  navire
sera  également  considéré  comme  s’iil  avait  effectusé
le  transport,  et  P’article  précédent  sera  applicable
aux  deux  cas.
Art.  12.

Dans  tous  les  cas  on  aux  termes  de  la  présente
loi,  Ia  peine  d’emprisonnement  d'un  an  ou  Plus
sera  prononcée,  le  tribunal  pourra  ordonner  dweelle
sera  subie  avec  les  travaux  forcés.

Art.  13.

Toute  personne  arrivant  en  Egypte  avec  une
famille,  deit  déclarer  au  bureau  des  passe  ports,
sans  délai,  et  nu  bureau  d’affranchissement,  dans
le  délai  de  duinze  jours,  le  nombre  d’esclaves  domestiques
  dui  se  trouvent  avec  sa  famille.

Le  burenu  d’affranchissement  doit  lui  donner
autant  de  lettres  ’affranchissement  qwil  y  a
desclaves.

Dans  le  oas  on  cette  déclaration  ne  serait  pas
donnée  ou  du’elle  serait  fausse,  I1n  personne  susindiquée
  subirait  une  amende  de  30  à  50  L.  E.

Art.  14.

Nos  Ministres  de  UIntérieur  et  de  la  Justice
sont  ohargés,  chacun  en  ce  qui  le  concerne,  de
Texécution  du  présent  déecret.

Fait  au  palais  de  Koubbeh,  le  21  janvier  1896.

Abbas  Hilmi.
Par  le  Khédive:

Le  Président  du  Conseil  des
Ministre  de  DIntérieur,
Moustapha  Fehmy.

Le  Ministre  des  Affaires  étrangdres,
Boutros  G  bali.
Le  Mivistre  de  la  Justice,
Ibrahim  Fouand.

inistres,

Nous,  Khdive  d'’Egypte.

Vu  TParticle  4  de  la  Convention  passée  entre
les  Gouvernements  de  la  Grande-Bretagne  et  de
TEgypte,  le  21  novembre  1895,  pour  la  répression
de  18.  traite  et  dans  le  but  d’arriver  à  TPabolition
de  1sclavage;

Sur  la  proposition  de  Notre  inistre  de  la
Justice  et  Pavis  conforme  de  Notre  Cooseil  des
wiofttres.

"  Conseil  IÖgislatif  entendu,

 

Déerétons:
l  Art.  1.

Hes  infractions  à  la  loi  sur  les  crimes  et  délits
relatäfs  à  Pesclavage  seront  déférées  à  un  Tribu-Dal
  composé  de  cind  conseillers  de  la  Cour  d'appol
indigeène,  dont  deux  au  moins  devront  stre  euro-Péens.
        <pb n="172" />
        Ils  seront  choisis  daus  chaque  cas  particulier
par  un  arrété  du  Ministère  de  la  dustice,  qui  désignera
  le  Président.

Art.  2.

Le  Tribunal  susdit  exercern  sa  juridiction  sur
tout  le  territoire  égyptien  et  ses  dépendances,  à
Texception  du  territoire  relevant  de  IEgypte  anu
sud  d’Assouan  et  des  ports  et  cötes  de  la  Mer
Rouge  pour  lesquels  il  est  établi  ci-dessous  une
juridiction  speciale;  toutefois  la  ville  de  Sucz  sera
exclue  de  cette  juridiction  spéeciale.

La  Localité  on  le  Tribunal  devra  siéger  sera
sixée  par  le  Ministre  de  la  Justicc.

Art.  3.

Si  Taffaire  est  en  état  d’ôétre  portée  à  P’audience
sans  une  instruction  préparatoire,  elle  sera  présentée
  immédiatement  an  Ministre  de  la  Justice
dui  réuniru  le  Tribunn!  dans  la  huitaine  de  la
réception  de  la  requcte.

Le  Ministre  de  Iln  Justice  réunira  le  Tribunal
ou  T’office  ou  à  ln  requcte  du  Departement  pour
la  répression  de  la  traite  ou  à  la  requête  de
I  Agent  et  Consul  genéral  Britannique  ou  de  son
gérant  en  son  absence.

La  requcte  devra  Enoncer  le  l#it  constituant
le  erime  ou  délit  avec  toutes  ses  circonstances.

Art.  4.

Si  la  décision  de  P’affaire  exige  une  instruction
pröliwinaire,  elle  sern  faite  immédiatement  par  les
soins  du  Département  pour  la  répression  de  la
traite  ou  de  ses  délégués,  lesqduels  auront  tous  les
pouvoirs  donnés  par  le  Code  d’instruction  criminelle
  aux  officiers  de  police  judicianire.  Hors  le
cas  de  flagrant  délit,  ils  ne  pourront  fnire  des
arrestations  ou  des  perquisitions  domicilinires  sons
Tautorisation  du  Ministre  de  la  Justice,  du  Ministre
de  TIntérieur  ou  du  Gouverneur  de  Souakim,  suivant
  les  licux  ou  doit  avoir  lieu  Parrestation  ou
la  perquisition.

Le  lonctionnnire  du  Département  pour  la  ré-Ppression
  de  la  traite  dui  sera  chargé  de  T’enqucte
devra  informer  immediatement  le  Moudir  ou  le
Gouverneur  qui  auro  le  droit  d’'assister;  toutelois
T’absence  de  ce  dernier  ne  doit  pas  arréter  ou  invalider
  l’enqucte.

Art.  5.

L’audience  du  Tribunal  sern  publique.  La
Procêédure  sern  orale;  mais  le  Tribunal  admettra
la  lecture  de  documents  écrits.  Un  représentant.
du  Deéepartement  pour  la  répression  de  lo  traite
soutiendra  L’accusation.  Les  inculpés  pourront  so
laire  assister  d'un  défenseur.

On  entendra  d’'abord  les  tmoins  de  T’accusation,
  ensuite  ceux  de  la  défiense.  Les  sentences

134

 

seront  rendues  séance  tenante:  elles  ne  seront
suscptibles  d’aucun  recours  et  seront  immöédiatement

  transmises  au  Ministere  de  la  Justice  pour
leur  exéeution.

Dans  le  cus  on  le  jugement  aurn  été  rendu  par
un  Conseil  de  guerre,  il  sera  soumis  à  l'autorité
dui  aura  réuni  le  Conseil,  et  en  ce  qui  concerne
la  conlirmation  de  lo  décision,  on  suivra  les  dispositions
  de  la  loi  militaire.

Art.  6.

Les  infractions  à  la  loi  sur  les  crimes  et  delits
relatifs  à  l'esclavage,  commises  dans  les  ports  et
sur  les  cötes  de  la  Mer  Rouge,  à  P’exception  de
Sucz,  faisant  partie  du  territoire  égyptien  ou  de
ses  dépendances  et  dans  la  zöne  maritime  delimitée
  dans  T’art.  8  de  ln  Convention  entre  les  Gouvernements
  Britannique  et  Egyptien  en  date  du
21  novembre  1895  ninsi  qdue  sur  le  territoire  relevant
  de  I’Egypte  au  sud  d’Assouan,  seront  defé--r6es
  à  un  Conseil  de  guerre.

Art.  7.

Le  dit  Conseil  de  guerre  sern  composé  de  cind
olkfiers  au  moins  de  l’armée  égyptienne  à  désigner
  par  le  Sirdar  qui  nommera  aussi  le  Président.


Art.  8.

Les  dispositions  de  la  présente  loi  concernant
le  tribunal  spécial  lieront  Ögalement  le  Conseil  de
guerre  en  tant  qu'elles  peuvent  lui  étre  appliqucées.

Art.  9.

En  dehors  des  autorités  mentionnées  à  TPart.  3
de  la  présente  loi,  pourront  requérir  la  convocation
du  Conseil  de  guerre  tous  commandants  d'un
vaisseau  de  guerre  de  S.  M.  Britannique  ou  d’'un
croiseur  de  S.  A.  le  Khédiwe.

Art.  10.

Une  annexe  B.  qui  fera  partie  intégrante  de  la
Convention  du  21  novembre  1895  passce  entre  les
Gouvernements  Britannique  et  Egyptien  réglera,
conformément  à  IActe  de  la  Conférence  de  Bru-Kelles,
  les  formalites  à  remplir  dans  les  ports  de
In  Mer  Rouge  par  les  bnavires  6gyptiens,  pour
leur  sortie  et  l’inscription  de  leur  équipage  et
Passagers.

Art.  11.

Nos  Ministres  de  IIntérieur  et  de  lu  Justicc
sont  charges,  chacun  en  ce  dui  le  concerne,  de
T’exécution  du  présent  déecret.

Fait  au  palais  de  Koubbeh,  le  21  janvier  1896.

Abbas  IHilmi.
Par  le  Khédive,

Le  Président  du  Conseil  des  Ministres
AMinistre  de  I’Intérieur,
Moustapha  Fehmy.

Le  Ministre  des  Affaires  étrangeres,
Boutros  Ghali.
o  Ministre  de  la  Justicc,
Ibrahim  Fonuad.
Le  Mlinistre  de  la  Guerre,
bani.
        <pb n="173" />
        Rus  fremden  Rolonien.

Die  beuschreckenvertilgung  auf  Cppern.

Mit  Rücksicht  auf  das  häusige  Auftreten  der
Heuschrecken  in  Afrika  verdienen  ae  asonreichen
Versuche  zu  ihrer  Bekämpfung,  die  in  Cypern  seit
Jahrzehnten  gemacht  werden,  Beachtung.  Das  Versahren
  war  in  den  Zeiten,  als  die  Heuschrecken  in
Eem  sehr  stark  auftraten,  folgendes:  Die  Stellen,  wo
ie  Heuschreckenschwärme  Eier  legen,  werden  genau
markirt.  Sobald  die  Jungen  auskriechen,  wird  die  von
einen  Thieren  wimmelnde  Masse  mit  einem  Zaun  um
geben,  wodurch  verhindert  werden  soll,  daß  sich  die
Heuschrecken  vom  Platz  entsfernen.  Der  Zaun  bezw.
Schirm  ist  2  Fuß  9  Zoll  hoch  und  50  Ellen  lang.
Mehrere  Schirme  können  leicht  miteinander  verbunden
werden.  An  ihrem  oberen  Saume  sind  die  Schirme
mit  einem  Streifen  Oelpapier  versehen,  wodurch
verhütet  wird,  daß  die  Heuschrecken  über  den
Schirm  hinwegkriechen.  Die  Schirme,  welche  man
aus  ganz  gewöhnlichem  Segeltuch  herstellt,  werden
durch  Holzstäbe  straff  gespannt  und  festgehalten,
welche  in  gewissen  Entfernungen  voneinander  in  die
Erde  gesteckt  sind.  Längs  der  Schirme  werden  in
Abständen  von  30  bis  40  Ellen  Gräben  ausgehoben,
welche  meistens  5  FuHß  lang,  1  Fuß  6  Zoll  breit
und  3  Fuß  tief  sind.  Nach  der  Mitte  des  Schirmes
zu  ist  der  Graben  breiter  als  am  Gnde,  damit  den
Heuschrecken  das  Ueberschreiten  des  Grabens  erschwert
wird.  Sobald  nun  die  Heuschrecken  an  dem  Schirm
anlangen,  geschieht  ihrem  Vorwärtswandern  Einhalt.
Weil  aber  die  Thiere  ihre  Marschrichtung  nicht  verändern,
  so  sammelt  sich  in  der  Folge  eine  ungehenere
Masse  von  Heuschrecken  an  dem  Schirme  an,  welche
sämmtlich  in  den  Graben  fallen.  Wenn  dieser  angefüllt
  ist,  wird  er  mit  Erde  zugedeckt.  Häufig
wird  ein  einziger  Schirm  nicht  ausreichen,  um  einen
Schwarm  abzufangen.  Alsdann  wird  ein  zweiter
Schirm  hinter  dem  ersten  aufgestellt  und  dieses  so
oft  wiederholt,  bis  der  ganze  Schwarm  vernichtet  ist.
Wenn  die  Entwickelung  der  Heuschrecke  bereits  so
weit  vorgeschritten  ist,  daß  sie  fliegen  kann,  vermag
zu  ihrer  Vernichtung  nur  noch  ein  Geringes  beigetragen
  werden.
sorgfältig  beobachtet  und  die  Brutstellen  in  Rücklicht
  auf  die  nächste  Kampagne  genau  festgestellt
werden.

Cypern  ist  durch  diese  Bekämpfungsmethode  in
den  achtziger  Jahren  von  der  Heuschreckenplage  verschont
  geblieben  und  die  Saaten  haben  seit  1884
keinen  nennenswerthen  Schaden  erlitten.  Die  Regierung
  sieht  daher  gegenwärtig  davon  ab,  zum
Zwecke  der  Heuschreckenvertilgung  die  oben  beschriebenen
  umfangreichen  Maßregeln  zu  ergreifen.  Jetzt
werden  die  Heuschrecken,  wie  aus  dem  kürzlich  als
Parlamentsvorlage  veröffentlichten  Report  on  the

Locust  Campaign  ol  1894  zu  ersehen  ist,  uur  von
der  Bevölkerung  gesammelt  und  von  der  Regierung
Im  Sommer  und  Winter

gewichtsweise  bezahlt.

135

 

Ihre  Flugrichtung  muß  alsdann

–

werden  die  „Eier“  der  Heuschrecken,  dagegen  im
Frühling  die  „lebenden“  Heuschrecken  gesammelt.  Die
Methode  der  Heuschreckenbekämpfung  in  der  Form
des  Eiersammelns  wurde  seitens  der  Regierung  im
Jahre  1882  aufgegeben,  jedoch  aus  mancherlei  Gründen
  sowie  auf  Rath  von  erfahrenen  Leuten  1894
versuchsweise  wieder  ausgenommen.  Das  System
des  Sammelns  von  „lebenden“  Heuschrecken  war
vor  der  britischen  Okkupation  überhaupt  nicht  bekannt
und  wurde  von  der  englischen  Regierung  neu  eingeführt.
  In  früheren  Zeiten  waren  mit  dieser  Methode
  nur  vereinzelte  Versuche  angestellt  worden,
welche  jedoch  keinen  Erfolg  aufwiesen.  Beide  Systeme
erfreuten  sich  1894  bei  der  Bevölkerung  einer  großen
Beliebtheit  und  lieferten  ein  zufriedenstellendes  Resultat,
  so  daß  die  Regierung  entschlossen  ist.  beide
Methoden  zu  wiederholen.  Vor  Beginn  der  Heuschreckenkampagne
  von  1894  hatte  man  festgestellt,
daß  die  Zahl  der  Heuschreckeneier  gegen  die  früheren
Jahre  wieder  stark  angewachsen  war,  und  sollen  damals
  578  Millionen  Stück  vorhanden  gewesen  sein.
Durch  die  Kampagne  von  1894  wurde  diese  Zahl
auf  171  Millionen  reduzirt.  Mehr  als  dreimal  so
viel  Heuschrecken  als  in  den  vier  vorhergegangenen
Jahren  zusammengenommen  sollen  1894  vernichtet
worden  sein.  ei  dem  Sammeln  von  „lebenden“
Heuschrecken  befolgten  die  Leute  die  folgende  Methode:
Solange  die  Heuschrecken  noch  klein  waren,  also  im
März  und  Anfang  April,  legten  sie  Plantücher  auf
die  Erde,  in  deren  Mitte  sich  ein  Loch  befand,
worunter  ein  Sack  befestigt  war.  Auf  dieses  Plantuch
  werden  die  Heuschrecken  zusammengetrieben,  alsdann
  wird  das  Plantuch  von  mehreren  Personen  an
den  vier  Ecken  angefaßt,  aufgehoben  und  die  Heuschrecken
  in  den  Sack  geschüttet.  Dieses  Verfahren
wird  mehrere  Male  wiederholt.  Ende  April  und
im  Mai  fertigten  die  Leute  Nee  aus  Gaze  an,  befestigten
  sie  an  Rohrstücke  nach  der  Art  von  Schmetterlingsnetzen
  und  fingen  hiermit  die  Heuschrecken  ein.
Sobald  sie  eine  gewisse  Anzahl  beisammen  haben,
stecken  sie  dieselben  in  größere  Säcke,  welche  inwendig
mit  Leim  ausgepicht  sind.

Der  Kuriosität  halber  mag  noch  die  folgende
Bekämpfungsmethode  erwähnt  werden.  Im  März
machte  man  einen  Versuch  mit  Hühnern.  Am  frühen
Morgen,  bevor  die  Hühner  gefüttert  waren,  wurden
sie  an  den  Platz  geschafft,  wo  sich  die  Heuschrecken
befanden.  Die  Hühner  bekümmerten  sich  jedoch  gar
nicht  um  die  Heuschrecken,  sondern  suchten  sich  anderweitiges
  Futter.  Die  Heuschrecken  waren  sehr  klein
und  schienen  die  Aufmerksamkeit  der  Hühner  nicht
auf  sich  zu  lenken.  Als  den  Hühnern  größere  Exemplare
  vorgeselzt  wurden,  machten  sie  sich  zwar  über
die  Heuschrecken  her,  vermochten  aber  im  Verlauf
eines  Tages  nur  eine  kleine  Zahl  zu  verschlingen.
        <pb n="174" />
        Krieg  mit  Unyoro.

Nach  einem  kürzlich  erschienenen  Blaubuch  hat
die  britische  Schutztruppe  in  Uganda  im  Sommer
v.  Is.  einen  Strafzug  gegen  den  aus  den  Schilderungen
  vieler  Reisender  bekannten  Häuptling  von
Unyoro,  Kabarega,  ausgeführt.  Die  Expedition  bestand
aus  sechs  Kompagnien  Sundanesen,  drei  Maximund
  zwei  Hotchkißkanonen  und  über  20  000  Wagandatruppen.
  Der  erzielte  Erfolg  hat  den  aufgewendeten

  bedeutenden  Mitteln  nur  zum  Theil

entsprochen,  indem  es  dem  König  Kabarega  selbst
gelungen  ist,  nach  Erstürmung  seiner  am  rechten
Nilufer  gelegenen  befestigten  Stellung  mit  seinen
Anhängern  zu  entkommen.  Die  Mutter  des  Königs
ist  den  britischen  Truppen  während  der  Verfolgung
in  die  Hände  gefallen,  auch  erbeuteten  dieselben
zahlreiches  Vieh.  Erfreulicherweise  ist  es  der  Expedition
  gelungen,  gegen  2000  früher  von  Kabarega
geraubte  Frauen  und  Kinder  zu  befreien.  In  Uganda
giebt  man  sich  der  Hoffnung  hin,  durch  Anlage  einer
neuen  Station  in  Masindi  Kabarega  von  der  südlichen
  Hälfte  seines  Landes  für  immer  verjagt  zu
haben.

Ungorazucht  im  Raplande.

In  der  Kapkolonie  sind  wiederholt  Angoraziegen
aus  Kleinasien  (Angora  und  Castambul)  eingeführt
worden,  welche  die  werthvolle  Mohairwolle  „Tistik“
liefern.  Schon  1865  produzirte  Kapland  3  bis
3½  Millionen  Kilogramm  dieser  Wolle.  In  den
folgenden  Jahren  wurde  die  Angorawolle  durch  die
Merinowolle  stark  in  den  Hiniergrund  gedrängt.
Jetzt  findet  wieder  größere  Nachfrage  nach  Mohair
statt,  besonders  in  den  Vereinigten  Staaten,  wo
diese  Wolle  zur  Herstellung  gesuchter  Stoffe  dient.
Es  sind  daher  auch  kürzlich  angeblich  neue  Angoraböcke
  aus  Kleinasien  zur  Aufbesserung  der  Rasse  nach
der  Kapkolonie  bezogen  worden.

Eisenbabnbau  in  Sierra  Leone.

Nach  einem  kürglich  veröffentlichten  Konsularbericht
  der  Vereinigten  Staaten  von  Nordamerika
(Dezember  1895)  ist  bei  den  maßgebenden  Kreisen
der  englischen  Kolonie  Sierra  Leone  ein  wachsendes
Interesse  für  den  Bau  einer  Eisenbahn  von  der  Küste
in  das  Innere  des  Landes  zu  beobachten.  Der
Gonverneur  dieser  Rolonie  hat  im  vergangenen  Jahre
das  Innere  mit  Rücksicht  auf  dieses  Bauprojekt  bereist.
  Die  Eisenbahn  soll  von  der  Kaiserlichen  Regierung,
  nicht  von  Privatunternehmern  ausgeführt
werden.  Nach  dem  Urtheil  der  Sachverständigen
empfiehll  sich  die  Herstellung  einer  leicht  gebauten
Bahn  mit  einer  Spurweite  von  zwei  Fuß  und  sechs
Zoll.  Es  ist  in  Aussicht  genommen,  Gwaächst  auf
der  Strecke  von  Freetown  bis  zu  der  Stadt  Songo
die  Bahn  auszubauen.  Die  Kost  4  dieser  Strecke
sind  auf  133767  Pfhd.  Sterl.  veranschlagt.  Außer-136



dem  ist  der  Bau  eines  Landungsdammes  bei  Frcetown
  beabsichtigt,  dessen  Kosten  auf  15  000  Pfd.
Sterl.  berechnet  sind.

Die  Kolonie  Sierra  Leone  besist  keine  Minc-=ralien,
  so  daß  an  ein  plötzliches  Aufblühen  des  Landes
nicht  zu  denken  ist.  Der  Gonverneur  erwartet  aber
von  einer  gerechten  Verwaltung  und  einer  umfangreicheren
  Bebauung  des  Landes  eine  schnellere  Entwickelung
  der  Kolonic.  Die  projektirte  Bahn  soll
zur  Erschließung  der  Hülfsquellen  des  Landes  beitragen.
  Bisher  sind  aus  der  Kolonie  fast  ausschließlich
  Palmkerne  und  Palmöl  exportirt  worden.
Von  dem  Bau  der  Eisenbahn  wird  zunächst  eine
bedeutende  Entwickelung  dieses  Produktionszweiges
erwartet.  Der  Gouverneur  vertritt  aber  die  Ansicht,
daß  sich  die  Kolonie  in  Zukunft  auf  die  Erzengung
dieser  Landesprodukte  nicht  beschränken  dürse.  Er
geht  dabei  von  der  Erwägung  aus,  daß  der  Bau
der  Eisenbahn  eine  Ueberproduktion  in  Palmkernen
und  Palmöl,  weiterhin  einen  dauernden  Preissturz
in  diesen  Artikeln  und  schließlich  ein  gänzliches  Stocken
des  Handels  und  damit  einen  Ausfall  in  den  Einnahmen
  der  Kolonie  zur  Folge  haben  würde.  Der
Gouverneur  zieht  auch  in  Rechnung,  daß  das  Land
eine  jährliche  Zins=  und  Amortisationsrate  von
9000  Pfd.  Sterl.  wird  aufzubringen  haben  und  befürchtet
  von  dem  Bau  der  Eisenbahn  einen  finanziellen
  Ruin  des  Landes,  jedoch  nur  für  den  Fall,
daß  die  Bevölkerung  nicht  dazu  übergehen  werde,
andere  Produkte  als  Palmkerne  und  Palmöl  zu  erzeugen.
  Empfohlen  wird  namentlich  der  Anbau  von
Kassee  und  Ingwer.  Der  Gounverneur  verspricht  sich
!  schließlich  durch  die  Erschließung  dieser  Erwerbszweige
in  Verbindung  mit  dem  Bau  der  Eisenbahn  einen
bedeutenden  Aufschwung  im  Ackerbau  und  Handel
sowie  eine  gedeihliche  Entwickelung  des  Landes.

 

Rongobahn.

In  dem  von  der  Compagnie  du  Congo  pour
le  commerce  ct  I’industric  in  der  Generalversammlung
  vom  16.  Dezember  v.  Is.  erstatteten  Berichte
  wird  hervorgehoben,  daß  sich  die  Verhälktnisse
der  Kongo-Eisenbahn  erfreulich  gestalten.  Der
Bau  schreitet  in  normaler  Weise  vorwärts,  so  daß
die  Linie  zu  Mitte  Februar  den  wichtigen  Punkt
Kimpesse  (Kilometer  160)  erreicht  haben  wird.  Die
Einnahmen  hätten  sich  wider  Erwarten  schnell  gehoben
  und  im  verflossenen  Oktober  94  000  Frcs.
betragen.

Perschiedene  Witkklzeilungen.

Üeue  Rautschukbäume.
1.  Kick  Kia  alricana.

 

In  den  Kolonien  Goldküste  und  Lagos  ist  in
letzter  Zeit  festgestellt  worden,  daß  der  häufig  an  der
        <pb n="175" />
        afrikanischen  Westküste  vorkommende  Baum  Ire,
Jreh  oder  Ereh  (Kickxia  alricana)  werthvollen
Kautschuk  liefert.  Der  Kautschutexport  hat  dadurch
einen  außerordentlichen  Aufschwung  genommen.  Die
Kickxia  erreicht  eine  Höhe  von  18  bis  21  m.
Jeder  Baum  liefert  während  der  Regenzeit  10  bis
15  Pfund  Kautschuk.  Die  Samenkörner  der  Kickxiawerden
  häufig  betrügerischerweise  denen  des  Strobanthus
  beigemengt.  Die  Saftgewinnung  geschieht
durch  einen  Einschnitt  von  2  bis  3  cm  Breite,
welcher  bis  zur  inneren  Rinde  und  die  ganze  Länge
des  Stammes  entlang  gemacht  wird.  An  beiden
Seiten  werden  schräge  Einschnitte  auf  den  Hauptschnitt
  hingeführt,  um  allen  Saft  nach  dem  Behälter
am  JFuß  des  Baumes  zu  leiten.

Der  Saft  wird  nach  zwei  Methoden  zu  Kautschut
  bereitet.  Entweder  er  wird  filtrirt,  in  einem
Trog  14  Tage  lang  verdunsten  gelassen  und  dann
gepreßt.  Dieser  Kautschuk  heißt  dann  Silk  rubber
und  bringt  10  d.  bis  1  sh.  2  d.  für  das  Pfund.

dder  er  wird  filtrirt  und  gekocht.  Dieser  Kautschuk

bringt  9  d.  bis  1  sh.  für  das  Pfund.  Der  Baum
scheint  sich  auch  gut  zur  Aulage  von  Kulturen  zu
eignen,  was  bei  den  Landolphias  nicht  der  Fall  ist.

2.  Mimusops  balata.

Die  steigende  Nachfrage  nach  Kautschuk  hat  zur
stärkeren  Ausbeutung  auch  der  nur  minderwerthigen
Kautschuk  liefernden  Pflanzen  geführt.  Hierzu  gehört
der  besonders  in  Guyana  und  Venezuela  vorkommende,
  von  den  Indianern  „Bolletrie“  genannte
Baum  Mimusops  balata.  Er  wird  90  bis  100  Fuß
boch  und  zeichnet  sich  durch  sehr  schön  gefärbtes  und
Jusekten  Widerstand  leistendes  Holz  aus.  Der  Baum
füllt  in  sumpfigen  Gegenden  ganze  Wälder.  Gewöhnlich
  gewinnen  die  Kautschutsucher  den  Saft
nach  Fällen  des  Baumes.  In  Britisch-Guyana  ist
das  zwar  schon  längere  Zeit  und  in  Französisch=Guyana
  neuerdings  verboten.  Der  Saft  soll  dort
nur  noch  durch  Einschnitte  gewonnen  werden,  doch
läßt  sich  die  Durchführung  des  Gesetzes  schwer  überwachen.
  Dem  „Britis)  Manufacturer“  zufolge  kann
leder  Baum  bei  richtiger  Behandlung  jährlich  1  kg
Kautschuk,  ohne  Schaden  zu  nehmen,  liefern.  Der
Kantschuk  wird  aus  dem  Saft  durch  Verdunsten  an
er  Luft  gewonnen.  Für  elektrotechnische  Zwecke  ist
er  weniger  geeignet,  dagegen  für  medizinische  Apparate,
  Gummimäntel  und  dergleichen  gut  verwendbar.
Britisch-Guyana  hat  1881  41  000  lbs.  Balataautschuk
  exportirt,  1889  schon  363  480.  Der
Werth  des  Produkts  steigt  ständig.  In  Holländisch-Guyana
  beuten  zwei  nordamerikanische  Gesellschaften
die  Balatawälder  aus.  In  Frankreich  soll  gleichfalls
  die  Bildung  von  Gesellschaften  für  die  Gewinnung
  von  Balata-Kautschuk  in  Cayenne  im

erke  sein.

 

 

 

137  —

Preisausschreiben.

Die  Holtzendorff-Stiftung  hat  als  neue  Preisaufgabe
  folgendes  Thema  gestellt:  „Ist  die  Deportation
  unter  den  heutigen  Verhältnissen
als  Strafmittel  praktisch  verwendbar?“

Es  wird  eine  Erörterung  der  Frage  verlangt,
ob  unter  Berücksichtigung  des  heutigen  Strafen=  und
Gesängnißwesens  sowie  der  thatsächlich  vorhandenen
kolonialpolitischen  Verhältnisse  die  Deportation  eine
Stelle  im  Strafensystem  finden  kann;  bei  Bejahung
dieser  Frage  ist  gleichzeitig  zu  erörtern,  in  welcher
Weise  die  Deportationsstrafe  praktisch  auszugestalten
und  durchzuführen  ist.

Die  Preisarbeiten,  welche  in  deutscher,  französischer,
  englischer  oder  italienischer  Sprache  abgefaßt
sein  können,  müssen  bis  spätestens  1.  April  1897  an
den  Schriftführer  der  Stiftung,  Herrn  Rechtsanwalt
Dr.  Halle  zu  Berlin  W.,  Kronenstraße  56,  eingesandt
  sein.  Dieselben  sind  mit  einem  Erkennungsworte
  zu  versehen,  und  es  ist  ein  versiegelter  Umschlag
unter  gleichem  Erkennungsworte  beizulegen,  in  welchem
  der  Name  und  die  Wohnung  des  Versassers
angegeben  sind.  Ueber  die  eingegangenen  Arbeiten
entscheidet  ein  Preisgericht,  bestehend  aus  folgenden
Herren:  Siaatsrath  Professor  Dr.  Foinitzky,  St.
Petersburg,  Staatsminister  Professor  Dr.  Hagerup,
Christiania,  Reichsgerichtsrath  Dr.  Olshausen,
Leipzig,  Generalsekretär  der  Socicte  Générale  des
Prisons  Rivichre,  Paris,  Professor  Dr.  Stooß,
Bern.  Die  Arbeit,  welche  von  dem  Preisgericht  als
beste  und  zugleich  des  Preises  würdige  anerkannt  wird,
erhält  die  ausgesetzte  Prämie  von  1600  Mark  —
2000  Fres.  Die  preisgekrönte  Arbeit  wird  mit  der
Auszahlung  der  Prämie  ausschließliches  litterarisches
Eigenthum  der  Holtzendorff  "  Stiftung,  deren  Vorstand
auf  Vorschlag  des  geschäftsführenden  Ausschusses  über
ihre  Veröffentlichung  und  Uebersetzung  Bestimmung
trifft.  Die  nicht  preisgekrönten  Arbeiten  werden  den
Verfassern  zur  freien  Verfügung  zurückgesandt.

Die  Seitung  „Cnzette  for  Zunzibar  und  Enst  Alrien“.

Die  Leitung  der  „Gazette  for  Zanzibar  and
East  Alrica“  hat  der  Arzt  der  Station  der  Eastern
Telegraph  Company  Mr.  Spurrier  an  Stelle  des
früheren  zum  Distriktsbeamten  in  Wassein  bei  Wanga
ernannten  Redakteurs  Mr.  Wilson  übernommen.

 

FVVVVVVVVVVVVVVWVVVVVVVVVFVYVYVYTTTT

Tikteratur.

Georg  Wislicenus:  Unsere  Kriegsflotte.  Dem
deutschen  Volke  in  Wort  und  Bild  dargestellt.
2.  Aufl.  Leipzig  1896.  F.  A.  Brockhaus.

Karl  Röchling:  Unser  Heer.  Breslan  1896.
Wiskott.
        <pb n="176" />
        —  138  —

J.  Trojan  und  J.  Lohmeyer:  Ein  Kriegsgedenkbuch.
  Ernst  und  Humor  aus  den  Jahren  1870/71.
Breslau  1896.  Wiskott.

In  den  hier  vorliegenden  Werken  wird  die
deutsche  Wehrmacht  zu  Land  und  See  im  Frieden
und  Kriege  von  verschiedenen  Seiten  dem  deutschen
Volke  vorgeführt.  An  Glanz  der  Ausstattung  wetteisern
  die  Veröffentlichungen  von  Wislicenus  und
Röchling.  Der  Erstere  schildert  in  anziehender
Darstellung,  welche  farbige  Zeichnungen  der  Marinemaler
  Saltzmann,  Schwinge  und  Stöwer  begleiten
  und  erläutern,  die  heutige  deutsche  Kriegsflotte.
  Statt  aber,  wie  es  in  anderen  Werken
geschehen  ist,  einfach  die  einzelnen  Schiffe  u.  s.  w.
systematisch  zu  beschreiben,  wählt  er  den  Weg,  die
Flotte  in  Erfüllung  ihrer  heutigen  wichtigsten  Aufgaben
  unter  stetem  Rückblick  auf  die  Vergangenheit
vorzuführen.  Der  Leser  gewinnt  dadurch  nicht  nur
eine  lebendigere  Anschauung  des  Wesens  und  der
Bedeutung  der  modernen  Flotte  und  ihrer  Unentbehrlichkeit,
  sondern  die  Darstellung  fesselt  ihn  auch
in  ganz  anderer  Weise,  als  es  sonst  der  Fall  sein
würde.  An  der  Spitze  wird  das  schöne  Kaiserliche
Kriegsschiff  „Hohenzollern“  auf  der  Fahrt  in  cinem
norwegischen  Fiord  dem  Leser  vor  Augen  geführt
und  dabei  in  kurzen  Zügen  des  Ringens  Deutschlands
um  Bildung  einer  Seemacht  seit  dem  Falle  der
Hansa  gedacht.  Es  folgen  Darstellungen  mehrerer
Panzergeschwader  in  See,  beim  Kohleneinnehmen  und
bei  Schießübungen.  Der  Text  erläutert  dabei
Einrichtung,  Gefechtswerth  und  Aufgaben  dieser
schweren  Schiffe.  Die  Panzerkanonenboote,  die  Torpedoboote
  und  ihre  Divisionsschiffe  sind  alsdann
gleichsalls  beim  Manöver,  der  „Brummer“  beim
Schutz  der  Fischerboote  geschildert.  Ein  Blatt  stellt
das  Kreuzergeschwader  auf  der  Rhede  von  Sansibar
dar,  ein  anderes  giebt  ein  Bild  der  modernen  geschützten
  Kreuzer,  auf  deren  Vermehrung  die  verschiedenen
  Staaten  jetzt  besonderen  Werth  legen.
Auch  einer  der  Passagierschnelldampfer,  die  im  Krieg
zu  Krenzerdiensten  herangezogen  werden,  die  „Kaiserin
Augusta“,  ist  in  seiner  gewaltigen  und  doch  eleganten
Gestalt  vertreten.  Den  Gegensatz  zwischen  einst
und  jetzt  stellen  die  alte  und  neue  „Gefion“  im
Kieler  Hafen  dar.  Welcher  Gegensatz  im  Kriegsschiffsbau
  seit  der  glorreichen  Wegnahme  der  alten
„Gefion“!  Die  letzten  Darstellungen  betreffen  die
deutschen  Kreuzer  in  überseeischen  Meeren,  ein  Torpedogeschwader
  im  Sturm  und  ein  Flottenmanöver
am  frühen  Morgen.

Wird  dieses  Prachtwerk  in  erster  Reihe  das  mit
der  Sec  vertraute  Publikum  erwärmen,  so  dürften
die  Röchlingschen  Blätter  und  die  Erinnerungen
an  den  glorreichen  Feldzug  des  Jahres  1870,71  in
allen  Kreisen  Beifall  finden.  Röchling  schildert  mit
Meisterhand  das  Leben  und  Treiben  des  Heeres  im
Friedensdienst.  Die  Parade  in  Potsdam  ist  ebenso
lebensvoll  vorgeführt  wie  das  Treiben  in  der  Kaserne
und  auf  dem  Exerzirplatz,  beim  Felddienst  und  im

 

Manöver.  Vielfach  sind  drollige  Scenen  zur  Darstellung
  gewählt.  Das  deutsche  Heer  erscheint  daher
so  recht  als  das,  was  es  ja  sein  soll,  das  Volk  in
Waffen,  welches  mit  Begeisterung  und  Hingabe  sich
für  die  Vetheidigung  seiner  besten  Güter  gegen  jeden
Feind  übt  und  rüstet.  Diese  Stimmung  ist  es  auch,
welche  Trojans  und  Lohmeyers  Buch,  das  bei
den  Veteranen  des  großen  Krieges  besonderen  Anklang
  gefunden  hat,  durch  und  durch  beseelt.

Professor  Dr.  Volkens:  Der  Kilimandjaro  in  seiner
Bedeutung  für  den  Gartenbau.  Vortrag,  gehalten
im  Verein  zur  Beförderung  des  Gartenbaues  in
den  preußischen  Staaten.  Berlin  1896.  Büxenstein.


Der  Verfasser,  welcher  längere  Zeit  in  der
wissenschaftlichen  Station  am  Kilimandjaro  gewirkt
hat,  schildert  in  seiner  Schrift  in  populärer  Weise
die  günstigen  Beobachtungen,  welche  er  über  Klima
und  Fruchtbarkeit  des  Bodens  an  dem  Höchsten
Bergland  des  ostafrikanischen  Schußgebietes  gemacht
hat.  Er  bedauert,  daß  bisher  so  wenig  von  der
reichen  Flora  jener  Gegenden  in  Deutschland  bekannt
und  noch  kein  Versuch  gemacht  worden  ist,  den
Nutzen  zu  ziehen,  der  für  die  Kolonie  und  das
Mutterland  in  mancher  Hinsicht  daraus  zu  erwarten
wärc.

Th.  Christaller:  Handbuch  der  deutschen  Sprache
für  die  deutschen  Schulen  in  Kamerun.  Frankfurt
  a.  M.  1896.  H.  L.  Brönner.

Der  verdiente  Oberlehrer  der  deutschen  Schule
in  Kamerun  hat  der  Duallafibel,  welche  er  vor  einigen
Jahren  veröffentlicht  hat,  jetzt  ein  Lehrbuch  folgen
lassen,  welches  zum  Unterricht  der  Eingeborenen  in
der  deutschen  Sprache  bestimmt  ist.  Der  Verfasser
hat  die  Brauchbarkeit  seiner  Arbeit  bereits  seit  drei
Jahren  erprobt  und  bei  ihrer  Drucklegung  alle  in
der  Schule  schon  gemachten  praktischen  Erfahrungen
verwerkhet.  Die  Schrift  dürfte,  wenngleich  sie  in
erster  Linie  für  den  Gebrauch  in  den  deutschen
Schulen  im  Schutzgebiete  bestimmt  ist,  auch  für  den
Sprachforscher  von  vielem  Interesse  sein.

Aus  dem  Lande  der  Suaheli.  Theil  I.  Reisebriefe
  und  Zuckeruntersuchungen  am  Pangani  von
Gustav  Meinecke.  Vegetationsbilder  von
Dr.  Otto  Warburg.  Mit  40  llustrationen
und  einer  Karte  im  Texte.  194  Seiten.  Berlin
1896.  Deutscher  Kolonial-Verlag  (G.  Meinecke).

Der  Verfasser  dieser  Schrift,  Redaktcur  der
„Deutschen  Kolonialzeitung“,  welcher  Deutsch-Ostafrika
bereist  hat,  um  die  Lage  der  dortigen  Zuckerproduktion
  zu  studiren,  schildert  die  einzelnen  Plantagenunternehmungen
  und  die  Küstenstädte  in  ansprechender
Weise.  Die  Beschreibung  der  Zuckerindustrie  der
Araber  am  Pangani  ist  besonders  eingehend.
Dr.  Warburg,  Dozent  am  orientalischen  Seminar,
        <pb n="177" />
        —  139  —

die  hervorragendsten  Typen  der  ostafrikanischen  Dr.  K.  Dieter:  Deutsch-afrikanische  Kultur  Abkahmnennul-Gaund
  Teer  bhotographlscher  Auf-  gedruc,  in  „Das  zwanzigste  Jahrhundert".
sgebers  in  sehr  an  icher  Fl.  Jahrg.,  Heft  4.  bli  Liüstenöder.
lhrreicher  Wesse  beshrteben.  seh  schaulicher  und  Jahrg.,  Heft  1  Berlin  1896.  Lüstenöder
Max  Trömel:  Der  perfekte  Stenograph.
*  Richard  Preuß:  Theorctisch-praktische  Anleitung
Der  Kunstwart.  Rundschau  über  alle  Gebiete  des  zur  kaufmännischen  Korrespondenz  nach  Gabels-Schönen,
  herausgegeben  von  Ferd.  Avenarius.  bergers  System.  Dresden  1896.  Wilhelm
München  1895.  G.  d.  W.  Callwey.  IX.  Jahr=  Reuters  Stenographieverlag.
gang.  Erscheint  halbmonatlich.  Preis  jährlich  %  -
lOMark.  Dr.  Lassar-Cohn:  Die  Chemie  im  täglichen  Leben.
Mit  19  Holzschnitten.  Hamburg  und  Leipzig
1896.  Leopold  Voß.

 

 

Schiffsbewegungen.
(Die  Zeit  vor  dem  Orte  bedeutet  die  Ankunft,  hinter  dem  Orle  die  Abfahrt  des  Schiffes.)
M.  S.  „Bussard“  30,  1.  Sydney.  (Poststation:  Hospostamt.)
S.  „Condor"  13/12.  Sansibar  3/1.  —  9/1.  Lourengo  Marques  25/1.  —  31/1.  Mozambique  2,2.
—  5/2.  Sansibar.  (Poststation:  Sansibar.)
S.  „Cormoran"  25/1.  Amoy.  (Poststation:  Hongkong.)  *45ô  4
S.  „Falke“  1/2.  Neucastle  (Neu-Süd-Wales)  4/2.  —  4/2.  Sydney.  (Poststation:  Hofpostamt.)
S.  „Hyäne“  30/12.  Kamerun.  (Poststation:  Kamerun.)  «
Vermessungsschiff  „Möwe“  16/11.  Herbertshöhe.  (Poststation:  Matupi.)
S.  „Seeadler"  23/12.  Lourenro  Marques  15/2.  —  Kapstadt.  (Poststation:  Kapstadt.)
S.  „Sperber“  9/10.  Kamerun  5/1.  —  17/1.  Kapstadt.  (Poststation:  Mossamedes.)

S

-- 



 

Derkehrs-Wachrichten.

Im  November  v.  Is.  ist  in  Lüderitzbucht,  im  Januar  d.  Is.  in  Warmbad  (Deutsch-Südwestafrika)
  eine  Kaiserliche  Postagentur  eröffnet  worden.

Postdampfschtffverbindungen  nach  den  deutschen  Schutzgebieten.

 

 

 

 

6  Die  Abfahrt  erfolgt  Ausschissungshafen.  Vriefe  mussen  aus  6
Nach  vom  Ein-  Dauer  Berlin  spätestens
schifsungshafen  an  folgenden  Tagen  der  Ueberfahrt  abgesandt  werden
Neapel  am  11.  März,  8.  April!  Dar-es-Saläm  »
MageSWy  122MM«  «chd«21Tg  MZITZZ  HEFT
s  indi  a  9.  März,  26.  Apri  ansidar  age  24  —
1.  Deutsch  ·  Ostafrita.  ineii  nn  am  25  Mah.  26.0  Häösabds.
Narseile  am  10.  jedes  Mts.  Sansibar  18  Tage  am  8.  jedes  Monats
französische  Schiffe)  4%  ms.  W7  950  abds.

 

(englische  Schiffe)  .  «  B  vms.
Hamburg  am  31.  März,  31.  Mai  s  Swalopmund  30  Tage  am  31.  März,  31.  Mai
Gbeutsches  Schiff  nachts  7½#  abds.  .

A  chaturg  am  10,  edes  Monats!  Kamerun  24  Tage  am  10,  jedes  Monats
eu

Southampton  am  28.  März,  2.  Mai  Walfischbai  30  Tage  Jam  27.  März,  1.  Mai
2.  Deutsch-Lüdwestafrika.  40  nms

 

 

 

 

 

 

 

 

 

na  20  abds.
3.  Ramerun.  l  Liverpool  am  18.März,  15.  Aprill  Kamerun  22  Tage  am  16.  März,  13.  April
.  --(!nM  —  —  lsnms.
am  10.jedes  Mts.  nachts  Klein-Popo  20  Tage
4.  Togo-Gebiet  Hamburg  am  20.jedes  mts.-.  Lome  31  Tage  am  10.,  20.  und  Letten
(Cvon  Accra  bez.  Quittah,  beutsche  Schiffe)  —ix-  1  po  33  *  jed.  Mts.  7  abds.
mittelst  Boten  nach  Lome  am  Letzten  jed.  Mts.#  o  od.  Accra
und  gueoe  nch  Liverpool  1  am  11.,  25.  März,  Qu  itah  oder  Klein=  am  9.,  23.  März,
(engiische  Schiffe)  8.,  22.  April  Popo  35  Tage  G.,  20.  April  15  ums.
        <pb n="178" />
        140

 

Die  Abfahrt  erfolgt

vom  Einschiffungshafen



an  folgenden  Tagen

Ausschiffungshafen.
Dauer

der  Ueberfahrt

Briefe  müssen  aus
Verlin  spätestens
abgesandt  werden

 

·  Neapel
5.  Deutsch-Neu-Guinea.  (deunche  Schiffe)
Brindisie
(Nachversand)

 

6.  Marshall-  Inseln.

Brindisie
(über  Manila)

am  4  *d  6.  Mai
am  *r  T  10.  Mai

am  März,  0.  Mai
abds.

Friedrich  Wilhelmshafen
  45  Tage
41  Tage

 

Eintreffen  der  Post  aus  den  deutschen  Schutzgebieten.

Jaluit  etwa  60  Tage

am  9.,  13.  März,
8.  Mai
10%  abdbe.

am  13.  März,  8.  Mae
abds.

 

 

 

 

 

 

Landungs-  Die  Fos,  n  salis  Landungs-  Die  Post  ist  fällig
Von  hafen  I  Von  hafen  in  Berlin
·  eapec...sam(3«Mcit-33«AP
Deutsch-Ojtajvlka..  c  Bkuidtsi.am24Matz,21  Apt  Togogebiet......  Hamburg  .  .  am  10.*  und  25.*
Marseille  ..  am  2.  Apris,  1.  Mai  jedes  Monats
venlic-sübnesseita  uL  am  17.  März,  21.  Apr.  w  Neu  ·  uinen:  Neapel.  ..  em  v16-  Mach  2’--Met
Hamburg  ..  am  25.  jed.  Monat  s
Ramernn  ineel  ans  alirt,  Marjshall·  Inseln...  Marseille  .  am  18.  April,  18.  Junt
23.  Apri

*  Fälligkeitstage  für  die  mit  deutschen  Schiffen  eintreffenden  Posten.

 

Schiffsbewegungen  der  Woermann  ·  Linie  Gelellschaft  m.  b.  b.  K.

 

Postdampfer

Reise

 

Letzte  Nachrichten

 

„Aline  Woermann“.
„Anna  Woermann"
„Carl  Woermann“
„Eduard  Bohlen“

„Ella  Woermann“
„Erna  Woermann“
„Gertrud  Woermann“
„Gretchen  Bohlen“
„Hedwig  Woermann“
„Jeannette  Woermann“.

urt  Woermann“

„Lulu  Bohlen"“.
„Marie  Woermann“
„Melita  Bohlen“.  .
„Professor  Woermann=  .
„Thekla  Bohlen“

 

 

von  nach  bis  12.  Februar  1896
Ponta  Negra  6  Hamburg  31.  Januar  in  Accra.

Hamburg  ·  Kap  Palmas  15.  Januar  ab  Hamburg.
Hamburg  1  Kotononu  28.  Januar  in  Tanger.

Congo  I  amburg  11.  Februar  Vlissingen  passirt.
Hamburg  Kap  Palmas  8  Februar  in  Sierra  Leone.

Kap  Palmas  ·  Hambur  11.  Februar  in  Las  Palmas.
Hamburg  I  Ponta  Negra  7.  Februar  in  Lagos.

Kotonou  amburg  8.  Februar  in  Hamburg.
Kotonon  Hamburg  11.  Januar  in  Accra.

Loanda  Hamburg  12.  Februar  in  Hamburg.
Hamburg  Loanda  9.  Februar  in  Loanda.
Hamburg  Ponta  Negra  10.  Februar  ab  Hamburg.

Ponta  Negra  Hamburg  11.  Februar  in  Kamernn.
Hamburg  Lüderitzbucht  10.  Januar  in  Teneriffe.
Kap  Palmas  Hamburg  27.  Dezember  in  Hamburg.

Lüderigbucht  Hamburg  30.  Januar  in  Loanda.

 

Schifsbewegungen  der  Deutschen  Ostafrika-Linie  ———= 



 

 

 

Reichs  Reise  Letßte  Nachrichten
chsposidampfer  von  nach  bis  8.  Februar  1896

„Kaiser“,  .  Durban  «  Hamburg  am  4.  Februar  ab  Delagoabay.
„Kanzler"  -  Hamburg  Durban  am  7.  Februar  an  #osabo=„Enleeratt.⅜
  Durban  Hamburg  am  5.  Februar  ab  Nea
„Neichstag“.  Hamburg  Durban  am  7.  Februar  ab  JIrlssencen.
„Admiral“  Hamburg  Durban  am  7.  Februar  an  Dar#zes-Saläm.
„General“  Durban  Hamburg  am  5.  Februar  ab  Durban.
        <pb n="179" />
        eutsche  im  Auslande  abonniert

.  .  .  «  ·«·"
aus  Eure  Wochensehrist  Direkt  von  der  Verlagshandlung

1
.  .  Sehorer  C.  m.  b.  H.
In  Berlin  W.,  Potsdamerstr.  27a,
.  unler  Keubull  we.
·  —
—  *!5W)7—  4  schab-.
  «  ·  «.  .-c«-i

Organ  der  Deutschen  im  Auslande.

der  n  „Das  Tcho“  betrachtet  es  Insbesondere  als  selne  Autgebe,  dem  Leben  und  Treiben
entsehen  Im  Auslande  die  llebevollste  Aufmerksamkelt  zuzuwenden.  Es  vird  daher

leder  Deutsche  im  Auslande  gebeten.  seine  Adresse

        
    

ments  aufengelen.
In  das  Abonnement

l
Li·tratortugkhuklslnmljung  J.  H.  Schorer  G.  m.  b.  II.  in  Berlin  W.,  Potsdamer-  kunn  Jeder:  Inumson
  Befl.  anzugoben.  damit  dioselbo  elont.  bal,  eine  Probe-Mienmme  Kreien  werden.  und
nst  ia  Dortofrei  zu  üpersenden.  wird  Das  Echos
vom  Tage  der  he-  

   

 

*
Stellung  abl  geogen

  
  
 

Das  Ech  **  .

Tösnd  —  0  vrinst  E  Eln  endun  des  entbark,
  n  ien  in  #er-  Da  5s  Echo  *  fallenden  Betras
policn  Frrskon  orn  15  eht..  lachminnisch  v2on1  -i  -  s»  llehlx  lunge
bch  Zeit  dlrekt  vomVerv.at

  dcn.  Ing  oder  dureh  Jede
un  uschali-  Unchhundlung  LeelleR.

  K
trlrna

austrie  unterrichte
15.  Jahrgang.

   

en  Echo  isk  ver  bren  geymngent
eder  lese  „Das  Echo“

Der  #  ien  der  lelmat  und  in  uberseoischen  I.Undern
wtlunse  mit  dem  alten  Vaterlando  sucht.

    

Ich  habe  mesr  K  0eerhalten!

Da  ch  bringt  in  der  Rubrik  landol  eino  Gesamt-  Wochen-8

  0  üorsicht  des  interantionalen  eld-  und  Warenmarnes  –  (6)
und  interessante  Fragen  vom  Wollmarkte.  *  por  vkennte  Wolleisende  0#rcn  in  Enlers  nreibt  ia

Das  Echo  ist  keln  Parteiblatt,  sondern  es  lässt.  die  interessan-  der  Tsglchon  Rundschau  1895  auf  Seite  4

testen  Stimmon  aller  Purteien  zu  Worte  kommen.

„1%  Jedem  Deitschen  imnt  uslande

,
*—
Beslellungon  nehmen  alle  Buchhandlungen,  Postanslallen  und  —.  tnentbenrttehe  Ec

LZeitungs  Spediteure  in  Deutschland  zum  Preise  von  3  Mk.  vierleljährlich  —  —  teln
bntgegen;  in  den  ubrigen  Lndern  zu  den  landesüblichen  Preisen.  4  Redaktlon:  Hugo  Herold.  cCoschltsleitung:  Mas  Pechsteln.
        <pb n="180" />
        142

 

S..—  Werke  der  deutschen  und  ausländischen  litteratar.

 

MUMeine  Nosoniel-  und
Relse-Litteratur.

       

Die  euangelischen  Missionen.
Illustr.  FPamilienblatt.  Herausg.  von
Jul.  Richter.  I.  Jahrg.  1895.  Monatl.
1  Helt  von  24  S.  Jährl.4  3,  frei  ins
Haus  4  3,20.  Probeheste  gr.  u.  Irko.
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Krieosgeden'rö###ch  uus  d.  Kladde-=rrdatsch.
  Ernst  u.  Iumor  uns  dem
Inhre  1870/71.  Vers  u.  Prosa  von  d.
bekannten  Kladderadatschgelehrten
J.  Trojun  u.  J.  Lohmeyer.  —iie  50.
Verl.  von  C.  T.Wiskott  in  Breslanu.

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z.  Th.  n.  Originalaufnahmen  d.  Chels
Ramsa).  220S.  80.  Verlag  von  Karl
Siegismund,  Berlin  W.  41.  4  3.—.

 

 

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Ungarisch.  Von  Ferd.  Görg.  3.  Aull.
Polnisch.  Von  B.  Munnssewitsch.

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Türkisch.  Von  Karl  Kiede.  2.  Auf#
Hindustanl.  Von  A.  Seide
Klelnrussisch  (Kuthenisch).  heg  Aich.
itrofanowicz.
Holländisch.  Von  D.  Ine
Mittelhochdeutsch.  Von  8  Kainz.
Annamitlsch.  #  A

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mZmusslsch.  Von  B.  Munassewitsch.

3.  Auf  .
Slamesisch.

nloven.
Schwedisch.  Von  J.  C.  Poestion.
Deutsch  (kUr  Ausländer).  Von  K.  Wied.
Arabisch.  Von  B.  Mannssewitsch.

Von  Lor.  J.  F.  Wers-Weupersisch.

  Von  A.  Seidel.

Altgrlechisch.  Von  W.  Schreiber.
Norwegisch.  Von  J.  C.  Poestion.
Suabell-Sprache.  Von  A.  Seidel.

Chinesisch.  Von  Karl  Kainz.

Finnisch.  Von  M.  Wellew  ill.

Siovenlsch.  Von  C.  J.  Peén

Sanskrit-Sprache.  Von  Dr.  batl.  R
Fick.

Volap#k.  Von  Julius  Lott.
Malaylsch.  Von  A.  Seidel.

aArmenisch.  Von  Karl  Kuinz.
Hauptsprachen  Deutsch-  Sudwestafrikas.

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Von  A.  Seidel.

I  Namu.
Oshindongu.

Javanisch.  Von  Dr.  II.  Bohuttn.

Vulgär-Arabisch.  Von  A.  Dirr.
Englisch.  Speziell  d.  Bedürfnisse  d.

Ilundelsstundes.  Von  A.Seide
Franzbsisch.  Spez  f.d.  Bedürfnisse  -'

IInndelsstundes.  Von  A.gSeidel.
Kroatisch.  Von  Emil  Muau.
Syrisch-Arablsch.  Von  A.  Scidel.
Italienisch.  Specziell  für  Kunslenute.

on  J.  Oberosler.
Von  Dr.  J.

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über  England:  „Ein  Werk  von  strengster
  Wahrheitsliche  u.  genial.  Schreib
weise“  (Kritik  v.  Schuldirektor  Sellmann,
  Breslau).  „Eine  Kulturstudie
v.  enormem  Werte  (Berl.  Börsenztg.).
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Kulturbilder  a.  d.  heutigen  England.
Von  Gustal  F.Stesfen.  Textausgabe
ohne  Illustr.)  des  Werkes  „Aus  dem
modernen  England-.  Umfung  390  8S.
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„Ein  vortrellliches

  Buche  (Grenzboten).  „Ein
ausgezcichnetes  Werk-  (Nordd.  Allg.

Ztg.).  „Steffens  Werk  ist  ein  Spiegel
des  gesammten  engl.  Lebens,  wie  er
in  solcher  Klarheit  dem  engl.  Volke
noch  nicht  vorgehalten  worden  ist“
(Dresd.  Nachrichten).  (88*)
Verl.  v.  Hobbing  &amp;amp;  Büchlc,  Stuttgart.

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Naturalien

(Küfer,  Schmetterlinge,  Vogelbulge
c##c.)  aus  tropischen  und  Subtro-Pisenen
  Ländern  suche  in  grossen
’artien  zu  kaufen.
IIerren,  welche  sich  damit  be-Iassn
  wollen,  bitte  um  Aulgabe  ihrer
resse.  Anleitung  zum  Summeln
und  Prüpariren  wird  gegeben.
Carl  Zeyen,
Chef  der  Bergischen  Eisen-  und
Druht-Industric,
Wuld,  Rheinpreussen.  12#)

Mamsrhneer  Fur-Pleischwaaren-Pabrik


Denecke  &amp;amp;  Himmel

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IUCKERIN
15,  350,  400,  475  und  550  mal  süsser  als  Zueker.

Für  Privatgebrauch  und  Industriczwecke,  billiger  als
Zucker.  Gegen  klimatische  Einllüsse  unempfindlich.  In
Westentaschenpackungen  mit  Süsskraft  von  mehreren  Kilogramm
  besten  Rohrzuckers,  daher  grösste  Raum-  und
Gewichtsersparniss  auf  Keisen  und  Erpedticnen;
praktisch  für  Haushaltung,  unentbehrlich  für  Diabetiker.
Reiner  Zuckergeschmack,  keine  Gährungserzeugung.

Freiproben  und  Prospekte  durch  die

Chemische  Fabrik  von  Heyden,
G.  m.  b.  II.,  iie
Radebeul-Dresden.

 

 

 

 

 

hFrauerei  zum  Pschorr,  München.
·  G.  PSCHORR.

Boflieferant  Sr.  Maj.  des  Deutschen  Kaisers.
Hoflieferant  Sr.  Majl.  des  Kaisers  von  Oesterreich.

In  allen  uberseeischen  LUändern

rzuglich-bewährtes  Expoztbier.
Alleinige  Depositäre  für  Export:

 

Paul  —-N-N  Co.,  Hamburg.

Ordres  duroh  europäische  Exporthäuser  erbeten.

Wmndr

Gegründek  im  Jahre  1450.

 

Garantirt  Kangjährig
reines,  erprobt  ale
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Gebräu  ohne  tropischen
Themikalien.  Rlima.

 

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Johannes  Ed.  Jepp,  hamburg,  Jepp  &amp;amp;  (o.,  Mänchen,

 

5.  v.  A.  Wilhelmstraße  9  u.  10.  Landsbergerstraße  5.
        <pb n="182" />
        —  144  —

 

Etablirt  1871.
Lieferant  von  Motorbooten.


Carl  Meissner,  Hamburg.

Fabrikation  von
Verstellbaren  Schiffs-.
  »  .  schraubenDRP
Begründer  des  Barkassen  .  Betriebes  mit  Petrolenmmotoren

und  mit  verstellbaren  SchiffLSchrauben.
——  Nrerste  Kferenren.  —
Spezialitüät:  Schrauben-Flachboote,  System  NMeissner,
20  Centimeter  Tielgang.

(17*)
—  Preiscourante,  Entwürfe,  Broschüren  kosten  frei.  —

 

 

 

 

2  Weingutsbesitzer  Export  von  --Gebr
  J  Un  u.  Weinhandlung,  Rhein-,  Nosll.  und  Pfalzwein
·  "  ↄ  Rüdesheim  a.  Rh.,

nach  allen  Welttheilen.  (63")

 

 

Schneider  &amp;amp;  Pfeiffer  3

Weinbergsbesitzer
Schierstein  i.  Rheingau.  ·
Venmdautakssolnoksvolnodcslkthngaas,Rhelaltesseas,dokktslzsosz
vouderdloseluudsuur.
-Groaslgtonundepoktoukonentsprochendokkabatr.
For-»soFischenlccstenqeyenqemBeseelt-»Um

 

sie-»I.

Gasmotoren-Fabrik  Deutz,  Köln-Deutz.

miti-  *  uor  r  —
22  Otto’s  neue  Moto  7

Gas,  Benzin  u.  Petroleum

 

Ueber  42  000  Maschinen  mit  ca.  170  000
Pferdekräften  in  Betrieb.

 

200  Nedaillen  und  Diplome.

 

 

„Original-Otto-Motoren“  (13)
sind  mit  vorstehender  Schutzmarke  versehen
Prospekte  und  Kostennnschlüge  gratis  und  franko.
        <pb n="183" />
        —  145
HRunchern  von  Importen
cmpfehle  ich  meinc  in  cigener  Fabrik  ans  ausgesucht  reinen  leinsten

Iimportirten  J’ahuken  ulö#  Irsatz  für  die  mil  hohen  Zöllen  belczten  übererischen
  Fuhrikate  hergestelllen

Import-Ersatz-Marken:

8  41.  Suen  Olor  —  Cuba  —  mittelkräftig  M.  60.  —  pro  Alille

0.  42.  La  Perla  —  IIakana  —  voll  und.  sattig  „  75.—
Jo.  43.  Fion  Pins  —  llavun  —  lein  mild  „100.  —
Xo.  44.  Ei  —  Ilavana  —  flein  mittelkrättig

O.
je  30  bez.  st.  der  Marken  No.  41-  44  zus.  100  St.  jn  .*  9  sur  N.  8.  40o.

Jo.  49.  Rosa  Celeste  rein  lakana  N.  120.—  pro  Mlille
Jo.  50.  lse  leinste  mild  Bis  „  145.-.
To.  51.  Marletta  #l  Hndarbeit.  n  „5.—
52.  Insancia  ausgesuchte  1  mittelkräftig.  „  200  —.
Jo.  53.  seni  Quulitäten  —-je

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goigerbenetene  Havana  mit  Vorstenlanden,  keinc  milde  Qualität.
To.  57.  EI  Mor  M.  64.—  pro  Aille
o.  57#u1  Ussche  in  Ilu.  Furben  „„  58.—

Von  100  Stück  aulwärts  zum  Millepreis.  Gegen  Vorauszahlung  5%  Scomo.
00  Stück  innerhalb  Deutschlande  Dortofrei,  nach  überseeiscl  hen  Ländern
rei  bis  deutschem  Sechulen.  Preisliste  gratis  und  frankv.  v*s.

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Kelteste  Clgarrenmbrik  Deutschlunds  mit  direktem  Versund  un  Prirnte.

 

      

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L  Kulsow  &amp;amp;  (o.  Hamburg.
Conserven  aller  Art,  für  die  Tropen  zubereitet.

GCotcete  AMledddisle:  Ilamburg  7220  u.  732

NMien  13973  X  Peris  1865.  -  adon  1562.

%0%  1834.  Siethoeee  1880.

Wir  gurantiren  die  Haltharkeit  Freislisten  stchen  aul  Wunsen
unserer  eigenen  Fabriknute.  fzau  Verlügung.  (nno)

Comptolr:  Neuchurg  5.

18  *——  :  MLIdNA

 

 

Dynamit-Actien-Gesellschaft

vormals  Alfred  Nobel  &amp;amp;  Co.,  Hamburg.
Aelteste  Dynamitfabrik.  Gegründet  1865.
Dynamite,  Gelatine-Dynamite,  Sprenggelatine,  Schiessbaumwolle,
  Zündmaterial,  Waffen,  Munition.  )

 

red.  von  Losser  Inickt  u.  A.  Bd.  1—10.

Deutsche  Kolonialzeitung,  154—  n  (Statt7  v4r  l  wur  48.-;  188.—40  ort

t.  reich  illustr.  Auflage  lisTern  ele  4r.  und  wi-  ###:  Brockhaus’  Convy.

In  (
Ailrssen  1  Bde.  183.  (120.-)
ier  rt  Brehm's  1ee1  e  15  kenv2  u.)  118.—

14.  5  ür  nur  110.5  1  -1  Verkauf  l  llik  clsnll  muss-l-  llotlns  linken
auseh  und  Verkau  hüchern  und  Zeits  zlise  -  i
Ankauf,  Amiauauriats-Katalog  grati  Krüger  &amp;amp;  Co.,  Leipzig.  7)

 

 

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speziell  west-  und  osinfrikanischer  Produkte.
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zu  Diensten.  Corresnondenæ  eriviinsestt  *)

 

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Mucter  und  Litteratur  (runko.

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europäischer  Fabrikate
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Eyporteuren  von  Produkten.

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Kunsttizchlere!  photogr.  Abpurnte.
bperlal#de:  (##)

  

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Joseph  Klar,  Samenhandlung,
80  Linienstrasse  BERLIN,  Linienstrasse  80,

——  Lloflieferunt  Sr.  Majestät  des  Kafsers.  —

oflerirt  nebst  troplschen  Frucht-  und  Nutzpflanzen-Samen  auch  solchen  von  Gemisen,  soweit  sich  dicselben
nach  den  der  botanischen  Centralstelle  in  Berlin  gemachten  Mittheilungen  als  für  den  Anbau  in  den  Tropen
geelgnet  erwiesen  haben.  —  Da  die  botanische  Centralstelle  nur  für  elnmallge  Versuche  im  Kleinen  Gemüse--samen
  lielert,  so  ollerire  ich  für  grösseren  Bedarf  gegen  fr.  Einsendung  von  Murk  12,—  krunco  aller  deutschen
afrikunischen  Kolonlen  gut  verpackt  1  Kollektlon  von  Brutto  5  resp.  3  Kllo  incl.  Emballage.

TIilustrirte  Kataloge  gratis.  78

 

 

Cöwenbräu

 

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München.

Grösste  Grauerei  Deutschlands.

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General-Vertreter  für  Export
Ebert  &amp;amp;  Weiszilog,  Hamburg.

(67)

Ordres  durch  europ.  Exporthäuser  erbeten.

 

 

 

 

Teplitzer  Stadtquelle.
Selt  mehr  els  1100  Jahren  bekannte.
daher  Hlteste  Uellqduchle  Böhmens.
Relnstes,  natlrilche  Kohlens  ure
haltiges,  alkallsches  Mineralwasser.
Die  Säüttigung  mit  Kohlensüure
ist  künstlich  verrollständigt.
Das  beste  und  billigste  Tatelwasser

der  Welt.
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Jahrelunge  Ialtbarkeit  wird

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Grösste  Exportzifser  unter  den
höhmischen  Säuerlingen.

Uebernahms-Bedingnisse  ausserordentlich

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Brielec  un  die  Thermalwasser-Versendung
  (Teplitzer  Stadtnelle)  der
Stadtgemeinde  Teplitz-Schönau  i.  B.

4&amp;amp;4#  4  4  4  4  4  4  4  4  4  4  A  4  #n#n  r#e  #  K  4  4.  Krr.r

Berliner  Erport-Tafel-Weißbier,

in  den  Tropen  mit  Erfolg  eingeführt,  von  den  verehrlichen  Messeverwaltungen
in  den  deutschen  Kolonien  !  Längerem  ständig  bezogen,  dort  sehr  beliebt,  Jahre
lang  haltbar,  nur  aus  bestem  Malz  und  Hopfen  hergestellt.  Das  Bier  ist  sehr
erfrischend  und  sehr  bekömmlich,  auch  von  den  Herren  Aerzten  der  deutschen
Schutztruppe  empfohlen.  .
Versand  in  Kisten  zu  50  ½1  und  100  ½  Exportflaschen.
Mit  näheren  Angeboten  steht  auf  Wunsch  gern  zu  Diensten
Berliner  Weißbierbrauerei  und  Malzfabrik
Albert  Bier,  (n)
Berlin,  Stralauerstraße  3—6.  Begründet  1792.
Für  Deutsch-Ostafrika,  Sansibar  und  Madagaskar  hat  die  Deutsch-Ostafrikanische
Gesellschaft  den  Alleinverkauf.
Alleinige  Vertreter  für  den  sonstigen  Export:
Harder  &amp;amp;  de  Boß,  Hamburg,  Gr.  Burstah  36—38.

 

 

 

 

VVVWVVVVVVVVVVVVVVVYVYVY  WVVVVVVYVYVVYYVYVVVVVVVVVVVVLV
        <pb n="185" />
        lafelgetränk  Sr.  OUurchl.  des  Pürsten  Bismarck
Kaullich  in  Mincralwasserbandlung.,  Apoth,  Lotels  eic.

Bestes  Tufelwasser.  Altbewährte  Ieilunellc.
esonders  empsohlen.

Export  nuch  den  Tmopen
85*
Birresborner  Mineral-Brunnen,  Birresborn  (Eitel.)

Fabrik  opfischer  etc.  Insftrumente  u.  phot.  Appanate.

EEEBLIEIIIIIXIV  ———.
Sutus
-  --«  «2aufqesd1raubf
gespqu

EEII  V  e  —
Mvrt
adeptint  l
t.“  Wililär
KNarine

.  Dcketuu  uriisten
*2

p  —  geblung
so

„EXL
LL

—.  W•¾v

——

Schofzmarte  zuachien.

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nmoau.

2
2
8

lisiputs
XIIXII
werden  auf  verlangen
  von  uns

für  Myrk.  6  geliefert

So
enannte
den

Vo  M[ν  íîαÑ
EE«—

 

—  —
Bei  Sesfellung  von  12  Stkifrei-Ekremplarn.

 

 

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Polirmaschinen

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zum  Enthülsen.  Poliren  und  Sortiren
der  Kalleelrucht.

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für  Oelfabriken.
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Steinprecher  zur  Uerstellung  von  Strassenschotter  eic.
Exrcelsior-Schrotmühlen,  Palent-Kugelmihlen,  Kollergänge,  Pochwerke  u.  s.  W.

Vollstündige  Anlagen  zur  Erzanfbereitung.  3

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Kerbschuitt-,  Holzbrand=  u.
Holzmalerei-Vorlagen,
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1000  Nummern  à  15  Pig.,  auch  über
Werkzeuge  und  Materialien,  30  Pig.,
Briefmarken.

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Amalienstraße  7.  (63*)

 

 

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Uegründet  1826.

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Teschings,  Revolver,  Ladegeräth  und
Wildlocker.  Nenheit:  Pulver-Mikromass.
  Spezialität:  breiläufer
und  Gewehre  ur  Jugd  auf  grosse
Raubthlere  und  Olckbäuter.
        <pb n="186" />
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Verlag  der  Königlichen  Hofbuchhandlung  von  E.  S.  Wiktler  &amp;amp;  Hohn,  Berlin  SWe.
Kochstraße  68—71.

 

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2  Deutsch-SBüdwestafrika.

 

Die  deutsche

Kolonial-Gesetzgebung.

Sammlung  der  auf  die  deutschen

Schutzgebiete  bezüglichen  Gesetze,

Verordnungen,  Erlasse  und
internationalen  Vereinbarungen,
mit  Anmerkungen  u.  Sachregister.
Auf  Grund  amtlicher  Qnellen
herausgegeben  von
Ricbow#,

Gerichts-Assessor.

Preis  14  M.  Gebunden  16  M.

Anleitung
für  den

Gebrauch  von  Oel

zum
Glätten  der  See.
40  Pf.

    
 

 

„Drei  ahre

im  Sunde  ð- 


 
  

Schilderungen
von
Land  und  Leuten
von
J.  J.  von  Bülow,
Premierlientenant  a.  D.

Mlt  zahlreichen  Abbildungen
nach  pholtographischen  Aufnahmen.

Preis  6  Mark,  gebd.  M.  7,50.

    

Kfrika.

Schilderungen  und  Rathschläge  zur
Vorbereitung  für  den  Aufenthalt
nnd  den  Dienlk  in  den  Schuhgebieten.

Von
Dr.  v.  Wissmann,
Major.
Preis  1,20,  elegant  gebunden  2  Mark.
Der  Reichslommissar  Major  v.  Wissmann

  beobachtete  während  seines  Aufenthalts
  in  Afrika,  wie  unvorbereitet

Deutsche  in  die  Tropen  gingen  und  wie

wenig  sie  die  Bedingungen  des  dortigen
Lebens  und  Verkehrs  kannten  und  6th
ihnen  anzupassen  verstanden.  Noch  während
  seiner  letzten  großen  Expedition,
zwischen  dem  Nyassa=  und  Tanganyika=See,
  hat  er  daher  diese  „Nathschläge  und
Schilderungen“  niedergeschrieben,  die  Allen
zu  Gute  kommen  sollen,  die  sich  in  die
deutschen  Schutzgebiete  oder  in  den  dortigen
Neichsdienst  begeben.
        <pb n="187" />
        —  149  —

Ed.  Sprenger,  Berlin  SW.  3,

Werkstitten  für  mathematische  und  optische  Ikustrumente.
Ausrüstungen  für  Forschungsreisende  nach  Prof.  Dr.  Frhr.
V.  Danckelman.  Aufnahme-Apparute,  Instrumente  für  Ortsbestimmungen,
  Höhenbarometer,  Hypsometer,  Fernrohre  etc.

 

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I
spszALxsrLsIk

AuSFünRUNG  vox  ExroRT-BAuUTEX  (3
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ALTONA  HAMBURG  Ü

s
AULSTRASSE  21.

P
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1I.

TElkonANN-ADEESSK
RAINSCHAMID,  ALTONA.

.  *7  "  4

 

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r  Raubthiere,  Vögel  und  Fische.
Prämürt  mit  goldenen  und  silbernen  Medeaillen.  (27)
Welt-Ausstellung  Antwerpen  höchste  Auszelchnung,  Ehrendiplom.

4  Fungeisen
Wildlocker,  für  Löwen,  Tiger,
Witterungen,  Wölie  und  Wild-Glaskugel-
  schweine.
und  Elektrische
ektrise
Thontauben--  Fischreusen

Wurfmaschinen.  zum  Nuchtlung.

  
      

Hlustrirte  Preislisten
kostenfrel.

lteste  deutsche
Raubthlerfallenabrik,


Hnynnuil.Schl.

Haupt-Katalog,
zugleich  Fangbuch,
Ps.

 

 

 

 

Se.  Durchlaucht  Fürst  v.  Bismarck
Sowie  die  höchsten  Würdentriger  bezichen
360  :  à  1.  J  IIave  s
I)0toswitsset(ltolit0W«««.’.«;I::';».;k""0«"«
scltoiiseitJttlitsettnurvondekPirma
Fer(1.Jtu-0b,UinslakonA-ll.(Rl1pk.),

wolclieblustcktmdillustkirtenPrisclttlmtuloesinkt-InmgrntisnmlskunkovcrscndeL
  ((I.)’)

 

 

 

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llsener  und  Miinhener  Art,  der
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Julius  Schrader,  Hamburg,

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In  unserm  Verlage  ist  soeben

erschienen:

Die  Deutschen  Kolonien.

Kurz  dargestellt
von  Wilhelm  Richter,
Oberlehrer  am  Gymnasium  zu  Paderborn.
Zweite  Auflage.

3  Bogen  Tert  mit  Karte.  Kart.  1  M.
„Das  vorliegende  Werkchen  will
von  unsern  verschiedenen  Kolonialgebieten
  ein  möglichst  wahres  und
bei  aller  Einschränkung  dennoch  vollständiges
  Bild  entwerfen.  Dasselbe
erfüllt  seinen  Zweck  vollkommen,  und
wie  dankbar  das  Bestreben  des  Verfassers
  anerkaunt  wird,  beweist  ja
der  Umstand,  daß  schon  in  verhältnißmäßig
  so  kurzer  Zeit  eine  zweite
Auflage  nöthig  geworden  ist.  Auch
die  Karte  ist  sehr  klar  und  korrekt.
Wir  wünschen  dem  gediegenen  Buche,
er  zweiten  bald  eine  dritte
Auflage  folgen  möge!“  (Büchermark.)
Paderborn.  *W
Junsermannsche  Buchhandlung.

 

 

 

Spedition  Südafrika.

Kommission  A.  Kesting,  Pretoria,

Transranl.  Weiterbeförderung  aller
üter  in  Südafrikn.

IIamburg:  Agent  lohn  Suhr,  Esd.

4#  4  4  A  4k.  A  A  A.  A.  A.  A.  A  A.  A.  A.A

Fhotographische  Apparate.
KErste  Quclle:
Iymnit  Insche,  Drescken.
Katalog  (300  S.)  20  Pl.

 

VVVVPVYVYVTYVYVYVVYVVVVVV’
        <pb n="188" />
        —  150  —

WOo  ERMANN-LINIE,  m.  b.  H.

Am  10.  März:  P.  D.  „Aline  Woermann“,  Capt.  Jarck,
nach  Madeira,  Klein-Popo,  Lagos,  Fernando  Po,  Kamerun  und  den  Hätfen
der  Südwestküste  Afrikas  bis  Pontanegra.

Am  15.  ärz:  P.  D.  „Professor  Woermann“,  Capt.  Triebe,
nach  Tanger,  Mazagan,  Mogador,  Las  Palmas,  Teneriffe,  Gorée,  Dakar,  Ruflsque,
Bissao,  Bolama,  Sierra  Leone,  Sherbro  und  Liberia.

Am  20.  Mäürz:  P.  D.  „Hedwig  Woermann“,  Capt.  Henneberg,
nach  Conakry,  Monrovia,  der  Goldküste,  Togo,  Whydah  und  Kotonou.

Am  31.  März:  P.  D.  „Thekla  Bohlen“,  Capt.  Jversen,
nach  Teneriffe,  Las  Palmas,  Gorée  und  den  Hälen  der  Südwestküste  Afrikas  bis  Loanda
sowie  nach  Deutsch-Südwestafrika.

Nach  Bissaco  und  Bolama:  am  15.  März  und  15.  Mai  1896.

Nach  Deutsch-Südwestafrika:  am  31.  Mürz,  31.Mui,  31.Juli  und  ferner  jeden  zweiten  Monnt.
Alle  Gs#ter  mdissen  am  Taye  vor  dem  Abyanpsdatt#m  bis  I2  Uhr  mittaps  Iduyssetite  sein.

Näheres  wegen  Fracht  und  Passage  ertheilt  in  Hamburg  die  Woermann-Linie,  m.  b.  H.  sowie  der  Schiflsmakler
  August  Bolten,  Wm.  Miller’s  Nachfolger,  Adwmiralitätstrasse  33/34.  12

 

Deutsche  Ost-  Afrika-  Linie.
Regelmässige  Postdampfer  -Verbindung
unter  Vertrag  mit  dem  Deutschen  Reiche

zwischen

Hamburg,  Ostafrika  und  Transvaal

Amsterdam,  Lissabon  und  Neupel  anlaufend.
Die  nächsten  fahrplunmässigen  Expeditionen  finden  statt:

 

 

E.  P.  D.  „KAISER“,  Capt.  v.  Issendorff  25.  Mürz  1896  ab  Hamburg  (lt.  Fahrplan)
R.  P.  D.  „AD  MIIRALG,  Capt.  West  22.  April  „  ab  Hamburg  "
R.  P.  D.  „KANZLER“,  Capt.  Elson  20.  Mai  „  ab  Hamburg  "

nach  Tanga,  Dar-es-Saläm,  Sansibar,  Mozambique,  Beira,  Delagoa-Bai  und  Natal.
Diese  Dampfer  nehmen  auch  Passagiere  und  Waaren  nach
Bagamoyo,  Saadani,  Pangani,  Kilwa,  Ibo,  Lindi,  QGuelimane,  Chinde,  Lamu  und
Ombassa.
Regelmässig  alle  acht  Wochen  Postdampfer

ab  Hamburg  ums  Kaor  der  #i#ten  J#oneng  direkt  nach  Dierben,  Delaugoc-Ba#s,
Inambanc,  Mozcmböid#cc.
Nächste  Expedition:  Dampfer  „GENERAIL“,  Capt.  Asthansen,  29.  Mürz  1896.
Die  Daempfer  Naben  vrorzupliche  Einrichtengpen  f#  Fussaytere  u  allen  Klassen.
Ferner  zwischen  Ostafrika  und  Bombay  regelmässig  allc  vier  Wochen  im  Anschluss
an  die  Hauptdampfer.

Näheres  ertheilt  in  Hamburg:  (20)
wegen  Fracht  der  Schiffemakler  August  Bolten,  Wm.  Miller's  Nachfolger,
wegen  Passage  die  Hamburg-Amerikanische  Packetfahrt-Aktien-Gesellechaft,
sowie  wegen  Fracht  und  Passage  die

 

Deutsche  Ost-Afrika-  Linie,
Gr.  Reichenstrasse  25.

Verankwortlicher  Redalteur  für  den  nichtamtlichen  cheil:  O.  Mertinat,  Berlin.
Druck  und  Verlag  der  Koniglichen  Hofbuchhandlung  und  Hoibuchdruckerei  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  BVerlin  SW  12,  nochstraße  68—71.
Ausgegeben  am  29.  Februar  1890  um  5  Uhr  nachmiltags.

Hierzu  eine  Beilage.
        <pb n="189" />
        Deutsches  Kolonialblatt.

Amtsblatt  für  die  Schutzgebiete  des  Deutschen  Reichs.

herausgegeben  in  der  Kolonfal-Ablhrilung  des  Auswärligen  Amls.

 

 

...  ——„  —  —
Jahrgang.  gLerlin,  15.  Mürz  1896.  Uummer  6.
a  Soscheink  in  der  Regel  am  1.  und  15.  sedes  Monats.  Derielben  werden  als  Beiheit#e  Isg  die  mindestens  einmor  t
beinenden:  ut  beilungen  von  Torschongsreisonden  —8  GCoiehrten  on  aus  den  90  utschen  Schutegebichen“,  horausgegobon  von  Dr.  Froih

t  den  Bribelten  zo  Fein  Bezuge  durch  die  .  und  it

n  cd  5—  direkt  unter  Streisband  durch  di  Lerlsgsenehhanalutn  un  350  für  5  Derntichlnnd,  und  Ossterreich=  Ungarn,  Mk.  3.75  für

da  deo  Pellvoitvereins.  —  Ein  Gendunen  und  Aufrafen  sind  an  die  K  önigliche  Hoibuchha  andlung  von  "  ru  st  Siltinh  Mittler
und  Seo  #u,  Verlin  8W  12,  —  —71,  3u  richten.  (Eingelwagen  in  der  ituunge-  chih.  für  1800  unter  Nr.  10916.)

 

Inhalt:  Amtlicher  Theil:  rbestellung  von  Beisitzern  der  Kaiserlichen  Oerichte  im  Schuzgebiete  der  Marsal=  Inseln
für  dao  Jahr  1896  S.  —  Ernennung  von  Beisiern  für  die  Kaiserlichen  Gerichte  des  Schuhgebietes  der
Neu-Guinea-Kompagnie  c  e  Jahr  1896  S.  152.—  Personalien  S.  153.  —  Vertheilungsplan  der  Schutztruppe
und  Landespolizei  von  Deutsch-  Opafrita  am  31.  Jannar  1896  S.  154.

Nichtamtlicher  Theil:  Personal=  Nachrichten  S.  153.  —  #amrun  Gebirgsstation  Busa  S.  158.  —
Daandegebier  S.  159.  —  Handelsbetrieb  auf  Schissen  S.  160.  —  Deutsch-  Sübdweptafrika:  Handelsregister  in
Deutsch-  Südwestafrika  S.  160.  —  Ungurlsgleicberllerung  von  —  —  .  160.  —  Ueber  den  Siand  der
Lungenseuche  im  Bezirk  1Stimoingue)  S.  160.  —  Viehmarkt  S.  160.  —  Marshall-Inseln:  Reise  des  Landeshauptmanno
  S.  161.  Dentsch2  eu-  Guineg)  Uebersicht  über  die  in  Schubzgebiete  ansässigen  Deutschen  und
Fremden  S.  162.  —  Aus  d  em  Bereiche  Missionen  und  der  Antifklaverei-Bewegung  S.  163.  —
Aus  fremden  Kolonien:  Wrenche  de  Shire  Highlands  bompan)  S.  164.  —  Oessentliche  Arbeiten
in  Lagos  S.  164.  —  Schiffobewegung  Sansibars  im  J  Jahre  1895  S.  164.  —  Litteratur  S.  164.  Schiffsbewegungen
  S.  164.  —  —  Terkehra=  Nachrichten  S.  165.  —  —Anee

 

Amtlicher  Theil.

Verordnungen  und  Wikkheilungen  der  Behörden  in  den  Schungebieken.

Bestellung  von  Beisitzern  der  Kaiserlichen  Gerichte  im  Schutzgebiete  der
Marshall-Jnseln.

*  Auf  Grund  der  §§  7  ff.  des  Gesetzes  über  die  Konsulargerichtsbarkeit  vom  10.  Juli  1879  sind
für  das  Jahr  1896  ernannt  worden:  *)

1.  Zu  Beisitzern  der  Kaiserlichen  Gerichte  erster  und  zweiter  Instanz  zu  Jaluit:

1.  der  Kaufmann  Emil  Hütter,  sächsischer  Staatsangehöriger.

2.  Regierungsarzt  Dr.  Gustav  Schwabe,  preußischer  Staatsangehöriger.

3.  Kaufmann  Adolf  Capelle,  preußischer  Staaksangehöriger.

4.  Verkäufer  Theodor  Dreyer,  hamburgischer  Staatsangehöriger.

5.  Kaufmann  Rudolf  Wolfhagen,  preußischer  Staatsangehöriger.

6.  Schiffer  Otto  Keßler,  sächsischer  Staatsangehöriger.

7.  Schiffer  Julius  Krümling,  preußischer  Staatsangehöriger.

8.  Platzaufseher  Bernhard  Merten,  preußischer  Staatsangehöriger.
II.  Zu  stellvertretenden  Beisitzern:

1.  Steuermann  Otto  Weilbächer,  hessischer  Staatsangehöriger.

2.  Stenermann  Heinrich  Martens,  hamburgischer  Staatsangehöriger.

3.  Stenermann  August  Düvel,  preußischer  Staatsangehöriger.

4.  Lagerverwalter  Henry  Müttel,  hamburgischer  Staatsangehöriger.
III.  Mit  der  Wahrnehmung  der  Geschäfte  des  Gerichtsschreibers  bei  dem  Kaiserlichen  Gericht  erster

Instanz  und  dem  Gericht  für  Eingeborene  sowie  mit  den  Geschäften  des  Gerichtsvollziehers  bleibt
der  Lootse  Reiher  betraut.

5*)  Vergl.  Deutsches  Kolonialblatt  1895,  S.  205.
        <pb n="190" />
        —  152  —

IV.  Die  Bestellung  eines  Gerichtsschreibers  für  das  Kaiserliche  Obergericht  bleibt  für  jeden  einzelnen
Fall  vorbehalten.

Jaluit,  den  2.  Dezember  1895.

Der  Kaiserliche  Landeshauptmann.
(L.  S.)  Dr.  Irmer.

Ernennung  von  Beisitzern  für  die  Kaiserlichen  Gerichte  des  Schutzgebietes

der  Neu-Guinea-Kompagnie.)

Für  das  Jahr  1896  werden  ernannt:
I.  Bei  dem  Kaiserlichen  Obergericht  des  Schutzgebietes  der  Neu-Guinea-Kompagnie  zu  Friedrich

Wilhelmshafen:
a.  als  Beisitzer:
1.  der  Vorsteher  der  Rheinischen  Mission  Missionar  Gustav  Bergmann  zu  Siar,  Preuße,
2.  der  Hauptadministrator  der  Astrolabe-Kompagnie  Curt  v.  Hagen  zu  Stephansort,  Preuße,
3.  der  Beamte  der  Astrolabe-Kompagnie  Otto  Herzog  zu  Stephansort,  Preuße,
4.  der  Arzt  der  Astrolabe-Kompagnie  Dr.  Wilhelm  Wendland  zu  Stephansort,  Preuße;
b.  als  stellvertretende  Beisitzer:
1.  der  Arzt  der  Neu-Guinega-Komp.  Dr.  Otto  Dempwolff  zu  Friedrich  Wilhelmshafen,  Preuße,
2.  der  Missionar  der  Rheinischen  Mission  Albert  Hoffmann  zu  Bogadjim,  Preuße,

3.

der  Administrator  der  Astrolabe-Kompagnie  Karl  Weydig  zu  Stephansort,  Hamburger.

II.  Bei  dem  Kaiserlichen  Gericht  des  Schutzgebietes  der  Neu-Guinea-Kompagnie  zu  Friedrich
Wilhelmshafen:

1.

4.

—

a.  als  Beisitzer:
der  obere  Rechnungsbeamte  der  Neu-Guinea-Kompagnie  Oskar  Binternagel  zu  Friedrich
Wilhelmshafen,  Preuße,

2.  der  Beamte  der  Astrolabe-Kompagnie  Franz  Boluminsky  zu  Stephansort,  Preuße,
3.

der  Stationsvorsteher  und  Lagerverwalter  der  Neu-Guinca-Kompagnie  Albert  Fademrecht
zu  Friedrich  Wilhelmshafen,  Preuße,
der  Hauptassistent  der  Astrolabe-Kompagnie  Eduard  Kuwert  zu  Stephansort,  Preuße;
b.  als  stellvertretende  Beisitzer:

.#denr  kaufmännische  Beamte  der  Neu-Guinea-Kompagnie  Georg  Ahrens  zu  Friedrich

Wilhelmshafen,  Preuße,

2.  der  Registrator  der  Neu-Guinea-Komp.  Oskar  Haesner  zu  Friedrich  Wilhelmshafen,  Preuße,
3.
4

der  Hauptassistent  der  Astrolabe-Kompagnie  Karl  Kleine  zu  Stephansort,  Preuße,
der  Assistent  der  Astrolabe-Kompagnie  Joseph  Loag  zu  Stephansort,  Preuße.

III.  Bei  dem  Kaiserlichen  Gericht  des  Schutzgebietes  der  Neu-Guinea-Kompagnie  zu  Herbertshöh:

V  —

a.  als  Beisitzer:

1.  der  Arzt  der  Neu-Guinea-Kompagnie  Dr.  med.  Karl  Danneil  zu  Herbertshöh,  Preuße,
2.
3.  der  Kaufmann,  Mitinhaber  der  Firma  Hernsheim  &amp;amp;  Co.  zu  Matupi,  Maximilian  Thiel

der  Pflanzungsvorsteher  Hubert  Geisler  zu  Herbertshöh,  Preuße,
zu  Matupi,  Bayer,

.der  Vorsteher  der  Zweigniederlassung  der  Deutschen  Handels=  und  Plantagengesellschaft

der  Südsee--Inseln  zu  Hamburg,  Adolf  Schulz  zu  Mioko,  Preuße;
b.  als  stellvertretende  Beisitzer:

der  Missionar  der  kath.  Mission  vom  heiligen  Herzen  Jesu  Pater  Johann  Dicks,  Preuße,
der  Angestellte  der  Zweigniederlassung  der  Deutschen  Handels-  und  Plantagengesellschaft

zu  Mioko  Franz  Hellwig,  Preuße,

3.  der  Pflanzer  Octave  Mouton  zu  Kiningunan,  Belgier,
4.

der  Lagerverwalter  Rudolf  Wolff  zu  Herbertshöh,  Preuße.

Friedrich  Wilhelmshafen,  den  31.  Dezember  1895.
Der  stellvertretende  Landeshauptmann  des  Schutzgebietes  der  Neu-Guinea-Kompagnie.
(L.  S.)

Rüdiger.

sVergl.  Deutsches  Kolonialblatt  1895,  S.  222.
        <pb n="191" />
        —  153  —

Personalien.

i  öni  idi  i  ktionen  des
Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  geruht,  dem  mit.  den  Fun  1
utztruppe  Deussch-Okfakln  Allerhöchst  beauftragten  Oberstlieutenant  v.  Trotha
öniglichen  Kronen-Orden  3.  Klasse  zu  verleihen.

Seine  Majestät  der
Kommandeurs  der  Sch
die  Schwerter  zum  K
jestä  r  Könia  h  -'·  t,  den  nachbenannten
jestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  geruht,  »  n
aubniß  zur  Anlegung  ihnen  verliehenen  Ordensinsignien  u.  s.  w.  zu  ertheilen,  und  zwar:
des  Ritterkreuzes  des  Großherzoglich  mecklenburgischen  Hausordens  der  Vewiischen  Kroner  dem  Bezirksamtmann

  im  Schutzgebiete  von  Deutsch-Ostafrika  v.  EW  Kapitän  in  der
des  Ritterkrenzes  des  Großherzoglich  mecklenburg-schwerinschen  Lassn  rden  beil  p
Flottille  des  Kaiserlichen  Gouvernements  von  Deutsch-Ostafrika  Grafen  v.  Pfeil.

Seine  Ma
Beamten  die  Erl

ständi  "  iter  i  ial-  «  ärtigen  Amts  Vizekonsul  v.  Buri
Der  ständige  Hülfsarbeiter  in  der  Kolonial-Abtheilung  des  Ausw  Amts  «
ist  zum  Kommissar  33  bei  der  Siedelungsgesellschaft  für  Deutsch  =  Südwestafrika  ernannt
worden.

"«j   .  isse  eines  Kaiserlichen  Berufs-Der
  Kaiserliche  Landeshauptmann  von  Togo  Köhler  hat  die  Befugnisse  eines  K  «-konsuls
  für  das  westapetanssch  Küstengebiet  von  Sierra  Leonc  bis  einschließlich  des  Niger  Coast  Protek
torats  übernommen.

Der  Sekondlientenant  a.  D.  v.  Zülow,  zuletzt  im  Infanterie-Regiment  von  Wittich  Nr.  83,  ist

der  Schutztruppe  für  Deutsch-Südwestafrika  zugetheilt  worden.

Nichtamtlicher  Theil.

ichte  Der  in  den  Dienst  des  Kaiserlichen  Gouverne-Ferlonal-Bachri
  n.  mench  delteleit  Maschinist  Knaack  hat  die  Reise

Deutsch  ·  Ostasrita.  nach  dem  Schutzgebiet  angetreten.
Der  Vorsteher  des  Kaiserlichen  ostamts  in  Dar-  ————.
Saläm  Postinspektor  Puchr,  deeisnn  Der  in  den  Dienst  des  Kaiserlichen  Gouverne-Bastian


und  der  Postsekretär  Stucken  schmidt  ments  getretene  Bautechniker  Gause  ist  nach  Kamerun
kehren  nach  Deutschland  zurück.  Zu  ihrem  Ersatz  abgereist.
haben  Aufang  März  Oberpostdirektionssekretär  Fleiser,
  Postsekretär  Schnake  und  Postpraktikant  cogo.
kleine  die  Reise  nach  Ostafrika  angetreten.  Der  Posssekretür  Ko  heen  in  Klein-  Popo  *
Der  Zolldirektor  Hohmann  ist  im  Februar  der  Tchegraphenassistent  Krafte  zr  a  e  in
vom  Urlaub  nach  Dar-es-Saläm  zurückgekehrt.  April  nach  Deutschlan  zurück.  vun  reerat
––  haben  Postsekretär  Choms  aus  Ham  zurg  unt  Ko-Der
  in  den  Dienst  des  Kaiserlichen  Gouverne=  assistent  Marx  aus  Dresden  aum  10.  rz  die  Reise
ments  getretene  Bootsunteroffizier  Hagel  tritt  dem-  nach  dem  Schutzgebiet  angetreten.
nächst  die  Reise  nach  dem  Schutzgebiet  an.

 

 

Der  als  Wegebauer  für  die  Kaiserliche  Landes-Ramerun.
  hauptmannschaft  angenommene  Bautechniker  Tönnlies
Der  stellvertretende  Kommandeur  der  Kaiserlichen  hat  die  Ausreise  nach  Klein-Popo  angetreten.
Schutztruppe  Haupt  v.  Kampp#,  Zollassistent  —
eters,  —–he  2227  Techniker  Der  Diätar  Holtzheimer,  welcher  der  Kaiser-Scharnetzky
  sind  im  Januar  in  Kamerun  ein-  lichen  Landeshauptmannschaft  zur  aushülfsweisen
Letroffen.  Beschäftigung  überwiesen  ist,  hat  die  Reise  nach
:  .  in-Popo  angetreten.
n  Stelle  des  ausgeichledenen  rectes  z  Klein-P  n
ist  der  Maschinenschlosser  Brückner  in  den  Dien  «  «  *  welcher  in
Kaiserli  -  .  -  Der  Steuersupernumerar  Wiecker,
dss  Kiferche  Gouvernements  getreten  und  hat  die  den  Dienst  der  Kasserlichen  Landeshauptmawaf  chaft
e  nach  Kamerun  angetreten.  getreten  ist,  hat  die  Ausreise  angetreten.
Der  Bootsmannsmaat  Dillinger  ist  am  13.  Ja-  —  .
nuar  verstorben.  (Fortsetzung  auf  Seite  58.)
        <pb n="192" />
        154

Vertheilungsplan  der  Schutztruppe  und  Landespolizei

Anmerkung:  k  hinter  dem  Namen  —  krank,  c  hinter  dem  Namen  —=  kommandirt,

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nr.  "Q  ·  2
der  Garnison=  K#om-  Ober-  r*  Lieu-  Ober-  2  Johl-  Ober-  Ser-  Unter-**
  pagnie-  —.  Aerzte,meister=  seuer-Feldwebel  23.
Kom-  ort  beur  führer  6  tenants  ärzte  Z  aspirant  geanten  offiziere
pagnie  führer  S  aspiranten  werker
1.  Schutztruppe.
—  po.  Natz-Langheld'#  Beringe  —  OllwigKuhnenEngel-Krausee  Benkewig]  Meuser
mer  Schlobach  -  -  hardt  Hammer-=StabDar-es-
  #  *  meister
Saläm  v.  Stockit
Böhmer  2
Nachtigall
*#
Moschi  —  —  Sohannes  Merker  —  —  Dr.  Eggel—  Körner  1—  —  Freytaggl
Vartscher
1.  1  I  v  .  Marl  ——  1  *
.  d.  Mar-  ...
Marangu  —  —  —  v  witz  —  —  —  —  —  —  —  —-  Reisewitz
stisuani  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  Lembke  Sommer'“  —
Dar-es=  —  —  —  v.  Wiss...1—  —  —  —  —  —  —  Jahn
Salam  mann
2.
Masinde  —  —  —  Storch—  *  —  —  —  Nymarzig  —  —
Dar-es=  Fonck  T1  U  *  —  —  —  .  ·
Z  Samm—  —  —  Passevant  —  Krauß  Witkowoli
ilimati  —  —  tadl-  Dr.  Nein-  ..  —
4.  Kilimatinde  Podlech  d  cur  —  —  arden  —  Körner  L11  —  Frahm  Famer
"  *
5.  Ulanga  —  —  —  v.  Kreist  —  Arning  Ee  —  —  Spiegel  Stephan
6.  Kilwa  —  —  —  Kuhlmann—  —  Dr.  Simon  —  —  —  Hentschke  Frischmuth  Herdecke
«  Mergarten
Dar-es-  Stenzler  5  «
7.  —  —  —  —  —  —  —  —  —  Görn  —  naust
Saläm  Charisius  Petrowitz
-  Lachen-Schnorren.
  Wein-  «
B.  Lindi  —  —  Fromm  weiHösemann  —  —  —  —  mair
L  berger  Hopp
Dar-es=  .  .  Ullma
9.  Salsm  NRamsay#  Fonck  Il——  —  —  —  —  Köhler  —  Müllan
—  —  Leue  Graf  v.  —  —  Dr.  ——  HZicken-  —  Markgraf  —  Richter  *
10.  Tabora  [Perponcher  Drewes  drath“  Sydow
        <pb n="193" />
        von  Deutsch-Ostafrika  am  31.  Jannar  1896.

*  inter  dem  Namen  und  bei  den  Bissern

siehe  Bemerlungen.

155

 

 

 

 

 

 

 

Armirung

 

Bemerkungen

 

 

 

 

 

 

3N  ital.  Berggeschütze
n‚7  em
7  Maschinengewehre

mmn
1  Maxim-Gun  K  45

(unbrauchbar)
4  Mörser  9  cm
5  Revolverkanonen“

*  Kompagnieführer  Langheld  und
die  Lieutenants  Nachtigall  und
Böhmer  werden  beurlaubt

*  Davon  2  an  Flottille  abgegeben


 

 

1  Berggeschütz
6,5  cm
1  Schnellahekanone
47

1  Shrlidelenone

*  Sergeant  Freytag  komimt  wegen
Urlaubsantritts  zur  Küste

*  Serg.  Sommer  behufo  Urtauboertheilung
  zur  Küste  befohlen

 

Altachirte  von  der  3  L%  1  Mann
-  b-6.

*  8.

I10.
von  der  Futtirboe.
Pol  eishuamoyo  2
Miilind
Alee  15  Mann
davon  6  Me  un  der  Arbeilern


Iw-:.-tc-I

 

Obeklannthqxhnln

ach  Tanga  ver

2.  Komp.  kommt  acher  Salam
und  geht  später  bache  is

Odsenwanger  ist

*  1  Mann  der  2.  Komp.  attachirt

 

1  Maschinengewehr
mm

1  ital.  Berggeschütz
—

*2  Mann  der  2.  Komp.  attachirt

 

 

Jahlmeisterasp.  Sas  dommnt.  4½  Küfte
gehten  ora
1  Mann  der  2.  Swüich'e  Mlachspr

 

 

3  leichte  Feldgeschütze
K/73

*2  Mann  der  2.  Komp.  attachirt

 

 

 

 

 

—  —  —
8  8  e
Ober-  Lazareth.Etaiss  -  t  2  -  5%  ar  b  ige
lazareth-  pgehilfen  mäßige  S  di  Char-  Askaris
gehülfen  Schreiberfsfendi  regu=  irre-.
  6  gen  guläre
I.  Schutztruppe.
Schirpke  Feldwebel
—  Häcker  Apelt,  —  JUnruhl  4  —  —  —  —
ENsë%  Unteroffiz  Nickl
Heger  Triebel,
—*  Laz.
Geh.
Herbsleb
Wülflingl  —  —  —  8  110  2
EEEEIIILI
—  —  —  —  T1  28  —
—  —  —  —  1  —  2  23  —
—  —  —  —  ——  1  2  30  —
15
Ossen-  i.  n
wansgers  —  —  —  —  —  3  30  2
—  —  —  —  11  80“7
——.  —  —
—  —  —  —  —  8  132“  1
.
Prinage  —  —  —  1110  92  21
—..  —
—  Fleisch-  1  5  109  —
mann
—  —
—  —  #  56  —
—  i
—  —  —  —  —  1  7  107  1
—  Nöhr  —  —  —  7  119  —
Weidner  —  —  —  —  ——  8  129“  29

4  leichte  Felvgeschütze
1073

 

*  3  Mann  der  2.  Komp.  attachirt

–..  —

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

9.  Komp.  marschirt  nach  Udjidji
.

 

 

1  Schnellladekanone
3.7  em

1  Schnellladekanone
4,7  cm

*  Zahlmeisterap

Zigtdren  und
neah

ichter  kommen

 

 

 

r  Kuste
*1  Mamn  der  2.  Komp.  attachirt
        <pb n="194" />
        156

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nr.  "O  O"b  .  .
der  Garnison-  Ober-  Kom-  Lieu.  SOber-  Aerzte  Ober-  Ser—  Unter-Kom-
  ort  deur  führer  pagnie-  tenantsärzte  —  meis  er  seuer=  Feldwebel  geanten  oftziere
pagnie  führer  S  Z  asp  werker
—  —  AA  ;  —  —  —  Hoffmann
Muanza  Herrmann]  Kollmann  Zupitza  —  —  Schlee
11.  [
—  —  ——  —  —  —  —  —  Salomon  —
Bukoba  —  v.  Kalben  Hartmann
*
.  Engelhardt  berste
12.  Kilossa  —  —  —  Grao  Fugger91L-  Aluria-  8Stamm-H  *)  —  hen.
v.  Vercken*  —  Skiba
Mpwapwa  —  —  Glauning  sPbbr.  Derg  Jost  —  —  Schütz
Kisaki  —  —  —  v.  Grawert/  —  —  —  —  —  —  —  —  Bittner
*  v.
Auf  Erpebition  Trotha  —  —  —  —  —  —  —  —  —  Kamp  —  —
Zusammen  1  1  7  27  11—  11  1  8  1  10  9  25
II.  Landespolizei.
Tangg  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  Jaenle  s  Haible
Pangani  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  Grimm
Saadani  —  —  —  —  —  —  ——  —  Hentschel—  —
Gaert-Bagamoyo.
  —  Scherner  —  —  Ther  —  —  —  —  Wallner  —  —
Dar-es-Salim  —  —  —  —-  ——  —  —  —  —  Mutter  —  —
«  —  lhr.  v.  &amp;amp;  in  —  —  —
Kilwa  Eberstei  9NWNeist
Lindi  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —
Mikindani  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  Kayser  —  Pfendtner
Donde  —  —  —  —  ——  —  —  —  —  —  Merkl  —
Langenburg  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  Haegele  —  —
Zusammen  —  —  2  —  —  1  —  —  1  —  5  2  3
III.  Beurlaubt  nach  Europa.
Jurich
—  —  —  Frhr.  Eberhard  —Dr.  sDr.  Wiben-  Kieferle  —  —  wong  —
v.  Schrenck  Jany  Schwe  manyn9–4Winkler  Lon
v.  Notzing  Kielmeyer  singer  Dr.  Man-  Zimmer=  #one
rince  kiewitz  mann  r
v.  Elpons  Dr.  Krefeldt  Steinmet
Wagner  udol  ati
Feldmann
iebhardt
Zusammen  —  —  3  3  —1  3  —  4  —  —  11  —
        <pb n="195" />
        157

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1#  r
313  Farbige
Ober:  Lazaret)-Etatsss  3  à  Smn  *  %  .
lazareth-  re  h-  mäßige  r  7  l  Char-  Askaris  Armirung  Bemerkungen
gehülfen  gehülsen  Schreiber  □  -  *i  rm  6  Essendi  gen  regu-  irre-2
  -  !  lläre  gulare
Juroc  —  —  —  —  E—  2  27  1  Schnelllabelanone
*„„  2  1  Scnglladeienone  .Zergeant  Hartmann  und  cun  reth  ·
—  —  —  —  Pruf
Schuster-  —  52  "1  is  lisuler  chster  ton  en  *“
Frü  1  S#ss#  *  Asen  Dere  lommt  krankheits-—
  Juchter  —  —  —  —  6  107"  —  1  oschinendBeetr  o  "  Loganetbgebulfe  Erüchtenicht  kommt
*  Lieutenant  v.  Bercken  kommt
Wiest  6  39  1  Schnelllaelanone  wwegen  urtaubs  zur  r
—  —  —  —  —  .  —  "  .  ieutenant  Glauning  auf  dem
»  1  Nordenfeltgeschüt  Marsche  nach  Mpwapwa
—  Aimer  —  —  —.  1  I  30  2  —  Station  Kisaki  wird  aufgehoben
"  D.
Scharfenß“  Sauer-  «  —
berger  brey  à  ##
6  10  3  —  35  92  1369  117  40
II.  Landespolizei.  -Ober-  berbune2
,  .  erlazarethgehülfe  Loegel  kom-Loegel?
  —  2  27“  c  eichte  Frcdgeschue  mandirt  Dar-zes-Salam
9  *!'  —  5ä&amp;amp;  *  1  Mann  der  2.  Komp.  attachirt
5  Landungskanonen
—-  Violland  —  —  —  1  .  1  18  8  mm
C  T.  leichte  Feldgeschütze
—  EIE
i  —ÒÔ
3  leichte  Feldgeschutze  -
Voelkner  —  E  —  —  1.2  355  —  ch  2  Mann  der  3.  Komp.  attachirt
l  1  Tleichte  Filsfäi#ee
—  —  —  1  ä  2  49  Nevowerkanone  3,7m
——.  1!
—  —  —  —□——3  2969  —  —
—  Msenenische  Verg-—
  —  —  —  —  —  3  —  geschütze  6,7  cm
"  Ungreifier  Pfendiner  kommt  nach
—  —  —  —  —  —  2  26½  —  2  Mans  *Wein  n  Ken.e  altachirt
.
—  —  —  —  —  —  —  19  —
.
—  —  —  —  —  3  22  50  —
ÔÒÊÒÔ
2  1  —  □:2".S"  16  237  50  21  —
III.  Beurlaubt  nach  Curopa.
D
–  Näwy  Oberla  —  —  —  —  —  —
Benz  srcihe  hde
Sieler
        <pb n="196" />
        158

 

 

 

2
Kom  Ober-Kom-  Lieu.  e-  Zahl=  Ober-  Ser=  Unter-Garnisonort
  man—-  führerbognier(enantsbrzie  Aerzte,  eiister-feuer-Feldwebel  eanten  offigiere
deur  sh  führer  enan  5  3  aspiranten  werker  I
Kommandirt.

—  —  —  Fischer,Schlobach—-—  —  —  —  —  Krause  Meuser

Berlin  zum  Gou-  zum  Gou-  zum
wvernement  vernem.=  Eisenbahn=Büreau
  kommando

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Rekapitulation.

 

 

 

I.  Schutztruppe  1  1  7  27  1—  11  1  8  1  10  9  25
II.  Landespolize—  —  2  —  —  —  —  1  —  5  2  3
III.  Beurlaubt.  —  —  3  3  —  1  3  —  4  —  —  11  —

Zusammen  1  I  1  12  30  I  1I  2  1  14  I  1I  18  I  1  I  15  I  22  I  28

Dar-es-Saläm,  den  1.  Februar  1896.

 

Neu.  Guinea.

Der  Kaiserliche  Richter  Dr.  Hahl  zu  Herbertshöh
hat  am  14.  Januar  die  Führung  der  richterlichen
und  Verwaltungsgeschäfte  des  östlichen  Jurisdiktionsund
  Verwaltungsbezirks  übernommen.

Die  Mitglieder  der  Forschungsexpedition  für
Neu-Guinea  Dr.  Lauterbach,  Dr.  Kersting  und

Landwirth  Tappenbeck  haben  die  Ausreise  von
Genna  aus  angetreten.

Machrichten  aus  den  deukschen  Schuhgebieten.

(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  theilweise  nur  mit  Quellenangabe  gestattet.)

RKamernun.

Gebirgestation  Buta.

Der  stellvertretende  Gouverneur  Dr.  Seißz  hat
am  19.  und  20.  November  v.  Is.  die  Gebirgsstation
Bua  besucht  und  die  dortigen  Voerhältnisse  einer
eingehenden  Besichtigung  unterzogen.

Die  Station  wird  geleitet  von  dem  Stationschef
Franz  Leuschner,  dem  der  Hülfsaufseher  Robert
Schütt  beigegeben  ist.  Eine  dort  stationirte  Abtheilung
  der  Polizeitruppe  dient  zur  Aufrechterhaltung
von  Ruhe  und  Ordnung  im  Gebirge.  Die  Station
selbst  macht  einen  durchaus  guten  Eindruck  und  verspricht
  von  wesentlicher  Bedeutung  für  die  Kolonie
in  wissenschaftlicher  und  sanitärer  Beziehung  zu
werden.

Rings  um  die  Station  ist  in  einem  großen
Rechteck  der  Wald  abgeholzt,  so  daß  von  dem  Stationshause
  aus  der  Ausblick  in  die  Niederung  des
Kamerunbeckens  und  rückwärts  nach  dem  Gebirge  zu
vollständig  frei  ist.  Das  Stationshaus,  aus  Holz

und  Wellblech  gebaut,  befindet  sich  in  gutem,  sehr

sauber  gehaltenem  Zustande.  Bis  auf  Einsetzung  der

Fensterscheiben,  deren  Stelle  zur  Zeit  aufgenagelte
Stücke  Gaze  vertreten,  und  der  inneren  Verschalung
der  Zimmer  mit  Holz  ist  Alles  fertig.  Es  sind  vier
schöne  große  Zimmer  vorhanden,  so  daß  nach  Besetzung
  der  Station  durch  zwei  Weiße  immer  noch
zwei  Zimmer  übrig  bleiben,  welche  für  erholungsbedürftige
  Beamte  einen  Aufenthalt  bieten,  wie  er
in  gar  vielen  Sommerfrischen  in  den  deutschen  Gebirgen
  auch  nicht  besser  zu  finden  ist.

An  das  Stationshaus  reihen  sich  nach  dem  Gebirge
  zu,  im  Rechteck  einen  geräumigen,  gut  planirten
und  sauber  gehaltenen  Hof  umschließend,  die  Soldatenhäuser.
  Es  sind  dies  Eingeborenenhütten,  welche
in  nächster  Zeit  der  Erneuerung  bedürfen.  Schafe,
Ziegen,  Hühner  und  Enten  sind  vorhanden;  mit
Gebirgsvieh  sollen  demnächst  weitere  Versuche  gemacht
  werden.

Zwei  Gärten  sind  in  Betrieb,  ein  kleinerer  und
ein  größerer.  In  ersterem  sind  eine  Reihe  Gemüse
und  vor  Allem  fünf  Beete  Kartoffeln  neu  angebaut.
Der  Kartoffelbau  bietet  entschieden  Aussicht  auf  Erfolg,
  da  nicht  nur  von  der  Station,  sondern  auch
von  der  Basler  Mission  bereits  kleinere  Mengen
        <pb n="197" />
        159

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

—7  l  —
3  3  -
Ober-  Lazareth=  Etats-  2  FJFarbige  ––  —
lazareth=  "|  1  mäßige  -  2  Char-  Anskaris  Armirung  Bemerkungen
gehülsen  gehülsen]  Schreiber  l#ffendi  lam  regu=  irresdl
  läre  guläre
Kommandirt.
—  —  —  —  —  —  —  —  —
Krank.
Häcker
—  degewald  —  —  —  J  —  —  —  —  —  70  Lazareth  Dar-es-Saläm
b  .
Rekapitnlation.
6  10  3  —  35  9  92  1369  117  40
2  I  —  ———216:23-50  21
—  2  1  —  ——  —  ——  —
s  4  „  sof  u  1068  1605  107  61  1

 

guter  Kartoffeln  in  Bua  geerntet  worden  sind.  In
dem  größeren  Garten  ist  neben  den  verschiedensten
Sorten  von  Gemüsen  ein  Stück  Land  mit  Bergreis,
ein  anderes  mit  Hafer  angepflanzt.  Der  Reis  verspricht
  guten  Ertrag.  Der  Hafer  steht  sehr  dicht
und  üppig.

Die  Bodenbeschaffenheit  in  Buca  läßt  erwarten,

daß  in  absehbarer  Zeit  die  Station  nicht  nur  ihre
Besatzung  (30  Mann)  ernähren,  sondern  auch  noch
Produkte,  insbesondere  Kartoffeln,  abliefern  kann.
·  ährend  der  Anwesenheit  des  stellvertretenden
Gouverneurs  erschienen  der  Häuptling  der  Busaleute
Endeli  und  der  Häuptling  von  Sopo  auf  der  Station.
Beide  versprachen,  die  Station  nach  Kräften  zu
unterstützen,  Endeli  wird  den  Rest  der  ihm  auferlegten
  Kriegsentschädigung  in  nächster  Zeit  nach
Victoria  abliefern.

l

 

 

 

Exkursionen,  bei  denen  die  Voghe  nicht  unerhebliche
Verluste  hatten.  Nach  kurzer  Zeit  erhielt  er  jedoch
durch  die  Yaündehäuptlinge  Amba  und  Zonu  die
Nachricht,  daß  sich  die  Voghestämme  nach  dem  Njong
hinzögen,  um  eine  Karawane  zu  überfallen.  Als
ihm  am  23.  v.  Mts.  durch  den  Häupiling  Evoghe
gemeldet  wurde,  eine  von  Lolodorf  kommende,  von
einem  Weißen  geführte  Karawane  sei  angegriffen
worden,  schickte  er  der  Karawane  16  schwarze  Soldaten
  entgegen,  welche  am  Abend  desselben  Tages
den  mit  18  Soldaten  und  Trägern  zum  Ersatz  nach
YMaiinde  marschirenden  Unteroffizier  Müller  mitten
im  Kampfe  mit  Eingeborenen  antrafen,  gerade  noch
rechtzeitig,  um  den  Rest  der  beinahe  aufgeriebenen
Karawane  zu  retten.  Von  18  Soldaten  waren  11

verwundet,  die  Lasten  beinahe  sämmtlich  verloren.

Die  Frage  der  Errichtung  eines  Sanatoriums  in  1
ersz  *  Bartsch  am  31.  v.  Mts.  mit  den  weißen  Unter-Bua

  unterliegt  zur  Zeit  noch  der  Prüfung.

Hauͤndegebiet.
Der  stellvertretende  Kaiserliche  Gouverneur  berichtet

  über  die  bereits  gemeldeten  Unruhen  im  soldaten,  zurück.

Yauidelande  Folgendes:

Mitte  Dezember  v.  Is.  wurden  zwei  Dahomearbeiter
  der  Station  Ya#nde,  welche  im  Dorfe

des  Häuptlings  Bamisso,  etwa  1½  Stunden
nördlich  der  Station,  Essen  einkaufen  wollten,  von
Eingeborenen,  welche  sich,  wie  dort  häufig,  an
Palmwein  berauscht  hatten,  geschlachtet  und  bei
Tanz  und  Spiel  aufgegessen.  Premierlieutenant
artsch,  der  Leiter  der  Station,  unternahm  zur
Züchtigung  des  schuldigen  Stammes,  der  sogenannten
Voghe  oder  Rdoge  Betschi,  verschiedene  militärische

Auf  ernente  Kunde,  daß  am  Nijong  eine  große  Karawane
  angegriffen  worden  sei,  brach  Premierlieutenant

offizieren  Zimmermann  und  Müller  und
38  Mann  gegen  den  Njong  auf,  in  Yaünde  ließ  er
den  Assistenten  Rabischong,  einen  früheren  Fremdenlegionär,
  mit  sechs  kampffähigen  Soldaten,  16  Verwundeten
  und  20  Dahomearbeitern,  früheren  Polizei=Der

  nun  folgende  Marsch  von  Yaunde  zum
Niong  und  von  da  nach  Lolodorf  brachte  eine  Reihe
schwerer  Kämpfe.  Bis  zum  Njong  mußte  Dorf  für
Dorf  erstürmt  werden,  darunter  solche,  wo  Bartsch,
wie  in  Djilimbolla,  bei  seinem  Marsch  nach  Ya#nde
im  September  v.  Is.  auf  das  Freundschaftlichste  aufgenommen
  worden  war  und  mit  denen  er  seit  seiner
Anwesenheit  in  Yaunde  in  keiner  Weise  in  Berührung
gekommen  war.  Einige  wenige  Dörfer  erklärten,
sich  am  Kampfe  nicht  zu  betheiligen.
        <pb n="198" />
        —  160  —

Am  12.  Januar  traf  Premierlieutenaut  Bartsch
mit  seiner  Truppe,  von  welcher  noch  etwa  20  Mann
kampffähig  waren,  in  Lolodorf  ein.  Premierlieutenant
Bartsch  und  Büchsenmacher  Zimmermann  waren
verwundet,  vier  schwarze  Soldaten  waren  todt  während
  des  Marsches  zurückgelassen  worden,  zwei  Verwundete
  starben  in  Lolodorf.  Die  erstürmten  Dörfer
ließ  Premierlieutenant  Bartsch  nicht  niederbrennen,
theils  weil  dieselben  als  Unterkunftsorte  auf  dem
Wege  nach  Yaunde  dienen,  theils  weil  bei  dem
raschen  Durchmarsch  keine  Zeit  dazu  war.  In  Lolodorf
  liegen  zur  Zeit  etwa  42  kampffähige  Soldaten
und  einige  Verwundete  sowie  die  Unteroffiziere
Zimmermann  (leicht  verwundet  und  fieberkrank),
Vorwerk  (Stationsleiter)  und  Müller.

Die  Verwundungen  des  Premierlieutenants
Bartsch  und  des  Büchsenmachers  Zimmermann
waren  leicht,  so  daß  Beide  bereits  wieder  hergestellt
und  felddienstfähig  sind.

Der  stellvertretende  Kommandeur  der  Schutztruppe
  Hauptmann  v.  Kamptz  ist  am  26.  Januar
d.  Is.  mit  Premierlientenant  Bartsch,  vier  weißen
Unteroffizieren  und  117  farbigen  Soldaten  zur  Züchtigung
  der  aufsässigen  Stämme  von  Kribi  über  Lolodorf
  nach  Yaunde  aufgebrochen.  In  Lolodorf  erhält
die  Expedition  noch  Verstärkung  durch  die  dortige
Garnison  von  zwei  weißen  Unteroffizieren  und  etwa
1410  Mann  Farbigen.

Dandelsbetrieb  auf  Schiffen.

Wenn  früher  nicht  selten  darüber  Klage  geführt
wurde,  daß  entgegen  der  Verordnung  vom  15.  Oltober
  1886  an  Bord  der  in  den  Häfen  und  Rheden
des  Kameruner  Schutzgebietes  verkehrenden  Schiffe
verbotener  Handel  getrieben  und  so  den  ansässigen
Handelshäusern  eine  unbillige  Konkurrenz  gemacht
werde,  so  dürften  diese  Zustände  sich  wesentlich  gebessert
  haben,  seitdem  eine  strengere  Handhabung  der
erwähnten  Verordnung  eingetreten  ist.  So  wurden
im  vorigen  Jahre  auf  Grund  der  Verordnung  drei
englische  Dampfer  wegen  unerlaubten  Handelsbetriebes
an  Bord  bestraft,  und  zwar  mit  1000,  100  und
500  Mark.  Es  hat  dies  ohne  Zweifel  wohlthätig
gewirkt  und  wird  zur  Vorsicht  mahnen.  Außerdem
aber  ist  nach  Vermehrung  des  Zollpersonals  und
Einstellung  von  farbigen  Zollwächtern  in  den  Zolldienst
  eine  bessere  Ueberwachung  der  Dampfer  eingetreten,
  so  daß  Uebertretungen,  wie  sie  früher  fast
unvermeidlich  waren,  in  Zukunft  zu  den  Seltenheiten
gehören  dürften.

Deutsch-SZüdwelrkafrika.
Dandelsregister  in  Deutsch-,üdwestafrika.
Wie  aus  den  im  Inseratentheile  veröffentlichten

Bekanntmachungen  des  Kaiserlichen  Gerichts  in  Keetmanshoop
  vom  5.,  6.  und  8.  November  v.  Is.  er- 



sichtlich  ist,  sind  in  das  für  den  Südbezirk  des
Schutzgebietes  neu  angelegte  Handelsregister  je  zwei
Handelsgesellschaften  und  zwei  Einzelfirmen  eingetragen
  worden.

Ungültigkeitserklärung  von  Landansprüchen.

Auf  Grund  des  vom  Kaiserlichen  Landeshauptmann
  gemäß  der  Kaiserlichen  Verordnung  vom
2.  April  1893  unter  dem  1.  August  1895  erlassenen
Aufgebots?)  der  Landansprüche  in  den  Gebieten  der
Kapitäne  von  Gibeon  (Hendrik  Witbooi),  Gokhas
(Simon  Kooper),  Bersaba  (Dietrich  Goliath),  Bethanien
  (Paul  Frederiks)  sowie  in  allen  westlich  von
den  genannten  Gebieten  gelegenen  Länderstrecken  bis
zum  Meere  sind  durch  Verfügung  vom  2.  Dezember
v.  Is.  alle  Landansprüche,  welche  nicht  bis  zum
1.  Dezember,  vormittags  9  Uhr,  bei  der  Gerichtsbehörde
  erster  Instanz  des  südwestafrikanischen  Schutzgebietes
  in  Keetmanshoop  (Südbezirk)  zur  Prüfung
angemeldet  worden  sind,  für  ungültig  erklärt  worden.

Ueber  den  Stand  der  Lungenseuche  im  Bezirk
Otvimbingue
berichtet  unter  dem  17.  Dezember  v.  Is.  das  dortige
Kaiserliche  Bezirksamt:

In  den  Monaten  August  bis  November  wurde
ein  entschieden  stärkeres  Auftreten  der  Lungeuseuche
sowohl  vom  Distrikt  Otyimbinguc  als  auch  vom
Distrikt  Omaruru  gemeldet.  In  Otyimbinguc  fiel
sogar  ein  altgeimpfter  Truppenochse  dieser  Seuche
zum  Opfer.  Von  Frachtfahrern  wurde  jedoch  nicht
geklagt  über  Verluste,  es  kamen  diese  meistens  auf
Außenposten  von  Eingeborenen  und  unter  dem  auf
den  Ortschaften  gehaltenen  Vieh  vor.

Es  wurde  daher  am  28.  v.  Mts.  eine  Rundverfügung
  an  sämmtliche  Ortspolizeibehörden  erlassen,
betreffend  strengere  Handhabung  der  Nachtragsverordnung
  vom  2.  August  1894,  betreffend  die  Lungenseuche.
  Gleichzeitig  wurde  eine  Bekanntmachung
erlassen,  durch  welche  die  Verordnung,  betresffend
Ernennung  von  Sachverständigen-K  issionen,  vom
2.  August  1894  in  Erinnerung  gebracht  worden  ist.

Diehmarkt.

In  der  Zeit  vom  15.  bis  20.  Juni  wird  nach
einer  Bekanntmachung  des  Kaiserlichen  Landeshauptmanns
  bei  Windhoek  ein  Viehmarkt  abgehalten
werden.  Rege  Nachfrage  herrscht  besonders  nach
Pferden  und  gutem  Zugvieh.

*)  Vergl.  Deutsches  Kolonialblatt  1895,  S.  374.
        <pb n="199" />
        161

Marlhall-Inseln.
Neise  des  Landeshauptmanns.

Ueber  eine  an  Bord  S.  M.  S.  „Falke“  in  der
Zeit  vom  25.  November  bis  12.  Dezember  1895  ausgeführte
  Rundreise  berichtet  der  Kaiserliche  Landeshauptmann
  für  das  Schutzgebiet  der  Marshall-Inseln

r.  Irmer,  wie  folgt:

Ich  hatte  auf  der  Rundreise  Gelegenheit,  die
Inseln  Medjit,  Gaspa-Riko,  die  Browninseln  sowie
die  zu  den  Karolinen  gehörigen  Inseln  Ponape
und  Kussaie  zu  besuchen.

Am  27.  November  wurde  Likieb  angelaufen,  um
dort  nähere  Erkundigungen  über  die  Lage  und  Beschaffenheit
  des  Atolls  von  Gaspa-Riko  einzuziehen.
Am  folgenden  Tage  trafen  wir  in  Medjit  ein.  Da
keine  Lagune  vorhanden  ist,  so  ist  der  Zugang  durch
die  Brandung  und  über  das  Riff  ziemlich  beschwerlich.
Die  mir  in  Jaluit  zugegangenen  Klagen  über  die
Unbotmäßigkeit  der  Eingeborenen  ergaben  sich  als
sehr  übertrieben.  Der  Häuptling  scheint  allerdings.
nicht  gerade  besonders  große  Energie  seinen  Leuten
gegenüber  zu  entwickeln,  auch  bisweilen  ungerecht  zu
sein.  Die  bisherigen  Streitigkeiten  sind  nunmehr  in
Ordnung  gebracht  und  hoffe  ich,  daß  damit  die
Klagen  aus  Medjit  ihr  Ende  erreicht  haben.  Schr
erfreut  war  ich,  von  allen  Seiten  zu  hören,  daß  sich
der  dortige  Missionar  stets  die  größte  Mühe  zur
Beilegung  der  Streitigkeiten  gegeben  und  selbst  in
der  Kirche  nicht  unterlassen  hat,  die  Leute  zum  Gehorsam
  gegen  die  Kaiserliche  Verwaltung  und  den
Häuptling  zu  ermahnen.  Freitag,  den  29.  November,
wurde  die  unbewohnte  Insel  Bikar  passirt  und  Sonnabend,
  den  30.  November,  morgens,  kam  die  Insel
Gaspa-Riko  in  Sicht.  Die  Inselgruppe  gewährt  schon
von  Weitem  durch  die  blanc,  weit  vorgelagerte  Lagune,
in  die  nur  eine  schmale,  sehr  reißende  Bootspassage
führt,  einen  höchst  eigenartigen  Eindruck.  Die  Inseln
sind  wohl  drei=  bis  viermal  so  hoch  und  sechsmal
so  breit  als.  Jaluit,  mit  dichtem  Unterholz  und  mehreren
  Metern  tiefer  Guanoerde  bedeckt.  Von  dem
vorgefundenen  Guano  habe  ich  eine  Kiste  voll  der
Hauptagentur  der  Jaluit-Gesellschaft  zur  weiteren
Untersuchung  gegeben.  Ueberraschend  war  die  gewaltige
  Menge  vieler  Arten  großer  Seevögel,  von
denen  vier  bis  fünf  oft  auf  einem  einzigen  Busche
brüteten.  Es  sind  dies  meist  riesige  Fregattvögel,

votsmänner,  Möwen  verschiedenster  Arten,  auch  eine
Art  von  Trappe  ist  bemerkt  worden.  Die  Vügel
verließen  bei  unserer  Annäherung  keineswegs  ihre
Nester,  so  daß  man  Gelegenheit  hatte,  sie  genau  zu
betrachten.  Merkwürdigerweise  fand  sich  in  jedem
Neste,  die  sich  sehr  oft  auch  auf  bloßer  Erde  befanden,
  nur  ein  Ei.  Bei  der  ungeheueren  Menge
von  Vögeln  dürfte  die  Hauptagentur  der  Jaluit-Gesellschaft
  vielleicht  eine  Gewinnung  von  Flaum- 



genannt,  zeigen  die  Browninseln  eine  außerordentliche
Dürftigkeit,  hohe  Sanddünen  führen  hinauf  und  nur
vereinzelt  findet  man  Kokosnußbäume.  Das  Land
erscheint  nur  für  sie  anbaufähig.  Ungehenere  Schaaren
von  Ratten,  die  in  ganzen  Rudeln  bei  den  wenigen
Häusern  herumlaufen,  stellen  vorläufig  auch  das  in
Frage;  nur  etwa  60  Eingeborene  bewohnen  die  Insel.
Sie  verfügen  weder  über  Federvieh  noch  Schweinc.
Ich  habe  deshalb  einige  Schweine  dort  eingeführt.

Die  weitere  Fahrt  richtete  sich  an  Ujelang  vorbei,
  das  nicht  angelaufen  wurde,  zunächst  nach  Ponape,
wo  ich  von  dem  spanischen  Gouverneur  mit  ausgezeichneter
  Zuvorkommenheit  aufgenommen  wurde.

Am  Sonnabend,  den  7.  Dezember,  vormittags
11  Uhr,  wurde  der  Hafen  von  Ponape  verlassen  und
um  Mitternacht  des  folgenden  Tages  kam  Kussaie
in  Sicht.  Am  anderen  Morgen  um  7  Uhr  ging
S.  M.  S.  „Falke“  im  größeren  östlichen  Hafen
(Chabrollhasen)  zu  Anker.  Derselbe  macht,  wenn
man  von  der  tropischen  Vegcetation  absieht,  mit  seinen
zackigen  Bergen  und  tiefgrünen  Gründen  fast  völlig
den  Eindruck  eines  oberitalienischen  Bergsees.  An
malerischem  Reiz  und  landschaftlicher  Schönheit  weicht
Kussaie  kaum  einem  mir  bekannten  Orte.  Die  dortigen
  Einwohner  besitzen  einen  weit  höheren  Grad
von  äußerlicher  Kultur  als  die  in  Ponape  und  Jaluit.
Man  darf  dies  wohl  mit  Recht  auf  das  Einwirken
der  amerikanischen  Mission  zurückführen.  Die  ausgedehnten
  Gebäulichkeiten  der  amerikanischen  Mission
sind  in  einer  Bucht  des  westlichen  (Coquille-)  Hafens
erbaut.  Für  größere  Seeschiffe  ist  der  Eingang  zu
demselben  zu  eng,  und  um  dorthin  zu  gelangen,  war
ein  etwa  fünfstündiger  Marsch  auf  dem  Riff,  unterbrochen
  von  Kanufahrten  durch  die  vorgelagerten
weiten  und  höchst  malerischen  Mangrovesümpfe  nothwendig.
  Trotdem  fast  die  ganze  Westseite  der  Insel
mit  einem  breiten  Gürtel  dieser  gefährlichen  Tropenmoore
  bedeckt  ist,  kommt  Fieber  verhältnißmäßig
selten  vor.  Freilich  vermeidet  der  dort  wohnende
Europäer  auch  gern  den  Besuch  derselben.  Die
Lage  der  Mission  mit  ihren  vielen,  auf  den  sauft
ansteigenden  grünen  Bergen  zerstreuten  geschmackvollen
Häusern  ist  eine  sehr  anmuthige.  Auf  dem  ersten
Bergrücken,  zu  dem  mehrere  sauber  gepflegte  Steinund
  Sandwege  führen,  liegt  das  Wohnhaus  des
Leiters  der  Mission  Dr.  Rife  und  die  Wirthschastsgebäude,
  darüber  die  Schlafräume  der  männlichen
Zöglinge,  auf  dem  Kamme  das  Haus  für  die  Lehrerinnen
  und  ihre  weiblichen  Pflegebefohlenen.  Dahinter
  dehnt  sich  ein  steiler,  fruchtbarer  Grund  aus,
aus  dem  das  Geläut  der  Rinderherde  der  Mission
herauftönt.  Dahinter  steigen  dann  schroff  und  steil
die  dichtbewaldeten  Höhenzüge  der  inneren  Insel  auf-Auf
  halber  Höhe  des  Berges  auf  der  anderen  Seite
liegt  die  Mission  für  die  Gilbert-Inseln.  Alle  diese
Gebäude  sind  untereinander  durch  Telephonleitung

federn  in  Betracht  ziehen.  Der  Atoll  besteht  aus  verbunden  und  überraschen  durch  ihre  zweckmäßige,

vier  größeren  und  mehreren  kleinen  Inseln.

Im

solide  und  doch  luftige  Bauart  und  peinliche  Sauber-Gegensat

  zu  Gaspa-Rito,  in  der  Ursprache  Bockar  keit  der  umgebenden  Rasenfläche,  Baumgruppe  und
        <pb n="200" />
        ihres  Innern.  Die  Einrichtungen  der  Stuben  und
Schlassäle  sind  musterhaft,  und  ich  verstehe  es  jetzt,
daß  unsere  Kanaken  noch  nach  Jahren  an  diese
Pflegstätte  ihrer  Jugend  wie  an  ein  Paradies  zurückdenken,
  und  daß  sie  die  Dankbarkeit  für  diese  angenehme
  Jugenderinnerung  durch  große  Anhänglichkeit
  an  die  Mission  abzahlen.  Dazu  kommt  der
Reichthum  an  Fruchtbäumen  und  Genüssen,  die  man
bei  uns  nicht  kennt,  zu  denen  ich  in  erster  Linie
klares  Quellwasser,  frische  Milch  und  frische  Butter
rechne.  Kurzum  man  wird  nicht  umhin  können,  den
Leitern  der  Mission  zuzugestehen,  daß  sie  Alles  mit
Hülfe  der  herrlichen  Natur  an  Kussaie  aufgewendet

 

162

haben,  um  ihren  Zöglingen  den  Aufenthalt  und  den
Unterricht  bei  ihnen  angenehm  zu  machen.  Auch  der
Unterricht  selbst  wird  in  ernster,  verständiger  Weise
gegeben,  und  namentlich  waren  es  die  weißen  Lehrerinnen,
  die  auf  uns  durch  ihr  gemessenes  und  doch
freundliches  Auftreten  den  Mädchen  gegenüber  den
günstigsten  Eindruck  machten.  Die  Sauberkeit  der
Zöglinge  in  ihren  Kleidungen,  ihre  offene  Fröhlichkeit
und  ihr  frisches  Aussehen  zeigen,  daß  die  Fürsorge
auch  für  ihr  körperliches  Wohlbefinden  eine  peinliche  ist.

Am  Dienstag,  den  10.  Dezember,  verließ  S.  M.
S.  „Falke“  den  Hafen  von  Kussaie  und  traf  zwei
Tage  später  wohlbehalten  in  Jaluit  ein.

Deutsch-Meu-Guinea.
Uebersicht  über  die  im  Schutzgebiete  der  Neu-Guinea-  RKompagnie  ansässigen  deutschen  und  Fremden.

I.
Allgemeine  Uebersicht.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Westlicher  Verwaltungsbezirk.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 

 

 

 

—  b.  Nach  Maßgabe  ihres  Wohnsitzes.
Männer  Frauen  Ge-  —  ——  —  1
hei  hei  Kinder'sammt-  U  2
verhei-  -  verhei-  zahl  2##
vwet  ledig.  rathet  ledig  zahl!  Wohnsitz  27  83.  E  E
;  —1.
8  42  8  3  8  69  6  *n  5½
u.  Nach  Staatsangehörigkeit,  Stand  und  Gewerbe.  «
—  —  —  —Friedrich  Wilhelmshafen  4  1  2  —17
2„  „  —.7  Senhemsree  5–—  6  1  218
2  SErima  3  1  4
Staats-  1  3  8  3  S.  —1  NKonstantinhafen.  1.—  "  —  1
angehörigkeittS  -—  S“2  2  .  Vong  .  1-—-——---1
Egiäixzzlglsigz  EHILE  2  —  —  2
———SESattelberg  1  1  —  1  47
ITI  III!  Simbang  .  .4»—-—2g17
Deutschland.311,14;71l3«33:9-  1·18  66zTami-Jnieln.  ?1———-—z——1
.lld.——;——s——»-—;——"—-11!Bogadjim..  4——2-6
Australien.  —  —  —  —  1.——  —  —  —  —1  Berlinhafen  3  —  —  ——  —3
Ohne  Staats-  .  -  .
ngehökigkeit  1  —.  —  —.  —–  —–  Zusammen  40  1  1  11  769
Zusammen  4  11  14.  7  2  3  3  3  2  1  19|69
II.  Oestlicher  Verwaltungsbezirk.
Bevölkerung  nach  Maßgabe  des  Wohnsitzes.
9  n  ’  *  “  2—  *r54  [5  5  —  .
W  8  Eo  Bn  33  38  8  .
S——  —  —  5  325  5  -
Wohnit  t.5
.  E  2  EELIIIElIIIIIIIE
55  G
1—  j,«1  '·  Itsi
4425  4  2  1  19  5  3  3  1  5  1  —  4  2  16  1  —  6
—  2—  —  ——  1  —  —  —  —  —  —  —  1  3  1  —  8
—  —  2  —  —  1—  —  ——  1  2  —  —  1—  5—  —2
———  —  ———  ———  1  —  —  –  —  —1
—  —  —  —  ——  —  —  —  —  —  2.—  —  —  —  —  —  —  —2
——  —  —  —  —  —  —  ——  —  —  —.  S  1  —  —  —  —  —  —  —  1
—  —  —  —  —  —  1  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  2
...  -—————-——  1—.——»—————.—.-——  —1
Hosve-Jstfel.  ——--—--————-—  1  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  1
.  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  1  —  1  —  2
—  —  —  —  —  —  2—  —  —  —  —  3—  —  —  ——  —  5
zusammen  1  30  472  2  1|13.  7  3  5  5  5  5  1  4  3  25.2.  1  61129
        <pb n="201" />
        —  163  —

RHus  dem  Brreiche  der  Missionen  und
der  Ankisklaverei-Bewegung.

Die  Rheinische  evangelische  Missions--gesellschaft,
  welche  in  Deutsch-Südwestafrika  seit
über  50  Jahren  arbeitet,  hat  hier  im  Laufe  der
Zeit  20  Missionsstationen  angelegt,  die  von  20  europäischen
  Missionaren  besetzt  sind.  Aus  den  Namahottentotten
  sind  5414  und  aus  den  Hereros  3252
Gemeindeglieder  gesammelt,  im  letten  Jahre  konnten
244  Erwachsene  getauft  werden,  1652  Kinder  werden
in  den  Schulen  unterrichtet.  Die  Arbeit  der  Missionare
  ist  in  dem  vielfach  unwirthlichen  Lande  und
unter  den  verkommenen  oder  trotzigen  Heiden  eine
überaus  mühevolle.  Ueber  die  Ergebnisse  dieses
Wirkens  haben  verschiedene  Reisende  günstige  Urtheile
gefällt.  In  seinem  kürzlich  hier  erwähnten  Buche
schließt  sich  ihnen  der  früher  im  Schutzgebiete  thätige
Premierlieutenant  v.  Frangois  an,  indem  er  schreibt:

Ohne  die  Pionierarbeit  der  Missionare  wärc  die
Besihzergreifung  des  Landes  ein  völlig  illusorischer
Akt  auf  dem  Papier  gewesen;  was  Händler,  Industrielle
  und  Gelehrte,  zumal  Holländer  und  Engländer,
  zur  sogenannten  Erforschung  und  Kultivirung
gethan  haben,  sällt  gar  nicht  ins  Gewicht  neben  den
positiven  Ergebnissen  der  Missionsarbeit.  Und  diese
Arbeit  will  um  so  mehr  bedeuten,  als  alle  egoistischen
Motive,  die  den  Händler  oder  Forscher  immer  beseelen
  werden,  die  schließlich  auch  dem  Kriegsmann
nicht  abgesprochen  werden  können,  bei  diesen  Männern
fortfallen.

Die  Station  U.  L.  Frau  von  Lourdes  in  Kilema
des  apostolischen  Vikariats  Nord-Sansibar  (Väter
vom  heiligen  Geist)  ist  besetzt  mit  den  Patres
Gommenginger  und  Flick  und  dem  Bruder
Blauchard.  Für  die  Station  war  die  Bestrafung
von  Moschi  im  Jahre  1893  von  größter  Bedeutung,
da  der  Häuptling  Meli  ihr  viele  Schwierigkeiten  in
den  Weg  gelegt  hatte.  Es  ist  jetzt  eine  Kapelle  eingeweiht
  worden  und  eine  Menge  Kinder  werden  auf
der  Station  im  Christenthum  und  verschiedenen  Handwerken
  unterrichtet.

In  Vlavolo  (apostolisches  Vikariat  Neupommern
der  Väter  vom  heiligen  Herzen  Jesu)  sind  von  1892
bis  1895  über  600  Erwachsene  getauft  worden.
Ueber  100  neue  Katechumenen,  die  täglich  in  zwei
Gruppen  unterrichtet  werden,  waren  im  Herbst  v.  Is.
zur  Taufe  bereit.  Auf  der  Station  Vlavolo  sind
zwei  Brüder  und  drei  Schwestern,  welch  Lettere  ein
kleines  Institut  zur  Erziehung  von  Waisen=  und
anderen  Mädchen  leiten.  Obschon  Vlavolo  die  älteste
Station  der  Mission  ist,  so  ist  es  doch  nicht  die
Hauptstation.  Leßteres  ist  vielmehr  Kinigunan  (Vuna-Pope)
  in  unmittelbarer  Nähe  von  Herbertshöh.  Dort
residirt  Herr  Bischof  Couppc  mit  noch  einem  Pater,
mehreren  Brüdern  und  Missionsschwestern.  Die
dortigen  beiden  Erziehungsanstalten  für  Knaben  und

 

Mädchen  werden  von  nahezu  200  Zöglingen,  theils
freien,  theils  losgekauften  Sklavenkindern,  besucht.
Jüngeren  Datums  ist  die  Station  Malaguna,  in  der
aber  auch  schon  in  den  letzten  zwei  Jahren  mehrere
Hunderte  von  Katechumenen  getauft  worden  sind.
Die  Station  Takambur  (Villa  Maria)  im  Innern
ist  erst  kürzlich  in  Angriff  genommen  worden,  und
eine  andere  näher  am  Meere  gelegene  wird  in  ganz
kurzer  Zeit  fertig  sein.

Die  Kongregation  der  Propaganda  beschloß,  das
deutsche  Kaiser  Wilhelmsland,  welches  bisher  zu
dem  apostolischen  Vikariate  Neu-Guinea  (das  auch
den  englischen  Theil  von  Neu-Guinea  umfaßt)  gehörte,
  von  diesem  Vikariatc  zu  trennen  und  unter
dem  Tilel  einer  Präsektur  der  Gesellschaft  vom  göttlichen
  Wort  in  Steyl  zu  übergeben.  Der  Beschluß
ist  vom  Papst  genehmigt  worden.  In  Kaiser  Wilhelmsland
  gab  es  bis  jeßzt  keine  katholische  Mission,
wohl  aber  im  englischen  Theile  von  Neu-Guineca.

Die  „Gazette  lor  Zanzibar  and  East  Alrica“
veröffentlicht  in  der  Nummer  vom  1.  Januar  d.  Js.
eine  Verfügung  des  Königlich  großbritannischen  Generalkonsuls
  für  Sansibar,  betreffend  die  Anwendung
der  Bestimmungen  der  Brüsseler  Akte  vom  2.  Juli
1890  über  Einfuhr,  Ausfuhr  und  Lagerung  von
Feuerwassen,  Munition  und  Schießpulver  auf  die
britischen  Schutzgebiete  am  ostafrikanischen  Festlande.

Strafexpeditionen  gegen  Sklavenhändler  in  Britisch-Nvassaland.


Dem  englischen  Parlament  sind  im  vergangenen
Monat  Abdrücke  mehrerer  Berichte  und  Telegramme
des  Kommissars  für  Britisch-Centralafrika  Johnston
vom  November  und  Dezember  v.  Is.  zugegangen.

Der  Inhalt  dieser  Schriftstücke  bezieht  sich  auf
zwei  Expeditionen,  welche  im  letzten  Drittel  des  vergangenen
  Jahres  von  dem  Kommissar  mit  einer  erheblichen
  Truppenmacht  gegen  widerspenstige  und
von  Sklavenraub  und  -handel  lebende  Häuptlinge
unternommen  worden  sind.

Die  erste,  im  Oktober  unternommene  Expedition
richtete  sich  gegen  den  Häuptling  Zarasi,  der  im
Jahre  1892  eine  englische  Expedition  vernichtet  hatte.
Seine  in  den  Mangoschebergen,  etwa  80  englische
Meilen  von  Zemba  gelegene  Bergboma  wurde  nach
ziemlich  heftiger  Gegenwehr  gestürmt  und  zerstört,
Vieh  und  ein  1892  den  englischen  Truppen  abgenommenes
  Geschütz  wurden  erbeutet  und  eine  Anzahl
von  Sklaven  befreit.  Den  Zarafi  selbst  zu  fangen
gelang  nicht.

Die  zweite  Expedition,  die  Anfang  Dezember
ausgeführt  wurde,  richtete  sich  gegen  den  Araberhäuptling
  Mlozi,  der  im  Norden  des  britischen  Nyassagebietes,
  nahe  an  der  Grenze  unseres  Schutzgebietes.
        <pb n="202" />
        seit  Jahren  ausgedehnten  Stlavenraub  auch  in  unserem
  Gebiete  trieb.  Der  Strafzug  wurde  namentlich

auch  auf  Anregung  des  stellvertretenden  Kaiserlichen
Stationsvorstehers  Berndt  in  Langenburg  unternommen,

  der  seinerseits  dem  Kommissar  Johnston
zum  Truppentrausport  den  Dampfer  „Hermann
von  Wissmann“  zur  Verfügung  stellte.

Die  Expedition  endete  schnell  und  glücklich,  indem
nach  2  1/  tägigem  scharfen  Gefecht  die  Befestigungen
der  Araber  genommen  und  zerstört,  Mlozi  selbst  gefangen
  genommen  und  hingerichtet  wurde.  569  Sklaven
wurden  in  Freiheit  gesetzt.

Rus  fremden  Kolonien.

Eisenbahngesellschaft  „Shire  Highlunds  Compuny“.
Der  „Zanzibar  Gazette“  zufolge  ist  unter  Betheiligung
  der  Schottischen  Mission  und  des  Kaufmanns
  Sharrer  eine  Gesellschaft  „Shire  Highlands
Company“  zum  Zwecke  des  Baues  einer  Eisenbahn
von  Maperera  am  unteren  Shire  nach  Blantyre  und
von  da  nach  Mpimbi  am  oberen  Shire  gebildet
worden.  Für  später  ist  der  Bau  der  Linie  von
Maperera  nach  Chiromo  in  Aussicht  genommen,
ebenso  wie  Fortsetzung  der  Bahn  von  Mpimbi  bis
Zomba.

Oefentliche  Arbeiten  in  Lagos.

Nachrichten  aus  Lagos  zufolge  hat  die  dortige
Kolonialregierung  die  Absicht,  im  Hafen  ein  Patentslip
  anzulegen,  wieder  aufgegeben.  Auch  alle  bisher
zur  Verbesserung  der  Barre  gemachten  Vorschläge
erweisen  sich  als  undurchführbar.  Sehr  rührig  ist
man  dagegen  beim  Bau  der  Brückenverbindung
zwischen  der  Lagosinsel  und  dem  Festlande  sowie
mit  den  Vorarbeiten  für  die  Eisenbahn  Lagos—
Ibadon  —  Abeokota,  wo  mit  der  Vermessung  der
Strecke  bereits  begonnen  ist.  Die  Kosten  des  Brückenbaues
  werden  auf  80  000  Pfd.  Sterl.  veranschlagt.

 

164  —

Schiffsbewegung  Sansibars  im  Jahre  1895.

 

 

 

 

  

Zahl  der  an-Nationalität
  gekommenen  Tonnen
Schisse
81  88  124
71  92728
26  48  401
4  4  426
4  1332
28  12  988

Unter  deutscher  Flagge  segelnde  Dhaus  liefen  im
Jahre  1895  den  Hafen  von  Sansibar  1275  mit
einem  Gesammtraumgehalt  von  8867  deutschen  Tonnen
oder  6635  englischen  Register-Tons  an.

In  vorstehender  Aufstellung  sind  die  Dampfer
des  Kaiserlichen  Gonvernements  von  Deutsch-Ostafrika
nicht  mitgerechnet.  An  Zahl  haben  die  deutschen
Schiffe  gegen  das  Vorjahr  eine  Zunahmc  erfahren
und  stehen  auch  in  diesem  Jahre,  was  Zahl  anlangt,
wieder  denen  aller  anderen  Nationen  voran.

Die  deutschen,  französischen  und  sansibaritischen
Schiffe  waren  ausschließlich  Dampfer,  unter  den
englischen  befanden  sich  zwei  Segler;  die  amerikaleisen
  und  norwegischen  waren  ausschließlich  Segelhiffe.



VVWVWVWVVVVVVVWVVVVVVVVVVVVVVVVYVVYyTyTTFT  I  TyI

 

Tikterakur.

C.  W.  Werther:  Zum  Victoria-Nyanza.  Zweite
Auflage.  Berlin  1896.  H.  Paetel.

Deutsch-Ostafrika.  Wissenschaftliche  Forschungsresultate
  über  Land  und  Leute  unseres  ostafrikanischen
  Schutzgebietes  und  der  angrenzenden  Länder.
5.  Bd.  7.  (Schluß-)  Lief.  Verlag  von  Dietrich
Reimer  in  Berlin.  Mk.  10.

Abraham,  F.:  Die  südafrikanische  Republik.  Eine
historische  Stizze.  Verlag  von  R.  Boll  in  Berlin.
Mk.  2.

Schiffsbewegungen.

(Die  Zeit  vor  dem  Orte  bedeutet  die  Ankunft,  hinter  dem  Orte  die  Abfahrt  des  Schisfes.)

„Bussard“  30/1.  Sydney.
.  „Condor“  5/2.  Sansibar.

station:  Hongkong.)
4„Falke“  4/2.  Sydney.
„Hyäne“  30/12.  Kamerun.

-
SS#  S

Vermessungsschiff  „Möwe“  16/11.  Herbertshöhe.
S.  „Seeadler“  23/12.  Lourengo  Marques  15/2.  —  20/2.  Kapstadt.
M.  S.  „Sperber“  17/1.  Kapstadt  29/2.  —  Mossamedes.

S  (Poststation:  Hospostamt.)

S  (Poststation:  Sansibar.)

S.  „Cormoran“  25/1.  Amoy  19/2.  —  23/2.  Pagoda  Anchorage  26/2.  —  Nagasaki.
S

S

(Poststation:  Hofpostamt.)
(Poststation:  Kamerun.)

(Post=(Poststation:

  Matupi.)
(Poststation:  Kapstadt.)
(Poststation:  St.  Paul  de  Loanda.)
        <pb n="203" />
        —  165  —

Perkehrs-Zachrichken.

In  Bukoba,  Muanza  und  Kilimatinde  find  Postanstalten  in  der  Zeit  vom  September  v.  Is.
bis  Januar  d.  Is.  eröffnet  werden.

In  der  Richtung  nach  Deutsch-Südwestafrika  erfolgt  die  Beförderung  der  Postsendungen
(Briefe  u.  s.  w.  und  Postpackete):  „  ...  .  »  .

a)inderRegeliiberEnglandundKapstadt.DichFblUdlUIlllit»blsK0Pst·0dtSZIIOWIZchCUUEchG
von  Kapstadt  weiter  nach  dem  Schuͤtzgebiet  dagegen  im  Allgemeinen  zur  Zeit  nur  eine  fünfwöchentliche
mittels  des  zwischen  Kapstadt  und  Walfischbai  verkehrenden  Dampfers  „Nautilus“.  Auf  der  Strecke
Kapstadt  —Walfischbai  wird  außerdem  noch  der  Segelschooner  „Harry  Mundahl“  benutzt,  soweit  dessen
in  unregelmäßigen  Fristen  ausgeführte  Fahrten  sich  dazu  eignen;  diese  Fahrten  können  jedoch  für  die  Berechnung
  der  Zeit  der  Ueberlunft  von  Briefen  aus  Deutschland  wegen  ihrer  Unregelmäßigkeit  nicht  in
Betracht  gezogen  werden.  »

Von  Walfischbai  werden  die  Postsendungen  durch  Boten  nach  Swakopmund  überbracht.  Im
Anschluß  an  die  Fahrken  des  Dampfers  „Nautilus"  verkehrt  zwischen  Swakopmund“  und  Windhoek  über
Otyimbingue  eine  Ochsenkarre,  welche  die  Fahrt  nach  Windhoek  in  zehn  Tagen  zurücklegt.  Im  Uebrigen
ist  die  Verbindung  der  Postanstalten  des  Schutzgebietes  untereinander  wegen  der  großen  Ausdehnung  des
Gebietes  und  wegen  des  Mangels  an  Verkehrswegen  und  Verkehrsmitteln  gegemwärtig  noch  nicht  so  fest
geregelt,  daß  die  Zeit  der  Beförderung  zwischen  den  Inlandstationen  genau  angegeben  werden  könnte.

Auf  dem  Wege  über  Kapstadt  findet  nach  Vorstehendem  eine  durchgehende  Verbindung  nach
dem  Schutgebiet  alle  fünf  Wochen  ungefähr  in  nachstehender  Weise  statt-  4

aus  Berlin.  21.  Februar  27.  März  u.  s.  w.
aus  Sonthampton  22  -  28.  —

in  Kapstadt  11.  März  16.  April
aus  Kapstadt  .  14.  18.
in  Walfischbai  .  20.=  24.  —
in  Swalopmund  21.  25.
in  Windhoek  iI.  April  6.  Mai

Diese  Aufstellung  hat  jedoch  nur  Gilttigkeit  für  Briefsendungen.  Packele  müssen  bereits  etwa  eine
Woche  früher  aus  Deutschland  abgesandt  werden,  weil  sic  von  Hamburg  auf  dem  Seewege  nach  London
gelangen  und  von  da  aus  den  nach  Kapstadt  fahrenden  Dampfern  zugeführt  werden.  Auch  kann  die
Weiterbeförderung  der  Packete  von  Walfischbai  bezw.  Swakopmund  aus  nach  dem  Innern  nicht  in  allen
Fällen  in  der  angegebenen  Zeitfrist  erfolgen.  »  «  »

Für  die  nahe  der  Kaplandgrenze  belegene  Postanstalt  in  Warmbad  ist  neuerdings  auch  eine  regelmäßige
  Postbeförderung  in  vierzehntägigen  Zwischenräumen  auf  dem  Landwege  durch  das  Kapland  hergestellt
worden,  mit  einer  Beförderungsdauer  von  acht  Tagen  zwischen  Warmbad  und  Kapstadt.  Briefe  gelangen
auf  diesem  Wege  bei  Absendung  aus  Berlin  an  jedem  zweiten  Freitag  —  28.  Februar  u.  s.  w.  —  in
29  Tagen  von  Berlin  nach  Warmbad.  *  »

b)  Außer  mit  den  englischen  Postdampfern  nach  dem  Kap  werden  Postsendungen  auch  mit  den
von  Hamburg  aus  nach  dem  Schutzgebiete  durchgeführten  Dampfern  der  Woermann-Linie  befördert.  Nachdem
  das  Syndikat  für  südwestafrikanische  Siedelung  eine  regelmäßige  Ausführung  dieser  Fahrten  in  zweimonatlichen
  Fristen  (aus  Hamburg  am  31.  Jannar,  31.  März,  31.  Mai,  31.  Juli,  30.  September,  30.  November)
  eingerichtet  hat,  sind  wegen  Weiterbeförderung  der  Postsendungen  von  den  Landeplätzen  nach  dem
Innern  die  erforderlichen  Ermittelungen  eingeleitet,  bis  jetzt  aber  noch  nicht  zum  Abschluß  gelangt.  Da  die
Woermannschiffe  die  Ueberfahrt  von  Hamburg  bis  Swakopmund  in  33  bis  35  Tagen  ausführen  und  bis
Lüderitzbucht  weiterfahren  sollen,  bieten  sie  eine  günstige  Beförderungsgelegenheit  auch  nach  dem  südlichen
Theile  des  Schutzgegietes,  für  welchen  die  Herstellung  einer  Verbindung  zwischen  den  Postanstalten  in
Keetmanshoop  und  Lüderitzbucht  in  der  Absicht  liegt.  »

»  In  der  Richtung  aus  Deutsch-Südwestafrika  kommt  für  Briefsendungen  nur  der  Weg  über
Kapstadt  und  England  in  Betracht.  Der  Abgang  aus  dem  Schutzgebiete  erfolgt  in  fünfwöchentlichen
Zwischenräumen,  die  Beförderung  gestaltet  sich  etwa  in  nachstehender  Weise:

aus  Windhoek  etdo  5.  Februar  11.  März  u.  s.  w.
in  Swakopmund  15.  21.  -

in  Walfischbai  -  .  16.  -  522.-  .

aus  -  17.  23.

in  Kapstadt  -  44.  30.

aus  ....  26.  -  1.  April

in  Plymouth  15.  März  19.

in  Berlin  17.  21.
        <pb n="204" />
        —  166  —

Briefsendungen  aus  Warmbad  werden  auf  dem  Landwege  jeden  zweiten  Donnerstag  (vom

9.  Jmaur-  ab  gerechnet)  nach  Kapstadt  gesandt  und  gelangen  in  33  Tagen  nach  Deutschland.
ie  Woermanndampfer  können  auf  der  Rückfahrt  vom  Schußgebiete  nach  Deutschland  für  die
Briesbesodu  nicht  in  Berechnung  gezogen  werden,  weil  sie  infolge  des  Anlegens  in  zahlreichen  Zwischenhäfen
  zu  der  Fahrt  bis  Hamburg  einen  Zeitraum  von  mehr  als  zwei  Monaten  verwenden,  dic  mit  diesen
Dampfern  beförderten  Briefe  daher  voraussichtlich  später  eintreffen  würden  als  bei  Beförderung  über  Kapstadt.
Postpackete  aus  dem  Schutgebiete  nach  Deutschland  werden  sowohl  über  Kapstadt  und  England

als  auch  mit  den  direkten  Woermanndampfern  befördert.

Die  Ankunft  in  Deutschland  erfolgt  in  ersterem

Falle  etwa  sechs  Wochen,  in  letzterem  Falle  ctwa  zehn  Wochen  nach  dem  Abgang  von  Swakopmund.

Der  Fahrplan  der  Britisch-India-Linie  ist  derartig  abgeändert  worden,
stets  regelmäßig  14  Tage  nach  denen  der  deutschen  Ostafrikalinie  eintreffen.  Die
Messageries  Maritimes  verlaffen  jetzt  Marseille  am  10.  jedes  Monats  und  treffen  in  Sansibar  am  28.  ein.
Bei  der  Rückfahrt  von  Mauritis  berühren  diese  Dampfer  Sansibar  am  10.  oder  11.  und  langen  in

Marseille  am  29.  oder  3

Nach

TLostdamofschifferbindungen  nach  den  deutschen  Schutzgebieten.

Die  Abfahrt  erfolgt
vom  Einschiffungshafen

  an  folgend

Ausschiffungshafen.
Dauer
en  Tagen  der  Ueberfahrt

daß  ihre  Schiffe  jeßt

Ostafrikadampfer  der

Briefe  müssen  aus
Berlin  spätestens
abgesandt  werden

 

1.  Deutsch-Ostafrika.

frnseiun  Schiffe)

 

2.  Deutsch-Südwestafrika.

3.  Ramerun.

4.  Togo-Gebiet
(Foon  Acera  bez.  Quittah
mittelst  Boten  nach  Lome
und  Klein-  Popo).

5.  Deutsch-Neu-Guinea.

6.  Marshall=  Inseln.

anens  57%
a  *—- 



 

6540  cnäe,  *ni
1#  )

cngrbse  —*- 



 

 

Neapel  am  6.  Mai,
4  Schise)  bds.

Brindisi
&amp;amp;  *

am  ½o  4%%

 

(über  Gritdg

Eintreffen  der  Post  aus  den  beutschen  Schutgebieten.

ann  üu  g
am  3  März,  26.  AprilSansibar  21  Tage
enn  R  abd
am  10.  jebes  Mts.  Sansibar  18  Tage
40  ums.

ahd
am  40  2  5.  Juli

am  B.  #ire  6.  Maie  Dar-es-Salm

a

am  27.  Mär.
6.,  24.  i  4.  Mai
10%6  a

am  8.  E  Monats
920  abds.

 

Southampton  am  28.  Bin  2  2.  Mai  JWalfischbai  30  Tage
40  um
am  51.  Mänz,  31.  Mais  Swakopmund  30  Tage
nachts

am  0  jedes  Monats  Kamerun  24  Tage
na
am  18.  März,  15.  AprilKamerun  22  Tage

 

 

 

 

 

am  1.  jedes  WMes.  znnlh  Klei  20  Tage
Hamburg  am  20.jedesmts.  =  Lome  31  Tage
Geeutsche  Schiffe  Klein-Pop  Tage
i  am  Letzten  jed.  Mts.  Klei  od.  Accra")
Liverpool  am  ärz,  Quitta  55  oder  Klem-(englische
  Saien  —  22.  April  Pop

1.  Juli  Friedrich  Milhelmshafen
  45  Tage
41  Tage

-

 

 

am  27.  März,  1.  Mai
113  vms.

am  31.  März,  31.  Mai
72  abbss.

am  0  gedes  Monats

anr  4  P777.  13.  April
l

am  10.,  20.  unb  Letzten
jed.  Mts.  720  abds.

am  23.  März,
.,  20.  April  15  nms.

29.  Juii,  9  zu

am  4.,  8.  Ma
1

am  8.  Mai,  3.  Juli
Oss  abbs.

 

Von  Landungs-  Die  Foß  ist  fällge
hafen  4r

i  Berlin

Von  hafen

Landungs-  Die  Post  ist  fällig
.  i

n  Berlin

 

Neapel  amg.  Lpril,  1.Mai

Deutsch--Ostafrika  —  Brindisi.  .  .  am  24.  März,  21.  8

Marseille  ..  am2.  Mpril,  1.  Mai

deutsch.  sübwetafru  m“m]]  am  l  17.  „Mar),  zur

 

Ramerun

amburg  am  ni  25.  *  jed.  M  onats

Liverpool  .  am  25.  Mär.

23.  April

 

 

*  Fälligkeitstage  für  die  mit  deutschen  Schiffen  eintressenden  Posten.

Togogebiet  Hamburg
#ner.  Guinea  eapel.

Marshall=  Inseln  .  .  .  HMarseille

*  10.“  und  25."“
jedes  Monats

ans.  Wai  2.  Juni

.  8  18.  April,  13.  Juni
        <pb n="205" />
        –

167

 

 

Schlsbewegungen  der  Woermann-Linte,  Gesellschaft.

 

 

ostdampfer  neise
Vos  von  nach
„Aline  Woermann“  Hamburg  Ponta  Negra
„Anna  Woermann“  Hamburg  Kap  Palmas
„Carl  Woermann“  Hamburg  Kotonon
„Eduard  Bohlen“  Hamburg  Congo
„Ella  Woermann“  Kap  Palmas  ·  Hamburg
„Erna  Woermann“  Kap  Palmas  ·  Hamburg
„Gertrud  Woermann“  Ponta  Negra  Hamburg
„Gretchen  Bohlen“  amburg  Kotonon
„Hedwig  Woermann“  otonou  Hamburg
„Jeannette  Woermann“.  Hamburg  Benguela
„Kurt  Voermann“  oanda  Hamburg
rird3  «  Hamburg  Ponta  Negra
W  mann«  .  Ponta  Negra  Hamburg
„Neute  Vohlen“.  .  Hambuk  Lüderitzbucht
„Professor  Woermann“.  Hamburg  Kap  Palmas
„Thekla  Bohlen"  Lüderitzbucht  Lamburg

m.  b.  H·

Lette  Nachrichten
bis  12.  März  1896

 

 

!.—
**5

März  ab  Hamburg.
März  in  Sierra  Leone.
24.  Februar  in  Kotonou

.  März  Vlissingen  vasfirt.
56.  März  in  Conakr#

St—

Februar  in  Hamburg.
in  Gabun.

in  Las  Palmas.
in  Hamburg.

ʒ  Doder  assirt.
in  .

in  Kaemerun.
11.  März  in  Madeira.

10.  Februar  in  Teneriffe.
15.  März  ab  Hamburg.

8.  März  in  Las  Palmas.

*ii
2
S
—

—

10.
8.  M

10.

11.

2
S

Schussbewegungen  der  Deutschen  Okafella  Linie  (Hamburg  Oftafrila).

Letzte  Nachrichten
bis  12.  März  1896

 

 

Reichspostdampfer  ¾  eise
.  von  nach
„Kaiser“.  -  Durban  Hamburg
„Kanzler"“  Hamburg  Durban
„Bundesrath“.  Hamburg  Durban
„Reichstag“  Durban  Hamburg
„  .  ...  Durban  Hamburg
eneral  ···..  .  .  .  Durban

 

am  9.  März  ab  Lissabon.
am  11.  März  an  Dar-zes-Saläm.

11.  März  an  Neapel.
10.  März  ab  Durban.
3.  März  ab  Delagoabay.
11.  Mara  an  Marseille.

 

Hamburg

 

—

Dieser  Rummer  liegt  ein  Prospekt  der  Verlagshandlung  Hobbing  &amp;amp;  Büchle  in  Stuttgart  bei,
den  wir  gefälliger  Beachtung  empfehlen.

 

Eupfeblenswerthe  Werke  der  deutschen  und  ausländischen  litteratur.

 

       

ud.  J
»  Relse-Litteratur.  ,
ImlerbcatschejmAuslande
liest  -'  4%%  selbs#.  i  ibererte  en  Lindern
veit  ele  und  im  18.Jahrg.  erschoinende
eteeher  #  l  Jst-atm-  musnsk  (Prager).
dian  Sbamin  k  o  zuen  Tostanstalten  (eingetragen
  75„  l.  10½)  sowie  1  die
Exp.  u  t-  Srl.  14  kegen  Einsond.  v.  2.10  M.
Ilie  euungelischen.  Misslonen.
Ulustr.  Familienblutt.  IlIerausg.  von
Jul.  Richter.  I.  Jahrg.  1895.  Monatl.
1  lleft  von  24  S.  Jührl.4  3,  frei  ins
llaus  3,20.  Probehefte  gr.  u.  irko.

TVerl.  v.  C.  Bertelsmann  in  Gütersloh.
XGKertelsmam#  in  Gütersloh.

Enser  IHeer.  50  Bilder  in  Quartlormat.
  lerrorr:  ag.  deutsches  Armeewerk.
  Kompositionen  des  Historienu.
  Schluchtenmalers  (url  Röchling.
Drachtinappe,  3  (s
Verl.  von  C.  T.  V  otte  i  in  reslun.

IierLorrgerecz  b#lllie  deher
liefert  die  Antiquariats-  Buchhandlung
  von  Karl  Siegismund  in  Berlin
Munerstr.  68,  vorm.  Internat.
Buchh.,  gegr.  1868.  Kat.  ataloge  gratis.
Verbindung  mit  allen  Welttheilen.

 

 

 

Kolomices  #nd  Anderes.
Charpentier,  Russ.  Wanderbilder  N.3.
Post,  Dr.A.  II.  Akikan.Jurisbondenr.

Völkerrechte  Alrikas,  M.  10.
Preuss,  ID.  Engl.  Staatskerlusung.
Für  Staatsmänner,  Kauf  I.,  Schillsrheder.
  Zeitungslescr.  M.  50.
Schinz,  Deutsch-Südwest-  Alrika.
Forschungsr.  IIlustr.  u.  Karte  geb.
J.  20,  —,  Karte  allein  M

Staudinger,  I.,  Die  Iaussaländer.
Forschungsr.“  M.  Karte.  NM.  10—
geb.  M  12.—.

Wolll.  Dr.  W.,  Von  Banamn  zum
Kiamwo.  bore  A.  Kart
AM.  4,  -,  geb.  M.  5.—

Zimmermunn,  Consul  im  Ausw.  Amt,
Preussisch  -  deutsche  IHandelsolitik.
  Aktemmnäü  ss.  Darstellung.
Al.  16,—,  geb.

–  Leinengeverbe  in  Schlesien.
Geserbe-  u.  AKllendtipoliiin  dreier
Jabrh.

—.—  ——]iees22
N.  6.—,  geb.  N.  7.—  (13°)
Oldenburg,  Verl.  Schulzesche  Hol--Buchhundlung
  (A.  Schwartz).

Flr  Archltekten,  Ingenleure,  Techniker.
Groplus'sche  Buch-  und  Kunsthandlang,
Wilhelm  lirnse  &amp;amp;  Schn.  Berlin  W.  S.  Wilhelm--·r

  0..  (#egründet  1827.
Schnello  krut  sies  xe  Verbindung  gon  mit
dem  Anslande.  i.–B’in  Ammil.  in-  und

aualind.  Zecitschristen.  Ditteroris  weben  9  Uoft
bereilwilligst  und  kostonsroi  eichnise
Indercrhonen  und  Lostirel.  (1y)

 

KNlecke,  Huuslexikon  der  Gesund--heitslehre,
  8.  Aufl.,  Preis  geh.  14.#,
eleg.  geb.  16.50.A.  ist  anerkunnt  dus
volsständigste,  Dill.  u.  prakt.  aller  Gesundheitsbücheer,
  die  bis  Jetzt  xistir.
Verlag  von  Ed.  Kummer  in  Leipzig.

v.  T.  Gcebelentz,  Indbuch  auraugnahme
  lremder  Sprachen.  Im  Anftrage
  der  Kol.-Abtn.  des  Auswür  agen
Amts  verlasst.  Preis  K  4.—.
Verlag  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,
Berlin  SWi’er.

 

4A½½  sten  zur  regelmässigen  ärztlichen
  Rapport-  u.  Berichterstattung
über  die  Kaiserliche  Sehatyzt  e
in  Deutsch-Ostafrika.  Prei  n.
Verlag  von  E.  S.  Mittler  3  S0  in,
Berlin  SWiæ.
        <pb n="206" />
        168

 

Sl.—  ,  Woerko  der  doutfschen  und  ausländischen  Titteratur.

 

Kolstoch,  Dr.  med.,  ärztlicher
Rathgeber  lür  COstafrika  und  trop.
Malaringegenden.  Geb.  Preis  A  G.

Morgen,  6.,  Kriegs-  und  Expeditionslührung
  in  Alrika.  Geh.
Preis

Schtierrz,  Dr.  B.
Goldlande.

.,  Im  deutschen
Reiscbilder  aus  dem
rosanGRR.

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Spanisch.  Von  Jose  Mig.  Avalos
de  Liman.  Dr.  F.  Booch-Arkoss
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Hebräisch.  Von  B.JAanussecwitsch.

Lateinisch.  Von  Dr.  II.  Verner.

Ungarisch.  Von  Ferd.  (zörg.  3.  Aull.

Polnisch.  Von  B.  AMannssewitsckht.
2.  Aull.

Böhmisch.  Von  Prol.  K.  Kunz.  3.  Aull.

SBulgarisch.  Von  Er.  Vmnazul.  2.  Aull.

Portugiesisch.  Von  Dr  phil.F.  Booch-,
Arkossy.  2.  Aull.

Rumänisch.  Von  Theoil  Wechsler.
2.  Aull.

Japanisch.  Von  A.  Seidel.

Slovakisch.  Von  Custur  Narsall.

Serbisch-  Woailech.  Von  Emil  Anzu.

l

Not-griechischVonkWiulLAnlL

Türkstchvonkirl  Wi  4-  2.  Ausl.

Hindustanl.  Von  A.  Se

Kleinrussisch  ddenish.  7%„  Aich.
Alitrolunowicz.

Holländlsch.  Von  D.  IIne

Mittelbochdeutsch.  Von  8  Kainz.)

Annamitisch.  Von  A.

Französisch  für  Post-  und  -
beame.  Von  Rudoll  v.  Zülow

—*'  Von  J.  C.  Poestion.

:  .  li-»
  stamessscb

jlavamschkonl
«Vulgäs·AI-ablscl1  Von  A.  Dir

 

I#-  den  Selbstecnferricht.  —

—  2  Mk.  =  2  Fr.  70  Cts.  =  1  K.  20  Kop.
Russisch.  Von  B.  Annusscwitsch.

Von  Dr.  J.  F.  Wershove



Schw  dlaen-  Von  J.  C.  Poestion.

beutsch  (tür  Ausländer).  Von  K.  Wiel.
Arabisch.  Von  B.  Aanussewitsch.
Aull.
Neupersisch.  Von  A  Seidel.
Altgriechisch.  Von  W.  Sehreiber.
Norwegisch.  Von  J.  C.  PToestion.
Suaheli-  Sprache.  Von  A.  Scidel.
Chinesisch.  Von  Karl  Kainz.
Finnisch.  Von  1  W  4#  ihl.
Slovenlsch.  Von  C  ).
Sanstrit=  Sprache.  Von  ulg  ohn.  nden.

.  P
Volahit  Von  Julius  Lott.

Malaylsch.  Von  A.  Se  &amp;amp;lrd
Armenlisch.  Von  Karl  K  ¾4.
Hauptsprachen  D.  utsch-  südwesliiriles.
1  Namu.  II.  Otriherero  III.
Oshindonsa.  Von  A  Seidel
II.  Pohatt  uu.

Englisch.  Speziel!  f.  d.  n“nee  4
Inndelsstandes.  Von  A.Seidel

Französisch.  Spez  (.d.  Bedärfnisse  a.
IIandelsstandes.  Von  A.  S

Kroatisch.  Von  Emil  Aluzu.

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engllsehe  Chrestomathie.  Von  Dr.  J  4

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*##%
Zi  15.  Jahgung.  15.  Juhrgung.  15.  Juhrgang.

Wer  alles  wissen  will  K

Redaktion:  Hugo  Herold.  15.  Juhrgung.  Geschäftsleitung:  Max  Pechsteln.

4

w
sern  der  Heimat  und  in  überseeischen  Ländern  Fühlung  bringt  informirende  Notizen.  Kriti  *

er  mit  dem  alten  Vaterlande  sueht  —  Das  Echo  I.  ·  nds  2  v  0

       

    

Wer  mit  Berufsgeschüften  ich  kurz  und  schnellvon  nunken  des  internationalen  Be  *

dem  Gange  der  Weltbegebenheiten  unt.  hten  will  —  betru  8  B
#

Wer  weder  Zeit  noch  Neigung  hat.  täglich  eine  grosse  Das  Echo  dem  l.  «

politische  Zeitung  zu  lesen  —  Auslande  die  lichevollste  Aufmerksamkeit  zuzuwenden.  **2

W  #bscils  :  em  1  s#  in  Deutschland  und  Oest

er  ubgeit  nuf  dem  Lande  wolint  und  Wonnementspreis  in  Lntsentt  und  inrr

W-  Pmer  ·  -  C

Der  halte  die  im  l  ostabonnement;  sendung  unter
„Daus  Echo“.

Das  Echo

 

 

   
       

      
 

          

   

wird  „Dus  Echo'  vom  Tage  der  Be-  83—
ndung  des  entlallenden  Betruges  auf
TZeit  direkt  vom  Verlag  oder  dureh  jede  Buceh-  35
9  in  n  bli  hundlung  geliefert.  E
"7*  interessantesten  Stimmen  aller  Parteien  zu  verschdet  umsonst  und  portotrei  (%
Worte  kommen.  Probe-Nummern  die  Verlagshandlung  T
bringt  i  ler  X  r  *
Das  Echetn  Snsanne  J.  H.  Schorer  G.  m.  b.  H.  "S7

  

 

 

   

  

ans  der  Feder  bewü  Berlin  W.,  Potsdamerstrasse  27a.  5*r

P#  nl.  n  ri)x

„Dus  Echo“  bPringt  monntlich  regelmisssig  die  «  nach  nussereuroplischen  LIndern.

1#  55

15.  Jahrgang.  15.  Juhrgung.  15.  Juhrgung.  15.  Juhrgung.  *

Der  lese  „Das  Lcho-  27

i  15.  Juhrgang.  15.  Juhrgung.  15.  Juhrgung.

**
*

#.
—————
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*  Dise

169
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        170  —

Anzeigen.

 

Inserale  (1ür  die  dreigespaltene  Pctitzeile  oder  deren  Raum  25  Pfenniy)  sind  an  die  Vertriebsleilung,  Verlin  SWI2,  Kochstraße  68—71,

Vekauntmachung.

In  unser  Gesellschaftsregister  ist
heud  unter  Nr.  2  die  am  1.  November
1895  in  Lüderiybucht  unter  der  Firma
Leidel  &amp;amp;  Mühle,  Hüderihbucht,
erichtete  offene  Handelsgesellschaft,
deren  Gesellschaster  die  R  eute  Otto
Seidel  und  Alfred  gelbeck  zu
veetmanahoop  und  Su  Walter
zu  Lüderitzbucht  sind,  eingetragen
vorden

Keeimanshoop,  den  5.  Nov.  1895.
Has  Kaiserliche  Gericht  für  den  Sädbezirk.

(I.  §.)  gez.  Duft.  (3)
Bekanntmachung.

In  unser  Hesellschafteregister  ist
heuie  unter  Nr.  1  d  n  1.  September
1895  in  Kreimanahronn  unter  der  Firma

FSeidel  &amp;amp;  Mühle
errichtete  offene  Hawdelsgeselllchaft,
deren  Gesellschafter  die  Kaufleute  Otto
Seidel  und  Afred  Angelbe  hier
sind,  eingetragen  wor

Keetmanshoop,  den-  .  Nov.  1895.
Das  #ahs#,  Gericht  für  den  Sädbezirk.

(I.S)

gez.  Duft.  (35)

VBekanntmachung.

In  unser  Fimenregist  ist  heute
unter  Nr.  1  die
W.  R.  Ukena  zu  krktmanghoop
und  als  deren  Inhaber  der  Kaufmann
Wilhelm  R.  Ukena  ebendaselbst  eingetragen
  worden.

Keetmanohoop,  den  6.  Nov.  1895.
Das  Kaiserliche  Gericht  für  den  Südbezirk.

48.)  gez.  Duft.  (36)

Bekanntmachung.
In  unser  F  ist  heute
unter  Nr.  2  die
F.  w.  nArabbenbölt  9  e  neetmansboo
und  als  deren  Inhaber  der  Kaufmann
.  Krabbenhöft  ebendaselbst  eingetragen
  worden
Meinanahoo,  den  8.  Nov.  1895.
Das  Kaiserliche  Gericht  für  den  Südbezirk.
(L  S.)  gez.  Duft.  (n)

 

 

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20  Centlmeter  Tielgang.

 

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lang  haltbar,  nur  aus  bestem  Malz  und  Hopfen  hergestellt.  Das  Bier  ist  sehr
erfrischend  und  sehr  bekömmlich,  auch  von  den  Herren  Aerzten  der  deutschen
Schutztruppe  empfohlen.
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Mit  näheren  Angeboten  steht  auf  Wunsch  gern  zu  Diensten
Berliner  Weißbierbrauerei  und  Malzfabrik
Albert  Bier,  (13)
Berlin,  Stralauerstraße  3—6.  Begründet  1792.
Für  Deutsch-Ostafrika,  Sonstar  und  Madagaskar  hat  die  Deutsch-Ostafrikanische
Gesellschaft  den  Alleinverkauf.
Alleinige  Vertreter  für  den  sonstigen  Export:
Harder  &amp;amp;  de  Voß,  Hamburg,  Gr.  Burstah  36—38.

 

F.  H.  SCHMWMIOJ

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nuch  den  der  botnnischen  Centralstelle  in  Berlin  gemachten  Mittheilungen  als  für  den  Anbauu  In  den  Tropen
geelgnet  erwiesen  haben.  —  Da  die  botanische  Centralstelle  nur  für  einmulige  Versuche  im  Kleinen  Gemüsesumen
  lictert,  so  osserire  ich  für  grösseren  Bedurf  gegen  fr.  Einsendung  von  Mark  12,—  frunco  uller  deutschen
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auch  auf  zahlreiche  Aufsätze  in  Militärzeitschriften  sich  stützend,  von  denen  die
in  Großbritannien  selbst  erschienenen  durch  eine  große  Offenheit  und  häufig
nach  unseren  Begriffen  zu  weit  gehende  Rucksichtslosigkeit  sich  auszeichnen,  eine
vortreffliche  und  im  hohen  Grade  interessante  Beschreibung  des  englischen  Heerwesens

  der  Gegenwart

Wir  wüßten  dem  Leser  kein  geeigneteres  Lüfsmittel  zu  empfehlen,  sich  mit
dem  enalischen  Heerwesen  bekannt  zu  machen,  als  das  durch  Hauptmann  le  Juge
gebotene  Buch  und  zweifeln  nicht,  daß  es  auch  jenseits  deo  Kanals  willkommen
sein  wird.  (Milu.-Litt.-Ztg.  1896,  Nr.  2.)

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nach  dem  Urtheil  erfahrener  Reisenden  werden  auf  Wunsch  gern  angefertigt
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(507)
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Blutarmuth,  Bleichsucht,  Reconvalcscenz
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Kinderkrankheiten,  bei  Katarr
und  fur  nährende  Frauen.  Haltbar
in  den  Tropen,  wohlschmeckend,  wenig
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surrogatfrei  und  nährstofshaltiger  als
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        —  176  —

WOERMANN-LINIE,  m.  b.  H.

   
 
     

nach  Las  Palmas,  Conakry,  Monrovia,  der  Goldküste,  Togo,  Whydah
und  Kotonou.
Am  31.  März:  P.  D.  „Thekla  Bohlen“,  Capt.  Jversen,
nach  Teneriffe,  Las  Palmas,  Gorée  und  den  Iläfen  der  Südwestküste  Afrikas  bis  Loanda
sowic  nach  Deutsch-Südwestafrika.
Am  10.  April:  P.  D.  „Marie  Woermann“,  Capt.  Triebe,
nach  Madeira,  Klein-Popo,  Lagos,  Fernandeo  Po,  Kamerun  und  den  Häfen  der  Südwestküste
  Afrikas  bis  Matadi.
Am  15.  April:  P.  D.  „Ella  Woermann“,  Capt  Hansen,
nach  Tanger,  Casablanca,  Mazagan,  Mogador,  Las  Palmas,  Teneriffe,  Gorée,  Dakar,
Rufflsque,  Sierra  Leone,  Sherbro  und  Liberia.
Nach  BiSssac  und  Bolama:  am  15.  Mai.
Nach  Deutsch-Südwestafrika:  am  31.  Mürz,  31.  Mai,  31.  Juli,  30.  Septbr.,  30.  Noyvbr.
Alle  Glrer  mitssen  am  Tage  vror  dem  4banpsdatum  bis  12  Uhr  mistccos  ldusselre  sein.
Näheres  wegen  Fracht  und  Passage  ertheilt  in  Hamburg  die  Woermann-Linie,  m.  b.  H.  sowie  der  Schiffsmakler

  August  Bolten,  Wm.  Miller’'s  Nachfolger,  Admiralitätstrasse  33/34,  und  wegen  Deutsch-Südwestafrika
die  Herren  L.  F.  MNathies  &amp;amp;  Co.,  Grium  27.  12

 

 

Deutsche  —  Afrikae  Linic.

Regelmässige  Postdampfer  -Verbindung
unter  Vertrag  mit  dem  Deutschen  Reiche

zwischen

Hamburg,  Ostafrika  und  Transvaal

Amsterdam,  Lissabon  und  Nenpel  anulaulend.
Die  nächsten  fahrplanmässigen  Expeditionen  finden  statt:

 

R.  P.  D.  „KAISER,  Capt.  Stahll  25.  Mürz  1896  ab  Hamburg  (lt.  Fabrplan)
R.  B.  D.  „ADMIRAI.«,  Capt.  West  22.  April  „  ab  Hamburg

R.  P.  D.  „KANZLER  ‘  Capt.  Elsoan  20.  NaiB  „  ab  Hamburg  "

R.  P.  D.  „BLNDESRATI“,  Capt.  Doherr..  J7.  Ju  "„f„  ub  Humburg

nach  Tanga,  Dar-es-Salam,  Sansibar,  Mozambiauc,  Beira,  Delagoa-Bai  und  Natal.
Diese  Dampfer  nehmen  auch  Passagiere  und  Waaren  nach
Bagamopyo,  Saadani,  Pangani,  Kilwa,  Ibo,  Lindi,  QGuelimane,  Chinde,  Lamu  und
Mombassa.
Regelmässig  alle  acht  Wochen  Postdampfer

ah  Hamburg  ines  Kap  der  giten  Jonmun##  direkt  nach  Doerban,  Delagoa-Za#,
Inlhambane,  Mozumfic#cc.
Nächste  Expedition:  Duampfer  „6ENERAL“,  Capt.  Asthausen,  29.  Mürz  1896.
Die  Dampfer  haben  vorzdoliche  Einsichtngen  ###  Ressagltere  in  allen  Klassen.
Ferner  zwischen  Ostalrika  und  Bombay  regelmässig  allce  vier  Wochen  im  Anschlus-s
an  die  Hauptdampler.

Näheres  ertheilt  in  Hamburg:  (20)
wegen  EFracht  der  Schiffamakler  August  Reltem  Wm.  Miller's  Nachfolger,
wtzen  Passage  die  Hamburg-Amerikanische  Usehast,
s  wie  wegen  Fracht  und  Pasange  dio

 

Deutsche  Ost-Afrika  -  Linie,

Gr.  Reichenstrasse  25

 

Dieser  Nummer  liegt  das  1.  Heft  des  IX.  Bandes  der  „Mittheilungen  von  Forschungsreisenden
und  Gelehrten  aus  den  deutschen  Schuggebicten“  bei.

 

 

Veramwortlicher  Nedalteur  fur  den  nichlamlichen  Theil:  O.  Mertinat,  Berlin.
Druck  und  Verlag  der  Koniglichen  Hofbuchhandlung  und  Hoibuchdruckerei  von  E.  S.  Miltler  &amp;amp;  Sohn,  Verlin  W  12,  Kochstraße  68—71
Ausgegelen  am  11.  März  ld96  Uum  6  Uhr  nachmittage.
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        Deutsches  Kolonialblatt.

Amtsblatt  für  die  Schutzgebiete  des  Deutschen  Reichs.

herausgegeben  in  der  Kolonial,  Abtheilung  ders  Auswärtigen  Amts.

 

 

VII.  Jahrgung.  WWm  gerlin,  1.  April  18996c  Nummer  7.

Tiese  Zeitschrift  ericheint  in  der  Regel  am  l  und  5  d  D
es  rd  Ders-  -  n  w  *  als  Velbest  beigefügt  die  windeen  einwol  v  ab
*Sree  Mitthe  ilungen  vo  *  «  le  ll  s  don  uts  W  nr  ebie  *  *  *“
B.  Der  wieihr  Suersenersdorlr  .  das  Kol  l  lau  mit  den  Beihesten  betrögt  beim  ouesx  l  di  n  und  die
w  Mk.  3.—,  direkt  imien  Streifband  durch  die  Ver  olgsenphanuennn  Ml.  3.60  für  Deutschland  und  Dterreich=  ahnn  Mk.  9,75  für
d  Wellwoitoreine.  —  Ein  fechene  und  Anfragen  sind  an  die  Köni  liche  konchho  ndlung  von  Ernst  ried  inur
ohn,  Verlin  *W#1,  Kochstraße  68—71,  zu  richten.  (Eingetragen  in  der  Zeitungo-Preislifte  für  1896  Sis  r.  bid  0.)

 

#ebalt.  Antlicher  reil  Auszug  aus  dem  Gesellschaftsvertrag  der  Westbeutschen  Handels-  und  Tlantagengesellchasft
zu  Düsseldorf  S.  —  Gouvernementsbesehl  des  Kaiserlichen  Gouverneurs  von  Deutsch-Ostafrika,  betreffend
Stetionseeiiersrungn  S.  179.  —.  Nochweisung  der  Brutto-Einnahmen  bei  der  Zollverwaltung  für  Deutsch-Ostafrika

  für  den  Monat  edembet  179.  —  Ernennung  von  Beisitzern  für  das  Kai  iserliche  Gericht  des
Schutzgebieteo  Togo  S.  179.  —  Ueber  sicht  der  gerichtlichen  Geschäfte  in  dem  Schutzgebiete  Togo  während  des
Geschäftsjahreo  1895  S.  180.  —  iererchn  von  Beisitzern  der  Kaiserlichen  Gerichte  in  Deutsch-Südwestafrika  für
das  Jahr  1896  S.  180.  —  Uebersicht  der  gerichtlichen  Geschäfte  bei  den  Kaiserlichen  Gerichten  des  südwestafrikanischen
Schusgebietes  während  des  eschäftssahres  1895  S.  181;  deögleichen  des  Schutzgebietes  der  Neu-Guinea-Kompagnie
S.  182.  —  Personalien  183
Nichtamtlicher  Theil:  Personal-Nachrichten  184.  —  Deutsch-  Ostafrika:  Stationen  S.  184.
leber  die  Zustände  im  Bezirk  Tabora  S.  184.  —  Ueber  Vorkommnisse  im  Bezirk  Muanza  im  November  v.  Is.
186.  —  Ueber  die  Verhältnisse  m  der  biscle  Station  am  Kilimandjaro  S.  187.  —  Usambara-Siaussn.
  S.  187.  —  Kamerun:  Von  der  Yaündestation  S.  187.  —  go:  Schiffsverkehr  in  Togo  im  Jahre  1895
S.  187.  —  Deutsch-Südwestafrika:  Ueber  das  ginronh  der  P.  be  der  ersten  Quote  der  wehrpflichtigen
Bastards  S.  188.  —  Zum  Abkommen  mit  Hendrik  Witbooi  S.  er  dao  neue  Krankenhaus  in  Groß-Windhoek
  S.  188.  —  Handel  mit  Britisch-Betschuanaland  S.  189.  —  sirrrnst  der  im  Schutzgebiete  von  Südwestafrika
ansässigen  Deutschen  und  -*o  S.  189.  —  Aus  dem  Vereiche  der  Missionen  und  der  Anti  gla  aver  ei-Bewegung
  S.  192.  3  fremden  Kolo  en:  Schiffsverkehr  in  Sansibar  im  Jahre  1895
Kaffeehandel  und  4%  .  Brieischl  Ostindiens  nd  Iylans  S.  193.  —  Betschuanaland  S.  193.  S  in  *
auslieferung  in  der  englischen  Goldküste  S.  194.  Verschiedene  Mittheilungen:  Ergebnisse  eines  Preisausschreibend
  S.  194.  Die  Gerbstoffpflange  Canaigre  in  Honolulu  S.  194.  —  Litteratur  S.  195.  —  Litteratur-Verzeichniß
  S.  195.  —  Sifsbewegungen.  S.  96.  —  Verkehrs-  Nachrichten  S.  196.  —  Anzeigen.

 

Amtlicher  Theil.

Gelseh##  Verordnungen  der  Reichsbehörden.

In  Gemäßheit  des  §  8  des  Gesetzes,  betreffend  die  Rechtsverhältnisse  der  deutschen  Schutzgebiete
(N.  G.  Bl.  1888  S.  75)  wird  Nachstehendes  veröffentlicht:

Der  Bundesrath  hat  unter  dem  20.  Februar  d.  JIs.  beschlossen:

Der  Westdeutschen  Handels=  und  Plantagengesellschaft  zu  Düsseldorf  auf  Grund  ihrer
von  dem  Reichskanzler  genehmigten  Statuten  die  Fähigkeit  beizulegen,  unter  ihrem  Namen  Rechte,  insbesondere
  Eigenthum  und  andere  dingliche  Rechte  an  Grundstücken  zu  erwerben,  Verbindlichkeiten  einzugehen,
vor  Gericht  zu  klagen  und  verklagt  zu  werden.

Auszug  aus  dem  Gesellschaftsvertrag:

Die  unter  dem  Namen  „Westdeutsche  Handels=  und  Plantagengesellschaft“  errichtete  Gesellschaft
hat  ihren  Sitz  zu  Düsseldorf.  Die  Dauer  derselben  ist  unbeschränkt.  Zweck  der  Gesellschaft  ist  die  Kolonisation
  in  Deutsch-Ostafrika,  insbesondere  die  Anbahnung  von  Handelsbeziehungen,  der  Betrieb  von
Plantagen,  gewerblichen  Anlagen  und  Unternehmungen  auf  allen  Gebieten  des  Verkehrswesens.

Die  nach  dem  Gesellschaftsvertrage  erforderlichen  Bekanntmachungen  sind  durch  Einrückung  in  den
Deutschen  Reichsanzeiger  zu  veröffentlichen.

Das  Grundkapital  ist  auf  800  000  Mark  in  1600  Antheilscheinen  zu  je  500  Mark  festgesetzt.
Hiervon  sind  als  Betriebskapital  500  000  Mark  voll  gezeichnet  und  davon  100  000  Mark  baar  eingezahlt.
Die  verbleibenden  300  000  Mark  waren  früher  in  die  aufgelöste  Kommanditgesellschaft  Karl  Perrot  &amp;amp;  Co.
Deutsch-  Ostafrikanische  Seehandlung,  von  deren  Theilhabern  eingezahlt  und  gelten  als  in  die  Westveutsche
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        —  178  —

Handels=  und  Plantagengesellschaft  dadurch  voll  eingezahlt,  daß  die  Theilhaber  der  ausgelösten  Kommanditgesellschaft
  Karl  Perrot  &amp;amp;  Co.  die  an  deren  in  Ostafrika  gelegenen  Immobilien  und  sonstigen  Vermögensstücken
  erworbenen  Rechte  zum  vollen  Nennwerthe  ihrer  eingezahlten  Kommanditantheile  in  die
Westdeutsche  Handels=  und  Plantagengesellschaft  eingebracht  haben.

Eine  Erhöhung  des  Grundkapitals  kann  nur  in  einer  Hauptversammlung,  in  welcher  mindestens
die  Hälfte  des  alsdann  eingezahlten  (einschließlich  des  als  eingezahlt  geltenden)  Kapitals  vertreten  ist,  mit
einer  Mehrheit  von  zwei  Dritteln  der  abgegebenen  Stimmen  beschlossen  werden.

Die  Antheile  sind  untheilbar;  sie  haben  die  Eigenschaft  beweglicher  Sachen.  Den  Mitgliedern  der
Gesellschaft  steht  cs  frei,  ihre  Antheile  unter  sich  beliebig  zu  verkaufen.  Will  ein  Mitglied  seinen  Besitz
an  Antheilscheinen  anderweitig  veräußern,  so  haben  die  übrigen  Mitglieder  das  Vorkaufsrecht  nach
Maßgabe  ihrer  Betheiligung  und  nach  dem  Werthe  der  letzten  Bilanz  unter  Berücksichtigung  eines  etwaigen
Reservesonds.  Bei  etwa  vorkommenden  Todessfällen  von  Antheilbesitzern  gehen  deren  Antheile  an  die
gesetzlichen  Erben  über.  Durch  die  Veräußerung  der  Antheilscheine  und  Löschung  im  Mitgliederverzeichniß
geht  die  Mitgliedschaft  verloren.

Für  die  Verbindlichleiten  der  Gesellschaft  haftet  den  Gläubigern  derselben  nur  das  Gesellschaftsvermögen.


Die  Organe  der  Gesellschaft  sind:  der  Vorstand,  der  Aufsichtsrath  und  die  Hauptversammlung.

Der  Vorstand  besteht  aus  zwei  bis  vier  von  dem  Ausfsichtsrath  zu  bestellenden  Personen.  Der
Vorstand  führt  die  Geschäfte  der  Gesellschaft  nach  Maßgabe  des  Statuts  und  des  Anstellungsvertrages,
welchen  der  Aufsichtsrath  mit  ihm  abschließt.  Er  vertritt  in  allen  Rechtsgeschäften  und  sonstigen  Angelegenheiten,
  gerichtlich  sowohl  wic  außergerichtlich,  die  Gesellschaft.  Urkunden  und  schriftliche  Erklärungen  des
Vorstandes  sind  für  die  Gesellschaft  rechtsgültig  und  verbindlich,  wenn  sie  unter  dem  Namen  „Westdeutsche
Handels=  und  Plantagengesellschaft"  von  einem  Vorstandsmitgliede  erfolgen.

Der  Aussichtsrath  besteht  aus  fünf  bis  neun  Mitgliedern,  welche  von  der  Hauptversammlung  aus
den  Gesellschaftern  gewählt  werden.  Sie  dürfen  nicht  zugleich  ständige  Mitglieder  des  Vorstandes  sein.
Von  ihnen  scheiden  alle  Jahre  zwei  bezw.  drei  Mitglieder  der  Reihe  nach  aus,  so  daß  jedes  Mitglied  im
Zeitraum  von  drei  Jahren  einmal  neu  gewählt  werden  muß.  Der  Aussichtsrath  hat  den  Vorstand  bei
seiner  Geschäftsführung  in  allen  Zweigen  der  Verwaltung  zu  überwachen  und  zu  dem  Zweck  sich  von  dem
Gange  der  Angelegenheiten  der  Gesellschaft  zu  unterrichten.  Er  kann  jederzeit  über  dieselben  Berichterstottung
  von  dem  Vorstande  verlangen  und  selbst  oder  durch  einzelue  von  ihm  zu  bestimmende  Mitglieder
die  Bücher  und  Schriften  der  Gesellschaft  einsehen  sowie  den  Bestand  der  Gesellschaftskasse  und  die  Bestände
an  Effekten,  Handelspapieren  und  Waaren  untersuchen.  Er  hat  die  Jahresrechnungen,  die  Bilanzen  und
Vorschläge  zur  Gewinnvertheilung  zu  prüfen  und  darüber  der  Hauptversammlung  der  Gesellschafter  Bericht
zu  erstatten.  Der  Aufsichtsrath  giebt  sich  selbst  eine  Geschäftsordnung  und  verfügt  unter  sich  über  die
Vertheilung  des  ihm  zustehenden  Gewinnantheils.

Die  statutengemäßen  Beschlüsse  und  Wahlen  der  Hauptversammlung  sind  für  alle  Mitglieder  verbindlich.
  In  der  Hauptversammlung  berechtigt  jeder  Antheil  von  500  Mark  zu  einer  Stimme.

Zur  Prüfung  des  Rechnungswesens  wird  durch  die  Hauptversammlung  jedesmal  eine  Kommission
von  zwei  bis  drei  Revisoren  gewählt,  welche  Bilanz,  Jahresrechnung,  Bücher  und  Kasse  revidiren  und  den
ordnungsmäßigen  Befund  bescheinigen.

Die  Hauptversammlungen  werden  in  Düsseldorf  oder  Frankfurt  a.  M.  abgehalten.  Der  Aufsichtsrath
  beruft  dieselben  und  ladet  die  Mitglieder  dazu  ein.  Beschlüsse  können  nur  über  die  in  der  Einladung
als  Tagesordnung  mitgetheilten  Punkte  gesaßt  werden.  Die  ordentliche  Hauptversammlung  findet  in  jedem
Jahre  spätestens  im  Juni  slatt.  Dieselbe  beschließt  über  die  Genehmigung  der  Bilanz  und  die  Entlastung
der  Verwaltungsorgane.  Eine  außerordentliche  Versammlung  muß  berufen  werden:

a)  wenn  Mitglieder,  welche  zusammen  mindestens  ein  Fünftel  der  Geschäftsantheile  besitzen,  die
Einladung  begehren,

b)  wenn  die  Mehrzahl  der  Vorstandsmitglieder  die  Einberufung  beantragen.  Sind  die  Mitglieder
  zur  Hauptversammlung  ordnungsmäßig  geladen,  so  ist  dieselbe  für  alle  Fragen  der  Tagesordnung
beschlußfähig  mit  solgenden  Ausnahmen:  dle  Auflösung  der  Gesellschaft,  die  Veränderung  der  Statuten  oder
die  Uebertragung  des  Vermögens  und  der  Schulden  an  eine  andere  Gesellschaft  können  nur  von  einer
Anzahl  Gesellschafter,  welche  zusammen  ein  Drittel  des  eingezahlten  Geschäftskapitals  besitzen,  beantragt  und
von  einer  vom  Vorsitzenden  des  Aussichtsraths  berufenen  Hauptversammlung,  auf  welcher  mindestens  die
Hälfte  des  Gesellschaftskapitals  vertreten  sein  muß,  mit  zwei  Dritteln  Stimmenmehrheit  beschlossen  werden.
Sonst  genügt  für  Wahlen  und  Beschlüsse  die  absolute  Mehrheit  der  abgegebenen  Stimmen.

Im  Falle  der  Auflösung  erfolgt  die  Liquidation  durch  die  von  der  Hauptversammlung  bestellten
Liquidatoren  und  unter  Mitwirkung  des  Aussichtsrathes  nach  Maßgabe  des  deutsches  Handelsgesetzbuches.

Deie  Aussicht  über  die  Gesellschaft  wird  vom  Reichskanzler  geführt.  Derselbe  kann  zu  dem  Behufe
einen  Kommissar  bestellen  mit  dem  Rechte,  an  jeder  Aufsichtsrathssigung  und  Hauptversammlung  auf  Kosten
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        —  179  —

der  Gesellschaft  theilzunehmen,  von  dem  Vorstande  jederzeit  Bericht  über  die  Angelegenheiten  der  Gesellschaft
zu  verlangen  sowie  die  Büch

er  und  Schriften  derselben  einzusehen,  auch  auf  Kosten  der  Gesellschaft  eine
außerordentliche  Hauptversammlung  zu  berufen.  Der  Genehmigung  durch  die  Aufsichtsbehörde  sind  insbesondere
  unterworfen:
1.  die  Aufnahme  von  Anleihen,
2.  die  Beschlüsse  der  Gesellschaft,
vertrages  erfolgen,  die  Gesellsch
Form  umgewandelt  werden  soll.

nach  welchen  eine  Aenderung  oder  Ergänzung  des  Gesellschaftsaft
  aufgelöst,  mit  einer  anderen  vereinigt  oder  in  ihrer  rechtlichen

 

Verordnungen  und  Wiktheilungen  der  Behörden  in  den  Schuhgebirten.

Gouvernementsbefehl  des  Kaiserlichen  Gouverneurs  von  Deutsch-Ostafrika.

I.  Die  Station  Masinde  wird  als  solche  aufgelöst.  Der  Bezirk  nach  Nordwesten  hin  bis  zum  Fuße  des
Paregebirges  (letzteres  ausschließlich)  wird  vorläufig  dem  Bezirksamt  Tanga  unterstellt,  welches  die
bisherige  Station  Masinde  mit  1  Unteroffizier  und  15  Mann  der  Polizeitruppe  zu  besetzen  hat.

Der  übrige  Theil  des  Bezirks  Masinde  vom  Fuße  des  Paregebirges  nach  Nordwesten,  einschließlich
der  Besatzung  von  Kisuani,  wird  der  Station  Moschi  zugetheilt.

II.  Die  Station  Kisaki  wird  hiermit  aufgelöst.  Der  Bezirk  Kisaki  wird  dem  Bezirksamte  Dar-es-Saläm
  zugctheilt.

Dar-cs-Saläm,  den  7.  Januar  1896.
Der  Kaiserliche  Gouverneur.

(L.  S.)  gez.  Dr.  v.  Wissmann.

Nachweisung  der  Brutto-Einnahmen  bei  der  Zollverwaltung  für  Deutsch-Ostafrika
  im  Monat  Dezember  1895.
(Eine  Rupie  zum  Kurse  von  1,18  Mk.)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zölle  für  Schifffahrts.Holzschlag-,NMeben-  Insgesammt
vaupt  Zollantusfuhr  Einfuhrb0:  Gebuhren,enebmen
No.  P.]  ##.  P.  Rp.  P..  Rp.  .  37  -  WMt.
Aunaa  *1½½24  0  i10442
Pangg  3  5  2220  20  2  —  56  E  31  =  5217  36
Jagamovoo052  3467  14%STP2#016  58  =  23619  ·25
Darzes-Saln  12  2  N  „  315  187388
#l  83344  50314  1810|/5676742  10  =  3781·75
omi  1151  052995  3S5  30  320/—|4132  5  =  4465
Zusammen5025  25119  —91510|  1542  62/460020  19  —  *
.  ———  .  –
21024  Mr.  Mr.  M.4  Mr.Mr.
98  Pf.  96  Pf.  42  Pf.  89  Pf.70  -.
d  0  Mit  Verücksichtigung  einiger  Neste  aus  Vorjahren  stellt  sich  die  Gesammteinnahme  auf  70  838  Mk.  88  Pf.
er  Werth

der  Einfuhr  bei  sämmtlichen  Stationen  im  Dezember  1895  betrug  420  313  Rup.  =  495  969  Mk.  34  Tf.
Der  Werth  der  Ausfuhr  bei  sämmtlichen  Stationen  im  Dezember  1895  betrug  128  304  Rup.  =  151  398  Mk.  72  f.

Ernennung  von  Beisitzern  für  das  Kaiserliche  Gericht  des  Schutzgebietes  Togo.“-)
Für  das  Kaiserliche  Gericht  des  Schutzgebietes  Togo  sind  für  das  Jahr  1896  zu  Beisitzern
ernannt  worden  die  Herren:  «
Kaiserlicher  Regierungsarzt  Stabsarzt  August  Wicke,  #
Administrator  der  apostolischen  Präfektur  Togo  Mathias  Dier,
Kaufmann  August  Kenpler,
Hauptagent  Louis  Auler,  alle  aus  Preußen;
zu  Stellvertretern  die  Herren:
Lehrer  Karl  Koebele  aus  Württemberg  und
Kaufmann  Gustav  Banthien  aus  Hamburg.

*)  Vergl.  Deutsches  Kolonialblatt  1894,  S.  142.
        <pb n="218" />
        —  180  —

Uebersicht  der  gerichtlichen  Geschäfte  in  dem  Schutzgebiete  Togo  während  des
Geschäftsjahres  1895.*)
I.  Gerichtsbarkeit  erster  Instanz.

 

 

 

 

 

Aus  Davon
..-,  II  22  S  *  “
Es  waren  anhängig:  *5  23  33  2
-  —  Z  2
A.  Bürgerliche  Nechtsstreitigkeiten  und  zwar:
1.  Civilprozesse
a)  zwischen  Weißen  ....·......  —.  1  1  —
b)  zwischen  Weißen  und  Eingeborenen  ·..  —  9  9
2.  Sonstige  eivilrechtliche  Sachen,  wie  Arreste,  Mahnsachen,  Zwangsvoll
streckungen,  Aufgebote  u.  s.  w
m)  belreffend  Weiße  ...........  —  —  —  —  —
b)  betreffend  Weiße  und  Eingeborene  ..  .....  —  —  —-  —  —
Von  den  Sachen,  zu  1a  und  24  gehören  zur  Zusandigtei.
a)  der  Richter  .,...  —  1  1  1  —
b)  der  Gericht  —  —  —  —  —
B.  Strafsachen  gegen  Weiße:
1.  Strafbefehlel  .  —  —  —  —
2.  Sachen,  in  denen  ein  Verfahren  einzuleilen  war  —  —  —  —
.  Prioatklagesachen  zwischen  Weißen  —  3  3  3
D.  Sachen  der  freiwilligen  Gerichtsbarkeit  —  —  —  —  —
Davon  waren  nur  Gegenstand  der  Bearbeitung
1.  Beglaubigungen.  —  61  6111  —
2.  Ausstellung  von  Atesten  und  Aufnahme  von  Verhandlungen  —  8  8  8  —
3.  Auf=  und  Annahme  von  Testament  en  —  1  1  1  —
4.  Nachlaßregulirungen  —  2  2  2  —
E.  Civilprozeß-  und  Strafsachen  zusammen  ..  .......·.  —  —  150  —  —
Bei  welchen  nur  Eingeborene  betheiligt  waren,  wurden  im  summarischen
erfahren  an  den  allvöchentiich  abgehaltenen.  Verhandlungsterminen
(Palawern)  erledigt  —  —  —  —  —

 

 

 

 

 

 

 

Ernennung  von  Beisitzern  der  Kaiserlichen  Gerichte  in  Deutsch-Südwestafrika.)
Verzeichniß  der  Beisitzer  des  Kaiserlichen  Gerichts  (Nordbezirk)  und  des  Kaiserlichen  Obergerichts
des  südwestafrikanischen  Schutzgebietes  für  das  Jahr  1896.
1.  Kaiserliches  Gericht  (Nordbezirk).
a.  Für  Windhoekt:
Ernst  Heyn,  Gastwirth  in  Windhoek,  preußischer  Staatsangehörigkeit,
.  Arno  Henker,  Schmied  in  Klein-Windhoek,  preußischer  Staatsangehörigkeit.
Stellvertreter:
Gustav  Voigts,  Kaufmann  in  Windhoek,  braunschweigischer  Staatsangehörigkeit,
Gustav  Wilke,  Maurer  in  Windhoek,  preußischer  Staatsangehörigkeit.
b.  Für  Otyimbingue:
Wilhelm  Redecker,  Kaufmann  in  Otyimbingue,  preußischer  Staatsangehörigkeit,
Heinrich  Kleinschmidt,  Agent  in  Otyimbingue,  preußischer  Staatsangehörigkeit.
Stellvertreter:  #
.August  Bernsmann,  Kaufmann  in  Otyimbingue,  preußischer  Staatsangehörigkeit,
Oswald  Glöditzsch,  Schmied  in  Otyimbingue,  preußischer  Staatsangehörigkeit.
c.  Für  Omaruru:
9.  Cäsar  Schult,  Kaufmann  in  Omaruru,  hamburgischer  Staatsangehörigkeit,
10.  Rüdiger  Schwarz,  Kaufmann  in  Omarurn,  preußischer  Staatsangehörigkeit.

5

n

□  —

*)  Vergl.  Deutsches  Kolonialblatt  1895,  S.  224.  *“)  Vergl.  Deutsches  Kolonialblatt  1895,  S.  156.
        <pb n="219" />
        —  181  —

d.  Für  Rehoboth:

11.  A.  Schluckwerder,  Kaufmann  in  Rehoboth,  preußischer  Staatangehörigkeit,

12.  Dirk  van  Wyk  (Colony),  Majistrat  in  Rehoboth,  Bastard.

Stellvertreter:

2.  Kaiserliches  Obergericht.
DOtto  Nitzsche,  Kaufmann  in  Windhoek,  preußischer  Staatsangehörlgket.
Karl  Höpfner,  Ansiedler  in  Klein-Windhock,  preußischer  Staatsangehörigkeit,
Gustav  Tünschel,  Maurer  in  Windhock,  preußischer  Staatsangehörigkeit,
Heinrich  Gathemann,  Maler  in  Windhoek,  preußischer  Staatsangehörigkeit.

17.  Wilhelm  Stern,  Stellmacher  in  Klein-Windhoek,  preußischer  Staatsangehörigkeit,
18.  August  Schmerenbeck,  Kaufmann  in  Windhock,  preußischer  Staatsangehörigkeit,
19.  Paul  Moczelany,  Architekt  in  Windhoek,  preußischer  Staatsangehörigkeit,

20.  Ernst  Rusch,  Kaufmann  in  Windhoek,  preußischer  Staatsangehörigkeit.

 

Uebersicht  der  gerichtlichen  Geschäfte  bei  den  Kaiserlichen  Gerichten  in  Windhoek
(Nordbezirk)  und  Keetmanshoop  (Südbezirk)  des  füdwestafrikanischen  Schutzgebietes
  während  des  Geschäftsjahres  1895.5
Gerichtsbarkeitt  erster  Instanz.

Gericht  für  den  Nordbezirk.

 

 

 

 

 

 

 

sen
Auswärtige  Gerichtstage  sanden  statt:
oto

 

 

 

 

Aus  Davon
G  –
28  -.
Es  waren  anhängig:  "5  -  7  33  22
I  .
Bürgerliche  Rechtsstreitigkeiten,  und  zwar:
1.  Prozesse,  einschließlich  der  Urkunden-,  Ehe=  und  Entmündigungsprozesse  2  38  40  17
2.  Sonstige  Rechtssachen,  Arreste,  einstweilige  Verfügungen,  Zwangsvoll-  a8  38  8  4
streckungen,  Mahnsachen,  Protestsachen,  Sühnesachen,  Aufgebote  u.  s.  w.
Von  d  Wahen  u  1  und  2  gehörten  zur  Zuständigkeit  51  sl  47  4
es  Richtersr  F  l
b)  des  girn  2  25  1  27  10  17
Konkurssachen  —  —  —  —  —
Strassachen,  und  zwar:  x
1.  Sachen,  in  welchen  ein  Strafbefehl  zu  erlassen  war  —  m  1
2.  Sachen,  in  welchen  ein  Hauptverfahren  einzuleiten  pr  —  10  10  9
3.  Sachen,  in  welchen  ein  Hauptverfahren  nicht  einzuleiten  war  .  10  —
4.  Sachen,  in  welchen  das  Verfahren  nach  Eröffnung  des  Hauptverfahrens  1  4
eingestellt  wurndeiei  .  ...  4  —.  4  —
5.  Sachen,  welche  dem  Militärgerichtle  überwiesen  wurdien  —  4  4  —
6.  Sachen,  in  welchen  das  Hauptverfahren  noch  nicht  eröffnet  worden  ist.  —  3  —  3
In  den  Sachen  zu  2  fanden  Hauptverhandlungen  statt  %  66
a)  ohne  Beisitzer  .  .  .  ...  –  6  6  8
b)  mit  Beisitbent  —  8  8  —
Sach  en  der  nichtstreitigen  Gerichtsbarkeit,  und  zwar:  «
1.  Vormundschaften  und  Pflegschaften  ...  —  1  1  1  E
2.  Nachlaßregulirungeg  5  6  11  3  8
3.  Aufnahme  von  Verträgen  und  Vollmachten  —  11  11  11  —
4.  Oessentliche  Verkäufe  »  —s(zsö«
  Aufnahmen  letztwilliger  Verfügungen..  ..  —  1  1  1  —
6.  Sonstige  Handlungen,  Beglaubigungen,  Ausstellung  von  Attesten  u.  s.  w.  —  25  25  25  —
Verhandlungen  und  Entscheidungen  auf  Grund  der  Kaiserlichen  Verordnung
vom  2.  April  1893,  betreffend  das  Aufgebot  von  Landansprüchen  im  südwestafrikanischen
  Schuygebieeet  2  2  —
ei  Streitigkeiten  zwischen  Weißen  wurden  verhandelt  bezw.  die  Vermittelung
  des  Gerichts  angerufe  ....·..·.  6  23  29  19  10

2.  in  Otyimbingre  2
1

3.  in  Okahandya

*)  Vergl.  Deutsches  Kolonialblatt  1895,  S.  267.
        <pb n="220" />
        Gericht  für  den  Südbezirk.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aus  l  -  Davon
-«-!0  ...-»Es
Es  waren  anhängig:  53  -  z  z7  5
——#2s
—  ——
A.  Puit  erliche  echtssreitigleiten,  und  zwar:
1.  Prozesse,  einschließlich  der  Urkunden-,  Ehe=  und  Entmündigungsprozesse  3  12  15  11  4
2.  Sonstige  Rechtssachen,  Arreste,  einstweili  ige  Verfügungen  3wangspoll  .
streckungen,  Mahnsachen,  Sühnesachen,  Aufgebote  u.  s.  w  .  —  —  —
Von  den  Sachen  zu  ind  2  gehorten  aur  31  tandigkein
des  Richter  .  ......  —-  —  15  1
des  en  .............  —  —  —  —  —
B.  goninbiibbesn.  .  .  —  —  —
0.Strassachen,undz  at
1SachenmwelchenetnStrafbefehlzuetlassenwa..  —  9  9  9  —
2.  Sachen,  in  welchen  ein  Hauptversahren  einzuleiten!  war  3  6  9  8  1
al  ohne  Beisiter  .  —  —  4  —  —
b)  mit  Belsitzern  —  —  5—
3.  Beschwerden  gegen  Ergschesdunzen  des  Richters  —  —  —  —
D.  Sachen  der  nlchtstreitigen  Gerichtsbarkeit,  und  iwar:
1.  Vormundschaften  und  ileg  shafte  n  ..  —  —  —
2.  Erbtheilungen  ....  .  —-  —  —  —  —
3.  Nachlaßregulirungen  1  1  1
4.  Sonstige  Handlungen  der  nichtstreitigen  Gerichtsbarkeit  (Beglaubigungen,
Ausstellung  von  Mirlen  und  Bescheinigungen,  Aufnahme  von  Verträgen)  —  7  7  —
l
Gerichtsbarkeit  des  Obergerichts  und  des  Oberrichters.
A.  Bürgerüich  Rechtsstreitigkeiten,  und  awar:
erufungen  .  ...........  —  —  —  —-l))
  Beschwerden.  )  —  —  —  —  —
B.  Beschwerden  in  Konkurssachen  ...............  —  —  —  —
C.  Strafsachen,  und  zwar:
ufungen  .  ...  —  2  2  —  2
b)  Beschwerden  —  2  2  —  2
D.  Sachen  der  nichtstreitigen  Gerichtsbarkeit  —  —  —  —  —
Uebersicht  der  gerichtlichen  Geschäfte  in  dem  Schutzgebiete  der  Neu-Guinea-Kompagnie
  während  des  Geschäftsjahres  1895.0)
I.  Gerichtsbarkeit  erster  Instanz.
a.  für  den  westlichen  Theil  des  Schutzgebietes  (Kaiser  Wilhelmsland)  in  Friedrich  Wilhelmshafen.
Aus  s  Davon
2.
Es  waren  anhängig:  n  -2  —  *m  *
S  —  *E—  3—
—  bb
A.  We7-  Nechtsstreitigkeiten,  und  zwar:
1.  Prozesse,  einschliehlich  der  Urkunden-,  Ehe=  und  Entmündigungsprozesse  1  —  1  —  1
2.  Sonstige  Rechtssachen,  Arreste,  einstweilige  Berlugungen,  Zwangsvo  ollstreckungen,
  Mahnsachen,  Sühnesachen,  Aufgebote  u.  s.  w.  —  2  2  2  —
Von  den  Sachen  4  und  2  2  gehörten  zur  Zuständigkeit  «
3  der  Richter  ......  —  22  2  —
der  Gerichte  ........·......  1  -!1  —-  1
B.  Konnbse-e6  .  .  ................  —  ——  —  —
C.  Strassachen-  und  zwar:  #
1.  Sachen,  in  welchen  ein  Strafbefehl  zu  erlassen  re  —  1.  1  1  —
2.  Sachen,  in  welchen  ein  Hauptverfahren  einzuleiten  war  ...  —  4  4  8  1
In  den  Sachen  zu  2  fanden  Laupwwerhandlungen  stati
a)  ohne  Beisitzer  —  —  —  —
b)  mit  Beisitzern  ....  —  4  4  3  1
3.  Veschwerden  !7  gisenerennn  des  Richters  ........  —  —I—  —  —
D.  Sachen  der  nichtstreitigen  ibrnchten  arkeit,  und  awar:
1.  n  idnen  und  Pflegschaft  .  ........  22  4  26  9  17
2.  Erbtheilung  —  —  —  —  —
3.  E  entrngungen  und  Löschungen  im  Grundb.  uch  —  3  3  3  —
4.  Sonstige  Handlungen  der  nichtstreitigen  Gerichtsbarkeit  S-etciaubigunen,
Testamentserrichtungen,  vorläusige  Verwahrungen  u.  s.  w.)  —  12  12  12  —

 

 

 

 

)  Vergl.  Deutsches  Kolonialblatt  1895,  S.  2.
        <pb n="221" />
        —  183  —

b.  für  den  östlichen  Theil  des  Schutzgebietes  (Bismarck-Archipel  u.  Salomons-Inseln)  in  Herbertshöh.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aus  Davon
4  —  —523  S
S  *W*J  (  —
Es  waren  anhängig:  o  #
gig  S  2  S  .  2
2  ½  §
A.  Bürgerliche  Rechtsstreitigkeiten,  und  zwar:  1  1  —
1.  Prozesse,  einschließlich  der  Urkunden-,  Che=  und  Entmündigungsprodesse
2.  Sonstige  Rechtssachen,  Arreste,  einstweilige  Verfügungen,  Zwangsvoll=  —  1  1  —
stredungen,  Mahnsachen,  Sühnesachen,  Aufgebote  u.  s.  5.
Von  den  Sachen  zu  1  und  2  gehörten  zur  Zuständigkeit  —  1  1  1  —
u)  der  Richteererr  Ê  ν  1  1  —  1
b)  der  Gerichte  —  —  —  —
B.  Konkursfachen
C.  Strafsachen,  und  zwar:  *  —  —  —  —
Sachen,  in  welchen  ein  Strafbefehl  zu  erlassen  war  2  5  7  5  2
2.  Sachen,  in  welchen  ein  Hauptverfahren  einzuleiten  war.  1
In  den  Sachen  zu  2  fanden  Hauptverhandlungen  statt  1.  3  4  3  1
a)  ohne  Beisiter  .  1  2  3  2  1
b)  mit  Beisitzen.  —  *  —  —
3.  Beschwerden  gegen  Entscheidungen  des  Richters  —
D.  Sachen  der  nichtstreitigen  Gerichtsbarkeit,  und  zwar:  —  5
1.  Vormundschaften  und  Pflegschaften  7  11  4  16  —  15
2.  Erbtheilunen  —  19  1
3.  Eintragungen  und  Löschungen  im  Grundbuch  -«---4.
  Sonstige  Handlungen  der  nichtstreitigen  Gerichtsbarkeit  (Beglaubigungen,  15  15  15  —
Testamentserrichtungen,  vorläufige  Verwahrungen  u.  s.  w.)
.  .  .  ichters.
II.  Gerichtsbarkeit  des  Obergerichts  und  des  Oberrich
A.  Bürgerliche  Rechtsstreitigkeiten,  und  zwar:  1  —  1  1  —
a)  Berufunnen  —  —  —  —  —
b  erden  —  —  —  ——1
B.  Beschwerden  in  Konkurssachen  1
C.  Strafsachen,  und  zwar:  21  3  2  1
a)  Berufungen  ...........  —  1  1  1  —
b)  Beschwerden  —  —  —  —  —
D.  Beschwerden  und  Sachen  der  nichtstreitigen  Gerichtsbarkeit  a

 

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VVVWVYTVVYVYYVYVYYVYVYVYVYVYYyYVY  YTVy  'Tyy  T  yYVY  YTVyTyTFYT  T  FYTY  YT  Y

Perlonalien.  aih  und  Gentrich  sowie  d
.  -  idlitz  un  entri  owie  dem
Den  Rechnungsbeamten  beim  Kaiserlichen  Gouvernement  Sei  gund  H  ·
Beamten  der  Eschungsbeamten,  für  Deutsch-Ostafrika  Lücker  ist  das  Militär-Ehrenzeichen  2.  Klasse
Allerhöchst  verliehen  worden.

Der  Premierlientenant  a.  D.  Brosig,  bisher  vom  2.  Badischen  Felderttllerie-Regiment  Nr.  30,
ist  mit  dem  4.  März  1896  der  Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika  zugetheilt  worden.

jorli  a  D.  Eua-  Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika
Das  Kommando  des  Premierlieutenants  a.  D.  Engelhardt  zur  deutsch
ist  nach  Ablauf  seines  7—  Kommandos  unter  Vorbehalt  späterer  Umrangirung  verlängert  worden.

Der  Stabsarzt  a.  D.  Dr.  Widenmann  und  der  Assistenzarzt  1.  Klasse  a.  D.  Dr.  Wagner
scheiden  aus  der  Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika  aus.

Der  Premierlieutenant  v.  Burgsdorff  scheidet  aus  der  Schutztruppe  für  Deutsch-Südwestafrika  aus,
um  in  den  Civildienst  des  Schutzgebietes  zu  treten.

«  ihli  i  dlieutenants
Der  Premierlieutenant  v.  Perbandt  ist  zum  überzähligen  Hauptmann,  die  Sekon  leute
Schwabe  kee  er  en  sind  zu  überzähligen  Premierlieutenants,  der  Assistenzarzt  1.  Klasse  De.  sster
ist  zum  überzähligen  Stabsarzt  und  der  Assistenzarzt  2.  Klasse  Dr.  Schöpwinkel  ist  zum  überzäh
Assistenzarzt  1.  Klasse  befördert  worden.
        <pb n="222" />
        —  184

Nichtamtlicher  Theil.

Perspnal-Machrichten.
Deutsch-Oslafrika.

Der  Kaiserliche  Gouverneur  v.  Wissmann  hat
am  22.  Februar  eine  Reise  nach  Kisaki  angetreten.
Er  wird  durch  den  Oberführer  der  Schutztruppe
v.  Natzmer  vertreten.

Der  Kompagnieführer  #  Langheld,  die  Lieutenants
Schlobach,  Nachtigal,  Böhmer  und  v.  Bercken
sowie  der  Unteroffizier  Mergarten  haben  am
10.  Februar  einen  Heimathsurlaub  angetreten.

Als  Ersatz  des  heimkehrenden  Telegraphenleitungsaufsehers
  Blömker  ist  der  Leitungsaufseher  Ostländer
  nach  Dar-es-Saläm  abgereist.

 

Der  als  Bootsunteroffigier  in  den  Dienst  des
Kaiserlichen  Gouvernements  getretene  Schiffer  Hagel
ist  nach  Dar-es-Saläm  abgereist.

Der  als  Bootsunteroffizier  in  den  Dienst  des
Kaiserlichen  Gouvernements  getretene  Matrose
Plonien  ist  nach  Ostafrika  abgereist.

 

Ramerun.

Der  Premierlieutenant  v.  Brauchitsch  ist  am
16.  Februar  mit  seiner  Expedition  nach  Edea  zurück-  D
gekehrt.  Er  hat  in  Mpim  eine  Station  errichtet
und  dort  Sekondlieutenant  Schmidt  mit  10  Soldaten
  und  20  Arbeitern  zurückgelassen.  Der  Weg  Ü
von  Edea  nach  Mpim  ist  völlig  sicher.

Cogo.

Der  als  Führer  der  Schutztruppe  für  den  Dienst
der  Kaiserlichen  Landeshauptmannschaft  angenommene
Premierlieutenant  v.  Massow  tritt  im  April  die
Ausreise  nach  Klein-  Popo  an.

Der  Stationsleiter  Dr.  Gruner  kehrt  im  April
vom  Urlaub  nach  dem  Schubgebiete  zurück.

Der  in  den  Dienst  der  Kaiserlichen  Landeshauptmannschaft
  getretene  Gcbarelbgehüls  Winkler  reist
im  April  nach  Klein-Popo  ab

Südwestafrika.

Der  für  eine  Bezirksamtmannsstelle  in  Aussicht
genommene  Gerichtsassessor  Fischer  hat  die  Reise
nach  dem  Schutgebiete  angetrcten.

Der  Sekondlieutenant  der  Reserve  v.  Bunsen
ist  in  den  Dienst  der  Kaiserlichen  Landeshauptmannschaft
  übernommen  und  dem  Bezirksamtmann  von
Keetmanshoop  zugetheilt  worden.

Neu.  Guinea.

Der  zum  Leiter  der  wissenschaftlichen  Station  in
Nalum  (Neu-Pommern)  ausersehene  Professor  Dahl
hat  die  Reise  dorthin  angetreten.

Machrichten  aus  den  deuklschen  Schutgebieken.

(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  theilweise  nur  mit  Quellenangabe  gestattet.)

Deutsch-Hlkafrika.
Statlonen.

Durch  einen  Runderlaß  vom  4.  Januar  d.  Is.
hat  der  Kaiferliche  Gouverneur  bestimmt,  daß  die
Stationen  Kilossa,  Kisaki,  Ulanga  und  Masinde
Tauschartikel  nicht  mehr  auf  Lager  halten  dürfen.
In  diesen  wie  den  übrigen  Innenstationen  soll  der
Handel  mit  Tauschartikeln  den  auf  den  Stationen
ansässigen  griechischen  und  indischen  Händlern  möglichst
  überlassen  bleiben,  welche  die  Waaren  meist
billiger,  mindestens  aber  zum  selben  Preise  wie-das
Gouvernement  verkaufen  können.

Der  Handel  mit  Samli  und  Salz,  welchen  die
Askaris  auf  verschiedenen  Stationen  unerlaubter
weise  treiben,  soll  in  jeder  Weise  unterdrückt  werber.  S

 

Ueber  die  Sustände  im  Bezirk  Tabora
berichtet  Kompagnieführer  Leue  Folgendes:

Der  Ort  Tabora  liegt  in  einer  sanft  nach  Süden
geneigten,  rings  von  Hügelketten  bekränzten  Thalmulde.
  Er  zerfällt  in  drei  Theile:  das  eigentliche
Tabora,  auch  kurzweg  Sokoni  genannt,  Gambo  und
Kihara.  Die  ganze  Ausdehnung  der  fast  ausschließlich
  aus  Gehöften  bestehenden  Ortschast  beläuft  sich
auf  etwa  zwei  Stunden.  —  Derjenige  Theil,  der
speziell  Tabora  (Sokoni)  heißt,  ist  der  größte.  Dieser
enthält  die  Kaiserliche  Station  und  den  Markt
(Soko),  beherbergt  den  Wali  und  die  bedeutendsten
Kaufleute  und  bildet  den  eigentlichen  Karawanenplatz.

In  Gambo  liegt  das  Vorwerk  Uleia,  wo  die
Liehwirthschaft  der  Station  betrieben  wird.  Von

okoni  nach  dem  etwa  20  Minuten  entfernten
        <pb n="223" />
        Gambo  führt  eine  breite,  mit  Mangobäumen  bepflanzte
  chausseeartige  Straße.  Von  dort  ist  nach
dem  eine  Stunde  entfernten  Kihara  durch  die  Steppe
(Buga)  ein  etwa  Zm  breiter  Feldweg  angelegt.

Gambo  liegt  auf  dem  Abhange  eines  hier  dicht
an  Tabora  herantretenden  Höhenzuges.  Sämmtliche
Plätze  und  Straßen  Taboras  sind  peinlich  sauber
gehalten.

Das  Klima  ist  nicht  gerade  milde  zu  nennen.
Des  Nachts  und  des  Morgens  ist  es  oft  recht  kühl,
während  mittags  35°  C.  im  Schatten  nichts  Seltenes
ist.  Die  Regenzeit  dauert  von  November  bis  Mai,
während  der  übrigen  Monate,  Anfang  Mai  bis
Ende  Oktober,  herrscht  vollständige  Trockenheit.
Wegen  der  ungünstigen  Wasserverhältnisse  ist  Tabora
ein  ziemlich  ungesunder  Platz.  Während  der  Regenzeit
  steht  das  Grundwasser  dicht  unter  dem  gewachsenen
  Boden,  die  oben  erwähnte  Buga  ist  theilweise
  überschwemmt,  und  die  Brunnenlöcher  sind  bis
an  den  Rand  mit  Wasser  gefüllt.  Abends  liegt  auf
der  ganzen  Ebene  ein  dicker,  weißer  Nebel.  In  der
trockenen  Zeit  verdunstct  die  Feuchtigkeit,  das  Grundwasser
  sinkt  immer  mehr,  und  schließlich  trocknen  bis
auf  einige  Quellen,  aus  denen  das  Wasser  nur  mäßig
heraussickert,  alle  Brunnen  aus.  Es  ist  zur  Zeit
geradezu  schwierig,  für  Menschen  und  Thiere  das
nöthige  Trinkwasser  zu  beschaffen.  Zwar  ist  in  einer
gewissen  Tiefe  noch  Wasser  vorhanden,  indeß  scheint
mir  dasselbe  recht  zweifelhafter  Natur  zu  sein.  Es
wäre  sehr  wünschenswerth,  daß  ein  geübter  Brunnentechniker
  die  hiesigen  Wasserverhältnisse  studirte  und
einige  verständige  Cementbrunnen  anlegte.

Wie  oben  erwähnt,  besteht  die  Ortschaft  aus
einzelnen  Gehöften.  Es  giebt  hier  gegen  90  Temben
(Häuservierecke),  die  meist  sämmtlich  von  Baumgärten,
Schamben  und  unzähligen  Strohhütten  umgeben  sind.
Da  sede  Tembe  in  einem  Wäldchen  von  Mango-,
2  ,  Citronen=  und  sonstigen  Fruchtbäumen  liegt,
so  macht  Tabora,  vor  Allem  von  der  Höhe  hinter
Gambo  herab  gesehen,  einen  sehr  freundlichen  Eindruck.
  30  weitere  Temben  liegen  inmitten  ihrer
Schamben  und  Baumgärten  in  Ruinen.

In  den  drei  Stadttheilen  Taboras  wohnen  zur
Zeit  insgesammt  an  Farbigen:  23  Araber,  2  Beludschen,
  3  Inder  und  etwa  40  Suahelis  mit  ihren
Familien.  Sämmtliche  Leute  betreiben  Handel,  Ackerbau
  und  Viehzucht.  Hierzu  kommt  eine  große  Menge
Waniamwesis,  Wangwanas  (hier  anfässige  Küstenträger
und  Handelsleute),  Watusihirten  und  Fundis  (Handwerker).
  Außerdem  sind  anzuführen:  die  10.  Kompagnie
  der  Schutztruppe  mit  ihren  Weibern,  Kindern,
Boys  und  sonstigem  Anhang  (etwa  1000  Köpfe),  ein
deutscher  Kaufmann  (Schumann)  und  sieben  deutsche
Stationsangehörige  mit  ihren  Leuten.  Abgesehen
von  den  vorübergehend  sich  hier  aufhaltenden  Trägermassen,
  dürfte  nach  meiner  Schätung  der  ganze  Ort
Tabora  etwa  15  000  seßhafte  Einwohner  aufzuweisen
  haben.  .  »«

Der  Viehbestand  von  Tabora  ist  nicht  unbe-185



1
1
1

utend.  Die  Station  allein  besizt  gegen  220  Stück
deuer,  und  über  350  Schafe  und  Ziegen.  Das
Rindvieh  (im  Ganzen  etwa  1000  Haupt),  von  dem
hier  die  Zebn=  und  Pangarasse  gleichmäßig  vertreten
sind,  kommt  gut  fort  und  ist  durchaus  gesund.  Jedenfalls
  ist  die  Viehzucht  im  Steigen  begriffen.  Der
Boden  der  Umgegend  von  Tabora  ist  sehr  fruchtbar.
Es  werden  in  großer  Menge  alle  Feld-  und  Gartenfrüchte
  gezogen,  die  es  in  Ostafrika  überhaupt  giebt.
Besonders  erfreulich  für  Europäer  ist  der  reichliche
Anbau  von  Weizen  und  weißen  Bohnen  u.  s.  w.
ie  Handelsverhältnisse  hier  lassen  sich  recht  gut
an  d  hiesgen  Händler  machen  leidliche  Geschäfte;
  nach  Kisiba,  Uganda,  Unyoro,  sowie  nach
Kawande,  Ukonongo  und  Kiwere  findet  ein  recht
lebhafter  Karawanenverkehr  statt.  Die  arabischen
Händler  Taboras  und  Uynis  haben  mich  schon  verschiedene
  Male  gebeten,  eine  Ruandaexpedition,  in
deren  Gefolge  sie  nach  diesem  Elfenbeinlande  gehen
könnten,  dem  Gouvernement  in  Vorschlag  zu  bringen,
Sie  behaupten,  die  Belgier  gedächten  von  Uvira  aus
nach  Ruanda  vorzudringen.  Auch  der  hier  ansässige
  deutsche  Kaufmann  Schumann  ist  mit  den
Ergebnissen  seines  Unternehmens  zufrieden.
Tabora  zerfällt  politisch  in  eine
und  kleineren  Sultanaten.  Die
sind:  Unyanyembe  (Bibi  Nyasso),
*  erin  dih  Urambo  (Tugamoto)y,
U#insa  Gur  Zeit  kein  Sultan),  Uha  (Mitale),
Uha  (Kihitira),  Unyambewa  (Kamagi),  Uscheto
(Kitewi),  Usongo  (Mitinginia),  Mdala  (Bibi  Mtan),
Ujui  (Majembe),  Ungurn  (Maharule),  Tura  (Bibi
Gbooth  u.  s.  w.  Der  Sultan  von  Uwinsa,  Kassanula,
60  kürzlich  gestorben.  In  Ugalla  ist  der  größte
Sultan  Mfsopore  von  Kanenagule.  Auf  die  Landschaften
  Stauland,  Ukaranga,  Utongwe,  Kawende,
Lon  Uha  (Luassa)  erstreckt  sich  der  eigentliche  Macht-Kreich
  der  Kaiserlichen  Station  noch  nicht.  Eigenthümlich
  ist  der  Umstand,  daß  man  häufig  Frauen
als  Sultane  und  Maniangara  eingesetzt  sindet.  Die
Häuptlinge  der  größeren  Landschaften  heißen  Muami
(König),  die  der  kleineren  Ländchen  Mtemi  (etwa
Fürst).  —  Von  den  Arabern  und  Küstenleuten  werden
Aue  Häuptlinge  gleichmäßig  Sultan  genannt.  Die
Vornehmen  eines  Landes,  die  auch  den  Sultan  bei
seiner  Abwesenheit  zu  vertreten  haben,  heißen:
Mgaue:  die  Verwandten  des  Sultans  führen  der
Titel  Manangua;  die  Geschäftsträger,  Ruga-Rugaanführer
  und  sonstigen  Beamten  des  Sultans  heißer
Waniampara.

Seit  Sikes  Tode  wird  die  zu  Ituru  wohnhaftt
Bibi  Nyasso,  eine  Frau  von  etwa  45  Jahren,  al#
Sultanin  von  Unyanyembe  bezeichnet.  Sie  ist  di
Tochter  des  verstorbenen  Sultans  Fundi-Kira.,  dei
Begründers  von  Tabora,  und  zur  Zeit  Wittue
Tippu  Tip  ist  ihr  Stiessohn.  Sie  war  verhetrabh
mit  dem  Vater  Tippu  Tips,  dem  Araber  Mhar
bin  Juma,  der  hier  in  Ituru  begraben  liegt.

Der  Bezirk
Menge  von  größeren
        <pb n="224" />
        —  186

Die  Bevölkerung  von  Uniamwesi  ist  sehr  kriegerisch
  und  in  dieser  Beziehung  mit  den  meisten
anderen  Völkerschaften  Ostafrikas  kaum  zu  vergleichen.
Der  Ausdruck  dieser  Eigenschaft  ist  die  fast  militärisch
zu  nennende  Einrichtung  der  Ruga-Rugas,  eine  Art
von  Landwehr.  Fast  jeder  erwachsene,  felddienstfähige
  Mann  eines  Ländchens  ist  Krieger;  seine  Bewaffnung
  ist  Gewehr  und  Kampfspeer,  seine  Bekleidung
  ein  buntfarbiger  Mantel  und  Kopfputz.
Die  Ruga-Rugas  tragen  häufig  im  Kriege  gewissermaßen
  Uniformen;  dic  einen  weiße  Mäntel  und
rothe  Turbane,  die  anderen  rothe  Mäntel  und  bunte
Kopftücher,  die  dritten  sämmtlich  Federbüsche  u.  s.  w.
Sie  führen  Wimpel  und  andere  Feldzeichen  und
gehen  im  Kampfe  recht  brav  auf  den  Gegner  los.
Vor  Allem  sind  sie  bei  der  Vertheidigung  eines
festen  Platzes  sehr  zähe;  sie  lassen  den  Feind  bis
auf  wenige  Schritte  herankommen  und  weichen  nur
im  äußersten  Nothfalle  der  Gewalt.

Bei  der  großen  Masse  der  Ruga-Rugas  ist  dies
Institut  für  das  Kaiserliche  Gouvernement  nicht  ohne
Bedenken.  Urambo  allein  verfügt  über  800  bis
900  Ruga-Rugas.  Ein  Glück  ist  jedoch,  daß  die
einzelnen  Ländchen  meist  miteinander  auf  Leben  und
Tod  entzweit  sind.  So  ist  Ungurn  mit  Ugunda,
Unyanyembe  mit  Urambo,  Uyui  mit  Mdala,  Usagali
mit  Unyambewa  u.  s.  w.  tödlich  verfeindet.  Die
Leute  können  nur  schwer  ihre  Kriegslust  bezähmen.
Bei  jeder  Expedition  der  Kaiserlichen  Station  bieten
sich  Hunderte  von  Ruga-Rugas  zur  Heeresfolge  an,
und  häufig  wird  von  einem  Sultan  die  Erlaubniß
nachgesucht,  mit  einem  Nachbar  Kricg  führen  zu
dürfen.  Die  Sultanate  im  Westen  und  Süden  von
Tabora  haben  von  der  Bedeutung  des  Serikals,
d.  h.  der  deutschen  Regierung,  noch  keinen  rechten
Begriff.  Sie  sehen  in  der  hiesigen  Station  nur
einen  Machtfaktor,  mit  dem  zu  rechnen  ist.  Bei
kriegerischen  Verwickelungen  kommen  gewöhnlich  beide
Parteien  mit  Elfenbeingeschenken  nach  Tabora,  um
sich  der  Freundschaft,  bezw.  der  Hülfe  der  Station
zu  versichern,  wobei  alsdann  der  Stationschef  meist
Gelegenheit  findet,  eine  friedliche  Lösung  der  Frage
herbeizuführen.

An  Missionen  arbeiten  im  Bezirk  Tabora:  Die
englische  Mission  zu  Kilimani  Urambo  und  die
katholische  Mission  der  „Weißen  Bäter“  zu  Uschirombo,

  Msalala,  Karema  und  St.  Johann  (Fipa)
Die  Missionsstation  Kipalapala  bei  Tabora  ist  nicht

besetzt.  Die  durchaus  verkommene  Tembe  daselbst
ist  von  einigen  Schwarzen  bewohnt.

An  mineralischen  Landesprodukten  des  Bezirks
Tabora  sind  mir  nur  bekannt:  Eisen  und  Salz.
Salz  wird  in  Ubagwe  und  Uwinsa  (am  Lussugi)
gewonnen.  Das  Uwinsasalz  ist  sehr  gut  und  gilt  als
gangbarer  Handelsartikel.  Die  den  Lussugi-Strom
umwohnenden  Häuptlinge  erheben  schon  eine  Art  von
Salzsteuer  in  Gestalt  eines  Zehnten.

An  gutem  Bauholz  fehlt  es  im  Bezirk  Tabora
nicht.  Hervorzuheben  sind  in  den  Hochwäldern

 

 

Unyamwesis  die  Mninga=  und  Kurungubäume,  die
vorzügliche  Bretter  und  Balken  ergeben.  Der  Kern
der  Bäume  ist  braun,  bezw.  roth.  Wie  die  botanischen
  Namen  derselben  sind,  weiß  ich  nicht.

Der  Wildstand  Unyamwesis  ist  am  Malagarasi,
am  Gombe,  am  Wala  und  in  sonstigen  Flußgebieten
sehr  stark.  Es  kommen  noch  viele  Elefanten  im
Bezirk  vor,  die  leider  allzu  eifrig  gejagt  werden.
Die  Gegend  von  Tabora  wird  sehr  von  Leoparden
und  Hyänen  belästigt.  Auch  der  an  sich  sehr  harmlose
  Schakal  findet  sich  häufig  vor.

Alles  in  Allem  genommen,  ist  der  Bezirk  Tabora
ein  sehr  reiches,  bevölkertes  Land,  das  ohne  Frage
einer  guten  Zukunft  entgegengeht.

Ueber  die  vorkommnisse  im  Bezirke  Uuanza  im
Kovember  v.  Js.
liegt  folgender  Bericht  vor:

Nachdem  am  4.  November  v.  Is.  Kompagnieführer
  Langheld  die  Geschäfte  der  Station  an  den
Lieutenant  v.  Kalben  abgegeben  hatte  und  zur  Küste
abmarschirt  war,  lieferte  am  9.  desselben  Monats
der  Sultan  Mazuka  von  Muanza  12  Warurisklaven
ein,  die  der  farbige  Vertreter  der  Mission  Neuwied
auf  Ukerewe  dem  Sultan  Lukonge  abgenommen  hatte
und  unter  Umgehung  der  Station  nach  Bukumbi
schaffen  wollte.  Die  Sklaven  weigerten  sich,  dorthin
zu  gehen,  indem  sie  sagten,  daß  es  dort  viel  Arbeit,
aber  wenig  Essen  gäbe.  Auf  die  Bitte  des  Pdre
supérieur  Brard  schickte  Lieutenant  v.  Kalben
jene  Sklaven,  die  er  in  ihre  ferne  Heimath  nicht
zurücksenden  konnte,  wieder  nach  Neuwied  zurück;  er
sandte  zur  Begleitung  zwei  Askaris  mit,  die  den
Sultan  Lukonge  zu  einem  Schauri  in  dieser  Angelegenheit
  nach  Muanza  auffordern  sollten.  Das
Boot  kam  am  14.  November  zurück  und  berichtete,
daß  Neuwied  vom  ganzen  Lukongevolk  am  12.  desselben
  Monats  überfallen  und  in  zweitägigem  Kampf
vollständig  zerstört  sei;  51  Missionsangehörige  waren
getödtet,  aller  Besitz  der  Mission,  darunter  200  Gora
Stoffe  und  andere  werthvolle  Tauschartikel,  auch
aller;  hier  lagernde  Besitz  des  Gouvernements
Uganda,  darunter  100  Lasten  Stoffe,  waren  geraubt.
In  dem  letzten  Haus  vertheidigten  sich  zur  Zeit  noch
sieben  Verwundete,  die  durch  einen  muthigen  Ausfall
  der  Bootsbesatzung,  wobei  drei  Lukongekrieger
fielen,  gerettet  wurden.  Die  einzigen  drei  Gewehre
der  Mission  wurden  gerettet.  Ein  Europäer  war
zur  Zeit  nicht  auf  der  Mission.

Lieutenant  v.  Kalben  vereinbarte  mit  Bischof
Hirth,  der  mit  acht  Missionaren  am  13.  d.  Mts.
in  Bukumbi  eintraf,  das  Vorgehen  gegen  Lukonge.

Am  23.  November,  nachdem  genügend  Boote
versammelt  waren,  brach  Lieutenant  v.  Kalben  gegen
Lukonge  auf  in  2  Segelbooten,  4  Waganda-,  2  Wasiba=
  und  3  Missionskanus  mit  16  alten  Askaris,
17  jungen  Rekruten,  15  bewaffneten  Bacharias,
        <pb n="225" />
        Kaufmann  Sixdorf  mit  5  Privatsoldaten  freiwillig,
4  Missionaren  und  30  Kriegern  Mazukas.  Lukonge
selbst  entfloh  angeblich  nach  Kawirondo  bezw.  Uschaschi
oder  Ukara.  Sein  Volk  griff  bei  der  Landung  an,
wurde  aber  durch  einen  fünftägigen  Kriegszug  vollständig
  unterworfen,  durch  welchen  es  40  Krieger,
eiwa  1000  Ziegen  und  50  Rinder  verlor.  Es  bat
nun  um  einen  anderen  Sultan.  Lieutenant  v.  Kalben
sebte  darauf  Sultan  Mukaka  ein,  der  auf  seinen

187

Befehl  nach  Neuwied  zum  Schauri  gekommen  war.

Die  Großen  des  Lukongevolkes  sandten  ihm  ihren
Salam;  einer  besuchte  auch  Lieutenant  v.  Kalben
im  Lager;  der  Sultan  der  Insel  Buenn  erschien
ebenfalls.

Am  30.  November  kehrte  das  Kriegsdetachement
von  Ukerewe  zurück,  nachdem  dort  Ruhe  und  Sicherheit
  wieder  hergestellt  war.  Die  ganze  Viehbente
wurde  der  Mission  als  Schadenersatz  gegeben,  auch
Herr  Sixdorf  schenkte  das  Vieh,  das  er  als  Vergütung
  für  die  Expedition  erhalten  hatte,  an  die
Mission.  Die  Missionare  mit  ihren  Leuten  blieben
auf  der  Insel,  um  mit  dem  Wiederaufbau  der  Mission
zu  beginnen,  es  ist  jetzt  keine  Gefahr  mehr  für  sie
zu  befürchten.

Lieutenant  v.  Kalben  blieb  wegen  der  herrschenden
  Unrnuhe  vorläufig  noch  einige  Zeit  in  Muanza,
derselbe  stellte  dort  33  Rekruten  ein,  so  daß  der
Kompagnieetat  an  Farbigen  jetzt  150  Mann  beträgt;
Anfang  Dezember  wollte  er  gegen  Roma  und  Mtukamoto
  aufbrechen,  um  dieselben  botmäßig  zu  machen;
er  beabsichtigt  sodann  weiter  über  Land  nach  Bukoba
zu  marschiren.

In  der  Zwischenzeit  wird  Kompagniefährer
Herrmann  zur  Uebernahme  der  Geschäfte  des
Chefs  der  Seenstationen  bereits  in  Muanza  eingetroffen
  sein;  derselbe  ist  ersucht  worden,  über  die
von  ihm  vorgefundene  Lage  nochmaligen  eingehenden
Bericht  zu  erstatten.  Für  den  Fall,  daß  wider  Erwarten
  abermalige  kriegerische  Unternehmungen  nothwendig
  würden,  ist  dem  Kompagnieführer  Herrmann
anempsohlen  worden,  die  Ankunft  des  Oberstlieutenants
v.  Trotha  abzuwarten,  welcher  von  den  Vorkommnissen
  am  Viktoriasee  in  Kenntniß  gesetzt  wurde.

Ueber  die  verhältnisse  in  der  wissenschaftlichen  Station
am  Pilimandiaro

berichtet  unter  dem  27.  Jannar  d.  Is.  der  Stationsleiter

  Gilcher  Folgendes:

In  den  Monaten  Dezember  1895  und  Januar
1896  fand  eine  reiche  Ernte  statt.  Auf  ungefähr
20  bis  35  Ar  wurden  1150  lbs.  Gerste,  auf  3  Ar
100  lhs.  Weizen  geerntet.  Letterer  ist  schon  theilweise
  ausgesäet  und  ganz  zur  Aussaat  bestimmt,  erstere
wurde  auch  theils  als  Saatgut  verwendet,  theils
verkauft,  zu  Mehl  gestampft  und  an  Eingeborene  und
Soldaten  als  Saatgut  vertheilt.  Das  aus  Gerstenmehl
  bereitete  Brot  ist  sehr  wohlschmeckend  und  fand

 

 

 

—

überall  Beifall;  nur  ist  die  Zubereitung  des  Mehles
eine  äußerst  mangelhafte  und  theuere.

Mais  sind  bereits  20  Centner  Körner  geerntet,
während  das  Doppelte  fast  reif  auf  dem  Felde  steht.
Er  wird  größtentheils  an  die  Soldaten  verkauft,  der
übrige  an  Eingeborene  als  Samen  vertheilt.  çl

Diese  liefern  dafür  Bananensetzlinge  an  die
Station,  von  denen  ungefähr  800  an  den  Feldwegen

t  wurden.
giii  Versuche  wurden  mit  Liberiakaffee  und
Cigarettentabal  gemacht.  Lebterer  geht  bereits  auf.
Mit  Liberiakaffee  gedenke  ich  gleichzeitig  einen  Versuch
in  den  prächtigen  Uferwäldern  der  Steppenflüsse  zu
machen.  Eine  Probe  Eingeborenentabak,  den  ich  auf
richtige  Weise  (durch  Trocknen  im  Schatten  und
Gären)  zubereitete,  kam  jedensalls  in  nächster  Zeit
Küste  gesandt  werden.

Kste,geonnn  steige  habe  ich  ungefähr  200
gepflanzt,  fast  alle  haben  Wurzeln  gebildet  und
rünen.  Eucalyptus  globulus,  der  verpflanzt
Vurde,  ist  bereits  60  cm  hoch;  Eucalyptus  rostrate
ist  klein  geblieben  und  scheint  nicht  so  gut  zu  gedeihn
  Garten  sind  jetzt  schon  sehr  viele  aus  hier
geernteten  Samen  gezogene  Pflanzen:  Kruppbohnen,
Stockbohnen,  Kohlrabi,  Wirsing,  Zwiebeln,  Salat.
Wurzelschößlinge  von  Artischocken,  die  #  verpflanzt
wurden,  sind  zu  großen  Pflanzen“  geworden.  100
Stöcke  bilden  berets  eine  kleine  Pflanzung.

Die  meteorologischen  Beobachtungen  sind  regelmäßig
  fortgesetzt  worden.

Usambara-Eisenbabn.

Für  die  Usambaralinic  hat  der  Kaiserliche  Gonverncur
  unter  dem  12.  November  v.  Is.  eine  eingehende
  Bahnordnung  erlassen.  Die  Bestimmungen,
welche  das  Publikum  betreffen,  sind  gleichzeitig  in
einer  Suaheliübersetzung  veröffentlicht  worden.

Kamernn.
von  der  Faündestation.

Der  stellvertretende  Kommandeur  der  Kaiserlichen
Schutztruppe  v.  Kamp  ist  mit  seiner  Expedition,
einer  Drahtnachricht  zufolge,  glücklich  in  der  Station
Yaunde  eingetrofsen.  Der  Weg  von  Yande  nach
Kribi  ist  dem  Handel  wieder  eröffnet.

Togo.
Schiffsverkehr  in  Togo  im  Jahre  1895.

Das  Schutzgebiet  von  Togo  wurde  im  JIhhre
1895  von  143  Schiffen  angelaufen,  nämlich
3  deutschen  Krenzern  und  140  Handelsschiffen.
        <pb n="226" />
        Unter  letzteren  befanden  sich:
51  deutsche  Schiffe  von  zusammen  61  042  Reg.  4½%
52  englische  -  -  7298

32  französische  -  26  —
4  italienische  -  -  1413=1
  norwegisches  Schiff  von-  222

 

143  Schisse  von  zusammen  148  931  Reg.-Tons

Deutsch-Südwelstafrika.

Ueber  das  Ergebniß  der  Besichtigung  der  ersten  Cuote
der  wehrpflichtigen  Bastards

berichtet  unter  dem  21.  Dezember  v.  Is.  der  stellvertretende

  Truppenkommandeur  Major  Mueller:

Der  Zweck  der  Ausbildung,  diese  Leute  zu  gehorsamen
  Soldaten  zu  erziehen,  die  im  Stande  sind,
ihre  Waffen  mit  Verständniß  sowohl  als  einzelner
Mann  selbständig,  wie  im  Nahmen  einer  größeren
Abtheilung  auf  Kommando  der  Führer  zu  gebrauchen,
ist  völlig  erreicht.  An  dem  vorziglichen  Stillstehen
sowohl  bei  der  ersten  Aufstellung  wie  auch  bei  allen
späteren  Exerzitien  war  zu  erkennen,  daß  den  Leuten
der  unbedingte  Gehorsam  in  Fleisch  und  Blut  übergegangen
  war.  Das  verständige  Beuehmen  des  einzelnen
  Mannes  als  Schütze  in  der  Schützenlinie  wie
auch  auf  dem  Scheibenstande,  wie  die  beim  Schießen
auf  150  m  stehend  und  liegend  freihändig  erzielten
guten  Ergebnisse  lieferten  den  Beweis,  daß  die  Leute
nicht  nur  exerzirt,  sondern  auch  zu  selbständig  handelnden
  und  denkenden  Soldaten  erzogen  waren.

Die  vorhandenen  großen  Schwierigkeiten,  die  in
der  kurzen  zur  Verfügung  slehenden  Zeit,  in  der
mangelhaften  Schulbildung  der  Vastards  und  in
dem  Nichtverstehen  der  deutschen  Sprache  liegen,
sind  von  dem  Ausbildungspersonal  durch  zielbewußtes
Vorgehen,  Fleiß  und  Geschick  überwunden,  und  es  verdient
  der  Sekondlieutenant  Schwabe  für  die  Energie,
mit  der  er  die  Ausbildung  der  Leute  in  die  Hand
genommen  und  durchgeführt  hat,  eine  ganz  besondere
Anerkennung.

Mit  diesem  Erfolge  ist  ein  sicherer  Grund  gelegt,
auf  dem  wir  weiterbauen  und  uns  eine  vorzügliche
Hülfstruppe  für  den  Fall  eines  Krieges  heranbilden
können.

Der  Kaiserliche  Landeshauptmann  bemerkt  hierzu:

Dem  günstigen  Urtheil  des  Majors  Mueller
kann  ich  mich  in  jeder  Hinsicht  anschließen.  Das
Ergebniß  hat  meine  Erwartungen  weit  übertroffen
und  berechtigt  zu  den  besten  Hosfnungen,  auch  für
den  Fall,  daß  die  Bastards  ihre  derzeit  noch  immer
vorhandene  Abneigung  gegen  unseren  aktiven  Militärdienst
  überwinden  sollten.

Weniger  Günstiges  kann  ich  über  das  Verständniß
der  älteren  Generation  der  Vastards  für  die  Vortheile
  der  neuen  Einrichtung  berichten.  Es  liegt  bis
jetzt  meist  nur  am  Widerstande  der  Alten,  wenn  die
Jugend  sich  nicht  zum  aktiven  Dienst  meldet.

188

 

Ich  habe  Gelegenheit  genommen,  in  öffentlicher
Versammlung,  bei  Anwesenheit  fast  aller  Bürger  des
Stammes,  die  Sache  nochmals  klarzulegen,  wobei
ich  in  einem  historischen  Exkurs  Vergleiche  zwischen
den  früheren  traurigen  Schicksalen  der  Bastards  und
ihrer  jetzigen  gesicherten  und  friedlichen  Lage  zog.
Sehr  lebhaft  unterstützte  mich  hierbei  Missionar
Heidmann.  Gewiß  ist,  daß  die  Bastards  sich  auch
serner  anstandslos  dem  Gesetze  fügen  werden  sowie
daß  die  Jugend  gern  einrücken  wird.  Nach  einigen
Jahren  wird  sich  dann  die  Einrichtung  eingebürgert
haben  und  Niemand  mehr  ein  besonderes  Wort  über
sie  verlieren.  Der  Beginn  der  nächsten  Ausbildungsperiode
  —  mit  20  bis  25  Mann  —  ist  auf  den
1.  Juni  d.  Is.  festgesetzt  worden.

Sehr  beschleunigt  würde  die  Einbürgerung  der
Sache  durch  Soldzahlung,  wenn  auch  in  bescheidenen
Grenzen.  Ich  bitte  daher  um  die  Genehmigung,
eine  solche  bewilligen  zu  dürfen,  zunächst  erst  von
der  zweiten  Ausbildungsperiode  ab,  um  dieser  eine
besondere  Anziehungskraft  zu  geben.  Ob  sie  sich
auch  für  die  erste  erforderlich  erweisen  wird,  möchte
ich  zunächst  abwarten  und  werde  mir  gestatten,  über
diesen  Punkt  nochmals  zu  berichten.  Mehrkosten
werden  durch  diese  Bewilligung  nicht  entstehen.

Sum  Abkommen  mit  Hendrik  Witbooi.

Zur  Ausführung  der  mit  dem  Kapitän  Hendrik
Witbooi  unter  dem  16.  November  1895  getroffenen
Vereinbarung  hat  der  Distriktschef  von  Gibeon
am  15.  Januar  d.  Is.  mit  ihm  einen  Vertrag  abgeschlossen.
  Es  sind  darin  nähere  Bestimmungen
über  die  Heeresfolge,  welche  der  Kapitän  zu  leisten
hat,  festgesetzt.  Alljährlich  im  Mai  soll  in  Gibeon
eine  Musterung  aller  waffenfähigen  Witboois  stattfinden.


Ueber  das  neue  Rrankenhaus  in  Groß-Windboek

schreibt  Schwester  Augustine  in  „Unter  dem  rothen
Kreuz“:

Das  Lazareth  ist  ja  nun  fertig,  bereits  bezogen
und  eingerichtet.  Ich  empfinde  es  täglich,  wie  viel
leichter  es  geworden,  seit  Schwesterwohnung  und
Küche  im  selben  Hause  und  nicht,  wie  früher,  eine
Viertelmeile  vom  Hospital  entfernt  sind.  Augenblicklich
  fehlt  uns  nur  noch  die  Wasserleitung,  doch
wird  doppelt  eifrig  daran  gearbeitet,  so  daß  wir
hoffen  können,  auch  damit  in  kurzer  Zeit  fertig  zu
sein.  Das  Lazareth  ist  groß  und  licht,  die  Krankenzimmer
  geräumig.

Was  unsere  Lazarethverhältnisse  betrifft,  so  haben
wir  augenblicklich  nur  zehn  Kranke,  Alles  nur  leichte
Fälle,  es  war  dies  recht  günstig  für  den  Umzugswirrwarr.
        <pb n="227" />
        —  189  —

Bandel  mit  Britisch  ·  Betschuanaland.  in  der  „Division  of  Gordonia“  zur  Eingangsstation
Eine  Protlamation  des  Gouverneurs  der  Kap-  für  Güter  aus  dem  deutsch—  südwestafrikanischen
kolonie  vom  4.  Februar  d.  Is  erklärt  Rietfontein  Schutgebiete  nach  Britisch-  Betschuanaland.

Uebersicht  der  im  Schutzgebiete  von  Südwestafrika  anfässigen  Deutschen  und  Fremden.
Aufgestellt  am  1.  Jannar  1896.")
a.  Nach  Staatsangehörigkeit  und  Stand  oder  Gewerbe.
(Erwachsene  männliche  Bevölkerung.)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Stand  P"ver  Gewerbe
35  z  2355
-##  2
Staatsangehörigkeit  Wm—HE  E—#  2  Bezirk
Sss  s  s  8-  z—2  S
356  *
——  b-——11l-07-oê1
Sssz  6  5  5
169  138  12  5  1  3  —  2  2  —  1  1Keetmanshoop
6  470|  366  27  8  38  —  30  2  —  —  —  —  —  udhor
Deutsche  .  13182264  -3——-——i———  Otyimbingue
9  —  1  4  —  ——  —  ——  4  —  —Norde#u
780  586  66  21  48  1  4  2  2  2  4  1  1
11  2  —  12  2  1—  —  —  —  Keetmanshoop
1  1iu|l  1  5„m  .MMidbet
Engländer  .  so—  —  c  .  —  —  —  —  —  Otyimbingue
81  —  12  —  2  3  "  60  ;  —  —  2  4  —  Norden
22  —  15  —  29  5  62  5  —  2  4
Holländer  ,  2---  2-———-—-———  Keetmanshoop
Belgier  .  1„  1  —  —  —  ——  —  —Windho“
Franzosen  ,  1  —  —  —  1  ——  —  —  —  —  —  Keetmanshoop
Portugiesen  11  —  —  —  1  —  ——  —  —  —  Keetmanshoop
weizer  1  —  1  —  S—  —  —  —  .—  —  —  Keetmanshoop
Russen  «  2——-—2——«...-————.keetmanshoop
S  «  1---—-1-«—————B)mbloel
chweden.  ,  6  1—  -2  3  ——DLvim  bingue
Norweger  %  1  —  —  —  —  —  1  —  —  —  —  —  —  Windhoek
Finnen  4  1  —  1  —  —  —  —  —  –  —  #binmbingne
101  |1=  84  2  11  1  —  1  1  —  1  Keetmanshoop
—  —  —  —  —  ——  —  —  —Windhoe
Kapländer  «  —  2  —  ;  5  13  —  —  —  —  Otpyimbingue
!  1281—  2  —  91  7  24  1  —  1  1  1
Transvaal-Bi  —  5  —  —  —  —  —  —  —  Keetmanshoop
Boeren  (etuger  5  —  —  —  23  —  —  —  —  —  —  —  —HNorden
Rekapitulation
Täuache  7  6  66  21  46  1  46  2  2  24  1  1
Engländer  122  556  15  —  29  5  62  5  —  —  2  4  —
dolländer  2—  —  —  2  —  —  —  —  —  —  —  —
Belgier  1  —  —  1  —  —  —  —  —  —  —  —
Franzosen  i  —  —  1  —  —  —  —  —  —  —  —
Portugiesen  1  —  —  —  1  —  ——  —  —  —  —  —  —
Schweizer  1  ——
Russen  2  31  —  —  —  2  —  —  —  —  —  —  —
Schweden  7—  1  —  —  2  4  —  —  —  —  —  —
Norweger  11  —  —  1  —  —  —  —  —  —
Finnen  6  1  5  —  —  —  —  —  —  —  —  —
Kapländer  u.  s.  w.  128  —  2  —  91  7  24  1  —  1  1  —  1
Transvaal=  Boeren  .  5———  5—-..-—-——.—-Trekboeren
  .  23———23—--—————
Iusammen  1080  586  86  26  201  17  137  8  2  3  5  2

 

 

 

*r  Vergl.  Deutsches  Kolonialblatt  1895,  S.  323.
        <pb n="228" />
        Wohnsitz

Deutsche

Engländer

—  190  —
Nach  Maßgabe  des  Wohnsitzes.

Staatsangehörigkeit  und  Anzahl  am  Wohnsitze
5

Norweger

Holländer
Belgier
Franzose
Portu
giesen
Schweiz
Russen
Schweden
Finnen

Kapländer

Transv.=Boeren


Trekboeren

l

Gesammtzahl

 

 

 

EILLLIIEIIIIEIIIIIIIIIEEIIEIUIIIIIIIIIIIIEIIIII

11215111111111211211121511115111115111111111851111111111112æ1111

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Bezirkshauptmannschaft  Keetm

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Staatangehörigiein  und  Anzahi·  am  Wohnstze  „  —  2
6  3  8  5  8  -te-e  7m“
Wohnsis  8  9"“  b  41  —  2  „E
(  #m
56  6  8  5  -s  45  5  J  §  EE  8  5
i  ·-  ’  6
Udabis  —  —  —  —  —  —  —  —  —  6  —
ũhabis  !  —  —  —  ——  ———  6  ½
Ukamas.  7  —  8  —  —  —  —  1  —  —  12
Vaalgras  —  12  —  —  —  —  —  —  —  12  —  —13
Veloor  —  1  —  ———  ———  —  —  12  „—
9  —  —  —  —  —  12  —  12
Velootdrift.  —  —  —  —  —  —  12  —  —
Warmbad  28  1  —  —  —  §§§§..⅞92
Warmbakkis  —.  2  —  —  —  —  —  —  l
Zusammen  225  100  20  —  1  5  8  2  568  42  71
2.  Bezirkshauptmannschaft  Windhoek.  ?v
2Z  77  7  —  —  ——1.  18
P  12  6  —  —  —  ;  8
8  baler  ..  8  —  —  ——444:  „„  1
Doornfonteime  1  —  —  —  ———4„4„  4EE;;  4
-zroß=  Barmen  4  —  —  .  —  —  —  1  3  —  —12
roßWindhoe“  .  3052—-—-  —  1  —  ——
obabis  59  —  —  —  —  —  —  —  —  —  m#äfüsttess  9
Hoakhanas.  9  —  —  —  —  ————  —  1  —  ——
Klein  Windhoet  24  1  —  ———  ——  ——  —  —  —  5
Otyosa  8  5  —  —  —  —  ——#  —  —  —  1
Olae  1  —  —  —  2  2  22  —2  2  213
Elahandya-  27  1  ——2  1
Okambahe  —  1  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  10
Olisantskluft.  10  —  —  —  ——.  2  —  3
Ongeama  1  —  —  —29  3  —  —  6
Otsiheinena  3  ————  —  —  —  —  1
Otyihavera.  —  1  —  —  —  —  —  **—**  7  —  —  20
Rehoboth  12  1  —  —  14—  —  42
Schasosluß  17  10  —  1  —  —  13
.  13—:—--—!—!—-i———:—!—4
Waletberq  .  4—«——«--—l——  1l  —  5
Zusammen  522  23  —  1  —  —  —  —  1
3.  Bezirlshauptmannschaft  Otyimbingue.  6
Achas  —  6  —  —  ——  ——  ——9  —1
Cape  Croß  4  68  —  —  Nn—NN——pp.bp  2  —  —  —  —  —  4
Dorstrioir  —  2i-——-j«—  4  —  —  —  —  —  4
Haigamkhab  4  —  —4  ——  -—  —  ———  —  —  16
kombahe  9  7  ——  —  —  —  8  —  1  15  7  —  70
Omarurn  30  9  —  ——  2  —  —  —  —  —  4
Okhas  —  2  —  —  —  —  —  ———  —  ——  2
Omburo  1  1  —  —  ——  —  —  —  —  6
Ongavakahoni  —  6  —  9  —  82
Otyimbingue  773  —  27  —  —  —  —  —  —  10
Ontyo  —  100  —  —  §K  KKKKK—#'':s2Q8..;  2
Potmine  —  2  ——  —  —  —  —  —  —  —  —  J—  7
Salem  ,  7—;———--«--—--  —  —  1
Spitzkopje  .  1—"—--——--—--  —  —  —  32
rr  .  32—-——"-—-————  1——  6
-  .  5-.-—-—'-..-——  —  —  2
Kebi  .  —  —s—  —  —  DTD  —  —  —  —  2  —  —  4
Ururas  4  —  4  —  —  4
Usakos  ..  ê—  —  F
Zusammen  170  113  —  —  —  —  —  ½  —  1  40
4.  Norden:  Kaokofeld  und  Ovamboland  -
--  —  —  —  —  —  2
5  —  —  —  —  —“  –—  .  —  11  11
—  —  —  —  —  –  *  *  –  —  38.  44
5  1.  —  —  —  —  —  9  9
—  —  —  ——  —  12  12
—  ——  ——  —  —  12  3
—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  3  —
        <pb n="230" />
        192

 

 

 

 

 

 

 

Staatsangehörigkeit  und  Anzahl  am  Wohnsitz  -

2  2  —  =  #.  =  2  m  *  -

Wohnsit  3  s9ssss  7r2  sss*

Eee  —5

Omandonga  —  —  —  —  —  —  —  —  —  3  —  —  —  3
Omulonga  —  —  —  —  —  —  —  —  —  3  —  —  —  3
Omubanda  3  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  3
Ondonga  2  —  —  —  —  —  —  —  —  —  4  —  —  —  1
Onipa  —  —  —  —  —  —  —  —  —  2  —  —  —  2
Onkvamb  —.  —  —  ——  ——  —  ———  ———  —  —  2
Spanserrtenene  —  —  ——  —  —  —  —  —  —  —  —  —  25  25
Tsun  —  7  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  7
Zusanunen  15  8  —  —  —  —  —  115  —  —  9P5  133

Bezirk:  Retapteulation.
Keetmanshoop  225  100  20  —  5  2  —  —  —  568  42  —971
Windhoek  522  23  —  1  —  —  —  —  1  1  —  28  2  —  578
l•  i  .  170113—«—-«——  —  12  1  40  7  —  343
No  15  8  —  —  —  —  —  —  —  15  —  —  95  133
Zusamre  932  244  20  1  !  5  8  2  13  1  16  636  51  951  2025
Weiße  Gesammtbevölkerung.  und  Entlastung  des  Schatzmeisters.  3.  Welche  Auf-4
  mx  si  is  Afrikaverein  in  der
6.  .  25  gaben  stehen  dem  evangelischen  j

emfee  ain  wie  ur  22  Kinder,  Rächsten  Zeit  bevor?  (Referent  der  Generalsekretär.)
heirathete  F  !s—ä  Im  Anschluß  an  die  Hauptversammlung  findet  abends
#  2  2  25  8  Uhr  eine  öffentliche  Versammlung  statt  im  großen
2s  7“  s2Saale  des  „christlichen  Vereins  junger  Männer“,
*-  2  *2  ————  zu  der  Jedermann  freien  Zutritt  hat.  Vorträge

 

 

1.  Bezirkshauptmannschaft  Keetmanshoop:

 

175  1241  108  11  303  2481  971
2.  Bezirkshauptmannschaft  Windhoek:

457  371  31  8  I  14  14  17|  578
3.  Bezirkshauplmannschaft  Otyimbingue:
203  39s  20  141  8  28  311  343
4.  Kaokofeld  und  Ovamboland:

19  26  26  —  —  24  38]  133
654  226|  15  33  369  334/  2025

Rus  dem  Bereiche  der  Wissivnen  und
der  Antisklaverei-Bewegung.

Am  Sonntag,  dem  23.  Februar  d.  Is.,  fand  in
der  Himmelfahrtskirche  in  Berlin  die  Abordnung  des
Missionars  Roehl  seitens  der  ostafrikanischen  Mission
statt.  Karl  Rpehl  hat  auf  den  Universitäten  in
Berlin,  Halle  und  Greifswald  Theologie  studirt  und
nach  beendigtem  Studium  das  orientalische  Seminar
in  Verlin  besucht.  Die  Abordnung  wurde  vom
Missionsinspektor  unter  Assistenz  von  Pfarrer  Diestelkamp
  und  Pfarrer  Berlin  vollzogen.

Die  Hauptversammlung  des  evangelischen
Afrikavereins  findet  am  16.  April  d.  Is.,  nachmittags
  6  Uhr,  statt  in  Berlin  SW.,  Wilhelmstraße
  34.  Auf  der  Tagesordnung  stehen:  1.  Geschäftsbericht
  über  das  Jahr  1895.  2.  Kassenbericht

werden  gehalten  werden  über:
1.  der  Branntwein  in  Togo  und  Kamerun,
dem  Generalsekretär;
2.  der  Branntwein  in  Südafrika,  vom  Missionsinspektor
  Merensky.

von

In  Dar-es-Saläm  fand  am  30.  Januar  d.  Is.
die  Hochzeit  des  Missionars  der  ostafrikanischen
Mission  Worms  statt.  Es  waren  dazu  von  Kisserawe
  die  Missionare  Greiner  und  Bokermanun
mit  den  Missionskindern  und  dem  Posaunenchor
eingetroffen.  Am  Morgen  von  Kaisers  Geburtstag
wurden  vom  Dache  des  Krankenhauses  mehrere
Choräle  geblasen.  Auch  bei  dem  Gottesdienst
wirkte  der  Chor  mit.  Vom  1.  April  d.  Is.
ab  übernimmt  die  Regierung  die  Krankenpflege  für
die  Deutschen.  Es  sind  zu  diesem  Zwecke  bis  zur
Fertigstellung  des  Regierungskrankenhauses  die  erforderlichen
  Räume  in  dem  Hause  der  Mission  in
Dar-es-Saläm  zur  Verfügung  gestellt.  Die  Pflegeschwestern
  werden  von  dem  Frauenverein  für  Krankenpflege
  in  den  Kolonien  ausgesandt.  Das  Regierungskrankenhaus
  wird  voraussichtlich  zum  1.  April  1897
fertiggestellt  sein.

Der  Missionar  Gerdes  ist  am  11.  Januar  d.  Is.
wohlbehalten  in  Tanga  eingetroffen  und  hat  seine
Arbeit  übernommen.
        <pb n="231" />
        Die  englische  Universitätenmission  legt  in  Mtoni
bei  Dar-es-Saläm  eine  neue  Station  an.

Missionar  Flierl  hat  in  Sattelberg  (Neu-Guinea)
  die  schaarenweise  dazu  sich  einfindenden
Dakilente  gegen  Pocken  geimpft,  soweit  ihm  dazu
Lymphe  zu  Gebote  stand.  Die  traurige  Regenund

  Pockenzeit  erschwert,  wie  er  meldet,  sehr  den

Berkehr  mit  Simbang,  der  doch  eine  Lebensfrage
für  die  Station  Sattelberg  ist.  Einige  kleinere
Transporte  kamen  ja  glücklich  herauf;  aber  seit  über
sechs  Wochen  konnten  wir  keinen  Verkehr  mehr  mit
Simbang  haben.  An  europäischen  Vorräthen  haben
wir  nur  noch  etwas  Petroleum,  Essigessenz,  Zündhölzer
  und  Reis;  alle  anderen  Artikel  gehen  eben
auf  Null  zurück.  Die  Touren  nach  Simbang  sind
so  eng  mit  dem  Leben  auf  Sattelberg  verflochten,
daß  selbst  die  Kinder  am  Tage  darin  spielen  und
nachts  davon  träumen.

Mit  der  Gesundheit  geht  es  den  Missionaren
trotz  aller  ungünstigen  Umstände  ziemlich  gut.

RHus  fremden  Kolonien.

Schiffsverkehr  in  Sansibar  im  Jahre  1895.

 

 

 

 

 

Zahl  der  an-NRaumgehalt

Nationalität  der  Schisse  gekommenen  in  deutschen
Schisse  Tonnen
deutsche  81  118  163
englische  71  123  914
französische  26  64  679
amerikanische  4  5  914
norwegische.  4  1  779
sansibaritische  28  17  356
Jusammen  214  331  805

Unter  deutscher  Flagge  segelnde  Dhaus  liefen  im
Jahre  1895  in  den  Hafen  von  Sansibar  1275  mit
einem  Raumgehalt  von  8867  Tonnen.

Betschuanaland.

Durch  Proklamation  vom  3.  Februar  d.  Is.  sind
die  Gebiete  der  Häuptlinge  Montsioa  und  Ikaneng,

welche  unter  dem  18.  Oktober  v.  Is.  der  Verwaltung

der  Britischen  Sonth  Africa  Company  unterstellt
worden  waren,  dieser  wieder  entzogen  und

tischen  Protektorat  Betschnanaland  zugeschlagen  worden.

Raffeehandel  und  Raffeebau  Britisch.  Gstindiens  und
Ceplons.")

Der  Kaffeeban  in  Indien  macht  schon  seit  Jahren
leine  Fortschritte,  auf  Ceylon  aber  unverkennbare

Rückschritte.  In  Indien  befinden  sich  gegenwärtig

*  Aus  dem  Deutschen  Handels-Archiv  1896,  S.  113.

193

dem  bri-120

  000  Acker  (48  360  ha)  unter  Kasseekultur,
  auf  Ceylon  nur  noch  etwa  30  000  Acker
(12  140  ha),  gegen  70  500  im  Jahre  1891  und
100  000  Acker  im  Jahrc  1887.
Die  Ausfuhr  aus  Britisch-Indien  während
der  letzten  zehn  Etatsjahre  betrug:

ungefähr

Engl.  Ctr.  Werth:  Nupien
1885/86  371  027  13  483  950
1886,87  370  450  (15  022  251
1887/88.  273775  15  296  800
"„  1888/89  365  299  18842  430
D  188900  239  795  14  898  872
D  189091  233  451  14  549  850
I  1891X92...31186419986590
l  1892-93...296687  20  668  620
i  1893·-94...27873520021710
189½95  281297  21223780
Die  Ausfuhr  Indiens  ist  also  seit  Jahren  etwa

i  eblieben,  obgleich  die  Kaffeepreise  seit  dem
bedeutend  gestiegen  sind.  Der  indische
Kaffeebau  wird  auch  wohl  kaum  an  Ausdehnung
gewinnen,  wenn  nicht  ein  sicheres  und  billiges  Schutmittel
  gegen  die  verheerende  Rostkrankheit  des  Kaffeebaumes
  gefunden  wird..  Denn  die  Besorgniß  vor
dieser  Krankheit  ist  die  Hauptursache,  daß  in  Indien
der  Anbau  von  Kaffee  nicht  zunimmt  und  auf  Ceylon
der  Umwandlungsprozeß  der  Kaffeeplantagen  in  Theegärten
  von  Jahr  zu  Jahr  fortschreitet.

Die  Kaffceausfuhr  Indiens  im  letzten  Etatsjahre
  vertheilte  sich  hauptsächlich  auf  folgende  Länder:
Engl.  Ctr.  Werth:  Rupien

ostbritannien  136  789  10  420  636
rin  ......  89  152  6  669  732
Oesterreich-Ungarn  1  261  1  330  122
Deutschland  13  955  1  082  161
Asiatische  Türkei  7744  576  856

I  erfien.......  4880  348  190
NAäegypten  4343  318  459
Arabben  3  485  248  555
Australlien  780  54  510
Mauritins  1  082  18  192

Der  Verschiffungshafen  ist  Madras;  eine  kleine
Menge  gelangt  über  Bombay  in  den  Handel  (1895:
12  000  engl.  Ctr.).  ..  ##
Die  folgende  Tabelle  veranschaulicht  die  Kaffeeausfuhr

  Ceylons  während  der  letzten  zehn  Kalenderjahre:

  upre  Engl.  Ctr.  Werth:  Rupien
1885  315  649  12  316  823

1  1886  179  210  7  963  995
18897  178  490  11  428  954

D  1888  137  793  7729  242
188899  89  694  5972  011
18990  90  091  5  741  837
18991  .  89  673  5  731  467

·  1892.....  43  338  3  293  856
8993  55  423  4  256  992

D.  1894  31  987  2  817  483
        <pb n="232" />
        Der  Rückschritt  dieser  Ausfuhr  tritt  noch  deutlicher
hervor,  wenn  man  noch  weiter,  z.  B.  bis  zum  Jahre
1879,  wo  die  Kaffeeausfuhr  Ceylons  8241  509  engl.
Ctr.  betrug,  zurückgeht.

Von  der  Ausfuhr  im  Jahre  1894  erhielten:

Engl.  Cir.  Werth:  RNupien
Großbritamien  20  264  1  808  138
Australien  .  .  .  .  .  .  ...  7  805  682  425
Oesterreich-Ungarnn.  1523  137  137
Frankreich.  .  .  .  .  .  .  ..  616  53  068
Ver.  Staaten  von  Amerika  328  18  388
Deutschland  .  ..  69  4  866

Der  Kaffee  wird  in  Südindien  hauptsächlich  in
den  Distrikten  Mysore,  Coorg,  Travancore  und  Cochin
gebaut.  Der  Kaffeebaum  Coflea  arabica  —  neben
dieser  Spezies  finden  sich  noch  einige  andere  Arten,
wie  Coftea  travancorensis,  Wightiana,  khasiana
—  verlangt  zu  seinem  gedeihlichen  Wachsthum  einen
an  abgestorbenen  Vegetabilien  reichen,  womöglich
eisenhaltigen  Thon  enthaltenden  Humusboden,  Schut
gegen  Sonnenhiße  sowie  gute  Bewässerung.  Man
pflanzt  daher  in  den  Plantagen  zwischen  Kaffee
schattenspendende  Bäume,  meistens  Sponia  Wightii,
den  „charcoal  tree“.

Der  Kaffeebaum  ist  zahlreichen  Krankheiten  ausgesetzt,
  unter  denen  die  durch  den  Rostpilz  (Uemileia
vastatrix)  hervorgerufene  die  gefährlichste  ist.  Diese
Krankheit  machte  sich  zuerst  im  Jahre  1869  auf  der
Insel  Ceylon  und  zwei  Jahre  später  auch  in  Südindien
  bemerkbar.

Ein  anderer  vegetabilischer,  aber  weit  weniger
gefährlicher  Schmaroteerpilz  hat  sich  in  den  Kaffeeplantagen
  von  Mysore  gezeigt.  Dieser,  Pellicularia
Cooke  genannt,  greift  sowohl  die  Blätter  als  auch
die  Blüthen  und  Beeren  an.

Großen  Schaden  richten  außerdem  in  den  Kaffeeplantagen
  der  Nylotrechus  quadrupes,  ein  gelbrother,
  schwarzgestreister  Käfer,  serner  Schildläuse
in  verschiedenen  Arten  und  Raupen  an.

Als  Feinde  der  Kaffeeplantagen  sind  auch  noch
Ratten,  Eichhörnchen,  Affen  und  Schakale  zu  nennen,
die  aber  nur  das  Fruchtfleisch  der  Beere  verzehren,
die  Bohnen  dagegen  zurücklassen,  die  sich  theilweise

194

 

vom  Boden  auflesen  lassen  und  als  „Jaekal  Coffee“

im  Handel  bekannt  sind.

Wassenauslieferung  in  der  englischen  Goldküste.
Durch  eine  Proklamation  vom  20.  Januar  1896

hat  der  Gouverneur  der  englischen  Goldküste  alle

Personen  in  Kumasi  und  dem  benachbarten  Distrikt
angewiesen,  alle  Feuerwaffen,  Pulver  und  Blei  an
den  englischen  Befehlshaber  abzuliefern.

Derschiedene  Mittheilungen.
Ergebnisse  eines  Preisausschreibens.

Die  philosophische  Fakultät  der  Königlichen  Universität
  Breslau  hatte  am  8.  März  1893,  entsprechend
den  Satzungen  der  Stiftung  des  Generalkonsuls
Dr.  Neigebaur,  die  Preisfrage  ausgeschrieben:

Welche  Einwirkung  haben  dic  in  den
letzten  dreißig  Jahren  erzielten  Fortschritte
  der  Kenntniß  fremder  Erdtheile
auf  das  staatliche  und  wirthschaftliche
Leben  des  Deutschen  Reichs  geübt?

Für  die  Vertheilung  von  Preisen  waren  14000  Mk.
verfügbar.  Arbeiten,  welche  zwar  nicht  einer  Preiskrönung,
  wohl  aber  einer  besonderen  Anerkennung
würdig  schienen,  konnten  mit  einer  Honorirung  ausgezeichnet
  werden,  welche  indeß  in  keinem  Falle
niedriger  als  auf  900  Mk.  bemessen  werden  durste.

Nach  dem  Bericht  der  philosophischen  Fakultät
über  die  Ergebnisse  des  Ausschreibens  sind  bis  zu
dem  vorgeschriebenen  Termin  (l.  Januar  1896)
19  Bearbeitungen  der  Preisfrage  eingelaufen,  darunter
außer  8  kurzen,  zum  Theil  in  Briefform  gehaltenen
Beantwortungen  11  ausführlichere,  genaue  Prüfung
verdienende  Abhandlungen.  Leider  erwies  sich  unter
diesen  keine  einzige  einer  Preiskrönung  würdig;  selbst
eine  Honorirung  konnte  keiner  von  ihnen  zugesprochen
werden.

Einc  wirklich  wissenschaftliche  Behandlung  der
von  den  meisten  Bearbeitern  in  Angriff  genommenen,
viel  umfassenderen  Frage  nach  den  Einwirkungen,
welche  Deutschlands  Entwickelung  in  jüngster  Zeit
durch  die  gesammte  Wechselbeziehung  mit  überseeischen
Ländern  empfangen  hat,  wäre  von  der  Fakultät  für
so  verdienstlich  erachtet  worden,  daß  ihr  eine  reich
bemessene  Entschädigung  für  die  aufgewendete  Mühe
nicht  versagt  worden  wäre.

Aber  leider  ergab  die  Prüfung  sämmtlicher  Abhandlungen,
  daß  wesentliche  Bedingungen  wissenschaftlicher
  Arbeit  in  ihnen  unerfüllt  blieben.  Die
sämmtlichen  Arbeiten  sind  in  ihrer  ganzen  Ausdehnung,
  eine  in  ihren  geographischen  Abschnitten  auf
völlig  unzulängliche  Vorstudien  begründet,  ohne
Unterscheidung  zwischen  zuverlässigen  Quellen  von
originalem  Werth  und  unsicheren,  bald  flüchtigen
vorläufigen,  bald  abgeleiteten,  aus  zweiter,  dritter
Hand  stammenden  Darstellungen,  wie  sie  die  Tagesblälter
  füllen.  Gerade  die  wichtigsten  wissenschaftlichen
  Werke  über  die  einzelnen  in  den  Kreis  der
Betrachtung  gezogenen  Gebiete  sind  auffälligerweise
auf  alle  Arbeiten  ohne  Einfluß  geblieben.

Die  Gerbstofpflanze  Canaigre  in  Donolulu.

Nach  Meldungen  aus  Honolulu  kommt  dort  die
Gerbstoffpflanze  Canaigre  in  schlechtem  Boden  ohne
Bewässerung  sehr  gut  fort  und  weist  einen  Gehalt
von  30  Prozent  Tannin  auf.
        <pb n="233" />
        Titteratur.

Spezialkarte  von  Deutsch-Ostafrika  mit  Neben—
karten  von  Usambara  und  Kilimandjaro.  Nach
den  neuesten  Forschungen  bearbeitet  von  P.  Krauß.
Kommissionsverlag  von  S.  Schropp,  Berlin.

Die  hier  vorliegende  Karte  ist  von  dem  Leiter
der  kartographischen  Anstalt  des  Leipziger  Bibliographischen
  Instituls  unter  Berücksichtigung  des  gesammten
  in  neuerer  Zeit  so  massenhaft  angewachsenen
geographischen  Materials  für  Ostafrika  ausgearbeitet
worden.  Die  damit  gelieferte  Darstellung  Ostafrikas
ist  infolgedessen  die  beste  und  zuverlässigste,  die
bisher  vorhanden  ist.  Die  verschiedenen  geplanten

Eisenbahnlinien,  die  Gebiete  der  Pflanzungen,  Missionen

  und  vor  Allem  die  Wege  der  großen  Expeditionen

der  letzten  Jahre  lassen  sich  hier  mit  Bequemlichkeit
versolgen.  Wie  viel  für  die  geographische  Erforschung

Ostafrikas  trotz  des  vielen  Geschehenen  noch  Neues.

zu  thun  bleibt,  tritt  aber  nicht  minder  deutlich  hervor.

Noch  sind  überall  auf  der  Karte  große  weiße  Flecken,

deren  Ausfüllung  sich  die  ostafrikanische  Verwaltung

angelegen  sein  lassen  muß.

Rudolf  Fithner:  Die  Regentschaft  Tunis.  Streifzüge
  und  Studien.  Berlin  1895.  Allgemeiner
Verein  für  deutsche  Litteratur  (H.  Paetel).

Tunis  ist  wohl  das  einzige  Kolonialland,  welches
schon  wenige  Jahre  nach  seiner  Besitzergreisung  zur

Blüthe  gelangt  ist  und  dem  Mutterlande  Nugzen

bringt.  Obwohl  es  staatsrechtlich  nicht  volles  Eigenthum

  Frankreichs  ist,  sondern  nur  ein  Protektorat
vorstellt,  liegt  seine  Verwaltung  und  Regierung  doch
in  Wahrheit  ganz  in  französischen  Händen,  der  Aufschwung,
  den  das  Land  in  den  letzten  zehn  Jahren
genommen  hat,  ist  ein  großer.  Dank  der  bequemen

Dampserverbindung  und  den  vielen  Verbesserungen,

welche  in  Tunis  stattgefunden  haben,  ist  es  jetzt  ein

beliebtes  Ausflugsziel  für  Touristen  geworden.  Aber
trotz  des  steigenden  Besuchs  sehlte  es  für  das  Land  bisher
an  einem  handlichen  zuverlässigen  Buche,  welches  dem

Reisenden,  der  nicht  eine  ganze  Bibliothek  mit  sich

führen  will,  die  wichtigsten  Auskinfte  über  die  gegenwärtige

  Lage  des  Landes  giebt.  Die  hier  vorliegende,
reich  mit  Bildern  ausgestattete  Schrift  ist  daher
doppelt  willkommen.  Sie  ist  nicht  allein  ein  be-Juemes

  Nachschlagebuch  für  den  Reisenden,  sondern

besiht  auch  Werth  für  den  Kolonialpolititer,  der  sich

über  die  Fortschritte  der  Civilisationsthätigkeit  in
diesem  Theile  Nordafrilas  unterrichten  will.

E.  W.  Middendorf:  Peru.  Beobachtungen  und
Studien  über  das  Land  und  seine  Bewohner
während  eines  25  jährigen  Aufenthalts.  Berlin
1893—95.  R.  Oppenheim  (Gustav  Schmidt).

In  drei  stattlichen  Bänden  mit  mehreren  Hundert

Zuten  Abbildungen  nach  photographischen  Aufnahmen
und  Karten  bietet  der  Verfasser  hier  eine  ausgczeich-195



ilderung  des  vielgenannten  und  doch  so
seie  chieen  großen  südamerikanischen  Loloniallandes.
  Der  ganze  umfangreiche  erste  Band  ist  er
Hauptstadt  Lima  gewidmet.  Er  schildert  die  Vergangenheit
  der  Stadt  ebenso  eingehend  wie  ihre  gegenwärtige
  Lage,  ihre  Gebäude,  Verwaltung,  Nechtspflege,
Unterrichts=  und  Wohlthätigkeitswesen,  Verkehrsanlagen
  und  Vergnügungen.  Der  zweite  Band  ist
dem  Küstenlande  Perus  gewidmet.  Hier  wird  ebenfalls
  stets  mit  geschichtlichen  Rückblicken  und  mit
Berücksichtigung  der  neuen  Forschungen  Natur  und
Kulturarbeit,  Leben  und  Treiben  in  den  weiten
oceanischen  Provinzen  Perus  vorgeführt.  Vielleicht
am  fesselndsten  für  den  Leser  aber  ist  der  dritte
Band,  welcher  auf  600  großen  Seiten  das  interessante
Kordillerengebiet  schildert.  Hier  sind  die  meisten  und
schönsten  Reste  der  altperuanischen  Kultur  erhalten,
und  der  Verfasser  hat  kaum  eine  dieser  Stellen  unbesucht
  und  unphotographirt  gelassen.  si—iGp-R
Die  Fülle  des  Materials,  das  der  Verfasser  in
diesem  Werke  verarbeitet  hat,  ist  geradezu  staunenswerth.
  Dieses  Buch  wird  daher  nicht  allein  ein
Markstein  für  die  geographische  Erforschung  Südamerikas
  bleiben,  sondern  auch  für  die  gesammte
theilung  der  Lage  und  Aussichten  dieser  Gebiete
Veur  4  per  Bedeutung  sein.  Es  ist  um  so  werthvoller,
r  smien  in  seinen  Schilderungen  durchweg
108  Ennruck  größter  Unbefangenheit  und  Vorurtheilsvtc
  keit  macht.  Für  den  Kolonialpolitiker  birgt  das
oanta  besonders  viel  Werthvolles.  Doch  bedarf  es
Krengter  Arbeit,  um  aus  der  Fülle  des  Gebotenen
n  was  zur  Beurtheilung  der  Fehler  und  Vor-Aur
  des  von  Spanien  hier  seinerzeit  geleistcten
WWs  von  Bedeutung  ist,  herauszusuchen.

 

 

 

%uge:  Das  englische  Heer  einschließlich  der
le  Inshenupen  i0  sier  heutigen  Gestaltung.
Leipzig  1896.  Zuckschwerdt  #  Co.  ç.
Der  Verfasser,  welcher  Militärlehrer  bei  der
Haupt-Kadettenanstalt  zu  Lichterfelde  ist,  hat  in
zeiner  Schrist  vorwiegend  auf  Grund  des  amtlichen
Materials  eine  eingehende  und  sehr  lehrreiche  Schilderung
  aller  Verhältnisse  des  britischen  Hceres  geliefert.
  Besonderes  Interesse  dürften  die  Abschnitte
XII  und  XIII  erregen,  welche  das  englische  Heer
in  Indien  und  die  Truppen  in  den  übrigen  Kolonien

  schildern.

 

 

VVVVVVVVVVVVVVWVVWVVVWVVVVVVVYVYyTYTY

Titterakur-Perxeichniß.
de  Wanl.  D.  C.  With  Rhodes  in  Nlashonaland.
Translated  from  the  original  Dutch.  2  parts.
utu  in  London.
Cumpuigning  in  Sputh  Allien

Nlolynens,  )1  C.  P.:
ad  Egypt.
"  Aucmillnn  &amp;amp;  C0o.  in  London.

1
        <pb n="234" />
        —  196  —

Schiffsbewegungen.
(Die  Zeit  vor  dem  Orte  bedeutet  die  Ankunft,  hinter  dem  Orte  die  Abfahrt  des  Schisses.)
„Bussard“  30/1.  Sydney.  (Poststation:  Hofpostamt.)
„Condor"“  5/2.  Sansibar.  (Poststation:  Sansibar.)
„Cormoran“  25/1.  Amoy  19/2.  —  23,2.  Pagoda  Anchorage  26/2.  —  2,  3.  Nagasaki  10/3.
—  Taku.  (Poststation:  Hongkong.)
.  „Falke“  4/2.  Sydney.  (Poststation:  Hofpostamt.)
S.  „Hyäne"“  30/12.  Kamerun.  (Poststation:  Kamerun.)
M.  Vermessungsschiff  „Möwe“  16/11.  Herbertshöhe.  (Poststation:  Matupi.)
M.  S.  „Seeadler“  23/12.  Lourenco  Marques  15/2.  —  20/2.  Kapstadt.  (Poststation:  Kapstadt.)
M.  S.  „Sperber“  17/1.  Kapstadt  29/2.  —  Mossamedes.  (Poststation:  St.  Paul  de  Loanda.)

S

a###  ##ns
S
&amp;amp;G#

 

Perkehrs-achrichten.

Am  22.  Februar  ist  der  Dampfer  des  Lieutenants  Troost  „Leutwein“  in  Tsoakhaubmund  eingetroffen.


Der  am  31.  Januar  d.  Is.  von  Hamburg  abgefahrene  Dampfer  „Melita  Bohlen“  ist  am
2.  März  in  Tsoakhaubmund  angelangt.

Ueber  die  Postbeförderung  in  Deutsch-Südwestafrika  entnehmen  wir  dem  „Archiv  für  Post
und  Telegraphie“:

Von  Walfischbay  nach  dem  nur  wenige  Wegstunden  entfernten  Tsoakhaubmund,  gegenwärtig  dem
Eingangsthor  für  den  Verkehr  des  Schußgebietes,  erfolgt  die  Beförderung  der  Postsendungen  meist  durch
Menschenkräfte.  Bei  der  Beförderung  der  Post  zwischen  Windhoek  und  der  Küste  sind  im  Laufe  der  Jahre
mit  den  verschiedenen  Transportmitteln  Versuche  gemacht  worden,  um  festzustellen,  in  welcher  Weise  die
schnellste,  zuverlässigste  und  die  mit  Rücksicht  auf  die  entstehenden  Kosten  zweckdienlichste  Postverbindung
herzustellen  sei.  Das  Ergebniß  ist  folgendes:

Die  Beförderung  der  Post  durch  Boten  ist  im  Allgemeinen  eine  sichere  und  verhältnißmäßig
pünktliche  gewesen,  obschon  nicht  in  Abrede  gestellt  werden  kann,  daß  in  einzelnen  Fällen  die  Boten  ihre
Pflicht  in  gröblichster  Weise  vernachlässigt  haben,  indem  sie,  anstatt  in  fünf  Tagen  von  Otjimbingue  nach
Windhock  zu  marschiren,  unter  Benutzung  zufällig  des  Weges  fahrender  Frachtwagen,  6,  7  und  mehr
Tage  zur  Zurücklegung  jener  Wegestrecke  brauchten.  Ein  scharfes  Vorgehen  gegen  die  Säumigen  ist  zwar
in  einem  Falle  erfolgt,  doch  hat  meist  von  einer  Bestrafung  der  Leute  abgesehen  werden  müssen,  weil  sic
angaben,  daß  Unwohlsein,  Verletzung  der  Füße  und  andere  Gründe  ihren  Marsch  verzögert  hätten.  Die
Stichhaltigkeit  derartiger  Gründe  zu  prüfen,  ist  nur  selten  möglich,  da  Zeugen  der  Vorgänge  fast  nie  vorhanden
  waren.  Von  den  Boten  ist  der  sogenannte  „Bayweg“  zu  benutzen.  Da  sich  an  diesem  Wege
Niemand  ansiedeln  darf,  so  muß  jeder  zur  Beförderung  der  Briespost  von  Windhoek  herangezogene  Bote
Lebensmittel  für  vier  bis  fünf  Tage  mit  sich  führen.  Wegen  der  schon  hierdurch  sich  ergebenden  Belastung
—  der  Mann  erhält  täglich  1  k##  Fleisch  und  ½  kg  Reis  oder  Mehl,  ferner  Kaffee,  Tabak,  Streichhölzer
  —  ist  die  Tragkraft  der  einzelnen  Boten  für  Postzwecke  eine  ziemlich  beschränkte,  und  Briefbeutel
von  17  kg  Gewicht  rechnen  schon  zu  den  schweren  Lasten,  die  Niemand  gern  übernimmt.  Zur  Weg
schaffung  der  Briefpost  von  Otjimbingue  und  Okahandja  mußten  in  Otjimbingue  besondere  Träger  eingestellt
werden.  Sowohl  in  Windhoek  wie  in  ÖOtsimbingue  war  es  häufig  außerordentlich  schwierig,  dic  erforderliche
  Anzahl  von  Trägern  zu  erlangen,  so  daß  dieserhalb  mehrfach  die  Hülfe  der  Ortspolizei  in  Anspruch
genommen  werden  mußte.  Die  Schwierigkeit  und  Kostspieligkeit  der  Entsendung  von  Boten  würde  auf
die  Dauer  in  erheblich  gesteigertem  Maße  hervorgetreten  sein,  da  bei  der  Zunahme  des  Verkehrs  die  regelmäßige
  Einstellung  einer  größeren  Anzahl  von  Boten  auch  von  Windhoek  ab  sich  bald  als  nöthig  erwiesen
haben  würde.  Zur  Beförderung  der  Zeitungs  und  Packetpost  Boten  zu  verwenden,  war  von  vornherein
unthunlich.  Diese  Sendungen  kommen  gelegentlich  mittels  Frachtwagens  —  oft  sechs  bis  sieben  Wochen
nach  ihrem  Eintreffen  in  Walfischbay  —  in  Windhoek  an.

Postbeförderungen  zu  Pferde  haben  im  Schutzgebiet  von  jeher  stattgesunden,  doch  hat  es  sich
dabei  immer  nur  um  kleinere  Bentel  oder  Briefpackete  gehandelt,  da  der  einzelne  Reiter,  der  ebenfalls
immer  mehrere  Tage  unterwegs  ist,  außer  dem  Proviant  Decken  sowic  einen  Wassersack  mit  sich  nehmen
muß.  Zur  Beförderung  größerer  Briefmengen  würde  ein  Handpferd  erforderlich  sein,  dessen  Mitnahme
        <pb n="235" />
        —  197  —

aber  die  Schnelligkeit  der  Reise  vielfach  erheblich  beeinträchtigt,  zumal  die  Mehrzahl  der  hiesigen  Pferde
sich  als  Handpferd  nicht  führen  lassen  will.  Bei  der  Postbeförderung  zu  Pferde  würde  somit  ebenfalls
lediglich  die  Briefpost  in  Frage  kommen.  Dabei  ist  indeß  weiter  zu  berücksichtigen,  daß  in  der  Zeit  von
Dezember  bis  Mai  die  Pferde  häufig  mitten  auf  der  Landstraße  matt  werden  und  krepiren,  ohne  daß  auf
Meilen  in  der  Runde  Ersatz  zu  erlangen  ist;  es  erscheint  daher  bedenklich,  in  jener  Zeit  einen  Anschluß
an  den  Postdampfer  mittels  Reitpost  zu  unterhalten.  Auch  Reitochsen  sind  für  Postbeförderungszwecke
wenig  geeignet.  Sie  sind  zwar  bei  meist  flotter  Gangart  fähig,  größere  Lasten  zu  tragen;  ihre  Verwendbarkeit
  wird  aber  dadurch  beeinträchtigt,  daß  sie  nicht  zum  Weitergehen  zu  bewegen  sind,  wemn  sich
ihnen  am  Wege  eine  gute  Weide  bietet.  Anders  verhält  es  sich  mit  den  Zugochsen,  welche  in  Trupps  zu
weiden  pflegen  und  sich  gemeinschaftlich  leichter  einfangen  und  in  ihr  Joch  treiben  lassen.  Die  aus  Teneriffa
eingeführten  Kameele  endlich  waren  zur  Ueberwindung  großer  Sand=  und  Durststrecken,  wie  sie  der
Bayweg  bietet,  nicht  widerstandsfähig  genug.  Neben  der  Ueberführung  der  Post  auf  dem  Rücken  von
Menschen  oder  Thieren  sind  Versuche  mit  den  verschiedenen  Arten  der  Wagenbeförderung  angestellt  worden.
Von  der  Verwendung  der  Eselkarre  ist  nach  einmaligem  Versuche,  bei  dem  die  Post  von  Walfischbay
nach  Otjimbingue  gebracht  wurde,  Abstand  genommen  worden,  weil  die  Thiere  zu  angestrengt  heimkehrten
und  der  Unternehmer  eine  Wiederholung  der  Leistung  ablehnte.  Verschiedene  Fahrten  mittelst  Pferdekarre
  waren  an  und  für  sich  von  Erfolg  begleitet:  indeß  konnte  immer  nur  ein  Theil  der  Post  befördert
werden,  da  die  verwendeten  vier  Pferde  bei  schwererer  Ladung  durch  die  langen  Sandstrecken  zu  sehr  ermüdet
  wurden.  Dagegen  versprechen  die  von  der  Kaiserlichen  Schutztruppe  seit  einiger  Zeit  unternommenen
Versuche,  mit  Manleselkarren  zu  fahren,  ein  gutes  Beförderungsmittel  zu  schaffen.  Da  es  in  der  Absicht
der  Truppe  liegt,  mit  diesen  Mauleseln  Postfahrten  zum  Selbstkostenpreise  auszuführen,  so  haben  Verhandlungen
  stattgesunden,  um  die  Grundlagen  für  einen  etwa  abzuschließenden  Vertrag  zu  gewinnen  und
namentlich  die  Kosten  festzustellen.  Dabei  hat  sich  ergeben,  daß  die  bisherigen  Versuche  nur  auf  einen
verhältnißmäßig  sehr  guten  Weg  zwischen  Gibeon  und  Rehoboth  beschränkt  worden  sind;  es  läßt  sich  daher
vorerst  nicht  übersehen,  ob  die  Verwendung  von  Mauleseln  auch  auf  dem  theils  steinigen,  theils  sandigen
Baywege  sich  bewähren  wird.  Unter  diesen  Umständen  mußte  in  anderer  Weise  dafür  gesorgt  werden,  daß
namentlich  die  Tageszeitungen  schneller  in  das  Land  befördert  wurden,  und  da  der  Ochsenwagen  wegen
er  Langsamkeit  seiner  Fortbewegung  hierbei  nicht  in  Betracht  kommen  konnte,  erübrigte  nur,  die  Verwendung
  der  Ochsenkarre  in  Aussicht  zu  nehmen.  Mit  einer  oder  zwei  Umspannstationen  kann  man  mit
dieser  den  Weg  von  Windhoek  über  Otjimbingue  nach  Tsoakhaubmund  in  längstens  zehn  Tagen  zurücklegen;
auch  ist  es  alsdann  thunlich,  die  gesommte  Post  gleichzeitig  fortzuschaffen  und  Verzögerungen  durch  den
Verlust  einzelner  Thiere  möglichst  zu  begegnen,  weil  neue  Zugochsen  auf  allen  Stationen  zu  haben  sind.
ach  Rücksprache  mit  dem  stellvertretenden  Kaiserlichen  Landeshauptmannn  ist  daher  mit  einem  geeigneten
nsiedler  ein  Fuhrvertrag  zunächst  auf  ein  Jahr  abgeschlossen  worden,  dessen  wesentliche  Bestimmungen,
soweit  sie  sich  auf  die  Beförderung  selbst  beziehen,  nachstiehend  wiedergegeben  sind.  4
Dem  Unternehmer  liegt  die  Beförderung  der  Brief-,  Zeitungs=  und  Packetpost  von  Windhock  nach
Tsoakhaubmund  zum  Anschluß  an  den  Dampfer  „Nautilus"  und  zurück  ob.  Er  verpflichtet  sich,  eine  genügend
  starke  Karre  in  gebrauchsfähigem  Zustande  zu  unterhalten  und  im  Nothfallc  eine  Ersatzkarre  einzustellen.
  Das  Reinigen,  Schmieren  und  Unterstellen  der  Karre  ist  Sache  des  Unternehmers.  Das
Fahrzeug  wird  mit  acht  bis  zehn  brauchbaren  Ochsen  bespannt,  welche  bei  jeder  Fahrl  in  beiden  Richtungen
vorläufig  in  Tsaobis  durch  frische  Thiere  zu  ersetzen  sind.  Das  zur  Leitung  der  Karre  und  zum  Anschirren
  erforderliche  Personal  wird  vom  Unternehmer  gestellt;  er  ist  für  jeden  durch  die  Handlungen  und
nterlassungen  seiner  Leute  der  Postverwaltung  erwachsenden  Schaden  haftbar.  Dic  vertragsmäßig  zu
befördernden  Brief-,  Zeitungs=  und  Packetsäcke  sollen  das  Gewicht  von  350  kg  nicht  überschreiten.  Dabei
ist  dem  Unternehmer  gestattet,  Personen  und  Güter  für  eigene  Rechnung  auf  der  Postkarre  mitzuführen,
doch  darf  durch  deren  Mitnahme  eine  Ueberladung  der  Karre  nicht  eintreten,  namentlich  dürfen  Ueberschreitungen
  der  Beförderungsfristen  aus  dieser  Veranlassung  nicht  entstehen;  auch  haftet  der  Unternehmer
afür,  daß  die  ihm  übergebenen  Postgüter  durch  die  mitreisenden  Personen  in  keiner  Weise  zu  Schaden
kommen.  Sowohl  in  der  Richtung  Windhoek—Tsoakhaubmund  wie  zurück  ist  die  Post  innerhalb  zehn
Tagen  zu  befördern.  Alle  fünf  Wochen  ist,  entsprechend  dem  Gange  des  Dampfers  „Nautilus“,  eine
Fahrt  in  jeder  Richtung  auszuführen.  Die  Postverwaltung  ist  berechtigt,  falls  durch  Verschulden  des
Unternehmers  oder  seiner  Leute  Verzögerung  in  der  Postbeförderung  eintritt,  für  jeden  Tag  unentschuldigter
Versäumniß  von  der  vereinbarten  Vergütung  Abzüge  zu  machen.  Das  Reichspostamt  hat  den  getroffenen
Festsehungen  seine  Zustimmung  ertheilt.  Es  läßt  sich  erwarten,  daß  die  neue  Einrichtung  geeignet  sein
wird,  den  Schwierigkeiten  der  Postbeförderung  in  Deutsch-Südwestafrika  nach  Möglichkeit  zu  begegnen  und
eim  auch  dort  immer  mehr  hervortretenden  Bedürfniß  zur  Unterhaltung  regelmäßiger  und  vor  Allem
zuverlässiger  Postverbindungen  Genüge  zu  leisten-
        <pb n="236" />
        198

Vosttanpffchtsperbindongen  nach  den  deutschen  Schutzgebleten.

 

Nach

vom  Einschissungshafen.



Die  Abfahrt  erfolgt'

an  folgenden  Tagen

Ausschiffungähafen.Q  N

Dauer
der  Ueberfahrt

VBriefe  müssen  #aus
Verlin  spätestens
abgesandt  werden

 

1.  Deutsch-Ostafrika.

2.  Deutsch-Züdwestafrika.

3.  Ramerun.

Nea
ure  Schiffe)

Brindisi
Enaliscet.  **

Southampton
!A  (englische  Schiffe)
ambur

ambur
1  5  Vhifte)
iverpool
(englische  Schiffe)

Mar
dransösiche  FSat  6

 

l

am  8.  April,  6.  Mai
o  abds.
am  26.  April,  24.  Mai
abds.
am  10.  jedes  Mts.
40  ums.
am  2.  Mai,  6.  Juni

40  ums.
am  31.  Mai,  31.  Juli
ch

5  g
entiches  Scisth  nachts

am  10.  jedes  Monats
achts
am  15.  April,  13.  Mai

 

4.  Togo-Gebiet

(von  Accra  bez.  Quittah
mittelst  Boten  nach  Lome

und  Klein-Popo).

Hambur
(deutsche  Viffe)

am  10.  jedes  Mts.  nachs

am  20.  jedes  Mts

am  Letzten  jed.  Mts.-am

  8.,  22.  April,
⅝5  an  s.

6.,  W.  Mai

 

5.  Deutsch-Neu-Guinea.

arsen  *
*

I
l

 

6.Ma1sihall-Inieln.

 

disi
aet  Nanic)

am  10  iai  5.

am  6.  Mai,  1.  Juli
abds.
am  Mai,  5.  Juli

Juli

 

Dar-es-Salam
21  Tage
Sansibar  21  Tage

Sansibar  18  Tage

Walfischbai  27  Tage
Swakopmund  30  Tage

Kamerun  24  Tage
Kamerun  22  Tage

 

 

 

 

 

 

Popo  35  Tage

Friedrich  Wilhelmshafen
  45  Tage
41  Tage

Jaluit  etwa  60  Tage

Eintreffen  der  Post  aus  den  deutschen  Schutzgebieten.

po  od.  Accras)
*)  oder  Kleinam

  6.,  24.  April,
„22.  Mai

10%  abds.
am  ,  ees  Monats

am  I.  Mai  5.  Juni

am  41.  Ma,  31.  Juli
7½#  abds.

am  10.  rdes  Monats
720

am  13.  en  11.  Mai
15  um

am  10.,  20.  und  Letten
jed.  Mts.  720  abds.

am  6.,  20.  Apr
4,  i  nansn,l
am  4.,  8.  Mai,
29.  Jant,  63.  Juli
1038  abds.

U

Juli

 

am  T  Mai,  *
Len  abbs.

 

 

 

 

Landungs-  Die  Post  ist  säuig  Landungs=  Die  #  ist  sallig
Von  hafen  l  in  Berlin  Von  hafen  a  Berlin
Neapel  ...  amg3.*  April,  1.*  Mai
Deutsch-Ostafrika  "64  Brindis  ..  am  21.  April,  19.  faits  Logogebit  Hamburg  am  10.“  und  25.7
Marseille  .  am  2.  April,  1.  Mai  jedes  Monats
*-  —  2½  l#  am  21.  April,  26.  Mai  R  nn-  Sinen.  srewe.  ...  amLIMat  28.  8Juni
Hamburg.  .  am  25.*  jed.  Monats
Kamerun  ·  ·  .  K  m  üfeln..ooeille.  an  13rih  11  Jum

 

Füälligkeitstage  für  die  mit  deutschen  Schiffen  eintreffenden  Posten.

 

Scisssbewegungen  ?  der  Deutschen  —  (anburg  -Ostafritah

 

 

 

Reichspostdampfer  Reise  Lebte  Nachrichten
chspostdampf  von  nach  bis  27.  März  1896
„Kaiser“  Hamburg  Durban  am  25.  März  ab  Hamburg.
„Kanzle“  Hamburg  Durban  am  19.  März  an  Mozambigque.
„Bundesrath“.  Hamburg  Durban  am  23.  März  an  Aden.
„Neichstag“.  Durban  Hamburg  am  25.  März  ab  Mozambique.
„Admiral“  Durban  Hamburg  am  23.  März  ab  Aden.
„General“  zur  Zeit  im  Hamburger  Hafen.
        <pb n="237" />
        199

Woermann  ·  Tinie.  Gesellschaft  mit  beschränkter  Haftung.

Fahrplan  für  das  zweite  Vierteljahr  1896.

 

 

Linie  I.  Nach  Lagos,  Klein=  Popo,  Kamerun  und  den  Häfen  bis  Ponta  Negra.

Ausreise.

Heimreisee.

 

 

 

 

 

—
I  9  Negra  .  Mai  29.  duni  29.  Juli  29.
"  huburg.  April  10.  Mai  10.  1.  Juni  10.  Ponta  Neg  »  Juni  1.  Jul  I  Aug.  1.
Madeira  .  19.  19.  19  gunnt  .-  2.
omoria  27.  2.  .19  2.  3  2.
#Accras  29.  29.  -29  Vat  3.  ir  3.
Aein  pepo  30%0—  ..  30.  30.  ".  i
Kamenm'  .  Moai  1  Jun  1  dun  1  Rlao  ·  4«  4·  *
io  del  Rey  11.  11.  1.  ,  J  5.  5.  5.
Jictorio  12.  12•  12.  Alehmiinne  6.  6.  6.
kernando  Po  -14.  14.  1.  Bibundi-  7.  7.  7.
kalimba.-  15.  15.  15  ziern  8.  8.  8—
Llein-Vatanga-  .  17.  17.  i.  14.  1414
angsi  e  21.  21.  21.
dantatton  .  *  19.  19.  19.  ;  8  Popo  2  2.  -  2.
8  Vaianga  20.  20.  n  bere  25.  25.  25.
;  -21.  21.  21.  Kwitta  -236.  26.  "  20.
zn  23.  22.  BO.Adbah  27.  27.  27.
Lope  D24.  24  2?24.  1e  z  28.  26  38
Sette  Cama  235.  25.  25  Kap  Palmas  30.  30.  30.
Aanga  20.  20.  26.  Grand  Bassa  Juli  1.  Aug.  1.  Sept.  1.
Mayumba  27.  27.  "  27.  Monrovia  «  -2.  -2.  -2.
dumm«  ·  -28-  .  *.  2.  Sran  Canaria-  12.  12.  12.
Ponta  Negra  .  i29·  -29.  29.  Teneriffa.  .13.  13.  13.
Madeira-  15.  "  15.  15.
Hamburg  -  "-  -
Linie  II.  Nach  der  Westküste  bis  Liberia.  Maroklo  anlaufend.
Ausreise.  Heimreise.
l  l
.  Juni  Juli
Lanmburg  ;  April  15.  Mai  12.  Juni  1.  Kap  Palmas  .  Mai  3  «  Juni  2.  Juli  2.
Tan  ger  24.  -  .  -  ·  ino  --·  ·  '  -
Enscbe#nna  20.  20.  *  2.  rand  Bassa  s  "—  24.  24.  24.
Mahagan  27.  "6  2.  2.  Monro  on  3  333  3
Grneder  mei  .  Juni  1.  Juli  1.  Naoh  Q
Tenerisa  arta  -  2.  -  2.  *  2.  Suhmah  *  27.  27.  1T  27.
5  :  3  a  .  «
DZZZT  «  4.52#y#  2.  l  20.  2.
Rufis  «  7"  7.  .Sberbro  30.  30.  30.
ussanee  "1  "  8.  8.  «  -8  mekky  Juni  7.  Juli  7.  Aug.  7.
Sierra  Leone  12.  12.  12  Rufisque  10.  *  10.  -10.
Lavanna  .  akar--»-  11.  11.  11.
Fudma  %  15.  :  15.  15  —  7  16.  #  16.
Manoh  "K
Kap  Mount  .  -186.  16.  16.  Mazagan  20.  2..  7“  20.
Monrovia  .  -18.  18.  18.  Casablancak  21  .  2
Grand  Bassa  19.  19.  19.  Tanger  .  2.  2.
de  E  D20.  20.  Hamburg  30.  g0.  30.
Kap  Palmas  21.  21.  21.

)
Linie  III  am

Einschiffung  der  Passaglere:  Linie  I  am  11.

21.  jedes  Monats,  Linie  1

*)  Nur  für  Passagiere.

 

am  1.  jedes  Monats.

iedes  Monats,  Linie  II  am  16.  jedes  Monats,
        <pb n="238" />
        200

Linie  mii.  Nach  der  Goldküste  und  Togo.

 

 

 

 

 

 

Ausreise.  Heimreise.

«  I
Hamburgf.  April  20.  Mai  20.  Juni  20.  otonou  Mai  28.  1  Juni  28.  l  Juli  28.
Conakry.  Mai  6.  Juni  6.  Juli  6.  Whydah  29.  229.  29
Monrov7ia  8.  38.  .  8.  Grand-Popo  Juni  2.  Juli  2.  Aug.  2.
xim  ..  Klein-Popo  .  -«.  -3.  3.
Dixcove  12.  12.  12.  Bagidaaa  *  *  5.  5
Elmina  l  Lme  .....  -«  -  3  1
ap  Coast  ."  witta  -  .  -  .  .
Saktpouds  P  14  14  *  14.  Addah  ii.  11.  1I.
Appam  1  15  15  16  Accra  *  13.  13.  .  13.
Winnebah  0  TZ  d.  E—  -  «  Kap  Palmas  *  16.  16.  *  16
cera.  .’  16.  16.  -16.  Monrovia  -138.  -138.  *  18.
Addah  18.  18.  18.  Fran  Canaria  -26.  20.  -26.
Kwitta  19.  -19.  19.  Teneriffa.  .  ..  --27.  -27.  -27.
Lome  ..  -21.  -21.  -21.  Madeira  29.  *  29.  29.
Bagida  ..  .  .  22.  22.  .  22.  Hamburg  Juli  9.  Aug.  9.  Sept.  9.
Klein-Popo  233.  23.  23.
Grand-  Popo  25.  25.  -25.
Whydah  *  20.  26.  .  26.
otonou.A  27.  27.  27.

l
Linie  IV.  Nach  den  Häfen  der  Südküste  von  Landana  bis  St.  Paul  de  Loanda.  Lagos  und  Oelflüsse  anlaufend.

 

 

 

    

Juli  18.
21.
25.

é  30.
Aug.  7.

Ausre  ise.  Heimreisee.

Hamburg  Ayril  30.  i  31.  Juni  30.  Landana  Juni  18.
Teneriffa  .  ..  Mai  10  Juni  10.  Juli  10.  Old  Calabar  -21.
Gran  Canaria.  .  i  11  -  Bonny  25.

—-.D  agos  30.
Dakar  .  16.  16.  16  Addah  Juli  7.
Rufisque  .  Accra....  -8.
Mostrooia«...  -19.  -19.1  19.  Winnebah..  9

ecra  *.  .  22.  22.  22  Appam  .  .1
Lagos  ..  24.  24.  24  Saltpond  11.
Bonny  D  Kap  Coast  1  12
Bakana  5  D26  26  26  Elminnl  v
Buguma  '  «  Chama....J  -13.
Abonnema..·  Dcxcooe..  .  -14.
OldCalabnr..  "  30.  30.  *  30.  Axim  .  .  ..  -16.
Lanpana....  Juni  3.  Juli  3.  Aug.  3  Kap  Palmas  .  19.
Cabinda.  .  ..  4.  4.  -  Monrovri  21.
Banannaa  6.  6.  *  6.  Gran  Canaria  -

on  .  8.  8.  -BG.  Mogador  Aug.  2
Loand  10.  100.  10.  Mazagna  -4
Ambritz  I1.  11.  *  II.  Casablancaa  5.
Kinsembo  13.  13.  13.  Hamburg  15.

ussera  ..  -14.  14.  1.
Aubrietse  15.  15.  Ê16.

nuculla.  x
Quhuhae  16.  16.  186.
Landana  *  18.  18.  18.

l  -

 

l

Aug.  18.
221.
l  -25.

-30.
Sept.  7.

Am  6.  Juni  wird  P.-D.  „Eduard  Bohlen“  von  antwerpen  direkt  nach  dem  Kongo  und  zurück  expedirt.

Einschiffung  der  Passagiere:  Linie  1.  am  11.  jedes  Monats,  Linie  II  am  16.  jedes  Monats,
ts.

Linie  III  zn  21.  jedes  Moats,  Linie  J

Kur  für  Passagier

am  1.  jedes  Mona
        <pb n="239" />
        201

—

Schiffsbewegungen  der  Woermann  ·  Linie,  Gesellschaft  m.  b.  H.

 

 

 

 

 

—  —
ostdampfer  Reise  Letzte  Nachrichten

Posidampf  von  nach  bis  27.  März  1896

„Aline  Woermann:  Hamburg  Ponta  Negra  18.  März  in  Madeira.

„Anna  Woermann“  Kap  Palmas  Hamburg  20.  März  in  Sierra  Leone.

„Carl  Woermann“  Kotonou  Hamburg  12.  März  in  Accra.

„Eduard  Bohlen“  Hambur  Congo  26.  März  in  Lagos.

„Ella  Woermann"“  Kap  Palmas  Hamburg  26.  März  in  Tanger.

Erna  Woermann“.  Kap  Palmas  Hamburg  23.  Februar  in  Hamburg.

„Gertrud  Woermann"  Ponta  Negra  Hamburg  20.  Närz  in  Lagos.

„Gretchen  Bohlen“  Hamburg  Kotonon  21.  März  in  Accra.

„Hedwig  Woermann=  Hamburg  Kotonon.  23.  März  Dover  passirt.

„Jeannette  Woermann“.  Hamburg  Benguela  16.  März  in  Las  Palmas.

Kurt  Woermann“.  Loanda  Hamburg  10.  März  in  Accra.

„Lulu  Bohlen#k  Hamburg  Ponta  Negra  11.  März  in  Kamerun.

„Marie  Woermann“  Ponta  Negra  Hamburg  21.  März  in  Hamburg.

„Melita  Vohlen“  2ê½  Lüderitzbucht  Hamburg  19.  März  in  Venguela.

„Professor  Woermann“  Hamburg  Kap  Palmas  25.  März  in  Tanger.

„Thekla.  Bohlen"  Lüderitzbucht  Hamburg  21.  März  in  Hamburg.

  

 

   

Anzeigen.

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K.

 
 
 
 

 
 

R  2

 

 

x—

Beschluß.
Die  gemäß  Artikel  13  des  Handelsgesebuches
  erforderlichen  Bekannt-Rachungen
  des  Kaiserlichen  Gerichts
hierselbst  für  das  Jahr  1896  werden  im
Deutschen  Reichsanzeiger  und
Königl.  Preußischen  Staats-Anzeiger
  sowie  im
Deutschen  Kolonialblatt,  Amts-Latt.
  für  die  Schutzgebiete  des
„  Seutschen  Reiches,
ersolgen.  schen  Reich
d  Gleichzeitig  wird  bekannt  gemacht,
ab  die  auf  die  Führung  des  Handels-Egisters
  sich  beziehenden  Geschäfte  für
ie  obengenannte  Zeit  von  dem  stellvertretenden
  Kaiserlichen  Richter  M  ende
b  dem  Gerichtsaktunr  Steusloff
Sarbeitet  werden.
Herbertshöhe,  den  15.  Nov.  1895.
(l#.  S.)  gez.  Mende,
stellvertretender  Kaiserlicher  Richter  des
Schutzgebietes  der  Neu-Gumea

KNompagnie

Pumnme  Aumu

da  Smmtliche  Bedurfsurtikel  für
bhotographle,  speziell  für  den  Gerauch

  in  den  Kolonien,  lielern

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        202

 

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a.  Th.  n.  Originalaulnahmen  d.  Chels
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allen  Betheiligten  bestens  empfohlen.

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Alhertoni,  I’rofessor  Cervello,  Dr.  CUucco,  Dr.  Dall  Olio,  I’rolossor
  Mosso,  Dr.  Venturini  und  viele  andere  huben  mit  dem  Mittel
üheerraschende  lleilerlolge  bei  Aularin  erzielt.  Auch  Dr.  Ribet  in
Arzew  (Algier)  und  Dr.  Dupont  in  Boma  thuten  ein  Gleiches:  Letz--terer
  hat!  die  atkzielI.  Einreihunt  des  NMedikuments  in  dic  stuntlichen

*V

 

Das  salzsaure  *  gsnen  sich  ferner  nuch  den  Feststellungen
Ton  Prolessor  Alartin  gus  in  Barcclona  zur  schnellen  und
sicheren  Ieilung  des  Feuellinstens

NMiun  wende  sich  wegen  des  Erhalts  von  Phenccollum  hrdrochloricum.
wegen  Litterntur  und  Gebrauchsanw  eisungen  un  die  Vertreter  der  obengenannten
  Firma,  nämlich:

Burcelonn:  J.  Espiell;  (18)

London:  Zimmermem,  Fk.  C.  9  und  10  St.  Mary-  at-  III;
Noskuu:  W.  Stürzwage  &amp;amp;  Co.
New-Vork:  Lehn  &amp;amp;  Fink,  126  Willlam  Street:

Pa##:  Mar  Erdres,  31  rue  des  pelites  Ecuries
Rio  de  Jnnelro:  Magalhäes,  Lucius  &amp;amp;  Co.  Saroestoe  de  Klingelboesler  &amp;amp;  Co.

Doynamit-Actien-Gesellschaft

vormals  Alfred  Nobel  &amp;amp;  Co.,  Hamburg.
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  baumwolle,  Zündmaterial,  Waffen,  Munition.  (39)
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        —m—ee

entsche  im  Auslande

abonniert  auf  Eure  Wochenschrift

Das  Scho

—  „Organ  der  Deutschen  im  Auslande.  —

im  4  3  as  Echo“  betruchtet  es  insbesondere  als  seine  Ausgabe,  dem  leben  und  Treiben  der  Deutschen
Auslande  die  liebevollste  Aufmerksamkeit  zuznwenden.  Es  wvird  dahe

ieder  Doutseho  im  Auslande  gebeten,  seine  Adresse
der  V  wreenan  J.  II.  Schorer  Gesellschuft  mit  beschrünkter  Uultung  in  Berlin  W.,  Potsdumer- 



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trusse  27,  gol  anzugeben,  damit  dieschbe  Gelegenheit  hat,  eine  Prob  be-Mummer  umsonst  u.  bortoler  zu  Ubersenden.

Prei  estellungen  nehmen  alle  Buchhundlungen.  *  Zeitungs  n  Deutschland  zum
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en  4#ns  Abonnement  kunh  secherzcit  Seribte  er  des  dk  is  Betrages  auf  sai
aange  Zeit  direkt  vom  Verlag  oder  durch  jede  Buchhandlung  geliefer

Wolches  demnuchst  selnen.  5rß  Junhrann  —d  ist  dazu  bestimmt,  einen  Abriss
n  #Ulentlichon  und  Eoistis  in  Lebens  unserer  Zeit  zu  geben.  wie  Cs  sich  in  den
Crteilen  und  Aussprüchen  ½  nion  —  und  auslündischen  Presse  wioderspiegelt:
  urser  Aiu  giebt  —  t  ich  und  mit  gendtter  Ingabe  der  Qu  —  #½%.
ualt.  /70088  rsnsrn  uunts  EZrihcrten  ½0,  /  elas  M  znd
Essays

ein  getreues  Bild  der  öllentlichen  Meinung.  Auch  ulle:  nnsi-y!'’
J  S,  allo  ers  attltepen,  Arlikel,  wie  *!*r  lüchere  Prchrinunfen“  lden  im  -Erho-,  „Heritekichtigunge  In  der,  Plitik  wWorden  wir

        

       

 
 
 

 

 
  

wio  die  liberalen.  die
.  —  bas  Echo“  crörtert  Fir  krossen  Fragen  der  Ces-  genwart  nicht  nun  ross
-  nunman  aus.  sondern  giobi  aueh  der  Au  der  angesohonsten  aeortisansekton  Eimtter  Raum.

lung  #
Zine  besondere,  lachmännisch  redigierto  und  ills  oa  technische  A  teilun.

646
„In  dustrielles  Echo

haterrichtet  Über  alle  neuen  uonn  intere-  aen  Vorgänko.  Neuerungen  und  Ersludungen  nul  dem  gesamten  Cchiclder  Technik  und
Aaake  trie  um  eine  enge  Fuhlun  hen  den  Interessenten  aller  vewerblichen  Kreisoe.  herbeicurn  üre  #on.  —  Cesamtwochenüberslcht
es  nternalomden,  Celd-  und  8  annmarkter  Interessunte  Fragen  vom  Weltmarkte  werden  In  eln

·  besonderenlkahkilt,,llms(1cl»  lieritclcsuslstigh

bie  vergleichenden  Tabellen  in  derselben  zeigen  solort  die  Kürhtentliche  Bewegung  des  Gell-  und  Produgtenmarktes  dor  Uauht-orsen—
zund  Handelsplitze.  Das  Echo  ist  bierdurch  gloichzoitig  auch

„Deattsehe  Lli#n  gerssttnoe  (/15)
Das  Echo  ist.  eanerkanntermanssen  und  nuach  weislich  dio
erbreitetste  deutsche  Zeitschrift  im  Auslande

wichtigste  deutsche  Export-Insertionsmittel,

Kolc  ches  gar  nicht  warm  genug  der  dentschen  aduss  urlr  uneehn  Fergen  kann-  Zeilenpreis  101  Sen  preis  200  Murk.  Dor
«  lImlIspontul  omusdistiitiioktiikimst  11  nickt-klian  90  Anzgolu  Das  ist  ein  Beweis  datur,  Echo  in  mn  n
al  Wirksame“  Insertionsmittel  geschitzt  wird.  Dio  30en  „W.  ur  das  Bcho  geht“  wird  mit  angranlchnen  Insertionsbe  lingungen  an
i#dlen  Interessenlen  Kostonlos  ver-  vunck.
Das  4  h  agt  monatsich  veselnssis  die  amiliche  Llste  der  Postdampfschlfffahrtsverbindungen  nach
cno  eie  Ländern

 

 

 

 

vrlsier  aus  dem  Leserkreise:  i  EE—
jede  Woche  schuslehlig  femeten:  bringt  Zusummenstellung  auei  I  erdient.  “
.lel  es  uns  doch  Immer  Wo  t  Interessante  #  Pischer.
herra#e  ’ein  11  Nur  briehten  von  dor  Helmat.  *  1  te  –
er  vlele  Deutsel  .  ic  Gunere  ich  nur.  duss  lch  duasselbe  mich  Norada
*  henen  1onen  #e  So*  gachon  früher  kennen  lernte.  Drälins.  Meinen  Shs  180  die
mir  ho  ssh  do  n  in  deren  en  g  be-  U  mstantin  Hokeireistrick  gern  J0%  e  w  arlenchrin
-  c.mt0mnsssaknrcicm.  Auss  eln  Jeder  guter  Deutscher
Nar  die  Existonz  IDrer  Zeitschrift  be-  1  1  N  -  6.  Juni  1895.  «  sleh,  nhonnlert.  Nochmai  moinon  horatichon
rilo.  O.  Weiskce.  ese  ien  TDas  Beho-  und  groi  ½%  Dank  für  Ihre  Freundlichkeit.  Mit  berz-1
  Ed.  Müller.

Ger#
Koniahinbeen.  zuorst.  #n#eese  leh  habe  es  lichen  Grissen

.  Der  bokanoto  Wellreisendo  Ott  0  E.  Ehlers  schroiht  in  der  Täglichen  Kundschau  1895  auf  Scite  143  in
Seinem  Arlikel:  „Aus  dem  funfien  Weltteile  Australien  -  Neusecland--:

„Das  jedem  Deutschen  im  Auslande  unentbehrliche  Echo.“
        <pb n="242" />
        —  204  —

 

Gasmotoren-  Fabrik  Deutz,  Köln-Deutz.
Otto’'s  neuer  Motor#

   

*.  lür
«-Gas,
  Beonzin  u.  Petrolenm.

 

Ueber  42  000  Maschinen  mit  ca.  170  000
Pferde  Kräften  in  Betrieb.

200  Medaillen  und  Diplome.

 

 

„Original-Otto-Motoren“  (13)
sind  mit  vorstehender  Schutzmarke  verschen.
Prospekte  und  Kostennnschllige  gratis  und  frunko.

 

 

 

 

 

LCöwenbräu

München.

Grüsste  Grauerei  Deutschlands.
General-Vertreter  für  Export-Ebert
  &amp;amp;  Weiseilog,  Hamburg.

Dasbier  wirdinderkellereiderFranereiin  Hanehenselbstaur  Flaschengefualt.

 

(6)

Ordres  durch  europ.  Exporthäuser  erbeten.

 

 

 

Naturalien

(Kliler,  Schmetterlinge,  Vogelbulge
ete.)  aus  tropischen  und  suhtroischen
  Ländern  suche  in  grossen
T’urtien  zu  knufen.

IIerren,  welche  sich  damit  be-IasSen
  wollen,  bittenm  Aufgube  ihrer

Fabrik  haltbarer  Speisen

L.  Mulsow  &amp;amp;  Co.,  Hamburg.
Conserven  aller  Art,  für  die  Tropen  zubereltet.

Neuchurg  5.

I&amp;amp;  dusefsulhuoln  A:dliqug

Adrcssc.  Anleitung  zum  Summeln  4  Gokldene  AMedatktle:  —-  13580  u.  16569.
und  Präpariren  wird  gegeben.  —.—————  London  1362.
Carl  Zeyen,  F  Mnchen  1864.  X  n-  ne  1930
Chef  der  Bergischen  Eisen-  und  Wir  garantiren  die  Ilaltbarkeit  „Preislisten  stehen  aur  Wanseh
Draht-Industrie  —  unserer  eigenen  Fabrikate.  zur  Verfügung.  (ui4)

 

 

Wuld,  Rhbeinpreussen.  (#)
        <pb n="243" />
        205

Berliner  Export-Tafel-Weißbier,

in  den  Tropen  mit  Erfolg  eingeführt,  von  den  verehrlichen  Messeverwaltungen
en  deutschen  Kolonien  seit  Längerem  ständig  bezogen,  dort  sehr  beliebt,  Jahre
lang  haltbar,  nur  aus  bestem  Malz  und  Hopfen  hergestellt.  Das  Bier  ist  sehr
erfrischend  und  sehr  bekömmlich,  auch  von  den  Herren  Aerzten  der  deutschen
Schutztruppe  empfohlen.
«  VersandinKistenzu501,«1und1001,«2Expoktflqschen.
Mit  näheren  Angeboten  steht  auf  Wunsch  gern  zu  Diensten
Berliner  Weißbierbrauerei  und  Malzfabrik
Albert  Bier,  (73)
Berlin,  Stralauerstraße  3—6.  Begründet  1792.
Für  Deutsch-Ostafrika,  Sansibar  und  Madagaskar  hat  die  Deutsch-Ostafrikanische
Gesellschaft  den  Alleinverkauf.
Alleinige  Vertreter  für  den  sonstigen  Export:
Harder  &amp;amp;  de  Boß,  Hamburg,  Gr.  Burstah  36—38.

 

F.  H.  SCHMIDT
1

Anchi####k##  UND  BA½Uns###ux#uns#.

Danrrsgaonnet,  HolzhEAREIrUN-  UND  PARqdugr.  FuSsozN  FahnRI
Bau.  TischrangEt  Uus  Schlosszhel.

BAVANSTALT  FOR  EISENXONSTRUKXTIONEN.

SPEZIALITAT#:

Ausronzume  von  Exfrokr-Baurs  (38)
AllLER  ARr  im  Horz  usp  Elekl.

ALTONA  HAMBURG

WEG:  PauLSTRASSRER  21.
FEphNFRLCRn  No.  2.  FrnNSPIRECUR  Aur  1.  No.  4163.

TrLORANN-ADKESS
RAINSCUMID,  ALTONA.

 

 

Rauchern  von  Importen
empfehle  ich  meine  in  eigener  Fabrik  uns  ausgesucht  reinen  leinsten
importirten  Tahaken  als  Ersatz  für  die  mit  hohen  Zöllen  belegten  über-Seeischen
  Fabrikate  hergestellten

Import-Ersatz-Marken:

Jo.  41.  guen  Olor  —  Cubu  —  mittelkräftig  .  .M.60.-—1)r0)lsllc
Fast-Z-LaPerla—Ilm-mm——mll11Ii(lsnl·t.tg....»

No.  43.  Flor  fina  —  IIavana  —  fein  mild

To.  44.  EI  Arte  —  Ilavana  —  sein  mittelkräftit  100.—.
ie  30  bezw.  20  Sl.  der  Marken  No.  41—  44  zus.  100  St.  in  Auswahl  9  für  M.  B.40.
7  MN.  120.—  pro  Mille

Do.  49.  Rosa  Celeste)  rein  IIavann

No.  50.  Use  D  einste  mild  Dis  „  145.—  „  „
No.  51.  Marseita  „landurbeit.  22  5.—-,.  „
To.  52.  Infancla.  1  ausgesuchte  mittelkräftig  200.—  „  „
No.  53.  Reni  Oualitäten  mw

„  230.—
je  10  Stück  der  Marken  No.  49—53  in  Auswahl  8  für  M.  8.70.
Gelegenheitskauf:  Havana  mitVorstenlanden,  leinc  milde  Qualität.
Jo.  57.  El  Moroo  .  M.64.-—pr0dlillc
Z0-57:1.Dieselbejungquer..  *.  #,  68.  v
Von  100  Stũck  aufwarts  zum  Millepreis.  Gegen  Voranszahlung  5%  Sconto.
00  Stück  innerhalb  Deutschlands  portolrei,  nuch  übersceischen  Lündern
rei  bis  dentschem  Sechafen.  Preisliste  gratis  und  franko-  (28

A.  F.  Emde,  Düsseldort,
Aclteste  Cigarrenfabrik  Deutschlunds  mit  direktem  Versnnd  an  Private.

J.  P.  Hösterey.

Barmen,

5
Fanm  Fuer-Mntn,

Jagd-  u.  Kriegszündhütchen.
Krankenhäusern,

#1.  .  –—
llundlungen  Rcempfehlc  ich  als  bestes
u.  Dilligstes  useptisches,  steriles  u.
komprimirtes  Wundverbundmaterinl
Hagedorn'’s  Moospappe.
200,0  kg  =  1  Kubikmeter  Raum,  billige
  Emballage.  Relerenzen:  Kgl.
Churité  -  Berlin.  die  Unikersitäts-Kliniken
  in  Würzhurg,  Leipzig,
Erlungen,  Kicl.  Brealnu,  Göttingen,
Bonn  etc.;  die  Stadtkrunkenhäuser
in  Berlin.  Ilamburg,  Dresden,  Köln,
Darmstadt,  Danzig,  Aünchen,  Magdeburg.
  Lübeck  etc.  (16)
Muster  und  litteratur  franko.

6.  Beckstroem,  i#⅝  ⅜

 

S.FREUNDA  PELS  HAMBDRO
!*—it

 

GCGnlocs  Wiier  #osacuigsn.

 

 

Teplitzer  Stadtquelle.
Selt  mehr  als  1100  Jahren  r
duher  ulteste  Bellonelle  Böhmens.
Reinstes,  natlirliche  Kohlensäure
haltiges,  alkallsches  Mineralwasser.
Die  Sättigung  mit  Kohlensäure
ist  künstlich  vervollständigt.
Das  beste  und  bllligste  Tafelwasser
elt.

er
Drachtvolles,  krästiges  Mousseux.
Jahrelange  Ilaltbarkeit  wird
Zurantirt.
Tulkanlschen  Ursprungs  C##.  37°0  H.).  daher
  absolnt  Lelmfrel  u.  v.rsst.  elnhelt.
Grösste  Exportzilfer  unter  den
böhmischen  Säuerlingen.
Uebernahms-Bedingnisse  ausserordentlich
  günstig.  (22“)
Bricie  an  die  Thermalwasser-Ver.
sendung  (Teplitzer  Stadtquellc)  der
Stadtgemelnde  Teplitz-Schönau  I.  6.
        <pb n="244" />
        —  206  —

 

 

E.  Gerlauch’'s

Praeservativ-Cream

Patentamtlich  geschützt.
Dies  chemische  Produkt  (dus  einzige  lür-  diesen  Zweck  CKistirende
schützt  unbedingt  sicher  gegen  übelriechenden  Schweissiuss.  Woll-.
Wund-  und  Durchgehen  der  Füsse.  Durehreiten  und  jedes  Wundwerden
  des  Körpers.  gegen  alle  Folgen  von  Fliegen-.  Wespen-  und
Aloskitostichen.  erberennungen,  Sc  #merzen  der  Iühnerangen.  ein-Isusx

  angeirandt.  ercielt  aolelie
gegen  Wundgelien  gescltiitet  xind.

zewuchsenen  Zchennägeln  cte.  Desinlizirt  schnell  Klanenühecl.,
5  Scheucrstellen.  Geschirr-  nip  Salteldruck  bei  l'serden  und  anderen
utsthieren.

                              

 

c  Teit  gegen  WNune

Ablhärtungq.  dasx  die  Fiiæxe  auf  Iuchen  hinaus

Eingeführt  bei  #len  Truppentheilen  der  deutschen  Aimee  und

ostasrikunischen  Expedition.

31  mal  preissekrünt.  Erfindungs-Patent  No.  117129.
—  lleutiich  in  Orogenhandlungen  und  Apotheken,  Bezug  durch  alle  deutschen

Schutz-Marke.  Exporthäuser.

Bewerbern  stehen  Preisc  u.  L’rospekte  in  17  Sprachen  zur  Verlügung.

Eduard  Gerlach,  Lübbecke  in  Westfalen  (Deutschland).

Spezialfabrik  für  Viehmedikamente,  Artikel  für  Thierpfflege  und  Landwirthschaft.

Wo  meine  Praeservallv-Cream  nicht  zu  voller  Zufriedenhelt  angewandt  sein  sollte,  wird  Kostenpreis,
auch  von  meinen  Niederlagen,  zurlickverglitet.  C6#)

 

l'racæerratie-  Cream  hur.

 

 

 

M.  Halbrock,  Mambure.

Brauerei  zum  Pschorr,  München.
unnerkunnt  solldes  und  reelles  -s  S.Pscllcss-Export-undlmporthaus
  7  Lofieferant  Sr.  Mal.  des  Deutschen  Kaisers.

¾l  LIILLEEIIILIEEIILIIIIIIII
wlUnseht  Verbindung  mit
..  In  allen  überseeischen  ————#
Importeuren  und  Händlern

europaischer  Pabrikate  EIIII—
Exporteuren  von  Mnr##q  Nöting  4  Co.,  Namvurg.

Ordree  duroh  euro  aäiseno  Mlnnn  erbeten.
Relerenzen  zu  Diensten  und  erbeten.  9

 

 

 

vorzüolich  bewöhrtes  Exportbier.

 

Lieferant
von
Motorbooten.

 

 

Begründer  des  Barkaussen--Betriebes  mit  Petroleummotoren
und  mit  verstellbaren  Schiffsschrauben.

-  lcrzwlcefmsonwir.

Spezinlität:  Schrauben-Flachboote,  System  Meissner,

Prreiscourunte,  Entwürfe,  Broschüren  kostenfrei.—

Fabrikation  von
Verstellbaren  Schiffs-Schrauben.


 

20  entimeter  Tlesgung.  (177)
        <pb n="245" />
        —  207  —

 

Fried.  Krupp  Grusonwerk

M  —o’J  ßT-Buckau.

Kaftfee  -  Schäl-  und
Polirmaschinen

in  neuester.  verbesserter  Auslährung.

für  land-Auschinen-  u.  (iopelbetriel.

Vollständige  Anlagen.
zum  Enthülsen.  Poliren  und  Sortiren
der  Kallelrucht.

Maschinen  und  Einrichtungen
–  ·  «ka  für  Oelfabriken.

Zerkleinerungsmaschinen  chdiioder  A’'t:
Steinhrecher  zur  Herstellung  von  Strassenschotter  etc.
Ercelsior-Schrotmühlen,  Patent-Kugelmühlen,  Kollergänge,  Pochwerke  u.  s.  V.

vVollständige  Anlagen  zur  Erzanfbereitung.
Preishücher  in  Deutsch.  Englisch,  Französisch  u.  Spanisch  kostenfrei.

 

 

 

 

 

Hank-Conto:  beutsche  Bank,  Hamburg.  Telegr.-Adr.:  Augascher-August

  Ascher,  Hamburg,

1n  Dovensleth  29.  —  Fernsprecher:  3339  I.

IruU  aler  Art  Waaren.  Speditiom.  Inport  olonialer,
z  speziell  west-  und  ostafrikunischer  Produkte.
uster.

zu  Diensten.  Correspondens  cn#todkusche"

 

E.KRAUSS  &amp;amp;  CI&amp;amp;  *Wd2

Ffabrik  opfischer  etc.  Instrumente  G.Phof.  Apparete

PaRI  K  1#  PVERSBURC,  MALK  ANO
NI  Pel  *  S.  ĩ  S——
S—  —.  PüUr  *4

“——  e  Naturlcksosse  -2aufqeschraudf

r—
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Mnrnth  .
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Scholzmarte  z  acmen.  ã

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Vod-  ##  Concurren:  r
W##  Nessins  auf  ver-  —
bel.  .  #  Eons  *Vlr##·1  rlssss  8  it  .
für  mrk.  5  gellefert  ansilsn:

□—
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#

—  —
Bei  Besfellung  von  12  Stklfrei-Fxempler.

 

utuloge,  Ma#ktherichte  sowie  jede  gewünschte  Auskunt  fou  58

 

Cänselcber-Pasteten-Fabrik


Aug.  Michel
Hollielerant

Strassburg  i.  Els.
Spezialität  für  den
HXPort
besonders  für  feinere  Fleischkonserven.

  (u)

Eiserne  Pumpen,
Erdbohrgeräthe,

Brunnenbangeräthe,
Tiefbohrungen,
Brunneubauten,
Wasserleitungen.

Frane  Rutren,
vorm.  UMermann  Mnsender  ,
Berlin  C.,  Neue  Friedrichstr.  47.

Maschinenwerkstätten  in  Nixdorf.

Export  nach  allen  Ländern.
Lieserant  der  Kolonial=  Abtheilung  des
Auswärtigen  Amto,  Berlin,  der  Deutsch
Ostafrilaniichen  Geseuschaft,  Berlin,  der
Kal.  Artilleriewerkstätten  in  Spandau.
Geübte  Bohrmeister  und  Monteure  zur

Kd

  

Verfügung.

Wmüenerrtelsseeh

anerkunnt  tadellose  Qunlität.
haltbar  in  den  77°opDez
cmplichlt  für  Export.

Condensed  MilkExport  Comp.
rescen.  ()

Kamschweiner  Wurgl.

und

Fleischwaaren-Fabrir
Denecke  &amp;amp;  Himmel

IHoflieferanten,  (26)
Braunschweig,

lielern  Eleischwaaren  Hi#  uon
nach  allen  Zonen  der  Urde.

 

 

 

W  e#·.  *7  .
LII«««
ne.  w

u—#-*  s7s.  —
        <pb n="246" />
        Schneider  &amp;amp;  Pfeiffer

Weinbergsbesitzer
Schierstein  (.  Rheingau.

Versand  naturreiner  Weine  des  Rheingnus,  Rhelnhessens,  der  Plulz  sowie
Vvon  der  Mosel  und  Snar.
Grossisten  und  Exporteuren  entsprechender  Rabatt.  —
Sor###rke  I’robemgkisten  geyen  pen.  Berechnuny.  (4)

 

 

 

mit  dem’wenen  Keichspöstäin  mpker.  H  enld

—  (c#  50%  vons;  e  boppelsehrsuoben)  N

Deutschen  Ost-Afrika-  uinie-Anlaufen

  sämmtlicher  deutschen  Colonien  in  Afrika  als:
Togo,  Kamerun,  Deutsch-Südwest-Afrika,  Deutsch-Ost-Afrika,
Besuch  von  Cupstadt  und  der  interessanteren  Plätze  Transvauls.
Abfahrt  von  Hamburg:  Erste  Häalfte  Juli.
Rückkehr  in  Neapel:i  Etwa  Ende  September.
PDrospecte  gratis  und  franco  durch  die  (°,
Deutsche  Ost-Afrika-Linie,  Hamburg,  grosse  Reichenstrasse  25,  und  die

Hamburg-Amerika  Linie,  Hamburg,  Dovenfleth  18/21,  (Abtheilung  Personenverkehr),
  sowio  durch  deren  Vorfteter.

 

 

-  Weingutsbesitzer  von
eDr  J  Uln  v.  Weinlandiung,  Rhein-,  L6si  und  Pralwein
"  !*  Rüdesheim  a.  Rh.,  nuch  allen  Welttheilen.  (3")  —

 

 

 

 

Joseph  Klar.,  Samenhandlung
80  Linienstrasse  BERLIN,  Linienstrasse  80,

Norlieferant  Sr.  31##(Gese9kd  —  Keisers.  —

oflerirt  nebst  troplschen  Frucht-  und  Nutzpflunzen-Samen  auch  solchen  von  Gemilsen,  soweit  sich  diesellien

nach  den  der  botunischen  Centralstelle  in  Berlin  gemachten  Ilittheilungen  uls  für  den  Anbau  in  den  Tropen

geeignet  erwiesen  huben.  —  Da  die  botanische  Centralstelle  nur  für  elnmulige  Versuche  im  Kleinen  Gemäsesnmen

  lielert,  so  oflerirc  ich  für  grösseren  Bedurf  gegen  sr.  Einsendung  von  Uurk  12,—  franco  aller  deutschen
usrikunlschen  Kolonlen  gut  verpuckt  1  Kollektion  von  Brutto  5  K  3  Kllo  incl.  Emballage.

lustrirte  Kataloge  gratis  78.
        <pb n="247" />
        209

———

Gegründet  im  Jahre  1450.

 

Garantirt  Kangjährig
reines,  erprobt  als
gesundes  baltbar  im
Gebräu  ohne  tropischen
Themikalien.  Klima.
#.  #

Alleinige  Rontrahenten  für  überseeischen  Exporkt:

Zohannes  Ed.Icpp,  hunburg,  Jepp  &amp;amp;  Co.,  Münden,

S.  v.  N.  wilbelmstraße  9  u.  Jo.  Kandobergerktrahr  5.
d.  von  I%  er.  Me
beutsche  Kolontalzeitung,

Bd.
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WOERMANN-LINIE,  m.  b.  H.

Am  10.  April:  P.  D.  „Marie  Woermann“,  Capt.  Triebe,
nach  Madeira,  Gorée,  Klein-Popo,  Lagos,  Fernande  Po,  Kamerun  und  den
Iälen  der  Südwestküste  Afrikas  bis  Matadi.
Am  15.  April:  P.  D.  „Ella  Wocrmann“,  Capt.  Hausen,

nach  Tanger,  Casablanca,  Mazagan,  Mogador,  Las  Palmas,  Teneriffe,  Gorée,  Dakar,
Ruflsque,  Sierra  Leone,  Sherbro  und  Liberia.

Am  20.  April:  P.  D.  „Carl  Woermann“,  Capt.  Schütt,
nach  Conakry,  Monrovia,  der  Goldküste,  Togo  und  Whydah.
Am  30.  April:  P.  D.  „Kurt  Woecrmann“,  Capt.  Fastert,
nach  Teneriffe,  Las  Palmas,  Gorée,  San  Thomé  und  den  lläfen  der  Südwestküste  Alrikas
Vvon  Landana  bis  Loanda.

 

Nach  Bissao  und  Bolama:  am  15.  Mai.
Nach  Deutsch-  Südwestafrika:  am  31.  Mni,  31.  Juli,  30.  Septbr.,  30.  Novybr.
Aktle  Guter  milssen  cm  Taye  vor  dem  4byanvysdauttum  bis  I2  Uhr  mitsaps  Idnssefte  sein.

Näheres  wegen  Fracht  und  Passage  ertheilt  in  Hamburg  die  Woermann-Linle,  m.  b.  H.  sowie  der  Schiflsmakler
  August  Bolten,  Wm.  Miller’s  Nachfolger,  Admiralitätstrasse  33/34,  und  wegen  Deutsch-Südwestafrika
die  Herren  L.  F.  Mathies  &amp;amp;  Co.,  Grimm  27.  12

Deutsche  Ost-  Afrika-Linie.

Regelmässige  Postdampfer  -Verbindung
unter  Vertrag  mit  dem  Deutschen  Relche
zwischen

Hamburg,  Ostafrika  und  Transvaal

Amsterdam,  Lissabon  und  Nenpel  anlaufend.

Die  nächsten  fahrplanmässigen  Expeditionen  finden  statt:
R.  P.  D.  „ADIRAL“,  Capt.  Weest  22.  April  1896  ab  Hamburg  (lt.  Fahrplan)
R.  P.  D.  „REILCHSTAG“,  Capt.  Weisskam  20.  Mai  "v  ab  Hamburg  #"
nach  Tanga,  Dar-es-Saläm,  Sansibar.  Mozambique,  Beira,  Delagoa-Bai  und  Natal.

Diese  Dampfer  nehmen  auch  Passagiere  und  Waaren  nach
Bagamoyo,  Saadani,  Pangani,  Kilwa,  Ibo,  Lindi,  Quelimane,  Chinde,  Lamu  und

Mombassa.
Ferner  Postdampfer

ab  Hamburg  ums  Kap  der  ##icken  Iohmseng  direkt  nach  Dierban,  Delagoa-Bat,
Horcmbidue.
Nächste  Expedition:  Doppelschraubendampfer  „HERZOG“,  Capt.  v.  Issendorff.
den  10.  Juli  1896.
Die  Dampfer  Laben  vorzupliche  Elnrichttengen  Für  Enssaytere  #n  allen  Klaussen.
Ferner  zwischen  Ostafrika  und  Bombay  regelmässig  alle  vier  Wochen  im  Anschluss
an  die  Hauptdampler.

Näheres  ertheilt  in  Hamburg:  (20)
wegen  Fracht  der  Schiffemakler  August  Bolten,  Wm.  Miller's  Nachfolger,
wegen  Passage  die  Hamburg-Amerikanische  Packetfahrt-Aktien-Gesellschaft.
aowie  wegen  Fracht  und  Passage  die

 

 

Deutsche  Ost-Afrika-Linie,

——  E—  CCErr.  Reichenstrasse  25.

4  *ê½  Verantwortlicher  Redalleur  für  den  nichlamtlichen  Theil:  O.  Merlinat,  Verlin.

Druck  und  Verlag  der  Koniglichen  Hofbuchhandlung  und  Hofbuchdruckerei  von  E.  S.  Mitller  &amp;amp;  Sohn,  Berlin  8W  12,  Kochstraße  68—71.
Ausgegeben  am  1.  Aprit  1800  um  6  Uhr  nachmillags.
        <pb n="249" />
        Deutsches  Kolonialblatt.

Amtsblatt  für  die  Schutzgebiete  des  Deutschen  Reichs.

herausgegeben  in  der  Kolonial,  Abthrilung  des  Auswärligen  Anks.

VII.  JIl.  Jahrgang.  gerlin,  15.  April  1896.  I  Uummer  8

—  9  2e
#  t  erscheint  in  der  Regel  am  1.  und  15.  ##t  M  Derielben  werden  48  —  einmal  vie-M
scheinan  „Mit  l  lagenwnkossclunkotcnclonumäclolinat-Sündbellscllllczgcul.soknusgohq
ek“lman.  r#  vierteljahrliche:  Abemsententaprei  für  das  Kolonialvlatt  mit  E  Mihrsten  betragt  ber  m  zooas  durch  —  an  die
zeee  Mk.  3,—,  direkt  unter  Streifband  durch  die  Lellagebtghat  latte  Ml.  3.50  für  Deutschland  und  Oe  ensichz  Uancn.  Wi  5  für
die  Lan  6  Wellvostver  reins.  —  Ei  Aichr  und  Anfragen  sind  an  die  Königliche  Ho'buchhandiuns  von  .  ich  Siegfrie  ittler
d  Sohn,  Verlin  S8W  12,  Kochstrae  68—71,  zu  richten.  Cingelragen  in  der  Zeitungs  Preisliste  für  1600  kunr:  Nr.  1916.)

 

—  Amtlicher  Theil-  Ertheilung  der  Ermächtigung  zur  Jerrndung  des  Personenstandes  an  den  Vüreauvorsteher
  Junker  für  das  südwestafrikanische  Schutzgebiet  S.  211.  Statistil  über  den  Waarenverkehr  zwischen
Kapstadt  und  Lüderitzbucht  vom  1.  Juli  bis  1.  Oktober  1895  S.  2ii.  —  Statistik  über  Ein=  und  Ausfuhr  in  der
Jaoakhaubmündung  pro  IV.  Snar##  1895  S.  213.  —  Vertheilungsplan  der  Schutztruppe  und  Landespolizei  von
Deutsch-Ostafrika  am  29.  Februar  1896  S.  214.  —  Personalien  S.  215.

Nichtamtlicher  Theil:  Personal-Nachrichten  S.  218.  —  Deutsch-  S  kafrika:  Besuch  des  Sultans
Machemba  in  Dar#es-Saläm  S.  219.  —  Anthropologische  Forschungen  S.  219.  —  Kamerun:  Hafenarbeiten

S.  219.  —  Gemüsebau  im  Garten  des  Kaiserlichen  Gouvernements  S.  220.  —  Togo:  Uebersicht  der  im  Schutzebiete
  ansässigen  Deutschen  und  Jrenden  S.  220.  —  Aus  dem  Vereiche  der  Missionen  und  der  Antiklaveret-Bewegung
  S.  220.  Aus  fremden  Kolonien:  Landgesetzgebung  in  der  Kaplolonie  S.  223.  —

Kongostaat  S.  225.  —  omwollenindnsttrio  in  Ostindien  S.  225.  —  Fil#archipel  im  Jahre  1894  S.  227.  —

tinderpest  in  Matabeleland  S.  2268.  —  Verschiedene  Mittheilungen:  Verzollung  von  Bananen  S.  228.  —

Vorlesungen  über  Kolonialbotanik  I.  228.  —  Eine  Rundreise  nach  den  deutschen  Kolonien  S.  228.  —  Litteratur

S.  22.  —  Litteratur-  Verzeichniß  S  S.  229.-  —  Schifssbewegungen  s.  229.  —  Verkehrs-  Nachrichten  S.  229.  —  Anzeigen.

—  —

 

Amtlicher  Theil.
Gelehe;  Perordnungen  der  Reichsbehörden.

Auf  Grund  des  §  1  des  Gesetzes,  betreffend  die  Eheschließung  und  Beurkundung  des  Personenseambes
  von  Neeichsangehhrigen  im  Auslande,  vom  1.  Mai  1870  (B.  G.  Bl.  S.  599)  in  Verbindung  mit
4  des  Gesetzes,  betreffend  die  Nechtsverhältnifse  der  deutschen  Schubgebiete  (R.  G.  Bl.  1888  S.  75),  und
S#n  der  Allerhöchsten  Verordnung  vom  8.  November  1892  (R.  G.  Bl.  S.  1037)  ist  dem  Büreawvorsteher
Junker  für  die  Dauer  seiner  amtlichen  Thätigkeit  im  südwestafrikanischen  Schutzgebiete  die  allgemeine
Ermächtigung  ertheilt  worden,  in  Fällen  der  Abwesenheit  oder  sonstigen  Verhinderung  des  Standesbeamten
innerhalb  des  Schutgebietes  bezüglich  aller  Personen,  welche  nicht  Eingeborene  sind,  bürgerlich  gültige
Eheschließungen  vorzmmehnen  und  die  Geburten,  *  und  Sterbefälle  derselben  zu  beurkunden.

 

 

 

 

Perordnungen  und  Wikkheilungen  der  Behörden  in  den  Schutgebieken.

Statistik  über  den  Waarenverkehr  zwischen  Kapstadt  und  Lüderitzbucht
vom  1.  Juli  bis  1.  Oktober  1895.

u.  Ausfuhr  von  Lüderibucht  nach  Kapstadt.
Der  Werth  ist  sach  den  ducchschnlktiche  Preisen  in  Kapstadt  angenommen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2  :
#.  e  ch  en  lo-  *’iiie
7  Beze  %  !*n-K-  der  ar  Stůck  Ki  .  Liter  Neter  Werth
S  eti  r
S  ph  sch  geordne  gram  mi  p
l  —
1.Gummi  arabiin  .  —  2000  1600  *
2.]  Hörner  und  Felldeckcn  50  –  88  —
Zusammen  1800  —.
        <pb n="250" />
        —  212  —

b.  Einfuhr  in  Lüderitzbucht.
Der  Werth  ist  nach  den  durchschnittlichen  Marktpreisen  in  Lüderitzbucht  angenommen.
Einfahr  durch  den  Nautitius“)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

«  s  5  2  Be  eichnun  Werth
*  Vezeichnung  uck  Kilo-  i  Werth  s  *  Wie.  Stück  Kilo-  uter  Lurn  Verth
„  der  Waaren  Stück  amm  Liter  Meter  ii  e  »  der  gramm  Mark  Pf
-  alphabetisch  geordnet  gramn  «  Mark  Pf.  S  salphabetisch  geordn

·  »  I
—  1150  —  —85010  —
—  —  —  200  56.]  Mehl  (fein)  1150,  —

1|2  4  —  57.  Milch  .*—  9/—
3.  m  *  —  360  1014  Meralvass  —  —  12  —  40  —

.  .-  »  59Y  —  —  —  F  .I
4.Arznetwaaren,(.he  —  —  —  —1420—

mikalien  u.  s.v..  .  —  —  700“  —  60.  a  ie  Wegen  r  ö!+!  —

5.]  Backpulver  .  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —
6.  Baumwollenstoffe  —  —  —  —  6%  —  62.  u  F  56%  –  –  192  —  300  —
7.Sallen  266  48  —  Petroleum  —  216  —  10—

8.]  Bretter  200  —  50  —  5.  Sonstige  Oel—  —  384  —  zos  —
9.Bettstellen  —  170  —  —  167  —  6.  gwMorhee  60  –  400  —
10.Bisquits  —  337|/  —  —  1200  —6.  iche  15  —  I  —  16.—
11.Vier  t  —  §  1584  —  40  —8  Frsschan:  nebst
12Bleiweiß  —  56|  —  —  3  Schrager.  —  —  —  —  150—
3.  Bohnen  –  0  —  —  7  –  69.Pontak.  —  72—  119

Vordeauxwein  —  —4  18.  *  13221  —½  .  Präserven.  —  —  —  —  60
.  mer  —  600  —;  228  —71.  Reis  —  2310  244
Si  ·  —l:  :36  5510  72.  kriel  —  —  54—  13
—  142  —  —  2  2
,[Corned  Beef  —  50  —  —  1  4  —  —  —  —  100
„Dchsparren  us  omu  eêc  5
Datteln  .  ..  —  100  l  —  —  25  D  Stalerbfen  —  —  —  —  45  —
utnfdtutbtdelikatessen
  ..-·-  —  Sättel.  —84  —  ,  —
SEisen-,  Stahl=  und  "„  556  —79.Sattlerwaarr.—  —  —  —  50
atdwaarenn  —  —  —  -  —  Schaufeln  u.  Spate  —  —  —  —  80
Eisen  in  Varren-  —  2600—  300  —  1.Schuhe  und  Steeiel  —  —  —  —  200
Eisen  in  Platten.  —  600  —  —  ·  —  272  —
6.Eimer  60  120  —  —  2.  Schinken  .  3089  326—
··«"  :  t—-  90—K.(  —.«.———«——
·  Erbsen  «  —  —  54—  85  —84.  Stlernaaten-  —  —  206  —
Eisis  —  25  —  —  5.  Speichen  332  —  —  —
Fadennudeln  —  s  —  350  —  Sweshe  5%  —  —  18  —  24
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—  55  —  –  —  —
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Glaswaaren  —  —  —  —  5468  —  —  —
-  1  5  20  —  *1  F  —  2  —  2„2
.  spannonutms  1  750  –——  310  5.Thüren  —  —  —  —  6000
·  Waaren  —  —  —  —  3  —  Waffen  und  Mu-—
  1610  —  —  3264  —  ion:  1
«  —  Dynamit  und
ale:  .  —  4600  —  12780  zur  undde  *  .  —  —  300
atrenfedern  .  2  —  —  195  —  657  Schlaghütchen  D  4
brtosfeln  «  —360  —  31  uͤnd  Jünder  ———  ——  50—
KKerie  igsstũcke  2  zo  —  —10  —Wagge  52  ——  2000r
.Kleidungsstücke  —  —  50  —  3.  Vagentheile  ·  —  —  —  1000
6S.  Kohlen  —  5  100.  Wagenschmiere  —  293  —  —  122
Korken—  —  —  —  —  101.Wein  (Kap-)  *  —  2376  —  2145  -
Lebende  Pflanzen  und  -  .  —  —  —  —  800
Bäum  —  —  —  —  19  —  102.  Weiseuge:  500  —  —  100
...  :  30  —  3.  en.  .  —  *
Ere  Siof.–  155  ?  6  —  1  itt.  —  12300  —  —  5422
Leinen  (Stoff  —  2150  –  —  755  —  105.]  Wollwaaren  —  —  —  —  1500—
Maismehl.  —  2600  —  —  100.Wollene  Decken  –M((AIIInP5ö55  100
Maschinen  .  —  —  —  —  —  n  m  —  —  —  300
Materialwaaren  —  —  —  —  15  —  10..  Heer  –3338  —  —3570
Matratzen  —  —  —  —  210  «  125  —  —  130
.  —  71  —  —1  1560  —100.  Zwiebeln  -  «——-——-Meht
  hien  %  x  Zusammen  127408
        <pb n="251" />
        Statistik  über  Ein-213



und  Ausfuhr  in  der  Tsoakhaubmündung  pro  IV.  Zuartal  1895.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein  1.  hr.
Bezeichnung  .»-  zei
z  .  Kilo—  er  —  Bezeichnung
-*  der  Waaren  Stück  ramn  Liter  Meier  Werth  der  Waaren  Stück  Kilo  Liter  Meter  Werth
*  alphabetisch  geordnet  gramm  Mark  Pf.  Salphabetisch  geordnet  gramm  Mark  ##f.
i  ,  ;  s
Es  —«538;——10000-—66.81)ster-  —  —  5600  —
z  —  6118  —  —  1834  —7.  Musikinstrumente:  —  285  —  —168  75
3  —  9007  —  —  3602  8068.  Nalchinentheile  —  770—  —  10945  —
5.  —  ELELVI  —  2675  —  —  5350  —
6.  —  256544  12060  —  132722  —.  eln  —  193  —  —  900  —
7.  —  158)  —  —  500  —  71.  NähzeugJwirn,  Garn  1
5  94  —  —  —  245  —  ½#  Knöpfe)  —  7  —  —5000  —
8  —  125  —  —  250  —72Näg  —  328  —  —  426  40
10  —  32  —  —160  —3  zel,  bedruckte  —  468ä  —  2600|1  560  —
II.  —  14  —  —  168  80  /74.RNudeln.  ..  —  152——  114  —
12.  —  600  —  —  180  —  75.]  Papier  und
13.  —  1128  —  9024  —76.  Papierwaaren.  —  2615  —  —  2615  —
11.  —  26356  —  —  3900  —  7  Parfümerien  —  129  —  —  780  —
1.  —  —  430  —25  —½Pappoleum  —  600)  —  —“  300  —
13.  —  2900  —  —  60  —79.  Patronen  2440  177—  —  104  —
17.  —  5633  —  —  5630  —  80.  Papierwäsche  .—  26  —  —  208  —
—  712  —  —  1182  —81.TPfeifern  124  —  —  2500  —
16.  —  1152  —  —8456  —2Vhotograph.  Artike.!N  40  —  —  500  —
20.  —  730  —  —  38  —  83.Pfesser  —  215  —  —  645  —
2.  —  701  —  —  3855  —  84.  Petroleum  —  2711  7600  —138  —
—  9540  —  —1000  —85.Peitschenstöcke  —  5  —  26  —
2.  —  123  —  —  369  —-86.]  Pumpen  —  133  450  —
24.  —  575  300  —  450  —87.Provenceröl  —  44  —  75  —
25  —  191  —  —  780  —  reßheu.  —  5000  —  —  350  —
D26.  —  170  —  —  561  —89.Näder  16  —1  —  —  2400  —
2.  —  11  —  400  eis.  —  1762  ——402  50
2.  —  82  —  5501160  —1891.  NRöhren  —  857—850—
D29.  —  228  —  —  912  —  92.Nevolver  5  —  —  —  75  —
3—  —  489  —6560  —53Rosinen  —  420  —  680  —
.  —  29  —  —  472  —  4Rum  und  Gin  —  —  10600  —110—
32  26  53  —  —1120  —  Sämereien.  —  5  —  1063  50
3  —  1189  —  —Sa-sz-  —  3255  —890·
3.  —  1180  —  708  —.  Sago  —  1225—  —  980—
35  —  678  —  —.5100  —Sattlerwaaren  —  1935  —  —  15480  1—
3.  —  409  —  —  8180  —%.  Salzgurken.  —  70  —  —  210  —
8  —  573  —  —  687  —  100.  Sandpapier  —  11  —  —  255  —
9..  —  552  —  —  1800  —  [101.]  Saucen  —  37  —  —  295  —
39.  —  251  —  —  302  —02.Segeltuch  —  508  —  —2250  —
4.%  «  »  103.  Seife  .  —»-)800——8932—
Hi  —  988  —  —25  H  rmd  .  —«;751——110140
»  —  59»—;—2360;—105.6  nq  .  --  612——  918  —
.  466  —  —372  80  ..  —1143——  71  50
44  6879  —•0  —107.  Sttanen  .  —;71——  284  —
1.  (Gewürzz—  35  —  105  108-.Schinken  —  130  —  —39  —
16.  43834—  —8024  —  109.|Spielkarten  —  832  —  —  984  —
#vS  —  6  —  —  193  —110Spielwaaren  —  2060  J  —  618  —
46  urzwaaren  —  27  —  —  1130111Sprudel  .  —  454——  908  —
½/Lenen  —  1317  —  200  200  —12.  Schuhwaaren  .  —  1529  —  30  508  —
seinenwaaren.  —  6  —  —  400  —  113.  .  -i754——5645—
51.  Lenol,  —  1295  360  —  655  —  1114.  tn  —  14  —  —  140  —
52  Leim  aaren  46  —  460  —  115.  *P7  —  1055  52  —
53.  «--  —  H—!—  17-00116.  -  —  38  —  57  —
54  —  475  —  —  950  —  117.  hierwaaren  —  4104  —  —  2020  —
8  —  9609  —  2762  —  118.ITüche  —  350  —  —  —
56  —  111  —  —  333  —  119.Taue.  —  100  —  —  150  —
f57  .  —  28  —  —  252.  —  120.  Uhren  —  310——20000—
—  —  270  —  202  50  /121.Wagen  7  60t0  —14000  —
8  —  —  —  11000  —Mäsche  —  100  —  —4  —
60.  —  270  —  —  3000  —  123.Wein  .  —»431180—.1200—
61  —  49  142  —28502  —14.  Waschblau  .  —  12  —  —  18—
—  93  —  —  3000  —125.|Wollwaaren  —  482  —  —82  —
—  142  54½  —  Feichenmaterialte  159  —  500—
—  1  —  —  985  —127.  Zinkwaar  —  91  —  —  364—
—  1213  —  —2500  —128.8uker  7550  —  —  6040  —
—  47  —  —  940  —129.  wiebeln  —  50  —  —  50  —

 

—  —  —
Zusammen  #377  263/45
        <pb n="252" />
        —  214  —

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ausfuhr.
—  Bezeichnung  Kilo-  »  Werth  S  Bezeichnung  Kilo=  Werth
5  der  Waaren  Stück  Liter  Meier  hv  2  der  Waaren  Stück  ilo  Liter  Meter  erth
S  alphabetisch  geordnet  granim  Mark  Pf.  alphabetisch  geordnet  gramm  .  Mark  Pff.
1.|Fellel  —  2000  —  —  125  —  3.Naritägn—  70  —  —  500  —
2.  Hörner  .—  50  —  —  50  —  4.  Sand  Gur  Unterluchung
I  aufGoquehan).I—  150  —  —  —  —
Zusammen  675  —
Vertheilungsplan  der  Schutztruppe  und  Landespolizei
Anmerkung:  hinter  dem  Namen  =  krank,  c  hinter  dem  Namen  —  kommandirt,
r  Kom-  Rom—  „b  )JZahl=  OberderGarnison-
  DOber-  |  Lieun  Ober  *4  *  Ser-  Unterman-
  pagnie-  HEIE  Aerzteeistseue-Feldwebel  *⅛*
Kom-  ort  deur  führer“  tenantsärzte  -—  1  geantenoffiziere
pagnie  führer  Sasp  werler
1.  Schutztruppe.
—  po.  NatzFischer  csv.  Beringes  1OllwdugKuhnenEngell  —  Benkewis  Menuser#-mer
  2  TLeppe  C#hardt  Langen-Petrowitz
Stab  Dar-es=  **s  *  kemper
Salöm
S—
Moschi  –  hhb  J0%  —  Merke—Dr.  Eggel—Körner  111—  —  Bartscher  —
Marangu  —  —  —  v.  d.  Marl——-  —  —  —  —  —  —  Reisewitz
1.  witz
Kisuani  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  Lemble  —  —
Masinde  —  —  —  Storch  —  —  Dr  Suer-  —  —  —  Rymarzig  —  —
Dare-es-  —  —  —  Charisius  —  —  —  —  —  —HentichelSommer-Darunt-2.
  Saläm
Dar:es-  Hammer=3.
  .  —  —  —  —  —  Z  —  Görn  —  meister
Salüm  v.  Stuemer  Witkowoki
.  Kilimatinde  —  Podlech  —  Stadll  1  Tllr.  Rein--9  -.-  .  Ganzer
4  baur  hardt  Körner  11  Krauß")  Frahm  Peschke
v.  Kleist?
5.  Ulanga  —  —  —  Albinus  —  —  Arning  —  —  —  Spiegel  —  Stephan
v.  Stocki“
Kilwa  —  —  —  Jany—  —  HDr.  Simon  —  —  —  Henschke  —  Herdecke
b.  —  —.  —
Mavudiuhman—  —  —  —  |  Sriichmah  —
        <pb n="253" />
        Der

Assistenzarzt  2.  Klasse  a.  D.  Dr.  Schreber,

Personalien.

Der  bisherige  Chef  der  Bauabtheilung  des  Kaiserlichen  Gouvernements  für  Deutsch-Ostafrika,
Regierungsbaumeister  Wiskow,  ist  zum  etatsmäßigen  ständigen  Hülfsarbeiter  in  der  Kolonial-Abtheilung
des  Auswärtigen  Amts  ernannt  worden.

bisher  vom  Königlich  sächsischen  Infanterie-Regiment

  Nr.  103,  ist  mit  dem  1.  April  d.  Is.  der  Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika  zugetheilt  worden.

 

von  Deutsch-Ostafrika  am  29.  Februar  1896.

siehe  Bemerkungen.

 

hinter  dem  Namen  und  bei  den  Ziffern

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

"  *
-  #  a  6
Ober-  Lazareth=  Etats=  .  2  1  2  *r  Farbi  g  e
lazareth-  mäßigeee  -  Aslaris  Armirung  Bemerkungen
„  LFgehülfen  WHEffendi  Chargehülfen
  Schreiber  6  gen  regu=  krre-—
  «  läre  guläre
1.  Schutztruppe.
"  7  Maschinengewehre
Wülfing  Werner  Feldwebel  8
Häge-  Apelt,  —  Unruh2  —  —  —  —  5  Revolverkanonen
wald  uunteroffiz  Nickl  em?  Davon  2  an  die  Flottille  ab-Häcker
  Triebel,  1  Scnelllcbetanone  #zem  gegeben
"  Ob.  Laz.  2  ital.  Berggeschütze
Geh.  6.7  Em
erbsleb  4  Mörser  em
v  1  Maxim-Gun  K  45  unbrauchbar
1  Berggeschütz
—  —  —  —  —  1  8  107  —  6.5  em
1  Schnel  ladelanone  —
—  —  —  —  —  —  —  1  32—  3,7  .„
"  l  1  ochnellladekanone
EEEIIIE
Ossen-=  —  2.  Komp.  1  Darus-
  —  —  —  4  29  2  ————
;  Sergeant  Sommer  wird  beurlaubt
Davon  8  Mann  auf  Expedition  mit
dem  Gouverneur
Attach.  v.  LT  1  Komm.  —  hbarge.  2  Nann
—  —  —  —  J  1  3  32  —  —  ·«-.-  s
«9-«—  3
**e  9.  —  2
I0.  —  2
II.  —  1
«  —  :-«
  Momenwa  4
Kisal  1.
Min  1  Charge,  25  Mann
davon  4  Mann  Arbeiterabtheilung
—  1  Estendi,  3  Gh  31  Mann
—  —  —  —1  1  9  84  —  hargen,
72  auf  Exped.  mit  dem  Gouverneur
1  Maschinengewehr  vroh  anuh  auf  dem  Marsch  nach
in  n
—  —  —  —  —  —  8  130“  1  "  8  mm  Sergeant  brron-  r.  zur  Küste
1  ital.  Berggeschuz2  Wann  be  beiss  ean  uir
6,7  ecm  einschl.  Sekobs  aui  120  Ma  l
Pri  ELEXOCdIDCONXDIII
Frinage  —  —  —  —  1  1  10  110*  —  —  L.  P  Kleit  teit,  emii  7  9n
50  Abkar
*5  Manur  b  ei  i  Fehn  r  1
—  —  —  —  —  1  4  66“  «  2BleschteFeldgeschüVeILMannbciderLKonm
«  K/73
Fleich  —.  2  47  1  ital.  Berzgeichuh,  5½
„7  em
        <pb n="254" />
        Nr.  dom-  om.  —  "Q  .,
derGarnison=  Kom-Ober=  Kom-  Lieuini  Ober-  ZahleDObereer-  Unterman-
  pagnie-  .  Aerzte,eister=  seuer=  Feldwebel  ...
Kom-  ort  deur  führer  für  tenanto  ärzte  spirant  er  geanten  offiziere
gazme  ührer  esptranten  werker
Duarees-  —  E—  *  Kielmeher  t  zB  —  —  —  —  Noe
1  Saläm  Stenzler  Knaust
8  Lindi  —  Sromm  —  Schnorten.  —DHösemann—  —  —  —  Pannewitz  %
8.  pfeil  «  Freitag“  Lachenmair
#[Aufdem  Marsch  *!  -  —  *  E—  —  —  töhr  Ullmann
9  nach  Udfidji  Ramsay  s  Fonck  1I  Köhler  Müller.
*b5%¾2  Friisch  ..
10.  Tabora  —  —  Leue  Passevant—  —  UDUr.  Mickens—  Markgraf  RichtersSydow
Drewes  drath“
Muanza  —  —  Herrmann]  Kollmann——  Zupita—  —  —  —  —  —
11.  —  ——  —  ——  —-  7
*  *
Vukoba  —  —  —  v.  Kalben;  —  —  —  —  OHartmann]/  Salomon  —
*
Engelhardt  Dr.
12  Kilossa  —  —  —  Graf  Fugger  —  —  Koerfer  —¼  Stamm  —  —  —  Kersten
Glötl
Station  -  -—«—  —  ———-  —  Skiba
Apwapwa  —  —  —  Glauning  Dr.  Berg  Jost  —  Schutz
Station  Kisakt  —  —-  —  v.  Grawert·-.—½  —  —  —  —  —  —  Bittner
,--.-«  o.  —  —  v.Wiss-——  —  —  —  —  Krause
Auf  Erpedition  Trotha  mann  *  Kamp  —  —
Zusammen  1  1  7  25  1  —  11  1  8  1  13  10  24
II.  Landespolizei.
Tanga  —  —  —-  —  ——  —  —  —  —  —  Jaenke  Haible
Pangani  —  —  —  —  ————  —  —  —  —  —  —  Grimm“
Saadani  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  Einögg  —
Bagamoyo.  —  SScherner  —  Gaer--  —  —  —  Weallner  —  —
Dar-es=  Salim  —  —  —  —  —  —  —  —  —  Mutter  —  —
—  Flrhr.  v.  ——  —  —  I-bit  —  —
stilwa  Eberstein  Feist  —  Pfendtner
Lindi  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —
Mikindani  —  —.  —  —  —  —  —  —  —  —  Kayser  —  —
—  —  —  ——  —  —  Merkl'
Donde  —  —  —  —  Lustig  —
Langenburg  —  —  —  —  ——  —  —  —  —  Haegele  —  —
Zusammen  —  2  —  —11  —  —  1  —  4  4  3
        <pb n="255" />
        217

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

—  —  —  —  —
8  &amp;amp;  b  :„
Ober-  Lazareth-  Etatsst  -  8  S  Farbige
lazareth-  a  IEILIIIIE  *  Char-  1  Anskaris  Armirung  Bemerkungen
gehülfen  gehülfen  Schreiber  ##  FEffendi  9en  regu=  irre-6&amp;amp;
  lläre  —
1  «  Serg.  Freitag  wird  beurlaubt
—  —  —  1  3  66"  —  —  *  Mann  auf  Exppedition  mit  dem
1  Gouverncur
Z  -  »  eldwebel  Weinberger  kommt
—  —  —  —  —  1U  1  6  l  111  —  4  leichte  Fegeschüze  gedweel,  wei  n.  Dar-zes-Sal.
s  «  BMannbetderLKomp
l
—  Nöhr  —  —  —  21—  l  7  %  117  —  —  *2  Mann  bei  der  2.  Komp.
1  Schtellibelenone  v  M  rsu—  Frilsch
.  ,  Z3ahim.  Asp.  Zickendrath  e  Sicht
Weidner  —  —  —  —  1-1  —  8  127*  9  1  Schnelllcderanone  .5  behufe  Benlauhung  Sso
/  4,7  cm  Kopfstärke  w.  c.  120  Mann  einschl.  Charg.
#n  lladekanone  .
—  Schuster  —  ————.———.—.—.—.—  #  27  25  1  Sn  en  *1  Mamn  bei  der  2.  Komp.
—  ——  J  Zum  Ciacconschexyvon  Mlolfa  ernanni
—  —  —  —  —  .  —  —  1  52  15  —  n.  Har  5*5  LD
chufs  r  u  7  zo  et.  beordert
—z  »  .—.
’  1  Moschinengewehr  Ano  po  *
#  .  nqnte
Früchte-  —  &amp;amp;  "  —  m  B
—  nicht  —  1  6  101*  1  Schmellladekanone  i  W.  chtnn  eischl.
’  J39linssraspirant?  den  tannngnbirt
Ir  —  —  —  —  5  —  —  e  u
Wiest  —  —  5  35  1  Cbarge,  7  Monwie  —  z
%  T  *  1  Mann  bei  der  2.  Komp.
—  Aimer  —  —  —  —  1  31  3  —  Station  Kisaki  wird  aufgelöst
1
—  J,  Schirpeee  —  —  ntut  1  —  Lmtmtmte
6  10  3  —  35%  22  1416  051  40
=  A  4
II.  Landespolizei.
T  —  ...
4  leichte  Feldgeschütze
Loegel  —  —  —  —  2—2  44  —  "lv  7  chut
Bootskanonen
HGLiolland  —  —  —  —1  1  19  5
2  leichte  Feldgeschütze
—  —  —  ———-—  1  9—  K-73
3  leichte  Feldgeschũtze
JJ"ENb(  §m—spi  rsont
T
I  4  leichte  Feldgeschütze
—  —  —  —  —  2  49  —  K/73
1  1  Nevolverkanone  3,vm
—  —  —  —  —  —  —  —  3  —  —
i
:  2  italienische  Ber
Voelkner  —  —  —  —  —  2  26  —  geschütze  6,7  n
4  Dar.es-S
  —  —  »  —  —  EE
—  —  ⅞“  —
«  ———-—-2
  1  —  —  —  2  16  252  50  21
        <pb n="256" />
        218

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der  Hauptzollamtsvorsteher  Ewerbeck  hat  sich
nach  Mikindani  begeben  und  die  Geschäfte  des  dortigen
  Bezirksamts  von  dem  auf  Urlaub  gehenden
Beamten  Berg  übernommen.

Der  für  das  Kaiserliche  Gouvernement  angenommene
  Schiffer  Reimer  reist  nach  Ostafrika  ab.

Drahtmeldung  zufolge  ist  der  Lieutenant  in  der
Kaiserlichen  Schußtruppe  v.  Kalben  am  13.  Februar
in  Bukoba  verstorben.

Ramerun.

Kom  PberKom  Lieus  Ober-  -  Zahl-Ober-  Ser=  Unter-Garnisonort
  man-  führer  pagnie-  tenants  rzte  Aerzte,  meister-feuer=  Feldwebel  eantenoffziere
deursh  führer  enan  5  5  aspiranten  werker  9  1
III.  Beurlaubt  nach  Europa.
Frhr.  Schlobach  Dr.  Dr.  Man-  Kieferle  urick
—  —  —  jv.  Schrencf  Nachtigall  —  Schwe--kiewiz  —Winkler9  —  Serb#e  Mergarten
v.  Notzint  Böhmer  singer  Dr.  Widen  Zimmer=  8
Prince  v.  Bercken  mann  mann  Wastelewen
v.  Elpons.  Dr.  Krefeldt  Wilamo
Langheld  Wagner
Zusammen  —  —  4  4  —  1  3  —  4  —  —  7  1
Kommandirt.
—  —  —  Fischer,  —  ——  —  —  —  —  —  —  Meuser
Berlin  zum
Eisenbahnkommando

Krank.
Dor  ner
—  —  —  —  —  —  57  —  J  rie?  *57  —  Grimm  7°
Rekapitulation.
I.  Schutztruppe  1  1  7  25  111  —  11  1  8  1  13  10  24
I.  Landespolizei  —  —  2  ——1  ——  1  —  4  4  3
I.  Beurlauitt—  —  4  —]  1□  3  —  4  —  —  7  1
zusemmen  11  „  1  .————...-  1
Nichtamtlicher  Theil.
er  vnal-Nachri  ken  ⅜l  Der  Polizeimeister  beim  Kaiserlichen  Bezirksamt
p  s  ch  Victoria  Pfeil  tritt  mit  dem  1.  Juli  d.  Is.  in  den
Deutsch-  Ostafrita.  Ruhestand.

Der  an  Stelle  des  ausgeschledenen  Schiffszimmermanns
  Kubiß  für  den  Dienst  des  Kaiserlichen
  Gouvernements  angenommene  Schiffszimmermann

  Reimers  ist  nach  Kamerin  abgereist.

Der  für  die  Leitung  des  Slipbetriebes  angenommene
  Techniker  Milleck  ist  nach  Kamerun
abgereist.

8üdwestafrika.
Unter  Führung  des  Lientenants  v.  Zülow,  des

 

Der  Direktor  des  botantschen  Gartens  zu  Victoria

Dr.  Preuß  und  der  Polizeimeister  Biernatzky
sind  im  Februar  d.  Is.  vom  Urlaub  auf  ihre  Posten
zurückgekehrt.

Sekondlieutenants  Grafen  Kageneck  und  des  Stabsarztes
  Sobotta  sind  3  Unteroffiziere,  154  Mann
und  1  Oberbüchsenmacher  Ende  März  zur  Ablösung
der  ausgedienten  Mannschaften  der  Schutztruppe  nach
Südwestafrika  gesandt  worden.
        <pb n="257" />
        219

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Besuch  des  Sultans  Machemba  in  Dar·  es-  Salam.

Der  Sultan  Machemba  ist  nach  einem  Berichte
des  Kaiserlichen  Gouverneurs  auf  seine  Aufforderung
am  29.  Februar  nach  Dar-es-Saläm  gekommen,  um
persönlich  nochmals  seine  Unterwerfung  anzuzeigen
und  um  Bestätigung  des  mit  ihm  abgeschlossenen
Friedens  zu  bitten.  Nach  mehrtägigem  Aufenthalt
kehrte  er  wieder  nach  Luagalla  mit  dem  Versprechen
zurück,  seinen  Besuch  von  jetzt  ab  alljährlich  wiederholen
  zu  wollen.
kann  als  erneuter  Beweis  dafür  gelten,  daß  es
Machemba  mit  seinen  Friedensversicherungen  durchaus
  ernst  ist;  die  verschiedenartigen  Eindrücke,  welche
er  hier  empfing  und  die  sichtbar  Eindruck  auf  ihn
machten,  in  Verbindung  mit  der  guten  Aufnahme,
die  ihm  auf  Befehl  des  Kaiserlichen  Gouverneurs
zu  Theil  geworden  ist,  lassen  sogar  erhoffen,  daß  er
sortan  ein  dauernder  Freund  der  deutschen  Regierung
bleiben  wird.

Diese  Reise  nach  Dar-es-Saläm

 

Ober-  2*  8  Farbige
der,,Lzareth-Etats  s  —
lazareth-  zu  mäßige  7“  Char—  Askaris  Armirung  Bemerkungen
gehülfen  gehülfen  Schreiber  Effendi  en  regu=  irre-—
  6  ]  läre  guläre
III.  Beurlaubt  nach  Europa.
Näwy  Oberlazall  —  —  —  —  —  —
Benz  srethgehülfe
Sieler  «
2  1  —  ———  —
Kommandirt.
Krank.
5  7)  Lazareth  Dar-es-Salam
—  vuis  —  —  —  J  —  —  —  —  —  7  Lazareth  Tanga
Rekapitulation.
6  10  3  —  3  15  9  92  1416  91  40
2  1  —  —  —  —2  16  252  50  21
.—  2  1  —  –—  —  —  —  —
s  n  sösun  108  /  1668/  11  -1
Nachrichten  aus  den  deulschen  Schuhgebieken.
(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  theilweise  nur  mit  Quellenangabe  gestattet.)
Deutsch-Dlfafrika.  Anthropologische  Forschungen.

Von  Dr.  Stuhlmann  unter  Mitwirkung  des
Chefarztes  Dr.  Becker  und  von  Dr.  Simon  in
Kilossa  sind  im  vorigen  Jahre  eine  Reihe  anthropologischer
  Messungen  u.  s.  w.  an  Eingeborenen
Deutsch-Ostafrikas  aus  32  verschiedenen  Stämmen
nach  dem  von  Professor  Virchow  vorgeschriebenen
Schema  vorgenommen  worden.  Die  eingesandten
Aufnahmen  und  Zeichnungen  sind  von  Professor
Virchow  bearbeitet  und  sind  Gegenstand  der  Verhandlungen
  der  Berliner  anthropologischen  Gesellschaft
in  der  Sitzung  vom  19.  Oktober  v.  Is.  gewesen.
Eine  systematische  Bearbeitung  des  Ergebnisses  der
Aufnahmen  befindet  sich  in  dem  jetzt  vorliegenden
gedruckten  Berichte  über  die  genannten  Verhandlungen.

Kamerun.
Dasenarbeiten.

Im  Laufe  des  Januars  sind  die  sämmtlichen  im
Kamerunfluß  liegenden  Bojen  nebst  Ankern  und
        <pb n="258" />
        Ankerketten  durch  den  Regierungsdampfer  „Nachtigal“
ausgenommen,  einer  gründlichen  Reparatur  unterzogen
  und  wieder  ausgelegt  worden.

Gemüsebau  im  Garten  des  Raiserlichen  Souvernements.
Der  Gemüsebau,  welcher  früher  mehrfach  vergeblich

  hier  versucht  worden  ist,  hat  neuerdings  unter

Leitung  des  Kunstgärtners  Lehmbach  gute  Resultate
ergeben.  Der  Boden  ist  von  ihm  nach  curopäischer
Art  rigolt,  mit  verrottetem  Kompost  versehen  und
dann  mit  flüssigem  Dünger  begossen  worden.  Die
Sämereien  haben  J.  C.  Schmidt  in  Erfurt  und
J.  Klar  in  Berlin  geliefert.
Es  gediehen  bisher  folgende  Gemüse:
Buschbohnen:  engl.  Treib-,  Sion  House-,  Wachs-,
Dattel-,  Zucker-,  Butter-,  Brech-,  Prinzeß=  und
frühe  Neger-Kraut:
  Erfurter  großes  weißes,  Berliner  großes
weißes,  Markthallen-,  Erfurter  blutrothes,  holländisches
  blutrothes  frühes;

220

Wirsing:  Oberräder,  Johannistags-,  Ulmer  niedriger
früher;

Kohlrabi:  Wiener  früher  weißer  und  blauer  Treib-,
Erfurter  Dreienbrunnen--;

Blätterkohl:  halbhoher  mooskrauser;

Gurken:  japanische  Klettergurke,  Prescot  Wonder,

Noas  Treib-,  Königsdörfer  unermüdliche;
Rettich:  Münchener  Bier-,  schwarzer  Winter--Radies:
  runde  karminrothe,  Non  plus  ultra;
Karotten:  Nantaise,  Altringham,  Duwicker,  Pariser

Treib-;

Petersilie:  Schnitt-,  gefüllte  krause,  Wurzel-,  Ruhm
von  Erfurt.

Von  Blumen  gediehen  bisher:  Balsaminen,
Gaillardien,  Georginen,  Helichrysen,  Gomphrenen,
Petunien,  Zinnien,  Anthirrhinum,  Ammobium,  Dianthus
  chinensis,  Tagetes,  Galliopsis.

Die  zum  Anbauversuch  nach  hier  gesandten
Samen  von  Encalyptus  globulus,  Mülleriana,
deliciosa,  rostrata  gingen  dagegen  leider  infolge
übermäßiger  Feuchtigkeit  zu  Grunde.

 

T#go.
Uebersicht  über  die  im  deutschen  Schutzgebiete  von  Togo  anfässigen  Deutschen  und  Fremden  am  31.  Dezember  1895.5)

a.  Nach  Staatsangehörigkeit  und  Stand  ober  Gewerbe.

b.  Nach  Maßgabe  ihres  Wohnsitzes.

 

 

 

 

 

 

 

 

Staatsangehörigkeit  Stand  oder  Gewerbe
#82t
Staatsangehörigkeit
*1½·
A
Deutsche  70  22  256  22
Oesterreicher  2  —  —  2
i  1  —  —  1
Franzosen  7  —  7  —
Engländer.  1  —  1  —
Holländer  2  —  —  2
——  83  22  34  27
Hierzu  weibliche  Personen  13
Zusammen]  96

Ferner  waren  von  weiblichen  Personen  ansässig:  11  Deutsche,
1  Schweizerin,  1  Engländerin.
Außerdem  waren  am  31.  Dezember  1895  vorübergehend
anwesend:  2  deutsche  Kaufleute,  2  deutsche  Ingenieure,
1  deutscher  Offizier  und  1  französischer  Kaufmann.

Rus  dem  Bereiche  der  Wissionen

Das  Missionshaus  der  Väter  vom  heiligen  Geist
in  Knechtsteden  nimmt,  „Gott  will  es“  zufolge,  einen
guten  Fortgang.  Die  Schule,  worin  junge  Leute  zu
Missionaren  für  Deutsch-Ostafrika  herangebildet  werden
sollen,  ist  bereits  eröffnet  und  zählt  9  Schüler.  Ferner
sind  9  Brüderpostulanten  eingetreten,  4  Patres  besorgen
  den  Unterricht,  während  3  Laienbrüder  die

6  *)  Vergl.  Deutsches  Kolonialblatt  1895,  S.  226.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Staatsangehörigkeit  und  Anzahl
2  2  -  S3S  S  8  2
——..  .  S
WohG333
—1119
1  l
Sebbe...851  –  9
Klein-Popo22  4—  ——  4—  1  81
Porto  Seguro  1  —  1—  1.—  1  4
Togo  3  —  —  —  1r  —  —  —3
Lome  20  —  1—  2  27)  —5
Misahöh.  1——  —  ——  —1
Palime  2  —  —  —  —  —  —
Worawora-  1  —  ——  —  —  1
«  sss  5  5  —  ii  %  —  —  —  10
Amedsowe  4  1—  1  ——  —7
Kete  3  —  ——  —  ——  —  —
Zusammen]  70  1112/  11  7  2|26
*)  einschließlich  1  Frau.

 

Ferner  waren  am  31.  Dezember  1895  vorübergehend  an- 



wesend:  in  Klein-Popo  2  Deutsche  und  1  Franzose,  in
Misahöh  3  Deutsche.

und  der  Untilsklaverei-Bewegung.

zeitlichen  Geschäfte  erledigen.  Der  Superior

Acker  hat  also  bereits  für  eine  Familie  von
25  Köpfen  zu  sorgen.  Jeden  Tag  melden  sich  solche,
die  eintreten  wollen,  aber  es  fehlt  an  Mitteln,  sie
anzunehmen  und  für  den  Missionsberuf  auszubilden.
        <pb n="259" />
        Am  19.  Februar  wurden  im  Hafen  zu  Hamburg
nach  Kamerun  eingeschifft:  P.  Georg  Walter,  Suverior
  der  Pallottiner  in  Ehrenbreitstein,  P.  Ludwig
Ott  aus  Regensburg  und  die  Fratres  Karl  Reiß
aus  Bielitz  und  Schubert  aus  Heidingsfeld.  P.
G.  Walter  kam  vor  zwei  Jahren  krank  aus  Afrika,
erholte  sich  aber  sichtlich  während  seines  Aufenthaltes
in  Deutschland.

Die  Mission  der  Pallotiner  in  Kamerun  hat
leider  den  Tod  der  Missionare  Martin  Hahnenwinkel
  und  P.  Jakob  Mayer  zu  beklagen.  Der
Letztere  ist  nur  2½  Monate  im  Schutgebiete  thätig
gewesen.

Die  Zahl  der  Missionare  der  Rheinischen  Mission
beträgt  nach  einem  Aufsatz  des  Missionsinspektors
Dr.  Schreiber  in  der  Zeitschrift  „Die  evangelischen
Missionen“  etwa  100.  Davon  sind  72  erst  in  den
letzten  20  Jahren  ausgesandt.  Von  den  anderen
28,  die  also  alle  20  Jahre  oder  mehr  im  Dienste
stehen,  sind  es  18,  darunter  10  in  Indien,  welche
25  oder  mehr  Dienstjahre  haben,  und  unter  diesen
wieder  10,  darunter  allerdings  nur  3  in  Indien,
welche  es  bis  auf  30  Jahre  oder  mehr  in  diesem
Jahre  gebracht  haben.  Unter  den  ersten  40  haben
24  eine  Amtsdauer  von  durchschnittlich  38  Jahren
und  eine  Lebensdauer  nach  ihrer  Ordination  von
45½  Jahren  gehabt.

Aber  freilich  hat  es  in  der  Mission  auch  nicht
an  schmerzlichen  Todesfällen  von  jungen  Missionaren
gefehlt  und  gerade  in  den  letzten  zehn  Jahren  haben
sich  diese  auffallend  gemehrt.  Von  den  220  bis
jetzt  ausgesandten  Missionaren  sind  es  fast  30,  die
nach  ein  oder  zwei,  höchstens  drei  bis  vier  Jahren
schon  vom  Herrn  abberufen  sind.  Unter  diesen  so
früh  Vollendeten  befinden  sich  6,  die  ermordet  worden
sind,  nämlich  die  4  Missionare  Hofmeister,  Rott,

iegand  und  Kind,  die  auf  Borneo  im  Jahre
1859  ermordet  wurden,  und  die  beiden  Scheidt  und
Bösch,  die  im  Jahre  1891  auf  Neu-Guinea  ihr
Leben  verloren.  Von  den  anderen  sind  zwei,  Kähler
und  Wackernagel,  ertrunken,  beide  eben  als  sie  im
Lande  ihrer  Bestimmung  angekommen  waren,  und
einer,  Barkemeier,  hat  erst  vor  wenig  Monaten
durch  ein  Unglück  mit  dem  Gewehr  sein  Leben  verloren.
  Die  übrigen  alle  sind  durch  Krankheiten  hinweggerafft
  worden.

Wie  schon  oben  erwähnt,  sind  gerade  in  den
ersten  25  Jahren  verhältnißmäßig  viele  Missionare,
nämlich  11  aus  unseren  Diensten  ausgetreten.  Von
da  an  waren  es  bedeutend  weniger,  im  Ganzen  von
220  bis  jetzt  ausgesandten  39.  Bei  den  allermeisten
von  diesen  waren  es  Gesundheitsrücksichten,  die  sie
zum  Austritt  veranlaßten,  und  mehr  als  drei  Viertel
derselben  haben  später  entweder  in  Südafrika  oder
Nordamerika  oder  auch  hier  in  der  Heimath  eine
Anstellung  als  Pastoren  gefunden.

221

 

Aus  Utengule  (Deutsch-Sasualand,')  Ostafrika)
meldet  der  Missionar  der  Brüdergemeinde  Richards
am  12.  August  und  12.  September  1895,  daß  er
an  die  Aufführung  eines  zweckentsprechenden  kleinen
Gebäudes  aus  Luftziegeln  zu  gehen  gezwungen  war,
da  die  Termiten  die  hölzernen  Häuser  zerstörten.
Leute  von  dem  herrschenden  Stamm  der  Sango,
der  Bewohner  Utengules,  waren  nicht  zur  Hülfe  zu
haben.  Theils  mußten  sie  für  den  Merere  viel  arbeiten,
  theils  waren  sie  mit  Einheimsen  ihrer  reichen
Ernte  beschäftigt.  Dagegen  brachten  die  Safua  aus
ihren  Schluchten  auf  sehr  steilen,  beschwerlichen
Pfaden  das  in  der  ganzen  Gegend  rare  Holz  herbei,
während  Nyika-Leute,  in  Kolonnen  von  10  bis
20  Mann  sich  zur  Arbeit  anbietend,  das  Ziegelstreichen
  und  Mauern  unter  Leitung  jener  übernommen
  haben.  Der  genannte  Missionar  will,  wenn
thunlich,  noch  eine  kleine  Erforschungsreise  machen
nach  Norden  in  das  große  Nyika-Gebiet  und  Vinigu,
das  sich  bis  nach  Moenso  erstreckt  und  zwischen
Rukua=  (Rikwa=  oder  Leopold-)  See  und  Ruaha-Fluß
  liegt.

Von  Ipiana,  der  südlichsten,  nahe  am  Nyassasee
  gelegenen  Station  der  Brüdergemeinde  meldet
Missionar  Häfner  am  25.  August  und  21.  September
  1895,  daß  er  sich  wohl  befinde,  die  Geschwister
Ledonx  alle  14  Tage  an  sich  einstellenden  Fieberanfällen
  leiden.  Auch  hier  sind  Bauarbeiten  nöthig
geworden,  zunächst  die  eines  Güterschuppens.  Bald
werden  aber  die  Wohnhäuser  an  die  Reihe  kommen
müssen,  sind  doch  schon  jett  innerhalb  eines  knappen
Jahres  manche  Pfosten  von  den  sehr  übel  hausenden
Termiten  ganz  zerfressen.  Die  Missionsdirektion
hat  ihre  Zustimmung  dazu  gegeben,  daß  Ipiana  als
dauernde  Missionsniederlassung  und  nicht  mehr  bloß
als  zeitweilige  Versuchsstation  gelten  soll.  Bei  der
Nähe  des  Sees  empfiehlt  sie  sich  ausgezeichnet
als  Stapelplatz  für  die  Bedürfnisse  der  ostafrikanischen
  Mission,  und  was  noch  wichtiger,  Arbeit
gicbt's  vollauf,  denn  die  ganze  Gegend  ist  dicht  bevölkert.
  Man  hegte  anfangs  gesundheitliche  Bedenken.
  Völlig  unbegründet  sind  diese  auch  insofern
nicht,  als  man  Inpiana  durchaus  für  die  heißeste  der
Stationen  erklären  mus.

Von  Rungue,  der  Mutterstation  der  Mission,
meldet  Missionar  Th.  Meyer  am  13.  September
1895,  daß  auch  hier  allerhand  äußere  Arbeit  nöthig
war,  wie  das  Decken  eines  Hauses,  die  Ausbesserung
einiger  mit  Umfall  drohender  Wirthschaftsgebäude
und  die  Aufführung  eines  neuen  Stalles.  Erfreulich
war,  daß  man  nicht  mehr  fremder  Männer,  sondern
Eingeborener  aus  der  Umgegend  sich  bedienen  konnte,
die  ebenso  wie  die  verwendeten  Weiber  fleißig  schafften
(bei  achtstündiger  Arbeit  im  Durchschnitt  1900  bis
2000,  an  besonders  günstigen  Tagen  2300  Lehmziegel),
  erfreulich  auch  das  Verständniß  der  Ar- 



*)  Gewöhnlich  Usapa  oder  Usafa  genannt.  Urori  und
Varori  ist  ein  anderer  Name  für  Sango.
        <pb n="260" />
        beiter,  die  geräuschlose  Willigkeit,  der  anständige  Ton,
der  unter  ihnen  herrschte  —  ein  großer  Fortschritt
gegen  früher.

Nach  später  eingetroffenen  Briesen  des  Missionars
Meyer  ist  das  ihm  gesandte  Harmonium  glücklich  und
unversehrt  in  Rungue  angelangt,  nachdem  es  über  ein
Jahr  in  Iniana  gestanden.  Nambasika  besorgte  mit
30  Eingeborenen  die  Beförderung  zu  voller  Zufriedenheit.
  Nach  gründlicher  Reinigung  und  Instandsetzung
  einzelner  Töne  überraschte  es  die  Empfänger
  freudig  durch  seinen  kraftvollen  Wohllaut.  —

Die  Trauung  der  Schwestern  Jepsen  und  Künzel,

die  laut  anderweitiger  Nachrichten  vom  20.  November
1895  auf  ihrer  Reise  bis  zum  Schire  vorgedrungen
waren,  mit  den  Missionaren  Bachmann  und  Häfner
wird  hoffentlich  Ende  November  bis  Anfang  Dezember
stattgefunden  haben.  Eine  Zusammenkunst  mit  Missionar
  Kretschmer  von  Rutenganio  hatte  Missionar
Meyer  am  11.  Oktober  auf  dem  Berge  Ninkuyn,
der  zwei  Stunden  südlich  von  Rungue  und  zwei
Stunden  ostnordöstlich  von  Rutenganio  liegt.  an
kann  von  dem  Gipfel  aus  beide  Stationen  wie  die
Spitzen  des  Mbeyaberges  bei  Utengule,  ja  bei  klarer
Luft  den  See  mit  der  Ikombehalbinsel  und  der
NRumbirabucht  sehen.  Theils  wollten  die  Brüder  an
Ort  und  Stelle  sich  über  die  Dorsschaften  verständigen,
  in  denen  jeder  von  seiner  Station  aus
das  Evangelium  verkündigen  sollte,  theils  wollte
Missionar  Meyer  sich  noch  einmal  durch  eigenen
Augenschein  davon  überzeugen,  in  welcher  Weise  am
besten  eine  Abgrenzung  der  beiderseitigen  Arbeitsgebiete
  zwischen  den  Berliner  Brüdern  und  der
Brüdermission  zu  treffen  sei.  Denn  am  16.  Oktober
brachte  ihn  ein  achtstündiger  Marsch  nach  dem  in
großartiger  Umgebung  gelegenen  Muakaleli  (Muakareri),
  wo  von  Donnerstag  den  17.  bis  Sonnabend
den  19.  Oktober  eine  Konferenz  mit  den  Berliner
Brüdern  stattfand,  zu  der  Missionar  Richard  von
Utengule  aus  auch  am  Donnerstag  Abend  emtraf.
Die  Zustimmung  der  beiderseitigen  heimathlichen
Missionsdirektionen  vorbehaltend,  machte  man  Folhendes
  aus:  Der  Gedanke  eines  sogenannten  „neutralen
  Gebiets'“  am  See  zwischen  den  Mündungen
der  Kibira  und  der  Möaka,  in  welchem  Missionare
beider  Gesellschaften  arbeiten  sollen,  wird  als  unzweckmäßig
  abgelehnt.  Die  Thätigkeit  im  Gebiet
des  Häuptlings  Muanyabala  (Muandiabara)  an  der
Mündung  der  Mkbaka  wird  den  Missionaren  der
Brüdergemeinde  zugewiesen,  da  sie  von  deren  Station
Ipiana  leichter  auszuüben  ist  als  von  Ikombe  aus,
zumal  Versuche  mit  dem  Dampfer  „Paulus“  (den
Verliner  Brüdern  gehörig  und  in  Ikombe  stationirt)
ergeben  haben,  daß  die  Mkaba-Mündung  mit  ihrer
wechseluden  Barre  keine  zuverlässige  Einfahrt  gewährt.
Die  Mbaka  weiter  stromaufwärts  und  in  ihrem
Quellgebiet  soll  sie  und  die  Suma  (ein  Nebenbach
der  Mbaka  im  Quellgebiet  letzterer)  wie  bisher  die
Grenze  bilden.  Das  Gebiet  der  Safua,  welches
Missionar  Richard  auf  seinem  Marsch  durchwanderte

222

 

und  welches  ein  gutes  Stück  nördlich  von  Muakaleli
und  Rungue  liegt  (beide  Stationen  liegen  auf  der
Karte  unter  gleicher  Breite,  in  einer  wagerechten
Linie),  soll  wegen  seiner  Lage  und  Zugehörigkeit  zu
Merere  der  Brüdermission  überlassen  werden,  während
  man  die  Frage  nach  Besetzung  des  Buanyigebictes,
  östlich  von  den  Sasua,  offen  lassen  will
bis  zur  Klärung  des  getrübten  politischen  Verhältnisse;
  am  natürlichsten  wird  es  wohl  dann  von
Muakaleli  aus,  von  den  Berlinern  Brüdern,  in
Angriff  genommen  werden,  die  außerdem  eine  Ausdehnung
  ihres  Werkes  nach  Süden  zu  am  Seeufer
planen  und  Amaliabay  nächstens  besetzen  wollen.  —
Der  sprachseste  Berliner  Missionar  Nauhaus  hat
bereits  eine  Uebersetzung  des  Lulasevangeliums
fertiggestellt,  die  nächstens  im  Druck  erscheinen  soll.
Die  aus  7  Berlinern  und  2  Missionaren  der  Brüdergemeinde
  bestehende  Konferenz  erließ  ein  Schreiben
an  die  deutsche  Regierung  in  Langenburg.  Sie
sprach  darin  ihren  Dank  aus  für  alle  erfahrene
Unterstützung  und  Hülfe,  die  der  Mission  bisher  von
den  Behörden  geleistet  worden.

Für  Otjimbingue,  die  Station  des  Missionars
Meyer,  ist  nach  den  „Berichten  der  Rheinischen
Mission“  jüngst  eine  wichtige  Entscheidung  gefällt.
Laut  eines  alten  Kaufvertrages  aus  dem  Jahre
1864  besitzt  nämlich  die  Rheinische  Missionsgesellschaft
  ein  Anrecht  auf  den  Platz  sammt  dem  dazu
gehörigen  Weidefeld  auf  dem  Südufer  des  Tsoakhaub.
Gerade  bei  den  jetzt  allenthalb  g  Grenz
regulirungen  war  es  nöthig  geworden,  diese  Rechte
anzumelden.  Durch  eine  Entscheidung  des  Kaiserlichen
  Gerichtes  in  Windhoek  vom  3.  Oktober  1895
ist  dieser  Kaufvertrag  für  rechtsgültig  und  dementsprechend
  die  Rheinische  Mission  als  Eigenthümerin
des  Platzes  erklärt  worden.  Der  Bestand  der
Station,  der  ohne  das  südlich  vom  Tsoakhaub  gelegene
  Weidefeld  in  Frage  gestellt  worden  wärc,  ist
dadurch  gesichert.  Ob  ein  weiterer  Platz,  Namens
Ahniwood,  der  Mission  noch  zugesprochen  wird,  darüber
  schweben  noch  die  Verhandlungen.

Otjimbingue  liegt  so  recht  eigentlich  an  der  durch
den  Tsoakhaub  laufenden  Hauptverkehrsader  von  der
Walfischbai  her  nach  Windhoek.  Wie  groß  oft  der
Verkehr  ist,  geht  daraus  hervor,  daß  10  000  bis
12  000  Zuchtochsen  jährlich  zweimal,  d.  h.  auf  dem
Hin=  und  Rückweg,  den  Platz  passiren.  Durch  diesen
großen  Verkehr  haben  die  Bewohner  manche  Vortheile.
  Die  äußeren  Verhältnisse  heben  sich  darum
auch  zusehends,  besonders  bei  den  armen,  gedrückten
Bergdamara.  Einige  haben  ganz  nette  Riethäuser,
darinnen  die  Hausfrau  mit  Umsicht  waltet.  Auf
der  anderen  Seite  hat  der  Verkehr  aber  auch  manche
Nachtheile  im  Gefolge.  So  die  Gefahr,  daß  die
für  die  Rinder  so  gefährliche  Lungenseuche  eingeschleppt
  wird,  und  einen  fast  beständigen  Futtermangel
  auch  trotz  des  reichlichen  Regens,  der  im
letzten  Jahre  fiel.
        <pb n="261" />
        Auch  in  Okahandja  unterhält  die  Mission  eine
Station.  Okahandja  ist  insofern  der  Hauptort  des
Hererolandes,  als  hier  Samnel  Maharero,  der  Oberhäuptling
  des  ganzen  Volkes,  seinen  Sitz  hat.  Seine
Oberhäuptlingschaft  ist  jetzt  im  ganzen  Lande  fast
anerkannt;  die  Regierung  hat  die  Anerkennung
überall  mit  Nachdruck  gefördert.  Hier  befindet  sich
auch  das  Gehülfenseminar,  das  Augustineum,  unter
Leitung  des  Präses  der  Hereromission,  Viehe.  Major
Leutwein  und  Regierungsassessor  Lindeq  uist  haben
bei  ihrem  letzten  Aufenthalt  in  Okahandja  ihrem
Wohlwollen  für  die  Mission  dadurch  Ausdruck  gegeben,
  daß  sie  für  das  Augustineum  jeder  100  Mark
spendeten.

In  Otjosazu  ist  Missionar  J.  Irle  thätig.

Missionar  Lang  wirkt  in  Otjihaenena.

Die  Station  Omararu  war  über  drei  Jahre
ohne  Missionar.  Sie  stand  in  der  Zeit,  so  gut  es
ging,  unter  der  Pflege  des  benachbarten  Missionars
Bernsmann  von  Omburu.  Jetzt  ist  der  Missionar
Dannert  zurückgekehrt.  Am  18.  Juni  hielt  er
wieder  seinen  Einzug  in  seine  alte  Station.  Das
Haus  ist  jetzt  mit  Wellblech  neu  gedeckt.

Leider  muß  Omburu  eine  Zeit  lang  unbesetzt
bleiben.  Der  Missionar  Bernsmann  hat  am
21.  November  seine  Urlaubsreise  angetreten.

Die  Station  Otjozondjupa  hat  sich  seit  ihrer
Wiederaufnahme  (1891)  unter  dem  Missionar  Eich
sehr  schön  entwickelt.

Aus  Vlavolo  schreibt  ein  Pater  der  Kongregation
  vom  göttlichen  Herzen  Jesu  unterm  November
  v.  Is.  Folgendes:

In  Blavolo  häuft  sich  die  Arbeit  durch  Bekehrungen
  derartig  an,  daß  beinahe  ein  Missionar  allein
nicht  mehr  genügt.  Schon  jetzt  ist  die  Zahl  aller
der  hier  Getauften  797,  und  nach  einem  Jahre  wird
sie  sicher  über  1000  sein;  denn  nach  den  Malagunanleuten
  sind  schon  wieder  neue  Gruppen  bereit,  sich
unterrichten  und  taufen  zu  lassen.  Ich  muß  jetzt
schon  jeden  Sonntag  zwei  heilige  Messen  lesen,  die
erste  mit  Predigt  für  die  Männer,  die  zweite  mit
nachfolgendem  Unterrichte  für  die  Frauen.  Die
Männer  allein  füllen  schon  die  ganze  Kirche;  die
Frauen  sind  allerdings  nicht  so  zahlreich.

223

 

Masten  und  Tauen  mit  Blumen  geschmückt,  die  geschmückten
  Auslegerkähne  der  Wilden.  Es  nahmen
an  der  Einweihung  theil  23  Herren  von  der  Verwaltung
  und  Pflanzung  in  Herbertshöhe,  Offiziere
vom  Kriegsschiff,  Vertreter  aller  Firmen  und  Privatc,
sowohl  von  der  Weißen  Bucht  als  von  der  Nordküste.

Rus  fremden  Rolonien.
Landgesetzgebung  in  der  Rapkolonie.

Die  in  der  Kapkolonie  bestehende  Landgesetzgebung
hat  zuletzt  durch  den  Crown  Land  Disposal  Act
and  Leasing  Acts  Amendment  Act  vom  6.  August
1895  wichtige  Abänderungen  bezw.  Zusätze  erfahren.

Die  bisherige  Entwickelung  der  Landgesetzgebung
in  der  Kapkolonie  ist  folgende:

In  den  ersten  Jahrzehnten  der  holländischen
Herrschaft  war  die  unentgeltliche  Vergebung  von  unvermessenem
  Lande  üblich.  Nach  drei  Jahren  ging
das  in  Anban  genommene  Stück  in  den  Besitz  des
Kolonisten  über.  Garten=  und  Weideland  wurde
ohne  Gebühr  verpachtet.  Als  die  Bevölkerung  dichter
wurde  und  die  Nachfrage  wuchs,  wurde  Land  für
eine  Abgabe  in  Pacht  immer  für  ein  Jahr  gegeben.
Das  Pachtland  war  verkäuflich.  Entschädigung  für
die  aufgewendete  Arbeit  erhielt  der  Kolonist  bei  Erlöschen
  der  Pacht  nicht.  1703  wurde  die  Pacht  auf
24  Dollar  neben  einer  Stempelabgabe  von  6  Dollar
bemessen.

Auch  Grundstücke  mit  beschränktem  Eigenthumsrecht
  wurden  seitens  der  holländischen  Verwaltung
vergeben.  Die  Besitzer  mußten  gewisse  Ertragsantheile
  abliesern  und  das  ganze  Land  kultiviren
und  bepflanzen.  Terrains  von  60  Morgen  wurden
gegen  bestimmte  Zahlungen  in  ewige  Pacht  gegeben.
1732  wurde  die  Erbpacht  von  Land  zunächst  auf
15  Jahre  zu  1½  sh  vom  Morgen  eingeführt  und
der  Pachtvertrag  bei  Ablauf  immer  wieder  erneuert.

Die  Engländer  übernahmen  diese  holländischen
Einrichtungen  bei  Erwerbung  der  Kolonie.  1814
wurde  allen  Pächtern  von  Land  auf  Zeit  die  Eingehung
  eines  Erbpachtvertrages  freigestellt.  Nur
Wenige  machten  aber  davon  Gebrauch.  Die  Erbpächter

  waren  verpflichtet,  ihr  ganzes  Land  binnen

Am  27.  Oktober,  gerade  vier  Wochen  nach  der
letzten  Taufe,  empfingen  hier  270  Erwachsene  auf

einmal  die  Firmung.
dem  28.  Oktober,  sand  in  Gegenwart  des  Bischofs
die  feierliche  Einsegnung  der  neuen  Kirche  statt.
Zu  der  Feier  waren  bei  der  Station  ferner  in

Am  darauf  folgenden  Tage,

Flaggenschmuck  erschienen:  die  bischöfliche  Yacht,  die
zum  Zwecke  des  Aufsammelus  von  Waisenlindern

aus  den  Inseln  von  der  Mission  in  Sydney  erworben
  worden  ist,  die  „Zoch“,  ein  Handelsschiff  der
Firma  Hernsheim  &amp;amp;  Co.,  und  die  „Suga“,  ein
Handelsschiff  der  Deutschen  Handels=  und  Plantagengesellschaft
  aus  Mioko.  Dazu  kamen  Boote,  an

*

drei  Jahren  zu  bewirthschaften.  Erst  nach  dieser
Zeit  war  anfänglich  eine  Veräußerung  gestattet.
1843  wurde  der  öffentliche  Verkauf  von  Grundbesitz
zu  mindestens  2  sh  für  den  Aere  eingeführt.  Alles
freie  Land  stand  zur  Auswahl  offen  und  wurde  erst
bei  der  Vergebung  auf  Kosten  des  Käufers  vermessen.


1856  ordnete  ein  Gesetz  an,  daß  alles  freie
Land  gegen  eine  jährliche  Zahlung  und  Tragung  der
Vermessungsgebühr  verkauft  werden  könne.

1864  wurde  Verpachtung  von  Kronland  auf
21  Jahre  im  Wege  der  Versteigerung  eingeführt.
Die  Pächter  konnten  später  das  Land  gegen  Zahlung
        <pb n="262" />
        eines  von  der  Verwaltung  zu  ermittelnden  Preises
in  ewige  Erbpacht  erwerben.

Die  Landakte  von  1878  bestimmte,  daß  alles
verfügbare  Kronland  im  Auktionswege  au  den  die
höchste  jährliche  Zahlung  Bietenden  in  ewige  Erbpacht
  gegeben  werde.  Der  Erbpächter  sollte  nach
Leistung  bestimmter  Zahlung  den  Erbpacht-Besitztitel
erhalten.

Die  jährliche  Pachtzahlung  konnte  durch  eine  einmalige
  Zahlung  des  wenigstens  20  fachen  der  Jahrespacht
  abgelöst  werden,  ohne  daß  dadurch  das  Rechtsverhältniß
  geändert  wurde.

Ausgenommen  vom  öffentlichen  Verkauf  blieben
Ländereien,  welche  die  Nachbarn  beanspruchten,  Gemeindeländereien,
  Wälder,  Mineraldistrikte,  Seeküste,
Fischereistationen,  Ausspanne,  militärisch  wichtige  Gebiete,
  Terrains  für  Einwanderer.

Stadt=  und  Dorsplätze  wurden  ebenfalls  in  Erbpacht
  gegeben.

Erbpächter  und  sonstige  Landbesitzer  konnten  an
ihr  Terrain  stoßende  Grundstücke  direkt  von  der
Regierung  ohne  Auktion  kaufen.

Unentgeltliche  Landzutheilung  im  öffentlichen  Interesse
  blieb  dem  Parlament  vorbehalten.

Ein  Gesetz  von  1882  erleichterte  die  Ansiedelung
kleiner  Bauern  in  der  Weise,  daß  es  Leuten  über
21  Jahre  alt  und  die  nicht  mehr  als  250  Morgen
besaßen,  gestattete,  vermessene  Landstücke  von  10  bis
250  Morgen  sich  direkt,  ohne  Auktion,  in  Erbpacht
geben  zu  lassen.  Die  Leute  müssen  1  sh  für  den
Morgen  hinterlegen,  jährlich  //0  des  Werthes  des
Landes  als  Pacht  zahlen,  innerhalb  sechs  Monate
nach  Ertheilung  der  Lizenz  auf  dem  überwiesenen
Lande  sich  niederlassen,  drei  Jahre  lang  darauf
wohnen  und  es  binnen  zwei  Jahren  einzäunen  oder
zum  20.  Theil  bebauen.  Nach  fünf  Jahren  erhalten
sie  den  Erbpacht-Besitztitel.

1887  ist  eine  nochmalige  Landakte  ergangen,
welche  die  1832·er  ungeändert  gelassen,  im  Uebrigen
aber  allgemein  die  Veräußerung  des  Landes  im
Wege  der  Auktion  eingeführt  hat.  Die  Zahlung  des
Preises  darf  auf  einmal  oder  in  Raten  erfolgen.
Zur  Sicherung  des  restirenden  Kaufgeldes,  welches
mit  4  pCt.  zu  verzinsen  ist,  wird  zu  Gunsten  des
Gouvernements  eine  Hypothek  auf  das  Grundstück
eingetragen.  Die  Bergrechte  bleiben  der  Krone
überall  vorbehalten.

Die  Anlage  von  Straßen,  Eisenbahnen,  Dämmen,
Wasserwerken  u.  s.  w.  innerhalb  des  versteigerten
Landes  ist  gegen  angemessene  Entschädigung  jederzeit
zu  gestatten.  Handelsstationen  können  den  Tradern
auch  ohne  öffentliche  Versteigerung  gegen  einen  vom
Gouvernement  zu  bestimmenden  Preis  überlassen
werden.  Ebenso  bedarf  es  bei  Inseln  mit  Guano,
Eiern  u.  s.  w.,  bei  Landstrecken,  die  aus  öffentlichen
Wasseranlagen  berieselt  werden,  und  bei  Ueberweisung
von  Land  an  Gemeinden  keiner  Auktion.

Das  oben  angeführte,  zuletzt  ergangene  Gesetz
Crown  Land  Disposal  Act  and  Leasing  Acts

224

 

Amendment  Act  von  1895  enthält  im  Wesentlichen
  folgende  neue  Bestimmungen:

Die  nach  dem  Agricultural  Lands  Act  von
1882  bezw.  dem  Crown  Lands  Disposal  Act  von
1887  zu  entrichtende  Rente  kann  zu  jeder  Zeit  durch
Zahlung  ihres  20  fachen  Betrages  abgelöst  werden.
Auch  die  Ablösung  eines  Theiles  der  Rente  ist  zulässig.
  Doch  wird  durch  die  gänzliche  oder  theilweise
Ablösung  der  Rente,  zu  welcher  die  Zustimmung
des  Gouverneurs  erforderlich  ist,  an  der  rechtlichen
Natur  des  Besitzverhältnisses  nichts  geändert.

In  Ergänzung  des  Crowmn  Lands  Disposal
Act  1887  wird  bestimmt,  daß  die  zur  Sicherung
des  Restkaufgeldes  zu  bestellende  Hypothek  innerhalb
13  Monate  nach  dem  Verkaufe  eingetragen  werden
muß,  widrigenfalls  der  Schuldner  bis  zum  Ablaufe
des  18.  Monats  nach  dem  Verkaufe  eine  Strafe  von
1  sh  pro  Tag  zu  zahlen  hat.  Nach  dieser  Frist
wird  der  gesammte  Rest  des  Kaufgeldes  fällig.  Das
zuständige  Gericht  hat  den  Schuldner  dann  zur
Zahlung  des  Kaufgeldes  und  der  Strafe  zu  verurtheilen.
  Zahlt  er  trotz  des  Urtheils  nicht,  so  wird
der  Kaufvertrag  für  null  und  nichtig  erklärt  und  die
bereits  auf  das  Kaufgeld  geleisteten  Zahlungen  sind
zu  Gunsten  der  Regierung  verfallen.

Ferner  enthält  das  neue  Geseß  eine  Abänderung
der  Zahlungsbedingungen  bei  einem  die  Summe  von
25  Pfd.  Sterl.  nicht  übersteigenden  Kaufpreise.  Derselbe
  soll  entweder  sofort  oder  nach  Stellung  zweier
Bürgen  und  unter  Verzinsung  von  4  pPEt.  spätestens
innerhalb  dreier  Jahre  bezahlt  werden.  Im  Falle
nicht  pünktlicher  Zahlung  ist  die  Regierung  berechtigt,
den  Kaufvertrag  aufzuheben  und  die  bereits  geleisteten
  Zahlungen  einzubehalten.

Ferner  wird  in  Abänderung  des  Agricultural
Land  Act  1882  bestimmt,  daß  Kronland  nur  solchen
Personen  übertragen  werden  darf,  welche  überhaupt
noch  kein  Land  in  der  Kolonie  besitzen.  Statt  des
bisher  vorgeschriebenen  dreijährigen  Aufenthaltes  auf
dem  überwiesenen  Lande  wird  ein  fünfjähriger  Aufenthalt
  verlangt;  auch  ist  eine  Uebertragung  des  Besitzes
  während  dieses  Zeitraums  verboten.  Dagegen
ist  das  frühere  Ersorderniß,  das  Land  innerhalb
zweier  Jahre  zu  umzännen,  bezw.  ½/20  desselben  in
Kultur  zu  nehmen,  fortgefallen.  Erfüllt  der  Beliehene
  die  ihm  in  der  Lizenz  auserlegten  Pflichten,
so  wird  ihm  nach  Ablauf  der  fünfjährigen  Frist  das
Grundstück  dauernd  überwiesen,  wofür  er  15  Jahre
hindurch  ½0  des  Grundwerthes  als  Rente  zu
zahlen  hat.

Endlich  ist  bestimmt,  daß  Jemandem,  der  ein
Stück  Kronland  bona  üde  mindestens  zehn  Jahre
besessen  und  dasselbe  mit  dauernden  Verbesserungen
versehen  hat,  ohne  Eigenthümer  nebenliegender  Grundstücke
  zu  sein,  dieses  Kronland  von  der  Regierung
mit  Zustimmung  gesetzgebender  Körperschaften  gegen
einen  angemessenen  Preis  überlassen  werden  kann.

on  den  141  648  169  Acres  der  Kapkolonie
waren  Ende  1892  veräußert  98  000  000,  verfügbar
        <pb n="263" />
        —  225  —

sind  noch  43  640  963,  worin  aber  Missionsstationen,
die  Reservate  der  Eingeborenen,  Gemeindeländereien
und  Ausspanne  einbegriffen  sind.

Hinsichtlich  des  Landes  der  Eingeborenen  gilt
ein  Gesetz  von  1879,  wonach  der  Gouverneur  einen
Theil  desselben  in  Loose  zerlegen  und  dafür  einzelnen
Individuen  Erbpacht-Besitztitel  unter  bestimmten  Bedingungen
  verleihen  kann.  Bestimmte  Gebiete  sollen
als  Gemeindeweide  reservirt  werden.  1882  waren
18  366  Loose  in  verschiedenen  Reservationen  und
Missionsstationen  vermessen  und  10  046  Erbpacht-Besitztitel
  ausgestellt.

Bleibt  eine  Pacht  zehn  Jahre  unbezahlt,  ist  der
Platz  verlassen  und  der  Pächter  unauffindbar,  so
wird  das  Land  als  verlassen  aufgeboten  und  fällt
nach  drei  Monaten,  wenn  sich  kein  Berechtigter  meldet
und  die  Zahlungen  leistet,  an  die  Krone  zurück.

Der  Erwerb  und  die  Verwaltung  des  Grundbesitzes
  in  der  Eingeborenenlokation  des  Glen  Greydistriktes
  ist  durch  ein  besonderes  Gesetz  —  Clen
Grey  Act  1894  —  eingehend  geregelt.

Lehrreich  in  Bezug  auf  die  Art  und  Weisc,  wie
England  neuerdings  in  afrikanischen  Gebieten  die
Landfrage  ordnet,  ist  sein  Vorgehen  in  Betschuanaland.
Nach  der  Annexion  dieses  Gebietes  wurde  1885  eine
Kommission  mit  Prüfung  aller  dort  vorhandenen
Besitzansprüche  betraut.  Sie  mußte  zunächst  Ländereien,
  welche  den  Bedürfnissen  der  Eingeborenen  genügten,
  aussondern  und  den  Rest  als  Kronland  erklären.
  Die  darin  von  Europäern  geltend  gemachten
Ansprüche  wurden  auf  ihren  Werth  untersucht.  Landerwerbungen,
  bei  denen  die  Veräußerer  als  nicht  berechtigt
  zum  Verkauf  anzusehen  waren,  sowie  die
Ansprüche  von  Leuten,  welche  gegen  England  die
Waffen  geführt  hatten,  wurden  für  nichtig  erklärt.
Die  als  gültig  angesehenen  Landansprüche  wurden
in  der  Weise  behandelt,  daß  die  Inhaber  das  Land
in  Erbpacht  gegen  einc  jährliche  Zahlung  von  1  sh
für  100  Morgen  zugetheilt  erhielten.  Alle  Mineralrechte
  wurden  der  Krone  vorbehalten.

Durch  spätere  Anordnung  wurden  200  000  Acres
als  höchst  zulässiges  Maß  einer  Landkonzession,  und
10  Quadratmeilen,  oder  in  Ausnahmefällen  100
OQuadratmeilen,  in  einem  Block  bei  einer  Bergwerkskonzession
  bezeichnet.  Für  den  Fall,  daß  Gesellschaften
  Rechte  auf  größere  Flächen  bereits  besaßen,
wurden  ihnen  bestimmte  Verpflichtungen  auferlegt.
—  Es  ist  außerdem  vorgesehen,  daß  keine  Landkonzession
  anerkannt  werden  soll,  soweit  ihre  Bestimmungen
  den  Verwaltungs=  und  Finanzinteressen
der  Kolonie  widersprechen  und  ein  Monopol,  gesetzliche
  Ausnahmestellung  oder  Steuerfreiheit  bezwecken.

Ueber  die  Einverleibung  des  Betschuanalandes
in  die  Kapkolonie,  welche  im  Jahre  1895  erfolgt  ist,
vergl.  Kolonialblatt  1895  Nr.  24  S.  660  und  661.

 

Rongostaat.

Nach  einer  Mittheilung  des  „Journal  des
Intérèts  Maritimes“  hat  am  5.  März  d.  Is  die
„Société  belge  du  Haut  Congo“  in  Brüssel  eine
außerordentliche  Generalversammlung  abgehalten,
welcher  eine  am  21.  Februar  d.  Is.  zwischen  dem
Staatssekretär  des  Kongostaates  Edm.  van  Eetvelde
und  dem  Generaldirektor  der  Gesellschaft  Major
Thys  getroffenes  Abkommen  zur  Genehmigung  vorgelegt
  wurde.

Hiernach  verpachtet  die  genannte  Gesellschaft  an
den  Kongostaat  vorbehaltlich  des  Rechts  des  späteren
Ankaufs  durch  den  Staat  vom  1.  Juli  1896  ab
bis  Ende  des  Jahres  1901  für  einen  jährlichen
Pachtzins  von  350  000  Francs  sechs  ihrer  Dampfer
auf  dem  oberen  Kongo.  Der  Staat  übernimmt  die
Beförderung  der  Personen  und  Güter  der  Gesellschaft
auf  dem  oberen  Kongo  zwischen  dem  Stanley-Pool
und  nach  gemeinsamer  Uebereinkunft  noch  näher  zu
bestimmende  Depots  zu  dem  gegenwärtig  in  Kraft
befindlichen  Tarif  sowie  den  Trägerdienst  zwischen
dem  Endpunkt  der  Eisenbahnlinie  und  dem  Stanleyool.

  Er  garantirt  auf  beiden  Linien  ein  Transportminimum
  von  12  000  Lasten  pro  Jahr  stromaufwärts
  und  400  Tonnen  stromabwärts.  Im
Falle  des  Ankaufs  der  Dampfer  verpflichtet  er  sich,
die  Fußtransporte  der  Gesellschaft  bis  zum  31.  Deember
  1905  zu  übernehmen,  und  zwar  zu  dem
augenblicklich  bestehenden  Tarif,  ohne  jegliche  differentielle
  Behandlung,  unter  der  Bedingung,  daß  ihm
allein  die  Gesellschaft  die  Beförderung  ihrer  Personen
und  Güter  überläßt.  Der  Staat  überläßt  der  Gesellschast
  die  Ausbeutung  des  Elfenbeins  und  des
Kautschuls  in  bestimmten  Gebieten,  indem  er  sich
verpflichtet,  dort  keine  „  Ccolte“  für  eigene  Nechnung
vorzunehmen.  Der  Staat  erhält  das  Recht,  sich  bei
der  Gesellschaft  durch  einen  Kommissar  vertreten  zu
lassen.  Schließlich  sollen  noch  folgende  Nachtragsbestimmungen
  zu  diesem  Abkommen  in  Kraft  treten:

1.  Der  Preis  einer  Trägerlast  zwischen  „Pool“
und  dem  Endpunkt  der  Eisen  bahn  darf  25  Francs
nicht  übersteigen.  2.  Der  Staat  verpflichtet  sich,  die
nothwendigen  Neparaturen  an  den  Dampfern  zu  dem
um  20  pPéCt.  für  allgemeine  Verwaltungskosten  erhöhten
  Kostenpreise  vorzunehmen.  3.  Der  Staat
wird  der  Gesellschaft  zu  billigem  Preise  zehn  an
noch  näher  zu  bestimmenden  Orten  neu  einzurichtende
Faktoreien  überlassen.

Baumwollenindustrie  in  Ostindien.

Ueber  den  Einfluß  der  Einführung  europäischer
Fabrikation  auf  die  Baumwollenindustrie  im  westlichen
  Theile  Ostindiens  enthält  eine  im  Jahre  1894
in  Bombay  erschienene  Schrift,  deren  Verfasser  ein
Inder,  Namens  Pestanji  Soralji  Kotval,  ist,  lehrreiche
  Mittheilungen.

Der  Verfasser  giebt  zunächst  einen  kurzen  Ueberblick
  über  die  allgemeine  Entwickelung  der  Baum-
        <pb n="264" />
        wollenindustrie,  namentlich  in  England,  seit  der  Erfindung
  moderner  Maschinen  und  über  den  Einfluß
der  verbesserten  modernen  Fabrikationsweise  auf  den
Handel  zwischen  England  und  Ostindien  mit  Baumwolle
  und  Baumwollenfabrikaten.

Seinen  Angaben  über  die  interessante  und  wechselvolle
  Geschichte  dieser  Handelsbeziehungen  entnehmen
wir  Folgendes:

Der  Ursprung  der  Baumwollenindustrie  ist  in
Ostindien.  Viele  Jahrhunderte  lang  deckte  Indien
den  Bedarf  der  vorderasiatischen  Länder  und  der
östlichen  Theile  Afrikas  an  baumwollenen  Kleidungsstücken.
  Auch  nach  England  entwickelte  sich  eine
starke  Ausfuhr  der  verschiedensten  Baumwollenfabrikate,
die  besonders  im  17.  Jahrhundert  durch  die  Thätigkeit
  der  englisch=  und  holländisch-ostindischen  Handelsgesellschaften
  eine  große  Ausdehnung  gewann.  Im
Jahre  1621  berechnete  einer  der  Direktoren  der
East  India  Company,  Mr.  Main,  die  jährliche
Einfuhr  indischer  Kalikostoffe  nach  England  auf
50  000  Stück.  Der  Werth  der  Einfuhr  indischer
Baumwollenfabrikate  steigerte  sich  im  Jahre  1674/75
auf  160  000  Pfd.  Sterl.  Die  indischen  Baumwollenstoffe
  kamen  in  dieser  Zeit  derart  in  England  in
Aufnahme,  daß  dort  bald  darauf  eine  starke  Gegenbewegung
  gegen  ihre  Einfuhr  entstand,  da  durch  sie  die
heimische  englische  Wollindustrie  ruinirt  zu  werden
drohte.  Man  suchte  deshalb  beim  Beginn  des
18.  Jahrhunderts  sowohl  in  England  wie  in  anderen
europäischen  Ländern  die  Einfuhr  indischer  Baumwollenstoffe
  auf  dem  Wege  der  Gesetzgebung  möglichst
  einzuschränken  sowohl  durch  hohe  Einfuhrzölle
als  durch  gänzliche  Verbote  der  Einfuhr  unter  Androhung
  von  Strafen.  Im  17.  Jahrhundert  erklärte
sogar  das  britische  Parlament,  der  ostindische  Handel
schädige  den  nationalen  Wohlstand,  weil  er  dem
Volke  seine  Reichthümer  entziehe.

Seitdem  trat  eine  allmähliche,  aber  völlige  Umkehrung
  des  Verhältnisses  zwischen  England  und  Ostindien
  bezüglich  des  Baumwollenhandels  ein.  Während
  die  Baumwollenfabrikation  in  Indien  fast  ohne
jede  Verbesserung  auf  der  seit  uralter  Zeit  überlieferten
  primitiven  Herstellungsweise  stehen  geblieben
war,  entwickelte  sich  im  Laufe  des  18.  Jahrhunderts
in  England  eine  eigene  Baumwollenfabrikation,  welche
schließlich  infolge  der  Amwendung  moderner  Maschinen
einen  solchen  Umfang  annahm,  daß  umgekehrt  Indien,
dessen  Fabrikation  dieser  Konkurrenz  unterlag,  ein
Hauptabsatzgebiet  für  die  englischen  Baumwollenfabrikate
  wurde.

Einige  Daten  mögen  zur  Veranschaulichung  dieser
Umwandlung  dienen.  In  der  ersten  Hälfte  des
18.  Jahrhunderts  war  Rohbaumwolle  als  Handelsartikel
  in  England  kaum  bekannt.  Die  erste  englische
Baumwollenfabrik,  welche  im  Jahre  1771  erbaut
wurde,  beschäftigte  nur  zehn  Mädchen;  die  Maschinen
wurden  durch  zwei  Esel  in  Bewegung  gesetzt.  Im
Jahre  1790  wurde  die  Wattsche  Dampfmaschine  als

226

 

Triebkraft  eingeführt.  Noch  im  Jahre  1800  konnten
auf  einem  Webestuhl  wöchentlich  nicht  mehr  als  vier
Stück  Zeug  hergestellt  werden.  1813  betrug  die
Zahl  der  mit  Dampfkraft  getriebenen  Webestühle
2400;  sie  wuchs  bis  zum  Jahre  1833  auf  100  000
bis  1860  auf  400  000.

Im  Jahre  1861  gab  es  in  England  mehr  als
2470  Baumwollenfabriken,  1885  nach  zuverlässigen
Angaben  2635.  Die  Zahl  der  Spindeln  stieg  von
32  Millionen  im  Jahre  1863  auf  41  Millionen
im  Jahre  1885;  in  demselben  Jahre  betrug  die
Gesammtzahl  der  durch  die  Baumwollenindustrie
direkt  beschäftigten  Personen  mehr  als  eine  halbe
Million.

Was  den  Gesammtexport  von  Baumwollenfabrikaten
  aus  England  anbetrifft,  so  betrug  derselbe  im
Jahre  1861  im  Ganzen  52  Millionen  Pfd.  Sterl.;
er  wuchs  auf  67  Millionen  Pfd.  Sterl.  im  Jahre  1885
und  auf  71  Millionen  im  Jahre  1887;  es  ist  dies  ungefähr
  ⅜/  des  jährlichen  Gesammtexports  Englands.
Nach  Indien  exportirte  England  schon  im  Jahre
1862  Baumwollenfabrikate  im  Werthe  von  ungefähr
9  Millionen  Pfd.  Sterl.,  1866  im  Werthe  von
ungefähr  13½  Millionen,  im  Jahre  1886/87  dagegen
  von  ungefähr  29  Millionen  Pfd.  Sterl.

Mit  der  fortschreitenden  Entwickelung  der  englischen
  Baumwollenindustrie  stieg  gleichzeitig  die
Ausfuhr  von  Rohbaumwolle  aus  Indien  nach  England,
  und  zwar  von  5  Millionen  Pfd.  im  Jahre
1781  auf  1000  Millionen  Pfd.  im  Jahre  1881.
Mit  der  indischen  Baumwolle  trat  die  amerikanische
in  Wettbewerb.  Noch  im  Jahre  1818  lieferte  Indien
eine  größere  Quantität  Baumwolle  nach  England  als
Amerika,  und  zwar  zu  einem  billigeren  Preise  als
letzteres.  Dann  aber  verdrängte  die  amerikanische
Baumwolle  die  indische  vom  Markte  infolge  der
Kultur  einer  längeren,  stärkeren  Faser  und  der  Anwendung
  verbesserter  Reinigungsmaschinen  in  Amerika.
Auch  die  größere  Sorgfalt  bei  der  Ernte,  billiger
Transport  bis  zur  Küste  und  niedrige  Frachten  begünstigten
  die  amerikanische  Baumwolle.  Außerdem
hatte  der  indische  Pflanzer  unter  den  ihm  nachtheiligen
  Maßnahmen  der  Regierung  des  eigenen
Landes  zu  leiden,  die  eine  möglichst  hohe  Steuer
auf  die  Baumwollenkulturen  legte  und  nichts  für
deren  Förderung  that.  Die  Folge  war,  daß  der
Export  indischer  Baumwolle  nach  England  im  Jahre
1822  auf  2  Millionen  Pfd.  sank,  während  der
Export  aus  den  Vereinigten  Staaten  auf  100  Millionen
  Pfd.  Sterl.  stieg.

Zu  gleicher  Zeit  war  auch  in  Indien  die  einheimische
  Handweberei,  durch  die  die  werthvollen
Musseline  u.  s.  w.  hergestellt  wurden,  nach  langem
Kampfe  dem  Mitbewerb  der  englischen  Dampfwebereien
  endlich  unterlegen.  Denn  die  Einfuhr
der  indischen  Fabrikate  nach  England  wurde  durch
hohe  Prohibitivzölle  erschwert,  während  die  englischindische
  Regierung  die  entwickeltere  englische  Industrie
begünstigte  durch  Zulassung  der  Einfuhr  ihrer  Fabri-
        <pb n="265" />
        kate  nach  Indien  zu  laum  nennenswerthen  Zöllen.
Dieser  ungleiche  Wettkampf  konnte  nur  mit  der  Vernichtung
  der  alten  indischen  Industrie  endigen.  Als
dieselbe  erreicht  war,  wurden  in  England  die  erwähnten
  Prohibitivzölle  aufgehoben.  Erst  neuerdings
  ist  ein  Wandel  darin  eingetreten.

Um  die  geerntete  Rohbaumwolle,  deren  Absatz
außerhalb  Indiens,  wie  oben  erwähnt,  erschwert  war,
zu  verwerthen,  entstanden  nämlich  in  verschiedenen
Theilen  Indiens  Dampfspinnereien  und  -vebereien  nach
dem  Vorbilde  der  modernen  englischen  Fabriken.
Diese  neue  Industrie,  welche  ihren  Ursprung  nur  der
Nothlage  der  indischen  Baumwollenkultur  verdankt,  hat
seitdem  einen  beständigen  Aufschwung  genommen  und
hat  noch  eine  große  Zukunft  vor  sich.  Denn  die
Vorbedingungen  für  das  Gedeihen  der  modernen
Baumwollenindustrie,  nämlich:  Hapital,  Rohmaterial,
Arbeitskräfte,  Maschinen  und  Feuerungsmaterial,  sind,
wie  der  Verfasser  der  oben  genannten  Schrift  eingehend
nachweist,  theils  ebenso  günstige,  theils  noch  günstigere
als  in  den  meisten  europäischen  Ländern.  Namentlich
sind  die  Arbeitslöhne  erheblich  niedriger  als  in  England,
  auch  das  Rohmaterial  ist  infolge  des  Fortfallens
  des  Seetransportes  in  Indien  billiger  als  in
England.

Der  Verfasser  tritt  —  und  dies  ist  der  eigentliche
  Zweck  seiner  Schrift  —  dringend  für  eine
weitere  Vermehrung  der  indischen  Baumwollenindustrie
durch  Einführung  der  europäischen  Fabrikationsweise
ein.  Es  liegt  auf  der  Hand,  daß  Indien  auf  den
Import  englischer  Baumwollenfabrikate  nicht  angewiesen
  ist,  sondern  seinen  eigenen  großen  Bedarf
selbst  herstellen  kann.  Auch  erscheint  die  Hoffnung
des  Verfassers  nicht  ungerechtfertigt,  daß  die  indische
Industric  mit  der  englischen  auch  außerhalb  Indiens
erfolgreich  konkurriren  kann  und  überhaupt  Indien
wieder  wie  früher  der  Hauptlieferant  der  Welt  für
Baumwollenfabrikate  wird,  namentlich  mit  Rücksicht
darauf,  daß  die  Baumwollenkultur  in  Indien  noch
einer  großen  Steigerung  fähig  ist.

Eine  Verwirklichung  dieser  Hoffnungen  würde
allerdings  für  England  von  ganz  unabsehbaren
Folgen  sein,  und  es  ist  daher  anzunehmen,  daß  die
riesigen  englischen  Baumwollfabriken  alles  in  ihren
Krästen  Stehende  thun  werden,  um  einem  großen
Ausschwung  der  indischen  Industrie  entgegenzuwirken.


Ueber  den  gegenwärtigen  Umfang  der  Baumwollenindustrie
  in  der  Präsidentschaft  Bombay  enthält
  eine  im  August  v.  Is.  in  Bombay  erschienene
statistische  Uebersicht,  welche  das  Jahr  von  Ende
März  1894  bis  Ende  März  1895  umfaßt,  folgende
Angaben:

In  der  Stadt  und  Insel  Bombay  bestanden
66  Baumwollenfabriken  (Spinnereien  und  Webereien),
welche  durchschnittlich  täglich  72  600  Handarbeiter
beschäftigten,  nämlich  45  300  Männer,  17500  Frauen,

 

227  —

6500  jugendliche  Personen  und  3300  Kinder.  Es
wurden  im  Ganzen  in  dem  genannten  Jahre
2710  634  Centner  Baumwolle  verarbeitet.  Die
Zahl  der  Spindeln  betrug  2  019  902.

Von  den  66  Fabriken  waren  59  im  Besitze  von
Gesellschaften,  das  angelegte  Kapital  betrug  gegen
56  Millionen  Rupies.

Außerhalb  der  Stadt  Bombay  gab  es  in  der
Präsidentschaft  noch  32  Baumwoklenfabriken;  in  diesen
wurden  durchschnittlich  25  600  Personen  beschäftigt
(15  200  Männer,  3700  Frauen,  4200  jugendliche
Personen  und  2500  Kinder).  Verarbcitet  wurden
649  592  Centner  Baumwolle;  Zahl  der  Spindeln:
619  246.  24  Fabriken  waren  im  Besitze  von  Gesellschaften,
  deren  Kapital  21  247  800  Rupies  betrug.

Die  meisten  der  in  der  Präsidentschaft  bestehenden
Fabriken  sind  in  den  1880er  Jahren  gegründet,  nur
wenige  vor  dem  Jahre  1875.

Fijiarchipel  im  Jahre  3894.

Dem  Jahresberichte  über  den  Fijiarchipel  für
das  Jahr  1894,  welcher  dem  englischen  Parlamente
im  Februar  d.  Is.  vorgelegt  ist,  entnehmen  wir
folgende  Angaben:

Die  Einnahmen  der  Kolonie  für  das  Jahr  1894
waren  höher  als  in  irgend  einem  Jahre  seit  1884
und  betrugen  80  053  Pfd.  Sterl.  (gegen  76774
Pfd.  Sterl.  im  Jahre  1893);  sie  übersliegen  die
Ausgaben  um  7850  Pfd.  Sterl.,  während  1893
infolge  größerer  öffentlicher  Arbeiten  sich  ein  Defizit
von  9207  Pfd.  Sterl.  ergab.  Die  Einnahme  aus
den  Zöllen  betrug  37  677  Pfd.  Sterl.,  aus  den
Steuern  der  Eingeborenen  18  678  Pfd.  Sterl.  Die
Landverkäufe  ergaben  nur  eine  Einnahme  von  271
Pfd.  Sterl.  (gegen  279  Pfd.  Sterl.  im  Jahre  1893).

Die  öffentliche  Schuld  der  Kolonie  ist  von
239  681  Pfd.  Sterl.  am  Ende  des  Jahres  1893
vermindert  auf  224  677  Pfd.  Sterl.  und  beträgt
somit  1  Pfd.  Sterl.  16  Schill.  10  Pence  pro  Kopf
der  Bevölkerung.

Die  Zahl  der  Bevölkerung  betrug  Ende  1894:
121  867  (gegen  122712  Ende  1893).  Die  Zahl
der  Fijileute,  welche  103  750  betrug,  hat  sich  seit
dem  Vorjahre  wiederum  um  1112  vermindert;
ebenso  zeigt  sich  bei  der  übrigen  farbigen  Bevölkerung
  eine  weitere  Abnahme.  Europäcr  wurden  2666
gczählt,  192  mehr  als  im  Vorjahre.

Der  Handel  der  Kolonie  im  Jahre  1894  ist
größer  gewesen  als  in  irgend  einem  früheren  Jahre;
er  bezifferte  sich  auf  867  333  Pfd.  Sterl.  und  überstieg
  damit  den  Werth  des  Handels  im  Jahre  1893
um  235  603  Pfd.  Sterl.,  den  des  Jahres  1883,
welcher  bisher  der  höchste  war,  um  65  040  Pfd.
        <pb n="266" />
        —  228  —

Sterl.  Auf  den  Import  fielen  davon  285  981  Pfd.
Sterl.,  auf  den  Export  581  652  Pfd.  Sterl.  Weitaus
am  meisten  sind  die  australischen  Kolonien  am  Handel
betheiligt  (gegen  90  pCt.);  es  folgt  dann  Portugal
mit  3,3  pCt.

In  der  Einfuhr  aus  Australien  ist  auch  die
Einfuhr  englischer  Waaren  mit  inbegriffen.

Die  Hauptausfuhrartikel  sind  wie  früher  Zucker,
Früchte  und  Kopra.  Die  Höhe  des  Zuckerexportes
mit  27  265  Tons  im  Werthe  von  436  245  Pff.
Sterl.  ist  in  früheren  Jahren  noch  nicht  erreicht
worden.  Die  Ausfuhr  von  Früchten,  welche  sich
gegen  das  Vorjahr  wieder  gehoben  hat,  steht  mit
49  115  Pfd.  Sterl.  hinter  der  Ausfuhr  der  Jahre
1891  und  1892,  welche  etwas  über  60  000  Pfd.
Sterl.  betrug,  noch  zurück.  Die  Ausfuhr  von  Kopra
mit  5833  Tons  im  Werthe  von  57  261  Pfd.  Sterl.
hat  gegen  die  Ausfuhr  der  drei  vorhergehenden
Jahre  erheblich  zugenommen.

Von  destillirtem  Spiritus,  welcher  zum  ersten
Mal  1893  in  größerer  Menge  ausgeführt  wurde,
sind  133  971  Gallonen  im  Werthe  von  16  746  Pfd.
Sterl.  ausgeführt  gegen  106  920  Gallonen  im
Werthe  von  13  365  Pfd.  Sterl.  im  Jahre  1894.

Am  Schiffsverkehr  während  des  Jahres  1894
waren  135  Handelsschiffe  mit  128  662  Tonnen  betheiligt;
  es  ist  dies  ein  Zuwachs  von  42  Handelsschiffen
  gegen  das  Vorjahr,  welcher  hauptsächlich  auf
das  Anlaufen  der  Dampfer  der  kanadisch-australischen
Linie  zurückzuführen  ist.

Von  den  Schiffen  führten  124  die  englische  Flagge,
dic  deutsche  Flagge  keins.

Die  Landfläche  der  Kolonie  wird  auf  4  953  920
Acres  geschätzt.  422  998  Acres  sind  im  Besitz  von
Europäern,  von  denen  41  031  Acres  unter  Kultur
stehen,  und  zwar  sind  18  603  Acres  mit  Kokospalmen
  bepflanzt,  19  382  Acres  mit  Zuckerrohr.
Die  mit  Kokospalmen  und  Zuckerrohr  bepflanzte
Fläche  ist  gegen  früher  angewachsen,  während  die
mit  anderen  Produkten  bepflanzte  Fläche  vermindert
zu  sein  scheint.

Rinderpest  in  Matabeleland.
In  Buluwayo  ist  die  Rinderpest  ausgebrochen.
Maßregeln  dagegen  sollen,  soweit  als  möglich,  getroffen
  worden  sein.

Derschiedene  Wikkhrilungen.
Verzollung  von  Bananen.

In  dem  neuen  amtlichen  Waarenverzeichniß  zum
Zolltarif  für  die  Zeit  vom  1.  Januar  1896  ab  sind
Bananen  als  Obst  rubrizirt.  Dieselben  werden  demgemäß
  in  frischem  Zustande  nach  Position  9  k  frei
eingeführt  und  haben  in  getrocknetem  Zustande  statt
30  Mk.  nur  4  Mk.  pro  100  kg  nach  Position  25
Seite  2  zu  zahlen.

 

Vorlesungen  über  Kolonialbotanik

werden  während  des  Sommers  und  Herbstes  im
Königlich  botanischen  Garten  und  botanischen  Museum
seitens  der  Herren  Professor  Dr.  Engler,  Professor
Dr.  Schumann,  Professor  Dr.  Volkens,  Professor
Dr.  Urban,  Dr.  Warburg,  Dr.  Gilg,  Dr.  Harms,
Dr.  Lindau,  Inspektor  Perring  und  der  Kustoden
Dr.  Dammer  und  Dr.  Gürke  gehalten  werden.
Die  Vorlesungen  finden  unentgeltlich  Dienstags  von
6  bis  8  Uhr  statt.  Allen  Interessenten  wird  der
Zutritt  gestattet.

Eine  Rundreise  nach  den  deutschen  Nolonien-*—.

  .  #  —  r51½

Mit  dem  neuen  pp

„Herzog“  der  Ostafrika-Linie  soll  ein  gwei  um
Afrika  herum  veranstaltet  werden,  in  deren  Verlauf
sämmtliche  deutschen  Kolonien  im  schwarzen  Erdtheil
besucht  werden  sollen.  Die  Fahrt  wird  um  die
Mitte  Juli  von  Hamburg  aus  angetreten,  geht  über
Vlissingen  und  Lissabon,  dann  an  der  Westküste
Afrikas  entlang,  wobei  das  Togoland,  Kamerun  und
Deutsch-Südwestafrika  angelaufen  werden.  In  Kapstadt
  verlassen  die  Reisenden  den  Dampfer,  um  den
berühmten  Diamant=  und  Goldgruben  der  Kolonie
und  Transvaal  einen  Besuch  abzustatten.  Im  Trausvaal
  soll  dann  in  der  Hauptstadt  Pretoria  und  in
Johannesburg  Station  gemacht  werden,  worauf  die
Bahnfahrt  nach  Delagoabai  fortgesetzt  wird.  Hier
nimmt  der  Dampfer,  der  inzwischen  von  Kapstadt
nach  hierher  gedampft  sein  wird,  die  Reisenden  wieder
  auf,  um  sie  dann  nach  Sansibar  und  Deutsch-Ostafrika
  zu  bringen.  Von  Tanga  aus,  dessen  tiefer
Hafen  auch  den  größten  Schiffen  Unterkunft  bietet,
wird  ein  Ausflug  in  das  Innere  unternommen,  unter
Beuutzung  der  ersten  deutschen  Kolonialeisenbahn,
der  auf  die  Initiative  der  Deutsch-Ostafrikanischen
Gesellschaft  erbauten  Usambara-Linie.  Die  Rückreise
soll  durch  den  Suezkanal  erfolgen,  so  daß  der  Dampfer
„Herzog“  Ende  September  in  Neapel  eintrifft.

 

VVVVFVVNTNTNT  VVVDVVVNTVTVVTVVYTVFTYYTyYVTVTTT  ’

Titteratur.

L.  Robecchi  Bricchetti:  Nell  Harrar.

Milano  1896.  Casa  editr.  Galli.  IV.  edizione.

Der  Verfasser,  ein  Ingenieur,  welcher  bereits
eine  Reise  nach  den  Oasen  des  Jupiter  Ammon  gemacht
  hat,  schildert  hier  in  sehr  lebendiger,  fesseluder
Weise  eine  in  den  Jahren  1888/89  ausgeführte
Expedition  von  Zeila  an  der  Somaliküste  nach  Harrar.
Dieser  Theil  Afrikas  ist  im  Allgemeinen  noch  so  wenig
bekannt,  daß  die  hier  gebotene  und  durch  sehr  zahlreiche
  photogravhische  Aufnahmen  von  Land,  Leuten
und  Geräthschaften  erläuterte  Schilderung  besonderes
Interesse  verdient.  Der  vielgenannte  Statthalter
Meneliks  in  Harrar  Ras  Makonnen  wird  dem  Leser
        <pb n="267" />
        hier  nicht  nur  in  mehreren  Bildern  vor  Augen  geführt,
  sondern  auch  seine  Persönlichkeit,  seine  Umgebung
  und  das  ganze  Leben  und  Treiben  in  seiner
Residenz  werden  anschaulich  beschrieben.  Besonders
den  eigenartigen  Sitten,  Gebräuchen  und  Sprachen
der  verschiedenen  Stämmc  widmet  der  Verfasser  eingehende
  Aufmerksamkeit.  Nicht  minder  werthvoll  ist,
was  er  über  die  Natur,  Ackerbau,  Viehzucht  und
Handel  des  Somalilandes  mittheilt.  Der  nüchterne
Beobachter  wird  allerdings  vielleicht  die  Eindrücke
und  Schilderungen  des  Verfassers  von  Harrar  am
Maßstabe  des  sonst  vorhandenen  Materials  für  ctwas
zu  günstig  erachten,  doch  berührt  wohlthuend  die
Ehrlichkeit  seiner  Ueberzeugung,  die  aus  dem  Buche
hervorleuchtet,  und  das  Vermeiden  der  Erzählungen
von  Heldenthaten  und  Abenteuern,  welche  sonst
derartige  Werke  zu  füllen  pflegen.
Henri  Cons:  Préeis  d’histoire  du  commerce.
Paris  -  Nancy  1896.  Berger-  Levrault.

2  Bände.

Das  Buch  liefert  eine  knappe  übersichtliche  Geschichte
  der  Entwickelung  des  Welthandels  von  den
ältesten  Zeiten  bis  zur  Gegenwart,  hauptsächlich  zum
Gebrauche  von  Schulen.  Der  deutsche  Leser  wird
viele  Ansichten  des  Verfassers  nicht  theilen,  doch  wird
er  stets  den  Eindruck  haben,  daß  er  sich  redlich  bemüht
  hat,  in  unpartei#ischer  Weise  die  Dinge  darzustellen.
  Der  Einfluß  des  Zeitalters  der  Ent-229



 

–

deckungen,  der  französischen  Revolution,  der  modernen
Verkehrsmittel  auf  den  Gang  des  Handels  ist
eingehend  gewürdigt.  Der  epochemachenden  Bedeutung
  des  Zollvereins  dürfte  indessen  die  Schrift  nicht
genügend  gerecht  geworden  sein.  Die  neuesten  Phasen
der  europäüschen  Handelspolitik  sind  etwas  zu  knapp
behandelt.  Doch  bietet  die  Schrift  im  Ganzen  eine
lehrreiche  und  anregende  Lektüre.

Baron  Ferdinand  v.  Mueller:  Sccond  systematic
  Census  of  Australian  Plants  with
chronologic,  literary  and  geographic  annotations.
  Part.  I  vasculares.  Melbourne  1889.

Professor  Dr.  Ant.  Reichenow:  Zur  Vogelfauna
von  Kamerun.  III.  Nachtrag.  (Aus  dem  Journal
für  Ornithologie.  Januar  1896.)

 

VVVVVVVVYFVYVVYVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVYyF

Titterakur-Verxeichnik.

Krauß,  P.:  Spezialkarte  von  Deutsch-Ostafrika  mit  Nebenkarten
  von  Usambara  und  dem  Kilimandjaro.  Na
den  neuesten  Forschungen  bearbeitet.  Gezeichnet  von

.  Wäber  und  P.  Krauß  im  Maßstab  1:2  000  000.
März  1896.  M.  3.—.
Simon  Schropps  Landkartenhandlung,  Berlin.

Dronet,  Fr.:  Au  nord  de  I.Afrique.  Avec  compositions

  et  dessins  par  A.  Drouhin.  0  fr.
Nilson  in  Paris.

WVyyTyVVVVVy'yVVVVYVYVTVVYVYVVVTYF'WYVT  VVYVYVVYVYVVYVYVYVYVVYVYVY'VYV  VYVVVVYVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVIV

Schiffsbewegungen.

(Die  Zeit  vor  dem  Orte  bedeutet  die  Ankunft,  hinter  dem  Orte  die  Abfahrt  des  Schiffes.)

(Poststation:  Hofpostamt.)
(Poststation:  Sansibar.)
„Cormoran"  2,  3.  Nagasaki  10/3.  —  15/3.  Chefoo  23/3.  —  31/3.  Yokohama.  (Poststation:

Kamerun.)

(Poststation:  Matupi.)
(Poststation:  Kapstadt.

S.  M.  S.  „Bussard“  30/1.  Sydney.
S.  M.  S.  „Condor“  5/2.  Sansibar.
Hongkong.)
S.  M.  S.  „Falke“  4/2.  Sydney.  (Poststation:  Hofpostamt.)
S.  M.  S.  „Hyäne“  30/12.  Kamerun.  (Poststation:
S.  M.  Vermessungsschiff  „Möwe"“  8/1.  Matupi.
S.  M.  S.  „Seeadler“  20/2.  Kapstadt.  )
S.  M.  S.  „Sperber“  23/3.  Mossamedes  9/4.  —  St.  Paul  de  Loanda.

(Poststation:  Kamerun.)

 

Perkehrs-Nachrichten.
Nach  dem  Fahrplan  der  Oceanic  Steamship  Company  ist  der  Verkehr  der  Linie  San

Francisco  —IApia  folgendermaßen  geregelt:

Abfahrt:  Ankunft:  1
30.  April  1896  15.  Mai  1896
28.  Mai=  12.  Juni-  I
25.Juni-  10.  Juli  -
23.  Juli-  7.  August=  E
20.  August  4.  Sept.  =

ist,  als  zur  Kapkolonie  gehörig,  nunmehr  in  den  Weltpostverein  mit

Britisch-Betschuanaland

Abfahrt:  Ankunft:
17.  September  1896  2.  Oktober  1896
15.  Oktober  -  30.  Oktober
12.  November  27.  November=10.
  Dezember  25.  Dezember- 



einbegriffen  worden.  Der  Briefverkehr  mit  Britisch-Betschnanaland  regelt  sich  demgemäß  fortan  nach  den

Bestimmungen  des  Vereinsdienstes.
        <pb n="268" />
        230

Losidanpfschiserbindungen  nach  den  deutschen  Schutzgebleten.

 

 

Die  Abfahrt  erfolgt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ausschiffungshafen.  Briefe  müssen  aus
Nach  vom  Ein-  auer  Berlin  spätestens
schiffungshafen  an  folgenden  Tagen  der  Ueberfahrt  abgesandt  werden
eapel  am  6.  -aa  Dar-es-Salam
ale  Schiffe)  120  a  21  Tage  am  “*x  S
.  bar  21  T  4
1.  Deutsch-  Gstafrika.  EG%  ½  am  3  an  24.  Mai  Sansibar  age  16  abds.
arseill  am  *  ees  Mts.  Sansibar  18  Tage  am  8.  jedes  Monats
arrer  an  40  T  ms.  —  9%  abds.  *#
Southampton  am  2  Ma,  6.  Juni  Walfischbtai  27  Tage  am  1.  Mai,  5.  Juni
2.  Deutsch-Lüdwestafrika.  Eemn  *  1133  vms.
am  a  ai,  31.  Juli  Swakopmund  30  Tage  am  31.  Mai,  31.  Juli
a  #  nachts  7  abds.
5  am  10.  jedes  Monats  s  Kamerun  24  Tage  am  10.  jedes  Monats
3.  Ramerun  ck6  criren  nachts  #  abds.
#BRa  "  12  am  15.  April,  13.  Mais  Kamerun  22  Tage  am  11.  Mai
aei  #  15  ums.  —
am  10.  id  Mis.  nachts  Klei  p  age
4.  Cogo-Gebiet  burg  am  20.jedes  mwts.=  Lome  31  Tage  am  10.,  20.  und  Letzten
(Cvon  Accra  bez.  Quittah  adsn  chlffe)  T  po  33  Tage  ied.  Mts.  720  abds.
mittelst  Boten  nach  Lome  am  Lewten  jed.  Mts.-  J  od.  Accra*
und  Klein-Popo).  am  22.  April,  Quittah")  oder  Klein=  am  20.2
(aie  Tae  6.  20.  Mai  Popo  35  Tage  4.,  18.  ali,  16  ums.
am  6.  Mai,  1.  Juli  Friedrich  Wilhelms-  am  4.,
5.  Deutsch-Neu-Guinea.  T  abds.  hafen  45  Tage  29.  *  ö  .  bham
am  10.  Mai,  5.  Juli  age  10  a
Shein  abds.  ½
Brindisie  am  10.  Mai,  5.  Juli  Jaluit  etwa  60  Tage  am  8.  Mai,  3.  Juli
6.  Marsball-Inseln.  (über  Manila)  abds.  6  abds.
Eintreffen  der  Post  aus  den  deutschen  Schutzgebieten.
Landungs=  Die  Post  ist  fällig  .  l-«  Landungs-  Die  po  int  fäuig
Von  hafen  in  Berlin  Von  hafen  beteen
Neapel  ...  am  1.*Mai
Deutsch.Ostafrika  14  Brindisi  am  21.  Moril,  15  Ma  vogogebiet  ......  Hamburg-.aii110.«uiid25.·
atfeille..aiii."  jedes  Monats
Deutsch-Lüdwestafrikta  Plymouth..  a  21.  April,  26.  Mei  Deutsch-Ueu--Guinea  Neapel.  an2.  Maid  28.  Jumt
.  »H«  s  —  —
amburg  .  .  am  125.  «jed.  Monats  4  .
namernn  .  dg  ..am  marshal.  Inseln...Marseille  .  am  18.  April,  18.  Juni
21.  8
*  Fälligkeitstage  für  die  mit  deutschen  Schiffen  eintreffenden  Posten.
Schtssbewegungen  der  Deutschen  Ostafrika-Linte  (Hamburg—Ostafrika).
Reichs  Niise  Letzte  Nachrichen
ich  postdampfer  von  #  nach  bis  13.  Aprit  1606
„Kaiser“  Hamburg  Durban  am  9.  April  ab  Neapel.
„Kanzler“  Durban  Hamburg  am  7.  April  ab  Mozambique.
„Bundesrath“  Hamburg  Durban  am  6.  April  an  Mczambigue.
„Neichstag“  Durban  Hamburg  am  12.  April  ab  Po  ct.  Said
„Admiral“  Durban  .  Hamburg  am  9.  April  ab  Lissab
„General“  Hamburg  Durban  am  12.  April  ab  Las  -
        <pb n="269" />
        231

Schiffsbewegungen  der  Woermann-Linie.

 

 

 

 

 

 

 

Postdampfer  Reise  Lehte  Nachrichten
von  nach  bis  11.  April  1896

„Aline  Woermann“.  Hamburg  Ponta  Negra  11.  April  in  Kamerun.
„Anna  Woermann“  Kap  Palmas  Hamburg  9.  April  in  Las  Palmas.
„Carl  Woermann“  Kotononu  Hamburg  9.  April  Dover  passirt.
„Eduard  Bohlen“  Hamburg  Congo  29.  März  im  Congo.
„Ella  Woermann“  Hamburg  Kap  Palmas  15.  April  ab  Hamburg.
„Erna  Woermann“  Kap  Palmas  Hamburg  23.  Februar  in  Hamburg.
„Gertrud  Woermann“  Ponta  Negra  Hamburg  28.  März  in  Accra.
„Gretchen  Bohlen“  Hamburg  Kotonon.  1.  April  in  Kotonon.
„Hedwig  Woermann!“.  Hamburg  Kotonon  5.  April  in  Conakry.
„Jeannette  Woermann“.  Hamburg  Benguela  30.  März  in  Accra.
„Kurt  Woermann“  Loanda  Hamburg  8.  April  in  Tanger.
„Lulu  Bohlen“  Ponta  Negra  Hamburg  6.  April  in  Gabun.
„Marie  Woermann“  ambur  Ponta  Negra  10.  April  ab  Hamburg.
„Melita  Bohlen.“"  Lüderitzbucht  Hamburg  11.  April  in  Bonny.
„Professor  Woermann“.  Hamburg  Kap  Palmas  1.  April  in  Teneriffe.
„Thekla  Bohlen“  Hamburg  Swakopmund  10.  April  in  Teneriffe.

 

 

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der  veksulle“  7  Im  Auslande  die  lichevollste  Aufmerksamkelt  zuzuwendel  4

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der,  Verlagsbuchhandlung  J.  H.  Schorer  G.  m.  b.  II.  in  nerun  W.,  —
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1  7  uxlhs  des  internationalen  Geld-  und  Warenmarktes  (P)
und  intoressante  Frar  W.  e.
t  E  9  nannemernn  ui  Der  bekannte  Weltreisende  Otgro  7.  I  llepschreibt  in
is  eln  ri  t  teressan-  "
Das  Echo  testen  Stimmen  e-  ruieli.  or  —i  der  Taglichen  kund’chau  1805  aut  Seite  4|9
—.  Gs  Jedem  Deutschen  im  Austande  4—
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entgegen;  in  den  ubrigen  L#ändern  zu  don  landosublichon  Preisen.  Resdaktion:  Hugo  Herold.  ot’bieuce  Max  Pechstein.
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„Das  Leho  aussereuropllischen  Lundern.
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        „Eupfehlenswertbe  Werke  der  deutschen  und  ausländischen  litteratur.

 

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Projekte.  letzte  Veründlerungen  der
Schutztruppe.  I’ost-  und  Zollämter.
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Reise  erbeten.  (42)

 

 

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vollständigste.  bill.  u.  prukt.  aller  Gesundheitsbücher.
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Terlag  von  d#-uenn  ipzit

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von  Forschungsreisenden  und  Gelehrten
  aus  den  deutschen  Sechntzgebleten,
  Bund  I—I  (1888—93.
rebunden,  sind  zu  Lorkunsen.
lrüherer  Ldenpreis  Alk.  55.
NB.  Die  Pid.  I  und  IV  sind  im
Buchhandel  vergriflen  und  sciten.
el.  Oflerten  mit  Angabe  des  kebotenen
  P’reises  unter  A.  D.  50  un
die  Ipedition  d.  Bl.  erbeten.

 

 

 

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Berlin  C.  19.
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Fratis  und  franko  verlungen.

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Verstellbaren  Schiffs-Schrauben.


 

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und  mit  verstellbaren  SchiffLSschrauben.
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Spezinlität:  Schrauben-Flachbootc.  System  Meissner.
20  Centimeter  Tielgan.  177)

bereiscourante,  Entwürfe,  Broschüren  kostenfrei.  —

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unerkunnt  solides  und  reelles

 

 

 

 

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MUNMHWMW  «  «.  ltIallenllbetsseeisclienLäuse-st-Importeuren

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Pporteuren  von  Mal##.  Nöling  &amp;amp;  Co.,  Hamburg.

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auch  von  meinen  NMicderlagen,  zurlickvergltet.  (7)

5/%0.  %%  %%%

     
    
 

EEEIEIIIIE

'
        <pb n="273" />
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235  —

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Zweck:  Deckung  der  Kosten  des  Militairdicustes,  Unterstützung  von  Berufssoldaten.
  Versorgung  von  lurualiden.

Jur  Kunbe#n  unter  12  2  Jahren  linden  in  dieser  Abtheilung  Aulnahme.
Abtheilung  II:  Kapital-  und  Kriegs-  ersicherung.
(Abgekllrzte  Lebenswersicherung.)

Zverk:  Velsorgung  von  Hinterbliehenen  und  Alters  -  Vesorgung.  Sicherung
  von  Kapitalien  zur  Beschaflung  von  Ausstenern  und  für-Studienzwecke.


I’ersonen  beiderlei  Geschlechts  lnden  vom  10.  Lebensjahre  ah  in

 

dieser  Abtheilung  Aufnahme.  v10)

Uie  Auszuahlungen  an  Versicherungssumme.  Prämienrückgewähr  etc.
im  Laufe  des  Jahres  1  1895  betrugen  57  2  076  000.—.  die  Gesammtauszuhlungen
eit  Bestehen  der  Anstal#  7  152  000.—.  Von  1878  bDis  Ende  1895  wurden

*  erledigt  279  336  Anträüge  über  4%  329  340  000.—  Versicherungskapital.

 

 

 

—5

mit  dem  neuen  Reichspostäd  mpter.)3  nct

 

(es  s000  rons,  e  boppelschreuben)

Deutschen  Ost-Afrika-  linie.

Anlaufen  sämmtlicher  deutschen  Colonien  in  Afrika  als:
Togo,  Kamerun,  Deutsch-Südwest-Afrika,  Deutsch-Ost-Afrika,
Besuch  von  Capstadt  und  der  interessanteren  Plätze  Transvaals.
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die  weitesten  Kreise  wendet  —
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Sich  in  unserer  Zeit  auch  dem
Gleichgältigsten  aul.

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eine  schier  unglunbliche  Fülle  bisher
  zerstreuten  und  schwer  ungüng-—
lichen  Stofles  zusammentragen,
werden  Vielen  längst  gewinschte
Klarheit  schullen  und  Keiner  wird
sie  ohne  nachhaltigste  Anregung
aus  der  IIand  legen.

 

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August  Bolten,  Wm.  Miller's  Nachfolger,  Admiralitätstrasse  33/34,  und  wegen  Deutsch-Südwestafrika  die
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Die  nächsten  fahrplanmässigen  Expeditionen  finden  statt:

 

R.  P.  D.  „AD  MIRAIL“,  Capt.  West  22.  April  1896  ab  Hamburg  (li.  Fahrplan)
R.  P.  D.  „REILCHSTAG“,  Capt.  Weisskam  20.  Mai  „  ab  Hamburg  "
K.  P.  D.  „KANZLER“,  Caprt.  10.  Juni  „  ab  Hamburg
E.  P.  D.  „BUNDESRATH“,  Caot.  1.  Juli  "„v  ab  Hamburg  "

nach  Tanga,  Dar-es-Saläm,  Sansibar,  Mozambique,  Beira,  Delagoa-Bai  und  Natal
Diese  Dampfer  nehmen  auch  Passagiere  und  Waaren  nach
Bagamoyo,  Saadani,  Pangani,  Kilwa,  Ibo,  Lindi,  Quelimane,  Chinde,  Lamu  und
Mombassa.
Ferner  Postdampfer

ab  Hamburg  2cm#s  Kap  der  #cren  J#ing  direkt  nach  D#erban,  Delagoa-Baf,
Moædumbique.
Nächste  Expedition:  Doppelschraubendampfer  „HERZOG“,  Capt.  v.  Issendorkf,
den  10.  Juli  1896.
Die  Dampfer  Raben  vorz#ttoliche  Elnricht#ungpen  F##  Pussagytere  in  allen  Klassen.
4  Ferner  zwischen  Ostalrika  und  Bombay  regelmässig  alle  drei  Wochen  im  Anschluss
an  die  Hauptdampler.
Näheres  ertheilt  im  Hamburg:
wegen  Fracht  der  Schiffemakler  August  Bolten,  Wm.  Miller’'s  Nachfolger,

wegen  Pussage  die  Hamburg-Amerikanische  Packetfahrt-Aktien-Gesellschaft,
sowie  wegen  Fracht  und  Passage  die

 

*

Deutsche  Oet-Afrika-Linie,
——öbbGrnr  Kkeichenstrasse  25.
Verantwortlicher  Redakteur  für  den  nichtamtlichen  Theil:  O.  Mertinat,  Verlin.
Oruck  und  Verlag  der  Königlichen  Hofbuchbondlung  und  Hofbuchdruckerei  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Verlin  8W  12,  Kochstraße  69—71.
usgegeben  am  16.  April  1896  um  2  Uhr  nachmitlags.
        <pb n="279" />
        Deutsches  Kolonialblatt.

Amtsblatt  für  die  Schutzgebiete  des  Deutschen  Reichs.

Herausgegeben  in  der  Kolonial-Ablhrilung  des  Auswärligen  Auls.

 

VII.  Zahrgang.

Diese  Zeitschrift  enscheint  in  der  Regel  am  I.  und  15.sedes  Monats.  Dersfelben  werden  als  Beiheste  beigesügt  die  mindestens  einmal  vierteliãbrlich
erscheinenden:  „Mittheilungen  von  Forschungsreisonden  und  Gelehrton  aus  den  doutschen  Schutzgebieten“,  hoerausgegobon  von  Dr.  Froiberr.
a  *  1  Der  vierteljährliche  Abonnementepreis  jür  das  Kolonialblatt  mit  den  Veiheften  beträgt  beim  Bezuge  durch  die  Post  und  die
l

v.  Dan  e  .

#uchtnd  ungennne  .—,  direkt  unter  Streisband  durch  die  Verlagsbuchhandlung  M'.  3.50  für  Dentschland  und  Oesterreich=  Ungarn,  Mk.  3.75  für
die  Lander  des  Weltpostvereins.  —  Einsendungen  und  Anfraseen  sind  an  die  Königliche  Hofbuchhandlung  von  Erust  Siegfried  Mittter
und  Sohn,  Berlin  SW  12,  Kochstrade  68—71,  zu  richten.  (Eingelragen  in  der  Zeitungs-Preisliste  für  1800  unter  Nr.  1910.)
Inhalt:  Amtlicher  Theil:  Verfügung  des  Reichskanzlers  wegen  Ausübung  der  Strafgerichtsbarkeit  und  der  Disziplinargewalt

  gegenüber  den  Eingeborenen  in  den  deutschen  Schutzgebieten  von  Östafrika,  Kamerun  und  Togo  S.  241.  —
Uebersicht  der  gerichtlichen  Geschäfte  bei  den  Kaiserlichen  Gerichten  des  Schußgebietes  von  Deutsch-Ostafrika  während
des  Geschäftsjahres  1895  S.  244.  —  Verordnung  des  Kaiserlichen  Gouverneurs  von  Kamerun,  betreffend  Abänderung

der  Verordnung  über  Ausstellung  einer  Statistik  S.  245.  —  Uebersicht  der  gerichtlichen  Geschäfte  bei  dem  Kaiseraichen
  Gericht  des  Schutzgebietes  der  Marshall-Inseln  während  des  Geschäftsjahres  1895  S.  246.  —  Personalien
.  246.

Nichtamtlicher  Theil:  Personal-Nachrichten  S.  246.  —  Deutsch-Ostafrika:  Zur  Reise  des  Kaiserlichen
Gouverneurs  S.  247.  —  Von  den  Anbauversuchen  in  Usambara  S.  248.  —  Kamerun  :  Ueber  eine  zum  Zweck
einer  Voruntersuchung  des  oberen  Sanagalaufes  unternommene  Expedition  (mit  Karte)  S.  248.  —  Togo:  Aufstellung
  eines  Grabgitters  S.  253.  —  Deutsch-Südwestafrika:  Zu  den  Unruhen  in  Südwestafrika  S.  253.  —
Narshall-Inseln:  Uebersicht  der  im  Schutzgebiele  ansässigen  Deutschen  und  Fremden  S.  253.  —  Schissoverlehr  in
Jaluit  im  Jahre  1895  S.  253.  —  Aus  dem  Bereiche  der  Missionen  und  der  Antifklaveret-Bewegun
S.  254.  —  Aus  fremden  Kolonien:  Statistisches  über  die  englischen  Kolonien  S.  255.  —  Basutoland  im
Jahre  1894/95  S.  256.  —  Versuchepflanzungen  in  Ostindien  S.  257.  —  Erhöhung  des  Zolliarife  im  Niger  Coast
Protertorate  S.  257.  —  Kongostaat  un  Jahre  1895  S.  258.  —  Französische  Kolonialschule  S.  259.  —  Versuche
mit  Buxarweizen  in  Vengalen  S.  261.—  Mittel  zur  Heuschreckenvertilgung  S.  262.  —  Anbauversuche  mit  Canaigre
in  Honolulu  S.  262.  —  Verschiedene  Mittheilungen:  Vorstandssitzung  der  deutschen  Kolonialgesellschaft

262.  —  Zur  Verlegmg  des  Verliner  botanischen  Gartens  S.  263.  —  Schiffsbewegungen  S.  263.  —  Verkehrs-Nachrichten
  S.  263.  —  Fahrplan  der  Deutschen  Ostafrika-Anie  S.  264.  —  Anzeigen.
—  Der  heutigen  Rummer  liegt  ein  Gesammt-Inhaltsverzeichniß  der  Jahrgänge  #  bis  7
des  Deutschen  Kolonialblattes  bei.

Berlin,  1.  Mai  1896.  UAummer  9.

 

 

Amtlicher  Theil.

Gesehe;  Perordnungen  der  Reichsbehörden.

Verfügung  des  Reichskanzlers  wegen  Ausübung  der  Strafgerichtsbarkeit  und  der
Disziplinargewalt  gegenüber  den  Eingeborenen  in  den  deutschen  Schutzgebieten
von  Ostafrika,  Kamernn  und  Togo.  Vom  22.  April  1896.

Auf  Grund  der  Allerhöchsten  Verordnung  vom  25.  Februar  1896  wird  wegen  Ausübung  der
Strafgerichtsbarkeit  und  der  Disziplinargewalt  gegenüber  den  Eingeborenen  für  die  deutschen  Schutzgebiete
in  Ostafrika,  Kamerun  und  Togo  im  Anschluß  an  die  Verfügung  vom  26.  desselben  Monats  das  Folgende
bestimmt:

1.  Zuständigkeit.
81.

In  den  Küstenbezirken  wird  die  Strafgerichtsbarkeit  und  das  Strafverfahren  über  die  farbige
Bevölkerung  von  dem  Gouverneur  (Landeshauptmann)  ausgeübt.  In  den  Bezirksämtern  tritt  an  die  Stelle
des  Gouverneurs  (Landeshauptmanns)  der  Bezirksamtmann  (Amtsvorsteher).  Der  Letztere  ist  berechtigt,
seine  Befugniß  auf  die  ihm  unterstellten  Beamten  für  deren  Amtsbezirke  unter  eigener  Verantwortung  zu
übertragen,  ist  aber  gehalten,  über  den  Umfang,  in  welchem  er  von  diesem  Rechte  Gebrauch  gemacht  hat,
an  den  Gouverneur  (Landeshauptmann)  zu  berichten.
        <pb n="280" />
        —  242  —
II.  Gerichtliche  Strafen.

82
Die  zulässigen  Strafen  sind:  Körperliche  Züchiigung  (Prügelstrafe,  Ruthenstrafe),  Geldstrafen,
Gefängniß  mit  Zwangsarbeit,  Kettenhaft,  Todesstrafe.

83
Gegen  Araber  und  Inder  ist  die  Anwendung  körperlicher  Züchtigung  als  Strafmittel  aus-Veschlossen.


84.
Gegen  eine  Frauensperson  irgend  welchen  Alters  darf  auf  Prügel-  oder  Ruthenstrafe  nicht
erkannt  werden.
5

Gegen  eine  männliche  Person  unter  16  Jahren  darf  nur  auf  Ruthenstrafe  erkannt  werden.

86.

Die  Vollstreckung  der  Prügelstrafe  erfolgt  mit  einem  von  dem  Gonverneur  (Landeshauptmann)
genehmigten  uchttanngeinftrument  die  Vollstreckung  der  Ruthenstrafe  mit  einer  leichten  Ruthe  oder  Gerte.

Das  auf  Prügel=  oder  Ruthenstrafe  lautende  Urtheil  kann  auf  einmaligen  oder  auf  zweimaligen
Vollzug  ergehen.

Bei  jedem  Vollzug  der  Prügelstrafe  darf  die  Zahl  von  25  Schlägen,  bei  dem  Vollzug  der
Ruthenstrafe  die  Zahl  von  20  Schlägen  nicht  überschritten  werden.

-  Der  zweite  Vollzug  darf  nicht  vor  Ablauf  von  zwei  Wochen  erfolgen.

5  7
Der  Vollstreckung  der  Prügel=  oder  Ruthenstrafe  hat  stets  ein  von  dem  zur  Ausübung  der  Strafgerichtsbarkeit
  befugten  Beamten  (§  1)  zu  diesem  Zweck  bestimmter  Europäer,  desgleichen,  wo  ein  solcher
vorhanden,  ein  Arzt  beizuwohnen.

88.
Vor  Beginn  der  Züchtigung  ist  der  zu  Bestrafende  auf  seinen  körperlichen  Zustand  zu  untersuchen.

Dem  hinzugezogenen  Arzte  oder  in  seiner  Ermangelung  dem  der  Strafvollstreckung  beiwohnenden
Europäer  steht  das  Recht  zu,  die  Vollstreckung  der  Prügel=  oder  Ruthenstrafe  zu  untersagen  oder  einzuhalten,
  falls  der  Gesundheitszustand  des  Verurtheilten  dies  geboten  erscheinen  läßt.

§  10.  ·

Geldstrafen,  welche  in  Ostafrika  200  Rps.,  in  Kamerun  und  Togo  300  M.  übersteigen,  ebenso
Gefängnißstrafen  über  6  Monate  bedürfen  der  Genehmigung  des  Gonverneurs  (Landeshauptmanns),
welchem  sofort  von  der  Verhängung  der  Strafe  Bericht  zu  erstatten  ist.  Die  Vollstreckung  ist,  wenn  sie
nicht  durch  die  damit  verbundene  Verzögerung  unmöglich  gemacht  wird,  bis  zum  Eintreffen  der  Genehmigung
auszusetzen.

51
Die  endgültige  Verhängung  der  Todesstrafe  siett  einzig  und  allein  dem  Gouverneur  (Landeshauptmann)

  zu.  In  Fällen,  wo  der  Bezirksamtmann  (Amtsvorsteher)  auf  solche  erkannt  hat,  ist  sofort  dem
Gouverneur  unter  Einsendung  des  Aktenmaterials  Bericht  zu  erstatten.

812.
Ueber  die  Strafsachen  ist  ein  besonderes  Strefbuch  nach  dem  folgenden  Muster  zu  führen:

 

 

 

 

 

r  Name  Strafthat  Ü  Strafe  Tag  des  urtheils  Bemerkungen
.  J
1.7  Mohamed  bin  Ali  Diebstahl  20  Ruthenschläge  26.  Juni  1896
2.  Amur  bin  Soliman  Mord  „Todesstrafe  1.  August  1896  estätigt.  durch###  den  Gouverneur
3.  am  12.  XI.  96.
4.
l

8  13.
Zu  den  Strafverhandlungen  soll  der  Wali  (Jumbe,  Dorfälteste)  hinzugezogen  werden.  Bei
schwereren  Verbrechen  hat  der  Bezirksamtmann  (Amtsvorsteher)  mehrere  angesehene  Eingeborene  zuzuziehen,
        <pb n="281" />
        —  243  —

ohne  daß  dadurch  die  ausschlies.liche  Verantwortlichkeit  des  Bezirksamkmanns  ausgehoben  wir
erhandlung  ist  ein  Protokoll  aufzunehmen.  Das  Urtheil  ist  schriftlich  abzufassen.
8  14.
Für  di  -  -  .--  --  rn  fi  ie  i  bis.  13  dieser
Für  die  tationen  und  amtlichen  Expeditionen  im  Innern  finden  ie  in  den  8§  2  b  »
erordnung  enthaltenen  Bestimmungen  mit  der  Maßgabe  enksprechende  nwendung,  daß  hinsichtlich  der
Ausübung  der  Strafgerichksbarkeit  (§  1)  an  die  Stelle  des  Bezirksamtmanns  der  Stationsvorsteher  bezw.
der  Expeditionsführer  tritt.  §  15
.
·  »  .«  ..  ..  4)
Kann  in  den  im  Innern  belegenen  Stationen  oder  bei  den  dort  befindlichen  Expeditionen  (9  1
im  Falle  eines  Aufruhrs,  -  Ueberfalls  oder  in  einem  sonstigen  Nothstande  aus  zwingenden  Gründen
das  im  §  11  vorgeschriebene  Verfahren  nicht  eingehalten  werden,  erscheint  vielmehr  eine  sofortige  Vollstreckung
  der  Todesstrafe  an  einem  Eingeborenen  erforderlich,  so  ist  von  dem  Stationsvorsteher  bezw.
Expeditionsführer  gegen  den  Angeschuldigten  thunlichst  unter  Hinzuziehung  von  mindestens  zwei  Beisitzern
ein  summarisches  Verfahren  einzuleiten  und  das  über  die  stattgefundenen  Verhandlungen  aufzunehmende
Protokoll  sowie  das  gefällte  Urtheil  nebst  Gründen  nachträglich  dem  Kaiserlichen  Gouverneur  (Landeshauptmann)
  mit  Bericht  einzureichen.  »  *  .
im  zu  dem  sümearsschen  Verfahren  die  vorgeschriebenen  Beisitzer  nicht  zugezogen  werden
so  sind  die  Gründe  hierfür  in  dem  Protokoll  darzulegen.
*  .  ch  den  Kaiserlichen  G
·  .  -..  i  Kaiserli  verneur
Wenn  in  einem  heil  oder  an  einem  Orte  des  Schubgebietes  dur  den  Kaiserlichen  Gouvern
(Landeshauptmann)  oder  selne  Stellvertreter,  oder  in  Fällen  dringender  Gesahr  vurch  einen  selbfiändigen
Gouvernementsbeamten  oder  einen  selbständigen  Militärbefehlshaber  der  Kriegszuf  a  en  är  ist  ,  tritt
gegenüber  allen  Eingeborenen,  welche  sich  strafbar  machen,  das  summarische  Verfahren  in  der  im
15  dieser  erordnung  bezeichneten  Weise  in  Kraft.

III.  Disziplinarbefugnisse  der  Bezirksamtmänner  un  tationschefs  im  Innern.

.  17.  ..
,..«  «..  ..  ..  .-  Arbei  «  thältniß  stehen,
Eingeborene,  welche  in  einem  Dienstverhältniß  oder  einem  Arbeitsvertragsverhäl  ;
können  auf  Litaag  der  Dienst-  oder  Arbeitgeber  wegen  fortgesetzter  Pflichtverletzung  und  Trägheit,  wegen
Widerseplichkeit  oder  unbegründeten  Verlassens.  ihrer  Dienst=  oder  Arbeitsstellen  sowie  wegen  sonsiiger  erbeblicher
  Verletzungen  des  Dienst-  oder  Arbeitsverhältnisses  disziplinarisch  von  dem  mit  Ausũ  ung  der
Strafgerichtsbarkeit  betrauten  Beamten  (§§  1,  14)  mit  körperlicher  Züchtiguug  und  in  Verbindung  mit
dieser  Strafe  oder  allein  mit  Kettenhaft  nicht  über  14  Tage  bestraft  werden.  *-  ·
Die  in  den  §§  2  bis  9  und  12  für  die  gerichtlichen  Strafen  gegebenen  Vorschriften  finden  auf
die  Disziplinarstrasen  Anwendung.

IV.  Schlußbestimmun

8  18.  ...
Die  ezirksamtmänner  (Amtsvorsteher)  und  Stationsvorsteher,  sowie,  gegebenenfalls,  die  Expeditionsführer
  und  im  Falle  deren  Abwesenheit  ihre  Vertreter  haben  vierteljährlich  über  die  vollstreckten
Strafen  an  den  Gouverneur  (Landeshauptmann)  zu  berichten.  Diese  Berichte  sind  dem  Auswärtigen  Amt,
Kolonial-Abtheilug,  vorzulegen.
*  19.
iese  Verordnung  tritt  mit  dem  Tage  ihrer  eröffentlichung  in  Ezirken  und
Stationen  in  Kraft.  ·  .
Gleichzeitig  treten  die  entgegenstehenden  Bestimmungen,  insbesondere  die  Verordnung  des  Käilerlichen
  Gonverneurs  von  Ostafrika,  betreffend  die  Abänderung  der  Gerichtsbarkeit  und  der  Polizeibefugnisse
der  Bezirksamtmänner  vom  29.  Juni  1893  außer  Kraft.
Berlin,  den  22.  April  1896.

Der  eichskanzler.
gez.  Fürst  zu  Hohenlohe.
        <pb n="282" />
        —  244  —
Verordnungen  und  Wilkheilungen  der  Behörden  in  den  Schutgebieken.

Uebersicht  der  gerichtlichen  Geschäfte  bei  den  Kaiserlichen  Gerichten  des  Schutzgebietes
  von  Deutsch-Ostafrika  während  des  Geschäftsjahres  1895.

Gerichtsbarkeit  des  Obergerichts  und  des  Oberrichters.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aus  Davon
--  .-  2  E  ’  m*
Es  waren  anhängige:  72  "  "  7½  229
Zm2
A.  Bürgerliche  Nechtsstreitigkeiten,  und  zwar:  Ü
a)  Berufungen.  —  1  1  1  —
b)  Beschwerden  %  —  1.  1  1  —
B.  Beschwerden  in  Konkurssachen.  .......·.....  —  —  —
C.  Strafsachen,  und  zwar:  1
5)  dhggen  2  2  2.—
9e  eschwer  —  1  1  1|  —
D.  Leschbirr  in  So  der  nichtstreitigen  öerichsbertenn-  —  —  —  —  —
E.  Berufungen  in  Privatklagesachen  —  —  —  —  —
F.  Berufungen  gegen  Erkenntnisse  der  Vezictzamimanner  1  6  D  7  5  2
1
Gerichtsbarkeit  erster  Instanz.
Kaiserliches  Gericht  fur  den  südlichen  Bezirk.
5  Aus  1  Davon
Es  wa  anhängig:  z2s
waren  ngig:  2  *  22s
#  S
—  —  *  *
A.  Bürgerliche  Rechtsstreitigkeiten.  und  zwar
1.  Tese,  einschließlich  der  Urkunden-,  Ehe—  und  Entmündigungsprozesse  2  40  42  37  5
2.  e  Rechtssachen,  und  zwar  «
este  ug  anderweitige  L  .  —  9  9  9  —
Nchicham  fesachen  .  4  22  26  23  3
Zwan  zwollstrchmgen  —  19  19  19  —
Monsecher  —  66  66  66  —
—  .  2  1  3  3  —
Anträge  außerhalb  eines  bei  dem  Gericht  zbengigen  Nechtsstreites  —  3  3  3  —
Von  8  Sachen  zu  1  gehörten  zur  Zustandigleit
s  Richters  1  24  25  22  3
5  des  Gerichts  1  16  17  15  2
Die  Sachen  unter  2  gehorten  simmtich  z  *#  ves  2  6  120  12623  3
B.  Konlurssachen  .  2  —4  2  —
C.  Strassachen,  und  zwar:  7
1.  Sachen,  in  denen  ein  Strafbefehl  zu  erlassen  war.  —  2  .2  —
2.  Sachen,  in  denen  ein  Hauptverfahren  einzuleiten  war  3  9  12  9  3
Davon  Privatklagesachen.  3  6  9  6  3
3.  Einzelne  uchterliche  Anordnungen,  Ermittelungssachen-  2  8  10  10  —
4.  gen,  in  denen  ein  Hauptverfahren  nicht  du  eroffnen  war  En-#elung
  des  Tersahrons),  .  —  5  5.  —
5.  Beschwerden  gegen  Entscheidungen  bes  Nichters.  ..  ....  —  —  —  —  —
In  den  Sachen  zu  2  landen  Lauptverhandlungen  un-  i
a)  ohne  iller  .......  —  5  5  5  —
b)  mit  Beisitze  —  1  1  1  —
I0.  Sachen  der  nichistcheren  Gerichtsbarkeit,  und  wari
.  enunschaften  und  Megfchaflen.;  .....  1—11I—
2.  Erbtheilungen  «s-«-·  —  —  —  —  —
3  Eintragungen  und  Loschungen  im  Grundbuche  ·  -————
.:ea  —  —  —  —  —
6.  Nachlahregulirungen  ·  10  9  194  5
6.  Sonstige  Fen.  der  freiwilligen  Gerichtsbarkeit  .  —  60  60  60  —
E.  Verfahren  auf  Grund  der  Kalserlichen  Verordnung  vom  17.  *  188°5  J
(Hlonialölatt  S.  —  —  —  —  —
        <pb n="283" />
        —  245  —

eiserliches  Gericht  fürd  den  nördlichen  Bezirk.

 

 

et

 

 

 

 

 

 

 

  
   

 

 

 

 

Aus  Davon
5  —  —
2  S  2  S
Es  waren  anhängig:  5  52  9-  2#
SgEp  ——.5
.  ZWEITEN-;
.Bickgerltche  Rechtsstreitigkeiten,  und  zwar
Prozesse,  einschließlich  der  urtunden-  Ehe-  und  Entmündigungsprozesse  12  31  43  16
2.  Sonstige  Rechtssachen,  und  z
Arreste  und  esnstweilige  *  ...  1  4  5  —
Rechtshülfesachen  ...  ....-  —  21  21  21  —
Nangavouswecunger.  .......  —  8  8  8  —
3  Moynsachen  ..  —424242—
TM)  b  sur  es.  ..
lnträge  außerhalb  eines  bei  Len  Gercht  anhängigen  Rechis  treites  —  —  —  —  —
8  Anträge  auf  Wobwrute  Bew  ba  6  6  .  1  1  —
on  den  Sachen  zu  1  un  urern  ur  Zu  tändi  reit  -
qdesmichteks.  ·  Z  sg  1767777—
des  Gerichts  12  31  43  27  16
L  sa  —  —  —  —  —
Strafsachen,  und-  zwar:  5  6
1.  Sachen,  in  welchen  ein  Strafbefehl  zu  erlassen  war  1  6  T
2.  Sachen,  in  welchen  ein  Hauptverfahren  einzuleiten  war  2  8  10  105  —
3.  Einzelne  richterliche  Anordnungen  —  Ermittelungssachen  3  45  48  38  10
4.  Sachen.  in  zein  Lauptwerfahren  nicht  eröffnet  wurde  Einellung
  des  Verfahrens  bezw.  sosortige  urüäkwe  ung  von  Anträgen
auf  Strafverfahren  ve  8  eisu  s  —  32  32  32  —
5.  Beschwerden  *  Guncheidingen  des  NRicht  ers.  .  —  —  F  —
In  den  2  kanden  Duptverhandlungen  tait
a)  ohne  ·  2  3  5  5  —
b)  mit  —  5  5  5  —
Geri  tsbarkeit,  und  zwar:
1  ens  u  7  n  —  33131—
3.  ·  --.—--4.
  8  14  22  7  15
5.  —  444—
6.  der  freiwilligen  Gerichtsbarkeit  —  85  85%

 

Verordnung  des  Kaiserlichen  Gouverneurs  von  Kamerun,  betreffend  Abänderung
des  §  1  der  Verordnung  vom  19.  Juni  und  10.  Dezember  1892  über  Aufstellung

einer  Statistik.

Auf  Grund  der  Kaiserlichen  Verordnung  vom  19.  Juli  1886  verordnet  der  Kaiserliche  Gouverneur,

was  folgt:

Einziger  Paragraph.

Der  §  1  der  Verordnung  vom  19.  Juni  und  16.  Dezember  1892,  betreffend  Aufstellung  einer
Statistik,  wird  dahin  abgeändert,  daß  der  Absatz  1,  beginnend  mit  dem  lateinischen  Buchstaben  A  und
endigend  mit  dem  Worte  „anlangten“,  außer  Kraft  gesett  wird.

Die  vierteljährliche  Einfuhrliste  fällt  demnach  künftig  weg.
Kamerun,  den  5.  Februar  1896.

Der  stellvertretende  Kaiserliche  Gouverneur.

(L.  S.)  gez.  Dr.  Seib.

ay  Privatklagen  4,  p)  Vergehen  5,  e)  Einspruch  gegen  Strofbesehl  1,  zusammen  10.  Bei  b  unde  wurde
vorher  ein  krruuleruncstingen  1  eingeleitet.
        <pb n="284" />
        —  246  —

Uebersicht  der  gerichtlichen  Geschäfte  bei  dem  Kaiserlichen  Gericht  des  Schutzgebietes
  der  Marshall-Inseln  während  des  Geschäftsjahres  1895.
Gerichtsbarkeit  erster  Instanz.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aus  *  Davon
-  .«  Z  s  »Es  2  sS  —
Es  waren  anhängig:  *55#  22  7  22  223
Se-  2  s
A.  durzeluce  .  Nechtsstreitigkeiten,  und  zwar:  .
1.  Prozesse,  einschließlich  der  Urkunden-,  Ehe=  und  getmiggunegre  1  —  1  1  —
2.  Sonstige  Rechissachen,  Arreste,  einstwellige  Lersugungen,  Zwangsvoll-  ..
streunen,Ma-mfachenSuhnefachenAufeb  s.  w  .  —  —  —  —  —
Von  8  achen)  zu  1  und  2  2  gehörten  zur  m
der  Richter  1  —  1  1  —
5  der  Gerichte  —  —  —  —  —
B.  Konkurssachen  .  s«  «  4  —  —  —  —
C.  Strafsachen,  und“  zwar:  .
1.  Stcheaha  in  welchen  ein  Strafbefehl  zu  erlassen  war.  .  —  18  18  18.  —
2.  Sachen,  in  welchen  ein  Hauptverfahren  einzuleiten  war  —  —  —
In  den  Sachen  zu  2  fanden  Lauptverhandlungen  statt
a)  ohne  ehte  1  2  3  3  —
.  b)nntB  —  2  2  2  —
3.  Beschwerden  Tiber  Ensche  en  des  Richtets  —  —  —  —  —
D.  Sachen  der  nichtstreitigen  Gesichtsß  arkeit,  und  zwar“
1.  E—  und  Pflegschaf  fsten  4  —  4  —  4
2.  Erbtheilu  —  —  —  —  —
3.  Eintregumiee  und  Löschungen  im  Grundbuch  —  3  3  3  —
4.  Sonstige  Handlungen  der  nichtstreitigen  Gerichtsbarieit  Gegianbigungen.
T  echtn  vorläufige  erwahrungen“  u.  s.  w.)  —  115  115115  —
E.  Eingeborenen-Ger
1  Surperkiche  nGerichte  #en  —  —  —
3  m29  Ainicithic  der  im  Verwaltingswege  verhöngien  Sirajen)
n)  Beisitze  —  16  16  16  —
b)  mit  B  uisihern  .  —  1  1  1  —
i4.  Freiwillige  Gerichtsbarkit  —  1  1  1  —

 

 

VVVVVVVVVVVVVVVVVVTYVYVVVVFVVYVYVVYYVYVT  NVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVYVVVVVVV

Perspnalien.

Dem  zum  Königlich  großbritannischen  K  Konsul  für  Kamerun  ernannten  Herrn  Ralph  Dinham
Rayment  Moor  ist  das  Exequatur  namens  des  Reichs  ertheilt  worden.

Der  Assistenzarzt  2.  Klasse  a.  D.  Hofft,  bisher  vom  Füsilier-Regiment  Königin  (Schleswig--Holsteinschen)
  Nr.  86,  ist  mit  dem  1.  April  d.  Is  der  Schuttruppe  für  Deutsch-Ostafrika  zugetheilt  worden.

—  —  —  —  —
Nichtamtlicher  Theil.

 

perlonal.  Nachrichten.  Gouvernements  von  Deutsch-Ostafrika  angenommen
und  hat  die  Ausreise  von  Hamburg  aus  am  22.  April
Deutsch  ·  Oslasrita.  «  d.  Is  angetreten.
Der  Bezirksamtmann  v.  Oertzen  hat  mit  dem
Dampfer  „Gertrud  Woermann“  am  14,  März  d.  Js.  Der  Stabsarzt  a.  D.  Dr.  Mankiewitz  ist  mit
einen  viermonatigen  Heimathsurlaub  angetreten.  Allerhöchster  Genehmigung  mit  dem  9.  April  d.  Is.

aus  der  Schuhtruppe  ausgeschieden.
Der  Maschinist  2.  Klasse  Müller  ist  für  den

Dienst  des  Kaiserlichen  Gouvernements  angenommen  Kompagnieführer  Johannes,  Lieutenant  Engelund

  hat  die  Ausreise  am  22.  v.  Mts.  angetreten.  hardt  und  Arzt  Dr.  Simon  von  der  Kaiserlichen

Schutztruppe  in  Ostafrika  haben  am  6.  April  d.  Is.

Der  Schiffer  Reimer  is  für  die  Stelle  eines  einen  Heimathsurlaub  angetreten.

Bootsunteroffiziers  bei  der  Flottille  des  Kaiserlichen  ..,
        <pb n="285" />
        —

Ramerun.

Der  dem  Kaiserlichen  Gouvernement  zur  Beschäftigung
  überwiesene  Gerichtsassessor  Dr.  Gleim  und
der  Assistenzarzt  Dr.  Doering  sind  mit  „Lulu
Bohlen“  am  10.  März  1896  in  Kamerun  eingetrosfen
  und  haben  ihren  Dienst  angetreten.

Der  zum  Kaiserlichen  Gonvernement  von  Kamerun
kommandirte  Lieutenant  Dominik  vom  Grenadier-Regiment
  Prinz  Carl  von  Preußen  (2.  Brandenburgischen)
  Nr.  12  ist  mit  dem  Dampfer  „Lulu
Bohlen“  am  10.  März  d.  Is.  in  Kamerun  eingetroffen
  und  hat  sich  unmittelbar  nach  Ankunft  über
Kribi  nach  Yaunde  begeben,  um  die  Leitung  der
dortigen  Station  wieder  zu  übernehmen.

Der  Zolldirektor  Scheffler  hat  nach  zweijähriger
Thätigkeit  in  Kamerun  am  18.  März  d.  Is.  das
Schutzgebiet  mit  Heimathsurlaub  verlassen  und  wird
während  dieser  Zeit  von  dem  Zollamtsassistenten
Dietß  vertreten.

Der  Premierlieutenant  v.  Brauchitsch  hat  am
15.  März  d.  Is.  Kamerun  mit  Urlaub  verlassen.

Der  Oberlazarethgehülfe  Seebe  ist  am  10.  März
d.  Is.  mit  „Lulu  Bohlen“  in  Kamerun  eingetroffen
und  hat  seinen  Dienst  angetreten.

247

 

1  4444.  4.  4á  4A  4.  4.  .  4  4.  u.  c.  A.  S.  A.  A...  S.  J.  J.  S.S.  A.  A.  4.  A.  4.

Zur  Brachtung!

Der  heutigen  Nummer  liegt  ein  Inhaltsverzeichniß
zu  den  Jahrgängen  1  bis  V  (1890  bis  1894)  des
Deutschen  Kolonialblattes  bei,  welches  eine  rasche
Orientirung  über  den  reichen  Inhalt  dieser  Jahrgänge
  ermöglichen  wird.  Das  dem  Inhaltsverzeichniß
beigegebene  geographische  Namenverzeichniß,
das  sich  aus  den  im  nichtamtlichen  Theile  enthaltenen
„Nachrichten  aus  den  deutschen  Schutzgebieten“  zusammensetzt,
  ist  in  theilweiser  Anlehnung  an  die
Rechtschreibung  der  Namen  auf  den  Kiepertschen
Karten,  bei  den  auf  den  Karten  nicht  vorkommenden
Namen  nach  der  am  meisten  gebrauchten  Schreibweise
  gewählt.  *  .  6

Wir  hoffen,  daß  die  Beifügung  eines  geographischen
Namenverzeichnisses  dazu  beitragen  dürfte,  eine  einheitliche
  Rechtschreibung  der  Namen  herbeizuführen,
  und  bitten  deshalb  alle  Leser  des  Kolonialblattes,
  insbesondere  die  in  den  Schutzgebicten,  der
Redaktion  etwaige  Wünsche  bezüglich  des  Inhaltsverzeichnisses,
  vorgekommene  Frrthümer  u.  s.  w.,  zur
Berücksichtigung  für  spätere  Verzeichnisse,  frcundlichst
bekannt  zu  geben.  Diesbezigliche  Zuschriften  wolle
man  an  die  Redaktion  des  amtlichen  Deutschen
Kolonialblattes  gelangen  lassen.  «

stfffsvavvvvsvvffskisfvvvvfssf

Nachrichten  aus  den  deulschen  Schuhgebieten.

(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  theilweise  nur  mit  Quellenangabe  gestattet.)

Deutsch-ltafrika.
Sur  Reise  des  Kaiserlichen  Gouverneurs.

Der  Kaiserliche  Gouverneur  berichtet  über  eine
von  ihm  nach  Kisali,  zum  Rufiyi  und  durch  Süd-Usaramo
  zurück  unternommene  Reise,  wie  folgt:

Ich  marschirte  auf  der  sogenannten  Stevensonroad
  bis  Kisaki  und  fand,  daß  dieser  Weg  zum
größten  Theil  gut  in  Ordnung  gehalten  und  mit
nur  kleinen  Verbesserungen  für  Fahrzeuge  leicht  herzustellen
  ist.  Auf  vielfaches  Ansuchen  der  Eingeborenen
  von  West-Usaramo  und  Ukami  ließ  ich  die
Station  Kisaki  besetzt  mit  1  Unteroffizier  und
10  Mann.  Ich  habe  angeordnet,  den  baufälligeren

Theil  der  Station  niederzureißen  und  den  neueren,

zu  einer  kleinen,  den  jetzigen  Verhältnissen  aber  völlig
genügenden  befestigten  Station  umzubauen,  was  fast
ohne  Unkosten  sich  als  durchführbar  erwies.  Besonders
  auch  habe  ich  die  Station  nicht  ganz  aufgegeben,
  weil  ich  sie  als  Zwischenpunkt  zwischen  dem
Endpunkt  der  Schiffbarkeit  des  Rufiyi  und  den

jungen  Bericht  über  die  Schifffahrtsverhältnisse  des
Flusses  zu  haben,  den  Lieutenant  v.  Grawert  mit

einem  Unterbeamten,  der  sich  auf  meiner  Nyassareise
Erfahrung  gesammelt  hatte,  in  Kanus  den  Rufiyi  zu
Thal  fahren  lassen,  und  hat  dieser  Offizier  das
gleiche  Resultat  wie  frühere  derartige  Untersuchungen
bezüglich  der  Schiffbarkeit  des  Flusses,  nämlich  ein
gutes,  gebracht.  #  ·  *  "

Für  die  möglichst  schleunige  Inangriffnahme  der
Befahrung  des  Rufiyi  spricht  der  Umstand,  daß  der
Ulanga  auf  einer  weiten  Strecke  aufwärts  schiffbar

ist,  so  daß  wir,  wie  ich  hoffe,  in  nicht  allzu  langer

Zeit  mit  einer  kurzen  Umgehung  der  Hindernisse  des

Rufiyi  von  den  Panganifällen  bis  zur  Ulanga-Ulugurubergen,

  die  nächst  Usambara  die  günstigste

Gelegenheit  zur  Anlage  von  Plantagen  bieten,  halten
will.  Ich  habe,  um  noch  einmal  einen  möglichst

mündung  auf  weit  über  die  Hälfte  des  Weges  von
der  Küste  bis  zum  Nyassasee  den  Wasserweg  benutzen
  können.

Dies  wird  bei  der  späteren  Anlage  einer  Station
im  Gebiete  der  Magwangwara  eine  besondere  Bedeutung
  erlangen.

Zur  Verbindung  einer  derartigen  Station  mit  der
Küste  ist  die  Benutzung  des  Ulanga  und  Rufiyi  von

unberechenbarem  Vortheil,  ebenso  wie  zur  Verbindung
des  Nyassasees  (Station  Langenburg)  mit  der  Küste.
        <pb n="286" />
        Ich  marschirte  dann  auf  meiner  Reise  einige
Tagemärsche  längs  des  Flusses  nach  Osten  und  konstatirte
  das  Anschwemmungsgebiet  des  Flusses  als
ein  mindestens  ebenso  versprechendes  als  das  Delta
des  Rufiyi.  Der  reiche  schwarze  Boden,  der,  selbst
auf  weitere  Strecken  vom  Flusse  entfernt,  leicht  zu
bewässern  ist,  hat  fraglos  eine  große  Zukunft.  Der
Strich  ist  auch  bevölkert  und  wir  marschirten  tagelang
  in  ununterbrochenen  Mais-,  Hirse=  und  Reisfeldern.


Ich  wandte  mich  dann  nach  Nordosten  und  ging
durch  das  südliche  Usaramo  nach  Dar-es-Saläm
zurück.  Auch  auf  dieser  Strecke  sand  ich,  wo  immer
der  Boden  hügelig  wurde,  leidlich  bevölkerte  reiche
Gegenden.  Ich  hatte  die  Freudc,  auf  der  ganzen
Reise  zu  konstatiren,  daß  die  Züchtigung  der  Masiti
und  der  Einfluß  der  Stationen  Ulanga  und  Kisaki
vollkommen  friedliche  Verhältnisse  in  dem  Gebiete
geschaffen  haben,  dessen  Einwohner  früher  in  steter
Angst  vor  den  Einfällen  kaum  ihr  Leben  zu  fristen
wagten.  Die  Wasaramo  haben  sich  seit  fünf  Jahren
in  dem  Gefühl  der  Sicherheit  bedeutend  ausgedehnt
und  in  vielen  Gegenden  sogar  schon  eine  gewisse
Wohlhabenheit  wiedererlangt,  die  selbst  durch  die
Heuschreckenplage  der  lezten  Jahre  nicht  erheblich
gestört  worden  ist.  Ich  habe  die  Ueberzeugung  gewonnen,
  daß  die  Gefahr  der  Rückkehr  der  Heuschreckenplage
  keine  breunende  ist.  Die  letzten  beiden
Ernten  waren  gut  ausgefallen,  und  die  kleinen
Schwärme  von  Heuschrecken,  die  ich  noch  hier  und
da  antraf,  scheinen  mir  der  nicht  mehr  drohende  Rest
der  Plage  zu  sein,  und  nehme  ich  an,  daß  der  Regen
dieses  Jahres  auch  diesen  Rest  vernichten  wird.

Auf  Grund  der  während  der  Reise  gewonnenen
Eindrücke  werde  ich  darauf  hinzuwirken  fortsahren,
daß  die  Bezirksämter  in  einen  näheren  Verkehr  mit
den  Eingeborenen  ihres  Bezirks  treten,  die  Häuptlinge
  zu  überwachen,  vor  Allem  aber  auch  Anforderungen
  zu  stellen  an  die  Eingeborenen,  die
denselben  klar  machen,  daß  sie  für  den  Schutz,  den
sie  von  uns  genießen,  auch  Gegenleistungen  zu  erlegen
  haben.  Vorläufig  können  wir  als  Gegenleistung
nur  Schaffung  und  Aufrechterhaltung  guter  Wege
von  den  Eingeborenen  fordern.

von  den  Anbauversuchen  in  Usambara.

Der  Landwirth  Eick  berichtet  über  Versuche  auf
der  Kulturstation  in  Usambara  Folgendes:

Die  sämmtlichen  Pflanzungen  haben  stark  unter
den  Heuschrecken  gelitten,  besonders  die  Kartoffeln,
die  sich  gerade  in  ihrem  Hauptentwickelungsstadium
befanden.  Trotzdem  war  der  Ertrag  noch  immer
zufriedenstellend,  besonders  da  ein  Theil  derselben
bis  auf  die  Strünke  aufgefressen  war.  Die  Vegetationsdauer
  betrug  vom  21.  November  bis  Anfang
Februar  also  nur  2¼  Monate,  wonach  auf  drei  bis
vier  Ernten  im  Jahre  mit  Sicherheit  zu  rechnen  ist.

248

 

Die  Erbsen  haben  weniger  von  den  Heuschrecken
als  von  der  Dürre  zu  leiden  gehabt,  und  sind  infolgedessen
  etwas  ungleich  reif  geworden.  Sie  wurden
am  16.  Dezember  gesäet  und  sind  am  3.  März
abgenommen,  ihre  Vegetationsdauer  betrug  also
2⅛  Monate.  Das  etwas  geschrumpfte  Aussehen
muß  wohl  an  der  Saat  liegen,  da  diese  der  beigegebenen
  Probe  genau  gleich  ist.

Weizen,  der  am  16.  Dezember  gesäet  ist,  beginnt
jetzt  gelb  zu  werden;  Gerste,  am  17.  Dezember  ausgesäet,
  schießt  jetzt  in  die  Aehren;  Hafer  steht  sehr
voll  und  schön  im  Blatt,  scheint  jedoch  eine  kürzere
Entwickelungsperiode  zu  haben;  Roggen  hat  die  Dürre
schlecht  überstanden,  war  jedoch  in  der  Saat  so
schlecht,  daß  ich  von  vornherein  kein  Vertrauen  zu
demselben  hatte;  Mais  war  zum  größten  Theil  verdorben,
  die  wenigen  aufgegangenen  Pflanzen  fangen
jetzt  an  zu  reisen;  für  Luzerne  und  Klec  scheint  der
Boden  besonders  geeignet  zu  sein.  Die  vor  etwa
drei  Wochen  gemachte  Kartoffelaussaat  steht  viel
besser  als  die  erste,  da  hin  und  wieder  Gewitter
den  Pflanzen  die  nöthige  Feuchtigkeit  zuführten;  sie
zeigen  infolgedessen  ein  üppiges  Aussehen  im  Kraut,
ohne  daß  man  von  einem  „Inskrautschießen“  sprechen
könnte.

Ramerun.

Ueber  seine  zum  Sweck  einer  Vvoruntersuchung  des
oberen  Sanagalaufes  unternommene  Expedition
(Mit  einer  Karte.)
berichtet  der  Stationschef  von  Edea,  Premierlieutenant

v.  Brauchitsch,  Folgendes:
Edea,  den  19.  Februar  1896.

Am  25.  Dezember  v.  Is.  marschirte  ich  in  Begleitung
  des  Lieutenants  Schmidt  und  Expeditionsmeisters
  Thoms  mit  154  Trägern  und  15  Soldaten
von  Edea  ab  und  erreichte  die  Uebergangsstelle  bei
Sakebayeme  nach  siebentägigem,  für  die  Träger  recht
anstrengendem  Marsche  am  2.  Januar  1896.  Der
Weg,  welcher  bis  Mangana  fast  ausschließlich  durch
Farmen  und  Ortschaften  führt,  ist  stellenweise  recht
schlecht,  doch  ließe  sich  hier  leicht  durch  Wegräumen
der  vielen  über  den  Weg  liegenden  Baumstämme
Wandel  schaffen.

Die  Gegend  ist  reich  bevölkert  und  gut  bebaut,
und  betreiben  sowohl  Edea=  wie  Manganaleute  einen
schwunghaften  Handel  mit  den  angrenzenden  Bekoks.
Weiter  oberhalb  Mangala  führt  der  Weg  fast  ausschließlich
  nur  durch  dichten  Urwald,  welcher  zahlreiche
  Elefantenspuren  aufweist.

Die  Mangalalente,  welche  mir  bis  Sakebayeme
als  Träger  dienten,  waren  schlau  genug,  aus  naheliegenden
  Gründen  die  Expedition  nicht  durch  ihre
Ortschaften  zu  führen,  wichen  vielmehr  geschickt  denselben
  aus  und  führten  mich  auf  begangenem  Wege
nördlich  der  alten  Route  nach  Sakebayeme.  Auf
der  ganzen  Strecke  passirte  ich  nur  ein  kleines
Mangaladorf  Matol.
        <pb n="287" />
        —  249  —

Nebenbei  bemerkt,  herrscht  bei  den  Bakokos  die
Sitte,  daß  die  Ortschaften  mit  dem  Tode  ihres
Häuptlings  sowohl  ihren  Namen  als  auch  den
früheren  Standort  wechseln;  daraus  erklärt  sich  die
Verschiedenheit  der  Angaben  der  einzelnen  Expeditionsführer.
  Ich  hatte  wiederholt  auf  der  Route,  welche
sich  stellenweise  dem  Sanaga  nähert,  Gelegenheit,
mir  ein  Bild  von  der  Beschaffenheit  des  Flußbettes
zu  machen,  und  war  es  nicht  überraschend,  nur
Schnellen  vorzusinden,  zumal  das  Rauschen  des
Wassers  weithin  hörbar  war.

In  Sakebayeme,  wo  ich  am  2.  Jannar  anlangte,
  war  ich  genöthigt,  bis  zum  8.  zu  verweilen.
Hier  erfuhr  ich  von  Eingeborenen,  daß  der  Fluß
auch  weiter  oberhalb  selbst  für  Kanus  nicht  befahrbar
  sei  —  ich  mußte  also  schon  der  Schonung  des
Bootes  wegen,  welches  ein  häufiges  Zusammensetzen
und  Auseinandernehmen  nicht  gestattet,  die  Rekognoszirung
  mittelst  Kanus  auszuführen  suchen.  Zu
diesem  Zwecke  sandte  ich  11  meiner  Träger  nach
Edca  mit  dem  Auftrage,  ein  größeres  Kanu  über
die  Edeafälle  stromaufwärts  bis  Sakebayeme  zu
bringen;  denn  außer  den  beiden  Fährkanus,  welche
ihrer  ungeschickten  Bauart  und  des  enormen  Gewichtes
  wegen  sich  nicht  verwenden  ließen,  stand  mir
kein  anderes  Fahrzeng  zu  Gebote.  Ich  mußte  somit
  wohl  oder  übel  so  lange  am  Orte  verbleiben,  bis
mir  über  das  Fortkommen  des  Kanus  nähere  Nachrichten
  zugingen.  Obwohl  ich  den  Aussagen  der
Eingeborenen,  betreffend  den  Flußlauf  des  Sanaga,
welcher  sowohl  hier  wie  von  allen  übrigen  auf
meiner  Tour  berührten  Volksstämmen  nur  „Lom“
genannt  wird,  Glauben  schenkte,  hielt  ich  es  dennoch
für  unbedingt  nothwendig,  mir  einige  Gewißheit  über
die  thatsächliche  Beschaffenheit  desselben  zu  verschaffen,
  und  sandte  infolgedessen  Lieutenant  Schmidt
in  Begleitung  einiger  Träger  und  Soldaten  nach  dem
einen  Tagemarsch  weiter  oberhalb  gelegenen  Bekokorte
  „Mpim“,  um  hier  nähere  Erkundigungen  einzuziehen.


Schmidt,  welcher  am  4.  Januar  aufbrach,
kehrte  auf  meine  Veranlassung  bereits  am  8.  wieder
zurück.  Zunächst  berührte  er  bei  der  Mündung  des
von  den  Ndungebergen  kommenden  Eköheflusses  den
Sanaga,  welcher  dort,  wie  mir  berichtet,  bei  einer
Flußbettbreite  von  1000  bis  1500  m  zwischen  zahlreichen
  Inseln  hindurchfließt  und  kleinere  Fällc  von
etwa  1  m  bildet.  Weiter  oberhalb  fand  Schmidt
den  Fluß  ruhiger  fließend  und  war  der  Ansicht,  daß
hier  das  Boot  zur  Weiterfahrt  Gelegenheit  haben
würde.  In  Mvpim  erreichte  Schmidt  zum  zweiten
Male  den  Sanaga,  wo  er  weder  Schnellen  noch
Wasserfälle  konstatirte.  Ich  wäre  nun  zweifellos
mit  der  Karawane  nach  Mpim  aufgebrochen,  wenn
Schmidt  in  seinem  Bericht  nicht  darauf  hingewiesen
hätte,  daß  der  Transport  der  Bootslasten.  über  die
steilen  Hänge  der  Ndungeberge  die  größten  Schwierigkeiten
  bereiten  würde.

Ich  marschirte  darauf  am  9.  unter  Zurücklassung

 

des  Lieutenants  Schmidt,  welcher  mit  Kanu  folgen
sollte,  nach  der  von  ihm  bezeichneten  Stelle  östlich
des  Eköheflusses,  welche  ich  nach  zwei  Stunden  erreichte.
  Hier  ließ  ich  die  Karawane  auf  dem  Wege
zurück,  um  mich  selbst  zum  Flusse  zu  begeben.  Mit
Hülfe  einiger  Träger  gelang  es  mir,  am  Ufer  entlang
  durch  den  dichten  und  steil  zum  Flusse  abfallenden
  Busch,  wohl  eine  Stunde  lang,  mich  durchzuschlagen.
  Auf  dieser  Wegstrecke  konnte  ich,  da  der
Strom  infolge  der  vielen  vorgelagerten  Inseln  und
Felsblöcke  stellenweise  bis  auf  20  m  zusammengedrängt
  wird  und  hier  in  rasender  Geschwindigkeit
fließt,  keine  für  Zusammensetzung  des  Bootes  günstige
Stelle  finden.  Oberhalb  dieses  Kataraktengebietes
fließt  der  Sanaga  wieder  ruhig,  bis  dann  etwa  nach
3000  m  von  Neuem  Schnellen  auftreten.  Ungefähr
300  m  oberhalb  dieser  Schnellen  am  Njambeaufer,
gegenüber  der  Kanulandestelle  der  Ndogodjes,  bezog
ich  Lager,  woselbst  auch  bald  darauf  die  Karawane
eintraf.  Hier  entschloß  ich  mich,  am  nächsten  Tage
mit  dem  Zusammensetzen  des  Bootes  zu  beginnen.

Am  12.  war  dasselbe  zusammengesetzt.  und  zu
Wasser  gelassen,  und  konnte  ich  am  Nachmittag  eine
Reknognoszirungsfahrt  unternehmen.  Leider  mußte
ich  nach  einstündiger  Fahrt,  welche  glatt  und  ohne
Zwischenfall  verlief,  die  Weiterfahrt  aufgeben,  da
wiederum  Schuellen  auftraten.  die  des  starken
Stromes  wegen  nicht  passirt  werden  konnten.

Der  Sanaga,  welcher  sich  hien  mehr  W—ê
HOstsüdost  wendet,  theilt  sich  in  zwei  Arme  und  umtne
  2  km  lange,  bewaldete  Insel.  Oberhalb
dieser  tritt  wieder  das  alte  Kataraktengebiet  auf,
Wasserfälle  wechseln  ab  mit  Schnellen  und  bieten
der  Schifffahrt  ein  unüberwindliches  Hinderniß.

Ich  war  also  genöthigt,  trotz  der  günstig  lautenden
  Berichte  des  Lieutenants  Schmidt,  das  Boot
wieder  auseinanderzunehmen  und  zum  Weitertrans-Crichten.


vort  hernn  Expedition  den  Weitermarsch  antreten
konnte,  mußte  ich  den  von  Schmidt  als  unpassirbar
bezeichucten  Weg  rekognosziren.  4

Ich  ließ  die  Expedition  unter  Thoms  zurück  und
marschirte  am  13.  zu  diesem  Zwecke  auf  Mpim  zu.

Nach  einer  Stunde  hatte  ich  bereits  die  Ndungeberge
  überschritten  und  das  am  Nordabhange  sanber
angelegte  Njambeadorf  erreicht.  Der  Weg  steigt
anfangs  steil  an  und  führt  später  durch  eine  tiefe
Schlucht  um  die  Hänge  der  Ndungeberge  herum.
Hier  bieten  auf  dem  Wege  liegende  Baumstämme
wohl  ein  Hinderniß,  jedoch  ein  so  unbedeutendes,
daß  ich  gar  keine  Bedenken  trug,  hier  mit  der
Expedition  zu  folgen.  Mpim  erreichte  ich  nach
weiterem  ¾  stündigem  Marsch.

Das  sauber  gehaltene  Dorf,  welches  in  Form
eines  Rechtecks  gebaut,  besteht  aus  30  bis  35  Hütten,
welche  ihrer  Bauart  nach  sich  absolut  nicht  von  denen
der  übrigen  Bakokos  unterscheiden.  4

Der  alte  Weiberkönig  Mpim  (derselbe  verfügt
nur  über  8  Mann  und  etwa  30  Weiber),  welcher
        <pb n="288" />
        —  250  —

einen  guten  Eindruck  auf  mich  machte,  hatte  bereits
von  meinem  Kommen  erfahren  und  fragte  mich,  was
ich  mit  dem  Boot  zu  thun  beabsichtige,  im  Sanaga
(Lom)  gäbe  es  nur  Felsen  und  Steine  bis  weit
hinauf  und  würde  ich  mit  dem  Boot  niemals  weiter
kommen.  Mvpim  sprach  dieses  mit  einer  solchen
Ueberzeugungstreue  aus,  daß  ich  ihm  glaubte,  erklärte
  ihm  aber,  daß  ich  nun  selbst  zum  Flusse  gehen
würde,  um  mich  von  der  Wahrheit  seiner  Schilderung
zu  überzeugen.

Ich  verließ  Mpim  hierauf  und  erreichte  den  Lom
nach  1  ¼  stündigem  Marsche.  Hier  fließt  der  Fluß
ruhig,  obgleich  ich  weiter  oberhalb  deutlich  Schnellen
erkennen  konnte.

Gegen  Mittag  traf  ich  wieder  wieder  im  Lager
ein.  Ich  setzte  nun  am  nächsten  Morgen  (15.)  mit
der  Expedition  den  Marsch  über  die  Ndungeberge—
Njambeadorf  und  so  weiter  fort  und  traf  gegen  Nachmittag
  in  Mpimufer  ein.

Den  Bekokleuten,  welche  sich  als  Träger  angeboten
  hatten,  war  es  ein  Kleines,  mit  den  schweren
Bootslasten  die  schlechten  Stellen  zu  überschreiten  —
ein  Beweis,  daß  es  für  den  leichtfüßigen  Neger  in
dieser  Beziehung  kaum  ein  Hinderniß  giebt.

Ich  war  recht  froh,  die  Bootslasten  unversehrt
bis  Mpim  gebracht  zu  haben,  aber  auch  entschlossen,
dem  schwierigen  und  kostspieligen  Transport  nun  ein
Ende  zu  machen.

Mit  den  gegenüber  wohnenden  Babimbis  (Ndogonims
  identisch  mit  Ramsays:  Dungem)  versuchte
ich  in  Unterhandlung  zu  treten,  doch  wiesen  dieselben
in  frechster  Weise  jede  Unterhandlung  schroff  ab  und
erklärten,  sie  wollten  kein  Freundschaftsverhältniß  mit
dem  Gouvernement,  vielmehr  Krieg.  Hierbei  fielen
zwei  Schüsse.

Ich  berichtete  darauf  an  den  Kaiserlichen  Gouverneur
  unter  dem  16.  Januar  und  bat  um  sofortige
Bestrafung  der  Babimbis,  da  ich  auf  dem  Weitermarsch
  die  Expedition  für  gefährdet  hielt.  Leider
konnte  meinen  Bitten  nicht  nachgegeben  werden,  da
die  Truppe  bereits  nach  Ya#nde  beordert  war.

Ich  entschloß  mich  demmach,  in  Mpim  am  Ufer
eine  provisorische  Station  zu  errichten,  und  begann
sofort  mit  den  Abholzungsarbeiten,  sowie  mit  dem
Bau  eines  Wohnhauses.  Letteres,  aus  Knüppelwänden
  mit  Blätterüberdachung  hergestellt,  war  bereits
Anfang  Februar  beziehbar.

Premierlieutenant  v.  Besser,  welcher  inzwischen
erfahren  hatte,  daß  das  über  die  Edeafälle  gesandte
Kam  nicht  über  Mangala  hinauskommen  könne,
sandte  sofort  zwei  kleine  Kanus  auf  dem  Landwege
unter  Führung  des  Unteroffiziers  Schmidt  von  Edea
fort,  welche,  von  Edealenten  getragen,  am  24.  Januar
in  Mpim  eintrafen.

Am  31.  erschienen  dann  auch  die  von  Sakebayeme
abgeschickten  Weyjungen  und  erklärten,  daß  es  ihnen
unmöglich  sei,  das  Kann,  welches  sie  in  Mangala
den  Logobiheleuten  zur  Aufbewahrung  übergeben
hätten,  weiter  über  die  Felsen  im  Flusse  zu  tragen.

 

Ich  legte  auch  weiter  keinen  Werth  darauf,
dasselbe  in  meinen  Besitz  zu  bringen,  da  ich  es  auf
der  weiteren  Tour  doch  nicht  hätte  verwenden
können.  Allenfalls  hätte  es  auf  der  Station  Mpim
verbleiben  können.

Lieutenant  Schmidt  beorderte  ich  sofort  von
Sakebayeme  zurück  und  übergab  ihm  am  1.  Februar
die  Leitung  der  provisorischen  Station.  Demselben
ertheilte  ich  schriftlich  folgende  Instruktion:

„Am  2.  Februar  setze  ich  mit  der  Expedition  den
Marsch  über  Ndokupe  fort  und  übergebe  Euer  Hochwohlgeboren
  die  Leitung  der  provisorischen  Station.
Hierzu  gehört  vor  Allem,  für  Aufrechterhaltung  der
Ruhe  und  Ordnung  auf  derselben  Sorge  zu  tragen.
Alsdann  wird  es  Ihre  nächste  Aufgabe  sein,  sich
eingehende  Kenntniß  der  hiesigen  Verhältnisse  zu
verschaffen.

Sämmtliche  Geräthe  und  Inventarstücke  sind  zu
überwachen  und  ein  Verzeichniß  evident  zu  halten.

Es  ist  Ihre  erste  Pflicht,  gute  Beziehungen  zu
den  umwohnenden  Eingeborenen  zu  pflegen  und  sich
schon  aus  diesem  Grunde  jeder  Einmischung  in  deren
geringsügige  Angelegenheiten  zu  enthalten,  dagegen
über  alle  wichtigen  Vorkommnisse  unverzüglich  der
Kaiserlichen  Regierungsstation  Edea  Bericht  zu  erstatten.


Ueber  das  Stationspersonal  steht  Ihnen  disziplinare
  Gewalt  zu.  Jede  Bestrafung  im  Disziplinarwege
  ist  unter  Angabe  des  Grundes  zu  buchen.

Betreffs  Verlegung  der  Station  bei  Beginn  der
militärischen  Aktion  nach  Logotum  werden  Ener
Hochwohlgeboren  noch  besondere  Instruktionen  zugehen.


Sämmtliche  von  der  Expedition  eintreffende  Berichte
  sind  unverzüglich  nach  Edea  zu  senden.

Das  zerlegbare  Stahlboot,  welches  zu  Flußfahrten
  nicht  zu  benußen  ist,  verbleibt  bis  auf
Weiteres  auf  der  Station,  und  wollen  Euer  Hochwohlgeboren
  für  geeignete  Unterbringung  und  Konservirung
  desselben  Sorge  tragen.

An  schwarzem  Personal  werden  Ihnen  überwiesen:
  10  Arbeiter,  4  Soldaten."“

Inzwischen  bot  sich  mir  Gelegenheit,  das  Flußbett
  unterhalb  Mpim  (Logotum)  zu  untersuchen.
Das  Resultat  war  auch  hier  wieder  Fälle.  Unterhalb
  Mpim  wird  der  Fluß  durch  große  Felspartien,
welche  sich  molenartig  von  beiden  Ufern  zur  Mitte
hinziehen,  auf  etwa  40  bis  50  m  eingeengt.  Der
Strom  fließt  hier  noch  verhältnißmäßig  ruhig,  stürzt
jedoch  500  m  weiter  unterhalb  unter  starkem  Getöse
über  große  Felsen  herab  und  bildet  hier  die  Logotumfälle
  (siehe  die  Aufnahmen).

Die  Felspartien  an  dieser  Stelle  des  Flußbettes,
auf  welchem  außer  niederem  Krüppelholz  mit  zahlreichen
  langen  Bartflechten  nur  Euphorbiumbäume
wachsen,  nehmen  zum  Theil  kolossale  Dimensionen  an.

Einen  interessanten  Anblick  bieten  die  Ausspülungen
  im  Gestein,  welche  in  der  Hochwasserzeit
durch  Strudel  entstanden  sind;  dieselben  weisen  mit-
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        —  251  —

unter  bei  einer  Höhe  (Tiefe)  von  zwei  Mannslängen
eine  Breite  von  etwa  2  m  im  Durchmesser  auf.
In  ihnen  trocknet  das  Wasser  während  der  ganzen
Trockenzeit  nicht  aus.  Nächst  den  Edeafällen  scheinen
die  Logotumfälle  die  bedeutendsten  zu  sein.  Station
Mpim  liegt  auf  einer  steil  zum  Flusse  abfallenden
Höhe,  umgeben  von  dichtem  Urwald,  welcher  hier
besonders  wildreich  ist.  Der  Elefant  tritt  hier  noch
recht  häufig  auf  und  lebt  in  Familien.  Derselbe
wird  von  den  Eingeborenen  nicht  geschossen,  sondern
in  geschickt  angelegten  2  bis  3  m  tiefen,  mit  Laub
verdeckten  Fallgruben  gefangen.  Das  so  in  die
Falle  gerathene  Thier  wird,  nachdem  es  verendet,
ausgegraben.  Ferner  kommen  Gorillas,  Meerkatzen
und  Kuhantilopen  recht  häufig  vor.  Mein  Dolmetscher,
welcher  eines  Tages  mit  einem  Briefe  von  mir
nach  Mpimdorf  geschickt  wurde,  kam  athemlos  nach
einer  halben  Stunde  wieder  zurückgelaufen  und  erklärte
  mir,  daß  er  ohne  Gewehr  nicht  nach  Mpim
gehen  könne,  da  er  sich  zu  sehr  vor  einer  Gorillafamilic,
  welche  er  am  Wege  angetroffen  habe,  fürchte.
Neachdem  mir  auf  meine  Bitte  hin  vom  Kaiserlichen
  Gouvernement  noch  weitere  25  Träger  zur
Verfügung  gestellt  worden  waren,  setzte  ich  mit  der
Expedition  am  2.  Februar  den  Marsch  fort.  Gleichzeitig
  trat  Expeditionsmeister  Thoms  mit  sechs
Auderern  und  den  beiden  zusammengekoppelten  Kanus
die  Fahrt  stromaufwärts  an.  Da  ich  erst  gegen
2  Uhr  nachmittags  aufbrechen  konnte,  wählte  ich  als
gemeinsames  Ziel  das  nächste  Ndokupenfer  (Ihnda),
welches  ich  in  kürzester  Zeit  zu  erreichen  glaubte.
Der  Weg  führte  mich  durchweg  durch  dichten  Urwald
und  soweit  landeinwärts,  daß  von  dem  Rauschen
des  Wassers  nichts  zu  hören  war.

Ich  erreichte  Ihndaufer  nach  1¼  Stunden  und
wartete  bis  zum  Abend  auf  die  Ankunft  der  Kanus.
Am  nächsten  Morgen  sandte  Thoms  Boten  zu  mir
mit  der  Meldung,  daß  er  bereits  gestern  nachmittag
Ihndaufer,  ohne  es  gewußt  zu  haben,  passirt  und
darauf  weiter  bis  Sziufer  gefahren  sei,  woselbst  er
auf  einem  Felsen  im  Flusse  übernachtet  habe.  Ich
brach  daher  sofort  das  Lager  ab  und  marschirte  in  das
Ndogundjuägebiet  nach  Szi.

Auf  der  Fahrt  von  Mpim  bis  Szi  hatte  Thoms
wenig  Schwierigkeiten;  kleinere  Schnellen  und  Steine
konnte  er  leicht  überschreiten,  auch  fand  er  häufig
ruhiges  Wasser,  woraus  sich  sein  schnelles  Vorwärtskommen
  erklärt.  Ihnda,  der  letzte  Bekok=  (Ndokupe-)

rt,  welcher  45  Häuser  zählt,  liegt  auf  einem
Platean  nahe  den  Ngodibergen  und  macht  einen
freundlichen  und  sanberen  Eindruck.  Trotzdem  das
furchisame  Volk  reichlich  Lebensmittel  zum  Verkauf
brachte,  wofür  es  gut  bezahlt  wurde,  sand  ich  das  große
Ihndadorf  vollkommen  verlassen.  Hier  sowohl  wie
auf  meiner  weiteren  Reise  sahen  die  Eingeborenen
in  mir  den  ersten  Weißen,  und  erklärt  sich  schon
hieraus  die  Furcht  der  Leute.  Mit  dem  Eintresfen
in  Szi  betrat  ich  das  Gebiet  der  Ndogundjué,  deren

 

Häuptling  Tshintate,  in  den  Ngodibergen  wohnend,
als  Raufbold  bekannt  und  verschrieen  ist.

Ich  habe  auf  meiner  Reise  wenig  Gelegenheit
gehabt,  mit  der  Bevölkerung  mich  zu  beschäftigen,  da
einmal  die  Ortschaften  nicht  wie  am  unteren  Sanaga
an  die  Flußufer  grenzen,  andererseits  es  meine
Aufgabe  war,  den  Flußlauf  und  so  weiter  zu  erforschen.


Am  folgenden  Tage  wählte  ich,  um  die  Expedition
nicht  wieder  getheilt  marschiren  zu  lassen,  das  Flußbett
  des  Sanaga  als  Marschroute,  obwohl  ich  mir
klar  war,  mit  welchen  Schwierigkeiten  ich  hierbei  zu
rechnen  hatte.

Nachdem  ich  am  4.  morgens  die  dichtbewaldeten
Ngodiberge  überschritten,  wandte  ich  mich  wieder
zum  Sanaga  und  traf  dort  nahe  den  Fällen  mit
dem  Expeditionsmeister  zusammen.  Hier  wird  der
Fluß  durch  die  beiden  Gebirgszüge  (im  Norden
Mamband,  im  Süden  Nygodi),  welche  scharf  an  denselben
  herantreten,  ganz  bedeutend  eingeengt,  und
beträgt  die  Flußbreite  nicht  mehr  als  250  m.

Oberhalb  dieser  Stelle  nimmt  das  Flußbett  einen
ganz  veränderten  Charakter  an.  Steine  wie  Felsblöcke,
  welche  bisher  nur  vereinzelt  auftraten,  bilden
jetzt  ein  vollständig  zusammenhängendes  Ganze.  Dem
Reisenden  bietet  sich  hier  ein  eigenthümliches  Bild;
der  Fluß  scheint  plötzlich  verschwunden  und  an  dessen
Stelle  ein  Felsmeer  von  unabsehbarer  Weite  getreten
zu  sein.  Erst  bei  näherer  Untersuchung,  nach  mühsamem
  Ueberklettern  der  Felspartien,  fand  sich  etwa
500  m  von  den  Ufern  entfernt  eine  schmale  Wasserrinne
  (15  bis  20  m),  durch  welche  das  Wasser  mit
rasender  Geschwindigkeit  hindurchschoß.  Da  der
Transport  der  Kanus  hier  ungemein  beschwerlich
war,  gab  ich  dem  Expeditionsmeister  vier  Soldaten
zur  Unterstützung.

Von  einem  Marsche  konnte  nun  nicht  mehr  die
Rede  sein;  mühsam  kletterten  die  Träger  von  Fels
zu  Fels,  so  daß  sich  die  Karawane  sehr  in  die
Länge  zog.  Ich  wartete  auf  einer  Sandbank  am
Uferrande  auf  die  zurückgebliebenen  Träger,  welche
gegen  2  Uhr  eintrafen,  und  bezog  alsdann  Lager.

Anfänglich  war  von  Eingeborenen  nichts  zu  sehen,
erst  später  zeigten  sich  vereinzelt  Dungunleute,  welche
hinter  Felsen  versteckt  uns  beobachteten.  Meinem
Dolmetscher  gelang  es  jedoch,  mit  einzelnen  Leuten
ein  Gespräch  anzuknüpfen,  wodurch  auch  die  übrigen
ermuthigt  aus  ihren  Verstecken  hervorkamen;  bald
entspann  sich  eine  lebhafte  Unterhaltung.

Die  Dungunleute  versprachen  zwar,  Lebensmittel
zu  bringen  doch  erklärte  ich  ihnen,  bei  der  starken
Strömung  mit  den  Kanus  nicht  übersetzen  zu  können,
vertröstete  sie  vielmehr  auf  den  nächsten  Tag,  an
welchem  ich  im  Badjopgebiet  an  einer  Kanulandestelle
  Lager  zu  beziehen  versprach.

Am  nächsten  Tage,  den  5.,  setzte  ich  unter  denselben
  ungünstigen  Verhältnissen  das  Klettern  fort
und  erreichte  gegenüber  von  Maila  am  Nachmittage
die  Landestelle  der  Badjops:  „Songh'ol“.
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        Infolge  der  beiden  letzten  anstrengenden  Tage
gewährte  ich  hier  meinen  Trägern  einen  Ruhetag,
welchen  diese  hauptsächlich  mit  Fischfang  verbrachten.
Lebeusmittel  wurden  reichlich  von  den  Badjops
gebracht.  Was  die  Herkunft  der  Badjops  betrifft,
so  bildeten  dieselben  ursprünglich  einen  großen  Volksstamm
  am  Nijong,  haben  sich  aber  später  infolge
innerer  Streitigkeiten  getheilt.  Ein  Theil  derselben
ist  am  Njong  verblieben,  während  ein  anderer  zum
Sanaga  zog  und  sich  hier  am  linken  Ufer  desselben
niederließ.

Trotzdem  die  Badjops  mit  den  Nachbarvölkern
Handelsbeziehungen  aufrecht  erhalten,  machten  dieselben
auf  mich  einen  recht  armseligen  Eindruck.  Zeug
fehlt  ihnen  gänzlich  —  das  einzige  Kleidungsstück
der  Männer  besteht  in  einer  aus  frischen  Plantenblättern
  geschickt  gewickelten  Düte.  Weiber  laufen
zum  Theil  ganz  nackt,  zum  Theil  bedienen  sie  sich
trockener  Plantenblätter,  welche  in  fingerbreite  Streifen
geschnitten  sind.

Europäisches  Salz,  welches  an  der  Küste  das
hauptsächlichste  Zahlungsmittel  für  Elfenbein  bildet
und  z.  B.  in  Edea,  wic  ich  mich  überzeugt  habe,  in
Säcken  zu  Hunderten  an  einem  Tage  umgeseßt  wird,
gelangt  nicht  einmal  bis  hierher;  vielmehr  gewinnen
die  Badjops  solches  selbst,  allerdings  nur  in  ganz
geringen  Quantitäten.  Zeug  müssen  die  Badjops
beim  Tauschgeschäft  sehr  theuer  bezahlen.

Zwischen  Maila  und  Songho'l  erweitert  sich  der
Sanaga  bedeutend  (etwa  3000  m)  und  umffließt,  in
mehrere  Arme  sich  theilend,  einen  großen  Inselkomplex.
  Die  Inseln  sind  mit  dichtem,  hohem  Wald
bestanden,  und  nach  Angabe  der  Eingeborenen  sollen
auf  ihnen  Elefanten  sich  aufhalten.  Am  7.  betrat
ich  mit  Ueberschreiten  des  25  m  breiten  und  1½  m
tiefen  ziemlich  reißenden  Jellflusses  das  Gebiet  der

252

 

1

Ndogobueas,  eines,  wie  mir  berichtet,  kriegerischen
Stammes,  welcher  sich  häufig  Uebergriffe  den  Nachbarstämmen

  gegenüber  erlaubte.
nun  nicht  mehr  im  Flußbett  entlang,  sondern  war

Der  Weg  führte

von  Eingeborenen  geschickt  am  Waldrande  längs  des

Flusses  angelegt;  hier  verflachten  sich  die  Ufer  allmählich,
  so  daß  man  bequem  marschirte.

Gegen  12  Uhr  machte  ich  Halt  und  bezog  Lager,
da  mir  der  Führer  erklärte,  daß  wir  die  Kanulandestelle
  der  Ndogobueas  heute  nicht  mehr  erreichen
würden.

Ndogobuea-Weiber  und  Kinder  hatten  reichlich
Lebensmittel  zum  Verkauf  gebracht,  auch  waren
meine  Träger  bereits  mit  Abkochen  beschäftigt,  als  ich
plötlich  von  meinem  Dolmetscher  erfuhr,  daß  Ndogobuealeute
  meinem  Führer  gegenüber  geäußert  hätten,
die  Expedition  nicht  durch  ihr  Gebiet  ziehen  zu  lassen,
vielmehr  beabsichtigten  während  der  Nacht  dieselbe
zu  überfallen.

Mein  Badiopführer  kam  darauf  zu  mir,  warnte
mich  und  machte  mich  darauf  aufmerksam,  daß  das
Lager  von  bewaffneten  Ndogobucas  umstellt  sei.
Einige  meiner  Leute,  welche  im  Busch  Feuerholz

  suchten,  bestätigten  die  Aussage  des  Führers.

Erxpeditionsmeister  Thoms  mit  fünf  Soldaten  und

den  beiden  Kanus  war  zurückgeblieben  und  bis  3  Uhr
nicht  eingetroffen.

Mir  war  sofort  klar,  daß  ich  den  Händen  der
Ndogobueas  nicht  entgehen  würde,  falls  ich  nicht
sofort  zur  Umkehr  mich  anschickte.

Ich  erklärke  einigen  Ndogobueas,  welche  durchaus
  noch  mehr  Lebensmittel  für  Perlen  austauschen
und  nicht  weichen  wollten,  daß  ich  durch  das  Fernbleiben
  der  Kanus  gezwungen  sei,  umzukehren,  jedoch
beabsichtige,  morgen  früh  auf  selbigem  Platze  mein
Lager  wieder  aufzuschlagen.

Binnen  einer  Viertelstunde  hatte  ich  den  Platz
verlassen  und  marschirte  auf  demselben  Wege  zum
Jellfluß,  welcher  die  Grenze  zwischen  Ndogobuea
und  Ndogotinde  bildet,  zurück.

Auf  halbem  Wege  begegnete  mir  Thoms,
welcher  die  wenig  erfreuliche  Mittheilung  machte,
daß  Ndogobnealeute  am  Morgen  seinen  Koffer  sowie
  sämmtliche  Paddel  gestohlen  hätten.

Thoms  hatte  beim  Transport  der  Kanus  über
die  Felsblöcke  die  Unvorsichtigkeit  begangen,  Koffer
wie  Paddel  einem  Jungen  zu  übergeben  mit  der
Weisung,  vorauszugehen  und  einen  geeigneten  Weg
ausfindig  zu  machen.  Dieser  legte  dic  ihm  anvertrauten
  Sachen  am  Ufer  nieder  und  kehrte  zurück.
Als  nun  Thoms  nach  den  Sachen  sandte,  waren
diese  bereits  von  Ndogobueas,  welche  sich  im  Busch
versteckt  hielten,  gestohlen  worden.

Alle  Versuche,  die  gestohlenen  Sachen  wieder  zu
erlangen,  waren  vergeblich.  Ndogobucas,  mit  Gewehren
  und  Speeren  bewaffnet,  führten  am  Ufer
förmlich  Kriegstänze  auf  und  schrieen  und  tobten,
erklärten  aber,  daß  sie  nichts  gestohlen  hätten.

Ich  mußte  also  die  Sache  auf  sich  beruhen  lassen.
Zu  allem  Unglück  kam  nun  noch  der  Umstand,  daß
auf  der  Rückfahrt  zum  Jellfluß  ein  Kann  (Thoms
hatte  dieselben  losgelöst)  in  den  Schnellen  kenterte
und  versank.

Der  Verlust  dieses  Kanus  war  für  mich  unersetzlich
  und  gleichzeitig  entscheidend  für  die  weitere
Thätigkeit  der  Expedition.  Mir  blieb  nichts  Anderes
übrig,  als  umzukehren,  denn  die  Möglichkeit,  das
Kanu  wieder  zu  erhalten,  war  ausgeschlossen  —  somit
  verlor  auch  das  andere  Kann  seinen  Werth.  Ich
beauftragte  daher  Thoms,  selbiges  zu  zerstören.

Auf  einer  Sandbauk  westlich  des  Jellflusses  bezog
ich  Lager.

Am  nächsten  Morgen  trat  ich  mit  der  Expedition
den  Rückmarsch  an  und  erreichte  ohne  besonderen
Zwischenfall  Mpim  am  12.,  Edea  am  16.  und
Kamerun  am  21.  Februar.

Früh  beim  Abbruch  des  Lagers  hatten  sich  die
Ndogobueas  jenseits  des  Jellflusses  versammelt  und
folgten  der  Expedition  bis  an  die  Grenze  zwischen
Ndogotindi  und  Badjop.  Sobald  die  wenigen  an
der  Queue  marschirenden  Soldaten  Halt  machten  und
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        ihre  Gewehrläufe  auf  sie  richteten,  verschwand  die
seige  Gesellschaft  im  Busch.

Daß  ich  in  Rdogobuea  gezwungen  war,  umzukehren,
  habe  ich  umsomehr  bedauert,  als  ich  nur
3  bis  4  Tagemärsche  von  der  Flußgabelung,  meinem
eigentlichen  Ziele,  entfernt  war;  andererseits  machte
es  den  Eindruck,  als  ob  der  Fluß  nun  einen  ruhigeren
Lauf  annehmen  würde.

Die  Ufer  wurden  flacher,  Steine  traten  nur  noch
vereinzelt  und  in  geringer  Größe  auf;  Sandbänke,
welche  mir  auf  der  ganzen  Tour  nicht  begegnet
waren,  es  sei  denn  unmittelbar  am  Ufer  angeschwemmte,
  hatte  ich  von  meinem  letzten  Lagerplatze
  deutlich  erkennen  können.  Alle  diese  Anzeichen
deuten  darauf  hin,  daß  der  Sanaga  möglicherweise

253

auf  eine  größere  Strecke  (1  bis  2  Tage)h  sich  schiffbar

  erweisen  würde.

Aus  meiner  Schilderung  des  Flußlaufes,  als  auch
aus  den  von  mir  ausgeführten  und  zum  größten
Theil  gelungenen  photographischen  Aufnahmen  geht
hervor,  daß  das  Ergebniß  der  Voruntersuchung  sich
als  ein  wider  Erwarten  ungünstiges  darstellt.

Bis  Ndogobuea  ist  der  Fluß  nicht  schiffbar,  selbst
nicht  auf  kürzere  Strecken;  denn  abgesehen  von  den
unzähligen  Schnellen,  welche  vielleicht  zur  Regenzeit
weniger  in  Betracht  kämen,  bleiben  doch  die  Wassersälle
  von  Logotum  und  so  weiter  unüberwindliche
Hindernisse.

Sollte  in  nächster  Trockenzeit  die  Ausrüstung
einer  weiteren  Expedition  geplant  sein,  so  kann  dieselbe,
  so  wie  die  Verhältnisse  augenblicklich  am  Sanaga
liegen,  vor  Unterwerfung  der  Ndogonims  und  Ndogobueas
  ihre  Thätigkeit  nicht  beginnen.

Togo.
Aufstellung  eines  Grabgitters.

Ein  aus  freiwilligen  Beiträgen  von  Beamten
und  Kaufleuten  des  hiesigen  Schutzgebietes  beschafftes,
für  die  Grabstätte  des  verstorbenen  Polizeimeisters
Julius  v.  Piotrowski  bestimmtes  gußeisernes  Gitter
ist  eingetroffen  und  aufgestellt  worden.

Deutsch-Südwelkafrika.
Ueber  die  Unruhen  in  Südwestafrika
liegen  weitere  Nachrichten  als  die  bereits  in  der
Tagespresse  veröffentlichten  noch  nicht  vor.

Danach  sind  starke  Haufen  von  Khauas-Hottentotten,
  welche  den  Hauptmann  v.  Estorff  und  50  Reiter
zweimal  bei  Gosabis  angegriffen  hatten,  jedesmal  siegreich
  zurückgeschlagen.  Auf  unserer  Seite  sind  gefallen:
  Lieutenant  Lampe,  Fabrikbesitzer  Schmidt,
Sergeant  Bannach  und  die  Reiter  Fendges,
Exner,  Ladwig,  Edisch  und  Ludwig.  Schwer
verwundet  sind  Sergeant  Fischer  und  Sasat.  Die
Rebellen,  welche  modern  bewaffnet  waren,  haben
46  Mann  verloren,  darunter  ihren  Kapitän  Lambert.

 

Marlshall-Inseln.

Uebersicht  der  im  Schutzgebiete  der
Marshall-Inseln  am  xg.  Januar  1890  ansässigen  Deutschen
und  Fremden.

u.  Nach  Staatsangehörigkeit  und  Stand  oder  Gewerbe.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aab-—eennn-

  —  2  2  6  2  2
2  D  5  E  S
!  Ir  1
Deutsche  5  11  |T  4  11  2  —3
Amerikaner  9  —  —  1
Brasilianer  —  1  —  —  —  —  1
Chinesen  —  —  —  —  3  11  14
Dänen  —  —  —  —  1  —  1
Engländer  —  11  —  —  1  113
Norweger  —  3  —  1  —  —  1
Portugiesen  —  —  1  —  1  —  2
Schweden  as  —  1  —  —  —  —  ;
O  Staats-Ob#e
  gehöriglen  3  —
Zusammen  5  39  5  12  8  13|  82
b.#Nach  Maßgabe  ihres  Wohnsitzes.
—3  51
""  «-;5i-Staats-
  *  *.  EELI
angehörigkeit  #s*  5  2?2s22  7vs5  *
Sesss  l
ll.—..—.
Deutsche  24  1——  ——  1  1——  3  1  2  33
Amerikaner  2  1  –  —  1½
Brasiliane—  1———2
hinesen  14  —  —.—  —.——  —N**J*  11
CDä  –——–  —  —  E
Dünender  –  —  1  1—  1  3  2  2—  313
orweger  1  ——  —  1——  1——
Portugiese—  ——  —  2——  2
echweden  s  —  ——  —  —  —  ——  —  4
Ohne  Staats-  "
ngehörigleit  —  —  —  2———  —  —  –  13
I’-«  :-Zuianmien421,43135621«51’882


 

Schiffsverkehr  in  Jaluit  im  Jahre  3895.

Aus  Jaluit  meldet  der  Kaiserliche  Landeshauptmann
  über  den  dortigen  Schiffsverkehr  im  vorigen
Jahre  Nachstehendes:

Unter  den  29  Schiffen,  welche  Jaluit  im  Jahre
1895  besucht  haben,  befanden  sich  die  beiden  deutschen
Kriegsschiffe  „Möwe“  und  „Falke“,  welch  ersteres
viermal  und  letzteres  zweimal  eingelaufen  ist,  sowie
das  amerikanische  Missionsschiff  „Morning  Star“  mit
vier  Einklarirungen.

Die  Zahl  der  deutschen  Kauffahrteischiffe  betrug
neun  mit  54  Einklarirungen  und  4212  Reg-Tons
gegen  neun  mit  53  Einklarirungen  und  4042  Reg.
Tons  im  Vorzjahre.
        <pb n="293" />
        —  254  —

Von  diesen  Schiffen  haben  einklarirt:
1  Schiff  ·

 

ch  je  1  mal,
2  Schiffe  .  4
1  Schiff  -6
3  Schiffe  .  7
2  Schiffe  .  9
zusammen  9  Schisse  54  mal.

Unter  diesen  Fahrzeugen  befanden  sich  fünf  Eingeborenen
  gehörige  Schuner  mit  33  Einklarirungen
und  1055  Tonnen.  Den  deutschen  Kauffahrteischiffen
stehen  sieben  nichtdeutsche  mit  14  Einklarirungen  und
4725  Reg.-Tons  gegen  14  nichtdeutsche  mit  22  Einklarirungen
  und  4751  Reg.-Tons  im  Vorjahre
gegenüber.

Dem  deutschen  Handel  dienten
deutsche  Schiffe  9  mit  54  Einklarir.  u.  4212  Reg.-Tons
amerikan=  1  1  -  6
englische  1  1  122
dänische  3  3  -  é  1550
hawaiische  1  3  -  --150

zusammen  15  mit  62  Einklarir.  u.  6097  Reg.-Tons
gegen  -  -  -2840  --welches
  dem  englischen  Handel  diente.

Im  Vorjahre  hatten  dem  deutschen  Handel  gedient
  16  Schiffe  mit  65  Einklarirungen  und  5892
Reg.-Tons,  dem  englischen  Handel  1  Schiff  mit
4  Einklarirungen  und  1760  Reg.-Tons.

 

Rus  dem  Bereiche  der  Missionen  und
der  Antishlaverei-Bewegung.

Einem  Berichte  des  Generalsuperiors  der  Missionsgesellschaft
  des  göttlichen  Wortes  entnehmen  wir  über
die  Stationen  der  katholischen  Mission  im  deutschen
Schußgebiet  Togo  das  Folgende:

Die  Missionsgesellschaft  des  göttlichen  Wortes
wird  verwaltet  von  P.  Mathias  Dier,  Administrator
der  aposltolischen  Präfektur  Togoland,  P.  Hermann
Bücking,  Superior.  Fünf  Hauptstationen:

1.  Lome:  Superior  P.  H.  Bücking  und  l#.  Ph.

Hoffmann  mit  den  Brüdern  Thomas  und

Adalbert.

.Adjido:  Administrator  P.  M.  Dier,  DP.  Ang.
Arandt  und  die  Brüder  Emanuel,  Jacobus
und  Eligius.

Togo  (Stadt):  P.  Adalbert  Heinlein  und
Bruder  Ambrosius.

Abobedrafo  (Porto  Seguro):  P.  G.  Anselmann
und  Bruder  Johannes.

Aneho  (Klein-Popo):  D.  G.  Altemöller  und
F.  Franz  Müller  mit  Bruder  Norbertus.
Nebenstationen,  wo  kein  Priester,  wohl  aber  eine

Schule  ist,  sind:

1.  Adjovikophe,  2.  Akeppe,  3.  Aguewe,  4.  Bagida,
  5.  Zwischen  Amutive  und  Bevi,  für  beide  Orte
bestimmt,  6.  Degbenu,  7.  Gum-Kophe.

#

SL

 

Die  ersten  fünf  Nebenstationen  werden  von  Lome
aus  verwaltet,  Degbenn  von  Adjido,  Gum-Kophe
von  Agbedrafo  aus.

An  sämmtlichen  Stationen  sind  Schulen  errichtet,
in  Lome  und  Agbedrafo  wurde  neuerdings  auch  eine
Schule  für  Mädchen  eröffnet.  In  allen  Schulen
wird  Unterricht  ertheilt  im  Deutschen,  Englischen
und  in  den  gewöhnlichen  Gegenständen  der  Elementarschule.
  Die  Gesammtzahl  der  Schüler  in  vierzehn
Schulen  beträgt  484.  Schwarzes  Lehrpersonal:
16  Lehrer  und  2  Lehrerinnen.

Getaufte  noch  lebende  katholische  Christen  618.
Für  das  Jahr  1895  vertheilen  sich  die  Taufen,  wie
folgt:  a)  Erwachsene  169,  b)  Christenkinder  85,
J)  Heidenlinder  in  Todesgefahr  228,  Taufen  zusammen
  482.

In  der  „Allgemeinen  Missionszeitschrift“  schildert
Missionssekretär  Würz  die  Thätigkeit  der  Baseler
Mission  in  Kamernn.  Die  Gesellschaft  übernahm
dort  im  Jahre  1886  drei  Stationen  der  englischen
Baptistenmission.  Die  betreffenden  Gemeinden  haben
sich  aber  im  Laufe  der  nächsten  Jahre  von  ihr  getrennt.
  Seither  bestehen  die  separirten  Gemeinden
für  sich,  in  Verbindung  mit  den  weißen  Missionaren,
welche  von  den  deutschen  Baptisten  ausgesandt  worden
sind.  Von  den  anfänglichen  drei  Stationen  liegen
Bethel  (Bonaku)  und  Bonaberi  an  der  Mündung
des  Kamerunflusses,  jenes  auf  dem  Ostufer  in  der
Nähe  des  Gonvernements,  dieses  gegenüber  auf  dem
Westufer,  beide  unter  dem  Händlervolke  der  Duala.
Die  dritte  Station  ist  Victoria  an  der  Ambasbucht,
am  Fuße  des  Kamerunberges.  Hier  findet  sich  an
der  Küste  eine  zusammengewürfelte  Bevölkerung,
während  der  Abhang  des  Gebirges  von  den  rohen,
schwer  zugänglichen  Bakwiri  bewohnt  ist.  Bakwiri
sind  auch  die  Einwohner  des  Bergdorfes  Buca,
900  m  über  dem  Meere,  wo  die  Mission  schon  1891
eine  Erholungsstation  anlegte,  bis  das  kleine  Missionshaus
  zerstört  und  Buca  für  mehrere  Jahre  verschlossen
  wurde.  Jetzt  ist  Bucha  wieder  besetzt  und
das  Sanatorium  wieder  erstanden.

Zwei  neue  Stationen  sind  von  Bethel  und
Bonaberi  aus  entstanden.  Nördlich  im  Abolande
Mangamba,  von  wo  aus  auch  das  Gebiet  am
Mittellause  des  Wuri  bedient  wird,  und  endlich  im
Süden  Lobethal  am  Sanaga,  die  Station  für  die
Mulimba  an  der  Mündung  dieses  Stromes  und  die
Bakoko,  die  sich  ihnen  flußaufwärts  anschließen.
Lobethal  hat  seit  seiner  Gründung  (1892)  schon
unruhige  Zeiten  erlebt  infolge  der  Kämpfe  mit  den
Bakokos.  Jetzt  sind  diese  gedemüthigt,  und  wenn
das  Strafgericht  die  gleiche  Wirkung  hat  wie  einst
bei  den  Mulimbas,  so  darf  man  hoffen,  daß  das  bis
jetzt  ungemein  rohe  Volk  der  Mission  bald  zugänglich
werden  wird.  Alle  diese  Stationen  zählen  zusammen
1130  Christen  und  liegen  in  dem  engbegrenzten
Küstengebiet,  das  von  der  europäischen  Kultur  nachhaltig
  beeinflußt  wird.  Die  Station  Mangamba
        <pb n="294" />
        —  255  —

verdankt  ihren  ersten  Anfang  nicht  einem  Missionar,
sondern  dem  Häuptlingssohn  Koto,  welcher  die  Missionare
  von  der  Küste  herbeirief.  Von  da  an  hat  das
Evangelium  im  Abolande  seine  Ausbreitungskraft
bewiesen.

In  Bonaberi  ist  jetzt  eine  kleine  Mittelschule
errichtet.  In  Lobethal  ist  eine  Knabenanstalt  eröffnet,
da  die  jungen  Leute  durchaus  deutsch  lernen  wollen.
Uebrigens  werden  hier  die  Zöglinge  tüchtig  zur  Arbeit
auf  der  Kassee=  und  Kakaoplantage  angehalten.

Am  Fuße  des  Kupeberges,  nördlich  von  Mangamba,
  im  gesunden,  fruchtbaren  Hochlande  von  Rkosi
liegt  Ryasoso.  Hier  ist  die  sechste  Basler  Station
im  Entstehen  begriffen.  Ein  kleines  Haus  ist  bereits
gebaut.  Ein  herrliches  Bergland  mit  zahlreicher  begabter
  Bevölkerung  liegt  dort  vor  der  Mission.  Die
Sprache  ist  freilich  erst  zu  erforschen.

In  Edea,  an  den  gleichnamigen,  prachtvollen
Fällen  des  Sanaga,  ist  die  Basler  Mission  durch
die  Schenkung  eines  deutschen  Kaufmanns  in  den
Besitz  eines  werthvollen  Grundstückes  gelangt.  Hier,
an  dem  Ausgangspunkte  für  das  Innere  des  südlichen
Kamernn,  soll  die  siebente  Station  erstehen.

Die  Gesammteinnahme  der  Basler  Mission  im
Jahre  1894  betrug  1  051  642  Mark.  Von  den
Beiträgen  (871224  Mark)  entfallen  auf  Deutschland
198  339  Mark,  also  mehr  als  fünf  Neuntel.  Von
den  197  (einschl.  beurlaubten  und  emeritirten)  Missionaren
  sind  148,  von  den  sechs  Lehrern  am  Missionshause
  fünf  Deutsche.  Der  Inspektor  wie  alle  seine
Vorgänger,  die  beiden  Sekretäre,  einer  von  den  zwei
Hausvätern  der  Kinderhäuser  sind  ebenfalls  Deutsche.
Die  Gesellschaft  muß  also  mit  Recht  den  deutschen
Missionen  zugezählt  werden,  obgleich  sie  ihren  Sitz
in  Basel  hat  und  aus  der  Schweiz  338  976  Mark
Einnahme  und  fast  ein  Viertel  ihrer  Missionare  bezieht.

Uus  fremden  Kolonien.

Statistisches  über  die  englischen  Kolonien  vom
Jahbre  1895.

Das  Kolonialblatt  hat  in  seinem  vorjährigen
Jahrgange  (S.  228)  einen  kurzen  Auszug  aus  dem
als  Parlamentsvorlage  veröffentlichten  „Statistical
abstract  lor  the  several  colonial  and  other
bossessions  ol  tüc  United  Kingdom  in  cach
Fear  Irom  1879  to  1893“  abgedruckt.

Es  liegt  nunmehr  die  Fortsetzung  dieser  Statistik
vor,  welche  auch  das  Jahr  1894  umfaßt.

In  diesem  Jahre  wurde  in  den  zum  Vergleiche
mit  unseren  Kolonien  am  besten  geeigneten  englischen
Kolonien  an  öffentlichen  Einnahmen  erzielt  in

Australien  27  969  000  Pfd.  Sterl.
Natal  1011000  -  -
Kapland.  5  321  000  -
Lagngs  137  000

der  Goldküste  218  000  -
Sierra  Leone  99  000  =  -

 

Hiernach  sind  die  Einnahmen  in  den  beiden  erstgenannten
  Kolonien  gegen  das  Vorjahr  zurückgegangen,
während  sie  in  den  übrigen  Kolonien  gestiegen  sind.

Die  öffentlichen  Ausgaben  bezifferten  sich  im
Jahre  1894  in

Australien  auf  28  426  000  Pfd.  Sterl.

Natal  1  082  000  =  -
Kapland  5  310  000  =  -
Lagos  .  .  .  125  000  —

der  Goldküste  227  000  —-  -
Sierra  Leone  93  000  =  O

Hierbei  haben  sich  die  Ausgaben  in  Australien
gegen  das  Vorjahr  um  rund  1¼  Millionen  verringert,
  während  sie  sich  in  Kapland  um  600  000
Pfd.  Sterl.  vermehrten.  6

Eine  Aufstellung  der  Gesammteinnahmen  und
zausgaben  der  sämmtlichen  britischen  Kolonien  ist  in
der  Statistik  nicht  enthalten,  da  die  Zusammenstellungen
für  verschiedene  Kolonien,  wie  z.  B.  für  ganz  Indien,
noch  ausstehen.  «

An  Zöllen  vereinnahmten:

Australien  7  822  000  Pfd.  Sterl.
Natalll  191  000  =  -
Kapland  1  532  000  -  Oü
Lagss  120  000  OD
die  Goldküste  191  000  =  -
Sierra  Leone  0  000  =  -

Australien  und  Natal  sind  gegen  das  Vorjahr
zurückgegangen,  die  übrigen  haben  zugenommen.

Der  Handel  gestaltete  sich  folgendermaßen.  Es
betrug  der  Import  in

Australien  48  818  000  Pfd.  Sterl.
Natal  2  239  000  O
Kapland  11  588  000  OD
Lagngns  745  000  On
der  Goldküste  688  000  =  OD
Sierra  Leone  478  000  OD

Der  Import  hat  nur  in  Kapland  und  Sierra
Leone  unbedeutend  zugenommen;  in  den  übrigen  vier
Kolonien  ist  er  zurückgegangen,  in  Australten  um
4¼  Millionen,  in  Natal  um  1¼  Millionen.

Der  Export  betrug  in

Australien  62  000  000  Pfd.  Sterl.
Natal  1  119000  =  —
Kapland.  13  812000  -
Lagngos  822  000  =  O
der  Goldküste  850  000  =  "b
Sierra  Leone  426  000  -

Der  Export  Natals  hat  um  die  Hälfte  abgenommen,
  der  Australiens  um  33¾  Millionen,  abgenommen
  hat  gleichfalls  etwas  Lagos;  die  übrigen
haben  unbedentend  zugenommen.

Deutschland  betheiligte  sich  an  dem  Import  nach

Kapland  mit  448  000  Pfd.  Sterl.
Laggnoss  212  000  -
der  Goldküste-  73000  -  -
Sierra  Leone  =  33  000

Nach  Kapland  hat  sich  der  Import  Deutschlands
gegen  das  Vorjahr  fast  verdoppelt  und  ist  unter  den
        <pb n="295" />
        —  266

importirenden  Staaten  von  fünfter  zu  vierter  Stelle

vorgerückt;  in  den  übrigen  Kolonien  hat  es  sich  die
zweite  Stelle  bewahrt  bezw.  erstritten.
Nach  Deutschland  wurde  exportirt  von

Kapland  .  für  66  000  Pfd.  Sterl.
Lagos  362  000
der  Goldküste  =  105  000  -
Sierra  Leone  =  89  000

Der  Export  von  Kapland  ist  hiernach  ziemlich

zurückgegangen,  während  der  andere  gestiegen  ist.
Basutoland  im  Jahre  1394/95.")

Nach  dem  Jahresberichte  des  Resident  Commissioner
  über  Basutoland  für  die  Zeit  vom  1.  Juli
1894  bis  30.  Juni  1895,  welcher  kürzlich  als  Parlamentsvorlage
  erschienen  ist,  sind  die  inneren  politischen
  Verhältnisse  dieser  englischen  Kolonie  zur  Zeit
befriedigende.  Die  früheren  Streitigkeiten  zwischen
dem  Oberhäuptling  Lerothodi  und  seinem  jüngeren
Bruder  Maama,  bei  denen  es  fast  zum  Kriege  gekommen
  wäre,  sind  durch  Vermittelung  des  Resident
Commissioner  in  einer  Versammlung  der  Häuptlinge
des  Landes  zu  Gunsten  des  Oberhäuptlings  friedlich
beigelegt,  und  es  ist  dadurch  das  Ansehen  des  Oberhäuptlings
  neu  befestigt.  Lerothodi  ist  seitdem  eifrig
bestrebt,  seinen  Pflichten  als  Oberhäuptling,  die  Wohlfahrt
  seines  Volkes  zu  fördern,  nachzukommen,  und
unterstützt  die  englische  Regierung  in  der  Ausübung
der  Strafrechtspflege;  er  beabsichtigt  sogar  die  Gründung
  einer  Industrieschule.  Besondere  Aufmerksamkeit
muß  die  Regierung  der  Landfrage  widmen,  welche
in  der  Zukunft  durch  das  beständige  Anwachsen  der
Bevölkerung  infolge  natürlicher  Vermehrung  und
Einwanderung  bei  dem  kriegerischen  Charakter  der
Basutos  den  Anlaß  zu  ernsten  Unruhen  zu  bieten
droht.  Die  Bevölkerung  wird  jetzt  auf  250  000
Köpfe  geschätzt  gegen  etwa  211  000  im  Jahre  1891.
Herrenloses  kulturfähiges  Land  ist  nicht  mehr  vorhanden;
  es  wird  deshalb  schon  ein  Theil  des  zum
Weideland  bestimmten  Bodens  nach  und  nach  in
Acker  umgewandelt,  obwohl  das  Weideland  bei  dem
jeigen  großen  Viehreichthum  der  Eingeborenen  kaum
noch  ausreicht.  Der  Mangel  an  Land  bildet  ferner
den  Grund  der  beim  Tode  eines  Häuptlings  fast
regelmäßig  zwischen  seinen  Kindern  entstehenden
Streitigkeiten.  Ein  Theil  der  als  industriell  bekannten
Bevölkerung  findet  Beschäftigung  in  den  Minendistrikten,
  viele  suchen  auch  alljährlich  Arbeit  in  den
Nachbarstaaten  zu  erhalten.  Zu  diesem  Zweck  wurden
im  Jahre  1894/95  25  384  Pässe  ausgestellt  gegen
20  000  im  vorhergehenden  Jahre.  Durch  den  zunehmenden
  Gebrauch  landwirthschaftlicher  Maschinen
in  den  Ackerbaugegenden  des  Orange-Freistaates
wird  aber  dort  die  Arbeitsgelegenheit  für  die  Basutos
  immer  mehr  verringert.

Der  Handel  ist  im  laufenden  Jahre  gegen  früher
erheblich  zurückgegangen,  hauptsächlich  infolge  des

*)  Vergl.  „Deutsches  Kolonialblatt“  1895,  S.  282.

 

schlechten  Ausfalles  der  letten  Ernte.  Der  Werth
der  Ausfuhr  während  des  Jahres  1894  betrug
83  407  Pfd.  Sterl.,  gegen  103  608  Pfd.  Sterl.  im
Jahre  1893;  die  Einfuhr  im  Werthe  von  nur
68  674  Pfd.  Sterl.  ist  um  29  326  Pfd.  Sterl.  geringer
  als  die  im  Jahre  1893.

Dagegen  versprach  die  bevorstehende  neue  Ernte
einen  überaus  reichen  Ertrag,  namentlich  an  Mais
und  Negerkorn,  zu  liefern.

Der  im  Jahre  1893  im  Basutolande  zum  ersten
Male  unternommene  Versuch  einer  landwirthschastlichen
  Ausstellung,  welcher  mit  finanzieller  Unterstützung
  seitens  der  Regierung  in  Mafeteng  stattfand,
ist  im  Jahre  1894  wegen  des  günstigen  Erfolges
an  verschiedenen  Orten  wiederholt  worden.  Man
hofft  hierdurch  die  Basutos,  die  sich  gegen  Neuerungen
im  Allgemeinen  ablehnend  verhalten,  an  einen  rationelleren
  Betrieb  der  Landwirthschaft,  insbesonderc  an
den  Anbau  besserer  und  ertragreicherer  Bodenprodukte
zu  gewöhnen.  Ein  Erfolg  ist  insofern  schon  zu  verzeichnen,
  als  mehrere  eingeführte  Dampfdreschmaschi
von  den  Eingeborenen  im  vergangenen  Jahre  viel
benutzt  wurden.

Was  die  Verwaltung  des  Landes  anbetrifft,  so
sind  die  Einnahmen  gegen  das  Vorjahr  wiederum
etwas  gestiegen.  Sie  betrugen  zusammen  44.  627
Pfd.  Sterl.,  die  Ausgaben  43  064  Pfd.  Sterl.  Die
Hüttensteuer  ergab  21905  Pfd.  Sterl.  (gegen  21579
Pfd.  Sterl.  im  Vorjahre);  sie  wurde  für  44  677
Hütten  entrichtet,  im  Jahre  1893/94  für  40  629
Hütten.  Das  im  Vorjahre  neu  eingeführte  Verfahren,
die  Hüttensteuer  unter  Mitwirkung  der  Häuptlinge
in  dem  Zeitraume  von  zwei  Monaten  beizutreiben,
hat  sich  gut  bewährt.  Die  Einnahmen  aus  dem
Postwesen  betrugen  1071  Pfd.  Sterl.  (gegen  1032
Pfd.  Sterl.  im  Vorjahre),  wovon  175  Pffd.  Sterl.
auf  die  Telegraphengebühren  entfallen;  die  Ausgaben
für  die  Post  beliefen  sich  auf  1934  Pfd.  Sterl.  In
administrativer  Beziehung  untersteht  das  Postwesen
dem  Generalpostmeister  in  Kapstadt.

Das  Missionswerk  im  Basutolande  hat  im  vergangenen
  Jahre  weitere  Fortschritte  gemacht.  Die
Zahl  der  von  den  Missionaren  geleiteten  Schulen
ist  auf  144  gestiegen,  die  Zahl  der  Schüler  auf
7543;  im  Vorjahre  waren  es  135  Schulen  mit
6937  Schülern.  Die  von  der  Regierung  für  die
Unterhaltung  der  Schulen  gewährte  Beihülfe  betrug
3799  Pfd.  Sterl.  (im  Vorjahre  3608  Pfd.  Sterl.).
Mit  Erfolg  verwenden  die  Missionare  große  Mühe
auf  die  Unterweisung  der  Jugend  in  den  verschiedenen
  Handwerken.

Der  Gesundheitszustand  war  gut,  abgesehen  davon,
  daß  in  zwei  Gegenden  die  Blatternepidemie
herrschte;  es  kamen  jedoch  nur  wenige  Todesfälle
infolge  der  Epidemie  vor.  Zur  Unterdrückung  der
Seuche  sind  die  nöthigen  Vorsichtsmaßregeln  getroffen,
  namentlich  hat  die  Impfung  weitere  Fortschritte
  gemacht.  Es  sind  schon  etwa  32  000  Eingeborene
  geimpft  worden.  Die  Impfung  wird
        <pb n="296" />
        besonders  durch  die  Maßregel  befördert,  daß  keinem
Basuto  ein  Paß  zum  Verlassen  des  Landes  ausgestellt
wird,  der  nicht  eine  Bescheinigung  über  seine  Impfung
beibringt.

bersuchspflanzungen  in  Ostindien.

Den  1894  in  Kalkutta  erschienenen  amtlichen
Jahresberichten  über  die  in  Bengaleu  errichteten
Versuchsfarmen  Dumraon,  Sibpur  und  Burdwan
bei  Pala  für  das  Jahr  1893/94  und  dem  Gesammtberichte
  über  letztere  Farm  seit  ihrer  Errichtung
  im  Jahre  1885  entnehmen  wir  die  folgenden
wichtigeren  Angaben  über  die  angestellten  Versuche:

Beim  Anbau  von  Reis  in  der  Burdwan=  und
Dumraonfarm  wurden  höhere  Erträge  an  Körnern
und  Stroh  erzielt  durch  Tiefpflügen  mit  dem  Sibpurpflug
  als  durch  flaches  Pflügen  mit  dem  sonst  gebräuchlichen
  Landpflug;  doch  war  der  Unterschied  in
den  Erträgen  kein  sehr  erheblicher.  Als  bestes
Düngemittel  für  den  Anbau  von  Reis  (winter
baddy)  hat  sich  eine  Mischung  von  Knochenmehl
und  Salpeter  erwiesen;  es  wurden  hiermit  höhere
Erträge  erzielt  als  mit  unvermischtem  Knochenmehl
oder  mit  Kuhdung.

Die  Kultur  von  Zuckerrohr  hat  sich  ertragreicher
  erwiesen  bei  Anwendung  der  in  Mauritius
üblichen  Methode  der  Anpflanzung  in  regelmäßigen
parallelen  Gräben,  als  bei  der  sonst  in  Indien
üblichen  Anpflanzung  in  flachen  unregelmäßigen
Furchen.  Der  Abstand  der  nach  der  Mauritiusmethode
  angelegten  Gräben  voneinander  beträgt
2½  Juß.

Von  den  beim  Anbau  von  Zuckerrohr  angewandten
  Düngemitteln  ergab  eine  Mischung  von
Knochenmehl  und  castor-cake  den  höchsten  Ertrag.
Mit  einer  Mischung  von  Superphosphat,  Salpeter
und  Knochenmehl  wurde  das  nächstbeste  Resultat  erzielt,
  während  der  Ertrag  bei  Anwendung  von
castor-cakc  oder  Knochenmehl  allein  erheblich  geringer
  ist.  Durch  Düngung  mit  Superphosphat
scheint  das  Zuckerrohr  eine  größere  Stärke  zu  bekommen.
  Beziglich  der  einzelnen  angebauten  Zuckerrohrarten
  ist  zu  erwähnen,  daß  die  Khariart  nach
den  in  der  Sibpur=  und  Burdwanfarm  gemachten
Versuchen  sich  besonders  für  die  ratoon-Kultur
eignet,  d.  h.  es  ergeben  mehrere  Jahre  hindurch  die
neuen  Schößlinge  aus  der  alten  Wurzel  des  ab.
geschnittenen  Rohres  noch  gute  Erträge,  ohnc  daß
es  einer  Neuanpflanzung  bedarf.  Bei  dieser  Kultur
ist  auf  der  Burdwanfarm  der  Ertrag  des  Kharizuckerrohrs
  im  Jahre  1890/91  fast  doppelt  so  groß
gewesen  als  im  Jahre  1887/88,  in  dem  die  Neuanpflanzung
  stattgefunden  hatte.  Auch  zeichnet  sich
das  Kharizuckerrohr  durch  seine  große  Widerstandsfähigkeit
  gegen  Trockenheit  und  Insekten  aus.

Als  die  ertragreichste  Art  hat  sich  nach  dreijährigen
  Versuchen  auf  der  Sibpurfarm  das  red
Saharanpur-Zuckerrohr  (auch  black  Bombay  ge- 



257  —

nannt)  bewährt;  der  Anbau  desselben  im  Lande  ist
aber  zurückgegangen,  da  es  zu  sehr  durch  ein  Insekt,
den  „stalk  borer“,  und  durch  Windbruch  leidet.
Der  letzteren  Gefahr  kann  man  dadurch  begegnen,
daß  man  das  red  Saharanpur-Zuckerrohr  zugleich
mit  dem  gegen  Wind  widerstandsfähigeren  Samsarazuckerrohr
  anbaut.

Bei  den  Anbauversuchen  mit  Kartoffeln  hat
sich  ergeben,  daß  die  direkt  aus  England  bezogenen
und  die  vorher  in  hoch  gelegenen  Gegenden  Indiens
aus  englischen  Kartoffeln  gezogenen  Saatkartoffeln
einen  reicheren  Ertrag  und  eine  bessere  Qualität  von
Kartoffeln  hervorbrachten,  als  die  auf  der  Farm
selbst  gezogenen  Saatkartoffeln;  auch  widerstanden
die  eingeführten  Kartoffelknollen  besser  den  Einwirkungen
  der  Trockenheit  und  der  Ueberschwemmung.
Von  Düngemitteln  wurde  beim  Kartoffelbau  eine
Mischung  von  Kuhdünger  und  Knechenmehl  oder
castor-cake  mit  größerem  Erfolge  angewendet  als
diese  drei  Düngerarten  einzeln.

Bei  den  Versuchen  mit  Jute  wurden  die  besten
Resultate  durch  Düngung  mit  Kuhdung  erzielt;  bei
Anwendung  von  Superphosphat  und  Salpeter,
Knochenmehl  oder  castor-cake  waren  die  Erfolge
geringer.  »

BeidenTabakspflanzvcrjuchcnaufderSibpurfarm
  ist  man  bestrebt,  ein  für  die  Cigarrenfabrikation
und  für  den  europäischen  Geschmack  geeignetes  Blatt
zu  erzielen.  Die  Versuche  sind  noch  nicht  abgeschlossen.
Im  Jahre  1893/94  wurden  zehn  verschiedene  Tabakssorten
  angebaut,  doch  wurde  fast  die  ganze  Ernte
bis  auf  einen  kleinen  vorher  eingeernteten  Theil  durch
zwei  Hagelwetter  Anfang  März  vernichtet.  Im
Jahre  1892/93  waren  vier  Sorten  —  Havana,
Hingli,  Nangpur  und  Matihar  —  gepflanzt  worden;
die  geernteten  Blätter  waren  aber,  weil  sie  nach  der
in  Amerika  gebräuchlichen  Weise  im  Schatten  getrocknet
  waren,  zur  Cigarrenfabrikation  nicht  geeignet.
Es  sollen  deshalb  später  Versuche  mit  dem  Trocknen
der  Blätter  in  der  Sonne  angestellt  werden.

Hafer,  der  bisher  in  Niederbengalen  fast  gar
nicht  angebaut  wurde,  ist  in  der  Sibpurfarm  seit
1889  mit  Erfolg  kultivirt.  Drei  australische  Hafersorten
  sind  jedoch  im  Jahre  1893/94  völlig  ausgefallen.


Erböhung  des  Söolltarifs  im  Niger  Coast  protectorate.

Im  Niger  Coast  Protectorate  ist  seit  dem
22.  November  1895  eine  beträchtliche  Erhöhung  des
Zolltarifs  in  Kraft  getreten,  und  zwar  ist  der  Zollsatz
  auf  Spirituosen  verdoppelt,  der  auf  Pulver  verdreifacht.
  Der  neue  Tarif  lautet,  wie  folgt:

Von  Wein,  Porter,  Ale  und  Bier  von  jederlei  Art,
für  jede  Kiste  mit  1  Dutzend  Flaschen  alten  Wein
oder  einen  Theil  davon  —  .  6  d.

Von  Brandy,  Rum,  Gin,  Likör  und  verschiedenen
Spiritnosen,  welche  nicht  versüßt  noch  mit  irgend
        <pb n="297" />
        einem  Zusatz  vermischt  sind,  derart,  daß  der
Alkoholgehalt  mittelst  des  Hydrometers  von  Syles
nicht  festgestellt  werden  kann,  und  zwar  wenn  der
Altoholgehalt  den  Minimalgehalt  nicht  übersteigt:
für  jede  Gallonc  oder  einen  Theil  davon  2  s.  —  d.
Und  für  jeden  Grad  (des  Hydromcters)  oder  einen
Theil  eines  Grades  über  den  Minimalgehalt
hinaus  einen  Zuschlagsall  für  jede  Gallone  öber
einen  Theil  dovon
Von  Brandy,  Gin,  Rum,  Likör  und  vonschehine
Spirituosen,  welche  versüßt  oder  vermischt
sind,  dergestalt,  daß  der  Alkoholgehalt  in  der
oben  angegebenen  Weise  nicht  festgestellt  werden
kann.  für  jede  Gallone  oder  einen  Theil  davon.
  2  s.  —  d.
Von  nicht  verarbeitetem  Tabal,  und  zwar  für  jedes
Pfund  oder  einen  Theil  davon  —  s.  2  d.
Von  Schießpulver,  und  zwar  für  jedes  Pfund  oder
einen  Theil  davon  ..  6  d.
Von  Sabz.  und  zwar  für  jede  Tonne  bo-  cen
Theil  davon  s.
Von  Blei  in  jederlei  Gestal,  für  jedes  W  voder
einen  Theil  dovon  1  d.
Von  gehandelten  Feuersteinschloßgewehren,  2
als  „dänische  Gewehre“  algemein  bekannt  sind,
pro  Stück  .  2s.

Kongostaatimllahtse3ng.

NachderAntwcrpcner»Mötropole«vom
10.  März  d.  Is.  hat  der  Staatssekretär  van  Eetvelde
Seiner  Majestät  dem  König  Souverän  einen  Bericht
über  den  Handel  und  die  Finanzlage  des  Kongo-=staates
  im  Jahre  1895  erstattet,  welcher  interessante
statistische  Angaben  enthält  und  ein  Bild  der  unleugbaren
  wirthschaftlichen  Fortschritte  des  Landes  giebt.

Nach  diesem  Bericht  hat  der  Gesammtumsaz,  einschließlich
  des  Transithandels,  im  letzten  Jahre  die
Höhe  von  23971  689  Frcs.  erreicht.

Es  betrug  die  Ausfuhr  10  943  019  Fres.
Einfuhr  10  685  817=Hiernach

  ergiebt  sich  ein  Mehr  der  Ausfuhr
gegen  das  Vorjahr  um  etwa  25  pCt.  Ueberhaupt
hat  der  Ausfuhrhandel  seit  der  Gründung  des  Staates
stets  zugenommen.  Er  hat  sich  in  den  letzten  Jahren
ungefähr  versechsfacht,  wie  folgende  Zahlen  zeigen.

Es  betrug  der  Werth  der  Ausfuhrprodukte:
im  Jahre  1886  1772  863  Fres.

-  -1889  .  1297  543  -
-  1894  8  761  622
-  ·  1895  10  943010  =

Diese  Handelsentwickelung  ist  hauptsächlich  dem
Aufblühen  des  Palmöl-,  Kautschuk=  und  Elfeubeinhandels
  zu  verdanken.

Die  Ausfuhr  an  Palmöl  und  Palmkernen  pro#
1895  betrug  2  178  557  Fres.,  also  ctwa  156  pCt.
mehr  als  im  Jahre  1886.  Der  Ausbau  der  Eisenbahn
  zwischen  Stanley-Pool  und  Matadie  läßt  ver-258



 

muthen,  daß  sich  der  Handel  dieser  bis  jetzt  infolge
der  kostspieligen  Transportverhältnisse  nur  in  der
Meereszone  gewonnenen  Produkte  etwa  um  das  Zwanzigfache
  vermehren  wird.

Einen  noch  bedeutenderen  Ausschwung  zeigt  die
Kautschukausfuhr.  Dieselbe  macht,  im  Werthe  von
2  882  585  Frcs.  pro  1895,  etwa  das  Fünfzehnfache
von  der  Ausfuhr  des  Jahres  1886  aus;  für  das
laufende  Jahr  ist  sogar  noch  eine  wesentlich  höhere
Produktion  zu  erwarten.  Es  ist  diese  Vermehrung
der  Kautschukproduktion  um  so  freudiger  zu  begrüßen,
als  der  Kautschut  bei  den  neuen  industriellen  Verwendungsmethoden
  stets  Absatz  findet.  Europa  und
Amerika  konsumiren  allein  etwa  50  000  000  kg.
Infolgedessen  ist  nicht  nur  die  Menge,  sondern  auch
der  Preis  dieser  Waarc  auf  dem  Antwerpener  Marklte,
dem  Hauptplatz  für  diesen  Artikel,  stetig  gewachsen.

Die  Elfenbeinausfuhr,  im  Werthe  von  5  844640
Frcs.,  hat  sich  etwa  um  10  pCt.  gegen  das  Jahr
1894  gehoben.  Auch  für  diesen  Artikel  ist  Antwerpen,
welches  augenblicklich  sogar  London  überflügelt,  der
bedeutendste  Platz.  Die  Einfuhr  des  kongolesischen
Elfenbeins  in  Belgien,  welche  im  Jahre  1888  nur
6400  kg  ausmachte,  betrug  im  Jahre  1895
362  000  Kkg.  Infolge  der  von  Jahr  zu  Jahr
schwieriger  werdenden  Gewinnung  dieses  Artikels  ist
demnächst  ein  geringeres  Angebot  desselben  und  dementsprechend
  eine  Preiserhöhung  zu  erwarten.

Der  Export  in  Holz  nach  Europa,  welcher  im
Jahre  1895  122  Kubikmeter  nicht  überschritten  hat,
verspricht  im  lanfenden  Jahre  eine  Aufbesserung,  und
zwar  nicht  nur  in  Bezug  auf  die  Quantität,  sondern
auch  auf  die  Qualität  der  Hölzer.

Ebenso  versprechen  auch  die  von  der  Regierung
angepflanzten  etwa  200  000  Kaffeebäume  nach  Er
öffnung  der  Eisenbahn  im  Laufe  d.  Is.  einen  neuen
Ausfuhrartikel  zu  liefern.  Die  jährliche  Ernte  der
Bäume  läßt  sich  etwa  auf  200  000  bis  300  000  kg
schätzen.

Dasselbe  läßt  sich  auch  von  den  ctwa  26  688
betragenden  Kakaopflanzen  sagen.

Was  den  Tabak  anbetrifft,  so  kann  man  sich  annähernd
  aus  den  Regierungsversuchsplantagen  ein
Bild  von  der  Qualität  und  dem  Werthe  dieses  Produktes
  machen.  Derselbe,  zur  Hälfte  aus  Havange,
zur  Hälfte  aus  Sumatratabak  gezogen,  wird  nach
den  in  diesen  Kolonien  gemachten  Ersfahrungen  behandelt.


Ebenso  wie  die  Ausfuhr  hat  sich  auch  die  Einfuhr
in  den  letzten  zehn  Jahren  ungefähr  versechsfacht.
Dieselbe  betrug  im  Jahre  1886  1  800  000  Frocs.,
im  Jahre  1895  10  685  847  Fres.  An  dieser  Einfuhrziffer
  ist  Belgien  jetzt  mit  etwa  57  pCt.  betheiligt.
In  Jahre  1892  betrug  der  Antheil  Belgiens  nur
25  pCt.,  1893  48  pCt.,  1894  55  pCt.

Die  Haupteinfuhrartitel  aus  Belgien  sind  Gewebe,
Metallartikel,  Kurzwaaren,  Glaswaaren,  Handwerkszeug,
  Lebensmittel,  Eisenbahnmaterial,  Maschinen  und
Waffen.  In  Bezug  auf  die  Spirituoseneinfuhr  ist
        <pb n="298" />
        zwar  im  Jahre  1895  eine  geringe  Abnahme  eingetreten;
  ob  dieselbe  aber  von  Dauer  ist,  läßt  sich
nicht  behaupten,  so  sehr  wie  dieses  auch  im  Interesse
der  Eingeborenen  zu  wünschen  wäre.  Eine  Erhöhung
der  Einfuhrzölle,  vorgesehen  durch  die  Brüsseler  Akte,
würde  dieses  bewirken,  bedingt  aber  ein  vorläufiges
Uebereinkommen  mit  unseren  Nachbarn,  dessen  Abschluß
  sich  die  Regierung  angelegen  sein  läßt.  Der
obere  Kongo  ist  gegen  den  Mißbrauch  dieses  Handels
durch  die  Allerhöchste  Verordnung  vom  16.  Juli  1890,
welche  jetzt  auch  auf  das  Gebiet  jenseits  des  Keribuflusses
  ausgedehnt  worden  ist,  geschütßt.

Was  schließlich  die  Einkünfte  des  Staates  anbetrifft,
  so  haben  sich  dieselben  ebenfalls  in  erfreulichster
  Weise  gehoben.  Dieselben  betrugen  für  1895,
abzüglich  des  Königlichen  Zuschusses,  des  Vorschusses
von  Belgien  und  aller  anderen  außerordentlichen
Einnahmequellen  3  600  000  Frcs.,  also  etwa  42  pCt.
mehr  als  im  vorhergehenden  Jahre.  Dieselben  sind
in  den  letzten  zehn  Jahren  stets  gewachsen,  wie
nachstehende  Zahlen  zeigen:

Hierdurch  wurden

Jahr:  Betrag  der  Einkünfte:  von  den  Ausgaben
  gedeckt:
1886  74261  Frecs.  4,87  pCt.
1887  200  755  „  10.61
1888  268  306  =  9,21
1889  515  094  „  16,06  =
1890  462  602  14,69  =
1891  1  319  545  28,07
1892  1  502  515  31,75  -5
1893  1  817  475  33,40  =
1894  2  454  778  =  33,25
1895  3  600  000  47,700

Französische  Rolonialschule.

In  Nr.  24  des  VI.  Jahrgangs  des  Deutschen
Kolonialblattes  vom  15.  Dezember  1895  ist  das
von  Joseph  Chailley-Bert  verfaßte  Werk  über
die  Vorbildung  der  Kolonialbeamten  der  verschiedenen
Nationen  —  Le  Recrutement  des  Fonctionnaires
des  Colonies.  Rapport  général  soumis  à
I’#Institut  Colonial  International  par  Joseph
Chailley-Bert,  Paris  1895  —  einer  eingehenden
Betrachtung  unterzogen  worden.  Der  Verfasser  des
genannten  Werkes  hatte  sich  bezüglich  Frankreichs
eine  allgemeine  Erörterung  vorbehalten,  weil  dort
eine  Neuregelung  der  Rekrutirung  der  Kolonialbeamten
  —  mittelst  öffentlichen  Wetibewerbs  —
concours  public  —  verbunden  mit  einer  Reform
der  Kolonialschule,  bevorstand.  Diese  Neuregelung
ist  inzwischen  durch  ein  Dekret  des  Präsidenten  der
Französischen  Republik  vom  2.  d.  Mts.  erfolgt.
Hiernach  soll  in  Zukunft  als  Grundlage  für  die
Rekrutirung  der  Kolonialbeamten  die  Kolonialschule
dienen,  ohne  jedoch  für  dieselbe  in  dieser  Hinsicht
ein  Monopol  zu  schaffen  und  das  Recht  der  Regierung
  in  Bezug  auf  die  freie  Auswahl  der  Beamten

259

 

zu  beschränken.  Um  den  Besuch  der  Schule  einer
größeren  Anzahl  Schüler  möglich  zu  machen,  soll  die
Dauer  des  Besuches  derselben  auf  zwei  Jahr  beschränkt
  und  das  Lehrprogramm  diesem  Zweck  entsprechend
  abgeändert  werden.  Die  Zulassung  zum
Wettbewerb  des  Eintritts  ist  nicht  nur  an  den
Besitz  des  Diploms  als  „Bachelier“  gelnüpft,  sondern
kann  auch  für  alle  diejenigen  erfolgen,  die  das
Diplom  bezw.  Abgangszeugniß  der  höheren  Handelsschulen,
  des  Handelsinstituts  in  Paris  oder  der
durch  den  Staat  anerkannten  höheren  Handelsschulen
besitzen.

Im  Einzelnen  bestimmt  das  Delret  über  die
Einrichtung  der  Kolonialschule  Folgendes:

Trt.  1.  Die  Kolonialschule  umfaßt  vier  Verwaltungsabtheilungen,
  eine  Handelsabtheilung,  eine
Vorbereitungsschule  und  eine  Abtheilung  für  Eingeborene.


Art.  2.
solgende:

Kolonial-Kommissariat,

Abtheilung  für  den  Dienst  in  den  hinterindischen

Besitzungen,
Abtheilung  für  den  Dienst  in  Afrika,
Abtheilung  für  das  Deportationswesen.

Die  Verwaltungsabtheilungen  sind

Kap.  I.  Verwaltungsabtheilungen.
Art.  3.  Die  für  jede  einzelne  Verwaltungs-=abtheilung
  zulässige  Schülerzahl  wird  am  1.  Februar
jedes  Jahres  durch  den  Minister  bestimmt.  Dieselbe
beträgt  etwa  ein  Drittel  mehr  als  die  zu  erwartenden

Valanzen.

Art.  4.  Die  Zulassung  zum  „concours“  ist
au  folgende  Bedingungen  geknüpft:

.  Französische  Staatsangchörigkeit,

Hein  Alter  von  mindestens  18  bis  hHöchstens
23  Jahren.

Beibringung  des  Diploms  als  „Bachelier“,  eines
Diploms  bezw.  Abgangszeugnisses  der  höheren
Handelsschulen,  des  Handelsinstitutes  in  Paris
oder  der  durch  den  Staat  anerkannten  höheren
Handelsschulen,  der  landwirthschaftlichen  Schule
oder  eines  durch  den  Marineminister  ausgestellten
  Zulassungszengnisses  zur  Marineschule,

Beibringung  eines  Attestes  über  körperliche
Gesundheit  nach  einem  durch  den  Minister  vorgeschriebenen
  Formular.

Gesuche  um  Zulassung  sind  vor  dem  1.  Aprilan

  den  Kolonialminister  zu  richten.

Dieselben  werden  von  Letzterem  einer  Kommission
zur  Prüfung  vorgelegt,  welche  sich  aus  folgenden
Mitgliedern  zusammensetzt:

Ein  Staatsrath  als  Präsident,

ein  Direktor  der  Zentral-Kolonial-Verwallung,

ein  aktiver  oder  ein  in  den  Ruhestand  versetzter
Gouverneur,

ein  aktiver  oder  ein  in  den  Ruhestand  versetzter
„  ésident:  supeérieur“  oder  ein  „licutenant
  gouverneur“  von  Indo-China,

10  —

□

*—
        <pb n="299" />
        ein  Generalkommissar  oder  ein  Generalinspektor
der  Kolonien.

Art.  5.  Die  Prüfung  über  die  Zulassung,  die
für  die  vier  Abtheilungen  gleich  ist,  erstreckt  sich
über  folgende  Gegenstände:

Allgemeine  Wirthschaftspolitik  (gemäß  einem
von  dem  Kolonialminister  genehmigten  Programm).


Geschichte  der  Kolonisation  Frankreichs  und  des
Auslandes  bis  1815.

Geographie,  mit  Ausnahme  der  von  Europa,
speziell  diejenige  der  französischen  Kolonien,
Topographie  (Kartenlesen).

Englische,  deutsche  oder  spanische  Sprache;
besonderer  Werth  wird  auf  die  englische
Sprache  gelegt.

Ein  Ministerialdekret  bestimmt  die  Bedingungen
des  „concours“,  speziell  die  Mindestzahl  der  für
die  Aufnahme  verlangten  Noten  und  das  Programm
eines  jeden  Examens.

Den  „Licencics  en  droit“,  den  ehemaligen
Schülern  des  Polytechnikums,  des  höheren  Lehrerseminars,
  den  Inhabern  des  Diploms  der  Zentralschule,
  des  Diploms  der  höheren  Handelsschulen,  des
Handelsinstitutes  in  Paris  oder  einer  der  durch  den
Staat  anerkannten  höheren  Handelsschulen,  wird  ein
Sechstel  der  Gesammtzahl  der  Noten,  die  sie  erhalten
haben,  hinzugerechnet.

Art.  6.  Die  Prüsungskommission  setzt  sich  aus
folgenden  Mitgliedern  zusammen:

Ein  Verwaltungsrathsmitglied  als  Präsident,

ein  Unterdirektor  der  Zentralverwaltung,

für  jede  Abtheilung  ein  hoher  Beamter  der
interessirten  Kolonien  oder  ein  höherer
Kommissariatsoffizier  oder  ein  hoher  Beamter
für  das  Deportationswesen,

ein  Professor  des  Rechts,

ein  Professor  der  Geschichte  und  Geographie,

Professoren  der  modernen  Sprachen.

Die  Examinatoren  werden  durch  den  Kolonialminister
  bestimmt.  Die  an  der  Vorschule  der  Kolonialschule
  unterrichtenden  Professoren  kommen  hierbei
nicht  in  Betracht.

Die  zugelassenen  Kandidaten  können  nach  der
Reihenfolge  der  Zulassung  die  Abtheilung,  der  sie
anzugehören  wünschen,  sich  aussuchen.

Art.  7.  Folgende  allgemeine  Vorlesungen  sind
für  die  Schüler  aller  Abtheilungen  obligatorisch:

Zivilrecht,

Kolonialverwaltungsrecht,

Wirthschaftliche  Lage  und  wirthschaftliche  Leitung
der  Kolonien,

Kolonialsysteme  des  Auslandes,

Allgemeine  Organisation  der  Kolonien,

Kolonialhygiene  und  praktische  Medizin,

Kolonialprodukte,

Angewandte  Konstruktionslehre,

Moderne  Sprachen,

Körperliche  und  militärische  Uebungen.

260

 

Die  Schüler  müssen  zweimal  jährlich  in  der  von
ihnen  erwählten  Sprache  über  veröffentlichte  ausländische
  Kolonialwerke  kurze  Referate  anfertigen.

Die  Dauer  der  Kurse  ist  auf  zwei  Jahre  festgesetzt,
  kann  jedoch  auf  Entscheidung  des  Verwaltungsrathes
  um  ein  Jahr  verlängert  werden.

Art.  8.  Die  Spezialkurse  jeder  Abtheilung  sind
folgende:

Kolonialkommissariat.

Theoretische  und  praktische  Vorbereitung.

Nur  solche,  welche  das  juristische  Examen  bestanden
  haben  (diplöme  de  Licencié  en  droit),
werden  zum  Kolonialkommissariat  zugelassen.

Abtheilung  für  den  Dienst  in  den  hinterindischen
Besitzungen.
Spezielle  Geographie
Geschichte  und  Sitten
Gesetzgebung  und  Verwaltung
Anamitische  Sprachce,
Lektüre  und  Erklärung  der  gebräuchlichsten  chincsischen
  und  anamitischen  Schriftstücke.
Die  Vorlesungen  in  anderen  einheimischen  Sprachen
sind  fakultativ,  ermöglichen  aber  die  Ertheilung  von
Hülfsnoten.

Abtheilung  für  den  afrikanischen  Dienst.

Spezielle  Geographie  von  Afrika,

Gesetzgebung  und  Verwaltung  der  französischen
afrikanischen  Besitzungen,

Spezielle  Organisation  von  Madagaskar,

Mohammedanisches  Recht;  Vergleich  mit  dem
Hindurecht.

Arabische  Sprache,

Madagassische  Sprache  (obligatorisch  für  die
Beamtenkandidaten  für  Madagaskar).

Deportationswesen.

Strafgesetzgebung,

Gebräuchliche  Strafsysteme  Frankreichs  und  des
Auslandes.

Zentralverwaltung  der  Kolonien.

Für  die  Kandidaten  der  Zentralverwaltung  der
Kolonien  ist  außer  den  allgemeinen  Kursen  einer  der
vier  oben  angeführten  Spezialkurse  obligatorisch.

Art.  9.  In  jeder  Abtheilung  erfolgt  die  Klassirung
  der  Schüler  nach  Maßgabe  der  von  ihnen
seit  dem  Eintritt  in  die  Schule  erhaltenen  Noten.
Ein  Erlaß  des  Kolonialministers  bestimmt  die  Bedingungen
  für  diese  Klassirung  und  die  Mindestzahl
der  Noten,  die  erforderlich  ist,  um  das  zweite
Studienjahr  zu  beginnen  bezw.  das  Abgongszeugniß
zu  erhalten.

Kap.  II.  Handelsabtheilung.
Art.  10.  Der  Besuch  dieses  Kursus  ist  an
folgende  Voraussetzungen  geknüpft:
1.  Französische  Staatsangehörigkeit,
2.  ein  Alter  von  mindestens  17
30  Jahren,
3.  Beibringung

von  „Indoa
  China“,

und  höchstens
        <pb n="300" />
        a)  der  Geburtsurkunde,
b)  eines  Auszuges  aus  dem  Strafregister,
c)  eines  Führungsattestes.

Der  Minister  bestimmt  auf  Vorschlag  des  Verwaltungsrathes

  die  Liste  der  zugelassenen  Kandidaten.
(rt.  11.
theilung  sind  die  in  Art.  7  aufgeführten  allgemeinen
Vorlesungen  obligatorisch,  mit  Ausnahme  des  Verwaltungsrechtes,
  der  Kolonialsysteme  des  Auslandes
und  der  angewandten  Baukonstruktion.  Außerdem
ist  der  Kursus  in  der  arabischen,  der  anamitischen
oder  der  madagassischen  Sprache  obligatorisch.

Militärische  und  Leibesübungen  sind  nicht  obligatorisch.


Die  Schüler,  welche  das  Abgangsexamen  bestanden
haben,  erhalten  ein  besonderes  Zeugniß.

Kap.  IIII.  Vorbereitungsschule.
Art.  13.  Der  Besuch  dieses  Kursus  ist  an
folgende  Voraussetzungen  geknüpft:
1.  Französische  Staatsangchörigkeit,
2.  ein  Alter  von  mindestens  17  und  hbchstens
22  Jahren,
3.  Beibringung
a)  der  Geburtsurkunde,
b)  eines  Auszuges  aus  dem  Strafregister,
)  eines  Führungsattestes.

Der  Verwaltungsrath  bestimmt  die  Liste  der
zugelassenen  Kandidaten.

Art.  14.  Für  die  Schüler  der  Vorbereitungsschule
  sind  den  in  Art.  5  für  die  Zulassungsprüfung
bestimmten  Materien  entsprechende  Vorlesungen  obligatorisch.


Die  körperlichen  Uebungen  sind  obligatorisch.

Kap.  IV.  Allgemeine  Bestimmungen  für  die
französischen  Sektionen.

Art.  15.  Durch  Bestimmung  des  Verwaltungsrathes
  können  mit  Ausnahme  für  die  Verwaltungs-,
die  Handels=  und  Vorbereitungsabtheilungen  auch
freiwillige  Zuhörer  ausgenommen  werden.  Sie  haben
die  Einschreibegebühren  zu  entrichten,  können  sich  den
Prüfungen  unterziehen  und  erhalten  gegebenenfalls
ein  Zeugniß  über  die  erfolgreiche  Ablegung.

Art.  16.  Der  Besuch  der  Vorlesungen  ist  nur
gegen  Entrichtung  der  Einschreibegebühren  zulässig;
die  Schüler  der  Verwaltungsabtheilungen  und  Vorbereitungsschule
  haben  auch  Gebühren  für  den
gymnastischen  Unterricht  zu  entrichten.

Art  Im  Falle  eines  schweren  Verschuldens
oder  infolge  ungenügenden  Examens  kann  durch
ministerielle  Verfügung  auf  Vorschlag  des  Verwaltungsrathes
  die  Entfernung  eines  Schülers  aus
der  Anstalt  ausgesprochen  werden.

Die  Disziplin  wird  durch  ministerielle  Verfügung
auf  Vorschlag  des  Verwaltungsrathes  geregelt.

Art.  18.  Auf  Vorschlag  des  Verwaltungsrathes
erlassene  Ministerialverfügungen  bestimmen  das  Programm
  der  verschiedenen  Kurse,  die  Prüfungserfor-261



Für  die  Schüler  der  Handelsabdernisse

  innerhalb  der  Studienzeit  und  beim  Verlassen
der  Schule,  sowie  schließlich  die  Art  und  Weise  der
Klassirung  in  jeder  Abtheilung.

Kap.  V.  Abtheilung  der  Eingeborenen.

Art.  19.  Die  für  die  Ausbildung  der  Eingeborenenschüler
  aus  den  Kolonien  oder  Protektoratsländern
  bestimmte  Abtheilung  ist  Internat.

Art.  20.  Den  Unterhalt  für  diese  Schüler
zahlen  entweder  deren  Eltern  oder  die  Kolonien
oder  Protektoratsländer,  denen  sie  angehören.

Für  diejenigen  Eingeborenenschüler,  welche  als

Lektoren  (ropétiteurs)  bei  den  Sprachkursen  verwandt
  werden,  werden  die  Pensionskosten  auf  das
Bau0dget  der  Kolonialschule  übernommen.
1  Art.  21.  Ihre  Aufnahme  ist  an  ein  Alter  von
mindestens  14  und  höchstens  20  Jahren  geknipft.
Außerdem  müssen  sie  ausreichende  Kenntniß  der
französischen  Sprache  besitzen.

Art.  22.  Auf  Vorschlag  des  Verwaltungsrathes
erlassene  ministerielle  Verfügungen  bestimmen  die
Leitung  des  Internats,  das  Unterrichtsprogramm
und  die  Art  der  Examina,  welche  diese  Schüler
abzulegen  haben,  um  ein  „certilicat  d'etudes“  zu
erhalten.

Kap.  VI.  Allgemeine  Bestimmungen.

Art.  23  ff.  Vorstehende  Bestimmungen  treten
bei  Wiederbeginn  der  Vorlesungen  im  Monat  November
  1897  in  Kraft.

Die  Vorbereitungsschule  wird  im  Monat  November
  1896  eröffnet.

Die  sonstigen  Uebergangs=  u.  s.  w.  Bestimmungen
sind  unwesentlich.

Das  Dekret  datirt  vom  2.  April  1896.

versuche  mit  Zuxarweizen  in  Bengalen.

Der  amtliche  Bericht  über  die  zahlreichen  Anbauversuche
  von  Buxarweizen  in  verschiedenen  Theilen
Bengalens  seit  1886  bis  1894  (erschienen  1894  in
Kalkutta)  lautet  nicht  besonders  günstig.

Von  sämmtlichen  in  der  genannten  Zeit  angestelten
  Versuchen  haben  nur  etwa  30  PCt.  einen
völlig  befriedigenden  Erfolg  gehabt.  Etwa  30  pét.
der  Versuche  sind  fehlgeschlagen  infolge  ungünstiger
Witterung  und  Vernachlässigung  der  Kultur  oder
aus  anderen  Ursachen,  ohne  daß  der  Weizen  für  den
Boden  und  das  Klima  der  betreffenden  Pflanzart
ungeeignet  gewesen  wäre.  Bei  etwa  17  pCt.  der
Versuche  soll  sich  der  Buxarweizen  nach  der  Ansicht
der  Berichterstatter  nicht  für  den  Boden  und  das
Klima  des  betreffenden  Ortes  geeignet  haben.  Die
Gründe  für  das  Fehlschlagen  der  übrigen  Versuche
sind  unbekannt.  Auch  an  denselben  Orten  ist  das
Resultat  in  den  einzelnen  Jahren  kein  gleichmäßiges
gewesen,  sondern  es  war  in  manchen  Jahren  gut,
während  in  anderen  Jahren  sich  ein  Mißerfolg
        <pb n="301" />
        —  262  —

ergab.  Besonders  leidet  der  Buxarweizen  durch  den
Rost;  dies  ist  namentlich  im  letzten  Jahre  (1893/94)
in  der  Gegend  von  Buxar  der  Fall  gewesen.  Buxarder

  gewöhnliche  Landweizen
bessere  Bewässerung  und  Düngung.  Unter  den  zahlreichen
  Orten,  an  denen  Buxarweizen  seit  1886

1
|
D

angebaut  wurde,  ist  derselbe  nur  an  drei  Orten

wirklich  in  Aufnahme  gekommen.
ständen  empfiehlt  das  Department  of  Land  Records
and  Agriculture  für  die  nächsten  Jahre  nicht  die
weiterc  Förderung  von  Anbauversuchen  mit  Buxarweizen
  in  Bengalen.

Als  eine  eigenthümliche  Thatsache  verdient  erwähnt
  zu  werden,  daß  der  Buxarweizen  an  zwei
Stellen,  an  denen  er  seit  mehreren  Jahren  aus

Unter  diesen  Um-«

  den  Heuschrecken  mit  sich  in  die
weizen  ist  scheinbar  nicht  so  widerstandsfähig  wie
und  erfordert  eine

an  dem  Balken  angebrachte  Reisig  fegt  dabei  über

den  Boden  und  kehrt  die  auf  demselben  schwärmen-Höhe.


Diese  Art  Walze  wird  in  der  Weise  in  Bewegung
  gesetzt,  daß  an  beiden  Enden  derselben
innerhalb  der  Räder  je  eine  Deichsel  so  angebracht
wird,  daß  in  denselben  ein  Pferd  eingespannt  werden
  kann.

An  diese  beiden  Deichseln  befestigt  man  nun  in

dem  Ende,  wo  sie,  elkwa  durch  eine  Schlaufe,  mit

daselbst  geerntetem  Samen  gezogen  wird,  allmählich

eine  röthliche  Farbe  annimmt  und  sich  somit  in  seiner
Beschaffenheit  der  rothen  Weizenart,  die  an  jenen
beiden  Orten  wächst,  nähert.  Diese  Erscheinung  ist
vor  mehreren  Jahren  Gegenstand  wissenschaftlicher
Untersuchungen  und  praktischer  Versuche  gewesen.

Kittel  zur  Deuschreckenvertilgung.

In  Nummer  5  dieses  Jahrganges  (S.  135)
konnten  wir  über  die  Mittel  berichten,  mit  welchen
auf  Cypern  der  Heuschreckenplage  erfolgreich  entgegengetreten
  wurde.

Nunmehr  liegt  uns  auch  aus  Ostindien  eine
Zeitschrift,  der  in  Kalkutta  erscheinende  Agricultural
lelger,  vor,  welcher  in  Nr.  15,  Jahrgang  1895,
Mittel  zur  Bekämpfung  der  Heuschrecken  empfiehlt.

Hiernach  besteht  das  rationellste  Mittel  darin,

daß  der  Boden,  auf  dem  die  Heuschrecken  ihre  Eier
gelegt  haben,  rechtzeitig  —  die  beste  Zeit  ist  September
  und  März  —  sorgfältig  geeggt  und  gepflügt
wird.  Die  Stellen,  wo  die  Eier  gelegt  sind,  können
leicht  dadurch  gefunden  werden,  daß  man  sich  diejenigen
  Stellen  gut  merkt,  wo  die  Heuschrecken  geschwärmt
  haben.  Dieselben  legen  außerdem  ihre
Eier  mit  Vorliebe  in  festen,  unkultivirten  Grund,
besonders  gern  an  leichten  Bodenerhebungen.  So
findet  man  die  Eier  hauptsächlich  in  den  Furchen
von  Brachfeldern.
JIIst  aber  diese  erste  und  beste  Art  der  Heuschreckenbelämpfung
  nicht  möglich,  so  gilt  es,  den
jungen  Heuschrecken,  solange  sie  noch  nicht  vollständig
entwickelt  sind,  auf  den  Leib  zu  rücken.

Als  Mittel  gegen  diese  hat  sich  in  dem  Bezirk
von  Orenburg  ein  Heuschreckenfänger  von  folgender
Konstruktion  sehr  gut  bewährt.

Ein  viereckig  behauener  Stamm,  an
vier  Seiten  in  Entfernung  von  1½  bis  2½  Zoll
in  eingebohrten-  Löchern  Reisig,  Zweige  und  der- 



dessen

gleichen  angebracht  sind,  wird  an  beiden  Enden  fest

mit  zwei  Rädern  verbunden,  so  daß  beim  Vorwärtsbewegen
  der  letzteren  der  Balken  sich  mitdreht.  Das

der  Walze  verbunden  sind,  je  cinen  Stab,  so  zwar,
daß  derselbe  schräg  oberhalb  und  rückwärts  des
Deichselendes  und  parallel  mit  den  Rädern  liegt,
und  daß  das  vordere  obere  Ende  des  Stabes  in
gleicher  Höhe  mit  dem  vbersten  Theil  des  Rades
zu  stehen  kommt,  während  das  unterc  und  hintere
Ende  etwas  über  dem  Boden  sich  befindet.  In  diese
beiden  Stäbe  wird  ein  14  bis  21  Fuß  langer  Sack
eingespannt,  so  daß  der  hintere  Theil  der  Reisigwalze
  von  demselben  umschlossen  wird.

Wird  alsdann  die  Walze  in  Bewegung  gesetzt,
so  fallen  die  aufgescheuchten  Heuschrecken  in  den
nachgeschleppten  Sack,  der  sich  in  kurzer  Zeit  füllen
wird.  Ist  der  Sack  dann  voll,  so  wird  er  in  einen
Graben  oder  in  ein  Loch  entleert,  woselbst  die  Thiere
verbrannt  oder  vergraben  werden.

Anbauversuche  mit  Eanaigre  in  Honolulu.

Aus  Honolulu  wird  uns  berichtet:  „Es  werden
auch  hier  jetzt  Versuche  mit  Canaigre  gemacht,  doch
sind  solche  noch  nicht  so  weit  gediehen,  um  ein  bestimmtes
  Resultat  voraussagen  zu  können.  Diese
Pflanze,  welche  aus  Texas,  Neu-Mexiko,  bezogen  ist,
scheint  sehr  gut  hier  fortzukommen  und  zwar  auf
schlechtem  Boden,  braucht  dabei  wenig  oder  gar  kein
Wasser,  und  es  würde  sich  vielleicht  empfehlen,  auch
Versuche  in  den  deutschen  Kolonien  hiermit  anzustellen.


Der  deutschen  Maschinenindustrie  wäre  vielleicht
damit  gedient,  wenn  sie  jetzt  schon  darauf  aufmerksam
gemacht  würde,  daß  späterhin  eventuell  Maschinen
zur  Ausbeutung  dieser  Wurzel  verlangt  würden.“

Derschiedene  Wittheilungen.
Vorstandssitzung  der  deutschen  Rolonialgesellschaft.

In  der  letzten  Vorstandssitzung  der  deutschen
Kolonialgesellschaft,  Abtheilung  Berlin-Charlottenburg,
  sind  folgende  Herren  in  den  Vorstand  zugewähll
  worden:  Staatssekretär  a.  D.  Herzog,
Geheimer  Oberpostrath  Kraetke,  Professor  von  d.
Steinen,  Konsul  Wallich,  Fritz  Friedländer,
W.  Staudt,  in  Firma  Standt  &amp;amp;  Co.,  A.  Schmidt-Lorenzen,
  Direktor  Niecken,  Geheimer  Ober-Regierungsrath
  Bormann,  Professor  Volkens,
        <pb n="302" />
        Kaiserlicher  Ministerresident  Goering,  Fabrikbesitzer
Stücklen,  Kommerzienrath  Pintsch.  Weitere  Anmeldungen
  zu  richten  an  Herrn  Emil  Selberg,
Alexandrinenstraße  68/69.

Sur  verlegung  des  Berliner  botanischen  Gartens.

Bezüglich  der  bevorstehenden  Verlegung  des
Berliner  botanischen  Gartens  entnehmen  wir  aus  der
„Nationalzeitung“  Nr.  149  vom  Dienstag,  3.  März,
und  Nr.  158  vom  Freitag,  6.  März  1896,  das
Folgende:

In  den  einen  Flügel  des  Hauptgebäudes,  der  an
den  Rundbau  sich  anschließt,  wird  das  botanische
Museum  gelegt,  welches  das  Schaumuseum  und
Magazin  umfaßt.  Das  Schaumuseum  enthält  einen
durch  zwei  Stockwerke  reichenden  Saal,  so  daß  auch
große  Stämme,  für  die  bisher  nicht  wohl  Platz  zu
finden  war,  in  ihm  untergebracht  werden  können.
Es  enthält  verschiedene  Abtheilungen:  eine  paläontologische,
  eine  systematische  für  Kryptogamen  und  für
höhere  Pflanzen,  eine  ökonomische  und  einc  pflanzengeographische
  und  koloniale.  Die  Sammlung  von

Kolonialprodukten  wird  auch  ganz  besonders  deshalb

von  hohem  Werth  sein,  weil  die  älteren  Studirenden
der  Pharmacie  durch  das  Studium  derselben  ihren
Gesichtskreis  erweitern  können  und  zur  oeventuellen

Verwendung  der  Kolonialprodukte  angeregt  werden.

 

263  —

Von  Wichtigkeit  ist  es  auch,  daß  sich  in  unmittelbarer
  Nachbarschaft  des  Museums  das  pharmaceutischchemische
  Institut  befindet,  wo  unter  Leitung  des
dazu  berufenen  Direktors  eine  Analyse  und  Prüfung
der  Kolonialprodukte  stattfinden  kann.

Diese  Kolonialabtheilung  des  Museums  beansprucht
  den  größten  Raum,  wegen  der  Höhendimensionen
  einzelner  Objekte,  die  sie  aufnehmen  muß,
und  deshalb,  weil  die  für  sie  bestimmten  Sendungen
aus  unseren  Kolonien  in  stetem  Wachsen  begriffen
sind.  Doppelt  so  große  Räume  als  gegenwärtig  für
das  botanische  Museum  zur  Verfügung  stehen,  sind
schon  lange  ein  dringendes  Bedürfniß,  so  daß,  wenn
die  Gartenverlegung  unterbliebe,  ein  großer  Erweiterungsbau
  des  Museums  ebenso  nothwendig  wäre
wie  der  Bau  neuer  Gewächshäuser.

Die  Leistungsfähigkeit  der  englischen  Kolonien
beruht  zum  großen  Theil  auf  der  fortdauernden  Verbindung
  derselben  mit  dem  botanischen  Garten  in
Kew  und  dessen  Museum,  wo  zahlreiche  Botaniker,
die  in  den  verschiedenen  Abtheilungen  des  Pflanzen-=reiches
  zu  Hause  sind,  über  das  reichste  Material
versügend  und  sich  gegenseitig  ergänzend,  darauf  hinarbeiten,
  über  die  aus  den  Kolonien  eingehenden
Pflanzenprodukte  Licht  zu  verbreiten,  sowic  über  die
nach  denselben  gehenden  Pflanzen  die  nöthigen  Aufklärungen
  zu  geben.  Wenn  irgendwo,  so  hat  sich
hier  die  Centralisation  für  wissenschaftliche,  koloniale

 

 

und  kommerzielle  Interessen  segensreich  erwiesen.

Schiffsbewegungen.

(Die  Zeit  vor  dem  Orte  bedeutet  die  Ankunst,  hinter  dem  Orte  die  Abfahrt  des  Schisfes.)

M.  S.  „Bussard“  30/1.  Sydney.
M.  S.  „Condor“  5/2.  Sansibar.
M.  S.  „Falke“  4/2.  Sydney  4/4.
S.  „Hyäne“  30/12.  Kamernn.
M.  Vermessungsschiff  „Möwe“  8/1.  Matupi.
M.  S.  „Seeadler“  20/2.  Kapstiadt.

8

station:  Kamerun.)

(Poststation:  Hofpostamt.)

(Poststation:  Sansibar.)

(Poststation:  Hofpostamt.)

(Poststation:  Kamerun.)

(Poststation:  Matupi.)

(Poststation:  Kapstadt.)

M.  S.  „Sperber“  17/1.  Kapstadt  29/2.  —  23,3.  Mossamedes  9/4.  —  St.  Paul  de  Loanda.

(Post-Ablösungstransporte:


Fahrplanmäßige  Reichspostdampfer  der  deutschen  Ostafrika-Linie  mit  dem  Ablösungstransport  S.  M.  S.

„Condor“  —  ganze  Besatzung:

Ausreise:  Reichspostdampfer  „Kaiser“:  Hamburg  25/3.  —  Sansibar.

Heimreise:  Reichspostdampfer  „Bundesrath“.

 

 

Derkehrs-Nachrichten.

Die  Deutsche  Ostafrika-Linie  wird  vom  Juni  d.  Is.  ab  die  Fahrten  auf  der  Suezkanal=Linie

  nach  Ostafrika  vermehren.
wie  bisher  vierwöchentlich  stattfinden.

Die  Expeditionen  werden  von  dann  ab  alle  drei  Wochen  anstatt
Die  Reisen  sind  an  sich  nicht  wesentlich  verändert  worden,  nur  wird

durch  einen  fahrplanmäßig  verlängerten  Aufenthalt  in  Delagog-Bay  eine  größere  Regelmäßigkeit  erzielt

werden  als  bisher.

Auf  der  Linie  ums  Kap  der  guten  Hoffnung  ist  die  Gesellschaft  mangels  geeigneten  Dampfermaterials
  und  bis  zur  Fertigstellung  der  großen  neuen  Dampfer  „Herzog“  und  „König“"  gezwungen,

einstweilen  einige  Expeditionen  ausfallen  zu  lassen.
        <pb n="303" />
        264

Fahrplan  der  Deutschen  Gstafrika-Linie  zwischen  Hamburg
Amsterdam,  Lissabon  und

Ausreise.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hamt-  *  ort
*  g  Amsterdam  Lissabon  Neapel  bost  Neapel  Lort  Suez  Aden
ab  an  ab  an  ab  an  Berlin  ab  an  ab  an  ab
s
Mitt=  Donner=  Sonn  Mitt=  Freitag  Mitt-  Montag  Mittwoch  Mon-  Mitt-  Mon-  Dienwoch
  stag  abend  woch  woch  abends  120  nachto  tag  woch  tag  stag
1896  1896  1896  1896  1896  1896  186613896  1896  1896  1896  1896
70.10.  Junil.  Juni  13.  Juni17.  Juni  19.  Juni  24.  Juni22.  Juni  24.  Juni  29.  Juni  1.  Julitßb.  Juli  7.  Juli
71.|]1.  Juli2.  Juli  4.  Juli]  8.  Juli  10.  Juli15.  Juli8i3  Julill5.  Juli20.  Julii22.  Juli27.  Juli  28.  Juli
72.22.  Juli  23.  Juli  25.  Juli29.  Juli|31.  Juli]  5.  Aug.  3.  Aug.  5.  Aug.10.  Ang.12  Aug.  Aug.  18.  Anug.
73.12.  Ang.13.  Aug.  15.  Aug.  19.  Aug.  21.  Aug.  20.  Ang.24.  Aug.26.  Aug.  31.  Ang.  2.  Sept.]  Sept.  8.  Sept.
74./2.  Sept.  3.  Sept.  5.  Sept.  9.  Sept.  11.  Sept.]6.  Sept.  Spt,.l6.  Sept.21.  Sept.23.  Sept.]2S.  Sept.  29.  Sept.
3
1  I
75.23.Sept.24.Scpt.26.Sept.30-Sept.2.0tt.7.0kt.  5.0kt.i7.0kt.12.0kt.14.0kt.Ohkt  20.  Olt.
76.14.  Ott.  15.  Ott.  17.  Ott.  21.  Ott.  23.  Olt.  28.  Olt.  126.  Okt.  28.  Okt.No  4.  Nov.  9.  Nov.  10.  Nov.
77.]4  Nov.  ö.  Nov.  7.  Nov.  11.  Nov.  13.  RNov.  18.  Nov.  16.  Rov.  18.  Nov.  23.  Nov.  25.  Nov.  30.  Nov.  1.  Dez.
78.25.  Nov.26.  Nov.  28.  Nov.]2.  Dez.4.  Dez.Dez.  7.  Dez.  9.  Dez.  Dez..  Dez.21.  Dez.  22.  Dez.
·  1897  1897  1897  1897
79.16.  Dez.17.  Dez.  19.  Dez.23.  Dez.  25.  Dez.30.  De.2.  Dez.  30.  Dez.]Jan.6.  Jan.11.  Jan.  12.  Jan.
:
Heimreise.
Delagoa-Bay  Beira  Mozambigue  Dar-es-Saläm  Sansibar  Tanga  Aden
D(Nata
r  ab  an  ab  an  ab  an  ab  an  ab  an  ab  an  ab  an  ab
l
Mitt=  Don-  Don-  Sonn=  Sonn=  Dien=  Don-  Leom-  Montag  Dien-  1“  Don-Don=  Freitag  Freitag  Freitag
woch  nerstag  nerstag  abend  tag  siag  nerstag  aben  stag  nerstag  nerstag
18906  1896  1896  189  6  18961896  1896896  1896  1896  1896
1
70  12.  Aug.13.  Aug.  13.  Aug.|15.  Ang.  16.  Ang.18.  Aug.  20.  Aug.122.  Aug.  24.  Aug.  *  Aug.  27.  Aug.27.  Aug.  28.  Aug.4.  Spt.  4.  Spt.
71./2.  Sept,.,  Sept.  3.  Sept.5.  Sept  n1  6.  Sept..  Sept.  10.  S##t.  12.  Sept.  14.Sept.5  Spht.  17  Sept.17.  Sept.  18.  Sept.]25.  Spt.  25.  Spt.
72.#23.Sept.24.  Sept.  24.Sept  22  Sept.  27.  Sept.  29.  Sept.  1.  Okt.3  Okt.  5.  Okt.6.,  Okt.  8.  Okt.  8.  Okt.  9.  Oft.16.  Okt.  16.  Okt.
73.H4.  Okt.  I15.  Ost.  15.  Okt.|17.  Okt.  18.  Okt.20.  Okt.  22.  Okt.24.  Okt.  26.  Okt.27.  Okt.  23.  Okt.  29.  Okt.  30.  Okt..Nov.  6.Nov.
74|4.  Nov.  5.  Nov.  5.  Nor.7.  Nov.  .  Nov.|10.  Nov.12.  Nov.H4.  Nov.  16.  Nov.7.  Nov.  19.  Nov.|19.Nov.  20.  Nov.27.  Nov.  27.  Nov
s  :
75.|25.  Nov.26.  Nov.  26.  Nov.28.  Nov.  29.  Nov.  1.Dez.  3.  Dez.]  5.Dez.7.  Dez.  Dez.  10.  Dez.  10.  Dez.  ju-  18.  Dez.  18.Dez.
1  1897  1897  1897
76.|16.  Dez.  17.  Dez.  17.Dez.  19.  Dez.  20.  Dez.  22.  Dez.  2  4.  Dez.  20.  Dez.  28.  Dez.  29.  Dez.  31.Dez.31.Dez.  1.  Jan.  sdan.  8.  Jan.
1892  1807  isor  i1802  1807  1807  1802  1807  1897  1807  1897  1807
77..6.  Jan.  Jar  an.  7.  Jan..  Jan.  10.  Jan.1  12.  Jan.  14.  Jan.16.  Jan.  18.  Jan.19.  Jan.  21.  Jan.21.  Jan.  22.  Jan.29.  Jan.  29.  Jan.
78.  27-Jan.  25  Jan.  28.  Jan.  *h  Jan.  31.  Jan.  2.  Febr.  4.  Febr.s  6.  Febr.  .  Febr.9.  Febr.  11.  Febr.11.  Febr.  12.  Febr.1.  Feb.  19.  Feb.
79.17.  Febr..  Febr.  18.Febr.20.  Febr.  21.Febr.23.  Febr.  25.  Febr.27.  Febr.  1.  Märf  2.  März  4.Märzs  4.März  5.März  !5  12.  Mrz.
.
;  I
E  l

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die  Daten  werden  nach  Möglichkeit  innegehalten  werden,  jedoch  sind  in  den  Zwischenstationen
        <pb n="304" />
        —  265  —

und  Ostafrika  für  das  zweite  Halbjahr  1896.
Neapel  anlaufend.

Ausreise.

 

 

Durban

Tanga  Dar-es-Saläm  Sansibar  Mozambique  Beira  Delagoa-Bai  (Katal)
an  ab  an  ab  an  ab  an  ab  an  ab  an  ab  an

 

I  l

Dienstag  Mitt-  Mitt=  Sonn-Sonn=  Dienstag  Don=  Sonn=  Dienstag
woch  woch  abend  abend  nerstag  tag  nerstag

1896  1896  1896  1896  1896  1896  1896  1896  1896  1896  1896  1896  1896

*14.  Juli  15.  Juli  15.  Juli  18.  Juli  18.  Juli  21.  Juli  23.JuliZ  26.  Juli  28.  Juli  28.  Juli  30.  Juli  9.  Aug.|10.  Aug.
*25  .5.  Nug.s  5.  Aug.  8.  Aug.s8.  Aug.  11.  U#ug.  13.  Aug.  16.  Aug.18.  Aug.  18.  Aug.  20.  Aug.  30.  Aug.  31.  Aug.
525.  Aug.  26.  Aug.26.  Aug.  29.  Aug.29.  Aug.  1.  Sept.  3.  Sept.  6.  Sept.  -.  Sept.  8.  Sept.10.  Sept.  20.  Sept.  21.  Sept.
15  Sept.  16.Sept.1.  Sopt.  19.  Sept.  19.  Sept.  22.  Sept.]24.  Sept.  27.  Sept.  29.  Sept.  29  Sept..  Okt.  Okt.Okt.
k  6.  Oft.  7.0t.Pt.  10.Oft.  d0  Osft.  13.  Oft.  15.  Okt.  18.  Ot.0.  Ott.  20.  Okt.  i22.  Okt.  1.  Noov.K.  Nov.
I  .  itt-  S  -  M  it  -  :„

Freitag  Freitag  Montag  G-  Som,  Montag  Montag  a  Szun  Sonntag
27.  Ott.  27.  Olt.  28.  Olt.  30.  Olt.  30.  Okt.  2.  Nov.]4.  Nov.  7.  Nov.]  9.  Nov.  9.Nov.11.  Nov.  21.  Nov.  22.  Nov.
17.  Nov.  17.  Nov.1.  Nov.  20.  Nov.20.  Nov.  23.  Nov.25.  Nov.  28.  Nov.30.  Nov.  30.  Nov.2.Dez.  12.  Dez.13.  Dez.
%  1897  1897

8.  Dez.  8.Dez.  0.Dez.  11.Dez.  11.  Dez.  14.  Dez.6.  Dez.  19.Dez.  21.  Dez.  21.Dez.23.  Dez.  2.  Jan.3.  Jan.
1897  1897  1897  1897  1897/1897  18971897

29.  Dez.  29.Dez.  30.  Dez.  1.  Jan.].  Jan.  4.  Jan.6.  Jan.  9.  Jan.|11.  Jan.  11.  Jan.13.  Jan.  23.  Jan.24.  Jan.
1897  1897  1897
19.  Jan.  19.  Jan.20.  Jan.  22.  Jan.22.  Jan.  25.  Jan.27.  Jan.  30.  Jan.]Febr.

**
„Dienstag  Don-  Sonn=  Montag
tag

I

s-—

—

Dienstag

1.Febr.Febr.  13.Febr.14.  Febr.

 

 

 

 

 

 

 

 

*)  Gegen  den  Monfun.
Heimreise.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

S  Port-  i;  Ham-Suez
  Saw  Neapel  Pest  Neapel  Marseille  Lissabon  Alissingen  Rotterdam  burg
an  ab  an  JBerlins  ab  an  ab  an  ab  an  adb  an  ab  an

s.  i
Mitt-  Frei  ditt-  1Freita  Mitt=  Freitag  Sonn-  nerst.  Donners.]Mon=  Dien-  Sonn=  Montag  Mittwoch
woch  Freitag  Mt  Freitag  woch  Freitag  n  n  Dienita-ttag  stag  abend  6  Dienstag
1896  1896  1896  1896  1896  1896  1896  396  1896  1896  18961  1896  1896
.9.  Sept.  11.  Sept.16.  Sept..  Sept.16.  Sept.1.  Sept.  20.  Sept.  24.  Sept.  24.  Sept.  28.  Sept.  29.  Sept.  30.  Sept.
30.  Sept.  Sht  !-St.  —  —1  Du.  20.  Dit.
21.  Olt.  25.  Sit.  28.  Sii.  30.  Ott.  28.  Okt.30.  Dtt.  1.  Nov.  5.  Nov.  5.  Nov.H.  Nov.  10.  Nov.  11.  Nov.
II.  Nov.13Nov.18.  Nov.20.  Nov.18.  Nov.  23.  Nov.  24.  Nor  —  —  2389  10%  30.  Vor.  1.  Dez.
2  De.  De.De.1.Dez.  13.Dez.1.  Dez.  17.  Dez.  21.Dez.  22.D6.  *m
1897  1897  1897  1897  1897/  1897  1897/1897  1897  1897
23.Dez.  25.  Dez.  30.  Dez.1.  Jan.0.  Dez.  —  —  4.  dan,  5.  Jauau  —  *  .  Jan.  11.  Jan.12.  Jan.
1897  1897  1897  1897
13.  Jan.15.  Jan.]20.  Jan.22.  Jan.20.  Jan.22.  Jan.  24.  Jan.28.  Jan.  28.  Jan.1.Febr.  2.  Febr11—  —  8.Febr.
3-  Febr.B.  Febr.10.  Febr.2.  Febr10.  Febr  —  13.Febr.  16  debr.  —  —  20  Febr.  22.  Febr.  23.Febr.
24  Febr.  26.Febr.z.  März  5.  März  3.  März  5.  März  7.  März  11  „März  11.  Närz|15.  März  16.  Mär—  —  März
17.  Mär)9.  Mär#f  März  26.  Märi4.  März.  —  —  29.  Mär.  30.  März  —  —  3-April  5.April6.  April

 

 

 

 

kleinere  Verschiebungen  in  den  Ankunfts=  und  Abgangszeiten  zulässig,  je  nach  dem  Verlauf  der  Reise.
        <pb n="305" />
        266

E  nach  den  deutschen  Schutzgebleten.

 

Nach

Die  Abfahrt  erfolgt

vom  Einschissungshafen


 

an  folgenden  Tagen

Briefe  müssen  aus
Berlin  spätestens
abgesandt  werden

Ausschiffungshafen.
Dauer
der  Ueberfahrt

 

1.  Deutsch-Oftafrika.

an  *m
(englische  Schiffe)

 

2.  Deutsch-Südwestafrika.

3.  Ramerun.

4.  Togo-Gebiet
Cvon  Accra  bez.  Quittah
mittelst  Boten  nach  Lome
und  Klein-Popo).

Southampton
Euguglche  57%

W  ois

en  !i½r
cenguerse  ¶hise

—
t.  *#
*
I
E

am  6.  Mai,  3.,  24.  Juni
120  abds.
am  24.  Mai,  21.  Juni
abds.
am  10.  jedes  Mts.
40  ums.
am  *  „Mie,  6.  Juni

am  bc  Nai,  31.  Juli

Walfischbai  27  Tage
Swakopmund  30  Tage

lam  am  4.,  22.  Mai
1.,  22.  Juni
Sansibar  21  Tage  164  abds.

Sansibar  18  Tage

am  8.  jedes  Monats
dis  abds.
am  1.  Wai,  5.  Juni
1143
am  31.  8.  31.  Juli
7½  abds.

 

am  10.  jedes  Monats
nachts
am  13.  Mai,  10.  Juni

 

c  "

E*2  am

 

 

5.  Deutsch-Neu-Guineg.

6.  Marshall.  Inseln.

*

 

o  T
Brindisi
er
rindisi
(Gawer  -*7n

 

*:v5:

Kamerun  24  Tage
Kamerun  22  Tage

am  10.  ebes  Monats
720

am  11  osn  8.  Juni

 

 

 

 

 

15  ums.
am  n  10.  a  nachts  Klei  20  Tage
am  20.jedes  M  Lome  31  Tage  am  10.,  20.  und  Letzten
I  po  33  Tage  jed.  Mts.  720  abds.
am  Letzten  jed.  Mts.  L  po  od.  Accra
am  6.,  20.  Mai  Quittah'")  oder  Klein=  am  4.,  18.  Mai
3.,  17.  Juni  Popo  35  Tage  1.,  15.  Juni  1  Danms.

am  6  Nai.  1.  Juli
am  8  zun  5.  Juli

 

 

Friedrich  Wilhelmsafen
  45  Tage
41  Tage

am  4.,  8.  Mai,
29.  Juni  8  W
104

 

Juli  6

 

am  *-  5.

Jaluit  etwa  60  Tage

 

am  8.  Mai,  3.  Juli
103  abds.

Eintreffen  der  Post  aus  den  beutschen  Säntgebieten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Landungs-  Die  P#00  1.,  sauis  Landungs-  Die  Post  ist  fällig
Von  hafen  Verl  Von  hafen  in  Berlin
Neapel  .  am29.  *Mai,  26.  Juni
Deutsch-Ostafrika  Brindisi  ..  am  19.Mai,  17.  Juni  Togogebieit  Hamburg  am  10./  und  25.“
Marseille  ..  am  1.  Mai,  1.  Juni  jedes  Monats
Deutsch-südwestafrika  Vihmouth.  am  126.  Mai,  30.  Juni  deutsch-leu.  Cuinea  3  .  amL  „Moi,  .  mn
Hamburg  ..  am  25.*  jed.  Monats
Rameren  ...  Liverpool.  am  21.  Mai,  Marshall-Inseln  ..  .  Marseille  ..  am  13.,  25.  Juni,
18.  Juni  B.,  20.  August
*  Fälligkeitstage  für  die  mit  deutschen  Schifsen  eintreffenden  Posten.
Siksbewegungen  ?  der  ——  ——  (Lauhurg  —Ostefeitah
t  5  —7-mie  6  6  Neise  r  3  Lepte  Nachrichen  „
Reichs
ichspostdampfer  ]  von  6  nach  bis  23.  April  1896
Kier  Hamburg  Durban  am  20.  April  an  Aden.
Kanzle'“  Durban  1  Hamburg  am  20.  April  an  Aden.
„Bundesrath“  W  Durban  am  19.  April  an  Durban.
„Neichstag“.  Hamburg  am  19.  April  an  Marseille.
„Admiral“  zur  vn-  *  W  Hafen.
„General“  Durban  1  am  12.  April  ab  Las  Palmas.
        <pb n="306" />
        Schiffsbewegungen  der  Woermann-Linie.

—  267  —

 

 

 

Postdampfer  Reise  Letzte  Nachrichten
von  ·  nach  bis  28.  April  1896
„Aline  Woermann“.  Hamburg  Ponta  Negra  23.  April  in  Gabun.
„Anna  Woermann“  Kap  Palmas  Hamburg  27.  April  in  Hamburg.
„Larl  Wul-  Lamburg  Kotonon  24.  Wo  ril  kgnt  passirt.
„Eduard  Bohlen“  ongo  amburg  .  Apri  cera.
„Ella  Woermann“  Hamburg  Kap  Palmas  24.  April  in  Tanger.
„Gertrud  Woermann“  Ponta  Negra  Hamburg  26.  April  in  Hamburg.
FLerichen  Vohlen  an  Hamburg  2.  Hpril  in  #  4  Palmas.
„Hedwi  oermann“!  amburg  Kotonon  April  in  A
„eann#te  Woermann“.  Hamburg  Benguela  21.  April  in  25  5  r  W.
„Rurt  Woermann"“  Hamöurg  T  Loanda  20.  Nril  ab  Hamburg.
„Lulu  Bohlen"  Ponta  Negra  amburg  3.  April  in  Accra.
„Marie  *  Lamburg,  D  ni  Segra  3  Apeil  in  Mabeira
„Melita  Boh  .  Lüderitzbuch  ambur  pril  in  Accra.
„Professor  ed  Hamburg  Kap  Palmas  13.  April  in  Sierra  Leone.
„Thekla  Bohlen“  Hamburg  Swakopmund  10.  April  in  Teneriffe.

—N“SiÜ——————————————————
mmnmiammnmuamnnmnmmnnnnunr

 

 

 

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Anzeigen.

 

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*  r*  *“#  *

  

 

 

 

Inserate  Gur  die  dreigespaltene  Petilzeile  oder  deren  Raum  *  ichi,  ind  an  die  Vertriebsleitung,  Berlin  svW  ie,  nochstraße  6  u1

 

Zucker.

duher

IUCKERIN
150,  350,  400,  475  und  550  mal  süsser  als  Zucker.

Für  Privatgebrunch  und  Industriczwecke,  billiger  als
Gegen  klimatische  Einllüsse  unempfindlich.  In
W  estentuschenpackungen  mit  Süsskralst  von  mehreren  Kilogumm
  besten  Rohrzuckers,
Gewichtsersparniss

Erösste  Raum-  und

auf  Meisen.  und  Epedseionen:
praktisch  für  Iaushaltung,  unentbehrlich  für  Dinbetiker.
Reiner  Zuckergeschmuck,  keine  Gäührungserzeugung.
Freiproben  und  I’rospekte  durch  diec
Chemische  Fabrik  von  Heyden,
.  m.  b.  II.,
Radebeul-Dresden.

##

 

 

 

 

Iliin

omptoir:  Neueburg  5.

(

 

 

 

Fabrik  haltbarer  Speisen

L.  Mulsow  &amp;amp;  (o.  Hamburg.
Conserven  aller  Art,  flr  die  Tropen  zubereitet

Alaqud

 

Lble
  berllhmten  Schmidt’schen

Blumen-,  Gemüse-  und  land--airhscjaftlie

  Samen
versende  ich  über  die  ganze  Welit.
Spenlahwersund  nach  d.  Tropen.

J.  C.  Schmidt,  Erfurt,
Hoflielerant  Se.  Maz.  des  Kisers.
Man  verlange  Preislisten.  (507)

 

 

 

*  ete  e:  Hambiurg  720  ½.  J2%

18  X  I####is  18553.

iie  n  18654.  *  Siet“,  1880.

Wir  garantiren  die  Ilaltharkeit
unserer  eigenen  Fubrikatc.

ndon  1862

Treislisten  stehen  auf  Wss

zur  Verfügung.  (116)

 

Ils  dundsulzuolus

 

 

 

1..
5  ——

#n  n  *#uS59  men  W##t
        <pb n="307" />
        15.  Juhrgang.

GderleseDaskeho

Deerler  Helmat  und  inübersceisch.
  Ländern  Fühlung

mit  dem  alten  Vaterlande  sucht

Im  In-  oder  Auslande  mit  Gerufs-Der

  geschäften  Uberhäuft,  sich  kurz
und  schnell  ron  dem  Gange  der
Weltbegebenheiten  unterrichten  will
DeerIn  In-  oder  Auslande  weder  Zeit
noch  Neigung  hat,  täglich  eine

gFrosse  politische  Zeitung  zu  lesen  —
Der  im  In-  oder  Auslande  abseits  auf
D  dem  Lande  wohnt  und  neben
einem  kleinen  Lokalblutt  einer  ergänzenden
  Zeitungslektüre  bedarl.

Das  Pcho  bringt  allivöchentlich  in
unlerlsiallender  Forni  Hevrickle
  politischen,  uuirtsclkhastlichen,
ruissenschastlichen  und  gesellschaptlichen
  Inhallts  über  alle  Vorgùnge,
ruelche  sie  in  Peutschland  und  int
Auslande  abspielen.
Das  Echo  i  Icein  Parteiblalt,  Jdo-——————

escantesten  Stinmen  aller  Parteien
u  Jode  omme.
D  B  bringt  in  jeder  Nummer
a8  10  A#ir  zb  dge  chlonssenge
Novelletten,  Erzuhliungen  u.  .  10  077
————————“—“—————
Scliristsleller.
E  bringt  in  der  Rubrih  Ilan-Das
  6  10  del  eine  Gesanit-  IVocheniibersicht
  des  internationalen  Geld-  uud
Ilaarenmarktes  uud  interessante  Fragen
  vont  IVelturarhle.
L  bringt  ein  saclmünnisclk
Das  (  10  redigierles  iud  illustriertes
„Industrielles  Echo“,
ruelcles  über  alle  neuen  iud  inier-E


auf  dem  Gebiele  der  Technikæ  und
Idustrie  unterrichlet.  Das  Echo

„Das  Eoltos  brinqt  mondtlich  regelmãi

 

 

ksumste  deutsche  Insertionsmittel

%oGM%  anilicle  Liste  der  I

Redakteur:  Iugo  Herold.
Geschäftsleiter:  Max  Pechstein.
Organ  der  Deutschen  im
Das  Echo  Auslande,  betrachtet  es
insbesondere  als  selne  Aufgabe,  dem
Leben  und  Treiben  der  Deutschen  im
Auslande  die  liebevollste  Aufmerksamkeit
  zuzuwenden.  IEs  wird  daher  jeder
Dettsche  1:
4½  Slunde  geberen,
seine  44#esse
der  Verlagsbuchhnndlg.  J.  II.  Schorer
Ges.  1.  b.  Jiyf.  /8/  I  //8—
%  MerG  2  7  gel.  anzugeben,  damit
dieselbe  Gelegenheit  hat,  eine  Probe--Nummer
  umsonst  u.  portofrei  zu  Übersenden.
Bestellungen  nehmen  alle  Buchhand--lungen,
  Postanstalten  und  Zeitungs-Spediteure
  in  Deutschland  zum  Preise
von  3  Aark  vierteljährlich  entgegen;
in  den  übrigen  Lündern  zu  den  landesüblichen
  Preisen.
Dirckt  von  der  Verlugshandlung

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in  Berlin  W.,  Potsdamerstrasse  27a,
unter  Kreuzhand  bezogen,  kostet  „#
%%%  vierteljährlich  4  Alk.  50  Pf.,  halbjährlich
  9  Ak.,  ganzjährig  18  Ak.  Bei
Versendung  unter  Streilband  emplichlt
s  sich,  möglichst  ganzjährige  Abonnements

  aulaugeben.

In  das  Abonnement
kann  jederzeit  eingetreten  werden,  und
wird  „Das  Echo“  vom  Tage  der  Bestellung
ab  gegen  Einsendung  des  entfallenden  Betrages
  auf  bellebig  lange  Zeit  direkt  vom
Verlag  oder  durch  jJede  Buchhandlung
geliefort.

Der  bekannte  Weltreisende

Orto  Z.  Fhilers
schreibt  in  der  Täglichen  Rundschau
1895  aul  Seite  443  in  seinem  Artikel:
„Aus  dem  fünsten  Weltteile  Australien-Jeusceland“:


D’es  Jjedem  Deutschen  im  Anslunde
?  unentbehrliche  Echo“.

 

I.

«  ,  l.-«-"-e,(,-r».—

 

268
        <pb n="308" />
        —  269  —

EE  Empfehlenswerthe  Werke  der  deutschen  und  ausländischen  W#cl

er  Nord-  Oat#ice-  Konlstock,  Dr.  med.,  ärztlicherßrcospeken#  aus  d.  Kladde-Kanal.

  Amtl.  Festschrift  z.  Scin.  E.  Ruthgeber  für  Ostuafriku  und  *  radatsch.  Lrnst  u.  IIumor  uus  dem
A  155  „„  (url  Hn  n.  8  Mulutiagegenden.  Geb.  Preis  AG.  sIalre  I87O  71.  Vers  n.  D’rosn  von  (l.
—  wrnen  blau  4  Morgen,  C.,  Kriegs-  und  Expe-  bekunnten  Kludderadatschgelehrten
18.50  A#t-  Die  Falschr.  wurd  r.  A#  —]N]°•¾EZJi  in  Alriku.  Geh.  159  Trojan  u.  J.  Lohmeyer.  Geb-  3.50.
)  Sil.  u,  arn  n.  bior.  n  #ien  ild.  -  ral.  v  ʒ  Verl.  von  C.  .  Wiskolt  in  Br  eslau.
Verl.  von  Wilheln  Ernst  &amp;amp;  Sohn  in  Berlin  W  S.  Sehrocr,  D.  ..,  Im  —*  **mm  .+  "r  1  1  1

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gelin  W.  S.  Verlag  vo  N.  S.  Alittler,  ⁊  Sohn,

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sgxee——r

   

mit  demn  neuen  Reichspo  ostda  mpker.]  Enloo-2
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Deutschen  Osk"MArrika-  linie.

Anlaufen  sämmtlicher  deutschen  Colonien  in  Afrika  als:
Togo,  Kamerun,  Deutsch-Südwest-Afrika,  Deutsch-  Ost-Afrika,
Besuch  von  Capstadt  und  der  interessanteren  Plätze  Transvannls.
Abfahrt  von  Hamburg:  Erste  Hälfte  Juli.
Rückkehr  in  Neapel:  Etwa  Ende  September.
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Deutsche  Ost-Afrika-TLinie,  HMamburg,  grosse  Reichenstrasse  25,  und  dioe
Hamburg-Amerika  Linie,  Hamburg,  Dovenfleth  18/21,  (Abtheilung  Personenverlkehr),
  sowie  lureh  deren  Vortreer.

 

 

 

 

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«  ,  Rüdesheim  a.  Rd.,  nach  allen  Welttheilen.  ((s.)
        <pb n="309" />
        ———————————-"t

Vertreten  auf  der  deutschen  Kolonlal-Ausstellung  1696.

 

 

 

 

 

Kolonicles  iund  Anderes.
Charpenticr,  Russ.  Wanderbilder  M.  3.
T’ost,  Dr.  A.  II.,  Afrikan.  Jurispondenz.

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Schinz,  Deutsch-Südwest-Alrikn.
bchunger-  Illustr.  u.  Karte  geb.

1.  20,—,  TKarte  ullein  N.  2.—.

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geb.  3l.  12.—

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über  die  Kaiserliche  Sclttunge
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Berlin  SW.

 

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zgleich  F.
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Deutsche  Kolonialzeitung,

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1881-93.

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lilsnnl  m  ni  u:  -n.  *#  ¾  —
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Krügor  &amp;amp;  Co.,  Lei  *)0

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Deutsche  Kolonlal-Ausstellung  1696.
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Verlrelen  auf  der  deutschen  Kolönial-Ausstellung  1896.

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W.  .  .»-»,—  »-«
——

 

 

IMindorf,  Dr.  It.,  Der  landwirthschaftliche
  Werth  und  die  Besielelungsfühigkeit
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Sammlung  der  auf  die  deutschen
Schutzgebiete  bezüglichen  Gesetze,

Schilderungen  und  Rathschläge  zur
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nnd  den  Dieusl  in  den  Schutzgebieten.

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Gebrauch)  von  Oel

Verordnungen,  Erlasse  und

internationalen  Vereinbarungen,  Bon

mit  Anmerkungen  u.  Sachregister.  Dr.  v.  Wissmann,
Auf  Grund  amtlicher  Quellen  Major.

herausgegeben  von
Riehvw,
Gerichts-Assessor.

Preis  1,20,  elegant  gebunden  2  Mark.

Der  Reichslommissar  Major  v.  Wiss.
mann  beobachtete  während  seines  Aufenthalts
  in  Afrika,  wie  unvorbereitet
Deutsche  in  die  Tropen  gingen  und  wie
wenig  sie  die  Bedingungen  des  dortigen
Lebens  und  Verkehrs  kannten  und  sich
ihnen  anzupassen  verstanden.  Noch  während
  seiner  letzten  großen  Expedition,
zwischen  dem  Nyassa=  und  Tanganyika=See,
  hat  er  daher  diese  „Nathschläge  und

Auleitung

für  den

 

zum  Schilderungen.  niedergeschrieben,  die  e  Allen

4  zu  Gute  kommen  sollen,  die  sich  in  die

Glätten  der  Bee.  deutschen  Schutzgebiete  oder  in  den  dortigen
40  Pf.  Reichsdienst  begeben.

 

 

Deutsche  Kolonial-Ausstellung  1908——

 

W—l—.
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von  speziell  vest-  und  ostafrikanischer  Produkte.
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ollerirt  nebst  troplschen  Frucht-  und  Nutzpflunzen-Sumen  nuch  solchen  von  Gemllsen,  sow#er  aeh  h  sellen

nuch  den  der  botanischen  Centralstelle  in  Berlin  gemuchten  Mittheilungen  als  für  den  Anbau  in  den  Tropen

geeignet  erwiesen  haben.  —  Da  die  botanische  Centralstelle  nur  lür  einmulige  Versuche  im  Kleinen  Gemüsesamen

  lictert,  so  ollerirc  ich  lür  grösseren  Bedurl  gegen  fr.  Einsendung  von  Murk  12,—  franco  aller  deutschen
afrikunischen  Kolonien  gut  verpuckt  1  Kollektion  von  Brutto  5  resp.  3  Kllo  inel.  Emballage.

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Latelnisch.  Von  Dr.  II.  Verner.

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Bulgarisch.  Von  Fr.  VUpmnzul.  2.  Aull.

Foriugieslisch.  Von  Dr  phil  FBooch-Arkossy'.
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Kumünisch.  Von  Iheolil  Wechsler.

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lapanisch.  Von  A.  Scidel.
Slovakisch.  Von  Gustuv  M  ar  Kall.
Serbisch-Kroatisch.  Von  Emil  Anzu.

Neugriechisch.  Von  K.  Wie  d.  2.  Aull.
Türkisch.  Von  Karl  Wied.  2.  Aull.
Hindustanl.  Von  A.  Seidel.
Vleinrussisch  C#Kuthenisch).  Von  Nich.
Mitroluanowics.
Liolländssch.  Von  D.  IInck.
Mittelbochdeutsch.  Von  Kurl  Kuinz.
Annamitisch.  Von  A.  Dirr.

 

Jaayisch.  Von  rr.

HRussisch.  Von  B.  Manassewitsch.
Aul.

Slamesisch.  Von  Dr.  J.  F.  Wers--Oven.


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Schwedlsch.  Von  J.  C.  Poestion.
Deutsch  (flr  Ausländer).  Von  K.  ied.
Arabisch.  Von  B.  Annnuassewitsch.

2.  Au
Neupersisch.  Von  A.  Seidel
Altgrlechisch.  Von  W.  Schreiber.
Norwegisch.  Von  J.  C.  Pocstion.
Suabell-Sprache.  Von  A.  Seidel.
Chinesisch.  Von  Karl  Kainz.
Finnisch.  Von  M.  Wellcwii.
Slovenlsch.  Von  C.  J.  Pe
Sanskrit-Sprache.  Von  Dr.  panl.  nien.

Fick.
olspb.  Von  Julius  Lott.
Malaylsch.  Von  A.  Seid  r
Armenisch.  Von  Karl  Kuinz.
Hauptsprachen  Deutsch-  sucnvataleila..
1  Numu.  II.  Otyiherero.
Oshindongu.  Von  A.  Seidel.
II.  Bohatte.

Vaulgdr-Arabisch.  Von  A.  Dir

Französisch.  Spez  1

Englisch.  Speziell  (.  d.  Bedür  “v  *
IIandelsstandes.  Von  A.  Seidel.

K.  d.  Bedürsnisse  d.

Handelsstuandes.  Von  A.  Scide

AMroatisch.  Von  Emil  Mzu.

Franzbsisch  flr  Post-  und  Tesegrapben  ·

mte.  Von  Rudoll  v.  Zülow

2.  Aull.
Oänisch.  Von  J.  C.  Poestion.

Syrisch-Arablsch.  Von  A.  Seidel.
Italienlsch.  Spcziell  lir  Kauslente.
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Englische  chresiomelhle.

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in  Berlin,  Ilumburg,  Dresden,  Köln,
Durmstadt.  Danzig,  Alänchen,  Magdeburg,
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Jo.  44.  El  Arte  —  Havana  —  sein  mittelkräftig  100.—

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No.  49.  Los.  Celeste  rein  Huvnna  .  .  M.  120.  —  pro  Mille
No.  50.  .  einste  mild  bis  „  —

No.  51.  #et  Handarbeit,  .  ...-  »I7s.»»
N052lnlstlcls  ausgesuchte  mittelkrältig  „  200.—  „  „
No.  53.  Reni  unlitäten

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in  den  deutschen  Kolonien  bea  it  Langerem  srandig  bezogen,  vort  sehr  beliebt,  Jahre
lang  haltbar,  nur  aus  bestem  Malz  und  Hopfen  hergestellt.  Das  Bier  ist  sehr
erfrischend  und  sehr  ee  ,  auch  von  den  Herren  Aerzten  der  deutschen
Schutztruppe  empfohlen.
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Gesellschaft  den  Alleinverkauf.
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(salzsaures  Phenocoll)
allen  -  bestens  empfohlen.

Eine  grosse  Reihe  italienischer  Aerzte,  u.  A.  dic  Drs.  Professor
Albertoni,  Professor  Cervrello,  Dr.  Cucco,  Dr.  Dall  Olio,  Prolessor
  Mosso,  Dr.  Venturini  und  vicle  andere  huben  mit  dem  Aittel
überraschende  Ieilerlolge  bei  Mularin  erzielt.  Auch  Dr.  Ribet  in
Arzew  (Algier)  und  Dr.  Dupont  in  Bomua  thuten  ein  Gleiches;  Letzterer
  hat  die  oflizielle  Einreihung  des  Aedikaments  in  dic  stantlichen
Verschreibungen  des  Kongostuates  veranlusst.

Dns  salzsnure  Lhenocoll  eignet  sich  ferner  nach  den  Feststellungen
von  Prosessor  Aartinez  argas  in  Barcelona  zur  schnellen  und
Slcheren  Hellung  des-  Keuchhustens.

Man  wende  sich  wegen  des  Erhalts  von  Phenocollum  h#drochloricum.
wegen  Litterntur  und  Gebrauchsunweisungen  an  die  Vertreter  der  obengenannten
  Firmu,  u:  imliehe
Rorgelonee  J.  Gerien

.  M  -Inhenen,  E.  C.  9  und  10  St.  Mary-  at-  KII;
orkaur  V.  Stlrzwage  &amp;amp;  Co.
New-Vork:  Lehn  &amp;amp;  Fink,  126  Willlam  Street;
Paris:  Mar  Frdres,  31  rus  des  petites  bcuries:
klo  de  Junciro:  Magalbäes,  Luclus  4&amp;amp;  Co.  Successores  de  NMlingelboeler  &amp;amp;  Co.

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Pilsener  und  Münchener  Art.  der

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2  Fernsprecher:  !41
Ammr  I.  %%
½  S
(us)

 

 

 

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(Kliler,  Sehmetterlinge,  Vogelbulge
Cec.)  aus  tropischen  und  Subtro-’ischen
  Lündern  suche  in  grossen
Prctien  zu  kuulen.

IIerren,  velche  sich  dumit  be-Inssen
  wollen,  Ditte  um  Aulgube  ihrer
Adresse.  Anleitung  zum  Summeln
und  Plübariren  Vird,  gegeben.

WWL  Zeyen,
„Chef  der  Bergischen  Eisen-  und
Taht-  Industrie.
Wa  ld,  Rheinpreussen.  12)

Reines  Mabc  bætract.  hien
August  benedicl

#OODCK  Er

BERLN.  Vhruder-  Sir

 

 
    

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Blutarmuth,  Bleichsucht,  Reconvalescenz
  nach  schweren,  zuamentlich
Kinderkrankheiten,  bei  Katarr
und  für  „nährende  Frauen.  Haltbar
in  den  Tropen,  wohlschmeckend,  wenig
Alkohol.  Nach  sachverständiger  Analyse
furrogatfrei  und  nährstoffhaltiger  als
andere  gugeprissene  Mittel.  (6“

 

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WOERMANN-LINIE.

Am  10.  Mai:  P.  D.  „Gertrud  Woermann“,  Capt.  Jensen,
nach  Madeira,  Klein-Popo,  Lagos,  Kamerun  und  den  Hälen  der  Südwestküste
  Afrikas  bis  Ponta  Negra.

Am  15.  Mai:  P.  D.  „Anna  Woermann“,  Capt.  Becher,
nach  Tanger,  Casablanca,  Mazagan,  Mogador,  Las  Palmas,  Teneriffe,  Gorée,  Dakar,
Rufisque,  Bissaoc,  Bolama,  Sierra  Leone,  Sherbro  und  Liberia.

Am  20.  Mai:  P.  D.  „Gretchen  Bohlen“,  Capt.  Jürgens,
nach  Conakry,  Monrovia,  der  Goldküste,  Togo,  Whydah  und  Kotonou.

Am  31.  Mai:  P.  D.  „Melita  Bohlen“,  Capt.  Nissen,
nach  Teneriffe,  Las  Palmas,  Gorée  und  den  Iälen  der  Südwestküste  Alrikas  von  Landana
bis  Loanda  sowie  nach  Deutsch-Südwestafrika.

Nach  Deutsch-  Südwestafrika:  am  31.  Mai,  31.  Juli,  30.  Septbr.,  30.  Novybr.
lc  Güter  mi#ssen  cm  Tuge  vor  dem  459#nysckat#em  bis  I2  Uhr  :ites  a#ssedce  seln.

Nüheres  wegen  Fracht  und  Passage  ertheilt  in  Hamburg  die  Woermann-Linie,  sowie  der  Schiflemakler
Angust  Bolten,  Wm.  Miller's  Nachfolger,  Admiralitärstrasse  33/34,  und  wegen  Deutsch-Südwestafrika  die
Herren  L.  F.  Nasbies  &amp;amp;  Co..  Grimm  27.  12

Deutsche  Ost.  Afrika:e  Linie.

Vermehrte  Fahrten.  Dreiwöchentlicher  Betrieb.
Regelmüssige  Postdampfer  -Verbindung
unter  Vertrag  mit  dem  Deutschen  Reiche

ZzZwischen

Hamburg,  Ostafrika  und  Transvaal
Amsterdam,  Lissabon  und  Neapel  anlaufend.
Die  nächsten  fahrplanmässigen  Expeditionen  finden  statt:

R.  P.  D.  „REICHSTAG“,  Capt.  Weisskam  20.  Mui  1896  ab  Hamburg  (lt.  Fahrplan)

 

 

R.  P.  D.  „KANZLER“,  Capt.  Elson  10.  Juni  „  ab  Hamburg  "
R.  P.  D.  „BUNDESRATH“,  Capt.  Doherr  1.  Juli  „abh  Hamburg  9
R.  P.  D.  „GENERAI“,  Capt.  Asthansen  22.  Juli  „  ab  Hamburg  9

nach  Tanga,  Dar-es-Saläm,  Sansibar,  Mozambique,  Beira,  Delagoa-Bai  und  Natal.
Diese  Dampfer  nehmen  auch  Passagiere  und  Wearen  nach
Bagamoyo,  Saadani,  Pangani,  Kilwa,  Ibo,  Lindi,  Quelimane,  Chinde,  Lamu  und
Ombassa.

Ferner  Postdampfer

ab  Hamburg  uns  Kap  dei  g#cten  IIonseng  direkt  nach  Darban,  Delagoa-Bat,
Mozcmabioe.
Nächste  Expedition:  Doppelschraubendampfer  „HERZOG“,  Capt.  v.  Issendorff,
den  10.  Juli  1896.
Die  Dampfer  Raben  vorzdoliche  Einiche#engen  für  Passaytere  in  alten  Klassen.
Ferner  zZwischen  Ostafrika  und  Bombay  regelmässig  alle  drei  Wochen  im  Anschluss
an  die  Hauptdampler.
Näheres  ertheilt  in  Hambur  urg:  60)
wegen  Fracht  der  Schifffmakler  August  Bolten,  Wm.  Miller's  Nachfolger,

wegen  Passage  die  Hamburg-Amerikanische  Packetfahrt-Aktien-Gesellschaft,
#sowie  wegen  Fracht  und  Passage  die

 

Deutsche  Ost-Afrika-Linie,
r„„W„  r.  Reichenstrasse  25.
*  Verantwortlicher  Redakteur  für  den  nichtamtlichen  Theil:  D.  Mertinat,  Verli  in.
Druck  und  Verlag  der  Koniglichen  Hofbuchhandlung  und  Hoibuchdruckerei  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Verlin  8W  12,  Kochstraße  88—71.
Ausgegeben  am  1.  Mai  1896  um  6  Uor  nachmittags.
        <pb n="318" />
        Deutsches  Kolonialblatt.

Amtsblatt  für  die  Schutzgebiete  des  Deutschen  Reichs.

heransgegeben  in  der  Kolonial-Ablheilung  des  Auswärligen  Amis.

 

 

VII.  Jahrgang.  gerlin,  15.  #ei  1896.  *  Rummer  10.

 

Diese  Zeitschrift  Pscheig  in  der  Regel  am  I.  und  15.  jedes  Monats.  Sentlken.  werdn,  c8  Veihefte  bbeigejügt  die  mindestens  eimal,  vierteljährlich

erscheine  nden:  „Mittheilungen  von  Forschungsreisonden  und  Gelehn  2  aus  den  doutschen  Schutzgebicten“,  herausgegeber  1)

v.  Danckelman.  t  virrteljabriche  Abonnementspreio  in  dad  Kolonialblatt  mit  —  Meibesten  stragt  beim  Bezur  #nn  de  2½  d  die

Uuchhandlungen“  Mi.  3.—,  direkt  unter  Streilbam  urch  die  v#  boeichggtbsnin  Mk.  3  für  Deutschland  und  Oesterreich  lnggm,  Mll.  3½75  für

die  W  des  Wellpostvereins.  —  Ei  ienhugen  und  Anfragen  sind  an  die  e  #onchhandi  von  Erust  n.e  Mittler
and  Sohn,  Beuim-  sWi2,  Acchsten  68—71,  zu  richten.  (eineanen  in  der  Zeilung  Prcisliste  fur  1896  unter  Nr.  1916.)

Inhalt:  Amtlicher  Theil:  Runderlaß  an  3suche  Gouvernements  und  Laudeshauptmannschaften,  betreffend  Einhaltung
  der  Sonntagoruhe  S.  279.  —  Verordnung  des  Kaiserlichen  Gouverneurs  von  Deutsch-Ost  tafrika,  betreffend
dao  Verbot  der  Anwerbung  von  Arbeitern  zum  Zwecke  der  Ausfuhr  derselben  aus  Deutsch-  Oaft#gn  nach  fremden
Gebieten  S.  280.  —  Vertheilungspian  der  Schutztruppe  und  Landespolizei  von  Deutsch-Ostafrika  am  31.  März  1896

280.  —  Personalien  S.  281.

Nichtamtlicher  Theil:  erlonal-Nahrichten  S.  284.  —  Deutsch-Ostafrika:  Ueber  die  Erpedition  durch

die  Massaisteppe  nach  Umbugwe  S  286.  —  Bericht  des  Lieutenants  v.  Grawert  über  seine  Rusidjithalfahrt  S.  287.
chopost  Durban  S.  288.  —  Kamerun:  Ueber  den  nach  Yannde  ausgeführten  Zug  S.  268.
—  Togo:  Kulturarbeit  S.  292.  —  Aus  dem  Vereiche  der  Missionen  und  der  Antisklaverei-  Bewegung
S.  292.  —  Aus  fremden  Kolonien:  Von  der  Goldküstenkolonie  S.  293.  —  Britisch-Betschnanaland  im  Jahre

1894/05  S.  293.  —  W  un  Goldküste  S.  295.  —  Ve  iebene  Mittheilungen:  ——
Sendungen  S.  295.  —  Litteratur  S.  296.  —  Schiffsbewegungen  S.  296.  —  Verkehrs-Nachrichten  S.

Fahrplan  der  Deutschen  #  esein  ini-  S.  298.  —  Anzeigen.

Amtlicher  Theil.

Gesehe;  perordnungen.  der  Reichsbehürden.

I  114  A

Nunderlaß  an  sämmtliche  Gonvernements  und  2  h  schaften,
betreffend  Einhaltung  der  Eonntagsruhe.

Seitens  hiesiger  Missionskreise  ist  angeregt  worden,  daß  in  unseren  Schutzgebieten  strengere  Bestimmungen
  wegen  Einhaltung  der  Sonntagsruhe  erlassen  werden  sollten.  Zur  Begründung  wurde  insbesondere
auch  angeführt,  daß  es  namentlich  an  solchen  Orten,  wo  Missionsniederlassungen  beslehen,  das  Missionswerl
störe,  wenn  im  Gegensatz  zu  der  bei  den  Angehörigen  und  Zöglingen  der  Mission  üblichen  Sonntagsseier
und  Sonntagsruhe  lärmende  Arbeiten  für  das  Gouvernement  oder  Private  vorgenommen  werden.

Es  ist  anzunehmen,  daß  ein  einfacher  Hinweis  auf  Vorstehendes  genügen  wird,  um  die  Bcgzirlsamtleute,
  Stationsvorsteher  und  sonstige  mit  der  Verwaltung  betraute  Beamte  des  dortigen  Schutzgebietes
zu  veranlassen,  an  Sonn=  und  Feiertagen  auf  eine  Unierlassung  solcher  Arbeiten  hinzuwirken,  welche  nicht
aus  zwingenden  Gründen  unaufschiebbar  sind.

Berlin,  den  12.  Mai  1896.

Auswärtiges  Amt.  Kolonial-Abtheilung.
gcz.  Kayser.
        <pb n="319" />
        280  —

Drrordnungen  und  Wiktheilungen  der  Behörden  in  den  Schuhgebieken.

Verordnung  des  Kaiserlichen  Gonverneurs  von  Deutsch-Ostafrika,  betreffend  das
Verbot  der  Anwerbung  von  Arbeitern  zum  Zwecke  der  Ansfuhr  derselben  aus
Deutsch-Ostafrika  nach  fremden  Gebieten.

81.
Die  Anwerbung  von  Arbeitern  in  Deutsch-Ostafrika  zum  Zwecke  der  Ausfuhr  derselben  nach
fremden  Gebieten  wird  hierdurch  verboten.

8  2.
Zuwiderhandlungen  gegen  diese  Verordnung  werden  mit  Geldstrafe  bis  zu  3000  Rupien,  Gefängniß
bis  zu  drei  Monaten,  allein  oder  in  Verbindung  miteinander,  bestraft.

83.
Diese  Verordnung  tritt  mit  dem  heutigen  Tage  in  Kraft.
Dar-es-Saläm,  den  26.  März  1896.
Der  Kaiserliche  Gouverneur.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(L.  S.)  gez.  Dr.  v.  Wissmann.
Vertheilungsplan  der  Schutztruppe  und  Landespolizei
Anmerkung:  k  hinter  dem  Namen  =  krank,  c  hinter  dem  Namen  —  kommandirt,
Ar.  gom-  Kom-  —  S  Zahl-  Ob
der  Garnison-  m-DOber-  om-  Lieus  Ober-  —  Za  ·  ek-»  Ser-  Unterman-=
  pagnie-  S.  Aerzte  meister=  seuer=  Feldwebel  ...
Kom-  ort  deur  führer  un  tenantsärzte  —  1.  geanten  offiziere
pagnie  führer  Sasp  werker
I.  Schutztruppe.
—  jo.  NatzFischer  cCharisius  9  —  Dr.  8  Kuhnen  Engel-]  Krause  (Langen=  Dorner  ½
mer  v.  Beringe  Bludau  hardt  kemper
Stab  Dar-es-  3%  “5  Meusere
Saläm
—
Moschi  —  —  JDohannes]  Merker  —  —  Dr.  Eggell-Körner  —  Vartscher  —
*
1.  Marangu  —  —  —  v.  d.  Narl—  —  —  —  —-  —  —  Reisewitz
witz
Kisuani  —  —  —  ———  –  —  —  —  Lembde  —  —
Hentschel  Petrowitz
Dar-es-  —  —  —  Storch  —  PDr.  Stier—  —  —  Nymarzig—  Hammer=2.
  Saläm  haset  ling  +6  meister
Dar-es-  v.  Wiss-  .  -Witkowski
3.  .  —  —  —  —  —  —  —  —  —  Gori
Salam  v.  Eulehier  %  Mo
        <pb n="320" />
        —  281  —

Personalien.

Seine  Majestät  der  Kaiser  haben  Allergnädigst  geruht,  dem  Premierlieutenant  a.  D.  und  Kompagnieführer
  in  der  Schutztruppe  Leue  die  Schwerter  zum  Königlichen  Kronen-Orden  IV.  Klasse,  dem
Sergeanten  in  der  Schutztruppe  Richter  und  dem  Unteroffizier  in  der  Schutztruppe  Ernst  Hoffmann
das  Militär-Ehrenzeichen  2.  Klasse,  dem  Askari  Mischomari  die  Krieger-Verdienst-Medaille  2.  Klasse  in
Gold,  den  Ombaschas  Thomas,  Sudi  wadi  Hakuti,  Seff,  Matambo,  Kipalla,  Maphata  und
Bandascharo,  den  Askaris  Abdel  Cher  Achmed,  Fimbo,  Schombo,  Hamiß  II.,  Kilala,  Schindamo
  II.,  Masassi,  Uhema  und  Fatina,  dem  Bacharia  Sadalla  die  Krieger-Verdienst-Medaille
2.  Klasse  zu  verleihen.

Der  Premierlieutenant  in  der  Schutztruppe  für  Deutsch-Südwestafrika  v.  Burgsdorff,  früher
à  la  suite  des  3.  Garde-Regiments  zu  Fuß,  ist  mit  seinem  bisherigen  Patent  als  Premierlientenant  der
Reserve  des  genannten  Regiments  wieder  angestellt  worden.

Der  Stabsarzt  a.  D.  Dr.  Mankiewibz,  früher  Assistenzarzt  1.  Klasse  im  Königlich  bayerischen
5.  Chevaulegers-Regiment  Erzherzog  Albrecht  von  Oesterreich,  bis  zum  April  d.  Is.  in  der  Schutztruppe
für  Deutsch-Ostafrika,  ist  in  der  preußischen  Armee  als  Stabs=  und  Bataillonsarzt  des  Fußartillerie-Bataillons
  Nr.  13  angestellt  worden.

 

 

von  Deutsch-Ostafrika  am  31.  März  1896.

hinter  dem  Namen  und  bei  den  Ziffern  —  siehe  Bemerkungen.
.  .

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

8  Fl  *⅞
S  —*x  Farbige
Ober-  Lezeret|  Etatss  2  ".  2  3  94orlge
lazareth=  mäßige  2  «  Askaris  Armirung  Bemerkungen
.  gehülfen  52  -x  Effendi.  Char-  mo
gehülfen  Schreiber  -  gen  regu=  irre-—
  kläre  guläre
II.  Schutztruppe.
1  i  Art.  Depot:
—  Früchte=  Feldwebel  D.  7  Maschinengewehre  Lazarethgehülfe  Aimer  ist  zur
Frü  F  .  -.  .
nicht  Apelt,  —  Junruhl  11  —  —  —  —  mm  6.  Komp.  Kilwa  versetzt  x
Werner  Unteroffiz  Nickl  3  »  !  öRevoloerkanonenx  ·  ;
Hegewald  Triebel,  T  s  3.7  em*  Davon  2  an  die  Flottille  ab
Häcker  Ob.  Laz.  1  Schnelliodekanon  3m  gegeben
AimerGeh.  v  1  —93  a,  em
Schirpke  Herbsleb  ·  4  Mörser  4,9  cm  unbrauchbar
I  Pfeuffer  .ô  I  1  Maxim-Gun  K.45  ch
—  —  1  Berggeschütz  Komp.  Führer  Johannes  komm
*7*  —  —  —  —  1  V  84  behufs  Beurlaubung  zur  Küst
l  1  Schnellladekanone
—  —  —  —  —  1  3S2  —  „7  em
1  Schnellladekanone
4nl..
—  —  —  —  —.  —  —  2  23  1  —  —
)  Attachirie:
v.  d.  4.2  —  Es.  SCharg.  3  „
—  —  —  —  8  122  2  —  3
1  3  21  ..  —.  —  1
l  10.  —  2  2
«  ·12  much-Hi  1
12  (Mpapna)  —  1
Polizei
Pangani  1  Eff.,  —  —.
zusammen  1  Eff.,  3  Chorg.,  21  Man
davon  4  Mann  Arbemerabtheilun
I
—  —  —  —  —  11  2  11  88  33  —
        <pb n="321" />
        282  —

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

ner

 

 

 

 

 

 

 

Ar.  dom—  8
derGarnison=  Kom=  ber-  Kom-  Lien  Ober-  *  Bahl-  Ober-  Ser-  Unterman=
  pagnie-  —  Aerzte  eister=  feuer=  Feldwebel  3
Kom-  ort  deur  führer  führer  tenants  ärzte  #oirant  !  geanten  offiziere
pagnie  hrer  -  p  ens  werker
Kilimatinde  —  —  Podlech  Stadl-Dyr.  Rein-/  5  —  9  Ganzer
4  PodlechSaur  hardt  AnerI  Krauß  JFrahm  ?  Peschke
v.  Skocki
5.  Ulanga  —  —  —  v.  Kleist"1—  Arning—  —  —  Spiegel  —  Stephan
Albinus“
*
*  —  —  —  —  Dr.  Simon  —  —  —  Goni  —  *z  ,#
6  Kilwa  Jany  Hllwig  Henschke  Herdecke
Mavudji  —  —  —  Kuhlmann———  —  —  —  —  —  —  Frischmuty
Dar-es-  Kielmeyer  —  „  Knaust
V.  Salamm  —  —  v.  Wulssen  —  —  —  —  Pannewitz  Lembke
S  ..  Hopp
8.  Lindi  —  —  JFromm  Scheen  —  —  Hösemann—  —  —  —  —  Jahn
Lachenmair
9.  udiidji  EIIENIEIIEIEIIIIIIEIE  —  HKöhler  —Ullmann
10.  Tabora  —Leues  HPassavant  —  Dr.  Se  —  Markgral—  Sydow
Drewes  Fritsch
—  —  —  I#  —  —  —  —  —  Hoffmann
Muanza  Herrmann  Zupitza  Schlee
11.  —  —  —  —□  —  —
Bukoba  —  —  —  Kollmann-—  —  —  —  —  —  Salomon  —
Graf  Fugger  Dr.  derste
Kilossa  —  —  —  5  —Koerfer—Stamm  —  —  —  Hihen
12.
—  —  —  —  Skiba
Mpapua  —  —  —  Glauning  —  Dr.  Berg  —  —  Schüt
Kisaki  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  Bittner
Aus  Expedition  Troth  ½  —  —  —  —  —  —  —  —  Kamp  —  —
Zusammen  1  1  7  22  1  —  12  1  6  1  11  8  25
II.  Landespolizei.
Tanga  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  Haiblek
Masinde  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  Jaenke  —
Pangani  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  Grimm
Saadani  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  Einögg  —
Vagamoyo.  —  Scherner  —  —96·ert.  —  —  —  —  Wallner  —  —
        <pb n="322" />
        —  283  —

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

—  —  —  —  —  —  *5
8  Ffarbige
Ober-  th.Etats  2  8  22  #  .
lazamly  Lazareth-  maßige  2  #  2  Char—  Askaris  Armirung  Bemerkungen
..  -  -  -  *
gehülfen  gehülfen  Schreiber  5125135  Effendi  gen  regu=  irre-**
  läre  guläre
1  ’-  1  Maschinengewehrn  Ser  t
geant  Frahm  komm  our
—  —  —  —  —  —  10  125*  1  1  ital  #m  eschũ  Küste  und  wird  beurlau
6.7  99  hhz  2  Mann  der  2.  Komp.  aubtt.
»  2  #t  4%  Kleist.  d  Alsinng  rit
7  —  ann  e
Prinage  —  —  —  —  11  1  10  110  iar  hie  Fab  atlachir
-  ..  S  t-3
  leichte  Feldgeschütee.  5B.
—  —  —  —  —  —  1  3  70*  2  K/73  Da#es-S
2  Maan  der  2.  rons“  a#lachirt
nlm-—  -  ital.  BerggeschüßzLaz.  Geh.  Fleischme  -
—  Fleisch-  *  —  ——  2  47  —  ita  *  schüt  Uang  —ne  wn
mann
—  —  —  —  —11  1  5  90  31  —  *  4  Mann  der  2.  Komp.  attachirt
l
2  leichte  Feldgeschütze
—  ;  11  —  u
Nog  *  E  8  113=  4  —  1  Mann  der  2.  Komp.  attachirt
1  Schnellladekanone  «  Nrnllllslskllllssllhtek  Leue  lommt  wegen
ra  ei  JZur  #
Weidner  —  —  —  —  1515  1377  11  Sonilheianone  3himeissan  8  74  -  lent
47e  2  Chargen,  2  Mann  der  2.  Komp.  attach.
chnellladekanone
1  Schnellladekanon
—  —  —  —  ——  1  25  28  3,7  em
Jurock  —  —  —  —  —  1  50  15  —
—  1  Maschinengewehr  Dr.  —  kommt  zwecks  Beurlaubung
uste
Ium  uslieosier  Nor  auf  dem  Marsch
—  —  —  —  —  4  44  —  kanone  nach  #u
1  Schnellade  1  Ce  1P  der  2  2.  Aomp.  attach.
½  1  Nordenfeltgeschuz  Dr.  Berg  ist  nach  gilofsa  versetzt
Wiest  —  —  —  ———  6  34  —  1  Schnelllavekanone  *4  Mann  der  2.  Komp.  attachirt
—  —  —  —  ———-  1  10  —  —
—  sScharfene  —  Sauer-T1  3  56  —  —
berger  brey  ·
4  10  3  —  1  3510  100  1398  118  40  1
II.  Landespolizei.
Osfen=  4leichte  Feldgeschüze
ec  4  9s½—  othitel  on
Loege
—  —  —  —  —  1  14  —  —
—  Violland  —  —  ———-—-  1  178  —  5  Stanonen  *  Esfendi  der  2.  Komp.  attachirt
2  leichte  Feldgeschütze
—  —  —  ————  1  9  K/73
«  Zlcichtchldgefchiitzc
—  —  —  —  ———-  1  3  33  —  K,  73
        <pb n="323" />
        284

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

988
Kom-  Kom-  .  =  NZahl=  Ober-·
  Ober-  Lieuc  Ober-  2  Ser  Unter-Garnisonort
  man-  führer  pagnie-  tenants  arzte  Aerzte  meister=  feuer=  Feldwebel  canten  64  6
beur  führer  aspiranten  werker  ¾  ofnziere
Dar-eßs  =  Salim  —  —  —  —  —  —  —  —  —  Mutter  —  —
—  F  ·-Kilsva.
  —-  —  ärgstekn  —  —  —  —  —  Feiist—  —  —  Pfendtner
Mikindani  —  —  —  —  ——  —  —  —  —  Kayser  —  —
*l  *  *  *  —-.e  —  —  Merkl“
Donde  Luslig
Langenburg  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  Haegele  —  —
Zusammen  —  —  2  —  —  1  —  —  1  —  4  4  3
III.  Beurlaubt  nach  Europa.
Frhr.  Schlobach  r.  Dr.  Teppe  Wein-Steinme
—  —  —  fo°..  Schrenck  Nachtigall—i  Schwee"!  Wagner  —Kieferlee  —  berger  Wietolson!  Mergarten
v.  Notzing  Böhmer  singer  Dr.  Man-  Winkler  Hartmann  Wüdan
Prince  wv.  Bercken  kiewitz  Zimmer=  Liebhardt
LangheldStenzler  Dr.  Widen=  mann  aon
U„  v.  Elpons  #v.  Grawert  mann  Kreseldt  Frn
Fonck  1  Jost  Richter
Zusammen—  —  4  7  —  1  3  —  6  —  2  9  1
Kommandirt.
—  —  —  Fischer,  v.  Beringe1  —  —  —  —  Krause  Meuser
Berlin#zum  Ankauf  zum  Gouv.,  zum
vo  s  --  isenhaob
tbieren  nach  üreau  s  -
Vladagastar  stommandol
Krank.
Dorner
—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  Nymarzig  —  Grimm  7
6  7  Haible  7
Rekapitulation.
I.  Schutztruppe:  1  7  22  11—  12  1  6  1  11  8  25
II.  Landespolizei  —  —  2  —1  —  —  1  —  4  4  3
III.  Beurlaubt  —  —  4  7——1  3—  6  —  2  9  1
Zusammen  1  1  13  29  1  2  15  1  13  1  17  21  29

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nichtamtlicher  Theil.

Personal-Nachrichten.
Deutsch-  Ostafrika.

Der  Kaiserliche  Gonverneur  v.  Wissmann  hat
am  11.  d.  Mts.  eine  Erholungsreise  nach  Europa

angetreten.

Der  dem  Kaiserlichen  Gouvernement  beigegebene
Regierungsassessor  Freiherr  v.  Reden  ist  am  31.  März
d.  Is.  in  Dar-es-Salam  eingetroffen.

Der  in  die  Kaiserliche  Schutztruppe  eingetretene
Feuerwerker  Ritter  hat  sich  am  6.  d.  Mts.  in
Neapel  eingeschifft.  ·

Der  Stationskontroleur  Schmidt,  die  Gouvernementsbeamten
  Berg,  Schneider  und  Möller
haben  einen  Heimathsurlaub  angetreten.

Der  Bürcauvorsteher  beim  Kaiserlichen  Gouvernement
  Lambrecht  ist  am  30.  v.  Mts.  hier  auf  Urlaub
  eingetroffen.

namerun.
Der  Zolldirektor  Scheffler  ist  am  29.  v.  Mts.5
auf  Urlaub  hier  eingetroffen.

Der  beim  Kaiserlichen  Gonvernement  als  Bezirksamtmann
  ad  int.  beschäftigt  gewesene  Gerichtsassessor
        <pb n="324" />
        —  285

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

———  ——  —  —
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öber-  Lazareth=  Etatss  3  3  7  *  *7  2#
lazareth=  zun  mäßige  *  GCouoer-  Askaris  Armirung  Bemerkungen
gehülsenehüllen  Schreiber0  ssfendi  gen  regu=  irre-6
  läre  guläre
4leichte  Feldgeschütze
—  —  —  —  —1  1  50  —  K/73
C  1  Revolverkanone  3,7cm
—  —  —  —  „JJ  —  «3«2·5«:::k2:.g«.::;».s.2Itsævgxzsxss
»  s  leichte  Feldgeschũ
Voellner  —  —  DDDDDI  1  26  —  2  leichte  K#  hütze
—  —  —  —  —  —  —  —  14  —  —  Sergeant  Merkl  ist  nach  Dat  ·  e-  Salam
befohlen  und  geht  auf  Urlaub
———  ———  —  —
3  1  —  —  —  —2  16  237  560  21
III.  Beurlaubt  nach  Europa.
WülsingNäry  Oberlaza-uUuUIU  —  —
Venz  frethgehülfe
Schuster  Sieler
1  3  1  —  —.  —  —  —  —
Kommandirt.
Krank.
7)  Lazareth  Dar-zes-Salam
—  Häcker  —  —  —  151  —  —  —  —  –  7  Lazareth  Tanga-Rekapitulation.

4  10  3  —  3  5|]  10  100  1398  118  40
3  1  —  —  —  —  2  16  237  60  1
1  3  1  —  ——  —  —  —  —  —
8  14  4  —3  I  5l  1211izjms5168  61

 

v.  Lucke  ist  auf  der  Urlaubsreise  nach  Europa  in
Kap  Palmas  plötzlich  verstorben.  Die  Kaiserliche

Regierung  verliert  in  dem  Verschiedenen  einen  pflichttreuen,
  durch  Charakter  und  geistige  Begabung,  durch

Fleiß  und  Hingebung  gleich  ausgezeichneten  Beamten.

Erich  v.  Lucke  war  1863  geboren  und  1893  bei
der  Kolonial-Abtheilung  des  Auswärtigen  Amtes  eingetreten.
  Seit  Frühling  1894  war  er  mit  Erfolg
in  Kamerun  thätig  gewesen.

Togo.
Der  Sekretär  der  Kaiserlichen  Landeshauptmannschaft
  v.  Hagen  und  der  Stationsassistent  Klose
sind  Ende  April  nach  Deutschland  abgereist.

he

 

Die  in  den  Dienst  der  Kaiserlichen  Landeshauptimer,

  Steuersupernumerar

mannschaft  getretenen  Beamten  Büreaudiätar  Holtz-Wiecker

  und  Bautechniker

  Toennies  sind  Ende  April  in  Klein-Popo

eingetroffen.

Südwestafrika.
Der  der  Kaiserlichen  Landeshauptmannschaft  in

Südwestafrika  abgereist.

Windhoek  überwiesene  Assessor  Dr.  Golinelli  ist  von
Kapstadt,  wo  er  die  Geschäfte  bis  zum  Eintreffen  des
Generalkonsuls  geführt  hat,  Ende  April  nach  Deutsch-
        <pb n="325" />
        286

Nachrichten  aus  den  deulschen  Schuhgebieten.

(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  theilweise  nur  mit  Quellenangabe  gestattet.)

Deutsch-Hltafrika.

Ueber  eine  in  der  5eit  vom  206.  Januar  bis  25.  Februar
1890  von  Moschi  am  Rilimandjaro  aus  durch  die  Maliaisteppe
  nach  Umbugwe  unternommene  Expedition
berichtet  Kompagnieführer  Johannes  unter  dem

28.  Februar,  wie  folgt:

Die  Gründe  der  Expedition  waren  folgende:
Einmal  wollte  ich  mit  dem  Massaihäuptling  Cendeo
in  Verbindung  treten,  um  ihm,  falls  er  mit  seinem

Stamme  lediglich  Viehzucht  und  nicht  Viehdiebstahl

treiben  wolle,  die  Rücklehr  in  das  jetzt  vollkommen
unbewohnte  und  verödete  Nanhaplateau  zu  gestatten.
Seine  beabsichtigte  Auswanderung  in  englisches  Gebiet
halte  ich  für  eine  schwere  Schädigung  unserer  wirthschaftlichen
  Interessen.  Die  riesigen  Viehherden  der
Massais  gehen  dem  deutschen  Gebiet  verloren  und
die  Steppen  vereinsamen  noch  mehr.  Damn  aber
auch  würde  der  Elfenbeinhandel,  in  dem  die  Massais
eine  bedeutende  Rolle  als  Zwischenhändler  spielen,

ganz  beträchtlich  abnehmen,  und  die  aus  dem  Ausfuhrzoll
  entspringenden  Einnahmen  äußerst  heruntergedrückt
  werden.  Zur  Verproviantirung  der  Karawane

erschien  es  dringend  geboten,  den  Umweg  über
Umbugwe  zu  nehmen.  Gleichzeitig  wollte  ich  auch
mit  dieser  Landschaft  in  friedliche  Verbindung  treten,

da  die  Bewohner  mit  früheren  europäischen  Karawanen

  in  Konflikt  gerathen  waren.

Ich  hatte  das  Betreten  der  Temben  meinen
Leuten  untersagt,  was  den  erwünschten  Erfolg  hatte,
daß  von  beiden  Seiten  nicht  die  geringste  Klage
vorkam.

Am  26.  Januar  marschirte  ich  mit  Lieutenant
Merker  und  36  Askaris  zunächst  durch  die  westlichen
  Kilimandjarolandschaften.  Die  katholische  Mission
in  Kiboscho  hat  ein  großes  neues  Haus  mit  Erdgeschoß
  und  einem  Stockwerk  darüber  gebaut.  In
Madschame  auf  der  evangelischen  Mission  war
Missionar  Müller  mit  Frau  soeben  eingetroffen.
Auch  dort  ist  zu  derselben  Zeit  wie  in  Kiboscho
mit  dem  Bau  eines  weniger  großen  Hauses  begonnen,
  dessen  Vollendung  indeß  noch  in  weiterer
Ferne  zu  liegen  scheint.  Weiter  marschirte  ich  direkt
nach  dem  Meruberg  und  besuchte  die  Landschaft
Mern  und  Groß-Aruscha,  wo  ich  Alles  ruhig  fand.
Von  Aruscha  marschirte  ich  direkt  nach  dem  Nordende
  des  Manyarasecs,  lagerte  am  5.  Februar  am
Ngare-Moton,  am  6.  am  Kisingabach,  am  7.  in  Mondul,
am  8.  am  Nordwesthang  der  Simangoriberge,  am
9.  in  der  Steppe,  am  10.  in  Marago-Leilelei,  am
11.  am  Nordende  des  Manyara.  Dann  ging  ich
an  dessen  Westufer  entlang  und  traf  am  14.  in
Umbugwe  ein.  Die  Wasserverhältnisse  waren  jeßzt
in  der  trockensten  Zeit  doch  derartige,  daß  ich  alle
Tage  —  wenn  auch  stellenweise  mit  größeren  Um- 



wegen  —  (Mondul,  Marago-Leilelei)  Wasser  fand.
In  Umbugwe  fanden  sich  zum  Schauri  zwei  Häuptlinge
  —  Kutadu  und  Matakayko  —  ein,  von  denen
der  erstere  der  mächtigste  ist  und  einen  recht  guten
Eindruck  machte.  Ein  früherer  Bvootsunteroffizier
Namens  Köther  hat  sich  in  der  Landschaft  niedergelassen,
  treibt  Elfenbeinhandel  und  Viehzucht,  wie
es  scheint,  mit  viel  Glück.

Der  Häuptling  Kutadu  hatte  einen  von  der
Station  Mpapua  ausgestellten  Schutzbrief.  Die  Leute
scheinen  auch  manchmal  dorthin  gegangen  zu  sein.
Nach  Moschi,  welches  in  Luftlinie  135  km  näher
liegt,  kamen  sie  noch  nicht  aus  Furcht  vor  den
Massais.  Da  dieser  Grund  jetzt  wegfällt,  so  würden
die  Eingeborenen  wohl  vorziehen,  zur  Erledigung
ihrer  Klagen  und  Streitigkeiten  nach  Moschi  zu
kommen  —  Kutadu  versprach  in  oder  nach  der
Regenzeit  Leute  zu  schicken  —,  wo  auch  in  Bezug
auf  Handel  entschieden  mehr  zu  holen  ist  als  in
Mpapua.

Auf  dem  Marsche  von  Aruscha  nach  Marago=Leilelei
  erfuhr  ich  durch  zwei  Cendeo-Massais,  die
wegen  Hunger  ihren  Stamm  verlassen  hatten  und
auf  dem  Wege  nach  Groß-Aruscha  waren,  daß  Cendeo
jetzt  in  Serengeti  sei.  Von  Marago-Leilelei  sandte
ich  zwei  von  Aruscha  mitgenommene  Massais  zu  ihm,
um  ihn  zum  Schauri  auf  meinem  Rückweg  zu  bestellen.
  Ich  selbst  konnte  mit  der  Karawane  aus
Mangel  an  Lebensmitteln  und  Wasser  auch  auf  dem
Rückmarsche  nicht  zu  ihm  gehen,  zumal  Wandorobbos
den  Massais  die  falsche  Nachricht  zugetragen  hatten,
ich  wollte  Cendeo  bekriegen,  und  er  deshalb  eilig
weiterzog.  Auch  einc  Gesandtschaft  von  Wandorobbos
hatte  sich  eingefunden,  mit  der  Bitte  um  Schuß  vor
Massais  und  Wambugwes.  Mit  Trägern  und  Boys
zählte  die  Karawane  152  Mann,  die  auf  drei  Wochen
hätten  verproviantirt  werden  müssen,  was  zu  einer
anderen  Jahreszeit,  wie  sich  in  Umbugwe  herausstellte,
dort  recht  gut  möglich  gewesen  wärc,  jetzt  aber,  wo
in  der  Landschaft  Lebensmittel  knapp  sind,  ausgeschlossen
  war.  Die  Wambugwes  gehen  täglich  mit
ihren  Erzeugnissen,  Salz,  Thontöpfen,  geflochtenen
Körben,  nach  Iraku  und  Ufiome,  um  sich  Lebensmittel
zu  kaufen,  die  in  Menge  gerade  nur  ihren  eigenen
dringendsten  Bedürfnissen  entsprechen.  An  eine  Verproviantirung
  der  Karawane  war  somit  nicht  zu
denken  und  ich  mußte  in  Eilmärschen  Groß-Aruscha
zu  erreichen  suchen.  Am  Nordende  vom  Manyarasee
  traf  ich  am  19.  mit  einer  Gesandtschaft  von
Cendco  zusammen.  Ich  cröffnete  ihnen,  was  ich  dem
Cendeo  schon  durch  die  Aruscha-Massais  hatte  sagen
lassen,  daß  sie  in  die  von  ihnen  früher  vorzugsweise
beweideten  Gebiete  von  Kisongo  2c.  zurückkehren
dürften,  falls  sie  die  den  Mpapua-Askaris  abgenommenen
  Gewehre  auslieferten  und  Frieden  zu
        <pb n="326" />
        —  287

halten  versprächen.  Die  Leute  antworteten  mir,  daß
Cendeo  mit  diesen  Bedingungen  einverstanden  sei
und  gerne  in  nächster  Zeit  zurückkäme,  zumal  ihnen
in  ihren  jetzigen  Wohnplätzen  ein  Anschluß  an  ackerbauende
  Völkerschaften  fehlt,  von  denen  sie  die  zum
Lebensunterhalt  nöthige  vegetabilische  Nahrung  kaufen
könnten.

Für  die  Betreibung  von  Viehzucht  erscheint  Groß-Aruscha
  und  Umbugwe  sehr  geeignet.  Gesundheitlich

ist  ersteres  bei  Weitem  vorzuziehen,  da  das  absolut

flache  Umbugwe  in  der  Regenzeit  vollkommen  überschwemmt
  ist,  so  daß  man  stellenweise  knietief  in  Wasser
und  Schlamm  watet.  Die  erste  Beschaffung  einer
Stammherde  würde  allerdings  voraussichtlich  nicht
ganz  leicht  sein,  da  die  Eingeborenen  das  Vieh  nur
sehr  ungern  verkaufen,  sie  ist  aber  doch  immerhin
möglich

Bericht  über  die  vom  z5.  bis  J0.  März  d.  Js.  ausgeführte
  Ruftdjithalfadrt.

Ueber  seine  auf  Befehl  des  Herrn  Gouverneurs
in  der  Zeit  vom  13.  bis  16.  März  d.  Is.  ausgeführte
Rufidjithalfahrt  berichtet  Lieutenant  v.  Grawert
Folgendes:

Mit  zwei  Booten  (Einbäumen)  verließ  ich  am
13.  März  nachmittags  3  Uhr  25  Min.  Muhamadi
Kungulios  Dorf  in  der  Landschaft  Kibambane.  Das
kleinere  Boot  nahm  den  Feldwebel  Krauß,  dessen
zwei  Boys  und  Gepäck,  einen  Askari  und  vier
Ruderer,  das  größere  mich,  drei  Boys  und  einen
Askari,  mein  Gepäck  und  fünf  Ruderer  auf.  Die
Ruderer  (Leute  Muhamadi  Kungulios)  ermüdeten,
größerer  Fahrten  ungewohnt,  ziemlich  schnell  und
waren  anfangs  etwas  ungeschickt  in  der  gleichzeitigen
und  gleichmäßigen  Handhabung  der  Paddeln,  was
sich  aber  bald  besserte.

Während  der  Fahrt  habe  ich  zu  verschiedensten
Malen  die  Wassertiefe  feststellen  lassen  und  dabei
stets  einen  Wasserstand  von  etwa  2  m,  meist  darüber
gefunden,  wobei  jedoch  betont  werden  muß,  daß  zur
Zeit  der  Rusidji  mehr  als  mittleren  Wasserstand  hat.
Ich  bin  überzeugt,  daß  augenblicklich  jede  Pinasse
bis  zu  den  Panganischnellen  gelangen  kann.  In  der
Trockenzeit  liegen  die  Verhältnisse  ungünstiger,  doch
wird  meines  Erachtens  ein  bei  voller  Ladung  nicht
tiefer  als  1½  Fuß  gehendes  Schiff  auch  zu  dieser
Zeit  glatt  die  Panganischnellen,  um  so  mehr  also  das
weiter  unterhalb  gelegene  Kibambanc  erreichen;  denn
die  fortwährenden  Veränderungen  in  den  Tiefenverhältnissen

  bieten  bei  entsprechender  Aufmerksamkeit

keine  unüberwindlichen  Schwierigkeiten.

Der  Wald  tritt  auf  beiden  Ufern  nicht  unmittelbar
  an  den  Fluß  heran,  mit  Ausnahme  der  beiden
Steilufer  (siehe  Skizze),  deren  Bestand  nur  ungenüghend
  ist  und  theilweise  aus  schönen  Schattenbäumen
besteht,  deren  Verbrauch  zu  Heizzwecken  nur  bedauert
werden  könnte.  An  allen  übrigen  Orten  müßte  das

 

S.

 

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4  -  ½

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        Holz  ½  bis  1  Stunde  weit  herangeholt  werden,  und
dürfte  es  sich  daher  empfehlen,  ein  eventuell  zu  erbauendes
  Dampfboot  für  Kohlen=  oder  Petroleumheizung
  einzurichten.

Flußpferde  beleben  den  Strom  an  den  berschiedensten
  Orten,  oft  in  zahlreicher  Menge.  Sie  werden
voraussichtlich  kein  Hinderniß  für  die  Schifffahrt
bilden,  obgleich  sie  sich  theilweise  sehr  angriffslustig
zeigten  und  in  drei  Fällen  die  Boote  attackirten,
doch  da  es  den  Einbäumen  stets  gelang,  sich  durch
vermehrte  Eile  der  Verfolgung  zu  entziehen,  ohne
daß  die  Abgabe  eines  Schusses  nothwendig  wurde,
so  dürfte  dies  bei  einem  Dampfsschiff  in  erhöhtem
Maße  der  Fall  sein.  Im  Mündungsgebiet,  wo  die
Thiere  wohl  mehr  verfolgt  werden,  zeigten  sie  sich
durchweg  ängstlich  und  verschwanden  bei  Annäherung
eines  Bootes  sofort  unter  Wasser.

Krokodile  wurden  während  der  ganzen  Fahrt
nur  vier  gesehen,  doch  soll  nach  den  Angaben  der
Eingeborenen  der  Fluß  keineswegs  arm  daran  sein
und  sich  die  Thiere  zur  Zeit  wegen  des  hohen
Wasserstandes  mehr  in  den  Seiten=  und  todten
Armen  aufhalten.

Bis  Kooni  etwa  ist  infolge  der  früheren  Mafitieinfälle
  nur  das  linke  Flußufer  bewohnt;  die  alten
Dorsstätten  rechterseits  sind  meist  durch  Mangogruppen
  gekennzeichnet,  wie  sich  denn  überhaupt  beide
Ufer  von  etwa  Mtansa  durch  auffallend  reiche  Mangobestände
  auszeichnen.  Von  Kooni  ab  sieht  man
rechter  Hand  zunächst  vereinzelte  Hütten,  bald  aber
zahlreiche  kleine  Ortschaften.

In  jagdlicher  Hinsicht  scheint  nur  die  Gegend
von  Kungulios  altem  Dorf  flußaufwärts  auf  beiden
Ufern  Interesse  zu  bieten.  In  der  Trockenzeit  soll
nach  den  Angaben  der  Eingeborenen  allerdings  das
Wild  (namentlich  Wasserbock)  etwas  näher  an  den
Fluß  treten,  doch  war  es  nicht  möglich,  genauere
Angaben  darüber  zu  erhalten.  Die  Jagd  auf  Federwild
  ist  dagegen  vorzüglich  und  artenreich.

Was  die  Fahrt  selbst  anlangt,  so  steigerte  ich  die
Stundenzahl  von  Tag  zu  Tag,  über  Mittag  stets
eine  längere  Pause  machend,  und  erreichte  Simba
Uranga  am  16.  März  abends  6⅛½  Uhr.  In  runden
Zahlen  wurden  zurückgelegt:

am  13.  März  234  Stunden,

14.  6½  -
15.  7  -

’16.  11
zusammen  27½  Stunden.

Davon  sind  am  16.  März  3½  Stunden  gegen
die  Fluth  zurückgelegt  worden,  so  daß  unter  günstigen
Umständen  (die  in  3½  Stunden  gegen  Fluth  zurückgelegte
  Strecke  —  1  Stunde  bei  Ebbe  gesetzt)  die
Fahrt  in  25  Stunden  hätte  zurückgelegt  werden
können,  was  sich  bei  einem  Dampfschiff  wohl  gut
auf  die  Hälfte  reduziren  dürfte.

Wie  sich  die  Reisezeit  bei  einer  Bergfahrt  in
Anbetracht  der  starken  Strömung  des  Rufidji  gestalten

288

 

s

l

würde,  entzieht  sich  meiner  Schätzung,  doch  glaube  ich,
daß  sie  mindestens  das  2½=  bis  3fache  der  zur
Thalfahrt  nöthigen  Stundenzahl  beanspruchen  wird.

Reichspostdampferlinie  bHamburg  —Durban.

Die  Fahrten  auf  der  Reichspostdampferlinie
Hamburg  —  Durban  und  den  beiden  Zweiglinien
werden  vom  Monat  Juni  ab  versuchsweise  nicht
mehr  wie  bisher  in  vierwöchigen,  sondern  in  dreiwöchigen
  Zwischenräumen  ausgeführt  werden.

Kamerun.

Ueber  den  nach  Vaunde  ausgeführten  ug

berichtet  der  stellvertretende  Kommandeur  der  Schutztruppe
  Hauptmannv.  Kampt  unterm  29.  Februar  d.  Is.
Folgendes:

Am  24.  d.  Mts.  erfolgte  in  Kribi  im  Verlauf
des  Tages  die  Landung  der  Truppe,  der  Lasten
und  der  von  Kamerun  aus  mitgesandten  57  Yaundeträger
  und  die  Uebernahme  der  von  dem  Bezirksamt
Kribi  gestellten  150  Mabeaträger,  die  jedoch  nur
bis  Lolodorf  zu  tragen  verpflichtet  waren.  Der  25.
wurde  zum  Ordnen  der  Expeditions=  und  der  für
Lolodorf  und  die  Station  Yaünde  in  Kribi  lagernden
  Lasten  benutzt,  und  erfolgte  am  26.  9  Uhr
vormittags  der  Abmarsch  von  Kribi.  Wegen  vieler
schwächlicher  Yaundeträger  konnten  die  ersten  Märsche
durch  den  Urwald  nur  gering  ausfallen.  Erst  hinter
Bipindi,  wo  die  Yaunde  im  Genuß  der  gewohnten
Pflanzenkost  sich  kräftigten,  wurde  die  Marschleistung
zufriedenstellend.  Am  29.  erreichte  die  Expedition
Bipindi.  Dort  hatte  der  sich  oberhalb  des  Ortes
neu  angesiedelt  habende  Gumbahäuptling  Dandi  eine
dem  Faktoristen  Bockmann  der  Firma  Lübcke  angehörige
  Karawane  angehalten  und  Letteren  selbst
mit  der  Waffe  bedroht.  Es  glückte,  den  Dandi  zu
fangen.  Derselbe  wurde  während  der  Nacht  in
Gewahrsam  gehalten  und,  entsprechend  verwarnt,  gegen
Zahlung  von  Ziegen  wieder  entlassen.  Die  zwischen
Tunga  und  Lolodorf  wohnenden  Häuptlinge  von
Epussi,  Bo  und  Mabeaman  erhielten  die  erbetenen
deutschen  Flaggen.

Am  2.  Februar  erreichte  die  Expedition  ohne
Verlust  von  Menschen  und  Lasten  Lolodorf.  In
Lolodorf  war  der  Rest  der  Yaunde-Stationsbesatzung
und  annähernd  50  Yaundeträger.  Da  die  bisherigen
  Mabeaträger  nur  durch  Gewalt  zum  weiteren
Mitgehen  zu  bewegen  gewesen  wären,  so  beschränkte
ich  lieber  die  Lasten.  Außerdem  hatte  der  Häuptling
Banjok  von  Lolo  und  der  Häuptling  Bambam,  der
Bruder  des  Häuptlings  Tunga,  Träger  versprochen.
Durch  seinen  Bruder  scheint  sich  Tunga  der  Regierung
nähern  zu  wollen.  Dieser  Häuptling  Bambam  hat
sich  in  letzter  Zeit  freundlich  gegen  die  Station
Lolodorf  gezeigt.  Er  erschien  zur  Begrüßung  und
        <pb n="328" />
        —  289

brachte  Geschenke.  Auch  kamen  die  von  ihm  und
Banjok  versprochenen  Träger  pünktlich.  So  gingen
zum  ersten  Mal  Gumbaleute  als  Regierungsträger
nach  Yaunde,  und  haben  sich  dieselben  im  weiteren
Verlauf  der  Expedition  gut  bewährt.  Selbstverständlich
  wurden  Banjok  und  Bambam  reich  beschenkt
und  Letzterem  bedeutet,  daß  sein  Bruder  Tunoja
sehr  unklug  handele,  sich  dem  Gouvernement  noch
nicht  unterworfen  zu  haben.  Die  Gumbastämme
scheinen  in  letzter  Zeit  durch  die  Bulys  gedrängt  zu
werden.  Die  neuen  Ansiedelungen  bei  Bipindi  deuten
darauf  hin,  und  sitzen  die  Bulys  in  unmittelbarer
Nähe  der  Station,  namentlich  südlich  derselben,  in
rößerer  Anzahl.

Am  4.  Februar  war  Appell  der  Truppe  und
der  gesammten  Träger  und  am  5.  früh  erfolgte  der
Abmarsch  in  der  Stärke  von  2  Offizieren:  Hauptmann
v.  Kamptz,  Premierlientenant  Bartsch  (Lieutenant
v.  Stein  am  Tage  der  Abreise  aus  Kamerun  an
Schwarzwasserfieber  erkrankt),  6  weißen  Unteroffizieren,
einschl.  Lazarethgehülfe  und  Büchsenmacher,  145  farbigen
  Unteroffizieren  und  Soldaten,  122  Trägern.

Außerdem  schlossen  sich  noch  etwa  100  Yannde,
die  mit  Privatlasten  in  ihre  Heimath  zurückkehren.
wollten,  der  Expedition  an.

Am  5.  hatten  wir  das  Yaundegebiet  erreicht
und  übernachteten  in  dem  Ngennedorf  des  Vogebalingastammes.
  Dieser  Stamm  und  die  südlich  des  Njong
wohnenden  Banes  haben  sich  an  dem  Aufstand  nicht
betheiligt.  Auch  noch  am  6.  marschirten  und  übernachteten
  wir  im  ruhigen  Yaundelande.  Alle  hier
Geschenke  bringenden  Häuptlinge  erhielten  sehr  reichlich
Gegengeschenke  und  die  beiden  mächtigsten  die  erbetene
  deutsche  Flagge.  In  diesen  beiden  Tagen
erfuhren  wir  erst  Sicheres  über  Ursachen  und  Ausdehnung
  des  Aufstandes.  Der  Aufstand  zu  beiden
Seiten  des  Njong  war  ein  allgemeiner.  Mit  Ausnahme
  der  Stations=  oder  Lonn-Yaundes,  der  oben
erwähnten  Stämme  und  einiger  lleiner  Ortschaften,
die  mit  den  Lonn-Yaundes  verwandt  sind,  hatten
sich  Alle  am  Kampf  gegen  die  Stationstruppe  betheiligt
  und  waren  jetzt  zum  Widerstand  entschlossen.

Am  Abend  des  6.  hörten  wir  auch  überall  den
Klang  der  großen  Kriegstrommeln,  deren  getrommelte
Worte  uns  von  den  befreundeten  Yaundes  und
unseren  Yaundeheadleuten  übersetzt  wurden.  Wir
erfuhren  auch  schon  hier,  daß  die  Station  Yaunde
bedroht  worden  wäre,  daß  aber  Häuptling  Amba
mit  seinen  Kriegern  den  Vogebetschi  entgegengegangen
wäre  und  sie  geschlagen  hätte.  Dieses  hat  sich  später
bewahrheitet.

Jedenfalls  würde  einem  schon  hier  ein  größerer
Unfall,  der  die  Station  betroffen  hätte,  bei  der
bekannten  Prahlerei  der  Yaundes  nicht  verborgen
geblieben  sein.  Daher  beschloß  ich,  in  kleinen  Tagemärschen
  auf  der  Karawanenstraße  vorzugehen  und
nicht  nur  die  an  der  Strahe  befindlichen,  sondern

 

–—

auch  die  weiter  abseits  liegenden  Dörfer  empfindlich
  zu  bestrafen.  Wo  besondere  Umstände
oder  stärkerer  Widerstand  es  erforderlich  erscheinen
ließen,  strenger  zu  strafen,  sollte  ein  Aufenthalt  von
mehreren  Tayen  hierzu  Gelegenheit  geben.

Als  Ursache  des  Aufstandes  hat  sich  nach  vielen
eingehend  angestellten  Ermittelungen  Folgendes  ergeben.


Die  Vogebetschi  haben  früher  einen  lebhaften
Handel  nach  Bakoko  getrieben.

Durch  die  neue  Verkehrsstraße  von  der  Station
Maunde  nach  Kribi,  auf  der  nun  alle  Waaren  unter
Bedeckung  der  Stationstruppen  abgabenfrei  an  die
Küste  gelangen,  ist  die  alte  Straße  nicht  mehr
lohnend;  selbige  ist  vielleicht  infolge  der  Bakokokriege
ganz  gesperrt.  Nun  hatten  die  Vogebetschi  von
Anfang  an  den  Anschluß  an  die  Station  verpaßt
und  sahen  nun  zu  ihrem  großen  Aerger,  daß  die
früher  verachteten  Lonn-Yaundes  durch  die  Vortheile,
die  sic  direkt  und  indirekt  durch  die  Station  genießen,
  vermögend  wurden,  während  sie  selber  verarmen.
  Ebendieselben  Gesühle  mögen  die  übrigen
Maundes  gehabt  haben,  wenn  sie  sehen,  daß  die
Lonn-Yaundes  und  Anhang  ihre  Waaren  abgabenfrei
an  die  Küste  herunterbringen  und  daß  die  vom
Gouvernement  entlassenen  Yaundearbeiter  als  reiche
Leute  durch  ihr  Land  in  ihre  Heimath  zurückkehren.
Da  nun  Alle  zusammen  die  Machtmittel  der  Weißen
noch  nicht  kennen  gelernt  hatten,  so  wurde  es  dem
einflußreichen  und  mächtigen  Häuptling  der  Vogebetschi
leicht,  die  Unzufriedenheit  zu  schüren.  Unterstüht
wurde  dieser  hierin  kräftig  von  seinem  Verwandten,
dem  buckeligen  Häuptling  Ombasamissoko,  der  südlich
des  Njong  wohnt.  Dieser  hat  bis  jetzt  allen  Weißen
Verlegenheit  bereitet.  Die  Stations-Yaundes  haßte
er  besonders.  Er  nannte  sic  stets  Gouvernementsnigger.


Daß  nicht  Uebergriffe  seitens  der  Station  den
Aufstand  hervorgerufen  haben,  beweist  gerade  der
Umstand,  daß  die  Stations-Yaundes  nicht  nur  nicht
absielen,  sondern  zur  Hülfe  herbeieilten  und  unter
den  für  sie  recht  fraglichen  Verhältnissen  treu  ausgehalten
  haben.

Am  7.  Februar  führte  uns  der  Weg  noch  durch
zwei  freundliche  Maundedörfer,  dann  wurde  der
Mbengasumpf  durchschnitten,  der  uns  noch  von  dem
aufständischen  Gebiet  trennte.  Kurz  vorher  mußte
ich  den  Premierlieutenant  Bartsch  mit  entsprechend
Soldaten  und  Trägern  nach  Lolodorf  zurücksenden.
Premierlientenant  Bartsch  litt  in  den  letzten  Tagen
an  Dysenterie  und  hatte  sich  an  demselben  Morgen
den  Fuß  verstaucht,  so  daß  seine  weitere  Betheiligung
  ausgeschlossen  war.

Gegen  Mittag  erreichten  wir  das  erste  seindliche
Dorf,  dessen  Bewohner  versucht  hatten,  die  Stations-=karawane
  auszurauben.  Das  Dorf  war,  wie  alle
seindlichen,  vollständig  verlassen.  Das  Dorf  wurde
nach  dem  Verlassen  am  8.  zerstört.
        <pb n="329" />
        An  diesem  Tage  wurde  nur  bis  10  Uhr  vormittags
  marschirt,  da  bei  den  vielen  Dörfern  und
starkem  Anbau  eine  fühlbare  Bestrafung  bei  schnellerem
Vorgehen  nicht  durchführbar  gewesen  wärc.  In  dem
Dorfe  Eiembon  wurde  das  Lager  aufgeschlagen.
Hier  wurde  beim  Wasserholen  einer  unserer
Yaundeträger  durch  einen  Flintenschuß  schwer  verwundet.
  Von  den  Patrouillen  wurden  viele  abseits
  der  Straße  gelegene  Dörfer,  aus  denen
beschossen  wurde,  verbrannt,  wobei  durch  Pulverexplosion
  zwei  Soldaten  Brandwunden  davontrugen.
Am  folgenden  Tage  ging  um  3  Uhr  vormittags
eine  Patrouille  von  zwei  Zügen  unter  meiner  Führung
in  nördlicher  Richtung  ab,  da  in  Entsernung  von
zwei  Stunden  viele  große  Dörser  im  Busch  lagen,
die  tags  zuvor  die  Patrouillen  lebhaft  beschossen  hatten.
Die  im  Morgengrauen  eingeleitete  Umzingelung
glückte  nicht  vollständig,  da  die  Ungeduld  einiger
Soldaten  den  Feind  munter  machte.  Einen  Todten
ließen  die  Yaundes  auf  dem  Platz  liegen,  während
sie  feuernd  und  vom  Feuer  verfolgt  in  den  Busch
entwichen.  Ein  Soldat  wurde  hierbei  leicht  verwundet.
  An  demselben  Abend  trommelten  die  Yaundes:
Der  Weiße  marschire  noch  schneller  als  der  Schwarze,
Alle  sollen  recht  weit  fort  flüchten.

Am  10.  galt  es,  tüchtig  zu  marschiren,  um  am
sfolgenden  Tage  mit  frischen  Kräften  zum  Dorfe  des
buckeligen  Ombasamissoko  gelangen  zu  können.  In
den  ersten  Stunden  blieb  die  Marschkolonne  unbelästigt.
  Gegen  Mittag  erhielt  die  Spitze  Feuer,  und
wurde  auch  in  die  Träger  hineingeschossen.  Nach
dem  Passiren  eines  auf  einer  Höhe  gelegenen  Dorfes
bekam  die  Avantgarde  heftiges  Feuer,  welches  erwidert
  wurde.  Der  Marsch  wurde  darauf  fortgesetzt
und  wurden  Seitenpatrouillen  vorgenommen.  Hierdurch
  wird  bei  dem  dichten  Busch  der  Vormarsch
sehr  verzögert,  und  ich  bemerke  im  voraus,  daß  ich
Seitenpatrouillen  immer  erst  dann  entsendet  habe,
wenn  besondere  Umstände  es  nöthig  erscheinen
ließen.  Wir  gelangten  erst  um  5  Uhr  abends
nach  Bromoge,  wo  uns  auch  an  der  Wasserstelle
Feuer  empfing.  Dort  blieben  wir  während  der
Nacht.

Am  11.  früh  erfolgte  unter  feindlichem  Feuer
der  Abmarsch  von  Bromoge.  Gegen  8  Uhr  vormittags
kamen  wir  in  die  Nähe  des  Dorses  von  Ombasamissoko.
Hier  wurde  noch  im  Wald  der  Zug  des  Unteroffiziers
  Müller  aus  der  Marschkolonne  rechts  herausgenommen
  und  gegen  die  wahrscheinliche  Rückzugslinie
des  Feindes  entsendet.  Zwei  andere  Züge  wurden
in  der  Front  entwickelt.  Währenddem  hörten  wir,
wie  die  Kriegstrommel  des  Ombasamissoko  seine
Leute  zum  Kampfe  herbeirief.  Die  in  der  Front
vorgehenden  Züge  fanden  keinen  Widerstand,  wohl
aber  seuerte  der  Zug  des  Unteroffiziers  Müller
auf  die  YMa#indes,  die  nach  kurzer  Gegenwehr  die
Flucht  ergriffen.  Diesseits  hatten  sich  2  Soldaten
durch  Hineingerathen  in  Fallgruben  verletzt.

290

 

–—

Das  Dorf  des  Ombasamissoko  wurde  nunmehr
für  ein  längeres  Verweilen  eingerichtet  und  die  vorhandene
  umfangreiche  Fenz,  der  leichteren  Bewachung
wegen,  verkleinert  und  verstärkt.  Um  nun  Ombasamissoko
  gründlich  zu  strafen,  beschloß  ich,  mehrere
Tage  hier  zu  bleiben  und  durch  Patrouillen,  die  zu
allen  Tageszeiten  entsendet  wurden  und  auch  über
Nacht  ausblieben,  dem  Feinde  Abbruch  zu  thun.
Erst  am  letzten  Tage  stöberte  die  Patrouille
des  farbigen  Feldwebels  Zampa  das  Versteck  des
Ombasamissoko  auf,  der  dem  Anschein  nach  bereits
Noth  gelitten  hatte.  Es  fanden  sich  in  diesem
Versteck  keine  Nahrungsmittel,  nur  abgenagte
Knochen  lagen  herum.  Vieh  schlachtet  bekanntlich
der  Schwarze  nur  in  großer  Noth.  Die  Davoneilenden
  geriethen  bei  ihrer  weiteren  Flucht  in
das  Feuer  einer  anderen  Patronille,  welche  ihnen
Verluste  an  Menschen  und  Vieh  beibrachten.
Das  Medizinhorn  des  Ombasamissoko  wurde
hierbei  erbeutet.  Jeden  Abend  ließ  ich  auf
der  vorgefundenen  Palawertrommel  austrommecln,
Ombasamissoko  sei  an  dem  ganzen  Kriege  Schuld:
mun  sei  sein  ganzer  Besitz  vernichtet  und  Keiner  solle
ihm  Unterkunft  gewähren.  Da  der  Häuptling  bei
seinen  Landsleuten  nicht  beliebt  sein  soll,  ist  es  nicht
ausgeschlossen,  daß  ihm  seine  eigenen  Leute  Verlegenheiten
  bereiten.  «

Am  15.  wurde  der  Marsch  nach  dem  Niong
angetreten.  Die  am  Njong  wohnenden  Elamas,  die
mit  ihren  Kanus  das  Uebersetzen  besorgen,  hatten
zur  Zeit  dem  Premierlieutenant  Bartsch  trommeln
lassen,  daß  sic  keinen  Krieg  wollten.  Ich  verschonte
daher  ihre  Dörfer  und  Pflanzungen,  obgleich  keine
Kanus  zur  Stelle  waren,  da  sie  wahrscheinlich  gezwungen
  die  Kanus  versteckt  hatten.

Als  das  mitgeführte  Faltboot  mit  4  Soldaten
sich  nun  dem  rechten  Njong-fer  näherte  —  der
Fluß  ist  an  der  Stelle  über  100  m  breit  —,  wurde
von  dort  ein  überaus  heftiges  Feuer  abgegeben.  Der
am  diesseitigen  Ufer  dazu  bereit  gestellte  Zug  erwiderte
  dasselbe  sosort,  auf  den  Pulverrauch  zielend,
und  räumte  der  Feind  in  kurzer  Zeit  seine  Stellung
am  Fluß.  Der  das  Boot  führende  farbige  Unteroffizier
  Capsteif  hatte,  obschon  das  Fahrzeug  dreimal
von  Geschossen  durchlöchert  wurde,  sich  vom  Weiterfahren
  nicht  abhalten  lassen  und  war  der  Erste  am
jenseitigen  User.  Hier  hatten  die  Yaundes,  im
Busch  versteckt,  aus  starken  Baumstämmen  Schützenstände
  erbaut,  in  die  sie  Scharten  eingeschnitten
hatten;  da  sie  jedoch  hierzu  meist  trockenes  Holz
genommen  hatten,  waren  die  Deckungen  schon
von  den  Geschossen  des  X/71  glatt  durchschlagen
worden.

Da  beim  weiteren  Suchen  nur  ein  obendrein
schadhaftes  Kann  gefunden  wurde,  so  hielt  das  Uebersetzen
  lange  auf.  Erst  am  späten  Abend  befand  sich
die  ganze  Expedition  auf  dem  rechten  Ufer,  wo  in
dem  Ort  Atenagegaqun  das  Lager  aufsgeschlagen
        <pb n="330" />
        wurde.  In  der  Nacht  hörten  wir  wieder  überall
die  Kriegstrommeln.

Beim  Vormarsch  am  16.  wie  auch  in  den  nun
folgenden  Tagen  fanden  wir  häufig  Fußangeln,  Fallen

291

und  Fallgruben,  die  meist  von  den  Soldaten  entdeckt

  und  unschädlich  gemacht  wurden.

Bei  dem  Orte  Esumbalumu  erhielt  der  Avantgardenzug
  heftiges  Feuer.  Ohne  dasselbe  zu  erwidern,
  wurde  der  Ort  im  Marsch-Marsch  genommen.
Bei  der  Verfolgung  verletzten  sich  einige  Soldaten
durch  die  oben  erwähnten  Fußangeln.  Wir  verblieben
noch  den  17.  in  diesem  Dorf.

Am  20.  erreichten  wir  ungestört  Abekenschama,
wo  wir  unbelästigt  blieben.  Auch  unsere  Patronillen
hatten  nichts  gesunden.  Abends  trommelte  uns  der
Feind  aus  weiter  Ferne,  daß  er  kämpfen  wolle.

Schon  früh  am  21.  bekam  die  Spite  mehrere
Male  Feuer.  Als  darauf  der  Avantgardenzug  vor
dem  größeren  Ort  Umbudu  ein  kleines  Dorf  passirte,
erhielt  er  heftiges  Flankenfeuer.  Die  sofort  darauf
losgehenden  Soldaten  wurden  durch  eine  im  Busch
errichtete  Fenz  aufgehalten  und  einer  stürzte  in
eine  Fallgrube,  ohne  jedoch  Schaden  zu  nehmen.
Infolgedessen  entkam  dort  der  Feind  ohne  Verlust.
  Unmittelbar  darauf  wurde  der  Marsch
fortgesetzt.  Als  nun  der  Weg,  nachdem  er  längere
Zeit  knictief  durch  Wasser  ging,  im  dichten  Busch
steil  bergan  führte,  erhielten  wir  von  der  rechten
Seite  aus  unmittelbarer  Nähe  ein  recht  lebhaftes
Feuer.  Dasselbe  kam  nicht  unerwartet,  da  Jedermann
  den  Angriff  an  dieser  Stelle  ahnte,  und
wurde  es  sofort  erwidert.  Vor  der  unmittelbaren
  Verfolgung  schützte  den  Feind  ein  wiederum
im  Busch  errichteter  aun.  Schon  am  22  hatte  ich
durch  eine  Patrouille  Nachricht  zur  Station  Yaunde  gesandt.
  Tags  darauf  kam  die  Meldung  des  Stationsassistenten
  Rabischon  zurück,  daß  die  Station  wohlbehalten
  sei,  auch  zur  Zeit,  wo  das  Anrücken  der
Expeditlon  bekannt  sei,  dringende  Gefahr  nicht  mehr
vorliege.

Am  26.  erreichten  wir  nach  ganz  kurzem  Marsch
die  letzte  größere  feindliche  Ortschaft  Folitov.  Hierhin
ließ  ich  den  Häuptling  Amba  holen,  der  sich  auch
schnell  mit  seinen  Kriegern  einfand.  In  Anbetracht
seiner  der  Station  geleisteten  Dienste  beschenkte  ich
ihn  sehr  reichlich.  Am  27.  zog  die  Expedition  in
der  Station  Yaünde  ein.

Die  Station  war  in  der  ersten  Zeit  nach  dem
Abmarsch  des  Premierlieutenants  Bartsch  nicht  belästigt
  worden.  Doch  hatte  der  Stationsassistent
Rabischon  durch  Lonu  und  Amba  erfahren,  daß
die  Vogebetschi  die  Station  vernichten  wollten.
Ende  Januar  wurde  ein  zur  Station  gehöriges
Bakokoweib  bei  der  Gartenarbeit  von  den  Vogebetschi

getödtet.  Am  31.  kam  Amba  mit  seinen  gesammten
Kriegern  zur  Station  und  überfiel  dann  in  der
solgenden  Nacht  die  anrückenden  Vogebetschi.  Er

Station

 

 

erbeutete  hierbei  vier  Gewehre.  Nach  dieser  Zeit
versuchten  die  Vogebetschi  viermal  vergeblich  des
Nachts  die  Station  in  Brand  zu  stecken.  Das  Erscheinen
  der  Expediton  hat  größere  Unternehmungen,
die  von  den  gesammten  Aufständischen  gegen  die
beabsichtigt  waren,  vereitelt.  Dieselben
sollen  schon  eingeleitet  gewesen  sein.  Zwei  Tage
nach  Ankunft  auf  der  Station  kamen  bereits  die  noch
nicht  bestraften  Häuptlinge  der  Vogebela  und  Jetudes,
um  Frieden  zu  bitten.

Die  Vogebetschi  hingegen,  die  sich  auf  ihre  Berge
zurückgezogen  hatten,  ließen  sagen,  daß  sie  kämpfen
wollten.  Um  nun  die  Vogebetschi  zu  isoliren,  bewilligte
  ich  diesen  einen  billigen  Frieden.  Das  ihnen
auferlegte  Vieh  ist  in  kurzer  Zeit  gezahlt  worden.
Den  Häuptling  Amba  beauftragte  ich,  bei  den  bestraften
  YMaundes  Erkundigungen  einzuziehen,  ob  sie
weiter  Krieg  haben  wollten.  Der  Unterhändler,  der
nördlich  des  Njong  angesragt  hatte,  kehrte  am
4.  März  zurück  mit  der  Nachricht,  daß  Alle  nunmehr
  Frieden  haben  wollten.  Ich  habe  daher  alle
diese  Häuptlinge,  fünf  an  der  Zahl,  in  12  Tagen
zur  Station  bestellt.  Der  Unterhändler  für  das
Gebiet  südlich  des  Njong  ist  noch  nicht  zurückgekehrt.
Inzwischen  habe  ich  am  2.  mit  einer  kleineren  Abtheilung
  das  Gebiet  der  Vogebetschi  rekognoszirt
und  will  in  den  nächsten  Tagen  die  militärische
Aktion  gegen  sie  beginnen.  Sie  sollen  300  Krieger
haben.  Ich  glaube,  daß  diese  Aktion  in  acht  Tagen
beendigt  sein  wird.  Für  gute  dauernde  Friedensabschlüsse
  halte  ich  noch  ein  längeres  Verweilen  der
Schutztruppe  im  Yaündegebiet  für  nöthig.

Unsere  Verluste  betragen  insgesammt  4  schwerund
  8  leichtverwundete  Soldaten  und  1  schwerund
  2  leichtverwundete  Träger.  Der  Gesundheitszustand
  der  Weißen  ist  ein  guter.  Die  Verluste  des
Feindes  sind  erheblicher.

Togv.
Rulturarbeit.

An  der  Küste  des  Schutgebietes  befassen  sich
bereits  mehrere  wohlhabendere  Eingeborene  mit  ausgedehntem
  Kaffee=  und  Kokosnußplantagenbau.  Auch
weiter  nach  dem  Innern  bricht  sich  die  Erkenntniß
von  dem  Werthe  solcher  Anlagen  unter  den  Eingeborenen
  mehr  und  mehr  Bahn.  Das  in  der  Nähe
der  Station  Misahöhe  gelegene  Dorf  Kuma  hat
beispielsweise  bereits  recht  bedeutende  Kaffeeerträgnisse
zu  verzeichnen.  Der  Wanderlehrer  Woeckel,  welcher
sich  gegemwärtig  zu  Lehrzwecken  auf  einer  Reise  in
das  Innere  befindet,  wird  weitere  Kreise  der  Eingeborenen
  zur  Anlage  von  Kaffeeplantagen  auregen
und  praktische  Aunleitung  dazu  ertheilen.  Er  hat
serner  den  Auftrag,  der  Gummigewinnung  und  der
Kolakultur  seine  besondere  Aufmerksamkeit  zu  widmen.
        <pb n="331" />
        —  282  —

Oeffentliche  Bedürfnißanstalten  sind  aus  gesundheitlichen
  und  ästhetischen  Rücksichten  in  Klein-Popo
bereits  seit  einer  Reihe  von  Jahren  eingerichtet.
Eine  gleiche  Anlage  wird  demnächst  in  Sebbe  in
Angriff  genommen  werden,  nachdem  es  dem  Kaiserlichen
  Landeshauptmann  gelungen  ist,  ein  entsprechendes
  Grundstück  zur  unentgeltlichen  Benutzung  auf
20  Jahre  zu  erhalten.

Friedhöfe  für  Eingeborene  sind  gleichfalls  bereits
an  verschiedenen  Orten  angelegt.  Auf  ihnen  werden
jedoch  nur  christliche  Eingeborene  beerdigt,  während
die  heidnischen  nach  alter  Sitte  in  ihrer  Behausung
bestattet  werden,  ein  Gebrauch,  der  sich  nur  allmählich
wird  abstellen  lassen.

Bezüglich  der  Schutzpockenimpfung  besteht  durch
Verordnung  vom  8.  Mai  1889  auch  gegenüber  den
Eingeborenen  der  Impfzwang.

Rus  dem  Bereiche  der  Wissionen  und
der  Knkishlaverei-Bewegung.

Der  deutsche  Frauenverein  für  Krankenpflege  in
den  Kolonien  hat  in  der  Berliner  Ausstellung  eine
Krankenbaracke  ausgestellt.  Die  Baracke  enthält  ein
Krankenzimmer  mit  vier  Betten,  eine  Küche,  Vorrathskammer
  und  Badestube.  Die  Aufsicht  führt  nach
„Unter  dem  rothen  Kreuz“  die  beurlaubte  Schwester
Emma  Kubanke.

Am  24.  November  v.  Js.  ist  in  Kapstadt  der
frühere  rheinische  Missionar  Dr.  Hugo  Hahn  gestorben,
  der  seit  1841  in  Südafrika  gearbeitet  hat.
Er  hat  vor  50  Jahren  in  der  Gegend  von  Windhoek
  die  Mission  unter  den  Hereros  begonnen.  Er
hat  ihre  Sprache  zur  Schriftsprache  gemacht  und
weite  Reisen  in  das  nördlich  vom  Hererolande  liegende
Ovamboland  ausgeführt,  wodurch  er  der  Mission
auch  dorthin  Bahn  brach:  Später  war  er  etwa  zehn
Jahre  lang  Pastor  an  der  deutschen  Gemeinde  in
Kapstadt  und  lebte  zuletzt  bei  seinem  Sohne,  dem
deutschen  Pastor  in  dem  Dorse  Paarl.

Nach  den  Berichten  der  Rheinischen  Mission
zählt  die  im  Gebiete  der  Bergdamaras  angelegte
Station  Okombahe  335  Gemeindeglieder.  Missionar
Schaar  schätzt  es  im  Interesse  seiner  Bergdamara
immer  mehr  als  ein  Glück,  daß  Okombahe  als
deutsches  Kronland  erklärt  worden  ist,  und  daß  die
Bergdamara  der  Oberhoheit  der  Herero  entronnen
sind.  Die  Herero  ziehen  jetzt  aus  dem  Gebiet  fort,
meistens  nach  Norden  zu,  dagegen  erfolgen  immer
mehr  Zuzüge  von  Bergdamara.  Die  Regierung  befördert
  das.

 

 

Die  Mission  sammelt  jetzt  Beiträge  für  eine
neue  Kirche.  Aus  der  Gemeinde  sind  bisher  98  Mark,
von  einigen  Weißen  424  Mark,  darunter  eine  Gabe
von  80  Mark  vom  Landeshauptmann  eingegangen.

Die  zweite  eigentliche  Bergdamarastation  war
bislang  Otjombnima,  das  vor  ungefähr  drei  Jahren
von  Missionar  Kremer  gegründet  wurde.  Von
Anfang  an  war  Missionar  Kremer  die  Instruktion
gegeben  worden,  vorläufig  nicht  zu  fest  zu  bauen,
da  eine  Verlegung  der  Station  möglicherweise  nöthig
werden  könnte.  Das  ist  jetzt  geschehen.  Obwohl
die  Arbeit  einen  ganz  guten  Anfang  genommen
hatte,  erwies  sich  doch  Otjombuima  oder  Tsumamas
nicht  als  der  geeignete  Platz.  Otiombuima  ist  demnach
  wieder  aufgegeben.  Dagegen  gab  es  im  Nordosten
  des  Landes  viele  Bergdamara  und  Buschmänner,
und  eben  dort  war  bis  jetzt  noch  weit  und  breit
keine  Missionsstation.  Dorthin,  nordöstlich  von
Otjozondjupa,  nach  dem  sogenannten  Otavigcbiet,  hat
nun  in  Mitte  des  vergangenen  Jahres  der  Präses
unserer  Hereromission,  Missionar  Viehe,  zusammen
mit  Kremer  eine  Untersuchungsreise  gemacht,  die
einen  greifbaren  Erfolg  hatte.  Im  Vergleich  zu  dem
übrigen  Hereroland  hat  das  Otavigebiet  manche
große  Vorzüge.  Zunächst  einmal,  es  ist  ungemein
wasserreich.  Es  giebt  zwar  keine  Flüsse;  aber  abgesehen
  von  den  vielen  Quellen  sammelt  sich  in  den
breiten  grasreichen  Niederungen  das  Regenwasser
und  bewegt  sich  langsam  nach  der  einen  oder  anderen
Richtung,  bis  es  allmählich  vom  Boden  aufgesogen
wird;  so  können  allenthalben  dauernde  Gartenanlagen
gemacht  werden,  was  im  Hererolande  nicht  der  Fall
ist.  Ein  anderer  günstiger  Umstand  ist  der,  daß  der
Zwischenraum  zwischen  dem  Beginn  der  Regenzeit
und  dem  Eintritt  der  Nachtfröste  länger  ist  als  im
Hereroland;  infolgedessen  kann  auch  die  Regenzeit
zu  Ackerbauzwecken  benutzt  werden,  was  im  Hererolande
  gleichfalls  nur  in  sehr  beschränktem  Maße
geschehen  kann.  So  haben  sich  auch  bereits  viele
Weiße  besonders  in  der  Umgegend  von  Grootfonteln
(nicht  zu  verwechseln  mit  der  ehemaligen  Missionsstation
  Grootfontein  im  Namaland)  niedergelassen.
Hier  hat  auch  der  Vertreter  der  South-West-Africa
  Co.  Ld.  (einer  englisch-deutschen  Gesellschaft)
seinen  Sitz.  Dieser,  Premierlieutenant  Dr.  Hartmann,
  war  gern  bereit,  dafür  einzutreten,  daß
der  Mission  der  nöthige  Platz  zur  Anlage  einer
Station  überlassen  würde.  Als  geeigneter  Platz  für
die  neu  anzulegende  Station  wurde  nach  gründlicher
Prüfung  Oniha  oder  Ghaub  (n.  ö.  von  Otavi,  in
unserem  Missionsatlas  ein  klein  wenig  s.  ö.  von
Otjikoto)  bestimmt.  Der  Platz  macht  einen  durchaus
günstigen  Eindruck,  auch  haben  die  dortigen  Bergdamara,
  die  die  Oberhoheit  eines  gewissen  John
Krüger,  eines  Hercrobastard,  anerkennen,  der  jetzt
auch  von  der  deutschen  Regierung  förmlich  als  Kapitän
der  Bergdamara  und  Buschmänner  eingesett  worden
ist,  bereits  mehrere  Gärten  angelegt  und  trotz  der
sehr  primitiven  Bearbeitung  noch  gute  Ernten  erzielt.
        <pb n="332" />
        —  293  —

Der  rheinische  Missionar  Pastor  Siebe  ist  am
16.  Dezember  in  Windhoek  angekommen.
Der  Missionar  Olpp  hat  die  deutsche  Schule
in  Otjimbingue,  die  schon  lange  für  ihre  Kinder  um
einen  Theologen  gebeten  hat,  übernommen  und  wird
neben  Missionar  Meyer  als  zweiter  Missionar  von  Otjimbingue
  thätig  sein  und  als  solcher  die  Bergdamaragemeinde
  als  sein  besonderes  Arbeitsgebiet  betrachten.

Die  Gemeinde  Franzfontein,  obwohl  im  Norden
des  Hererolandes  gelegen,  bildet  insofern  den  Ueber-Lang
  zu  dem  Namaland,  als  es  sich  hier  um  eine
Hottentottengemeinde  der  Zwartboois  handelt.  Sie
hat,  seitdem  Missionar  Riechmann  sie  Ende  1891
wieder  gesammelt  hat,  sich  ganz  besonders  schön  entwickelt.
  Am  27.  Juli  waren  es  50  Jahre,  daß  die
Erstlinge  der  Zwartboois  getauft  worden  sind.  Gegenwärtig
  zählt  die  Gemeinde  373  Seelen.

UAus  fremden  Rolonien.

von  der  Goldküstenkolonie.

Aus  der  Nummer  11  der  „Government  Gazette“
von  Accra,  Goldküste  (Westafrika)  vom  20.  März
d.  Is.  entnehmen  wir,  daß  die  Regierung  dieser
englischen  Kolonie  die  folgende  Verordnung  über  die
Inbesitznahme  von  unbebautem  Land  erlassen  hat:

„Da  bisher  Landkonzessionen  seitens  der  Häuptlinge
  in  dem  Protektorat  ohne  die  Zustimmung
des  Gonverneurs  der  Kolonie  ertheilt  worden  sind,
so  wird  hiermit  bekannt  gegeben,  daß  in  Zukunft
Landkonzessionen,  ausgenommen  das  Recht,  bebautes
Ackerland  oder  Bauterrain  zwecks  Anlegung  von
Ansiedelungen  der  Eingeborenen  in  Besitz  zu  nehmen,
von  dem  Gouvernement  nicht  anerkannt  werden,
wenn  nicht  die  Landkonzession,  als  Zeichen  der
Genehmigung,  von  dem  Gouverneur  oder  dem  von
ihm  hiermit  betrauten  Beamten  gezeichnet  ist.

Landkonzessionen,  welche  bisher  ohne  die  gedachte
Zustimmung  verliehen  sind,  sollen  nur  in  derjenigen
Ausdehnung  und  unter  denjenigen  Bedingungen  anerkannt
  werden,  welche  später  noch  näher  geregelt
werden  sollen;  übrigens  sollen  diejenigen  Anträge
auf  Landkonzessionen  jede  mögliche  Berücksichtigung
erfahren,  welche  in  gewisser  Zeit  einen  wirksamen
und  dauernden  Erfolg  versprechen."“

Britisch-Betschuanaland  im  Jabre  1894/95.7)

Der  kürzlich  als  Parlamentsvorlage  veröffentlichte
Bericht  des  Administrators  von  Britisch-Betschuanaland
  für  das  Jahr  vom  1.  April  1894  bis  zum
31.  März  1895  schildert  die  Finanzlage  der  Kronkolonie
  und  des  Protektorates  während  dieses  Zeit-*)

  Vergl.  Deutsches  Kolonialblatt  1895,  S.  281.

 

raumes  als  eine  günstige  im  Verhältniß  zu  den  vorhergehenden
  Jahren.

Die  gesammten  Einnahmen  während  des  Jahres
betrugen  67  156  Pfd.  Sterl.,  die  Ausgaben  dagegen
148  376  Pfd.  Sterl.

Die  Einnahmen  sind  hiernach  erheblich  gewachsen;
denn  die  Einnahmen  des  Vorjahres,  welche  bisher
die  höchsten  waren,  die  erreicht  sind,  betrugen
55  370  Pfd.  Sterl.  Die  Ausgaben  sind  geringer
als  in  den  vier  vorausgegangenen  Finanziahren.
Sie  betrugen:

1890/91  1891/92  1892/93

1893/94  1894/93.
158  392  154929

154  087  237  928  148  376
Pfd.  Sterl.

Der  hohe  Betrag  der  Ausgaben  im  Jahre
1893/94  war  durch  den  Matabelekrieg  veranlaßt
worden,  der  eine  besondere  Ausgabe  von  etwa
90  000  Pfd.  Sterl.  nöthig  machte.

Von  den  Einnahmen  des  letzten  Finanzjahres
entfallen  auf  das  Betschnanaland-Protektorat  nur
7600  Pfd.  Sterl.,  von  den  Ausgaben  etwa
85  000  Pfd.  Sterl.  Der  größte  Theil  der  letzteren
wurde  auf  die  Erhaltung  der  Polizeitruppc  verwendet.
  Die  Einnahmen  der  Kronkolonie  waren
gegen  das  Vorjahr  um  ctwa  12  000  Pfd.  Sterl.
gestiegen,  so  daß  sic  nur  noch  etwa  3000  Pfd.  Sterl.
geringer  waren  als  die  auf  die  Kronkolonie  entfallenden
  Ausgaben.  »

Im  Einzelnen  waren  die  Hauptposten  der  Einnahmen
  der  Kronkolonie  und  des  Protektorates,
verglichen  mit  denen  des  Vorjahres,  folgende:

1894/95  1893/94
Pfd.  Sterl.  Pfd.  Sterl.

Zolleinnahmen  21  834  16392
Einnahmen  der  Postverwaltung  7  367  im'-e:
Telegraphenverwaltung.

  3396  2  31
Grundrenten  6043  5574
Einnahmen  aus  Landverkäufen  6  267  2574
Hüttensteuer  54283  3  941
Lizenzen  3  184  3  024

Das  Anwachsen  der  Zolleinnahmen  des  letzten
Jahres,  welche  für  die  Kronkolonie  gegen  2400  Pfd.
Sterl.,  für  das  Protektorat  etwa  2600  Pfd.  Sterl.
betragen,  ist  zum  Theil  auf  die  zunehmende  Bewirthschaftung
  neuer  Farmen  zurückzuführen,  zum  Theil
auf  das  schnelle  Anwachsen  des  Handels  und  des
Durchgangsverkehrs  durch  Betschuanaland  nach  den
nördlich  davon  gelegenen  Territorien  der  Britisch=Südafrikanischen
  Gesellschaft.

Der  Werth  der  Einfuhr  zollpflichtiger  Waaren
ist  von  126  856  Pfd.  Sterl.  im  Jahre  1893/94  auf
231  325  Pfd.  Sterl.  gestiegen.  Hiervon  betrug  die
Einfuhr  in  die  Kronkolonie  106  878  Pfd.  Sterl.,  die
Einfuhr  in  das  Protektorat  45  368  Pfd.  Sterl.,  der
Transit  durch  Betschuanaland  nach  Rhodesia  79  079

sfd.  Sterl.  Hierzu  kommt  noch  ein  Transit  nach
den  westlichen  Theilen  der  Südafrikanischen  Republik
im  Werthe  von  46  726  Pfd.  Sterl.
        <pb n="333" />
        Der  Transitverkehr  durch  Betschuanaland  nach
Rhodesia  ist  in  den  letzten  Jahren  sehr  gewachsen.
Er  betrug:

1891/92
36  409

1892/93
8  909
—

Ein  großer  Theil  der  Einfuhr  nach  Rhodesia,
namentlich  nach  Maschonaland,  geht  über  den  portugiesischen
  Hafen  Beira  und  durch  Transvaal;  die
Einfuhr  aus  Transvaal  nach  Matabeleland  während
des  letzten  Jahres  wird  auf  mindestens  30  000  Pfd.
Sterl.  geschätzt.  Man  hofft,  daß  der  Durchgangsverkehr
  durch  Betschuanaland  in  den  nächsten  Jahren
noch  weiter  anwachsen  wird  infolge  der  Weiterführung
  der  Betschuanalandeisenbahn  und  der  besseren
Regelung  des  Landtransportes,  sowie  wegen  der
guten  Weideverhältnisse  längs  der  Betschuanalandstraße.
  Die  Fracht  für  100  englische  Pfund  von
Mafeking,  zur  Zeit  die  nördlichste  Eisenbahnstation
in  Betschuanaland,  bis  Buluwayo  hat  zuletzt  zeitweise
  nur  10  s.  betragen,  durchschnittlich  während
des  letzten  Jahres  etwa  13  s.

Der  Export  aus  Betschuanaland  mittels  der
Eisenbahn  ist  nicht  erheblich  und  ist  im  letzten  Jahre
dem  Gewichte  nach  wiederum  zurückgegangen.  Er
betrug:

1893/04
23  607

1892/93  =  44  745  704  engl.  Pfund,
1893/94  =  36  030  259  -
1894/95  =  31  532  362  =  -

Die  Hauptausfuhrartikel  sind:  Holz,  Getreide,
Wolle,  Häute  und  Hörner.  Es  betrug  in  engl.
Pfund  die  Ausfuhr  von:

1892/93  1893/94  1894/95

Bau=  und

Brennholz  34  890  168  32  795  445  25  369  555
Getreide  7  331  313  1  135  457  3  725  930
Wolle  und

Kamelgarn  558  912  487  797  386  195
Häuten,

Fellen  und

Hörnern  680  497  587  384  710  138

Der  Rückgang  des  Gesammtgewichtes  der  Ausfuhr
  ist  hiernach  hauptsächlich  auf  die  verminderte
Ausfuhr  von  Holz  zurückzuführen.  Die  Ausfuhr
von  Getreide  ist  infolge  der  besseren  Mais=  und
Hirseernte  und  des  Nachlassens  der  Heuschreckenplage
wieder  gestiegen.  Man  hofft,  daß  die  Ausfuhr  von
Wolle  und  Kamelgarn  sich  später  wieder  heben
wird,  da  im  letzten  Jahre  etwa  7000  Schase  in
Betschuanaland  eingeführt  sind  und  die  mit  den
Angoraziegen  angestellten  Versuche  erfolgreich  gewesen
sind.  Manche  Gegenden  sind  jedoch  für  die  Schafzucht
  nicht  geeignet.

Den  Einnahmen  aus  dem  Post=  und  Telegraphenverkehr
  im  letzten  Jahre  von  zusammen  11  535  Pfd.
Sterl.  stehen  Ausgaben  im  Betrage  von  12  432  Pfd.
Sterl.  gegenüber,  so  daß  das  Defizit  nur  noch  897  Pfd.
Sterl.  beträgt  (gegen  4053  Pfd.  Sterl.  im  Jahre
1893/94  und  7483  Pfd.  Sterl.  im  Jahre  1892,93).

294

 

Die  Ausgaben  für  die  Post  haben  sich  in  den  letzten
Jahren  beständig  verringert.  Dieses  Resultat  ist
mit  Rücksicht  auf  die  großen  Entfernungen  und  die
unentwickelten  Verhältnisse  im  Protektorate  ein  sehr
günstiges;  in  dem  Berichte  wird  die  Erwartung
ausgesprochen,  daß  das  Post=  und  Telegraphenwesen
sich  bald  selbst  erhalten  wird  und  daß  sich  eine
Herabsetzung  der  jetzt  noch  sehr  hohen  Posttarifsätze
ermöglichen  lassen  wird.  Ein  regelmäßiger  Postbetrieb
  war  bis  Buluwayo  eingerichtet.

Was  die  Landverkäufe  seitens  der  Regierung
anbetrifft,  so  sind  im  vergangenen  Jahre  403  030
kapsche  Morgen  verkauft  worden.  Der  Reinerlös
aus  diesen  Verkäufen  betrug  5290  Pfd.  Sterl.,
während  26  129  Pfd.  Sterl.  von  den  Kaufgeldern
Rest  blieben.  Der  größte  Theil  dieser  Restkaufgelder
  wird  in  Form  einer  Grundrente  (quitrent),
welche  mit  5  pCt.  jährlich  zu  verzinsen  ist,  bestehen
bleiben,  so  daß  die  Regierung  hieraus  eine  jährliche
Einnahme  von  etwa  1200  Pfd.  Sterl.  haben  wird.
Für  den  derzeitigen  Werth  des  Grund  und  Bodens
in  Betschnanaland  ist  folgende  in  dem  Berichte  aufgeführte
  Thatsache  von  Interesse.  Im  Jannar  1895
sollten  in  Upington,  welches  am  Orangefluß  nicht
weit  von  der  Grenze  des  deutschen  Schuszgebietes
liegt,  23  Farmen  in  öffentlicher  Auktion  versteigert
werden.  Es  wurden  aber  nur  drei  Farmen  mit
einem  Flächeninhalte  von  zusammen  46  405  Morgen
für  3218  Pfd.  Sterl.  verkauft.  Hiernach  betrug
der  Durchschnittspreis  für  einen  Morgen  etwa  1  8
5  d.  Auf  die  übrigen  20  Farmen  wurde  kein  Gebot
abgegeben.  Dagegen  wurden  in  der  Nähe  von
Mafeking  im  Eisenbahnkonzessionsgebicte  116  600
Morgen  für  20  230  Pfd.  Sterl.  verkauft,  d.  h.  der
Morgen  durchschnittlich  für  etwa  3  8  6  d.

Der  Gesammtflächeninhalt  der  Kronkolonie  beträgt
etwa  51  500  engl.  Quadratmeilen.  Hiervon  stehen
der  Regierung  noch  etwa  18  000  Quadratmeilen,
von  denen  2282  Quadratmeilen  vermessen  sind,  als
Kronland  zum  Verkauf  zur  Verfügung.  Der  Verkaufswerth
  dieses  Kronlandes  wird  auf  wenigstens
270  000  Pfd.  Sterl.  geschätzt.

Die  allgemeine  wirthschaftliche  Lage  im  Betschuanalande,
  namentlich  auch  die  der  Eingeborenen,  ist  nach
dem  Berichte  während  des  Jahres  1894/95  günstig
gewesen,  trotzdem  bei  der  Ernte  einige  Getreidcarten
infolge  von  Dürrc  und  Heuschreckenfraß  ausgefallen
sind.  Doch  war  die  Mais=  und  Hirseernte  gut.
Die  Eingeborenen  sind  im  Allgemeinen  mit  ihrer
Lage  zufrieden;  sie  finden  bei  dem  steigenden  Verkehr
guten  Verdienst  durch  das  Frachtgeschäft,  welches  im
Protektorat  zum  größten  Theil  in  ihren  Händen  ist.
Viele  von  den  jüngeren  Eingeborenen  arbeiten  in
den  Minen  bei  Kimberley  und  Johannesburg.

Der  Ertrag  der  Hüttensteuer  (siehe  oben),  welche
nur  in  der  Kronkolonie  erhoben  wird,  ist  ein  außergewöhnlich
  hoher  gewesen.
        <pb n="334" />
        Die  im  vorhergehenden  Jahre  neu  eingeführte
Rädersteuer,  welche  eine  halbe  Krone  (—2½.)
für  jedes  Wagenrad  beträgt,  ergab  einen  Ertrag  von
2500  Pfd.  Sterl.,  welcher  zur  Neuanlegung  und
Erhaltung  der  Straßen  verwendet  wird.

Die  Zahl  der  Bevölkerung  ist  namentlich  infolge
des  beständigen  Zuzuges  von  Farmern  im  Anwachsen
begriffen;  auch  hat  sich  das  bisher  als  Kalahariwiste
bezeichnete  Gebiet  im  weiteren  Umfange  als  besiedelungsfähig
  erwiesen,  als  bisher  allgemein  angenommen
  wurde.

Besonders  hervorgehoben  wird  in  dem  Berichte
die  jetzt  im  Betschuanalande  herrschende  große  persönliche
  Sicherheit.  Obwohl  die  Europäer  im  Lande
zerstreut  leben,  ist  kein  Fall  von  Gewaltthätigkeit
gegen  dieselben  seitens  der  Eingeborenen  bekannt
geworden.  Es  sind  überhaupt  nur  sehr  wenige
Fälle  schwererer  Verbrechen  und  kein  Fall  von  Mord
während  des  in  Rede  stehenden  Jahres  vorgekommen
und  man  glaubt,  daß  zu  diesem  Resultat  die  strenge
Durchführung  des  Verbotes  des  Verkaufs  von  Spirituosen
  an  die  Eingeborenen  nicht  unerheblich  beigetragen
  habe.

In  den  inneren  Verhältnissen  der  bisherigen
Betschuanaland-Kronkolonie  sind  in  der  Zwischenzeit
bekanntlich  wichtige  Aenderungen  durch  die  im  November
  v.  Is.  stattgehabte  Einverleibung  derselben
in  die  Kapkolonic  eingetreten.“)

Lagos  und  Goldküste.

In  Lagos  wird  die  Aulage  einer  Eisenbahnlinie
Lagos  —  Ibadan  —  Abeokuta  beabsichtigt.  Nachdem
die  Besichtigung  der  Strecke  erfolgt  ist,  hat
man  mit  der  Vermessung  nunmehr  begonnen.  Als
Ausgangspunkt  der  Bahn  wird  die  Insel  Ido  genannt,
  von  wo  eine  Eisenbahnbrücke  nach  dem  Festlande
  gebaut  werden  soll,  mit  deren  Vorarbeiten
bereits  der  Anfang  gemacht  ist.  In  der  Goldküstenkolonie
  hat  der  englische  Kapitän  Lang  zu  Eisenbahnbauzwecken
  die  Strecke  von  der  Kormantanbai,
etwa  drei  englische  Meilen  westlich  von  Saltpond,
bis  zum  Birrimfluß,  das  ist  etwa  bis  Appam,  besichtigt.
  Für  diese  vorläufige  Besichtigung  an  der
Goldküste  sind  im  Ganzen  bisher  81  000  Mark
verausgabt  worden.  Die  Regierung  der  Goldküstenkolonie
  hat  das  Projekt  des  Baues  von  Eisenbahnen
vorläufig  fallen  lassen  und  auch  für  das  Jahr  1896
einen  Betrag  für  solche  Zwecke  im  Etat  nicht  vorgesehen.
  Nach  der  offiziellen  „Government  Gazette“
Nr.  20  d.  d.  Accra,  den  28.  Oktober  1895,  S.  322,
äußerte  sich  der  Gouverneur  William  E.  Maxwell
in  einer  Ansprache  an  die  gesetzgebende  Körperschaft
der  Goldküstenkolonie  bezüglich  des  Eisenbahnbaues
wörtlich,  wie  folgt:

.

*)  Vergl.  Deutsches  Kolonialblatt  1895,  S.  660.

295

 

„Die  gegenwärtigen  Transportbedingungen  aus
dem  Innern  zur  Küste  sind  derartig,  daß  über  eine
gewisse  Entfernung  hinaus  die  schwereren  Produkte
ihren  Handelswerth  verlieren.  Der  Bau  einer  50
bis  60  Meilen  langen  Bahn  würde  ein  neues
Handelsgebiet  erschließen  und  stufenweise  Ausdehnung
der  Linie  würde  den  Handel  weiter  fördern.  Welcher
Hafenplatz  als  Ausgangspunkt  am  besten  wäre,  ist
noch  fraglich.  Appam  wird  von  Kapitain  Lang
empfohlen,  der  eine  Trace  von  dort  aus  vermessen
hat.  Auch  Accra  hat  seine  Fürsprecher  und  es  dürfte
noch  andere  Plätze  geben.  Bei  dieser  Sachlage  war
es  unmöglich,  im  Etat  für  1896  schon  Ausgaben  für
Bahnzwecke  einzustellen."

Ausstellung  in  Vierra  Leone.

Nach  einem  Berichte  des  amerikanischen  Konsuls
zu  Freetown  sollte  zu  Anfang  dieses  Jahres  dort
eine  landwirthschaftliche  Ausstellung  abgehalten  werden.
Für  die  besten  Landesprodukte  waren  Preise  ausgesetzt.
  Man  hofft  auf  diesem  Wege  die  Eingeborenen
zu  lebhafterem  Betrieb  von  Pflanzungen  und  Viehzucht
  anzuspornen.

Ligerprotektorat.

Ueber  die  Unruhen  unter  den  Eingeborenen  im
Nigerküstengebiet,  zu  deren  Untersuchung  der  frühere
Generalkonful  Sir  John  Kirk  von  der  englischen
Regierung  abgeordnet  war,  ist  jetzt  dem  Parlament
der  von  dem  genannten  Kommissar  erstattete  Bericht
in  Form  eines  Blaubuchs  (C.  7977)  vorgelegt
worden.

Perschiedene  Miktheilungen.
Wissenschaftliche  Lendungen.

Benachrichtigung  für  die  wissenschaftlichen  Stationen
  und  Expeditionen  (in  Ergänzung  der  Bestimmungen
  vom  7.  November  1890,  Kol.-Bl.  S.  287):

Alle  wissenschaftlichen  Sendungen  aus  den  deutschen
  Schutzgebieten  sind,  wenn  irgend  möglich,  entweder
  der  Deutschen  Ostafrika-Linic,  der
Woermann-Linie  oder  dem  Norddeutschen
Lloyd  zur  Beförderung  zu  übergeben,  weil  diese
eine  Frachtermäßigung  eintreten  lassen.  Der  Nachweis,
  daß  die  Gegenstände  für  wissenschaftliche  Anstalten
  bestimmt  sind,  ist  dadurch  zu  erbringen,  daß
sie  nach  Hamburg  bezw.  Bremen  auf  Conossements
  zu  verladen  sind.

Wenn  die  Sendungen  Gegenstände  für  verschiedene
  Museen  enthalten,  so  ist  auf  diesen  zu
vermerken,  daß  sie  direkt  an  das  Museum  für
Völkerkunde,  Berlin  SW.,  Königgrätzerstr.  120,
        <pb n="335" />
        296

gegen  Nachnahme  der  ermäßigten  Seefracht  und  der  der  damaligen  geringen  Ausbildung  ihrer  Verwal-=Kosten

  bis  zum  Bestimmungsort  zu  richten  sind.
Kisten,  welche  nur  zoologische,  paläontologische
und  mineralogische  Gegenstände  enthalten,  sind
mit  gleichem  Vermerk  an  die  Zoologische  Sammlung
  des  Museums  für  Naturkunde,  Berlin  N.,
Invalidenstraße  43,  und  Kisten,  die  nur  botanische
Gegenstände  enthalten,  an  das  Botanische  Museum,
Verlin  W.,  Grunewaldstr.  6/7,  zu  richten.

 

VVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVI

Titterakur.

B.  W.  v.  König,  Handbuch  des  deutschen  Konsularwesens.
  Fünfte  verbesserte  Ausgabe.  Herausgegeben
  von  B.  v.  König.  Berlin  1896.
R.  v.  Deckers  Verlag.

Zum  fünften  Male  innerhalb  eines  Zeitraums

von  20  Jahren  erscheint  jetzt  das  deutsche  Konsularhandbuch,
  aufs  Neue  erweitert  und  verbessert.  Das
Werk  ist  im  In=  und  Auslande  zu  bekannt  und  geschätzt,
  als  daß  es  nöthig  wäre,  hier  auf  seine  großen
Vorzüge  nochmals  hinzuweisen.  Es  ist  gleichzeitig
der  kaum  jemals  im  Stich  lassende  Rathgeber  des
deutschen  Vertreters  im  Auslande,  welcher  in  übersichtlichster
  Form  alle  gesetzlichen  Vorschriften  und
gelegentlichen  amtlichen  Anweisungen  vorführt,  und
das  bequemste  Nachschlagebuch  für  alle  Personen,
welche  den  Schutz  oder  Beistand  der  deutschen  Behörden
  in  fremden  Staaten  in  Anspruch  nehmen
müssen.  In  welchem  außerordentlichen  Maße  die
deutschen  Interessen  im  Auslande  und  damit  die
Aufgaben  der  konsularischen  Beamten  seit  1875,  dem
Jahre  des  ersten  Erscheinens  dieses  Werks,  gewachsen
sind,  ergiebt  so  recht  ein  Vergleich  der  fünf  vorliegenden
  Ausgaben.  Die  jetzt  von  dem  Sohne  des
1889  verewigten  Verfassers  bearbeitete  Auflage  übertrifft
  die  letzte  des  Jahres  1888  schon  räumlich  in
erheblichem  Maße.  Es  ist  das  ebenso  die  Folge
vieler  Nachträge  und  Ergänzungen  des  vorliegenden
Textes  und  der  die  Wehrpflicht  und  das  Schifffahrtswesen
  betreffenden  Zusätze,  als  einer  nicht  zu
umgehenden  Erweiterung  des  Abschnittes  über  die
deutschen  Schutzgebicte.

Im  Jahre  1888  waren  die  Schutgebiete  in
dem  Handbuch  nur  kurz  erwähnt  worden.  Angesichts

 

tung  hatte  der  Verfasser  die  Zeit  zur  Niederschrift
einer  Anleitung  für  die  Kolonialbeamten  in  ähnlicher
Weise  wie  für  die  Konsuln  noch  nicht  für  gekommen
erachtet.  Gegemvärtig,  wo  in  allen  Schutzgebieten
zahlreiche  deutsche  richterliche  und  Verwaltungsbeamte
  thätig  sind,  machte  sich  das  Bedürfniß  nach
einem  Handbuch,  welches  in  übersichtlicher  und  faßlicher
  Form  diesen  Beamten  ihre  Aufgaben  vorführt,

dringend  geltend.  Der  gegenwärtige  Herausgeber,

welcher  selbst  seit  Jahren  in  der  Kolonial-Abtheilung

des  Auswärtigen  Amtes  thätig  ist,  hat  es  daher
dankenswertherweise  unternommen,  das  werthvolle
Werk  seines  Vaters  auch  den  Bedürfnissen  der  Kolonien
  anzupassen.  Unterstützt  von  langer  Erfahrung
und  reichem  Wissen  hat  er  auf  einem  Naume  von
drei  und  einem  halben  Druckbogen  eine  knappe,  aber

durchaus  vollständige  Uebersicht  der  Leitung  der

 

Schutzgebiete  im  Allgemeinen,  der  dort  thätigen
wirthschaftlichen  Unternehmungen  und  Missionen,  der
Verfassung  und  Verwaltung  der  Schutzgebiete,  ihres
Beamtenwesens  und  ihrer  Rechtsverhältnisse  geliefert.
Das  gesammte  in  Gesetzen,  Verordnungen  und  Anweisungen
  niedergelegte  Material  hat  dabei  Berücksichtigung
  gefunden.  Die  Benutung  ist  durch  ein
sorgfältig  gearbeitetes,  genaues  Inhaltsverzeichniß
erleichtert.  Das  Werk  wird  daher  in  seiner  jetzigen
Gestalt  bei  allen  Kolonialbeamten  und  Kolonlalfreunden
  ebenso  viel  Beifall  finden  als  bisher  bei  den
konsularischen  Beamten.

T.  W.  Dyckerhoff:  Deutsche  und  Engländer.
Essen  1896.  G.  D.  Baedeker.

J.  D.  E.  Schmeltz:  Das  Schwirrholz.
einer  Monographie.  Hamburg  1896.
drichsen.

Versuch
Frie- 



James  Connor:  Französisch-deutsch=  englisches
Konversationsbüchlein  zum  Gebrauche  in  Schulen
und  auf  Reisen.  XI.  Auflage.  Heidelberg  1896.
C.  Winter.

 

D.  Haek:  Die  Kunst,  die  holländische  Sprache  durch
Selbstunterricht  sich  anzueignen.  II.  Auflage.
Wien.  Hartleben.

VVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVWVWVWVWVVVWVVVVVVVVVVVUD

Schiffsbewegungen.

(Die  Zeit  vor  dem  Orte  bedeutet  die  Ankunft,  hinter  dem  Orte  die  Abfahrt  des  Schiffes.)

S.  „Condor“"  5/2.  Sansibar.

S.  „Hyäne"“  30/12.  Kamernn.
Vermessungsschiff  „Möwe“  8/1.  Matupi.

station:  Kamerun.)

S.  „Bussard“  30/1.  Sydney  1/5.  —  Schutzgebieten.
(Poststation:  Sansibar.)
S.  „Falke“  4/2.  Sydney  4/4.  —  15/4.  Apia.  (Poststation:  Hofpostamt.)
(Poststation:  Kamerun.)

(Poststation:  Matupi.)

S.  „Seeadler“  20/2.  Kapstadt  30/4.  —  Swakopmund.  )

S.  „Sperber“  15/4.  St.  Paul  de  Loanda  22/4.  —  1/5.  St.  Thomé  3/5.  —  Kamernn.  (Post-(Poststation:

  Hofpostamt.)

(Poststation:  Kapstadt.
        <pb n="336" />
        —  297  —

Ablösungstransporte:

Fahrplanmäßige  Neichsposthampser  der  deutschen  Ostafrika-Linie  mit  dem  Ablösungstransport  S.  M.  S.
„Condor"  —  age  Besatzung:
Ausreise  Keichspostdampfer  „Kaiser"“:  Hamburg  25/3.  —  30,  4.  Sansibar.
Heimreise:  Reichspostdampfer  „Bundesrath“  Sansibar  5/5.

 

Derkeh##-Nachrichten.
Der  Dampfer  „Thekla  Bohlen“  ist  am  30.  Mril  d.  Is.  in  Tsoakhaubmund  angekommen.

Szifssbewegungen  der  Deutschen  Ostafrika-Linie  (Hamburg—Ostaffikal

 

—  —  Reise  betze.  Nachrichten

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

eichspostdampfer  von  nas  bis  23.  april  1890
„Kaiserr  Hamburg  Durban  am  20.  April  an  Aden.
„Kanzler“  .....  Durban  Hamburg  am  20.  April  an  Aden.
„Bundesrath  “..  ..  Hamburg  Durban  am  19.  April  an  Durban.
„Reichstagog  Durban  Hamburg  am  19.  April  an  Marseille.
„Admirall  zur  Zeit  im  Hamburger  Hafen.  ·
„General“  ....  Hamburg  I  Durban  1  am  12.  April  ab  Las  Palmas.
Postdampfschiffverbindungen  nach  den  deutschen  Schutzgebieten.
Die  Abfahrt  erfolgt  6  Ausschissungshafen.  Briefe  müssen  aus
Nach  vom  Ein-  Dauer  Berlin  spätestens
schiffungshafen  an  folgenden  Tagen  der  Ueberfahrt  abgesandt  werden
am  3.,  24.  Juni  Dar-es-Saläm
an  T  1  k  21  Tage  .  1  am  2  Mv  Juni
·  am  24.  Mai,  21.  i  bar  age
1.  Deutsch-  Ostafrita.  en  de  T  2*  1.  Juni  Sansi  g  16.  abds.
Marseille  am  10.  jedes  Mts.  Sansibar  18  Tage  am  8.  jedes  Monats
(Mfranzösische  Schifes.  46  abds.
Southampton  am  6.  Juni  Walfishbai  27  Tage  am  5.  N
2.  Deutsch-üdwestafrika.  lwausche  5  5%  K  ms.  18
Ham  am  31.  Mai,  31.  Juli  Swalopmund  30  Tage  am  Il.  i  or  31.  Juli
a#nbt  #  nachts  .—-.
Hamburg  am  40½4  dirdes  Monats.  Kamerun  24  Tage  an,  0.  erdes  Monats
3.  Ramerun  Ghrutsche  Schiffe
·  Liverpool  am  hact  MNai,  10.  Juni  Kamerun  22  Tage  an  Wo  ö  D
(englische  Schiffe  —  —  185  nums.
am  "10.  jedes  Mts.  nachts  7  Popo  20  Tage
4.  Togo=  Gebiet  am  20.jedes  Mts.  Lome  31  Tage  am  10.,  20.  und  Letzten
Cvon  Accra  bez.  Quittah  ba  Ehisse)  Klein-Popo  33  Tage  ied.  Mts.  720  abds.
mittelst  Boten  nach  Lome  am  Letzten  jed.  Mts.-  Kläin  Popo  od.  Accras)
und  Klein-Popoy).  am  20.  Mai,  Quittah'")  oder  Klein=  am  18.  Mai
giel  a  3.,  17.  Juni  Popo  35  Tage  1.,  15.  Juni  15  ms.
am  1.  Julie  Friedrich  Wilhelms-  "  „
5.  Deutsch-eu--Guinea.  7  *75  abds.  hafen  45  Tage  am  29.  Juni,  3.  Juli
am  5.  Juli  41  Tage  10  abos.
“—  rle  475  #
·  —  —  —  ——  —  ———
6.  «  disi  am  4  Juli  Jaluit  etwa  60  Tage  am  3.  Juli
Marshall  ·  Inseln.  (caertC  Manilh)  "  6  105  Meli-
        <pb n="337" />
        —  298  —

Fahrplan  der  Postdampfer  der  deutschen  Ostafrika-Tinie

Nördliche

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dampf.  d.  Hauptlinie  Pan=  Saa=  Baga=  Dar-es-  -  Baga=  Dar-es  --  Miein-Hamburg)
  Tanga  Tangaghani  dani  moyo!Salaäm  Sansibar  moyoSaläm#  Kilwa  Lindißani
ab  an  ab  ab  ab  ab  ab  an  ab  ab  ab  ab  ab
1896  1896  189068966  1896  1896  1896  1896  1896  1896  1896  1896  1896
Mittwoch  Dienstagf  Mitt-=  Don=  Freitag  Freitag  Sonn=  Sonn-  —5  Mitt  Frei-=  Sonn--Sonnwoch
  nerstag  abend  abend  woch  nerstag  tag  abend  tag

.  120.  Mai  23.  Juni  24.JuniI25.  Junl  26.  Junis  26.  Junis  27.  Juni  27.Juni,  30  Vni  1.  Julis  2.  3.  Julis  4.Julis  5.  Juli

.  110.  Juni  14.  Juli  J  15.  Juli  16.  Juli  17.  Juli  17.  Juli  18.  Juli  18.  Juli  21.  .Juli22.  Zuli  23.  Juli  24.  Juli  25.  Juli  26.  Juli

.  1.  Juli  4.  Nug  5.  Aug.  6.  Au  7.  Aug7.  Aug.]  S.  Aug.B.Aug.  11.  Aug.12.  Aug.13.  Aug..  Aug.5.  Ang.16.  Aug.

72.22.  Juli  25.  Aug.26.Aug.27.Aug.28.  Aug./28.Aug.  29.Aug.29.  Aug.)  e  2.pt].  Sptt  Spt,.  Spt.6.  Spt.

3.12.  Aug.  15.  Sept.]6.  Spt.7.  Spt.1  Spt.)1.  Spt.]19.  Spt.  19.  Spt.  22.Spt.  23.  Spt.  24.  St.  25.  Sht.  26.  Spt.27.  Spt.
2.  Sept.  6.  Okt..Okt,.Oft.t.ft.10  Okt.  2  S  14.  Okt.  16.Okt.7.Okt.18.Okt.
Mittwoch  Dienstagf  Dien-Mitt=  Don=  Don=  Freitag  Freitag  Montag|  Dien-  Don=  Freitag  Sonn-»

  stag  wochnerstag  nerstag  stag  nerstag  abend

5.|23.  Sept.  27.  Okt.27.  Okt.28.  Okt.29.  Okt.  29.  Okt.30.  Okt.  30.  Okt,  2.  Nov|3.Nov.  v.]5.  Nov.].  Nov.7.Nov.

6.4.  Okt.  1  Nov..  Nov.18.Nov.  19.  Nov.19.  No.20.  Nov.  20.Nov.  23.Nov.24.Nov.  25.Noo.  26.Nov.  27.Nov.28.Do.

—  8.  Dez.  8Dez.9Dez.10.Dez.10.  Dez.11.Dez.11-Dez.  14.Dez.  [15.  Dez]|16.Dez.17.  Dez.18.  Dez.1.Dez.
1897  1897  18971897  7  18971897197

8.25.  Nov.  29.  Dez.29.  Dez.  30.Dez.31.  Dez.  31.  Dez.]1  Jan.  s  1.  Jan.  4.Jan.  5.Jan.  7.  Jan.].  Jan.].Jan

1897  1897  189711897897
9.16.  Dez.  19.  Jan.19.  JZan.20.  Jan./21.  Jan.  21.  Jan.|22.  Jan.22.Jan.25.Jan.  26.  Jan.  27.  Jan./28.  Jan|29.  Jan.0.Jan.

 

Die  Daten  werden  nach  Möglichkeit  innegehalten  werden,  jedoch  sind  in  den  Zwischenstationen  kleinere

B.  Südliche

 

 

 

Nr.  der  Dampfer  der  Hauptlinie  Beira  Chinde  Queli
--  Hamburg  Beira  mane
Reise  ab  an  ab  ab  ab

1896  1896  1896  1896  1896

Mittwoch  Dienstag  Mittwoch  Sonntag  Mittwoch

70.  10.  Juni  28.  Juli  29.  Julie  2.  Aug.  5.  Aug.
71.  1.  Julie  18.  Aug.  19.  Aug.  23.  Aug.  26.  Aug.

72.  22.  Juli  8.  Sept.  9.  Sept.  13.  Sept.  16.  Sept.
73.  12.  Aug.  29.  Sept.  30.  Sept.  Okt.  7.  Okt.
74.  2.  Sept.  20.  Okt.  21.  Okt.  25.  Okt.  28.  Okt.

Mittwoch  Montag  Dienstag  Sonnabd.  Dienstag

75.  23.  Sept.  9.  Nov.  10.  Nov.  14.  Nov.  17.  Nov.
76.  14.  Okt.  30.  Nov.  1.  Dez.  5.  Dez.  8.  Dez.
77.  4.  Nov.  21.  Dez.  22.  Dez.  26.  Dez.  29.  Dez.
1897  1897  1897  1897

78.  25.  Nov.  11.  Jan.  12.  Jan.  16.  Jan.  19.  Jan.

79.  16.  Dez.  1.  Febr.  2.  Febr.  6.  Febr.  9.  Febr.

 

 

 

 

 

 

 

 

Die  Daten  werden  nach  Möglichkeit  innegehalten  werden,  jedoch  sind  in  den  Zwischenstationen  kleinere
        <pb n="338" />
        —  299  —

wischen  Hamburg  und  Pstafrika  für  das  Jahr  1896.

Zweig-Liniec.

 
     

   
   
     

  

Dampf.d
Tanga

ab

   
  
  

"  „  :„  Dar-Lindi
  Kilwa  es-Sa-  Dar-eslamSaläm


an  ab

Ibo*yl  Mikin-Iboi
  dani

 
  
 
  

     
  

   

   

   

    

    

   

 
     
  

ab  ab  ab

    
 

ab  ab  ab  ab  ab  an

 

an

          

      

 

         
  

         

      

1896
Mon-1896


Mon-     



1896  1896

Sonn-1896

  1896  1896  1896

Montag  r
27.  Juli  2.Sept.
24.  Aug.  30.  Sept.
24.  Aug.  30.Sept.
14.Sept  20.  Okt.

5.  Okt.  11.  Nov.
26.  Okt.  1.  Dez.

1896

   
 
  

                 

      
  
   

       
 
  

1896  1896
Freitag

    

1896  1896

  

1896

  

1896

       

           

 

     
    
    
    
    
      
    
  

    
  

  
 

  
   

  
  
  
 

 
    

    
 

Sonn-s  Sonn-  Mon-  Mon-Freitag

20.  Nov.
11.Dez.
1897

1.  Jan.

22.  Jan.

Mon-  Montag

16.  Nov.  23.  Dez.
135897

      
 

        
   
      

            
  

  

7.  Dez.  12  Jan.  5.  Dez.  6.  Dez.
28.  Dez.  3.Febr.
1897

18.  Jan.  23.Febr.

8.  Febr.  17.

1.Dez.2.Dez.

         
       

Verschiebungen  in  den  Ankunfts=  und  Abgangszeiten  zulässig,  je  nach  dem  Verlauf  der  Reise.

Zweig-Linice.

 

 

 

 

 

 

 

Mozam-  Inham-  Dampfer  der  Hauptlinie
*8  V
Parapat?)  biques)  bane)  Beira  Beira  Haniburg
ab  ab  ab  an  ab  an
1896  1896  1896  1896  1896  1896
Freitag  Sonntag  Don-  Sonn-  Sonntag  Mittw.  Dienst.
nerstag  abend
7.  Aug.  9.  Aug.  13.  Aug.  15.  Aug.  16.  Aug.  30.  Sept.
28.  Aug.  30.  Aug.  3.  Sept.  5.  Sept.  6.  Sept.  20.  Okt.
18.  Sept.  20.  Sept.  24.  Sept.  26.  Sept.  27.  Sept.  11.  Nov.
9.  Olt.  11.  Okt.  15.  Okt.  17.  Okt.  18.  Okt.  1.  Dez.
30.  Okt.  1.  Nov.  5.  Nov.  7.  Nov.  8.  Nov.  23.  Dez.
Don-  Sonn-  Mittwoch  Freitag  Sonntag  Dienst.  Mittw.
nerstag  abend  1897
19.  Nov.  21.  Nov.  25.  Nov.  27.  Nov.  29.  Nov.  12.  Jan.
10.  Dez.  12.  Dez.  16.  Dez.  18.  Dez.  20.  Dez.  3.  Febr.
1897  1897  1897  1897
31.  Dez.  2.  Jan.  6.  Jan.  8.  Jan.  10.  Jan.  23.  Febr.
1897
21.  Jan.  23.  Jan.  27.  Jan.  29.  Jan.  31.  Jan.  17.  März
11.  Febr.  13.  Febr.  17.  Febr.  19.  Febr.  21.  Febr.  6.  April

 

 

 

 

 

 

 

 

 

*)  Diese  Häfen  werden  nur  dann  angelaufen,  wenn  genügend  Veranlassung  vorliegt.
        <pb n="339" />
        300

Eintreffen  der  Post  aus  den  deutschen  Schutzgebieten.

 

 

 

 

 

 

**-  Landungs-  Die  Post  ist  fällig  Landungs-  3  Die  *  ist  fällig
Von  hafen  in  Berlin  Von  hafen  in  Berlin
Neapel  ..  am2s.  Mai,  20.  Juni  #  4

Deutsch-Ostafritcoa  Brindisi  .  am  19.Mai,  17.  Juni#Togogebiet  Hamburg  .  .  am  10.*  und  25.*
Marseille  *-  1.  Juni  jedes  Monats

.  –

Deutsch-Hüdwestafrika  Plymouth.  6  am  26.Mai,  30.  Juni  Deutsch  leu  Guinea  .  Neapel..  .len  am  28.  »Juni

—  –.—  rsGQ-QQQ  —  —  —
Hamburg.  am  n  W.  rjed.  Monats  *

Ramern  Liverpool  am  21.  Mai,  Marshall-Inseln  ..  Marseille  .  am  13.,  25.  Juni,

18.  Juni  ]  B.,  20.  August
*  Fälligkeitstage  für  dien  mit  t  beutschen  Schiffen  eintresfenden  Posten.
Schiffsbewegungen  der  Woermann-Linie.
Reise  Leßte  Nachrichten
da
Postdanpfer  von  nach  bis  12.  Mai  1896

„Aline  Woermann“  Hamburg  Ponta  Negra  23.  April  in  Gabun.

„Anna  Woermann“  Hamburg  Kap  Palmas  15.  Mai  ab  Hamburg.

„Carl  Woermann“  Hamburg  Kotonou  6.  Mai  in  Conakry.

„Eduard  Bohlen“,  Congo  amburg  8.  Mai  in  Madeira.

„Ella  Woermann“  Hamburg  Kap  Palmas  8.  Mai  in  Sierra  Leone.

„Gertrud  Woermann"“  Hamburg  Ponta  Negra  10.  Mai  ab  Hamburg.

reichen  Mahse  c.  Kotonon  danlus  1.  aii  in  ri*m

wig  Woermann“.  Kotonou  amburg  Maai  in  Accra

„Jeannette  Woermann“.  Venguela  Hamburg  7.  Mai  in  Lag

„Kurt  Woermann“  Hamburg  oanda  10.  Mai  in  ago  Valmas.

„Lulu  Bohlen“  Ponta  Negra  #i  11.  Nait  in  Teneriffe

„Marie  Woermann“  Hamburg  onta  Negra  ai  in

„Melita  Bohlen  "  Lüderitzbucht  Hamburg  6.  Mai  in  2%  Palmas.

„Professor  Woermann“.  Kap  Palmas  Hamburg  6.  Mai  in  Conakry.

„Thekla  Bohlen“.  Swakopmund  Hamburg  11.  Mai  in  Benguela.

 

  

 

 

 

 

n

 

ll——  Werke  der  deutschen  und  ausländischen  lein..

 

Nörterbch  der  englischen  i.
deictschen  Spruche  von  Jhieme-DPreusser.
  Jubilünms-Ausg.  Geb.
I.  13.  Seither.  Absatz:  200000  Expl.
Probelicl.  gr.  u.  sranko.  Verlag  von
IInendke  &amp;amp;  Lehmkuhl  in  Hamburg.
IX  Kranss,  Spezialkarte  #0#
Deutsch-Ostafrikc,  1.2  Mizt.
mit  Nebenkarten  1:  750000.  Grösste
Karte  dieser  Kolonic.  Sümmtliche
umtlichen  wie  privaten  ’ublikationen,
Itinerare  ctc.  sind  erschöpsend  verurbeitet.
  Eisenbahnen  und  deren
Projekte,  letzte  Veründerungen  der
Ichutstruppe,  Post-  und  Zollämter,
Missionen  u.  Pluntugen  wurden  einzchend
  berücksicht.  Uhentbelrlen
lür  jeden  Koloninlireund.  Pr.  .
S.  Schropp,  Berlin  W.,  Jägerstr.  61.

Unser  Heer.  50  Bilder  in  Quart-Iormat.
  Iervorrug.  dentsches  Armeewerk.
  Kompositionen  des  Historienu.
  Schlauchtenmulers  Carl  Röchling.

F’rachtwappe  35,—.  (10)
Verl.  von  C.  T.  Wiskott  in  Breslun.

 

Kollscochr,  Dr.  med.,  ärztlicher
Rathgeber  für  Ostafriku  und  trop.
Mularingegenden.  Geb.  Preis  A6.

Monrger,  C.,  Kriegs-  und  Expeditionsführung
  in  Afrika.  Geh.
Preis  60  Pl.

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nach  den  der  botunischen  Centralstelle  in  Berlin  gemachten  Mittheilungen  uls  lür  den  Anbhnu  in  den  Tropen
geelgnet  erwiesen  huben.  —  Da  die  botunische  Centralstelle  nur  Hür  elnmulige  Versuche  im  Kleinen  Gemäsesumen
  lielert,  so  ollerire  ich  für  grösseren  Bedari  gegen  fr.  Einsendung  von  Murk  12,—  frunco  aller  deutschen
afrlkunischen  Kolonlen  gut  verpuckt  1  Kollektion  von  Brutto  5  resp.  3  Kllo  incl.  Emballagge.

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        Vertreten  auf  der  deutschen  Kolonial-Ausstellung  1896.

 

 

VV  A  —

    

 

302

 

7  1.  2s  3  20  ##  XMSV.  V

Icotonidtes  und  Anders.
Churpentier,  Russ.  Wunderbilder  M.  3.
IL'ost,  Dr.  A.  II.,  Afrikan.  JImisbonden.

V  ölkerrechte  Alrikas,  N.  10.
P’reuss,  D.  Engl.  Stnatsverfussung.

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Standinger,  I’.,  Die  IIaussnländer.
Forschungsr.  AM.  Kurte.  M.  10,—,

geb.  3l.  12,—.

Wolll,  Dr.  W.,  Von  Bunana  zum
Kiamwo.  borzelanger,  X.  Karte
AI.  4,—,  ge  ,

Zinn1u,kmulm,  bonI-M  im  Ausw.  Amt,
Preussisch  -  deutsche  Ilandels--olitik.

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Xl.  16,—,  geb.

—.—  Leinengewerbe  in  Schlesien.
Gewerbe-  u.  Ilandelspolitik  dreier
Jahrh.  l

———  kolonmlssesclnchtltchcbtudtcn
nd—.g  (

Oldenburg,  —S  Schulgesehe  Ilosf-Buchhandlung

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Ed.  Seiler,
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.VVIVIV.V.VIVVVV

Verfrefen  aufdor  Jeufschen  (dofonsal-Aussteffung  7996.

——  —–  ,  ,

 

 

 

.1
35

 

 

—  303  —

 

Deutsche  Kolonial-Ausstellung  1896.

..  TpelNir  ch  &amp;amp;  („.

huln  NW.,  Meustädtische  Kirchs.  1

(früher  Mittelstraße  25),

2  2  #  22  »  .«
HpezcaksowfchastfurTropeitsgusmstunqen
empkchlcn  sich  Aupbesandere  zur  Beschaffr  ung  persönlicher  Ausrüstungen
aller  Art,  f  fzae  Schiffsreisen  und  dauernden  Aufenthalt  in  überseeischen
  alndern  sowie  zur  Lieferung  aller  fü#r  Expedition  und

Jagdausflüge  in  Betracht  kommenden  Artikel.

Sachgemäße  Zusammenstellungen  auf  Grund  persönlicher  Erfahrungen  und
nach  dem  Urtheil  bekannter  Forschungoreisenden  werden  auf  Wunsch  gern
angefertigt  und  dazu  Angaben  über  Ziel,  Zweck  und  ungefähre  Dauer  der
Reise  erbeten.  (22)

 

I  zum  Pschorr,  LXL
—W—  -
Hofstekerant  *  —8  Deutschen  Kaisers.
Hof  lieferant  Sr.  Haj.  des  Kaisers  von  Oesterreieh.

In  allen  überseeischen  EENN

vorzüglich  bewährtes  Exportbier.

IIILIIIIIIII

Paul  Ed.  Mölting  &amp;amp;  Co.,  Hamburg.)

 

Ordres  durch  europäische  Exporthäuser  erbeten.

 

 

aus  dem  .  Ju#r-  und  ilu#skuntehuch  der  Ireien  und  Unme--Kuoss
  ansfur  1891

Dauernde  Export-Ausstellung

der  Lebensmittel-Industrie.
Inh.  Harder  &amp;amp;  de  Voss,  Export-Agentur-Geschäft,
Hamburg,  36/38  Gr.  Burstah  36  36.

Jureine  llandelsmetrobole  vie  Iamburg  konnte  das  Beilürfniss
nach  einem  Institut  herrorrulen.  in  vele  hem  elem  Besneher  die  Lre#nznisse
  von  über  100  verschiedenen  Fahriken  der  Getränke-  und
Jahrungsmittel-Industric  in  allen  Verpackungen.  Spezialitäten  und
verschiclenen  (#ualiläten,  auls  Uehersichtlichste  Leordnet.  vorgelührt
Verden.

Der  Crundgelaunke  des  gunzen  Unternehmens  ist.  die  einzelnen
unsgesteliten  Artikel  in  allen  I’reislagen  vorzuführen.  den  verschiedenen
  transatlantischen  Ländern  eimsprechend.  somit  die  Lebens--mitteli#ranche
  nach  Alösxlichkeit  erschöüplend,  soweit  solche  den  EXport.
betristu.

Die  Ausslellung  unterscheidet  sich  also  von  öllentlichen  Ausstellungen
  vornehmlich  dadurch.  dass  alle  ausgestellten  Artikel
cAl:ortlihig  anlgemacht  esind.  diesehbe  eine  dauernde  ist  und  alle  lür
den  Lport  in  ’rakge  kommenden  Nenheilen  nach  Alöglichkeit  aufweist.

Die  hrosse  Relhe  von  Firmen  ersten  Ranges,  welche  zur  Ausstellung
gelangten  und  im  Auslande  sich  wesentliche  Absalzgebicte  eroberten,  bürgen
dVem  Käufer  für  die  Konkurrenziähigkelt  der  Fabrikate  im  Weltmarkte.  Trreislisten
  in  fünf  Sprachen.

z  die  vorübergebend  in  Hamburg  weilenden  Korrespondenten  Hamburger
Exportlirmen,  welche  Lebensmittel  importiren,  dlrfte  die  Ausstellung  von
ganz  besonderem  interesse  sein

Uns  -lamburger  l’eremdenblatu=  vrom  16.  Aui  180|1  sehreibt:  n
den  Kreisen  der  Exporteure  sindet  die  Ausstellung  die  höchste
Anerkenmng.

 

 

 

 

 

—  Mabu
Franz  Klinder,

Neububelsberg,
empsiehlt

Fischereinetze

lür  (61)

Binnen-  und  Hochseelischerei.
Esxlport  nnch  uallen  Ländern.

Geeignete,  tlchiige  Verfreter  gesucht.

 

Reines  Mabc  bælractchier

August  Bbenedici

1000  t  —

PERLN,  UV#rder-Sir  *%

  
 
 

    

Staalsmedaille  für  gewerbliche  Leistungen.

Aerztlich  empfohlen  bei  Schw  äche,
Blutarmuth,  Bleichsucht,  Natwevalescenz
  nach  schweren,  namentlich
Kinderkrankheiten,  bei  Katarrh
und  für  nährende  Francn.  Haltbar
in  den  Tropen,  wohlschmeckend,  wenig
Alkohol.  Nach  sachverständiger  Analyse
surrogatfrei  und  nährstosthaltiger  als
andere  angepriesene  Mittel.  (
Kein  Geheimmittel!

 

 

 

·

Richard  Lebram
Berlin  C.  19.
Fahrikation  von
EELIIIItT

Spezialität:  62)
Exportgenre.
inltee  wollen  billigste

lettopreisliste
*l“-  2  und  franko  verlangen.

Verkaul  nur  an  Wiederverkäufer.
JeinkJÖAIÖpeI  ur  Anu  Ine#A

 

 

 

 

 

Deutsche  Kolonial-Ausstellung  1696.

rt
)l  7

 

 

XIVXMXAII

9681  bunlieissny-Ieluolo)  uaijosnap  aap  jne  udlaajiaa

 

        
          

 

———

  

—  —
—  —  —
        <pb n="343" />
        Ed.  Sprenger,  Berlin  SW.  8,  .  J.  P.  Hsstere.

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Schierstein  i.  Rheingau.
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von  der  Mosel  und  Saa

—Grossisten  und  Exporteuren  eenespreckemdeer.  Rabatt.  —
Sortirfe  FProbenicisten  pegen  den.  Bercchnny.  (e#)

 

   
 

   
  
  

#n  7

 

—

4

 

—  —

mit  Lemm  neuen  Keichspostdar  mpfer#urr  enroo

(ocs  5  vos,  e  boppelschreoben)  —

Deutschen  Ost-Afrika-linie.

Anlaufen  sämmtlicher  deutschen  Colonien  in  Afrika  als:
Togo,  Kamerun,  Deutsch-Südwest-Afrika,  Deutsch-  Ost-Afrika,
Besuch  von  Capstadt  und  der  interessanteren  Plätze  Trunsvaals.
Abfahrt  von  Hamburg:  Erste  Haälfte  Juli.
Rückkehr  in  Neapel:  Etwa  Ende  September.
Prospecte  gratis  und  franco  durch  die  (0)
Deutsche  Ost-Afrika-Linie,  Humburg,  grosse  Beichenstrasse  25,  und  die

Hnmburg-Amerika  Iinie,  Hamburg,  Dovenfleth  18/21,  OAbthellung  Personenverkehr),
  Sowie  durch  deren  Voertreter.

 

—  "  Weingutsbesitzer  rt  von
0  P  .  ung  u.  Venianäiuns,  Rhein-,  Moe  und  Pfazwein

*s-R8üdesheim  a.  Rbh.,  nach  allen  Welttheilen.  (6338)
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importirten  Tabaken  als  Ersatz  für  die  mit  hohen  Zöllen  belegten  übersceischen
  Fuhrikate  hergestellten

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No.  41.  Buen  Olor  —  Cubu  —  mittelkräftig  .  .  .  M.  60.  -  pro  Alille
No.  42.  La  Perla  —  Havana  —  voll  und  saftig  75.—  „  „

No.  43.  Flor  flna  —  IIavana  —  sein  mild  „  i6o.  —  „  „
No.  44.  EI  Arte  —  IInranna  —  sein  —  #1.  .  100.—

le  30  bezw.  20  St.  der  Marken  No.  41—  44  zus.  100  St.  In  Auswahl  9  fUr  N.  8.60.
To.  49.  soasa  Celeste;,  rein  Ilavnna  .  BW.  120.—  pro  Mille
No.  50.  D  leinste  mild  bis  „  145.—  „  „
No.  51.  *#  IInndarbeit,  .  ——2  „  1775.—  „
Jo.  52.  Infancia  auseennechte  mittelkrästig.  200.  —
Jo.  53.  Reni  nalitäten  30.  —  „

.  2

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in  den  Tropen  mit  Erfolg  eingeführt,  von  den  verehrlichen  Messeverwaltungen
in  den  deutschen  Kolonien  seit  Längerem  ständig  betegen,  dort  sehr  beliebt,  Jahre
lang  haltbar,  nur  aus  bestem  Malz  und  Hopfen  hergestellt.  Das  Bier  ist  sehr
erfrischend  und  sehr  bekömmlich,  auch  von  den  Herren  Aerzten  der  deutschen
Schutztruppe  empfohlen
Versand  in  Kisten  zu  50  ½1  und  100  ½  Exportflaschen.
Mit  näheren  Angeboten  steht  auf  Wunsch  gern  zu  Diensten
Berliner  Weißbierbrauerei  und  Malzfabrik
bert  Bier,  (75)
Berlin,  Stralauerstraße  3—6.  Begründet  1792.
Für  Deutsch-Ostafrika,  Sansioar  und  Madagaskar  hat  die  Deutsch.Ostafrikanische
Gesellschaft  den  Alleinverkauf.
Alleinige  Vertreter  für  den  sonstigen  Export:
Harder  &amp;amp;  de  Boß,  Hamburg,  Gr.  Burstah  36—38.

 

 

 

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F.  H.  SCHMIDT

ARCIIITEKT  UXD  BAUUBERRNEHMER.

DAMPFSAMGEREI,  IIOLIBEARBEITUXGS-  UND  PARQUET.  FUSSBODEN.  FABRIK
BAU.  TiSCnLEREI  UND  .  SCHLOSSEREI.

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SPEZIAILITAVT:
Aubsvonnux  vo  Exrogr-BAUTEN  (38)
EEEIIE  D  ElISN.

HAMBURG

AULTASS  21.
FrpnRNSEECRR  Aur  1.  No.  4163.

ALTONA

FERNSPRECHER  NO.  2.

Teranass.  ADRESSE
RAINSCHMID,  ALTONA.

 

 

Die  Gummizeitung,

Dresden-  Blasewitz,  641)
Dringt  neben  technischem,  chemischu.
  hyxicnise  h-  technischem  Alnterial

umfassende  Berichte  über  die
Gummimurkte  der  Welt.  Abonnement
  pro  ¼  Juhr  2  Mk.  Beiträge

von  Interesse  gegen  llonoraur.  erbet.

Krankenhäusern,

Expeditionen  und  übersceischen
IIundlungen  empfehle  ich  als  bestes
u.  Dilligstes  useptisches,  steriles  u.
komprimirtes  Wnd'rerbundmateria!
Hagedorn's  Moospappe.
200,0  kg  =  1  Kubikmeter  -  billige
  Emballuge.  Relerenze  :  Kgl.
Churité-  Berlin.  die  niiee
Kliniken  in  Würzhurg,  Leipzig.
Erlungen,  Kiel,  Breslau,  Göttingen.
Bonn  etc.;  die  Stadtkrankenhii  üuser
in  Berlin,  IIamburg,  Dresden,  Köln.
Darmstudt,  Danzig,  Nänchen,  NMagdeburg.
  Lübeck  etc.  (1
AMuster  und  I.ittorutur.  i  r  0

6.  Beckstroem,  .  enti.

 

 

STREUNOZPEIS  HM/ISURE

 

Gntoc#  *t  li- 



 

Teglitzer  Stadtquelle.

Selt  mel#r  als  1100  Jahren  bekannie,
duher  Hlieste  Hellunchle  Böhmens.
Relnstes,  natlirliche  Kohlenslure
haltiges,  alkallsches  Mineralwasser.
Die  Sättigung  mit  Kohlensäure
ist  künstlicst  verr  ollständigt.
Oas  beste  und  eblligete  Tafelwasser

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böhmischen  Säuerlingen.
Uebernahms-Bedingnisse  ausserordentlich
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sendung  (Teplitzer  Stadtquelle)  der
Stadigemelnde  Teplitz-Schönau  I.  8.

 

 

 

 

–..  —  1
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Patentamtlich  geschützt.

*  Dies  chemische  Produkt  ((las  einzige  lür  diesen  Zweck  existirendeschützt
  unbedingt  sicher  gegen  übelriechenden  Schweissiuss.  Woll-,
Wund-  und  Iurchgehen  der  Füssc.  Durehreiten  und  jedes  Wundwerden
  des  Korpers.  zekgen  alle  Folgen  von  licgen-  Wespen-  und
Moskitostichen.  Verbrennungen,  Schmerzen  der  Ilühnerangen.  ein-Lewuchsenen
  Zchennügeln  elc  Desinlizirt  schnell  Klancnhübhel  l.
Scheuerstellen.  Geschirr-  nn  Salteldruck  hei  I’lerden  und  andoeren
lInusthieren.

Unbegrenzt  nalta  in  allen  Zonen.

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der  ostulrikunischen  Expedition.
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Käuflich  in  Drogenhandlungen  und  Apotheken,  Bezug  durch  alle  deutschen

Schutz-Marke.  Exporthäuser.
Bewerbern  stehen  Preise  u.  ’rospekte  in  17  Sprachen  zur  Verlügung.

Eduard  Gerlach,  Lübbecke  in  Westlalen  (Deutschland).

Spezialfabrik  für  Viehmedikamente,  Artikel  für  Thierpfflege  und  Landwirthschoft.

Wo  meine  Praeservatlv-Cream  qcht  zu  voller  Zufriedenheit  gangenlaancht  seln  sollte,  wird  Kostenpreis,
uch  von  meinen  NMiederlagen,  zurückvergütet.  C#)

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lruexerratie-  Cream  haur.

 

 

 

 

 

  

Verlag  der  Königlichen  Hostuchbandlung  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Berlin  SWr.

Kochstraße  66—71.
—  4
Afrika.

Schilderungen  und  Rathschläge  zur
Vorbereitung  für  den  Aufenthalt
und  den  Dieust  in  den  Schuhgebieten.

Die  deutsche

Holonial-Gesetzgebung.

Sammlung  der  auf  die  deutschen

Schutzgebiete  bezüglichen  Gesetze,
Verordnungen,  Erlasse  und

internationalen  Vereinbarungen,  Von
mit  Anmerkungen  u.  Sachregister.  Dr.  v.  Wissmann,
Auf  Grund  amtlicher  Quellen  Major.

Preis  1,20,  elegant  gebunden  2  Mark.

Der  Neichslommissar  Major  v.  Wissmann
  beobachtete  während  seines  Aufenthalts
  in  Afrika,  wie  unvorbereitet
Deutsche  in  die  Tropen  gingen  und  wie
wenig  sie  die  Bedingungen  des  dortigen
Lebens  und  Verkehrs  kannten  und  sich
ihnen  anzupassen  verstanden.  Noch  wähherausgegeben

  von
Riebomw,
Gerichts-Assessor.
Preis  14  M.  Gebunden  16  M.

Anleitung

G  b  für  den  rend  seiner  letzten  großen  Expedition,

r  ch  Wischen  dem  Nyassa=  und  Tanganyikae

  au  von  Oel  See,  hat  er  daher  diese  „Nathschläge  zud
zum  Schilderungen“  niedergeschrieben,  die  Alle

zu  Gute  kommen  sollen,  die  sich  in  ds
deutschen  Schutzgebiete  oder  in  den  dortigen
Neichrdienst  begeben.

 

Glätten  der  See.
40  Pf.

 

 

W  4  W  i  2
        <pb n="346" />
        15.  Juhrgung.

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15.  Juhrgang.

er  Walles  Wissen  Will  K

Redaktion:  Hugo  Herold.

15.  Juhrgung.

15.  Juhrgang.  Geschadftsleitung:  Max  Pechstein.  e
.
Das  Echo  bringt  inlormirende  Notizen.  Kritiken  und  *
Leseprohen  aus  den  bedeutendsten  Erscheinungen
  des  internationalen  Büchermarkts.  8
Das  Echo  betrachtet  es  insbesonderc  als  seine  Aufgabc,
dem  Leben  und  Treiben  der  Deutschen  im
Auslande  die  licherollste  Aufmerksamkeit  zuzuwenden.

Abonnementsyreis  in  Deutschland  und  Oesterreich  3  Alk.

lü#  drei  Aonate  durch  Buchhandel  oder
Postabonnement:  bei  direkter  Zusendung  unter  Streilband
nach  allen  Welttheilen  drei  Aonate  4  Mk.  50  Dl.,

lern  der  Heimat  und  in  überseeischen  Lündern  Fühlung
mit  dem  alten  Vaterlunde  sucht  —

mit  Berufsgeschäften  überhäuft,  sich  Kurz  und  schnellvon
dem  Gange  der  Weltbegebenheiten  unterrichten  will  —
weder  Zeit  noch  Neigung  hat,  täglich  grosse
politische  Zeitung  zu  lesen  —

abseits  aus  dem  Lande  wohnt  und  neben  einem  kleinen
Lokalblatte  einer  ergünzenden  Zeitungslektüre  bedars  —

Wer
halte  die  im  15.
Der  „Das  Echo.

Wer
Wer
Wer

  

 
  

eine

  

Jnhre  erscheinende  Wochenschrift  für

 

Dringt  allwöchentlich  in  unterhaltender

Das  Echo  Form  Berichte  über  alle  politischen.  wirthschaftlichen,

  wissenschaftlichen  u.  gesellschaftlichen  Vor
welche  sich  in  Deutschland  und  im  Auslande  abspielen.

Das  Echo  ist  kein  Parteiblatt.  sondern  es  lüsst  die
interessantesten  Stimmen  ualler  Parteien  zu

Worte  kommen.
Das  Echo  bringt  in  jeder  Jummer  ein  bis  2wei  abaus

  der  Feder  bewährter,  zeitgenössischer  Schriftsteller.

 

 

 

 

15.  Juhrgung.  15.  Juhrgung.

Der  lese  n„

15.  Juhrgang.

„Dus  Echo“  bringt  monntlich  regelmissig  die  amtliche  Liste  der  P

15.  Juhrgang.

und  für  zwöll  MAonate  18  Alk.
kann  jederzeit  eingetreten  werden.  und
wird  .„Duas  Echo“  vom  Tage  der  Beab
  gegen  Einsendung  des  entlallenden  Betrages  auf

irckt  vom  Verlug  oder  durch  jede  Buchscchs

  Alonate  9  Ak.

In  das  Abonnement

stellung
belichig  lunge  Zeit

handlung  gelielert.
versendet  umsonst  und  portolrei

Probe-Nummern  die  Verlagshundlung
J.  H.  Schorer  G.  m.  b.  H.,
Berlin  W.,  Potsdamerstrasse  27a.
td  Schilllahrt  bi  nuch  aussereuropäischen  Lündern.
15.  Juh#gung.

cho

15.  r—

 

15.  Juhr

2—

gung.

 

 

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  wollen.  itte  um  Aulgabe  ihrer
Adresse.  Anleitung  zum  Sammeln
und  Trüäpariren  wird  gegeben.

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Chef  der  Bergischen  Eisen-  und

Draht-Industric.
Wuld,  Rheinprenssen.  (#)

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anerkunnt  tadellose  Qualität,
halthar  in  den  T’obe,
emplichlt  für  Export
Condensed  MilkExport  Comp.
Drescen.  ()

 

 

 

   

 

 

 

 

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Beutsch-Hüdwestafrika.

  

 
      

„Drei  75s  ahre

im  mr
Schilderungen

Land  und  Leuten
von
F.  J.  von  Bülow,
Premierlientenant  a.  D.
Mit  zahlreichen  Abbildungen
nach  photographischen  Aufnahmen.
Preis  6  Mark,  gebd.  M.  7,60.

  

itter.  Centralblatt  1896,  Nr.  3  vom  18.  Januar:  Mit  nie  auch  einen  Augenblick  ermüdendem  Interesse

hat  Referent  die  Lektüre  deo  Buches  beendet.

dem  einer  nicht  genug  anzuerkennenden  Sachlichkeit  und  peinlichen  Genauigkeit
Schreiber  dieses,  der  manche  der  im  Buche  wiedergegebenen  Episoden  mit.

geiroffen

Der  Verfasser  befleißigt  sich  außer
in  der  Wiedergabe  geschilderter  Ereignisse.  ·  »
durchmachte,  wußte  in  der  Schilderung  keines  einzelnen  Falles  auch  nur  das  Geringste  zu  ändern

v.  Bülow  hat  in  der  Arl  seiner  Schreibweise  entschieden  das  Richtige

Wir  mochten  dem  Laien  sowohl  als  dem  Fachmann  dad  Buch  als  ein  ebenso  interessantes  wie  nützliches  ans

 

Herz  legen  und  es  allen  Lesern  aufo  Wärmste  empfehlen.
2  2  p.

FFoeot  *sr  2

 

 

 

2  2  2.  2.  2.  2  2  2  *  2
—  —  *  *  v  ·
        <pb n="348" />
        309  —

a  Bei  Mion.

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Garantirt
reines,
gesundee
Gebräu  ohne
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Gragründek  im  Jahre  1450.  G.
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Langsährig
erprobt  als
haltbar  im

tropischen
RKlima.

Alleinige  Rontrahenten  für  überseeischen  SExport:

dahaunes  Ed.  Jepp,  hamburg,  Jepp  #  Co.,  München,

5.  v.  N.  wilhelmstraße  9  u.  J0.

Landsbergerstraße  5.

 

 
  

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U#NEN“EE§–5

lafelgetrsnk  Sr.  Ourchl.  des  Fürsten  Bismarck
Käullich  in  Mineralwasserhandlung.,  Apotb.,  Il10els  etc.

Altbewhrte  Heilduelle.  Export
besondels  emplohlen.

 

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Telegr.-Adr.:  Augascher.

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Dorenfleth  29.  —  F.  ernshechter-3339

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speziell  west-  und  ostufrikanischer  Produkte.

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Cataloge,  Alurktberichte  sowie  jede  gewünschte  Auskunst  tzeru
CTo#rrespodens  chtednscke:  Cos

 

 

 

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Denecke  &amp;amp;  Himmel

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Braunschweig,

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nuch  ullen  Zonen  der  Erde.

 

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allen  Klimaten  erprobt

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halten  wir  vesonders  auch  für  die
Tropen  als  cinzigen  besten  Ersatz
lür  frische  Ililch  ungelegentlichst
cmpfohlen.  Ait,  Reserenzun,  P’reis
u.  P’robetins  stchen  gern  zu  Diensten.

Bremen  und  Loxsstedt.
Deutsche  Milch-Conserren-Fanbrik

Walcker  &amp;amp;  Co.  (o*)

M.  Hecht,  Görlitz,

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Sbezfalsitcke:  9n05

 

 

 

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Brunnenbauten.
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Berlin  C.,  Neue  Friedrichstr.  17.

M  aschinenwerkstätten  in  Nirdorf.

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Lieserant  der  Kolonial=  Abtheilung  des
Auswärtigen  Amto,  Berlin,  der  Deuisch-Östafrikanischen
  Gesellschaft,  Berlin,  der
Kal.  Artilleriewerkstätten  in  Spandau.
Geübte  Fohrmeser  und  Monteure  zur

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Am  20.  Mai:  P.  D.  „Gretchen  Bohlen“,  Capt.  Jürgens,
nach  Conakry,  Monrovia,  der  Goldküste,  Togo,  Whydah  und  Kotonou.
Am  31.  Mai:  P.  D.  „Melita  Bohlen“,  Capt.  Nissen,
nach  Teneriffe,  Las  Palmas,  Gorée  und  den  Hälen  der  Südwestküste  Alrikas  von  Landana

bis  Loanda  sowie  nach  Deutsch-Südwestafrika.
Am  10.  Juni:  P.  D.  „Lulu  Bohlen“,  Capt.  Busch,
nach  Madeira,  Klein-Popo,  Lagos,  Kamerun  und  den  Häfen  der  Südwestküste  Alrikas
bis  Ponta  Negra.
Am  15.  Juni:  P.  D.  „Professor  Woermann“,  Capt.  .  .

nach  Tanger,  Casablanca,  Mazagan,  Mogador,  Las  Palmas,  Teneriffe,  Gorée,  Dakar,
Rufisque,  Sierra  Leone,  Sherbro  und  Liberia.
Nach  Deutsch-Südwestafrika:  am  31.  Juli,  30.  Septbr.,  30.  Novbr.
Atle  Gdter  mitssen  cm  Tagpe  vor  dem  Abhanosda#ttem  bis  12  Uhr  mittahs  Mnsseite  sein.
Näheres  wegen  Fracht  und  Passage  ertheilt  in  Hamburg  die  Woermann-Linie,  sowie  der  Schiflsmakler
August  Bolten,  Wm.  Miller's  Nachfolger,  Admiralitststrasse  33/34,  und  wegen  Deutsch-Südwestafrika  dic
Ierren  L.  F.  Aathies  &amp;amp;  Co.,  Grimm  27.  12

 

Deutsche  Ost-  Afrika-Linie.
Vermehrte  Fahrten.  Dreiwöchentlicher  Betrieb.
Regelmässige  Postdampfer  -  Verbindung

unter  Vertrag  mit  dem  Deutschen  Reilche
Zwischen

Hamburg,  Ostafrika  und  Transvaal

Amsterdam,  Lissabon  und  Neapel  anlaulend.
Dic  nächsten  Inhrplanmässigen  Expeditionen  finden  statt:

 

R.  P.  D.  „REICHSTAG,  Capt.  Weisskam  20.  Mui  1896  ab  Haumburg  (lt.  Fahrplan)
R.  P.  D.  „KANZITER“,  Tsapt.  Eison  10.  Juni  „  al')  Hamburg  „
R.  I'.  D.  „BUNDESRATI“,  Capt.  Doherr  .  .  .  .  J.  Juli  „ab  Hamburg
R.  P.  D.  „GENERAI“,  Capt.  Asthansen  22.  Juli  "„  ab  Humburg  "

nach  Tanga,  Dar-es-Saläm,  Sansibar,  Mozambique,  Beira,  Delagoa-Bai  und  Natal.
Diese  Dampfer  nehmen  auch  Passagiere  und  Waaren  nach
Bagamoyo,  Saadani,  Pangani,  Kilwa,  Ibo,  Lindi,  Quelimane,  Chinde,  Lamu  und
Mombassa.
Ferner  Postdampfer

a  Hamburg  i##8  Ka  der  Mctcn  Is##ßdirekt  nach  Ir7%%’b#%#n,  Deiu#g#oc-Za#il,
Mocmbicqe.
Nächste  Expedition:  Doppelschraubendampfer  „HERZOG“,  Capt.  Vv.  Issendorl!,
den  10.  Juli  1896.

Die  Dampfer  Raben  rorzüpoliche  Minichtengen  für  Erssayiere  in  alden  Klussen.

TFerner  zwischen  Ostafrika  und  Bombay  regelmässig  alle  drei  Wochen  im  Anschluss
an  die  Ilauptdampfer.  «

Näheres  ertheilt  in  Hamburg:  leo)

wegen  Fracht  der  Schiffemakler  August  Bolten,  Wm.  Miller's  Nachfolger,

wegen  Passage  die  Hamburg-Amerikanische  Packetfahrt-Aktien-Gesellschaft,
#i0wie  wegen  Fracht  und  Passage  die

 

Deutsche  Ost-Afrika-Linie,
Gr.  Reichenstrasse  25.
Verantwortlicher  Redalleur  für  den  nichlamtlichen  Theil:  O.  Mertinat,  Berlin.
Druck  und  Verlag  der  Königlichen  Hofbuchhandlung  und  Hofbuchdruckerei  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Verlin  SW  12,  Kochstraße  68—71.
Ansgegeben  am  16.  Mai  1890  um  6  Uhr  nachmitlags.  ·
Hierzu  eine  Beilage.
        <pb n="350" />
        Beilage  zum  „Deutschen  Kolonialblatt“,  VII.  Jahrgang.
Berlin,  den  15.  Mai  1896.

 

Die  aus  den

deutschen  Kolonien  erporkirten  Produkte

geren  Verwerthung  in  der  Industrik.

Tach  amtlichen  Statistiken  und  Denkschriften  sowie  nach  Mlittheilungen

von  Importeuren  und  Fabrikanten.

Von

Dr.  O.  Warburg,

Lehrer  für  tropische  Pflanzenkunde  am  Orientalischen  Seminar.
□½%%
*%  Ba

·.–le
..

Berlin  1896.
Ernst  Siegfried  Mittler  und  Sohn

Könlsollche  Hofbuchhandlung
Kochstraße  68—71.
        <pb n="351" />
        Alle  Rechte  vorbehalten.
        <pb n="352" />
        I.  Kolonial-Abtheilung  des  Auswärtigen  Amtes  hielt  es  für  wünschenswerth,  in  einem  gesonderten
Raume  des  Tropenhauses  auf  der  Berliner  Gewerbe-Ausstellung,  Kolonial-Abtheilung,  einen  Ueberblick

  zu  geben  über  diejenigen  Produkte  unserer  Kolonien,  die  schon  augenblicklich  daselbst  für  den  Export
eine  Rolle  spielen,  und  namentlich  deren  Verwerthung  in  der  heimischen  Industrie  durch  möglichst
typische  Belegstücke  sowie  durch  Reihendarstellung  der  successiven  Fabrikation  zu  erläutern.  4

Bei  den  kleinen  Dimensionen  des  zur  Verfügung  stehenden  Raumes  (des  Mittelsaales  des
Erdgeschosses,  5:  9mm),  war  eine  Beschränkung  auf  das  Wichtigste  um  so  mehr  geboten,  als  das
Arrangement  einigermaßen  in  den  sonstigen  Stil  des  Tropenhauses  passen  sollte,  demnach  eine  streng
systematische  und  reihenweise  Anordnung  der  einzelnen  Gegenstände  nicht  angebracht  erschien.  Es  war
um  so  eher  möglich,  sich  namentlich  in  Bezug  auf  Darstellung  der  Rohstoffe  auf  das  Nothwendigste  zu
beschränken,  da  letztere  in  der  gleichfalls  von  der  Kolonial-Abtheilung  des  Auswärtigen  Amtes  bewirkten
Ausstellung  in  der  wissenschaftlichen  Halle  unserer  Kolonien,  geographisch  geordnet,  voll  zur  Darstellung
gelangten,  und  ferner  noch  in  technisch  gegliederter  Reihenfolge  auch  in  der  Kolonialhalle  durch  das
Hamburger  Botanische  Museum.

Nur  in  der  Aufeinanderfolge  der  einzelnen  Produkte  wurde  eine  systematische  Anordnung  zur
Geltung  gebracht  und  zwar  in  der  hier  folgenden  Weise.  Der  Miteeltisch  zeigt  die  pflanzlichen
Nahrungsmittel  und  Genußmittel,  soweit  sie  für  den  Export  in  Betracht  kommen,  der  eine  Seitentisch
die  technisch  verwertheten  pflanzlichen  Produkte,  als  da  sind  Kautschuk,  Kopal  und  Gummi,  Fett-,  Farbund
  Faserstoffe,  der  andere  von  Pflanzenstoffen  nur  die  Zierhölzer,  sowie  ferner  die  thierischen  Produkte
des  kolonialen  Exports:  Elfenbein,  Felle  und  Häute,  Straußfedern,  Schildpatt,  Perlmutter,  Ziermuscheln
sowie  Trepang,  Haifischflossen,  Guano.  «  ·,  ·

Die  kurze  seit  der  Inbesihnahme  unserer  Kolonien  verflossene  Zeit  bringt  es  mit  sich,  daß  in
dem  Export  bisher  vor  Allem  die  Urproduktion  der  Kolonien  zur  Geltung  gelangt.  Gerade  die  größten
Exportartikel  derselben,  Elfenbein,  Kautschuk  und  in  gewissem  Sinne  auch  Palmkerne  und  Kopra,  gehören
dazu,  indem  die  Oelpalme  in  Westafrika  nur  geschont,  aber  nicht  gepflanzt  wird,  und  auch  die  Kokospalme
in  unseren  Kolonien  erst  neuerdings  in  wirklich  größere  Plantagenkultur  gebracht  wurde,  während  die
bisher  von  dort  exportirte  Kopra  fast  ausschließlich  von  halbwild  wachsenden  Palmen  stammt.  Immerhin
ist  auch  diese  Urproduktion,  wenigstens  bei  den  meisten  Rohstoffen,  noch  einer  großen  Ausdehnung  fähig
durch  Erschließung  der  Hinterländer  und  bessere  Ausnußzung  der  Produkte,  auch  ist  ein  Export  anderer
bisher  in  unseren  Kolonien  nicht  oder  kaum  benutzter  Rohstoffe  mit  Sicherheit  zu  erwarten.  Nur
wenige  der  bisher  exportirten  Urprodukte  werden  durch  Erschöpfung  eine  baldige  Abnahme  zeigen,  vor
Allem  das  Elfenbein,  die  Federn  des  wilden  Straußes,  vielleicht  in  nicht  allzu  ferner  Zeit  auch  der
Kautschuk;  für  die  beiden  letzten  Produkte  ließe  sich  aber  wohl  ein  Ersab  durch  Züchtung  und  Kultur
schaffen.  Gänzlich  ungewiß  ist  es,  wie  weit  die  Kopalgewinnung  reicht  und  ob  sie  auf  künstliche  Weise
vermehrt  werden  kann.  ·  -«

EineznnehmendsteigendeBedeutungwerdendieProduktePer  Eingeborenenkultur  und  des
europäischen  Plantagenbetriebes  für  den  Export  erlangen.  Von  ersteren  kommen  bisher  nur  die
Getreidearten  und  Hülsenfrüchte,  einige  Genußmittel  sowie  Oelsamen  (Sesam,  Erdnuß)  in  Betracht,
daneben  sehr  geringe  Quantitäten  von  Produkten  der  Viehzucht;  letztere  beginnen  erst  in  den  allerletzten
Jahren  eine  größere  Rolle  zu  spielen,  und  zwar  sind  es  bisher  vornehmlich  Kaffee,  Kakaov,  Tabak  und
Baumwolle  sowie  etwas  Vanille,  denen  sich  bald  Kopra,  vielleicht  Thee,  Kardamom,  Ingwer,  Pfeffer  2c.
hinzugesellen  dürften.  ·

Daß  aber  auch  jetzt  schon  der  Export  unserer  Kolonien  in  allen  drei  Kategorien  (Urprodukte,
Eingeborenenprodukte,  Plantagenprodukte)  kein  unbedeutender  ist,  wird  durch  folgende  Liste  illustrirt.

Der  Export?)  betrug  im  Jahre  1894  in  Mark  (für  Ostafrika  wurde  für  Getreide,  Hülsenfrüchte,
  Zucker  und  Kopra  des  Heuschreckenfraßes  halber  das  Jahr  1893  zu  Grunde  gelegt):

*)  Die  Zahlen  für  das  Neu-Guinea-Schutzgebiet  sind  approximativ,  da  eine  geregelte  Statistik  nicht  existirt,
die  Zahlen  für  die  afrikanischen  Schutzgebiete  beziehen  sich  nur  auf  den  Export  zur  See  und  sind  auch  als  solche
sicherlich  unvollständig;  sie  sind  deshalb  zweisellos  eher  zu  niedrig  als  zu  hoch.  Die  Posten  unter  1000  Mark
wurden  fortgelassen,  im  Uebrigen  sind  die  Angaben  auf  Tausende  abgerundet.
        <pb n="353" />
        4

Pflanzliche  Produkte.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Südwest  Neu-Guinea
Südwest-  6  .-Ostafrika
  Kamerun  Togo  u  Biomwerrk=  Marfhall  Zusammen
Archipel  Inseln
Mark  Mark  Mark  Mark  Mark  Mark

Reis  .  375000  —-  —  —  —  375  000
Mais  7000  —  —  —  —  17  000
Hirse  202  000  —  —  —  —  —  202  000
Bohnen  12  000  —  —  —  —  —  12  000
Naraskerne  —  —  —  14  000  —  —  14  000
Zucker,  Syrup  und

elasse.  .  101  000  —  —  —  —  —  101  000
Kafsee  50  000  (1895)  2000  —  —  —  —-  52  000
Kakao  —  137  000  —  —  —  —  137  000

ola  —  2000  —  —  —  —  2

Vanille  2000  —  —  —  —  2  000
Tabak  242  000  24  000  —  —  155  000  —  421  000
Betelnuß  4000  —  —  —  —  —  4000
Kautschuk  593.000  1304  000  116.000  —  —  —  2013  000
stopal.  185  000  6  —  —  —  —  191  000
Gmmi  —  —  —  6000  —  —  6000
Stein  —  —  —  —  70  000  —  70  000
zw  (Gn.  Kealosnüsse)

  18  000  2000  —  —  406000488000  1114000
uokoöf  s  3  000  —  —  —  —  —  3  000
Palmkerne  7.  s  —  2441  000  2776  000  —  —  —  5  21,  6000
Erdnuß  2000  —  —  —  —  —  2000
Sesam  192  000  —  —  —  —  —  192  000
Prseille  8  000  —  —  —  —  —  3  000
Baumwolle  8000  —  —  —  100  000  —  108  000

iassava  .  ..  —  8000  (1892)  —  —  —  —  8  000

lechtgras  (und  —  —

Waaren  baraus)·  67  000  —  —  —  —  —  67000
Bauhölzer  000  —  —  —  —  —  63  000
Zierhölzer  —  68  000  —  —  —  —  000

2339  000  994  000  2  892  00  20000  731  000  488000  10  464000
Thierische  Produkte.
Südwest  Neu-Guinea  san
4  4  üdwest=  u.  Bismarck=  Marshall!n
Ostafrika  Kamerun  Togo  Afrika  Archipel  Inseln  Zusammen
Mark.  Mark.  Mark.  Mark.  Mark.  Mark.  Mark.
Felle  und  Häute  2000  H  —  1000  54000  —  —  75000
Wolll  —  —  1000  —  —  1
Lebendes  Vieh  26  000  —  —  1750000(1892)  —  —  776  000
Rhinoceroshorn  38  000  —  —  —  —  —  (00
Andere  Hörner  —  —  5000  —  —
2095000  454  000,  1000  2000  —  —  255200
Fluhpferdzähne  .  30  900  —  —  —  —  30  000
Witoschweinzähne#  3.000  —  —  —  —  —  3  000
Lebendes  Geflügel  600  —  —  —  —  —  6000
Straußfeder.  —  —  —  40  000  —  —  0000

chldpa..  21000—  —  —  10  000  —  31  000
Hatstcstofen,  ·  —  —  —  —  —  5000  5000
Fiche  ...  2000z—  —  —  —  —  2000

Wachs  7000,  —  —  —  —  —  700
Trepang.  —  —  —  —  30  000  —  30  000
Perlschalen  —  —  —  —  5  000  —  5000
Kauri=  und  andere  Muscheln  3  000  —  —  —  —  —  3  000

2251000,  454  000  2000  852  000  45  000  5000|  3609  000
        <pb n="354" />
        Der  Gesammtexport  unserer  Kolonien  in  der  Gegenwart  beträgt  demnach:

 

Ostafrika  .  .  .  ..4590000Mark,
Kamerun  ’"  448  000
Tooon  238894000
Südwestafriiooa  .  ..  872  000
Neu--Guinea  und  Bismarck-Archipel  776000
Marshall-Insen  193  000
Zusammen  14  073  000  Mark.

Pflanzliche  Produkte.
Nahrungsmittel,  speziell  Getreide,  Hülsenfrüchte  und  Zucker.

,  Neis.  Unsere  Südseekolonien  produziren  bisher  so  gut  wie  gar  keinen  Reis,  so  daß  das
Wenige,  was  die  Plantagenarbeiter,  speziell  die  bei  den  Tabakpflanzungen  verwendeten  Chinesen,  konlumiren,
  von  außerhalb  importirt  werden  muß;  beträchtliche  Summen  Geldes,  die  sonst  unseren  Besitzungen
  zu  gute  kommen  würden,  gehen  auf  diese  Weise  ohne  Nutzen  für  dieselben  verloren,  trotzdem
sich  Klima  und  Land  für  Reisbau  ebenso  gut  eignen  würden  wie  auf  den  malayischen  Inseln.

Auch  die  Reisproduktion  der  westafrikanischen  Kolonien  ist  zu  gering,  um  als  Exportartikel
  bisher  in  Betracht  zu  kommen.

Anders  liegen  die  Verhältnisse  in  Ostafrika,  wo  für  gewöhnlich  ein  nicht  ganz  unbedeutender
Reisexport  stattfindet,  wohingegen  z.  B.  in  dem  vergangenen  Houschreckenjahr  der  Export  sehr  zusammenschrumpfte
  und  vom  Reisimport  bedeutend  übertroffen  wurde.

Der  Reisexport  betrug:

ungeschält  geschält
–4  ———.  —..
Menge  Werth  Menge  Werth
1892  2424405  000  engl.  Pfd.,  14  000  Dolll,  2777  000  engl.  Pfd.,  80  000  Doll.,
1893  4400  000  "  35  000  5  074  000  -  121  000
1894  (Heuschreckenjahr)  726  000  -  9000  752  000  -  I7000-gegenüber
  einem  gleichzeitigen  Import  von
8137  000  engl.  Pfd.  219  000  Doll.  42  000  engl.  Pfd.  755  Doll.

Nach  Europa  wird  von  Deutsch-Ostafrika  noch  kein  Reis  exportirt,  weder  als  Nahrungsmittel,
noch  zu  technischer  Verwerthung  (z.  B.  Stärke,  Puder).  Auf  eine  Ausstellung  der  Fabrikate  aus  Reis
wurde  deshalb  verzichtet,  nur  ein  paar  ostafrikanische  Reisproben  (Aehren  und  Reis  in  Hülsen)  sowie
etwas  Reisstärke  in  Stücken  veranschaulichen  den  Artikel.

Mais.  Der  Mais  wird  in  großen  Mengen  nur  in  unseren  afritanischen  Kolonien  gebaut;
im  Südseegebiet  fängt  die  Maiskultur  erst  jetzt  an,  sich  etwas  mehr  Bahn  zu  brechen.

In  Togo  bildet  der  Mais  zwar  ein  Hauptnahrungsmittel,  wird  aber  nur  in  guten  Erntejahren
über  See  ausgeführt.  So  wurden  z.  B.  ecxportirt  1890/91  638  000  kg,  1891/92  277  000  kg,  im
solgenden  Jahre  hingegen  nur  2000  kg  im  Werthe  von  400  Mark.  4

In  Kamerun  wird  zwar  gleichfalls  sehr  viel  Mais  gebant,  doch  fehlt  dieser  Artikel  in  den  Exportlisten
  vollständig.

In  Deutsch-Ostafrika  betrug  der  Export:
189929  980  000  engl.  Pfd.  im  Werthe  von  9000  Doll.,
18993  878  000  -  -  -7000
1894  (Heuschreckenjahr)  126  000  500

bei  einer  gleichzeitigen  Einfuhr  von  438  000  -  -  -  7000

In  gewöhnlichen  Jahren  übertrifft  hingegen  der  Export  den  Import  bedeutend.

Daß  der  Mais  unserer  Kolonien  noch  keinerlei  technische  Ausnutzung  in  Europa  gesunden  hat,
geht  schon  aus  den  geringen  Ausfuhrziffern  hervor;  es  kommt  überhaupt  kein  Mais  von  unseren
Kolonien  nach  Europa.  Es  wurden  deshalb  auch  keine  Fabrilate  aus  Mais  (Maisöl,  Maizena,  Mondamin
  re.)  ausgestellt;  nur  eine  gewöhnliche  Sorte  Mais  aus  Ostafrika  und  Pferdezahnmais  aus  Westafrika
  illustriren  dieses  Nahrungsmittel.  •’:y
        <pb n="355" />
        —  6  —

Hirse.  Die  Hirsearten  spielen  nitr  in  unseren  tropisch-afrikanischen  Kolonien  eine  größere
Rolle,  speziell  Sorghum  (Mtama  auf  Kisuaheli)  und  Pennisetum  (Mawele  auf  Kisuaheli).

Der  Export  aus  den  westafrikanischen  Kolonien  ist  gering,  Deutsch-Ostafrika
exportirte:

189929  6525  000  engl.  Pfd.  im  Werthe  von  76  000  Doll.,

1893..  942256000  -  -  -  -684000  —

1894  (Heuschreckenjahr)  5  967  000  -  -  é.  53  000
bei  einem  gleichzeitigen  Import  von  1  243  000  -  -  -  21000

Also  selbst  in  diesem  Jahr  der  Mißernte  überwog  der  Export.

Die  Sorghum-Hirse  bildet,  wie  bekannt,  das  wichtigste  Nahrungsmittel  der  Eingeborenen
Deutsch-Ostafrikas.  Bewährt  sich  ein  neu  patentirtes  Verfahren,  eine  technisch  verwerthbare  Stärke
daraus  herzustellen,  so  könnte  die  Hirse  Deutsch-Ostafrikas  vielleicht  ein  wichtiger  Exportartikel  nach
Europa  werden.  Es  wurden  nur  einige  Proben  ostafrikanischen  Sorghums  ausgestellt,  um  den  Artikel
zu  veranschaulichen.  «  ·  -

Bohnen.  Von  so  großer  Bedeutung  die  verschiedenen  Bohnenarten  auch  im  Landbau  der
tropisch-afrikanischen  Kolonien  und  wie  wichtig  sie  auch  für  den  lokalen  Handelsverkehr  sind,
speziell  z.  B.  in  Usambara,  am  Kilimandjaro  2c.,  so  besitzen  sie  doch  bisher  nur  eine  geringe
Bedeutung  für  den  Exporthandel.  Nur  in  den  Statistiken  Deutsch-Ostafrikas  finden  sich  Angaben,  und
zwar  werden  dort  die  sogenannten  Chirokos,  die  kleinen  grünen  Bohnen  von  7scoks  ’ckc
gesondert  behandelt.

Deutsch-Ostafrika  exportirte:

Chirokos  (ascolus  vackcts)  andere  Bohnen
im  Werthe  von  im  Werthe  von
1892  178  000  engl.  Pfd.,  4000  Doll.,  170  000  engl.  Pfd.,  2200  Doll.,
1893  55  000  -  4200  -  94  000  O  1000  =
1894  (Heuschreckenjahr)  138  180  -  2600  -  15  000  -  200
bei  einer  gleichzeitigen
Einfuhr  von  193  000  -  1300  160  000  -  4400

In  gewöhnlichen  Jahren  hält  sich  Export  und  Import  der  Hülsenfrüchte  ziemlich  die  Wage,
Chirokos  werden  viel  mehr  exportirt,  andere  Bohnenarten  viel  mehr  importirt.

Da  eine  industrielle  Verwerthung  der  Bohnen  unserer  Schutzgebiete  bis  jetzt  nicht  stattfindet,
wurden  nur  kleine  Proben  einiger  wichtiger  Arten  ausgestellt,  nämlich  1.  die  Mungobohne,  7Nascocns
al##(Chiroko),  2.  die  Helmbohne,  Dolichos  Lablab,  3.  die  Vignabohne,  Vigna  sinensis,  .  die
Erbsenbohne,  Cajanus  indicus,  sänimtlich  aus  Deutsch-Ostafrika.

Naraskerne.  Es  sind  dies  die  Samen  eines  die  Dünen  Deutsch-Südwestafrikas  bewohnenden
und  dort  massenhaft  wachsenden  Gurkengewächses,  Acantho  sicyos  horrida;  sie  dienen  nicht  nur  (zusammen
mit  dem  Fruchtfleisch  derselben  Pflanze)  den  dort  lebenden  Hottentotten  als  wichtiges  Nahrungsmittel,  sondern
sie  werden  auch  von  Europäern  wie  Mandeln  gegessen  und  bilden  einen  nicht  unbedeutenden  Exportartikel,  bisher
  nur  nach  dem  Kap.  Allein  von  Walfischbai  wurden  im  Jahre  1894  27  880  kg  Naraskerne  im  Werthe
von  13  900  Mark  dorthin  exportirt.  Am  Kap  heißen  sie  „Sukter-ts“  und  werden  sowohl  von  der
farbigen  Bevölkerung  gegessen  als  auch  von  den  Weißen  wie  Mandeln  zu  Konditorwaaren  benutzt.
Nur  eine  kleine  Probe  dieser  Kerne  wurde  ausgestellt.

Zucker.  Zuckerrohr  wird  in  größerem  Maßstabe  nur  in  Deutsch-Ostafrika  kultivirt;  in
unseren  anderen  tropischen  Kolonien  wird  die  Pflanze  von  den  Eingeborenen  nur  in  kleinen  Quantitäten
zu  eigenem  Gebrauch  in  rohem  Zustande,  nicht  zur  Gewinnung  von  Zucker  für  den  Export  angebaut.

Deutsch-Ostafrika  exportirte  an  Zucker,  Syrup  und  Melasse:

1890ü  .  1  575  000  engl.  Pfund  im  Werthe  von  37  500  Dollar,
1892  398311  000  -  -  -  62  500
1893  2469  000  -  -  -  -42200
1894  (Heuschreckenjahr)  1  575  000  =  -  -28700
bei  einer  gleichzeitigen  Einfuhr  von
555  000  =  -  36  700  =

Der  Export  von  1895  wird  auf  2  500  000  Pfund  geschätzt.  In  gewöhnlichen  Jahren  übertrifft
der  Export  den  Import  auch  dem  Werthe  nach.  Die  Hauptkultur  von  Zuckerrohr  konzentrirt  sich  in  den  Flußniederungen
  des  Pangani  im  Maoviadistrikt,  vo  nach  Baumanns  leßtjährigen  Aufnahmen  mindestens
660  ha  mit  Zuckerrohr  bestanden  sind.  Die  Zuckerrohrfelder  sind  nebst  den  maschinellen  Anlagen
        <pb n="356" />
        fast  durchweg  im  Besitz  von  Arabern,  die  in  sehr  primitiver  Weise  gelblichen  Rohzucker  und  Melasse
daraus  herstellen;  es  existiren  daselbst  105  Pflanzungen  mit  34  Walzenpressen,  davon  drei  mit  Dampfbetrieb,
  jedoch  wird  von  dem  zu  diesem  Zwecke  ins  Leben  gerufenen  Deutsch-Ostafrikanischen  Zuckersyndikat
die  Errichtung  einer  großen  modern  eingerichteten  Fabrik  geplant.  Der  in  offenen  Pfannen  zu  Syrup
eingedickte  Zuckersast  wird  nach  anderen  Plätzen  Ostafrikas,  nach  der  Somaliküste  und  sogar  nach  Arabien
exportirt;  übrigens  wird  auch  ein  ziemlich  fester  Rohzucker  in  kleineren  QOuantitäten  an  Ort  und  Stelle
hergestellt.  Ein  Export  nach  Deutschland  wäre  troßz  unseres  billigen  Rübenzuckers  nicht  undenkbar,  da
für  manche  Zwecke,  Herstellung  feiner  Fruchtkonserven  2c.,  noch  immer  Nohrzucker  vorgezogen  wird.

Im  Hinblick  darauf,  daß  der  Zucker  unserer  Kolonien  bisher  noch  keine  Bedentung  für  die
heimische  Industrie  hat,  wurde  darauf  verzichtet,  Fabrikate  aus  dem  Zucker  auszustellen,  nur  der  drüben
hergestellte  Rohzucker,  Melasse  und  Syrup  gelangte  zur  Ausstellung,  und  außerdem  veranschaulicht  das
Deutsch-Ostafrikanische  Zuckersyndikat  die  Produktion  des  NRohrzuckers  am  Pangani  durch  Karten  und
Photographien.

 

Genußmittel,  Gewürze  und  Narkotika.

Kaffee.  Da  Afrika  die  Heimath  der  beiden  bisher  allein  wichtigen  Coffeaarten  ist,  nämlich
des  arabischen  und  liberischen  Kaffees,  und  ferner  noch  zahlreiche  andere  Arten  derselben  Gattung  dort
wild  vorkommen,  so  war  von  vornherein  anzunehmen,  daß  sich  der  Kaffeebau  für  unsere  tropischafrikanischen
  Kolonien  eignen  würde.  4  *m  4

Proben  des  wild  oder  halbwild  gewachsenen  Kaffees  unserer  Kolonien  kamen  schon  vor
drei  Jahren  zur  Beurtheilung  nach  Deutschland,  wurden  aber  naturgemäß  nur  gering  bewerthet,  z.  B.
der  Kaffee  von  Yaunde  in  Kamerun  auf  50  bis  55  Pf.  per  Pfund  unverzollt,  der  sogenannte  Ibo-Kaffee
aus  dem  südlichen  Küstenland  des  ostafrikanischen  Schutzgebietes  sogar  nur  auf  40  bis  45  Pf.;  beide
Sorten  stammen  von  Kaffecarten  her,  die  von  dem  liberischen  und  arabischen  Kaffee  verschieden  sind,  ebenso
auch  die  wilden  Kaffeesorten  des  Kamerungebirges.  Gleichfalls  minderwerthig  und  kaum  zum  Export
tauglich  ist  der  von  einer  Varietät  des  arabischen  Kaffeebaumes  herstammende  halbwilde  Kaffee  vom
Viktoria-Nyanza;  eine  bessere  Sorte  davon  ergab  1893  einen  Taxwerth  von  68  bis  7  1  Pf.  und  ungefähr
ebenso  viel  eine  1895  von  Tabora  eingesandte  Probe;  es  sind  dies  Preise,  die  denen  der  billigen
Angola-Kaffeesorten  (Enconge  und  Cazengo)  gleichkommen.  »  «

Viel  besser  sind  die  auf  europäischen  Stationen  kultivirten  Kaffecsorten.  Das  Preisnivean
des  gewöhnlichen  Santoskaffees  (good  average)  besaß  einc  1894  eingegangene  Probe  aus  dem  jetzt  freilich
englischen  Witu  (78  Pf.),  während  der  auf  der  Missionsstation  Mrogoro  gezogene  Kassee  und  der  davon
abstammende  Kaffec  aus  Kilossa  in  Usagara  je  nach  den  einzelnen  Proben  schon  einen  zwischen  78  und
105  Pf.  schwankenden  Taxwerth  besaß;  gehören  die  eben  genannten  Proben  zum  arabischen  Kaffee,  so
erzielte  andererseits  auch  der  liberische  Plantagenkaffee  Togos  immerhin  80  bis  96  Pf.,  und  der  arabische
Kassee  des  Regierungsgartens  Viktoria  in  Kamerun  sogar  1  Mark  per  Pfund  unverzollt.

Der  einzige  bisher  für  den  Export  wichtige  Kaffee  unserer  Kolonien,  der  Usambara-Kaffee
Deutsch-Ostafrikas,  fand  gleichfalls  eine  sehr  günstige  Beurtheilung,  alle  Makler  taxirten  ihn  auf  über
90  Pf.  das  Pfund  unverzollt,  bis  93,  95  oder  98  Pf.  hinaufgehend,  er  wird  als  „Qualitätssorte“
geschildert,  welche  „den  Ansprüchen  vollkommen  entspricht,  die  man  an  einen  guten  blauen  Kaffee  stellen
kann;  die  Bohne  ist  voll  und  edel  und  erinnert  an  den  sehr  geschätzten  Soemanik-Kaffee“  von  Padang
in  Sumatra,  woher  auch  der  Saatkaffee  bezogen  wurde.  *  .  ½*-5

Es  unterliegt  keinem  Zweifel,  daß  die  klimatischen  Verhältnisse  von  Ost=  und  Westafrika  dem
Kaffee  ganz  außerordentlich  zusagen,  ein  Beweis  dafür  ist  einerseits  das  Urtheil  der  holländischen  und
englischen  die  südasiatischen  Verhältnisse  kennenden  Pflanzer,  andererseits  die  von  Dr.  Preuß,  dem
Direktor  der  Regierungsstation  in  Viktoria,  eingesandten  Photographien  ein=  und  zweijähriger  Bäume.

Die  Kaffeekultur  in  Deutsch-Ostafrika  hat  schon  jetzt  eine  große  Bedeutung  erlangt.  Vor  wenigen
Jahren  noch  kam  für  den  Handel  ausschließlich  der  Seenkaffec  vom  Viktoria-Nyanza  und  der  Ibo-Kaffee
aus  dem  südlichen  Theile  des  Schutzgebietes  in  Betracht,  Beides  halbwilde  schlechte  Produkte,  die  nur
dem  Lokalkonsum  dienten,  der  Seenkaffec,  in  unreifem  Zustande  gesammelt,  abgebrüht  und  getrocknet,  ein
lokaler  Handelsartikel,  der  von  den  Eingeborenen  nicht  getrunken,  sondern  gekaut  wird,  der  Ibo-Kaffee
zwar  als  reife  Bohnen  gesammelt  und  zu  Trinkzwecken  präparirt,  aber  in  so  unvollkommener  Weise  und
an  sich  dank  der  Kleinheit  und  schlechten  Auslese  ein  so  inferiores  Produkt,  daß  er  sich  für  den  Export
laum  oder  gar  nicht  eigncte.  Außerdem  besaßen  noch  einzelne  Stationen  der  Araber  und  Missionare  kleine
Anpflanzungen  von  Kaffeebäumen  für  den  eigenen  Konsum.

Jetzt  hingegen  sind  allein  im  vorderen  Usambara  (Handei)  schon  etwa  800  000  Kaffeebäume
ausgepflanzt;  allein  die  Pflanzungen  der  Deutsch-Ostafrikanischen  Gesellschaft  (Derema,  Nguelo,  Herue)
besitzen  schon  700  000  Bäume  (gegen  500  000  im  Vorjahre),  ferner  die  Usambara-Kaffee-Gesellschaft  in
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        —  8  —

Buloa  etwa  100  000  ausgepflanzte  Bäume,  hierzu  kommt  noch  eine  kleincre  erst  wenige  Tausend  Bäume
umfassende  Pflanzung  eines  Herrn  Mismahl  im  südlichen  Handei.

Von  Derema  gelangten  1895  ekwa  200,  von  Nguelo  etwa  400  Centner  Kaffee  zur  Verschissung,
was  immerhin  doch  schon  eine  Summe  von  mehr  als  50  000  Mark  repräsentirt,  wogegen  im  Jahre
vorher  noch  nicht  für  1000  Mark  Kassee  exportirt  wurde.  In  diesem  Jahre  dürfte  der  Werth  des  Kaffceexportes
  wohl  schon  an  200  000  Mark  heranreichen,  da  schon  als  erste  diesjährige  Ernte  etwa  1000  Centner
(800  von  Nguelo,  200  von  Derema)  herübergekommen  sind,  wogegen  die  Haupternte  erst  in  den  Sommer  fällt.

Auch  die  Liberia-Kaffeekultur  macht  in  Deutsch-Ostafrika  außerordentliche  Fortschritte.  Im
Handeigebiet  stellt  die  Deutsch-Ostafrikanische  Gesellschaft  bei  Lunguza  größere  Versuche  damit  an,
besonders  aber  erweisen  sich  Boden  und  Klima  Bondeis  als  sehr  geeignet  dafür.  Die  Deutsch-Ostafrikanische
Plantagengesellschaft  hatte  schon  1895  bei  Lewa  und  Magila  60  000  Liberia-Kaffeebäumchen  ausgepflanzt
und  hofft  bis  Mitte  dieses  Jahres  schon  eine  Plantage  von  ½  Million  Bäumen  zu  haben.  In  der
flußabwärts  am  Pangani  gelegenen  Plantage  Buschirihof  hat  dieselbe  Gesellschaft  gleichfalls  300  ha
für  Liberia-Kaffee  bestimmt,  im  vorigen  Jahre  waren  schon  die  ersten  6000  Bäume  gepflanzt.  Auch
die  Deutsch-Ostafrilanische  Gesellschaft  beabsichtigt,  den  sich  nicht  lohnenden  Baumwollbau  bei  Kikogwe
und  Muera  durch  Liberia-Kaffee  zu  ersetzen.  Die  Plantage  Perrot  der  Westdeutschen  Handels=  und
Plantagengesellschaft  nahe  bei  Tanga  am  Mkulumuzi  befaß  im  vorigen  Jahre  etwa  35.000  ausgepflanzte  Liberia-Kaffeebäume,
  von  denen  einige  auffallenderweise  schon  18  bis  10  Monate  nach  dem  Auspflanzen  zu
blühen  begannen.  Auch  in  Bondei  begründete  dieselbe  Gesellschaft  eine  Liberia-Kaffcepflanzung  und  hat
im  vorigen  Jahrc  schon  mehrere  Tausend  Bäumchen  ausgepflanzt.  Endlich  hat  neuerdings  auch  Herr
Perrot  im  Süden  des  Schuszgebietes  (bei  Lindi)  eine  größere  Liberia-Kasseepflanzung  anzulegen  begonnen.
Es  existiren  demnach  in  Deutsch-Ostafrika,  wenn  man  von  kleineren  Versuchspflanzungen  absieht,  schon
sieben  wirkliche  Liberia-Kaffeepflanzungen,  wenngleich  die  Zahl  der  ausgepflanzten  Bäume  bis  zum  letzten
Herbst  kaum  mehr  als  100  000  betragen  haben  wird.

In  Togo  macht  gleichfalls  die  Liberia-Kaffeekultur  merkbare  Fortschritte,  die  Plantage  der
(eingeborenen)  Brüder  d'Almeida  zählte  voriges  Jahr  schon  25  000  Bäume  und  wurde  stark  ausgedehnt,
die  Plantage  des  Bremer  Kaufmannes  J.  K.  Vietor  in  Klein-Popo  trug  30  000  Bäume  und  soll  gleichfalls
bedeutend  erweitert  werden,  verschiedene  Eingeborene  besitzen  noch  kleinere  Plantagen,  und  die  Gesammtzahl
der  ausgepflanzten  Bäume  im  Togogebiet  dürfte  jetzt  100  000  schon  wesentlich  überschritten  haben.  Auch
die  vorjährige  Ernte  (1895)  war  noch  sehr  gering,  Alles  in  Allem  vielleicht  20  Centner:  der  Export  im
Jahre  1894  war  etwa  130  kg;  die  diesjährige  Ernte  dürfte  wohl  mindestens  doppelt  so  groß  werden  wie
die  des  Vorjahres;  die  erzielten  Preise  waren  recht  befriedigend,  84  Pf.  pro  Pfund  unvergollt.

In  Kamerunn  macht  der  Kasfeebau  noch  am  wenigsten  Fortschritte.  Vor  Allem  besitzt  die
Versuchsplantage  der  Regierung  in  Kamerun  Pflauzungen  von  arabischem  und  liberischem  Kaffec,  von
denen  letzterer  unter  einem  Schimmelpilz  an  den  Früchten  leidet,  ersterer  hingegen  brillante  Resultate
aufweist;  im  vorigen  Jahr  wurde  die  erste  kleine  Ernte,  etwa  10  Centner,  exporlirt.  Ferner  hat  die
Kameruncer  Land=  und  Plantagengesellschaft  sowohl  am  Kriegsschiffhafen  als  auch  in  N'Bamba  kleinere
Liberia-Kaffeeplantagen  (8000  bis  12  000  Bäume),  die  1893/94  11  Centner,  1894/95  13  Centner
Kaffee  ergaben,  während  1891/92  überhaupt  erst  ½  Centner  und  1892/93  kaum  1  Centner  Kaffee
aus  Kamerun  exportirt  wurde,  das  Uebrige  diente  dem  Selbstgebrauch.  Es  ist  zu  hoffen  und  zu
erwarten,  daß  der  glänzende  Erfolg  des  Viktoria-Kaffces,  der,  trotzdem  er  noch  nicht  auf  westindische
Weise  bereitet  war,  dennoch  schon  auf  1  Mark  pro  Pfund  taxirt  wurde,  das  Kapital  ermuthigen  wird,
größere  Plantagen  arabischen  Kaffees  in  Kamerun  zu  gründen,  mit  um  so  mehr  Wahrscheinlichkeit  des
Erfolges,  als  es  dort  einerseits  vortreffliche  Lagen  und  vorzüglichen  Boden  in  Menge  giebt,  andererseits
die  Transportkosten  bis  zum  Schiff  bei  der  Nähe  der  Küste  minimale  sind,  endlich  aber  auch,  weil
Kamerun  noch  frei  ist  von  der  Hemileia-Kaffeekrankheit.

Auch  im  Südsee-Schutzgebiet  ist  die  Kaffeekultur  merkwürdigerweise  auffallend  vernachlässigt

  worden,  obgleich  die  klimatischen  Bedingungen  einer  gedeihlichen  Kultur  sämmtlich  vorhanden
sind.  Die  kleinen  Versuche  auf  Neu-Guinea  selbst  haben  zur  dauernden  Begründung  von  Plantagen
nicht  geführt;  die  10  ha,  welche  die  Firma  E.  E.  Forsayth  in  Ralum  auf  der  Gazellenhalbinsel
(Neu-Pommern)  mit  Kaffec  bepflanzt  hat,  liefern  zwar  ein  recht  gutes  Produkt,  genügen  aber  kaum
für  den  Lokalkonsum  des  Schutzgebietes.  Bei  der  Nähe  des  großen  Konsumgebietes  von  Australien
dürfte  die  Aufnahme  der  Kaffeekultur  im  Großen  nur  anzuempfehlen  sein.
"  Wic  wir  also  sehen,  haben  unsere  sämmtlichen  afrikanischen  Tropenkolonien  das  Versuchsstadium
  in  Bezug  auf  den  Kaffec  schon  überschritten  und  sind  jetzt  im  Begriff,  in  die  Periode  der
praktischen  Ausnutzung  zu  treten;  schon  die  nächsten  Jahre  werden  auch  über  die  finanzielle  Seite
(Rentabilität)  der  Pionierplantagen  Ausschluß  zu  geben  im  Stande  sein.

Ausgestellt  wurden  Proben  fast  sämmtlicher  hier  aufgeführten  Kafjeesorten  durch  die  Firma
A.  Zuntz  sel.  Ww.,  der  dieselben  von  der  Kolonial-Abtheilung  des  Auswärtigen  Amtes  zur  Begutachtung
  überwiesen  worden  waren.
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        9

Kakao.  Der  Kakaobaum  (7  coh-om##  Cuego)  der  in  seinen  an  den  dicken  Aesten  oder  am  Stamme
sibenden  Früchten  die  zu  Kakao  verarbeiteten  sogenannten  Kakaobohnen  enthält,  wird  von  den  deutschen
Kolonien,  vor  Allem  in  Kamerun,  mit  großem  Erfolg  kultivirt.  Der  bisher  ausschließlich  für  Kakaokultur
in  Anspruch  genommene  Fuß  des  Kamerungebirges  entwickelt  sich  jetzt  außerordentlich  schnell  zu  einem
wichtigen  Centralpunkt  für  westafrikanischen  Kakao.  Es  sind  daselbst  augenblicklich  drei  größere  Privat—
unternehmungen,  ferner  die  Regierungsplantage  und  einige  kleinere  Anpflanzungen  der  Eingeborenen
die  für  Kakaokultur  in  Betracht  kommen.  "
Anm  wichtigsten  sind  die  18814  begonnenen  Pflanzungen  der  Kamerun  Land=  und  Plantagen-Gesellschaft
  nahe  bei  Victorin,  die  im  vorigen  Jahre  im  Kriegsschiffhafen  200  d0o,  in  N'Bamba-62
  000  Kakaobäume  ausgepflanzt  stehen  hatten;  sie  produzirten  1893/94  83  400  kg,  1894/95
90  000  kg  Kakao.  Hierauf  folgt  an  Bedentung  die  1888  begonnene  Pflanzung  von  Jantzen,  Thormählen
  und  Dollmann  bei  Bibundi  am  Westfuß  des  Kamerungebirges,  die  im  vorigen  Jahre  auch
schon  die  stattliche  Anzahl  von  44  500  ausgepflanzten  Kakaobäumen  aufwies,  aber  noch  beträchtlich  ausgedehnt
  wird;  jedoch  produzirt  sic  noch  wenig,  1893/94  noch  keine  4000  kg,  189•1,95  schon  10  000  kg.
Am  besten  wird  die  Entwickelung  dieser  zwei  führenden  Plantagen  durch  ihre  Erträge  in  den  aufeinanderfolgenden

  Jahren  demonstrirt:  .
1889...  5  Sack  im  Werthe  von  etwa  360  Mark,
189900  170  „  -  --  11400-1891...340--
  -  --  18800-1892...750--
  --  43370-1893...1320--
  -  75600-1894...1800--
  -  -100000-1895
  220  „  -  -  120000-1896

  dürfte  auf  3300  Sack  im  Werthe  von  etwa  182  000  Mark  zu  rechnen  sein,  von
dann  an  mäßig  gerechnet  auf  eine  jährliche  Vergrößerung  der  Ernte  um  1000  Sack  (—  55  000  Marz).

Eine  dritte  Pflanzung  bei  Debundscha  (etwas  südlich  von  Bibundi),  jeßt  der  Firma  Linnell
4  Co.  gehörig,  besaß  1895  gleichfalls  schon  etwa  41  000  Bäumchen,  die  aber  meist  noch  sehr  jung
sind  und  1893/94  erst  750  kg,  1894/95  2050  kg  Kakao  ergaben.  Relativ  geringsügig  ist  naturgemäß
  auch  die  Qnantität  des  auf  der  nur  für  Versuche  bestimmten  Regierungsplantage  in  Viktoria
geernteten  Kakaos,  1894/95  etwas  über  3000  kg.  Hingegen  konnte  die  farbige  Bevölkerung  Viktorias
aus  ihren  Privatgärten  im  vergangenen  Jahre  schon  die  respektable  Quantität  von  13  000  kg  an  die
dort  ansässigen  Exportfirmen  verkaufen.

Die  offizielle  Statistik  ?)  ergiebt  einen  Export  Kameruns  an  Kakao:

1892  50  800  kg  im  Werthe  von  62  000  Mark,
1893.  78000  -  -10100
1894  135  000

Das  Produkt  ist  ein  gutes,“)  auch  soll  sich  die  Qualität  von  Jahr  zu  Jahr  veredeln;  schon
jetzt  erzielen  die  Kakaobohnen  Kameruns  die  gleichen  Preise  (etwa  50  Mark  pro  100  Pfund)  wie
gute  südamerikanische  Sorten  (Machala,  Arriba).  Sie  zeichnen  sich  durch  besonders  hohen  Eiweißgehalt
  aus  und  eignen  sich  deshalb  vorzüglich  zur  Herstellung  von  Kakaopulver,  welches  in  Bezug  auf
Nährwerth  (nach  der  Analyse  von  Dr.  Erwin  Kayser  in  Dresden)  den  besten  holländischen  und  deutschen
Marken  voranstehen  soll.  Da  das  ausschließlich  aus  Kakao  von  Kamerun  hergestellte  Pulver  noch  zu
kräftig  und  streng  schmeckt,  gelangt  es  mit  südamerikanischem  milderen  Kalao  (Arriba)  im  Verhältniß
von  4  Kamerun  zu  1  Arriba  vermischt  in  den  Handel  unter  dem  Namen  Kamerun-Kakao-Marke
Bibundi  und  erzielt  Detailpreise  von  2,60  bis  2,80  Mark  pro  Pfund.

In  Togo  gedeihen  die  Kakaopflanzen  auf  dem  trockenen  und  harten  Lateritboden  der  küstennahen
  Gegenden  natürlich  nicht  besonders;  kleine  Versuche  hat  man  deshalb  aufgegeben;  vermuthlich
dürsten  am  Fuße  des  Anstieges  zum  Gebirge  günstigere  Lokalitäten  gefunden  werden.

In  Deutsch-Ostafrika  ist  das  Klima  wohl  nur  in  gewissen  Gegenden  dauernd  feucht  geung,
um  Kakao  mit  Erfolg  bauen  zu  können;  abgeschlossene  Versuche  von  solchen  Lokalitäten  liegen  bisher
noch  nicht  vor.  Augenblicklich  wird  der  Anbau  von  Kakao  in  Angriff  genommen  von  der  Westdeutschen
Handels=  und  Plantagengesellschaft  bei  Tanga,  von  der  Deutsch-Ostafrikanischen  Gesellschaft  bei  Mpungamingi,
sowie  im  Süden  bei  Lindi  von  Perrot.

*)  Nach  den  offiziellen  Angaben  in  den  Reichstagsdenkschriften  betrug  der  Gesammtexport
1891192  25000  ktx  im  Werthe  von  29  000  Mark,
189293.  550000  -  -  69  000
1893/94  111  000  -  -138  000
EITI
*“)  Der  im  Jahre  1894  unter  der  Marke  Aline  Wörmann  in  den  Handel  gekommene  Kamerun-Kalao
erhielt  auf  der  Dresdener  Internationalen  Ausstellung  desselben  Jahres  die  goldene  Medaille.

"J  *

—  -  137  000

K
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        —  10  —

In  Neu-Guinea  sowie  im  Bismarck-Archipel  dürften  gewiß  die  klimatischen  Verhältnisse
dem  Kakaoanbau  recht  günstig  sein;  größerc  Versuche  liegen  aber  noch  nicht  vor.  Die  1890  gegründete
Kaiser  Wilhelmsland-Plantagengesellschaft  beabsichtigte  zwar  vor  Allem  Kaffee  und  Kakao  zu  bauen,
löste  sich  aber  bald  wieder  auf.

Ausgestellt  wurde  eine  Kakaofrucht,  Kakaobohnen  der  Plautagen  Bimbia  und  Bibundi,  entöltes
Kamerun-Kakaopulver,  der  Kamerun-Kakao  des  Handels,  Marke  Bibundi  (Mischung  mit  Arriba  4:1),
auch  in  den  üblichen  Verpackungen,  Kakaobutter,  aus  dem  Kamerun-Kakao  hergestellt,  sowie  Kamerun=Schokolade,
  durch  die  Firma  A.  Curti  in  Hamburg.

Thee.  Thee  wird  bisher  noch  nicht  aus  unseren  Kolonien  ausgeführt,  ja  nicht  einmal  zu
eigenem  Gebrauch  gebaut.  Die  Deutsch-Ostafrikanische  Gesellschaft  hat  eine  kleine  noch  nicht  erntereife
Theeplantage  in  Usambara  angelegt,  und  ebenso  stellt  die  Usambara-Gesellschaft  Versuche  damit  an.
Das  ist  leider  Alles,  was  bisher  in  Bezug  auf  diese  für  europäische  Großkultur  so  eminent  wichtige
Pflanze  in  unseren  Kolonien  gethan  ist.

Kola.  Die  Kolanuß,  der  Same  eines  westafrikanischen  Baumes,  Col  cumim##ta,  hat  erst  in
den  letzten  Jahren  die  Aufmerksamkeit  Europas  in  höherem  Maße  auf  sich  gezogen,  während  sie  für  den
westafrikanischen  Binnenverkehr  schon  seit  lange  von  der  allerhöchsten  Bedeutung  war  und  in  vielen
Gegenden  den  wichtigsten  Tauschartikel  darstellt.  In  Europa  wird  die  Kolanuß  theils  medizinisch  verwendet,
theils,  und  zwar  in  den  letzten  Jahren  in  immer  steigenden  Quantitäten,  als  auregendes  Genußmittel  in
der  Art  wie  Kakao,  oft  auch  in  Mischungen  mit  Kakao  genossen.  Geregelte  Großkulturen  dieser  Pflanze  giebt
es  bisher,  wie  es  scheint,  noch  nirgends,  dagegen  pflanzen  die  Neger  den  Baum  sowohl  in  Westafrika
wie  auch  in  Theilen  Westindiens.  6

In  unseren  Kolonien,  namentlich  in  Kamerun,  wird  viel  Kola  produzirt;  der  Export  zur  See
ist  aber  noch  gering;  auch  im  Hinterlande  (Adamaua)  existirt  ein  ziemlich  beträchtlicher  Handel  mit
Kolanüssen.

Die  Wirkung  der  Kolapräparate  als  Stärkungs=  und  Kräftigungsmittel  beruht  nicht  nur  auf
der  großen  Menge  von  Coffein,  welche  die  Kola  mit  Kaffee  und  Thee  theilt,  sondern  wahrscheinlich  auch
auf  dem  in  den  Kolanüssen  enthaltenen  Kolanin,  welches  speziell  das  Ertragen  von  Strapazen  wesentlich
erleichtert.  Gerade  beim  Militär  scheinen  sich  deshalb  auch  die  daraus  hergestellten  Fabrikate  besonders
schnell  einzubürgern.

Der  Export  Kameruns  an  Kolanüssen  betrug:

892  109  kg  im  Werthe  von  20  Mark,
1893  37609  -  -  2853
1894  2075  9  2013  -

Im  Togogebiet  giebt  es  zwar  im  Innern  sehr  viel  Kolabäume,  jedoch  werden  die  Nüsse
bisher  nur  von  den  Inlandstämmen  und  Haussas  benutzt.  Versuche,  die  Nüsse  an  die  Küste  zu  bringen,
haben  bisher  finanziell  keine  günstigen  Resultate  gehabt.

Wenn  aber  der  Kolakonsum  Europas  sich  in  der  Zukunft  in  demselben  Maße  vergrößert  wie  in
den  letztvergangenen  Jahren,  und  wie  es  nach  dem  Beifall,  den  jetzt  schon  die  Kolafabrikate  finden,  den
Anschein  hat,  so  dürfte  die  Kolanuß  bald  ein  wichtiger  Exportartikel  unserer  westafrikanischen  Kolonien  werden.

Ausgestellt  wurden  neben  einer  ganzen  Kolafrucht  aus  Kamerun  (Prof.  Sadebeck)  und  getrockneten
Kolanüssen  aus  Togo  (J.  K.  Vietor)  Kolapräparate  der  Firma  J.  Krahnstöver  in  Nostock,  nämlich
Kolapulver,  Kolapastillen,  Kolabiskuits,  Kolaliqueur  und  Kolabitter;  ferner  von  der  Schokoladenfabrik
Felix  &amp;amp;  Sarotti  in  Berlin  Kolakakao  und  Kolaschokolade  sowie  Kolawein.

Vanille.  Dieses  Gewürz  wird  in  deutschen  Kolonien  bisher  ausschließlich  in  Ostafrika  in  größerer
Menge  kultivirt.  Nachdem  die  französischen  Missionare  bei  Bagamoyo  zuerst  Erfolge  im  Kleinen  erzielt  hatten,
legten  St.  Paul-Illaire  bei  Tanga  und  die  Mrima  Land=  und  Plantagengesellschaft  (L.  u.  O.  Hanfing)
bei  Kitopeni  nahe  Bagamoyo  kleine  Vanillenpflanzungen  an.  Die  Plantage  bei  Tanga  lieferte  zwar  gute
Proben,  schlug  aber  insofern  fehl,  als  die  Vanille  wie  in  Bourbon  und  Mauritius  fast  ohne  Schatten
gepflanzt  war,  was  den  klimatischen  Verhältnissen  und  der  langen  Trockenzeit  nicht  entsprach;  eine  Neuanpflanzung
  im  Waldesschatten  am  Mkulumuzi  soll  bessere  Resultate  versprechen.  Die  1891  mit  Bourbonstecklingen
  begründete  Vanillenplantage  bei  Kitopeni  hatte  gleichfalls  1893  sehr  durch  Trockenheit  gelitten,
brachte  aber,  nachdem  man  für  besseren  Schatten  gesorgt,  1894  schon  eine  kleine  Ernte  von  6  kg,
1895  schon  50  kg  (etwa  10  000  Schoten),  während  man  die  in  diesem  Jahre  zu  erwartende  Ernte
auf  100  kg  schätzt.  Anfang  1894  standen  schon  24  000  Vanillepflanzen  auf  der  Plantage.  Die  bisherigen
  Ernten  gingen  an  die  Hamburger  Firma  Reese  &amp;amp;  Wichmann  und  wurden  von  den  Sachverständigen
  gut  beurtheilt;  sie  wurde  zwischen  mexikanischer  und  Bourbon-Vanille  klassifizirt,  indem  sie
der  ersteren  an  feinem  Aroma  nachsteht,  die  letztere  jedoch  darin  überragt;  in  technischer  Beziehung,
Packung  ꝛc.,  war  die  Vanille  den  Bedingungen  des  Handels  angepaßt,  so  daß  sie,  trotzdem  es  ein
Erstlingsprodukt  war,  doch  schon  einen  günstigen  Markt  finden  konnte.  Auch  einige  Missionsstationen
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        —  11  —

des  Binnenlandes,  z.  B.  Mhonda  und  Mrogoro,  befassen  sich  mit  Vanillekultur,  in  größerem  Maßstabe
aber  wird  sie  nur  von  der  erwähnten  französischen  Mission  zu  Bagamoyo  betrieben.

In  Kamerun  macht  die  Regierungsplantage  in  Viktoria  Versuche  mit  Vanille,  1894  wurden
schon  die  ersten  qualitativ  vorzüglichen  Schoten  eingesandt;  auch  soll  die  Vanille  daselbst  nach  den
Berichten  ausgezeichnet  wachsen.  Ebenso  wird  auf  der  Bibundi-Plantage  der  Firma  Jantzen,  Thormählen
&amp;amp;  Dollmann  seit  zwei  Jahren  ein  kleiner  Versuch  mit  Vanille  gemacht.

Ausgestellt  wurden  vor  Allem  die  von  der  Schokoladenfabrik  Reese  &amp;amp;  Wichmann  in  Hamburg
hierzu  gelieferten  Vanilleschoten  von  Kitopeni,  ferner  der  von  H.  Haensel  in  Pirna  hergestellte  Vanilleextrakt,
  der  in  Konditorwaaren  und  Liqucuren  verwendet  wird,  trotz  des  Wettbewerbs  des  Vanillins,
welch  letzteres  durch  von  der  gleichen  Firma  ausgestellte  Vanillinlösung  vertreten  ist.

Ingwer.  Ingwer,  der  getrocknete  Wurzelstock  einer  kleineren  Stande,  ist
zwar  schon  ein  wichtiger  Handelsartikel  Westafrikas  (namentlich  Sierra  Leones),  jedoch  haben  die  deutschen
Kolonien  noch  kaum  einen  Antheil  an  dem  Export,  wenngleich  die  Ingwerpflanze  z.  B.  in  Kamerun
auf  der  Regierungsplantage  in  Viktoria  gut  gedeiht  und  eine  reiche  Ernte  zeitigte;  die  erste  nach  Hamburg
verschiffte  Ernte  (1894/95)  betrug  5  /2  Centner,  die  auch  der  Qualität  nach  durchaus  befriedigte;  es  wird
dort  weißschaliger  Jamaika=  und  Kanton-Ingwer  kultivirt,  während  die  in  Westafrika  heimischen  Sorten
weniger  hell  gefärbt  sind.  4

Weder  in  Deutsch-Ostafrika  noch  im  Südseegeb  iet  sind  bisher  größere  Versuche  mit  dem
Anbau  dieser  Gewürzpflanze  gemacht,  höchstens  könnte  man  eine  kleine  Probesendung  der  Plantage
Perrots  bei  Tanga  erwähnen.  Da  die  Pflanze  in  beiden  Kolonien  gut  gedeiht  und  auch  hier  und  da
von  den  Eingeborenen  kultivirt  wird,  so  ist  ein  Aufschwung  der  Kultur  nicht  unwahrscheinlich.

Ausgestellt  wurde  der  graue  westafrikanische  Ingwer  des  Handels  (meist  von  Liberia  kommend),
sowie  eine  kleine  Probe  aus  Tanga  in  Deutsch-Ostafrika;  ferner  die  daraus  hergestellten  Prodakte,
Ingweröl,  konzentrirte  Ingweressenz  und  Gingerol  durch  die  Fabrik  ätherischer  Oele  von  Heinrich  Haensel
in  Pirna;  Ingweröl  wird  in  der  Biskuit-,  Bonbon=  und  Liqueurfabrikation  benutzt  sowie  zur  Darstellung
  von  Ingwergelee;  Ingweressenz  findet  in  der  Liqueur=  und  Mineralwasserfabrikation  (Gingerbcer
und  Gingerale)  Verwendung:  Gingerol  wird  vielfach  in  der  Bonbonfabrikation  benutt.

Kardamom.  Mit  diesem  Gewürz  hat  die  Deutsch-Ostafrikanische  Gesellschaft  in  Derema  eine
größere  Versuchsplantage  bepflanzt,  hatte  jedoch  noch  keine  Ernten;  ebenso  hat  die  Regierungsplantage  in
Viktoria  (Kamerun)  Versuche  damit  angestellt.  Das  daraus  hergestellte,  von  der  Firma  Heinrich  Haensel
in  Pirna  ausgestellte,  namentlich  das  terpenfreie  Kardamomöl  sowie  der  Kardamomextrakt  wird  sowohl
von  Bäckern  und  Konditoren  als  auch  in  der  Liqueurfabrikation  benutzt.

Paradieskörner.  Auch  auf  die  gewiß  zum  Theil  für  die  Industrie  verwendbaren  Samen
der  verschiedenen  in  Westafrika  heimischen  Amomumarten,  der  sogenannten  Paradieskörner,  die  in  früheren
Jahrhunderten  große  Exportartikel  bildeten,  fängt  der  Handel  erst  jetzt  wieder  an  aufmerksam  zu  werden.  Seit
Kurzem  finden  sich  neben  den  echten  Paradieskörnern  auch  die  Früchte  der  Bastard-Malagetta  von  Kamerun
in  Hamburg  versuchsweise  im  Handel.  Sowohl  die  echten  Paradieskörner  (lmowmmm  AMelegueta),  als
auch  die  Früchte  der  Bastard-Malagetta  (von  Amomum  Clusii),  beide  Sorten  aus  Kamerun,  wurden
ausgestellt.

feffer.  Der  spanische  oder  rothe  Pfeffer  (Paprika)  wächst  in  unseren  sämmtlichen  Kolenien  in
großer  Menge,  in  Halbkultur  oder  ganz  verwildert.  In  Sansibar  hat  sich  seit  etwa  30  Jahren  ein  größerer
Export  in  diesem  Artikel  (ohillie«  genannt)  entwickelt,  der  aber  bisher  kaum  auf  die  deutsche  Küste
übergegriffen  zu  haben  scheint.  Nach  den  statistischen  Listen  wurden  nur  exportirt:
1892  (3  Ouartale)  338  Pfund  rother  Pfeffer  im  Werthe  von  31  Dollar,
1893  (4  ))  379  -  -  -  -  25  O

1894  4  10  227  OD  ---7

Die  anderen  Kolonien  Deutschlands  exportiren  gleichfalls  kaum  irgendwie  sichtbare  Mengen
spanischen  Pfeffers.*)  4

Ebenso  wenig  bilden  die  Früchte  der  Gattung  I#per  (schwarzer  und  weißer  Pfesser,  langer
Pfeffer,  Cubeben)  Exportartikel  unserer  Kolonien,  wenngleich  der  sogenannte  Aschantipfeffer  #  iper
gicineense)  in  unseren  tropisch-afrikanischen  Kolonien  heimisch  ist  und  eine  Sorte  langen  Pfeffers
sogar  in  Ostafrika  (in  Nguru)  einen  lokalen  Handelsartikel  zu  bilden  scheint.  Auch  der  Mohren=  oder
Kumbapfeffer,  die  Frucht  der  Gattung  Xhkop#a,  gelangt  nicht  in  den  Exporthandel,  obgleich  derselbe
lokal  in  Afrika  einen  nicht  unwichtigen  Handelsartikel  darstellt.

*)  Wenn  die  Tabellarischen  Uebersichten  des  Hamburger  Handels  für  1892  eine  Einfuhr  aus  Neu-Guinea
von  3000  kg  Pfesser  im  Werthe  von  1700  Mark  angeben,  so  scheint  es  sich  hierbei,  falls  kein  Irrthum  vorliegt,
um  einen  Versuch  zu  handeln.
        <pb n="361" />
        Ausgestellt  wurden  verschiedene  Sorten  rothen  Pfeffers  aus  Sansibar,  Kamerun  und  von  der
Südsce,  sowie  das  Pulver  davon,  und  auch  das  von  der  Firma  H.  Haensel  in  Pirna  hergestellte
Capsicumextrakt,  das  zum  Scharfmachen  und  als  Bonquet  von  Spirituosen  verwendet  wird.

Auch  eine  Probe  des  langen  Nguru-Pfeffers  gelangte  zur  Ausstellung,  um  die  Aufmerksamkeit
auf  diesen  recht  beachtenswerthen,  aber  noch  vollständig  unbekannten  und  noch  nicht  einmal  in  den
botanischen  Sammlungen  vorhandenen  Pfeffer  zu  lenken.  Uebrigens  gedeiht  auch  der  schwarze  Pfeffer
in  Kamerun  vorzüglich,  wie  eine  in  Alkohol  konservirte  Probe  aus  Viktoria  beweist.

Gewürznelken.  Obgleich  in  den  deutschen  Schußgebieten  bisher  kaum  kultivirt,  darf  dies  Gewürz
doch  nicht  übergangen  werden,  da  es  einer  der  Hauptausfuhrartikel  der  großen,  unserem  ostafrikanischen
Besitz  vorgelagerten  Inseln  Sansibar  und  Pemba  ist.  Es  läßt  sich  freilich  nicht  leugnen,  daß  sich  die
Kultur  in  offenbarem  Rückgang  befindet,  einerseits  durch  die  Beschränkung  des  Sklavenhandels,  vor
Allem  aber  durch  das  Sinken  des  Preises  (jetzt  kaum  noch  2  Pence  für  das  Pfund).  Da  die  Sansibar-Nelken
  die  schlechteste  Sorle  der  Gewürznelken  des  Handels  darstellen  (die  noch  geringeren  Sorten  sind
schon  verdrängt),  so  leiden  sie  unter  der  vorhandenen  Ueberproduktion  am  meisten;  enorme  Quantitäten
lagern  daher  unverkauft  in  London  und  drücken  den  Preis,  am  1.  Juli  1894  lagerten  dort
57553  Ballen,  während  der  Totalverkauf  eines  Jahres  nur  20  000  Ballen  beträgt.

Die  Gesammtproduktion  von  Sansibar  und  Pemba  betrug:

18900  868,2  Millionen  Kilogramm,
1899  62,3  -  -
1892  50  „  -

Die  Nelken  dienen  zur  Fabrikation  von  Nelkenöl  und  als  Gewürz,  die  Nelkenstiele,  d.  h.  die
getrockneten  Stiele  der  Blüthen,  werden  nur  zu  ersterem,  dagegen  nur  selten  als  Gewürz  benutzt,  und
zwar  dann  nur  in  gemahlenem  Zustand.  Das  Nelkenöl  wird  zu  Parfümerien,  in  der  Seifen=  und
Liqueurfabrikation  benutzt,  in  geringeren  Mengen  auch  in  der  Pharmacie  sowie  zu  allerlei  technischen
Verwendungen.  Das  terpenfreie  Nelkenöl  hat,  wie  alle  terpenfreien  ätherischen  Oelec,  den  Vorzug
größerer  Haltbarkeit,  leichterer  Löslichkeit,  größerer  Konzentration  (es  enthält  fast  96  pCt.  Eugenol)
und  reineren  Geschmackes.  Die  abgeschiedenen  Terpene  besitzen  noch  etwas  Nelkengeruch  und  finden
deshalb  zu  billigen  Seifen  doch  noch  Verwendung.  Aus  dem  Nelkenöl,  d.  h.  aus  dem  Eugenol,  wird
auch  künstliches  Vanillin  dargestellt,  so  daß  also  auf  diese  Weise  ein  Gewürz  dem  anderen
Konkurrenz  bereitet.

Ausgestellt  wurden  Nelken  aus  Sansibar  und  Pemba,  Nelkenstiele  aus  Sansibar,  sowie  als
Produkte  daraus  Nelkenöl,  terpenfreies  Nelkenöl  und  die  Terpenc  aus  Nelkenöl,  geliefert  von  H.  Haensel
in  Pirna,  Fabrik  ätherischer  Oele.

Macisbohnen.  Die  Samen  der  sogenannten  Kalebassen-Muskatuuß  (A/onockora),  eines  in
Westafrika  heimischen  Baumes,  sind  einigemal  versuchsweise  aus  Kamerun  exportirt.  Die  Verwendung
dieser  muskatartig  riechenden  Samen  ist  bisher  in  der  Industrie  noch  eine  sehr  beschränkte;  das  daraus
hergestellte  Oel  beginnt  jetzt  erst,  sich  für  Parfümerien  2c.  einzubürgern.

Die  Macisbohnen  sowie  das  daraus  hergestellte  Fett  und  ätherische  Macisbohnenöl  sind  von
der  Fabrik  ätherischer  Oele  H.  Haensel  in  Pirna  ausgestellt.

Tabak.  Der  Tabak  ist  schon  ein  recht  bedeutender  Exportartikel  unserer  Kolonien  geworden,
und  zwar  kommen  als  Produktionsländer  in  Betracht  Kamerun,  Deutsch-Ostafrika  und  Neu-Guinea.
Während  Kamerun  und  Neu-Guinea  ziemlich  hohe  Preise  erzielende  und  als  Deckblatttabak  verwerthbare
Tabake  liefern,  ist  das  Produkt  Deutsch-Ostafrikas  bisher  weniger  gut  ausgefallen.  Infolgedessen  wird
in  den  ersteren  beiden  Ländern  die  Kultur  ausgedehnt,  während  man  in  Deutsch-Ostafrika  eine
abwartende  Haltung  einzunehmen  scheint.

In  Kamerun  ist  es  vorwiegend  die  Plantage  Bibundi  der  Tabakbaugesellschaft  Kamerun,
Jantzen,  Thormählen  und  Dollmann,  die  sich  mit  Tabakbau  besaßt.  Diese  Kolonic  exportirte:

1891092  39500  kg  im  Werthe  von  7  000  Mark,
189/944  7?  20  43000
189394.  5  100  .  24000

Die  ersten  Ernten  fielen  qualitativ  nicht  besonders  aus,  dagegen  erzielte  der  Tabak  von  1893
schon  theilweise  einen  Preis  von  über  5  Mark  pro  Pfund.  Die  Preise  der  Ernte  von  1894  waren
sogar  durchweg  sehr  hohe  und  überstiegen  die  der  1893er  Ernte  im  Durchschnitt  bedeutend,  größere
Theile  der  Ernte  erreichten  Preise  von  7  Mark  pro  Pfund  und  konkurrirten  mit  den  besten  Sumatra-
        <pb n="362" />
        —  13

tabaken.x)  Die  nach  Hamburg  angebrachten  72  Packen  dieser  Ernte  wurden  sämmtlich  von  der  Fabrik
Philipp  Baetcke  (sast  alle  als  Deckblatt)  verarbeitet  und  erzielten  als  Bibundi-Cigarren  unter  den
Marken  Zintgraff,  Wissmann,  Nachtigall,  Gravenreuth  sehr  gute  Resultate.  Die  Ernte  des  Jahres
1894/95  war  weit  weniger  ergiebig  (nur  etwa  3000  kg);  in  dem  Gonvernementsbericht  wird  das  darauf
zurückgeführt,  daß  der  Anbau  von  Havana-Tabak  eine  quantitativ  geringere  Ernte  ergab  als  der  vorher
hauptsächlich  gepflanzte  Surinam-Tabak.

In  Ostafrika  ist  die  Produktion  des  Tabaks  an  sich  eine  überaus  große,  da  der  Tabakbau
in  sämmtlichen  Landschaften  von  den  Eingeborenen  betrieben  wird,  und  in  manchen  Distrikten,  z.  B.
Usambara,  Useguha,  Hinterland  von  Lindi  2c.,  sogar  einen  bedeutenden  Ausfuhrartikel  bildct.  Solcher
Pfeifentabak  geht  dann  auch  in  Kuchen-,  Platten=  und  Rollensorm  nach  Sansibar  und  sigurirt  demnach
auch  in  den  Exportlisten.

Es  betrug  der  Gesammtexport  von  Tabak  und  der  Fabrikate  daraus:

1891  141  000  engl.  Pfund  im  Werthe  von  22  600  Dollar,
1892  126  000.  --  -  49400-1893222000-


gegenüber  einem  gleichzeitigen  Import  von
64  000  engl.  Pfund-  .  32  000  =

Für  den  europäischen  Markt  kultivirter  und  zubereileter  Tabak  wird  in  Ostafrika,  seitdem  die
Amboniplantage  der  deutschen  Pflanzergesellschaft  ihren  Betrieb  eingestellt  hat,  nur  noch  auf  der  Plantage
Lewa  und  Magila  der  Deutsch-Ostafrikanischen  Plantagengesellschaft  gewonnen.  Dieselbe  exportirte  1892
174  Centner,  1894  692  Centner.  1894/95  waren  200  Morgen  mit  Tabat  bepflanzt;  da  der  Tabak
aber  kein  hervorragendes  Produkt  ?-)  liefert,  so  beabsichtigt  diese  Gesellschaft  nicht,  die  Anpflanzungen  zu
vergrößern.

Recht  erfreulich  ist  der  Erfolg  der  Tabaktultur  in  Neu-Guinca,  wo  die  Astrolabekompagnie
den  Tabakbau  seit  einigen  Jahren  an  der  Astrolabebai  konzentrirt  und  ihm  daselbst  einen  bedeutenden
Umfang  gegeben  hat.

Es  wurden  geerntet  in

30  900
101  300

½

 

 

Hafeld-  l

 

l

hafen  Stephansort  Erima  Yomba-  Maraga  Zusammen

Piund  Psund  EIIIIEEIIII  Piund
1888  1  600  —  —  —-  —-  1600
1889  3700  17  000  —  —  —  20700
1890  12  900  25000  —  —  —  37  900
1891  18  500  16700  11  300  —  —  46  500
1892  —  63  300  —  39  100  —  108  000
1893  —  72  400  41  400  64  900  11  300  190  000
1894  —  —  —  —  —  155  000
1895  —  —  —  —  —  ca.  200  000  erwartet.

 

Die  Kompagnie  arbeitet  mit  etwa  1700  Leuten,  1894  waren  darunter  20  Europäecr,  702  Mclanesen,
  431  Malayen  und  519  Chinesen.  Dasselbe  Land  kann  zweimal  hintereinander  zur  Tabakkultur
verwendet  werden  und  liefert  doch  vorzügliche  Ernten;  ebenso  ergaben  Versuche,  Saat  von  Neu-Guineatabak
  zu  benuhen,  günstige  Resultate.

Das  recht  dünne  Blatt  eignet  sich  gut  für  Deckblatttabak,  derselbe  ist  den  guten  Sumatratabaken
vermöge  der  Form,  Elastizität  und  Größe  des  Blattes  (meist  0.  und  l.  Länge),  sowic  wegen  der  Feinheit
  der  Struktur  ebenbürtig;  auch  der  Reichthum  an  ätherischem  Oel  und  die  Vortrefflichkeit  des
Brandes  wird  hervorgehoben,  leider  ist  die  vorherrschende  dunkle  Farbe  der  jetzigen  Mode  weniger
genehm.  Im  Durchschnitt  erzielten  die  Ernten  auch  recht  befriedigende  Preise  (z.  B.  3,36  Mark  pro“

*)  Die  Bremer  Firma  Hermann  Upmann  u.  Co.  äußerte  sich:  „Der  Durchschnittspreis  erreicht  die  volle
Werthlage  bester  Marke  von  Sumatratabaken;  wir  betrachten  es  als  eine  nunmehr  voll  erwiesenc  Thatsache,  daß
diese  Kulmur  in  Kamerun,  wenn  mit  Sachkenntniß  und  genügenden  Mitteln  unternommen,  uns  in  der  That  ein
Prodult  liefern  kann,  welches  eine  glückliche  Mittelstellung  zwischen  dem  besten  Sumatra=  und  gutem  Havanatabak
einnimmt,  und  daß  dicselbe  gute  Rechnung  liefern  wird.“

*  )  Nach  den  Berichten  mancher  Reisenden  soll  die  Lokalität  der  Pflanzung  für  den  Tabakbau  ungünstig
sein,  namenllich  sei  der  Boden  daselbst  zu  üppig  und  schwer.
        <pb n="363" />
        —  14  —

Pfund  unverzollt  1892,  2,50  Marl  1893),  und  es  verspricht  demnach  der  Tabak  Neu-Guineas  sich
zu  einem  wichtigen  Faktor  in  der  wirthschaftlichen  Ausnutzung  dieser  Kolonie  zu  entwickeln.

Ausgestellt  wurden  Tabak  und  Cigarren  aus  Kameruntabak  durch  die  Cigarrenfabrik  von
Pö.  Bacteke  in  Hamburg,  ferner  Neu-Guineatabal  und  Cigarren  von  der  Neu-Guinen-Kompagnie
und  ostafrikanischer  Tabak  von  Lewa  durch  die  Ostafrikanische  Plantagengesellschaft.

Betelnüsse.  Wenngleich  auch  die  Eingeborenen  Deutsch-Neu-Guincas  eine  Art  Betelnüsse
(Aveca  machocalyn)  kultiviren  und  kauen,  so  cxistirt  ein  Export  von  Betelnüssen,  was  deutsche  Kolonien
betrifft,  doch  nur  in  Deutsch-Ostafrika,  und  zwar  nur  ein  sehr  geringer,  so  gut  wie  ausschließlich  aus
der  Gegend  von  Pangani,  wo  nahe  dem  Flusse  eine  Menge  Betelnußpalmen  stehen.

In  der  Statistik  finden  sich  dieselben  jetzt  in  der  Rubrik  für  „verschiedene  Genußmittel  und
Narkotika“  angeführt,  aber  andere  Stosse  kommen  kaum  in  Betracht.

Es  wurden  egxportirt:

1890/91  an  Betelnüssen  und  -blätten  567  Dollar,

1893  an  verschiedenen  Genußmitteln  und  Narkotika  9  000  engl.  Pfund,  158

1894  -  -  -  52  000  1602

„

bei  einem  gleichzeitigen  Import  von  68  000  2860

Der  Import,  der  1893  sogar  93  000  Pfund  (—  3644  Dollar)  betrug,  übersteigt  demnach  den
Export  recht  bedeutend;  in  der  That  besitzt  Sansibar  so  viele  Betelnußpalmen,  daß  es  trotz  großen
eigenen  Konsums  noch  Betelnüsse  exportiren  kann.  Es  gelangten  Betelnüsse  mit  und  ohne  Fruchtschale
aus  Pangani  zur  Ausstellung.

Der  Betelpfeffer  wird  zwar  im  Südseeschutzgebiet  und  an  der  Küste  Ostafrikas  kultivirt,
jedoch  scheinen  die  Blätter  lediglich  dem  eigenen  Konsum  zu  dienen,  der  Export  ist  jedenfalls  ein
minimaler.  Ausgestellt  wurden  zusammengerollte,  innen  Betelnuß  enthaltende  und  zum  Genuß  bereitete
Betelblätter  aus  Deutsch-Oslafrika.

Milchsäfte,  Harze  und  Gummi.

Kautschuk.  Es  sind  bisher  nur  die  drei  tropisch-afrikanischen  Kolonien,  die  für  den  Kautschukexport
  in  Betracht  kommen,  und  zwar  bildet  der  Kautschuk  einen  der  größten  Ausfuhrartikel  von  Kamerun
und  Deutsch-Ostafrika.  Wenngleich  im  tropischen  Afrika  auch  einige  andere  Pflanzen  (I/#c#  und  neuerdings
eine  Kickra)  brauchbaren  Kautschuk  liefern,  so  kommen  für  unsere  Kolonien  doch  bisher  fast  ausschließlich
  einige  Landolphialianen  in  Betracht,  speziell  Landolphau  Kirhii  und  Petersiana  für  Ostafrika,
sandolpliiu  comorensis  var.  Jlorida  für  die  Kolonien  beider  Küsten;  nur  im  Norden  des  Kamerungebietes
  wird  auch  der  Milchsaft  eines  noch  unbekannten  Baumes  verwerthet.

Es  exportirten:

Togo  18992  37  000  kg  im  Werthe  von  134  000  Mark,
1893  29000  -  -  99000-1894...31000--
  -  -  116  000
1895  ohne  das  1.  Quartal  —  -  164  000

Hierbei  ist  aber  zu  berücksichtigen,  daß  nur  ein  kleiner  Bruchtheil  des  im  Lande  gewonnenen
Kautschuks  über  deutsche  Häfen  geht,  daß  also  die  angegebenen  Zahlen  um  ein  Mehrfaches  zu  klein  sind.

Kamerun-)  1892  323  000  kg  im  Werthe  von  1  024  000  Mart,
1893  414  000=  -  -1427  000  -
1894  409  00  „  -  =  1  304000
Deutsch-Ostafrika  1899  321.00  engl.  Pfund  im  Werthe  von  240  000  Dollar,
1892  686  000  --  -  -282000-1894...415000-
  --  i247000-Daß

  diese  enormen  Quantitäten,  zusammen  650  000  kg  im  Werthe  von  2  Millionen  Mark,
nur  durch  Vernichtung  einer  Unzahl  von  Kautschukbäumen  gewonnen  werden  können,  liegt  auf  der  Hand,
da  man  bisher  noch  leine  Methode  kennt,  aus  der  Landolphia  den  Kautschulsaft  ohne  Abschneiden  der

*)  Es  wurden  exportirt:

Juli  1891  bis  30.  Juni  1992  3490  000  kg  im  Werthe  von  1  010  000  Mark,
!*  1892  -  1893  000  -  *  1180  000  =
1893  -  1894  .  .  449000  -  *  1.70  000

*  10899  13895  34300600  1142000
Das  Kilogramm  Kautschuk  wurde  in  dieser  Statistik  im  Durchschnitt  mit  etwa  8,20  Mark  berechnet.
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        —  15  —

Stämme  zu  erhalten.  Es  ist  demnach  nicht  fraglich  und  schon  wiederholt  in  den  Regierungsberichten
  ausgesprochen,  daß  ohne  energische  Maßnahmen  die  Exportziffern  über  kurz  oder  lang  werden
sinken  müssen.

Kautschuk  in  Plantagenbau  vortheilhaft  zu  gewinnen,  ist  bisher  noch  nirgends  gelungen.  Immerhin
  haben  sich  den  zahlreichen  Versuchen  anderer  Länder  auch  solche  in  unseren  Kolonien  hinzugesellt.
So  besaßen  in  Togo  die  Gebrüder  d'Almeida  im  vorigen  Jahre  schon  1500  Bäume  von  Alanot
Glaztorit  (Cearakantschuk)  als  Schattenbäume  des  Kassees,  die  Plantagengesellschaft  Kpeme  will  in  diesem
Jahrc  beim  Dorfe  Togo  gleichfalls  eine  Kautschukplantage  anlegen.  Versuche  mit  der  gleichen  Pflanze
in  Kamerun  (Viktoria)  als  Schattenbäume  mußten  aufgegeben  werden,  da  sie  die  Kaffeebäume  zu  sehr
schädigten,  jetzt  sind  Versuche  mit  dem  Parakantschukbaum  (Jierc#  brasiliensis)  im  Gange.  In  Deutsch-Ostasrika
  hat  Perrot  auf  der  Mkulumuziplantage  der  jetzigen  Westdeutschen  Handels=  und  Plantagengesellschaft
  über  10  000  Cearakantschukbäume  angepflanzt;  auch  die  v.  St.  Paulsche  Pflanzung  bei  Tanga
hat  30  000  Kautschukpflanzen  ausgesetzt.  Allc  diese  Unternehmungen  sind  aber  noch  zu  jung,  um  schon
jetzt  irgend  welche  Resultate  erzielen  zu  können.

Ausgestellt  wurden  durch  die  New-York-Hamburger  Gummiwaaren-Compagnie
(Fr.  Döhner)  verschiedene  Rohkautschuks  unserer  afrikanischen  Kolonien  (Lindi,  Togo,  Lome,  Kamerun,
Batanga),  die  successive  Verarbeitung  des  Kautschuks  (gewaschen  und  getrocknet,  gemahlen,  mit  Schwefelblumen
  gemischt,  vulkanisirt)  sowie  schließlich  Proben  der  verschiedenen  Endprodukte  und  Fabrikate,
sowohl  Hart=  als  Weichgummi.

Kopal.  Einen  wichtigen  Exportartikel  bildet  der  Kopal  vor  Allem  in  Deutsch-Ostafrika;
der  Export  betrug  daselbst  nach  den  statistischen  Angaben:

1891  345  000  engl.  Pfund  im  Werth  von  88  000  Dollars,
18992  41372000  -  -,  -  142  000  -
1893  4131  000  =  -  -  -  90000  -
1894  3063  000  -  -  177000

Der  ostafrikanische  Kopal  wird  theils  aus  der  Erde  ausgegraben,  in  Gegenden,  wo  die  Kopal—
bäume  nicht  mehr  wachsen,  theils  findet  er  sich  unter  den  lebenden  Kopalbäumen  oder  sogar  noch  an
den  Bäumen  hängend.  Es  'ist  das  ausschwißende  Harz  von  Lracljlobium  Ilornemannianum,
welches  sehr  schnell  erhärtet  und  sich  lange  im  Erdboden  erhält.  Der  fossile  Kopal  ist  von  einer
weißen  werthlosen  Verwitterungskruste  umgeben,  unterhalb  deren  sich  der  reine  klare  Kopal  befindet,
dessen  Oberfläche  gänsehautartig  faccttirt  erscheint.  Der  fossile  Kopal  ist  der  werthvollste,  150  bis
200  Mark  pro  100  kg  im  natürlichen  ungewaschenen  Zustande,  je  nach  der  Oualität,  gewaschen,  d.  h.
nach  Entfernung  der  Verwitterungskruste  durch  Alkali,  kosten  die  röthlichen  Stücke  100  bis  150  Mark
pro  100  kg,  die  hellen  Stücke  sogar  500  bis  600  Mark  je  nach  Ort  und  Marktlage.  Der  neue  Kopal
ist  viel  billiger,  die  Kugeln  (d.  h.  dice  rundlichen  Stücke)  kosten  ungereinigt  120  bis  225  Marl,  die
flachen  Stücke  ungereinigt  100  bis  200  Mark,  je  nach  Qualität.  4

Der  ostafrikanische  Kopal  dient  zur  Herstellung  feiner  Oellacke,  aus  dem  fossilen  Kopal  werden
3.  B.  die  besten  Kutschenlacke  hergestellt  im  Handel  wird  er  als  Sansibar-Kopal  verkauft  und  gilt  als
die  beste  aller  Kopalsorten.  4

Zuweilen  findet  man  in  dem  Sansibar-Kopal  kleinere  Thiere,  namentlich  Insekten  und  Spinnen,
eingeschmolzen;  auch  soll  es  auf  Sansibar  eine  Art  Industrie  geben,  Inselten  in  den  Kopal  einzuschmelzen;
  solche  Kopale  mit  Einschlüssen  sind  dort  billig  zu  kaufen,  werden  aber  anderswo  zuweilen  als
kostbare  Raritäten  hoch  bezahlt.

Der  Kamerun-Kopal  spielt  im  Handel  einc  viel  unbedcutendere  Rolle;  es  wurden  von
dort  exportirt:

1892.  .  .  éctwa  1400  kg  im  Werthe  von  1300  Mark.
1893  3100  kg  -  -(angcblich?)6300-Dieser

  weit  geringwerthigere  Kopal  besitzt  augenblicklich  einen  Handelswerth  von  55  bis
130  Mark  pro  100  kg,  je  nach  der  Qualität.  Er  wird  gleichfalls  gegraben,  findet  sich  also  ebenfalls
in  subfossilem  Zustand,  jedoch  stammt  er  zweifellos  von  einem  anderen,  bisher  übrigens  noch  nicht
sicher  ermittelten  Baum.

Daß  von  Neu-Guinea  noch  keine  Kopale  kommen,  liegt  gewiß  nur  an  dem  Mangel  an  Handelsverkehr
  im  Innern  der  Insel  sowic  an  der  Rückständigkeit  der  Ersorschung  dieser  Insel.  Es  kommen
sowohl  Canarium=  als  Dammaraarten  dort  vor,  also  könnte  die  Insel  ebenso  gut  Kopal  und  Dammar
liesern  wie  die  Molukken,  Celebes  und  die  Philippinen.

Ausgestellt  wurden  durch  die  Kopal-Importfirma  E.  H.  Worlée  in  Hamburg  neben  dem
Kamerun-Kopal  (naturell  und  gewaschen)  von  ostafrikanischen  Kopalen  einerseits  der  fossile,  sowohl  ungewaschen
  (naturell),  als  auch  gewaschen  in  röthlichen  und  hellen  Stücken,  serner  recenter  Kopal  (unge-
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        —  16  —

waschen),  in  flachen  und  lugeligen  Stücken.  Die  daraus  hergestellten  Lacke  (darunter  Kutschenlack,
Lokomotivlack,  Blechlack,  Eichenholzlack,  Fußbodenlack)  sind  geliefert  durch  die  Lack-,  Firniß=  und  Farbenfabrik
  von  C.  Krauthammer,  Berlin.  Herr  Konsul  Ebenau  in  Hamburg  hatte  die  Güte,  eine
hervorragend  schöne  Kollektion  von  Kopalstücken  mit  Einschlüssen  von  Thieren  zur  Ausstellung  zu  bringen.

Gummi.  Das  Gummi  arabicum,  eine  Ausschwitzung  von  Akaziaarten,  ist  bisher  nur  ein
sehr  unbedentender  Exportartikel  der  deutschen  Kolonien.  Obgleich  diejenige  Art,  die  das  beste  Gummi
liefert,  Acacia  senegal,  in  Deutsch-Ostafrika  häufig  ist,  und  auch  andere  Gummi  liefernde  Akazien
daselbst  vorkommen,  so  sind  doch  bisher  meist  nur  kleinere  Proben  nach  Europa  gelangt;  als  Gesammtexport
  Deutsch-Ostafrikas  wird  angegeben:

1890/91.  .  ..1086cngLPfundiIIthrthcv011320D0ll0r8,
1893  .  ..1136-  -  -  -  186  -
1894  nur  .  ..  ..  77  -  5  -

Bei  der  leichten  Gewinnungsweise  verdient  dieser  Artikel  übrigens  weit  mehr  Beachtung,  als
ihm  bisher  geschenkt  wurde.  Dic  weniger  guten  Sorten  Deutsch-Südwestafrikas  hingegen,  die  von
der  Acacia  gira;ue  und  Acacid  horrida,  dem  Kamel  dorn  und  dem  sog.  Dornbaum  stammen,  werden
schon  in  größeren  Mengen  exportirt,  so  gingen  z.  B.  im  Jahre  1891  für  5500  Mark  Gummi  von
Walfischbai  nach  dem  Kap,  und  1894  exportirte  allein  Lüderitzbucht  etwa  10  000  kg  Gummi  im  Werthe
von  6200  Mark  nach  dem  Kap.

Ausgestellt  wurden  Gummiproben  von  Deutsch-Ostafrika  und  -Südwestafrika,  erstere  von  der
Deutschen  Kolonialgesellschaft,  letztere  von  der  südwestafrikanischen  Exportfirma  H.  W.  Burmester  in
Hamburg  geliefert.

Vegetabilisches  Ekfenbein.

Polynesische  Steinnüsse.  Dieser  namentlich  im  letzten  Jahre  ziemlich  bedeutende
Handelsartikel  stammt  im  Wesentlichen  aus  den  Salomons-Inseln,  kleine  Quantitäten  kommen  auch
von  den  westlichen  Inseln  der  Karolinengruppe.  Es  sind  die  steinharten  Samen  von  Palmen,
welche  mit  den  Sagopalmen  nahe  verwandt  sind,  Coelococe#  cklomionenses  (die  Salomonsnuß)
und  Cookococcu  cqyolimen  (die  Karolinennuß).  Im  Handel  heißen  sie  gewöhnlich  „australische
Nüsse“,  auch  „Tahitinüsse“,  letztere  ein  ganz  irrthümlicher  Name,  da  auf  Tahiti  die  Palme  durchaus
nicht  vorkommt;  der  Namc  australische  Rüsse  kommt  wohl  daher,  weil  sie  großentheils  über  Sydney
gehen;  auch  „Wassernüsse“  werden  sie  zuwcilen  von  den  Knopffabrikanten  genannt,  da  sic  wässeriger
sind  als  die  südamerikanischen  Phytelephas-Steinnüsse.  Außer  in  der  Knopffabrikation  finden  sie  bisher
kaum  einc  Verwerthung,  obgleich  sie  auch  zu  kleineren  Gegenständen  der  Drechslerei,  z.  B.  Wirrfel,
Domino=  und  Dambrettsteinen,  kleinen  Schachfiguren  2c.  gut  verarbeitet  werden  können.

Hamburg  ist  fast  der  einzige  Markt  in  Europa  für  diese  polynesischen  Steinnüsse,  nur  sehr
wenig  gehen  nach  London;  die  Haupt-Importfirmen  sind  die  Jaluit-Gesellschaft  sowie  die  Firma
Ferd.  Kugelmann  in  Hamburg;  auch  die  Neu-Guinea-Gesellschaft  hat  gelegentlich  Steinnüsse  nach
Australien  exportirt.  Die  Gesammtankünfte  in  Hamburg  waren  1893  6100  Centner,  1894  5500  Centner,
1895  13  000  Centner,  doch  stammt  gewiß  ein  großer  Theil  davon  aus  dem  englischen  Theil  der
Salomons-Inseln,  die  Karolinen  exportirten  dagegen  nur  100  bis  200  Centner,  gleichfalls  durch  die
Jaluit-Gesellschaft.  Auf  den  Marshall-Inseln  kommt  die  Palme  nicht  vor,  wohl  aber  eine  ähnliche  auf
den  Fidji-Inseln,  die  aber  viel  kleinere  Nüsse  besitzt,  welche  kaum  exportirt  werden  dürften.

Nur  wenn  große  Knöpfe  in  Mode  sind,  wozu  die  südamerikanischen  Steinnüsse  nicht  ausreichen,
ist  die  Nachfrage  nach  polynesischen  Steinnüssen  größer;  darauf  ist  die  Steigerung  des  Importes  im
letzten  Jahr  zurückzuführen.  Im  Zusammenhang  hiermit  steht  auch  das  Schwanken  des  Preises,  im
Jahre  1895  z.  B.  von  9  bis  17  Mark  pro  Centner,  in  früheren  Jahren  kostete  der  Artikel  sogar  nur
7  bis  3  Mark  pro  Centner,  ja  sogar  zeitweilig  nur  6  Mark,  andererseits  kamen  auch  Preise  von
20  Mark  pro  Centner  vor;  hierdurch  sind  die  Kalkulationen  natürlich  sehr  unsicher  und  der  Verlust  der
Händler  zeitweilig  recht  bedeutend.  Bei  einem  Preise  von  10  Mark  pro  Centner  würde  etwa  eine
mittelgroße  Nuß  auf  2  Pfennig  zu  stehen  kommen.  Sehr  entwerthet  wird  der  Artikel  dadurch,  daß  die
Eingeborenen  schon  im  Keimen  begriffene  Nüsse  sammeln,  wo  der  Keimdeckel  schon  abgesprengt  und  die
Keimhöhlung  durch  Aufzehrung  des  Nährgewebes  von  Seiten  der  Keimlinge  schon  erweitert  ist.

Ausgestellt  wurden  Salomons=  und  Karolinennüsse  sowie  die  Verarbeitung  derselben  zu
Knöpfen  im  Großbetriebe  durch  die  Knopffabrik  von  Duisberg  &amp;amp;  Co.  in  Berlin,  ferner  einige  Kunstdrechslerarbeiten,
  Schach=  und  Halmafiguren,  Würfel,  Dose,  Streichholzständer  aus  der  Nuß  durch  die
Kunstdrechslerei  von  F.  Klesse,  Berlin.
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        —  17  —

Fette  und  Oele.

Kopra.  Die  zerschlagenen  und  getrockneten  Kokosnußkerne  bilden  schon  seit  Jahren  den
wichtigsten  Exportartikel  unseres  Südseeschutzgebictes  und  besiczen  ferner  auch  für  Deutsch-Ostafrika  große
Bedeutung;  Kamerun  exportirt  nur  minimale  Mengen,  Togo  zwar  augenblicklich  noch  weniger,  doch  tritt
diese  Kolonic  jetzt  durch  größere  Anpflanzungen  der  Kokospalme  in  die  Reihe  der  Produktionsländer  ein.

Es  exportirte  an

Kokosnüssen.  Kopra.
Kamerun:
1894  10  000  kg  i.  Werthe  v.  2  000  Mk.
Togo:
1892  1  340  kg  i.  Werthe  v.  288  Mk.

Deutsch-Ostafrika:

1891  1  937  ooo  engl.  Pfd.  i.  Werthe  v.  18  000  Doll.  720  000  engl.  Pfd.  i.  Werthe  v.  23  000  Doll.
1892  5  231  000  --  -  -42000-1-170000-  ---  -39000-1893
  3  963  000  --  -  -37000-1571000-  ---  -54000-+
  89  000  Stick.
1894  4  849  000  engl.  Pfd.=  14  000  =  881  000  .  25000
121  000  Stück.
Marshall-Inseln  1891  (12  Monate)  3712  000  engl.  Pfd.
1892  (15  )  5  422  000  ---1893
  (112  )  4767000
1894  (12  -)  4730000--Neu-Guinea
  und  11891  2478  Tons.
Bismarck-Archipel')1892  2300

Der  gesammte  Kopraexport  unserer  Kolonien  beläuft  sich  also  auf  5  ½  Millionen  Kilogramm;
wenn  man  aber  bedeukt,  daß  die  Kokosnußausfuhr  von  Deutsch-Ostafrika  auch  meist  in  Sansibar  zu
Kopra  verarbeitet  wird,  so  wird  man  den  Export  mit  6  Millionen  Kilogramm  nicht  zu  hoch  toxiren.

In  den  letzten  Jahren  hat  man  nun  große  Neuanpflanzungen  gemacht.

In  Togo  haben,  abgesehen  von  kleineren  Anpflanzungen  der  Eingeborenen,  etwa  8  Plantagen
größere  Kokospflanzungen  angelegt.  In  Kpeme  stehen  z.  B.  jetzt  25.  000  Bäume  auf  einer  Plantage,
und  die  Plantage  Olimpios  in  Lome  besitzt  unter  ihren  11  000  Palmen  schon  eine  stattliche  Anzahl
ertragfähiger  Bäume.  In  der  Plantage  Lome  stehen  12  000  Bäume,  Medeiro  in  Bagida  besitzt  6900,
J.  K.  Vietor  in  Klein-Popo  5000  Bäume  2c.  Während  1893  etwa  130  000  Kokospalmen  sür
die  Kolonic  angenommen  wurden,  so  wird  jetzt  wohl  die  Zahl  200  000  noch  zu  niedrig  sein.

Außerordentlich  viel  bedeutender  sind  die  neueren  ostafrikanischen  Anpflanzungen.  Bei  Tanga
allein  bestehen  etwa  vier  europäisch  geleitete  Kokosplantagen,  v.  St.  Paul,  v.  Bülow  (Tanga-Gesellschaft),
  Schlunke,  und  Perrot  (jetzt  Westdeutsche  Handels=  und  Plantagengesellschaft).  Lettere  Plantage
soll  etwa  40  000  angepflanzte  Bäume  besitzen.  Viel  bedeutender  noch  ist  die  Pflanzung  der  Deutsch-Ostafrikanischen
  Gesellschaft  in  Moa  (Muwa),  wo  schon  80  000  bis  85  000  Palmen  ausgepflanzt  sind,
während  im  benachbarten  Massini  gleichfalls  so  stark  gearbeitet  wird,  daß  der  Leiter  beider  Plantagen
hofft,  Mitte  dieses  Jahres  ¼  Million  Palmen  ausgepflanzt  zu  haben.  Auch  auf  der  bisherigen  Baumwollplantage
  Kikogwe,  wo  schon  1600  Palmen  stehen,  pflanzt  man  jetzt  weitere  10  000.  Selbst  die
Deutsch-Ostafrikanische  Plantagengesellschaft  hat  auf  der  Plantage  Buschirihof  am  Pangani  100  ha
für  Kokospalmen  bestimmt.  Während  die  Zahl  der  Kokospalmen  der  Eingeborenen  Deutsch-Ostafrikas
auf  etwa  1  Million  berechnet  wird,  dürfte  das  Schutzgebiet  unter  Hinzurechnung  aller  der  Neupflanzungen
schon  in  ganz  kurzer  Zeit  1½  Millionen  Palmen  beherbergen.

Auf  den  Marshall-Inseln  giebt  es  nur  drei  europälsch  betriebene  und  neuerdings  recht
erweiterte  Plantagen,  von  denen  zwei,  nämlich  auf  den  Inseln  Ujelang  und  Kili,  Eigenthum  der
Jaluitgesellschaft  sind,  während  die  auf  Likieb  zwar  drei  Privatleuten  gehört,  in  Bezug  auf  die  Ernte  aber
kontraktlich  mit  der  Gesellschaft  verbunden  ist.

Im  Neu-Guineaschutzgebiet  besitzt  vor  Allem  die  Firma  Forsayth  in  Ralum  auf  Neu-Pommern
  eine  bedeutende  Kokosplantage,  ctwa  43  000  zum  Theil  schon  8  Jahre  alte  Palmen,  die  zu
tragen  beginnen.  Diese  Firma  exportirte  1892  1497  Tons  Kopra,  die  sie  durch  ihre  19  Stationen,
von  denen  17  im  Bismarck-Archipel  liegen,  erhielt.  Hernsheim  &amp;amp;  Co.  in  Matupi,  sowie  die  Handelsund
  Plantagengesellschaft  in  Mioko  besitzen  keine  eigenen  Pflanzungen,  wohl  aber  viele  Stationen,  erstere

*)  Nach  der  Kolonialzeitung  1886  wurden  vom  Bismarck-Archipel  1886  3500  Tons,  von  den  Salomons-Inseln
600  Tons  ausgeführt,  nach  Finsch  schwankt  die  Produktion  des  Bismarck-Archipels  zwischen  1000  und  1500  Tonnen;
die  ersteren  Zahlen  sind  offenbar  zu  hoch,  die  lehteren  zu  niedrig  gegriffen.
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        —  18  —

exportirte  1892  546  Tons  Kopra,  letztere  1892  und  erste  Hälfte  1893  237  Tons.  Hingegen  hat  die
Neu-Guinca-Kompagnic  in  Herbertshöhe  nahe  bei  Ralum  cine  Pflanzung  von  etwa  12  000  meist  aber
noch  ganz  jungen  Palmen.  In  Kaiser  Wilhelms-Land  selbst  giebt  es  nur  relativ  wenig  umfangreiche
Kokospflanzungen  der  Eingeborenen,  und  deshalb  nur  ein  geringes  Koprageschäft.  Bei  Friedrich-Wilhelmshafen,
  dem  Sitz  der  Centralverwaltung,  hat  die  Kompagnic  kleinere  Kokosplantagen  angelegt.

In  Europa  wird  aus  der  Kopra  Oel  gepreßt,  welches  vielfach  industriell  namentlich  zu  Seifen
verarbeitet  wird.  Neuerdings  wird  durch  Entfernung  der  freien  Fettsäuren  ein  fast  chemisch  reines  Fett
dargestellt,  das  als  Kokosbutter  in  den  Handel  kommt  und  eine  wachsende  Bedentung  als  Speisefett
erlangt  hat.  Dic  Preßrückstände  finden  als  Kokosölkuchen  in  der  Landwirthschaft  Verwendung.

Aus  den  Fasern  der  Fruchthüllc  der  Nuß  wird  das  Koir  bereitet,  ein  enormer  Handelsartikel,
der  namentlich  von  Ceylon  aus  in  den  Handel  gelangt,  theils  als  Koirfaser,  theils  schon  verarbcitet  zu
Kokosstricken,  Kokosmatten  und  Kokosläufern,  welche  Artikel  auch  bei  uns  massenhaft  Verwendung  finden.
Leider  wird  in  unseren  Schutzgebicten  die  Faser  nur  wenig  gewonnen,  und  das  vorhandene  Material  geht
massenhaft  nußlos  zu  Grunde;  im  Südseegebict  liegt  das  am  Mangel  von  Arbeitskräften  und  an  den  hohen
Löhnen  derselben,  in  Ostafrika  mehr  an  Indolenz  und  Mangel  an  Unternehmungsgeist,  wenngleich  z.  B.
auf  der  englischen  Insel  Sansibar  eine  kleine  Koirindustrie  besteht.  Da  die  dort  einheimischen  Schisse,
spcziell  die  arabischen  Dhaus,  fast  ausschließlich  Kokosstricke  benutzen,  wärc  die  Einführung  einer  maschinellen
  Kokfrindustrie  für  Deutsch-Ostafrika  sehr  wichtig.

Nach  den  Statistiken  werden  zwar  an  Kokosnußfasern,  -stricken  und  -matten  aus  Doautsch-Ostafrika
  exportirt:

1893  100  900  engl.  Pfund  ir  im  Werthe  von  100  Dollar,
1894  70540  --  -

Dieser  große  Export  besteht  aber  nur  zum  geringen  -  Theil  us  Paliabte  der  Faserhülle  der  Kokosnuß,
und  hauptsächlich  aus  den  zu  Matten  verarbeiteten  Blättern,  die  nach  Sansibar  oder  anderen  Küstenplätzen
gingen;  fast  die  Gesammtmenge  kam  in  beiden  Jahren  vom  Bezirksamt  Kilwa,  wozu  die  durch  ihre
Mattenfabrikation  berühmte  Insel  Mafia  gehört,  während  aus  dem  kokosnußreichen  Norden  des  Schutzgebietes
nichts  exportirt  wurde.  Uebrigens  steht  diesem  Export  ein  größerer  und  vor  Allem  viel  werthvollerer  Import
gegenüber,  der  wohl  größtentheils  auf  verarbeitete  Kokosnußfaser  zurückzuführen  sein  dürfte.

Es  wurden  ausgestellt  getrockucte  Kokosnüsse,  Kopra,  geraspelte  Kokosnuß,  wie  sie  in  den  Kondiloreien
  gebraucht  wird,  Kokosseise,  geschnitzte  Aschbecher  aus  der  Schale  der  Kokosnuß,  Kokosfaser,
gedrehte  F  Faser  zur  Matten=  und  Tausabrilation,  Kolosmatten  und  Kobkosstricke  durch  die  Jalnitgesellschaft
  und  F.  Hernsheim  in  Hamburg,  ferner  Kopra,  Kolosöl,  Kokosbutter,  Fettsäuren  und  Kuchen,
sowie  friccher  Nisse  mit  und  ohne  Bast  durch  die  Mannheimer  Kokosnußbutterfabril.  Sodann
Besen,  Kleiderbürsten,  Teppichfeger  und  Möbelbürsten  aus  Kokosfaser  durch  die  Bürsten=  und  Pinselsabrik
von  Paul  Schultze  in  Berlin,  dann  Verwerthungen  der  Kolosschale  in  der  Drechslerei  durch  die
Kunstdrechslerei  von  F.  Klesse  in  Berlin.  Endlich  Kokosläufer,  Löffel  aus  Kokos,  Kopra  aus  unseren
verschiedenen  Kolonien,  Photographien  2c.

Palmkerne  und  Palmöl.  Diese  Produkte  der  Oelpalme  stammen  so  gut  wie  ausschließlich
  aus  Westafrika.  Es  finden  sich  zwar  einige  Oelpalmen  auf  der  Insel  Pemba  sowie  an  der
Küste  von  Britisch-Ostafrika  und  im  nördlichsten  Theile  der  deutsch-ostafrikanischen  Küste  (neuerdings
sogar  am  Pangani  entdeckt).,  auch  hat  das  Gouvernement  zur  Anregung  der  Eingeborenen  im  Msimbasi-Thal
  bei  Dar-es-Saläm  eine  lleine  Anpflanzung  gemacht,  doch  kommt  dies  an  Qualität  und  Quantität  sehr
geringe  Produkt  der  ostafrikanischen  Küste  für  den  Handel  gar  nicht  in  Betracht.  Das  Palmöl  wird  aus
der  fleischigen  Hüllc  der  Frucht,  die  Palmkerne  durch  Aufschlagen  der  innerhalb  der  Fleischhülle  sitzenden
Steine  gewonnen;  das  aus  diesen  Kernen  gepreßte  Oel  heißt  Palmkernöl.

Es  gelangten  zum  Export  von:

Palmkernc.  Palmöl.
Togo:  1892  7,1  Mill.  ks  i.  W.  v.  1513  000  Ml.  1,8  Mill.  Liter  i.  W.  v.  751000  Mt.,
1893  63  1  465  000  3,4  *1  845  000
1894  8,00  1  687  000  —  1  089  000
Kamerun:)  1892  5,6  Mill.  kgi  i.  W.  v.  1  162  000  Ml.,  3.4  Mill  Liter  i.  W.  v.  1  197  000  Mk.
1893  566  1  235  000  3,3  „„  1  354  000  =
1894  600  21231000  3,5  1  210  000

*)  Es  wurden  exportirt:
»  Palm  nolvoml.
  duli  1891  bis  zo.  Juni  1892  5,1  *P  Wri  i.  .  v.  tons  Ooh  .  sowie  35  Mil.  Liler  i.  W.  v.  ?vl.  1123  oonk.
1892  1893  57  1258000  2##  0  0

-  1388
-1,067  000

3,
186053  139894  000  19286000  36
189  13895  56638  1128000  3

*

%
        <pb n="368" />
        19

Der  Gesammtexport  beider  Kolonien  an  diesen  zwei  Produkten  beträgt  also  über  5  Millionen  Mark
jährlich  im  Durchschnitt.

Da  die  Oelpalme  in  Westafrika  so  gut  wie  wild  wächst  und  sich  leicht  durch  verschleppte
Kerne  von  selbst  fortpflanzt,  so  ist  eine  Abnahme  der  Produktion  nicht  zu  befürchten,  zumal  da  ja  die
Entnahme  der  Frucht  die  Palme  nicht  weiter  schädigt,  es  sind  ferner  auch  gewaltige  Massen  von  Oelpalmen
  noch  gar  nicht  zur  Produktion  herangezogen.  Viel  mehr  ist  ein  weiteres  Sinken  der  Preise  zu
fürchten;  die  Statistik  von  1895  nahm  schon  zur  Unterlage  einen  Preis  von  0,30  Mark  für  das  Liter
Palmöl  und  0,19  für  das  Kilogramm  Palmkernc.

Ausgestellt  wurden  Früchte  mit  Fruchtfleisch,  die  Kerne  mit  und  ohne  Schale  aus  Togo  und
Kamerun,  das  gelbe  Palmöl  der  Schale,  die  maschinell  zerkleinerten  Kerne,  Palmkernöl  sowie  Glycerin
und  Fettsäuren  derselben,  ferner  als  Endprodukte  Stearinkerzen,  Palmkernseise  und  Palmölkuchen,  hauptsächlich
  durch  die  Palmkernölfabrik  von  Eugen  Roeder  in  Budenheim  bei  Mainz,  einiges  auch  geliefert
durch  J.  K.  Vietor  in  Bremen  sowie  Professor  Sadebeck  in  Hamburg.

Erdnuß.  Diese  in  den  letzten  Jahrzehnten  überaus  wichtig  gewordene  Oelfrucht  (die  unterirdisch
  reifende  Hülsenfrucht  von  4rache##oga)  spielt  in  deutschen  Kolonien  bisher  eigentlich  noch
kaum  eine  größere  Rolle.

Togo  exportirte,  trotzdem  Erdnüsse  dort  massenhaft  kultivirt  werden,  1893  nur  286  kg  im
Werthe  von  60  Mark,  1894  sogar  gar  keine;  angeblich  weil  das  Enthülsen  mit  der  Hand  ohne  Zuhülfenahme
  von  Maschinen  zu  schwierig  ist;  ebenso  finden  sich  in  den  Statistiken  Kameruns  keine  Angaben,
  daß  Erdnüsse  exportirt  werden.

Deutsch-Ostafrika  exportirte  unter  der  Rubrik:  Erdnüsse,  Pistacien,  Mandeln  ((letztere  beiden
Artikel  fallen  aber  für  den  Export  dieses  Schutzgebietes  fort):

1893  15  895  engl.  Pfund  im  Werthe  von  468  Dollar,
1894  44  538  *  *  2-  *  994  *  *2#

Fast  der  Gesammtexport  kam  von  dem  südlichsten  Bezirk  Lindi,  wie  denn  auch  diese  Kultur
eine  der  wichtigsten  Exportprodukte  der  benachbarten  portugiesischen  Kolonie  liesert,  indem  im  Jahre
1893  125  000  Sack,  1894  infolge  von  Unruhen  nur  65  000  Sack  Erdnüsse  auf  den  Markt  kamen.
1894  gingen  allein  für  535  000  Mark  Erdnüsse  von  Mozambique  nach  Deutschland.

Auch  in  Westafrika  ist  die  Erdnuß  ein  überaus  großer  Handelsartikel  geworden,  speziell
in  Senegambien.  (Schon  1884  führten  die  französischen  Kolonien  Erdnüsse  im  Werthe  von
14  Millionen  Francs  aus.)

Erdnußöl  dient  sowohl  als  Speiseöl,  oft  als  Surrogat  oder  Verfälschungsmittel  des  Olivenöls,
als  auch  als  vortreffliches  Maschinenöl;  neuerdings  wird  es  auch  vielfach  bei  Darstellung  von  Kunslbutter
  verwendet.

Ausgestellt  wurden  Erdnüsse  von  West=  und  Ostafrika,  sowohl  in  Schalen  als  auch  geschält,  ferner
Erdnußöl  von  beiden  Herkünften,  sowie  Erdnußluchen  durch  den  Verein  deutscher  Oelfabriken  zu
Mannheim;  desgleichen  kleinere  Proben  der  verschiedenen  Zwischen=  und  Abfallprodukte  (Erdnußsamen,
nicht,  halb  und  ganz  geschält,  Erdnußmehl  vor  und  nach  dem  Oelpressen,  Erdnußkeimlinge,  sodann  die
gemahlenen  Preßluchen,  als  Pferdefutter  dienend,  die  Frucht=  und  Samenschalen  ganz,  in  Stücken  und
gemahlen,  als  Verpackungsmaterial  dienend),  endlich  auch  der  sogenannte  afrikanische  Erdnußkaffee
(ein  natürlich  coffeinloses  Surrogat  des  echten  Kaffees),  durch  M.  Schmeißer  in  Leiyzig  ausgestellt.

Erderbse.  Die  Erderbse  oder  schwarze  Erdnuß,  die  Hilsenfrucht  von  Foanl#e##  sucbterranea,
  wird  zwar  aus  den  deutschen  Schußgebieten  bisher  kaum  exportirt,  wird  aber  sowohl  in
Kamerun  als  namentlich  in  Deutsch-Ostafrika  vielfach  kultivirt  und  von  der  Nachbarkolonie  Mozambique
auch  in  kleinen  Posten  (1894  gingen  für  4842  Mark  allein  nach  Deutschland)  exportirt.  Eine  Probe
aus  Deutsch-Ostafrika  (Bagamoyo)  wurde  deshalb  auch  ausgestellt.

esam.  Die  Sesamsaat  spielt  als  Ausfuhrartikel  für  unsere  Kolonien  nur  eine  Rolle  in
Deutsch-Ostafrikaz  der  Export  sämmtlicher  übrigen  Kolonien  ist  positiv  gleich  Null.

Deutsch-Ostafrika  exportirte:

1892  2  333  000  engl.  Pfund  im  Werthe  von  64  000  Dollar,
1893  1  652  000  -  -  -14000
1894  2728  000  =  "  -  -80000  -

Ueber  die  Hälfte  kommt  aus  dem  Bezirk  Kilwa,  wie  überhaupt  der  südliche  Theil  des  Schut
gebietes  viel  mehr  Sesam  produzirt  als  der  nördliche;  auch  im  portugiesischen  Schutzgebiet  setzt  sich  die
Kultur  noch  fort  bis  Mozambique,  in  welcher  Kolonie  früher  etwa  20  000  Sack  (1894  durch  Mißernte
nur  1500)  jährlich  produzirt  wurden.

Sesamöl  wird  in  ähnlicher  Weise  benutzt  wie  Olivenöl  und  dient  auch  zur  Fälschung  desselben;
die  guten  Qualitäten  dienen  als  Speiseöl,  die  anderen  als  Brenn=  und  Schmieröl.  Auch  in  der  Margarinesabrikation
  spielt  es  eine  Rolle,  wie  auch  zur  Seifenfabrikation  und  auch  sonst  in  der  Technik.
        <pb n="369" />
        —  20  —

Ausgestellt  wurde  schwarze  und  gemischte  Sesamsaat  aus  Sansibar,  Sesamöl  und  Sesamkuchen
von  dem  Verein  deutscher  Oelfabriken  in  Mannheim,  weiße  Sesamsaat  aus  Togo,  sowie  in
Bagamoyo  hergestelltes  weniger  hellfarbiges  Sesamöl  durch  die  Deutsche  Kolonialgesellschaft.

Andere  Fette.  Mkanifett.  Dieses  talgartige  Fett  stammt  von  den  Samen  eines  dem
westafrikanischen  Butterbaum  (lantackesma  Surkwcca)  sehr  nahe  verwandten  ostafrikanischen  Baumes
(Stearodend’on  Stalmanz),  der  in  Ulugurn  5####,  in  Usambara  m#sckhebo  heißt.  Ob  es  exportirt
wird,  ist  zweifelhaft,  für  1893  ist  ein  kleiner  Posten  von  624  englischen  Pfund  im  Werthe  von  15  Dollar
unter  der  Rubrik  Baumfett  angegeben,  1894  ist  diese  Rubrik  mit  Benzoin  und  Katechn  verschmolzen.
Sicher  ist  hingegen,  daß  die  Wakami  dieses  Fett  nach  Bagamoyo  zum  Verkauf  bringen.  Da  der  Baum
in  manchen  Gegenden  häufig  ist,  und  das  Fett  sich  als  brauchbar  für  Stearinkerzenfabrikation  erwiesen
hat,  dürfte  sich  vielleicht  ein  kleiner  Handelsartikel  daraus  entwickeln  lassen.  Ein  Kuchen  dieses  Fettes  aus
Bagamoyo  gelangte  zur  Ausstellung.

Ricinus  wächst  in  unseren  sämmtlichen  Kolonien;  es  wird  daselbst  zwar,  namentlich  in  Deutsch-Ostafrika,
  vielfach  im  Kleinen  kultivirt,  da  das  Oel  lokal  verwendet  wird,  bisher  ist  aber  nicht  bekannt,
daß  Posten  von  irgend  welcher  Bedeutung  von  dort  exportirt  wurden,  obgleich  es  nicht  nur  zu  medizinischen
  Zwecken,  sondern  auch  in  der  Technik  viel  verwendet  wird.  Einige  Proben  aus  unseren  Schußgebieten
  (Ostafrika,  Togo,  Südsee)  gelangten  zur  Aufstellung.

Kürbissamen  kamen  vor  einigen  Jahren  in  kleinen  Posten  vom  Togogebiet  (unter  dem  Namen
Melonensamen),  um  zur  Oelbereitung  zu  dienen.  Seitdem  hat  der  Export  daselbst  ganz  aufgehört.
Eine  Probe,  von  J.  K.  Vietor  eingesandt,  wurde  ausgestellt.

Telfairiasamen,  die  thalerförmigen  Samen  einer  kürbisartigen  Frucht,  dienen  zwar  an  beiden
Küsten  Afrikas  zur  lokalen  Oelbereitung,  meist  werden  aber  die  Samen  geröstet  und  wie  Mandeln  gegessen;
  sie  gelangen  nicht  oder  kaum  in  den  Export.

Schibutter.  Dies  ist  das  Samenfett  eines  west=  und  centralafrikanischen  Baumes,  Burp-Pospermunm
  Iaur  .  Von  unseren  Kolonien  kommt  die  Schibutter  nur  für  das  Togogebiet  in  Betracht,
wo  sich  der  Baum  in  größerer  Menge  findet.  Der  Export  ist  aber  ein  minimaler,  1892  wurden
634  kg  im  Werthe  von  253  Mark  verschifft,  in  den  folgenden  Jahren  scheint  Schibutter  überhaupt
nicht  wieder  exportirt  worden  zu  sein.

Parinariumsamenkerne  sind  bisher  höchstens  versuchsweise  von  Kamerun  exportirt.

Wilde  Muskatnüsse,  die  sehr  fettreich  sind,  kamen  bisher  wohl  probeweise  von  Gabun  und
S.  Thomé,  nicht  aber  von  Kamerun,  obwohl  sie  auch  dort  wachsen.

Polygalasamen  (von  lotzgaka  hutracca)  kommen  zwar  als  Fettsaat  von  Dahome,  aber
nicht  aus  dem  benachbarten  Togo.

Das  Dikafett  von  Irvingia  gabonensis  kam  zwar  von  Gabun,  aber  bisher  nicht  von  dem
benachbarten  Kamerun,  wenngleich  die  Pflanze  dort  häufig  ist.

Farbstoffe.

Orseille.  Obgleich  es  auch  westafrikanische  Orseille  giebt,  und  diese  Farbflechte  einen  Exportartikel
  aus  dem  Kongogebiet  bildet,  so  kommt  doch  von  deutschen  Kolonien  nur  Ostafrika  als  Produktionsland
  in  Betracht.  Es  giebt  hier  zwei  Sorten,  eine  schmalblätterige  Flechte  aus  dem  südlichen  und  eine
breitblätterige  aus  dem  nördlichen  Theil  des  Schutzgebietes;  beide  sind  baumbewohnend  und  gehören  zu
der  Art  Roccella  Montagnei,  während  die  auf  Steinen  und  Felsen  wachsende  Roccella  tinctoria  mehr
in  subtropischen  Gegenden,  Südeuropa,  Algier,  Kanaren,  Kap,  freilich  auch  in  Senegambien  2c.  wächst,
aber  jetzt  weniger  in  den  Handel  gelangt  als  früher.

Deutsch-Ostafrika  exportirte  an  Orseille:

1893.  37  000  engl.  Pfund  im  Werthe  von  2200  Dollar,
1894  30000  -  "b  1100  —-Es

  werden  aus  dieser  Flechte  verschiedene  Extrakte  und  Farbstoffe  in  Pulverform  hergestellt,
spcziell  die  sogenannten  Persiofarbstoffe  (Persioroth  und  Persioblau),  ferner  Orseilleextrakt,  Orseillekarmin
  und  -double,  Orseilline,  Lakmus.  Beide  Orseillesorten  und  deren  Fabrikate  gelangen  durch  die
Indigo=  und  Orseillefabrik  von  Buch  &amp;amp;  Landauer  in  Verlin  zur  Aufstellung.

onstige  Farbstoffe.  Die  sonstigen  in  unseren  Kolonien  vorkommenden  Farbstoffe,  wie
Curcuma,  Henna,  Arnatto  (Orlean)  2.,  bilden  noch  kaum  Exportartikel.  Auch  Indigo  wird  so
gut  wie  gar  nicht  aus  unseren  Kolonien  exportirt.  In  Togo  wird  die  Indigopflanze  nur  zu  eigenem
Gebrauch  gebaut,  die  zu  Kugeln  gerollten  Blätter  sowie  die  Indigowürfel  der  Haussaländer  bilden
daselbst  nicht  unbedentende  lokale  Handelsartikel.  In  Kamerun  findet  sich  im  Hinterlande  (Adamana)
gleichfalls  eine  recht  bedeutende  Indigoindustrie,  die  auch  zu  einem  Exporthandel  in  das  Nigergebiet
geführt  hat;  eine  reguläre  Indigokultur  in  größerem  Stil  findet  sich  aber  selbst  bei  den  Eingeborenen
        <pb n="370" />
        —  21  —

kaum.  In  Ostafrika  steht  für  1894  einem  Export  von  262  englischen  Pfund  (S  7  Dollar)  ein  Import
von  13  434  Pfund  (—  1943  Dollar)  gegenüber,  und  ähnliche  Verhältnisse  finden  sich  in  den  vorhergehenden
  Jahren.

Immerhin  ist  es  nicht  undenkbar,  daß  die  eine  oder  die  andere  dieser  Pflanzen  in  unseren
Kolonien  eine  Zukunft  hat.  Orlean  wird  z.  B.  schon  vom  Kongo  cxportirt  und  dürfte  sich  speziell  für
Kamerun  eignen,  während  die  Hennapflanze  in  Ostafrika  ausgezeichuet  wächst.  Curcuma  findet  in  Neu-Guinea
  ein  ihm  sehr  zusagendes  Klima  und  Indigo  findet  sich  im  Bismarck-Archipel  massenhaft  verwildert.
Während  der  Indigo  in  der  Färberei  eine  überaus  große  Rolle  spielt  und  sich  auch,  wie  namentlich
Java  zeigt,  als  Großkultur  für  Europäer  noch  immer  bewährt,  dienen  Orlean  und  Curcuma  mehr  zum
Färben  von  Nahrungsmitteln  und  werden  zwar  in  großen  Mengen  importirt,  aber  nur  selten  plantagenmäßig
  von  Europäern  in  den  Tropen  kultivirt.  Ausgestellt  wurden  nur  einige  Proben  von  Indigofabrikaten
  (Indigokarmin,  zextrakt  und  Indigotin)  durch  die  Fabrik  von  Buch  &amp;amp;  Landauer  in  Berlin,
sowie  Curcuma  und  der  daraus  zum  Färben  bereitete  Curcumacxtrakt  durch  H.  Haensel  in  Pirna.

Jaserskoffe.

Baumwolle.  Die  Baumwollkultur  in  unseren  Kolonien  hat  sich  noch  nicht  zu  einer  Großkultur
  im  eigentlichen  Sinne  entwickelt,  wenngleich  sie  über  das  Versuchsstadium  in  manchen  Kolonien
schon  hinaus  ist.  Soviel  sich  heute  schon  übersehen  läßt,  hat  eine  große  Zukunft  speziell  die  Seg-Island-Baumwolle
  des  Südseeschutzgebietes,  ein  langstapeliges  und  seidenartiges  Produkt,  das  exceptionell
hohe  Preise  erzielt  (1  Mark  20  Pf.  pro  Pfund)  und  das  in  England  für  geheim  gehaltene  Specialitäten
  verwendet  wird.  »  ·

Bismarck-Archipel:  Vor  Allem  wird  Baumwolle  produzirt  von  der  Firma  Forsayth  auf
den  zwei  Plantagen  Ralum  und  Tokuka  an  der  Blanchebai  in  Neu-Pommern.  Die  Firma,  die  überhaupt  mit
Plantagenbau  im  Bismarck-Archipel  voranging,  konnte  schon  1892  ctwa  55  000  Pfund  gereinigter  Baumwolle
  exportiren:  die  jetzigen  Ernten  mögen  vielleicht  200  Ballen  betragen.  Die  Neu-Guinca-Kompagnic,
die  sich  zuerst  mit  ihren  Plantagen  nur  auf  die  Insel  Neu-Guinea  selbst  beschränkte,  folgte  1890  dem
Beispiel  und  legte  gleichfalls  im  Bismarck-Archipel  in  Herbertshöhe  nahe  bei  Ralum  eine  Mischpflanzung
mit  Kokospalmen  an,  welche  1892  schon  12  000  Pfund  (—  29  Ballen),  1893  26  000  Pfund
(  61  Ballen),  1894  67  Ballen  Lintbaumwolle  produzirte;  die  letzte  Ernte  soll  sogar  135  Ballen
betragen.  Da  noch  eine  dritte  Plantage,  von  einem  Franzosen  Monton  angelegt,  im  Bismarck-Archipel
existirt,  so  dürfte  man  kaum  fehlgehen,  wenn  man  den  augoenblicklichen  Gesammtexport  des  Südseeschutzgebietes
  auf  400  Ballen  veranschlagt.  Bei  den  großartigen  Preisen,  welche  dieses  Produkt  erzielt,  ist
zu  hoffen,  daß  das  vorhandene  Beispiel  Nachfolge  finden  wird.  ·

Von  der  älteren  Pflanzung  (Samoasaat)  der  Neu-Guinca-Kompagnie  bei  Constantinhafen,
Kaiser  Wilhelmsland,  wurde  1889/90  die  erste  Ernte  von  1059  Pfund  netto  nach  Bremen  versandt,
die  1  Mark  10  Pf.  pro  Pfund  erzielte;  die  Ernte  1890/91  betrug  schon  14  101  Pfund;  1890  wurden
etwa  11  000  kg  Nohbaumwolle  geerntet  und  1893  waren  ungefähr  117  ha  daselbst  unter  Kultur,
wovon  die  erste  Ernte  13  000  kg  Rohbaumwolle  ergab.  —22

Geringer  ist  der  Erfolg  in  den  afrikanischen  Kolonien.  In  Westafrika  sind  nur  im  Togo
bisher  größere  Versuche  angestellt  von  J.  K.  Vietor;  die  ersten  Proben,  mit  den  Fingern  entkörnt,
erzielten  Upland  bis  43  Pf.,  Sea  Island  bis  80  Pf.  das  Pfund.  Die  im  folgenden  Jahre  1892)  von
dort  gekommenen  mit  einer  Handmaschine  gereinigten  zwei  Probeballen  wurden  auf  45  bis  50  und
48  bis  53  Mark  pro  Centner  geschätzt;  trotz  dieses  nicht  geringen  Preises  wurden  die  Versuchc  nicht
ortgesetzt.
sortgeseb  e  geringen  Versuche  der  Gouvernementsplantage  von  Kamerun  erzielten  zwar  eine  ausgezeichnete
  Qualität,  doch  waren  die  meisten  Kapseln  faul.  n—oW-In

  Ostafrika  hat  die  Deutsch-Ostafrikanische  Gesellschaft  bei  Kikogwe  am  Panganifluß
mehrere  Jahre  hindurch  Baumwollenbau  getrieben,  1891  und  1892  lieferte  die  Plantage  etwa  4600  kg
Texas  (Long  Staple)  sowie  etwa  300  kg  Sea  Island,  in  den  letzten  drei  Jahren  zusammen  etwa  500  Ballen;
die  Sen  Island-Baumwolle  erzielte  zwar  gute  Preise,  doch  litten  die  Pflanzen  sehr  unter  Insekten,
Engerlingen  und  Heuschreckenfraß,  was  die  Kultur  bisher  unrentabel  machte;  die  Texasbaumwolle  gab
zwar  bessere  Ernten  und  erzielte  auch  die  Preise  der  besseren  Qualitäten  von  Texasbaumwolle,  doch
ist  die  Preislage  angenblicklich  so  gedrückt  (früher  wenigstens  43  bis  47  Pf.  das  Pfund,  jetzt  nur  26  bis
32  Pf.),  daß  die  Pflanzung  troßz  rationellen  Betriebes,  z.  B.  mit  einer  Dampfreinigungsmaschine,
nicht  rentiren  kann  und  an  Stelle  der  Baumwolle  jetzt  Liberiakaffee  gepflanzt  werden  soll.  Ebenso
trieb  die  Plantagengesellschaft  in  Lewa  Baumwollenkultur  und  produzirte  im  Jahre  1892  116  Pack
(à  150  Pfund),  hat  aber  auch  seitdem  die  Kultur  aufgegeben;  desgleichen  die  frühere  Deutsch-Ostafrikanische
  Seehandlung  (Perrot  &amp;amp;  Co.)  am  Mkulumuzi  bei  Tanga,  die  1892  die  erste  Probe  nach
        <pb n="371" />
        Deutschland  sandte,  1894  die  Baumwollenstauden  aber  nur  noch  als  Schattenpflanzen  für  andere
Kulturen  benutzte.  Auch  bei  Mikindani  im  südlichen  Theile  des  Schutzgebietes  sind  Versuche  des  Herrn
v.  Quast  mit  Baumwolle  1894  als  unrentabel  aufgegeben,  während  in  Witu  die  Gebrüder  Denhardt
mit  Sea  Island-Baumwolle  recht  gute  Resultatc  erzielten,  die  aber  bisher  wegen  Mangels  an  Maschinen
zum  Entkörnen  rc.  nicht  gehörig  ausgenutzt  werden  konnten.  —  Trot  dieser  Schwierigkeiten  sollte
man  die  Kultur  von  Baumwolle  für  Deutsch-Ostafrika  im  Auge  behalten;  es  hat  übrigens  auch  nicht
au  Versuchen  gefehlt,  die  Baumwollenkultur  bei  den  Eingeborenen  einzuführen,  wie  die  Vertheilung  von
Baumwollensamen  unter  die  einhcimische  Bevölkerung  durch  die  Deutsch-Ostafrikanische  Gesellschaft  und
das  Bezirksamt  Pangani  beweist.

In  Südwestafrika  kommt  im  Ovambolande  (nördlicher  Theil  des  Schutzgebictes)  wilde
Baumwolle  reichlich  vor;  sic  ist  aber  bisher  nur  probeweisc  in  der  dortigen  Missionsstation  Ondonga
verwebt  worden.

Baumwollbäume  der  Gattungen  Bombax  und  Ceiba  sind  in  unseren  Kolonien  theils  altheimisch,
  theils  eingeführt,  jedoch  wird  nirgends  daselbst  die  Samenwollc,  die  sich  zur  Matratzenausfüllung
  sehr  gut,  zum  Gewebe  schlecht  eignet,  in  größerem  Maße  exportirt,  obgleich  namentlich  in
Kamerun  die  Ceiba  pentanch’'a  ungemein  häufig  ist.

Ausgestellt  wurden  nur  Proben  der  Rohbaumwolle  aus  Deutsch-Ostafrika  (Kikogwe  und  Tanga),
Togo,  Neu-Guinea  (Stephansort),  sowie  vom  Bismarck-Archipel  (Herbertshöhe);  Gewebe  und  Garn  aus
unvermischter  deutsch-kolonialer  Baumwolle  waren  nicht  erhältlich.  Eine  kleine  Probe  der  Samenwolle
von  Ceiba  pentandra  aus  Neu-Guinea  dient  zum  Vergleich.

Andere  Faferstoffe.  Andere  Faserstoffe  kommen  für  unsere  Schutzgebiete  als  Exportartikel
  kaum  in  Betracht.  Einheimische  Nohprodukte  giebt  es  dort  freilich  genug,  doch  dienen  sic  bisher
lediglich  den  Eingeborenen.  Im  Südseegebiet  werden  vor  Allem  die  Fasern  von  Pueraria  noroguineensis,
  Abroma  mollis  und  Boehmeria  platiplhiilla,  einer  nahen  Verwandten  der  Ramch,
benutzt,  sodann  auch  der  Bast  von  Hibiscus  tiliaceus.  In  Afrila  dienen  vor  Allem  zur  Fasergewin—
nung  Nanancn,  Sazseu#ic’za-Arten  und  Ananas,  auch  wohl  verschiedene  Alukvaceen,  7  /28cccn  und
Sterculacc,für  gröbere  Stricke  vor  Allem  auch  der  Bast  des  Affenbrotbaumes  (SBaobab).
Der  Bast  dieses  Baumes  wurde  sogar  eine  Zeit  lang  von  der  Deutsch-Ostafrikanischen  Gesellschaft  als
Papiermaterial  nach  Europa  exportirt,  jedoch  rentirte  sich  die  Sache  nicht.  Mit  Sisalhanf  sind  jetzt
in  Oslafrika  größere  Versuche  im  Gange,  kleinere  auch  mit  Mauritiushanf.  Eine  Zeit  lang  hatte
Woermann  bei  Groß-Batanga  in  Kamerun  auch  eine  Sansevieria=  und  Agavepflanzung  angelegt,
doch  wurde  dieselbe  bald  wieder  aufgegeben.  Proben  dieser  und  anderer  Fasern  befinden  sich  in  der
wissenschaftlichen  Halle.

Naphia-Piassava  und  Naphia-Bast.  Bisher  wird  in  deutschen  Kolonien  Piassava
nur  von  der  Bambu=  oder  Raphiapalme  gewonnen;  es  sind  die  groben,  frei  präparirten  oder  von
selbst  frei  werdenden  braunen  Gefäßbündel  der  Blattstielbasis  von  Raphia  vinifera.  Der  Artikel
lommt  seit  sechs  Jahren  unter  dem  Namen  Afrika-Piassava  oder  Bastfaser  (bass  libre)  aus  Westafrika  in
den  Handel.  Dieses  wichtige  Rohmaterial  der  Bürsten=  und  Besenfabrikation  ist  aber  für  unserc
Kolonien  bisher  nur  von  untergeordneter  Bedeutung.  Nur  in  unseren  tropisch-westafrikanischen
Besitzungen  bildet  Piassava  einen  Exportartikel.  Kamerun  exportirte  1892  11  500  kg  im  Werthe
von  8000  Mark,*)  Togo  sogar  nur  330  kg  im  Werthe  von  231  Mark,  Ostafrika,  wo  gleichfalls  Raphiapalmen
  wachsen,  sogar  anscheinend  gar  nichts.  Bei  dem  massenhaften  Vorkommen  der  Naphiapalme,
namentlich  im  nördlichen  Kamerun  (Rio  del  Rey),  wäre  der  Export  unserer  westafrikanischen  tropischen
Kolonien  einer  enormen  Ausdehnung  fähig,  wenn  nicht  eben  die  leichte  Erlangung  großer  Quantitäten
auch  in  anderen  westafrikanischen  Kolonien  den  Arlikel  unrentabel  machte;  in  Togo  z.  B.  soll  sich  die
Gewinnung  gar  nicht  mehr  lohnen.  Das  Hauptaugenmerk  wird  darauf  zu  richten  sein,  durch  kleine
Erleichterungen  2c.  den  Artikel  derart  zu  verbilligen,  daß  er  den  Exporteuren  doch  noch  einen
kleinen  Nutzen  läßt;  es  würden  hierdurch  bei  der  hohen  Bedeutung  des  Artikels,  der  einen  Ersatz  dex
immer  seltener  werdenden  Bahia-Piassava  bildet,  enorme  Ausfuhrziffern  geschaffen  werden  können.
Freilich  sind  die  Preise,  die  in  der  ersten  Zeit  42  Mack  pro  Centner  betrugen,  dann  sogar  eine  kurze
Zeit  bis  auf  60  Mark  stiegen,  jetzt  auf  20  Mark  gefallen,  namentlich  durch  die  Konkurrenz  der  ähnlichen
als  Bassine  in  den  Handel  gelangenden  Fasern  der  Palmyrapalme.

Ueber  die  Entwickelung  des  Handels  giebt  die  Einfuhrstatistik  Hamburgs  Aufsschluß;  es  kamen
im  Ehier  Jahre  2480  Tons  (—  49  600  Centner)  Afrika-Piassava  nach  Hamburg;  von  der  Liberiaüste
  allein

1890:  30  ToSs,  1891:  450  Tons,  1892:  1450  Tons,  1893:  1750  Tous,  189.1:  1300  Tons.

*)  Die  Hambmrger  Handelsübersichten  geben  für  „rohe  Erzeugnisse  zur  Bürstenfabrikation“  aus  Deussch-Westafrika

  viel  höhere  Zahlen,  nämlich
1893  148  500  kux  im  Werthe  von  89  000  Mark,

18946  664000  42000  4

dach  mag  wohl  das  Meiste  davon  in  Wirklichleit  aus  den  nördlicher  gelegenen  englischen  Häsen  des  Nigergebietes

herstammen.
        <pb n="372" />
        —  23  —

Die  Afrika-Piassava  wird  fast  ausschließlich  zur  Herstellung  grober  Besen  verarbeitet,  namentlich
werden  Straßenbesen,  Schiffsschrubber,  Topfpinsel  2c.  daraus  verfertigt.

Noch  bedeutender  ist  jetzt  die  Verwerthung  des  sogenammten  Raphiabastes;  es  ist  dies  kein
Nindenbast,  sondern  die  untere  Epidermis  der  Fiedern  der  jungen  kaum  sich  öffnenden  Blätter,  die  von
den  Eingeborenen  in  sehr  primitiver  Weise  nach  Entfernung  der  Mittelrippe  der  Fiedern  zwischen  Hand
und  Messer  abgestreift  wird.  Es  hat  sich  diese  Naphiabastgewinnung  zu  einer  Exportindustrie  speziell
in  Madagaskar  entwickelt,  von  wo  jetzt  ganz  enorme  Quantitäten  versendet  werden.  In  Deutsch-Ostafrika,
  wo  dieselbe  Palme  wie  in  Madagaskar  (Kapse  whet)  vielfach  vorkommt,  wird  dieser  Bast
bisher  nur  von  den  Eingeborenen  lokal  gewonnen  und  als  Bindematerial  sowie  als  Garn  und  zu
Musiksaiten  verbraucht.  In  Westafrika,  woselbst  andere  Raphiaarten  heimisch  sind,  speziell  die  als
Piassavalieferant  erwähnte  Raphia  vinifera,  verarbeiten  die  Eingeborenen  diesen  Bast  zwar  zu
Stricken,  Matten  und  zeugartigen  Geflechten,  ein  Exportartikel  ist  dieser  Bast  als  solcher  aber  noch  nicht
geworden,  und  die  ersten  im  letzten  Jahre  unternommenen  Versuche  haben  keine  glänzenden  Erfolge  erzielt,
ob  infolge  mangelhafter  Präparation  oder  weil  die  dazu  verwendete  Palmart  eine  weniger  gute
Qualität  liefert  als  die  in  Madagaskar  wachsende,  ist  nicht  recht  klar.  Der  Naphiabast  ist  seit  50  Jahren
eingeführt  und  hat  Preisbewegungen  von  20  Mark  bis  100  Mark  pro  5  kg  durchgemacht.  Die  Zufuhr
steigt  von  Jahr  zu  Jahr.  Es  kamen  nach  Hamburg:

1890:  2  100  Ballen  à  2  Centner,  1893:  2  150  Ballen  à  2  Centner,
1891:  2800  =  1894:  4000
1892:  1350  1895:  5000  =  «  ·

Der  äußerst  haltbare  Raphiabast  wird  hauptsächlich  zu  Bindezwecken  in  Weinbergen  und
Gärtnereien  benutzt,  sodann  in  sieigendem  Maße  zur  Verfertigung  von  Körben  und  zu  billigen  Fabrikaten
aus  Raphiabast-Flechtwerken.

Es  wurde  ausgestellt  ein  junges  Raphiablatt,  im  Begriff  sich  zu  entfalten,  Raphiabast  von
KNapla  umfera  aus  Westafrika  und  wh,  aus  Deutsch-Ostafrika  und  Madagaskar,  Rohpiassava  von
von  Raphia  vinifera,  ein  Fruchtstand  von  Raphida  vinifera  sowie  Raphiamatten  ungefärbt  und
gefärbt  durch  das  Faser-Importgeschäst  von  Steidtmann  &amp;amp;  Nagel  in  Hamburg;  ferner  als  Fabrikate
der  geflochtenen  Naphiafaser:  Pantoffel,  Schuheinlegesohlen,  Taschen,  Tornister,  Helme  und  Mützen  durch
die  Firma  Kulstrunk  &amp;amp;  Co.  in  Bakow  a.  Iser;  sodann  Arbeitskörbe,  Spankörbchen,  Henkelkörbchen,
Kuvertsständer  und  Flaschenhülsen  durch  Herrn  Dr.  Fleischmann  in  Coburg;  Piassavabesen  und  ein
kleiner  Schiffsschrubber  durch  Carl  Demmin  in  Elmenhorst,  ein  großer  Schifssschrubber,  Straßenbesen
  und  Topfpinsel  durch  Paul  Schultze  in  Berlin.

Borassus-Piassava  oder  Bassinc.  Diese  Faser,  in  gleicher  Weise  wie  die  Raphia-Piassava,
aber  von  der  Palmyrapalme  (Borassus  Maetlse)  gewonnen,  ist  in  den  allerletzten  Jahren  in  enormen,
immer  steigenden  Massen  aus  Ceylon  und  Indien  exportirt  worden.  Da  die  gleiche  Art  (die  sogenannte  Delebpalme)
  in  unseren  afrikanischen  Kolonien  sehr  häufig  ist,  so  würde  sich  vielleicht  auch  dort  die  Bereitung  der
Bassine  lohnen.  Es  wurden  eine  Probe  der  Faser  sowie  ein  Besen  daraus  durch  Herrn  Paul  Schulfec,
Bürsten=  und  Pinselfabrikant  in  Berlin,  zur  Ausstellung  eingesandt.

Nohstoffe  für  Flechtarbeiten.  Rohmaterial  für  Flechtarbeiten  sowie  Flechtwerke
daraus  bilden  in  Deutsch-Ostafrika  einen  bedeutenden  Ausfuhrartikel.  Die  Statistik  beziffert  den  Export
  von

Flechtgras  und  Waaren  daraus?)  1893:  669  000  engl.  Pfund  im  Werthe  von  13  600  Dollar,
1894:  1  322  000  =  -  -  -  24  100  -

Sonstige  Gras=  2c.  Waaren  1893:  247000  ---  2200-1894:
  342  000  =  OD  -  -  -3800  -

Wenn  auch  die  Statistik  nicht  angiebt,  was  Alles  unter  diese  Rubriken  fällt,  so  ist  doch  klar,
daß  es  sehr  geringwerthige  Artikel  sind,  da  50  bis  100  Pfund  nur  einen  Dollar  kosten;  vermuthlich
spielen  die  Blätter  der  wilden  Dattel=  und  Dumpalme,  die  besonders  viel  zur  Mattenfabrikation,
einer  bedeutenden  Industrie  in  Sansibar,  benutzt  werden,  in  diesen  Rubriken  eine  große  Rolle,  sowie
vielleicht  auch  die  sogenannten  Makutis,  Dachdeckmaterial  aus  Palmblättern.

Ein  Export  dieser  Artikel  nach  Europa  scheint  kaum  stattzufinden.

Im  Sübdseeschutzgebiet  wird  vor  Allem  das  Panudanusblatt  als  gutes  und  leicht  zu  beschafsendes
  Flechtmaterial  benutzt,  während  zum  Dachdecken  vorzügliche  Rohstosse  in  den  Blättern  der
Sago-,  Steinnuß=  und  Nipapalme  vorliegen.  Ein  Export  in  diesen  Erzeugnissen  findet  aber  nicht
statt,  ebenso  wenig  in  Westafrika,  wo  namentlich  die  Bambupalme  die  gleiche  Nolle  spielt.

m  à  n

*)  Die  Statistik  von  1890/91  unterscheidet:
Kokosfaser  und  strike  25000  Pfund  im  Werthe  von  1  600  Dollar,
en  Körbe  und  Säcke  7370000  -  -  -  -14100-BattmbGraszmthlechten..258000-
  -  -  -3700
        <pb n="373" />
        —  24  —

Selbst  Rottang  (Stuhlrohr)  wird  bisher  leider  noch  gar  nicht  aus  unseren  Kolonien
cxportirt,  obgleich  Neu-Guinea  unter  den  vielen  dort  einheimischen  Kletterpalmen  wohl  zweifellos  auch
brauchbare  Sorten  beherbergt;  auch  in  Kamerun  bilden  Calamusarten  an  manchen  sumpfigen  Stellen
(3.  B.  am  Sannaga)  ganze  Wälder  und  könnten  dem  Handel  Stuhlrohr  in  Menge  liefern,  wennhleich
  das  bisher  von  dort  probeweise  unter  dem  Namen  „Bushrope“  importirte  Rohr  sich  als  nicht
besonders  brauchbar  für  Stuhlflechterei  erwiesen  haben  soll.  Die  hübschen  Kamerunmatten,  von  denen
eine  Probe  ausgestellt  ist,  bestehen  großentheils  aus  solchem  Bushrope,  im  Verein  mit  Raphiabast,  und
auch  sonst  wird  Stuhlrohr  in  Kamerun  allgemein  zum  Hüttenbau,  zum  Nähen  der  Dachmatten,  zum
Flechten  von  Körben  und  Fischreusen  benutzt.

Arzneistoffe.

Der  Export  von  Arzneistossen  aus  unseren  Kolonien  ist  bisher  ein  so  minimaler,  daß  von  einer
Ausslellung  derselben  Abstand  genommen  wurde,  zumal  sie  sämmtlich  in  der  wissenschaftlichen  Halle
Berücksichtigung  gefunden  haben.  Die  wichtigsten  sind  folgende:

Kalabarbohne.  Diese  Samen  einer  bohnenartigen  Schlingpflanze  (7M/9808kihmc  renenoscm)
  kommen  in  kleinen  Quantitäten  aus  Kamerun,  wo  sie  namentlich  von  den  Bakwilis  am
Kamerungebirge  gesammelt  werden.  Es  wurden  von  Kamerun  exportirt:

1892  .  462  kg  im  Werthe  von  199  Mark,
1893  **  .  506  =  2  *  -  163  *

Da  die  Bohne  nur  zu  dem  in  der  Medizin  wenig  benutzten  Physostigmin  benutzt  wird,  ist  ein
bedeutenderer  Aufschwung  des  Handels  nicht  zu  erwarten.

Colombowurzel.  Die  gelbe  in  Querscheiben  geschnittene  und  dann  getrockuete  Wurzel
der  hübschen  Schlingpflanze  Jatcoreco  Colm#b  wird  in  sehr  geringen  Mengen  aus  Deutsch-Ostafrika
  exportirt.  Genauere  Angaben  fehlen  in  den  Statistilen,  aber  da  der  Gesammtexport  an  Arzneien
1894  nur  730  engl.  Pfund  im  Werthe  von  484  Dollar,  der  Gesammtexport  an  Drogen  (nebst  Parfümerien)
  1071  Pfund  im  Werthe  von  22  Dollar  betrug,  so  kann  der  Colombowurzelexport  nur  gering
sein.  Auch  die  südlich  gelegene  portugiesische  Küste  exportirt  etwas  davon,  von  Ibo  z.  B.  kamen  1891
für  52  Mark,  1892  für  4392  Mark,  wovon  für  1760  Mark  nach  Deutschland  ging.  Sansibar  und
Mozambique  sind  die  Hauptexportplätze,  Bombay,  London  und  Hamburg  die  wichtigsten  Importplätze
dafür.  Die  Colombowurzel  hat  speziell  für  die  Augenheilkunde  einige  Bedentung.

Strophanthus.  Die  Samen  mehrerer  Arten  dieser  Gattung  liesern  das  neuerdings  in  der
Heilkunde  als  Herzmittel  so  in  Aufnahme  gekommene  Strophanthin.  Die  augenblicklich  wichtigste  Art
dieser  Gattung,  Strophantus  Kombe,  ist  zwar  bisher  für  Deutsch-Ostafrika  noch  nicht  sicher  nachgewiesen,
  dürfte  aber  wohl  dort  vorkommen,  da  sie  im  benachbarten  Britisch-Centralafrika  so  häufig  ist.
In  letzterem  Gebiete  ist  es  ein  nicht  unwichtiger  Handelsgegenstand  geworden,  indem  1893  schon
2311  engl.  Pfund  im  Werthe  von  279  Pfd.  Sterl.,  1894  sogar  7939  Pfund  im  Werthe  von
557  Pfd.  Sterl.  Strophanthussamen  von  dort  exportirt  wurden.

Massoi.  Die  Rinde  dieser  mit  dem  Zimmetbaum  verwandten  Pflanze,  Massoia  aromutica,
die  in  Neu-Guinea  recht  häufig  ist,  wird  von  den  Eingeborenen  des  malayischen  Archipels  als  Heilmittel
  (namentlich  bei  Dysenterie)  sehr  geschätt,  so  daß  sich  schon  seit  langer  Zeit  ein  reger  Exportverkehr
  in  dieser  Droge  von  Holländisch-Nen-Guinea  nach  dem  Archipel  zu  entwickelt  hat.  Massoirinde
ist  dadurch  einer  der  wichtigsten  Exportartikel  Neu-Guineas.  Der  deutsche  Theil  der  Insel  scheint  aber
bisher  an  diesem  Handel  kaum  oder  gar  nicht  theilzunehmen.

Hölzer.

Der  Holzexport  unserer  Kolonien  ist  nicht  unbedeutend;  Deutsch-Südwestafrika  ist  das  einzige
Schutzgebiet,  von  wo  keine  Hölzer  exportirt  werden.  Entwickelt  sich  daselbst,  wie  zu  hoffen,  eine
bedeutendere  Minenindustrie,  so  würde  man  wohl  auch  dort,  wie  in  Transvaal,  an  eine  Aufforstung
mit  Eucalyptus  denken  müssen.

Auch  der  Holzexport  des  Togogebietes  ist  bisher  ein  ganz  minimaler,  trotzdem  namentlich  die
Ufer  des  Waho=  und  Sioflusses  ausgedehnte,  werthvolle  Wälder  besitzen;  wic  schnell  sich  der  Export
entwickeln  kann,  zeigt  die  benachbarte  Goldlüstenkolonie,  die  1887  erst  für  80  Mark,  1892  dagegen
schon  für  720  000  Mark  Holz  exportirte.

Deutsch-Ostafrika  dürfte  fürs  Erste  wohl  kaum  für  den  Holzexport  nach  Europa  besonders  in
Betracht  kommen,  da  die  meisten  größeren  Waldungen  (Usambara,  Kilimandjaro)  zu  weit  im  Inlande
liegen;  freilich  liegen  südlich  vom  Rufidji  die  Verhältnisse  besser.  Hingegen  dürfte  sich  bei  der  Besserung
der  Kommunikationsmittel  im  Lande  selbst  ein  regerer  Holzauslausch  von  holgzreichen  Distrikten  nach
holzarmen  entwickeln  lassen,  während  jetzt  selbst  die  schönen  Wälder  Handeis  bei  Aulegung  der  Kaffeeplantagen
  einfach  gefällt  werden  und  nutzlos  verderben,  trotzdem  in  einer  gar  nicht  großen  Entfernung
an  der  Küste  der  Holzbedarf  von  Europa  aus  gedeckt  werden  muß.
        <pb n="374" />
        —  25  —

Bauhölzer.

Der  Holzexport  Deutsch-Ostafrilas  besteht  fast  ausschließlich  in  Werlholz,  und  zwar  in  den
Mangrovehölzern  (Boriti)  der  Flußmündungen,  die  nicht  nur  an  der  Küste  selbst  gebraucht,  sondern
auch  nach  Sansibar  exportirt  werden.  Die  Mangrovebestände  der  Küste  werden  vom  Forstassessor
Krüger  auf  60  000  ha  geschätzt,  sie  leiden  aber  außerordentlich  unter  der  Raubwirthschaft  der
Eingeborenen.

Der  Holzexport  Deutsch-Ostafrikas  betrug  1999  21  000  Dollar,
1893  24  000  -
1894  .  26  000  -

gegenüber  einem  gleichzeitigen  Import  von  38  000  Dollar,  von  denen  für  27  000  Dollar  Holz  aus
Europa  kam.

Bierhölzer.

Kamerun  und  das  Südseeschutzgebiet  sind  zwar  überreich  an  Wäldern,  liefern  aber,  da
in  der  Nähe  dieser  Gebiete  kein  Holzmangel  existirt,  für  den  Export  bisher  ausschließlich  Edelhölzer,
die  in  den  Statistiken  gewöhnlich  in  schwarze  oder  Ebenhölzer,  Braunhölzer  und  Rothhölzer  eingetheilt
  werden.  *

ebenholz.  Diese  meist  von  Diospyrosarten  abstammenden  schwarzen  Hölzer  kommen  jetzt
in  großen  Mengen  aus  Afrika  und  zum  Theil  auch  aus  den  deutschen  Kolonin.

Das  Kamerun-Ebenholz,  von  Diospyros  dencko  abstammend,  ist  das  wichtigste;  es  wurde
an  Cbenholz  von  Kamerun  cxportirt:

1891/92  583  000  kg  im  Werthe  von  66  000  Mark,
1892/)03  509  00  J  -  :  61  000  -
1893/904  507  000  „  -  -77000  -
1894/05  479000  -  60  000  -

(für  1894  werden  68  000  Mark  angegeben).
Große  Klötze  davon,  polirte  Stücke  sowie  Tisch,  Etagere  und  Stuhl  daraus  wurden  durch
die  Möbelfabrik  von  C.  Praechtel  in  Berlin  ausgestellt,  ferner  auch  Spazierstöcke  und  Arbeiten  in
Verbindung  mit  Elfenbein  durch  E.  Ebell.
Etwas  Ebenholz  kommt  auch  aus  Togo:
189929  171  kg  im  Werthe  von  47  Mark,
1893  144355  5„  :  453  4
es  stammt  aus  den  Gegenden  von  Dagle,  Gaphe  und  Game.

Auch  Deutsch-Ostafrika  besitzt  Diospyrosarten,  jedoch  kann  der  Export  nur  ein  sehr  kleiner
sein,  da  von  sämmtlichen  Edelhölzern  zusammen  aus  Deutsch-Ostafrika  exportirt  wurden  1893  für
1700  Tollar,  1894  nur  für  200  Dollar,  während  von  dem  benachbarten  Mozambique  1894  für  über
18  000  Mark  Ebenholz  und  für  über  3000  Mark  sogenanntes  Grenadilleholz  allein  nach  Deutschland
kam.  Letßzteres,  das  sogenannte  Grenadilleholz,  besitzt  gleichfalls  ein  ziemlich  dunkles  Kernholz  (freilich
bedeutend  heller  als  das  echte  Ebenholz))  es  kommt  auch  im  südlichen  Theile  des  Schutgebietes  vor
und  wird  wie  auch  das  Ebenholz  an  der  Küste  und  auf  Sansibar  zu  Spazierstöcken  verarbeitet.  Proben
davon  sowie  Stöcke  daraus  gelangten  durch  den  Deutschen  Frauenverein  sowie  Herrn  W.  Kuhnert  zur
Ausstellung.

Uch  in  Neu-Guinea  kommen  Ebenholzarten  vor  aus  der  Gattung  #aha  und  Tiospyros,
jedoch  wird  dasselbe  noch  nicht  ausgenutzt;  vielleicht  dürfte  es  später,  wie  jetzt  schon  auf  den  malayischen
Inseln,  für  den  Export  nach  China  in  Betracht  kommen,  woselbst  eine  bedeutende  Ebenholz--industrie
  existirt.

Braunhölzer.  Bei  dem  großen  Reichthum  Kameruns  und  Neu-Guineas  an  Waldungen,
die  aus  den  verschiedenartigsten  Bäumen  bestehen,  ist  es  nur  natürlich,  daß  sich  jetzt  ein  Holzexport  in
größerem  Maßstabe  von  dort  zu  entwickeln  beginnt.  Kamerunhölzer  und  Neu-Guineahölzer  sind  schon
ständige  Handelsartikel  geworden.  Ueber  die  Stammpflanzen  der  importirten  Neu-Guineahölzer
sind  wir  einigermaßen  orientirt,  da  die  Neu--Guinea-Kompagnie,  bisher  der  einzige  Exporteur  solcher
Hölzer,  dic  wissenschaftliche  Klarlegung  der  Pflanzen  schon  im  eigenen  Interesse  für  wünschenswerth
erachtete.  Es  sind  bisher  nur  drei  Küstenbäume,  die  zur  Verschiffung  gelangen,  nämlich  Calophyllum
inoplijllum,  Afcelia  bijuga  und  Cordia  subcordata.

Das  Calophyllumholz  eignet  sich  ausgezeichnet  als  Möbelholz  und  zur  Wandbekleidung,
es  hat  z.  B.  im  Reichstage,  im  Kolonialheim  und  in  den  Kajüten  mehrerer  Dampfer  des  Norddeutschen
Lloyd  Anwendung  gefunden,  es  ist  ein  schön  geflammtes  Holz  und  außzerordentlich  begehrt.  Eine  Etagere
daraus  sowie  ein  großer  Klotz  wurden  durch  die  Möbelfabrik  von  C.  Praechtel  in  Berlin  ausgestellt.
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        —  26  —

Das  Afzeliaholz  ist  überaus  hart  und  haltbar;  es  wird  im  malayischen  Archipel  viel  zum
Brücken=  und  Schiffsbau,  bei  uns  bisher  mehr  für  kleinere  Drechslerarbeiten  benutzt,  jedoch  hat  man
neuerdings  auch  ein  Verfahren  gefunden,  welches  es  in  hervorragendem  Maße  zur  Möbelfabrikation
verwerthbar  macht.

Das  Cordiaholz  ist  gleichfalls  ein  besonders  schönes  nußbaumartiges  Möbelholz,  kann  aber
meist  nur  in  kleineren  Stämmen  beschafft  werden,  auch  ist  der  Baum  nicht  besonders  häufig.

Im  Jahre  1894  kamen  303  Stämme  Calophyllumholz  und  76  Stämme  Afzeliaholz  von  der
Astrolabebai,  im  ersten  Theile  des  Jahres  1895  124  Block  Calophyllum  sowie  163  Stück  und
10  Stämme  Cordia  zur  Verschiffung.  Dic  Hölzer  pflegen  in  Bremen  gute  Preise  zu  erzielen.

Die  aus  Kamerun  kommenden  Braunhölzer  sind,  was  ihre  botanische  Herkunft  betrifft,  noch
wenig  bekannt.  Das  wichtigste  derselben  ist  das  Kamerun-Mahagoniholz  (angeblich  von  Khayd
benchalon#s  abstammend),  wovon  im  Jahre  1893  44  000  kg  im  Werthe  von  3458  Mark  exportirt
wurden.  Wenn  man  die  Anfuhren  in  Hamburg  zu  Grunde  legt,  so  muß  die  Ausfuhr  Kameruns  eine
sehr  viel  bedeutendere  gewesen  sein,  jedoch  ist  nicht  gesagt,  daß  wirklich  alles  in  Hamburg  unter  dem
Namen  Kamerun-Mahagoniholz  verkaufte  Holz  aus  unserem  Schutgebiet  stammt,  vermuthlich  kommt
auch  vieles  von  dem  englischen  Niger  coast  protectorate  und  namentlich  von  Gabun.  Im  Kamerungebiet
  selbst  wächst  es  in  großer  Menge  in  den  Landstrecken  um  das  Kamerungebirge  herum,  besonders
aber  in  der  Gegend  des  oberen  Mungo.  Es  ist  schon  ein  wichtiges  Objekt  und  erzielt  auf  den
Auktionen  überseeischer  Hölzer  in  Hamburg  recht  hohe  Preise.  Nach  der  Meinung  erfahrener  Holzhändler
  soll  es  dem  echten  Mahagoni  kaum  nachstehen  und  dürfte  noch  eine  große  Zukunft  haben.

Ein  großer  Klotz  davon  sowie  ein  Tisch  daraus  gemacht,  wurden  von  C.  Praechtel  ausgestellt.

Von  anderen  Braunhölzern  ist  der  Export  aus  Kamerun  sehr  unbedentend,  wenngleich  es  gute
Sorten  darunter  giebt,  wic  die  schöne  Kollektion  beweist,  die  der  Gouverneur  Herr  v.  Puttkamer  mit
herübergebracht  hat  und  wovon  Proben  mit  ausgestellt  sind.  Für  1892/93  wird  der  Export  derselben
(abgesehen  von  Mahagoni)  auf  5910  kg  im  Werthe  von  480  Mark  angegeben,  für  1894  1000  kg
im  Werthe  von  200  Mark.  Ein  recht  hübsches  polisanderähnliches  Kamerun-Braunholz  kam  in  einem
größeren  Klotze,  sowic  ein  Stück  polirt,  von  C.  Praechtel  zur  Aufstellung.

Zu  den  Braunhölzern  dürfte  auch  die  geringe  Quantität  (332  kg)  sogenannten  Cedernholzes  (2.)
zu  rechnen  sein,  die  sich  in  den  Exportlisten  Togos  für  1893  findet.

Nothhölzer  kommen  bisher,  was  die  deutschen  Kolonien  betrifft,  nur  von  Kamerun,  und  zwar
sind  es  vor  Allem  zwei  Arten,  das  sogenannte  Camwood  von  Bapstea  n#cla  stammend,  und  das
sogenannte  Barwood,  von  Iterocarpus  santalinoides  stammend.  Es  wurden  an  Rothholz  exportirt
1892/93  16  146  kg  im  Werthe  von  1211  Mark;  1894  5000  kg  im  Werthe  von  400  Mark.

Sowohl  von  den  Eingeborenen  als  auch  in  Europa  werden  diese  Hölzer  zur  Farbstoffbereitung
benußt.  Aus  dem  Pterocarpusholz  lassen  sich  auch  schöne  Möbel  machen,  wie  ein  von  C.  Praechtel
ausgestellter  Tisch  zeigt.  Auch  polirte  Holzproben  beider  Arten  wurden  ausgestellt.

Thierische  Produkte.
Felle,  Häute  und  Wolle.

Der  Gesammtexport  unserer  Kolonien  an  Häuten  und  Fellen  erreicht  bisher  einen  Werth  von
etwa  75  000  Mk.  Südwestafrika  nimmt  mit  54  000  Mk.  darunter  den  ersten  Rang  ein,  Deutsch-Ostafrika
  liefert  für  etwa  20  000  Mk.,  Togo  exportirt  noch  nicht  für  1000  Mk.,  ebenso  liefert  Kamerun
nur  ganz  minimale  Mengen,  wenngleich  das  Hinterland  Adamaua  größere  Quantitäten  dem  englischen
Benuögebiet  zuführt;  das  Südsee-Schutzgebiet  exportirt  überhaupt  keine  Felle  und  Häute.

Ninderhäutoe  spielen  dabei  die  erste  Rolle.  Allein  von  Walfischbai  gelangten  1894  7173  Stick
Rinderhäute  im  Werthe  von  33  780  Mark  zur  Ausfuhr  (dazu  noch  für  220  Mark  184  Stück  Kalbsfelle),
  ferner  von  Lüderitz-Bucht  für  750  Mark.  Aus  Deutsch-Ostafrika  wurden  1893  für  2277  Dollar
und  1894  für  1766  Dollar  Ninderhäute  exportirt.  Diese  letzteren  gehen  meist  nach  Sansibar,  wo  sie
theilweise  selbst  verarbeitet  werden,  ein  anderer  Theil  geht  nach  Indien  (Bombay)  weiter,  während
direkt  nach  Europa  nur  kleinere  Mengen  gelangen.

egen  ihrer  Größe  gelangten  sie  nicht  in  dem  Saale  zur  Ausstellung,  ebenso  wenig  die
allbekannten  Fabrikate  daraus.  Nur  Felldecken  und  Felltaschen  daraus,  wie  sie  die  Eingeborenen  in
Südwestafeit  anfertigen,  wurden  durch  die  Firma  H.  W.  Burmester  in  Hamburg  und  Südwestafrika
ausgestellt.

Schaf=  und  Ziegenfelle  werden  fast  ausschließlich  aus  Deutsch-Südwestafrika  exportirt,
z.  B.  wurden  1894  von  Walfischbai  2052  Stück  Schaffelle  im  Werthe  von  2000  Mark  und  Ziegen-
        <pb n="376" />
        —  27  —

felle  im  Werthe  von  16  780  Mark  exportirt,  von  Lüderitzbucht  in  demselben  Jahre  von  beiden  zusammen
für  150  Mark.  Viele  werden  von  den  Eingeborenen  zu  Felldecken  und  Felltaschen  verarbeitet,  von
denen  durch  die  Firma  H.  W.  Burmester  einige  ausgestellt  wurden.

Antilopen=  und  Gazellenfelle  kommen  hauptsächlich  von  Deutsch-Ostafrika  zur  Ausfuhr
und  bilden  den  größten  Theil  der  unter  der  Rubrik  Ziegen-,  Schaf-,  Gazellen=  und  ähnliche  Häute
zusammengefaßten  Ausfuhr,  die  im  Jahre  1884  2899  Dollar  betrug.  Vor  Allem  sind  es  die  Felle  von
zwei  kleinen  Antilopenarten,  vom  Moschusböckchen  (Mesotay#s  moschatus)  und  von  der  ostafrikanischen
Zwergantilope  (Ceplialolophus  #mnacus),  die  schon  einen  regelmäßigen  Handelsartikel  nach  Europa
bilden.  Erstere  Art,  von  den  Importfirmen  als  „Gazellen“  bezeichnet,  kommt  in  Mengen  von  etwa
50  000  Stück  jährlich  in  den  Handel,  die  andere  Art,  von  den  Importfirmen  als  „Gazellenböcke“  bezeichnet,
wird  nur  in  2000  bis  3000  Stück  jährlich  nach  Europa  importirt.  Da  die  Preise  für  die  Gazellenfelle
zwischen  18  und  23  Mark  pro  100  Stück  betragen,  die  der  Böcke  zwischen  40  und  60  Mark  pro
100  Stück,  so  würde  der  Import  nach  Europa  etwa  12  000  Mark  ergeben,  also  weit  mehr,  als  die
Erportziffern  Deutsch-Ostafrikas  ergeben;  es  kommen  aber  auch  nichtdeutsche  Theile  der  ostafrikanischen
Küste  in  Betracht.  Die  sogenannten  Gazellen  geben  ein  gutes  Handschuhleder,  die  sogenannten  Gazellenböcke
  dienen  in  der  Schuhfabrikation  als  Ober=  und  Futterleder;  es  rangirt  dieses  Gazellenbockleder
zwischen  dem  Leder  einer  starken  Gazelle  und  einer  Antilope.

Die  Felle  beider  Sorten  sowie  das  daraus  gefertigte  Leder  und  Handschuhe  daraus  werden
durch  die  Häute-Importfirma  Samnel  &amp;amp;  Rosenfeld  in  Hamburg  ausgestellt.  .

Die  Eingeborenen  Ostafrikas  benutzen  auch  die  Felle  anderer  Arten  von  Antilopen,  z.  B.  machen
die  Waganda  hübsche  Mäntel  aus  den  Fellen  der  lilabäuchigen  Zwergantilope  (Cephakocopus  achtakor#al#).
  In  Südwestafrika,  wo  übrigens  der  Gesammtexport  von  Wildfellen  aus  Walfischbai  im
Jahre  1894  sich  auf  nur  260  Mark  belief,  werden  besonders  aus  den  Springbockfellen  hübsche  Decken
gemacht,  wie  einige  von  der  Firma  H.  W.  Burmester  ausgestellte  Muster  beweisen.

Ahinoceros=  und  Flußpferdhäute  klommen  nur  in  sehr  minimalen  Quantitäten  zur  Ausfuhr,
und  zwar  lediglich  von  Deutsch-Ostafrika,  im  Jahre  1894  für  322  Dollar.  Meist  läßt  man  sie  des
theuren  Transportes  wegen  liegen.  In  Afrika  selbst  werden  die  Hänte  derselben,  namentlich  der  Flußpferde,
  zu  Stöcken  und  Peitschen  verarbeitet,  wie  ein  von  Herrn  W.  Kuhnert  ausgelegter  Stock  beweist.

Naubthierfelle,  Panther-,  Löwen-,  Wildkatzen=  und  dergleichen  Zierfelle  gelangen  nur  in
geringen  Ouantitäten  zur  Ausfuhr,  weniger  als  Handelsartikel  wie  als  Kuriositäten,  Jagdtrophäen  r2
Immerhin  wurden  unter  der  Rubrik  „Sonstige  Wildhäute“  aus  Deutsch-Ostafrika  1893  für  3283,  1894
ür  4703  Dollar  exportirt;  es  umfaßt  diese  Rubrik  aber  wohl  auch  größere  Antilopenfelle  sowie  Affenelle.
  Des  beschränkten  Platzes  halber  gelangten  nur  einige  Panther=  und  Wildkatzenfelle  aus  Südwestafrika,
  geliefert  durch  HO.  W.  Burmester  in  Hamburg,  zur  Ausstellung.

Die  Klippschliefer  besitzen  Felle,  die  sich  ganz  ausgczeichnet  für?  eelzarbeiten  eignen,  eine  Art
wird  z.  B.  von  den  Wadjaggas  am  Kilimandjaro  viel  zu  Mänteln  verarbeitet;  nach  Europa  gelangen
sie  aber  nur  selten,  und  zwar  nicht  als  Handelsartikel,  sondern  mehr  zum  Selbstgebrauch  dort  stationirter
Europäer.  Ein  Muff  und  ein  Kragen,  von  Frau  Stabsarzt  Dr.  Kohlstock  zur  Verfügung  gestellt,
demonstriren  die  vorzügliche  Beschaffenheit  dieses  Pelzes.

Affenfelle,  verschiedene  Arten  von  Seidenaffen  (Cokobus)  bilden  einen  wenn  auch  in  den
deutschen  Kolonien  nur  kleinen  Handelsartikel.  Von  den  ostafrikanischen  Arten  kommen  Felle  des
Weißschwanz-Seidenaffen  (Colob#s  cckakus)  vom  Kilimandjaro,  der  sich  durch  langen  weißen  Behang
am  Hinterrücken  auszeichnet,  zuweilen  nach  Europa,  ebenso  vom  weißschulterigen  Seidenaffen  (Colobus
patl##u#s)  der  Küste,  jedoch  nicht  als  geregelter  Handelsartikel.  Von  Kamerun  kommt  das  ganz  schwarze
Fell  von  Colobus  satunds  kaum  wirklich  in  den  Handel,  in  Togo  bildet  dagegen  das  Fell  von  Cosobs
coklerosus,  das  sich  durch  einen  kurzen,  weißen  Schulterbehang  auszeichnet,  einen  wirklichen,  wenn  auch
kleinen  Handelsartikel,  indem  1892  575  kg  im  Werthe  von  592  Mark,  1893  260  Stück  im  Werthe
von  1535  Mark,  1894  242  Stück  im  Werthe  von  726  Mark  exportirt  wurden.  Sehr  viel  größer  ist
der  Affenfellexport  aus  den  benachbarten  englischen  Goldküstenkolonien,  von  wo  in  den  Jahren  1887/92
im  Durchschnitt  jährlich  175  000  Stück  im  Werthe  von  600  000  Mark  exportirt  wurden;  es  sollen
dort  zu  diesem  Zweck  mindestens  200  000  Affen  jährlich  getödtet  werden.  Auch  der  rothrückige  Colobus
J%  s  besitzt  einen  wenn  auch  sehr  geringen  Handelswerth,  jedoch  scheint  er  aus  deutschen  Kolonien
trotz  seines  Vorkommens  daselbst  nicht  exportirt  zu  werden,  viel  mehr  hingegen  von  Liberia.

Aus  den  Affenfellen  werden  billige  Musse  und  Pelzkragen  hergestellt.  Die  Preise  der  Felle
variiren  aber  infolge  des  schnellen  Wechsels  der  Mode  außerordentlich.  London  ist  der  sast  allein
wichtige  Markt  für  diesen  Artikel.

Mehrere  Affenfelle  von  Colobes  roklerosus  und  zwei  daraus  verfertigte  Muffe,  durch  die  Pelzfirma
  G.  Cohn  in  Verlin  zur  Verfügung  gestellt,  repräsentiren  diese  Industrie.

Wolle.  Die  Wollausfuhr  unserer  Kolonien  ist  bisher  noch  eine  ganz  minimale;  Südwestafrika,
  unsere  einzige  Kolonie,  die  sich  gut  für  Wollzucht  eignet,  exportirte  1894  erst  1249  kg  im
        <pb n="377" />
        —  28  —

Werthe  von  1200  Mark,  daneben  noch  48  kg  —  40  Mark)  Angoraziegenhaare;  schon  in  den  nächsten
Jahren  dürften  aber  ganz  andere  Zufuhren  zu  erwarten  sein.  In  Anbetracht  der  bisherigen  geringen
Bedeutung  dieses  Artikels  wurde  nur  eine  kleine  Probe  Wolle  und  Angoraziegenhaare  aus  Deutsch-Südwestafrika

  ausgestellt.
FLebendes  Wieh.

Der  Export  von  lebendem  Vieh  aus  Deutsch-Ostafrika  betrug  1893  etwa  21  000  Dollar
(359  Stück  Rindvieh,  3918  Stück  Schafe  und  Ziegen),  1894  11  000  Dollar  (359  Stück  Rindvieh  und
837  Stück  Schafe  und  Ziegen).  In  Südwestafrika  entzieht  sich  der  ziemlich  bedeutende  Landexport  der
Kontrole.  Der  Serexport  betrug  1892  etwa  6500  Stück  Rindvieh  (à  100  Mark)  und  10  000  Stück
Kleinvieh  (àa  10  Mark),  also  für  750  000  Mark,  doch  bildete  dieses  Jahr  offenbar  eine  Ausnahmc.

Hörner.

Der  Export  von  Hörnern  aus  unseren  Kolonien  ist  bisher  nicht  sehr  bedeutend,  nur  Südwestafrika
  und  Ostafrika  kommen  dabei  in  Betracht.  «
hinoceroshörner  bilden  die  Hauptauantität.  Deutsch-Ostafrika  exportirte  davon:
1893  24  000  engl.  Pfund  im  Werthe  von  12  000  Dollar,
18944  24000  -  -16000  -

Sie  gehen  hauptsächlich  nach  Sansibar  und  Vorderindien,  nur  sehr  wenig  nach  Europa  und  so
gut  wie  gar  nicht  nach  Deutschland.  In  Sansibar  und  an  der  afrikanischen  Küste  werden  die  langen
geraden  Hörner  zu  werthvollen  Spazierstöcken  verarbeitet.  In  Paris  werden  sie  zu  Stock-  und  Schirmkrücken
  verarbeitet,  die  aber  wegen  des  hohen  Preises  in  Deutschland  kaum  Absatz  finden.  Einige
Proben  gelangten  durch  die  Kunstdrechslerei  von  C.  Dannenberg  in  Berlin  zur  Ausstellung.

Kinderhörner  bilden  einen  sehr  kleinen  Exportartikel  aus  Deutsch-Südwestafrika.  Im
Jahre  1894  exportirte  Walfischbai  1083  Rinderhörner  im  Werthe  von  400  Mark.  Sie  gehen  nach
dem  Kap  und  verschwinden  daselbst  in  dem  großen  Handel  mit  Hörnern;  schließlich  werden  sie  zweifellos
zu  den  g  rwöhchen  Hornarbeiten  verwendet.

Antilopenhörner  wurden  von  Walfischtai  1894  im  Betrage  von  1200  Mark  nach  dem
Kap  exportirt;  ganz  geringe  Quantitäten  gelangen  auch  in  Ostafrika  zur  Verschiffung;  mehr  als
Kuriositäten  und  Jagdtrophäen  dem  als  Handelsartikel,  wemgleich  sie  sich  in  ihrer  Verwendung  als
Garderobehalter  und  Zimmerschmuck  schon  allgemeineres  Interesse  beanspruchen  dürften.  Einzelne
derselben,  z.  B.  vom  Springbock,  Handelsartikel  der  Firma  H.  W.  Burmester  in  Hamburg  und  Südwestafrika,
  gelangten  zur  Aufsstellung.

Bähne.

Elfenbein.  Für  den  Elfenbeinhandel  kommen  eigentlich  nur  unsere  Kolonien  Kamerun
und  Deutsch-Ostafrika  in  Betracht,  da  Togo  und  Südwestafrika  nur  minimale  Mengen  exportiren.
Walfischbai  verschiffte:)  1891  für  3200  Mark,
1894  1580
Togo  exportirte:
158  kg  im  Werthe  von  1  700  Mark,

18993  .  243  -  .  2  300  =
1894  .  .  165  -  -  1  400
Kamerun  lieferte:  *7)
1892  40  275  ke  i  im  Werthe  von  725  000  Mark,
18939  32  422  4000
1894  34  6356  104  000

Dentsch-  stefriio  -
000  engl.  Pfund  im  Werthe  von  1330  000  Dollar,

160r  ....  -  149  000  -
1893  247  000  -  000  -
1894  344  000  -  873  000  -

luch  die  Kapkolonie,  die  vor  14  Jahren  noch  reichliches,  besonders  für  Billardbälle  passendes  Eljenbein
lieferte,  verhe  1895  nur  noch  1000  kg  und  muß  demach  O  den  Elfenbeinhandel  als  ausgestorben  gelten-)1.

  Juli  1891  bio  30.  Juni  1892  .  8353  kg  im  Werthe  von  663  426  Mark,
1.  1892=  30.  1893  165.  377  776
1.  *  1893  30.  154  ....  J  484  --  -  -  3  042

«  1894  30.  562  226
Im  kueten:  Jahre  ist  14  Mart  **  —e  als  140nnwer  angenommen.
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        —  29  —

Die  200  000  kg  Elfenbein,  die  aus  den  deutschen  Schutzgebieten  jährlich  ausgeführt  werden,
entsprechen  bei  einem  Durchschnittsgewicht  von  6  kg  pro  Zahn  für  Ostafrka  und  8  kg  für  Westafrika
  etwa  16  000  Elefanten,  die  jährlich  getödtet  werden.

Da  das  Gesammtangebot  an  Elfenbein  auf  den  Auktionen  1894  620  000  kg  betrug,  so
exportiren  demnach  die  deutschen  Kolonien  etwa  ein  Drittel  des  Gesammtangebots,  von  dem  Rest  kommt
der  größte  Theil  (etwa  die  Hälfte  alles  Elfenbeines)  vom  Kongogebiet,  und  das  restirende  von
Gabun,  Niger-Benuc  und  Mozambique.  In  Deutsch-Ostafrika  kommt  das  weiche,  werthvollere  Elfenbein
hauptsächlich  von  den  nördlich  von  Pangani  gelegenen  Plähen  sowie  von  Kilwa  und  den  sidlichen
Orten,  während  die  zwischen  Kilwa  und  Pangani  gelegenen  Orte  mehr  hartes  Elfeubein  liefern  (in
Bagamoyo  überwog  noch  bis  vor  Kurzem  das  weiche);  in  Kamerun  wie  überhaupt  in  Westafrika
überwiegt  das  harte  Elfenbein.  Die  Preise  betrugen  Ende  1895  je  nach  der  Größe  der  Zähne  für
weiches  Elfenbein  9  bis  31  Mark,  für  hartes  6  bis  22  Mark  pro  Kilogramm.  Der  durchschnittliche
Jahresverbrauch  von  1889  bis  1893  stellte  sich  auf  647  000  kg  Elfenbein,  wovon  121  000  kg  in
Indien,  13  000  kg  in  China  verbraucht  wurden;  von  dem  Rest  (513  000  kg)  werden  177  000  kg
für  Messerhefte,  162  000  kg  für  Klaviaturen,  91  000  kg  für  Kämme,  49  000  kg  für  Villardbälle,
34  000  kg  für  verschiedene  Fabrikate  gebraucht.  4

Ausgestellt  wurden  Zähne  von  hartem  und  weichem  Elfenbein  aus  Sansibar  und  Kamerun,
sowie  die  Verarbeitung  in  der  Großindustrie  (Billardbällc,  Stöcke,  Furniere,  Flöten,  Klaviaturen,  Lesezeichen
  2c.)  durch  die  Elfenbeinhandlung  und  Damwischneideanstalt  von  Zirkenbach  &amp;amp;  Oechelhaeuser
in  Berlin,  ferner  feinere  Kunstarbeiten  durch  die  Elfenbeinfabrik  von  E.  Ebell  in  Berlin.

Flußpferdzähne.  Auch  diese  bilden  einen  nicht  unwichtigen  Handelsartikel  unserer  Deutsch-Ostafrikanischen
  Kolonic.

Es  wurden  davon  exportirt:

1993  24000  engl.  Pfund  im  Werthe  von  10  900  Dollar,
18994  27000  =  -  -  -  .  12  300  =

Sie  werden  zu  kleinen  Schnitzereien  verarbeitet,  dienen  aber  hauptsächlich  zur  Fabrikation  von
Schirm=  und  Stockgriffen.

Ausgestellt  wurden  krumme  und  gerade  Zähne,  gebeizt  und  ungebeizt,  durch  die  Fabrik  von
Zirkenbach  &amp;amp;  Oechelhaenser,  die  Verarbeitung  derselben  zu  Stockgriffen  durch  die  Elfenbeinfabrik
von  E.  Ebell  in  Berlin.

Wildschweinzähne.  Nur  ein  kleiner  Exportartikel  Deutsch-Ostafrikas,  von  wo

1893  7106  engl.  Pfund  im  Werthe  von  1086  Dollar,
1894  7460  =  -  Oq  -  -13.1(3  -cxportirtwnrdcn.

SiestnnnncnntcistvondemostafrikanifchenWnrzcnichwcin(Pl«moclcomw  africanus)  und
werden  sowohl  zu  Stockgriffen  verarbeitet  als  auch  zu  allerlei  Zieraten.

Ausgestellt  sind  einige  Arbeiten  daraus,  zum  Theil  in  Verbindung  mit  Elfenbein,  durch  die
Elfenbeinfabrik  von  E.  Ebell  in  Berlin.

Geflügel.

Ein  nachweisbarer  Geflügelexport  existirt  nur  in  Deutsch-Ostafrika.  Nach  den  statistischen
Angaben  wurden  von  dort  verschifft  an  Vögeln  und  Gefligel:
1893  1947  Stück  im  Werthe  von  1322  Dollar,
1894  4941  =  -  -  2462  -
Fast  der  gesammte  Export  stammt  aus  dem  Bezirksamt  Bagamoyo;  hieraus  scheint  hervorzugehen,
  daß  es  sich  lediglich  um  einen  Lokalverkehr  nach  der  Insel  Sansibar  hin  handelt.

Federn  und  Vogelbälge.

Straußfedern.  Straußfedern  bilden,  was  unsere  Kolonien  betrifft,  einen  wirklichen
Ausfuhrartikel  nur  in  Deutsch-Südwestafrika,  und  zwar  stammen  sie  von  den  wilden  Straußen  Südafrikas
  (S#%#  austyrals),  da  Straußenzucht  im  Großen  bisher  daselbst  noch  nicht  versucht  worden
ist.  Im  Jahre  1894  wurden  von  Walfischtai  674  kg  im  Werthe  von  31  000  Mark  (1891  sogar
für  über  60  000  Mark),  von  der  Lüderitzbucht  1200  kg  im  Werthe  von  9800  Mark  exportirt,  also
zusammen  etwa  für  40  000  Mark  (während  die  Kapkolonie  für  10  bis  11  Millionen  Mark  jährlich
ausführt,  freilich  wurden  daselbst  1891  auch  schon  154  880  zahme  Strauße  gezählt).  Daß  sich  die
Kolonie  für  Straußenzucht  ebenso  gut  eignen  würde  wie  die  benachbarte  Kapkolonie  und  der  Freistaat,
scheint  nach  den  Aussprüchen  von  Kennern  des  Landes  sicher  zu  sein;  es  ergiebt  sich  auch  schon  daraus,
daß  der  Strauß  noch  bis  vor  Kurzem  in  der  ganzen  Kolonie  häufig  war  und  erst  neuerdings  durch
zu  rücksichtslose  Verfolgung  mehr  zurückgedrängt  worden  ist.  Auch  für  Usambara  in  Deutsch-Ostafrika
hat  sich  neuerdings  eine  deutsche  Straußenzuchtgesellschaft  gebildet.
        <pb n="379" />
        —  30  —

Rohe  Straußfedern  von  den  Flügeln,  Schwanz  und  Rumpf,  aus  Deutsch-Südwestafrika
stammend,  wurden  von  der  Firma  H.  W.  Burmester  in  Hamburg  ausgestellt,  die  successive  Verarbeitung
(gefärbt,  appretirt,  gedämpft,  dekolorirt  rc.),  sowie  die  mannigfaltige  Verwendung  der  Federn  des
wilden  Straußes  (z.  B.  Fächer,  Boa,  Kragen,  Amazonen,  Köpfe,  Einfassungen  und  Franzen,  künstliche
Reiherfedern  sowie  die  successive  Zubereitung  und  Appretur  der  Federn)  werden  durch  die  Straußfedernfabrik
  von  W.  Bruns  in  Berlin  illustrirt.

Paradiesvögel.  Von  Vogelbälgen  kommen  für  unsere  Kolonien  nur  die  Paradiesvögel  in
Betracht.  Einen  so  wichtigen  Handelsartikel  diese  Vögel  auch  im  westlichen  (holländischen)  Theil  Neu-Guincas
  bilden,  wo  Eingeborene  und  malayische  Jäger  sich  auf  den  Fang  und  die  Präparation
gut  verstehen,  so  hat  sich  dagegen  im  deutschen  Theil  der  Insel  noch  kein  Handel  in  dieser  Spezialität
entwickelt;  was  von  dort  kommt,  gelangt  im  Allgemeinen  nicht  in  den  regulären  Handel,  sondern  ist  als
Kuriosität  anzusehen.

Guano.

Guano  brauchbarer  Qualiät  findet  sich  in  Deutsch-Südwestafrika  und  im  Südseegebiet.
In  ersterem  Lande  ist  nahe  bei  Kap  Croß  kürzlich  ein  enormes,  auf  viele  Millionen  Mark  geschätztes
Guanolager  entdeckt,  zu  dessen  Ausbeutung  sich  eine  englische  Kompagnie  gebildet  hat,  welche  das  Lager
in  Pacht  genommen  und  seit  vorigem  Jahr  mit  der  Bearbeitung  begonnen  hat.  Es  ist  sogenannter
alter  Guano,  eine  Aufhäufung  früherer  Zeit,  während  die  neuen  Guanolager  der  der  deutschen  Küste
vorgelagerten  meist  englischen  Inseln  schon  vor  Jahren  abgebaut  worden  sind  und  jetzt  ziemlich  erschöpft
zu  sein  scheinen.  Es  dürften  sich  viellcicht  noch  andere  alte  Lager  an  der  deutschen  Küste  finden.

In  Deutsch-Ostafrika  hat  man  zwar  in  den  Höhlen  bei  Tanga  Guano  gefunden,  jedoch  hat
sich  derselbe  als  wenig  werthvoll  herausgestellt.

Die  Neu-Guinea-Kompagnie  hat  das  Guanolager  der  zu  den.  Pundy--Inseln  gehörigen
Mole-Insel  1891  in  Angriff  genommen,  und  trotz  der  großen  Schwierigkeiten  wegen  Fehlens
passenden  Ankergrundes  gelang  es  900  Tons  nach  Hamburg  zu  schaffen,  wo  die  Tonne,  da  geringwerthige
  Massen  mit  dem  guten  36,54  Prozent  Phosphorsäure  (79,86  %  phosphorsaurer  Kalk)  enthaltenden
  Guano  vermischt  worden  waren,  zu  40  Mark  verkauft  wurde.  Weitere  Versuche  sind  nicht
gemacht  worden.

Auf  den  Marshall-Inseln  ist  auf  den  Inseln  Bikar  und  Caspar  Rico  zwar  Guano  gefunden,
  jedoch  erwies  sich  derselbe,  da  nur  4  bis  12  Prozent  phosphorsauren  Kalk  enthaltend,  als  zur

Düngerfabrikation  unbrauchbar.
Schildpatt.

Gutes  Schildpatt  liefert  fast  nur  die  Seeschildkröte  Carelta  #mörkeca.  Dieselbe  ist
an  den  Küsten  unserer  sämmtlichen  Kolonien  heimisch,  doch  nur  in  zweien  derselben  hat  sich  ein
wirklicher  Handelszweig  daraus  entwickelt.  Deutsch-Ostafrika  führte  1894  für  über  20  000  Mark
Schildpatt  (3857  engl.  Pfund  —  38633  Dollar,  1893  nur  1388  engl.  Pfund  —=  5920  Dollar,  1892
990  engl.  Pfund  —  3541  Dollar)  aus,  aus  unserer  Südseekolonie  (hauptsächlich  vom  Bismarck-Archipel)
  exportirten  die  Firmen  Forsayth  von  Jannar  bis  Juni  1893  538  engl.  Pfund,  Hernsheim
im  Jahre  1892  650  engl.  Pfund,  welche  Quantitäten  zusammen  etwa  300  Schildkröten  entsprechen,  da
jede  etwa  4  Pfund  Schildpatt  liefert.  Die  jährliche  Ausfuhr  dieses  Gebictes  mag  demnach  etwa  einen
Werth  haben  von  etwa  10  000  Mark.  Die  Koprahändler  (troder)  kaufen  das  ihnen  von  den  Eingeborenen
gebrachte  Schildpatt,  oft  nur  wenige  Pfund  im  Jahr  auf  der  einzelnen  Station,  als  Nebenartikel  mit
auf.  Der  Preis  varürt  sehr,  je  nach  der  Marktlage  sowie  nach  der  Dicke,  Zeichnung  und  Färbung
der  Schalen.  Von  den  Marshall-Inseln  kommt  fast  gar  kein  Schildpatt,  was  die  Jaluitgesellschaft  exportirt,
stammt  meist  von  den  benachbarten  Karolinen.  Von  Neu-Guinea  selbst  könnten  wohl  trotz  der  vorherrschenden
  Steilheit  der  Küsten  größere  Quantitäten  kommen,  als  es  bisher  der  Fall  ist,  wenn  die
Eingeborenen  den  Werth  des  Schildpatts  besser  zu  würdigen  verständen  und  der  Handel  und  Schildkrötenfang
  dort  mehr  entwickelt  wäre;  in  Holländisch-Neu-Guinca,  wo  malayischer  Einfluß  seit  lange
wirksam  ist  und  malayische  sowie  arabische  Händler  stationirt  sind,  bildet  Schildpatt  einen  ziemlich
bedeutenden  Ausfuhrartikel;  allein  von  der  Geelvinksbai  wurden  in  den  80  er  Jahren  jährlich  etwa  750
engl.  Pfund  ausgeführt.  Von  unseren  westafrikanischen  Kolonien  kommt  bisher  Schildpatt  nur  in
ganz  geringer  Menge  und  bildet  dort  kaum  einen  Handelsartikel.

Die  Verarbeitung  des  Schildpatts  wird  durch  die  Berliner  Fabrik  von  E.  Ebell  illustrirt,  z.  B.
die  successive  Fertigstellung  eines  Kammes,  eines  Spiegels,  einer  Schirmkrücke,  einer  Schale;  ferner  eine
Auswahl  der  gangbaren  Fabrikate.  Ein  sehr  schönes  polirtes  Schild  einer  Karettschildkröte  des  Bismarck-Archipels
  wurde  von  Herrn  F.  Thiel  in  Charlottenburg  zur  Verfügung  gestellt,  zwei  kleinere
unpolirte  hat  Verfasser  von  Bismarck-Archipel  mitgebracht.
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        —  31  —

Fische  und  Haistschskossen.

Fische  werden  aus  unseren  Kolonien  nur  in  auffallend  geringen  Quantitäten  exportirt.  Für  1891
wird  zwar  aus  Walfischbai  ein  Export  gesalzener  Fische  von  362  Pfd.  Sterl.  angegeben,  doch  wird  es  sich
hierbei  wohl  auch  um  Wiederausfuhr  von  importirten  Fischen  handeln.  In  demselben  Verzeichniß  findet  sich  auch
ein  Export  von  Fischöl  im  Werthe  von  50  Pfd.  Sterl.  angegeben.  Für  Deutsch-Ostafrika  wird  der
Export  an  Fischen  und  Haifischflossen  für  das  Jahr  1890/91  auf  nur  727  Dollar  angegeben.

Haifischflossen,  ein  beliebtes  Gericht  der  Chinesen,  werden  in  kleinen  Quantitäten  von  den
Marshall-Inseln  cgxportirt,  gelegentlich  auch  in  größeren  Posten.  Der  Export  betrug  1894  nur  836,
1895  dagegen  83  000  engl.  Pfund  im  Werthe  von  1800  Dollar.

Eine  kleine  Probe  von  Haifischflossen  aus  der  Südsee  wurde  ausgestellt.

Trepang.

Diese  zu  den  Seegurken  (Iolothurien)  gehörigen  Thiere  werden  in  getrocknetem  Zustande  aus
unserem  Südseegebiet  nach  China  exportirt,  wo  sie  als  Delikatesse  angesehen  werden.  Namentlich  vom
Bismarck-Archipel  kommen  viele  Trepangs,  so  exportirte  die  Firma  Forsayth  vom  Januar  bis  Juni  1893
allein  36  000  engl.  Pfund,  Hernsheim  &amp;amp;  Co.  verschifften  im  Jahre  1892  7000  engl.  Pfund  Trepang  und
die  Agentur  Mioko  der  Handels=  und  Plantagengesellschaft  vom  Jannar  1892  bis  Juli  1893  675  Sack.
Auch  auf  Neu-Guinea')  ist  neuerdings  der  Trepangfang  in  Angriff  genommen,  namentlich  betreibt  ihn
Herr  Kärnbach  auf  Sainson,  wo  die  Thiere  in  dem  Küstenwasser  außerordentlich  zahlreich  sein  sollen.
Auf  den  Marshall-Inseln  ist  der  Trepangfang  nicht  der  Rede  werth,  was  die  Jaluitgesellschaft
exportirt,  kommt  meist  von  den  benachbarten  Karolinen.

Kleine  Proben  mehrerer  Arten  in  der  Form,  wie  sie  nach  China  gelangen  und  in  Amoy
vom  Verfasser  gekauft  wurden,  sind  ausgestellt  worden.

Honig  und  Wachs.
Honig  bildet  bisher  nirgends  in  unseren  Kolonien  einen  Exportartikel.  Für  Deutsch-Ostafrika
betrug  er:
189%1
3

im  Werthe  von  21  Dollar,
189  4259  engl.  Pfund=  -  =  1656
78  -  -

i

18994  ,-  138
Wachs  scheint  gleichfalls  wohl  nur  aus  Deuts  ch-Ostafrika  zu  kommen,  aber  anscheinend  in  nicht
geringen  Quantitäten,  obwohl  dies  die  Statistik,  die  es  mit  Talg  und  Leim  gemeinschaftlich  rubrizirt,
nicht  genau  erkennen  läßt.  Es  wurden  nämlich  von  dort  exportirt:
1893  11  439  engl.  Pfund  im  Werthe  von  8901  Dollar,
1894  14  156  -  -  -  -  .  2772
Auch  der  benachbarte  portugiesische  Bezirk  Ibo  exportirt  Wachs,  und  zwar  in  sehr  bedeutenden
Quantitäten,  1891  für  112  000  Mark,  1892  für  101  000  Mark.
Die  Verwendung  ist  natürlich  die  gleiche  wie  von  einheimischem  Wachs  und  bedurfte  deshalb
keiner  weiteren  Illustration.  Dagegen  wurde  einc  kleine  Probe  ostafrikanischen  NRohwachses  ausgestellt,
um  die  Aehnlichkeit  mit  unserem  Wachs  zu  demonstriren.

Muscheln  und  Schneckenschalen.

Perlmutterschalen.  Die  aus  den  deutschen  Kolonien  stammenden  Perlmutterschalen  kommen
in  größeren  Mengen  nur  vom  Bismarck-Archipel  und  von  den  Marshall-Inseln.  Sie  gehören
größtentheils  der  schwarzrandigen  (blackedged)  und  grauen  Varictät  der  Perlauster  (Avkeuka
margaritifera  1.])  an,  welche  die  sogenannten  schwarzen  Perlmutterschalen  liefern.  Die  werthvollere,
zugleich  auch  die  besten  Perlen  liefernde  goldrandige  (golclipped)  Varictät,  welche  die  weißen-Perlmutterschalen
  liefert,  kommt  mehr  im  Süden  von  Neu-Guinea  in  der  Torresstraße  sowie  in  Westaustralien
  vor,  sie  bildet  dort  seit  den  70er  Jahren  einen  enormen  Handelsartikel,  der  über  1000  Leute,
meist  Eingeborene  (Südsee-Insulaner  und  Malayen),  beschäftigt  und  in  manchen  Jahren  Werthe  von
etwa  5  Millionen  Mark  schafft.  Auch  auf  den  Admiralitäts-Inseln  kommen  Perlschalen  vor,
die  einen  Handelsartikel  bilden,  nach  Finsch  scheinen  sie  gleichfalls  einer  Aviculaart  anzugehören,  der
gelbliche  Glanz  dürfte  aber  ihrer  Qualität  schaden;  ferner  findet  sich  noch  in  Neu-Pommern  sowie
auf  den  Karolinen  eine  verwandte  Art,  Avicula  mucroptera  Lam.,  deren  dünnere,  weniger  klare

*)  Englisch-Neu-Gninea  exportirte  schon  1  T  r  i  .  Sterl.,
1892/93  217/  U#nk  Werthe  00  r  073  R  2.1  "/92  46  Tons  Teepang  im  Werihe  von  3401  P.S
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        Perlmutter  enthaltende  Schalen  aber  keinen  Handelswerth  besitzen.  Die  Perlmutterschalen  Deutsch-Ostafrikas,
  gleichfalls  zu  Ar######mayg##tchsera  gehörend,  scheinen  noch  wenig  Beachtung  gefunden
zu  haben.

Neben  diesen  Perlaustern  haben  auch  noch  die  Schalen  einer  großen  Seeschnecke,  die  sogenannten
Burgosmuscheln  oder  green  snail  shells  (1  ##60  sp.),  Handelswerth  und  werden  in  größeren  Mengen
von  der  Südseekolonie  exportirt;  namentlich  die  Handels=  und  Plantagengesellschaft  der  Südsee
importirt  sie,  weniger  die  Jaluitgesellschaft.

Die  Firmen  Forsayth,  Hernsheim  &amp;amp;  Co.  und  die  Jaluitgesellschaft  befassen  sich  mit  dem
Export  von  Perlschalen,  in  der  ersten  Hälfte  des  Jahres  1893  exportirte  die  erstere  Firma  2½  Tons
(also  50  Centner),  die  Firma  Hernsheim  1892  nur  3500  Pfund,  was  zusammen  selbst  bei  dem  für
schwarzrandiges  Perlmutter  hohen  Preis  von  1000  Mark  pro  Tonne  noch  keine  5000  Mark  ergeben
würde,  eine  minimale  Quantität,  wenn  man  bedenkt,  daß  die  deutschen  Südseefirmen  im  Jahre  1878  alles
in  allem  für  638  000  Mark  Perlmutter  exportirten.  Jetzt  freilich  ist  der  Perlschalhandel  in  der  ganzen  Südsee
  stark  zurückgegangen  infolge  Erschöpfung  der  Bänke,  im  Gegensatz  zu  den  noch  immer  ertragreichen
Bänken  der  Torresstraße  und  Westaustraliens.  Auf  den  Marshall-Inseln  ist  der  Ertrag  überaus
gering,  selbst  die  Hauptstationen  bringen  jährlich  nur  wenige  Kisten  zusammen;  wegen  der  großen
Meerestiefen  und  des  zackigen  Korallenbodens  ist  die  Perlschalfischerei  schwierig  und  bei  dem  geringen
Ertrage  sowie  den  hohen  Löhnen  nicht  rentirend.  Mehr  Perlmutter  liefern  die  Karolinen,  ebenso
besitzen  die  Salomons-Inseln  schöne  Perlschalen.  Während  die  Steilküsten  von  Kaiser  Wilhelmsland
  nach  Finsch  nur  wenig  Schalen  geringerer  Qualität  von  nur  50  bis  150  g  Gewicht  liefern,  ist
die  englische  Ostspitze  Neu-Guineas?)  mit  ihren  Riffen  mehr  versprechend  und  besitzt  Schalen  der
schwarzrandigen  Art,  die  bis  500  g  wiegen,  ein  Gewicht,  das  freilich  bei  der  goldrandigen  Art  noch
gar  keine  besondere  Beachtung  erhalten  würde,  da  bei  dieser  Art  erst  Schalen  von  1000  g  als  gute
Waare  gelten  und  solche  von  1500  g  noch  kaum  eine  Seltenheit  sind  (das  schwerste  Paar  wog  6500  g).

Die  Verwendung  der  verschiedenen  Arten  und  Sorten  richtet  sich  hauptsächlich  nach  der  Form,
Größe,  Dicke,  Krümmung  und  Farbe  des  Perlmutters,  es  ist  selbstverständlich,  daß  sich  aus  der  Burgosmuschel
  keine  langen  und  geraden  Stücke  Perlmutter  schneiden  lassen,  dagegen  eignet  sie  sich  vorzüglich
zu  Zusammensetzungen.  Die  aufgestellten  Sorten,  ihre  successive  Verarbeitung  und  Verwerthung  wurden
durch  die  Perlmutterfabrik  von  Crosinsky  &amp;amp;  Eisenack  in  Berlin  demonstrirt.

Kaurimuscheln.  Dies  sind  die  Schalen  der  Seeschnecke  Cymo#cka,  sie  werden
von  unseren  Kolonien  nur  aus  Deutsch-Ostafrika  ausgeführt,  und  zwar  in  nicht  unbedentenden  Mengen.

1893  kamen  von  dort  290  000  engl.  Pfund  im  Werthe  von  1480  Dollar,
894  .  233  000  --  -  =  1000  =  in  den  Handel.

Sie  gehen  meist  nach  Sansibar,  welches  einen  Hauptplatz  für  den  Handel  in  Kaurimuscheln
darstellt.  Uebrigens  ist  die  Bedeutung  dieses  Handelsartikels  sichtlich  im  Schwinden,  da  in  dem  Hauptabsatzgebiet,
  in  Westafrika,  die  Kaurimuscheln  immer  mehr  aufhören  als  Scheidemünze  zu  gelten.

Ausgestellt  wurde  eine  kleine  von  der  Deutsch-Ostafrikanischen  Gesellschaft  gelieferte  Probe.

Ziermuscheln.  Eine  ganze  Reihe  von  Ziermuscheln  kommt  aus  unseren  Kolonien.

Deutsch-Ostafrika  z.  B.  egportirte,  abgesehen  von  den  Kauris,  an  Muscheln:

189  .  9200  engl.  Pfund  im  Werthe  von  914  Dollar,
60  -  -  -117

1894  ...  0  -  -
jedoch  dürften  auch  Perlmuscheln  unter  diese  Rubrik  fallen.
Von  dem  deutschen  Südseegebiet  wird  vor  Allem  auch  die  Riesenmuschel,  Tridacna,  importirt,
wenn  auch  in  geringen  und  wechselnden  Quantitäten;  sie  dient  lediglich  als  Dekorationsstück  für  Gartenanlagen,
  Grotten  2c.  Wegen  ihrer  Größe  ließ  sie  sich  in  dem  Saale  nicht  unterbringen,  dahingegen
  gelangte  eine  Reihe  kleiner  Schneckenschalen  zur  Aufstellung,  die  zu  kleinen  Zieraten  verarbeitet  zu
werden  pflegen.  Diese  von  der  Fabrik  Crosinsky  &amp;amp;  Eisenack  in  Berlin  nebst  daraus  verfertigten
Fabrikaten  ausgestellten  Schalen  gehören  folgenden  Arten  an,  die  wohl  großentheils  von  Sansibar
kommen  dirften,  meist  aber  auch  bei  Neu-Guinea  vorkommen:  Cassts  #us#a  (Sansibar,  Neu-Guinea),
Cussis  cornuta  (Neu-Guinea),  Micreæ  inslatus  (Sansibar,  Neu-Guinea),  Strombus  lentiginosus  (Sansibar,
Neu-Guinea),  Contis  sp.  (Sansibar,  Reu-Guiea),  Cypraed  tigris  (Sansibar,  Neu-Guinca?),  7
kampas  (Neu-Guinea),  Triton  variegatus  (Sansibar),  Perocera  lambis  (Sausibar,  Neu-Guineca),
PNterocera  chiragra  (Neu-Guineaꝰ),  Pterocera  aurantia  (Sansibar),  IIarpa  ventricosa  (Sansibar,
Neu-Guinea).
*)  Englisch  Neu-Guinea  verschiffte  1892/93  für  1623  Pfd.  Sterl.  Perlschalen  und  für  450  Pfd.  Sterl.
Perlen,  meist  von  geringer  Qualität,  auf  den  Trobriand-Inseln  nördlich  der  Ostspitze  Neu-Guineas  gefunden.

 

Gedruckt  in  der  Königl.  Hofsbuchdruckerci  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Verlin  SW,  Kochstraße  68—71.
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        Deutsches  Kolonialblatt.

Amtsblatt  für  die  Schutzgebiete  des  Deutschen  Reichs.

herausgegeben  in  der  Kolouial-Ablheiluug  des  Auswärligen  Amts.

 

 

 

VII.  Jahrgang.  Berlin,  1.  Inni  1696.  Nummer  11.
Diese  Zeilschrift  erscheint  in  der  Regel  am  1.  und  15.  #%  Mo#nan--  -  werden  als  w.Beiteste  be  beigefügt  die  lan  einmal  vierteljährlio#
richrinende  -är:  „Mitthbeilungen  von  Forschungsreivenden  und  Gelehrten  aus  den  doutsci  ebie  ernusgegeben  von  Dr.  Freiherr.
v.  Danckelman.  Der  vierleljöhrliche  Abonnementspreis  für  das  oreh  niaten  tt  mit  den  Seibeste  FKebiet  beim  btWonNh  durch  die  Post  und  die
chbandlungen  Mk.  3.—,  direkt  unter  Streifband  durch  die  Veriasbuehhandihg  Mil.  3.50  für  Leutschl  and  und  O  reich=  Ungarn,  Mk.  3.75  fur
die  Länder  d  hsd  —  Einsend  magen  und  Anfragen  sind  an  die  Kö-  nigli  iche  Hofbn  andlung  von  lerrge  Siegfr  nd  Mittler
un  Sohbn.  Verlin  8WI2,  Acchit  ratze  69—71,  zu  richten.  e  in  der  Jeilunos-  Preisliste  für  1800  unter  Nr.  1910.  6.)

 

Inhalt:  Amtlicher  Theil:  brinding  eines  neuen  Gerichtsbezirts  im  Füseussesescuche  Schutzgebiete  S.  311.  —
Ernennung  von  Beisizern  für  das  Kaiserliche  Gericht  in  Keetmanshoop  (Si  irk  des  südwestafrikanischen  Schutz:
gebietes)  S.  311.  —  Statistik  über  Ein=  und  Ausfuhr  in  Lüderitbucht  7  1  Oktober  bis  31.  Dezember  1895

S.  312.  —  Schiffsverkehr  in  Lüderitzbucht  vom  1.  Januar  bis  31.  Dezember  1895  S.  313.  —  Personalien  S.  313.
Zichtamtlicher  Theil:  Personal-  Tachrichten.  S.  314.  —  Deutsch-Ostafrika:  Bestrafung  der  Angoni
S.  314.  —  Expedition  #n  Nyassasee  S.  3  —  Deutsch-Südwestafrika:  Unruhen  in  Gobabio  S.  315.
Aus  dem  2  che  der  Missionen  sol  der  Antisklaverei-Bewegung  S.  315.  —  Aus  fremden
Kolonien:  Grcylorgasisatkon  des  Kongostaates  S.  319.  —  Uleber  die  chinesische  Ein-  und  Auswanderung  über
Siugepore  nach  Niederländisch-Indien  S.  321.  —  Verschiedene  Mittheilungen:  Bremens  Handel  mit  Afrika
324.  —  „Goldproduktion  der  südafrikanischen  Nepublik  (Transvaal)  S.  324.  —  Litteratur  S.  325.  —  Litteraturd
  326.  —  Schüssbewequngen  S.  326.  —  Vertehrs.  Nachrichten  S.  326.  Anzeigen

 

Amtlicher  Theil.

DPerordnungen  und  Wittheilungen  der  Behörden  in  den  Schungrbieken.

Grundung  eines  neuen  Gerichtsbezirks  im  füdwestafrikanischen  Schutzgebiete.

In  Ausführung  der  Anordnungen  über  die  Abtrennung  des  westlichen  Gerschtsbezirtes  von  demienigen
  des  Nordbezirks  (vergl.  Kolonialblatt  1895  S.  346)  hat  der  Kaiserliche  Landeshauptmann  für
Südwestafrika  unter  dem  4.  März  1896  eine  Bekanntmachung  alassen,  in  welcher  die  Grenzen  des  Gerichtsbezirks
  des  Näheren,  wie  folgt,  angegeben  werden:

Der  neue  Gerichtsbezirk  führt  die  Bezeichnung:  Laiserliches“  Gericht  des  südwestafrikanischen
Schutgebietes,  Westbezirk,  zu  Otyimbingue“  und  umfaßt  das  ehemalige  J  Jan  Jonkersche  Gebiet  westlich  und
nördlich  des  Kuisi  mit  Einschluß  von  Sandwichshafen,  das  Gebiet  der  Topnaar-Hottentotten,  dasjenige  des
Häuptlings  Manasse  von  Omaruru  bis  zum  Meere  sowie  das  des  Kapitäns  Zacharias  von  Otyimbinguc.

Ernennung  von  Beisitzern  für  das  Kaiserliche  Gericht  in  Keetmanshoop
(Südbezirk  des  südwestafrikanischen  Schutzgebietes).
Für  das  Jahr  1896  wurden  ernannt:
a.  als  Beisitzer:

1.  Friedrich  Wilhelm  Krabbenhöft,  Kaufmann  in  Kectmanshoop,  preußischer  Staatsangehörigkeit,
2.  Wilhelm  v.  Hagen,  Oberaufseher  in  Keelmanshoop,  preußischer  Staatsangehörigkeit;
b.  als  stellvertretende  Beisitzer:
3.  Wilhelm  Rudolf  Ulena,  Kaufmann  in  Kcetmanshoop,  preußischer  Staatsangehörigkeit,
4.  Tobias  Fenchel,  Missionar  in  Kectmanshoop,  bessischer  Staatsangehörigkeit.
        <pb n="383" />
        Statistik  über  Ein=  und  Ausfuhr  in  V#underitzbucht  vom  1.  Oktober  bis  31.  Dezember  1897

n.  E

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

hr.
Der  Werth  ist  nach  den  durchschnittlichen  Marktpreisen  in  Lüderitzbucht  angenommen.

.  f  6  .  1  «
Bezeichnung  Wer  -  Bezeichnung  Kilo-  «  Wertl
*  der  Waaren  St  lo-  Liter  Meter  Werth  2  der  Waaren  Stück  54%  Liter  Meter  erth
*  alphabetisch  geordnet  gramm  Mark  Pf.  alphabetisch  geordnet  gramm  Mark  v

1.  Achsen.  —  —  —  50  —  öl.  Milch  —  —  —  130
2.  Baumwollenwaare—  —  —  —  500  .  72.  Musikinstrumente  —-  27—«  —-  132  -
'  e  —  —  —  50  —83.  e  ...  —.-«2  ——  .-TII
  ZJFWTUHU  «  «l—1656-1932Z—4.Oci»0cuwc  ——"——-».30»
5.]  Bisquito  —  70  —  —  28  —  .  Fa  Petroleum  —  —  1820  —  38

i.  .  —  —  —  —  .VPapi  —  —  —

legalen  —  500  —  —  235  —57.  eN  .  36  —  —  —  110

8.  Bücher  —  —  —  —  100  —  58.  Pflüge,  eiserne  1  —  —  —  100
5.Butter  —  75  —  —  112  —59  .  ———.1224«.—2190
10ZVmi,i»-n.  12  —  —  50  —  60.  Rees.  —260610  —  —256
11.  Cement  —  1000  —  —  24  51.|Nöhren,  Rinnen  2c.  —  —  —-—  sp-)
12.  Conserven  —  288  —  360  —  2.  .  e  ..·—  100  —  —  10  4
13.  Cigarren  —  70  —  —  60n  —  u  .  —  500  —  —  5
14.]  Datteln  —  ;  —  —  32  —  641.  .  —  —  —  —
15.  Diverses  —  20050  —  —  sol  —  ..  iue  Spaten  2c4½  2  —  —  100
5.Eimer  36  —  —  —  1—  .  hma  —  —  —  2
5  e  0000  —  —  2520  —  67.Schuhe  und  Suiesel  —  —  —  —  400
18.Eisen-u.  Stahlwaagren  1500  —  —  46%  —  6.  Schr  auben  —  —  ——  200
BEEIILEBEII  —  200  —  5
21.  N  —  84  —  —  6  —  71.]  Sherry.  —  —  144  —  110
22  Jenster  24  —  —  —  100  —  72.  epirituosen:  Vrandy  —  —  972  14
3.  hchtenferan.  —  do  –  —  ½  —  3  Schleisglicl?  1  –—  7  —  0
24.  —.*.  —..—85  —  n  y-!bm  „  -'
25.  dn  geirocineie  .—  28  —  —  120  1“  Staßhtgeer  "  200  —  504

.  .  —  50  —  —  1  ilä  .

Ist  vix-sitzen  ..  12—!—-—  13—7.Streichhölzer  —  —  —  —  40

x  ier-)  —  —  —  —  60  —78.StüHle  4  —  —  80
3  e  ie  —  —  —  700  —  79.  Tabat  (Plaiten-).  —  13542  —  864
30.Grabsteine  1.  —  —  —  200  —  80]  .(Blätter-)  —  r*r  --—  ngg
«  er  —  1125  —  —  5911.81]|]Thhe  —  5  —  1

4  dalchuirs  —  ——  —  —Go002(Lusch-)  —  15  —  —  15
3.  S  .  1—  36—0  —  —  .  Tie  1  —  –—  —  1%
¾„  do  Vuten,  ꝛ  VreiterrlLZlh  ——  —  —81280  —  85Töpferwaare  —  —  —  100
6.Hufeisen  —  00  —  —  204  —  Waffen  u.  Munition:  «

7.05am  —  —.  —  —  120  —  86  Gewehre  1.  —  —  —  175

8.  Rajfeen  —  8470  —  —11384—.  Dynamit  —  100  —  —  400
9.Kandaren  —  —  —  —  120  —  88.]  Waagen  1  —  —  120
40.|Karlosseln  —  500  —  —  280  —89.  Wagen  2  —  —  —  5600
41.K.  —  75  —  —  81  —90.  Wagenräder  2  —  —  —  400
42.Klee.  —  ——  ——  80|—  91.]Wagenschmiere  —  240  —  —  98
43.  Kleidungsstücke  ——  —  52  14000  —2.  Wagentheile  —  —  —  1300
44.  uchengeräthe  —  —  —  —  10  —  l  N#e.  (Cu,)  -  —  Do  1845  —  *
4  Kurzwaaren  ——  —  —  —  9  —  —  —
4%A“  —  225  —  -Weüblech  —  2050  —  +
47.  Ma  zuerhl.  —  10500  —  —  341—46.,|Zucker  —  2300  —  —  1058  —-48.Me
  —  —  —  1400  —Swiebeln  —  70  —  —  75
49.  Meh  s  (roo  —  36100  —  —8400  ———2
50.|Mehl  (fein)  —  2800  —  —1850  —  Zusammen  228326

b.  Ausfuhr.
2  Bezeichnung  Kilo-  Werth  Bezeichnung  Nilo—  Werib
5  der  Waaren  ü  Liter  Meier  v5  s  der  Waaren  Stück  Liter  Meier  ·
alphabetisch  geordnet  gramm  Mark  —*  arphabetisch  geordnet  gramm  Mark  ?
r.  WFelle  500  —  —  506——  Hörner  250  —  —  350
2.  ummi  arabieum  —  2000  —  —  1240  —  4.Straußenfeden  9  —  —  1080
Zusammen  3170
        <pb n="384" />
        313

 

 

Schiffsverkehr  in  Lüderitzbucht  vom  1.  Jannar  bis  31.  Dezember  1895.
Datum  —LDatum
*  der  Name  der  Schiffe  5S  er  Verfrachtete  Güter  Bemerkungen
HAnlunft  VKNbsahrt
-
.
1..10.  Januar„Seabird“  (Segelschiff)  12.  Jannar  «  .  Kapitän  Towns.
2.11.  „  „Nautilus“  (Dampfer)  45  12.  „  13  995  kx  Gummi  arab.  „  anson.
3.18  "„  Dersel  3/119.  »  72  Stck  Schaf=  u.  FHitgen-  nach  Kapstadt  zurück.

elle
4.FebruarDerselbe  311  1S.  Febrnar  ½  Tonne  Schaf=  und),  Walfischbai.
jsgeenfelle  —
5.  23.  „  „Seabird“  2/½25  „  4  Kist.  Naritäten  100  kk  [1  inelgi  .
6.15.Miikz»Am-unis«  80  19.  März2  Sack  „  4  ler  Sinelair  und  Meison.
7.22  „  S.  M.  K.  „Sperber“  1225.  „  1  Kiste  (Brutto  20  Pfund)  Kapt.  Lt.  Walter  —  Pro-Straußenfedern
  viant  für  Lüderitzbucht.
8.]  30.  „  „Nautilus“  783  ¼B.  April  von  Gröneveld  nach  Kapstadt  zurück.
9.]5.  April  „Harry  Mundahl“  (Segel  —  .»  „  „  Kpt.  Schröder.
10.]2.  Mai  „Namilus“  393/3.  Mai  „  Walsischbai.
11.13.  Juni  „Seabird“  —  12.  Juni  4
12.]9.  „Nautilus“  11131¼12.  „  „  Kapfstadt  zurück.
13.  23.  „Seabird“  I  —  24  „  »
14.4.Ju(i  »Jucrus«(Segclschm)  —10.Juli  Guano  für  London.
15.  5.  „  „Harry  Mundahl“  6  6.  „  nach  Kapstadt  zurück.
16.|44  „  „Seabird“  —  15.  „  „,Ichaboe.
17.  27.  „  S.  M.  S.  „Hyäne“  —  831.  „„  Kapt.  Lt.  Vachem,  5r  nach
Wealsischbai.
18.30.  „  „Nautilus“  67½  2.  August  nach  Walfischbai.
19.|17.  August  „Harry  Mundahl“  6  17.  "„  «  «
203.Scptbr.»21autus«  —  4.  Septbr.  «  »«  »
217.»  „Harry  Mundahl"“  2  8.,  „  Kapstadt  zurück.
22.10.  „  „Nautilus“  97¼11  „  »
23.  13.  „Seabird“  —  16.,  „  Halifar.
24.|22.  Derselbe  —7·„  b„  Ichaboe.
25.6.  Oklober  Harry  Mundahl"  100½%  Oklober  „  Walfischbai.
26.13.  „  „Nautilus"  52.  4  b„  Kapfstadt  zurück.
2727.  „  J.  M.  S.  „Thrush“  —  „  Lum.  Mossamedes).
28.12.  Novbr.„Nautilus“  711/14.  Novbr.  «  Walfischbai.
29.  .«  Derselbe  —22.»  «  Lapstadt  zurücl.
30.  2.  Dezbr.„Seabird“  —  5.  Dehbr.  „  Ichaboe.
31.]/3.  —  „Harry  Mundahl“  53/2  5.  „  „  Walfischbai.
—

 

 

 

 

 

 

 

FFVFTVWVYVVTYTTYTVYTYTTTTVYTYVFTWFT°WTTYVYVVVYVVVVVVTVTYFTYVYTTYTTTTTTTYTWYTWYWTMWTNY  Y  N7MDYNY  VYVVVVVVV

Hauptmann  Kaiser  vom  Jäger-Bataillon  Nr.  8,  Premierlieutenant  Franke  von  der  I.
Inspektion,  die  Sekondlieutenants  Bensen  vom  Grenadier-Regiment  Nr.  12,  v.  Winterfeld  vom
Regiment  Nr.  20,  v.  Altrock  II.  vom  Infanterie-Regiment  Nr.  28,  Steinhausen  vom
Regiment  Nr.  48,  Schultze  vom  Jufanterie-Regiment  Nr.  74,  v.  Schoenau-Wehr  vom
Regiment  Nr.  113,  Kepler  vom  Infanterie-Regiment  Nr.  117,  v.  Bonin  vom  1.

Personalien.

Allerhöchster  Ordre  vom  20.  Mai  1896  zufolge  sind  die  nachstehend  benannten  Offiziere  und
Sanitätsoffiziere  der  südwestafrikanischen  Schutztruppe  vom  26.  Mai  d.  Is.  ab  mit  ihrem  bisherigen  Patent
zugetheilt  worden:

   
 

Regiment,  Graf  Bethusy-Huc  vom  Dragoner-Regiment  Nr.  8,  v.  Bodecker  vom  Dragoner-Regiment

Nr.  18,  Ziegler  vom  Dragoner-Regiment

Nr.  20,  Reiß  vom  Dragoner-Regiment  Nr.  22,  Schulz

vom  Feldartillerie-Regiment  Nr.  20  sowie  der  Assistenzarzt  1.  Klasse  Dr.  Langheld  vom  Garde-Füsilier=NRegiment

  und  der  Assistenzarzt  2.  Klasse  Dr.  Kuhn  vom  1.  Leib-Husaren-Regiment.

Das  Kommando  des  Sekondlieutenants  a.  D.  v.  Grawert  zur  Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika
ist  Allerhöchst  verlängert  worden.
        <pb n="385" />
        —  314  —

Nichtamtlicher  Theil.

Personal  ·  Nachrichten.  plötzlich  verstorben.  Der  Verstorbene,  welcher  1868
.  zu  Balingen  (Württemberg)  geboren  war  und  wäh-Deutsch-Ostafrika.

  dend  einiger  Zeit  am  Seminar  in  Nagold  gewirkt
Der  im  Dienste  des  Kaiserlichen  Gonvernements  hatte,  waltete  seines  Amtes  in  Togo  seit  Ende  1891.
besindliche  Kapitän  Berndt  ist  mit  Heimathsurlaub  Er  hat  dort  mehrere  Lehrbücher  für  die  Ewekinder
in  Deutschland  eingetroffen.  verfaßt  und  durch  sein  Wirken  gleiche  Liebe  bei  den
--«—«  Eingeborenen  wie  den  Europäern  sich  erworben.  Bei

Der  in  den  Dienst  des  Kaiserlichen  Gouverne=  seiner  letzten  Anwesenheit  in  Deutschland  hatte  er  sich
ments  getretene  Maschinist  Scharnberg  hat  Ende  mit  der  Tochter  des  inzwischen  dahingeschiedenen
Mai  die  Ausreise  angetreten.  Missionars  Christaller  verheirathet,  welche  nun
—  —  auch  den  Tod  des  Gatten  betrauert.  Das  Schut=Nach

  einer  Drahtmeldung  ist  der  Lazarethgehülfe  gebiet  verliert  in  dem  Entschlafenen  einen  pflichttreuen,
Nöhr  Anfang  April  in  Tabora  verstorben.  fleisigen  Beamten,  dessen  Verlust  allseitig  bedauertwird.

Ramerun.  Der  Sekretär  der  Kaiserlichen  Landeshauptmann-Der
  Gonvernementssekretär  Geyger  ist  mit  schaft  v.  Hagen  ist  mit  Heimathsurlaub  nach  Deutsch-Heimathsurlaub
  in  Deutschland  eingetroffen.  land  abgereist.  —
Der  Zollamtsassistent  Joop  und  der  Materialienverwalter
  Sievers  sind  mit  Heimathsurlaub
in  Deutschland  eingetroffen.

Die  in  den  Dienst  des  Kaiserlichen  Gonvernements
  getretenen  Techniker:  Bautechniker  Gause,
Maschinenschlosser  Brückner,  Maschinist  Knaack
sind  im  April  in  Kamerun  angelangt.

 

 

—  55  Südwestafrika.
Der  Lehrer  der  Regierungsschule  Betz  und  der  Der  in  den  Dienst  der  Kaiserlichen  Landes  -
.  ·  »  «  hen  Landeshaupt-Stationsleiter
  Staudt  baben  in  April  das  Schuhe  mannschaft  getretene  Steuerauffeher  Köhler  tritt  am
gebiet  mit  Heimathsurlaub  verlassen.  1  31.  Mai  die  Ausreise  nach  Tsoakhaubmund  an.
Vogo.  1  Der  Königliche  Regierungsbaumeister  Ludwig

Telegraphischer  Meldung  zufolge  ist  der  Lehrer  3  und  der  Thierarzt  Borchmann  treten  die  Reise  nach

der  Regierungsschule  Karl  Koebele  in  Klein-Popo'  dem  Schutzgebiete  an.

-Nachrichten  aus  den  deukschen  Schuhgebieten.

(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  theilweise  nur  mit  Quellenangabe  gestattet.)

 

Deutsch-Dltafrika.  Einvernehmen  der  beiderseitigen  Behörden  in  Ostafrika,
·  welches  auf  die  Eingeborenen  den  ausgezeichnetsten
Bestrafung  der  Angoni.  Eindruck  mache,  ausgesprochen.

Sir  H.  Johnston,  der  Kommissar  für  Britisch=Centralafrika,
  hat  bei  der  Bekämpfung  der  Angoniräuberbanden
  in  seinem  Beczirk  die  Unterstützung  der  Expedition  zum  Kpassasee.
deutschen  Behörden  im  Süden  des  deutsch-ostafrika-  Der  Bezirksamtmann  v.  Elßtz,  welcher  die  Reise
nischen  Schugebietes  gefunden  und  daraus  Ver=  nach  seinem  Posten  in  Langenburg  von  Lindi  aus
aulassung  genommen,  das  Königlich  großbritannische  zu  Lande  ausgeführt  hat,“)  hat  unterwegs  mit  großen
Ministerium  zu  bitten,  der  deutschen  Regierung  den  Schwierigkeiten  zu  kämpfen  gehabt.  Die  Dörfer  an
Dank  für  dieses  freundliche  Verhalten  auszusprechen.  der  Karawanenstraße  von  Lindi  zum  Nyassa  waren
Er  hat  insbesondere  die  Güte  und  das  Entgegen=  theilweise  durch  vorhergegangene  Raubzüge  der  Magkommen
  des  Kapitäns  Berndt  gegenüber  den  wangwara  so  verwüstet,  daß  die  Verpflegung  der
englischen  Missionaren  gerühmt  und  erklärt,  daß  die  Karawane  aupeerordentlich  erschwert  war.  Mehrere
Freundlichkeit  der  Deutschen  bemerkenswerth  war.  Träger,  welche  durch  heimliche  Entfermung  sich  der

Lord  Salisbury  hat  infolgedessen  der  Kaiserlich  ç“*1
deutschen  Regierung  seine  Genugthuung  über  das  gute  *)  Vergl.  Deutsches  Kolonialblatt  1896,  S.  98.
        <pb n="386" />
        —  315  —

Fürsorge  des  Expeditionsführers  entzogen  hatten,
sind  den  Strapazen  erlegen.  Um  neuen  Einfällen
der  Magwangwara  vorzubeugen  und  die  Karawanenstraße
  sicherzustellen,  ist  die  Errichtung  einer  Station
im  Hinterlande  von  Lindi  in  Aussicht  genommen
worden.

Deuks'ch-Südwestafrika.
Unruben  in  Gobabis.
Telegraphischer  Meldung  zufolge  hat  Hauptmann
v.  Estorff  die  Hottentotten  in  zwei  Gefechten  am
18.  und  19.  April  bei  Siegfeld,  nahe  Gobabis,  in
die  Flucht  geschlagen.  Am  7.  Mai  erstürmte  Major
Leutwein,  unterstützt  von  Leuten  Witboois  und
des  Oberhäuptlings  der  Herero,  Samuel  Maherero,

die  Werft  des  ausständischen  Herero-Häuptlings
Kahimema.  Lieutenants  Schmidt  und  Eggers,
Unteroffiziere  Pitt  und  Alschaefski  gefallen,

Lieutenant  Helm  leicht  verwundet.

Aus  dem  Bereiche  der  Wissionen  und
der  Antishlaverei-Bewrgung.

Am  16.  April  hat  die  Hauptversammlung  des
evbangelischen  Afrikavereins  stattgefunden,  die
zahlreich  besucht  war.  Ihr  vorauf  ging  eine  Sitzung
des  Hauptvorstandes.  An  Stelle  des  wegen  Ueberbürdung
  mit  Amtsgeschäften  ausscheidenden  Generalsekretärs
  Pastors  Müller  wurde  der  Pfarramtskandidat
  Richard  Harder,  welcher  schon  ½  Jahr
lang  in  der  Erledigung  der  Vereinsgeschäfte  dem
seitherigen  Generalsekretär  zur  Seite  gestanden  hat,
gewählt.

In  der  Hauptversammlung  wurde  der  Geschäftsbericht
  erstattet  und  die  Jahresrechnung  abgenommen,
für  die  dem  Herrn  Schatzmeister  Entlastung  ertheilt
wurde.  Das  Schlußresultat  lautet  dahin,  daß  der
Verein  einen  Kassenbestand  in  Höhe  von  rund
8000  Mark  hat.  Der  letzte  Gegenstand  der  Tagesordnung
  war  ein  Referat  des  Generalsekretärs  Pastors
Miller  über  „die  nächsten  Aufgaben  des  evangelischen
  Afrikavereins“.  Daß  die  Versammlung  mit
Interesse  die  Ausführungen  verfolgt  hatte,  bewies
die  rege  und  lebhafte  Debatte,  welche  sich  daran
anschloß.  Es  ergriffen  nacheinander  das  Wort  die
Herren  Missionsinspektor  Merensky,  Geheimer  Regierungsrath
  Steinhausen,  Afrikaforscher  P.  Staudinger
  und  Pastor  Diestelkamp.  Alle  sprachen
die  Ansicht  aus,  daß  es  eine  der  hervorragendsten
Ausgaben  unseres  Vereins  sei,  dahin  zu  streben  und
dafür  thätig  zu  sein,  daß  in  unserem  Vaterlande  die
Menschenwürde  der  Neger  Afrikas  allerseits  Anerkennung
  fände.

Am  Abend,  nach  Schluß  der  Hauptversammlung,
sand  dann  im  großen  Saale  des  Architektenhauses

 

die  össentliche  Versammlung  statt.  Die  Neferate
hatten  der  Generalsekretär  Pastor  Müller  über  „Der
Branntwein  in  Togo  und  Kamerun"  und  Missionsinspektor
  Merensky  über  „Der  Branntwein  und  die
Bewohner  Südafrikas“.  Die  Versammlung  war  gut
besucht:  auch  der  Direktor  der  Kolonial-Abtheilung
sowie  der  zur  Zeit  hier  weilende  Gouverneur  von
Kamerun  Herr  v.  Puttkamer  nahmen  daran  theil.

Wie  der  vom  Generalsekretär  Pastor  Müller
erstattete  Jahresbericht  ergiebt,  sind  die  Vorbereitungen
  zur  Gründung  der  „Freistätte  für  befreite
Sklaven“  mit  allem  Fleiß  getroffen  und  so  weit  gefördert,
  daß  sie  ohne  Aufenthalt  nummehr  zu  dem
Ende  geführt  haben,  daß  das  Werk  noch  in  diesem
Jahre  ausgeführt  werden  kann.  Die  Wahl  ist  auf
Usambara  gefallen,  weil  es  anerkanntermaßen  gesünder
als  andere  Gegenden  ist.  Zwei  Missionare  der
„Evangelischen  Missionsgesellschaft  für  Deutsch-Oslafrika-“
  (Berlin  111),  die  Herren  Becker  und  Langheinrich,
  haben  eine  Reise  nach  Usambara  gemacht,  um
ein  für  diesen  Zweck  geeignctes  Stück  Land  zu  erwerben.
Das  angekauste  Land  beträgt  wohl  eine  Quadratmeile,
  wenn  nicht  mehr.  Der  Wald  ist  meist  prächtiger
  Urwald,  hier  und  da  mit  Gruppen  prächtiger
Baumfarne.  Unterholz  gab  es  an  manchen  Stellen
nicht.  Die  Kronen  der  Bäume  hinderten  das  zu
ihrem  Wachsthum  nöthige  Licht.  Das  Wasser  des
Mbolo  selbst  ist  etwas  dunkel,  aber  schmeckt  sonst
frisch.  Das  Wasser  aus  den  Nebenbächen,  die  ich
überschritt,  ist  aber  außerordentlich  klar  und  frisch.

Nachdem  der  Ankauf  des  Landes  erledigt  war,
wurde  auch  die  weitere  Frage,  wer  die  Gründung
der  Freistätte  aufführen  solle,  in  der  befriedigendsten.
Weise  gelöst.  Die  beiden  zu  den  v.  Bodelschwinghschen
  Anstalten  bei  Bielefeld  gehörigen  Häuser,  das
Brüderhaus  „Nazareth“  und  die  Diakonissenanstalt
„Sarepta“,  haben  sich  bereit  erklärt,  uns  das  nöthige
Personal  zu  stellen.  Die  Diakonen  Bokermann
und  Libusch,  welche  bisher  auf  den  Missionsstationen
Dar-es-Saläm  und  „Hoffnungshöhe“  in  Kisserawe
gearbeitet  haben  und  auf  letzterer  schon  in  der  Erziehung
  von  befreiten  Sklavenkindern  thätig  gewesen
sind,  werden  das  Werk  ausführen.

Die  beiden  Diakonen,  neben  welchen  zwei  erfahrene
  Diakonissen  für  die  Erzichung  der  Mädchen
bestimmt  sind,  die  auch  beide  bercits  in  Ostafrika
sind,  haben  den  Auftrag  erhalten,  im  April  nach
ihrem  neuen  Arbeitsfelde  zu  ziehen  und  ungesäumt
mit  der  Anlage  der  Freistätte  vorzugehen.  Die  Ausrüstung
  für  sie,  soweit  sie  von  hier  hinausgesandt
werden  muß,  ist  beschafft  und  zur  See  gegeben.

Die  Einweihung  des  Missionshauses  der  Bäter
vom  heiligen  Geist  zu  Knechtsteden  durch  den
Kardinalerzbischof  Krementz  von  Cöln  vollzog  sich
Zeitungsmeldungen  zufolge  am  3.  Mai  unter  großen
Feierlichkeiten.  Den  Sonderzug,  der  von  Cöln  nach
Knechtsteden  fuhr,  benutzten  an  250  Personen;  die
        <pb n="387" />
        dreifache  Anzahl  Fahrgäste  wies  der  von  Neuß  nach
Dormagen  abgelassene  Sonderzug  auf;  auf  dem  aus
der  näheren  und  weiteren  Umgebung  nach  Knechtsteden
  führenden  Wege  eilten  Schaaren  von  Fußgängern
  zu  den  Feierlichkeiten.  Die  an  der  Landstraße
  zwischen  Cöln  und  Dormagen  bezw.  Dormagen
und  Knechtsteden  gelegenen  Ortschaften  prangten  in
Festesschmuck.  Der  Kardinal  wurde  an  der  Grenze
der  Gemarkung  von  einer  Reitergruppe,  von  dem
Festausschuß  der  Knechtstedener  Missionsvereinc,  vom
Provinzial  Pater  Acker  und  der  Geistlichkeit  der
Umgegend  sowie  den  Missionsschülern  feierlich
empfangen  und  zur  Kirche  geleitet.  In  der  Kirche
hatlen  sich  die  Spitzen  der  Provinzialverwaltung,
Vertreter  des  rheinischen  Adels,  zahlreiche  Gutsbesitzer,
die  Vertreter  der  verschiedenen  Ortschaften,  die  Mitglieder
  und  Freunde  der  Vereine  aus  Cöln  und  Neuß
u.  a.  eingefunden.  Die  Feier  eröffnete  Pater  Acker
mit  einer  ergreifenden  Ansprache.  Die  eigentliche
Festpredigt  hielt  Professor  Dr.  Ehlen,  ein  eifriger
Förderer  des  Missionsvereins.  Er  wies  in  zündenden
  Worten  auf  die  bedeutsame  Veranlassung  hin,
die  heute  den  Oberhirten  der  Erzdiözese  nach  Knechtsteden
  geführt,  auf  die  Wiedereröffnung  des  Klosters
Knechtsteden  nach  einer  Unterbrechung  von  ctwa
100  Jahren,  und  führte  aus,  daß,  wie  vor  vielen
Hundert  Jahren  die  Schüler  des  heiligen  Norbert,
die  Prämonstratenser,  von  hier  ausgezogen  seien,  den
Osten  zu  bekehren,  nunmehr  hier  Jünglinge  ausgebildet
  würden,  dic  es  sich  zur  Lebensaufgabe  gemacht
  hätten,  das  Wort  Gottes  hinauszutragen  in
den  schwarzen  Erdtheil,  in  den  deutsch-ostafrikanischen
Kolonien  das  Wort  Gottes  zu  predigen  und  christliche
Kultur  und  Sitte  unter  den  schwarzen  Negervölkern
zu  verbreiten.  Er  forderte  die  Anwesenden  auf,  die
Missionsbestrebungen  der  Väter  vom  heiligen  Geist
auch  gebührend  zu  unterstützen  und  dafür  Sorge  zu
tragen,  daß  die  Mittel  zusammengebracht  würden,  um
sowohl  die  Kirche  wie  die  Missionsanstalt  ihren
Zwecken  entsprechend  auszustatten.  Nachdem  Kardinal
Kremenßt  den  Segen  ertheilt,  begaben  sich  die  geladenen
  Gäste  in  das  neue,  einfach  eingerichtete
Missionshaus,  dessen  Vortragssaal  mit  den  Büsten
des  Kaisers  und  des  Papstes  geschmückt  war.

Der  für  das  neu  errichtete  apostolische  Vikariat
Neu-Guinea  (vergl.  D.  Kol.  Bl.  1896,  S.  163)  ernannte
  Präfekt  P.  Everhard  Limbrock,  geboren  zu
Ahlen  in  Westfalen,  der  bis  jetzt  im  apostolischen
Vikariate  Südschantung  thätig  war,  gedenkt  im  Laufe
des  Sommers  in  Begleitung  der  Priester  F.  Vormann
  aus  Billerbeck  und  Joseph  Erdweg  aus  Vinn
sowie  der  Laienbrüder  Canisius  (J.  Hautkappe),
Eustachius  (F.  Tigges),  Theodulph  (P.  Schmidt)
die  Reise  nach  seinem  neuen  Wirkungskreise  angetreten.
  Die  Laienbrüder  verstehen  verschiedene
Handwerke,  welche  für  die  Bedürfnisse  der  zu  errichtenden
  Stationen  am  nöthigsten  erscheinen.

316

 

Es  sind  jetzt  etwas  über  30  Jahre  her,  daß  die
Basler  Mission  von  der  Goldküste  aus  über  den
Voltafluß  hinübergeführt  wurde,  um  auch  unter  den
jenseits  wohnenden  Volksstämmen  die  Arbeit  aufzunehmen.
  Man  ließ  sich  damals  unter  dem  kleinen
Stamme  der  Anumer  nieder,  der  in  den  vorigen
Jahrhunderten  auf  dem  Bergland  der  Goldküste  ansässig
  war  und  später  über  den  Volta  hinübergedrängt
  wurde.

Die  Arbeit  der  Basler  Mission  im  Anumgebiet
währte  aber  nur  wenige  Jahre  —  von  1865  bis
1869.  Dann  zerstörte  ein  Einfall  der  Asanteer  nicht
nur  die  junge  Mission,  sondern  vertrieb  auch  die
Anumer  und  alle  anderen  Volksstämme  aus  ihren
Heimstätten.

1881  nahm  die  Basler  Mission  ihre  vorige
Arbeit  unter  dem  Anumvolk  wieder  auf,  und  es
gelang  ihr,  in  kurzer  Zeit  einige  Gemeinden  in
diesem  Gebict  zu  sammeln.  Zugleich  wurden  den
Volta  hinauf  verschiedene  ausgedehnte  Predigtreisen
unternommen,  wodurch  manche  bisher  unbekannte
Völkerschaften  und  Gebiete  in  den  Gesichtskreis  der
Mission  traten.  Dies  führte  auch  dazu,  daß  man
von  Anum  aus  die  Missionsposten  allmählich  vorschob
  und  mit  der  Zeit  die  inzwischen  unter  die
deutsche  Herrschaft  gestellten  Togolandschaften  Nkonya
und  Bom  beseßzte.

Nachdem  dies  geschehen  und  seit  die  Hauptorte
durch  eine  Reihe  von  Ausenstationen  untereinander
verbunden  sind,  hat  nun  das  Missionswerk  längs
der  Voltalinie  eine  solche  Ansdehnung  nach  Norden
hin  erlangt,  daß  daran  gedacht  wird,  der  Arbeit  am
oberen  Volta  einen  besonderen  Stützpunkt  zu  geben,
um  von  hier  aus  die  nördlichen  und  östlichen  Gebicte
  mit  mehr  Nachdruck  bearbeiten  zu  können.  Um
aber  hierfür  den  geeigneten  Platz  ausfindig  zu
machen,  sind  in  der  letzten  Zeit  diese  Ländercien
von  den  Missionaren  mehrfach  bereist  und  daraufhin
erkundet  worden,  und  es  ist  die  demnächstige  Errichtung
  einer  weiteren  Voltastation  nur  noch  eine
Frage  der  Zeit.  Vorderhand  aber  soll  sich  der
dafür  in  Aussicht  genommene  Missionar  Mischlich
in  Worilwora  in  der  Nähe  der  deutschen  Forschungsstation
  Bismarckburg  niederlassen  und  von  da  aus
seine  Arbeit  auf  die  umliegenden  Volksstämme  ausdehnen.
  Er  hat  zu  diesem  Zweck  im  letzten  Jahr
eine  Reise  von  Bom  aus  gemacht,  über  die  er  im
„Evangelischen  Missions-Magazin“  berichtet:

Es  war  am  29.  Juli,  als  unsere  kleine  Karawane
  Woräwora  verließ  und  einer  etwa  700  m
hohen  Gebirgskette  im  Nordosten  zustrebte.  Nach
etwa  anderthalb  Stunden  war  sie  erreicht,  worauf
der  steile  Aufstieg  begann.  Von  Schweiß  triefend
kamen  wir  endlich  oben  an,  wo  unsere  Anstrengungen
durch  den  frischen  Hauch  stärkender  Gebirgsluft  belohnt
  wurden.  Nasch  ging  es  dann  hinab  ins  Thal,
wo  uns  das  angenehme  Halbdunkel  eines  Hochwaldes
umfing.  Kaum  hatten  wir  die  ersten  Häuser  des
kleinen  Ortes  Kagyabi  erreicht,  als  der  Himmel  seine
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        Schleusen  öffnete  und  ein  heftiger  Regen  niederging,
der  erst  gegen  Abend  etwas  nachließ,  um  während
der  Nacht  nur  um  so  stärker  einzusetzen.  Am  30.  Juli
konnten  wir  daher  nicht  so  früh  aufbrechen,  und  es
wurde  fast  7  Uhr,  als  wir  uns  zur  Weiterreise  anschickten.
  Nach  wenigen  Minuten  waren  wir  von
dem  uns  beständig  streifenden  nassen  Gras  und
Buschwerk,  das  den  schmalen  Pfad  umsäumte,  bis
auf  die  Haut  durchnäßt,  so  daß  das  Marschiren
sehr  unangenehm  wurde.  Um  8¼  Uhr  langten
wir  an  dem  hochgehenden  Menufluß  an  und  hätten
hier  ohne  Zweifel  umkehren  müssen,  wäre  nicht  gerade
  um  dieselbe  Zeit  eine  Karawane  angekommen.
Schief  über  den  Fluß  lag  ein  etwa  24  JFuß  langer
und  ein  bis  zwei  Fuß  dicker,  glatter,  aber  leider
sehr  krummer  Baumstamm.  Der  größte  Theil  desselben
  war  so  ziemlich  unsichtbar,  da  die  gelbbraunc
Fluth  etwa  zwei  Fuß  über  ihn  hinströmte.  Bald
verschwanden  vier  bis  fünf  junge  kräftige  Burschen
im  nahen  Urwald  und  kehrten  nach  geraumer  Zeit
mit  mehreren  Bündeln  spanischen  Rohrs  zurück.
Einer  meiner  Lastenträger  durchschwamm  den  reißenden
  Fluß  und  befestigte  auf  dem  anderen  Ufer  das
Rohr,  schwamm  darauf  mit  Anstrengung  aller  Kräfte
den  Baumstamm  entlang,  wo  das  Rohr  auf  unserer
Seite  etwa  zwei  Fuß  über  dem  Stamm  ebeufalls
festgemacht  wurde.  Es  war  nicht  leicht,  über  diesen
glatten  Baumstamm  zu  balanciren,  zumal  das  stark
schwankende,  dünne  Rohr  beständig  nachgab  und  die
Gefahr  des  Ausgleitens  dadurch  nur  vermehrt  wurde.
Endlich  nach  drei  Stunden  war  der  Uebergang
glücklich  bewerkstelligt,  Träger  und  Lasten  ohne  Unfall
  am  anderen  Ufer.

Hier  zog  sich  der  schmale  Pfad  durch  etwa  acht
Fuß  hohes  Gras  hin,  worauf  wir  vom  Dunkel  des
afrikanischen  Urwaldes  ausgenommen  wurden  und
östliche  Richtung  einschlugen.  Gegen  4  Uhr  nachmittags
  bemerkten  wir  an  einzelnen  Lichtungen,  daß
sich  über  uns  schwere  Wolken  zusammenzogen,  und
da  auch  das  nächste  Dorf  noch  vier  bis  fünf  Stunden
entfernt  lag,  so  mußten  wir  uns  entschließen,  unser
Nachtlager  im  Walde  aufzuschlagen.  Am  Ufer  des
Ogyene,  eines  kleinen  Bächleins,  fanden  wir  drei
verlassene  Jägerhütten,  in  denen  wir  zu  kampiren
beschlossen.  Es  waren  nur  einige  in  die  Erde  gerammte
  Pfähle,  über  die  nothdürftig  einige  Palmzweige
  gebreitet  waren.  Mit  Blättern  und  Zweigen
wurde  rasch  etwas  nachgeholfen,  aber  mitten  in
dieser  Arbeit  überraschte  uns  ein  heftiger  Regen,  der
bis  zur  Dämmerung  anhielt.  Nur  mit  allergrößter
Mühe  brachten  wir  mit  dem  nassen  Holz  ein  kleines
Feuer  zuwege.  Kaum  hatten  wir  uns  etwas  Jams
geröstet,  als  es  wieder  zu  regnen  anfing,  und  zwar
so  stark,  daß  wir,  um  das  Eindringen  des  Wassers
zu  verhindern,  um  die  kleinen  Schuppen  Gräben
ziehen  mußten.

Ein  furchtbar  schlechter  Pfad  führte  uns  am
31.  Juli  abermals  durch  ganz  durchnäßtes  Gebüsch
und  feuchten  Urwald,  so  daß  schon  nach  wenigen

317

 

Minnten  Alles,  was  wir  am  Leibe  hatten,  zum  Auswinden
  naß  war.  Doch  wir  achteten  nicht  sonderlich
darauf  und  marschirten  munter  darauf  los  über
Wurzeln  und  Baumstämme,  die  beständig  den  Pfad
kreuzten,  über  Geäst  und  Felsen,  ließen  uns  mit
Hülse  von  Lianen  in  steile  Bachrinnen  hinab,  stolperten
  unzählige  Male  an  Steinen  und  Wurzeln,  bis
wir  um  halb  12  Uhr  mittags  das  Dorf  Bedu  erreichten.
  Bedu  liegt  in  sehr  gebirgigem  Terrain
auf  Hügeln,  die  nach  allen  Seiten  abschüssig  sind.
Die  Häuser  sind  viereckig  und  theils  mit  Gras,  theils
mit  einer  fußdicken  Lehmschicht  gedeckt,  die  auf
Stützen  ruht.  Ich  konnte  hier  eine  schon  weit  vorgeschrittene
  Wunde  eines  Mädchens  behandeln,  wofür
  die  Leute  sehr  dankbar  waren  und  sich  bei  der
Predigt  am  Abend  reichlich  einstellten.

Ueber  Berge  und  Hügel,  über  Flüsse  und  Bäche,
durch  Wald  und  Busch  marschirten  wir  am  1.  August
weiter  und  erreichten  nachmittags  nach  4  Uhr  den
Ort  Krabe.  Krabe  hat  wie  Kesibo,  das  passirt
wurde,  durchweg  runde  Häuser  mit  kegelförmigem
Grasdach.  Zahlreich  fanden  sich  die  Bewohner  bei
der  Straßenpredigt  ein.

Eine  nördliche  Richtung  einschlagend,  führten  uns
die  folgenden  Tage  durch  das  reizende,  verhältnißmäßig
  dicht  bevölkerte  Ländchen  Akebu.  Es  zählt
17  oder  18  Dörfer,  von  denen  mehrere  500  bis
600  Einwohner  haben.  Das  Ländchen  liegt  auf
einem  wellenförmigen,  mit  Baumsavanne  bestandenen
Höhenplateau,  das  durch  viele  Bäche  und  Flüsse
reichlich  bewässert  wird.  In  den  bewaldeten  Bachund
  Flußrändern  herrschen  die  Raphia=  und  besonders
  die  Oelpalmen  vor.  Auch  wilde  Dattelpalmen
  treten  vereinzelt  auf.  In  der  Gras=  und
Baumsavannc  mit  ihrem  tiefgrundigen,  humusreichen
Boden  gedeihen  die  Pflanzungen  der  Bewohner  vortrefflich.
  Hauptsächlich  wird  Jams,  Mais  und  Wahan
angebaut.  Waha,  eine  kleine,  hirsenähnliche  Getreideart,
  scheint  hier  sehr  beliebt  zu  sein.  Auch  ausgedehnte
  Bohnen=  und  Erdnußfelder  sind  parzellenartig
  in  die  Savanne  eingestreut.  Ebenso  wird
Viehzucht  getrieben,  aber  in  sehr  primitiver  Art.
Daneben  werden  viele  Schweine  gehalten.  Von  Erzeugnissen
  einheimischer  Industrie  war  nichts  zu
bemerken  als  sehr  hübsche,  starke  Stoffe,  die  die
zahlreichen  Weber  auf  ihren  einfachen  Webstühlen,
deren  man  in  den  Ortschaften  ganze  Reihen  aufgeschlagen
  sieht,  herstellen.

Akebu  ist  ein  Land  von  großer,  malerischer
Schönheit  und  zählt  gewiß  zu  den  gesundesten  und
schönsten  Landschaften  des  ganzen  Togolandes.  Besonders
  sind  es  die  Bach=  und  Flußläufe,  die  in
unzähligen  Windungen  das  wellenförmige  Hochland
durchziehen  und  dem  Reisenden  stets  neue,  romantische
  Landschaftsbilder  der  herrlichsten  Art  vor  die
Augen  führen.  Gesunde,  frische  Luft.  eempfängt  den
Wanderer  und  läßt  ihn  die  Mühsale  und  Beschwerden
  der  Reise  vergessen.  Die  sauber  gehaltenen  Ortschaften
  mit  ihren  runden,  einzeln  stehenden  Hütten
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        machen  einen  angenehmen  Eindruck.  Was  uns
wunderte,  waren  die  spärlichen  Zeichen  des  Fetischismus
  sowohl  in  den  Häusern  als  auch  in  der
Umgebung  der  Dörfer.  Auch  tragen  die  Leute  sehr
wenig  Amulette.  Leider  trifft  man  viele  Aussätzige
und  mit  Kröpfen  behaftete  Leute  fast  allerorten.

Ein  neunstündiger  Marsch  über  gewelltes  Hochland
  mit  vielen  Flußrinnen  brachte  uns  am  5.  August
in  den  ersten  Bedere-Weiler  Talabo.  Unterwegs
hörten  wir  das  hundeähnliche  Gebell  von  Pavianen,
die  sich  durch  das  hohe  Gras  regelrechte  Pfade  anlegen,
  so  daß  man  glauben  könnte,  sie  rührten  von
Menschen  her.

Von  Talabo  aus  erreichten  wir  am  6.  August
gegen  Mittag  die  Forschungsstation  Bismarckburg,
die  den  Gipfel  eines  frei  aus  der  Hochlandebene
aufsteigenden  Hügels  krönt.

Die  Bedere  werden  oft  Adeli  genannt,  eine  Verunstaltung
  des  Wortes  Adele,  mit  dem  einige  Stämme
jenes  Land  bezeichnen.  Die  Eingeborenen  selbst
heißen  ihr  Land  und  ihre  Sprache  Bedere.  Es  ist
ein  sehr  stark  gewelltes  Hochland.  Einige  Berge
erheben  sich  bis  zu  einer  absoluten  Höhe  von  800  m,
ja  bei  Dikpelen  dürfte  sie  nicht  viel  weniger  als
900  m  betragen.  Die  relativen  Erhebungen  werden
wohl  200  bis  300  m  nicht  übersteigen.  In  dem
südwestlichen  Theil  von  Bedere,  der  fast  ganz  in  der
Ebene  liegt,  wird  Tschi  gesprochen.

Urwald  auf  den  Bergen  und  Höhen,  Baumsavanne
  mit  Gesträuch  und  Gebüsch  in  den  Niederungen
  und  an  den  Abhängen  bilden  im  Allgemeinen
die  Vegetationsform  des  Ländchens.  Durch  die
Steppe  mit  ihrer  einförmigen  Flora  schlängeln  sich
Bachläufe,  begleitet  von  schmalen  Streifen  herrlichen
Urwaldes,  dessen  dunkelgrüne  Färbung  mit  der
helleren  Tönung  der  Savanne  angenehm  kontrastirt.

Von  Bismarckburg  bereisten  wir  die  an  Bedere
im  Norden  anstoßende  Landschaft  Betwuati  und
kamen  über  Dikpelen  wieder  zurück  nach  Bismarckburg.
  An  vielen  Orten,  besonders  in  Katsenke,  leiden
die  Leute  sehr  am  Kropf,  und  es  haben  manche
dieser  Auswüchse  eine  surchtbare  Größe  angenommen.
Das  Landschafts=  und  Vegctationsbild  von  Betwuati
ist  dem  von  Bedere  sehr  ähnlich,  nur  daß  hier  die
Thaleinschnitte  viel  schärfer  sind,  ja  zum  Theil
Schluchten  mit  wildromantischem  Gepräge  bilden.
Die  Betwuatier  haben  ihre  eigene  Sprache,  die  mit
Guan  verwandt  sein  soll;  doch  verstehen  auch  viele
Tschi.  Die  Aufnahme,  die  wir  in  Betwuati  fanden,
war  im  Allgemeinen  freundlich,  mit  Ausnahme  von
Siare,  der  Hauptstadt  des  Ländchens.  Die  runden
Hütten  von  Siare  sind  etwa  in  halber  Bergeshöhe
terrassenförmig,  aber  ganz  unregelmäßig  auf  und
zwischen  Felsen  erbaut,  und  es  macht  die  ganze
Dorfanlage  den  Eindruck  einer  wohlbewehrten  Felsenf#estung.
  Kein  Haus  steht  mit  einem  anderen  in
gleicher  Höhe.  Von  höher  gelegenen  Vorsprüngen
schaut  man  auf  die  kegelförmigen  Grasdächer  und
die  kleinen  Hofräume  der  tiefer  liegenden,  da  und

318

 

dort  gleich  Schwalbennestern  an  den  Felsen  hängenden
  Häuser.  Wohin  das  Auge  blickt,  sieht  es  nichts
als  das  dunkele  Grün  eines  prächtigen  Hochwaldes,
der  das  ganze  Dorf  umschließt.  Siare  ist  von  allen
Seiten  von  steil  ansteigenden,  bewaldeten  Bergen
umgeben,  zu  deren  Füßen  klare  Gebirgswasser  über
Geröll  dahineilen,  die  zwei  Wasserfälle  bilden  und
deren  Geräusch  und  Gebrause  bis  hinauf  in  den
Ort  dringt.

-

Aus  Lukuledi  in  der  Apostolischen  Präfektur
Süd--Sansibar  berichtet  P.  Basilius  in  „Kreuz
und  Schwert“  unter  dem  2.  Februar  1896
Folgendes:

Die  Benediktiner-Missionsstation  Lukuledi  liegt
am  Oberlaufe  des  gleichnamigen  Flusses,  der  sich  bei
Lindi  in  den  Indischen  Ocean  ergießt.  Ihr  Gebiet
wird  zu  ziemlich  gleichen  Theilen  von  Wayao  und
Makua  bewohnt,  die  zwar  zwei  sehr  verschiedene
Sprachen  sprechen,  aber,  wenigstens  hier,  dieselben
Sitten  und  Gebräuche  haben.  Der  Hauptsitz  beider
Völkerschaften  ist  südlich  des  Rovuma;  die  nördlich
des  Rovuma  Wohnenden  scheinen  durch  Kriege  hierher
  versorengt  worden  zu  sein.  Sie  bilden  auch
keine  größere  Gemeinschaft,  sondern  nur  kleine  Dorfschaften,
  die  unter  wenig  einflußreichen  Häuptlingen
stehen.

Die  Leute  treiben  zwar  keine  Viehzucht,  sind
aber  fleißige  Ackerbauer  und  auch  in  manchen
Industriezweigen  wohl  erfahren.  Sie  sind  durchschnittlich
  geistig  gut  entwickelt  und  lernbegierig.
Alle  begrüßten  eine  Missionsniederlassung  aufs
Freudigste.  -

Die  hiesige  Station  wurde  im  Februar  1895
vom  apostolischen  Präfekten  P.  Maurus  Hartmann
  gegründet  und  zählt  gegenwärtig  zwei  Patres,
zwei  Brüder  und  drei  Schwestern.  Die  nothwendigen
  Gebäulichkeiten  (alles  einstöckig,  von  Bambus
  mit  Lehmboden  und  Grasdach)  sind  fertiggestellt,
Garten  und  Schamba  (Feld)  angelegt,  die  Missionsthätigkeit
  im  Gange.

Schulunterricht  erhalten  nur  Schüler,  welche  in
der  Mission  verpflegt  werden.  Mit  Schülern,  die
bei  den  Eltern  wohnen  und  essen,  ist  hier,  wenigstens
solange  die  Eltern  nicht  gute  Christen  sind,  nichts
anzufangen.  Sklavenkinder  loszukaufen,  ist  keine
Gelegenheit.  Für  die  freiheitsgewohnten  Knaben  ist
es  keine  kleine  Aufgabe,  ständig  in  der  Mission  zu
bleiben;  namentlich  wenn  die  verlockenden  Töne  der
Ngoma  aus  dem  Dorfe  herüberschallen,  wälzt  sich
Mancher  auf  seinem  Lager,  denkt  nach  Hause  —
auakumbuka  kwake  —  und  ist  am  andern  Morgen
verschwunden.  Doch  diese  Ausreißer  sind  nicht  die
schlimmsten;  wenn  sie  einige  Zeit  in  der  Elternhütte
verbracht,  kommt  ihnen  das  Heimweh  nach  der
Mission,  viele  kehren  reuig  zurück  und  bitten  wieder
um  Aufnahme.  Ein  viel  schwierigeres  Hinderniß
für  die  Entwickelung  der  Schule  ist  die  Arbeitsscheu
der  Knaben.  Wenn  wir  die  Knaben  nur  unterrichten
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        würden  und  nicht  arbeiten  ließen,  sähen  wir  in  Bälde
ihre  Zahl  verdoppelt.  Aber  ohne  Arbeit  keine  guten
Christen.

Katechumenenunterricht  wird  täglich  für  Männer
und  Frauen  getrennt  abgehalten.  Der  Sonntag
wird  ziemlich  gut  gehalten,  freilich  ist  es  auch  für
manche  schwierig  zu  wissen,  wann  Sonntag  ist,  da
sie  nicht  von  einem  Sonntag  auf  den  andern  zählen
können,  und  es  für  die  Ankündigung  in  einem  so
weiten  Bezirke  kein  anderes  Mittel  giebt,  als  gegen
Ende  der  Woche  umherzugehen  und  den  Gottestag
anzusagen.  Solche  Gänge  werden  dann  regelmäßig
mit  dem  Medizinkasten  gemacht,  der  nicht  nur  bei
Kranken,  sondern  auch  bei  Gesunden  gern  gesehen
  ist.

Es  giebt  kaum  ein  größeres  Vergnügen  für
unsere  Schwarzen,  als  gesund  zu  sein  und  doch  Dawa
(Medizin)  zu  bekommen,  namentlich  wenn  sie  nicht
gleich  genommen  werden  muß.  Doch  ist  mir  noch
kein  Fall  zu  Ohren  gekommen,  daß  einer  die  erhaltene
Dawa  verkauft  hätte.

Eine  große  Störung  im  Missionswerke  verursachte
im  verflossenen  Oktober  ein  Kriegszug  der  Mangoni.
Die  Mangoni  (auch  Magwangwana)  sind  ein
räuberisches  Volk,  das  im  Osten  des  Nyassasces  seinen
Wohnsitz  hat,  ausgedehnte  Viehzucht  betreibt  bezw.
von  Sklaven  betreiben  läßt,  und  alle  Jahre  Beutezüge
  in  die  benachbarten  Länder  macht.  Sie  sind
wie  die  Heuschrecken  und  noch  schlimmer;  sie  kommen
wie  der  Blitz,  können  durch  nichts  aufgehalten  werden,
und  wenn  sie  weg  sind,  ist  keine  Speise  mehr  da;
die  Männer  sind  erschlagen,  Weiber  und  Kinder  geraubt.
  Sie  sind  der  Schrecken  ihrer  Nachbarn,  die
nicht  an  Widerstand,  sondern  nur  an  Flucht  denken.
Beim  ersten  Gerücht  von  ihrer  Ankunft  schon  versteckte
  sich  Alles  in  den  Bergen  oder  Ketekete,  im
Dickicht,  wohin  die  schildbewaffneten  Feinde  nicht  zu
solgen  vermögen.  Mehrmals  war  das  Gerücht
falsch,  immer  hatte  es  die  allgemeine  Flucht  zur
Folge;  mitten  in  der  Nacht  stand  man  auf  und
rettete  sich  und  das  bischen  Hausrath  unter  Klagegeheul
  ins  heimliche  Versteck.  Endlich  kamen  sie,
aber  ihr  Ziel  lag  anderwärts,  still  zogen  sie  ohne
Verwüstung  auf  zwei  Wegen  durchs  Land.  Bange
fünf  Wochen  folgten;  täglich  wurden  sie  zurückerwartet,
  alle  zwei  Tage  kam  irgend  ein  aufregendes
Gerücht,  gefolgt  von  allgemeiner  Flucht.  Als  sie
endlich  in  ihren  Quartieren  Alles  aufgezehrt  hatten,
trieb  sie  der  Hunger  heimwärts;  sie  machten  in  der
Nähe  einen  Rasttag  und  nahmen  ohne  weitere  Feindseligkeiten,
  was  sie  an  eßbaren  Dingen  erbeuten
konnten.  Die  Mission  nahm  keinen  beträchtlichen
Schaden,  wohl  aber  waren  Handel  und  Verkehr
fünf  bis  sechs  Wochen  gestört,  der  Unterricht  mußte
sast  ausgesetzt  werden.  *)

 

*)  Vergleiche  den  Artilel  „Expedition  zum  Nyassasee"
S.  314  dieser  Nummer.

319

Rus  fremden  lolonien.
Gerichtsorganisation  des  Rongostaates.“)

Das  im  April  d.  Is.  erschienene  „Balletin
oflciel  de  IEtat  Indépendant  du  Congo“
(Nr.  4)  enthält  eine  vom  König  Leopold  von
Belgien  als  Souverän  des  Kongostaates  erlassene
Verordnung  vom  21.  April  1896  über  die  Gerichtsorganisation
  des  Kongostaates.

Nach  dieser  Verordnung  in  Verbindung  mit
früher  ergangenen  jetzt  noch  gültigen  Bestimmungen
sind  die  Grundzüge  der  Gerichtsverfassung  des
Kongostaates  folgende:

Es  bestehen  folgende  Gerichte:

Die  Gerichtshöfe  erster  Instanz  (les  trihunaux
  de  premirc  instance),  die  Beczirksgerichte
(les  tribunaux  territoriaux),  die  Kriegsgerichte
(les  conseils  de  guerre)  und  der  Appellationsgerichtshof
  (le  tribunal  d'appel).  Die  drei  ersteren
Gerichte  sind,  soweit  sie  in  Strafsachen  entscheiden,
zusammengesetzt  aus  je  einem  Richter,  einem  Beamten
  der  Staatsanwaltschaft  und  einem  Gerichtsschreiber
  (greltier).  Der  Appellationsgerichtshof
besteht  bei  der  Entscheidung  in  Civil=  und  Handelssachen
  aus  einem  Präsidenten,  zwei  beisitzenden  Richtern
  und  einem  Gerichtsschreiber;  in  Strassachen
tritt  noch  ein  Vertreter  der  Staatsanwaltschaft  hinzu.
Der  Sitz  dieses  Gerichtes  ist  in  Boma.  Das  Gericht
erster  Instanz,  welches  seinen  Sitz  in  Boma  hat,  ist
für  das  ganze  Gebiet  des  Kongostaates  zuständig.

Jedes  Gericht  ist  berechtigt,  Sißungen  in  jedem
anderen  Orte  seines  Bezirkes  abzuhalten,  sobald  dies
im  Interesse  der  Rechtspflege  liegt.

Die  Einrichtung  von  Bezirksgerichten  erfolgt
durch  den  Gencralgouverneur  in  den  vom  Staatssekretär
  bezeichneten  Distrikten.  Wenn  der  Richter
des  Gerichtes  erster  Instanz  wegen  der  Schwierigkeit
  der  Verbindung  verhindert  ist,  in  einem  Theile
seines  Bezirkes  die  Rechtspflege  auszuüben,  so  kann
der  Generalgouverneur  einen  von  ihm  ernannten
Stellvertreter  dazu  ermächtigen,  innerhalb  des  von
ihm  zu  bestimmenden  Gebietes  an  Stelle  des  verhinderten
  Richters  dauernd  als  Bezirksrichter  (juge
territorial)  Recht  zu  sprechen.

In  diesem  Falle  bestimmt  der  Generalgonverneur
die  Zusammensetzung  des  Gerichtes  und  regelt  das
Verfahren.

Die  Kriegsgerichte  werden  in  den  vom  Generalgouverneur
  bezeichneten  Orten  eingerichtet;  der  Generalgouverneur
  bestimmt  zugleich  die  Bezirke,  für
welche  dieselben  zuständig  sind.

Die  sachliche  Zuständigkeit  der  Gerichte  ist  in
solgender  Weise  geregelt:

Das  Gericht  erster  Instanz  ist  zuständig  in
erster  Instanz:

 

*)  Ueber  die  Organisation  der  Negierung,  des  Kongosiaates
  vergl.  Deutsches  Kolonialblatt  1895,  S.  15.
        <pb n="391" />
        —  320  —

1.  in  Civil=  und  Handelssachen  für  alle  Rechtsstreitigkeiten,
  in  denen  ein  Nichteingeborener,  der
Staat  oder  eine  Verwaltungsbehörde  Partei  ist;

2.  in  Strafsachen  bei  allen  innerhalb  des  Staatshebietes
  begangenen  Zuwiderhandlungen  gegen  Verordnungen,
  Dekrete  u.  s.  w.  strafrechtlichen  Inhaltes.
Die  Bezirksgerichte  erkennen  nur  in  Strassachen.
Ihre  sachliche  Zuständigkeit  ist  dieselbe  wie  die  des
Gerichtes  erster  Instanz,  aber  örtlich  beschränkt  auf
die  innerhalb  ihres  Bezirkes  begangenen  strafbaren
Handlungen.  Bei  den  außerhalb  ihres  Begzirkes
begangenen  Delikten  sind  sie  zuständig,  wenn  der
Thäter  in  ihrem  Bezirke  wohnt  oder  dort  ergriffen
  wird.

Die  von  einem  Eingeborenen  begangenen  strafbaren
  Handlungen,  bei  denen  cin  anderer  Eingeborener
  der  Verletzte  oder  Geschädigte  ist,  kann  der
Vertreter  der  Staatsanwaltschaft  dem  betrefjenden
Stammeshäuptling  zur  Aburtheilung  nach  den  einheimischen
  Rechtsgewohnheiten  überweisen.  Ausgeschlossen
  von  dieser  Ueberweisung  sind  die  Verletzungen
  der  in  dem  Dekrete  vom  1.  Juli  1891
gegen  die  Sklaverei  erlassenen  Vorschriften  (siehe
Art.  14  daf.).

Die  Kriegsgerichte  sind  erstinstanzliche  Gerichte
und  erkennen  bei  allen  Verbrechen  (crimes)  und
Vergehen  (délits)  gegen  die  gewöhnlichen  Strafgesetze.
  Jedoch  ist  nach  dem  Dekret  vom  30.  Oktober
  1895,  welches  unter  Abänderung  der  früheren
Bestimmungen  ergangen  ist,  bei  den  von  Europäern
begangenen  Verbrechen,  die  mit  der  Todesstrafe  bedroht
  sind,  das  Gericht  erster  Instanz  in  Boma
unter  Ausschluß  der  Kriegsgerichte  in  erster  Instanz
zuständig.  Außerdem  sind  die  Kriegsgerichte  zuständig
  für  die  von  den  Offizieren,  Unteroffizieren
und  Soldaten  der  bewaffneten  Macht  des  Kongostaates
  begangenen  militärischen  Delikte.

Bei  den  Verhandlungen  der  Kriegsgerichte  bildet
die  Abwesenheit  des  Vertreters  der  Staatsanwaltschaft
  keinen  Grund  für  die  Nichtigkeit  des  Verfahrens.


Das  Appellationsgericht  ist  zuständig  in  zweiter
Instanz:

in  Civil=  und  Handelssachen  bei  den  gegen  die
Urtheile  des  Gerichtshofes  ersier  Instanz  eingelegten
Berufungen;

in  Strassachen  bei  den  Bernfungen  gegen  die
Urtheile  des  Gerichtshofes  erster  Instanz,  der  Bezirksgerichte
  und  der  Kriegsgerichte.  Eine  Beschränkung
  der  Berufung  besteht  nur  bei  den  Urtheilen
  der  Kriegsgerichte  insofern,  als  sie  für
Militärpersonen  und  Eingeborene  ausgeschlossen  ist,
wenn  das  Urtheil  von  einem  Kriegsgericht  erlassen
ist,  für  dessen  Bezirk  vom  Generalgouverneur  der
Belagerungszustand  (rogime  militaire  spécial)
verkündet  worden  ist.

In  erster  Instanz  erkennt  das  Appellationsgericht
bei  Vergehen  der  Richter  der  Gerichte  erster  Instanz,

 

 

 

ihrer  Stellvertreter  und  der  Vertreter  der  Staatsanwaltschaft
  bei  diesen  Gerichten.  Für  die  Berusung
  ist  in  diesen  Fällen  das  Obergericht  (Conseil
supéricur)  in  Brüssel  zuständig.

Von  den  die  amtlichen  Verhältnisse  der  Justizbeamten
  betreffenden  Vorschriften  sind  solgende  hervorzuheben:
  der  Präsident  und  die  beisitzenden  Richter
des  Appellationsgerichtes,  sowie  die  Richter  erster
Instanz  werden  vom  Könige  auf  5  Jahre  ernannt.
Voraussetzung  für  die  Ernennung  zum  Präsidenten
oder  beisitzenden  Richter  des  Appellationsgerichtes
ist  das  vollendete  30.  Lebensjahr,  eine  akademisch
juristische  Vorbildung  (Erlangung  des  Doktortitels)
und  eine  mindestens  fünfjährige  Thätigkeit  als  Richter
oder  Sachwalter  oder  Rechtslehrer  an  einer  Universität.


Für  die  definitive  Ernennung  zum  Richter  erster
Instanz  ist  regelmäßig  außer  dem  vollendeten
25.  Lebensjahr  und  der  Erlangung  des  juristischen
Doktortitels  noch  vorgeschrieben  eine  mindestens  zwei
und  einhalbjährige  Beschäftigung  im  Justizdienste
des  Kongostaates  und  die  Absolvirung  eines  Examens,
welches  sich  besonders  auf  die  Rechtspflege  und  Gesetzgebung
  des  Kongostaates  erstreckt.  Ausnahmen
von  dieser  Vorschrift  können  durch  besonderes  Dekret
des  Königs  getroffen  werden.

Das  Amt  des  Vertreters  der  Staatsanwaltschaft
versieht  bei  dem  Appellationsgerichtshof  ein  vom
König  ernannter  Staatsanwalt  (procureur  d'Etat),
welcher  amtlich  dem  Generalgouverneur  unterstellt
ist.  Die  Ernennung  zum  Staatsanwalt  ist  an  dieselben
  Voraussetzungen  wie  die  Ernennung,  zum  beisitzenden
  Richter  beim  Appellationsgericht  gebunden,
doch  genügt  für  den  Staatsanwalt  ein  Alter  von
27  Jahren.  Die  Geschäfte  der  Staatsanwaltschaft
bei  den  Gerichten  erster  Instanz,  den  Bezirksgerichten
und  Kriegsgerichten  werden  von  Stellvertretern
(substituts)  des  Staatsanwalls  wahrgenommen,
welche  vom  Generalgouverneur  aus  der  Zahl  der
durch  königliches  Dekret  ernannten  Beamten,  die  den
Nang  eines  capitain-commandant  besitzen,  ernannt
  werden.  Sie  üben  ihr  Amt  unter  der  Oberaussicht
  und  Leitung  des  Staatsanwaltes  aus,  dem
sie  Abschriften  von  allen  gefällten  Strafurtheilen
zugehen  zu  lassen  haben.

Die  Richter  der  ordentlichen  Strafgerichte,  bezw.
ihre  Stellvertreter,  sind  von  rechtswegen  zugleich  zu
Richtern  bei  den  Kriegsgerichten  berufen,  falls  nicht
der  Generalgouverneur  eine  abweichende  Anordnung
trifft.  Ein  Gleiches  gilt  von  den  Vertretern  der
Staatsanwaltschast.

Der  Vorsitzende  des  Appellationsgerichtes  wird
im  Falle  seiner  Verhinderung  durch  den  älltesten
beisitzenden  Richter  vertreten.  Die  Stellvertreter
der  beisitzenden  Richter,  der  Richter  erster  Instanz
und  die  Beamten  der  Staatsanwaltschaft  werden
vom  Generalgouverneur  ernannt.  Derselbe  ernennt
auch  die  Gerichtsschreiber  (grelliers)  des  Appellationsgerichtes
  und  der  Gerichte  erster  Instanz,  während
        <pb n="392" />
        bei  den  Bezirks=  und  Kriegsgerichten  die  Bestellung
der  Gerichtsschreiber  dem  Nichter  obliegt.

Zum  Schluß  seien  noch  die  Gehälter  der  Justizbeamten
  erwähnt.  Es  beträgt  das  Gehalt:  des
Präsidenten  des  Appellationsgerichtes  15.000  bis
25  000  Fres.,  der  beisitzenden  Richter  dieses  Gerichtshofes
  und  des  Staatsanwaltes  10  000  bis  20  000
Francs,  der  definitiv  ernannten  Richter  erster  Instanz
  8000  bis  10  000  Frcs.,  der  übrigen  durch
königliches  Dekret  ernannten  Justizbeamten  5000
bis  8000  Frcs.,  der  vom  Generalgouverneur  ernannten
  Stellvertreter  4000  bis  5000  Frocs.,  der
Gerichtsschreiber  1800  bis  3000  Frcs.  Außerdem
erhalten  die  Justizbeamten  freie  Wohnung  und
Naturalverpflegung  sowie  Reisekosten  beim  Antritt
und  bei  der  Beendigung  ihres  Amtes.

Ueber  die  chinesische  Ein=  und  Auswanderung  über
Singapore  nach  niederländisch-Indien
wird  berichtet:  *)

Während  des  Jahres  1894  wurden  in  Singapore
  137  695  chinesische  Einwanderer,  worunter
7068  Frauen  und  4869  Kinder  gegen  189  843  in
1893  und  122  029  in  1892  angebracht.  Diese
Abnahme  muß  dem  Verbot  der  Einwanderung  aus
China  während  der  Herrschaft  der  Pestepidemie  von
Juni  bis  September  1894  daselbst  zugeschrieben
werden.

Die  folgende  Nachweisung  zeigt  die  Auswanderung
  von  Chincsen  männlichen  Geschlechts  aus  verschiedenen
  Häsen  Chinas  nach  Singapore  während
des  Jahrcs  1891:

1893  1894
Von  Hongkong  62007  36  491  =  25  516  Abnahme
Swalow  47  439  32  975  =  14464  -
Amoy  56  4  961  =  8261
Hainun  8719  8  256  =  463  -
Shanghai  41  75  —  34  Zunahme

 

Zusammen  174  428  125  758  =  48  670  Abnahme
Die  Einwanderer  verbreiteten  sich,  wie  folgt:
In  Singapore  ausgeschifft:

Männer  97  792
Frauen  5  007
Kinder.  3  813  106  612
Direkt  nach  Penang  gegangen:
Männer  62  9042
Frauen  2  016
Kinder  1  016  29074
Direkt  nach  Malalka  gegangen:
ännrern  4149
Fragnen.—
Kinder  2  51

Direkt  nach  anderen  Plätzen,  nämlich
Bangkok,  Mauritius  und  Batavia:

*)  Vergl.  Deutsches  Kolonialblatt  1895,  S.  54.

321

 

Männer  1  875

Fraen  45

Kindern  38  1  958
Zusammen.  137  695

Die  im  Jahre  1894  aus  China  zu  Singapore
angebrachten  Einwanderer  wurden  verschifft  mit:
183  englischen  Dampsschiffen  gegen  274  in  1893

23  deutschen  -  -  48

6  österreichischen  -  13
8  italienischen  -  -  12
2  niederländischen  -  -  10
17  chinesischen  Dschunken  -  255

Die  Anzahl  der  chinesischen  Einwanderer,  welche
während  des  Berichtsjahres  zu  Singapore  Kontrakte
eingingen,  betrug  9679  gegen  20  077  in  1893,
9311  in  1892,  6473  in  1891  und  11237  in  1890,
und  diejenige  der  Einwanderer  anderer  Nationalitäten
(größtentheils  Javanen,  Baveaner  und  Bandjeresen),
welche  auch  vor  dem  Protektor  Kontrakte  eingingen,
belief  sich  auf  1307,  was  eine  Summe  von  11086
gegen  20  869  in  1893,  10  598  in  1892,  8571  in
1891  und  16599  in  1890  ausmacht.

In  den  11086  zu  Singapore  geschlossenen  Kontrakten
  sind  2388  für  Arbeit  in  Niederländisch-Indien
  einbegriffen,  nämlich:

 

 

 

 

 

1894  1893  1892  18911890
nach  Deli  .  10406932534741148
ch  Langkat.  75  29  71  244
Batde  Bahra  ——  1113959
Assahan  —  —  125  |6151286
Serdang  ——  71  36
Siak.  1952  38  58
Bila  33—  24  40  49
Pagoerawan  5——  —  5  110
adan  S  —  —
dad  .  S  38  104  —  1  1565
ane.  —  —  52
7  Terapong  5  4  25  31  5.—
Benglalis  .  —  —  10  —  —
Villiion  11  6  —  29
Riouw.  .  266  29  1056136
Singkep  ..  372-5———
sarimon....—»1.4  »z—  8
Indragiri..  86  1650  —
Lingga.  .  .  613  —  D
Palembang  21404  4  88131
Sambas  .  —  —  –  112
Muntok.  84  21214  487  76
Pontianak.  —  4  4239  B
Batavrig  —  —  —  5
Vandjermasin.  —]  ——  30
9  —  1  —  *
Koetei.  —  —5·O
2  tje  .  —  26  –
Lombok  ..  30-———
Zusammen23885018199322754763

 

 

 

 

 

Die  folgende  Tabelle  weist  die  Anzahl  der  Kontrakte
  auf,  welche  in  den  letzten  zehn  Jahren  zu
Singapore,  Penang  und  Malakka  geschlossen  sind,
unter  Angabe  der  Anzahl  Kontrakte  für  Arbeit  in
Niederländisch-Indieu:
        <pb n="393" />
        Gesammtzahl  Wovon  für  Gesammtzahl  Wovon  für
Jahr  der  Kontrakte  Niederländ.-Indien  Jahr  der  Kontrakte  Niederländ.-Indien
1885  32  180  16  557  1890  26  211  10  414
1886  45•717  18  639  1891  17  956  5  644
1887  51  859  21  315  1892  23  448  2  449
1888  44  451  20  713  1893  38  326  6841
1889  32  660  13  564  1894  22  302  3803

Anfuhr  chinesischer  Kulis  durch  das  Einwanderungsbüreau  in  Deli.

Hierunter  folgt  cine  vergleichende

Aufgabe  der  Anfuhr  chinesischer  Kulis  durch  das  Einwan- 



 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

derungsbürcau  in  Deli  während  der  letzten  vier  Jahre:
Kontrakt-Kulis
von  Singapore  von  Penang  von  Swatow  von  Hainan
1891  1892|  1893/  1894|1891  1892  1893/  1894/1891  1892  1893  1894|1891  1892/1893  1894
Januar.  244  —  157  20|]  8  —  12  106  4244  342  ——172
Februar  11—  93  77/212  S  15236  3  200——  —  161
März.  —E  —  21423  —  974491  444%
April  —  ——  —  23  —  —  50  45704%  6  40)  S
Mai  18  —  —E  —  89  —  —  2114  Ö  —  —-Juni
  —  —  —  —  —  —  —444  1711  49  1657  —  —  ——
Juli.  —  —  ———  iis  15  295111KN.  —
August  —  ——  B  64  68  90  1699  —  —  —  —
September  ———-———  —  —209127146————
Oktober  —  —  ——  2  —  78  264  127  244  —  —  —  —
November  —E  —  3  11L-Ö  ——
Dezember  —  98  233  200  —  111  66  —  45  452  3601  235  —  ——  —  —
Zusammen  ]  86/  98.  622  5699|1425  111  1088  268  /2637/2160  3822/  33921  —  —  —|f11
Kontrakt-Kulis  Freie  Kulis
von  Pakhoi  von  Hoihow  zusammen  per  Monat  „Laukehs“
1891|  1892/  1893/18941891  1892/1893  /1894  /1891  1892  1893  /1894  /1891  |1892  /1893  J  1894
l  I  l  l
Januar.  26851  —  ——1.48  —2  a  1103  122  438  649652  21  i2  343
Februar  2131  —  ——133  —83  —6811  36  667  461  150  7  159  130
Shärz  182  ——  31  46  22y7  426
April  20  —  464—  —  —  1249  2044  26  492  196
ai.  —  —  ————4  G  18#1
Jumi  u  +—  55—6681141C
Juli  —  —  —  —  —  ——  97  11314529  33  12  1  48  126
August  —  8NN68O  69  4  y  11
September  ——NS
Oktober  —  ——  ——  —  ——  —  —  —  78  264  127  264  6  111  221  205
November  —  —  —  ——  —  —  —  134  1  371  14  76  150  284
Dezember  ——  —  —  —  ——  —  —  —  45  561°  661  255  5  168  534  641
Zusammen]  869  —i  —  —I  360!  —  129  —  5226%CGS1  "  I  16e  S)  530  2016  27  40
Die  anhaltend  gute  Stimmung  des  Tabalkmarktes  China  Reisen.  Während  der  stillen  Saison  (das  ist

im  Spätjahr  von  1893  und  während  1894  war
wiederum  Ursache  weiterer  Ausbreitung  und  demzufolge
  größerer  Nachfrage  nach  Arbeitern.  Die
Arbeiter  aus  China  wurden  auch  in  1894  aus  dem
Hafen  von  Swatow  bezogen.  Die  Boote  der  subsidiirten
  Linie  thaten  ihren  Dienst  regelmäßig,  erwiesen
  sich  wiederum  als  ausreichend  und  wurden
durch  die  Passagiere  zwischen  China  und  Dell  sichtlich
auch  mehr  gesucht,  sowohl  bei  dem  von  als  nach

von  Mai  bis  Oktober)  wurde  ebenso  als  in  den  vorhergegangenen
  beiden  Jahren  ein  Dampfer  im  Monat
ausreichend  erachtet,  um  die  Ueberführung  der  sich
anbictenden  Einwanderer  zu  vermitteln;  in  den
übrigen  Monaten  wurden  zwei  Dampfer  per  Monat
nach  Deli  expedirt.  In  den  letzten  Monaten  von
1894  war  die  Nachfrage  nach  Arbeitern  groß  und
dringend,  und  wiesen  schon  die  ersten  neun  Monate
des  vorangegangenen  Jahres  eine  Zunahme  auf,  so
        <pb n="394" />
        mußte  schließlich  zufolge  der  dringenden  Nachfrage
doch  wieder  eine  kleine  Anfüllung  aus  den  Straits
genommen  werden.

Die  Ziffer  der  Straits-Anfüllungen  wurde  größtentheils
  durch  die  ersten  drei  Monate  des  Jahres  1894
geliefert;  man  benöthigte  der  Arbeiter,  welche  in
1893  verschrieben  worden  waren,  zur  Bewirkung  der
Ernte  von  1894.  Die  Zahl  derjenigen,  die  auf
dem  Einwanderungsbürcau  Kontrakte  eingingen,  war
in  1894  geringer  als  im  vorigen  Jahre.

Dagegen  ist  die  Ziffer  der  Kulis,  welche  durch
„Laukehs“  (alte  Kulis)  mitgebracht  wurden  und  auf
den  Unternehmungen  kontrahirten,  in  1894  erheblich
größer.  Dieses  letzte  System  wurde  allgemein  als
das  beste  und  am  wenigsten  kostbare  der  Eimvanderung
  angesehen.  Die  Zahl  der  durch  „Laukehs“
mitgebrachten  Kulis,  welche  über  die  Straits  in  Deli
ankamen,  ebenso  wie  diejenigen,  welche  mit  Sparpfennigen
  über  die  Straits  zurückkehrten,  ist  in  beiden
Fällen  kleiner  als  in  1893.  Dieses  zeugte  von  einer
größeren  Vorliebe  für  den  Gebrauch  der  direkten
Linie.  Die  Pestepidemie  in  China  hatte  keinen  Einfluß
  auf  die  direkte  Einwanderung.  Die  nöthigen
Vorsichtsmaßregeln  wurden  sowohl  in  Swatow  als
in  Deli  getroffen,  und  war  man  auf  alle  Eventualitäten
  vorbereitet.

In  1894  sind  in  Deli  19  direkte  Dampsschiffe
von  Swatow  angekommen  und  haben  5994  Passagiere
angebracht.  Von  diesen  zeichneten  3386  die  Arbeitskontrakte
  auf  dem  Einwanderungsbüreau,  während
1935,  welche  durch  „Laukehs“  mitgebracht  worden
waren,  auf  den  Unternehmungen  Kontrakte  eingingen,
94  Mann  sich  als  Krämer  oder  als  Gemüsepflanzer
niederließen,  102  Mann  nach  einem  kurzen  Aufenthalt
in  Deli  nach  China  zurückkehrten;  477  „Laukehs“
kehrten  nach  einem  kurzen  Aufenthalt  in  China  nach
Deli  zurück.

In  den  Straits  wurden  857  Einwanderer  engagirt
  und  zwar:

zusammen  in  Penang  268  Mann

-  Singapore  589
darunter  im  1.  Quartal  710  Mann

2.  -  107  =

3.  -  40  -  857  -

Mit  „Laukehs“  kamen  von  China  über  Straits
auf  eigene  Kosten  und  ohne  Protektorats-Kontrakte
2145  Mann  an,  welche  auf  den  Unternehmungen
Kontrakte  zeichneten;  161  Einwanderern,  die  auf
eigene  Gefahr  mit  Segelschiffsgelegenheit  von  Hainan
nach  Deli  gekommen  waren,  wurde  durch  Vermittelung
des  Einwanderungsbüreaus  zu  Arbeitskontrakten
verholsen.  Die  Gesammtanfuhr  war  demnach:
aus  China  3386  Arbeitskontrakte  auf  dem

Einwanderungsbürcau,
-  1935  Arbeitskontrakte  auf  den
Unternehmungen,
94  ließen  sich  als  Krämer
und  Gemüsebauer  nieder,

857  Mann

„

 

323  —

aus  China  102  kehrten  nach  einem  kurzen
Aufenthalt  in  China  nach
Deli  zurück,
zurückgekehrte  „Laukehs“,
Arbeitskontrakte  auf  den
Unternehmungen,

...  4
-  über  Straits  245

—
—

***

kden  Straits  857  Protektorats-Kontrakte  zu
Penang  oder  Singapore,
Hainan  161  per  Segelschiff,
zusammen  7257  Einwanderer.

Von  den  102  Mann,  welche  nach  einem  kurzen
Aufenthalt  in  China  wieder  zurückkehrten,  sind  98
nicht  in  der  oben  gegebenen  Uebersicht  aufgenommen,
woraus  sich  der  Unterschied  in  der  Gesammtsumme
erklärt.

Nach  China  kehrten  mittelst  direkter  Gelegenheit
1350  Passagiere  zurück:

854  nahmen  Sparpfennige  mit  von  s  84  748

105,  welche  über  die  Straits  zurückkehrten,
  nahmen  Sparpfennige  mit  im

Betrage  do  33442
während  per  Brief  durch  Wcchsel,

welche  beim  Einwandererbürcau  durch

14  Geldabsender  gezogen  wurden,  noch

abgesandt  siid  –.n  4940

zusammen  s  123  130
wodurch  die  Gesammtsumme  der  früheren  Jahre  auf
etwa  §  620  000  gebracht  wird.

Die  Beschaffenheit  der  angeführten  Arbeiter  war
befriedigend,  und  der  Prozentsatz  der  für  Feldarbeit
Untauglichen  war  viel  geringer  als  im  vorigen  Jahre.

Einwanderung  von  Eingeborenen  Niederländisch-Indiens.


Die  umstehend  folgende  Nachweisung  giebt  eine
Uebersicht  der  Eingeborenen  Niederländisch-Indiens,
welche  1894  vor  dem  „Protectorate  ol  Emigrants“
hierselbst  Arbeitskontrakte  eingingen.

Zufolge  dieser  Nachweisung  betrug  die  Anzahl
der  niederländisch-indischen  Eingeborenen,  welche  während
  des  vergangenen  Jahres  hier  Arbeitskontrakte
eingingen,  1160  gegen  722  in  1893,  1234  in  1892,
1839  in  1891  und  4021  in  1890,  was  eine  Zunahme
  von  438  gegenüber  der  Ziffer  von  1893
ausmacht,  jedoch  noch  immer  unter  der  Zahl  der
drei  vorangegangenen  Jahre  bleibt.

Von  dieser  Summe  von  1160,  darunter  897  Javanen,
  114  Bandjeresen,  96  Baveaner  und  53  Eingeborene
  anderer  Theile  Niederländisch-Indiens,  kontrahirten
  460  für  die  Residentschaft  „Ostküste  von
Sumatra“  als  Haus=  und  Scheunenbauer,  Wegearbeiter,
  Holzfäller  und  gewöhnliche  Arbeiter  gegen
408  in  1893,  407  in  1892,  497  in  1891  und
1523  in  1890.  Von  diesen  460  Arbeitern,  die  für
die  Ostlüste  von  Sumatra  zu  Singapore  Kontrakte
abgeschlossen  haben,  waren  359  Javanen,  84  Baveaner,
8  Bandjeresen  und  9  Eingeborene  anderer  Theile
Niederländisch-Indiens.
        <pb n="395" />
        —  324  —

 

 

 

 

 

 

 

 

Zahl  Bestimmun  ei  Monatlicher  Empfangener  ·
der  Arbeiter  st  9  Kontraktszeit  Lon  Vorschuß  Art  der  Arbeit
136|Deli  8  Monate  bis  1  Jahss7  bis  8  1  bis  820  Haus=  und  Scheunenbauer,
Wegearbeiter,  Holzfäller  und
gewöhnliche  Arbeiter.
305Langkat.  desgl.  desgl.  &amp;amp;  1  bis  524  desgl.
19  iak  .  1Jahr  IS  8  Wegearbeiter
Indragiri.  A4  Monate  bis  1  Jahrs  8  bis  S  12|  16  biss  24Haus=  und  Scheunenbauer,
Wegearbeiter,  Holzfäller  und
gewöhnliche  Arbeiter
47  Diohor  .Jahr  bis  15  Monatess  4,%  und  85824  und  8225  Kaffeepflanzer
2Selangor  .  1  Jahr  s  6  24  Hausdiener
13  Pahang.  .  .  ..  3  Monate  8  bis  §1238  8  bio  §  12  Holzfäller
19Westaustrallten  2  Jahre  &amp;amp;  1,110  36biss  39,1|  Gewöhnliche  Arbeiter
443/  Britisch-Nordborneo  1  Jahr  s  24  Haus=  und  Scheunnenbauer,
Wegearbeiter,  Holzfäller  und
gewöhnliche  Arbeiter
156|Deutsch-Ostafrika  2  Jahre  *  10  s  40  deogl.
Zus.  1160

Für  Indragiri  kontrahirten  hierselbst  20  Leute
als  Haus=  und  Schennenbauer,  Wegearbeiter,  Holzfäller
  und  gewöhnliche  Arbeiter  gegen  45  in  1893,
für  die  Halbinsel  Malakka  62  (wovon  47  für  Djohor)
gegen  40  in  1893,  161  in  1892,  83  in  1891  und
25  in  1890,  und  für  Westaustralien  19  gegen  keinen
im  Vorjahre.

Die  hohen  durch  Britisch-Nordborneo-Tabak  in
1894  erzielten  Preise  haben  diese  Kultur  dortselost
ermuthigt,  und  dieses  hat  Anlaß  gegeben,  daß  die
Anzahl  der  niederländisch-indischen  Eingeborenen,
welche  im  verflossenen  Jahre  für  Britisch-Nordbornco
hierselbst  Kontrakte  abschlossen,  zunahmen,  nämlich
443  gegen  190  in  1893,  30  in  1892,  861  in  1891
und  2383  in  1890.

Wie  man  sagt,  sollen  die  Pflanzer  in  Britisch-Nordborneo
  wiederum  Vorkehrungen  treffen,  um  die
Zustimmung  der  niederländisch-indischen  Regierung
zur  Werbung  von  Arbeitern  in  Niederländisch-Indien
für  genanntes  Land  zu  erhalten,  da  der  Gehalt  der
Kulis,  welche  sie  von  Singapore  bekommen,  viel  zu
wünschen  übrig  läßt.

Ferner  ist  aus  der  hierneben  überreichten  Nachweisung
  ersichtlich,  daß  die  Löhne  für  Deli  und
Langkat  gleich  den  in  den  drei  vorangegangenen
Jahren  gezahlten  blieben,  nämlich  von  Dollar  7  bis  8.
Für  Indragiri  wurden  Dollar  8  bis  12  bezahlt,
gegen  Dollar  8  in  1893,  für  die  Halbinsel  Malakka
Dollar  4,50  bis  12  gegen  Dollar  4,50  bis  8  in
1893,  Dollar  3  bis  9  in  1892  und  Dollar  4,50
bis  12  in  1891,  für  Britisch-Nordborneo,  ebenso
wie  in  1893  und  1892,  Dollar  8,  und  für  Deutsch-Ostafrika
  Dollar  10  monatlich.

In  früheren  Jahren  wurde  eine  Tabelle  eingesandt,
  welche  die  zufolge  Angabe  der  eingeborenen
Berichterstatter  von  Java,  Bavean  und  Bandjermasin
zu  Singapore  angekommenen  Einwanderer  darlegte;
da  es  sich  jedoch  mehr  und  mehr  herausstellte,  daß
es  in  dieser  Weise  nicht  möglich  ist,  einigermaßen
zuverlässige  Zahlen  betreffs  dieser  Einwanderung  zu

erhalten  und  es  an  einer  Kontrole  hinsichtlich  des
Passagierverkehrs  in  diesem  Hasen  von  Verwaltungswegen
  mangelt,  so  wird  mit  der  Einreichung  erwähnter
  Tabelle  nicht  fortgefahren.

Vorschiedene  Mittheilungen.
Bremens  Dandel  mit  Afrika.

Dic  neuesten  statistischen  Mittheilungen  über
Bremens  Handel  und  Schifffahrt  im  Jahre  1895
geben  folgende  Uebersicht  der  Entwickelung  der  Beziehungen
  zwischen  Bremen  und  Afrika  seit  der
Mitte  des  Jahrhunderts.

Es  belief  sich  die  Einfuhr  Afrikas  nach  Bremen
in  den  Jahren:

 

l  l
1847  1857
auf  bis  bi
E  1861/1871)
Millionen  —mmmA
Mtr.  Cir.0,0040,  006,  0,018  0,042  0,023  0,054  0,091
Millionen  Ü  I
Mark  0,220,  0,410  2,087,  4,313.  3,689,  9,221  11,183
Die  Ausfuhr  Bremens  nach  Afrika:
l  l
.0,020  0,022

0,687.  0,720

l  l

1867  1877  18821887/1892

bis;  bis  bio  bis  bies

1881  %  1886|  1891  1895
l

 

 

0,023l  0,036
2  1,078

Millionen  A  l
Mkk.Ctr-0,002»0,01110,011

Millionen
Mark  034  0377.  0,460

 

Goldproduktion  der  südafrikanischen  Republik
(Transvaal).“)
Die  Goldausbeute  des  Witwatersrand  hat  sich  im
Jahre  1894  gegen  das  Vorjahr  um  545  686  Unzen
oder  36,90  Prozent  und  im  Werthe  um  1775894

*)  Aus  dem  Bericht  der  Handelskammer  zu  Port

 

Elizabelh  für  das  Jahr  1894.
        <pb n="396" />
        —  325  —

Pfd.  Sterl.  oder  34,23  Prozent  vermehrt,  eine  Zunahme,
  wie  sic  bisher  noch  nicht  zu  verzeichnen  war.
Seit  Eröffnung  der  Goldminen  in  Witwatersrand
im  Jahre  1887  sind  im  Ganzen  6  580  399  Unzen
Gold  gewonnen  worden.  Auf  dic  einzelnen  Jahre
vertheilte  sich  die  Produktion,  wic  folgt:

1887  23  125  Unzen,
1888  208  122
1889  411  557
1890  494  812
1891  729  268  =
1892  1  210  869.
1893.  1  478  47
1894  2  024  164

Die  außerordentliche  Steigerung  der  Produktion
im  letzten  Jahre  ist  auf  Verbesserungen  im  Ausbenteverfahren
  zurückzuführen.

Insgesammt  wurden  in  Transvaal  im  Jahre  1894
2265  853  Unzen  Gold  gewonnen,  die  sich  auf  folgende
  Bezirke  vertheilen:

Witwatersrand

De  Kaap

Lydenburg.  .  .  .  ..  60  275

Klerksdorp  u.  Potschesstrom  77714

Zontpansberg..  .  10629  —

Malmani  491141

2  024  164  Unzen,
.  92577  —- 



VVVVVVVVVVVVVVVVVVVVIVVVVVVVVYVV’

Tikterakur.

A.  Freiherr  v.  Fircks:  Aegypten  1894.  II.  Theil.
Berlin  1896.  Dietrich  Reimer.

Dem  hier  vor  Kurzem  angezeigten  ersten  Theile
des  vortrefflichen  Handbuchs  des  modernen  Aegypten
ist  jetzt  die  zweite  abschließende  Hälfte  gefolgt.  Sie
ist  ausschließlich  der  Schilderung  der  Verwaltung,
Rechtspflege,  des  Religionswesens,  der  Schule,  des
Handels  und  Verkehrs  gewidmet.  Das  Nilreich
bietet  auf  allen  diesen  Gebieten  so  viel  des  Merkwürdigen
  und  einzig  Dastehenden,  daß  die  fleißige
hier  vorliegende  Arbeit,  welche  das  gesammte
Material  vorführt,  einen  nicht  zu  unterschätzenden
Werth  für  verschiedene  Wissenschaften  besitzt.  Den
Kenner  Aegyptens  interessiren  aber  die  Fircksschen
Angaben  natürlich  noch  in  ganz  besonderem  Maße.
Ihm  sind  auch  die  am  Schlusse  des  Bandes  befindlichen
  Litteraturangaben  sehr  willlommen.  Das
Werk  dürfte  in  Zukunft  der  unentbehrliche  Nathgeber
jedes  Reisenden  sein,  der  von  Aegypten  etwas  mehr
als  die  Hotels  kennen  lernen  will.

A.  Seidel:  Geschichten  und  Lieder  der  Afrikaner.
Ausgewählt  und  verdeutscht.  Berlin.  Verein  der
Bücherfreunde.  Schall  &amp;amp;  Grund.

Der  in  vielen  Sprachen  bewanderte  Sekretär
der  Kolonialgesellschaft  hat  hier  Sagen  und  Märchen
sowie  einige  Lieder  verschiedener  afrikanischer  Völker

 

in  bequemer  Form  dem  größeren  Publikum  vorgeführt.
  Er  bietet  dankenswertherweise  auch  die
Singweisen  einzelner  Lieder.  Schon  die  von
Büttner  seiner  Zeit  herausgegebenen  Erzählungen  der
Suaheli  haben  vielfaches  Interesse  erregt.  Es  ist
anzunehmen,  daß  es  bei  dieser  Sammlung,  welche
Poesien  der  verschiedensten  Stämme  bietet,  in  noch
erhöhterem  Maße  der  Fall  sein  wird.

Zeitschrift  für  afrikanische  und  oceanische
Sprachen  mit  besonderer  Berücksichtigung  der
Deutschen  Kolonien.  II.  Jahrgang.  1896.

Das  vorliegende  zweite  Heft  enthält  tunesische
Kinderlieder,  Geschichtchen  u.  s.  w.  mit  Uebersetzung
und  Erläuterung  von  H.  Stummc,  eine  Erzählung
der  Wa-Shambala  in  Uebersetzung  A.  Seidels,
einen  Aufsatz  von  K.  Meinhof  über  die  Bedentung
des  Sotho  und  die  Fortsetzung  der  Würgschen
Pokomogrammatik.

II.de  Rothschild:  Notes  alricaines.  Paris  1896.
Calman  Levy.

Die  Schrift  bietet  in  unterhaltender  Form  die
Schilderung  der  Erlebnisse  des  Verfassers  auf  einer
Reise  durch  Algier  und  Tunis,  wo  er  dank  einslußreicher
  Empfehlungen  so  Manches  zu  sehen  bekam,
  was  dem  gewöhnlichen  Reisenden  entgeht.

E.  F.  Knight:  Madagascar  in  War  Time;  The
„Times“  sbecial  correspondents'  experiences
among  the  IIovas  Gduring  the  lrench  invasion
ofl  1895.  London  1896.  Longmans,  Green
and  Co.  4  4

Der  Madagaskarberichterstatter  der  Times  giebt
hier  eine  durchgesehene  Zusammenstellung  seiner  Briefe
aus  der  Zeit  des  Krieges  der  Franzosen  mit  den

Hovas.  Obwohl  alle  Zeitungen  über  diesen  Feldzug

  eingehend  berichtet  haben,  bietet  das  Buch  doch

manches  Neuc  und  Interessante  und  zerstört  manche

Legende  der  Französischen  Blätter.

Charles  Sydney  Goldmann:  South  African
mines,  their  pDosition,  results  and  derelopments
  together  with  an  account  of  diamond,
  land  finance  and  kindred  concerns.
London,  Johannesburg  1895/96.  Ellingham
Wilson  &amp;amp;  Co.  Argus  Printing  and  publishbing
  Comp.  3  vols.

L.  de  Launay:  Les  mines  d'’or  du  Transvaal.
  Paris  1896.  Baudry  &amp;amp;  Co.,  Librairie
polytechnique.

Neben  der  vortrefflichen  älteren  Arbeit
Schmeissers  über  die  Transvaalgoldfelder  verdienen
  jetzt  die  hier  aufgeführten  neuen  Werke
mit  besonderer  Anerkennung  genannt  zu  werden.
Das  große,  in  drei  Bänden  erschienene  Werk  Goldmanns
  ist  das  ausführlichste  Nachschlagebuch  über
alle  südafrikanischen  Minen  und  Minengesellschaften,
        <pb n="397" />
        welches  vorhanden  ist.  Auf  575  enggedruckten
Seiten  größten  Buchformats  behandelt  der  erste  Band
allein  die  Rand  Mining  Companies,  der  zweite
auf  206  Seiten  die  Miscellancous  Companies,  d.  h.
die  Goldgesellschaften,  die  außerhalb  des  Witwatersrand
  in  Südafrika  thätig  sind,  die  Diamantenunternehmungen
  u.  s.  w.,  der  dritte  Band  die
werthvollen  geologischen  Karten,  Pläne  der  meisten
Bergwerke  und  dazu  eine  Menge  Materialien  zur
Veranschaulichung  des  Betriebs  der  südafrikanischen
Minen.  —  Das  prachtvoll  ausgestattete  Werk  dürfte
für  Jeden,  der  sich  mit  den  südafrikanischen  Goldunternehmungen
  näher  beschäftigt,  unentbehrlich  sein.
Allerdings  liegt  sein  Schwerpunkt  weniger  auf
wissenschaftlichem  als  auf  geschäftlichem  Gebiete.

Während  das  Goldmannsche  Buch  mehr  für
ein  Publikum  berechnet  ist,  das  in  Südafrika  schon
Bescheid  weiß,  verfolgt  das  wissenschaftlich  gehaltene,
aber  sehr  lesbare  Werk  de  Launays  den  Zweck,
weitere  Kreise  über  Südafrika  und  seine  Mineralschätze
  aufzuklären.  Der  Verfasser  hat  das  Land
selbst  besucht  und  studirt  und  ist  in  der  Lage,  die
bisherigen  Kenntnisse  besonders  über  die  Geologie
der  Goldgebiete  und  ihre  Entwickelung  durch  neue
Beobachtungen  zu  ergänzen.  Er  bietet  außerdem
eine  interessante  Schilderung  des  Klimas,  der  Bodenoberfläche,
  der  Erzeugnisse  und  Verkehrsmittel  Trans-326



 

vaals  sowie  seiner  Geschichte.  Der  Haupttheil  des
starken  Bandes  ist  der  Organisation  der  Bergwerksindustrie,
  der  Geologie  der  Goldbezirke,  dem  Betrieb
der  Bergwerke,  ihrem  Ertrage,  dem  Goldhandel  und
der  Zukunft  des  Landes  gewidmet.  In  einem  Anhang

  behandelt  der  Verfasser  die  außerhalb  des
Transvaal  gelegenen  Goldminenbezirke.

Das  ganze  Werk  ist  so  klar  und  verständlich  geschrieben,
  dabei  so  voll  des  Neuen  und  Interessanten,
rs  es  au  —  W  werden  kann.

 

Tilterakur-erzeichnik.

Fisher,  W.  E.  G.:  The  Transvanl  und  the  Boers.  G  sh.
Chapmnn  &amp;amp;  lIlall  in  London.
Madugascur  in  war  time.  12  sh.  6  d.
ongmans  &amp;amp;  Co  in  London.
(The  lund  of  gold.  7  sh.  6  d.
Low  &amp;amp;  Co.  in  London.
Lannay:  Les  Mines  d'’or  du  Traner  nnl.  15  Pres.
Baudry  &amp;amp;  Co.  in  Pauris.
Rothschild:  Notes  africaines.  3  Pres.  50  Cts.
Culman  Leyy  in  Huris.
Die  evangelischen  Missionen  in  den  deutschen  Kolonien
  und  Schutgebieten,  herausgegeben  von  dem  Ausschit
  der  eutschen  evangelischen  Missionen.  80  Afg.
Buchhandlung  der  Berliner  angelischen  Missiong
deselischen,  Verlin,  Friedenstr.

Knight,  E.  F.:
Priec,  J.  N.:

VVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVD

Schiffsbewegungen.

(Die  Zeit  vor  dem  Orte  bedeutet  die  Ankunfst,  hinter  dem  Orte  die  Abfahrt  des  Schiffes.)

„Bussard“  Sydney  1/5.  —  9)/5.  Cooktown  12/5.  —  Schugebieten.
Sansibar.)

30/12.  Kamerun  6/5.  —  12/5.  St.  Paul  de  Loanda  12/5.  —  Swakopmund.

(Poststation:  Hospostamt.)

(Post-(Poststation:

  Sydney.)

(Poststation:  Kapstadt.)
(Poststation:  Kamernn.)

S.  M.  S.  „Condor“  5/2.  Sansibar.  (Poststation:
S.  M.  S.  „Falke“  15/4.  Apia.  (Poststation:  Hofpostamt.)
S.  M.  S.  „Hyäne"
station:  Kapstadt.)
S.  M.  Vermessungsschiff  „Möwe“  8/1.  Matupi.
S.  M.  S.  „Seeadler"  20/2.  Kapstadt  30/4.  —  Swakopmund.
S.  M.  S.  „Sperber“  1/5.  St.  Thomé  3/5.  —  5/5.  Kamerun.

Ablösungstransporte:
Fahrplanmäßige  Reichspostdampfer  der  deutschen  Ostafrika-Linie  mit  dem  Ablösungstrausport  S.  M.  S.
„Con

dor"  —  ganze  Besatzung:

Ausreise:  Reichspostdampfer  „Kaiser“:
Reichspostdampfer  „Bundesrath“  Sansibar  5/5.  —  Hamburg.

Heimreise:

Hamburg  25/3.  —  30,  4.  Sansibar.

 

DPerkehrs-Machrichten.

Schlffsbewegungen  der  Deutschen  Ostafrika-Linie  (Hamburg—Ostafrika).

 

 

 

Reichspostdam  Reise  Leßte  Nachrichten
possdanpffer  von  nach  bis  23.  Mpril  1890
Kaiserrr  Hamburg  Durban  am  20.  April  an  Aden.

„Kanzler-  ······  Durban  Hamburg  am  20.  April  an  Aden.
—  ..  Hamburg  Durban  am  19.  April  an  Durban.
„Reichstag“.  urban  Hamburg  am  19.  April  an  Marseille.
„Admiral  zur  Zeit  im  Zamburget  Hafen.
„General!  -  Hamburg  Durban  am  12.  April  ab  Las  Palmas.
        <pb n="398" />
        327

Voftdampfschiffverbindungen  nach  den  deutschen  Schusgebleten.  —

Beriefe  müssen  aus
Berlin  spätestens
abgesandt  werden

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die  Abfahrt  erfolgt  Ausschiffungshafen.
Na  vom  Ein-  auer
ch  schiffungohafen  an  folgenden  Tagen  der  Ueberfahrt
am  3.,  24.  „Zuni,  15.  Julil  Dar-es-Salam
E“  Schiffe)  120  a  u  Ta
-  Brin  am  28  um  19ulcSantar  ge
1.  Deutsch-  Olafrika.  —
Marseill  am  10.  jedes  Mts.  Sansibar  18  Tage
#  franzusisheschl#e  4°%  mms.  6  —
Southampton  jeden  Sonnabend  “  stadt  1  E3
(englische  Schiffe)  40  ums.  Landwege  Nach  Warmbad  bl.
2.  Deutsch-üdwestafrika.  mit  nagi  del
Hamb  am  31.  Juli,  30.  Sept.  Swakopmund  30  Tage
Modne  ——  nacht  —
Hamburg  am  10.  jedes  Monats  sKamerun  24  Tage
3.  R  (deutsche  Schiffe)  nachts
Kamerun/;  Liverpool  am  16.  Juni,  8.  Juli  Kamerun  22  Tage
(englische  Schiffe)  —  —
am  10.  jedes  Mis.  nachts  Klein  po  20
4.  Togo-Gebiet  am  20.jedes  Mts.  Lome  1  Zag  Tage
(Fvon  Accera  bez.  Quittah  oo  W  -  g0R  20n
miltelst  Boten  nach  Lome  #am  behtensed.  Mts.  *  vd.  Arct
und  Klein-Popo).  17.  Juni,  Quittah")  oder  Klein-E*7
  L  1  154Jkls——f  »H-OPI»-  5  Tage
am  1.  Juli,  26.  August  Friedrich  n
5.  Deutsch-leu-Guinea.  T  abds.  hafe  n  Tage
am  5.  Juli,  30.  August  1  Tage
ih  abds.  E—  —
disi  am  un,  30.  August  Jaluit  etwa  60  Tage
6.  Marshall  ·  Inseln.  rhB  gus

 

 

 

 

 

 

Eintreffen  der  ven  aus  den  deutschen  Schutzgebieten.

 

 

am  1.,  19.,  22.  Juni,
13.,  17.  Jul
0½  abds.

am  8.  jedes  Monats
Zes  9°6  abds.

jeden  Freitag  1138  oms.
am  31.  Juli,  30.  Sept.
7%  abds.  m

am  404  jedes  Monats

am  55  Juni,  6.  Juli
ms.

am  10.,  20.  und  Letzten
jed.  Mts.  720  abds.

am  1.,  15.,  29.  Juni,
13..  Juli“  15  mms.

am  29.  Juii,  3.  uli,
24.,  August

M  3.  Juli,  28.  August.
103  abds.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Landungs-Die  Post  ist  fälisl  Landungs-  Die  Post  ist  fällig
Von  huen  .  une  P  Von  hafen  in  Berlin
Neapel  ames.  uni,  24.-Juli.  4  Laon#g  10.*  und  26.=Deutsch
  ·  Ostafrita  ..  Brindisi.  .  am  uni,  15.  dun  Togogebiet..  .  .··  amburg  ..  am  10./  un  .
scha-  I  karseille..am1JumI  H  gog  jedes  Monats
6Q  «  ""«—«T·«che"—«———«a-I1128.Iihrs--Deutsch
  Sudweitafrtka  Plymouth  ·  unbestunmt  3  De  utsch-neu-Guinea.  Neapell..  —Maa
—  —  58
Hamburt  am  26  *  jed.  Monats  ·
KameVuU-«««  xwekpoogl  am  18.  Juni.  Marshall-Inseln.  Marseille  .  am  13.  oder  25.Juni,
16.  J  8.  oder  20.  August
*  Fälligkeitstage  für  96„  mit  it  deutschen  Schiffen  eintreffenden  Posten.
Sllssbewegangen  der  Woermann  ·  Linle.  —  —
½2m  Reise  Letzte  Nachrichten
Postdampfer  von  nach  bis  28.  Mai  1896
„Aline  Woermann“.  Ponta  Negra  Hamburg  21.  Mai  in  Lagos.
„Anna  Woermann“  Hamburg  Kap  Palmas  25.  Mai  in  Tanger.
„Carl  Woermann“  Hamburg  Kotonon  26.  Mai  in  Kotonou.
„Eduard  Bohlen“  Hamburg  Congo  30.  Mai  ab  Hamburg.
„Ella  Woermann“  Kap  Palmas  Hamburg  26.  Mai  in  Sierra  Leone.
„Gertrud  Woermann“  Hamburg  Ponta  Negra  22.  Mai  in  Las  Palmas.
„Gretchen  Bohlen“  Hamburg  Kotonou  23.  Mai  Dover  passirt.
„Hedwig  Woermann“  otonon  Hamburg  26.  Mai  in  Madeira.
„Jeannette  Woermann“  Venguela  Hamburg  22.  Ma  in  Accra.
„Kurt  Woermann“  Hamburg.  Loanda  23.  Mai  in  Accra.
„Lulu  Bohlen“  Hamburg  Ponta  Negra  10.  Juni  *  Hamburg.
„Marie  Woermann“  Hamburg  Ponta  Negra  27.  Ma  abun.
„Melita  Vohlen“  .  ambur  Lüderitzbucht  31.  Ma  ab  Hamburg.
„Professor  Woermann"“  .  Kap  Palmas  Hamburg  28.  Mai  Ushant  pas  irt.
„Thekla  Bohlen“  .  Swalopmund  Hamburg  28.  Mai  in  Bonny.
        <pb n="399" />
        328

 

S.—  Worke  der  deutschen  und  ausländischen  litteratur.

lund#edörterbicch  der  enylischemn

  zenck  deiceschen  Sracche

von  Thieme-  MRE!  4.  Aull.

51  Bogen.  Geb.  Alk.

Verlag  von  m  &amp;amp;  Lehmikunl
in  Hamburg.  (G)

 

4#  Kuass,  Sberialkarte  von
Tcutsch-Ostafrikd,  J.2  Mikz.

mit  Nebenkarten  1:750000.  Grösste
Kurte  dieser  Kolonic.  Sünnntliche
umtlichen  W  ie  DI  ivater  IIr

Itinerare  etc.  sind  erschöpfend  verurbeitet.
  Eisenbahnen  und  deren
Projekte,  letzte  Veränderungen  der
Schutztruppe,  D’ost-  und  Zollämter,
Aissionen  u.  P’lantagen  wurden  eingehend
  berücksicht.  Unentbehrlich
lür  Jeden  Koloninlireund.  Dr.  3  Mk
S.  Schropp,  Berlin  W.,  Jägerstr.  61.

Krieysgecken#rbee  uus  d.  Kladderadatsch.
  Ernst  u.  IIumor  aus  dem
Jnhre  1870/71.  Vers  u.  I’rosa  von  d.
bekannten  Pladslerackatseneleirten.
J.  Trojun  u.  J.  Lohmeyrr.  Gelh  A  3,  50.
Verl.  von  C.  T.  Wiskott  in  Breslau.

 

 

eeeo

4

 

 

KNohlstock,  Dr.  med.,  ürztlicher
Ruthgeber  lür  COstafrika.  und  trop.
Aalaringegenden.  Geb.  Preis  K6.

Morgen,  C.,  Kriegs--  un  ——*
ditionslührung  in  Alrika.  Gch.

Schtocher,  D#.  B.,  Im  deutschen
Goldlunde.  Reischilder  aus  dem

 

Cch.  Treis  „K¾k  3,00.  (opv-)
Verlag  von  ller###n  Peters,
zer

 

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Pr.  Lt.  im  Inl.  Regt.  No.  23.  chemal.
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lumsan.  220  S.  80.  Verlag  von  Karl
Siegismund,  Berlin  W.  41.  AX  3.—.

Jeder  Deutsche  im  Auslande
licst  gern  16  selbst  in  *  hen  Linidern
oit  verbreitete  und  im  18.Juhrk.  ursclleincndlo
Deutsche  anikoin  Mualker  chiung  Prugor)
I#.  in  abonnirt.  Dei  allen  Postanstallen  (einkeragen

  unter  Nr.  1757  l.  1596)  sowie  uren  lie
L  in  Vorlle  8  16  gegen  Einsond.  v.  2,10  M.

 

 

 

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Iuni  1895;  v.  at
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lolenen  (euten  n  Uborr.  frus  v  m.  Fenibnnn  6¼
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und  3  Plünen.  Preis  4.  4.—

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und  am  Teinde.  Mrinncrungen  aus
dem  Unahhängigkeitskriege  der  Con-Iöderirten.
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u.  Kart.  2  Bde.  M  9,—,  geb.

Verlug  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,

Berlin  SWr.

   
  
  

 

   

  

 

Inserale  (für  die  vreigespallene  Pelitzeile  oder  deren  Raum  *  —  sind  an  die  Verlriebeleilung,  Verlin  8W  12,  Kochstraße  68  71,

geiaunntnachumng.

In  das  bei  diesem  Konsulat  geführte
  Prokurenregister  ist  für  die
Kommanditgesellschast  W.  Richter
&amp;amp;  auptniederlassung  Hamburg,
Zweigniederlassungen  in  Zanzibar  und
Lareosalan,  folgende  Eintragung  eraen

  laufender  Nr.  6:  Prokuristen
Apotheker  Walter  Lacuen  und  Kaufmann
  Arthur  Srser,  cerseloft.  ist
eingetragen  am  21.  189

Die  Kalleltioprolunn  ist  hcschen
am  12.  April  1896

Zanzibar,  den  22.  April  1896.
Der  Kaiserlich  deutsche  Konful.

Pauli-  70)

———  --  Wandkarsen.
—-  ouueisien.  kupten,

—l*-*  E  kunr  ",  ½

ALITA

Perers

 

 

usenden.

Jatura-  Ilch.  Ixportgevellbchalt

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in  volltommen  natürlichem  Zustande  ohne  jeden  Zusatz.
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begrente  Zeit  hultbar,  selbst  im  heissesten  Klimn.

für  lrische  Ailch

Bester  rsatz
Un-(711


J’reislisten  und  Broschüren  franko,  AMuster  gratis  und  franko  llamhurg.

 

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vormals  Alfred  Nobel  &amp;amp;  Co.,  Hamburg.

Aelteste  Dynamitfabrik.

Gegründet  1865.

Dynamite,  Gelatine-Dynamite,  Sprenggelatine,  Schiessbaumwolle,

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(7W)

 

Bunk-Conto:  Deutsche  Bank,  Hamburg.

Telegr.-Adr.:  Augascher.

August  Ascher,  Hamburg,

Dovenfleth  29.  —  Permssheechrr:  3339  1

Export  uller  Art  Waaren.

Spedilon.  Import  coloninler,

Deziell  west-  und  ostufrikunischer  Produkte.
Muster,  ¼nerkur  Muktberichte  sowie  jede  gewünschte  Auskunkt  oso
70

u  Dienston.

Correspondtenæ  ertoitnscsit.
        <pb n="400" />
        329  —

 

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enthält  nur  den  Sässstoff  des  Succharins  in  höchster
Reinheit,  abselut  Trei  von  den  Nehenbestundtheilen  des
gewöhnlichen  Snecharins.  Deshulle  reinster  Geschmack  und
bester.  Zuckeresetz.  In  Wasser  leicht  löslich:  durch  ihre
Cpstulle  bietet  sic  entgegen  dem  Succharin  Guruntic  all
soluter  Reinhcit.  *—  Perte  lür  Bre  auereien.  Brennercicn,
I,i  und  riken.  Für  Diubetiker.
Magenleidende  und  Pettsüchtige  Wcstentaschenpackung
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herohen  und  Cehrunchsunweisung  gratis  zur  Verlügung.
  Erhältlich  durch  die  Grossisten,  lür  ülersceisch
durch  die  bekannten  Exporthäuser  in  Ilumburg  und
Bremen  und  die
Chemische  Fabrik  von  Heyden,  bie  beiinter  sehme  schen
Radebeul  bei  Dresden.  G)  Blumen-,  Gemüse-  und  land-Wirthschaftlichen

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versende  ich  über  die  ganze  Weolt.
Specialwersand  nach  d.  Tropen.

Eainen  uc  J.  C.  Schmidat,  Erfurt,
—  Q  2.  Iotliclerant  Sr.  Muj.  des  Kuisers.
Man  verlange  Preislisten.  (864)

 

 

 

 

 

 

 

 

ç  ##3½oóß  ———

rnm—M—s  rWs  W—n  *7  d

is*1  sSins  choll  **

nnerkunnt  solldes  und  reelles
Export-undlmporthaus
wünscht  Verbludung  mit
Importeuren  und  Händlern
europäischer  Fabrikate
sowie  mit  (3/)
PExporteuren  von  Produkten.

Reserenzen  zu  Diensten  und  erbeten.

 

 

 

 

 

red.  von  Losser.  Mei  /mmgen  u.  A.  Bd.  1—10.

Deutsche  Kolonialzeitung,!  1881—93.  (Stalt  20,—)  nur  18.:;  188—10  abart
à  1.50.  -  neust.  ien  illustr.  Auflage  lielern  elng.  gebd.  und  wi-  neu:

Ls  1805.  Stat#.  Brehm'  5  e  5  Bdo.  1803.  (150.-)  Brockhaus’  Conv.

.100,  n  s5  1  irote's  Ulg.  Wellgesch.  12  Bae.  (171.-)  118.—.

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Iien  173  KC  ls  73553.  London  1862?
Mitnehen  1864.  X  AMelbourne  1880
Wir  garantiren  die  IInltbarkeit  #reislisten  stchen  uul  Wnsch
unserer  eigenen  Fabrikate.  zur  Verlügung.  (uuc)

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-Jeingaenlopol  ur  Anu  Ineddan

JNeuebur

    

18  J—  ÊÜ5œ—

Comptolr
        <pb n="401" />
        JVertreten  auf  der  deutschen  Kolonial-Ausstellung  1896.

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W.

E

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M.

4

70

  

 

  
 

ds

 

—  330  —

 

—

Iolonidates  und  Anderes.

Churpenticr.  Russ.  Wanderbilder  Nl.3.

Post.  Dr.  A.  II.,  Arikan.  Jurisprudenz.
Volkerrechte  Alrikas,  l.  10.

Preuss,  D.  Engl.  Stuntsverfassung.
Für  Stantsmänner,  KaufI.,  Schilsrheder,
  Zeitungsleser.  Al.  1.60.

Schinz,  Deutsch-Südwest  -  Alriknu.
bocgghunsn  Illustr.  u.  Kurte  geb.

Lurte  allein  à  2,—.

Pan  ml  ni.  P.,  Die  Inussaländer.
Forschungsr.  M.  Kur
gehb.  M.  12,  —.

Wolsf,  Dr.  V.,  Von  Banana  zum
Kiamwo.  Forschungsr.  M.  Karte.
X.  4.—

Zimmermunn,  Consul  im  Ausw.  Amt,
Preussisch  -  deutsche  llandels--Kolitie.
  Aktenägs.  Darstellung.
.  16,—,  geb.  Nl.  18.—

—.—  Deintchgewerbe  in  SZellesien.
Gewerbe-  u.  Ilandeleolitik  dreier
Juhrh.  2.  Aulfl

—.—  Kolomialgesehichtliche  Stadien.
NM.  6,—,  geb.  Il.  7,—.  (

Oldenburg,  Verl.  Schulzesche  Ilos-Buchhandlung

  (A.  Schwartz).

 

 

 

-n  unmimaun.

Höhr  bei  Coblengx,

Tanpbirenlair#

Export.  (ee)
Die  LErzengnisse  der  Fabrik  sind
in  der  deutschen  Koloninl-Ausstellung
  in  Berlin  uusgestellt.

   

 

 

 

BerlinermechaniseheNetrfabrik.
Franz  Klinder,

Neubabelsberg,

cmplichlt

Fichereinetze

lür

Pinnen-  und  Nochsehscherdl
Export  nuch  ullen  LIIndern.
Geeignete,  tüchilge  Vertreter  gesucht.

 

beutsche  Kolonial-Ausstellung  19968.

—  —

.C.—.

 

 

 

Brauerei  zum  Pschorr,  München.
G.  Pscnonn.
LHoflieferant  Sr.  Mal,  des  Deutschen  Kaisers.
Hoflieferant  Sr.  Maj.  des  Kaisers  von  Oesterreich.

lIn  allen  überseeischen  Lãndernꝰ
vorzüglich  bewährtes  Exportbier.
Alleinige  Depositäre  für  Export:
Paul  Ed.  Mölting  &amp;amp;  Co.,  Hamburg.

Ordres  durch  europäische  Exporthäuser  erbeten.

 

 

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Welt-Ausstellung  Antwerpen  höchste  Auszelchnung,  Ehrendiplom.

1
—.

*

 

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Witterungen,  Wölfe  und  Wild--Glaskugel-

  schweine.

und  '  ».

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Wurfmaschinen.  7  (pKT.  S  41

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4  Fab  ik,  50  Pl.

Huynnui.  Schl.

 

 

 

 

 

 

beutsche  Kolonial-Ausstellung  18986.—  °  —

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4  ———  ————1
        <pb n="402" />
        —  331  —

 

——  beutsche  Kolomial-  Ausstellung  1896.

 

 

V.  V.  .  V.  V.  V

(□J□—V

Verfreten  auf  der  deufschen  Kolonial-Ausstellung  1896.

“

 

 

1——  VVVVLVLVLV.VI

Ed.  Sprenger,  Berlin  SW.  13,  —“

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esondere  Sauart  ur  jedes
..  KI
Schilderungen  und  *  zur  rmurt  unseeronen
.-  «  tssitsllut
Vorbereitung  für  den  Aufenthalt  sl
und  den  Dieust  in  den  Schutzgebirten.  Vertreten  in  der
Von  Deutschen  Kolonial-Ausstellung
Dr.  v.  Wissmann,

Niederlage:
Berlin  W.,  Courbièrestr.  5.

dajor.
Preis  1,20,  elegant  gebunden  2  Mark.

Der  Reichslommissar  Major  v.  Wissmann
  beobachtete  während  seines  Auf––□□.□□□□□—
enthalts  in  Afrika,  wie  unvorbereitetnsesseng  zur  regelmässigen  ürzt-Deutsche
  in  die  Tropen  gingen  und  wie  lichen  Ri5  „pport-  u.  herichterstattung
wenig  sie  die  Bedingungen  des  dortigen  über  die  Kaiserliche  Flisteuye
Lebens  und  Verkehrs  kannten  und  sich  in  beutsch-  Ostafrika.  Preis  80
ihnen  anzupassen  verstanden.  Noch  wäh=  Ferlutz  von  F.  S.  Mittler  &amp;amp;  S
rend  seiner  letzten  großen  Expedition,  Berlin  8W2.
wiischen  dem  Nyassa=  und  Tanganyika=See,
  hat  er  daher  diese  „Nathschläge  und  .  Nch##esen  (llauptm.).  Die
Schildrungen“  niedergeschrieben,  die  Allen  Utuliener  in  Afrika.  Nit  einer  Ueber-.
zu  Gute  kommen  sollen,  die  sich  in  die  Sichtskarte.  I’reis  4
deutschen  Schutzgebiete  oder  in  den  dortigen  Verlag  von  E.  S.  #utuale  4  Sohn,
Neschdient  begeben.  Berlin  SWe.

 

 

 

 

 

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        <pb n="403" />
        —  —  —  —  —

neuen  Reichspostdampfer.  HERIOG
(es  5000  ro/  Doppelschrauben.)  1

Deutschen  Ost-Afrika-  linie.

Anlaufen  sämmtlicher  deutschen  Colonien  in  Afrika  als:
Togo,  Kamerun,  Deutsch-Südwest-Afrika,  Deutsch-Ost-Afrika,
Besuch  von  Capstadt  und  der  interessanteren  Plätze  Transvaals.
Abfahrt  von  Hamburg:  Erste  Hälfte  Juli.
Rückkehr  in  Neapeli  Etwa  Ende  September.
Prospecte  gratis  und  franco  dureh  die

Deutsche  Ost-Afrika-Linie,  Hamburg,  grosse  Reichenstrasse  25,  und  die
Hamburg-Amerika  Linie,  Hamburg,  Dovenfleth  18/21,  (Abtheilung  Personenverkehr),
  sowie  durch  deren  Vertreter.

((2)

 

 

 

  

ngeiandt.  erciclt  xolelie

Praeserratie-  Creom  #urze  Zeit  iden  I’andes  a

.UAdritny,  (es  7%  4.  W  auf  lluclien  hinaus  %

E.  Gerlach’s

Praeservativ-Cream

Patentamtlich  geschützt.
Dies  chemische  Produkt  (Ans  einzige  lür  diesen  Zweck  Cxistirende)
schützt  unbedingt  sicher  gegen  übelriechenden  Schweissfuss.  Wolk-.,
Wund-  und  Durchgehen  der  lüüsse.  Durehreiten  und  jedes  Wundwerden
  des  Körpers,  gegen  alle  Folgen  von  EFlicgen-.  Wespen-  und
NMloskilostichen.  Verbrennungen.  Schmerzen  der  Hühnerangen.,  eingewuchsenen
  Zehennügeln  etc.  Desinlizirt  schnell  Klanenühel.
Schenerstellen,  Geschirr-  und  Salteldruck  bei  D’lerden  und  anderen
Ilausthieren.

Unbegrenzt  haltbar  in  allen  Zonen.
Eingeführt  bei  allen  Truppentheilen  der  deutschen  Armee  und
der  ostufrikanischen  Expedition.

31  mal  preisgekrönt.  Erfludungs-Patent  No.  117129.

«  sKäulllchinbkogenhandlungenumäApothekemBezugdurchalledculschen
Schutz-Marke.  Exporthäuser.
Bewerbern  stehen  F’reise  u.  ’rospekte  in  17  Sprachen  zur  Verlügung.

Eduard  Gerlach,  Lühbeeke  in  Westlalen  (Deutschland).

Spezialfabrik  für  Viehmedikamente,  Artikel  für  Thierpflege  und  Landwirthschaft.

Wo  meine  Praeservalv-  Cream  nicht  zu  voller  Zufriedenhbelt  angewandt  seln  sollte,  wird  Kostenpreis,
auch  von  meinen  Miederlagen,  zuruckvergütet.  s

Ists-Islzj(s,«-«zjcsrlsilfzkxfmh

 

 

   

(:-.«.)
        <pb n="404" />
        --  Weingutsbesitzer  .  Export  von  .-Gebr
  J  UIlLgin  hein-,  Mosel-  und  Pfal-ein
1  *  1  Rüdesheim  a.  Rn.,  nuch  allen  Wellttheilen.  (us)  —

 

 

 

 

 

Cöwenbräu

München.

Grösste  Braverei  Deutschlands.
General-Vertreter  für  Eyport-Ebert
  &amp;amp;  Weiszilog,  Hamburg.

Dashier  wirdinderkellereiderbrauereiin  Minebensehdstauf  Flasehengefüll.

 

(W)

Ordres  durch  europ.  Exporthäuser  erbeten.

 

 

l*  .

schneiderösteiHer

Weinbergsbesitzer
Schierstein  I.  Rheingau.
Versand  naturreiner  Weine  des  Rhelngaus,  Rheinhessens,  der  Plalz  sowie

von  der  Mosel  und  Snar.

EGrossisten  und  Exporteuren  entsprechender  Rabatt.
Sortirte  robenkisten  Depen  gen.  Bercchnung.  G##  )

ss3

   

  
 

 

—

Joseph  Klar,  Samenhandlung,
80  Linienstrasse  BERL  IN,  Linienstrasse  80,

IHoflieferant  Sr.  Il#Jesede  des  Keisers.  —

oflerirt  nebst  troplschen  Frucht-  und  Nutzpflanzen-Samen  auch  solchen  von  Gemisen,  Soweit  sich  dieselben

nuch  den  der  botanischen  Centralstelle  in  Berlin  gemachten  Mittheilungen  uls  für  den  Anbnu  in  den  Tropen

geeignet  erwiesen  haben.  —  Da  die  botunische  Cemralstellc  nur  für  einmulige  Versuche  im  Kleinen  Gemisc-Sumen

  liekert,  s0  ollerire  ich  für  grösseren  Bedurl  gegen  fr.  Einsendung  von  Murk  12,—  frano  aller  deutschen
afrikunischen  Kolonien  gut  rerpuckt  1  Kollektion  von  Brutto  5  resp.  3  Kilo  incl.  Emballage.

Illustrirte  Katuloge  gratis.
        <pb n="405" />
        hrannschwolger  Wurst

und

Fleischwaaren-Pabrile
Denecke  &amp;amp;  Himmel

Tollicheranten,  (7)
Braunschweig,
liesern  Fleischwaaren  lür  Pxportnach
  ullen  Zonen  der  Erde

 

 

Aelleste  deutsche
Schaumwein  Kellerei
CGegründet  1826.

Kessler  Cabinet

dry  &amp;amp;  ertra  dry

G.  C.  Kessier  &amp;amp;  Co.
K.  W.  llollieferanen
G½)  Esslingen.

—  334  —1

Zur  Heilung  der  Malaria

(Wechsel-  oder  Sumpllieber)

wird  hierdurch  das  von  der

Chemischen  Fabrik  auf  Aoeiiend.  im  E.  Schering)  zu  Berlin

——.

(Salzsaures  Phenocoll)
allen  nenens  (  bestens  empfohlen.

Sinc  grosse  Reihe  italienischer  Acrzte,  u.  A.  di##  Drs.  l'rosessor
Albertoni,  Professor  Cervello,  Dr.  Cucco,  Dr.  Dall  Olio.  l'ro-Ilossor
  AuOsso,  Dr.  Venturini  und  violc  andoere  haben  nmit  dem  Mittel
üherr:  eschende  TIlcilerolge  hbei  Mularin  erzielt.  Auch  I.  Mihet  in
Arzew  (Alkier)  und  Dr.  Dupont  in  Bonn  thaten  cin  (leiches:  Letzlerer
  he  it  die  ollis#oll.  Linreihung  des,  Vedlikument  in  die  stuntlichen

erse  des  veranlass

Ias  I  6  nocoli  eignet  sich  —  huch  den  Feststellungen
von  l’rofessor  Martinez  A.  Vargas  in  Barcclona  zur  schnellen  uͤnd
sichereu  lleilung  crn  Keuchhustens.

Aan  wende  sich  wegen  des  Erhalts  von  I’hencCollum  hrdrochloricum.
wegen  Litteratur  und  Cebrt.  uuchsanweisungen  un  dic  V.  ertreter  der  ohengenannten
  Firma,  nümlich:

Barcelona:  1.  Espiell;  (5)
London:  A.  &amp;amp;  M.  zmwornem,  E.  C.  9  und  10  St.  Mary  at-Kill;

Moskuan:  W.  Stlirzwage  &amp;amp;  Co.

New-Tork:  behn  &amp;amp;  Fink,  126  Willliam  Sterti

Puris:  Ma  Frères,  31  rue  des  petites  Ecurie

Rio  de  Jnneiro:  —  Lucius  &amp;amp;  Co.  Saceessecres  de  Klingelboefer  &amp;amp;  Co.

 

 

 

 

 

Cänseleber-Pasteten-Fabrik


Von

Aug.  Michel
Ilosliesernnt
Strassburg  i.  Els.
Spezialität  für  den
IXXport
besonders  für  feinere  Fleischkonserven.

  (##)

 

—t“““2

Naturalien

(Klfer,  Schmetterlinge,  Vogelbulge
c#le.)  uus  tropischen  und  subtro-Pischen
  Ländern  Suche  in  grossen
H’artien  zu  kaufsen.
llerren.  velche  sich  damit  be-Iassen
  wollen,  bitte  um  Auligalte  ihrer
Adressc.  #  nleitung  zum  Summeln
und  I'  E  ariren  Vira  gegeben.
non"  men,
Chei  der  Bergischen  Eisen-  und
Irahte  Industric,
Wald,  Rheinpreussen.  (27)

 

 

 

 

E.  KRAUSS  8WE  8ERLIINSW

febrik  optischer  eic.  Insfrumente  u.phof.  Apparate
EEEBIIEIELAIIX

—
ꝛ
g

Mod.  1
G  erzests  sie  dal—

#cen.

EIE—

rmo  u.

u——22#

Gröss.  0b  jechivel-—

  Uliputs
WodL  no77  —
auf  Verlangen
  von  uns

EII—

gteeig  443

brei
Gipubhe  in  7!

Messin

 

 

 
 

M.  Hecht,  Görlitz,

Kunsttischlerel  photokr.  Appurate.

Sezieriitckt:  (2)
.z  Cameras  für  Tropen  Iin  Teak,
*  Mahagoni  und  Nussbaum.
        <pb n="406" />
        —  335  —

n  ß
Justus  Perthes
Staatsbürger-Atlas.

Al  Katerbiaier  It  "  6  Go  Oirstelungen

144.  !  ———

Sochen  erschien:

 

neichs  und  der  hundesstaaten.
Mit  Begleitwor  aten.
—  Prois
v  on  2  Mark.
Panul  Langhans.

Preis
2  Mark.

Ein  Atlus,  der  sich  wic  kein  anderer
  je  zuvor  uneingeschränkt  un
die  weiteslten  Kreise  wendet
Ituntsb  ürger  ist  ein  Jeder,  und
lic  I  heilnahme  un  den  öllentlichen
Einrichtungen  des  Reichs  zwingt,
Ssich  in  unserer  Zeit  auch  dem
Gleichgültigsten  nul.

Die  schmucken  Kartenbilder,  die
einc  schier  unglaubliche  Fülle  bisher
  zerstr  cuten“  und  schwer  zugüng
lichen  Stofles  zusammentragen,
werdeen  Vielen  längst  gewünschte
Klarheit  schaflen  und  Keiner  wird
sie  ohne  nachhaltigste  Anregung
aus  der  IIand  legen.

 

Gothn:  Justus  Perthes.

 

 

**  Südafrika.

Kommission  A.  Kesting,  Pretoria,

Transvanl.  Weiterbesörderung  aller
üter  in  Südafrika.

Hamburg:  Agent  John  Suhr,  Ead

Photographische  Apparate.
Erste  Quelle:
Enit  7  l#ensee,  Drescden.
Katalog  (300  S.)  20  Pl.

 

Unsere  seit  langen  Jahren  unter
allen  Klimalen  erprobte

Condensirte,  steriligirte  Milch

hallen  wir  besonders  auch  kür  die
Tropen  als  einzigen  besten  Ersatz
für  (rische  Milch  ungelegentlichst
emplohlen.  Mit  Relerenzen,  Preis
u.  Probetins  stehen  gern  zu  Diensten.
Bremen  und  Loxstedt.
Deutsche  Milch-Conserren-Fnbrlk

Walcker  &amp;amp;  Co.

 

J.  P.  Hösterey,
Barmen,  (3)

Fabrir  in  Flobert-Munition,

Jagd-  u.  Kriegszündhütchen.

 

Eiserne  Pumpen,
Erdbohrgeräthe,
Brunnenbangeräthe,
Tiefbohrungen,
Brunnenbanten,
Wasserleitungen.

vorm.  Uermann  Muendern.
Berlin  C.,  Neue  Friedrichstr.  47.
Maschinenwerkstätten  in  Rirdorf.
Export  nach  allen  Ländern.
Lieferant  der  Kolonial-Abtheilung  des
Auswärtigen  Amts,  Berlin,  der  Deutsch-Ostafrikanischen
  Gesellschaft,  Verlin,  der
Kal.  Artilleriewerkstätten  in  Spandau.
Geübte  Bohrmeister  und  Monteure  zur
erfügung.  74*

 

 

 

Im  Verlage  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,

von

J.  Sturkh,

Marine--Zahlmeister  a.  D.,

 

von
J.  Wangemann,
Marinc.  Pfarrer.

In  einfacher  Mappe:  12,50  M.;
Das  Werk  zerfällt  in  vier  Abschnitte:

 

ist  in  zweiter  Auflage  erschienen  und  durch  alle  Buchhandlungen  zu  beziehen:

Tand  und  Teute  in  Deutsch-Sstafrika.

Erinnerungen  aus  der  ersten  Zeit  des  Aufstandes  und  der  Blockade.

In  85  photographischen  Griginal-Aufnahmen

und  Schilderungen

in  eleganter  Mappe:  15  M.

1.  Janzibar.  —  2.  Hagameye.  —  3.  Pur  r##  Salaam.  —  4.  Von  der  Thiligbeit  unserer  Krietassife.

Berlin  SW,  Kochstr.  68—71,
        <pb n="407" />
        Die  Gummizeitung,

Dresden-Blaschil.  659
hringt  neben  technĩschem,  chemischu.
  hy  zicnisch-lechnise  hem  Maerial
umfassende  HBerichte
Cummimärkte  der  Well.  Abonnement
  Dbro  ¼  Jahr  2  Mk.  Beiträüge
von  Interesse  gegen  Uonorar  erbet.

Krankenhäusern,

Expeditionen  und  übersceischen
landlungen  emplehle  ich  uls  bestes
u.  illigstes  uschtisches.  steriles  u.
komprimirtes#“  undrerbandmaterial

Hagedorn's  Moespappe.
200,0  Kr#e1  Kubikmeter  Raum.  hbillige
  Emballage.  Relerenzen:  Kl.
Charite-Berlin.  die  UOnmuerstät
Kliniken  in  Würzlurg.  L#ipzig,
Urlungen,  Kiel.  Breslau.  Göttingen.
Bonn  etc.:  die  Stadtkrankenhäuser
in  Berlin.  Ilamburg.  Dresden,  Köln.
Daurmstadt.  Danzig,  München,  Aagdehurg.
  Lübeck  etc.  1

NMuster  und  Litteratur  kranko.

6.  Beckstroem,  Twarlrre

  

über  die

SFREUNDxPEISHNN/BUREO
ti  ,

FLIILOGE  IMLULWIPFLOTLVV

 

 

Teplitzer  Stadtquelle.

Selt  mehr  uls  1100  Jahren  Pokanhte:
ünher  alteste  MNellauchte  Höhmens

Reinstes,  natürllche  Kohlensäure

haltiges,  alkallsches  Mineralwasser.

Die  Sätligung  mit  Kohlensüure
ist.  künstlieh  verrollständigt.

Das  beste  und  biungete  Talelwasser

der  Wel

T’rachtvolles,  zorbnsn  Alousscux.
Jahrelunge  Ialtharkeit  wird
Vulkunssel  r  rantit
Sechon
her  uscan  n  are  .  nalen
Grösste  Exportziller  unter  den
öhmischen  i  iuerlingen.
Uchernahms-  Bedingnissen  ausserordentlich
  günstig.  (iar)
Briele  an  die  Ihermalwasser-Versendung
  (Leplitzer  Stadtqucllchder
Siadigemeinde  Teplitz-Schönau  i.  B.

336

Berliner  Export-Tafel-Weißbier,

in  den  Tropen  mit  Erfolg  eingeführt,  von  den  verehrlichen  eneverwaltunen
in  den  deutschen  Kolonien  seit  Längerem  sländig  bezogen,  dort  sehr  beliebt,
lang  haltbar,  nur  aus  bestem  Malz  und  Hopfen  hergestell.  Das  Ver  ist  sehr
erfrischend  und  sehr  bekömmlich,  auch  von  den  Herren  Aerzten  der  deutschen
Schubtruppe  empfohlen.
Versand  in  Kisten  zu  50  11  und  100  1/2  Exportflaschen.
Mit  näheren  Angeboten  steht  auf  Wunsch  gern  zu  Diensten
Berliner  Weisßbierbrauerei  und  Malzfabrik
Albert  Bier,  (13)
Berlin,  Stralauerstraße  3—6.  Begründet  1792.
Für  Deutsch-Ostafrika,  Sansibar  und  Madagaskar  hat  die  Deutsch-Ostafrikanische
Gesellschaft  den  Alleinverkauf.
Alleinige  Vertreter  für  den  sonstigen  Export:
Harder  &amp;amp;  de  Voß,  Hamburg,  Gr.  Burstah  36—38.

F.  H.  SCHMIOT

ARCHITEKT  UND  BAUÜBERNEMMER.

DANMPFSMGEREI,  IIOLZTREARBEITUXGS.  UXD  PARQuET.  FUsSBODnEN..  Fannin
BAU-  TiscNnLEREI  UND  ScMLo#RE1

#  BAVANSTALT  FOB  EISENKONSTRUKTIONEN.

SPEZIALITAV:

AusFünkun  voN  ExrORT-BAuUTEN  (38)
AllEn  Anr  #N  Ilo  UND  EiIs#IN.

ALTONA  HAMBURG

KRAINWEG.  PAULSTRASSRE  21
FaxsRECEA  No.  2.  FERXSPRECIER  AuTI.  No.  4163.

TruhANN-ADnzsS
RAINSCHMID,  ALTONA.

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  Fuhrikate  hergestellten

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Jo.  42.  LUa  Perla  —  IIavana  —  voll  und  saftig.  „  75.—  „  „
D  43.  kon  ina  —  LIavana  —  sein  mild  „„  100.—  „  „
-.  44.  ElI  A
"  0  bezw.  106  St.  der  Marken  No.  41—44  2

—  Inkvana  —  kein  austtelergtisU.  100.—
iod  dt.  in  Ausvahi  für.  N.  8.40.
M.  120.

Xo.  49.  Rosa  Coleste  rein  IInvna  —  pro  Aille
Xo.  õo.  llse  seinste  mild  Dis  145.—  „  „
Jo.  51.  Marletta  Iandarbeit,  ,  ·.  »175.—»,,
Nu.52lnfancla  ausgesuehte  c  .  "  200.—  „  „
Jo.  53.  Reni  Qualitäten  „

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tnterbetnt  Havana  mit  Vorstenlanden,  cine  milde  Qualität.

Jo.  57.  El  Mor  ..  c4—  pro  Aille

Jo.  öva.  Digseine  in  Iln  Furben  .  .»58.—

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600  Stück  innerhalb  Deutschlands  portotrei,  nuch  ühersceischen  I#,  indern
Frei  bis  deutschem  Sechafen.  Preisliste  gratis  und  lranko.  rs)

A.  F.  Emde,  Düsseldorf,

 

 

 

 

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Kaullich  in  Mineralwasserhandlung.,  Apoth.,  LIOlels  eic.

Bestes  Tufelwusser.  Altbewhrte  Heilquclle.  nach  den  Topen
besonders  emplohlen.  (8)

Birresborner  Mineral-Brunnen,  Birresborn  (Eitel).

Export

Sochen  erschienen  und  durch  jede  Buchhandlung  zu  beziehen:
Di  s  1
ie  Versfolgung
S  *  #t

Festnahme  und  Auslieferung  der  nach  dem  Auslande
  geflüchteten  Verbrecher

und  der
Verkehr  mit  den  ausländischen  Behörden
in  Verwultungs-,  Stral-  und  Cirilprozesssachen.

Ein  Hand-  und  Nuchschlugebuch  für  Justiz-,  Polizei-  und  Verwultungbeamte,
  Konsulnte,  Rechtsunwilte  etc.  etc.
von  W.  Assmunn,  T’olizei-Kommissar.
Oktar-Format.  24  Druckbogen.  Preis  6  Mark.
Verlag  von  Julius  Bugel  in  Mülheim  n.  d.  Ruhr.

H.  C.  Bluntschli  &amp;amp;  Co.),

Singapore,
führen  sämmtliche  Maschinen  und  Geräthschaften  für
Plantagen  sowie  Saaten  für  alle  tropischen  Kulturen.
Ofterten,  Vertretungen  von  Plantagenartikeln  stets  erwünscht.
Commissionshats.  —  Eigene  IMans##nen.  (8)

 

Jahre  1450.  “

Export-Bier,

Pilsener  und  Münchener  Ari.  der

Kaiger-Branerei  Beck  g.  Co.

Bremen,
VTemplichlt  eler  Vertreter

Julius  Schrader,  Hamburg.

gr.  Reichens#r.  45.  (78*

 

 
 

Ernst  Kraft,
Hamburg,

Ferdinandstrassc  43,
übernimmt  jede  Commission  und
Spedition  nach  und  von

West-  und  Ost-Akrika
zu  den  Dilligsten  Bedingungen.
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2

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Amt  I.  4257.  d  17

9  —  (I□
—-—

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Wecker,  nachtleuch-  *□
lend,  Stück  Alk.  3.
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  ir  Al.  20.  Regulateure  Mm.  Schlagwerk
  Al.  9.  D’reislisten  grat.  u.  Pnko
Crösstes  Lager  in  allen  Arten  seiner
Uhren  und  Keiten.  Schweizer  Uhrenfabrik
  u.  Versandgeschäft,  Hannover  30.
Karmarschstrasse  6  «

-,

 

 

 

 
  

 

 

PhotograyhjscheAW

nndssunmtlnluslimlatkssnltlxcllsn
P11010·-Ius)lsi(s,EIN-tellfault-abowund-unlessholoinothlnkun


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Berlin  S.  42.  PDrinzenstrasse  21.
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des  dentschen  Instrumentenhanes
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von  der  l.Sächs.  Hlusiteimetn  umenten-Aanufaktur
  Schuster  &amp;amp;  ('e.  (#!

 

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        —  338  —

Wo  ERMANN-LINITE.

Am  6.  Juni:  F.  D.  „Professor  Woermann“,  Capt.  Ramm,
nach  Gorée,  Dakar,  Ruflsque,  Kotonou,  Landana,  Cabenda  und  den
Häfen  Angolas.

Am  10.  Juni:  P.  D.  „Lulu  Bohlen“,  Capt.  Brinkert,
nach  Madeira,  Klein-Popo,  Lagos,  Kamerun  und  den  Häfen  der  Südwestküste  Alrikas
bis  Ponta  Negra.

Am  15.  Juni:  Keine  Expedition.

Am  20.  Juni:  P.  D  „Hedwig  Woermann“,  Capt.  Henneberg,
nach  Marocco,  Las  Palmas,  Teneriffe,  Conakry,  Liberia,  der  Goldküste,  Togo,
Whydah  und  Kotonou.

Am  30.  Juni:  P.  D.  „Ieannette  Woermann“,  Capt.  Heldt,
nach  Teneriffe,  Las  Palmas,  Gorée  und  dden  Hälen  der  Südwestküste  Afrikas  von  Landana

oanda.
Nach  Deutsen  ·  Sudwoatafrira.  am  31.  Juli,  30.  Septbr.,  30.  Novbr.
Alle  Gitter  milssen  cum  Tage  vor  dem  A4bhangsduqettem  bts  I2  Uhr  mitcaps  Idmosseite  sein.

Näheres  wegen  Fracht  und  Passage  ertheilt  in  Hamburg  die  Woermann-Linle,  sowie  der  Schiffsmakler
Anqdust  Bolten,  Wm.  Miller's  Nachfolger,  Admiralitätstrasse  33/34,  und  wegen  Deutsch-Südwestafrika  die
llerren  L.  F.  Ma#nies  Co.,  Grimm  21.  12

 

peutsche  Ost.  Afrillfa  Linie.
Vermehrte  Fahrten.  Dreiwöchentlicher  Betrieb.
Regelmässige  Postdampfer  -Verbindung

unter  Vertrag  mit  dem  Deutschen  Reiche
Zzwischen

Hamburg,  Ostafrika  und  Transvaal

Amsterdam,  Lissabon  und  Neupel  anlautend.
Die  nächsten  Inhrplunmässigen  Expeditionen  flinden  statt:
R.  l'.  D.  „KANZIERG“,  Capt.  Elson  ..  10.  Juni  1896  ab  Hamburg  (lt.  Fahrplan)
R.  l'.  D.  InUNoSKAT1,  Capt.  Doherr.  I.  Juli  „„  ab  Hamburg
R.  P.  D.  „GENERAL“,  Capt.  Asthansen  22.  Juli  „„  ab  IHamburg  "
nach  Tanga,  Dar-es-Saläm,  Sansibar,  Mozambique,  Beira,  Delagoa-Bai  und  Natal.
Diese  Dampfer  nehmen  auch  Passagiere  und  Waaren  nach
Bagamoyo,  Saadani,  Pangani,  Kilwa,  Ibo,  Lindi,  Quelimane,  Chinde,  Lamu  und
Mombassa.
Ferner  Postdampfer  ab  Hamburg  ½ums  Kan  der  9#chen  IIGMURGE9  direkt  nach
....—  Dban,  Delagoa-Bai,  Mozcmbide.
Nachste  Expedition:  Doppelschraubendampler  „HER2ZOG“,  Capt.  v.  Issendorft,
den  10.  Juli  1896.
Die  Dampfer  RNaben  rorz#liche  Einaicherte#en  #  usschiere  in  allen  Klossen.

Ferner  zwischen  Ostafrika  und  Bombay  regelmässig  alle  drei  Wochen  im  Anschluss
an  die  Hauptdampler.
Näheres  ertheilt  in  Hamburg:  *
wegen  Fracht  der  Schiffsmakler  August  Bolten,  Wm.  Miller's  Nachfolge

—
Wegen  Passage  die  Hamburg-Amerikanische  Packetfahrt-  Aktien-Gesellschaft,
swWwie  wegen  Fracht  und  Passage  die

 

?

Doutsche  Oet-Afrika-Linie,
ir.  Reichenstrasse  25.
Verantwortlicher  Nedakteur  für  den  nichtamtlichen  Theil:  C.  Mertin  an,  Verlin.  —
Dmack  und  Verlan  der  Keniglichen  Hofonchhandlung  und  Hofbuchdruckerei  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;K  Sohn,  Verlin  8W  12,  Kochitrohe  68—71.
Ausgegelren  am  1.  Juni  1896  um  6  Uhr  nachmittags.
        <pb n="410" />
        Deutsches  Kolonialblatt.

Amtsblatt  für  die  Schutzgebiete  des  Deutschen  Reichs.

herauogegeben  in  der  Kolonial-Ablheilung  des  Auswärligen  Auls.

 

 

s———s..-...—  Uunner  18.

Diese  Zeitschrift  erscheint  in  der  Regel  am  1.  und  15.  jedes  Monats.  Derielben  werden  als  Beihefte  beigefügt  die  mindestens  einmal  vierteljährlich,
ericheinenden:  „Mittheilungen  von  Forschungsreisonden  und  Colehrten  aus  den  doutschon  Schutzgebicton“,  heraus-  wegobon  von  Freihem
v.  Danckolma

 

.  in.Deruicttcliålstlichestoosnscsucnwptciojstkdadnolonialblaumilden  Brihejten  beträgt  beim  Bezuge  durch  die  Post  und  die

Auchhandlungen  Ml.  3.—,  direil  unter  Sireisband  durch  die  Verlagsbuchhandlung  Mkl.  3.50  für  Deutschland  und  Oesterreich-Ungarn,  Ml.  3.75  für

die  Länder  des  Weltpostvereins.  —  Einsendungen  und  Anfragen  sind  an  die  Königliche  Hofbuchhaudlung  von  Erust  Siegfried  Mittler
und  Sohn,  Verlin  SW  12,  Kochstraße  68—71,  zu  richten.  (Eingetragen  in  der  Zeitungs  Preislifte  für  1890  unter  Nr.  1910.)

Inhalt:  Amtlicher  Theil:  Gouvernementobesehl  deo  Kaiserlichen  Gonverneurs  von  Deutsch-Ostafrika,  betreffend  dao

Gerichtoverfahren  gegen  Eingeborene  S.  339.—  Nunderlaß  des  Kaiserlichen  Gonverneurs  von  Deutsch  Ostafrika,
betreffend  die  Schonung  des  Wildstandes  S.  340.  —  Statistik  deo  auowärtigen  Handels  im  deutsch  ostafrikanischen
Schutzgebiete  für  das  Kalenderjahr  1895  S.  342.  —  Runderlaß  ded  Kaiserlichen  Gouverneurs  von  Deutsch-Ostafrika,
betreffend  die  Abgrenzung  der  Bezirke  Mpapua  und  Lindi  S.  362.  —  Verordnung  des  Kaiserlichen  Gouverneuro
von  Kamerun,  betressend  Einführung  eines  Eingeborenen-Schiedsgerichts  für  die  Landschaft  Dibombari  S.  365.  —
Personalien  S.  366.  “½
Nichtamtlicher  Theil:  Personal-Nachrichten  S.  367.  —  Deutsch-Ostafrika:  Rundschreiben  deo  Kaiserlichen
  Gouverneurs  an  die  Stationen  und  Bezirkoämter  S.  367.  —  Ueber  die  friedliche  Unterwerfung  des  Häuptlingo
  Mbaruk  bin  Naschid  S.  370.  —  Ueber  einen  Zug  durch  das  Wakondegebiet  S.  372.  —  Station  Kilimatinde
S.  372.  —  lUeber  das  Vorgehen  gegen  den  Führer  des  Aufstandes  in  Britisch-Ostafrika  S.  372.  —  Kamerun:
Ueber  die  Expedition  nach  YJahnde  S.  373.  —  Wissenschaftliche  Reise  S.  373.  —  Die  Maschinenwerkstätte  des  Kaiserlichen
Gouvernemente  S.  373.  —  Togo:  Wissenschaftliche  Sammlungen  S.  3F73.  —  Deutsch-Südwestafrika:  Ueber
das  Gesecht  bei  Gobabio  S.  373.  —  Aus  dem  Bereiche  der  Missionen  und  der  Antisklaverei-Bewegung
S.  378.  —  Aus  fremden  Kolonien:  Der  Außenhandel  Britisch-Ostindieno  im  Jahre  1894/95  S.  381.  —  Zur
Heuschreckenplage  in  Cypern  S.  390.  —  Sansibar  S.  390.  —  Britisch-Ostafrika  S.  390.  —  Goldküste  S.  390.  —
Handel  Sierra  Leones  S.  390.  —  Salomono-Inseln  S.  390.  —  Lagos  S.  391.  —  Berschiedene  Mit—
theilungen:  Ueber  die  Vodenbeschafsenheit  in  Kamerun,  Senegamibien  und  Ostafrika  S.  391.  —  Portugiesische  Vasco
da  Gamaseier  S.  391.  —  Lage  des  Elfenbeinmarktes  in  Antwerpen  S.  391.  —  Litteratur  S.  391.  —  Schiffsbewegungen
  S.  392.  —  Verkehrs-Nachrichten  S.  392.  —  Anzeigen.

Amtlicher  Theil.
Perordnungen  und  Wikkheilungen  der  Behörden  in  den  Schuhgebieken.

 

=

 

Gonvernementsbefehl  des  Kaiserlichen  Gonverneurs  von  Deutsch-Ostafrika,
betreffend  das  Gerichtsverfahren  gegen  Eingeborene.

Im  Anschluß  an  die  Allerhöchste  Verordnung  vom  25.  Februar  d.  Is.  und  die  Verfügung  des
Herrn  Reichskanzlers  vom  27.  Februar,  welche  ich  dem  pp.  in  Abschrift  hiermit  zugehen  lasse,  bemerke  ich,
daß  in  allen  Fällen,  worin  in  dem  von  einem  europäischen  Beamten  geleiteten  Gerichtsverfahren  gegen
Eingeborene,  ohne  Unterschied,  ob  es  sich  um  einen  Civil=  oder  Strafprozeß  handelt,  zur  Herbeiführung
von  Geständnissen  und  Aussagen  andere  Mittel  als  die  nach  den  deutschen  Prozeßordnungen  zugelassenen
Maßnahmen  angewendet  oder  außerordentliche,  insbesondere  bloße  Verdachtsstrafen  verhängt  worden  sind,
in  Gemäßheit  der  §§  343  und  345  St.  G.  B.  unnachsichtlich  vorgegangen  werden  muß.  Geständnisse  von
Angeklagten  oder  Aussagen  von  Zeugen  dürfen  nicht  durch  unzulässige  Maßnahmen,  wie  Körperstrafen,
erpreßt  und  Strafen  nur  verhängt  werden,  wenn  der  Richter  von  der  Schuld  des  Angeklagten  überzeugt
ist.  Auf  den  bloßen  Verdacht  hin  sind  Strafen  ausgeschlossen.  Außerordentliche  Strafen  sind  sowohl  solche,
welche  bezüglich  des  Strafgrundes,  als  auch  solche,  welche  bezüglich  der  Art  und  Weise  der  Vollstreckung
weder  in  den  Gesetzen  und  Verordnungen  noch  nach  der  für  das  Gerichtsverfahren  zulässigen  Uebung
vorgesehen  sind.

Auf  genaueste  Beobachtung  der  vorstehend  gekennzeichneten  Bestimmungen  weise  ich  auf  das  Nachdrücklichste
  hin  und  bestimme  gleichzeitig,  daß  bei  eintretendem  Personalwechsel  im  Bezirks=  bezw.  Becirksnebenamt
  oder  in  der  Station  jeder  mit  Ausübung  der  Gerichtsbarkeit  über  Eingeborene  betraute  Beamte
oder  Offizier  dem  Gouvernement  schriftlich  zu  melden  hat,  daß  er  vor  Beginn  seiner  Thätigkeit  von  den
erwähnten  Bestimmungen  Kenntniß  genommen  hat.

Die  zur  Zeit  mit  Ausübung  der  Gerichtsbarkeit  betrauten  Offiziere  und  Beamten  ersuche  ich
ergebenst,  die  erfolgte  Kenntnißnahme  durch  Empfangsbestätigung  der  übersandten  Vorschriften  zu  bestätigen.

Dar-es-Saläm,  Der  Kaiserliche  Gouverneur.

den  4.  April  1896.  (L.  S.)  gez.  Dr.  v.  Wissmann.
        <pb n="411" />
        —  340  —

Nunderlaß;  des  Kaiferlichen  Gouverneurs  von  Deutsch-Ostafrika  an  sämmtliche
Bezirksämter,  das  Bezirks-Nebenamt  Saadani,  Stationen  und  Dienststellen  sowie
die  Kaiserlichen  Bezirksgerichte.

Zur  Schonung  des  Wildstandes  in  Deutsch-Ostafrika  und  zur  Vermeidung  des  Aussterbens  vieler
Wildarten,  welches  unter  den  bisherigen  Verhältnissen  in  nicht  allzu  langer  Zeit  mit  ziemlicher  Sicherheit
vorauszusehen  ist,  habe  ich  mich  veranlaßt  gesehen,  unter  Aufhebung  der  nur  für  den  Bezirk  Moschi  gültigen
Verordnung  vom  23.  Februar  1891  die  anbei  folgende  Verordnung  vom  7.  Mai  1896  zu  erlassen.  Die
darin  enthaltenen  Bestimmungen  sind  derartig  gehalten,  daß  die  Bodenkultur  unter  allen  Umständen  geschützt
ist,  und  auch  den  besonderen  afrikanischen  Verhältnissen  nach  Möglichkeit  Rechnung  getragen  wird.

Ich  verkenne  nicht,  daß  die  Durchführung  der  Verordnung,  insbesondere  soweit  sie  sich  aus  Eingeborene
  erstreckt,  in  der  ersten  Zeit  auf  einige  Schwierigkeiten  stoßen  wird,  ich  möchte  indessen  die  Thatsache
  hervorheben,  daß  §  4  der  genaunten  Verordnung  im  Bezirke  Moschi  bereits  seit  längerer  Zeit  in
voller  Wirksamkeit  gewesen  ist,  indem  berufsmäßige  eingeborene  Elefantenjäger  willig  und  gern  500  Rupien
jährlich  für  die  Berechtigung  zur  Ausübung  der  Jagd  gezahlt  haben.  Auch  liegt  es  auf  der  Hand,  daß
durch  einige  Bestimmungen  jener  Verordnung  dem  Einzelnen  gewisse  Einschränkungen  auferlegt  werden;  ich
erinnere  indessen  daran,  daß  wir  die  Pflicht  haben,  an  die  späteren  Generationen  zu  denken  und  diesen  die
Möglichkeit  zu  erhalten,  Anregung  und  Erholung  bei  Ausübung  der  afrikanischen  Jagd  auch  in  zukünftigen
Zeiten  zu  finden.

Meine  Absicht  ist  es  ferner,  in  besonders  wildreichen  Gegenden  als  Zufluchts=  und  Erholungsort
des  Wildes  Jagdreservationen  zu  schaffen,  in  welchen  nur  mit  vorheriger  ausdrücklicher  Genehmigung  des
Kaiserlichen  Gonvernements  gejagt  werden  darf.  Diese  Einrichtung  erfolgt  zugleich  im  Interesse  der
Wissenschaft,  um  hierdurch  einzelne,  selten  gewordene  Wildarten  möglichst  lange  in  Ostafrika  noch  zu
erhalten.  Die  Bezirksämter  und  Stationen  ersuche  ich  ergebenst,  in  den  unterstellten  Bezirken  eine  bis
zwei  besonders  gute  Wildgegenden  mir  namhaft  zu  machen,  welche  sich  als  derartige  Reservate  eignen
würden,  deren  Ausdehnung  derart  zu  bemessen  ist,  daß  das  Terrain  nach  jeder  Himmelsrichtung  sich
mindestens  zehn  Wegestunden  weit  erstreckt.  Auch  bitte  ich,  wenn  möglich,  ein  Flußpferd-Reservat  namhaft
zu  machen  und  zwar  in  einer  solchen  Gegend,  wo  die  Flußpferde  den  Anpflanzungen  keinen  Schaden
anthun  können.  «

Als  Jagdreservate  bestimme  ich  schon  jetzt:

1.  Das  Terrain,  welches  im  Norden  begrenzt  ist  durch  die  Landschaft  Rubehobeho,  im  Westen
durch  den  Anstieg  auf  das  Khutuplateau  (scharf  gekennzeichnet  durch  die  von  Kisaki  in  nord-südlicher
Richtung  bis  zum  Rufiyi  sich  erstreckende  Hügelkette),  im  Süden  durch  den  Rufiyi  bis  Mtemere
(Ramsaysche  Karte),  im  Osten  einschließlich  der  Steppenseen  bis  zu  dem  Orte  Mserakera
(Kiepertsche  Karte).

2.  Das  Gebiet  westlich  des  Kilimandjaro,  im  Süden  begrenzt  durch  die  Meruberge,  im  Westen
durch  das  Ololboro=  und  Matiom-Gebirge,  im  Norden  durch  dic  deutsch-englische  Grenze.

ch  würde  es  außerdem  anerkennen,  wenn  es  einer  Station  gelänge,  folgende  Wildarten  einzufangen
  und  zu  domestiziren:

Zebras,  speziell  auch  zur  Kreuzung  mit  Maskat=  und  anderen  Eseln  bezw.  Pferden,  Strauße,
Hyänenhunde  zur  Kreuzung  mit  europäischen  Jagdhunden,  Gepard  (Jagdleopard).

Die  anbei  folgende  Verordnung  vom  7.  Mai  1896  ist  nach  Eintreffen  in  üblicher  Weise  zur
allgemeinen  Kenntniß  zu  bringen.

Dar-es-Saläm,  den  4.  Mai  1896.

Der  Kaiserliche  Gouverneur.
(L.  S.)  gez.  Dr.  v.  Wissmann.

Verordnung,  betreffend  die  Schonung  des  Wildstandes  in  Deutsch-Ostafrika.

*  1.
Eluln  Jeder,  welcher  die  Jagd  ausüben  will,  bedarf  eines  für  das  ganze  Schutzgebiet  gültigen,
auf  ein  Jahr  und  die  Person  von  einem  Bezirksamtmann  oder  Stationschef  ausgestellten  Jagdscheins.

8  2.
*  „  d  -  --  I
Für  die  Ausstellung  des  Jagdscheins  ist  von  Europäern  eine  Gebühr  von  20  Rupien  zu  erlegen,
welche  zur  Hälfte  dem  Gouvernement,  zur  Hälfte  der  Bezirks=  bezw.  Stationskasse  zufließt.

.  83.
Nichteingeborene,  welche  die  Jagd  berufsmäßig  betreiben  oder  mit  einer  zur  Ausübung  des  Jogdsportes
  ausgerüsteten  Expedition  ins  Innere  gehen,  zahlen  als  Jagdscheingebühr  für  jeden  nichteingeborenen
Jagdtheilnehmer  500  Rupien.
        <pb n="412" />
        —  341  —

84.
Für  Eingeborene  beträgt  die  Jagdscheingebühr  5  Rupien;  betreiben  dieselben  die  Jagd  auf
Elefanten  oder  Nashorne  berufsmäßig,  so  haben  sie  für  die  Ertheilung  des  Jagdscheines  500  Rupien  oder,
wenn  sie  nur  Nashorn  jagen  wollen,  200  Rupien  zu  entrichten.

Eines  Jagdscheines  bedarf  es  nicht,  wenn  die  Jagd  lediglich  zu  dem  Zwecke  ausgeübt  wird,  bei
Nahrungsmangel  auf  dem  Durchmarsche  Fleisch  zu  gewinnen.

Doch  soll  der  Karawanenführer  gehalten  sein,  der  nächsten  auf  dem  Marsche  berührten  deutschen
Behörde  unter  Glaubhaftmachung  der  Nothwendigkeit  und  Angabe  der  geschossenen  Stücke  nach  Art  und
Zahl  Anzeige  zu  machen.

86.
Eines  Jagdscheins  bedarf  es  ferner  nicht  zum  Abschusse  von  Wild,  welches  auf  bebautes  Land
übergetreten  ist,  soweit  der  Zweck,  Wildschaden  zu  verhüten,  den  Abschuß  erfordert.
Jedoch  soll  die  Genehmigung  des  Bezirksamtmannes  bezw.  Stationschefs  eingeholt  werden.

87.
Ferner  können  ohne  Jagdschein  jederzeit  abgeschossen  werden:  Affen,  alles  Raubzeug,  Wildschweine,
sämmtliche  Vögel  mit  Ausnahme  der  Strauße  und  Kranichgeier  (Sekretäre),  Kriechthiere.
88.
Verboten  ist  die  Jagd  auf:
Alles  Jungwild,  Kälber,  Fohlen,  auf  junge  Elefanten,  soweit  sie  zahnlos  sind,  oder  das  Gewicht
des  einzelnen  Zahnes  3  kg  nicht  erreicht,  auf  weibliches  Wild,  soweit  es  als  solches  erkennbar  ist,  mit  Ausnahme
  der  im  §  7  genannten  Arten.

5  9.

Der  Einfang  junger  Thiere  zum  Zweck  -  Einlieferung  an  zoologische  Gärten  und  wissenschaftliche
  Institute  ist  gestattet.  Wird  derselbe  gewerbsmäßig  betrieben,  so  bedarf  es  der  Lösung  eines  Erlaubnißscheins
  gegen  eine  in  jedem  Einzelfalle  zu  vereinbarende  Gebühr.  Die  Erlaubniß  kann  rückgängig  gemacht
werden,  wenn  die  Ausübung  eine  erhebliche  Schädigung  des  Wildstandes  zur  Folge  hat.  In  schweren
Fällen  treten  die  Strafbestimmungen  des  §  14  in  Kraft.

10.  .
Ohne  ausdrückliche  Genehmigung  des  Kaiserlichen  Gouverneurs  ist  ferner  verboten  die  Jagd  auf:
Zebras  im  Bezirke  Moschi,  Elen-Antilopen,  Giraffen,  Büffel,  Strauße  und  Kranichgeier.

5  11.  .
Verboten  sind  ohne  ausdrückliche  Genehmigung:  Netz-,  Feuer=  und  größere  Treibjagden.  Im
Falle  von  Gefahr  erheblichen  Wildschadens  im  Verzuge  kann  die  Genehmigung  auch  von  den  Bezirksamtmännern
  und  Stationschefs  vorläufig  ertheilt  werden.

12.
8
An  Schußgeldern  werden  von  Nichteingeborenen  erhoben:  4
100  Rupien  für  jeden  ersten  und  250  Rupien  für  jeden  ferneren  zur  Strecke  gebrachten
Elefanten,  50  Rupien  für  jedes  erste  und  zweite,  und  150  Rupien  für  jedes  fernere  zur  Strecke  gebrachte
Nashorn.

8  13.
2  .
Es  wird  vorbehalten,  besondere  Jagd-  und  Waldreservationen  mit  besonderen  Bestimmungen
zu  schaffen.

8  14.

Zuwiderhandlungen  gegen  die  Bestimmungen  dieser  Verordnung  werden  mit  Geldstrafe  von
50  bis  1000  Rupien,  oder  im  Falle  einer  Abgabenhinterziehung  mit  dem  Fünf=  bis  Zwanzigfachen  der
hinterzogenen  Gebühr  bestraft.

Sämmtliche  auf  Grund  dieser  Verordnung  erhobenen  Gebühren  oder  verhängten  Strafen  fließen
zur  Gouvernementskasse,  soweit  nicht  in  der  Verordnung  selbst  anders  verfügt  ist.  (§  2.

Zu  Unrecht  abgeschossenes  Wild  oder  Theile  von  solchem  (Zähne,  Hörner  u.  s.  w.)  ist  zugleich
zu  beschlagnahmen.  4

Auch  kann  im  Wiederholungsfalle  die  Jagdberechtigung  auf  Zeit  oder  dauernd  entzogen  werden.

Diese  Verordnung  tritt  mit  dem  heutigen  Tage  in  Kraft.
Dar-es-Saläm,  den  7.  Mai  1896.
Der  Kaiserliche  Gouverneur.
(L.  S.)  gez.  Dr.  v.  Wissmann.
        <pb n="413" />
        Statistik  des  auswärtigen  Handels  im  deutsch-ostafrikanischen
a.  Einfuhr.

 

 

 

 

 

 

 

 

1.  2.  3.
Nr.  des
Raare  Waarengattun  g  Deutschland  Großbritannien  Frankreich
nisses
EEIIII  Ruvien  Jengl.  PVid.  Rupien
.  l
14  Baumwolle  unn  Watte  ..........  931  209  35  6  —  —
1B  Baumwollengar  ...  647  398  3417  3697  1  1
161  Nohe  baumw.  dichte  Gewebe  und  Tche,  appr  u.

unappr.  jedoch  ungef.:  amerik.  Fabrikat.  .  848  526  4936  3136  22  24
1C2  Nohe  baumw.  dichte  Gewebe  und  SW  appr.  Z

unappr.  jedoch  ungef.;  indisches  u.  europ.  Fübritan  114788  7371276142  435382  82  55
16  Gebl.  appr.  ungef.  baum.  dichte  Gewebe:  amerik.  "„

u.  europ.  Fabrika  13889  124429  5  43446  9190  8078
1½1  Baumw.  Tücher  4  Seide  von  Maokat  2c.  und  "„

europ.  Imitationen  .  .  59604  63266  11493  12194  —  —
142  Baumw.  Tücher  mit  Seide,  auch  mit  Gold=  und

Silberfäden  durchdogen,  nur  Maskat  559  594  652  218  —  —
13  Europ.  baumw.  Decken,  Teppiche,  Dochte  re.,  dichte  x

Gewebe,  einfarbig  in  verh.  Farben,  auch  Bänder  1725  2219  1539  14470  —  —
1171  Dichte  baumw.  Gewebe,  einarbig  auch  Vänder:  6

indisches  und  europaisches  F  rikat  6879  86444  67120  427  400
1172  Maskat-Fabrikat,  meist  braun  ii  ..  458  666  444  548.  —  —
16  Bedruckte  baumw.  Gewebe,  alo  ganze  Stücke  und  #

Tücher;  indischen  und  europäischen  Ursprungs  176859ä264630  7953  12426  1754  2033
1  II  Undichte  baumw.  Gewebe,  gefärböt  u.  ungef.,  appr.  „"

u.  unappr.,  wie  Spitzen,  Mookitonestosse  2c.  327  651  566  1414  —  —
1.)  Fertig  ahte  Kleider  aus  baumw.  Stossen  jeder  I

Art,  Bett=  und  Tischzeug,  Wäsche,  auch  Hüte,  U  1

M,  Wellner  Mützen.  (Ferner  Trikotagen  aller  Art.)  25991  43438  9588  28652  6960  5393
24  Zwirn,  Strice  Taue  aller  Art  aus  Flacho,  Hauf  1.  «

oder  ..  3283  1531  2269  1224  —  —
2B  Gewebe  anin  Flacho,  Hanuf  und  Jute  aller  Art  4025  719  782  738  —  —
20  Genähte  Kleider,  Säcke  und  sonstige  Waaren  aus  "

Flachs,  Hanf  oder  Jute  6947  4470  500  685  —  —
3  A  Nohe  Seide  (Cocona),  gesponnene  u.  gezwirnte  Seide  4  19  55  72  —  —
3  Genähte  Seidenzeuge,  Tücher,  Spitzen  und  Bänder  94  1243  230  1063  4  19
*  Halbseidene  Kleider,  Tücher,  Spitzen  und  Bänder  13  53  19  98  —  —
44A  Wollgar  1123  1647  233  497  28  54
481  Wollene  Gewebe  aller  Art,  werien  und  indischen

Fabrikat  ........  154  437  18  61  —  —
4132  Wollene  Gewebe  aller  Art,  europäischen  Fabrikato  946  2617  1902  5835  8
40  Genähle  wollene  Kleider,  auch  Müben  Ge)  u.  Fitzhute  3535  7026  2160  6227  50  166
54  Kokosnußfasern,  Stricke,  Mat  50  60  886  222  —

5  1  Alle  sonstigen  Waaren  ant  Grao,  Bast  u.  dergl.

wie  Matten,  Körbe,  Bastsäcke  2544  1357  777  536  88  49
6  A  Papier,  Papierwaaren,  Spielkarten,  Handels-  und  Stück  4  «  L

Kontobücher  Ace4,)  973441755  4732  1397  582
66  geacte  u  geschrieb.  Vücher,  Karten,  Photographien.

Gemälde  u.  ähnliche  Litteratur=  u.  Aunsterzeugisse  6080  9611  10133  5988.  3479  1548
7A  Felle  und  Häute,  unverarbeitet,  aller  Art  1  14  —  —  —  —
78  Gegerbte  r-  und  Häute,  Leder  aller  Abkirb  56  384  2  5  100  200
70  Leder-,  Sattler-,  Schuhmacher=  und  Polsterwaaren  «

Cissen  und  Matratzen),  lettere  ohne  Rucsict  auf

das  dazu  verwendete  Mater  2478  8101  2848  6910  182  451
701  Federn  und  Haare,  roh#  —  —  —  —  —  —
7132  Federn  und  Haare,  gereinigt  und  sonst  weiter  verarbeitet,

  auch  Bürstenbinderwaar  e.  518  1339  432  773  1  4
ei  Schildpau,  verarbeite,  auch  in  Verbindung.  mit  DT

anderen  Materialien  1  3  3  10  —  —
8B1  Kauris,  Perlmutter  ¾  vergl.  zur  Verarbeitung  geeignete

  Muscheln,  auch  Edelkorallen,  roh  1801  41  —  —  —

——  Kauris,  Perlmutter  u.  der  ergl.  zur  Verarbeitung  geeignete

  Muscheln,  auch  Edelkorallen  verarbeitet  ,

auch  in  Serbidiins  mit  anderen  Materiallten  65  152  45  232  6  30
9  Gold,  Silber,  roh  —  —  —  —  —  —
9163  Schmucksachen  "  sonstige  Waaren,  ganz  od.  theilweise

aucs  Gold  oder  Silber,  auch  dergl.  Taschenuhren  202  4133  17  311  —  —
9#“  Gold,  Silber,  gemünzt  ..  ..  —  —  —  —  —  —

603886  255928  19112
        <pb n="414" />
        343

Schutzgebiete  für  das  Kalenderjahr  1895.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

n.  Einfuhr.
4.  5.  6..  8.  9.  160.
de  Jtalien  Rußland  tue  veel  Feen#  Schweiz  Amerika
engl.  Vi  Rupien  jengl.  vid.  Rupien  sengl.  Vid.  Rupien  sengl.  Pld.  Rupien  senal.  —  Rupieu  sengl.  vid.  Rupien  engl.  Pfd.  Rupien
—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  335  25
612  296  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  29  12
1
—  —  6  5359  482  —  —  —  —  —  225357136027
100  993  1  1  oll  3575%  22600  503
—  —%2  Gécos  105  Sie  .—  6432
60“  ½  —  —4  —  —  —  6763  8786  25  21—  —
n
1080  1248h  —  —  —  —  —  —  20  321  —  —  4  5
ass  309%  12/6E  —  —  io  us  3  192  07
—  1  —  –—  —  —  —  —  E—  —  —  —  —  —
s8s  —  us  150  57124  11414  2710  4
27  48  —  —  —  —  —  —  —  —  —  17  42
5370  5848  91  9sL  101!  167  —  4  15
184  30—  —  —  —  —  .  —  —  —
«  i
—4«-----E--::x:::
4  6  6  3111—  —  —  [(—  —  —  —  —  —
6U  52  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —
J  287—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —
40  72—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —
33  70  —  —  —  —  —  —  12  2  —  —  —  —
2464  5060  2  11—  —  —  —  100  256  —  —  5  4
5  5  **  *—*  i
—z—  269  121  —  —  —  —  —  .  —  58  55
4318  2670  14  35—  —  1  1125  101  —  —  —
«  -
16  1  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —
—  —  —  —  —  –—  —  –  —  —  6  —  —  —
D
18  88  4  „„  K—  70  45
188  214  1  1  —  —  —  —  —  —  —  —  F
—  —  272  20—  —  —  —  —  —  —  —  —  —
40  320  10  2|8  —  —  —  —  —  —
—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  2  290  1  1
—  —  —  —  —  *  —
7651  2663  760.  1556  164l66  —  f37525
        <pb n="415" />
        344

 

 

 

11.  12.  13.
Nr.  des  *  4  4  4
We  Waarengattung  Indien  Arabien,  Persien  China
nisses  D
eugl.  Pfd.  Rupien  engl.  Pfo.  Rupien  enal.  Pid.  Rupien
.
1  A  Baumwolle  und  Watte  33750  2823  182  30  —  —
1B  Baumwollengarn  9492  5985  —  —  —  —
1  C  1  Rohe  baumw,  dichte  Gewebe  und  rücher,  appr.  u.  Stück  B)
unappr.  jedoch  ungef.:  amerik.  Fabrikat.  11184  6404  —  —  —  —
1  C2  Rohe  baumw.  dichte  Gewebe  und  L  appr.  u.  Stck.520  ,
unappr.  jedoch  ungef.;  indisches  u.  europ.  Fabrikat  3543021/|941541  29  38  —  —
10  ebl.  appr.  ungef.  baumw.  dichte  Gewebe:  amerik.  E
u.  europ.  Fabrikat  .  5438  4785  36  54  400  263
1  K  1  Baumw.  Tücher  ohne  Seide  von  Maskat  2c.  und  Stück  40
europ.  Imitationen  426560]6124%8  35817  2  2
1  EK  2  Baumw.  Tücher  mit  Seide,  auch  in  Gow-  und
Silberfäden  duechtegen.  aur  Masla  1681  3086  6886  22418  —  —
113  Europ.  baumw.  Decken,  Teppiche,  Dae  ꝛc.,  dichte
Gewebe,  einfarbig  in  versch.  Farben,  auch  Bänder  4021  3019  173  466  —
1F1  Dichte  baumw.  Gewebe,  einfarbig,  auch  Bander;  tũch  704  ·
indisches  und  europäisches  Fabrika  55058843302  1100  1409  —  —
Il«’2  Moskat  gab-Mit  meist  braun  gruese  356  507  1538  3386  —  —
16  Bedruckte  baumw.  Gewebe,  als  ganze  Stücke  und  1
Tücher:  indischen.  und  Furopaihn  Ursprungs  18409  21954  119  198  304  533
111  Undicht  baumw.  Gewebe,  gefärb  ef.,  appr.  .
u.  unappr.,  wie  Spitzen,  Plerbton-  uue  e  rc.  .  619  1083  —  —  —  —
1  Fertig  genähte  Kleider  aun  bse  bm7  jeer
Bett=  und  Tischzen  cherdte
Ane  Mützen.  VWenhee  che  en  er  r.)  41711424  385  1100  1446  868.
2  A  Zwirn,  Strit  Taue  aller  Art  aus  S  danf
er  8824  3095  —  —  —  —
2B  Gewebe  us  Flachs,  Hauf  und  Juie  aller  2056  293  —  —  —  —
20  Genähte  Kleider,  Säcke  und  sonsiige  a  aus
Flachs,  Hanf  oder  Jute  43040  6140  6  13  —  —
34  Rohe  Seide  (Cocons,  gesponnene  "-  *  Seide  102  495  4  33  110  754
33  Genähte  Seidenzeuge,  Tücher,  und  Bänder  684  6062  6  71  64  6944
3½0  Hubsatdene  Kleider,  Tücher,  *i  !  Bänder  79  412  —  —  69  398
44  Wollgarn  315  369  36  86  34  75
481  meu  huebe  aller  Art,  verjischen  und  indischen
2112  680  588  1014  —  —-482
  #  kacte  t  iler  Art,  europischen  Fabriiats  188  251  15  55  —  —
40  Genähte  wollene  Kleieer.,  aach  Mügen  (Fez)  u.  Ficzhite  283  770  2231  4558  —  —
5A  Kokosnuhfasern,  Stricke,  Ma  7546  695  4  5  190  58
58  Alle  sonstigen  Waaren  Zat  —  Vast  u.  dergl.
wie  Matten,  Körbe,  Bastsäck  1271  445  202  63  1840  717
6  A  Papier,  iier  iagenn  Epielkar#en  Handels-  und  .
Konto  4474  1510  —  —  9  24
6B  Goneb  Mchrieb.  Vücher,  Karten,  Photographien,
Gemälde  u.  ähnliche  Litteratur=  u.  Kunsterzeugnisse  6094  1002  1  10  14  L
74  Felle  und  Häute,  unverarbeitel,  aller  Art  140  91  —  —  —  —
7B  Gegerbte  Felle  und  Häute,  Leber  aller  Ari  743  591  5  5  —  —
70  Leder-,  Sattler-,  Schuhmacher=  und  Polsterwaaren  I
(Kissen  und  Matratzen),  tetere  ohne  Nasicht  auf
as  dazu  verwendete  Materia  7058  6613  8  17  4  7
7D1  Federn  und  Haare,  roh  1  1  —  —  —  —
7D2  Hedern  und  Haare,  Gereinigt  und  *  weiter  ver-  .  I
arbeitet,  auch  Bürstenbinderwaare  36  60  —  —  —  —
842  Schildpatt,  verarbeitet.  auch  in  Verbinzung  mit  !
anderen  Materialie  2  8  —  —  —  —
8B1  Kauris,  Perlmutter  u  dergl  zur  Leraibeinini  ae  «
eignete  Muscheln,  auch  Edelkorallen  —  —  —  —  —  —
8  B2  Kauris,  Perlmutter  u.  dergl.  zur  ketanbeinn  6.
eignete  Muscheln,  auch  Edelkorallen  verar  eie,  ·
auch  in  Verbindung  mit  anderen  Materialien.  4  2.  —  —  —.  —
9  A  Gold,  Silber,  r  3  125  —  —  —  —
58  Shmisachen  ii  sonstige  Waaren,  ganz  od.  theilweise
aus  Gold  oder  Silber,  auch  T  Taschenuhren  225  66888—  —  3  1359
90  Goi  Süber  .b-  .  —  —  —  —  —
1576456  70846  10893
        <pb n="416" />
        14.  15.  18.  19.  20.
Uebrigeé  »  Gesammtsumme
Japan  Sansibar  Kapland  Afrika  Andere  Länder  der  Einfuhr
.  .  Gewit
Isle  jRupien  äkiødl  Ruvien  rmi.t-  Nupien  2  Mupien  ’-  Nupien  engl.  gct.)  Nupien
—'  ——

——  ½8  31  ——  1fnl  zus
—  —  7.15  —  —  80  281  —  —  14286  10432
Stück  3
—  U  ——  —  —  —5  146604

i  I  Sid.
—  —1017  519  —  —  37  68  —  —  41164  1064124
.  tück
—  —  u  78  —  —  800  50  —  Sesn  70451
—  —  —  —  —  5  /11  27  0709  176305
—  —  1  1  —  —  —  —  O  on
1  B1
9  5  96  20  —  —  —  —  76  8569
Stück  7010
—  —  2  los  —  —  16  2—  —  51877)  cosos
—  5  10  —.  —  —  —  —  —  2799  5115
l
—..-..  -.....5-.  282438265014397234
—  —  769  1035  —  —  —  8  —  —  —  2325  4273
.  ,
iim  %  10  —  i88  s  2911  146641.
l  i  »J«
—  —  —  2  —  W—  —11  6186
—  —  —  —  —  6868  1750
«  «  l
l  2
—  —  15  26  —  —  —  —  —50514
3  1  !1  3  —  ——  —  ——  —1  279  1391
11  191  10)  108  —  —..—?2  4  151y4
7  42232  —  —  —  3  5—  —  195  1047
—  —  1  1  —  —  —  —  —  —  —  —  1867  3016
—  ——  —  —  —  W  —  —  2912  3265
—  —  1  2  —  —  —  —  —  —  20  3113
—  —  127  467  —  —  1U1  10024471
1  181492  2720  34  199  .½
88252  143  —  832869692
Stück  4
—  16,  20  7  13  Gcoo.)  19571
s—  12  15|26006  18390
—  14  5993  —  257  214
—  53  1000  —  1412
—%  %  29176
M  —  —  1  1
—-——-—  11712391
—  +  2s
—  940381594  1  1912  1855
—  24  3  194  762
—  6  189
—  —  ——  631  14849
—  —  —  —  —  78  3100
—  6  2850064
        <pb n="417" />
        346

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1.  2.  3.
Nr.  des
#%  .  .  .  ·  .
III-ers  Waarengattung  Deutschland  Großbritannien  Frankreich
nisses  .
eugl.  Pid.  NRupien  Jenal.  Pfd.  Rupien  enal.  Pld.  Nupien
4  "1
10  A  1  Musikinstrumente  aller  Art,  Wand-,  Stuh-  Schiffs-  «
und  Weckeruhren  4835  10  434  737  1626  325  365
10  42  Chirurgische  astronomische,  optische  u.  dergl.  In=  1
strumente  23  876  17766  466  739  60  5.
10  B1  Landwirhhschestiche  und  gewerbliche  Maschinen  und
Maschinentheile  .  2697  2  065  2965  2  060  —  —
10  BL  WN  Tramway=  und“  sonstige  Wagen,  sowie  Stück  3à  Stück  11
Zube  442248/  53  925  49  —
10  B3  See-  *  Flußfahrzeuge  au  44  nebn  Zubehör;  ,W  Stück  4
auch  diese  allein,  wie  Ma  Ruder  Smck2  10000  137/  28716  —
11  A  Eisen  u.  Stahl  in  Blöcken.  W  Smann  u.  s
Röhren  915748  65  999941269  3773  —  —
11  B1  Eisendra  20  731  3219  323  420  —.  —
21  Nicht  besonders.  genamte  und  vorstehend  nict  unter-  «
zubringende  .  19273  11541  910  966  2956  2  089
11B2  Galvanisirter  Stachrädragzn  .  .  1368  696  106  —  —
11B3  Eisenblech  und  —i.km-  .  ...41716:5494  4997  1076  —  —
11  B4  Galvanisirtes  Wellbl  .  289  677  29894  4285  10946  —
11  C  1  Eiserne  wae  ie  Möbel,  Töpfe,  Tiegel,  Stück  2  Stück  2
Pfannen  61730)0  3277611529  5754  —  —
1102  Eiserne  Shernn  und  landwiriischasiiche  Geräthe  s
3116847199346454712678  1761  763
111)  Maler.  war  Arl  aus  Eisen  und  Stahl,  Schuß.,  |  Ü
toß=  und  Hiebwassen  4427  16017  394  1058  1  6
12  A  Rohkupfer  und  Nohmessing,  Aupfer  und  Messing  in  1|  .
Blöcken,  Stangen  und  Platt  6  20  854  391  —
12B1  Kupfer=  und  Messingvraht,  ½  rupferne  und  l  »
InessinqneSchraucn-.·.......  4  22146  2  422  985  —  —
12  B2  Gemünztes  Kupfer  34702  34289  88  19  —  —
120  Kupfer=  und  Messinggeräthe  aller  Art  5003  3748  1  735  2087  178  133
13  A.  Zinn,  Zink,  Blei,  roh  in  Blöcken,  Hlaue,  Stangen  ·
·  und  Röhren,  Bleikugeln  und  Vleischro  7134  1852  12  453  3044  —  —
13  B  Geräthe,  Geschirre  u.  Gesaße  aus  Zinn,  Zt  u.  bei  8  403  6661  4462  1  838  —  —
1441  Kalk,  Kreide,  Gips  2117  223  1  015  187  —  —
14  12  Cement  773  475  24117  64  400  206  4000  231
14  1  Bau-,  Ziegel-,  Varsein-  Mühlsteine,  Schteifeine  „
Granit  (Grabsteine  6750  1102  1062  210  —  —
1482  Schiefer,  Harapsteinen.  Fauerstine  269  450  153  30  —  —
1483  Marmor,  roh  und  bearbeite  314  249  —  —  —  —
14  C  Erze  aller  Art.  .....  —  —  3  8  —  —
141)  Soda,  Uatran,  Alaun,  San.  Shweie,  Phosphor,
Arsenik.  10296  207615  791  2493  98  27
L  Steinkohlen  20  210  362  3359  163
15•A  Mineralöl  etrot  eum  2168  185  1  120  80  —
15  B  Erdharze  (Erdwachs,  hed,  Theer)  3157  276  1744  221  —  —
-15(;  Farben  aller  Art,  trockene  und  mit  Wosser  und  Oel
angesetzt,  auch  Tinten,  Terpentin,  Leinöl  209  506  22647  9  876  2  846  5  5
15  0  Seifen  aller  Art  451  970  58  462  97784  1256018974  3207
151  chiriische  Hue  nicht  zum  Skkilhebronh  dienend,
.  .  Talg,  Leim,  Li  6294  3092  2508  1  388  1321  759
15  1  Adcserhade  Benzoin,  Katechn  4%½  zaponiea  214  71  13  19  0  75
15  F2  ummi  brebienn  .  16  13  13  19  —  —
15  F3ai  Kutschuk,  #  5  23  —  —  —
15  F305  Waaren  Cus  e  258  11s12  287  810  —  —
15  F4b  Baaren  aus  Kop  30  20  9  9  —  —
16  A  6.  schiehpulver,  **  vationen  4950  6  788  574  376  —  —
16B  Zündhütchen  15  40  —  —  —  —
160  Sonstige  Spren  ojfe  Zrenin  „Nitroglheerin
Lchgebasbrealft  auch  S  ölzer)  78986  2733  1538  3618  —  —
1741  Spiegel=  und  Fensterglas,  surnen  Spiegelk  .  2343  89116548  1170  —  —
17  42  Glaswaaren  (Gyliwder,  Gläser,  Flaschen  rc.)  15  899  1037818593  6026  76  59
17  B  Porzellan=  und  Fayencewaaren  aller  Art  17  192  5860  8711  2627
1701  Perlen,  kleine  und  mittelgroße,  rothe  r  weiße,
auch  grüne  u.  schwarze,  japani  ische  u.  chinesisch  —  —  —  —-  —
17  C2  Perlen,  böhmische,  italienische  cc.  in  Kisten  u.  Fassern  23075  11836  482  151  —  —
554219  115548  7769
        <pb n="418" />
        4.  5.  6.  7.  8.  9.  10.
Oesterreich=  ·  ...  Belai
i*  Italien  Nußland  Hhwee  Vegien.  Schweiz  Amerika
engl.  ifd.  Rupien  sengl.  vid.  Rupien  sengl.  Pid.  Rupien  Jengl.  Pid.  Rupien  senal.  Vid.  Rupien  sengl.  Pfd.  Rupien  sengl.  Psd.  Rupien
3  %  U  —  —  —  —  93  328.  186  278
13  1020  10  —  —  —  —  —  15  27  —
——  —  —  —  —  —  —  230  287
„VDQÜO|ÖTTOQ  „U•.„=  4
n  1111  1  28  0  225  —
2  i  —  —  —  —  —  —  —-  —  —  —  —
114  148  65  55  —  —.  —  —  —  —.  —  305  257
10  3  —  —  —  —  4  —  .-  —
185  84  —  —  —  —  —  —  2130  246  -  —  850  127
—.  —  —  —  —  —  54911  698  12  1  Sö..  —  2040  195
2875  1946  —  —  —  111  s  —  —  —  500  140
10293  3013  378  60  —  —  203  —  —  —  —  10  20
71  1412  —  —  —  —  —  —  —  +A
-i----  ------!-240
  121  —  —  —  —  —  —  —  E  —  —  —
à438  40  HH
1240  280  —  —  —  400  5  —  —  46  36
434  325  10  10  —  —  —  50  2—  —  21  K3  971
141  23  —  —  —  —  —  —  —  —
—  —  —  —  —  —  —6800  2020—  —  —
11  6  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —
70  10  44  —
580  55  —  —  —  —  —  —  4  6  —  —  163.  20
—  ri163%  ½20|  BU  E  91160  1105|7
—  —  —  —  —  —  1800  174  —  —  —  —  —
275  76  —  «  —  24  10  238  94  —  —  434  67
216  6  1  205  ——  ——  60917  9  907
1  1  —  —  —  367  1811620  816—  —  127  15
—  —  1  108  —  —  —  —  —  —  —  —  F
10  10  U  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —
4  8  —  —  —  —  —  —  —  —  —
2  2s#U#  —  —  —  150  6e5  —  —  —  —  —
—  —  —  —  21  121  7175  76  26  755  128  —  —
2260  492  —  —  —  —  —  —  115  1  —  3  i
2007  14891322  205  —  —  —  —  70  27  72  41  4  7
1  997  897  —  —  —  —  —  1276  302  —  —  —
29  483  10875  45  403  19  1209  —  —  —  —  —  —  —
207311  19866  7230  10783  3671  -·"524I  122907
        <pb n="419" />
        348

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

11.  12.  13.
Nr.  des  Indi  Arab  p  h
Waaren-  W  ndien  rabien,  Persien  China
Verzeich-  Waarengattung
nisseo  4
engl.  Pid.  Rupien  Jeugl.  Pfd.  Rupien  ngl.  Pis.  Nupien
10  à  1  Aasinstreene!  aler  Art,  Wand--  Stutz-,  Schiffsund
  Weckern  ........  111  3041  —  —  —  —
10A2  Shirurgische,  hren.  che-  optische  u.  dergl.  Instrume
  —  —  —  —  —  —
10  B  1  uniheiil  und  gewerbliche  Maschinen  und
Maschin  entheile  188.  61  —  —  —  —
10  B2  ,  Trannvay  und  sonstige  Wagen,  sowie  Stück  41
Eifeüee  484  1  11607  —  —  —  —
10  B3  See-  nd  Flußfahrzeuge  aller  Art  nebst  Zubebor
auch  diese  allein,  wie  Masten,  Ruder  rc.  Stück  3  64  —  —  —  —
114  Eisen  u.  Stahl  in  Blocken,  Schienen,  un  u.
Nöhren.  8613  7111  —  —  —  —
11  BR  1  Eisendraht  30  13—  —  —  —
21  —  brsondern  zenanie  und  vorsehend  nicht  unler
ingende  Waa  .  6064  1204  134  91  18  110
11B2  Gätbernilertr.  Stacheldragßt  ...  -—  —  —  —.  —  —
11B3  Eisenblech  und  Eisenblechwaaren  .  ....  2772  402%  —  —  —  —
11B4  Galvanisirtes  Well  ...........  213  42  —  —  —
1101  Eiserne  k  wie  Möbel,  Töpfe,  Tiegel,
Pfannen  2c.  13  982  3326  44  10  —.
11  C2  Eiserne  dandwerls-  u.  landwirthschaftliche  Geriize
r  Art  26  068  5013  16  20  —  —
111)  wal  aller“  Art  aus.  Eisen  und  Stahl,  Schuß.,  "
Stoß=  und  Hiebwaffen  4½½  419,  445  4  1  4  —-124
  Nogtufer  und  #hsn“  Kupfer  und  Nessing  in
löcken,  Stangen  und  Platteon  517;  269  —  —  —  —
12  B  1  Alr  und  Meessingdraht,  or  kupferne  und
messingne  Schrauben  .......  329  320  —  —  —  —
12B2  Gemünztes  Kupfer.  —  —  —  —  —  —
Stück  21
12  C  Kupser=  und  Messingeräthe  aller  Art  17  333/  10  743  2  5  6  9
13  A  Zinn,  Zink,  Blei,  roh  in  Blöcken,  ziter  Stangen
und  Nöhren,  Bleikugeln  und  Bleischrote  6301:  4413  598  498  2623  2110
13B  Geräthe,  Geschirre  u.  Gesäße  aus  Zinn,  N  u.  lei  3  938  1  76—  —  —
14  A  1  Kart,  Arebe,  Gips  5  539.  1366—  —  —  —
1442  Cem  80  —  —  —  —
1481  Vae,  giegel.  Buch  ine,  Mihlseine,  Shleistei,  1
Granit  (Grabsteine  .  .  1374  1111  —  —  —  —
14  B2  Schiefer,  duin  .Ferstene  77  9  —  —  —  —
14  B3  Marmor,  roh  und  bea  ...  —  —  —  —  —  —
14  C  Erze  aller  Art  15  3  25  11  —  —
141)  Soda,  Jatron,  Alaun,  Saiz.  Shose  w178%„rv  l
Arsen  1548472  192271  aat  886  20220  9  15
14  2  S-  .  0  1—  —-  —
154  Mineralöl  (Petrole  300  17  70  51  —
158  Erdharze  Erdwach-,  de,  Theer)  .  589.—  501  —  —
150  Farben  aller  Art,  trockene  und  mit  Wasser  und  Oel
angesetzt,  auch  Tinten,  Terpentin,  Leinöl  2c.  2004  414  195  70  42  42
1510  Seifen  aller  6672  6499147  9251  —  —
1512  Thierische  sN'  nicht  zum  Sveisegebrauch  dienend,
wie  Wachs,  Talg,  Leim,  Lichte.  1286  198  4  458  703)  —  —
1511  Näucherharz,  Venziin,  Fiechn  leerrn  ĩaponies)  12850  2601  1180  230  448  79
15  F  2  ummi  arabrum  .  307  70  352  99  —  —
15-  ZusKautschuk  ........  —  —  —  —  —  —
15  F  3bWaaren  4u97  uhe  —  —  —  —  —  —
15  F  40%Waaren  aus  Ko  —  —  5  4  —
164  Schießpulver,  Pterwerkskorper,  valrouen  56  20  —  —  166  60
16B  Zündhütchen  —  —  —  —  —
16.0  Sonsiige  Sprengstosse  (Dynamit,  itroglheerin
Schiehbaumwolle;  auch  Streichhöhzer)  .  39  11—  —  1150  100
1741  Spiegel=  und  Fensterglas,  fertige  Spiegel.  1968  T.  3  2
17A2Glaowaaren  (Cylinder,  Gläser,  Faschen  2c.)  2212  742  2  4  60  45
17  Porzellan=  und  Fayencewaaren  aller  .  2916  9—  —  206  706  8923
17  C1  Perlen,  kleine  und  mittelgroße,  rothe  und  weiße,
auch  grüne  und  schwarze,  japanische  u.  chinesische  3436  1715  21  603  9084
1702  Perlen,  böhmische,  italienische  z2c.  in  Kisten  u.  Fässern  177  621  —  —  —  —
586N  1  229991  20579
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        14.  15.  16.  7.  18.  19.  20.
iti  ebriae.  Gesammtsumme
Japan  Sansibar  Madagaokar  A,  Kapland  briges  Andere  Länder  der  Einfuhr
s  Gewicht
rW  Rupien  M.  Nuvien  ##.  .  Kupien  3  5  ustn  r*W  Rupien  Al.  Rupien  Mi#-  Nupien  nrcn  iht  Nupien
—
————————«———  50-4——  6  340  13348
—  —  ——  —  —  —  —  —  —  —  —  —  24  550  18632
———————————-—-——  6030  4473
Stück  5)
—  —  ———  442782J  55090
Stck.  21  "  Stck.  11  Stück  1211
—  5  400—  —  —  —  —  —  201  311  —  —  457)  39211
—  —  315  -HH.Un  —353  72906
—  —  70  1  —  24115  3671
2650  2899  H  9X%  14  121  16984
.———-—————-——;———  8901.1477
—  —  80.  231  ——  —  —  —  [  52762  1452
—  —  1380  5)0  —  —  ——  —  48179  43684
U  Stück  3
—  —1998,  85TT  —  25  57/95803  44961
119047  26344  TL  —  76  16  —  —  17340  P6417
—  4  60  —  #½  60  —  —  5431  17782
i  i
----!..———-—"———  1377j  680
-».-----—-—1———  47  544  23572
—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —.  34  720.  34308
|  1  Stück  9
—  —  i80  961/  —  —  —  —  —  —  —  —  12  2444y%  1
—  —  170.  8J  ——  31  015  12369
—  —  38534  161—  —  —  —  12  24  —  —  42  676  13201
—  —16706  230—  ——  ——  —  634  13—  —  20  152  12
—  ——310  —1848755  26760
v  i  «
—  —  928  881  —  —  —  —  llo  21—  11  135  1535
—  —-—  499  489
—  —  828  405
—  —  1  —  43  22
—  1330  2  154147  220044  66  270045  46886
—  —  40  2—  —  —  —  100  7  —  23729  535
—  —  329  71  11527  118134
—  —  —  —.  —  —  —  —  —  —  —  —  —  7290  721
—  —  46  696  ———  —  —  6½%  6144  —  —
—  çq[  660  1291  —  —  —  IEEI
—  —  5768.  89  —  ——  —  11173  190VVNV  —  30  263  9178
9  4¼1,  3J7—  —  —  104  1123  9  15323  3250
—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  3a  21  —  774  217
—I  —212  72125  5  23
—  —  —  —  ————  —  555  1932
—  —  388  6—  —  —  86  113
———-  —-————————s—  58987317
———-———————I——!—  1540
———  ———-———————  32  875  13793
—  —  150  311  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  13399  3460
—  —  1218,  13111—  —  —  ——  —  —  —  —  —  —  40  540  2402
—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  58  788  19652
2249  1008  6  91—  —  —  ——  —  12  527399  11821
G  ———-—  9862042053
10121  83781  24  ign·  50031  979#69
        <pb n="421" />
        350

 

 

1.  2.  3.
Nr.  des  ·
Jägers  Waarengattung  Deutschland  Großbritannien  Frankreich
nisses  1  r  «
sagt·-Pid.5:)itmicnessfll.Pid.  Rupien  Jengl.  Pid.  Rupien
171)  Thon=  u.  Töpferwaaren,  terra  cotta  u.  Steingut.  1590  1019  7474  2039  —  —
BA  Elefantenzähne,  roh  u.  unbearbeitet,  hart  u.  weich,
ohne  Rücksicht  auf  die  Große  u.  Schwere  der  einelnen
  Zähne  —  —  —  —
18.8  Flußpferdzähne  .  .  —  —  —  —  —
181  Waaren  aus  Zähnen  v.  Elefanten,  Flußpferden  r  .  2  2  6  23  —  —
18K  Wild-,  Rhinozeros=  und  alle  sonstigen  Hö##er,  unverarbeitet.
  30  110  —  —  —
18E2  Stöcke,  Knöpfe,  Kämme  u.  and.  **-  aus  Hörnern  40  100  86  154  —  —
18  nochen  und  Waaren  aus  Knocher  2  9  28  72  —
18  Gm  UuBauhölzer,  roh  u.  behauen  vder  sonst-  hergerichtet:  S#  1.  1102  St.  2434
europäischen  Ursprungs  76124  35101  6473  5255  —  —
186  Uh  Bauhölzer,  roh  u.  ubechauen  oder  sonst  hergerichtet:
in  ischen  Urspru#  —  —  —  —  —
1801%Banhölzer,  roh  u.  le-  oder  glet  hgr  gerichiet
einheimische  (Boritis  rc.  auch  Feu  —  —  —  —
18  C62  W  f0#  (Ebenhols  Grenadille  “  behlitchewe
öl  —  —  —  —
18  G  3a  Zimmermanns-  u.  iLortfechter  ꝛc.  Arbeiten:  euro  —  Si  8
päischen  Ursprungs  28045  10898.  9855  3659  812  612
18  6  30H  Zimmermanns=  u.  orbslechier  rc  Arbeiten:  indischen
18  6  Zelimmermanns-  u.  uorbjlehter-  rc.  Arbeiten:  einheimische
  —  —  —  —  —  —
194  Gemüse  u.  den  weingenacht  u.  gemrodue.  srijh  1249690  39662  10995  5211195393  17309
19  B  1I  eis  mit  —  —  —  —
19  B  10  Reis  ohne  Fe  —  —  18  —  –
19  2  Mais  und  Dari  —  —  —  —  —  —
1983  Mtama  (afrik.  Korn)  und  Mawele  —  —  —  —  —
19B4  Nicht  besonders  genanntes  Getreide  .  5.  21  58  69  —  —
1901  Mehl  aller  57116  8100  9326  1629  —
190C2  Backwaaren  Srrronn  wiebadl  Brot,  Vui,
buchen)  --.  15063  8449  10652  5919  3268.  1320
1911  Chir  —  —  —  —  —  —
191n•2  8  und  Erbse  4403  764  —  —  51  5
1903  Nicht  besondero  genern  *-“  169  40  41  17  6150  246
19  1  Erdnusse,  Pistazien  346  61  —  —  —
19.22  Kolooͤnüsse  —  —  —  —  —  —
19  3  A#re  —  —  —  —  —  —
19  K4  ...  —  —  —  —  —
19  85  Kokosnuß=  und  Sesamöl  881  277  —  —  —  –
19F  Juserrohr=  und  Fabrikate  baraue,  2  27  D
asse  30636  6594  26222  4570  3615  1059
1961  Pile  aller  Art  ·  116  75  174  194  —  —
1962  Nelken  und  Nelkenstengel  —  —  —  —  —
1963  Alle  sonstigen  Gewürze  1935  972  783  466  132  63
1964  Kaffee,  Thee,  Kakao  und  Schokolade  7767  8814  1945  2323  15  31
1965  Tabal,  Eigarren  und  Cigarettern  41578  644397882  14792  60  94
1966  Mohn,  Opium,  Hanf,  Laschisch,  VBVeielnusse  und  btläuer  355  278  1  3  —  —
19111  duter  Milch,  Schmalz,  täse,  Speiseöle,  Negerbulier,
47603  40591  8076  5843  3188  2301
19112  Sen  Speck,  Wurst.  ieich  2-  lebend)  74845  6222614619  12048  3110  2447
19113  Hon  71  230  1  1  —  —
19.7  1  #ich  mussirende  —T  in  „ahiern  und  Fen.  »
auch  Cider  292681  105428  5266  2562  71160  21437
19.12  Schaumweine  20679  15927  1244  122955293,  42871
1973  ig  3946  1  3250  1474  50  36
L  4  Malzgebraute  Getränte  (Vierh  in  Fässern  und  Flaschen  701592  142022  2235  671  —  —
19.5  Spirituosen  mit  und  ohne  Zucker  in  n  Flaschenn  und
Fässern  91579  48270  0497  22916|29140  14969
19.  6  Mireral“  und  Sodawa  asser  152194  23030  4061  695  193  28
19  J  Droguen  *  wuari„„td  27735  29088  6952  3230  764  133
19  Orsei  —  —  —·—  —  —
191.2  .  9853  3431  9990  2932  —  —
191.3  Alle  sonsiigen  noch  nicht  genannten  Zrwoie  .  27  30!  20  —  —
19  M  Sämereien,  Pflänzlinge  und  Seplinge  4725  6203  3  62  155  193
j  —  1/NNG  InS
        <pb n="422" />
        351

 

4.
Oesterreich-Ungarn


engl.  Pfd.

Rupien

engl.  Pid.

5.
Italien

Rupien

6.
Rußland

engl.  Pfd.  Rupien

 

engl.  Pfd.

7.

Schweden=Norwegen


Rupien

engl.  Pid.

8.

Belgien,
Holland

Rupien

10.
Amerika

engl.  Pid.  Rupien

 

441

8

—-—

81111111
—2

———

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113  111111111

121111

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2

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11844

71

S

11111111

38
11965
182
15

363
3630

3423

442

 

 

9.
Schweiz
engl.  Bid.  Rupien
—

I
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3  3
3128  1849
—  —
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o0  80
—  —
—  —
1932

 

2

 

 

 

 

 

4586  3388
36  40
5

 

 

 

20145

 

2  1

Stck.  130

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482  312
393  32

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        11.  12.  13.
Nr.  des  Indi  ch
W  -  ndien  ien,  Persi  i
Ter  Waarengattung  J  Arabien,  Persien  China
nisses
engl.  Psd  Rupien  Jengl.  Pfd.  Rupien  sengl.  Rid.  Rupien
17H  Thon=  u.  Töpferwaaren,  terra  cotta  u.  Steingut.  73044  4044  39  6  1171  238
18  A  Elefantenzähne,  roh  u.  unbearbeitet,  hart  u.  weich,
ohne  Nücsicht  auf  !  die  Größe  u.  Schwere  der  ein-  »
zelnen  Zähn  —  —  —  —  —  —
18B  Flußpferdzähne  .  —  —  —  —  —  —
186  aaren  aus  Zähn.  en  v.  Elefanien,  Flußpferden  rc.  .  8  92  —  —  1  41
18  1  1  Wild-,  Abinozeros=  und  alle  sonstigen  Hörner,  un-  D  D
verarbeitet  —  —  —  —  —  —
18  k2  Stöcke,  Knöpfe,  Kämme  u.  and.  Agaren  aus.  Hörnern  13  28  —  —  14  17
18  T  An  nochen  u  ind  Waaren  aus  Knochen.  4  18  —  —  5
186  1#|  Bauhötlzer,  roh  u.  bebauen  vWd  sonst  hergerichtet:  l
europäischen  nrsprn  —  —  —
1861b  Bauhölzer,  roh  ilin  oder  sonst  hergerichtet:  St.  2985  851
indischen  larpinn  Uags  r!—  12741  —  —  —  —
180C  1lecBauhölzer,  roh  u.  behauen  oder  sonst  chetberchtet
einheimische  (Boritis  rc.  auch  Feuerholz))  —  —  —  —  —-1862
  Edelholzer  Ebenhoh,  Grenadille  u.  r  l
Hölzer).  931  277  46  76  99  31
18  C  3a  Zimmermanns-  u.  Hprbiewier  ꝛc.  Arbeiten:  enro-  D4
päischen  Ursprun  259  266  72  54  —  —
18630  Zimmermanns=  u.  ere  ze.  Arbeiien:  indischen  Stücli5
W40)  32322  —.  —  70  164
18  Gc  Zimmermanns=  u.  röfleche-  2c.  Arbeiten:  HEineimi
  763  138  —  —  —  —
19  A  Gemüse  u.  Obst,  eingemachi  u.  getrochnet  *  359940  25477|00]  1  47  20
19  B  1  Reis  mit  Schalen  1625  129  —  #  —  —4  —
19B  10Reis  ohne  S  alen  18034079  1132950  —  —  —  —
192  Mais  und  Dar  144379  650  —  —  —  —
193  Mtama  (afrik.  Porn)  und  Mawele  206  4055  92161  —  —  —  —
19  4  Nicht  betintder  genanntes  Getreide  .  238508  12196  —  —  —  —
19  C  1  Mchl  aller  Art  11462700  93153  48  3  14  4
19  C02  Backwaaren  *i  Seieiad,  Brot.  Viohiits.
chen)  .  ...  15081  2284  867  205  30  14
19  D1  Chiroko  63166  3261  —  —  —  —
1962  Bohnen  und  Erbsen  62320  818  —  —  —  —
1903  Nicht  besonders  WQ  vulsenfruchte  79822  4764  —  —  —  —
19  1  Erdnüsse,  Pistazi  1932  353  1440  264  —  —
19.2  Kokosnüsse  —.  —  —  —  —  —
1913  «  .  759  129  —  —  —  —
19  4  Sesae  .  .  100  111  —  —  —  —
19  K  5  Kokosnuß=  und  Sesamöl  .  10497  2085  —  —  —  —
19  F  Zuckerrohr  und  Fbrkate  dannn,  Iuger,  S  «
Nelasse.  .  218106  29554  247  i  52  4607  858
19  G1  Pfesser  aller  Art  112/8  3299  —  —  35  7
19  6.  Nelken  beer  Alktenjenzel-  66  —  —  -—  —
1963  Alle  sonstigen  Gewürze  —ii  24223  100  39  187  61
1964  Kassee,  Thee,  Kakao  und  Schoiolode  16346  13878  8609  6077  2858  2808
19605  Tabak,  Eigarren  und  Cigarette  160“  1271  954  1235  480  442
19  066  Mohn,  Opium,  Hans,  Haschisch,  Vetelnussse  und-  blãtter  8506  2694  208  57  7  15
19111  Butter,  Milch,  Schmalz,  Käse,  Speiseöle,  Negerbutter,  »  «
ett  154146  80669  13039  3364
19  H2  Shuen  Speck,  Murst,  *-  Gesiuge  nicht  lebend)  13169  256770674  53445  —  —
19113  nig.  —  —  14  47
19.71  Ticht  zussiende  Weine  in  dässem  und  *
auch  200  13  —  —  —  —
19.)2  Schaumweine  —  —  —  —  —
19  J3  Essig.  554  98  —  —  —  —
19.14  MalzgebraiiteGetranke  (Bier)  in  Fässern  und  Flaschen  —  —  —  —
19.)5  Spicluosen  mit  und  ohne  Zucker  in  n  Flaschenn  und  s  24
138  —  —  —  —
19.16  Miseral.  und  Sodawa.  ..  150  8  —  —  —  —
19  K  Droguen,  Akzneien,  seren  17708  4932  9482  3066  2  10
191.1rieille  ....  ;  3  80  1481  —  —
19L2  Indigo  .  5622  1623  —  —  —
19l«3  Alle  sonstigen  noch  nicht  genannten  Jarosiosse  .  10822  1557  —  —1  —  —
19  M  Sämereien,  Pflänzlinge  und  Setzling  .  1917  2899  1027  3787  24  12
J  1597682  87253  4748
        <pb n="424" />
        353

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

14.  15.  16.  17.  18.  19.  20.  t
Mauritius  Gesammtsumme
Japan  Sansibar  Madagaskar  n  Kapland  ebeiges  Andere  Länder  Einfuhr
.  .  .  .  Gewicht
Ist  Nuvien  #  Rupien  4  Rupien  *.  Rupien  .  Nupien  .  Rupien  Mt.  %  Rupien  engl.  —  Rupien
—  —  80760  1176—  —  —  —  —-  —  3130  128  24  14  001
—  —  300  278—  —  —  —  —  —  9  24  60  60  99  362
—  —  10  25—  —  —  —  —  —  —  —  —  10,  25
-—  17156—--———-—  5  25  —  zs  33
—  —  4  64—  —  —  —  —  57  3—  —  91)  149
—  —  26  180—  —  —  —  —  —  91  681  —  —  292  656
—.  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  110  340
"  i
—  —  HStck.20  10—  —  —  —  —  —  —  —  —  92592  40833
St.  %
—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  4335%  12741
SI.  600  S.’##  4  S#.  2Lo
—  150  99—  —  —  —  —  —  #u)  82361  —  —  824651  8335
2  5s  —  —  3389  1  —  uu  un  40n
1  Stck.  3
—  —  ——  —  EE  T  —  —  —  42%  r
Scckk.  15
—  371  91  —4  133987|]  32577
36881  12304s
—  —5  20  ——  —  E4  3  10  4t.  188  2814
—  —  85206  291805  5  —  —4.  —  58308  348251111  406119668  111211
—  —  155  6  —  —  —  —  119605  865  —  21385  1000
—  —  2275  138—  —  —  —  —  —  1412  6418038026,  1133221n
—  —  H(  3801141114
—  —  3381  5811  6546%1
——  10  4  L  —  28813  12844  —1207448  13572
—  —  432  30—  —  —  —  —  —  „  3)  —  —  1549461105798
4206%  T  D  l  Hl  P  1c0l  281  647  228
—  —027|5633–  —  —  —  —  —  48329  2347  —  —  1217714
—  —  22  100—  —  —  —  —  —  63274  2790100  4  132993.  6584
—  –  —  —  —.  —  —  —  —  —  1834  110-—  —  88016  5177
—  —  1136  44  —  —  —  —  —  35789,  304—  —  40744,  3782
—  —  732177146  —  —  —  —  —  41145.  937—  —  414362  8083
—  —  5  3—–—  —  —  —  —  —  2036  121—  —  283  253
—  —  140  29  —  —  —  —  —  —  25559  2119—  —  257999  2259
—  —  51484  10916—  —  ——  —  —  Pn83,  948  —  —  71045  14226
—  —  8171633  6146|2126  2840  —  –52976  3042155  59  633436  85074
—  —  3  8  5  11—  —  —  —  74  168Z—  —  18439  757
—  96  167—  —  —  —  —  —  1198  234  —  —  232  467
1  11320  39  —  24  2—  —  297.  29  36  12|12666642
26  5  —  —  —  —  —  —  —  270  17—  —  39203  34885
—  964  15231  —  —  —  —  —  —  8499  2973  385103685040/101301
*  52323863—  —  —  —  —  —  2629  125  —  890299160
—  —  17851  3011  —  —  —  —  —  —  25977  115264452  224826659  4  153578
—  —.12130  346,  —  —  —  —  —  162128  14042—  —  988379/  148450
—  —  —  —  —  —  -  946  1181  —  —  1165  396
—  —  180  301  —  —  30  24  —  —  3700  453  7774.  1682442184454997
m  E  —  —  E  —  —  500  892344  22582550  64221
—  —  581  84—  —  —  —  —  —  57  3J—  —  8597  3288.
—  —  52  5.—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  7085911143358
—  —  90  7—  —  —  —  —  —  1600.  820|1063  466  184835  31377
—  —  1283944  6662"  □..  —  —  —  —  —  —  —  —-  28521230443
1  3485174—.—  —  —  —  —  321  10  08—  63902  42
—  —  —  —  —  —  —  —  ——  —  —  —  289  161
—  —  —  —  —  —  —  —  38  1400  429277258924
—  —  243  28  —  —  —  —  —  —  321  54  —  —  114744404
—  —  —  ——  404  380  4442  680942  13880
2  *5  1A  65#|  #  1—.  1  2878588
        <pb n="425" />
        —  354  —

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

ar.  d  1.  2.  3.
Nr.  des
"Q  .  s  .  .  .  .
Waarengattung  Deutschland  Großbritannien  Frankreich
nisses  .

ss  Eis-Wahl  Rupien  JSlüclzahl  NupienStückzahl  Rupien
20  A  Mineh  —  —  —  —  —  —
20  B  erde  Stück  2  330  —  —  —  —
200  #  „Aniihiere  2  .  —  —  —  —  —  —
20  D  Kan  ..  ........  —  —  —-  —  .-  .-2019
  Schafe  und  Ziegen  Stiück  6  30  —  —  —  —
20  F  Schweine  Stiück  1  9  —  —  —  —
20  G  Vögel  und  Geslügel,  118vageie  Stück  68  251  —  —  —  —
20  II  Sonstiges  Gethier  .......  —  —  —  —  —  —

1I  620  —  —
Gesammteinfuhr)  11822597T  4715721  133935
Statistik  des  auswärtigen  Handels  im  deutsch  -ostafrikanischen
b.  Ausfuhr.
1.  2.  3.
*  Waarengattun  Deutschland  Proß,  Frankreich
-  g  g  ritannien
nisse
Ml.  Rupien  2  %  Rupien  #.  Rupien
i  -  i
1  A  Baumwolle  und  Wal  —  —  —  —  —  —
101  Rohe  baumw.  dichte  Heveie  u.  cuchen,  5  u.  inappr  ieboch
ungef.,  amerik.  Fabrikat  —  —  —  —  —  —
102  Desgl.  indisches  und  europ.  Fabri  rilat  ..  —  —  —  —  —  —
1D  ebl.,  gopret.  ungef.,  baumw.  “  Gewebe:  amerik.  u.  europ.  s
Fabrik  .  —  —  —  —  —  —
12  1  Baumw.  Ve-  ohne  Seide  von  Mastat  ꝛc.  u.  europ.  Imitationen  —  —  —  —  —  —
1F  1Dichte  baumiv.  Gewebe,  einfarbig,  auch  Bänder:  indisches  und  «-europ.
  Fabrikat  —  —  —  —  —  —
1  Bedruckte  Lamn  guebe,  als  T  Stücke  und  #her  indijch
und  europ.  Urspr  —  —  —  —  —  —
1  I  undichte  baumw.  hu  gefärbr  u.  ungef.,  appr.  u.  unappr.  wie  I
SptyenMoökttonetzstoifexc.  2  5.—  —  —  —
17  Feriip,  guenähhter  Kleider  aus  baumw.  Stoffen  jeder  Art,  Bet-  und
Tisch  Wäsche,  auch  Hüte,  Regenschirme,  Mützen  (ferner
Taketann  aller  Art).  1584  5012  —
24  Zwirn,  Stricke,  Tauc  aller  Art  aus  Flachs,  Hauf  oder  Juie  ..  —  —  —  —  —
2B  Gewebe  aus  Flachs,  Hanf  und  Jute  aller  Art  —  —  4  3  —  —
20  Genähte.  Kleider,  Säcke  und  sonstige  Waaren  aus  Suochs,  *
oder  Jute  3  3—  —  —  —
34  Rohe  Seue  Cocons),  gesponnene  und  gezwirnte  Seide.  ...  —-  —  —  —  —  —
3B  Genähte  Seidenzeuge,  Tücher,  Spitzen  und  Bänder  4  28  —  —  —
30  Halbseidene  Kleider,  Tücher-  Spitzen  und  Bänder  —  —  —  —  —  —
44A  Wollgarn  .  —  —  —  —  —  —
48  1  ollene  Gewebe  allet  Ärt:  persijchen  und  indischen  Fabrikats=  .  2  5—  —  —  —
482  Desgl.:  europäischen  Fabrikats  ...  2  300—  —  —  1  —
40  Genähte  wollene  Kleider,  auch  diuben  Fez)  und  Fitzhüte  ...  60j60—  —  —  —
54  Kokosnußsasern,  Stricke,  Matten  ..  80  50—  —  —  —
58B  Alle  sonstigen  Waren  aus  Gras,  Vast  u.  dergl.  wie  Matten,
Körbe,  Bastsäcke  .  650  497  6  2  —  —
6  A  Papier,  Papieiwaaren,  Spielkarten,  Handels=  und  Kontobücher  .  41  102  —  —  —  —
6  Gedruckte  u.  geschri  riebene  Bücher,  Karten,  Phhtographien,  Gemälde
und  ährliche  Litteratur=  und  Kunsterzeugnisse  .  .  507  923—  —  —
7  A  Felle  und  Häute,  unverarbeitet,  aller  Art“  11066  1188  5  6  —
7B  Gegerbte  Felle  und  Häute,  Leder  aller  69  49—  —
70  Leder-,  Sattler-,  Schuhmacher=  und  *-  (Aissen  und
aie  letztere.  ohne  Rüchicht  auf  das  dazu  verwendete  I
Mat  ...  598s4621  1——
71)1  zzedein  iind  Haare,  roh  17  I  96  1  3  —  —
70  28edern  u.  Haare,  Fereinigt.  und  W  weiter  verarb.  ranh  Vůrsien·
binderwaaren  8  11  —  —  —  —
8A1Schildpatt,  roh  ..  34  20  —  —  —  —
8  A  2Schildpatt,  verarb.  auch  in  Verb.  mit  anderen  Materialien  5  65—  1  —  —  —
8542  15  —
        <pb n="426" />
        4.  5.  6.  7.  8.  00.  10.

Oesterreich=  Itali  Schweden-  Belgien,
*  Italien  Nußland  3  urn  Sellien  Schweiz  Amerika

1  .  —  .  -  -  -  -  .  .  .  .
Skllclüblellhicll  Stück-Islle  Rupien  Stũchhabi  RupienStückzahl  Rupien  Siückzahe  Rupien  Stüchab  Rupien  Stüczahl  Rupien

!  n  n

 

1i111
1111111
11111111
11111111
1111411
11111111

111111111

 

 

 

 

 

11111111
11111111
11111111
11114111
11111111

Stück  10  .
—  1

1
1

313111111

!  —  —

l  .  -  l
8360  !  1269  .  1319#  ——

s  l
342916  1540191

 

 

 

Schutzgebiete  für  das  Kalenderjahr  1895.
b.  Ausfuhr.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

4.  5.  6.  7.  8.  9.  10.
Oesterreich-  -  -.  Schweden-  Belgien,  .
ungam  Italien  Nußland  Norwegen  Holland  Schweiz  Amerika

engl.  vid.  Rupien  sengl.  Pid.  Rupien  sengl.  isd.  Nupien  sengl.  Pid.  Rupien  sengl.  Vid.  Rupien  sengl.  2  Rupien  engl.  Pfd.  Rupien

.  1  «  i
—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —
—  —  ——  ——  —  —  —  —  —  —  —
—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —

—  *  1.
————  —  ————  ——  —

i

l
—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —
+s
—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —
—  —  —  —  1  —  —  1  —  –  –  –—  –  —  —
—.  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —

i

»  —s—::——::  I
—  —  ——  —  —  —  —  ——  —

l
-I————--x—-s---—  J-——


EIEEIEIEIIEEEIE

1—  —  —  1  —  l—  —  —
        <pb n="427" />
        356

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

11.  12.  13.
Zr.  des  Indi  Arabien  hi
ndien  "U  China
re  Waarengattung  Persien  Chin
niffeo  1r
Stückzahl!  Rupien.  Stückzahl  Rupien  Stückzahl  D.  Rupien
20  A  Aiieh  —  —  —  I  —  —  1  —
208  Pfer  Stück  7  1005  #  —  —
200  5  aauuthier,  Maulesel.  —  —  Sma  33  4598.  —  —
20  D  Kamele  —  —  Stück  3  155  —  —
20  1  Schafe  und  Ziegen  .  Stück  1  18  Stück  23  165  —  —
20  F  Schweine  .  —  —  —  —  —  —
20  □G  Vögel  und  Geslügel,  Pu8en  .  Stück  7  3  EStück55  96  —  —
20  I  Sonstiges  Gethier  —  —  —  —  Stück  32.  30
1026  5014  «  30
Gesammteinfuhr  8233206  186112  36250
Nr.d  1.  12.  13.
r.  des
Arabien,  -
ZEISS  Waarengattung  Indien  Persien  China
nisses
ir  #  Rupien  *#  Rupien  “  rl  Rupien
1  «  -.
lA  Baumwolle  und  Watte  —  —  —  —  —  —
1  C  1  Rohe  baumw.  dichte  Geie  u.  rücher,  *  u.  zmar  fd  I
ungef.  amerik.  Fabrik  —  —  —  —  —  —
102  Desgl.  indisches  und  W700  Fabrikat  .  —  —  —  —  —  —
10  Gebl.,  Gappeel.  ungef.,  baumw.  dichte  Gewebe:  amerik.  u.  europ.  !
J.
abr  —  —  —  —  —  —
1  VI#.  Tlcher  ohne  Seide  von  Maskat  cc.  u.  europ.  Imitationen  ’
lFchchubaunnv  Gewebe,  einfarbig,  auch  Bänder:  indisches  und  |.
europ.  Fabrikat  —  —  —  —  —  —
16  Bedruckte  baumw.  **  als  *  Stücke  und  Tuchei.  22  »  i
und  europ.  Ursprun  32  32  —  —  —  —
1  I  Undichte  baumw.  *n  gebron  u.  ungef,,  appr.  u.  unappr.  wie  i
Spitzen,  Moskitonetzstof  —  —  —  —  —
13  Fertig  genähte  Kleider  a  unw.  Stoffen  jeder  Art,  Vett=  und  1
Tischzeug,  Wäsche,  auch  Hüte,  Regenschirme,  Mügzen  rlrs  :
Trikotagen  aller  Art).
2  A  Zwirn,  Stricke,  Taue  aller  Art  aus  Flachs,  Fenf  oder  Jute  —  —  —  —  —
2B  Gewebe  aus  Flachs,  Hanuf  und  Jute  aller  Art  —  —  —  —  —
20  Genähte  Areiber,  Säcke  und  sonstige  Waaren  aus  Flachs,  Hauf
r  Jute  —  —  —  —  —  —
3  A  Nohe  Seide  (Cocons),  gesponnene  und  gezwirnte  Seide  —  —  —  —  —  —
3B  Genähte  Seidenzeuge,  Tücher,  Spitzen  und  Bänder  —  —  —  —  —  —
Lalbseidene  Kleider,  Tücher,  Spitzen  und  Bänder  —  —  —  —  —  —
Wollgarn  —  —  —  —  —  —-4131
  Wollene  Gewebe  allerArt  persischeii  und  indijchen  Fabrilass  —  —  —  —  —  —
43  2  Desgl.:  europäischen  Fabrikats  —  —  —  —  —  —
40  Genähte  wollene  Kleider,  unch  Müten  (Fe)  und  Fizhüte  —  —  —  —  —  —
5A  Kokosnußfasern,  Stricke,  Matten  ..  —  —.  —.  —  —  —
58B  Alle  sonstigen  W  aus  Gras,  Vast  u.  dergl.  wie  2  1
Körbe,  Bastsäck  1  008  16031  4—  —
64  Papier,  Popielmgaren,  Spielkarten,  Handels-  und  Kontobücher  —  —  —  —  —
6B  Gedruckte  u.  geschriebene  Bücher,  Karten,  Pbetoraphien,  Gemälhund
  Ahnliche  Litteratur=  und  Kunsterzeugniss  e.  —  —  —  —  —  —
74  Felle  unb  Häute,  unverarbeitet,  aller  Ärt  —  —  —  —  —  —
78  Gegerbte  Felle  und  Häute,  L  Leder  aller  Art  150  57  3  16
70  Leder-,  Sattler-,  Schuhmacher=  und  nelte  oannren.  (Kissen  und  1
Tiattahen)  lebtere  ohne  Ruchsicht  auf  das  dazu  verwendete
7D  1  gelue  Fars  Haare,  r  —  —  —  —
7D  2  ZFedern  u;  Haare,  ieehnioi  und  sonkn  weiter  verarb.,  T  Vůrsien·  I
binderwaaren  —  —  —  —  —  —
8A  1  Schildpatt,  roh  —  —  —  —  —  —
A  2Schildpatt,  Frarh-,  auch  in  Verb.  mit  anderen  Materialien  —  —  —  —  —  —
12  606  —
        <pb n="428" />
        —  357  —
14  46  16.  17.  18.  19.  20.
Mauritius  Uebriges  Gesammtsumme
—  -  i  auritius,  9  ä
Japan  Sansibar  Madagaskar  B  Kapland  8  Andere  Länder  der  Einfuhr
.p  kri=  Rupien  Rupien  Stah  Nuvien  ah“  Ruvpien  Sth  ot  -  AMupien  Stuchabt  Rupien
·  .
——Stck16708  Stctgul  3678  —  ——  Stcus  490——Smck1254876
—  —  —  —  —  —  —  /  —  Etück!  180  —  Stück  10  1515
—  —  St  586—  —  —  —  —  —  Stück  9  15  —  —  Stück  49  6  763
—  —  Stück  2,  210|1  HH  —  SE4tc.13  —  Stück  19  1  315
—  —  S'h  128  t131  90|  ——  —  Sis  r2½2  —  —  St#  1472
—  —  SStück  i  —  —  —  —  —  —  —  —  Stü  29
—  —  41  199  Stcl.  3113  —  1  —i  Sid  is  .—  —  Stüuck29  766
—  —  ESuuck  4  111  —  —  —  —  1—  —  i  HSti  üct  36  11.
–  1862  4613  —  —  35121  —  16777
E  8725  4504  181310!  58126  —
zum  Jahresdurchschnitt  von  185  Mark  für  1  Rupie  =  7  608  466  Mark  52  Pf.
14.  15.  16.7.  18.  19.  20.  oel
⅞  Mauriti  Uebriges  esammtsumme
Japan  Sansibar  Madagaskar  r—nm-  Kapland  Wrisa  Andere  Länder  der  Ausfuhr
Z  Gewicht
al.  Nupien  r!#nt  Mupien  #.  Nuvien  V6  Nupien  vsn  Nupien  4½1  Rupien  ##Nuvienengl.  id  Nuvien
I  T  -  ·
—--1025o1923—’s——.—  —  ———102501923
—  —  23  20  —  —  —  —  —  —  —  —  —  23  20
—  —  1700  71  ——  —  —  —  12  8—  —  171218
—  —  loo  37|  —  —  1  —  —  —  1080  370
—  s6o  15822  —  —  ——  ——  ——  —  6012
—  —  104  —  —  —  1  —  nUuU  —  1373  1702
—  —  13  .  ——  2  ——  1242
*  100—  —  H—  10
#  „
45%  659  —.  Ü  —  —  2044
—  —  —  —  —  —  —  —  —  990  40—  40
—1250  165—  —  —  —  —  —  —  4254  168
I
—  —  184144  2014  —  —  —  —  1I  54147  2017
—  —  12  25—  —  —  ———  ——  —  12  25
—  —  35  477|  —  —  —  39  500
—  —  5  444—  —  —  —  —  ——  5  44
—  —  29  s881  —  —1—  —  —  —  —  29  83
—  —  40.  120  ++—  —  —  —  41
—  —  3  =  —  33
—  —  5  —  ——  —  6511
—  —  108015  57#  -—-———————  —  —  —  —  1080957
e  td.1000  «  Stck.  1000
—  l  56/58271—  —  —  —.  —  120  944—  —  1684  9795
—  —  622  593  —  —  —  15  25—  —  118  186
—  —  11075  18706  —  —  —  —  9  4  —  uz
—  —  6871%  —  —  —  —  099  1292
i
i  ·  I
—  —  742  680  MEE  —  ——  —  1341  1143
—  —  32  +–—  5%  117
I
——-———-—-———---i-  11
——2408x24768—-—  —  —  —  —  —  —  244  24  788
—  r  —  —  —  —  —  —  —  —  5  6
:  l
—  15  A  —  —  —  —  "#2725
        <pb n="429" />
        353

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ar.  d  1.  2.  3.
s  W  Deutschland  Groß=  Frankreich
Verzeich-  aaren  gattung  britannien
nisses
sĩ  .  Rupien  l.  Rupien  W  Rupien
1  ,
8131  Kauris,  Perlmuter  u.  dergl.  zur  Verarb.  geeignete  Muscheln,  auch  D
Edelkorall  1168,  235  —  —  —
8B2  Desgl.,  drheicn  erarb.,  auch  i  in  Verbind  mi.  and.  Materialien  58.  499—  —  —  —
9A  Gold,  Silber  r,  —  —  —  —  —  —
9  B  Schmesstchen  (1½  sonstige  Waaren,  ganz  oder  beiwweise?  aus  4  .
old  oder  Silber,  auch  dergl.  rschehr  414  27081  —  —  —  —
90  -  n  gemünzt.  .  —  —-  —  —  —  —
10  Al  Musikinstrumente  aller  Art,  Wand-,  Stutz=  Schiffs-  u.  Betleruhten  110  400—  —  —  —
10  42  Chirurgische,  astronomische,  optische  u.  dergl.  Instrumen  92  860—  —  —  —
10  B1  Landwirthsch.  u.  gewerbl.  Maschinen  u.  h  250  13—  —  —  —
10  B2  Eisenbahn-,  Tramway=  u.  sonst.  Wagen,  sowie  Zubehör  —  —  —  —  —
11  A  Eisen  und  Stahl  in  Blöcen,  Schienen.  Stangen  u  und  iobren  —U—  —  —  —  —
11B  Eisendraht  —  —  JN  1  —
11  82  Galvanist  rter  Stacheldraht.  —  —  —  —  —  —
1183  Eisenblech  und  Eisenblechwaaren  .  3  2.—  —  —  —
11  01  Eiserne  Hausgeräthe  wie  Möbel,  Töpfe,  Tiegel,  Pfannen  ꝛc.  —  —  —  —  —
1102  Eiserne  Handwerks=  und  landwirthschattl.  Geräthe  aller  Art  6.  4  3—  —
11D  Waffen  aller  Art  aus  Eisen  u.  Stahl,  Schuß-,  Stoß=  u.  Hiebwassen  3932  4061  32  2—  —
12  A  Rohkupfer  n.  Rohmessing,  Kupfer  u.  W  in  Blöcken,  Stangen  I
und  Platt  —  —  —  —
12  B1  Kupfer=  u.  sir  sowie  *  u.  inessinone  Schrauben.  —  3  1—  —
12  B2  Gemünztes  Kupft  —  —  —  —  —  —
120  Kupfer=  und  Resiag  eräthe  aller  2  14  14—  —  —  —
13  A  Zinn,  Zink,  Blei,  ro  Fa  in  Blöcken,  4  Stangen  und  Nöhren.  D  I
Bleikugeln  und  Boschrote  ...  —  —  —  —  —  —
13  B  Geräthe,  Geschirre  und  W  aus  Zun,  *  und  Blei  .  22  231  —  —  —  I  —
14  A1l  Kalk,  Kreide,  Gips  .  --  —  —  —  —  —  —
14A2Ceinent  «  —  ..  —  —  —  —  —  —
14  1  Bau-,  leget=  Backsteine,  Mühlsteine,  Shteifeine,  Granit,  .  :
(Grabstein  —  —  —  —  —
140  Soda,  Natron,  Alaun,  Spit  Soͤwesel  bosphor  Acsenit  12  10  —  —  —
141  Steinkoh  len  .  —;—  —  —  —  —
15  A  MRireraltt  (Hetkoleun).  .  —  —  —  —  —  —
15  Farben  aller  Art,  trockene  u.  mit  T  u.  Oel  angesebi-  ouch  I
Tinten  irpenin,  Leinöl  2c.  —  —  —  —
15  D  Seifen  a  —  —  —  —  —
15  EB  Selsen  Seiel  nicht  zum  Speisegebrauch  bienend,  wie  e  Wahs
Talg,  Leim,  Lichte  .  900.  710—  —  —  —
15  F1  Räucherharz,  nn,  iiae  **  iapobies  —  —  —  —  —
15  F2  ummi  arabicu  —.  —  ——
15  F  3  Kautschuk,  roh  1101  181914  17600  25766  —  —
15  F3bWaaren  aus  Kau  —  —  —  —
15  F440  Kopal,  roh,  ir  zurg-  Vaumglas  15929  6260  —  —  —  —
15  Pa4b  Waaren  aus  Kopa  —  —  !  —  —  —
A  Schießpulver,  woal  nsp.  Patronen  .  809I  Z40—  —  —  —
17  A2  Glaswaaren  (Cylinder,  Gläser,  Flaschen  2c.)  —  I  —-  —  I  —
7B  Porzellan=  und  Fayencewaaren  aller  Art  —  —  —
1701  Perlen,  kleine  und  mittelgroße,  voch=  und  weiße,  auch  urinen  und  l
schwarze,  japanische  und  chinesisch  7  7—  —
17  C02  Perlen,  böhmische,  italienische  2rc.  ##  gisten  und  Fässern-  —  —  —
17D  Thon“  ur  und  Töpferwaaren,  terra  cotta  und  Steingut  —  —  —  —
18  A  Elefantenzähne,  roh  und  unbearbeitet,  hart  und  weich,  ohne  I
ücksicht  auf  die  Große  u  und  Schwere  der  einzelnen  Zahne  .  629  39911  —  —  —  —
18B  Flußpferdzähne.  *§ê“2½  254  321  1  8  —
18  C  Wildschweinzahne  32  13—  I  —  —  —
180  Caaren  aus  Jüne  von  Elefanten,  Flußpferden  ꝛc.  16  150  —  —
18  K  1  Wild-,  Rhinozeros=  und  alle  sonstigen  Hörner,  unverarbeitet  1547  978  8  111  —  —
18  KRn2„èStöcke,  Knöpfe,  Kämme  und  andere  Waaren  aus  Hörnern.  76.  311—  —  —
18  P  Knochen  und  Waaren  aus  Knochen  217.  11—  —  —  —
18  Gla,Bauhölzer,  roh  und  behauen?  oder  W  berzerichiet.  europaischen  I  «
Ursprungs  —  —  —  —  —
18610  Desgl.:  indischen  Ursprungs  I  —  —  —  —
!855m  *  Sid  3
18Gle  Desgl.:  einheimische  (Boritis  2c.,  auch  Feuerholz).  2  911  —  —  —
s
—203184I—258221
        <pb n="430" />
        359

 

 

 

 

 

 

 

 

 

4.  5.  6.  7.  8.  9.  10.
Oesterreich=  -  Schweden-  Belgien,  -
Ungarn  Italien  Rußland  Norwegen  Holland  Schweiz  Amerika
W  *  Rupien  sengl.  Pid.]  Rupien  sengl.  P'd.  Rupien  sengl.  Pfd.  Rupien  sengl.  Pfd.]  Rupien  sengl.  Pid.  Rupien  engl.  Pfd.  Rupien

—  rnnrs—  —

—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —

I

—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —
—  —  —  —  —)  —  —  —  —  839  —  —  —
        <pb n="431" />
        —  360  —

 

 

Ar.  d  11.  12.  13.
Nr.  des  .
«  -  Arabien,
e  Waarengattung  Indien  Persien  China
nisses
iss  W.  1  Rupien  1  Rupien  W  Rupien
8  B1  Kauris,  Perlmutter  u.  dergl.  zur  Verarb.  geeignete  Muscheln,  auch
Edelkorallen,  roh  77051633—  —
8B2  Desgl.,  m-  verarb.,  auch  in  Verbind.  m.  and.  Materialien  —  —  —  —  —  —
9A  Gold,  Gilber,  10  630  —  —  —  —
9  B  Schmucksachen  108  sonstige  Waaren,  ganz  oder  beitweisee  aus
old  oder  Silber,  auch  dergl.  Taschenn  hren.  —  —  —  —  —  —
90  Gold,  Silber,  gemünzt  —  —  —  —  —  —
10  A  1  Musikinstrumente  aller  Art,  Wand--  Stutz-  Schiffs-  u.  Weceruhren  —  —  —  —  —  —
10  42  Shirurgische,  osrononide.  optische  u.  dergl.  Instrumente  —  —  —  —  —  —
10  B  1  Landwirthsch.  u.  gewerbl.  Maschinen  u.  ohen  heile  —  —  —  —  —  —
10132  Eisenbahn,  Tunhag  u  sonst.  Wagen,  sowie  Zub  —  —  —  —  —  —
11  A  Een  zund  Stahl  in  Blöcken,  Schienen,  Stangen!  7  obien  —  —.  —  —  —  —
11B  Eisendraht  —  —  —  —  —  —
11B2  Gukonnhsirer,  Stacheldraht.  ..  —  —  —  —  —  —
11B3  Eisenblech  und  Eisenblechwan  ren  —  —  —  —  —  —
1101  Eiserne  Hausgeräthe  wie  Möbel,  Töpfe,  Tiegel,  Pfannen  ec.  —  —  —  —  —  —
1102  Eiserne  Handwerks=  und  landwirthschaftl.  Geräthe  aller  Aürt  —  —  —  —  —  —
11D  Wassen  aller  Art  aus  Eisen  u.  Stahl,  Schuß-,  Stoß=  u.  Hiebwaffen  —  —  7  71  —  —
12  A  Finnn  u.  Nohmessing,  Kupfer  u.  Messing-  in  Blöcken,  Stangen
un  —  —  —  —  —  —
12131  Kupfer-  u.  Nehĩingdrabt  sowie  kipserne  u.  7  nessine  Schrauben  —  —  —  —  —  —
12B2  Gemünztes  Kupfer  —  —  —  —  —  —
120  Aiert  und  Aesinggeriune  aller  Art  —  —  —  —  —  —
13  A  ,  Zink,  Blei,  roh  öcken,  Platten,  Stangen  und  Nöhren.
Sl  Bie  5  Bbeischro  —  —  —  —  —  —
13  B  Geräthe,  eschirre  und  tkuet  «  aus  Zin,  Binl  und  Blei  .  —  —  —  —  —  —
14  KA1lKalk,  Kreide,  Gips  ...  —  —-  —  —  —  —
14  A2  Cement  .  ..  —  —  —  —  —  —
14131  Bau-,  Polt  Vacksteine,  Mühssteine,  Schleissteine,  Granit
(Grabstein  —  —  —  —  —  —
14  D  Soda,  Ratron,  Alaun,  Sab-  Shwese,  boapor.  Ansenit  —  —  —  —  —  —
L  Steinko  .  .  —  —  —  —  —  —
15  A  Mirratl  (Wetkoltun)  .  —  —  —  —  —  —
150  Farben  aller  Art,  trockene  u.  zmi  esser  u.  Sel  augesebi.  iuch
Tinien,  eern  Leinöl:  —  —  —  —  —  —
15  D  Seifen  aller  A  —  —  —  —  —
15  1  Thierische  Felket  nicht  zum  Speisegebrauch  dienend,  wie  Wachs,
Talg,  Leim,  Lichte  .«,«  —  —  —  —  —  —
15  F  1  Räucherharz,  Venzon,  swehn  (erra  nonien)  —  —  —  —  —  —
15  F  Gummi  krabieum  —  —  —  —  —  —
15  V3u  Kautschuk,  r  —  —  —  —  —  —
15  F35Waaren  2  haut  usschu  —  —  —  —  —  —
5Fiäda,  Kopal,  roh,  fossiles  zurn  Baumglas  —  —  —  —  —  —
15  Fi4h  Waaren  aus  Kopal  —  —  —  —  —  —
16  A  Schießpulver,  Feuerwerlskörper,  Patronen  —  —  —  —  —  —
17.A2  Glaswaaren  (Cylinder,  Gläser,  Taschen,  „2c.)  —  —  —  —  —  —
78  Porzellan=  und  Fayencewaaren  a#  —  —  —  —
1701  Perlen,  kleine  und  mittelgroße,  votte  —  weiße,  auch  arine  und
schwarze,  japanische  und  chinesische  —  —  —  —  —
17  C2  Perlen,  böhmische,  haalienische  rc.  in  Kisten  t0n  Fsern“  —  —  —  —  —  —
17D  Thon  und  Töpferwaaren,  terra  eotta  und  .  —  —  —  —
18  A  Elefantenzähne,  osr  und  unbearbeitet,  hanie  Und  weich,  ohne
Rücksicht  aanl,  die  Gröben  und  Schwere  d  der  binzelnen  Zähne  .  2174—-  —  —-  —
18B  Flußpferdzäh  —  —  —  —  —  —
186  Piloschwanzühne  ·  --  —  —  —  —  —
180  Waaren  aus  ühn  en  von  Eteianen,  Flußpferden:  re.  .  —  —  —  —  —
18#.1  Wild-,  Shinogeron,  und  alle  sonstigen  Hörner,  unverarbeilet  49  84  6  121  —  —
18  K  2  Stöcke,  Knöpfe,  Kämme  u  ban  Waaren  aus  Hörnern.  —  —  —  —  —  —
18  F  Knochen  und  Waaren  aus  Knoch  —  —  —  —  ‚i11—
18  G  la  Jaugoger  roh  und  behauen  c  20  r  o  hergerihiei:  europaiqchen
pru  —  —  —  —  —
186  15|Desgl.;  indischen  Ursprungs  .·...  ————-Siki7512

18010IckgcethcmuscheworitiöteanchFeiierhocz).·...  98755I  1517792237-12958I
  256  –
        <pb n="432" />
        14.  16.  16.  17  13.  **v?  eg  *  Gesammtsumme
Japan  Sansibar  Madagaskar  Mauritus,  Kapland  Afrika  Andere  Länder  der  Ausfuhr
Gewicht
I.  .  i.  .  .
VII  Rupien  Mi  Rupien  M#t  Nupien  2½  Rupien  r*e  Rupien!  d.,dupien!  3  /8/—.  Nupien  leengl.  Vsd.  Miupien
—  —  322  301
—  —  464103,  7433  —  —  —  —  —  —  —  —  5233  88
————  ——  1650
—  —  —  —  439,  3503
—  —  25  7951  —  —  —  —  —  *  —  —  —  —  507  18461
—  —  507  18461—  –  –  –  –  –  —  —  —  —  110  40
—  ——  —  sns  —  —T—  1001  2470
—  0%%  ——T  51½  281
—  2  [  72  72500
—  —  221  60)  —  —  2  —  451  34
—  —  1  —  —  —  —22  212  "  40  8
—  —  —  —  nk  *  nk  —  —  —  —  4594  488
—  —  4594,  488—  —  —  —  —  —  D  —  —  —  3  2
—  -————--  -—-·———  544189
——gggzsg--:::1————ssxsssss
—-—  ——  ——  951
-—29551051—-————  98
D)  35  4
—  —  35  T  52  —  —  18  6
—  —  110  55  5  —  ÜU  —  ——  7301  2549
—  —  544  —  ——  ———  54¼  133
—  —  527139  —MI]N  D
—  —  —  —  5966  327
—  —  5205  327—  —  —  —  —  –  —  —  994  87
—  —  6664  —  ——7D—255492  os3
—  —p  b  1  —  —  rS  360.  12
—  —  36ö0  11—  —
§  ‘§t;  2000  63
—  —  2000|  6[  212  212  212157  491  138
—  —  640  2“¼  —  —  —  —E  572  241%  105
—  %%  105UA8  [  [1111  —AI40  1220  M  1400,  120
"  1ll  —  —SlLlO  319,
##½1  H—2434520505
—  —  23445  197951•  1  -T  -..  381  56
—  —8  5665  ——  4503%  671
—  —  4506-  BRH-5535  t
—  —  829695455001  1½s22  0““WE  —  16,  507
—  —  #n150,  50¼1BA  BTETB  Nnn  LL  548066  122205
—  —  323966  1151901  —  —  –  HH  —  —  —  122  54
——SS"SNb  819  365
—  —  100  25—  —  on
—  §⅝M  —  —  Saohck.  174/  2391
—  l4  2391  —  —  —  —  —  658  540
595  435—  –
—  ——  —  —  3)
—  1  ——  ¾
—  —  857  72  —  —
—  —  —  —  —  195648  1259290
—  —  19240  —  1us  LD  EE  1643/1232200
—  —2  3M|[N-J
—  —4  2%  ——[n—HBU  0  4
—  —  —  —  4  —  992  490
—  —  -  #n  —  —  *  –  —  5  —  —  —  289  75
—  —  —  —  T  —  —  —  —  121
—  —  1  1W  —  —  225
—  —  —  —  2  55—  —  2
Sic  **-  **7•  1  Sic.  23)  n
—  —  570  1  —  52157  Eic  22021
Si  .  —  44337  539
—  —  nmooollhsckl  —  —  —  -.  —  55530,  3340  119  ien
*  —  227805
—  26TSi  —  «  ’34«7
        <pb n="433" />
        —  362  —

 

 

 

 

 

 

 

 

1.  2.  3.
Nr.  des  Groß
-  Deuts  -*  J  i
Jr-  Waarengattung  Deutschland  britannienFrankreich
nisses  .
M.  Rupien  r  ,Rupien  M  Nupien
#
1862  Edelhölzer  (Ebenholz,  Grenadille  und  wohlriechende  Hölzer)  131  43
18634  Jurmerwanns,  und  Korbflechter=  2c.  Abeiten,  europaischen  ur-  1
1499,  403—  —  —  —
18636  -  enen  ürsprungs  —  —  —  —  —
18  3e  Desgl.  einheimische  956.  44  3111  —
19  Gemüse  und  *-  eingemacht  und  zelrocine.  *  40  11  —  —  —
19  B  La  Neis  mit  Schal—  .  —  —  —  —  —  —
19  B  10  Reis  ohne  Shen  —.  —  —  —  —  —
19  B2  Mais  und  Dari  .  —  —  —  —  —  —
193  Mtama  (afrik.  Korn)  und  Mawele  —.  —  —  —  —  —
19B4  Nichl  besonders  genanntes  Getreide  —  —  —  —  —  —
1961  Mehl  aller  Art  —  —  —  —  —  —
19  C2  Vackwaaren  Wiallaroni  zebad,  Brot,  Vistits,  Auchen)  11  31  —  —  —  —
1901  Chiroko  T  —  —  —  —
19  2  Bohnen  und  Erbsen  16489  275—  —  —  —
191)  3  Nicht  besonders  genannte  vljenirichie  —  —  —  —
19  1  Erdnüsse,  Pistazien  4  2  —  —  —  —
19  12  Kottonusse  .  127  4  —  —  —  —
19  1833  Kopra  .  I—  —  —  —  —
19  ½7  4  Sesam  111942  62199  —  —  —  —
195  Koltanuw,  und  Sesar  nöl  —  —  —  ,  —  —  —
1910  Zuckerrohr  und  Fabrilate  boraus,  FJcrr,  *  Melase  .  —  —  —  —  —  —
1961  Pfeffer  aller  Art  .  .  —  —  —.  —  —  —
1963  u  sonstigen  Gewürz  —  —  —  —
1964  bafier.  Thee,  Kakao  27  Schokolade  79408  41221.  1  —  —
19  65  bak,  Cigarren  und  Cigaretten  4437  1328—  —  —  —
1966  *  Opium,  Hanf,  Haschisch,  Betelnüsse  und  kblätter.  5  151  —  —  —  —
19111  Butier,  Milch,  Schmalz,  Käse,  Speiseöle,  Regerbutter,  Fett.  —  —  —  —  —  —
19112  Schinken,  Speck,  Wurst,  Fleisch,  Geflügel  (nicht  lebend),  Fijche  rc.  50  5)1  —  —  —  —
19  II3  .  —  —  —  —  —  —
19.)1  Ko  mussirende  Weine  in  Fässern  und  uuichen  auch  Cider.  —  —  —  —  —  —
19.)2  Schaumweine  .  48  251  —  —  —  —
19.14  Malzgebraute  egut  dier  in  dassern  und  Fuuichen  1277  25  —  —  —  —
1916  Mineral-  und  Soda  —  —  —  —  —
19  K  D  Droguen,  Arzneien,  HPnnerien-  4  10—  —  —  —
191.1  Orst  .  —  —  —  —.  —  —
191,.3  N#  47  noch  nicht  genannten  Farostfe  .  —  —  —  —  —  —
19  M  detcen  Pflänzlinge  und  Sehlinge  —  —  —  —  —  —
20  A  Rindvie  1  20  —.  —  —  —
200  Esel,  Pulthiere,  Maulesel  —  —  —  —  —  —
20  6  Schafe,  und  Ziegen  67  46  —  —  —  —
20  F  chw  .  «  5—I—  —  —
26  She  und  Leluge,  Papageien  ·  15  94—;-  —  —
20  II  Sonstiges  Get  41,  5399  —  —  —
21  Nicht  *  *  und  9  vorchen  nichi  unterzubrligende  s
ß  ri*ie  2463  350  #  284182  650
831  3151  650
Gesammtauofuhr  268557  261520  650

Gonvernementsbefehl  des  Kaiserlichen  Gonverneurs  von  Deutsch-Ostafrika,
betreffend  die  Abgrenzung  der  Bezirke  Mpapna  und  Lindi.

Die  Abgrenzung  des  Bezirkes  Mpapua  nach  Kilimatinde  wird,  wie  folgt,  festgesetzt:  Die  Grenze
läuft  von  dem  Schnittpunkt  der  die  Marenga  Mkali  begrenzenden  grün  gestrichelten  Linie  (siehe  Kiepertsche
Karte)  mit  dem  Kisigofluß  in  ungefähr  gerader  Richtung  bis  zu  dem  Schnittpunkt  der  die  Westgrenze  von
Irangi  bildenden  grünen  Linie  derart,  daß  die  Ortschaften  Mkunda,  Mpangasanga,  Kididimo  zum  Bezirke
Kilimatinde,  die  Ortschaften  Mapalata,  Mpokira,  Singe  und  Ilindi  zum  Bezirke  Mpapua  gehören.

2.  Die  Abgrenzung  des  Stationsbezirkes  Lindi  nach  Süden  hin  wird  durch  eine  Linie  gebildet,
welche  von  Chnka,  welches  zu  Lindi  gehört,  in  ungefähr  gerader  Linie  nach  dem  Ntandiberge  verläuft  und
        <pb n="434" />
        363

 

4.
Oesterreichngarn


engl.  pid.!  Rupien

 

5.

Italien

engl.  Pfd.

Rupien

6.
Rußland

engl.  Pfd.  Rupien

engl.

7.

Schweden-Norwegen


Pid.

Nupie

8.

Belgien,
Holland

engl.  Pid.  Rupien

9.
Schweiz

engl.  uid  Nupien

10.

Amerika

engl.  pid.  Rupien

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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1
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5
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———  —  5  —
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———1—  —
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—  —  —  —  —  —  —  —  —  T  ——
—  -2121212  212  212  22212
—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  b

—  n————  22—2157
—  —  —  —  —  —  *y7N„„0  —  —  —  —
—  —2—  222—2  22252  —  —

1  3  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —
————  —

—  TDB  E
—  STJDEELUNH
—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —
—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —.  —
——  n  ———1U  —
1  101  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —
Z  *  ——  Û  bn  ——
—  B31  2—  s—  —  —  1—  —
—  839  —  1  —

 

 

 

 

von  dort  sich  parallel  mit  dem  Breitengrade  fortsetzt.  Das  Gebiet  des  Makua  Hattia,  welches  durch  jene
Grenzlinie  durchschnitten  wird,  gehört  zu  dem  Mikindanibezirk.  Falls  Bewohner  der  Grenzbezirke  freiwillig
nach  Lindi  oder  Milindani  kommen,  so  sind  dieselben,  weil  sie  vielleicht  bei  der  nicht  zuständigen  Behörde
ihr  Anliegen  vorgebracht  haben,  nicht  abzuweisen,  sondern  es  ist  denselben  Gehör  und  Bescheid  bei  der
erstaufgesuchten  Behörde  zu  ertheilen.

Dar-es-Saläm,  den  30.  April  1896.
Der  Kaiserliche  Gouverneur.

gez.  Dr.  v.  Wissmann.

—
        <pb n="435" />
        —  364  —

 

 

11.  12.  13.
Nr.  des  -
Indi  Arabien,  ..
Waarengattung  Indien  Persien  China
nisses
n  W.  Nupien  Fing|  Rupien  4.  Murien
l  s  —;—
1862  Edelhölzer  (Ebenholz,  Grenadille  und  wohlriechende  Hölzer  —  —  —  —  —
1863a  mermnn  und  Korbflechter=  2c.  -  eropaischen  ur-186305
  Dehon  kd#  ihhen.  Ursprungs  ·.....·......  160  6  —  —  —
18  63%  Desgl.  einheimische  .....  265  12  3  2  —  —
194  Bemüse  und  Obst,  eingemacht  und  gelrociuei  T  .—  --  --  —  —  —
19  B1aReis  mit  Schalen  .  —  --  —  —  —  —
19  B  10Reis  ohne  Schalen  .  —  —  —  —  —  —.
1932  Mais  und  Dari  .  —  —  —  —  —
19  33  Mtama  (afrik.  Korn)  und  Maweler  —  —  —  —  —  —
19B4  Nicht  besonders  genanntes  Getreide  3960  44—  —  —  —
1901  Mehl  aller  Art  —  —  —  —  —  —
1902  Vackwaaren  Wialinroni  Swichad,  Vrot,  22  uchey  —  —  —  —  —  —
1901  hiroko  —  —  —  —  —  —
19132  Vohnen  und  Erbser  en.  —  —  —  —  —  —
190D  Nicht  besonders  genannte  dulsenjrichie  —  —  —  —  —  —
19  1  renuse,  Pistazien  .  —  —  —  —  —  —
1922  Kokosnüsse  .  232048—«1—  —x—-LL
  opra  —  —  —  —  —  —
19  K  4  ....  —  —22768512070—  —
1915  Kokosnuß=  und  Sesamöl  .  .  —  —  —  —  —  —
19  F  Tuckerrohr.  und  Fabritaie  varaua,  Juce  *  Mefs  .  —  —  4980  84  —  —
19601  eff  rt  .  ——-——-1963
  r*.  fonlleen  Gewurze.  —  —  —  —  —  —
1964  Lasfee,  Thee,  Kakao  und  Schttolwde  —  —  —  —  —  —
1965  Tabak,  Cigarren  und  Cigaretten  144  142  —  —  —
19  C6  Mohn,  Opium,  Hauf,  Halcesch,  Beielnusse  und  zbläner  .  2181.z-.  —  —  —
19111  Butter,  Milch,  Schmalz,  Käse,  Speiseöle,  Negerbutter,  Fett  —  —  —  —  —  —
19112  Schinken,  Speck,  Wurst,  Ileisch,  Geflügel  (nicht  lebend),  Fische  ꝛc.  137  20  —  —  —  —
19113  Honig  .  8  9  —  —  —
1911  Nicht  misstende  Weine  in“  *“  und  Flaschen,  auch  Eiver  —  —  —  —  —  —
1912  Schaumwein  —  —  —  —  —  —
19.  4  Foazgrbrcute  te.  (die  in  Fusemn  und  2  —  —  —  —  —  —
1916  Mineral=  und  Sodawa  —  —  —  —  —  —
19  K  Droguen,  Arzneien,  Hmlfünerien  —  —  —  —  —  —
19  1-  1  Orseille  ——-.—-.-191.3
  llle  sonsügen  noch  nicht  benamnten  Ferbiost  ......  —  —  —  —  —  —
19  M  Sämereien,  Pflänzlinge  und  Setzling  .  —  —  —  —  —  —
20  A  tindvieh  ..  —  —  —  —  —  —
20  C  sel,  Maulthiere,  Meulesel  —  —  —  —  —  —
20  12  Schafe  und  Ziegen  —  —  —  —  —  —
20  Sechweine  .  —  —  —  —  —  —
20  C  Vögel  und  Geiitge,  Papageien  .  ...·.....  1  32  5  3  —  —
2011  Sonstiges  Gethie  60  144  —  —  —
21  Nicht  besonders  henannie  und  d  vore  richi  niteczubrin  gende
Waaren  —  —  —  —  —  —
219  12159  .
Gesannntansfnhr  3435  12471  1

 

 

 

 

 

 

 

Verordnung  des  Kaiserlichen  Gouverneurs  von  Kamerunn,  betreffend  Einführung
eines  Eing  Schiedsgerichts  für  die  Landschaft  Dibombari.

Auf  Grund  des  8§  1  des  Gesetzes,  borresn  die  Rechtsverhältnisse  der  deutschen  Schutzgebiete,
wird  verordnet,  wie  folgt:
81.

Es  wird  ein  Eingeborenen-Schiedsgericht  eingerichtet  für  die  Landschaft  Dibombari.  Der  Zuständigkeit
  des  Schiedsgerichts  unterliegen  die  sämmtlichen  Ortschaften  der  Landschaft  Dibombari  und  die
in  der  Landschaft  befindlichen  Duallaniederlassungen,  letztere  nach  Maßgabe  der  Bestimmung  in  §  4
        <pb n="436" />
        —  365  —

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

14.  15.  16.  1171.  18  13999  20.  Oee  5
4  «  ..  Uebri  esammtsumme
Japan  Sansibar  Madagaskar  nn-  Kapland  Sriges  Andere  Länder,  der  Ausfuhr
Gewicht
#9  NRupien  M#=  Amuwien  -*#  Nupien  rW  .  Rupien  W#i-  AMuvien  -  4.  Ruvien  A#l-  Rupien  engl  Kt.  Ruvien
l
Stück  11  Stück  11
—  —.157239  655  —  —  1  —  i  ——  698
—  1158  144  —  —  —  2657  4181
—  —  361  38  ———  ——  —  —  —  52  44
Stüdgn  Etũd  )
—  —  566580J  35499J  ——67844  4034
—  186610  4000  +  E  ——  83322  15500  —2  5630
—  —  1533  61—  —  —  —  —  —  —  —  —  1533  61
—  —  4353  234—  —l  —1140  —  —  50993  305
—  10047  27——  —  —  —  —  2  —.  ——  10047
—  —  16558874  2051  ——  —  —  ——  —  —  —  59487  2042
—  —  90  8  —  050  52
—  —  57781  2550  ——  57781  2557
—  —195  %  —  —  —  —  —  ,  —.  4  —  —  1962  97
—  —  6630368  18890  H—M—  H  ——  3  1110  —  —  0391
—  412719  1000  —  Bl  32  314140811  10407
4
—  19135  4360  ½%T  —  —...  2  .
--·-,-;s-240"113814———--—  85025165001805407037114071
——669981140813———I————(  ——6699841
——498778029———"——--—J———  49877
—  —  822298  165440q%  —  —  —  30493  16604—  —  353771  18287
—  —  1040  871  —  —  —  —  —  —  –  —  —  —  04.  87
—  —820  720HQ  20  70
—  —  11.  5—-—-——--——»——  79420  41229
—  —  Soret  2876ö0  J  H  222  66—  22572  30763
—  —  97350  130ö  —+—  +2190  611—  39763  1491
—  —  893  4110  —5n  +  893.  410
—  —  20615,  269)  —  —  40  22  130
—  —  6!  —  —  S  —  ———-  2134.  4
—  —  70  3599  —  40  19  —  —  110
—4  198.  1000  —  —d.  —  —  —  246  125
—  ——4  324  —  —  -—  1873,  349
—  —  28  25  —  —  —  ——  ——  ——  —  128  2:
———  3222119————--—————  326  2129
—  —  10123  74444  ——  —  10123.  7
—  —  978  —·-—---—————  978z  53
—.—H24837—i—————————3334892
—  —  s5l  —  —  —  —  —  —.  —  —  —  55
—  —  2117  —  12  —  36  000  —  45  1321
—  —  208,  118—  —  —  —  —  3  20  278  1249
——  1  60  K  —  —  2  65
—  —  18013  4085s1  —  —  —  —  —  —  5.  125—  —  1830  4339
—  —  —--———-——  —  —  134  610
—  —  **  44ä4  —  ———  —  2  78  —  17575  3925
396724□J  -"  ?"703ll«s«180  474094
i  25557821  I  :  11289l  ;180  2879368

 

 

 

 

 

«  zum  Jahresdurchschnitt  von  1,131354  Mark  für  1  Rupie  =  3257  534  Mark  50  Pf.

 

82.

Streitigkeiten  zwischen  den  Eingeborenen  dieser  Dörfer  sind  durch  den  eingeborenen  Häuptling  des
Beklagten  zu  erledigen,  wenn  in  bürgerlichen  Streitsachen  der  Werth  des  Streitgegenstandes  100  Mark
(5  Kru)  nicht  überschreitet  und  in  Strassachen  der  Gegenstand  der  Urtheilsfindung  eine  That  bildet,  deren
Ahndung  keine  höhere  Strafe  als  300  Mark  oder  6  Monate  Gefängniß  erfordert.

83.
Gegen  die  Entscheidungen  der  Häuptlinge  ist  Berufung  an  das  Eingeborenen-Schiedsgericht  zulässig.
Dasselbe  ist  als  erstinstanzliches  Gericht  zuständig  für  diejenigen  Civil=  und  Strafprozesse,  welche
nicht  zur  Zuständigkeit  der  Häuptlinge  gehören.  Das  Verbrechen  des  Mordes  und  des  Todtschlages  bleibt
jedoch  der  Jurisdiktion  des  Schiedsgerichts  entzogen.
        <pb n="437" />
        —  366  —

Auch  ist  dasselbe  nicht  befugt,  auf  Todesstrafe  sowie  auf  eine  Freiheitsstrafe  von  mehr  als  zwel
Jahren  zu  erkennen.

8  4.

Streitigkeiten  zwischen  Eingeborenen  und  den  im  Geltungsbereich  dieser  Verordnung  ansässigen
Angehörigen  des  Duallastammes  sind  der  Rechtsprechung  der  Häuptlinge  entzogen.  Sie  fallen,  auch  wenn
der  Gegenstand  des  Streitwerthes  in  Civilsachen  oder  der  Urtheilsfindung  in  Strafsachen  das  in  §  2
bezeichnete  Maß  nicht  überschreitet,  unter  die  Zuständigkeit  des  Eingeborenen-Schiedsgerichts.

Ein  Dualla  soll  daher  auch  stets  Mitglied  des  Schiedsgerichts  sein.

.  §5.
Für  die  Rechtsprechung  des  Schiedsgerichts  sind  die  an  Ort  und  Stelle  in  Uebung  stehenden
Gebräuche  und  Gewohnheiten  maßgebend.

86.
Die  Mitglieder  des  Eingeborenen-Schiedsgerichts  sowie  deren  Stellvertreter  werden  durch  den
Kaiserlichen  Gouverneur  ernannt.  Die  Ernennung  ist  jederzeit  widerruflich.

87.

Das  Schiedsgericht  ernennt  einen  Vorsitzenden,  welcher  die  Verhandlungen  zu  leiten,  sowie  einen
Sekretär,  welcher  über  jeden  Streitfall  ein  Protokoll  zu  führen  hat.

Das  Protokoll,  welches  das  Datum  des  Sitzungstages,  die  Namen  der  Richter  und  der  Parteien,
den  Gegenstand  und  Grund  des  Rechtsstreits  sowie  die  erlassene  Entscheidung  enthalten  muß,  ist  von  dem
Vorsitzenden  und  dem  Protokollführer  zu  unterschreiben.

Die  Protokolle  eines  Jahres  sind  chronologisch  zu  einem  Aktenstücke  zu  vereinigen  und  können
von  dem  Gorwerneur  und  dessen  Stellvertreter  jederzeit  eingesehen  werden.  Auch  steht  dem  Gouverneur
und  dessen  Stellvertreter  jederzeit  frei,  den  Sihungen  des  Eingeborenen-Schiedsgerichts  beizuwohnen.

86.
Gegen  die  Entscheidungen  des  Schiedsgerichts  ist  Berufung  an  den  Kaiserlichen  Gouverneur  oder
dessen  Stellvertreter  zulässig.
Dieselbe  muß  binnen  14  Tagen  nach  Verkündung  der  Entscheidung  schriftlich  oder  mündlich  beim
Gouvernementssekretär  eingelegt  werden.

809.
Die  der  Kompetenz  des  Eingeborenen-Schiedsgerichts  nicht  unterworfenen  Strafsachen  sind  der
Jurisdiktion  des  Kaiserlichen  Gouverneurs  bezw.  dessen  Stellvertreters  vorbehalten.
Kamerun,  den  25.  April  1896.
Der  stellvertretende  Kaiserliche  Gouverneur.
(L.  S.)  gez.  Dr.  Seitz.

 

VVVVVVYVVYVVYVTVVVVYVYVVYVVVYVVVVVVVVVVVVVVVVVWYVVYVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVV

Personalien.

Der  Premierlieutenant  a.  D.  v.  Elpons  ist  mit  der  gesetzlichen  Pension  und  der  Erlaubniß  zum
Tragen  der  bisherigen  Uniform  mit  den  für  Verabschiedete  vorgeschriebenen  Abzeichen  aus  der  Schutztruppe
für  Deutsch-Ostafrika  ausgeschieden.  —

Der  Assistenzarzt  2.  Klasse  Dr.  Meyer  vom  Infanterie-Regiment  Nr.  26  ist  vom  17.  Juni  d.  Is.
ab  auf  den  Etat  der  Kaiserlichen  Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika  übernommen  worden.

Der  Assistenzarzt  2.  Klasse  a.  D.  Dr.  Lichtenberg  ist  der  Schutztruppe  für  Kamerun  Allerhöchst
zugetheilt  worden.
Dem  bisherigen  stellvertretenden  Kassenverwalter  Gerichtsaktuar  Schumacher  ist  die  etatsmäßige
Stelle  des  Kassenverwalters  beim  Kaiserlichen  Gouvernement  in  Kamerun  verliehen  worden.

Der  zur  Dienstleistung  beim  Auswärtigen  Amte  kommandirte,  zur  Zeit  beim  Kaiserlichen
Gouvernement  in  Kamerun  thätige  Assistenzarzt  2.  Klasse  Dr.  Doering,  à  la  suite  des  Sanitätskorps,
ist  zum  Assistenzarzt  1.  Klasse  Allerhöchst  befördert  worden.
        <pb n="438" />
        367

Nichtamtlicher  Theil.

Personal  -·  Nachrichten.
Deutsch--  Oftafrika.

Der  Hauptmann  Heymons,  der  Kompagnieführer
  Scherner,  Dolmetscher  Goliger,  Buchhalter

Haeberle,  Bauleiter  Müller  haben  einen  Heimathsurlaub

  angetreten.
Der  Ingenieur  Friedrich  in  Tanga  ist  mit
Heimathsurlaub  in  Deutschland  eingetroffen.

Der  zum  kommissarischen  Bezirksrichter  in  Tangist
  Ende

ernannte  Negierungsassessor  v.  Reden
März  in  Dar-es-Saläm  eingetroffen  und  hat  sich
von  da  nach  seinem  Posten  begeben.

 

Der  Bezirksrichter  Dr.  Raffel  in  Tanga  ist  nach
Dar-es-Saläm  versetzt  worden,  um  das  Gericht  für
1  den  südlichen  Bezirk  und  die  Vertretung  des  Oberrichters
  zu  übernehmen.

Der  Assistenzarzt  2.  Klasse  Dr.  Meyer  tritt  die
Ausreise  nach  dem  Schutzggebiete  an.
Südwestafrika.

Der  in  den  Dienst  der  Kaiserlichen  Landeshauptmannschaft
  getretene  Thierarzt  Borchmann  ist  Ende
Mai  nach  Tsoakhaubmund  abgereist.

Die  der  Kaiserlichen  Landeshauptmannschaft  überwiesenen
  Assessoren  Dr.  Golinelli  und  Dr.  Fischer
sind  im  Schutzgebiete  eingetroffen.

Nachrichten  ans  den  deuklschen  Schuhgebieken.

(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  theilweise  nur  mit  Quellenangabe  gestattet.)

Drutsch-HDltafrika.

Rundschreiben  des  Raiserlichen  Gouverneurs  an  die
Stationen  und  Bezirksämter.

Der  Kaiserliche  Gonverneur  hat  im  Mai  d.  Is.

das  folgende  Rundschreiben  an  die  Stationen  und
Bezirksämter  erlassen,  welches  den  Zweck  hat,  die
Truppe  im  Innern  möglichst  billig  nach  Möglichkeit
zu  verstärken,  für  Kriegsfälle  eine  landes=  und
sprachkundige  Aufklärungstruppe  zu  bilden,  eine
spätere  umfassendere  Rekrutirung  von  Eingeborenen
der  Kolonie  für  die  reguläre  Truppe  vorzubereiten,
den  jetzt  bestehenden  Schwierigkeiten  mit  Trägern,
besonders  für  kriegerische  Expeditionen  abzuhelfen
und  den  Stationschefs  Winke  zu  einer  angemessenen
Beschäftigung  ihrer  Truppe  zu  geben.
J.

Da  vom  Gouvernement  angestrebt  wird,  die

Besatzung  der  Stationen  im  Innern  mit  Mannschaften

  der  Truppe  auf  das  geringst  mögliche  Maß

zu  beschränken  (um  ein  möglichst  starkes  Expeditionskorps
  zu  erhalten),  da  man  demnächst  damit  beginnen
werde,  die  Stationen  des  Innern  in  Beczirksämter
umzuwandeln  und  ihnen  von  da  ab  nur  ein  wenn
auch  eventuell  starkes  Polizeikommando  zur  Versügung
  stehen  wird,  außerdem  aber,  um  damit  zu
beginnen,  die  Eingeborenen  Ostafrikas  ganz  allmählich
zum  Ersatz  der  Schutztruppe  heranzuziehen,  empfehle
ich  den  Stationschefs,  sich  eine  Art  irregulärer
Truppe  zu  organisiren.

Es  darf  dies  aber  zunächst  nur  ohne  Aufwendung
  großer  Kosten  geschehen  und  es  wird
hierzu  jeder  Station  eine  Summe  zu  solchen  Zwecken
zur  Verfügung  zu  stellen  sein.

Es  werden  sich  in  der  Nähe,  oder  wenigstens  in

dem  Bezirke  einer  jeden  Station  —  wie  dies  am
Nyanza  schon  der  Fall  ist,  wie  dies  für  die  Station
am  Tanganyika  die  Kawende  sind  —  Leute,  ja

vielleicht  Stämme  finden,  die  sich  mehr  zum  Kriegsdienst
  eignen  als  die  große  Masse  der  Bevölkerung.
Mit  solchen  Stämmen,  sich  besonders  eignenden
Häuptlingen  bitte  ich  die  Station  sich  ins  Einvernehmen
  zu  setzen,  um  sich  körperlich  und  sonst
eignende  Leute  in  bestimmten  Zeitabschnitten  für
mehrere  Tage  hintereinander  —  vielleicht  8  Tage  —
nach  der  Station  zu  berufen  und  dieselben  dort  einzuüben.
  Wo  sich  derartige  Stämme  nicht  finden,
wird  es  der  Station  möglich  sein,  aus  verschiedenen
Gegenden  besonders  sich  eignende  Leute  heranzuziehen.
Es  würden  solche  Leute  während  der  Zeit  ihrer

Uebung  in  der  Nähe  der  Station  ein  Lager  zu
schlagen  haben  und  in  der  Ernährung  günstiger  gestellt
  werden  müssen,  als  dies  sonst  ihrer  Lage  entspricht.
  Es  wird  sich  empfehlen,  die  zu  Uebungen
eingezogenen  Leute  nach  jeder  Uebungszeit  mit  einer
Art  Festlichkeit  (Fleisch,  Pombe)  zu  entlassen,  so  daß
sie  freiwillig  und  gern  wiederkommen.

Um  dies  zu  erreichen,  muß  auch  die  Art  der
Ausbildung  eine  etwas  weniger  scharf  militärische
sein  als  bei  den  Rekruten  der  Truppe,  wie  dies  ja
        <pb n="439" />
        —  368  —

auch  der  Dienst  irregulärer  Truppen  eher  rechtferligt.


Die  Herren  Stationschefs  sollten  sich  bei  der
Auswahl  der  Leute  nicht  übereilen.  Die  erste
Uebung  vielleicht  nur  weniger  Leute  sollte  so  gehandhabt
  werden,  daß  sich  zu  den  nächsten  so  viele  Eingeborenc
  melden,  daß  eine  günstige  Auswahl  stattfinden
  kann.

Bezahlung  dieser  Leute  kann  zunächst  nicht  erfolgen,
  wohl  aber  kleinere  Geschenke,  und  es  wird
besonders  in  dem  Geschick  der  Herren  Stationschefs
und  ausbildenden  Offiziere  liegen,  sich  eine  wirklich
brauchbare  Truppe,  die  für  irgend  welche  Fälle  benöthigt
  ist,  heranzubilden.

Die  auszubildenden  Leute  sollen  von  vornherein
mit  dem  Zweck  ihrer  Heranziehung  —  Verstärkung
der  Regierungstruppe  gegen  unbotmäßige,  die  Freiheit
  und  das  Eigenthum  der  Eingeborenen  gefährdende
  Häuptlinge  zu  sein  —  bekannt  gemacht
werden.

Die  Waffen  und  vielleicht  auch  die  Uniformen,
die  übrigens  auf  der  Station  bleiben  und  immer
nur  bei  jeder  Einberufung  ausgegeben  werden,
werden  den  Stationen  zur  Verfügung  gestellt.

Ich  weiß,  daß  es  —  geschickt  angefangen  —
überall  möglich  sein  wird,  ein  recht  brauchbares
Korps  von  besonders  kriegerischen  Individuen  sich
binnen  nicht  allzu  langer  Zeit  zu  organisiren,  wie
ich  selbst  das  früher  in  noch  ganz  unberührten
Gegenden  Centralafrikas  mit  großem  Erfolge  gethan
habe.

Die  Bewaffnung  dieser  Leute  würde  am  besten
in  Karabiner,  Koppel  und  Patronentasche,  Buschmesser,
  Beil,  Messer  und  Handwerkszeug  bestehen
die  Unisormirung  in  Blusen,  Kniehosen  und  Matrosenmütze.
  Eine  solche  Truppe  wird  nach  mehrfacher
  Ausbildung  —  die  natürlich  neben  der  Kenntniß
der  Waffe,  der  Kommandos  und  der  nöthigsten
Formationen  besonders  darin  zu  bestehen  hat,  daß
den  Leuten  der  Dienst  interessant  wird  —  den
Stationschef  befähigen,  bei  irgend  welchem  Unternehmen
  neben  seiner  regulären  Truppe  eine  doch
immerhin  weit  verläßlichere  Truppe  zu  haben  als
ganz  unausgebildete  und  unter  der  Führung  von
Eingeborenen  stehende  eingeborene  Bundesgenossen.

Ich  habe  bereits  darauf  hingewiesen,  daß  jeder
Stationschef  seine  Truppe  in  Besatzungs=  und  Feldtruppe
  zu  theilen  hat.  Dem  Zwecke  nach  würde  die
erstere,  die  bei  jedem  Ausmarsch  der  Truppe  aus
der  Station  als  Vesatzung  der  befestigten  Station
zurückbleibt,  aus  den  am  wenigsten  marsch=  und  felddienstfähigen
  Leuten  zu  bestehen  haben  —  aus  einem
Drittel  bis  einem  Viertel  —,  während  der  übrige
bessere  Theil  als  Feldtruppe  bei  nöthig  werdenden
Expeditionen  oder  zur  Begleitung  der  Offizierc  bei
Reisen  in  ihrem  Bezirk  zu  dienen  hat.

Die  Station  Langenburg  ist  fast  ausschließlich
auf  irreguläre  Truppen  angewiesen,  ebenso  die
Station  Bukoba  durch  solche  irregulären  Truppen

 

verstärkt,  und  die  Station  am  Tanganyikasee  wird
auf  meinen  besonderen  Befehl  durch  einc  irregulärc
Kawendetruppe  auf  mindestens  das  Doppelte  der
sonstigen  Besatzung  gebracht.  Ich  glaube,  daß  es
auch  kleineren  Stationen  gelingen  wird,  sich  mindestens
  50  Mann  solcher  Irregulären  für  alle  Fälle
zu  sichern.

Die  Verwendung  einer  solchen  Truppe  ergiebt
sich  von  selbst.  Ich  verweise  hierbei  auf  das  in
den  Stationen  vorhandene  Buch  „Afrika“  von  mir.

Schießprämien  und  andere  Belohnungen  und
Auszeichnungen,  die  auf  der  Uniform  kenntlich  gemacht
  werden  müssen,  werden  ein  Mittel  sein,
schneller  zum  Ziele  zu  kommen.  Außerdem  würde
sich  empfehlen,  irgendwie  den  Freiwilligen  auch
außerhalb  seiner  Dienstzeit  als  solchen  kenntlich  zu
machen,  darauf  zu  halten,  daß  er  sich  auf  der
Station  (wo  natürlich  ein  Verzeichniß  der  Leute
sich  besinden  muß)  meldet,  wenn  er  verreisen  will.

Von  vornhereln  soll  auch  diesen  Leuten  gesagt
werden,  daß  sie,  wenn  sie  nicht  mehr  der  Truppe
angehören  wollen,  auf  ihren  einfach  ausgesprochenen
Willen  entbunden  werden,  überhaupt  die  ganze  Einrichtung
  mehr  als  eine  freiwillige  gehandhabt  werden
und  so,  daß  die  Leute  eine  besondere  Auszeichnung
darin  suchen,  der  Truppe  anzugehören,  vielleicht  dadurch,
  daß  ihnen  irgend  welche  Vortheile  oder  auch
nur  Rangauszeichnungen  in  ihrem  Stamm  oder  Dorf
geschaffen  werden,  immer  aber  die  reguläre  Truppe
als  etwas  noch  Besseres  ansehen.  Es  sollen  stets  die
Besten  der  Irregulären  zum  Ersatz  für  die  reguläre
Truppe  dann  vorgesehen  werden.

Es  soll  diesen  Leuten  freie  ärztliche  Untersuchung
und  Verpflegung  auf  den  Stationen  für  sich  und
ihre  Familien  versprochen  werden,  und  ich  würde  es
als  einen  ganz  besonderen  Fortschritt  anerkennen,
wenn  sich  dieselben  in  der  Nähe  der  Station  anbauen
  und  gewissermaßen  eine  geschlossene  Gemeinde
im  Schutze  und  zur  Verfügung  der  Station  bilden
würden,  das  würde  auch  wirthschaftliche  Vortheile
nach  sich  ziehen  von  großer  Bedentung.

Um  hierzu  vorzuschreiten,  muß  mit  großer  Vorsicht
  verfahren  werden,  damit  der  ganze  Vorgang
nicht  durch  Mißtrauen  gestört  wird.

Zu  Festlichkeiten  der  Station,  zu  Kaisers  Geburtstag
  u.  s.  w.,  sind  die  Leute  ebenfalls  heranzuziehen;
  aus  ihnen  wähle  man  sich  Boten  oder
besondere  Gesandtschaften.

Es  ist  den  Stationschefs  auch  anheingestellt,
beim  Ausrücken  zu  Expeditionen  die  Besatzung  der
Station  durch  Irreguläre  zu  verstärken,  nur  ist
dabei  ins  Auge  zu  fassen,  daß  hierzu  lediglich  die

allerzuverlässigsten  Leute  —  wenn  auch  weniger
marsch=  und  kriegsfähig  —  zu  verwenden  sein
würden.

Führer  der  irregulären  Truppe  würden,  je  nach
dem  zur  Verfügung  stehenden  europäischen  Personal,
womöglich  ein  Offizier,  sonst  ein  geeigneter  Unteroffizier,
  unter  ihm  einige  gewandte,  besonders  im
        <pb n="440" />
        —  369  —

Verkehr  mit  den  Eingeborenen  geschickte  reguläre
Sudanesen  oder  überhaupt  Chargen  der  regulären
Truppe,  sein.  Ombaschas,  die  bei  den  Frregulären
Kirongozis  genannt  werden  sollen,  sind  aus  den
besten  Leuten  der  Irregulären  zu  wählen  und  als
Patronillenführer,  Gesandtschaftsführer,  Briefbotenführer,
  Führer  von  kleinen  Karawanen,  die  unter
Bedeckung  von  Irregulären  marschiren  u.  s.  w.,  zu
verwenden.

Ich  weise  darauf  hin,  daß  die  Irregulären  von
verschiedenen  Häuptlingen,  Stämmen  und  Dörfern
rekrutirt  werden  müssen,  damit  der  Stationschef,
wenn  er  gegen  einen  dieser  einzuschreiten  hat,  und
dann  vielleicht  die  dem  Stamme  angehörigen  Irregulären
  auf  feindlicher  Seite  stehen  könnten,  nicht  ganz
von  einer  solchen  Truppe  entblößt  ist.

Auch  die  Bezirksamtmänner  der  Küstenstationen
ersuche  ich,  mir  zu  melden,  ob  und  inwieweit  die
für  die  Stationen  des  Innern  befohlene  Instruktion
einer  irregulären  Truppe  auch  für  die  Küstenstationen
in  Anwendung  kommen  könnte,  für  Botendienste  im
Bereich  des  Bezirkes  sicherlich,  wenn  auch  zunächst
als  orts=  und  sprachkundigere  Begleiter  eines
Regulären.

II.

Ich  empfehle  sämmtlichen  Stationschefs  der
Innenstationen,  sich  ebenso  wie  die  bisher  abhehandelten
  Irregulären  eine  feste  Trägertruppe  zu
organisiren,  d.  h.  in  der  Weise  zu  sichern,  daß  in
der  möglichst  kürzesten  Zeit  ausgesuchte  und  eingeübte
Leute  —  für  welche  Häuptlinge,  Dorfschaften  u.  s.  w.
haftbar  gemacht  werden  können,  oder  die  durch  Besitzthum
  im  Bereiche  der  Station  für  ihre  Sicherheit
Gewähr  zu  leisten  vermögen  —  angeworben  werden
können.  Es  ist  nicht  nöthig,  daß  diese  Leute  zu
regelmäßigen  Uebungen  eingezogen  werden,  wohl
aber  sollten  sie  möglichst  häufig  mit  der  Station  in
Verbindung  treten,  die  Feste  mitfeiern  und  sich  überhaupt
  bald  in  ein  Zugehörigkeitsverhältniß  zur  Station
hineinfinden.  Die  Träger  haben  unter  möglichst  leicht
zur  Verantwortung  zu  ziehenden  Waniampara  zu
stehen  und  sollen  je  nach  ihrer  Verwendung  in  vier
Klassen  getheilt  werden,  die  auch  durch  die  Löhnung
—  natürlich  nur  um  ein  ganz  Geringes  —  differiren
  sollen.

Die  Träger  1.  Klasse  sind  solche,  die  in
nächster  Beziehung  zu  den  Europäern  stehen,  ihrem
Zwecke  nach  ausgesucht  sein  und,  wenn  es  die  Mittel
der  Station  erlauben,  womöglich  auf  der  Station
selbst  beschästigt  und  in  der  Nähe  derselben  angesiedelt
  sein  müssen.  Hierzu  gehören  Dolmetscher,
Instrumententräger  (ältere,  ruhige,  sichere  Leute)  für
Beobachtungs-,  Meßinstrumente  u.  s.  w.,  die  Träger
der  Apotheken,  die  gleichzeitig  dem  Arzt  oder
Lazarethgehülfen  Handreichung  machen  und  hierzu
vorgebildet  sein  sollen,  dann  die  Träger  der  Privatwaffen
  der  Europäcr,  Jäger,  Präparatoren,  Sammler
  u.  s.  w.  und  endlich  Führer  der  Reitthiere  der

 

Europäer,  die  auch  die  Verpflegung  der  Thiere
übernehmen.

Als  2.  Klasse  von  Trägern  bezeichne  ich
die  Träger  der  Artillerie,  d.  h.  die  der  Geschütze,
des  Zubehörs  und  der  beim  Geschütze  gehaltenen
Munition  (ich  gestatte  den  Stationschefs,  hierzu  auch
—  wenn  sie  dies  für  sicherer  halten  —  irreguläre
Soldaten  einzuüben,  immer  müssen  aber  ein  bis.
zwei  Regulärc  dabei  sein).  Es  müssen  dies  natürlich
  ausgesuchte  Leute  sein  insofern,  als  sie  eine
Garantie  bieten,  daß  sie  bei  einem  plötlichen  Ueberfall
  nicht  ihre  Lasten  niederwerfen,  sondern  bei  denselben
  bleiben  und  den  Anordnungen  zu  den  natürlich
  vorher  eingeübten  Handhabungen  Folge  leisten.
Während  also  Klasse  1  mehr  nach  ihrer  Intelligenz,
so  muß  diese  Klasse  mehr  nach  moralischen  Eigenschaften,
  Muth  und  Tapferkeit  ausgesucht  werden.

3.  Träger  für  Ersatzmunition  und  Lagereffekten,
auch  möglichst  sichere  Leute  und  nebenbei  solche,  die
beim  Aufschlagen  der  Zelte  und  sonstigen  Lagerarbeiten
  für  die  Europäer  Verwendung  finden,  also
geschickte  Leute.

4.  Träger  für  alles  Uebrige.

Da  es  wünschenswerth  ist,  daß  bei  einer  mili—
tärischen  Expedition  kein  Mann  der  ganzen  Karawane
unbewaffnet  ist,  so  bestimme  ich,  daß  die  Waniampara,
  eventuell  die  Träger  1.  und  2.  Klasse  mit
Karabiner,  Patrontasche  und  einigen  Patronen  —
bis  zu  20  —  bewaffnet  sein  sollen,  alle  Uebrigen
mit  ausgesucht  guten,  kurzen,  leichten,  großkalibrigen
und  mit  einem  großen  Piston  versehenen  Vorderladern
  sowie  einer  Tasche,  in  der  Zündhütchen  und
eine  Anzahl  von  Rehpostenpatronen  aufbewahrt
werden.  Jeder  Träger  einer  Karawane  zu  militärischen
  Zwecken  muß  außerdem  kenntlich  gemacht
werden  und  zwar  durch  Kopftuch  und  Schärpe,  entweder
  von  Kaniki  oder  Bendera.  Als  Führer  der
Träger,  über  den  Waniampara  stehend,  sind  Zahlmeister
  bei  großen  Karawanen,  bei  kleineren  Lazarethgehülfen
  oder  sonstige  sich  eignende  Europäer  zu
verwenden.

Für  die  reguläre  Truppe  sind  Träger  auf  das
allergeringste  Maß  —  wie  überhaupt  bei  jeder  militärischen
  Expedition  —  zu  beschränken.  Es  sollen
für  Kriegsexpeditionen,  die  voraussichtlich  nicht  länger
als  einen  Monat  dauern,  nur  die  großen  Kochtessel
der  regulären  Truppc  von  Trägern  befördert
werden.  (Schwarzen  Offizieren  ist  ein  Träger,  den
schwarzen  Unterosfizieren  zu  je  dreien  ein  Träger
zu  gestatten.)  Die  irregulären  Soldaten  dürfen
natürlich  keine  Träger  haben,  auch  selbst  sich  keine
Last  zurecht  machen,  die  sie  an  der  vollen  freien
Bewegung  hindert.  Wieviel  Lasten  bei  solchen
Expeditionen  den  Offizieren  und  Unteroffizieren  zustehen,
  ist  durch  die  bekannten  Gouvernementsbesehle
geregelt.

Beschäftigung  der  Truppe  auf  den  Stationen,
  die  möglichst  vielseitig  und  interessant  sein
soll,  nicht  nur  um  alle  Dienstzweige  und  alles  Denk-
        <pb n="441" />
        —  370  —

bare  zu  erledigen  mit  der  Truppe,  sondern  besonders
um  eine  frische  und  freie  Arbeit  und  Instandhaltung
zu  befördern.

1.  Justruktion,  sitzend  abhalten,  erzählend,  nicht
streng  dienstlich.

2.  Schießen  in  den  verschiedensten  Stellungen
nach  verschiedenen  Scheiben  in  Salven  und  einzelnen
Verbänden  mit  kleinen  Uebungen.

3.  Uebungsmärsche  verbunden  mit  Lagerbau,
Hüttenbau.  Auf  dem  Marsche  Brückenbau,  Kennt—
lichmachung  und  Einfassung  von  Quellen  und  Wasserstellen,
  Einrichtung  und  Aufräumung  von  Lagerstellen.
Latrinenbau  in  der  Nähe  an  geeigneten  Stellen  der
Lagerstellen  für  die  Karawanen.  Fähreneinrichten,
Knüppeldämme  über  Sümpfe  legen  u.  s.  w.

4.  Uebungen  in  der  Station,  Wachtdienst,  allmonatlich
  einmal  Alarm,  Besetzung  der  Station,
gründliche  Ausbildung  aller  Leute  an  den  Geschützen.

5.  Felddienstübungen  mit  Ideen,  die  allen
Leuten  möglichst  zu  erklären  sind,  und  hierbei  besonders
  Ausbildung  der  weißen  und  schwarzen
Führer  Feldwachtdienst.  Ausbildung  der  Irregulären.


Nach  jeder  Uebung,  die  nicht  mit  besonderer
Berücksichtigung  der  Disziplin  ausgeführt  werden
kann,  ein  kurzes  Exerziren,  Griffe  u.  s.  w.,  sonst
Exerziren  derartig,  daß  es  nicht  langweilt,  also
häufig  nur  kurze  Zeit  und  abwechselungsreich,  dann
aber  durchaus  streng  und  stramm.

6.  Baden  (wenn  möglich  Schwimmen)  der  Leute,
gegen  Abend  Spielen,  Ballspiele  u.  s.  v.  Einfahren
und  Einreiten  von  Reitthieren.  Wöchentlich  mindestens
einmal  einen  halben  Tag  frei  zum  Inordnunghalten
der  Schamben  und  Gärten,  die  den  Soldaten  gehören.

Bauten  bei  der  Station:  Spielplatz,  Badeplatz,
Schießstand,  Schaurihütte,  Straßen  als  Alleen  mit
Bäumen,  Versuchsplantagen,  Felder  und  Gärten  zum
Ernähren  der  Leute.  Unterkunst  für  gefangene  wilde
Thiere  und  eventuelle  Zucht  derselben,  wie  z.  B.  von
Zebras,  Straußen  u.  s.  w.

Ueber  die  friedliche  Unterwerfung  des  von  englischem
auf  deutsches  Gebiet  übergetretenen  bäuptlings
Mbaruk  bin  Raschid
berichtet  der  Kaiserliche  Gonverneur  unter  dem

30.  April,  wie  folgt:
Am  11.  d.  Mts.  wurde  mir  vom  Bezirksamt

Tanga  die  Drahtmeldung  übersandt,  daß  Mbaruk
bin  Raschid  mit  seinen  sämmtlichen,  etwa  3000  Köpfe
zählenden  Leuten  unweit  Moa  von  englischem  auf

deutsches  Gebiet  übergetreten  sei.

Meine  Absicht  war,  Mbaruk  auf  möglichst  friedlichem
  Wege  zu  entwaffnen  und  ihn  und  seine  Leute
zur  Ansiedelung  auf  deutschem  Gebiet  zu  veranlassen.

erließ  an  Mbaruk  die  Aufforderung,  nach
Moa  zu  kommen,  woselbst  ich  persönlich  mit  ihm

handeln  wolle.

 

verhandeln  wollte,  und  theilte  ihm  gleichzeitig  meine
Bedingungen  mit,  daß  er  in  Moa  die  Waffen  niederlegen
  müsse  und  sich  im  Uebrigen  jeder  gesetzwidrigen
oder  gewaltthätigen  Handlungsweise  gegen  die  auf
deutschem  Gebiete  wohnenden  Eingeborenen  zu  enthalten
  habe.  Bei  Erfüllung  dieser  Forderungen
sagte  ich  ihm  sowie  seinen  Anhängern  Leben  und
Freiheit  zu;  auch  wollte  ich  ihm  bis  zur  Anweisung
von  Wohnplätzen  für  seine  sämmtlichen  Leute  freie
Verpflegung  gewähren.  Zu  letzterem  Zugeständnisse
mußte  ich  mich  wohl  oder  übel  verstehen,  weil
anderenfalls  die  von  Mitteln  gänzlich  entblößten
Anhänger  Mbaruks,  wollten  sie  nicht  verhungern,
aus  Nahrungsmangel  höchst  wahrscheinlich  sich  grober
Uebergriffe  gegen  das  Eigenthum  der  Eingeborenen
schuldig  gemacht  hätten.

Mit  einer  Kompagnie  an  Bord  schiffte  ich  mich
am  13.  d.  Mts.  auf  der  „Rovuma“  ein  und  hatte
auf  der  Durchfahrt  in  Sansibar  Gelegenheit  zu  einer
Unterredung  mit  dem  politischen  Agenten  und  englischen
  Generalkonsul  Mr.  Hardinge.  Derselbe
hatte  erst  durch  mich  Kenntniß  von  dem  Uebertritte
Mbaruks  von  englischem  auf  deutsches  Gebiet  erhalten
und  war,  einem  vor  mir  ausgesprochenen  Wunsche
Folge  gebend,  an  Bord  der  „Rovuma“  gekommen,
woselbst  ich  ihn  von  meinen  Absichten  und  von  dem
Inhalt  der  an  Mbaruk  ergangenen  Aufforderung  in
Kenntniß  setzte.  Mr.  Hardinge  sprach  die  Befürchtung
  aus,  daß  Mbaruk  nur  deshalb  auf  deutsches
  Gebiet  gegangen  sei,  daß  er  sich  in  Sicherheit
vor  den  verfolgenden  englischen  Truppen  ausruhen
und  verproviantiren  könne,  um  alsbald  wieder  mit
frischen  Kräften  den  Krieg  gegen  die  Engländer  fortzusetzen.
  Ich  sagte  Mr.  Hardinge  zu,  daß  ich  die
Ausführung  einer  derartigen  Absicht  selbstverständlich
nicht  dulden  würde;  auch  war  ich  mit  ihm  darüber
einig,  daß  Mbaruk,  falls  er  sich  meinen  friedlichen
Vorschlägen  geneigt  erwies,  in  beiderseitigem  Interesse
nicht  nahe  der  Grenze,  sondern  möglichst  südlich  des
Sigiflusses  angesiedelt  werden  müsse.  Für  den
15.  d.  Mts.  verabredete  ich  mit  Mr.  Hardinge
ein  weiteres  Zusammentreffen  vor  Jasin;  bis  zu
diesem  Tage  hoffte  derselbe  nähere  Instruktionen  von
seiner  Regierung  in  London  erhalten  zu  haben.  Wie
ich  gleich  vorgreifend  bemerken  will,  sand  jene  Unterredung
  am  16.  d.  Mts.  auf  der  Rhede  in  Moa  statt.

Bei  meiner  am  14.  d.  Mts.  in  Moa  erfolgten
Ankunft  erhielt  ich  die  Nachricht,  daß  Mbaruks  Anhang,
  der  auf  annähernd  3000  Leute  geschätzt  wurde,
unweit  Maharani,  südlich  des  Umbaflusses  und  theilweise
  im  deutschen  Gebiet  lagere.  Mbaruk  selbst
zeigte  mir  brieflich  an,  daß  er  meiner  Aufforderung
Folge  leisten  und  in  Moa  mit  mir  persönlich  ver-Ich
  ließ  deshalb  die  an  Bord  der
„Rovuma“  befindliche  Kompagnie  ausschiffen  und
Moa  besetzen.  Am  16.  April  fand  das  angekündigte
Zusammentreffen  mit  Mbaruk  statt,  welch  Leßterer
in  Begleitung  von  etwa  200  Bewaffneten  zu  diesem
Zwecke  von  Maharani  nach  Moa  marschirt  war.
        <pb n="442" />
        —  371

In  dem  abgehaltenen  Schauri  setzte  ich  ihm  zunächst
  seine  Lage  auseinander  und  theilte  ihm  mit,
daß  ich  nicht  dulden  könne,  wenn  er  mit  bewaffneter
Macht  sich  in  deutschem  Gebiete  aufhalte,  um  vielleicht
  später,  nachdem  er  sich  ausgeruht  und  mit
Lebensmitteln  versehen  habe,  von  dort  aus  den  Krieg
gegen  die  Engländer  fortzusetzen.  Für  den  Fall
aber,  daß  er  als  Hülfesuchender  zu  mir  käme,  sei
ich  bereit,  ihm  Leben  und  Freiheit  unter  folgenden
Bedingungen  zuzusichern:

Nach  5  Tagen,  vom  Ablaufe  des  16.  April  an
gerechnet,  müsse  Mbaruk  mit  seinem  gesammten  Anhange
  in  Moa  sein;  dort  habe  er  die  Waffen  niederzulegen
  und  meinen  weiteren  Anordnungen  in  Betreff
seiner  Ansiedelung  auf  deutschem  Gebiete  Folge  zu
geben.  Erfülle  er  diese  Bedingungen  nicht,  so  habe
er  nach  Ablauf  der  gestellten  Frist  einen  Angriff  zu
gewärtigen.  Mbaruk  sagte  mir  auch  zu,  daß  er  sich
mir  unterwerfen  wolle;  indessen  machte  an  jenem
ersten  Verhandlungstage  sein  ganzes  Auftreten  durchaus
  noch  nicht  den  Eindruck  eines  Hülfesuchenden.
Im  Gegentheil  trat  Mbarnk  ziemlich  selbstbewußt
auf  und  befand  sich  zunächst  noch  in  dem  Glauben,
er  sei  nach  Ueberschreitung  der  Grenze  nach  Moaberufen
  worden,  weil  die  deutsche  Regierung  zu
seinen  Gunsten  interveniren  wolle,  eine  Ansicht,  die
ich  ihm  allerdings  gleich  von  vornherein  benommen
habe.  Er  stellte  sogar  kurz  vor  seinem  Abmarsche
nach  Maharani  noch  die  Anfrage,  welches  Gehalt
ihm  zukünftig  von  der  deutschen  Regierung  bewilligt,
und  welche  amtliche  Stellung  er  bekleiden  würde.
Hierbei  darf  nicht  unerwähnt  bleiben,  daß  die  englische
  Regierung  ihm  in  seiner  früheren  Stellung  als
Wali  von  Gazi  ein  monatliches  Gehalt  von
2000  Rupien  ausgesetzt  hatte.  Das  Verhalten
Mbaruks  nöthigte  mich,  demselben  nochmals  schriftlich
  die  ganze  Situation  und  seine  eigene  Lage  auseinander
  zu  setzen  und  ihn  ziemlich  kategorisch  aufzufordern,
  mit  dem  Ablauf  der  genannten  Frist  in
Moa  zu  sein,  widrigenfalls  ich  ihn  gemeinsam  mit
den  Engländern  angreifen  würde.

Die  Anzahl  der  Mbaruk  zur  Verfügung  stehenden
Soldaten  sollte  nach  übereinstimmenden  Nachrichten
noch  etwa  1500  betragen;  von  Mr.  Hardinge
hatte  ich  außerdem  noch  erfahren,  daß  er  sich  im
Besitz  von  136  modernen  Hinterladern  befinden
müsse,  die  er  als  Wali  von  Gazi  von  der  englischen
Regierung  erhalten  habe.  Um  sür  alle  Fälle  genügend
  vorbereitet  zu  sein,  befahl  ich  von  Tanga
aus  telegraphisch  die  Absendung  von  weiteren  drei
Kompagnien  aus  Dar-es-Saläm,  beziehentlich  Kilwa
nach  Moa  auf  bereit  gehaltenen  Schissen  und
ordnete  die  Entsendung  eines  Schutzdetachements  von
40  Soldaten  nach  Buiti,  Nordost  =  Usambara,  an,
welches  durch  die  Besetzung  jenes  markanten  Punktes
das  etwaige  Eindringen  bewaffneter  Schaaren  in  die
Usambaraberge  verhindern  sollte.  Gelegentlich  einer
erneuten  Zusammenkunft,  die  ich  mit  Mr.  Hardinge
und  dem  englischen  Truppenkommandanten  hatte,

 

erwog  ich  ferner  die  Möglichkeit  eines  etwaigen
kooperativen  Vorgehens  und  traf  für  diese  Eventualität
  die  Verabredung,  daß  ich  Mbaruk  nach  Ablauf
der  gestellten  Frist  angreifen  würde,  wobei  er  dann
entweder  mir  in  die  Hände  fallen  mußte,  oder  aber
den  Engländern,  welche  die  Umbalinie  durch  ihre
Truppen  besetzt  halten  sollten.

Bei  meiner  am  20.  d.  Mts.  erfolgten  Rückkehr
nach  Moa  waren  die  vier  Kompagnien,  zusammen
500  Mann,  bereits  versammelt.  Ich  erhielt  daselbst
die  Meldung,  daß  Mbaruk  mit  Anhang  sich  schon
nach  Moa  in  Marsch  gesetzt  habe,  weil  er  gewillt
sei,  sich  allen  meinen  Forderungen  bedingungslos  zu
unterwerfen.  Am  folgenden  Tage  morgens  8  Uhr
war  sein  Eintreffen  angekündigt.

Ich  ließ  nunmehr  die  eigenen  Truppen  derart
aufmarschiren,  daß  ein  weiter  Halbkreis  gebildet
wurde,  in  welchem  die  Leute  Mbaruks,  zusammen
1100  Köpfe,  darunter  600  Bewaffnete,  Aufstellung
nehmen  konnten.  Mbaruk  hatte  seine  Soldaten  so
geordnet,  daß  er  in  vorderer  Linie  die  mit  Gewehren
Bewaffneten,  400  an  der  Zahl,  in  zweiter  Linie
die  mit  Speeren,  Bogen  und  Pfeilen  ausgerüsteten
Krieger,  in  jenem  Halbkreise  aufmarschiren  ließ.
Dahinter  lagerten  in  regellosem  Hanfen  die  Weiber
und  Kinder.  Mbaruk  selbst  mit  seinen  Anführern
erwartete  mich  vor  der  Front  seiner  Krieger.  Die
Entwaffnung  der  Letteren  ging  in  der  Weise  vor
sich,  daß  die  Leute  Mbaruks  einzeln  bei  mir  vorbeidefilirten
  und  ihre  Gewehre,  Munition,  Speere,
Bogen  und  Pfeile  niederlegten.  Lautlos  und  in
größter  Ordnung  und  Schnelligkeit  vollzog  sich  die
Waffenstreckung,  die  ihren  Eindruck  auf  die  Gemüther
keineswegs  verfehlte.

Am  folgenden  Tage  kam  noch  ein  weiterer  Trupp
von  300  Lenuten,  die  ebenfalls  sofort  entwaffnet
wurden,  nach  Moa.  Andere  kleinere  Abtheilungen
hatten  sich  direkt  nach  Tanga  gewandt,  so  daß  jetzt
wohl  die  Zahl  der  übergetretenen  Anhänger  Mbaruks
auf  1600  zu  bemessen  ist.  Zwei  seiner  Hauptanführer,
  die  auch  noch  im  Besitz  vieler  Hinterlader
sein  sollen,  haben  sich  nach  Angabe  Mbaruks  wieder
ins  englische  Gebiet  zurückbegeben;  es  sind  dies  der
Akida  Bakari  und  M'hamed  bin  Hamis.

Nach  den  letzten  Nachrichten  sollen  noch  etwa
700  Mann  von  Anhängern  Mbaruks  versuchen,  aus
englischem  in  das  deutsche  Gebiet  zu  gelangen:
dieselben  werden  indessen  an  dem  Uebertritt  von
den  Engländern  verhindert,  welche  versuchen,  der
beiden  vorgenannten  Persönlichkeiten  habhaft  zu
werden.

Da  die  Ankunft  weiterer  Nachzügler  in  Moa
jedoch  sehr  wahrscheinlich  ist,  habe  ich  vorläufig  eine
Kompagnie  dortselbst  belassen,  welche  jene  Leute
nach  erfolgter  Entwaffnung  nach  Tanga  dirigiren
soll.  Mboruk  selbst  mit  der  Hauptmasse  seiner
Leute  wurde  bereits  am  22.  d.  Mts.  nach  Tanga
in  Marsch  gesetzt  und  auf  letzterem  von  zwei  Kompagnien
  dorthin  begleitet.
        <pb n="443" />
        —  372

Ich  habe  nunmehr  Mbaruk  nach  Dar-es-Salaäme  im  Wiederholungsfalle  bestand,  fast  immer  waillig.

kommen  lassen,  um  wegen  der  endgültigen  Ansiedelung
  seiner  Leute  dessen  Wünsche  zu  hören,  und
bin  zu  dem  Entschlusse  gekommen,  daß  es  am  zweckmäßigsten
  ist,  wenn  die  sämmtlichen  Mbarukleute
zunächst  nach  Dar-es-Saläm  verbracht  werden.  Hier
finden  sice  fürs  Erste  ausreichende  Arbeil  und  Beschäftigung
  vor;  ihre  späteren  Wohnplätze  denke  ich
ihnen  in  dem  dünn  bevölkerten,  aber  fruchtbaren
Süd-Usaramo,  speziell  Puguberge  und  Mafisifähre,
zuzuweisen.  Einmal  sind  in  dortiger  Gegend  jene
Leute  von  hier  aus  leicht  zu  beaufsichtigen,  sodann
finden  sie  auch  daselbst  die  günstigsten  Vorbedingungen
für  ihren  ferneren  Lebensunterhalt.  Ein  kleiner
Theil  der  Mbarukleute,  welcher  sich  freiwillig  entschlossen
  hat,  in  Tanga  zu  verbleiben,  wird  dortselbst
  angesiedelt  werden,  sofern  sich  die  Leute  nicht
als  Plantagenarbeiter  verdingen  wollen.

Ich  gebe  mich  somit  nicht  nur  der  Hoffnung
hin,  daß  es  gelungen  ist,  die  Angelegenheit  in  einer
unserem  Ansehen  entsprechenden  Weise  zu  erledigen,
sondern  ich  setze  auch  mit  Bestimmtheit  voraus,  daß
unsere  Kolonie  von  dem  in  vieler  Beziehung
wünschenswerthen  Bevölkerungszuwachs  Nutzen  und
Vortheil  ziehen  wird.

Ueber  einen  Sug  durch  das  Wakondegebiet

berichtet  Kapitän  Berndt  aus  Langenburg  unter
dem  9.  Februar  1896  Folgendes:  Am  14.  Januar
d.  Is.  verließ  ich  mit  28  irregulären  Soldaten
und  12  Trägern  die  Station.  Ich  begab  mich  über
die  Stationen  der  Berliner  Mission  1  Ikambe,
Wangemannshöh,  Manar  bis  zur  nördlichsten  derselben
  Mnakalele  und  von  da  nach  den  Stationen
der  Herrnhuter  Brüdergemeinde  Rungwe,  Rutengauia
  und  Spiana.  Utengule  bei  Merere  war  mir
wegen  Mangels  an  Zeit  nicht  möglich  zu  besuchen.
Auf  sämmtlichen  genannten  Stationen  fanden  sich  die
umwohnenden  Häuptlinge  willig  ein,  und  wo  ein
solcher  insolge  schlechten  Gewissens  nicht  erschienen
war,  genügte  die  Sendung  einiger  Soldaten,  um
das  Kommen  zu  veranlassen.  Mit  freundlichst  gewährter
  Hülfe  bei  der  Verdolmetschung  seitens  der
Missionare  hielt  ich  dann  Gerichtstag  ab  und  schlichtete
Streitigkeiten,  von  welchen  allerdings  eine  Unmenge
vorlag.  Es  war  bei  den  ganzen  Verhandlungen  das
segensreiche  Wirken  der  Missionare  recht  bemerkbar,
wie  auch  das  zahlreiche  Erscheinen  der  Häuptlinge,
von  denen  sich  verschiedene  bisher  keinem  Stationsbeamten
  gestellt  hatten,  sondern  bei  solchen  Gelegenheiten
  einfach  ausgerückt  waren,  auf  diesen  guten
Einfluß  zurückzuführen  ist.

Es  gelang  mir  denn  auch,  die  größeren  und
meisten  Sachen  auf  gütlichem  Wege  zu  erledigen,  und
sügten  sich  die  Leute  meinen  Entsch  eidungen,  welche
meistens  in  Bezahlungen  und  Herausgabe  von  Rindern
und  Weibern,  unter  Androhung  schwererer  Strafen

 

Wo  einzelne  Weigerungen  waren,  genügte  die  Festsetzung
  der  Uebelthäter  auf  der  Wache  für  eine  Nacht,
um  meine  Anordnungen  zur  Ausführung  zu  bringen.
Somit  ist  der  Zug  recht  erfolgreich  und  befriedigend
gewesen.

Am  1.  Februar  traf  ich,  nachdem  ich  noch  unsere
Songwestation  besucht  und  revidirt  hatte,  an  der
Mündung  des  Kiwiraflusses  ein,  von  wo  ich  am
nächsten  Tage  mit  Hülfe  des  Stahlboots  wieder  in
Langenburg  anlangte.  Bezüglich  der  verschiedenen
Missionsstationen  möchte  ich  noch  bemerken,  daß  sic
meist  recht  gut  und  schön  gebaut  sind,  wie  auch  die
Einrichtung  und  das  Leben  infolgedessen,  daß  nunmehr
  auf  meist  jeder  Station  deutsche  Hausfrauen
sind,  sehr  nett  und  heimisch  ist.  Einige  der  Stationen
können  als  wahre  Sanatorien  bezeichnet  werden,
während  bei  anderen  die  Zukunft  noch  entscheiden  muß.

Station  Rilimatinde.

Nach  einem  Bericht  des  Kompagnieführers  Podlech
  vom  1.  März  1896  herrscht  in  ganz  Ugogo
und  den  anderen  Theilen  des  Bezirkes  volle,  durch
nichts  gestörte  Ordnung  und  Ruhe.  Bei  dem  Neubau
  der  Station  ist  mit  dem  Zurüsten  des  Daches
begonnen  worden,  der  schwierigste  Theil  der  ganzen
Arbeit  bei  den  überaus  harten,  dafür  aber  auch  sehr
widerstandsfähigen  und  dauerhaften  Bauhölzern,  die
der  Wald  von  Saranda  liefert.  Nach  Ansicht  des
Bauleiters  Wilken  sind  derartige  prächtige  Stämme,
die  eine  röthliche  und  dunkelbraune  Färbung  zeigen
und  in  jeder  Länge  schnurgerade  und  astfrei  in  beliebiger
  Menge  geschnitten  werden  können,  weder  auf
dem  Kilimandjaro,  noch  sonst  an  einer  Stelle  des
ihm  bekannten  Gebietes  bisher  zu  finden  gewesen.

Ueber  den  Eindruck,  welchen  das  erfolgreiche  vorgeben
des  Raiserlichen  Gouverneurs

gegen  den  bisherigen  Führer  des  Aufstandes  in
Britisch-Ostafrika  dort  gemacht,  liegen  aus  Sansibar
  nachstehende  Mittheilungen  vor:

Der  englische  Generalkonsul,  der  zu  kurzer  Anwesenheit
  von  Mombassa  nach  Sansibar  herüber
gekommen  ist,  hat  sich  sehr  anerkennend  über  das
Entgegenkommen  geäußert,  welches  der  Kaiserliche
Gonverneur  ihm  in  der  Behandlung  Mbarnks  und
seiner  Anhänger  nach  ihrem  Uebertritt  auf  deutsches
Gebiet  gezeigt  hat.  Die  beabsichtigte  Ansiedelung
des  Feindes  fern  von  der  britischen  Grenze  sei  eine
Bürgschaft  für  die  Fortdauer  der  volllommenen  Ruhe,
die  mit  der  Entfernung  der  anfrührerischen  Elemente
aus  dem  bisher  von  ihnen  beherrschten  Gebiete  eingetreten
  sei.

Der  Zustand  des  Landes  sei  derartig,  daß  die
Anwesenheit  der  indischen  Truppen  kaum  länger  ersorderlich
  sei.  Es  solle  daher  Einleitung  getroffen
        <pb n="444" />
        werden,  dieselben  in  etwa  6  Wochen  nach  ihren
indischen  Garnisonen  zurückzuschicken.  Herr  Hardinge
hat  einen  Aufruf  an  die  eingeborene  Bevölkerung
des  britischen  Festlandes  erlassen,  worin  den  noch
slüchtigen  Anhängern  Mbaruks  ungehinderte  Rückkehr
in  ihre  Wohnsitze  und  Straflosigkeit  zugesichert  wird.
Ausgenommen  von  dieser  Amnestic  sind  außer  Mbarnk
und  seinen  beiden  Söhnen  Aynb  und  Sebe  nur  die
nachstehenden  Unterführer,  die  sich  zum  Theil  verbrecherischer
  Grausamkeiten  gegen  dic  einheimische
Bevölkerung  schuldig  gemacht  haben  sollen:  Mbaruk
bin  Raschid  von  Takaungu,  Azir  bin  Naschid,  Akida
Bakari,  Salim  bin  Hasef  Muinyi  m'jaka,  Hamis
bin  Kombo  und  dessen  Sohn  Mohamed  bin  Hamis.

Die  Bevölkerung  ist  aufgefordert  worden,  diese
zehn  Proskribirten,  falls  sie  auf  britischem  Gebiete
betroffen  werden  sollten,  den  Behörden  auszuliefern.
Auch  ist  für  diesen  Fall  eine  Velohnung  von
1000  Rupien  für  die  Person  jedes  der  Genannten
in  Aussicht  gestellt  worden.

Ramerunun.

Ueber  die  Expedition  nach  Faunde

meldetderstellvert  de  K  der  Schutztruppe

Hauptmann  v.  Kamptz  unter  dem  21.  März  d.  Is.
von  YMaunde  Folgendes:  Die  Vogebetschi  und  die  mit
ihnen  verbündeten  Ntonis  sind  bestraft  und  wollen
Frieden.  Ich  habe  mich  vom  7.  bis  14.  März  im
Gebiet  der  Vogebetschi  aufgehalten.  Den  Vogebetschi
habe  ich  als  Friedensbedingung  gestellt,  den  Urheber
des  ganzen  Ausstandcs,  den  Häuptling  Ombabissoko,
mir  auszuliefern.  Der  Häuptling  will  sich  in  den
nächsten  Tagen  selbst  stellen.  Zur  Zeit  halten  sich
die  Vogebetschi  in  dem  drei  Tage  entfernt  gelegenen
Gebiet  der  Vogefar  auf,  welches  an  Bakoko  grenzt.
Den  Vogebela,  Nachbarn  der  Station  und  der  Vogebetschi,
  habe  ich  verboten,  die  Vogebetschi  bei  sich
aufzunehmen.  Die  oben  erwähnten  Ntonis  hatten
anfangs  das  bewegliche  Gut  der  Vogebetschi  bei  sich
geborgen  und  gewährten  später  auch  den  Männern
Schutz.  Mir  ließen  sie  sagen,  sie  wollten  mit  den
Weißen  kämpfen.  Nach  erfolgter  Bestrafung  ließen
sie  um  Frieden  bitten.  Einer  ihrer  Häuptlinge  ist
schon  persönlich  auf  der  Station  erschienen.  Die
Vogebetschi  flohen  von  den  Ntonis  nach  Vogefar.
Sämmtliche  Häuptlinge  der  Yaundes  nördlich  des
Niong  habe  ich  in  den  nächsten  Tagen  zum  Friedenspalawer
  auf  die  Station  bestellt.  Da  bei  Vielen
noch  Furcht  vorherrscht,  wird  dies  noch  Zeit  in
Anspruch  nehmen.

Wissenschaftliche  Keise.
Der  Professor  Wohltmann  von  der  landwirthschaftlichen

  Hochschule  zu  Poppelsdorf  ist  am  10.  März
in  Kamerun  eingetrosfsen  und  hat  sich  auf  einem

373

 

Fahrzeuge  des  Kaiserlichen  Gonvernements  am  12.
nach  Bamba  und  Victoria  begeben.  Von  da  hat  er
mit  Trägern  und  Führern,  die  das  Bezirksamt  stellte,
Buea  besucht,  ist  über  Land  nach  Mpundn  am  Mungo,
von  da  nach  Mundame  und  über  Elefanten=  und
Sodensee,  sowie  die  schwedische  Faktorei  Bonga  nach
Bibundi  gereist.  Von  Bibundi  beförderte  das  Schiff
des  Kaiserlichen  Gonvernements  „Nachtigal“  ihn  nach
Kamerun  zurück  und  von  da  nach  Säo  Thomc.

Die  Maschinenwerkstätte  des  Raiserlichen  Gouvernements,
welche  jetzt  unter  der  Leitung  des  Maschineninspektors
  Schittenhelm  steht,  hat  mit  der  Einstellung
und  Anlernung  einheimischer  Arbeiter  begonnen.
Vor  Kurzem  sind  zwei  Belllente  als  Lehrlinge  bei
ihr  eingetreten.  Es  ist  Hoffnung  vorhanden,  daß  in
einiger  Zeit  die  meisten  Arbeiten  durch  Eingeborene
des  Schutzgebiets  besorgt  werden  lönnen.

Togo.

Wissenschaftliche  Sammlungen.

Dem  Königlichen  Museum  für  Naturkunde  sind
im  April  d.  Is.  durch  die  Kaiserliche  Landeshauptmannschaft
  in  Klein-Popo  drei  Kisten,  enthaltend
zoologische  Gegenstände,  zugegangen,  welche  durch  den
Stationsleiter  von  Kete,  Licutenant  Grafen  v.  Zech,
gesammelt  worden  sind.

Die  Sammlung  bestand  aus  3  Sängethieren  in
Alkohol,  67  Vogelbälgen,  18  Reptilien  und  1  Arten
von  Skorpionen  in  zahlreichen  Stücken.

Die  Konservirung  der  Säugethiere,  Vogelbälge
und  Reptilien  ist  recht  gut,  bei  einer  kleinen  Skorpionenart
  waren  die  Postabdomina  zum  Theil  abgebrochen.

Unter  den  Säugethieren  befindet  sich  eine  seltene
Fledermausart.  Die  Bögel  enthielten  sieben  bisher
für  das  Gebiet  noch  nicht  nachgewiesene  Arten,  darunter
  zwei,  welche  bisher  nur  in  je  einem  Stück
im  Britisu  Natural  IIistory  Muscum  vertreten
waren,  und  ein  neu  entdecktes  Perlhuhn,  Numicke
zochi.

Deutsch-SZüdwestafrika.

Ueber  das  Gefecht  bei  Gobabis
am  Ostersonntag,  den  5.  April  1896,  berichtet  Hauplmann
  v.  Estorff  an  den  Kaiserlichen  Landeshauptmann
  Major  Leutwein,  wie  solgt:

Die  1.  Feldkompagnie  brach  am  3.  April  1896
von  Kaukarus  nach  Gobabis  auf  und  gelangte  am
4.  April,  quer  über  das  Feld  ziehend,  an  die  lehte
Wasserstelle  südlich  dieses  Platzes:  Tjurundiu.
2  Wagen,  das  Schlachtvieh  und  die  losen  Pferde
verblieben  dort  unter  Bedeckung  von  1  Unteroffizier,
3  deutschen  und  1  Namareiter.
        <pb n="445" />
        —  374  —

Die  Kompagnie  selbst  marschirte  am  Nachmittage
auf  Gobabis  ab,  gefolgt  von  dem  Geschütz  1,  Munitions=
  und  Proviantwagen,  und  gelangte  in  der
Nacht  an  die  Spitzkuppe  von  Gobabis.  Eine  Buschmannswache
  war  dort  bei  Annäherung  der  Reiter
von  dem  noch  brennenden  Feuer  entflohen.  Ein
Zug  der  Kompagnie  bezog  nun  ein  Biwak  an  der
Spitzkuppe,  während  ich  mit  dem  anderen  Zuge,
unbelästigt  vom  Feinde,  nach  dem  11¼  Stunden  entfernten
  Gobabis  einritt.  Das  mit  Ochsen  bespannte
Geschütz,  der  Munitions-  und  Proviantwagen  hatten
den  Reitern  nicht  folgen  können,  auch  ihre  Spur  in
der  dunkelen  Nacht  verloren  und  langten  erst  am
solgenden  Tage  bald  nach  Tagesanbruch  bei  der
Kompagnie  an.

In  Gobabis  berichtete  der  Lieutenant  Lampe,
daß  die  Khauas  in  großer  Zahl  den  Platz  umschwärmten
  und  namentlich  die  heranführenden  Wege
bewachen  sollten.  Nach  der  Aussage  eines  am
1.  April  gefangenen  Herero  sollte  ihr  Kapitän  Eduard
Lambert  mit  einer  großen  Reiterabtheilung  vor
Kurzem  in  der  Gegend  eingetroffen  sein  und  geäußert
haben,  er  wolle  sich  der  anrückenden  Entsatzabtheilung
unterwegs  vorlegen,  für  den  folgenden  Tag  aber  sei
ein  allgemeiner  Angriff  auf  Gobabis  geplant.  Ferner
befände  sich  bei  Nikodemus  der  Häuptling  Kahimema
aus  Otyihasnena  mit  seinem  Hrerzuge.  Von  diesem
glaubte  der  Lieutenant  Lampe,  daß  er  sich  eng  mit
den  Khauas  verbündet  habe,  während  Nikodemus
sich  noch  zurückhalte.

Die  Besatzung  des  Platzes:
5  Unteroffiziere,  18  Reiter,
5,7  cm,  hatte  in  der  letzten  Zeit  einen  sehr  anstrengenden
  Wachtdienst  gehabt.  Namentlich  erschien
der  unbefestigte  Platz  nachts  gefährdet.

Noch  in  derselben  Nacht  ging  ich  mit  dem  Zuge
nach  der  Spitzkuppe  zurück;  der  Lieutenant  Lampe
schloß  sich  mir  auf  meinen  Befehl  mit  vier  Reitern
der  Besatzung  an.

Der  stellvertretende  Landeshauptmann,  Regierungsassessor
  v.  Lindequist,  der  mich  auf
meinem  Marsche  nach  Gobabis  begleitet  hatte,  verblieb
  nun  daselbst,  um  am  folgenden  Tage  Verhandlungen
  mit  Nikodemus  anzuknüpfen.

lärke  der  Kompagnie:

50  Köpfe  (Deutsche),

2  Bastardsreiter,

2  Namareiter,

54  Pferde,

1  Geschütz,  Kaliber  5,7  cm,  mit  16  Ochsen

bespannt,

1  Munitionswagen,  mit  16  Ochsen  bespannt,

1  Proviantwagen,  mit  20  Ochsen  bespannt.

Um  4  Uhr  morgens  langte  ich  wieder  an  der
Spitzluppe  au.  Das  Biwak  befand  sich  am  Südfluß
derselben.  Die  Hälfte  der  Pferde  war  festgemacht,
die  andere  Hälfte  graste  in  der  Nähe,  gesattelt  und
eng  zusammengehalten.  Auf  der  Spitzkuppe  waren
zwei  Unteroffizierposten.

Lieutenant  Lampe,

1  Geschütz,  Kaliber

 

Mit  Tagesanbruch  ging  ich  mit  dem  Lieutenant
Lampe,  unter  dem  Schutze  einer  Patronille,  zu
Fuß  von  der  Spitzkuppe,  die  nach  Norden  und
Nordosten  keine  Aussicht  gewährte  und  keine  Geschützstellung
  bot,  auf  dem  nach  Gobabis  ziehenden  Höhenrücken
  vor,  in  der  Hoffnung,  Beides  zu  finden.  Ich
konnte  jedoch  nur  feststellen,  daß  man  von  den
Rändern  des  Höhenrückens  stellenweise  einen  guten
und  sehr  weiten  Ausblick  auf  die  unterliegenden
Flächen  gewinnen  konnte,  daß  das  Gelände  des
Höhenrückens  selbst  jedoch  nicht  den  geringsten  Ueberblick
  gewährte.  Es  zieht  sich  derselbe  in  fast  gleichbleibender
  Höhe  bis  an  Gobabis  heran,  dichter  Busch
und  3  bis  4  m  hohe  Dornbäume  bedecken  ihn,  seine
Ränder  und  die  an  ihn  stoßenden  Theilc  der
Flächen.  Diese  sind  weiter  hinaus  mit  einzelnen
Bäumen,  niedrigen  Büschen  und  ½  m  hohem  Büschelgrase
  bestanden.  Weiter  wie  50  m  kann  man  auf
keiner  Stelle  des  Höhenrückens  sehen,  meist  aber  nur
bis  etwa  10  oder  20  m.

Da  der  Rücken  nahe  Gobabis,  nach  Aussage  des
Lieutenants  Lampe,  eine  gute  Beherrschung  der
angrenzenden  Flächen  durch  Geschützseuer  ermöglichte,
beschloß  ich,  die  Kompagnie  in  ein  Lager  dorthin
zu  führen.

Wir  hatten  uns  der  Spitzkuppe  wieder  bis  auf
etwa  800  m  genähert,  als  wir  plötzlich  Pferdegetrappel
hörten  und  gleich  darauf  eine  Anzahl  Hottentotten
bemerkten,  die  durch  die  Büsche  heranschlichen.  Wir
schossen  uns  einige  Minuten  auf  die  nächsten  Entsernungen
  mit  ihnen  herum  und  gingen  dann,  als
sich  ihre  Zahl  jeden  Augenblick  vermehrte,  langsam
auf  die  Spitzkuppe  zu.  Die  Hottentotten  drängten
heftig  nach,  aber  schon  kam  der  Lieutenant  Eggers
mit  dem  größten  Theile  der  Kompagnie  zur  Aufnahme
  heran.

Es  entspann  sich  ein  heftiges  Schützengefecht,  der
Lieutenant  Lampe  erhielt  einen  Streifschuß,  die  Gefreiten
  Schmidt  und  Wieland  wurden  verwundet,
der  Reiter  Jendjes  erschossen,  gleichzeitig  belam  ich
die  Meldung,  daß  sich  feindliche  Schwärme  um  unsere
Flügel  herumzogen.  Ich  befahl  daher  den  Rückzug
nach  der  Spizkuppe,  von  wo  die  umgebenden  Flächen
eingesehen  werden  konnten.

Die  Hottentotten  hatten  augenscheinlich  auch  Verluste
  gehabt  und  folgten  den  sehr  langsam  zurückgehenden
  und  oft  Front  machenden  Schützen  nur
sehr  vorsichtig.  Dafür  drangen  aber  die  umgehenden
Schwärme  von  der  Fläche  her  durch  den  dichten
Busch  um  so  rascher  vor  und  der  Angriff  ihres
rechten  Flügels  kam  auch  nicht  zum  Stehen,  als  sich
die  Schützenlinie  der  Kompagnie  auf  der  Spitzkuppe
eingenistet  hatte  und  nach  der  Fläche  herunterschoß.
In  dem  dichten  Busch  ward  allerdings  nur  selten
ein  Ziel  sichtbar.  Es  wurden  jetzt  Sergeant  Fisch
und  der  Bastardreiter  Paul  Mac  Nab  verwundet.
Der  Wachtmeister  Urban  mußte  bereits  mit  der
Troßbegleitung  dem  umgehenden  Feind  entgegentreten.
  Daneben  gelang  es  ihm  aber,  das  Ein-
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        geborenenvolk  des  Trosses,  das  bei  dem  Kugelregen
die  Besinnung  zu  verlieren  drohte,  in  Ordnung  zu
halten.

Ich  befahl  nun  dem  Lieutenant  Eggers,  einen
Theil  der  Mannschaften  aus  der  Schützenlinie  zu
ziehen  und  mit  ihm  zu  Pferde  dem  seindlichen  rechten
Flügel  in  die  Flanke  zu  gehen;  auch  ließ  ich  das
Geschütz  dicht  vor  den  Wagen  dagegen  auffahren.
Der  Flügel  der  eigenen  Schützenlinie  unter  Lieutenant
  Lampe  hielt  von  der  Spitzkuppe  her  den  umgVehenden
  feindlichen  linken  Flügel  in  Schach.

Der  Geschützführer,  Neiter  Troitzheim,  ließ  zwei
Schrapnelschüsse  über  Visir  und  Korn  (Aufschläger)
abgeben.  Der  2.  Schuß  schlug  in  die  feindliche
Schützenlinic  ein,  aber  am  Weiterfeuern  hinderten  die
jetzt  bereits  zum  Fußgesecht  vorgehenden  Reiter  des
Lieutenants  Eggers.

Das  plötzliche  Auftreten  und  scharfe  Vorgehen
dieser  kleinen  Abtheilung  (10  Reiter)  zwang  im
Verein  mit  der  Artilleriewirkung  den  seindlichen
rechten  Flügel  zum  Rückzuge  und  schließlich  zur
eiligen  Flucht,  welcher  sich  auch  die  Front  des
Gegners  anschloß,  als  ich  die  Schützen  von  der
Spitzkuppe  her  mit  aufgepflanztem  Seitengewehr  und
„Hurrah“  gegen  ihn  vorbrechen  ließ.  Auch  der  linke
feindliche  Flügel  zog  sich  zurück.  Die  Gesammtzahl
der  angreifenden  Hottentotten  wurde  übereinstimmend,
  aber  niedrig  gerechnet,  auf  150  Mann
angenommen.  Der  Lieutenant  Eggers  war  bereits
beim  Vorgehen  zum  Fußgefecht  durch  einen  Schuß
in  das  linke  Bein  verwundet  worden,  leitete  jedoch
den  Angriff  seiner  Abtheilung,  bis  der  Gegner  floh,
und  ließ  sich  erst  dann  verbinden,  als  ich  ihm
später  besahl,  sich  zu  den  Wagen  zu  begeben.

Ich  ließ  nun  die  Pferde  heranholen  und  führte
die  Kompagnie  in  breiter  Front  nach  der  Stelle
vor,  an  welcher  ich  beabsichtigte,  das  Lager  zu  beziehen,
  das  Geschütz  und  die  Wagen  sollten  am
Hange  des  Höhenrückens  hinter  dem  rechten  Flügel
unter  Bedeckung  folgen.  Vor  der  Front  wurden
zwei  todte  Hottentotten  gefunden,  einer  davon  war
der  Khauas-Kapitän  Eduard  Lambert,  vor  der  Abtheilung
  des  Lientenants  Eggers  lagen  zehn  Tote.

Es  war  etwa  9½  Uhr  geworden  und  ich  hatte  fast
das  Nordende  des  Rückens  erreicht,  als  sich  plötzlich
auf  der  Fläche  nördlich  eine  große  Menge  Trupps
von  Reitern  und  Fußvolk  zeigten  und  nach  der  Höhe
heranzogen.  Ich  ließ  die  Kompagnie  dagegen  einschwenken
  und  schickte  dem  Geschütz  Befehl,  heranzukommen.
  Dieser  Befehl  erreichte  es  jedoch  nicht,
erst  ein  zweiter  führte  es  heran.  Hierdurch  ging
eine  kostbare  Viertelstunde  verloren,  namentlich  da
die  Wagenkolonne  nicht  der  Aufgabe  gemäß  am
Hange  hinter  dem  rechten  Flügel  gefahren  war,
sondern  auf  einem  Wegc,  der  etwas  von  dem  Rücken
entfernt,  diesem  gleichlaufend,  nach  Gobabis  führt.
Das  Frontfeuer  der  Schützen  auf  die  kleinen  Abtheilungen
  und  weiten  Schützenlinien  des  Gegners.
konnte  wenig  Ersolg  haben  und  wurde  daher  ein- 



geschränkt.  Als  sic  sich  aber  mehr  dem  Fuß  der
Höhe  näherten,  entzogen  sie  sich  in  dem  dichten
Busche  der  Sicht  und  erlitten  wenig  Verluste.  Dennoch
  kam  vor  dem  rechten  Flügel  der  Schützenlinie,
welchen  der  Zug  des  Sergeanten  Froede  bildete,
der  Angriff  auf  etwa  400  m  zum  Stehen,  namentlich,
  da  hier  später  auch  und  zwar  noch  weiter  rechts
eine  kleine  Abtheilung  eingriff.  Es  war  dies  die
Bedeckung,  welche  die  Wagen  bis  nach  dem  Platze
Gobabis  hereingeleitete  und  dann  unter  dem  Wachtmeister
  Urban  sofort  dem  Gesechtsfelde  zueilte.
Anders  war  es  vor  dem  linken  Flügel,  welchen  der
Zug  des  Lieutenants  Lampe  bildete.  Als  dieser
nämlich  gerade  in  Stellung  gegangen  war,  hörte  ich
heftiges  Schießen  im  Rücken.  Die  Wagenkolonne
wurde  angegrissen  und  ich  war  genöthigt,  jenen
Zug  zur  Vertreibung  des  dortigen  Gegners  vorzuführen.
  Als  diese  Aufgabe  ersüllt  war,  konnte  er
die  alte  Stelle  wieder  einnehmen,  aber  inzwischen
hatte  der  Feind  den  deckenden  Busch  und  den
Höhenzug  erreicht,  große  Massen  zogen  sich  ungesehen
  gegen  den  linken  Flügel;  einige  Minuten
später  tauchten  schwarze  Gestalten,  nur  auf  Angenblicke,
  aber  bereits  auf  sehr  nahe  Entfernung  in  der
linken  Flanke  auf;  es  mußte  binnen  kürzester  Frist
zum  Nahkampfe  kommen.  Da  befahl  ich  dem
Lieutenant  Lampe,  aussitzen  zu  lassen  und  nach  der
linken  Flanke  zu  attackiren.  Der  Befehl  wurde  sosort
  ausgeführt.  In  dem  Angenblick,  als  der  Zug
(er  war  noch  etwa  12  Mann  stark)  sich  zum  Anreiten
  auschickte,  kam  weiter  rückwärts  das  Geschütz
auf  der  Höhe  an,  ich  wies  ihm  seine  Stellung  an,
ließ  auch  den  Zug  des  Sergeanten  Froede  mit  Ausnahme
  einiger  Schützen,  die  den  Gegner  in  der  Front
festhalten  mußten,  aufsitzen  und  führte  ihn  (10  Mann
stark),  etwa  50  m  weiter  links  von  dem  des  Lieutenants
  Lampe  und  etwa  drei  Minuten  später,  ebenfalls
zur  Attacke  vor.  Dieser  Reiterangriff  konnte  wie
der  von  Licutenant  Lampe  wegen  des  dichten
Busches  nicht  geschlossen  geritten  werden,  aber  er
wurde  mit  großer  Heftigkeit  und  mit  weitschallendem
„Hurrah“  ausgeführt.  .

Während  ich  beim  Vorbeireiten  an  hesftigem
Schießen  und  Kampfgeschrei  bemerkte,  daß  der
Angriff  des  Lientenants  Lampe  zum  Handgemenge
geführt  hatte  und  das  Geschütz  vier  Schrapnels,
allerdings  ohne  Ziel  finden  zu  können,  in  die
Angriffsrichtung  warf,  jagte  die  eigene  Attacke  die
vor  mir  befindlichen  Hereros  in  die  Flucht.  Sie
spritzten  nach  allen  Seiten  auseinander,  die  berittenen
gingen  in  voller  Flucht  davon.  Als  sie  fürchteten,
eingeholt  zu  werden,  warfen  sie  sich  vom  Pferde
und  flüchteten  zu  Fuß,  über  den  steinigen  Abfall
kletternd,  der  Fläche  zu.  Einige  wurden  noch  von
den  verfolgenden  Reitern,  die  nun  ebenfalls  vom
Pferde  sprangen,  niedergeschossen.

Die  Attacke  des  Zuges  des  Sergeanten  Froede
hatte  etva  800  m  weit  geführt.  Ich  befahl  diesem
nun,  den  Höhenrücken  bis  zur  Spitzkuppe  vom
        <pb n="447" />
        —  376  —

Feinde  zu  säubern,  und  ritt  selbst  auf  völlig  erschöpftem
  Pferde  allein  und  langsam  nach  dem  alten
Kampfplatze  zurück,  in  der  bestimmten  Erwartung,
daß  der  Gegner  dort  ebenfalls  geworfen  sei.  Zu
meinem  Erstaunen  fand  ich  das  ganze  Gefechtsfeld
leer,  Niemand  antwortete  meinem  Rufen;  da  fand
ich  die  Leiche  des  Lieutenants  Lampe,  durch  die
Brust  und  das  rechte  Handgelenk  geschossen,  auf  dem
Rücken  liegen.  Sein  Angriff  war  auf  eine  gewaltige
  Uebermacht  gestoßen  und  hatte  zu  einem
wilden  Handgemenge  geführt,  das  zu  Gunsten  des
Feindes  endete.  Der  heldenmüthige  Widerstand  der
wenigen  Reiter  aber,  die  sich  ihm  entgegengeworfen
hatten,  hatte  den  Angriff  zum  Stehen  gebracht  und
die  Attacke  des  Zuges  vom  Sergeanten  Frvede  ihn
auch  an  dieser  Stelle  zum  Rückzuge  und  zur  Flucht
bewogen.  Neben  dem  Lientenant  Lampe  waren
gefallen:

Reiter  Exner  (durch  die  Brust  geschossen  und
Keulenschlag  gegen  die  Stirn).

Kriegsfreiwilliger  Reiter  Schmidt  (Lieutenant
der  Reserve  vom  JInfanterie-Regiment  Nr.  36,  fünf
Schuß  durch  die  Brust;  vor  Kurzem  in  Afrika  eingetroffen).


Unteroffizier  Bannach  (zwei  Schuß  durch  die
Brust  und  Unterleib).

Schwer  verwundet  ward  der  Unteroffizier
Susath;  er  starb  am  folgenden  Tage  in  Gobabis.
Die  wenigen  Uebriggebliebenen  hatten  nach

tapferem  Kampfe,  erst  als  sie  alle  Hoffnung  auf
einen  Erfolg  aufgeben  mußten,  den  Rückzug  angelreten
  und  das  Geschütz,  das  keine  Bedeckung  mehr
in  der  Nähe  sah,  sich  demselben  angeschlossen.  Die
flüchtenden  Hereros  waren  allein  durch  das  Feuer
der  kleinen  Abtheilung  des  Wachtmeisters  Urban
verfolgt  worden,  das  eine  Anzahl  von  ihnen  zu
Boden  streckte.

Die  Zahl  der  angreifenden  Ovambandyern  ward
gering  auf  200  bis  300  veranschlagt.  Schließlich
stießen  die  Schützen,  welche  den  Frontangriff  des
Gegners  abgeschlagen  hatten,  zu  mir,  und  ich  schickte
einen  von  ihnen  nach  dem  Platze  Gobabis  mit  dem
Befehl,  daß  alle  Mannschaft  und  das  Geschütz  wieder
in  die  mit  so  schweren  Opfern  behauptete  Stellung
einzurücken  hätten.  Inzwischen  aber  hatte  der  stellvertretende
  Landeshauptmann  Negierungsassessor
v.  Lindequist,  Premierlieutenant  der  Reserve,  das
Kommando  des  Platzes  übernommen  und,  nachdem
er  schon  durch  das  Feuer  des  Platzgeschützes  am
Vormittag  mit  in  den  Kampf  eingegriffen,  jetzt  selbständig,
  und  ehe  noch  obiger  Befehl  an  ihn  gelangte,
die  noch  frische  Stationsbesatzung  auf  den  Kampfplatz
entsendet.  Nunmehr  führte  er  mir  die  gesammte
Mannschaft  wieder  zu.

Bald  nach  Mittag  waren  das  Geschütz  und
50  Mann  auf  dem  Gefechtsfelde  vereinigt.  Sobald
die  Pferde  etwas  ausgeruht  und  die  Mannschaften
durch  herbeigeführtes  Wasser  erquickt  worden  waren,

 

ging  ich  mit  30  Reitern  über  die  Fläche  gegen  die
Werft  des  Nikodemus  vor.  Der  Premierlieutenant
v.  Lindequist  verblicb  mit  dem  Rest  der  Kompagnie
und  dem  Geschütz  zur  Aufnahme  auf  dem  Höhenrücken.
  Einige  Hereros,  die  sich  am  Bergsuße  in  den
Büschen  festgesetzt  hatten,  vermochten  noch  rechtzeitig
vor  der  anreitenden  Abtheilung  zu  entwischen.

Als  ich  mich  der  Werft  des  Nikodemus  mehr
näherte,  setzten  sich  drei  große  Haufen  Reiter,  an
200  bis  300,  und  Fußvolk  von  verschiedenen  Seiten
her  gegen  mich  in  Bewegung.  Ich  ging  langsam
bis  in  den  Bereich  des  Geschützes  zurück,  und  als
ein  am  Bergfuß  vorgehender  Reiterhaufen  nahe  auffolgen
  wollte,  wurde  er  durch  einige  wohlgezielte
Schrapnelschüsse  zersprengt.  Nun  ging  ich  wieder
vor,  worauf  auch  die  anderen  Reiterhaufen  sich  zurückzogen,
  einer  verschwand  in  westlicher  Richtung.  Bis
nach  Sonnenuntergang  beobachtete  ich  die  feindliche
Stellung.

Der  Verlust  des  Gegners  betrug,  sehr  gering
angeschlagen,  100  Mann;  der  eigene  6  Todte:
Lieutenant  Lampe,  Unteroffizier  Bannach,  Unteroffizier
  Susath,  Reiter  Exner,  Reiter  Jendjes,
Kriegsfreiwilliger  Reiter  Schmidt;  5  Leichtverwundete:
  Lieutenant  Eggers,  Sergeant  Fisch,  Gefreiter
  Wieland,  Gefreiter  Schmidt,  Bastardreiter
Paul  Mac  Nab.

Der  Munitionsverbrauch  war  sehr  gering,  pro
Mann  wurden  nicht  mehr  als  26  bis  28  Patronen
im  Durchschnitt  verschossen,  vom  Geschütz  am  Vormittag
  sechs  Schrapnels,  am  Nachmittag  vier
Schrapnels.

Am  nächsten  Morgen  ging  die  gesammte  feindliche
  Macht  mit  zahlreichen  Viehherden  in  nördlicher
und  nordwestlicher  Richtung  in  großer  Eile  ab.
Ein  Reiterhaufen  wurde  noch  durch  das  Feuer  des
Geschützes  auseinander  gejagt.

Die  direkte  Verfolgung  aufzunehmen,  verbot  mir
der  schwache  Zustand  der  äußerst  angestrengten  Pferde
(diese  hatten  bei  geringem  Grasfutter  in  den  letzten
fünf  Tagen  etwa  250  km  guer  übers  Feld  zurückgelegt,
  dann  die  Anstrengungen  des  Gechtstages  ertragen
  und  waren  zum  Theil  seit  30  Stunden  nicht
getränkt  worden)  und  die  geringe  Beweglichkeit  des
Geschützes,  auf  das  ich  bei  der  Schwäche  meiner
Abtheilung  sehr  angewiesen  war.

Ausgezeichnet  haben  sich  alle  drei  Offiiere:
Lampe  #F,  Eggers,  verwundet,  v.  Lindequist.
Bon  den  Unteroffizieren  ganz  besonders:  Wachtmeister
  Urban,  Sergeant  Froede,  die  Unteroffiziere
Staginnus,  Simon,  Maczkiewitz,  die  Mannschaften
  Reiter  Steffen,  Reiter  Exner  J,  Gefreiter
Witt,  Gefreiter  Graefe,  Kriegsfreiwilliger  v.  Schulz,
Gefreiter  Schmidt  und  Gefreiter  Wieland,  Beide
verwundet;  die  Eingeborenen  Bastard  Paul  Mac
Nab,  verwundet,  die  Namareiter  Wilhelm  (Diener
des  Lieutenants  Lampe)  und  Goliath.
        <pb n="448" />
        —  377

Major  Leutwein  bemerkt  zu  diesem  Berichte
das  Folgende:

Das  Gefecht  bei  Gobabis  ist  als  eine  hervorragend
  tapfere  That  zu  bezeichnen,  welcher  das
Schutzgebiet  geradezu  seine  augenblickliche  Rettung
verdankt.  Wäre  es  verloren  gegangen,  würde
ich  für  die  Treuc  der  übrigen  Hereros,  mit  Ausschluß
  des  Oberhäuptlings,  nicht  mehr  haben  einstehen
  können.  Nunmehr  aber  darf  ich  bestimmt
hoffen,  den  mir  aufgezwungenen  Krieg  lokalisiren  zu
können.  Ich  glaube  daher  für  den  siegreichen  Ausgang
  des  Gefechts  dem  Hauptmann  v.  Estorff,
seinen  Offizieren  und  Mannschaften  nicht  Dank  genug
zollen  zu  können.  Dieselben  haben  sich  um  das
Schutzgebiet  ein  großes  Verdienst  erworben.  Auch
den  Assessor  v.  Lindequist,  welcher,  einsehend,  daß
mit  diplomatischen  Verhandlungen  nichts  mehr  zu
machen  sei,  kurz  entschlossen  die  Feder  mit  dem
Schwerte  vertauschte,  muß  ich  lobend  hervorheben.
Derselbe  thut  jetzt  noch  in  seiner  Eigenschaft  als
Premierlientenant  der  Reserve  Dienst  bei  der  Truppe.

Es  sei  mir  nunmehr  gestattct,  zur  chronologischen
Schilderung  der  Ereignisse  seit  dem  1.  April  d.  Is.
überzugehen.

Sobald  das  Detachement  v.  Estorff  in  Kowas
angclangt  und  damit  in  den-Stand  gesetzt  war,  den
Gang  der  Ereignisse  genauer  zu  übersehen,  wurden
die  Meldungen,  daß  in  der  That  ein  offenes  Bündniß
zwischen  Nikodemus  und  den  anscheinend  wieder  zahlreich
  zusammengeströmten  Khauas-Hottentotten  bestehe,
immer  dringlicher.  Ich  verlegte  daher  meinen  Abmarsch
  bereits  auf  den  3.  April  und  dehnte  meine
Verordnung,  wonach  kein  Reservist  zur  Entlassung
kommen  solle,  auch  auf  dic  nach  Deutschland  zurückkehrenden
  Mannschaften  aus.  Den  in  Swakopmund
befindlichen  Major  Mucller  habe  ich  angewiesen,
diese  Mannschaften  nach  Gr.  Barmen  zurückzuführen,
als  Drohung  gegen  Okahandja,  nicht  gegen  den
Oberhäuptling,  sondern  vielmehr  gerade  zur  Stärkung
von  dessen  Stellung  gegen  seine  Unterthauen.  Auch
stellte  ich  dem  Major  Mueller  anheim,  das  Haupt
der  Gegenpartei  und  Stiefvater  des  aufrührerischen
Nikodemus,  den  alten  Riarna,  durch  Verhaftung  unschädlich
  zu  machen.  Den  Oberhäuptling  ersuchte  ich,
für  Ruhe  in  Okahandja,  Waterberg  und  Otyimbingwe
zu  sorgen,  mir  aber  zu  meinem  Zuge  gegen  Nikodemus
  einige  seiner  Leute  als  Merkzeichen  für  das
Hereroland  zur  Verfügung  zu  stellen.  Ferner  habe
ich  Maßnahmen  zur  Einberufung  der  Bastards  getroffen
  und  den  Kapitän  Witbooi  an  die  Erfüllung
seiner  Bündnißpflicht  erinnert.

Der  Premierlieutenant  v.  Perbandt  ist  vorläufig
  in  Windhoek  zurückgeblieben,  um  alle  Kräfte
zu  sammeln  und  dieselben  mit  sämmtlichen  noch  verfügbaren
  Mannschaften  sowie  sich  etwa  meldenden
Kriegsfreiwilligen  der  Truppe  nachzuführen.  Bis
zum  Eintreffen  des  Ersatzes  wird  dann  vorläufig  in
Windhoek  kein  Offizier  mehr  sein  und  das  Platz- 



kommando  an  Feldwebel  Heller  übergehen.  Die
Vertheidigung  des  Ortes  liegt  ohnehin  fast  ganz  in
den  Händen  der  wehrfähigen  Bewohner,  welche  auf
meine  Veranlassung  eine  Art  Bürgerwehr,  unter
selbstgewählten  Führern,  gebildet  haben.

Den  Major  Mueller  habe  ich  angewiesen,  aus
den  Ersatzmannschaften  sowie  den  in  Gr.  Barmen
stehenden  Reservisten  eine  3.  und  4.  Feldkompagnie
zu  bilden  und  über  deren  Verwendung  in  Windhoek
weitere  Befehle  abzuwarten.  Durch  alle  diese  Maß-=nahmen
  hoffe  ich,  einem  allgemeinen  Hererokriege  vorzubeugen,
  oder  denselben,  sofern  er  doch  nicht  zu
vermeiden  sein  sollte,  vorläufig  begegnen  zu  können.

Der  Oberhäuptling  Samuel  hat  in  der  That
zwei  seiner  Leute  nachgeschickt,  welche  ich  zur
Aufklärung  ihrer  Stammesgenossen  in
Innere  des  Hererolandes  gesandt  habe;  unter
Mitgabe  einer  Proklamation,  in  der  ich  erklärt
habe,  daß  ich  nur  gegen  diejenigen  Bewohner
des  Landes  Krieg  zu  führen  beabsichtige,  die  der
deutschen  Herrschaft  feindlich  gegenüberständen.  Auf
das  Einbringen  der  aufständigen  Häuptlinge  Nikodemus
  und  Kahimema  habe  ich  Preise  gesetzt.  Demnächst
  trat  ich  am  3.  d.  Mts.  abends  meinen  Vormarsch
  an  und  rückte  über  Wiese-Farm,  Hatzamas,
Kowas,  wo  ich  Etappenstationen  einrichtete,  so  rasch,
als  der  Zustand  der  Ochsen  es  gestattete,  nach
Gobabis  und  zwar  von  Kowas  aus  auf  einem  Wege,
den  der  Hauptmann  v.  Estorff  durch  einen  Marsch
querfeldein  neu  angelegt  und  dadurch  eine  uns  schon
längst  fehlende  direkte  Verbindungzwischen  Windhoekund
Gobabis  geschaffen  hat.  Diese  Marschrichtung  hat
im  Uebrigen  augenscheinlich  den  Feind  getäuscht,  der
sich  andernfalls  dem  Detachement  v.  Estorff  besser
unterwegs  vorgelegt  haben  würde.  In  Kowas  erhielt
  ich  die  Meldung  vom  Gefecht  bei  Gobabis.

Von  Kaukurus  aus  hatte  der  Hauptmann
v.  Estorff  durch  einen  raschen  Ritt,  lediglich  mit
den  Reitern  allein,  die  gleichfalls  vom  Feinde  belästigte
  Station  Aais  entsetzt.  Ich  selbst  langte
am  11.  abends  in  Gobabis  an  und  fand  vom  Feinde
weit  und  breit  keine  Spur  mehr,  unsere  Verwundcten
dagegen  sämmtlich  auf  dem  Wege  der  Besserung.
Die  vom  Hauptmann  v.  Estorff  bereits  angeordncte
vorläufige  Einziehung  der  Station  Aais  genehmigte
ich,  ebenso  dicjenige  von  Olifantskloof.  Die  leßtere
mußte  indessen  bei  deren  abgelegenen  Lage  durch
Vermittelung  einer  stärkeren  Abtheilung  erfolgen,
welche  am  13.  April  früh  dorthin  abmarschirt  ist.
Nach  deren  Rückkehr  sowie  nach  dem  Eintreffen  des
Premierlicutenants  v.  Perbandt  aus  Windhoek
werde  ich  gegen  den  Häuptling  Nikodemus  vorgehen,
über  dessen  augenblicklichen  Ausenthalt  noch  nichts
bekannt  ist.  Ich  werde  versuchen,  ihn  durch
Spione  erkunden  zu  lassen.  Auch  ist  noch  nicht
bekannt,  ob  die  Khauas  mit  den  Hereros  vereinigt
geblieben  sind.  Da  wir  das  nächste  Mal  selbst  die
Angreifer  sein  müssen,  kann  ich  mir  nicht  verhehlen,
daß  unsere  Aufgabe,  dem  zahlreichen  und  anscheinend
        <pb n="449" />
        —  378  —

gut  bewaffneten  Gegner  gegenüber  eine  recht  schwere
werden  mag.

Schließlich  möchte  ich  nicht  unerwähnt  lassen,
daß  sich  bis  jetzt  vier  Civilisten  bei  der  Truppe  als
Kriegsfreiwillige  haben  einstellen  lassen,  und  zwar
Schmidt  (Reserveoffizier),  gefallen  am  5.  April
d.  Is.  bei  Gobabis,  v.  Schultz,  Farmer  Otto,
Ansiedler  Nielson,  Schmied;  serner  mit  Kapitulation
auf  Kriegsdauer:  Unteroffizier  Hellberg  (früher
v.  Frangoissche  Truppe).

Die  nicht  entlassenen  Reservisten  sind  ohne  Widerrede
  bei  der  Fahne  geblieben,  und  zwei  davon
haben  bereits  ihr  Leben  gelassen.  Die  Uebrigen
sind  in  bester  Stimmung.

Die  Kriegsfreiwilligen  sowie  die  besten  Reservisten
beabsichtige  ich,  als  Antrieb  für  künftige  Fälle,  durch
Beuteantheil  und  Landzuweisungen  zu  belohnen.

RAns  dem  Bereiche  der  Disstonen  und
der  Kntishlaverei-Bewegung.

Dem  Jahresbericht  des  Deutschen  Frauenvereins
  für  Krankenpflege  in  den  Kolonien
für  das  Jahr  1895/96  entnehmen  wir  Folgendes:
Am  4.  November  sind  mittelst  Allerhöchster  Kabinets-Ordre
  dem  Verein  die  Rechte  einer  juristischen  Person
verliehen  worden.  Im  Herbst  vorigen  Jahres  wurde
die  Errichtung  eines  Lazareths  in  Tanga  beschlossen
und  seit  dem  1.  April  ist  Dar-es-Salam  in  den
Kreis  der  Pflegestätten  des  Vereins  getreten.  Die
Missionsgesellschaft  Ostafrika  hatte  den  Antrag  gestellt,
die  Krankenpflege  in  Dar-es-Salam  aufgeben  zu
dürfen,  und  infolgedessen  vorübergehend  bis  zur  Fertigstellung
  des  neuen  Regierungslazareths  die  Räume
für  Krankenpflege  in  der  Mission  der  Behörde  zur
Verfügung  gestellt.  Von  dieser  aufgefordert,  ist  nun
der  Verein  auch  in  diese  Station  eingetreten.

Der  Verein  hat  sich  auch  bei  der  Kolonial-Ausstellung
  betheiligt,  und  zwar  durch  Vorführung  der
Art  und  Weise,  wie  er  in  den  Kolonien,  sowie  der
Orte,  wo  er  wirkt  und  gewirkt  hat.

Der  Vorstand  besteht  jetzt  aus  13  Damen  und
9  Herren.  Im  Laufe  des  Jahres  wurden  im  Ganzen
11  Vorstandssitzungen  gehalten.  Die  Gesammtzahl
der  Mitglieder  ist  auf  1600  —  also  um  fast  200
—  in  dem  letzten  Jahr  gestiegen.  Die  Zahl  der
Abtheilungen  ist  durch  Bildung  dreier  neuer  —
Kamerun,  Togo  und  Tanga  —  auf  19  gestiegen.
Der  Bedarf  an  Schwestern  war  in  diesem  Jahre
größer  als  je.  Nicht  nur  ist  mannigfacher  Wechsel
auf  den  einzelnen  Stationen  eingetreten,  sondern  es
wurden  auch  durch  Besetzung  neuer  Stationen  die
ganze  Zahl  der  in  Thätigkeit  befindlichen  Schwestern
wesentlich  vermehrt.  Es  sind  jetzt  12  Schwestern
in  den  Kolonien  thätig.  Sieben  davon  sind  im  letzten
Jahre  neu  hinausgesendet.

Die  Einnahmen  des  Vereins  betrugen  1895  in

 

Summe  40  445,35  Mk.,  die  Ausgaben  17  276,32  Mk.
Es  ist  am  1.  Januar  1896  ein  Vermögensbestand
von  39  016,43  Mk.  vorhanden.

Nach  dem  Generalbericht  des  Juspektors
Dr.  Schreiber  der  Rhein.  Mission  sind  die  Kräfte  der
Gesellschaft  in  Deutsch-Südwestafrika  in  diesem
Jahre  durch  vier  junge  Missionare  verstärkt  worden.
Zwei  davon  sind  ins  Großnamaland  gegangen,
nämlich  Missionar  Kronsbein,  um  im  sihdlichen
Theile  endlich  die  schon  so  lange  geplante  neue
Station  anzulegen,  wofür  sich  ein  sehr  geeigneter
Platz  schon  gefunden  hat,  und  Missionar  Schröder,
um  den  Wunsch  von  Hendrik  Witbooi  zu  erfüllen
und  Gibcon  wieder  zu  besetzen.  Es  ist  ganz  überraschend,
  welch  große  Menschenmenge  sich  in  diesem
vor  zwei  Jahren  völlig  menschenleeren  Theile  des
Landes  wieder  eingesunden  hat.  Die  Aufgaben,
welche  gerade  auf  Gibeon  zu  lösen  sind,  nämlich
Alles  wieder  ins  rechte  Geleise  zu  bringen,  den
Frieden  bewahren  zu  helfen  und  den  Leuten  behülflich
zu  sein,  daß  sie  durch  Anbau  des  Landes  ihren
Lebensunterhalt  gewinnen,  sind  groß  und  schwer.
Erfreulich  ist,  daß  sich  die  Namas  jetzt,  wo  ihnen
durch  Verkauf  an  Weiße  immer  mehr  Land  entgeht,
mehr  auf  den  Landbau  zu  legen  scheinen.  Aus
Bethanien  wird  berichtet,  daß  die  Kornernte  größer
gewesen  sei  als  je.  In  Gochas  konnte  durch  Missionar
Albath  ein  drohender  blutiger  Konflikt  noch  eben
abgewandt  werden,  wie  denn  überhaupt  im  ganzen
Lande  der  Friede  erhalten  und  befestigt  werden
konnte.  In  Keetmannshoop  wurde  die  große,  stattliche
  Kirche  eingeweiht,  in  Bethanien  soll  eben  ein
Kirchbau  begonnen  werden,  für  welchen  vom  Häuptling
eine  bedeutende  Summe,  die  Hälfte  des  Erlöses  für
einen  verkauften  Platz,  bestimmt  ist.  In  Hoachanas
hat  Missionar  Judt  bisher  nur  erst  wieder  einen
kleinen  Theil  seiner  ehemaligen  Gemeinde  um  sich
sammeln  können.  Dort  und  auch  anderwärts  bemühen
  sich  die  Missionare  mit  Erfolg,  den  Eingeborenen
  so  viel  als  möglich  Landbesicz  zu  bewahren.

Auch  im  Hererolande  hat  der  Friede  bis  jetzt
aufrecht  erhalten  werden  können.  Auch  hier  sind
zwei  neue  Kräfte  in  die  Arbeit  eingestellt  worden,
Pastor  Siebe,  der  auf  Windhoek  in  erster  Linie
als  Pastor  für  die  Gemeinde  der  Weißen  eintrat,
und  Missionar  Olpp,  gleichfalls  ein  Theologe,  der
in  Otjimbingue  einerseits  die  Schule  der  weißen
Kinder  und  andererseiss  die  Arbeit  an  der  Bergdamaragemeinde
  übernahm.  Die  Station  Okombahe  wird
durch  das  Wegziehen  der  Hereros  und  die  Sammlung
der  Bergdamaras  auf  diesem  für  sie  bestimmten  Gebiete
  immer  mehr  eine  reine  Bergdamarastation  und
entwickelt  sich  recht  erfreulich.  Die  andere  Bergdamarastation
  ist  durch  Versetzung  des  Missionars
Kremer  von  Tsumamas  nach  Oniha,  im  Nordosten
des  Landes,  verlegt  worden.  Der  Stand  der  Gemeinden
  ist  im  Allgemeinen  wenig  befriedigend,  da
sich  die  Folgen  des  langjährigen  Krieges  erst  jetzt
        <pb n="450" />
        recht  fühlbar  machen.  Doch  ist  wenigstens  an  zwei
Stellen  eine  entschiedene  Wendung  zum  Besseren  zu
bemerken,  nämlich  in  Omaruru,  wo  der  Stationsmissionar
  Dannert  wieder  in  die  Arbeit  eingetreten
ist,  und  auf  Otjimbingue.  Auch  auf  der  Namastation
im  Nordwesten  des  Hercrolandes,  Franzfontein,  wo
die  Gemeinde  in  diesem  Jahr  ihr  50  jähriges  Jubiläum
feierte,  steht  es  recht  erfreulich;  in  den  vier  Jahren,
seitdem  diese  vorher  arg  verwilderte  Gemeinde  wieder
einen  Missionar  hat,  ist  ein  recht  lebendiges  Gemeindeleben
  entstanden.

In  der  Ovambo-Mission  hat  das  Jahr  wesentliche
  Aenderungen,  aber  auch  wesentliche  Fortschritte
gebracht.  Missionar  Meisenholl  mußte  leider  wegen
seiner  Gesundheit  das  Land  für  immer  verlassen.
Zum  Glück  konnte  Missionar  Stahlhut  sofort  für
ihn  eintreten,  aber  aus  der  beabsichtigten  Verstärkung
ist  hier  noch  nichts  geworden.  Das  wichtigste  Ereigniß
  war  die  Taufe  der  13  Erstlinge  durch  Missionar
Wulfhorst  auf  Omupanda.  Daß  diese  Neugetauften
alle  lesen  können  und  wenigstens  einen  Theil  des
Wortes  Gottes  in  ihrer  eigenen  Sprache  schon  in
Händen  haben,  ist  ein  erstaunlich  schneller  Erfolg  in
dieser  jüngsten  Mission.  Es  scheint  auch,  daß  sich
die  Missionare  schon  ein  bedeutendes  Ansehen  und
einen  großen  Einfluß  erworben  haben,  namentlich  bei
ihrem  Häuptlinge,  und  so  dürfen  wir  der  weiteren
Entwickelung  dieses  zarten  Pflänzleins  mit  Vertrauen
entgegensehen.  Auch  das  ist  recht  erfreulich,  daß
kürzlich  von  einem  anderen  Ovambostamme,  den
Oukualuzi,  die  Bitte  um  Missionare  an  uns  gelangte.

Die  Neu-Guinea-Mission  hat  leider  ein
schmerzliches  Jahr  gehabt.  Der  junge  Missionar
Barkemeyer  lam  durch  eine  Unvorsichtigkeit  mit  dem
Gewehr  ums  Leben.  Außerdem  mußte  eine  der  drei
Stationen,  die  auf  Dampier,  wegen  der  überaus
schwierigen  Kommunikationsverhältnisse  und  wegen
des  Vulkanausbruches  aufgegeben  werden.  Andererseits
  ist  es  erfreulich,  daß  es  endlich  gelungen  ist,
freilich  mit  sehr  großen  Kosten,  auf  den  beiden  uns
noch  verbleibenden  Stationen  ordentliche  Häuser  zu
errichten.  Durch  diese  Bauten  wurde  freilich  die
Missionsarbeit  lange  sehr  gehindert,  ist  nun  aber
wieder  frisch  aufgenommen  worden.

Der  Missionsgesellschaft  vom  heiligen  Herzen
Jesu  ist  die  Genehmigung  zur  Errichtung  einer
Niederlassung  im  Stadt=  oder  Landkreise  Münster
ertheilt  worden.  Die  Mission  ist  seit  längerer  Zeit
im  Bismarck-Archipel  thätig.

Von  Bedere  (Adeli)  wandte  sich  Missionar
Mischlichn)  auf  seiner  Erkundungsreise  nach  Osten
und  durchzog  das  noch  von  keinem  Boten  des  Evangeliums
  betretene  Anyangaländchen.  Ein  anstrengender
Tagesmarsch,  auf  theilweise  schwierigen  Gebirgs-*)

  Vergl.  Deutsches  Kolonialblatt  1896,  S.  316  ff.

 

379  —

pfaden,  ließ  ihn  die  beiden  Dörfer  Okpate  und  Dofoli,
die  nur  fünf  Minuten  voneinander  entfernt  sind,  und
damit  die  Ebene  erreichen.  Sofort  fällt  dem  Reisenden
die  Verschiedenheit  der  Dorfanlage  beider  Nachbarländer
  auf.  Die  meist  kleinen  Bedercorte  bestehen
nur  aus  einzelnen  runden  Hütten,  die  regel=  und
planlos  dastehen,  so  daß  es  für  einen  Fremden  schwer
ist,  sich  dazwischen  zurecht  zu  sinden.  In  Anyanga
hingegen  sind  immer  mehrere  Häuser,  gewöhnlich
zehn  bis  zwölf  und  noch  mehr,  zu  einer  Hosseite
zusammengebaut.  Die  einzelnen  Wohnungen  und
Stallgebäude,  die  ebenfalls  rund  aufgeführt  sind,
stehen  im  Kreis  und  sind  durch  1  m  hohe  Lehmmanern
  oder  durch  niedrige  Zäune  miteinander  verbunden.
  Ein  solcher  Hof  hat  zwei  bis  drei  sehr
niedrige  Nebeneingänge,  die  in  den  Verbindungsmauern
  thorartig  angebracht  sind,  und  ein  oder
zwei  Haupteingänge,  die  durch  ein  Wohnhaus
oder  ein  Stallgebäude  führen.  In  der  Mitte  des
Gehöftes  befindet  sich  eine  gemauerte  Erhöhung,  auf
der  die  Fufustößel,  Schüsseln  und  vieles  Andere  seinen
Plaß  findct.  An  den  beiden  Längsseiten  steht  der
primitive  Lehmherd  oder  es  liegen  an  seiner  Stelle
drei  Steine,  zwischen  denen  gewöhnlich  ein  lustiges
Feuer  flackert.  Dicht  daneben  hat  auch  der  in  keiner
Negerhaushaltung  fehlende  Fufumörser  Platz  gefunden.

Von  Dofoli  aus  erreichte  Mischlich  nach  etwa
anderthalb  Stunden  den  reißenden  Annefluß,  der
dort  35  m  breit  und  1  m  tief  war.  In  der  vollen
Regenzeit  wird  der  Uebergang  unmöglich,  und  der
Fluß  bildet  eine  vollständige  Schranke  zwischen  den
Bewohnern  der  beiderseitigen  Ufer.

Ein  guter  Weg  führte  durch  sauber  gchaltene
Korn=  und  Jamspflanzungen  sowie  durch  Felder  von
Guincakorn,  an  deren  Stelle  allmählich  wieder  die
Grassteppe  mit  reichen  Beständen  von  Sheabutterbäumen
  und  Fächerpalmen  trat.  Schon  gegen  11  Uhr
früh  kam  der  Reisende  nach  Blitta,  dem  Knotenpunkt
der  Straßen  nach  Bedere  und  den  Kotoboliländern.
Die  Anlage  des  Ortes  ist  dieselbe  wie  in  Dofoli.
Blitta  zählt  etwa  1800  Einwohner  und  war  seit
der  Abreise  von  Worawora  der  erste  Ort,  an  dem
Markt  abgehalten  wurde.  Die  Hauptumsatzprodukte
sind:  Salz,  Erdnüsse,  Tomaten,  Guineakorn,  Sheabutter,
  Landesseife,  Tabak,  Jams,  Bohnen,  Hauen
aus  Bassari  und  hauptsächlich  kleine  Klöße  aus
Guineakorn,  die  in  Wasser  aufgelöst  ein  beliebtes
Getränk  der  Haussas  bilden.  Daneben  wurde  auch
Bier  aus  Guincakorn  in  großen  Töpfen  angeboten.
Auch  gekochtes  Hundefleisch  war  ausgelegt,  das  ebenso
gern  gekauft  wurde  wie  Schweinefleisch.

Die  Bewohner  von  Anyange  sprechen  ihre  eigene
Sprache,  die  mit  Betwuati  verwandt  sein  soll.
Politisch  steht  Anyanga  unter  dem  König  von
Gbeschi.

Das  ganze  Anyangaländchen  bildet  eine  von
mehreren  Wasseradern  durchzogene  Baumsavanne,  in
der  sich  wie  Wächter  viele  einzelne  Fächerpalmen
erheben.  Auch  an  Sheabutterbäumen  fehlt  es  nicht.
        <pb n="451" />
        —  380  —

Die  Bach-  oder  Flußrinnen  sind  ununterbrochen  von
Buschwald  begleitet,  in  welchem  Raphia=  und  Oelpalmen
  vorherrschen.  Wilde  Dattelpalmen  kommen
ebenfalls  vereinzelt  vor.  Denselben  Landschaftscharakter
  zelgt  auch  Gbeschi,  das  der  Missionar  nach
der  Ueberschreitung  des  40  bis  50  m  breiten  und
8  bis  10  Fuß  tiefen  Monoflusses  betrat.  Auf  der
linken  Seite  dieses  Flusses,  10  Minuten  vom  Ufer
entfernt,  liegt  Gbeschi,  die  Hauptstadt  gleichen  Namens,
mit  etwa  1400  Einwohnern.  Der  König  hätte  gewünscht
  und  sich  sehr  gefreut,  wenn  Mischlich  sogleich
  geblieben  wäre  und  eine  Schule  angefangen
hätte,  nach  der  die  Leute  sehnlichst  verlangen.  Gbeschi
liegt  nur  einige  Stunden  von  der  Dahomegrenze
entfernt.

Von  Gbeschi  aus  schlug  die  Karawane  südliche
Richtung  ein  und  erreichte  nach  zwei  schwachen
Stunden  abermals  den  Mono.  Beim  Uebersetzen
über  den  Fluß  wurden  große  Schwierigkeiten  bereitet,
so  daß  sie  an  jenem  Tage  nur  bis  zu  dem  am
anderen  Ufer  liegenden  Kokote  kam.

Da  morgens  gewöhnlich  ein  sehr  starker  Nebel
auf  dem  Gras  lag  und  die  Pfade  an  sehr  vielen
Stellen  unter  Wasser  standen  und  verschlammt  waren,
wurden  die  Reisenden  oft  durchnäßt  bis  auf  die  Haut.
Sie  waren  daher  froh,  als  sic  nach  einigen  Tagemärschen
  in  das  höher  gelegene  Akposo  kamen.

Dieses  ist  die  größte  Landschaft  von  Togo  bis
zum  8.  Grad  nördlicher  Breite.  Das  herrliche  Bergland
  ist  reich  an  ausgedehnten  Weideplätzen,  auf
denen  Schafe,  Ziegen  und  Rindvieh  prächtig  gedeihen.
In  den  vielen  Thalgründen  erfreut  sich  das  Auge
an  dem  reichen  Bestand  der  herrlichsten  Oelpalmen.
Auch  hochstämmige  Fächerpalmen  sieht  man  sehr
häufig.  Sauber  gehaltene  ausgedehnte  Jams-,  Kornund
  Wahapflanzungen  sind  parzellenartig  in  die
Buschsavanne  eingestreut.  Wohlhabend  sind  die  Bewohner
  von  Akposo  aber  trotzdem  nicht,  da  sie  nur
soviel  Zeit  und  Kraft  auf  die  Bebauung  ihrer  Felder
verwenden,  als  es  eben  die  bittere  Nothwendigkeit
erfordert.  Sie  arbeiten  nur  an  drei  Tagen  in  der
Woche,  während  an  den  beiden  anderen  Tagen  —
bei  ihnen  hat  die  Woche  nur  fünf  Tage  —  urbedingt
Siesta  gehalten  wird.  Weit  und  breit  sind  die
Akposoer  als  ein  streitsüchtiger  und  räuberischer
Stamm  bekannt.

Eines  gemeinsamen  Stammeshauptes  kann  sich
Alposo  nicht  erfreuen.  Jeder  Ort  hat  seinen  eigenen
Häupiling,  der  vollständig  frei  und  unabhängig  ist.
Hier  steht,  wie  in  Akebu,  das  Faustrecht  noch  in
voller  Blüthe.  Die  Akposoer  sprechen  ihre  eigene
Sprache.  Tschi  wird  so  gut  wic  nicht  verstanden.

Atakpame  gehörte  früher  zu  Dahome  und  bildet
jetzt  einen  Theil  der  deutschen  Togokolonie.  Zur
Zeit  bietet  die  Hauptstadt  einen  traurigen  Anblick
dar,  da  sehr  viele  Häuser  zerstört  sind.  Wohin  man
blickt,  starren  einem  neben  den  sehr  planlos  gebauten
Gehöften  viele  von  Buschwerk  überwucherte  Ruinen
entgegen.

 

Limonenbäumen  siehen  in  vielen  Orten  beider  Landschaften.
  In  wirthschaftlicher  Hinsicht  sind  im  Allgemeinen
  die  Atakpamer  rühriger,  als  die  Akposoer,
und  es  giebt  unter  ersteren  manche  wohlhabenden
Eingeborenen,  die  neben  großen  Pflanzungen  viele
Schafe,  Ziegen  und  auch  eine  kleine  Ninderherde
ihr  eigen  nennen  und  oft  30  bis  40  Stlaven  besitzen.
  Während  Akposo  von  der  Kultur  so  gut  wie
noch  ganz  unberührt  ist,  scheint  dagegen  Atakpame,
dessen  Bewohner  mit  denen  der  Küste  doch  eine  gewisse
  Fühlung  haben,  für  Annahme  europäischer
Gebräuche  schon  offener  und  zugänglicher  zu  sein.

Von  Atakpame  begab  sich  Mischlich  nach  Vho
und  von  dort  ins  südwestliche  Akposo.  Er  überschritt
  den  20  m  breiten  und  zwei  Fuß  tiefen
reißenden  Amu,  erklomm  den  Rücken  der  Bergkette
und  befand  sich  dann  wieder  auf  dem  höher  gelegenen
Akposo,  das  in  seinem  südöstlichen  Theil  in  die  Landschaft
  Dai  übergeht.

Die  kleine  Landschaft  Dai  liegt  ganz  auf  dem
Rücken  des  Gebirges.  Sie  zählt  nur  vier  größere
Orte  und  eine  Anzahl  Weiler  und  Farmen.

Wie  schon  in  dem  südlichen  Akposo  waren  hier
in  vielen  Orten  Kautschukhändler.  Für  eine  Last
Kautschuk  (im  Werth  von  50  bis  60  Mk.),  die  der
europäische  Kaufmann  in  Lome  an  der  Küste  mit
80  bis  100  Mk.  bezahlt,  werden  hier  nur  Lendentücher
  im  Werth  von  15  bis  18  Mk.,  oder  sonstige
Wauen,  hauptsächlich  Perlen,  im  selben  Werth  gegeben.


Von  Dai  aus  stieg  der  Reisende  auf  einem  halsbrecherischen
  Felsenweg  fast  senkrecht  hinab  in  die
Ebene  und  gelangte  in  die  kleine  Landschaft  Mripe
und  Lolobi.  Letztteres  ist  besonders  wichtig  wegen
seiner  ausgedehnten  Eisenindustrie.  Sehr  viele
Schmiede  verfertigen  hier  mit  den  einfachsten  Werkzeugen
  Hauen,  Beile,  Angeln  und  Fingerringe,  Armund
  Beinspangen.  Auch  die  gefürchteten  Fußeisen,
die  noch  sehr  häusig  bei  ungehorsamen  Sklaven  oder
widerspenstigen  Frauen  angewendet  werden,  kommen
von  dorther.

Wenige  Minuten  nördlich  von  Lolobi  steigt  ein
bewaldeter  Gebirgszug  sanft  an  und  zieht  sich  in
nördlicher  Richtung  hin.  Die  Karawane  erklomm
den  Kamm  und  erreichte  in  einer  schwachen  Stunde
das  Dorf  Beyika,  das  schon  zu  Boem  gehört.  Auch
hier  gab  es,  wie  an  so  manchen  anderen  Orten,
unter  der  Bevöllerung  mehrere  Aussäßzige,  die  aber
hier  nicht  gesondert  wohnen.  Es  darf  daher  auch
gar  nicht  wundernehmen,  daß  diese  schreckliche  Krankheit
mehr  und  mehr  überhand  nimmt.  Beyika  krönt  die
Spitze  eines  freistehenden  Hügels.  Die  einzelnen
Häuser  sind  wie  in  dem  benachbarten  Teteman  auf
großen  Felsblöcken  errichtet,  zwischen  dieselben  hineingebaut
  oder  kleben  wie  Schwalbennester  an  ihnen.
Auffällig  ist  ihre  sonderbare,  an  orientalische  Wohnungen
  erinnernde  Bauart.  Die  Wände  der  viereckigen,
  fast  qguadratförmigen  Häuser  sind  von  Lehm,

Kokospalmen,  Orangen  und  eine  Art  von:  auf  denen  das  von  Balken  gestütte,  flache,  fußdicke
        <pb n="452" />
        Lehmdach  ruht.  Das  Innere  des  nur  durch  einen
schmalen  Eingang  erhellten  Hauses  besteht  aus  einem
Naum,  der  Schlafstube  und  Küche  zugleich  vorstellt;
selten  ist  er  in  zwei  oder  gar  drei  Kammern  abgetheilt.
  An  das  flache  Dach  sieht  man  häufig  einc
mit  verschiedenen  Einschnitten  versehene  Holzgabel
angelehnt,  mittelst  welcher  die  Leute  auf  das  Dach
klettern,  um  Palmkerne  und  dergl.  zum  Trocknen
auszuschütten.

Von  Boyika  aus  blieben  die  Reisenden  fast  immer
auf  dem  Kamm  des  Gebirges.  Zu  ihrer  Linken
begleitete  sic  eine  ziemlich  hohe  massige  Gebirgskette.
Von  Beyika  über  Teteman  nach  Borada,  der  Hauptstadt
  von  Bocm,  ist  es  eine  gute  Tagcreise.

Boem  gehört  zu  den  schönsten  und  wohlhabendsten
Landschaften  des  deutschen  Togogebietes.  Prächtiger
Hochwald  bedeckt  den  größten  Theil  des  Landes;
Bäche  und  Flüsse  durchsurchen  es  nach  allen  Nichtungen.
Verhältnißmäßig  gute  Pfade  verbinden  die  verschiedenen
  Dörfer;  ja  im  Centrum  des  Landes  ist  man
überrascht  von  den  breiten,  sauber  gehaltenen  Wegen,
die  zum  Theil  auf  beiden  Seiten  von  Abzugsgräben
begleitet  sind.  Oelpalmen  finden  sich  überall.  Dieselben
  sind  eine  besondere  Zierde  der  vielen  breiten
Thalgründe,  an  denen  Boem  keinen  Mangel  hat.
Kultivirt  wird  dieser  herrliche  Baum  jedoch  nicht.
Kantschuk  bergen  die  ausgedehnten  Wälder  in  großer
Masse.  Viele  Händler  werden  dadurch  angezogen,
so  daß  schon  seit  Jahren  ein  ziemlich  reger  Verkehr
mit  der  Küste  bestecht.  Natürlich  haben  sich  dadurch
auch  die  Bedürfnisse  des  Volkes  gesteigert,  und  europäische
  Waaren  finden  starken  Absatz,  so  daß  man
erstaunt  ist  über  die  Kleidung  vieler  Eingeborenen.
Auch  auf  den  Bau  der  Häuser  und  deren  Einrichtung
ist  dieser  Verkehr  nicht  ohne  Einfluß  geblieben,  und
es  sind  an  manchen  der  sauber  hergestellten  Häuser
sogar  Thüren  und  Fensterläden  angebracht.  Selbst
der  bekannte  Lehnstuhl  bürgert  sich  immer  mehr  ein.

In  Betreff  der  sprachlichen  Verhältnisse  Boems
sei  noch  bemerkt,  daß  die  Hauptsprache  Lephana  ist,
das  in  Aka,  Atonko,  Guaman,  Gyeasekan  kese  und
Gyeasekan  akura,  Teteman,  Beyika  und  Borada  gesprochen
  wird.  Ferner  spricht  man  Tschi  in  Worawora
  fic  und  Worawora  akura,  in  Tapa,  Akposo
und  Asato;  dagegen  Kephu  in  Odome  und  Apafo,
Santrokofi  in  Santrokofi.  Vom  Bowiristamm,  der
kaum  600  Seelen  zählt,  wird  Liwri  gesprochen.
Dieser  Stamm  ist  ein  Ableger  eines  größeren  im
Imern  wohnenden  Volkes.  Dancben  verstehen  aber
sehr  viele  Eingeborene  Tschi,  das  die  politische  Sprache
des  Landes  ist.  Kinder,  deren  Muttersprache  Kephn,
Lephana  oder  Liwri  ist,  lernen  rasch  und  gerne  Tschi.

 

Aus  Kamernn  ist  die  traurige  Nachricht  eingetroffen,
  daß  am  15.  Mai  im  dortigen  Krankenhause
die  Schwester  Bertha  Biendora  des  deutschen  Frauenvereins
  für  Krankenpflege  in  den  Kolonien  verstoren
  ist.

 

381  —

RAus  fremden  MRolonien.

Der  Außenhandel  Britisch-Ostindiens
im  Jabre  1894/95.7)

Die  Artikel,  an  deren  Einfuhr  nach  Indien  auch
Deutschland  sich  betheiligt  hat  oder  sich  betheiligen
könnte,  sind  der  Hauptsache  nach  folgende:

Stahl  und  Eisen.  In  beiden  Erzeugnissen
zeigt  die  Gesammteinfuhr  des  vergangenen  Jahres
einen  bedentenden  Rückgang,  und  zwar  besonders  die
von  Eisen,  die  von  3709  000  engl.  Cirn.  im  Jahre
1893/94  auf  3250  000  zurückgegangen  und  hiermit
niedriger  ist  als  in  irgend  einem  der  letzten  zehn
Jahre,  während  die  Einfuhr  von  Stahl  in  den  entsprechenden
  Jahren  von  1  039  000  zwar  auf
905  000  engl.  Ctr.  ebenfalls  herabgegangen  ist,  mit
letterer  Zisser  aber  immer  noch  bedeutend  höher  steht
als  in  den  vorhergehenden  Jahren.  Der  Grund
hierfür  ist,  was  das  Eisen  anbetrifft,  nicht  sowohl  in
dem  nur  1  pEt.  betragenden  Werthzoll  als  vielmehr
darin  zu  finden,  daß  die  heimische  Eisenproduktion
(in  Barakar,  Präsidentschaft  Madras)  eine  umfangreichere
  geworden.  *ê*•  «  »

Der  Rückgang  hat  die  drei  Haupteinfuhrländer:
Großbritannien,  Belgien  und  Deutschland,  namentlich
aber  ersteres  betrossen.  ⅜

Ueberhaupt  ist  die  britische  Eiseneinfuhr  seit  dem
Jahre  1887  beständig  zu  Gunsten  der  belgischen  und
deutschen  zurückgegangen.  Dasselbe  ist  auch  beim
Stahl,  wenn  auch  in  geringerem  Maße,  der  Fall.

 

 

 

 

 

Zucker.  Die  Einfuhr,  nach  Herkunftsländern
georduet,  betrug:
°  91  1894/95
Herkunfts-  1890  (05  *#
länder  sengl.  Ctr.  Rupien  engl.  Etr.  #  Nupien
Mauritiun.1491  995  16  664  017/1752003  19  374  226
Deutschland  09  195  402  70/4  632  3  451  44:
China  105  9122  613  50220  25
Javo  6000275%1
Singaporc18944415506  81497  1021  855
Oesterreich-  I
31374369844709393250
thkoßlskitamsien2812023432357  5852  81  828
Zus.einschl.  der
Einfuhr  von
anb  Ländern2  931  901  33  998  8612  490  611  28  752  970

 

Die  Tabelle  zeigt,  daß  die  Einfuhr  aus  Großbritannien
  so  gut  wie  ganz  aufgehört  hat,  und  daß
Europa  mit  seinem  Rübenzucker  in  der  Konkurrenz
mit  dem  Rohrzucker  aus  Mauritius,  China,  Javaund
  den  Straits  Settlements  keine  Fortschritte  macht.
Von  der  2½  Millionen  engl.  Ctr.  betragenden  Gesammteinfuhr
  entfallen  1/4  Millionen  allein  auf
Mauritius.  Die  deutsche  Einfuhr,  obwohl  im  Vergleich
  zu  der  von  1890/91  stark  zurückgegangen,
scheint  auf  einer  gesunden  Grundlage  zu  beruhen,  da

*)  Aus  dem  Deutschen  Handels-Archiv  1896,  S.  200  ff.
        <pb n="453" />
        —  382  —

sie  sich  in  den  letzten  vier  Jahren  auf  ungefähr  derselben
  Höhe  erhalten  hat.  Im  laufenden  Jahre  jedoch
  scheint  die  deutsche  Einfuhr,  dank  den  niedrigen
Frachtraten  der  Hansa=  und  der  Hamburg—  Kalkutta-Linie,
  eine  umfangreichere  werden  zu  sollen.

Salz.  Die  Einfuhr  war  im  vergangenen  Jahre,
dank  den  niedrigen  Frachtsätzen  (manche  Schiffe  brachten
  sogar  Salz  als  Ballast),  eine  sehr  bedeutende,
wic  aus  folgenden  Zahlen  ersichtlich  ist.

Es  wurden  eingeführt:

189001  395  243  engl.  Tonnen
1891/92  373  953  -
1892/93.  360  042  -
1893/94.  412  876  -
1894X95.508375-  -

Einfuhrhäfen  sind  ausschließlich  Kalkutta  und
Rangoon,  da  nur  in  Bengalen  und  Burma  das  inländische
  Salz  wegen  der  hohen  Eisenbahnfrachten
nicht  konkurrenzfähig  ist.

Getränke.  a)  Malzhaltige  Getränke.  In
den  letzten  zwei  Jahren  ist  die  Gesammteinfuhr  nach
Indien  zu  Gunsten  der  inländischen  Produktion  stetig
gefallen,  wie  nachstehende  Tabelle  veranschaulicht:

Es  wurden  In  Indien  wurden
gebraut:

eingeführt:

Jahr  Gallonen  Gallonen
1890/91  .  2  785  574  5  192  572
189110902  2973943  4  745  803
1892/93.  3  052  894  4  831  127
1893/94  2  787  672  5532725
1894/95  2514  041  6  121  905

Das  inländische  Bier  wird  hauptsächlich  von  den
britischen  Truppen  genossen.  Die  Intendanturen,  die
feste  Kontrakte  mit  den  indischen  Brauereien  zu  haben
pflegen,  kauften  im  Berichtsjahre  allein  3  267  000
Gallonen.  Der  Ausfall  in  der  Einfuhr  betrifft
Großbritannien  und  Oesterreich,  während  die  deutsche
Einfuhr  Fortschritte  gemacht  hat.  Es  wurde  an  Bier
aller  Art  eingeführt:

 

Herkunfts-  1890  91  1894-·95
länder  „

Gallonen  Rupien  Gallouen  Rupien

 

l
3  956  0602301  982  33

Großbritannten  670  311  353½  32  428
198  0665  595006

 

Deutschland  ?1  572
Oesterreich=Ungarn

  2831  6615  1  211  3  464
Belgien  4880  10  886  10  510  26  724

Das  zur  Einfuhr  gelangende  deutsche  Bier  entstammt
  namentlich  Bremer  Brauereien  und  ist  nach
Pilsener  Art  gebraut.  Sogenanntes  Münchener  Bier
kommt  fast  gar  nicht  auf  den  indischen  Markt,  ebenso
wenig  das  dänische  Bier,  obgleich  es  zur  Ausfuhr
sehr  geeignet  und  in  Ostasien  und  Südamerika  viel
verbraucht  wird.  Das  unter  der  Bezeichnung  als
bahiche  Bier  eingeführte  dürfte  deutschen  Ursprungs
ein.

p)  Spirituosen.  Auch  im  vergangenen  Jahre
ist  eine  Zunahme  in  der  Einfuhr  zu  verzeichnen  ge- 



wesen,  wenn  auch  die  der  Jahre  1888  und  1889
noch  nicht  wieder  erreicht  worden  ist.  Es  wurden

eingeführt:

1888/89  1  119  367  Gallonen
1889/900  1  100  410  -
1890001  1  055  984  -
189192  1  010  247  -
1892/03  1057  347  -
1893/94  1  067  373  -
1894/95  1  093  115

Von  den  beliebtesten  Spirituosen,  Whisky  und
Brandy,  ist  die  Einfuhr  des  letzteren  zu  Gunsten  der
Whiskyeinfuhr  gleich  wie  in  vorhergehenden  Jahren
zurückgegangen.  Die  Einfuhr  von  Whisky  betrug  im
letzten  Jahre  466  454  Gallonen,  die  von  Brandy
240  010  Gallonen.  Die  Einfuhr,  nach  Herkunftsländern
  geordnet,  giebt  folgendes  Bild:

 

1894/95

 

Herkunfts-  1890|91
länder  Gallonen  NupienGallonen  Rupien
Großbritannlen  679  582  5  128  521212  750  5  130  155
Frankreich33884  161122270  1079  391
Deutschlandä  492  214  55658  360  703
elgien.21390  85380  1  059  116  981
Niederlande  6296  16  276  22  926  66  865
Wein.  Die  Einfuhr  betrug  359  852  Gallonen

im  Werthe  von  3  319  582  Rupien  und  war  geringer
als  im  Jahre  vorher.
Die  hauptsächlichsten  Einfuhrländer  waren:

 

Großbritannien  mit  185  689  Gall.  i.  W.  v.  2  111  874  Rup.
Frankreich  7791  „„  562  351
Belgien  -  761  „  15935
Spanien  *:  12343  107655
Italien  139366  62  479
Deutschland  -  6974  41  649

Zur  deutschen  Einfuhr,  die  sich  im  Jahre  1893/94
auf  9291  Gallonen  im  Werthe  von  41  694  Rupien
stellte,  dürfte  aber  die  aus  Belgien,  die,  bedeutend
höher  als  in  irgend  einem  anderen  Jahre,  7611
Gallonen  im  Werthe  von  159  357  NRupien  betrug
und  zur  Hälfte  aus  Champagner  bestand,  hinzuzurechnen
  sein.  Für  die  Champagnerfabriken  am
Rhein  ist  eben  Antwerpen  der  günstigste  Verschiffungshafen,
  und  belgischer  Champagner  kommt  wohl  nicht
in  den  Handel.  Es  dürfte  demnach  dic  deutsche
Champagnereinfuhr,  —  abgesehen  von  der  iber
England  gehenden,  die  nicht  zu  berechnen  ist  —
4470  Gallonen  im  Werthe  von  131  039  Rupien
gegen  3948  Gallonen  im  Werthe  von  109  059
Rupien  im  Jahre  1893/94  betragen  haben.

Die  Champagnereinfuhr  aus  Frankreich  betrug
6104  Gallonen  im  Werthe  von  151  756  Rupien,
d.  h.  677  Gallonen  oder  40  518  Rupien  mehr  als
im  Jahre  vorher.  Hierzu  kommt  der  größte  Theil
der  über  England  im  Werthe  von  717  415  Rupien
bezogenen  23  674  Gallonen.

Die  Gesammt-Champagnereinfuhr  ist  gegen  früher
etwas  zurückgegangen.
        <pb n="454" />
        Lebensmittel.  Butter.  Die  Einfuhr,  die
301  997  engl.  Pfd.  im  Werthe  von  352  433  Rupien
betrug,  scheint  keinen  Aufschwung  zu  nehmen.  Der
Grund  hierfür  dürfte  in  den  überall  in  Indien  nen
entstehenden  Meiereien  zu  finden  sein,  die  recht  gute
Produkte  liefern.  Eine  Meierei  in  Bombay  hat  sogar
  neuerdings  die  Herstellung  konservirter  Butter

in  Blechbüchsen  mit  Erfolg  versucht.  Eingeführt
wurden  aus:  4
engl.  Pfd.  Rupien
Großbritannin  215  702  im  Werthe  von  260  398
Deutschland  .  .  ..  .  ...  31  952  -  é*  36  990
Australlken  18  981  18  806
Italien  (und  der  Schweiz)  15  301  15  344
Dänemark  ..  5386  -  -  7283
Frankreich.  .  .  .  .  .  .  ..  5367  -  4005

 

Die  englische,  italienische  und  französische  Einfuhr
ist  in  den  letzten  Jahren  zurückgegangen,  die  belgische,
die  im  Jahre  vorher  noch  5853  engl.  Pfd.  betrug,
hat  ganz  aufgehört.  Einen  Aufschwung  hat  nur  die
deutsche  Einfuhr  (+  19  028  engl.  Pfd.)  sowie  namentlich
  die  australische  (+  8673  engl.  Pfd.)  genommen.

Käse.  Dagegen  ist  die  Einfuhr  von  Käse,  die
im  vergangenen  Jahre  einen  Werth  von  664  615
Rupien  darstellte,  in  Zunahme  begriffen.  Der  Hauptantheil
  hieran  fällt  wiederum  Großbritannien  zu,
wie  folgende  Tabelle  zeigt:

 

Es  wurden  eingeführt  1894/95  aus  engl.  Pid.  Nupien

 

Großbritannien  791  540  10
den  Niederlanden.  36  719  24  152
Australien.  27  701  19  563
Italen  19  065  13  125
Deutschland  3576  2224

In  der  italienischen  und  vielleicht  auch  französischen
  Einfuhr  ist  die  schweizerische  mit  einbegriffen.

Großbritannien  wird  voraussichtlich  auch  fernerhin
diesen  Markt  allein  beherrschen,  da  nur  englische
Käsesorken  dem  indischen  Geschmack  entsprechen.

Speck  und  Schinken.  Auch  hier  fällt  fast  die
gesammte  969  927  engl.  Pfd.  betragende  Einfuhr
Großbritannien  zu.  Der  Umstand,  daß  namentlich
auch  aus  Nordamerika  keine  Einfuhr  stattfindet,  ist
ein  Beweis  dafür,  daß  auf  dem  indischen  Markt  nur
für  Primawaare  Absatz  zu  finden  ist.

Konserven.  Konservirte  Gemüse-,  Fisch=  und
Fleischsorten,  die  in  den  indischen  Haushaltungen  eine
große  Rolle  spielen,  wurden  im  Werthe  von  5749547
Rupien  eingeführt.  Hiervon  entfallen  auf:

Großbritannien  5  280  547  Rupien
Frankreich  212763
Deutschland  91  5800  =
Italien  .  53  531  =
Australlen  54  624

Obwohl  die  deutsche  Einfuhr  sich  in  den  leßten
Jahren  bedeutend  gehoben  hat  —  1890  betrug  sie
nur  16  000  Rupien  —,  so  dürfte  es  doch  für  deutsche
Konservenfabriken  eempfehlenswerth  sein,  dem  indischen
Markte  größere  Aufmerksamkeit  zu  schenken.  Die

383

 

deutschen  Konserven  finden  allgemein  den  größten
Beifall,  auch  besteht  in  Kalkutta  bereits  eine  Niederlage
  deutscher  Konserven.  Für  den  Versand  ist  der
schnellste  Weg,  das  ist  der  über  England,  zu  wählen,
namentlich  ist  von  einer  Verschiffung  auf  einem  Norddeutschen
  Lloyddampfschiff  abzurathen,  da  die  Waaren
in  Kolombo  umgeladen  werden  müssen  und  häufig
durch  längeres  Liegen  dort  in  der  Hitze  dem  Verderben
  ausgesetzt  sind.

Maschinen  (mit  Ausnahme  von  Eisenbahnmaterial).
  Es  wurden  eingeführt:

1890%1  für  2  063  863  Rupien

1891/92  =  2  111  506
1892,93  2  395  103
1894  2  518  08=18394/%5
  2442  433

Nach  Herkunftsländern  georduet,  giebt  die  Einfuhr
folgendes  Bild:

 

 

 

 

 

1890/91  1894/95
Herkunftsländer
Werth:  Rupien
Broßbritannie  20  459  458  4  115  916
Lepftritannten  40  815  92  908
Deuischland.  .  ..  51  864  52  979
Oesterreich-Ungarn  35  500  50  938
Frankreich  ..  3372  33  956
Nordamerika  15797  25387
An  der  Einfuhr  von  Eisenbahnmaterial,  die

die  außergewöhnliche  Höhe  von  15  569  670  Rupien
erreicht  hat,  ist  außer  Großbritannien  nur  Belgien
und  zwar  mit  der  geringfügigen  Summe  von
57  100  Rupien  betheiligt.

Chemikalien  wurden  im  Werthe  von  4123  261
Rupien  gegen  3  571520  Rupien  im  Jahre  vorher
eingeführt.  Als  Einfuhrländer  kommen  neben  Großbritannien
  nur  Deutschland  und  in  geringem  Umfange
Italien  (mit  Schwefel),  Belgien  und  Oesterreich-Ungarn
  in  Betracht.  4

Da  bei  dem  Aufschwung,  den  die  inbische  Industrie
nimmt,  die  Nachfrage  nach  Chemikalien,  —  allein
für  Papierfabrikation  wurden  solche  im  Werthe  von
884  970  Rupien  eingeführt  —  sich  voraussichtlich
mit  jedem  Jahre  steigern  wird,  so  ist  eine  Beachtung
des  indischen  Marktes  den  deutschen  Fabriken  besonders
  zu  einpfehlen.

Ein  Gleiches  ist  mit  Apothekerwaaren  der
Fall,  deren  Einfuhr  den  Werth  von  5  182  094
Rupien  erreichte.

Cigarren.  Bei  einer  Gesammteinfuhr  von
121  358  engl.  Pfd.  im  Werthe  von  404  368  Rupien
ist  die  deutsche  Einfuhr  von  12  561  Rupien  im
Jahre  1890  auf  32  608  Rupien  im  vergangenen
Jahre  gestiegen.  Eine  weitere  Zunahme  ist  zu  erwarten,
  da  die  Cigarren  „made  in  German)"“
(Hamburg)  sich  in  Indien  wegen  ihrer  Billigkeit,
Milde  und  ihres  gefälligen  Aussehens  einer  täglich
wachsenden  Beliebtheit  erfreuen.
        <pb n="455" />
        —  384

Farbstoffe.  Namentlich  für  Alizarin  und  daneben
  für  Anilinfarbstoffe,  die  zum  Färben  der  in
Nordwestindien  üblichen  bunten  Stoffe  fast  ausschließlich
  über  Bombay  und  Kurachi  eingeführt
werden,  ist  die  Nachfrage  eine  mit  jedem  Jahrc  zu-–—



nicht  zu  leiden  gehabt;  im  Gegentheil  zeigt  sie  eine
stetige  Zunahme.  Aber  auch  hier  tritt  ihr  die  österreichische
  Konkurrenz,  wenn  auch  mit  weniger  Erfolg
wie  bei  der  Baumwolle,  entgegen,  wie  nachstehende
Tabelle  zeigt.  Es  wurden  eingeführt:

 

 

 

 

 

nehmende.  —  —  —  —

Indigo  wurde  im  Werthe  von  418  418  Rupien  1890/91  1894/95
ausschließlich  aus  Großbritannien,  Safran  im  Werthe  Herkunftsländer  —  —
von  369  640  Rupien  ausschließlich  aus  Frankreich  Werth:  Nupien
nach  Indien  eingeführt.

Erzengnisse  der  Textilindustrie  Baum=  Großöritannien  13  613  445  380  995
wollengarne.  Die  Konkurrenz  der  indischen  In=  Deutschland  2240  412  3  406  348
dustrie  bewirkt  eine  von  Jahr  zu  Jahr  sich  steigernde  Oesterreich-Ungarn  2  600|  2070  677
Abnahme  der  Einfuhr,  die  mit  41  483  000  engl.  Pfd.  Feanech  ---  232  Zgg  kgg  ågg
inthrthevon28512542Rnpiengeringcrwar  Zusamme  -.·  t

„  .  ·  Cre  mit  Aus-  sammen  einschl.  der  Ein-  .  ·
als  in  irgend  einem  der  letzten  zehn  Jahre  mit  Aus  fuhr  von  and.  Ländern  18  182  126|1  15  416  390

nahme  der  Einfuhr  des  Jahres  1892/93.  In  grauem
Garn  werden  hauptsächlich  die  Nummern  30  bis  40,
dagegen  in  buntem  Garn  hauptsächlich  die  Nummern
25  und  darunter  eingeführt.

wie  folgende  Tabelle  zeigt.
Es  wurden  eingeführt:

 

 

Unter  dem  Rückgang
dieser  Einfuhr  haben  alle  Herkunftsländer  zu  leiden,

 

 

 

 

Genau  dasselbe  gilt  von:

Seidengarnen  und  Geweben,  deren  Einfuhrwerth
  von  18  Millionen  im  Jahre  1892/93  und
1893/94  auf  12774  200  Rupien  im  vergangenen
Jahre  zurückgegangen  ist.  Nur  ist  hier  der  Rückgang
in  der  britischen  und  auch  französischen  und  die  Zunahme
  in  der  österreichischen  und  auch  belgischen

 

 

 

 

 

 

l
l
,  ,  infuhr  noch  auffälliger,  wie  nachstehende  Tabelle
1890/91  1894/95  u  .  .  «
Herkunftsländer  (  geigt.  Die  Einfuhr  betrug:
Werth:  Rupien  —
1  1890/91  1894/95
Großbritannien  36  812  42327  3  355  Herkunftsländer  ----,.  ,
Oesterreich-Ungarn  373  546  6  ..  —
Vckgxeik,.g....  113576136329  Berth:  Rupien
i  .  .M.  —  44588  89599  Gina  ...  42994525474654
usammen  einschl.  der  Ein-  »  Großbritannien  6234  347  3u090  918
fuhr  von  and.  Ländern  37683  6244  28  512  5422  Frankreich  1  981  018  1575  210
Die  für  Deutschland  angegebenen  Zahlen  geben  Spkerreich-Ungar  1428  464
kein  annähernd  richtiges  Bild  von  der  deutschen  Ein-  Belg  nee  19338  **
fuhr,  da  ein  großer  Theil  derselben  sich  mit  dem  Deutschland  109  256  286  962
Umweg  über  England  (vielleicht  auch  Triest)  vollzieht.  Wegypten  Uemenis  055  212  083
Baumwollengewebe.  Dem  Werthe  nach  be-  Inan  Settlements  *  5605  105  41
trug  diese  Einfuhr:  5  Zusammen  eins  #
·  »  schl.  der  Ein-1892/93.
  229  420  150  Rupien  fuhr  von  and.  Ländern  13  863  640  12774  196

 

Die  deutsche  Einfuhr  ist  zwar  mehr  als  doppelt
so  groß  wie  im  Jahre  1890/91,  aber  die  von  ihr
gemachten  Fortschritte  sind  mit  denen,  die  die  öster- 



 

1893/94.  292  685  200
1894/95.  298  223740
Hiervon  entfielen  auf:
1890/91  1894/95
Herkunftsländer  —  ——-Werth:
  Rupien

Großbritannien  268  551  974292  678  881
Oesterreich  482  630  1  975  844
die  Niederlande  30  183  795394
Nordamerika  537  816  542  760
Deutschland.  372  910  482  998
Belgien  205  06  291  771
Italien  870  195  172328

 

Wollengewebe.  Die  Gesammteinfuhr  blieb  mit
15  416  390  Rupien  hinter  der  der  letzten  fünf  Jahre
um  je  2  bis  3  Millionen  auf  Kosten  der  britischen
Einfuhr  zurück.  Die  deutsche  Einfuhr  hat  hierunter

reichische,  belgische,  ägyptische  und  japanische  Industrie
auf  diesem  Gebiete  zu  verzeichnen  hat,  gar  nicht  zu
vergleichen.  Da  die  deutsche  Seidenmanufaktur=Industrie
  der  der  letztgenannten  Länder  mindestens
ebenbürtig  ist,  so  ist  nur  anzunehmen,  daß  sie  dem

indischen  Markte  nicht  die  ersorderliche  Beachtung

und  Thätigkeit  widmet.

Glaswaaren.  Die  Gesammteinfuhr  betrug:
1890/91  6502  360  Rupien
1891/92  7  282030  —

1892/93  6  708  040  --1893/94
  7  884  800
1894/95  6  199960

Der  Rückgang  in  dieser  Einfuhr  ist  nicht  recht
erklärlich.  Es  wäre  indeß  irrig,  ihn  der  inländischen
        <pb n="456" />
        Konkurrenz  zuzuschreiben,  da  bis  jetzt  in  Indien  nur
eine  einzige  Glasfabrik  besteht  (in  Kalkutta),  deren
Produktion  noch  dazu  eine  geringe  ist.

Der  Antheil  Deutschlands  an  dieser  Einfuhr  ist
ein  keineswegs  geringer,  wie  sich  aus  folgender  Tabelle
  ergiebt.  Es  wurden  eingeführt:

 

1890/91  1894/95

 

 

 

 

Herkunftsländer
Werth:  Rupien
Großbritannien.  2347  159  1  768  021
elgien  3  035  1  049  547
ina  1214  715  993  236
Oesterreich-Ungarn  613  336  934  609
Deutschland  224  003  629  283
Frankreich  417732  414  938
Italien  524  303  356  467
Porzellanwaaren  und  Steingut.  An  der
Einfuhr  waren  hauptsächlich  betheiligt:
1890/91  1894/95
Herkunftsländer  l  .  ,-Werth:
  Rupien
Großbritannien.  1  734  815  1225  673
Oesterreich-Ungarn  202  971  401  969
Deutschland  31291  66  483

 

Messerschmiedewaaren.  Die  Einfuhr  betrug:

1890/91  11  976  140  Rupien
189192  12  389  940  -
1892/93  12  177540  -
1893/94  13  016  900  -
1894/95  12  838  970  -

Nächst  Großbritannien  ist  Deutschland  der  be—
deutendste  Lieferant  für  Indien,  wie  aus  nachstehender
  Tabelle  ersichtlich  ist.  Es  wurden  eingeführt:

 

 

 

 

1890/91  1894/95
Herlunftoländer  1  –
Werth:  Rupien
Großbritannien.  10  339  15810  156  671
Deutschland  557  936  964  434
Oesterreich-Ungarn  460  074  541  738
Belggen  287  738  482  108
Nähmaschinen.  Nur  Deutschland  und  Nordamerika

  konkurriren  hierin  mit  Großbritannien.  Von
der  Gesammteinfuhr  im  Werthe  von  399  507  Rupien
entfielen:
auf  Großbritannien  296  883  Rupien,
-Nordamerika  48  289
Douutschland  46  511
Im  Jahre  vorher,  in  dem  zum  ersten  Mal  dieser
Artikel  in  der  amtlichen  Statistik  besonders  ausgeführt
worden  ist,  war  das  Verhältniß  dasselbe,  nur  betrug
damals  Deutschlands  Antheil  67  781  Rupien.

 

385  —

Musikalische  Instrumente.  Die  Einfuhr  hat
sich  mit  912  694  Rupien  in  den  letzten  fünf  Jahren
auf  ungefähr  derselben  Höhe  erhalten.  Haupteinfuhrländer
  sind:

1890/91

Werth:  Rupien

1894/95

 

 

 

 

 

Großbritannien.  729  650  607  588
Deutschlaod  81  071  135  644
Oesterreich=  Ungarn  87  478  74  656
Fraakreich  ...  0634  66  055

Zusammen  einschl.  der  Einfuhr
  von  and.  Ländern  941  649  912  694

 

Die  deutsche  Einfuhr  dürfte  aber  in  Wirklichkeit
einc  bedeutend  höhere  sein,  da  es  sich  hier  hauptsächlich
  um  Pianos  und  Orchestrions  handelt,  und
man  in  indischen  Privathäusern  und  in  Läden  fast
ausschließlich  deutschen  Fabrikaten  begegnet.

Streichhölzer.  Die  Einfuhr  betrug  dem  Werthe
nach:

1890/91  2  827  550  Rupien,
1891/92  3  316  890
1892/93  3  589  570
1893/94  3  751  37.
1894/95  3  678  400

Gegen  die  japanische  Konkurrenz  vermag  nur
Norwegen  mit  seinen  Phosphor=  und  Schwefelhölzchen
sich  zu  behaupten.  Sogar  ein  in  Indien  mit  der
Fabrikation  von  Streichhölzern  im  vergangenen  Jahre
gemachter  Versuch  ist  trotz  der  billigen  Arbeitskräfte
mißglückt.

 

 

 

 

Spielsachen.  Haupteinfuhrländer  sind:

1890/91  1894/95

Werth:  Rupien
Großbritannien.  1  8036  190  1  020  312
Deutschland  97  806  249  856
Belgien  143  831  1791004
Oesterreich=  Ungarn  118  498  69  331
Frankreich  -·---  60  937  47  372
Zusammen  einschl.  der  Ein-  —
fuhr  von  and.  Ländern)  1500  944  1  672  530

 

Der  Umstand,  daß  man  in  europäischen  Läden
Indiens  Kinderspielzeug  fast  ausschließlich  deutschen
Fabrikats  antrifft,  berechtigt  zu  der  Annahme,  daß
die  deutsche  Einfuhr  einen  weit  höheren  Betrag  darstellt,
  als  oben  angegeben.

Regenschirme.  Dieser  dem  Eingeborenen  so
unentbehrliche  Gebrauchsgegenstand  wird,  soweit  er
nicht  einfachster  Natur  ist,  vom  Auslande  eingeführt,
und  zwar  betrug  die  Einfuhr  im  letzten  Jahre  dem
Werthe  nach  3  463  310  Rupien  gegen  4¼  Millionen
im  Jahre  vorher.  Haupteinfuhrländer  sind:  China,
Großbritannien,  Ceylon,  die  Straits  Settlements  und
Japan.  Die  deutsche  Einfuhr  ist  nicht  neunenswerth
und  betrug  nur  6750  Rupien.
        <pb n="457" />
        Papier.

386

Die  Konkurrenz  der  in  Zunahme  be

griffenen  indischen  Industrie  fängt  an  sich  fühlbar  an  der  er  Einshr  ist  aus  solgender  Tabelle  ersichtlich:

zu  machen,  wie  folgende,  die  Einfuhr  der  letzten  fünf
Jahre  wiedergebende  Tabelle  zeigt.  Es  betrug  die
Einfuhr:  1890/91  4314  360  Rupien,

 

 

1891/92  4703  390  -

1892/93  4  360  980  -

1503/4  .  4942  080  O

894/95  34075  240  -

An  ei  Einfuhr  betheiligten  sich:
13890/91  1894/95
Herkunstsländer  —
Werth-  Rupien

Großbrilannien.  2487  635  1  821  064
Ossterreich-  -  Ungarn  ..  1200017  929  979
Deutschlan  214740  333  913
Belgien.  167  108  222  732

 

Da  der  Rückgang  alle  aufgeführten  Länder  gleichmäßig
  betrifft,  so  ist  seine  Ursache  wohl  mehr  in  den
Verhältnissen  des  indischen  Marktes  als  in  denen
der  Produktionsländer  zu  suchen.

Möbel.  Mit  Hülfe  geeigneter  Vertreter  in
Indien  könnten  deutsche  Häuser  größere  Bestellungen
seitens  indischer  Radjas  erlangen  als  bisher;  Kataloge
  allein  genügen  hierzu  nicht.  Die  Einfuhr  der
letzten  fünf  Jahre,  nach  Herkunftsländern  geordnet,
zeigt  folgendes  Bild:

 

 

 

162001  us
Herkunftsländer  .  W
Verth:  Nupien
Großbritannien.  604228  492  449
Deutschland  .  114  470  137  669
Oesterreich=  üngarn  .  67  493  54  644
Zusammen  einschl.  der  Einfuhr
  von  and.  Ländern  914  148  890  239

 

Schreibmaterialien  (mit  Ausschluß  von  Papier).
Die  letzten  fünf  Jahre  weisen  eine  stetig  steigende
Einfuhr  auf.  Eingeführt  wurde:

1890/91  für  2  238  740  Rupien,

1891192  2  455  670  =
1892/193  =  2  620  420
1893/94  2677710
1894/95  =  2  895  250

Neben  Großbritannien  sind  Oesterreich=  Ungarn
und  Deutschland  die  Haupteinfuhrländer.

 

 

 

 

alerfarben.  Es  wurden  eingeführt:
%0  1824/95
Aus:  □&amp;amp;  JJ
Werth:  Nupien
Leofbritannien.  1  643  939  1  643  502
Bel  213  604  245  685
Hengfong-  253  803  149  721
Deulschland  73  376  68813
Zusammen  einschl.  der  Ei

fuhr  von  and.  Ländern]  2338  150  2227908

 

32  Deen

 

1890/91

 

 

 

 

 

Uhren.  Die  Betheiligung  der  einzelnen  Länder
1890/91  1894,95

Herkunftsländer  —  —  ——

Werth:  Rupien
Frankreich  „(Scweih)  470  438  506  162
Großbritan  364  977  298  879
Sleherraich  Ungarn  .  58  219
Ver.  Staaten  von  Amerika.  133  977  53  006
Deutschland  8235  4  082
Zusammen.  zun  der  Eirfuh

  and.  Ländern!  1297320  1009  851

 

Lichte-  Die  Einfuhr  im  Werthe  von  1378991
Rupien  ist  zwar  um  100  000  bis  200  000  Nupien
niedriger  als  in  den  beiden  vorhergehenden  Jahren,
scheint  aber  im  Uebrigen  in  Zunahme  begriffen  zu
sein.  Bemerkenswerth  ist  das  Anwachsen  der  belgischen
  und  französischen  Einfuhr,  das  für  die  deutschen
  Industriellen  eine  Mahnung  sein  sollte,  größere
Thätigkeit  zu  entwickeln.  Die  Einfuhr  der  letzten
Jahre  gestaltete  sich  folgendermaßen:

 

 

 

 

1890/91  189/5

Herkunftsländer  —  —  —

Werth.  Rupien
Lrobritannien.  ....  832  433  702  537
Bel-  ....  277310  512  170
Frankreich  .  .  2834  70590
Teutschland  .  .  857  62  169
Zusammen  einschl.  der  Ei

fuhr  von  and.  Ländern1114950  1378991

 

Leder=  und  Kautschukwaaren,  Feuerwerk,
Seife,  Schmucksachen  und  Wagentheile  sind
noch  als  Erzeugnisse  anzuführen,  deren  Einfuhr  in
gröszerem  Umfange  seitens  der  deutschen  Industriellen
mit  Erfolg  betrieben  werden  könnte.

Ausfuhr.

An  der  indischen  Ausfuhr  war  Deutschland  mit
77  236  617  Rupien,  das  ist  mit  7,4  pCt.,  betheiligt,
und  zwar  bezieht  es  hauptsächlich  solgende  Artikel:

Jute.  a)  Rohe  Jute.  Deutschland  ist  nächst
Großbritannien  (Werth  der  Ausfuhr  dorthin
58  790  918  Rupien)  der  Hauptabnehmer  in  diesem
Artikel,  und  nur  die  Vereinigten  Staaten  von  Amerika
(Werth  der  Ausfuhr  dorthin  11  597  894  Rupien)
kommen  ihm  in  dieser  Hinsicht  einigermaßen  nahe.

Es  bezog  Deutschland:  Gesammtauefuhr

Engl.  Ctr.  Werth:  Nupien  Indien
1890/91.  1  432  872  10  026  491  76  020  102
189405  2397  977  20739  387  105  759  766

b)  Jutesäcke.  Auch  hier  hat  sich  die  Ausfuhr
nach  Deutschland,  entsprechend  der  zunehmenden  Juteindustrie
  in  Indien,  wesentlich  gehoben.  Sie  betrug:

Gesammtausfuhr  Britisch-  Indieng
Werth:  Rupien  tück  Werth:  Rupien
169  103  98749  416  *  800  216

1894/95  528  255  143  444  320  31  998  064
        <pb n="458" />
        Doch  bleibt  diese  Ausfuhr  hinter  der  nach  Großbritannien,
  Nord=  und  Südamerika,  Aegypten,  dem
Kap  und  China  weit  zurück.

Rohbaumwolle.  Die  Ausfuhr  nach  Deutschland
  betrug:

Engl.  Ctr.  Werth:  Rupien
1890/91  809  930  22  190  554
1894/005  691796  17  895  946

Diese  Ausfuhr  ist  troß  des  durch  die  schlechte
indische  Ernte  bedingten  Rückganges  bedentender  als
die  nach  irgend  einem  anderen  Lande,  wie  folgende
Zahlen  beweisen.  Es  wurden  im  Jahre  1894/95
ausgeführt  nach:

Werth:  Rupien

Italien  13  832  754
Japan  12  775  690
Belgieien  12  118  036
Oesterreich-Ungarn  10  498  949
Großbritannien  7  683  722
Frankreich  7  080  765
Rußland  2  703  697
Spanien.  1  046  123

Zusammen  einschl.  der  Ausfuhr  nach
Dentschland  und  anderen  Ländern
Ungegerbte  Häute  und  Felle.

sammtausfuhr  betrug  dem  Werthe  nach:

87  033  559
Die  Ge-189000!1

  21  605  550  Rupien
1891,92  23  670  430  -
1892,93  .  26  381  720  -
1893/94  25  674  500
1894005  28  795  760  -

Die  große  Ausfuhr  des  letzten  Jahres  findet
ihre  Erklärung  in  der  lange  andauernden  Regenperiode
  des  Jahres  1894,  der  viel  Vieh  zum  Opfer
fiel.  Nächst  den  Vereinigten  Staaten  von  Amerika
ist  Deutschland  der  bedeutendste  Abnehmer.  Erstere
beziehen  ausschließlich  kleinere  Fälle,  letzteres  Häute.
Die  Betheiligung  der  verschiedenen  Länder  an  dieser
Ausfuhr  ergiebt  sich  aus  folgender  Zusammenstellung.


Es  bezogen:

Vereinigte  Staaten  von  Amerika  für  8728  750  Rupien
Deutschland  8  107  922
Großbritannien  3942  100
Italien  ...  3826322-Frankreich-.....-2022659-



  ist  zu  bemerken,  daß  außerdem  nach  den
Vereinigten  Staaten  von  Amerika  gegerbte  Felle  im
Werthe  von  8712  814  Rupien  und  nach  Großbritannien
  gegerbte  Häute  für  5  823  383  Rupien
und  gegerbte  Felle  für  20  608  355  Rupien  ausgeführt
  worden  sind,  während  Deutschland  gegerbte
Häute  und  Felle  nicht  bezogen  hat.  Hiermit  wird
die  oft  gehörte  Behauptung,  die  Nachfrage  des  deutschen
Marktes  nach  indischen  Häuten  und  Fellen  beruhe
darauf,  daß  diese  geringster  Qualität  seien,  hinfällig,

oder  aber,  sie  läßt  sich  auf  Großbritannien  und  die

387

Vereinigten  Staaten  von  Amerika  in  vich  höherem
Grade  anwenden.

Oelsaaten.  Es  kommen  namentlich  Raps,  Lein,
Mohn,  Sesam,  weniger  Erdnüsse,  Senf  und  Rieinns
für  Deutschland  in  Betracht.  Die  Gesammtausfuhr

betrug:
Werth:  Rupien
1890/91  93  432  520
1891/92  122  084  580
1892/93  116  310  150
1893/94  167  532  510
1894/95  142  105  200

Hiervon  wurde  nach  Deutschland  ausgeführt:

1890/01  für  1  934  670  Rupien
1891/92  6524  735  -
1892/903  9558  633  -
189⅜  44  18  433  6064
1894/95  13  846  676
Bedeutend  größer  ist  die  Ausfuhr  nach:
Frankreich  mit  52  081  080  Rupien
Großbritannien  =  28  758  820  Oü
Belgteien  18  785  713  O

Der  Rückgang  der  Ausfuhr  im  Berichtsjahre  vertheilt
  sich  auf  alle  Länder.

Indigo.  Die  Indigoproduktion  in  Indien
nimmt  mit  jedem  Jahre  an  Umfang  zu.  Ausgeführt
wurde  davon  dem  Werthe  nach:

1890001  30  731  250  Rupien
1891/192  32  140  760  -
1892/93.  41411790  -
1893/94  411  821  280  -
1894/05  47  459  150  -

Die  Ausfuhr  des  letzten  Jahres  erscheint  um  so
bedeutender,  als  die  Preise  auf  dem  Kalkuttamarkt
außergewöhnlich  niedrige  waren.  Sie  gingen  bis
auf  90  Rupien  pro  Maund  (gleich  80  engl.  Pfund)
zurück,  während  ein  solcher  von  120  Rupien  erst  die
Produktionskosten  deckt.  Eine  Folge  hiervon  warder
  finanzielle  Zusammenbruch  vieler  Indigopflapzer,
sowohl  Eingeborener  als  Engländer.  Der  Werthausfall
  wurde  aber  durch  die  außergewöhnlich  reiche
Ernte  gedeckt.  Das  Entgegengesetzte  ist  in  dem
laufenden  Jahre  (1895/96)  der  Fall.  Die  Ernte

 

Jahre  eine  ungewöhnlich  große.

ist  eine  nur  theilweise  befriedigende,  dafür  sind  aber
die  jetzt  erzielten  Preise  die  höchsten,  die  bisher  erreicht
  worden  sind  (245  Rupien  pro  Mannd).

Die  Ausfuhr  nach  Deutschland  war  im  letzten
Sie  betrug:
Werth:  Rupien

1890/91  2

1891/92  3142  955
1892/93  1  874  952
1893/94  4752749
1894/95  5  057  102

Eine  größere  Ausfuhr  haben  aufzuweisen  nur:
Großbritannien  mit  14  801  951  Nupien
Nordamerika  -  7  199  154  -
        <pb n="459" />
        388

Nach  Deutschland  kommen:

Frankrcich  mit  4  850  393  Rupien
Oesterreich-Ungarn  =  3  991  275  "
Aegypten  3771  509

u.  s.  w.

Gerb=  und  Farbstoffe  (ausgenommen  Indigo).
Deutscherseits  wurden  solche  eingeführt  im  Werthe  von:

1890/91  250  380  Rupien
1891.92  468  668  O
1892/93  432  184  -
1893/94  426  098  -
1894.  95  776226  -

bei  einer  Gesammtausfuhr  von  8  644  903  Rupien
im  Berichtsjahre.  Fast  die  ganze  Ausfuhr  nach
Deutschland  setzt  sich  aus  den  bei  den  deutschen
Gerbern  in  Aufnahme  gekommenen  Myrobalanen

zusammen.  Die  bedeutendsten  Abnehmer  außer
Deutschland  sind:
Großbritannien  mit  4  935  426  Rupien
Nordamerikaoa  607  203  -
Frankreich  -3387377  —
Belgien  395  927
Oesterreich-Ungarn  =  304  865
Rußland  148  904  -
die  Niederlande  120  393  -

Reis.  Die  Ausfuhr,  die  hauptsächlich  von  Birma
(von  der  indischen  Gesammtausfuhr  von  33722  000
engl.  Ctr.  entfallen  auf  Birma  allein  22  781  090)
und  in  zweiter  Linic  von  Bengalen  (Ausfuhr:
7  916  000  engl.  Ctr.,  die  aber  durch  eine  Einfuhr
von  7  000  000  engl.  Ctr.  aus  Birma  wieder  gedeckt
werden)  ausgeht,  war  im  Berichtsjahre  dem  Werthe
nach  größer  als  in  allen  vorhergehenden  Jahren,
wie  folgende  Tabelle  zeigt.

Es  wurden  ausgeführt:

Tausend  engl.  Ctr.  Werth:  Rupien
1885/86  27  814  91  671  890
1890/91  34  474  127  736  280
1894/95  33722  136  920  950

Die  Betheiligung  der  hauptsächlichsten  Länder  an
dieser  Ausfuhr  geht  aus  nachstehender  Tabelle  hervor:

 

 

1890/91  1894/95
Ausfuhrländer  2
engl.  Centner

Aegypten.  .  970000010140000
Großbritannien  4299000  681  000
Straits  Seltlemento  651  000  4  008  000
Ceyllo  J3110  4346  000
Mauritiuo,  Neunion,  Ostafrika

  und  Kapkolonie586  000  3u050  000
Südameriia  1  968  000  3  483  000
Arabien  1240  000  1  186  000
Deutschland  310  000  754  000

 

Von  den  Ländern  des  europäischen  Festlandes  ist

also  Deutschland  der  einzige  bedeutende  Importeur

von  Reis,  und  die  Ausfuhr  dorthin,  die  bel  anderen

Ländern  großen  Schwankungen  unterworfen  ist,  hat

sast  mit  jedem  Jahre  beträchtlich  zugenommen.

 

 

 

Mit  dem  birmesischen  Reis  konkurrirt  auf  dem
chinesischen  Markte,  dann  aber  auch  in  den  Straits
Settlements  und  Europa,  der  Reis  von  Saigon  und
Bangkok.

Die  Verschiffung  aus  diesen  Häfen  betrug  im
Jahre  1894  20¼  Million  engl.  Ctr.  Die  Konkurrenz
  seitens  Saigons  hat  etwas  nachgelassen,  seitdem
  sowohl  die  dortige  Steuer  auf  Reisfelder  als
auch  der  Ausfuhrzoll  erhöht  worden  sind.

Weizen.  Seit  1891  ist  die  Ausfuhr  stetig  gefallen,
  aber  in  keinem  Jahrc  seit  1881  war  sie  so
gering  als  in  dem  vergangenen.  Man  wird  nicht
sehlgehen,  wenn  man  diese  Erscheinung  in  erster  Linie
der  knappen  indischen  Ernte  und  der  hierdurch  veranlaßten
  Preissteigerung  im  Lande  selbst,  und  in
zweiter  Linie  den  gleichzeitigen  überreichen  Ernten
in  Nordamerika  und  Argentinien  zuschreibt.  Da  die
Ernte  des  laufenden  Jahres  in  Indien,  den  amtlichen
  Erhebungen  zufolge,  wiederum  eine  sehr  wenig
gute  zu  werden  verspricht,  so  wird  im  Finanzjahre
1895/96  voraussichtlich  keine  Aenderung  in  diesen
Verhältnissen  eintreten.

Die  Ausfuhr  von  Weizen  betrug:

Engl.  Ctr.  Werth:  Rupien
1890,91.  14  320  496  60  424  260
1894005  6887  791  25  652  710
Abnehmer  ist  ausschließlich  Europa  und  zwar
speziell:

 

1891,92  1894/95

Tausend  engl.  Centner

 

Großbritannien.  12  345  4768
Belgien  4655  594
Frankreich  6024  525
die  Niederlande  523  242
Deutschland  663  216
Italien  1u069  .-Aegypten.
  4850  440

Aegypten  ist  hier  mitaufzuführen,  da  der  dorthin
verschiffte  Weizen  für  Europa  bestimmt  ist.

Wie  bedeutungslos  der  indische  Weizenmarkt  für
den  Weltmarkt  geworden  ist,  geht  z.  B.  aus  einem
Vergleich  mit  dem  argentinischen  hervor,  dessen  Ausfuhr
  im  letzten  Jahre  32  160  000  engl.  Ctr.  betragen
  und  hiermit  die  höchste  Ausfuhr  Indiens
übertroffen  hat.  Sachverständige  behaupten  allerdings,
  daß  die  gegenwärtige  Depression  des  indischen
Weizenmarktes  nur  eine  vorübergehende  sein  und
eine  gute  Ernte  hierin  Wandel  schaffen  werde.
Demgegenüber  ist  aber  darauf  hinzuweisen,  daß  die
Produktion  anderer  Länder,  namentlich  die  Argentiniens,
  in  Zunahme  begriffen  ist,  während  die
Indiens,  was  den  bebanten  Flächeninhalt  betrifft,
kaum  ciner  Steigerung  fähig  ist,  auch  steigert  sich
der  Bedarf  Indiens  selbst  an  Weizen  mit  der  rapide
zunehmenden  Bevölkerung  in  jedem  Jahre.
        <pb n="460" />
        Oele,  hauptsächlich  Ricinus-  und  Kokosnußöl.
  Ersteres,  ein  Prodult  der  Provinz  Bengalen,
geht  fast  ausschließlich  nach  Großbritannien,  Australien,
den  Straits  Settlements,  China,  Mauritius  und
Kapland.  Das  Kokosnußöl  wird  in  Madras  gewonnen
  und  findet  seinen  Weg  hauptsächlich  nach
Europa  und  Nordamerika.  Außerdem  führt  Indien
noch:  Erdnußöl,  Lein-,  Senföl,  sowie  Paraffinwachs
aus,  letzteres  ausschließlich  aus  Birma.

Die  Gesammtausfuhr  von  Oelen  betrug  dem
Werthe  nach:

1890/91  5  637  840  Rupien
1894.95  7  750  160  -
Von  Kokosnußöl  bezogen:

1890/91  1894/95

Werth:  Rupien

 

 

 

Nordamerika  227  868  1  029  097
Großbritannien.  571  812  769  262
Deutschland  82  470  509  534
Belgien  15  572  273  586
Frankreich  .  33  015  230  041
Knochen.  Die  Gesammtausfuhr  betrug:
Engl.  Tonnen  Werth:  Rupien
1890/91  62  698  3  394  040
1894105  790  728  4  785  570

Die  umfangreiche  Ausfuhr  des  letzten  Jahres
steht  augenscheinlich  mit  der  von  Häuten  und  Fellen
in  Zusammenhang.  Hauptabnehmer  sind:

1890/91  1894/95

Werth:  Nupien

 

Großbritannien.  .  2290  837  3  087  191
Deutschland  705  393  961  022
Belgsen  .  103  944  279  070

 

Kaffee.  Die  Kaffeekultur  in  Ceylon  und  Britisch-Indien
  ist  im  Abnehmen  begriffen,  da  das  Auftreten
verschiedener  Kaffeekrankheiten  in  den  letzten  Jahren
die  Ernte  zu  einer  höchst  unsicheren  gemacht  hat.
Wenn  trotzdem  die  Ausfuhr  Britisch-Indiens  dem
Werthe  nach  gestiegen  ist,  so  ist  dies  allein  den
während  der  letzten  drei  Jahre  herrschenden  hohen
Kaffcepreisen  zuzuschreiben,  wie  folgende  Zahlen
zeigen.  Es  betrug  die  Ausfuhr:  D
Engl.  Ctr.  Werth:  Rupien  D

 

 

 

1890,91  233  451  14  549  850  1
1894005.  281  297  21  223  730
Als  Abnehmer  kommen  in  Betracht:
1890/91  1894/95
Werth:  Rupien
Großbritannien  .  669047210420636
Frankreich  4943  319  6669  732
Oesterreich-Ungarn  726  432  1330  122
Deutschland  184  600  1  082  161

389

Thee.  Die  Theekultur  Indiens  hat  einen  ganz
enormen  Aufschwung  genommen.  Dementsprechend
war  die  Ausfuhr  der  Menge  und  dem  Werthe  nach
mit  129  099  000  engl.  Ctr.  und  75  557  450  Rupien
höher  als  in  irgend  einem  vorhergehenden  Jahre.
Hauptabnehmer  ist  Großbritannien  und  daneben
Australien,  Persien,  die  asiatische  Türkei,  Canada
und  die  Vereinigten  Staaten  von  Amerika.  Auch
Deutschlands  Antheil  an  dieser  Ausfuhr  ist,  wenn
zwar  gering,  in  Zunahme  begriffen.  Es  bezog:

1890/91  für  14  672  Rupien
189495  107  144  -

Lack,  besonders  Schellack.  Die  Ausfuhr  betrug:
1890/91  7  814  430  Rupien
18940055  13  768  500  -

Indien  besitzt  das  Monopol  auf  diesem  Markte,
seine  durch  natürliche  Ursachen  begrenzte  Produktion
vermag  aber  die  Nachfrage  nicht  immer  voll  zu  befriedigen.
  Demzufolge  sind  die  Preise  in  den  letzten
drei  Jahren,  besonders  aber  im  Berichtsjahre,  außerordentlich
  gestiegen.

Hauptabnehmer  sind:
1890.91  1894/95

Werth:  Rupien

 

 

Großbritannien.  4360  967  8  006  169
Nordamerika  2587  168  3666  764
Deutschland  166  090  1149  175
Frankreich  321  863  605  504
Oesterreich=  Ungarn  181  013  284  798
Gummi  arabicum  und  Harze.  An  der

685  332  Nupien  betragenden  Gesammtausfuhr  ist
Deutschland  mit  43  490  Rupien  betheiligt.  Diese
Ziffer  ist  doppelt  so  hoch  als  die  irgend  cines  anderen
Jahres.  Größere  Abnehmer  sind  nur  Großbritannien,
Frankreich  und  Belgien.

Gewürze.  Es  wurden  hiervon  dem  Werthe
nach  ausgeführt:  #
1890/91  4  550  570  Rupien,
1894/95  5  163  200

Für  die  Ausfuhr  nach  Deutschland  kommen  nur
in  Betracht:  Pfeffer,  Ingwer,  Kardamom.  Nächst
Großbritannien  ist  Deutschland  der  bedeutendste  Abnehmer
  indischer  Gewürze.  Es  wurden  ausgeführt:

 

 

1890/91  1894/95
Nach:  .  —
Werth:  Rupien
Großbritannien.  519  829  1  635  494
Deutschland  127  117  400  325
Frankreich  «  1992875  363  263
Arden::  34  351  181
den  Straits  Settlementg-  177  467  269  373
Arabien  197  919  253  635
Nordamerika  00  205  417

 

Daneben  führt  noch  Ceylon  eine  bedeutende
Menge  aus.
        <pb n="461" />
        Holz,  namentlich  Teakholz.  An  der  Ausfuhr,

390

die  sich  mit  6  381  937  Rupien  auf  der  Höhe  der

letzten  fünf  Jahre  gehalten  hat,  betheiligt  sich  Deutschland

  nur  im  geringen  Maße,  wenn  auch  die  Ausfuhr

dahin  eine  Zunahme  aufzuweisen  hat,  wie  sich  aus
folgender  Tabelle  ergiebt.  Es  wurden  ausgeführt:

 

 

 

 

 

1890/91  1894/95
Nach:  —  —  —  —
Werth:  Rupien

Großbritannien.  3  411.066  3999  1925

P—  eylon  439018  419  122

zibraltar  132  978  384  379

Portugal.  —  287  017

China  362  423  183  413

Frankreich  211249  174245

Deutschland  106  569  127  498

Italen:  11  463  114  206
Zusammen  einschl.  der  Ausfuhr

  nach  and.  Ländern  5219692  6381  937

 

Verarbeiteter  Hanf.  Die  Ausfuhr  repräsentirte
  im  Jahre  1894/95  einen  Werth  von  2224  613
Rupien.  Deutschland  ist  nach  Großbritannien  der
bedeutendste  Abnehmer,  wie  folgende  Tabelle  zeigt.

Es  wurden  ausgeführt:

 

 

 

 

1890/91  1894/95
Nach:  —£  —  —.—
Werth:  Rupien
Großbritannien.  1  586  365  1287  133
Deutschland  34  827  392  103
Frankreich  101  40  249  751
Belgien  33204  148  848
Kokosnußkerne.  Deutschland  bezog:
Gesammtausfuhr  Indiens
Werth:  Rupien  Werth:  Rupien
18900901  58  705  98
189192  38  501  360  075
1892/93  290  467  421  072
1893/94.  828341  497  790
1894.95  441  825  1  224  189

Deutschland  ist  der  bedeutendste  Abnehmer  Indiens
  geworden,  da  Großbritannien  nur  für  437  660
Rupien  und  Belgien  für  175  127  Nupien  bezogen.

Federn,  Horn,  Talk  und  Erzeugnisse  der
Kunsttischlerei  sind  ferner  noch  Artikel,  die  Deutsch- 



land,  wenn  auch  in  geringem,  so  doch  in  immer  zu-Eingeborenen
  zur  vollen  Ausbeutung  kommen.

nehmendem  Maße  aus  Indien  bezieht.

Die  indische  Ausfuhr  nach  Deutschland  ist  im
Allgemeinen  ebenso  wie  die  Einfuhr  von  dort  in  der
Zunahme  begriffen,  und  es  bedarf  nur  einiger  Anstrengungen
  deutscherseits,  um  den  Antheil  am  indischen
  Markte  noch  weiter  auszudehnen.

öur  euschreckenplage  in  Cypern

meldet  der  dem  englischen  Parlament  vorgelegte
Bericht  vom  Februar  d.  Is.,  daß  die  Bekämpfung

durch  Sammeln  der  Eier  und  jungen  Heuschrecken
im  Jahre  1895  fortgesetzt  wurde.  Die  Sammelperiode
  dauerte  vom  14.  März  bis  zum  11.  Mei.
An  Eiern  wurden  4738  Okes  und  an  Heuschrecken
29  436  Okes  gesammelt  und  im  Ganzen  5900  Pfd.
Sterl.  an  Prämien  gezahlt.

FSanstbar.
Mrr.  C.  W.  Strickland,  der  Vorsteher  der
Zollverwaltung  von  Sansibar,  ist  mit  seiner  Familie
im  April  d.  Is.  auf  Urlaub  nach  England  abgereist.

Britisch=  Ostafrika.
In  Mombas  sind  541  Kulis  für  die  Arbeiten
an  der  Ugandabahn  gelandet  worden.  Auch  die  erste
Lokomotive  wurde  erwartet.

Goldküste.

Nach  einer  Aeußerung  des  britischen  Gouverneurs
der  Goldküste,  welche  die  „Government  Gazctte“  vom
15.  April  mittheilt,  steht  der  Häuptling  Samory,
welcher  der  französischen  Regierung  am  Senegal  Jahre
lang  Schwierigkeiten  bereitet  hat,  jetzt  in  freundlichen
  Beziehungen  zur  Verwaltung  der  Goldküste.
Er  hat  ihr  Goldstaub  gesandt  und  den  Wunsch  nach
Einleitung  von  Handelsverkehr  ausgesprochen.

Dandel  Sierra  Leones.

Die  „Sierra  Leone  Weekly  News“  vom  25.  April
bringen  den  Wortlaut  einer  Ansprache  des  dortigen
Gouverneurs  an  das  legislative  Council.  Ihr  zufolge
  hat  der  Handel  dieser  Kolonie  in  der  Zeit
von  1881  bis  1885  jährlich  einen  durchschnittlichen
Werth  von  386  447  Pfd.  Sterl.,  in  der  Zeit  von
1886  bis  1890  von  333  389  Pfd.  Sterl.  und  in
der  Zeit  von  1890  bis  1895  von  435  175  Pfd.
Sterl.  besessen.  Der  Gouverneur  meint,  daß  gegenwärtig
  die  Bevölkerung  der  Kolonie  nicht  sehr  zahlreich
  und  an  werthvollen  einheimischen  Produkten
kein  Ueberfluß  sei.  Das  Holz  und  der  Kautschuk
der  dortigen  Wälder  könnten  erst  nach  Herstellung
besserer  Verkehrsmittel  und  besserer  Schulung  der

HKalomons-Infeln.

Die  englische  Regierung  hat  Herrn  C.  M.  Woodford
  zum  Residenten  für  die  britischen  Salomons-Inseln
  ernannt.  Der  Genannte  weilte  Ende  April
noch  in  Sydney  und  sollte  später  an  Bord  des
englischen  Kriegsschisses  „Pylades“  sich  auf  seinen
neuen  Posten  begeben.  Der  Amtssitz  für  diesen
Beamten  scheint  noch  nicht  ausgewählt  worden  zu  sein.
        <pb n="462" />
        391

Die  bekannte  Rhederei  von  Burus  Philp  and

Company  beabsichtigt  einen  Dampser  zur  Verbindung
  von  Queensländer  Häfsen  mit  Neu-Guinca.
den  britischen  Salomons-Inseln  und  vielleicht  auch
mit  den  deutschen  Salomons-Inseln  und  den  Neu-Hebriden
  verkehren  zu  lassen.

Lagos.

Die  Einnahmen  der  Kolonie  weisen  eine  namhafte
Steigerung  gegen  das  Vorjahr  auf.  Sie  betrugen
137  017  Pfd.  Sterl.,  um  21  699  Pfd.  Sterl.  mehr
als  im  Jahre  1893.
auf  124  829  Pfd.  Sterl.,  um  18004  Pfd.  Sterl.  mehr
als  im  Voranschlag  berechnet  war.

Die  Gesammtaktiva  der  Kolonic  zeigten  am  31.
Dezember  1894  nach  Abzug  der  Passiva  einen  Bestand
  von  48  857  Pfd.  Sterl.  und  haben  sich  seit
1892  mehr  als  verdoppctlt.

Die  Schutztruppe,  bestehend  aus  Infanterie  und
Artillerie,  setzt  sich  aus  743  Haussaleuten  zusammen,
die  Polizeimannschaft  aus  223.  Die  Kosten  hierfür
beliefen  sich  auf  24  760  Pfd.  Sterl.

Für  öffentliche  Banten,  insbesondere  Beamten
wohnungen  und  den  Ausbau  des  Gouverneurhauses,
wurden  insgesammt  35  900  Pfd.  Sterl.  verausgabt.
Auf  Anlegung  von  Straßen  nach  dem  Innern  und
Verbesserung  der  Wasserwege  wurden  4900  Pfd.
Sterl.  verwendet.  Der  Export=  und  Importhandel
haben  gegen  das  Vorjahr  unbedentend  abgenommen
(vergl.  Kol.  Bl.  S.  255).  Der  Grund  hierfür  wird
darin  gefunden,  daß  das  Jahr  1893  durch  Beendigung

Die  Ausgaben  beliesen  sich

der  Feindseligkeiten  mit  den  benachbarten  Stämmen

und  den  dadurch  wieder  belebten,  lange  zurückgehaltenen
  Güteraustausch  ein  abnorm  günstiges  war.
Im  Jahre  1893  liefen  862  Schiffe  mit  694840
Tonnengehalt  die  Kolonie  an,  im  Jahre  1894  889
mit  757  701  Tonnengehalt.  Von  den  letzteren  waren
505  mit  560  983  Tonnengehalt  engl.  Schiffe.
Unter  den  Anpflanzungen  machen  vor  allem  Kassee,
Kakao  und  Kolabäume  stetige  Fortschritte.

Das

Sammeln  von  Gummi  ist  in  Zunahme  begriffen  und

verspricht  man  sich  einen  größeren  Ausschwung  des
Handels  mit  diesem  Artikel  für  die  Zukunft.

Die  Einwohnerzahl  der  Jusel  Lagos  betrug  im
Jahre  1891  33  000  Seelen.  Die  Einwohnerzahl

der  ganzen  Kolonie  kann  noch  nicht  zuverlässig  angegeben

  werden.

Es  wurden  im  Ganzen  33  Schulen  in  der
Kolonie  unterhalten,  wofür  das  Gouvernement
106.1  Pfd.  Sterl.  beisteuerte.

Derschiedene  Witkheilungen.
Ueber  die  Bodenbeschaffenbeit  in  Kamerun,
Kenegambien  und  Ostafrika
haben  Professor  Dr.  F.  Wohltmann  aus  Bonn
und  Dr.  H.  Kratz  im  „Journal  für  Landwirthschaft“

einen  interessanten  Aussatz  veröffentlicht,  von  dem
auch  Sonderabdrücke  hergestellt  sind.  Prosessor
Wohltmann  hat  fünf  Bodenproben  aus  Kamerun,
drei  aus  Französisch=  Senegambien  und  17  aus  Deutsch-Ostafrika
  untersucht  und  kommt  auf  Grund  der
chemischen  Analyse  zu  dem  Ergebniß,  daß  der  Boden
am  Kamerungebirge  ein  in  jeder  Hinsicht  ganz  vordüglicher
  Plantagenboden  ist,  der  sich  namentlich  auch
für  den  Anbau  von  Kakno  vortrefflich  eignet.  Sehr
viel  ärmer  an  Stickstoff,  Phosphorsäure  und  Kalt
ist  nach  Professor  Wohltmann  der  Boden  in
Französisch-Senegambien.  Die  Boden  Deutsch-Ostafrikas
  sind  untereinander  sehr  verschieden,  können
aber  mit  wenigen  Ausnahmen  dem  Kamerunboden
nicht  an  die  Seite  gestellt  werden.  Namentlich  die
aus  dem  Versuchsgarten  von  Dar-es-Saläm  entnommenen
  Bodenproben  haben  sich  als  arm  an
Pflanzennährstoffen  erwiesen.

portugiesische  basco  da  Gamafeier.

Auf  Anregung  der  geogrophischen  Gesellschaft  zu
Lissabon  hat  die  portugiesische  Regierung  beschlossen,
in  ganz  Portugal  und  besonders  der  Hauptstadt  im
Jahre  1897  den  vierhundertsten  Jahrestag  der  Absahrt
  Vasco  da  Gamas  nach  Indien  festlich  zu
begehen.  Es  wird  zu  dem  Zweck  im  Juli  nächsten
Jahres  cine  internationale  koloniale,  ethnographische,
Fischerei-,  Industrie=  und  Kunstausstellung  in  Lissabon
stattfinden.  Mit  ihr  werden  Kongresse  von  Geographen,
  Orientalisten,  Amerikanisten,  Marinc=  und
Eisenbahnsachverständigen  verbunden  sein.

Lage  des  Elfenbeinmarktes  in  Antwevpen.

1894  wurden  in  Antwerpen  264  500  kg  Elfenbein
  gegen  224  000  im  Vorjahre,  77  500  im  Jahre
1890  und  6400  im  Jahre  1888  eingeführt.  Im
Laufe  der  Jahre  1888/94  sind  796  500  kg  im
Werthe  von  720  000  Pfd.  Sterl.  in  Antwerpen  auf
den  Markt  gekommen.

 

VWVVVIVVVVVVVVVVVVVVVIVVVVVVVVVVT

Tikterakur-Perzeichnik.

Die  Sammlung  gemeinverständlicher  wissenschaftlicher
  Vorträge  von  R.  Virchow  und  W.  Wattenbach
  (Hamburger  Verlagsanstalt)  bietet  in  der
10.  Serie  der  neuen  Folge  mehrere  für  Kolonialfreunde
  interessante  Arbeiten:

Nr.  222,  A.  Pahde:  Der  erste  deutsche  Afrikasorscher
  (Hornemann).

222,  O.  Lenz:  Geld  bei  Naturvölkern.

232,  W.  Krebs:  Der  Koreakrieg.
*  234,  Th.  Marx,  England  in  Indien.

Der  Verlag  der  Baseler  Missionsbuchhandlung
  hat  folgende  neue,  hübsch  ausgestattete
        <pb n="463" />
        —  392  —

und  sehr  billige  empfehlenswerthe  Broschüren  er—

scheinen  lassen:

Luise  Oehler:  Bilder  aus  Japan.  20  Pfg.

J.  Jaus:  Meine  Heimreise  aus  dem  Holsiand
durchs  Heilige  Land.  20  Psg.  Der  Kinderraub
in  Karaß  oder  Tscherkessen  und  Kolonisten  im
Kankasus.  10  Pfg.

E.  v.  Engelhard:  Der  Herr  siehet.  30  Pfg.

P.  Steiner:  Saat  und  Ernte  der  Baseler  Mission
auf  der  Goldküste.  30  Pfg.

E.  Dipper:  Führer  durch  die  Baseler  Missionslitteratur.
  Gratis.

Constahle's  Hand-Atlas  ol  India.
Series  of  sixt)  maps  and  plans  prepared
HKrom  ordnancc  and  other  surrex)s  under  the
direction  of  J.  G.  Bartholomew.  Westminster
  1893.  A.  Constable  and  Comp.
In  handlicher  Form  hat  der  bekannte  große
Verlag  hier  ein  ganz  vorzügliches  Nachschlagebuch
für  Indien  geliefert.  Das  ganze  riesige  Reich  wird
darin  in  übersichtlichster  Weise  nach  allen  Richtungen
vorgeführt.  20  trotz  des  gewählten  kleinen  Formats
musterhaft  deutliche  und  übersichtliche  Blätter  bringen

A  new

die  gesammten  natürlichen  gcographischen  Verhältnisse
Indiens,  seine  Bevölkerung,  seine  Sprachen,  seine
Thier-,  Pflanzen=  und  Mineralwelt,  die  Bahnen  und
Telegraphen,  sowie  die  Vertheilung  des  Militärs
dem  Beschauer  vor  Augen.  Weitere  15  Blätter  behandeln
  die  einzelnen  Provinzen,  und  24  Blätter
bieten  die  Pläne  aller  wichtigeren  Städte  Indiens
und  ihrer  Umgegend.  Da  ein  ausführliches  Inhaltsverzeichniß
  alle  auf  den  Karten  verzeichneten  Oertlichkeiten
  leicht  zu  finden  ermöglicht,  ist  hiermit  ein
Hülfsmittel  von  hervorragender  Güte  für  den  Reisenden

  und  Geographen  geboten.

F.  Tschauder:  Die  deutschen  Kolonien.  Für  die

Schüler  von  Lehrerbildungsanstalten.  Breslau
1896.  Handel.
II.  A.  Bryden:  Tales  ol  South-Alrica.  Westminster

  1896.  A.  Constable  and  Co.

Der  als  Schilderer  der  Natur  und  des  Lebens
in  Südafrika  schon  bekannte  Verfasser  bietet  hier
elf  kürzere  Skizzen  aus  dem  Boerenlande.  Einzelne
haben  schon  bei  ihrem  ersten  Erscheinen  in  Zeitschriften
den  Beifall  der  Leser  gesunden.

 

Schiffsbewegungen.

(Die  Zeit  vor  dem  Orte  bedeutet  die  Ankunft,  hinter  dem  Orte  die  Abfahrt  des  Schiffes.)

S.  M.  S.  „Bussard“  Sydney  1/5.  —  9),5.  Cooktown.  .12/5.  —  Schutzgebieten.  (Poststation:  Hofpostamt.)

S.  M.  S.  „Condor“  5/2.  Sansibar.  (Poststation:  Sansibar.)

S.  M.  S.  „Falke“  15/4.  Apia.  (Poststation:  Hofpostamt.)

S.  M.  S.  „Hyäne“  12/5.  St.  Paul  de  Loanda  12/5.  —  20/5.  Swakopmund.  (Poststation:  Kapstadt.)

S.  M.  Vermessungsschiff  „Möwe“  8/1.  Matupi.  (Poststation:  Sydney.)

S.  M.  S.  „Seeadler"  20/2.  Kapstadt  30/4.  —  Swakopmund  20/5.  —  25/5.  Kapstadt.  (Poststation:
Kapstadt.)

S.  M.  S.  „Sperber“  5/5.  Kamerun.  (Poststation:  Kamerun.)

 

Derkehrs-Machrichten.
Infolge  der  Auflösung  der  Stationen  Kisaki  und  Masinde  sind  die  in  diesen  Orten  eingerichteten

Postagenturen  aufgehoben  worden.

Eintreffen  der  Post  aus  den  deutschen  Schutzgebieten.

 

 

 

Landungs-  Die  Kost  ist  fällig  Landungs-  Die  Post  is  fällig
Von  hafen  Berlin  Von  hafen  in  Berlin
Neapel  ..  .  ams6.“  J  Luni.  24.  Juli  «
Deutsch-Ostafrita  Brindisi.  .  .  am  17.  Juni,  15  Juligogebiet.  Hamburg  .  am  10.“  und  25.“
Marseille  .  am  1.  Ju,  1  Aug.  jedes  Monats
Deutsch-Lüdwestafritas  Plymouth  unbestimmt  Deutsch-Neu-Guinea.  Neapel..  Tun  —  V
Hamburg  am  25.“  jed.  Monats
-Ramern  Liverpool  am  18.  Juni,  Marshall·  Inseln  ..  .  Marseille  ..  am  25.  Juni,
16.  Juli  8.  oder  20.  August

*  Fälligkeitstage  sür  die  mit  deutschen  Schiffen  eintreffenden  Posten.
        <pb n="464" />
        Nach

—  393  —

Postdampfschiffverbindungen  nach  den  deutschen  Schutzgebicten.

vom  Einschissungshafen



Die  Abfahrt  erfolgt

an  folgenden  Tagen

Ausschissungshafen.
Dauer
der  Uebersahrt

Vriefe  müssen  aus
Berlin  spätestens
abgesandt  werden

 

I.  Deutsch-Olstafrika.

2.  Deutsch-Lüdweflafrika.

3.  Ramerun.

4.  Togo-Gebiet
*  von  Accra  bez.  Quittah
mittelst  Boten  nach  Lome
und  Klein-Popo).

U  Neapel

(beutsche  Schiffe)
Brindisi

c+uls  *s
“t½
Gdranzösische  koannsl0

Southampton
(englische  Schiffe)

mburg
ao  dao  Schifk)

am  20.  Jmi  15.

|

Juli
am  3  20%  19.  Juli
d

abds.
am  10.  jedes  Mts.
4o  ms.

jeden  Sonnabend
40  ums

am  31.  Juli,  30.  Sept.
nachts

Tanga  20  Tage
Dar-es-Saläm  21  Tage
Sansibar  21  Tage

Sansibar  18  Tage

Kapstatt  18  Zes

von  da  ale!  e  auf  dem

Landwege  n  bz.

mit  nächst.  achsegrug
nach  Swalopmun

Swakopmund  30  Tage

Jumi
13.,

ani  19.,  22.
z4
107

am  8.  jedes  Monato
dis  abds.
jeden  Freitag  1133  oms.

am  31.  Juli,  30.  Sept.
720  abds.

 

5.  Deutsch-Neu-Guinea.

6.  Marshall.  Inseln.

Brindisi

Neapel
67½  Schiffe)
-

 

ossi
luter  Manica)

 

am  1.  Juli,  26.  August
abds.

am  5.  Juli,  30.  August
abds.

am  5.  Juli,  30.  August
abds.

 

 

 

 

 

riedrich  Wilhelms-*
  hafen  ae

Jaluit  ekwa  60  Tage

A  Hamb  am  10.  jedes  Monats'  Kamerun  24  Tage  am  .  Grdes  Monats
cue,  —  nachts
l  Liverpool  am  8.  Juli,  5.  August  Kamerun  22  Tage  an  5  o  Z.  August
cennS  Schiffe)  15
am  10.  e.  naces  Klein  o  20  Tag
Hamburg  H  am  20.  jedes  M  Lome  31  Tage
(beuische  Schiffe)  Klei  o  33  Tage  jed.  Mis.  720
anm  Letzten  jed.  Mts.  Klei  po  od.  Accra")
A  Liverpool  am  17.  Juni,  Quittah')  oder  Klein=  am  15.,  29.  J
(englische  Schiffe)  1.,  15.,  29.  Juli  Pop  Tage

 

10  abbs.

 

Schiffsbewegungen  der  Woermann-Linie.

 

 

Reise  Lette  Nachrichten
ostdampfer
Postwampf  von  i  nach  bis  12.  Juni  1896
„Adolph  Woermann“  Hamburg  Swakopmund  am  8.  Juni  in  Las  Palmas.
„Aline  Woermann“  Ponta  Negra  amburg  am  11.  Jumi  in  Madeira.
„Anna  Woermann“  Hamburg  "  Kap  Palmas  am  11.  Juni  in  Sierra  Leone.
„Carl  Woermann“  Kotonon  .  Hamburg  am  11.  Juni  in  Acera.
„Eduard  Bohlen“  Hamburg  4  ongo  am  6.  Juni  ab  Antwerpen.
„Ella  Woermann“  Kap  Palmas  Hamburg  am  8.  Juni  in  Rufisce.
„Gertrud  Woermann“  Hamburg  Ponta  Negra  am  10.  Juni.  in  Kamerun.
„Gretchen  Bohlen“  Hamburg  dotonou  am  6  Juni  in  Conakry.
„Hedwig  Woermann"  Hamburg  Kotonon  am  20.  Juni  ab  Hamburg.
„Jeannette  Woermann".  Venguela-  Hamburg  am  7.  Juni  in  Las  Palmas.
„Kurt  Woermann“  Hamburg  Loanda  am  23.  Mai  in  Accra.
„Lulu  Bohlen“  Hamburg  Ponta  Negra  am  10.  Juni  ab  Hamburg.
„Marie  Woermann“.  Hamburg  Ponta  Negra  am  27.  Mai  in  Gabun.
„Melita  Bohlen“"“#  Hamburg  Lüderitzbucht  am  8.  Juni  Ushant  passirt.
„Professor  Woermann“.  Loanda  am  10.  Juni-  Ü#sham  assirt.
„Thekla  Bohlen“  Swakopmund  Hamburg  am  3.  Juni  in  Lagos

Schisfsbewegungen  der  Deutschen  en  Oftafrila-Linie  E

l

 

mbucq—Ostaftita).

 

 

 

Reichspostdampfer  Neise  Letzte  Nachrichten
von  nach  bis  11.  Juni  1896

«
„Kaiser“.  u  Hamburg  am  11.  Juni  ab  Aden.
Aerral.  «  zur  8  m  kurg  ourg  "  Durban  am  11.  Juni  an  Imuiden.
„Neichstag“.  Hambur  irg  Durban  am  9.  Juni  ab  Suez.
—  .  D  Durban  am  3.  Juni  an  —
„General“  ..  urban  Hamburg  am  9.  Juni  ort
Extradampfer  „Europa“  Hamburg  i  Durban  am  11.  Juni  ab  Eltbo.

am  10.,  20.  und  cLebten

13.,  27.  Zid  ne.

am  29.  Juni,  3.  Juli,
4.  August

am  3.  Juli,  28.  August
10“  abds.
        <pb n="465" />
        391

 

S##llu  Werke  der  deutschen  und  ausländischen  litteratur.,

 

II’’POR  ’  englischen  7%.
cr%schen  Srccche  von  Thieme-I’reunsser.
  Jubiläums-Ausg.  Cch.
A..  13.  Scither.  Absatz:  200000  Lxpl.
I’robelicf.  gr.  u.  Tranko.  Verlug  von
Inendke  &amp;amp;  Lehmkuhl  in  llampurg.

 

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Jerntsch-Ostapie,  172  Aitt.
mit  Nebenkurten  1:  750000.  Grösste
Kurte  dieser  Kolonic.  Sümmtliche
umtlichen  wie  privatenl’uhlikationen,
Itinerare  etc.  sind  erschöpfend  verearbeitet.
  Eisenbahnen  und  deren
I’rojekte,  letzte  Veränderungen  der
Schutztruppe,  P’ost-  und  Zollämter,
Missionen  u.  Pluntagen  wurden  einchend
  berücksicht.  Unentbehrlich
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S.  Schropp.  Berlin  W.,  Jägerstr.  61.

Klencke,  IIanslexikon  der  Gesund--heitslchre,
  S.  Aull.,  Trreis  geh.  14.,
eleg.  gel.  16.50  M.  ist  unerkunnt  das
vollständigstc.  Dill.  u.  prukt.  aller  Gesundheitsbücher,
  die  Dis  jelzt  Cxistir.
Verlag  von  Ed.  Kummer  in  Leipzig.

 

 

 

Kolstochk,  Ir.  med.,  ärztlicher
Ruthgeber  lür  Ostatrika  uand.  trop.
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Norgen,  C.,  Kriegs-  zng  I#ne.
ditionslührung  in  Afrikn.  Cch.
Preis  60  I.

Schid#izt  Ir.  B.,  lm  deutschen
Goldlande.  Reisebilder  aus  dem
Geh.  Preis  K  3,60.  (GWe)
Verlag  von  Ilermunn  Peters,

 

Jlerrorracpend  bialige  Kdcher
liesert  die  Amiuuriats-Buchhand--lung
  von  Karl  Siegismund  in  Berlin
W.,  Munerstr.  68,  vorm.  Internnt.
Buchh.,  geigr.  1868.  Rat.  lloge  gratis.
Verbindung  mit  allen  Wolktheilen.

Deutsche  Mllitair-Musiker-  Zeltung

(PTPrager).  18.  Jahrgang.  (01·)
Man  abonnirt,  vg  allan,  Postanstallen  (eingelr.
kn7  er.  Nr.  1757  für  168300  zum  Freise  von

 

 

Wen  Einsend.  v.  17  #r  Deutschl.  u.
Oesterr.-Ung.  u.  2  Mr.  10  7  fur  d.  ubr.  Auslund.

 

 

 

 

 

J3  —
SInnn.rn

5

Anzeigen.

 

2

für  Archltekten,  Ingenieure,  Technilker.
rasug.  eir  Unch-  und  Kunzthundhnne
W.  Lrone  st  &amp;amp;  Sphn.  Berlin  W.  .  Wilhelm-#0
  0.  un  1827.
Sehnolle  vunl.  14  0  zr.  erbindunkgen  mit
Nie  Ssmmtl.  in-  


    

.  lirzu  und

rrs  l  sichs-nicht-  Alllsskh

ligst.  kostenlroi.  Vorzeichnise
**“  erechnet  und  postfrei.  12)

 

Miiemarken-brenes
i.  deutsch  engl.,  I#nnz.,  itul.
u.  Span.  Sprache  labrizirt  i.
jed.  Preisluge,  lönal  prämüürt.
  (lros  Dekte  grutis.)
C.  F.  Lücke,  Leipzig.  (5)

Unser  IIeen.  50  Bilder  in  Qunurt-Dormt.
  IIlervorrag.dentsches  Armcewerk.
  Kompositionen  des  Ilistorienu.
  Schlachtenmalers  Carl  Korhlin
I’rachtmn  r  35,—.  (1
Verl.  von  C.  T.  Wiskott  in  Broslan.

Censtett,  O.,  Brasilien,  Lund  und
Leute.  AMit  13  llolzschnitten  und

 

 

 

13  Steindrucktufeln  zum  Theil  nuch
Originuluulnahmen.  K  12,  geb.  13.,50.
Verlug  von  E.  S.  Aittler  &amp;amp;  Sohn,
Berlin  SWi.

 
 

 

Inserate  (für  die  dreigespallene  Peli#tzeile  oder  deren  Raum  *  Wiennig)  sind  an  die  Verkrichbeleitung,

Zusenden.

Verlin  SW  12,  Kothstraße  68  71,

 

denanntnachnng.

J  s  bei  diesem  Konsulate  geführte
  Prokurenregister  sind  für  die
ossene  Handelsgesellschaft

Wm.  O'Swald  &amp;amp;  Co.,
Hauptniederlassung  Hamburg,  Zweigniederlassung
  Zanzibar,  folgende  Eintragungen
  erfolgt:

Zu  laufender  Nr.  5:  Prolurist
Kaufmann  Heinrich  A.  S.  Schip
mann  hierselbst  ist  eingetragen  euan
4.  Mai  1896.  Die  Prokura  ist  erloschen
  am  1.  Mai  1896.

Unter  laufende  Nr.  8  ist  am  4.  Mai
1896  eingetragen,  daß  dem  Kaufmann

lo  Max  Johanneco  Oehlerking
hierselbst  Prokura  für  die  hiesige  zweigniederlassung
  mit  Wirkung  vom  1.  Mai
1896  ab  ertheilt  worden  ist.

Zanzibar,  den  4.  Mai  1896.
Der  Kaiserlich  veutsche  Konful.

J.  V.:

Pauli.

Jueckesen,  (IIauptm.).  Die
ltaliener  in  Alriku.  Mit  einer  Uebersichlskurte.
  Preis  K  1.—
Verlag  von  n  8  Aittler  Sohn.
Berlin  SWi

(73)

 

 

Gekanntmachung.

In  das  bei  diesem  Konsulate  geführle
  Firmenregister  ist  für  die  Firma
Felix  Lion,
Niederlassung  Zanzibar,  folgende  Eintragung

  erfolgt:

In  laufende  Nr.  2,  Spalte  6,  ist
eingetragen  am  4.  Mai  1896:
Die  Firma  ist  erloschen  am  2.  Mai
396.

—
2*

Zanzibar,  den  4.  Mai  1896.
Der  Kaiserlich  deutsche  Konful.
J.  V.:

Pauli.

Deutsche  Kolonien.

Erfahrener  Pflanzer,
welcher  30  Jahre  in  tropischen  Ländern
thätig  gewesen  und  im  Pflanzen  und
Ziehen.  von  Kolonialwaaren  durchaus?
erfahren  ist,  sucht  zur  Gründung  einer
Aktiengesellschaft  zwecko  Anbau  von
Kolonialwaaren  in  den  deutschen  Kolonien
  mit  Kapitalisten  in  Verbindung
zu  tetsn.  76)

Gef.  Offerten  3c5  77.  I..  45%0
belspuel  Rudolf  Mosse,  Hamburg.

(70

 

 

 

Am  5.  April  d.  Jo.  fiel  im
Gesecht  bei  Gobabio  gegen  einen
aufrührerischen  Hererostamm  der
Sekondlientenant  in  der  Kaiserlichen
Schutztruppe

herr  Otto  sampe.

In  ihm  verliert  der  Kaiserliche
Dienst  einen  mit  den  hervorragendsten
  Charaktereigenschaften  auegestatteten
  Offizier.

Seine  ungemeine  Pflichttceue
und  seine  außergewöhnliche,  bis  zum
letzten  Alhemzuge  bewiesene  Tapfereit
  vor  dem  Feinde  werden  ihn
uno  siets  als  leuchtendeo  Vorbild
erscheinen  lassen.

Ehre  seinem  Andenken!

Im  Namen  deos  5  Ossizierkorpo
der  Kaiserlichen  Schutztruppe  für
Südwestafrika:
Leutwein,

Major  à  In  suite  der  Armee,
Allerhöchst  beauftragt  mit  den
Funktionen  deo  Kommanveuro  der
Schuptruppe.
        <pb n="466" />
        l
—

 

150,  350,  400,  475  und  550  mal  süsser  als  Zucker.
Für  Privualgebrunch  und  Industriezwecke,  billiger  uls
Zucker.  Gegen  klimatische  Einffüsse  unemplindlich.  In
Westentaschenpackungen  mit  Süsskraft  von  mehreren  Kilogramm
  besten  Rohrzuckers,  daher  grösste  Ruum-  und
Gewichtsersparniss  auf  Reisen  und  Erpeditionene
praktisch  für  Ilaushultung,  unentbehrlich  für  Dinpetiker.
Reiner  Zuckergeschmack,  keine  Gährungserzeugung.
Freiproben  und  Prospekte  dureh  die

Chemische  Fabrik  von  Heyden,
G.  m.  b.  II.,  EIi
Radebeul-LUresden.

 

 

 

 

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speziell  west-  und  ostufrikunischer  Produkte.
Muster,  Cntaloge  NMarktberichte  sowie  jede  gewünschte  Auskunskt.
Gu  Diensten.  Correspondens  eno##schee

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Llos  lieserant.  Sr.  Ma#  des  Kaisers.

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und  farbiger  Flaschen.  Uarfümerie.
Aedizin--  und  Kleingläser  aller  Art.
mil  und  ohne  (#s  “*.  erschluss.
Spezinlitten
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358nn(1().)()8(«s)

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Cänseleber-Pasteten-Fabrik


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Strassburg  i.  Els.
Spe  zialität  für  den
Lxport
besonders  für  feinere  Fleischkonserven.
  (n)

 

 

VVVVVVVTVVYVVVYVVTVVVVVVU
        <pb n="467" />
        tr##fr#rirf-##

##

I  VertretenautdekdeutschenKolonial-AusstcllungMAS-lLVLVYVVxstVQV

3  Oldenburg,  Veri  Sclulzesche  Ilof-Buchhandlung
  (A.  Schwartz).

 

 

—
Franz  Klinder,

Neubahbelsberg,

empliehlt

Fischereinetze

(#n)

#innen-  und  lochseelscheerdl.

Elkport  nnch  ullen  LAndern.
Geeignete,  tlichtige  Vertreter  gesucht.

 

 

 

 

mnsasninsun

Höhr  bei  Coblenz,

uMI

Export.  ((ce)
Die  Urzenznisse  der  Tahrik  sind
in  der  deutschen  Koloninl-Ansstellung
  in  Berlin  uuskestellt.

 

 

 

Nolonsiceles  und  Ander’es.
Churbentier,  Russ.  Wanderbilder  Jl.3.
Post,  Dr.  A.II.,  Alrikan.  Tunispruck  nz.

Völkerrechte  Alrikus,  N.  10.
I’reuss,  D.  Engl.  ed  e..  r3.

Für  Stantsmänner,  Kunl-lI.,  Schiffsrheder,

  Zeitungsleser.  AI.  1.00.
Schinz,  Deutsch-Südwest-  Alrikn.

Forschungsr.  IIIustr.  u.  Kurte!  gehb.

M.  2  arte  allein  A.
Standinger,  I28,

Forschungsr.

geb.  M.  12.—
Wolll.  Dr.  W.,  Von  Bunana

Kiamwo.  orschunger.  M.

Al.  4.—,  geb.  3l.  5.—

 

Die  Ilaussaule  indeer.
M.  Karte.  M.  10,  -,

zum

Zimmermann,  Consul  im  Ausw.  Amt,
P’reussisch  -  deutsche  Ilandelsolitik.
  Abtenmie.  Darstellung.
Al.  16,—,  geb.  Jl.

—.—  Peiti#bs  in  Schlesicn.
Gewerbe-  u.  lIlandelspolitik  dreier
Jahrh.  2.  Aull.

—.—  Kolonialgeschicktliehe  Staien.
J.  6,—,  geb.  Aà

 

bbeutsche  Nolonial-  Ausstellung  1896.  E4
4
*“4

 

 
 

 

Brauerei  zum  Pschorr,  München.

G.  PschonR.
Hoflieferant  Sr.  Mal.  des  Deutschen  Kaisers.
Hoflieferant  Sr.  Mal.  des  Kaisers  von  Oesterreich.

Iin  allen  überseeischen  L.  öndern  —

vorzüglich  bewährtes  Exportbier.

Alleinige  Depositäre  für  Export:

Paul  Ed.  NMölting  &amp;amp;  SCo.,  Hamburg.

Ordres  durch  europäische  Exporthävrer  erbeten.

 

 

Weltberühmte  Fangapparate

für  Raubthiere,  Vögel  und  Fische.
I’rümiirt  mit  goldenen  und  silbernen  Meduillen.  (54#)
Welt-  Ausstellung  Antwerpen  höchste  Auszeichnung,  Ehrendiplom.

  
 
      
 

Wildlocker,  p.  ageleen
"  für  ILöwen,  Tiger,
Witterungen,  Wölle  und  Willd-Glaskugel-
  schweine.
und  a.  ½½%
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Ihontanben-  Patent.Selbstschuss

 

Wurfmaschinen.  z4%  (I.  R.  I  Jo.  49  125)1.—

   

[Iusteirte  Preislisten
Kostenfrel.

Alteste  deutsche

I#  1

Haupt-Katalog,
zzugleich  Fangbuch,
50  P'.

Raubthlerfallen-*i


Huynnn.Schl.

 

 

 

Deutsche  Kolonial-Ausstellung  1896.

 

CV———  4

#9968|1  bunlleissnvy-lenolo)  usdosinep  150p  Ine  usiandd

 

 

2

 

 

.g
        <pb n="468" />
        —  397  —

 

  
   
 
    
   
   
    
    
  
  
  
   
 
  
 
  
 
 
 
 
   
     
 
             
    
          
      
        
          
        

 

spebi  ch  („u.

n  NW.,  Meustädtische  Kirchst.  15

(früher  Mittelstraße  25),
Spezial-Geschäft  für  Tropen-Ausrüstungen,
eimpfehlen  sich  inobesondere  zur  Beschaffung  persönlicher  Ausrüstungen
aller  Art,  für  Schiffsreisen  und  danernden  Aufenthate  in  überseeischen
  Ländern  sowie  zur  Lieferung  aller  für  Expedition  und

Jagdausflüge  in  Betracht  kommenden  Aräfel.

Sachgemäße  Zusammenstellungen  auf  Grund  persönlicher  Erfahrungen  und
nach  dem  Urtheil  bekannter  Forschungereisenden  werden  auf  Wunsch  gern
angefertigt  und  dazu  Angaben  über  Ziel,  Zweck  und  ungefähre  Dauer  der
Reise  erbeten.  (2)

Ed.  Sprenger,  Berlin  SW.  13,  „

Werkstätten  für  mathematische  und  optische  Istrumente.
Ausrisstungen  für  Forschungsreisende  nuch  Prof.  Dr.  Frhr.
v.  Duanckelman.  Aufnnhme-Apparate,  Instrumente  für  Ortsbestimmungen,
  Höhenbarometer,  Hypsometer,  Fernrohre  etc.
—pfH.n..I..

 

 

0———ie—
u#n  ans  dem  „Anhr-  und  Ankunstshuch  der  freicn  und  Unnseaack
  ankrn  150,1•—

Dauernde  Export-Ausstellung

der  Lebensmittel-Industrie.
Inh.  Harder  &amp;amp;  de  Voss,  Export-Agentur-Geschäft,
Hamburg,  36/38  Gr.  Burstah  36.36.

Jur  eine  llandelsmetropolc  wie  llumhurg  konnte  das  Bedürlniss
nuch  einem  lnstitut  herrorrufen.  in  welchem  dem  Besueher  die  Nr-Luß
  nisse  von  über  100  verschiedenen  Fabriken  der  Getränke-  und

Jahrungsmittcl-  Industrie  in  allen  Verpackungen.  Spezinlitäten  und
verschiclenen  Cualitüren,  auls  Uebersichtlichste  Lcordnet,  vorgelührt
werden.

Der  Grundgedanke  des  kunzen  Unternehmens  ist.  dic  einzelnen
ausgestellten  Artikel  in  allen  P’reislagen  vorzuführen,  den  verschiedenen
  transutlantischen  Ländern  entsprechend.  somit  die  Lebensmittelbranche
  nach  Jloglichkeit  erschapfend,  soweit  solehe  den  #  xport.
betr

Die  Ausstellung  unterscheidet  sich  also  von  ölflentlichen  Ausstellungen
  vornehmlich  dadmeh,  dass  alle  ansgestellten  Artikel
exportfãhit  nusgemacht  sind.  dieselbe  eine  dauernde  ist  und  alle  lür
den  Export  in  Frage  kommenden  XNeuheiten  nach  Möglichkeit  unfweist.

Die  grosse  Reihe  von  Firmen  ersten  Ranges.  welche  zur  Ausstellung
gelangten  und  im  Auslande  sich  wesenfliche  Absalzgebicte  eroberten,  bürgen
dem  Käufer  für  die  Konkurrenzidhigkeit  der  Fabrikate  im  Weltmarkte.  Treislisten
  in  fünf  Sprachen

Für  die  vorüllergenend  in  Hamburg  weilenden  Korrespondenten  Hamburger
Exportlirmen,  welche  Lebensmittel  importiren,  dürfte  die  Ausstellung  von
cVganz  besonderem  Interesse  sein.

Uns  „Ilamburger  Fremenblalt#  vom  16.  Mui  1891  schreibt:  n
den-  Kreisen  der  Exporteure  tindet  die  Ausstellung  die  hochste

 

 

 

       
  
 
 
 

Anerkennung.

 

 

  

Maschinenfabrik  Johannisberg  Schnel
Klein,  Forst  &amp;amp;  Bohn  Aachf.  in  Ceisenheim  u.  Rh.),  uch-,  Stein-  u.  Lichtdruel,

Fermen  eriw  r

August  Benedict

biOD  O  CK

DERLN  UHrder-Sie

 
      
    

Ceuleichur#n
Slaalsmedaille  für  gewerbliche  Teistungen.

Aerztlich  empfohlen  bei  Schwäche,
Blutarmuth,  Bleichsucht,  Reconvalescenz
  nach  schweren,  namentli
Kinderkrankheiten,  bei  lentlch
und  für  nährende  Frauen.  Haltbar
in  den  Tropen,  wohlschmeckend,  wenig
Alkohol.  Nach  sachverständiger  Analyse
surrogatfrei  und  nährstoffhaltiger  als

andere  angepriesene  Mittel.  (

Kein  Geheimmittel!

 

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Ed.  Seiler,
Pianoforte-Fabrik,
6.  m.  b.  H.,
Liegnitz.

Flügel  u.  Pianinos
I.  Güte.
Besondere  Bauart  für  jedes
Klima.

runnrtunlien  grossen

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Deutschen  Kolonlal-Ausstellung
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Niederlage:
Berlin  W.,  Courbiorestr.  5.

 

 

 

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  Rupport-  u.  Berichterstuttung
über  die  Kaiserliche  Fellettupye
in  Deutsch-Ostafrika.  Preis
Verlag  von  E.  S.  Mittier  &amp;amp;  ter
Berlin  SW2.

 

Ipressen

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        <pb n="469" />
        —  398  —

Schneider  &amp;amp;  Pfeiffer

Weinbergsbesitzer
Schierstein  i.  Bheingau.
Versand  naturreiner  Weine  des  Rheingaus,  Rheluhessens,  der  Pfalz  sowie

von  der  Mosel  und  Snar.

—Grossisten  und  Exporteuren  entsprechender  Rabatt.—
Soritrte  Probenkisten  gegen  gpen.  Berechn:eng.  ((#)

  
 

  
 

 

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*5

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80  Linienstrasse  BERLIN,  Linienstrasse  80,

——  Loflieferant  Sr.  Majestit  des  Katsersz..—
offerirt  nebst  troplschen  Frucht-  und  Nutzpflunzen-Samen  auch  solchen  von  Gemisen,  soweit  sich  diesclhen
nach  den  der  botunischen  Centralstelle  in  Berlin  gemachten  AMittheilungen  als  für  den  Anbuu  in  den  Tropen
geelgnet  erwiesen  haben.  —  Da  dic  botanische  Centralstelle  nur  für  einmalige  Versuche  im  Kleinen  Gemüsesamen
  liefert,  so  ollerire  ich  für  grösseren  Bedurf  gegen  fr.  Einsendung  von  Mark  12,—  frunco  aller  deutschen
uasrikunlschen  Kolonien  gut  verpackt  1  Kollektion  von  Brutto  5  resp.  3  Kllo  incl.  Emballage.
Illustrirte  Kataloge  gratis.  7#.

 

 

 

Weingutsbesitzer

I  Gebr.  J  Ung  6  Weinhandlung,  Rhein-,  Nosel=  und  Pfahwein

Rüdesheim  a.  Rh.,  nach  allen  Welttheilen.  (#s)  —

 

 

 

 

Verlag  der  Königlichen  Hofbuchhandlung  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Berlin  SWu,  Kochstraße  68—71.

Die  deutsche  RAfrik  àa

Holonial  "  Gesthgebung.  Schilderungen  und  Rathschläge  zur

Sammlung  der  auf  die  deutschen  Vorbereitung  für  den  Aufenthalt

S  biete  bezügli  set  ..  ·
Ttksxdcltcukigesä  gärcklJcheGucilichq  nnddecDIknltcudrnschnizgrbtctkn.

internationalen  Vereinbarungen,  Von
mit  Anmerkungen  u.  Sachregister.  Dr.  v.  Wissmann,
Auf  Grund  amtlicher  Quellen  kajor.

herausgegeben  von
Riebow,
Gerichts-Assessor.
Preis  14  M.  Gebunden  16  M.

Preis  1,20,  elegant  gebunden  2  Mark.
Der  Reichskommissar  Major  v.  Wissmann
  beobachtete  während  seines  Aufenthalts
  in  Afrika,  wie  unvorbereitet
Dereutsche  in  die  Tropen  gingen  und  wie
wenig  sie  die  Bedingungen  des  dortigen

 

A  nleitu  ng  Lebense  und  Verkehrs  kannten  und  sich

für  den  ihnen  auzupassen  verstanden.  Noch  wäh
Gebrauch  O  I  poischene  ven  geisen  siren  ,hedh
von  e  See,  hat  er  daher  diese  „Nathschläge  und

zum  Schilderungen“  niedergeschrieben,  die  Allen

zu  Gute  kommen  sollen,  die  sich  in  die
deutschen  Schutzgebiete  oder  in  den  dortigen

Glätten  der  See.
40  Pf.  NReichsdienst  begeben.
        <pb n="470" />
        —  399

Justus  Perthes

Staatsbürger-Atlas.
A#  Kaierbälter  uas  ue  bl  7

Sochen  erschien:

 

 

-  I  sic-Ver


neichs  und  der  Sundesstaaten.
Mi##  Begleitworten.
Preis
Von  2  Mark.
Pnul  Langhans.

Ein  Aulus.  der  sich  wie  kein  anderer
  je  znvor  uneingesehränkt  an
hie  weitesten  Kreise  wendet  —

Inatsbürger  ist  ein  Jeder.  und
àur  lrheilnahme  an  den  öflentlichen
Einrichtungen  des  Reichs  zwingt
sich  in  unserer  Zeit  nnuch  dem
Gleichgülligsten  nuf.

Dic  schmucken  Kartenbilder.  die
eine  schier  unglaubliche  Fülle  bisher
  zerstreuten  und  schwer  zuzüng--lichen
  Stolles  zusammentraken,
weitlen  Vielen  längst  gewünschte
Klarheit  schullen  und  Keiner  wird
sic  ohne  nauchhultigste  Anregung
aus  der  IIand  legen.

Gothu:  Justus  Perthes.

 

 

sreültim  Südafrika.

Kommission  A.  Kesting,  Pretoria,

Transvaal.  Weiterbeförderung  aller
üter  in  Südafrika.

Hamburg:  Agent  lohn  Suhr,  Esdl.

Photographische  Apparate.
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Jmit  Usche,  Dresden.
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allen  Klimaten  erpropte

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für  frische  Milch  angelegentlichst.
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Bremen  und  Loxstedt.
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Q  ocker,  nachtlouehhend,
  Stück  Mk.  3.
Sülb.  Cyl.-Remontoir  Al.  12.  Gold.  bamen.
Remontoir  Al.  20.  Regulateure  m.  Schlagwerk
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Grösstes  Laker  in  ullen  Ar  ten  seiner
Uhren  und  Ketten.  Schweizer  Uhrenfadrik
  u.  Versandgeschäst,  Hannover  30,
Karmarschstrasse  6.  (60)

Ed.  Halbrock,  Mamburg,

anerkunnt  solides  und  reelles
E-xport-undlmporthaus
wWünscht  Verbindung  mit
Importeuren  und  Händlern
europäischer  Fabrikate

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Exporteuren  von  Produkten.

Referenzen  zu  Diensten  und  erbeten.

  

 

 

von

kurgz.

J.
Marine-Zahlmeister  a.  D.,

 

von
J.  Wangemann,

Marine-Pfarrer.

Das  Werk  zerfällt  in  vier  Abschnitte:
l.  Janjiber.  —

 

Im  Verlage  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Verlin  SW,  Kochstr.  68—71,
ist  in  zweiter  Auflage  erschienen  und  durch  alle  Buchhandlungen  zu  beziehen:

Tand  und  Teute  in  Deutsch-Dstafrika.

Erinnerungen  aus  der  ersten  Zeit  des  Aufstandes  und  der  Blockade.
In  85  photographischen  Original-Aufnahmen

und  Schilderungen

In  einfacher  Mappe:  12,50  M.;  in  eleganter  Mappe:  15  M.

2.  Baganeno.  —  3.  Dur  s  Selaam.  —  1.  Des  ber  Chäligkeil  unserer  Kriegschiffe.
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Die  Gummizeitung,

Dresden-Blusewitz,  6)0
bringt  neben  technischem.  chemischu.
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umfussende  Berichte  üher  cdie
Gummimürkte  der  Welt.  Abonne--ment
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von  Interesse  gegen  llonorar  erbet.

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Praunsehweiger  Worst-Heschnaman-Tanrit


Denecke  &amp;amp;  fmmel

Hollicleranten,
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  allen  Zonen  der  Erde.

 

 

 

 

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Berlin  C.  19.
Fabrikation  von
Echen  und  unechen  Bspiteangn.

Spezialitüt:  *W
Exportgenre.
lC  wollen  billigste
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et  tropreisliste
gratis  und  franko  verlangen.

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-Join  M#ndepel#  ur  Anu  #nedsd

 

 

 

 

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Berliner  Export-Tafel-Weißbier,

in  den  Tropen  mit  Erfolg  eingesührt,  von  den  verehrlichen  Messeverwaltungen
in  den  deutschen  Kolonien  seit  Längerem  ständig  bezogen,  dort  sehr  beliebt,  Jahre
6  haltbar,  nur  aus  bestem  Malz  und  Hopfen  hergestellt.  Das  Bier  ist  sehr
lang  hal  und  sehr  bekömmlich,  auch  von  den  Herren  Aerzten  der  deutschen
Schutztruppe  empfohlen.
Versand  in  Kisten  zu  50  ½  und  100  ½  Exportflaschen.
Mit  näheren  Angeboten  steht  auf  Wunsch  gern  zu  Diensten
Berliner  Weißbierbrauerei  und  Malzfabrik
Albert  Bier,  (13)
Berlin,  Stralanerstraße  3—6.  Begründet  1792.
Für  Deutsch-Ostafrika,  Susa  und  Madagaskar  hat  de-  Deutsch-Ostafrikanische
sellschaft  den  Alleinverkau
Aleini  Ess  für  den  sensigen  Export:
Harder  &amp;amp;  de  Voß,  Hamburg,  Gr.  Burstah  36—38.

 

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N049LaPerla-—Iltnun.1—-mllnntl  satt-·-  .  »75-—..
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Xo  Arte  —  Havana  —  sein  mittelkr.  äftig  .,.  .-—-.
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No.  50.  leinste  wmeild  bis  .1445.-No.
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It

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Kauflich  in  Mineralwäasserhandlung.,  Apoth,  Ilötels  etc- 


 

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Uus  den  Fomilienpapieren  (-Wilhelm
  von  Humboldts
und  seiner  Kinder.  220  1—1887.
mit  drei  Bildnissen.
Preis  geheftet  Mk.  10,—,
elegant  hebunden  M.  11  50.
Inhere  nd  Jahren  in  lechs

o  islagen  ve
ieser  Erfola  bezenat,  daß  1  Sie  nossen,
r  Welt  mit  Vorliebe  bedn

  des  Cebens  unangetasteien  Seele  in  ibrem  werth  be  zu
schänen  wissen  und  sicht  dem  wohlelätigen  den  vornehmer
Gesinnung,  wie  sic  ein  solchtes  Buch  därbietet,  gern  hingeben.

 

□——  von  1  E.  .  mittler  &amp;amp;  &amp;amp;  Zonn  *  Hosbuchholn.,

Verlin  SW,  Nochstra

 

 

Export-Bier,

Pillener  und  Münchener  Art,  der

Kaier-Branerei  Bee  &amp;amp;  Co.,

Bremen,
cimplichlt  der  Vertreter

Julius  Schrader,  Hamburg,

gr.  Reichenstr.  45.  (78*

 

 

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Ernst  Kraft,
Hamburg,

Ferdinandstrasse  43,
übernimmt  jede  Commission  und
Spedition  nuch  und  von

West-  und  Ost-Afrika

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t  Amt  I.  4257.  2

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Expeditionen  und  übersceischen
Ilandlungen  empfehle  i  ich  uls  bestes
u.  Dilligstes  scptisches.  steriles  u.
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Hagedorn’s  Moospappe.
200.0  Kx  —  1  Kubikmeter  Ranm  billige
  Emballage.  Relerenzen:  Kgl.
Charité-  Herlin.  die  Unir  ersitäts-Kliniken
  in  Würzhurg.  Leipzig.
Rrlungen.  Kicl.  Bresinn.  Göttingen.
Bonn  ete.:  die  Stadtkrunkenhäuser

 
 

 

 

 

    

 

 

in  Berlin.  llamburg.  Dresden.  Köln.

Darmstadt.  Dunzig.  Aünce  hen,  Magdeburg.

  I.übecek  ete.  (16)
Muster  und  lLitteratur  sranko.

6.  ßeckstroem,  derte.

 

 

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des  deutschen  Instrumentenbaues
Markneukirchen  i.  S.  No.

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        <pb n="473" />
        —  102  —

WOERMANN-  LINIE.

Am  20.  Juni:  P.  p.„Hedwig  Woermann“,  Capt.  Henneberg,
nach  Marocco,  Las  Palmas,  Teneriffe,  Conakry,  Liberia,  der  Goldküste,
  Togo,  whydah  und  Kotonou.

Am  30.  Juni:  P.  D.  „Ieannette  Woermann“,  Capt.  Heldt,
nach  Teneriffe,  Las  Palmas,  Gorée  und  den  Häfen  der  Südwestküste  Afrikas  von  Landana
bis  Loanda.

Am  10.  Juli:  P.  D.  „Aline  Woermann“,  Capt.  Jarck,
nach  Madeira,  Klein-Popo,  Lagos,  Kamerun  und  den  Hälen  der  Südwestküste  Alrikas
bis  Ponta  Negra.

Am  15.  Juli:  PF.  D.  „Ella  Woermann“,  Cant.
nach  Marocco,  Las  Palmas,  Teneriffe,  Gorée,  Dakar,  Rufisque,  Bissaoc,  Bolama,
Sierra  Lecne,  Sherbro  und  Liberia.

Nach  Deutsch-  Südwestafrika:  am  31.  Juli,  30.  Septbr.,  30.  Novybr.

Adote  Güter  müssen  cum  Tuge  vor  dem  459any#dutien  bis  I2  UhInr  mictaps  Idnosseite  sein.

Näheres  wegen  Fracht  und  Passage  ertheilt  in  Hamburg  die  Woermann-  Linie,  sowie  der  Schifflsmakler
August  Bolten,  Wm.  Miller’s  Nachfolger,  Admiralitststrasse  33/34,  und  wegen  Deutsch-Südwestafrika  die
Herren  L.  F.  Mathies  &amp;amp;  Co.,  Grimm  27.  12

*  Deutsche  O]st.  Afrika-  Linie.

Vermehrte  Fahrten.  Dreiwöchentlicher  Betrieb.
Regelmässige  Postdampfer  -  Verbindung
unter  Vertrag  mit  dem  Deutschen  Reiche
zwischen

Hamburg,  Ostafrika  und  Transvaal

Amsterdam,  Lissabon  und  Neunpel  anlaufend.
Die  nächsten  lahrplanmässigen  Expeditionen  finden  statt:

 

 

E.  P.  D.  „-BUNDESRATH“,  Capt.  Doherr  1.  Juli  1896  ab  Hamburg  (It.  Fahrplan)
Doppelschraubendampfer  „HERZOG“,  Capt.  v.  sensel  22.  Juli  1896  ab  Hamburg
R.  pVNERAI“,  Capt.  Asthansen-  2.  August  1896  ab  Humburg  (lt.  Fahrplan)
R.  P.  D.  „KAISER“,  Capt.  Stahl  2.  Septbr.  „  ahl  Hamburg  "

nach  Tanga,  Dar-es-Salám,  Sansibar,  Mozambique,  Beira,  Delagoa-Bai  und  Natal.

Diese  Dampfer  nehmen  auch  Passagiere  und  Waaren  nach
Bagamoyo,  Saadani,  Pangani,  Kilwa,  Ibo,  Lindi,  Quelimane,  Chinde,  Lamu  und

Mombassa.
Ferner  Extradampfer  ab  Hamburg  1#8  Kap  der  Aichen  Monse:  direkt  nach
Ieerban,  Deicqoc-Bai,  Moscnebidk#c.
Nächste  Expedition:
Die  Dampfer  Fhaben  vosnplsche!  n  vcnenngen  a#r  Fssahiene  in  allen  Liassen.

Ferner  zwischen  Ostafrika  und  Bombay  regelmässig  alle  drei  Wochen  im  Anschluss
an  die  Hauptdampler.

Näheres  ertheilt  in  Hamburg:  Cv)
wegen  Fracht  der  Schiffzmakler  August  Bolten,  Wm.  Miller's  Nachfolge

Ber.
wegen  Passage  die  Hamburg-Amerikanische  Packetfahrt-Aktien-  Gesellschaft,
sowie  wegen  Fracht  und  Passage  die

 

Deutsche  Ost-Afrika  -  Linie,
Gr.  Reichenstrasse  25.
Dieser  Nummer  liegt  das  2.  Heft  des  IX.  Bandes  der  „Mittheilungen  von  Forschungsreisenden
und  Gelehrten  aus  den  deutschen  Schutzgebieten“  bei.
Verantwortlicher  Nedalteur  für  den  nichtamtlichen  Theil:  O.  Mertinal,  Berlin.

Druck  und  Verlag  der  Königlichen  Hofbuchhandlung  und  Hofbuchdruckerei  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Verlin  SW  12,  Kochstraße  68—71.
Ausgegeben  am  17.  Juni  log#  um  5  Uhr  nachmittags.
        <pb n="474" />
        Deutsches  Kolonialblatt.

Amtsblatt  für  die  Schutzgebiete  des  Deutschen  Reichs.

herausgegeben  in  der  Koloniol--Ablheilung  des  Auswärligen  Amts.

 

 

VII.  Jahrgung.  berlin,  1.  Juli  1696.  1890ÖP  Bunmer  13.

Dieie  erscheint.  in  der  Regel  am  1.  und  15.  jedes  Monats.  Derselben  werden  als  Beiheste  a  die  une#ne  einmal  uirrtelsähmiico
ericheinenden:  „Mitthei  ungen  von  Forschungsreisenden  und  Gele  rte  i  aus  den  doutschen  Schutzgebioten“,  herausgegobon  n  1

v.  Danckelman.  6  vierteljährliche  Mbonsecmentabrei.  §  für  das  Kolonialblatt  mit  b  en  Fürs  sin,  beim  Bezuge  dur  c  Post  hroln  eeir

kuchineetn  Mr#  3,—,  direkt  unter  Streifband  durch  die.  hwenbehbann  M.  3,50  für  Deutschland  und  Oeste  tnrich=  Ungarn,  W.  3,75  für

die  Lör  nboes  Weltpostvereins.  —  Ein  endungen  di  Anfragen  sind  an  die  K  #nialt  iche  Hofbuchhandlung  von  Ernst  Sieg  Kiin  itller
d  Sohn=  Verlin  SW  12,  Techteann  e  08-71,  zu  Schen-  CEingetragen  in  der  Jeitungs-  Prelellite  für  1600  unter  Nr.  1910.)

Inha  lt:  Amtt  icher  Theil.  Ertheilung  der  Ermächtigung  zur  Veurkundung  des  Personenstandes  an  den  Gerichtsassessor
  Gleim  für  das  Schutzgebiet  Kamerun  S.  403.  —  Tecsonalien  S.  403.  —  Vertheilungsplan  der  Schutztruppe
und  Landespolizei  von  Deutsch-Ostafrika  am  31.  Mai  1896  4%

Nichtamtlicher  Theil:  Personal-Nachrichten  S  eutsg  Ostafrika:  Ueber  einen  Besuch  b
Machemba  S8  408.  —  Kamerun:  Aus  der  Station  —..  aue  —  Kogo  Heise  nach  Tschautscho  und  Piel
S.  411.  —  Deutsch-  Sübwestafriko)  Zu  den  Unruͤhen  in  Sideestaei  S.  411.  —  Deutsch-Neu-Guinea:
Neise  und  D  hätigkeit  S.  M.  S.  „Möwe“  S.  411.  —  Schiesal  der  Ställicher  Expedition  S.  413.  —
Assenssrhtrhe  E#pedtion  S.  414.—  uS  dem  Bereiche  Missionen  und  der  Antifklaverei=5.
  —  Aus  fenden  Kolonien:  Ugandabahn  e.  —  Serchellen  im  Jahre  1894  S.  416.

St.  Helena  im  Jahre  1894  S.  416.  —  Sierra  Leone  im  Jahre  1894  S.  416.  —  Der  Handel  von  Beira  S.  417.  —

Goldküstenkolonie  im  Jahre  1894  S.  417.  —  Verschiedene  4et  416.  W  Gesichtopunkte  bei  der

Anlage  vot  von  Lafrikanischen  Stationen  S.  418.  —  Ileven  Branziliensis  S.  421.  —  Stickstoffsammelnde  Pflanzen

S.  4

S.

 

 

 

 

Levantiner  Thaler  S.  421.  —  Litteratur  S.  422.  —  Schiffsbewegungen  S.  423.  —  Verkehrs-Nachrichten
4%—  —  Anzeigen.

Amtlicher  Theil.

Geseke;  Verordnungen  der  Reichsbehörden.

 

Auf  Grund  des  §  1  des  Gesetzes,  betressend  die  Cheschich  und  Beurkundung  des  Personenstondes
  von  Reichsangehörigen  im  Auslande,  vom  4.  Mai  1870  (B.  G.  Bl.  S.  599)  in  Verbindung  mit
8  4  des  Gesetzes,  betreffend  die  Rechtsverhältnisse  der  bann  Schutzgebiete  (R.  G.  Bl.  1888  S.  75),  und
mit  der  Allerhöchsten  Verordnung  vom  21.  April  1886  (N.  G.  Bl.  S.  128)  ist  dem  dem  Kaiserlichen
Gouvernement  in  Kamerun  zur  Dienstleistung  überwiesenen  Königlich  preußischen  Gerichtsassessor  Gleim
für  seine  Person  und  für  die  Dauer  seiner  amtlichen  Thätigkeit  im  genannten  Schutzgebiete  die  allgemeine
Ermächtigung  ertheilt  worden,  im  Falle  der  Abwesenheit  oder  sonstigen  Behinderung  des  Keiserlichen
Gouverneurs  bezüglich  aller  Personen,  welche  nicht  Eingeborene  sind,  bürgerlich  gültige  Eheschließungen
vorzunehmen  und  die  Geburten,  Heirathen  und  Sterbefälle  derselben  zu  beurkunden.

 

VVVVVVVVVVVVVVVVTyTVVyYVVYyVYVYVVVVVVVVVVVVVVVVVVVYVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVYFV

.  Perfspnalien.

Dem  Bezirksamtmann  im  Schußgebiete  von  Deutsch-  Ostafrika  v.  Stran#  und  dem  Registrator
und  Dragoman  beim  Kaiserlichen  Gonvernement  von  Deutsch-Ostafrika  Velten  ist  die  Genehmigung  zur
Anlegung  der  ihnen  von  Seiner  Hoheit  dem  Sultan  von  Sansibar  verliehenen  dritlen  Stuse  der  zweiten
Klasse  des  Ordens  „Strahlender  Stern“  bezw.  der  vierten  Stufe  der  zweiten  Klasse  desselben  Ordens.
ertheilt  worden.

Premierlieutenant  Thierry  vom  Grenadier-Regiment  r*ri*-.e  Fricrich  Wilhelm  II.
(1.  Schesscs  Nr.  10  ist  Allerhöchst  zum  Muswirtigen  Anmt  kommandirt  worden

Der  Beamte  beim  Kaiserlichen  Gonvernement  von  Deutsch-Ostafrika  Berg  ist  zum  Kaiserlichen
Bezirksamtmann  ernannt  worden.
        <pb n="475" />
        404

—

Vertheilungsplan  der  Schutztruppe  und  Landespolize#

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Anmerkung:  #  hinter  dem  Namen  —  krank,  c  hinter  dem  Namen  —=  kommands
–
Ar.  Kom-  Kom-  *  -  Zahl=  OberderGarnison=
  man-  Ober-  i-  Lieu-  Dber-  Aerzte  iht-  SEer-  Unter“
Kom-  ort  deur  führer  pagnie-  tenants.  ärzte  r  meister-  seuer=  Beldwebel  geanten  offizien
pagnie  führer  Z  asp  werler
—
I.  Schutztruppe.
—  jv.  Natz-]  Fischer  cv.  Beringess  —  r.  8  Kuhnen"  Engel-Henschke  /Langen=  Ritter
mer  Charisius  Bludau  sSKieferle  shardt  Krausecs  kenper
Stab  Dar-es=  *  Hosst  EIII
Saläm  r—  Arning  ?
–
Moschi  —  —  —  Merler  —  —  JDr.  Eggel]  —  Körner  I1  —  —  Bartscher  —
1.  Marang—  —  po.  Stuemer'-—4  ——  —  —  —  Reisewif
*
Kisuani  —  —  —  v.  been  —  —  —  —  —  —  Lembcke  —  —
—
Auf  dem  Marsch  —  .  —  Dr.  Stier"lu  -  —  —  Hammer
2.  nach  Perondo  Prince  ling  Winller  —  meistet
—
Darees-  v.  Wiss  l  TII  --  EskisansN
3.  Sali—  —  mann  —  JGSGorn  cinogg  Bius
Wasielewoli
ilimati  —  —  dlech  Stadlll  DDr.  Neins  Ganzer
4  Kilimatinde  Podlech  baur  hardt  Körner  LU.1  Krauß  —  Peichle
–
Aufdem  Marsch  *  v.  Kleisi  *  *  *  *  *
nach  Dar-es
Saläm  Albinus
5.  ulangas  —]  ——  orl.  Stochl  —1  —  —  Spiegell  —  Stephan
Dar-es=  Storch*  —  —  -  FeldmanwWitkva
Sol-inc—  —  —  Brosig  —  —  F  Hentschel  Frahm*  Muutff
–
6.  Kilwa  —  —  —  Kuhlmanns  —  —  Ollwig  —  —  —  —  Frischmuth  Herdecke
«  —
Kielmeyer  Dr.  z#Dorner
7.  Pangani  —  5  —  Jdv.  Wulffenß  Screber  *  9annewi)Lembte
–4
Hopp
8.  Lindi  —  —  Fromm  Schnenen  —  —  —  —  —  —  —  —  „Jahn
Lachenmas,
....  .  ——  zi.  *  -  Ullmann
9.  Udiidji  —  —  NamsayFonck  II  Hösemam  —  Koͤhler  —  Muller
–
0.  Tabora  —  —  Leue  Jany—  Dr.  —  sls*  —  Markgraf  —  Sydow
Passavant  Drewes  drath
—
Muanza  —  SHerrmann—  Zupitza  —  —  —  Hoffmam
11.  —  —  —  HDä.“(IU
Bukoba  —  —  —  Kollmann  —  —  J  —  —  —  Esne  —
        <pb n="476" />
        —  405  —
von  Deutsch-Ostafrika  am  31.  Mai  1896.

ier  dem  Namen  und  bei  den  Sißer  siehe  Bemerkungen.

 

 

1
"u

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1  *2
Ober=  *  8  ar  bi  i  ge
isese
hP  ..  mange--—EZ  Aslaris  Armirun
*  ehül  .  „  Askarig  9  Bemerkungen
sehülfen  9  h  sen  Schreiber  □  =  -  □  Effendi,  ar  regu-  irre-  *
5  6  läre  guläre
I.  Schutztruppe.
«  .  I  I  s  Art.  Depot:
—  Schirpke  Apelt  —  Unruh11  —  —  —  H#ital.  Verggeschütze  6.  7em  5  a
Hegewald  Triebel  ierd  1#  5  Revolberkanonen  bueberius  gin.  en
Päcker  &amp;amp;  Sieler  3/7  em  „  kseren  *t  Schreiber  Herdsleb
Aolland  Herbsleb“  1Schnellladekanone  37em  E  an  die  Flottile  abgegeben
#  5  Maschinengewehre  #  wird  reparirt
mm
6  #  1  K  1  unbrauchbar
—  —  —  6  ]  %  1  Berggeschütz
1  4  |  81  .  1  65  em
1  Schnelladelanone  *Lt.  v.  Stener  f  Ma
—  —  —  —  —  —  —  1  28  —  3,7  em  nach  Mara  auf  den  T
1  Schnellladekanone  *Lt.  v.  d.  Marn  behufs  Beur-E
  E—  4,7  em  aubung  zur  7  befohlen
—  —  —11  4—  —
Uaal.  Berggeschütz
—  —  —  —  ———  1  5  1  120—  ,-I
  lMaichlneagewehtsmm
—  Werner  —  —  —  11  2  9  124  —  —
l
1  ital.  Berggeschütz
—  —  —  —  ———-  10E1261—  -C"1
1  Maschinengewehr
8  mm
1  l
—  —  —  —  ——  Ii5:s7!-  —
VHW(  —  —
Prinage  —  —.  —  —  5  43  2  —  *
—  —  —  —  —11  1  —  —  1½  2#..  Sorch  und  Eer  eant
5  «  28  gehen  auf  Urlaub  dean  T
«  I  ital.  Bergaeschüb  6.7  emn
—  —  —  —  —  —  1  8  112  4  3  leichte  Feldgeschütze
1  .  K/73
—  —  —  —  —  „I  Maschinengewehr
1  s  111  8  mm
T.  .  ..
—  Früchte-  —  —  —  2  leichte  Feldgeschütze  «
nicht  1  3  los  —  K73  *
1  .
»  -  XLleztrwsemannmd0
—  ;  —  —  E  —  nd  Laz.  Geh
Pfeuffer  8  114  4  Mlaffer  auf  dem  Marsche  nach  1
-  -  .  idji
w  1  Schnellebetenone  Awegmieluhrer  5  Gue  lommt  krankeidner
  Aimer“  —  —  —.  7  134  6  .obetsbelber  rn  Mnot  zwecks
#  1  r⅜  Beurlaubung  zur  Küßte  befohlen
—.  «  «  '  LasTGeh  Aimer  Auf  dem  Marsche  nach
—  —  —  —  ———  4  32.  "  33  1  —1  *  3  Chargen,  13  Mann  auf  dem
is  3,7  cm  M  Marsche  nach  Muanza
Jurokk  Nay—  —  —  —  1  .  56  44  —  *  Loz  00  d  auf  vem  Marsche  "#
nach
l
        <pb n="477" />
        —  —  —
Nr.  2
derGarnison=  g#om  Ober-Kom  eu-  &amp;amp;  Ober=  Aerite  S  Zahl-  Ober-·  Ser—  Unter--
  ie-  —.  e  -  ister=  -  ....
Kom-  ort  deur  führer  pagnie  tenants  ärzte  S.  meister  seuer=  Veldwebel  geantenoffiziere
pagnie  führer  5  aspirantenwerler
—
Graf  Fugger  darit
Kilossa  —  —  —  ·  —I)k.Berg—-Stannn  —-  -  —  usslotxa
12.
—  —  „—  —  —  —  —
-  Skiba
Mpapua  —  —  —  Glauning  —  —  —  —  —  —  —  —  Schis
–
Aus  Expedition  Troth  al  —  —  —  —  —  —  —  —  —  Kamp  —  —
—
Zusammen  1  1  7  22  1  —  12  1  8  1  11  11  25
—
II.  Landespolizei.
Tangg  —  —  —-  —  ———  —  —  —  —  —  —  Haible  &amp;amp;
Masinde  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  Jaenke  —
Pangani  —  —  —  —  ——  —  —  —  —  —  —  Grimm
Saadani  —  —  —  —  —  —  ———  —  —  —  —  —  T
Bagamoyo  —  —  —  —  —  Gaert  —  —  —  —  —  —  Petrowitz
Dar-es-Saläm  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  Mutter  —  —
Kisaki  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  Bittner
z  Gi[  J  [H.
Donde  —  —  —  —  —  1  —  —  —  —  —  Lustig  —
Mikindani  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  Kayser  —  —
Langenburg  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  Haegele  —  —
Zusammen  —  —  1  —  —  1  —  —  —  —  3  2  5
III.  Beurlaubt  nach  Europa.
Frhr.Schlobach  Dr.  Dr.  Teppe  Aymarzig]  Steinmetz  Mergarten
—  —  —  fo.  Schrenck  Nachtigalle—  Schwe-]  Koerfer  Krefeldt  —  Wein-  udol
v.  Notziung  Böhmer  singer  Dr.  Simon  Jost  berger  Liebhardt
Langheld  v.  Bercken  Feist  Hartmann  Sommer
v.  Elponstenzler  Freytag
Johannes]  Fonck  I  Benkewitz
Scherner  v.  Grawert  Nichter
Engelhardt  Merkl
Zusammen  —  —  5  1  8  —  1  2  —  4  —  3  8  1
Kommandirt.
—  —  —  Fischer,  —  ——  —  —  —  Krause  s  Meuser  s  Ritter
Berlin  zum  Gouvss  um  zum  Art.
Büreau  Eisenbahn  Depot

 

 

 

 

 

 

 

kommando
        <pb n="478" />
        407

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

*  4+
Ober-  Lazareth-  Etats  "y  ie  v%  ar  *  „I1  2
lazareth.  ül  mäßige  =  5  5  "-  Char-  Aslaris  Armirung  Bemerkungen
gehülfen  gehüfsen  Schreiber  .-  fendi  gen  regu=  irre-(6
  läre  guläre
·  1  Schnellladekanone
*  „.(!  cEm
—  D  —  —  —  11  —1  Maschinengewehr
11  Schnellladekanone  *lv
Wiest  —  —  —  6  38  —  li(?(se
1  Nordenfeltgeschütz
Scharfen-  —4  —  3  50  —  ·  Lal  Geb.  S  .
—.  berger  *  —  brey  #a.  Geb.  Scharfenberger  kon  mt  zurüc
4  10  4  %  6  1442  1oi  4
II.  Landespolizei.
Ossen=  .)Y)I37  .  ,  4leichte  Feldgeschütze
wanger  —  —D7  3  43  K/73
—  —  ——
—  —  —  —  —  ——  1  24  —  5  Voetslanonen
19  2  leichte  Feldgeschütze
*  *2  D,„V„  ««-—  ch73
ichte  Feldgeschütze
—  —  —  —  ——  —  1  39  hleichte  Feldg
1  4  39  K/73  #
—  „vem
[  —  —  4½e  Ww
—  —  —  —  —  —  —  1  9  —  —
—  —  —  —  —1  36  —  —
—  —  —  —4  —  —
·-  2  leichte  Feldgeschütze
Voelkner  —  —  —  ———  1  25  —  K/73
—  —  —J  —3  2  50  —
2  –  –  —  —2  21  289  50  21
III.  Beurlaubt  nach  Europa.
Wülfin  Benz  —  —  —  —  —  —  —
Loegel  Schuster  i  ·
Fleisch-  I  «
mann  6
,  l  .
—
2  3  —  ——  —

 

 

 

 

 

 

Kommandirt.

 

 

*  zum  Bezirksamt  Dar-zes-Sala#
        <pb n="479" />
        —  408  —

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

*
Kom-Oter.  Kom-  Lieuse  Ober-  Zahl=  Ober-  Ser-  Unter=Garnisonort
  man-  pagnie-  —.  Aerztemeister-feuer=  Feldwebel  »
führer  »  tcnantszarzte  z.  ,  geantcnofftzteke
ührer  5  aspirantens  werker
Krank.
Haible  “
—  —  —  —  —  —  |  —-  —  —  —  Wallner  —  Witkowsli
1  7
Rekapitulation.
I.  Schutztruppe  1  1  7  22  11  —  12  1  8  1  11  11  25
II.  Landespolize:—  —  1  —  —  1  —  —  —  —  3  2  5
III.  Beurlaubt  .—  —  5  8  —]  1  2—  4  —  3  8  1
Zusammen  I  1I1  13  30  I  1I  2  I  14  I  1  12  1  1  1  1  1  21  1  31

 

Personal  ·  Nachrichten.
Deutsch-Ostafrika.

Der  als  zweiter  Gouvernementsbaumeister  in  den
Dienst  des  Kaiserlichen  Gouvernements  getretene
Königlich  preußische  Regierungsbaumeister  Todsen
ist  nach  Dares-Saläm  abgereist.

Der  für  die  Stelle  des  Lazarcthinspektors  angenommene
  Oberlazarethgehülfe  Hübner  ist  nach
Dar-es-Saläm  abgereist.

Die  Lieutenants  Storch  und  Charisius,  Arzt

Arning,  Feldwebel  Henschke,  Zahlmeisteraspirant
Kuhnen  und  Oberlazarethgehülfe  Herbsleb  haben  im

 

 

Juni  das  Schutzgebiet  mit  Heimathsurlaub  verlassen.

Der  in  den  Dienst  des  Kaiserlichen  Gouvernements
getretene  Gerichtsaktuar  Zeucke  ist  Ende  April  in
Dar-es-Saläm  eingetroffen.

Der  Zollamtsassistent  Ziegenhorn  ist  während
seines  Heimathsurlaubs  zu  Heidelberg  plößlich  versiorben.
  Das  Kaiserliche  Gouvernement  verliert  in
ihm  einen  erfrigen,  pflichttreuen  Beamten.

Ramerun.

Der  Lieutenant  in  der  Kaiserlichen  Schuttruppe

Dominik  ist  im  April  in  Yaüunde  angelangt  und
hat  die  Leitung  der  Station  übernommen.

Nichtamtlicher  Theil.

Der  stellvertretende  Kommandeur  der  Kaiserlichen
Schutztruppe  Hauptmann  v.  Kampptzhat  am  18.  Mai
mit  der  Truppe  den  Rückmarsch  von  Yaunde  angetreten
  und  wurde  Anfang  Juni  in  Kribi  erwartet.

Der  Premierlicutenant  Bartsch  und  der  Zahlmeisteraspirant
  Peter  haben  im  Mai  einen  Erholungsurlaub
  angetreten.

Die  in  den  Dienst  des  Kaiserlichen  Gouvernements
getretenen  Schiffszimmerleute  Reimers  und  Millack
sind  im  Mai  in  Kamerun  eingetroffen.

Togo.
Der  geprüfte  Heilgehülfe  Winkler  ist  Anfang
Mai  in  Klein-Popo  eingcetroffen.
Südwestafrika.
Der  Landrentmeister  Reichelt  hat  Mitte  April
die  Heimreisc  angetreten.

seu-Guinea.
Die  wissenschaftliche  Expedition  unter  Leitung

des  Lrr.  Lauterbach  ist  in  Friedrich  Wilhelmshafen

angekommen.
Der  Leiter  der  zoologischen  Forschungsstation  im

Bismarck-Archipel  Professor  Dr.  Dahl  ist  in  Ralum
angelangt.

Machrichten  aus  den  deukschen  Schuhgebieten.

(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  theilweise  nur  mit  Quellenangabe  gestattet.)

Deutsch-Hlstafrika.
Ueber  einen  Zesuch  bei  Machemba

ich  mit  Feldwebel  Kayser  und  11  Askaris  am

Gemäß  Verfügung  vom  26.  Februar  d.  Is.  brach

6.  d.  Mts.  von  hier  auf,  um  Machemba  im  Namen

berichtet  der  stellvertretende  Bezirksamtmann  von  der  Regierung  den  Gegenbesuch  zu  machen;  die  Ex-Mikindani,
  Hauptzollamtsvorsteher  Ewerbeck,  unter  pedition  dauerte  bis  zum  16.  d.  Mts.,  währte  also

dem  18.  April  d.  Is.  Folgendes:

11  Tage.
        <pb n="480" />
        409

 

 

 

 

 

 

 

—  —  -  -  .
Z  IF  «b.
Ober-  Lazareth-  Etats+  2  8  8  *  Farbige
lazareth=  mäßige  Char-  AskarissArmirung  Bemerkungen
gehulsen  gehülfen  Schreiber  *  -  Effendi  9en  regu-  irre—
#  1  läre  guläre
Krank.
1.  1
-·  —  —  —  —  —  —  7)  Lazareth  Dar-es-Saläm
Häcker  71)  —  —  7  Lazareth  Tanga
Rekapitulation.
4  10  4  —  3  5  9  96  1442  101  40
2  —  —  —  29  289  50  2
2  3  —  —————«—.—  —
8I13l4l—l3  Iol11117z1731151  6i  I

 

Am  6.  April  wurde  der  Ort  Mdumbwe  erreicht,
1½  Stunden  südwestlich  von  Sudi  gelegen,  ein  Dorf
von  etwa  70  Häusern,  inmitten  fruchtbarer,  gut  gepflegter
  Mtama=  u.  s.  w.  Schamben.  Am  Platz  sind
außer  anderen  acht  Halbaraber  und  Beludschen  ansässig,
  die  Kleinhandel  für  Abd  el  Kadr  treiben,  dem
durch  Gonvernementsverfügung  der  Alleinhandel  in
Mdumbwe  seit  etwa  11/  Jahren  gestattet  ist.
Mdumbwe  ist  ein  wichtiger  Platz  des  Bezirks,  wird

hauptsächlich  von  Machembaleuten  aufgesucht,  die
Von  hier  wurde  Jumbe

Importwaaren  eintauschen.
Ali  bin  Mohamed  als  Führer  und  Dolmetscher  mitgenommen.


Am  zweiten  Tage  Marsch  von  Mdumbwe  über
Mchicha  (3  Stunden)  —  Lilobe  (1  1½/2  Stunden)  —
Masur  (1½/  Stunden)  zu  Munidadi  (2½  Stunden)
durch  fruchtbare,  gut  bebaute  und  mäßig  bevölkerte
Gegend  mit  schwerem  schwarzen  Boden.  Bewohner
bringen  sämmtliche  Anliegen  zum  „Scheich“  (Abd  el
Kadr),  den  sie  einfach  „Bwana“  nennen.  Sein  Einfluß
  rührt  von  jahrzehntelangen  Handelsbeziehungen
dort  her.  Der  ganze  Landstrich,  sogenanntes  „Mambi“
(von  Mdumbwe  bis  an  Machemba  heran  und  in  einer
Breite  von  verschiedenen  Wegstunden),  eignet  sich
offenbar  gut  zum  Plantagenbau,  da  der  Litco,  das
Mambi  durchfließend,  den  größten  Theil  des  Jahres
Wasser  führen  soll.

Am  dritten  Tage,  dem  8.  April,  Marsch  von
Munidade  durch  sumpfige,  wasserreiche,  fast  unbebaute
Niederung,  bis  3  Stunden  von  Kionda  entfernt.

Am  vierten  Tage  Marsch  über  Kionda,  Verwandten
  und  Freund  Machembas,  bis  „Liteo",  Bei
Kionda  fanden  wir  freundliche  Aufnahme,  seine  Leute
begleiteten  uns.  Etwa  1  Stunde  hinter  Kiondas
Dorf  waren  auf  ½  Stunde  Marsch  eine  Anhöhe
im  Bambusdickicht  hinauf  die  Wege  durch  am  Tage
zuvor  geschlagene  Bäume  und  Bambusstauden  aus
einem  nicht  aufgeklärten  Grunde  versperrt,  so  daß  es
nothwendig  wurde,  durch  das  Gebüsch  zu  marschiren.
Kurz  vor  Liteo  wurde  ein  etwa  1  Stunde  breiter,
dichter  mit  Lianen  durchsetzter  Busch  passirt.

Am  fünften  Tage  (10.  April)  Ankunft  in  Luagalla.
  Am  sechsten  Tage  von  Luagalla  über  Chamtande
  nach  Maianja  und  zurück  nach  Luagalla.

Machemba,  von  meiner  Ankunft  vorher  in  Kenntniß
  gesetzt,  kam  uns  in  Luagalla  mit  etwa  zehn
seiner  Großen  und  zahlreichem  Gefolge  entgegen.
Die  deutsche  Flagge  war  gehißt,  anscheinend  aber
erst  wenige  Stunden,  da  sie  noch  scharfe  Falten
zeigte.  Ich  theilte  Machemba  den  Grund  meines
Besuches  mit  und  sprach  die  Hoffnung  aus,  daß  seine
Beziehungen  mit  der  Küste  dauernd  gute  bleiben
würden.  Er  schien  anfangs  etwas  zurückhaltend  und
unzufrieden.  Als  ich  aber  den  guten  Zustand  seiner
Schamben  und  Hütten,  die  gute  Qualität  des  aus
seinem  Gebiet  kommenden  Gummis  lobte,  wurde  er
freundlicher  und  bat  mich,  noch  am  nächsten  Tage
dazubleiben,  er  selbst  wolle  mir  seine  Schamben  nun
auch  zeigen.  Dies  geschah  am  nächsten  Tage  und
war  von  hohem  Interesse.

Lnagalla  zieht  sich  stundenweit  hin,  zeigt  aber
in  der  Nähe  des  Schauriplatzes  und  der  derzeitigen
Wohnung  Machembas  ein  etwas  vernachlässigtes
Aeußere.  Die  Umgebung  der  Häuser  (zum  Theil
unbewohnt)  ist  offenbar  seit  sechs  Monaten  nicht  vom
Gras  und  Gestrüpp  befreit.  Die  Häuser  und  Hunderte
  von  Mangobäumen  licgen  mitten  in  einer
Wildniß  von  Gras  und  Unkraut.  Als  Grund  der
Vernachlässigung  wurde  angegeben,  daß  viele  seiner
Leute  in  Luagalla  Hungers  gestorben,  andere  sich
in  der  Nähe  angebaut  hätten.  Dies  scheint  mir
indeß  nicht  der  wahre  Grund  zu  sein.  Vielmehr
mag  Machemba  die  Absicht  gehabt  haben,  Lnagalla
ganz  aufzugeben,  da  es  von  Südwesten  (von  Kionda
aus)  und  von  Westen  her  zu  wenig  gegen  Angreifer
geschützt  ist.  Die  Gegend  nach  Nordwesten  zeigt  ein
ganz  anderes  Aeußere.  Hierher  führte  uns  Machemba
am  zweiten  Tage  unseres  Aufenthaltes.  Etwa
1¼1  Stunden  passirten  wir  denkbar  dichtestes  Buschwerk,
  mit  Lianen  und  feinen,  zähen  Dornranken
durchsetzt,  das  dem  Blick  nicht  gestattete,  einige  Meter
weit  hineinzudringen.  Machemba  hatte  zwei  Tage
zuvor  einen  2  m  breiten  Weg  hindurchschlagen  lassen
        <pb n="481" />
        —  410  —

bezw.  den  alten  sehr  schmalen  Weg  verbreitern  lassen,
um  eine  bessere  Passage  zwischen  Luagalla  und
Maianja  (anscheinend  seinem  Aufenthaltsorte,  da  er
Briefe  u.  s.  w.  dort  aufbewahrt)  zu  haben.  Von
diesem  Hauptwege  ab  führen  abwechselnd  nach  rechts
und  links  kleine,  enge  Seitenwege,  welche  leicht  durch
Verhaue  zu  stopfen  sind.  Auf  diesen  Seitenwegen
gelangt  man  nach  etwa  50  bis  100  Schritten  auf
offene,  rings  von  demselben  Buschwerk  eingefaßte
freie  Flächen,  welche  als  Schamben  bestellt  sind.
Seitlich  stehen  diese  Schamben  wieder  durch  ähnliche
schmale  Wege  miteinander  in  Verbindung.  Es  wurden
  beim  Begehen  des  Hauptweges  etwa  10  bis  12
dieser  kaum  bemerkbaren  Seitenwege  gezählt.  Nach
Verlauf  einer  Stunde  nahmen  die  Schamben  an
Größe  zu,  folgten  nicht  mehr  einer  ausgesprochenen
Richtung,  wie  sie  der  zuerst  passirte  Hauptweg  bedingte,
  doch  waren  sie  nichtsdestoweniger  von  dichtem
Busch  umgeben.  Die  Verbindungswege  gingen  nicht
in  gerader  Richtung  von  einer  Schamba  zur  anderen,
sondern  namentlich  am  Anfang  und  Ende  in  Zickzacklinien,
  den  Uneingeweihten  über  ihren  Verlauf  leicht
täuschend,  so  daß  eine  Verfolgung  der  Machembaleute
  auf  denselben  schwierig  für  Angreifer,  eine  Vertheidigung
  aber  ziemlich  leicht  sein  dürfte.  Die
Schamben  befinden  sich  sämmtlich  in  sehr  gutem  und
sauberem  Zustande.  Jedes  Fleckchen  Erde  ist  ausgenutzt.
  Die  Bearbeitung  des  Bodens  sticht  gegen
die  bisher  bei  Makondes  und  Küstennnegern  wahrgenommene
  vortheilhaft  ab.  Der  Boden  ist  fruchtbar;
  Mtama,  Mais,  Mohogo,  Erdnüsse,  Bataten,
Mawela,  Kunde,  Reis  und  hin  und  wieder  Tabak
gedeihen  gut.  Die  Hungersnoth  ist  jedenfalls  seit
Monaten  vollständig  vorüber,  wofür  auch  das  gute
Aussehen  der  Leute  Zeugniß  ablegt.  Heuschrecken
wurden  in  Luagalla  und  Maianja  nicht  wahrgenommen.


Das  Benehmen  der  Machembalente  war  ein
freies  und  freundliches.  Machemba  selbst  scheint  über
die  Seinen  eine  mehr  als  patriarchalische  Gewalt  zu
besishen.  Die  Freien  und  verdienstvollen  Sklaven
bebauen  ihre  eigenen  Schamben  und  bringen  ihrem
Oberen  gelegentlich  der  Ernte  ein  ihrem  Vermögen
entsprechendes  Geschenk  (Heschima).  Die  Sklaven
und  bei  Machemba  Zuflucht  suchende  Leute  bebauen
seine  Schamba  gegen  Gewährung  des  Lebensunterhalts.
  Außerdem  sollen  alle  seine  Leute  verpflichtet
sein,  auf  den  sogenannten  Serkalschamben,  deren  verschiedene
  besucht  wurden,  eine  gewisse  Arbeit  zu  verrichten,
  deren  Ertrag  zum  größten  Theil  zu  gemeinnützigen
  Dingen  Verwendung  finden  mag.  So
arbeiten  70  bis  80  Männer  an  dem  Hauptwege
zwischen  Luagalla  und  Maianja,  andere  an  der  Freilegung
  des  Dorfes  Luagalla  unter  Aussicht  eines
Verwandten  Machembas.  Gleichzeitig  wurde  Machemba
aufgefordert,  nunmehr  auch  nach  Mikindani  Leute  zu
senden,  um  dort  Handelsbeziehungen  anzuknüpfen.
Kleine  Posten  sind  heute  (am  18.  April)  bereits  von
Kaufleuten  der  Stadt  an  Machembaleute  zum  Ein- 



tausch  von  Gummi  abgegeben,  doch  herrscht  ein  gewisses
  Mißtrauen  ihnen  gegenüber,  da  die  Händler
fürchten,  ihre  Waaren  zu  verlieren  in  Anbetracht,
daß  ein  Inder  dem  Said  Machemba  vor  zwei  Monaten
  einen  größeren  Posten  Waaren  überlassen  hat
gegen  die  Zusicherung,  sofort  Gummi  zu  schicken.
Dieser  Abmachung  ist  Said  Machemba  bisher  nicht
nachgekommen.  Da  auf  die  Dauer  Roeibereien  von
Machembaleuten  mit  seinen  Nachbarn  sich  nicht  werden
  vermeiden  lassen,  falls  nicht  auch  eine  Aussöhnung
  mit  diesen  stattgefunden  hat,  so  wurde  Machemba
vorgestellt,  sich  mit  Schikambo  zu  versöhnen,  und
sagte  er  bereitwilligst  zu,  wenn  jener  ihm  eine  Verwandte
  herausgäbe,  die  sich  seit  Jahren  bei  Schikambo
  befindet.

Schikambo  war  zwei  Tage  später  ebenfalls  einverstanden,
  forderte  aber  auch  seinerseits  zwel  Weiber
zurück.  Beide  (Machemba  wie  Schikambo)  sagten
zu,  nach  der  Regenzeit  nach  Mikindani  zu  kommen,
die  Weiber  mitzubringen  und  die  Freundschaft  vor
dem  „Malima“  zu  besiegeln.  Für  diesen  Tag  sind
auch  sämmtliche  Jumben  aus  dem  beziehentlichen
Theile  des  Bezirks  aufgefordert,  nach  hier  zu  kommen,
um  ein  möglichst  gutes  Einvernehmen  zwischen  den
Leuten  des  Hinterlandes  herbeizuführen.

Machemba  giebt  die  Zahl  der  ihm  folgenden
erwachsenen  Männer  auf  gegen  3000  an,  die  Leute
des  Said  Machemba,  Kionda,  Chantande,  Cheume,
Niama,  Mtepa  (Ruho),  Neomanga  (Makuta),  Mitema
(Kilangari)  eingerechnet.

Am  12.  April  wurde  der  Marsch  nach  Schikambo
angetreten,  um  außer  anderen  kleinen  Schauris  auch
das  obenbezeichnete  einzuleiten.  Der  Weg  über
Medda  Mbindo  erwies  sich  als  verwachsen  und
wegen  Wassers  unpassirbar,  so  mußte  der  andere
Weg  über  Chindoro—Kionda  gewählt  werden.  In
Medda  (1  Stunde  hinter  Luagalla)  befindet  sich  der
zweite  Wasserplatz  für  Machembaleute  in  der  trockenen
Zeit.  Der  erste  liegt  etwa  10  Minuten  südlich  vom
Schauriplatz  in  Luagalla.

Schikambo  hat  seinen  früheren  Wohnsitz  verlassen
und  haust  in  einer  elenden  kleinen  Hütte  im  Busch,
nur  wenige  seiner  Lcute  wohnen  in  seiner  Nähe  und
sind  um  ihn,  während  er  noch  vor  1½  Jahren  mit
großem  Gefolge  und  verschiedenen  Jumben  nach  Lindi
kam.  Er  giebt  an,  daß  die  meisten  bei  den  letzten
Unruhen  und  infolge  der  Hungersnoth  von  ihm  fortgezogen
  seien,  einige,  die  ihm  früher  gefolgt,  wären
selbständige  Jumben  geworden.  Nur  der  Makonde
Nandule  mit  einigen  Hundert  Leuten  erkenne  ihn
noch  als  Oberen  an.  Auf  den  Vorschlag,  sich  mit
Machemba  zu  versöhnen,  ging  er  bereitwilligst  ein.
Betreffend  den  ihm  gemachten  Vorwurf,  gelegentlich
der  Expedition  des  Herrn  Oberstlieutenants  v.  Trotha
nicht  nach  Liteo  gekommen  zu  sein,  giebt  er  an,  die
Botschaft  zu  spät  bekommen  zu  haben.

Am  14.  April  wurde  der  Nückmarsch  über  Chihinde,
  Nandule  nach  Mikindani  angetreten.  Am
        <pb n="482" />
        —  411  —

15.,  ohne  Masur  zu  berühren,  Mdumbwe  erreicht
in  6  Stunden.

Nach  auf  dem  Hinmarsch  gegebener  Anordnung
waren  die  Wege,  welche  sich  in  schlechtem  Zustande
befanden,  gesäubert.

Am  elften  Tage,  dem  16.  April,  wurde  die  letzte
Strecke  von  Mdumbwe  nach  Mikindani  in  5  Stunden
zurückgelegt.

Kamerun.

Aus  der  Station  Faunde

meldet  Hauptmann  v.  Kamptz  unter  dem  11.  April
d.  Is.  Folgendes:

Der  Häuptling  der  Vogebetschi  Ombnbissoko  hat
sich  mir  am  27.  März  auf  der  Station  gestellt  und
befindet  sich  seit  dieser  Zeit  hier  im  Gefängniß.

Wie  ich  dem  Kaiserlichen  Gonvernement  bereits
meldete,  war  der  Häuptling  in  das  drei  Tage  enisernte
  Gebict  der  Vogefar  geflüchtet  und  viele  seiner
Leute  hatten  sich  zu  den  Vogebelas  begeben,  mit
denen  ich  schon  vorher  Frieden  geschlossen  hatte.

Da  ich  nun  nach  Bestrafung  der  Vogebetschi  und
Ntonis  weitere  Kämpfe  vermeiden  wollte,  verhandelte
ich  von  der  Station  aus.  Ich  ließ  allen  Stämmen
durch  Amba  die  Nachricht  zugehen,  wenn  Ombabissoko
  sich  mir  auf  der  Station  stelle,  sei  der  Krieg
beendet.  Auch  sei  demselben,  wenn  er  freiwillig
komme,  das  Leben  geschenkt.  Anderenfalls  würden
diejenigen,  welche  ihn  oder  seine  Leute  aufnehmen
würden,  von  mir  zur  Rechenschaft  gezogen  werden.
Die  Verhandlungen  hatten  obenerwähnten  Erfolg.
Am  27.  März  erschien  Ombabissoko  mit  ungefähr
80  Kriegern  zur  Unterwerfung.  Für  die  von  ihm
gefangenen  zwei  Stationsleute  (Dahomes),  von  denen
der  eine  gelödtet,  der  andere  nach  Bakoko  verkauft
sein  soll,  legte  ich  dem  Ombabissoko  die  Zahlung  von
100  Stück  Vieh  auf.  Auch  muß  Ombabissoko  sechs
Monate  lang  zehn  Arbeiter  auf  die  Station  stellen.
Er  selbst  verbleibt  als  Geisel  auf  der  Station.
Diese  Bedingungen  wurden  von  den  übrigen  Vogebetschi
  durch  mehrfaches  beifälliges  Grunzen  aufgenommen.
  Dann  wurde  Ombabissoko  festgenommen
und  seine  Leute  mit  dem  Bedeuten  entlassen,  daß
nunmehr  Friede  sei.  Die  Vogebetschi  kommen  nun
langsam  in  ihr  Land  zurück  und  bauen  sich  wieder

an.  Auch  auf  dem  Wege  zur  Küste  haben  die

Maündes  ihre  Hütten  wieder  aufgebaut,  wie  der  am
2.  April  hier  eingetroffene  Lieutenant  Dominik
meldet,  und  haben  sich  die  Verhältnisse  wieder  so  weit
beruhigt,  daß  die  Post  wie  früher  durch  drei  Mann
geschickt  werden  konnte.  Tags  darauf  hat  Lieutenant
Dominik  die  Leitung  der  Station  übernommen.

Ambas  Gehalt  habe  ich  von  15  Mark  auf  30

 

Vorwerck  sind  bis  jetzt  von  Krankheit  verschont
geblieben.

Ich  beabsichtige,  mich  in  den  nächsten  Tagen  am
Sanaga  zu  orientiren,  und  wird  mich  Lieutenant
Dominik  begleiten.  Mitte  Mai  gedenke  ich  den
Rückmarsch  nach  der  Küste  anzutreten.

Tuogo.
Reise  nach  Tschautscho  und  Sugu.

Der  Vorsteher  der  Station  Kete-Kratschi  Lieutenant
  Graf  Zech  hat  in  der  Zeit  vom  6.  Jannar
bis  14.  März  d.  Is.  eine  Reise  über  Dutupenne,
Taschi,  Fasugu,  Paratau,  Kirikiri  nach  Wangara,  der
Hauptstadt  Sugus,  ausgeführt.  Er  hat  überall  die
bestehenden  Beziehungen  gefestigt  und  neue  angeknipft.
Auf  dem  Heimwege  wurde  er  von  den  seit  längerer
Zeil  wegen  ihrer  Räubereien  berüchtigten  Taschileuten
in  der  Landschaft  Fasugn  angegriffen.  Es  gelang
ihm  aber,  sie  mit  Hülfe  des  Herrschers  von  Tschautscho,
der  mit  100  Fußsoldaten  und  10  Reitern  zu  ihm
gestoßen  war,  zurückzuwerfen.  Die  Friedensstörer
haben  sich  unterworsen  und  Strase  gezahlt  und  versprochen,

  in  Zukunft  ihre  Näubereien  zu  unterlassen.

Deutsch-Südwelkafrika.
5u  den  Unruben  in  Südwestafrika.

Nach  einem  Telegramm  des  Kaiserlichen  Landeshauptmanns
  Majors  Leutwein  vom  20.  Mai  wurde
Kahimema  und  der  ganze  Khauasstamm  gefangen,
Nikodemus  hat  sich  freiwillig  gestellt.  Der  Krieg
ist  damit  vorläufig  beendet.

Deutsch-Neu-Guinea.
Neise  und  Tbhätigkeit  8.  M.  S.  „Möwe“.

Der  Kommandant  der  „Möwe“  berichtet  aus
Friedrich  Wilhelmshafen  unter  dem  6.  März  d.  Is.
über  eine  Rundfahrt  Folgendes:

Am  16.  Jannar  morgens  trat  ich  die  Reise  nach
dem  südöstlichen  Theile  der  Salomons-Inseln  an.
Ich  wählte  die  Fahrt  nördlich  um  die  Salomons.
Inseln,  um  mich  einerseits  über  die  Küste  zu  informiren,
  und  andererseits  auf  das  Einsetzen  des  Nordwestwindes
  gerechnet  werden  konnte.  Nachdem  in
der  Nacht  vom  16.  zum  17.  das  Nordtap  der
Bukainsel  passirt,  wurde  im  Laufe  des  Tages  an
der  Nordküste  der  Bongainville-Insel  in  südöstlicher
Richtung  entlang  gesteuert.

Am  18.  früh  wurde  mit  Tagesanbruch  auf  die

erhöht  als  Belohnung  für  seine  erfolgreichen  Ver(7  Chyiseulküste  zugehalten  und  in  Sicht  derselben  in

mittelungen.

Der  Gesundheitszustand  der  Weißen

östlicher  Richtung  weitergedampst.  Nach  Passiren

läßt  zu  wünschen  übrig.  Nur  ich  und  Feldwebel!  der  Mammingstraße  gegen  Mittag  lief  ich  Kap  Kom:
        <pb n="483" />
        fort,  die  Nordwesispitze  der  Ysabel-Insel,  an,  um  in
dem  elwa  15  Seemeilen  von  dem  genannten  Kap
entfernt  liegenden  Praslinhafen  zu  ankern  und  dort
einen  Beobachtungspfeiler  zu  errichten.

Der  Praslinhafen  auf  der  Mabel-Jusel  ist  ein
gegen  alle  Winde  geschützter  vortrefflicher  Hafen,  der
im  Jahre  1769  durch  Surville  entdeckt  und  vermessen
  worden  und  der  seitdem  wohl  nur  selten  von
Schiffen  angelaufen  worden  ist.

Am  23.  früh  wurde  die  Weiterreise  nach  der
Südspitze  der  Msabel-Insel  angetreten.  Ich  ankerte
an  demselben  Abend  in  einer  Bucht  eiwa  5  Seemeilen
  südlich  der  Estrellabucht,  der  Bucht,  welche
im  Jahre  1567  zuerst  von  den  Spaniern  unter
Mendana  bei  Entdeckung  der  Salomons-Inseln
angelaufen  wurde.  Am  23.  wurde  in  südöstlicher
Nichtung  bei  schönem  klaren  Wetter  an  der  Ysabel-Insel
  entlang  gesteuert  und  gegen  2  Uhr  nachmittags
die  Südspitze  der  Mabel-Insel,  das  Kap  Prieto,
passirt;  durch  eine  genaue  Mittagsbeobachtung  sowie
die  später  auf  der  Kockatoo-Insel  erhaltene  genaue
Ortsbestimmung  wurde  konstatirt,  daß  der  südöstliche
Theil  der  Mabel-Insel  um  8  Seemeilen  weiter
östlich  gelegen  ist,  als  nach  der  Karte  angegeben  ist.

Nachmittags  gegen  3  Uhr  lief  ich  in  die  Tausendschiffs-Bai
  ein  und  ankerte  zwecks  Errichtung  eines
zweiten  Beobachtungspfeilers  bei  der  Kockatoo-Jnsel
auf  etwa  16  m  Wasser.  Der  Hafen  wird  durch  das
Festland  der  Mabel=  und  die  Kocktatoo-Insel  gebildet
  und  gewährt  einen  gegen  alle  Winde  geschützten
ebenfalls  vortrefflichen  Ankerplatz.  Kurz  nach  dem
Ankern  kamen  aus  allen  Theilen  der  Tausendschiffsbai
  Kanus  mit  Eingeborenen  längsseits,  um  Tauschartikel
  gegen  Früchte  einzutanschen.  Die  Eingeborenen
machten  sämmtlich  einen  friedfertigen  und  freundlichen
Eindruck,  welcher  anscheinend  auf  die  Einwirkungen
der  hier  ansässigen  englischen  Missionsstation  in
Bugola  zurückzuführen  ist.  Leider  war  der  Vorsteher
der  Mission  nicht  anwesend,  so  daß  ich  Näheres  über
diesen  entlegenen  Theil  des  Salomon-Archipels  nicht
erfahren  konnte.

Die  Mabel-Insel  scheint  von  dem  gesammten
deutschen  Salomon-Archipel  die  geringst  bevölkerte
Insel  zu  sein,  da  auf  der  ganzen  Fahrt  an  der
Westküste  der  Mabel-Insel  entlang  weder  Strandnoch
  Gebirgsdörfer  angetroffen  wurden.

Nach  Beendigung  der  Arbeiten  auf  der  Kockatoo-Insel
  trat  ich  am  26.  Jannar  morgens  die  Rückreise
nach  Matupi  an.  Ich  steuerte  in  nordwestlicher
Richtung  an  der  Südküste  der  Maabel-Insel  entlang.
Am  Morgen  des  27.  Januar  steuerte  ich  die
Choiseul-Insel  an,  nachdem  ich  während  der  Nacht
gut  frei  südlich  der  Manningstraße  passirt  war.  Die
nach  der  Karte  an  dieser  Küste  weit  vorgelagerten
Risse  habe  ich  auf  meiner  Fahrt  angetroffen,  nur
sind  die  Risse  nicht  in  einer  zusammenhängenden
Masse  vorhanden,  sondern  gewähren  freie  Durchfahrt
von  dem  tiefen  Wasser  unter  der  Küste  nach  der  See
zu.  Um  12  Uhr  mittags  hielt  ich  westlich  nach  der

 

412  —

Shortland-Insel  ab  und  traf  gegen  6  Uhr  abends
vor  der  Handelsstation  Faisi  des  Eugländers  Fin  dal
ein,  wo  ich  bereits  am  2.  Januar  d.  Is.  zur  Errichtung
  eines  Beobachtungspfeilers  kurzen  Aufenthalt
genommen  hatte  und  Strafexpeditionen  gegen  die
umwohnenden  Eingeborenen  durch  die  Polizeitruppe
wegen  versuchter  Ueberfälle  unternommen  waren.
Da  wegen  der  vorgekommenen  Bestrafungen,  und  nach
der  ganzen  Haltung  der  sehr  zahlreichen  Eingeborenen
zu  urtheilen,  größere  Feindseligkeiten  mir  nicht  ausgeschlossen
  erschienen,  lief  ich  nochmals  diese  Station
an.  Ich  fand  aber  Alles  im  besten  Einvernehmen
vor.  Hier  nahm  ich  gleichzcitig  den  Führer,  einen
Steuermann  und  18  Eingeborene  vom  deutschen
Schoner  „Zoe“  der  Firma  Hernsheim  &amp;amp;  Co.  auf,
der  einige  Tage  vorher  in  der  Bougainvillestraße  an
der  Resuge-Insel  gestrandet  und  total  verloren  gegangen
  war.  Gleich  nach  dem  Eintreffen  auf  der
Station  Faisi  ließ  ich  in  dem  dicht  bevölkerten
Gebiet  den  Kaisersalut  von  21  Schuß  feuern.  Selbigen
  Abend  setzte  ich  meine  Reise  südlich  um  die
Shortland-Insel  fort  und  nahm  darauf  Kurs  nach
dem  St.  Georgskanal.  Am  Morgen  des  29.  wurde
der  St.  Georgskanal  angesteuert  und  gegen  12  Uhr
mittags  im  Matupihafen  geankert.

Während  des  Aufenthalts  im  Hafen  von  Matupi
wurden  die  Beobachtungen  daselbst  abgeschlossen,  da
mit  den  Salomons-Inseln  die  Festlegung  der  im
Bismarck-Archipel  vorgesehenen  astronomischen  Punkte
ihre  Erledigung  gefunden  hatte  und  nunmehr  die
gleiche  Arbeit  für  die  Neu-Guineaküste  mit  dem
Stützpunkt  Friedrich  Wilhelmshafen  in  Angriff  genommen
  werden  sollte.

Ich  verließ  zu  diesem  Zwecke  am  6.  Februar
früh  Matupi  mit  der  Absicht,  während  der  Ueberfahrt
  die  nördliche  noch  ganz  unbekannte  Neu-Pommernküste
  durch  eine  flüchtige  Aufnahme  festzulegen
  und  in  der  Nähe  der  Willeaumcz-Halbinsel
einen  Beobachtungspunkt  zu  errichten.  Ich  steuerte
nördlich  um  die  Gazelle-Halbinsel  herum  an  der
Küste  entlang  und  passirte  gegen  Mitlag  das  Kap
Lambert  mit  den  Soilly-Inseln  und  den  vielen  gerade
  vor  der  Nordwestecke  der  Gazelle-Halbinsel
vorgelagerten  Rissen.  Gegen  Abend  hielt  ich  beim
Absteuern  von  der  Küste  auf  ein  von  der  See  aus
auf  die  Küste  zu  haltendes  Segelboot  ab.  Dasselbe
lam  längsseits  und  enthielt  zwei  schwer  fieberkranke
deutsche  Matrosen  mit  vier  Eingeborenen,  die  von
den  French-Inseln  seit  mehreren  Tagen  unterwegs
waren,  um  nach  Matupi  zurückzukehren.  Nach  ihrer
Augabe  waren  sie  vor  einigen  Monaten  zwecks  Errichtung
  einer  Handelsstation  auf  den  Freuch-Inseln
durch  einen  Schooner  abgesetzt  worden.  Da  die
beiden  Deutschen  in  völlig  heruntergekommenem  Zustande
  waren,  wurden  sie  von  Bord  aus  mit  Allem
versehen,  was  zu  ihrer  Erholung  und  weiteren  Fahrt
gethan  werden  konnte.  Nach  einer  Stunde  setzte  ich
dann  die  Weiterreise  fort.

Den  7.  Februar  früh  steuerte  ich  die  Duportail-
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        Insel  an,  um  von  hier  aus  die  Aufnahme  der  Neu-Pommernküste
  zu  beginnen.  Am  8.  morgens  steuerte
ich  bei  schönstem  Wetter  in  die  große  Bai  ein,  die
durch  die  weit  nach  Norden  vorgestreckte  Willeaumez-Halbinsel
  gebildet  wird.  Die  Bai  gewährt  namentlich
  in  der  Morgenstunde  einen  großartigen  Anblick
durch  die  in  einem  Halbkreise  gelegenen  und  gleichmäßig
  aus  der  Ebene  sich  erhebenden  großen  Einzelberge,
  welche  sich  mit  ihrer  Spitze  bis  zu  1000  m
erheben.  Im  Laufe  der  Fahrt  konnte  ich  auch  auf
der  Ostseite  der  Willeaumez-Halbinsel  feststellen,  daß
die  Inseln  Willeaumez,  Noul,  Gicquel  und  du  Faure
Theile  einer  gebirgigen  Halbinsel  bilden.  Ich  steuerte
denselben  Nachmittag  einer  vor  der  Küste  liegenden
Insel,  die  ich  mit  „Hannam-Insel“  bezcichnet  habe,
zu  und  fand  hier  einen  geschützten,  durch  die  vorerwähnte
  Insel  und  das  Festland  gebildeten  Hafen
vor,  den  ich  für  Errichtung  eines  Beobachtungspfeilers
ausgewählt  habe.  Auffallend  war  hier  das  ungemein
scheue  Benehmen  der  Eingeborenen,  die  hauptsächlich
die  Hannam-Jusel  bewohnen;  dieselben  waren  nicht
zu  bewegen,  längsseits  zu  kommen,  sondern  hielten
sich  dauernd  auf  größere  Entfernung  vom  Schiff
entfernt.  An  Land  wurden  heiße  Onellen  angetroffen,
deren  aufsteigende  dichte  Dämpfe  bereits  auf  eine
Entfernung  von  etwa  15  Seemeilen  die  Lage  des
Platzes  markirten.

Am  11.  morgens  setzte  ich  die  Reise  sort  und
steuerte  mittags  um  die  Nordspitze  der  Willeaumez-=Halbinsel
  herum  und  an  der  Westküste  Neu--Pommerns
entlang.  Gegen  4  Uhr  nachmittags  wurde  die
flüchtige  Küstenvermessung  beendet,  nachdem  ich  eine
Handelsstation  der  Firma  Forsayth  erreicht  hatte.
Der  Händler  der  Station  kam  sofort  nach  Sichten
der  „Möwe“  dem  Schiffe  entgegen  und  berichtete,
daß  auf  der  Station  Alles  in  Ordnung  sei  und  er
mit  den  Eingeborenen  sehr  gut  auskäme.

In  der  Nacht  vom  11.  zum  12.  steuerte  ich  dann
mit  Westkurs  unterhalb  der  Merite-Jusel  entlang,
passirte  anderen  Tages  abends  die  Crown-Insel
und  ankerte  am  13.  nachmittags  in  Friedrich  Wilhelmshafen.
  Die  während  der  Ueberfahrt  angetroffenen
  Witterungsverhältnisse  waren  recht  günstige.

Der  stellvertretende  Landeshauptmann  Korvettenkapitän
  a.  D.  Rüdiger  befand  sich  zur  Zeit  auf
dem  Dampfer  „BMabel“  auf  einer  Rekognoszirungs-=fahrt
  im  Bismarck-Archipel.  In  der  Zeit  vom  14.
bis  19.  Februar  ist  hier  mit  dem  Bau  von  Beobachtungspfeilern
  und  mit  den  astronomischen  Beobachtungen
  begonnen  worden.

Am  20.  Februar  früh  verließ  ich  Friedrich
Wilhelmshafen  zur  Errichtung  eines  Beobachtungspfeilers
  in  der  Nähe  von  Finschhafen  und  zur  abermaligen
  Beobachtung  an  der  Ikovemündung,  der
Grenze  unseres  Schutzgebietes.  Ich  lief  zu  meiner
Information  dicht  unter  der  Küste  entlang.

Am  21.  mittags  ankerte  ich  nördlich  von  dem
eigentlichen  Finschhafen  vor  der  Mündung  des  Bumiflusses
  zu  dem  obengenannten  Zweck.  Die  Station

413

 

 

Finschhafen  ist  von  der  Neu-Guinca-Kompagnie  bereits
  im  Jahre  1891  wegen  einer  Malariaepidemie
aufgegeben  worden  und  ist  nunmehr  wieder  von
Eingeborenen  bevölkert.

Am  23.  stattete  ich  der  Neudektelsauer  Missionsstation
  in  Simbang  in  der  Langemakbucht  einen
Besuch  ab  und  unternahm  von  dort  aus  per  Dampfboot
  eine  Fahrt  den  Bubuifluß  aufwärts.

Nach  Beendigung  der  Arbeiten  setzte  ich  am  24.
die  Reise  nach  der  Ikovemündung  fort.  Ich  ankerte
vor  derselben  am  25.  vormittags.  Es  gelang  diesmal,
  genaue  Beobachtungen  zu  erhalten.  Wie  ich
bereits  meldete,  besteht  die  Küste  an  der  Ikovemündung
  aus  niedrigem,  sumpfigem,  mit  Kasuarinenbäumen
  dicht  bestandenem  Lande.  Letztere  sterben
am  Küstensaum  nach  und  nach  ab  und  brechen  dann
mit  ihren  Wurzeln  aus  dem  Boden  heraus,  dadurch
größere  Veränderungen  des  Küstensaumes  hervorrufend.


Am  26.  nachmittags  waren  die  Beobachtungen
beendet,  so  daß  ich  am  Abend  die  Weiterreise  nach
Friedrich  Wilhelmshafen  antreten  konnte.  Dieselbe
verlief  ohne  besondere  Vorfälle.  4  Die  Navigirung
bietet  in  diesem  Theil  von  Kaiser  Wilhelmsland
keinerlei  Schwierigkeiten,  da  man  bis  auf  3  Seemeilen
bequem  an  die  Küste  herangehen  kann.

Am  28.  vormittags  ankerte  ich  wieder  in  Friedrich
Wilhelmshafen,  um  die  Beobachtungen  daselbst  fortzusetzen
  und  die  Post  in  Empfang  zu  nehmen.  ·

Nach  Beendigung  der  nothwendigen  Arbeiten
sowie  nach  Erledigung  der  Post  beabsichtige  ich,  die
Reise  nach  dem  nordwestlichen  Theile  von  Kaiser
Wilhelmsland  anzutreten.

schicksal  der  Eblersschen  Expedition.

Nachrichten  aus  Neu-Guinea  zufolge  sind  die
Ueberlebenden  der  Otto  Ehlers  schen  Expedition?)
—  21  farbige  Arbeiter  —  am  30.  März  d.  Is.  mit
dem  Britisch-Neu-Guinea-Gouvernementsdampfer
„Merrie  England“  wohlbehalten  in  Friedrich  Wilhelmshafen
  eingetroffen.  Ueber  den  Verlauf  der  so
traurig  endenden  Expedition  liegen  folgende  Mittheilungen
  vor.

Otto  Ehlers  war  am  24.  Juli  1895  in  Friedrich
Wilhelmshafen  eingetroffen.  Seine  Absicht  ging
dahin,  Neu-Guinca  von  der  deutschen  Küste  aus  in
südwestlicher  Richtung  zu  durchqueren.  Der  seit  mehr
als  acht  Jahren  im  Dienste  der  Neu-Guinea-Kompagnie
  stehende  Polizeiunteroffizier  Piering  hatte
sich  freiwillig  bereit  erklärt,  die  Expedition  mitzumachen.
  Er  war  ein  Mann  von  ausgezeichneter
Erfahrung,  der  bercits  eine  mehrwöchige  Expedition
  auf  das  Finisterregebirge  unternommen  hatte
und  sich  mit  allen  Trägern  gut  verständigen  konnte.
Außer  Ehlers  und  Piering  setzte  sich  die  Expedition

*)  Vergl.  Deutsches  Kolonialblatt  1895,  S.  624.
        <pb n="485" />
        414

zusammen  aus  43  schwarzen  Trägern  und  dem  Diener  Gouvernementsagent  C.  Kowald  nahmen  sich  der

von  Ehlers,  einem  etwa  fünfzehnjährigen  Mauritiusmischling,
  Namens  Tschokra  oder  Lupu.

33  Träger  erhielten  je  eine  Trägerlast  Reis  —
20  kg  —  in  geöltem  Beutel,  acht  Träger,  die
Piering  besonders  ausgesucht  hatte  und  die  der
Polizeitruppe  angehört  hatten,  erhielten  neben  Ausrüstungslasten
  Bewafsnung  (Mauserkarabiner  und
Patronen),  zwei  Träger  waren  außer  mit  Tauschwaarenlasten
  mit  Jagdgewehren  und  Munition  ausgerüstet.
  Die  persönliche  Ausrüstung  der  Europäer
wurde  auf  ein  Mindestmaß  bestimmt  und  hat,  eingeschlossen
  das  Zelt,  sieben  Trägerlasten  nicht  überschritten,
  die  Tauschwaaren  machten  drei  Trägerlasten
aus.  Am  11.  August  1895  schiffte  sich  die  Expedition
  an  Bord  des  Dampfers  der  Neu-Gninea-=Kompagnie
  „Msabel“  ein.  Eine  etwa  ein  Jahr  alte
große  Hündin  aus  dem  Blut  einer  deutschen  Dogge
und  fünf  lebende  Ziegen  wurden  mitgenommen.  Am
Mittwoch  den  14.  August  wurde  die  Expedition  in
der  Bayernbucht  an  der  Mündung  des  Franziskaflusses
  an  Land  gesetzt.  Nachdem  in  dem  Eingeborenendorf
  als  Nahrungsreserve  zehn  Sack  Reis,  etwa
600  kg,  niedergelegt  waren,  wofür  die  Eingeborenen
bereitwillig  eine  Hütte  zur  Verfügung  stellten,  wurde
um  2  Uhr  nachmittags  unter  Führung  eines  älteren
Eingeborenen  und  in  Begleitung  aller  jüngeren
Männer  des  an  der  Mündung  des  Franziskaflusses
liegenden  Dorfes  der  Marsch  in  das  Innere  angetreten.


Von  den  mitgenommenen  Ziegen  ist  nur  eine  der
Expedition  gefolgt,  die  anderen  waren  in  den  Busch
hineingesprungen  und  mußten  zurückgelassen  werden.
Der  stellvertretende  Landeshaupt  der  Neu-Guinca-Kompagnie,
  Korvettenkapitän  Rüdiger,  hatte  die
Expedition  bis  nach  der  Bayernbucht  begleitet.  Als
er  am  Sonntag  den  18.  August  nochmals  die  Bayernbucht
  berührte,  waren  die  Eingeborenen,  welche  die
Expedition  von  Anfang  an  begleitet  hatten,  eben
wieder  zurückgekommen.  Aus  ihrem  Munde  hörte
er,  daß  sie  die  Expedition  bis  zum  Sonnabend  früh
begleitet  hatten;  sie  zeigten  einen  etwa  1000  m  hohen
Berg  im  Süden  der  Bayernbucht,  auf  dessen  Spitze
die  Expedition  am  Sonnabend  den  17.  August  vormittags
  angelangt  war;  die  Entfernung  betrug  etwa
20  bis  25  km  Luftlinie.  Bis  dahin  waren  offene
Feindseligkeiten  der  Eingeborenen  nicht  zu  melden
gewesen,  es  waren  auch  keine  Desertionen  vorgekommen.
  Seitdem  fehlten  alle  Nachrichten  über
das  Schicksal  der  Expedition,  bis  im  November  über
Cooktown  die  telegraphische  Meldung  einging,  daß
20  Ehlerssche  Träger  in  dem  englischen  Küstenorte
Vort  Moresby  eingetroffen  seien  mit  der  Nachricht,
daß  Ehlers  und  Piering  ertrunken  und  der  Rest
der  Träger  gleichfalls  umgekommen  seien.  Einer  der
Träger  hat  sich  daun  später  noch  angefunden.  Die
englischen  Beamten  in  Britisch-Neu-Guinea,  insbesondere
  der  Gouverneur  Sir  William  Mac  Gregor,
der  Gouvernementssekretär  A.  Musgrave  und  der

"

 

 

geben.

Ueberlebenden  mit  der  denkbar  größten  Fürsorge  an.
Die  Träger  waren  am  24.  oder  25.  Oktober  in

Motn=  Motn  (am  Ausfluß  des  Lakelamuflusses  in

die  Fresh  Waterbai)  angekommen.  Sobald  Herr
Musgrave  davon  hörte,  entsandte  er  ein  Gouvernementsfahrzeug
  an  den  Distriktschef  Herrn  Kowald
mit  dem  Ersuchen,  sich  an  Ort  und  Stelle  zu  be-Herr
  Kowald  war  bereits  auf  eigene  Hand
mit  seinem  Whaleboot  in  beschwerlicher  Reise  nach
Motu-Motu  gefahren  und  hatte  dort  in  jeder  Weise
für  die  Träger,  die  von  dem  Missionslehrer  Peter
und  dem  eingeborenen  Häuptling  Lahavi  gut  aufgenommen
  worden  waren,  gesorgt.  Von  Motu-Motu
wurden  die  Träger  nach  Port  Moresby  geführt,  wo
sic  am  10.  November  eintrafen.  Hier  sind  sie  von
Herrn  Musgrauve  untergebracht  und  ärztlicher  Aufsicht
  unterstellt  worden.  Ueber  ihre  Erlebnisse  machten
sic  folgende  Angaben:

Die  Expedition  ging  elwa  sechs  Wochen  lang
einen  Fluß  hinauf  und  dann  durch  Busch  und  Berge.
Eingeborene  wurden  dann  nicht  mehr  angetroffen.
Drei  Träger,  Eingeborene  von  New-Ireland,  desertirten
  mit  den  Lebensmitteln.

Viele  starben  aus  Mangel  an  Nahrung  und  vom
Genuß  giftiger  Früchte,  Ehlers  und  Piering  waren
sehr  schwach,  als  man  an  einen  Fluß  gelangte.  Man
fand  Sagopalmen  und  konstruirte  ein  Floß  in  zwei
Tagen  und  Ehlers  und  Piering  mit  zwei  Jungen
bestiegen  es  am  dritten  Tage  und  nahmen  sechs  Gewehre,
  einen  großen  Sack  Patronen  und  den  Geldkasten
  mit  sich.

Der  Fluß  war  lief  und  reißend  und  das  Floß
wurde  durch  einen  im  Wasser  liegenden  Baum  und
Felsen  umgeworfen  und  nur  die  beiden  Jungen
retteten  sich  und  gingen  mit  den  Uebrigen  flußabwärts
zehn  Tage  lang,  lebten  von  Sagopalmen  und  konstruirten
  ein  anderes  Floß  und  kamen  nach  einem
Moravidorf,  wo  die  Eingeborenen  sie  gut  behandelten
und  nach  Motu-Motu  brachten  zum  Missionar  Peter.

Im  Besitze  der  Ueberlebenden  befanden  sich  sechs
Mausergewehre,  vier  Ledergürtel,  Taschen  und  Messer,
139  Patronen  und  ein  Kochtopf.  Alles  Andere,  was
die  Expedition  mit  sich  führte  —  einschließlich  der
Tagebücher  —  muß  als  verloren  gelten.  Unter  den
ums  Leben  Gekommenen  befindet  sich  auch  der  obenerwähnte
  Diener  von  Ehlers  Tschokra  oder  Lupu.

Wissenschaftliche  Expedition.

Ueber  die  bisherigen  Erlebnisse  der  Kaiser  Wilhelmsland-Expedition
  des  Dr.  Lauterbach  und
Landwirths  Ernst  Tappenbeck  wird  Folgendes  berichtet:
  Die  Seereise  wurde  von  Genua  an  Bord
des  Postdampfers  „Sachsen"  am  10.  März  angetreten.
  Am  2.  April  traf  die  Expedition  in  Singapore
  ein  und  machte  daselbst  Einkäufe  an  Tropenkleidern,
  Reis  und  Pferdefutter.  Auf  einem  englischen
        <pb n="486" />
        Frachtdampfer  „Hupeh“  wurde  am  5.  April  die  Reise
nach  Batavia  fortgesetzt.  Am  8.  April  wurden  in
Batavia  Ziegen  und  in  Buitenzorg  vier  Pferde  angekauft.
  Sehr  schwierig  war  es,  in  der  kurzen  Zeit
Javanen  anzuwerben,  und  nur  durch  die  Unterstützung
des  Herrn  Dr.  Jensen  vom  botanischen  Garten
Buitenzorg  gelang  es,  noch  im  letzten  Augenblick
einen  malayischen  Diener  bezw.  Präparator  zu  bekommen.
  Außerdem  wurden  zwei  Pferdejungen  und
ein  Malaye,  der  als  Koch  fungiren  soll,  gemiethet.
—  Am  11.  April  begaben  die  Theilnehmer  sich  mit
Vieh  und  Leuten  an  Bord  der  „Stettin“  und  trafen
am  23.  April  im  Friedrich  Wilhelmshafen  ein.

Zwei  der  zurückgekehrten  überlebenden  Leute  der
Ehlersschen  Expedition  erklärten  sich  hier  bereit,
die  Neise  mitzumachen.  Dr.  Lanterbach  fuhr  zunächst
  mit  Dr.  Kersting  nach  Stephansort,  um  sich
über  die  dortigen  Verhältnisse  zu  informiren  und
den  geeignetsten  Ansatzpunkt  für  die  Expedition  zu
finden.

Der  Hauptadministrator  der  Astrolabe-Kompagnie,
Herr  v.  Hagen,  nahm  die  Expedition  in  liebenswürdigster
  Weise  auf  und  unterstützte  deren  Vorhaben
auf  das  Zuvorkommendste.  Als  Aufenthaltsort  und
zugleich  Ausgangspunkt  für  die  Expedition  wurde
ein  Haus  in  Erima  gemiethet,  welches,  mit  großen
Nebenräumen  und  einem  Arbeiterhaus  zusammengelegen,
  für  Unterbringung  der  Mitglieder  vollkommen
ausreicht.

Eine  Unterredung  des  Irr.  Lauterbach  mit  den
vorhandenen  Jabimarbeitern  hatte  guten  Erfolg,  da
sich  noch  zwei  seiner  früheren  Träger  dabei  befanden.
Es  meldete  sich  freiwillig  eine  genügende  Anzahl,  so
daß  die  Trägerfrage  gelöst  zu  sein  scheint.

Angenblicklich  sind  die  Leiter  der  Expedition  mit
Auspacken  und  Einrichten  beschäftigt.  Gegen  Ende
dieser  Woche  beabsichtigten  dieselben  den  Gipfel  des
Oertzengebirges  zu  besteigen,  da  sich  voraussichtlich
von  dieser  isolirt  gelegenen  Spitze  ein  umfassender
Einblick  in  die  Oberflächenverhältnisse  des  von  der
Expedition  zu  begehenden  Terrains  gewinnen  lassen
wird.

Der  definitive  Abmarsch  ins  Innerc  wird  dann
möglichst  bald  erfolgen.

Der  Gesundheitszustand  ist  bis  jetzt  ein  guter.

Rus  dem  Bereiche  der  Missionen  und
der  Antiskhlaverei-Bewegung.

des  Kolonialraths  und  erster  stellvertretender  Vorsitzender
  des  Verwaltungsausschusses  des  Afrikavereins
deutscher  Katholiken,  ist  zum  Domkapitular  an  der

415

 

Aus  der  Benediktiner-Mission  ist  Ostafrika
wird  in  „Krenz  und  Schwert“  gemeldet:  Der
P.  Maurus  hat  vor  einiger  Zeit  eine  Reise  ins
Innere  unternommen  und  beabsichtigt  nun,  neue
Stationen  im  Innern  zu  gründen.  Am  8.  April
haben  sich  F.  Adams  und  der  Laienbruder  Mauritius
  Kröhling  in  Neapel  nach  Dar-es-Saläm
eingeschifft.  Der  Gesundheitszustand  des  apostolischen
Präfekten  P.  Maurus  ist  nach  den  neuesten  Briefen
vorzüglich.  Er  hat  in  der  Nähe  von  Kolasini  eine
neue  Schamba  angekauft,  auf  der  mehrere  Negerfamilien
  ihre  Wohnsitze  haben.  Täglich  reitet  er
dorthin  nach  St.  Placidus,  wie  er  das  Dörfchen
nannte,  und  ertheilt  Religionsunterricht.  Diese  Leute
machen  ihm  viel  Freude  und  berechtigen  zu  den
schönsten  Hoffnungen.  Nach  einem  Briefe  vom
6.  April  betrug  die  Zahl  der  Knaben  in  Kolasini  110.
Zugleich  werden  dort  Anpflanzungen  aller  Art  gemacht,
  Wege  angelegt,  Berg  und  Thal  gang=  und
reitbar  gemacht.  Das  Verhältniß  der  Missionare  zu
den  Beamten  ist  das  denkbar  beste.  Am  Weihnachtsfeste
  wurden  in  Dar-es-Saläm  24  Mädchen  und
Frauen  getauft,  in  St.  Maurus  zu  Kolasini  6  Knaben.
Am  Osterfeste  empfingen  die  heilige  Taufe  in  St.
Maria  zu  Dar-es-Salam  5  Frauen,  in  St.  Maurus
32  Erwachsene  und  Kinder.

Die  katholische  Pallottiner-Mission  zu
Kamerun  hat  bedauerlicherweise  durch  den  Tod
die  Priester  P.  Mayer,  P.  Eckmann  und  den
Laienbruder  Hanewinkel  verloren.  Am  11.  Mai
sind  P.  Müller  und  P.  Eberwein  sowie  die
Laienbrüder  Ubrich  und  Hierl  zum  Ersatz  nach
Kamerun  abgereist.

Nach  dem  Berichte  des  Administrators  der  apostolischen
  Präfektur  in  Togo  P  Dier  ist  die  Zahl
der  Schulen  der  Mission  dort  jetzt  auf  14  gestiegen.
Außerdem  sind  im  verflossenen  Jahre  die  Gründungen
  zweier  Hauptstationen  zu  verzeichnen,  nämlich
von  Porto-Seguro  und  Klein-Popo.  Auf  Adjldo
ist  am  20.  August  ein  Seminar  gegründet  und  in
Togo-Stadt  ein  Hospital  für  Arme,  Schwache  und
Kranke  entstanden.  Die  Zahl  der  Schüler  belief  sich
am  Schlusse  des  Jahres  auf  484.  Getauft  wurden
1895  169  Erwachsene,  85  Christenkinder,  228  Heidenlinder.
  Gefirmt  wurden  142.

Wie  „Unter  dem  rothen  Kreuz“  meldet,  sind
zwei  Schwestern  des  Frauenvereins  für  Krankenpflege

in  den  Kolouien  Mitte  Februar  in  Windhoek  ein-Religionslehrer
  Professor  Hespers,  Ehrendomherr
  des  Metropolitankapitels  von  Karthago,  Mitglied

Cölner  Metropolitankirche  ernannt  worden  an  Stelle

des  verstorbenen  Domkapitulars  Dr.  Dubelmann.

 

getrossen.  Sie  haben  vier  Lazarethgehülfen  und
einen  Soldaten  im  Krankenhaus  als  Hülfskräfte  zugewicsen
  erhalten.  Sehr  lästig  sind  die  hohen  Preise
der  Lebensmittel.  Es  kostet  Zucker  1  Mark,  Kartoffeln,
  Zwiebeln  0,75  Mk.  das  Pfund,  Bier  2,25  Mk.,
Wein  4  bis  5  Mk.  die  Flasche.  Sogar  Milch  muß

mit  30  bis  40  Pf.  für  das  Liter  bezahlt  werden.
        <pb n="487" />
        —  416  —

Die  Zahl  der  Zöglinge  des  Missionshauses  Steyl
beläuft  sich  gegenwärtig  auf  322;  für  die  wissenschaftliche
  Ausbildung  derselben  sind  23  Lehrkräfte
thätig,  sämmtlich  Priester  des  Hauses.  Das  zur
Steyler  Genossenschaft  gehörende  Missionshaus  Heiligkreuz
  bei  Neiße  in  Schlesien  zählt  gegenwärtig
115  Zöglinge.

Aus  fremden  MHolonien.

Ugandabahn.

Nach  einer  englischen  Parlamentsvorlage  werden
50  000  Pfd.  Sterl.  als  Ausgaben  für  den  Bau  der
Ugandabahn  im  Jahre  1896/97  in  Aussicht  genommen.
  Man  hofft,  100  engl.  Meilen  Linie  in
diesem  Jahre  zu  legen  und  das  Material  für  weitere
100  Meilen  zu  beschaffen.  Der  Chefingenieur  Mr.
Whitehouse  und  seine  Assistenten  sind  am  11.  Dezember
  in  Mombas  eingetroffen  und  haben  die  ersten
Einrichtungen  geschaffen.  Es  sind  1100  Kulis  und
Handwerker  von  Indien  bereits  angelangt,  weitere
1000  werden  erwartet.  Baumaterial  für  30  Meilen
ist  in  Mombas  aufgespeichert.

Sepchellen  im  Jahre  1894.

Die  Einnahmen  betrugen  235  411  Rupien  (gegen
232  055  im  Jahre  1893),  die  Ausgaben  278  470
Rupien  (gegen  226  226  im  Jahre  1893).  Das  Defizit
  wurde  hauptsächlich  herbeigeführt  durch  Uebernahme
  von  Verbindlichkeiten  der  früheren  New
Oriental  Bank  Company  seitens  des  Gouvernements.

Die  Ausfuhr  betrug  764  080  Rupien,  die  Einfuhr
  60  4033  Rupien.  Die  wichtigsten  Ausfuhrartikel
sind  Vanille,  Kakao  und  Kokosnußöl.  Die  Vanilleernte
  ist  1894  fast  vollständig  ausgefallen,  doch  versprach
  die  neue  Ernte  gut  zu  werden.  Die  Kakaoplantagen
  hatten  unter  der  Rattenplage  sehr  zu  leiden.

Einen  neuen  wichtigen  Ausfuhrartikel  für  die
Inseln  hofft  man  in  dem  Liberiakaffec  gefunden  zu
haben,  der  jetzt  in  großem  Umfange  angebaut  wird
und  von  hervorragender  Güte  sein  soll.  Ferner  erwartet
  man  in  den  nächsten  Jahren  einen  größeren
Export  von  Orangen,  Citronen  und  Bananen,  für
welche  Mauritius,  Reunion  und  Aden  geeignete  Absatzgebiete
  sind.

Der  Handel  der  Kolonie  hatte  im  Uebrigen  durch
den  niedrigen  Kurs  der  Rupie  zu  leiden.

In  einem  sehr  schlechten  Zustande  befinden  sich
die  Straßen,  deren  erhebliche  Verbesserung  die  Finanzlage
  nicht  erlaubte.

Die  Zahl  der  Bevölkerung  wird  auf  17  625  an—
gegeben,  von  denen  2636  Protestanten  und  12  608
römische  Katholiken  sind.

Der  öffentliche  Unterricht  wurde  ertheilt  in  einer
konfessionslosen  Regierungsschule,  welche  72  Schüler
besuchten,  in  20  Schulen  der  römisch-katholischen

 

Mission  mit  1688  Schülern  und  in  acht  Schulen
der  englischen  Missionsgesellschaft  mit  416  Schülern.
Von  der  Regierung  wurden  12  564  Rupien  auf  die
Erhaltung  dieser  Schulen  verwendet.

Die  Seychellen  sind  jetzt  durch  ein  im  Jahre  1893
fertiggestelltes  Kabel  der  Eastern  and  South  African
Telegraph  Company  mit  Sansibar  und  Mauritius
telegraphisch  verbunden;  die  Gebühr  beträgt  5  Rupien
14  Annas  für  jedes  Wort  nach  England.

St.  DPelena  im  Jabre  1894.

Die  Insel  hat  früher  eine  größere  Bedeutung
gehabt  als  Proviant=  und  Wasseraufnahmestelle  für
die  Schiffe.  Diese  Bedeutung  verlor  St.  Helena  fast
vollständig  infolge  der  allmählichen  Verdrängung  der
Segelschiffe  durch  Dampfer  von  immer  mehr  zunehmender
  Größe  und  mit  verbesserten  Einrichtungen
für  lange  Seereisen,  namentlich  aber  auch  infolge  der
Eröffnung  des  Suezkanals  im  Jahre  1869.  Seit
diesem  Zeitpunkte  ist  der  Wohlstand  der  Bevölkerung
der  Insel  beständig  gesunken,  wozu  auch  die  im  Jahre
1870  erfolgte  Herabsetzung  der  Garnison  von  448
auf  178  Mann  viel  beitrug.  Der  Gouverneur  der
Insel  spricht  jedoch  in  seinem  Berichte  die  Ueberzeugung
  aus,  daß  der  Niedergang  bereits  seinen
tiessten  Stand  erreicht  hat  und  der  JInsel  eine  bessere
Zukunft  bevorsteht;  er  hofft,  daß  sie  infolge  ihrer
Lage  wieder  Bedeutung  gewinnen  wird  als  Kohlenstation,
  als  Station  eines  dorthin  anzulegenden  unterseeischen
  Kabels  und  durch  Erbauung  eines  Schiffsdocks.
  Die  Bevölkerung  beläuft  sich  jetzt  auf
4000  Seelen.

Die  Einfuhr  betrug  1894  31777  Pfd.  Sterl.,
d.  h.  7500  Pfd.  Sterl.  weniger  als  im  Vorjahre,
die  Ausfuhr  14717  Pfd.  Sterl.  Unter  den  Ausfuhrartikeln
  erscheinen  in  den  letzten  Jahren  auch
Kartoffeln,  von  welchen  1894  für  772  Pfd.  Sterl.
exportirt  wurden.  Die  Errichtung  einer  Fischkonservensabrik,
  für  deren  erfolgreichen  Betrieb  sehr  günstige
Bedingungen  vorhanden  sein  sollen,  war  im  Gange.

Die  öffentlichen  Einnahmen  betrugen  9162  Pfd.
Sterl.,  die  Ausgaben  7874  Pfd.  Sterl.

Sierra  Leone  im  Jahre  1894.7)

Die  Gesammteinnahmen  bezifferten  sich  auf
98  838  Pid.  Sterl.,  um  6069  Pfd.  Sterl.  mehr  als
im  Vorjahre.  Diese  Steigerung  ist  in  erster  Linie
der  Erhöhung  der  Abgaben  für  Spirituosen  zuzuschreiben,
  indem  vom  1.  März  1893  ab  für  den
Gallon  3  sh  statt  2  sh  erhoben  wurden.  Der  für
den  Handel  bestimmte  Gin  wurde  in  einer  Menge
von  242  686  Gallonen,  auf  25  266  Pfd.  Sterl.  bewerthet,
  eingeführt,  was  gegen  das  Vorjahr  ein  Mehr

*)  Vergl.  Deutsches  Kolonialblatt  1895,  S.  661.
        <pb n="488" />
        von  20  008  Gallonen  und  3156  Pfd.  Sterl.  Werth
bedeutet.

Die  Ausgaben  beliefen  sich  auf  93  099  Pfd.
Sterl.,  die  Gesammtaltiva  nach  Abzug  der  Passiva
auf  38  618  Pfd.  Sterl.

Freetown,  welches  über  30  000  Einwohner  zählt,
hat  eine  eigene  Stadtverwaltung  erhalten  mit  einem
Stadtrath  von  16  Mitgliedern,  die  theils  vom  Gonverneur
  ernannt  werden,  theils  aus  Wahlen  hervorgehen,
  an  der  Spitze.  Die  Kosten  für  die  militärische
Besatzung,  die  nach  wie  vor  vom  Mutterland  getragen
werden,  stiegen  auf  57  852  Pfd.  Sterl.,  um  16  083
Pfd.  Sterl.  mehr  gegen  das  Vorjahr.  Die  neben
dieser  Besatzung  bestehende  Grenzwachtmannschaft  hatte
am  Ende  des  Jahres  1894  eine  Stärke  von  563
Mann  einschl.  der  Vorgesetzten,  die  Polizeimannschaft
eine  solche  von  245  Mann.  Bei  beiden  Abtheilungen
besteht  der  Stamm  der  Mannschaften  aus  Eingeborenen,
  die  sich  aus  allen  Gegenden  der  Kolonie  rekrutiren.
  Für  öffentliche  Bauten,  Wege  und  Brücken
wurden  10  017  Pfd.  Sterl.  verausgabt.

Sierra  Leone  hat  nach  der  Volkszählung  vom
5.  April  1891  eine  Einwohnerzahl  von  74  611
Schwarzen  und  224  Weißen;  darunter  sind  41  361
Christen.  Ende  1894  waren  63  Schulen  thätig,
darunter  sechs  höherc.  Einc  technische  Schule  war
im  Entstehen.  In  Frcetown  wurden  zwei  wöchentlich
erscheinende  Zeitungen  herausgegeben,  in  Sherbro
eine  solche  mit  monatlich  zweimaligem  Erscheinen.
Der  Export=  und  Importhandel  haben  gegen  das
Vorjahr  etwas  zugenommen  (vergl.  Kol.  Bl.  S.  255).
Ein  viel  lebhafterer  Handel  wird  von  der  Erbauung
einer  Eisenbahn  erhofft.  Im  Ganzen  haben  während
des  Jahres  1558  Schiffe  mit  962046  Tonnengehalt
die  Kolonie  angelaufen.

Der  Dandel  von  Beira.

Die  Verhältnisse  dieser  Hafenstadt  in  Portugiesisch-Ostafrika,
  welche  in  neuerer  Zeit  als  Ausgangspunkt
nach  Rhodesia  und  Britisch-Matabeleland  erhöhtes
Interesse  in  Anspruch  nimmt,  haben  in  dem  als
Parlamentsvorlage  gedruckten  Berichte  des  dortigen
englischen  Konsuls  für  das  Jahr  1894/95  keine  besonders
  günstige  Beurtheilung  erfahren.

Hiernach  deutet  das  ganze  Aussehen  des  Platzes
auf  Rückgang  des  Handels.  Zwar  wurde  von  der
Socicte  Française  de  Manica  in  letzter  Zeit  ein
Handelsgeschäft  eröffnet,  ebenso  ein  kleines  von  einem
indischen  Kaufmann;  dagegen  wurde  eines  von  den
großen  Hotels  geschlossen  und  an  dessen  Stelle  ein
kleines  gebant.

Der  Bodenpreis  ist  in  allen  Theilen  der  Stadt
erheblich  gestiegen,  in  der  Gegend  des  Regierungsgebäudes

  von  20  oder  30  Reis  pro  Quadratmeter

auf  50;  in  der  Geschäftsgegend  von  200  Reis
auf  500.

47

Die  Mozambique  Company,  welche  Eigenthümerin
des  Grund  und  Bodens  ist,  vergiebt  diesen  sowohl
in  jährliche  als  in  dauernde  Pacht,  wie  auch  zu
Eigenthum.  Die  Umschreibgebühren  sind  beträchtliche.
Die  Landspekulation  war  nicht  gewinnbringend.  Die
Wenigen,  die  sich  damit  befaßten,  verkaufen  ihr  Land
wieder,  um  auf  ihre  Auslagen  zu  kommen.

Eine  der  größten  Firmen  am  Platze  hat  den
lokalen  Handel  aufgegeben  und  betreibt  ihr  Geschäft
nur  noch  nach  auswärts.  Zwei  oder  drei  kleinere
Ladenbesitzer  mußten  ihr  Geschäft  einstellen.

Die  Zölle  auf  Spirituosen  wurden  erhöht,  und
zwar  für  die  feineren  Sorten  von  250  auf  375  Reis
per  Liter,  für  Bier  von  40  auf  70  Reis,  für  die
billigeren  Sorten  von  300  auf  400  Reis.  Wein  im
Faß  zahlt  jetzt  ein  Real  per  Liter  an  Stelle  von
20  Reis.

Die  Errichtung  der  Telegraphenlinie  von  Beira
nach  Fontesvilla  ist  unnöthigerweise  verzögert  worden.
Die  Landungsvorrichtungen  wurden  in  keiner  Weise
verbessert.  Die  Dampferverbindung  ist  schlechter
denn  je.  Die  deutsche  Ostafrika-Linie  macht  allein
den  Versuch  eines  regelmäßigen  Dienstes.

Von  Beira  ist  eine  Eisenbahn  nach  Chimoio  in
Betrieb,  welche  gut  verwaltet  wird.  Ueber  letzteren
Ort  ist  ein  regelmäßiger  Postverkehr  nach  Umtali
und  Salisbury  eingerichtet.

Die  Handelskammer  scheint  sich  aus  Mangel
ihrer  Mitglieder  an  Interesse  aufgelöst  zu  haben.
Die  neu  eröffnete  Filiale  der  Bank  of  Africa  hat
den  Kaufleuten  gute  Dienste  gethan.

 

Goldfüslenkolonie  im  Jabre  1894.

Die  Einnahmen  während  des  Jahres  1894  betrugen
  218  261  Pfd.  Sterl.,  die  Ausgaben  226  931
Pfd.  Sterl.  Die  Einnahmen  sind  gegen  das  Vorjahr
um  16  478  Pfd.  Sterl.  gewachsen;  der  bei  Weitem
größte  Theil  derselben  (etwa  200  000  Pfd.  Sterl.)
rührt  von  den  Zöllen  her.  Die  Ausgaben  betragen
etwa  48  000  Pfd.  Sterl.  mehr  als  im  Jahre  1893.
Das  Anwachsen  derselben  ist  hauptsächlich  zurückzuführen
  auf  die  vermehrten  Ausgaben  für  öffentliche
Arbeiten,  für  welche  54  163  Pfd.  Sterl.  aufgewendet
wurden  (24  000  Pfd.  Sterl.  mehr  als  im  Vorjahre)
einschließlich  der  Ausgaben  für  die  Vermessung  einer
Eisenbahn  von  der  Küste  nach  dem  Innern.  Abgesehen
  von  dem  Bau  einer  Eisenbahn  werden  auch
sonst  große  Anstrengungen  zur  Verbesserung  der
Verbindungen  von  der  Küste  nach  dem  Innern  behufs
  Hebung  des  Handels  gemacht.

Eine  Ausgabe  von  10  778  Pfd.  Sterl.  ist  sodann
verursacht  durch  eine  Expedition  zum  Schutze  des
Gebietes  von  Attabubu  gegen  die  Aschantis.

Trotz  der  vermehrten  Ausgaben  ist  die  Finanz--lage
  der  Kolonie  eine  sehr  günstige,  da  die  Ueberschüssc
  am  Ende  des  Jahres  1894  sich  auf  166944
Pfd.  Sterl.  beliefen  (gegen  175  615  Ende  1893).
        <pb n="489" />
        —  418  —

Der  Handel  der  Kolonie  hat  im  Jahre  1894
wiederum  erheblich  zugenommen.  Die  Einfuhr  betrug
  812830  Pfd.  Sterl.,  die  Ausfuhr  850  343  Pfd.
Sterl.  An  der  Einfuhr  waren  betheiligt:  England
mit  582  273  Pfid.  Sterl.,  die  englischen  Kolonien  mit
13  168  Pfd.  Sterl.,  Deutschland  mit  87  966  Pfd.
Sterl.  (10  661  Pfd.  Sterl.  mehr  als  im  Jahre  1893);
vom  Exporte  entfielen  auf  England  608  258  Pfd.
Sterl.,  auf  die  englischen  Kolonien  29  765  Pfd.
Sterl.,  auf  Deutschland  104  987  Pfd.  Sterl.  (8201
Pfd.  Sterl.  mehr  als  im  Jahre  1893).  Von  fremden
Staaten  sind  am  Handel  mit  der  Kolonie  außer
Deutschland  fast  nur  noch  Frankreich  und  die  Vereinigten
  Staaten  betheiligt,  beide  aber  in  geringerem
Grade  als  Deutschland.

Die  Zunahme  des  Handels  der  Goldküstenkolonie
seit  1890  ist  aus  folgender  Zusammenstellung  ersichtlich:


Einfuhr:  Ausfuhr:
18900  562  102  Pfd.  Sterl.  601  348  Pfd.  Sterl.
1891  665781  -  684  304  =  -
1892  597094  -  665  064  -
1893.  718  353  =  -  722  106  „  -
1894  812  830  =  -  850  343  =  -
Die  wichtigsten  Ausfuhrartikel  sind  bekanntlich

Palmöl  und  Palmkerne,  deren  Ausfuhr  im  Anwachsen
begriffen  ist.  Es  wurden  ausgeführt:

 

Palmkerne

 

 

 

 

Palmöl
Werth  *l*e  Werth
Gallono  pfo.  Sterl.  Tons  #sd.Starl.
1894  4213  935  237  62317136  112373
1893  3  417  306  183  900  12041  80  721
Zunahme  796  629  53  714  5095  3152

Die  Ausfuhr  von  Gummi  betrug  189.1  368  463
engl.  Pfd.,  die  Ausfuhr  von  Nuthölzern,  welche  im
Jahre  1890  sich  nur  auf  510  Pfd.  Sterl.  belief  und
seitdem  beständig  gewachsen  ist,  69  405  Pfd.  Sterl.

Die  Kultur  von  Kakao  und  Kaffee,  welche  durch
die  im  Jahre  1890  in  Aburi  von  der  Regierung
errichtete  botanische  Station  gefördert  wird,  ist  noch
im  Entstehen  begriffen.  Der  Werth  des  1894  ausgeführten
  Kakaos  betrug  546  Pfd.  Sterl.  (für  20  312
engl.  Pfund)  gegen  93  Pfd.  Sterl.  (für  3460  Pfund)
im  Jahre  1893,  der  Werth  des  Kaffees  1265  Pfd.
Sterl.  (für  41  488  Pfund)  gegen  630  Pfd.  Sterl.
(für  21437  Pfund)  im  Vorjahre.  Der  Kakao  wurde
1894  sämmtlich  nach  Deutschland  exportirt,  von  dem
Kaffee  der  bei  Weitem  größte  Theil.

Einen  wichtigen  Exportartikel  bilden  schon  seit
mehreren  Jahren  Affenfelle;  1894  wurden  168  405
Stück  im  Gesammtwerthe  von  41  000  Pfd.  Sterl.
ausgeführt.

Von  den  419  Schiffen,  welche  während  des  Jahres
die  Goldküste  anliefen,  waren  265  englische  und
90  deutsche.

 

Die  Produktion  und  die  Ausfuhr  von  Gold  ist
in  den  letzten  Jahren  beständig  zurückgegangen;  der
Werth  der  Goldausfuhr  betrug  im  Jahre  1894
76  795  Pfd.  Sterl.  gegen  103  200  Pfd.  Sterl.  im
Jahre  1889.  Die  Zahl  der  in  den  Goldminen  beschäftigten
  Personen  wurde  auf  22  Europäer  und
2400  Eingeborene  geschätzt.  -

Die  in  der  Nähe  der  Küste  bei  Apollonia  entdeckten
  Petroleumquellen  sind  im  Laufe  des  Jahres
auf  Veranlassung  eines  englischen  Syndikates  näher
untersucht  worden  und  man  verspricht  sich  eine  gewinnbringende
  Ausbentung  derselben.

Von  den  inneren  Einrichtungen  der  Kolonie  ist
bezüglich  des  Telegraphemvesens  hervorzuheben,  daß
Anfang  Januar  1894  die  zwischen  der  Goldküste
und  Togoland  hergestellte  Telegraphenverbindung  dem
Verkehr  übergeben  worden  ist,  wie  bereits  früher
berichtet  wurde.  Die  Zahl  der  auf  dieser  neuen
Linie  während  des  Jahres  1894  aufgegebenen  Telegramme
  beträgt  302.

Die  Bevölkerung  der  Kolonie  wurde  auf  etwa
1½  Millionen  geschätzt,  von  denen  37  500  Christen
sind.  Die  7  Regierungs=  und  70  Missionsschulen
wurden  von  7689  Kindern  besucht.

Die  Schutztruppe  der  Kolonic  besteht  aus
300  Haussalenten,  von  denen  180  in  Akkra,  120  in
Cape  Coast  stationirt  sind.  Die  Regierung  ist  bestrebt,
  diejenigen  Haussas,  welche  nach  ihrer  Dienstzeit
aus  der  Truppe  austreten,  in  der  Nähe  von  Akkra
anzusiedeln,  und  verleiht  ihnen  zu  diesem  Zwecke  unter
bestimmten  Bediugungen  Land.

Verschiedene  Wiltheilungen.

Leitende  Gesichtspunkte  bei  der  Anlage  von
afrikanischen  Stationen.

Der  seit  1885  an  der  Goldküste  thätige  Arzt
der  Basler  Mission  Dr.  N.  Fisch  hat  darüber  folgendes
  Gutachten  abgegeben:

Jede  Station,  auf  der  Europäer  arbeiten  wollen,
soll  an  einem  möglichst  gesunden  Platze  gebaut  werden.
Diejenigen  unter  den  Stationen,  die  im  Laufe  der
Zeit  sich  als  besonders  günstig  herausstellen,  werden
dann  Gesundheitsstationen.  Durch  Veränderung  der
Verhältnisse  können  frühere  Gesundheitsstationen  ungünstiger
  werden  und  umgekehrt.  Es  ist  nicht  ganz
leicht,  die  Gesundheit  einer  Station  zu  bestimmen,
deren  Bewohner  durch  ihre  Stellung  viel  von  der
Station  wegbleiben  und  allerlei  Strapazen  auf  sich
nehmen  müssen.  Die  Morbidität  und  Mortalität  der
Bewohner  auch  einer  gesunden  Station  wird  immer
groß  sein,  wenn  sie  auf  ihren  Reisen  oft  Gelegenheit
haben,  sich  mit  Malaria  u.  s.  w.  zu  infiziren.  Einen
besseren  Anhaltspunkt  hat  man,  wenn  Frauen  auf
der  Station  anwesend  sind,  die  selbstverständlich  viel
mehr  an  Ort  und  Stelle  bleiben,  doch  spielt  auch
hier  der  individuelle  Faktor  eine  zu  große  Rolle,  um
        <pb n="490" />
        419

einen  sicheren  Schluß  zu  gestatten,  da  die  Zahl  der

in  Betracht  kommenden  Personen  stets  klein  ist.  In

der  überwiegenden  Mehrzahl  wird  die  beste  Gesund-  ,
Zimmer  ebener  Erde  braucht  man  die  Betonschicht

heitsstation  nur  sehr  relativ  gesund  sein,  da  in  dem
bis  jetzt  besetzten  und  in  den  nächsten  Jahren  noch
zu  besetzenden  Gebiete  von  tropisch  Afrika  kaum  ein
von  Malaria  ganz  freier  Ort,  der  bei  Stationsgründung
  in  Frage  käme,  sich  finden  wird.
relativ  gesunde  Station  kann  angelegt  werden  an
einem  Ort,  der  folgende  Bedingungen  erfillt.

I.  Der  Untergrund  der  Station  soll  Fels
sein.  Auf  mächtigen  Laterit=  und  Lehmlagern,  auf
Sand  und  auf  Flußgeschiebe  wird  sich  kaum  eine
gesunde  Station  bauen  lassen.

II.  Die  topographische  Lage  soll  so  sein,  daß

1.  die  Bodenfeuchtigkeit  leicht  Abfluß  hat.  Die
Station  soll  mit  anderen  Worten  auf  einer  Bodenerhebung,
  am  besten  auf  dem  schmalen  Kamme  eines
Gebirges  oder  am  Abhange  desselben,  doch  dann  nie
parallel  dem  Kamm,  sondern  stets  im  rechten  Winkel
zu  demselben  erbaut  werden.

2.  Sümpfe  und  Inundationsgebiete  dürfen  nicht
in  der  Nähe  sein.

3.  Hochwald  muß  in  möglichst  weitem  Umkreis
niedergelegt  werden,  damit  Luftströmungen  ungehindert
  die  Station  erreichen  können  und  die  Umgebung
der  Station  trocken  gemacht  werden  kann.

4.  Die  Station  muß  leicht  zugänglich  sein.

Anmerkung:  1.  Die  klimatischen  Verhältnisse
einer  Station,  von  der  aus  gearbeitet  werden  soll,
sollten  nicht  von  denen  des  dazu  gehörenden  Arbeitsgebietes
  zu  sehr  verschieden  sein.

2.  Es  ist  dringend  zu  bitten,  daß  bei  der  Wahl
eines  Ortes  möglichst  genaue  topographische  Aufnahmen,
  wo  möglich  von  mit  solchen  Untersuchungen
vertrauten,  tropenerfahrenen  Männern  gemacht  werden.
  Durch  genaucs  Studium  der  Topographie  eines
Ortes  wird  man  meist  auf  Verhältnisse  aufmerksam,
die  man  sonst  übersieht,  abgesehen  davon,  daß  es
vorkommen  kann,  daß  man  nach  Erbauung  der  Station
zur  größten  Ueberraschung  schon  gesehen  hat,  daß
man  den  prächtigsten  Bauplatz  ganz  in  der  Nähe
nicht  beachtete,  weil  man  sich  nicht  die  Mühe  eines
genauen  Studiums  der  topographischen  Verhältnisse
nehmen  wollte  oder  konnte.

Was  nun  die  Anlage  einer  Station  betrifft,
so  verweisen  wir  hierfür  wie  auch  für  die  nähere
Ausführung  des  Vorigen  auf  unser  Buch:  „Tropische
Krankheiten“  (S.  10  u.  f.)  und  bemerken  nur  kurz
als  wesentlichste  Punkte:

I.  Das  Wohnhaus  für  Europäer  soll  von  Osten
nach  Westen  gebaut  sein.  (Siehe  den  Plan  S.  231
in  Fischs  „Tropische  Krankheiten“.)

II.  In  der  Breite  des  Hauses  nur  ein  Zimmer.

III.  Rings  um  das  Haus  eine  2½  bis  3  oder
mehr  Meter  breite  Veranda  zum  Schutz  vor  Bestrahlung
  und  Durchnässung  der  Wände.

IV.  Die  Bodenfeuchtigkeit  und  die  Bodenluft  soll
durch  eine  genügend  dicke  Lage  von  Beton  von  dem
Innenraum  des  Hauses  abgeschlossen  sein.  Für

nach  Glättung  mit  Cement  nur  mit  einem  gut  passen-Eine



 

den  Linoleum  zu  bedecken.

V.  Bretterböden  sollen  alle  doppelt  und  möglichst
dicht  gemacht  werden.

VI.  Die  Bedachung  so,  daß  weder  Regen  durchdringen,
  noch  die  Erwärmung  durch  die  Sonne  sich
im  Hause  fühlbar  machen  kann.

Ueber  Höhenstationen  bemerkt  hierzu  noch  Missionsinspektor
  Oehler  Folgendes:

Was  die  Erfahrungen  betrifft,  die  man  mit  Höhenstationen
  macht,  so  stehen  solche  der  Basler  Mission
in  reichem  Maße  zu  Gebote.  Wir  haben  in  Indien
vier  solcher  Stationen,  deren  höchste  7000  Fuß  hoch
liegt.  Unsere  Gesundheitsstation  auf  der  Goldküste,
Obiri,  liegt  1400  Fuß  hoch,  daneben  kommen  in
Betracht  die  Erfahrungen  von  Ahognap  (1450  Fuß
hoch)  und  des  noch  höher  gelegenen  Alutifi.  Die
Erfahrungen  von  Bu6a  in  Kamerun  kommen,  weil
von  zu  kurzer  Dauer,  noch  weniger  in  Betracht.  Im
Allgemeinen  ist  die  wohlthätige  Wirkung  der  Höhenluft
  auf  den  durch  tropische  Hitze  geschwächten  Organismus
  unverkennbar;  ferner  sind  die  gesundheitlichen
Verhältnisse  unserer  höher  gelegenen  Stationen  auf
der  Goldküste  gegenüber  dencn  an  der  Küste  ungleich
günstiger,  wenn  auch  lokale  Verhältnisse  oder  Wohnhäuser,
  die  den  sanitärischen  Anforderungen  nicht
entsprechen,  den  Vortheil,  den  die  höhere  Lage  bietet,
wieder  paralysiren  können.  Aber  von  einem  mehrwöchentlichen
  oder  auch  mehrmonatlichen  Aufenthalte
auf  hochgelegener  Station  Heilung  von  der  Malaria
zu  erwarten,  ist  zu  viel  verlangt.  Die  Erfahrungen
der  Basler  Mission  zeigen,  daß  die  Keime  für  Malaria
und  Schwarzwasserfieber  sich  oft  sehr  lange  im  Organismus
  behaupten,  so  daß  schon  Missionare  in  der
Heimath  noch  ein  Jahr  oder  auch  mehrere  Jahre,
nachdem  sie  die  Tropen  verlassen  hatten,  von  Malariafiebern,
  ja  selbst  (es  ist  mir  wenigstens  ein  Fall
bekannt)  von  Schwarzwasserfieber  befallen  wurden,
daß  schwere  Malariasieber  auch  bei  denen  ausbrechen
können,  die  sich  auf  eine  Höhenstation  zur  Erholung
begeben  haben,  ist  demnach  selbstverständlich.  Also
nicht  ohne  Weiteres  Heilung  von  der  Malaria  darf
man  von  Höhenstationen  erwarten,  wohl  aber  allgemeine
  Kräftigung  des  Organismus,  neue  Widerstandskraft.
  So  werthvoll  demnach  solche  Stationen
im  Allgemeinen  sind,  so  sind  sie  doch  nicht  allen
Patienten  zuträglich.  Soviel  mir  bekannt  ist,  müssen
sich  Dysenteriekranke  vor  dem  starken  Temperaturwechsel
  bei  Besuch  einer  Höhenstation  hüten  und  auch
die  starken  Temperaturschwankungen  an  hochgelegenen
Orten  scheinen  für  solche  Kranken  gefährlich  zu  sein.
Tuch  in  Indien  gelten  die  blauen  Berge  als  gefährlich
  für  Dysenteriekranke.  Auch  werden  in  Indien
        <pb n="491" />
        —  420  —

die  Erholungsstationen  von  mäßiger  Höhe  (etwa
5000  Fuß)  dem  7000  Fuß  hoch  gelegenen  Kati  im
Allgemeinen  vorgezogen.

Ueber  denselben  Gegenstand  liegt  vom  Missions—

inspektor  Merensky  folgendes  Gutachten  vor:
J.

Bei  der  Anlegung  von  Missionsstationen  ist  man
oft  gezwungen,  auch  solche  Gebiete  besetzen  zu  müssen,
deren  Gefährlichkeit  wegen  dort  endemischer  Malaria
keinem  Zweifel  unterliegt,  denn  Missionare  müssen
inmitten  der  eingeborenen  Bevölkerung  wohnen,
unter  der  sie  ihre  Wirksamkeit  ausüben  wollen,  oder
müssen  ihr  doch  wenigstens  möglichst  nahe  bleiben.
Man  wird  also  öfter  in  der  Lage  sein,  Missionsstationen
  in  Gegenden  anzulegen,  wo  Europäcr  nur
unter  Beobachtung  aller  Vorsichtsmaßregeln  leben
können.

Nach  den  bisher  gemachten  Erfahrungen  ist  in
solchen  Fällen  als  oberster  Grundsatz  festzuhalten,
daß  man  stets  den  relativ  am  höchsten  liegenden
Punkt  einer  Gegend  zur  Anlegung  der  Station  auswählt.
  Nur  ganz  besondere  Umstände,  wie  z.  B.
die  Nachbarschaft  von  schlimmen  Sümpfen  oder  der
Mangel  an  gutem  Trinkwasser,  könnten  das  Abweichen
  von  diesem  Grundsatz  rechtfertigen.

Als  Untergrund  des  Stationsplatzes  ist  Fels  am
günstigsten,  nach  ihm  Laterit  oder  sonst  festes  Erdreich,
  Sandboden  dagegen  ist  für  die  Entwickelung
von  Fieberluft  als  besonders  günstig  anzusehen.  Der
Grund  und  Boden  des  Ortes  muß  trocken  sein.  Die
Trockenheit  ist  meist  unschwer  zu  erkennen  an  der
Beschaffenheit  des  Grases  und  der  übrigen  Vegetation.
Als.  Bedingung  für  dauernde  Trockenheit  wird  freier
Abfluß  des  Regenwassers  vorhanden  sein  milssen.
Sollte  Regenwasser  von  höher  gelegenen  Stellen  den
Platz  erreichen  können,  so  muß  durch  das  zweckmäßige
Anlegen  von  Gräben  für  Ableitung  gesorgt  werden.

Wenn  Fieberherde  nahe  sind,  so  achte  man  darauf,
  daß  man,  sofern  dies  möglich  ist,  den  Ort  für
die  Station  so  wählt,  daß  die  herrschenden  Winde
die  Ansdünstungen  jener  Herde  fort-,  aber  nicht  etwa
herbeiführen.

Die  Häuser  sollten  hohe  Fundamente  haben.
Häuser  auf  Pfählen  oder  Pfeilern  zu  errichten,
empfiehlt  sich  nicht,  wenn  nicht  ein  Fußboden  hergestellt
  werden  kann,  der  der  aus  dem  Erdreich  aufsteigenden
  Luft  den  Eintritt  in  vollkommener  Weise
wehrt.  Sonst  ist  Trockenheit  der  Häuser  ein  wichtiges
  Erforderniß;  Schimmelbildung  an  den  Wänden
ist  ein  schlechtes  Zeichen;  auch  Dichtigkeit  des  Hauses
gegen  das  Eindringen  von  Nachtlust  ist  als  nothwendig
  zu  bezeichnen.  Hat  man  Grund,  vor  Luftströmungen
  einer  bestimmten  Richtung  auf  der  Hut
zu  sein,  so  lege  man  auf  der  in  Betracht  kommenden
Seite  des  Hauses  keine  Fenster  an.  Vielleicht  sollte
man  in  solchen  Gegenden  einen  Versuch  machen,  ob
nicht  die  im  Orient  vielfach  übliche  Bauart  auch  für

 

unsere  Bedürfnisse  die  passendste  wäre.  Wenn  ziemlich
  hohe  Gebäude  einen  gepflasterten  oder  mit  cementirtem
  Flur  versehenen  Hof  umschließen,  wenn  Fenster
an  den  Außenseiten  der  Gebäude  nicht  vorhanden
sind,  sondern  nur  an  den  dem  Hose  zugekehrten
Seiten,  so  könnte  man  an  den  Außenseiten  die  Veranden
  entbehren  und  hätte  wahrscheinlich  von  Malariadinsten
  der  Umgegend  wenig  zu  fürchten  und  zu
leiden.  Nicht  genug  kann  darauf  hingewiesen  werden,
daß  die  Malariadünste  dem  Boden  nur  da  entströmen,
  wo  Schlammmassen  den  Sonnenstrahlen  ausgesetzt
  sind,  oder  aber  wo  man  Erdboden  bewegt,
sei  es  um  Aecker  herzustellen  oder  sonst  irgendwelche
Anlagen  zu  machen.  Da  beim  Ackerbau  immer  wieder
Boden  umgeworfen  werden  muß,  sollte  man  in  gefährlichen
  Gegenden  Felder  und  Gärten  in  der  Nähe
der  Häuser  überhaupt  nicht  anlegen  und  auch  nicht
dulden,  daß  Eingeborene  sie  hier  anlegen.

Bei  Beobachtung  dieser  Rathschläge  in  Bezug
auf  die  Anlegung  der  Station  und  Gebäude  werden
Europäcr  auch  in  gefährlichen  Gegenden  ziemlich
sicher  wohnen  können,  vorausgesetzt,  daß  sic  auch  bei
ihrer  sonstigen  Lebensweise  den  Anforderungen  der
Tropenhygiene  gerecht  werden.  In  keinem  Falle  sei
man  zu  schnell  mit  dem  Urtheil,  daß  ein  Platz  besonders
  malariagefährlich  sei,  nur  auf  Grund  von
Erkrankungen  dort  angestellter  Leute.  Nur  zu  oft
wird  der  Ort,  an  dem  die  Krankheit  ausbricht,  als
verantwortlich  für  das  Erkranken  angesehen,  während
die  Infektion  anderwärts  stattgesunden  hat;  und  ein
Ort,  der  unter  Beobachtung  der  nöthigen  Vorsicht
recht  gut  bewohnbar  ist,  kann  durch  Vernachlässigung
bald  unbewohnbar  werden.

II.

Bei  der  Anlegung  von  Gesundheitsstationen,
Sanitarien,  werden  zwei  Gesichtspunkte  festgehalten
werden  müssen.  Es  handelt  sich  dabei  um  das  Auffinden
  solcher  Orte,  wo  einerseits  die  Gefahr  erneuter
Infektionen  ausgeschlossen  zu  sein  scheint,  und  wo
andererseits  die  Bedingungen  für  die  Kräftigung  des
siechen  Körpers  gegeben  sind,  die  nur  durch  Regeneration
  des  Blutes  erlangt  werden  kann.  Die  Erfahrung
  hat  gelehrt,  daß  beide  Ziele  sich  in  den
Tropen  fast  einzig  und  allein  an  Orten  erreichen
lassen,  die  einc  bedeutende  absolute  Höhenlage  haben.

Wo  dabei  die  Grenze  zu  suchen  ist,  über  die
hinaus  Malaria  überhaupt  nicht  vorkommt,  die  Fieberluft
  sich  also  nicht  mehr  erzeugt,  ist  freilich  noch  nicht
festgestelltt  es  dürfte  diese  Grenze  in  verschiedenen
Ländern  und  unter  verschiedenen  sonstigen  Umständen
auch  sehr  verschieden  sein.  Doch  scheint  es,  als  ob
man  5000  Fuß  Höhe  über  dem  Meere  als  die  gewöhnliche
  Grenze  des  Gebietes  bezeichnen  kann,  in
welchem  die  Malariakeime  im  ##pe  zu  gefahrdrohender
  Entwickelung  gelangen.  Wahrscheinlich  ist
als  Grund  für  diese  Erschelnung  die  kühlere  Temperatur
  anzunehmen,  die  in  solchen  Höhen  herrscht.
Mit  in  Betracht  kommt  sodann  die  in  Gebirgs-
        <pb n="492" />
        —  421

gegenden  lebhaftere  Auswechselung  der  Luft,  Luftströmungen
  aus  noch  höher  gelegenen  Gegenden  und
auch  der  Umstand,  daß  an  solchen  Punkten  häufige
Nebel  und  Niederschläge  das  Erdreich  gleichmäßiger
feucht  erhalten,  daß  seltener  nasse  und  trockene  Zeiten
miteinander  wechseln.  Man  wird  aber  auch  in
Höhenlagen  von  5000  bis  6000  Fuß  oder  mehr  nur
dann  darauf  rechnen  können,  vor  neuen  Infektionen
sicher  zu  sein,  wenn  auch  die  vorher  bezeichneten
Umstände  zusammenkommen,  die  einen  Ort  als  malariafrei
  erscheinen  lassen.  Auch  in  solcher  Höhenlage
müßte  eine  Gesundheitsstation  an  einem  relativ  hochgelegenen
  Punkte  errichtet  werden,  Sumpfbildungen
und  Ueberschwemmungsgebiete  müßten  in  seiner  Nachbarschaft
  fehlen,  der  Grund  und  Boden,  auf  dem
man  baut,  sollte  auch  hier  noch  sorgfältig  geprüft
werden,  und  besonders  wäre  es  wichtig,  darauf  zu
sehen,  daß  die  Station  nicht  Winden  ausgesetzt  ist,
die  Malariadünste  aus  dem  Tieflande  heraufführen.
Am  Himalaja  hat  man  beobachtet,  daß  starke  Winde
die  Malarialuft  heißer  Thäler  oft  auf  bedeutende
Höhen  tragen.  Weiter  ist  auch  an  hochgelegenen
Orten  der  Erdausdünstung  nicht  zu  trauen  und  in
der  nächsten  Umgebung  einer  Gesundheitsstation  sollte
aus  diesem  Grunde  das  Beackern  des  Bodens  in
der  Nähe  der  Gebände  sorgfältig  vermieden  werden.
Die  Lebenshaltung  solcher,  die  hier  Erholung
suchen,  müßte  in  allen  Stücken  dem  Zwecke  ihres
Aufenthalts  angemessen  sein.  Die  Erfahrung  hat
viele  Vorurtheile  früherer  Zeit  überwinden  lassen.
Wenn  man  früher  glaubte,  daß  Eier  und  Fleisch  den
Ausbruch  des  Fiebers  begünstigten,  so  wissen  wir
jetzt,  daß  alle  Nahrungsmittel,  die  eine  kräftige  Blutbildung
  begünstigen,  Leuten  heilsam  sind,  die  am
Fieber  leiden.  Ein  Umstand  wird  aber  noch  allzu
häufig  übersehen,  nämlich  der,  daß  Leuten,  die  an
Malariakachexie  oder  an  Anämie  leiden,  die  durch
überstandene  Fieber  verursacht  ist,  sich  recht  warm
kleiden  müssen,  wenn  sie  ihre  Gesundheit  wieder  ertangen
  wollen.  Die  Vernachlässigung  dieser  Vorsicht
hat  häufig  genug  auch  die  kältere  Temperatur  an
hochgelegenen  Gesundheitsstationen  eine  schädliche
Wirkung  auf  die  Kranken  üben  lassen.  Mir  will
es  scheinen,  als  ob  nicht  selten  der  Ausbruch  des
gefährlichen  Hämoglobinfiebers  auf  schädliche  Einwirkung,
  die  kalte  Winde  oder  zu  kalte  Bäder  übten,
zurückzuführen  sei.  Auf  Gesundheitsstationen,  die  in
bedeutender  Höhe  liegen,  werden  die  Häuser  deshalb
massiv  und  dicht  gebaut  werden  müssen.  Man  versehe
  sie  mit  Kaminen  und  sorge  dafür,  daß  den
Lagerstätten  nicht  warme  Decken  fehlen  und  daß  die
Rekonvaleszenten  über  genügend  warme  Kleidung
verfügen.  6
Sonst  ist  die  Höhenlust  auch  an  sich  als  Kräftigungsmittel
  für  malariasieche  Leute  von  hohem  Werthe.
Die  dünnere  Luft  erleichtert  dem  Herzen  seine  Arbeit,
und  man  hat  neuerdings  festgestellt,  daß  in  der  oben
genannten  Höhenlage  die  rothen  Blutkörperchen  sich
überraschend  schnell  kräftigen  und  vermehren.  Auf

 

diese  Wirkung  der  Höhenluft  ist  ihr  heilsamer  Einfluß
bei  Malariasiechthum  hauptsächlich  zurückzuführen.
Leute,  die  einmal  an  dem  Hämoglobin  gelitten  haben,
sollten  für  Monate  solche  hochgelegenen  Orte  aufsuchen,
  damit  sie  hier  die  Kräftigung  und  Gesundung
finden,  die  sonst  nur  durch  eine  Reise  nach  Europa
wiedererlangt  werden  kann.  Damit  diese  Reisen
überflüssig  werden  oder  wenigstens  auf  eine  geringe
Zahl  von  Fällen  beschränkt  werden  können,  erscheint
die  Errichtung  von  Gesundheitsstationen  in  der  Höhenlage
  von  5000  bis  6000  Fuß  in  der  Nachbarschaft
ungesunder  Kolonial=  und  Missionsgebiete  höchst
wünschenswerth,  ja  nothwendig.

 

Heren  Brazlliensls.

Nach  einer  Mittheilung  des  „Central  Alrican
Planter“  führt  die  große  Samenfirma  Thomas
Christy  &amp;amp;  Co.  gegenwärtig  große  Mengen  von
Kautschuksamen,  besonders  von  Hevea  braziliensis,
nach  den  portugiesischen  Besitzungen  in  Ostafrika  aus.
Die  letztere  Pflanze,  die  den  werthvollsten  Kautschuk
liefert,  soll  dort  vortrefflich  gedeihen  und  vom  vierten
Jahre  ab  Kautschuksaft  liefern.

 

Stickstofsammelnde  Pflanzen.

In  dem  „Indian  Agriculturist“  veröffentlicht
Mr.  Bamber,  der  als  Autorität  für  Theekultur
gilt,  einen  Brief,  wonach  er  festgestellt  hat,  daß
Mimosen  und  Papilionaceen  den  freien  Stickstoff  der
Luft  an  ihren  Wurzeln  sammeln  und  dadurch  den
Boden  immer  aufs  Neue  mit  Nährstoff  versehen.
Dieselbe  Entdeckung  hat  der  indische  Regierungsbotaniker
  Dr.  Watt  gemacht  am  „Sabaum"  (Albizzia
Slipulata),  der  als  Schattenbaum  in  Theeplantagen
gepflanzt  wird.  Ein  dritter  Beobachter  hat  die
Eigenschaft  der  Stickstossansammlung  an  der  gewöhnlichen
  Mimosa  pucica  festgestellt.  Er  fand,  daß
Kokosnußpalmen,  zwischen  denen  die  Mimose  wächst,
weit  besser  als  anderwärts  gedeihen.  Achrliche
Beobachtungen  sind  seit  längerer  Zeit  von  deutschen
Botanikern  gemacht  worden.

Levantiner  Thaler.

Die  Ausfuhr  von  Maria  Theresien-Thalern
aus  Triest  weist  nach  einer  Mittheilung  der  „Neuen
Freien  Presse“  seit  Dezember  1895  eine  außerordentliche
  Lebhaftigkeit  auf.  Die  Nachfragen  sind
immer  noch  so  bedeutend,  daß  ein  Theil  des  Bedarfs
seitens  der  Wiener  Münze  unbefriedigt  bleiben  muß.
Die  Zahl  der  im  Jahre  1895  ausgeführten  Levantiner
  Thaler  betrug  fast  drei  Millionen  Stück.  Man
schätzt  die  Zahl  der  von  Dezember  1895  bis  Ende
des  vorigen  Monats  ausgeführten  Stücke  auf  fast
sechs  Millionen.  Allerdings  ist  eine  genaue  Ueberwachung
  des  Verkehrs  nicht  leicht,  da  die  Thaler
        <pb n="493" />
        —  422  —

keineswegs  mehr  ihren  Weg  ausschließlich  über  Triest
und  auf  den  Schiffen  des  österreichischen  Lloyd
nehmen;  sehr  bedeutende  Mengen  werden  auf  dem
Bahnwege  von  Wien  nach  Neapel  verladen  und
weitere  beträchtliche  Sendungen  werden  von  Triest
auf  italienischen  Dampfern  nach  Neapel  verschifft  und
daselbst  umgeladen.  Das  Aufblühen  des  Thalergeschäfts
  hängt  mit  den  Ereignissen  in  Erythräg  zusammen.
  Auch  für  die  englisch-ägyptische  Erpedition
nach  dem  Sudan  werden  große  Mengen  gekauft,
welche  über  Suakin  durch  Karawanen  in  das  Innere
des  Landes  befördert  werden.  Der  Pester  Lloyd
veröffentlicht  im  Anschluß  an  die  vorerwähnte  Bewegung
  folgende  Nachrichten  über  die  genannte  Münze:
Der  Maria  Theresien-Thaler  ist  eine  der  interessantesten
  Erscheinungen  auf  dem  Gebiete  des  Münzwesens.
  Abgesehen  davon,  daß  er  einer  Währung
angehört,  die  heute  nicht  mehr  besteht  (dem  20-Gulden-Münzfuße),
  hat  er  sich  als  Kolonialmünze  erhalten,
ungeachtet  dessen,  daß  Oesterreich-Ungarn  keine  Kolonien
  besitzt.  In  die  Regierungszeit  Maria  Theresias
fällt  die  Gründung  einer  indischen  Handelsgesellschaft
in  Triest,  welche  im  Jahre  1780  ein  Schiff  für  die
Levante  ausrüstete.  Dieses  führte  neugeprägte  Maria
Theresien-Thaler  zum  Einkaufe  mit.  Die  Münze
hat  bei  den  orientalischen  Völkern  der  schönen  Prägung
  halber  —  auf  der  Vorderseite  ist  das  Bildniß
Maria  Theresias  sichtbar  —  einen  solchen  Anklang
gefunden,  daß  sie  sich  in  der  Levante  rasch  einbürgerte.
Für  die  konservative  Anschauung  der  Bevölkerung
dieser  Länder  ist  es  bezeichnend,  daß  Thaler  nur  mit
der  Jahreszahl  1780  genommen  werden.  Die  Türkei
und  Aegypten  haben  Landeswährungen,  und  die
Pforte  sucht  durch  strenge  Verbote,  die  ägyptische
Regierung  durch  einen  hohen  Werthzoll  (8  pCt.)  die
Einfuhr  von  Levantiner  Thalern  zu  verhindern  oder
einzuschränken.  Nichtsdestoweniger  hat  er  sich  in
Arabien  als  nahezu  einziges  gangbares  Geldzeichen
im  Karawanenverkehr  mit  dem  Innern  behauptet,
und  auch  Aegypten  ist  auf  diese  Münze  im  Verkehr
mit  dem  Sudan  angewiesen;  die  Engländer  suchen
in  Sansibar  die  Rupienwährung  zur  Geltung  zu
bringen;  das  Land  fährt  jedoch  fort,  den  Levantiner
Thaler  sogar  als  Rechnungsmünze  zu  verwenden.
In  den  Berberei-Staaten  ist  der  Thaler  dagegen
durch  die  Francswährung  vollständig  verdrängt  worden.
  Auch  Deutschland  prägte  für  seine  ostafrikanischen
  Kolonien  eine  eigene,  der  englischen  Rupie
ähnliche  Münze,  die  Ausprägung  erreichte  jedoch  bloß
154  394  Stück.  Nicht  besser  erging  es  Italien,
welches  im  Jahre  1881  für  seinc  afrrikanischen  Besitzungen
  eine  Münze,  dem  5  Francsstück  gleich,  prägte.
Der  Fehler  aller  dieser  Kolonialmünzen  ist,  daß  sie
nach  einem  höheren  Münzfuße  als  deren  Silberwerth
ausgeprägt  und  ausgegeben  werden.  Aus  diesem
Grunde  konnten  diese  Kolonialmünzen  den  Levantiner
Thaler  nicht  verdrängen;  nur  die  Rupie  hat  ihm
bis  zu  der  erfolgten  Einstellung  der  freien  Silberprägung
  in  Indien  erfolgreich  Wettbewerb  gemacht.

 

Infolge  der  Einstellung  der  freien  Silberprägung  in
Indien  ist  jedoch  der  Preis  der  Rupie  weit  über
deren  Silberwerth  gestiegen  und  daher  nach  Indien
wieder  abgeströmt.  Das  heutige  Verbreitungsgebiet
des  Levantiner  Thalers  ist  das  Becken  des  Rothen
Meeres,  der  persische  Meerbusen,  insbesondere  aber
Arabien,  Abessinien,  Sudan  und  Sansibar.  Es  war
daher  naturgemäß,  daß  Italien,  soweit  es  Zahlungen
außerhalb  seiner  Kolonie  in  Afrika  zu  leisten  hatte,
Levantiner  Thaler  kaufen  mußte,  und  zwei  Drittel
der  während  der  letzten  Jahre  erfolgten  Ausprägungen
  dürften  wohl  hierauf  zurückzuführen  sein.
Die  vom  Münzamte  veröffentlichten  Angaben  reichen
bloß  bis  zum  Jahre  1894;  nach  ihnen  wurden  an
Levantiner  Thalern  von  1868  bis  1894  insgesammt
35  436  701  ausgefolgt.  Nachdem  jedoch  früher  (seit
der  Einstellung  der  freien  Silberprägung  in  Oesterreich)
  gegen  eingeschmolzenes  Silber  nur  Levantiner
Thaler  ausgegeben  wurden,  so  dürfte  wohl  ein  großer
Theil  zu  Industriezwecken  wieder  eingeschmolzen
worden  sein.  Im  vorigen  re  haben  die  Ausmünzungen
  2  301  100  Stück  betragen.  Dem  Staat
ist  hieraus  eine  ganz  hübsche  Einnahme  erwachsen.
Er  berechnet  nämlich  als  Schlagsatz  1,35  fl.  das
Kilogramm  Feinsilber  und  30  Kreuzer  Probegebühr
für  jeden  Posten.

 

VVVVVVVVVYVYVVVYWVVVVVVVVVVVVTYVVYTYTVT

Titteratur.

Karte  von  Deutsch-Ostafrika  in  29  Blättern
(68  X  86  cm)  und  8  bis  10  Ansasstücken  im
Maßstab  1:  300  000.  Konstruirt  und  gezeichnct
unter  Leitung  von  Dr.  R.  Kiepert.  Im  Auftrage
  und  mit  Unterstützung  der  Kolonial-Abtheilung
des  Auswärtigen  Amts  herausgegeben  von  der
Geographischen  Verlagshandlung  Dietrich  Reimer
(Ernst  Vohsen),  Berlin.

Von  dieser  grundlegenden  Karte  unserer  bedeutendsten
  Kolonie  (vergl.  D.  Kol.  Bl.  1895  Nr.  12,
S.  304,  und  Nr.  19,  S.  495)  sind  im  Laufe  des
vergangenen  Winters  fünf  weitere  Blätter,  A1,  A2,
Az3,  B1  und  B2,  erschienen  und  damit  ist  die  Darstellung
  fast  des  ganzen  Nordens  und  des  Nordwestens
  des  Gebictes  zum  Abschlusse  gekommen.
Blatt  K1  (Kivn-See),  gegen  den  ursprünglichen  Plan
nach  Westen  hin  um  einen  Längengrad  erweitert,
bringt  in  allen  Einzelheiten  die  bedeutsame  Graf
Götzeensche  Triangulation  des  Kivu-Sees,  seine  Aufnahme
  der  Vulkanc  und  des  centralen  Grabens  und
den  ersten  Theil  seines  Waldmarsches.  Blatt  A2
(Karägwe)  zeigt  desselben  Reisenden  Marsch  durch
Ruanda  und  dann  vor  Allem  die  ausgedehnten
Wanderungen  Dr.  F.  Stuhlmanns  in  Karägwe
und  Mpororo,  welche  diese  fernen  Landschaften  mit
zu  den  bestbekannten  Deutsch=  Ostafrikas  gemacht
haben.  Große  Theile  der  deutschen  Küsten  des
Victoria-Nyansa  stellt  Blatt  A3  (Victoria-Nyansa)
        <pb n="494" />
        dar;  im  Westen  sind  es  wieder  Dr.  F.  Stuhlmanns
Landmärsche  und  Seefahrten,  welche  hier  unsere
Kenntnisse  am  meisten  erweitert  haben,  im  Osten  die
Wanderungen  von  Dr.  O.  Baumann,  dessen  Entgegenkommen
  es  der  Redaktion  ermöglichte,  von  hier
an  des  Reisenden  Originalkonstruktionen  und  Peilungsblätter
  anstatt  seiner  in  viel  kleinerem  Maßstabe
veröffentlichten  Reisekarten  der  Bearbeitung  zu  Grunde
zu  legen.  Auch  die  astronomischen  Bestimmungen  des
Kapitäns  Spring  waren  hier  von  Nutzen.  Das
Halblatt  B  1  (Usige)  bringt  eine  kritische  Zusammenarbeitung
  schon  anderweitig  über  die  Gebiete  am
Nordende  des  Tanganyika-Sees  veröffentlichten
Materials,  besonders  der  O.  Baumannschen  Nouten,
dann  derer  von  Burton  und  Speke,  Livingstone
und  Stanley  und  des  kongostaatlichen  Hauplmanns
Lange.  Das  letzte  Blatt  endlich,  B  2  (Uründi),  bietet
an  Neuem  ein  großes  Stück  der  Graf  Götenschen
Route  in  Ussümbwa,  Ost-Ussüwi  u.  s.  w.,  Wanderungen
  des  Paters  Capus  in  Ushirombo  und  Routenstücke
  von  Dr.  Stuhlmann  und  Pater  Schynse.

Die  Arbeit  hat  sich  seitdem  den  Küstengebieten
zugewandt,  und  es  ist  inzwischen  eine  große,  sehr
vicl  Neues  enthaltende  Karte  der  Landschaften  Usarümo,
  Ukümi  und  Ulugü#run  in  drei  Blättern  und  dem
Maßstabe  1:150  000,  besonders  nach  Aufnahmen
und  astronomischen  Bestimmungen  von  Dr.  F.  Stuhl--mann
  und  Premierlicutenant  Schlobach,  sertiggestellt
  worden,  welche  im  kommenden  Herbste  aus
Licht  treten  soll  und  die  Grundlage  abgiebt  für  die
Bearbeitung  der  alsdann  zu  veröffentlichenden  Blätter
1I)  4,  D5  und  D6  der  „Karte  von  Deutsch-Ostafrika“.
In  weiterer  Folge  werden  alsdann  voraussichtlich
die  Gebiete  zwischen  dem  Indischen  Ocean  und  dem
Nyassa-See  solgen,  für  welche  aus  den  letzten  Jahren
namentlich  von  Kompagnieführer  Fromm,  den  Lientenants
  Glauning  und  Stentzler,  Dr.  Lieder
und  Bergassessor  Bornhardt  reiches  neues  Material
vorliegt.  An  die  Veröffentlichung  der  nördlichsten
Küstenblätter  wird  nicht  eher  herangetreten  werden
können,  als  bis  die  Vermessungen  in  Usambara,
Handöi  u.  s.  w.  einigermaßen  zum  Abschluß  gekommen
  sind.

Die  evangelischen  Missionen  in  den  deutschen
Kolonien  und  Schutzgebieten.  Herausgegeben
von  dem  Ausschuß  der  deutschen  evangelischen
Missionen.  88  S.  gr.  80  mit  7  Illustrationen  und

 

423

 

 

Schiffsbewegungen.

3  Kartenskizzen.  Verlag  der  Buchhandlung  der
Berliner  evangelischen  Missionsgesellschaft,  Berlin,
Friedenstraße  9.

Als  Deutschland  weite  Gebiete  in  Afrika  und
Neu-Guinen  unter  seine  Flagge  stellte,  arbeiteten
nur  in  Südwestafrika  deutsche  Missionare.  Jeßzt
sind  in  den  deutschen  Schutzgebicten  zusammen  92
evangelische  Missionare  thätig,  deren  Arbeit  fast
überall  von  sichtlichem  Erfolg  begleitet  ist.  Ueber
ihr  Wirken  bietet  die  vorliegende  kleine,  hübsch  ausgestattete
  Schrift,  welche  für  80  Pf.  gebunden  zu
haben  ist,  einen  trefflichen  Wegweiser.  Veranlaßt  ist

das  Erscheinen  des  Schriftchens  augenblicklich  durch

den  Umstand,  daß  die  Missionen  in  einer  Abtheilung
der  Kolonial-Ausstellung  ihre  Arbeit  durch  Ausstellen
von  Karten,  Bildern  und  Modellen  veranschaulicht
haben.  Dem  Besucher  dieser  Ausstellung  wird  dadurch
  eine  Handhabe  zur  raschen  Orientirung  geboten.

M.  Prager:  Die  Wissmann-Expedition.  Leipzig
1896.  W.  Faber.

M.  Busse:  Transvaal  und  die  deutsch-englischen
Beziehungen.  Die  ägyptische  Frage.  Zwei  Vorträge,
  gehalten  im  Civilkasino  zu  Coblenz.  Herausgegeben
  von  der  deutschen  Kolonial-Gesellschaft,
Abtheilung  Coblenz.  Coblenz  1896.  W.  Groos'
Hofbuchhandlung.

Die  beiden  Vorträge  enthalten  in  knapper  Darstellung
  die  Geschichte  der  englischen  Beziehungen  mit
Transvaal  und  Aegypten.  Der  Reinertrag  soll  für
einen  kolonialen  Zweck  verwendet  werden.

Miango  ma  Bwam  ka  bonda  Mateo  na
Vohane.  Das  Evangelium  nach  Matthäus  und
Johannes  in  der  Duala  -Sprache  (Kamerun).
Stuttgart  1896.  Privilegirte  württembergische
Bibelanstalt.

Die  kleinc  Schrift  ist  an  Stelle  der  vergriffenen
Uebersetzung  des  Neuen  Testaments  von  A.  Saker
(1862)  vom  Missionar  E.  Schuler  und  zwar  direkt
auf  Grund  des  griechischen  Urtextes  besorgt  worden,
da  die  Sakersche  Arbeit,  welcher  die  englische  Bibelübersetzung
  zu  Grunde  lag,  mancherlei  Mängel  aufwies.
  Es  wird  von  der  Bibelanstalt  in  Verbindung
mit  dem  Basler  Missionskomitce  die  baldige  Herausgabe
  des  ganzen  neuen  Testaments  in  der  Duala-Sprache
  beabsichtigt.

(Die  Zeit  vor  dem  Orte  bedeutet  die  Ankunft,  hinter  dem  Orte  die  Abfahrt  des  Schiffes.)

.  S.  „Condor“  5/2.  Sansibar.
.  S.  „Falke“  15/4.  Apia.

Vermessungsschiff  „Möwe“  8/1.  Matupi.

M.  S.  „Sperber“  5/5.  Kamernn.

S.  „Bussard“  Sydney  1/5.  —  9  5.  Cooktown  12/5.  —  Schutzgebieten.  (Poststation:  Hofpostamt.)
(Poststation:  Sansibar.)

(Poststation:  Hofpostamt.)

S.  „Hyäne“"  12/5.  St.  Paul  de  Loanda  12/5.  —  20/5.  Swalopmund.

(Poststation:  Sydney.)

S.  „Seeadler"  Swakopmund  20/5.  —  25/5.  Kapstadt.

(Poststation:  Kamerun.)

(Poststation:  Kapstadt.)
(Voststation:  Kapstadt.)
        <pb n="495" />
        424

Perkehrs-Nachrichken.

Postdampfschiffverbindungen  nach  den  deutschen  Schutzgebieten.

 

vom  Ein-Nach

  1ꝛ
schissungshafen

 

Die  Abfahrt  erfolgt

an  folgenden  Tagen

Ausschissungshafen.
Dauer

der  Ueberfahrt

Briefe  müssen  aus
Berlin  spätestens
abgesandt  werden

 

Ü  Neapel
(deutsche  Schiffe)

 

en  driteen  Mittwoch:
"  20.  August

“
.  «  Brindisi  am  19.  alt  16.  Au
1.  Deutsch-  Ostafrita.  nt  4½  4  g.
Marseill  am  10.  jedes  Mts.
dranesche-Sa  40  n  nins.
Southampton

(englische  Schiffe)
2.  Deutsch-Südwestafvika.

jeden  Sonnabend
40  nms.

Tanga  20  Tage
Dar-es-Saläm  21  Tage
Sansibar  21  Tage

Sansibar  18  Tage

!5

Kapstadt  18  Tage

von  da  alle  14  T.  Tage  aui  dem

Landwege  nach  Warmbad  bi.

miten  achk.  Schiffsgelegenheir
nach  Swalopmun

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

am  13.,  17.J
3.  6414.  #  “

am  8.  jedes  Monats
9°8  a

jeden  Freitag  11  #  ms.

 

 

 

 

 
 
 

Hamburg  am  4  uli  30.  Sept.  Swalopmund“  30  Tage  am  31.  Juli,  30.  Sept.
——  Hcheutsches  Schif,)  nachts  ———  —  720  abds.
Hamburg  am  10.  jedes  Monats  Kamerun  24  Tage  am  10,  jedes  Monats
3.  Ramerun  Geutsche  Schife))  nachts  7  abds.
'  '  Liverpool  am  8.  Juli,  5.  August  Kamerun  22  Tage  am  6.  Juli,  3.  August
Eunherd  Schiffe)  15  nmis.  !
am  10.  jedes  Mts.  nachts  Klei  po  20  Tage
4.  Togo-Gebiet  Hamöurg,  am  20.jedes  MHts.=  Lome  31  Tage  am  10.,  20.  **
K#  von  Acera  bez.  Quittah,  Geutsche  Schiffo)  Al  po  33  Tage  ied.  Mts.  720  abds.
bn  Boten  nach  Lome  ,  am  Lestensed.  Mts.  -  po  od.  Accras)
und  Klein-Popo).  Liverpool  am  15.,  29.  Juli,  Quittah?)  oder  Klein-am  13.,  27.  J
(englische  Schiffe)  ig  26.  August  Popo  35  Tage  0.,  24.  **  us.
Neapel  am  26.  August  Friedrich  Wilhelms-  am  3.  Juli,
5.  Deutsch-Neu-Guinea.  (deutsche  Schiffe)  abds.  hafen  45  Tage  24.,  .  uust
Brindisi  am  5.  Juli,  30.  August  41  Tage  10
(Nachversandy)  abds.  8
»  Brindisi  am  uli,  30.  August  Jaluit  etwa  60  Tage  an  z  Vi  28.  August
6.  Marsball-  Inseln.  (über  Manila)
Eintreffen  der  Post  aus  den  r—  Schutzgebieten.
Landungs=  Die  Post  ist  fällig  6  Landungs-  Die  Post  ist  fällig
Von  hafen  in  Berlin  Von  hafen  in  Berlin
Neapel  am24.  (Juli,  21.  Aug
Deutsch-Ostafrikao  Brindisi  .  am  15.Juli,  12.  Ac  Togogebiet  Haniburg  .  .  am  10.*  und  25.“
Marseille  .  aml.  Juli,  1.,31.  Aug.  .  jedes  Monats
W  Zĩdwesiasrita  #ß.  4  zubestimmt  peutft.  *  Guinen.  *“  am  GG*
damburg.  am  25.  ied  Monats  »
Ramern  Liverpool  .  am  16.  Juli,  Marshall-  Inseln  ...  Marseille  *  oder  20.  Aug.,
13.  August  3./15.  Oktober

 

 

*  Fälligkeitstage  für  die  mit  deutschen  Schissen  eintreffenden  Posten.

Schiffsbewegungen  ?  der  t  Deutschen  Ostafrila  ·  Linie  Gamburg  Oftafrika).

 

 

 

Neichspostdampfer  Neise  Leßte  Nachrichten
55  p  ph  von  nach  bis  27.  Juni  1896

„Kaiser“  Durban  Hamburg  am  26.  Juni  ab  Marseille.
„Kanzler“  Hamburg  Durban  am  25.  Juni  ab  Neapel.
„Bundesrath=  zur  Zeit  in  Hamburg  4
„RNeichstag“  Hamburg  Durban  am  25.  Juni  an  Dar-es-Saläm.
„Admiral“  Durban  Hamburg  am  27.  Juni  ab  Mozambique.
„General“  Durban  Hamburg  am  27.  Juni  an  Hamburg.
Extradampfer  „Curopa-  Hamburg  Delagoabai.  am  15.  Juni  ab  Las  Palmas.
        <pb n="496" />
        425

Schiffsbewegungen  der  Woermann-  Linie.

 

 

Postdampfer  neise  Lehte  Nachrichten
von  nach  bis  27.  Juni  1896
„Adolph  ——  Hamburg  Swakopmund  am  8.  Juni  in  Las  Palmas.
„Aline  Woerm  Hamburg  Ponta  Negra  am  10.  Juli  ab  Hamburg.
„Anna  Wormann,  .  Kap  Palmas  Hamburg  am  22.  Juni  in  Sierra  Leone.
„Carl  Woermann“  Kotonou  Hamburg  am  11.  Juni  in  Acera.
„Eduard  Bohlen“  Hamburg  Congo  am  23.  Juni  in  Accra.
„Ella.  Woermann“  Kap  Palmas  Hamburg  am  27.  Juni  Dover  passirt.
„Gertrud  Voermam“  Hamburg  Ponta  Negra  am  24.  Juni  in  Gabun.
„Gretchen  V  ohlen“  Hamburg  Kotonou  am  26.  Juni  in  Kotonou.
„Hedwig  Woermann“  Hamburg  Kotonon  am  23.  Juni  Dover  passirt.
„Jeannette  Woermann“.  Hamburg  Loanda  am  30.  Juni  ab  Hamburg.
„Kurt  Woermann“  Hamburg  Loanda  am  13.  Juni  in  Loanda.
„Lulu  Bohlen“  .  Hamburg  Ponta  Negra  a#m  19.  Juni  in  Madeira.
Marie  Woermann“.  Ponta  Negra  ambur  am  27.  Juni  in  Kamerun.
„Melita  Bohlen“  .  ..  Hamburg  Lüderitzbucht  am  27.  Juni  in  Accra.
„Professor  Woermann“.  Hamburg  Loanda  am  21.  Juni  in  Rufioque.
„Thekla  Bohlen“  Swakopmund  Hamburg  am  16.  Juni  in  Accra.

 

 

 

 

 

2

X  Werke  der  deutschen  und  auslãndiehon  Littoratur.

 

I:  Kramnss,  Spezialkaorte  von
Taeisch-  Ostaf’ihac,  11  2  Milt.
mit  Nebenkarten  1:750000.  Grösste
Karte  dieser  Kolonice.  Sümmtliche
umtlichen  wie  privntenl’ublikationen,
Itincrarc  eic.  sind  erschöpfend  verarheitet.
  Eisenbahnen  und  deren
Trojekte,  letzte  Veränderungen  der
Schutztruppe,  I’ost-  und  Zollämter,
Aissionen  u.  L’lantagen  wurden  eingehend
  berücksicht.  VUnembehren
lür  jeden  Koloninlireund.  T’r.  3  Mk.
S.  Sehropp.  Berlin  W.,  ilder.  61.
Tuseheniürterbitelt  der  engtischen
  #und  detschen  Spraesie
von’’hieme-  Nasnu#on.  15.Aullage.
  34  Bogen.  Gel.  Ak.  3.50.
Verlag  von  Taendeke  &amp;amp;  Lehmkuhl
in  llamburg.  (

Kriegsocden  Kbchaus  d.  Kladderudatseh.
  Ernst  u.  IIumor  aus  dem
Jahre  1870,71.  Vers  u.  D’rosa  von  d
bekannten  Kladderadatse  orslerten
J.  Trojan  u.  J.  Lohmeyer.  Geb.,  3.50.
Verl.  von  C.  T.  Wiskott  in  Breslau.
Hisecli,  Ii.,  Dr.  med.  Tronpisesie
Kr’aungkei#ten.  Anleit.  zu  ihr.  Verhüt.
  u.  Behundl.  Spez.  I.  d.  Westküste
v.  Alriku.  Zweite  umgearb.  Aull.  Verlag
  der  Ilissionshbuchhdlg.  in  Bascl.

 

 

+  4.,  geb.M4,  80.  Für  Missionare,
Kaur#leute  und  Beamtc.  („#s

 

Scheiber,  .J.  (Aujor),  Der  Bürgerkrieg
  in  den  nord  gGmerikanischen
Stauten.  MAit  1  Kurte  von  Virginien
und  3  Plänen.  Preis  AM.  4.—
k.  Borche,  17.,  Zwei  Jahre  im  Sattel
und  um  Feinde.  Erinnerungen  aus
deem  Unabhängigkeitskriege  der  Con-Iöderirten.
  Zweite  Aull.  Mit  Portria  i
u.  Kurt.  2  Bde.  M9,—,  gelb.K  10,
Verlag  von  E.  S.  Mittier  &amp;amp;  9
Berlin  SWe.

 

Konlstock,  Dr.  med.,  ärztlicher
Rathgeber'  (ür  Ostufrika  und  trop.
Maluringegenden.  Geb.  Preis  K6

Moren,  C.,  Kriegs-  und  Lxpeditionsführung
  in  Alrika.  Geh.
Treis  60  Pf.
chlodrz,  Dr.  B.,  Im  deutschen
Goldlunde.  Reisebilder  aus  dem

Ge
Ver

i.  Preis  A  38,60.  6
ug  von  Hermann  Peters,
Berlin  W.  8.

Unsere  Shtetzertcpe  in  Ost-Arika.
  Von,  Georg  Maercker,
Pr.  Lt.  im  Inf.  Regt.  No.  23,  ehemal.
Olliz.  d.  Schutstruppe.  Mit  34  Ilustr.
z.  Th.  u.  Orixinalanfnahmen  d.  Chels
kamen.  220S.  erlag  von  Karl
Siegismund,  Sn  W.  41.  4  3.—

Teder  Deutsche  im  Auslande

liest  Kern  die,  selbst  in  ülberscelschen  lindern

breitete  und  im  18.  Inhrg.  encheinende:
Deutsche  Allltulr-Musiker  eitum  n#  (Prager).
an  ahonmirk  bei  allen  Postanstalten  (Cingetragen
  ——  18060))  sowio  durrh,  die
Exp.  in  NeriIn  SW.  16  gegen  Einsend.  v.  2.10  M.
–—  —  2
PDie  ercdngelischen  Alfissionen.
IIlustr.  Familienblutt.  IIcrausg.  von
Jul.  Richter.  I.  Jahrg.  1895.  Nonatl.
1  lleft  von  24  S.  Jährl.  4  3,  frei  ins
Ilaus  X  3,20.  Probehekfte  gr.  u.  Irko.
Verl.  v.  C.  Bertelsmann  in  Götersloh.

LErschienen  bei  .,  J.  Mfi!  i.  Leiden:
Antidu.  Catulog  Jo.  40:  Les  Indes
Orientules  et  Occidentales.  PDosses--sions
  Eurobé  cnnes  en  Asic,  en  Alridue,
en  Améridne  et  en  Australie.  (G)
5519  Irs.  Bitte  gel.  zu  verlangen.
EIIJMETJ9J]VII  lauptm.).  Die
Italiener  in  Asrika.  Mit  einer  Ueber-Sichtskarte.
  I’reis  K  1.—.

Verlug  von  E.  S.  Aittler  &amp;amp;  Sohn.

Berlin  SWe.

r
—

 

 

 

 

 

—  Verschiecenes.  1  —

er  Nord-Ostsece-Kanal.
  utl.  Pests  Fheit  .  sein.  Eroffn.  im
Juni  1895;  v  B  Cih.  R-#  ierungsruth.
5  Bog.  Text  ch  *5  Tafeln.  Kl.  Folib.  DPreis  stei

geh.  12  Mk.  vornchm  9l  blan  T.einwand  gebd.
I  50  Mk.  Liie  Festsec  v.  Vard  Sr.  Maj.  d.  Kuiser.
Ihr.  Maj.  d.  Kaiscrin.  l  sincslsllkstuuko

ladenen  Gusten  lborr.  Probebog.  m.  Abbild.  grat.
Verl.  von  Wilhelm  Ernst  &amp;amp;  Sohn  in  Berlin  W.  8.

 

 

 

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i.  deutsch.,  engl.,  Fanz.,  ital.
u.  Span.  Sprache!  labrizirt.
jed.  Preislage.  15  mal  prümirt.
  (lros  ekte  gratis.)
C.  F.  Lücke,  Leipzig.  6

I#es  ccnn  modernen  Engglunt.
Bilser  und  Eindrücke  von  Gustal
F.  Stelfen.  Ein  schön  ausgestutteter
5-0  von  400  Seiten  lsnen  mit
134  Texthildern  und  11  Tuseln.  Gehestet
  7  dlnrig  einlach  gebd.  9  Mk.
lein  gebd.  10  Das  neueste  Werk
über  Seb  10  !•##5  in  Werk  von  strengsterWuhrheitslicbe
  u.  geninl.  Schreib
weise“  (Kritik  v.  Schuldirektor  Se0ll
mann,  Breslau).  „Eine  Kulturstudic
v.  echormem  W’erte-  (Berl.  Börsenztg.).
Verl.  v.  Lobbing  &amp;amp;  Büchle,  Stuttgart.

In  der  Vitnfnitlionen-  Staudt.
Kulturbilder  u.  d.  heutigen  1  egland.
Von  Gustaf  F.Steften.  Textansgabe
(ohne  lllustr.)  des  Werkes  „Aus  dem
modernen  LEngland-.  Vimt  390  S.
sch.  2  Ak.,  gebd.  Ak.  „Ein-  vortreffliches
  Buch“  l,  ee  „Ein
ausgezeichmetes  Werk-  (Jordd.  Allg.
Ztg.).  Steflens  Werk  ist  ein  Spieg  2el
des-  Lesammten  engl.  Lebens,  wic  er
in  selcher  Klarheit  dem  engl.  Volke
noch  nicht  dLorssehalten  worden  izt“
res  Jachrichte
Verl.  v.  Hobbing  #  Büehec,  Stuttgart.
        <pb n="497" />
        —  426

Anzeigen.

Inserale  (für  die  dreigespaltene  Petitzeile  oder  deren  Naum  *  Wiemig)  sind  an  die  Verlriebsleilung,  Verlin  8W  12,  Kochstraße  68  71.

zusenden.

 

Bekanntmachung.

In  unser  Firmenregister  ist  heute

unter  Nr.  3  die  Firma

J.  M.  Wittmann  zu  Uhabis
und  alo  deren  Inhaber  der  Händler
Johann  Wittmann  ebenda  eingetragen
  worden.

Keetmanshoop,  den  15.  Jannuar  1896.
%½  ihise  Gericht  für  den  Südbezirk.

8.)  gez.  Duft.  (7)
Bekanntmachung.

In  das  Gesellschaftsregister  des  unterzeichneten
  Gerichts  ist  Zufolge
Verfügung  vom  5.  März  1896  Folgendes
  eingeiragen  worden:

Laufende  Nummer  1.

Firma  der  Gesellschaft:

Boysen  &amp;amp;  Wulff.
Sit  der  Gesellschaft:  Windhock,  mit
einer  Zweigniederlassung  in  Swakopmund.
  „Rechtoverhältnisse  der  Gesellschaft:
  Die  Gesellschafter  sind:
1.  der  Kaufmann  Dietrich  Voysen
zu  Windhoek,  »
2.  der  Kaufmann  Carl  Friedrich
Wulff  zu  Swakopmund.

Die  Gesellschaft  hat  am  1.  Juni  1895
begonnen.

Windhoek,  den  5.  März  1896.
Haiserliches  Gericht  des  südwestafrikanischen

Schutzgebietes  für  den  Weslbezirk.

(I.  S.)  gez.  v.  Lindequist.

Deuische  Holonien.

Erfahrener  Pflanzer,
welcher  30.  Jahrei  in  tropischen  Ländern
thätig  gewesen  und  im  Pflanzen  und
Ziehen  von  Kolonialwaaren  durchaue
erfahren  ist,  sucht  zur  Gründung  einer
Alltengesellschait  zwecko  Anbau  von

Kolonialwaaren  in  den  deutschen  Kolonien
  mit  Kapitalisten  in  Mrbinhueg
zu  trelen.

Gef.  Osserten  s##c  II.  L.  **-befördert
  Rudolf  Mosse,  Hamburg.

Itographiiche  Uparate.
Erste  Quelle:
Jmd  UNsche,  Drescken.
Kutalog  (300  S.)  20  b  .

Spedition  Südafrika.

Kommission  A.  Kesting,  Uretoria,
Transvunl.  Weiterbeför  derung  aller
Güter  in  Südalrika.
Iumburg:  Agent  lohn  Suhr,  lsul.

 

 

Bekanntmachung.

In  das  bei  dem  unterzeichnelen
Gericht  geführte  Firmenregister  ist  bute
zufolge  Verfügung,  vom  26.  d.  Mts

Aasc  Nr.  1  die  Fir

A.  Schmerenbeck
mit  dem  Sitze  in  Windhoek  und  als
deren  alleiniger  Inhaber  der  Kaufmann
August  Schmerenbeck  hierselbst  eingetragen
  worden.

Dem  Kaufmann  Erust  Rusch  in
Windhoek  ist  unter  dem  30.  März  1895
Prokura  ertheilt  worden.

Windhoet,  den  27.  März  1896.
Kaiserliches  Gericht  des  füdwestafrihanischen
Schutzgebietes  für  den  Nordbezirk.

(L.  S.)  gez.  v.  Lindequist,
Negierungsassessor.  G)

¶  Bekauntꝛiachung
as  bei  dem  unterzeichneten
herpne  dbasfehet  Prolurenregister  ist
heute  unter  Nr.  1  als  Prokurist  der
unter  Nr.  1  des  Firmenregistero  vermerlten
  Firma  A.  Schmerenbeck  in
Windhoek  der  Mansmngnn  Ernst  Rusch
hier  eingetragen  w
Windhoek,  den  r.  März  1896.
Kailerliches  Gerichl  des  füdwestafrihauischen
Shhubgebietro  für  den  Nordbejirk.
(I.  S.)  gez.  v.  Lindequist,
Negierungsassessor.  (70)

—
#½%

8

 

Die  berhnsen  deimiikscheen
Blumen-,  Gemüse-  und  land-Wirthschaftlichen
  Samen
versende  ich  über  dic  gunze  Wele,
Specialversand  nach  d.  Tropen.

J.  C.  Schmidt,  Erfurt,

Ilollielerunt  Sr.  Muj.  des  Kuiscrs

 

 

Man  verlange  Preislisten.  (567)

 

 

 

enthült  nur  den  Siüssstoll

gewöhnlichen  Snccharins.
bester  Zuckerenntz.

Soluter  Reinheit.
Augenleidende
mil  Troplenzähler.
IProben
Iügung.

und

durch  die  bekunnten
Bremen  und  die

 

.  Ä  ..

CRYSTALLOSE

des  Sunccharins  in
Reinheit,,  ubsolut  lrei  von  den  JNebenbestandtheilen  des
Deshalh  reinster  Geschmack  und
In  Wasser  leicht  löslich:
Crystalle  bietet  sic  entgegen  dem  Saccharin  Guruntic  uh-Das
  lieste  für  Be  auercien.
Limonaden-  und  Aineralwasserlfahriken.
und  Fettsüchtire  Westentaschenpuckung

CUehrauchsanweisung  gratis  zur
lrhältlich  darch  dic  (irossisten.
DExporthäuser  in

Chemische  Fabrik  von  Heyden,
Radebeul  bei  Dresden.  (cs)

höchster

durch  ihre

Brennerciecn.
Für  Dinbetiker.

Vorlür
  ül#ersceisch.

llumburg  und

 

 

 

 

VVVVTYVYVWYWVTT?YT'TYVyWVFVTVVTF  T  TV7  T  T  yVTYTTYVTVV0  YTVVVVVVVVVTYVT
        <pb n="498" />
        427

Zur  Heilung  der  Malaria
(Wechsel-  oder  Sumpflieber)

wir#  hierdurch  das  von

der
Chemischen  Fabrik  auf  Actien  (vorm.  E.  Schering)  zu  Berlin

durgestellte
allen  Lanenln  .  bestens  emplohlen.

Galzsaures  Phenocoll)
Eine  grosse  Reihe  ilalienischer  Acrzte,  u.  A.  di#  Drs.  Professor,

Albertoni.  l’rofessor  Gerrello.,  Dr.  (ucco,  Dr.  Dull  Olio.  Prolessor

  Nosso.  Dr.  Venturini  und  vielc  anderc  haben  mit  dem  Alittel

überraschende  lleilerfolge  hbei  Aularia  erzielt.  Anch  Dr.  Ribet  in

Arzer  (Algier)  und  Dr.  Dupont  in  Boma  thaten  ein  Gleiches:  H#e
1

Cänseleber-Pasteten-Fabrik


von
Aug.  Michel,
Hollieferunt

Strassburg  i.  Els.
Spezialität  für  den
ExXPort
besonders  für  feinere  Fleischkonserven.

  (#)

 

terer  hat  die  ollizielle  Einreihung  des  Nedikaments  in  die
Verschreihungen  des  Kongostuates  veranlusst.

Uans  falzsanre  I’he  wron  eignel  sich  lerner  nac  h  den  Feststellungen
von  H’rofessor  Alurtine  argas  in  Barcelona  zur  schnellen  und
Sicheren  lleilung  des  Kanelhurtens,

Man  wende  sich  wegen  des  Erhalts  von  P’henccollum  hrdrochloricum.
wegen  Lilteratur  und  Gebranchsanweisungen  un  die  Vertreter  der  ohenenannten
  Firma.  nümlich:

Barcclonn:  1.  Espiell:  is)
London:  A.  &amp;amp;  M.  Zmmmermen,  F.  C.  9  und  10  St.  Mary-  at-  Hill:

Moskau:  V.  Stürzwage  &amp;amp;  Co.

New-Tork:  Lehn  &amp;amp;  Fink,  128  Milliam  Street:

Paris:  Max  Frères.  31  rue  des  pelites  Ecuries:

Rio  de  Janeiro:  Magalh#es.  Lucius  &amp;amp;  Co.  Successores  de  Klingelhoeler  &amp;amp;  Co.

—a  gen-nß  aulsie,
————————“

....[d  —  —
2  55J  *z

#isnortatr-snahmkz  —  ——à  *

Cläseins-Ibbol

“

Fabrik  haltbarer  Speisen

L.  Mulsow  &amp;amp;  Co.,  Hamburg.
Conserven  alier  Art,  für  die  Tropen  zubereitet.

Cokldene  Medaitlte:  IIambry  15860  i.  70.
HMien  J7Trz  X  I#is  1353.  7  oncdon  I862.
AMinohen  1854.  X  Melbourne  1880.

Wir  garantiren  die  Ialtharkeit  eislisten  stehen  auf  Wunsch
unserer  eigenen  Fabrikate.  zur  Verlügung.  (no)

⁊
i
-

—

-
..
I-.-




—
.-[Sdmunsuhuoln

  :Nqu- 



Aelteste  deutsche
Schaumwein  Kellerei
Gegründet  1826.

Kessler  Cabinet

dry  &amp;amp;  enxtra  dry

G.  C.  Kessier  &amp;amp;  Co.
K.  W.  lloflieleranten
(ca*)  Esslingon.

K.  amprecht.

Glasfabriken,
AUurienhütte  bei  Cnurrenburg
Hnnnover)

Breitenslein  bei  Stolberg  uam  Haurz.
Falrikation  weisser.  halbweisser
#und  farbiger  Flaschen.  l’arfmeric-.
Adizin-  und  Kleingläser  aller  Arl.
mit  und  ohne  C(ilnsstöpselverschluss.
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Patenttroplzl  iser  D.  R..  No.  17368,

587  1  65683.  (72)
Pillenzähler  D.  R.  I.  No.  78  996.

Piunahe  Ama

und  Smmtliche  Bedurlartikel  für
I’hotographie,  Speziell  für  den  Gebrauch
  in  den  Kolonien,  lielern

J.  F.Schippang  &amp;amp;  Co.

Inh.  E.  Marilnl,  (r)
Berlin  S.  12,  Prinzenstrasse  21.

 

 

 

 

 

 

Rcich  illustr.  I’reislisten  kostenfrei.
        <pb n="499" />
        Wr——

1....2

Vertreten  auf  der  deutschen  Kolonial-Ausstellung  1696.

 

 

 

  

 

 

u  kindinn

Neubabelsberg.
cimpliehlt.

Fichereinetze

(el)
einnen-  und  ochseclisherd.

Exkport  nnch  allen  Lindern.
Geeignete,  tlichtige  Vertreter  gesucht.

 

 

i
*7  8

LLLII  o.

Höhr  bei  Coblenz,

Tbonnkeitenfabril

Export.  (00)
Die  LErzenguisse  der  Fabrik  sind
in  der  dentschen  Koloninl-Aus--stellung
  in  Berlin  ausgestellt.

4%

JW

 

 

 

Kolonicles  und  Anderes.
Charpenticr.  Russ.  Wanderbilder  Al.3.
T’ost.  Dr.  A.II.,  Afrikun  Junispend,  .

Völkerrechte  Alrikas.  N.

T’reuss.  I).  Ungl.  l-Für
  Stuatsmänner,  Kunfl.,  Schilisrheder,
  Zeitungsleser.  9JI.  1.00.

Schinz.  Deutsch-Südwest-Alriku.
knse,  Illnstr.  u.  Kurte  geb.

1.  20,—  „Kurte  allein  Jl.  2.—.

Sennenten  I.,  Die  IIanssaländer.
Forschungsr.  M.  Kurte.  Al.  10,—
gb.  —.

Wolll.  vr.  W.  Von  Banana  zum
Kiamwo.  Torschungsr.  M.

M.  4.—,  geb.  M.  5.—.
Zimmermann,  (onsul  im  Ausw.  Amt,

Preussisch  dentsche  llandels-Fekktik.—

  Aktenmäss.  Darstellung.

16,—,  geb.  AI.  18.—
einengewerbe  in  Schlesien.
Gewerbe-  u.  llnndelspolitik  dreier
Juhrn.  2.  Aull.

r  Kelariieea  sorüien

     

—  *

4  %  bester  u.bewährt6r  (onstruction

s

 

Brauerei  zum  Pschorr,  München.
6G.  PFschonn.
Hoflieferant  Sr.  Maj.  des  Deutschen  Kaisers.
Hof  lieferant  Sr.  Maj.  des  Kaisers  von  Oesterreieh.

In  allen  überseeischen  #

EIEIIIIIIIIIIIIIILLIIIII
Alleinige  Depositäre  für  Export:

Paul  Ed.  Nöõölting  &amp;amp;  Co.,  Hamburu.

Ordres  durch  europäische  Exporthäveer  erbeten.

 

       

 

Oldenburg  g  *  5*(rn  Schulgcsehte  Tol-Buchlundlung
  (A.  Schwartz).

 

 

 

Weltberühmte  Fangapparate

für  Raubthiere,  Vögel  und  Fische.

Prämünrt  mit  goldenen  und  *  en  Mellaillen  **i
Welt-Ausstellung  Antworpen  höchste  Auszeichnung.  Enrendipon.

Wildlocker,  lür  ksnerien.
Witterungen,  VWölke  und  Wild-Glaskugel-
  schweine.
und
Thontauben-  K.  Webers

Palent-Selbstschuss
I).  K.  ’.  No  49  125.

 

Wurkfmaschinen.

IIustelrte  Preislisten
kostenfrel.

  

Ateste  deutsche

Haupt-Matalog,
Raubitiertallen.

zugleich  fangbuch,
50  l's.

Fabr
IIay  nanl.  ve  hl.

 

*
#
—

—

   

#——————————

4—

 

 

 
      

Le#  undai#####-vemooh  vanersb  19  W2  uomn#n
N  gofschen  ogoptafutssaon  786.

 

 

 

Deutsche  Kolonial-Ausstellung  1896.  SS—————
        <pb n="500" />
        429

 

 

4N#DOeutsche  Holonial-  Ausstellung  1896.

 

 

    

nB..

 

„gporiroson  af  dor  dorfschen  —————“  1896.

*

     

J——....—

Natura-Milch-Exportgesellschaft

Bosch  &amp;amp;  Co.,  Waren  (Mecklenburg).
Sterilisirte  Milch  und  Sahne

in  vollkommen  hatürlichem  Zustande  ohne  jeden  Zusatz.  Bester  Ersatz

für  krische  NMilch  Unembehrlich  für  Ficher-  und  Malarinkranke.  Unbegrenzte
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P’reislisten  und  Broschüren  Hranko,  Muster  gratis  und  franko  Iamburg.

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Ausrüstungen  für  Forschungsreisende  nuch  Prof.  Dr.  Frhr.
v.  Dunckelmun.  Aulnuhme-Apparate,  Instrumente  für  Ortsbestimmungen,
  Hôöhenburometer,  Hypsometer,  Fernrohre  etc.

 

 

 

    
 

feaselgefrank  SKe  Durchl.  des  Fürsten  Bismarck

Kaullich  in  Mncralwasserbandlung.,  Apoth,  Illote.s  ctc.

Bestes  Tafelwasser.  Altbewährte  Uellquelle.  Export  unch  den  ½3
besonders  empfohlen.

Birresborner  Mineral-Brunnen,  Birresborn  *ê1

 

   

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Rheil-  M##el  Arrweiuen
phr  &amp;amp;  Co,  KöUn.

Königliche  llot-W.  lnlieser.  unten.
Export-  TTreislisten  zu  Diensten.

——
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Pianoforte-  Fabrik,
6.  m.  b.  H.,
Liegnitz.
Flügel  u.  Pianinos

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Klima.
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Ausstellungen.

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Vertreten  in  der
Deutschen  Kolonial-Ausstellung

erlin

Niederlage:
Berlin  W.,  Courbièrestr.  5.

 

 

NMein,  Forst  &amp;amp;  Bohn  Vachf.  in  Geigenheim  a.  kh.,  un-  Stein-  u.  Lichtäruek.

 

Maschinenfabrik=  Johannisberg  Schnellpressen

lür

——  "Qd)

 

 

 

 

Gasmotoren-Fabrik  Deutz,  Köln-Deutz.
„Otto's  neuer  Motor  —à

sür
"  *“  Gas,  Benzin  u.  Petroleum.

Ueber  42  000  Maschinen  mit  ca.  170  000
Pferdekräften  in  Betrieb.

 

 

 

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„Original-Otto-Motoren“  (u)
Sind  mit  vorstehender  Schutzmarke  verschen.
Prospekte  und  Kostennnschläge  gratis  und  franko.

 

5N

 

 

—

 

#968l  bunklo)ssny-lejuolo)  uodosinsp  aap  Inr  usjs##10  5

 

 

*J—
        <pb n="501" />
        —  430  —

 

*  Weingutsbesitzer  Export  von  P
G  P  .  ung  u.  Weinhandluns,  Rhein-,  Mosel-  und  Pfalawein
fi  Rüdesheim  a.  Rh.,  nach  allen  Welttheilen.  (3)  —

 

 

 

 

Joseph  Klar,  Samenhandlung,
80  Linienstrasse  BERLIN,  Linienstrasse  80,

NMNoblteferant  Sr.  Majesede  des  Kaisers.—
oflerirt  nebst  troplschen  Frucht-  und  Nutzpfinnzen-Samen  auch  solchen  von  Gemllsen,  soweit  sich  dieselben
nach  den  der  botanischen  Centralstelle  in  Berlin  gemachten  Mittheilungen  als  für  den  Anbuu  in  den  Tropen
Feelgnet  erwiesen  haben.  —  Da  die  botanische  Centralstelle  nur  für  elnmulige  Versuche  im  Kleinen  Gemäsec-Lemen
  lictkert,  so  oflerire  ich  für  grösseren  Bedarf  gegen  fr.  Einsendung  von  Murk  12,—  franco  aller  deutschen
afrikanischen  Kolonlen  gut  verpnckt  1  Kollektlon  von  Brutto  5  resp.  3  Kllo  incl.  Emballage.
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hat  Referent  die  Lektüre  des  Buches  beendet.  v.  Bülow  hat  in  der  Art  seiner  Schreibweise  entschieden  das  Richtige
getrossen  »
Der  Verfasser  befleißigt  sich  außerdem  einer  nicht  genug  anzuerkennenden  Sachlichkeit  und  peinlichen  Genauigkeit
in  der  Wiedergabe  geschilverter  Ereignisse.  Schreiber  dieses,  der  manche  der  im  Buche  wiedergegebenen  Episoden  mit
durchmachte,  wußte  in  der  Schilderung  keines  einzelnen  Falles  auch  nur  das  Geringste  zu  ändren
ir  möchten  dem  Laien  sowohl  als  dem  Fachmann  das  Buch  als  ein  ebenso  interessantes  wie  nutzlicheo  ano
Herz  legen  und  es  allen  Lesern  auso  Wärmste  empfehlen.
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—  431  —

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in  den  Tropen  mit  Erfolg  eingeführt,  von  den  verehrlichen  Messeverwaltungen
in  den  deutschen  Kolonien  (è4  Längerem  ständig  bezogen,  dort  sehr  beliebt,  Jahre
lang  altbar,  nur  aus  bestem  Malz  und  Hopfen  hergestellt.  Das  Bier  ist  sehr
erfrischend  und  sehr  bekömmlich,  auch  von  den  Herren  Aerzten  der  deutschen
Schutztruppe  empfohlen.  "
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No.  43.  Flor  Flna  —  Havana  —  fein  mil.  .  „100.  —  „  „
No.  44.  El  Arte  —  Havana  —  fein  mittelkrältig  „L100.—-  „  „
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und  l'rxäpariren  wira  gegelen.
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Chei  der  Bergischen  Lisen-  und
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WOERMANN-LINIE.

Am  10.  Juli:  P.  D.  „Aline  Woermann“,  Capt.  Jarck,
nach  Madeira,  Klein-Popo,  Lagos,  Kamerun  und  den  Hälen  der  Südwestküste
  Alrikas  bis  Ponta  Negra.
Am  15.  Juli:  P.  D.  „Ella  Woermann“,  Cant.
nach  Marocco,  Las  Palmas,  Teneriffe,  Gorée,  Dakar,  Ruffsque,  Bissao,  Bolama,
Sierra  Leone,  Sherbro  und  Liberia.
Am  20.  Juli:  P.  D.  „Carl  Woermann“,  Capt.  Schütt,
nach  Conakry,  Monrovia,  der  Goldküste,  Togo,  Whydah  und  Kotonou.

Am  31.  Juli:  P.  D  „Thekla  Bohlen“,  Capt.  Iversen,
nach  Teneriffe,  Las  Palmas,  Gorée,  Liberia,  den  Häfen  der  Südwestküste  Alrikas  von
Landana  bis  Loanda  und  Deutsch-Südwestafrika.
Nach  Deutsch-  Südwestafrika:  am  31.  Juli,  30.  Septbr.,  30.  Novbr.
Atte  Guter  mitssen  dm  Tade  vor  dem  Abpanpsdautum  bis  I2  Uhr  mittags  litnusseite  sein.

Näheres  wegen  Fracht  und  Passage  ertheilt  in  Hamburg  die  Weermann-Linle,  sowie  der  Schiffsmakler
Angust  Bolten,  Wm.  Miller'’s  Nachfolger,  Admiraliä#tstrasse  33/34,  und  wegen  Deutsch-Südwestafrika  die
Herren  L.  F.  Nlathies  &amp;amp;  Co.,  Grimm  27.  12

 

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Regelmässige  Postdampfer  -Verbindung
unter  Vertrag  mit  dem  Deutschen  Relche

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Hamburg,  Ostafrika  und  Transvaal

Amsterdam,  Lissabon  und  Neunpel  anlaufend.
Die  nächsten  fuhrplunmässigen  Expeditionen  finden  statt:

 

E.  P.  D.  „BUNDESRATH“,  Capt.  Doherr  1.  Juli  1896  ab  Hamburg  (It.  Fahrplan)
Doppelschraubendampfer  „HERZOG“,  Capt.  v.  I8sendorsh.  22.  Juli  1896  ab  Hamburg

R.  D'.  D.  „GENERAL,  Capt.  Asthansen  .12.  August  1896  ab  Humburg  (lt.  Fahrplan)
R.  P.  D.  „KAISRn“,  Capt.  Stahll.  2.  Septbr.  „  ab  Hamburg

nach  Tanga,  Dar-es-Saláäm,  Sansibar,  Mozambique,  Beira,  Delagoa-Bai  und  Natal.
Diese  Dampfer  nehmen  auch  Passagiere  und  Waaren  nach
Bagamoyo,  Saadani,  Pangani,  Kilwa,  Ibo,  Lindi,  Quelimane,  Chinde,  Lamu  und
Mombassa.
Ferner  Extradampfer  ab  Hamburg  ums  Kap  der  gaten  Hoyuse9ng  direkt  nach
Durban,  Delagoa-Bai,  Mozcmbique.
Nächste  Expedition:

Die  Dampfer  Laben  vor-z#pliche  Linriehtunuen  “'  ussaytere  in  uatten  Kassen.

Ferner  zwischen  Ostafrika  und  Bombay  regelmässig  alle  drei  Wochen  im  Auschluss
an  die  IHauptdampler.

 

Näheres  ertheilt  in  Hamburg:  (20)
wegen  Fracht  der  Schilswaker  August  Bolten,  Wmm.  Miller's  Nachfolger,
wegen  Passage  die  Hamburg-Amerikanische  Packetfahrt-Aktien-Gesellschaft,

sowis  wegen  Fracht  und  E  die
Deutsche  Ost-Afrika-  Linie,
r.  Reichenserasse  25.
Verantwortlicher:  Nedalteur  für  für  den  nichtamtlichen  Theil:  O.  Mertinat,  Berlin.
Druck  und  Verlag  der  Königlichen  Hofbuchhandlung  und  Hosbuchdruckerei  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Verlin  S8W  12,  gochsirabe  68—71.
Ausgegeben  am  1.  Juli  1890  um  6  Uhr  nachmittags.
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        Deutsches  Kolonialblatt.

Amtsblatt  für  die  Schutzgebiete  des  Deutschen  Reichs.

heranegegeben  in  der  ——  des  Auswärligen  Amle.

 

 

 

VII.  Jahrgang.  terlin,  15.  Juli  1896.  Nummer  14.
Dicice  Zeitschrift  Socheint  in  der  Regel  am  I.  und  15.  jedes  Monats.  #  werden  als  Veihefte  beigejagtn  die  einmal  t
wrsesbede  „Mittheilungen  von  Forschungsroisonden  und  Golehrton  aus  den  deutschon  Schutzgobiet  her-  *2  oben  von

ö.  Danckolman.  Der  vierteljährliche  MWaenteneenteprei  für  das  Kolonia  tblatt  au  den  Betheiten  berne  Ereim  ldns  durch  die  Post  hweil  ie

S  Ml.  3.—,  direkt  unter  Streifband  durch  die  Uerlagsbuchhandlung  Mk.  3,50  für  Deutschla  vud  und  Oesterreich=  Ungarn,  Mk.  3.75  für

die  Länder  des  §  Wellpostvereins.  —.Einsendungen  und  Anfragen  sind  an  die  K  Anigliche  Losonchhan  dlung  von  Ern  E  Sicnfried  Mittler
und  Sohn,  Berlin  SW  12,  Zochüraße  68—71,  zu  richten.  —  in  der  Zeitungs.  Prelsiiste  für  1996  unter  Nr.  910.)

 

Inhalt  ·  Amtlicher  Theile  Alerhöchste:  Verordnung  über  die  Schaffung,  Vesihergreifung  und  Veräuße#ung  von  Kronland
  und  über  den  Erwerb  und  die  Veräußerung  von  Grundstücken  im  Schutgebiete  von  Kamerun  S.  435.  —
Gouvernementsbejehl  deo  Kaiserlichen  Gouverneurs  von  Deutsch-Ostafrika,  betressend  ein  Verbot  des  Feilhaltens  von
Kochgeschirren  aus  Kupfer  und  Messing  S.  437;  desgleichen,  betressend  die  Stärke  der  Polizeitruppe  für  dao  Etatsjahr
  1896·97  S.  437.  —  Nachweisung  der  Brutto-Einnahmen  bei  der  Zollverwaltung  für  Deutsch-Ostafrika  für
die  Monate  Jannar  und  Februar  1896  S.  438.  —  Nachwelsung  der  Elfenbeinausfuhr  aus  Deutsch-Ostafrika  im
Jahre  1895/96  S.  439.  —  Verordnung  des  Kaiserlichen  Gduverneurs  von  Kamerun,  betressend  Einführung  von
Eingeoorenen.  Schiedogerichten  für  die  Landschaften  Dibamba  und  Ndokama  S.  439.  —  Personalien  S.  440.

tamtlicher  Theil:  Personal-Nachrichten  S.  441.  —  Deutsch-Ostafrika:  Ueber  die  Perlfischerei  an
der  ostafrilenuschen  Küste  7  441.  —  Naturwissenschastliche  Süämmlungen  S.  442.  —  Bestrafung  von  Sklavenräubern
S.  442.  —  Geschäftsbericht  der  Deutsch-Ostafrikanischen  Gesellschaft  442.  —  Landwirthschaftliches  S.  443.
Kamerun:  Von  der  Station  Mpim  S.  444.  —  Naturwissenschaftüche  Sammlungen  S.  446.  —  Deutsch-Südwestafrika:
  Ueber  den  Zug  des  Hauptmanns  v.  Estorff  bei  Gobabis  S.  446.  —  Einfuhr  von  Spirituosen
S.  448.  —  Deutsch-Neu-Guinea:  Ueber  den  Verlauf  der  Ehlersschen  Expediten  S.  448.  —  Aus  dem
Bereiche  det  Missionen  und  der  Antisklaverei-Bewegung  S.  453.  —  Aus  fremden  Kolonien:
Straits  Settlemente  S.  460.—  Delgon  Eisenbahn  S.  460.  —  Jahnban  in  Sierra  Leone  S.  460.  —  Anwerbung
von  Arbeitern  zür  den  Kongostaat  S.  460.  —  Uganda  S.  460.  —  Vesichiedene  Mittheilungen:  Die  West
African  Co.  Lid.  S.  461.  —  Litteratur  S.  461.  —  Litteratun=  Verzeichniß  S.  4  Schisssbewegungen  S.  462.  —
Verkehrs-  Nochrichten  S.  l#.  —  Fahrplan  der  Woermann-  Linie  für  das  dritle  Much-  1896  S.  464.—  Anzeigen.

*

 

Amtlicher  Theil.
Gesetze;  Perordnungen  der  Reichsbrhörden.

Allerhöchste  Verordnung  über  die  Schaffung,  Besitzergreifung  und  Veräußerung
von  Kronland  und  über  den  Erwerb  und  die  Veräußerung  von  Grundstücken  im
Schutzgebiete  von  Kamernn.

Wir  Wilhelm,  von  Gottes  Gnaden  Deutscher  Kaiser,  König  von  Preußen  2c.,  verordnen
für  das  Schutgebiet  von  Kamerun  auf  Grund  des  §  1  und  des  §  3  Ziffer  2  des  Gesetzes,  betreffend  dic
Rechtsverhältnisse  in  den  deutschen  Schußgebieten  Greichs-  Gesetzblatt  1888,  S.  75),  im  Namen  des  Reichs,
was  folgt:
I.  Schaffung  7  Kronland.
8

Vorbehaltlich  der  Eigenthumsansprüche  oder  ousgen  dinglichen  Ansprüche,  welche  Private  oder
juristische  Personen,  Häuptlinge  oder  unter  den  Eingeborenen  bestehende  Gemeinschaften  nachweisen  können,
sowie  vorbehaltlich  der  durch  Verträge  mit  der  Kaiserlichen  Regierung  begründcten  Okkupationsrechte  Dritter
ist  alles  Land  innerhalb  des  Schubzgebietes  von  Kamerun  als  herrenlos  Kronland.  Das  Eigenthum
daran  steht  dem  Reiche  zu.

II.  Besitnahne  von  Kronland.

Die  Besitznahme  von  Kronland  erfolgt  borsepeüthch  der  Bestimmungen  in  §  12  durch  die  Regierung.
        <pb n="507" />
        —  486  —

8  3.
8
Bei  der  Besitznahme  von  Kronland  in  der  Umgebung  bestehender  Niederlassungen  von  Eingeborenen
sind  Flächen  vorzubehalten,  deren  Bebanung  oder  Nutzung  den  Unterhalt  der  Eingeborenen  auch  mit  Rücksicht
  auf  künftige  Bevölkerungszunahme  sichert.

84.

Die  Ermittelung  und  Fesistellung  des  herrenlosen  Landes  (Kronlandes)  erfolgt  durch  Landkommissionen,
  welche  von  dem  Gouverneur  unter  Zutheilung  des  erforderlichen  Vermessungspersonals  zu
bilden  sind.  Diese  Kommissionen  treffen  auch  die  Entscheidung  über  ctwaige  von  Privaten  erhobene
Ansprüche.  Gegen  diese  Entscheidung  ist  der  Rechtsweg  zulässig.

5.

In  solchen  Bezirken,  für  welche  ein  Grundbuch  besteht,  erfolgt  die  Eintragung  der  als  Kronland
in  Besitz  genommenen  Grundslücke  auf  Grund  einer  von  dem  Gouverneur  oder  einem  von  ihm  hierzu
ermächtigten  Beamten  ertheilten  Bescheinigung,  daß  die  Besitznahme  unter  Beobachtung  der  für  den  Erwerb
maßgebenden  Bestimmungen  gehörig  erfolgt  ist  und  daß  danach  die  Eintragung  des  Eigenthums  zu
geschehen  habe.

III.  Veräußerung  von  Kronland.
86.

Die  Ueberlassung  von  Kronland  erfolgt  durch  den  Gouverneur,  und  zwar  entweder  durch  Uebertragung
  zu  Eigenthum  oder  durch  Verpachtung.  Durch  die  Ueberlassung  von  Kronland  bleiben  die
bestehenden  oder  noch  zu  erlassenden  bergrechtlichen  Bestimmungen  hinsichtlich  der  Verfügung  über  die
unterirdischen  Bodenschätze  unberührt.

87.
Die  Festsetzung  der  Bedingungen  für  die  Ueberlassung  von  Kronland  ersolgt  durch  den  Gouverneur
nach  näherer  Anordnung  des  Reichskanzlers.

88.

Bei  der  Ueberlassung  von  Kronland  sind  genügende  Flächen  für  öffentliche  Zwecke  zurückzubehalten,
insbesondere  auch  Waldbestände,  deren  Erhaltung  im  öffentlichen  Interesse  liegt,  von  der  Veräußerung
auszuschließen.  Auch  ist  das  Recht  vorzubehalten,  das  zu  Wegen,  Eisenbahnen,  Kanälen,  Telegraphenanlagen
  und  anderen  öffentlichen  Einrichtungen  erforderliche  Land  gegen  Ersatz  des  den  Berechtigten  wirklich
entstandenen  unmittelbaren  Schadens  zurückzunehmen.

§  9.
Schiffbare  Ströme  und  Flüsse  sind  von  der  Ueberlassung  zu  Eigenthum  auszuschließen.
IV.  Allgemeine  Vorschriften  über  die  Veräußerung  und  den  Erwerb  von  Grundstücken.

10.

Zum  Eigenthumserwerb  oder  zur  Pachtung  von  Grundstücken,  welche  im  Eigenthum  oder  Pachtbesitz
  eines  Nichteingeborenen  stehen,  ist  eine  obrigkeitliche  Genehmigung  nicht  ersorderlich.  Der  Gouverneur
ist  jedoch  befugt,  allgemein  oder  für  bestimmte  Bezirke  die  Verpflichtung  zur  Anzeige  derartiger  Rechtsgeschäfte
  vorzuschreiben.

,  §11.

Die  Ueberlassung  von  städtischen  Grundstücken,  welche  mehr  als  1  ha  Fläche  haben,  sowie  von
allen  ländlichen  Grundstücken  von  Seiten  Eingeborener  an  Nichteingeborene  zu  Eigenthum  oder  in  Pacht
von  längerer  als  fünfzehnjähriger  Dauer  ist  nur  mit  Genehmigung  des  Gouverneurs  zulässig.  Hiernach  der
Genehmigung  bedürfende  Verträge,  zu  welchen  die  Genehmigung  nicht  ertheilt  wird,  sind  rechtsunwirksam.

§  12.
"  Nach  näherer  Anordnung  des  Reichskanzlers  kann  dem  Gouverneur  die  Befugniß  beigelegt  werden,
einzelnen  Personen  und  Gesellschaften  die  Ermächtigung  zu  ertheilen,  in  Gebieten,  in  welchen  die  Landkommissionen
  noch  nicht  in  Thätigkeit  getreten  sind,  ihrerseits  Land  aufzusuchen,  mit  etwaigen  Eigenthümern
oder  sonstigen  Betheiligten  wegen  Ueberlassung  von  Land  Abkommen  zu  treffen  und  solches  Land  sowie
herrenloses  Land  vorläufig  in  Besitz  zu  nehmen.  Die  Genehmigung  solcher  Abkommen  sowie  die  Feststellung
der  Bedingungen,  unter  denen  die  Ueberlassung  des  als  herrenlos  angesprochenen  und  von  dem  Gouverneur
vorbehaltlich  der  Zulässigkeit  des  Rechtsweges  als  herrenlos  anerkannten  Landes  zu  erfolgen  hat,  regelt  sich

nach  den  Bestimmungen  der  §§  3,  6  bis  9  und  11.

·  W  13.

Der  Reichskanzler  und  mit  seiner  Genehmigung  der  Gonverneur  hat  die  zur  Ausführung  dieser
Verordnung  erforderlichen  Bestimmungen  zu  erlassen.
        <pb n="508" />
        —  437  —

8314.
Der  Reichskanzler  ist  besugt,  die  von  dem  Gouverneur  auf  Grund  dieser  Verordnung  getroffenen
Anordnungen  aufzuheben  und  abzuändern.
Gegeben  Neues  Palais,  den  15.  Juni  1896.
(L.  S.)  gez.  Wilhelm  I.  R.
ggez.  Fürst  von  Hohenlohe.

 

 

Drrordnungen  und  MWittheilungen  der  Behörden  in  den  Schungebieken.
Gouvernementsbefehl  des  Kaiserlichen  Gouverneurs  von  Deutsch-Ostafrika.

In  letzter  Zeit  sind  wiederum  zahlreiche  Fälle  von  Vergiftungen  vorgekommen,  welche  ihre  Ursache
in  dem  Gebrauch  von  Kochgeschirren  von  Kupfer  und  Messing  haben.  Im  Interesse  der  allgemeinen
Gesundheit  habe  ich  mich  infolgedessen  zum  Erlaß  nachstehender  Verordnung  genöthigt  gesehen;  ich  ersuche
die  Herren  Vorsteher  der  Bezirksämter,  Bezirksnebenämter,  Küstenstationen,  Binnenstationen  und  Zollstellen,
dieselbe  in  der  üblichen  Welse  zur  Kenntniß  der  Bevölkerung  zu  bringen  und  dieselbe  gleichzeitig  eindringlichst
auf  die  Gefährlichkeit  dieser  Kochgeräthschaften,  soweit  sie  bereits  im  Gebrauche  der  Bevölkerung  sich  befinden,
aufmerksam  zu  machen.  Ganz  besonders  ist  auch  auf  die  erhöhte  Gefahr  hinzuweisen,  die  entsteht,  wenn
durch  längeren  Gebrauch  die  schützende  Verzinnung  schadhaft  geworden  ist.

Dar-es-Saläm,  den  6.  Mai  1896.

Der  Kaiserliche  Gouverneur.
(L.  S.)  gez.  Dr.  v.  Wissmann.

Verordnung,  betreffend  ein  Verbot  des  Feilhaltens  von  Kochgeschirren  aus  Kupfer  und  Messing.
51.  F..
Die  Einfuhr  von  Kochgeschirren  und  -geräthschaften,  welche  aus  Kupser  oder  Messing  hergestellt
und  für  den  Gebrauch  der  farbigen  Bevölkerung  bestimmt  sind,  ist  vom  1.  Juni  d.  Is.  ab  für  den  Umfang
des  ganzen  Schutzgebietes  verboten.

8  2.
Das  Feilhalten  und  der  Verkauf  derartiger  Kochgeschirre  in  öffentlichen  Läden  ist  vom  gedachten
Termine  ab  verboten.

83.
Vom  1.  August  d.  Is.  ab  sind  Geschirre  der  bezeichneten  Art,  welche  sich  noch  in  öffentlichen
Läden  oder  Waarenlagern  finden,  ingleichen  Sendungen,  welche  von  auswärts  durch  die  Zollämter  gehen,
entschädigungslos  zu  beschlagnahmen.

*  4.
Ein  Ausfuhrzoll  wird  auf  die  genannten  Waaren  nicht  erhoben.
*  5.
Den  Chefs  der  Binnenstationen  bleibt  die  Setzung  anderer  Termine  und  Fristen  vorbehalten.

36.
Zuwiderhandlungen  werden  mit  10  bis  250  Rupien  in  jedem  einzelnen  Falle  bestraft.
Dar-es-Saläm,  den  6.  Mai  1896.
Der  Kaiserliche  Gouverneur.
(L.  S.)  gez.  Dr.  v.  Wissmann.

Gonvernementsbefehl  des  Kaiserlichen  Gonverneurs  von  Deutsch-Ostafrika,
betreffend  die  Stärke  der  Polizeitruppe  für  das  Etatsjahr  1896/97.
Die  Stärke  der  Polizeitruppe  bei  den  Bezirksämtern  2c.  wird,  wie  folgt,  für  das  Etatsjahr  1896/97  festgesetzt.
Tanga  mit  Masinde  2  europäische  Unteroffiziere,  60  Askaris,
Bagamoyo  mit  Saadani  2  -  -  60  -
Dar-es-Saläm  mit  Kisali  .2  -  -  70
Pangani—.  -  -  .1europåijchrrUnterossizier,25
        <pb n="509" />
        438

Kilwa  mit  Dondeposten  2  europäische  Unteroffiziere,  60  Aslaris,
Milindani  mit  Lindi  |  eropäischer  Unterosfizier,  41
Langenburg  24

Zu  jedem  Kontingent  treten  die  üblichen  farbigen  Chargen  hinzu.

In  allen  Bezirksorten,
äußßere  Wachtdienst  durch  die  aktive  Truppe  vorzunehmen.

Polizeiwache  zu  geben.
zu  veranlassen.

(außerdem  50  forchuliie  Askaris).

Dar-es-Saläm,  den  27.  Mai  1896.
Der  Kaiserliche  Gouverneur.
In  Vertretung:

gez.  v.  Bennigsen.

(L.  S.)

in  welchen  eine  Kompagnie  stationirt  ist,

Die  50  Irregulären  der  Station
Langenburg  sind  nicht  auf  den  Polizeictat,  sondern  auf  den  Schutztruppenetat  zu  verrechnen,  ohne  daß
dieselben  einer  bestimmten  Kompagnie  aggregirt  werden.

ist  von  jetzt  ab  der  gesammte
Nur  der  Posten  vor  der  Boma  ist  durch  die
Das  Kommando  der  Schutztruppe  hat  das  nach  dem  Vorstehenden  Ersorderliche

Nachweisung  der  Brutto-Einnahmen  bei  der  Zollverwaltung  für  Deutsch-Ostafrika
  im  Monat  Jannar  1896.
(Eine  Rupie  zum  Kurse  von  1,1925  Mk.)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zölle  für  Schlfffahr.  Holzschlag.Meben.  "r
Haupt-Zollamt  AusfuhrEinfuhr  Abgabe  GebührenEinnahmen  Insgesammt
Np.  P.  Rp.  Rp.  P.]  Np.  P.]  Np.  P.]  Np.  P.  -—  Mk.  Pf.
nga  1139  os  5668  15  65  —  107  37  1440  05  8423  91
Pangani  53  3476  03  40  —  36  41  428  046524  37  —  7780  56
Bagamoyo  .  10699  36½4  5  —  25  49  39  46  23554  50  =  28089  08
Dar-es-Saläm.  2743  4130  49  80  —  264  0661370  0217288  34  —  2001,  57
Kilwa  .  .  1837  62  4942  21  55  —  795  41  —7636  60  =  7  05
Mikindani  3953  51  1300  11  5  —  27  55  —  —  5286  53  —  201  54
Zusammen  2917  54  41002  18  250  —  257  371928  12867355  47  —  80321  71
——  .  *)
27329  Mk.  45  Mk.98  MUM.  1499  Mk.2299  Mk.
53  Pf.  22  Pf.  12  Pf.  66  18  Pf.

*)  Mit  Berücksichtigung  einiger  Reste  aus  Vorjahren  stellt  sich  die  Gesammteinnahme  auf  80  417  Mk.  15  Pf.
Der  Werth  der  Ausfuhr  bei  sämmtlichen  Stationen  im  Jannar  1896  beträgt  175790  Nup.  =  209  629  Mk.  58  Pf.
Der  Werth  der  Einfuhr  bei  sämmtlichen  Stationen  im  Januar  1896  beträgt  497  4090  Rup.  =  593  247  Mk.  12  Pf.

Im  Monat  Februar  1896.
(Eine  Rupie  zum  Kurse  von  1,2075  Mk.)

-

 

 

 

 

 

 

Zölle  für  Schifffahrts.Holzschlag-  Neben.

Haupt-Zollamt  AusfuhrEinfuhr  nbgabe  Gebühren  Einnahmen  Insgesammt

Rp.  .  Ip.  P.]  Rp.  P.]  Rp.  P.]  Rp.  V.]  Kp.  P.  —  Ml.  Pf.
l  .

Tangg  988  24  12416  36  85  —  103  13856  464449  55  =  17448  21
Pangani  1821  50  4116  48  35  —  19  55  32  56  6026  17  =  7276  72
Bagamoyo  6926  07  9577  30  301—  42  11  96  4316672  27  —  20131  96
darzes-Saläm  2120  3511964  —  40  —  61  41  063764  47  =  16620  92
Kilwoa  4839  06  5011  31466—56  291472
Mikindani  1717  49  3187  60  16  36  55959  08  917  44  —W  7145  59
Zusammen  18413  4  46  46274  1  10  52  —362  38  2165  358568  10—  *—

.  M  l  *)

22234  Mr  Mk.  55878  .  15  Mk.  165  Mk.614  Mk  #
57  21  Pf.  04  Pf.  4  Pf.  89

Pf.

7)  Mit  Verücksichtigung  einiger  Reste  aus  Vorjahren  stellt  sich  die  Geninneinse)  m

Der  Werth  der  Einfuhr  bei  sämmtlichen  Stationen  im  Februar  1896  betrug  538  760  Rup.
Der  Werth  der  Ausfuhr  bei  sämmtlichen  Stationen  im  Februar  1896  betrug  135  239  Nup.

 

 

 

auf  82  798  Mk.  47  Pf.
650  552  Mk.  70  Pf.

163  301  Mk.  10  Pf.
        <pb n="510" />
        439

 

Nachweisung  der  Elfenbeinausfuhr  aus  Deutsch-Ostafrika  im  Jahre  1895/96.)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tanga  Pangani  Bagamoyo  Saadani  Dar-es-Saläm
Zeit  der  Ausfuhr  Stück-Gewicht  Stück-,  Gewicht  Stüc=  Gewicht  Stüc=  Gewicht  Stück-,  Gewicht
zahl  engl.  Pfd.  ahl  engl.  Pfd.]  zahl  engl.  Pfd.  zahl  engl.  Pfd.  zahl  engl.  Pfd.
·  1895  D  1  I
April  ...  11  252¼  117  1712  1900  2337  69  11753¾  8  290½
Mai  5  1311¼  104  2498  361  5678  69  15340  4  86½
Juni  5  284/  101  1949  96  882½4  2510¼  8  96¼
Juli.  6  2  89  1272317  28132160  242072  53½
August  3  1383/  192  3055.  1524  24372¼4¼85  3315½  2  132¼
September  2  1  64  1212  965  3186  151  3022  9  157¾
ktober  7  142½  22  512  668  10038442Vm6  18  2811/1
November  9  163/4  98  1138  549  10786½1¼48  1951/1  7  359½
Dezember  11  303  73  11  386  04  84  1524¾  2  48
189  .
Januar  5  983/1  118  1736  542  7297½24  940  31  770
Februar  1  77  775  163  288884A08  2208/41¼12  251⅜/
März.  6  342½  189  3476  727  13068  118  1754  14  228¼
Zusammen]  75  2006/11225,  204917488  1239713/4|  1309  25082½)  117  2755½
Kilwa  Lindi  J  Mikindani  Zusammen  Zähne  unter  6  Pfd.
Jeit  der  Ausfuhr  Stück  Gewicht  Stück  Gewicht  Stuck  Gewicht  Stück=  GewichtStück-],  Gewicht
zahl  T  engl.  Pfd.  zahl  engl.  Pfd.)zahl  engl.  Pfd.]zahl  #engl.  Pfd.  hahl  engl.  Pfo.
.
April.  9  244  24  211½  4  92½½2  6315½  30  1031
Mai  18  453  5  31¼  2  90%  568  10503¼  37|  102¾
Juni  6  199/  14  750  1  112“  405  6785.  90  274½
Juli  10  2181¼/  38.  691  10  271¾41632  33111½  40  186/¾
August  9  137  9  457%  714½2024  i  33323¼½¼½2½  416½
September  92  1787½  38  9659/1  19  582%1340  20934  106  304
tober  29  47  229  3455½203  11644266  2196744  72  202½
November  20  320½  23  360  11  7/1195  15086½  66  277½
Dezember  72  1386½  6  128⅝  1  13365  9864/  96  178  %
1896  «
Jmumk.  12  32514  11  295¼¾  3  82½ä769  11545  55  1611/4
Februar  322  f4124  107#  —  832  1  2047.  50  148¾
ärz.  13  20734¼  —  —1  1  16  1068  190923/152  5341½
Zusammen  322  6668  495  8452  285  6149  11316  195577  924  2890¾
12240  Stück  1984673¾/  Pfund.

Verordnung  des  Kaiserlichen  Gonve

von

Auf  Grund  d
wird  verordnct,  was  fo

Schiedsg
*

es
lgt:

rneurs  von  Kamerun,  betreffend  Einführung
für  die  Landschaften  Dibamba  und  Ndokama.
1  des  Gesetzes,  betreffend  die  Rechtsverhältnisse  der  deutschen  Schutzgebiete,

81.
Es  werden  Eingeborenen-Schiedsgerichte  eingerichtet  für  die  Landschaflen  Dibamba  und  Ndokama.
Der  Zuständigkeit  der  Schiedsgerichte  unterliegen  die  sämmtlichen  Ortschaften  der  Landschaften  Dibamba
und  Ndokama  und  die  in  denselben  befindlichen  Dualaniederlassungen,  letztere  nach  Maßgabe  der  Bestimmungen

  in  §  4.

§  2.

Streitigkeiten  zwischen  den  Eingeborenen  dieser  Dörfer  sind  durch  den  eingeborenen  Häuptling  des
Beklagten  zu  erledigen,  wenn  in  bürgerlichen  Streitsachen  der  Werth  des  Streitgegenstandes  100  Mark
(5  Kru)  nicht  überschreitet  und  in  Strafsachen  der  Gegenstand  der  Urtheilsfindung  eine  That  bildet,  deren
Ahndung  keine  höhere  Strafe  als  300  Mark  oder  sechs  Monate  Gefängniß  erfordert.

§  3.
Gegen  die  Entscheidungen  der  Häuptlinge  ist  Berufung  an  das  Eingeborenen-Schiedsgericht  zulässig.
Dasselbe  ist  als  erstinstanzliches  Gericht  zuständig  für  diejenigen  Civil=  und  Strafprozesse,  welche
nicht  zur  Zuständigkeit  der  Häuptlinge  gehören.  Das  Verbrechen  des  Mordes  und  des  Todtschlags  bleibt

*)  Vergl.  Deutsches  Kolonialblatt  1895,

—
—
S.

372.
        <pb n="511" />
        —  440  —

jedoch  der  Jurisdiktion  des  Schiedsgerichts  entzogen.  Auch  ist  dasselbe  nicht  befugt,  auf  Todesstrafe  sowie
auf  eine  Freiheitsstrafe  von  mehr  als  zwei  Jahren  zu  erkennen.
84.

Streitigkeiten  zwischen  Eingeborenen  und  den  im  Geltungsbereich  dieser  Verordnung  ansässigen
Angehörigen  des  Dualastammes  sind  der  Rechtsprechung  der  Häuptlinge  entzogen.  Sie  fallen,  auch  wenn
der  Gegenstand  des  Streitwerthes  in  Civilsachen  oder  der  Urtheilsfindung  in  Strafsachen  das  in  §  2
bezeichnete  Maß  nicht  überschreitet,  unter  die  Zuständigkeit  des  Eingeborenen-Schiedsgerichts.  Ein  Duala
soll  daher  auch  stets  Mitglied  des  Schiedsgerichts  sein.

85.
Für  die  Rechtsprechung  der  Schiedsgerichte  sind  die  an  Ort  und  Stelle  in  Uebung  stehenden
Gebräuche  und  Gewohnheiten  maßgebend.

*  6.
Die  Mitglieder  der  Eingeborenen-Schiedsgerichte  sowic  deren  Stellvertreter  werden  durch  den
Kaiserlichen  Gonverneur  ernannt.  Die  Ernennung  ist  jederzeit  widerruflich.

87.

Die  Schiedsgerichte  ernennen  einen  Vorsitzenden,  welcher  die  Verhandlungen  zu  leiten,  sowie  einen
Sekretär,  welcher  über  jeden  Streitfall  ein  Protokoll  zu  führen  hat.  Das  Protokoll,  welches  das  Datum
des  Sitzungstages,  die  Namen  der  Richter  und  der  Parteien,  den  Gegenstand  und  Grund  des  Rechtsstreits
sowie  die  erlassene  Entscheidung  enthalten  muß,  ist  von  dem  Vorsitzenden  und  dem  Protokollführer  zu
unterschreiben.

Die  Protokolle  eines  Jahres  sind  chronologisch  zu  einem  Aktenstücke  zu  vcreinigen  und  können  von
dem  Gouverneur  und  dessen  Stellverlreter  jederzeit  eingesehen  werden.  Auch  steht  dem  Gonverneur  und
dessen  Stellvertreter  jederzeit  frei,  den  Sitzungen  des  Eingeborenen-Schiedsgerichts  beizuwohnen.

88.
Gegen  die  Entscheidungen  der  Schiedsgerichte  ist  Berufung  an  den  Kaiserlichen  Gouverneur  oder
dessen  Stellvertreter  zulässig.  Dieselbe  muß  binnen  14  Tagen  nach  Verkündung  der  Entscheidung  schriftlich
oder  mündlich  beim  Gouvernementssekretär  eingelegt  werden.

9.
Die  der  Kompetenz  der  wEingeborenen-Sczthsgeriche  nicht  unterworfenen  Strassachen  sind  der
Jurisdiktion  des  Kaiserlichen  Gouverncurs  beziehungsweise  dessen  Stellvertreters  vorbehalten.
Kamerun,  den  21.  Mai  1896.
Der  stellvertretende  Kaiserliche  Gouverneur.
(L.  S.)  gez.  Dr.  Seitß.

VWVVVVVVTVyYVYVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVDVVVVVIVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVU

Perspnalien.

Der  Lieutenant  a.  D.  v.  Bercken  in  der  Kaiserlichen  Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika  ist  zum
Premierlieutenant  a.  D.,  der  Assistenzarzt  1.  Klasse  a.  D.  Dr.  Berg  ebendort  zum  Stabsarzt  a.  D.
Allerhöchst  ernannt  worden.  —“

Der  Assistenzarzt  2.  Klasse  a.  D.  Dr.  Lichtenberg  bei  der  Schutztruppe  für  Kamerun  ist  Allerhöchst
  zum  Assistenzarzt  1.  Klasse  befördert  worden.

Der  Assistenzarzt  2.  Klasse  a.  D.  Dr.  Meyer,  bisher  vom  Infanterie-Regiment  Fürst  Leopold
von  Auhalt-Dessanu  (1.  Magdeburg.)  Nr.  26,  ist  Allerhöchst  mit  dem  17.  Juni  d.  Is.  der  Schutztruppe
für  Deutsch-Ostafrika  zugetheilt  worden.

Der  Premierlientenant  a.  D.  Nachtigall  und  der  Sekondlicutenant  a.  D.  Böhmer  scheiden  mit
dem  3.  Juli  1896  aus  der  Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika  aus.

Der  Assistenzarzt  1.  Klasse  a.  D.  Arning  scheidet  mit  dem  27.  Juni  1896  aus  der  Schutztruppe
für  Deutsch-Ostafrika  aus.

Der  Premierlieutenant  v.  Heydebreck  I.,  bisher  vom  2.  Garde-Feldartillerie-Regiment,  und  der
Sekondlieutenant  Wettstein,  bisher  vom  Badischen  Pionier-Bataillon  Nr.  14,  kommandirt  zur  Dienstleistung
  bei  der  trigonometrischen  Abtheilung  der  Landesaufnahme,  sind  mit  dem  27.  Juli  1896  der  Schuttruppe
  für  Deutsch-Südwestafrika  Allerhöchst  zugetheilt  worden.
        <pb n="512" />
        441

Nichtamtlicher  Theil.

Personal  ·  Nachrichten.
Deutsch--  Olafrika.

Der  in  den  Dienst  des  Kaiserlichen  Gouvernements
getretene  Thierwärter  Frese  ist  nach  Dar-zes-Salaäm
abgereist.

Der  Lazarethinspektor  Hübner  und  der  Bauleiter
  Gerlach  sind  nach  Dar-es-Saläm  abgereist.

Togo.
Der  Premierlieutenant  d.  R.  v.  Massow  ist  im
Mai  in  Klein-Popo  angekommen  und  hat  die  Führung
  der  Schutztruppe  übernommen.  6

Der  zum  Auswärtigen  Amt  kommandirte  Lieutenant

  Thierry  ist  nach  Klein-Popo  abgereist.

Der  Sergeant  vom  Eisenbahn-Regiment  Nr.  3
Rosenhagen,  welcher  in  den  Dienst  der  Kaiserlichen
Landeshauptmannschaft  getreten  ist,  hat  die  Reise
nach  Klein-Popo  angetreten.

Der  in  den  Dienst  der  Kaiserlichen  Landeshauptmannschaft
  getretene  Zollaufseher  Wegner  ist  nach
Klein-Popo  abgereist.

Hüdwestafrika.
Der  bei  Gobabis  schwer  verwundete  Lieutenant

Eggers  ist  nach  neueren  Drahtnachrichten  nunmehr

außer  Gefahr.

Nachrichten  aus  den  deulschen  Schuhgebieken.

(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  theilweise  nur  mit  Quellenangabe  gestattet.)

Deuksch-Plkafrika.

Ueber  die  perlsischerei  an  der  ostafrikanischen  Rüste
berichtet  der  Zollbeamte  Feinstein  in  Schole  unter
dem  15.  April  1896  Folgendes:

Soweit  ich  von  den  Einwohnern  von  Kibondo,
Juani,  Schole,  Mafin  und  Boydu  in  Erfahrung
bringen  konnte,  ist  das  Suchen  der  Perlmuscheln  ein
Leichtes.  Dieselben  werden  bei  größter  Eöbbe  (Neuund
  Vollmond)  gewonnen.  Eine  eigentliche  Fischerei
im  Sinne  des  Wortes  besteht  nicht,  da  die  Muscheln
auf  dem  bei  Ebbe  trockenen  Watt  gesucht  werden.
Früher,  als  das  Suchen  von  Perlmuscheln  eine  Zeit
lang  verboten  war  und  nachdem  es  im  März  1895
wieder  freigegeben  wurde,  fanden  sich  nahe  der  Inseln
  viele  große  Exemplare,  während  die  größeren
Sorten  sich  jetzt  nur  weiter  nach  der  See  (Kanal)
zu  vorfinden.  Vor  Jahren  betrieben  die  Maskataraber
  die  Perlfischerei  in  hiesiger  Gegend  in  größerem
  Umfange.  Vor  1  ½  Jahren  versicherte  mir  ein
gewesener  Perlmuschelfischer,  daß  das  Suchen  im
tiefen  Wasser  bei  den  Bänken  sehr  lohnend  gewesen
  sei.

Kibondo  ist,  weil  in  der  Nähe  liegend,  der
Hauptplatz  der  Perlmuschelnfischerei,  deunn  bei  Ebbe
zieht  sich  das  Watt  zwei  Meilen  weit  nach  Westen.

Die  Muscheln  stehen,  sich  unten  mit  moosartigem
Gewächs  in  den  Steinspalten  festhaltend,  in  der  Regel
in  Gruppen  zusammen.  Auch  auf  der  Westseite
Mafias,  soweit  der  Grund  steinig,  giebt  es  Perlmuscheln.
  Wie  schon  gesagt,  ist  Kibondo  der
gesuchteste  Platz  für  Perlmuscheln,  jedoch  giebt  es
bei  Juani  und  Schole,  welche  bei  Ebbe  durch  Stein- 



bänke  miteinander  verbunden  (also  passirbar)  sind,
auch  solche.

Weiter  nach  Westen  zu  werden  bei  Kiswajani,
Kisiwaogusa,  Kisiwafonjavi  und  Simaja  Muscheln
gewonnen.  Die  im  Masiakanal  abseits  liegenden
Bänke  werden  überhaupt  nicht  abgesucht.

An  der  Nordseite  Mafias,  z.  B.  bei  Fereni,
Bueni,  Ras  Mkumbi,  werden  keine  Muscheln  gesucht,
der  Grund  mag  darin  liegen,  daß  der  Strand  bis
Bueni  wenig  bewohnt  ist.  Wie  mir  versichert  wurde,
sollen  dort  viele  und  große  Muscheln  vorhanden
sein.  Ein  Fischer  glaubt  angeben  zu  können,  daß  er
dort  Muscheln  zwei  Pfund  schwer  gesehen  habe.

Das  Muschelsuchen  wird  von  den  Sklaven  als
Nebenverdienst  betrieben.  Wenn  die  Perlmuschelfischerei
  hier  rationell  betrieben  würde,  so  dürfte  das
Fünffache  an  Muscheln  gewonnen  werden.  Auch
denke  ich  mir,  daß  die  Muscheln  viel  ihres  Fleisches
halber  gesucht  werden,  da  die  Eingeborenen  dies
gerne  gekocht  essen.

Die  Muscheln  in  der  Nähe  der  Inseln  sind
meistentheils  klein,  da  sie  im  Monat  ein=  bis  zweimal
fortgeholt  werden;  die  weiter  außen  liegenden  sind,
weil  älter,  von  größeren  Dimensionen.

Perlen  werden  hier  und  da  in  den  Muscheln
gefunden,  jedoch  meist  kleinen  Formats,  häufig  ist
auch  die  Perle  zu  weich  und  fühlt  sich  gallertartig
an.  Perlen  von  Muscheln,  welche  im  seichten  Wasser
liegen  und  der  Sonne  ausgesetzt  sind,  zeigen  brandige
Flecken.  Die  Einwohner  behaupten,  daß,  wenn  solche
Perlen  in  tiefes  Wasser  versenkt  werden,  sie  wieder

nach  einiger  Zeit  fleckenrein  werden.
        <pb n="513" />
        Der  Preis  in  Schole  für  Perlmuscheln  beträgt
pro  Frazila  (35  Pfund)  sechs  Rupien.
Eine  Statistik  aus  früheren  Zeiten  kann  nicht

aufgestellt  werden,  da  das  Material  dazu  fehlt.  Seit

dem  3.  März  1895  auf  Grund  des  Erlasses  der
Jolldirektion  vom  3.  März  1895,  betreffend  Aufstellung
  einer  Statistik  über  Ausfuhr  von  Perlmuscheln,
  sind  im  Zeitraum  eines  Jahres  16  125
engl.  Prund  Perlmuscheln  ausgeführt  und  nachgewiesen
worden.

Die  Ausfuhr  stellt  sich  folgendermaßen  zusammen:

2  f

März  1895  660  Pfund,

April  -  5993
Mai  valat
Juni  -..  -
Juli  -..1715
August-  vakat
Septbr.  1120
Oktober  vakat
Novbr.  1120
Dezbr.  vakat
Januar  1896  -
Februar  3272
März  315

Katurwissenschaftliche  Lammlungen.

Dem  Königlichen  Museum  für  Naturkunde  ist
durch  Vermittelung  des  Kaiserlichen  Gouvernemenis
für  Deutsch-Ostafrika,  Abtheilung  für  Landeskultur
und  Landesvermessung,  eine  Sammlung  zoologischer
Gegenstände  zugegangen,  die  von  dem  Kompagnieführer
  Langheld,  den  Lieutenants  Stentzler  und
Glauning  sowie  dem  Landrath  v.  Bennigsen  zusammengebracht
  ist.  Die  Sendung  enthielt:

4  Reptilien,  50  Coleopteren,

7  Fische  in  5  Arten,  36  Orthopteren,

13  Lepidopteren,  10  Hemipteren,

eine  Anzahl  Hymenopteren,  Myriopoden  und
einige  Skorpione.  Ferner  ein  Kistchen  Kopal
mit  Insekten.

Die  Konservirung  der  Thiere  ist  theils  trocken,
theils  in  Alkohol  erfolgt,  und  sind  dieselben  meistens
gut  erhalten.

Die  Objekte  waren  willkommen,  weil  sich  unter
ihnen  nicht  nur  manche  Ergänzungsstücke,  sondern,
soweit  es  sich  bis  jetzt  übersehen  läßt,  auch  einige
neue  Arten  befinden.  Die  Kopalstücke  müssen  erst
geschlissen  werden,  bevor  sich  die  darin  enthaltenen
Insekten  genau  erkennen  lassen.

Bestrafung  von  Sklavenräubern.

Wegen  Sklavenraubes,  begangen  an  fünf  Sklaven
jugendlichen  Alters,  sind  von  dem  Kaiserlichen  Bezirksamte
  in  Bagamoyo  die  auf  frischer  That  ergriffenen
Munimooa  wadi  Majuta,  Rajabu  wadi  Munimkun
und  Rajabn  wadi  Schaka  zur  Todesstrafe  verurtheilt

442

1

 

worden.  Als  die  Sklavenräuber  sich  von  dem  Gouvernements-Dampfzollkreuzer
  verfolgt  sahen,  versuchte
der  zuerst  Genannte,  die  geraubten  fünf  Sklaven
über  Bord  zu  werfen,  wurde  aber  an  seinem  Vorhaben
  durch  den  Rajabn  wadi  Schaka  verhindert.
Mit  Rücksicht  hierauf  ist  die  gegen  den  Letzteren
erkannte  Todesstrafe  in  fünfjährige  Kettenhaft  umgewandelt
  worden.
Die  Urtheile  sind  bestätigt  worden.

Dem  Geschäftsbericht  der  Deutsch-stafrikanischen
Gesellschaft

entnehmen  wir,  daß  die  durch  Neuanpflanzungen  im
Betriebsjahre  noch  erweiterten  Handel-Kaffeeplantagen
Aguelo  und  Derema  mit  ihren  Tochteranstalten  im
Großen  und  Ganzen  den  Angriffen  der  Iremilciavastatrik
  und  anderer  Schädlinge  erfolgreichen
Widerstand  entgegengesetzt  haben.  Das  ausgezeichnete
Wachsthum  der  Bäume  hat  angehalten  und  die  Aufnahme
  der  zu  Ende  1895  und  Anfang  1896  gelieferten
  Erstlingsernte  von  ungefähr  700  Centner
hat  die  Hoffnungen  übertroffen.  Im  Großverkaufe
des  Kaffees  auf  dem  Hamburger  Markte  wurde  für
die  beste  Qualität  der  Preis  von  rund  1,10  Mark
(Zoll  zu  Lasten  des  Käufers)  per  ½  kg  erzielt  und
das  allgemeine  Interesse  des  Marktes  errungen.  Im
laufenden  Jahre  ist,  da  inzwischen  eine  größere  Anzahl
  von  Bäumen  in  das  Alter  der  Produktionssähigkeit
  gekommen  ist,  auf  eine  erheblichere  Erntemenge
  zu  rechnen.  Insgesammt  stehen  auf  den
Pflanzungen  jetzt  500  000  bis  600  000  Kaffeebäume
im  Felde,  wozu  einige  Hunderttausend  Pflänzlinge
hinzutreten.  Neben  dem  Kaffee  sind  auf  Derema
die  Theesträucher  vortrefflich  gediehen;  über  die
Qualität  des  Produkts  läßt  sich  vorerst  ein  Urtheil
nicht  abgeben.  Auch  wenn  indessen  die  weiteren
Erfahrungen  in  dieser  Beziehung  gut  ausfallen  sollten,
  so  wird  eine  Theekultur  großen  Stils  für  die
Küstengebiete  von  Deutsch-Ostafrika  nur  dann  in
Frage  kommen,  wenn  die  Arbeiterfrage  einer  besseren
Lösung  zugeführt  sein  wird.  Die  Kakaokultur  auf
Derema  hat,  der  Höhenlage  dieses  Platzes  halber,
nur  geringen  Erfolg  gehabt.  Die  Großziehung  von
Kakaobäumchen  daselbst  ist  überhaupt  nur  zwecks
ihrer  späteren  Versetzung  in  eine  in  mittlerer  Lage
Lage  zu  begründende  Plantage  betrieben  worden
und  es  steht  diese  vor  Jahren  vorgesehene  Versetzung
nunmehr  unmittelbar  bevor.  Die  Ausgestaltung  der
Kokospflanzung  bei  Muoa  ist  im  Berichtsjahre  in
schnellem  Tempo  vorangeschritten.  Der  Stand  der
Pflanzen  im  Felde  war  durchaus  befriedigend.  Nicht
in  gleichem  Maße  günstig  wie  auf  Muoa  liegen  die
Dinge  auf  Kikogwe.  In  der  Hauptsache  wird  auf
Kikogwe  beabsichtigt,  einerseits  die  Erzeugung  von
Liberiakaffee  und  den  allmählich  auf  12000  Exemplare
  gelangten  Bestand  an  Kokospalmen  vorsichtig
auszudehnen,  andererseits  die  Kultur  der  Sisalagave
        <pb n="514" />
        mit  in  die  Vorderreihe  des  Arbeitsprogramms  zu
rücken.  Im  Jahre  1893  wurde  der  Versuch  unternommen,
  1000  Sisalpflänzlinge  von  Florida  nach
Deutsch-Ostafrika,  speziell  nach  Kikogwe,  zu  überführen.
Von  denselben  sind  allerdings  nur  6  pCt.  lebensfähig
in  Deutsch-Ostafrika  angelangt  und  angewachsen,  die
angewachsenen  aber  sind  bestens  gediehen  und  es
haben  sich  1200  gesunde  Wurzelschößlinge  von  ihnen
gewinnen  lassen.

Die  Entwickelung  der  Dinge  in  Usambara  ist
unverkennbar  eine  verhältnißmäßig  schnelle  und  der
Drang  zu  Unternehmungen  daselbst  wäre  vermuthlich
schon  heute  noch  wesentlich  größer,  hätle  die  Eisenbahn=443



Gesellschaft  für  Deutsch-Ostafrika  (Usambara-Linie)

die  Mittel  zur  Verfügung  gehabt,  um  den  Bau  ihrer
Strecke  Tanga—Muhesa  über  Muhesa  hinaus  fortsetzen
  zu  können.  In  den  ersten  Monaten  des  laufenden
  Jahres  ist  nun  aber  die  Fertigstellung  der
Strecke  Tanga—Muhesa  erfolgt  und  ihr  regelmäßiger
Betrieb  hat  begonnen.  Die  Möglichkeit  zur  Fortsetzung
  ihrer  Thätigkeit  wurde  der  Eisenbahn-Gesellschaft
  für  Deutsch-Ostafrika  (Usambara-Linie)  in  letzter
Zeit  durch  Einräumung  eines  beträchtlichen  Vorschusses
  gewährt.  Die  Regelung  der  weiteren  Finanzirung
  der  Usambara-Linie  hat  bekanntlich  Hand  in
Hand  mit  der  Finanzirung  der  sogenannten  deutschostafrikanischen
  Central-Eisenbahn  zu  erfolgen,  welche
einen  Großverkehr  zwischen  dem  centralafrikanischen

 

Seengebiete  und  der  deutsch-ostafrikanischen  Küste  zu

schaffen  berufen  sein  soll.  Die  Vorarbeiten  für  die
Centralbahn  wurden  im  Berichtsjahre  mit  Eifer  in
Angriff  genommen  und  seitdem  unausgesetzt  weiterl


i
t

bahn-Gesellschaft  für  Deutsch-Ostafrika  (Usambara-Linie)
  hat  im  Berichtsjahre  die  Entdeckung  des
häusigen  Vorkommens  von  Goldspuren  in  Usambara,
insbesondere  in  Wasserläufen  und  verlassenen  Flußbetten,
  im  Gefolge  gehabt.  Zunächst  wurde  darauf
der  bewährte  Geologe  Dr.  F.  M.  Stapff  an  Ort
und  Stelle  entsandt.  Das  aus  den  Untersuchungen
von  nur  wenigen  Wochen  gegründete  Urtheil  Stapffs
ging  auf  das  Vorhandensein  abbamwürdiger  Goldlagerstätten.
  Diese  günstigen  Berichte  veranlaßten
weitere  geologische  Untersuchungen  in  Usambara.
Dabei  sind  die  Goldinteressen  von  der  Gesellschaft
selbst  und  von  Anderen,  bei  Aufrechterhaltung  der
Freiheit  zu  selbständigem  Vorgehen,  unter  Konstituirung
  der  Montan-Gesellschaft  mit  beschränkter
Haftung  und  der  Ostafrikanischen  Bergwerksindustrie,
Gesellschaft  mit  beschränkter  Haftung,  in  glücklicher
Weise  liirt  worden.  Die  Arbeiten  der  Sachverstäudigen
  beider  Gesellschaften  haben  aber  zu  einem  positiven
  Ergebniß  nicht  geführt.

Landwirtbschaftliches.

Seitens  des  Kaiserlichen  Gonvernements  in  Dares-Saläm
  wurden  vor  einiger  Zeit  fünf  Bodenproben,
welche  der  Kaiserlichen  Versuchsplantage  in  Mohorro
entnommen  waren,  eingesandt.  Dieselben  wurden  von
dem  Dirigenten  des  Versuchsfeldes  der  Königlichen
landwirthschaftlichen  Akademie  Poppelsdorf  bei  Bonn
am  Rhein,  Herrn  Professor  Dr.  Wohltmann,  einer
sachverständigen  Prüfung  unterzogen.  Das  Ergebniß
dieser  Untersuchung  ist  in  der  nachstehenden  Analysen= 



 

 

 

 

 

 

 

 

 

geführt.  Die  Thätigkeit  der  Beauftragten  der  Eisen=  tabelle  niedergelegt:
Boden  der  Versuchsplantage  Mohorro.
Kalter  48stündiger  falzsaurer  Auszug  II.  Cl.  Sp.  Gew.  1,15.
,  !  —  ·.
I  ....I  I  Phoo-  Kali  in)  Eisen=Kiesel-Feuchtig=
  Glüh-  Setiqstoff  sia.  .  heißem  len-«.
  »i.  .-  .-  ItOIKaltMaueimphoLIIcau  «,  und
Bezeichnung  saure  keit  verlust  #  .  gnesta  säur  zann  Thonerde
%½  %  5%  d%  00  %  5%  ·%  1  ½  .  5%
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Ticchtcllc,ontd-0,145!2,57497,00J0,1220I0,254  0.460  0,.103  0,2250  0),5198  3.14
nüsse  gepflanzt  werden  D.  -  !  »
—  —  2  —  —  —————  —  —  —
II.  i  5  7  kle«  «
10,098·3,010!9,81  0-l9.)20,713s0,59t  0,192  0.2863  0.6661  3,71
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Hinter  elll  Maisfeld  0124  3,940  7.70  0,1830  0,600  0,567  0,143  0,2256  06041  3,54
DDDDD„  *
erganlz  Feld  0,104  3028  854  E  ELIIIIEIE—  346
ggtes  a  1

 

V.
Tabaksfeld  1

l

Eo,135;32,9448,72o,2074-10,(3050,558

—  328

0  4

*)  Heißer  Salzsäure-Auszug  10  g  Boden  mit  50  cem  H.  Cl.  Sp.  Gew.  1,15  eine  Stunde  auf  dem  Sandbade

  gekocht.
        <pb n="515" />
        Wie  Professor  Wohltmann  hierzu  erläuternd
bemerkt,  sind  sämmtliche  Bodenproben  in  jeder  Beziehung
  von  vorzüglicher  chemischer  Zusammensetzung.
Auch  die  physikalische  Beschaffenheit  des  Bodens  ist
gut.  Da  schließlich  im  Untergrund  von  30  bis  40  cm
Tiefe  unter  diesem  Boden  eine  sandige  Masse  lagert,
welche  überschüssige  Regenwässer  leicht  aufnimmt,  so
ist  Mohorro  und  Umgegend  sehr  der  Kultur  zu
empfehlen,  sofern  die  klimatischen  Verhältnisse  daselbst
gleichfalls  von  günstiger  Beschaffenheit  sind.

Kamerun.
von  der  Station  Mpim.

Infolge  von  Berichten  des  Premierlieutenants
v.  Besser  und  des  Lientenants  Schmidt,  welche
die  Lage  der  Station  Mpim  als  gejährdet  bezeichnet
hatten,  da  die  Babimbios  sich  unruhig  zeigten,  wurde
am  24.  April  Lieutenant  v.  Stein  mit  40  Mann
der  Kaiserlichen  Schutztruppe  dorthin  gesandt,  um
die  Besatzung  zu  verstärken.  Lieutenant  v.  Stein
hat  über  seine  Expedition  aus  Edea  unter  dem
13.  Mai  folgenden  Bericht  erstattet:

Der  Weg  nach  Mpim  führt  im  Allgemeinen  längs
des  Sanaga  in  höchster  Entfernung  von  etwa  5  km
vom  Fluß  ab  zu  dem  etwa  200  m  hohen,  80  bis
100  km  von  Edea  entfernten  Mpim.  Er  passirt  die
Edeadörfer  in  niederem  Buschwald  durch  mehrere
kleine  Flüsse  etwa  20  km  lang.  Das  Land  ist  da
verhältnißmäßig  stark  bevölkert.  Sehr  wenig  stark
bevölkert  und  durchweg  mit  hohem  Urwald  bestanden
ist  das  etwa  40  km  breite  Stück  des  Mangallelandes,
dessen  Ausdehnung  nach  Süden  übrigens  sehr  beschränkt
  ist.  Die  darauf  folgenden  Bekoks,  deren
Land  etwa  30  km  lang  durchschritten  wird,  sind
wohl  einer  der  stärksten  Bakokostämme  und  reichen
weit  nach  Süden,  dehnen  sich  in  einiger  Entfernung
vom  Fluß,  aber  auch  weit  von  Osten  nach  Westen
aus.

Interessant  war  es  mir,  sowohl  in  Mangalle  als
auch  in  Bekok  die  Existenz  eines  etwa  zwei  Tagereisen
  südlich  des  Sanaga  von  Ost-Nord-Ost  nach
West-Süd-West  fließenden  sehr  bedeutenden  Nebenflusses
  des  Nyong,  Nkelle  genannt,  bestätigen  zu  hören,
dessen  Einfluß  in  den  Nyong  ich  vor  einem  Jahre
etwa  zwei  Tagemärsche  südöstlich  Edea  zu  konstatiren
Gelegenheit  hatte.  Die  Bevölkerung  macht  durchweg
einen  ganz  guten  und  vor  allen  Dingen  einen  friedliebenden
  Eindruck,  wenn  sie  auch  etwas  ängstlich
erscheint.  Besonders  in  den  Towus,  wo  ich  übernachtete,
  bezw.  auf  dem  Rückmarsch  mir  längere  Zeit
nahm,  wurde  sie  schnell  äußerst  zutraulich.

Von  einflußreicheren  Häuptlingen  am  Wege  klommen
  in  Betracht  Jumba,  der  Sohn  des  Bomes  von
Edca.  der  gestern  erst  nach  langer  Abwesenheit  im
Busch  zurückgekommen  ist,  und  über  dessen  Gesinnung
ich  vorläufig  noch  nicht  urtheilen  kann.  In  Man- 



galle  dann  ist  ein  neuer  Häuptling,  da  der  alte  bekannte
  vor  Kurzem  gestorben  ist;  derselbe  macht  einen
recht  guten,  wenn  auch  etwas  scheuen  Eindruck.  Meine
Aufnahme  bei  ihm  war  ausgezeichnet,  auch  hat  er
seinen  Besuch  in  Edea  zugesagt.  Ein  weiterer  Häuptling
  von  Bedeutung  befindet  sich  nicht  am  Wege  durch
Mangalle,  doch  war  die  Aufnahme  bei  den  weniger
großen  Kings  eine  recht  gute,  besonders  auf  meinem
Rückwege  war  von  Aengstlichkeit  nichts  mehr  zu
merken.  In  Bekok  schließlich  ist  Sak,  der  sehr  einflußreiche,
  alte  Häuptling  von  Sakebayeme,  zu  erwähnen,
  der  Lieutenant  v.  Brauchitsch  lange  beherbergte
  und  ein  entschiedener  Freund  unserer  Sache  ist.
Sein  Einfluß  erstreckt  sich  übrigens  auch  über  den
Sanaga  nach  Norden  zu  den  Dogotsché,  und  er  hat
mir  versprochen,  in  einem  halben  Monat  selbst  mit
einem  Dogotschèhäuptling  zu  mir  zu  kommen.  Es
folgt  dann  Jambena,  der  Häuptling  von  dem  großen,
stark  gebirgigen  Lokebaselük,  der,  ein  noch  junger
Mann,  einen  entschieden  intelligenten  und  auch  uns
freundlichen  Eindruck  macht.  Er  steht  übrigens  ebenso
wie  Sak  in  lebhaftem  Verkehr  mit  der  zwei  Stunden
entfernten  Station  Mpim,  stellt  Arbeiter  2c.  Um
nach  der  Station  zu  gelangen,  hat  man  dann  noch
das  kleine  Gebiet  des  alten  Häuptlings  Mpim  zu
passiren,  der  allerdings  den  Mittheilungen  Licutenant
Schmidts  nach  und  auch  meiner  Ueberzeugung  gemäß
  nicht  gerade  unser  Freund  ist.  Er  soll  sogar
die  Feinde  der  Station,  zwei  Dogohemdörfer  am
Sanagaufer,  kürzlich  besucht  und  seine  Hülfe  im  Falle
eincs  Angriffes  auf  die  Station  zugesagt  haben.
Ich  habe  aber  persönlich  den  Eindruck  gewonnen,
als  ob  hinter  dieser  Mittheilung  vom  Dokupchäuptling
  (östlich  der  Station)  ein  guter  Theil  Eifersucht
zwischen  dem  von  der  Station  begünstigten  Dokupe
Ekukumba  und  dem  alten  Mpim  dahinterstecke.
Jedenfalls  unterliegt  aber  die  Abneigung  Mpims
gegen  uns  keinem  Zweifel.  Nördlich  des  Weges  am
anderen  Ufer  sitzen  die  Babimbis,  ein  Sammelname,
zunächst  die  Dogodsche,  die  sehr  furchtsam,  aber  nicht
seindlich  sind  und  mit  denen  ich  in  Sakebayome  habe
Verbindung  anknüpfen  können.  Weiter  hin  auf  der
Höhe  der  Station  die  Dogohenc,  über  die  ich  bei
meiner  Anschauung  der  Lage  der  Station  schreiben
will.  Im  Süden  des  Weges  sitzen  außer  Edeas
fast  in  der  ganzen  Ausdehnung  Bekoks,  die  von  selbst
nichts  unternehmen  werden,  und  ein  kleiner  Bassastamm
  dicht  an  der  Edeagrenze,  mit  dem  ich  von
hier  aus  versuchen  werde,  in  Unterhandlung  zu  treten.
Jedenfalls  halte  ich  es  den  Gebräuchen  der  Eingeborenen
  nach  für  ganz  ausgeschlossen,  daß  Leute  eines
Stammes  (von  Dogokèm  z.  B.)  im  Gebiet  eines
anderen  (Logebasduk  z.  B.)  ohne  vorherige  Verabredung
  mit  diesem  angreifen.  Interessant  ist  übrigens,
daß  die  eigentliche  große  Handelsstraße  nach  Osten
zwei  bis  drei  Stunden  vom  Flusse  entfernt  parallel
läuft.  Sie  biegt  dicht  hinter  Edea  nach  Südosten
ab  und  trifft  erst  bei  den  Ndogundjuch,  einen  Tag
hinter  Mpim,  wieder  auf  den  Fluß.  Ihr  Begehen
        <pb n="516" />
        —  445  —

durch  Weiße  ist  aber  allen  Stämmen  äußerst  zuwider,
und  werde  ich  allmählich  von  hier  aus  versuchen,
mit  Hülfe  von  Jumba  darauf  vorzudringen.  Da
sie  einestheils  näher,  aber  auch  viel  besser  im  Stande
ist,  wäre  sie  sehr  für  unsere  Zwecke  geeignet.

Die  Lage  der  Station  selbst  ist  meiner  Auffassung
nach  für  eine  Regierungsstation  unter  den  augenblicklichen
  Verhältnissen  eine  recht  geeignete.  Sie
übersieht  den  Sanaga  an  einer  der  sehr  wenigen
Stellen,  wo  er  überschritten  werden  kann  und  sogar
eine  ständige  Fähre  ist.  Sie  hat  nach  Westen  eine
vorläufig  noch  verschlossene  Verbindung  am  Nordufer
und  zwei,  in  der  Trockenzeit  sogar  drei  Wege  am
Südufer.  Gegen  die  noch  nicht  gewonnenen  Bakokos
im  Osten  (Badjob)  hat  sic  die  kleinen,  nicht  feindlichen
  Zwischenstämme  Doköpe  und  N  dogundjueh
vorliegen.  Im  Süden  ist  Mpim  (Bekok)  zwar  abgeneigt,
  aber  einflußlos;  nach  Westen  die  freundlichen
Jambena  und  Satebayome  (Bekok).  Von  großem
Vortheil  dürfte  noch  die  Lage  auf  dem  Südufer  sein,
besonders  dadurch,  daß  der  Weiße  dort  noch  neu  ist
und  im  Gegensatz  zum  Nordufer  viel  geringere
Schwierigkeiten  findet.  Auch  wäre  vielleicht  in  Betracht
  zu  ziehen,  daß  ein  weiteres  Vorgehen  auf  dem
Südufer  zu  einer  viel  sichereren  Verbindung  mit
Yauünde  in  Höhe  der  etwa  sechs  Tage  entfernten
Nachtigallfälle  führen  dürfte.  Die  erwähnten  Stämme,
die  die  Station  am  Südufer  umgeben,  sind  alle
friedlich  und  haben  durch  Verkauf  von  Lebensmitteln,
Gestellung  von  Arbeitern  mit  Ausnahme  der  am
weitesten  östlich  liegenden,  noch  sehr  scheuen  Dogundjuch
  mit  der  Station  regen  Verkehr.  Ueber  die
noch  weiter  östlich  liegenden  Bakokos,  die  Badjob,
bei  denen  Herr  v.  Brauchitsch  umkehren  mußte,
kann  ich  nicht  urtheilen.  Nur  hörte  ich  von  den
Bekokhäuptlingen,  sic  reichten  mit  vielen  Unterstämmen,
darunter  auch  die  von  Kund  her  bekannten  Dogobelles,
  bis  ins  Grasland.  Jedenfalls  hatte  die
Stettensche  Expedition  drei  Tage  weiter  südöstlich
voriges  Jahr  mit  Badjob  zu  kämpfen.  Ein  friedliches
  Durchkommen  ist  meiner  Ueberzeugung  nach
bei  diesen  unberührten  Nordstämmen  absolut  nicht
unmöglich,  zumal  Lieutenant  Schmidt  durch  den
Dokupchäuptling  bereits  dahin  verhandelt  und  einen
guten  Weg  nach  Osten  bereits  anlegt.  Es  fehlen
nur  noch  die  Stämme,  die  der  Station  im  Norden
gegenüber  liegen.  Es  sind  dies  bei  Sakebayeme  anfangenden
  Dogodsche,  die  nicht  feindlich  sind,  die
Dogohèm  der  Station  gegenüber  und  die  Lohimköle
weiter  flußaufwärts,  die  alle  als  Babimbi  bezeichnet
werden.  Speziell  die  beiden  großen  Ortschaften  der
Dogohemlandschaft  Muhenj,  Ekundafie  und  Njembé,
dieselben,  die  schon  1892  Herrn  v.  Stetten  überfallen
  haben  sollen,  sind  feindlich,  obwohl  sie  nach
meiner  Ankunst  die  Feindseligkeiten  unterließen.  Aber
hierin  ist  bereits  neuerdings  insofern  eine  Wendung
zum  Besseren  eingetreten,  als  es  gelungen  ist,  durch
Dokupehändler  über  die  2  km  weiter  flußaufwärts
gelegene  Fähre  mit  dem  Häuptling  Jit  in  Mandeng,

 

einem  der  mächtigsten  Dogohemkings,  Verhandlungen
anzuknüpfen,  die  hoffentlich  dazu  führen  werden,  die
beiden  rebellischen  Dörfer  derart  zu  isoliren,  daß  sie
um  Frieden  bitten.

Es  hat  in  dieser  Hinsicht  die  Erhöhung  der
Stationsbesatzung  auf  36  Mann  sehr  viel  gethan  und
möchte  ich  in  Hinsicht  auf  die  hervorragende  moralische
  Wirkung,  den  verhältnißmäßig  leichten  Transport,
  die  Möglichkeit,  die  Uebergänge  und  beide
Dörfer  selbst  unter  Feuer  zu  nehmen,  und  schließlich
die  Aussicht  einer  späteren  Verwendung  auf  dem
Graslande  den  Vorschlag  des  Herrn  Lieutenants
Schmidt  ganz  gehorsamst  zur  geneigten  Kenntniß
bringen  und  befürworten,  ein  3,7  cm  Geschütz  der
Schutztruppe  vorläufig  der  Station  zu  überweisen.

Ueber  den  Sanaga  selbst  kann  ich  aus  eigener
Anschauung  und  der  Aussage  aller  Häuptlinge  nach
nur  berichten,  daß  eine  Schifffahrt  absolut  ausgeschlossen
  erscheint.  Nur  unterhalb  der  Herbertfälle
und  bei  Sakebayeme  sind  wenige  Kilometer  lange,
ruhige  Strecken.  Alles  Uebrige  sind  Schnellen  mit
vielen  großen  Gneisfelsen,  die  an  nur  ganz  wenigen
Stellen  überschritten  werden  können.  Ostwärts  der
Station,  soweit  die  Erkundungen  reichen,  sind  dieselben
  Verhältnisse.  Schon  der  völlige  Mangel  an
Kanus  beweist  die  Richtigkeit  meiner  Angabe.

Der  Boden  ist  bei  Mpim  und  auf  der  ganzen
Wegstrecke  dahin  Gneis,  Laterit  und  Quarz,  kein
Granit,  kein  Basalt.  Es  sind  also  für  Plantagen
zum  Export  nach  Europa  wenige  Aussichten.

Ueber  die  innere  Entwickelung  der  Station  beehre
  ich  mich  ganz  gehorsamst  hinzuzufügen,  daß  der
Stationsleiter  Lieutenant  Schmidt  offenbar  äußerst
thätig  war.  Nach  dem  Sanaga  zu  ist  der  ganze
Berg  und  ein  guter  Theil  der  nächsten  Anhöhen
abgeholzt,  und  ist  dies  die  einzige  Vertheidigungsmaßregel,
  die  ergriffen  worden  ist.  Nach  Süden
führt  ein  breiter,  straßenähnlicher  Weg  zu  den  Farmen,
die  mit  Planten  und  Reis  bepflanzt  sind  und  in
nicht  zu  ferner  Zeit  wohl  fast  allein  die  Stationsverpflegung
  tragen  werden.  Vorläufig  kommen  vor
Allem  Doküpcs,  aber  auch  Mpims  und  andere  Leute
täglich  zum  Lebensmittelverkauf  auf  die  Station,  doch
halte  ich  den  gehorsamsten  Vorschlag  für  angebracht,
die  nächsten  sechs  Monate  etwa  monatlich  mit  der

ost  zusammen  zehn  Lasten  Reis  und  drei  Lasten
Biskuit  hinaufzusenden,  da  der  Anbau  der  benachbarten
  Stämmc  ein  sehr  geringer  ist  und  die  Lieferungen
  daher  unzuverlässig  erscheinen.  Die  noch
ergiebige  Jagd  in  dem  hohen  Urwalde,  der  Mpim
umgiebt,  sorgt  ab  und  zu  für  Fleisch,  doch  wird  nach
Heraufschaffen  des  nöthigen  Materials  auch  die  Vichzucht
  versucht  werden.  Gebaut  sind  schon  außer  dem
Wohnhaus  drei  große  Kasernements  für  Soldaten
und  Arbeiter,  und  wird  soeben  der  Bau  eines  neuen
Wohnhauses  begonnen,  zu  dem  Ziegel  gebraunt  und
viele  Bretter  und  Balken  geschnitten  werden.  Arbeiter
sind  in  Menge  von  fast  allen  Bekokhäuptlingen  zu
        <pb n="517" />
        —  446  —

einem  Faden  Zeug  pro  Mann  und  Woche  und  freier
Verpflegung  zu  haben.  Doch  sind  die  gelernten
Stationsarbeiter  bei  Weitem  brauchbarer.  Auch  die
Soldaten  arbeiten,  wenn  auch  etwas  kürzer,  mit
Ausnahme  der  beiden  Schießtage  und  eines  Exerzirtages
  pro  Woche  auf  meine  Anordnung  mit.

Katurwissenschaftliche  Kammlungen.

Dem  Königlichen  Museum  für  Naturkunde  ist
eine  von  dem  Stationsleiter  Conradt  zusammengebrachte
  Sammlung  von  Naturalien  bei  der  zoologischen
  Sammlung  zugegangen.

Die  Sendung  enthielt:

9  Säugethiere  in  Alkohol,  eineAnzahl  Hymenobteren

35  Reptilien,  -  ipteren,

10  Amphibien,  250  Spinnen,
150  Lepidopteren  4  Milben,
400  Orthopteren  1  trocken,  6  Skorpionc,
250  Hemipteren  I  6  Tarantuliden,

P50  —s  2  Krebse,

35  Hen  r  i  57  Landmollusken  i
10  zit  nd  I  15  Arten,
2  Regenwürmer,

1  Fadenwurm.

—.
—
=

Altohol

1000  zuie

Die  Säugethiere,  Reptilien  und  Amphibien  enthalten
  keine  neuen  Arten,  erstere  jedoch  einige  interessante
  Jugendstadien.  Dagegen  sind  die  Orthopteren
überaus  werthvoll;  die  Hemipteren  sind  nicht  ohne
Werth;  die  Lepidopteren  fast  werthlos.  Unter  den
Käfern  befinden  sich  eine  größere  Zahl  unbekannter
und  wohl  meist  neuer  Arten;  Hymenopteren  und
Dipteren  enthalten  recht  interessante  Stücke.  Die
Spinnen  sind  in  der  Mehrzahl  für  unser  Museum
neu,  zum  Theil  auch  noch  ganz  unbekannt.  Ebenso
sind  unter  den  Mollusken  zwei  Arten,  welche  in
der  zoologischen  Sammlung  noch  nicht  vertreten  und
wahrscheinlich  neu  sind.

Deuksch-SZüdwestafrika.
Ueber  seinen  Sug  bei  Gobabis

in  der  Zeit  vom  13.  bis  zum  20.  April,  sowie  über
die  Gefechte  bei  Siegfeld  am  18.  und  19.  April  berichtet
  Hauptmann  v.  Estorff:

Am  11.  April  1896  abends  wurde  nach  Gobabis
durch  den  Her#n  Major  Leutwein  eine  Verstärkung
von  45  Reitern  und  ein  Geschütz  herangeführt.  Am
13.  April  früh  brach  die  zusammengesetzte  Feldkompagmie
  in  östlicher  Richtung  auf  mit  dem  Auftrag,
die  Besatzung  von  Olifandskloof  heranzuzichen,  mit
welcher  seit  Mitte  März  alle  Verbindung  abgeschnitten
  war  und  welche  unter  den  obwaltenden
Verhältnissen  besser  mit  im  Felde  verwendet  werden

 

konnte.  Zugleich  sollte  genaue  Aufklärung  über  den
Abzug  des  Feindes  erbracht  werden.

Die  Stärke  der  zusammengestellten  Komwagnee
unter  meinem  VBefehl  betrug  84  Köpfe,  5  Namareiter,
  96  Pferde,  2  Geschütze  mit  je  16  Ochsen,
1  Wagen  mit  20  Ochsen  bespannt.  9  Mann  eingeborenes
  Volk  beim  Geschütz  und  Wagen.

Eintheilung  der  Kompagnie.
Führer:  Hauptmann  v.  Estorff.

1.  Zug:  Pr.  Lt.  d.  R.  v.  Lindequist-  25  Reiter
2...  S.  Lt.  Hem.  .  25-3.-Vtzcjeldwcbel
  Froede  .  20

(1.  Zug  2  Namareiter,  2.  Zug  2  Namareiter,
  3.  Zug  1  Namareiter)

1.  Zug:  Artillerie  Pr.  Lt.  der  Ldw.  Hermann,
  2  Geschütze,  Kal.  5,.7m  8
tt  je  16  Ochsen  bespannt)

1  Wagen  mit  20  Ochsen  bespannt  2
sfiziere  4
Zusammen  84  Köyfe,

5  Namareiter,  2  Geschütze,  96  Pferde.

Am  Abend  des  13.  erreichte  die  Kompagnie,  über
Kuijis  und  Gazellenpfanne  marschirend,  die  zwei  Vley.
Frische  Spuren  von  Reitern  und  Fußgängern  führten
nach  Osten  weiter.

In  der  Nacht  liefen  200  Stück  Großvieh  und
eine  Anzahl  Kleinvieh  zu,  welches  nach  Gobabis
zurückgetrieben  wurde,  während  die  Kompagnie  am
14.  April  über  Oas  nach  Gurus  ging,  wo  sie  eine
verlassene  Khanaswerft  vorfand  und  an  den  Spuren
feststellte,  daß  die  Khauas  mit  vielem  Vieh  in  nördlicher
  Richtung  geflohen  seien.  Am  Abend  wurde
ein  Lager  westlich  Stampried  bezogen  und  am
15.  April  nachmittags  Rooigrawwater  (Rothgrabenwasser)
  erreicht.  Frische  Spuren  von  Reitern  und
Fußgängern  wurden  in  dieser  Gegend  nicht  mehr
gesunden.  Am  Abend  ritt  der  Lieutenant  Helm
mit  23  Reitern  nach  Olifandskloof  ab,  um  die
dortige  Besatzung  heranzuführen.  Die  Kompagnie
verblieb  am  16.  in  Rooigrawwater,  ging  aber,  da
die  dortige  Quelle  nicht  geuug  Wasser  lieferte,  um
Pferde  und  Ochsen  zu  tränken,  in  der  folgenden
Nacht  nach  Stampried  zurück.  Am  17.  abends  traf
der  Lieutenant  Helm  mit  der  Besatzung  von
Olifandskloof  in  Stampried  ein,  die  Kopfstärke  der
Kompagnie  wuchs  dadurch  auf  90  Köpfe  an.

Im  Laufe  des  17.  wurden  verschiedene  Meldungen
  von  zwei  Streifritten  erstattet,  auch  griff
man  eine  Anzahl  Kaffern  auf,  welche  angaben,  daß
die  von  Gurus  entflohene  Khauaswerft  sich  an  einer
Wasserstelle,  etwa  zwei  Tagemärsche  nördlich  von
Stampried,  festgesetzt  habe,  ebendort  seien  die  von
Oas  und  Stamried  geflüchteten  Hererowerften.

Am  18.  April  früh  brach  die  Kompagnie  mit
Tagesanbruch  nach  Norden  auf,  quer  über  das  Feld
ziehend  und  den  Spuren  der  Flüchtlinge  nachgehend.
        <pb n="518" />
        —  447  —

Am  Mittag  erreichte  sie  Buschmannsbrunnen,  am
späten  Nachmittag  traf  sie  südwestlich  Siegfeld  ein.
Einige  aufgegriffene  Kaffern  sagten  aus,  daß  der
Häuptling  Kahimema  tags  vorher  dort  gewesen,
aber  mit  einer  Anzahl  Khanas  wieder  nach  Westen
abgerückt  sei.  In  Siegfeld  sollten  nur  Hereros  sein.
Es  blieben  etwa  noch  1½  Stunden  bis  zum  Sonnenuntergang.
  Die  Kompagnie  ging  über  die  mit  einzelnen
  Büschen  bedeckte  Fläche  gegen  Siegseld  vor,
neben  dem  rechten  Flügel  die  Geschütze.  Die  im
Busch  versteckten  Werften  wurden  erst  sichtbar,  als  die
Kompagnie  einige  Hundert  Meter  an  sie  heran  war.
Ich  ließ  den  Zug  des  Feldwebels  Froede  absitzen
und  gegen  die  Hauptwerft,  in  der  sich  jetzt  eine
große  Volksbewegung  entwickelte,  zu  Fuß  vorgehen,
während  ich  mit  den  beiden  anderen  Zügen  die
Werften  links  umging.  Die  Geschütze  hatten  kein
Ziel  finden  können  und  waren  rechts  rückwärts  vom
Zuge  Froede  im  Vorgehen  geblieben,  aber  wegen
der  Ochsenbespannung  noch  weit  zurück.  Das  buschige
Feld  hinter  der  Werft  bedeckte  sich  nun  mit  Flüchtlingen
  und  ich  ließ  den  Zug  des  Lieutenants  Helm
im  Galopp  vorgehen,  um  sic  zurückzutreiben.  Er
bekam  hierbei  aus  den  Büschen  Feuer,  ebenso  der
Zug  des  Feldwebels  Froede,  der  nun  auch  seinerselits
  das  Feuer  auf  200  m  begann.

Der  Zug  des  Lieutenants  Helm  wurde  gesammelt
  und  attackirte  gegen  die  Büsche,  aus  denen
geschossen  wurde.  Es  kam  hierbei  zu  einem  heftigen
Kampfe  und  Handgemenge.  Die  Khauos  —  als
solche  stellte  sich  nämlich  der  Gegner  heraus  —
drückten  sich  vor  den  ansprengenden  Reitern  in  die
Büsche  und  schossen  dann  hinter  ihnen  her.  Diese
sprangen  nun  vom  Pferde  und  bekämpften  ihre
Gegner  zu  Fuß.  (Die  Reiter  besaßen  in  dem  Gewehre
  M/88  mit  aufgepflanztem  Seitengewehr  eine
unhandliche  Waffe  zu  Pferde.)  Diese  Aufgabe  wurde
dadurch  wesentlich  erschwert,  daß  eine  Anzahl  Weiber
die  fechtenden  Männer  mit  ihren  Leibern  zu  decken
suchten  und  doch  ward  bei  diesem  heftigen  Kampfe,
in  dem  allein  sechs  Khauas  getödtet  wurden,  kein
Weib  verletzt.  Besonders  tapfer  fochten  neben  ihren
Offizieren  der  Unteroffizier  Modler,  die  Reiter
Busch  und  Halberstadt.

Der  Unteroffizier  Pitl  wurde  in  diesem  Handgemenge
  schwer  verwundet  (er  starb,  durch  die  Brust
geschossen,  nach  zwei  Stunden),  der  Lieutenant  Helm
erhielt  einen  Schuß  durch  den  linken  Oberschenkel,
machte  mir  jedoch  hiervon  nicht  nur  keine  Meldung,
sondern  nahm  auch  an  den  Gefechten  der  folgenden
Tage  theil,  sowie  auch  an  jedem  Dienste  bis  zur
Beendigung  des  Zuges.  Sein  Pferd  brach  schwer
verwundet  zusammen.  Der  Zug  des  Premierlieutenants
  v.  Lindequist  griff  links  von  dem  des
Lieutenants  Helm  ein  und  machte  die  Flüchtlinge
nieder,  welche  jenem  entronnen  waren.  Es  hatte
dieser  Zug,  bevor  er  zum  Gefechte  eingezogen  wurde,
ein  hestiges  Feuer  über  sich  ergehen  lassen  müssen,
das  er  nicht  erwidern  durfte,  und  hierbei  eine  große

 

Ruhe  bewahrt,  dem  Beispiele  seines  Offiziers  folgend.
Während  des  Kampfes  hatte  indeß  ein  feindlicher
Haufen  einen  Vorsprung  auf  der  Flucht  in  östlicher
Richtung  gewonnen,  die  Geschütze  hatten  noch  Gelegenheit,
  drei  Schrapnelschüsse  auf  sie  abzugeben,
während  die  Kompagnie  sich  schnell  sammelte  und
ihnen  nachsetzte.  Es  gelang  noch  einige  Gefangene
zu  machen,  der  Rest  entzog  sich  der  Verfolgung  in
dem  dichten  Busche  und  die  hereinbrechende  Nacht
begünstigte  die  Flucht.  Unter  den  Gefangenen  befand
  sich  der  Kaffernhäuptling  Apollo.

Die  Kompagnie  bezog  in  der  Dunkelheit  ein
Lager  am  Wasser;  der  Sicherheitsdienst,  die  Bewachung
  der  Gefangenen,  der  erbeuteten  Viehherden,
sowie  der  eigenen  Pserde  und  Zugochsen,  die  man
weiden  lassen  mußte,  stellten  große  Anforderungen
an  die  Kräfte  der  ermüdeten  Mannschaften.

Mit  Anbruch  des  folgenden  Tages  ritt  der  Zug
des  Vizefeldwebels  Froede  das  Gefechtsfeld  ab,
während  die  Kompagnie  sich  marschfähig  machte.
Plötzlich  hörte  man  im  Lager  heftiges  Schießen
aus  nördlicher  Richtung,  es  war  klar,  daß  der
abgesandte  Zug  ein  Gefecht  zu  bestehen  hatte.
Ich  führte  den  Rest  der  Kompagnie  dorthin  im
Trabe  vor  und  ließ  die  Geschütze  folgen.  Eine  Wache
verblieb  im  Lager.  Als  ich  die  Lage  des  fechtenden
Zuges  übersehen  konnte,  zog  ich  mich  sofort  nach  der
linken  Flanke  des  Gegners.  Schon  diese  Bewegung
bewog  denselben  zum  Nachlassen.  Der  Zug  des  Lieutenants
  Helm  ging  dann  einige  Hundert  Meter  rechts
vorwärts  von  dem  des  Vizefeldwebels  Froede  zum
Fußgefecht  vor,  worauf  der  Feind  den  Rückzug  antrat.
  Dieser  aber  verwandelte  sich  in  einc  eilige
Flucht,  als  der  Zug  des  Premierlientenants  v.  Lindequist
  im  Galopp  geradewegs  in  seine  linke  Flanke
vorging  und  die  Reiter,  auf  etwa  200  m  vor  ihm,
vom  Pferde  springend,  ihn  mit  ihrem  Schütenfeuer
überschütteten.  4

Leider  schwächte  der  außerordentlich  dichte  Busch
die  Wirkung  desselben  ebenso  sehr,  wie  er  die  Flucht
des  Gegners  begünstigte.  Todte  und  Verwundete
wurden  beim  Nachreiten  nicht  gesunden,  die  schnell
gesammelte  und  nachsetzende  Kompagnie  erbeutete  jedoch
  ein  halbes  Dutzend  Pferde.  Der  Feind  war
nach  allen  Richtungen  hin  auseinander  geflohen,  die
meisten  Spuren  führten  jedoch  nach  Westen  und
Norden.  Die  Geschütze  hatten  mit  ihrer  Ochsenbespannung
  nicht  rechtzeitig  das  Gefechtsfeld  zu  erreichen
  vermocht,  aber  durch  drei  Schrapnelschüsse
einen  westwärts  flüchtenden  Reiterhaufen  zersprengt.

Die  Kompagnie  hatte  in  beiden  Gefechten  13  Patronen
  pro  Mann  verschossen.  Das  Verhalten  der
Mannschaften  war  durchaus  ausgezeichnet.

Die  Aussage  der  Gefangenen  hatte  ergeben,  daß
Kahimema  und  die  Großleute  der  Khauas  tags  vor
dem  Gefechte  nach  Auros  abgeritten  waren,  ein  später
aufgegriffener  Bergdamara  aber  gab  an,  daß  Kahimema
  bei  dem  Gefechte  am  19.  betheiligt  war.
Alle  Wahrnehmungen  bestätigen,  daß  das  Gefecht  am
        <pb n="519" />
        Morgen  dieses  Tages  von  den  von  Auros  kommenden
Reitern  eröffnet  worden  war.  In  der  Annahme,
daß  der  größte  Haufen  wieder  nach  Auros  geflohen
sei,  ging  ich  am  Nachmittage  des  19.  dorthin  vor;
die  Gefangenen,  eine  Anzahl  aufgegriffener  Khauasweiber,
  200  Stück  Großvieh  und  200  Stück  Kleinvieh
  mit  mir  führend.

Am  Abend  wurde,  quer  über  das  Feld  gehend,
Auros  erreicht,  aber  unbesetzt  gesunden,  dagegen  stieß
die  von  Premierlieutenant  v.  Lindequist  geführte
Spitze  am  folgenden  Tage  beim  weiteren  Vormarsch
nach  Westen  auf  einen  Haufen  Hereros  und  Hottentotten,
  vertrieb  sie  nach  kurzem  Gefechte,  ehe  die
Kompagnie  eingreifen  konnte,  und  nahm  einen  Hottentotten
  gefangen.  Dieser  sagte  aus,  daß  Kahimema
in  nordöstlicher  Richtung  geflohen  sei,  wohin  ihm
vor  einiger  Zeit  seine  Viehherden  vorausgegangen
wären.  Bei  ihm  seien  die  Großleute  der  Khauas.
Die  Wahrheit  dieser  Aussage  ward  bestätigt,  als  die
Kompagnie,  weiter  vorgehend,  Oorlogsplatz  erreichte.
Von  hier  ist  der  Wagen  und  das  Vieh  des  Nikodemus
  vor  einiger  Zeit  nach  Norden,  das  des  Kahimema
  nach  Nordosten  abgetrieben,  wie  an  den
Spuren  festgestellt  wurde,  während  ganze  frische
Spuren  nicht  mehr  gefunden  wurden.

Der  achttägige  Zug  der  Kompagnie  hatte  die
Pferde  erschöpft,  die  Zugochsen  waren  vollständig
abgetrieben,  die  Mannschaften  waren  zwar  noch  frisch,
aber  ruhebedürftig,  nachdem  sie  an  den  Tagen  gesochten
  und  marschirt,  jeder  Reiter  aber  eine  um
die  andere  Nacht  einen  anstrengenden  Wachtdienst  zu
versehen  hatte.  Am  Nachmittage  wurde  daher  der
Marsch  nach  dem  nur  wenige  Stunden  entfernten
Gobabis  angetreten.

Einfuhr  von  Spirituosen.

Im  Jahre  1895  sind  nach  amtlichen  Berichten
von  Weißen  eingeführt  worden:  1787  1  Wein,
7100  1  Bier  und  1015  1  Branntwein  zum  eigenen
Gebrauch.  Von  Eingeborenen  sind  auf  Grund  von
Einfuhrerlaubnißscheinen  ebenfalls  zum  eigenen  Gebrauch
  eingeführt  worden:  234¼/  .1  Wein,  42½1
Bier  und  237  1  Branntwein.

Deutsch-Meu-Guinea.

Ueber  den  verlauf  der  Eblersschen  Expedition
berichtet  der  Kaiserliche  Landeshauptmann  Rüdiger
auf  Grund  der  Vernehmungen  der  überlebenden  eingeborenen
  Träger  aus  Friedrich  Wilhelmshafen  unter
dem  13.  April  d.  Is.  Folgendes:

Die  Expedition  hatte  sich  am  11.  August  1895
an  Bord  des  Dampfers  „Mabel“  in  Friedrich
Wilhelmshafen  eingeschifft  und  war  nach  der

448

 

Bayernbucht  übergeführt  worden.  Die  Ausschiffung
an  der  Mündung  des  Franziskaflusses  geschah  am

14.  August  unmittelbar  nach  dem  Mittagessen.  Am
Vormittag  des  genannten  Tages  waren  für  eine
eventuelle  Nahrungsreserve  in  einem  von  den  Eingeborenen
  des  unmittelbar  am  Flusse  und  an  der
Küste  gelegenen  Dorfes  zur  Verfügung  gestellten
Hause  zehn  Sack  Reis  =  ctwa  600  kg  gelagert
worden.

Die  Expedition,  welche  nun  den  Weg  ins  Innere
antreten  sollte,  bestand  aus:

1.  Otto  E.  Ehlers  als  Leiter,

2.  dem  Polizeinnteroffizier  von  Friedrich  Wilhelmshafen

  Piering  als  europäischem  Begleiter,

3.  dem  kleinen  Diener  des  Herrn  Ehlers,  einem
etwa  15  Jahre  alten  Mauritiusmischling,  der
von  seinem  Herrn  Tschökra  gerufen  wurde,

43  schwarzen  Trägern,  die  aus  Eingeborenen
von  Buka  bezw.  Bugainville,  von  Neu-Mecklenburg
  und  Neu-Pommern  zusammengesetzt  waren.
An  Nahrungsmitteln  führte  die  Expedition  mit

31  Trägerlasten  zu  20  kg  Reis  in  geölten  Beuteln

—  620  kg  NReis  und  dazu  eine  kleine  Proviantausrüstung

  für  die  Europäer.

Bei  einiger  Sparsamkeit,  die  wohl  durch  die
erwarteten  Erträgnisse  der  Jagd  ausgeglichen  werden
könnte,  glaubte  O.  Ehlers  mit  ½  kg  Reis  für
den  Mann  und  Tag  auskommen  zu  können  und
rechnete  demgemäß,  daß  der  an  Reis  mitgenommene
Proviant  für  nahezu  30  Tage  reichen  müßte.

Weiter  glaubte  O.  Ehlers  anzunehmen  sich
berechtigt,  daß  er  bei  der  von  ihm  baeabsichtigten
Durchquerung,  welche  in  der  Luftlinie  etwa  170  km
Weg  betrug,  täglich  doch  sicherlich  6  km  wenn  nicht
mehr  in  der  Luftlinie  werde  zurücklegen  können.
Ausgesprochene  Bedenken  gegen  diese  Annahme  wies
Ehlers  ganz  entschieden  zurück  und  berief  sich
dabei  auf  seine  Erfahrungen.  Außerdem  lebte
Ehlers  der  sicheren  Hoffnung,  daß  er,  wenn  nicht
schon  früher,  so  doch  sicherlich  mit  Erreichen  des  in
den  Karten  „Ileath  river“  genannten  Flusses,  nach
etwa  110  km  Luftlinienweg,  genügend  Dörfer  von
Eingeborenen  antreffen  würde,  daß  dann  also  von
einem  Nahrungsmangel  nicht  mehr  die  Rede  sein
könne.  Die  Bedenken  über  die  ganz  unbekannten
Terrainschwierigkeiten  glaubte  Ehlers  unter  diesen
Umständen  nicht  theilen  zu  sollen,  hielt  sie  auch
nicht  für  so  schwicrig,  wie  sie  von  hier  aus  gefürchtet
  wurden.

Die  Bewaffnung  bestand  aus  acht  Mauserkarabinern
  mit  der  nöthigen  Munition,  zwei  Jagdgewehren
mit  genügender  Anzahl  von  Patronen  und  der  persönlichen
  Revolverausrüstung  der  beiden  Europäer.

Tauschartikel  für  den  eventuellen  Einkauf  von
Nahrungsmitteln  waren  in  beschränkter  Zahl  mitgenommen.


Für  die  persönlichen  Bedürfnisse  der  beiden  Europäer
  dienten  ein  größeres  und  ein  kleineres  Leinenzelt.
  Von  lebenden  Thieren  begleiteten  die  Expedition
eine  etwa  ein  Jahr  alte  Hündin,  groß  und  kräftig,
aus  dem  Blute  einer  deutschen  Dogge  hervorgegangen
        <pb n="520" />
        —  449  —

und  in  Stephansort  an  der  Astrolabeebene  geboren,
sowie  eine  kleine  ganz  zahme  Ziege.  Von  der  Mitnahme
  einer  größeren  Anzahl  lebender  Ziegen  mußte
nach  fehlgeschlagenem  Versuch  der  Schwierigkeit
des  Treibens  wegen  Abstand  genommen  werden.
Ehlers  hatte  keinerlei  Instrumente  zur  geographischen
  Ortsbestimmung  mitgenommen;  außer  seiner
Uhr  trug  er,  mit  einem  Riemen  um  die  Hifte  geschnallt,
  in  einem  Lederfutteral  eine  etwa  7  bis  8  cm
im  Durchmesser  grosze  Diopterbussole.

Von  einer  Anzahl  der  an  der  Mündung  des
Franziskaflusses  wohnenden  Eingeborenen  begleitet,
brach  die  Expedition  am  Mittwoch  den  14.  August
1895,  nachmittags  2  Uhr,  von  der  Küste  auf  und
begann  den  Marsch  in  das  Innere.  Der  Weg  ging
zuerst  das  Flußthal  aufwärts,  bald  auf  diesem  Ufer,
bald  auf  jenem  Ufer  entlang.  Es  gab  noch  einzelne
Eingeborenenpfade  und  das  flache  Wasser  des  Flusses
machte  das  häufig  nothwendige  Ueberschreiten  desselben
nicht  unangenehm  oder  beschwerlich.  So  ging  es
immer  allmählich  ansteigend  vorwärts.  Nach  2½2  Tagen,
am  Sonnabend  den  17.  August,  noch  vor  Tagesanbruch
  hatten  die  begleitenden  Eingeborenen  sich  von
der  Expedition  getrennt  und  waren  nach  der  Küste
zurückgekehrt.  Ehlers  hatte  ihnen  keinen  Zettel
mit  irgend  einer  Notiz  zur  Besorgung  mitgegeben,
so  daß  der  Dampfer  „Mabel“,  welcher  am  Sonntag
den  18.  August  die  Bayernbucht  noch  einmal  angelaufen
  hatte,  nur  aus  den  Erzählungen  der  eben
heimgekehrten  Eingeborenen  erfahren  konnte,  daß  die
Expedition  bis  dahin  einen  erwünschten  Verlauf  genommen
  hatte.

Im  Ganzen  wurde  dem  Flußlauf  des  Franziskaflusses
  etwa  fünf  Tage,  das  ist  bis  zum  19.  August,
gefolgt  und  dann  der  Weg  nach  dem  Kompaß  durch
den  Busch  eingeschlagen.  Bald  gelang  es,  einen  Bachlauf
  zu  erreichen,  dessen  Richtung  so  günstig  lag,
daß  sie  verfolgt  werden  konnte.

Gleich  nach  dem  Verlassen  des  Franziskaflusses
mußten  hohe  Gebirgsrücken  überklettert  werden,  die
noch  von  der  See  zu  sehen  sind  und  deren  Höhe
wohl  auf  1000  m  geschätzt  werden  kann.  Alle  diese
Gebirgsrücken  waren  von  starkem  Hochwald  bestanden,
welchen  dichtes  Unterholz  neben  viel  Gestein  nur
schwer  und  sehr  mühsam  passirbar  machten.

Am  23.  August  wurde  ein  großes  Eingeborenendorf
  angetroffen  und  da  die  Leute  sich  sehr  freundlich
geberdeten,  wurde  beschlossen,  drei  Tage  bei  ihnen  zu
rasten.  Tabak  und  Eisen  war  den  Leuten  ganz  unbekannt,
  nur  Glasperlen  erweckten  ihre  Begierde  und
sie  verkauften  dafür  gern  alle  Nahrungsmittel,  besonders
  auch  lebende  Schweine  und  Hunde;  die
Kokospalme  ist  gar  nicht  vorgefunden  worden.  Für
rothe  und  blaue  Farbe,  die  sonst  gern  an  der  Küste
zum  Schmuck  der  nackten  Leiber  verwendet  wird,
hatten  sie  gar  kein  Verständniß,  ja  sie  sollen  sich
sogar  davor  gefürchtet  haben.  Der  Schmuck  der
Einwohner  des  Dorfes  bestand  meist  in  Halsbändern

 

 

aus  Hundezähnen  und  stark  gebogenen  Eberhauern,
also  ganz  ähnlich  wie  bei  den  Bewohnern  der  Küste.

Leider  hatte  Ehlers  auf  dem  Marsche
durch  den  Busch,  wo  der  Weg  mittelst  Messer  erst
geschlagen  werden  mußte,  seine  Diopterbussole  verloren;
  sie  ist  ihm  wohl  beim  Durchdringen  des  Busches
von  der  Hifte  fortgerissen  worden,  ohne  daß  er  es
bemerkt  hatte.  Für  die  Richtungsbestimmung  war
die  Expedition  jetzt  nur  auf  einen  kleinen  Taschenkompaß
  des  Polizeiunteroffiziers  Piering  angewiesen.

Solange  der  Weg  durch  den  Busch  gegangen
war,  gab  der  erste  Anfang  schon  ein  wenig  verlockendes
  Bild  von  den  Strapazen,  welche  die  Expedition
auf  dem  weiteren  Marsche  zu  erwarten  hatte.

Das  große  Dorf  lag  auf  dem  Rücken  eines  hohen
Berges,  und  die  der  kalten  Luft  ungewohnten  Träger
der  Expedition  litten  sehr  von  der  oben  herrschenden
Kälte.  Schon  auf  dem  Wege  bis  zum  Dorfe  und
nun  auch  im  Dorfe  selber  hatte  die  Expedition  viel
von  Regen  und  feuchtem  Nebel  zu  leiden,  die  Sonne
wurde  nur  sehr  selten  gesehen.

In  dem  Dorfe  starb  der  erste  Mann,  ein  Neu-Mecklenburger;
  wie  es  scheint,  hat  der  Mann  Krämpfe
gehabt,  doch  welche  Ursache  diese  hatten,  ist  zu  erfahren
  nicht  möglich  gewesen.  4

Nach  drei  Tagen,  also  am  26.  August,  verließ
die  Expedition  das  gastliche  Dorf,  noch  die  letzten
Reste  der  eingehandelten  Nahrungsmittel,  so  viel  wie
es  möglich  war,  mit  sich  tragend.  Es  regnete  unaufhörlich
  und  kein  Eingeborener  des  Dorfes  hatte
seine  Begleitung  angeboten,  doch  hatte  Ehlers
sich  eingehend  bei  ihnen  erkundigt,  ob  er  auf  einem
Wege,  dessen  Richtung  er  ihnen  mit  der  Hand  gab,
noch  mehr  Dörfer  antreffen  würde.  Die  Antwort
schien  günstig  zu  lauten,  doch  hatten  die  Eingeborenen
den  Zusatz  gemacht,  es  wäre  aber  sehr,  sehr  weit.
Es  ist  zweifellos  schwierig,  von  Leuten,  deren  Zeitbestimmung
  auf  so  ganz  ursprünglicher  Grundlage
ruht,  die  Entfernung  bis  zu  einem  nächsten  Dorf  zu
erfahren,  der  Ausdruck  „sehr,  sehr  weit“  ist  immer
ein  dehnbarer  Begriff.  Ehlers  glaubte  aber,
die  Auskunft  für  sich  günstig  deuten  zu  sollen,  und
mit  froher  Zuversicht  wurde  der  weitere  Weg  angetreten.
  "

Kein  benutzbarer  Pfad  war  von  jetzt  an  vorhanden,
  prächtiger  Hochwald  mit  riesenhohen  Stämmen
und  dichter  Unterbusch  bedeckte  unabsehbar  die  Gebirgshöhen
  wie  die  Thäler.

Zunächst  ging  man  nun,  den  Weg  durch  den
verschlungenen  dichten  Unterbusch  mittelst  Messer  sich
bahnend,  von  dem  Gebirgsrücken  abwärts  ins  Thal,
wo  ein  ziemlich  bedeutender  Fluß  angetrossen  wurde,
dessen  Gewässer  nach  Osten  liefen  und  der  durch
Schwimmen  passirt  werden  mußte.  Der  Weg  war
sehr  beschwerlich,  herumgestreute  Steine  und  riesige
Felsblöcke  versperrten  ihn  häufig  und  machten  ihn
noch  beschwerlicher,  dazu  kam  noch  sortwährender  Regen
und  feuchter  Nebel,  so  daß  der  Fortgang  des  Marsches
ein  sehr  langsamer  war;  oft  war  ein  Nachtlager  auf
        <pb n="521" />
        —  450  —

der  Höhe  eines  Gebirgsrückens  und  am  ganzen  niichsten
Tage  konnte  nur  das  Thal  erreicht  werden,  um  das
nächste  Nachtlager  dort  aufzuschlagen.

Die  Träger,  schutzlos  dem  strömenden  Regen  ausgesetzt,
  konnten  nicht  liegen  und  schlafen,  sondern
hockten  jeder  an  einer  möglichst  geschützten  Stelle
nieder  und  versuchten  in  solcher  Stellung  wenigstens
zu  ruhen.

Nach  viertägigem  Marsch  wurde  in  einem  Thale
wieder  ein  nach  Osten  fließender  Fluß  durch  Schwimmen
passirt  und  nach  weiteren  drei  Tagen  war  ein  dritter
größerer,  ebenso  fließender  Fluß  zu  überschreiten.

Schon  gleich  nach  Abgang  von  dem  oben  erwähnten
  Dorfe  trat  die  Plage  der  Blutegel  ungemein
lästig  auf.  Die  Schwarzen  mit  ihren  nackten  Leibern
waren  ihnen  schuplos  überliefert,  während  die  beiden
Europäer  in  der  ersten  Zeit  etwas  günstiger  gestellt
waren,  wenn  auch  die  Kleidung  ihnen  keinen  unbedingten
  Schutz  gegen  diese  Quälgeister  gab.  Die
liejen  Bißwunden  dieser  Thierc  bluteten  nach  Abreißen
derselben  noch  sehr  lange  nach  und  heilten,  immer
wieder  aufgerissen  durch  das  Durchzwingen  der  Körper
durch  den  dichten  Busch,  fast  gar  nicht.  Dazu  kam
vielfach  fast  undurchdringliches  Dickicht  von  Rottang,
dessen  kleine  Dornen  die  nackten  Körper  der  Schwarzen
blutig  kratzten  und  den  Europäern  die  Kleidung  förmlich
  vom  Leibe  rissen.

Der  mächtige  Hochwald  mit  seinen  riesigen  Stämmen
und  himmelhohen  Baumkronen  war  tief  schweigend,
kein  Vogel  ließ  seine  Stimme  hören,  und  auch  der
niedere  Busch  beherbergte  kein  jagdbares  Thier.
Obgleich  Ehlers  sowohl  wie  die  Schwarzen
auf  das  Emsigste  suchten,  ob  nicht  irgend  ein  Vogel
oder  ein  anderes  jagdbares  Thier  für  die  Jagdflinten
erreichbar  war,  um  den  mitgeführten  Proviant  zu
ergänzen,  so  war  Alles  vergebens,  nur  das  feierlichste
Schweigen  umgab  sie  bei  Tag  und  bei  Nacht,  höchstens
  durch  den  auf  die  Blätter  der  Bäume  klatschenden
  Regen  in  sehr  trübseliger  Weise  unterbrochen.

Unter  diesen  Beschwerden  waren  nach  Verlassen
des  gastlichen  Dorses  etwa  24  Tage  verflossen,  da
trat  das  schreckliche  Gespenst  des  Nahrungsmangels
an  die  Expedition  heran.  Immer  noch  waren  die
Beschwerden  des  Weges  dieselben  und  schienen  kein
Ende  zu  nehmen  und  immer  noch  strömte  der  Regen
herab,  nur  zeitweise  durch  feuchte  Nebel  unterbrochen.
Ehlers  sprach  seinen  Leuten  Muth  ein  und
vertröstete  sie  darauf,  daß  nothwendigerweise  in
wenigen  Tagen  ein  großer  Fluß  erreicht  werden
müsse  und  daß  dort  viele  Dörfer  liegen,  in  denen
man  Essen  genügend  vorfinden  werde.  Ehlers
lebte  sicherlich  auch  dieser  Hoffnung,  und  diese  Hoffnung
  hat  ihn  augenscheinlich  noch  wenige  Tage  vor
dem  wirklichen  Erreichen  des  erwarteten  Flusses,  der
die  Expedition  leider  auch  in  der  Hoffnung  auf  bewohnte
  Gegend  tänschen  sollte,  nicht  verlassen.

Mittlerweile  war  der  Nahrungsmangel  vollständig
geworden,  der  Hunger  plagte  die  Leute  sehr  und
zusammen  mit  den  äußerlichen  Leiden,  welche  durch

 

die  Bisse  der  Blutegel  verursacht  waren  und  noch
immer  weiter  verursacht  wurden,  zeigte  die  Expedition
bald  ein  sehr  trauriges  Bild  körperlicher  Schwäche
und  moralischer  Niedergeschlagenheit.  Auch  die  Europäer
  hatten  nun  noch  kaum  über  Kleider  zu  verfügen,
der  Nässe,  den  Dornen  des  Busches  und  den  vielen
fast  fortwährend  zu  überkletternden  Felsen  hatten  sie
nicht  Stand  halten  können.  Immer  noch  thürmte
sich  ein  Waldgebirgszug  nach  dem  anderen  vor  der
ermatteten  Expedition  auf,  die  kaum  mehr  den  Anstrengungen
  gewachsen  war.

Eine  neue  sehr  böse  Plage  hatte  sich  nun  allmählich
  eingestellt,  die,  verbunden  mit  Hunger,  mangelhafter
  und  schließlich  schlechter  Nahrung,  das  Unglück
der  Expedition  voll  machte.  In  die  durch  die  Blutegel
  gebissenen  Wunden  hatten  Insekten  Eier  gelegt,
aus  denen  röthliche  kleine  Maden  ausgekrochen  waren;
die  Wunden  gingen  in  Eiterung  über  und  aus  ihnen
floß  sehr  bald  ein  übelriechender  Eiter  heraus,  der
nicht  nur  physisch  recht  lästig  war,  sondern  besonders
auch  die  moralische  Kraft  ungemein  lähmte.  So
waren  die  Körper  nicht  nur  der  Schwarzen,  sondern
besonders  auch  der  beiden  Weißen  bald  vollkommen
durch  diese  eiterigen  Geschwüre  bedeckt  und  Alles  litt
auch  unter  dieser  schrecklichen  Plage  furchtbar.

Die  einzige  Nahrung,  welche  nur  genossen  werden
konnte,  war  Gras  oder  die  Blätter  der  Bäumc  des
Waldes.  Wenn  es  Ehlers  und  Piering  auch
in  der  ersten  Zeit  meist  gelang,  das  Gras  oder
die  Baumblätter  zu  kochen,  so  konnten  die  Schwarzen
der  großen  Nässe  wegen  kein  Feuer  bekommen  und
aßen  Gras  und  Blätter  roh.

Zwei  Leute  hatten  Früchte  gefunden  und  aßen  sie
gierig  vor  Hunger,  doch  müssen  diese  Früchte  giftig
gewesen  sein,  denn  nach  wenigen  Stunden  traten  böse
Vergiftungserscheinungen  ein  und  sie  starben  unter
großen  Schmerzen.

Nach  etwa  fünf  Tagen  der  nahrungslosen  Zeit
wurde  eines  Morgens  entdeckt,  daß  drei  Leute  —
Neu-Mecklenburger  aus  Potmilac  —  an  der  Ostküste
von  Neu-Mecklenburg  —  desertirt  waren  unter  Mitnahme
  eines  kleinen  Stahlkoffers.  In  demselben
hatte  sich  an  Nahrungsmitteln  nur  ein  wenig  Mehl
und  ein  Stückchen  Mehlkuchen  befunden,  sonst
waren  Teller,  Messer  und  Gabeln  sein  Inhalt.
Jedenfalls  sind  diese  Leute  im  Busch  irgendwo  gestorben,
  da  die  Möglichkeit,  sie  könnten  bewohnte
Gegenden  erreicht  haben,  nahezu  ausgeschlossen  erscheinen
  muß.

Die  Gras=  und  Blätternahrung  hatte  auf  Alle
die  Wirkung,  daß  sich  ernste  Darmleiden  neben  sonstigen
  Erscheinungen  des  Verhungerlseins  entwickelten.
„Die  blutigen  Erscheinungen  der  rothen  Ruhr  (Dysenterie)
  waren  fast  überall  aufgetreten“  —  einige
Schwarze  starben  auch  sehr  bald  daran.  Besonders
Ehlers  schien  sehr  zu  leiden  und  seine  Kräfte
nahmen  sichtbar  ab.

Nach  acht  Tagen  der  nahrungslosen  Zeit  war  die
allgemeine  Schwäche  so  groß  geworden,  daß  das
        <pb n="522" />
        —  451

Mitschleppen  des  noch  vorhandenen  Gepäcks  nicht
mehr  angehen  wollte.  So  hatte  Ehlers  befohlen,
als  die  Expedition  wieder  einmal  auf  dem  Rücken
eines  hohen  Gebirgszuges  übernachtet  hatte,  daß  in
die  Stammhöhlung  eines  dort  befindlichen  hohen
Baumes  das  Gepäck  hineingelegt  und  verlassen  werden
sollte.  Es  wurden  daher  die  beiden  Zelte,  Bettgestell,
Tauschwaaren,  wie  Aexte,  Messer,  Perlen,  auch  Pulver
und  etwas  Dynamit  dort  gelassen.

Die  Waffen  mit  der  nöthigen  Munition  wurden
mitgenommen,  ebenso  alle  Papiere,  und  es  ist  nach
Allem  sicher,  daß  Ehlers  in  den  Baum  keinerlei
schriftliche  Mittheilung  mit  hineingelegt  hat.  Der
Baum  wurde  auf  Befehl  des  Ehlers  durch  Axthiebe
  gezeichnet,  um  ihn  wieder  finden  zu  können.
Aus  der  Aeußerung  des  Ehlers:  „Nach  zwei
Tagen  kommen  wir  nach  großen  Dörfern  mit  viel
Essen,  und  wenn  wir  uns  erholt  haben,  dann  holen
wir  die  Sachen  uns!“  tönt  noch  immer  die  große
Hoffnung,  seine  Expedition  gelingen  zu  sehen.

Mittlerweile  waren  den  großen  Leiden  im  Ganzen
zehn  Schwarze  erlegen  und  der  Rest  befand  sich  in
beklagenswerthem  Zustande.  Beim  Ueberklettern  eines
der  vielen  Felsen  stürzte  Piering  herunter  und  verletzte
  sich  so  böse  an  seinen  beiden  Oberschenkeln,  daß
ihm  das  Gehen  nur  durch  Unterstützung  gelang.
Hierbei  wurde  auch  der  Taschenkompaß,  welcher  bis
dahin  die  Richtung  angegeben  hatte,  zertrümmert.

Endlich  am  elften  Tage  der  nahrungslosen  Leidenszeit,
  also  am  30.  September,  wurde  der  große

Fluß  gesehen,  welcher  seine  Gewässer  nach  Westen
ezw.  Südwesten  führte,  und  auf  dessen  Erreichen
Ehlers  seine  ganze  Hoffnung  gesetzt  hatte.

In  durch  hohe  Berge  eingeengtem  Flußbett  brausten
die  Fluthen  stürmisch  dahin  und  wiesen  wohl  der
Expedition  den  Weg  zu  ihrer  Rettung,  aber  leider
kein  Dorf  war  weit  und  breit  zu  sehen,  auch  nicht
die  Spuren  einer  bewohnten  Gegend  zu  erkennen.
Ehlers  selber  litt  furchtbar  an  dem  schon  erwähnten
Darmleiden  mit  rein  blutigen  Ruhrerscheinungen,  und
seine  Kraft  war  ganz  zu  Ende;  dazu  war  sein  ganzer
Körper,  den  schließlich  nur  noch  ein  baumwollenes
Unterhemd,  ein  sogenanntes  „Singlet“,  schützte,  voll
jener  übelriechenden  eitrigen  Wunden,  in  denen  sich
zahllose  röthliche  Maden  tummelten,  ja  bis  ins  Gesicht
  hatten  sich  diese  Wunden  gezogen.

Dem  Polizeiunteroffizier  Piering  ging  es  nicht
viel  besser,  auch  er  war  mit  seiner  Kraft  nahezu  zu
Ende  und  daneben  mußte  er  noch  an  den  Folgen
seines  Sturzes  von  dem  Felsen  leiden.

Die  überlebenden  Schwarzen  gaben  den  Enropäern
  nur  wenig  nach,  ein  großer  Theil  war  sogar
noch  viel  schlimmer  daran.  Der  kleine  Diener  des
Herrn  Ehlers,  Tschokra,  starb  an  Entkräftung  in
dem  Lager  am  Fluß.

Einigen  Schwarzen  war  es  gelungen,  eine  Sagopalme
  zu  entdecken  und  das  Mark  dieser  leider  nur
einen  Palme  gab  endlich  ein  wenig  bessere  Nahrung
als  das  früher  genossene  Gras,  wenn  es  auch  im

 

Heißhunger  roh  gegessen  wurde.  Hier  endlich  gab
auch  Ehlers  seine  Genehmigung  zum  Schlachten
der  großen  Hündin,  die  die  Expedition  treu  bis
dahin  begleitet  hatte,  doch  hat  Ehlers  abgelehnt,
das  Fleisch  derselben  zu  essen.

Die  beiden  Europäer  und  der  größte  Theil  der
Schwarzen  schliefen  fast  fortwährend  in  dem  Lager
am  Flusse  vor  Erschöpfung  und  den  kräftigeren  unter
den  letzteren  trat  die  Ueberzeugung  entgegen,  daß
Ehlers,  den  Alle  nicht  geuug  als  ihren  guten
Herrn  preisen  konnten,  dem  Tode  entgegensah  und
in  ganz  kurzer  Zeit,  vielleicht  schon  in  wenigen
Stunden  sterben  müßte.

Von  einer  Fortsetzung  des  Jußmarsches
konnte  für  Ehlers  allgemein,  für  Piering  schon
wegen  seiner  Beinverletzung  nicht  die  Nede  sein.
Ehlers  empfand  dies  auch  selber  und  trug  Ranga
und  Opia,  zwei  noch  etwas  kräftigeren  Leuten  aus
Buka,  auf,  ein  Floß  zu  bauen,  auf  dem  er,  Piering
und  die  zwei  Schwarzen  den  Fluß  abwärts  fahren
könnten.  Allen  übrigen  Leuten  sprach  er  Muth  ein
und  sagte  ihnen,  sie  sollten  nur,  nachdem  sie  ausgeruht
  hätten,  den  Fluß  so  schnell  wie  möglich  stromab
entlang  gehen,  sie  kämen  dann  bald  nach  Dörfern
im  englischen  Gebiet.  4

Nach  dreitägigem  Aufenthalt  am  Flusse  war  ein
Floß  am  Morgen  des  3.  Oktober  fertiggestellt  und
Alles  wurde  zum  Aufbruch  bereit  gemacht.  Das  Floß
war  wohl  fest  gebaut  aus  Stämmen,  die  lageweise
rechtwinkelig  übereinandergelegt  und  mit  Rotang  festgebunden
  waren,  aber  es  hatte  den  großen  Fehler,
der  dort  nicht  zu  vermeiden  war,  daß  das  Holz,
welches  zum  Bauen  benutzt  werden  mußte,  für  ein
richtiges  Floß  zu  schwer  war.  So  kam  es,  daß  das
Floß,  in  das  Wasser  gelassen,  schon  ohne  Belastung
unter  Wasser  schwamm  und  naturgemäß  einen  bedeutenden
  Tiefgang  hatte.  Mit  der  Belastung  der
vier  Passagiere:  Ehlers,  Piering  und  den
beiden  Schwarzen  Ranga  und  Opia,  sank  es  noch
etwas  tiefer.  Mit  Mühe  gelang  es,  für  Ehlers
und  Piering  in  der  Mitte  des  Flosses  eine
Erhöhung  zu  bauen,  auf  diese  wurde  die  Geldkassette,
  ein  Stahlkoffer  mit  allen  Papieren,  Gewehre,
Patronen  und  einzelne  Kleinigkeiten  geladen  und  dann
wurden  durch  Stäbe  zwei  Armsessel  konstruirt.  Beide
Europäer,  auf  das  Floß  gebracht,  sanken  vor  Schwäche
bald  in  sich  zusammen  und  schienen  sofort  in  tiefen
Schlaf  gesunken  zu  sein.

Nanga,  dem  schon  in  Friedrich  Wilhelmshafen
seitens  Pierings,  der  ihn  seit  fünf  Jahren  kannte,
stets  großes  Vertrauen  entgegengebracht  worden  war,
hatte  auch  auf  der  Expedition  durch  seine  Eigenschaften
  das  Vertrauen  Ehlers'  sich  erworben  und
wurde  deshalb  immer  in  besonderer  Weise  bevorzugt
und  mit  einer  Art  Aufseherposten  betraut.

Am  3.  Oktober  vormittags  waren  die  überlebenden
  Schwarzen  aufgebrochen  zu  neuem  Marsch  stromab
und  gegen  Mittag  fand  die  Abfahrt  des  Flosses  statt.
Trotz  des  erhöhten  Sitzes  spülte  das  Wasser  den
        <pb n="523" />
        —  452  —

beiden  Europäern  bis  über  die  Kniee,  da  das  Floß
aber  im  ziemlich  reißenden  Strome  nur  trieb,  war
ein  Abwaschen  nicht  zu  fürchten.  Opia  stand  vorne,
Ranga  hinten  auf  dem  Floß,  von  Steuern  war  wenig
die  Rede.

Kaum  150  m  von  der  Abfahrtsstelle  stieß  das  Floß,
als  es  gerade  an  einem  Felsen  vorübertrieb,  auf  einen
unter  Wasser  quer  zur  Stromrichtung  liegenden
Baumstamm  und  kenterte  unmittelbar.  Alles  wurde
ins  Wasser  geschleudert,  und  Ehlers  und  Piering,
Beide  scheinbar  in  tiefem  Schlafe,  der  durch  die
körperliche  Schwäche  erklärt  werden  muß,  versanken
  lautlos  in  den  Fluthen  und  sind  auch  nicht
wieder  an  die  Oberfläche  gekommen;  ohne  Kampf
sind  sie  kraftlos  und  willenlos  in  den  reißenden
Fluthen  ertrunken.  Ranga  und  Opia  waren  durch
die  Strömung  in  die  Nähe  des  rechten  Flußufers
gerissen  und  es  gelang  Beiden,  je  ein  herunterhängendes
  Lianentau  zu  ergreisen  und  sich  an  das  Ufer
zu  retten.  Von  den  beiden  Europäern  hat  keiner
von  ihnen  wieder  etwas  gesehen.

Leider  hat  Ehlers  den  zu  Juß  weiter  gewanderten
  Leuten  keine  schriftliche  Mittheilung  irgend
welcher  Art  mitgegeben;  Alles  hat  sich  in  dem  von
ihm  selber  auf  das  Floß  mitgenommenen  Stahlkoffer
befunden,  und  so  sind  die  Aufzeichnungen,  welche
genaues  Licht  über  die  Expedition,  ihre  Erfahrungen
und  Leiden  verbreiten  könnten,  leider  in  dem  Fluß
versunken  und  unwiederbringlich  verloren.

Der  Fluß,  in  welchem  Ehlers  und  der  Polizeiunteroffizier
  Piering  wahrscheinlich  um  Mittag
des  3.  Oktober  1895  den  Ertrinkungstod  in  den
Fluthen  gefunden  haben,  ist  zweifellos,  nach  den
weiteren  Erlebnissen  der  verwaisten  Expedition  zu
schließen,  der  in  früheren  Karten  Heath  River  genannte
  Fluß,  welcher  bei  Motu-Motu  in  die  Frischwasserbucht
  des  Papuagolfes  mündet.  Seitens  des
Gouvernements  von  Britisch-Neu-Guinen  wird  dieser
Fluß  jetzt  „Lakemumu  River“,  auch  einmal  „Motu-Motu
  River"  genannt,  die  erstere  Bezeichnung  ist
aber  die  offiziell  gebräuchliche.

Von  den  anderen  Schwarzen  hat  das  Kentern
des  Flosses  und  den  Ertrinkungstod  der  beiden  Weißen
Niemand  vom  Ufer  mit  angesehen,  da  sie  alle  bereits
vor  Absetzen  des  Flosses  sich  auf  den  Weg  gemacht
hatten.  -

Ranga  und  Opia  gelang  es  nach  einiger  Zeit,
sich  mit  den  Anderen  zu  vereinigen,  und  so  gingen
noch  33  Schwarze  das  Ufer  des  Flusses  entlang,  sich
den  Weg  sast  stets  mit  dem  Buschmesser  bahnend.

Hin  und  wieder  wurden  einzelne  Sagopalmen
am  Flusse  gefunden,  von  deren  Mark  sich  kärglich
genährt  wurde.  Einzelne  starben  auf  dem  Wege  an
Entkrästung  und  zwei,  Barono  und  Kipitu,  kamen
beim  Suchen  nach  Nahrung  von  dem  Gros  ab.

Nach  neun  Tagen  Marsch  waren  schon  elf  der
Ueberlebenden  gestorben,  zwei  hatten  sich  augenscheinlich
  verirrt,  so  blieben  nur  noch  19  übrig,  die  bei
einem  größeren  Bestand  von  Sagopalmen  beschlossen,

 

aus  dem  leichten  Holz  derselben  sich  Kanus  zu  bauen
und  die  Weiterreise  zu  Wasser  zu  machen.

Während  einer  dreitägigen  Ruhe  wurden  die
leichten  Kanus  fertiggestellt  und  dann  ging  es  leicht
stromab.  Nachts  wurde  am  Ufer  angelegt  und  geschlafen
  und  des  Tags  über  wurde  gefahren.  Die
Nahrung  war  lediglich  das  Mark  der  Sagopalme.
Am  sechsten  Tage,  also  am  21.  Oktober,  sahen  die
Reisenden  Kokosnußpalmen  am  Lande  und  froh  des
langersehnten  Anblicks,  eilten  sie  an  Land,  um  sich
die  beliebte  Nahrung  zu  holen.  Bald  erschien  aber
ein  Boot  mit  bewaffneten  Eingeborenen,  die  sofort
mit  Bogen  und  Pfeil  drohten.  Die  Besonnenheit
der  Schwarzen,  obgleich  sie  über  sechs  Mauserkarabiner
  und  genügend  Patronen  verfügten,  verbunden
mit  ihrem  traurigen  körperlichen  Zustande,  der  den
Angreifenden  durch  bezeichnende  Geberde  bald  erkennbar
  gemacht  wurde,  ließen  es  nicht  zum  Kampfe
kommen.  Die  Eingeborenen  hatten  bald  verstanden,
daß  sie  es  mit  halb  verhungerten  Leuten  zu  thun
hatten,  die  ihre  Unterstützung  anriefen,  sie  waren
freundlich  und  gaben  ihnen  nun  freiwillig  genügend
Kokosnüsse,  daß  ihr  Hunger  einigermaßen  gestillt  wurde.

Die  Reisenden  wurden  nun  in  das  Dorf  geführt,
eines  der  vielen  Mowiawidörfer  jener  Gegend,  gut
behandelt  und  bewirthet.  Nach  einer  Nachtruhe,  die
endlich  unter  Dach  geschehen  konnte,  und  fast  Alle
gekräftigt,  ihnen  jedenfalls  neuen  Muth  bei  der  Gewißheit
  ihrer  Rettung  eingeflößt  hatte,  wurden  am
nächsten  Tage  die  Kanus  bestiegen  und  innerhalb
drei  Tagen  war  Motu-Motu  an  der  Mündung  des
Flusses  erreicht.  Der  Lehrer  der  Londoner  Missionsgesellschaft
  Peter  und  der  Häuptling  Lahari  von
Motu-Motu  nahmen  sich  mit  großer  Sorge  der
Ueberlebenden  an.  Als  dem  Häuptling  Lahari  erzählt
  wurde,  daß  zwei  sich  verirrt  hätten  und  daß
sie  noch  im  Innern  steckten,  ging  dieser  Mann  mit
Begleitung  ins  Innere  und  es  gelang  ihm  wirklich,
die  beiden,  Barono  und  Kipitu,  die  etwa  zehn  Tage
lang  mit  einem  kleinen  Buschstamme  gelebt  hatten  und
dort  gut  behandelt  waren,  zu  finden  und  am  4.  November
  nach  Motu-Motu  zu  bringen.  Die  Ueberlebenden
  der  unglücklichen  Expedition  haben  also
wirklich  das  Ziel,  welches  sich  Ehlers  gesleckt
hatte,  erreicht,  sie  sind  an  der  Mündung  des  in
den  älteren  Karten  „Heath  River“  genannten  Flusses
Lakemumu  an  die  See,  den  Golf  von  Papua,  gekommen.
  Nur  die  beklagenswerthe  Unterschätzung
der  Schwierigkeiten  des  Weges  und  damit  eng  verbunden
  die  Mitnahme  zu  geringer  Lebensmittelvorräthe
haben  die  geplante  Durchauerung  verunglücken  lassen.
Mit  genügender  Nahrung  versehen,  wären  die  übrigen
schweren  Leiden  zu  ertragen  gewesen,  nur  der  Nahrungsmangel
  hat  mit  der  Abnahme  des  physischen
Widerstandes  auch  die  moralische  Kraft  gebrochen  und
eine  Lässigkeit  in  der  Behandlung  der  bösen  eiterigen
Wunden  nach  sich  gezogen,  die  für  die  Meisten  und
besonders  Ehlers  und  Piering  mit  verhängnißvoll
  geworden  ist.
        <pb n="524" />
        Mittlerweile  war  das  Gerücht  von  der  Ankunft
fremder,  mit  Feuerwaffen  bewaffneter  Schwarzen  im
elendesten  Zustande  von  Krankheit  und  Hunger  so—
wohl  nach  Port  Moresby,  dem  Sitze  des  Gouvernements
  von  Britisch-Neu-Guinena,  als  auch  zu  dem
Magistratsbeamten  für  den  Meokeodistrikt  gelangt.
Von  Port  Moresby  wurde  ein  Segelkutter  (Ketch)
nach  Motu-Motu  dirigirt  und  ihm  Kleider  sowie
allerlei  Dinge  für  die  erste  Hülfeleistung  bei  elend
Kranken  mitgegeben,  während  Mr.  Kowald,  der
Beamte  des  Mekeodistrikts,  sich  selber  auf  den  Weg
dahin  machte.

Die  Nachrichten  waren  allmählich  über  Land  zu
den  angedenteten  Stellen  gekommen,  da  ein  schwerer
Südostpassat  den  Seeverkehr  mit  Kanus  ganz  gestört
hatte.  Mr.  Kowald  war  am  4.  November  nach
Motu-Motu  gekommen  und  fand,  daß  die  22  Ueberlebenden
  mit  Ausnahme  weniger  sich  schon  während
der  zehn  Tage  des  Aufenthaltes  in  Motu-Motu
außerordentlich  erholt  hatten,  er  lobt  sehr  die  große
Sorge,  welche  sowohl  der  Lehrer  der  Londoner
Missionsgesellschaft  Peter,  als  auch  der  Häuptling
Lahari  von  Motu-Motu  den  Unglücklichen  hat  zu
Theil  werden  lassen.

Mittlerweile  wurde  versucht,  mit  den  Ueberlebenden
  nach  Port  Moresby  zu  gehen,  der  kräftigere  Theil
ging  zu  Fuß  am  Lande,  während  einige  noch  sehr
Elende  ein  offenes  Boot  benutzen  konnten.

Am  7.  November  wurde  die  von  Port  Moresby
ausgesandte  Keitch  angetroffen  und  nun  mit  dieser,
leider  durch  sehr  heftigen  Wind  und  schwere  See
sehr  aufgehalten,  nach  Port  Moresby  in  See  gegangen.
  Am  8.  November  gegen  Mitternacht  starb
noch  einer  der  Ueberlebenden,  ein  Neu-Mecklenburger,
an  Entkräftung  und  Dysenterie  und  wurde  auf  der
Nordseite  der  Wari-Wariinsel  begraben.

Sonntag  den  10.  November,  nachmittags,  lief  die
Ketch  „Lokohn“  in  Port  Moresby  ein,  wo  von  Seiten
des  Gouvernements  zuerst  in  liebenswürdiger  Weise
Alles  gethan  wurde,  was  nur  irgend  das  körperliche
Befinden  der  noch  immer  recht  schwachen  Leute  fördern
  konnte,  dann  aber  hielt  es  der  Gouvernementssekretär
  Mr.  Musgrave  in  richtiger  Würdigung  der
Thatsache,  daß  die  Erinnerung  jetzt  wohl  noch  lebhaft
sei,  aber  naturgemäß  sich  abschwächen  würde,  für
richtig,  sofort  in  umfassender  Weise  die  einzelnen
Ueberlebenden  nach  ihren  Erlebnissen  und  den  Umständen
  der  Expedition  und  des  Todes  der  beiden
Weißen  zu  vernehmen  und  deren  Erzählung  protokollarisch
  festzulegen.

Seinem  eingehenden  Befragen  und  den  gemachten
Auszeichnungen  ist  es  wohl  zu  danken,  daß  auch  später
noch  nach  Monaten  die  Erinnerung  der  Leute  so  weit
ausgefrischt  und  rege  gemacht  werden  konnte,  daß  die
allgemeinen  Erlebnisse  der  Expedition,  die  Umstände
des  Todes  des  Reisenden  und  des  Polizeiunteroffiziers
  Piering  mit  einem  hohen  Grade  von  Wahrscheinlichkeit
  in  erzählende  Form  haben  niedergelegt
werden  können.

453

 

—

Durch  Reparaturen  des  Gouvernementsdampfers
„Merrie  England“,  welche  das  Schiff  so  lange  in
Brisbane  festgehalten  haben,  war  Lieutenant  Governor
von  Britisch-Neu-Guinea  Sir  William  Muc  Gregor
genöthigt,  die  Ueberlebenden  etwas  länger  in  Port
Moresby  zurückzuhalten.  Am  Montag  den  30.  März
1896  lief  der  Dampfer  „Merrie  England“  in  den
Friedrich  Wilhelmshafen  ein  und  Kapitän  Jonecs
übergab  die  21  Ueberlebenden  der  verunglückten  Expedition
  Otto  Ehlers  im  Auftrage  Sir  William
Mac  Gregors  an  den  stellvertretenden  Landeshaupt--mann
  Korvettenkapitän  a.  D.  Rüdiger.

Die  Leute  sahen  ungemein  kräftig  und  gesund
aus,  nur  zeigten  Viele  die  Narben  jener  durch  Blutegelbisse
  entstandenen  bösen  eiterigen  Wunden  an
ihrem  Körper.  Sir  William  Mac  Gregor  hat  die
Liebenswürdigkeit  gezeigt,  daß  er  die  Hülfeleistung
an  die  Verunglückten,  die  Sorge  um  die  Kräftigung
ihrer  Gesundheit  und  ihrer  Körper  durch  geeignete
und  reichliche  Nahrung,  ebenso  wie  den  Rücktransport
durch  den  Gouvernementsdampfer  nach  Friedrich
Wilhelmshafen  als  einen  Akt  internationaler  Höflichkeit
  und  freundnachbarlicher  Gesinnung  aufgefaßt  hat.

RHus  dem  Bereiche  der  Missionen  und
der  Antishlaverei-Bewegung.

Die  Deutsch=  ostafrikanische  Missions-Gesellschaft
  hat  zwei  neue  Stationen  in  Maneromango
  (Usaramo)  und  in  Wuga  (Usambara)
angelegt.  ——

Die  Missionare  der  Pallotinermission  in
Kamerun  P.  Bancken,  P.  F.  Walter  und  die
Laienbrüder  Mathias  Kasparek,  Joseph  Fischli,
Wilhelm  Borchert  sind  nach  Deutschland  zur  Erholung
  zurückgekehrt.  Nach  Kamerun  abgereist  sind
die  Priester  F.  G.  Walter,  P.  Otto,  zwei  Brüder
und  vier  Schwestern.  Die  Mission  unterhält  jetzt
die  drei  Stationen:  Engelberg,  Kribi  und  Marienberg.
  In  ersterer,  für  welche  besonders  von  Seiten
der  Schweizer  reiche  Gaben  gespendet  worden  sind,
ist  ein  Sanatorium  und  eine  Kaffeepflanzung  mit
30  000  Bäunmchen  angelegt.

Dem  Berichte  der  Rheinischen  Mission  für
das  Jahr  1895  entnehmen  wir:

Hatte  das  Vorjahr  dem  Namalande  den  so
lauge  ersehnten  Frieden  gebracht,  so  können  wir  nun
berichten,  daß  sich  dieser  Friede  erhalten  und  weiter
befestigt  hat.  Dazu  hat  sehr  viel  eine  Reise  des
Herrn  Landeshauptmanns  beigetragen,  die  ihm  Gelegenheit
  bot,  sich  überall  den  Leuten  bekannt  zu
machen  und  allerlei  unbegründete  Furcht,  die  hier  und
da  noch  bestand,  durch  sein  freundliches  und  gerechtes
Auftreten  zu  beseitigen.  Allerdings  hat  es  auch  nicht
an  einzelnen  Gefährdungen  des  Friedens  gefehlt,  so
        <pb n="525" />
        —  454  —

einmal  auf  der  Station  Gochas,  doch  konnte  in
diesem  Falle  die  durch  thörichtes  Betragen  des  heidnischen
  Häuptlings  ganz  plötzlich  hervorgerufene  Gefahr
  eines  blutigen  Zusammenstoßes  durch  den
Missionar  noch  glücklich  beseitigt  werden.  So  ist
denn  für  die  Namamission  eine  Zeit  ruhiger  Arbeit
angebrochen,  und  es  gilt  für  uns  um  so  mehr,  die
so  lange  durch  die  kriegerischen  Verwickelungen  gestorte
  Missionsarbeit  mit  frischen  Kräften  aufzunehmen.
  Zu  dem  Zwecke  haben  wir  im  letzten
Jahre  außer  dem  auch  erst  eben  in  die  Arbeit  eingetretenen
  Missionar  Albath  noch  zwei  weitere
Missionare,  Schröder  und  Kronsbein,  hinausgesandt.
  Schröder  ist  für  Gibeon  bestimmt.  Diese
unsere  ehemalige  Station,  die  jahrelang  ganz  ohne
Leute  gewesen  war,  ist  nun  von  Hendrik  Witbooi
und  seinem  Stamme  wieder  besetzt,  und  das  bis
vor  Kurzem  völlig  menschenleere  Land  hat  nun  sogar
wieder  eine  sehr  starke  Bevölkerung  erhalten.  Zudem
ist  Hendrik  Witbooi  offenbar  der  angesehenste  und
einflußreichste  Häuptling  des  Landes;  so  war  es  uns
natürlich  sehr  willkommen,  daß  nicht  nur  der  Herr
Landeshauptmann  im  Interesse  der  Erhaltung  des
Friedens  eine  baldige  Besetzung  dieser  Station
wünschte,  sondern  daß  auch  Hendrik  selbst  den
gleichen  Wunsch  gegen  uns  äußerte.  Wir  hatten
ursprünglich  den  Missionar  Stahlhut  dafür  bestimmt,
  um  den  der  Landeshauptmann  ausdrücklich
gebeten  hatte.  Aber  wegen  der  mangelhaften  Postverbindung
  erreichte  diese  unsere  Anordnung  den
Missionar  erst  auf  Otjimbingue,  und  hielt  dieser,
nachdem  er  dort  den  schwerkranken  Orambo-Missionar
Meisenholl  getroffen  hatte,  es  doch  für  seine  Pflicht,
seiner  ursprünglichen  Weisung  treu  zu  bleiben  und
nach  dem  Ovambolande  durchzureisen,  wo  nur  noch
ein  einziger  Missionar  auf  dem  so  sehr  weit  vorgeschobenen
  Posten  übrig  geblieben  war.  Somit
mußten  wir  einen  anderen  für  Gibeon  bestimmen,
eben  den  Bruder  Schröder,  der  aber  erst  gegen
Ende  des  Jahres  im  Lande  angekommen  ist.  Der
zweite  junge  Bruder,  Kronsbein,  ist  für  die  schon
seit  Jahren  geplante  zweite  Station  unter  den
Bondeszwarts,  im  Süden  des  Landes  bestimmt.
Er  hatte  indessen  den  Auftrag,  zuerst  nach  Rietfontein
zu  gehen,  um  dort  für  den  Missionar  Pabst  einzutreten,
  wenn  derselbe  seine  Erholungsreise  antreten
würde.  Dieser  letztere  hat  sich  nun  aber  wegen  der
kritischen  Lage  auf  seiner  Station  veranlaßt  gefühlt,
lieber  seine  Frau  allein  reisen  zu  lassen  und  dort
zu  bleiben.  Somit  wird  Missionar  Kronsbein
seine  neue  Station  desto  schneller  anlegen  können.
Die  Landbesitzverhältnisse  fahren  fort,  sich  in  der
Weise  zu  verschieben,  daß  immer  mehr  brauchbares
Land  in  weiße  Hände  kommt.  Auch  in  diesem  Jahre
haben  wieder  solche  Landverkäufe  stattgefunden,  deren
einer  auf  Bethanien  für  unsere  Mission  insofern  von
besonderer  Bedeutung  war,  als  der  dortige  Häuptling
  die  Hälfte  des  Kaufpreises  für  die  neu  zu  erbauende
  Kirche  bestimmte.  Am  meisten  Grundbesitz

 

haben  die  Farbigen  in  diesem  Jahre  auf  Rietfontein
verloren  und  zwar  hier  besonders  auf  dem  englischen
Theile  des  Stationsbezirkes.  Dort  mußten  nämlich
alle  einzelnen  Besiczungen  der  Leute  vermessen  werden.
Da  aber  diese  Vermessungskosten  ziemlich  hoch  waren
und  die  armen  Bastards  nicht  die  geforderten  Summen
bezahlen  konnten,  so  ließen  sie  lieber  ihren  ganzen
Besitz  fahren;  auf  diese  Weise  hat  die  dortige  Gemeinde
  einen  bedeutenden  Theil  ihrer  Glieder  verloren,
  da  die  Leute  verzogen  sind,  und  zwar  meist
nach  Gibeon.  Unter  diesen  Umständen  bleibt  es
unsere  Aufgabe,  Alles  zu  versuchen,  für  unsere
Stationen  bezw.  die  Gemeinden  moglichst  viel  Grundbesitz
  zu  sichern.  Auch  in  diesem  Jahre  konnte  in
Rietfontein  und  anderwärts  Einiges  in  dieser  Beziehung
  gethan  werden.  Daneben  aber  gilt  es,  die
Leute  mehr  an  den  Kornbau  zu  gewöhnen,  weil  sie
nur  auf  diesem  Wege  bei  dem  verringerten  Landbesitz
  sich  werden  nähren  können.  Darum  ist  es
recht  erfreulich,  daß  z.  B.  auf  Bethanien  im  letzten
Jahre  mehr  Korn  geerntet  worden  ist  als  je  zuvor.

Was  die  eigentliche  Missionsarbeit  anbelangt,  so
konnte  dieselbe  fast  überall  ihren  erfreulichen  Fortgang
  nehmen.  Andererseits  konnte  gerade  dort  die
schöne  neue  Kirche  eingeweiht  werden.  In  Bersebastarb
  der  erst  im  Jahre  vorher  gewählte  Häuptling,
ein  treues  Glied  der  Gemeinde,  und  an  seine
Stelle  wurde  der  seitherige  Schulmeister  zum  Häuptling
  erwählt,  der  nun  hoffentlich  in  seiner  neuen
Stellung  sich  ebenso  gut  bewähren  wird  wie  in  der
seitherigen.  Die  so  entstandene  Lücke  wurde  durch
den  jungen  Schullehrer  von  Keetmanshoop  besetzt.
Der  Evangelist  Paulus,  der  unter  dem  Stamme
der  Veldschoendragers  östlich  von  Keetmanshoop  thätig
ist,  mußte  seinc  Thätigkeit  nach  Khoes  verlegen,  das
jetzt  der  Mittelpunkt  dieses  Stammes  geworden  ist.
Es  wäre  sehr  zu  wünschen,  wenn  dieser  Stamm
auch  noch  einen  europäischen  Missionar  bekommen
könnte.  Noch  ist  zu  erwähnen,  daß  wenigstens  in
einer  Gemeinde,  der  von  Warmbad,  ein  Aufang  gemacht
  werden  konnte  mit  Einführung  einer  Gemeindesteuer,
  wie  solche  in  den  kapischen  Gemeinden  überall
schon  längst  besteht.

Auf  Hoachanas  haben  sich  noch  immer  erst  wenig
Leute  von  dem  rothen  Volke  wieder  eingefunden.
Rehoboth  ist  durch  einen  neuen  Vertrag  in  noch
engere  Beziehungen  zu  der  deutschen  Regierung  getreten,
  und  ist  namentlich  die  Wehrpflicht  der  dortigen
Bastards  in  neuer  Weise  geregelt.  Aus  dem  geplanten
  Kirchbau  ist  noch  nichts  geworden.  Die
Baupläne  sind  zu  hoch  für  die  Leistungsfähigkeit  der
Gemeinde.

Auch  im  Hererolande  hat  sich  der  Friede  erhalten
  lassen,  obwohl  die  Grenzregulirungen,  durch
welche  den  Hereros  das  Weideland  beschränkt  worden
ist,  einige  Male  ziemliche  Erbitterung  hervorrief,  und
manche  Ueberschreitungen  der  den  Hereros  gesetzten
Grenzen  vorkamen.  Was  den  äußeren  Bestand  der
Stationen  anlangt,  so  ist  es  sehr  erfreulich,  daß
        <pb n="526" />
        —  465

unser  Besitzstand  jetzt  durch  eine  Erklärung  des

Oberhäuptlings,  der  sich  dann  auch  die  anderen
Häuptlinge  angeschlossen  haben,  fest  geregelt  und  gesichert
  ist.

Wir  haben  in  diesem  Jahre  die  Zahl  unserer
Missionare  um  zwei  Theologen  vermehrt.  Für
Windhvek  haben  wir  den  Pastor  Siebe  ausgesandt.
Nach  Otjimbingue  haben  wir  als  zweiten  Missionar
den  Kandidaten  Olpp,  Sohn  unseres  früheren
Missionars  Olpp,  geschickt,  der  dort  einerseits  die
Schule  für  die  Kinder  der  Weißen  übernehmen  und
andererseits  die  Bergdamragemeinde  versorgen  soll.
Außerdem  kehrte  im  Laufe  des  Jahres  Missionar
Dannert  auf  seine  alte  Station  Omaruru  zurück,
wo  er  freilich  die  Zustände  ziemlich  trostlos  vorfand.
Doch  gelang  es  ihm  mit  seinen  eifrigen  und  energischen
  Bemühungen,  wenigstens  manche  Mißstände
alsbald  wieder  zu  beseitigen  und  einen  Umschwung
zum  Besseren  hervorzubringen.  Missionar  Bernsmann
  von  Omburo,  der  bisher  Omaruru  mit  versorgt
  hatte,  trat  gegen  Ende  des  Jahres  seine  Erholungsreise
  an,  auf  der  er  aber  nicht,  wie  beabsichtigt,
bis  nach  Deutschland,  sondern  nur  bis  aus  Kap  gekommen
  ist.  Der  Arzt  rieth  ihm  seiner  Brust  wegen
ab,  nach  Europa  zu  gehen.  Missionar  Kremer  hat
die  in  Aussicht  genommene  neue  Station  für  die
Bergdamara  wirklich  anlegen  können  und  zwar  im
sogenannten  Otavigebiet  in  Oniha  (Ghaub),  im  fernen
Nordosten  des  Landes,  jenseits  Otjozondjupa.  Die
Landverhältnisse  dieser  neuen  Station  sind  aber  noch
nicht  völlig  gerchelt.  Unsere  Missionare  bestehen
darauf,  daß  den  Bewohnern  der  Stalion  ein  ausreichend
  großes  Weide=  und  Gartenland  gesichert
werden  müsse,  was  in  Anbetracht  der  sich  mehrenden
Ansiedler  gewiß  auch  durchaus  richtig  ist.  Die
frühere  Station  des  Missionars  Kremer,  Otiombuima
(Tsumamas),  ist  jetzt  ein  Filial  von  Franzfontein
geworden,  da  doch  ein  ziemlicher  Theil  der  dortigen
Leute  es  vorgezogen  hat,  lieber  dort  zu  bleiben,  als
mit  ihrem  Missionar  nach  Oniha  zu  ziehen.

Auf  Franzfontein,  wo  die  Wirren  wegen  der
Häuptlingschaft  glücklich  ihr  Ende  erreichten,  freilich
durch  die  Bestätigung  eines  der  Missionssache  nichts
weniger  als  freundlich  gesinnten  Mannes,  konnte  die
Gemeinde  das  50  jährige  Jubiläum  ihres  Bestehens

feiern.  Am  Festtage  selbst  brachte  die  ziemlich  arme
Gemeinde  ein  Dankopfer  im  Werth  von  etwa

1000  Mark  dar,  womit  man  eine  neue  Kirche
bauen  will.

Was  im  Uebrigen  den  inneren  Stand  der  Gemeinden
  anbetrisst,  so  steht  es  damit  im  Allgemeinen
leider  nicht  gut.  Zwar  auf  Otjimbingue  berichtet
Missionar  Meyer  von  stillem  und  gesegnetem  Fortgang
  seiner  Arbeit,  dagegen  auf  den  anderen  Hererostationen
  giebt  es  viel  zu  klagen.  In  Okahandja  ist
die  Gemeinde  sehr  zerfahren,  in  Omburo  ebenfalls,
und  auch  auf  den  übhrigen  Stationen  ist  es  nicht
viel  besser.  Es  machen  sich  offenbar  erst  jetzt  die
bösen  Nachwehen  der  jahrelangen  Kriegszeit,  in

 

welcher  eine  regelmäßige  Pflege  der  Gemeinden  unmöglich
  war,  recht  bemerklich.

Für  die  Ovambomission  ist  es  ein  wichtiges
Jahr  gewesen,  reich  an  Leid  und  Freud.  Einer
unserer  beiden  dortigen  Missionare,  Meisenholl,
hat  das  Land  verlassen  müssen  und  wird  wegen
seiner  geschwächten  Gesundheit  nie  wieder  dahin
zurückkehren  können.  An  seine  Stelle  ist  nun  doch,
wie  schon  oben  erwähnt,  Missionar  Stahlhut  getreten,
  der  auch  am  besten  dafür  geeignet  war.  Nach
langen  Hin=  und  Herzügen  ist  er  am  18.  August
auf  Omupanda  angekommen.  Derselbe  soll  Meisenholls
  Station  Ondjiva  übernehmen,  die  aber  erst
neu  ausgebaut,  vielleicht  sogar  verlegt  werden  muß.
Natürlich  werden  wir  nun  bald  einen  weiteren
Missionar  zur  Verstärkung  hinsenden  müssen,  und
das  um  so  mehr,  weil  einerseits  die  Aussichten  recht
erfreulich  sind  —  es  konnten  im  Laufe  dieses  Jahres
die  13  Erstlinge  auf  der  Station  Omupanda  getauft
werden  —,  und  weil  andererseits  auch  von  einem
benachbarten  Stamme,  den  Uakualnzi,  die  Bitte  um
Lehrer  kommt.  Die  Stellung,  welche  die  Missionare
sich  in  der  kurzen  Zeit  sowohl  dem  Häuptling  Uejulu
als  dem  Volke  gegenüber  erworben  haben,  giebt  zu
guten  Hoffnungen  Anlaß.

Dem  72.  Jahresberichte  der  Gesellschaft  zur
Beförderung  der  evangelischen  Mission
unter  den  Heiden  (Berlin  1)  entnehmen  wir  über
die  Mission  im  Kondelande  (Deutsch-Ostafrika):

Die  Arbeit  in  diesem  abgelegenen  Theile  des
dunklen  Erdtheils  hat  sich  auch  im  vergangenen  Jahre
weiter  ausgebreitet  und  vertieft.  Im  Februar  d.  Is.
langten  die  gegen  Ende  des  Jahres  1894  ausgesendeten
  drei  Bräute  wohlbehalten  am  Nordende
des  Nyassa  an,  wo  am  9.  Februar  auf  der  Station
Ikombe  fröhliche  Hochzeit  gehalten  werden  konnte.
Im  Mai  sandten  wir  wieder  zwei  Handwerker,  den
Tischler  Harnoß  und  den  Zimmermann  Thiele,
aus,  die  unter  denselben  Bedingungen  dienen  wie
ihre  beiden  Vorgänger.  Sie  sind  in  Ikombe  im
August  angelangt  und  haben  nun  drei  Jahre  lang
von  dem  Tage  ihrer  Ankunft  an  alle  Arbeiten  äußerlicher
  Art  zu  verrichten,  die  ihnen  bei  dem  Bau
oder  dem  Ausbau  von  Stationen  angewiesen  werden.
Im  November  aber  konnten  Missionar  Källner
und  die  beiden  Verlobten  der  Missionare  Wolff
und  Jauer  ausgehen,  über  deren  glückliche  Ankunft
in  Blantyre  Nachrichten  eingegangen  sind.  Der  Gesundheitszustand
  der  acht  Missionare  und  drei
Schwestern  war  im  verflossenen  Jahre  im  Ganzen
nicht  ungünstig,  vielleicht  etwas  günstiger  als  im
Vorjahre.  Missionar  Nauhaus  erfreute  sich  besseren
Wohlseins,  seit  er  auf  Ikombe  arbeitet,  während  der
Bruder  Schüler  und  seine  Frau  in  der  zweiten
Hälfte  des  Jahres  auf  derselben  Station  so  häufig
am  Fieber  erkrankten,  daß  sie  nach  der  Gebirgsstation
  Muakareri  versetzt  werden  mußten.  Ein
        <pb n="527" />
        —  456  —

Bruder  aber,  Missionar  Grieguszies,  ist  zu
unserem  großen  Bedauern  körperlich  so  geschwächt,
wie  es  scheint,  weniger  durch  Fieber  als  durch  eine
ungünstig  verlaufene  Brustfellentzündung,  daß  er  das
Land  verlassen  muß.  Es  ist  ihm  die  Weisung  zugegangen,
  er  solle  sich  nach  Südafrika  begeben,  wo
ja  für  Heilung  seines  Leidens  bessere  Aussicht  ist,
als  sie  selbst  Europa  bieten  würde.

Da  wegen  der  besonderen  Verhältnisse  im  Kondelande
  die  Gesundheit  der  Missionare  es  dort  öfter
verlangt,  daß  sie  ihren  Wohnsitz  wechseln,  müssen  wir
darauf  verzichten,  den  Einzelnen  bestimmte  Stationen
als  dauernden  Aufenthalts=  und  Arbeitsort  zuzuweisen.
  Die  Konferenz  ist  ermächtigt  worden,  in
jedem  einzelnen  Fall  die  nöthigen  Bestimmungen  zu
treffen.  So  haben  auch  im  verflossenen  Jahre
häufige  Veränderungen  in  der  Stationirung  unserer
dortigen  Brüder  stattgefunden.  Ende  des  Jahres
waren  die  Stationen  in  folgender  Weise  besetzt:
Es  arbeiteten  in  IJkombe  Nauhaus  mit  den  beiden
Handwerkern,  zu  denen  sich  dann  noch  der  damals
erwartete  junge  Bruder  Källner  gesellen  sollte.
Wangemannshöh  war  besetzt  durch  die  Missionare
Schumann  und  Bunk.  In  Manow  standen
Grieguszies  und  Jauer.  In  Muakareri  arbeitete
Missionar  Schüler,  und  auf  der  neuen  Station
Muakagile  hatten  die  Brüder  Wolff  und  Hübner
die  Arbeit  angefangen.

Wir  dürfen  hoffen,  daß  die  gegen  Ende  des
Jahres  von  den  Engländern  am  Nhassa  erfochtenen
Siege,  ganz  besonders  die  Einnahme  der  befestigten
Stadt  Mlosis  des  bekannten  arabischen  Sklavenhändlers,
  der  für  die  uns  benachbarte  englische
Station  Karonga  einc  beständige  Gefahr  war,  auch
dazu  heitragen  werden,  die  politische  Ruhe  in  unserem
Missionsgebiet  zu  sichern.

Die  Landplagen,  Heuschrecken  und  Ninderpest,
sind,  wie  es  scheint,  gewichen,  und  das  Volk  erfreut
sich  wieder  eines  langsam  zunehmenden  Wohlstandes.
Der  Verkehr  mit  Europa  ist  dadurch,  daß  der  See
und  die  Flußläufe  des  Schire  und  Sambesi  von
mehr  Dampfern  befahren  werden,  erleichtert  und  beschleunigt.
  Im  Kondelande  selbst  sind  die  Straßen
aber  noch  nicht  gebessert.  In  der  Sommerzeit  sind
dort  die  Flüsse  und  Sümpfe  des  Tieflandes  nur
sehr  schwer  zu  passiren.  Das  Oberland  aber  ist
reich  an  Bergen  und  Schluchten,  die  auch  dort  das
Reisen  sehr  erschweren.  Die  Schwestern  können  und
müssen  sich  deshalb  fast  stets  der  Trage-Hängematte
bedienen,  deren  Benutzung  aber  der  vielen  Träger
wegen,  die  nöthig  sind,  recht  kostspielig  ist.  Da  aber
die  Flußreisen  anstrengend  und  zeitraubend  sind,  ist
es  sehr  wünschenswerth,  daß  den  Missionaren  es
ermöglicht  werde,  Esel  als  Reitthiere  zu  beuutzen.
Es  ist  deshalb  durch  Ankauf  dreier  Maskatesel  eine
Eselzucht  begründet  worden,  die  sich  hoffentlich  gedeihlich
  entwickeln  wird.  Der  große,  weiße  Maskatesel
  ersetzt  den  Reisenden  im  Innern  Afrikas  das
Pferd,  ist  deshalb  auch  von  den  Arabern  sehr  gesucht

 

und  geschätzt,  ist  aber  deshalb  ziemlich  theuer.  Die
von  uns  erworbenen  Thiere,  ein  Hengst  und  zwei
Stuten,  kosteten  1700  Mark.

Auf  Ikombe  arbeitete  mit  Missionar  Schüler
der  Konferenzvorsteher  Nauhaus.  Auf  der  Station
ist  die  Arbeit  in  geregelter  Weise  getrieben  worden.
Die  Predigten  wurden  von  den  gutmüthigen,  friedliebenden
  Bewohnern  verhältnißmäßig  fleißig  besucht.
Selbst  der  Priester  Muakiniaßa  versuchte  kaum  dem
Evangelium  zu  widersprechen.  Eine  ganze  Anzahl
von  Leuten  meldeten  sich,  um  näheren  Unterricht  zu
empfangen.  Viele  Kranke  suchten  die  Missionare
täglich  auf,  und  es  herrschte  zwischen  den  Missionaren
und  der  Bevölkerung  das  beste  Einvernehmen.  Als
ein  Streit  zwischen  zwei  Dörfern  dahin  geschlichtet
war,  daß  einer  der  Schuldigen  einen  Ochsen  zahlen
sollte,  den  alle  verzehren  wollten,  kam  es  schließlich
nur  dazu,  daß  ein  Huhn  gezahlt  wurde  und  zwar
—  dem  Missionar  Nauhaus  mit  dem  Bescheide:
„Hier  ist  der  Ochse,  den  Ngonile  zahlen  sollte;  iß
Du  nur,  wenn  Du  satt  bist,  sind  wir  Alle  satt.“

Ende  September  konnte  hier  das  erste  Kirchlein
eingeweiht  werden,  aber  mit  dessen  Vollendung  war
die  Arbeit  des  Bauens  keineswegs  beendet.  Ein
größeres  Wohnhaus  sollte  errichtet  werden,  deshalb
standen  täglich  bis  80  Arbeiter  im  Dienst,  um  die
Ziegel  fertigzustellen  und  Baumaterial  herbeizuschaffen;
  da  war  die  Ankunft  der  Handwerker  sehr
nöthig  und  erwünscht,  und  beide  standen  bald  in
voller  Arbeit,  die  zunächst  in  dem  schwierigen  Fällen
und  Bearbeiten  von  Holz  im  Bergwalde  bestand.

Die  Predigtplätze  an  den  Ufern  des  Sees  wurden
mit  Hülfe  des  Motorboots  „Paulus“  häufig  besucht.
Besonderen  Erfolg  hatte  ein  Besuch,  den  Bruder
Nauhaus  in  den  stark  bevölkerten  Dörfern  des
Muankenja  machte.  Er  hielt  sich  hier  vom  15.  bis
20.  September  auf,  zeugte  hin  und  her  in  den
Hütten  und  predigte  vor  einer  großen  Menge  Volks,
die  der  Häuptling  zusammengerufen  hatte.  Im  Laufe
des  Nachmittags  hörten  etwa  1000  Monschen  das
Evangelium,  und  es  fehlte  nicht  an  Anzeichen,  daß
die  Botschaft  hier  und  da  guten  Boden  fand.

Auch  zu  den  benachbarten  Bakinga  machte  Bruder
Nauhaus  vom  3.  bis  5.  Juli  eine  Reise.  Die
Wege  in  den  Gebirgen,  manchmal  nur  2  Fuß  breit,
führten  oft  an  schaurigen  Abgründen  vorüber.  Meist
wohnen  die  Leute  in  einzelnen,  zerstreut  liegenden
Hütten;  eine  größere  Niederlassung  aber  wurde  erreicht,
  deren  Gehöfte  inmitten  grüner  Erbsenfelder
lagen.  Die  Bewohner  nahmen  den  Bruder  freundlich
  auf,  sie  kommen  häufig  nach  Ikombe,  um  Nahrungsmiltel
  zum  Verkauf  zu  bringen.

In  Wangemannshöh  arbeiteten  im  ersten
Halbjahr  die  Brüder  Schumann  und  Hibner,
welch  letzterer  dann  vom  Bruder  Wolff  abgelöst
wurde.

In  Manow  hat  der  kränkelnde  Bruder  Grieguszies
  mit  Bruder  Hübner,  zeitweilig  durch  die
genannten  Brüder  von  Wangemannshöh  unterstützt,
        <pb n="528" />
        die  Arbeit  fortgeführt.  Die  Station  liegt  „wie  im
Walde“,  so  sind  die  Bäume  gewachsen,  die  gepflanzt
wurden.

Hier  wie  auf  Muakareri  hatten  die  Brüder,
wie  auch  die  jungen  Frauen,  vom  Fieber  nicht  zu
leiden.  Die  Arbeit  wurde  auf  beiden  Plätzen  in
derselben  Weise  geführt.  Tägliche  Andachten  wechselten
  mit  Besuchen  in  den  Dörfern,  und  an  den
Sonntagen  stellte  sich  immer  eine  Schaar  von  Hörern
bei  den  Gottesdiensten  ein.  Auf  beiden  Stationen
fanden  sich  auch  täglich  viele  Kranke  ein.  Es  wuchs
diese  Arbeit  übermäßig,  so  daß  die  Brüder  Heilgehülfen
  anlernen  mußten,  durch  deren  Eintreten
ihnen  viel  Zeitaufwand  erspart  wurde.  Wenn  auch
die  Liebe  und  Sorgfalt,  mit  der  man  sie  behandelt,
anscheinend  meist  ohne  Dank  entgegengenommen
werden,  so  ist  es  doch  sicher,  daß  die  Liebe  und
Achtung,  welche  die  Landbevölkerung  den  Missionaren
entgegenbringt,  zum  großen  Theil  auf  den  Eindruck
zurückzuführen  ist,  den  die  an  diesen  Kranken  geübte
Barmherzigkeit  auf  die  Leute  macht.  Auch  wären
die  Missionare  sicher  nicht  so  schnell  bekannte,  ja
populäre  Männer  im  Lande  geworden,  wenn  sie
nicht  durch  diese  ärztlichen  Hülfsleistungen  täglich  in
nähere  Berührung  mit  so  vielen  Menschen  aus  allen
Theilen  des  Landes  gekommen  wären.

Auch  über  den  Anfang  unserer  Arbeit  im  Kingalande,
  wo  die  Station  Muakagile  angelegt  worden
ist,  können  wir  Erfreuliches  berichten.  Vom  6.  bis
17.  Juli  machten  die  Brüder  Schumann  und
Wolff  von  der  Station  Muakareri  aus  eine  Untersuchungsreise
  in  die  östlich  vom  Kondelande  sich  erhebende
  Alpengegend.  Steile  Gebirgszüge  wechseln
hier  mit  Hochflächen,  wo  kühle  Luft  weht,  und
kürzerer  Graswuchs  wie  der  Wald,  der  sich  an
vielen  Bergabhängen  hinzieht,  muthen  den  Europäer
heimathlich  an.  Hier  durchzogen  die  genannten
Brüder  die  Landschaft  Buanji  (siehe  Berliner  Missionsberichte
  1895,  S.  471),  deren  wenige  Bewohner  als
scheue  Flüchtlinge  auf  unzugänglichen  Berggipfeln
hausen,  und  fanden  dann  im  Gebiete  des  Kinga-Häuptlings
  Bululile  freundliche  Aufnahme.  Sie
konnten  in  einer  Höhenlage  von  6300  Fuß  auch
einen  Platz  ausfindig  machen,  der  sich  zur  Anlegung
einer  Missionsstation  eignete.  Die  Missionare  Hübner
und  Wolff  wurden  dann  bestimmt,  hier  ihren  Wohnsib
  zu  nehmen.  Am  30.  Juli  verließ  der  Erstgenannte
  mit  50  Trägern  Wangemannshöh  und
erreichte  den  Platz  Muakagile  am  zweiten  Tage.
Er  erhielt  den  Eindruck,  daß  der  zum  Bau  ausersehene
  Hügel  sich  in  jeder  Hinsicht  zum  Bauplatz
eigene.  Nicht  weit  entfernt  liegt  der  am  stärksten
bewohnte  Strich  des  Kingalandes.  Holz  und  Bruchsteine
  zum  Bau  fanden  sich  in  unmittelbarer  Nähe.

on  der  Station  aus  kann  man  einen  herrlichen
Ausblick  auf  die  Gebirgslandschaften  genießen,  wenn
nicht  Wolken  oder  die  hier  so  häufig  auftretenden
Nebel  Alles  verhüllen.  Der  Oberhäuptling  Bululile
empfing  Missionar  Hübner  mit  großer  Freundlich-457



 

keit,  er  machte  ihm  ein  Geschenk  von  einem  Rind
und  fügte  später  noch  ein  Rind  und  ein  Schaf  hinzu.
Da  an  Arbeitern  kein  Mangel  war,  entschloß  sich
Missionar  Hübner,  gleich  das  erste  Wohnhaus  aus
Ziegeln  herzustellen,  von  denen  in  vier  Wochen
38  000  geformt  und  gebrannt  wurden.  Da  die
Stürme  des  Gebirges  das  Wohnen  im  Zelt  fast
unmöglich  machten,  wurde  aber  zunächst  ein  kleines
Häuschen  errichtet,  wic  auch  ein  Stall  für  das  Vieh.

Besonders  erfreulich  ist  es,  daß  gleich  der  erste
Gottesdienst,  der  auf  dem  neuen  Platz  gehalten
werden  konnte,  von  200  Bakinga  besucht  wurde,
welche  der  Predigt  folgen  konnten,  da  hier  die
Kondesprache  noch  verstanden  wird.  Auch  kam  der
zweitgrößte  Häuptling  des  Gebirges  Kierera  zu  Besuch
  und  brachte  auch  ein  Rind  als  Bewillkommnungsgeschenk.
  In  seinem  Gebiet  liegt  der  Ort  des
Häuptlings  Muibuka,  welcher  von  den  Brüdern  zur
Anlegung  einer  zweiten  Kingastation  in  Aussicht  genommen
  worden  ist.  Daß  Kierera  den  Missionar
besuchte,  der  sich  bei  dem  ihm  bisher  feindlichen
Bululile  niedergelassen  hatte,  zeigt  wieder,  wie  die
Mission  auch  in  mittelbarer  Weise  friedestiftend  wirkt.

In  den  „Documents  relatils  à  la  Repression
de  la  Traité  des  Esclaves  publiés  en  exccution
des  artiches  LXXXI  et  suirants  de  Tacte
gencral  de  Bruxgelles“  (1895)  finden  sich  in
Bezug  auf  Waffen  und  Munition  folgende  einzelne
  Verordnungen  sowie  Statistiken  der  verschiedenen
  Nationen  vor:

Deutschland.  Verfügung  des  Reichskanzlers,
betreffend  Verbot  der  Ausfuhr  von  Waffen  Jund
Schießbedarf,  welche  für  Häfen  der  Somaliküste  oder
Aethiopien  bestimmt  sind,  aus  Deutsch-Ostafrika.

Verordnung,  betreffend  das  Verbot  der  Ausfuhr
von  Wassen  und  Schießbedarf  nach  Aethiopien  (vom
27.  Juli  1895).

Oesterreich-Ungarn.  Runderlaß  des  Ministers

des  Innern  von  Ungarn,  vom  23.  September  1895,
betreffend  das  Verbot  der  Ausfuhr  von  Waffen  und
Schießbedarf  nach  Abessinien.
NRunderlaß  des  ungarischen  Finanzministers  an
die  Zollverwaltungsbehörden,  betreffend  das  Verbot
der  Ausfuhr  von  Waffen  und  Schießbedarf  nach
Abessinien.

Kongostaat.  Statistik  über  die  während  des
IV.  Trimesters  1894  und  der  ersten  drei  Trimester
1895  für  den  Gebrauch  eingeführten  und  deklarirten
Feuerwassen  und  Schießbedarf.

Frankreich.  Senegal.  Rapport  des  Direktors
der  Eingeborenen-Angelegenheiten  vom  5.  Dezember
1895,  wonach  Kriegswaffen  und  Schießbedarf  den
Eingeborenen  nur  auf  Erlaubniß  des  Direktors  der
Eingeborenen  =  Angelegenheiten  überliefert  werden
dürsen;  der  Verkauf  der  Steinschloßgewehre  gestattet,
der  aller  gezogenen  Waffen  aber  untersagt  ist.

Französisch-Guinea.  Statistische  Tafeln,  be- 



(
        <pb n="529" />
        treffend  die  Einfuhr  von  Waffen  und  Handelspulver
während  der  ersten  drei  Trimester  des  Jahres  1894.

Elfenbein-Küste.  Statistische  Tafeln,  betreffend
die  Einfuhr  von  Waffen  und  Handelspulver  vom
1.  Januar  bis  1.  November  1895.

Französischer  Kongo.  Verordnung  des  Generalkommissars
  vom  4.  Mai  1895,  gemäß  welcher  von
Neuem  die  Grundlagen  der  Stenererhebung  durch
die  Zollbehörden  geregelt  wird.

Statistik,  betreffend  die  eingeführten  Waffen  und
eingeführte  Munition  während  der  Jahre  1894,/95.

Großbritannien.  Nigerküsten-Protektorat.
Verordnung  von  1894,  betreffend  die  Ausführung
der  Bestimmungen  der  Brüsseler  Generalakte  (1890)
in  Bezug  auf  Einführung,  Aufspeicherung  und  Verkauf
von  Feuerwaffen  und  Munition.

Nigerländer.  Reglement  Nr.  XVII  (1886)
der  Königlichen  Niger-Kompagnic,  betreffend  das
Verbot  der  Einfuhr  von  Waffen  und  Kriegsmunition.

Bekanntmachung  vom  8.  Jannar  1887  zur  Ausführung
  des  genannten  Reglements.

Reglement  Nr.  XXII  (1887)  zur  Vervollständigung
  des  Reglements  Nr.  XVII  (1886).

Bekanntmachung  vom  2.  Jannar  1888  zur  Ausführung
  des  letzteren  Reglemeuts.

Italien.  Mehrere  Briefe  der  Sultane  von
Alula  und  Obbia  an  den  König  von  Italien  bezw.
den  italienischen  Minister  der  auswärtigen  Angelegenheiten,
  betreffend  die  Ausführung  und  Anwendung
der  Bestimmungen  der  Brüsseler  Generalakte  in  Bezug
auf  Waffen  und  Spirituosen  in  ihren  Ländern.

Italienisches  Protektorat  der  Länder  zwischen
  dem  Juba  und  dem  italienischen  Distrikt.  Auszug
  aus  dem  Reglement  für  die  Verwaltung  des
Protektorats  vom  14.  März  1895,  wonach  die  Einfuhr,
  Aufbewahrung  und  der  Verkauf  von  Feuerwassen,
  Munition,  Pulver  r2c.  verboten  ist  und  die
Behörde  nur  dann  die  Erlaubniß  zum  Waffentragen
ertheilen  kann,  wenn  festgestellt  ist,  daß  die  Waffen
und  Munition,  um  die  es  sich  handelt,  zur  persönlichen
  Sicherheit  oder  zur  Sicherheit  von  wissenschaftlichen
  2c.  Expeditionen  gebraucht  werden.

Italienische  Somali-Kompagnic.  Anwendung
  der  Bestimmungen  der  Brüsseler  Generalakte
in  Bezug  auf  Waffen  und  Munition  in  den  Ländern
der  Kompagnie.

Portugal.  Mozambique.  Dekret  des  Königlichen
  Kommissars  vom  22.  April  1895,  betreffend
das  Verbot  der  Einfuhr  von  Waffen  und  Munition
jeder  Art  in  den  Distrikten  von  Lourenco  Marques
und  Inhambane.

Dekret  des  Königlichen  Kommissars  vom  22.  April
1895,  betreffend  das  Verbot  des  Verkaufs  von
Waffen  und  Munition  jeder  Art  ohne  behördliche
Erlaubniß  in  dem  Distrikt  von  Lourengo  Marques.

Die  beiden  Kapitel  über  „Unterdrückung  des
Sklavenhandels  zur  See  und  zu  Land“,  welche
im  Vordergrund  des  Interesses  stehen,  nehmen  in

458

 

den  Brüsseler  Dokumenten  auch  räumlich  die  erste
Stelle  ein.

Von  Deutschland  sind  hier  veröffentlicht  die
„Erläuterungen  und  Ausführungsbestimmungen  zum
Kapitel  1I1  der  Brüsseler  Antisklaverei-Akte“,  betreffend
  „Unterdrückung  des  Sklavenhandels  zur  Sec“
vom  19.  Januar  1895  und  die  Allerhöchste  Verordnung,
  betressend  Ausführungsbestimmungen  zu  der
Generalakte  der  Brüsseler  Antisklaverei-Konferenz
vom  17.  Februar  1893,  welche  beide  in  eingehender
Weise  den  Schiffen  der  Marinc  und  den  Gerichten
in  den  Schutzgebieten  Anweisungen  über  das  Verfahren
  gegen  auf  See  wegen  Verdachtes  des  Sklavenhandels
  aufgegriffene  Fahrzeuge  enthalten.

Nach  einem  Verzeichniß  der  wegen  Sklavenraubes
bezw.  wegen  Verschiffung  von  Sklaven  über  See  in
Deutsch-Ostafrika  verurtheilten  Personen  haben  im
Jahre  1894  55  derartige  Verurtheilungen  stattgefunden,
  davon  in  Bagamoyo  allein  28,  in  Kilwa  10.
In  dieser  Zeit  erhielten  1121  Sklaven  Freibriefe,
hiervon  wieder  416  infolge  amtlicher  Freierklärung.

England  hat  die  Berichte  seiner  in  Betracht
kommenden  Flottenstationen  aus  dem  Jahre  1894
veröffentlicht.  Die  ostindische  Station,  welcher  diejenigen
  von  Aden  und  im  Persischen  Golf  unterstellt
sind,  sowie  die  Kapstation,  von  welcher  aus  der  Dienst
an  der  gesammten  Ostküste  Afrikas  bis  einschließlich
Sansibar  versehen  wird,  stellen  übereinstimmend  fest,
daß  der  Sklavenhandel  zur  Sec  dank  der  regen
Thätigkeit  der  Vertragsmächte  fast  vollständig  unterdrückt
  ist.  Als  Beleg  hierfür  führt  die  Kapstation
an,  daß  sich  infolge  davon  auf  der  Insel  Pemba  ein
bedeutender  Mangel  an  Plantagenarbeitern  ergeben
hat.  Der  Bericht  der  letztgenannten  Station  hebt
rühmend  hervor,  daß  die  Wachsamkeit  der  deutschen
Behörden  und  die  Strenge,  mit  welcher  sie  die
Sklavenhändler  bestrafen,  den  Sklavenhandel  im
deutschen  Schutzgebiete  stark  hintangehalten  haben.

Ferner  hat  England  neun  vor  dem  englischen
Konsulargericht  in  Sansibar  im  Jahre  1895  stattgehabte
  Verhandlungen  gegen  auf  offener  See  wegen
Verdachtes  des  Sklavenhandels  aufgegriffene  Dhaus
mitgetheilt.  In  allen  Fällen  trat  Verurtheilung  ein,
in  einem  Fall  hat  die  Schiffsmannschaft  die  an  Bord
befindlichen  Sklaven  bei  Nahen  des  englischen  Kriegsschiffes
  ertränkt,  um  der  Bestrafung  zu  entgehen;  in
einem  anderen  konnte  eine  gleiche  Unthat  noch  durch
rechtzeitiges  Eintreffen  des  englischen  Schiffes  verhindert
  werden.

Vom  internationalen  maritimen  Büreau
von  Sansibar  wird  berichtet,  daß  am  4.  Dezember
v.  Is.  der  deutsche  Vertreter  Vizelonsul  Pauli  zum
Vorsitzenden,  der  französische  Vertreter  Jeannier
zum  stellvertretenden  Vorsitzenden  des  Büreaus  gewählt
  wurde.  Der  Bericht  des  Büreaus  über  seine
Thätigkeit  im  Jahre  1895  enthölt  Mittheilungen  über
Personalveränderungen,  die  Rechnungslegung  für  das
Jahr  1894  sowie  einige  zur  Sprache  gebrachte  praktische
  Fragen,  deren  Besprechung  aber  mangels  der
        <pb n="530" />
        —  459  —

Zuständigkeit  des  Büreaus  zu  eigener  Entscheidung
in  der  Sache  zu  keinem  Resultat  führte.

Was  die  Unterdrückung  des  Sklavenhandels  zu
Lande  anlangt,  so  hat  Frankreich  die  Berichte  der
Kolonialbehörden  von  Senecgal,  vom  Sudan,  von
Französisch-Guinca  und  von  der  Elfenbeinküste  aus
dem  Jahre  1895  bekannt  geben  lassen.  In  Senegal,
dessen  Einwohner  sich  fast  ausschließlich  zum  Islam
bekennen,  konnte  ein  allgemeines  Verbot  des  Sklavenhandels
  noch  nicht  erlassen  werden.  Man  begnügte
sich  einstweilen  damit,  mit  einzelnen  Sultanen  Abkommen
  zu  schließen,  worin  die  leßzteren  sich  verpflichteten,
  den  Sklavenhandel  auf  ihrem  Gebiete  zu
verhindern.  Im  Sudan  hat  der  Gowwerneur  im
Jahre  1895  die  Einführung  von  Sklaven  verboten.
Da  diese  Verfügung  aber  große  Unzufriedenheit  hervorrief
  und  die  strenge  Durchführung  derselben  zu
ernster  Besorgniß  Anlaß  gab,  wurden  die  Behörden
aufgefordert,  bei  ihren  Anordnungen  alle  Vorsicht
und  Rücksicht  anzuwenden,  welche  die  Anschauungen
des  Volkes  beanspruchen.  Im  Sudan  wie  in  Senegal
wurden  in  der  Nähe  der  Stationen  sogenannte
„Villages  de  liberte“  als  Freistätten  für  frühere
Sklaven  gegründet,  welche  in  starkem  Wachsthum
begriffen  sind.  In  Guinea  giebt  es  zur  Zeit  keinen
Sklavenhandel  im  eigentlichen  Sinne.  Die  Kolonie
au  der  Elfenbeinküste  ist  zu  jung,  als  daß  bereits
mit  Maßregeln  gegen  den  Sklavenhandel  vorgegangen
werden  könnte.  Man  beschränkt  sich  hier  auf  Unterhaltung
  von  villages  de  liberté.

Neue  Verfügungen,  die  auf  Abschaffung  des
Sklavenhandels  abzielen,  wurden  im  Jahre  1894
auch  von  der  englischen  Kolonie  Gambien  und
im  Jahre  1890  von  der  englischen  Niger-Kompagnie
erlassen.

Aus  den  italienischen  Kolonien  ist  ein
Schreiben  des  Sultans  Iusuf  Ali  vom  11.  April
1895  an  den  Minister  des  Auswärtigen  veröffentlicht,
  in  dem  er  mittheilt,  daß  er  Befehl  zur  Unterdrückung
  des  Sklavenhandels  gegeben  hat.  Außerdem
ist  noch  eine  auf  Verbot  des  Sklavenhandels  bezügliche
  Verfügung  des  italienischen  Protektorats  des
Gebietes  zwischen  Juba  und  Itala  vom  14.  März
v.  Is.  sowie  ein  Bericht  der  italienischen  Somali-Kompagnie
  vom  1.  Mai  v.  Is.  über  gleichen  Betreff
abgedruckt.

Schließlich  besagt  bezüglich  Persiens  ein  Bericht
eines  Abgeordneten  des  dortigen  Ministeriums  des
Auswärtigen  vom  Januar  1895,  daß  der  Sklavenhandel
  am  Persischen  Meerbusen  vollständig  unterdrückt
  sei.

Aus  der  Türkei  sind  die  Berichte  über  sechs
Sklavenbefreiungen,  die  im  Jahre  1895  in  Suez
vorkamen,  mitgctheilt.

Bezüglich  der  in  den  Artikeln  90  bis  95  der
Brüsseler  Akte  angestrebten  Beschränkung  des  Handels
mit  Spiritnosen  werden  folgende  Dokumente  veröffentlicht:


 

Von  den  deutschen  Kolonien  zwei  Verordnungen
des  Kaiserlichen  Landeshauptmanns  von  Südwestafrika
  und  zwar  die  Verordnung  vom  21.  Jannar
1895,  betreffend  Ertheilung  von  Erlaubnißscheinen
zur  Einfuhr  von  geistigen  Getränken  und  Verabfolgung
derselben  an  Eingeborene,  und  die  Verordnung  vom
27.  Mai  1895,  betreffend  den  Ausschank  und  Verkauf
von  geistigen  Getränken.“)
Ueber  den  Handel  mit  Spirituosen  im  Kongostaate
ist  eine  Statistik  veröffentlicht,  welche  eine  Uebersicht
über  die  im  letzten  Vierteljahr  von  1894  und  den
ersten  drei  Vierteljahren  von  1895  dort  eingeführten
Spirituosen  enthält.  Hiernach  sind  während  dieses
Zeitraums  von  Privatpersonen  im  Ganzen  15440001
Spirituosen  in  den  Kongostaat  eingeführt.
Kurze  statistische  Angaben  sind  ferner  veröffentlicht
  über  die  Einfuhr  von  Spirituosen  in  die  französischen
  Kolonien  in  Ober-Guinea,  an  der  Elfenbeinlüste
  und  am  Kongo.  Hinsichtlich  der  Erhebung  des
Zolles  von  eingeführten  Spirituosen  ist  für  das
französische  Kongogebiet  eine  neue  Verordnung  des
Generalkommissars  vom  4.  Mai  1895  ergangen,  nach
welcher  der  Zoll  gemäß  Artikel  92  der  Brüsseler
Akte  für  die  Zeit  vom  1.  Juni  1895  ab  von  15
auf  25  Frcs.  für  das  Hektoliter  von  50  Grad  Alloholgehalt
  erhöht  worden  ist.
In  den  westafrikanischen  Kolonien  Englands  bestehen
  nach  dem  mitgetheilten  Schreiben  des  britischen
Gesandten  in  Brüssel  vom  27.  Juni  1895  folgende
Einfuhrzölle  für  Spirituosen:
in  Gambia  1  s.  6  d.  für  1  Gallone  (=  4,54  1),
in  Sierra  Leone  38.--1
in  der  Goldküste  westlich  vom  Voltafluß  2  s.  6  d.
für  1  Gallone,

in  der  Goldküste  östlich  vom  Volta  auf  Grund  des
zwischen  Deutschland  und  England  abgeschlossenen
Zollvertrages  vom  24.  Februar  1894  9¾  d.
für  1  Gallonc,

in  Lagos  1  s.  für  1  Gallonc.

In  Lagos  ist  später  durch  die  Verordnung  des
Gouverneurs  vom  12.  Oktober  1895  der  Zoll  für
andere  Spirituosen  als  Wein  und  Liköre  von  1  S.
auf  2  s.  erhöht  worden.

Auf  das  Gebiet  der  Niger-Kompagnie  beziehen
sich  folgende,  die  Verzollung  der  Spirituosen  und
Beschränkung  der  Spirituseinfuhr  betreffende  Verordnungen,
  welche  in  den  Jahren  1886  bis  1893
erlassen  sind.  Durch  die  Zollordnung  vom  30.  Juli
1886  (Regulation  Nr.  XI.  1886)  waren  für  die
Einfuhr  von  Spiritus  in  das  Nigergebiet  zwei  Einsuhrzölle
  festgeseht:  bei  Akassa  an  der  Nigermündung
ein  Zoll  von  2  s.  für  1  Gallone  Spiritnosen  jeder
Art,  bei  Lolofja  an  der  Mündung  des  Benus  ein
weiterer  Zoll  von  derselben  Höhe  für  Spiritunosen,
welche  nach  den  oberhalb  Lokojas  gelegenen  Gebieten
importirt  werden  sollten.

*)  Vergl.  Deutsches  Kolonialblatt  1895,  S.  402  u.  639.
        <pb n="531" />
        Durch  die  „Spirituous  Liquors  Regulation“  vom

460

Die  nach  Maßgabe  dieser  Verordnung  in  einem

2.  April  1887  (Nr.  XIX)  wurde  zunächst  die  Ein=  Eingeborenenstaate  verwendeten  Polizeitruppen  der

fuhr  von  Spirituosen  auf  dem  Benus  verboten.

Diese  Verordnung  wurde  wieder  aufgehoben  durch
die  „Spirituons  Liquors  Prohibition  Regulation“
vom  29.  Juli  1890  (Nr.  XXXV9,  welche  die  Einfuhr
  von  Spirituosen  zu  Lande  und  zu  Wasser  in
sämmtliche  zum  Gebiete  der  Niger-Kompagnie  gehörenden
  „Inland  Regions“  und  den  Verkauf  oder
Tausch  von  eingeführten  Spirituosen  daselbst  verbot.
Ausgenommen  sind  nur  die  zum  persönlichen  Verbrauch
  von  Nichteingeborenen  bestimmten  Spirituosen,
welche  auf  Grund  einer  besonderen  Genehmigung
und  schriftlichen  Deklaration  eingeführt  werden  dürfen.

Als  „Inland  Regions“  waren  in  dieser  Verordnung
  die  nördlich  vom  7.  Grad  nördl.  Br.  gelegenen
  Gebicte  bezeichnet.  Die  „Liquors  Further
Prohibition  Regulation“  vom  26.  Jannar  1893
(Regulation  Nr.  XXXVIII)  bestimmte  in  Abänderung
  hiervon,  daß  als  Inland  Regions  schon  die
nördlich  von  dem  durch  die  Igarabank  (bei  Asaba
am  Niger)  gehenden  Breitegrad  liegenden  Gegenden
anzusehen  seien.  Asaba  liegt  dicht  beim  6.  nördlichen
Breitegrad.

Endlich  verbietet  die  „Spirituous  Liquors  Regulation“
  vom  19.  Mai  1887  (Nr.  XX)  bei  Strafe,
Löhne  in  Spirituosen  zu  bezahlen.

Bezüglich  der  portugiesischen  Kolonien  in  Ostafrika
wird  ein  Dekret  des  Königs  vom  13.  Juli  1895
veröfsentlicht,  welches  ein  über  den  Verkauf  der
Alkohol  enthaltenden  Getränke  der  Eingeborenen  im
Gebiete  der  Mozambique-Kompagnie  erlassenes  Reglement
  bestätigt;  hiernach  ist  der  Verkauf  dieser
Getränke  unter  Androhung  einer  Geldstrafe  nur  auf

Grund  einer  besonderen  Konzession,  für  welche  eine

Gebühr  zu  entrichten  ist,  gestattet.

Rus  fremden  MKolonien.
Straits  Settlements.

Die  „Government  Gazette“  vom  22.  Mai  d.  Is.
veröffentlicht  eine  Rathsverordnung  des  Gouverneurs
vom  14.  Mai,  welche  über  die  Verwendung  von
Polizeitruppen  der  Kolonie  in  Eingeborenenstaaten
Bestimmungen  trifft.

Kolonie  unterstehen  denselben  Bestimmungen,  unter
denen  sie  in  der  Kolonie  dienen,  und  sollen  soweit
als  möglich  nur  zu  demselben  Dienst  wie  in  der
Kolonie  herangezogen  werden  (Art.  4).

Die  Entsendung  von  Polizeitruppen  soll  nur  nach
solchen  Staaten  bewirkt  werden,  welche  im  Wege  der
Gesetzgebung  der  Kolonialpolizei  für  den  Fall  der
Verwendung  in  ihren  Gebieten  eine  legale  Stellung
eingeräumt  haben  (Art.  6).

Nach  dem  Etat  der  Kolonie  für  das  Jahr  1896
besteht  die  Polizeimannschaft  der  Kolonie  aus
1935  Mann,  nämlich  61  Europäern,  211  Sikhs  und
1663  Malaien,  Chinesen  und  Indern  (Klings).
Davon  befinden  sich  in  Singapore  900  Mann
(30  Europäer,  112  Sikhs,  758  Malaien,  Chinesen
und  Inder),  in  Penang  809  Mann  (28  Europäer,
80  Sikhs  und  701  Malaien,  Chinesen  und  Inder),
in  Malakka  226  Mann  (3  Enropäer,  19  Sikhs  und
204  Malaien,  Chinesen  und  Inder).

Delagoa-Eisenbahn.

Nach  einem  Bericht  des  englischen  Konsuls  in
Lourenco  Marques  hat  die  Delagoa-Eisenbahn  im
Jahre  1895  im  Ganzen  80  418  Pfd.  Sterl.  vereinnahmt
  und  88  276  Tons  befördert.  Der  Gewinn
soll  33  690  Pfd.  Sterl.  betragen  haben.

 

Sahbnbau  in  Sierra  Leone.
In  Sierra  Leonce  ist  die  Bahn  jetzt  auf  eine
Länge  von  sechs  Meilen  vollendet.  Die  ganze
Strecke  wird  bereits  von  einer  Lokomotive  befahren.

Anwerbung  von  Arbeitern  für  den  Rongostaat.

Das  Gouvernement  von  Sierra  Leonc  hat  die
Anwerbung  von  Arbeitern  für  den  Kongostaat  verboten.
  Auf  das  Engagement  jedes  Arbeiters  ist  eine
Strafe  von  5  Pfd.  Sterl.  gesetzt.

 

Der  wesentliche  Inhalt  dieser  Verordnung  ist

solgender:  Der  Gonverneur  der  Kolonie  soll  ermächtigt
  sein,  die  Entsendung  von  kolonialen  Polizeitruppen
  nach  einem  Eingeborenenstaate  zu  veraulassen,

(ld  s  zur
sobald  er  es  zur  Aufrechterhaltung  der  Ordnung  war,  diesem  Protektorat  zugetheitt.

sowie  zum  Schutze  von  Leben  und  Eigenthum  für
nöthig  hält  (Art.  3).

Als  Eingeborenenstaaten  sind  hier  alle  Staaten

auf  der  malalischen  Halbinsel  und  in  anderen  Gebieten
zu  verstehen,  die  britischem  Schutze  unterstellt  sind
(Art.  2).

(
1

Uganda.

Nach  einer  Bekanntmachung  des  Foreign  Office
vom  30.  Juni  d.  Is.  wird  das  Gebiet  von  Unyoro
zusammen  mit  dem  westlich  von  Uganda  und  Unyoro
liegenden  Theile  der  britischen  Interessensphäre,  welche
bisher  nicht  in  das  Uganda-Protektorat  eingeschlossen
Dasselbe  umfaßt
auch  Usoga  und  die  anderen  Territorien  östlich  unter
der  Verwaltung  des  Königlichen  Kommissars  und
Generalkonsuls  für  das  Protektorat.
        <pb n="532" />
        Verschiedene  Mittheilungen.
Die  West  African  Telegraph  Co.  Ltd.

hatte  im  Jahre  1895  im  Ganzen  74  333  Pfd.  Sterl.
Einnahme  gegen  64761  im  Vorjahre.  Die  Ausgaben
  betrugen  17  124  Pfd.  Sterl.  statt  17  286  des
Jahres  1894.  Es  ist  eine  Dividende  von  4  pCt.
vertheilt  worden.  Der  Reservefonds  beträgt  jetzt
48  350  Pfd.  Sterl.

 

VVVVVVVVI/VVVVVVVVVVVVVVVV  —,

Titteratur.

Dr.  Philipp  Paulitschke:  Ethnographie  Nordost-Afrikas.
  Die  geistige  Kultur  der  Danäkil,  Galla
und  Somäl.  Berlin  1896.  Geographische  Verlagshandlung
  Dietrich  Reimer.

Der  vorliegende  stattliche  Band  ist  der  Abschluß
des  großen  ethnographischen  Werkes  des  Verfassers.
Dr.  Paulitschke  hat  diesmal  außer  dem  von  ihm
selbst  gesammelten  Material  auch  noch  die  werthvollen
Forschungsresultate  zweier  Verstorbener,  des  Reisenden
  Schleicher  und  des  Linguisten  Tutschek,  sowie
verschiedener  italienischer  und  englischer  Reisender
verwerthen  können.  Er  ist  dadurch  auch  in  den
Stand  gesetzt  worden,  Nachträge  zu  dem  ersten  Band
seines  Werkes,  der  die  materielle  Kultur  Nordost-Afrikas
  behandelte,  zu  liesern.  Das  Buch  schildert
in  seinem  Haupttheil:  Das  Seelenleben,  die  Religion,
Sprache,  staatlichen  Einrichtungen,  Kunst  und  Wissenschaft
  sowic  Geschichte  der  Danäkil,  Galla  und  Somal.

Deutsche  Kolonial-Ausstellung  auf  der  Berliner
Gewerbe-Ausstellung  1896.  Verlag  von  Rudolf
Mosse,  Berlin  SW.

Der  uns  vorliegende  Katalog  behandelt  die
Berliner  Kolonial-Ausstellung  (Gruppe  XXIII  der
Berliner  Gewerbe-Ausstellung).  Die  Verlagshandlung
  hat  einen  mit  zahlreichen  Illustrationen  geschmückten
  Führer  geschaffen,  der  auch  über  die  Dauer
der  Ausstellung  hinaus  Werth  besitzen  dürfte.

XIII.  und  XIV.  Jahresbericht  (1894/95)  des
Württembergischen  Vereins  für  Handelsgeographie
  und  Förderung  deutscher  Interessen
  im  Auslande.  Stuttgart  1896.
Kommissionsverlag  von  W.  Kohlhammer.

Der  neue  Bericht  des  regsamen  Vereins  enthält

u.  A.  lesenswerthe  Aussätze  von  E.  Mager:  Die

Auswanderung  nach  Südostafrika  und  H.  G.  Schlichter:

  Neues  über  Karl  Mauchs  Forschungen  in

Südostafrika.  Außerdem  sind  kurze  Inhaltsangaben

zahlreicher  in  den  Vereinsversammlungen  gehaltener,

oft  kolonialpolitische  Themata  berührender  Vorträge
mitgetheilt.

461

 

Richard  Semon:  Im  australischen  Busch  und  an
den  Küsten  des  Korallenmceres.  Reiseerlebnisse
und  Beobachtungen  eines  Naturforschers  in  Australien,
  Neu-Guinea  und  den  Molukken.  Leipzig  1896.
W.  Engelmann.

Der  ebenso  schön  ausgestattete  wie  inhaltlich
werthvolle  und  fesselnde  starke  Band  ist  die  Frucht
einer  in  den  Jahren  1891  bis  1893  ausgeführten
Forschungsreise.  Der  Verfasser,  welcher  Professor
der  Zoologie  in  Jena  ist,  hat  sie  insonderheit  zum
Zwecke  des  Studiums  der  cierlegenden  Sängethiere,
der  Beutelthiere  und  der  Lungenfische  Australiens,
dieser  wunderbaren  Anomalien  der  dortigen  Fauna,
angctreten.  Daneben  hat  er  aber  auch  der  sonstigen
Natur  und  den  kulturellen  Verhältnissen  der  besuchten,
  in  Europa  meist  wenig  bekannten  Länder  nähere
Aufmerksamkeit  gewidmct.  Die  Lektüre  des  Werkes
ist  daher  in  vieler  Beziehung  anregend  und  belehrend.

Gustavo  Bianchi:  In  Abissinia  alla  terra
della  Galla.  Narrazionc  della  spedizione
Bianchi  in  Alricn.  Nuova  cdizionc  illustrata.
Milano  1896.  Fratelli  Treves.

Der  Verfasser  des  vorliegenden  Werkes  ist  einer
der  bahnbrechenden  Pioniere  Italiens  in  Abessynien
gewesen.  Er  hat  von  1878  bis  1881  im  Auftrage
einer  Mailänder  Gesellschaft  die  nordostafrikanischen
Bergländer  bereist  und  eingehend  erforscht.  Die
Ergebnisse  seiner  Reisen  sind  in  dem  vorliegenden
Buche  niedergelegt.  Als  es  zum  ersten  Male  1884
in  einfacher  Form  erschien,  weilte  Bianchi  schon
nicht  mehr  unter  den  Lebenden.  Er  war  auf  einer
zweiten  Forschungsreise  kurz  vorher  von  den  Gallas
ermordet  worden.  Inzwischen  haben  die  Unternehmungen
  Italiens  in  den  von  ihm  bereisten  Gebieten
  die  bekannte  Ausdehnung  gewonnen  und  das
lebendig  und  anschaulich  geschriebene  Werk  fand
immer  mehr  Leser.  Mehrere  Auflagen  sind  nöthig
geworden  und  jetzt  hat  sich  der  Verleger  entschlossen,
es  in  prächtiger  Ausstattung,  geschmückt  mit  zahlreichen
  Landschaftsbildern  und  ethnographischen  Abbildungen
  nochmals  herauszugeben.  Das  Werk  ist
jedem  Leser,  der  sich  über  Abessynien  unterrichten
will,  bestens  zu  empfehlen.

Don  Fernando  Cadalso:  Principios  de  la
colonizacion  y  colonias  penales.  Maadrid-1896.
  Göngora  y  Alvarcz.

Der  Verfasser  behandelt  nach  einer  einleitenden
Betrachtung  über  das  Wesen  der  Kolonisation  und
über  die  Entwickelung  der  Bewirthschaftung  der
Kolonien  die  Geschichte  der  Strafkolonisation  in  den
verschiedenen  Ländern.  Er  zieht  daraus  den  Schluß,
daß  ungeachtet  der  großen  Kosten,  welche  durch  die
Verschickung  von  Sträflingen  entstehen,  Spanien
großen  Vortheil  aus  der  Deportation  zahlreicher
Verbrecher  nach  den  Philippinen  ziehen  müsse.  Er
schildert  eingehend  die  gegenwärtige  Lage  dieser  In-
        <pb n="533" />
        —  4
seln  und  sucht  darzuthun,  wie  viel  sie  durch  die
Zwangsarbeit  zahlreicher  Verbrecher  gewinnen  könnten.
Die  Gründe,  welche  andere  Staaten  zur  Aufhebung

der  Strafkolonisation  bewogen  haben  und  die  gegenwärtig
  selbst  in  Rußland  gegen  die  Verschickung  nach

Sibirien  geltend  zu  werden  beginnen,  finden  in  der
Schrift  nicht  die  genügende  Würdigung.

IIenri  Pensa  ct  Ernest  Bousson:  Lu
Situation  linancièrc  de  l’Egypte.  Paris  1896.
Lipraire  alricaine  et  colon.  J.  André  &amp;amp;  Co.

Institut  colonial  international:

6

1
T.
l

2

ofsiciels  sur  le  contrat  de  travail  et  le
louage  d'ouvrage  aux  colonies.  Tomec  I.
Daris  1895.  Armand  Colin  &amp;amp;  Cie.

 

WVWVVVVVVVWVVNVVVYVYVVTVVYVVYVVTVVVVTYTV

Titterakur-Herzeichniß.

Dove,  Dr.  K.;:  Südwest-Afrika.  Kriegs=  und  Friedensbilder

  aus  der  ersten  deutschen  Kolonie.  Mit  17  Illustrationen

  und  einer  Karte.  Mk.  5,—,  geb.  Mk.  6,50.

Allgemeiner  Verein  für  deutsche  Anetadit,  Berlin  W.

Septans:  Les  LExpéditions  angluises  en  Asrique.
7  kr.  50  c.

II.  Churles-Lavanzelle,
4  (r.l

P’aris.

Wuhl,  N.:

*7#
l
I
i

 

1.  Compte  rendu  de  la  session  tenuc  à  la  J’run  li  G  Paris.

Haye  les  9,  10,  11  ct  12  septembre  1895.  Theul,  G.  Mc.  Call:  The  I’ortuguese  in  South  Alricu.
2.  La  main-d'ocuvre  aux  colonics,  documents  F.  Unwin,  London.

Schiffsbewegungen.
(Die  Zeit  vor  dem  Orte  bedeutet  die  Ankunft,  hinter  dem  Orte  die  Abfahrt  des  Schiffes.)

S.  M.  S.  „Bussard“  Sydney  1/5.  —  9),/5.  Cooktown  12/5.  —  Schutzgebieten.  (Poststation:  Hofpostamt.)
S.  M.  S.  „Condor“  5/2.  Sansibar  8/6.  —  14/6.  Seychellen  18/6.  —  Sansibar.  (Poststation:  Sansibar.)
S.  M.  S.  „Falke“  15/4.  Apia.  (Poststation:  Hofpostamt.)
S.  M.  S.  „Hyäne“  20/5.  Swalopmund.  —  17/6.  Kapstadt.  (Poststation:  Kapstadt.)
S.  M.  Vermessungsschiff  „Möwe“  8/1.  Matupi.  Gosstartan  Sydney.)
S.  M  eeadler“  25/5.  Kapstadt  15/6.  —  Dela  —  Sansibar.  (Poststation:  Sansibar.)
S.  M.  S.  „Sperber“  5/2  Kamerun.  (Poftstation  stbaBK

 

Derkehrs-  Nachrichten.
Bofidampffchiffverbindungen  nach  den  deutschen  Schutzgebieten.

 

Die  Abfahrt  erfolgt
vom  Ein-Nach


schiffungshafen

an  folgenden  Tagen

Briefe  müssen  aus
Berlin  spätestens
abgesandt  werden

Auasti  nasbesen.

der  —

 

am  65

Neapel
(deutsche  Schiffe)

 

jeden  dritten  Mittwoch:
2  #  ugust

Tanga  20  Tage

g  am  17.  Juli
Dar-es-Saläm  21  Tage

3.,  14.,  24.  August
103  abds.  8

i  Brindisi  am  3  n  16.  Au  Sansibar  21  Tage
1.  Deutsch  ·  Olafrika.  cewei  t  ½  l  g.  si  g
Marseill  am  ½)  F#es  Mts.  Sansibar  18  Tage  am  8.  jedes  Monats
französische  —  —  9/6  abds.
Southampton  jeden  Sonnabend  Ant  8  *W(uö  dem|  jeden  Freitag  11#  ms.
„  n  (englische  Schiffe)  40  nms.  Landwege  nach  #nbdn  bz.
2.  Deutsch-Lüdwestafrika.  mi  uäcgt.  Schiffsgelegenbei

ambur
addut  —

 

am  4  jede
ts

3.  Ramerun.  8  Augu
(englische  Schiffe)

 

 

·  am  10.  jebes
4.  Togo-Gebiet  am  20.jedes
(Fvon  Accra  bez.  Quittah
miltelst  Boten  nach  Lome

und  Klein-Popo).

Hamburg
(beutsche  Schiffe)
am  Letztenje

am  29.

 

 

Liverpool
(englische  Schiffe)

am  31.  Juli,  30.  Sept.
nachts

Juli,
12.,  26.  August

Sw

nach  alop
Swatopmund=  50.  *

am  31.  Juli,  30.  Sept.
7  abbs.

s  Monats  Kamerun  24  Tage  an,  10.  jedes  Monats

 

 

 

 

 

 

2°  abds.
st,  2.  Sept.  Kamerun  22  Tage  am  3.,  31.  August
—  15  ums.
Mts.  nechss  Klein=  br  40  Tage
Mts.  Lon  ne  31  am  10.,  20.  und  Letzten
Kl  8  Tage  jed.  Mts.  72  abds.
d.  MWts-.K-  o  od.  Accra“")
uitta  3  oder  Kient.  am  27.  Jul
Popo  35  Tage  0.,  24.  Fe.  15  ms.
        <pb n="534" />
        463

 

Nach

 

Die  Abfahrt  erfolgt

vom  Einschiffungshafen


an  folgenden  Tagen

Briefe  müssen  aus
Verlin  spätestens
abgesandt  werden

Ausschiffungshafen.
auer
der  Ueberfahrt

 

5.  Deutsch-Neu-Guinea.

6.  Marsha.  AInsein.

Neapel
8  Schiffe)

ndisi
l
l
l

disi
duker,  Manita)

am  3  W  21.  Olt.
am  8  n  25.  Okt.

am  on-  8.  Nov.
abds

am  24.,  28.  August,
19.,  23.  Oklober
10  “  abds.

Friedrich  Wilhelmshafen
  45  Tage
41  Tage

Jaluit  etwa  60  Tage

—

 

am  28.  August,  6.  Nov.
10“  abds.

Der  Dampfer  „Leutwein“  vermittelt  neuerdings  alle  drei  Wochen  die  Verbindung  zwischen  Kapstadt

und  den  Häfen  von  W  Südwestafrika.

dieselbe  Reise  aus.

Alle  sechs  Wochen  führt  der  Segelschooner  „Harry  Mundahl“
Der  „Nautilus“  hat  seine  Fahrten  nach  Deutsch-Südwestafrika  eingestellt.

Eintreffen  der  Post  aus  den  deutschen  Schutzgebieten.

 

 

 

 

 

 

 

 

p  Landungs-  Die  Post  ist  fällig  Landungs-  Die  Post  ist  sällig
Von  hafen  in  Berlin  Von  hafen  in  Berlin
Neapel  ...  am24«  111121«911Iq.
Deutsch  ·  Ostafrita  ..  Brindisi.  ..  am  12.  du  ug.,  9.  Sept.]  Logogebit  Hamburg  .  am  10.4  und  25.7
Marseille  am  1.,  31.Aug.,  I.  Ok.  jedes  Monats
M  CAIM‘IG  .  ""..  —  **  5
Deutsch-Südwestairika#Plymouth  .  unbestimmt  W  geu.  Guinea.  Neopel.  e  2  a
Hamburg  am  25.*  8  Monats
Ramern  5  Liverpool  am  16.  Juli,  Marshall-Inseln  ..Marseille  am  B.  aoben,%  nt  Aug.,
13.  Angast  3.  15.  Oktober
Fälligkeitotage  für  die  mit  henshen  Schiffen  eintreffenden  Posten.
Schifsbewegungen  der  Woermann=  Linie.
Postdampfer  neise  Lepte  Nachrichten
von  nach  bis  11.  Juli  1896
1
„Adolph  Woermann“  Hamburg  i  Swakopmund  am  25.  Juni  in  Swakopmund.
„Aline  Woermann““  Hamburg  Ponta  Negra  am  10  Juli  ab  Hamburg.
„Anna  Woermann“  Kap  Palmas  "  Hamburg  am  8.  Juli  in  Dakar.
„Carl  Woermann“  Kotonon  s  Hamburg  am  11.  Juli  in  Cuxhaven.
„Cua  Bohlen“  Hamburg  Congo  am  28.  Juni  im  Congo.
Ella  Woermann“  Hamburg  D  Kap  Palmas  am  15.  Juli,  ab  Hamburg.
„Gertrud  Woermann“  Hamburg  Ponta  Negra  am  24.  Juni  in  Gabun.
„Gretchen  Bohlen“  Hamburg  Kotonon  am  26.  Juni  in  Kotonou.
„Hedwig  Woermann“  Hamburg  Kotonon  am  4.  Juli  in  Las  Palmas.
n.  Woermann“.  Hamburg  D.  Loanda  am  10.  Juli-  ushant  Fassirt.
Kurt  Woermann“  .  Loanda  amb  am  6.  Juli  in
„Lulu  Bohlen“  .  Haniburg  Ponta  Negra  am  9.  Juli  in  l  W’
„Marie  Voermanm“  .  Ponta  Negra  Hamburg  am  10.  Juli  in  Accra
„Melita  Bohlen“  -  Hamburg  Lüderitzbucht  am  6.  W  in  Loanda.
„Professor  Woermann-  .  amburg  oanda  am  29.  Juni  in  Kotonon.
„Thekla  Vohlen“  Swakopmund  Hamburg  am  2.  Juli  in  Las  Palmas.

 

Schiffsbewegungen  der  Deutschen

 

Ostafrika-Linie  (Hamburg—Ostafrika).

 

 

 

 

 

 

 

.»  Reise  Letzte  Nachrichten
Reichspostdampfer  .,  )
chopostdampf  von  Q„  nach  bis  11.  Juli  1896
l
„Kaiser“  zur  Jein  in  z
„Kanzler"  .  Durban  am  5.  Juli  an  Aden.
„Vundesrath"“.  H  Durban  am  10.  Ju  ab  Lissabon.
„Neichstag“.  Hamburg  Durban  am  2.  Juli  an  Mozambique.
„Admiral“  Durban  Hamburg  am  9.  Juli  an  Aden.
„General“  zur  Zeit  in  Hamburg

„Herzog  “
Extradampfer  „Europa“

zur  Feit  in  Hamburg
Hamburg

 

 

Delagoabai.  am  15.  Juni  ab  Las  Palmas.
        <pb n="535" />
        WoERMNANN-LINIE.

Fahrplan  für  das  dritte  te  Vierteliahr  1896.

Linie  I.  ech  Lagos,  Llein-Popo,  Kamerun  und  den  !  äfen  bis  Ponta  Negra.

 

Ausreise.

Hein  eis:.

 

damburg!  1  Juli  10.
dadeira.  ..  -19.

 

Ammoniak-.  -27.
Lcccka«....  -29.
silcin-Popo...  -30.
Lago  .  .  Aug.  1.
Kamerun  ..  -  4.
dio  del  Ney.  -11.
Victoria.  .  ..  12.
Fernando  on  .  1.
Malimaa  15.
S  lein-  Batangga  17.
Longji  ...

Islantatton  ...  19.
Kr  ..

ksroß  Batanga  ..  :  20.
Ba  ..  221.
(  abun  ....  -23.
Kap  L  ...  -24.
(EctteCan1a..  -25.
Nyanga....  -26.
Mayumba...  -27.
Loano....  -28.
PontaNegra-.  -29.

Linie  II.  Nach  der  Westküst

Aug.

10.
19.

Sept.  10.
19.

27.
29.

-30.
Oktbr.  1.

 

e  bis  Liberia.

  

Negra

1

Aug.  20.  Sept.  29.  Oktbr.29.
.Nov.  1.

Sept.  1.  Oktbr.  1  1
-  2.  -  2  2.
2.  =  2.  2.
3.  :  3.  3.
4.  4  4.
5.  5.  2
6.  6.  6.
7.  7.  7.
8.  8.  8.
14.  14.  14.
21.  21.  21.
22  22.  22.
24  24.  24.
25  25.  25.
26  26.  26.
2  27.  27.
28.  28  28.
30.  30.  30.
Oktbr.  1.  Nov.  1.  Dezbr.  1.
-  2.  -  2.  -  2.
12.  -12.  *  12.
13.  *  13.  13.
15.  *  15.  15
24.  21.  "  24.

Marokko  anlaufend.

 

Ausreise.

Heimreise.

 

Hamburg  T..  Juli  15.
anger  ..  :  24.
Casäblanea-  ..  -26.
Mozaqan  ...  27.
Mogad  .  .  -29.
Gran  Canaria-  .  Aug.  1.
Teneriffa  ..  -2.
Gore  6
Dakar  ...  -6.
Ruftsque  ...  -7.
Bhuj  ..  -8.
Sierra  Leone  ..  -12.
Oavannah...
Sulymah  -15.
Nanoh  ...
Kap  Mount  16.
Monrovia.  46.
Grand  Bassa  =  19.
———  :  20.
Kap  Palmass  21.

o  Einschiffung  der  Passagiere:

Ang.

 

15.

Sept.  15.

 

 

Linie  I  am  11.

Kap  Palmas

Sinoe

Grand  Vassa  .%

Monrovia
Kap  Mount
Manoh
Sulymah
Lavannah

Sierra  Leone  .

Sherbro
GCoateg
Aufisaue:

Gran  Canaria

Mogador
Mazagan
Casablanca
Tanger
Hamburg.

Linie  r  m  21.  jedes  Monats,  Linie  IV  am  1.  jedes  Monats.

*)  Nur  für  Passagiere.

»
Anug.  22.  Sept.  22.  Oktör.  22.
"  23  -  -23

24.  :  24.  *  24.

:  235.  :  825.  :  25.
:  26.  20.  20.
27.  27  27.
29.  29.  29

é  30.  *.  30.  30.
Sept.  7.  Obktbr.  7.  Nov.  7.
.  10.  :  10.  10.
11.  11.

16  16.  16

18  18.  18

·-  20.  20

21  21.  8

22  22.  22

30.  30.  30

jedes  Monats,  Linie  II  am  16.  jedes  Monato,
        <pb n="536" />
        465

Linie  III.  Nach  der  Goldküste  und  Togo.

 

Au  sre  ise.

Heimre  ise.

 

Hamburgsf
Conakry.
Monrovia

D
—

ircove

Elmina
Kap  Coast.
Saltpond

Appam
Winnebah
Accra
Addah
Kwitta

*

1
r
*
2

ome
Zagida
lein-Popo=Grand-Popo



Lhydah

 

6

otonon.

Linie  IV.

Juli  20.

.  Aug.  20.
.  Aug.  6.  Sept.  6.
.,-  8.  -  B8.
«  12.  12.
«  14  14.
15.  15.
*  16.  186.
18.  18.
15.  19.
21.  21.

22.  22.

"„  .  ".  23.

1  „5*  25.  :  25.
2206.  26.
27.  -217.

Nach  Lagos,  Liberia

 

und  den  Häfen  der

 

20.  otonou.
6.  Whydah
8  Grand-Popo
Klein-Popo-12.
  Bagida
Lome  .
switta
14.  addah
3  Accera
15.  Kap  Palmas
16.  Monrovia  .
18.  Gran  Canaria
19.  Teneriffa.  .
21.  Madeira
22.  Hamburg
23.
25.
26.
27.

 

Aug.  3

Sept.  3
3.

.  5.

7.

9.
-11.

3.

25265.
Olibr.  9.

 

Okibr.  2.

Sept.  28.

n  „  „

Nov.  5

 

Oltbr.  28.
29.
Nov.  2.

g
-*

u  rl  „  „  „  „

Döbbr.  3

Südküste  von  Landana  bis  St.  Paul  de  Loanda.

 

Ausre  ise.

Heimreisee.

 

Hamburg.

Teneriffa

Gran  Canaria
Gorce  .
Dakar
Rufisque
Monrovia
Grand  Bassa
Smoo
Kap  Palmas

lecra  *

Lagos
Landana
Cabinda
Banana
Boma
Noqui
Matadi
Loanda

A

imbriz

Kinsembo
Mussera
Ambrizette
Muculla

-

Landana.

1  Juli  30.  1

Aug.  31.
Aug.  10.  Sept.  10
-11.  11
16.  -186.

l
20.  *  20.
21.  -21.
:  22.  *.  22.
23.  23.
25.  25.
27.  27.
I  30.  *  30.
Septl.  1.  Oktor.  1.
1  3.  -3.
.  5.  5.
*  7.  i  *  7.
1  :  8.  -  8.
10.  10.
11.  "  11.
(.  13.  13.
1  1.  14.
é*  15.  15.
,.  *  16.  16.
*  7.  I7.

 

l

Sept.

Oltbr.  10  Old  Calabar
Vonny
Lagos
16.  #da
20.  en
*  21.  Appam
22.  Saltpond.
23.  Kan  Coast
25.  Elmina
-  26.  Chama
-30.  Dixcove
Nov.  1  Ari
.  3.  Kap  Palmas
-5.  Gran  Bassa
7.  Monrovia  .
-8-GranCanm-ia.
-10-  Mogador
11.  Mazagan
-  13.  LCasablancar
14.  ambur
é*  15.  2  9
"*  16.
17.

30.  Landana

 

SEept.  18.  enour.  18.  Nov.  18.
221.  -21.  -21.

25.

30
Oktbr.  7.
8.

—
i-—

S

25.

-30

Nov.  7.

225.
Dez.

 

Am  6.  September  wird  P.-D.  „Ednard  Bohlen“  von  Antwerpen  direkt  nach  dem  Kongo  und  zurück  expedirt.

)  Einschiffung  der  Passagiere:  Linie  I  am  11.  jedes  Monats,
Linie  III  am  21.  jedes  Monats,  Linie  1.

*)  Nur  für  Passagiere.

am  1.  jedes  Monats.

Linie  II  am  16.  jedes  Monats,
        <pb n="537" />
        Der  Hörder  Bergwerks—

466

und  Hüttenverein  hat  in  Berlin  eine  Abtheilung  für  feste

und  transportable  Schmalspurbahnen  errichtet,  um  für  diese  seine  Spezialität  den  direkten  Verkehr

mit  den  Konsumenten
Industriebahnen  zu  erleichtern.

in  der  Neichshauptsiadt  erleichtern.

aufzusuchen  und  dadurch  den  Absatz  des  Materials

für  Plantagen=  und

Die  neue  Abtheilung  wird  gleichzeitig  den  Abnehmern  den  direkten
Ankauf  der  Materialien  bei  dem  Alles  selbst  erzeugenden  Hüttenwerke  durch  Errichtung  eines  Musterlagers

Die  Leitung  der  Abtheilung  ist  zwei  seit  langen  Jahren  in  der  erwähnten  Spezialbranche  bewährten
Fachleuten,  den  Herren  Glässing  &amp;amp;  Schollwer  übertragen  worden,  deren  kaufmännisch-technisches  Büreau
sich  in  Berlin  W.,  Schöneberger  Ufer  32  (nahe  der  Potsdamer  Brücke)  befindet  und  von  denen  jede

Auskunft  ertheilt  widd.

Sm  Werke  der  deutschen  und  ausländischen  Litteratur.

Unsen  Ieer.  50  Bilder  in  Qnartsormat.
  IIervorrag.  deutsches  Armeewerk.
  Kompositionen  des  Ilistorien--u.
  Schluchtenmalers  (#’  rn  „Röchlint.
I’rachtmahpe  (#io
Verl.  von  C.  P.  W  #  e-  BKresl  uu.

 

EIL  Lehen.  (leuton

Studies).  Antorisirte  Uel

von  Dr.  W.  Iienkel.  11  Bogen.

Brosch.  Alk.  1.80.  gel#.  Ak.  2.50

Verlag  von  ll##  ndeke  &amp;amp;  Leinkunr
in  Hamhurg.

Jierrorragend  billige  Biteher
lielert  die  Antiqunriats-Buchhandlung
  von  Karl  Siegismund  in  Berlin
W.,  Munerstr.  68,  vorm.  Internat.
Buchh.,  gegr.  1868.  Kutaloge  gratis.
J.  mit  ullen  Welktheilen.

 

 

Kollstock,  Dr.  med.,  ärztlicher
Rathgeber  lür  Ostalrika  und  trop.
Auluringegenden.  Geb.  Preis  M6.

Morgen,  C.,  Kriegs-  und  Expe-TIitionsführung
  in  Afrika.  Gch.

kVreis  6  .
Us«m-.7,1)-s.lt
Goldlande.

„  Im  deutschen

Reisehilder  aus  dem

Cch.  P’reis  #  3.60.  Cau)

Verlug  von  Hermann  Peters,
Berlin  W.  8.

 

212  :„  2  *
leutsche  L-Ausiber-Eistine
(Trakxer).  18.  Jahrgang.  (91.
W  —  bei  allen  Postanstalten  *“
J7  für  1896  „„um  Preise  von  1  A

en
öierr.  Ung.  u.  2  :  Ur.  Frr.  für  d.  Ubr.  Aurland.

 

Für  Architekten,  Ingenieure,  Techniker.
Groplus'sche  Buch-  und  Kunsthundiung.

Wilheim  Erust  &amp;amp;  Sohn.  Berlin  W.  S.  Wilhelm-S
  Iindet  1827.
i

stlrasse  (0.
Schneille
dem  e
—  Schrikte  l  .-lstkotlmllipt
  nml  lud-trai.h»«(lssnxk0
unlvrulnsot  ssntl  lsodkrt  (l)

Jeder  Deutsche  im  Auslande
liest  **  die  selbst  in  überscoelschen  l#ändern
weit  verbreitete  und  im  1.  Jahrg.  vuscheinen.l.
Pentseee  Milltuir-Muslker  -  Zeitunz  (Drn

A#n  2  rt,  bei,  allen  l’oste  zaunstalten  (einge-———————
  ie  äurel  v
4,  in  W  SW.  16  eken  Einsend.  v.  2.10  M.
.  Jcchnnresen.  UUlap#ny.  Die
Itualiener  in  Asriku.  Ait  einer  Uebersichtskarte.
  P’reis  A  1.—

Verlag  von  E.  S.  Ilittler  &amp;amp;  Sohn.

Berlin  SWir.

 

 

 

 

 
 
 

 

Anzeigen.

 

Inserate  (für  die  dreigespallene  Pelitzeilc  oder  deren  Naum  *  nm  sind  an  die  Vertrieboleitung,  Berlin  8W  12,  Kochstraße  68-—71,
zui

jenden.

 

Bekauntmachuug.

In  das  bei  dem  Kaiserlichen  Gerichte
des  Schutzgebietes  der  Reu-Guinea-Kompagnie
  zu  Herbertshöh  geführte
Firmenregister  ist  heute  in  Spalte
der  laufenden  Nummer  2  nachstehender
Eintrag  erfolgt:

„Die  Firma  ist  erloschen,  eingetragen
zufolge  Verfügung  vom  19.  März  1896
am  19.  März  1896“  und  damit  die
unter  der  Nonmerr  2  geführte  Firma
Frdr.  chulle,  Inhaber  der  am
6.  Juli  1892  verstorbene  Kaufmann
Friedrich  Carl  Hartwig  Wilhelm
Schulle  in  Nusaum,  erloschen.

Herbertshöh,  den  19.  März  1896.
Der  Kaiserliche  Richter.

hl.

(L.  S.)  cgez.  Hahl  (8)

 

Bekanntmachung.
In  das  bei  dem  unterzeichneten

Gericht  geführte  Fiemenregister  ist  heute
—  Fi

Ernst  Heyn

mit  dem  Sitze  in  Windhoek  und  je
einer  Zweigniederlassung  in  Otyizeva
und  Groß-Barmen  eingetragen  worden.
Alleiniger  Inhaber  der  Firma  ist  der
Kaufmann  Ernst  Heyn  hierselbst.
Windhoek,  den  7.  Mai  1896.
Kaiserliches  Gericht  des  südweslasrikanischen
Schubgebietes  für  den  Nordbezirk.
J.  A.:  ·

o-  -
(L.  S.)  gez.  Lauterbach.  (6.)

 

Dynamit-Actien-Gesellschaft

Vormals  Alfred  Nobel  &amp;amp;  Co.,  Hamburg.

Aelteste  Dynamitfubrik.

Gegründet  1865.

Dynamite,  Gelatine-Dynamite,  Sprenggelatine,  Schiessbaumwolle,

  Zündmaterial,  Waffen,  Munition.

(1)

 

 

„Nachruft
An  .  d.  Mto.  verschied  im
nochtmal.  lirpnunnten  n—  zu  Rlein-Popo
  nach  kurzem  Krankenlager  infolge
  perniziöser  Malaria  der

Lehrer  Karl  Koebele

ime  eben  vollendeten  28.  Lebensjahre.
Der  Verstorbene  gehörte  seit  Oltober
  1891  der  Verwaltung  deo
Schutzgebietes  als  Lehrer  und  veiter
der  Negierungoschule  an.  Pflichttreue,
  Fleiß  und  Hingabe  an  seinen
Veruf,  für  welchen  er  eine  seltene
Begabung  besaß,  zeichneten  ihn  in
gleicher  Weise  aus  und  sichern  ihm
über  das  Grab  hinaus  dauernde
Anerkennung  und  Dankbarkeit.  Das
Schutzgebiet  beklagt  in  dem  Ent—
schlafenen  einen  berujenen  Förderer
der  deutschen  Sache,  die  Regierung
einen  treuen,  wackeren  Mitarbeiter.
Sebbe,  den  19.  Mai  1896.
Im  Namen  der  Beamten  der
Aaiserlichen  Landeshauptmannschaft
·  Schutzgebietes  von  Togo:

Köhler,
Kaiserlicher  Landeohauptmann.
        <pb n="538" />
        —  467  —

 

150,  350,  400,  475  und  550  mal  süsser  als  Zucker.
Für  Privatgebruuch  und  ludustriczwecke,  billiger  als
Zucker.  Gegen  klimutische  Einllüsse  unemplindlich.  In
Westentaschenpuckungen  mit  Süsskraft  von  mehreren  Kilogrumm
  besten  Rohrzuckers,  daher  grösste  Raum-  und
CGewichtsersparniss  auf  Keisen  und  Frpedtionen;
praktisch  für  IIaunshaltung,  unentbehrlich  für  Diubetiker.
Reiner  Zuckergeschmnck,  keine  Gührungserzeugung.
Freiproben  und  Prospekte  durch  die
Chemische  Fabrik  von  Heyden,
G.  m.  b.  II.,  (I#)
Radebeul-Dresden.  »
Diehskllhmtenschmsdt’sclwn
i  ð  5
Blumen-,  Cemüse-  und  land-.
  ;
Wirthschaftlichen  Samen

Telegr.-Adr.:  Augascher.  .
9  9  versende  ich  über  die  gunze  Welt.

*

 

 

 

 

Bank-Conto:  Deutsche  Bank,  Hamburg.

August  Ascher,  Hamburg,  Specialversand  nach  d.  Tropen.

Dovenlicth  29.  —  Fernsprecher:  3339  I.

Pxport  aller  Art  Waaren.  Spedition.  Import  olonialer,
speziell  west-  und  ostuafrikunischer  Produkte.

Auster,  Cataloge,  Murktberichte  sowie  jede  gewünschte  Auskunkt

zu  Diensten.

J.  C.  Schmidt,  Erfurt,

Ilofliclerunt  Sr.  Muj.  des  Kuisers.
Man  verlange  Preislisten.  (507)

 

 

 

 

gern
Corr’espondenz  ertensche“  OCos)

Deutsche  Miltairdienst-Versicherungs-Anstalt

in  Hannovrer.  S

 

 

Vermögensbestand.  70  Miltionen  Marise.

  
  
    

Abtheilung  I:  Militairdienst-Versicherung.
Zveck:  Deckung  der  Kosten  des  Militalrdlenstes,  Unterstützung  von  Beruis
aolduten.  Versorgung  von  luvuliden.
Nur  Knaben  unter  12  Jnhren  linden  in  dieser  Abtheilung  Aulnahme.
Abtheilung  II:  Kapital-  und  Kriegs-Versicherung.
(Abgeklizte  Lebensversicherung.)
Zvwerk:  Versorgung  von  Uinterbliebenen  und  Alters-  Versorgung.  Siche-—
  rung  von  Kupitulien  zur  Beschullung  von  Aussteuern  und  kür
Studienzwecke.
IFersonen  beiderlei  Geschlechts  finden  vom  10.  Lebensjahre  al  in
dieser  Abtheilung  Aufnahmec.  nuc)

1½.„  1

Die  Auszuhlungen  an  Voersicher  r  hr  ete.
im  Lause  des  Jahres  1895  betrugen  A.2  076  000,—.  die  Cesunnninuszuhlungen
eit  Bestehen  der  Anstalt  7152  Von  1878  bis  Ende  1895  wurden
erledigt  279  336  Anträge  über  X  329  340  000.—  Versicherungskapital.

7.—.

"  Heinr.  Dirks,  Hamburg,  Verbindungsbahn  4,  II,
Sueridl--Geschäft  für  Mesge-  und  Kantinen  -  Ausristunden  der  Katserliehen  Marine

Telegramm-Adresse:  ;  «  Fernsprecher:

Dirks,  Hamburg,  Verbillngsbahn.  Etablirt  1883  u  n  123.
bäll  sich  zur  Beschaffung  von  Tropen-Ausrüstungen  in  Nahrungsmitteln  und  Geträ

abak,  Cigarren,  Cigaretten,  Rauch-Utensilien,  Waffen  r  Munition  2c.  belwauten  alle  ert,

Viele  Atteste  von  Herren  Messe-Vorständen,  auch  aus  der  Schutztruppe,  stehen  mir  zur  Seite.
Passende  Ausrüstungspläne  werden  auf  Grund  langjähriger  Erfahrungen  ausgearbeitet,  und  bitte  ich  bei
Bedars  gütigst  Offerte  einholen  zu  wollen.  Im  Jahre  1895  hatte  ich  die  Ehre,  für  Messen  resp.  Kantinen  folgender
  im  Auolande  befindlichen  Schiffe  Sr.  Majestät  zu  liefern:  S.  M.  S.  Jrene,  Prinzeß  Wilhelm,  Arcona,  Marie,
Falke,  Möwe,  Iltis,  Cormoran,  Condor,  Sperber,  Hyäne,  Loreley,  Peilboot  Kamerun  und  Hulk  Cyclop.

Für  streng  reellste,  prompteste  Bedienung  und  Haltbarkeit  aller  meiner  Artikel  leiste  ich  Garantie.  (F)
        <pb n="539" />
        ————N“.  ————8

 

r

468

 

 

r.

Deutsche  Kolonial-  Ausstellung  1996.  .  ,

4444444444

 

ssiurmechmiunn  nm  n
Franz  Klinder,

Neubabelsberg,

empliehlt

Fischereinetze

W

Binnen-  und  ochsrellcherdl.  l.

Export  nach  allen  Ländern.
Geeignete,  tlichtige  Vertreter  gesucht.

 

 

 

.er

Höhr  bei  Coblenz,

Trnulpiienfannm

Export.
Uie  LErzengnisse  der  ##.  nl  5rn
in  der  demschen  Kolonial-  Ausstellung

  in  Berlin  ausgestellt.
Kolomieutes  und  Anderes.
Churpentier.  Russ.Wanderbilder  Al.3.

Tost,  Ior.  A.  II.,  Afrikun.  Juiaponde  z.
V  olkerrechle  Asrikas,  M.  10.

 

 

 

satma-  Mach-  -#ortgesellschalt

Bosch  &amp;amp;  Co.,  Waren  (Mecklenburg).
Sterilisirte  Milch  und  Sahne

nun  vollkommen  natürlichem  Zustande  ohne  jeden  Zusatz.  Bester  Lrsatz

ür  krische  Ailch  Unenthehrlich  lhür  Fieher-  und  Aualarinkranke.  Unhegrenzte
  Zeit  halthar.  selbst  im  heissesten  Klima.  711

reislisten  und  Broschüren  lranko,  Muster  gratis  und  franko  llamhurg.

 

 

ri  ces  ———“53  ½%%  —- 



 

 

s.

Sehile-60.


Preuss,  D.  LEngl.  St
Für  Stantsmänner,  4t  auf  l.,
rheder,  Zeilungsleser.  M.
Schinz.  Deutsch-Südwest.  !1  i.
brschunge.  Illustr.  u.  Karte  geb.
20,—  Karte  allein  M.  2,  —.

bili,  I.,  Die  IInussaländer.
Forschungsr.'  Il.  Kurte.  Jl.  10,—
geb.  M  12.—.

Wolll,  Dr.  W.,  Von  Banana  zum

*  Forschunger.  I.  Karte
I.  4.—,  geb.  Jl.  5.—.

Zimmermann,  Consul  in  Ausw.  Amt,

Freussisch  -  deutsche  Ilandels-Kolitir.

  Aktenmäss.  Durstellung.
.  16,—,  geb.  Al.  18.—

—.—  Leinengewerbe  in  Schlesien.
Gewerbe-  u.  undFpolikik  areier
Jnhrh.  2.  Aull.  Al.

—.—  t—mihl  Studien.
Il.  6.—  57#

Oldenburg,  Verl.  Schulzesche  Iol- 



Weltberühmte  Fangapparate

für  Raubthiere,  Vögel  und  Fische.

PPrämiirt  mit  goldenen  und  silbernen  Medillen.  (53)
Welt-  Ausstellung  Antwerpen  höchste  Auszeichnung,  Ehrendiplom.
Wildlocker,  Fanseisen
.  IUr  Löwen,  Tiger,
Witterungen,  Wölle  und  Wild-Glaskugel-
  schweinc.
und  a.  Web
Thontauben--  ebers

brcenr  Snns

 

Wurkmaschinen.

  

Iustrirte  Preislisten
Kkostenfrel.

    

Altesie  deutsche

Haupt-Katalog,
Raubthlerfallenugleich

  Fangbuch,
*  50  Pl.

  
 

Fabrik,
Hnynnui.  Schl.

 

Buchhundlung  (A.  Schwartz).

  
 

 

 

 

Deutsche  Kolonial-Ausstellung  1896.

 

*

2

*

LEXCCCMClCYCAæö  LEXRAÆs(SGsGCC

968t1  öunlloissny-iewolon  usuosinop  Joebp  jne  udjoaaA

—

 

 
    

3#—#
        <pb n="540" />
        V.  V.V.V.  V.  V.  V.  V.  VVV.  VLVI

—  469  —

 

 

——.  —beutsche  Kolonial-Ausstellung  1896.

 

Vertreten  auf  der  deutschen  Kolonial-Ausstellung  1696.

—

 

 

V  V  V  V.

 

Tippelskirch  &amp;amp;  (0.

Berlin  NW.,  Meustädtische  Kirchstr.  15

(früher  Mittelstraße  25),

Spezial-Geschäft  für  Tropen-Ausrüstungen,
emieheen  sich  inobesondere  zur  Beschaffung  persönlicher  Ausrüstungen

er  Art,  für  Schiffsreisen  und  dauernden  Aufenthal  in  über-Allikchier
  Ländern  sowie  zur  Lieferung  aller  für  Expedition  und
Jagdausflüge  in  Betracht  kommenden  Artik  c  .

Sachgemäße  t#rsanenrgiungen  auf  Grund  persönlicher  Erfahrungen  und
nach  dem  Urtheil  bekannter  Forschungoreisenden  werden  auf  Wunsch  gern
angefertigt  und  dazu  Angaben  über  Ziel,  Zweck  und  ungefähre  Dauer  der
Reise  erbeten.  u)

Ed.  Sprenger,  Berlin  SW.  3,

Werkstätten  für  mathematische  und  optuche  Lestrunente.
Ausrüstungen  für  Forschungsreisende  nuch  Prof.  Dr.  Frhr.
v.  Danckelman.  Aufnuhme--  pparnte,  Instrumente  für  Ortsbestimmungen,
  Höhenbarometer,  IFpsometer,  Fernrohre  etc.

 

sS##ng  aus  dem  .  Inhr-  und  Auskunftshuch  der  freien  und  Unnse-7
  Miaseur  1991•-Dauernde

  Export-Ausstellung

der  Lebensmittel-Industrie.
Inh.  Harder  &amp;amp;  de  Voss,  Export-Agentur-Geschäft,
Hamburg,  36/38  Gr.  Burstah  36  38.

Jur  eine  llandelsmetropole  vie  llamhurg  konnte  das  Bedürtniss
nach  einem  lnstitul  herrorrulen.  in  welchem  dem  Besneher  die  Erzeuguisse
  von  über  100  verschiedenen  Dahriken  der  Getlränke-  und
Nahrungsmittel-Industrie  in  allen  Verpackungen.  Shezialitüten  und
verschicenen  Qualitäten,  aufs  Uehersichtlichste  Lcorduct,  vorgeführt
werden.

Der  Grundgedanke  des,  Zauzen  „Cnlternehmens  isl.  die  einzelnen
u#uskestellten  Artikel  in  allen  T’reislagen  vorzuführen.  den  verschiedenen
  transulluntischen  Ländern  emsprechend.  Somit  die  Lehensmittelbert
  unche  nach  Aöglickeit  erschuplemdl.  soweit  solche  den  EKport.
betr

 

1  Ausstellung  unterscheidet  Sich  also  von  öollentlichen  Ausstellungen
  vornehmlich  dadurch.  dass  alle  usgestellten  Artikel
c#Aportfühig  vsuulzemacht  sind.  (ieselbe  eine  (anernde  ist  und  alle  lürden
  Lxport  in  Frage  kommenden  Nenheiten  nuch  Alöglichkeit  aufweist.

bDie  grosse  Reibe  von  Firmen  ersten  Ranges.  welche  zur  Ausstellung
gelangten  und  im  Auslande  sich  wesentliche  Absalzgebicte  eroberten,  burgen
dem  Käufer  für  die  Konkurrenztähigkeit  der  Fabrikate  im  Weltmarkte.  ’reislisten
  in  lünf  Sprachen.

Für  die  vorübergehend  in  Hamburg  weilenden  Korrespondenten  Hamburger
Exportlirmen,  welche  Lebensmittel  importiren,  dürfte  die  Ausstellung  von
ganz  besonderem  Interesse  sein.

Ihns  „IIamburger  Fremdenblalt-  vom  16.  ui  1891  sehreibt:  IAn
den  Kreisen  der  Exporteure  lindet  die  Ausstellung  die  höchste
Anerkennung.

 

    

 

 

 

    
 
 

Maschinenfabrik  Johannisberg  chmel
Ko  Forst  &amp;amp;  Bohn  eht.  in  Ceisenheim  a.  e  Buch-,  Stein-  u.  Lichldruck.

Jenr  lab-  Gruckeert

August  örer

0  0

 
   

Cesulgercheis
Slaalomedaille  für  gewerbliche  4uiluugen,
Aerztlich  empfohlen  bei  S  öäche,
Biuutarmnh,  Bleichsucht,  Bbevalescenz
  nach  schweren,  namentli
Kinderkrankheiten,  bei  Katarrh
und  für  nährende  Frauen.  Halibar
in  den  Tropen,  wohlschmeckend,  wenig
Alkohol.  Nach  sachverständiger  Analyse
furrogatfrei  und  nährstoffhalliger  als
andere  angepriesene  Mitte  (#s)
Kein  Giegeinurlten:
r□
Ed.  Seiler,
Pianoforte-Fabrik,
.  m.  b.  H.,
Liegnitz.
Flügel  u.  Pianinos

I.  Güte.
Besondere  Bauart  für  jedes
Klima.

          
      
         
          
             
      
 

Prlmiirt  nuk  ullen  grossen

unstellungen
21  0  Stllek  Geergt
Vertreten  in  der

Deutschen  Kolonial-Ausstellung
Berlin  1896.

iederlage:

Berlin  W.,  Courbièresir.  5.

 

Export  ron

Rheil-  n-t  Arweinen
#mier  Gurantie.  (82)
Duhr  &amp;amp;  Co.  Röln,

Königlichellof-W’  #
Expert-Preislisten  zu  Diensten.

  

Ipressen

 

sür

 

S——————9

968l  bunlleissnv-leluolol  usuosmmep  Jop  inꝑ  uajaaoa

—
        <pb n="541" />
        —  470  —

I  Lamprecht  Spedition  Südafrika.]  M.  Hecht,  Görlitz,

Kommission  A.  Kesting,  U’retorin,  Kunsttisehlerel  photorr.  Apparnte.

 

2  Transvanl.  Weiterbelörderung  aller  Sbessectdecke:  (A)
Elnsfabriken,  Güter  in  Südafrikn.  Cameras  für  Tropen  In  Teak,
Murienhiltte  hei  Cuarrenhure  IIamburg:  Agent  lJohn  Suhr,  Esd.  HMahagoni  und  Nussbaum
(annore

 

Breitenstein  bei  Stomerz  am  Harxz.
Fahrikation  veisser.  halbweisser,
und  larhiger  Flaschen.  l'ursümerie-.
Acdizin-  und  Kleingläser  aller  Arl.
mil  und  ohne  Glasstöpselverschluss.
Spezinlitäten:
Pntenttroplklüser  .  R.’.  No.  17368,
36  587  und  65  683.  (72)
Pillenzuhler  D.  R.  P.  Jo.  78  996.

Teplitzer  Stadtaquelle.

selt  mehr  ols  1100  Juhren  bekanntc,
duher  Allente  Uellanelle  Bähmens.
Reinstes,  natlirliche  Kohlensäure
haltiges,  alkallsches  Mineralwasser.
Die  Süttigung  mit  Kohlensäure

„  C  .  ,
ist  künstlich  vervollstündigt.  räfin  1  6  f  orff

Das  beste  und  billigste  Tafelwasser  geborene  Gräfin  von  Dernath.
—  —  —

 

 

 

 

der  Welt.
Pruchtvolles,  kräftiges  Mousscux.  *
Jahrelunge  Ialtbarkeit  wird  Hin  Pils  aus  der  Seit  von  1789  bis  1835.
Aus  ihren  Aufzeichnungen.
Mit  drei  Silduissen
Mr.  10,—,  elegant  gebunden  Mk.  11,50.  —

   

Vulkunlschen  Ursprung  It.).  d
her  unbsolul  kehmfrel  n.  ##  keer.  nae

Grösste  Exportziller  unter  den

 

böhmischen  Säucrlingen.  Durch  die  bohe  Lebenestenung  der  Verfafferin,  ihre  ausgedehnten  ge-Vel

  n  i*Pr  1  g  8  lelliehiden  Verbindungen  zith  iu  hervorragendsten  Perienlichkeiten  und
ehperna  umns;  eins  nisse  ausser-  andererseit  urch  die  Innigkeit  ierres  cigenen  Familienlebens  und  die  geentlich
  günstig.  (82*)  winnende  Nattrlichkeit  ieu  Gemüths  geben  n  unge  ihre.  rrinnskungen.  cinch

—  der  feffelndsten  und  igrhentciblien  Bilder  der  damaligen  Zeit.  Die  Auf-Bririe

  n  die  „beemalitass  Ver  zeichnungen  führen  uns  in  den  lleinen,  aber  auserlesen#en  Kreis  der  Frennde
sendung  (Tellitzer  Stadtque  le)  der  der  Familie;  sie  schildern  Die  gknihe  ie  mit  der  damaligen  Zeit-Stadtgemelnde

  Teplitz-Schönau  i.  B.  Leschichte  und  ihren  bero-  nden  Persönlichkeiten  in  nächster

 

 

 

 

 

 

nd  Zeitgenossen  wird  es  dem  n  sein,  in  der  Gräfin  Bernstorff  die  *r“?dwm
r*rrmJs  und  geistvolle,  liebenswürdige  Fean.  dis  gucktiche,  Gattin  rn
Mutter  lennen  zu  lernen,  die  nicht  nur  in  Zeiten  oh  rebben  sondern
Photogra  chische  Ap  arate.  auch  mit  lkereremmgeel  in  schweren  Wrliungten  sich  bew  #ur  F.  1.
#

"  Buch  verdient,  wic  das  vor  Kurzem  in  gleichem  lag  in  sech  2

Lrste  Quelle:  lage  rWin-Y  Kbesske  der  Gabrielc  von  Bülow,  wentgehe
2
Ii  Ische,  Drescken.  Beachtung

 

 

 

Kutalog  (300  S.)  20  Il.1.

 

 

Im  Verlage  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Berlin  SW,  Kochstr.  68—71,
ist  in  zweiter  Auflage  erschienen  und  durch  alle  Buchhandlungen  zu  beziehen:

Tand  und  Teute  in  Deutsch  -Dstafrika.

Erinnerungen  aus  der  ersten  Zeit  des  Aufstandes  und  der  Blockade.
In  85  photographischen  Original-Aufnahmen

von

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und  Schilderungen

von
J.  Dangemann,
Marine-Pfarrer.

In  einfacher  Mappe:  12,50  M.;  in  eleganter  Mappe:  15  M.
Das  Werk  zerfällt  in  vier  Abschnitte:
I.  Janlibar.  —  2.  Hagamogxo.  —  3.  Dor  ##s  Salaam.  —  4.  Von  der  Thötigheit  unserer  Kriegsschiffe.
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Schierstein  i.  Rheingau.

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nach  allen  Welttheilen.  (as)  —

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nach  den  der  botanischen  Centralstelle  in  Berlin  gemachten  Alittheilungen  als  für  den  Anbuu  in  den  Tropen
geeignet  erwiesen  huben.  —  Da  die  botanische  Centralstelle  nur  für  elnmulige  Versuche  im  Kleinen  Gemüscsumen
  lictert,  so  ollerire  ich  lür  grösseren  Bedarf  gegen  fr.  Einsendung  von  Murk  12,—  franco  aller  deutschen

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472

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Gesellschaft  den  Alleinverkauf.
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in  Berlin.  lumburt.  Dreaden.  Köln.
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Am  20.  Juli:  P.  D.  „Carl  Woermann“,  Capt.  Schütt,
nach  Conakry,  Liberia,  der  Goldküste,  Togo,  Whydah  und  Kotonou.

Am  31.  Juli:  P.  D.  „Thekla  Bohlen“,  Capt.  Iersen,
nach  Teneriffe,  Las  Palmas,  Gorée,  den  Häfen  der  Südwestküste  Afrikas  von  Landana
bis  Loanda  sowie  nach  Benguella  und  Deutsch-Südwestafrika.
Am  10.  August:  P.  D.  „Marie  Woermann“,  Capt.  Triebe,
nach  Madeira,  Klein-Popo,  Lagos,  Kamerun  und  den  Häfen  der  Südwestküste  Alrikas
bis  Ponta  Negra.
Am  15.  August:  P.  D.  „Anna  Woermann“,  Capt.  Schade,
nach  Marocco,  Las  Palmas,  Teneriffe,  Gorée,  Dakar,  Rufisque,  Sierra  Leone,
Sherbro  und  Liberia.
Nach  Deutsch-Südwestafrika:  am  31.  Juli,  30.  Septbr.,  30.  Novbr.
Aile  Guter  midssen  d###n#  Tice  vor  dem  Abyanysdattem  bis  12  Uhr  mittays  Min’sseite  selz.

Näheres  wegen  Fracht  und  Passage  ertheilt  in  Hamburg  die  Woermann-Linie,  sowie  der  Schiflemakler
August  Bolten=  Wm.  Miller's  Nachfolger,  Admiralitätstrasse  33/34,  und  wegen  Deutsch-Südwestafrika  die
Herren  I.  k.  Mluthies  &amp;amp;  Co.,  Grimm  27.  12

 

Deutsche  Ost-  Arrila.  Linie.

Vermehrte  Fahrten.  Dreiwöchentlicher  Betrieb.
Regelmässige  Postdampfer  -  Verbindung
unter  Vertrag  mit  dem  Deutschen  Relche

zwischen

Hamburg,  Ostafrika  und  Transvaal

Amsterdam,  Lissabon  und  Neupel  anlaulend.
Die  nächsten  luhrplanmässigen  Expeditionen  finden  statt:
Doppelschraubendampler  „HERZOG“,  Capt.  v.  Issendorlf,  22.  Juli  1896  ab  Lumburg
R.  P.  D.  „CENERAI“,  Capt.  Asthansen  .12.  August  1896  ab  Humburg  (lt.  Fahrplan)
R.  I’.  D.  „KAISER“,  Uapt.  Stahll  .  2.  Septbr.  „  ab  Hamburg
R.  ’.  D.  „REILCHSTAG“,  Capt.  Weisskam  23.  Septbr.  „  ab  Hamburg  "
nach  Tanga,  Dar-es-Salám,  Sansibar,  Mozambique,  Beira,  Delagoa-Bai  und  Natal.
Diese  Dampf#r  nehmen  auch  Passagiere  und  Waaren  nach
Bagamoyo,  Saadani,  Pangani,  Kilwa,  Ibo,  Lindi,  Quelimane,  Chinde,  Lamu  und
Mombassa.
Ferner  Extradampfer  ab  Hamburg  dms8  Kap  der  9gicken  Ioteng  direkt  nach
Trban,  Delgoa-Bai,  Moscpbic#cc.
Nächste  Expedition:  Extradampfer  „ArmlRAIL“,  Capt.  West,  12.  September  1896.
Die  Daempfer  Raben  vorziottche  Einzrichetnpen  f#r  Passaptere  in  allen  Klassen.
Ferner  zwischen  Ostafrika  und  Bombay  regelmässig  alle  drei  Wochen  im  Anschluss
au  dic  llauptdamplfer.
Näheres  ertheilt  in  Hamburg:  (20)
wegen  Fracht  der  Sehiffsmakler  August  Bolton,  Wm.  Miller's  Nachfolge

Ger
wegen  Passage  die  Hamburg-Amerikanische  Packetfahrt-  -Aktien-Gesellschaft,
sowie  wegen  Fracht  und  Passage  die

 

 

Deutsche  Ost-Afrika-  Linie,
r.  Reichenstrasse  25.

 

 

 

Verantworllicher  Redakteur  für!  den  nichtamulichen  Theil-  L.  Mertinal,  Verlin.
Druck  und  Verlag  der  Königlichen  Hobuchbandlung  und  Hoibuckdruckerei  von  E.  S.  Miter  &amp;amp;  Sohn,  Verlin  8W  12,  Kochstraße  68—71.

Ausgegeben  am  ll.  Juli  1836  um  10  Uhr  vormittags.
        <pb n="546" />
        Beilage  zum  „Deutschen  Kolonialblatt“,  VII.  Jahrgang.
Berlin,  den  15.  Juli  1896.

 

Ueber  die

Aiederwerfung  des  Aufstandes  der  Khauas-Hottentotten

berichtet  der  Kaiserliche  Landeshauptmann  Major  Leutwein  aus  Otjunda  unter  dem  8.  Mai  1896
Folgendes:

Nachdem  am  1.  Mai  d.  Is.  der  Kapitän  Witbooi
mit  etwa  70  Reitern  in  Begleitung  des  Premierlicutenants
  v.  Burgsdorff,  welch  Letzterer  22  Reiter
seines  Distrikts  mitgenommen  hatte,  in  Gobabis  angelangt
  war,  durste  ich  die  mir  zur  Verfügung
stehende  Truppc  als  vollzählig  betrachten  und  trat
daher  in  der  Nacht  vom  2.  zum  3.  Mai  d.  Is.
meinen  Vormarsch  an.  Meine  Truppe  war  nun
folgendermaßen  zusammengesetzt:

a.  Abtheilung  v.  Estorff:

1.  Feldkompagnie:  Premierlientenant  d.  R.  v.  Lindegreifend
  bemerken  will,  im  nächsten  Gefecht  abermals

Anist,  Sekondlieutenant  Eggers.

2.  Feldkompagnie:  Sekondlieutenant  Schmidt,  Sekondlicutenant
  Helm  (war  während  des  Gefechts
bei  der  3.  Kompagnie).

3.  Feldkompagnie:  Premierlieutenant  v.  Perbandt,
Sekondlientenant  a.  D.  v.  Ziethen.

b.  Abtheilung  v.  Burgsdorff:
22  weiße  Reiter,  4
etwa  70  Witbooireiter  unter  dem  Kapitän  Hendrik
Witbooi.

c.  Etwa  120  Herer  oreiter  unter  dem  Oberhäuptling
  Samuel  Maharero.

Zur  Unterstützung  des  Letzteren  hatte  ich  den
Kriegsfreiwilligen  R.  Voigts,  ehemals  Einjährig-Freiwilligen
  im  Infanterie-Regiment  Nr.  92  und
mit  der  Qualifikation  zum  Reserve-Offizier  entlassen,
  kommandirt.  Er  war  seit  seiner  Entlassung
  im  Auslande  gewesen  und  hat  mir,
als  langjähriger  Kenner  der  Hereros  und  deren
Sprache  mächtig,  die  schätzenswerthesten  Dienste  geleistet.
  Er  war  der  eigentliche  Führer  der  Hereros.
Im  Ganzen  bestand  sonach  die  Truppe  aus  ctwa
180  Weißen  und  Bastardsoldaten,  70  Witboois,
120  Hereros,  dazu  die  bewaffneten  Treiber  und
Leiter  der  Wagenstaffel,  in  Summa  über  400  Köpfe
nebst  einer  Artillerie-Abtheilung  von  drei  Geschützen.

Die  Lettere  führte  der  Kriegsfreiwillige,  Premierlicutenant
  der  Landwehr  a.  D.,  Hermann  (früher
Landwirth  in  Kubnb).  Der  Mangel  an  Offizieren
hatte  mich  auch  veranlaßt,  den  Vorstand  des  Pferdedepots,
  Lieutenant  a.  D.  v.  Ziethen,  einzuberufen,
wie  solches  mit  dem  Assessor  und  Premierlientenant

R.  v.  Lindequist  schon  früher  geschehen  war.
di.  bereits  in  den  Gefechten  bei  Gobabis  verwun—
deten  Sekondlieutenants  Helm  und  Eggers  hatten,
obwohl  noch  nicht  wiederhergestellt,  durchaus  nicht
zurückbleiben  wollen  und  wurden  zunächst  auf  den
Wagen  nachgefahren.  Beide  wurden,  wie  ich  vorverwundct,

  Lieutenant  Helm  sogar  zweimal,  und
Veide  so  schwer,  daß  ihre  Dienstfähigkeit  für  lange
Zeit  in  Frage  gestellt  bleiben  wird.

An  Kriegsfreiwilligen  hatten  sich  der  Truppe
angeschlossen:

Bei  der  1.  Feldkompagnie:  Lieutenant  d.  N.  Schmidt,

gefallen  bei  Gobabis  den  5.  April  1896,

Feldkompagnic  Nelson  und  Otto  (früher

nicht  Soldat  gewesen),

*  3.  Feldkompagnie:  Lieutenant  a.  D.van  Alten,
Aleithe  (Soldat  gewesen),
Albrecht
Schroeder  J.-Dr.
  jur.  Feeder  cuich  Soldat  gewesen),
Grootefend  -
Baumann  -
Schroeder  II.  -

desgl.  die  Boeren:

Burgers,  Cossce,
Roux,  Voges.

Bei  der  Artillerie:  Premierlicutenant  der  Landwehr
a.  D.  Herrmann,  Creutz  (ehemaliger
Artillerist).

Bei  dem  Detachement  v.  Burgsdorff:  Dunkan  jun.
(nicht  Soldat  gewesen).

F  n

Rietmann,  La
        <pb n="547" />
        Bei  den  Hereros:  G.  Voigts  (ehemaliger  Einjährig-Freiwilliger).

Bei  der  Wagenkolonne:  Otto  I.  (Soldat  gewesen).

An  ausgebildeten  Bastardsoldaten  befanden  sich
zwölf  bei  der  Truppe.
plötzlich  ausgebrochenen  Feldzuge  nicht  so  rasch  zur
Stelle  zu  bringen  und  wird  mit  Major  Mueller
nachkommen.  Dafür  sind  fünf  noch  nicht  ausgebildete,
  aber  wehrpflichtige  Bastards  eingetreten,
welche  es  vorgezogen  hatten,  ihre  Dienstzeit  im
Kriege  abzuleisten.  Sämmtliche  Bastards  sind  uni-15



i

patrouillen  bald  wieder  seine  Spur.  Es  wurde
festgestellt,  daß  Nikodemus  sich  von  Kahimema  getrennt

  hatte  und  daß  bei  Letzterem  die  Khauas

seien.

Der  Rest  war  bei  dem

formirt  und  unter  die  Weißen  eingestellt.  Dieselben

haben  sich  tadellos  gehalten,  so  daß  wir  einen  Unterschied
  zwischen  ihnen  und  den  weißen  Reitern  überhaupt
  nicht  mehr  machen.  Sie  werden  einst  ein

ausgezeichnetes  Material  für  eine  künftige  farbige

Kolonialtruppe  liefern.
von  den  Witboois  sagen,  unter  welchen  eine  geradezu
großartige  Disziplin  herrscht.  Solange  der  jetzige
Kapitän  lebt,  werden  sie  sich  indessen  in  größerer
Zahl  für  unsere  Dienste  nicht  gewinnen  lassen.

Das  Gleiche  kann  ich  auch

Der  Erstere  sollte  mit  nur  wenig  Begleitern
in  die  Nähe  von  Tjetio  geflüchtet  sein.  Hiernach
mußte  ich  Kahimema  als  den  Hauptgegner  betrachten
und  beschloß  zunächst  gegen  diesen  vorzugehen.  Die
Abschrift  des  Befehls  zum  Vormarsch  lege  ich  bei.
(Siehe  Anlage  1.)

An  der  Wasserstelle  Owinki,  bei  welcher  der
Gegner  vermuthet  wurde  und  die  wir  am  5.  morgens
erreichten,  fand  sich,  daß  dieselbe  vor  etwa  zwei
Tagen  verlassen  worden  war.  Ich  folgte  unmittelbar
den  zahlreichen  Spuren  und  erreichte  noch  am  Abend
den  Abschnitt  des  Omurambo  Epikuro.  Vorausgesendete
  Witbooi=  und  Hereropatrouillen  brachten
noch  in  der  Nacht  vom  5.  zum  6.  die  Meldung,  daß  die
Werften  des  Gegners  sich  1½  Reitstunden  nördlich
befänden.  Infolgedessen  bestimmte  ich  den  Abmarsch

  auf  3  Uhr  morgens,  so  daß  wir  noch  in  der

Hierin  sehe  ich  aber  keinen  Schaden,  da  sie  unter
der  Führung  Witboois  für  uns  gerade  so  nützlich

sind.  An  der  Vertragstreue  des  Kapitäns  selbst
kann  jetzt  auch  das  größte  Mißtrauen  keinen  Zweifel
mehr  aufkommen  lassen.  Ich  hoffe,  daß  nunmehr

endlich  die  fortlaufenden  beunruhigenden  Gerüchte

über  dessen  Absichten,  welche  uns  bis  zu  seinem  Eintreffen
  in  Gobabis  verfolgt  haben,  aufhören  werden.

Deutlicher  kann  er  seine  Vertragstreue  nicht  mehr

darthun  als  durch  sein  jetziges  promptes  Erscheinen

auf  dem  Kriegsschauplatze.

Die  geringste  Zuverlässigkeit  von  allen  unseren

Eingeborenen  zeigen  zweifellos  die  Hereros.  Doch

ihre  genaue  Lage  hatten  feststellen  können.

haben  auch  sie  als  Patronillenreiter  in  dem  ihnen

wohlbekannten  Gelände  die  schätzenswerthesten  Dienste
geleistet,  desgleichen  im  Gefecht  zum  Theil  gut
Stand  gehalten.  Auch  der  Kapitän  von  Hoachanas,
Manasse  Noroséb,  wollte  seinen  guten  Willen  zeigen
und  brachte  persönlich  12  Reiter  nach  Gobabis,
welche  ich  unter  die  Feldkompagnien  vertheilt  habe.
Dabei  hatten  sowohl  er  wie  sein  Missionar  beständig
  Sorgen,  daß  während  seiner  Abwesenheit
Witbooi  Hoachanas  überfallen  werde.  Rührend  war

daher  auch  das  Wiedersehen  zwischen  diesen  beiden

alten  Feinden  in  Gobabis,  wobei  sich  Witbooi  wiederum
  durch  besonderen  Takt  ausgezeichnet  hat.  Es

war  überhaupt  einc  merkwürdige  Gesellschaft,  die  sich
in  Gobabis  zusammengesunden  hatte  und  nunmehr

ihre  Erinnerungen  austauschte.  Alle,  nämlich
Deutsche,  Witboois,  rothe  Nation  und  Hereros,
hatten  sich  schon  untereinander  geschossen,  die  meisten
der  Anwesenden  sogar  Andenken  daran  davongetragen.
  Nunmehr  sind  sie  unter  deutscher  Führung
zu  gemeinsamem  Handeln  vereinigt.

Der  Feind  war  nach  den  Gefechten  Anfang
April  bei  und  um  Gobabis  völlig  verschwunden.
Indessen  fanden  die  von  Samuel  abgeschickten  Herero-Dunkelheit

  in  der  Nähe  des  Feindes  ankamen.  Der
Letztere  hatte  sich  in  zwei,  etwa  20  Minuten  räumlich
  getreunten  Werften  festgesetzt.  Hieraus  entwickelte
  sich  auch  ein  räumlich  getrenntes  Gefecht  und
zwar  ergab  der  Aufmarsch  aus  der  Marschkolonne
in  die  Gefechtsformation  von  selbst,  daß  die  Avantgarde
  (3.  Kompagnie  und  Hereros)  unter  Premierlieutenant
  v.  Perbandt  sich  gegen  die  nächste,  die
rechte  Flügelwerft  des  Feindes  wendete,  während
das  Gros  unter  Hauptmann  v.  Estorff  (1.,  2.  Kompagnie
  und  Witboois)  gegen  die  weiter  entfernte
linke  Flügelwerft  ausholte.  Die  Werften  selbst  lagen
im  dichten  Gebüsch  derart  versteckt,  daß  die  vorausgesendeten
  Spione  nur  ihre  Anwesenheit,  aber  nicht
Für
mich  handelte  es  sich  darum,  dem  Feinde  rasch  so
nahe  auf  den  Leib  zu  rücken,  daß  ein  abermaliges
Ausweichen  desselben  ohne  Gefecht,  das  lediglich  eine
unabsehbare  Verlängerung  des  Krieges  zur  Folge
gehabt  hätte,  ausgeschlossen  war.  Ich  ließ  daher
aufmarschiren  und  setzte  in  Gefechtsformation  zu
Pferde  —  Artillerie  im  ersten  Treffen,  Plänkler
vor  der  Front  —  den  Vormarsch  fort.  Ein  Vormarsch
  zu  Fuß  würde  uns  bei  seiner  langen  Dauer
voraussichtlich  dem  Feinde  verrathen  und  demselben
Zeit  zum  Ausweichen  gegeben  oder  uns  zu  einem
verlustreichen  Buschkampfe  gezwungen  haben,  welch
Letterer  namentlich  die  Artillerie  nicht  hätte  zur
Geltung  kommen  lassen.  Ich  muß  übrigens  hervorheben,
  daß  dieser  Vormarsch  von  350  Rcitern  in
aufmarschirten  Fronten  auch  seitens  der  Eingeborenen
in  lobenswerther  Ordnung  durchgejführt  worden  ist.
Den  Hereros  hatte  ich  den  Befehl  gegeben,  die  feind--liche
  Stellung  im  Westen  abzusperren,  dem  Detachement

  v.  Burgsdorff  mit  den  Witboois  die  gleiche

Anweisung  für  den  Osten.  Direkt  angreifen  sollten
lediglich  die  drei  Feldkompagnien.  Die  Hereros
kamen  in  dem  Busch  jedoch  zu  weit  rechts  und  stießen
gleichfalls  auf  die  Front,  hatten  in  kurzer  Zeit  einen
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        3

Todten  und  fünf  Verwundete  und  wichen  infolgedessen
  in  das  Gebüsch  zurück,  bis  sich  endlich  ein
Theil  unter  dem  Vormann  Kajata  zur  Betheiligung
an  dem  Gefechte  der  3.  Kompagnie  entschloß  und
schließlich  auch  auf  deren  rechtem  Flügel  den  letzten
Sturm  tapfer  mitmachte.  Ich  habe  Kajata,  welcher
sich  auch  schon  vorher  durch  gutes  Patrouillenreiten
ausgezeichnet  hatte,  hierfür  meine  besondere  Anerkennung
  ausgesprochen.  Die  feindlichen  Hereros,
welche  um  ihr  Dasein,  vor  Allem  um  ihre  Ochsen
kämpften,  hielten  sich  recht  tapfer,  was  auch  ihre
starken  Verluste  bewiesen.  Posten  scheinen  dieselben
indessen  nur  in  der  Werft  selbst  ausgestellt  zu  haben.
Anderenfalls  würde  der  erste  Schuß  nicht  erst  haben
fallen  können,  nachdem  wir  bereits  an  deren  Umzäunung
  angelangt  waren,  so  daß  das  Gefecht  mehr
den  Charakter  eines  Ueberfalls  angenommen  hatte.
Indessen  raffte  sich  der  Feind  rasch  auf  und  hatte
die  3.  Kompagnie  unter  der  tapferen  Führung
des  Premierlieutenants  v.  Perbandt  zunächst  einen
schweren  Stand,  welcher  sich  erst  mit  dem  Eingreifen
der  Artilleric  besserte.  Die  Letztere  hatte  ich  getheilt
und  ein  Geschütz  dem  Hauptmann  v.  Estorff,  zwei
Geschütze  der  Abtheilung  v.  Perbandt,  als  der
schwächeren,  überwiesen.  Die  Leßteren,  unter  der!
Führung  des  Premierlieutenants  a.  D.  Herrmann
selbst,  hatten  zunächst  500  m  von  der  Werft  abgeprotzt.
Das  dichte  Gebüsch  um  die  Letztere  hinderte  indessen
  ihre  Wirksamkeit,  weshalb  ich  sic  anwies,
dicht  an  die  Umfassung  heranzufahren,  wo  sie  auch,
beinahe  in  der  Schützenlinie,  während  des  ganzen
Gefechts  geblieben  ist  und  von  ihrem  Führer  mit
Umsicht  und  Ruhe  geleitet  wurde.  Mit  ihrem  Eingreifen
  wurde  sofort  eine  Abschwächung  des  feindlichen
  Feuers  bemerkbar.  Völlig  wurde  dasselbe  indessen
  erst  durch  den  letzten  Infanteriesturm  zum
Schweigen  gebracht,  obwohl  die  Artillerie  schließlich,
was  ich  in  Afrika  noch  nicht  erlebt  habe,  sich  verschossen
  hatto.  Nach  dem  Sturme  wurde  bis  zur
jenseitigen  Umfassung  durchgestoßen  und  kam  es  hier
noch  zu  einem  wirksamen  Verfolgungsfeuer  auf  die
eilends  verschwindenden  schwarzen  Gestalten,  da  das
dortige  Gelände  ein  besseres  Schußfeld  aufwies.  Im
Uebrigen  verweise  ich  bezüglich  der  Einzelheiten  des
Gefechts  auf  den  beifolgenden  Bericht  des  Premierlieutenants
  v.  Perbandt.  (Anlage  2.)

Meine  Anwesenheit  bei  der  Avantgarde  während
des  Vormarsches  hatte  es  von  selbst  mit  sich  gebracht,
daß  ich  zunächst  in  das  Gefecht  der  Abtheilung
v.  Perbandt  mit  hineingezogen  wurde.  Der  schwere
Stand,  in  den  dieselbe  sofort  gerathen  war,  sowie
die  mir  vorläufig  ungewiß  erscheinende  Haltung  der
verbündeten  Hereros  bewogen  mich,  bei  dieser  Abtheilung
  zu  bleiben,  so  daß  ich  bezüglich  des  Gefechts
der  Abtheilung  v.  Estorffs  nur  auf  den  Berichtv)
des  Führers  derselben  verweisen  kann.

*)  Noch  nicht  eingetroffen.

Die  Ausbente  des  Sieges  war  groß,  es  wurden
eine  Menge  Gewehre  gefunden,  etwa  3000  Stück

Vieh  nebst  sechs  Wagen  erbeutet,  dagegen  an  Gefangenen,

  wie  dies  bei  den  hiesigen  Kriegen  üblich,
nur  wenig  Männer,  aber  zahlreiche  Weiber  und
Kinder  eingebracht.  Von  Letzteren  werden  in  der
Umgegend  noch  jeden  Tag  gefunden.  Die  Weiber
und  Kinder  der  Khauas  schicke  ich  bei  Gelegenheit
nach  Windhoek,  da  ich  die  völlige  Verpflanzung  des
Restes  dieses  Stammes  dorthin  ins  Auge  gefaßt
habe.  Die  Khauas  sind  zweifellos  am  härtesten
mitgenommen  und  sollen  nach  Aussage  der  Gefangenen
  nur  noch  40  waffenfähige  Männer  besitzen.
Beinahe  sämmtliche  Vormänner  des  Stammes  sind
gefallen,  unter  Anderen  auch  der  Magistrat  Jonas
Fledermuis,  den  ich  bereits  vor  zwei  Jahren  gefangen,
  aber  wieder  begnadigt  hatte.  Von  der
Kapitänsfamilie  ist  nur  noch  Jakob  Lambert  übrig,
ein  Vetter  des  gefallenen  Kapitäns.  An  diesen  haben
sowohl  ich  wie  Witbooi  die  Aufforderung  gerichtet,
sich  von  den  Hereros  zu  trennen  und  sich  unseren  Bedingungen
  zu  unterwerfen.  Auf  diesen  mittelst  eines
gefangenen  Khauas-Hottentotten  abgeschickten  Brief
ist  bis  jetzt  noch  keine  Antwort  eingetroffen.  Wie
verblendet  die  Khauas  in  den  Krieg  gezogen  sind,
beweist,  daß  deren  Vormänner  bis  zum  letzten  Augenblick
  die  Hülfe  Witboois  und  Simon  Coopers  in
Aussicht  gestellt  haben.  Die  Gefangenen  wollten
daher  an  die  Theilnahme  des  Crsteren  auf  unserer
Seite  nicht  glauben,  bis  ich  ihnen  den  Kapitän.
selbst  präsentirte.  Witbooi  ist  zweifellos  bis  jett
der  bestverleumdete  Mann  im  Schutzgebiete  gewesen.

Aber  auch  die  Leute  Kahimemas  sind  hart  mitgenommen.
  Von  ihnen  haben  wir  etwa  30  Todte
gefunden,  darunter  einen  Bruder  und  zwei  Söhne
Kahimemas.  Der  erste  Vormann  des  Letzteren  und
selbständiger  Werftbesitzer,  Kajacta,  hat  von  füuf
Söhnen  drei  verloren.  Nach  Aussage  der  Gefangenen
soll  Kahimema  mit  vier  Begleitern,  darunter  einer
verwundet,  nach  der  letzten  Wasserstelle  in  nordöstlicher
  Richtung,  Klein  Okahandya,  geflüchtet  sein.
Doch  liegen  auch  andere  Aussagen  vor,  und  habe  ich
daher  hier  zunächst  Halt  gemacht,  bis  die  nach  allen
Seiten  ausgeschickten  Patrouillen  und  Spione  bestimmte
  Nachrichten  gebracht  haben.  Auf  das  Ungewisse
  mit  der  ganzen  Truppe  in  das  weite,  wegelose
  und  von  hier  ab  nordöstlich  wasserarme  Land
zu  marschiren,  würde  geradezu  zu  einer  Katastrophe
führen  können.  Die  Spuren  der  Geflohenen  laufen
nach  allen  Seiten  auseinander,  während  auf  die
besten  Merkzeichen,  nämlich  Wagenspuren,  nicht  mehr
zu  rechnen  ist,  nachdem  uns  hier  die  Wagen  des
Gegners  in  die  Hände  gefallen  sind.

Ist  nun  auch  der  Feind  schwer  geschlagen,  so
kann  der  Krieg  doch  erst  als  beendet  angesehen

werden,  wenn  dessen  Haupt  in  unseren  Händen  ist.

Ob  zu  diesem  Zweck  noch  einmal  gefochten  werden
muß,  möchte  ich  bezweifeln.  Indessen  leicht  wird
        <pb n="549" />
        die  Aufgabe  doch  nicht  werden,  und  habe  ich  daher

den  Preis  auf  Kahimemas  Kopf  von  1000  auf
3000  M.  erhöht.

Ueber  die  serneren  Absichten  unseres  zweiten
Gegners,  Nikodemus,  habe  ich  bis  jetzt  noch  nichts
in  Erfahrung  bringen  können.  Er  scheint  sich  in
der  Nähe  von  Tjietjo  zu  befinden.  Die  an  ihn  mit
der  Aufforderung,  sich  zu  unterwerfen,  dorthin  gesandten
  Boten  sind  zurückgekehrt  und  haben  von  ihm
Unschuldsbetheuerungen  mitgebracht.  Eine  Kahimema
nachgesandte  stärkere  Patronille  unter  Hauptmann
v.  Estorff  kehrt  soeben  zurück  und  hat  dessen
Entweichen  in  der  Richtung  auf  Rietfontein  festgestellt.
  Die  betreffende  Meldung  lege  ich  abschriftlich
in  Anlage  (3)  bei.

Da  Kahimema  sonach  ohne  Werft  ist  und  mit
nur  wenigen  Begleitern  geflohen  scheint,  ist  er  selbst
zunächst  zu  einem  unfaßbaren  Gegner  geworden.
Ich  habe  daher  beschlossen,  mich  gegen  dessen  zahlreiche
  Vichposten  und  dann  gegen  Nikodemus  zu
wenden,  dessen  Loyalitätsbetheuerungen  ich  vorläufig
keinen  Glauben  schenke.  Der  Major  Mueller
wird  mit  den  Ersatzmannschaften  in  etwa  14  Tagen
in  Otjihanena-Seeis  eingetroffen  sein  und  werde  ich
denselben  dann  nach  Umständen  verwenden.  Die
Reste  der  Khauas-Hottentotten  hoffe  ich  mit  Hülfe
Witboois  zur  friedlichen  Unterwerfung  zu  bringen
und  sie  für  immer  aus  dieser  Gegend  zu  verbflanzen.


Im  Ganzen  ist  der  bisherige  Verlauf  dieses
von  feindlicher  Seite  heraufbeschworenen  „Zwischenfalls“
  als  ein  für  uns  durchaus  günstiger  zu  betrachten.
  Die  gemeinsame  Feuertaufe,  welche  unsere,
Samuels  und  Witboois  Leute  erhalten  haben,  wird
die  besten  Folgen  zeitigen.  Auf  der  anderen  Seite
aber  ist  es  ganz  gut,  daß  ein  Theil  der  hochmüthigen
  Hereros  eine  gründliche  Abfertigung  erhalten
  hat.  Indessen  auch  unsere  Verluste  sind
nicht  gering.

Anlage  1.

Gobabis,  den  29.  April  1896.
Operationsbefehl.

1  Der  Feind  hat  sich  anscheinend  getrennt.  Kahimema
  soll  sich  bei  Owinki,  Nikodemus  nordwestlich
  davon  in  der  Nähe  von  Tietjo  befinden,
bei  Ersterem  auch  die  Khanas-Hottentotten.

2.  Ich  werde  mich  zunächst  gegen  Kahimema  wenden.

3.  Truppeneintheilung.
1.  Avantgarde.

Premierlieutenant  v.  Perbandt,
3.  Kompagnie,
eine  Abtheilung  Hereros.

 

2.  Gros.
Rest  der  Abtheilung  v.  Estorff,
einc  Abtheilung  Hereros,
Artillerie-Abtheilung.
3.  Train.
Erste  Staffel:  2  Karren,  1  Munitionswagen,

Zweite  Staffel:  Vizefeldwebel  Vahlkampf,
6  Wagen.
4.  Den  Abmarsch  der  Avantgarde  werde  ich  noch
bestimmen.

Das  Gros  folgt  auf  etwa  1  km.
Die  beiden  Trainstaffeln  schließen  so  nahe
wie  möglich  auf.
5.  3  Proviantwagen  bleiben  verpackt  und  jeder  Zeit
zum  Abmarsch  bercit  in  Gobabis.
6.  Ich  werde  zunächst  an  der  Spitze  des  Gros,
später  bei  der  Avantgarde  reiten.

Notiz.  Der  Weg  führt  in  1½  Ochsentreck
über  Otjimokanti,  von  da  in  drei  Trecks  nach  Owinki.
Ein  weiteres  Ausweichen  des  Gegners  soll  nur  nach
Epikuro  (nördlich)  möglich  sein,  sofern  derselbe  es
nicht  vorzieht,  sich  östlich  unter  die  übrigen  Hereros
zu  mischen.

gez.  Leutwein.

—.
Bericht
über  die  Theilnahme  der  3.  Kompagnie  an  dem
Gefecht  bei  Otjunda  am  6.  Mai  1896.

Nach  vollendetem  Aufmarsch  erhielt  die  Kompagnie
  den  Auftrag,  die  auf  dem  feindlichen  rechten
Flügel  gelegene  Werft  zu  nehmen.  Die  Hercros
sollten  in  der  linken  Flanke  der  Kompagnie  vorgehen.


Die  Kompagnie  ritt  mit  Tagesgrauen  durch
ziemlich  dichten  Busch  auf  die  Werft  zu  und  befand
sich  plötzlich  auf  etwa  15  Schritt  vor  einem  dichten
und  hohen  Dornenkraal,  der  einc  ungefähre  Ausdehnung
  von  400  m  hatte  und  ellipsenartig  um  die
ganze  Werft  gezogen  war.  In  dem  Kraale,  einem
sogenannten  Vertheidigungskraale,  befanden  sich  eine
Anzahl  Pontoks,  vier  Ochsenwagen  und  eine  beträchtliche
  Menge  Groß=  und  Kleinvieh.  Ein  Rciter
machte  mich  zugleich  auf  einige  schwarze  Gestalten
aufmerksam,  die  sich  zwischen  dem  Vieh  bei  den
Wagen  und  Pontoks  zeigten.  Auf  diese  gab  ich
zwei  Revolverschüsse  ab,  ließ  die  Kompagnie  absiten
und  die  Pferde  zurück  in  den  Busch  führen.  Die
formirte  Schützenlinie  ging  darauf  sofort  bis  an  die
Dornenhecken  vor  und  seuerte  auf  die  feindlichen
Herero,  welche  aus  ihren  Verstecken  das  Feuer  heftig
erwiderten.  Der  Kampf,  der  von  beiden  Seiten
sehr  lebhaft  geführt  wurde,  spielte  sich  während  der
ganzen  Zeit  auf  der  nächsten  Entfernung  ab,  der  am
weitesten  entfernte  Wagen,  aus  welchem,  wie  auch
        <pb n="550" />
        5

aus  den  anliegenden  Hecken,  am  längsten  und  mit

den  größten  Erfolgen  gefeuert  wurde,  war  kaum
80  m  von  dem  Standpunkte  der  Kompagnie  entfernt.
  Gleich  nach  Beginn  des  Gefechts  fiel  der
Reiter  Graeber,  sowie  der  Bastardsoldat  Flor
Smith,  und  erhielt  Lieutenant  Helm  zwei  Schüsse,
die  ihn  schwer  verwundeten.  Irr.  Nichter,  der
neben  mir  in  der  Schützenlinie  lag  und  selbst  zum
Gewehr  gegriffen  hatte,  verband  die  Verwundeten
in  der  Schützenlinie  im  stärksten  Feuer.  Ich  ließ
nun,  nachdem  die  Seitengewehre  aufgepflanzt  waren,
den  Kraal  öffnen  und  ging  in  die  Werft  vor,  während
  die  Kompagnie  von  drei  Seiten  befeuert  wurde.
In  diesem  Augenblick  erschien  Major  Leutwein,
welcher  die  schwierige  Lage  der  Kompagnie  sah  und
sie  dadurch  zu  erleichtern  strebte,  indem  er  von  dem
anderen  Theile  des  Gefechtsfeldes  zwei  Geschütze
herbeiholte,  welche  nun,  dicht  hinter  der  Schützenlinie,
  unter  ihrem  Führer,  dem  Premierlicutenant  a.  D.
Herrmann,  die  Werft  heftig  beschossen.  Nachdem
das  feindliche  Feuer  in  der  Front  und  in  der  rechten
Flanke  allmählich  zum  Schweigen  gebracht  war
(mittlerweile  hatten  wir  noch  drei  Verwundete:
Unteroffizier  Kaschub,  Gefreiter  Lungershausen,
welch  letzterer  in  der  nächstfolgenden  Nacht  seinen
Wunden  erlag,  und  Kriegsfreiwilliger  Schroeder),
wendete  ich  mich  gegen  die  linke  Flanke,  den  vorerwähnten
  Wagen,  aus  dem  immer  noch  Schüsse
fielen,  und  wollte  diesen  mit  Sturm  nehmen.  Der

 

Herr  Major  ließ  aber  zuvor  noch  das  Geschütz  auf
diesen  einige  Granaten  abgeben,  ordnete  dann  Schnellfeuer

  an,  und  ließ  ich  nun  mit  Marsch-Marsch,
Hurrahl  die  verdächtige  Stelle  nehmen.

Vom  Feinde  fanden  wir  in  dem  Kraale  in  der
nächsten  Umgegend  etwa  20  Todte,  4  Verwundete,
mehrere  Weiber  und  Kinder  fielen  in  unsere  Hände,
ebenso  das  Vieh,  die  Wagen  und  einige  Pferde.

Unsere  Verwundungen  waren  alle  sehr  schwer
und  schienen  zum  Theil  von  Explosionsgeschossen
herzurühren.  «

Es  fielen:

1.  Gefreiter  Graeber,
2  -  Lungershausen
seinen  Wunden  erlegen),
3.  Bastardsoldat  Flor  Smith.
Schwer  verwundet:
1.  Lieutenant  Helm,
2.  Unteroffizier  Kaschub,
3.  4ichefreiwilliger  Gefreiter  Schroeder:  Beinruch.


2.  (in  der

Nacht

gez.  v.  Perbandt,
Premierlientenant  und  Kompagnieführer.

Anlage  3.
Otyombinde,  den  9.  Mai  1896,
4½  Uhr  nachmittags
(  Reitstunde  östlich  Kl.  Okahandya).

Meldung.

Die  Spuren  der  Flüchtlinge  deuten  darauf  hin,
daß  Kahimema  nach  Rietfontein  weiter  geflüchtet  ist.

Weahrscheinlich  haben  ihm  die  hier  sitzenden  Hereros

Der  Herr

Major  schloß  sich  persönlich  meiner  Attacke  an.

Hiermit  war  die  ganze  Werft  in  unseren  Händen,

es  wurde  nur  noch  auf  flüchtende  Feinde  im  Vorterrain

  geschossen,  dann  die  ganze  Werft  abgesucht
und  die  Kompagnic  gesammelt.  Es  war  dies  gegen
8  Uhr  morgens.

Die  Mannschaft  hat  sich  während  des  ganzen
Gefechts  tapfer  und  kaltblütig  benommen,  besonders
will  ich  hervorheben  außer  den  Unteroffizieren  und
Leuten,  die  ich  durch  meine  Vorschläge  zu  einer  Auszeichnung
  nennen  werde,  den  Lieutenant  v.  Ziethen,

der  fast  während  des  ganzen  Gefechts  stehend  in  der
Schützenlinie  seine  Befehle  gab,  trotzdem  auf  uns
Offiziere  am  schärssten  geseuert  wurde,  da  wir  uns
durch  die  blinkende  Söbelscheide  vor  den  Leuten

auszeichneten.
in  unserer  nächsten  Nähe.  Dem  Major  Leutwein
wurde  aus  dem  mehrgenannten  Wagen  ein  Pferd
unter  dem  Leibe  erschossen;  er  war  fast  während

Alle  Todten  und  Verwundceten  fielen

des  ganzen  Kampfes  bei  der  Batteric,  bezw.  dicht

hinter  der  Feuerlinie  der  Kompagnic  zu  Pferde  geblieben.


das  Wasser  verweigert.  Sie  sind  daun  aber  selbst
wohl  auf  die  Nachricht  vom  Gefecht  bei  Sturmseld
westlich  abgezogen.

Wahrscheinlich  ist  ferner,  daß  nur  noch  ein
kleiner  Anhang  bei  Kahimema  ist,  daß  auch  die  Zahl
der  Rinder,  dic  er  vor  seiner  Flucht  auf  Rietfontein
abgeschoben  hat,  nicht  sehr  groß  ist.

Ich  glaube  nicht,  daß  wir  ihn  selbst  noch  einholen
  würden,  namentlich  da  die  Pferde  sehr  schwach
sind,  bis  Rietfontein  aber  soll  es  zweimal  24  Stunden
zu  reiten  sein.

Daher  werde  ich  heute  Nachmittag  5  Uhr  nach
Sturmfeld  aufbrechen.

In  Sturmfeld  werden  die  Pferde  einige  Zeit
Ruhe  haben  müssen,  es  würde  aber  sehr  wünschenswerth
  sein,  wenn  jetzt  schon  gegen  Nikodemus  aufgeklärt
  würde.

Die  Lage  von  Otyombinde  und  Klein-Okahandya
ist  auf  den  Karten  wohl  um  50  km  zu  weit  westlich
  angegeben,  beide  Plätze  sind  nordöstlich  von
Sturmield,  dieses  aber  nord-nord-westlich  von  Goabis.



Gedruckt  in  der  Königl.  Soibnchdruckerci  von  CE.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Verlin  8W,  Kochstraße  68—71.  —
        <pb n="551" />
        Deutsches  Kolonialblatt.

Amtsblatt  für  die  Schutzgebiete  des  Deutschen  Reichs.

heranogegeben  in  der  Solonial-Ablheilung  des  Auswũrligen  Amls.

 

 

VII.  Jahrgang.  Berlin,  1.  August  1896.  Unmmer  15.
Diese  **5*  erscheint  in  der  Regel  am  1.  aund  15.  r*  Monats.  Herfelben  werden  als  Beihefte  beigefügt  die  mindestens  preihmnn  3
erscheinenden:  „Mittheiln  ungen  von  Forschungsreisonden  und  Gelehrton  aus  don  deutschen  Schutzgebieten“,  horausgete  Dr.

v.  Danckelman.  Der  vierteljährliche  Sbonlemmentovrei  iür.  das  #nnalbheaft  mit  den  Beiheften  beträgt  beim  .“  unnnr  ie  Post  Kaeit  ie

Auchhaudlungen  Mk.  3.—,  direlt  unter  Streifband  durch  die  Verlagsbuchhaudlung  Ml.  3.50  fur  Deutichland  und  Oesterreich,  Ungarn,  Mi  4½  für

die  Län  *  de  Leuchs  ann  —.  Einsendungen  und  Aufrane  sind  an  die  Königliche  Hofbuchhandlung  von  Erust  Sieg  junn  Mittler
Sohn-  Berlin  SW  12,  Kochsir  aße  68—71,  zu  richten.  (Eingeltagen  in  der  Zeitungs-  Preisliste  fur  1896  unter  Sarr  191.)

 

Inhalt  Anmtlicher  Theil  :  Geset.  wegen  Abänderung  des  Geseteo  vom  22.  März  1801,  betressend  die  Kaiserliche
Schutztruppe  für  Deutsch-  OÖstafrika,  und  des  Gesetzes  womn  9.  Juni  1895,  betreffend  bie  Kaiserlichen  Schuzteupden

für  Südwestafrika  und  für  Kamerun,  vom  7.  Juli  1896  2  —  Allerhöchste  Verordnung  vom  16.  Juli  1896,
betreffend  die  Unterstellung  der  Säeitteaen  S.  477.  —  rbs  Ordre,  betreffend  den  Eintritt  der  Offiziere
in  die  afrikanischen  Schutztruppen  S.  477  Allerhöchste  Ordre,  betressend  Anrechnung  eines  Kriegojahres  für  die

an  den  Gesechten  in  Asrika  im  Sahre  1895  betheiligt  gewesenen  Osfiziere  und  Mannschaften  S.  478.  —  Nachweisung
der  PBrutto=  Einnahmen  bei  der  Zollverwaltung  für  Deutsch-Ostafrika  für  die  Monate  März  und  April  1896
S.  478.  —  Ernennung  von  Beisitzern  für  das  Kaiserliche  Gericht  deo  Schubgebietes  Kamerun  für  das  Jahr  1896
S.  479.  —  Vertheilungsplan  der  Schutztruppe  und  Landespolizei  von  Deutsch-Ostafrika  am  30.  Juni  1896  S.  480

Nichtamtlicher  Theil:  Personal-Nachrichten  S.  479.  —  Togo:  Ueber  eine  Reise  nach  Misahöhe  und
an  S.  484.  —  Deutsch-Südwestafrika:  Ueber  die  Beendigung  der  Kämpfe  gegen  die  Khanad-Hottentotten

490.  —  Ueber  die  Theilnahme  der  1.  und  2.  Kompagnie  am  Gesecht  bei  Sturmfeld  vom  6.  Mai  1896  S.  492.—

 

Nober.  die  Landungoverhältnisse  in  Tjoalhaubmund  S.  495.  —  Deutsch-Neu-Guinea:  Astronomische  Arbeiten
S.  M.  Vermessungsschiffes  „Möwe“  S.  499.  —  Aus  dem  Pereiche  der  Missionen  und  der  Antisklaverei-Bewegung
  S.  500.  Aus  fremden  Kolonien:  Trägerordnung  für  Ukamba  S.  5  —  Eisenbahn  zum

Victoria:  N#ea  S.  504.  —  Goldküste  S.  504.  —  Britische  Salomons-Inseln  S.  504.  Kutur  im  Kongogebiet
rschiedene  Mittheiungen-  Prüfungs-Ergebnisse  des  Sisalhanis  S.  504.  —  Litteratur  S.  505.
—  Schifsbewegiurgen  S.  505.  —  Verkehrs-  Machrichten  S.  505.  —  Anzeigen.

Amtlicher  Theil.
Gesee;  Perordnungen  der  RKeichsbehörden.

Gesetz  wegen  Abänderung  des  Gesetzes  vom  22.  März  1891  (Neichs-Gesetzbl.  S.  53),

betreffend  die  Kaiserliche  Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika  und  des  Gesetzes  vom

9.  Juni  1895  (Neichs-Gesetzbl.  S.  258),  betreffend  die  Kaiserlichen  Schutztruppen
für  Südwestafrika  und  für  Kamernn.  Vom  7.  Juli  1896.

Wir  Wilhelm,  von  Gottes  Gnaden  Deutscher  Kaiser,  König  von  Preußen  2c.,  verordnen
im  Namen  des  Reichs,  nach  erfolgter  Zustimmung  des  Bundesraths  und  des  Reichstags,  was  folgt:
Artikel  I.
An  Stelle  des  §  1  des  Gesetzes  vom  22.  März  1891  und  des  §  I  des  Gesetzes  vom  9.  Juni
1895  tritt  die  folgende  Bestimmung:

Zur  Afrechterhaltung  der  öffentlichen  Ordnung  und  Sicherheit  in  den  afrilanischen  Schutz
gebieten,  insbesondere  zur  Bekämpfung  des  Sklavenhandels,  werden  Schutztruppen  verwendet,  deren
oberster  Kriegsherr  der  Koaiser  ist.

Artikel  II.
An  Stelle  der  §#§  3,  1,  5,  6  Absatz  2,  §  7  Absatz  1,  S§  11,  16  Absatz  1  und  §  17  des
Gesetzes  vom  22.  März  1851  treten  die  folgenden  Scimmungen

Die  den  Schutztruppen  zugctheilten  beussch-9  Militärpersonen  und  Beamten  scheiden  aus  dem
Heere,  und  soweit  sie  der  Kaiserlichen  Marine  angehören,  aus  dieser  aus,  jedoch  bleibt  ihnen  der  Rücktritt,
        <pb n="552" />
        —  476  —

bei  Wahrung  ihres  Dienstalters,  unter  der  Voraussetzung  ihrer  Tauglichkeit,  vorbehalten.  Die  den  Schutztruppen
  zugetheilten  Beamten  gelten  als  Militärbeamte.
4  84.  ·
.  Hinsichtlich  des  strafgerichtlichen  Verfahrens  gegen  die  den  Schutztruppen  zugctheilten  Militärpersonen
  finden  die  Vorschriften  der  Militär-Strafgerichtsordnung  Anwendung  vorbehaltlich  der  durch  die
besonderen  Verhältnisse  gebotenen  Abweichungen,  welche  durch  Kaiserliche  Verordnung  bestimmt  werden.

5.

In  Betreff  der  Versorgungsansprüche  der  den  Schutztruppen  zugetheilten  Militärpersonen  und
ihrer  Angehörigen  finden,  soweit  sie  dem  Heere  angehörten,  die  Bestimmungen,  welche  für  die  aus  den
Etats  für  die  Verwaltung  des  Reichsheeres  besoldeten  Militärpersonen  gelten,  und  soweit  sie  der  Kaiserlichen
  Marine  angehörten,  die  Bestimmungen  für  die  aus  dem  Marine-Etat  besoldeten  Militärpersonen
mit  den  nachstehenden  Maßgaben  Anwendung.

§  6  Absatz  2.

Die  Entscheidung  darüber,  ob  eine  mit  dem  Dienst  in  den  Schutztruppen  in  ursächlichem  Zusammenhange
  stehende  Dienstbeschädigung  vorliegt,  erfolgt  für  diejenigen  Personen  des  Soldatenstandes,
welche  in  das  Heer  zurückgetreten  sind,  durch  die  oberste  Militärverwaltungsbehörde  des  Kontingents  und
für  die  in  die  Kaiserliche  Marine  Zurückgetretenen  durch  den  Reichskanzler  (Reichs-Marinc-Amt).

§  7  Absatz  1.

Bei  Bemessung  der  Höhe  der  Pension  bleiben  die  Bezüge  in  den  Schutztruppen  ausier  Betracht.
Hinsichtlich  der  Offiziere,  Ingenieure  des  Soldatenstandes,  Deckoffiziere,  Sanitätsoffiziere  und  oberen
Beamten  werden  als  pensionsfähiges  Diensteinkommen  die  Gebührnisse  zu  Grunde  gelegt,  welche  ihnen  nach
ihrem  Dienstalter  und  ihrer  Charge,  bei  Fortsetzung  ihres  Dienstverhältnisses  in  der  Heimath  zugestanden
hätten.  Soweit  sie  in  ihrer  früheren  Stellung  ein  Diensteinkommen  nicht  gehabt  haben,  wird  der  der
Berechnung  der  Pension  zu  Grunde  zu  legende  Betrag  vom  Reichskanzler  bestimmt.

8  14.

Werden  Militärpersonen  nach  dem  Ausscheiden  aus  der  Schutztruppe  wegen  einer  mit  dem  Dieust
in  letzterer  in  ursächlichem  Zusammenhange  stehenden  Dienstbeschädigung  pensionirt,  nachdem  sie  in  den
Dienst  des  Heeres  oder  der  Kaiserlichen  Marine  wieder  übernommen  waren,  so  fällt  die  gesammte  von
ihnen  erdiente  Pension  dem  Pensionsfonds  des  Reichsheeres  bezw.  der  Kaiserlichen  Marine  zur  Last.

§  16  Absatz  1.

Die  in  den  §§  41  ff.,  8§  56  und  §§  94  ff.  des  Gesetzes  vom  27.  Juni  1871  vorgesehenen  Beihülfen
  stehen  den  Hinterbliebenen  auch  dann  zu,  wenn  der  Tod  infolge  einer  militärischen  Aktion  oder
klimatischer  Einflüsse  und  vor  Ablauf  von  sechs  Jahren  nach  dem  Ausscheiden  aus  der  Schutztruppe  eingetreten
  ist.  Ist  der  Tod  infolge  einer  solchen  militärischen  Aktion  oder  klimatischer  Einflüsse  eingetreten,
so  n  diese  als  Kriegsdienstbeschädigung  im  Sinne  des  §  14  des  Reichsgesetzes  vom  13.  Juni  1895
anzusehen.

817.
Oberste  Verwaltungs=  bezw.  Reichsbehörde  im  Sinne  der  Pensionsgesetze  ist  für  die  Schutztruppen
der  Reichskanzler  (Auswärtiges  Amt,  Kolonial-Abtheilung).
Artikel  III.
Hinter  Abschnitt  II  des  Gesetzes  vom  22.  März  1891  wird  folgender  Abschnitt  eingeschaltet:

IIa.  Wehrpflicht.

§  17a.

Durch  Kaiserliche  Verordnung  wird  bestimmt,  in  welchen  Schußgebieten  und  unter  welchen  Voraussetzungen
  wehrpflichtige  Reichsangehörige,  die  daselbst  ihren  Wohnsitz  haben,  ihrer  aktiven  Dienstpflicht
bei  den  Schutztruppen  Genüge  leisten  dürfen.

17b.

Die  in  den  Schutzgebieten  sich  dauernd  aufhaltenden  Personen  des  Beurlaubtenstandes  des  Heeres
und  der  Kaiserlichen  Marine  können  durch  Kaiserliche  Verordnung  in  Fällen  von  Gefahr  zu  nothwendigen
Verstärkungen  der  Schutztruppe  herangezogen  werden.  In  dringenden  Fällen  können  solche  Verstärkungen
vorläufig  durch  den  obersten  Beamten  des  Schutzgebietes  angcordnet  werden.  Jede  Einberufung  dieser  Art
ist  einer  Dienstleistung  im  Heere  oder  in  der  Kaiserlichen  Marine  gleich  zu  achten.

#5m“.  §  172.
Auf  Geistliche  sowie  auf  Missionare  der  in  den  Schutzgebieten  thätigen  Missionsgesellschaften  finden
die  vorstehenden  Bestimmungen  (§§  17  und  17b)  keine  Anwendung.
        <pb n="553" />
        —  477  —

L

In  Betreff  der  Versorgungsansprüche  der  in  den  §§  17a  und  17b  bezeichneten  Militärpersonen
finden  die  Bestimmungen  dieses  Gesetzes  mit  folgenden  Einschränkungen  Anwendung:

1.  Die  Pensionserhöhung  des  §  9  ist  nur  bei  Invalidität  infolge  kriegerischer  Unternehmungen

zu  gewähren,
2.  die  Doppelrechnung  der  Dienstzeit  nach  Maßgabe  des  §  11  findet  nur  für  die  auf  kriegerische
Unternehmungen  entfallende  Zeit  statt.

Treten  die  in  den  §§  17a  und  17b  genannten  Angehörigen  der  Schutztruppen  in  ein  Kapitulationsverhältniß
  zu  diesen  über,  so  fallen  für  das  nunmehr  beginnende  Dienstverhältniß  die  vorstehend
erwähnten  Einschräukungen  fort.

Artikel  IV.
Der  §  2  des  Gesetzes  vom  9.  Juni  1895  wird  aufgehoben.
Artikel  V.

Der  §  4  des  Gesetzes  vom  9.  Juni  1895  erhält  folgenden  Zusatz:

Vorstehende  Bestimmungen  finden  auf  die  bei  der  Landeshauptmannschaft  von  Togo  auf
Grund  von  Dienstverträgen  gebildeten  Truppen  entsprechende  Anwendung.

Artikel  VI.
In  dem  Gesetze  vom  22.  März  1891  erhält  die  Ueberschrift  des  Abschnitts  III  die  Fassung:
„Uebergangs=  und  Schlußbestimmungen.“
Hinter  §  20  tritt  die  folgende  Bestimmung:

21.
Die  näheren  Vorschriften  über  die  Organisation  der  Schutztruppen  werden  vom  Reichskanzler  erlassen.

Artikel  VII.
Der  Reichskanzler  wird  ermächtigt,  die  Bestimmungen  der  Gesetze  vom  22.  März  1891  und
.  Juni  1895,  wie  sie  sich  aus  den  Aenderungen  dieses  Gesetzes  ergeben,  als  Gesetz,  betreffend  die  Kaiserlichen
  Schutztruppen  in  den  afrikanischen  Schutzgebieten  und  die  Wehrpflicht  daselbst,  durch  das  Reichs-Gesetzblatt
  bekannt  zu  machen.
Urkundlich  unter  Unserer  Höchsteigenhändigen  Unterschrift  und  beigedrucktem  Kaiserlichen  Insiegel.
Gegeben  zu  Odde  am  Bord  Meiner  Nacht  „Hohenzollern“,  den  7.  Juli  1896.

d.  s)  Wilhelm  I.  R.
Fürst  zu  Hohenlohe.

Allerhöchste  Verordnung  vom  16.  Juli  1896,  betreffend  die  Unterstellung  der
Schutztruppen.

Ich  bestimme  auf  Ihren  Vortrag  Folgendes:

Die  in  den  afrikanischen  Schutzgebieten  zur  Verwendung  gelangenden  Schutztruppen  werden  dem
Reichskanzler  unterstellt.  In  weiterer  Folge  unterstehen  sie  dem  betreffenden  Gouverneur  oder  Landeshauptmann
  und  demnächst  dem  Kommandcur.  Ob  und  inwieweit  diese  Unterstellung  unter  den  Gouverneur
bezw.  Landeshauptmann  eintretenden  Falles  auf  deren  Stellvertreter  überzugehen  hat,  bestimmt  der  Reichskanzler.
  Sie  haben  hiernach  die  weiteren  Vorschriften  über  Neuorganisation  der  Schutztruppen  zu  erlassen.

An  Bord  Meiner  Yacht  „Hohenzollern“,  den  16.  Juli  1896.

(L.  S.)  Wilhelm  I.  R.
Fürst  zu  Hohenlohe.
An  den  Reichskanzler.

JIch  habe  mittelst  Ordre  an  das  Oberkommando  der  Marine  vom  heutigen  Tage  Folgendes
bestimmt:  Offiziere  Meiner  Marine,  welche  in  eine  der  Schutztruppen  in  Afrika  einzutreten  wünschen,
haben  ihre  diesbezüglichen  Gesuche  auf  dem  Instanzenwege  bei  dem  Oberkommando  der  Marine  einzureichen,
welches  die  Eintragung  in  eine  Liste  bewirkt.  Zum  1.  Januar  und  1.  Juli  jedes  Jahres  sind  diese  Listen
bei  Mir  zur  Vorlage  zu  bringen  und,  nachdem  Ich  dieselben  genehmigt  habe,  dem  Reichskanzler  (Auswärtiges
  Amt)  zuzustellen.  Sie  erhalten  hierdurch  davon  Kenntniß.

Molde,  den  22.  Juli  1896,  an  Bord  Meiner  Yacht  „Hohenzollern“.

(L.  S.)  gez.  Wilhelm  I.  R.
An  den  Reichskanzler  (Auswärtiges  Amt).
        <pb n="554" />
        –  428

Ich  bestimme,  daß  die  folgenden,  von  Theilen  der  Schutztruppen  für  Deutsch-Ostafrika  und
Kamerun  im  Jahre  1895  gelieferten  Gefechte  und  Kriegszüge  im  Sinne  des  §  23  des  Gesetzes,  betreffend
die  Pensionirung  und  Versorgung  der  Militärpersonen  des  Reichsheeres  und  der  Kaiserlichen  Marine  vom
27.  Juni  1871  als  ein  Feldzug  gelten  sollen,  für  welchen  den  daran  betheiligt  gewesenen  Deutschen  ein
Kriegsjahr  zur  Anrechnung  zu  bringen  ist:

1.  Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika:  1.  Gefecht  mit  Sultan  Mutatembwa  von  Kisiba
am  18.  Juli  1895.  —  2.  Gesecht  bei  Limueme  in  Ugalla  gegen  den  Sultan  Taragalla  Gombero  von
Usenji  am  10.  August  1895.—  3.  Kriegszug  gegen  die  Sultane  Mukotani  und  Kislewuka  von  Kyamtura
im  Oktober  1895.  —  4.  Krieg  gegen  Sultan  Lukonge  von  Ost-Ukerewe  im  Monat  November  1895.  —
5.  Gefecht  bei  Kitumbini  am  6.  November  1895.  —  6.  Gefecht  bei  Luawa  am  13.  November  1895.

2.  Schutztruppe  für  Kamerun:  Kriegszug  gegen  die  Bakoko  im  März  und  April  1895.

Drontheim,  den  18.  Juli  1896,  au  Bord  Meiner  Yacht  „Hohenzollern“.
(L.  S.)  gez.  Wilhelm  I.  R.

ggez.  Hollmann,  in  Vertretung  des  Reichskanzlers.
An  den  Reichskanzler  (Reichs-Marine-Amt).

 

HPerordnungen  und  Wikkheilungen  der  Behürden  in  den  Schutgebieken.

Nachweisung  der  Brutto-Einnahmen  bei  der  Zollverwaltung  für  Deutsch-Ostafrika
  im  Monat  März  1896.
(Eine  Rupie  zum  Kurse  von  1,2325  Mk.)

 

Zölle  für

Schlifffahrts.

Neben.

 

 

 

 

 

 

 

 

Holzschlag.  r
Haupt-Zollamt  Ausfuhr  s  Einfuhr  s  Abgabe  Gebühren  Einnahmen  Insgesammt
Rp.  P.]  Np.  P.Np.  P.  RAp.  P.]  Np.  P.]  Np.  P.  —  Mk.  Pf.
—  '  I  «  ·  s
Junge-.  120145927751  65—882389531067244.—-1315409
Pangani  3781  64228816  1410  5  5350  35  3  9495  80
Vagamoyo  .  1488959170144315—3511297533225238—39751»32
Dar-cg-Sacs»n.  3075,59105686055—57805118131323k)w.—16318;25
mum»  4244"11586548191.—593460514»2316750»14-20644163
Mande  4620.28115166300«—6526  9—16271z53-20055»02
Zusmmnen3181410858060E25Zeiss-55914010294996891H58-119419-11
3921091kt71559Mr.488912k.6891s)2k.126921tk.  :
90Pf.  43Pi.  02Pi  64Pf.  12  Pf.

*)  Mit  Berücksichtigung  einiger  Reste  aus  Vorjahren  stellt  sich  die  Gesammteinnahme  auf  119  358  Mk.  92  Pf.
Der  Werth  der  Ausfuhr  bei  sämmtlichen  Stationen  im  März  1896  beträgt  252  440  Rup.  —  311  132  Mk.  30  Pf.
Der  Werth  der  Einfuhr  bei  sämmtlichen  Stationen  im  März  1896  beträgt  562  472  Rup.  =  693  246  Mk.  74  Pf.

Im  Monat  April  1896.
(Eine  Rupie  zum  Kurse  von  1,2725  Mk.)

 

Neben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zölle  für  Schifffahrts.  Holzschlag-Haupt-Zollamt
  Ausfuhr  Einfuhr  Abgabe  GebührenEinnahmen  Insgesammt
Rp.  P.!  Rp.  P.  Rp.  P.  Rp.  P.  !  Rp.  P.]  Npo.  P.  —  Mk.  Pf.
Tanga  703  23904  18  35  —  72  446  263  47  =  11304  53
Pangani  2189  444491  30  10/—  34  04  410448  28
Bagamoyoo  19750  6114213  29  10  —  45  047  174  4  =  56155  29
Dar-es-Salam  2368  04  56  35—  29  41206  2616351  05’  =  20806  74
Kildvoa  5263  1156  57  40  —3293  117  1512800  34  =  16288  66
Mikindani  3173  308346  45  20  —+  1  12  25  41  =  11230  64
Zusammen  33448  40959524  43150—3726  02  2352  159201  45  -12234|6
—  —  *)
42563  Mr.7,.10  M,  741  Mk.  22  Mk.
56  Pf.  15  Pf  88  Pf.  37  M.  W  Pf  P

*)  Mit  Berücksichtigung  einiger  Reste  aus  Vorjahren  stellt  sich
Der  Werth  der  Ausfuhr  bei  sämmtlichen  Stationen  im  April  1896  betrug  291  570  Rup.  =  351  022  Mk.  83  Pf.
Der  Werth  der  Einfuhr  bei  sämmtlichen  Stationen  im  April  1896  betrug  628  792  Rup.  =  800  137  Mk.  82  Pf.

die  Gesammteinnahme  auf  120  234  Mk.  18  Pf.
        <pb n="555" />
        479

Ernennung  von  Beisitzern  für  das  Kaiserliche  Gericht  des  Schutzgebietes  Kamerun
für  das  Jahr  1896.7)
Für  das  Jahr  1896  sind  zu  Beisitzern  des  Kaiserlichen  Gerichts  des  Schutzgebictes  ernannt  worden:

seto  —

.der  Hauptagent  Scholz,  wohnhaft  in  Kamerun,
.der  Missionar  Süvern,  wohnhaft  in  Kamerun,
.der  Kaufmam  Hartenstein,  wohnhaft  in  Kamerun,
der  Oberlehrer  Christaller,  wohnhaft  in  Kamerun,

und  als  deren  Stellvertreter:
.der  Kaufmann  Waldau,  wohnhaft  in  Rio  del  Rey,
.  der  Missionar  Wedel,  wohnhaft  in  Kamerun,
4  der  Pater  König,  wohnhaft  in  Kribi,
der  Maschinenunteringenieur  Schittenhelm,  wohnhaft  in  Kamerun,

.#der  Hauptagent  Weiler,  wohnhaft  in  Kamerun,
.der  Missionar  Bohner,  wohnhaft  in  Kamerun,
.der  Baubeamte  Drees,  wohnhaft  in  Kamerun,

1
2
3
4.
und  zu  Beisitzern  des  Kaiserlichen  Obergerichts  für  Kamerun  und  Togo#=1

2
3
4

.der  Herr  Präfekt  Vieter,  wohnhaft  in  Kribi,
und  als  deren  Stellvertreter:

#—

.  der  Missionar  Scholten,  wohnhaft  in  Lobethal,
.  der  Assistenzarzt  Dr.  Doering,  wohnhaft  in  Kamerun,
.  der  Kaufmann  Lange,  wohnhaft  in  Victoria,
1.  der  Kaufmann  Maas,  wohnhaft  in  Kribi.

Perlspnalien.
Der  Direktor  der  Kolonial-Abtheilung  des  Auswärtigen  Amtes,  Wirkliche  Geheime  Legationsrath

Dr.  Kayser  hat  seinen  Sommerurlaub  angetreten.

VVVVVVYVVVFVVYVVVVYVVYVYVVTVYVYTVTT  YTVY  TTYTVYFTYTVY  VV0VYTTYVYT  T  VT]  TYT  YTTTT  TTYTVYNYN]  VW  WVWVWVVVVVV

Nichtamtlicher  Theil.

Hersnal-Machrichten.
Deutsch-Oslafrika.
Der  Ingenieur  H.  Küster  kehrt  nach  Ablauf
seines  Urlaubs  nach  Dar-zes-Saläm  zurück.
Der  Hauptzollamtsvorsteher  P.  Kaerger  ist  telegraphischem
  Bericht  zufolge  leider  plötzlich  verstorben.

Der  in  den  Dienst  des  Kaiserlichen  Gouvernements
  getretene  Maschinist  J.  Busse  reist  mit  nächster
  Gelegenheit  nach  Dar-es-Saläm  ab.

Nach  telegraphischem  Berichte  ist  der  Bczirksamtmann
  von  Langenburg  v.  Eltz  infolge  von
Schwarzwasserfieber  dort  verstorben.  Er  war  erst
in  den  Diensten  der  Deutsch-Ostafrikanischen  Gesellschaft,
  später  bei  der  Wissmannschen  Dampferexpedition
  thätig,  bevor  er  in  den  Dienst  der
ostafrikanischen  Verwaltung  trat.  Während  seiner
Dienstzeit  hat  sich  der  Verstorbene  stets  als  ein
pflichtgetreuer  Beamter  erwiesen,  er  hat  die  Station
Langenburg  größtentheils  aufgebaut  und  sich  in  seiner
Thätigkeit  die  besondere  Anerkennung  der  Missionare

*)  Vergl.  Deutsches  Kolonialblatt  1895,  S.  222.

 

wegen  seiner  humanen  Behandlung  der  Eingeborenen
erworben.  Für  seine  Verdienste  in  Bekämpfung  des
Sklavenhandels  hat  ihm  Ihre  Majestät  die  Königin
von  Großbritannien  die  Antisklaverei-Medaille  verliehen,
  eine  Auszeichnung,  welche  nicht  mehr  in  seine
Hände  gelangt  ist.

Zufolge  einem  Bericht  von  der  Station  Mpapua
wurde  in  der  Landschaft  Usiome  der  dort  als  Vertreter
  der  Handelsfirma  Köther  &amp;amp;  Sixdorf  thätige
frühere  Matrose  Henning  von  Ufiomeleuten  infolge
Streitigkeiten  wegen  Stellung  von  Trägern  erschlagen.

Ramerun.
Der  als  Materialienverwalter  für  den  Dienst  des
Kaiserlichen  Gonvernements  angenommene  Bautechniker
Karig  tritt  demnächst  die  Reise  nach  Kamerun  an.

Der  Stationsleiter  Leuschner  hat  einen  Heimathsurlaub
  angetreten.

Der  Zimmermann  L.  Nüsse,  welcher  als  Bauaufseher
  in  den  Dienst  des  Kaiserlichen  Gouvernements
  getreten  ist,  tritt  demnächst  die  Reise  nach
Kamerun  an.

(Fortsetzung  auf  Seite  484.)
        <pb n="556" />
        Nr.

480  —

Vertheilungsplan  der  Schutztruppe  und  Landespolizei

Anmerkung:  k  hinter  dem  Namen  =  krank,  c  hinter  dem  Namen  =  kommandirt,

Zahl- 



 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

#
dom-  —  S
der  Garnison—  Kom=  Ober-Kom-  LieuOber-  Ober  Ser-  Unter-1
  man-  pagnie-  —  Aerzte,  meister-feuer=  Feldwebel  »
Kom-  ort  deur  führer  6  tenants  ärzte  =  1.  geanten  offiziere
pagnie  führer  S  assp  werker
I.  Schutztruppe.
—  v.  Leue  *  —  S—  )r.  SKieferle  Engel-,U—  Langen-770½
Nata-  Fischer  c  2  Bludausss  Tröger  hardt  kemper  Rittere-Stab
  Dar-es-  mer  n  Hofft  Meusere
Saläm
—
Moschi  —  —  —  MerkerDO—  Dr.  Eggel-4Körner  11—  —  Bartsche  —
1  Marangu  —  —  —  v.  Stuemer—.—  —  —  —  —  —  —  Reisewit
Kisuani  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  Lenibcke  —  —
Dr.  Stier-u  1i  n  —  —  Hammer-2.
  Perondo  —  —  Prince  —  —  —  üing  Winkler  —  meister
E.  II  78#—  Gorit.
7.  crulales  -JalduL  —-  —  —  mann  —  —  —1  —  —  —  Guurn  E  #c-:
v.  lieringe  liehhardt
dilimati  —  —  dlechStadl  UPr.  Nein-  9  ¼  —  Ganzer
Kilimatinde  Podlech  aur  hardt  Körner  II  Krauß  Peschle-4.
  E  I  *  E  EH  ——
.  .  Slib
Mpapua  —  —  —  Glauning—  —  —  —  1  —  —  —  8  9
Auf  dem  Marsch  .-nach
  Dar-es—  —  —  ueKleit  —  —  —  ,  —  —  —  —
Salam  I  E0
5.  Ulanga  —  —  —  v.  Stocki—  I  —  —  —  —  —  Spiegel  —  Stephan
Dar-es  Wulif.
Sala  —  —  —  Vrosig  —H  —  —  —  —  HHentschell  Einögg  oo
Knaust
6.  Kilwa  —  —  —  Kuhlmann  ——  Ollwmig  —  —  —  —  FrischmuthHerdecke
*
7  lPangani  Kkiclncuer  70.  —  —  —  —  »  ,««»,.«».
.  -·sj»«  —  —-  —  ««»«·«,"se«-—s(·,».e,,»  ««««««««,«m«ku
.  .  Jahn
8.  Lindi  —  —  Fromm  Schor  en.  —  —  —  —  —  —  —  Lachenmair

....  ,  —  —  —  ..  —  Ullmann
9.  Udjidji  —  —  Ramsay  Fonck  II  —  vösenann  —  Köhler  Muller
Fri  *
10.  Tabora  —  —  —  Jany  1—  Dr.  —  Füüch  —  Markgraf  Sydow  —
Passavant  Drewes  -  7
11.  Bukoba  —  —  —  Kollmann——  —  —  —  —  —  Salomon  —
        <pb n="557" />
        von  Deutsch-Ostafrika  am  30.

481

Inni  1896.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1
hinter  dem  Namen  und  bei  den  Ziffern  =  siehe  Bemerkungen.  e  auf  Expedition  Usegua.
83  *7  —  —  —  —
Ober-  “  2  Far  B  ige
-  ..  malgeic-:-·«Eg  Ashrcs  Armirun
5  ehül  —.  —  g  Bemerkungen
gehülsengehn  fen  Schreiber  -  —  r  regu=  irre-  *
—  1  läre  guläre
I.  Schuntruppe.
.  Art.  Depot:
—  Schirpkes  Feldwebel  —  Unruh  —  —  —  —  ½  ial.  Berggeschütze  6,7  em  *  Ko
Hegewald  apelt  Nic  1-  laschinengene  dompagnieführer  Leue  uf  dem
Boolland  unterofiz  3  Maschinengewehre  Marsch  nach  Dar-es-Salam
Srriebel-  5  Revotvertanonen  *  davon  an  die  Flottille  ab-«
  *u
—  si—  wird  reparirt
1  Maxim-Gun  2/)  unbrauchbar
—  —  —  —  ——  1  1  Berggeschütz
7  87  1  r*  em
1  Schnellladekanone  —
—  —  —  —  —  151  —  1  27  3  „7  em
1  Schnellladekanone
KHHW  **2-p  4,7  em  —
—  —  —  —  —  —  1  20  —  —  —  —
—  ·  1  ital.  Berggeschütz
—  —  —  —1  5  11111  ,-1Maschinengeweht
  8  mm
—  erner  —  Lital.  !—
—.  —  —  —  145  —  n  *  Rest  der  5.  Komp.  i
l  lxslasestrnewui  8«««  np.  attachirt
1  ital.  Zer  eschü  Zahlm.  As
—  —  —  —  —  s  119  s  schütz  W  sp.  grner  u.  zinnter
"  1  eiineer  n  4  boaht  ain
—  —  (  en  zur  Küst
Wiest*  .  1  1  Nordenseltgeschuh  *  Oberl  S
ies  Aimer  —  —  —  151  —  6  40  —  1chnellladekanone  1  erlazarethgehülfe  Wiest
7  em  ommt  zur  Küste
—  —  —  —  ——  1  5  61  —  —
Prinage  —  —  —  —11  —  561  5  2  –
—
—  —  —  —  —  11  2°  4  31  "„  11  —  *1  Esfendi  beurlaubt
—  —
—  —  —  —  —J  1  8  111  4  leichte  FeldgeschüzeSergeant  Frischmuth  ist  nach
1  K/73  Dar-es-Salam  besonlen
—  —  —  —  —  1  6  10  7  1  Maschinengemenn
l
—  Früchte-  ·  2P  leichte  Feldgeschü
nicht  —  —  15  1  4  106  5  4  Weeschüte.
i  «,l...
—  euffer*  —  —  —.—  Arzt  Hösemann  und  Laz.  Geh.
Pfeuff  8  113  4  —  Pfeuffer  auf  dem  Marsche  nach
—  ·  Udjidji
1  Schnelll
Weidner  —  —  —  K  —  8  133  6  ch  adelanone  2rcrsgeralderen  Frilsch  ist  nach
1  Schnellladekanone  Zoblmeisteralpirant  Zickendratb  kommt
.  4,7  cm  wegen  Urlaubsankritts  zur  Küste
"  ..  s  kocssacckosssenklaa
onrockkNawyk  —  —  ———  1  Maschinengewehr  EE—  S--Saläm  beo
3  56  44  8  nns  vJ  l  u  e  Ahen  *iW(lWW2  iner

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

auf  dem  Marsche  nach  Bule
        <pb n="558" />
        —  482

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nr.  8
der  Garnison-Kom?Oberom-  Lieu-  Ober-  S  Zahl.  sOber-·  „  Ser—  Unterman-
  pagnie=  —.  Aerzte  meister=  seuer=  Feldwebel  „
Kom-  ort  deur  fübrer  tenantsärzte  =  geanten  offiziere
pagnie  führer  5  S  aspirantenwerker
11.  Muanza  —  —  Herrmann  —  —  JZupitza  —  —  —  —  —  daisi
12.  Kilossa  —  —  —  Fugger—  —  Dr.  Berg—  Stamm  —  —  —  en
v.  Glött
Langenburg—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —
.  ..  v.
Aus  Expedition  Trothal  —  —  —  ——  —  —  —  —  Kamp  —  —
Zusammen  1  1  7  19  1—  11  1  8  1  8  11  25
II.  Landespolizei.
Tanga  —  —  —  —  —  —  —  —  —  FeldmannHaiblek
Masinde  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  Jaenle  —
Pangani  —  —  —  —  —  4—  —  —  —  —  —  —  Grimm
Saadani  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  Petrowitz
Gaert-  ..
Bagamoyo.  —  —  —-  —  —  ner  —  —  —  —  Krause  —  —
Dar-es-Salüm  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  Mutter  —  —
Kisaki  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  Bittner
F
—  —  Frhr.  v.  —  ——  —  —  —  —  —  —
Kilwa  Eberstein  Pfendtner
Donde  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  Lustig  —
Mikindani  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  Kayser  —  —
Langenburg  —  —  —  —  ——1  —  —  —  Haegele  —  —
Zusammen—  —  1  —  —  1  —  —  —  —  4  3  5
III.  Beurlaubt  nach  Europa.
Frhr.Charisius  Dr.  Dr.  Teppe  Nymarzig]  Steinmetz  Mergarten
—  —  —  pHo.  Schrenck  Schlobach—Schwe-5Koerfer  —  Kreseldt  ein=  Sommer
v.  Notzing  Nachtigall  singer  Dr.  Simon  Jost  g  9
Langheld  Böhmer  Arning  Feist  Hartmann]Benkewitz
Johannes)j#v.  Vercken  Kuhnen  WallnerNichter
SchernerStenzler  HenschkeMerkl
Fonck  I  Frahm
v.  Grawert
Engelhardt
Storch
v.  d.  Mar-,
  ,  witz
Zusammen—  —  I  4  11  —  1  3  —  5  —  I  5  7  1
        <pb n="559" />
        483

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2  1b
Ober-  -·«  H  HL  Farbige
i  Lazareih-  tiue  *5  Aslaris  Armi  B  t
zareth-  obli,  ig  535  z  z2,.  Char-  Askaris  Armirung  emerkungen
gehülsen  gehülfen  Schreiber  s  Esfendi  1.  e  regu  irre-—
  62  s  läre  guläre
—  —  —  —  —  —  4  43  37  1  Schnelladekanone
"  1  l  1  Maschinengewehr
—  —  —  —  55  43  —  zmm
*!70  1  Schnellladekanone
6  4,7  cm
—  —  —  —  —  —  —  —  —  50  —.
Sauer=  ".
T  —  g  ihexZ  31  —
4  8  3  —]3102  1391  185  40
II.  Landespolizei.
Offen-Scharfen  o  4mleichte  Feldgeschütze
wangerberger  4  3  —  K//3
——  öä—  —
—  —  —  —  —  8  5  Bootskanonen
1  24  —  8  em
—  —  —  —  —  2  leichte  Feldgeschütze
11  K/73
—  ä  —  —  —  —  r  3  leichte  Feldgeschütze
Hächer  #  as  —  *l„  sr%
4  leichte  Feldgeschütze
—  —  —  —  —  —  1  2  53  —  73
1  1  Nevolverkanone  3,7cm
—  —————
ꝛ  I  2  leichte  Feldgeschütze
Voellner  —  —  —  —  ——  1  25  —  h  7n  *et
FJTNJ  —
2  2  —  —  —  —  2  20  281  —  21
III.  Beurlaubt  nach  Europa.
Wülfing  Benz  Oberlaza  —  —  —  1  –  —  —  —
Loegel  Kleisch=  rethgehülse  1
mann  Herbsleb
Schuster
1
2  3  1  —  —  —  —  —  —
        <pb n="560" />
        —  484  —

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

KomDOber=  KomLien=  Obe-  JZNuahl=  Dber-  Ser=  Unter—
Garnisonort  man-ührer  bagnie-  D5  Aerzte  meister=  seuer-Feldwebel  .
deuctmetn  tcnantgzmztc  3,«-  geantenoffiziere
führer  5  aspiranten/werker
Kommandirt.
—  —  —  Fischer,  —  —  —  —  —  —  —  —  Meuser  Ritter
Verlin  zum  zum  Art.
[Eisenbahn-Depot
skommando
Krank
—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  Haible  /
—  Hopp
Retgritulatien.
I.  Schutztruppe.  1  1  7  19  —  1  8  1  8  11  25
II.  Landespolizei  —  —  1  —  —  1  —  —  —  4  3  5
Beurlaubt  —  —  4  11  —  1  —  5  —  5  7  1
Zusammen  1  1½  12  30  1  1  2  14  —  1  13  1  1  1  17  1  21  1  31
Vogo.  An  Stelle  des  aus  dem  Dienste  der  Koaiserlichen

Der  zum  Auswärtigen  Amt  kommandirte  Pre=  Landeshauptmannschaft  ausscheidenden  Zollbeamten
mierlieutenant  v.  Doering  ist  aus  Togo  nach  Gropp  ist  der  Zollassistent  Weikusat  nach  dem
Europa  zurückgekehrt.  Schutzgebict  abgereist.

«  An  Stelle  des  abgereisten  „Postserretär  Choms  Südwestafrira.

idae  Postpraktikant  O.  Rüter  nach  Klein-Popo“  Der  als  landwirthschaftlicher  Beirath  und  Ober-«

  landmesser  in  den  Dienst  der  Kaiserlichen  Landes-Der

  Stationsleiter  Dr.  Gruner  ist  Anfang  hauptmannschaft  getretene  Königliche  Oberlandmesser

Mai  d.  Is.  vom  Urlaub  nach  Togo  zurückgekehrt  Dürrling  hat  die  Reise  nach  Tsoakhaubmund  anund
  hat  Ende  des  Monats  die  Reise  nach  den  getreten.

Stationen  im  Innern  angetreten.

Warsball-  Inseln.
Der  Techniker  Stöhr  ist  Anfang  Imi  d.  Js.  Der  in  den  Dienst  der  Kaiserlichen  Landeshauptvom
  Urlaub  wieder  eingctroffen.  mannschaft  getretene  Schiffer  Knoth  tritt  die  Reise

 

nach  Jaluit  an.

Nachrichten  aus  den  deukschen  S##zukgebieken.

(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  theilweise  nur  mit  Quellenangabe  gestattet.)

Togv.  der  Bevölkerung  schon  längst  mit  Ungeduld  erwar-·
  ·  »»  teten  Besuch  endlich  zur  Ausführung  zu  bringen
Ueber  eine  Reise  nach  Misahöhe  und  Kpandu  und  bei  dieser  Gelegenheit  die  durchweg  freundlichen
berichtet  der  Kaiserliche  Landeshauptmam  Köhler  Beziehungen  zwischen  der  Regierung  und  den  Häuptunter
  dem  14.  Februar  d.  Is.  Folgendes:  lingen,  sowie  der  dazu  gehörigen  Bevölkerung  zu
Die  Expedition  hatte  in  der  Hauptsache  den  bflegen  und,  wenn  möglich,  noch  mehr  zu  festigen.
Charakter  einer  Orientirungsreise  nach  dem  für  die  Nach  beiden  Richtungen  hin  darf  ich  mit  Genng-Entwickelung
  des  Handelsverkehrs  so  wichtigen  Westen!  thuung  feststellen,  daß  das  Ergebniß  der  Reise  ein
unseres  Schutzgebietes.  Ich  verband  indessen  gleich-  durchaus  befriedigendes  gewesen  ist.
zeitig  den  weiteren  Zweck  damit,  den  von  früheren  Ich  brach  am  18.  November  v.  Is.  von  Lome
Verwaltungschefs  wiederholt  angekündigten  und  von  auf.  In  meiner  Begleitung  befanden  sich  die  Herren
        <pb n="561" />
        485

 

Farbige

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2  2
Ober—  Statg.  S
Ober—-  Lazareth-Eiats  e2  ..  .
lazareth-  bul  mäßige  z25121..  Char-  Akaris  Armirung  Bemerkungen
gehülsen  gehetlenSchreiberKssfendi  gen  regu=  irre-—
  B  |  läre  guläre
Kommandirt.
—  —  —  —  —  11*81  —  —  —  —  —  *  zum  Bezirkoamt  Dar-es-Salam
l  I
Krank.
Scharsen-  ——-u*.  1  *  —  *  4)  Lazareth  Dar-zes-Saläm
Schirpke)  —  7  Lazareth  Tanga
Rekapitulation.
4  8  3  —  3  5  2  102  1391  185  40
2  2  —  —  —  —  20  281  —  21
2  3  1  ———.  —
s  3  4  „  son  1672  1855  61  I

Premierlieutenant  v.  Carnap-Quernheimb  und

Lieutenant  Frhr.  v.  Seefried,  sowie  die  Vertreter

zweier  kaufmännischer  Firmen,  deren  Bitte,  sich  mir
anschließen  zu  dürfen,  ich  gern  gewährte.  Sah  ich
doch  darin  ein  erfreuliches  Zeichen,  daß  sich  der
Unternehmungsgeist  in  Lome,  in  dem  Vertrauen
auf  eine  gesunde  Weiterentwickelung  des  Schutzgebietes,
  endlich  zu  regen  beginnt  und  daß  man  gelernt

  zu  haben  scheint,  daß  der  Kaufmann  selbst

mithelfen  muß,  das  Land  zu  erschließen,  und  daß  es

für  ihn  selbst  förderlicher  ist,  die  Quellen  des
Handels  aufzusuchen  und  für  sich  nutzbar  zu  machen,
als  an  der  Küste  sitzend  über  mangelhaften  Geschäftsgang
  zu  klagen  und  dem  Schicksal  zu  überlassen,  ob
der  Landesprodukte  herbeibringende  Eingeborene  zu.
ihm  kommt  oder  zu  dem  nebenan  wohnenden  Konkurrenten.
  In  Gbin,  3  bis  4  Tagemärsche  von
Lomc  entfernt,  schloß  sich  uns  noch  der  Inhaber
einer  dritten  Firma  an.  Wir  zählten  nun  sechs  Weiße
und  mehrere  Hundert  Träger,  eine  slattliche  Karawane,
  wie  sie  vorher  das  Schutzgebiet  noch  nicht
gesehen  hatte.

Von  Soldaten  der  Polizeitruppe  begleiteten  mich
nur  7  Mann,  welche  die  Wache  bei  meinem  Zelt
und  den  um  dasselbe  aufgestapelten  Lasten  zu  überwohl

  kaum  eine  zweite  Straße  im  Innern  des  tropischen
  Afrika  an  die  Seite  gestellt  werden  kann.

Vor  etwa  Jahresfrist  wurde  dem  Endpinkte  der
Straße,  Hodunu,  von  Misahöhe  aus  ein  gleicher
Weg  entgegengebaut,  welcher  gegenwärtig  etwa  eine
halbe  Stunde  über  Agome-Palime  hinaus  gediehen  ist,
so  daß  noch  ungefähr  zwei  starke  Tagemärsche  dazwischen
liegen,  welche  auf  Buschwegen  mit  ihrer  tiefliegenden,
scharfkantigen,  schmalen  Spur,  die  dem  Europäer
das  Marschiren  außerordentlich  erschwert,  zurückgelegt
werden  müssen.

Etwa  eine  halbe  Stunde  hinter  Lome,  da  wo
der  sandige  Küstenboden  von  der  meist  trockenen
Lagune  begrenzt  wird,  beginnt  der  tiefroth  gefärbte

laterithaltige  Lehmboden,  welcher  nur  strichweise,  an
tiefer  gelegenen  Stellen,  mit  einer  hellen  Sandschicht

nehmen  hatten.  Ich  hatte  absichtlich  nur  eine  so  "

geringe  Anzahl  mitgenommen,  um  von  vornherein
den  theilweise  noch  recht  verängstigten  Eingeborenen
jeden  Argwohn  zu  nehmen  und  ihnen  den  friedlichen

  Charakter  meines  Besuches  deutlich  vor  Augen

zu  führen.

Die  Expedition  verfolgte  von  Lome  aus  die  neuerbaute
  Handelsstraße,  welche  jetzt  bis  Hodunu  fertiggestellt
  ist.  Sie  hat  eine  Breite  vom  5  m  und  ist
mit  einer  Sorgfalt  angelegt  und  gepflegt,  daß  ihr

überdeckt  ist,  während  weiter  im  Innern  vielfach
auf  grauem  Thon  oder  gelblichem  Lehm  gelagerter
Humus  angetroffen  wird,  der  sich  sofort  durch  die
üppige  Vegetationsdecke  bemerkbar  macht.  Unmittelbar
hinter  der  von  einem  regierungsseitig  angelegten
Damm  durchkrenzten  Lagunc  macht  der  Weg  plötzlich
eine  geringe  Steigung  und  führt  von  nun  ab  in  fortwährendem
  Auf  und  Nieder  durch  mehr  oder  minder
welliges  Terrain,  bis  er  in  allmählichem  Ansteigen
das  schon  mehr  den  Charakter  eines  Gebirgslandes
tragende  Agomegebiet  erreicht  hat.  Die  Unterschiede
zwischen  den  meist  von  Nordost  gegen  Südwest
streichenden  Anschwellungen  und  den  dazwischen  liegenden
  Terrainmulden  sind  zuweilen  nicht  unbeträchtlich
  und  sollen  an  manchen  Stellen  80  bis
100  m  betragen.

Was  die  Bodenbedeckung  anlangt,  so  bietet  die
durchwanderte  Landschaft  ein  fortwährend  wechselndes
Bild.  Bis  zu  einer  Entfernung  von  ctwa  50  km
        <pb n="562" />
        —  486

von  der  Küste  herrscht  dichter  Busch  vor,  jedoch
vielsach  unterbrochen  durch  reizvolle  Parklandschaften
und  durch  das  von  Westen  nach  Osten  sich  hindurchziehende
  werthvolle  Oelpalmengebiet.  Von  Kewega
bis  Klonu  und  späterhin  jenseits  des  Agomegebirges
in  der  Voltaniederung  tritt  an  die  Stelle  des
Busches  die  trostlose  Savanne,  mit  ihrem  hohen,
jede  Fernsicht  verhindernden,  schilfartigen  Grase  und
den  inselartig  in  derselben  auftretenden  Baumgruppen,
welche  letzteren  sich  an  den  Rändern  der  Bachläufe
zu  dichten  Galeriewäldern  entwickeln  und  durch  den
kühlenden  Schatten,  den  sic  spenden,  dem  erschlafften
Wanderer  ein  willkommenes  Nastplätzchen  gewähren.
Das  Gebiet  zwischen  Klonn  und  Agome-Palimc,  die
Berglehnen  des  Agomegebirges,  sowie  die  zahlreichen
tief  eingeschnittenen  Thäler  des  letzteren  sind  mit
üppigem  Hochwald  bestanden,  welchem  die  unermeßlich
  hohen  Bäume  von  tadellosem  geraden  Wuchse,
das  undurchdringliche  großblätterige  Laub,  die  kühn
von  Ast  zu  Ast  sich  schwingenden  Lianen  und  endlich
  die  noch  in  größerer  Menge  auftretende  Oelpalme
  das  typische  Gepräge  eines  tropischen  Urwaldes
verleihen.

Die  zahlreichen  am  Wege  gelegenen  gut  bearbeiteten
  Farmen  ließen  nicht  nur  erkennen,  daß
die  Eingeborenen  ein  beachtenswerthes  Geschick  für
die  Bebauung  des  Bodens  besitzen,  sondern  daß
auch  die  Fruchtbarkeit  des  lehteren  eine  sehr  beträchtliche
  sein  muß,  und  daher  eine  Ackerwirthschaft  in
größerem  Maßstabe  reichlich  lohnen  würde.  In  der
Küstenregion  beschränkt  sich  der  Anban  fast  nur  auf
Mais,  Kassada  und  Yams,  während  weiter  im
Innern  noch  Reis,  Erdnüsse  und  Guineakorn  hinzutreten.
  Der  von  den  Eingeborenen  mit  gutem  Ersolg
  betriebene  Ackerbau  bewegt  sich  leider  nur  in
sehr  bescheidenen  Grenzen,  während  ungemessene
Landstriche  im  Naturzustande  brach  daliegen  und
ihrer  Urbarmachung  harren.  Die  Arbeitsamkeit  gehört
  nun  einmal  nicht  zu  den  starken  Seiten  des
Negers;  er  verwendet  daher  auf  die  Bebauung  des
Bodens  nicht  mehr  Fleiß  und  Sorgfalt,  als  die
Beschaffung  des  eigenen  Lebensunterhaltes  gerade
erfordert.  In  Bezug  auf  die  Abwechselung  in  der
Ernährung  sind  seine  Bedürfnisse  außerordentlich
geringe,  in  Bezug  auf  die  Menge  dagegen  um  so
größer.  Der  Eingeborene  ist  im  Stande,  den  ganzen
Tag  mit  Essen  zu  verbringen,  und  da  die  von  ihm
mit  Vorliebe  gezogenen  Bodenprodukte  einen  hohen
Nährwerth  besitzen,  so  macht  die  Bevölkerung  durchweg
  einen  recht  wohlgenährten  Eindruck.  Hungergestalten.
  wie  man  sie  in  Südwestafrika  so  häufig
antrifft,  sind  mir  hier  niemals  zu  Gesicht  gekommen.

Da  dem  Neger  ferner  der  Begriff  „Zeit“  unbetannt
  ist,  so  geht  die  Kultivirung  des  Bodens  nur
in  langsamstem  Tempo  vorwärts.  Es  ist  ihm  dabei
völlig  gleichgültig,  wieviel  Monate,  ja  zuweilen
Jahre  er  braucht,  bis  er  ein  Stück  Land  ausgerodet
  und  in  aubaufähigen  Zustand  gebracht  hat.
Bemerkenswerth  ist  jedoch,  daß  der  Eingeborene

 

andererseits  die  Mühe  nicht  scheut,  einen  Theil  des
dichtesten  Urwaldes  urbar  zu  machen,  da  er  wohl
weiß,  daß  der  humusreiche  Waldboden  bedeutend
ertragfähiger  ist  als  derjenige  der  Savannc.

An  diesen  den  Negern  angeborenen  Eigenschaften
werden  die  Versuche,  dieselben  zum  Massenanbau  von
Kolonialprodukten  des  Weltmarktes,  wie  Kaffec,
Tabak,  Kakao,  Kokos,  Baumwolle  2c.,  zu  bewegen,
sicherlich  noch  auf  Generationen  hinaus  heftigen
Widerstand  finden.  In  der  Nähe  der  Küste  freilich
macht  sich  die  Berührung  mit  den  Weißen  und  die
Wirkung  der  von  diesen  ausgehenden  Unternehmungslust
  in  den  von  wohlhabenderen  Eingeborenen  angelegten
  umfangreichen  Kaffee=  und  Kokosnußplantagen
  bereits  deutlich  bemerkbar.  Wenige  Stunden
von  der  Küste  entfernt  verschwinden  jedoch  diese
erfreulichen  Spuren  eines  erweiterten  Blickes,  die
Bewohner  leben  nur  noch  von  der  Hand  in  den
Mund,  ohne  Sorge  für  den  folgenden  Tag  oder  die
fernere  Zukunft.  Ich  habe  mich  über  diesen  Punkt
öfter  mit  anscheinend  verständigeren  Eingeborenen
unterhalten,  war  aber  überrascht,  mit  welcher  Uebereinstimmung
  mir  stets  die  gleichen  Entschuldigungsgründe
  entgegengehalten  wurden.  Ihre  Eltern  hätten
für  sie  nicht  gesorgt,  erklärten  sie  rundweg,  und  ihre
Kinder  müßten  daher  ebenfalls  zusehen,  wie  sie  sich
durchs  Leben  schlügen.  Die  Mutter  Erde  lohnt
eben  hier  die  auf  ihre  Bearbeitung  verwandte  kaum
nennenswerthe  Mühe  so  reichlich,  daß  der  Bewohner
zeitlebens  jeder  Noth  überhoben  ist.

Nur  in  dem  im  Bezirke  Misahöhe  gelegenen
Dorfe  Kuma  scheint  sich  ein  frischerer  Geist  Bahn
gebrochen  zu  haben,  wie  die  dortselbst  von  den  Eingeborenen
  angelegten  Kaffeeplantagen  erkennen  lassen.
Obwohl  den  Bewohnern  von  Kuma  bisher  jede
Anleitung  für  solche  Kulturen  fehlte,  soll  der  dort
gewonnene  Kaffee  doch  von  recht  schmackhafter,  jedenfalls
  von  export=  und  marktfähiger  Onalität  sein.
Leider  waren  die  Kumaleute  infolge  des  geringen
Preises,  der  ihnen  von  den  Faktoreien  geboten  wurde,
bereits  sehr  entmuthigt,  sich  dem  Kaffeebau  noch
ferner  zu  widmen.  Hoffentlich  gelingt  es  trotdessen,
das  Interesse  der  Bevölkerung  für  nutbringende
Kulturen  zu  wecken.  Ich  verspreche  mir  in  dieser
Richtung  von  der  Mission  des  Wanderlehrers
Weeckel,  welcher  sich  gegenwärtig  im  Innern  aufhält,
  einen  günstigen  Erfolg.

Die  geringe  Mühe,  welche  die  Beschaffung  des
nothwendigen  Lebensunterhaltes  verursacht,  die  überaus
  reichlichen  Erträgnisse  des  Bodens,  verbunden
mit  der  Anspruchslosigkeit  des  Negers,  sind  zwar
die  Ursache,  welche  den  Hang  zum  Nichtsthun
wesentlich  begünstigt;  sie  haben  aber  andererseits,
für  den  Reisenden  wenigstens,  die  nicht  zu  unterschätzende
  Annehmlichkeit  zur  Folge,  daß  die  Bettelei
gänzlich  unbekannt  ist.

In  allen  Dörfern,  welche  unsere  Expedition  berührte,
  war  unmittelbar  am  Wege  die  deutsche  Flagge
gehißt,  die,  lustig  im  Winde  flatternd,  uns  oft  schon
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        aus  weiter  Ferne  begrüßte.  Am  Flaggenmast  hatten
der  Häuptling  mit  seinen  Berathern  Aufstellung  genommen,
  und  dort  fand  auch  die  erste  feierliche  Begrüßung
  statt,  im  unmittelbaren  Anschluß  an  einen
unter  drückendster  Sonnengluth  zurückgelegten  anstrengenden
  Marsch  meist  eine  recht  wenig  erwünschte
Feierlichkeit.  Die  häufig  sehr  volkreichen  Dörfer  sind
durchweg  winkelig  und  eng,  im  Uebrigen  aber  wohl
gebaut.  Unter  den  Häusern  herrscht  die  viereckige
Form,  mit  Giebeldach  aus  Savannengras,  vor,
seltener  finden  sich  runde  Gebäude.  Einzeln  stehende
Häuser  werden  nicht  häufig  angetroffen,  fast  immer
bilden  vielmehr  die  Wohnungen  einer  Familie  ein
Gehöft,  welches  mit  einem  übermannshohen  Zaun
aus  Binsengeflecht  umgeben  ist.  Der  Eingang  zu
den  Gehöften  wird  des  Nachts  ebenfalls  mit  einer
Matte  zugestellt,  Wohlhabendere  dagegen  haben  sich
zu  diesem  Zwecke  eine  zwar  roh,  aber  solide  gearbeitete
  Holzthüre  beschafft,  welche  auf  den  Märkten
feilgehalten  werden.

Innerhalb  der  Gehöfte  und  Wohnungen  herrscht
peinlichste  Sauberkeit.  Die  Hütte  besteht  mitunter
nur  aus  einem  einzigen  Raum  von  etwa  2  bis  3  m
Tiefe,  4  bis  5  m  Länge  und  1,50  bis  1,80  m  Höhe,
so  daß  man  sie  nur  mit  Vorsicht  betreten  darf,  um
nicht  mit  einem  Querbalken  des  Dachstuhles  eine
empfindliche  Bekanntschaft  zu  machen.  Nicht  selten
begegnet  man  indessen  auch  Häusern  mit  zwei  und
mehr  Räumen,  vor  welchen  sich  manchmal  sogar  noch
eine  von  dem  überhängenden  Dache  geschützte  Vorhalle
  hinzieht.  Die  Eingänge  und  Fenster,  falls
letztere  überhaupt  vorhanden,  bilden  einfach  in  der
Mauer  freigclassene  Oeffnungen;  nur  ausnahmsweise
  sind  verschließbare  Thüren  und  Fensterläden  angebracht.
  Soweit  der  Lateritboden  reicht,  bedienen
sich  die  Eingeborcnen  dieses  vortrefflichen  Materials
zum  Hüttenbau.  Die  Herstellung  von  Backsteinen,
welche  an  der  Küste  von  Eingeborenen  bereits  in
sabrikmäßigem  Umfange  betrieben  wird,  ist  den  Bewohnern
  des  Innern  entweder  noch  nicht  bekannt,
oder,  was  wahrscheinlicher  ist,  sie  scheuen  sich  der
damit  verbundenen  Mühe.  Holz  zur  Speisung  von
Ziegelöfen  würde  hinreichend  vorhanden  sein.  Gegenwärtig
  geht  daher  die  Errichtung  des  Mauerwerkes
noch  in  überaus  primitiver  Weise  vor  sich.  Vier  in
die  Erde  gerammte  Pfähle  werden  durch  eine  Art
Flechtwerk  aus  biegsamen  Stöcken  verbunden,  auf
dieses  die  gehörig  durchgeknetete  Thonerde  mit  den
Händen  von  beiden  Seiten  aufgetragen  und  festgedrückt,
  und  der  Rohbau  ist  fertig.  Man  möge
indessen  nicht  glauben,  daß  diese  Bauart  von  mangelhafter
  Solidität  wäre.  Im  Gegentheil  erlangen  die
in  der  Sonne  bald  getrockneten,  von  dem  Flechtwerk
gehaltenen  Mauern  eine  solche  Festigkeit,  daß  sie  das
überaus  schwere  Binsendach  nicht  nur  bequem  zu
tragen  vermögen,  sondern  auch  den  klimatischen  Einflüssen
  eine  lange  Reihe  von  Jahren  zu  trotzen  im
Stande  sind.  Einen  großen  Vorzug  haben  diese
Häuschen  dadurch,  daß  sie  tagsüber  einen  angenehm

487

 

kühlen  Aufenthalt  gewähren,  da  das  etwa  ½  m
dicke  Dach  die  Wirkung  der  Sonnenstrahlen  vollkommen
  aufhebt.  Wir  haben  dieselben  daher  mit
Vorliebe  als  Rastplätze  aufgesucht.  Während  der
Nacht  ist  dagegen  das  Zelt  ohne  Frage  vorzuziehen,
da  die  in  dem  eingeräumten  Gehöfte  eng  zusammenstehenden
  Hütten  den  freien  Zutritt  der  frischen
Zugluft  behindern.

Am  freundlichsten  gestaltete  sich  der  Empfang
in  dem  etwa  1½  Stunden  vor  der  Station  Misahöhe
  gelegenen  Marktflecken  Agome-Palime.  Der
Platzhäuptling,  der  allzeit  heitere  Gidde-Gidde,  war
uns  in  Gemeinschaft  mit  dem  Stationsvorsteher  von
Misahöhe,  Lieutenant  Plehn,  schon  eine  ansehnliche
Strecke  entgegengekommen  und  konnte  kein  Ende
finden,  seiner  Freude  darüber  Ausdruck  zu  geben,
daß  ich  mein  ihm  in  Sebbe  seinerzeit  gegebenes
Versprechen,  ihn  zu  besuchen,  so  bald  erfüllte.  In
Agome-Palime  angekommen  bot  uns  Gidde-Gidde
sogleich  einen  nach  unserem  langen  Marsch  doppelt
willkommenen,  anßerordentlich  erfrischenden  Begrüßungstrunk
  in  vorzüglichem  Palmwein,  wie  ich
ihn  in  gleicher  Güte  während  der  Reise  nicht  wieder
gefunden  habe.  Der  dort  kredenzte  Palmwein  genießt
  seiner  Güte  wegen  bereits  lange  einen  gewissen
Ruf,  und  Gidde-Gidde  ist  nicht  wenig  stolz  darauf.
Der  Tag  nach  meiner  Ankunft  in  Palime  galt  als
besonderer  Festtag  und  war  meiner  offiziellen  Begrüßung
  durch  die  Bevölkerung  des  gesammten
Agomelandes  gewidmet.  Die  Dorfhäuptlinge  hatten
sich  zu  diesem  Zwecke  schon  lange  zum  Abmarsch
bereit  gehalten  und  harrten  nur  des  Winkes  Gidde=Giddes.
  So  kamen  sie  denn  von  nah  und  fern,
aus  allen  Himmelsrichtungen,  voran  die  deutsche
Flagge,  alsdann  der  Häuptling  mit  seinem  NRathe,
gefolgt  von  den  Dorfbewohnern  beiderlei  Geschlechts
und  jeden  Alters,  in  schier  unabsehbarer  Reihe  anmarschirt.
  Auf  dem  Marktplat  in  Palime  angelangt,
begann  sofort  das  unvermeidliche  „play“,  bestehend
aus  dem  charakteristischen  gliederverrenkenden  Tanz,
welcher  von  monotonem,  ohrenzerreißßendem  Gesang
begleitet  wird,  zu  dem  wiederum  unaufhörlicher
Trommelschlag  den  Grundton  liefert.  Die  dazu  benutzten
  Trommeln  haben  nicht  selten  eine  so  erhebliche
  Größe  und  Schwere,  daß  ein  starker  Mann
dieselben  auf  dem  Kopfe  tragen  muß,  während  ein
zweiter  mit  ebenso  großer  Kunst  als  bewunderungswürdiger
  Ausdauer  die  Bearbeitung  des  Instrumentes
übernimmt.  4

Nachdem  der  Zuzug  der  Festtheilnehmer  sein
Ende  erreicht  zu  haben  schien,  befahl  ich  sämmtliche
anwesenden  Häuptlinge  zu  mir  und  begann,  unter
lautloser  Stille  der  wohl  an  2000  Köpfe  zählenden
Menge,  mit  denselben  ein  feierliches  Palawer,  welches
ich  mit  der  allseitig  mit  freudiger  Zustimmung  aufgenommenen
  Ausrufung  Gidde-Giddes  als  Oberhäuptling
  des  Agomegebictes  beschloß.  Gidde-Gidde,  ein
kluger,  der  deutschen  Sache  in  überzeugungsvoller  Treue
zugethaner  Mann  in  den  besten  Jahren,  war  bisher
        <pb n="564" />
        —  488

nur  sogenannter  „Sprecher“,  hatte  sich  aber  durch
seinen  überlegenen  Verstand  und  seine  Gerechtigkeit
eine  Stellung  und  einen  Einfluß  im  Agomelande
erworben,  wie  sie  eben  nur  einem  Oberhäuptling
zukommen.  Es  galt  daher  nur  die  offizielle  Anerkennung
  eines  bereits  bestehenden  thatsächlichen
Zustandes  durch  die  Regierung.

Der  nunmehrige  Oberhäuptling  war  zu  der
feierlichen  Ceremonie  seiner  Standes=  und  Rangeserhöhung
  in  einem  mit  besonderem  Geschmack  gewählten
  Anzuge  erschienen.  Bunte  großkarrirte  Unterbeinkleider
  steckten  in  bereits  stark  abgenutzten  Zugstiefeln
  und  wurden  von  einem  schwarzen  Frack
ehrwürdigen  Alters  nur  mangelhaft  bedeckt.  Das
Haupt  schmückte  ein  blanker  französischer  Kürassierhelm
  für  den  Theatergebrauch,  den  ihm  Herr
v.  Carnap  zum  Geschenk  gemacht  hatte.  Diese
Zusammenstellung  wirkte  so  unendlich  komisch,  daß
es  mir  schwer  fiel,  den  Ernst  zu  bewahren.

Die  Einrichtung  eines  Marktes  in  Agome-Palime,
ein  Hauptverdienst  des  leider  so  früh  verstorbenen
Botanikers  Baumann,  hat  sich  als  ein  überaus
glücklicher  Gedanke  erwiesen.  Zahlreiche  Karawanen
aus  dem  fernen  Innern  des  Schutzgebietes  sowohl
wie  des  Hinterlandes,  welche  früher  ausschließlich
nach  dem  englischen  Gebiet  zogen,  wenden  sich  jetzt
nach  Palime,  woselbst  sie  ihre  Produkte,  hauptsächlich
Gummi,  gegen  Waaren  zu  Lomepreisen  rasch  und
bequem  absetzen  können.  Die  von  der  Bremer
Faktorei  dortselbst  errichtete  Zweigfaktorei  ist  bereits
seit  längerer  Zeit  mit  gutem  Erfolg  in  Betrieb.
Die  Firma  C.  Goedelt  hatte  während  unserer
Anwesenheit  gleichfalls  mit  dem  Bau  einer  Faktorei
begonnen,  während  die  Firma  Boedecker  u.  Meher
sich  einstweilen  ein  Baugrundstück  am  Marktplatz
sicherte.  Man  wird  daher  mit  Recht  dem  dort  sich
entwickelnden  Handel  eine  aussichtsvolle  Zukunft
prophezeien  können.

Nachdem  die  zu  meiner  Begrüßung  erschienenen
Häuptlinge  mit  ihren  Dorfeingesessenen  sich  allmählich
  auf  den  Rückmarsch  nach  ihrer  Heimath  begeben
hatten,  brachen  wir  von  Palime  zu  der  nicht  mehr
fernen  Station  Misahöhe  auf,  in  der  Hoffnung,  dort
in  dem  gastlichen  Stationsgebäude,  unter  der  Fürsorge
  unseres  freundlichen  Wirthes,  des  Lieutenants
Plehn,  nach  den  überstandenen  Strapazen  einige
Tage  der  Ruhe  genießen  zu  können.  Darin  hatten
wir  uns  allerdings  einer  Täuschung  hingegeben,  und
wir  erfuhren  bald,  daß  Agome-Palime  nur  ein
schwacher  Vorgeschmack  von  den  lärmenden  Festlichkeiten
  war,  die  hier  unser  harrten.  Vom  frühen
Morgen  bis  zum  Einbrechen  der  Dunkelheit  kamen
die  Bewohner  des  Bezirkes  der  Station,  diesseits
und  jenseits  des  Agomegebirges,  in  unaußhörlichem
Zuge  herbei,  und  der  unvermeidlichen  „plays“  gab
es  kein  Ende.  auche  Dörfer  ließen  es  sich  nicht
nehmen,  mehrmals  zu  erscheinen,  in  der  Erwartung,
für  den  als  Geschenk  mitgebrachten  saueren  und  mit
Wasser  stark  verdünnten  Palmwein,  oder  für  eine

 

 

ausgehungerte  Ziege  von  zwerghafter  Gestalt  jedesmal
  ein  unverhältnißmäßig  werthvolleres  Gegengeschenk
  zu  erhalten.  Meine  Vorräthe  an  Geschenken
waren  indessen  bereits  erheblich  gelichtet,  so  daß  ich
auf  Sparsamkeit  bedacht  sein  mußte  und  die  dargebrachten
  Angebinde  nur  in  demselben  bescheidenen
Maße  erwidern  konnte.

Nachdem  ich  mehrere  Tage  hindurch  den  Höllenlärm
  der  in  Begeisterung  aufgelösten  Menge  mit
Geduld  hatte  über  mich  ergehen  lassen,  drängte  die
Zeit  zum  Aufbruch  nach  dem  zwei  Tagereisen  entfernten
  Kpandu,  dem  Endziel  meiner  Reise.  Als
wir  von  der  Station  aus  in  etwa  einhalbstündigem,
äußerst  anstrengendem  Aufstieg  die  Paßhöhe  erreicht
hatten,  bot  sich  in  dem  vor  uns  liegenden  lieblichen
Bergland  mit  seinen  zahlreichen  kurzen  Querthälern
und  seinen  krystallklaren  rauschenden  Gewässern
unseren  Augen  ein  Landschaftsbild  von  unvergleichlicher
  Schönheit  dar.  Herrlich,  aber  stellenweise
nicht  gefahrlos,  war  der  Marsch  durch  die  wildromantische,
  mit  üppigster  Tropenvegetation  bestandene
  Kameschlucht,  welche  uns  im  voraus  für  die
noch  zu  überwindende  lange  Savannentour  reichlich
entschädigte.

Wir  hatten  Misahöhe  kaum  eine  halbe  Tagereise
im  Rücken,  als  ein  Sendbote  aus  Kpandu  zu  mir
stieß,  welchen  der  Häuptling  Dagadu  mit  seinem
Königsstock  zu  meiner  Bewillkommnung  entgegengesandt
  hatte.  Am  folgenden  Tage  hatte  sich  Dagadu
selbst  mir  einc  kurze  Strecke  in  einer  prächtigen,
mit  schwerem,  seidenem  Dach  versehenen  Hängematte
entgegentragen  lassen.  Als  er  meiner  ansichtig
wurde,  verlich  er  die  Hängematte  und  schritt,  mit
freundlicher  Miene  mir  die  Hand  zum  Gruße  darbietend,
  auf  mich  zu.  Nachdem  wir  mit  Hilife
meines  Dolmetschers  die  umständlichen  Begrüßungs-=formalitäten
  gerade  beendet  hatten,  als  wir  die
Stadt  betraten,  wurden  uns  zunächst  gut  gebante,
geräumige  und  mit  Sorgfalt  gereinigte  Gehöfte  als
Unterkunftsstätten  angewiesen.  Man  erkennt  sofort,
daß  Kpandu  eine  für  starken  Fremdenverkehr  eingerichtete
  Stadt  ist.

Während  ich  damit  beschäftigt  war,  mich  in
meinem  Quartier  so  wohnlich  wie  möglich  einzurichten,
  sandte  mir  Dagadu  bereits  seine  Geschenke,
bestehend  aus  fünf  großen  fetten  Hammeln,  einer
großen  Portion  Yams  und  einer  noch  größeren
Menge  Palmwein.  Letztere  beiden  Artikel  kamen
mir  besonders  gelegen,  weil  ich  sie  meinen  Trägern
abgeben  konnte,  die  wegen  der  unerschwinglichen
Preise  nicht  in  der  Lage  waren,  sich  genügend
Lebensmittel  zu  verschaffen.

Unmittelbar  darauf  stattele  ich  in  Begleitung  des
Lieutenants  Plehn  dem  Häuptling  meinen  offiziellen
Besuch  ab,  bei  welcher  Gelegenheit  ich  ihm  gleichzeitig
  meine  Geschenke  überreichen  ließ,  unter  welchen
er  an  einer  preußischen  Infanterie-Schirmmüße  besonderen
  Gefallen  zu  haben  schien,  da  er  sie  von
da  an  mit  Vorliebe  trug.  Als  Zeichen,  daß  Dagadu
        <pb n="565" />
        meiner  Anwesenheit  besonderen  Werth  beimesse,
empfing  er  mich  auf  seinem  Throne  sitzend,  umgeben
von  seinem  gesammten  nicht  eben  kleinen  Hofstaat.
Dieser  Thron,  in  einer  alkovenartigen  Vertiefung
der  das  Gehöft  nach  vorn  abschließenden  geräumigen
Halle,  besteht  nur  aus  einem  erhöhten  Siß  von
plumpem,  weiß  getünchtem  Gemäuer  und  erregt  nur
Interesse  durch  die  wenig  anmuthige  Umgebung,  in
welcher  er  sich  befindet.  Zu  beiden  Seiten  desselben
stehen  nämlich  die  heilig  gehaltenen  Kriegstrommeln,
geziert  mit  Menschenschädeln  und  Beinknochen,  während
  die  Wände  eine  Anzahl  Kriegstrompeten  aus
Elfenbein  schmückte,  welche  abwechselnd  mit  menschlichen
  Unter=  und  Oberkiesern  umgeben  waren.  Als
ich  mich  eingehender  nach  diesem  seltsamen  Zierat
erlundigte,  erklärte  er  mit  vielsagendem  Lächeln,  das
seien  lauter  Andenken  an  seine  guten  Freunde,
welche  sicherlich  nicht  eines  natürlichen  Todes  gestorben
  sind.  Einige  scheußliche  Fetischfratzen  aus
Holz  oder  Thon  vervollständigten  die  Ausstattung
dieses  merkwürdigen  Raumes.  Spätere  Zusammenkünste
  mit  Dagadu,  welche  Unterhaltungen  politischer
Natur  galten,  fanden  auf  meinen  Wunsch  im  Innern
seines  Gehöftes  nur  im  Beisein  von  zwei  seiner
nächsten  Verwandten  und  zuverlässigsten  Berather  statt.

Dagadu  ist  ein  Mann  von  mittlerer  Größe,
hagerer  Gestalt  und  zäher  Konstitution,  mit  freundlichem,
  ja  fast  sympathischem,  vertrauenerweckendem
Gesichtsausdruck,  welcher  jedoch  die  angeborene  Verschlagenheit
  zuweilen  deutlich  durchleuchten  läßt.
Aus  seinen  unstet  umherspähenden  Augen  spricht
ebensowohl  Milde  und  Wohlwollen  wie  unbengsame
Strenge,  fähig,  sich  bis  zur  Grausamkeit  zu  steigern.
Sein  schon  stark  graumelirter  Backenbart  von  einer
bei  Negern  seltenen  Fülle  verleiht  ihm  eine  gewisse
Würde  und  bei  seinen  Untergebenen  wohl  auch  erhöhtes
  Ansehen.  Nach  seiner  äußeren  Erscheinung
würde  ich  ihn  für  einen  Mann  in  der  Mitte  der
fünfziger  Jahre  halten,  doch  kann  man  in  dieser
Schätung  leicht  fehlgehen,  da  er  durch  rasches  Leben
frühzeitig  gealtert  sein  mag.

Vor  weniger  als  zwei  Jahren  noch  vollständig
in  den  Netzen  englischer  Händler  und  Agenten  und
erklärter  Feind  der  deutschen  Regierung,  macht  Dagadu
  heute  den  Eindruck,  als  ob  er  nunmehr  ebenso
sest  auf  Seiten  der  deutschen  Sache  stehe.

Die  Freude  Dagadus  über  unser  Erscheinen  und
die  Herzlichkeit  der  uns  gewährten  Aufnahme  waren
anscheinend  aufrichtig.  Fühlte  er  sich  doch  ersichtlich
geschmeichelt  und  seinem  Volke  gegenüber  besonders
gehoben,  daß  er  eine  bisher  nie  gesehene  Anzahl
weißer  Leute  auf  einmal  beherbergen  konnte.  Am
Tage  nach  unserer  Ankunft  veranstaltete  er  zu  unseren
Ehren  ein  glänzendes  Schauspiel,  welches  alle  vorher
dargebrachten  plays  bei  Weitem  in  den  Schatten
stellte.  Sämmtliche  ihm  unterstehenden  Dörfer  hatte
er  zu  dieser  Vorstellung  aufgeboten,  und  wohl  an
6000  Personen  hatten  dieselben  nach  Kpandu  ent- 



489  —

sandt.  Jede  neu  ankommende  Dorsgemeinde  bewegte
sich  in  langsamem,  feierlichem  Zuge,  einer  Polonaise
ähnlich,  rings  um  den  geräumigen  Platz,  ihrer  Ehrerbietung
  gegen  ihren  König  durch  Niedersinken  auf
die  Kniee  und  wiederholtes  Verneigen  des  Körpers
Ausdruck  gebend.  Die  gleiche  Ceremonie  wurde
regelmäßig  vor  mir  wiederholt.  Alsdann  begann
das  obligate  lärmende  play  mit  Tanz  und  Gewehr-=salven.
  Musterhaft  waren  Ruhe  und  Ordnung,
trotz  der  ungeheneren  Menschenmenge,  und  der  Beweis,
  daß  er  ein  mächtiger  Häuptling  sei,  war
Dagadu  glänzend  gelungen.

Der  nächste  Tag  war  ausschließlich  der  Erledigung
  des  geschäftlichen  Zweckes  meiner  Anwesenheit
gewidmet,  indem  für  die  Bremer  Faktorei,  die  Firmen
C.  Goedelt  und  Boedecker  u.  Meyer,  deren
Vertreter  persönlich  anwesend  waren,  Baugrundstücke
zur  Errichtung  von  Faktoreien  ausgesucht  und  nach
kurzen  Auseinandersetzungen  mit  dem  Häuptling  über
die  Abgrenzung  derselben  von  diesem  auch  unentgeltlich
bereitgestellt  wurden.  Freilich  war  er,  nach  althergebrachter
  Sitte,  durch  vorher  schon  überreichte  Geschenke,
  bestehend  in  kostbarer  Seide,  Pulver,  Tabak
und  einigen  süßen  Getränken,  seitens  der  Kaufleute
bereits  hinreichend  willfährig  gemacht,  und  weitere
kleine  Aufmerksamkeiten  wurden  ihm  in  Aussicht  gestellt,
  so  daß  dem  Geschenk  immerhin  eine  recht  werthvolle
  Gegenleistung  gegenüberstand.

Der  Kaiserlichen  Regierung  schenkte  Dagadu  ein
vortrefflich  gelegenes  Grundstück,  welches  die  ganze
Westseite  des  großen  mit  riesigen  Schattenbäumen
bestandenen  Marktes  einnimmt.

Die  Stadt  Kpandu  eignet  sich  indessen,  wegen
ihrer  ungesunden,  tiefen  Lage  in  sumpfigem  Terrain,
nicht  zum  dauernden  Aufenthalt  für  Europäer.  Ich
habe  mir  daher  sogleich  ein  weiteres  Grundstück  auf
einem  etwa  zehn  Minuten  westlich  von  Kpandu  von
Norden  nach  Süden  streichenden  Hügelrücken  für  die
Regierung  ausbedungen,  welches  Dagadu  derselben
gleichfalls  in  bereitwilligster  Weise  unentgeltlich  als
Eigenthum  zusprach.

Dieses  von  Lieutenant  Plehn  ausgesuchte  Grundstück
  liegt  etva  80  m  hoch  und  ist  von  Kpandu  in
zehn  Minuten  bequem  zu  erreichen.  Bausteine  sind

in  unmittelbarer  Nähe  vorhanden,  während  das

nöthige  Holz  aus  einer  Entfernung  von  etwa  einer
Stunde  herbeigeschafft  werden  müßte.  Von  sanitärem
  Gesichtspunkte  aus  ist  besonders  wichtig,  daß
auf  dem  Grundstück  anstehender  Fels  vorgefunden
worden  ist.  Da  ferner  der  Zufall  zur  Entdeckung
einer  klaren  Quelle  geführt  hat,  so  dürfte  die  dort
etwa  anzulegende  Europäerwohnung  den  Durchschnittsansprüchen
  für  afrikanische  Bauten  entsprechen.
        <pb n="566" />
        —  490  —

Deuksch-HSüdwestafrika.

Ueber  die  Beendigung  der  Rämpfe  gegen  die
Rhauas-=  Dottentotten

meldet  der  Kaiserliche  Landeshauptmann  Major
Leutwein  aus  Okahandya  unter  dem  8.  Juni  d.  Is.
Folgendes:

Ener  Durchlaucht  habe  ich  die  Ehre,  im  Anschluß
au  meinen  Bericht  aus  Otjundas)  über  den  ferneren
Verlauf  des  Krieges,  wie  folgt,  zu  melden:

Der  im  genannten  Bericht  erwähnte  Bote  an  die
Khanas-Hotlentotten  kam  am  12.  Mai  d.  Is.  mit  der
genauen  Nachricht  über  die  gegenwärtige  Stellung
des  genannten  Stammes  sowie  des  Häuptlings  Kahimema
  zurück.  Unter  Hinterlassung  einer  starken
Wache  für  die  Verwundeten  und  Gefangenen  auf
dem  alten  Lagerplatz  marschirte  ich  demzufolge  am
13.  abends  mit  der  ganzen  Truppe  ab  und  erreichte
am  14.  abends,  Witbooi  in  der  Avantgarde,  den  genannten
  Platz  und  bezog  zehn  Minnten  vor  demselben
Gefechtsstellung,  soweit  solches  bei  dem  auch  dort
ungemein  dichten  Gebüsch  möglich  war.  Boten,  zumeist
  aus  Witboois  und  Hereros  bestehend,  welchen
ich  den  Gefreiten  Hilzebecher  vom  Stabe  beigab,
brachten  den  Aufrührern  die  Aufforderung,  sich  entweder
  bedingungslos  zu  ergeben  oder  eines  neuen
Kampfes  gewärtig  zu  sein.  Sie  zogen  das  Erstere
vor.  Kahimema,  welcher  nur  noch  fünf  Leute
bei  sich  hatte,  kam  noch  an  demselben  Abend,  die
Khauas-Hottentotten  am  anderen  Morgen.  Während
der  Nacht  waren  sie  in  der  Werft  selbst  bewacht
worden.  Ein  Theil  der  Khauas  hatte  sich  indessen
vorher  abgezweigt  und  ging  direkt  in  das  Lager
bei  Otjunda,  wo  wir  sie  nach  unserer  Rückkehr
vorfanden.  Augenscheinlich  hatten  sie  sich  vorher
überzeugen  wollen,  ob  die  Gefangenen  getödtet  werden
  würden.

Nachträglich  muß  ich  noch  erwähnen,  daß  nach
unserem  Abmarsche  von  Otjunda  auch  der  Kapitän
Simon  Cooper  aus  Gokhas,  ohne  von  mir  gerufen
zu  sein,  mit  etwa  130  gut  bewaffneten  Reitern  behufs
  Theilnahme  am  Kriege  im  Lager  eingetroffen
war.  Er  folgte  mit  den  besten  Pferden  der  Expedition
  nach  und  erreichte  die  Letztere  am  15.
morgens  nach  Eintreffen  der  Gefangenen.  Wie  sehr
der  Stamm  der  Khauas  zusammengewürfelt  ist,  und
zwar  naturgemäst  aus  weniger  guten  Elementen,
konnte  jetzt  festgestellt  werden.  Nach  einer  Ansprache
meinerseits,  in  welcher  ich  den  Gefangenen  das  Leben
zusicherte,  da  der  Kriegsanstifter,  ihr  Kapitän  Eduard
Lambert,  schon  todt  sei,  ergriff  auf  mein  Ansuchen
auch  Witbooi  zu  einer  Strafpredigt  das  Wort,  in
welcher  er  ihnen  androhte,  er  würde,  wenn  sie
noch  einmal  wegliefen,  sie  aufs  Unerbittlichste  verfolgen
  helfen,  bis  sic  todt  oder  wiedergefunden  seien.
Während  dieser  Ansprache  entdeckte  er  unter  den
Gefangenen  drei  seiner  eigenen  Leute,  welche  er

*)  Siehe  Deutsches  Kolonialblatt  Nr.  14,  Beilage.

Einlieferung  ausschreiben.

 

sofort  vor  die  Front  nahm  und  tüchtig  durchhauen
ließ.  Hierdurch  sah  sich  Simon  Cooper,  welcher  es
wohl  sonst  nicht  so  genau  genommen  hätte,  zu  gleichem
Thun  veranlaßt.  Er  hatte  unter  ihnen  fünf
seiner  Unterthanen  entdeckt.  Schließlich  kamen  noch
zehn  Manasselente  aus  Hoachanas  in  gleicher  Weise
an  die  Reihe.  In  das  Lager  zurückgekehrt,  wiederholte
  sich  diese  Prozedur  an  einer  ganzen  Anzahl
der  direkt  dorthin  geflüchteten  Khauas.  Mithin  waren
unter  den  noch  etwa  70  waffenfähigen  Männern  des
Stammes  mindestens  die  Hälfte  fremder  Nationalität.
Im  Ganzen  bestand  der  Stamm  noch  aus  etwa
220  Köpfen  einschließlich  Weiber  und  Kinder.

Die  Ansprache  Witboois  hatte  ihre  Wirkung  nicht
verfehlt.  Die  Bewachung  der  Khauas  hat  uns  bis
jetzt  wenig  Mühe  gekostet.  Sie  wurden  unmittelbar
  nach  Ergreifung  unter  schwacher  Bedeckung
nach  Windhoek  abgeführt,  wo  sie  zu  Zwangsarbeiten
verwendet  werden.  Ein  Theil  thut  auch  bereits  bei
der  Feldtruppe  selbst  Dienst,  und  hat  bis  jetzt  keiner
einen  Versuch  zur  Flucht  gemacht.  Die  Namen  der
erwachsenen  Männer  sind  ausfindig  gemacht  und  aufgeschricben
  worden.  Es  fehlen  von  ihnen  nur
noch  drei,  über  deren  Verbleib  Nicmand  Auskunft
zu  geben  im  Stande  war,  ich  werde  sie  zur
Möglicherweise  sind  sie
indessen  bereits  todt.  Als  Eigenthum  besitzt  der
Stamm  nichts  mehr,  als  was  seine  Angehörigen  auf
dem  Leibe  tragen.  An  Gewehren  hatte  er  noch
43  Stück,  zum  Theil  gute  Hinterlader.

Kahimema  nebst  Anhänger  behielt  ich  im  Hinblick
auf  die  in  Okahandya  zu  führenden  Verhandlungen
bei  mir.  Es  war  nämlich  mittlerweile  auch  die
Nachricht  eingetroffen,  daß  sich  Nikodemus  in  Okahandya
  unter  Betheuerungen  seiner  Unschuld  freiwillig
gestellt  habe.  Da  sich  sein  Halbbruder,  der  Unterkapitän
  Assa  Riarna,  für  ihn  verbürgte,  wurde  er
vorläufig  auf  freiem  Fuße  belassen,  später  aber  auf
meinen  Befehl  doch  festgesetzt,  als  ihn  die  Aussagen
der  vorläufig  vernommenen  Gefangenen  immer
schwerer  belasteten.

Nunmehr  schickte  ich  auch  mit  einigen  Leuten  von
Samuel  Botschaft  an  die  Großleute  von  Kahimema,
an  der  Spitze  Kahilaeta,  ebensalls  mit  der  Aufforderung,
  sich  bedingungslos  zu  unterwerfen  oder  der
Fortsetzung  des  Krieges  gewärtig  zu  sein.  Auch  dieser
Schritt  verfehlte  seine  Wirkung-nicht.  Soweit  sie  am
Leben  waren,  stellten  sich  die  Großleute  —  vier  an
der  Zahl  —  im  Lager  bei  Otjunda.  Nachdem  noch
ein  zwei  Tagemärsche  entfernter  Viehposten  Kahimemas,
  in  der  Stärke  von  1200  Stück,  aufgehoben
worden  war,  kehrte  ich  selbst  mit  der  gesammten
Truppe  in  das  Hauptlager  bei  Otjunda  zurück,  wo.
ich  am  19.  früh  wieder  eintraf.  Aus  Meldungen,
die  unterdessen  in  der  Richtung  von  Okahandya  eingelaufen
  waren,  ergab  sich,  daß  die  Hauptwerft  von
Nikodemus  sich  in  Eknja,  nördlich  Otjihauena,  befinde.
Dort  lag  nunmehr  der  Schwerpunkt  des  Krieges,  da
die  Frage,  ob  es  noch  einmal  zum  Schießen  komme,
        <pb n="567" />
        nunmehr  nur  von  den  daselbst  sitzenden  Großleuten
  abhing.  Ich  setzte  mich  daher  am  22.  abends
über  Tjeetjoos  Werft  dorthin  in  Marsch.  Bei  letztgenanntem
  Häuptling  fand  freundlicher  Verkehr  statt.
Ich  lobte  ihn  wegen  seiner  loyalen  Haltung,  freute
mich  aber  auf  der  anderen  Seite,  ihn  den  Anblick
meiner  vorübermarschirenden,  jetzt  auf  500  Reiter
angewachsenen  Truppe  genießen  lassen  zu  können.
Wenn  Tijectioo  auch  äußerlich  Frieden  hält,  so  ist
er  innerlich  doch  mehr  aus  Furcht  als  aus  Liebe
zu  uns  von  dem  Aufstande  ferngeblieben.

Im  Uebrigen  blieb  auch  eine  nach  Ekuja  vorausgesandte
  Aufforderung  zur  Unterwerfung  unter  Androhung
  einer  Fortsetzung  des  Krieges  im  Falle  der
Weigerung  nicht  ohne  Wirkung.  Neun  Großleute  von
Nikodemus  stießen  zum  Theil  unterwegs  zu  uns,
zum  Theil  hatten  sie  sich  in  Okahandya  gestellt.

Es  stand  sonach  kein  Feind  mehr  im  freien  Felde
und  erübrigte  lediglich  ein  diplomatisch-gerichtliches
Nachspiel,  dessen  Schauplatz  naturgemäß  nur  Okahandya
  sein  konnte.  Dort  hatte  mittlerweile  der
Major  Mueller  die  neu  eingetroffene  Truppe  organisirt
  und  sonach  eine  —  um  mich  eines  Ausdrucks
aus  dem  großen  Kriege  zu  bedienen  —  Art  „Reservearmec“
  formirt.
an  Stelle  von  Windhoek  kann  ich  nur  als  eine
glückliche  bezeichnen.
ist  nicht  zu  unterschätzen  und  schreibe  ich  es  lediglich
der  Anwesenheit  dieser  Truppe  zu,  wenn  die  oben
gemeldete  Festsetzung  von  Nikodemus  ohne  Schwierigkeiten
  vor  sich  gegangen  ist.  Außerdem  konnte  nach
genanntem  Platze  durch  Vermittelung  der  Lente
Samuels  leicht  eine  gut  funktionirende,  regelmäßige
Verbindung  zwischen  Major  Mueller  und  mir  hergestellt
  werden.

Etwa  am  20.  Mai  d.  Is.  war  die  Formirung
der  Abtheilung  Mueller  beendet  und  sie  brach
dem  erhaltenen  Befehl  gemäß  zur  Vereinigung  mit
mir  behufs  gemeinsamen  Angriffes  auf  die  Werft
Ekuja  in  nordöstlicher  Richtung  auf.  Bevor  es  jedoch
  so  weit  gekommen  war,  erfolgte  die  bereits  erwähnte
  freiwillige  Unterwerfung  der  Großleute  von
Ekuja,  worauf  sachgemäß  der  Rückmarsch  der  Abtheilung
  Mueller  nach  Okahandya  zu  erfolgen  hatte.

Am  2.  Juni  früh  fand  feierlicher  Einmarsch  dahier
  unter  sichtlicher  Theilnahme  der  Bevölkerung
sowie  Vereinigung  der  alten  und  neuen  Truppe  statt.
Die  durch  den  Assessor  v.  Lindequist  sofort  begonnene
  gerichtliche  Untersuchung  ergab  mit  unzweideutiger
  Klarheit,  daß  der  Anstifter  des  Krieges
einzig  und  allein  Nikodemus  gewesen  ist,  und
zwar  hatte  er  seine  Wühlereien  unmittelbar  nach
seiner  Einsetzung  als  Kapitän  des  Ostens  begonnen.
Auch  Witbooi  suchte  er  hereinzuziehen.  Ich
werde  dessen  Aussage  als  besonders  interessant

später  einsenden.  Nikodemus  leugnet  freilich  mit
dreister  Stirn,  auch  angesichts  der  ihm  gegenübergestellten
  Zeugen,  einschließlich  seines  Mitschuldigen
Kahimema,  welch  Letzterer  seinerseits  nichts  beschönigt.

491

Die  Wahl  des  genannten  Platzes

Die  Macht  der  Riaruapartei.

entgegen.

 

Die  Triebfeder  zu  dem  Handeln  Nikodemus  war,
neben  dem  allgemein  vorhandenen  Mißtrauen  der
Eingeborenen  gegen  die  Pläne  der  Weißen,  sein
ungemessener  Ehrgeiz  in  Verbindung  mit  persönlicher
Feindschaft  gegen  den  Oberhäuptling  Samuel  und
damit  auch  gegen  uns,  da  wir  diesen  unterstützten.
Morgen  und  übermorgen  wird  das  Kriegsgericht
stattfinden,  und  kann  ich  über  den  Ausfall  vielleicht
noch  mit  dieser  Post  melden.

Es  erübrigt  nun,  über  die  Vorgänge  in  den
übrigen  Theilen  des  Hererolandes  zu  berichten.  Vor
meinem  Abmarsche  von  Otjunda  hatte  ich  zehn  weiße
Reiter  unter  Vizefeldwebel  Froede  nebst  einigen
Hereros  entsendet,  um  die  Viehposten  Kahikactas
aufzuheben  und  dessen  Werft  zu  entwaffnen.  Diese
Abtheilung  ist  gestern  zurückgekehrt.  Die  Ausbeute
bestand  aus  1200  Stück  Vieh  und  14  Gewehren.
An  Widerstand  dachte  Niemand  mehr.  Am  meisten
Lust  zum  Losschlagen  scheinen  dagegen  die  Hereros
in  Omaruru  gehabt  zu  haben,  wobei  die  bekannten
Namen  Daniel  Karriko,  Gawayo  und  Katare  wieder
eine  Rolle  spielen.  Manasse  selbst  wirkte  für  den
Frieden,  wie  Lieutenant  Volkmann  indessen  meint,
nur  äußerlich.  Mir  selbst  schrieb  er  nur  Frieden
athmende  Briese.  Jedenfalls  erschien  die  Haltung
der  Hereros  in  Omaruru  drohend  genug,  um  den
Major  Mueller  zur  Entsendung  einer  Verstärkung
von  15  Mann  der  neuen  Truppe  dorthin  zu  veraulassen.
  Ich  selbst  habe  beschlossen,  meinen  nächsten
Zug  ebendahin  sowic  in  das  Kaokofeld  zu  unternehmen,
  sobald  Menschen  und  Thiere  sich  einigermaßen
  erholt  haben.  Anderenfalls  riskiren  wir  eines
Tages  auch  in  Omarurn  einen  ähnlichen  unerwarteten
Ausbruch  wie  jetzt  in  Gobabis.

Zu  einem  vollständigen  Ausbruch  kam  dagegen
jetzt  schon  die  aufrührerische  Bewegung  in  Otjimbinguec,
  vor  Allem  hervorgerufen  durch  die  Aufreizungen
  eincs  Engländers,  Namens  Wallace,
welcher  außerdem  den  Eingeborenen  in  verbotener
Weise  Spirituosen  geliefert  hatte.  Einige  30  Hereros
rotteten  sich  in  angetrunkenem  Zusiande  zusammen,
suchten  das  Haus  eines  Weißen  zu  stürmen  und
setzten  der  herbeieilenden  Militärpatrouille  Widerstand
Daneben  wurde  auch  Missionar  Meyer
etwas  belästigt.  Es  kam  schließlich  zu  einer  kleinen
Schießerei,  bei  welcher  zwei  Hereros  verwundet
wurden.  Der  gerade  mit  einem  Theil  der  neuen
Truppe  angekommene  Premierlieutenant  d.  R.  (Obergrenzkontroleur)
  Schmidt  setzte  den  Engländer  in
Haft  und  stellte  bei  den  Hereros  durch  gütliches  Zureden
  die  Ruhc  wieder  her.  Seitdem  ist  sie  dort
nicht  wieder  gestört  worden.

Wenn  ich  nun  noch  einmal  auf  den  Verlauf
des  Krieges  zurücksehe,  so  muß  ich  sagen,  daß  er
ein  ungewöhnlich  glücklicher  gewesen  ist.  In  dem
für  uns  ungünstigsten  Momente  ausgebrochen,  schien
der  Aufstand  das  Schutzgebiet  an  den  Rand  des
Abgrundes  zu  bringen,  zumal  in  den  ersten  Anfängen
nicht  zu  übersehen  war,  welche  Ausdehnung  er
        <pb n="568" />
        —  492

gewinnen  würde  Indeß  gelang  dessen  Lokalisirung  und
war  damit  die  größte  Gefahr  beseitigt.  Ein  wesentliches
  Verdieust  hierfür  gebührt  der  unerschütterlichen
Freundschaft  des  Oberhäuptlings  Samuel  in  Verbindung
  mit  der  ebenso  unerschütterlichen  Bertragstreue
Witboois.  Samuels  persönliche  Macht  ist  ja  nicht
große  aber  auch  bei  den  Schwarzen  ist  das  Gewicht
der  Legitimität  nicht  zu  unterschätzen.  Sehr  zu  statten
ist  uns  auch  die  Gerechtigkeit  unserer  Sache  gekommen.
Dem  frivolen  Friedensbruch  von  Seiten  unserer
Gegner  stand  die  immer  wieder  bewiesene  und  von
keinem  Eingeborenen  mehr  bezweifelte  Friedensliebe
auf  unserer  Seite  gegenüber.

Was  die  verbündeten  Hereros  uns  genutzt  haben,
kann  nicht  hoch  genug  angeschlagen  werden.  Das  für
uns  in  dem  weiten  Lande  Schwierigste,  nämlich  Auffinden
  des  Feindes,  der  Weide=  und  Wasserstellen,  ging
mit  ihrer  Hülfe  und  vermöge  ihrer  Ortskunde  glatt
und  ohne  jede  Störung  von  statten.  Niemals  haben
wir  trotz  unseres  bedeutenden  Viehbestandes  auch  nur
im  geringsten  an  Wassermangel  gelitten.  Was  das
heißen  will,  kann  nur  der  Kenner  richtig  würdigen.
Unsere  übrigen  Bundesgenossen  habe  ich  mir  bereits
in  meinem  letzten  Bericht  zu  charakterisiren  gestattet
und  dem  nichts  mehr  hinzuzufügen.  Ueberhaupt  hat
sich  die  diesmalige  Zusammensetzung  der  Feldtruppe
—  Weiße  nur  als  Kern,  die  Masse  Eingeborene  —
als  die  für  hiesige  Verhältnisse  in  der  That  zweckmäßigste
  erwiesen.  Ich  ziehe  eine  solche  Truppe  dem
bestausgebildeten  heimathlichen  Jäger-Bataillon  vor.
Nicht  stolze  Heeresmassen  verbürgen  den  Sieg,  sondern
  die  Geeignetheit  der  betreffenden  Truppe  für
die  gegebenen  Verhältnisse.  Die  Kriegs=  wie  auch
die  Kolonialgeschichte  giebt  hierfür  deutliche  Lehren.
Fern  muß  uns  daher  jede  Politik  bleiben,  welche  uns
die  Eingeborenen  entfremdet  und  daher  in  schwierigen
Lagen  lediglich  auf  uns  selbst  anweist.  Dank  einem
gut  funktionirenden  Requisitionssystem  und  der  Bemühung
  der  Kaiserlichen  Intendantur  hatten  wir
auch  nie  Proviantmangel  und  bringen  sogar  noch
einen  reichlichen  Vorrath  nach  Hause.

Aus  diesem  Zusammenwirken  von  Weißen  und
Eingeborenen  ergiebt  sich  als  Hauptvortheil  des  verflossenen
  Krieges  und  als  eine  gute  Grundlage  für
die  Zukunft,  daß  das  Schutzgebiet  sich  aus  eigenen
Kräften  hat  helfen  können,  was  das  ganze  Ziel
meines  bisherigen  Strebens  gewesen  ist.  Unter  den
500  Reitern,  aus  welchen,  wie  bereits  gemeldet,  die
Truppe  schließlich  bestanden  hat,  befanden  sich  noch
nicht  100  Angehörige  der  Schutztruppc  selbst.  Der
Rest  war  aus  wiedereingezogenen  Reservisten,  Kriegsfreiwilligen
  und  Eingeborenen  zusammengesetzt.  Ganz
besonders  muß  ich  auch  die  zur  Rückkehr  nach  Deutschland
  angemeldeten  Reservisten  loben.  Sie  machten
angesichts  des  heimathlichen  Schiffes  ohne  jede
Schwierigkecit  Kehrt  und  meldeten  sich  in  weitaus
überwiegender  Mehrzahl  zur  Feldtruppe  selbst.  Doch
lonnte  nur  ein  kleiner  Theil  noch  den  Kriegsschauplatz

 

selbst  erreichen.  Von  diesen  Letzteren  ist  einer
(Graeber)  bei  Otjunda  gefallen.  Auch  die  weiße
Bevölkerung  Windhoeks  hat  dem  Kriege  eine  Theilnahme
  entgegengebracht,  wie  ich  sie  hier  noch  nicht
erlebt  habe.  Des  freiwilligen  Vertheidigungskorps
habe  ich  bereits  gedacht.  Daneben  wurde  auch  das
von  1870  her  in  rühmlichem  Andenken  stehende
nützliche  Institut  der  Liebesgaben  für  die  im  Felde
stchenden  Krieger  eingeführt,  was  bei  Letzteren  sichtlichen
  Beifall  gefunden  hat.  ·

Nach  Erledigung  des  Kriegsgerichts  werde  ich
mit,  der  gesammten  Truppe  nach  Windhoek  zurückmarschiren,
  dort  die  Feldtruppe  neu  organisiren  lassen
und  dann  den  größten  Theil  der  Letzteren  unter
Major  Mueller  wieder  nach  dem  Osten  entsenden,
um  die  den  Besiegten  auferlegte  Kriegsentschädigung
einzutreiben.  Ueber  die  Verwendung  der  Letzteren
werde  ich  noch  besonderen  Bericht  erstatten.  Jedenfalls
  wird  dieser  Krieg  einer  Zahl  von  Ansiedlern
die  erste  Grundlage  für  den  künftigen  Viehbestand
gewähren,  die  Hereros  dagegen  von  ihrem  übermäßigen
  Viehreichthum  sachgemäß  ctwas  entlasten.

Nach  anderweitigen  neueren  Nachrichten  sind
Nikodemus  und  Kahimema  vom  Kriegsgericht  zum
Todec  verurtheilt  und  erschossen  worden.

Ueber  die  Theilnahme  der  J.  und  2.  Rompagnie  am
Gefecht  bei  Sturmfeld  vom  b.  Mai  1890

berichtet  Hauptmann  v.  Estorff?)  Folgendes:

Um  etwa  6  Uhr  morgens  bekam  ich  vom  Herrn
Major  Leutwein  den  Befehl:  „Gehen  Sie  mit  der
1.  und  2.  Kompagnie  und  einem  Geschütz  gegen  die
am  weitesten  rechts  (nordöstlich)  gelegene  Werft  vor.
Rechts  neben  Ihnen  wird  der  Lientenant  v.  Burgsdorff
  umfassend  vorgehen.  Ich  selbst  werde  die
weiter  links  gelegene  Werft  mit  der  3.  Kompagnie,
zwei  Geschützen  und  den  Hereros  angreifen.“

Gefechtsstärke:

Stab:  1  Offizier,  2  Reiter,

1.  Komp.:  2  Offiziere,  13  Unteroffiziere,  32  Reiter,

2.=  1  Offizier,  13  -  37.—

Geschütz:  —  —  1  Unteroffizier.  34
Zur  1.  Kompagnie  3  Bastards,  3  Namareiter,

2.  -  8  Namareiter.

Das  Gelände  war  unübersichtlich,  lichter  Busch
wechselte  ab  mit  dichtem  Buschwald.

Da  die  Lage  der  Werften  im  ersten  Morgengrauen
  nicht  zu  erkennen  war,  ging  ich  rechts  neben
der  vom  Major  Leutwein  geführten  Abtheilung  in
gleicher  Höhe  vor.  Bald  ertönten  Gewehrschüsse  vom
linken  Flügel  her,  gleichzeitig  sah  ich  eine  Abtheilung

*)  Vergl.  D.  Kolonialblatt  1896  Nr.  14,  Beilage  S.  3.
        <pb n="569" />
        —  493

Ovambandjern  sich  in  die  etwa  400  m  vor  mir  in
einem  Grunde  liegenden  Baumgruppen  ziehen.  Ich
befahl  dem  Geschütz,  dagegen  aufzufahren,  der  2.  Kompagnie,
  zum  Fußgefechte  vorzugehen,  und  der  1.  Kompagnie,
  sich  rechts  seitwärts  herauszuziehen.

Das  Geschütz  und  die  2.  Kompagnie  gingen  bis
etwa  300  m  an  die  Baumgruppen  heran  und  begannen,
  als  sie  freies  Schußfeld  hatten,  das  Feuer.
Das  Geschütz  (Führer  Unteroffizier  Czicelski)  feuerte
mit  Kartätschen,  die  Kompagnie  gab  kurze  Lagen
von  Schützenfeuer  ab.  Der  Feind  erwiderte  das
Feuer  lebhaft.  Die  1.  Kompagnie  hatte  eben  die  ihr
befohlene  Bewegung  ausgeführt,  als  sie  unvermuthet
in  ein  selbständiges  Gefecht  verwickelt  wurde  (siehe
Anlage  1).

Die  2.  Kompagnie  und  das  Geschütz  vertrieben
nach  etwa  ½  stündigem  Feuergefecht  den  Feind  aus
den  Baumgruppen.  Die  erstere  hatte  aber  auch  Verluste:
  Zum  Tode  verwundet  wurde  der  Kompagnieführer
  Lientenant  Schmidt  (Schuß  durch  die  Brust)
und  schwer  verwundet  der  Sergeant  Deubel.

Inzwischen  hatte  die  1.  Kompagnie  einen  schweren
Stand  gehabt  und  war  sogar  durch  die  Uebermacht
des  sehr  tapfer  fechtenden  Feindes  hart  bedrängt.
Nachdem  ich  erkannt  hatte,  daß  sie  auf  die  Werft  des
Kahimema  gestoßen  war,  die  mir  als  Angriffspunkt
bezeichnet  worden,  ließ  ich  die  2.  Kompagnie  (Führer
Sergeant  Grickschat)  das  Gefecht  in  ihrer  Front
abbrechen  und  links  neben  der  1.  Kompagnie  vorgehen,
  während  ich  das  Geschütz  in  die  Schützenlinie
derselben  auffahren  ließ.

Nachdem  es  hier  vier  Schrapnelschüsse  (mit  kürzester
  Brenndauer)  gegen  die  auf  etwa  80  m  vor
ihm  liegende  Werft  abgegeben  hatte,  licß  ich  die
1.  Kompagnie  zum  Sturm  mit  aufgepflanztem  Seitengewehr
  vorbrechen.  Der  Sturm  wurde  mit  großem
Ungestüm  ausgeführt  und  der  Feind  aus  dem  westlichen
  Theile  der  Werft  vertrieben.  Die  1.  Kompagnie
stieß  einige  Hundert  Meter  in  dem  dichten  Busch
nach  und  sammelte  sich,  nachdem  sie  denselben  gesäubert
  hatte,  sogleich  wieder  in  ihrer  alten  Stellung.

Der  Theil  des  Feindes,  welcher  die  Werft  der
2.  Kompagnie  gegenüber  besetzt  hatte,  behauptete  jedoch
  bis  jetzt  noch  hartnäckig  seine  Stellung.  Die
1.  Kompagnie  entwickelte  sich  daher  gegen  seinen
linken  Flügel,  das  Geschütz  bestrich  den  ganzen  Waldsaum
  und  nach  kurzem  Feuergefecht  ließ  ich  nunmehr
beide  Kompagnien  gegen  ihn  stürmen.  Jetzt  wandte
sich  auch  hier  der  Gegner  zur  Flucht,  die  ganze
Werft  den  nachstoßenden  Reitern  überlassend.  Diese
drangen  ihm  in  dem  dichten  Busche  eine  kurze  Strecke
nach  und  sammelten  sich  dann  am  Ostende  der  Werft.
Der  rechte  Flügel  der  1.  Kompagnie  hatte  Fühlung
mit  den  vom  Premierlieutenant  v.  Burgsdorff
geführten  Witboois  genommen,  die  rechts  neben  ihr
vorgegangen  waren.  Auch  diese  sammelten  sich  jetzt
bei  den  Kompagnien  und  dem  Geschütz.

Um  7  ½  Uhr  war  das  Gefecht  beendet  und  konnte

 

dem  Major  Leutwein  gemeldet  werden,  daß  die
gesammte  Abtheilung  zur  Verfügung  stehe.

Es  wurde  später  festgestellt,  daß  der  Feind  vor
der  Front  der  1.,  hauptsächlich  vor  dieser,  und  der
2.  Kompagnie  an  30  Todte  hatte  liegen  lassen,  darunter
  viele  Großleute.

Die  1.  Kompagnie  hatte  bei  ihren  beiden  Stürmen
noch  vier  Verwundete  verloren,  im  Ganzen  aber
einen  Todten  und  sieben  Verwundete;  die  2.  Kompagnic
  den  schwer  verwundeten  Unteroffizier  Mewes
und  im  Ganzen  einen  Offizier  todt,  zwei  Unteroffiziere
  schwer  verwundet.

Verschossen  wurden  von  der  1.  Kompagnie  im
Durchschnitt  48  Patronen  pro  Mann,  der  2.  Kompagnie
  im  Durchschnitt  32  Patronen  pro  Mann,  von
dem  Geschütz  26  Schrapnels  und  2  Kartätschen.

Nachdem  der  Herr  Major  Leutwein  befohlen
hatte,  die  Verfolgung  des  flüchtigen  Gegners  aufzunehmen,
  und  mir  hierzu  auch  die  Abtheilung  des
Lieutenants  v.  Burgsdorff  zur  Verfügung  gestellt
war,  ging  ich  um  8  /  Uhr  mit  dieser,  der  1.  und
2.  Kompagnie  sowic  dem  Geschütz  in  östlicher  Richtung
vor.  Das  Ergebniß  der  Verfolgung  war  gering,  da
der  Feind  gänzlich  zersprengt  in  dem  dichten  Busch
auseinandergelaufen  war.  Anliegende  Meldung  (Anlage
  2)  giebt  das  Nähere  an.

Anlage  1.

Bericht
über  das  Gefecht  der  1.  Feldkompagnic  bei  Sturmfeld
  (Otyunda)  am  6.  Mai  1896.

Auf  Befehl  des  Hauptmanns  v.  Estorff:  „Die
1.  Kompagnie  solle  sich  rechtsseitwärts  von  der
2.  Kompagnie  und  dem  Geschütz  herausziehen“,  ritt
die  1.  Kompagnie  etwa  300  bis  400  m  halbrechts
vom  Geschütz  heraus,  als  plötzlich  die  rechte  Seitenpatrouille
  aus  dichtem  Buschwerl  Feuer  erhielt.
Gleichzeitig  wurden  vor  der  Kompagqnie  einzelne  aus
dem  Gebüsch  hervortauchende  Gestalten  sichtbar  und
hinter  diesen  im  Dickicht  in  einer  Entfernung  von
etwa  200  m  viele  Menschenstimmen  und  lautes
Rindergebrüll  hörbar.  ,

Da  die  in  der  Nacht  vorausgeschickten  Spione
gemeldet  hatten,  daß  die  Werft  des  Ovambandjeruhäuptlings
  Kahimema  und  der  mit  ihm  vereinigten
Khauas-Hottentotten  am  weitesten  rechts  von  unserem
Anmarsche  aus  gelegen  sei,  war  es  mir  nicht  zweifelhaft,
  daß  ich  diese  Werft,  aus  der  man  durch  das
Buschwerk  ein  Lagerfener  hindurchschimmern  sah,  vor
mir  hatte.  Ich  ließ  daher  absitzen  und  von  den
vorgezogenen  Schützen  mit  Standvisir  auf  den  Gegner
feuern.  Als  das  feindliche  Feuer  schwächer  wurde,
ging  ich  80  m  in  der  Richtung  des  Lagerfeuers  vor,
bis  die  Schützenlinie,  deren  Mitte  jetzt  nur  noch
60  m  von  dem  vor  derselben  liegenden  Dickicht  entfernt
  war,  sehr  heftiges  Feuer  erhielt.  Nachdem
dasselbe  etwa  fünf  Minuten  auf  das  Lebhafteste  von
        <pb n="570" />
        —  .  494

uns  erwidert  war,  traf  von  der  rechten  Seitenpatrouille
die  Meldung  ein,  daß  sic  von  rechts  aus  dem  Gebüsche
  aus  nächster  Entfernung  stark  befeuert  werde
und  ein  starker  feindlicher  Haufen  sich  an  ihr  vorbei
in  das  rechts  hinter  der  Schützenlinie  liegende  Dickicht
binzöge,  um  die  Kompagnie  zu  überflügeln  und  ihr  in
den  Rücken  zu  fallen.  Fast  gleichzeitig  erhielten  wir
auch  schon  aus  mehreren  —  drei  —  alten  und  verlassenen
  hinter  uns  stehenden  Pontoks  aus  der  Entfernung
  von  50  und  80  m  Feuer.

Ich  nahm  daher  den  zweiten  Zug  bis  auf  eine
Sektion  aus  der  Feuerlinie  heraus,  um  durch  scharf
zurückgebogenen  rechten  Flügel  die  rechte  Flanke  und
den  Rücken  zu  decken.  Die  schnelle  und  präzis  ausgeführte
  Schwenkung  und  das  sofort  abgegebene
Schnellfeuer  des  zweiten  Zuges  brachte  dic  beabsichtigte
  Umgehung  des  Gegners  zum  Stehen  und  bewog
ihn  augenscheinlich  zum  allmählichen  Rückzuge  nach
der  Hauptwerft,  von  woher  das  Feuer  um  so  lebhafter
  unterhalten  und  nach  geringen  Pausen  immer
wieder  sehr  heftig  ausgenommen  wurde.  Verschiedentlich
  machte  der  Feind  aus  dem  dichten  Buschwerk
hervorspringend  den  Versuch,  die  Schützenlinie  zu
stürmen,  was  jedoch  jedesmal  durch  rechtzeitiges
Schnellfeuer  des  ersten  Zuges  verhindert  wurde.
Zwischen  dem  50  bis  100  m  vor  der  Schützenlinie
liegenden  Dickicht  standen  in  hohem  Grase  einzelne
Büsche,  aus  denen  die  Gegner,  bis  auf  20  m  herankriechend,
  seuerten,  so  daß  z.  B.  Licutenant  Eggers
einen  Ovambandjern  auf  20  bis  30  m  aus  der
Schützenlinie  mit  dem  Nevolver  niederschoß.  Dem
Feinde  bot  sowohl  das  dichte  Dornengebüsch  als  die
in  demselben  befindlichen  über  mannshohen  Dornenkraale
  eine  vorzügliche  Deckung.

In  der  Schützenlinie  wurden  der  Unteroffizier
Staginus  tödlich,  Lieutenant  Eggers  sehr  schwer,
die  Reiter  Düßler  und  Kühnel  schwer  verwundet.

Nach  mehr  als  halbstündigem  heißen  Gefechte  kam
Hauptmann  v.  Estorff,  die  bedrängte  Lage  der
1.  Kompagnie  erkennend,  mit  der  2.  Kompagnie  und
dem  Geschüßze  zu  Hülfe.  Nachdem  das  Schüßzenfeuer
kurze  Zeit  lebhaft  unterhalten  war,  ging  die  1.  Kompagnie
  unter  heftigem  Feuer  des  Gegners  zum  Sturm
vor.

Todte  und  Verwundete:

Unteroffizier  Staginus,  durch  die  Brust  geschossen,
  unmittelbar  nach  Beendigung  des  Gefechts
  gestorben.

2.  Sekondlieutenant  Eggers,  schwer  verwundet,
Schuß  durch  linke  Schulter  und  linke  Brusthälfte.

.  Unteroffizier  Maczkiewitz,  schwer  verwundet,
Schuß  durch  rechten  Unterarm.

Reiter  Kühnel,  schwer  verwundet,  Knochenschuß
am  rechten  Scheitelbein.

Reiter  Honschar,  schwer  verwundet,  Schuß  durch
das  rechte  Ellenbogengelenk.

Reiter  Düßler,  schwer  verwundet  am  rechten
Oberschenkel.

—

9

2

—

8

S

 

7.  Reiter  Hauer,  ganz  leicht  verwundct,  Streifschuß
  am  Knie.
8.  Bastardsoldat  Hans  Swart,  leicht  verwundct  am
Gesäß.
Sturmfeld,  den  10.  Mai  1896.
Der  Führer  der  1.  Feldkompagnie:
gez.  v.  Lindequist,  Premierlicutenant  d.  R.

Otyunda,  den  11.  Mai  1896.

Bericht
über  die  Thätigkeit  der  Abtheilung  Gibeon  am
6.  Mai  1896.

Die  Abtheilung  war  stark  20  Reiter,  65  Witboois.
Vor  Tagesgrauen,  gegen  5⅛½  Uhr,  erhielt  dieselbe
Befehl,  in  die  linke  Flanke  des  Gegners  zu  rücken
und  hier  von  Südost  aus  gegen  die  seindlichen
Werften  im  Verein  mit  den  die  Front  angreifenden
Kompagnien  zu  wirken.

In  einem  nach  Südost  umholenden  Bogen  umritt
ich  die  Werften  und  stand  bei  Tagesgrauen  500  m
südöstlich  des  langhingestreckten  Busches,  welcher  die
Khauaswerft  umschloß.  Einige  Pferde,  welche  aus
den  feindlichen  Werften  herausliefen,  wurden  eingefangen.
  Alsbald  kündete  sich  durch  Gewehr=  und
Geschützfeuer  der  Angriff  in  der  Front  an.  Der  mir
vorliegende  Busch  schien  vom  Feinde  nicht  besetzt;
dagegen  erhiclten  wir  von  den  eigenen  Kompagnien,
welche,  wie  sich  später  herausstellte,  in  der  Schußrichtung
  —  durch  das  Verhalten  des  Gegners  gezwungen
  —  eine  Aenderung  hatte  cintreten  lassen,
lebhaftes  Gewehrfeuer;  auch  einige  Granaten  flogen
über  uns  hinweg.  Ich  trabte  deshalb  wieder  westwärts,
  saß  ab  und  ging  in  Schützenlinie  gegen  den
die  Werften  umschließenden  Waldessaum  vor.  Einen
Zug  der  Witboois  hatte  ich  im  Osten  zur  Beobachtung
  gelassen.  Da  derselbe  jedoch  bei  seinem  Versuch,
noch  weiter  nördlich  zu  umfassen,  immer  lebhafteres
eigenes  Feuer  erhielt  (namentlich  Geschützfeuer),  so
solgte  derselbe  alsbald  meiner  Abtheilung  und  schloß
sich  den  Schützenbewegungen  gegen  den  Waldessaum
  an.

Der  nur  ganz  leicht  vom  Feinde  besetzte  Waldesrand
  wurde  bei  meinem  Vorgehen  sofort  geräumt.
In  östlicher  Richtung  ging  ich  weiter  in  Schüßzenlinie
durch  den  Busch  vor.  In  dauerndem  Vorwärtsgehen
entwickelte  sich  nun  ein  leichtes  Buschgefecht,  bis  ich
nach  Verlauf  von  etwa.  20  Minuten  mit  dem  rechten
Flügel  der  Kompagnie  Lindequist  Fühlung  gewann.
Der  übriggebliebene  Feind  hatte  sich  in  nordöstlicher
Nichtung  zur  Flucht  gewandt  und  war  schnell  in
dem  dichten  Busch  verschwunden.

Auf  den  vom  linken  Flügel  kommenden  Befehl:
„Nach  links  sich  zu  sammeln“,  ließ  ich  das  viele  in
dem  Busch  vorgefundene  Vieh  von  den  Witboois
zurücktreiben  und  sammelte  dann  meine  Abtheilung
        <pb n="571" />
        im  südlichen  Waldessaume  neben  der  1.  und  2.  Kompagnie.
  Während  des  Buschgefechtes  wurden  nachweislich
  von  den  Witboois  erschossen:  1  Khaua,  Jonas
  Fledermuis,  und  6  Hereros.  Die  Witboois
hatten  keine  Verluste.

Nachdem  die  Pferde  herangebracht  waren,  begann
in  nordöstlicher  Richtung  die  Verfolgung  des  Gegners.
Einige  Hundert  Stück  Rindvieh  und  einige  Gefangene
wurden  eingebracht,  im  Uebrigen  aber  eine  völlige
Zersplitterung  des  fliehenden  Gegners  festgestellt.
Im  llebrigen  verweise  ich  gehorsamst  auf  die  dem
Führer  der  Verfolgungsabtheilungen,  Hauptmann
v.  Estorff,  am  selbigen  Tage  eingereichte  Meldung.

Ich  muß  lobend  auf  das  in  jeder  Beziehung
tapfere  und  energische  Verhalten  meiner  Mannschaften
sowohl  wie  der  Witboois  hinweisen.  Bewunderungswerth
  war  das  geschickte  und  gewandte  Vorgehen  der
Witboois  durch  die  dichten  Gebüsche,  nie  sich  dem
Gegner  zeigend,  aber  doch  mit  großer  Schnelligkeit
von  Busch  zu  Busch  fortdauernd  vorspringend.  Ich
unterlasse  nicht  hervorzuheben,  daß  der  alte  Kapitän.
Witbooi  seinen  Leuten  als  einer  der  Ersten  stets  mit
gutem  und  bravem  Beispiel  voranging.

gez.  v.  Burgsdorff,  Premierlientenant.

Ueber  die  Landungsverhältnisse  in  Tsoakbaubmund

berichtet  der  Marine-Hafenbaumeister  Mönch  auf
Grundlage  seiner  an  Ort  und  Stelle  vorgenommenen
Untersuchungen  Folgendes:

Das  Bett  des  Tsoakhaubflusses  liegt  an  der  Mündung
  etwa  2,0  m  über  Niedrigwasser  und  ist  von
der  See  durch  eine  3,0  m  über  Niedrigwasser  liegende
Barre  geschieden.  Der  Grund  besteht  auf  eine  Strecke
von  etwa  400  m  flußaufwärts  aus  Sand  mit  einzelnen
  flachen  Thonlöchern  —  Ueberresten  der  vom
Flusse  heruntergebrachten  Sinkstofse.  Hier  entwickelt
sich  ein  reichlicher  Pflanzenwuchs.  Es  sind  jedoch
nur  wenige  zum  Viehfutter  geeignete  Arten  vertreten.
Weiler  oben  ist  das  Flußbett  in  Kalkstein  eingeschnitten.
  Das  linke  Ufer  ist  flach,  während  das
rechte  sich  steil  bis  zu  10  m  Höhe  erhebt.  In  der
Ablenkung,  die  der  Wind  —  herrschende  Windrichtung
  ist  Südwest  —  an  diesem  steilen  Ufer  erfährt,
ist  aller  Wahrscheinlichkeit  nach  die  Ursache  dafür  zu
suchen,  daß  die  Wanderdünen  nicht  auf  das  rechte
Ufer  übertreten.  Im  unteren  Theile  des  Bettes,
nahe  dem  Meerc,  ist  in  etwa  0,75  m  Tiefe  gutes
Trinkwasser  zu  finden,  das  zur  Zeit  aus  eingegrabenen
  Jässern  ohne  Boden  geschöpft  wird.  Das
Wasser  ist  kaum  merkbar  brackig  und  es  läßt  dieser
Umstand  darauf  schließen,  daß  es  unterirdisch  stets
fließend  ist,  da  es  sonst  durch  dic  höher  ansteigenden
Fluthen  verdorben  werden  würde.  In  Zeiträumen
von  durchschnittlich  sieben  Jahren  soll  der  Fluß  auch
oberirdisch  für  kurze  Zeit  fließen  oder  „abkommen“,
wie  man  es  nennt.

 

495  —

Vom  Tsoakhaub  ab  südwärts  bestehen  die  dem
Strande  vorgelagerten  Klippen  nicht  mehr  aus  Granit,
sondern  aus  Kalkstein.  Derselbe  ist  stark  zerklüftet
und  ausgewaschen.  Die  Wanderdünen,  die  von  hier
ab  in  fortlaufendem  Zuge  die  Küste  begleiten  und
stellenweise  unmittelbar  an  den  Strand  herantreten,
bestehen  aus  außerordentlich  seinem  Flugsande  und
verändern  fortwährend  ihre  Gestalt.

Hinsichtlich  der  Zugänglichkeit  vom  Innern  her
hat  die  Landestelle  von  Tsoakhaubmund  wichtige  Vorzüge
  dem  englischen  Konkurrenzhafen  Walfischbai
gegenüber.  In  der  Nähe  von  Tsoakhaubmund,  bei
Nonadas,  für  einen  Fußgänger  in  1  1½  Stunden  zu
erreichen,  liegt  im  Bett  des  Tsoakhaubflusses  eine  niedrige
  mit  reichlichem  Pflanzemwuchs  überzogene  Wiesenfläche
  von  beträchtlicher  Ausdehnung,  woselbst  auch
Wasser  von  guter  Beschaffenhcit  etwa  0,5  m  tief
unter  der  Oberfläche  stets  zu  finden  ist.  Der  Weg
von  hier  zur  Küste  führt  mit  Ausnahme  einer  karzen
Strecke  über  festen  Felsboden.  Nach  dem  Innern
zu  hat  man  zunächst  das  Flußbett  zu  durchkreuzen
und  kommt  dann  in  allmählichem  Anstieg  wieder  auf
die  Namibfläche.  Hier  verläuft  der  Weg  auf  festem
Boden  weiter  nach  Kanikontis,  der  nächsten,  bequem
zu  erreichenden  Wasserstelle  im  Flußbett  des  Tsoakhaub.
Von  hier  zweigt  der  am  meisten  befahrene  Weg  nach
Walfischbai  ab.  Auch  in  der  Nähe  der  Mündung
ist,  wic  bereits  erwähnt,  Wasser  und  Futter  vorhanden.
  Solange  noch  der  ganze  Transport  nach
dem  Innern  lediglich  durch  Ochsenfuhrwerke  bewirkt
wird,  ist  dieser  Umstand  von  ganz  besonderer  Bedentung.
  Aber  auch  wenn  später  die  Transportart
eine  andere  werden  sollte,  ist  immer  für  einen  Hafen
die  Möglichkeit  zu  reichlicher  Wasserversorgung  und
zur  Ernährung  des  nöthigen  Schlachtviehes  so  wichtig,
daß  sie  bei  der  Wahl  einer  Landestelle  nicht  aus
dem  Auge  gelassen  werden  darf.

Viel  ungünstiger  liegen  die  Verhältnisse  für  Walfischbai.
  Die  Niederlassung  ist  von  allen  Seiten  von
Wanderdünen  umschlossen.  Dieselben  müssen  von  den
schwer  beladenen  Frachtwagen  durchfahren  werden.
Hinter  den  Dünen  schließt  sich  zunächst  die  sogenannte
Plüm,  eine  von  tiesem  Flugsande  bedeckte  weite  Ebene,
dann  die  zwar  feste,  aber  jeden  Pflanzenwuchses  entbehrende,
  wasserlose  Namib  an.  Von  der  letzten
Wasserstelle  Kanikontis  ab  finden  die  Zugthiere  keinen
Grashalm  und  keinen  Tropfen  Wasser  mehr.  Erst
in  Sandfontein,  einer  Hottentottenniederlassung  ganz
in  der  Nähe  von  Walfischbai,  giebt  es  Wasser,  das
indessen  stark  brackig  schmeckt.  Die  Thiere  trinien  es
zwar  gern,  aber  es  soll  sie  —  namentlich  Pferde  —
mehr  erschlaffen  als  stärken.  Zur  Fütterung  müssen
die  Frachtfahrer  aus  dem  Innern  Heu,  d.  h.  auf
dem  Halm  getrocknetes  Gras,  mitnehmen.  Eine
Fahrt  von  Kanikontis  nach  Walfischbai  und  zurück
erfordert  mindestens  24  Stunden.  Es  ist  begreiflich,
daß  auf  dieser  Strecke  in  dem  glühenden  Sande  und
der  im  Schutz  der  Dünen  oft  unerträglichen  Hitze
die  Kräfte  der  Zugthiere,  bis  zum  Uebermaß  ange-
        <pb n="572" />
        —  496  —

strengt,  versagen.  So  hat,  als  ein  Beispiel  unter
vielen,  ein  Ansiedler  im  Herbst  1895  von  20  Ochsen
auf  diesem  Wege  17  Stück  verloren.  Fällt  ein
Thier,  so  muß  es  hülflos  liegen  bleiben,  da  ein  Verweilen
  auch  die  übrigen  Thiere  gefährden  würde.
Zu  Hunderten  liegen  die  Gerippe  gefallener  Ochsen
an  diesem  gefürchteten  Wege  verstreut.  Solange
die  mit  einer  englischen  Dampferlinie  von  Kapstadt
kommenden  Waaren  noch  alle  in  Walfischbai  gelandet
wurden,  waren  die  Frachtfahrer  gezwungen,  dorthin
zu  fahren.  Erst  durch  die  Einrichtung  deutscher
Linien  und  namentlich  durch  die  von  der  Kolonialgesellschaft
  erfolgte  Stationirung  von  Krunegern  in
Tsoakhaubmund  ist  dies  anders  geworden,  und  ungern
entschließen  sich  jetzt  die  Frachtfahrer  zu  einer  Reise
nach  der  Walfischbai.  Nur  für  die  Bastards  und
Eingeborenen  wird  des  freien  Branntweinhandels
halber  auch  fernerhin  die  Bai  einen  Anziehungspunkt
  bilden.

Dem  Vernehmen  nach  wird  von  englischer  Seite
beabsichtigt,  durch  eine  Bahnanlage  die  Schwierigkeiten
  des  Landtransportes  zu  beseitigen.  Nach
Aeußerungen  des  Magistrats  in  Walfischbai  soll  von
der  Kapregierung  bereits  eine  Summe  von  500  Pfd.
Sterl.  für  die  Vorarbeiten  bewilligt  worden  sein.
Ob  es  gelingen  wird,  ein  für  die  Dünen  geeignetes
Bahnsystem  zu  finden,  muß  dahingestellt  bleiben.

Ist  nach  Obigem  Walfischbai  gegen  Tsoakhaubmund
in  Bezug  auf  die  Transportverhältnisse  nach  dem
Innern  im  Nachtheil,  so  steht  es  ihm  hinsichtlich  der
Rhede  zur  Zeit  weit  voran.  Durch  eine  von  Süden
hervortretende  nehrungsartige  Halbinsel  geschützt,
bietet  die  Bai  einen  vorzüglichen  Ankerplatz  für  die
größten  Schiffe.  Die  Landung  der  Güter  muß  mit
Booten  oder  Leichtern  bewirkt  werden,  da  die  Schiffe
mindestens  1000  m  vom  Strande  entfernt  bleiben
müssen.  Besondere  Einrichtungen  sind  nicht  vorhanden.
  Die  Boote  fahren  so  weit  wie  möglich  auf
den  Strand  und  die  Güter  werden  dann  10  bis
15  Schritte  weit  aufs  Trockene  getragen.  Oft  genug
werden  die  Waaren  durch  Ungeschicklichkeit  der  als
Arbeiter  verwendeten  Hottentotten  naß  und  verdorben.
Eine  Landebrücke,  die  eine  Länge  von  etwa  75  m
haben  müßte,  mit  Krahn=  und  Gleisanlagen  wäre
hier  sehr  zweckmäßig  und  würde  wesentlich  zur
raschen  Abfertigung  der  Schiffe  beitragen.

Eine  Gesahr  für  die  Bai  bildet  die  hier  herrschende
  starke  Sandbewegung.  Es  ist  nicht  unmöglich,
daß  die  Walfischbai  das  Schicksal  von  Sandwichhafen
theilen  und  allmählicher  Versandung  anheimfallen
wird.  Die  Wassertiefe  der  Bucht  muß  nach  festen
Naturgesetzen  durch  die  von  der  Fluth  hineingetragenen,
  von  der  Ebbe  aber  nicht  vollständig  wieder
fortgeführten  Sandmengen  langsam  abnehmen.  Der
etzt  in  die  Bucht  mündende  Kuisipfluß,  der  früher
einen  Lauf  in  der  Sandwichbai  endete  und  deren
Schicksal  beschleunigte,  wird  durch  die  bei  seinem
periodischen  Abkommen  mitgeführten  Sinkstoffmengen
hierzu  nicht  wenig  beitragen.

 

 

Die  Verflachung  bedingt  aber  die  Abnahme  der
Spülkraft,  die  allein  das  Vorrücken  der  Spitze  der
Landzunge,  des  sog.  Pelikanpoint,  verhindern  kann,
dazu  aber  anscheinend  schon  jetzt  nicht  mehr  ausreicht.
Wann  auf  diese  Weise  die  Mündung  der  Bai  geschlossen
  werden  kann,  ist  nicht  zu  bestimmen.  In
Sandwichhafen  konnte  man  noch  vor  wenigen  Jahren
an  die  Anlage  eines  Ausfuhrhafens  für  Fleischkonserven
  denken.  Jeht  ist  die  Bucht  vollständig  geschlossen.
  So  wie  dort  kann  auch  in  Walfischbai
durch  ungünstige  Naturereignisse  das  Ende  plötzlich
eintreten,  denn  die  Verhältnisse  sind  genau  dieselben.

Den  Vortheil  einer  gesicherten  Rhede  hat  Walfischbai
  nicht  nur  vor  Tsoakhaubmund,  sondern  vor
allen  übrigen  Punkten  der  nördlich  davon  belegenen
Küste  vorans.  Im  Allgemeinen  bietet  sich  hier
dasselbe  Küstenbild,  wie  weiter  oben  schon  beschrieben.
Ausnahmen  machen  nur  die  Rockbai  und  Kap  Croß.
Erstere  ist  eine  geräumige  Bucht,  die  durch  eine  vorgelagerte
  Untiefe  indessen  nur  theilweise  geschützt  ist.
Die  beiden  Einfahrten  sind  direkt  gegen  die  Dünung
gelegen  und  verstärken  vermöge  ihrer  Trichtergestalt
die  Wellenbewegung  nicht  unerheblich,  so  daß  bei
der  geringen  Tiefe  selbst  für  kleinere  Seeschiffe  die
Einfahrt  nicht  gefahrlos  ist.  Infolge  der  von  beiden
Seiten  eintretenden  Dünung  machen  sich  Interferenzerscheinungen
  der  Wellen  in  der  Bucht  als  kabblige
Sce  sehr  unangenehm  bemerkbar.  Zeitweise  soll  dadurch
  der  Bootsverkehr  überhaupt  unmöglich  werden.
Durch  Verbauen  einer  Einfahrt  und  Vertiefung  der
anderen  würde  sich  vielleicht  ein  brauchbarer  Hasen
schaffen  lassen.  Die  Kosten  würden  aber  mindestens
sich  ebenso  hoch  belaufen  wie  für  eine  Anlage  in
Tsoakhaubmund,  und  man  hätte  dann  noch  den  gänzlichen
  Mangel  an  Trinkwasser  und  Futterplätzen  in
den  Kauf  zu  nehmen.

Letteres  gilt  auch  für  Kap  Croß.  Die  hier
arbeitende  Guanokompagnie  gewinnt  das  erforderliche
Trinkwasser  durch  Destillirapparate,  während  das
Viehfutter  zu  Schiff  herangebracht  wird.  Eine  geschützte
  Rhede  ist  nicht  vorhanden,  es  wird  aber  die
Brandung  durch  das  Kap  ein  wenig  gemildert.
Einen  Vortheil  vor  Tsoakhaubmund  bietet  dieser  Platz
indessen  nicht.

Auf  den  übrigen  Küstenstrecken  finden  sich  verschiedentlich
  Stellen,  an  denen  die  vor  dem  Strande
liegenden  Klippenreihen  unterbrochen  sind  und  50  m
oder  darüber  breite  Rinnen  freilassen.  Diese  Einschnitte,
  welche  alle  als  Landestellen  benutzt  werden
könnten,  setzen  sich  zumeist  als  Thalschluchten  in  die
Hochebene  hinein  fort.  Die  Uebergänge  sind  jedoch
mit  Sand  und  Gerölle,  den  Verwitterungsprodukten
des  Gesteins,  ausgefüllt,  so  daß  ein  Zusammenhang
nur  vereinzelt  ohne  Weiteres  nachgewiesen  werden
kann.  Solche  Einschnittte  sind  auch  die  beiden  Landestellen
  in  Tsoakhaubmund,  welche  den  wichtigen  Vorzug
haben,  daß  in  ihrer  Nähe  Wasser  und  Futter  zu
finden  ist.  Die  nach  Süden  gegen  die  von  Südwest
anlaufende  Dünung  weit  vortretenden  Klippenreihen
        <pb n="573" />
        brechen  die  Kraft  der  Wellen,  bevor  sie  das  Fahrwasser
  erreichen.  Entsprechend  dem  Wasserstande
über  den  Klippen  nimmt  die  Wellenbewegung  in  der
Fahrrinne  bei  Fluth  zu,  bei  Ebbe  ab.  Auf  den
äußersten  zum  Strande  parallelen  Klippen  steht
häufig  eine  sehr  hohe  Brandung,  während  am  Strande
jelbst  meist  nur  eine  Brecherreihe  läuft.  Nur  an
vier  Tagen  meines  Aufenthalts  war  die  Brandung
derart,  daß  ein  Durchfahren  unmöglich  gewesen  wäre.
In  den  Monaten  Juni,  Juli  und  August  sollen  die
Verhältnisse  freilich  anders  liegen  und  Tage  mit
schlechter  See  häufig  sein.  Hart  an  der  Küste  läuft
ein  nach  Norden  gerichteter  Strom  und  die  Boote
laufen  Gefahr,  von  demselben  auf  die  Klippe  gesetzt
zu  werden,  wo  sie  zerschellen  oder  von  der  starken
Brandung  gefaßt  werden.  Dies  soll  auch  der  Grund
für  den  Unfall  im  Juni  1895  gewesen  sein,  dem
eine  Anzahl  Menschenleben  zum  Opfer  fiel.

Zur  Zeit  gehen  die  Tsoakhaubmund  anlaufenden
Seeschiffe  auf  freier  Seerhede,  je  nach  der  Witterung
und  sonstigen  Verhältnissen,  in  400  bis  1000  m
Entfernung  vom  Strande  zu  Anker.  Die  Güter
werden  in  mit  Krunegern  besetzten  Booten  an  Land
gebracht.  Die  dort  stationirten  deutschen  Seeleute
haben  die  Fertigkeit  zum  Durchfahren  der  Brandung
nicht  erlernen,  auch  wohl  eine  gewisse  durch  den  vorjährigen
  Unglücksfall  hervorgerusene  Scheu  nicht  überwinden
  können.  An  Land  wird  das  Boot  mit  Hülfe
der  vom  Landungsagenten  gestellten  Hottentotten  so
weit  wie  möglich  auf  den  Strand  gezogen.  Nur  in
den  seltensten  Fällen  gelingt  es  dabei,  das  Boot
dauernd  mit  dem  Steven  gegen  die  See  zu  halten.
Sobald  ein  Theil  der  Ladung  gelöscht  ist,  wird  das
erleichterte  Boot  von  den  auf  dem  Strande  auflaufenden
  Wellen  mit  großer  Gewalt  herumgeworfen,
so  daß  es  mit  der  Breitseite  gegen  dic  See  liegt.
Hierbei  kommt  es  häufig  vor,  daß  die  an  der  Breitseite
  brechenden  Wellen  in  das  Boot  schlagen  und
die  Waaren  beschädigen.  Es  ist  ohne  besondere  Vorkehrungen
  nicht  möglich,  diese  ungünstige  Lage  des
Bootes  am  Strande  zu  vermeiden,  da  Jeder,  der
versuchen  würde,  dasselbe  zu  halten,  in  höchster  Gefahr
  für  Leib  und  Leben  schwebt.  Beim  Entladen
der  Boote  müssen  die  Leute  bis  an  die  Kniee  und
tiefer  ins  Wasser  gehen  und  die  oft  schweren  Stücke
so  an  das  Land  tragen.

Für  die  gedeihliche  Entwickelung  unseres  Schutzgebietes
  erscheint  es  als  unabweisbar  nöthig,  eine
Hafenanlage  zu  schaffen,  die  auch  unter  ungünstigen
Umständen  gestattet,  Güter  jeder  Art  und  Form  zu
landen.  Solange  nur  mit  Booten  gearbeitet  werden
kann,  macht  die  Landung  größerer,  schwerer  Gegenstände
  fast  unüberwindliche  Schwierigkeiten.  Zur  Zeit
wäre  es  unmöglich,  in  Tsoakhaubmund  das  Material
und  die  Betriebsmittel  für  eine  Eisenbahn  zu  landen,
nur  weil  Leichter  nicht  verwendet  werden  können.
Dieselben  sind  einmal  in  der  Brandung  zu  schwer
zu  handhaben  und  können  andererseits  für  die  Zeit,
in  der  man  sie  nicht  gebraucht,  nirgends  sicher  unter-497



 

gebracht  werden.  Das  Aufschleppen  an  Land,  wle
es  jetzt  mit  den  Booten  geschieht,  verbietet  sich  bei
so  schweren  Fahrzeugen  von  selbst.  Von  einer  Hafenanlage
  müßte  also  mindestens  gefordert  werden,
daß  sie  die  Verwendung  von  größeren  Booten  und
Leichtern  mit  50  bis  100  Tons  Tragfähigkeit  gestattct.
  Für  die  augenblickliche  Verkehrslage  im
Schutzgebiete  wäre  damit  genug  gethan,  nicht  aber
für  die  Zukunft.  Der  Mehrkosten  wegen,  welche
durch  die  Umladung  in  Leichter  entstehen,  muß  es
als  durchaus  wünschenswerth  bezeichnet  werden,  daß
es  auch  kleineren  Segelfahrzeugen  und  Dampfern  bis
etwa  500  Tons  Nauminhalt  ermöglicht  wird,  ihre
Ladung  direkt  an  einem  Pier  oder  Quai  zu  löschen,
während  größere  Schiffe  wenigstens  eine  geschütte
Rhede  vorsinden.  Erst  dann  wird  der  Hafen  von
wirklichem  Nutzen  sein.

Man  kann  zwei  Arten  der  Ausführung  wählen.
Erstens  eine  eiserne  Landebrücke,  welche,  bis  durch
die  äußerste  Brandung  reichend,  das  Löschen  und
Laden  sowie  das  Aufnehmen  der  Boote  mittelst
Krahne  im  brandungsfreien  Wasser  gestattet,  oder
aber  eine  geschlossene  Mole  in  Steinbau.  Die  eiserne
Brücke  würde  für  den  jetzigen  Bedarf  ausreichend
sein.  Für  Leichter  von  größerer  Ladefähigkeit  (50
bis  100  Tons)  eignet  sich  diese  Konstruktion  indessen
nicht.  Da  die  Fahrzeuge  in  der  Dünung  heftig
arbeiten,  würden  sie  selbst  sowohl  als  auch  die  Brücke
vielfachen  Beschädigungen  ausgesetzt  sein.  Dies  gilt
noch  mehr  für  Seeschiffe,  dic  jedenfalls  nicht  während
der  Nacht  an  der  Brücke  liegen  bleiben  dürften,  damit
  sie  nicht  durch  plötzlich  aufkommende  schwere
Sce  losgerissen  und  ohne  schnelle  Hülfe  auf  die
Klippen  getrieben  werden.  Auf  die  Verwendung
größerer  Leichter  ist  aber  schon  Gewicht  zu  legen,
weil  mit  deren  Hülfe  die  Zeit,  welche  die  Seeschiffe,
auf  offener  Rhede  liegend,  zum  Löschen  verwenden
müssen,  erheblich  abgekürzt  werden  kann.  Das  ist
besonders  für  Dampfschiffe  von  Belang,  weil  dieselben
während  des  Ankerns  unter  Damof  bleiben  müssen.
Der  längere  Aufenthalt  äußert  seine  Wirkung  auf  die
Höhe  der  Frachtsätze.  Einem  geschlossenen  Steinbau,
der  zugleich  als  Wellenbrecher  dient,  und  in  seiner
etwaigen  späteren  Erweiterung  auch  größeren  Schiffen
eine  geschützte  Rhede  schafft,  ist  daher  schon  im  Allgemeinen
  der  Vorzug  zu  geben.  In  Tsoakhaubmund
kommt  nun  noch  ein  Anderes  hinzu.  Die  ganze
Bildung  der  Küste  mit  den  weit  vorgelagerten  Klippen
läßt  darauf  schließen,  daß  wie  am  Lande  so  auch  bis
auf  eine  gewisse  Strecke  hinaus  der  Grund  der  See
aus  Fels  besteht,  der  mehr  oder  minder  hoch  mit
Sand  bedeckt  ist.  Feststellen  ließ  sich  dies  zwar  an
Ort  und  Stelle  nicht,  weil  die  für  den  Bau  in  Betracht
  kommenden  flacheren  Stellen  unzugänglich  sind,
während  an  den  tieferen  Stellen  derartige  Untersuchungen
  vom  Boot  aus  nicht  ausgeführt  werden
konnten.  Indessen  treten  bis  auf  etwa  200  m  vom
Strande  so  viele  Klippen  an  die  Oberfläche,  daß
dieselben  allein  hinreichen  würden,  eine  regelmäßig
        <pb n="574" />
        —  498  —

gebildete  Brücke  unmöglich  zu  machen.  Wollte  man
aber  die  Brücke  in  einer  der  klippenfreien  Landestellen
erbauen,  so  würde  damit  der  Vortheil,  den  diese
tiefen  und  verhältnißmäßig  ruhigen  Wasserrinnen
bieten,  verloren  gehen,  und  die  Brücke  müßte  entsprechend
  länger  werden.  Ob  die  Kosten  für  die
Eisenkonstruktion  unter  diesen  Umständen,  namentlich
auch  im  Hinblick  auf  die  bei  der  Landung  der  Eisentheile
  jetzt  noch  bestehenden  Schwierigkeiten,  nicht
ebenso  hoch  werden  würden  wie  diejenigen  einer
Mole,  für  welche  geeignetes  Steinmaterial  in  der
Nähe  vorhanden  ist,  erscheint  nicht  ganz  umwahrscheinlich.
  Es  weisen  sonach  die  Umstände  gebieterisch
auf  einen  Steinbau  hin,  und  es  bleiben  nur  noch
diejenigen  Verhältuisse  zu  untersuchen,  welche  auf  die
spezielle  Konstruktion  des  Bauwerks  und  die  Wahl
der  Baustelle  von  Einfluß  sind.

Zunächst  ist  die  Gestalt  der  Uferlinie  zu  beachten.
Dieselbe  ist  eine  sehr  flache  Konkave,  im  Süden  von
dem  energisch  vorspringenden  englischen  Ufer,  im
Norden  von  einem  sanft  gerundeten  Landvorsprung
begrenzt.  Sie  ist  jedoch  keine  stetige  Kurve,  sondern
zeigt  verschiedene  Vorsprünge  und  Einbuchtungen.
Die  größte  der  letzteren,  allem  Anschein  nach  eine
ehemalige  Lagune,  liegt  etwa  3  km  nördlich  von
Tsoakhaubmund.  Daselbst  lagert  nahe  am  Strande,
wie  nebenbei  bemerkt  werden  mag,  alter  durch  Verwitterung
  schon  zerfallener  Guano  in  größerer  Menge.

Die  Wellenbewegung  bei  Tsoakhaubmund  wird  von
den  hier  herrschenden  Winden  nur  ganz  unbedeutend
beeinflußt  und  scheint  aus  südlicher  gelegenen  Meerestheilen
  sich  hierher  fortzupflanzen.  Die  Dünung
läuft  immer  aus  südwestlicher  Richtung  und  zeigt  im
Uebrigen  nur  die  an  einer  Küste  allgemein  auftretenden
  Ablenkungen  auf  das  User  zu.  Ohne  besondere
  Anzeichen  ändert  sich  die  Stärke  der  Bewegung
oft  in  einigen  Stunden.  Meistens  war  am  Tage
vor  dem  Eintritt  schweren  Secgangs  die  Meeresfläche
fast  spiegelglatt,  und  nur  die  in  ungeheuerer  Zahl
am  Ufer  sich  einfindenden  Seevögel  ließen  auf  einen
Umschlag  schließen.  Die  Brandungsverhältnisse  sind
an  anderer  Stelle  schon  beschrieben.  Es  mag  noch
erwähnt  werden,  daß  die  Stärke  der  Brandung  sowohl
  südlich  als  nördlich  von  Tsoakhaubmund  zuzunehmen
  scheint.

Der  Fluthwechsel  beträgt  bei  den  Springfluthen
des  Sommers  höchstens  1,5  m.  Die  hierüber  von
anderen  Seiten  gemachten  Angaben  sind  sehr  verschieden,
  wahrscheinlich  weil  die  Beobachtungen  in
dem  fortwährend  bewegten  Wasser  schwer  genau  zu
machen  sind.  Obige  Zahl  ist  das  Resultat  sorgfältigster
  persönlicher  Ermittelungen.  Die  Hafenzeit  ist
etwa  1  Uhr  45  Minuten.

Die  herrschende  Windrichtung  ist  die  südwestliche.
Während  am  Morgen  Windstille  oder  eine  leichte
nördliche  Brise  herrscht,  setzt  regelmäßig  um  die
Mittagszeit  der  Südwest  ein.  Die  größte  von  Unterzeichnetem
  beobachtete  Stärke  desselben  war  5  der
zwölftheiligen  Beaufortschen  Skaln.  Zur  Winterzeit

 

treten  zeitweilig  Ostwinde  auf  und  bringen  große
Hitze  sowie  eine  ungehenere  Menge  Staubsand  mit
sich,  der  weit  in  das  Meer  hinausgetragen  wird  und
die  auf  der  Rhede  liegenden  Schiffe  mit  einer  dicken
Staubschicht  überzieht.  Der  Staub  in  der  Luft  soll
zuweilen  so  dicht  sein,  daß  man  auf  25  m  Entfernung
nichts  mehr  unterscheiden  kann.  Die  Temperatur
zeigt  tägliche  Schwankungen  bis  zu  15%  C.,  die
meistens  kurz  nach  Sonnenaufgang  oder  kurz  vor
Sonnenuntergang  sich  bemerkbar  machen.  Im  Winter
soll  zuweilen  die  Temperatur  unter  Null  sinken.
Regenfall  ist  äußerst  selten.  In  der  Zeit  von  November
  1895  bis  April  1896  regnete  es  zweimal,
das  erste  Mal  ergab  sich  ein  Niederschlag  von
0,1  mm,  das  andere  Mal  war  der  Niederschlag  nicht
meßbar.  Dagegen  treten  sehr  häufig  nächtliche  Nicderschläge
  durch  Nebel  auf,  welche  0,1  mm  und
darüber  betragen.

Die  Tiefenverhältnisse  der  See  sind  als  günstig
zu  bezeichnen.  Vor  der  äußeren  Klippenreihe  fällt
der  Seegrund  ziemlich  steil  ab.  Die  mehrfach  erwähnten
  Einschnitte,  welche  die  Landestellen  bilden,
ziehen  sich  im  Sceboden  weiter  fort  und  bilden  schon
ziemlich  weit  draußen  vertiefte  Rinnen.

Die  Strömungen  vor  Tsoakhaubmund  sind  eigenartiger
  Natur.  Die  an  der  Westküste  Südafrikas
vorhandenc  kalte  nördliche  Strömung  kann  bis  etwa
1500  m  von  der  Küste  nicht  nachgewiesen  werden.
Die  vorhandenen  Strömungen  scheinen  Wirbelbewegungen
  oder  Wellenströmungen  lokaler  Natur  zu
sein,  deren  Ursachen  in  der  als  flache  Bucht  sich  darstellenden
  Form  der  Uferlinie  zu  suchen  sind.  Die
genauere  Erforschung  der  Gesammtverhältnisse  im
Allgemeinen  mußte  leider  aus  Mangel  an  einem
geeigneten  Fahrzeuge  unterbleiben.  Hart  an  der
Küste  läuft  ein  nördlicher  Strom  mit  einer  Geschwindigkeit
  von  360  bis  600  m  in  der  Stunde.  Der
Strom  versetzt  bei  auflaufendem  Wasser  stark  auf  die
Küste  zu  und  ist  beim  Ein=  und  Ausfahren  der  Boote
gefährlich.  Diese  Strömung  ist  allmählich  abnehmend
bis  etwa  500  m  vom  Strande  nachweisbar.  Von
da  ab  nach  der  See  zu  sind  nur  südliche  Strömungen
mit  Geschwindigkeiten  bis  720  m  in  der  Stunde  gefunden
  worden.  Es  gewinnt  danach  den  Auschein,
als  ob  der  Hauptstrom  annähernd  in  der  Sehne  der
Bucht  verlaufend,  beim  Auftreffen  auf  das  vortretende
  Ufer  im  Norden  sich  spaltet  und  einen  Ast
nach  Süden  entsendet,  der  wieder  weitere  Spaltungen
erleidet.

Die  fast  an  allen  Meeresufern  zu  beobachtende
Fortbewegungen  von  Sand  und  Geröll  ist  auch  hier
vorhanden.  Dieselbe  ist  indessen  sehr  schwach.  Es
hat  den  Anschein,  als  ob  die  mit  dem  Küstenstrom
von  Süden  kommenden  Sandmassen  zwischen  den  aus
stark  ausgefressenem  Kalkstein  bestehenden  Klippen
südlich  von  der  Tsoakhaubmündung  zum  größten  Theil
aufgefangen  und  von  hier  den  Dünen  zugeführt
werden,  während  der  Rest  von  dem  oben  erwähnten
Hauptstrom  in  größerer  Tiefe  vorbeigeführt  wird.
        <pb n="575" />
        Der  Gegensatz  zwischen  den  Wanderdünen  südlich  und
den  unbedentenden  Hügeln  nördlich  vom  Tsoakhaub
spricht  deutlich  genug  hierfür.  Am  Strande  selbst
findet  sich  zwar  an  der  Oberfläche  feiner  Schwemmsand,
  aber  nur  wenige  Meter  landeinwärts  trifft  man
schon  Sand,  welcher  mit  scharfkörnigen  Verwitterungsprodukten
  stark  vermischt  ist.  Auf  der  Hochfläche
endlich  sindet  man  nur  noch  Verwitterungsprodukte.
Dort  erhalten  sich  Wagenspuren  monatelang  unverändert.
  Fast  überall  liegt  das  Ufer  im  Abbruch  und
nur  selten  findet  man  eine  Stelle,  welche  auf  frisch
angeschwemmten  Sand  schließen  läßt.  Nach  Berichten
von  Augenzeugen  lag  im  Jahre  1893  der  Strand
etwa  50  m  weiter  seewärts,  und  es  läßt  sich  wohl
annehmen,  daß  diese  Vorlagerungen  vom  Tsoakhaubflusse
  hergestammt  haben,  der  in  jenem  Jahre  abgelommen
  ist.  Es  scheint  demnach  hier  eine  periodische
  An=  und  Abschwemmung  von  Flußgeschieben
stattzufinden  Hierin  liegt  eine  gewisse  Gefahr  für
ein  etwaiges  Bauwerk,  die  nicht  aus  dem  Auge  gelassen
  werden  darf.

Mit  Rücksicht  auf  diese  Gefahr  ist  es  zweckmäßig,
die  Landestelle  so  weit  von  der  Flußmündung  entfernt
zu  wählen,  als  anderc  Umstände  dies  gestatten.  Von
der  Flußmündung  ausgehend,  zieht  sich  die  äußere
Klippenreihe  in  weitem  Bogen  bis  zur  jetzigen  Landestelle
  hin.  Die  hier  eingeschlossene  Fläche  wird
naturgemäß  die  nächste  Ablagerungsstelle  für  die
Flußgeschiebe  bilden.  Zwischen  der  jebigen  und  der
früheren  Landestelle  befindct  sich  eine  ähnliche  Flächce,
während  weiter  nach  Norden  die  äußere  Klippenreihe,
welche  für  den  Schutz  des  Bauwerks  von  so  wesentlichem
  Nutzen  ist,  mehr  und  mehr  verschwindet.
Danach  wird  die  alte  Landestelle  die  Grenze  bilden,
bis  zu  welcher  man  nach  Norden  gehen  darf.  Auf
die  Strömungen  und  die  Sandbewegung  braucht  bei
der  Wahl  der  Baustelle  keine  Rücksicht  genommen  zu
werden,  weil  sie  für  die  ganze  in  Frage  kommende
Strecke  dieselben  sind.  Wenn  man  den  Bau  unmittelbar
  nördlich  von  der  Fahrrinne  der  alten  Landesielle
  ausführt,  kann  man  mit  möglichst  geringen
Kosten  eine  den  jetzigen  Bedürfnissen  entsprechende
Mole  ausführen,  ohne  die  Möglichkeit  späterer  Erweiterung
  zu  verlieren.  Man  hat  bis  100  m  vom
Strande  in  einer  Wassertiese  von  im  Mittel  1,0  m
zu  bauen  und  kann  weiter  hinaus  leicht  die  Tiefe
von  7,0  m  erreichen.  Neben  der  so  gelegenen  Mole
befindet  sich  aber  eine  Rinne,  in  der  Fahrzeuge  von
2  m  Tiefgang  bis  nahe  an  den  Strand  hinanfahren
können.  Später  kann  die  Mole,  wenn  erforderlich,
als  Wellenbrecher  zur  Gewinumg  einer  gesicherten
Rhede  beliebig  verlängert  werden.

Durch  den  Vorbau  einer  Mole  oder  eines  Wellenbrechers,
  der  weit  über  die  äußersten  Klippen  vortritt,
  werden  sich  Aenderungen  in  den  Strömungen
und  infolgedessen  auch  in  der  Sandbewegung  einstellen.
  Welcher  Art  dieselben  sein  und  in  welchem
Umfange  sie  eintreten  werden,  läßt  sich  nur  muthmaßen.
  Da  die  Mole,  um  wirksamen  Schutz  gegen

 

499  —

die  Wellen  zu  geben,  nach  Norden  gekrümmt  werden
muß,  wird  wahrscheinlich  eine  Abdrängung  des  südlichen
  Stromes  von  der  Küste  erfolgen.  Das  Zusammentreffen
  des  abgelenkten  Stroms  mit  der  südlichen
  Strömung  wird  dann  zur  Bildung  einer  Barre
am  Ende  der  Mole  führen.  Ebenso  wird  eine
langsame  Versandung  des  Winkels  nördlich  vom
Bauwerk  sich  bemerkbar  machen.  Bei  der  geringen
Sandführung  läßt  sich  indessen  annehmen,  daß  diese
Uebelstände  nicht  besonders  lästig  fallen  werden.  Die
Untersuchung,  wie  durch  zweckmäßige  Anordnung  den
Folgen  am  besten  entgegengearbeitet  werden  kann,
wird  Sache  der  Projektbearbeitung  sein.

Der  überall  anstehende  Granit  wie  auch  der

Basalt  liefern  für  den  Molenbau  vorzügliches  Material
  zu  Steinschüttungen,  Quadern  und  Beton.  Der
vorhandene  Sand  ist  zum  Mauern  geeignet.  Das
im  Innern  vorhandene  Holz  eignet  sich  seines
Wuchses  wegen  nicht  zu  Bauzwecken,  auch  würde  der
Transport  mit  Ochsenfuhrwerlen  sich  zu  theuer  stellen.
Die  Verwendung  von  Holz  ist  thunlichst  zu  beschränken,
  da  dasselbe  von  Wurmfraß  zu  leiden  hat.
Andere  als  die  erwähnten  Materialien  sind  nicht
vorhanden.
Für  die  Ausführung  werden  Handwerker  aus
Deutschland  und  Arbeiter  von  der  Goldküste  heranzuziehen
  sein,  da  die  Eingeborenen  des  Schusgebietes
arbeitsschen  und  unzuverlässig  sind.

Das  Ergebniß  der  Untersuchungen  läßt  sich  in
folgende  Sätze  zusammensassen:

1.  Tsoakhaubmund  ist  für  die  Anlage  eines  Hafens
nicht  allein  durch  die  Beschaffenheit  der  Küste,
sondern  auch  namentlich  durch  das  Vorhandensein
  von  Wasser  und  Viehsutter  in  der  Nähe
besonders  begünstigt.

2.  Die  örtlichen  Verhältnisse  verbieten  die  Erbauung
einer  eisernen  Landebrücke  und  weisen  auf  eine
Mole  unter  Verwendung  des  vorhandenen  Steinmaterials
  hin.

3.  Die  Mole  in  einer  den  jetzigen  Bedürfnissen
entsprechenden  Länge  kann  mit  verhältnißmäßig
geringen  Kosten  erbaut  werden,  ohne  die  Möglichkeit
  einer  späteren  Erweiterung  zu  verlieren.

 

Deutsch-Neu-Guinea.

Astronomische  Arbeiten  H.  M.  vermessungeschiffes
„WMöwe“.

Der  an  Bord  S.  M.  Vermessungsschiffes  „Möwe“
thätig  gewesene  Astronom  Dr.  Hayn  hat  seine
astronomischen  Arbeiten  daselbst  beendet.  —  Von
dem  stellvertretenden  Landeshauptmann  in  Friedrich-Wilhelmshafen
  ist  darüber  unter  dem  7.  Mai  d.  Js.
folgender  Bericht  erstattet  worden:

An  den  verschiedensten  Stellen  des  Schutzgebietes,
  im  äußersten  Osten  auf  den  Salomonsinseln
  wie  im  Westen  auf  Angriffshafen,  an  der
        <pb n="576" />
        —  500  —

holländischen  Grenze  von  Kaiser-Wilhelmsland,  im
Süden  bei  der  Ikoremündung  und  im  Norden  auf
den  Admiralitätsinseln  sind  mit  einer  Reihe  von
Zwischenpunkten  eine  genügende  Menge  astronomisch
festgelegter  Punkte  durch  gemauerte  Pfeiler  bezeichnet.
Die  Beobachtungsstelle  von  Matupi  ist  als  Centralpunkt
  für  die  Uhrvergleichung  festgehalten  worden.
Während  der  für  die  astronomische  Festlegung
der  Punkte  nothwendigen  Fahrten  sind  flüchtige
Aufnahmen,  besonders  von  den  für  die  Schifffahrt
wichtigen  Küsten  Neu-Pommerns  gefertigt  worden.
Nach  Abschluß  der  astronomischen  Festlegungen
von  Punkten  soll  jetzt  seitens  der  „Möwe“  mit  der
Spezialvermessung  vorgegangen  werden  und  zwar  soll
diese  Vermessung  in  Kaiser-Wilhelmsland  bei  der  holländischen
  Grenze  im  Westen  beginnen,  zunächst  im  Angriffshafen,
  wo  auch  sehr  gut  gelegenes  und  ebenes  Terrain
für  das  Messen  einer  Basis  vorhanden  ist.  Während
des  häufig  nothwendigen  Aufenthaltes  des  Schiffes
in  Friedrich-Wilhelmshafen  ist  die  Aufnahme  dieses
Hafens  geplant  und  auch  bereits  in  Angriff  genommen:
  eine  Basis  ist  gemessen,  das  Azimut  derselben
  bestimmt  und  die  geographische  Lage  der
Endpunkte  nach  den  von  Dr.  Hayn  festgelegten
Pfeilern  eingeschnitten.  Nach  Aufstellung  gceigneter
Zwischenpunkte  zur  Festlegung  eines  Dreiecksnetzes
wird  dann  wohl  mit  der  Auslothung  des  Hafens
und  der  Spezialaufnahme  der  Küstenlinie  begonnen
werden.  An  der  großen  Dampferanlegebrücke  ist  ein
selbstregistrirender  Pegel  aufgestellt  worden.

RAus  dem  Berreiche  der  Wissionen  und
der  Antisklaverei-Bewegung.

Am  7.  Juli  1896  fand  die  statutenmäßige  halbjährige
  Versammlung  des  Centralvorstandes  des
Afrikavereins  im  erzbischöflichen  Palais  zu  Cöln
statt,  an  welcher  von  den  Vertretern  auswärtiger
Diözesanvereine  theilnahmen:  Domkapitular  Rüping
aus  Münster,  Domkapitular  Hilpisch  aus  Limburg
und  Seminarprokurator  Dicke  aus  Paderborn.  Der
Vorsitzende  des  Verwaltungsausschusses,  Landgerichtsdirektor
  Reichensperger,  führte  aus,  daß  leider
die  Einnahmen  des  Vereins  wiederum  zurückgegangen
seien,  während  die  Missionsanstalten  in  der  erfreulichsten
  Weise  sich  immer  mehr  ausdehnten  und  vermehrten
  und  dadurch  die  Anforderungen  an  die
Mittel  des  Vereins  immer  größer  würden;  eine
Steigerung  der  Einnahmen  sei  daher  dringend  nothwendig.
  Der  Schatzmeister,  Bankdirektor  Elkan,
theilte  sodamn  mit,  daß  seit  dem  1.  Januar  1896
bis  zum  7.  Juli  1896  eingegangen  seien  im  Ganzen
80  441,06  Mark  gegenüber  85  180  Mark  in  dem
gleichen  Zeitraume  des  Vorjahres.  Ueber  den  Stand
der  katholischen  Missionen  in  den  deutschen  Schutzgebieten
  gab  Domkapitular  Dr.  Hespers  folgende
Uebersicht:

 

Deutsch-Ostafrika.  I.  Apostolisches  Vikariat
  Nord-Sansibar.  (Väter  vom  h.  Geist.)
Deutsches  Missionshaus  in  Knechtsteden  bei  Horrem-Dormagen
  (Rheinprovinz).  Provinzial  P.  Acker;
4  Patres,  3  Laienbrüder,  20  Zöglinge.  Eröffnet  1895.

1.  Hauptstation  Bagamoyo.  Vorsteher  P.
Stephan  Baur;  3  Patres,  10  Loienbrüder,
12  Schwestern,  Schule,  Waisenhaus,  Werkstätten,
Plantagen,  Ackerbauschule,  Hospital,  Asyl  für  Aussätzige;
  im  Ganzen  690  Christen,  davon  in  den
Schulen  und  Werkstätten  200  Knaben  und  225  Mädchen;
  die  übrigen  Christen  sind  in  9  Dörfern  angesiedelt.


2.  Station  Mhonda.  2  Patres,  1  Bruder,
2  Katecheten,  635  Christen,  davon  75  Knaben  im
Erziehungshause  der  Mission,  die  übrigen  in
10  Dörfern.

3.  Station  Mandera.  2  Patres,  1  Bruder,
2  Katecheten,  320  Christen,  107  Kinder  in  der
Mission,  die  übrigen  in  4  Dörfern.

4.  Station  Mrogoro.  2  Patres,  1  Bruder,
3  Katecheten,  734  Christen,  257  Kinder  in  der
Mission,  die  übrigen  auf  12  Dörfer  vertheilt.

5.  Station  Tununguo.  2  Patres,  1  Bruder,
2  Katecheten,  473  Christen,  70  Kinder  in  der
Mission,  114  christliche  Familien  in  4  Dörfern.

6.  Station  La  Longa.  2  Patres,  1  Bruder,
3  Katecheten,  556  Christen,  219  Kinder  in  den
Schulen  und  Werkstätten  der  Mission;  die  übrigen
vertheilt  auf  19  Dörfer.

7.  Kilema  am  Kilima-Rdscharo:  2  Patres,
1  Bruder,  1  Katechet,  64  Kinder  in  der  Missionsschule,
  2  christliche  Dörfer.

8.  Kiboscho  am  Kilima-Rdscharo.  2  Patres,
  1  Bruder,  1  Katechet,  7  8  Christen,  Schule  mit
18  Kindern.

9.  Tanga.  1  Priester,  1  Bruder.  Der  Priester
hat  die  Seelsorge  für  die  in  Tanga  und  Umgebung
wohnenden  Katholiken,  Deutsche,  Italiener  und  Goanesen.
  Die  Missionsstation  wurde  im  November  1895
gegründet.

Die  Station  der  Väter  vom  h.  Geist  auf  der
Insel  Sansibar  zählt  1  Bischof,  4  Patres,
5  Brüder,  124  Kinder,  10  Schwestern  für  Schule
und  Krankenpflege.  Kirche,  Hospital,  Buchdruckerei
und  Prokura  dienen  fast  ausschließlich  den  Missionen
des  deutschen  Gebietes  an  der  Küste  und  im  Innern.

Im  Ganzen  10  Stationen,  1  Bischof,  22  Priester,
21  Brüder,  22  Schwestern,  19  Katecheten,  52  Dörfer
von  Christen  oder  Katechumenen,  1369  Kinder  in
den  Waisenhäusern  und  in  den  Schulen,  4228  Katholiken.


II.  Apostolische  Präfektur  Süd-Sansibar.
St.  Benediktus-Missions-Genossenschaft,  Mutterhaus
St.  Ottilien,  Post  Türkenfeld,  Oberbayern.)

1.  St.  Joseph  in  Dar-es-Saläm.  Hospi-=tium.
  Seelsorger  und  Prokurator  P.  Severin
Hofbauer;  1  Laienbruder.  Die  Gemeinde  besteht
        <pb n="577" />
        —  501

aus  deutschen  Katholiken,  Goanesen,  eingeborenen
Christen,  die  des  Erwerbes  wegen  nach  Darees-Saläm
  gezogen  sind.

2.  St.  Maria  in  Dar-es-Saläm.  Haus
der  St.  Benediktus-Missionsschwestern.  Oberin
Schwester  Juliana  Peb;  12  Schwestern,  1  Mädchenschule,
  Waisenhaus,  80  Zöglinge,  Asyl  für  alte
Frauen,  Hospital  für  die  Farbigen.

3.  St.  Maurus  zu  Kolazini  bei  Dare-s-Saläm.
  2  Priester  (I.  Maurns  Hartmann,
apostolischer  Präfekt  und  P.  Johannes  Haefliger),
5  Laienbrüder,  1  Knabenschule,  Waisenhaus,  110  Zöglinge,
  Werkstätten,  2  christliche  Dörschen:  St.  Maurus
  und  St.  Placidus.  Die  Knaben  werden  in
Religion,  Lesen,  Schreiben,  Gesang,  die  Begabteren
auch  im  Deutschen  unterrichtet.  Alle  werden  zur
Arbeit  auf  den  Feldern  oder  in  den  Werkstätten
angeleitet.

4.  St.  Peter  und  Paul  zu  Lukuledi.
2  Priester  (I#.  Basilius  Ferstl,  P.  Antonius  Rudl),
2  Laienbrüder,  2  Knabenschulen,  1f  christliches  Dorf.

5.  St.  Agnes  zu  Lukuledi.  3  Missionsschwestern,
  1  Kinderasyl.

Leider  ist  der  Gesundheitszustand  kein  günstiger
gewesen.  Seit  dem  letzten  Bericht  starben  zwei
Brüder  in  Kolazini  und  ein  Bruder  in  Lukuledi.
Mehrere  Missionare  und  Schwestern  mußten  wegen
Krankheit  nach  Europa  zurückkehren;  dieselben  wurden
durch  fünf  frische  Kräfte  ersetzt,  so  daß  im  Ganzen
jebt  in  der  Mission  wirken:  6  Patres,  9  Brüder,
14  Schwestern.  Im  Missionshause  zu  St.  Ottilien
befinden  sich  11  Patres,  53  Brüder,  19  studirende
Patres,  im  Knabenseminar  50  Zöglinge,  im  Schwesternkloster
  51  Schwestern  und  10  Novizen.

III.  Apostolische  Vikariate  Unyanyembe,
Süd-Nyanza,  Tanganyika.  (Weiße  Väter.)
Deutsches  Missionshaus  in  Trier  und  Marienthal.

1.  Apostolisches  Vikariat  Unyanbembe.

Stationen:  a)  Uschirombo  (Sirombo),  Patresund
  Schwesterniederlassung;  bp)  Msalala;  c)  Kipalapala
  bei  Tabora  (zur  Zeit  unbesetzt);  d)  Ndala.

2.  Apostolisches  Vikariat  Süd-Nyanza.

Stationen:  a)  Bukumbi  (oder  auch  Kamoga);
b)  Nyegezi  (wird  von  Bukumbi  aus  versehen);
c)  Marienberg  bei  Bukoba;  d)  Neuwied  (Ukerewe).

3.  Apostolisches  Vikariat  Tanganyika.

Stationen:  a)  Karema  (Patres=  und  Schwesterniederlassung);
  b)  Ufipa;  c)  Kala  (Urungu).

In  Unyanyembe  ist  neben  den  zwei  schon
bestehenden  Stationen  Sirombo  und  Msalala  eine
neue  angelegt  worden  zu  Rdala  unweit  Tabora.

In  St.  Michael  zu  Msalala  und  Mariahilf  zu
Uschirombo  schreitet  das  Werk  der  Missionare  stetig
voraun.  Das  Waisenhaus  der  letzteren  Station  zählt
200  Kinder.  Das  Dorf  Mariahilf  birgt  20  christliche
  Familien,  meist  frühere  Waisenkinder.

2.  Das  apostolische  Vikariat  Süd-Nyanza  hat
drei  Stationen:  Neuwied,  Marienberg  und  Kamoga

 

mit  Nyegezi.  Im  Waisenhause  zu  Kamoga  (Bukumbil)
befinden  sich  ungefähr  100  Kinder.  Nach  einem
Schreiben  des  apostolischen  Vikars  hatte  diese  Station
  viel  von  wilden  Thieren  zu  leiden.  Ein  Tiger
tödtete  32  Ziegen,  ein  Löwe  raubte  den  besten  Esel.
Die  Bekehrung  der  Basukuma  geht  langsam,  aber
doch  stetig  voran.  In  Marienberg  (Kiziba)  nimmt
das  Werk  der  Mission  seit  einigen  Monaten  einen
erfreulichen  Aufschwung.

Von  besonderer  Wichtigkeit  ist  die  Gründung
einer  Station  auf  Ukerewe,  dank  dem  freundlichen
Mitwirken  des  verstorbenen  Lieutenants  v.  Kalben.
Schon  1892  wurde  diese  Mission  von  einem  christlichen
  Katecheten  eröffnet;  die  Missionare  konnten
sich  aber  erst  Ende  Dezember  1895  dauernd  auf
der  Insel  niederlassen.  Noch  ehe  sie  ankamen,
wurde  die  Station  auf  Anstiften  des  Königs  Lukonge
niedergebrannt  und  an  die  50  Katechumenen  bezw.
Christen  getödtet.  Neuwied  —  so  ist  der  Name  der
Station  —  wurde  von  einer  deutschen  Antisklaverci=Expedition
  gegründet,  ging  nach  einigen  Jahren  in
die  Hände  des  Händlers  Stokes  über  und  wurde
nach  dessen  Tode  von  den  „Weißen  Vätern“  käuflich
erworben.  Trotz  des  ebenerwähnten  traurigen  Ereignisses
  zählt  diese  Mission  schon  500  bis  600  ernst
gesinnte  Katechumenen,  deren  Zahl  sich  bald  beträchtlich
  mehren  wird.  ·  *

3.  Am  Tanganyikasee  hat  die  Mission  im
verflossenen  Jahre  gute  Erfolge  aufzuweisen.  Nach
dem  Berichte  eines  Missionars  stehen  jeßt  sämmtliche
  Dörfer,  20  an  der  Zahl,  zwischen  Karema  und
Kala  unter  dem  Einflusse  der  Mission.  Die  Bewohner,
  mehrere  Tausende,  erhalten  regelmäßigen
Unterricht.  Im  Waisenhause  zu  Karema  sind
300  Kinder.  Zu  Weihnachten  wurden  in  Karema
40  Erwachsene  getauft,  im  Monat  März  d.  Is.
ebenso  viele.  Der  Einsluß  der  Schwestern,  die  seit
einem  Jahre  dort  wirken,  ist  sehr  bedeutend.

In  Kala  erbaut  man  eine  Kirche  aus  Steinen.
In  Karema  geschieht  viel  für  die  Bodenkultur;  die
Umgegend  der  Mission,  früher  eine  Wildniß,  gleicht
jetzt  einem  mit  aller  Art  nützlichen  Pflanzungen  versehenen
  Garten.  ⅜  J

Auf  deutschem  Gebiete  haben  die  „Weißen  Väter“
zehn  Stationen  und  zwei  Schwesterniederlassungen.
Daselbst  arbeiten  unter  zwei  Bischöfen  und  einem
Provikar  26  Priester,  16  Brüder,  7  Schwestern
und  7  Negerärzte  bezw.  Katecheten,  die  in  Malta
ausgebildet  sind.  4

Eine  Karawanc,  bestehend  aus  8  Priestern  und
6  Brüdern,  hat  am  10.  Juni  Marseille  verlassen
und  dürfte  nunmehr  schon  von  Bagamoyo  den
Marsch  nach  dem  Innern  angetreten  haben.

Im  Missionshause  zu  Trier  befinden  sich  26  Zöglinge;
  in  Marienthal  werden  tüchtige  Laien  als
Brüder  herangebildct.  14  sind  im  Laufe  des  Jahres
nach  Afrika  abgereist.

Im  Ganzen  sind  also  in  Deutsch-Ostafrika  thätig:
3  Bischöfe,  1  apostolischer  Provikar,  54  Priester,
        <pb n="578" />
        —  502

46  Brüder,  43  Schwestern,  also  im  Ganzen
147  Missionskräfte  europäischer  Herkunft,  außer  den
einheimischen  Katecheten.

Togoland.  (Missionare  vom  göttlichen  Wort
[Steyler  Missionarel).  Deutsches  Missionshaus  in
Steyl  bei  Kaldenkirchen  und  in  Heiligkreuz  bei  Neiße.
Generalsuperior:  Janssen  in  Steyl.

Die  Mission  zählt  gegenwärtig:  5  Hauptstationen:
  Lome,  Togo,  Porto-Seguro,  Klein-Popo,
  Adjido.  7  Priester,  8  Laienbrüder.

Auf  den  5  Hauptstationen  werden  unterhalten
125  Negerknaben,  welche  Nahrung,  Kleidung,  Wohnung
  und  Unterricht  empfangen.  Nebenstationen
sind  5.

Schulen:  12  Knaben=  und  2  Mädchenschulen
mit  510  Schülern.  Das  schwarze  Lehrerpersonal
besteht  aus  18  Lehrern  und  2  Lehrerinnen.

Im  Jahre  1895  ist  es  hier  durch  die  Unterstützungen
  des  Afrikavereins  möglich  geworden:

Die  Josephsstation  in  Porto-Seguro  zu  vollenden.

Ferner  wurde  in  der  Stadt  Togo  ein  Hospital
gebaut.  Auch  dieses  Hospital  liegt  sehr  gesund.  Es
ist  einfach,  aber  zweckmäßig  hergestellt.  Für  alte
Leute  steht  ein  Saal,  ein  anderer  für  Kranke  zur
Verfügung.

In  Klein-Popo  wurde  eine  Missionsstation  eröffnet,
  die  aber  bis  jetzt  noch  immer  nur  ein  gemiethetes
  Haus  besitzt.

Dazu  wurde  ein  Schwesternhaus  in  Klein-Popo
gekauft  und  am  25.  März  dic  Mission  in  Degbenn
eröffnet.

Außerdem  wurden  Schulen  eröffnet:  in  Aguenive
am  29.  April,  in  Akeppe  am  4.  Mai,  in  Bagida
am  12.  September,  in  Amutive-Be-Vi  am  7.  Oktober,
die  Schule  in  Ngun-Kope  am  26.  Dezember.  In
Adjido  ward  ein  Seminar  am  20.  August  gegründet.
Es  werden  in  demselben  die  deutsche,  englische  und
französische  Sprache  erlernt.  Später  soll  auch  das
Lateinische  eingeführt  werden.

Was  unsere  Plantagen  betrifft,  so  haben  wir  in
der  Nährc  des  Regierungsgebäudes  in  Sebbe  ein
hroßes  Stück  Land  (etwa  6  ha)  für  Kaffeebau  angekauft.
  Wir  haben  bereits  3000  Pflanzen  jetzt  in
der  Regenzeit  gepflanzt  und  hoffen  so,  dereinst  einige
Mittel  für  unsere  Mission  zu  finden.  Die  im
vorigen  Jahre  gepflanzten  Kaffeebäume  (1200)  sind
herrlich  aufgegangen,  bereits  über  1  m  hoch,  und
können  im  nächsten  Jahre  den  ersten  Kaffee  bringen.
Auf  Adjido  haben  wir  es  mit  Gummibäumen  versucht,
  da  hier  im  Sande  kein  Kaffeebaum  aufkommt.
In  Amutive  und  Togo  habe  ich  es  auch  mit  Kaffee
versucht,  und  hoffe  ich,  daß  es  auch  dort  gelingen
wird,  den  Kaffcebaum  hoch  zu  bringen.

Apostolische  Präfektur  von  Kamerun
(Pallotiner).  Die  Mission  hat  durch  den  Tod
des  noch  jugendlichen  P.  Jakob  Mayer  am  21.  November
  1895  und  durch  das  frühe  Ableben  des
P.  Eckmann  am  19.  April  d.  Is.  schwere  Verluste
  erlitten.  Beide  starben  in  Marienberg,  welches

 

noch  ein  ungesunderes  Klima  hat  als  die  anderen
Missionsstationen  in  Kamernn.  Ein  Bruder  Martin
Hanewinkel  starb  ebenfalls  als  Opfer  seines  Berufes
  in  Kribi.

P.  Bancken  und  I.  Fr.  Walter,  sowie  mehrere
Brüder  waren  durch  gefährliche  Erkrankungen  gezwungen,
  im  Frühjahr  die  Heimreise  nach  Europa
anzutreten.  —  Zum  Ersatz  wurden  im  März
DP.  Georg  Walter  und  DP.  Ludwig  Otto  nebst
2  Brüdern  nach  Kamernn  geschickt.  Im  Maij  folgten
ihnen  abermals  2  Priester:  P.  Eberwein  und
P.  Müller  mit  2  Brüdern;  der  erste  starb  schon
am  6.  Juli.  Am  13.  April  reisten  auch  4  Schwestern
aus  dem  Missionshause  Limburg  nach  Kamerun  zur
Uebernahme  ihres  opferwilligen  Berufes  ab.

Trotz  des  Mangels  an  Kräften  schreitet  das
Missionswerk  erfreulich  vorwärts.  In  der  Umgegend
  von  Marienberg  sind  16  Schulen  gegründet
worden,  die  zusammen  über  450  Schüler  zählen;
die  Schulen  werden  von  schwarzen,  älteren  Katecheten
  geleitet  und  durch  Missionspriester  von  Marienberg
  aus  kontrolirt.

Marienberg.  Zur  Zeit  stehen  zwei  Priester
dieser  wichtigen  Missionsstation  vor,  und  vier  Brüder
unterstützen  die  Patres  in  ihren  schwierigen  Arbeiten.
Zahl  der  Knaben  =  80.  Den  Schwestern  obliegt
die  Erziehung  der  Mädchen,  deren  Zahl  etwa  20
bis  30  beträgt.

Edea.  Die  Missionsstation  Edea  wird  ebenfalls
von  Marienberg  aus  verwaltet.  Dort  befindet  sich
der  Dolmetscher  Andreas  Mbangue,  welcher  schon
seit  der  Eröffnung  der  Station  Marienberg  im
Dienste  dieser  Mission  sich  befindet.  Zahl  der  Zöglinge
  40  bis  50.

Engelberg.  Auf  dem  Engelberg  (Götterberg)
wird  an  der  Erbauung  einer  größeren  Kirche  und
eines  Sanatoriums  gearbeitet.  Ein  Brüder=  und
ein  Schwesternhaus  sind  dort  schon  seit  zwei  Jahren
fertiggestellt.  Die  im  laufenden  Jahre  dort  eingerichtete
  Schule  wird  zur  Zeit  von  ungefähr
50  Schülern  besucht.  Der  P.  Präfekt  H.  Victer,
welcher  nun  schon  sechs  Jahre  in  Kamerun  unter
den  denkbar  größten  Schwierigkeiten  unnnterbrochen
thätig  ist,  und  P.  Eberwein  arbeiten  auf  dem
Engelberg  mit  sichtlichen  und  segensreichen  Erfolgen.

ribi.  In  der  Missionsstation  Kribi  wirken
zur  Zeit  P.  König  und  P.  Ludwig  Otto.

Buambe.  Ende  vorigen  Jahres  wurde  eine
Zweigstation  in  Buambe  gegründet,  welche  ungefähr
1½  Stunden  von  Kribi  entfernt  liegt.  Die  Zahl
der  Kinder  beträgt  in  den  beiden  Stationen  Kribi
und  Buambe  etwa  110  bis  120.  Die  Schwestern
besorgen  auch  hier,  wie  in  Marienberg,  den  Unterricht
  und  die  Erziehung  der  Mädchen,  deren  Zahl
zum  Glück  beträchtlich  größer  ist  als  in  Marienberg.

Mit  dem  nothwendigen  Baue  eines  Missionshauses
  der  Pallotiner  in  Limburg  wurde  dieses  Jahr
begonnen.  Das  bisher  gemiethete  Haus  bot  bloß
Naum  für  etwa  50  Brüder.  Das  gemiethete
        <pb n="579" />
        Schwesternhaus  außerhalb  der  hiesigen  Stadt  bietet
nur  für  30  Schwestern  Raum,  welcher  auch  stets
vollzählig  besetzt  ist.  In  Ehrenbreitstein  befinden
sich  die  Studirenden,  welche  dort  ihre  humanistischen
Studien  vollenden.  Die  Zahl  der  Schüler  in  Ehrenbreitstein
  beträgt  etva  50,  die  Zahl  der  Kandidaten
der  Philosophie  und  Theologie  ungefähr  25.

Apostolisches  Vikariat  Neu-Pommern.
(Bismarck-Archipel.)  Missionare  vom  h.  Herzen
Jesu  deutsches  Missionshaus  in  Salzburg  und  demnächst
  in  Münster.

1.  Hauptstation  Kinigunan  (Vuna  Pope),
Bischof  Conppé,  4  Patres,  10  Brüder,  6  Schwesiern,
  Kapelle,  Schule,  Haus  für  die  Missionare,
Haus  für  die  Schwestern;  Erziehungshaus  für
84  Knaben,  Erziehungshaus  für  61  Mädchen.  Ein
neues  Haus  wurde  für  die  größeren  Knaben  (33)
gebaut,  die  in  einem  Handwerk  ausgebildet  werden.

2.  Station  Vlavolo,  Kapelle,  Schule,  Schwesternhaus,
  Erziehungshaus  für  20  Mädchen,  1  Priester,
1  Bruder,  3  Schwestern.  Gesammtzahl  der  Christen
797.  Dezember  1895  wurden  120  Erwachsenc,
März  1896  wurden  80  Erwachsene  getauft;
225  Katechumenen.

3.  Station  Malagunan  zählt  jetzt  fast
900  Katholiken;  Dezember  1895  wurden  140,  März
1896  347  Erwachsene  getauft.  250  Katechumenen.
Ein  Schwesternhaus  wurde  erbaut.

.  Station  Takubar  oder  Villa  Maria,
1  Priester,  1  Bruder;  zwei  Stunden  von  Kinigunan
nach  dem  Berge  Varzin  hin.

5.  Station  Takambur  in  der  Nähe  der
Station  Kinigunan  (20  Minuten)  wird  noch  von
den  Missionaren  von  Kinigunan  mitversehen.

Im  Ganzen:  1  Bischof,  7  Priester,  15  Brüder,
15  Schwestern.  2  Brüder  und  6  Schwestern
reisten  am  30.  Juni  1896  mit  dem  Dampfer
„Sachsen“  vom  Norddeutschen  Lloyd  von  Genna
nach  Neu-Pommern.

Die  Genossenschaft  der  Missionare  vom  Herzen
Jesu,  denen  kürzlich  die  Genehmigung  ertheilt
wurde,  in  der  Diözese  Münster  ein  Missionshaus  zu
gründen,  zählt  an  deutschen  Mitgliedern  10  Priester,
28  Scholastiker,  31  Novizen,  61  Zöglinge  in  den
Vorbereitungsklassen,  40  Brüder,  also  im  Ganzen
170  deutsche  Mitglieder.

Apostolische  Präfektur  Neu-Guinca.  Missionare
  vom  göttlichen  Wort  wie  in  Togo.

Eine  neuc  apostolische  Präfektur  Neu-Guinca  ist
errichtet  worden.  Der  deutsche  Theil  von  Neu-Guinca,
  Kaiser-Wilhelmsland,  gehörte  bisher  zum
apostolischen  Vikariate  Neu-Guinea,  das  die  englischen
  und  deutschen  Besitzungen  umfaßte  und  den
Missionaren  vom  Herzen  Jesu  anvertraut  war.
Durch  den  hl.  Stuhl  wurde  der  deutsche  Theil
kirchlich  von  dem  englischen  getreunt  und  den  Missionaren
  vom  göttlichen  Wort  übergeben.  Die  erste
Missionsexpedition  dieser  Genossenschaft,  bestehend

503

 

aus  2  Priestern  und  3  Brüdern,  hat  sich  am
30.  Juni  1896  in  Genua  nach  Friedrich-Wilhelmshafsen
  in  Neu-Guinca  eingeschifft.  Dieselbe  wird  in
Singapore  sich  mit  ihrem  Obern,  dem  apostolischen
Präfekten  P.  Everhard  Limbrock  aus  Ahlen,  Diözese
  Münster,  vereinigen,  der  bisher  in  Süd-Schantong
  in  China  gewirkt  hat.  Die  Gesammtzahl
der  in  unseren  deutschen  Schutzgebieten  thätigen
katholischen  Missionare  curopäischer  Herkunft  beträgt
etwa  208  Priester,  Brüder  und  Schwestern.  Dazu
kommen  die  einheimischen  Katecheten.

Im  Anschluß  an  diesen  Bericht  beschloß  der
Centralvorstand  eine  Summe  von  75  000  Mark  an
die  Missionenen  in  den  deutschen  Schutzgebieten
zu  vertheilen,  und  zwar  je  10  000  Mark  an  die
Weißen  Väter,  die  Väter  vom  h.  Geist,  die  Benediktiner,
  die  Missionare  vom  göttlichen  Wort,  die
Pallotiner  in  Afrika,  10  000  Mark  an  die  Missionare
  in  Neu-Pommern  und  Neu-Guinea,  ferner
15  000  Mark  zur  Ausbildung  deutscher  Missionare.

Den  „Nachrichten  aus  der  Ostafrikanischen  Mission“
entnehmen  wir  Folgendes:

Der  Pastor  Holst  aus  Dar-es-Saläm  ist  mit
Frau  und  Kind  in  der  Heimath  auf  Urlaub  angekommen.
  Er  wird  durch  den  am  28.  April  in
Dar-es-Saläm  angekommenen  Missionar  Cleve
vertreten.  Der  Missionar  Greiner  gedenkt  nach
mehrjähriger  segensreicher  Thätigkeit  im  Hinterland
von  Dar-es-Salüm,  namentlich  in  Kiserawe,  Ende
Juli  einen  ihm  bewilligten  Urlaub  anzutreten.

Der  Missionar  Rpehl  ist  wohlbehalten  in  Tanga
eingetroffen.  6

Am  20.  Februar,  dem  Jahrestage  der  Gründung
der  Station,  ist  in  Wuga  eine  Kapellc  festlich  eingeweiht
  worden.

Wie  „Unter  dem  rothen  Kreuz“  meldet,  sendet
der  Frauenverein  für  Krankenpflege  in  den  Kolonien
demnächst  die  Schwestern  Johanna  Wittum  und
Elise  Franke  nach  Kamerun.  Die  bisher  dort
thätige  Schwester  Bertha  ist  leider  im  Mai  d.  Is.
dort  verstorben.

RHus  fremden  Kolonien.
Trägerverordnung  für  Ukamba.

Unter  dem  11.  Juni  d.  Is.  hat  der  englische
Generalkonsul  Hardinge  in  Ergänzung  der  Vorschriften
  vom  13.  Mai  d.  Is.  eine  Verordnung  über
die  bei  Engagements  von  Trägern  zu  beobachtenden
Bedingungen  in  der  Provinz  Ukamba  erlassen.
Ukamba  umfaßt  die  Landschaften  Teita,  Ukamba  und
Kikugu.
        <pb n="580" />
        —.  504

Eisenbahn  zum  birktoria-Rvanza.
Eine  Bill  des  englischen  Unterhauses  bewilligt

3  Millionen  Pfd.  Sterl.  für  den  Bau  einer  Eisenbahn
  von  Mombas  nach  dem  Viktoria-Nyanza.

Goldküsle.

Der  Gouverneur  der  Goldküste  Sir  William
E.  Maxwell  hat  Anfang  Juli  in  der  Liverpooler
Handelskammer  ein  Bild  der  Lage  und  Aussichten
der  von  ihm  verwalteten  Kolonie  gegeben.  Die
Einnahmen  betrugen  1895:  230  075  Pfd.  Sterl.;
1894:  218  261  Pfd.  Sterl.

Die  Einfuhr  hatte  folgenden  Werth:

18095  r  537  Pfd.  Stert.
1894  2  830
Die  Ausfuhr  haun  Werth:
1895.  877  804  Pfd.  Sterl.
1894.  850  343  --  -
Der  Gouverneur  hält  in  erster  Reihe  energische

Förderung  des  Wegebaues  für  nöthig.  Er  läßt  die
Wege  12  Fuß  breit  mit  Wasserab=  und  Durchlässen
und  Festigung  bauen.  Eine  Eisenbahn  erklärt  er  erst
nach  Herstellung  eines  Hafens  für  möglich.  Zur
Wahl  eincs  passenden  Fleckes  dafür  hat  ein  Ingenieur
  Nagel  von  der  Firma  Coode  Sons  und
Matthews  Untersuchungen  vorgenommen.  Er  hat
auch  die  Stromverhältnisse  des  Volta  geprüft.  Die
Kolonie  leidet  unter  Arbeitermangel.
der  Goldwäschereicn  wünscht  der  Gonverneur  Eufuhr
asiatischer  Kulis.

Britische  Salomonsinseln.

Der  zum  Residenten  für  die  britischen  Salomonsinseln
  ernannte  Mr.  C.  M.  Woodford  hat  sich  am
20.  Mai  d.  Is.  an  Bord  eines  englischen  Kriegsschisses
  dorthin  begeben.

Zum  Betrieb

 

Rultur  im  Rongogebiete.

Die  Nummer  6l’  des  „Bullatin  olliciel  de
D’Etat  indcpendant  du  Congo“  bringt  einen  ausführlichen
  Bericht  E.  Laurents  über  die  Bodenbeschaffenheit
  ind  die  Erfolge  der  Plantagenwirthschaft
des  Kongogoebietes.

Perschiedene  Mitthzeilungen.
Prüfungsergebnisse  des  Sisalhanf.

Der  Sisalhanf,  Fourcroya  gigantca,  wurde
gegen  Ende  des  vorigen  Jahrhunderts  nach  Mauritius
  eingeführt  und  breitete  sich  dort  von  selbst
weiter  aus.  Erst  nachdem  der  Boden  der  Insel
durch  die  Zuckerrohrkultur  größtentheils  erschöpft
war,  wandte  man  sich  der  Ausbentung  der  Four--croya
  zu.  In  der  Mitte  dieses  Jahrhunderts
wurde  die  Sisalhaufkultur  in  Florida  und  in  neucrer
Zeit  auf  den  Bahamainseln  eingeführt.  Hier  besonders
  gelang  es  einigen  kapitalkräftigen  Gesellschaften
  mit  der  Unterstützung  der  Regierung  große
Ländereien  mit  Sisalhanf  zu  bepflanzen.

Nach  dem  Urtheil  der  Sachverständigen  begnügt
sich  die  Fourcroya  mit  einem  außerordentlich  minderwerthigen
  Boden,  und  die  Aupflanzung  wird  für
solche  Gegenden  befürwortet,  wo  andere  Nutzpflanzen
keine  Erträge  mehr  liefern.  Aus  diesem  Grunde
sind  daher  manche  Gebiete  von  Deutsch-Ostafrika  für
die  Sisalhanfkultur  besonders  geeignet,  und  die
dortige  Abtheilung  für  Landeskultur  hat  auch  bereits
größere  Kulturversuche  mit  der  Fourcroya  angestellt.

Einc  Partic  der  daselbst  gewonnenen  Fasern  ist
seitens  der  Königlich  mechanisch-technischen  Versuchsanstalt
  in  Charlottenburg  einer  sachverständigen
Prüfung  auf  ihre  Festigkeit  unterzogen  worden.
Um  Vergleiche  zwischen  dem  in  Deutsch-Ostafrika
und  dem  anderswo  gewachsenen  Hauf  anstellen  zu
können,  wurde  diese  Untersuchung  noch  auf  einige
andere  Faserstoffe  ausgedehnt.  Das  Ergebniß  dieser
Prüfung  ist  in  der  nachstehenden  Tabelle  enthalten:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Laufe  .  Bruch-  -.----.  üfung  wurden
n  ufende  Vezeichnung  der  Probe  Bruchlast  in  dehnung  Reißlänge  in  ur  Pritsung  wurden
ummer  kg  in  5½%  m  verwendet

1  Mauritiushanf  (Fonreroyn  giganten)  0,599  5,9  34  450  Einzelne  Faserbündel

2  Fourcroyn  gigantea  aus  Südamerika  0,  580  3,  5  24  450

3  Atave:  americann.  m  Coh)  0,844  2,8  31  750

4  Agare  moexicann  0.520  2,2  36  350

5  Hauf  von  ben  städtischen  Reselgütern  *  5  .

sdorf  Heinersdorf  1,258  24  40000

6  Flachs  aus  Estland  1,680  24  23750  Mehrere  Faserbündel

gleichzeitig")

 

 

 

*)  Einzelne  zur  Prüfung  geeignete  Faserbündel  waren  infolge  weitgehender  Bearbeitung  des  Materials

nicht  vorhanden.
        <pb n="581" />
        —  505

Die  aufgeführten  Zahlen  sind  Mittel  aus  je  allein  das  reichlich  von  verschiedensten  Seiten  verzehn
  Versuchen.  Die  Einspannlänge  betrug  bei  öffentlichte  Material  benutzen,  sondern  auch  eigene
sämmtlichen  Proben  100  mm.  Für  die  Berechnung  Beobachtungen  zu  Grunde  legen  können.  Es  ist  zwar
der  Reißlänge  wurde  das  Gewicht  der  bei  100%  C.  bedauerlich,  daß  der  Autor  nicht  auch  die  Asrika
getrockneten  Faserbündel  zu  Grunde  gelegt.  eigenthümlichen  Krankheitserscheimungen  aus  eigener

Von  dem  Professor  an  der  hiesigen  landwirth=  Anschauung  näher  kennen  gelernt  hat,  indessen  dürfte
schaftlichen  Hochschule,  Geheimem  Regierungsrath  das  von  ihm  beigebrachte  Material  auch  bei  ihrer
I).  Wittmack  wird  dieses  Prüfungsergebniß  als  Behandlung  gute  Dienste  leisten.  Das  Buch  wird
ein  günstiges  bezeichnet.  Auf  Grund  seiner  eigenen  daher  jedenfalls  in  den  deutschen  Kolonien  lebhafte
Untersuchung  bemerkt  Professor  Wittmack,  daß  die  Beachtung  finden.  Die  Würdigung  seines  Inhalts
Faserbündel  ein  sehr  gutes  Aussehen  hatten  und  vom  fachmännischen  Standpunkte  aus  bleibt  der
durch  ihre  Länge  auffielen.  Die  mikroskopische  medizinischen  Litteratur  vorbehalten.

Prüfung  ergebe,  daß  die  Fasern  hauptsächlich  aus
Bastzellen  beständen  und  wenig  verholzte  Theile
enthielten.  Auch  nach  den  chemischen  Reaktionen  Septans,  licutenant  colonel  brev.  de  Dinfan- 



zu  urtheilen,  sei  die  Faser  nicht  verholzt  und  dürfte  teric  de  marine:  Les  expeditions  anglaises

ein  gutes  Material  für  Seilerwaaren  geben.  en  Afrigne.  H’aris  1896.  II.  Charles-Lavauzelle.


VVTVWYTYYYYVYTYTVYVNYWGWVTVYVYVYVYTVYTVYVTFTYTFy"Y  Das  gut  ausgestattete  umfangreiche  Werk  bietet

eine  lehrreiche  Schilderung  der  beiden  englischen

Titterakur.  Ashantikriege  von  1873/74  und  1895/96,  des  Zulukrieges

  1878,79,  der  Feldzüge  in  Aegypten  1882
Dr.  B.  Scheube:  Die  Krankheiten  der  warmen  und  im  Sudan  1884/85.  Der  Verfasser  erzählt
Länder.  Ein  Handbuch  für  Aerzte.  Jena  1896.  ihre  Ursachen  und  Verlauf  und  legt  die  dabei  ge-G.
  Fischer.  machten  Erfahrungen  aller  Art  an  der  Hand  der
Der  Verfasser  des  sehr  ausführlichen  und  um=  amtlichen  Materialien  ausführlich  dar.  Das  Buch
jassenden  Werkes  ist  längere  Zeit  Professor  an  der  erhält  dadurch  ein  erhebliches  Interesse  für  die
japanischen  Medizinschule  zu  Kioto  gewesen  und  hat  Kolonialverwaltung  nicht  minder,  als  für  die  in  den
ausgedehnte  Reisen  durch  verschiedene  Theile  Asiens  Kolonien  thätigen  Militärs,  da  eine  ähnliche  bequeme
hemacht.  Er  hat  daher  für  seine  Darstellung  nicht  Quelle  für  alle  diese  Gegenstände  bisher  fehlte.

 

 

Schiffsbewegungen.
(Die  Zeit  vor  dem  Orte  bedeutet  die  Ankunft,  hinter  dem  Orte  die  Abfahrt  des  Schisses.)

M.  S.  „Bussard“  9/5.  Cooktown  12/5.  —  Schutzgebieten.  (Poststation:  Hospostamt.)

M.  S.  „Condor"“  22/6.  Sansibar.  (Poststation:  Kapstadt.)

M.  S.  „Falke"  15/1.  Apia.  (Poststation:  Hofpostamt.)

M.  S.  „Hyäne“  17/6.  Kapstadt.  (Poststation:  Kapstadt.)

M.  Vermessungsschiff  „Möwe“  Matupi  27/4.  —  30/4.  Friedrich  Wilhelmshafen.  (Poststation:  Matupi.)
S.  „Seeadler“  4/7.  Mozambique  6/7.  —  9/7.  Sansibar.  (Poststation:  Sansibar.)

M.  S.  „Sperber“  5/5.  Kamerun.  (Poststation:  Kamerun.)

ag####

 

Derkehrs-Nachrichten.

Der  Rheder  des  Dampfers  „Leutwein“  Lieutenant  a.  D.  Troost  hat  im  April  d.  Is.  mit  der
Rhederei  des  „Nautilus“  ein  Abkommen  zunächst  auf  ein  Jahr  getroffen,  wonach  letztere  den  „Nautilus“
nur  noch  bis  Port  Nolloth  laufen  läßt,  wogegen  der  „Leutwein“  nur  die  Häfen  nördlich  von  Port  Nolloth
besucht.  Agent  des  „Leutwein“  ist  der  Chef  des  Hauses  Wm.  Spilhaus  &amp;amp;  Co.  in  Kapstadt.  Die  Fahrten
des  „Leutwein“  sollen  in  vierwöchentlichen  Zwischenräumen  erfolgen.  Es  war  in  Aussicht  genommen,  daß
er  eine  Fahrt  im  Juli  antreten  solle.  Die  ferneren  Abfahrtzeiten  sind  vorläufig  für  den  11.  August,
8.  September  u.  s.  w.  in  Aussicht  genommen.

—  —  ——  —

Die  Sansibar-Regierung  hat  am  12.  Juni  auf  Chumbe  Island,  südlich  von  Sansibar,  den
Grundstein  zu  einem  Leuchtthurm  legen  lassen.
        <pb n="582" />
        506

Postdampfschiffverbindungen  nach  den  deutschen  Schutzgebieten.

 

Nach

vom  E
schissungs

Die  Abfahrt  erfolgt
inhafen

  an  folgenden  Tagen

Ausschissungshafen.
Dauer
der  Ueberfahrt

Briefe  müssen  aus
Berlin  spätestens
abgesandt  werden

 

—

.  Deutsch-Ostasrika.

Neapel
8  Schiffe)

e  Schisfe)

 

2

k  Deutsch-Südwestafrika.
(Nach  Warmbad  wöchentlich
bie  Kapstadt,  von  dort  weiler
alle  14  kage  auf  d.  Landwege)

—
2

Southampton

scher  Dpf.-Leutwein-)

ambur
addut  hish

 

A  -#  *2

indisi
(englische  **2

am  n  35  August,
ept.  120  abds.
am  5r“  Eet,  13.  Sept.

s.
am  10  nides  Mts.
40
am  15.  Aus.  12.  Sept.
im

am  30.  Sept.,  30.  Nov.
nachts

am  debes  Monats

Tanga  20  Tage
Dar-es-Salam  21  Tage
Sansibar  21  Tage

Sansibar  18  Tage

1

Swakopmund  30  Tage

Swakopmund  30  Tage

Kamerun  24  Tage

 

 

3.  Ramerun.  I  Liv  am  *  2.,  30.  Sept,  Kamerun  22  Tage
Wtihnßt  Z  #ag
am  10.  sedeamn.  nachts  Klein-  Lopo  20  Tage
4.  Togo-Gebiet  am  20.jedes  Mts.  Lom  1  Tage
(Cvon  Accra  bez.  Quittah  o  Lont  4  Al  po  33  Tage
miltelst  Boten  nach  Lome  am  Letzten  jed.  Mts.=  bo  od.  Accre
und  Klein-  W  am  12.  26.  August,  Quittah*)  oder  Kleinaaise
  T%  9.,  23.  September  ]  Popo  35  Tages
am  26.  August,  21.Okt.  Friedrich  Wilhelms-5.
  Deutsch-Neu-Guinea.  aechia  San  abds  hafen  45  Tage
Brindisi  am  38  Tiunm  25.  Olt.  Tage
J
Brind  am  W  3.Nov.  Jaluit  58—71  Tage
6.  Marshall-Inseln.  (über  7—  abds

 

 

 

 

 

 

 

 

Eintreffen  der  Post  aus  den  deutscen  Schutgebieten.

am  3.,  14.,  24.  Aug.,
11.,  14.  September
103  abds.

rls  ice  Monats

am  14.  ’-  11.  Sept.

113  v
am  350.  Sept,  30.  Nov.

am  10.  ddes  Monats
720

am  3.,  abr-  August,

2  8.  Sept.  lonms.

am  10.,  20.  und  Letzten
ied.  Mts.  720  abds.

am  10.,  24.  August,
7.,  21.  Sept.  15  ums.

am  24.,  28.  August,
9.,  23.

Oktober
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am  26.  August,  6.  Nov.
1034  abds.

 

 

 

 

 

 

 

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Neapel  am  21.  Aug.,  18.-Spt.  »
Deutsch-Ostafrika  Brindis  ...  am  12.  Ang.,  9.  Sept.  i  ......  Hambuegamlokund25«
Marseille  ,am  31.Aug.,  1.  Olt.  I  jedes  Monats
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10.  September  3.—15.  Oktober

 

 

 

 

*  Fälligkeitstage  für  die  mit  deutschen  Schiffen  eintressenden  Posten.

Schiffsbewegungen  der  ei  Ostafeika-Linie  (Gamburg  —Ostafrikal.

 

 

 

 

 

Neichspostdampser  Reise  Letyte  Nachrichten
chaposidampf  von  1  nach  bis  28.  Juli  1890
„Kaiser“.  zur  Zeit  in  Hamburg
„Kanzler"  Hamburg  Durban  am  21.  Juli  an  Mozambique.
„Vundesrath"  Hamburg  Durban  am  21.  Juli  ab  Suez.
„Neichstag“  "  Durban  Hamburg  am  20.  Juli  ab  Delagoabai.
Admiral“  Durban  Hamburg  am  21.  Juli  ab  Neapel.
General“  zur  Zeit  in  Hamburg

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„He  g“  .
Extradampfer  „Europa

Hamburg
auf  der  Heimreise  am  25.

Juli  in  Durban  eingetrossen.
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        507

Schiffsbewegungen  der  Woermann  Linle.

 

 

 

Postdampfer  Reise  Letzte  Nachrichten
von  nach  bis  28.  Juli  1896
„Adolph  Woermann“  Swakopmund  J  Hamburg  am  26.  Juli  in  Accra.
„Aline  Woermann".  amburg  Ponta  Negra  am  18.  Juli  in  Madeira.
„Anna  Woermann“  Kap  Palmas  Hamburg  am  26.  Juli  in  Hamburg.
„Carl  Woermann“  Hamburg  Kotonon  am  23.  Juli  Doer  gossiet.
„Eduard  Bohlen“  Congo  Hamburg  am  21.  Juli  in
„Ella  Woermann“  Hamburg  Kap  Palmas  am  23.  Juli  in  T
„Gertrud  Woermann"  Ponta  Negra  Hamburg  am  23.  Juli  in  Accera.
„Gretchen  Bohlen“  otonon  Hamburg  am  26.  Juli  in  Las  Palmas.
„Hedwig  Woermann“  Hamburg  Kotonon  am  28.  Juli  in  Accra.
„Jeannette  Woermann“.  Hamburg  Loanda  am  28.  Juli  in  Accera.
„Kurt  Woermann“  Loanda  Hamburg  am  15.  Juli  in  Accra.
„Lothar  Bohlen“  .  Hamburg  l  Swakopmund  am  31.  Juli  ab  Hamburg.
„Lulu  Bohlen“  .  Hamburg  Ponta  Negra  am  24.  Juli  in  Gabun.
„Marie  Woermann"“.  Ponta  Negra  Hamburg  am  25.  Juli  in  Madeira.
„Melita  Vohlen"“  Hamburg  »  Lüderitzbucht  am  6.  Juli  in  Loanda.
„Professor  Woermann“  Hamburg  Loanda  am  13.  Juli  in  Loanda.
„Thekla  Bohlen“  Swakopmund  Hamburg  am  15.  Juli  in  Hamburg.

 

 

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Muis,  Sorghum,  Reis,  Kieinns,  Indigo,  Bohnen,  Chinnrinde.
b.  Natürliche  Kalisalze:
Kainit,  wmind.  12.4  10  Kali.  Sylvinit,  mit  12.400  bis  19  0  Kali.  für  Bnumwolle  und  Pnlmen  zur  Vertilgung
  von  Inseckten  wie  auch  Ffür  ganz  leichte  trockene  Böden  zur  besseren  Bindung  und  TFeuchterhallung.
Säümmtliche  deutschen  Kuliwerke  sind  im  Verkans  -  Syndikut  der  Kuliwerke  vereinigt.

JNüher  Angahen  über  Preise  und  Bezugzsbedingungen  vic  auch  Anskunft  über  tropische  Dängerfragen

aul  C’rund  reicher  praktischer  Erlahrungen  ertheilt  das
Verkaufs-Syndikat  der  Kaliwerke  in  Leopoldshall-Stassfurt.
Telegrumm-Adresse:  Syndikat  Stassfurt.

NB.  In  der  Ausstellung  des  Verknuuls-Sdikutes  in  der  deutschen  Koloninl-Ansstellung.  (#rubbe  XXIII  der
Berliner  Gdewerbe-Ausstellung.  liegt  eine  Broschüre  über  Düngung  tropischer  Pllanzen  zur  Finsichtnahme
uns.  Dieschbe  vird  vom  Verkaufs-Syndikut  den  sich  meldenden  Rellektanten  K#r#ntis  zugesandt.  E

 

Maschinenfabrik  Johannisberg  Sehmellpressen

sür

WMein,  Forst  &amp;amp;  Bohn  Nacht.  in  Ceisenheim  a.  Rk.,  auch-  Stein-  .  Lientaruel-.

 

Gasmotoren-Fabrik  Deutz,  Köln-Deutz.

—  Otto'’s  neuer  Motor

lür

  
  
 

  

4.  a  1  9  1  .  —  4
r8Cas,  Benzin  u.  Petrolenn-Ueber

  42  000  Maschinen  mit  ca.  170  000
Pferdekräften  in  Betrieb.

 

200  Medaillen  und  Diplome.

„Original-Otto-Motoren“  ()
Sind  mit  vorstehender  Schutzmarke  verschen.

Prosbekte  und  Kostennnschläge  gratis  und  franko.

 

——  .

Deutsche  Kolonial-  Ausstellung  1896.
        <pb n="588" />
        Glb  e  e  r  (toeG  GnrG.

6  "  “5
Die  Gummizeitung,
Dresden-Blasewitz,  50

hringt  neben  technischem'ichemisch--u.
  UFgienisch-technischem  Alaterial
umst-t  issende  Berichte  ühber  die
Cummimärkte  der  Welt.  Abonne--ment
  Dro  ¼1  Jahr  2  Ak.  Beiträge
Vvon  Interesse  gegen  llonorar  er  bet.

—-W
7VWT777NNNTNê##

Maunschwesger  Wusst

und

Fleischwaaren-Pabrir
Denecke  &amp;amp;  Himmel

Tlollieleranten,  (2)
Braunschweig,
lielern  Fleischwaaren  für  Export,
nach  allen  Zonen  der  Erde

 

 

  

 

Richard  Lebram
Berlin  C.  19.
Fabrikation  von
ELEIILIIIEIII

Spczinlität:  (½)
Exportgenre.
Importeure  wollen  billigste
Nettopbreisliste

Verkauf  nur  an  Wiederverkäufer.
-Jongldondopolsk  ur  Anu  zne#lA

 

 

 

gratis  und  franko  verlangen.

 

—  512

Berliner  Export-Tafel-Weißbier,

in  den  Tropen  mit  Erfolg  eingeführt,  von  den  verehrlichen  Messeverwaltungen
in  den  deutschen  Kolonien  seit  Längerem  ständig  bezogen,  dort  sehr  beliebt,  Jahre
lang  haltbar,  nur  aus  bestem  Malz  und  Hopfen  hergestell.  Das  Bier  ist  sehr
erfrischend  und  sehr  bekömmlich,  auch  von  den  Herren  Aerzten  der  deutschen
Schutztruppe  empfohlen.
Versand  in  Kisten  zu  50  ½1  und  100  ½  Exportflaschen.
Mit  näheren  Angeboten  steht  auf  Wunsch  gern  zu  Diensten
Berliner  Weißbierbrauerei  und  Malzfabrik
Albert  Bier,  (73)
Berlin,  Stralauerstraße  3—6.  Begründet  1792.

Für  Deutsch-Ostafrika,  issiah  und  Madagaskar  hat  die  Deutsch-Ostafrikanische
ellschaft  den  Alleinverkauf.
Aleini  lschet  für  den  sonstigen  Export:
Harder  &amp;amp;  de  Boß,  Hamburg,  Gr.  Burstah  36—38.

W.  Richter  &amp;amp;  Co.,

Dar-es-salam.  Zanzibar.

Vollständige  Ausrüstungen  für  Expeditionen  und  lagdausflüge
  ins  Innere,  Sowie  Besorgung  der  Träger.
Deuhsche  Apotheken,  Ingd-Munition,

Verbandstolle,  Stahlkofrer,
Reise  -  Apotheken.
Engl.  u.  Irnnz.  Spezialitäten,
Weine  und  Spirituosen,
Nhere  Auskunst  ertheilt  die  Filiale  (85
W.  Richter  &amp;amp;  Co.,  Eamburs,  Ilermannstrasse  15/17.1.

Zur  Heilung  der  Malaria
(Wechsel-  oder  Sumpfkeber)

wird  hierdurch  das  von  der

Chemischen  Fabrik  auf  Actien  (im  E.  zciern  zu  Eerlin

dargestellt.
allen  Kahenln  bestens  empfohlen.

(salzsaures  Phenocoll)
Eine  grosse  Reihe  italicnischer  Acrzte,  u.  A.  die  Drs.  l'rosessor

T’rofessor  Cervello,  Drr.  Cuceo,  Dr.  Inl!  Olio.  l’rolessor
  Mosso,  Dr.  Venturini  und  riele  ande  tre  haben  mit  dem  Jlittel
überruschende  leilerlolge  bei  Malurin  erzielt.  Auch  Dr.  Rihet  in
Arzew  (Algier)  und  Dr.  Dupont  in  Bomna  thaten  ein  Gleiches:  Lpetzterer
  he  nt.  die  ossizielle  inreihung  des  Nedikaments  in  die  stuatlichen
v  des  tes  verunlasst.

Das  zasmsee  Lhenocoll  eignet  sich  lerner  nuch  den  Feststellungen
von  Professor  Martinez  A.  Wargas  in  Barcelona  zur  Schnellen  und
Sicheren  lleilung  des  Kenc  #Lhustens.

Man  wende  sich  wegen  des  Erhalts  von  I’  henocollum  hrdrochloricum.
wegen  Litteratur  und  Gel-ranchsanweisungen  an  die  Vertreter  der  ohenzenannten
  Firmn.  nümlich:

Barcelonn:  I.  Espiell;  16)
London:  &amp;amp;  M.  Zimmermann,  E.  C.  9  und  10  St.  Mary-  at-  Mill:

Moskuan:  W.  Stlirzwage  &amp;amp;  Co.;

Ney-  TLork:  Lehn  8&amp;amp;  Fink,  128  william  Street:

Panris:  Mar  Frères.  31  rue  des  petites  Ecurie

Rio  de  Jnneiro:  Magalhdes,  Lucius  &amp;amp;  Co.  Sercessores  de  Klingelhoefer  &amp;amp;  Co.

 

 

Zelt
„(onserven,
Culunteriewanren.

 

 

 

 

Albvertoni.
        <pb n="589" />
        513

Da.  Bri.  Miren.

Gegründet  im  Jahre  1450.  *:
1  2

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Garantirt  KLangjährig
reines,  erprobt  als
gesundes  baltbar  im
Gebräu  ohne  tropischen
Themikalien.  Klima.

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Alleinige  Rontrahenten  für  überseeischen  Export:

Johannes  Ed.  Jepp,  ganburg,  Jepp  &amp;amp;  Co.,  München,

5.  v.  N.  Wilhelmstraße  9  u.  lo.  Landsbergerstraße  5.

 

 

Brauerei  zum  Pschorr,  München.
G.  Pschonh.

Hoflieferant  Sr.  Mal.  des  Deutschen  Kaisers.
Hoflieferant  Sr.  Mal,  des  Kaisers  von  Oesterreich.

In  allen  überseeischen  Ländern  —

vorzuglich  bewöhrtes  Exporntbier.

Alleinigs  Depositäre  für  Export:

Paul  Ed.  Mölting  &amp;amp;  Co.,  Hamburg.

Ordres  duroh  bt  lt  erbeten.

 

fafelget  rãnk  dr.  Durchl.  des  fürsten  bismarek

Kaullich  in  Mineralwasserbandlung.,  Apoth,  Ilotels  eic.

Bestes-  Tufelwusser.  Altbewihrte  Heilduelle.  EAbort  nuch  den  Tropen
besonders  emplfohlen.  E
Birresborner  Mineral-Brunnen,  Birresborn  (Eifel).

 

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L.  Mulsow  &amp;amp;  co.  Hamburg.
Conserven  aller  Art,  ###die  Tropen  zubpereitet.

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Nien  78.  X  Jiis  7555.  London  1862.
rnen  750—.  AMelborrne  1880
Wir  garamtren  die  Haliharkeit  Ureislisten  Stehen  aul  Wunsch
unserer  eigenen  Fuabrikute.  zur  Verlügung.  (ie

Tomptoir
18  —  #:  Audu.  .

 

 

 

 

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Pilsener  und  Münchener  Art,

Kaiger  Pranerei  Bect  &amp;amp;  Co.
Bremen,
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Julius  Schrader,  Hamburg,

gr.  Reichenstr.  45.  (78

der

 

 

 

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Ferdinandstrasse  43,
üÜbernimmt  jede  Cemmission  und
Spedition  nuch  und  von

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(&amp;amp;#

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ete.)  aus  tropischen  und  subtroischen
  Ländern  suche  in  grossen
P’urtien  zu  kanfen.

Ilerren.  velche  sich  damit  hbe-Iassen
  wollen.  bitle  um  Aulgabe  ihrer
Adresse.  Anleitung  zum  Summeln
und  ’rüpariren  Wird  zegeen.

#e#rl  Zeyen
uiiel  der  Bergischen  Eisen-  und
#nht  -Industric.
Wuld,  Rhbeinpreussen.
––

27)
        <pb n="590" />
        —  514  —

WOERMANN-LINIE.

Am  10.  August:  P.  D.  „Marie  Woermann“,  Capt.  Triebe,
nach  Madeira,  Klein-Popo,  Lagos,  Kamerun  und  den  Häfen  der  Südwestküste
  Alrikas  bis  Ponta  Negra.

Am  15.  August:  P.  D.  „Anna  Woermann“,  Capt.  Schade,
nach  Marocco,  Las  Palmas,  Teneriffe,  Gorée,  Dakar,  Rufisque,  Sierra  Leone,
Sherbro  und  Liberia.

Am  20.  August:  P.  p.  „Gretchen  Bohlen“,  Capt.  Jürgens,
nach  Conakry,  Monrovia,  der  Goldküste,  Togo,  Whydah  und  Kotonou.

Am  31.  August:  P.  D.  „Kurt  Woermann“,  Capt.  Fastert,
nach  Teneriffe,  Las  Palmas,  Gorée,  Liberia,  San  Thomé  und  den  Häfen  der  Südwestküste
  Afrikas  von  Landana  bis  Loanda.
Nach  Deutsch-Südwestafrika:  am  30.  September,  30.  November.
4dite  G#teer  mitssen  1un  Tae  vor  dem  459##nydauttem  bis  I2  Uhmr  „aiccs  ldnosseite  seftn.

Näheres  wegen  Fracht  und  Passage  ertheilt  in  Hamburg  die  Woermann-Linie,  sowie  der  Schiffsmakler
August  Bolten,  Wm.  Miller's  Nachfolger,  Admiralitärstrasse  33/34,  und  wegen  Deutsch-Südwestafriku  dic
Herren  L.  F.  Mathies  &amp;amp;  Co.,  Grimm  27.  12

 

Deutsche  Ost-  Afrika-Linie.
Vermehrte  Fahrten.  Dreiwöchentlicher  Betrieb.
Regelmässige  Postdampfer  -  Verbindung
unter  Vertrag  mit  dem  Deutschen  Reiche
ZzZwischen

Hamburg,  Ostafrika  und  Transvaal

Amsterdam,  Lissabon  und  Neupel  anlautend.
Die  nächsten  fahrplanmässigen  Expeditionen  finden  statt:

 

R.  P.  D.  „CENERAI“,  Capt.  Ganhe  12.  August  1896  ab  Humburg  (Ii.  Fahrplan)
R.  P.  D.  „KAISER“,  Capt.  Stall  2.  Septbr.  „  ab  Hamburg  „
R.  P.  D.  „REICHSTAG“,  Capt.  Weisskam  23.  Sepbtbr.  „  ab  Hamburg  „
R.  P.  D.  „KANZLER“,  Capt.  Elson  .  .  .  .  14.  OXtbr.  „ab  Hamburg  „

nach  Tanga,  Dar-es-Saläm,  Sansibar,  Mozambique,  Beira,  Delagoa-Bai  und  Natal.
Diese  Dampfer  nehmen  auch  Passagiere  und  Waasren  nach
Bagamoyo,  Saadani,  Pangani,  Kilwa,  Ibo,  Lindi,  Quelimane,  Chinde,  Lamu  und
Mombassa.
Ferner  Extradampfer  ab  Hamburg  ½ums  Kan  dei  Jieten  onteng  direkt  nach
Tirban,  Delagog-Bai,  Moscmbev##e.
Nächste  Expedition:  Extradampfer  „ApmlnRAL“,  Capt.  West,  12.  September  1896.
Die  Dampfer  Laben  vorzdolfche  Einrichetenpen  Fr  Passagtere  in  allen  Klaussen.
Ferner  zwischen  Ostalrika  und  Bomba)  regelmässig  allc  drei  Wochen  im  Anschluss
an  die  Hauptdampler.
Näheres  ertheilt  in  Hamburg:  (20)
wegen  Fracht  der  Schiffemakler  August  Bolten,  Wm.  Miller'’s  Nachfolger,

wegen  Passage  die  Hamburg-Amerikanische  Packetfahrt-Aktien-Gesellschaft,
sowie  wegen  Fracht  und  Passage  die

 

Deutsche  Ost-Afrika-  Linie,
Gr.  Reichenstrasse  25/27.
*  Verantwortlicher  Redakteur  für  den  nichtamtlichen  Theil:  O.  Merlinat,  Berlin.
Druck  und  Verlag  der  Königlichen  Hoibuchhandlung  und  Hofbuchdruckerei  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Berlin  8SW  12,  Kochstraße  68—71.
Ausgegeben  am  1.  August  1896  um  6  Uhr  nachmittage.
        <pb n="591" />
        Deutsches  Kolonialblatt.

Amtsblatt  für  die  Schutzgebiete  des  Deutschen  Reichs.

heransgegeben  in  der  Kolonial-Ablheilung  des  Auswärligen  Amte.

 

Vll.  Jahrgang.  *  gerlin,  15.  Angust  1896.  Nunmer  i  16

Diese  Zeitschrift  erscheint  in  der,  Reath  am  1.  und  15.  *  Maot  Derielben  w.  en  als  Beiheste  nn  die  mindestens  einmal  urrnssährlich

Gelelrten  zaus  don  40%  tschon  v,Sehugobiolon  herausgegobon  kon  Dr.  Frei

v.  Danckelman.  Der  *  *  Mincen  elrägt  beim  Bezuge  durch  die  Post  *  e

Buchhandlungen,  Mk.  3.—,  direkt  unter  Stss  durch  die  koenwenhbanhsen  #½  3,50  jur  Demischland  und  „thterrtich  Hante,  *  3.75  für

dic  Lander  des?  Welsoft#t  reins.  —  Einsend  zungen  und  Anfragen  sind  an  die  Königliche  Monchha  andlung  vo“  feust  Sicgiricd  Mittler
und  Sohn,  Verlin  §W  12,  Kochstraße  68—71,  zu  richten.  (Eingetragen  in  der  Zeitunge-  ielile  *  1800  unter  Nr.  1910.)

 

 

 

Inhalt:  Amtlicher  Theit:  Alerhochi  Verordnung  vom  26.  Juli  1896,  betreffend  die  Disziplinar=  Strafordmung  für
die  Kaiserlichen  Schutztruppen  S.  515.  —  Verordnung,  betressend  die  Einführung  der  deutschen  Militär-Strasgesetze
in  den  afrikanischen  Schußgebieten  S.  1  —  Verordnung,  betressend  das  strasgerichtliche  Verfahren  gegen  Militärpersonen
  der  Kaiserlichen  Schutztruppen  S.  516.  —  Allerhöchste  Ordre,  betrejfend  Beschwerdeführung  der  Personen
des  Soldatenstandes  S.  520.  Verordnung,  betressend  die  Rechtsverhältnisse  der  Landesbeamten  in  den  deutschen
Schugebieten  S.  520.  —  Velanntmachung  wegen  Nedaktion  des  Gesetzes,  betreffend  die  atserlichen  Schuttruppen
  in  den  afrikanischen  Schutzgebieten  und  die  Wehrpflicht  daselbst,  vom  18.  Juli  1896  S  —  Verordnung
des  Neichokanzlers,  betreffend  Auszüge  aus  den  Personenstandsregistern  S.  525.  —  et  r  an  sämmtliche
Dienststellen  in  Deutsch-Ostajrika,  betressend  Ouarantäne  der  anlaufenden  Seeschiffe  S.  526.  —  Vorschriften,  betreffend
die  gesundheitspolizeiliche  Kontrole  der  einen  Hafen  des  deutsch-ostafrilanischen  Schutbgebietes  anlaufenden  Seeschisse
  S.  527.  —  Desinfektionsanweisung  für  Seeschiffe,  welche  der  gesundheitspolizeilichen  Kontrole  beim  Anlaufen
eines  Hafens  des  deutsch-ostafrikanischen  Schutzgebietes  unterliegen  S.  531.  —  Personalien  S.  535.

Nichtamtlicher  Theil:  Personal-Rachrichten  S.  536.  —  Deutsch-Ostafrika:  Verkehrswesen  S.  536.  —
Zur  Nigelung  des  Trägerwesens  S.  537.  —  Sanitäre  Einrichtungen  S.  537.  —  Förderung  des  Landbaueo  S.  537.
—  Landwirthschaftliches  S.  537.  —  Togo:  Stationen  im  Innern  S.  538.  —  Marshall-  Iusela-  Reise
des  Zandebhtmann  S.  538.  —  Aus  dem  Bereiche  der  Missionen  und  der  Antiskla  i-Vewegung
  S.  538.  —  Aus  krenden  Kolonien:  Die  Landkommission  für  Matabeleland  S.  500  —  —
Salomons-Inseln  S.  539.  —  Verschiedene  Mittheilungen:  Eierhandel  der  Welt  S.  539.  Handelsbericht,
betressend  die  Provinszen  Kerman  und  Prrlisch-  Velusschistan.  für  das  Jahr  1894/95  S.  540.  —  Litteralur  S.  542.  —
Schisssbewegungen  S.  542.  —  Verkehrs-Nachrichten  542.  —  Anzeigen.

B  eilage:  Die  aisior  in  ven  E  Schuhgebieten.

Amtlicher  Theil.

Gesetze;  Perordnungen  der  Reichsbehörden.

Allerhöchste  Verordnung  vom  26.  Juli  1896,  betreffend  die  Disziplinar-Strafordnung
  für  die  Kaiserlichen  Schutztruppen.

n#  Ihren  Vortrag  bestimme  Ich:

Auf  die  Angehörigen  der  Schutztruppen  finden  die  Vorschriften  der  Disziplinar-Strafordnung  für
das  Heer  mit  folgenden  Abweichungen  Anwendung:
Es  steht  zu:
.dem  Neichskanzler  die  Disziplinar-Strafgewalt,  welche  derjenigen  eines  kommandirenden
Generals  in  der  Armee  entspricht;

.  dem  Gouverneur  beziehungsweise  Landeshauptmann  diejenige,  welche  einem  Divisionskommandeur

  in  der  Armee  zusteht;

3.  dem  Kommandeur  diejenige  eines  heimischen  Regimentskommandeurs;
dem  detachirten  Befehlshaber  einer  aus  mindestens  einer  Kompagnie  gebildeten  Abtheilung
diejenige  cines  detachirten  Stabsoffiziers  der  Armee

5.  einem  Kompagnieführer  oder  sonstigen  Befehlshaber  einer  tleineren  als  der  unter  Ziffer  4
bezeichneten  Abtheilung  diejenige  eines  detachirten  Hauptmanns  der  Armee

—“

—

-

=
        <pb n="592" />
        —  516  —

Dem  zum  Auswärtigen  Amt  kommandirten  und  in  der  Kolonial-Abtheilung  mit  der  Bearbeitung
der  persönlichen  Angelegenheiten  der  Schutztruppen  beauftragten  Offizier  wird  über  sämmtliche  Angehörigen
der  Schutztruppen,  sofern  sie  sich  in  Deutschland  aufhalten  und  im  Dienstalter  jünger  sind  als  der  bezeichnete
  Offizier,  die  Disziplinar-Strafgewalt  eines  Regimentskommandeurs  übertragen,  die  er  nach  den
näheren  Anweisungen  des  Reichskanzlers  auszuüben  hat.

Merok,  an  Bord  Meiner  Yacht  „Hohenzollern“",  den  26.  Juli  1896.

(L.  S.)  Wilhelm  J.  R.
Fürst  zu  Hohenlohe.
An  den  Reichskanzler.

Verordnung,  betreffend  die  Einführung  der  deutschen  Militär-Strafgesetze  in
den  afrikanischen  Schutzgebieten.  Vom  26.  Juli  1896.

Wir  Wilhelm,  von  Gottes  Gnaden  Deutscher  Kaiser,  König  von  Preußen  2c.,  verordnen  auf
Grund  des  §  1  des  Gesetzes,  betreffend  die  Rechtsverhältnisse  der  deutschen  Schutzgebiete  (Reichs-Gesetzblatt
  1888  S.  75),  im  Namen  des  Reichs,  was  folgt:

Einziger  Paragraph.

Die  Militär-Strafgesetze  des  Deutschen  Rcichs  treten  in  den  afrikanischen  Schutzgebieten  gleichzcitig
mit  dem  Gesetze,  betreffend  die  Schutztruppen  in  den  afrikanischen  Schutzgebieten  und  die  Ableistung  der
Wehrpflicht  daselbst,  vom  7.  Juli  1896  mit  der  Maßgabe  in  Kraft,  daß  im  Sinne  des  Militär-Strafgesetzbuchs
  vom  26.  Juni  1872  (Reichs-Gesetzblatt  S.  173)  unter  Heer  auch  die  Kaiserlichen  Schutztruppen
zu  verstehen  sind.

Urkundlich  unter  Unserer  Höchsteigenhändigen  Unterschrift  und  beigedrucktem  Kaiserlichen  Insiegel.

Gegeben  Merok  an  Bord  Meiner  Nacht  „Hohenzollern“,  den  26.  Juli  1896.

(L.  S.)  Wilhelm  I.  R.
Fürst  zu  Hohenlohe.

Verordnung,  betreffend  das  strafgerichtliche  Verfahren  gegen  Militärpersonen
der  Kaiserlichen  Schutztruppen.  Vom  26.  Juli  1896.

Wir  Wilhelm,  von  Gottes  Gnaden  Deutscher  Kaiser,  König  von  Preußen  cc.,  verordnen
auf  Grund  des  Artikels  II  §  4  des  Gesetzes  vom  7.  Juli  1896  wegen  Abänderung  des  Gesetzes  vom
22.  März  1891  (Reichs-Gesetzblatt  S.  53),  betreffend  die  Kaiserliche  Schutztruppe  für  Deutsch-Ostasrika,
und  des  Gesetzes  vom  9.  Juni  1895  (Reichs-Gesetzblatt  S.  258),  betreffend  die  Kaiserlichen  Schutztruppen
für  Südwestafrika  und  für  Kamerun,  im  Namen  des  Reichs,  was  folgt:

81.

Das  strafgerichtliche  Versahren  gegen  die  Angehörigen  der  Schutztruppen  richtet  sich  nach  den
Vorschriften  der  preußischen  Militär-Strafgerichtsordnung  vom  3.  April  1845,  soweit  nicht  in  Nachstehendem
abweichende  Bestimmungen  getroffen  sind.

8  2.
Die  Militär-Strafgerichtsbarkeit  bei  der  Truppe  wird  verwaltet
1.  durch  das  Gericht  des  Oberkommandos  der  Schutztruppen,
2.  durch  Gouvernementsgerichte,
3.  durch  Abtheilungsgerichte.

Das  Gericht  des  Oberkommandos  der  Schutztruppen  besteht  aus  dem  Reichskonzler  als  Gerichtsherrn
  und  einem  mit  Nichterqualität  versehenen  vortragenden  Rath  als  Auditeur.  Dem  Reichskanzler  steht
die  höhere  Gerichtsbarkeit  und  die  niedere  Gerichtsbarkeit  über  alle  Angehörigen  der  Kaiserlichen  Schutztruppen
  zu,  soweit  dieselben  nicht  der  Gerichtsbarkeit  der  Gouvernementsgerichte  oder  Abtheilungsgerichte
unterstehen.  In  Deutschland  befindliche  Angehörige  der  Schutztruppen  treten  während  ihres  Aufenthalts
daselbst  unter  die  Gerichtsbarkeit  des  Oberkommandos  der  Schutztruppen.

*  4.

Das  Gouvernementsgericht  besteht  aus  dem  Gorwerneur  oder  Landeshauptmann  als  Gerichtsherrn
und  einem  Auditeur.  Dasselbe  hat  die  höhere  und  nledere  Gerichtsbarkeit  über  sämmtliche  Angehörigen  der
ihm  unterstellten  Schutztruppe.
        <pb n="593" />
        —  517  —

86.

Ein  Abtheilungsgericht  wird  gebildet  bei  jeder  von  dem  zuständigen  Gouverneur  beziehungsweise
Landeshauptmann  bestimmten  Abtheilung.  Dasselbe  besteht  aus  dem  Befehlshaber  dieser  Abtheilung  als
Gerichtsherrn  und  einem  untersuchungsführenden  Offizier.

Die  Abtheilungsgerichte  haben  die  niedere  Gerichtsbarkeit  über  die  zur  Abtheilung  gehörigen  sowie
über  die  derselben  vorübergehend  überwiesenen  Militärpersonen.  4

Treten  mehrere  derartige  Abtheilungen  örtlich  unter  einen  gemeinsamen  Befehl,  so  übt  der  rangälteste
  Offizier  die  Besugnisse  des  Gerichtsherrn  über  sie  aus.

.  §6.

Zur  Bildung  eines  Untersuchungsgerichts  genügt  in  allen  Fällen  die  Zuziehung  eines  Offiziers
oder  Sanitätsoffiziers  als  Beisitzer.

Der  Beisitzer  hat  in  den  Straffällen  der  Offiziere  thunlichst  dem  Dienstgrade  des  Angeschuldigten
zu  entsprechen.  Bei  solchen  Verhandlungen,  welche  unter  Zuziehung  eines  Aktuars  oder  eines  durch  Handschlag
  an  Eidcsstatt  verpflichteten  Protokollführers  aufgenommen  werden,  kann  von  Zuziehung  eines
Beisitzers  abgesehen  werden.

87.

In  Ermangelung  eines  Auditeurs  können  seine  Obliegenheiten  durch  einen  zum  Richteramte
befähigten  Beamten  oder  Offizier,  und,  falls  ein  solcher  nicht  verfügbar  ist,  durch  einen  untersuchungsführenden
  Offizier  oder  einen  anderen  Offizier  wahrgenommen  werden.  Die  Vereidigung  eines  solchen
Offiziers  erfolgt  nach  §  80  der  Militär-Strafgerichtsordnung.  Jedoch  bedarf  es  der  Zuziehung  eines
weiteren  Offiziers  zur  Vereidigung  nicht.

868.

Spruchgerichte  hinsichtlich  sämmtlicher  Angehörigen  der  Schutztruppen  sind  Kriegs=  und  Standgerichte.

Die  besonderen  Bestimmungen  der  Militär-Strafgerichtsordnung  über  das  Verfahren  gegen
Militärbeamte  finden  auf  die  Beamten  bei  den  Schutztruppen  keine  Anwendung.  Die  oberen  Militärbeamten
werden  hinsichtlich  der  Kostenfreiheit  den  Offizieren  gleichgestellt  (Militär-Strafgerichtsordnung  §  274).

89.

Vor  der  Einleitung  der  förmlichen  Untersuchung  gegen  den  Kommandeur  einer  Schutztruppe  ist
siets  Meine  Entscheidung  einzuholen.

810.

Zu  einem  Kriegsgericht  sind  als  Richter  zu  berufen:

a)  über  einen  Offizier:  ein  älterer  Kompagnieführer  als  Präses,  zwei  Kompagnieführer,  zwei

Lieutenants;

5)  über  einen  Unteroffizier:  ein  älterer  Kompagnieführer  als  Präses,  zwei  Offiziere,  zwei
Unteroffiziere;

c)  über  einen  Gefreiten  oder  Gemeinen:  ein  älterer  Kompagnieführer  als  Präses,  zwei
Offiziere,  zwei  Gefreite  oder  Gemeine;

d)  über  einen  Militärbeamten:  ein  älterer  Kompagnieführer  als  Präses,  zwei  Offiziere,  zwei

obere  Militärbeamte,  thunlichst  vom  Dienstzweige  des  Angeschuldigten.

Die  aktiven  Offiziere  und  die  oberen  Militärbeamten  können  im  Bedarfsfalle  durch  Ofsiziere  des
Beurlaubtenstandes,  durch  Sanitätsoffiziere,  oder  durch  Ingenieure  des  Soldatenstandes,  bei  Kriegsgerichten
über  Mannschaften  (b  und  c)  auch  durch  andere  geeignete  Militärpersonen  ersetzt  werden.

8  11.
Zu  einem  Standgericht  sind  als  Richter  zu  berufen:
a)  über  einen  Unteroffizier:  ein  Kompagnieführer  als  Präses,  ein  Lieutenant,  ein  Unteroffiier;
)  über  einen  Gefreiten  oder  Gemeinen:  ein  Kompagnieführer  als  Präses,  ein  Lientenant,
ein  Gefreiter  oder  Gemciner;
über  einen  unteren  Militärbeamten:  ein  Kompagnieführer  als  Präses,  ein  Lieutenant,  ein
unterer  Militärbeamter.

Im  Bedarfsfalle  können  die  aktiven  Offiziere  durch  Offiziere  des  Beurlaubtenstandes,  durch
Sanitätsoffiziere  oder  Ingenieure  des  Soldatenstandes  sowie  durch  andere  geeignete  Militärpersonen  —
die  unteren  Militärbeamten  durch  Unteroffiziere  —  ersetzt  werden.

§E  12.
Die  Gerichte  des  Heeres,  der  Marine  und  der  Schutztruppen  haben  einander  Rechtshülfe  zu  leisten.
Den  gegenseitigen  Requisitionen  auf  Führung  von  Untersuchungen,  Fällung  von  Erkenntnissen,
Gestellung  von  Beisitzern  zu  Kriegsgerichten,  Standgerichten  und  Untersuchungsgerichten  ist  Folge  zu  geben.

.

C.
        <pb n="594" />
        —  518  —

8  13.

Fallen  dem  Angeschuldigten  nach  dem  Ergebniß  der  Ermittelungen  mehrere  strafbare  Handlungen
zur  Last  und  erscheint  für  die  Strafzumessung  die  Feststellung  des  einen  oder  anderen  Straffalles  unwesentlich,
so  ist  die  Untersuchung  nur  wegen  der  schweren  Straffälle  einzuleiten.

Die  nachträgliche  Verfolgung  der  leichteren  Straffälle  ist  nur  innerhalb  zweier  Monate  nach
Rechtskraft  des  Erkenntnisses  zulässig.

§5  14.

Wird  unter  Betheiligung  von  Personen  verhandelt,  welche  der  deutschen  Sprache  nicht  mächtig
sind,  so  ist  ein  Dolmetscher  zuzuziehen.  Die  Führung  eines  Nebenprotokolls  in  der  fremden  Sprache  findet
nicht  statt;  jedoch  sollen  Aussagen  und  Erklärungen  in  fremder  Sprache,  wenn  und  soweit  dies  mit
Rücksicht  auf  die  Wichtigkeit  der  Sache  erforderlich  erscheint,  auch  in  der  fremden  Sprache  in  das  Protokoll
oder  in  einer  Anlage  niedergeschrieben  werden.  In  den  dazu  geeigneten  Fällen  soll  dem  Protokoll  eine
durch  den  Dolmetscher  zu  beglaubigende  Uebersetzung  beigefügt  werden.  Die  Zuziehung  eines  Dolmetschers
kann  unterbleiben,  wenn  die  betheiligten  Personen  sämmtlich  der  fremden  Sprache  mächtig  sind.

8  15.

Dem  Angeschuldigten  steht  in  jedem  Falle  das  Recht  zu,  sich  zu  vertheidigen  oder  durch  eine
andere  Militärperson  vertheidigen  zu  lassen.  Ist  die  Handlung  mit  dem  Tode  oder  lebenslänglicher
Freiheitsstrafe  bedroht,  so  muß  ein  Vertheidiger  zugezogen  werden.  Die  Vertheidigung  darf  nur  zum
gerichtlichen  Protokoll  oder  mündlich  vor  dem  Spruchgericht  erfolgen.

8  16.

Bietet  die  Führung  der  Untersuchung  voraussichtlich  keine  Schwierigkeiten,  und  sind  sowohl  der
Angeschuldigte  als  auch  die  Beweismittel  und  gegebenenfalls  der  Vertheidiger  zur  Hand,  so  kann  der
Gerichtsherr  mit  der  Einleitung  der  förmlichen  Untersuchung  die  Anordnung  des  Spruchgerichts  verbinden.

§  17.

In  den  Fällen  des  §  16  findet  mündliche  Verhandlung  vor  dem  Spruchgericht  statt.  Der
Angeschuldigte  wird  zunächst  durch  den  Anditeur  oder  untersuchungsführenden  Offizier  vernommen,  und
sofern  dies  nicht  schon  geschehen  ist,  über  seine  Vertheidigungsbefugnisse  belehrt.  Darauf  folgen:  die
Beweiserhebung,  der  Vortrag  des  Auditeurs  oder  untersuchungsführenden  Offiziers  und  die  Vertheidigung.
Dem  Angeschuldigten  gebührt  das  letzte  Wort.  Die  Aburtheilung  schließt  sich  unmittelbar  an.  Sie  erfolgt
in  Abwesenheit  des  Angeschuldigten  und  des  Vertheidigers.  Als  Protokollführer  wird  eine  durch  Handschlag
  an  Eidesstatt  zu  verpflichtende  Militärperson  zugezogen.  Ueber  die  Verhandlung  ist  ein  Protokoll
aufzunehmen,  welches  von  dem  Vorsitzenden,  von  dem  die  Verhandlung  führenden  Auditeur  oder  Offizier
und  von  dem  Protokollführer  zu  unterschreiben  ist.  Dasselbe  muß  enthalten:
den  Ort  und  den  Tag  der  Verhandlung;

.  die  Namen  der  Mitglieder  des  Gerichts,  des  Auditeurs  oder  untersuchungsführenden  Offiziers,
des  Protokollführers  und  des  etwa  zugezogenen  Dolmetschers,  sowie  den  Vermerk  der
Beeidigungen;

die  Namen  der  Angeschuldigten  und  ihrer  Vertheidiger;

.0  die  Namen  der  vernommenen  Zeugen  und  Sachverständigen  und  den  Vermerk  über  die  stattgehabten
  Beeidigungen.

Das  Protokoll  muß  den  Gang  und  die  Ergebnisse  der  Spruchsitzung  im  Wesentlichen  wiedergeben
und  die  Beobachtung  aller  wesentlichen  Förmlichkeilen  ersichtlich  machen,  auch  die  Bezeichnung  der  verlesenen
Schriftstücke,  sowie  die  im  Laufe  der  Verhandlung  gestellten  Anträge,  die  ergangenen  Entscheidungen  unter
Angabe  der  Abstimmung  der  einzelnen  Richterklassen  und  die  Urtheilsformel  enthalten.  Von  dem  Inhalt
der  Erklärungen  des  Auditeurs  oder  untersuchungsführenden  Offiziers,  des  Angeschuldigten  und  des  Vertheidigers,
  der  Zeugen  und  der  Sachverständigen  wird  nur  das  Wesentliche  in  das  Protokoll  aufgenommen.
  Insoweit  diese  Personen  bereits  im  Ermittelungsverfahren  vernommen  waren,  ist  in  dem
Protokoll  nur  zu  vermerken,  ob  und  inwiefern  ihre  Erklärungen  etva  von  den  früheren  Aussagen  in
erheblichem  Punkte  abweichen.

Kommt  es  auf  die  Feststellung  eines  Vorganges  in  der  Spruchsitzung  oder  des  Wortlautes  einer
Aussage  oder  einer  Aeußerung  an,  so  hat  der  Präses  die  vollständige  Niederschreibung  und  Verlesung
anzuordnen.  In  dem  Protokoll  ist  zu  vermerken,  daß  die  Verlesung  geschehen  und  die  Genehmigung
erfolgt  ist  oder  welche  Einwendungen  erhoben  sind.  Im  Uebrigen  bedarf  es  der  Verlesung  des  Protokolls
nicht=  Hat  ausnahmsweise  schon  vor  der  Spruchsitzung  die  eidliche  Vernehmung  von  Zeugen  stattgefunden,
so  kann,  wenn  die  Lage  der  Sache  dies  gestattet,  von  der  nochmaligen  Vernehmung  abgesehen  werden.
In  diesem  Falle  genügt  die  Verlesung  des  früher  aufgenommenen  Protokolls.

V—

##
        <pb n="595" />
        —  519  —

18.

Ueber  das  Ergebniß  der  Beweisaufnahme  entscheiden  die  Spruchgerichte  nach  ihrer  freien,  aus
dem  Inbegriff  der  Verhandlungen  geschöpften  Ueberzeugung.  Aus  den  Erkenntnißgründen  muß  stets  genau
hervorgehen,  welche  Thatsachen  vom  Spruchgericht  für  festgestellt  erachtet  sind.

*  19.

Kein  Richter  darf  die  Abstimmung  über  eine  Frage  verweigern,  weil  er  über  eine  vorhergegangene

Frage  in  der  Minderheit  geblieben  ist.
8  20.

Die  Ausfertigungen  der  Erkenntnisse  werden  nur  von  dem  Präses  und  dem  Referenten  unterzeichnet.
  Einer  Untersiegelung  bedarf  es  nicht.

21.

Der  Neichskanzler  hat  das  Bestätigungsrecht  eines  kommandirenden  Generals,  der  Gonverneur
beziehungsweise  Landeshauptmann  das  Bestätigungsrecht  eines  Divisionskommandeurs,  der  Kommandenr
einer  oder  mehrerer,  mit  Gerichtsbarkeit  versehener  Abtheilungen  das  Bestätigungsrecht  eines  Regimentskommandeurs.


Im  Uebrigen  behalte  Ich  Mir  das  Bestätigungsrecht  vor.  Auch  bedürfen  die  Erkenntnisse  wider
obere  Militärbeamte,  wie  die  Erkenntnisse  wider  Offiziere  und  Sanitätsoffiziere  Meiner  Bestätigung.

#  22.

Die  Begutachtung  eines  kriegsgerichtlichen  Erkenntnisses  erfolgt  durch  einen  Auditeur  oder  durch
einen  zur  Ausübung  des  Richteramts  befähigten  deutschen  Beamten  oder  Offizier.  Die  Begutachtung  soll
nicht  durch  einen  Beamten  oder  Offizier  geschehen,  welcher  Referent  in  dem  Spruchgericht  war.

Der  Befehlshaber,  welchem  die  Bestätigung  zusteht,  hat  eine  Begutachtung  nur  dann  anzuordnen,
wenn  die  Entscheidung  des  Kriegsgerichts  von  dem  Antrage  des  Referenten  wesentlich  abweicht,  oder  wenn
ihm  die  Entscheidung  aus  sonstigen  Gründen  bedenklich  erscheint.  Eine  Begutachtung  ist  stets  erforderlich,
wenn  auf  mehr  als  einjährige  Freiheitsstrafe  erkannt  ist.

8  23.

Eine  Begutachtung  der  Erkenntnisse  der  Abtheilungsgerichte  findet  nicht  statt.  »

Glaubt  der  Gerichtsherr  die  Bestätigung  versagen  zu  müssen,  so  hat  er  unter  Begründung  der
Versagung  das  Erkenntniß  nebst  den  Akten  dem  mit  der  höheren  Gerichtsbarkeit  versehenen  Vorgesetzten
vorzulegen.  Dieser  muß  das  Erkenntniß  durch  einen  Auditeur  (§  22)  begutachten  lassen  und  kann  dasselbe
aufheben,  wenn  er  es  in  Uebereinstimmung  mit  dem  Gutachten  für  nichtig,  gesetzwidrig  oder  aktenwidrig  erachtet.

Unter  den  gleichen  Voraussetzungen  dürfen  die  bei  dem  Gericht  des  Oberkommandos  der  Schutztruppen
  beziehungsweise  den  Gonvernementsgerichten  ergangenen  noch  nicht  rechtskräftigen  standgerichtlichen
Erkenntnisse  von  dem  an  sich  zur  Bestätigung  zuständigen  Gerichtsherrn  aufgehoben  werden.

8  24.

Erfolgt  die  Aufhebung  eines  Erkenntnisses,  so  darf  zu  dem  neuen  Spruchgericht  der  frühere
Referent  als  solcher  wieder  zugezogen  werden.  Das  neue  Spruchgericht  hat  die  rechtliche  und  militärdienstliche
  Beurtheilung,  welche  der  Aufhebung  des  Erkenntnisses  zu  Grunde  gelegt  ist,  auch  seiner  Entscheidung
  zu  Grunde  zu  legen.

25.

Die  Vollstreckung  einer  Freiheitsstrafe  bis  zu  einem  Jahre  einschließlich  erfolgt,  soweit  dies
angängig,  an  Ort  und  Stelle;  die  Vollstreckung  einer  Freiheitsstrafe  von  längerer  Dauer  erfolgt  in  der
Heimath  und  ist  vom  Gerichtsherrn  —  §  180  Militär-Strasgerichtsordnung  —  in  sinngemäßer  Anwendung
der  für  die  Angehörigen  Meiner  Armee  bestehenden  Vorschriften  zu  veraulassen.

8  26.

Die  Geschäfte  des  General-Auditoriats  und  des  General-Auditeurs  werden  von  dem  General-Anditoriat

  und  dem  General-Auditeur  der  Armee  und  Marine  wahrgenommen.
§  27.

Die  ergangenen  kriegs  und  standgerichtlichen  Erkenntnisse  sind  nach  Erledigung  der  Sache  mit
den  Akten  von  dem  Gerichtsherrn  dem  General-Auditoriat  zur  Prüfung  vorzulegen.

Urkundlich  unter  Unserer  Höchsteigenhändigen  Unterschrift  und  beigedrucktem  Kaiserlichen  Insiegel.

Gegeben  Merok  an  Bord  Meiner  Jacht  „Hohenzollern“,  den  26.  Juli  1896.

(L.  S.)  Wilhelm  I.  k.
Fürst  zu  Hohenlohe.
        <pb n="596" />
        —  520  —

Ich  bestimme  auf  den  Mir  erstatteten  Bericht  Folgendes:

Die  Bestimmungen  über  die  Beschwerdeführung  der  Personen  des  Soldatenstandes  des  Heeres
vom  Feldwebel  abwärts  —  Allerhöchste  Ordre  vom  14.  Juni  1894  —  sowie  die  Bestimmungen  über  die
Beschwerdeführung  der  Offiziere,  Sanitätsoffiziere  und  Beamten  des  Heeres  —  Allerhöchste  Ordre  vom
30.  März  1895  —  haben  bei  den  afrikanischen  Schutztruppen  sinngemäße  Anwendung  zu  finden.  Auch
will  Ich  Sie  ermächtigen,  die  hierbei  durch  die  afrikanischen  Verhältnisse  gebotenen  Abweichungen  zu
bestimmen  und  etwa  nothwendig  werdende  Erläuterungen  zu  geben.

Wilhelmshöhe,  den  1.  August  1896.

(L.  S.)  Wilhelm  J.  R.

Fürst  zu  Hohenlohe.
An  den  Reichskanzler.

Verordnung,  betreffend  die  Nechtsverhältnisse  der  Landesbeamten  in  den
deutschen  Schutzgebieten.

Wir  Wilhelm,  von  Gottes  Gnaden  Deutscher  Kaiser,  König  von  Preußen  k##c.  verordnen
im  Namen  des  Reichs  für  die  Schutzgebiete,  was  folgt:

Artikel  1.

Das  Gesetz,  betreffend  die  Rechtsverhältnisse  der  Reichsbeamten,  vom  31.  März  1873  (N.  G.  Bl.
S.  61),  nebst  dem  dasselbe  abändernden  Gesetze  vom  21.  April  1886  (N.  G.  Bl.  S.  80)  sowie  das  Gesetz,
betrefsend  die  Fürsorge  für  die  Wittwen  und  Waisen  der  Reichsbeamten  der  Civilverwaltung,  vom
20.  April  1881  (R.  G.  Bl.  S.  85),  nebst  dem  Abänderungsgesetz  vom  5.  März  1888  (R.  G.  Bl.  S.  65),
und  das  Geseßz,  betreffend  die  Zurückbeförderung  der  Hinterbliebenen  im  Ausland  angestellter  Reichsbeamter
und  Personen  des  Soldatenstandes,  vom  1.  April  1888  (R.  G.  Bl.  S.  131)  finden,  soweit  nicht  in  den
nachfolgenden  Artikeln  ein  Anderes  bestimmt  ist,  auf  die  Rechtsverhältnisse  der  Beamten,  welche  ihr  Diensteinkommen
  aus  den  Fonds  eines  Schutzgebietes  beziehen,  mit  der  Maßgabe  entsprechende  Anwendung,  daß,
wo  in  jenen  Gesetzen  von  dem  Reich,  dem  Reichsdienst,  den  Reichsfonds  oder  anderen  Einrichtungen  des
Reichs  die  Rede  ist,  das  betreffende  Schutzgebiet  und  dessen  entsprechende  Einrichtungen  zu  verstehen  sind.

Artikel  2.

Im  Falle  des  §  66  Absatz  1  des  Gesetzes  vom  31.  März  1873  erfolgt  die  Entscheidung  über

die  Versetzung  eines  Beamten  in  den  Ruhestand  durch  den  Kaiser.
Artikel  3.

Die  Befugnisse,  welche  nach  den  im  Artikel  1  bezeichneten  Gesetzen  der  obersten  Reichsbehörde
ksiehen,  werden,  soweit  nicht  durch  diese  Verordnung  ein  Anderes  bestimmt  ist,  durch  den  Reichskanzler
ausgeübt.

Ingleichen  erfolgen  die  in  §  5  Absatz  1,  §§  18,  39,  52  und  §  68  Absaß  2  des  Gesetzes  vom
31.  März  1873  sowie  in  §  1  des  Gesetzes  vom  31.  Mai  1887  vorgesehenen  Bestimmungen  und  Entscheidungen
  ausschließlich  durch  den  Reichskanzler.

Die  nach  §  66  Absatz  2  des  Gesetzes  vom  31.  März  1873  von  dem  Reichskanzler  zu  treffende
Entscheidung  ist  endgültig.

Artikel  4.

Die  Gonverneurc  und  Landeshauptleute  sowie  in  Deutsch-Ostafrika  der  Abtheilungschef  für  die
Finanzverwaltung  und  der  Oberrichter  erhalten  eine  Kaiserliche  Bestallung.  Die  übrigen  Beamten  werden
im  Namen  des  Kaisers  durch  den  Reichskanzler  angestellt,  welcher  diese  Befugniß,  soweit  es  sich  um  mittlere
und  untere  Beamte  handelt,  den  Gouverneuren  oder  Landeshauptleuten  übertragen  kann.

Artikel  5.

Die  Vorschriften  über  den  Urlaub  der  Beamten  und  deren  Stellvertretung,  über  die  Tagegelder
und  Umzugskosten,  sowic  über  die  Verpflichtung  zur  Theilnahme  an  den  Kasino=  und  Messe=  Einrichtungen
werden  vom  Reichskanzler  erlassen.  Der  Reichskanzler  bestimmt  auch,  inwieweit  bei  längerem  Urlaub,  in
Krankheits=  und  sonstigen  Abwesenheitsfällen  das  Gehalt  ganz  oder  zum  Theil  einzubehalten  ist.

Artikel  6.

Die  in  den  Schutzgebieten  zugebrachte  Dienstzeit  wird  bei  der  Pensionirung  doppelt  in  Anrechnung
gebracht,  sofern  sie  mindestens  ein  Jahr  gedauert  hat.  Für  die  von  dem  Beamten  erworbenen  Pensionsund
  Reliktenansprüche  bleibt  das  Schutzgebiet  nur  insoweit  verpflichtet,  als  dem  Beamten  nicht  aus  Reichs-,
Staats=  oder  Kommunalfonds  ein  Diensteinkommen  oder  Pensions=  und  Reliktenansprüche  in  gleichem  oder
höherem  Betrage  zustehen.
        <pb n="597" />
        —  521  —

Ein  Beamter,  welcher  nicht  mehr  zum  Tropendienst  fähig  ist,  geht  der  im  Dienst  des  Schutzgebietes
  erworbenen  Pensions=  und  Reliktenansprüche  verlustig,  sofern  er  die  Uebernahme  einer  Stelle  im
Reichs-,  Staats=  oder  Kommunaldienst  ablehnt,  deren  Diensteinkommen  das  im  Schutggebiet  zuständige
persönliche  pensionsberechtigende  Gehalt  erreicht  oder  übersteigt.  Das  Gleiche  gilt,  sofern  er  das  Anerbieten,
ihn  unter  Wahrung  seines  früheren  Ranges  und  Dienstalters  in  den  Reichs-,  Staats=  oder  Kommunaldienst
wieder  aufzunehmen,  ablehnt.

Artikel  7.

Der  Reichskanzler  bestimmt,  inwieweit  einem  in  den  Ruhestand  oder  in  den  einstweiligen  Ruhestand
  versetzten  Beamten  die  Kosten  des  Umzugs  nach  dem  innerhalb  des  Reichs  von  demselben  gewählten
Wohnorte  zu  gewähren  sind.

Artikel  8.

Die  §§  80  bis  83  des  Gesetzes  vom  31.  März  1873  finden  auf  die  Beamten  mit  folgenden
Maßgaben  Anwendung:  „  *#

1.  Die  Befugniß  in  Gemäßheit  des  §  81  Nr.  1  a.  a.  O.,  Geldstrafen  bis  zum  höchsten  zulässigen
Betrage  zu  verhängen,  steht  auch  den  Gouverneuren  und  Landeshauptleuten  gegenüber  den  ihnen  unterstellten
  Beamten  zu.  .

2.  Den  Bezirksamtmännern  sowie  in  Ostafrika  dem  Chef  der  Finanzverwaltung  und  dem  Zolldirektor
  steht  die  Befugniß  zu,  Geldstrafen  bis  zum  Betrage  von  30  Mark  gegen  die  ihnen  unterstellten
Beamten  zu  verhängen.  4  4

3.  Gegen  richterliche  Beamte  können  Ordnungsstrafen  nur  vom  Reichskanzler  verhängt  werden.

Artikel  9.

Die  in  8  85  Absatz  2  des  Gesetzes  vom  31.  März  1873  bezeichneten  vorläufigen  Maßregeln
können  von  den  im  vorhergehenden  Artikel  unter  Nr.  1  und  2  genannten  Beamten  getroffen  werden.

Die  §§  86  bis  93  und  120  bis  123  desselben  Gesetzes  bleiben  außer  Anwendung  *r*!„-Die

  entscheidenden  Disziplinarbehörden,  welche  je  nach  Bedürfniß  zusammentreten,  sind  in  erster
Instanz  die  Disziplinarkammer  für  die  Schutzgebiete,  in  zweiter  Instanz  der  Disziplinarhof  für  die  Schutzgebiete,
  beide  mit  dem  Sitz  in  Berlin.  ,·.  .  «

Die  Disziplinarkammer  entscheidet  in  der  Besetzung  von  fünf,  der  Disziplinarhof  in  der  Besetzung
von  sieben  Mitgliedern.  Bei  ersterer  müssen  der  Vorsitzende  und  wenigstens  zwei  Beisitzer,  bei  letzterem
der  Vorsitzende  und  wenigstens  drei  Beisitzer  in  richterlicher  Stellung  in  einem  Bundesstaate  sein.

Die  Mitglieder  der  Disziplinarkammer  und  des  Disziplinarhofes  werden  für  die  Dauer  der  zur
Zeit  ihrer  Ernennung  von  ihnen  bekleideten  Reichs=  oder  Staatsämter  vom  Kaiser  ernannt,  sie  werden  für
die  Erfüllung  der  Obliegenheiten  ihres  Amtes  verpflichtet.  In  gleicher  Weise  werden  für  die  Disziplinarkammer
  zwei  und  für  den  Disziplinarhof  vier  stellveriretende  Mitglieder  ernannt.

Die  Geschäftsordnung  bei  den  Disziplinarbehörden  wird  durch  ein  Regulativ  bestimmt,  welches
der  Disziplinarhof  zu  entwerfen  und  dem  Reichskanzler  zur  Bestätigung  einzureichen  hat.

Artikel  10.

Die  im  §  127,  §  128  Absatz  2,  §  131  des  Gesetzes  vom  31.  März  1873  der  obersten  Reichsbehörde
  übertragenen  Befugnisse  werden  gegenüber  den  Beamten,  welche  eine  Kaiserliche  Bestallung  erhalten
haben,  vom  Reichskanzler,  gegenüber  den  Beczirksrichtern  in  Ostafrika  vom  Oberrichter,  gegenüber  den
übrigen  Beamten  vom  Gouverneur  oder  Landeshauptmann  ausgeübt.  Gegen  die  Entscheidung  des  Gouverneurs,
  Landeshauptmanns  oder  Oberrichters  findet  Beschwerde  an  den  Reichskanzler  statt.  Die  Beschwerde
hat  keine  ausschiebende  Wirkung.

Artikel  11.

Diejenigen  Beamten,  welche  eine  Katserliche  Bestallung  erhalten  haben,  können  durch  Kaiserliche
Verfügung,  die  übrigen  Beamten,  welche  eine  in  den  Besoldungs-Etats  aufgeführte  Stelle  bekleiden,  durch
Verfügung  des  Reichskanzlers  jederzeit  mit  Gewährung  des  gesetzlichen  Wartegeldes  in  den  einstweiligen
Ruhestand  versetzt  werden.  %  ·

Im  Falle  des  §  37  Satz  2  des  Gesetzes  vom  31.  März  1873  kann  eine  Pension  auch  auf
bestimmte  Zeit  bewilligt  werden.

Artikel  12.

Die  Verordnungen  vom  3.  August  1888,  betreffend  die  Rechtsverhältnisse  der  Landesbeamten  in
den  Schutzgebieten  von  Kamerun  und  Togo,  und  vom  22.  April  1894,  betreffend  die  Rechtsverhältnisse
der  Landesbeamten  in  Deutsch-Ostafrika,  treten  außer  Kraft.

Urkundlich  unter  Unserer  Höchsteigenhändigen  Unterschrift  und  beigedrucktem  Kaiserlichen  Insiegel.

Gegeben  Wilhelmshöhe,  den  9.  August  1896.

(L.  S.)  Wilhelm  I.  HK.
Fürst  zu  Hohenlohe.
        <pb n="598" />
        —  522  —

Bekanntmachung  wegen  Nedaktion  des  Gesetzes,  betreffend  die  Kaiserlichen
Schutztruppen  in  den  afrikanischen  Schutzgebieten  und  die  Wehrpflicht  daselbst.
Vom  18.  Juli  1896.

Auf  Grund  des  Artikels  VII  des  Gesetzes  vom  7.  Juli  1896  (Reichs-Gesetzbl.  S.  187)  wird
der  Text  des  Gesetzes,  betreffend  die  Kaiserlichen  Schutztruppen  in  den  afrikanischen  Schutzgebicten  und
die  Wehrpflicht  daselbst,  nachstehend  bekannt  gemacht.

Alt-Aussee,  den  18.  Juli  1896.

Der  Reichskanzler.
(LI.  S.)  Fürst  zu  Hohenlohe.

Geset,

betressend
die  Kaiserlichen  Schutztruppen  in  den  afrikanischen  Schutzgebieten  und  die  Wehryflicht  daselbst.
*  1.
Zur  Aufrechterhaltung  der  öffentlichen  Ordnung  und  Sicherheit  in  den  afrikanischen  Schutzgebieten,
  insbesondere  zur  Bekämpfung  des  Sklavenhandels,  werden  Schutztruppen  verwendet,  deren  oberster
Kriegsherr  der  Kaiser  ist.

I.  Bildung,  Ergänzung  und  Rechtsverkälknisse.

Die  Schutztruppen  werden  gebildet:

a)  aus  Offizieren,  Ingenieuren  des  Soldatenstandes,  Sanitätsoffizieren,  Beamten  und  Unteroffizieren
  des  Reichshceres  und  der  Kaiserlichen  Marine,  welche  auf  Grund  freiwilliger  Meldung
den  Schutztruppen  zeitweise  zugetheilt  werden,

b)  aus  angeworbenen  Farbigen.

83.
Dic  den  Schutztruppen  zugetheilten  deutschen  Militärpersonen  und  Beamten  scheiden  aus  dem
Heere,  und  soweit  sie  der  Kaiserlichen  Marine  angehören,  aus  dieser  aus,  jedoch  bleibt  ihnen  der  Rücktritt,
bei  Wahrung  ihres  Dienstalters,  unter  der  Voraussetzung  ihrer  Tanglichkeit,  vorbehalten.  Die  den  Schutztruppen
  zugetheilten  Beamten  gelten  als  Militärbeamte.

84.
Hinsichtlich  des  strafgerichtlichen  Verfahrens  gegen  die  den  Schutztruppen  zugetheilten  Militär-=personen
  finden  die  Vorschriften  der  Militär-Strafgerichtsordnung  Anwendung,  vorbehaltlich  der  durch  die
besonderen  Verhältnisse  gebotenen  Abweichungen,  welche  durch  Kaiserliche  Verordnung  bestimmt  werden.

II.  Dersorgung.
5.

In  Betreff  der  Versorgungsansprüche  der  den  Schutztruppen  zugetheilten  Militärpersonen  und
ihrer  Angehörigen  finden,  soweit  sie  dem  Heere  angehörten,  die  Bestimmungen,  welche  für  die  aus  den
Etats  für  die  Verwaltung  des  Reichsheeres  besoldeten  Militärpersonen  gelten,  und  soweit  sie  der  Kaiserlichen
  Marine  angehörten,  die  Bestimmungen  für  die  aus  dem  Marine-Etat  besoldeten  Militärpersonen  mit
den  nachstehenden  Maßgaben  Anwendung.

86.

Als  Dienstbeschädigung  ist  außer  den  in  den  8§  3,  51  und  59  des  Reichs-Militärpensionsgesetzes
vom  27.  Juni  1871  erwähnten  Beschädigungen  auch  die  auf  die  klimatischen  Einflüsse  während  der
Zugehörigkeit  zur  Schutztruppe  zurückführende  bleibende  Störung  der  Gesundheit  anzusehen.

Die  Entscheidung  darüber,  ob  eine  mit  dem  Dienst  in  den  Schustruppen  in  ursächlichem  Zusammenhange
  stehende  Dienstbeschädigung  vorliegt,  erfolgt  für  diejenigen  Personen  des  Soldatenstandes,  welche  in
das  Heer  zurückgetreten  sind,  durch  die  oberste  Militärverwaltungsbehörde  des  Kontingents  und  für  die
in  die  Kaiserliche  Marine  Zurückgetretenen  durch  den  Reichskanzler  (Neichs-Marine-Amt).
        <pb n="599" />
        —  523  —

87.

Bei  Bemessung  der  Höhe  der  Pension  bleiben  die  Bezüge  in  den  Schutztruppen  außer  Betracht.
Hinsichtlich  der  Offiziere,  Ingenieure  des  Soldatenstandes,  Deckoffiziere,  Sanitätsoffiziere  und  oberen
Beamten  werden  als  pensionsfähiges  Diensteinkommen  die  Gebührnisse  zu  Grunde  gelegt,  welche  ihnen  nach
ihrem  Dienstalter  und  ihrer  Charge,  bei  Fortselung  ihres  Dienstverhältnisses  in  der  Heimath,  zugestanden
hätten.  Soweit  sie  in  ihrer  früheren  Stellung  ein  Diensteinkommen  nicht  gehabt  haben,  wird  der  der
Berechnung  der  Pension  zu  Grunde  zu  legende  Betrag  vom  Reichskanzler  bestimmt.

Als  pensionsfähiges  Diensteinkommen  gilt:

für  den  Oberbüchsenmacher  der  Betrag  odononN  .  2200  Mark,

für  Feldwebel  der  Betrag  von..  2000
für  Büchsenmacher,  Sergeanten,  Unteroffiziere  und  Lazarethgehülfen
der  Betrag  von  ...........  -
und
für  das  sonstige  Personal  der  Schutztruppe  der  Betrag  von.  .1200

jährlich.
88B.

Die  Bemessung  der  Pension  der  Personen  des  Soldatenstandes  der  Unterklassen  erfolgt  unbeschadet
ihres  Anspruchs  auf  Pensionserhöhung  und  den  Civilversorgungsschein  nach  den  Bestimmungen  des  Reichsbeamtengesetzes,
  sofern  es  für  sie  günstiger  ist.

§  9.

Jeder  Offizier,  Ingenieur  des  Soldatenstandes,  Deckoffizier,  Sanitätsoffizier  oder  obere  Beamte,
welcher  nachweislich  durch  den  Dienst  in  der  Schutztruppe  invalide  und  zur  Fortsetzung  des  aktiven
Militär=  oder  Seedienstes  unfähig  geworden  ist,  erhält  an  Stelle  der  im  §  12  des  Gesetzes  vom
27.  Juni  1871  vorgesehenen  Pensionserhöhung  eine  Erhöhung  der  Pension,  welche  beträgt:

a)  1020  Mark  jährlich,  wenn  die  Pensionirung  aus  der  Charge  eines  Deckoffiziers  beziehungsweise
eines  Lieutenants  oder  Hauptmanns  (Kapitänlientenants)  II.  Klasse  oder,  bei  oberen  Beamten,
aus  einem  pensionsfähigen  Diensteinkommen  von  weniger  als  3600  Mark  erfolgt,

750  Mark  jährlich,  wenn  die  Pensionirung  aus  einer  anderen  militärischen  Charge  (§  7)  oder
bei  oberen.  Beamten,  aus  einem  pensionsfähigen  Diensteinkommen  von  3600  Mark  und  darüber
erfolgt.

Militärpersonen  der  Unterklassen,  welche  in  der  vorbezeichneten  Weise  ganz  invalide  geworden  sind,
erbalten  u  Stelle  der  im  §  71  a.  a.  O.  vorgesehenen  Zulage  eine  Pensionserhöhung  von  jährlich
300  Mark.

Für  diejenigen,  welche  der  Schuttruppe  ohne  Unterbrechung  länger  als  drei  Jahre  angehört
haben,  findet  für  jedes  weitere  volle  Dienstjahr  eine  Steigerung  der  Pensionserhöhung  um  ein  Sechstel
bis  zur  Erreichung  des  Doppelbetrages  statt.

b

8  10.

Bei  denjenigen  aus  dem  Dienst  der  Kaiserlichen  Schutztruppen  scheidenden  Personen,  welche  denselben
  ununterbrochen  mindestens  zwölf  volle  Jahre  angehört  haben,  ist  eingetretene  Dienstunfähigkeit  nicht
Vorbedingung  des  Anspruchs  auf  Pension.

Für  den  Anspruch  auf  die  Pensionserhöhungen  (§  9)  ist  jedoch  der  Nachweis  der  Invalidität
erforderlich.

11.

Die  Zeit  der  Verwendung  in  Afrika  wird  bei  der  Pensionirung  doppelt  in  Anrechnung  gebracht,
sofern  sie  mindestens  sechs  Monate  ohne  Unterbrechung  gedauert  hat.  Seereisen  außerhalb  der  Ost=  und
Nordsee  rechnen  hierbei  der  Verwendung  in  Afrika  gleich.

Ausgenommen  von  dieser  Doppelrechnung  ist  die  in  solche  Jahre  fallende  Dienstzeit,  welche  bereits
als  Kriegsjahr  zu  erhöhtem  Ansatz  kommt.

Die  Doppelrechnung  der  Dienstjahre  in  der  Schutztruppe  hat  auch  für  diejenigen  Militärpersonen
stattzufinden,  welche  ohne  Pension  aus  der  Schutztruppe  in  ihr  früheres  Dienstverhältniß  zurücktreten  und
demnächst  aus  diesem  letzteren  Dienstverhältniß  pensionirt  werden.

12.
Versorgungsansprüche  wegen  einer  in  der  Schutztruppe  erlittenen  inneren  Dienstbeschädigung
können  ng  innerhalb  sechs  Jahren  nach  dem  Ausscheiden  aus  der  Schutztruppe  geltend  gemacht  werden.

ei  Verwundungen,  äußeren  Dienstbeschädigungen  und  der  kontagiösen  Augenkrankheit  ist  die
Geltendmachung  von  Versorgungsausprüchen  ohne  Zeitbeschränkung  zulässig.
        <pb n="600" />
        —.  524  —

Versorgungsansprüche,  die  nicht  wegen  Dienstbeschädigung  erhoben  werden,  sind  nur  insoweit

zulässig,  als  sie  bis  zum  Ausscheiden  aus  der  Schutztruppe  erhoben  sind.
8  13.

Scheiden  Personen  des  Soldatenstandes  aus  der  Schutztruppe  mit  Pension  aus,  so  beginnt  die
Zahlung  der  letzteren  mit  dem  Ablauf  des  Vierteljahres,  welches  auf  den  Monat  folgt,  in  welchem  das
Ausscheiden  stattgefunden  hat.  Bis  zum  Beginn  der  Pensionszahlung  wird  dem  Pensionär  das  bisherige
Gehalt  belassen.

8  14.

Werden  Militärpersonen  nach  dem  Ausscheiden  aus  der  Schutztruppe  wegen  einer  mit  dem  Dienst
in  letzterer  in  ursächlichem  Zusammenhange  stehenden  Dienstbeschädigung  pensionirt,  nachdem  sie  in  den
Dienst  des  Heeres  oder  der  Kaiserlichen  Marine  wieder  übernommen  waren,  so  fällt  die  gesammte  von
ihnen  erdiente  Pension  dem  Pensionsfonds  des  Reichsheeres  bezw.  der  Kaiserlichen  Marine  zur  Last.

*  15.

Hinterläßt  eine  der  Schutztruppe  angehörige  Person  des  Soldatenstandes  eine  Wittwe  oder  eheliche
Nachkommenschaft,  so  gebührt  den  Hinterbliebenen  für  das  auf  den  Sterbemonat  folgende  Vierteljahr  noch
das  volle  Gehalt  des  Verstorbenen.

8  16.

Die  in  den  88  41  ff.,  8  56  und  88  94  ff.  des  Gesetzes  vom  27.  Juni  1871  vorgesehenen  Beihülfen
  stehen  den  Hinterbliebenen  auch  dann  zu,  wenn  der  Tod  infolge  einer  militärischen  Aktion  oder
klimatischer  Einflüsse  und  vor  Ablauf  von  sechs  Jahren  nach  dem  Ausscheiden  aus  der  Schutztruppe  eingetreten
  ist.  Ist  der  Tod  infolge  einer  solchen  militärischen  Aktion  oder  klimatischer  Einflüsse  eingetreten,
so  sind  diese  als  Kriegsdienstbeschädigung  im  Sinne  des  §  14  des  Reichsgesetzes  vom  13.  Juni  1895
anzusehen.

*%  Die  Bestimmungen  dieses  Paragraphen  finden  auf  die  Angehörigen  solcher  Militärpersonen,  welche
nach  einer  militärischen  Aktion  vermißt  werden,  gleichmäßig  Anwendung,  wenn  nach  dem  Ermessen  der
obersten  Militärverwaltungsbehörde  das  Ableben  mit  hoher  Wahrscheinlichkeit  anzunehmen  ist.

§  17.
Oberste  Verwaltungs=  bezw.  Reichsbehörde  im  Sinne  der  Pensionsgesetze  ist  für  die  Schutztruppen
der  Reichskanzler  (Auswärtiges  Amt,  Kolonial-Abtheilung).

III.  Welzrpflicht.
8  18

Durch  Kaiserliche  Verordnung  wird  bestimmt,  in  welchen  Schutzgebieten  und  unter  welchen  Voraussetzungen
  wehrpflichtige  Reichsangehörige,  die  daselbst  ihren  Wohnsitz  haben,  ihrer  aktiven  Dienstpflicht  bei
den  Schutztruppen  Genige  leisten  dürfen.

19.

Die  in  den  Schutzgebieten  sich  dauernd  aufhaltenden  Personen  des  Beurlaubtenstandes  des  Heeres
und  der  Kaiserlichen  Marine  können  durch  Kaiserliche  Verordnung  in  Fällen  von  Gefahr  zu  nothwendigen
Verstärkungen  der  Schuttruppe  herangezogen  werden.  In  dringenden  Fällen  können  solche  Verstärkungen
vorläufig  durch  den  obersten  Beamten  des  Schutzgebiets  angeordnet  werden.  Jede  Einberufung  dieser  Art
ist  einer  Dienstleistung  im  Heere  oder  in  der  Kaiserlichen  Marine  gleich  zu  achten.

8  20.
Auf  Geistliche  sowie  auf  Missionare  der  in  den  Schutzgebieten  thätigen  Missionsgesellschaften
finden  die  vorstehenden  Bestimmungen  (§§  18  und  19)  keine  Anwendung.
8  21.
In  Betreff  der  Versorgungsansprüche  der  in  den  §§  18  und  19  bezeichneten  Militärpersonen
finden  die  Bestimmungen  dieses  Gesetzes  mit  folgenden  Einschränkungen  Anwendung:
1.  Die  Pensionserhöhung  des  §  9  ist  nur  bei  Invalidität  infolge  kriegerischer  Unternehmungen
zu  gewähren,
2-  die  Doppelrechnung  der  Dienstzeit  nach  Maßgabe  des  §  11  findet  nur  für  die  auf  kriege-.

  rische  Unternehmungen  entfallende  Zeit  statt.

Treten  die  in  den  §§  18  und  19  genannten  Angehörigen  der  Schutztruppen  in  ein  Kapitulationsverhältniß
  zu  diesen  über,  so  fallen  für  das  nunmehr  beginnende  Dienstverhältniß  die  vorstehend  erwähnten
Einschränkungen  fort.
        <pb n="601" />
        —  525  —

IV.  Mebergangs-  und  Schlubeskimmungen.
8  22.
Außer  den  im  8  2  lit.  a  bezeichneten  Militärpersonen  können  in  die  Schutztruppe  auch  solche
Deutsche  übernommen.  werden,  welche  der  von  dem  Reichskommissar  für  Ostafrika  angeworbenen  Truppe
angehören.  Sie  erhalten  hierdurch  die  Rechte  und  Pflichten  der  vorerwähnten  Militärpersonen.

g  23.

Für  die  in  die  Schutztruppe  übernommenen  Personen  ist  der  in  der  Truppe  des  Reichskommissars
bereits  abgeleistete  Dienst  im  Sinne  dieses  Gesetzes  demjenigen  in  der  Schutztruppe  gleich  zu  achten.

8  24.

Denjenigen  aus  dem  Heere  oder  der  Kaiserlichen  Marine  zur  Truppe  des  Reichskommissars
übergetretenen  Militärpersonen,  welche  aus  dieser  bereits  ausgeschieden  sind  oder  in  die  Kaiserliche  Schutztruppe
  nicht  übernommen  werden,  und  ihren  Hinterbliebenen  können  Versorgungsausprüche  nach  Maßgabe
der  bisherigen  Bestimmungen  über  die  Versorgung  der  Militärpersonen  des  Heeres  und  der  Kaiserlichen
Marine  und  ihrer  Hinterbliebenen  vom  Reichskanzler  zugestanden  werden.

8  26.
Die  Kaiserliche  Schutztruppe  für  Südwestafrika  besteht  auch  aus  Gemeinen  des  Reichsheeres  und
der  Kaiserlichen  Marine.  Als  pensionsfähiges  Diensteinkommen  im  Sinne  des  §  7  dieses  Gesetzes  gilt:
für  Gemeine,  welche  einschließlich  der  im  Heere  oder  in  der  Marine  abgeleisteten  Dienstzeit  länger
als  drei  Jahre  gedient  haben,  der  Betrag  von  1400  Mark,  für  die  übrigen  Gemeinen  der
Betrag  von  1200  Mark.

8  26.
An  die  Stelle  der  88  22,  23  und  24  dieses  Gesetzes  treten  für  die  Kaiserlichen  Schutztruppen
für  Südwestafrika  und  für  Kamerun  folgende  Uebergangsbestimmungen:

Für  diejenigen  Militärpersonen,  welche  aus  den  bei  der  Landeshauptmannschaft  für
Südwestafrika  oder  dem  Gouvernement  von  Kamerun  auf  Grund  von  Dienstverträgen  gebildeten
Truppen  in  die  betreffenden  Kaiserlichen  Schutztruppen  übernommen  werden,  ist  der  in  den
ersteren  bereits  abgeleistete  Dienst  im  Sinne  dieses  Gesetzes  demjenigen  in  der  Schutztruppe
gleich  zu  achten.

Denjenigen  Militärpersonen,  welche  aus  den  vorbezeichneten  Truppen  der  Landeshauptmamnschaft
  für  Südwestafrika  oder  des  Gouvernements  von  Kamerun  bereits  ausgeschieden  sind
oder  in  die  Kaiserliche  Schutztruppe  nicht  übernommen  werden,  und  ihren  Hinterbliebenen
können  Versorgungsansprüche  nach  Maßgabe  der  bisherigen  Bestimmungen  über  die  Versorgung
der  Militärpersonen  des  Heeres  und  der  Kaiserlichen  Marine  und  ihrer  Hinterbliebenen  vom
Reichskanzler  zugestanden  werden.

Vorstehende  Bestimmungen  finden  auf  die  bei  der  Landeshauptmannschaft  von  Togo  auf  Grund
von  Dienstverträgen  gebildeten  Truppen  entsprechende  Anwendung.

§  27.
Die  näheren  Vorschriften  über  die  Organisation  der  Schutztruppen  werden  vom  Reichskanzler
erlassen.

Nach  den  in  Preußen  geltenden  Bestimmungen  werden  die  gemäß  §  2  Abs.  2  des  Gesetzes  vom
4.  Mai  1870  in  Verbindung  mit  §  40  des  Cirkularerlasses  vom  11.  Dezember  1885  an  die  preußischen
Oberpräsidien  einzusendenden  Auszüge  aus  den  Personenstandsregistern  demjenigen  Standesamte  zur  Aufbewahrung
  überwiesen,  in  dessen  Bezirk  der  betreffende  Ehegatte,  die  Eltern  des  Kindes  oder  der  Verstorbene
  innerhalb  Preußens  ihren  Wohnsitz  haben  oder  zuletzt  gehabt  haben.  Ist  der  letzte  inländische
Wohnsitz  nicht  zu  ermitteln,  so  erfolgt  die  Ueberweisung  der  Urkunden  an  das  Standesamt  des  Geburtsortes
  der  betheiligten  Personen.  In  den  Fällen  endlich,  in  denen  diese  weder  einen  Wohnsitz  in  Preußen
gehabt  haben,  noch  dort  geboren  sind,  ist  der  letzte  inländische  Wohnort  ihrer  Eltern  oder,  wenn  ein  solcher
nicht  bekannt  ist,  deren  Geburtsort  für  die  Bestimmung  des  Standesamts  maßgebend.

In  Ergänzung  des  Erlasses  vom  14.  April  1890  bitte  ich,  die  auf  preußische  Staatsangehörige
sich  beziehenden  Registerauszüge  den  nach  Vorstehendem  in  Betracht  kommenden  Oberpräsidien  zu  über-
        <pb n="602" />
        —  526  —

senden  und  in  ie  Begleitschreiben  die  zur  Feststellung  der  zuständigen  Standesämter  erforderlichen  Angaben
aufzunehmen.

erlin,  den  13.  Juli  1896.
Der  Reichskanzler.
Im  Auftrage:
Hellwig.
Vorstehender  Erlaß  ist  auch  den  Gouvernements  und  Landeshauptmannschaften  in  den  Schutgebieten
  zur  Nachachtung  mitgetheilt  worden.

Verordnungen  und  Wikkheilungen  der  Behörden  in  den  Schuhgebieken.

 

Nunderlaß  an  sämmtliche  Dienststellen  in  Dar-es-Salkhm,  an  die  Bezirksämter,
das  Bezirksnebenamt  Saadani,  die  Station  Lindi,  sowie  die  Haupt=  und
Nebenzollämter.

1.  Die  Quarantäncordnung  vom  29.  November  1893  sowie  die  Verfügungen  des  zugehörigen
Runderlasses  vom  selbigen  Tage  werden  hierdurch  aufgehoben.  An  die  Stelle  der  aufgehobenen  Quarantäneordnung
  treten  die  in  der  Anlage  beifolgenden  „Vorschriften  betreffend  die  gesundheitspolizeiliche  Kontrole
der  einen  Hafen  des  deutsch-ostafrikanischen  Schutzgebietes  anlaufenden  Seeschiffe“.

2.  Bczüglich  des  in  diesen  Vorschriften  vorkommenden  Ausdruckes  „beamteter  Arzt“  wird  hervorgehoben,
  daß  hierunter  nicht  bloß  Aerzte,  welche  im  Gouvernementsdienst  angestellt  sind,  sondern  auch  solche
Aerzte  verstanden  sein  sollen,  welchen  einzelne  öffentliche  Funktionen  nur  vorübergehend  oder  ausnahmsweise
  übertragen  sind.

Sollte  ein  Arzt  für  die  gesundheitspolizeiliche  Kontrole  ausnahmsweise  nicht  zur  Verfügung  stehen,
so  hat  der  Bezirksamtmann  bezüglich  der  Vorsteher  des  Bezirksnebenamts  selbst  die  Kontrole  zu  besorgen;
in  Behinderungsfällen  darf  sich  derselbe  durch  eine  zuverlässige  Person  vertreten  lassen.  Die  von  dem
Schiffer,  Steuermann  und  Schiffsarzt  ausgefüllten  Fragebogen  sind  bei  den  Akten  des  Bezirksamtes  bezüglich
Nebenamtes  aufzubewahren.

3.  Die  Bestimmung  derjenigen  Häfen,  deren  Herkünfte  einer  gesundheitspolizeilichen  Kontrole  unterliegen
  sollen  (§  1  Nr.  2  der  Vorschriften)  erfolgt  durch  das  Kaiserliche  Gouvernement.

4.  Bei  den  Maßnahmen,  welche  für  den  Fall  der  Choleragefahr  gegen  die  Mannschaft  und  die
Reisenden  kontrolpflichtiger  Schiffe  zur  Anwendung  kommen  sollen,  ist  zu  beachten,  daß  im  Hinblick  auf  die
Dresdener  Sanitätskonvention  unter  „Beobachtung“  einec  mit  Beschränkung  der  Verkehrsfreiheit  verbundene
Kontrole,  bei  welcher  die  zu  beaufsichtigenden  Personen  in  bestimmten  Aufenthaltsstätten  untergebracht
werden,  zu  verstehen  ist,  während  die  „Ueberwachung“  eine  Kontrolec  ohne  Aufenthaltsbeschränkung  zu
bedeuten  hat.  Was  die  Ueberwachung  der  Reisenden  am  nächsten  Reiscziel  (8  7  Nr.  3,  §  8  und  §  9)
anbetrifft,  so  hat  die  benachrichtigte  Polizeibehörde  dafür  Sorge  zu  tragen,  daß  solche  Personen  des
Schiffes  sogleich  bei  ihrer  Ankunft  ärztlich  untersucht  werden.  Sind  seit  Ankunft  des  Schiffes  im  letzten
Hafen  fünf  Tage  verflossen  und  werden  die  genannten  Personen  bei  der  ärztlichen  Untersuchung  für  gesund
befunden,  so  erreicht  die  Ueberwachung  hiermit  ihren  Abschluß;  sind  jedoch  seit  der  Ankunft  des  Schiffes
im  letzten  Hafen  fünf  Tage  noch  nicht  verflossen,  so  ist  die  Ueberwachung  bis  nach  Verstreichen  dieser  Frist
fortzusetzen.  Sollte  in  Ausnahmefällen  ein  Arzt  für  die  Ueberwachung  solcher  Reisenden  nicht  zur  Verfügung
  stehen,  so  hat  sich  der  Bezirksamtmann  bezüglich  der  Vorsteher  des  Bezirksnebenamtes  selbst  durch
täglichen  Besuch  der  zu  überwachenden  Personen  von  dem  Wohlbefinden,  soweit  er  dazu  im  Stande  ist,
zu  überzeugen.

5.  Damit  das  Lootsen-,  Zoll=  und  Sanitätspersonal  ungestört  seinen  Dienstverpflichtungen  nachkommen
  kann,  sollen  gemäß  §  16  der  Vorschriften  die  in  letzterem  vorgesehenen  Verkehrsbeschränkungen  und
Desinfektionsmaßregeln  auf  dasselbe  keine  Anwendung  finden.  Voraussetzung  dieser  Ausnahmebestimmung
jedoch  ist,  daß  diese  Personen  sich  selbst  und  ihre  Effekten  ausreichend  desinfiziren.  Zu  diesem  Behufe
haben  dieselben  sofort  nach  dem  Verlassen  eines  verseuchten  oder  verdächtigen  Schiffes,  und  bevor  sie
irgendwie  mit  der  Außenwelt  in  Verbindung  treten,  ihren  ganzen  Körper  mit  grüner  Seife  abzuwaschen
und  ein  vollständiges  Bad  zu  nehmen;  die  Kleider  und  Effekten  sind  nach  §  10  oder  §  11  der  Desinfektionsanweisung
  zu  behandeln.

Alle  Schiffe,  bei  denen  auf  Grund  der  Bestimmungen  der  §§  7  bis  14  der  Vorschriften
Maßregeln  zu  ergreifen  sind,  für  deren  Ausführung  es  in  dem  Ankunftshafen  an  den  nöthigen  Einrichtungen
gebricht,  sind  nach  Dar-zes-Saläm  zu  verweisen,  woselbst  sie  auf  der  Rhede  vor  Anker  zu  gehen  haben.
        <pb n="603" />
        —  527  —

7.  Für  die  Gesundheitspässe  wird  mit  dem  heutigen  Tage  ein  neues  Muster  eingeführt.  Der
Wortlaut  der  in  denselben  vorgesehenen  Beurkundung  über  den  Gesundheitszustand  in  dem  Abgangshafen
ist  absichtlich  thunlichst  weitgefaßt,  damit  nicht  ohne  Noth  den  mit  diesseitigen  Gesundheitspässen  versehenen
Schiffen  durch  Hervorhebung  vereinzelter  Krankheitsfälle  in  den  Pässen  Verlegenheiten  im  Auslande  bereitet
werden.  Insofern  von  einzelnen  Hafenbehörden  des  Auslandes  eingehendere  Gesundheitszeugnisse  verlangt
werden,  ist  es  den  ausstellenden  Behörden  unbenommen,  den  Pässen  nach  Bedürfniß  einen  von  dem  neuen
Muster  abweichenden  Inhalt  zu  geben.

Zuständig  für  die  Ausstellung  der  Gesundheitspässe  sind  die  Polizeibehörden,  das  heißt  die  Bezirksund
  Bezirksnebenämter.  Wünscht  ein  Schiffer  einen  Gesundheitspaß  zu  erhalten,  so  hat  er  sich  dieserhalb
rechtzeitig  während  der  Büreaustunden  an  das  Bezirks=  bezüglich  Bezirksnebenamt  zu  wenden.  —  Für
die  Ausstellung  eines  Gesundheitspasses  ist  seitens  des  Schiffers  eine  Gebühr  von  6  Rupien  an  die  Bezirkskasse
  zu  erlegen.

Dar-es-Saläm,  den  15.  Juni  1896.

Der  Kalserliche  Gouverneur.
In  Vertretung.
gez.  v.  Bennigsen.

Vorschriften,  betreffend  die  gesundheitspolizeiliche  Kontrole  der  einen  Hafen
des  deutsch-ostafrikanischen  Schutzgebietes  anlanfenden  Seeschiffe.

§  1.  .
Jedes  einen  Hafen  des  deutsch-ostafrikanischen  Schutzgebietes  anlaufende  Seeschiff  unterliegt  der
gesundheitspolizeilichen  Kontrole:  »  »
1.  wenn  es  im  Abgangshafen  oder  während  der  Reise  Fälle  „von  Cholera,  Gelbfieber  oder  Pest“
an  Bord  gehabt  hat,  »  «
2.  wenn  es  aus  einem  Hafen  kommt,  gegen  dessen  Herkünfte  die  Ausübung  der  Kontrole  angeordnet
  ist.

§2.  4
Für  die  gesundheitspolizeiliche  Untersuchung  des  Schiffes  wird  von  dem  Schiffer  eine  Gebühr
von  15  Nupien  erhoben.

3.

Jedes  der  gesundheitspolizeilichen  gontrols  unterliegende  Schiff  (8  1)  muß  beim  Einlaufen  in
das  zum  Hafen  führende  Fahrwasser,  jedenfalls  aber  sobald  es  sich  dem  Hafen  auf  Sehweite  nähert,  eine
gelbe  Flagge  am  Fockmast  hissen.  Es  darf  unbeschadet  der  Annahme  eines  Lootsen  oder  eines  Schleppdampfers
  weder  mit  dem  Lande,  noch  mit  einem  anderen  Schiffe,  abgesehen  vom  Zollschiffe,  in  Verkehr
treten,  auch  die  vorbezeichnete  Flagge  nicht  einziehen,  bevor  es  durch  Verfügung  der  Hafenbehörde  zu  freiem
Verkehr  zugelassen  ist.  Dergleichen  Verkehrsbeschränkung  unterliegen  neben  der  Mannschaft  sämmtliche  an
Bord  befindlichen  Reisenden.  4

Privatpersonen  ist  der  Verkehr  mit  einem  Schiffe,  welches  die  gelbe  Flagge  führt,  untersagt.  Wer
dieses  Verbot  übertritt,  wird  als  zu  dem  kontrolpflichtigen  Schiffe  gehörig  betrachtet.

8  4.

Der  Lootse  und  die  Hafenbehörde  haben  beim  Einlaufen  eines  Schiffes  in  den  Hafen  durch  Befragung
  des  Schiffers  oder  seines  Vertreters  festzustellen,  ob  der  §  1  auf  das  Schiff  Anwendung  findet,
und  auf  die  Befolgung  der  Vorschriften  des  §  3  zu  achten.

85.

«  In  den  Fällen  des  §  1  wird  dem  Schiffer  oder  dessen  Vertreter  durch  den  Lootsen  oder  einen
Beauftragten  der  Hafenbehörde  ein  nach  Maßgabe  der  Anlage  aufgestellter  Fragebogen  behändigt.  Auf
demselben  haben  der  Schiffer,  der  Steuermann,  und  falls  ein  Arzt  die  Reise  als  Schiffsarzt  mitgemacht
haben  sollte,  bezüglich  der  unter  Nr.  10,  11  und  12  aufgestellten  Fragen  auch  der  Schifssarzt,  die  verlangte
Auskunft  alsbald  wahrheitsgemäß  und  so,  daß  sie  von  ihnen  demnächst  eidlich  bestärkt  werden  kann,  zu
ertheilen.  Der  ausgefüllte  Fragebogen  ist  von  den  genannten  Personen  zu  unterschreiben  und  nebst  den
sonstigen  zur  Beurtheilung  der  Gesundheitsverhältnisse  des  Schiffes  geeigneten  Papieren  zur  Verfügung
der  Hafenbehörde  zu  halten.

86.
Jedes  der  gesundheitspolizeilichen  Kontrole  unterliegende  Schiff  (§  1)  nebst  Insassen  wird  —
nach  Erfüllung  der  in  den  88§  3  und  5  vorgesehenen  Vorschriften  —  sobald  wie  möglich  nach  der  Ankunft,
        <pb n="604" />
        —  528  —

jedoch  nicht  während  der  Nachtzeit,  durch  einen  beamteten  Arzt  untersucht.  Von  dem  Ergebniß  hängt  in

jedem  Falle  die  weitere  Behandlung  des  Schiffes  ab.

87.

Hat  ein  Schiff  Cholera  an  Bord  oder  sad  auf  einem  Schiffe  innerhalb  der  letzten  sieben  Tage
vor  seiner  Ankunft  Cholerafälle  vorgekommen,  so  gilt  dasselbe  als  verseucht  und  unterliegt  folgenden
Bestimmungen:

1.  Die  an  Bord  befindlichen  Kranken  werden  ausgeschifft  und  in  einen  zur  Aufnahme  und  Behandlung
  geeigneten  abgesonderten  Raum  gebracht,  wobei  eine  Trennung  derjenigen  Personen,  bei  denen
Cholera  festgestellt  worden  ist,  und  der  nur  verdächtigen  Kranken  stattzufinden  hat.  Sie  verbleiben  dort
bis  zur  Genesung  oder  bis  zur  Beseitigung  des  Verdachtes.

2.  An  Bord  befindliche  Leichen  sind  unter  den  erforderlichen  Vorsichtsmaßregeln  alsbald
zu  bestatten.

3.  Die  übrigen  Personen  (Reisende  und  Mannschaft)  werden  in  Bezug  auf  ihren  Gesundheitszustand
  weiterhin  einer  Beobachtung  unterworfen,  deren  Dauer  sich  nach  dem  Gesundheitszustand  des
Schiffes  und  nach  dem  Zeitpunkte  des  letzten  Erkrankungsfalles  richtet,  keinesfalls  aber  den  Zeitraum  von
fünf  Tagen  überschreiten  darf.  Zum  Zweck  der  Beobachtung  sind  sie  entweder  am  Verlassen  des  Schiffes
zu  verhindern  oder,  soweit  nach  dem  Ermessen  der  Hafenbehörde  ihre  Ausschiffung  thunlich  und  erforderlich
ist,  am  Land  in  einem  abgesonderten  Raum  unterzubringen.  Letzteres  gilt  insbesondere  dann,  wenn  die
Mannschaften  zum  Zwecke  der  Abmusterung  das  Schiff  verlassen.

Reisende,  welche  nachweislich  mit  Cholerakranken  nicht  in  Berührung  gekommen  sind,  können  aus
der  Beobachtung  entlassen  werden,  sobald  durch  den  beamteten  Arzt  festgestellt  ist,  daß  Krankheitserscheinungen,
welche  den  Ausbruch  der  Cholera  befürchten  lassen,  bei  ihnen  nicht  vorliegen.  Jedoch  hat  in  solchen  Fällen
die  Hafenbehörde  unverzüglich  der  für  das  nächste  Reiseziel  zuständigen  Polizeibehörde  Mittheilung  über
die  bevorstehende  Ankunft  der  Reisenden  zu  machen,  damit  letztere  dort  einer  gesundheitspolizeilichen  Ueberwachung
  unterworfen  werden  können.

Findet  die  Beobachtung  der  Schiffsmannschaften  an  Bord  statt,  so  ist  das  Anlandgehen  derselben
während  der  Beobachtungszeit  nur  insoweit  zu  gestatten,  als  Gründe  des  Schiffsdienstes  es  erforderlich  machen.

Alle  nach  dem  Ermessen  des  beamteten  Arztes  als  mit  Choleraentleerungen  beschmutzt  zu
erachtende  Wäschestücke,  Bekleidungsgegenstände  des  täglichen  Gebrauches  und  sonstigen  Sachen  der  Schiffsmannschaft
  und  der  Reisenden  sind  zu  desinfiziren.  Das  Gleiche  gilt  bezüglich  derjenigen  Schiffsräumlichkeiten
  und  Theile,  welche  als  mit  Choleraentleerungen  beschmutzt  anzusehen  sind.

5.  Bilgewasser,  von  welchem  nach  Lage  der  Verhältnisse  angenommen  werden  muß,  daß  es
Cholerakeime  enthält,  ist  zu  desinfiziren  und  demnächst,  wenn  thunlich,  auszupumpen.

Der  in  einem  verseuchten  oder  verdächtigen  Hafen  eingenommene  Wasserballast  ist,  sofern  derselbe
  im  Bestimmungshafen  ausgepumpt  werden  soll,  zuvor  zu  desinfiziren;  läßt  sich  eine  Desinfektion  nicht
ausführen,  so  hat  das  Auspumpen  des  Wassers  auf  hoher  See  zu  geschehen.

7.  Das  an  Bord  befindliche  Trinkwasser  ist,  sofern  es  nicht  völlig  unverdächtig  erscheint,  nach
erfolgter  Desinfektion  auszupumpen  und  durch  gutes  Trinkwasser  zu  ersetzen.

In  allen  Fällen  ist  darauf  zu  achten,  daß  Choleraentleerungen  und  verdächtiges  Wasser  aus  dem
Schiffe  nicht  undesinfizirt  in  das  Hafenwasser  gelangen.

88.

Sind  auf  einem  Schiffe  Cholerafälle  vorgekommen,  jedoch  nicht  innerhalb  der  letzten  sieben  Tage
vor  der  Ankunft,  so  gilt  dasselbe  als  verdächtig.  Nach  erfolgter  ärztlicher  Untersuchung  (§  0)  ist  die
Mannschaft,  sofern  der  beamtete  Arzt  dies  für  nothwendig  erachtet,  hinsichtlich  ihres  Gesundheitszustandes
einer  Ueberwachung,  jedoch  nicht  länger  als  fünf  Tage,  von  der  Stunde  der  Ankunft  des  Schiffes  an
gerechnet,  zu  unterwerfen.  Das  Anlandgehen  der  Mannschaft  kann  während  der  Ueberwachungszeit  verhindert
  werden,  soweit  es  nicht  zum  Zwecke  der  Abmusterung  geschieht  oder  Gründe  des  Schiffsdienstes
entgegenstehen.  Den  Reisenden  ist  die  Fortsetzung  ihrer  Reise  zu  gestatten,  jedoch  hat,  wenn  der  beamtete
Arzt  ihre  fernere  Ueberwachung  für  nothwendig  hält,  die  Hafenbehörde  unverzüglich  der  für  das  nächste
Reiseziel  zuständigen  Polizeibehörde  Mittheilung  zu  machen  über  die  bevorstehende  Ankunft  derselben,  damit
sie  dort  der  gesundheitspolizeilichen  Ueberwachung  unterworfen  werden  können.

Begründet  das  Ergebniß  der  ärztlichen  Untersuchung  den  Verdacht,  daß  Insassen  des  Schiffes  den
Krankheitsstoff  der  Cholera  in  sich  aufgenommen  haben,  so  können  dieselben  auf  Anordnung  des  beamteten
Arztes  wie  die  Personen  eines  verseuchten  Schiffes  (8  7  Nr.  1  und  3)  behandelt  werden.

Im  Uebrigen  gelten  die  Vorschriften  des  §  7  Nr.  4  bis  7

....  §9-Hat
  ein  Schiff  weder  vor  der  Abfahrt  noch  während  der  Reise,  noch  auch  bel  der  Ankunft  einen
Cholerafall,  Todes=  oder  Krankheitsfall  an  Bord  gehabt,  so  gilt  dasselbe,  auch  wenn  es  aus  einem  Hafen
        <pb n="605" />
        —  529  —

kommt,  gegen  dessen  Herkünfte  die  Ausübung  der  Kontrole  angcordnet  worden  ist,  als  rein  und  ist,  sofern
die  ärztliche  Untersuchung  (§  6)  befriedigend  ausfällt,  sofort  zum  freien  Verkehr  zuzulassen,  nachdem
erforderlichenfalls  die  im  §  7  unter  5  bis  7  gedachten  Maßnahmen  ausgeführt  worden  sind.  Begründet
das  Ergebniß  der  ärztlichen  Untersuchung  den  Verdacht,  daß  Insassen  des  Schiffes  den  Krankheitsstoff  der
Cholera  in  sich  aufgenommen  haben,  oder  hat  die  Reise  des  Schiffes  weniger  als  fünf  Tage  gedauert,  so
können  die  Reisenden  und  die  Mannschaft  auf  Anordnung  des  beamteten  Arztes  nach  Maßgabe  der  Bestimmungen
  des  §  8  weiterhin  einer  gesundheitspolizeilichen  Ueberwachung  bis  zur  Dauer  von  fünf  Tagen,
von  dem  Tage  der  Abfahrt  des  Schiffes  an  gerechnet,  unterworfen  werden.

8  10.

Gegenüber  sehr  stark  besetzten  Schiffen,  namentlich  gegenüber  solchen,  welche  Auswanderer  oder
Rückwanderer  befördern,  sowic  gegenüber  Schiffen,  welche  besonders  ungünstige  gesundheitliche  Verhältnisse
aufweisen,  können  weitere  über  die  Grenzen  der  §§  7  bis  9  hinausgehende  Maßregeln  von  der  Hafenbehörde
  getroffen  werden.

11.

Die  Ein=  und  Durchfuhr  von  Waaren  Gebrauchsgegenständen  aus  den  in  den  bis  9
bezeichueten  Schiffen  unterliegt  nur  insoweit  einer  Beschränkung,  als  seitens  der  zuständigen  Reichs=  oder
Landesbehörden  in  Bezug  auf  Leibwäsche,  alte  und  getragene  Kleidungsstücke,  gebrauchtes  Bettzeug  sowie
Hadern  und  Lumpen  besondere  Bestimmungen  getroffen  werden.  ⅜n

Jedoch  sind  Gegenstände,  welche  nach  der  Ansicht  des  beamteten  Arztes  als  mit  Choleraentleerungen
beschmutzt  zu  erachten  sind,  vor  der  Ein=  und  Durchfuhr  zu  desinfiziren.

12.  »

Will  ein  Schiff  in  den  Fällen  der  §§  7  bis  9  sich  den  ihm  auferlegten  Maßregeln  nicht  unterwerfen,
  so  steht  ihm  frei,  wieder  in  See  zu  gehen.  Es  kann  jedoch  die  Erlaubniß  erhalten,  unter  Anwendung
  der  erforderlichen  Vorsichtsmaßregeln  (Isolirung  des  Schiffes,  der  Mannschaft  und  der  Reisenden,
Verhinderung  des  Auspumpens  des  Kielwassers  vor  erfolgter  Desinfektion,  Ersatz  des  an  Bord  befindlichen
Wasservorrathes  durch  gutes  Trinkwasser  und  dergleichen)  seine  Waaren  zu  löschen  und  die  an  Bord  befindlichen
  Reisenden,  sofern  sich  dieselben  den  von  der  Hafenbehörde  getroffenen  Anordnungen  sügen,  an
Land  zu  setzen.

13.

Hat  ein  Schiff  während  der  Fahrt  Fälle  W  Gelbfieber  an  Bord  gehabt,  so  sind  nach  erfolgter
ärztlicher  Untersuchung  (§  6)  die  etwa  noch  an  Bord  befindlichen  Gelbfieberkranken  auf  dem  Schiffe  oder
in  einem  geeigneten  Unterkunftsraum  am  Lande  abzusondern.  Die  unmittelbar  mit  Gelbfieberkranken  in
Berührung  gekommenen  oder  krankheitsverdächtigen  Personen  können,  falls  nach  Ablauf  der  letzten  Gelbfiebererkrankung
  noch  nicht  sieben  Tage  verflossen  sind,  einer  Beobachtung  mit  oder  ohne  Aufenthaltsbeschränkung
bis  zur  Dauer  von  fünf  Tagen  unterworfen  werden.  »  «»

Die  von  Gelbfieberkranken  benutzten  Gegenstände  und  diejenigen  Schiffsräumlichkeiten,  in  welchen
sich  solche  Kranken  befunden  haben,  sind  zu  desinfiziren.  »

An  Bord  befindliche  Leichen  müssen  unter  den  erforderlichen  Vorsichtsmaßregeln  alsbald  bestattet
  werden.  »  .·

Schiffe,  die  aus  einem  vom  Gelbfieber  verseuchten  Hafen  kommen,  Fälle  von  Gelbfieber  aber  nicht
au  Bord  gehabt  haben,  sind  nach  der  ärztlichen  Untersuchung  (§  6)  ohne  Weiteres  zum  freien  Verkehr
zuzulassen.

814.

Sind  auf  einem  Schiffe  während  der  Fahrt  Fälle  von  Pest  vorgekommen,  so  ist  nach  erfolgter
ärztlicher  Untersuchung  (§  6)  dem  Gouvernement  schleunigst  Anzeige  zu  erstatten.  Bis  zum  Eintresfen
bestimmter  Verhaltungsmaßregeln  seitens  des  Gouvernements  ist  das  Schiff  nebst  allen  Insassen  von  jedem
Verkehr  abzuschließen.  »

Schiffe,  die  aus  einem  von  Pest  verseuchten  Hafen  kommen,  Fälle  von  Pest  aber  nicht  an  Bord
gehabt  haben,  sind  nach  der  ärztlichen  Untersuchung  (§  6)  ohne  Weiteres  zum  freien  Verkehr  zuzulassen.

15.

Läuft  ein  Schiff,  nachdem  es  in  einem  Hafen  des  deutsch-ostafrikanischen  Schutzgebietes  der
gesundheitspolizeilichen  Kontrole  (§§  6  bis  9,  13,  14)  unterworfen  und  zum  freien  Verkehr  zugelassen
worden  ist,  demnächst  einen  weiteren  inländischen  Hafen  an,  so  unterliegt  es  in  diesem  einer  abermaligen
Kontrole  nicht,  es  sei  denn,  daß  seit  der  Ausfahrt  aus  dem  zuletzt  angelaufenen  Hafen  Fälle  von  Cholera,
Gelbfieber  oder  Pest  an  Bord  sich  ereignet  haben,  oder  daß  gegen  Herkünfte  aus  diesem  Hafen  eine  gesundheitspolizeiliche
  Kontrole  gemäß  8  1  Nr.  2  angeordnet  ist.

8  16.  .
Auf  das  Lootsen-,  Zoll=  und  Sanitätspersonal,  welches  mit  den  der  gesundheitspolizeilichen
        <pb n="606" />
        —  530  —

Kontrole  unterliegenden  Schiffen  in  Verkehr  zu  treten  hat,  finden  die  in  vorstehenden  Bestimmungen  angeordneten
  Verkehrsbeschränkungen  und  Desinfektionsmaßnahmen  keine  Anwendung.  Die  für  dieses  Personal
erforderlichen  Vorsichtsmaßregeln  werden  von  der  vorgesetzten  Behörde  bestimmt.
§  17.
Die  Entscheidung  darüber,  wo  die  in  den  §§  7  bis  14  erwähnten  Maßregeln  ausgeführt  werden,
richtct  sich  nach  den  hierüber  ergehenden  besonderen  Bestimmungen.

8  18.

Sind  nach  dem  Ergebniß  der  ärztlichen  Untersuchung  (§  6)  auf  Grund  der  Bestimmungen  in
§§  7  bis  14  Maßregeln  zu  ergreisen,  für  deren  Ausführung  es  in  dem  Ankunftshafen  an  den  nöthigen
Einrichtungen  gebricht,  so  ist  das  Schiff  an  einen  anderen  mit  den  erforderlichen  Einrichtungen  versehenen
Hafen  zu  verweisen.

19.

Strandet  ein  der  gesundheitspolizeilichen  Kontrole  unterliegendes  Schiff  (§  1)  an  der  Küste  des
deutsch-ostafrikanischen  Schutzgebietes,  so  haben  die  Strandbehörden  die  erforderlichen  Maßnahmen  im  Sinne
dieser  Verordnung  zu  treffen.  Läuft  ein  solches  Schiff  einen  Hafen  des  Schutzgebietes  als  Nothhafen  an,
so  kann  es  daselbst,  um  die  erforderliche  Hülfe  zu  erhalten,  für  die  Dauer  des  Nothfalles  nach  Hissung
der  gelben  Flagge  (§  3)  unter  Bewachung  und  unter  Beachtung  der  von  der  Hasenbehörde  angeordneten
Schutzmaßregeln  liegen  bleiben.

8  20.  «

Auf  die  Schiffe  der  Kaiserlichen  Marine  finden  die  Vorschriften  dieser  Verordnung  keine

Anwendung.

21.

Wer  den  Vorschriften  dieser  Verordnung  Selze#en,  wird,  sofern  nicht  nach  den  bestehenden
gesetzlichen  Bestimmungen  eine  höhere  Strafc  verwirkt  ist,  mit  Geldstrase  bis  zu  150  Mark  oder  mit
Haft  bestraft.  «  "

Dar-es-Saläm,  den  15.  Juni  1896.

Der  Kaiserliche  Gonverneur.
In  Vertretung:
(L.  S.)  gez.  v.  Bennigsen.

Fragebogen.

Die  nachstehenden  Fragen  sind  von  dem  Schiffer  und  dem  Steuermann  alsbald  nach  Empfang
des  Fragebogens  schriftlich  der  Wahrheit  gemäß  vollständig  zu  beantworten.  Die  Richtigkeit  der  Antworten
ist  durch  eigenhändige  Namensunterschrift  zu  versichern  und  auf  Erfordern  eidlich  zu  bestärken.  Der  ausgefüllte
  Fragebogen  ist  nebst  der  Musterrolle,  dem  Verzeichniß  der  Reisenden  und  denjenigen  Papieren,
aus  denen  hervorgeht,  an  welchen  Tagen  das  Schiff  den  Abgangshafen  verlassen  bezw.  die  unterwegs
berührten  Plätze  angelaufen  und  wieder  verlassen  hat,  zur  Verfügung  der  Behörden  zu  halten.

1.  Wie  heißt  das  Schiff?
2.  Wie  heißt  der  Schiffer  (Kapitän)?
3.  Unter  welcher  Flagge  fährt  das  Schiff?
4.  Wo  hat  das  Schiff  seine  Ladung  eingenommen?  Woraus  besteht  die  Ladung?
Enthält  sie  insbesondere  Leibwäsche,  alte  und  getragene  Kleidungsstücke,  gebrauchtes  Bettzeug,

Hadern  und  Lumpen?

.  Wann  hat  das  Schiff  den  Abgangshafen  erreichto?  Wann  hat  es  denselben  verlassen?

6.  Welche  Pläte  hat  das  Schiff  auf  seiner  Reise  berührt?  an  welchen  Tagen?
(Bezüglich  eines  jeden  einzelnen  Platzes  zu  beantworten.)

7.  Nach  welchem  Platze  ist  das  Schiff  bestimmt?

8.  Wie  groß  ist  die  Zahl  der  Mannschaft  und  der  Reisenden  an  Borda

9.  Hat  das  Schiss  unterwegs  Personen  ausgenommen?  Wo?  Wieviele?

10.  Befindet  sich  an  Bord  Jemand  krank?  An  welcher  Krankheit?  Seit  wann?

11.  Ist  während  der  Reise  an  Bord  Jemand  krank  gewesen?
An  welcher  Krankheit?  Wann  und  wie  lange?

12.  Ist  Jemand  von  der  Mannschaft  oder  den  Reisenden  während  der  Reise  gestorben?

An  welcher  Krankheito  Wann?  Befinden  sich  Leichen  an  Bord?

13.  Befinden  sich  die  Betten  und  die  Kleidungsstücke,  welche  die  verstorbenen  oder  erkrankt
»  gclvcseitcnPcrfoncnanVordbenutzthabcmnochmtfdemScl)iffe?

14.  Führt  das  Schiff  Wasserballast?  Wo  hat  es  denselben  eingenommen?

15.  Woher  stammt  das  an  Bord  befindliche  Trinkwasser?

E□
        <pb n="607" />
        —  531  —

Die  Richtigkeit  und  Vollständigkeit  vorstehender  Antworten  versichern  wir  hierdurch  und  erklären
uns  zur  eidlichen  Bestärkung  derselben  bereit.

............  ,dcn......·....189

Der  Schiffer:  Der  Steuermann:

Der  vorstehenden  Versicherung  und  Erklärung  trete  ich  bezüglich  der  auf  die  Fragen  unter
Nr.  10,  11,  12  ertheilten  Antworten  hiermit  bei.

............  ,dcn...........189

............  „Schiffsarzt.

—*“-  S—N##  2  35

für  Seeschiffe,  welche  der  gesundheitspoli  ilichen  Kontrole  beim  Anlaufen  eines

Hafens  des  deutsch-ostafrikar  ischen  Schutzgebictes  unterliegen.
I.  Allgemeines.

 

81.

Bei  Cholera  und  Gelbfieber  unterliegen  der  Desinfeltion  an  Bord  in  erster  Linie  diejenigen
Gegenstände  und  Oertlichkeiten,  welche  von  Kranken  verunreinigt  oder  benutzt  worden  sind.  Insbesondere
kommen  in  Betracht:  Wäsche  und  Kleidung,  Bettzeug,  Eßgeschirr,  Kloset,  Nachtgeschirr,  Spucknabf,  Lagerstätte
  und  Wohnräumc  des  Kranken,  die  durch  Entleerungen  desselben  an  Deck  oder  in  den  Schiffsräumen
beschmutzten  Stellen;  serner  Wischtücher,  Schwabber,  Besen  2c.,  welche  bei  der  Krankenwartung  und
Reinigung  verwandt  sind,  endlich  die  Kleider  der  um  den  Kranken  beschäftigten  Personen.

Ob  die  Desinfektion  sich  noch  auf  andere  als  die  im  §  1  aufgeführten  Sachen  und  Räumlichkeiten
zu  erstrecken  hat,  muß  von  Fall  zu  Fall  beurtheilt  werden  und  hängt  von  der  Ausdehnung,  welche  die
Krankheit  an  Bord  genommen  hat  und  von  der  Art  der  Verbreitung  des  Ansteckungsstoffes  ab.

Bei  vereinzelten  Cholera=  und  Gelbfieberfällen  auf  Schiffen,  welche  nicht  dem  Massentransport
von  Personen  dienen,  kann  man  sich  in  der  Regel  auf  die  in  §  1  aufgeführten  Sachen  und  Räumlichkeiten
  beschränken.  ·  .  »

Falls  auf  stark  besetzten  Schiffen,  namentlich  Auswandererschiffen,  die  Cholera  oder  das  Gelbfieber
unter  den  in  gemeinschaftlichen  Räumen  untergebrachten  Personen  ausgebrochen  ist,  läßt  sich  die  Verbreitung
des  Ansteckungsstoffes,  namentlich  wenn  Seekrankheiten  au  Bord  herrschen,  nicht  übersehen.  ⅞

Unter  solchen  Umständen  sind  nicht  bloß  die  Krankenräume  und  die  von  Kranken  innegehabten
Wohnräume,  sondern  die  gesammten  in  Betracht  kommenden  Wohnräume  zu  desinfiziren,  ebenso  nöthigenfalls
  nicht  nur  die  Kleider  der  Kranken  und  der  mit  ihnen  in  Berührung  gekommenen  Personen,  sondern
auch  die  Wäsche  und  Kleider  2c.  sämmtlicher  Mitreisenden  derselben  Abtheilung  oder  Klasse.  ·

Das  verschlossene  Reisegepäck,  welches  während  der  Reise  nicht  benutzt  worden  ist,  wird  dagegen
nur  in  seltenen  Fällen  der  Desinfektion  unterzogen  werden  müssen.  Die  Sachen  und  Effelten  rꝛc.,  Kabinen,
Salons  2c.  der  Reisenden  1.  und  2.  Kajüte  sind  in  der  Regel  nur  insoweit  zu  desinfiziren,  als  sie  von
Kranken  oder  deren  Angehörigen  benutzt  worden  sind.

§  3.

Die  Aborte  auf  Schiffen  sind  meist  so  eingerichtet,  daß  die  Auslecrungen  unmittelbar  ins
Wasser  gelangen.  »  .  *:½b

In  allen  Häfen,  in  denen  das  Hafenwasser  irgendwie  zu  Reinigungszwecken  und  Haushallungszwecken
  benutzt  wird,  ist  es  nöthig,  diese  Klosets  auf  verseuchten  oder  verdächtigen  Schiffen  zu  schließen
und  besondere  Eimerklosets  an-Bord  zu  verwenden,  deren  Inhalt  täglich  desinfizirt  werden  muß.

84.

Das  an  Vord  befindliche  Trinkwasser  ist  auf  Schiffen  mit  langer  Reisedauer  zu  desinfiziren,  wenn
die  während  der  Reise  vorgekommenen  Krankheitsfälle  mit  Wahrscheinlichkeit  auf  den  Genuß  desselben
zurückzuführen  sind.  Bei  Schiffen  mit  kurzer  Reisedauer  muß,  auch  wenn  keine  Erkrankungsfälle  an
Bord  vorgekommen  sind,  das  aus  einem  choleraverseuchten  Hafen  stammende  Trinkwasser  desinfizirt  werden,
sofern  nicht  etwa  zuverlässige  Nachrichten  über  die  einwandsfreie  Wasserentnahme  vorliegen.

Wr

Das  Bilgewasser  derjenigen  Schiffe,  auf  welchen  unter  dem  Heizer=  und  Maschinenpersonal  oder

unter  den  im  Zwischendeck  wohnenden  Mannschaften  und  Reisenden  Cholerafälle  während  der  Reise,  im
        <pb n="608" />
        —  532  —

Abgangs=  oder  Ankunftshafen  vorgekommen  sind,  ist  zu  desinfiziren,  sofern  angenommen  werden  muß,  daß
etwa  in  das  Bilgewasser  hineingelangte  Krankheitskeime  noch  infizirend  wirken  können.

Das  Gleiche  gilt  von  dem  Bilgewasser  hölzerner  Schiffe,  welche  längerc  Zeit  in  einem  choleraverseuchten
  Hafen  gelegen  haben  und  nach  kürzerer  als  vierzehntägiger  Reise  ankommen,  auch  wenn  keine
Krankheitssälle  an  Bord  vorgekommen  sind.

Maschinenbilgewasser  von  eisernen  Schiffen,  welche  aus  choleraverseuchten  Häfen  nach  kürzerer  als
fünftägiger  Reisedauer  ankommen,  ist  regelmäßig  zu  desinfiziren,  auch  wenn  keine  Krankheitsfälle  während
der  Reise  vorgekommen  sind.  Die  Desinfektion  der  Bilge  unter  den  Laderäumen  von  eisernen  Schiffen
kann  auf  reinen  Schiffen  in  der  Regel  unterbleiben.  Soll  sie  aber  erfolgen,  so  empfiehlt  sich  auch  bei
Schiffen  mit  kürzerer  als  fünftägiger  Reisedauer,  damit  so  lange  zu  warten,  bis  das  Schiff  leer  ist  und
die  Bilgeräume  bequem  zugänglich  geworden  sind,  damit  die  Desinfektion  dann  recht  gründlich  vorgenommen
werden  kann.

86.
Das  Ballastwasser,  welches  im  Ankunftshafen  entleert  werden  soll,  ist  vorher  zu  desinfiziren,  wenn
es  aus  einem  choleraverseuchten  oder  verdächtigen  Hafen  stammt,  einerlei,  ob  Cholerafälle  an  Bord  vorgekommen
  sind  oder  nicht.

§  7.
Hinsichtlich  solcher  Schiffe,  auf  denen  Pestfälle  vorgekommen  sind  oder  die  aus  einem  von  der
Pest  verseuchten  Hafen  eintreffen,  wird  im  einzelnen  Falle  von  der  obersten  Landesmedizinalbehörde
bestimmt,  welche  Gegenstände  und  welche  Theile  des  Schiffes  der  Desinfektion  unterliegen.

II.  Desinfektiousmittel.
88.

Als  Desinfektionsmittel  sind  zu  verwenden:

a.  Lösung  von  Karbolsäure.

Zur  Verwendung  kommt  die  sogenannte  „100  prozentige  Karbolsäure"“  des  Handels,  welche  sich  im
Seifenwasser  vollständig  löst.  Man  bereitet  sich  die  unter  b  beschriebene  Lösung  von  Kaliseise.  In
20  Theile  dieser  noch  heißen  Lösung  wird  1  Theil  Karbolsäure  unter  fortwährendem  Umrühren  gegossen.

Die  Lösung  ist  lange  Zeit  haltbar  und  wirkt  schneller  desinfizirend  als  einfache  Lösung  von
Kaliseife.

Soll  reine  Karbolsäure  (einmal  oder  wiederholt  destillirte)  verwendet  werden,  welche  erheblich
theurer,  aber  nicht  wirksamer  ist  als  die  sogenannte  „100  prozentige  Karbolsäurc“,  so  ist  zur  Lösung  das
Seifenwasser  nicht  nöthig;  es  genügt  dann  einfaches  Wasser.

b.  Lösung  von  Kaliseife.

3  Theile  Kaliseise  (sogenannte  Schmierseife  oder  grüne  Seife  oder  schwarze  Seife)  werden  in

100  Theilen  heißem  Wasser  gelöst  (z.  B.  ½  kg  Seife  in  171  Wasser).
c.  Kalk  und  zwar  1.  Kalkmilch.

Zur  Herstellung  derselben  wird  1  Theil  zerkleinerter  reiner  gebrannter  Kalk,  sogenannter  Fettkalk,
mit  4  Theilen  Wasser  gemischt,  und  zwar  in  folgender  Weise:

Es  wird  von  dem  Wasser  etwa  drei  Viertel  in  das  zum  Mischen  bestimmte  Gefäß  gegossen  und
dann  der  Kalk  hineingelegt.  Nachdem  der  Kalk  das  Wasser  aufgesogen  hat  und  dabei  zu  Pulver  zerfallen
ist,  wird  er  mit  dem  übrigen  Wasser  zu  Kalkmilch  verrührt.

2.  Kalkbrühe,
welche  durch  Verdünnung  von  1  Theil  Kalkmilch  mit  9  Theilen  Wasser  frisch  bereitet  wird.

d.  Chlorkalk.
»  Der  Chlorkalk  hat  nur  dann  eine  ausreichende  desinfizirende  Wirkung,  wenn  er  frisch  bereitet  und
in  noch  wohlverschlossenen  Gefäßen  aufbewahrt  ist;  er  muß  stark  nach  Chlor  riechen.

e.  Dampfapparate.
Alfs  geeignet  können  nur  solche  Apparate  und  Einrichtungen  angesehen  werden,  welche  von  Sachverständigen

  geprüft  sind.

Besonders  bei  den  improvisirten  Einrichtungen  auf  Dampfern,  wie  man  sie  häufig  sehr  zweckmäßig
durch  Benutzung  von  Badewannen  mit  Dampfzuleitung,  Badekammern,  Tanks,  Holzbottichen,  Baljen  und
dergleichen  herstellen  kann,  ist  es  nöthig,  daß  sie  von  Sachverständigen  erst  einmal  geprüft  werden  und  daß
bei  jeder  neuen  Desinfektion  genau  dieselbe  Anordnung  in  der  Dampfzuleitung  und  Ausströmung,  derselbe
Dampfdruck  und  dieselbe  Dauer  der  Dampfeinwirkung  innegehalten  werden.
        <pb n="609" />
        —  533  —

f.  Siedehitze.
Auskochen  in  Wasser,  Salzwasser  oder  Lauge  wirkt  desinfizirend.  Die  Flüssigkeit  muß  die  Gegenstände
  vollständig  bedecken  und  mindestens  10  Minuten  lang  im  Sieden  gehalten  werden.
Unter  den  angeführten  Desinfektionsmitteln  ist  die  Auswahl  nach  Lage  der  Umstände  zu  treffen.

III.  Anwendung  der  Desiufektionsmittel  im  Einzelnen.

89.

1.  Die  Ausleerungen  der  in  Betracht  kommenden  Kranken,  insbesondere  von  Cholerakranlen
(Stuhlgang  und  Erbrochenes),  werden  in  Gefäßen  aufgefangen  und  mit  ungesähr  gleichen  Theilen
Kalkmilch  gründlich  gemischt.  Diese  Mischung  muß  mindestens  eine  Stunde  stehen  bleiben,  ehe  sie  als
unschädlich  beseitigt  werden  darf.  Zur  Desinfektion  der  flüssigen  Abgänge  kann  auch  Chlorkalk  benutzt
werden.  Von  demselben  sind  je  einem  Liter  der  Abgänge  mindestens  vier  gehäufte  Eßlöffel  voll  in  Pulverform
  hinzuzusetzen  und  gut  damit  zu  mischen.  Die  so  behandelte  Flüssigkeit  kann  bereits  nach  20  Minuten
beseitigt  werden.  Die  desinfizirten  Ausleerungen  können  in  den  Abort  oder  in  die  für  die  sonstigen
Abgänge  bestimmten  Ausgußstellen  geschüttet  werden.

Schmutzwässer  sind  in  ähnlicher  Weise  zu  desiufiziren,  und  zwar  ist  von  der  Kalkmilch  so  viel
zuzusetzen,  daß  das  Gemisch  rothes  Lackmuspapier  stark  und  dauernd  blau  färbt.  Erst  eine  Stunde  nach
Eintritt  dieser  Reaktion  darf  das  Schmutzwasser  abgelassen  werden.

2.  Hände  und  sonstige  Körpertheile  müssen  jedesmal,  wenn  sie  mit  infizirten  Dingen  (Ausleerungen
  der  Kranken,  beschmutzter  Wäsche  r2c.)  in  Berührung  gekommen  sind,  durch  gründliches  Waschen
mit  Karbolseifenlösung  desinfizirt  werden.

8  10.
Bett=  und  Leibwäsche,  sowie  Kleidungsstücke,  Teppiche  und  dergleichen  können  in  ein
Gefäß  mit  Kaliseifenlösung  oder  Karbolsäurelösung  (§  8a  und  b)  gesteckt  werden.  Die  Flüssigkeit  muß
in  den  Gefäßen  die  cingetauchten  Gegenstände  vollständig  bedecken.  In  diesen  Flüssigkeiten  bleiben  die
Gegenstände  12  Stunden.  Dann  werden  sie  mit  Wasser  gespült  und  weiter  gereinigt.  Das  dabei
ablaufende  Wasser  kann  als  unverdächtig  behandelt  werden.

8
*  11.
Wo  Dampfapparate  vorhanden  sind,  werden  Kleidungsstücke,  Wäsche,  Matratzen  und  Alles,  was
sich  zur  Dampfdesinfektion  eignet,  in  solchen  Apparaten  desinfizirt  (§  86).

8  12.

Alle  diese  zu  desinfizirenden  Gegenstände  sind  beim  Zusammenpacken  und  bevor  sie  nach  den
Desinfektionsanstalten  oder  Apparaten  geschafft  werden,  in  gut  schließenden  Gefäßen  und  Beuteln  zu  verwahren
  oder  in  Tüchern,  welche  mit  einer  Desinfektionsflüssigkeit  angefeuchtet  sind,  einzuschlagen.  Wer
solche  Wäsche  rc.  vor  der  Desinfektion  angefaßt  hat,  muß  seine  Hände  in  der  im  §  9  unter  Nr.  2  angegebenen
  Weise  desinfiziren.

*  13.

Zur  Desinfektion  von  infizirten  Schiffsräumlichkeiten,  inbesondere  des  Logis  der  Mannschaft,
der  Kajüten,  des  Zwischendecks  für  Reisende  nebst  den  in  denselben  befindlichen  Lagerstellen,  Geräthschaften
und  dergleichen  ist  Karbolsäurelösung  (F  8  a)  anzuwenden.  Die  Decke,  die  Wände  und  der  Fußboden  der
bezeichneten  Räumlichkeiten,  sowie  infizirte  Lagerstellen,  Geräthschaften  und  dergleichen  sind  zunächst  mit
Lappen,  welche  mit  Karbolsäurelösung  getränkt  sind,  gründlich  abzuwaschen.  Hierauf  sind  die  Räumlichkeiten
und  Geräthschaften  mit  einer  reichlichen  Menge  Wasser  zu  spülen  und  im  Anschluß  daran  die  Räumlichkeiten
einer  möglichst  gründlichen  Lüftung  zu  unterwerfen.  Der  Krankenraum,  insbesondere  die  durch  Ausleerungen
verunreinigten  Theile  desselben,  die  von  Kranken  benutzten  Geräthschaften  und  dergleichen  sind  bei  dieser
Desinfektion  ganz  besonders  zu  berücksichtigen.  Räumlichkeiten,  in  welchen  durch  den  nach  der  Desinfektion
mit  Karbolsäure  noch  längere  Zeit  haftenden  Karbolgeruch  erhebliche  Unannehnlichkeiten  entstehen  würden.
(Provianträume,  Kajüten,  Salons  2c.),  sind  in  folgender  Weise  zu  desinfiziren:

1.  Die  nicht  mit  Oelfarbe  gestrichenen  Flächen  der  Wände  und  Fußböden  werden  mit  der  nach
88ec  1  bereiteten  Kalkmilch  angetüncht;  dieser  Anstrich  muß  nach  drei  Stunden  wiederholt  werden.  Nach
dem  Trocknen  des  letzten  Anstriches  kann  Alles  wieder  feucht  abgescheuert  werden.

2.  Die  mit  Oelfarbe  gestrichenen  Flächen  der  Wände  und  Fußböden  werden  zwei  bis  drei  Mal
mit  heißer  Seifenlösung  (§  8b)  abgewaschen  und  später  frisch  gestrichen.

3.  Wände  und  Fußböden,  welche  mit  polirten  Hölzern,  Tapeten,  Bildern  oder  Spiegeln  bekleidet
sind,  werden  mit  frischem  Brot  in  langen  Zügen  kräftig  abgerieben.  Die  Brotkrumen  und  Brotreste  sind
zu  verbrennen.

8  14.

Holz-  und  Metalltheile  von  Möbeln  sowie  ähnliche  Gegenstände  werden  sorgfältig  und

wiederholt  mit  Lappen  abgerieben,  die  mit  Karbolsäure  oder  Kaliseifenlösung  (§  8  a  und  by  befeuchtet  sind.
        <pb n="610" />
        —  534  —

Die  gebrauchten  Lappen  sind  zu  verbrennen.  In  derselben  Weise  sind  Gegenstände  aus  Leder  zu  des—
infiziren.  Bei  Ledertapeten  kann  auch  das  im  §  13  unter  Nr.  3  angegebene  Verfahren  angewendet  werden.
Pelzwerk  wird  auf  der  Haarseite  bis  auf  die  Haarwurzel  mit  einer  der  unter  §  8  a  und  b  bezeichneten
Lösungen  durchweicht.  Nach  zwölfstündiger  Einwirkung  derselben  darf  es  ausgewaschen  und  weiter  gereinigt
werden.  Pelzbesätze  an  Kleidungsstücken  von  Tuch  werden  zuvor  abgetrennt.

Plüsch  und  ähnliche  Möbelbezüge  werden  entweder  abgetrennt  und  nach  §  10  oder  §  11
desinfizirt  oder  mit  Karbolsäurelösung  (§  8)  eingesprengt,  feucht  gebürstet  und  mehrere  Tage  hintereinander
an  Deck  ausgetrocknet,  gelüftet  und  dem  Sonnenlicht  ausgesetzt.

Gegenstände  von  geringem  Werth  (Inhalt  von  Strohsäcken  und  dergleichen)  sind  zu
verbrennen.

Ueber  Bord  dürfen  undesinfizirte  Gegenstände  nur  in  See  geworfen  werden.

15.

Die  Aborte  werden  in  folgender  Weise  desinsizirt:  Etwaiger  Inhalt  des  Klosets  ist  mit  Kalkmilch
  gründlich  zu  vermischen  und  kann  nach  einer  Stunde,  während  welcher  Zeit  der  Abort  nicht  benutzt
werden  darf,  abgelassen  werden.  Das  Aufnahmebecken  sowie  das  Abflußrohr  werden  demnächst  mit  Kalkmilch
  übergossen.  Die  Wände  des  Klosetraumes,  Sitbrett,  Fußboden  werden  mit  Karbolsäurelösung  gründlich
abgewaschen  und  nach  einer  Stunde  mit  Wasser  gründlich  abgespült.

Zur  Desinfektion  des  Klosetinhaltes  kann  auch  Chlorkalk  (§  8  a)  benutzt  werden,  indem  man
Chlorpulver  in  der  Menge  von  zwei  Prozent  der  ganzen  Mischung  nebst  so  viel  Wasser  zufügt,  daß  der
Chlorkalk  sich  löst  und  das  Ganze  gleichmäßig  durch  Umrühren  vertheilt  werden  kann.  So  behandelter
Klosetinhalt  kann  bereits  nach  20  Minuten  entleert  werden.

8  16.

Soll  sich  die  Desinfektion  auch  auf  Personen  erstrecken,  so  ist  dafür  Sorge  zu  tragen,  daß  dieselben
  ihren  ganzen  Körper  mit  grüner  Seife  abwaschen  und  ein  vollständiges  Bad  nehmen.  Kleider  und
Effekten  derselben  sind  nach  §  10  oder  §  11  zu  behandeln.

*  17.

Etwa  an  Bord  befindliche  Leichen  sind  bis  zu  der  möglichst  bald  vorzunehmenden  Bestattung
ohne  vorherige  Reinigung  in  Tücher  einzuhüllen,  welche  mit  Karbolsäurelösung  getränkt  sind  und  mit  derselben
  feucht  gehalten  werden.

8  18.

Die  Desinfektion  des  Bilgeraumes  mit  seinem  Inhalt  geschieht  durch  Kalkbrühe  (§  8c  2)  in
solgender  Weise:

1.  In  diejenigen  Theile  des  Bilgeraums,  welche  leicht  durch  Abheben  der  Garnirungen  und  der
Flurplatten  zugängig  gemacht  werden  können  (Maschinen=  und  Kesselraum,  leere  Laderäume),  ist  Kalkbrühe
an  möglichst  vielen  Stellen  dirckt  eimerweise  hineinzugießen.  Durch  Umrühren  mit  Besen  muß  die  Kalkbrühe
  kräftig  mit  dem  Bilgewasser  vermischt  und  überall,  anch  an  die  Wände  des  Bilgeraumes,  angetüncht
  werden.

2.  Ueberall  da,  wo  der  Bilgeraum  nicht  frei  zugänglich  ist,  wird  durch  die  auf  allen  Schiffen
vorhandenen  von  Deck  hinunterführenden  Pumpen  (Nothpumpen)  und  Peilrohre  so  viel  Kalkbrühe  eingegossen,
bis  sie  den  Bilgeraum,  ohne  die  Ladung  zu  berühren,  anfüllt.  Nach  12  Stunden  kann  die  Bilge  wieder
velenzt  werden.

Im  Einzelnen  wird  folgendermaßen  verfahren:

a)  Der  Wasserstand  in  den  Peilrohren  wird  gemessen.

b)  100  bis  200  1  Kalkbrühe  —  je  nach  der  Größe  des  Schiffes  bezw.  der  einzelnen  Abtheilungen
  —  werden  eingefüllt.

)  Der  Wasserstand  in  den  Peilrohren  wird  wieder  gemessen.  Zeigt  sich  jetzt  schon  ein  erhebliches
Austeigen  des  Wasserstandes,  so  ist  anzunehmen,  daß  sich  irgendwo  die  Verbindungslöcher  der  einzelnen
Abschnitte  des  Bilgeraumes  verstopft  haben,  so  daß  keine  freie  Cirkulation  des  Wassers  stattfindet.  In
solchen  Fällen  muß  wegen  der  Gefahr  des  Ueberlaufens  der  Kalkbrühe  und’  der  dadurch  bedingten
Beschädigung  der  Ladung  das  Einfüllen  unterbrochen  werden;  die  Desinfektion  des  Bilgeraumes  kann  dann
erst  bei  leerem  Schiff  stattfinden.

4)  Steigt  das  Wasser  nur  langsam,  so  ist,  während  von  Zeit  zu  Zeit  der  Wasserstand  gemessen
wird,  soviel  Kalkbrühe  einzufüllen,  als  der  Bilgeraum  ohne  Schaden  für  die  Ladung  aufnehmen  kann.
Hierbei  müssen  die  Schiffszeichnungen  und  die  Angaben  des  Schiffers  berücksichtigt  werden.

Als  Anhaltspunkt  diene,  daß  bei  Holzschiffen  40  bis  601  Kalkbrühe  auf  1  m  Schiffslänge
erforderlich  sind,  bei  eisernen  Schiffen  60  bis  120  1  auf  1  m  Schiffslänge;  bei  Schiffen  mit  Doppelboden,
Brunnen  und  Rinnsteinen  im  Ganzen  20  bis  80  bis  100  chm.
        <pb n="611" />
        —  535  —

Auf  manchen  Schiffen  sind  Rohrleitungen  vorhanden,  welche  nicht  wie  die  Pumpen  und  Peilrohre
in  die  hintersten,  tiefsten  Theile  des  Schiffsbodens  bezw.  der  einzelnen  Abtheilungen,  sondern  in  die
vorderen,  höher  gelegenen  Theile  desselben  führen.  Diese  sind  dann  vorzugsweise  zu  benutzen,  weil  dadurch
die  Vermischung  des  Desinfektionsmittels  mit  dem  Bilgewasser  erleichtert  und  besser  gesichert  wird.  Auf
Schiffen  mit  getrennten  Abtheilungen  muß  jede  Abtheilung  für  sich  in  der  angegebenen  Weise  behandelt
  werden.

8  19.

Die  Desinfeltion  des  Ballastwassers  wird  mit  Kallmilch  G8601)  ausgefühet,  welche  in  solchen
Mengen  zuzusetzen  ist,  daß  das  Ballastwasser  2  Theile  Kalk  in  1000  Theilen  Wasser  enthält.  Die  zugesetzte
Kalkmilch  muß  innigst  mit  dem  Wasser  vermischt,  daher  während  einer  Stunde  umgerührt  werden.  Nach
einstündiger  derartiger  Einwirkung  der  Kalkmilch  kann  das  Ballastwasser  ausgepumpt  werden.

Sind  die  Tanks  im  Doppelboden  des  Schiffes,  so  wird  es  sich  in  der  Regel  empfehlen,  das
Ballastwasser  aus  diesen  Tanks  nach  und  nach  in  den  Maschinenbilgeraum  überpumpen  zu  lassen  und  hier
mit  Kalkmilch  zu  mischen.  Handelt  es  sich  um  stehende  Tanks  in  den  Laderäumen,  so  kann  man  unter
Umständen  die  Kalkmilch  direkt  in  die  Tanks  hineinschütten  und  kräftig  umrühren  lassen.  Zu  diesen  Maßnahmen
  ist  in  jedem  Falle  der  technische  Beirath  des  Schiffsmaschinisten  einzuholen.

ʒ  20.

Trinkwasser  an  Bord  kann  ebenfalls  durch  Versetzen  mit  Kalkmilch  in  der  Menge,  daß  auf
1000  Theile  Wasser  2  Theile  Kalk  kommen,  bei  einstündiger  Einwirkung  desselben  desinfizirt  werden.
Unter  Umständen  kann  Trinkwasser  auch  durch  Hitze  desinfizirt  werden,  indem  man  Dampf  genügend  lange
in  die  Wassertanks  einleitet  (Klingelthermometer).  Zur  Unbrauchbarmachung  des  Wassers  lassen  sich  auch
Säuren,  z.  B.  Essigsäure,  verwenden,  was  sich  insbesondere  bei  hölzernen  Wasserfissern  empfiehlt.  Das
Wasser  muß  dann  deutlich  sauer  reagiren.

Gesundhkeitspaß.
Die  Polizeibehörde  .  .  ..  ...  bescheinigt  hiermit  auf  Ansuchen  von.  .  Kapitün
dees  Schisses,  genant  .  ...  ,  besetzt  mit  Mann  (eMinschließlich  des
Kapitäns)  und  mnit  Reisenden,  beladen  itt:  .  .  ...  ,  bestimmt,  von  hier  nach

.  ..  abzugehen,  daß  am  hiesigen  Platze  und  in  dem  zugehörigen  Hafen  gegenwärtig  keine
ungewöhnliche  ansteckende  Krankheit  epidemisch  herrscht.
..........  ,den............18«.
Die  Polizeibehörde.

 

VVVVTVYVYYVTTVYVTVYVVTVVVVDVNVVVVVVVVVVVIVVYVYVDTYTFVYVNTVVVVbVVVN9VDYYVVVVVVIWTYVVYYYVVTTY

Personalien.

Der  Kommandeur  der  Kaiserlichen  Schutztruppe  von  Kamerun  Rittmeister  a.  D.  v.  Stetten  ist
mit  der  gesetzlichen  Pension  aus  der  Schuttruppe  ausgeschieden.

Dem  Hauptmann  à  la  suite  des  2.  Scebataillons  und  stellvertretenden  Kommandeur  der  Schutztruppe
  für  Kamerun  v.  Kampß  ist  der  Rothe  Adler-Orden  1V.  Klasse  mit  Schwertern;  dem  Unterbüchsenmacher
  in  der  Schutztruppe  Zimmermann  das  Militär-Ehrenzeichen  I.  Klasse,  dem  Unteroffizier  in  der
Schutztruppe  Müller  das  Militär-Ehrenzeichen  1I.  Klasse  Allerhöchst  verliehen  worden.

Der  Sekondlieutenant  Nolte  vom  6.  Rheinischen  Infanterie-Regiment  Nr.  68  ist  behufs  Uebertritts
  zur  Schutztruppe  für  Kamerun  mit  dem  7.  August  aus  dem  Heere  ausgeschieden.

Dem  Sergeanten  Skeul  von  der  Kaiserlichen  Schutztruppe  in  Kamerun  und  den  Gemeinen
Fabissi,  Siasa,  Sia,  Thomas  und  Makoro  ist  die  Krieger-Verdienst-Medaille  2.  Klasse  Allerhöchst
verliehen  worden.

Der  Zahlmeisteraspirant  Krefeld  ist  aus  der  Kaiserlichen  Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika
ausgeschieden  und  dem  Leib-Grenadier-Regiment  König  Friedrich  Wilhelm  1II.  (Brandenburgisches)  Nr.  8
zugetheilt  worden.
        <pb n="612" />
        6536

Nichtamtlicher  Theil.

Perspnal-Zachrichken.
Deutsch-Ostafrika.
Der  Polizeithierarzt  K.  Huß  aus  Hamburg  reist
26.  d.  Mts.  von  Ncapel  nach  Dar-ces-Saläm

um  als  Gonvernementsthierarzt  in  den  Dienst
Kaiserlichen  Gouvernements  zu  treten.

am
ab,
des

Der  Buchhalter  Jansen  in  Dar-es-Saläm  ist
nach  einem  am  Montag  hier  eingetroffenen  telegraphischen
  Bericht  an  perniziöser  Malaria  gestorben.

 

Der  Sergeant  der  Kaiserlichen  Schutztruppe
Haible  ist  in  Darz#es-Saläm  Drahtmeldung  zufolge
plötzlich  verstorben.

Ramerun.

Der  für  die  Werkstätte  des  Kaiserlichen  Gonvernements
  angenommene  Maschinenbauer  O.  Naehm
ist  nach  Kamerun  abgereist.

Vogo.
Der  Zollamtsassistent  R.  Gerlach  ist  aus  Togo
zum  Urlaub  hier  eingetroffen.

Mackzrichken  aus  den  deuklschen  Schungebieten.

(Abvruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  theilweise  nur  mit  Quellenangabe  gestattet.)

Druktsch-HPlfafrika.
Verkehrswesen.

Es  ist  jüngst  in  öffentlichen  Blättern  darauf  hingewiesen
  worden,  daß  in  unserer  ostafrikanischen
Kolonie  ein  Trausport  mit  Ochsenwagen,  wie  sie  in
Südafrika  üblich  sind,  große  Vortheile  bieten  würde.
Der  Kaiserliche  Gonverneur  Dr.  v.  Wissmann
äußerte  sich  hierüber  folgendermaßen:

Zur  Beurtheilung  dieses  Vorschlages  habe  ich
mitzutheilen,  daß  ich  der  Meinung  bin,  daß  man  die
bekannten  „Treckwagen“  der  südafrikanischen  Boeren
tellenweise  in  Deutsch-Ostafrika  wohl  verwenden
können  würde,  daß  man  aber  nicht  sagen  kann,  daß
dieses  Transportmittel  in  Ostafrika  jedes  andere
ersetzen  könne.

Der  größte  Theil  Deutsch-Ostafrikas  ist  mit  mehr
oder  weniger  dichter  Baum-,  Busch=  oder  Waldsavanne
  bestanden  und  zwar  meist  in  einer  Dichtigleit,
  wie  dies  in  den  südlich  des  Sambesi  gelegenen
Theilen  nicht  der  Fall  ist.  Man  würde  z.  B.  in
dem  ganzen  südlichen  Theile  unseres  Gebietes  unmöglich
  mit  Ochsenwagen  sich  bewegen  können  wegen
der  Dichtigkeit  der  Bewachsung.  Nichtsdestoweniger
bin  ich  durchaus  nicht  dagegen,  daß  man  hier  und
da  Versuche  anstellt.  So  würde  z.  B.  die  Reise  nach
dem  Kilimandjaro  und  in  den  ganzen  weiten  Steppengebicten
  der  Massailänder  wegen  des  offenen  Geländes,
  und  auch  nicht  weniger  wegen  des  großen
Wassermangels  ein  Verkehr  mit  Ochsenwagen  fraglos
durchführbar  sein.  Diese  Steppen  haben  ja  bisher
Hunderttausende  von  Rindern  der  Massai  ernährt.
Der,  wie  man  in  Südafrika  sagt,  „gesalzene“,  d.  h.
vollständig  eingesahrene,  Ochse  kann  für  lange  Zeit

 

Wasser  entbehren  und  würde  auch  mit  der  Weide
dieser  Steppen  vorlieb  nehmen.

Dann  glaube  ich,  daß  man  in  den  größten  Theilen
Ugogos  Ochsenwagen  verwenden  könnte,  sogar  in  den
größten  Theilen  Unyamwesis  und  sogar,  ich  möchte
sagen  bis  zum  Tanganyikasee  hinüber.

Leider  hat  man,  von  welchem  Theil  der  Küste
man  auch  ins  Innere  abreisen  würde,  zunächst  einen
breiten  Gürtel  dicht  bestandener  Savanne,  ja  zum
Theil  fast  undurchdringlich  dichten  Buschwaldes  zu
überwinden,  der  mich  davon  abgehalten  hat,  schon
längst  den  Versuch  mit  Ochsenwagen  auf  der  großen
Karawanenstraße  Mpapna  —Tabora  —  Udjidji#zu
machen.

Speziell  der  dichte  Buschwald,  von  dem  ich
sprach,  hat  eine  ungefähre  Breite  von  60  km.  Und
einen  solchen  Weg  für  Ochsenwagen  freizuschlagen,
ist  kein  billiges  Unternehmen.  Ich  wäre  sehr  damit
einverstanden,  wenn  Jemand  sich  fände,  der  hier  und
da  Versuche  austellte,  ja  ich  werde  selbst  die  Frage
in  die  Hand  nehmen  und  zunächst  cinmal  vom  Endpunkte
  der  Usambara-Eisenbahn  bis  zum  Kilimandjaro
  Ochsenwagenverkehr  versuchen,  wenn,  was  ich
bezweifele,  schon  jede  Spur  der  fürchterlichen  Rindviehseuche
  verschwunden  ist.  Auch  dieses  letztere  Bedenken
  hat  mich  während  des  letzten  Jahres  von
Versuchen  mit  Ochsenwagen  abgehalten,  und  habe  ich
deshalb,  um  überhaupt  mit  derartigen  Transportmitteln
  anzufangen,  indische  Arbeitsbüffel  bestellt,  die
jedenfalls  dem  Küstenklima  mehr  gewachsen  sind  als
Rindvieh.

Es  ist  in  diesem  Falle  wie  in  allen  anderen  doch
äußerst  wunderlich  und  bezeichnend,  daß  immer  die
Regierung  solche  Versuche  anstellen  soll,  während  die
        <pb n="613" />
        Erwerbsunternehmungen  diesbezüglich  keine
Unternehmungslust  zeigen.

ch  werde  also,  wenn  ich  nach  Ostafrika  zurückkehre,
  intensiver  als  dies  bisher  geschehen  ist,  Versuche
  anstellen  mit  Büffelkarren,  mit  Ochsenwagen,
mit  Sumatraponnys  und  Maulthiergespannen  und
zwar  mit  jedem  dieser  Art  an  möglichst  geeigneter
Stelle  und  dann  späler  über  diese  Versuche  berichten.

Es  ist  wohl  bekannt,  daß  ich  Herrn  Oberstlieutenant
  v.  Trotha  für  seine  Tour  durch  die
Massaisteppen  Kameele  mitgegeben  habe.  Es  steht
ein  Bericht  über  die  Brauchbarkeit  derselben  noch
aus.  Immerhin  wird  das  Kameel  nur  ein  Lastthier
für  diese  genannten  trockenen  Steppen  bleiben  und
darf  auf  keinen  Fall  in  feuchte,  waldige  Gegenden
gebracht  werden.  Ich  werde,  was  letzteren  Fall
anbetrifft,  den  Lieutenant  v.  Bronsart  ermuntern,
sich  Zuchtkameele  kommen  zu  lassen  und  dadurch  seine
Versuche,  denen  er,  wie  es  scheint,  mit  großem  Eifer
vorsteht,  zu  erweitern.

gar

Sur  Regelung  des  Trägerwesens

besteht  die  Vorschrift,  daß  jeder  Karawanenführer  zu
seiner  Reise  ins  Innere  oder  aus  dem  Innern  einer
Erlaubniß  des  betreffenden  Bezirksamtmanns  oder
Stationschefs  bedarf.  Diese  Erlaubniß  wird  unter
Aufnahme  einer  Reiseroute,  einer  namentlichen  Auf—
zählung  der  mitgeführten  Träger  schriftlich  ausgestellt.
Auf  jeder  berührten  Innen-  oder  Küstenstation  hat
der  Karawanenführer  sich  beim  Chef  zu  melden  und
dieser  das  Vorhandensein  der  Träger  oder  den  Verbleib
  der  fehlenden  zu  kontroliren  sowie  eventuelle
Klagen  entgegenzunehmen.  Die  vom  Hauptmagazin
ausgehenden  Karawanen  werden  in  gleicher  Weise
mit  genauer  Trägerliste  abgefertigt.

Sanitäre  Einrichtungen.

Das  Beerdigungswesen  ist  in  allen  Bezirksämtern
nicht  nur  für  die  Europäer,  sondern  auch  für  die
Araber-,  Inder=  und  Eingeborenenbevölkerung  einheitlich
  geregelt.  Beerdigungen  innerhalb  der  Ortschaften,
  die  früher  an  der  Tagesordnung  waren,
finden  nicht  mehr  statt.  Für  dic  einzelnen  Bevölkerungskategorien
  und  für  die  einzelnen  Religionsgenossenschaften
  sind,  zumeist  in  weiterer  Entfernung
von  den  Städten,  besondere  Friedhöfe  eingerichtet,
auf  denen  die  Leichen  genügend  tief  begraben  werden.
Die  Banianen  verbrennen  ihre  Leichen  und  zwar
allenthalben  an  bestimmten,  weit  außerhalb  der  Ortschaften
  gelegenen  Plätzen  am  Meeresstrand.

Gefallenes  Vieh  wird,  zumeist  unter  Aufsicht  der
Polizel,  außerhalb  der  Ortschaften  in  tiefen  Gruben
verscharrt.  Abfälle,  wie  Müll  r2c.,  müssen  allenthalben
in  Gruben  zusammengetragen  werden,  die  außerhalb
der  Ortschaften  von  der  Behörde  angelegt  und  für
besagten  Zweck  der  Bevölkerung  angewiesen  sind.

537

 

Der  Inhalt  dieser  Gruben  wird  zeitweise  verbrannt
oder  durch  Zuschütten  mit  Erde  unschädlich  gemacht.
Die  Stadt  Bagamoyo  hat  sich  aus  Kommunalmitteln
mehrere  Wagen  beschafft,  die  zweimal  täglich  durch
die  Straßen  der  Stadt  fahren  und  den  aus  den
Häusern  in  Körben  und  Kisten  herangebrachten  Müll
und  Unrath  aufnehmen,  um  ihn  nach  den  außerhalb
der  Stadt  gelegenen  Abfuhrstellen  zu  fahren.  Die
Stadt  Kilwa  steht  im  Begriff,  diesem  Beispiel  Bagamoyos
  zu  folgen.

Was  die  Entfernung  der  Fäkalien  betrifft,  so
sind  Einrichtungen  getroffen,  daß  dieselben  durch  die
Fluth  ins  Meer  gespült  werden.  Dies  verdient
entschieden  den  Vorzug  vor  den  in  den  Inder=  und
Araberhäusern  vielfach  befindlichen  Senkgruben,  welch
letere,  keineswegs  dicht  cementirt,  die  Fäkalien  in  das
umliegende  Erdreich  austreten  lassen  und  dadurch  den
Untergrund  verseuchen.  Man  hat  schon  seit  längerer  Zeit
erwogen,  diesem  Uebelstand  durch  Kanalisation  oder
auch  durch  eine  central  geleitete  Abfuhr  abzuhelfen,
leider  aber  hat  es  bisher  stets  an  den  Mitteln  dafür
gefehlt.  Kanalisation  bezw.  Tonnensystem  konnte
bisher  nur  in  den  Europäerhäusern  und  in  den
Kasernen  der  Küstengarnisonen  durchgeführt  werden.

Förderung  des  Landbaues.

Seit  mehreren  Jahren  sind  mit  der  Vertheilung
von  Saaten  hier  Versuche  gemacht,  leider  allerdings
meistens  ohne  sichtbaren  Erfolg.  So  wurden  sowohl
vom  Gouvernement  als  auch  von  der  Deutsch-Ostafrikanischen
  Gesellschaft  Mengen  von  Erdnüssen
und  Baumwollsaat  vertheilt.  Der  Grund  des  Mißlingens
  dürfte  wohl  in  der  Indolenz  und  Anspruchslosigkeit
  der  Eingeborenen  zu  suchen  sein.  In  letzter
Zeit  hat  der  nicht  weit  von  der  Ulangastation  angesessene
  Sultan  Kiwanga  das  Gouvernement  um
Kaffeesaat  gebeten.  Sobald  die  bestellte  Kaffeesaat
eingetroffen  ist,  wird  sie  zur  Vertheilung  gelangen.
Ebenso  ist  beabsichtigt,  daß  die  Versuchsplantage
Mohorro  den  dort  wohnenden  Arabern,  die  vielfach
größere  Pflanzungen  haben,  und  welche  schon  einige
Kaffeebäume  besitzen,  junge  Kaffeepflanzen  zur  Weiterzucht
  abgiebt.

Landwirthschaftliches.

In  Deutsch-Ostafrika  wird  der  Bedarf  an  Getreide
  zur  Zeit  hauptsächlich  durch  indischen  und
ungarischen  Weizen  gedeckt,  welcher  durch  Vermittelung
  des  Sansibarmarktes  zur  Einfuhr  gelangt.  Nur
vereinzelte  Landstriche  Ostafrikas  sind  zum  Anbau
von  Getreide  geeignet,  und  unter  diesen  nimmt  die
Umgegend  von  Tabora  eine  hervorragende  Stelle  ein.
Vor  einiger  Zeit  wurden  größere  Proben  von  Taboraweizen
  seitens  des  Kaiserlichen  Gouvernements  in
Dar-es-Saläm  nach  hier  gesandt  und  der  Königlichen
landwirthschaftlichen  Hochschule  in  Verlin  zur  sach-
        <pb n="614" />
        –  538

verständigen  Prüfung  übergeben.  Nach  dem  Bericht
des  Direktors  der  genannten  Hochschule,  Geheimen
Regierungsraths  Professor  Dr.  Wittmack,  ist  der
Taboraweizen  von  ausgezeichneter  Beschaffenheit  und
besitzt  namentlich  einen  hohen  Prozentsatz  —  14,47%
—  Protein.  Eine  Probe  des  Weizens  gelangte  gelegentlich
  an  die  hiesige  Börse,  woselbst  die  Getreidehändler
  demselben  großes  Lob  zollten  und  ihn  als
ähnlich  dem  ungarischen  Theißweizen  und  doch  wieder
so  mild  wie  amerikanischen  rothen  Winterweizen
bezeichneten.  Mit  dem  Mehl  des  Taboraweizens
wurden  seitens  des  Bäckermeisters  Tacke  Backversuche
angestellt,  welche  gleichfalls  ein  günstiges  Ergebniß
gehabt  haben.

Wenn  es  nun  auch  ausgeschlossen  ist,  daß  der
Taboraweizen  als  Ausfuhrprodukt  für  Ostafrika  in
Betracht  kommt,  Tabora  liegt  etwa  800  km  von
der  Küste  entfernt,  so  darf  man  doch  hoffen,  daß
der  Anbau  sich  weiter  entwickelt  und  mit  der  Zeit
der  Bedarf  an  Getreide  im  inneren  Ostafrika  durch
eigene  Erzeugnisse  gedeckt  wird.

Togv.
Stationen  im  Innern.

Im  Frühling  d.  Is.  ist  in  Sansanne  Mangu
im  Einvernehmen  mit  dem  dortigen  Oberhäuptling,
welcher  seit  Jahren  mit  Deutschland  in  vertragsmäßigen
  Beziehungen  steht,  eine  Station  durch
Premierlientenant  v.  Carnap  errichtet  worden.  Der
Oberhäuptling  hat  Grund  und  Boden  sowie  Baumaterial
  der  deutschen  Regierung  zur  Verfügung
gestellt  und  jede  Unterstützung  versprochen.  Zwischen
Sansanne  Mangu  und  dem  Surltanate  Yendi,  dessen
größter  außerhalb  der  neutralen  Zone  gelegene  Theil
schon  vor  Langem  unter  deutschen  Schuß  getreten  ist,
hat  die  Verwaltung  von  Togo  jetzt  friedliche  Beziehungen
  geschaffen.  Regelmäßiger  Botendienst  verbindet
  unter  Vermittelung  des  Sultans  von  Yendl
die  Station  Kete-Kratschi  mit  Sansanne  Mangu.
Mit  der  Leitung  der  neuen  Station  ist  Dr.  Gruner
betraut  worden,  welcher  Ende  Mai  von  der  Küste
aufgebrochen  ist  und  Mitte  Juni  sich  in  Amedschove
efand.

Marlshall-Inseln.
Reise  des  Landeshauptmanns.

Der  Kaiserliche  Landeshauptmann  Irmer  hat
im  Frühling  auf  dem  „Archer“  eine  Reise  nach  den
östlichen  Inselgruppen  ausgeführt  und  ist  am
28.  Mai  im  Schutzgebiete  wieder  eingetroffen.

 

Rus  dem  Bereiche  der  Misstonen  und
der  Antisklaverei-·  Bewegung.

Dem  Missionar  Ulrich  in  Klein-Popo,  welcher
die  Erziehung  der  vor  Jahren  vom  König  von
Dahomey  Seiner  Majestät  dem  Kaiser  geschenkten
drei  Negerknaben  geleitet  hat,  ist  der  Königliche
Kronen-Orden  4.  Klasse  verliehen  worden.  Die  drei
jetzt  herangewachsenen  Neger  sollen  im  Dienst  der
Schiffe  der  westafrikanischen  Station  Verwendung
finden.

An  Stelle  des  bisher  mit  der  Administration
der  apostolischen  Präfektur  Togo  betrauten  P.  Dier
ist  der  l’.  Hermann  Bücking  zum  avpostolischen
Präfekten  ernannt  worden.

Die  evangelische  Missionsgesellschaft  für  Ostafrika
(Berlin  III)  hat  den  Pastor  Ostwald  als  Missionar
nach  Tanga  abgeordnet.

Ueber  den  in  Ondjiva  (Ovamboland)  residirenden
  Oberhäuptling  der  Ovaku  njama,  Uejulu,  schreiben
die  „Berichte  der  Rheinischen  Mission“:  Sein  Verhältniß
  zu  den  Missionaren  gestaltet  sich  immer
freundlicher,  obwohl  dieselben  ihm  manchmal  ernst
ins  Gewissen  geredet  haben.  Oft  ist  es  ihnen  auch
bereits  gelungen,  von  ihrem  Einfluß  bei  Uejulu  zu
Gunsten  armer  bedrückter  Leute  Gebrauch  zu  machen.
Bei  der  unumschränkten  Macht,  die  ein  solcher
Ovambohäuptling  über  alle  selne  Unterthanen  besitzt,
und  bei  dem  unbedingten  Ansehen,  das  er  deshalb
bei  ihnen  genießt,  kommt  das  natürlich  der  ganzen
Stellung  der  Missionare  zum  Volk  und  damit  der
Mission  nur  zu  gute.  Uejulu  hat  offenbar  Respekt
vor  den  Lehrern.

Eines  Sonntags  war  Uejuln,  statt  zum  Gottesdienst
  zu  kommen,  auf  die  Jagd  gegangen,  hatte
aber  nichts  geschossen,  sondern  nur  mit  seinem  Pferd
Unglück  gehabt.  Als  Missionar  Wulfhorst  ihm
sagte:  „So  geht  es,  wenn  man  so  etwas  am  Sonntag
  thut“,  entgegnete  er:  „Mit  dem  Sonntag,  das
ist  wahr!  Früher  waren  wir  dumm,  da  gingen  wir
alle  Tage  auf  die  Jagd,  jetzt  aber  wissen  wir,  wann
Sonntag  ist.  Wenn  wir  am  Sonntag  auf  die  Jagd
gehen,  so  bekommen  wir  nichts.  Es  ist  wahr,  ich
habe  es  zu  allen  Leuten  gesagt,  mit  dem  Sonntag
das  ist  recht.“

Nach  dem  „Missionsblatt  der  Brüdergemeinde“
sind  schmerzliche  und  betrübende  Nachrichten  von
ihrem  Missionsgebiet  in  Deutsch-Ostafrika  eingetroffen.
Der  Missionar  Jean  Ledoux  in  Iniana  ist  nach
kurzer  Krankheit  am  10.  Februar  gestorben.  Außerdem
  leidet  Missionar  Bachmann  in  Rungue  oft  an
Fieber  und  Missionar  Kretschmer  in  Rutenganio
kann  sich  nach  einem  Anfall  von  Schwarzwasserfieber
gar  nicht  recht  erholen,  sondern  ist  körperlich  und
        <pb n="615" />
        geistig  zu  aller  Arbeit  unfähig.  Missionar  Richard,
der  eigentlich  schon  seine  Reise  nach  Europa  angetreten
  hatte  und  bis  Ipiana  gekommen  war,  wird,
bis  Verstärkung  aus  der  Heimath  eingetroffen  ist,
die  Bedienung  der  Station  Ipiang  übernehmen.
Die  Geschwister  Häfner  sollen  von  Inpiana  nach
Rutenganio  übersiedeln  und  es  so  ermöglichen,  daß
Geschwister  Kretschmer  zu  längerer  Erholung  sich
nach  Runguc  begeben  können.  Geschwister  Kootz
bleiben  nach  wie  vor  allein  in  Utengule.

RAus  fremden  Rolonien.
Die  Landkommission  für  Matabeleland.

Nach  Beendigung  des  Matabelekrieges  wurde
durch  Order  in  council  eine  Kommission  ernannt,
die  den  Zweck  hatte,  die  Land=  und  Viehfrage  in
Matabeleland  zu  regeln.  Sie  bestand  aus  dem
Judge  of  the  IHigh  Court  of  Matabeleland  und
zwei  Kommissaren,  von  denen  einer  von  der  Chartered
  Company,  der  andere  von  der  Regierung
bestellt  wurde.  Sie  fand,  daß  Lobengulas  Macht
sich  nur  auf  einen  Kreis  um  Buluwayo  erstreckte,
der  im  Durchmesser  120  Meilen  betrug.  Das  ganze
von  den  Matabele  bewohnte  Land  wird  auf  10  000
bis  11  000  Quadratmeilen  angegeben,  dagegen  war
die  Zahl  der  Einwohner  des  Landes  und  des  Viehs
nicht  festzustellen.  Die  Kommission  schlug  vor:

1.  den  Matabeles  bestimmte  Distrikte.  in  Größe
von  6500  Quadratmeilen  als  „Reserve“  zu
überweisen;
es  wärc  am  besten,  im  Prinzip  die  Chartered
Company  als  Eigenthümerin  des  gesammten
Viehstandes  zu  erklären,  da  früher  hauptsächlich
der  König,  nicht  aber  Privatleute  viel  Vieh
besessen  hätte,  und  da  es  jettt  schwierig  sei,
zwischen  Privat=  und  Königseigenthum  zu  unterscheiden.
  Da  indessen  bereits  früher  der  König
seinen  Leuten  Vieh  geliehen  habe,  wodurch  diese
das  Recht  auf  die  Produkte,  wie  Milch  rc.,
hatten,  solle  es  hierbei  verbleiben.

Auf  Grund  dieser  von  der  Regierung  genehmigten
Vorschläge  wurden  sodann  von  der  High  Commission
solgende  Regulations  ausgestellt:

1.  Zwei  näher  beschriebene  Landstreifen  werden  als
„Eingeborenen-Reserve“  erklärt.

2.  Alles  Vieh,  das  sich  bei  Beendigung  des
Krieges,  31.  Dezember  1893,  im  Besitze  von
Eingeborenen  befand,  gehört,  falls  es  sich  nicht
im  Besitze  von  Weißen  befindet,  der  Company.

Diese  Regulations  wurden  von  der  englischen
Regierung  mit  der  Maßgabe  genehmigt,  daß  sich  die
Company  bezüglich  des  Viehs  nach  den  Vorschlägen
der  Kommission  zu  richten  habe.

Auf  Grund  einer  Interpellation  im  Parlamente
wurde  unter  dem  26.  Juni  1896  Folgendes  vom

□#

539

 

Gouverneur  berichtet:  Es  sei  später  behufs  gerechterer
  Vertheilung  des  Viehs  eine  Zählung  der
Kraals,  der  Eingeborenen  und  des  von  ihnen  besessenen
  Viehs  angeordnet  worden.  Hiernach  seien
den  Eingeborenen  40  930  Stück  Vieh,  an  denen  sie
bis  dahin  nur  Gebrauchsrechte  hatten,  als  freies
Eigenthum  zugesprochen  worden.  Die  Vertheilung
sei  bei  Ausbruch  der  Rinderpest  gerade  zu  Ende
gewesen,  32  000  Stück  seien  der  Company  verblieben.


Interessant  ist  noch,  daß  die  Kommission  den
Ausdruck  „Reserve“  so  auffaßt,  als  sei  es  Kronland,
das  im  Eigenthum  der  Company  stände;  jedoch  wird
dieser  Punkt  weder  in  den  Regulations  noch  in  der
Korrespondenz  erwähnt.

Britische  Lalomons--Inseln.

Der  für  die  britischen  Salomons-Inselu  ernannte
britische  Resident  Woodford  soll  beabsichtigen,  seinen
Wohnsitz  auf  Gavata  (wahrscheinlich  Kavoavata  auf
Neu-Georgien)  zu  nehmen.

 

Ferschiedene  Mittheilungrn.
Eierhandel  der  Welt.“)

Diejenigen  Länder,  welche  am  meisten  Eier  zum
Konsum  einführen,  sind  Großbritannien  und  Deutschland.
  Wcitaus  den  größten  Theil  dieser  Einfuhr
liesern  Rußland  und  Oesterreich-Ungarn.

Nach  den  Aufstellungen  des  Board  of  Trade
wurden  nach  Großbritannien  an  Eiern  eingeführt:
1890  für  3  428  802  Pfd.  Sterl.,  1895  für
4  003  440  Pfd.  Sterl.

Etwa  90  pCt.  der  in  Großbritannien  in  den
Städten  konsumirten  Eier  sind  aus  dem  Auslande
eingeführt.

Die  Einfuhr  von  Eiern  nach  Deutschland  betrug
  nach  der  amtlichen  deutschen  Statistik:  im
Jahre  1895  835  650  Doppelcentner  im  Werthe  von
71  866  000  Mark,  gegen  1894  796  091  Doppelcentner
  im  Werthe  von  68  464  000  Mark.

Dieser  enormen  Einfuhr  steht  eine  Ausfuhr  aus
Deutschland  gegenüber  von  nur  7719  Doppelcentnern
im  Jahre  1895  und  7200  Doppelcentnern  im
Jahre  1894.

Von  den  Hauptproduktionsländern  hat  Rußland
seine  Eierausfuhr  von  11  Millionen  Stück  im  Werthe
von  10  930  Pfd.  Sterl.  im  Jahre  1870  auf  1250
Millionen  Eier  im  Werthe  von  2046250  Pfd.  Sterl.
im  Jahre  1895  gesteigert.  Neuerdings  geht  ein
erheblicher  Theil  russischer  Eier  in  präparirtem  Zustande,
  ohne  die  Schale,  in  Blechkisten,  die  mit  Abzugshähnen
  versehen  sind,  nach  Großbritannien,

 

*)  Aus  dem  Deutschen  Handels-Archiv  1896,  S.  324  ff.
        <pb n="616" />
        —  540

wodurch  eine  große  Ersparniß  an  Transportkosten
erzielt  wird.  Freilich  können  die  so  präparirten  Eier
auch  nur  in  Zuckerbäckereien  oder  ähnlichen  Geschäften
Verwendung  finden.

Auch  in  Oesterreich=  Ungarn  hat  die  Ausfuhr
von  Eiern  große  Ausdehnung  genommen;  es  beträgt
die  Ausfuhr  etwa  900  000  bis  950  000  Doppelcentner,
  worunter  allerdings  etwa  250  000  bis
300  000  Doppelcentner  russischer  Durchfuhr,  so  daß
die  Ausfuhr  thatsächlich  500  000  bis  600  000
Doppelcentner  betragen  dürfte.

Frankreich,  das  selbst  einen  starken  Konsum
hat,  führt  immerhin  noch  große  Mengen  Eier  nach
Großbritannien  aus.  In  den  letzten  drei  Jahren
betrug  die  durchschnittliche  Ausfuhr  200000  Doppelcentner
  bei  einer  Einfuhr  von  etwa  90  000  Doppelcentnern.


Dänemark  führt  jährlich  etwa  120  000  Doppelcentner
  Eier  aus.

Belgien,  das  jährlich  etwa  80  000  Doppelcentner,
namentlich  aus  Italien  einführt,  führt  etwa  55  000
Doppelcentner  aus.

Die  Ausfuhr  Italiens  beträgt  etwa  250  000
Doppelcentner,  ist  aber  in  den  letzten  Jahren,  wohl
hauptsächlich  wegen  der  hohen  Inlandspreise,  zurückgegangen.


Dandelsbericht,  betreffend  die  Provinzen  Kerman  und
DPersisch--Belutschistan  für  das  Jahr  1894/95  (1.  April  bis
31.  März).*)

Die  Provinzen  Kerman  und  Belutschistan  umfassen
  einen  Flächenraum  von  etwa  500  englischen
Quadratmeilen,  der  größte  Theil  hiervon  ist  wasserlose
  Wildniß.  Die  Zahl  der  Einwohner  beträgt  nicht
über  500  000,  wovon  vielleicht  60  pCt.  Zeltbewohner
sind.  In  Belutschistan  werden  einige  Ortschaften
von  Sklaven  bewohnt,  die  die  Ländereien  der  Regierung
  in  der  Umgegend  von  Bampur  bebauen.  Ihre
Lage  ist  eine  sehr  traurige,  nominell  erhalten  sic  ein
Drittel  des  Bodenertrages,  von  diesem  Antheil  werden
  ihnen  noch  verschiedene  Abzüge  gemacht.  Eines
besseren  Looses  erfreuen  sich  die  als  Dienstboten  verwendeten
  Sklaven,  sie  werden  als  zur  Familie  gehörig
  betrachtet.

Die  Bewässerung  Persisch-Belutschistans  wird
durch  unterirdische  Kanäle,  genannt  „Kanats“,  ermöglicht,
  die  aus  den  beiden  kleinen  Flüssen  Halid
Rud  und  Bampur  mit  Wasser  versorgt  werden.  Die
Ernten“  sind  von  diesen  natürlichen  Wasserbassins
abhängig,  nur  an  den  Gebirgsabhängen  wird  dem
Boden  durch  den  geschmolzenen  Schnee  genügende
Feuchtigkeit  zugeführt.

ie  Lage  der  Bevölkerung  ist  eine  viel  bessere
als  die  derjenigen  in  den  meisten  Theilen  Indiens.
Die  Bauern  kleiden  sich  nicht  nur  gut,  sondern  sie
essen  auch  im  Winter  zwei=  bis  dreimal  in  der

5  Aus  dem  Deutschen  Handels-Archiv  1896,  S.  365  f.

 

Woche  Fleisch;  Früchte,  Gemüse  und  Käse  sind  sehr
billig.  Dagegen  sind  die  Belutschen,  obwohl  näher
an  Indien  wohnend  und  mit  diesem  in  stetem  Verkehr,
  nicht  so  eivilisationsfähig  als  die  Perser;  sie
werden  daher  auf  einer  niedrigeren  Kulturstufe
bleiben,  besonders  da  es  im  ganzen  Lande  keine
Stadt  giebt,  wo  überlegene  Einflüsse  sich  geltend
machen  könnten.  Die  Belutschen  sind  besonnene,
sittenstrenge  und  ehrenwerthe  Menschen,  aber  unfleißig
  und  unbotmäßig,  worüber  Alle  klagen,  die
mit  ihnen  zu  thun  haben.

Der  Handel  Belutschistans  ist  unbedeutend.  Die
Einfuhr  wird  etwa  einen  Werth  von  20  000
Pfd.  Sterl.  haben;  das  Einfuhrgeschäft  liegt  in  den
Händen  weniger  Hindus,  die  vielen  Plackereien  der
Behörden  ausgesetzt  sind.  Kaliko,  Zwirn,  Musselin,
Floretseide,  etwas  Eisen,  Thee  und  Zucker  sind  die
einzigen  Einfuhrartikel.  Von  Ausfuhrartikeln  sind
zu  erwähnen  Datteln,  geklärte  Butter,  Häute  und
einiges  Vieh,  außerdem  noch  Schwefel  und  Ammoniaksalz.
  Der  Werth  der  Ausfuhr  kann  vielleicht  auf
25  000  Pfd.  Sterl.  geschätzt  werden.

Aus  dem  noch  thätigen  Vulkan  von  Sarhad,
genannt  Kuh-i-Tuftan,  werden  Schwefel  und  Ammoniaksalz
  gewonnen.

Für  den  europäischen  Kaufmann  bieten  sich  in
Belutschistan  keine  Aussichten  bei  dem  strengen  Klima
und  der  großen  Bedürfnißlosigkeit  der  Bevölkerung.

Der  Gesammthandel  Kermans  stellt  einen  Werth
von  186  900  Pfd.  Sterl.  dar,  wovon  auf  die  Einfuhr
  97  900  Pfd.  Sterl.,  ausschließlich  des  Werthes
des  für  Buchara  bestimmten  grünen  Thecs  rc.,  und
auf  die  Ausfuhr  89  000  Pfd.  Sterl.  entfallen.  Der
Handel  hebt  sich  beständig,  der  vermehrte  Absatz  von
Opium,  Shawls  und  Teppichen  hat  eine  erhöhte
Nachfrage  nach  Thee,  Zucker  2c.  zur  Folge  gehabt.

Russische  Waaren  sind  nur  im  Werthe  von  3000
Pfd.  Sterl.  eingeführt  worden.  Vermuthlich  wird
die  russische  Einfuhr  noch  geringer  werden,  da  die
in  letzter  Zeit  unternommenen  Versuche,  Zucker  und
Lichte  von  Rußland  einzuführen,  Verluste  im  Gefolge
gehabt  haben.  Die  übrige  Einfuhr  entfällt  auf
Großbritannien  und  Britisch-Indien,  obgleich  belgische
Lichte,  österreichische  Töpferwaaren  und  schwedische
Streichhölzer  überall  im  Gebrauch  sind.

Die  hauptsächlichsten  Artikel  der  Ein=  und  Ausfuhr
  der  Provinz  Kerman  im  Jahre  1894/95  waren:

Einfuhr.

Von  Indien.
Werth:  Pfd.  Sterl.
..  2400

Lichtt
Porzellan,  Glas  2  000
Zimmet  1  470
aaffee  1  260
Phantasieartikel  1  000
Indigo  2  700
Eisen  1  375
Stückwaaren  30  000
        <pb n="617" />
        Werth:  Pid.  Sterl.

Brotzucker  23940
Puderzucker  8750
Thec,  schwarzer  1  300
Wollenwaaren.  5  000
Garn  .  1200

Von  Rußland.
Broad  cloth,  Zitz,  Shoddy,  Samo-30000


wars,  Cigaretten  2c.
Zusammen  einschl.  aller  anderen  Artikel  97  9077)

Ausfuhr.

Nach  Indien.
Werth:  Pfd.  Sterl.

Teppiche

Baumwolle,  rohe.  12  000

Pferddie  1  200

Pistazien  ....  1000
Nach  Jesd.

Henna  .....  28  000
Opium  ...  16200
Nach  Konstantinopel.

Teppiche  ..  3000
Shawls  ...  5  000
Nach  verschiedenen  Städten  Persiens.
Shawmsss  5  000
Wollene  Mäntel.  3  000
Wollene  Decken  1  200
Kaliiiton  1  000

Zusammen  cinschl.  aller  anderen  Artikel  89  058

Von  dem  größten  Theil  des  Handelsverkehrs
zwischen  Bender  Abbas  und  Chorasan  wird  Kerman
nicht  berührt,  dieser  wählt  die  längere  Straße  über
Jesd,  sowohl  wegen  der  Aussicht,  dort  einen  Markt
zu  finden,  als  auch  weil  auf  der  direkten  Straße
kein  Schutz  zu  finden  ist.  Bahmarabad  ist  der  nächste
Punkt  an  der  Stadt  Kerman,  der  von  den  Karawanen
berührt  wird,  und  ist  daher  als  Handelsplatz  wichtig.
Die  direkte  Handelsstraße  führt  über  Kerman,  Raman
und  Tun,  sie  ist  in  gutem  Zustande  und  erheblich
kürzer  als  die  andere  Straße.

Die  Shawl=  und  Teppichindustrie  hat
ihre  Produktion  in  den  letzten  Jahren  verdoppelt,
obgleich  im  Jahre  1895  der  Absatz  durch  die  Unruhen
  in  der  Türkei,  wo  die  meisten  Shawls  und
ein  erheblicher  Theil  der  hergestellten  Teppiche  verkauft
  werden,  zeitweise  eine  Störung  erfahren  hat.
Die  Kermanshawls  wetteifern  in  Güte  mit  denen
von  Kaschmir,  in  Europa  finden  sie  keinen  Markt,
selbst  Kaschmirshawls  werden  jetzt  dort  nur  selten
gesehen.  Die  Teppiche  von  Kerman  sind  nach  Ansicht
  von  Kennern  die  feinsten  der  Welt,  ein  anderes

*)  Darunter  für  4300  Pfd.  Sterl.  Waaren  von  Jesd
und  Schiras.

 

541  —

versisches  Fabrikat  wird  sie  jedenfalls  an  Güte  nicht
übertreffen.  Anilinfarben  werden  nicht  verwendet,
einige  häßliche  Muster  hatten  eine  Zeit  lang  den
Geschmack  ruinirt.  Diese  Muster  sind  wieder  aufgegeben
  worden  und  haben  sehr  schönen  anderen
Platz  gemacht.  Die  Teppichweberei  ist  der  einzige
Industriezweig,  bei  dem  fremdes  Kapital  mit  Aussicht
  auf  Gewinn  Anlage  sinden  könnte.  Die  vorzügliche
  Beschaffenheit  der  Wolle  von  Kerman  ist
auf  die  in  der  Provinz  erzeugte  Wolle  beschränkt;
alle  Versuche,  die  Schafe  von  Kerman  in  andere
Provinzen  einzuführen,  um  eine  gleich  gute  Wolle
zu  erzielen,  sind  resultatlos  geblieben.  Die  Löhne
sind  selbst  für  Persien  niedrig,  und  die  Bewohner
Kermans  erfahren  in  der  Industrie.

Man  unterscheidet  zwei  Arten  von  Teppichen,
solche,  die  in  Kerman,  und  solche,  die  von  den
Nomaden  angesertigt  werden.  Die  ersteren  werden
nach  Konstantinopel  und  anderen  Gegenden  der
Türkei,  hauptsächlich  über  Tabris,  ausgeführt,  in
Indien  finden  nur  die  von  Nomaden  hergestellten
Teppiche  Absatz.  Beide  Arten  sind  sehr  viel  feiner
als  die  in  Großbritannien  unter  dem  Namen  „persische
  Teppiche“  verkauften  Fabrikate.

Infolge  der  friedlichen  Veranlagung  der  Bevölkerung
  und  ihres  regelmäßigen  Verkehrs  mit
Indien  sind  Europäer  durchaus  nicht  unpopulär.

Für  die  Entwickelung  des  Handels  würde  es
von  hervorragender  Wichtigkeit  sein,  wenn  der  Hafen
von  Bender  Abbas  dem  Gouverneur  von  Kerman
unterstellt  würde.  Eine  weitere  Verbesserung  würde
die  Einrichtung  einer  Postverbindung  zwischen  Chorasan
  und  Kerman  sein;  eine  Post  läufl  von  Mesched
nach  Tun  und  auch  nach  Birjand,  aber  zwischen
Biriand  und  Kerman  besteht  keine  Postverbindung;
alle  Briefe  müssen  über  Mesched,  Teheran  und  Jesd
gehen.  Bevor  der  Postdienst  nicht  eingerichtet  ist,
kann  man  eine  größere  Entwickelung  des  Handels
nicht  erwarten.  Schließlich  wäre  noch  eine  Telegraphenlinic
  von  Bender  Abbas  nach  Kerman  erwünscht.


Trotz  des  umfangreichen  Handelsverkehrs  zwischen
der  persischen  Küste  und  Chorasan  sind  nur  wenige
Kameele  und  noch  weniger  Maulthiere  für  den  Transport
  vorhanden,  dieser  wird  fast  ganz  durch  Esel
bewirkt.  Infolgedessen  darf  kein  Kollo  über  80
engl.  Pfund  wiegen,  schwerere  Güter  müssen  unbestimmte
  Zeit  auf  einen  Kameeltransport  warten.

Von  Banken  sind  in  Kerman  die  Bank  von
Persien  und  die  Firma  Itahadia,  die  überall  in
Persien  und  in  der  Türkei  Agenten  hat,  vertreten.
Das  gesammte  Ein=  und  Ausfuhrgeschäft  mit  London
und  China  wird  in  Bombay  durch  Perser  oder
Hindus  abgewickelt;  der  Handel  mit  Rußland  wird
durch  Agenten  hauptsächlich  in  Tabris  und  Scharud
vermittelt.

Die  Detailhändler  außerhalb  Kermans  bezahlen
die  Waaren  baar  oder  in  Produkten,  in  der  Stadt
        <pb n="618" />
        dagegen  wird  gewöhnlich  ratenweise  innerhalb  dreier
Monate  abgezahlt.

Altes  persisches  Geld  ist,  wie  in  allen  Städten
Persiens,  sehr  entwerthet,  und  der  Vorrath  an  neuem
Geld  außerordentlich  gering,  letzteres  erzielt  eine

Prämie  von  1  bis  2  pCt.

 

VVVVVVVVVVVVyYyTYTyVVVVVTWVVVVyVVYDVYVVYDTWVFTYTVTTN75

Tikteratur.

Dr.  Hans  Wagner:  Die  Verkehrs=  und  Handelsverhältnisse
  in  Deutsch-Ostafrika.  Frankfurt  a.  O.
1896.  H.  Andres  &amp;amp;  Co.

Die  fleißige,  hauptsächlich  auf  Grund  des  im
Kolonialblatt  veröffentlichten  Materials  verfaßte
Arbeit  verdient  die  Aufmerksamkeit  aller  Ostafrika--interessenten.
  Der  Verfasser  erachtet  als  Hauptaufgabe
  der  dortigen  Verwaltung  Verbesserung  der
Verkehrsmittel.  Da  er  den  Bau  großer  Bahnen
als  noch  im  weiten  Feldc  liegend  ansieht,  empfiehlt
er  zunächst  Ersatz  der  Träger  durch  Esel  und  Ochsen
und  bessere  Ausnutung  der  Wasserwege.

N.  Schmidt:  Deutschlands  koloniale  Helden  und
Püontere  der  Kultur  im  schwarzen  Kontinent.
Band.  Braunschweig  1896.  A.  Limbach.

542

Einschienige  Berg-,  Feld=  und  Tropenbahnen.
Nach  den  Schwebebahnpatenten  Eugen  Langen,
Köln  a.  Rh.  8  Blatt  Abbildungen.  Nürnberg,
Juli  1896.  Kontinentale  Gesellschaft  für  elektrische
Unternehmungen.

Die  Broschüre  bezweckt,  dem  Publikum  einen
Begriff  von  den  seit  einigen  Jahren  öfters  genannten
Schwebebahnen  zu  geben,  welche  von  mancher  Seite
als  für  Afrika.  brauchbar  erachtet  werden  und  von
denen  ein  Modell  in  der  Kolonial-Ausstellung  zu
sehen  ist.

J.  E.  Reiffert:  Zehn  Jahre  in  China.  Erlebnisse,
Erfahrungen  und  Reisen.  Mit  zahlreichen  Illustrationen.

  Paderborn  1896.  Junfermannsche
Buchhandlung.
Dr.  O.  Baumann:  Die  Insel  Mafia.  Mit  einer

Karte.  Leipzig  1896.  Duncker  &amp;amp;  Humblot.
(Wissenschaftliche  Veröffentlichungen  des  Vereins
für  Erdkunde  zu  Leid#ig.)

Rudolf  Schreiber:  Schön=  und  Schnellschreiben
in  10  bis  12  Stunden  durch  Selbstunterricht  zu
erlernen.  Essen  a.  d.  Nuhr  1896.  G.  D.  Bee- 



decker.

Schiffsbewegungen.

(Die  Zeit  vor  dem  Orte  bedeutet  die  Ankunft,  hinter  dem  Orte  die  Abfahrt  des  Schiffes.)

(Poststation:  Hofpostamt.)

(Poststation:  Kapstadt.)

Kamernn.)

(Poststation:  Matupi.)
Sansibar.)
Kamerun.  )

S.  M.  S.  „Bussard“  Mioko  15/7.  —  Schutzgebieten.

S.  M.  S.  „Condor“  22/6.  Sansibar.

S.  M.  „Falke“  15/4.  Apia.  (Poststation:  Hofpostamt.)

S.  M.  S.  „Hyäne“  Kapstadt  27/7.  (Poststation:

S.  M.  Vermessungsschiff  „Möwe“  30/4.  Friedrich  Wilhelmshafen  6/7.
S.  M.  S.  „Seeadler“  9/7.  Sansibar.  (Poststation:

S.  M.  S.  „Sperber“  5/5.  Kamerun.  (Poststation:

 

DPerkehrs-Nachrichtken.
Die  Rhederei  von  Burns  Philps  &amp;amp;  Co.  in  Sydney  unterhält  einen  Dampferdienst  zwischen
Sydney,  Nord-Qucensland,  Britisch-Neu-  Guinea  und  den  britischen  Salomons-Inseln.

Postdampfschiffverbindungen  nach  den  deutschen  Schutzgebieten.

Die  Abfahrt  erfolgt

vom

Nach  Einschissungshafen


 

Neapel  I  am  26.  Aug.,
(beuische  Schiffe)

"  ika.  Bri
1.  deutsch  Ostafrita  rnnt

 

arseill
lu  Meseill  Schiffe),  40  ums

an  folgenden  Tagen

ge
7.,  26.  Okl.  120  abds.  Dar-es-Salm  21  Tage
am  16  Sept.  11.  Olt.

am  z-  Mts.

Briefe  müssen  aus
Berlin  spätestens
abgesandt  werden

Ausschiffungshafen.
Dauer
der  Ueberfahrt

16.  Sept.  Tanga  20  Tage  am  24.  August,
11.,  14.  Fepiember,
Sansibar  21  Tage  5.,  5.⅜  26.  Oktober

.  Sansibar  18  Tage

.....

1  abds.
am  8.  jedes  Monats
9½8  abds.
        <pb n="619" />
        543

 

Die  Absahri  erfolgt

Ausschiffungshafen.

Briefe  müssen  aus
Berlin  spätestens
abgesandt  werden

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Na  vom  Ein-  ier
schiffungshafen  anm  folgenden  Tagen  der  Ueberfahrt
l
.·  .  Soutamtonlam  12  Se  t10"ktSioakopnudeOTae
2.  Deutsch-Lüdwestafrika.  K  “  IL  ept.
.  ,
VIIppkskschqwsssksskk  sit-ichs  LcIHIchåo
alle  14  Tage  auf  d.  Landwege)  16½%  am  30.  Sept.,  30.  Nov.  Swakopmund  30  Tage
aee  imi  nachts
(6  am  10.,  jedes  Monats  Kamerun  24  Tage
3.  R  cre  T  ana  s
KRamerun.  14  2.,  30.  Septbr.  ,  Kamerun  22  Tage
Enpheche  Aats  6  *28.  Oktto  —
am  10.  jedes  Mts.  nachts  Klei  po  Tage
4.  Togo-Gebiet  Hamburg  am  20.jedes  Mts.  Lome  31  Tag
(  von  Accra  bez.  Quittah  (deutsche  Schiffe)  «  J  p  *  Tage
mittelst  Boten  nach  Lome  ,  CIIILebkellled-thss-s  p  cra
und,  ri  ĩopo  |  Liverpool  am  26.  August,  Quittah-)  5  Kleiniiiü
  egiuche  Schife!  9.,  23.  September  !  Popo  35  Tage
Neapel.  1  am  66.  uust,  21.  Okt.]  Friedrich  Wilhelms-5.
  Deutsch-Ueu-Guinea.  cdeutiche  Schiffte,  hafen  45  Tage

5.  Marshall-  Inseln.

2

l

 

(Nachverlf·and)

disi
(abent  Nüntag

am  8  T  25.  Olt.

am  8  Augusi  8.Nov.

 

41  Tage

Jaluit  58—71  Tage

Eintreffen  der  Post  aus  den  deutsten  Schntgebieten.

 

am  11.  Sept.,  9.  Okt.
113  oms.

am  30.  Sept.,  30.  Nov.
7  abds.

am  0.  jedes  Monats

8.
am  3J1.  Aug.,  28.  Sept.,
26.  Okt  15  nms.

Okl.

am  10.,  20.  und  Letzten
ied.  Mts.  720  abds.
am  3  August,

7.,  21.  Sept.  15  ms.
am  24.,  28.  August,
19.,  23.  Oltober

1044  abds.

am  28.  August,  6.  Nov.
1031  abds.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Landungs.  Die  ost  ist  fauig  Landungs=  Die  Post  ist  fällig
Von  ha  3  boggn  .  *  Von  hafen  in  Berlin
4  Neapel  am  21.-  Aug.,  18.
Deutsch.  Ostafrika  Brindist.  am  9.  Sept.,  6ö.  Ott.  Togogebiet  Hamburg  ..  am  10.*  und  25.7
Marseille  .nam  31.  Aug.,  1.  dit  J  jedes  Monats
Deutsch  ·  Südwestafrita  Southampton  am  18.  Aug.,  15.  sept.  L  en  ·Guinea.  Neapel  ·  ..  sum  YZkgugoubsxr
Hamburg  Nun  25  *  jed.  Monats  *
Ramern  P5  Liverpool  am  10.  September,marshall-Inseln...  .Marseille  .—0  August,
·  —15.  Oktober
Faligleita  tage  für  die  mit  it  deuishen  Schissen  eintreffenden  Posten.
Sistvenergen  der  Woermann  ·  Linie.
Reise  ——  *  Ledte  Nachrichten  »rostdampfer

Postwampf  von  nach  bis  12.  August  1896
„Adolph  Woermann“  Swakopmund  Hamburg  am  5.  August  in  Las  Palmas.
„Aline  Woermann“  Hamburg  Ponta  Negra  am  6.  August  in  Kamerun.
Anna  Woermann“  Hamburg  Kap  Palmas  am  15.  August  ab  Hamburg.
„Carl  Woermann“  Hamburg  Kotonou  am  5.  August  in  Conakry.
„Eduard  Bohlen“  Congo  Hamburg  am  12.  August  in  Antwerpen.
„Ella  Woermann!“.  Hamburg  Kap  Palmas  am  28.  Juli  in  Las  Palmas.
„Gertrud  Woermann“  Ponta  Negra  Hamburg  am  23.  Juli  in  Accra.
„Gretchen  Bohlen“,  .  Kotonou  Hamburg  am  5.  August  in  Hamburg.
„Hedwig  Woermann  Hamburg  Kotonon  am  3.  August  in  Kotonon.
Jat  tuuull-  Hamburg  Loanda  am  9.  August  in  Loanda.
Kurt  Woermann“  Loanda  Hamburg  am  2.  August  in  Las  Palmas.
„Lothar  Bohlen“.  Hamburg  Svatopmnd  am  10.  August  in  Tenerisse.
„Lulu  Bohlen“  -  Ponta  Negra  amburg  am  12.  August  in  Kamernn.
„Marie  Wormnn“  -  Hamburg  Ponta  Negra  am  10.  August  ab  Hamburg.
„Melita  Bohlen  .  Hamburg  Lüderitzbucht  am  6.  Juli  in  Loanda.
„Professor  Woermann“  .  Loa  Hamburg  am  12.  August  in  Dakar.
„Thekla  Bohlen"  Snchopnund  Hamburg  am  15.  Juli  in  Hamburg.
        <pb n="620" />
        544

Schiffsbewegungen  der  Deutschen  Oltafrika-Linie  (Hamburg  —Ostafrika.

 

 

 

Neichspostdampfer  Neise  Letzte  Nachrichten
höposidampf  von  nach  bis  12.  August  1890
„Kaiser“.  .  Durban  I  Hamburg  am  6.  Juli  an  Hamburg.
„Kanzler“  .  Hamburg  Durban  am  12.  August  ab  Durban.
„Bundesrath"  .  Hamburg  Durban  am  10.  August  ab  Sansibar.
„Neichstag“.  Durban  Hamburg  am  8.  August  ab  Aden.
„Admiral“.  Durban  Hamburg  am  5.  August  an  Hamburg.
„General“  Hamburg  Durban  am  12.  August  ab  Hamburg.
„Herzog“  Hamburg  Durban  am  11.  August  ab  Suez.

 

Der  heutigen  Nummer  liegt  eine  „Export-Preisliste  der  Konserven“  von  Heinur.  Dirks  in

Hamburg  bei,

Durchsicht  angelegentlichst  empfehlen.

ie  wir  insbesondere  den  Herren  Ofsfizieren,  Beamten,  Reisenden  u.  s.  w.  zur  gefälligen

Die  Expedition.

 

S——  Werke  der  deutschen  und  ausländischen  U

T’örterbieckh  der  enolischen  21c.
dc##ischen  Spreckhe  von  Thieme-T’reusser.
  Jubilänms-Ausg.  Geb.
AII.  13.  Scither.  Absutz:  200000  Eyxpl.
Probelicf.  gr.  u.  Tranko.  Verlug  von
IInendke  &amp;amp;  Lehmkuhl  in  IIumburg.

 

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  von  Karl  Siegismund  in  Berlin
W.,  Muuerstr.  68,  vorm.  Unternat.
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nach  den  der  botanischen  Centralstelle  in  Berlin  gemachten  Mittheilungen  als  für  den  Anbau  In  den  Tropen
geeignet  erwiesen  haben.  —  Da  die  botanische  Centralstelle  nur  für  einmallge  Versuche  im  Kleinen  Gemüsesamen
  lictert,  so  ollerire  ich  für  grösseren  Bedarf  gegen  fr.  Einsendung  von  Murk  12,—  frunco  uller  deutschen
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Verkreten  auf  der  deutschen  Kolonlal-Ausstellung  18906.

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  in  Berlin  ausgestellt.

 

 

 

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empfehlen  sich  inobesondere  zur  Beschaffung  versönlicher  Ausriistungen
aller  Art,  für  Schiffsreisen  und  daueruden  Aufenthalt  in  überfreischen
  Ländern  sowie  zur  Lieferung  aller  ür  Expedition  und  .
Jrsbanssligge  in  Betracht  kommenden  Artike  8  —  —

gemaße  Zusammenstellungen  auf  Grund  itcncicher  Erfahrungen  und  taalbamedaille  für  gewerbliche  Leistungen.

nach  dem  Urtheil  bekannter  Forschungoreisenden  werden  auf  Wunsch  gernerztlich  empfohlen  bei  Schwäche,
angefertigt  und  dazu  Angaben  über  Ziel,  Zweck  und  ungefähre  Dauer  der  Blutarmuth,  Bleichsucht,  Recon-Neise
  erbeten.  (20)  valescen  *  schweren,  namentlich
tinderkrankheiten,  bei  Katarr
0i1“  usnetu  #.4  Inhr-  und  Auskunftshuch  der  rreien  und  Iunse-  und  für  nährende  Fr  auen.  Haltbar
#  t.A  in  Toaurne  .  .Jo  wenig
-  *.p  Alkohol.  Nach  sachverständiger  Analyse
Dauernde  xXpor  usstellung  surrogatfrei  und  nähr  kosshaltige-  ½

der  Lebensmittel-Industrie.  s—“N—  J
Inh.  Harder  &amp;amp;  de  Voss,  Export-Agentur-Geschäft,  —

 

   
   

 

 

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Jurr  eine  lIlandelsmetropole  wie  Ilamburg  konnte  dus  Bedürlniss  4  ·
nach  einem  Institut  hervorrufen.  in  velchem  dem  Besneher  die  Ur-  Sochen  erschien:
zeugnisse  von  über  100  verschiedenen  Fahriken  der  Getrünke-  und  ·
Nilnnnsssnnttcllntlustuctnsllen  Verpackungen,  dSpezialitäten  und  Schriften
verschielenen  Qunliläten,  aufls  Uebersichtlichste  geordnet,  vorgelührt,  zur
werden.

De#r  (rundgedunke  des  ganzen  Unternehmens  ist,  die  einzelnen  l  1
ansgestellten  AKrtikel  in  allen  Preislagen  vorzuführen.  den  verschie-  Kolonial-]  stteratur
denen  transatlantischen  L#ändern  ents  rbrechend,  somit  die  Lehens--  1
mittelbranche  nuch  Möglichkeit  erschöplend,  soweit  solche  den  12  Xport.
betrillt.  u  heid  #  sowie  zur
Die  Ausstellung  unterscheidet  sich  also  von  öflentlichen  Aus-  3  *
xtellungen  vornehmliech  dadureh,  dass  alle  ausgestellten  Artikel  Länder  und  Völkerkunde
#Aportlähig  unlzemacht  sind.  dicsclbe  eine  dauernde  ist  und  alle  lür  aus  dem  Verluge  der  Königlichen
den  E  cpori  in  Frage  kommenden  Neuheiten  nach  Aöxlichkeit  aufweist.  Holfhuchhandlung  von
Die  grosse  Reihe  von  Firmen  ersten  Ranges,  welche  zur  Ausstellung  .#

gelangten  und  im  Auslande  sich  wesentliche  Absatzgebiete  eroberten,  bürgen  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,

 

 

T  Vertreten  auf  der  deutschen  Kolonial-Ausstellung  1896.

dem  Käufer  #Ur  die  Konkurrenzfähigkeit  der  Fabrikate  im  Weltmarkte.  ’reis-  Berlin  SW2.

listen  in  lünf  Sprachen.  9  sixnxi  ,
Fllr  dle  vorlllergeneno  in  Hamburg  weilenden  Korrespondenten  Hamburger  u*  wru  Intereesenten  Kosten-/5
  Exportfirmen,  welche  Lebensmittel  Importiren,  dlrffe  die  Ausstellung  von  zu  Diensten.

—“"“".-—“"““"ssnss
anz  besonderem  Interesse  sein.  —  —  —  —

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den  Kreisen  der  Exporteure  findet  die  Ausstellung  die  höchste
Anerkennung.“  —

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  gesichert.  Rellektant.  thatkrüftig  und  gesund.  leitete  mehrere  Inhre
eine  l’lantage  mit  hestem  LE  rsolg  und  hat.  aur  seiner  spüteren  Reise  dem
Südwesten  zu  bis  Ostufriku  ulle  bestehenden  ’lantagen  und  deren  vieldeil.
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RaAINSCIIMID,  AI.  TONA.

 

 

 

Export-Bier,

Pilsener  und  Münchener  Art,  der

Kaiser-Branerei  Bee  &amp;amp;  Co.,

Bremen,
Rcemplichlt  der  Vertreter
Julius  Schrader,  Hamburg,

Er.  Reichenstr.  45.  (7##

 

9.  2
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Hamburg,

Ferdinandstrasse  43,
üÜbernimmt  jede  Commisslon  und
Speditlon  nach  und

West-  und  Ost-Afrika

zu  den  billigsten  Mellngunken=Telegramm-Adr.:
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Amt  I.  4257.

Wer  vortheilhafte  neue  Bezugsducllen,
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Gratis-l'robenummer.  (86)

 

 

 

 

[(91)

 

 

U.  Lampreecht,

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Murienhütte  bei  Cnnrrenburg
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Breitenstein  bei  Stolbergx  am  Unrz.
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        <pb n="626" />
        —  550  —

WOERMANN-LINIE.

Am  20.  August:  P.  D.  „Gretchen  Bohlen“,  Capt.  Jürgens,
nach  Conakry,  Monrovia,  der  Goldküste,  Togo,  Whydah  und  Kotonou.

Am  31.  August:  P.  D.  „Kurt  Woermann“,  Capt.  Fastert,
nach  Teneriffe,  Las  Palmas,  Gorée,  Liberia,  San  Thomé  und  den  Häfen  der  Südwestküste
  Alrikas  von  Landana  bis  Loanda.

Am  10.  September:  P.  D.  „Gertrud  Woermann“,  Capt.  Becher,
nach  Madeira,  Klein-Popo,  Lagos,  Kamerun  und  den  Ilälen  der  Südwestküste  Alrikas
bis  Ponta  Negra.

Am  15.  September:  P.  D.  „Professor  Wocrmann“,  Capt.  Ramm,
via  Antwerpen  nach  Marocco,  Las  Palmas,  Teneriffe,  Gorée,  Dakar,  Ruffsque,
Bissao,  Bolama,  Sierra  Leone,  Sherbro  und  Liberia.

Nach  Deutsch-  Südwestafrika:  am  30.  September,  30.  November.

AGile  Güter  mitlssen  cumn  Tage  vor  dem  459#nysdadm  bis  12  Ur  mitc#s  l#ssedte  8el7

Nüheres  wegen  Fracht  und  Dussage  ertheilt  in  Hamburg  die  Woermann-Linie,  sowie  der  Schiflemakler
August  Bolten,  Wm.  Miller'’s  Nachlolger,  Admiralitätstrasse  33/34,  und  wegen  Deutsch-Südwestafrika  die
Herren  L.  F.  Muthies  &amp;amp;  Co.,  Grimm  27.  12

Deutsche  Ost-  Afrika  -  Linie.
Vermehrte  Fahrten.  Dreiwöchentlicher  Betrieb.
Regelmässige  Postdampfer-Verbindung
unter  Vertrag  mit  dem  Deutschen  Relche

Zzwischen

Hamburg,  Ostafrika  und  Transvaal

Amsterdam,  Lissabon  und  Neupel  anlaufend.
Die  nüchsten  fahrplamnässigen  Expeditionen  linden  statt:

 

 

R.  P.  D.  „KAISER“,  Capt.  Stahlil  ..  2.  Sept.  ah  Hamburg,  16.  Sept.  ab  Neapel
R.  P.  D.  „REILCHSTAG,  Capt.  Weisskam  23.  Sept.  ab  Hamburg,  7.  Okt.  ab  Neupel
R.  ’.  D.  „KANZLER“,  Capt.  Elsan  14.  Okt.  ab  Hamburg,  28.  Okt.  al  Neupel

R.  P.  D.  „HUNDESRATII“,  Capt.  Doherr  .  .  .  .  4.  Nov.  ab  Hamburg,  18.  Nov.  ab  Neupel
nach  Tanga,  Dar-es-Saläm,  Sansibar,  Mozambique,  Beira,  Delagoa-Bai  und  Natal.
Diese  Dampfer  nehmen  auch  Passagiere  und  Waaren  nach
Pangani,  Saadani,  Bagamoyo,  Kilwa,  Lindi,  Mikindani,  Ibo,  uelimane,  Chinde,
Inhambane,  Mombassa  und  Lamu.
Ferner  Extradampfer  ab  Hamburg  1##8  Kaop  der  Mictczr  JJbnnemm  direkt  nach
Jnrban,  Delagoc-Bai,  Moscmbidc.
Nächste  Expedition:  Extradampfer  „ADMIRAL“,  Capt.  West,  12.  September  1896.
Die  Dampfer  Laben  vorz#liche  Einrichtungen  f##  PBresschtere  in  allen  Klassen.
Ferner  zwischen  Ostalrika  und  Bombay  regelmässig  alle  drei  Wochen  im  Anschluss
an  die  IIauptdampler.
Näheres  ertheilt  in  Hamburg:  (#)
wegen  Fracht  der  Schiffsmakler  August  Bolten,  Wm.  Miller's  Nachfolger,

wegen  Passage  die  Hamburg-Amerikanische  Packetfahrt-Aktien-Gesellschaft,
aowie  wegen  Fracht  und  Passage  die

 

Deutsche  Ost-Afrika-  Linie,
r.  Reichenstrasse  25/27.
*  Verantworklicher  Redakteur  fur  den  nichlamtlichen  Theil:  O.  Mertinat,  Berlin.
Druck  und  Verlag  der  Königlichen  Hofbuchhandlung  und  Hofbuchdruderei  von  E.  S.  Mittler  5  Sohn,  Verlin  SW  12,  Kochstraße  68—71.
Ansgegeben  am  15.  Augusft  1890  um  0  Uhr  nachmitlags.
Hierzu  eine  Beilage.
        <pb n="627" />
        Beilage  zum  „Deutschen  Kolonialblatt“,  VII.  Jahrgang.

Berlin,  den  15.  August  1896.

 

Bie  Missionsthätigkeit  in  den  deutschen  Schutzgebieten.

J.  Evangelische  Missionen  in  den  deutschen  Schutzgebieten.

A.  Deutsch-Ostafrika.

1.  Evangelische  Missionsgesellschaft  für

Deutsch-Ostafrika.  (Missionsinspektor  Winkelmann,
  Berlin  W.,  Passauerstraße  40.)

àa.  Die  Küste.

1.  Dar-es-Saläm.  Station  Immannelskap.
(Pastor  Holst  und  Frau.  Diakon  Hoßbach.  Pastor
Holst  kehrt  Anfang  Mai  mit  Urlaub  in  die  Heimath
zurück.  Zu  seiner  Stellvertretung  ist  Pastor  Cleve
auf  der  Ausreise  begriffen.  Die  anderen,  Diakonen
und  Diakonissen,  sind,  da  die  Mission  zum  1.  April
1896  die  Krankenpflege  aufgiebt,  theils  auf  der  Heimreise,
  theils  sind  sie  in  den  Dienst  des  Evangelischen
Afrika-Vereins  getreten.)

2.  Tanga.  Schule  und  Kapelle  in  Mwenzange,
Kapelle  in  Zoari.  (Diakon  Gerdes.  Missionar
Pastor  Liebau  und  Fräulein  Redecker,  Braut  des
Diakon  Gerdes,  sind  auf  der  Ausreise  begriffen.)

b.  Usaramo.
3.  Kisserawc.
sionar  Greiner  und  Frau,  Missionar  Pastor  Worms
und  Frau,  Tischler  Greiner  und  eingeborener  Lehrer
Cecil.  Heimstätte  für  befreite  Sklaven.  9  Jünglinge,
18  Knaben,  19  Mädchen,  3  Frauen,  5  verheirathete
Paare.)
4.  Maneromango.  (Missionar  Pastor  Maaß
und  Missionar  Pastor  Peters.)

c.  Usambara.

5.  Hohenfriedeberg  bei  Mlalo.
Pastor  Johanssen  und  Frau.  Missionar  Pastor
Wohlrab  und  Frau  sind  auf  der  Ausreise  begriffen.)


6.  Bethel  bei  Mtai.  (Missionar  Pastor  Döring

  und  Missionar  Pastor  Roehl.  Missionar  Pastor

Becker  weilt  mit  Urlaub  in  der  Heimath.)  Kapelle
in  Mbalu.

Station  Hoffnungshöhe.  (Mis-(Missionar



I  7.  Wuga.  (Missionar  Pastor  Lang-Heiurich
und  Missionar  Pastor  Gleiß.)

2.  Missionsanstalt  der  evangelischen
Brüder-Unität.  (Sitz  Berthelsdorf  bei  Herrnhut,
  leitende  Behörde  das  Missionsdepartement,  Vorsitzender
  Missiensdirektor  Buchner.)

a.  Station  RNungne  (früher  Muakapalile).  (Missionare
  Geschwister  Meyer  und  Bachmann.)

b.  Station  Rutenganio  (früher  Kararamuka).
(Missionare  Geschwister  Kretschmer.)

.  Station  Utengule.  (Missionar  Richard  und
Geschwister  Koot)

d.  Station  Ipiana.
Ledoux.)

XB.  Bachmann,  Kootz  und  Häsner  jetzt

verheirathet.
|r

—
3.  Gesellschaft  zur  Beförderung  der  evangelischen
  Missionen  unter  den  Heiden  (Berlin  1).
Missionsdirektor  Gensichen,  Berlin  NO,  Georgenkirchstraße
  70.

a.  Station  Wangemannshöh  im  Kondelande.

(Geschwister  Häfner  und

Gegründet  1891.  Missionare  Schumann  und
Bunk.
b.  Station  Manow.  Gegründet  1892.  Missionar

  Grieguszies.

.  Station  Muakareri.  Gegründet  1893.  Missionare
  Jauer  und  Schüler.

d.  Station  Ikombe.  Gegründct  1893.  Missionare
  Nauhaus  und  Källner.  Außerdem  die
Handwerker:  Zimmermann  Thiele  und  Tischler
Harnoß.

e.  Station  Muakagile  im  Kingalande.  Gegründet
  1895.  Missionare  Hübner  und  Wolff.
        <pb n="628" />
        4.  Evangelisch-Lutherische  Mission  zu
Leipzig.  (Missionsdireltor  von  Schwarh  in  Leipzig.)
  Dschagga-Mission  (am  Kilimandscharo).

a.  Station  Nkarungo  in  Madschame.
sionar  Müller  und  Frau;  Missionar  Ovir.)

b.  Station  Mamba.  (Missionar  Althaus  und
Frau.)

C.  Station  Moschi,  im  Bau  begriffen.  (Missionar
  Faßmann,  Missionar  Segebrock,  Missionsökonom
  von  Läny.)

(Mis-5.

  Universities  Mission  to  Central-Afric#a
  (London,  Westminster  8W.,  Delahaystreet  14).
Bisthum  Sansibar.
Bischof  William  Moore  Richardson.
Stationen:
.  Bei  Dar-es-Saläm.
1.  Kichelwe.  (Deacon  Denys  Seyiti,  ein
Eingeborener.)
2.  Mtoni.
A.  Usambara-Distrikt.
Stationen:

3.  Magila.  (Rev.  Woodward,  eingeborener
Deacon  Samuel  Sehoza,  Mr.  Brent,  Mr.
Brockway,  Miß  Dunford,  Miß  Boyd,  Miß
Ward.)

4.  Mkuzi.

5.  Umba.

6.  Mbaraka.

7.  Misozwe.
borener  Priester.)

8.  Korogwe.
Darley.)
Rovuma-Distrikt.

9.  Masasi.  (Rev.  Carnon,  Rev.  Porter,
Rev.  Radford.)

10.  Chitangali.
eingeborener  Priester.)

11.  Newala.  (Nev.  Simpson,  eingeborener
Deacon  Daudi  Machina,  Mr.  Sims.)

12.  Miwa.  (Eingeborener  Deacon  Cyprian
Chiten  ji.)

13.  Mkwera  und  Namtengas.

14.  Nairombo  und  Masorolo.

S

S

(Rev.  Kisbey.)

(Rev.  Peter  Limo,  einge-(Nev.

  Chambers,  Mr.

*lv“

(Rev.  Cecil  Majaliwa,

6.  London  Missionary  Socicty)  (London,
14  Bloomfieldstreet  E.  C.).
Stationen:
Kilimani  Urambo.  (Missionare  Mr.  Shaw
und  Frau,  sowie  Mr.  Draper  und  ein  Gehülfe.)

7.  Church  Missionary  Societ)  (Salisbury
  Sauare,  London  E.  C.).

2

 

Stationen:

a.  Mamboia.  (Rev.  und  Mrs.  Wood,  Mr.
und  Mrs.  Deekes,  Miß  Colsey  und  Miß  Waite).
74  Christen.

b.  Mpwapwa.  (Dr.  Baxter,  Mr.  Doulton.)
84  Christen.

c.  Kisokwe.  (Rev.  und  Mrs.  Cole,  Rev.  und
Mrs.  Beverley,  Mr.  Briggs.)  164  Christen.

d.  Nasa  am  Speke-Golf.  (Nev.  Hubbard,  Mr.
Nickis  son.)  44  Christen.

B.  Ramerun.

1.  Basler  Missionsgesellschaft.  (Missionsinspektor
  Oehler  in  Basel.)

a.  Station  Bethel  oder  Bonaku.  Gegründet
1886.  (Missionare  Stolz  mit  Frau,  Schwarz,
Hartenstein,  Nonnenmacher.  209  Gemeindeglieder,

  283  Schüler.)

Außenstationen:  Bonaduma,  Bonebela,  Bonamusadi,
  Bonangang,  Bonankembe,  Bonangando,
Eboko,  Jansoki,  Ngori,  Japoma,  Ndogobong.

b.  Station  Bonaberi.  Gegründet  1889.  (Missionare
  Bohner  mit  Frau,  Unger,  Lauffer,  Häcklinger.
  415  Gemeindeglieder,  435  Schüler.)

Außenstationen:  Yebale,  Bonamatumbe,  Bonendale,
  Bomono,  Bwanjumba,  Bwelelo,  Bosedu,
Bonabweny,  Bonamateki,  Agwele,  Mongo,  Mbonjo,
Mpondo,  Muyuka,  Yoki,  Malembe,  Bakundu,  Bakake.

c.  Station  Mangamba.  Gegründet  1889.  (Missionare
  Antenrieth,  Keller,  Witwer,  Chapuis.
335  Gemeindeglieder,  300  Schüler.)

Außenstationen:  Besungkang,  Bwapaki,  Kunang,

  Bonaku,  Susa,  Koki,  Tiko,  Yabea,  Miang,

 

Ndula,  Vonangeng,  Bonanyamsi,  Bonandolo,  Baiseng,
  Bwene,  Mutimbilembe,  Bonjo,  Munjamusadi,
Boueko.

d.  Station  Lobethal.  Gegründet  1892.  (Missionare
  Scholten  mit  Frau,  Basedow  und  Hermann.
  260  Gemeindeglieder,  232  Schiüler.)

Außenstationen:  Mulongo,  Manje,  Mongomanjon,
  Mulimba-Jeru,  Bongo,  Ndogotunda,  Boloy,
Eumba,  Yavi,  Edie,  Wogombwang,  Nyasuku.

C.  Station  Victoria-Buca.  Gegründet  1886.
(Missionare  G.  Bizer  mit  Frau,  Schmid  mit  Frau,
Gonser  und  Göhring.  71  Gemeindeglieder,  31

Schiüler.)

Außenstationen:  Bota,  Bonabile,  Dikolo,  Bonamateke,
  Boana.

2.  Baptistenmission  Kamerun:
2  Hauptstationen,  25  Nebenstationen.
        <pb n="629" />
        —

3.  Boeard  of  Foreign  Mission  ol  the
Presbyterian  Church  ol  U.  S.  (52  Fifth
Avenne,  New-York.)

1.  Station  Batanga.  Gegründet  im  Jahre
1875.  (Missionare  Rev.  G.  A.  Godduhn  mit  Frau,
Rev.  W.  C.  Gauet  mit  Frau,  Dr.  C.  J.  Laffin,
Mr.  O.  Noberts  mit  Frau,  Rev.  H.  W.  Schnat,
Mr.  E.  A.  Ford,  Frl.  J.  A.  Nassau  und  Frl.  L.
A.  Babe.)

Außenstationen:  3.

Eingeborene  Arbeiter:  1  Prediger,  1  Predigtgehilfe,
  10  Lehrer.

2.  Station  Efulen;  seit  1893.  Missionsarbeiter
Dr.  S.  F.  Johnson  mit  Frau  und  Rev.  M.  Fraser.

3.  Station  Ebolewo'e.  Missionsarbeiter  Mr.
M.  H.  Kerr.  Weitere  Arbeiter  sind  dahin  bestimmt.


Zahl  der  Christen:  326  (1.  Januar  1895.)

C.  Uogo.

1.  Norddeutsche  Missionsgesellschaft  in
Bremen.  (Missionsinspektor  D.  theol.  Zahn  in
Bremen.)

a.  Station  Ho.  (Missionare  Spieth,  Fies,
Diehl,  Freiburger,  Müller,  Frau  Spieth,
Frau  Fies,  Frau  Kuüsli,  Frl.  Tolch,  Frl.  Diehl.)

Außenstationen:  Kpengoe,  Akovievhe,  Mats
Abutia,  Abnadi,  Waya,  Nyarhhe  Ag-  he.  Malse,

b.  Station  Amedschovhe.  (Missionare  Seeger,
Bürgi,  Schroeder,  Holzäpfel,  Beck,  Frau
Seeger,  Frau  Bürgi.)

Außenstationen:  Leklebi,  Amfoe,  Wodze.

Zur  Hauptstation  Keta,  die  im  englischen  Gebiete
  liegt,  gehören  die  im  deutschen  Gebiet  liegenden
  Außenstationen  Tove  und  Lome.

Zu  der  Hauptstation  Ho  mit  den  obengenannten
7  Hauptstationen  gehören:

431  Christen,  196  Schüler,  8  Schulen.

Zu  Amedschovhe
  mit  3
Anßenstationen

Zu  den  beiden
  deutschen
Außenstationen
des  Keta-Distrikts


—

92

2

44  -  39

Summa  667  Christen,  330  Schüler,  12  Schulen.

In  deutschem  Gebiet  wirken  außer  den  10  europäischen

  Missionaren,  von  denen  4  verheirathet  sind,

und  3  curopäische  Frauenarbeiterinnen,  20  eingeborene
  Gehülfen.

2.  Basler  Missionsgesellschaft.  (Missionsinspektor
  Oehler  in  Basel.)

3

 

 

 

Eine  Station  hat  die  Basler  Missionsgesellschaft
im  Togo-Gebiet  bis  jetzt  noch  nicht,  dagegen
folgende  Missionsplätze  (Außenstationen  von  der  auf
englischem  Gebiet  gelegenen  Station  Amun):  Vakpo,
Amfoe,  Kpando,  Ntschumuru,  Worawora,  Gyeasekang
und  Guamang,  mit  zusammen  111  Gemeindegliedern
und  62  Schülern.

Missionare  Mischlich  und  Clerk.

3.  Weslyanische  Mission  (Wesleyan  Mlission
  Socicty):

Stationen:  Klein-Popo,  Gridgi,  Porto  Seguro,
Lome.  (Missionar  Ulrich.  Eingeborene  Prediger:  2.
Eingeborene  Evangelisten  und  Lehrer:  6.  6  Kapellen
bezw.  Predigtplätze,  154  Gemeindemitglieder.  Mitglieder
  unter  20  Jahren  259,  Besucher  der  Gottesdienste
  610.  5  Schulen.  Schüler  455.)

D.  Deutsch-Südwestafrika.

1.  Rheinische  Missionsgesellschaft  (Missionshaus
  in  Barmen).  Missionsinspektor  Dr.
Schreiber.

a.  Station  Oniha-Gamb.  (Missionar  Kremer.)

b.  Station  Franzfontein  Ombombo.  (Missionar
  Riechmann.)  Filiale  Otyombnima.  373  Gemeindemitglieder.


.  Station  Otyozondjupa.  (Missionar  Eich.)
Filiale  Otjiuaronga.  90  Gemeindemitglieder.

d.  Station  Omburo.  (Missionar  Bernsmann.)
Filialen:  ac)  Otyombonde,  )  Otyosembona.  123  Gemeindemitglieder.


e.  Station  Omaruru.  (Missionar  Dannert.)
ca.  420  Gemeindemitglieder.

l.  Station  Okombahe.  (Missionar  Schaar.)
345  Gemeindemitglieder.

g.  Station  Otyihanena.
36  Gemeindemitglieder.

h.  Station  Otyosasu.  (Missionar  Irle.)  Filialen
Okatumba  und  Oviombo.  420  Gemeindemitglieder.

i.  Station  Okahand  ja.  (Missionare  Viehe  und
Möller.)  Filialen  Osona,  Otyikango,  Otyizeva.  812
Gemeindemitglieder.

k.  Station  Otyimbinguec.  (Missionare  Frerk,
Meyer  und  Joh.  Olpp.)  725  Gemeindemitglieder.

I.  Die  zur  Station  Walfischbai  (Missionar
Böhm)  gehörige  Filiale  Scheppmansdorf.

m.  Station  Rehobot.  (Missionar  Heidmann.)
950  Gemeindemitglieder.

n.  Station  Ho  achanas.  (Missionar  Judt.)  50
Gemeindemitglieder.

o.  Station  Gokkas.  (Missionar  Albath.)  265
Gemeindemitglieder.

p.  Station  Gibeon.  (Missionar  Schroeder.)

(Missionar  Lang.)
        <pb n="630" />
        q.  Station  Berseba.  (Missionar  Hegner.)  1001
Gemeindemitglieder.

x.  Station  Bethanien.  (Missionar  Heinrichs.)
Filiale  Grootfontein.  1062  Gemeindemitglieder.

s.  Station  Keetmanshoop.  (Missionar  Fenchel.)
  Filiale  Khoes.  883  Gemeindemitglieder.

t.  Station  Rietfontein.  (Missionar  Pabst.)
421  Gemeindemitglieder.

u.  Station  Warmbad.  (Missionare  Wandres
und  Kronsbein.)  611  Gemeindemitglieder.

v.  Station  Omupanda.  (Missionar  Wulfhorst.)
35  Gemeindemitglieder.

w.  Station  Ondjiva.  (Missionar  Stahlhut.)

Außerdem  für  Groß=  und  Klein-Windhoek  ein
Prediger.  (Pastor  und  Missionar  Siebe.)

Bemerkungen:  Insgesammt  also  einschl.  Windhoek
23  Stationen  und  12  Filialen  mit  26  Missionaren.

2.  Finnische  Missionsgesellschaft.
a.  Station  Ulnkonda.  (Missionar
tanen.)
b.  Station  Onipa.  (Missionar  Savola.)
c.  Station  Ondangua.  (Missionar
tinen.)

Rau-Pet-


  Raiser  wilhelmsland,  Bismarck-Archipel  und
Marshall-Inseln.
1.  Rheinische  Missionsgesellschaft
Barmen.

a.  Station  Bogadjim  bei  Stefansort  in  Kaiser
Wilhelmgland  (Missionare  Hanke,  Hoffmann
und  Dassel).

b.  Station  Siar  auf  Aly  (Missionar  Bergmann,
  Dr.  Frobenius  und  Helmich).
Insgesammt  6  Missionare,  darunter  1  Arzt.

in

2.  Neuendettelsauer  lutherische  Missionsgesellschaft
  (Missionsinspektor  Deinzer  in
Neuendettelsan):

Station  Simbang  (Missionare  Vetter,
Pfalzer  und  Hoh  und  eine  Missionsgehülfin).

.  Station  Wonam  auf  den  Tami-Inseln  (Missionar
  Fremel  und  Frau,  gegenwärtig  beurlaubt,
  und  Missionar  Bamler).

Station  auf  dem  Sattelberg  (Missionar
Flierl  mit  Frau  und  Missionar  Decker).
Insgesammt  7  Missionare.

S

S

S

3.  Australisch-Weslyanische  Missionsgesellschaft:



a.  Hauptstation  Port  Hunter  (Missionar  William
  Brown).

4

 

b.  Station  Raluana  (Missionar  Chambers).
c.  Station  Kabakada  (Missionar  Crumy).
Im  Ganzen  3  Missionare  und  68  farbige  Gehülfen
  (teachers)  auf  51  Stationen.

Raluana  Kabalada

Hu  -*½7

Gemeinden  18  20  13
Eingeborene  Prediger

(Pastoren  2  1  —
Eingeborene  andere

Gehülfen  60  34  22
Gemeindeglieder.  505  180  156
Probegemeindeglieder  168  36  80
Katechumenen  133  20  22
Tagesschulen  19  20  13
Leheer  19  23  13
Schüler  956  333  260
Besucher  des  Gottesdienstes

  2556  2415  1090

4.  Melanesische  Missionsgesellschaft  (Melanesian
  AMission):

1.  Hauptstation  Sepi  auf  der  Insel  Mabel
(Eingeborner  Missionar  Gorovaka).

Nebenstationen:  Doveli,  Pirihadi,  Bupa,
Vulavu,  Vahoria,  Reisapa,  Mavealu,  Pahna
und  Kolona.

Missionssuperintendent  für  PMabel  ist  der  in
Siota  (Florida-Inseln)  wohnende  Missionar  Dr.  med.
Weldmanz;  er  hält  sich  jedes  Jahr  mindestens  drei
Monate  in  Mabel  auf.  Unter  seiner  Aussicht  stehen
der  eingeborene  Missionar  Gorovaka  und  18  eingeborene
  Lehrer.

Sämmtliche  zehn  Stationen  liegen  in  der  Landschaft
  Bugotu.

5.  Bostoner  Missionsgesellschaft  (Amecrican
  Board  ol  Commissioners  lor  Foreign
Missions):

Stationen  im  Marshall-Archipel:  Jalnit,

Ebon,  Namorik,  Ailinglapp,  Namo,  Ujae,
Lae,  Kwadjeline,  Mille,  Mejuro,  Arno,
Malwonlap,  Aur  und  Mesit.

12  ordinirte  eingeborene  Geistliche  und  10  eingeborene
  Lehrer.

Missionssuperintendent  für  die  Marshall-Inseln
ist  der  auf  der  Karolinen-  Insel  Kusaic  wohnende
Missionar  Dr.  med.  Rife,  welcher  jährlich  ein=  bis
zweimal  sämmtliche  Inselstationen  besucht.  Unter  seiner
Leitung  steht  das  Marshall-Missionsseminar  in  Kusaie;
ebenda  befindet  sich  das  Töchterinstitut  für  Marshall-Insulanerinnen
  unter  Leitung  zweier  amerikanischer
Missionslehrerinnen.
        <pb n="631" />
        Ou

II.  Katholische  Missionen  in  den  deutscheu  Schutzgebieten.

A.  Deutsch=  Ostafrika.

1.  Apostolisches  Vikariat  Nord-Sansibar.
(Väter  vom  h.  Geist.)

Deutsches  Missionshaus  in  Krechtsteden

Horrem-Dormagen,  Rheinprovinz:  Provinzial  P.

Acker,  4  Patres  (Priester),  3  Laienbrüder,  20  Zöglinge.


1.  Hauptstation  Bagamoyo:  Vorsteher  P.

Stephan  Baur,  3  Patres  (Priester),  10  Laiender



brüder,  12  Schwestern,  Schule,  Waisenhaus,  Werkstätten,
  Plantagen,  Ackerbauschule,  Hospital,  Asyl  für

Aussätzige;  im  Ganzen  690  Christen,  davon  in  den
Werkstätten  und  in  den  Schulen  200  Knaben  und
225  Mädchen;  die  übrigen  Christen  sind  in  neun
Därfern  angesiedelt.

2.  Station  Mhonda:  2  Patres,  1  Bruder,
2  Katecheten,  635  Christen,  davon  75  Knaben  im

Erziehungshause  der  Mission,  die  übrigen  in  10

Dörfern.
3.  Station  Mandera:  2  Patres,  1  Bruder,

2  Katecheten,  320  Christen,  107  Kinder  in  der

Mission,  die  übrigen  in  4  Dörfern.
4.  Station  Mrogoro:  2  Patres,  1  Bruder,

3  Katecheten,  734  Christen,  257  Kinder  in  der

Mission,  die  übrigen  auf  12  Dörfer  vertheilt.

5.  Station  Tununguo:  2  Patres,  1  Bruder,
2  Katecheten,  473  Christen,  70  Kinder  in  der
Mission,  114  christliche  Familien  in  4  Dörfern.

6.  Station  La  Longa:  2  Patres,  1  Bruder,
3  Katecheten,  556  Christen,  219  Kinder  in  den
Schulen  und  Werkstätten  der  Mission;  die  übrigen
vertheilt  auf  19  Dörfer.

7.  Kilema  am  Kilimandjaro::  Patres,  1  Bruder,
1  Katechet,  64  Kinder  in  der  Missionsschule,  2
christliche  Dörfer.

8.  Kiboscho  am  Kilimandjaro:  2  Patres,  1

Bruder,  1  Katechet,  78  Christen,  Schule  mit

18  Kindern.

9.  Tanga:  1  Priester,  1  Bruder.  Der  Priester
hat  die  Seelsorge  für  die  in  Tanga  und  Umgebung
wohnenden  Katholiken;  Schule  mit  10  Kindern.

haus  St.  Ottilien,  Post  Türkenfeld,
bei

2.  Apostolische  Präfektur  Süd-Sansibar.
schaft,  Mutter-Oberbayern.


1.  St.  Joseph  in  Dar-es-Sälam:  iti
Seelsorger  und  Prokurator  R.  D.  Siig  Bosiiun,
bauer,  1  Laienbruder.

2.  St.  Maria  in  Dar-es-Saläm:  Kloster
St.  Benediktus-Missionsschwestern.  Oberin
Schwester  M.  Juliana  Petz;  12  Schwestern,  1  Mädchenschule,
  Waisenhaus,  Asyl  für  alte  Frauen,  Hospital
  für  die  Farbigen.
.St.  Maurus  zu  Kulazini  bei  Dar-es-Saläm.
  Männerkloster,  2  Priester  (K.  P.  Maurus
Hartmann,  apostolischer  Präfekt  und  R.  P.  Johannes
Haefliger)  5  Laienbrüder,  1  Knabenschulc,  Waisenhaus,
  Werkstätten,  2  christliche  Dörschen.

4.  St.  Peter  und  Paul  zu  Lukuledi:
2  Priester  (R.  I.  Basilins  Ferstl,  R.  P.  Antonius
Rudl),  2  Laienbrüder,  2  Knabenschulen,  fchristliches
  Dorf.

5.  St.  Agnes  zu  Lukuledi:  3  Missionsschwestern,
  1  Kinderasyl.

St.  5  DiOg:  #u

3.  Apostolische  Vikariate:  1.  Viktoria=  (Süd)
Nyanza,  2.  Unyanyembe,  3.  Tanganyika.
Missionsgesellschaft  der  weißen  Bäter;  Missionshaus
  zu  Trier  und  Marienthal  (Luxemburg):
Superior  in  Trier:  I·.  Pfeffermann.
1.  Apostolisches  Vikariat  Viktoria-Nyanza:

Apostolischer  Vikar:  Bischof  Hirth.

i

Die  vorstehenden  Stationen  von  2  bis  8  haben

alle  wie  Bagamoyo  Waisenhaus,  Schule,  Werk—
stätten,  Ackerbauschule,  Kirche  oder  Kapelle.

Die  Station  der  Väter  vom  h.  Geist  auf  der

Insel  Sansibar  zählt  1  Bischof,  4  Patres,  5  Brüder,
124  Kinder,  10  Schwestern  für  Schule  und  Krankenpflege.

  Kirche,  Hospital,  Buchdruckerei  und  Prokura

dienen  fast  ausschließlich  für  das  deutsche  Gebiet  an

der  Küste  und  im  Innern.

Stationen:

a)  Bukumbi  oder  Kamoga  in  Bukumbi:  Msgr.
Hirth,  2  Patres,  2  Brüder,  Erziehungshaus,
Kapelle,  Missionshaus.

5)  Nyegezi  wird  von  Bukumbi  aus  versehen.

7)  Marienberg  bei  Bukoba:  2  Patres  (van
Thiel  und  Thuet),  1  Bruder.

)  Ncuwied  auf  der  Insel  Ukereme:  3  Patres
1  Bruder.

2.  Apostolisches  Vikariat  Unyan  yembe.
Stationen:

a)  Ushirombo  (Girombo):  1  gpostolischer  Provikar.
  3  Patres,  2  Prillanoftlhcher  Ve,
Missionshäuser  für  Missionare  und  Schwestern,
Erziehungshaus  für  Knaben  und  Mädchen.

6)  Mssalala  (St.  Michael):  3  Patres,  1  Bruder.

7)  Ndala:  2  Patres,  1  Bruder.

)  Kipalapala  bei  Tabora:  zur  Zeit  unbesetzt.
        <pb n="632" />
        3.  Apostolisches  Vikariat  Tanganyika,  apostolischer
  Vikar:  Bischof  Lechaptois.
Stationen:  I
a)  Hauptstation  Karema:  3  Patres,  2  Brüder,  I
4  Schwestern.  Erziehungshaus  für  Knaben
und  Mädchen.
8)  Ufipa:  2  Patres,  1  Bruder.  3
7)  Kala:  2  Patres,  1  Bruder.  1

B.  Ramerun.  „
Apostolische  Präfektur  Kamerun.

Missionsgenossenschaft  der  Pallotiner,  Missionshaus
  in  Limburg  a.  d.  Lahn;  Superior  Max  Kugelmann.


1.  Station  Kribi:  apostolischer  Präfekt  P.  Vieter
und  P.  König,  4  Laienbrüder,  2  Schpwestern;
Kirche,  Schule,  Brüder=  und  Schwesternhaus.  Erziehungshaus
  mit  etwa  80  Kindern.

Außerdem  Missionsschule  im  Dorfe  Buamba  in
der  Nähe  von  Kribi  mit  40  Kindern.

2.  Station  Marienberg  am  Sannaga:  2
Priester,  P.  Walter  und  P.  Eckmann,  F  April  1896,
4  Laienbrüder,  2  Schwestern.  Kirche,  Schule,
Brüder=  und  Schwesternhaus.  Erziehungshaus  mit
etwa  80  Kindern.

Außerdem  Schulen,  die  von  der  Mission  aus
versehen  werden,  in  folgenden  Dörfern:  Pungo,
Gungo,  Janjetown,  Javi,  Tocotundo,  Rdokobwam,
Tongo,  Tocotown,  Banjetown  mit  ungefähr  500
Kindern.  "/

3.  Station  Edea:  D.  Ludwig,  2  Brüder,
Kirche,  Schule  und  Schwesternhaus.  Erziehungshaus
mit  etwa  40  bis  50  Kindern.

4.  Station  Engelberg,  auf  dem  Kamerungebirge:
  2  Patres  (P.  Müller  und  P.  Breintner),
4  Laienbrüder,  Kirche,  Schule,  Brüder=  und  Schwesternhaus,
  Erziehungshaus  mit  etwa  25  Kindern.

C.  Togo.
Apostolische  Präfektur  Togo.
Missionsgesellschaft  des  göttlichen  Wortes  (Steyler
Mission).  P.  Hermann  Bücking,  apostolischer  Präsekt.
  Fünf  Hauptstationen.

1.  Lome:  P.  Ph.  Hoffmann  mit  den  Brüdern
Thomas  und  Adalbert.
2.  Adjido:  Administrator  P.  M.  Dier,  P.  Aug.

 

Arandt  und  die  Brüder  Emanuel,  Jacobus
und  Eligins.

Gedruckt  in  der  Königl.  Hofbuchdruckerci  von  C.  e

3.  Togo  (Stadt):  P.  Adalbert  Heinlein  und

Bruder  Ambrosius.

.  Agbedrafo  (Porto  Seguro):  P.  G.  Anselmann
  und  Bruder  Johannes.

.  Ancho  (Klein-Popo):  P.  G.  Altemöller  und
P.  Franz  Müller  mit  Bruder  Norbertus.

Nebenstationen,  wo  kein  Priester,  wohl  aber  eine
Schule  ist,  sind:

1.  Adjovikophe,  2.  Akeppe,  3.  Aguewe,
4.  Bagida,  5.  Zwischen  Amutive  und  Bedvi,
für  beide  Orte  bestimmt,  6.  Degbenu,  7.  Gum-Kophe.


Die  ersten  fünf  Nebenstationen  werden  von  Lome
aus  verwaltet,  Degbenn  von  Adjido,  Gum-Kophe
von  Agbedrafo  aus.

An  sämmtlichen  Stationen  sind  Schulen  errichtet,
in  Lome  und  Agbedrafo  wurde  neuerdings  auch  eine
Schule  für  Mädchen  eröffnet.  In  allen  Schulen
wird  Unterricht  ertheilt  im  Deutschen,  Englischen
und  in  den  gewöhnlichen  Gegenständen  der  Elementarschule.
  Die  Gesammtzahl  der  Schüler  in  vierzehn
Schulen  beträgt  484.  Schwarzes  Lehrpersonal:
16  Lehrer  und  2  Lehrerinnen.

Getaufte  noch  lebende  katholische  Christen  618.
Für  das  Jahr  1895  vertheilen  sich  die  Taufen,  wie
folgt:  a.  Erwachsene  169,  D.  Christenkinder  85,
P.  Heidenkinder  in  Todesgefahr  228,  Taufen  zusammen
  482.

¶

D.  Bismarck-Archipel.
Apostolisches  Vikariat  Neu-Pommern.
Missionen  vom  h.  Herzen  Jesu;  deutsches

Missionshaus  in  Salzburg  und  Antwerpen.

1.  Hauptstation  Kinigunan  (Vuna  Povpe):
Bischof  Conppé,  4  Patres  (Priester),  10  Brüder,
6  Schwestern,  Kapelle,  Schule,  Haus  für  die  Missionare,
  Haus  für  die  Schwestern,  Erziehungshaus  für
84  Knaben,  ebenso  für  61  Mädchen.

2.  Station  Vlavolo:  Kapelle,  Schule,  Schwesternhaus,
  Erziehungshaus  für  20  Mädchen,  1  Priester,
1  Bruder,  3  Schwestern.

3.  Station  Malagunan,  1  Priester,  1  Bruder.

4.  Station  Takubar  oder  Villa  Maria:
1  Priester,  1  Bruder.

5.  Station  Takambur,  in  der  Nähe  der
Station  Kinigunan:  wird  noch  von  den  Missionaren
von  Kinigunan  mitversehen.

Im  Ganzen:  1  Bischof,  7  Priester,  13  Brüder,
9  Schwestern.

Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Berlin  S,  Kochstraße  8—71.
        <pb n="633" />
        Deutsches  Kolonialblatt.

Amtsblatt  für  die  Schutzgebiete  des  Deutschen  Reichs.

herausgegeben  in  der  Kolonial,Abtheilung  des  Auswärligen  Imts.

 

um  zergmoriim  I.  Sotenber  1906  unmer  17.

Dieie  Zeitschrift  ericheint  in  der  Regel  am  1.  und  15.  jedes  Monats.  Derselben  werden  als  Beiheste  beigejügt  die  mindestens  einmal  vierteljährlich
scheinend  Mittheil  von  F.  «  i  lon  und  Golehrten  aus  deutschen  Schutzgebioten“,  horausgegoben  von  Dr.  Freiherr.

 

v.  Danckelman.  Der  vierteljährliche  Abonnementspreis  jür  das  Kolonialblatt  mit  den  Beiheiten  beträgt  beim  Bezuge  durch  die  Post  und  die
Buchhandlungen  Mk.  5  drel  nter  Streifband  durch  die  Verlagsbuchhandlung  Mk.  3,50  für  Deutschland  und  Oesterreich  Ungarn,  Wl.  3.75  jür

ie  Länder  des  Weltpostvereina.  —  Einfendungen  und  Anfragen  sind  an  die  Königliche  Hosbuchhandlung  von  Erust  Sicpfried  Mittler
und  Sohn,  Berlin  SW  12,  Kochstraße  68—71,  zu  richten.  (Eingetragen  in  der  Zeitungs-Preisliste  für  1800  unter  Nr.  1916.)

 

Inhalt:  Amtlicher  Theil:  Allerhöchste  Verordnung,  betresfend  die  Bearbeiung  sämmtlicher  Angelegenheiten  der
Schutztruppen  durch  die  Kolonial-Abtheilung  S.  551.  —  Gouvernementsbefehl  des  Kaiserlichen  Gouverneurs  von
Deutsch-Ostafrika,  betreffend  das  Uniformtragen  der  Civilbeamten  S.  551.  —  Runderlaß  des  Kaiserlichen  Gouverneurs
  von  Deutsch-Ostafrika,  betressend  die  Bekämpfung  der  llemilein  vastatrix  S.  552.  —  Statistik  der  im
Kalenderjahre  1895  in  das  Kamerungebiet  eingeführten  bezw.  von  dort  ausgeführten  Waaren  S.  552.  —
Personalien  S.  554.  4  4

Nichtamtlicher  Theil:  Personal-Nachrichten  S.  554.  —  Deutsch-Ostafrika:  Ueber  die  Ansiedelung  der
Mbarnkleute  S.  554.  —  Landwirhhschaftliches  S.  555.  —  Kamerun:  Ueber  die  Expedition  im  Yaündelande

S.  5  us  dem  Bereiche  der  Missionen  und  der  Antisklaverei-Bewegung  S.  559.  —  Aus
fremden  Kolonien:  Handel  Dalars  (Senegambien)  im  Jahre  1895  S.  561.  —  Verschiedene  Mittheilungen:
  Handel  Bloemfonteins  im  Jahre  1895  S.  561.—  Chinesische  Einwanderung  in  Singapore  im  Jahre  1895

S.  562.  —  Litteratur  S.  564.  —  Litteratur-Verzeichuiß  S.  564.  —  Schiffsbewegungen  S.  564.  —  Verkehrs-=Nachrichten
  S.  565.  —  Anzeigen.

Amtlicher  Theil.

Gesehe;  Perordnungen  der  Reichsbehöürden.

Ri  Ihren  Vortrag  bestimme  Ich  in  Ergänzung  Meiner  Verordnung  vom  12.  Dezember  1894,
daß  das  Auswärtige  Amt,  Kolonial-Abtheilung,  für  die  Bearbeitung  der  sämmtlichen  Angelegenheiten  der
Schutztruppen  im  Sinne  dieser  Verordnung  zuständig  sein  soll.

Neues  Palais,  den  20.  August  1896.

(L.  S.)  Wilhelm  I.  R.
Fürst  zu  Hohenlohe.
An  den  Reichskanzler  (Auswärtiges  Amt).

 

 

Derordnungen  und  Witkkheilungen  der  Behürden  in  den  Schucgebieken.

Gouvernementsbefehl  des  Kaiserlichen  Gonverneurs  von  Deutsch-Ostafrika,
betreffend  das  Uniformtragen  der  Eivilbeamten.

Von  den  Civilbeamten  des  Schutzgebietes  wird  in  Zukunft  ein  Uniformtragen  im  Allgemeinen
nicht  mehr  erfordert.  Es  erscheint  vielmehr  wünschenswerth,  daß  die  Civilbeamten  sich  nicht  mehr  durch
häufiges  Uniformtragen  von  den  deutschen  Kaufleuten,  Pflanzern,  Reisenden  rc.,  mit  denen  sie  täglich  dienstlich
und  außerdienstlich  in  Berührung  kommen,  äußerlich  unterscheiden.

Die  Uniform  der  Civilbeamten  ist  daher  von  denselben  im  Allgemeinen  nur  dann  anzulegen,  wenn
auch  in  der  Heimath  bei  besonders  festlichen  Gelegenheiten,  wie  beim  Geburtstage  Seiner  Majestät  des
Kaisers,  das  Tragen  von  Unisormen  durch  Civilbeamte  üblich  ist,  oder  wenn  bei  besonders  feierlichen
Gelegenheiten  seitens  des  Gouverneurs  die  Anlegung  der  Uniform  befohlen  und  die  Art  derselben
angeordnet  wird.
        <pb n="634" />
        —  552  —

Hiervon  abweichend  wird  jedoch  bestimmt,  daß  der  Bezirksamtmann  bezw.  dessen  Stellvertreter
beim  öffentlichen  regelmäßigen  Schauri  und  die  Zollbeamten  im  äußeren  Dienst  Uniform  anzulegen  haben.

Auch  ist  nichts  dagegen  einzuwenden,  daß  Civilbeamte  auf  Expeditionen  ins  Innere,  um  sie  den
Eingeborenen  gegenüber  als  Serkalbeamte  kenntlich  zu  machen,  Uniform  tragen.

Dar-es-Saläm,  den  7.  Juni  1896.

Der  Kaiserliche  Gonverneur.
In  Vertretung:
(L.  S.)  gcz.  v.  Bennigsen.

Nunderlaß  des  Kaiserlichen  Gonverneurs  von  Deutsch-Ostafrika  an  sämmtliche
Bezirksämter,  das  Bezirksnebenamt  Saadani,  die  Station  Lindi,  die  Hauptzollämter,
  Zolldirektion  und  Kulturabtheilung.

Den  Behörden  lasse  ich  in  der  Anlage  eine  die  Verordnung  vom  31.  August  v.  Is.,  betreffend
die  Belämpfung  der  Ilemilein#  vastatris,  aufhebende  Verordnung  vom  heutigen  Tage  ergebenst  zugehen.

Die  Bezirksämter,  das  Bezirksnebenamt  Saadani  und  die  Station  Lindi  ersuche  ich,  die  Interessenten
  von  dem  Inkrafttreten  der  neuen  Verordnung  umgehend  zu  benachrichtigen  und  letztere  selbst  in
gleicher  Weise  wie  früher  bekannt  zu  machen.

Dar-es-Saläm,  den  26.  Juni  1896.

Der  Kaiserliche  Gouverneur.
In  Vertretung:
(L.  S.)  gez.  v.  Bennigsen.

Verordunng,  betreffend  Aufhebung  der  Verordumng  vom  31.  Angust  1895  zur  Bekämpfung  der
lHemilein  vastatrik.

§  1.

Die  Verordnung  vom  31.  August  1895  wird  aufgehoben.
82.

Diese  Verordnung  tritt  mit  dem  heutigen  Tage  in  Kraft.

Dar-es-Saläm,  den  26.  Juni  1896.
Der  Kaiserliche  Gouverneur.
In  Vertretung:
(L.  S.)  gez.  v.  Bennigsen.

Statistik  der  im  Kalenderjahre  1895  in  das  Kamernn-Gebiet  eingeführten  bezw.
von  dort  ausgeführten  Waaren.
Ansfuhr  a  aus  s  Kamernu:

 

 

 

 

 

Bezeichnung  der  gamerun=  Vezirk  Victoria=  !  Zusammen
Werth  erth  »  Werth

Ausfuhrartikel  Menge  Mk.  Menge  Ml.  Menge  Mr.
Palmötl..  ...  .  .  12652  233  Uter  806  966779  160  *  231  29883431  403  Liter  1  v3  266
Palmkere  65388  850  kg  1013  868585  9  108  425|5974  757  kr  1122
Gummi  elastiin  346  *  1034  997  -  17  805  33  502  --  1102  253
Elsenben  *  5162506  70810334  569000
Ebenhols  .  23  561  4560  510  451  64  569  534  012  „  6  129
Mahagoniholz  .  40  790  3097  –  10  700  307
Tabaky  "  500%%5  171550%41  18  110
Kakao“  .........  1592-  1169140381-  125862141973  127  031
Kasseee  —  —  900-  1580  goo-Erdnüsse
  100  80  —  —  100  80
Kolanüsse.  .......  2724  =  2099  9223  9220  11  917.  11  319
Kokosnüssse  91.  40  —  —  91  40

 

 

 

Zusammen  n  4089  843
        <pb n="635" />
        b.  Eiufuhr  nach  Kamerun:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kamerun-Bezirk  Victoria-Bezirk  Zusammen
Waarengattung
Werth  Werth  Werth
Menge  Mk.  Menge  Mr.  Menge  Al.
I

Rum,  Genever  und  Spiritus  1007  702  Liter  602  890  368  657  Liter  174  600  376359  Liter777490
Li  22713  =  30  590  3784-  5  141  -  35  731
Feuerwassen.  6227  Stück  89  501  6  Stück,  4  6  233  Stück  89  906
Pulver  170  964  kg  171  726  9988  kg  10  882  180  952  kg  182  608
Salz  2729  680  =  305  725  119  175  120012  848  855  =  317  726
Reis  809  907  182229  140  707  =  32  050  950  614  214279
Tabak  .  105  191  184  075  40  036  =  364  145  227  240  439
Gewebe,  wnnen  232  318  086  48  785  224  261  281  103  1  310  849
Vlei  und  Bleiwaaren  1  670  759  2994  14920  4  664  2249
Justenbinderaren  .  343  819  04  1  447  1  002
Droguen  und  Farben  46  380  31  871  042  3221232422  35  083
Eisen  und  Eisenwagren  444  819  207  331  115  525  55  8108  560344  263  146
Flachs-,  Hanf=  u.  dgl.  Gespinnste  31981  7  598  2702  2  818  6  683  10  416
Getreide  und  sonstige  Erzeugnisse

des  Landbaue  45  106  14004  3904  1337  40  010  15  341
Glaswaaren  ug  Porz  ell—  52  646  87  518  1402  54  108  89398
Bau=  und  Nutzholz,  oet  Hz2  a

waaren.  1  288  684  261  962  59  012  23  650  1347  696  285  612
Justrumente  und  Maschinen  7  758  16  033  1127  21  8  885  18  153
Kautschuk-(Gummiz-)  Waaren  202  1466  36  147  238  1  613
Kupfer=  und  Messingwaaren  18346  27  848  6  008  6623  24  354  34  471
Leder  und  Lederwaaren.  1571  10  300  365  1745  1936  12  045
Gold=  und  Silberwaaren  32  3681  —  —  32  3681
Hüte  und  *“  9612  52  538  786  4  667  10  398  57205
Kurzwaa  .  9  858  22  042  1022  4788  0880  26  830
Leinen-  5.  Seilerwaaren  72521  48  986  9  141  5  685  81  662  54  671
Litterarische  u.  Kunstgegenstände  3  799  12  021  377  1.050  4176  13  071
Cigarren  1134  9  55  82  480  1216  11  033
Bier  121979  70  355  19032  1088144011  81  236
Wein  .  27  417  46  803  6  829  8574  34246  55  377
Mineralwasser  .  47514  39  407  5267  2811  52  781  42218
Sonst.  bertehrungsgegenstne.

Materialwaaren  2c.  645  799  434  035  75532  71  644  721  331  505  679
Oele,  Fette,  Li  15  853  12  455  992  1202  16  345  13  657
Papier  und  giapierwoven  .  2219  6474  3  758  1  739  5  977  6213
Petroleim  .  53  602  18  414  10  076  v  2913  63  678.  21  327
Seife  und  Zorsimerien  .  117  942  45  432  10  1  3658  128  523  490900
Steinwaa  .  12373  „  3  033  775  624  13  148  3  057
Stroh=  und  #aitvnaren  .  75  84  1803  1674  1878  1  758
Theer  und  Pech.  .  20719  3223  6410  1  442  27  129  4665
Steinkohlen  1243  818  63  011  —  I  —  1243  848  63  011
Thonwaaren.  16  8411  8  383  2353  1  2294  19  194  10  677
Thiere  und  Aberiche  rodute  2298  4236  —  2298=  4236
Cement,  296  896  22  754  88  298  =  6  510  385  194  29264
Wnschs  ,  Zum  und  Bint  l  »  ·

waaren  63  291  201804  56814  1  756  68  905  26  560
Uhren  129  3  593  —  —  129  3  593
Möbel,  Lauohaltungs-  und

Schiseinventriengegenfuide  39  81  74219  229  248  40046  1467
Munition  .  12  672  1.  10  295  126  429  12  798  »  10  721
Neise-  znd  Passagieressekten  4866  290911  453  2420  5319  298331
WMasferfahrzenge  neist  Iubehor  34  951  33086  8  492  35  319  53  57
Wolln  .  10  250  —  —  10  25
Genun#en  Geld  —  389  700  —  37  500  —  427200
Verschiedenes  6184  .  33  896  584  1  1  480  67668  35376

Zusammen  5658  192
        <pb n="636" />
        —  554  —

Perspnalien.
Seine  Majestät  der  Kaiser  haben  den  vortragenden  Rath  im  Reichs-Marine-Amt,  Geheimen
Admiralitätsrath  Ir.  Herz,  mit  der  Wahrnehmung  der  Auditeurgeschäste  bei  dem  Gericht  des  Oberkommandos
  der  Schutztruppen  Allerhöchst  zu  beanftragen  geruht.

Dem  ständigen  Hülfsarbeiter  in  der  Kolonial-Abtheilung  des  Auswärtigen  Amts  Vizekonsul
v.  Buri  ist  der  Charakter  als  Legationsrath  verliehen  worden.

 

Dem  Rechnungsbeamten  Seidlitz  und  dem  Bauleiter  Hentrich  bei  dem  Kaiserlichen  Gouvernement
  für  Deutsch-Ostafrika  ist  das  Militär-Ehrenzeichen  2.  Klasse  Allerhöchst  verliehen  worden.

 

VWVVVVVVVVVVVVVVVVVVyVyYVYVYVYVyTYyVYVYVFVVVWVVVTVVVVVVVVVVVVVVVVDVYTVVVYVVVVVVVV

Nichtamtlicher  Theil.

Perwnal-Machrichten.  Christaller  dem  dieses  Jahr  in  ganz  Westafrika
«  beinahe  epidemisch  auftretenden  Fieber  zum  Opfer
Deutsch  ·  Ostafrita.  gefallen.  Der  Verstorbene,  der  1863  als  Sohn  des

Der  frühere  Kompagnieführer  der  Kaiserlichen  bekannten  Missionars  geboren  war,  hat  1881  seine
Schutztruppe  Premierlientenant  a.  D.  v.  Elpons  erste  Lehrerprüfung  mit  bestem  Erfolge  bestanden
ist  behuss  Verwendung  als  kommissarischer  Bezirk“rz  und  war  dann  Lehrer  am  Missionshause  in  Basel.
amtmann  in  Langenburg  in  den  Kolonialdienst  über=  1886  trat  er  in  den  Reichsdienst,  um  in  Kamerunn,
nommen  worden  und  hat  die  Ausreise  nach  Ostafrika  wo  er  am  10.  Jannar  1887  eintraf,  eine  deutsche
angetreten.  Schule  anzulegen.

—  Er  hat  dort  mit  großem  Erfolge  gewirlt  und

Der  Premierlieutenant  a.  D.  v.  Bercken  ist  mit  sich  die  Liebe  der  Eingeborenen  wie  der  Europäer
dem  14.  August  d.  Is.  aus  der  Schutztruppe  für  erworben.  Mit  welchem  Fleiße  und  Ernste  er  seinen
Deutsch-Ostafrika  ausgeschleden.  Aufgaben  oblag,  davon  legen  eine  Reihe  werthvoller

—  Arbeiten  über  die  Duallasprache  (Schulfibel,  Gram-Der

  Feldwebel  Hartmann  ist  aus  der  Schutzz  matik  und  Wörterbuch)  Zeugniß  ab.  1895  wurde
truppe  für  Ostafrika  unter  Gewährung  der  gesetzlichen  ihm  in  Anerkennung  seiner  Verdienste  der  Titel
Pension  und  des  Civilversorgungsscheins  ausgeschieden.  Oberlehrer  verliehen.  Das  Schutzgebiet  und  die

4  smN*I  Kolonialverwaltung  haben  durch  das  Ableben

Der  Kassirer  beim  Kaiserlichen  Gonvernement  Christallers  einen  schweren  Verlust  ersahren.
Möller  scheidet  seiner  angegriffenen  Gesundheit
wegen  aus  dem  Kolonialdienst  aus.

Der  zur  Vertretung  des  Stationsleiters  Rom-Ramerun.
  berg  in  Campo  angenommene  Militäranwärter

Nach  einer  Drahtmeldung  aus  Kamerun  ist  der  Schwehm  und  der  Gärtner  Pietraß  treten  die
dortige  Oberlehrer  an  der  Regierungsschule  Theodor  Reise  nach  Kamerun  an.

 

Machrichten  aus  den  deuklschen  Schuhgebieken.

(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  theilweise  nur  mit  Quellenangabe  gestattet.)

Deutsch-Hlkafrika.  Heimath  zurück,  sassten  die  englische  Regierung  bis

.  auf  einige  Rädelsführer  hatte  Amnestie  eintreten  lassen.

:  Ueber  die  Ansiebelung  der  Ubarukleute  Ein  Theil  der  nach  Dar-zes-Saläm  gebrachten  Leute
berichtet  der  stellvertretende  Gouverneur  unter  dem  ging  in  das  Innere,  um  Handel,  insbesondere  auch
29.  Juli  d.  Is.  Folgendes:  mit  Kautschuk,  zu  betreiben;  ein  Theil  wanderte  über
Etwa  1000  Mbarukleute  waren  nach  und  nach  Land  wieder  nach  dem  englischen  Gebiete  zurück.
nach  Dar-es-Saläm  überführt  worden.  Der  Rest  Mbaruk  selbst  wurde  mit  etwa  400  seiner  Leute
derselben  blieb  in  Tanga  und  Umgegend,  um  dort  2½  Wegstunden  von  Dar-es-Saläm  in  der  neuen
zerstreut  bei  Plantagen-,  Wege=  und  Eisenbahnbau  durch  den  Bezirksamtmann  v.  Stranßz  angelegten
Arbeit  zu  thun,  oder  kehrte  truppweise  in  die  alte  !Ortschaft  „Mbaruksruhe“  angesiedelt.  Einc  weitere
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        Ansiedelung  von  etwa  300  Mann  ist  zur  Zeit  bei
der  alten  Ortschaft  Pugn,  zwei  Tagemärsche  von
Dar-es-Saläm,  im  Entstehen  begriffen.  Beide  Ansiedclungen
  liegen  unmittelbar  am  großen  Karawanenwege,

  der  in  den  letzten  Jahren  neu  hergestellten

Pugustraße,  der  alten  Mar  Kinnonstraßc,  und  bilden
in  dieser  menschenleeren  Gegend  einen  sehr  willkommenen
  Bevölkerungszuwachs.

Die  Mbarnkleute  sind  ein  sehr  ruhiges,  arbeitsames
  Völkchen.  Der  alte  Mbaruk  war  anfangs
schen  und  zurückhaltend,  hat  aber  jetzt,  wie  cs  scheint,
das  volllommenste  Vertrauen  zu  der  deutschen  Verwaltung
  gefaßt  und  kommt  den  von  den  Verwaltungsbehörden
  getroffenen  Anordnungen  bereitwilligst  mit
seinen  Leuten  nach.  Nahrung,  Kleidung  wird  in
ausreichendem  Maße  für  die  Leute,  die  als  Gegenleistung
  zu  Wegearbeiten  angehalten  werden,  bis  zur
nächsten  Ernte  gewährt.  Auch  sind  für  beide  Ansiedelungen
  Kühe,  Schafe,  Ziegen  zur  Zucht  beschafft,
und  wird  dafür  Sorge  getragen,  daß  die  nöthigen
Felder  geklärt  werden,  um  rechtzeitig  bestellt  werden
zu  können.

Der  Ort  „Mbarnksruhe“,  unmittelbar  an  der
von  den  Mbarukleuten  sehr  schön  in  Ordnung  gebrachten
  Pugustraße  gelegen,  bildet  bereits  jetzt  den
beliebtesten  Ausflugspunkt  der  deutschen  Kolonie  in
Dar-es-Saläm.  Nach  dort  wurde  auch  kürzlich  bei
Anwesenheit  S.  M.  S.  „Seeadler“  und  des  italienischan
  Kriegsschiffes  „Volturno“  von  Offizieren  und
Beamten  dieser  Kriegsschisse  und  des  deutschen  Gou-555



vernements  ein  gemeinsamer  Ausflug  unternommen,
der  jedenfalls  dazu  gedient  hat,  bei  den  italienischen
Offizieren  Interesse  und  Befriedigung  hervorzurufen,
denselben  auch  einen  Einblick  in  das  Vorgehen  und
die  Erfolge  der  deutschen  Verwaltung  zu  gewähren.

Es  ist  in  keiner  Weise  zu  erwarten,  daß  durch
die  Mbarukleute  der  Verwaltung  in  Zukunft  etwa
Schwierigkeiten  entstehen  werden.  Im  Gegentheil
steht  zu  erhoffen,  daß  durch  dieselben  eine  allmähliche
Erschließung  des  menschenverlassenen  fruchtbaren  Gebietes
  der  Puguberge  zu  erreichen  ist,  da  die  Leute
sehr  fleißig  sind,  von  Ackerbau  etwas  verstehen  und
sich  zu  Anbauversuchen  jeglicher  Art  bereit  erklärt
haben.  Die  Mbarukfrage  als  solche  hat  demnach
für  die  deutsche  Kolonie  die  wünschenswertheste
Lösung  gefunden.

Landwirthschaftliches.

Seitens  des  Kaiserlichen  Gouvernements  in  Dares-Saläm
  wurden  im  Laufe  des  Jahres  einige  Bodenproben
  eingesandt,  welche  von  der  Usambarastation
herrühren.  Dieselben  wurden  seitens  des  Dirigenten
des  Versuchsfeldes  der  Königlichen  landwirthschaftlichen
  Akademie  Poppelsdorf,  Herrn  Pflofessor
Dr.  Wohltmann,  einer  Prüsung  unterzogen,  deren
Ergebniß  in  der  nachstehenden  Analysen-Tabelle
niedergelegt  ist:

 

Boden  der  Usambarastation.
Kalter  48stündiger  salzsaurer  Auszug.  H.  Cl.  Spec.  Gew.  1,15.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Luengerathal  Gariathal  runithal  Berg  Mangase
#  gerath  h  W  ih  Tin#nLendia  Nguelo-Plantage
cu.  150m  vom  Flusse,  Erde  von  100  m  über  d  „Oeerlaus,  über  den  i
ödes  kahles  Land,  Erd  o  t  dein  Gluĩ.  alen  Kilaba  de  Dege  ·  «

.  einselttekldlekiatnceinemSudhanspSebkqllesFah  .d  m«l400,.,9kotdhanq.UleldeI-Bezeichnung
  und  Büsche,  noch  im  Termiten.  Kulturland,  Wald  #nt  m'  Quellgebiet  Urwald,  Kasseeland
erchn  hügel  leinzelne  Bananen)  Urwald,  viel  Unler,der  Aliaba.  unen

Oberkenme  16  cm  Tiefe  bberkrume75  em  TieseOberkrume]  3°  Tiefe  '  Obeit  O  Wen  Tiese

5%  00%  5%  o  5%  5%  5%  5%  5%  5%

..  I  2  2

Feuchtigkeit.  ..  12,114  1158  514  224  2,  6,52  226442  6,52  1022  1051

Guhochurdt  ...  12,58  I  12,4223,21  16,58l12,44  7,08  ,8523,2C)  844  4,  56  3,24
Stickstofff  ,1830  0,10908  0,58464,.3904  0,1344  0,2196  0  7200  0,0316„2212,  0,0915
Phosphorsäure  0,092  0-·120  212  0220  2944  91
K#allH  rol2  00tns  00%%%%%nG.  0082  Cors,  Ools  ttos  oOoes  03

Kali  in  heißem

Auszuge!))D00  004  412  0182  Oolc  0,  K4Xoo  0  124  0087
Kallq  033%  0187  0214  012  4009  0010
Magnesi  0570  087  022540468|  0353000  00|1  2/½  0149  014  0

Eisen-u.  Thonerde  1124  9,65  17  928  1206  55  211  1524  5,.04  12,74  13,87
Kieselsäure  0  0  S  0046  0,120  0,1441  0020  0,1581  0,160  1  o,140)  0098  0,086

Wie  Professor  Wohltmann  hierzu  erlänternd
bemerkt,  zeichnen  sich  die  untersuchten  Böden  durch
einen  erheblich  günstigeren  Nährstoffgehalt  aus  als
die  Mehrzahl  der  bisher  von  ihm  untersuchten  afrikanischen

  Böden.“)  Der  Stickstoffgehalt  von  einigen
der  jehßt  untersuchten  Proben  ist  hervorragend.  Die

 

*)  Vergl.  Deutsches  Kolonialblatt  1896,  S.  443.

)  Heißer  Salzsäure-Auszug;  10  g  Boden  mit  50  cem  Salzsäure  (Spec.  Gew.  1,15)  eine  Stunde  lang  auf

1
dem  Sandbade  gekocht
        <pb n="638" />
        Mehrzahl  der  Böden  ist  reich  an  Phosphorsäure,
Kalk  und  Magnesia.  Dagegen  haben  die  sämmtlichen
Proben  einen  mehr  oder  weniger  geringen  Gehalt
an  Kali.

Ramernn.

Ueber  seine  Expedition  im  Vaündelande?)

berichtet  der  stellvertretende  Kommandeur  der  Schuttruppe
  Hauptmann  v.  Kamptz  aus  Kamerun  unter
dem  15.  Juli  d.  Is.  Folgendes:

Am  6.  März  sandte  ich  die  Unteroffiziere  Ganske
und  Rückert  mit  40  Soldaten  zur  Küste,  um  die
in  Kribi  und  Lolodorf  wegen  Trägermangels  zurückgebliebenen
  Expeditionslasten  und  außerdem  neuen
Proviant  heraufzubringen.  Auch  wurde  ihnen  die
Post  mitgegeben.  Da  Nachrichten  über  das  Verhalten
der  Yaundes,  südlich  des  Njong,  noch  ausstanden,
gab  ich  der  Karawane  die  oben  erwähnte  Zahl
Soldaten  mit.  Der  Führer  Unteroffizier  Ganske
erhielt  die  Weisung,  sich  jeder  Feindseligkeit  zu  enthalten
  und  die  Karawane  unter  möglichster  Beschleunigung
  dem  Bestimmungsort  zuzuführen.

Inzwischen  war  das  Land  der  Voghe-Beschüh
von  mir  rekognoszirt  worden,  wobei  einige  Schisse
sielen.  Während  die  Gegend  vom  Niong  bis  zur
Yandestation  den  Charakter  einer  Hiellandschaft
trägt,  erheben  sich  die  Berge  der  Voghe-Beschüh  zu
mächtigen  Höhen,  den  Anfang  eines  Gebirgszuges
bildend,  der  sich  nach  Norden  und  Westen  weit  fortsetzt.
  Die  steilen  Hänge  dieser  Berge  sind  vielfach
lahl  und  felsig,  die  Kuppen  und  einige  Streifen  dicht
bewaldet.  Auch  der  niedrig  gelegene  Theil  von
Voghe-Beschüh  weist  Verschiedenheiten  auf,  meist  sind
nur  die  Thäler  der  allerdings  sehr  zahlreichen  Bassaleute
  bewaldet.  Das  übrige  Land  bedeckt  eine  mit
einzelunen  Bäumen  bestandene  Grassavanne.  Viele
Dörfer  lassen  auf  eine  zahlrciche  Bevölkerung  schließen,
desgleichen  die  vielen  Felder  und  Farmen  auf  Fleiß
und  Arbeitsamkeit.  Die  Voghe-Beschüh  halten  nun
ihre  in  der  Ebene  gelegenen  Dörfer  verlassen  und
sich  auf  die  Berge  zurückgezogen.  Tagtäglich  frugen
sie  durch  die  Trommelsprache  an,  weshalb  die  Weißen
noch  nicht  zum  Kämpfen  kämen,  sie  würden  vom
Warten  müde  und  dergleichen.  Ebenso  sandten  die
mit  ihnen  verbündeten  Ntonis  die  Aufforderung
zum  Kampf.

.Am  7.  März  rückte  ich  mit  den  mir  noch  verfügbaren
  Kräften,  einem  weißen  Unteroffizier,  dem
Feldwebel  Vorwerk,  und  dem  Militärbeamten,
Unterbüchsenmacher  Zimmermann,  92  farbigen
Soldaten  und  einigen  20  Trägern  gegen  die  Voghe-Beschühs
  aus.  Unteroffizier  Müller  verblieb  mit
Kranken,  Verwundeten  und  einem  kleinen  Wachtkommando
  auf  der  Station.  Häuptling  Amba  be-*)

  Vergl.  Deutsches  Kolonialblatt  1896,  S.  411.

556

 

gleitete  mich.  Von  seinen  Leuten  durften  nur  zehn
solgen,  die  als  Führer  Verwendung  fanden.  Auf
die  übrigen  verzichtete  ich,  da  von  ihren  Leistungen
im  Verein  mit  einer  regulären  Truppe  wenig  zu
erwarten  war.

Das  Lager  wurde  in  dem  nur  etwa  2½  Stunden
von  der  Station  entfernten  Dorfe  Namajede  aufgeschlagen,
  von  hier  aus  rekognoszirte  ich  mit  den
Weißen  und  der  Mehrzahl  der  farbigen  Unteroffiziere
die  Gegend  am  Fuß  der  Gebirge.  Die  Hauptmasse
der  Truppe  fouragirte  in  den  reichen,  wohlbestellten
Farmen  und  deckte  hierbei  die  zahlreichen  Yetudeund
  Ambaleute,  denen  ich  das  Gleiche  erlaubt  hatte.
In  gleicher  Weise  wurde  am  folgenden  Tage  verfahren.
  Durch  herausbestellte  Stationsarbeiter  sowic
durch  Yetude=  und  YMaundeträger  sind  im  Ganzen
über  400  Lasten  Lebensmittel  auf  die  Station  gebracht
  worden.

Am  9.  wurde  das  Lager  nach  Burngabelle  verlegt.
  Dieser  Ort,  auf  einem  hohen  Gebirgssattel
gelegen,  war  vom  alten  Lagerplatz  nur  eine  Stunde
entfernt.  An  demselben  Tage  waren  bereits  um
3  Uhr  morgens  zwei  starke  Patrouillen  gegen  ein  in
der  Nähe  liegendes  großes  Ntonidorf  entsandt  worden.
In  diesem  sollte  Ombabissoko  und  der  größte  Theil
seiner  Leute  Unterkunft  gefunden  haben.  Es  wurden
hierbei  mehrere  Feinde  getödtet  und  Vieh  erbeutet.
Der  Bruder  des  Ombabissoko  befand  sich  unter  den
Gefallenen.  Ombabissoko  ist,  seiner  eigenen  späteren
Aussage  nach,  nur  durch  Zufall  der  Gefahr  entronnen.

Am  10.,  11.,  12.  und  13.  verfolgten  Patrouillen
die  nunmehr  zerstreuten  Voghe-Beschühs  und  Rtonis.
Die  flüchtigen  Voghe-Beschühs  und  Ntonis  hatten
zum  Theil  bei  den  Voghe-Fas,  zum  Theil  bei  den
Voghe-Bellas  Aufnahme  gefunden.  Da  nummehr  die
Voghe-Beschühs  und  Ntonis  gestraft  waren  und  den
übrigen  Völkern  als  abschreckendes  Beispiel  dienen
konnten,  ging  ich  am  14.  zur  Station  zurück,  um
von  dort  aus  durch  Verhandlungen  weiter  gegen  den
Urheber  des  Aufstandes,  den  Häuptling  Ombabissoko,
zu  wirken.  Den  Voghe-Bellas  und  den  Voghe-Fas
ließ  ich  durch  Boten,  die  der  Häuptling  Amba  stellte,
sagen,  daß,  wenn  der  Häuptling  Ombabissoko  nicht
binnen  einer  festgesetzten  Frist  auf  der  Station  zur
Unterwerfung  erschiene,  würde  ich  die  Stämme,  die
ihn  ausgenommen  haben,  in  ähnlicher  Weise  wie  die
Voghe-Beschühs  und  Ntonis  bestrafen.  In  dem
Falle,  daß  Ombabissoko  freiwillig  zur  Station  komme,
sei  ihm  das  Leben  geschenkt.  Die  Drohungen,  die
mehrfach  wiederholt  wurden,  hatten  den  gewünschten
Ersolg.  Am  letzten  Tage  des  gestellten  Termins,
am  27.  März,  erschien  Ombabissoko  auf  der  Station
zur  Unterwerfung,  noch  60  Mann  seiner  mit  Gewehren
  bewaffneter  Krieger  begleiteten  ihn.  Nachdem
  ich  in  längerer  Rede  ihm  seine  Schuld  vorgehalten
  und  die  Friedensbedingungen  bekannt  gegeben
hatte,  wurde  er  vor  den  Augen  seiner  Leute  in  Eisen
gelegt  und  in  das  Gefängniß  abgeführt.  Da  die
Voghe-Beschühs  bereits  gestraft  waren,  gewährte  ich
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        ihnen  leichtere  Friedensbedingungen.  Die  Hauptbedingungen
  waren  folgende:  Der  Häuptling  Ombabissolo
  hat  100  Ziegen  zu  zahlen,  ferner  hat  derselbe
  vom  1.  April  ab  auf  sechs  Monate  10  Arbeiter
unentgeltlich  für  die  Station  zu  stellen,  er  selbst
verbleibt  als  Geisel  auf  der  Station,  bis  alle  Bedingungen
  erfüllt  sind.  Ferner  hat  derselbe  alle
Streitigkeiten  der  Station  zur  Entscheidung  vorzulegen.
  Die  Häuptlinge  der  Ntonis  waren  bereits
unmittelbar  nach  dem  Eintreffen  der  Expedition  zur
Unterwerfung  auf  der  Station  gewesen.

Ombabissoko,  über  die  Ursachen  zum  Aufstand
befragt,  gab  an,  er  wäre  zur  Zeit,  wo  die  Feindseligkeiten
  begonnen  hätten,  auf  Reisen  gewesen,  die
jungen  Leute  in  seinem  Orte  hätten  leichtsinnig  gehandelt,
  wenn  er  zur  Stelle  gewesen,  wäre  der  Frieden
  nicht  gebrochen  worden.  Derselbe  bestritt,  daß
die  Voghe-Beschühs  die  von  ihnen  gefangenen
Stationsleute  geschlachtet  und  aus  ihnen  Medizin
gemacht  hätten.  Nur  einen  der  Gefangenen  hätten
die  Voghe-Beschühs  nach  Ausbruch  der  Feindseligleiten
  getödtet,  der  andere  Gefangene  sei  an  die
Ntonis  verkauft  worden,  welche  ihn  an  die  Bakokos
weiter  verhandelt  hätten.

Am  2.  April  1896  traf  der  Lieutenant  Dominik
auf  der  Station  ein  und  übergab  ich  ihm  die  Leitung.
Er  meldete  mir,  daß  die  Stämme  südlich  des  Njong
den  Frieden  wollten.

Da  inzwischen  die  Voghe-Beschühs  die  ihnen
auferlegten  Kriegskosten  bezahlt,  die  gestellten  Voghe-Beschühs
  sehr  fleißig  sich  erwiesen  hatten  und  überhaupt
  die  ganzen  Leute  sehr  zutraulich  waren,  setzte
ich  an  demselben  Tage  den  gefangenen  Häuptling
Ombabissoko  in  Freiheit.  Ich  habe  diesen  Schritt
nicht  zu  bereuen  gehabt,  denn  Ombabissoko  hat  sich
nach  seiner  Entlassung  stets  freundlich  und  zutraulich
gegen  die  Station  gezeigt.

Zu  meiner  Orientirung  über  die  Verhältnisse  am
oberen  Sannaga  rückte  ich  am  14.  April  mit  drei
Weißen,  119  Soldaten  und  den  nöthigen  Trägern
nach  dem  oberen  Sannaga  ab.  Ich  nahm  möglichst
viele  Soldaten  mit,  weil  die  Besürchtung  nahe  lag,
daß  auf  der  Station  Ya#unde,  durch  die  Anwesenheit
so  vieler  Menschen,  die  Lebensmittel  knapp  werden
könnten.  Unser  Nachtquartier  schlugen  wir  in  dem
YMetudedorf  Ajunguana,  welches  bereits  im  Graslande
liegt,  auf.  Anfangs  waren  die  Bewohner  dieses
Dorfes  scheu,  doch  wurden  sic  allmählich  zutraulicher.
Am  15.  April  übernachteten  wir  in  dem  Ntonidorfe
Etabomba-Etawi.  Die  Leute  waren  hier  nicht  schen
und  verblieben  bei  unserem  Anrücken  in  ihren  Häusern.
  Ihr  Vertrauen  hob  sich,  als  ein  Träger  bestrast
  wurde,  der  sich  Uebergriffe  erlaubt  hatte.  Am
17.  übernachteten  wir  in  Mowomela,  einem  Dorfe
der  Menjada,  nachdem  wir  die  Flußläufe  Fullu  und
Fama  passirt  hatten.  Beide  waren  sehr  angeschwollen
und  reißend,  und  leistete  uns  beim  Durchwaten  ein
mitgeführtes  Drahttau  gute  Dienste.  Die  Bevölke- 



557  —

rung  von  Mowomela  hatte  sich  geflüchtet  und  erst
auf  der  Rückreise  zeigte  dieselbe  Vertrauen.

Am  18.  kamen  wir  nach  kurzem  Marsch  nach
der  Landschaft  Batschenga.  In  dem  Dorfe  des
Häuptlings  Kule,  welches  wir  um  10½  Uhr  passirten,
  wurden  wir  überaus  freundlich  aufgenommen.
Große  Töpfe  mit  Durrahbier  und  Lebensmittel
wurden  uns  zur  Verfügung  gestellt.  Der  Häuptling
bat  inständig,  wir  möchten  doch  bei  ihm  übernachten.
Da  ich  jedoch  Awuna,  welches  unmittelbar  am
Sannaga  liegt,  zu  meinem  Marschziel  ausersehen
hatte,  schlug  ich  ihm  die  Bitte  ab  mit  dem  Hinweis,
bei  dem  Rückmarsche  in  seinem  Dorfe  zu  schlafen.
Auch  in  Awung  wurden  wir  freundschaftlich  aufgenommen,
  Lebensmittel  und  Durrahbier  erhielten
wir  auch  hier,  auch  wurde  Beides  von  Kule  nachgesandt.
  Ich  verblieb  bis  zum  21.  einschließlich  in
Awuna  und  benutzte  die  Zeit,  durch  Jagen  in  der
überaus  wildreichen  Gegend  auf  dem  anderen  Ufer
des  Sannaga  meinen  Leuten  die  langentbehrte
Fleischkost  zu  geben.

Am  22.  marschirten  wir  auf  dem  linken  Sannagaufer
  aufwärts  nach  Tinatl.  Der  Besuch  war  vorher
durch  Boten  angekündigt.  Wir  marschirten  um  7  Uhr
vormittags  ab  und  kamen  gegen  Mittag  an.  Der
Weg  dorthin  führte  durch  Grassavanne  und  hatten
wir  drei  größere  Wasserläufe  zu  durchschreiten,  von
denen  einer  nur  mit  großer  Mühe  passirt  werden
konnte.  Der  Häuptling  Na  hatte  die  deutsche  Flagge
gehißt  und  kam  uns  entgegen.  Er  macht  trotz  seiner
Jugend  einen  sehr  gesetzten  ruhigen  Eindruck.  Wohlthuend
  berührt  bei  der  Begrüßung  und  den  späteren
Verhandlungen  die  große  Ruhe  und  Aufmerksamkeit,
die  in  seiner  Umgebung  herrscht.  Ganz  im  Gegensatz
zu  den  Yaündehäuptlingen  ist  er  unbedingter  Herrscher
über  sein  Volk,  und  werden  seine  mit  leiser  Stimme
gegebenen  Befehle  rasch  und  ohne  Widerrede  ausgeführt.
  Der  Expedition  wurden  27  große  runde
Hütten  zur  Unterkunft  eingeräumt,  und  wurde  fertig
zubereitetes  Essen  und  viele  Krüge  mit  Durrahbier
zur  Verfügung  gestellt.  Er  bestätigte  die  schon  in
Kule  und  Awuna  in  Erfahrung  gebrachten  Nachrichten
  über  Ngilla  und  gab  an,  daß  Ngilla  vor  etwa
zwei  Monaten  den  Sannaga  oberhalb  Mango  an
einer  seichten  Stelle  überschritten  und  seinen  Bruder
Mango  bekriegt  habe.  Er  sei  seinem  Bruder  zu
Hülfe  geeilt  und  habe  Ngilla  mit  einem  Verlust  von
40  Mann  schließlich  das  Feld  räumen  müssen,  ohne
Gefangene  gemacht  zu  haben;  der  diesseitige  Verlust
betrage  nur  20  Köpfe.  Sein  Bruder  Mango  sei
jedoch  aus  seiner  Stadt  weggezogen,  da  ihm  der
bisherige  Aufenthalt  auf  der  Insel  zu  unsicher  sei,
und  halte  sich  auf  dem  linken  Sannagaufer,  weit
vom  Flusse  entfernt,  auf.  Zur  Zeit  herrschten  bei
Ngilla  die  schwarzen  Pocken  und  Ngilla  soll  selbst
hieran  erkrankt  sein.

Tags  darauf  brachte  mir  Na  sechs  Elefantenzähne,
darunter  zwei  sehr  große,  zum  Geschenk,  am  Nachmittag
  fand  ein  großer  Kriegstanz  statt,  an  dem
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        ungefähr  60  Krieger  theilnahmen,  worunter  20  mit
Flinten  bewaffnet  waren.  Im  Anschluß  daran  hielt
Na  vor  seinem  Volke  eine  lange  Rede,  er  hob  zunächst
  seine  große  Freundschaft  und  sein  Vertrauen
zu  den  Weißen  hervor  und  sagte,  er  würde  demnächst
keinen  Krieg  ohne  Einwilligung  der  Weißen  führen.
Der  Weiße  wäre  wohl  in  der  Lage,  ihm  überall
zu  helfen.  Ich  entgegnete  ihm,  die  kleinen  Buschpalawer
  solle  er,  wie  früher,  selbst  erledigen,  sie  wären
für  den  Weißen  zu  unwesentlich,  er  solle  aber  stets
sowohl  seinem  Bruder  Mango  als  auch  den  übrigen
Stämmen,  welche  auf  dem  linken  Sannagaufer
wohnen,  gegen  Ngilla  helfen,  Ngilla  habe  nichts  auf
dem  linken  Sannagaufer  zu  suchen.  Dann  führte  ich
ihm  die  große  Gefahr,  welche  das  Erscheinen  der
Pocken  bei  Ngilla  mit  sich  brächte,  vor  Augen  und
gab  ihm  Weisung,  durch  sorgfältige  Absperrung  sich
vor  Einschleppung  dieser  Krankheit  zu  bewahren.
Dieselben  Weisungen  haben  von  mir  die  anderen
Bewohner  des  Sannagaufers  erhalten.  Mein  Gegengeschenk,
  welches  ich  am  anderen  Tage  überreichte,
war  entsprechend  groß.  Es  folgte  an  demselben
Tage  ein  Vorexerziren  meiner  Truppe,  wobei  namentlich
  fünf  Patronen  Schnellfeuer  einen  großen  Eindruck
  machten.

Am  25.  nahm  ich  von  Natinati  Abschied  und
begab  mich  nach  Kule.  Von  einem  Besuch  bei  Mango
mußke  Abstand  genommen  werden,  da  infolge  der
letzten  kriegerischen  Ereignisse  Mangel  an  Lebensmitteln
  dort  herrschen  solle.  Der  Sannaga  bildet
bei  Tinati  bei  zahlreicher  Inselbildung  Stromschnellen,
die  dem  Befahren  ein  Hinderniß  entgegensetzen.  Von
Kule  kehrte  ich,  die  alten  Quartiere  benußend,  nach
der  Station  Yaunde  zurück,  wo  ich  am  29.  April
eintraf.  Es  ist  zu  bemerken,  daß  bei  dem  Rückwege
die  Bewohner  aller  Dörfer  überaus  zutraulich  waren
und  entgegenkommend  Nahrungsmittel  brachten.  Die
Truppe  beendigte  die  angefangenen  Arbeiten  auf  der
Station.  Es  wurde  gebaut  eine  neue  Viehfenz,  etwa
100  m  im  Geviert,  desgleichen  wurde  die  Station
frisch  umzäunt  und  diese  neue  starke  Fenz  mit
Bastionen  und  Schützenständen  versehen.  Die  Länge
der  neu  errichteten  Fenz  beträgt  etwa  350  laufende
Meter.  Auch  wurde  nach  der  Voghe-Beschühseite
zu  ein  geschleppter  Astverhau  errichtet,  welcher,  das
Gartenland  umschließend,  auf  der  Nordwestseite  bis
zum  Wasser  herunterreicht.  Inzwischen  hatten  sämmtliche
  Yaundehäuptlinge  ihre  Unterwerfung  melden
lassen.  Bercits  am  9.  Mai  wurde  die  Post  durch
einzelne  Soldaten,  wie  in  früheren  Zeiten,  heruntergebracht.
  Am  17.  wurden  die  bestellten  Träger  gemustert.
  Mehr  als  einmal  so  viel,  wie  gebraucht
wurden,  waren  erschienen,  unter  Anderem  hatten  sich
zum  ersten  Mal  60  Bancträger  gestellt,  welche  ich
infolgedessen  auch  alle  einstellte.  Am  198.  erfolgte
der  Rückmarsch  der  Expedition  nach  der  Küste,  obgleich
  der  Gesundheitszustand  der  Weißen  ein  recht
mäßiger  war  und  während  des  Rückmarsches  fort-558



 

gesetzt  neue  Erkrankungen  vorkamen.  Es  erwuchs
jedoch  der  Expedition  hierdurch  kein  Aufenthalt.

Als  die  Expedition  die  bestraften  Gegenden
passirte,  zeigten  sich  sämmtliche  Bewohner  vertraut,
beinahe  alle  Dörfer  waren  wieder  frisch  aufgebaut
oder  es  waren  die  Leute  mit  dem  Wiederaufbau  beschäftigt.
  Nur  der  bucklige  Häuptling  Ombasamissoto,
der  südlich  des  Njong  wohnt,  hatte  sein  Dorf  nicht
wieder  aufgebaut  und  war,  wie  die  Nachbarn  erzählten,
  weit  weggezogen.  Am  28.  Mai  erreichten
wir  Station  Lolodorf.  Hier  hatte  inzwischen  der
Stationsleiter,  Sergeant  Heinthaller,  den  Häuptling
  Tunga,  ciner  früher  von  mir  ertheilten  Weisung
nachkommend,  gefangen  genommen.  Tunga  war,
abgesehen  von  seinen  alten  Sünden,  nie  der  Aufforderung,
  den  Weg  zu  reinigen,  nachgekommen  und
die  Strecke  Bipindi—  Lolodorf  war  die  schlechteste
des  ganzen  Weges.  Die  Gefangennahme  Tungas
erfolgte,  ohne  daß  ein  Schuß  dabei  fiel.  Sergeant
Heinthaller  holte  ihn  mit  acht  Soldaten  mitten
aus  seinen  Leuten  heraus,  von  denen  ungefähr  150
zur  Stelle  waren.  Durch  die  Gefangennahme  Tungas
sahen  sich  seine  Leute  veranlaßt,  die  Straße  in  der
vorgeschriebenen  Abmessung  nunmehr  herzustellen,  und
dem  Einfluß  der  Station  Lolodorf  ist  es  ferner  zuzuschreiben,
  daß  auch  die  Straße  bis  weit  nach  Yaunde
hinein  sich  in  gutem  Zustande  befindet.  Die  Strecke
Lolodorf—  Bipindi  ist  zur  Zeit  die  beste  des  ganzen
Weges.  Trotz  der  Bitten  vieler  Gumbahäuptlinge
wurde  Tunga  gefesselt  von  mir  zur  Küste  gebracht
und  dem  Gonvernement  zur  Aburtheilung  übergeben.

Ueber  die  Verhältnisse  von  Lolo  meldete  mir  der
Stationsleiter,  Sergeant  Heinthaller,  daß  die
Bulys,  welche  schon  in  unmittelbarer  Nähe  der
Station  sitzen,  Schwierigkeiten  machten,  sie  drängten
allmählich  die  Gumbastämme  zurück,  auch  schon  gegen
Weiße  hätten  sich  dieselben  Uebergriffe  erlaubt.
Einem  amerikanischen  Missionar,  der  nach  Balue  gehen
wollte,  wurde  von  den  Bulys  sein  Magazingewehr
weggenommen.  Diese  amerikanische  Mission  Value
liegt  ungefähr  drei  Tagereisen  südöstlich  von  Lolodorf.
Von  Groß-Batanga  soll  diese  Mission  fünf  Tagemärsche
  entfernt  sein.  Wie  ich  in  Lolo  hörte,  beabsichtigen
  diese  Missionare  bei  den  Banes  eine  neue
Station  zu  gründen.

Ein  Krebsschaden  für  alle  Verhältnisse  sind  die
von  den  weißen  Faktoreien  in  den  Busch  gesandten
Karawanen,  die  nur  aus  Farbigen,  meistentheils
Weyjungen,  bestehen.  Im  Besitz  von  einigen  Hinterladern,
  welche  ihnen  von  den  Faktoreien  mitgegeben
werden,  erlauben  sie  sich  Uebergriffe  aller  Art  gegen
die  Eingeborenen.  Derartige  Karawanen  in  der
Stärke  von  ungefähr  40  Trägern  mit  vier  Hinterladegewehren
  ausgerüstet,  habe  ich  zwei  Tagemärsche
landeinwärts  von  Lolodorf  angetrossen.  In  Kribi
kam  die  Expedition  am  4.  Juni  an,  wurde  am  5.
an  Bord  der  „Nachtigall“  gebracht  und  landete  am
6.  morgens  in  Kamernn.
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        Das  Kaiserliche  Gouvernement  bemerkt  dazu,
daß,  wie  aus  den  neueren  Nachrichten  des  Lieutenants
Dominik  hervorgeht,  die  Nuhe  im  Yauündelande
wieder  vollständig  hergestellt  und  die  Straße
Yaunde  —  Kribi  sicher  ist.  Der  Häuptling  Tunga
wird  vorläufig  in  Kamerun  zurückbehalten.  Er  wohnt
in  der  Kaserne  und  darf  in  Begleitung  eines  Soldaten
  ausgehen.  Die  in  Kamerun  empfangenen
Eindrücke  haben  Tunga  wesentlich  umgestimmt,  so
daß  er  schon  den  Wunsch  ausgesprochen,  er  möchte
auch  einmal  Deutschland  besuchen.  Durch  den  Bruder
Tungas,  Bam  Bam,  welcher  sreiwillig  mit  nach
Kamerun  gekommen  war,  sind  die  Ngumbalente  angewiesen
  worden,  zunächst  den  Weg  Kribi  —  Bipindi
vollständig  zu  reinigen  und  möglichst  eben  herzustellen.
Die  RNgumbaleute  sind  zur  Zeit  an  dieser  Arbeit.
Nach  Fertigstellung  des  Weges  soll  Tunga  wieder
freigelassen  werden  unter  der  Bedingung,  daß  er  stets
die  Straße  durch  sein  Land  offen  hält,  keine  Karawanen
  belästigt,  durchziehenden  Regierungskarawanen
Unterkunft  und  Verpflegung  gewährt  und  sich  den
Anordnungen  der  Station  Lolodorf  unbedingt
unterwirft.

Rus  dem  Bereiche  der  Missionen  und
der  Ankiskhlaverei-Bewegung.

Nach  Mittheilungen  aus  „Unter  dem  rothen
Kreuz“  ist  Schwester  Leonore  in  Kamerun  in  Erholungsurlaub
  gegangen.  Es  sind  dorthin  die
Schwestern  Elise  Weidner,  Johanna  Wittum  und
Elise  Franke  abgereist.

 

Das  Nachtigal-Krankenhaus  in  Klein-Popo  hat
jetzt  neun  Betten  für  Europäer  ausgestellt,  die  zeitweilig
  sämmtlich  belegt  waren.  Besonders  zahlreich
ist  nach  „Unter  dem  rothen  Kreuz“  der  Andrang
von  Kranken  aus  Dahomoy.

Ueber  die  Schwierigkeiten  der  Missionsarbeit
in  Kamerun  erzählte  Missionar  Schuler  am  Jahresfeste
  der  Basler  Mission:  *)

Auf  so  einer  ersten  Reise  giebt  es  allerlei,  an  das
sich  der  Neuling  gewöhnen  muß.  Die  Kost  besleht
fast  ausschließlich  aus  Landeskost,  das  Bett  aus  einem
Brett.  Der  Quälgeister  in  einer  Negerhütte  sind
viele!  Moskitos  und  Mäuse  lassen  einem  bei  Nacht
beinahe  keine  Ruhe.  Einmal  wurden  wir  auf  einer
späteren  Reise  mitten  in  der  Nacht  von  Wanderameisen
  überfallen  und  schrecklich  gequält,  so  daß  wir
in  eine  Nachbarhütte  fliehen  mußten.

Neben  der  Reisepredigt  begannen  wir,  den  Bauplatz
  (am  Sannaga)  zu  reinigen.  Da  gub's  nun
auch  wieder  Schwierigkeiten  geung.  Als  wir  nach

*)  Vericht  über  die  christlichen  Jahresfeste  in  Basel
vom  29.  Juni  bis  2.  Juli  1896.

559

 

langen  Unterhandlungen  Arbeiter  gedungen  hatten  und
diese  beginnen  wollten,  den  Platz  zu  säubern,  rannte
ein  Mann  daher,  machte  einen  schrecklichen  Lärm  und
sagte  unter  allerlei  Gestikulationen,  wir  sollten,  ehe
wir  anfingen,  ihm  zuerst  den  Kopf  abschneiden.  Er
rannte  unter  die  Arbeiter  hinein,  und  wir  waren
genöthigt,  vorerst  die  Arbeit  einzustellen  und  den
Mann  anzuhören.  Nun  kam  heraus,  daß  der  Bauplatz,
  den  der  Häuptling  uns  verkauft  hatte,  diesem
Mann  gehörte,  und  daß  der  Häuptling  die  ganze
Bezahlung  für  sich  eingesteckt  habe.  Wir  mußten
dem  Manne  zuerst  noch  etwas  geben,  das  der  Häuptling
  zurückzubezahlen  versprach;  dann  konnten  die
Arbeiker  weiter  machen.  Gegen  9  Uhr  waren  aber
plöhlich  alle  verschwunden.  Nach  langem  Suchen
und  Fragen  fanden  wir  einen,  den  wir  fragten,
warum  sie  denn  nicht  arbeiteten;  wir  hätten  ja  ausgemacht,
  daß  sie  den  ganzen  Tag  arbeiten  müßten
für  den  bestimmten  Lohn.  Da  lachte  er  laut  auf
und  sagte,  bei  ihnen  sei  das  nicht  Brauch,  den  ganzen
Tag  zu  arbeiten.  Die  Bakokos  arbeiten  bis  gegen  9  Uhr,
dann  baden  und  essen  sie,  und  danach  pflegen  sie  der
Ruhe.  Es  kostete  viel  Mühe,  bis  wir  die  Leute  so
weit  brachten,  daß  sie  den  ganzen  Tag  arbeiteten.

Wir  begannen  zunächst  eine  Lehmhütte  zu  bauen,
die  als  provisorische  Wohnung  dienen  sollte.  Da
wir  sie  nicht  fertig  brachten,  verakkordirten  wir  den
Rest  der  Arbeit,  den  sie  in  14  Tagen  fertig  zu
machen  versprachen.  Als  wir  aber  im  Juli  wiederkamen,
  war  noch  nichts  daran  gemacht.  Ja  als  am
7.  Januar  des  folgenden  Jahres  (1892),  —  denn  damals
  erst  konnten  wir  unsere  Station  endgültig  beziehen
  —,  Missionar  Schkölziger  und  ich  aufzogen,
war  die  Lehmhütte  noch  nicht  fertig.  Wir  waren  für
den  Anfang  wieder  auf  die  Hütte  des  Häuptlings  angewiesen,
  bis  unsere  Lehmhütte  fertig  war.  In  dieser
Lehmhütte  wohnten  wir  dann  beinahe  ein  halbes
Jahr.  Da  war  natürlich  Alles  sehr  primitiv,  vom
Tisch  im  Wohnzimmer  an,  der  aus  einer  Thür  auf
zwei  Kisten  bestand,  bis  zum  Herd  in  der  Kiche,
einem  alten  Fenstergitter  auf  zwei  kleinen  Lehmmauern.
  Dabei  war  unser  Zimmer  zugleich  Aufbewahrungsort
  für  die  Tauschwaaren  zum  Bezahlen
der  Arbeiter,  für  Werkzeuge,  für  Reis  und  Salzfische,
die  den  Arbeitern  als  Kost  gereicht  wurden.  Oft
sehlte  es  uns  am  Nöthigsten.  Der  Bau  unseres
Hauses  ging,  wenn  auch  unter  vielen  Schwierigkeiten,
vorwärts.  —

Dem  Jahresberichte  der  Basler  Mission  vom
1.  Juli  entnehmen  wir  Folgendes:  Die  Station
Anum  zählt  nun  infolge  von  124  Heidentaufen  im  vergangenen
  Jahre  in  ihrem  ausgedehnten  Gebiete  auf
dem  linken  Ufer  des  Volta  über  1000  Christen.
Die  bedeutendsten  Fortschritte  wurden  in  dem  zu
Deutsch-Togo  gehörigen  nördlichen  Theile  des  Stationsgebietes
  gemacht.  Dort  konnte  auch  der  Ort
Guamang  in  der  Landschaft  Boem  neu  besetzt  werden.
Durch  mehrere  größere  Reisen  nach  Norden  und
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        —  560  —

Nordosten,  nach  Kraschi  und  Adele  und  in  die  an
letzteres  sich  anschließenden  Landschaften  wurde  ein
ansehnliches  Gebiet  erkundet  und  vernahm  erstmals
etwas  vom  Evangelium.  Missionar  Mischlich  hat
sich  nun  in  Adele  zunächst  in  Bismarckburg  niedergelassen,
  um  die  umliegenden  Länder  zu  bereisen.
In  Ntschumurn  in  Nkonya  blüht  die  Schule  unter
einem  wackeren  jungen  Lehrer  auf,  und  die  Bevölkerung
  wird  dort  dem  Christenthum  geneigter.
Während  früher  die  Predigt  unwirksam  zu  sein
schien,  wird  sie  jetzt  von  den  jungen  Leuten  beachtet.
Ueberraschend  ist  der  Aufschwung  der  Außenstation
Kpando.  Noch  vor  fünf  Jahren  war  von  dieser
Stadt  mit  ihrer  aus  Heiden  und  Mohammedanern
gemischten  Bevölkerung  nicht  viel  zu  erwarten.  Jetzt
ist  dort  eine  blühende  Gemeinde,  die  sich  in  cinem
besonderen  Christendorf  angesiedelt  hat.  Die  Seele
derselben  ist  der  wackere  Gemeindeälteste  Georg
Amana.  Sonntags  pflegt  er  die  Zuhörer  um  sich
zu  versammeln,  um  ihnen  die  in  Tschi  gehaltene
Predigt  noch  einmal  in  ihrer  Muttersprache  Ephe
zu  wiederholen  und  insbesondere  den  Weibern  noch
weiter  zu  erklären.  Die  ganze  Gemeinde  Kpando
geht  in  die  Sonntagsschule,  um  wenigstens  noch  lesen
zu  lernen.

In  der  Kamerunmission  waren  die  wichtigsten
Ereignisse  der  Wiederaufbau  von  Buca,  die  Grundlegung
  zur  Mission  in  Nyasoso  und  das  Vordringen
nach  Edia.

Es  war  ein  empfindlicher  Schaden  für  uns,  als
im  Jahre  1891  infolge  der  Gravenreuthschen  Expedition
  unsere  Erholungsstation  Buca  von  den  Bakwiri
  zerstört  wurde.  Die  Unsicherheit  der  Zustände
im  Gebirge  ließ  einen  Wiederaufbau  lange  nicht  zu.
Erst  im  letzten  Jahre  konnte  derselbe  durch  unseren
Baumeister  Missionar  Schmid  begonnen  und  in
diesem  Jahre  der  Hauptsache  nach  beendigt  werden.
Die  Station  wird,  wie  wir  hoffen,  nicht  nur  den  in
den  ungesunden  Niederungen  vom  Fieber  schwer
heimgesuchten  Geschwistern  eine  gute  Erholungsstärte
in  der  gesunden  Gebirgsluft  bieten,  sondern  auch  der
Mittelpunkt  für  die  Mission  unter  den  Gebirgsbewohnern
  werden,  so  daß  ihre  Errichtung  auch  für
die  Bakwirimission  eine  neue  Zeit  herbeiführen  wird.
Eine  Reise  des  Missionars  Autenrieth  von  Mangamba
aus  in  nördlicher  Nichtung  nach  dem  Rkosiland  hatte
den  unerwartet  glücklichen  Erfolg,  daß  dort  mit  Hülfe
der  Eingeborenen  in  Nyasoso  ein  Bretterhaus  gebaut
werden  konnte,  das  den  Missionaren  wenigstens  für
einige  Zeit,  bis  ein  besseres  Missionshaus  errichtet
ist,  zur  Wohnung  dienen  kann.  Es  ist  damit  ein
bedeutender  Schritt  ins  Innere  hinein  gethan  und  zu
eimem  ganz  neuen  Volke  und  in  eine  gesundere  Gegeud
  Bahn  gebrochen  worden.

Auch  das  Vordringen  nach  Edia  am  Sannaga
von  Lobethal  aus  erfolgte  unerwartet  und  wurde
uns  besonders  ermöglicht  durch  das  äußerst  freundliche
  Entgegenkommen  eines  deutschen  Kaufmanns,
des  Herrn  Jürs,  der  uns  einen  ihm  gehörigen

 

Hügel  an  den  Ediafällen  zur  Errichtung  der  Station
gegen  einen  kleinen  Kaufpreis,  den  er  uns  dann
wicder  zum  Bau  einer  Schule  überließ,  abtrat.  Wir
hoffen  noch  in  diesem  Jahre  mit  Errichtung  eines
Hauses  und  somit  Gründung  der  Station  Jürshöhe
beginnen  zu  können.

Neben  den  erwähnten  drei  Hauptereignissen  ist
noch  mancher  schöne  Fortschritt  zu  erwähnen,  so  die
Ausdehnung  der  Arbeit  von  Lobethal  aus  in  südlicher
Richtung  gegen  Klein-Batanga  hin,  der  Eintritt  der
Station  Bethel  oder  Bonaku  in  ein  neues  Arbeitsseld
  am  Donga,  einem  zwischen  dem  Lungasi  und
dem  Sannaga  in  gleicher  Richtung  wie  diese  laufenden
  Flusse,  wo  zunächst  einmal  in  einer  Schule
10  Kinder  gesammelt  werden  konnten,  sodann  die
Anbahnung  einer  Niederlassung  in  Bombe  am  oberen
Mongo  von  Bonaberi  aus,  unter  Anderem  zur  Arbeit
  unter  dem  empfänglichen  Stamm  der  Balongs.
Diese  Unternehmung  wurde  freilich  durch  dic  schwere
Krankheit  des  Missionars  Graf  aufgehalten,  konnteaber
in  diesem  Jahre  durch  Missionar  Lauffer  wieder
aufgenommen  werden.

Die  meisten  Heidentaufen  hatte  Lobethal  mit  129;
von  Victoria  fehlt  der  Bericht,  die  drei  übrigen
Stationen  hatten  je  50  bis  60;  doch  zeigen  schmerzliche
  Erfahrungen  in  Vonaberi,  wo  viele  Ausschließungen
  nöthig  wurden,  daß  man  mit  dem  Taufen
nicht  zu  rasch  vorgehen  darf.  Bezüglich  der  inneren
Entwickelung  ist  hervorzuheben  das  schöne  Gedeihen
der  Kostschule  in  Lobethal,  die  im  Jahre  1894  gegründet
  wurde.  Die  Jungen  dort  haben  Erfreuliches
namentlich  im  Erlernen  der  deutschen  Sprache  geleistet,
  doch  mus  darauf  geachtet  werden,  daß  ihrem
Verlangen,  Deutsch  zu  lernen,  nicht  in  einseitiger
Weisc  mit  Vernachlässigung  des  Dualla  oder  gar  mit
Beeinträchtigung  der  religiösen  Unterweisung  entsprochen
  werde.  Neben  der  geistigen  Bildung  geht
die  zum  sittlichen  Gedeihen  der  Zöglinge  dienende
und  die  Erhaltung  der  Anstalt  ökonomisch  erleichternde
Erziehung  zur  Arbeit  her.  Täglich  arbeiten  die
Jungen  in  der  Kakaopflanzung  oder  an  der  Instandhaltung
  des  Stationslandes  oder  lernen  im  Tischlerschuppen
  mit  Säge  und  Hobel  umgehen.  Die  Anstalt
hatie  Anfang  des  Jahres  1896  80  Schüler.

Von  der  Außenstation  Nkom  am  Fluß  Mabombe
im  Abolande  aus  hat  sich  die  Gottessache  in  die
umliegenden  Dörser  von  Ndogripenda  verbreitet,  so
daß  sich  bereits  in  einigen  derselben  „Gottesmänner“
befinden.  Der  Lehrer  in  Nkom  hat  schon  zwei
Schulen  im  Gange.  Auch  die  Wurichristen  haben
sich  nun  den  Missionsbestrebungen  der  Aboleute  angeschlossen,
  was  auch  als  Anzeichen  regeren  Lebens
bei  ihnen  selbst  zu  begrüßen  ist.  In  Bonakwasi
haben  die  Abochristen  einc  Kapelle  ganz  aus  eigenen
Mitteln  errichtet  und  einen  Lehrer  mit  15  Mark
Gehalt  monatlich  angestellt.  Seit  sie  sich  für  diesen
Zweck  freiwillig  eine  Kopfsteuer  auferlegt  haben,  geht
die  pflichtmäßige  Steuer  von  6  Mark  noch  leichter
als  vorher  ein.  Die  Errichtung  von  Kapellen  und
        <pb n="643" />
        —  561  —

Lehrerhäusern  auf  fast  allen  Außenstationen  gab
Anlaß,  die  Holssägerei  als  neue  Beschäftigung  in
Gang  zu  bringen.  Dieselbe  wird  nun  an  acht  Orten
getrieben,  nicht  nur  für  den  eigenen  Bedarf  an
Brettern,  sondern  auch  für  den  Verkauf.
Heimgekehrt  sind  die  Missionare  Walther,
Schuler,  Chr.  Graf,  J.  Bizer,  Autenrieth  und
Geschwister  Walker  und  Schmid;  hinausgezogen
Geschwister  G.  Bizer,  die  Missionare  Hermann,
Chapuis,  Göhring,  Hartenstein,  Wittwer,
Häcklinger,  Nounnenmacher,  Schkölziger  und
Fräulein  Luise  Müller  als  Braut  von  Missionar
Wittwer.  -

Kugfremdethvloniew
Bandel  Datars  (Senegambien)  im  Jahre  1895.*)

Der  Ackerbau  beschränkte  sich  auf  Hirse  und
Mais.  Grundnüsse  und  Gummi  werden  für  die
Ausfuhr  gesammelt.  Baumwolle  kommt  in  zwei
Arten  vor,  wird  aber  nicht  mehr  kultivirt,  seitdem
die  Weberei  einheimischen  Tuches  aufgehört  hat.
Außerdem  wachsen  in  Senegal  noch  wenigstens  fünf
Pflanzenarten,  die  Webstoffe  liefern,  aber  sie  müssen
erst  auf  ihre  praktische  Verwendbarkeit  zur  Anfertigung
  von  Stoffen,  Garn,  Tauwerk  rc.  hin  geprüft
  werden.

Eingeführt  wurden  Tabak,  Perlen,  Messerschmiedewaaren,
  Kleidungsstücke  und  bedruckter  Kaliko
(britisches  Fabrikat).  Letzterer  Stoff  ist  vielleicht  der
wichtigste  Einfuhrartikel;  obwohl  der  nicht-französische
  Kaliko  außer  dem  Zoll  von  2½  Centimes
für  das  Meter,  den  dieser  zahlt,  noch  einem  Zoll
von  6  Centimes  für  das  Meter  unterliegt,  wird  fast
der  ganze  Bedarf  von  Manchester  gedeckt.  Tabak
wird  fast  nur  von  den  Vereinigten  Staaten  von
Amerika  über  Liverpool  eingeführt.  Der  Versuch,
britische  Messerschmiede=  und  Metallwaaren  einzuführen,
  scheint  noch  nicht  gemacht  worden  zu  sein.
Von  der  Errichtung  einer  britischen  Agentur  in
Dakar  würde  ein  beträchtlicher  Aufschwung  des
Handels  in  den  genannten  und  anderen  Waaren
mit  dem  Innern  des  Landes  erwartet  werden,  zumal
  die  Verbindung  zwischen  St.  Louis  und  dem
Sudan  sich  neuerdings  gebessert  haben  soll.

Die  Ausfuhrartikel  waren,  in  der  Reihenfolge
nach  ihrer  Bedeutung  aufgeführt,  folgende:  Grundnüsse,
  Gummi  (zunehmende  Ausfuhr),  Kautschul  (desgleichen),
  Palmnüsse  und  Oel  (desgleichen),  Häute
und  Hörner  (unerhebliche  Ausfuhr),  Artikel,  die  von
den  Eingeborenen  angefertigt  sind,  Matten  rc.  (desgleichen).
  Auch  etwas  Gold  ist  ausgeführt  worden;
es  kommt  hauptsächlich  von  dem  Bezirk  von  Galam,
dessen  Rohgold  sich  zweimal  so  hoch  bewerthet  als
das  von  anderen  Bezirken.  Es  sollen  sich  zwei

*)  Aus  dem  Deutschen  Handels-Archiv  1896,  S.  257.

 

Gesellschaften  zur  Gewinnung  von  Gold  in  Sencgambien
  und  den  angrenzenden  Ländern  gebildet
haben.

Den  Schiffsverkehr  zwischen  Senegambien
und  Frankreich,  seinen  Kolonien  und  der  benachbarten
Küste  von  Westafrika  hat  fast  ausschließlich  die  französische
  Flagge  unterhalten.  An  der  Ein=  und  Ausfuhr
  von  anderen  Theilen  der  Welt  waren  die
Schiffe  französischer  und  anderer  Nationalität  ziemlich
gleichmäßig  betheiligt;  im  letzten  Jahre  überwog
etwas  die  französische  Flagge.  Kohle  ist  fast  nur
in  britischen  Schiffen  eingeführt  worden;  ein  frauzösisches
  Schiff,  das  nach  Madagaskar  bestimmt  war,
wegen  Beschädigung  der  Dampfmaschinen  aber  Dakar
anlaufen  mußte,  löschte  dort  seine  Kohlenladung,  und
ein  schwedisches  Schiff  brachte  eine  Ladung  Kohlen
von  Cardiff.

Der  innere  Hafendamm  ist  seit  Aufang  des
Jahres  1895  um  das  Doppelte  verbreitert  worden
und  bietet  bequemen  Landungsplatz  für  die  Küstenschisse
  und  Leichter.  Die  in  Aussicht  genommene
Erweiterung  des  äußeren  Hafendammes  hat  noch
nicht  stattgefunden,  doch  ist  er  theilweise  nach  dem
tieseren  Wasser  zu  so  erweitert  worden,  daß  Schiffe
bis  zu  23  Fuß  Tiefgang  am  Kai  entladen  können.

Verschiedene  Mikttheilungen.
Dandel  Bloemfonteins  im  Jahre  1895.7)

Da  der  Oranje-Freistaat  ein  Land  ohne  jegliche  Industrie
  ist  und  nur  Ackerbau  und  Viehzucht  treibt,
ist  dessen  Gedeihen  ganz  besonders  von  den  klimatischen
  Verhältnissen  abhängig.  Die  zeitig  fallenden
Regen  versprachen  ein  gutes  Jahr.  Die  Spätregen
waren  aber  nicht  so  ausgiebig,  und  die  Folge  war,
daß  wenig  Mais  gesät  werden  konnte,  und  die  Getreideernte
  weit  hinter  den  Erwartungen  zurückölieb.

Während  so  der  Ackerbauer  eine  ziemlich  schwere
Zeit  durchzumachen  hatte,  erfreute  sich  der  Viehzucht
treibende  Bauer  besonders  günstiger  Verhälknisse.
Reichliche  Weide,  gesundes  fettes  Vieh,  gute  Marktpreise
  versprachen  reichlichen  Gewinn,  zudem  der  siets
wachsende  Markt  in  Johannesburg  und  den  Witwatersrand-Goldfeldern
  ein  großes,  williges  Absatzgebiet
  bildet.

Die  Bewegung  des  Handels  des  Freistaates,
in  Zahlen  ausgedrückt,  ist  folgende:

Die  gesammte  Einfuhr  im  Jahre  1895  betrug
926  567  Pfd.  Sterl.,  und  nahmen  daran  Antheil
die  Kapkoloniec  mit  676  716,  Natal  und  Trausvaal
mit  168  966,  Basutoland  mit  80  000  Pfd.  Sterl.
(nur  afrikanische  Produkte,  wie  Mais,  Getreide,
Wolle).  Im  Vergleich  zum  vorhergehenden  Jahre
hat  sich  die  Einfuhr  um  etwa  15  péCt.  gehoben.

7*)  Aus  dem  Deutschen  Handels-Archiv  1896,  S.  258.
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        –  562  —

Der  Oranje-Freistaat  ist  mit  einer  Einfuhr  von
nahczu  20  Millionen  Mark  immerhin  ein  nicht  zu
verachtendes  Handelsgebiet,  das  zu  erobern  die
deutsche  Industrie  trachten  sollte,  und  dürfte  es  sich
wohl  der  Mühe  lohnen,  wenn  die  deutschen  Produgenten
  noch  energischere  Anstrengungen  machten,
um  mehr  deutsche  Waaren  dort  abzusetzen,  als  bereits
geschehen.  Aber  dann  muß  der  deulsche  Industrielle
erst  brechen  mit  allerlei  Kleinlichkeiten  und  Engberzigkeiten.
  Es  ist  nothwendig,  daß  der  deutsche
Industrielle  jährlich  drei=  oder  viermal,  ja  noch
besser  monatlich,  Preislisten  —  womöglich  illustrirt  —
an  die  Kaufleute  des  Landes  schickt.  Diese  Preislisten
  müssen  ausführlich,  deutlich,  hübsch  ausgestattet
und  in  englischer  Sprache  verfaßt  sein,  aber  in  einem
Englisch,  das  man  verstehen  kann  und  das  nicht,
wie  dies  häufig  der  Fall  ist,  allein  ein  mitleidiges
Lächeln  abzwingt.  Geld,  Sprache,  Gewicht  und
Maße  sind  englisch;  deshalb  soll  der  Reflektant  seine
Preise  in  englisches  Geld,  sein  Gewicht  in  englisches
Gewicht  umgerechnet  in  seinen  Preislisten  dem  zu
gewinnenden  Käufer  vorlegen.

Vereinigungen  sollten  sich  bilden  und  Reisende
ins  Land  schicken  zum  Studium  der  Verhältnisse  und
Bedürfnisse.  Nicht  ein  fliegender  Besuch,  sondern
gründliches  Eingehen  in  die  Verhältnisse  ist  ersorderlich.
  Wenn  möglich,  sollten  Niederlagen  deutscher
Erzeugnisse  errichtct  werden.  Das  kostet  Alles  allerdings
  Geld  und  für  heimische  Begriffe  vielleicht  viel
Geld,  aber  es  wird  sich  lohnen.  Deutsche  Geschäftshäuser
  müssen  ein  größeres  Entgegenkommen  zeigen.
Die  Geschäftstreibenden  sind  im  Oranje-Freistaat
gewöhnt  an  längere  Ziele  und  größeren  Diskont
gegen  Kasse.

Der  deutsche  Zwischenhändler  muß  durch  Zuwendung
  aller  ihm  gewährten  „tradediscounts“
an  seine  Abnehmer  das  Vertrauen  seiner  Kunden  zu
gewinnen  suchen.  Kleinigkeiten  halber  zerschlägt  sich
manches  Geschäft  oder  werden  Geschäftsverbindungen
wieder  gelöst.  Man  würde  sich  einer  argen  Täuschung
hingeben,  wenn  man  annimmt,  daß  man  es  mit  einsachen,
  uncivilisirten  Verhältnissen  zu  thun  hat.  Die
größten  Vortheile  aber  würde  der  deutsche  Handel
finden,  wenn  er  sich  losmachen  könnte  von  britischer
Vermittelung  durch  Einführung  direkter  deutscher
Schifffahrt  nach  den  kapländischen  Häsen.

Die  hauptsächlichsten  Artikel  der  Einfuhr  in  den
Jahren  1894  und  1895  waren:

Ackerbangeräthe,  Ale  und  Bier,  Kleidungsstücke,
Säcke,  Lichter,  Wagen,  Karren  2c.,  Cement,  Käfe,
Kassee,  Zuckerwaaren,  eingemachte  Früchte  2c.,  Baumwollenwaaren,
  Drogen  und  Arzneien,  Dynamit,
Töpferwaaren,  Glaswaaren,  Möbel  und  Kunsttischlerwaaren,
  Schieppulver,  Patronen,  Gewehre  2c.,  Putzund
  Strumpfwaaren  r2c.,  Eisenwaaren  und  Messerschmicdewaaren,
  Hüte,  Eisen  in  Barren,  Platten  2c.,
Wellblech,  Juwelierwaaren,  einschl.  Uhren,  Leder  und
Lederwaaren,  Schuhe  und  Stiefel,  Leinenwaaren,

 

Fleisch,  gesalzen  und  anders  konservirt,  Farben,  Eßwaaren,
  nicht  besonders  genaunt,  Reis,  Sattlerwaaren,
  Scife,  Spirituosen,  Zucker,  Phantasicartikel,
Schreibmaterialien,  Galanteriewaaren,  Thee,  Cigaretten
  und  anderer  fabrizirter  Tabak,  außer  Schnupstabak
  und  Cigarren,  Cigarren,  Wein,  Wollenwaaren,
Holz,  unbcarbeitet  oder  behauen,  außer  Teatholz.

Die  Ausfuhr  betrug  1  831  266  Pfd.  Sterl.
einschl.  der  Werthe  für  Wolle,  Mohair,  Felle  und
Straußenfedern  im  Betrage  von  etwa  200  000  Pfd.
Sterl.,  die  bei  den  solgenden  Zahlen  unberücksichtigt
geblieben  sind.

Die  Ausfuhr  nach  oder  über  die  Kapkolonie
betrug  519  987  Pfd.  Sterl.,  wovon  474  112  Pfd.
Sterl.  auf  Diamanten  entfallen,  die  Ausfuhr  nach
Basutoland  48  419,  die  nach  Natal  31  000  und  dle
nach  Transvaal  931  860  Pfd.  Sterl.

Die  Einnahmen  des  Freistaates  aus  dem  mit
der  Kapkolonie  bestehenden  Zollverein  beirugen  für
das  Jahr  1895  113  430  Pfd.  Sterl.

Die  Einnahmen  der  Eisenbahn  vom  Oranjefluß
  bis  Vaalfluß,  wofür  die  Kapkolonie  eine  Konzession
  hat  und  der  Freistaat  die  Hälfte  des  Gewinns
nach  sieben  Jahren  ausbezahlt  bekommt,  betrugen
523  926  Pfd.  Sterl.  und  gaben  demnach  eine  Verzinsung
  des  Anlagekapitals  von  26¾  péCt.  gegen
322  471  Pfd.  Sterl.  im  Jahre  1894,  und  202  350
Pfd.  Sterl.  im  Jahre  1893.  Der  bis  jetzt  dem
Freistaate  zukommende  Gewinnantheil  beläuft  sich  auf
602  000  Pfd.  Sterl.  In  der  letzten  jährlichen
Sitzung  des  Volksraads  wurde  die  weitere  Ausbreitung
  des  Eisenbahnnetzes  des  Staates  angenommen,
  und  zwar  sollten  folgende  Linien  zum
Bau  ausgeschrieben  werden:

Bloemfontein—Kimberley.

Bloemsontein—Ladybrand,  Ficksburg,  Bethlehem.

Harrismith  —Bethlehem—Kroonstad,  anschließend
anu  die  bereits  bestehende  Linie  von  Süd  nach  Nord.
Eine  Zweiglinic  von  Wepener  mit  Anschluß  an  die
Linie  Bloemfontein—Ladybrand.  Diese  Linien  benöthigen
  ein  Bankapital  von  elwa  3¼  Millionen

Pfd.  Sterl.

Chinesische  Einwanderung  in  Singapore')
im  Jahre  z895.

Während  des  Jahres  1895  kamen  von  China
nach  Singapore  190  901  chinesische  Einwanderer
(worunter  10  391  Frauen  und  7708  Kinder)  gegen
189  843  im  Jahre  1893.

Die  folgende  Nachweisung  zeigt  die  Auswanderung
der  Chinesen  männlichen  Geschlechts  nach  Singapore
und  Penang  während  der  letzten  zwei  Jahre.

*)  Vergl.  Deutsches  Kolonialblatt  1895,  S.  54.
        <pb n="645" />
        Singaporc.

 

 

139n#  1895
Von  Hongkong  36  491  53  701  +  17210
Swatow  32975  41742  +  16  767
Amoy  47  961  61  907  +  13  916
Hainau  8256  12340  +  4084
Shanghai  75  112  K  37
Zusammen  125  758  172  802  LT  47  014
Penang.
1894  1895
Von  Hongkong  8958  12831  +  3873
Swatow.  265  546  +  281
Amoy.  10  001  11336  +  1335
Hainga  ..  7  289  +  1413
China  (via  Singar
  15  376  21  423  +  6017
Singapore  7830  8691  +  861
Malalklka  —  14  14
Zusammen  42606  55  130  +  12524

Die  Einwanderer  vertheilten  sich,  wie  folgt:
In  Singapore  ausgeschifft:
Männeer  1

37277
Frauen  6  997
Kinder  5  883  150  157
Dirckt  nach  Penang  gegangen:
'Känner  31  743
Frauen  3  303
Kinder  1696  36  742
Direkt  nach  Malakka  gegangen:
änner  131
Frauenun  —
Kinder  —  131
Direlt  nach  anderen  Pläszen  gegangen:
Männer  3  651
Fraun  91
Kinder  129  3  871
Zusammen  190  901

Die  solgende  Tabelle  zeigt  die  Gesammtzahl  der
Ankömmlinge  in  den  beiden  Settlements  für  die
letzten  zehn  Jahre:

Singapore:  Penang:
1886  67  331  57  186
1887  101  094  (15  348
1888  103541  78  175
1889  102  429  44  441
1890  96  230  36  044
1891n  93  843  49  066
1892  93  339  15  227
1893  144  558  68  251
1891  106  612  16  230

1895  150  157  60  559
Die  Gesammtzahl  der  Einwanderer,  welche  ihre
Ueberfahrt  von  China  aus  nicht  selbst  bezahlt  hatten,
war  in  demselben  Zeitraum  folgende:

Singapore:  Penang:
1886  15  733  23  459
1887  19  496  22904
1888  18  421  16  186
1889  11962  9251

 

Singapore:  Penang:
1890  8  152  6  813
1891  6  229  8416
1892  9118  6281
1893  18  973  99067
1894  8  983  6  083
1895  14518  8  731

Von  den  Eingewanderten  waren  weiblichen  Geschlechts:
In  Singapore:  In  Penang:

1886.  2315  1733
1887  3037  2784
1888.  3164  2675
1889  3837  1980
1890  3820  1726
1891  4710  2416
1892  4804  2529
1893  6387  3868
1894.  .  5007  2425
1895  6997  3653

Die  chinesische  Einwanderung  nach  Singapore
hat  seit  dem  Bestehen  des  englischen  Protektorats
im  Jahre  1895  ihren  höchsten  Stand  erreicht,  es
kamen  etwa  190  000  chinesische  Einwanderer  an,
also  eine  Zahl,  welche  diejenige  der  in  Singapore  ansässigen
  chinesischen  Bevölkerung  übersteigt.

Kontrakte.

Die  Zahl  der  in  Singapore,  Penang  und  Malakka
  während  des  Jahres  1895  geschlossenen  Arbeitskontrakte
  betrug  237116  bezw.  11725  und  917
gegen  11  086,  10  893  und  323  im  Jahre  18914,
zusammen  36  388  gegen  22  302.

Eine  bemerkenswerthe  Zunahme  zeigen  die  Zahlen
der  in  Singapore  während  des  Jahres  1895  von
Kantonesen  und  Haitams  gemachten  Kontrakte,  nämlich

1894  5
Kantonesen.  1838.  5086
Haitams.  324  2852

Es  ist  das  darauf  zurückzuführen,  daß  die  Zinnpreise
  gestiegen  sind  und  infolgedessen  vielc  Kulis  in
Singapore  Kontrakte  für  Selangoo  gemacht  haben;
die  Zahl  der  letzteren  belief  sich  189.41  auf  5132,
1895  auf  8175.

Während  des  Jahres  1895  sind  in  Singapore
die  „Chinese  Immigrants  Ordinance  IV“  vom  Jahre
1880  und  die  „Crimping  Ordinance  III“  vom  Jahre
1877  bedeutend  schärfer  als  in  früheren  Jahren  gehandhabt
  worden,  die  Zahl  der  von  freien  Einwanderern
  gemachten  Kontrakte  stieg  infolgedessen  von
93  auf  7538.

Infolge  dieser  schärferen  Anwendung  der  Bestimmungen
  der  angezogenen  beiden  Gesetze  ist  einer
großen  Anzahl  von  Chinesen,  die  sonst  die  Kolonie
verlassen  haben  würden,  ohne  zu  wissen,  wie  sie  geschützt
  werden,  dadurch  geholfen  worden,  daß  ihre
Arbeitgeber  gezwungen  wurden,  Kontrakte  mit  ihnen
zu  schließen.  Ueber  die  Vertheilung  der  Kontraktarbeiter
  in  den  Jahren  1894  und  1895  giebt  die
nachstehende  Tabelle  Auskunft.
        <pb n="646" />
        564

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Straits  Settlements:  1  2  s  2  2  5
z  8  2m
180052  E  222  .  2
—...t  5  e5  r  5
1894  T  l  ’
Singapore  284  —  27  ——  15  6175  1612  23889  —-  58511086
Penang  624  12900  33  —  6257  1  505  850  730  9
Malakkoa  —  —  —  —  219  101  —  —  –  323
Zusammen  284  624  1317  33  234/  12536  1773  3893  850  758  22  302
1895.
Singapore1009  391  17  —  114612222  2056  6370  —  53554
Penang  —  979  1884  41  —  6377  132  1719  470  123  11725
Malakkaa  —  —  —.H  713  204  —  —  r17
Zusammen  1000  13270  190  1  1359  18803  2188  8308909  470  658]36988
Differenz:  «
Singapore  725  +  391  —  10  —  P11311+  6047  44  +  3932  —  —  50012600
Penang  —  +  355  +  504  PKP  8  —  20  —  29  (1  214—  380  —  50  C  832
Malakka  —  —  —  —  1□—  4941  TI  100  —  —  —  —  594
Zusaumen  725  746  —+5844  1625  +  6267  +  415  +41986  —380  —100/-  14080

 

 

Von  den  Kontraktarbeitern  waren:
In  Singaporec:

 

 

1894  1895  Differenz
Sinkehs  8239  13  168  +  42929
Lankehs.  1540  9639  +  83099
Eingeborene  (Javanen  r2c.)  1307  939  —  9368
Zusammen  11  086  23746  +  12660
In  Penang:
1894  1895  Disserenz
Sinkehs.  5526  7  4499  +  1973
Laukh  53  4216  —  1140
Eingeborene  (Javanen  2c.)  11  10  1
Zusammen  10893  11725  4  832
r-  1.t  VVyVVVVVWYVVTTV  7VVTTT

Tikkerakur.

Dr.  H.  Christ:  Madagaskar  einst  und  jetzt.  Basel.
Missionsbuchhandlung.

Einc  kurze,  mit  vielen  Illustrationen  ausgestattete
  Schilderung  der  Entwickelung  des  Missionswesens
  in  Madagaskar  und  seiner  Lage  nach  der
Eroberung  der  Insel  durch  Frankreich.

 

 

Der  in  DBnkatan  lebende  Reisende  und  Archäolog
Teobert  Maler  veröffentlicht  in  der  Nr.  10  des
70.  Bandes  der  Zeitschrift  „Globus“  (Verlag  von
Friedr.  Vieweg  &amp;amp;  Sohn  in  Braunschweig)  Entdeckungen
  von  bedeutenden  Ruinenstädten  aus  der
Zeil  der  Mayakultur.  Sie  liegen  theils  noch  auf
dem  Boden  nkatans,  theils  im  nordwestlichen  Guatemala
  und  waren  nur  den  Indianern  bekannt.
Namentlich  zeichnet  sich  Piedras  negras  am  rechten
Ufer  des  in  den  Golf  von  Mexiko  mündenden  Usumacinta
  durch  herrliche  Figuren,  große  Pyramiden,
Opferaltäre  und  Inschriftreihen  im  Charakter  jener
Palenque  aus.  Die  Fagaden  und  Figuren  fand
Maler  theilweise  noch  bemalt.  Eingehende  Berichte
sollen  später  im  „Globus“  erscheinen.

Titterakur-Perzeichnik.

Donnet,  G.:  Une  mission  au  Saharn
Sngul  an  Tiris.

 

occidental  du
4  "

r.  c.
A.  Challamel,  Paris.
Mantegazza,  V.:  Gl'Italiani  in  Asrica.  41.
Succ.  Le  Monnier  in  Florenz.
Cabanellas,  V.:  La  täctica  en  Cubn,  Africn
Filipinns  y  en  todo  pais  cubierto  y  nccidentado.

Des.  50  c.
Impr.  del  Depôsito  de  la  Gucrru  in  Madrid.

 

Schiffsbewegungen.

(Die  Zeit  vor  dem  Orte  bedeutet  die  Ankunft,  hinter  dem  Orte  die  Abfahrt  des  Schisses.)

S.  M.  S.  „Condor“  22/6.  Sansibar.  —
Kapstadt.)

S.  M.  S.  „Falke“  15/4.  Apia.  —  21),8.  Auckland.

S.  M.  S.

„Bussard“  Mioko  15/7.  —  27,7.  Apia.  (Poststation:  Hofpostamt.)
13/8.  Lourento  Marques  18/8.  —  Kapstadt.

(Poststation:

(Poststation:  Hofpostamt.)

„Hyäne"  Kapstadt  27/7.  —  13/8.  Mossamedes.  18/8.  —  Kamerun.  (Poststation:  Kamerun.)
        <pb n="647" />
        S.  S.  „Scead

S.  M.  S.  „Sperber“  5/5.  Kamernn.

Dampfer  „Prinzregent  #

565

S.  M.  Lermessengeschif  „Möwe“  22/6.  Friedrich  Wilhelmshafen  5,7.  (Poststation:
M  ler“  9%/  Sansibar.  (Poststation:  Sansibar.)
(Poststation:  asserviren.)
Ablösungstrausport:

Sydney.)

Luitpold“  des  Norddeutschen  Lloyd  mit  der  halben  Besatzung  für  S.  M.  Vermessungsschiff
  „Möwe“:

Ausreise:  Bremerhaven  29/7.  —  Sydney.

 

Derkehrs-Zachrichten.

Die  Abfahrt  erfolgt

Postdampfschiffverbindungen  nach  den  deutschen  Schutzgebieten.

Ausschissungshafen.

Briese  müssen  aus

 

 

 

Na  vom  Ein-  A  auer  Berlin  spätestens
*  schiffungshafen  an  folgenden  Tagen  der  Ueberfahrt  abgesandt  werden
Neapel  am  16.  September,  Tanga  20  Tage  am  11.,  14.  September,
d  Schiffe)  7.,  28.  Okt.  120  abds.  Der#es  Salzm  21  Tage  5  %  26.  Oltober
,  «  B  am  Sept.,  11.  Okt.Sansibar  age  abds.
1.  Deutsch-Oflafrika.  enn  4½  *  si
Marseill  am  iedes  Mts.  Sansibar  18  Tage  am  8.  jedes  Monats
franzoͤsische  Schise)  4o  nn  —————  9/6  abds.
Southamwton  am  12.  Se  t.,  10.  Okt.  Lüderitzbucht  27  Tage  am  11.  Sept.,  9.  Okt.
2.  deutsch-  Lüdweslafrika,..lische  Sch  14  40  un  ½  Swalopmund  30  Tage  1133  vms.
(Nach  2  Frarstan  wechemmich  Kaptadt,  #n  *
bis  Kanna  adl.  weiter  Sicher  !  urn  wein")
le  14  rage  aus  du  Hamburg  am  30.  Septl.,  30.  Nov.  Swakopmund  30  Tage  am  30.  Sept.,  30.  Nov.
lloph  Schiff),!  nachts  #  75  abbs.
65  am  49  jedes  Monats  s  Kamerun  24  Tage  am  10.  jedes  Monats
3.  Ramerun  —  wist)  ts  ds
«  am  September,  2.  Okt.

4.  Togo--Gebiet
(von  Quittah  mittelst
Boten  nach  Lome  und
Klein-  Bopo)

H.  Deutsch·  Aeu·  Guĩnea.

6.  Marshau.  Inseln.

1  anige  hine

28.  Oltobe
·-  am  10.  jedes  Mis.  nachts
Hamburg  am  20.  edes  Mts.
(beutsche  Schiff

Liverpool  l  am  9.,  23.  Spptember,
ins  Saiff  7.,  21.  Oklo

Neap  am  3  Olt.,  16.  Dez.
Schiffe)  bds.

 

disi  am  3  Alt,  20.  Dez.
(een
disi  am  8.  -tabds.


(ub¼rt  Manila)

 

Kamerun  22  Tage

Klein-  Popo  r0  Tage
Lome  31  Tag
Klein-Popo  8  Tage
Quittah")  oder  Klein-Popo
  35  Tage

U
Ü

Friedrich  Wilhelmshafen
  45  Tage
41  Tage

Jaluit  71  Tage  *

 

Einteesen  der  Post  aus  den  deutschen  Schutzgebieten.

abds.
am  28.  Sept.,
15  ums.

am  10.  und  20.  jedes
Monats  7  abds.

am  7.,  21.  September,
5.,  is.  Okt.  15  nms.

am  1,  23.  Oklober,
14.,  18.  Dezember
10  abd

am  6.  November
1031  abds.

 

 

 

 

 

Die  Fot  ist  fällig
in  Berlin

 

 

 

Von  2ö  Die  Jol  h  sauis  Von  Ladns
Neapel  .  .  .  am  18.  Septeniber,
Deutsch-Ostafrika  Brindisi.  #09  9  —  Ait  oorr  Togogebiie  Hamburg
.P7Ö7WMWWJU)W75  Marseille  .  am  1.  Ok..,  1.  Nov.  D&amp;amp;.!.
deutsch-Sühwestafrika-  Southampton,  am  15.Sept.,  13.Okt.  Deutsch  ·  leu  ·  Guinea  Neapel..
Ramerun  .  .  .  .  ...  xb2  t  aln,  Marsball-  Inseln  ..  Marseille  oder  Anfangs
k  Oktober

 

*  Fälligkeitstage  für  die  mit  deut

 

am  10.7“  und  25.4
jedes  Monats

am  18.7  Olktober,
12.7  Dezember

Oktober,

arcelona  Ende  November
"1

chen  Schissen  eintressenden  Posten.
        <pb n="648" />
        —  566  —

Schiftsbewegungen  d  der  Woermann-Linic.

 

 

 

 

Postdampsfer  neise  Lette  Nachrichte
von  I  nach  bis  28.  August  1896
„Adolph  Woermann“  Swalopmund  «  Hamburg  am  15.  August  in  Hamburg.
„Aline  Woermann"“  Hamburg  Ponta  Negra  am  20.  August  in  Gabun.
„Anna  Woermann“  Hamburg  Kap  Palmas  am  25.  August  in  Tanger.
„Carl  Woermann“  Hamburg  Kotonon  am  27.  August  in  Kotonoun.
„Eduard  Bohlen“  Hamburg  Congo  am  31.  August  ab  Hamburg.
„Ella  Woermann“!“.  Kap  Palmas  Hamburg  am  22.  August  in  Sierra  Leone.
„Gertrud  Woermann“  Ponta  Negra  Hamburg  am  23.  August  in  Hamburg.
„Gretchen  Bohlen“  Hamburg  »  Kotonou  am  23.  August  Dover  passirt.
„Hedwig  Woermann“.  Kotonon  «  Hamburg  am  21.  August  in  Accra.
Feanneue  Woermann“.  Loanda  Hamburg  am  28.  August  in  Lagos.
„Kurt  Woermann“  Hamburg  Loanda  am  31.  August  ab  Hamburg.
„Lothar  Bohlen“.  Hamburg  Swakopmund  am  16.  August  in  Goree.
„Lulu  Bohlen“  Ponta  Negra  Hamburg  am  21.  August  in  Accra.
„Marie  Woermann“  Hamburg  Ponta  Negra  am  19.  August  in  Madeira.
„Melita  Bohlen“  Lüderitzbucht  Hamburg  am  25.  August  in  Accra.
„Professor  Woermann-=  Loanda  Hamburg  am  28.  August  Dover  passirt.
„Thekla  Bohlen"“  Hamburg  Congo  am  31.  August  ab  Hamburg.

Schiffsbewegungen  der  Deutschen  Ostafrika-Linie  (Hamburg—Ostafrika).

 

 

 

 

·  Reise  Letzte  Nachrichten
Neichspostdampfer  von  5  nach  bis  25.  August  1896

„Kaiser“.  zur  Zeit  in  Ln  Hafen.  4
„Kanzler“  .  Hamburg  am  21.  August  ab  Wozambique.
„Bundesrath“.  urban  Durban  am  12.  August  an  Mozambique.
„Neichstag“.  Hamburg  am  23.  August  ab  Marseille.
„Admiral“.  zur  Zeit  im  Hamburger  Hafen.
„General“  Durban  am  21.  August  ab  Lissabon.
„Herzog“  Hamburg  Durban  am  24.  August  an  Tanga.

 

GO##tstesuarke  Werke  der  deutschen  und  ausländischen  Litteratur.

 

Teschen#rörferback  der  engy#tischen
  #½nd  dertschen  Sprackhe
von  Fhicme-Magnusson.  15.Aul--lage.
  34  Bogen.  Geb.  Alk.  3.50.
V  erlag  von  lluendeke  &amp;amp;  Lehmkuhl
in  Ilumbunrg.  (G#)

Dnsere  Schutstrieppe  i  Osctafrisa.
  Von  Georg  Anercker,
D’r.  Lt.  im  Ins.  Regt.  No.  23,  chemal.
OfNz.  d.  Schutztruppe.  Mit  34  IIlustr.
z.  Th.  n.  Originalunnfnahmen  d.  Cheis
luemnt.  2208.  go.  Verlag  von  Karl
Siegismund,  Berlin  W.  41.  4  B3.  —

ie  cucngelischen  Misstonen-TIllustr.
  Familienblatt.  IIerausg.  von
Jul.  Richter.  I.  Jahrg.1895.  MNonatl.
LIIest  von  24  S.  Tähr.  4  3,  srei  ins
Ilaus  .4  3,20.  Probehelte  gr.  u.  krko.
Verl.  v.  C.  Bertelsmann  in  Gütersloh.
kI7..  T.  Gabelentz,  Ilundbuch  eurau
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  der  Kol.-Abtn.  des  Auswürtigen
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Verlag  von  Ed.  Kummer  in  Leipzig.

 

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4  l  .  KI.  Folio.  lPreis  steis
vorn  uͤn  in  v'snian  Leinwanid  gebil.
-  Die  Festschr.  wWard  Sr.  Maj.  d  iser.
Inr.  J  *  Kingerin.  den  unwos.  FU  len  u.  14.—

laden  wn  Gusten  übarr.  Prohebog.  mi.  Abbild.  grat.
Verl.  von  Willehn  Ernst  &amp;amp;  Sohh  in  lierlin  M.  S.

 

Jeder  Deutsche  im  Auslande
liest  gern  die  selbst  in  dberscelschen  Lündern
weit  verbreitete  und  im  18.ahrg.  erscheinende
Deutsche  Mliltalr-Muslker-  Zellung  (Drager).
*¾  abonmmirt.  %  vahen  Poslanstalten  (vinz

traken  unter  Nr.  1757  k.  1898)  sowio  durch  die
Exp.  n  eriln  SW.  70  geten  Einsend.  v.  2,0  M.

 

 

Rriefmarken-Alblms
i.  deutsch.,  engl.,  #ranz.,  itul.
u.  8pan.  Sprache.  labrizirt.
jed.  Preisluge.  18mal  prämiirt.
  (Vros  ekte  grutis.)
C.  F.  Lücke,  Leipzig.  (#)

 

Viseh,  It.,  Dr.  med.  Tropische
Nranseleiten.  Anleit.  zu  ihr.  Vernüt
  u.  Behandl.  Spez.  f.  d.  Westküste

frika.  Zweite  uümgearh.  Aull.  Verag
  der  Missionahnchnollg.  in  Basel.

 

M  1.—  ,  geb.  4,0.  Für  Missionarc.
Kanusleuse  und  Benmie.  14
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        —  567  —

Anzeigen.

 

Inicerate  (jür  die  dreigespalleue  Petitzeile  oder  deren  Naum  *  ifeg),)  find  an  die  Vertriebsleitung,

r  Verlin  S8WI2,  Lochstraße  68  71,
ein!)  IIiind

 

Bekanntmachung.

In  das  hierselbst  geführte  Prolurenregister
  ist  zufolge  Verfügung  vom
23.  Juni  1896  unter  Nr.  2  Folgendes
eingetragen  worden:
Spalte  1:  2.

2:  Die  Handelsgesellschaft“
Hernöheim  X  Co.
Matupi.

3  Hernsheim  X  Co.

4:  Mat

5:  Die  n

Oernoheim  K  Co.
eingetragen  unter  Nr.  1
des  Gesellschaftoregistero.

6:  Die  Kaufleute  F  Fris  Guyot
und  Rudolf  Wahlen  in
Matupi,  weschen  Kollektivprokura
  ertheilt  ist.

7:  Eingetragen  zufolge  Verjügung

  vom  22.  Juni  1890
am  23.  J  396
Herbertshöh,  dt  Juni  1896.
Der  Gerichtoschreiber  des  Kaiserlichen
Gerichto  des  Schußgebietes  der  Neu-Guinea-Kompagnie:

(I.  S.)  gez.  Steusloff.  ")

—JI
2  2

Naturalien
(Käfer,  Schmetterlinge,  Vogelbulge
cle.)  aus  trobischen  und  subtro-Pischen
  Ländern  suche  in  grossen
l’nrtien  zu  kuusen.

IIerren,  welche  sich  damit  be-Inssen
  wollen,  bitte  um  Aulgale  ihrer
Adresse.  Anleitung  zum  Sammeln
und  l'räpariren  wird  gegeben.

Carl  Zeyxen,
((hel  der  Bergischen  Eisen-  und
raht-Industric.
Wuld,  Rheinpreussen.  (2)

Cänseleber-Pasteten-Fabrik


 

 

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Export
besonders  für  feinere  Fleischkonserven.
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Lewöhnlichen  Sn#ccharins.  Deshalh  reinster  Geschmack  und
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  Erhältlich  durch  die  C(irossisten.  lHür  übersceisch
durch  die  hekannten  Exporthäunser  in  Ilamburg  und
Bremen  und  die

Chemische  Fabrik  von  Heyden,
Radebeul  bei  Dresden.  —

 

 

 

 

 

 

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Dynamit-Aotien-Gesellschaft
vormals  Alfred  Nobel  &amp;amp;  Co.,  Hamburg.
Aelteste  Dynamitfubrik.  Cegründet  1863.
Dynamite,  Gelatine-Dynamite,  Sprenggelatine,  Schiessbaumwolle,

  Zündmaterial,  Waffen,  Munition.  (0)

 

 

 

9
*•rilrfß
en
-
.-—

.-2

1
–
—
—
—
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Fabrik  haltbarer  Speisen

Auqu

L.  Mulsowm  4  *  Hamburg.
Conserven  aller  Art,  lür  die  Tropen  zubereitet.

Coldene  J##ckccitte:  Jmb5erg  7550  t.  71850.
Hien  787T  X  186565.  Loncdon  1362.
.  18.  AMeltboirne  1880.
Wir  Kurantiren  die  12  -Wn  P’reislisten  stchen  auf  Wunsch
unserer  eigenen  Fubrikute.  zur  Verlügung.  (°)

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August  Ascher,  Hamburg,
Dovenlsleth  29.  —  Fernsprecher:  3339  I.
IExport  aller  Art  Wanren.  Speldition.  Impbort  colonialer,
speziell  west-  und  ostafrikunischer  Produkte.
Cntuloge,  Marktherichte  sowie  jode  gewünschte  Auskunst  gern
zu  Diensten.  Cor’spondenz  ernned’#scht!"  (707)

Ausler.
        <pb n="650" />
        568

 

boutsche  Kolonial-  Ausstellung  1896.  Swb„  ,  .  V.  IXX]

 

 

VVF#

 

 

——————————————————

——————————————————————————————

 

Berlinermectauiseneldetzkabrit
Franz  Klinder,

Neubabelsberg,
T#mplichit.

Fischereinetze

lür
Binnen-  und  Hochseelischerei.

Export  nuch  allen  Ländern.
Geeignete,  tüchtige  Vertreter  gesucht.

(un)

 

 

 

Vertreten  auf  der  deutschen  Kolonial-Ausstellung  1896.

—

r1
eot  t½
JWA-  3  l

llnswingender  &amp;amp;  Co.

HMöhr  bei  Coblenz,

QI

Export.
Dice  Erzeugnisse  der  nrn  5
in  der  dentschen  Koloninl-Ausstellung
  in  Berlin  ausgestellt.

 

 

 

 

 

Ed.  Seiler,

Pianoforte-Fabrik,.
6.  m.  b.  H.,
Licgnitz.

An.  #  8:
Flügel  u.  Pianinos
I.  Güte.

Besondere  Bauart  für  jedes

     
  
   
   
   
    

ima.
Prlimürt  an  allen  grossen
Ausste  Alungen.

21  000  Stick  gefertixt.
Vertreten  in  der
Deutschen  Kolonĩal-Ausstellung

lin  1896.

Kicderlage:

 

Natura-Milch-Exportgesellschaft
Bosch  &amp;amp;  Co.,  Waren  (Mecklenburg).
Sterilisirte  Milch  und  Sahne

in  vollkommen  natürlichem  Zustande  ohne  jeden  Znsatz.
lür  krische  Ailch  Unenthehrlich  für  l’icher-  und  Mulariakranke.
egrenzte  Zeit  halthar,  schbst  im  heissesten  Klimn.

I’reislisten  und  Broschürcn  In  anko.  Muster  gratis  und  franko  Hanburg.

zester  Ersatz
Un-71



 

rr

FVWWWVETWVVEFFVVF'P  *VVYVYVVTNVFVVYTPYTWPTVYTTFYTY

 

Nehen  Gesellschlarr

—  5%4  t“ntntntnt—  —  u%

 

 

 

Weltberühmte  Fangapparate

für  Raubthiere,  Vögel  und  Fische.
I’rämiirt  mit  goldenen  und  silbernen  AMedaillen.  (#n)
Welt-  Ausstellung  Antwerpen  höchste  Auszeichnung,  Ehrendiplom.

Fungeisen

  

Wildlocker,  für  Löwen,  Tiger,
Witterungen,  Mölle  und  Wild-Glaskugel-
  schweine.
und
Thontaul  .  Z  R.  Webers
iontauben-  Patent.  Selbstschuss

Wurfmaschinen.  5%  D.  R.  l'.  Xo.  10  125).

IIluskrirte  Preislisten

—e  deutsche  Haupt-Katalog,

 

 

 

 

 

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Berlin  W.,  Courbidrestr.  5.  Fabrik,  “’  zugleich  arobie
IInynau  i.  Schl.  ·
7  —  11  NUNNNNCT  «
D„DODeutsche  (olonial-  Ausskollung  19068—  6

 

 

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9681  bunllofssny-leiuolol  uodosinop  Jop  Inr  uolo-llA

—  —  JU————
        <pb n="651" />
        —  569  —

 

 

.  .  —beoutsche  Kolonial-  Ausstellung  1888.  .  V.  V.  V.  V.  ,  V.  J,  B.  VN

 

LV.  V.  V.  VV.  VIVVVV

WVV.VIIV

 

rEEVerfreten  auf  der  deutschen  Kofonial-Ausstellung  1696.

 

Ed.  Sprenger,  Berlin  SW.  13,  .
Werkstätten  für  mathematische  und  optische  Instrumente.  Rlein-  Mosel-  u.  A.rweipen

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bostinnntntgcn,lliiltenburometck,Il)-s)soisiotcr,Fernrohrealt-.  Duhr  &amp;amp;  Co.  Köln,

 
   
  
 

Konigliche  Ilol-W  lnlicler:  anten.
Export-  Preisliten  zu  Diensten.

Brauerei  zum  Pschorr,  München.
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Hoflieferant  Sr.  Maj.  des  beutschen  Kaisers.  ’bM  .  4.

Hof  lieferant  Sr.  Maj.  des  Kaisers  von  Oesterreich.
In  allen  Üüberseeischen  rErL  TSochen  erschien:

-  vorzüglich  bewährtes  Exportbier.  Schriften
Alleinige  Depositäre  für  Export:  «  mu-PZIIHEALHZusllsghststkäKessels-TO

  Kolonial-  sitteratur

sowic  zur
Länder-  und  Völkerkunde
nus  dem  Verlage  der  Königlichen
TIohlbuchhandlung  von
E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,
Berlin  SW.

teht  Interessenten  NKostce
Bestes  Tufelwusser.  Altbewill#rte  Aleinansesse:,  Export  nuch  den  Tiopen  5  nrt  ur  bene
#esonders  empfohle  (Sv)

Birresborner  Mineral-  Brunnen:  Birresborn  Eiteh.

 

  

 

 

 

 

 

   

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lalelgetränk  Se.  Ourchl.  des  Fürsten  Bismarck

Kauflich  in  Mincralwasserlandlung.,  Anuth  llolc.s  cic.

    

 

 

 

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Klein,  Forst  &amp;amp;  Bohn  Nachf.  in  Ceisenheim  a.  Rh.,  nch-,  Stein-  u.  Lichldruck.  n

Gasmoteren-Fabrik  Deutz,  Köln-Deutz.
22  Otto's  neueor  Motor  .

C-»,«««x—sGas,Benzinu.Petroleum.«5»,«»».o

 

 

Ueber  42  000  Maschinen  mit  ca.  170  000
Pferdekräften  in  Betrieb.

 

200  Medaillen  und  Diplome.

 

 

„Original-Otto-Motoren“  (15)
sind  mit  vorstehender  Schutzmarke  verschen.
Prospekte  und  Kostenansehlige  gratis  und  sranko.

 

 

 

——pDDbeutsche  Kolonial-Ausstellung  1896.

 

 

 

 

 

 

DS9i  bunllaissn-lefvofo),  uvonossnep  1p  #ne  uss61  ——
        <pb n="652" />
        —  Weingutsbesitzer  Xport  von
ebr  U  1  1  8  u.  Weinhandluns,  Rhein-  *n*A  und  Pfalzwein
Rudesheim  a.  Rh.,  nach  ullen  Welttheilen.  Gus)  —

 

 

 

 

Joseph  Klar,  Samenhandlung,
80  Linienstrasse  BERLIN,  Linienstrasse  80,

Jlofliererant  Sr.  JIVestüc  des  Keisci’s—

oflerirt  nebst  troplschen  Frucht-  und  Nutzpflanzen-Sumen  nuch  solchen  von  Gemilsen,  soweit  sich  diesclben

nach  den  der  botanischen  Centrulstelle  in  Berlin  gemuchten  Ilittheilungen  als  lür  den  Anbau  in  den  Tropen

geeignet  erwiesen  huben.  —  Du  die  botanische  Centralstelle  nur  lür  elnmulige  Versuche  im  Kleinen  Gemüse--sumen

  licert,  so  ollerire  ich  für  grösseren  Bedurl  gegen  fr.  Einsendung  von  Murk  12,—  lrunco  uller  deutschen
afrlikanlschen  Kolonlen  gut  verpnckt  1  Kollektion  von  Brutto  5  resp.  3  Kilo  incl.  Emballuge.

Illustrirte  Katuloge  gratis.  71.

 

 

 

Heinr.  Dirks,  Hamburg,  Verbindungsbahn  1,  II,
Speeial-  Ceschäft  für  Messe-  9  Kantinen  -  Ausrüstungen  der  Kaiserlichen  Marie

Telegramm-Adresse  Fermippicher
Dirks,  Hamburg,  Verbihtengsbahn.  Etablirt  1883  Amt  6,  Nr.  123.
hält  sich  zur  Beschaffung  von  Tropen-Ausrüstungen  in  Nahrungsmitteln  8  Getränken  aller  Art,
abak,  Cigarren,  Cigaretten,  Rauch-Utensilien,  Waffen  und  Munition  2c.  bestens  empfohlen.
Viele  Atteste  von  Herren  Messe-Vorständen,  auch  aus  der  Schutztruppe,  stehen  mir  zur  Seite.
Passende  Ausrüstungsplänc  werden  auf  Grund  langjähriger  Erfahrungen  ausgearbeitet,  und  bitte  ich  bei
Bedarf  gütigst  Offerte  einholen  zu  wollen.  Im  Jahre  1895  hatte  ich  die  Ehre,  für  Messen  resp.  Kantinen  folgender
  im  Anolande  besindlichen  Schisse  Sr.  Majestät  zu  liefern:  S.  M.  S.  Jrene,  Prinzeß  Wilhelm,  Arcona,  Mari,
Falke,  Möwe,  Iltio,  Cormoran,  Condor,  Sperber,  Oyäne,  Voreies-  Peilboot  Kamerun  und  Dulk  Cyclop
Für  streug  reellste,  prompteste  Bedienung  und  Haltbarkeit  aller  meiner  Artikel  leiste  ich  Garantie  (I)

 

 

 

 

Verlag  der  Königlichen  Hofbuchhandlung  von  E.  S.  Rlittler  CK  Hohn,  Berlin  SWu,  Kochstraße  68—71.

Afrika.

1  Schilderungen  und  Rathschläge  zur
:  Vorbereitung  für  den  Aufenkhalt
àmnd  den  Dirust  in  den  Schuthgebieten.

Die  deutsche

Kolouial-Gesetzgebung.

Sammlung  der  auf  die  deutschen

Schutzgebiete  bezüglichen  Gesetze,
Verordnungen,  Erlasse  und

   

internationalen  Vereinbarungen,  Von
mit  Anmerkungen  u.  Sachregister.  1  Dr.  v.  Wissmann,
Auf  Grund  amtlicher  Quellen  Major.

Preis  1!,20,  elegant  gebunden  2  Mark.

Der  Reichskommissar  Major  v.  Wissmann
  beobachtete  während  seines  Aufenthalts
  in  Afrika,  wie  unvorbereitet
Deutsche  in  die  Tropen  gingen  und  wie
-  wenig  sie  die  Bedingungen  des  dortigen

herausgegeben  von
Rirbom,
Gerichts-Assessor.
Preis  14  M.  Gebunden  16  M.

Anleitung  Lebens  und  Verkehrs  kannten  und  sich

für  den  ihnen  anzupassen  verstanden.  Noch  wäh-G

  br  1.  rend“  seier  letzten  großen  Expedition,

a  zwis  ben  em  Nyassa=  und  Tanganyikauch

  von  Oe  See,  hat  er  daher  diese  „Nathschläge  und
zum  Selchal,er  Webothfchriebon,  die  Allen

zu  Gute  kommen  sollen,  die  sich  in  die
deutschen  Schutzgebiete  oder  in  den  dortigen
Neichodienst  begeben.

Glätten  der  See.
40  Pf.
        <pb n="653" />
        571

Zur  Heilung  der  Malaria

(Wechsel-  oder  Sumpflieber)
wird  hierdurch  das  von  der

Chemischen  Fabrik  auf  Actien  (vorm.  E.  Schering)  zu  Berlin

durgestellte
allen  nraens  bestens  empfohlen.

(saEsaures  Phenoecoll)
Eine  grosse  Reihe  Italienigeher  Acrzte,  u.  A.  die  Drs.  Prosessor

Albertoni,  Frolessor  Ce  ,  Dr.  Cucco,  Dr.  Dull  Olio,  Prolessor
  Mosso,  Dr.  V  eantuenn  und  vicle  undore  huben  mit  dem  Alittel
überruschende  lleilerfolge  bei  Mulurin  orzielt.  neh  Dr.  Rihet  in
Arzew  (Algier)  und  Dr.  Dupont  in  Bomn  thuten  ein  Cleiches:;  Letzterer
  hat  die  oflizielle  Einreihung  des  Medikuments  in  die  stantlichen
Verschreihbungen  des  Kongostaates  veranlusst.

Dnus  salzsnure  Phenocoll  eignet  sich  lerner  nuch  den  Feststellungen
von  P’rolessor  Alurtinez  #gus  in  Barcclona  zur  schnellen  und
sicheren  leilung  des  Keuchhustens.

Man  wende  sich  wegen  des  Erhalts  von  l’henocollum  hydrochloricum.
wegen  Litterntur  und  GCehranchsanweisungen  un  die  Vertreter  der  obengenannen
  Firma,  nämlich:

Burcelonn:  1.  Espiell;

ondon:  A.  &amp;amp;  M.  Tu#mermam  E.  C.  9  und  10  St.  Mary-  at-Hill;
Moskun:  W.  Stirzwage  &amp;amp;  Co.

Ser  TLork:  lebn  &amp;amp;  Fink,  izs  Milllam  Street;

»nris:  Max  Frdres,  31  rue  des  petites  Ecuries;

Rio  de  Janelrom  Vagahses  Luclus  &amp;amp;  Co.  suchessores  de  Klingelhoeler  &amp;amp;  Co.

Justus  Pertbes

Staatsbürger-  Atlas.
A  Hrrienbieuer  mi  über  Go  Däsielunger

4½%

 

Sochen  erschien:

 

Verlassung  und  Vorwaltung  des  Deutschen
Reichs  und  der  Gundesstaaten.
Mit  Begleitworten.

Von
Pnul  Langhans.

Ein  Atlas,  der  sich  wie  kein  underer
  je  zuror  uneingeschräünkt  an
die  weitesten  Kreise  vendet

Stantsb  ürger  ist  ein  Jeder,  und
die  I  heilnahme  an  den  öllentlichen
Einrichtungen  des  Reichs  zwingt
sich  in  unserer  Zeit  nuch  dem
Gleichgältigsten  aufl.

Die  schmucken  Kurtenbilder,  die
eine  schier  unglaubliche  Fülle  bisher
  Ferstrenten  und  schwer  zugänglichen
  tolles  zusammentragen,
werden  iaue  längst  gem  ünschte
Klurheit  schaflen  und  einer  wird
sic  ohne  nachhaltigste  Anregung
aus  der  Iand  legen.

rs—nl

 

Gotha:  Justus  Perthes.

Pu#cnmiiche  Ammra

und  slimmtliche  Bedurf(surtikel  für
Photographie,  speziell  für  den  Gobrunch
  in  den  Kolonien,  lielern

J.F.  Schippang  &amp;amp;  Co.,

Inh.  E.  Martinl,  (iun
Nerlin  S.  42,  Prinzenstrusse  21.
Rcich  illustr.  Preislisten  Kostenfrei.

 

 

 

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Berlin  C.  19.
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Heschuamman-Fawrit
Denecke  &amp;amp;  Himmel

 

Loslieseranten,
Braunschweig,
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nuch  allen  Zonen  der  Erde.

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«  ist  in  zweiter  Auflage  erschienen  und  durch  alle  Buchhandlungen  zu  beziehen:
W

Tand  und  Teute  in  Deutsch-Dstafrika.

Erinnerungen  aus  der  ersten  Zeit  des  Ausstandes  und  der  Blockade.

 

#„W%
—  In  85  photographischen  Original-nLlufnahmen
S##t  In  88  photosraphischen  Grig  fnah

von

 

J.  Sfurkt,

Marine-  Zahlmeister  a.  D.

und  Schilderungen

 
 
  
   

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J.  Wangemann,
Marine  Piarrer.
In  einsacher  Mappe:  12,50  M.;  in  eleganter  Mappe:  15  M.
Das  Werrl  zerfällt  in  vier  Abschnitte:

I.  SZan#ibar.  —  2.  Bagamoyo.  —  3.  Dar  ro  Salaam.  —  1.  Von  der  Thäligkeil  unserer  Kriegoschisfe.
        <pb n="655" />
        573

2W  Brii,  Minei.

(25)

Genründet  im  Jahre  1450.

#  #

Garantirt  Kangjährig
reines,  erprobt  alo
gesundeo  haltbar  im

Gebräu  ohne  tropischen

Themikalien.  Alima.

 

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Johannes  Ed.  Jepp,  Hamburg,  Jepp  Co.,  München,

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2  2  2—
Berliner  Erxport-Tafel-Weißbier,
in  den  Tropen  mit  Erfolg  eingeführt,  von  den  verehrlichen  sensfrorrwallungen
in  den  deutschen  Rolonien  seit  Längerem  ständig  bezogen,  dort  sehr  beliebt,  Jahre
lang  haltbar,  nur  aus  bestem  Malz  und  Hopsen  hergestellt.  D%  Bier  ist  sehr
erfrischend  und  sehr  bekömmlich,  auch  von  den  Herren  Aerzten  der  deutschen

Schutztruppe  empfohlen
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Deutsch-Ostafrika,  Sansibar  und  Madagaslar  hat  die  Deutsch-Ostafrikanische
Gesellschaft  den  Alleinverlauf.
Alleinige  Vertreter  für  den  sonstigen  Export:
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(5)

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Cegründet  1826.

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        <pb n="656" />
        —  574  —

WOERMANN-LINITE.

Am  10.  September:  P.  D.  „Gertrud  Woermann“,  Capt.  Becher,
nach  Madeira,  Klein-Popo,  Lagos,  Kamerun  und  den  Hälen  der  Südwestküste
  Alrikas  bis  Ponta  Negra.

Am  15.  September:  P.  D.  „Professor  Woermann“,  Capt.  Ramm,
nach  Marocco,  Las  Palmas,  Teneriffe,  Gorée,  Dakar,  Ruflsque,  Bissao,  Bolama,
Sierra  Leone,  Sherbro  und  Liberia.

Am  20.  September:  P.  p  „Hedwig  Woermann“,  Capt.  HMenneberg,
nach  Conakry,  Monrovia,  der  Goldküste,  Togo,  Whydah  und  Kotonou.

Am  30.  September:  P.  D.  „Melita  Bohlen“,  Capt.  Nissen,
nach  Teneriffe,  Las  Palmas,  Gorée,  Liberia  und  den  Iälen  der  Südwestküste  Alrikas,
von  Landana  bis  Loanda  sowie  nach  Swakopmund,  Walfischbai  und  Lüderitzbucht.
Nach  Deutsch-  Südwestafrika:  am  30.  September,  30.  November.

Alle  GOnter  mikssen  cm  Tuape  vror  dem  Abyanysdatem  bis  12  Uhr  mitecs  Mnsseite  sein.

Näheres  wegen  Frache  und  Passage  ertheilt  in  Hamburg  die  Woermann-Linie,  sowie  der  Schiffemakler
August  Bolten,  Wm.  Miller's  Nachfolger,  Admiralitätstrasse  33/34,  und  wegen  Deutsch-Südwestalriku  die
Herren  L.  F.  Mathies  &amp;amp;  Co.,  Grimm  27.  12

 

Deutsche  Ost-  Afrika-  Linie.

Vermehrte  Fahrten.  Dreiwöchentlicher  Betrieb.
Regelmässige  Postdampfer  -  Verbindung
unter  Vertrag  mit  dem  Deutschen  Relche
zwischen

Hamburg,  Ostafrika  und  Transvaal

Amsterdam,  Lissabon  und  Neupel  anlaufend.

 

 

 

Die  nüchsten  fuhrplanmässigen  Expeditionen  finden  statt:  uh  IHlamburg  uh  Xenpel
R.  P.  D.  „KAISER“,  Capt.  Stal  ..  2.  September,  16.  September,
R.  P.  D.  „REILCHSTAG“  Capt.  Weisskam  293.  September,  7.  Oktober,
E.  P.  D.  „KANEZLER“,  Capt.  Elsaoon  14.  Oktober,  2.  Oktober,
E.  P.  D.  „KOENIG“  (Doppelschrauben),  Capt.  Doherr  4.  November,  18.  November,

nach  Tanga,  Dar-es-Salaäm,  Sansibar,  Mozambique,  Beira,  Delagoa-Bai  und  Natal.
Diese  Dampfer  nehmen  auch  Passagiere  und  Waaren  nach
Pangani,  Sandani,  Bagamoyo,  Kilwa,  Lindi,  Mikindani,  Ibo,  Quellmane,  Chinde,
Inhambane,  Mombassa  und  Lamu.
Ferner  Extradampfer  ab  Hamburg  ums  Kap  der  Nten  IHoeng  direkt  nach
Durban,  Deiagyoa-Boat,  Ihmbane.
Nächste  Expedition:  Dampfer  „ApulRAL“,  Capt.  West,  12.  Septomber  1896.
Die  Dampfer  aben  borz#kpltche  Ein#chtengen  Fa###  Prssayiere  in  allen  Klassen.
Ferner  zwischen  Ostafrika  und  Bombay  regelmässig  allc  drei  Wochen  im  Anschluss
an  die  Hauptdampler.
Nöheres  ertheilt  in  Hamburg:  (20)
wegen  Fracht  der  Schiffemakler  August  Bolten,  Wm.  Miller's  Nachfolger,

wegen  Passage  die  Hamburg-Amerikanische  Packetfahrt-Aktien-  Gesellschaf,
#sowie  wegen  Fracht  und  Passage  die

 

Deutsche  Ost-Afrika-  Linie,
Gr.  Reichenstrasse  25/27.

 

oe-GWW—½
Verantworklicher  Nedalteur  für  den  nichkamtlichen  Theil:  D.  Mertinat,  Verlin
Druck  und  Verlag  der  Königlichen  Hofouchbandlung  und  Hofouchdruckerei  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Verlin  SW12,  Kochstrabe  68—71.
Ausgegeben  am  1.  September  1896  um  6  Uhr  nachmittags.
        <pb n="657" />
        Deutsches  Kolonialblatt.

Amtsblatt  für  die  Schutzgebiete  des  Deutschen  Reichs.

herausgegeben  in  der  Kolonial-Ablheilung  des  Auswärligen  Imto.

 

 

VII.  Jahrgang.  r  gerlin,  15.  September  1896.  Unmmer  1  8.

*  Zeitschrift  erscheint  in  der  Neagl  am  1.  und  15.  jedes  Môn  Derfelben  werden  48  Beihefte  beigejügt  die  mindesten  eiuman  vierteljahrlich

erscheinenden:  „Mittheiln  ungen  von  Forschungsreisenden  und  Gelchrten  aus  den  doutschen  Schutz  e#bie  elen“",  hor  nnie  W  Freiherr

rl.  Danckelm  e  vierteljährliche  Mbenmementabreis  für  das  Kolonialblatt  mit:  0  Mibeiten  beträgt  beim  8  Czuge  durch  da-  Post  und  die

duchhandlungen  Mi.  3.—,  direlt  unter  Streifband  durch  die  Verlagsbuchhandnt  ung  Ml.  ür  Deutschland  und  *  künnan,  W  3.75  für

die  Lan  wer  des  2  Weltpostvereine.  —  Ein  Hendunyrn  und  Aufragen  sind  an  die  Köni  z24  Woncbandha  v  Ernst  Sicgfried  Mitiler
and  Sohn,  VBerlin  SWI2,  Kochi  traße  68—71,  zu  richten.  (Eingetragen  in  der  Zeitungs  Preioliste  en  1890  unter  Nr.  191  C.)

 

Inhalt:  Amtlicher  Theil:  Verordnung  des  Kaiserlichen  Gonverneurs  von  Kamerun,  betresfend  Einführung  eines
Eingeborenen-Schiedogerichts  für  die  Bakoko=  Miederlassungen  am  unteren  Abo  S.  575.—  Vebersicht  der  Prichtlichen
Geschäfte  in  dem  Schutzgebiete  von  Kamerun  während  der  Zeit  vom.  1.  Juli  1895  bis  30.  Juni  1896  S.  5  —
Nachweisung  der  Brutto-Einnahmen  bei  der  Belverwoltung  für  Deutsch-  Ostafrika  für  die  Monate  500  und
Juni  1896  S.  577.  —  Vertheilungsplan  der  Schutztruppe  und  Landespolizei  von  Deutsch-Ostafrika  am  Z1.  Juli  1896
S.  578.—  Aufgebot  des  Kaiserlichen  Landeshauptmanus,  betressend  das  Bergwesen  im  südwestafrikanischen  Schutzgebiete
  S.  582;  desgleichen,  betreffend  Landansprüche  S.  582.  —  Personalien  S.

Nichtamtlicher  Theil:  Personal-Nachrichten  S.  583.  —  Deutsch-  Ostafrika:  Ueber  einen  Marsch  von
Lindi  an  den  Umbemkurrufluß  S.  584.  —  Militärstation  am  Tanganyika  S.  585.  —  Deutsch-Neu-Guinea:  Ueber
den  Jortpang  der  wissenschaftlichen  Expedition  S.  585.  —  Aus  dem  Bereiche  der  Missionen  und  der  Antistlaverei-Bewegung
  S.  586.  —  Aus  fremden  Krz  Kapland  im  Jahre  1895  S.  588.  —  Handelsbericht
  9  Mozambique  für  das  Jahr  1895  S.  590.  —  Sansibar  S.  591.  —  Derschiedene  Mittheilungen:
Schutz  gegen  Malaria  S.  591.  —  Ueber  eine  Anzahl  aus  Stafri  eingesandter  Drogen  S.  592.  —  Die  Namiefaser
und  deren  Bearbeitung  S.  593.  —  Litteratur  S.  594.  —  Schiffsbewegungen  S.  594.  —  Verkehrs-Nachrichten
S.  594.  —  Anzeigen.

 

Amtlicher  Theil.
Verordnungen  und  Wiktheilungen  der  Behürden  in  den  Schungebieken.

Verordunng  des  Kaiserlichen  Gonverneurs  von  Kamernn,  betr.  Einführung  eines
Eingeborenen-Schiedsgerichts  für  die  Bakoko-Niederlassungen  am  unteren  Abo.

Auf  Grund  des  §  1  des  Gesebhes,  betreffend  die  Rechtsverhältnisse  der  deutschen  Schutzgebiete,
wird  verordnet,  was  folgt:

Es  wird  ein  Eingeborenen-Schiedsgericht  -  für  die  Bakoko-Niederlassungen  am  unteren
Abo.  Der  Zuständigkeit  des  Schied-gerichts  unterliegen  die  sämmtlichen  Ortschaften  der  Bakokos  am
unteren  Abo  und  die  in  den  Ortschaften  befindlichen  Dualla-Niederlassungen,  letztere  nach  Maßgabe  der
Bestimmung  in  §  4.

5  2.

Streitigkeiten  zwischen  den  Eingeborenen  dieser  Dörfer  sind  durch  den  eingeborenen  Häuptling  des
Bellagten  zu  erledigen,  wenn  in  bürgerlichen  Streitsachen  der  Werth  des  Streitgegenstandes  100  Mark
(5  Kru)  nicht  überschreitet  und  in  Strassachen  der  Gegenstand  der  Urtheilsfindung  eine  That  bildet,  deren
Ahndung  keine  höhere  Strafe  als  300  Mark  oder  7u  Monate  Gefängniß  erfordert.

Gegen  die  Entscheidung  der  Häuptlinge  ist.  2  an  das  Eingeborenen-Schiedsgericht  zulässig.

Dasselbe  ist  als  erstinstanzliches  Gericht  zuständig  für  diejenigen  Civil=  und  Strasprozesse,  welche
nicht  zur  Zuständigkeit  der  Häuptlinge  gehören.  Das  Verbrechen  des  Mordes  und  des  Todtschlags  bleibt
jedoch  der  Jurisdiktion  des  Schiedsgerichts  entzogen.  Auch  ist  dasselbe  nicht  besugt,  auf  Todesstrafe  sowie
auf  einc  Freiheitsstrafe  von  mehr  als  zwei  Jahre  zu  erkennen.

84.

Streitigkeiten  zwischen  Eingeborenen  und  den  im  Geltungsbereich  dieser  Verordnung  ansässigen
Angehörigen  des  Duallastammes  sind  der  Rechtsprechung  der  Häuptlinge  entzogen.  Sie  fallen,  auch  wenn
der  Gegenstand  des  Streitwerthes  in  Civilsachen  oder  der  Urtheilsfindung  in  Strafsachen  das  in  §  2
        <pb n="658" />
        —  576  —

bezeichuete  Mah  nicht  überschreitet,  unter  die  Zuständigkeit  des  Eingeborenen-Schiedsgerichts.  Ein  Dualla
soll  daher  auch  stets  Mitglied  des  Schiedsgerichts  sein.

85.
Für  die  Rechtsprechung  des  Schiedsgerichts  sind  die  an  Ort  und  Stelle  in  Uebung  stehenden
Gebräuche  und  Gewohnheiten  maßgebend.

86.
Die  Mitglieder  des  Eingeborenen-Schiedsgerichts  sowie  deren  Stellvertreter  werden  durch  den
Kaiserlichen  Gonverneur  ernannt.  Die  Ernennung  ist  jederzeit  widerruflich.

87.

Das  Schiedsgericht  ernennt  einen  Vorsitzenden,  welcher  die  Verhandlungen  zu  leiten,  sowie  einen
Sekretär,  welcher  über  jeden  Streitfall  ein  Protokoll  zu  führen  hat.  Das  Protololl,  welches  das  Datum
des  Sitzungstages,  die  Namen  der  Richter  und  der  Parteien,  den  Gegenstand  und  Grund  des  Rechtsstreits
sowie  die  erlassene  Entscheidung  enthalten  muß,  ist  von  dem  Vorsitzenden  und  dem  Protokollführer  zu
unterschreiben.

Die  Protokolle  eines  Jahres  sind  chronologisch  zu  einem  Aktenstücke  zu  vereinigen  und  können  von
dem  Gouverneur  oder  dessen  Stellvertreter  jederzeit  eingesehen  werden.  Auch  steht  dem  Gouverneur  oder
dessen  Stellvertreter  jederzeit  frei,  den  Sitzungen  des  Eingeborenen-Schiedsgerichts  beizuwohnen.

88.
Gegen  die  Entscheidungen  des  Schiedsgerichts  ist  Berufung  an  den  Kaiserlichen  Gouverneur  oder
dessen  Stellvertreter  zulässig.  Dieselbe  muß  binnen  14  Tagen  nach  Verkündung  der  Entscheidung  schriftlich
oder  mündlich  beim  Gonvernementssekrctär  eingelegt  werden.

9.
Die  der  Kompetenz  des  Engeborenn-Schebägerih  nicht  unterworfenen  Strafsachen  sind  der
Jurisdiktion  des  Kaiserlichen  Gouverneurs  beziehungsweise  dessen  Stellvertreters  vorbehalten.
Kamerun,  den  3.  Juli  1896.
Der  stellvertretende  Kaiserliche  Gouverncur.
(L.  S.)  gez.  Dr.  Seiß.

Uebersicht  der  gerichtlichen  Geschäfte  in  dem  Schutzgebiete  von  Kamerun  während
der  Zeit  vom  1.  Juli  1895  bis  30.  Juni  1896.
1.  Gerichtsbarkeit  erster  Instanz.

 

 

Aus  4½m  Davon
4  "  —  ——14  .  t
o  1  .  c  2
Es  waren  anhängig:  —.e
——(  —  S  —
S  =  22s  S2
S“  8  “  5

A.  Burgerliche  Nechtsstreitigkeiten,  und  zwar:
Prozesse,  einschließlich  der  Urkunden-,  Che=  und  Entmündigungsprozesse  2  9  11  10  1

2.  Sonstige  Rechtssachen,  Arreste,  einstweilige  Verfügungen,  Zwangsvollr

  ....

 

 

streckungen,Mahnsachen,Sühnefachen,Aufgeboten.f.v·.  —  2  2  2  —
Von  den  Sachen  zu  1  und  2  gehörten  zur  Zuständigkeit
a)  deo  NRichtess  2  11  13  12
b)  des  Gerichts  ....·..........  —  —  —  —
B.  Konkurssachen:::  —  —  —  —
C.  Strassachen,  und  zwar:
1.  Sachen,  in  denen  ein  Strafbesehl  zu  erlassen  war  —  3  3  3  —
2.  Sachen,  in  denen  ein  Hauptverfahren  einzuleiten  war  —  3  3  2  1
In  den  Sachen  zu  2  fanden  Hauptverhandlungen  statt:
a)  ohne  Beisitzer..  —  —  —  —  —
b)  niit  Beisizern.  —  —  —  —  —
3.  Beschwerden  gegen  Entscheidungen  des  Nichtrrerrr  ..  —  —  —  —  —
U0.  Sachen  der  nichtstreitigen  Gerichtsbarkeit,  und  zwar:
1.  Nachlaßregulirunngenn  .  .  ...  2  6  8  8  —
2.  Eintragungen  und  Löschungen  im  Grundbucheeß.  —  9  9  9  —
3.  Sonstige  Handlungen  der  nichtstreitigen  Gerichtsbarkeit,  Beglaubigungen,
Testamentserrichlungen,  vorläusige  Verwahrunen  —  5  5  5  —
        <pb n="659" />
        577  —

 

 

 

II.  Gerichtsbarkeit  des  Obergerichts  und  des  Oberrichters.
Aus  Davon
Es  waren  anhängig:  *5  722
Sl  S  S  -  -
-—m  #s
—  S  T  *e  —

 

 

A.  Biurgerliche  Rechsstreiligkeilen,  und  zwar:
h  Berufungen
h)  Beschwerden
Beschwerden  in  Konkurssachen
Strafsachen,  und  zwar:
u)  Verufungen
b)  Beschwerden

—
2

D.  Beschwerden  in  Sachen  der?  nichtstreiligen  Gerichtsbarlcit

Im  summarischen  Versahren  sind  anhängig  geworden:  1122  Augen,  tunen,  Trustllagen.
Geburten:  5,  Sterbefäll

Standesamtliche  Geschäfte:  Eheschließung:  —,

 

—

 

l
—
11—

 

 

 

1
111
111

Nachweisung  der  Brutto-Einnahmen  bei  der  Zollverwaltung  für  Deutsch-Ostafrika
  im  Monat  Mai  1896.

(Eine  Rupie  zum  Kurse  von  1,2175  M)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

—  zott-  für  Schifffahrts.  Hobsschlag.  Neben.
·  nsea
Haupt-Zollamt  Ausfuhr  Einfuhrgade  GebührenEinnahmen  Insgesammt
Ap.  A.]  'p.  V.]  Ap.  P.)  p.  P.  .  P.U  zp.  P.  —  Mk.  f.
l  l  l  '  I
Tann.......  808  36  7481  32  —  156  39  59  38  8566  17  =  10429  43
Fnzan  5528  32  26  1—  76  44  5  20106438  58  =  1295895
Dagamoyo“  20608  264  15  10  —  41  15  32  51146250  43  —  56310  10
Da  ses-  Salen  17607081390  —  5—  24  28  56  553243  27  *  183333
Kil  ·.....  4983  46.  4683  52  5.—  792  071451  5810916  37—  13290  9
Mütendan  ......  5496  49  3572  15  —  —  121  35  42  30  9233  01  —  11
1
Zusammen  39193  (o7Srvos  |12  939  —  1212  4048  6M0  55  20354  57
—  —  —  —  —  ———  —  *öD
47717  Mk.70257  Mk.13  M.14  MT.tMk.  »
61  Pf.  28  Pf.  23  Pf.  37  Pf.  08  Pf.  ·

P
*)  Mit  Berücksichtigung  einiger  Reste  aus  Vorjahren  stellt  sich  die  Gesammteinnahme  auf  120  348  Mk.  48  Pf.

Der  Werth  der  Ausfuhr  bei  sämmtlichen  Stationen  im  Mai  1896  betrug  292  324  Rup.  =
Der  Werth  der  Einfuhr  bei  sämmtlichen  Stationen  im  Mai  1896  betrug  620  188  Rup.  —  755.078  Mk.  89  Pf.

Im  Monat  Juni  1896.

Eine  Rupie  zum  Kurse  von  1,215  Mk.)

355  904  Mk.  47  Pf.

 

 

 

 

 

 

    

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

6  zoit-  far  Saüihfehrs  Holzschlag-Neben-Haupt-Zollamt
  Ausfuhr  Einfuhrgabe  GebührenEinnahmen  Insgesammt
IAp.  VP.]  #.  V.  Rp.  P.  Rp.  P..  Rp.  P.  Rp.  P.  —  Mi.  Pf.
22
Tanga  988  240341  39  10  —  264  41  3711646  35  —  14  55
Jent  u38  511/3  4  A|1é14505
Bagamoooon  15489  1133818  55  8—  33  69  51  551401  52  =  6002320
J7  “  Sallen  3411  5012397  29  35—  68  54  202244
646457  38875  #5  821  44401/20|13274  11  v163
Alwa  10554  3511  36  —  —  —  —  15  326284  30—
Zusammen  44240  172169  114  78  —  1233  51366  13|119087  #31  —144691|29
..  —  .  —  )
5  Mk.87685  Mk.  94  MT.9  Mk.1Mk.
f.  60  Pf.  06  Pf.  94  Pf.

*)  Mit  Berücksichtigung  vn  Reste  aus  Vorjahren  stellt  sich  die  Gesammteinnahme  auf  144  062  Mt.  50  Pf.
Der  Werth  der  Ausfuhr  bei  sämmtlichen  Stationen  im  Juni  1896  betrug  339  011  Rup.  —
Der  Werth  der  Einfuhr  bei  sämmtlichen  Stationen  im  Juni  1896  betrug  722  053  Rup.  =  877  294  Mk.  40  Pf.

411  898  Mk.  37  Pf.
        <pb n="660" />
        578  —

i
Vertheilungsplan  der  Schutztruppe  und  Landespolize

Anmerkung:  k  hinter  dem  Namen  =  krank,  e  hinter  dem  Namen  =  kommandirt

 

Nr.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1#
verGarnison=  Kom=  Ober-  Kom-  Lieuy  Ober-  Zahl-  Ober-  Ser-  Unterman=
  pagnie-  .  Aerzte  sSmeister-  feuer-Feldwebel  ..
Kom-  ort  deur  führerr  tenantsärzte  e  geanten  offizierc
pagnie  führer  d  aspiranten#werker
I.  Schutztruppe.
—  v.  Fischere  Brosig—  DUr..Kieferle  Engell  Langen=  Ritter
NotzLeue  i  Bludaus  hardt  kemper  Mutlff
Stab  Dar-es-  mer  2  .  Ho  2  Meusere
Saläm  «  Dr.  Meyer
—
Schreber
Moschi  —  —  —  Merker——  Dr.  Eggel  —  Körner11  —  Bartscher—
1.  Marang—  —  —  fv.  Stuemer  —  —  —  55KL  —  —  —  Reisewit
1
Kisuanie  —  —  —  —  —|4.  —  ——  —  Lembkte  —  —
2.  Perondo  —  Krince  —  —  —  bri  Siter-  —  .Winkleee—  piegel  —  dae
5  *——  Hag##-  *
7.  4u  weeitton  —  —  —  mann  2—  —  —  —  —  Görn  leuxkei
v.  lieringe  #ionet-  naust
Kilimatindess⅛ô5s=  u-  —5  brkein  —  KörnerI1  Krauß  —  Peschles
4.
.  Sliba
Mpapua  —  —  —  Glauning—.  —  —  —  —  —  —  Schut
Perondo  —  —  —  v.  Stock—!,  —  —  —  —  —  —  Stephan
Witkowsh
5.  Darzes-  —  —  —  v.  Kleist  —  —  —e-.[  —  HHentschel  Frischmuth  Linge
Salm  Albinus  #4Einögg  opp  4#
Haible
—
6.  Kilwa  —  —  —  Kuhlmann  ———[  —  Ollwig  —  —  —  —  Liebhardt  Herdecke  %
angani  —  —  Kielmeyer  I„#.  —  —  inl  Dorner
7.  6  Pangani  so.  Wulssen—]  —  Pannewit  eiile
.  Lachen-B.
  Lindi  —  —  ZFromm  setn  —  —  —  ——  —  —  —  mair
.  .  pleil  #  «
——  ·  Jahn—
9.  udjidji  ——  RamsaysFonck  1[55semann—  Fritsch-  Köhler  —  allmann
10.  Tabora  —  —  —  Jany—4  Dr.  Zicken-  —  Markgraf  —  —
z«  Passavant.  Drewes  draht“
11.  Buloba  —  —  —  Kollmanns  —  —  —  —  —  —  —  Salomon  —
        <pb n="661" />
        von  Deutsch-Ostafrika

  am  31.  Juli  1896.

579

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

hinter  dem  Namen  und  bei  den  Zissern  —  siehe  Bemerlungen  Kursirschr.  —⅛  auf  Expedition  Usegua.
—  21638  —  —  —  ———  —
Ober--  Lqhareth-Etats-  222  —  "  ½  n  ,
lazareth  hulsen  mäßige  3  35  *  Char--  Ablaris  Armirung  Bemerkungen
gehülsen  deh  Schreibe!  Hflendi  gen  regu=  irr  «
Es  39  lläre  gulure
I.  Schuttruppe.
Art.  Depot:
—  Schirpke  Feldwebell  —  Unruh!  1  —  —  —  —  4  ital.  Berggeschütze
Hegewald  Apelt  He  t6’  em  "
Violland  Unteroffi.  Nickl!  1  4  Maschinengewehre
Herckert  Triebel  mm
Oberlazar  5  Revolverkanonen  davon  2  an  die  Flottille  ab-Geh.
  ·  -cm  gegeben  ·
Sieler  1  Schnellladekanone
3,7  cm
—  l
.  1  Berggeschütz  *  4  Chargen,  5  Mann  der  5.  Kom-—
  —  —  —  4I1i  4  “  13  6,5  cm  pagnie  ailachiri
*-5  *  1  Schnellladekanone
—  —  —  —  —  —  —  25  3  b‚7  em
1  Schnellladekanone
4,7  em
—  —  —  —  ——  1  20  —  —
—
1  r  Berggeschüt
—  —  —  —  —  —1  5  111144
r  aoschtnenewebn  «
.  «  1  9  86  *  Effendi  ist  nach  Delagoa-Bai
—  H'erner  —  —  ——  1*  1  28  —  beurlaubt  6
1  ital.  Berggeschütz  Z.-Asp.  Korner#  II.  u.  Unteroffiz.
—  —  —  —  2—  6  966  —  „em  Peschke  sind  z.  11.  Komp.  ver-1
  Maschinengewehr  *r  u.  auf  d.  Marsche  rhm
——-P  s8Sm  2harg.  25  Mann  b.  d.  5.  Kom
—  1  Schnellladekanone  Ob.  La.  Geb.  Wüst  gehl  nach  Mpap  *
Wiest*  s  Aimer*  —  —  —  5  40  —  4,7  cm  #ch  gnech  Lintresen  Peslelben  setzt
·  1Nocdenieuqeichiiok»-,»--«k».«"·"""00
—
Veinage  —  —  –  –  1  5  40  2  —  «  Feldwebek  Pentichel  auf  dem  Marsche
5  4r#  —  !  —i
L.  v  r.  Cha.  Ka
Scharfen-  —  *  7  72  2  —  4.  *  223
berger  —  —  1  9  55  6  SSs.  .-.
Io.---3-1.q.
IIIWW
—  —  —  —  —  —  1  8  103*  4  3  leichte  Pegeschuhe  1  Mann  der  5.  Komp.  attachirt
ÚÚÚ  .
.  1  Maschinengewehr
1  —  —1  ,  6  104  6  8  mm
—  s
—  Fchte  —  —  1  4  100°  5  2  leichte  Feldgeschüte  *  6  Mann  der  5.  Komp.  attachirt
—  v
—  —  —  —  121  —  8  —  —  Fritsch  auf
Pfeuffer  113  4  #  em  Marsche  nach  Udjidji
1  Schnellladekanone  Zahlm.  Asp.  Zickendraht  zwecks
Weidner  —  —  —  —  —  6  1142.  —  »  ,cm  Beurlaub.  zur  Küste  befohlen
.  SWchnellladekanone  *  3  Charg.,  18  Mann,  6  Irreg.  de
.  I  4,7  em  5.  Komp.  attachirt
1  —  —  —  —
(##  -  «  .  *  Ob.  Geh.  Jurock  tritt  nach
Mrock  1  Nämyt  —  3  56  .  4  Naschinengewehr  n  des  Laz.  Geh.  Näwy

 

 

 

 

den  Marsch  zur  Küste  an
        <pb n="662" />
        —  580  —

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

       

—  —  —  —
Ar.  Kom-  Kom-  .  Zahl=  Oberder
  Garnison=  Ober-  DLieu  Ober-  n¾l  5  Ser-  Unterman---
  pagnie-  —  Aerzte  meister=  seuer=  Feldwebel  4à)y-Kom-
  ort  deur  führer  un  tenantsärzte  «  geantenohtzcerl
pagnie  führer  r  aspiranten  werker
-  Schlee!
11.  Muanza  —  —  Herrmann  —  —SZupitza—  —  —  —  —  Hoffm  #an
Graf  .
12.  Kilossa  —  —  —  Fugger—  —  Dr.  BVerg—  Stamm—  —  —  Hersten
v.  Glött  o
Auf  Expedition  Trolh  al  —  —  —  —  —  —  —  —  —  Kamp  —  —
Langenburg  —  —  —  —  ——  —  —  —  —  —  —  —
Zusammen  1  1  6  19  11—  12  1  7  1  8  10  25
II.  Laudespolizei.
1  1a  1
Tangg  —

        
     
  
 
  
  
  

Masinde  Jaenle
Pangani

Saadani

Bagamoye.  Krause

    
      
 

Dar-es-Saläm  Mutter

     
   
   
    
   
  
 

Kisali

   

Kilwa  Tröger

Donde

  

Lustig

Mikindani  Kayser

  
   
 

    

Langenbunrg  Haegele

4

     

Zusammen

III.  Beurlaubt  nach  Europa.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Frhr.  Charisius  Dr.  Dr.  Teppe  Nymarzig]  Steinmetz  Mergart
—  —  —  po.  Schrenc  Schlobach  —  Schwe“  Koerfer  —  Krefeldt  —  Wein=  Sommer
v.  Notzing  v.  Bercken  singer  Dr.  Simon  Jost  berger  Freytag  «
LanghcldStenzlet  Arning  Feist  Hartmann]  Benkewitz  ·
JohanneöFonckl  Kuhnen  WallnerD  Nichter
Scherner  w.  Grawert  Henschke  Merkl
Podlech  Engel-  Frahm
hardt
Storch
v.  d.  Marwitz

Zusammen  –  —  5  9  —  1  3  —  5  —  5  7  1  )
        <pb n="663" />
        —

t

581

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

8  *e
*  S.  F  ebi
Ober=  Lazareth—  Etats-  ẽ  -  1  arbige  6
lazareth=  .  ulsen  mößige  3  2  2  7  Char-  Askaris  Armirung  Bemerkungen
gehülfen  h  Schreiber!Effendi  gen  regu=  irre-#
  #  "  läre  guläre
—  1  Schnellladekanone
*  *)-“  4  43  37  37  cn
1  Maschinengewehr
—  —  —  —  5  43  —  8  mm
—  5217  1  Schnellladekanone
·  4,7  em
Sauer-  —
**  —  —  börey9  3  47  —  —
—  —  —  —  —  —  —  —  —  50  —
4  10  3  —  3  5  99  1380  198  40
II.  Landespolizei.
Osfen=  „  4leichte  Feldgeschüge
wanger  —  —  —  ——  3  43  —
———————y-1-,—  —
—  —  —  —  1  24  5  Bootskanonen
—  2  leichte  Feldgeschütze
r*  —  15157  1  9  —  K/73
—  Häcker  —  —  --  1  4  38.  SIleichte  ch
·  4  leichte  Feldgeschütze
12  522  —  .
—  I  "  1  Revolverkanone  3,7  em
————N
—  —  —  —  —  —  4  35  —  —
—  —  —  —  —  ——  —  14  —  —
i  «  2  leichte  Feldgeschutze
Voellner  —  —  —  —  —  —  1  25  —  l*  Wn  956/
—  —  —  —  —  2  ——3  20  —  —
2  1  —  —  —  —  2  20  284  5  21
III.  Beurlaubt  nach  Europa.
Wülfing  Benz  Oberlaza-  —  —  —  —  —
Loegell  Fleisch=  fethgehülfe
mann  Herbsleb
Schuster
2  3  1  —  ———  —  1  —  –—
        <pb n="664" />
        «  Kom-  Ober-Kom-  Lieu-  Ober=  ZahleOber-  Ser=  unter-Garnisonort
  a-  führer  Bagnte:  enants  &amp;amp;  emwte  Aeste  meisterseuer=  Feldwebel  geauten  offiziere
deur  führer  S  aspirantenwerker  5*
Kommandirt.
—  —  —  Fischer,  —  ——  —  —  —  —  —  —  Meuser  Ritter
Berlin  zum  zum  Art.
ktommando
Krank.
—  —  —  —  —  H  —  —  —  —  —  —  Hopp  7)
»  Haiblel1
Rekapitulation.

I.  Schutztruppe  1  1  6  19  11—  1  7  1  8  10  25
II.  Landespolizei  —  —  1  —  —  1  —  —  1  —  4  3  4
ILI.  Beurlaubt  —  —  5  9  —  1  -  —  5  —  5  7  1

Zusammen  1  1  12  28  1  2  15  1  13  1  17  20  30

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aufgebot  des  Kaiserlichen  Landeshauptmanns,  betreffend  das  Bergwesen  im
südwestafrikanischen  Schutzgebiete.

Auf  Grund  der  Kaiserlichen  Verordnung,  betreffend  das  Bergwesen  im  südwestafrikanischen  Schutzgebiete,
  vom  6.  September  1892  wird  folgendes  Aufgebot  in  Verbindung  mit  dem  Antrage  des  Herrn
C.  Weiß  von  Amts  wegen  erlassen:

Diejenigen,  welche  in  den  Gebicten  der  Kapitäne  Paul  Frederiks  von  Bethanien,  Christian
Goliath  von  Berseba,  Hendrik  Witbooi  von  Gibeon,  Simon  Kopper  von  Gokhas,  des
rothen  Volkes  von  Hoakhanas,  des  früheren  Stammes  der  Khauas-Hottentotten  von  Gobabis,
der  Bastards  von  Rehoboth  sowie  in  dem  in  dem  südwestafrikanischen  Schutzgebiete  belegenen  Gebietstheile
  der  Bastards  von  Rietfontein  (Vilander)  vor  dem  Erlasse  der  Verfügung  des  Kaiserlichen
Kommissars  vom  19.  April  1886  bezw.  vom  1.  April  1890  auf  die  Aussuchung  und  Gewinnung  von
Mineralien  der  in  §  1  der  Verordnung  vom  15.  August  1889  bezeichneten  Art  bezügliche  Gerechtsame
rechtsgültig  erworben  zu  haben  glauben,  werden  aufgefordert,  diese  Gerechtsame  spätestens  bis  zum
1.  Januar  1897,  vormittags  9  Uhr,  bei  der  Kaiserlichen  Bergbehörde  des  südwestafrikanischen
Schutzgebietes  in  Windhoek  anzumelden.

Die  Versäumung  der  Anmeldung  hat  den  Verlust  der  Gerechtsame  zur  Folge.

Anmeldende,  welche  nicht  in  dem  Schutzgebiete  ihren  Wohnsitz  oder  Aufenthalt  haben,  müssen
für  das  Verfahren  einen  im  Schutzgebiete  sich  dauernd  aufhaltenden  Vertreter  bestellen  und  der  Bergbehörde
  namhaft  machen.

Windhoek,  den  1.  September  1896.

Der  Kaiserliche  Landeshauptmann.
(L.  S.)  gez.  Leutwein,  Major.

Aufgebot  des  Kaiserlichen  Landeshauptmanns,  betreffend  Landansprüche  iun
südwestafrikanischen  Schutzgebiete.
⅜l  Auf  Grund  der  Koaiserlichen  Verordnung,  betreffend  Landansprüche  im  südwestafrikanischen  Schutzgebiete,
  vom  2.  April  1893  wird  folgendes  Aufgebot  von  Amts  wegen  erlassen:

Diejenigen,  welche  in  den  Gebieten  der  Hererokapitäne  Zacharias  von  Otyimbingwe  und
Manasse  von  Omaruru  oder  in  dem  von  dem  Kapilän  der  Toopnaar-Hottentotten  Piet  Haibib
nördlich  des  Tsoakhaub  an  die  Kolonialgesellschaft  für  Deutsch-Südwestafrika  abgetretenen  Küstenstrich  und
dem  aufF  dem  linken  Tsoakhaubufer  gelegenen  Theile  des  Platzes  Anawood  vor  dem  Erlaß  der  Verfügung
des  Kaiserlichen  Kommissars  vom  1.  Oktober  1888  aus  den  Verträgen  über  den  Erwerb  von  Grundeigenthum
  sowic  vor  dem  Erlaß  der  Versügung  des  stellvertretenden  Kaiserlichen  Kommissars  vom
        <pb n="665" />
        —  583  —

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Stls  F.  i
Ober-  Lazaret),Etats  +.  Faeorbige
lazareth=  re)=  mößige  6  ch  slkaris  Armirung  Bemerkungen
ülf.  .  -LE.EE.  -sak-H--.»---.»—
gehiner  gThUlIcnSchrctbcrcY  F—I-36sscndt»  regu=  irrel
  .  läre  guläre
Kommandirt.
—  —  —  —  —  11*81  —  —  —  —  —  *  zum  Bezirko#amt  Dar-es-Salam
.
Krank.
—  —  —  —  ur  —  l  —  —  —  —  7)  Lazareth  Dar-es-Saläm
;
Rekapitulation.
4  10  3  —  3  5  9  99  1380  198  40
2  1  —  —  —  —  2  20  284  21
2  1  ——.w  —
8  14  4—  2:  110  1664  203  61
l

 

 

 

 

 

1.  Mai  1892  aus  Pachtverträgen  Ansprüche  rechtsgültig  erworben  zu  haben  glauben,  werden  hiermit
aufgefordert,  diese  Ansprüche  spätestens  bis  zum  1.  Januar  1897,  vormittags  9  Uhr,  bei  der
Gerichtsbehörde  erster  Instanz  des  südwestafrikanischen  Schuhgebietes  in  Otyimbingwe  (Westbezirk)
anzumelden.
Die  Versäumung  der  rechtzeitigen  Anmeldung  hat  den  Verlust  der  Landansprüche  zur  Folge.
Anmeldende,  welche  nicht  in  dem  Schubgebiete  ihren  Wohnsitz  oder  Aufenthalt  haben,  müssen  für  das
Verfahren  einen  im  Schuhgebiete  sich  dauernd  aufhaltenden  Vertreter  bestellen  und  der  Gerichtsbehörde
in  Otyimbingwe  namhaft  machen.

Das  Aufgebotsverfahren  ist  auf  Antrag  des  Ansiedlers  Dixon  in  Ubeb  eingeleitet  worden.
Hierbei  wird  gleichzeitig  bemerkt,  daß  diejenigen  Ansprüche,  welche  aus  mündlich  ertheilten  Verleihungen
oder  lediglich  aus  der  Besitzergreifung  von  Grundstücken  und  dem  langjährigen  Besitze  derselben  hergeleitet
werden,  durch  vorstehendes  Aufgebot  nicht  berührt  werden.

Die  Frage,  inwieweit  solche  Ansprüche  zu  berücksichtigen  sind,  bleibt  späterer  Entscheidung,  bei
Gelegenheit  der  allgemeinen  Regelung  des  Immobiliarrechts  im  Schutzgebiete  vorbehalten.

Windhoek,  den  1.  Sepkember  1896.

Der  Kaiserliche  Landeshauptmann.
(L.  S.)  gez.  Leutwein,  Maor.

 

Personalien.
Der  Direktor  der  Kolonial-Abtheilung  des  Auswärtigen  Amles,  Wirkliche  Geheime  Legationsrath
Dr.  Kayser,  ist  vom  Urlaub  zurückgekehrt  und  hat  die  Geschäfte  wieder  übernommen.

Nichtamtlicher  Theil.

Personal  Nachrichten.

Ramerun.  Der  cterinär  1.  Klasse  Ir.  phil.  Vogt,  bisher

Der  Steuermann  Niclas,  welcher  an  Stelle  des  beim  2.  Bayerischen  schweren  Reiter-Regiment,  wel-Steuermanns

  Mahlmann  in  den  Dienst  des  Kai=  cher  in  den  Dienst  der  Kaiserlichen  Landeshauptmannserlichen

  Gonvernements  getreten  ist,  hat  die  Reise  schaft  gerrsten  ist,  reist  am  30.  September  nach
nach  dem  Schutzgebict  angetreten.  Tsoakhaubmund  ab.

Südweslafrika.
        <pb n="666" />
        584

Nachrichten  ans  den  deulschen  Schuhgebieten.
(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  theilweise  nur  mit  Quellenangabe  gestattet.)

Drutsch-Dltafrika.

Ueber  einen  Marsch  von  Lindi  an  den  Umbemkurrufluß
berichtet  Kompagnieführer
29.  Juli  d.  Is.  Folgendes:

Am  9.  Juni  brach  ich  mit  20  Trägern  und
20  Soldaten  von  hier  nach  Mtschinga  auf  und  traf
dort  nach  zweitägigem  Marsche  ein.  Nachdem  dort
einige  Schauri  erledigt  waren,  setzte  ich  die  Reise
über  Ruawa,  Namgarn  nach  dem  Fluß  Kipunga
fort,  sast  unnnterbrochen  durch  wohlbebaute  Felder
marschirend,  die  eine  reiche  Ernte  versprachen.  Die
Bevölkerung  besteht  meist  aus  Wangindos  (hier
Wandonde  genannt,  weil  sie  aus  Donde  stammen
und,  durch  Schabruma  vertrieben,  sich  hier  ansiedelten),
  Wamatschingas  und  Wamucras,  welch  letztere
früher  am  Mbaramgando  wohnten  und,  durch  die
Einfälle  der  Angonis  (Schabrumas)  voertrieben,  sich
über  das  ganze  Hinterland  von  Lindi  zerstreuten.
Die  Wamuêras  sind  recht  eigentlich  das  Volk  der
Diebe.  Ackerbau  betreiben  sie  nur  wenig;  sie  wohnen
in  kleinen  elenden  Hütten  und  suchen  sich  möglichst
versteckt  zu  halten.  Die  jungen  Leute  werden  durch
„Fundis“  im  Stehlen  ausgebildect  und  lernen  hauptsächlich,
  wie  sie  unter  der  Hauswand  hindurch  sich
ins  Haus  einschleichen  lönnen,  um  unbemerkt  die
darin  befindlichen  Gegenstände  zu  stehlen.  Die  besten
Diebe  gehen  in  die  Küstenplätze,  die  weniger  gewandten
  bleiben  auf  den  Schamben.  Die  Wamuras
werden  von  der  übrigen  Bevölkerung  auf  das  Tiesste
gchaßt  und  verachtet,  deswegen  leben  sie  schen  und
zurückgezogen,  meiden  die  bewohnten  Plätze  und
haben  eine  unbezwingliche  Furcht  vor  Europäern  und
Askaris.  Wie  ich  hier  gleich  vorausschicken  will,
habe  ich  während  der  ganzen  Rise  feststellen  können,
daß  in  diesem  Jahre  im  Lindibezirk  außerordentlich
viel  zu  essen  ist,  namentlich  Mtama  und  Mais.
Sesam,  was  mehr  zu  Handelszwecken  angepflanzt
wird,  hat  unter  der  ungewöhnlichen  Nässe  dieses
Jahres  gelilten,  während  Bataten,  Bohnen  und
Mhogo  ausgezeichnet  gediehen  sind.
Nach  mehrtägigem  Aufenthalt  am  Kipunga  marschirte
  ich  zum  Yaohäuptling  Said  Makanjira,  der
srüher  am  Nordufer  des  Umbemkurru  wohnte  und
sich  jetzt  südlich  dieses  Flusses  auf  dem  Lisongelehügel
angesiedelt  hat.  Er  besitzt  einen  bedentenden  Einfluß
auf  die  umvohnende  Bevölkerung  und  scheint  diesen
im  Interesse  des  Gonvernements  geltend  zu  machen.
Einige  Stunden  vom  Lisongelehügel  liegt  der  Mkocsee,
  südlich  vom  Umbemkurru,  und  etwa  6  Stunden
von  Kiswere  entsernt,  während  nördlich  vom  Umbemkurru,
  landeinwärts,  sich  weitere  zwei  Secn  befinden,
der  Mtojange  und  der  Nangara,  beide  jedoch  bei
Weitem  nicht  die  Ausdehnung  des  Mkoc  erreichend.

Fromm  unter  dem

vorerwähnte  Nangarasec,  erreicht.

 

Vom  Lisongelehügel  wurde  in  Zickzackmärschen  der
letzte  bewohnte  Punkt  am  Umbemkurru,  nämlich  der
Auch  hier  überall
reich  bebaute  Gegenden  mit  einer  nur  spärlichen  Bevölkerung,
  meist  Wangindos.  Der  See  selbst  wimmelt
von  Flußpferden,  während  anderes  Wild  nicht  gesehen
  wurde.  Ueberhaupt  wurden  auf  der  ganzen
Reise  nur  Elefanten,  Flußpferde  und  Zebras  angetroffen;
  die  Antilopen  und  Büffel  sollen  nach  Aussagen
  der  Eingeborenen  im  vorigen  Jahre  an  einer
Seuche  massenhaft  gefallen  sein,  der  Rest  soll  sich
nach  Rukundi  zurückgezogen  haben.  Ob  dies  auf
Richtigkeit  beruht,  kann  ich  nicht  feststellen,  doch  bin
ich  geneigt,  das  gänzliche  Fehlen  des  Wildes  mehr
dem  dichten  verfilzten  Grase  zuzuschreiben,  durch
welches  wir  uns  vom  Namgaru  aus  einen  Weg
bahnen  mußten.  Auf  diese  höchst  beschwerliche  Weise
marschirten  wir  sieben  Tage,  dann  beschloß  ich,  um
die  Leute  nicht  zu  überanstrengen,  vom  Umbemkurrn
abzubiegen  und  südlich  auf  Iluluberg  zu  gehen.
Es  ist  dies  ein  hoher,  weithin  sichtbarer  Berg,  von
dessen  Gipfel  man  eine  weite  Fernsicht  hat.  Seine
Thäler  sind  bewohnt  und  gut  bebaut  von  Wangindos,
die  unter  einem  Häuptling,  der  ebenfalls  Makanjira
heißt,  stehen.  Von  Ilulu  führte  der  Weg  wieder
durch  unbewohnte  Poris;  nach  fünf  Tagen  wurden
die  ersten  Schamben  angetroffen  und  am  sechsten
Tage  erreichten  wir  Mayeye,  einc  weit  ausgedehnte
Landschaft,  aus  der  schroff  und  unvermittelt  hohe
Berge  aufsteigen,  die  oft  die  seltsamsten  Formen
zeigen.  Die  Bevölkerung  besteht  aus  Maluas,  einem
schönen  und  kräftigen  Menschenschlag;  sie  sind  aus
dem  Portugiesischen  vor  vielen  Jahren  hier  eingewandert
  und  belkannt  wegen  ihrer  Eigenschaft  als
gute,  unerschrockene  Jäger.

Aber  hier  machte  sich  zuerst  die  Furcht  vor  den
Wagwangwaras  bemerkbar  Obwohl  die  Ebene  sehr
guten  Boden  zeigt  und  wasserreich  ist,  so  wohnen
doch  die  Makuas  alle  in  den  Bergen,  die  theilweise
so  unzugänglich  sind,  daß  man  auf  allen  Vieren
hinaufkriechen  muß.  Dort  sind  sie  vor  den  gefürchteten
  Wagwangwaras  sicher.  Und  so  führen  sic,  die
früher  tüchtige  Ackerbauer  waren,  ein  elendes  Leben,
jedoch  hoffe  ich,  daß  meine  Bemühungen,  sie  zu  bewegen,
  die  verödeten  Schamben  wieder  zu  bestellen,
Erfolg  haben  werden,  wenngleich  endgültig  die  Wagwangwarafurcht
  im  Hinterlande  nur  durch  Aulage
einer  Station  bei  diesem  Stamme  beseitigt  werden
wird.  Von  Mayeye  ging  ich  nach  der  englischen
Missionsstation  Masassi,  von  dort  nach  der  katholischen
  Station  Lukuledi  und  traf  am  23.  wieder  in
Lindi  ein.

Ich  hoffe,  daß  durch  diese  Reise  die  Einwohner,
die  zum  großen  Theil  Weiße  noch  nicht  gesehen
        <pb n="667" />
        halten,  allmählich  Vertrauen  zu  unserer  Herrschaft
gewinnen  und  daß  das  schöne  und  fruchtbare  Hinterland
  mehr  als  bisher  bebaut  wird,  —  ein  allmähliches
Steigen  des  Handels  wird  daun  nicht  ausbleiben.

Militärstation  am  Tanganyika.

Auf  Anordnung  des  Kaiserlichen  Gouvernements
hat  sich  der  Kompagnieführer  Ramsay  nach  dem
Tanganyika  begeben,  um  dort  eine  befestigte  Station
anzulegen.  Er  ist  am  8.  Mai  in  Udjidji  mit  dem
größeren  Theil  der  Expedition  eingetroffen,  Lientenant
Fonck  11.  sollte  ihm  mit  dem  Rest  der  Askaris
binnen  Kurzem  folgen.

Drutsch-Uru-Gninra.
Ueber  den  Fortgang  der  wissenschaftlichen  Expedition
liegen  von  Dr.  Karl  Lauterbach  folgende  Berichte
  vor:
Erima,  den  25.  Mai  1896.

Am  12.  Mai  brachen  wir  mit  2.1  Trägern,  begleitet
  von  dem  Herrn  Missionar  Hoffmann  und
einigen  Bogadjimleuten  als  Führern,  von  Erima  auf
und  marschirten  zunächst  durch  dichten  Hochwald
über  fruchtbares,  aber  durch  einen  starken  Regen  der
letzten  Nacht  in  Morast  verwandeltes  Land  bis  zu
einem  etwa  200  m  hoch  gelegenen  Dorf,  Namens
Wai.  Am  nächsten  Tage  stiegen  wir  in  das  Bett
eines  Flusses,  Namens  Nowulja,  eines  Nebenflusses
des  bei  Bogadjim  mündenden  Gori  (Juria),  herunter,
der  an  dem  Gipfel  des  Oertzen-Gebirges  entspringt.
Herr  Missionar  Hoffmann  verließ  uns  hier,  nachdem
  er  mehrere  Bogadjim=  und  Wailente  überredet
hatte,  uns  noch  einige  Tage  als  Führer  zu  begleiten.
Unter  diesen  befand  sich  ein  alter  Mann,  der  seinerzeit
  Miclucho  Maclay  als  Führer  gedient  hatte.

Wir  marschirten  im  Flußbett,  theils  über  Geröll,

theils  im  Wasser  aufwärts  und  schlugen  in  etwa
3  km  Entfernung  (Luftlinie)  vom  Gipfel  unser  Lager
auf.  Von  hier  aus  versuchte  Herr  Dr.  Kersting
am  nächsten  Tage  in  Begleitung  der  Führer  einen
Weg  nach  dem  höchsten  Gipfel,  von  den  Eingeborenen
„Fajomanna“  genannt,  zu  schlagen.  Nach  äußerst
anstrengendem  Klettern  über  theilweise  senkrechte
Felswände,  die  an  Lianen  hängend  überschritten
werden  müssen,  gelangte  er  schließlich  auf  eine  Felsspitze,
  die  bereits  Maclay  bestiegen  hatte.  Diese
Spitze  ist  jedoch  nicht  die  höchste,  sondern  dem
eigentlichen  Gipfel  nach  der  See  zu  vorgelagert,  die
Aussicht  daher  nur  eine  beschränkte.

Am  nächsten  Tage  verleglten  wir  das  Lager  noch

etwa  5  km  stromauf  auf  einen  Bergabhang.  Mit
belasteten  Trägern  ist  es  bei  der  Steilheit  der  Hänge
nicht  möglich,  weiter  zu  kommen.  Am  16.  Mai
brachen  wir  unter  Zurücklassung  der  Schwachen  und
Kranken,  nur  mit  dem  Nöthigsten  versehen,  in  der

585

 

Richtung  auf  den  Gipfel  zu  auf.  Wir  folgten  zunächst
  einem  Bachbett,  über  große  Felsblöcke  kletternd.
Bald  gelangten  wir  an  einige  Wasserfälle,  die  nur
mit  großer  Mühe,  zum  Theil  unter  Anwendung  des
Seils,  zu  umgehen  waren.  Schließlich  erreichten  wir
einen  Grat  (etwa  600  m  Seehöhe),  der  nach  zwei
Seiten  senkrecht  abstürzt.  Hier  weigerten  sich  unsere
Leute  weiterzugehen,  auch  zwang  uns  die  vorgerückte
Tageszeit  zur  Umkehr.  Dem  Grat  gegenüber,  aus
einer  tiefen  Schlucht,  wiederum  beinahe  senkrecht
aufsteigend,  zeigte  sich  in  Büchsenschußweite  der
eigentliche  Fajomannagipfel.  Dr.  Kersting  gelang
es  mit  Hülfe  der  Eingeborenenführer  die  höchste
Spitße  zu  erklettern;  die  Höhe  über  der  See  beträgt
1100  m.  Der  Aueblick  war  durch  in  der  Tiefe
liegende  Wolken  etwas  beschränkt,  doch  zeigte  sich
klar,  daß  vom  Oertzen-Gebirge  nach  Westen  zu  keine
höheren  Bergketten  vorhanden  sind,  nur  niedrige
Bergzüge  laufen  einer  neben  dem  andern  von  Nordwesten
  nach  Südosten.

Der  Stock  des  Oertzen-Gebirges  wird  von  blaugrünen
  Thonschiesern  mit  Konglomeraten  abwechselnd
gebildet,  die  von  Nordwesten  nach  Südosten  streichend
unter  einem  Winkel  von  70  bis  80  aufgerichtet
sind.  Nach  der  See  zu  schließen  sich  braungelbe
seste  Thone  mit  undentlichen  Versteinerungen  an.

Am  18.  Mai  trafen  wir  wieder  in  Erima  ein.
Die  auf  die  Tour  mitgenommenen  Ziegen  haben
sich  ausgezeichuct  bewährt.

Am  24.  Mai  bekamen  wir  den  Rest  der  Träger,
im  Ganzen  10  Mann,  16  Jabimleunte,  24  Neu-Mecklenburger.
  Es  wurde  sofort  mit  Schießübungen
begonnen,  da  leider  nur  ein  Einziger  zu  schießen
versteht.  Zum  Nachholen  des  Proviants  sind  uns
noch  weitere  20  Mann  in  Aussicht  gestellt.

Ich  gedenke  in  etwa  vier  Tagen  nach  dem  Innern
aufzubrechen  und  zunächst  dem  Gogolthal  zu  folgen.
Der  Gesundheitszustand  der  Europäer  ist  bisher  ein
guter,  dagegen  leiden  die  Malayen  an  schweren  und
häufigen  Fiebern.

Stephansort,  den  26.  Juni  1896.

Nach  einem  durch  die  Unbrauchbarkeit  der  Packsältel
  verursachten  Aufenthalte  trat  die  Expedition
am  30.  Mai  ihren  Marsch  ins  Innere  an.  Außer
den  Europäern  bestand  das  Personal  aus  vier  Malayen
  und  40  Melanesen  bezw.  Jabims;  die  vier
Pferde  trugen  je  drei  Lasten,  außerdem  wurden
50  Ziegen  mitgetrieben.  Wir  folgten  zunächst  einem
bereits  vorher  geschlagenen  Weg  in  nordwestlicher
Richtung  nach  Erimadorf.  Von  hier  erhielten  wir
Führer  und  einige  Träger,  die  uns  nach  einem  großen
Fluß,  „Gögoli“",  weiter  landeinwärts  „Nürn“
(Närtüä)  genannt,  brachten.  Er  ist  identisch  mit  dem
Elisabethfluß.  Da  der  Fluß  in  seinem  etwa  100  m
breiten,  zumeist  trockenen  Bett  auf  den  Geröllbänken
ein  schnelles  Fortkommen  ermöglichte  und  von  Südwest
  her  kam,  beschloß  ich,  zunächst  demselben  zu
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        solgen.  Nach  dem  Wasserstande  dieses  Nebenflusses
und  den  Aussagen  der  Eingeborenen  zu  urthheilen,
macht  der  Wasserstand  im  Gogol  ein  Marschiren  in
dessen  Flußbett  unmöglich.  Am  nächsten  Tage  passirten
wir  die  Stelle,  an  welcher  der  Fluß  in  einem  Felsenthor
  das  Oertzen-Gebirge  (Fajomanna)  durchbricht,
und  folgten  seinem  Lauf  weiter  in  südwestlicher  Richtung
  aufwärts.  Das  Land  hinter  dem  Oerten-=Gebirge
  wird  von  mäßig  hohen  Berg=  und  Hihelketten
  durchzogen,  die  im  Wesentlichen  von  Nordosten
nach  Südwesten  laufen.  Nach  Norden  zu  nehmen
sie  scheinbar  an  Höhe  ab  und  lösen  sich  in
einzelne  niedrige  Hügel  auf.  Alle  diese  Ketten  bestehen
  aus  Sandstein  und  weichen,  dunkelgefärbten
Thonschiefern,  welche  stellenweise  mit  Konglomeraten
abwechseln.  Der  Boden  ist  fruchtbar,  ebenes  Kulturland
  aber  nur  in  beschränktem  Maße  vorhanden.
Das  Land  ist  verhältnißmäßig  reich  bevölkert,  und
gelang  es  meist,  die  nöthigen  Lebensmittel  einzutauschen.
  Am  6.  Juni  gelangten  wir  in  eine  Felsenklamm,
  in  welcher  riesige  Blöcke  dem  weiteren  Vordringen
  mit  Pferden  eine  Schranke  zu  setzen  schienen.
Es  gelang  jedoch  schließlich,  die  Thiere  hinüber  zu
bekommen.  Der  Naurufluß  oder,  wie  er  hier  genaunt
  wird,  Narna  nimmt  hier  auf  der  rechten  Seite
einen  gleich  großen  Bach  auf  und  zeigt  weiter  aufwärts
  den  Charakter  eines  Wildbaches.  Die  Explorirung
  des  von  Südwesten  kommenden  Zuflusses
ergab  dessen  Unwegsamkeit.  Wir  folgten  daher  dem
mehr  westlich  führenden  Bache  aufwärts  und  gelangten
  am  9.  Juni  bis  in  die  Nähe  seiner  Quelle
in  etwa  500  m  Höhe  über  dem  Meere.  Der  Bach
entspringt  an  dem  nördlichen  Abhang  eines  900  m
hohen  Bergmassivs  und  schneidet  sich  zunächst  tief  in
blauen  plastischen  Thon  ein.  Das  Vorwärtskommen
wird  hierdurch  höchst  mühsam  und  beschwerlich.

Mit  Pferden  war  jeßt  nicht  mehr  weiter  zu
kommen.  Die  Thiere  litten  außerdem  infolge  des
sortwährenden  Gehens  auf  grobem  Geröll  und  Steinen
und  im  Wasser  an  Hufentzündung  und  konnten  nur
mit  Mühe  vorwärts  gebracht  werden.  Wenn  sie
noch  brauchbar,  wird  die  Astrolabe-Kompagnie  sie
übernehmen.  Der  bisher  zurückgelegte  Weg  beträgt
80  km,  etwa  40  km  Luftlinie  von  der  Küste.  Der
Punkt,  an  dem  wir  uns  augenblicklich  befinden,  liegt
etwas  südwestlich  des  auf  dem  Langhausschen
Kolonial-Atlas  eingetragenen  „Suor  Mana“  genannten
  Berges.  Ich  blieb  hier  mit  20  Mann  zurück
  und  sandte  Dr.  Kersting  und  Tappenbeck
mit  den  übrigen  20  Mann  und  den  Pferden  nach
Stephansort,  um  mit  Hülfe  von  20  weiteren,  von
der  Astrolabe-Kompagnie  gestellten  Trägern  Proviant
nachzuholen.

Ich  selbst  bestieg  in  den  nächsten  Tagen  den
von  den  Eingeborenen  „Ssigãun  Jãnu“  genannten
Berg,  und  gelang  es,  nach  Norden  und  Westen  Ausblicke
  zu  bekommen.  Nach  Westen  war  am  Horizont
eine  NRiesenkette  (Arthur  Gordon-Kette)  sichtbar,
vor  derselben  zehn  Parallelketten,  die  näheren  100

 

586  —

bis  200,  die  weiteren  über  1000  bis  2000  m  hoch,
allc  dicht  bewaldet.  Nach  Norden  tauchte  am  Horizont
  ebenfalls  ein  mächtiges,  wohl  über  3000  m
hohes  Gebirge  auf,  welches  vielleicht  den  am  Augustafluß,
  nördlich  des  Gogol  gelegenen  Ketten  entspricht.
Sonst  war  der  Ausblick  nach  dieser  Richtung  durch
in  der  Nähe  belegene,  meist  wildgezackte  Berge  von
1000  bis  1500  m  Höhe  theilweise  verdeckt.  Von
einem  am  nächsten  Tage  geschaffenen  Durchhau  erblickte
  ich  nach  Westsüdwesten  bei  Westen  einen  gewaltigen,
  gegen  4000  bis  5000  m  hohen  Gebirgsstock,
  dessen  Fuß  noch  etwa  10  km  entfernt  sein
mochte.  Der  Lage  nach  ist  dieser  mit  dem  Bismarck-Gebirge
  identisch,  doch  scheint  er  sich  von  Osten  nach
Westen  zu  erstrecken.  Des  schweren  Waldes  wegen
war  es  unmöglich,  einen  größeren  Ausblick  zu  schaffen.

Am  13.  Juni  verlegte  ich  das  Lager  nach  einem
600  m  hoch  gelegenen  Dorfe,  „Ssigünn  Wödsa“
genannt,  dessen  Eingeborene  mich  reichlich  mit  Lebensmitteln
  versahen.  Die  Leute  waren  in  cthnographischer
  Beziehung  interessant.  Von  hier  aus  die  Umgegend
  durchforschend,  gelang  es  mir,  im  Westen
einen  größeren  nach  Südwesten  fließenden  Fluß  zu
finden,  an  welchen  ich  das  Lager  verlegte.

Am  19.  Juni  kam  Dr.  Kersting  mit  38  Lasten
Proviant  von  der  Küste  an.  Am  nächsten  Tage
verfolgten  wir  den  Fluß  12  km  abwärts.  Derselbe
wird  durch  reichlichen  Zufluß  bald  stärker  und  hatte
westliche  Richtung.  An  einer  geeigucten,  hoch  gelegenen
  Stelle  legte  ich  hier  vorläufig  die  Station
an  und  ließ  IDr.  Kersting  mit  els  Mann  zurück,
während  ich  mit  den  übrigen  Leuten  in  vier  Tagen
nach  Stephansort  marschirte,  um  den  letzten  Provianl
nachzuholen.  Mit  diesen  letzteren  Lasten  sind  wir
für  reichlich  zwei  Monate  mit  Proviant  versehen,
dazu  35  Ziegen;  außerdem  sind  in  dieser  Gegend
genügend  Lebensmittel  von  den  Eingeborenen  zu
bekommen.  Die  Station  liegt  etwa  100  km  von
der  Küste  entfernt  in  300  m  Höhe  über  dem  Mcere.

Der  allgemeine  Gesundheitszustand  ist  ein  guter.
Morgen,  den  27.  Juni,  werden  ich  und  Tappenbeck
mit  46  Lasten  nach  der  Station  abmarschiren,  welche
ich  in  fünf  bis  sechs  Tagen  zu  erreichen  hoffe.  Von
da  gehen  die  20  Hülfsträger  unter  Bedeckung  nach
der  Küste  zurück.  Wir  werden  jetzt  in  südlicher
Richtung  vorzudringen  sowie  einen  der  höchsten  Gipfel
des  Gebirges  zu  besteigen  suchen.  Nach  der  mir  bis
jetzt  bekannt  gewordenen  Konfiguration  der  Bergketten
scheint  ein  Durchdringen  nach  dem  Huongolf  möglich,
und  habe  ich  daher  gebeten,  in  etwa  1½  Monaten.
ein  Schiff  dorthin  zu  entsenden.

Hus  dem  Bereiche  der  Wissionen  und
der  Antisklaverei-Bewegung.
Seitens  der  Rheinischen  Missionsgesellschaft
wurde  der  Missionar  Wilhelm  Ickler  aus  Homberg
in  Hessen  nach  Ovamboland  abgeordnet.  In  Riet-
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        fontein  und  dem  nördlichen  Kapland  herrscht  große
Dürre.  Missionar  Pabst,  der  seine  inzwischen  verschiedene
  Frau  nach  Port  Nolloth  begleitet  hatte,
litt  auf  der  Rückfahrt  viel  unter  der  Wassersnoth.

Am  19.  Juli  d.  Is.  wurden  von  der  ostafrikanischen
  Mission  in  der  Zwölf  Apostel-Kirche
in  Berlin  die  Geschwister  Ostwald  abgeordret.
Martin  Ostwald  ist  am  10.  Juli  1870  in  Zerkwitz
bei  Lübbenau  als  erster  Sohn  des  dortigen  Lehrers
Wilhelm  Ostwald,  der  jetzt  als  Rektor  in  Mahdeburg
  thätig  ist,  geboren.  Nachdem  er  auf  dem  Pädagogium
  zum  Kloster  Unserer  lieben  Frauen  in
Magdeburg  vorgebildet  war,  studirte  er  in  Göttingen,
Halle  a.  S.  und  Berlin  Theologie.  Die  beiden
theologischen  Prüfungen  legte  er  in  Berlin  ab.  Für
seinen  Missionsdienst  wurde  er  vom  Jannar  bis
März  d.  Is.  vom  Missionsinspektor,  vom  April  bis
Juni  in  den  Bielefelder  Anstalten  vorbereitet.  Am
15.  März  wurde  er  in  der  Matthäikirche  durch  Generalsuperintendent
  D.  Braun  ordinirt.  Am  10.  Juli
verheirathete  er  sich  mit  Dora  geb.  Schramme,
Tochter  des  verstorbenen  Baurathes  Julius  Schramme
in  Hannover.  Der  Missionsinspektor  vollzog  die
Abordnung  unter  Assistenz  von  Pastor  Holst  aus
Dar-es-Saläm  und  Pfarrer  Baethceke  aus  Georgenthal
  in  Thüringen.  Missionar  Ostwald  wird  die
Arbeit  in  Tanga,  wo  seit  dem  Weggange  von  Missionar
  Becker  kein  ordinirter  Missionar  thätig  war,
übernehmen.

Die  evangelische  Gemeinde  in  Windhoek  wird
nach  Angabe  der  „Evangelischen  Missionen“  von
dem  jetzt  zu  ihrer  Pastorirung  hinausgesandten
Pastor  Siebe  mit  Erfolg  verwaltet.  „Jeden  Sonnlag
  Morgen“,  so  schreibt  er,  „um  9  Uhr  halte  ich
Gottesdienst  in  meinem  Garten.  Die  (weise)  Gemeinde
  hat  Schatten  unter  einigen  Dornbäumen  und
ich  unter  einer  Banane.  Von  den  Zuhörern  sitzen  die
Soldaten  auf  Mehltonnen,  die  Offiziere  und  Damen
auf  Stühlen.  Die  Aufmerksamkeit  ließ  bisher  nichts
zu  wünschen  übrig.=  Ueber  den  sittlichen  Geist,  der
in  der  Garnison  herrscht,  kann  sich  Siebe  im  Großen
und  Ganzen  auch  befriedigend  aussprechen,  ganz  besonders
  über  den  sittlichen  Ernst  der  „Herren  an  der
Spitze“.  Auch  in  Kamerun  sind  an  zwei  Stellen,  in
Bethel  und  Victoria,  regelmäßige  Gottesdienste  für
die  Deutschen  eingerichtet.

Nach  der  apostolischen  Präfektur  Deutsch-Südwestafrikas
  sind  Ende  Juli  zwei  Priester  nebst  einigen
Laienbrüdern  abgereist.  Zum  Oberen  der  kleinen
Karawane  ist  der  #.  Bernhard  Herrmann  bestimmt
worden.  Die  Missionare  werden  sich  vorläufig  in
Windhoek  niederlassen.  Gegemwärtig  bereist  F.  Schoch
O.  A.  I.,  apostolischer  Präfekt  von  Transvaal,  behuss
Einrichtung  der  neuen  Präfektur  die  deutsche  Kolonie.
Die  erste  Sorge  der  Missionare  wird  den  etwa  40
latholischen  Soldaten  der  Schutztruppe  und  den  we-587



 

nigen  katholischen  Familien  (Weiße)  zugewandt  sein.
Von  Windhvek  werden  die  Missionare  in  das  Innere
vordringen  zu  den  armen  Eingeborenen,  die  verschiedenen
  Stämmen  (Hottentotten,  Hereros,  Bergdamaras
  2c.)  angehören.

In  Kamernn  ist  leider  der  katholische  Missionar
P.  Albert  Eckmann  am  19.  April  und  P.  Leonhard
Eberwein  am  6.  Juli  gestorben.

Aus  der  Togomission  sind  nach  „Kreuz  und
Schwert“  mehrere  Hiobsposten  eingetrossen.  Ein
Telegramm  vom  6.  Juni  brachte  zunächst  die  Mittheilung
  und  Bitte  zum  Missionshause  Steyl:  „Alles
krank;  Hülse!“  Alsbald  wurden  die  beiden  Brüder
Calixtus  Osterholt  und  Damarus  Schneider  abgesandt,
  welche  sich  am  11.  Juni  in  Hamburg  einschifsten.
  Bange  Ahnungen,  die  man  hegte,  bestätiglen
sich  nur  zu  bald;  denn  schon  am  17.  meldete  der
Draht  den  Tod  des  Missionars  Ambrosius  Lundowici,
  aus  NRheine  (Diözese  Münster)  gebürtig,  der
am  21.  Dezember  1892  in  die  afeekanische  Mission
gesandt  worden  war.

Einen  Tag  später,  am  18.  Juni,  folgte  eine
weitere  Trauernachrichte  welche  das  Ableben  des
P.  Adalbert  Heinlein  anzeigte.  Er  war  geboren
am  1.  März  1869  zu  Ottmannshausen  in  der  Diözese
  Würzburg  und  begann  im  Herbst  1882  im
Missionshause  zu  Steyl  seine  Studien,  die  er  mit
gutem  Erfolge  beendete.  Am  25.  Juni  1893  empfing
er  die  heilige  Priesterweihe  und  trat  am  1.  Oktober
desselben  Jahres  die  Reise  in  die  Mission  an.

In  den  ersten  Tagen  des  Juli  reisten  l’.  Stangier
  und  Missionar  Cherubin  Wirth  von  Steyl
aus  nach  Togo  ab.  Am  15.  Juli  trafen  P’.  Hofmann
  und  Missionar  Johannes  aus  Togo  wieder
in  Europa  ein.

Nach  einem  Bericht  von  Bischof  Coupp  in
„Kreuz  und  Schwert“  belief  sich  im  August  1894
die  Gesammtzahl  der  Taufen  in  Neu-Pommern,  vom
Beginne  der  Mission  an  gerechnet,  auf  176;  heute
ist  die  Ziffer  951  erreicht.

Auf  Neu-Guinea  haben,  wic  „Kreuz  und  Schwert“
meldet,  die  Bäter  vom  göttlichen  Wort  eine  neue
Mission  gegründet.

Die  Väter  vom  heiligen  Herzen  gründen  in
der  Diözese  Münster  ein  Noviziat  zur  Ausbildung
ihrer  Missionare  für  die  deutsche  Südsee.

Die  Missionsgesellschaft  der  Oblaten  baut
ein  Missionshaus  zu  Hünfeld  bei  Fulda,  das  den
Namen  St.  Bonifatius-Kloster  trägt.  Dasselbe  ist
bestimmt,  das  Scholastikat  (Priesterseminar)  der  deutschen
  Ordensprovinz  zu  werden.  Der  Bau  schreitet,
nach  „Kreuz  und  Schwerl“,  rüstig  vorwärts.  Ein
        <pb n="670" />
        –

Theil  desselben  soll  bis  zum  Spätherbst  soweit  sertiggestellt
  sein,  daß  die  beiden  ersten  Lehrkurse  dort
einziehen  können.

Merkwürdig  ist  es,  wie  der  „Missionsfreund“
meldet,  mit  einer  Glocke  zugegangen,  die  in  den
sechziger  Jahren  im  Glockenthürmchen  der  Kapelle
hing,  die  auf  der  Missionsstation  Ho  im  Togolande
errichtet  war.  Am  25.  Juni  1869  wurde  diese  Station
von  einem  Heere  der  Asante-Krieger  überfallen  und
eingeäschert.  Von  der  brennenden  Kapelle  fiel  die
Glocke  herab  und  wurde  als  Beutestück  in  das  Lager
des  Feindes  geschleppt.  Zwei  Jahre  lang  führte  sie
der  Feldherr  auf  seinen  Zügen  mit  sich  herum,  endlich
  brachte  er  sie  mit  nach  seiner  Heimath,  wo  sie
bei  seinem  Einzuge  als  glänzendste  Trophäe  vor  ihm
hergetragen  wurde  und  durch  ihre  Töne  den  Triumph
verherrlichen  mußte.  Nun  wurde  sic  in  der  Hauptstadt
  aufgehängt.  Bei  Opferfesten,  bei  Todtenfcierlichkeiten
  und  anderen  heidnischen  Festlichkeiten  tönte
nun  der  Klang  der  früheren  Kirchenglocke.  Da  wurde
Kumase  von  den  Engländern  im  vorigen  Jahrc  erobert.
  Sie  erbauten  eine  Zwingfeste  inmitten  der
Stadt,  und  der  englische  Gouverneur  wollte  die  dort
gefundene  Glocke  in  dieser  Feste  anbringen  lassen  und
benutzen,  war  sie  doch  als  Kriegsbeute  in  seine  Hände
gefallen.  Missionar  Ramsayer  aber,  der  im  Jannar
dort  seinen  Einzug  hielt,  erzählte  dem  Gouverneur
die  Geschichte  der  Glocke  und  erhielt  sie  als  Geschenk
für  die  dort  zu  errichtende  Missionsstation.  So  ist
die  Glocke  wieder  nach  langer  Gefangenschaft  befreit
und  ihrer  Beslimmung  zurückgegeben.

Rus  fremden  Kolonien.
Rapland  im  Jahre  1895.

Dem  lürzlich  veröffentlichten  Statistical  Register
der  Kapkolonie  für  das  Jahr  1895  entnehmen  wir
folgende  Angaben:

Der  Flächeninhalt  der  Kolonie  beträgt  jetzt
276  902  engl.  Quadratmeilen  (einschließlich  der  im
November  1895  einverleibten  früheren  Kronkolonie
Betschnanaland  mit  einem  Arcal  von  51524  Quadratmeilen,
  bestehend  aus  den  Bezirken  Gordonia,  Kuruman,
  Mafeking,  Tayng  und  Vryburg).

Zahl  der  Bevölkerung  (ausschließlich  Betschnanaland)
  nach  der  Zählung  vom  April  1891:  1527  221,
darunter  376  987  Europäer  oder  Weiße.  Die  Bevölkerung
  von  Betschuanaland  (Kronkolonie)  wurde
1891  auf  72  736  Köpfe  geschätzt,  darunter  5211
Europäer  oder  Weiße.

1875  betrug  die  Bevölkerung  der  Kapkolonie  in
dem  damaligen  Umjange  (d.  h.  ohne  die  später  einverleibten
  Gebiete  Ost=  und  Westgriqualand,  Tembuland,
  Transkei,  Betschuanaland  und  Walfischbay):
236  783  Curopäer  und  484  201  Andere;  1891  auf
demselben  Gebicte:  336  938  Europäer  und  619  547

588

 

 

Andere,  mithin  eine  Zunahme  von  100  155  bezw.
135  346  Köpfen  oder  2,64  pCt.  bezw.  1,75  péCt.
Naturalisirt  wurden  1895  97  Personen,  davon  33
aus  Deutschland,  46  aus  Rußland.

Militär.  Die  bewaffnele  Macht  bestand  am
31.  Dezember  1895  aus  einem  Regiment  berittener
Schützen  (cape  mounted  rillemen)  in  einer  Stärke
von  31  Offizieren,  675  weißen  Mannschaften  und
50  Eingeborenen,  ferner  aus  dem  Freiwilligenkorps
(5788  Köpfe  einschl.  Oiffiziere)  und  der  Polizei
(854  Europäer  und  108  Eingeborene).  Die  Ausgaben
  der  Kolonie  für  das  Vertheidigungswesen,  das
Schützenregiment  und  das  Freiwilligenkorps  betrugen
1894/95  zusammen  158  584  Pfd.  Sterl.,  für  die
Polizei  229  196  Pfd.  Sterl.  Außerdem  hat  die
englische  Regierung  138  340  Pfd.  Sterl.  für  militärische
  Zwecke  in  der  Kolonie  ausgewendet.

Finanzwesen.  Die  ordentlichen  Staatseinnahmen
für  das  Rechnungsjahr  vom  1.  Juli  1894  bis  zum
30.  Juni  1895  betrugen  5  390  170  Pfd.  Sterl.;
hierzu  treten  noch  26  111  Pfd.  Sterl.,  welche  durch
eine  Anleihe  ausgenommen  sind.  Betrag  der  Gesammteinnahme
  mithin  5  416  611  Pfd.  Sterl.  Die
Gesammtausgaben  während  desselben  Jahres  belaufen
sich  auf  5  388  157  Pfd.  Sterl.

Die  Hauptposten  der  Einnahmen  sind:  Einnahmen
aus  den  Eisenbahnen  2  672  8541  Pfd.  Sterl.;  Einfuhrzölle
  einschließlich  Hafcenabgaben  1  465  263  Pfd.
Sterl.;  Durchgangszölle  112  439  Pfd.  Sterl.;  Einnahmen
  aus  der  Post  214  103  Pfd.  Sterl.,  aus  dem
Telegraphenbetrieb  81  2410  Pfd.  Sterl.,  aus  Landverkäufen
  53  664  Pfd.  Sterl.,  Grundstener  139  939
Pfd.  Sterl,  Stempelsteuer  151  376  Pfd.  Sterl.,
Lizenzen  125  881  Pfd.  Sterl.,  Hüttenstcuer  62  195
Pfd.  Sterl.

Hauptposten  der  Ausgaben:  Zinsen  und  Amortisation
  der  öffentlichen  Schuld  1  213  648  Pfd.  Sterl.,
Ausgaben  für  die  Eisenbahnen  (einschl.  Neubanten)
1  552  445  Pifd.  Sterl.,  für  die  Post  2.12  789  Pfd.
Sterl.,  Telegraphen  112  624  Pfd.  Sterl.  (davon
8512  Pfd.  Sterl.  für  Neuanlagen),  für  öffentliche
Bauten,  Brücken  und  Wege  205  852  Pfd.  Sterl.,
für  Polizei  und  Gesängnißwesen  317.912  Pfd.  Sterl.,
Ausgaben  für  die  Angelegenheiten  der  Eingeborenen
einschl.  Erziehungswesen  191  227  Pfd.  Sterl.,  für
Agrikultur,  Forsten,  Bewässerung  und  Hasenanlagen
182  078  Pfd.  Sterl.,  für  die  Civilverwaltung
140  417  Pfd.  Sterl.,  Justizuerwaltung  1311678  Pfd.
Sterl.,  Wissenschaft  und  Erziehungswesen  (ausschl.
der  Eingeborenen)  173  077  Pfd.  Sterl.,  Medizinal-,
Kranken=  und  Armenwesen  144  717  Pfd.  Sterl.

Die  öffentliche  Schuld  betrug  am  31.  Dezember
1895  27533  978  Pfd.  Sterl.  (gegen  27  675  178
Pfd.  Sterl.  im  Jahre  1894  und  26  798  878  Pfd.
Sterl.  im  Jahre  1893;  bis  18911  ist  sie  im  Allgemeinen
  beständig  gewachsen,  nur  in  einigen  früheren
Jahren  war  eine  geringe  Abnahme  eingetreten).  Von
dieser  Summe,  in  welcher  2  672  517  Pfd.  Sterl.
für  öffentliche  Werke  unter  der  Verwaltung  von
        <pb n="671" />
        öffentlichen  Körperschaften  enthalten  sind,  sind  auf—
genommen:  für  Eisenbahnbauten  18  124  461  Pfd.
Sterl.,  für  Kriegsausgaben  3  755  794  Pfd.  Sterl.,
für  Hafenbauten  2  961  496  Pfd.  Sterl.,  für  Erbauung
  von  Brücken  376  562  Pfd.  Sterl.,  von
öffentlichen  Gebänden  315  573  Pfd.  Sterl.,  für
Telegraphenanlagen  181  365  Pfd.  Sterl.,  für  Bewässerungen
  31  168  Pfd.  Sterl.

Handel  und  Verkehr.  Der  Werth  der
Einfuhr  im  Jahre  1895  betrug  13  612  405  Pfd.
Sterl.  einschl.  der  für  die  Regierung  eingeführten
Gegenstände  im  Werthe  von  327  400  Pfd.  Sterl.,
aber  ausschl.  des  Metallgeldes  im  Betrage  von
5  182  475  Pfd.  Sterl.)  Der  Werth  der  für  den
Verbrauch  eingeführten  Waaren  betrug  hiervon
13  121  218  Pfd.  Sterl.  An  der  Einfuhr  waren
betheiligt:  Eugland  mit  10  427  201  Pfd.  Sterl.,  die
anderen  englischen  Besitzungen  mit  736  581  Pfd.
Sterl.  Von  den  übrigen  Ländern  nehmen  die  erste
Stelle  die  Vereinigten  Staaten  ein  mit  873.120  Pfd.
Sterl.,  dann  folgt  Deutschland  mit  772  910  Pfd.
Sterl.,  Brasilien  mit  289  980  Pfd.  Sterl.,  Schweden
mit  124  955  Pfd.  Sterl.  und  Belgien  mit  123  882
Pfd.  Sterl.  Die  Einfuhr  aus  Deutsch-Südwestafrika
betrug  1111  Pfd.  Sterl.

Werth  der  Ausfuhr:  16  798  137  Pfd.  Sterl.
(einschl.  vorher  bereits  eingeführter  Waaren  im  Werthe
von  220  980  Pfd.  Sterl.,  jedoch  ausschl.  106  619
Pfd.  Sterl.  Metallgeld).  Hiervon  wurden  ausgeführt
nach  England  für  16  316  001  Pfd.  Sterl.,  nach
anderen  englischen  Besitzungen  für  68011  Pfd.  Sterl.,
bezüglich  der  übrigen  Länder  war  am  bedeutendsten
die  Ausfuhr  nach  den  Vereinigten  Staaten  im  Werthe
von  120  270  Pfd.  Sterl.,  dann  folgt  die  Ausfuhr
nach  Deutschland  mit  55  459  Pfd.  Sterl.  Die  Ausfuhr
  nach  Deutsch-Südwestafrika  betrug  15  188
Pfd.  Sterl.

Die  Hauptausfuhrartikel  waren:  südafrikanisches
Nohgold  (2  317  900  Unzen)  7  975  637  Pfd.  Sterl.,
Nohdiamanten  (3  622  3.11  Karat)  1775  016  Pfd.
Sterl.,  Wolle  (65  632  613  lbs.)  1  695  920  Pfd.
Sterl.,  Straußfedern  353  626  lhs.,  Angorahaar
11  090  4.19  lbs.,  Schaf=  und  Ziegenfelle  1928  766
Stück,  Kupfererz  23  5.15  Tons.

Vergleich  mit  der  Ein=  und  Ausfuhr  der  Vorjahre:
Einfuhr,  ausschl.  Ausfuhr,  ausschl.
Metallgeld  Metallgeld
Pfd.  Sterl.  Pfd.  Sterl.

1894.  11298  645  13  696  538
1892.  9  487  241  11  978  067
1890  9  366  416  9  837  796
1885  17729001  5  811  411/1
1880  7  662  858  7710  191
1875  5  731  319  5  755  178
1870  2  352  043  2569  4990

7)  Dieser  Betrag  ist  gegen  früher  ausnahmsweise  hoch;
1804  wurde  für  289  451  Pid.  Sterl.,  1893  für  175  151  Pfd.
Sterl.  Metallgeld  eingeführt.

589

 

Schiffsverlehr.  Die  Häfen  der  Kolonie  wurden
  1895  von  2118  Schiffen  angelausen,  welche
einen  Gehalt  von  zusammen  5  116  508  Tonnen
hatten.  1673  davon  waren  Dampfer  und  445  Segelschiffe.
  851  kamen  direkt  von  ausländischen  Häfen,
1267  von  Häfen  der  Kolonie.  Der  Nalionalität
nach  waren  1859  Schisse  englische  und  259  ausländische.


Zollwesen.  Die  Kapkolonie  gehört  zu  dem
südafrilanischen  Zollverein,  welcher  außer  der  Kapkolonie
  umfaßt:  den  Oranje-Freistaat  (seit  1.  Juli
1889),  Basutoland  (seit  1.  Juli  1891)  und  das
Betschuanaland-Protektorat  (seit  1.  Juli  1893).

Von  den  1895  in  das  Zollgebiet  für  den  Verbrauch
  eingeführten  Waaren  im  Werthe  von
13  121  218  Pfd.  Sterl.,  wic  oben  bereits  angegeben,
waren  4  506  811  Pfd.  Sterl.  Transitgut  (davon
4  314  390  Pfd.  Sterl.  für  Transvaal);  von  den
übrigen  für  den  Verbrauch  im  Zollgebiete  bestimmten
Waaren  im  Werthe  von  8614  377  Pfd.  Sterl.  entfielen
  7741  184  Pid.  Sterl.  auf  die  Kapbolonie,
676  716  Pfd.  Sterl.  auf  den  Oranje-Freistaat.

Die  im  Zollgebiete  von  eingeführten  Verbrauchsgegenständen
  1895  erhobenen  Zölle  betrugen  zusammen
1  630  513  Pid.  Sterl.;  hiervon  sind  210  410  Pfd.
Sterl.  Transitzölle.  Auf  die  Kapkolonie  entsielen
von  den  Zolleinnahmen  1  510  412  Pfd.  Sterl.  (gegen
1  365  836  im  Jahre  1894),  auf  den  Oranje-Freistaat
  92  694  Pfd.  Sterl.

Eisenbahnwesen.  Die  am  31.  Dezember  1895
im  Betriebe  befindlichen  Staatseisenbahnen  hatten
eine  Länge  von  2253  engl.  Meilen.  Das  darin
angelegte  Kapital  betrug  20  401  195  Pfd.  Sterl.,
der  Neinertrag  1895  7  Pfd.  Sterl.  9  s.  10  d.  pCt.
des  Anlagckapitals  (gegen  5  Pfd.  Sterl.  6  s.  5  d.  pCt.
im  Jahre  189.1).  Es  wurden  1895  6  703  098
Passagiere  und  1158  614  Tons  (zu  2000  Ilbs.)
Güter  befördert  und  8  135  550  Meilen  zurückgelegt.
Die  Einnahmen  betrugen  3  390  093  Pffd.  Sterl.
(gegen  2713  753  Pfd.  Sterl.  im  Jahre  1894),  pro
Meile  1504  Pfd.  Sterl.  14  §s.;  die  Betriebskosten
beliesen  sich  auf  1596  013  Pfd.  Sterl.  (gegen
1  183  771  Pfd.  Sterl.  im  Jahre  1894),  also  nur
47,1  pCt.  der  Einnahmen.  Das  rollende  Material
bestand  aus  363  Lokomotiven  und  6566  Wagen.

Außerdem  waren  noch  Privateisenbahnen  in  einer
Länge  von  191  Meilen  im  Betriebe.

Telegraphen.  Es  waren  6316  Meilen  Telegraphenlinien
  mit  einem  Kostenanfwande  von  463  803
Pso.  Sterl.  angelegt  und  360  Telegraphenbürcaus.
eröffnet.  1895  wurden  1798  061  Depeschen
66  19897  8  Worte)  befördert.  Die  Ausgaben  für
den  Telegraphenbetrieb  im  Jahre  1895  betrugen
50  603  Pfd.  Sterl.,  die  baaren  Einnahmen  97  153
Pfd.  Sterl.;  hierzu  tritt  noch  der  Werth  der  für  die
Regierung  (einschl.  des  Eisenbahnbetriebes)  beförderten
        <pb n="672" />
        Telegramme  mit  90  705  Pfd.  Sterl.  Einnahmen
der  Postverwaltung  231  183  Pfd.  Sterl.,  Ausgaben
251  100  Pfd.  Sterl.

Dandelsbericht  ron  Mozambiaue  für  das  Jahr  1896.7)

Die  Handelsbewegung  gestaltele  sich  im  Jahre

1895  im  Vergleich  zum  Vorjahre,  wie  folgt:
Einfuhr:  Ausfuhr:

Neis:  Mark:  Reis:  Mark:

571  805  401  =  1906018  222  735  322  =  742  451
gegen  im  Jahre  1894

493  549  110  =  1645  164  304  147  512  =  1  013825

Ein  Vergleich  der  Werthe  ergiebt  eine  Zunahme
der  Einfuhr,  dagegen  eine  Abnahme  der  Ausfuhr.
Erstere  erklärt  sich  hauptsächlich  durch  die  im  Jahre
1895  in  großen  Massen  von  Sansibar  erfolgte  Einfuhr
  von  Nupien,  deren  Zahl  auf  über  300  000  Stück
geschätzt  wird.  Nach  Abzug  dieser  ergiebt  sich  auch
ein  Rückgang  bei  der  Einfuhr,  der  sich  in  allen  betheiligten
  Kreisen  recht  fühlbar  gemacht  hat.  Die
Einfuhr  ist  mehr  und  mehr  zurückgegangen,  da  sich
die  wohlfeilen  Negerartikel  durch  den  seit  1893  cingeführten
  erhöhten  Zolltarif  vertheuern  und  die
Zwischenhändler  infolgedessen  nur  geringere  Mengen
von  Waaren  gegen  die  von  den  Eingeborenen  angebrachten
  Produkte  eintauschen.  Der  Neger  beschränkt
sich  darauf,  seine  nothwendigsten  Bedürfnisse  zu  decken,
und  giebt  es  wohl  auch  ganz  auf,  seine  Ernte  an
die  Küste  zu  bringen,  da  das  Geschäft  nicht  lohnend
genug  ist.  Dadurch  erklärt  sich  der  gleichzeitige  Rückgang
  in  der  Ausfuhr.  Im  letzten  Jahre  wurden  in
Antonio  Ennes  etwa  25  000  Säcke  Erdnüsse  angebracht
  gegen  35  000  Säcke  im  Jahre  1894  und
75  000  Säcke  im  Jahre  1893.  In  Mozambique
sind  ungefähr  15  000  Säcke  Erdnüsse  im  Jahre  1895
angekommen  gegen  30  000  Säcke  im  Vorjahre,  so
daß  sich  die  gesammte  Erdnußernte  im  Jahre  1895
auf  etwa  40  000  Säcke  belief  gegen  65  000  Säcke
im  Jahre  1891  und  125  000  Säcke  im  Jahre  1893.
Die  schlechte  Ernte  im  abgelaufenen  Jahre  ist  theilweise
  auch  dem  Auftreten  großer  Heuschreckenschwärme,
welche  an  der  ganzen  Küste  arge  Verheerungen  anherichtet
  haben,  zuzuschreiben.  Auch  fehlte  es  nicht
an  den  üblichen  kleinen  Guerrillakriegen  zwischen  den
Negerstämmen  im  Hinterlande  von  Parapat,  so  daß
die  Karawanenwege  monatelang  versperrt  waren  und
die  Neger  ihre  Produkte  nicht  an  die  Küste  bringen
konnten.

Infolge  der  Knappheit  der  Erdnüsse  hielten  sich
die  Preise  auf  einer  Höhe,  welche  der  europälischen
Marktlage  nicht  entsprach,  außerdem  hatten  die  Kaufleute
  noch  Entschädigungen  zu  bezahlen,  da  es  ihnen
nicht  möglich  war,  die  ganze  am  Anfang  der  Ernte
vereinbarte  Lieserung  von  Erdnüssen  zu  beschaffen.

*)  Aus  dem  Deutschen  Handels-Archiv  1896,  S.  367.

590

 

—

Sesamsaat  wurde  im  leßten  Jahre  wieder  in
größeren  Massen  angebracht.  Die  Ernte  betrug  im
Mozambique=  und  im  Kap  Delgadodistrikt  etwa
12  000  Säcke  gegen  1500  Säcke  im  Jahre  vorher.
Die  Besserung  erklärt  sich  durch  den  Umstand,  daß
die  nördlichen  Distrikte  der  Provinz,  in  denen  hauptsächlich
  dieser  Artikel  angebaut  wird,  weniger  von
den  Heuschrecken  heimgesucht  wurden,  auch  kein  Einsall
  der  Mafitis,  wie  in  früheren  Jahren,  stattgefunden
  hat.

Die  Menge  des  im  Jahre  1895  angebrachten
Gummi  elastikum  kommt  der  des  Jahres  189.1
ungefähr  gleich  und  dürfte  mit  2500  Säcken  nicht
zu  hoch  geschätzt  sein.  Vorwiegend  kommt  die  gewöhnlichste
  Sorte,  der  sogenannte  unreise  Gummi,
an  den  Markt,  während  die  besseren  Sorten  immer
seltener  werden.  Der  unreise  Gummi  wird  duuch
Auskochen  der  ganzen  Pflanze  gewonnen;  es  ist  daher
zu  befürchten,  daß  die  Gummipflanze  mit  den  Jahren
mehr  und  mehr  verschwindet,  wenn  dieses  Verfahren
der  Gummigewinnung  nicht  ausgegeben  wird.

Wachs,  Schildpatt  und  Grenadilleholz
wurden  wie  gewöhnlich  in  kleinen  Mengen  ausgeführt.

Der  Handelsverkehr  mit  Deutschland  belief  sich
bei  der  Einfuhr  auf  304  570  Mark  und  bei  der
Ausfuhr  auf  676  755  Mark.

Es  wurden  von  Deutschland  eingeführt:

Werih:  Mark

Baumwollwaaren  211  587
Messingdraht  25  600
Perlen  25  565
Papier  5  4126
Getränle  13  676
Eisenwaaren.  7  366
Pulver  15  350

Zusammen  301  570
Ausgeführt  wurden  nach  Deutschland:
Werth:  Mark

Erdnüsse  358  115
Gummi  228  826
Sesamsaat  30  431
Ebenholg  20  317
Grenadilleholz  20  478
Schildpatt  15  673
Wachs  2  855

Zusammen  676  755

Die  gesammte  Einfuhr  war  nur  gering,  der
größere  Theil  der  Waaren  wurde  durch  Inder  von
Bombay  eingeführt,  da  fast  nur  noch  die  dort  angesertigten
  wohlfeilen  Artikel  Gewinn  lassen.  Nur
ein  kleiner  Theil  fiel  dem  europäischen  Marktle  zu.
Dieser  ist  allerdings  hauptsächlich  deutscher  Heitunft
und  umfaßt  die  Artikel  Papierwaaren,  bessere  Baumwollwaaren,
  Eisenwaaren  2c.  In  Lichten  und  Seisen
ist  Frankreich  noch  immer  leistungsfähiger,  während
von  Portugal  nur  Wein,  Konserven,  Kartoffeln  rc.
        <pb n="673" />
        —  591  —

eingeführt  wurden,  trotz  der  großen  Zollvergünstigung.
welche  Waaren  portugiesischer  Herkunft  in  Mozambique
  genießen.

Die  Geldverhältnisse  der  Kolonie  haben  sich
noch  nicht  gebessert.  Die  dort  hauptsächlich  gangbare
Münze  ist  die  gestempelte  Nupie,  d.  h.  englische  Rupie,
welche  im  Jahre  1890  seitens  der  Regierung  mit
einem  „V.  M“  gestempelt  und  zu  einem  um  12½  pCt.
höheren  Werthe  als  die  ungestempelte  Rupie  in  den
Verkehr  gebracht  wurde.

Die  Companhia  de  Ilbo,  welcher  die  Verwaltung
  des  Kap  Delgadodistrikts  von  der  portugiesischen
  Regierung  übertragen  ist,  blickt  auf  ein  erfolgloses
  Jahr  zurück.  Es  sind  bis  jetzt  nur  einige
Expeditionen  ins  Land  hineingegangen,  um  das
Terrain  für  die  zu  erbauende  Eisenbahn  von  der
Pemba-Bai  nach  dem  Nyassa=  See  zu  vermessen.

Der  Schiffsverkehr  hat  im  Jahre  1895  in
den  Händen  der  Deutschen  Ostafrika-Linie  und  der
British  India  Steam  Navigation  Compang
Limited  gelegen.  Die  Union  Line,  welche  im
Jahre  1894  ihre  Danpsschiffe  um  das  Kap  der
guten  Hoffnung  bis  nach  Sansibar  hinausschickte,  hat
sich  zu  Anfang  des  vorigen  Jahres  mit  der  Deutschen
Ostafrika-Linie  dahin  geeinigt,  daß  erstere  Linie  keine
Häfen  nördlich  von  Natal,  letztere  keine  Häsen  südlich
von  diesem  Platz  (Port  Elizabeth  rc.)  anlaufen  darf.
Sobald  diese  Konkurrenz  aus  dem  Felde  war,  versandte
  die  British  India  Steam  Navigation  Com-DanyLimited,
  die  schon  in  den  80  er  Jahren  an
der  Küste  von  Mozambique  einen  Dampsschiffsverkehr
unterhielt,  ihre  Schiffe  und  richtete  einen  monatlichen
Betrieb  zwischen  Bombay  und  Loureno  Marquez
über  Sansibar,  Mozambique  und  Beira  ein.  Da
diese  Dampfschiffe  weder  Fracht  noch  Passagiere  für
Europa  nehmen  können,  so  beschränkt  sich  ihre  Konkurrenz
  auf  den  Küstenverkehr,  welcher  von  geringerer
Bedeutung  ist.  Die  deutsche  Linie  hat  bei  Weitem
den  größten  Theil  des  Mozambiquer  Verkehrs  in
ihre  Hände  gebracht,  so  daß  ihre  Dampfschiffe  jetzt,
nachdem  sie  auch  in  Sansibar  und  Lourenco  Marquez
sesten  Fuß  gefaßt  hat,  ausgehend  und  heimkehrend
fast  stets  volle  Ladung  haben  und  mit  Passagieren
besetzt  sind.  Der  Linie  gelang  es  auch,  mit  der
portugiesischen  Regierung  einen  Vertrag  zur  Beförderung
  der  Beamten  zu  günstigen  Bedingungen  abzuschließen,
  wodurch  ihr  zahlreiche  Passagiere  zugeführt
wurden.  Sie  sieht  sich  jetzt  veranlaßt,  zwei  neue
Dampfsschiffe  von  etwa  7000  Tonnen  zu  bauen,  um
dem  sich  jährlich  steigernden  Verkehr  gerecht  zu
werden.  Die  Linie  hat  es  verstanden,  sich  die  Sympathien
  von  Passagieren  und  Verladern  dauernd  zu
erwerben.

Es  verkehrten  im  Hasen  von  Mozambique  im
Jahre  1895  159  Schiffe  von  293  673  Reg.-Tonnen
im  Eingang  und  ebenso  viele  im  Ausgang.

 

Sansibar.

Der  britische  Konsul  Cave  in  Sansibar  hat  an
die  englische  Regierung  einen  Bericht  erstattet  über
den  Handel  von  Sansibar  pro  1895,  welcher  einige
Daten  enthält,  die  für  Deutschland  bemerkenswerth
sind.  Der  deutsche  Handel  mit  Sansibar  ist  1895,
verglichen  mit  dem  Vorjahre,  gesunken.  Von  Sansibar
  wurden  nach  Deutschland  Waaren  im  Werthe
von  42  672  Pfd.  Sterl.  exportirt  gegen  58  260  Pfd.
Sterl.  im  vorhergehenden  Jahre.  Auch  der  Import
nach  Sansibar  erlitt  einen  Ausfall,  indem  er  von
67  652  Pfd.  Sterl.  (1894)  auf  65  126  Pfd.  Sterl.
herabging.  Aber  auch  der  Handel  mit  Großbritannien
ist  gesunken;  denn  es  wurden  exportirt  nach  England
für  152  594  Pfd.  Sterl.  gegen  167  913  Pfd.  Sterl.
im  Vorjahrec,  und  der  Import  von  dort  belief  sich
mu  auf  91  163  Pfd.  Sterl.  gegen  96  296  Pfd.
Sterl.  im  Jahre  1894.

Viel  umfangreicher  ist  der  Handel  Sansibars
mit  dem  afrikanischen  Festlande.  Nach  Deutsch-Ostafrila
  wurden  exportirt  Waaren  im  Werthe  von
390  716  Pfd.  Sterl.  gegen  324  869  Pfd.  Sterl.  im
Jahre  1894.  Dagegen  ist  die  Einfuhr  aus  Deutsch-Ostafrika
  von  219  745  Pfd.  Sterl.  auf  179  589  Pfd.
Sterl.  gefallen.  Dies  Ergebniß  ist  wahrscheinlich
auf  die  Heuschreckenplage  zurückzuführen,  von  welcher
das  deutsche  Schutzgebiet  1895  heimgesucht  wurde.

Am  günstigsten  stellte  sich  der  Handel  Sansibars
mit  Britisch-Indien.  Indem  aus  diesen  Ländern
für  466  823  Pfd.  Sterl.  gegen  335  927  Pfd.  Sterl.
im  Jahre  1894  eingeführt  wurde,  ist  dieser  Import
um  130  896  Pfd.  Sterl.  gestiegen.  Hauptgegenstand
der  indischen  Einfuhr  waren  Reis  (68  212  Pfd.
Sterl.),  Metallgeld  (54  686  Pfd.  Sterl.),  Stückgüter
(2223  Pfd.  Sterl.).

Neben  dem  letztgenannten  Artikel  wurden  von
Deutschland  namentlich  Material=  und  Eisemvaaren
eingeführt.

Stückgüter  bilden  überhaupt  den  vornehmlichsten
Einfuhrartikel  nach  Sansibar,  und  überstieg  der
Import  in  dieser  Waarengattung  jeden  anderen  um
mehr  als  die  Hälfte.  Hieran  waren  folgende  Länder
betheiligt,  und  zwar  in  der  Reihenfolge,  in  welcher  sie
genaunt  sind:  Britisch-Indien,  Holland,  Amerika,
Großbritannien  und  Deutschland.

Taschentücher,  die  früher  meist  aus  Manchester
und  Glasgow  bezogen  wurden,  werden  zur  Zeit
meist  von  deutschen  Firmen  eingeführt.  Der  Bedarf
an  Eisendraht  wird,  anstatt  früher  aus  England,
nunmehr  aus  Deutschland  gedeckt.  Auch  ist  die  Einfuhr
  in  Seise  und  Cement  von  englischen  in  deutsche
Hände  übergegangen.

Perschiedene  Mittheilungen.
Schutz  gegen  Malaria.

Phenokollum  hydrochloricum  wird  neuerdings
  als  Ersatzmittel  des  Chinins  bei  der  Behand-
        <pb n="674" />
        lung  des  tropischen  Malariafiebers  empfohlen.  Die
mit  diesem  Mittel  von  den  in  den  deutschen  Schutzgebieten
  thätigen  Regierungsärzten  angestellten  sorgfältigen
  praktischen  Versuche  haben  zu  befriedigenden
Resultaten  nicht  geführt,  und  wird  deshalb  das
PThenokollum  hydrochloricum  von  denselben  als
Arzneimittel  gegen  Malariasieber  nicht  mehr  angewandt.


Ueber  eine  Anzahl  aus  Ostafrika  eingesandter  Drogen

hat  das  Kaiserliche  Neichs-Gesundheitsamt  folgende
Gntachten  erstattet:

1.  Der  von  Dr.  Buchwald  zwischen  den  Landschaften
  Magambo  und  Kinko  (Usambara)  gesammelten
Baumrinde  lag  ein  einzelner,  beblätterter  Zweig  in
besonderer  Umhüllung  bei.  Während  nach  Buchwald
der  Baum,  von  dem  die  Rinde  herstammt,  der  Blattstellung
  zufolge  vermuthlich  eine  Rubiacce  sein  soll,
hat  sich  durch  Vergleichung  im  Königlichen  botanischen
Museum  hierselbst  feststellen  lassen,  daß  der  Zweig
sowie  die  Rinde  einer  von  Engler  mit  dem  Namen
OCcotea  usambarensis  belegten  Lauraccc  angehören
  (vergl.  „Engler:  Die  Pflanzenwelt  Ostafrikas“,
  Th.  B.  S.  290).

Um  ein  Urtheil  über  die  Verwendbarkeit  dieser
Droge  zu  medizinischen  Zwecken  gewinnen  zu  können,
würde,  da  Vorarbeiten  nicht  vorhanden  sind,  eine
systematisch  durchzuführende  chemische  bezw.  pharmakologische
  Untersuchung  nothwendig  werden.  Hierzu
sind  jedoch  größere  Materialmengen  erforderlich,  als
sie  dem  Gesundheitsamte  zur  Verfügung  stehen.  Die
chemische  Untersuchung  mußte  demnach  auf  folgende
Ermittelungen  beschränkt  bleiben.

Mit  Wasserdampf  destillirt,  gaben  150,0  x  der
Rinde  einige  Tropfen  eines  gelben,  ätherischen  Oeles
ab,  dessen  Geruch  stark  an  denjenigen  des  Cajeputöls
  erinnerte.  Es  theilt  auch  mit  letzterem  die
Eigenschaft,  auf  festes  Jod  nicht  zu  reagiren.  Mittelst
der  Jodolprobe  von  Ed.  Hirschsohn  (Ph.  Zeitschr.
f.  Rußland  1893,  Nr.  4  und  5)  konnte  nachgewiesen
werden,  daß  Cineol  in  dem  Oele  in  reichlicher
Menge  vorhanden  ist.  Dieses  ist  ein  in  der  Natur
sehr  verbreitetes  Terpenderivat,  welches  u.  A.  einen
Hauptbestandtheil  des  Cajeput-,  Eucalypius=  und
Wurmsamenöles  ausmacht.

Bei  der  nach  dem  Dragendorffschen  Verfahren
ausgeführten  Untersuchung  auf  Alkaloide  und  Glycoside
  wurden  nur  harzige  Körper  von  bitterem
Geschmack  in  sehr  kleinen  Mengen  (1  bis  15  mg  bei
den  einzelnen  Ausschüttelungen  aus  150,0  g  Ninde)
erhalten.

In  erheblicher  Menge  wurde  ein  Gerbstoff
ausgefunden,  von  dem  durch  Kochen  mit  verdünnten
Säuren  ein  in  Wasser  unlösliches  braunrothes
Phlobaphen  (Rindenpigment)  abgespalten  wurde.
Mit  Eisenoxydsalzen  gab  der  Gerbstoff  eine  grüne

 

Färbung.

Bei  dem  Mangel  hinlänglicher  Kenntniß  der
wirksamen  Substanzen  der  Rinde  ist  es  somit  nicht

möglich,  hinsichtlich  der  therapentischen  Verwerthung
  Angaben  zu  machen.  Die  angoebliche
Verwendung  gegen  Kopfschmerz,  Leibweh  und

Hiße  ließe  sich  zurückführen  auf  die  tonisirende
Wirkung  des  ätherischen  Oeles,  des  Vitterstoffs  und
des  Gerbstoffs.  Aetherische  Oele  und  Bitterstoffe
wirken  fördernd  auf  die  Verdauung,  auf  die  Sekretion
des  Magen=  und  Darmsaftes,  regen  auch  die  Peristaltik
des  Darmes  an  und  heben  somit  in  gewissen  Fällen
das  Allgemeinbefinden.  Geringe  Mengen  von  Gerbstoffen,
  wie  sie  in  manchen  (rothen)  Weinen,  im  Kaffec,
Thec  2c.  enthalten  sind,  wirken  ebenfalls  vortheilhaft
auf  die  Ernährung  —  vielleicht  nach  Art  der  Gewürze.
  In  geeigneten  Mengen  zugeführt,  lassen
manche  Gerbstosse  den  Darm  durch  Verminderung
der  Sekretion  flüssigkeitsärmer  werden  und  es  kommt
allmählich  zu  einer  verstopfenden  Wirkung.  Auch  bei
Darmblutungen  haben  gerbsäurehaltige  Pflanzenpulver
mit  Erfolg  Anwendung  gefunden.

2.  Die  Orchidee  Angraccum  lragrans  Dup.
Tul.#  wächst  überaus  häufig  in  den  Wäldern  der
Maskarenen;  auf  Mauritius  ist  die  Pflanze  allerdings
infolge  ihrer  ausgedehnten  medizinischen  Verwerthung
seltener  geworden.  Auf  Bourbon  ist  A.  lragrans
bekannt  unter  den  Namen  Faham,  Faam,  Fahon,
Fehum;  Phaum;  in  Frankreich  nennt  man  sie  außerdem
  The  de  lülc  de  Bourbon,  Thé  de  NMadagascar,
  in  England  Orchid  ten.

Auf  dem  Markte  von  Bourbon  bildet  die  Pflanze
ein  gewöhnliches  Handelsobjekt  und  wird  besonders
den  Fremden  viel  angeboten;  auch  in  Algier  werden
die  Blätter  verkauft.  Die  Droge,  in  Frankreich  zu
Anfang  dieses  Jahrhunderts  eingeführt,  wurde  dort
ähnlich  dem  chinesischen  Thee  als  Genußmittel  gebraucht,
  neuerdings  aber  scheint  sic  dort  nicht  mehr
im  Handel  zu  sein  und  wird  nur  bisweilen  auf  dem
Hamburger  Marfkt  angetroffen.  Der  käufliche  Thee
besteht  aus  beblätterten  Stengeln  und  einzelnen
Blättern,  denen  einige  wenige  Früchte,  selten  auch
Wurzeln  beigemengt  sind.

Die  Fahampflanze  ist  wie  verschiedene  andere
Orchideen  durch  einen  Gehalt  an  Kumarin  ausgezeichnet,
  welcher  ihre  medizinische  Verwerthung  in
erster  Linie  bedingen  dürfte.  Als  weitere  Bestandtheile
  führt  Hager  (Handbuch  der  pharmaz.  Praxis,
Th.  I.,  S.  1023)  noch  Spuren  ätherischen  Oeles  und
geringe  Mengen  eisenbräunenden  Gerbstoffs  an.

Eingehende  pharmakognostische  und  pharmakologische
  Untersuchungen  über  die  fragliche  Droge  und
zwei  andere  kumarinhaltige  Orchideen  sind  von  Prosessor
  Planchon  in  Montpellier  (Nouveau  Montpellier
  A#dical,  T.  I.  1892)  angestellt  worden.
Nach  Planchon  findet  Faham  nur  auf  Réunion
und  Mauritius  allgemeine  Verwendung;  zu  medizinischen
  Zwecken  gebraucht  man  sie  dort  nur  in  Form
des  wässerigen  Aufgusses,  stellt  jedoch  auch  feine
Liqueurs  und  Syrups  aus  ihr  dar.  Der  ungefähr
        <pb n="675" />
        aus  5  z  trockenen  Blätlern  und  300  g  kochendem
Wasser  bercitete  Thecaufguß  schmeckt  angenehm  und
besitzt  ein  feines  Aroma.

Nach  Planchon  wird  Faham  bei  allen  Arten
von  Brustkrankheiten,  von  Bronchitis  bis  zur  Tuberkulose,
  bei  Lungenentzündung,  Asthma  rc.  angewendet.
In  der  Mehrzahl  der  Fälle  wirkt  er  nur  als  Palliativmittel
  und  berührt  den  Kern  der  Krankheit  nicht.
Jedoch  soll  der  Fahamthee  die  Kräfte  des  Kranken
heben  und  die  Verdauung  befördern,  den  Husten  beschwichtigen,
  die  Beklemmungen  und  Schmerzen  in  der
Brust  vermindern  und  gleichzcitig,  wic  alle  anderen
warmen  Getränke,  den  Auswurf  der  Kranken  erleichtern.

Auf  Röunnion  schreibt  man  dem  Faham  außerdem
die  Fähigkeit  zu,  die  Lungenschwindsucht  zu  heilen.
Planchon  führt  diesen  Irrthum  auf  die  Thatsache
zurück,  daß  der  Aufenthalt  auf  der  genannten  Jnsel
auf  Schwindsüchtige  einen  sehr  günstigen  Einfluß
ausübt  und  die  Krankheit  dort  bedeutend  seltener
auftritt  als  in  Frankreich.  Dazu  kommt,  daß  der
Faham  auch  in  Fällen  von  vorgeschrittener  Tuberkulose
  beruhigende  und  lindernde  Wirkung  ausüben
kann.  Nach  den  von  Planchon  an  zahlreichen
Kranken  angestellten  Versuchen  kommen  dem  Faham
bei  seiner  Anwendung  als  Stomachicum,  als  Stimn-=laus,
  als  besänftigendes  und  schmerzstillendes  Mittel
vor  vielen  anderen  leichter  zu  beschaffenden  Medikamenten
  Vorzüge  nicht  zu.  Faham  wirkt  bernhigend
auf  das  Nervensystem  und  kann  in  dieser  Hinsicht
gute  Dienste  leisten.  Vor  Allem  kann  man  das
Mittel  bei  Schlaflosigkeit  und  speziell  in  solchen  Fällen
verwerthen,  in  denen  letztere  durch  Erregung  der
Gehirnnerven,  zu  angestrengte  und  lange  Arbeit  verursacht
  worden  ist.  Bisweilen  wird  man  Faham
vortheilhaft  statt  Bromkalium  oder  Chloralhydrat
geben,  besonders  wenn  es  sich  um  fortgeseten  Gebrauch
  handelt.  Bei  der  im  Kaiserlichen  Gesundheitsamte
  vorgenommenen  Untersuchung  konnte  nur
noch  äußerst  geringer  Kumaringeruch  der  übersandten
Blätier  wahrgenommen  werden,  der  Geschmack  derselben
  war  schwach  aromaklisch  bikter.  Bei  einer  mit
dem  nur  spärlich  zu  Gebote  stehenden  Material  ausgeführten
  chemischen  Untersuchung  wurden  geringe
Mengen  eines  ätherischen  Oeles  von  schwachem  Geruche
  und  ebensolche  Mengen  eines  Oeles  von  kumarinähnlichem
  Geruche  und  brennendem  Geschmack
nebst  bitteren  harzigen  Stoffen  aufgefunden.  Desgleichen
  wurde  der  von  Hager  erwähnte  Eisen
braunsällende  Körper  (Gerbstoff)  nachgewiesen.  Wenn
auch  durch  die  chemische  Analyse  die  Gegemwart  der
einzelnen  bekannten  Bestandtheilc  nicht  in  der  erforderlichen
  Schärfe  dargethan  werden  konnte,  weil  die
Blätter  vielleicht  dadurch,  daß  sie  schon  zu  lange
ohne  genügenden  Verschluß  aufbewahrk  worden  waren,
eine  Einbuße  erlitten  hatten,  so  reichen  die  gefundenen
Resultate  doch  zur  Identifizirung  vollkommen  aus.
Als  wirksame  Bestandtheile  der  Blätter  kommen
somit  das  Kumarin,  das  ätherische  Oel,  der  Gerbstoff
und  der  Bitterstoff  in  Betracht.

 

593  —

Das  Kumarin,  zuerst  in  den  Tonkabohnen  aufgefunden,
  wurde  später  auch  in  vielen  anderen
Pflanzen  nachgewiesen.  Es  befindet  sich  besonders
im  Waldmeister,  im  wohlriechenden  Wiesengras,  im
Steinklee  2c.  Dieser  Stoff  ist  in  der  lebenden  Pflanze
nicht  präformirt,  sondern  entsteht  erst  beim  Welken
oder  Zerreiben  derselben,  ist  im  Wasser  nur  zu
0,2  pECt.,  leichter  im  Alkohol  und  in  Oelen  löslich.
Das  reine  Kumarin  bildet  harte,  farblose  Krystalle
von  eigenartigem,  angenehmem  Geruch,  schmeckt  gewürzhaft
  bitter,  erzeugt  auf  der  Zunge  Brennen  und
ruft  vermehrte  Speichelsekretion  hervor.  Nach  den
Untersuchungen  H.  Köhlers  (Medizin.  Centralblatt,
1875,  S.  867  und  881)  setzt  es  bei  Kalt=  und
Warmblütern  die  Gehirnsunktionen  sowie  die  Reflexthätigkeit
  herab,  wirkt  betäubend,  hypnotisch  und
anästhesirend,  ähnlich  dem  Morphin.  Es  ist  in
großen  Gaben  giftig  und  erregt  zu  2.5  g  und  mehr
beim  Menschen  Kopfweh,  starkes  Ekelgefühl,  Schwindel.
Erbrechen,  Schlassucht  und  mehrstündiges  Unwohlsein.
Der  nach  Maitrank  so  oft  beobachtete  anhaltende
Kopfschmerz  beruht  gleichfalls  auf  der  die  Gehirnthätigkeit
  herabsetzenden  Wirkung  des  Kumarins.

Ein  Theil  der  vorgenannten  günstigen  Einflüsse,
die  durch  den  Gebrauch  des  Faham  auf  den  menschlichen
  Organismus  geübt  werden,  ist  bedingt  durch
die  Wirkung  des  Kumarins.  Infolge  seiner  Wirkung
auf  das  Centralnervensystem  tritt  die  oft  ersehnte
Beruhigung  und  Anästhesie  ein.  Auch  Planchon
hat  mit  reinem  Kumarin  und  mit  einer  anderen
kumarinhaltigen  Orchidee:  Accras  anthropophora
dieselben  Resultate  wie  mit  Faham  erzielt.

Neben  dem  Kumarin  kommen  noch  das  ätherische
Oel  und  die  Gerb=  und  Bitterstoffe  in  Betracht.
Die  ätherischen  Oele  erleichtern  die  Expektoration
und  tragen  außerdem  zur  Hebung  des  Kräftezustandes
in  der  Weise  bei,  daß  sic  ähnlich  wie  die  Gerb=  und
Bitterstosse,  die  Sekretion  der  Verdauungssäfte  vermehren
  und  nach  Art  der  Gewürze  die  leichtere
Aufnahme  und  Verträglichleit  der  Nahrungsstoffe
bewirken.

Die  mit  dem  Fahamthee  gemachten  günstigen
Erfahrungen  lassen  sich  somit  auf  die  Gegenwart  der
genannten  Stoffe  zurückführen,  während  es  andererseits
  auch  begreiflich  ist,  daß  man  von  dessen  Anordnung
  allmählich  abgekommen,  weil  man  für  die
Bestandtheile  desselben  vielsach  in  anderer  Weise
Ersatz  gefunden  hat.

Die  Namiefaser  und  deren  Bearbeitung.
Einem  Artikel  des  „Indian  Textile  Journal“
zufolge  hat  der  Schotte  Mr.  Me  Donald  in  Dundee
eine  Maschine  zur  Bearbeitung  der  Ramiefaser  erfunden,
  welche  sich  durch  leichte  Handbarkeit,  Billigkeit
  und  gute  Arbeit  auszcichnen  und  in  verschiedenen
Gegenden  bereits  mit  Erfolg  benutzt  sein  soll.
        <pb n="676" />
        Titteratur.

Dr.  Karl  Dove:  Südwestafrika.  Kriegs=  und
Friedensbilder  aus  der  ersten  deutschen  Kolonie.
Mit  Illustrationen  und  einer  Karte.  Berlin  1896.
Allg.  Verein  für  deutsche  Litteratur.

Der  Verfasser  der  Schrift  ist  Meteorologe  und
hat  Südwestafrika  im  Auftrage  des  von  der  deutschen
Kolonialgesellschaft  gegründeten  früheren  Siedelungssyndikats
  Mitte  1892  besucht,  um  Studien,  besonders
über  dic  klimatischen  Aussichten  der  Kolonie  für  Ansiedler,
  anzustellen.  Er  hat  sich  aber  nicht  darauf
beschränkt,  die  16  Monate  seines  Aufenthalts  in
Windhoek  mit  meteorologischen  Beobachtungen  auszusüllen,
  sondern  seinc  Zeit  auch  zu  einem  größeren
Ausflug  nach  Rehoboth  und  zu  anderen  kleineren
Streisereien  verwerthet.  Die  wissenschaftlichen  Ergebnisse
  der  Reise  liegen  noch  nicht  vor.  Was  der
Verfasser  hier  bietct,  ist  eine  sehr  anschauliche  und
lebensvollc  Schilderung  seiner  Eindrücke  von  Land
und  Leuten.  Wie  Premierlientenant  v.  Bülow  es
in  seinem  vorzüglichen,  früher  an  dieser  Stelle  be- 



594

sprochenen  Buche  gelhan  hat,  legt  Dr.  Dove  den
Hauptnachdruck  auf  Beschreibung  der  Landschaft,
Vegetation,  des  Thierlebens,  der  Leiden  und  Freuden
der  Reise  im  Ochsenwagen  und  dergleichen.  Der
Leser  gewinnt  so  aus  seiner  Darstellung  ein  treues
Bild  vom  Leben  und  Treiben  in  diesem  eigenartigen
Lande,  welches  noch  auf  alle  Personen,  die  länger
darin  gelebt  haben,  einen  unwiderstehlichen  Reiz  ausgeübt
  hat.  Wie  v.  Bülow  ist  der  Verfasser  davon
durchdrungen,  daß  Deutsch-Südwestafrika  zahlreichen
deutschen  Ansiedlerfamilien  ein  Heim  zu  bicten  gecignet
ist  und  einer  erfreulichen  Zukunft  entgegengeht.  Indessen
  hegt  er  große  Bedenken,  ob  die  früheren  Versuche
  wirklich  immer  in  zweckentsprechender  Weise
unternommen  worden  sind.  Vieles  von  dem,  was
Dr.  Dove  zu  tadeln  findet,  ist  jedoch  seitdem  von
Grund  aus  geändert  worden.  Die  ganze  innere
politische  Lage  des  Schutzgebietes  hat  einen  entscheidenden
  Wandel  erfahren,  und  es  ist  anzunehmen,  daß
Fehler,  wie  sie  zu  Ansang  der  Besiedelungsthätigkeit,
wo  keine  Erfahrungen  vorlagen,  begangen  sein  mögen,
in  Zukunft  vermieden  werden.

 

Bchiffslewegungen.

(Die  Zeit  vor  dem  Orte  bedeutet  die  Ankunft,  hinter  dem  Orte  die  Abfahrt  des  Schiffes.)

M.
M.
M.
M.
M.
M.
M.

S.  „Bussard“  27,7.  Apia.  —  3/9.  Syduoy.
S.  „Condor“  26/8.  Kapstadt.  (Poststation:
S.

S.  „Sceadler"  9/7.  Sansibar.
S.  „Sperber=  5/5.  Kamerun.

W

„Falke“  21.8.  Auckland  31/8.  —  Sydney.
S.  „Hyänc“  25/8.  Benguella  27/8.  —  Kamernn.
Vermessungsschiff  „Möwe“  22/6.  Friedrich  Wilhelmshafen  5,7.
(Poststation:  Sansibar.)
(Poststation:  asserviren.)

(Poststation:  Hospostamt.)

Kapstadt.)

a#ihenen:  Hospostamt.)
(Poststation:  Kamerun.)

(Poststation:  Sydnoy.)

Ablösungstransport:

Dampfer  „Prinzregent  Luitpold“  des  Norddentschen  Lloyd  mit  der  halben  Besatzung  für

messungsschiff  „Möwe“:
Ausreise:

S.  M.  Ver-Bremerhaven

  29/7.  —  Sydney.

 

 

Verkehrs-Nachrichten.

Postdampfschiffverbindungen  nach  den  deutschen  Schutzgebicten.

 

Die  Abfahrt  erfolgt  3

vom  Einschissungshafen


 

an  folgenden  Tagen

Briefe  müssen  aus
Berlin  spätestens
abgesandt  werden

Ausschissungshafen.
Dauer
der  Ueberfahrt

 

Neapel
(deutsche  Schiffe)

1.  Deutsch-  i  Brindisi
sch  ·  Ollasrita.  hbriin°h
Marseille

französische  Schiffe)

--  Southampton
2.  deutsch-  Hüdwestafrika.  Eee  bis

Nach  W  Karmtad'  chemussch  Kapftadt,  dann  dent--


t  Si.  „Leukwein-).

bid  Kanstadt.  von  dort  w
alle  14  Tage  auf  ¾!  Lonnsnsot)  (0n  Hamburg  am  30.  Sm,
(beutsches  Schifl)  a  nachts

am  7.,  28.  Oktober,
120  abds.
am  Oltoer
am  ½  Fjedes  Mts.
40  ums.

am  10.  Itober

Tanga  20  Tage
Dar-es-Saläm  21  Tage
Sansibar  21  Tage

Sansibar  18  Tage

am  5.,  9.,  26.  Oktober,
103  abds.

am  8.  jedes  Monats
is  abds.

Lüderitzbucht  27  Tage
Swakopmund  30  Tage

am  9.  Okt.,
Iln#  ms.

30.  Nov.]  Swakopmund  30  Tage

 

 

am  30.  Sept.,  30.  Nov.
7½  abds.
        <pb n="677" />
        595

Die  Absahrt  erfolgt

an  folgenden  Tagen

Ausschiffungshafen.
Dauer
der  Ueberfahrt

Briefe  müssen  aus
Berlin  spätestens
abgesandt  werden

 

 

Nach  vom  Einschiffungshafen

A  Hamburg
3.  Ramerun.  oaussche  Ichist)
llur  Schiffe)
4.  Uogo-Gebiet

(  von  Quittah  mittelst
Boten  nach  Lome  und
Klein-  n  Popo).

Deutsch-Neu-.Guinea.

.  marsbau.  Inseln.

LS

ambur
cba  4

Liv
i*-  u

Neapel
3  Schifse)

disi
orinnnn)

disi
(ubert,  Nanit)

 

 

am  8.
abd

am  gedes  Monats

am  vcht  —
298.  Oktober

am  10.  jedes  Mts.  nacis
am  20.jedes  Mis

am  23.  September,
7.,  21.  Oktober

16.  v  %
20.  Dez.

am  21.  Okt.,
abds.

am  25.  Okt.,
abds.

November
8.

 

Kamerun  24  Tage
Kamerun  22  Tage

Klein-Popo  Tage

Lome  31

Klein-Popo  75  Tage

Luiteah)  ar  Klein-Popo
  35

Friediich  Wilhelnshafen
  45  Tage
41  Tage

Jaluit  71  Tage

Eintreffen  der  Post  aus  den  deutschen  Schutzgebieten.

am  10,  jedes  Monats

720  abds.
am  28.  Sept.
6  15  ums

26.  Olt.

am  10.  und  20.  jedes
Monats  720  abds.

-

am  21.  September,
5.,  19.  Okt.  15  ms.

am  19.,  23.  Oklober,
14.  is  Dezember
104  a  bds.

am  6.  November
10  abds.

 

 

 

 

Von  bru:  Die  Roß,  ist  fällig  Von  m  Die  Poost  ist  fatig
Neapel  am  18.  September,
deuisch-Ostafrikaor  Brindisi  u  -S.  Oltober  Togogebiet.  vaniburg.  he  —*
-2V  V7.II  IMarseille  .  am  1.  Olt.,  1.  Nov.  5n0
Deutsch-Südwestafrika  Southampton  am  13.  Öt4.  Deutsch-Neu-Guinea#  Neapel.  lem  18.,  Oktober,

 

 

12.*  Dezember

 

 

 

Kamern  Hamburg  .n  am  25  Jed.  Monats  #u  all.  Inselnr  Marseile  oder  Anfang  Oktober,
!  Liverpool  .  am  8.  Oktober  llarsb  S  Varcelona  Ene  Ponamnter
*  Falligleitstage  für  die  mit  deutschen  Schissen  eintressenden  Posten.
Schiffabewegungen  d  der  Woermann-Linie.
neise  Leyte  Nachrichten
1
Postdampfer  von  nach  bis  12.  September  1896
„Adolph  Woermann“  Swakopmund  1  Hamburg  am  15.  August  in  Hamburg.
„Aline  Woermann“  Ponta  Negra  Hamburg  am  7.  September  in  Kamerun.
„Anna  Woermann“  Hamburg  1  Kap  Palmas  am  9.  September  in  Sierra  Leone.
„Carl  Woermann“  Kotonon  "  Hamburg  am  10.  September  in  Accra.
„Eduard  Bohlen“  Hamburg  Congo  am  7.  September  Dover  passir
„Ella  Woermann“  Kap  Palmas  Hamburg  am  11.  September  in  Las  Pr,  as.
„Gertrud  Woermann“  Hamburg  Ponta  Negra  am  10.  September  ab  Hamburg.
„Greichen  Bohlen“"“  Hamburg  Kotonon  am  7.  September  in  Conakry.
„Hedwig  Woermann“  Kotonou  Hamburg  am  11.  September  Mihant  passirt.
„Jeannette  Woermann“.  Loanda  Hamburg  am  28.  August  in  „Lagos
„Kurt  Woermann“  .  Hamburg  L  Loanda  am  7.  September  Dover  passirt.
„Lothar  Bohlen“  Swakopmund  Hamburg  am  12.  September  #  in  Venguela.
„Lulu  Bohlen“  Ponta  Negra  Hamburg  am  11.  September  in  Las  Palmas.
„Ma  arie  Woermann“  Hamburg  P#I  Flega  am  3.  Seplember  in  Accera.
„Melita  Bohlen“  Lüderitzbucht  Han  am  8.  September  in  Las  Palmas.
„Professor  Woermann-=  Hamburg  Kap  **  am  15.  September  ab  Hamburg.
„Thekla  Bohlen“  Hamburg  Congo  am  8.  September  Ushant  passirk.
        <pb n="678" />
        —  596  —

Schifsbewegungen  ?  der  t  Deutschen  Ostafrita  Tinie  (Hamburg  —Ostafrikal.

 

 

 

Neichspostdampfer  Reise  Lebtzte  Nachrichten
von  nach  bis  25.  August  1896

„Kaiser“.  zur  Zeit  im  danburger  Hafen.
„Kanzler“  ..  Dur  l  Hamburg  am  21.  August  ab  Mozambique.
Fen  ralhek  .  Hamburg  Durban  am  12.  August  an  Mozambique.
„Neichstag“.  Hamburg  am  23.  August  ab  Marseille.
„Admiral“  zur  Jeit  im  Hanourger  Hafen.
„General“  mburg  .  Durban  am  21.  August  ab  Lissabon.
„Herzog“  Hamdurg  T  Durban  am  24.  August  an  Tanga.

 

4  Dieser  Nummer  liegt  ein  Preis-Courant  der  Gäuseleber-Pasteten-Fabrik  von  Ang.  Michel
(Hoflieferant)  in  Schiltigheim  Straßburg  (Elsaß)  bei,  den  wir  gefälliger  Beachtung  bestene  empfehlen.

Die  Expedition.

 

.  Eapfehlenswerthe  Werke  der  deutschen  und  ausländischen  “#83

 

½  denschem  Leben.  (Pkeuton
Studies).  Von  Siädney  Whitman.
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IIenkel.  11  Bogen.  Brosch.  k.  1.80.
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&amp;amp;  Lehmkuhl  in  lIlamburg.  (63)

 

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Verlag  von  llermuann  Peters,
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Dirks,  Hamburg,  Verbindungsbahn.
hält  0S.  zur  Beschaffung  von  Tropen-Ausrüstungen  in  Nahrungsmitteln  und  Getränken  aller  Art,
Tabak,  Cigarren,  Cigaretten,  Nauch-Utensilien,  Waffen  und  Munition  rc.  bestens  empfohlen.

Viele  Atteste  von  Herren  Messe-Vorständen,  auch  aus  der  Schuctruppc,  stehen  mir  zur  Seite.
Passende  Ausrüstungspläne  werden  auf  Grund  langjähriger  Erfahrungen  ausgearbeitet,  und  bitte  ich  bei
Im  Jahre  1895  hatte  ich  die  Ehre,  für  Messen  resp.  Kantinen  folgender
  im  Auolande  besindlichen  Schiffe  Sr.  Majestät  zu  liefern:  S;  M.  S.  Jrene,  Prinzeß  Wilhelm,  Arcona,  Marie,

Falke,  Möwe,  Iltis,  Cormoran,  Condor,  Sperber,  Hyäne,
Fir  streng  reellste,  prompteste  Bedienung  und  Haltbarkeit  aller  meiner  Artikel  leiste  ich  Garauntie.

einzusenden.

 

Heinr.  Dirks,  Hamburg,  Verbindungshahn  1,  II,
Special-  Gesehäft  für  Messe-  und  Kantinen  -  Ausrüstungen  der  Lazeriichen  HMarme

Etablirt  1883

wollen.

Loreley,  Peilboot  Kamerun  und  Hull  Cyelop.

ernsprecher:
Aust  6,  Nr.  123.

(I).
        <pb n="679" />
        iinileit:  Merbet  für  Euer  Blattt

eutsche  im  Ausland

abonniert

auf
Eure
Wohen-Sschrift.


2

 
  
  
  
 
  
  

2

vo--

“e
8
5i“  hetrachtet  es
er  insbesondere  als
*  seine  Aufgabe,  dem
*.]lr  I#chen  und  Treiben  der
9  Deutschen  im  Auslande  die
liebevollste  Aufmerksamkeit
zuzuwenden.  Es  wird  daher  jeder

Deutsche  im  Auslande
gebeten,  seine  Adresse

(Aus  Freytag,  Soll  und  laben,  II.  Band.)

 
 

les  Icimatdialebles  genicasen,  erst  in  der  Fremde  erbennt  man,

 

    
    
 

*

Or
15.

icas  das  l’a##d  /.

rscheinungen  des  deutschen  Buchhandels  auf  allen  Cebieten  der  Wissenschaft.

Zusammengestellt  von  dem  „I.itterarischen  Auskunftsburcau  O.  Geacklauer  in  Leigpzig.“

Erat  im  Auslande  lernt  man  den  Rei

 

 

 

Jahrgang
"  Sans  der  Verlagshandlung
in  Berlin  SW
*  J.  H.  Schorer,  G.  m.  b.  H.  in  Ber
—  Wilhelmstrasse  29,  gefl.  anzugeben,  damit  dieschbe  Gelegenheit
S.  hat,  eine  Probe-Jummer  mmsst  und  bortofrei  zu  übersenden.
—  —
Der  lenn  der.  1#  Helmat  und  in  ereeeinehen  I.Andern  Fuhlung  uit  dom  alton  Vator-De
  im  *  oder.  Auslande  mit  —  häften  überhünkt.  sich  kurz  und
—  1  iakunn  70r  cru  kanse  er  Weln  Cnhe.  in  rieen  wil
„  im  In-  ode  uslund  n  Cit  noch  Neligung  #  tag.  lich  oino  gronso

—ê  Der  politische  oitung  zu  .  „  Sung  hat,  (#uglicht  er  6
.  Der  im  In-  guen  al  nhseits  W  A#em,-  Lau#ip.  -  ohnt  und  noben  oinem  kloinon
—  I.  .kathlatte  c  Fnden  Zeilungsleklüre
S  Wer  im  Iin-  oder  Aueiand  uberheopt  alles  Vissen  n,  der  lese  „Das  Echo“.

V  nronik  der  Acritereinhreis.  bringat  allicöchentlich  in  unterlial-9

  i  rissse,  5

HDu-  1%  C  lio.  tender  Form  Bericlkie  politischen,  itirtschaftlichen.  icisscenachaæstliehen
71.  J  K  eehhE  5%%  5½  %  errwäe  1  ls  4h  nDnschktnndf  11.  im  sfaad:  alispielen.

i  Vlies-il  »Ur-«  imiilcsnik

»  iiiii(l-st-·-«»isss,i—  «

Da-#  10%  %  cli  */14%  *dz  %  Stiunen  alter  Partrien  u  lorte  costen-2
  Xho  E—

I  #5  X  **  ##4chnros  ene  Norcltett#,  Erzullungin  ete.  aqus  der  Feder  ¼%.

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at  wöchentiich  e

 

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—
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2  E  Aœ  Em*  %  %%  in  „en  Rubrik  IHandet
9
S  Da  8  c  cine  Gesan  Cc#t-  und  urrnl-5e4-
  Ar  und  (olriessante  %n  n  rom  Breltinarkte.
S  HcCcn  l  oneifk  (er  Zeitcreimiisse,  5uutcccuntlh  eine  i#  cder
#i“  2  irwese  Eraclieinungen  cdes  deutsclen  liuchlandels  auf  allen  Je-S
  EIIIII—
.  CHhronik  der  Zeitereicmisse,  ///101  Junatie  cgetnndsh
"  "  .

i  4  —.—  amthiche  Aiete  der  J’onstefemsschrhenbsterbinkulen  2961/8  16.  —
2  accischen  I.  antdarn.

2

#  nehmon  allo  Hnentanulunkon.  Ibstanste  lton  und  Zeitungs-=Bestellung
  en  —  eoan  gerrrne  e,

 

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Naonneiant-  aulng=  4  *  4  eElische  Irandinonen  Werden  in  Zahlung  nimnine.

kann  jer  zdez“  1.  oissenn  werden.  und  wird  „Das  Echo“  vom  lag

In  das  Abonnemen  Bestein  1  Einsendung  unthheslen  ehn  Betrak  Taur  aunäbei.

lunge  k  #un-  i  bom  Verlag  oder  durel  jede  Buiianilung  Lelieferi

  

 

—□l.-—
        <pb n="680" />
        —  598  —

 

beutsche  Kolonial-  Ausstellung  168906.M

9
H

 

 

 

 

L  V.  V.  V.  V.  V.  V,  V.  .  V.  V.  V.  .  VGI.

Vertreten  auf  der  deutschen  Kolonial-Ausstellung  1896.

.  —  V.

Nrr7

RK###m#s#

#esss2

*

lnhpelseireh  %
#OO  Gr  ½
BERILN,  rucer-  S6-  55T5
14  Berlin  NW.,  Weustädtische]  Mirchstr.  1
#  ·  (früher  Mittelstraße  25),
[OSpezial-Geschäft  für  Eropen-Ausrüstungen,
—*  3  wiehlen  sich  inobesondere  zur  Beschaffung  persönlicher  Ausrüstungen
—  a

rt,  für  Schiffsreisen  und  danernden  Anfenthalt  in  über
seeischen  Ländern  sowie  zur  Lieferung  aller.  für  Expedition  und

       

 

ulseschetn  Jagdausflüge  in  Betracht  kommenden  Arti
slanlenedeile  tr  gewerbliche  pii#en  Sachgemaße  Zusammenstellungen  auf  Grund  kuern  Ersahrungen  und
Aerstlich  empfohlen  bei  Schwäche,  nach  dem  Urtheil  bekannter  Forschungoreisenden  werden  auf  Wunsch  gern
Bintarmuth,  Bleichsucht,  äche,  angesertigt  und  dazu  Angaben  über  Ziel,  Zweck  und  ungefähre  Dauer  der
valescenz  nach  schweren,  namentli  Neise  erbeten.  ½
Kinderkrankheiten,  bei  weutlich  .

und  für  nährende  Franen.  Haltbar
in  den  Tropen,  wohlschmeckend,  wenig
Alkohol.  Nach  sachverständiger  Analyse
surrogatfrei  und  nährstosshaltiger  als
andere  angepriesene  Mitte  (

Kein  Gepeimuninten.

Perlinermechanische  Netzkabrit
Franz  Klinder,

Neubabelsberg,
mplichlt

Fischereinetze

Iinnen-  und  orhserlschereeE–

Export  nnch  ullen  Lndern.  —.  ——
Geeignete,  tüchtige  Vertreter  gesucht.  -2  î  í  -  mtutstt“s“nsstslts“ise

Ed.  seiler,

Pianoforte-Fabrik,
G.m.  b.  H.,

LIAXAXAXIIAXAAZI

 

     
   
    
  
   
 
 

 

968l  bunlleissnv-euolol  usdosznsp  Jep  Ine  uoic##n#nn

Weltberühmte  Fangapparate

für  Raubthiere,  Vögel  und  Fische.

T’rümiirt  mit  goldenen  und  silbernen  Aedaillen.  (60)

Licknitz.  Welt-  Ausstellung  Antwerpen  höchste  Auszelchnung,  Ehrendiplom.
4-  jani  «  F
Flügel  u.  Pianinos  Wildloeker  r  r
"6  5  für  I.öwen,  Tiger,
I.  Güte.  Witterungen,  Mölle  und  Wild-Besondere
  Gaunrt  für  jedes  Glaskugel--  schweine.
ima
Fnsinser  nu  ullen  grossen  und.  R.  Webers
Ausstellungen.  -  -  «er
ImmkuMülmägll  Thontauben

Paient-Selbstschuss

Wurkmaschinen.  D.  R.  l.  No.  49  125.

Vertreten  in  der
beutschen  Kolonlal-Ausstellung
rlin  1896.

        
 

TNicllenl:  Ilustrirte  Preislisten  —  deutsche  67%  Haupt-Matalog,

Diellerlage:  kostenfrel.  —  uangleich  Fangbuch,
Berlin  W.,  Courbièresir.  5.  Fabri  .  us  *r*i*s'e
a)  nan.  Fr  (  hl.  ·

 

 

 

 

 

 

 

 

 

lsJCJUAVVA’-A’A’A’A’A’A’A-’-A«’A’AUI

’A’A7-X’A’A’AYAYA’AYATAHIDeutscheKolonialsAusstellungMAS.lx’A’A’A’-
        <pb n="681" />
        Wes  beutsche  Tolonial-Ausstellung  1896.  *  Frtrtltrrl—  uu
s

—  599  —

 

 
  

 

M.  V.  V,  V.  V.,  V.  V.  V  V.  V.  V

CAAVCC

Verkaufs-Syndiat  der  Kaliwerke  Leopoldshall-Stassfurt.

Die  Zweckmässige  Kalilüngung  in  Verbindung  mit  den  anderen  wichtigen  l’llanzemährstollen.  Stickstollund
  Phosphorsdurc,  ist  für  alle  tropischen  Kullurpllanzen  zur  Erzielung  reicher  und  guter  Benten  unenthelulich.
Wir  empfehlen  besonders:

a.  Gereinigte  konzentrirte  Kalisalze:
Schwefelsaures  Kali,  mind.  48.6  0%  Kali  und  minil.  51.8.0%  Kali.  für  Tabak,  Zuckerrohr,  Ananas,
Bunanen,  Bataten,  Orungen,  Citronen,  Feigen,  Weinreben,  Vanille,  Melonen.
Calec.  schwesfelsaure  Kalimagnesia,  mind.  25.9  ½0  Kuli  und  höchstens  212  CChlor.  für  die  vorstehend
  genannten  I’llanzen  anf  solchen  Böden,  wo  die  Zufuhr  von  Mugnesin  erlorderlich  ist.
Chlorkalium,  mind.  44.2  Dis  61.8  ½%  Kuli.  für  Kallee,  Thec,  Kakno,  Palmen,  Oliren.  Erduuss,  HBaumwolle,
MAnis,  Sorghum,  Reis,  Ricinus,  Indigo,  Bohnen,  (hinarinde.
b.  Natürliche  Kalisalze:
Kainit,  vind.  12.4  00  Kuli.  Sylvinit,  mit  12.400  Pis  19  10  Kuli.  für  Baumwolle  und  l’almen  zur  Vertilgung
  von  Insekten  wic  auch  für  Kanz  leichte  trockene  Böden  zur  besseren  Bindlung  und  euchterhaltung.
Sümmtliche  deutschen  Kuliverke  sind  im  Verkuns-Syndikat  der  Kuliwerke  vereinikt.  ·

Nähere-Angabentil-H-PrciscnmlththtgslmdiIts-Zungenwie-nichAuskunftiilicr  lruliisclsThungert-qka

atthrumlreicherpraktischerIslrfzclnsnngonci·l.ls(silt;(1-Is  .  ·  «
Verkaufs-Syndikat  der  Kaliwerke  in  Leopoldshall-Stassfurt.

Telegramm-Auresse:  Syndikat  Stassfurt.

—

JB.  In  der  Ausstellung  des  Verkauls-Sdikates  in  der  dentschen  Koloninl-Ausstellung,  Gruppe  XXIII  der
Tzeerliner  (lewerbe-Ausstellung.  liegt  eine  Broschüre  üher  Düngung  tropischer  I’lanzen  zur  Einsichinahme
aus.  Dicscibe  vird  vom  Verkanfis-Syndikat  den  sich  meldenden  Rellektunten  kratis  zugesandlt.  (V)

 

 

 

Ausxut  nus  Im  ..Inhr-  und  An#Kunsbuch  der  freien  und  Unmdegluckt
  Unmhuru  1591--.

Dauernde  Export-Ausstellung

der  Lebensmittel-Industriec.
Inh.  Harder  &amp;amp;  de  Voss,  Export-Agentur-Geschäft,
Hamburg,  36/38  Gr.  Burstah  36.38.

Jur  eine  Ilandelsmetropolc  wie  Ilamburg  konnte  das  Bedürtniss
nuch  einem  Instilut  herrorrulen,  in  welchem  dem  licsneher  die  Ur-1ennissc
  von  über  100  verschiedenen  Fahriken  der  Getränke-  und
Nauhrunkgsmittel-Industric  in  allen  Verbackungen,  Spezialitäten  und
verschiedenen  Qualitüten,  aufs  Uchersichtlichste  georduct,  vorgeführt
werden.

Der  Grundgedunke  des  kanzen  Unternehmens  ist,  die  einzelnen
ansgestellten  Artikel  in  allen  Preislagen  vorzuführen.  den  verschiedenen
  transutlantischen  Ländern  entslrerhend.  somit  die  Lehens- 



 

 

Vertreten  auf  der  deutschen  Kolonial-Ausstellung  1896.

—

—

—

mittelbranche  nach  Alöglichkeit  erschöhlend,  soweit  solche  den  Lxport=Hetriflt.


Die  Ausstellung  unterscheidet  sich  also  von  öllentlichen  Ausstellungen
  vornelmlich  dladureh,  dass  u#lle  ansgestellten  Artikel
eportlähig  aulgemucht  sind.  dieselbe  eine  dauernde  ist  und  alle  k##=den
  HAport  in  Frage  kommenden  Neuheiten  nach  Môlichkeit#ankweist.

bie  grosse  Reihe  von  Firmen  ersten  Ranges,  Velche  zur  Ausstellung
gelangten  und  im  Auslande  sich  wesentliche  Absalzgebiete  eroberten,  blrgen
dem  Käufer  #Ur  die  Konkurrenziähigkeit  der  Fabrikate  im  Welimarkte.  T’reislisten
  in  fünl  Spruchen.

Für  die  vorlbergehend  in  Hamburg  weilenden  Korrespondenten  Hamburger
Exportlirmen,  welche  Lebensmittel  importiren,  dürkte  die  Ausstellung  von
Vanz  besonderem  Interesse  sein.  ·

Uns»ll;unburgcrFremdenMutt-nimllLJlsu189-1s(-l11«cilil«:-Ill
denKreisen(lct·l·)xpmst.cnrulindcbdicAnsstellunnghöchste
Anerkennung.

Hoflieferant  Sr.  Mal.  des  Deutschen  Kaisers.
Hoflieferant  Sr.  Mal.  des  Kaisers  von  Oesterreich.
EILEIIIIIIIEIIIICZL

Alleinige  Depositäre  für  Export:

Paul  Ed.  Mölting  &amp;amp;  Co.,  Hamburg.

—
S
—
S
x
—
—
—
—
S
*
o.
S
S
—
S
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'il
—
—

Ordres  durch  europäische  Exporthäveer  erbeiten.

 

 

 

 

 

 

 

 
 

Maschinenfabrik  Johannisberg  schneim
Klein,  Forst  &amp;amp;  Bohn  Nacht.  in  Ceisenheim  a.  Rh.,  Mnche-,  Stein-  u.  Lichldruck.

   

  

 

   

Ipressen

  

 

  

 

 

8

 

       
    

□  N9  Sumissssn#-eluolo)  usuosinsp  1op  In  usicNK#l

 
  

[l  »-»—.«»«s  Deutsche  Kolonial-  Ausstellung  1896.  *  KW  0
        <pb n="682" />
        Hensees
Tonicum,

unichlbares  Schutz-  u.  #reimtg5
aller  klimatischen  Allectionen  (esr.
Deutsche  Kolonial-  Zeitung  1878,
TIleit  20),  tausendlauch  bewährt.  lic
lert#  als  Specialität
Apoth.  F.  E.  Gourquln,  Niesky,  O.  L.
Drucksuchen  kostenfrei.  (2)

Cänseleber-Pasteten-Fabrik


von
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Hollieferant
Strassburg  i.  Els.
Spezialität  für  den
IXport
besonders  für  feinere  Fleischkonserven.
  (#)

 

 

 

 

Praunsehweiger  Worstund



Fleischwaaren-Fabrik
Denecke  &amp;amp;  Himmel

Iloslieseranten,  (2)
Braunschweig,
licklern  Fleischwaaren  für  Export,
nuch  ullen  Zonen  der  Erde

 

Musikinstr  smu  leiner  und  feinster
Oualitäten  direkt  aus  der  Centrule
des  deutschen  lurtruankenwennene
Markneukirchen  i.  S.  No.  32
von  der  l.  Sächs.  Musikinstrumenten-Anufaktur
  Schuster  &amp;amp;  Co.  (18)
llauptpreisl.  Irei.  Bllligste  Nettoprelse.

—  600  —

 

150,  350,  400,  475  und  550  mal  süsser  als  Zucker.
Für  Privutgebrauch  und  Industriczwecke,  billiger  als
Zucker.  Gegen  klimatische  Einllüsse  unemplindlich.  In
Westentuschenpackungen  mit  Süsskraft  von  mehreren  Kilogramm
  besten  Rohrzuckers,  daher  grösste  Runm-  und
Gevichtsersparniss-  auf  Iteisen  und  Echecditionen,
praktiseh  sür  IIaushaltung,  unentbehrlieh  sür  Diabetiker.
Reiner  Zuckergeschmuck,  keine  Gährungserzeugung.
Freiproben  und  Prospekte  durch  die
Chemische  Fabrik  von  Heyden,
G.  m.  b.  II.,  (O#)
LRadebeul-Dresden.

 

 

 

 

Ed.  Sprenger,  Berlin  SW.  13,

Werkstätten  für  mathematische  und  optische  lustrumente.
Ausrüstungen  für  Forschungsreisende  nuch  Prof.  Dr.  Frhr.
v.  Dunckelman.  Aufnahme-Apparate,  Instrumente  für  Ortsbestimmungen,
  Höhenbarometer,  Hypsometer,  Fernrohre  etc.

 

   

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lafesgetränk  Sr.  Uurchl.  des  ürsten  Bismarck
Kaullich  in  Mineralwasserhandlung.,  Aboth,  LOtels  eic

 
 

Bestes  Talelwasser.  Allbewlhrte  HUeilquelle.  Export  nuch  den  Tropen
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esonders  empsolilen.  r*
Birresborner  Mineral-Brunnen,  Birresborn  (Eitel).

Unger  &amp;amp;  Hoflman,

Dresden-A.  16,

Trockenplutten-Fabrik,
Fabrik  photogruaph.Apparnte,
leistungsfühigstes  Uaus  für

allo  bhotograph.  Artikel.
Lrompte  reclle  Bedienung.  —
T’reiscourunt  der  Brunche,  536  S.
zross  80  mit  über  400  uhnttrn  etionen
kegen  REinsendung  von  Alk
Uorto.  Bei  Bestellung  uta  —ie

Betrag  vergütct.
        <pb n="683" />
        —  601  —

Inuchersn  Vvon  Importen
cempfehle  ich  meinc  in  eigener  Fabrik  aus  unusgesucht  reinen  leinsten
importirten  ’ahaken  uls  Hrsautz  für  die  mit  hohen  Zöllen  beleglen  über-Sccischen
  Fuhrikute  hergestellten

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Buen  Olor  —  Cuba  —  mittelkräftig  HMHl.  60.—  pro  Aille
Jo.  42.  Ua  Perla  —  Ilarann  —  voll  und  saftig  75.—  „  „
Jo.  43.  Flor  Flna  —  IIavana  —  sein  milll.  b„  ioo.  —  „

Xo.  44.  El  Arte  —  Ilavana  —  sein  mittelkrästis  ·  100.

je  30  bezw.  20  St.  der  Marken  No.  41—  44  zus.  100  St.  in  Auswahl  #  tür  W.  8.50.
Jo.  49.  Rosa  Celeste  rein  llann  M.  120.—  pro  hlille

Jo.  41.

Jo.  50.  Ise  leinste  145.—  „
Jo.  51.  Marletta:  Ilandarbeit,
Xo.  Infancĩa  ausgesuchte
53.  Reni  Ounlitäten  E

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Jo.  57#u.  Dieschlhe  in  la.  l  thut  ..  ....,58.--,
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A.  F.  Emde,  Düsseldort,

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mild  bis  „
miltelkräftig  4

—
CIJo
rnln  n

I
III

"

 

 

Sochen  erschien:

Schriften

„  Kalani  j  itteratur

sowie  zur
Länder-  und  Völkerkunde
auUs  dem  Verlage  der  Königlichen
Iofbuchhandlung  von
E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,
Berlin  SW.

Sitocht  lnuteressenten  Kostecn
F’ei  zu  Diensten.

 

 

Ml##K
4

*  12  x-  4

 

nanenneen  en  e  r  sei.

 

 

 

Fried.  Filler,  Hamburg.

Inhaber  der  grossen  zoldenen  Stuntsmednille.  ((0

 

 

 

 

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.  Lall  Prec  "  August  Ascher,  Hamburg,
Elusfabriken,  Dovenleth  29.  —  Fernsprecher:  3339  I.
Murienhillte  bei  Gnurrenburg  IExDort  aller  Art  Wanren.  Spedition.  Imbonrt  coloniuler,
annorver),  speziell  vest-  und  ostafrikunischer  Produkte.
Breitenstein  bei  Stolberg  um  llrz.  Muster,  Caluloge,  Alasktberichte  sowic  jede  gewünschte  Anskunkt  gern
Tahrikation  weisser.  halbweisser  zu  Diensten.  Corespo#ckenes  errdesche?  (707),

und  larliger  Flaschen.  l’nrfümeric.
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mit  und  ohne  (#l
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36  587  und  65  68:  120)
Pillenzhler  D.  R.  U.  No.  78  996.

 

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Für  Deutsche  im  Auslande

lie  in  lehhafterer  Verbindung  mit  der  alten  lleimath
  zu  bleiben  wünselten.  cignet  sich  ganz
hbesonders  die  durch  ihre  Gediegenhe  it,
Reichhaltigkeit  und  fesselnddle  Dur!
ank  allgemein  belichte

Wochen-Ausgabe

der  Kölnischen  Volkszeitung.

 

 

 

Krankenhäusern,

Ipeditionen  und  übersceischen
llandlungen  empfehle  ich  uls  bestes
u.  Dilligstes  useptisches.  steriles  u.
komprimirtes  Wundrerhbandmaterinl

Hagedorn's  Moospappe.
200.0  Kku  =  Kubikmeter  Raum.  Pil
like  Embhallake.  Relerenzen:  K.Ll.
hurite  -  Berlin,  die  Universitäts-Kkliniken
  in  Würzhlurg.  Liyzig.
Lrlungen.  Kiel.  Breslan,  Göttingen.
Bonn  etc.:  die  Stadtkrankenhäuser
in  Berlin.  Inmhurk.  Dresden.  Koln.
Ihnrmstudt.  Dunzik.  Aünchen,  Aazdehurz.
  Lüberk  eic.  (161

Auster  und  Litteralur  Iranko.

6.  Beckstroem,,

Spedition  Südafrika.

Kommission  1A.  Kesting,  l’reloria.
Trunsvanl.  Weiterbelörderung  aller
Güter  in  Südufriku.

  

 

 

 

 

 

Die  anerkannt  angeschene  Stellung  der  Kölnmischen  Volkszeitung
  im  öffentlichen  Lehen  Ieutschlands  bictet  auch  jenen
Deutschen  im  Ausland,  welche  den  politischen  Standpunkt  des
Bluttes  nicht  theilen,  die  (iewähr  einer  zutreffenden,  anziehen-#en
  I#urslellung  aller  Zeitl-Ercignissc  und  eines  übersichtlichen
Bildes  über  die  Welt  Itlage.

Der  unterhaltende  Theil  unserer  Wochen-Auszahbe
ist  Fsechr  reichhaltig  ausgestattet.  Jede  Nummer  umtisst
auht  Seiten.

Wir  sind  überzeugt,  dass  unsere  Wochen-Ausgabe  in  kurzem
cine  s0  geschätzte  Prenndin  werden  wird.  duss  man  dicselbe
für  dic  Zukunft  nicht  mehr  wirtl  entbehren  wollen.

3,  0  FlertelJjührlich.

 

 

Probenummern  stchen  gern  kostenfrei  zu  Diensten.

Verlag  üer  Kölnischen  Volkszeilung,
5

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Abonnementspreis  M.

 

 

 

 

 

 

 

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ebr  J  Uhl  Veiandlung,  Rhein-,  Mosel-  und  Pfalzwein!
"  lnRüdesheim  a.  Rh.,  nach  allen  Welttheilen.  (aus

 

 

 

 

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80  Linienstrasse  BERLIN,  Linienstrasse  80,

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ollerirt  nchst  troplsehen  Frucht-  und  Nutzpllunzen-Sumen  auch  solchen  von  Gemilsen,  soweit  sich  dieselben
nuch  den  der  botunischen  Centrulstelle  in  Berlin  gemachten  Alittheilungen  uls  lür  den  Anbuu  in  den  Tropen
geelgnet  erwiesen  huben.  —  Dn  die  botanische  Centralstelle  nur  für  einmulige  Versuche  im  Kleinen  Gemüse.
LKamen  lielert,  so  oflerire  ich  für  grösseren  Bedurl  gegen  fr.  Einsendung  von  Aurk  12,—  franco  aller  deutschen

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Illustrirte  Kutaloge  gratis.  75.
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Grgründret  im  TJahrr  1450.

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Gebräu  ohne  tropischen
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in  den  Tropen  mit  Erfolg  eingeführt,  von  den  verehrlichen  Messeverwaltungen
in  den  deutschen  Kolonien  seit  Längerem  ständig  bezogen,  dort  sehr  beliebt,  Jahre
lang  haltbar,  nur  aus  bestem  Malz  und  Hopfen  hergestellt.  Das  Vier  ist  sehr
erfrischend  und  sehr  bekömmlich,  auch  von  den  Herren  Aerzten  der  beschen
Schutztruppe  empfohle
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Berliner  Weißbierbrauerei  und  Malzfabrik
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Berlin,  Stralauerstraße  3—  6.  Begründet  1792.
Für  Deutsch-Ostafrika,  Sansibar  und  Madagaskar  hat  die  Deutsch-Ostafrikanische
Gesellschaft  den  Alleinverkauf.
Alleinige  Vertreter  für  den  sonstigen  Export:
Harder  &amp;amp;  de  Voß,  Hamburg,  Gr.  Burstah  36—38.

 

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-  «s,)c-«·-«sc««'«(-.-1)
T’,«camerasillkfropenlnfeak,
Mahagoni  und  Nussbaum.

 

 

  

 

 

Richard  Lebram
Berlin  C.  19.
Fabrikation  von
ELEELLLIIII

Spezinlitũt:  (2)
Exportgenre.
Importeure  wollen  billigste

Nettoprislist##e
gratis  und  frunko  verlangen.

Verkauf  nur  an  Wiederverkäuter.
rLojanldengopollt  ur  Anu  #nn#A
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        —  604  —

WOERMANN-LINIE.

Am  20.  Soptbr.:  P.D.  „Hedwig  Woermann“,  Capt.  Henneberg,
nach  Conakry,  Monrovia,  der  Goldküste,  Togo,  Whydah  und  Kotonou.
Am  30.  Soptember:  P.  D.  „Melita  Bohlen“,  Capt.  Nissen,
nach  Teneriffe,  Las  Palmas,  Liberia  und  den  Hälfen  der  Südwestküste  Afrikas  von
Landana  bis  Loanda  sowie  nach  Swakopmund,  Walfischbai  und  LTüderitzbucht.
Am  10.  Oktober:  P.  D.  „Adolph  Woermann“,  Capt.  Jensen,
nach  Madeira,  Klein-Popo,  Lagos,  Kamerun  und  den  Häfen  der  Südwestküste  Alrikas
bis  Ponta  Negra.

Am  15.  Oktober:  P.  D.  „Ella  Woermann“,  Capt.  Rieck,
via  Antwerpen  nach  Marocco,  den  Canar.  Inseln,  Gorée,  Dakar,  Ruflsque,  Bathurst,
Bissao,  Bolama,  Sierra  Leone  und  Sherbro.

Nach  Deutsch-  Südwestafrika:  am  30.  September,  30.  November.

Alle  GCder  millssen  ucm  Tage  vor  dem  450anpsdauttem  bis  12  Uhr  miccas  IMnsseite  sein.

Näheres  wegen  Fracht  und  Passage  ertheilt  in  Hamburg  die  Woermann-Linie,  sowie  der  Schiff#makler
Angust  Bolten,  Wm.  Miller’'s  Nachfolger.  Admiralitätstrasse  33/34,  und  wegen  Deutsch-Südwestafrika  die
Herren  L.  F.  Muthies  &amp;amp;  Co.,  Grimm  27.

Deutsenhe  Ost-  Afrikae-  Linie.
Vermehrte  Fahrten.  Dreiwöchentlicher  Betrieb.
Regelmässige  Postdampfer  -Verbindung
unter  Vertrag  mit  dem  Deutschen  Relche
Zwischen
Hamburg,  Ostafrika  und  Transvaal

Amsterdum,  Lissabon  und  Neupel  anlaufend.

 

 

Die  nächsten  fuhrplanmässigen  Expeditionen  finden  statt:  an0  Unburg  nhb  Neupel
R.  P.  D.  „RELCHSTAG“,  Capt.  Weisskam  23z.  September,  7.  Oktober,
E.  P.  D.  „KANZLER“,  Capt.  Elsan  14.  Oktober,  28.  Oktober.

B.  P.  D.  „KOENILG“  (Doppelschrauben),  Capt.  Doherr  4.  November,  18.  November,
nach  Tanga,  Dar-es-Saläm,  Sansibar,  Mozambique,  Beira,  Delagoa-Bai  und  Natal.
Diese  Dampfer  nehmen  auch  Passagiere  und  Waaren  nach
Pangani,  Saadani,  Bagamoyo,  Kilwa,  Lindi,  Mikindani,  Ibo,  Quelimane,  Chinde,
Inhambane,  Mombassa  und  Lamu.
Ferner  Extradampfer  ab  Hamburg  ums  Kap  der  diten  IHO#nt##direkt  nach
Dierban,  Delagoa-Bai,  I###mbane.
Dile  Dampfer  Laben  vorzdoliche  Einicheungen  für  Erssaytere  in  aen  Klassen.
Ferner  zwischen  Ostalrika  und  Bombay  regelmässig  allce  drei  Wochen  im  Anschluss
an  die  Iauptlampter.

Näheres  ertheilt  in  Hamburg:  Co)
wegen  Fracht  der  Schiffemakler  August  Bolten,  Wm.  Miller's  Nachfolger,
wegen  Passage  die  Hamburg-Amerikanische  Packetfahrt-Aktien-  -Gesellschaft,
#sowie  wegen  Fracht  und  Passage  die

 

Deutsche  Ost-Afrika-  Linie,
Gr.  Reichenstrasse  25/27.
Dieser  Nummer  liegt  das  3.  Heft  des  IX.  Bandes  der  „Mittheilungen  von  Forschungsreisenden
und  Gelehrten  aus  den  deutschen  Schutzgebicten“  bei.
Veranlworilicher  Redakteur  für  den  nichlamtlichen  Theil:  O.  Mertinat,  Berlin.

Druck  und  Verlag  der  Königlichen  Hofbuchhandlung  und  Hosbuchdruckerei  von  E.  S.  Miltler  6  Sohn,  Verlin  SW  12,  Kochstraße  68—71.
Ausgegeben  am  15.  September  1896  um  6  Uhr  nachmittags.
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        Deutsches  Kolonialblatt.

Amtsblatt  für  die  Schutzgebiete  des  Deutschen  Reichs.

herausgegeben  in  der  Kolonĩal-Ablheilung  des  Auswũrtigen  Amls.

 

VII.  Jahrgang.  Berlin,  1.  Oktober  1696.  Uummer  19.
Diese  Zeitschrift  erscheint  in  der  Regel  am  1.  und  15.  jedes  Monats.  Derielben  werden  als  Beihefte  beigesügt  die  mindestens  einmal  vierteljährlich
·  d  Mittheilung  ron  Porschungsreisonden  und  Golehrten  aus  den  dentschen  Schutzgebieten“,  herausgegeben  von  Dr.  Freihe

ackelman.  Der  vierteljährliche  Abonnementspreio  für  das  Kolonialblatt  mit  den  Veiheften  betragt  beim  Bezuge  durch  die  Poft  und  die
diuchhandlungen  Mkl.  3.—,  direit  unter  Sireifband  durch  die  Verlagsbuchhandlung  Mk.  3.50  für  Deutschland  und  Oesterreich=  Ungarn,  Mk.  3.75  für
!74  t

 

des  Wellpostvereino.  —.  Einsendungen  und  Anfragen  sind  an  die  Königliche  Hofouchhandlung  von  Erust  Siestiricd  Mittler
und  Sohn,  Berlin  8W  12,  Kochstraße  68—71,  zu  richten.  (Eingetragen  in  der  Zeitungs.Preisliste  für  1896  unter  Nr.  1916.)

die  Lände

Inhalt:  Amtlicher  Theil:  Runderlaß  des  Kaiserlichen  Gouverneurs  von  Deutsch-Ostafrika,  betreffend  die  bei  Vestrafung
  des  Sklavenhandels  rc.  zu  befolgenden  Grundsätze  bezw.  Belohnungen  für  Strafanzeigen  in  Sklavensachen
S.  605.  —  Verordnung  des  Kaiserlichen  Gonverneurs  von  Kamerun,  betreffend  Einführung  von  Eingeborenen-Schiedsgerichten
  für  das  linke  bezw.  rechte  Aboufer  S.  607.  —  Verordnung  des  Kaiserlichen  Landeshauptmanns
von  Deutsch-Südwestafrika,  betreffend  Maßregeln  zur  Verhütung  der  Einschleppung  der  Rinderpest  S.  608.  —
Personalien  S.  609.

Nichtamtlicher  Theil:  Personal-Nachrichten  S.  609.  —  Deutsch-Ostafrika:  Expedition  des  Oberstlieutenants
  v.  Trotha  S.  610.  —  Geographisches  Material  S.  610.  —  Togo:  Missenschaftliche  Expedition  S.  610.
—  Karte  des  südlichen  Theiles  von  Togo  S.  611.  —  Deutsch-Südwestafrika:  Tsoakhaubmund  und  Baiweg
S.  611.  —  Maßregeln  gegen  die  Rinderseuche  S.  611.  —  Aus  dem  Bereiche  der  Missionen  und  der
Antisklaverei-Bewegung  S.  612.  —  Aus  fremden  Kolonien:  Banknoten  des  Kongostaates  S.  612.  —
Handel  von  Lourengo-Marques  im  Jahre  1895  S.  612.  —  Gummigewinnung  in  Lagos  S.  617.  —  Maßregeln
zum  Schutze  des  Wildes  in  britisch  füdafrikanischen  Kolonien  S.  617.  —  Britisch-Ostafrika  S.  617.  —  Gerbstoffe
in  Britisch-Indien  S.  618.  —  Telegraphenlinie  im  Senegal  S.  619.  —  Verschiedene  Mittheilungen:  Ueber
eine  neue  Durchquerung  Afrikas  S.  619.  —  Schutz  der  Kautschukbäume  in  den  Wäldern  Nicaraguas  S.  619.  —
Litteratur  S.  619.  —  Schiffsbewegungen  S.  621.  —  Verkehrs-Nachrichten  S.  621.  —  Fahrplan  der  Woermann-Linie
  für  das  vierte  Vierteljahr  1896  S.  622.  —  Anzeigen.

Amtlicher  Theil.
PDerordunungen  und  Wiktheilungen  der  Behörden  in  den  Schuhgebieken.

Runderlaß  des  Kaiserlichen  Gouverneurs  von  Deutsch-Ostafrika  an  sämmtliche
Bezirksämter,  Bezirksnebenämter  und  Stationen.

In  der  Rechtsprechung  in  Sklavensachen  wurden  mangels  besonderer,  die  Materie  näher  regelnder
Strafbestimmungen  seither  nicht  selten  über  im  Wesentlichen  gleich  liegende  Strafthaten  die  abweichendsten
Entscheidungen,  insbesondere  betreffs  des  Strafmaßes  gesällt.  Diesem  Mangel  vermochte  auch  das  Reichsgesetz,
  betreffend  die  Bestrafung  des  Sklavenraubes  und  des  Sklavenhandels,  vom  28.  Juli  1895  (Kolonialblatt
  S.  399)  nicht  abzuhelfen.  Dasselbe  kann,  obwohl  an  sich  nur  für  Europäer  erlassen,  ebenso  wie  das
Reichsstrafgesetzbuch,  allerdings  auch  auf  Farbige  analoge  Anwendung  finden.  Durch  die  Bestimmungen
dieses  Gesetzes  ist  indeß  den  besonderen  Verhältnissen  des  in  unserem  Schutzgebiet  von  Farbigen  betriebenen
Sklavenhandels  nicht  genügend  Rechnung  getragen  und  erscheinen  diese  Bestimmungen  daher  einer  entsprechenden
  Ergänzung  bedürftig.

Dem  (der)  2c.  lasse  ich  dementsprechend  ergebenst  eine  Anweisung  (Anlage  1),  betreffend  die  bei
Bestrafung  des  Sklavenhandels  2c.  zu  befolgenden  Grundsätze,  zur  gefälligen  Beachtung  bei  Ausübung  der
Strafrechtspflege  in  Sklavensachen  zugehen.  Eine  endgültige  Regelung  der  Materie  kann  nur  durch  eine
von  Seiner  Majestät  dem  Kaiser  beziehungsweise  von  dem  Reichskanzler  zu  erlassende  Verordnung  erfolgen.
Das  Material  für  eine  solche  Verordnung,  welche  ich  nach  etwa  Jahresfrist  in  Vorschlag  zu  bringen
beabsichtige,  sollen  die  mit  der  Anwendung  der  vorbezeichneten  Grundsätze  in  der  Praxis  gemachten
Erfahrungen  liefern.

Zur  wirksameren  Verfolgung  des  Sklavenhandels  habe  ich  weiter  eine  Belohnung  für  Strafanzeigen
  in  Sklavensachen,  nach  Maßgabe  der  anliegenden  (Anlage  2)  in  Zukunft  zu  befolgenden  Verfügung
in  Aussicht  genommen.
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        —  606  —

Das  (die)  ꝛc.  ersuche  ich  ergebenst,  diese  Verfügung,  betreffend  Belohnungen  für  Strafanzeigen  in
Sklavensachen,  in  Suaheliübersetzung  durch  Anschlag  und  Verkündung  im  Schauri  zur  Kenntniß  der  einheimischen
  Bevölkerung  zu  bringen.

Dar-es-Saläm,  den  19.  August  1896.

Der  Kaiserliche  Gouverneur.
In  Vertretung:
(L.  S.)  gez.  v.  Bennigsen.

Anlage  1.
Auweisung,  betreffend  die  bei  Bestrafung  des  Sklavenhandels  2c.  zu  befolgenden  Grundsätze.

I.  Menschenraub.

1.  Wer  sich  eines  freien  Menschen  bemächtigt,  um  ihn  in  Sklaverei  zu  bringen,  wird  wegen
Menschenraubes  mit  Kettenarbeit  bis  zu  fünf  Jahren  bestraft.

2.  Der  gewerbs=  oder  gewohnheitsmäßige  Menschenraub  wird  mit  lebenslänglicher  Kettenarbeit
oder  mit  dem  Tode  bestraft.  Die  gleichen  Strafen  treffen  jeden  Theilnehmer  einer  Bande,  welche  mit
bewaffneter  Hand  Menschenraub  begeht.

3.  Ist  bei  der  Ausführung  beziehungsweise  dem  Versuch  (s.  V.  1)  eines  Menschenraubes  der  Tod
einer  der  Personen,  deren  Raub  ausgeführt  oder  versucht  wurde,  oder  welche  dem  Geraubten  beziehungsweise
  Bedrohten  zu  Hülfe  kamen,  verursacht  worden,  so  ist  gegen  die  Veranstalter  und  Anführer  auf
Todesstrafe,  gegen  die  übrigen  Theilnehmer  auf  Kettenarbeit  nicht  unter  drei  Jahren  zu  erkennen.

II.  Sklavenhandel.
Wer  gewerbsmäßig  Sklavenhandel  betreibt,  wird  mit  Kettenarbeit  nicht  unter  drei  Jahren  bestraft.

IIII.  Sklaventransport.

1.  Wer  an  einem  in  Ausführung  beziehungsweise  Vollendung  eines  Menschenraubes  (1)  erfolgenden
Transport  von  Sklaven  beziehungsweise  an  einem  dem  gewerbsmäßigen  Sklavenhandel  (II)  dienenden
Transport  von  Sklaven  vorsätzlich  mitwirkt,  wird  mit  Kettenarbeit  bis  zu  drei  Jahren  bestraft.

2.  Der  gewerbs=  oder  gewohnheitsmäßige  Transport  von  Sklaven  (Abs.  1)  wird  mit  Kettenarbeit
nicht  unter  drei  Jahren  bestraft.

IV.  Sklavenausfuhr.

1.  Wer  es  unternimmt,  einen  Sklaven  nach  einem  Orte  außerhalb  des  deutschen  Schutzgebiets  zu
dauerndem  Aufenthalt  zu  überführen,  oder  wer  einen  Sklaven  an  eine  Person  verkauft,  von  welcher  er
weiß,  daß  sie  im  deutschen  Schutßgebiet  keinen  Wohnsitz  hat,  wird  wegen  Sklavenausfuhr  mit  Kettenarbeit
bis  zu  fünf  Jahren  bestraft.

2.  Die  gewerbs=  oder  gewohnheitsmäßige  Sklavenausfuhr  wird  mit  Kottenarbeit  nicht  unter  drei
Jahren  bestraft.

Gleiche  Strafe  tritt  ein,  wenn  die  Sklavenausfuhr  mit  Anwendung  von  List,  Drohung  oder
Gewalt  begangen  wurde.

3.  Ist  bei  der  Ausfuhr  beziehungsweise  dem  Versuch  (s.  V.  1)  einer  Sklavenausfuhr  der  Tod
einer  der  Personen,  deren  Ausfuhr  bewirkt  oder  versucht  wurde,  oder  welche  dem  Auszuführenden  zu  Hilse
kamen,  verursacht  worden,  so  ist  gegen  die  Veranstalter  und  Anführer  auf  Todesstrafe,  gegen  die  übrigen
Theilnehmer  auf  Kettenarbeit  nicht  unter  drei  Jahren  zu  erkennen.

V.  Allgemeine  Bestimmungen.

1.  Der  Versuch  ist  in  den  Fällen  des  Menschenraubes  (I),  des  Sklaventransports  (III)  und  der
Sklavenausfuhr  (IV)  strafbar.

Im  Uebrigen  kommen  betreffs  des  Versuchs  die  Grundsätze  der  §§  43  ff.  des  Reichsstrafgesetzbuchs
zur  Anwendung.  Kettenarbeit  ist  hierbei  der  Zuchthausstrafe  gleichzuachten;  doch  findet  eine  Umwandlung
von  Kettenarbeit  unter  einem  Jahre  (§  44  Abs.  4  R.  St.  G.  B.)  in  Gefängniß  nicht  statt.

Betreffs  der  Theilnahme  kommen  die  Grundsätze  der  §§  47  ff.  des  Reichsstrafgesetzbuchs  zur
Anwendung.

2.  Neben  den  vorstehend  zu  1  bis  V  angedrohten  Freiheitsstrafen  kann  auf  Geldstrafe  und
Prügelstrafe  erkannt  werden.

3.  Auch  kann  auf  Einziehung  aller  zur  Begehung  des  Verbrechens  gebrauchten  oder  bestimmten

Gegenstände  erkannt  werden,  ohne  Unterschied,  ob  sie  dem  Verurtheilten  gehören  oder  nicht.
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        —  607  —

Ist  die  Verfolgung  einer  bestimmten  Person  nicht  ausführbar,  so  kann  auf  die  Einziehung  selbständig
  erkannt  werden.
4.  Ueber  eine  eventuelle  Ausweisung  des  Verurtheilten  aus  dem  Schußgebiet  wird  das  Gonvernement
  in  jedem  einzelnen  Falle  Entscheidung  treffen.
Dar-es-Saläm,  den  19.  August  1896.
Der  Kaiserliche  Gouverneur.
In  Vertretung:
(L.  S.)  gez.  v.  Bennigsen.
Anlage  2.
Verfügung,  betreffend  Belohnungen  für  Strafanzeigen  in  Sklavensachen.

1.  Wer  der  Behörde  von  einem  mit  Strafe  bedrohten  Fall  von  Sklavenhandel  2c.  derartige
Anzeige  erstattet,  daß  eine  Bestrafung  der  Schuldigen  erfolgen  kann,  erhält  eine  Belohnung  von  5  —
fünf  —  bis  100  —  einhundert  —  Rupien.

2.  Der  die  Strafanzeige  Erstattende  erhält  außer  der  Belohnung  zu  1,  falls  das  eingeleitete
Strafverfahren  zu  einer  Befreiung  von  Sklaven,  zu  einer  Verurtheilung  des  Schiffsführers  (Nahosen)  oder
von  Matrosen  (Bacharias)  eines  der  Sklavenausfuhr  dienenden  Fahrzeuges  oder  zur  Einziehung  eines
solchen  Fahrzeuges  geführt  hat,

für  jeden  befreiten  Sklaven  2  —  zwei  —  Rrvien,

für  den  verurtheilten  Schiffsführer  (Nahosen)  15  —  fünfzehn  —  Rupien,

für  jeden  verurtheilten  Matrosen  (Bacharia)  5  —  fünf  —  Rupien,

von  dem  Verkaufserlös  des  eingezogenen  Fahrzeuges  20  —  zwanzig  —  Prozent,  mindestens
jedoch  25  —  fünfundzwanzig  —  Rupien.

3.  Die  gezahlten  Belohnungen  sind  bei  Titel  5  K  des  Etats  zu  verrechnen.

Dar-es-Saläm,  den  19.  August  1896.

Der  Kaiserliche  Gouverneur.
In  Vertretung:
(L.  S.)  gez.  v.  Bennigsen.

Verordnung  des  Kaiserlichen  Gonverneurs  von  Kamernn,  betreffend  Einführung
von  Eingel  Schiedsgerichten  für  das  linke  bezw.  rechte  Aboufer.

*  V

Auf  Grund  des  §  1  des  Gesetzes,  betreffend  die  Rechtsverhältnisse  der  deutschen  Schutzgebiete,
wird  verordnet,  was  folgt:

 

81.

Es  werden  Eingeborenen-Schiedsgerichte  eingerichtet  für  das  linke  bezw.  rechte  Aboufer.  Der
Zuständigkeit  der  Schiedsgerichte  unterliegen  die  sämmtlichen  Ortschaften  der  drei  Landschaften  Mangamba,
Manduka  und  Besunkang  sowie  die  Land=  bezw.  Ortschaften  Miang,  Bwapaki,  Koki,  Kali,  Esuza,  Mbonjo
und  die  innerhalb  derselben  belegenen  Dualla-Niederlassungen,  letztere  nach  Maßgabe  der  Bestimmungen  in  §  4.

82.

Streitigkeiten  zwischen  den  Eingeborenen  dieser  Dörfer  sind  durch  die  eingeborenen  Häuptlinge  der
Bellagten  zu  erledigen,  wenn  in  bürgerlichen  Streitsachen  der  Werth  des  Streitgegenstandes  100  Mark
(5  Kru)  nicht  überschreitet  und  in  Strassachen  der  Gegenstand  der  Urtheilsfindung  eine  That  bildet,  deren
Ahndung  keine  höhere  Strase  als  300  Mark  oder  sechs  Monate  Gefängniß  erfordert.

§  3.
Gegen  die  Entscheidungen  der  Häuptlinge  ist  Berufung  an  die  Eingeborenen-Schiedsgerichte  zulässig.
Dieselben  sind  als  erstinstanzliche  Gerichte  zuständig  für  diejenigen  Civil=  und  Strafprozesse,  welche
nicht  zur  Zuständigkeit  der  Häuptlinge  gehören.  Das  Verbrechen  des  Mordes  und  des  Todtschlags  bleibt
jedoch  der  Jurisdiktion  der  Schiedsgerichte  entzogen.  Auch  sind  dieselben  nicht  besugt,  auf  Todesstrafe  sowie
auf  eine  Freiheitsstrafe  von  mehr  als  zwei  Jahren  zu  erkennen.  ·  —

..  §4-Streitigkeiten
  zwischen  den  Eingeborenen  und  den  im  Geltungsbereich  dieser  Verordnung  ansässigen
Angehörigen  des  Duallastammes  sind  der  Rechtsprechung  der  Häuptlinge  entzogen.  Sie  fallen,  auch  wenn
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        —  608  —

der  Gegenstand  des  Streitwerthes  in  Civilsachen  oder  der  Urtheilsfindung  in  Strafsachen  das  in  §  2
bezeichnete  Maß  nicht  überschreitet,  unter  die  Zuständigkeit  der  Eingeborenen-Schiedsgerichte.  Ein  Dualla
soll  daher  auch  stets  Mitglied  des  Schiedsgerichts  sein.

8  5.
Für  die  Rechtsprechung  der  Schiedsgerichte  sind  die  an  Ort  und  Stelle  in  Uebung  stehenden
Gebräuche  und  Gewohnheiten  maßgebend.

86.
Die  Mitglieder  der  Eingeborenen-Schiedsgerichte  sowie  deren  Stellvertreter  werden  durch  den
Kaiserlichen  Gouverneur  ernannt.  Die  Ernennung  ist  jederzeit  widerruflich.

§  7.

Die  Schiedsgerichte  ernennen  einen  Vorsitzenden,  welcher  die  Verhandlungen  zu  leiten,  sowie  einen
Sekretär,  welcher  über  jeden  Streitfall  ein  Protokoll  zu  führen  hat.  Das  Protokoll,  welches  das  Datum
des  Sitzungstages,  die  Namen  der  Richter  und  der  Parteien,  den  Gegenstand  und  Grund  des  Rechtsstreits
sowie  die  erlassene  Entscheidung  enthalten  muß,  ist  von  dem  Vorsibenden  und  dem  Protokollführer  zu
unterschreiben.

Die  Protokolle  eines  Jahres  sind  chronologisch  zu  einem  Aktenstücke  zu  vereinigen  und  können  von
dem  Gouverneur  und  dessen  Stellvertreter  jederzeit  eingesehen  werden.  Auch  steht  dem  Gouverneur  und
dessen  Stellvertreter  jederzeit  frei,  den  Sitzungen  der  Eingeborenen-Schiedsgerichte  beizuwohnen.

868.
Gegen  die  Entscheidungen  der  Schiedsgerichte  ist  Berufung  an  den  Kaiserlichen  Gouverneur  oder
dessen  Stellvertreter  zulässig.  Dieselbe  muß  binnen  14  Tagen  nach  Verkündung  der  Entscheidung  schristlich
oder  mündlich  beim  Gonvernementssekretär  eingelegt  werden.

§  9.
Die  der  Kompetenz  der  Eingeborenen-Schiedsgerichte  nicht  unterworfenen  Strafsachen  sind  der
Jurisdiktion  des  Kaiserlichen  Gouverneurs  beziehungsweise  dessen  Stellvertreters  vorbehalten.

Kamerun,  den  27.  Juli  1896.
Der  stellvertretende  Kaiserliche  Gouverneur.
(L.  S.)  gez.  Dr.  Seiß.

Verordnung  des  Kaiserlichen  Landeshauptmanns  von  Deutsch-Südwestafrika,
betreffend  Maßregeln  zur  Verhütung  der  Einschleppung  der  Ninderpest.

81.

Jedes  Ueberschreiten  der  Landesgrenzen  des  deutschen  südwestafrikanischen  Schutzgebietes  mit
Rindvieh,  Schafen,  Ziegen,  Kameelen  oder  sonstigen  Wiederkäuern  sowie  mit  Ochsenwagen  und  Treckzeug
vom  Auslande  her  ist  bis  auf  Weiteres  verboten.  Dasselbe  gilt  für  jede  Einfuhr  von  Hänten,  Fellen
und  Hörnern  von  Wiederkäuern  aller  Art.  Auf  die  Grenzen  des  englischen  Gebietes  Walfischbai  findet
dieses  Verbot  keine  Anwendung.

*  2.
Die  Ausfuhr  von  Rindern,  Schafen  und  Ziegen  sowie  von  Häuten  und  Fellen  wird  durch  diese
Verordnung  nicht  betroffen.
83.
Die  zuständigen  Bezirkshauptleute  sind  ermächtigt,  die  bezüglichen  Ausführungsbestimmungen  zu
erlassen  sowie  auch  vorläufig  etwa  auf  Grund  lokaler  Verhältnisse  erforderlich  erscheinende  Erleichterungen
unter  Meldung  des  Geschehenen  zu  gewähren.

„  8  4.

Wenn  die  Rinderpest  in  einem  Theile  des  diesseitigen  Schutzgebietes  selbst  ausbrechen  sollte,  so  ist
der  zuständige  Bezirkshauptmann  verpflichtet  und  ermächtigt,  selbständig  alle  Maßregeln  zu  ergreifen,  welche
geeignet  sind,  die  Weiterverbreitung  der  Seuche  zu  verhüten  und  die  im  Lande  selbst  ausgebrochene  Seuche
zu  unterdrücken.
        <pb n="691" />
        609

85.

Jede  Uebertretung  dieser  Verordnung  wird  mit  einer  Geldstrase  bis  zu  1000  (eintausend)  Mark
bezw.  einer  Freiheitsstrafe  bis  zu  drei  Monaten  Gefängniß  sowie  mit  Beschlagnahme  des  gegen  das
Verbot  eingeführten  Viehes,  welches  sosort  zu  tödten  ist,  bestraft.

86

Diese  Verordnung  tritt  sofort  in  Kraft.
Windhoek,  den  20.  Juni  1896.

Der  Kaiserliche  Landeshauptmann.

(L.  S.)

gez.  Leutwein,  Mauor.

 

Personalien.
Dem  Ingenieur  Drees  ist  die  etatsmäßige  Stellung  des  Gouvernements-Baumeisters  in

Kamerun  verliehen  worden.

Der  Premierlicutenant  a.  D.  v.  Bercken,  bisher  in  der  Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika,  ist
bei  dem  3.  Thüringischen  Insanterie-Regiment  Nr.  71  als  Premierlientenant  wieder  angestellt  worden.

Der  Stabsarzt  a.  D.  #r.  Koerfer  scheidet  mit  dem  26.  September  d.  Is.  aus  der  Schutztruppe

für  Deutsch=  Ostafrika  aus.

Dem  Kompagnieführer  in  der  Kaiserlichen  Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika  Langheld  ist  die
Erlaubniß  zur  Anlegung  des  Nitterkreuzes  2.  Abtheilung  des  Großherzoglich  sächsischen  Hausordens  der
Wachsamkeit  oder  vom  weißen  Falken  Allerhöchst  ertheilt  worden.

Der  Premierlieutenant  a.  D.  Stentzler,  bisher  von  der  Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika,  ist  beim
Infanterie-Regiment  von  Lützow  (1.  Rheinischen)  Nr.  25  als  Premierlieutenant  wieder  angestellt  worden.

 

VVVVVVVVVWVVVTYVYVVTYVVVVWTTYTYTTYVTYTYWVYVTYWVYTTYVVYVTYTVYVTYVVYVVVYVTYVVVVVVVVYVVWVVVVVVVVV

Nichtamtlicher  Theil.

Perspnal-Machrichten.
Deutsch-Ostafrika.
Der  Regierungsbaumeister  Todsen  und  der

Bezirksamtssekretär  Jancke  sind  Anfang  August  in
Dar-es-Saläm  eingetroffen.

Der  Lieutenant  in  der  Kaiserlichen  Schutztruppe
Engelhardt  kehrt  nach  Dar-es-Saläm  zurück.

 

Der  an  Stelle  des  verstorbenen  Lehrers  Richter
als  Lehrer  an  einer  Regierungsschule  angenommene
Gewerbelehrer  Kuhn  aus  Charlottenburg  tritt  demnächst
  die  Reise  nach  Dar-es-Saläm  an.

 

Ramerun.

Der  Reglerungslehrer  Beßz  ist  vom  Urlaub  nach
Kamerun  zurückgekehrt.

 

Der  bisher  in  der  Kolonial-Abtheilung  des  Auswärtigen
  Amts  beschäftigte  Gerichtsassessor  Glahn
ist  dem  Kaiserlichen  Gouverneur  von  Kamerun  zur
welteren  Beschäftigung  überwiesen  worden  und  hat
die  Reise  nach  dem  Schutzgebiet  angetrcten.

 

 

Cogo.

Der  zum  Nachfolger  des  verstorbenen  Regierungslehrers
  Koebele  ernannte  Lehrer  Walter  aus
Kamerun  ist  Anfang  August  in  Klein-Popo  eingetroffen.


 

Südwestafrika.

Der  Hauptmann  in  der  Kaiserlichen  Schutztruppe
b.  Perbandt  ist  zum  Distriktschef  in  Tsoakhaubmund
  ernannt  worden.

HNeu--Guinea.

Nach  telegraphischer  Nachricht  ist  der  stellvertretende
  Landeshauptmann  Korvettenkapitän  a.  D.
Rüdiger  erkrankt  und  hat  sich  nach  Soerabaya  begeben.
  Der  Hauptadministrator  der  Astrolabe-Kompagnie
  C.  v.  Hagen  hat  seine  Vertretung
übernommen.

Der  Standesbeamte  für  Kaiser  Wilhelmsland
Referendar  a.  D.  Krieger  hat  das  Schugebiet
verlassen.
        <pb n="692" />
        —  610

Machrichten  aus  den  deulschen  Schukgebieten.

(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  theilweise  nur  mit  Quellenangabe  gestattet.)

 

Deutsch-Dltafrika.
Expedition  des  Oberstlieutenants  v.  Trotha.

Von  Oberstlieutenant  v.  Trotha  sind  zwei  Bücher
mit  Aufnahmen  und  Höhenbeobachtungen,  30  große
Bogen  mit  Nohkonstruktionen  und  113  Blätter  mit
Peilungen  in  Dar-es-Saläm  eingegangen,  welche
gegenwärtig  von  Dr.  Stuhlmann  und  Dr.  Maurer
bearbeitet  werden.  Das  Material  bringt  sehr  interessante
  Neuigkeiten  und  weicht  ziemlich  stark  von
den  älteren  Aufnahmen  Dr.  Fischers  ab.  Seine
Expedition  hat  sich  von  Moschi  über  Arusha  yun
nach  dem  Kavinjiro,  Gerimassi,  Dönye  Ngai  (drei
getrennten  Bergen)  und  dem  Natronsee  bewegt.
Vom  Loitagebirge  führte  der  Marsch  über  Mariti
nach  Westen,  zuletzt  dem  Thal  des  Dabasch  folgend
bis  an  den  Victoria  Nyanza  bei  der  Moribai.  Das
Ostufer  des  Sees  wurde  nach  Norden  bis  zur  Grenze
bereist,  darauf  nach  Süden  bis  Kadoto  und  schließlich
die  Gegenden  des  Baumanngolses  und  der  Insel
Ukerewe.  Von  dort  aus  setzte  die  Expedition  nach
Muansa  über.

Geographisches  Material.

In  Dar-es-Saläm  sind  vom  Kompagnieführer
Prince  neun  Blätter  mit  Nohkonstruktionen  des
Marsches  von  Mgunda  nach  Perondo  nebst  Höhenund
  Breitenbeobachtungen  und  serner  Aufnahmen  des
Lieutenants  v.  Beringe  aus  Useguha  während  der
Expedition  des  Kommandeurs  der  Schutztruppe
v.  Natzmer  eingegangen.

Togv.

Wissenschaftliche  Expedition.

Der  Stationsvorsteher  von  Kete-Kratschi  Lieutenant
  Graf  Zech  ist  am  14.  Mai  zu  einer  Reise  nach
der  Dakämündung  über  Sariasso—Kayamss5—Mka--melim
  aufgebrochen,  um  geographische  Aufnahmen  zu
machen.  Auf  dem  rechten  Voltaufer,  gegenüber  der
Dalämündung,  haben  die  Engländer  einen  Ort
Temkranku  errichtet,  der  außerhalb  der  neutralen
Zonc  liegt.  Der  englische  Agent  Ferguson  hat  dort
eine  Anzahl  vertriebener  Salagaleute  angesiedelt  und
von  hier  einen  Weg  über  Akosidente,  Sani  (schräg
gegenüber  Kele),  Ayamö,  Agyädi,  Krobo  gebaut,
welcher  wohl  hauptsächlich  der  Ablenkung  des  Ketehandels
  nach  dem  englischen  Gebiet  dienen  soll.

Der  Platz  für  das  neue  Temkranku,  welches
unter  einem  Häuptling  aus  der  Königsfamilie  von
Pembi  steht  (derselbe  erkennt  Lempo  in  Kratschi  als
Oberkönig  an),  ist  nicht  sehr  günstig  gewählt.  In  der

 

 

Regenzeit  steigt  das  Wasser  des  Volta  so  stark,  daß
Theile  des  Dorfes  unter  Wasser  kommen.  Die  Hütten
sind  nur  aus  Stroh  gebaut.  Die  Farmen  der  Temkrankuleute
  liegen  am  linken  Voltauser.  Alle  Leute
haben  den  dringenden  Wunsch,  wieder  nach  dem  alten
Wohnsitz  zurückzukehren.

Von  der  Dakämündung  aus  ging  der  Expeditionsführer
  am  linken  Voltaufer  zwei  Tagereisen  weiter
bis  Beggi,  eine  Route,  die  seither  noch  nicht  aufgenommen
  worden  ist.  Zwischen  Temkranku  und
Veggi  liegt  am  rechten  Voltaufer  ein  Ort  Namens
Padyai-Kasse  (d.  h.  Groß-Padjai).  Dieser  Ort
untersteht  gleichsalls  dem  Häuptling  von  Temkranku.
Bei  Padjai  befinden  sich  zwei  stärkere  Stromschnellen,
wovon  die  untere  Loasse,  die  obere  Brambu  heißt;
die  Kanus,  welche  Addahsalz  voltaaufwärts  führen,
legen  hier  alle  an,  da  zur  Ueberwindung  der  Stromschnellen
  die  Kanus  ausgeladen  werden  müssen.

Die  Strecke  zwischen  der  Dakamündung  und  Yeggi
ist  am  linken  Voltaufer  gänzlich  unbewohnt,  nur  die
Ruinen  einzelner  Dörfer  geben  kund,  daß  hier  früher
Menschen  waren.  Um  so  reicher  ist  die  Gegend  an
Wild,  was  die  vielen  Flußpferd-,  Büffel-,  Antilopen-=und
  Hyänenspuren  beweisen.  Auch  große  Pavianherden,
  unter  denen  sich  kolossale  Exemplare  dieser
Affenart  befanden,  zeigten  sich  in  dem  nahe  beim
Volta  liegenden  Busch.

Am  19.  Mai  wurde  Yeggi  erreicht.  Yeggi,  am
rechten  Voltaufer  gelegen,  ist  die  Hauptstadt  der
Landschaft  Kron.  Beim  Salagakrieg  flüchteten  eine
Angahl  Haussas  und  eine  Anzahl  eingeborener  Salagahändler
  nach  Yeggi,  so  daß  Yeggi  gegenwärtig  ein
umfangreicher  Ort  mit  etwa  1000  Hütten  ist.

Yeggi  verdankt  seine  Blüthe  einmal  dem  Handel
mit  dem  Addahsalz,  für  welch  letzteres  Yeggi  den
Hauptstapelplatz  für  Salaga,  Dagomba  und  die  weiter
voltaaufwärts  liegenden  Länder  zu  bilden  scheint.
Andererseits  auch  verdankt  Yeggi  seine  Bedeutung
dem  Kolahandel.

Ateobu  (auch  Atebobu)  ist  das  Centrum  für  den
Kolahandel.  Von  dort  aus  gehen  strahlenförmig  die
Straßen  nach  den  Ländern  im  Innern  auseinander:
Ateobu—  Kratyi—LTschautscho  —  Sugu—Jlo-Gando
—  Sokoto;

Ateobu  —  Yeggi  —  Salaga  —  Yendi  —  Mangu;

Ateobu  —  Yeggi  —  Salaga  —  Gambaga  —  Awasi
Dori  (auch  Dore);

Ateobu—Kintampo—Bona—Pong  (auch  Kong);

Ateobu—-—Bonduku.

Für  die  reichen  Mossi=  und  Doriländer  führt  der
nächste  Weg  nach  dem  Kolacentrum  Ateobu  über
Salaga  und  Yeggi.  Es  ist  daher  erklärlich,  daß
Deggi  einen  lebhaften  Durchgangsverkehr  aufweist,
was  sich  auch  durch  Vorhandensein  vieler  Mossiwaaren
  und  vieler  Schafe  äußert;  Schafe  sind  der
        <pb n="693" />
        Hauptartikel  für  den  Ankauf  von  Kola.  Neggi  besitzt
einen  nicht  unbedentenden  Marktplatz,  auf  welchem
täglich  Markt  stattfindet,  der,  was  den  Detailverkauf
betrifft,  dem  Markt  in  Salaga  überlegen  ist.  Auf  dem
Yeggimarkt  kommen  an  europäischen  Waaren  vor  Allem
Accrazeuge,  auch  etwas  Lomezeuge,  Lomepommaden,
Perlen,  Glasknöpfe,  Rothgarn,  rohe  Wollgarne,  Näh—
nadeln,  Faden  und  Messer  zum  Verkauf.  Haupthandelsartikel
  bildet  Salz,  außerdem  kommen  an  einheimischen
Gütern  zum  Verkauf:  Kolanüsse,  Steinperlen,  welche
stellenweise  im  Innern  ausgegraben  und  angefertigt
werden,  Mossitücher,  Mossithonpfeisen,  Bleiglanz,
Stricke  (Dagombaarbeit),  Haussaschwerter,  Körbe,
Weißgarn,  Blaugarn,  Baumwolle,  Bittersalz,  Kalebassen,
  Seife,  Scheabutter,  Thontöpfe,  ferner  an
Lebensmitteln:  Guineakorn,  Yams,  Kassada,  Bohnen,
Pfeffer,  Honig,  Bananen,  Hühner,  Fische,  Wildpret
und  alle  Arten  fertig  zubereiteter  Speisen.  Auch
ein  Metzger  betreibt  erfolgreich  sein  Handwerk.

Der  Rückweg  wurde  über  Salaga  angetreten.
Es  zeigte  sich  zwischen  Deggi  und  Salaga  ein  Gewässer,
  welches  in  der  großen  Regenzeit  ganz  unpassirbar
  sein  soll.  Von  Salaga  marschirte  Graf
Zech  über  Neu-Dentemanso  (am  linken  Dakäufer),
Akandim  nach  Kayamsö.  Anfang  Juni  wurde  Kete-Kratschi
  wieder  erreicht.

Rarte  des  südlichen  Theiles  von  Togo.

Nach  mehrjährigen  Arbeiten  hat  der  Kartograph
P.  Sprigade  jetzt  mit  Benutzung  alles  vorhandenen
Materials  eine  Karte  des  südlichen  Togogebietes
fertiggestellt,  die  als  Beilage  des  dritten  Heftes  der
„Mittheilungen  von  Forschungsreisenden  und  Gelehrten
  aus  den  deutschen  Schutzgebieten“  erschienen  ist.
Die  Karte,  welche  auf  sehr  zahlreichen  und  mühsamen
Arbeiten  der  in  Togo  thätig  gewesenen  deutschen
Forscher  beruht,  bringt  ein  ganz  neues  und  vielfach
überraschendes  Bild  des  deutschen  Schutzgebietes.
Leider  ergiebt  sich  zugleich,  wie  viel  noch  besonders
im  Osten  Togos  zu  thun  übrig  bleibt,  um  auch  von
diesen  Gebieten  ein  wahrheitsgetreues  Bild  zu  gewinnen.
  Es  ist  beabsichtigt,  auch  für  die  nördlichen
Theile  des  Schutzgebietes  eine  solche  Karte  erscheinen
zu  lassen.

Deuktsch-Südwelkafrika.
Tsoakhaubmund  und  Baiweg.

Der  Kaiserliche  Landeshauptmann  Major  Leutwein
  meldet  aus  Otyimbingwe  unter  dem  10.  August
d.  Is.  Folgendes:

Euer  Durchlaucht  melde  ich  gehorsamst,  daß  ich
nach  Prüfung  der  einschlägigen  Verhältnisse  meinen
längst  gehegten  Plan,  in  Tsoakhaubmund  einen  selbständigen
  Küstendistrikt  einzurichten,  in  Ausführung
gebracht  habe.  Zum  Distriktschef  habe  ich  den

611

 

Hauptmann  v.  Perbandt  ernannt,  einen  älteren  und
landeskundigen  Offizier.  Es  stehen  ihm  für  die  einzelnen
  Expeditionszweige  vier  Unteroffiziere  zur  Seite,
und  zwar  je  einer  für  Bekleidung,  Munition,  Proviant
  und  sonstige  Materialien.  Der  rege  Handelsverkehr
  sowie  die  bevorstehende  Zollerhebung  werden
mit  der  Zeit  auch  die  Einrichtung  einer  Regierungskasse
  in  Tsoakhaubmund  erforderlich  machen,  deren
Verwaltung  zweckmäßigerweise  dem  dort  zu  stationirenden
  Zollbeamten  übertragen  werden  würde.  Im
Uebrigen  gehören  zu  dem  Distrikte  noch  Kap  Croß
sowie  die  Polizei=  und  künftigen  Zollstationen  rings
um  Walfischbai.  Angesichts  der  dort  in  sichere  Aussicht
  zu  nehmenden  Schmuggelversuche  wird  eine  strenge
Negelung  des  Grenzbewachungsdienstes  erforderlich
werden,  welche  der  weit  entfernte  Distriktschef  von
Otyimbingwe  überhaupt  nicht  würde  auf  sich  nehmen
können.  Außerdem  erfordert  das  immer  zahlreicher
werdende  Regierungscigenthum  in  Tsoakhaubmund
die  Einführung  eines  geregelten  Wachtdienstes  und
damit  Verstärkung  der  bisher  unbedeutenden
Garnison.

Mit  dieser  Organisation  halte  ich  zunächst  jedes
Bedürfniß  der  Truppe  für  Etappeneinrichtungen  gedeckt.
  Ob  daneben  mit  der  Zeit  noch  ein  geschulter
Civilbeamter,  als  welchen  der  diesseitige  Etat  einen
Stationschef  in  Tsoakhaubmund  voraussieht,  sich  erforderlich
  erweisen  wird,  dürfte  die  Praxis  ergeben.

Bezüglich  fernerer  Hebung  der  Transportschwierigkeiten
  bin  ich  mit  dem  Generalvertreter  der
Siedelungsgesellschaft,  Dr.  Sander,  in  Verbindung
getreten.  Derselbe  will  auf  seinen  alten  Plan,  Einrichung
  von  Wirthschaftsstationen  auf  dem  Baiwege,
  zurückkommen  und  ich  hoffe,  daß  sich  die  Sache
verwirklichen  läßt.

Endlich  habe  ich  zum  Chef  des  verkleinerten
Distrikts  Otyimbingwe  den  mit  der  letzten  Verstärkung
herausgekommenen  Pionieroffizier  Premierlientenant
Franke  ernannt,  mit  der  Weisung,  die  bereits  begonnene
  Verbesserung  des  Baiweges  zu  vollenden
sowie  auch  ständig  für  dessen  Instandhaltung  Sorge
zu  tragen.  Indessen  möchte  ich  auch  bei  dieser  Gelegenheit
  nicht  unterlassen,  zu  betonen,  daß  alle  derartigen
  Maßnahmen  den  Bau  einer  Bahn  nicht  verzögern
  dürfen,  sondern  daß  sie  nur  geeignet  sind,
bis  zu  dessen  Verwirklichung  die  schlimmsten  Unzuträglichkeiten
  vom  Schutgebiete  fernzuhalten.

 

Maßregeln  gegen  die  Kinderseuche.

Der  Kaiserliche  Landeshauptmann  berichtet  aus
Windhoek  unter  dem  13.  Juli  d.  Is.  Folgendes:

Euer  Durchlaucht  lege  ich  die  Abschrift  einer
Verordnung  vor,  welche  ich  unmittelbar  nach
Rückkehr  vom  Feldzuge  in  Bezug  auf  Grenzabsperrung
  gegenüber  der  drohenden  Rinderpest  erlassen
  habe.  Bei  dem  Ernst  der  Sache  habe  ich
eine  völlige  Abschließung  der  Grenze  einer  theilweisen
        <pb n="694" />
        —  612  —

vorziehen  zu  sollen  geglaubt,  so  hart  auch  diese
Maßnahme  Einzelne  treffen  wird.  Solange  das
Betschuanaland  noch  frei  ist,  würde  sonach  das  diesseitige
  Schutzgebiet  gegen  die  Seuchengegend  (Transvaal)
  durch  einen  doppelten  Grenzkordon  abgesperrt
sein,  nämlich  durch  den  englischen  an  der  Trausvaaler
Grenze  und  den  diesseitigen.  Der  Erfolg  dieser
Maßregel  dürfte  außer  Zweifel  stehen,  wenn  eben
nicht  auch  das  nicht  unter  Kontrole  zu  stellende  Wild
(Wiederkäuer)  die  Seuche  weiter  tragen  könnte.  Auf
alle  Fälle  habe  ich  auch  die  eingeborenen  Kapitäne
—  die  Hauptkapitäne  Witbooi  und  Samuel  Maharero
befanden  sich  damals  gerade  hier  —  für  die  Sache
interessirt  und  sie  sowohl  wie  unsere  Grenzstationen
zu  unnachsichtlichem  Abschießen  dieses  Wildes  aufgefordert.
  Den  wichtigen  Grenzübergang  Rietfontein
(nördlich)  habe  ich  außerdem  jetzt  schon  mittelst  einer
rasch  dorthin  gesandten,  aus  unseren  Reitern  und
Hereros  zusammengesetzten  Abtheilung  besetzen  lassen.
Daß  namentlich  die  Hereros  Verständniß  für  den
Ernst  der  Sache  zeigen,  ist  bei  deren  Eigenschaft  als
großer  Viehbesitzer  selbstverständlich.

AAus  dem  Brreiche  der  Wissionen  und
der  Antisklaverei-Bewegung.

Missionar  Greiner,  welcher  von  1892  bis  1896
in  Kisserawe  thätig  war,  hat  im  Juni  sich  zur  Erholung
  nach  Europa  begeben.  Eine  Erkrankung
nöthigte  ihn,  einige  Wochen  in  Aegypten  zuzubringen.
Von  da  ist  er  im  August  nach  Deutschland  zurückgekehrt.
  In  Kisserawe  sind  jetzt  die  Missionare
Maaß  und  Liebau  thätig.  Im  Austrage  des
evangelischen  Afrikavereins  halten  sich  ferner  Pastor
Worms  und  Schwester  Diekmann  dort  auf.

Kiniassi  von  Wuga  (Ostafrika)  hat  einen  breiten  Weg
von  dem  Dorfe  nach  der  Missionsstation  anlegen  lassen.

Das  neunte  Heft  der  „Allgemeinen  Missionszeitschrift"
  bringt  einen  lehrreichen  Aufsatz  des  Missionsinspektors
  Winkelmann  über  die  bisherige  Thätigkeit
und  Erfolge  der  evangelischen  Missionsgesellschaft  für
Deutsch-Ostafrika  (Berlin  111).

Von  der  apostolischen  Präfektur  Nieder-Cimbebasien
  (Deutsch-Südwestafrika)  berichten  die
„Katholischen  Missionen“:  Ursprünglich  sollten  die
ersten  Patres  Oblaten  der  unbefleckten  Jungfrau
Maria,  denen  bekanntlich  diese  Präfektur  anvertraut
ist,  und  die  auch  in  Hünfeld  bei  Fulda  ein  großes
Missionsseminar  zur  Ausbildung  junger  Missionare
bauen,  bereits  Ende  Juli  abreisen.  Doch  da  bei  der
Kürze  der  Zeit  die  zu  einer  solchen  Abreise  nothwendigen
  Vorbereitungen  unmöglich  alle  bis  dahin
getroffen  werden  konnten,  so  ist  die  Abfahrt  von
Hamburg  auf  den  30.  September  verschoben.  Vor- 



derhand  werden  zwei  Patres  und  ein  Laienbruder
nach  Deutsch  -Südwestafrika  gehen.  Ihre  Sorge
werden  die  neuen  Missionare  zunächst  den  katholischen
deutschen  Familien  und  den  katholischen  Soldaten  der
Schutztruppe  zuwenden.  Zum  vorläufigen  Obern  der
Mission  ist  F.  Bernhard  Herrmann  ausersehen.

 

Wie  das  „Monatsblatt  der  norddeutschen  Mission“
meldet,  sind  die  Wesleyaner  von  Lome  weggezogen
und  haben  die  evangelische  Missionsarbeit  an  diesem
Ort  der  norddeutschen  Mission  allein  übergeben.
Seitdem  besuchen  einige  der  Wesleyaner  die  Gottesdienste
  der  norddeutschen  Mission;  aber  bis  jetzt  besucht
  kein  Wesleyaner  Schüler  ihre  Evheschule.  Nur
zwei  Knaben,  die  früher  die  Wesleyaner  Schule  besucht
  haben,  kamen,  um  in  unserer  Schule  fortfahren
zu  können.  Als  sie  aber  hörten,  daß  vorläufig  nur
in  der  Eohesprache  unterrichtet  werde,  gingen  sie  weg.
Im  März  und  April  war  die  Schülerzahl  bis  auf
36  gestiegen.  Aber  die  Ortsveränderung  von  einigen
Schülern  hat  die  Zahl  wieder  vermindert.  Auch  sind
manche  wieder  fortgelaufen,  so  daß  heute  nur  noch
28  Schiler  da  sind.

Aus  fremden  MHolonien.
Banknoten  des  Rongostaates.

Durch  ein  Dekret  vom  7.  Februar  1896  hat  der
Souverän  des  unabhängigen  Kongostaates  Banknoten
für  diesen  Staat  auszugeben  angeordnet.  Es  sollen
zunächst  solche  Banknoten  im  Betrage  von  400  000
Frcs.  erscheinen.  Die  Kassen  des  Kongostaates  sind
verpflichtet,  sie  bei  Zahlung  von  Steuern  und  dergleichen
  anzunehmen.

Dandel  von  Lourenco-Marques  im  Jahre  1895.7)

Die  Stadt  Lourengo-Margques  einschließlich  des
zur  Zeit  erst  aus  wenigen  Häusern  bestehenden  Vorortes
  Villa  da  Ponta  Vermelha  hat  eine  Gesammteinwohnerzahl
  von  2799  Seelen,  worunter  etwa
1300  Europäer.

Die  Stadtverwaltung  besteht  einschließlich  des
Bürgermeisters  aus  vier  weißen  Beamten.

Die  Justiz  ruht  in  den  Händen  eines  Richters;
die  Anklagebehörde  ist  durch  einen  Delegirten  des
Kronprokurators  vertreten.

Die  fünf  Aerzte,  von  denen  einer  ein  Halbneger
ist,  finden  reichlich  Beschäftigung  und  Lohn.

Fühlbar  macht  sich  der  Mangel  eines  weißen
Arztes,  dessen  Niederlassung  jedoch  seitens  der  Regierung
  insofern.  Schwierigkeiten  in  den  Weg  gelegt
werden,  als  sie  die  Ablegung  der  für  portugiesische
Aerzte  vorgeschriebenen  medizinischen  Prüfungen
verlangt.

*)  Aus  dem  Deutschen  Handels-Archiv  1896,  S.  455  f.
        <pb n="695" />
        Die  beiden  vorhandenen  Apotheken  würden  den
Ansprüchen  genügen,  wenn  in  ihnen  auch  in  nichtportugiesischer
  Sprache  abgesaßte  Rezepte  bereitet
würden.

Die  Einfahrt  in  den  den  Hafen  der  Stadt  Lourengo-Marques
  bildenden  Katembefluß  erfolgt  durch
die  Delagoa-Bai  zwischen  den  Inseln  Inhaka  und
Shefina.

Auf  den  beiden  Inseln,  auf  den  am  Mündungspunkte
  des  Katembe  in  die  Bai  liegenden  Reuben
Point,  und  auf  einem  der  Stadt  gegenüberliegenden
Punkte  am  jenseitigen  Flußufer  sind  Leuchtthürme
errichtet.  Es  brennen  aber  nur  die  Feuer  auf  Inhaka
  und  Reuben  Point.  Es  sind  zwei  Außenbojen
angebracht,  die  jedoch  zur  Nachtzeit  nicht  und  am
Tage  bei  bewegter  See  schwer  auffindbar  sind.  Infolgedessen
  können  Schiffe  nur  bei  Tage  einlaufen.
Eine  häufige  Klage  von  Schiffskapiänen  geht  dahin,
daß  die  Bojen  schlecht  verankert  sind  und  treiben.

Eine  Landung  von  Gütern  an  Kais  ist  nicht
möglich.  Die  bestehenden  vier  Piers  sind  nicht  so
weit  in  den  Fluß  hineingebaut,  daß  größere  Schiffe
an  ihnen  anlegen  und  löschen  könnten.

Der  „Ponto  da  Allandega“  (Zollhauspier)  hat
drei  Dampfkrähne  von  je  5000  kg  und  einen  Handkrahn
  von  1000  kg  Hebekraft.  Die  „Rampa“  ist
eine  kurze,  bis  zum  Wasserspiegel  sich  senkende  Holzbrücke,
  an  welcher  Güter  lediglich  durch  Menschenkraft
aus  den  Leichtern  entlöscht  werden.  „Ponto  de
Caminho  de  ferro  Portugue2z  (portugiesischer  Eisenbahnpier)
  hat  zwei  Dampfkrähne  von  je  5000  kg
und  15  000  kg  und  einen  Handkrahn  von  5000  kg
Hebekraft.  „Ponto  de  Caminho  de  lerro  Hollandez“
  (Eisenbahnpier  der  niederländischen  Bahn)  hat
sechs  Dampfkrähne  von  je  8000  kg  Hebekraft.

Bei  geordneter  Ausnutzung  dieser  Vorrichtungen
könnte  dem  Verkehrsbedürfniß  in  höherem  Maße  genügt
  werden,  als  es  thatsächlich  der  Fall  ist.

Der  Entlöschung  der  Güter  in  Leichter  und
dem  Trausport  letzterer  an  die  Landungspiers  unterziehen
  sich  folgende  Gesellschaften:

Die  Anglo-German  Boating  Co.  mit  acht
Leichtern  von  je  60  Tons  Ladefähigkeit  und  vier
Ponts  (flache  Pontons,  auf  denen  Bretter,  Balken,
Wellblech  verladen  werden)  von  je  40  Tons  Ladefähigkeit.
  Die  Gesellschaft  hat  zur  Zeit  drei  neue
Leichter  in  Bau  gegeben;

die  Empreza  Africana  de  cargas  e  decargas
mit  13  Leichtern  von  je  80  Tons  und  sechs  Ponts
von  je  40  Tons  Ladefähigkeit;

L.  Cohen  &amp;amp;  Co.,  die  über  acht  Leichter  von  je
60  Tons  und  zwei  Ponts  von  je  40  Tons  Ladefähigkeit
  verfügen;

Harrison  &amp;amp;  Co.  mit  sechs  Ponts  von  je  40  Tons
Ladefähigkeit;

Barnard  &amp;amp;  Co.  mit  zwei  Ponts  von  je  40  Tons
Ladefähigkeit;

Allen  Wack  &amp;amp;  Co.  mit  einem  Leichter  von  80  Tons
und  zwei  Ponts  von  je  40  Tons  Ladefähigkeit.  Diese

 

613  —

Firma  benutzt  das  Material  aber  nur  zum  Entlöschen
der  Dampfer  der  Union  Clan  8S.  S.  Co.,  deren
Agenten  sie  sind,  und  etwaiger  an  sie  konsignirter
Schiffe;

die  Regierung,  welche  über  drei  Leichter  von  je
40  Tons  Ladefähigkeit  verfügt.

Eisenbahn.  Die  portugiesische  Strecke  der
Lourenco-Marques  mit  Pretoria  verbindenden  Eisenbahn
  Caminbo  de  lerro  de  Lourengo-Marques
hat  eine  Länge  von  etwa  90  km.

Die  Eisenbahn  verfügt  zur  Zeit  über  zehn  Lokomotiven.
  In  dieser  Zahl  sind  die  zum  Stationsdienst
erforderlichen  Maschinen  einbegriffen,  ebenso  zwei  oder
drei  stets  in  Reparatur  begriffene  Maschinen.

An  Lories  sind  im  Ganzen  100  Stück  vorhanden.
Von  ihnen  haben  nur  20  eine  Tragfähigkeit  von
zehn  Tons,  bei  den  übrigen  80  schwankt  dieselbe
zwischen  fünf  und  acht  Tons.

Während  des  Jahres  1895  sind  1494  Güterzüge
von  der  Station  Lourenco-Marques  abgelassen  worden,
  im  Durchschnitt  also  täglich  vier  Züge.

Das  Zollamt  verfügt  über  einen  Schuppen  für
die  für  Lourenco-Marques  bestimmten  Güter  und
einen  Komplex  von  Schuppen,  Zollhöfen  und  offenen
Schuppen  für  den  Transitverkehr.  Die  Eisenbahnschienen
  sind  vom  Bahnhof  aus  durchgelegt  bis  vor
eine  vor  dem  Haupt-Transitgüterschuppen  befindliche
Holzrampe,  von  welcher  aus  acht  Lories  auf  einmal
beladen  werden  können.  Auch  der  vorerwähnte
Ponto  da  Allandega  ist  mit  der  Bahnstrecke  durch
einen  einfachen  Schienenstrang  verbunden;  eine  unmittelbare
  Entlöschung  von  den  Leichtern  in  die  Lories,
z.  B.  bei  den  nach  Johannesburg  gehenden  Holzsendungen,
  ist  jedoch  wegen  der  schwachen  Bauart
der  Brücke  ausgeschlossen,  welche  außerdem  von  den
durch  die  Zollkontrole  gehenden  Waaren  bis  zur
Unpassirbarkeit  beladen  zu  sein  pflegt.

Die  gedeckten  Räumlichkeiten  genügen  zur  Unterbringung
  von  6000  Tous.

Im  Jahre  1895  sind  186  906,5  Tons  Waaren
gelöscht  worden.  Davon  wurden  weiter  transportirt

mittels:
Eisenbahn  82  295,094  Tons,
Schisse  29861  -
Zusammen  85  156,094  Tons,

Dieses  Mißverhältniß  zwischen  dem  vorhandenen
und  dem  erforderlichen  Raum  machte  sich  von  Tag
zu  Tag  sühlbarer.

Schiffsverkehr  und  Handel  in  der
elagoabai.
A.  Schiffsverkehr.

Den  Hafen  von  Lourengo-Marques  haben
während  des  Jahres  1895  insgesammt  314  Kauffahrteischisfe
  besucht,  darunter  261  Dampfschiffe  und
53  Segelschiffe.  Im  Jahre  1894  stellte  sich  der
Verkehr  auf  266  Kauffahrteischiffe,  darunter  221
Dampfsschiffe  und  45  Segelschiffe.
        <pb n="696" />
        Der  Natlonalität  nach  waren:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dampf=  Segel-  Srten  -Naumgehalte
--  -  aller  Schiffe  der  beschiffe
  schisfe  tresfenden  Nation
181394  19895
1894  1895|1894  1895  Neg.=  Reg.=.
  A  TonnenN  Tonnen
Deutsch  3  35  9  551  N  60  109,58
Britische.  1871  372  989,21
Französiche158  22906  513348
Portugiesische  69  4195  1715
Schwedische.  —  6  10  2108  6180,
Norwegische.  —E  212  18  6565  17  472,43
Dänishe.  1  1  430
seneie  —  —  1  1  —
%
Aneritanische  1
(Ver.  St.).  —  —I  —  2  —  2s149,59
Zusammen  ####  45  53  1397  455,35  466  234,33

Nichtdeutsche  Schiffe  sind  im  Jahre  1895  aus
deutschen  Häfen  eingetroffen  25,  nämlich  die  Dampfschiffe
  der  englischen  Union  Stcam  Ships  Co.  Ltd.,
deren  internationale  Dampfschiffe  alle  14  Tage  Hamburg
  anlaufen.

In  regelmäßiger  Fahrt  haben  den  Hafen  besucht
und  wurden  durch  in  Lourengo-Marques  ansässige
Agenturen  vertreten:  33  deutsche,  177  britische  und

5  portugiesische  Dampfschiffe.

Von  den  betreffenden  Dampfschifffahrts-Gesellschaften
  sind:

Deutsche:  Deutsche  Ostafrika-Linic.

Britische:  Castle  Mail  Packet  Co.  Ltd.,  Union
Steam  Ships  Co.  Ltd.,  Bullard  King  (King  &amp;amp;
Sons),  British  and  Colonial  Steam  Navigation
Co.  Ltd.  (Buckwall  Line),  British  India,  Union
Clan  Stcam  Ships  Co.,  Aberdeen  (RencCc)  Line.

Portugiesische:  Die  portugiesische  Firma  Silv#a
Vianna  c  Comp.  in  Lourenco-Marques  betreibt
mit  drei  kleinen,  ehemals  britischen  Dampfsschiffen  eine
Küstenschifffahrt  von  Natal  und  Delagoabai  bis
ungefähr  zum  12.  Grade  südlicher  Breite.  Das  eine
ihrer  Dampfschiffe,  „Saxon“,  ist  inzwischen  bei  Inhambane
  gescheitert.

Indische:  Die  indische  Firma  Dada  Abdollah
unterhält  einige  Dampsschisse,  die  jedoch  unter  britischer
  Flagge  segeln.

Nur  gelegentlich  haben  den  Hafen  besucht:

2  Dampfschisfe,

Deutsche  Segelschisfe,
Britische  90  Snins=Französische
  077.
Wesn  de  (Ler,  n  1½
Schwedi
hansch!  1  18  ut
Loruugiesische2  .....

Zusammen  99  Schcsse

 

B.  Handel.
An  Ladung  ist  eingebracht  und  gelöscht  worden:
von  deutschen  Dampfschissen  20  830  Tons,
-  -  Segelschiffen.  9785  -

Zusammen  30615  Tons,
britischen  Dampfschissen  102304  -
Segelschissen  17462  -
Zusammen  119  766,5  Tons,
franzosischen  Dsschisfen  .  55
gelschissen  900
Zusammen  955
amerikauischen  Segelschiffen  .  2800  -
schwedische  83000
l*u-  Lmmshiten  .  8000  -
Sschmen  16  000  -
Zusammen  24000  Tons,
-  portugiesischen  Dampfschiffen  .  70  -
-  gelschiffen  .  200  -
v  Iufancn  270  Tons,

dem  dänischen  Segelschiff  500
Ueberhaupt  186  906,5  Tomẽ
zu  2000  engl.  Pfund.
An  Ladung  nahmen  ein:

deutsche  Dampfschiffe.  1513  Tons,

britische  Dampfschiffe  1208=portugiesische
  Dampfschiffe  140
Zusammen  2861  Tons.

Davon  sind  569  Tons  —  hauptsächlich  getrockncte
Häute  —  nach  Deutschland  mittelst  Dampfsschiffe
der  Deutschen  Ostafrika-Linie  gebracht  worden.  Der
Rest  —  2292  Tons  —  war  für  Plätze  der  Ostküste
bestimmt.

Die  auffallend  geringe  Tonnenzahl  der  Ausfuhrwaaren
  erklärt  sich  folgendermaßen:

Mit  Ausnahme  von  Beira,  welches  im  Maschonaland
  einen  Hinterlandshandel  besitzt,  sind  die  Kaufhäuser
  an  der  Ostküste  auf  den  durch  die  Indier
vermittelten  Handel  mit  den  Eingeborenen  angewiesen.
Die  hierfür  benöthigten  Waaren,  z.  B.  wollene  Decken,
bunt  bedruckte  Tücher,  metallene  Ringe,  Glasperlen,
Ledertaschen,  Uhren,  Glaswaaren,  werden  in  Deutschland
  und  Großbritannien,  theilweise  auch  in  Indien
hergestellt.  Die  meisten  Plätze  werden  entweder  regelmäßig
  von  den  Hauptdampfsschiffen  berührt  oder  sie
haben  Verbindung  mit  deren  Anlegeplätzen  durch
Küstendampsschiffe.  Darum  können  sie  des  Zwischenhändlers
  in  Lourenco-Marques  entbehren.

Segelschiffe  liefen  der  Regel  nach  nur  in  Ballast  aus.

Das,  was  von  arabischen  Dhaus,  z.  B.  nach  dem
Limpopo  verschifft  wird,  ist  so  unbedeutend,  daß  es
nicht  gerechnet  werden  kann.

Von  den  gelöschten  Gütern  stammten:

aus  Deutschland  8  636  Tons,
455

Frankreich  -
-Portugal  .  .  4759
Großbritannien  60  279
é  den  Niederlanden  756
-Anmerika  (V.  St.)  27951  =
China  und  Japan  300
        <pb n="697" />
        aus  Natal  19  600  Tons,
.  der  Ostküste  Afrikas  2  872  =
Schweden  19  675
-Norwegen  8  214
Australien  3  412
Java  4935

Die  vorstehende  Berechnung  giebt  nur  die  Tonnenzahl
  für  die  Fällc,  in  denen  das  Land  des  Verschiffungshafens
  sich  unzweifelhaft  feststellen  ließ.

An  den  42  962  Tons  Waaren,  deren  Ursprung
nicht  festgestellt  ist,  sind  betheiligt  Italien,  die  nördlich
von  Mozambique  gelegenen  Plätze  der  Ostküste  sowie
Madagaskar  und  Mauritius.  Ein  großer  Theil  der
von  britischen  Schiffen  gelöschten  Waaren  ist  deutschen
Ursprungs,  was  sich  aus  der  auf  einem  großen  Theil
der  im  Zollamt  lagernden  Kisten  befindlichen  Aufschrift
  „made  in  Germany“  ergiebt.

Von  den  von  deutschen  Schiffen  gelöschten  30  615
Tous  gehen  als  nachweislich  nichtdeutscher  Herkunft
ab  rund  12260  Tons,  es  bleiben  sonach  18  355  Tons.
Hierzu  würde  ein  Prozentsatz  von  der  von  britischen
Schissen  gelöschten  Tonnenzahl  kommen.

Auch  die  aus  Portugal  stammenden  Güter  sind
zum  größten  Theil  deutschen  Ursprungs.

Für  die  Geschäftshäufer,  dic  deutsche  Waaren
nach  Lissabon  ein=  und  demnächst  wiederausführen,
ergiebt  sich  der  Vortheil,  die  Waaren  als  aus  Portugal
  stammend  günstiger  verzollen  zu  können.

Transitverkehr.

Durch  die  portugiesische  Eisenbahn  wurden  während
  des  Jahres  1895  82  295,094  Tous  nach  dem
Transvaal  befördert.

Nach  einer  Mittheilung  der  Eisenbahndirektion
lagerten  in  Lourengo-Marqucs  noch  im  April  d.  Is.
Güter,  die  im  September  1895  zur  Versendung
hätten  gelangen  müssen,  so  daß  man  annehmen  kann,
daß  der  Transitverkehr  Ende  1895  mindestens  drei
Monate  im  Rückstande  war.

615

Außerdem  wurden  während  des  Jahres  1895
mehrere  mit  Gütern  für  Transvaal  beladene  Schiffe
der  ungünstigen  Landungs=  und  Bahnverhältnisse
wegen  nach  anderen  Häfen  zur  Entlöschung  gesandt.

Die  Einnahmen  des  Zollamts  haben  im
Jahre  1895  ergeben  378  389  700  Ris  oder,  zum
Kurse  von  4500  Ris  =  20,35  Mark,  1711  162,31

Mark.  Davon  entfallen  auf:

Milréis
Eingangszoll  284  177
Ausfuhrzoll.  418.
Wiederausfuhrzoll.  218
Durchfuhrzoll  66  274
Lagergebühren  7  481
Verschiedene  Einnahmen.  1  471
Stempelabgaben  2  578

Schiffsabgaben  nach  den  Reg.-Tonnen  15  769

Die  Einnahmen  der  portugiesischen  Eisenbahngesellschaft
  betrugen  im  Jahre  1895:
365  109  885  Nis  oder,  zum  Kurse  von  4500  Ris
—  20,35  Mark,  1  651  108,04  Mark.

Der  Einnahme  steht  gegenüber  eine  Ausgabe
von  235  396  658  Réis,  nach  dem  gleichen  Kurse  =
1  064  516  Mark.  Der  Nutzen  beträgt  mithin  für
das  Jahr  1895  586  592  Mark.

Der  Werth  der  verzollten  Güter  betrug:

Néis  Mark
Einfuhrgüter  133229  014  162  =  6010  095,10
Durchgangsgüter  3  011  085  371  =  13  616  797,17
Zusammen  4340  099  533  =  19  620  892,27

Der  Werth  der  über  Delagoabai  nach  dem
Transvaal  ausgeführten  Güter  betrug  im  Jahre  1895
999  134  Pfd.  Sterl.  =  20  332  376,90  Mark  gegen
464  809  Pfd.  Sterl.  =  9  458  863,15  Mark  im
Jahre  1894.

Ein  Vergleich  zwischen  der  Einfuhr  nach  Trausvaal
  von  Kapstadt,  von  Delagoabai,  von  Natal  und
von  den  Freistaaten  ergiebt  Folgendes.

Es  wurden  eingeführt  an  Waaren  nach  dem
Transvaal:

für  die

 

 

 

 

 

 

 

1896.  194
»  —  Werth

Pfd.  Sterl.  Mark  Pfd.  Sterl.  Mark
un  der  #wsolontel  60  160  140  581  O0ö6.40  —9715503055
Delagoabai  90  14%  =  20332  376064  809  —  94  453  863.15
Natal.  6823906  =  13  8867586020744
den  Freistaaten  926.  614  =  18856  50400|  9246  409°15

1  1

Zusammen.  6  304  —  193  656  786,4044  515  —  13106448025

Die  in  das  portugiesische  Gebiet  weiter  beförderten
  Waaren  sind  bei  dieser  Aufstellung  nicht  in  Betracht
  gezogen,  da  die  Menge  und  der  Werth  nicht
nennenswerth  sind.

Banken,  Geld  und  Handelsverhältnisse.

Es  bestehen  vier  Bankhäuser  am  Platze:  The
Standard  Bank  of  South  Africa  Ltd.;  the  Bank

 

ol  Alrica  Ltd.,  sie  unterhält  eine  Filiale  in  Beira;

die  Nationale  Bank  der  Zuid  Alrikaansche
Republick  Reperkt;  die.  „Banco  Nacional

Ultrawarino“.

Als  Geld  sind  portugiesische,  britische  und  transvaalsche

  Münzen  im  Umlauf.

Beritisches  und  transvaalsches  geprägtes  Geld  hat
        <pb n="698" />
        den  gleichen  Werth;  von  britischen  Noten  werden
zum  Nennwerth  augenommen  nur  die  Banknoten  der
in  Südafrika  etablirten  Banken.

Die  Noten  anderer  Banken,  z.  B.  diejenigen  der
Bank  ol  England,  sind  Abzügen  bis  zu  5  PCt.
unterworsen.

Der  Kurs  des  portugiesischen  Geldes  ist  großen
Schwankungen  ausgesetzt.

Während  die  Regierung  ihn  auf  4500  Rois  =
1  Pfd.  Sterl.  Gold  festgesetzt  hat,  stellt  er  sich  im
praktischen  Handelsverkehr  höchstens  auf  5600  bis
5830  Réis  =  1  Pfd.  Sterl.  Gold.

Portugiesisches  Papiergeld  wird  stets  zum  Neunwerthe
  angenommen,  das  europäisch-portugiesische
jedoch  nur  dann,  wenn  es  von  der  „Banco  Nacional
Ultramarino“  abgestempelt  worden  ist;  sonst  gilt
ees  20  pCt.  weniger.

Von  bedeutendem  Einflusse  auf  den  Handel  ist
das  sehr  stark  vertretene  Element  der  Banyanen  und
Kulis.  Diese  haben  zunächst,  abgesehen  von  der  geringen
  Konkurrenz,  die  ihnen  von  einigen  chinesischen
Händlern  gemacht  wird,  den  ganzen  Kleinhandel  mit
den  Eingeborenen  am  Platze  und  im  Innern  in  Händen.

Der  Tagesverdienst  eines  in  Lourenco-Marques
arbeitenden  Eingeborenen  beträgt  3  Schill.,  zahlbar
in  britischer  Münze  an  jedem  Sonnabend.  Was  der
Eingeborene  einnimmt,  trägt  er  sofort  zu  dem  Indier,
deren  Verdienst  bei  der  erheblichen  Anzahl  der  Kaffernarbeiter
  sehr  beträchtlich  ist.

Die  bedeutenderen  indischen  Händler  beziehen
schon  einen  großen  Theil  der  von  ihnen  verhandelten
Waaren  selbständig;  die  in  Durban  und  auch  in
Lourengo-Marques  vertretene  Firma  Dada  Abdollah
unterhält  eine  eigene  Dampfschiffslinie.

Während  der  indische  Geschäftsmann  bei  seiner
anspruchslosen  Lebensweise  und  verschwindend  kleinen
Spesen  für  Geschäftspersonal  jede  Konkurrenz  eines
Weißen  bekämpfen  kann,  ist  eine  solche  gegen  sie  für
den  Weißen  unmöglich.  Zum  Beispiel  kosteten  Stiefel,
welche  bei  einer  deutschen  Firma  mit  15  ½2  Schill.
das  Paar  verkauft  wurden,  bei  einem  Banyanen
9  ½  Schill.,  nachdem  dieser  den  Schuhbestand  von
der  gedachten  Firma  übernommen  hatte.

Der  Kuli,  der  ohne  Geldmittel  ankommt,  schickt,
was  er  verdient,  in  seine  Heimath.

Danach  kann  man  sagen,  daß  auch  in  Lourengo-Morques
  die  augenblicklich  in  Natal  so  lebhaft  besprochene
  Indierfrage,  wenn  auch  nicht  mit  Beziehung
auf  die  Erlangung  von  Stimmrechten,  akut  ist.

Beira  und  Hinterland.

Die  Einwohnerzahl  Beiras  beläuft  sich  auf
ungefähr  300  Europäer,  100  Indier  und  800  Eingeborene.
  Im  ganzen  Gebiet  der  Companbia  de
Moçambique  befinden  sich  ungefähr  700  Weiße.
In  dem  Gebiet  der  Chartered  Company  (British
South  Africa  Company)  befinden  sich  bedeutend
mehr  Weiße  und  keine  Indier,  denen  es  zum  großen

616

 

Vortheil  der  Europäer  nicht  gestattet  ist,  dort  Handel
zu  treiben.

Buluwayo,  der  Hauptplatz  von  Maschonaland,
dem  früheren  Reich  des  Negerkönigs  Lobengula,  hat
jebt  ungefähr  2000  Einwohner,  Salisbury  ungefähr
700,  Umtali  etwa  300,  Victoria  etwa  150.

Außerdem  im  Lande  zerstreut  sind  noch  ungefähr
2000  Weiße,  die  in  den  Minen  oder  beim  Ackerbau
oder  als  Leiter  von  Ochsenwagen  beschäftigt  sind.

Der  Boden  in  dem  Gebiet  der  Companhia  de
NMoçambique  eignet  sich  allem  Anschein  nach  gut
für  den  Anbau  von  Kafssee  und  Zuckerrohr.  Zu
diesem  Zwecke  sind  einige  Gesellschaften  gegründet
worden.  Viehzucht  kann  nur  im  Innern  getrieben
werden,  da  die  Tsetsefliege  überall  an  der  Küste
angetroffen  wird.

Das  Maschonaland  und  Matabeleland  eignen  sich
für  die  Viehzucht  und  zum  Anbau  von  Getreide
entschieden  besser,  doch  sind  in  beiden  Gebieten  diese
beiden  Erwerbszweige  noch  durch  die  Begierde  nach
Gold  in  den  Hintergrund  gestellt,  daher  müssen  konservirte
  Gemüse,  Fleischwaaren,  Mehl,  Reis  2rc.  eingeführt
  werden.

Allem  Anscheine  nach  wird  sich  im  Jahre  1896
eine  große  Hungersnoth  unter  den  Eingeborenen  einstellen,
  da  die  ganze  vorige  Ernte  von  den  Heuschrecken
  vernichtet  worden  ist.  Es  wird  befürchtet,
daß  die  Heuschreckenplage  in  diesem  Jahre  noch
schlimmer  werden  wird.

Verkehrsverhältnisse,  Transporkkosten.
Während  der  Regenzeit  von  Januar  bis  Ende  März
sind  die  Flüsse  oder  vielmehr  Bäche,  über  die  nur
in  einzelnen  Fällen  Brücken  führen,  unpassirbar.
Auch  die  Wege  sind  so  schlecht,  daß  es  unmöglich  ist,
einen  regelmäßigen  Verkehr  aufrecht  zu  erhalten.  Die
Einwohner  des  Maschonalandes,  für  dessen  Minen
die  Verbesserung  dieser  Route  sozusagen  eine  Lebensfrage
  ist,  versuchen  jetzt  Alles,  um  zu  bewirken,  daß
die  Bahn  von  Beira  nach  Fontesvilla  weiter  fortgesetzt
  wird.  Inzwischen  ist  der  Bau  der  Bahn
zwischen  dem  Anfangspunkt  Fontesvilla  und  Beira
in  Angriff  genommen  worden.

Die  Unternehmer  haben  versprochen,  nach  Fertigstellung
  dieses  Theiles  den  Weiterbau  von  Chimoio,
dem  jetzigen  Endpunkt,  fortzusetzen.  Als  nächstes
Endziel  ist  Umtali  ins  Auge  gefaßt  worden,  jedenfalls
  aber  wird  die  Bahn  bis  Salisbury  weitergeführt
  werden.

Folgende  Bahnen  haben  die  beigesetzten  Entsernungen:


engl.  Meilen
Beira—Fontesvilla  .  4
Fontesvilla—Chimoon
Chimoio—Massekessi  Grenzstation  der  Companhin
de  Mogambiduiieeen
Massekessi—  Umtal.  30
Umtali—Salisbury  155

Die  Kosten  der  Waarenbeförderung  ins

Innere  ergeben  sich  aus  folgender  Aufstellung:

18.5
        <pb n="699" />
        Pfd.  Sterl.  Mark
Beira—Fontesvilla,  in  Flußkähnen  für  die
Tonne  —  2000  Pfund  engl.  Gewicht  —
oder  Maß  nach  Wahl  der  Leichterbesizer  1  =  20,35
Fontesvilla  —  Chimoio,  mittels  Eisenbahn
für  die  Tonne  —  Gewicht  oder  Maß  —
wic  obhbhbhben  68  -122
Mitlels  Ochsenwagen:
Chimoio  —  Umtali,  für  die  Tonne  von
000  Pfund  eng.  25  508.75
Umtali  —  Salisburtryr  .  15  305,25

Zusammen  47  =  956,45
Die  in  den  Monaten  April  bis  August  für
Ochsenwagen  herrschenden  Frachtsätze  betragen  ungefähr
  für  die  Tonne  von  2000  Pfund:
Chimoio  —  Umtali  5  Pfd.  Sterl.  10  Schill.  bis  6  Pfd.
Sterl.  10  Schill.  =  111,92  Mark  bis  132.27  Mark.
Umtali—Salisbury  6  Pfd.  Sierl.  10  Schill.  bis  7  Pfd.
Sterl.  10  Schill.  =  132,27  Mark  bis  152,52  Mark.
Handel.  Mit  der  weiteren  Entwickelung  des
Hinterlandes  wird  auch  Beira  mit  seinem  vorzüglichen
  Hasen  und  bequemer  Einfahrt  sich  bald  weiter
entwickeln.
Im  Jahre  1895  wurden  daselbst  angebracht:
mit  deutschen  Dampsschissen,  „Deutsche  Ostrika-Linie
  3  385  Tous,
einem  deutschen  Segelschiff.  .  0-britischen
  Dampsschissen  16452
schwedischen  u.  französischen  Segelschissen  1210
indischen  Dhaus  .  380-Zusammen
  15  667  Tons.

Diese  Waaren  kamen  von  folgenden  Ländern:

ar
500  Réis  =

   
  
  
  

4
Néis  (  20,35  Mark)
..  59900170-270881,84
Produkte  23  049  300  —  104234,07
.....  833  000  =  8289,23
Marques  44  380  603  =  200  698,95
..  35146875--158941,98
65250032950,75
35295945—159616,1l
140700720-636279,92
2440  050  =  11034,45
11  736  225  =  53  073,82
170  727  303  =  772066,80
427  000  —  1  930,99
6  696  550  =  30283,29
133  675  —  604,51
1  996  500  —  9028.62
......  8907530-85504,06
von  Amerika  602  500  —  2  724,64
......  9635605--4357-1,35
......  36  000  —  2  423,92
und  Norwegen  14  711  500  =  66  528,67
......  345  000  —  1  560,17
59204  370  =  267  735,32

 

Zusammen  einschl.  der  Einfuhr.
von  anderen  Ländern  639  188  421  =  2890  552,09
Diese  Werthe  schließen  nur  Waaren  ein,  die  in

Beira  verzollt  wurden,  und  nicht  solche,  die  am  Ende

des  Jahres  noch  unverzollt  im  Zollamt  lagen.  Von

diesen  Waaren  gingen  im  Werthe  von  624  144  805

Reis  =  2  822  521,51  Mark  nach  dem  Maschonalande,

  und  für  639  786  421  Réis  =  2  893  256,37

Mark  wurden  für  den  Gebrauch  im  Gebiete  der

617

 

Companhia  de  Jloçambiquc  verzollt;  man  kann
aber  annehmen,  daß  auch  hiervon  Waaren  im  Werthe
von  mindestens  200  Contos  =  904  444,44  Mark
nach  dem  Maschonalande  gingen.

Dem  Gewicht  nach  wurden  verzollt:
für  den  Gebrauch  im  Lande  selbst  5722  063  kg

in  Transit  nach  Maschonaland  3  253  600
Zusammen  §  975  663  K#
Ausgeführt  wurden  im  abgelausenen  Jahre

192  288  kg  Produkte,  wie  Gummi  elastikum,  Elfenbein
  und  Wachs  im  Werthe  von  55  877  514  Réeis
252  690,53  Mark  und  wiederausgeführt  von
eingeführten  fremden  Waaren  22  849  kg  im  Werthe
von  5  265  800  Rois  =  23  813,12  Mark.

Die  Gummigewinnung  in  Lagos

hat  nach  Nr.  111/112  des  „Bulletin  der  Royal
Gardens“  zu  Kew  einen  großen  Aufschwung  genommen.
  Vor  zwei  oder  drei  Jahren  wurde  dort
entdeckt,  daß  der  häufig  vorkommende  wildwachsende
Baum  Kickxia  alricana  reichlich  Gummi  liefert.
Im  Januar  1895  wurde  die  Gewinnung  dieses
Gummis  ernstlich  begonnen  und  21  131  Pfund  davon
  ausgeführt.  Im  Dezember  jenes  Jahres  betrug
der  Export  schon  948  404  Pfund  und  im  ganzen
Jahre  1895  sind  5  069  504  Pfund  Gummi  im
Werthe  von  269  892  Pfd.  Sterl.  aus  Lagos  ausgeführt
  worden!  Die  Einnahmen  der  Kolonie  sind
daher  bedentend  gestiegen.

Luch  in  der  englischen  Goldküste  wird  ein  wilder
Gummibaum  eifrig  ausgebeutet.  1893  wurden  von
dort  schon  3395990  Pfund  für  218162  Pfd.  Sterl.
ausgeführt.  Die  Ausbeutung  geschieht  nur  durch
eingeborene  Arbeiter.

Maßregeln  zum  Schutz  des  Wildes  in  britisch.

südafrikanischen  RKolonien.

Eine  Proklamation  vom  19.  September  1893
bestimmt,  daß  in  Betschuanaland  jeder  Mann,  der
Flußpferde,  Rhinocerosse,  Büffel,  Zebras,  Quaggas
und  Antilopen  jagen  will,  eine  Lizenz  lösen  und
dafür  75  Pfd.  Sterl.  an  die  Behörde  und  25  Pfd.
Sterl.  an  jeden  in  Frage  kommenden  Häuptling
zahlen  muß.  Vom  1.  September  jedes  Jahres  bis
zum  letzten  Februar  des  solgenden  ist  immer  Schonzeit.
  Im  Zululand  ist  dieselbe  Schonzeit  für  das
große  Wild  festgesetzt.  Für  kleineres  Wild  sind
andere  Schonzeiten  bestimmt.  Uebertretungen  werden
mit  hohen  Strafen  belegt.

Britisch-  Ostafrika.
Alle  britischen  Territorien  in  Ostafrika  mit  Ausnahme
  von  Sansibar,  Pemba  und  Uganda  sind  nach
        <pb n="700" />
        —  618

einer  Bekanntmachung  des  Foreign  Office  zu  einem
Protektorat  unter  dem  Namen  East  Africa  Protectorate
  vereinigt  worden.

Gerbstoffe.  in  Britisch,  Indien.

Dem  indischen  Forstdepartement  ist  vom  Deputy
Conservator  of  Forests  ein  Memorandum  unterbreitet
worden,  in  welchem  auf  Grund  von  forstwissenschaftlichen
  Studien  Vorschläge  zur  Hebung  des  Einkommens
  aus  den  indischen  Waldungen  durch  rationelle
Herstellung  von  Tanninextrakten  aus  verschiedenen
Baum=  und  Straucharten  nach  europäischer  Methode
gemacht  werden.  Der  Generalinspektor  der  indischen
Wälder  Ribbentrop  hat  dieses  Memorandum  allen
Conservators  of  Forests  in  Britisch-Indien  mitgetheilt
  und  sic  aufgefordert,  durch  praktische  Versuche
und  Begünstigung  bezüglicher  Privatunternehmungen
dazu  mitzuwirken,  daß  die  Tanninindustrie  thatsächlch
ins  Leben  gerufen  und  dem  Lande  auf  solche  Weise
eine  neue  Einnahmecquelle  verschafft  werde.

In  dem  Boegleitschreiben  Nibbentrops  ist  zunächst
  auf  die  steigende,  lediglich  durch  das  Angebot
begrenzte  Ausfuhr  von  Myrobalanen,  den  tanninreichen
  Früchten  von  Terminalia  Chebula,  Terminalia
  Citrina,  Terminalia  Bellerica  und
Phyllanthus  Emblica  sowie  auf  die  außerordentliche
  Zunahme  des  Handels  mit  Katechu  (ein  gerbstoffhaltiges,
  aus  dem  Holze  der  Acacia  Catechu
bereitetes  Extrakt)  in  Birma  hingewiesen.

Daß  die  Nachfrage  nach  Myrobalanen  und  Katechu
  in  der  That  eine  sehr  bedeutende  ist,  wird
durch  dic  indische  Zollstatistik  der  Jahre  1891,92
bis  1894/95  bezw.  die  monatlichen  Trade  Accounts
für  1895/96  bewiesen.  Danach  gelangten  nämlich
während  der  lehten  fünf  Jahre  zur  Ausfuhr:

a.  Myrobalanen.

1891/92.  1790  802  Cwt.  im  Werthe  von  3  936  902  Nup.
1892,03  667540o  -  3367  093  =
1893.91.  330  529  4  150  460  =
1894.95  1  123  113  4649763
1895/96  1  000  026  4045  598  =
b.  Katechu.

1891/02  197059  Cwt.  im  Werthe  von  3  172  961  Rup.
1892  93  229  31t6  -  3  824  810
1893/94  187  115  -  3378  902  =
1891/95.  155  02322  -  2921  363
1895  96  183702  -  3  796  106

Außer  den  gedachten  Gerbstoffen  bergen  die  ausgedehnten
  indischen  Wälder  noch  eine  ganze  Reihe
anderer  tanninhaltiger  Gewächse,  denen  bis  jetzt  nicht
die  gebührende  Beachtung  geschentt  worden  sei.  Es
sind  dies,  soweit  bisher  ermittelt,  folgende  Gewächse:

a.  Mit  tanninreichen  Blättern.

1.  Anogeissus  latilolia.  Ein  ansehnlicher,  in
den  Centralprovinzen  und  in  Südindien  häufiger
Baum,  zur  Familie  der  Combretacenc  gehörend.

 

2.  Sumach=  (Rhus-)  Arten.  (Familie  Anacardiaccac.)
  Dieselben  kommen  im  subtropischen  Himalayagebirge
  vor.

b.  Mit  tanninreicher  Rinde  bezw.  derartigem
ernholz:

3.  Himalaya-Eichen,  wie
lamelosa,  serrata  u.  s.  w.

4.  Acsculus  indica.  Die  indische  Kastanie,
ebenfalls  im  Hamalayagebirge  häufig.

5.  Acacia-Arten  (Familic  Alimoseac),  besonders
Acacia  arabica,  der  „Cabul=  trec“,  welcher  über
den  Punjab  und  das  ganze  westliche  und  südwestliche
Indien  bis  nach  Ceylon  hin  verbreitet  ist.

6.  Shorea  robusta,  der  „Sal-tree“  (Familie
Dipterocarpcac),  ein  stattlicher  Baum,  welcher  in
der  tropischen  Himalayazone  sowie  in  Centralindien
und  im  westlichen  Theile  Bengalens  kleine  Waldungen
  bildet.

7.  Cassia  auriculata,  „Tanners  Cassia“  genannt.
  (Familie  Mimoscac.)  Ein  in  den  Centralprovinzen
  der  Bombaypräsidentschaft  und  in  Südindien
wildwachsender  Strauch  mit  tanninreicher  Rinde.

8.  Soymida-Arten.  (Familie  Ilelinccac.)
„Indian  Red  Wood“,  Bäume  Central=  und  Südindiens,
  die  auch  in  den  Nordwestprovinzen  angetroffen
  werden.

.  Terminalia  tomontosa.  (Familie  Combre--taccac.)
  Ein  naher  Verwandter  der  oben  erwähnten
Myrobalanenbäume,  welcher  fast  über  ganz  Indien
verbreitet  ist.

10.  Pinus  longilolin.  (Familie  Coniserac.)
Die  Kiefer  des  Himalayagebirges.

Da  der  Export  der  Blätter  der  Rinde  oder  des
Holzes  derartiger  Gewächse,  wie  der  vorstehend  genannten,
  sich  schwerlich  rentiren  würde,  so  wird  vorgeschlagen,
  aus  diesen  Stosfsen  nach  enropäischer
Methode  Tanninextrakte  herzustellen  und  diese  zur
Ausfuhr  zu  bringen  oder  auch  sie  im  Lande  selbst
zum  Gerben  von  Hänten  zu  verwenden.

Die  Eingeborenen  Indiens  gerben  bislang  Thierhäute
  durch  Einnähen  derselben  in  Säcke  zusammen
mit  Rohgerbmaterial  in  so  primitiver  Weise,  daß  eine
fast  ganz  unbrauchbare  Qualität  Leder  gewonnen
wird,  welches  kaum  als  solches  bezeichnet  werden  kann.
Diejenigen  indischen  Gerbereien  dagegen,  welche  nach
europäischem  Verfahren  arbeiten  —  wie  diejenigen
Cawupurs  —,  sind  gezwungen,  Tanninextrakt  zu
importiren  bezw.  in  primitiver  Weise  ihren  Bedarf
selbst  zu  bereiten.

Es  liegt  hiernach  auf  der  Hand,  welch  großer
Nußen  Indien  erwachsen  würde,  wenn  aus  dem

Quercus  incana,

unerschöpflichen  Nohmaterial  seiner  Wälder  und
Dschungeln  fabrikmäßig  ein  billiges  Tanninextrakt

hergestellt  würde.  Es  wäre  damit  die  Basis  für
einen  zweifellos  großen  Ausschwung  des  Gerberhandwerks
  in  Indien  geschaffen.

Der  indische  Export  von  Häuten  ist  ein  sehr  beträchtlicher
  und  steigender,  wie  folgende,  die  Ausfuhr
        <pb n="701" />
        —  619

dieses  Artikels  während  der  letzten  fünf  Jahre  veranschaulichende
  Zahlen  zeigen:

18917002  503  682  Cwt.  im  Werthe  von  17  238  837  Nup.
1892  93.  472  62090  -  -17614688  =
1893,94.  504  929  -—  -  -19484822
1894°95.  568  20909  -  -20889  183
1895,96.  649  835  -2  -  26  103  443

Diese  belangreiche  Ausfuhr  findet  dadurch  ihre
Erklärung,  daß  zur  Zeit  im  Ganzen  nur  22  Gerbereien
  im  Lande  bestehen;  nämlich  vier  in  den  Nordwestprovinzen
  (Cawnpur),  neun  in  Bengalen,  drei  in
der  Präsidentschaft  Bombay  und  sechs  in  Madras.
Von  diesen  sind  ausschließlich  diejenigen  Cawnpurs
von  wirklicher  Bedeutung  für  das  Land.

Telegraphenlinien  im  Senegal.

Nach  Angabe  der  amtlichen  „Bevuc  coloniale“
hat  die  französische  Regierung  im  Senegal  den  Ausbau
  der  Telegraphenlinien  nach  dem  Sudan  fortgesetzt.
  Es  sind  im  Jahre  1895  und  Anfang  1896
Linien  in  der  Länge  von  727  km  angelegt  worden.
Drei  Bürcaus  erster  Klasse  sind  in  Sdhion,  Hamdallage
  und  Sine  (Haute  Gambie)  eröffnet,  zwei
zweiter  Klasse  in  M'Baye-M'Baye  und  Gonudiri.
Die  Pfähle  sind  aus  harten  Hölzern  an  Ort  und
Stelle  hergestellt  worden.  Die  Kosten  haben  noch
nicht  80  000  Frcs.  betragen.  Es  wird  beabsichtigt,
die  Linien  nach  Guince  lrançaise,  Grand  Bassam
und  selbst  nach  Dahomey  fortzusetzen.

Perschiedene  Wittheilungen.
Ueber  eine  neue  Durchauerung  Afrikas
berichtet  die  Zeitschrift  „Afrika“"“  Folgendes:  Als  im
vorigen  Jahre  aus  Britisch-Ostafrika  die  Vernichtung
einer  Karawane  gemeldet  wurde,  hieß  es,  daß  einige
Franzosen  dem  Tode  entgangen  seien.  Es  handelte
sich  dabei  um  eine  vom  französischen  Ministerium
des  öfsentlichen  Unterrichts  ausgesandte  Expedition
unter  Versepuy,  deren  besondere  Aufgaben  nicht
angegeben  werden.  Außer  dem  Leiter  nahmen  an
ihr  noch  Baron  de  Romans  und  ein  Zeichner
Sporck  theil.  Die  Expedition  verließ  Sansibar
am  6.  Juli  1895  mit  einer  Karawane  von  150  Mann,
betrat  das  deutsche  Gebiet,  besuchte  die  Umgebung
des  Dschipe-Sees,  bereiste  den  nördlichen  Abhang
des  Kilimandjaro  und  trat  auf  englisches  Gebiet  über.
Die  Absicht  der  Reisenden,  bis  zum  Keniagebirge
und  dem  Rudolf-See  vorzudringen,  konnte  nicht  ausgeführt
  werden,  weil  die  feindliche  Haltung  der
Wakamba  und  Massai  sie  daran  hinderte.  Am  26.  November
  1895  wurde  im  Thale  von  Kedong,  40  km
von  Kikuju  entfernt,  eine  Karawane  von  den  Eingeborenen
  vollständig  niedergemehelt.  Am  folgenden
Tage  versuchten  Versepuy  und  de  Romans,  gestützt
  auf  60  Flinten,  den  Durchgang  zu  erzwingen.

 

Sie  wurden  von  den  Massai  angegriffen,  wobei  ein
Schotte  Dick  an  der  Seite  Versepunys  und  de  Romans
getödtet  wurde.  Die  Lebteren  verdankten  ihre  Rettung
einzig  ihren  schnellseuernden  Gewehren.  Die  Massai
zogen  sich  zurück,  nachdem  sie  85  Mann  todt  auf
dem  Schlachtfelde  hatten  liegen  lassen,  und  die  Expedition
  konnte  nach  Kikuju  zurückkehren.  Einige
Tage  darauf  baten  die  Massai  um  Frieden.  Von
ihrem  Ziele  Kenia  und  Rudolph-Sce  abgelenkt,  drang
die  Expedition  Versepuy  nun  gegen  den  Victoria-See
vor,  überschritt  am  19.  Jannar  1896  den  Nil  und
erreichte  Mengo,  die  Hauptstadt  von  Uganda.  Der
Zweck  der  Expedition  war  nun,  den  Lauf  des  Kongo
zu  erforschen.  Sie  drang  zum  Albert  Edward-See
vor  und  wurde,  nachdem  sie  Katwe  (Fort  George),
das  an  diesem  See  liegt,  verlassen  hatte,  von  feindseligen
  Eingeborenen  angegriffen.  In  dem  sich  entspinnenden
  heftigen  Kampfe  wurden  167  Eingeborene
getödtet.  Welchen  Weg  die  Expedition  darauf  eingeschlagen
  hat,  ist  noch  nicht  bekannt,  jedenfalls  aber
hat  auch  sie  den  großen  Acquatorialwald  durchzogen.
Die  Expedition,  deren  Mitglieder  gesund  in  San
Thomc  eingetroffen  sind,  hat  fast  genau  ein  Jahr
für  die  Reise  von  der  Ostküste  nach  der  Westküste
gebraucht.  Der  Führer  der  Expedition  ist  inzwischen
in  Frankreich  angekommen.  Er  war  aber  vom  Fieber
so  sehr  geschwächt,  daß  er  inzwischen  einem  neuen
Krankheitsanfall  erlegen  ist.

Sum  Schutz  der  Rautschukbäume  in  den  Wäldern
hat  die  Regierung  von  Nicaragua  durch  Verordnung
vom  13.  Juli  die  Ausfuhr  alles  Kautschuks,  der  nicht
aus  Pflanzungen  stammt,  verboten.  Zum  Zweck  der
Durchführung  des  Gesetzes  müssen  die  Pflanzungen
und  die  Bäume  darin  jedes  Jahr  amtlich  angemeldet
werden.

 

VVVVYVVVVVYVVVVVVYVTYVTYTVYVWWVVVTYVTYVYVYVTT

Tikterakur.

Rudolf  Fitzner:  Deutsches  Kolonial-Handbuch.
Nach  amtlichen  Quellen  bearbeilet.  Berlin  1896.
Verlag  von  Hermann  Pactel.

Das  auf  Grundlage  des  amtlichen  und  auch
privaten  neuen  Materials  in  überaus  fleißiger  und
mühsamer  Arbeit  zusammengetragene  Werk  läßt  an
Reichhaltigkeit  und  Zuverlässigkeit  Alles  hinter  sich,
was  bisher  an  Nachschlagebüchern  für  die  deutschen
Schubgcbiete  vorhanden  war.

Der  Verfasser  bietet  in  dem  einleitenden  Theile
ein  Verzeichniß  der  Kolonialbehörden,  der  Mitglieder
des  Kolonialrathes  und  des  Präsidiums  der  Deutschen
Kolonialgesellschaft  sowie  ihrer  Abtheilungsvorstände.
Hierauf  folgt  auf  etwa  350  Seiten  Text  die  Darstellung
  der  einzelnen  Schutzgebiete  und  zwar  jedesmal
  unter  nachstehenden  Gesichtspunkten:
        <pb n="702" />
        Geographische  Lage  —  Grenzen.  Der  Text  der
diplomatischen  Grenzabkommen  ist  im  Wortlaut  wiedergegeben.
  —  Allgemeine  Landeskunde:  Oberflächengestalt
  —.  Flüsse  und  Seen  —  Klima  —  Gesundheitsverhältnisse
  —  Vegetation  —  Thierwelt.  —
Bevölkerung:  Eingeborene  —  Europäer.—  Statistische
Uebersicht  des  Wachsthums  der  europäischen  Kolonie
innerhalb  der  letzten  fünf  bis  sechs  Jahre  unter  Berücksichtigung
  der  Staatsangehörigkeit.  —  Die  Produktion
  des  Landes:  Landeserzeugnisse  —  Ackerbau
—  Plantagen  —  Statistische  Uebersicht  der  Pflanzungen
—  Viehzucht  —  Nutzbare  Mineralien  —  Heimische
Industrie  —  Jagd  und  Fischerei.  —  Handel  und
Verkehr:  Art  des  Handelsbetriebes  —  Artikel  der
Ein=  und  Ausfuhr  —  Statistische  Uebersicht  der
Haupt-Ein=  und  Ausfuhrartikel  während  der  letzten
drei  bis  vier  Jahre  —  Zölle  —  Abgaben  und
Steuern  —  Schiffsverkehr:  Dampferlinien  —  Fahrzeiten
  —  Passagepreise  —  Frachttarife  —  Statistik
des  Schiffsverkehrs.  —  Postwesen:  Postverkehr  —
Posttarif  —  Telegraph  —  Wortgebühr.  —  Mission:
Missionsgesellschaften  und  deren  Stationen.  —  Verwaltung:
  Organisation  —  Schutztruppe  —  Behörden
—  Rechtspflege  —  Etat  des  Schutzgebictes  —  Einnahmen
  aus  Zöllen  2c.  (statistischer  Vergleich  aus
vier  bis  fünf  Jahren).

An  diesen  allgemeinen  Theil  schließt  sich  eine
spezielle  Beschreibung  der  einzelnen  Ortschaften  und
Stationen.  Außer  einer  eingehenden  Beschreibung
—  vor  Allem  der  größeren  Plätze  —  werden  hier
Angaben  über  die  am  Orte  ansässigen  Behörden,
Missionsniederlassungen,  Schiffsverkehr,  Faktoreien,
Pflanzungen,  Gewerbetreibenden  2c.  —  Arbeitslöhne,
  Preise  der  Lebensmittel  und  Tauschwaaren,
Entfernungen  nach  größeren  Plätzen,  Angaben  über
Boden,  Trinkwasser,  meteorologische  Beobachtungen  2c.
geboten.  —  Fünf  Kartenbeilagen  unterstützen  den  Text.

Das  Buch  wird  ebenso  werthvoll  für  die  in  den
Kolonien  thätigen  Persönlichkeiten  als  für  jeden  Kaufmann
  und  Gewerbetreibenden  sein,  welcher  mit  den
Schutzgebieten  Verbindungen  hat  oder  anknüpfen  will.

Paul  Reichard:  Stanley.
Hofmann  &amp;amp;  Co.

Das  vorliegende  Buch  bildet  einen  Band  der
A.  Bettelheimschen  Sammlung  „Geisteshelden“  und
hat  den  durch  seine  große  und  erfolgreiche  Reise  in
Ostafrika  bekannten  Forscher  zum  Verfasser.  Der
Verfasser  spricht  es  im  Vorwort  offen  aus,  daß
Stanley  wegen  seiner  oft  und  herausfordernd  geäußerten
  Feindseligkeit  gegen  Deutschland  und  infolge
seines  Verhaltens  gegen  Emin  Pascha  gerade  von
deutscher  Seite  keine  milde  Beurtheilung  verdiene.
Indessen  dürfte  ihm  Recht  zu  geben  sein,  wenn  er

Berlin  1896.  E.

620

 

meint,  daß  trotz  der  schlimmen  Seiten  seines  Charakters
  Stanley  immerhin  eine  unbefangene  Würdigung
seiner  Leistungen  verdiene.  Das  ist  in  der  Schrift
in  vollem  Maße  geschehen.  Besonders  lesenswerth
sind  die  Enthüllungen  Reichards  über  die  abenteuerliche
  und  unglückliche  Jugend  Stanleys,  deren
Geschichte  trotz  seiner  Heimlichthuerei  an  den  Tag
gekommen  ist.  Der  englische  Reisende,  der  sich  so
lange  als  Amerikaner  geberdet  hat,  heißt  nämlich
eigentlich  John  Rowland  und  ist  das  uneheliche  Kind
eines  Bauernmädchens  in  Wales.

O.  Hübners  geographisch-statistische  Tabellen
für  1896,  herausgegeben  von  Dr.  Fr.  v.  Juraschek.
Das  kleine,  treffliche  Nachschlagebuch  ist  neu  erhänzt
  pünktlich  wieder  erschienen.  Der  neue  Jahrgang
  berücksichtigt  bereits  die  Ergebnisse  der  deutschen
Vollszählung  von  1895  in  umfassender  Weise.

Dr.  M.  Albrecht:  Nussisch-Centralasien.  Reisebilder
aus  Transkaspien,  Buchara  und  Turkestan.  Mit
52  Abbildungen.  Hamburg  1896.  Verlagsanstalt
und  Druckerei  A.-G.

Der  Verfasser,  welcher  seit  Jahren  mit  Rußland
vertraut  ist,  liefert  hier  eine  höchst  lesenswerthe  Schilderung
  der  Arbeiten  und  Erfolge  Rußlands  in  den
durch  die  transkaspische  Eisenbahn  neuerdings  erschlossenen
  weiten  Gebieten,  welche  er  in  Begleitung
seiner  Frau  im  Herbst  1893  besucht  hat.  Die  oft
geschmähte  russische  Verwaltung  hat  dort  im  Osten
des  Kaspischen  Meeres  eine  gewaltige  und  außerordentlich
  erfolgreiche  Kulturarbeit  geleistet.  Die
Entwickelung  ist  freilich  noch  bei  Weitem  nicht  beendet.
Leider  sind  die  Verhällnisse  in  diesen  mittelasiatischen
Gebieten  so  abweichend  von  den  afrikanischen,  daß
für  die  dortige  Kolonisation  direkte  Nutzanwendungen
aus  dem  Vorgehen  der  Russen  nur  in  wenigen
Punkten  gezogen  werden  können.

Die  transatlantischen  Schnelldampfer,  die
Gefahren  der  Scereise  und  die  Rettungsmittel  der
Seeschiffe,  nebst  einer  ausführlichen  Antwort  auf
die  Frage:  Warum  versteht  man  bei  uns  im
Binnenlande  so  wenig  vom  Seewesen?  Von
einem  Gereisten.  Leipzig  1896.  F.  W.  Grunow.

Obwohl  es  fraglich  sein  dürfte,  ob  in  anderen

Binnenländern  das  Publikum  besser  über  Seewesen

unterrichtct  ist  als  in  Deutschland,  verdient  diese

Schrift  Anerkennung.  Sie  beweist  durchweg,  daß

sie  von  einem  genau  unterrichteten  Fachmann  stammt,

und  ist  dabei  durchaus  klar  und  lesbar  abgefaßt.

Auch  der  mit  dem  Meere  vertraute  Leser  findct  in

ihr  vieles  Neue  und  Interessante.
        <pb n="703" />
        Dampfern,

621

Schiffsbewegungen.

(Die  Zeit  vor  dem  Orte  bedeutet  die  Ankunft,  hinter  dem  Orte  die  Abfahrt  des  Schiffes.)

S.  „Bussard“  3/9.  Sydney.  (Poststation:
S.  „Condor"  26/8.  Kapstadt.  (Poststation:  Kapstadt.)
S.  „Falke"  21°8.  Auckland  31/8.  —  6/9.  Sydney.

.  S.  „Hyäne“  14/9.  Kamerun.  (Poststation:
Vermessungsschiff  „Möwe“
2.  S.  „Secadler"“  9/7.  Sansibar.
S.  „Sperber“  5/5.  Kamernn.

Hospostamt.

(Poststation:
Kamerun.)
Matupi  27,8.  —  119.  Sydney.
(Poststation:  Sansibar.)
(Poststation:  asserviren.)

Ablösungstransport:

messungsschiff  „Möwe“:
Ausreise:

Bremerhaven  29/7.  —  Sydnoy.

Hofpostamt.)
(Poststation:  Sydney.)

Prinzregent  Luitpold“  des  Norddeutschen  Lloyd  mit  der  halben  Besatzung  für  S.  M.  Ver- 



Verkehrs-Nachrichten.

Postdampfschiffverbindungen  nach  den  deutschen  Schutzgebleten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die  Abfahrt  erfolgt  Ausschiffungshafen.  Briefe  müssen  aus
Nach  vom  Ein-  Dauer  Berlin  spätestens
schissungshafen  an  folgenden  Tagen  der  Ueberfahrt  abgesandt  werden
Nea  am  7.,  28.Okt.,  18.  Nov.]  Tanga  20  Tage  am  5.,  9.,  26.  Oltober,
kherer  Schiffe)  120  abds.  Dar-es-Salam  21  Tage  63,10,  Kovenber
9  ika.  Bri  am  11.  Okt.,  8.  Nov.  Sansibar  21  Tage
1.  Deutsch  ·  Ostafrita  enn  nt  4½%  4K
arseill  am  10.  jedes  Mts.  Sansibar  18  Tage  am  8.  jedes  Monats
nuei  in  4%  Uums.  4  abbs.
»  ·  Southampton  1  am  10.  Okt.,  7.  Nov.  Lüderitzbucht  27  Tage  am  9.  Okt.,  6.  Nov.
2.  deutsch--üdweslafrika.  ngiische  Schiffe  bis  40  ums.  Swakopmund  30  Tage  113  oms.
(Nach  Warmbad  wöchentlichKapstadt,  n  deut.n
bis  Kopftadl.  von  dort  weiter  icher  2  *  entwein)
alle  I4  Tage  auf  d.  Landwege)buur  am  30.  November  Swakopmund  30  Tage  am  30.  November
**-  -  Schiff)  nachts  720  abds.
Hamburg  am  10.  jedes  Monats  Kamerun  24  Tage  am  00.  debes  Monats
3.  Ram  A  (deutsche  Schifke)  nachts
k  Ramerun.  1  Liverpool  am  28.  Okt.,  25.  Nov.  Kamerun  22  Tage  am  *  .,  23.  Nov.
—  (englische  Schisse)  #•  —  —  J.  15  nmms.
am  10.  jedes  9  Mts.  nachts  Klein-  in-Popo  20  Tage
4.  Togo-Gebiet  Hamburg  6  am  20.jedes  mt.  Lomee  31  Tage  u
Lo  Quittah  mittelst  (deutsche  Schiffe)  Klein-Popo  33  Tage
oten  nach  Lome  und  H  Liverpool  am  7.,  21.  Ollober,  Quittah')  oder  Klein,  m  54  4½  Okto
Klein-Popoy.  (englische  Schiffe-.,  18.  November  Popo  35  Tage  2.,  16.  Nov.  als  ns.
Nea  am  21.  Okt.,  16.  Dez.]  Friedrich  Wilhelms-  am  19.,  23.  Oktober,
5.  Deutsch-Neu-Guinea.  Ghemwa  Sohise  abds.  hafen  45  Tage  14.,  18.  Dezember
Brindisi  am  25.  Okt.,  20.  Dez.  age  10  abds.
(Nachversand)  abbs.
6  Brindisi  am  8.  Nov.,  3.  Jan.  Jaluit  71  Tage  am  6.  Nov.,  1.  Jan.
6.  Marshall  ·  Inseln.  (über  Manila)  abds.  0%  abos.
        <pb n="704" />
        622

WOERMAMNMN-  LINIE.
Regelmähige  Vost-Dampfschifffahrt  zwischen  Hamburg  und  Wostafrilia.

Fahrplan  für  das  vierte  Vierteljahr  1896.

Linie  I.  Nach  Lagos,  Klein-Popo,  Kamerun  und  den  Häfen  bis  Ponta  Neg.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ausreisee.  Heimreisee.

9  Der  Ponta  Negra  Nov.  29.  Dez.  29.  Jan.  29.
Hamburg  '  Om«  10  Nov.  Dr.10.  abun.  Dezbr.  1.  Jan.  1.  Febr.  1.
Monrovia.  r  2.  Slob.  ?2  ½
Accra*  "29.  .  29.  29.  .  lanna  3  3.  5.
44%  Ropo  -  6  30.  -  b  30.  -  30.  1  N—]i  atanga  «  ·  ·  '

Novbr.  1.  Dezbr.  1.  Jan.  1.  -.-·

K.  N  .  -4.  -o4.  -  aigtium  «  »  4.  4.  4.
ltio  del  Rey  =  11.  11.  -  VI#Wnne  ·

.ictoria..  .12.-12.-12.I«sc«c’.I-Ts»atm’9«-  j?·Z  P
eumndoPo.  -14.  -14.  -14.  Pfg  nnd-a  ·'  7.  *2.  7.
Nalimba  -15  15.  15  "G  undi-  6  .  9.

Alein-  Vatanga.  -17  17.  I1.  2F  11.  .  14.  14.

ongli  .  .  .  .

Flabntauon  .  -19.  -19.  -19.  Tksälslddazssapo  gl,  -  3  3

□  r  1  *  2.  7

Frob=  Baianga  20.  20.  20KKlein-Popo-  3  33

VBa  ·  «21«-21«-21"snoiua·  32E;"-23"123«
absm  23.  -23.  -23.  Addab  27.  27.  z  27.

Kap  Lopez  24  24-.  24  ed  24  5  2-Seite

  Cama  25.  é  25.  25.  3  #ap  Palmas  „  30.  30.  März  2.

Nyanga  -286.  2326  204.  rind  Basse  Jan.  I.  Ner.  1.  arz

Mayumba  27.  27.  *  27.Mnrovil  W.  Febr.  3
Zoango  Ne  «  «  IF  3  .  IF  Gran  Canaria.  12.  12  12.
Ponta  egra  .  -.  9.  9.  Tenerisfa.  „  13.  13.  13.

Madeira.  :  15  15.  15.

T.  Hamburg  24..  24  24.
Linie  II.  Nach  Marokko,  Canar.  Inselu  und  der  Westküste  bis  Sherbro.  Antwerpen  aulaufend.

Ausreise.  Heimre  isee.

n  #

Hamburg#.  Olt.  14.  Nov.  15.  Dez.  15.  Sherbro  Nor.  28.  Dez.  28.  Jan.  28.

Antwerpen.  r  19.  "19.  Sierra  Leone  30.  -30.  -30.

Larache  E  -217.  27.  Conakry.  T  v  1.  Jan.  1.  Febr.  1.

Rabat  „  28.  28.  :  28.  Rufisque  1  8.  „  8.  -  8.
anger  .  29.  29.  :  29.  Dakar  .  ..  -  9.  9.  9.
Casablanca#  Nov.  1.  Dezbr.  1.  Jan.  1.  Gran  Canaria  15.  15.  15.
Sasfsi  .  -2.  -2-  -2-  Logador  117.  7.  *  I7.
MNazagan“  ·  3.  -«1  -3-  afsi  18.  18.  18.
Mogador  4.  *  4.  =  4..  Mazagan  20  20.  *  20.
hran  Canaria.  v  6.  .  6.  "6.  Casablanck  21.  21.  -21.

deneriffa  7.  7.  7.  .  22.I-22.  *  22.

(  orte  -  11.  -  Hamburg  30.  .  30.  März  2.
Dakar  .  .  -  .  !

!  usisque  12.  12.  12.

Bathurst.  .  13.  13.  :  13.  1
Sierra  Leone  19  19.  *  19.  L
Sherbro.  -21.  -21.  -21.

l

 

 

 

 

)  Einschiffung  der  Passagiere:  Linie  I  am  11.  jedes  Monats,  Linie  II  am  16.  jedes  Monats,

Linie  III  an  21.  jedes

Monats,  Linie  1

*)  Nur  für  Passagiere.

am  1.  jedes  Monats.
        <pb n="705" />
        Ausreise.

—

Linie  III.  Nach  der  —  und  Togo.

dein  :es.

 

Hamburg  !.
Conakry
Monrovia

&amp;amp;

Vagida
Klein-Popo
Grand-Popo
Whydah
Cotonou.

 

Linie  IV.

*  1.

naandanadnnd.
w
S

 

 

Nach  Lagos,  Liberia  und  den  Häfen

Ausre  ise.

Okt.  20.  Nov.
Nov.  6.  Dez.
*  8.  "ê

8i.———.—.—.——.——

Instituts-tun

 

 

otonou.
Whydah
Grand-  Popo
Klein-Popo.
Bagida

 

Kap  Palmas
Monrovia

Gran  Canaria  .

Hamburg

Südküste  von  Landana  bis  St.  Paul  de  Loanda.

Nov.  28.  Dez.  28.
:  29.  29.
Dez.  2.  Jan.  2.
-  3.  :  3.
:  5.  5.
-  7.  -  7.
-  9.  -  9.
-Ê11.  11.
*  13.  *  13.
.  1.  *  16.
-138.  -13.
206.  26.
=  27.  27.
28.  28.
Jan.  9.  Febr.  9.

 

 

Heimreise.

 

Jan.  28.
*  29.
Febr.  2.
3.
5.
:  7.
9.
é-  11.
*  13.
*  16.
-138.
-26.
:  27.
*  28.
März  9

 

Hamburg  .
Tenerissa
Gran  Lanaria

Dakar
Mufisque.
Monro  ..
Grand  Passa  .
Sinne.  .
stap  Paduas

Landana
Cabinda.
Banana
Voma
Noqui
Matadi
Loanda
Ambriz
Kinsembo
Mussera
Ambrizette
Muculla
Landana.

 

 

Okt.  31.  Nov.
Nov.  10.  Dez.
11.  -

*
*
S
*
5„  „  S  „  „

KFbn  A  LC  D

F  àn  „  „

 

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A  „à

 

Landana

Old  Calabar

Donny
agos

Winnebah
Appam
Saltpond
Kap  Coast
Elmina
Chama
Dixcove
Arin
#  Palmas

Sioe  Bassa
Monrovia
Gran  Canaria.

Casablanca
Hamburg

Dez.  18.  Jan.  18.
-21.  21.
25.  .  25.
-  80  Febr.  7  30.

Jan.  7.

:  38.  -  "
)52
*  11.  -Ê11
-12.  "*  12.
"*  13.  -Ê13.
1.  14.
5  15.  15.
-13.  -138.
-159.  *  19.
20.  .  20.
*  21.  *  21.
30.  -30.

Febr.  2.  März  2.
3.  3.
*  4.  .  4.
*.  5.  5.
*  15.  *  15.

 

 

 

Am  6.  Dezember  wird  P.-D.  „Eduard  Bohlen“  von  Antwerpen  direkt  nach  dem  Kongo  und  zurück  expedirt.

*  Einschiffung  der  Passagiere:
Linie  III  am  21.  jedes  Monats,  Linie  1.
*)

Nur  für  Passagiere.

Linie  1  am  11.  jedes  Monats,  Linie  II  am  16.  jedes  Monats,
am  1.  jedes  Monats.
        <pb n="706" />
        624

Eintreffen  der  Post  aus  den  deutschen  Schutzgebieten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

   

2  ·  Die  Post  ist  fällig  Landungs-=  Die  Kot  ist  fällig
Von  in  Berlir  Von  basen  i  Berlin
—  .  4  am  9.“,  30.  Oktbr.,  I  —
Deutsch  ·  Ostafrita  .  20  W“’  Togogebiet  Hamburg  .  .  am  10.*  und  25.*
Brindisi.  am  6.  Okt.,  3.  Nov.  jedes  Monats
Marseille  EB  1.  Olt.,  1.  Nov.  1
Deutsch-  Südwestafrita  Southampton  am  20.Okt.,  17.  Nov.  Deutsch  neuGöainen.  h  ni  13.
1  5.jed.  Monats  --  '  »
Kamevun.......  Hymbukg'am2ole  .  Mars  all-Ineln...Matleclleoder.AnanOktobcr,
Liverpool.  am  s.  Olt.,  5.  Rov.  i  Barcelona  J  November
*  Fälligkeitstage  für  die  mit  deui  hen  Schiffen  eintreffenden  Posten.
Schisatewegnngen  d  der  Woermann-Linie.
Neise  #  Lette  Nachrichten
d
Posidampfer  von  I  nach  bis  28.  September  1896
„Avolph  Woermann“  Hamburg  Ponta  Negra  am  10.  ab  Hamburg.
„Aline  Woermann“  Ponta  Negra  Hamburg  am  16.  in  Lagos.
„Anna  Woermann“.  Kap  Palmas  Hamburg  am  28.  in  Fierta  Leone.
„Carl  Woermann“  Kotonon  Hamburg  am  10.  in  Acc
„Eduard  Bohlen“,  Hamburg  Congo  am  18.  in  Beihurs.
„Ella  .  Kap  Palmas  ambur  am  25.  in  Hamburg.
„Gertrud  Woermann“  Hamburg  Ponta  Negra  am  20.  in  Madeira.
„Gretchen  Bohlen“  Hamburg  Kotonon  am  25.  in  Kotonou.
edwig  Woermann“  Hamburg  Kotonon  am  24.  Dover  passirt.
nee  Woermann“.  Loanda  Hamburg  am  17.  in  Accra.
Kurt  Woermann“  Loanda  am  15.  in  Teneriffe.
„Lothar  Bohlen“  .  Swakopmund  Hamburg  am  12.  in  Benguela.
„Lulu  Bohlen“  Wilhelmshaven  Kamerun  am  7.  ab  Wilhelmahaven.
„Marie  Woermann“.  Hamburg  Ponta  Negra  am  25.  September  in  Gabun.
„Melita  Bohlen“  .  Hamburg  Lüderitzbucht  am  30.  September  ab  Hamburg.
„Professor  Woermann“  .  Hamburg  Kap  Palmas  am  22.  September  Dover  passirt.
„Thekla  Bohlen“  Hamburg  Congo  am  26.  September  in  Accra.

 

 

 

Sahissore  wegungen  der  eutschen  Oltaftita  Linie  Oamburg  Oftafrita

 

Neichspostdampfer

 

Letzte  Nachrichten

 

von  I  nach  bis  26.  September  1896
l

„Kaiser“  .  Hamburg  I  Durban  am  22.  ab  Suez.
„Kanzler"  .  .  Durban  Hamburg  am  22.  ab  Lissabon.
„Bundesrath“.  .  Durban  Hamburg  am  24.  an  Aden.
„Reichstag“  .  Hamburg  I  Durban  am  26.  an  muiden.
„Admiral“  Hamburg  Durban  am  23.  an  Las  Palmas.
„General“  .  Hamburg  Durban  am  23.  an  Mozambique.
„Herzog“  .  Durban  Hamburg  am  25.  ab  Delagoabai.

 

 

 

—n

—

Der  heutigen  Nummer  liegt  ein  Prospekt  über  das  Werk:
Kolonien  bei,  den  wir  zur  gefälligen  Durchsicht  bestens  empfehlen.

Dr.  Zimmermann:  Die  Europäischen

Die  Expedition.
        <pb n="707" />
        —  625  —

 

„Eupffehlenswerthe  Werke  der  deutschen  und  ausländischen  litteratur.

Der  Nord-Ostsee.  usere  Scheieterhtpnhe  in  Ose-Bric’ke--Akbrens
Kanal.  Amtl.  Festschriltt  z.  sein.  Eroffn.  im  JosK#4  Von  Georg  M  nercker,  i.  deutsch.  „engl.,  sruuz.  „itul.
Tuni  1895;  v.  Carl  l.che.  (sch.  R.  girrunksrath.  T’r.  Lt.  im  Inf.  Regt.  No.  23,  chemal.  u.  Span  Sprache  Iabrizirt.  *
"  1i  .  in  8  Null  A  O  liz.  d.  Sehntpztruhbe.  Ar  34  IIlustr.  jed.  Preislage.  18  mal  Droi  ä-12
  "  41  Zhl  2

5.0  Mk.  Iia  Pe  elr  wem  r.ded.u1,  wai  Th.  n.  Originalaufnahmen  d.  Chefs  miirt.  (Prospekte  gratis.)
Ihr.  Riaj-  u.  Kaiserin,  lan  zuner  Puchrn°,  ge-  Kamnsng.  20S.  So.  V.  erlug  von  KarC.  F.  Lücke,  Leipzig.  (#)
lalenen  Gusten  11  ubevr.  Probebog.  m.  Abbild.  grat.  Siegismund,  Berlin  W.  417.  2

Verl.  von  Wilhelm  Erust  &amp;amp;  Sohm  in  kerlin  W.  3.  v

 

   
  

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.  r.(l.Ge-bezouc-JlnndbncltsurAs-JICUUIMOOOQIMEHefe-MU-1cdckl)ulls(«holmAuslande
  nahme  fremder  Sprachen.  Ien  Aul.
schen  ½#n#ck  rersehen.  Sp’che3  gern  die  selbst  in  ——  trage  der  Kol.-Abth.  des  Auswärtigen

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Sunche  2o  AXlk.  Selye  4.  Aull  beutache  MA##talr  Auecer  gchiunn  (Praxer).  Awmts  verfasst.  Preis  4  4.—
i  deke  &amp;amp;  Lehmkuhl  Mnn  abonnirt’Der  alen  TPoslanstallen  (Cinge-  vV.  erlag  von  E.  S.  Alittler  &amp;amp;  Sohn,
V  erlag  von  IInendeke  &amp;amp;  Lehmkuhl  agen  unter  Kr.  1751  4.  1500)  veno  iorel  Berlin  SWi

in  Ilamburg.  (G)  Exp.  n  Horiln  SW.  10  gegen  Eingend.  v.  2,/10  M.  *

 

 

        

       

   
 

    
  

      

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Nachruf.
Am  8.  d.  Mts.  verstarb  bierselost
an  perniziöser  Malaria  der  Kaiser  □0  RY'STALL  0  SE
liche  Hauptkassen-Buchhalter
i  enthält  nur  den  Süssstoff  des  Suacchurins  in  höchster
Herr  Wilhelm  Jansen.  Reinhell,  ubsolut  frei  von  den  Nebenbestandtheilen  des
Nachdem  er  bereits  vier  Jahre  gewöhnlichen  Saccharins.  Deshalb  reinster  Geschmack  und
den  klimatischen  Einflüssen  wider-  bester.  Zuckerenntz.  In  Wasser  leicht  16  heh;  durch  ihre
standen  hatte,  raffte  ihn  nach  kurzem  Crystalle  bietet  sic  entgegen  dem  Saccharin  Gurantic  ab-Krankenlager
  die  tückische  Krankheit  sofuter  Reinheit.  Das  Beste  für  Brauercicn.  Brennercien,
in  der  Alüthe  seiner  Jahre  dahin.  Limonaden-  und  Minerälwasserfabriken.  Für  Dinbetiker,
Dem  Andenken  seiner  trauernden  Mgohleilende  und  PFettsüchtige  w  cslentaschenpackung
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In  Vertretung:  Chemische  Fabrik  von  Heyden,
(gez.)  v.  Natmer.  Radebeul  bei  Dresden.  (65)

 

 

 

 

 

 

 

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Deutsche  Kolonial-Zeitung  1878.
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  zur  Ent-  u.  Bewässerung  von  Ländercien.  Wiesen
u.  Weiden,  zur  Wusserrelsorgung  von  IIaus  u  Stullungen.
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Amnludustrie  etc.  und  zur  Erzengung  elektrischen  Lichtes.

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  Gesellschaft,  Berlin,  der
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und  smmtliche  Bedurlsartikel  fü#
Photo  graphle,  Speziell  für  den  Cebruneh
  in  den  Kolonien,  lielern

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Berlin  S.  42,  Prinzenstrusse214.0
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—  626

Zur  Heilung  der  Malaria
(Wechsel-  oder  Sumpflieber)

wird  hierdurch  das  von  der

chemischen  Fabrik  auf  Hetien  (vorm.  E.  Schering)  zu  Berlin

Hamalem  Aaruhiiem

(salzsaures  Phenocoll)
ullen  nebemien  bestens  emplohlen.

Eine  grosse  Reihe  italienischer  Aerzte,  u.  A.  di  Drs.  P’rolfessor
Albertoni,  I’rofessor  Cervello,  IN.  Cucco,  Dr.  Dall  Olio.  ProlTessor
  Aosso,  Dr.  Venturini  und  viele  andere  huben  mit  dem  Ilittel
überruschende  lleilerfolge  bei  Malarin  erzielt.  Auch  Dr.  Ribet  in
Arzew  (Algier)  und  Dr.  Dupont  in  Boma  thuten  ein  Cleiches;  Letzterer
  hat.  die  r–  Rinreihunkg  des  Nedikaments  in  dic  Str  nutlichen

 

Das  haen  rrn  eignet  sich  lerner  nach  den  Feststellungen
von  L’rolessor  Aart  A.  Vargas  in  Barcelona  zur  schnellen  und
slcheren  Uellung  it  Kenellhuse

Man  wende  sich  wegen  des  Erhalts  von  I’henocollum  hydrochloricum.
wegen  Litterntur  und  Geber  auchsunweisungen  an  dic  v  ertreter  der  obengenannten

  Firma,  nämlich:

 

J.  Esplell;  (18)
ondon:  41.  A  N.  Fihenen  E.  C.  9  und  10  St.  Mary#-  at-  HIII;
Mosknu:  W.  Stlirzwage  &amp;amp;  Co.
New-Tork:  Lehn  &amp;amp;  Fink,  ꝛs  Willliam  Street;
P’'nris:  Max  Frdres,  31  ruc  des  petites  kcurses
tio  de  Anneiro:  Magalhäes.  Lucius  &amp;amp;  Co.  Successores  de  Klingelhoeler  &amp;amp;  Co.

gen##ma##is-#au#nentn
#  ——.  sur  vorandone  LQæesnen  4

 

 

 

—“  ½  ——

—.
„  6  —
75  -*n*ie

7472“

“½“  1.  n  4%  J%  *  urbaan  3

 

I
lafelgetränk  Sr.  Ourchl.  des  fürsten  Bismarck
Käullich  in  Minerolwasserhandlung.,  Apoth.,  IÖtels  eic.

 

Bestes  Tuafelwasser.  Altbewllhrte  Hellunelle.  Export
besonders  empfohlen.

Birresborner  Nineral-Brunnen,  Birresborn  (Eifel).

nunch  den  Tropen
67)
        <pb n="709" />
        —  627  —

 

 

Geschd'talerkunge  Mu#r  Pochotoin.
Eine  Redaltion·  Mugo  Morold.

eitschrift  für  Vielbeschäftigte

im  Inlande  oder  Auslande  ist  E———————
sreg  diese  im  In-Auslando.

  r  1  rdrn  2
D41ECMNCO
2  ostohens  orrungon,  rll  ¾

——  —  Ben  Ueb  erwiesonhnolud
Wocheusehrift  für  Politit,  Litteratur,  Kanst  v.  Wissensehat

(Stimmen  aus  allen  ——
PEandel  Gewerxbe  und  Tndustie

n  äi  dor  That  oinem  allgemeinen  Bodürfnis  ae  okommen  ist,  *&amp;amp;  die;  von  oft  miss-*B
  Bol  Debles  Vort  lamal  mit  mit  Be  —  zulse  ——  4½%  den  1  E—
Jamrgang  mies  E  )l  rehn  Pnden  des  a  e  e  ü  gekosh  ttor.

·  meksotzkmasksonosemlI""-;’-""is3:«3’  Wozka

nichts  uger  Aen  lassond  von  allgomoinem  Incerener,  on  namontlich  ohne  Pole
a

n
«  er,  dor  auch  die
EA  Lomt,  iab  nugor  n  3  ie  he  abernnen  Ae  Sise
abwochslungereichen  Inhalt  hohom  V
Unsere  Zeit  ruft  mit  -ie*8?9  in  immer  weiteren  Kreisen
—  Tegste  Anteilnahme  an  1ren  EFreignissen  hervor.
n  dom  —  Inhalt  unsoros  Blattos  zeugt  schon  dio  Vortellung  dos  Stol-—
  fos  in  #  abriken
lI.  Politik.  Eine  umangreiche  Bespre-.  Deutschtum  im  Auslande.  Nachrichchung
  der  Tagesfragen,  wie  alles  *  abg  das  Leben  und  Treiben  unsedessen,
  was  die  Welt  bewegt  und  Volksgenossen  in  der  weiten  Welt.
erfüllt.  9.  —  hohen  Kreisen.  Nachrichten  von
Dressento  Fragen  vom  den  Hôfen  und  aus  den  Zirkeln  der
Weltmarkte.  Gesamt-Wochenüber-  vornehmen  Welt.  .
steht  internationalen  Geld-  und  10.  Mulitär  und  Merine.  Mitteilungen  über
erktes.  erhlise  u.  Bewegungen  Land-3.
  s5  —  Späne.  Aler6ei  inter-  macht  aller  Staa
Ssanter  Kleinkram.  I1.  EW  znd  Völkerkunde.
4.  *#  .  Kolonlal
5.  Sprechss#al.  Bietet  eine  Gelegenheit  13.  Goergehtsaa!,  Verbrechen,  Unglucke--für
  jedermann,  wichtige  und  anzie-  fälle.
hende  Fragen  vor  das  Forum  der.  Kunst  und  Litteratur.
Oeffoptlichkeit  zu  bringen.  Wir  bit51à  Gesundheltepflege.  Medizinisches.
ten  hier  um  die  MNitarbeiterschaft16.  Soziales
aller  unserer  Leser.  17.  Kirche,  uu  *  Unwereität.
6.  Briefkasten.  18.  Sport  und  M
7.  Lesefrüchte.  Kleine  abgeschlossene  No.  Srt.  bonn
vellen,  Erzühlungen,  Skizzen.  Hübscho  20.  Humoristisches.
ben  aus  neuen  B  21.  Anekdoten.
*ir  h.  ihustrier  ist  doch  auch  gol  tlich  mit  gut
voprabc  nest  z  ka  goe  i  Ws  von  2.  r  rteleia.

don  8.  Eialn  ummern  vertreten  eind.
no  besondero,  facimlnnisch  rodigiorte  und  Ulustrierto  technleche  Abtellung

„Industrielles  Echo“

unterrichtet.  über  n  "——  rieessn  Vorgän  *  Nanerungen  n  Ei  Kuser  dom

a  —  ra  2  u  nr  krsgone  Das  Industriello  Bneho“  #
nicht  nur  für  Fachleuto  geschrioben.  sondern  so  EFofasst.  dass  ein  jeder  Cobildeto  den  Inbaft  ver-##
  und  dio  Fortschritto  auf  allen  Gebioten  der  Technik  und  Induetrie  mit  Insorosse  verfolgen
kann=  —  Gesamtwochenübersicht  des  Internatlonalen  Geld-  und  Le  a  Inter--w*.

  an  vom  Weltmarkte  werden  Iin  elner  besonderen  Kubrik  “
*

Das,  )*7  erscheint  jeden  Donnerstag.  1224nssen  nehmen
renerie,  und  Zeitunge-Spodlteuro  in  Deutschiend  zum  Proise  von  3  Mark  viortelfihrlich
aulgegen;  in  den  übrigon  Ländorn  zu  den  landosublichen  Preison.

D  A8  ECH  O—o  ——  —  Eus  Allen  —  —  F  HI
apregende  un  te.  ann  “
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Gelehrten  und  Studlerenden,  n  icht  den  Tromme,  14

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lesen,  ale  wöchentliche  Chronlk  der  Zelterelgnisse  bestens  empfohlen.

sel  auch  den  Herren

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oja  usvÖ  'I-ITN

DAS  ZCHO

Bostellungen  nehmen  alle  Buchhandlungen,  Postanstalton  und  Zeitungs-  Spediteuro  in  Deutschland  zum  Preise  von  3  Mark  viorte

uou#oln  zoufe  ul  10po  o  J  Wop  Jn#s  Jodeln

         
  

nosqojdmoa  suezsed  osuln###elez  don  Uuouo  enonlueqoga
5

 

—

in  den  öbrigen  Ländern  zu  den  land

Uubrlich  entgegen;:
unterz  Kreuzband  berogen,  kostot  „Das  Ec
nits  auszugebon.

##e  29,

„  möglichst  ganzjührige  Abonneme

b.  H.  in  Berlin  SW.,  Wilhelmstras

ter  Streifband  empflchlt  os  sich

reisen.  —  Direkt  von  der  Verlagshandlung  J.  H.  Schorer  G.
ich  4  Mr.  50  Pfl.,  halbjährlich  o0  Mk.  ganziährig  18  Mr.  Bei  Versendung  un

blichen  Prei
Vnhri
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        628

 

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——.—  ,  V  V  V.  VNI

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Vertreten  auf  der  deutschen  Kolonial-Ausstellung  1896.

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46

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Franz  Klinder,

Neubabelsberg,

cmplichlt.

Flchereinetze

lür

Binnen-  und  HochseeIicherde.
Export  nach  allen  Lindern.
Geeignete,  tlichtige  Vertreter  gesucht.

Deutsche  Kolonial-Ausstellung  1896.

WG's  V  J  7  V  V  X

 

 

 

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Reise  -  Apotheken,  Lelte,
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Weine  und  Spirituesen,  Calnnteriewauren.
UNAhere  Auskunft  ertheilt  die  Filiale  (56)
W.  Richter  &amp;amp;  Co.,  #abms..  Iermannstrasse  !  2  I.

 

 

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Schriften

Kolonial  %

sowic  zur
Länder-  und  Völkerkunde
aus  dem  Verlage  der  Königlichen
Plorbuchhandlung  0

E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,

Zerlin  IO#W##,
Steht  Ilnteresst  zen  gvstenfrei  zZzu
en.

 

  
    
  
 
  
 
   
     
 

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  Seiler,

Pianoforte-Fabrik,
.  m.  b.  H.,

Licgnitz.

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Flügel  u.  Pianinos
I.  Güte.
Besondere  Bauart  tür  jedes
Prmsirt  aut  nen  grossen
Ausstellungen.

21  000  Stück  gelertigl.
Vertreten  in  der
Deutschen  Molonlal-Ausstellung

rlin  1896.

Niederluge:
Berlin  W.,  Courbièrestr.  6.

 

 

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——  mtttbbrs

 

 

 

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Welt-  Ausslellung  Antwerpen  höchste  Auszelchnung,  Ehrendiplom.

Fangelsen

*!

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Witterungen,  Wölse  und  WIId-Glaskugel-
  schweine.
und  a.  web
.  Webers

Thontauben-  .

 

Wurtmaschinen.

Hlustrifte  Preislisten
kostentrel.

leste  deutsche  Haupt-Katalog,

Raubthlerfallen- 



Fabrik,  r-1Itmstnti.s(-1sl.
  MU·

Patentsselhstschuss
-»l).lc.l’.Nu.-19125«

)-s"-an.;lcicltFangbl.-ch,



 

 

 

 

 

AA’-AAAAAA

 

 

Nl

sgsgxHunnen-onesquuaqossngpnpIneuosomaklstsAsAsAsARs-sAsAquAsAsAsAsv

CATA’A’A’A’A’.A’A’AMI-«’-AAllsit

 

Deutsche  Kolonial-Ausstellung  1896.

 

 

K.
        <pb n="711" />
        SfirtVertreten  auf  der  deutschen  Kolonlal-Ausstellung  1896.

 

  

 

 

  

Die  zweckmilsige  Kulidüngung  in  Verbindung  mit  den  underen  wichtigen  I’llanzennührstoflen.  Stickstolr
und  I’hosphorsünre,  ist  für  allc  tropischen  Kulturpflanzen  zur  Erziclung  reicher  und  guter  Urnten  unenthehrlich.
Wir  empfehlen  besonders:
a.  Gereinigte  konzentrirte  Kalisalze:

Schwefelsaures  Kali,  wind.  48,6  %  Kali  und  mind.  51.8  0  Kali.  für  Tabak,  Zuckerrohr,  Anannus,

Banunen,  Batuten,  Orangen,  Cilronen,  Feigen,  Weinreben,  Vunille,  Melonen.
Calc.  schwefelsaure  Kalimagnesia,  wmind.  25.9%  Kali  und  höchstens  212  2  9  Chlor.  fü##die  vorstchend

  genannten  Pllanzen  nuf  solchen  Böden,  wo  die  Zufahr  von  Magnesin  erforderlich  ist.
Chlorkalium,  mind.  44.2  bis  61.8  ½%  Kali.  ür  Kuslcc,  Thee,  Knkuo,  Palmen,  Oliren,  Erduuss,  Baumwolle,

Mnis,  Sorghum,  Reis,  Ricinns,  Indigo,  Bohnen,  (hinarinde.

b.  Natürliche  Kalisalze:

Kainit,  mind.  12.4%  Kuali.  Sylvinit,  mit  12.40%  Dis  19  0%  Kali.  für  Banmwolle  und  Palmen  zur  Vertilgung

  von  Insckten  wie  anch  lür  ganz  leichte  trockence  Böden  zur  besseren  Bindung  und  Fenchterhaltung.

Slimmtliche  deutschen  Kuliwerke  sind  im  Verkans-Syndikat  der  Kaliwerke  vereinigt.

Dühere  Angaben  über  Preisc  und  Leczugsbedingungen  wie  auch  Auskunft  über  tropische  Düngerlagen

aul  Grund  reicher  praktischer  Erfahrungen  ertheilt  das
Verkaufs-Syndikat  der  Kaliwerke  in  Leopoldshall-Stassfurt.
Telegramm-Adresse:  Syndikat  Stussurt.

NB.  In  der  Ausstellung  des  VerkausS-Syndikates  in  dier  dentschen  Koloninl-Ausstellung.  Crupbe  XXIII  der

Berliner  Gewerbe-Ausstellung.  liegt  eine  Broschürc  über  Düngung  tropischer  I’llanzen  zur  insichtnahme
nus.  Dieselbe  wird  vom  Verkanfs-Syndikut  den  sich  meldenden  Rellektanten  grutis  zugesundt.

Ed.  Sprenger,  Berlin  SW.  8,  Kei..  Iil  n  Firsain

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bestimmungen,  Höhenburometer,  Hypsometer,  Fernrohre  etc.  Export-Preislisten  zu  Diensten.

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Otto's  neuer  Motor  —

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Pferde  Kräften  in  Betrieb.

    

 

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Deutsche  Kolonial-Ausstellung  1896.

  

 

 

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        WOERMANN-LINIE.

Am  10.  Oktober:  P.  D.  „Adolph  Woermann“,  Capt.  Jensen,
nach  Nadeira,  Klein-Popo,  Lagos,  Kamerun  und  den  Hälen  der  Südwestküste
  Afrikas  bis  Matadi.

Am  15.  Oktober:  P.  D.  „Ella  Woermann“,  Capt.  Rieck,
via  Antwerpen  nach  Marocco,  den  Canar.  Inseln,  Gorée,  Dakar,  Ruflisque,  Bathurst,
Bissao,  Bolama,  Sierra  Leone  und  Sherbro.

Am  20.  Oktober:  P.  D.  „Carl  Woermann“,  Capt.  Schütt,
nach  Conakry,  Monrovia,  der  Goldküste,  Togo,  Whydah  und  Kotonou.

Am  31.  Oktober:  P.  D.  „Ieannette  Woermann“,  Capt.  Heldt,
nach  Teneriffe,  Las  Palmas,  LTiberia  und  den  Häfen  der  Südwestküste  Afrikas  von
Landana  bis  Loanda.
Nach  Deutsch-  Südwestafrika:  am  30.  September,  30.  November.
Alle  Gitter  mitssen  dcm  Tece  vor  dem  459andedutten  545  12  Uhr  mittrays  Idussette  secn.

Näheres  wegen  Fracht  und  Passage  ertheilt  in  Hamburg  die  Woermann-Linie,  sowie  der  Schiffemakler.
August  Bolten,  Wm.  Miller'’s  Nachfolger,  Admiralitätstrasse  33/34,  und  wegen  Deutsch-Südwestafrika  die-IIerren
  L.  F.  Mathies  &amp;amp;  Co.,  Grimm  27.

 

 

Deutsche  Ost-  Afrika-Linie.
Vermehrte  Fahrten.  Dreiwöchentlicher  Betrieb.
Regelmässige  Postdampfer  -  Verbindung
·  unter  Vertrag  mit  dem  Deutschen  Relche

Zzwischen

Hamburg,  Ostafrika  und  Transvaal

Amsterdam,  Lissabon  und  Neapel  anlaufend.

 

Die  nächsten  fahrplanmässigen  Expeditionen  finden  statt;  ub  Ilamburg  nb  Neaupel
E.  P.  D.  „KANZLER“,  Capt.  Elson  .  .  .  .  .  ..  14.  Oktober,  28.  Oktober,
R.  P.  D.  „BUNDESRATH“,  Capnt.  4.  November,  8.  November,
R.  P.  D.  „KOENIG“  (Doppelschrauben),  Capt.  Doherr  25.  November,  9.  Dezember,

nach  Tanga,  Dar-es-Saläm,  Sansibar,  Mozambique,  Beira,  Delagoa-Bai  und  Natal.
Diese  Dampfer  nehmen  auch  Passagiere  und  Waaren  nach
Pangani,  Saadani,  Bagamoyo,  Kilwa,  Lindi,  Mikindani,  Ibo,  Quelimane,  Chinde,
Inhambane,  Mombassa  und  Lamu.
Ferner  Extradampfer  ab  Hamburg  1##m  8  Kap  der  guten  Hohntung  direkt  nach
Dirban,  Delagoa-Bai,  Imhombane.
Die  Dampfer  Laben  vorzdloliche  Einricheungen  F#r  Passaotere  in  allen  Klassen.

Ferner  zwischen  Ostafrika  und  Bombay  regelmässig  alle  drei  Wochen  im  Anschluss
an  die  Hauptdampler.
Näheres  ertheilt  in  Hamburg:  #
wegen  Fracht  der  Schifffmakler  August  Bolten,  Wmm.  Miller's  Nachfolger,
wegen  Passage  die  Hamburg-Amerikanische  Packetfahrt-Aktien-Gesellschaft,
sowie  wegen  Fracht  und  Passage  die

 

Deuteche  Ost--  -  Linie,
Gr.  Reichenstrasse  25/27.

Verantwortlicher  Nedakteur  für  den  nichtamtlichen  Theil:  DO.  M  ertinat,  Berlin.
Druck  und  Verlag  der  Königlichen  Hofbuchhandlung  und  Hofsbuchdruckerei  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Berlin  8W  12,  Kochstraße  68—71.
Ausgegeben  am  1.  Oktober  1996  um  6  Uhr  nachmittags.
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        Deutsches  Kolonialblatt.

Amtsblatt  für  die  Schutzgebiete  des  Deutschen  Reichs.

beransgegeben  in  der  Kolonial,  Abihrilung  deo  Auowärligen  Amts.

 

VII.  Jahrgang.  *  Berlin,  15.  Oktober  1896.  *  Nummer  20.

Diese  Zeitichrift  rricheint  in  der,  engl  am  I.  und  16.  irdes  Monats.  S##leen  werifn  als  Veiheile  beigejügt  die  mindestens  einmal  vierteljährlich
g.  Gelehrton  aus  den  deutschen  Schutzgebicten“,  herausgegeben  da  Froihorr
.  Danckelua  fzr  das  K  zuit  5m  cs  sibrsten  Pre  beim  chun  durch  die  Post  und  die
Sunchbatoineen  ius  *r  ,  direlt  unter  -.d.-  durch  dier  erlagobsephanbenng  Mk.  3.50  für  Deutschland  und  QOe  Vensichz  issgo  .  .  3.75  für
die  Länder  dee  Wellpoitvereins.  —  Einsendungen  und  Anfragen  sind  an  die  iirn  Hoibuchhandlung  von  Ernst  riried  Mittler
Sohy  n,  Beklin  8WI2,  Kochstraße  68—71,  zu  richten.  E—  in  der  Zeitungs-Preioliste  für  1890  mnter,  M  1016.)

 

 

 

Inhalt:  Amtlicher  Theil:  Allerhöchste  Set  betressend  vie  Verleihung  von  Dienslauszeichnungen  sowie  das  ouirathen
von  Offizieren  der  Schutztruppen  S.  633.  —  Ergänzung  der  Beisitzerliste  des  Kaiserlichen  Obergerichts  von  Deutsch-Ostafrika
  für  das  Geschäftojahr  1890  S.  633.  —  Verordnung  des  Kaiserlichen  Landeshauptmanns  von  Deutsch-Südwestafrika,
  betressend  die  der  Post  durch  Private  zu  leistende  Beihülse  S.  634.  —  Vertheilungsplan  der  Schuttruppe
  und  Landespolizei  von  Deutsch-Ostafrika  am  31.  August  1896  S.  634.  —  Personalien  S.  634.

Nichtamtlicher  Theil:  Personal-Nachrichten  S.  635.  —  Deutsa-  Oltafrika  Ueber  die  Expedition  des
Oberstlieutenants  v.  Trotha  S.  640.  —  Wissenschaftliche  Sammlungen  S.  641  itsch=  Sübwestafrika-  Ueber
die  Frage  der  Heranziehung  der  Eingeborenen  zum  Militärdienst  S.  642.  —  nnnxkhf  645.  —  Aus  dem
Bereiche  der  Missionen  und  der  Antisklaverel-Bewegung  S.  645.  —  Aus  fremden  Kolonien:
Die  Norfolk-Jnsel  S.  648.  —  Verschiedene  Mittheitungent  Hamburgs  Handel  mit  den  Kolonien  S.  648.—
Ueber  den  Handel  in  Togo  S.  652.  —  Zoologie  der  Schutzgebiete  S.  653.  —  Mittel  zur  Berüllgung  des  Baumwollenwurmes
  S.  653.  —  Handelsvertrag  „Mhon  Nubßland  und  Sansibar  S.  654.  —  Tod  des  Barons  Sir
Ferdinand  v.  Mueller  S.  654.  —  Litteratur  S.  654.  —  Litteratur-Verzeichniß  S.  655.  —  Schisssbewegungen

655.  —  Verkehrs=  Nachrichten  S.  655.  —  Anzeigen.

 

Amtlicher  Theil.
Gesehz#e:  Vrrordnungen  der  Reichsbrhürden.

R#  Ihren  Vortvag  bestimme  Ich:

Die  für  das  Heer  gegebenen  Bestimmungen,  betreffend  die  Verleihung  des  Dienstauszeichnungskreuzes
und  der  Dienstauszeichnungen  sowie  das  Heirathen  der  Offiziere  und  Sanitätsoffiziere  finden  auch  auf
Meine  Schutztruppen  in  den  afrikanischen  Schutzgebieten  Anwendung.

Nominten,  den  27.  September  1896.

(L.  S.)  (ccz.)  Wilhelm  I.  R.
(agcz.)  Fürst  zu  —

 

 

 

Derordnungen  und  Wittheilungrn  der  Behürden  i  in  den  Schuhgebirten.

Ergänzung  der  Beisitzerliste  des  Kaiserlichen  Obergerichts  von  Deutsch-Ostafrika
für  das  Geschäftsjahr  1896.
Beisitzer:
Karl  Fleischer,  Oberpostsekretär,  preußischer  Staatsangehöriger.
Stellvertreter:

Arthur  Leser,  Kaufmann,  Angestellter  der  Firma  W.  Richter  &amp;amp;  Co.,  hamburgischer  Staatsangehöriger.


Friedrich  Wilhelm  Vörtmann,  Kaufmann,  Verkreter  der  Deutsch-Ostafrikanischen  Gesellschaft
in  Dar-es-Saläm,  preußischer  Staatsangehöriger.
        <pb n="716" />
        634

Verordnung  des  Kaiserlichen  Landeshauptmanns  von  Deutsch-Südwestafrika,
betreffend  die  der  Post  durch  Private  zu  leistende  Beihllfe.

Auf  Grund  des  §  11  des  Gesetzes,  betreffend  die  Rechtsverhältnisse  der  deutschen  Schußgebiete,
vom  15.  März  1888  (Reichs-Gesetzblatt  S.  75),  wird  für  den  Umfang  des  südwestafrikanischen  Schutzgebietes
  verorduct,  was  folgt:

81.
Kein  Privatwagen  darf  sich  weigern,  Postsachen,  für  deren  Beförderung  die  Postverwaltung  volle
Vergütung  zu  gewähren  bereit  ist,  zum  Weitertransport  anzunehmen.

8  2.

Wenn  den  ordentlichen  Posten,  Extraposten,  Kurieren,  Postboten  unterwegs  ein  Unfall  begegnet,

sind  die  Anwohner  der  Straße  verbunden,  denselben  zu  ihrem  Weiterkommen  erforderliche  Hülfe  gegen
vollständige  Entschädigung  schleunigst  zu  gewähren.

Zuwiderhandlungen  gegen  diese  Verordnung

8

8

Diese  Verordnung  tritt  mit  dem  Tage  ihres  Erlasses  in  Krast.
Windhoek,  den  6.  August  1896.
Der  Kaiserliche  Landeshauptmann.
In  Vertretung:
Gez.)  Fischer.

(L.  8.)

3.
werden  mit  Geldstrafe  bis  zu  600  Mark  bestraft.
4.

 

Personalien.
Der  Unterroßarzt  Rickmann  bei  der  Kaiserlichen  Schutztruppe  für  Deutsch-Südwestafrila  ist  zum
überzähligen  Roßarzt  ernannt  worden.

 

Vertheilungsplan  der  Schutztruppe  und  Landespolizei

Anmerkung:  k  hinter  dem  Namen  =  krank,  c  hinter  dem  Namen  —=  kommandirt,

 

Nr.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1□
.  .  «  .  .
dekGarnifom  Kom-  Ober-  Kom-  Lieu)  Ober-  Jahl=  Ober-  r  Ser-  Unter-Kom-
  man-  pagnie-  -—  Aerzte,meister=  feuer=  Feldwebel  .
om-  ort  deur  führer  führer  tenants  ärzte  aspirantenh  werler  geanten  offiziere
pagnie  h  *  Ssasp
I.  Schutztruppe.
—  v.  Fischerc  v.  Beringe  —  Dr.  2  Keeferle  Engel-  —  Benkewitz  RNitter
Natz-  *  Bludau  hardt
Stab  Dar-es-Sala  mer  *  Dr.
rssiin  *  Schreber  &amp;amp;
Moschi  —  —DZvohannes]  Merler  —  —  Dr.  Eggel—  Körner  I1  —  —  Bartscher  —
1.  –  SS.  —  .  –—  —.——  –  .  —  —  —  —
Marangu  —  —  —  —  —1.  —  —  —  —  Lentbcke  —  —
Kisuani  —  —  —  v.  Stuemer  *-  *  —  —  —  —  —  Reisewitz
—  —  i  Dr.  Stier-  -  .  Hammer=2.
  Perondo  Prince  —  —  ling—  Winkler  —  Spiegel  —  meister
        <pb n="717" />
        635

Der  Stabsarzt  Dr.  Kohlstock,  bisher  beim  Kommando  des  Landwehrbezirks  1  Berlin,  ist  durch
Allerhöchste  Kabinets-Ordre  vom  27.  September  d.  Is.  unter  Stellung  à  la  suite  des  Sanitätskorps  auf
ein  Jahr  behufs  Verwendung  bei  der  Kolonial-Abtheilung  des  Auswärtigen  Amts  beurlaubt  worden.

 

VVVVVVVWVVWVVVVVVVVVVVVVVFVYyVyVYVVyVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVV  VVVVVVVVWV  ,

Nichtamtlicher  Theil.

Persbnal-Machrichten.
Deutsch-Ostafrika.
Der  in  den  Dienst  des  Kaiserlichen  Gouvernements
  getretene  Steuerausseher  Michels  ist  nach
Dar-es-Saläm  abgereist.

Der  Zolldirektor  Hohmann,  der  Magazinvorsteher
  Lauter  und  der  Zollamtsassistent  v.  Rode
haben  elnen  Urlaub  angetreten.

Ramerun.
Der  Finanzaspirant  Meyer,  zuletzt  als  Sekretär
in  Victoria  thätig,  ist  auf  Urlaub  in  Deutschland
eingetroffen.  "

 

Der  Kaiserliche  Gouverneur  v.  Puttkamer  ist
vom  Urlaub  nach  Kamernn  zurückgekehrt.

Der  Kaiserl.  Bezirksamtmann  in  Kribi  v.  Oertzen,

der  Zolldirektor  Scheffler  und  der  Stationsleiter
von  Buega,  Leuschner,  haben  am  10.  d.  Mts.  die
Rückreise  nach  Kamerun  angetreten.

Dem  bisherigen  Obersteuermann  in  der  Kaiserlichen
  Marine  Klein,  welchem  die  Stelle  des  Hafenmeisters
  in  Kamerun  übertragen  worden  ist,  hat  die
Ausreise  angetreten.

1  Der  Maschinist  2.  Klasse  Baermann  ist  als
Maschinist  und  Maschinenbauer  in  den  Dienst  des
Kaiserlichen  Gouvernements  getreten.

 

von  Deutsch-Ostafrika  am  31.  August  1896.

*hinter  dem  Namen  und  bei  den  Ziffern  —  siehe  Bemerkungen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

-  S  .
Ober-  Etats  Farbige
Lazareth=  ·  ZEISS-  -  .  ·
lazareth=  gehulfen  mäßige  "  E  Effendi  Char-  Askaris  Armirung  Bemerkungen
ehülfen  Schreiber  "1  regu-  irre-*ie
  *  S6  den  *  guläre
I.  Schuttruppe.
Art.  Depot:
—  Hegewal  Feldwebe—  Nickl  i—  —  —  —  I  vSootstanone  s  em
iolland  pelt  1e  nunbrauchbar
Scharfen=  Unteroffiz.  1chnellladekan#o  ꝰ,  em
bergerKriebel  5  Revolverkanonen  37em  dovon  2  an  die  Flolkille  abgegeben
berlazar  1  Maxim-  Gun  K/455  unvrauchbar  "  ·"
Geh.  4ital.  Berggeschütze  6,  7v  em
Sieler  5  Maschinengewehre  9  mm  6  „  "6
1  Ber  ü#  *.  i  d
EIEXIEIIIIIIIEIIIEIEIE  *—  ieibbe  gohafe  un
nach  Moschi
1  Schnellladekanone
—  —  —  —  —  —  .—  1  27  —  5„%  cm
1  desgl.  4,7  cm
—  —  —  —  —  1  —  —
1  ital.  Berggeschür
—  —  —  —  —  —  1  5  106  15  ,  chat
1Maschinengewehr  9mm
        <pb n="718" />
        636

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nr.  ,  dam  2
der  Garnison=  aom-  Ober-  Kom-  Lieu-  *  Ober-  Aerzte  -  Zahl-  Ober=  Feldwebel  Ser-  Unter-Kom-
  ort  deur  führer  bagnie-  tenantsärzte  erz  S  meister-  fener-  Felbw  geanten  offiziere
pagnie  führer  S  aspirantenwerler
v.  Wiss-  Gori  x.
Sonl  —  —  —  —  9  —  —  —  *rilm  Goritz  Knaust
3.  m  Dr.  Meyer  Görn  Meuser  Vuͤchner
...  Stadl-  Dr.  Rein-  *  —
Kilimatinde  —  —  —  baur  —  hardt  —  Krauß
4.  —  5
.  Skiba
Mpapua  —  —  —  Glauning—.l—  —  —  —  —  —  —  Schutz
Perondo  —  —  —  v.  Stocti  —  —  —  —  —  —  —  —  Stephan
Sudi  —  —  —  Albinus  —  —  —  ——  —  —  —  Linge
Auf  Expedition  11  *5  —
Kilossa  —  Man-/  —  —  —  v.  Kleis—  —  —  —  —  —  —  Witlowsti
5  gama  »  *
Langen-  Hopp
Dar-es-Salag  —  —  —  „Brosig  —  Fhr.  Uehl!  —  —  Krause  kemper  Wulff
.  Trotha  EEIT
4
6.  Kilwa  —  —  —  Kuhlmann  —  —  Ollwig  —  —  —  —  LiebhardtHerdecke
7  i  Kielmeyer  ——  —  —  —  —  —  Freyta  Dorner
Pangani  —3  —  y  Freylag  Lemke
.  Lachen-B.
  Lindi  —  —  Fromm  hert  en  —  —  —  —  —  —  Sommer  mair
Jahn
9.  Udjidji  —  —  Namsay]  Fonck  IIIMHöseman—  Fritsch  —  Köhler  —  mllmann
0.  Tabora  —  —  —  Jany——  Dr.  —  —  MarkgraB  Matz“
Passavant  Drewes
*
Bukoba  —  —  Herrmams##.  Wulssen  ——  —  —  Körner  I11—  —  SacomonPcschkc
11.—--———---—----»s—--—  —  -  -  —--—-—
  —  —  Wasie=  Hoffmann
Muanza  —  —  —  Kollmann  —  Zupitza  —  —  lewoklaeSchlee
Graf  *  terste
12.  Kilossa  —  —  —  Fugger  —  r.  Bergilltamms—  —  —  Kersten
Fer  bost  1
Auf  Expedition  Troth  al  —  —  —  —  q  —  —  5  —  Kamp  —  —
Zusammen  1  1  6  21  11—  13  1  6  1  8  11  26
II.  Landespolizei.
anga  —  —  —  —  ——  —  —  —  —  —  Feldman—
asinde  —  —  —  —  —  |  —  —  —  —  —  Hentschel  Jaenle  *  —
        <pb n="719" />
        3  8
OLber,ob.EtatB  *  Farbige
lazareth=  A  mäßige  Char-  Askaris  Armirung  Bemerkungen
...  gehuljenSc.b,k).z5.gsEI-spndi  Char-  %
gehülfen  hreiber  4  gen  regu=  irre--
  ...·  Ia  gen  »  ..
—  läre  guläre
4
Wrruer  —  *  13  Mann  mit  Lt.  v.  Kleist  nac
—  Werner  —  —  —  2  10  101“  10  Kilossa
1  ital.  Berggeschütz
—  —  —  —  —  —  —  6  82  —  t„7  cm
1  Maschinengewehr  8mm
*s  1  Schnellladekanone  ;
Wiest  —  —  —  —  —  —  5  40  —  7em  "„
1  Nordenfeltgeschütz
Prinage—  —  ——1—  -1  39  2
—.  —  —  —  —  1-1  —  2  22  —  —
*  Witlpwol  marschirt  nach  L#ce#i  U
28  dian?  Expedition  nach  auche
—  —-  —  —  1  3  137  “  tinde,  kabin  er  versetzt  isl,  weiter
%  *13  Mann  sind  von  der  3.  Komwaanich
„  )  erheet  Fr  .  n  1n  «
von  er  omp.  lolaris  I
—  Schmaus  —  —  —1  —  1  2  42  —  #„  2
NM  15  Ablarto  D
—  #ns  7  Mann  der  5.  Komp.  allachl#
Siien  |  1  101  7  leichte  Feipgeschuhe  *  Laz.  Geh.  Eisen  tritt  mit  nächsten
—  se  /  Dampferdie  Reise  nach  Kilwa  a.
—  Schirpke  —  —  —  —  1  6  111  —  —
l  :  «
Früchte-  —  111  :  1131  32  leichte  Feldgeschüte  *  6  Mann  der  5.  Komp.  altachij
4  4  Zahtmeesteraspirant  W—'
—  Pfeusser  —  —  —  151  —  8  115  11  —  dem  Marsche  nach  Udjidli
“%
1  Schnellladekanone  .  quält  Possde  kommt  krankheits-Weidner
  Aimer  —  —  5  1521  7  6  114  11  br-  "  s  *  a  rn—
47  cm  anot:n  nach  Dar.es.-Sal.  befohl;
1  Maschinengewehr  *—  *25  ulssen  auf  dem  Mars
na
Inrock  *  Näwy  —  —  —  4  56  46  S8mm  -  shallxixu  Geb.  Jurock  auf  dem  Marsch
1  Schnelladekanone  Lag.  nd  Zerceri  auf  den  Marsch
na  «
—  Herckert  *  —  —  —  4  42  37  3,7  em  ift.  n-  gem  n.  intref.  Wait  "*oP
1  Schnellladekanone  Mann  der  ö.  Komp.  Hllachirt.
--  M-i;-.f«:-"-.s«..""«s"".s.:«.k:.«".-.»..Ss
—  —  —  —  —  ——  5  455.  1  Maschinengewehr  n  ter  n
Deuischlau  anzutieten  I
—  —  Sauer!  145  —  "„
—  brey  *  5  r
4  18  3  —  2  58  55  1348  174  41  E
II.  Landespolizei.  T
.  »  l
Dich-—  DM  3  u  Kleichte  Feldpeschutze
wanger  4  K/73
-  *  Sergeant  Jaenke  ist  nach  Da
—  —  —  —  —  15  —  —  es-Saläm  beordert.
        <pb n="720" />
        638

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2
Kom-]Ober-Kom-  Lien.  Doer=  Zahl=  Ober-  Ser-  nnter-Garnisonort
  man-  pagnie-  —..  Aerzte,  meister=  seuer=  Feldwebel  ·
deur  führer  ,  tenants  ärrzte  S  .»  geantenoffiziere
führer  S  aspiranten  werker
angani  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  Grimm
aadani  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  Petrowitz
Gaert=  —  —  —  —
agamoyo  —  —  Leue  —  —  Vner  —  —  —
#ar=  es-Saläm.  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  Mutter  —  —
isaki  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  Bittner
S
ilwa  —  —  Gprüe  —  —|—  —  —  Tröger  —  —  —  Pfendtner
onden.  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  Lustig  —
blikindani  —  —  —  —  ———  —  —  —  —  Kayser  —  —
ungenburg  —  —  —  —  —  —  —  —  —  1  —  Haegele  —  —
Zusammen  —+—1—  2  —  —  11  —  1-  11—  4  3  4
III.  Beurlaubt  nach  Europa.
Langheld  sCharisius  Dr.  Dr.  Teppe  Hartmanns  Richter
—  —  —  JScherner  Schlobachs  —  Echwe-]  Koerfer  —  Krefeldt  —  Wallner  s  Merkl
Podlech  Jv.  Vercken  singer  Dr.  Simon  Jost  Henschke  Frahm
Frhr.  Fonck  1  Feist  Einogg
v.  Schrencksv.  Grawert  Kuhnen
v.  Nohying  Engelhardt  Zicken-Storch
  draht
v.  d.  Marwitz

Zusammen  —  —  4  8  —1  2  —  6  —  3  4  —
Kommandirt.
—  —  —  Fischer,  Charisius!  —  —  —  Kuhnen  —  —  —  Ritter
Verlin  zum  Aus-  zum  Ano-  zum  Art.
1  wartigenm  Depot
—  Kolnn  —  Kolonial
Ablbeilung  Abtheilung
Krank.
Dr.  Meuser?
—  —  —  —  —  ——Schreber«—  —Kraufe«  Paimetthj  Hopp«
Rekapitulation.
.  Schutztruppe:  1  1  6  21  —  13  1  6  1  8  11  26
l.  LandespolizeiZ  —  —  2  —1  —  1  —  1  —  4  3  4
I.  Beurlaubt  —  —  4  8  .  2—  6  *!  3  4  !
Busammen  1  112  29  1  15  1113  1  15  18  30
        <pb n="721" />
        639

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2  -  8  Farbige
Ober-  Etats  8155SS8  —  -.  -  -
ltl«a«amh-  ntäßiqe«EZ-7  Askaris  A  v  r  l
azareth-  L  ———  ari  rmirun  emerkun  ·
...  hül  SEEZSISsscendi  Char-  9  gen
gehülfen  Vehulen  Schreiber!  ES  6  Effendi  regu-  irre-D
  läre  guläre  «
—  —  —  —  —  1  28  —  4  Bootskanonen
«"-—
  —  —  —22  leichte  Feldgeschütze
—  1  5  K3
—  ä  —  —  —  2  SStleichte  Feldgeschütze
Häcker  1  5  40  K#/73  «-«
  4  leichte  Feldgeschütze  "
—  —  —  —  I122  32—  K/  3  s-I
  .-  .  lNevolvektattoIte3,7cni  ·
—  —  —  —  —  —  1  "  5  —
—  —  1  .  -»·».-  .  .]
—  —  —  —□—  35  Wurked  en  baseh
—  —  —  —  —  —  —  14  —  —
2  leichte  Feldgeschütze
Voelkner  —  —  —  —  —  —  1  22  —  h  1  schutz
—  —  —  —  —  —  3  20  ]  50  —
2  1  —  —  —  —2  21  286  55  20
III.  Beurlaubt  nach  Europa.
Loegel!  Fleisch=  Oberlaza-  Unruh  1.
mann  frethgehülsfe  —  —  —  —  —  —  —
Schuster  s  Herbsleb
1  2  1  —  1  —.  —  —  —-  —  —
Kommandirt.  6
—  —  —  —  —  —  —  *  zum  Bezirksamt  Dar-zes-Sals
l
Krank.
1.
—  volaid-  —  —  —  J  —  —  —  —  —  Lazareth  Dar--es-Saluͤm
Rekapitulation.
4  13  3  —  2  15  8  95  1348  174  41
2  1  —  —  —  —  2  21  286  55  20
1  2  1  —  1  □—–  —  —  —
7  16  4  —5%  llié  1634  229  61  .
        <pb n="722" />
        —  640

Nachrichten  aus  den  deukschen  Schukgebieten.

(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  theilweise  nur  mit  Quellenangabe  gestattet.)

Deutsch  ·  Pstafrika.
Ueber  die  Expedition  des  Gberstlieutenants  v.  Trotha.
Ueber  seine  Expedition  berichtet  Oberstlieutenant
v.  Trotha  unter  dem  28.  Juni  d.  Is.  vom  Mwanga
am  Victoria-Nyanza  aus  Folgendes:
Meine  Reise  war  reich
reicher  an  interessanten  Momenten,  die  sich  allerdings

meines  Massaidolmetschers  heißt  ngarnka  und  ugu-"1



an  Beschwerden,  aber  viel

fast  nur  auf  das  Geographische  beschränkten,  da  ich
für  das  Geologische,  was  einem  Fachmann  wohl
ungeheneres  Interesse  und  Aufschlüsse  der  verschicdensten
  Art  gegeben  hätte,  zu  wenig  vorgebildet  bin.
Vom  Kilimandjaro  brach  ich  am  17.  März  auf,  um

zunächst  Sinna  in  Kiboscho,  die  Mission  Kiboscho
und  Machame  zu  besuchen.  In  Sinna  sah  ich  den
ersten  wirklich  mächtigen  Sultan  oder,  wie  sie  hier
heißen,  Mangi.  Sein  Haus  ist  ein  zweistöckiger
Palast,  den  ihm  Schmidt  gebaut  hat.  Die  katholische
  Mission  (Schwarze  Patres)  ist  ausgezeichnet  im
Stande,  sowohl  was  Gebäude  als  auch  Versuchspflanzstation
  anbelangt.  Ich  muß  dabei  bemerken,

wie  sehr  man  in  dem  Bezirk  Kilimandiaro  die  Hand  3

des  Kompagnieführers  Johannes  merkt.  Alle  Wege
sind  ausgeschlagen,  jeder  Wasserlauf  überbrückt,  jede
Sultan  zum  Selam.
dem  Bezirke  zu  reisen.  Der  Weg  nach  Arusha  hun
(Mern),  wo  sich  auch  noch  die  gewichtige  Hand
Johannes’bemerkbar  macht,  führt  durch  werthlose
Salzsteppe.  Hier  wäre  vielleicht  die  Kokospalme
anzupflanzen.  Ich  habe  dieserhalb  an  Dr.  Stuhlmann
  geschrieben  und  mit  Schmidt  das  Nöthige
verabredet.  Die  Häuptlinge  der  Arushaleute  sind
jetzt  gänzlich  ruhig  und  scheinbar  mit  dem  Gedanken,
daß  deutsche  Macht  bis  hierher  reicht,  einverstanden.
Die  Fruchtbarkeit  des  Landes  ist  groß.  Einzelne
Streisen  Urwald  gehen  bis  Arusha  hinunter.  Die
Leute  sind  reine  Massais  in  Sprache,  Sitte  und
Aussehen.  Letzteres  namentlich  der  weibliche  Theil.
Der  Mannesstamm  ist  schon  gemischt.  Es  ist  unglaublich
  viel  Wasser  dort.  Ich  mußte  in  Arusha
länger  liegen,  als  ich  wollte,  weil  ich  den  Griechen
mit  Stofflasten  für  mich  abwarten  mußte.

Am  29.  März  brach  ich  von  Arusha  auf  und
marschirte  über  das  Kisongoplateau  an  dem  mächtigen
Mondul  vorbei  durch  ein  höchst  interessantes  Gebirgsund
  Steppenkesselgelände  nach  Ngaruka.  Hier  fing
die  Baumannsche,  auf  Dr.  Fischers  Route  basirte
Karte  an  mit  der  Wirklichkeit,  wie  sie  meine  Augen
sahen,  arg  in  Konflikt  zu  gerathen.  Der  Blick  vom
Verbindungsrücken  des  Dolossa,  eines  großen  Berges,
an  dem  Dr.  Fischer  bei  Nacht  vorbeigegangen  sein
muß,  zum  Borgo  in  den  großen  Ngarnkakessel  ist
großartig.  Der  Marsch  hindurch  weniger.  Ngarnka
liegt  hart  am  Grabenrand  am  Juße  des  Kavinjiro
und  ist  eine  Kolonie  der  Wangaruka.  Nach  Aussage

Es  ist  eine  wahre  Freude,  in

 

ruma  dasselbe,  was  Kiswahili  lima  und  panda  bedeutet,
  also  anpflanzen.  Diese  Leute  sind  Pflanzer
gewordene  Massais.  Auf  dem  Borgorücken  saß  auch
ein  kleiner  Stamm  Wandorobo.  Auch  sie  hatten
Schamben  und  baten  um  Schutz,  merkwürdigerweise
gegen  die  Arushalcute.  Die  Wangarukaleute  haben
ein  fruchtbares  Land,  bauen  Wiazi  und  haben  eine
Griechenniederlage,  die  vom  Kilimandjaro  in  das
englische  Gebiet  bis  nach  Solik  hinein  handelt.  Dort
ist  auch  englischer  Zoll.

Von  Ngarnka  trat  ich  nun  in  das  höchst  merkwürdige
  Gebiet  des  Vulkans  Ngai  und  des  Natronsees.
  Seine  Merkwürdigkeit  liegt  wohl  hauptsächlich
auf  geologischem  Gebiete.  Für  den  gewöhnlichen
Reisenden  ist  dort  kaum  etwas  Anderes  zu  holen
als  glühender  Staub,  Natronkrystalle  und  Tausende
von  Pelikanen.  Auch  hier  ließ  mich  die  Karte  gänzlich
im  Stich.  Ngurumani  liegt  südlich  des  Samboberges,
  d.  h.  der  Sambo  ist  einc  vorspringende  Nase
nördlich  von  Ngurumani,  auf  dem  Grabenrand  und
wo  nach  Fischer  der  Donjo  Sambo  liegen  soll,
liegt  der  Konguto.  Wo  war  also  die  Grenze?  Durch
Ngurumani,  wie  Kiepert,  Baumann  und  Peters
angeben,  oder  nördlich  vom  Sambo?  Da  es  mir  in
meinen  Marsch  paßte,  so  nahm  ich  Letteres  an.
Ngurumani  ist  keine  Wakuavikolonie  mehr.  Man
sieht  noch  die  Hütten,  doch  die  Menschen  sind  fort,
merkwürdigerweise,  denn  sowohl  Ngurumani  mit
seinem  Fluß  Bagassi,  wie  auch  die  Peninjehalbinsel
mit  dem  wasserreichen  Peninjefluß  bielen  günstige
Plätze  für  Anpflanzungen.  Lebensmittel  mußte  ich
aus  Sonjo  holen  lassen.  Letteres  ist  von  Wasonjoleuten
  bewohnt.  Sie  sind  nach  meiner  Meinung
ebenso  ein  abgefallener  Massaistamm  wie  alle  ringsum
und  depreziren  heftig,  Wasegeju  zu  sein.  Von  hier
ging  ich  nun  am  Grabenrand  so  lange  hin,  bis  ich
am  Utimi  einen  Stamm  Wangurumas  antras,  dessen
Jumbe,  ein  Küstenmann  aus  Pangani,  beim  Anblick
meiner  Flagge  oder  seiner  Landsleute  Alles  hinwarf,
Jumbenwürde,  Weib,  zwei  Kinder,  ein  Haus  und
eine  vielversprechende  Ernte,  um  bei  mir  als  Ochsentreiber
  einzutreten  und  zur  Küste  zu  gehen.  Hier
war  ein  Aufstieg  am  Lukarn,  und  ich  erstieg  den
Graben  und  das  auf  ihm  gelagerte  Romaiplateau.
Dieses  sowie  das  Loitagebirge  bildete  die  Fortsetzung
meines  Marsches.  Kein  Mensch  war  auf  der  ganzen
Strecke  Romai,  Loite,  Ndare  Serian,  Sero  zu  sehen.
Einmal  erschienen  in  Ndare  Serian  Wandorobos,
verschwanden  aber  sofort.  Sonst  nichts  als  Berge
mit  Buschwald,  große  Steppenkessel  mit  Busch,  wenig
Wasser  und  Wild.

Der  Ndare  Serian  schließt  sich  an  das  Loitahochplateau
  an  und  ist  ihm  geologisch  und  sonst  in

der  Ausstattung  gleich.  Am  letzten  Tage  auf  dem
        <pb n="723" />
        Loitaplateau  fielen  alle  Esel,  wie  es  schien,  durch
tödlich  wirkende  Fliegenstiche.  Von  den  fünf  Kamelen
  mußten  schon  zwei  in  Tanga  dem  Metzger  überantwortet
  werden,  eins  starb  schon  auf  dem  Marsch
nach  Muhoga,  eins  auf  dem  tödlichen  Marsch,
50  Stunden  ohne  Wasser,  vom  Borgo  nach  Ngaruka,
und  das  letzte  mußte  ich  am  Abend  des  6.  Mai  am
Ostufer  des  Dabash  schlachten  lassen,  weil  keine
Möglichkeit  war,  es  hinüber  zu  bringen.  Die  Laune
der  Träger  fiel  jetzt  bei  dem  Nahrungsmangel  unter
Null.  Schon  lange  gab  es  keine  andere  Chakula
(Essen),  als  was  durch  meine  Büchse  fiel,  und  trotzdem
  dies  immer  reichlich  war,  so  konnte  es  doch
einen  Trägermagen  nicht  füllen.  Es  stieg  bis  zur
offenen  Empörung,  der  ich  nur  ein  Ende  machte,
als  ich  mit  dem  Revolver  unter  sie  trat  und  befahl,
die  Lasten  niederzulegen.  Sie  seien  sämmtlich  entlassen
und  ich  würde  mit  den  Askaris  allein  weitergehen.
Nach  einer  halben  Stunde  Schauri  war  die  ganze
Safari  (Karawane)  vollzählig  im  Marsch.  Am
10.  Mai  erreichten  wir  die  ersten  Anpflanzungen  in
Urege.  Ein  wahrer  Höllenlärm  erhob  sich  bei  den
Trägern,  als  sie  die  erste  Mtamaschambe  sahen,  und
zwei  Tage  war  ich  marschunfähig.  Die  Warege  und
Wanjabassi  sind  ein  sehr  zahlreicher  und  kriegerischer
Stamm.  Ich  habe  später  überall  durch  ruhiges  Schauri
mit  den  Leuten  auch  bei  den  Wagagas  Essen  bekommen.
  Wie  ich  überhaupt  meinen  Stolz  darin
setzen  wollte,  ohne  Streit  meine  Reise  zu  beendigen.

Die  Wareges  und  Wanjabassis,  später  noch  einige
andere  Stammesnamen  führend,  sind  auch  abgefallene
Massais,  mit  diesen  in  Feindschaft  lebend,  aber
Kimassai  tupn  sprechend  und  ganz  ihre  Manieren
zeigend.  Schöne,  kräftige  Leute!  Die  Warege  schätze
ich  auf  500  bis  1000,  die  Wanjabassi  auf  1000
bis  2000.  Sie  leben  in  stetem  Krieg  mit  den  Bewohnern
  der  Seeküste.  Ich  war,  da  ich  ohne  Führer
weitergehen  mußte,  sehr  neugierig,  wo  ich  am  See
landen  würde,  und  glaubte  mich  am  17.  Mai  früh,
von  einer  Höhe  ein  tiefes  Thal  mit  Nebel  angefüllt
für  den  See  haltend,  zu  früh  am  Ziel.  Erst  am
18.  erreichte  ich  die  Moribucht.

Am  See  stieß  ich  zunächst  auf  einen  Wagagastamm,
  die  Bassoba.  Sie  wurden  durch  meine  Safari
vollständig  überrascht,  einzelne  Wciber  stürzten  aus
den  Schamben  in  die  Dürfer,  die  in  die  Felsen  des
hohen  Ufergebirges  eingebaut  sind,  und  in  den  Dörfern
  entstand  ein  großes  Kriegsgeschrei.  Ich  ließ
aber  meine  Karawane  halten  und  ging  mit  meinem
ersten  Führer  Ferugi  an  das  erste  Dorf  heran  und
sorderte  auf,  zum  Schauri  zu  kommen.  Sie  sprachen
Kikavirondo,  wie  an  der  ganzen  Küste  bis  zu  den
Washomas,  wo  das  Kisukuma  anfängt,  und  sind
richtige  Wagaga.  Ihren  Sultan  Ribogo  suchte  ich
am  nächsten  Tage  an  der  Shiratibucht  auf.

Am  22.  Mai  zog  ich  mit  meiner  kleinen  Heeresmacht
  an  die  Ugayabucht.  Warum  sie  Kavirondobucht
  heißt,  ist  mir  ein  Räthsel.  An  der  Buchtspitze

641

 

mitten  im  Sumpf,  der  die  ganze  Bucht  umngiebt,
sitzt  die  Sultanin  Manyana,  eine  Dame  von  etwa
40  bis  45  Jahren.  Sie  empfing  mich  sehr  zuvorkommend
  und  bat  mich,  längere  Zeit  bei  ihr  zu
bleiben.  Am  Pfingstsonntag,  der  mit  dem  Ramazan
zusammenfiel,  blieb  ich  an  der  Shiratibucht  und
marschirte  dann  am  Ostufer  entlang,  mit  großen
Schwierigkeiten  über  den  Mara  setzend,  nach  Süden,
in  der  Absicht,  auf  Majita  zu  gehen  und  von  dort
nach  Ukerewe  und  um  den  Spekegolf  herum  nach
Muanza  zu  kommen.  Ich  richtete  meinen  Marsch
nach  Baumanns  Karte  und  rechnete  etwa  drei  Tage
auf  die  Strecke  Maramündung  —Höhe  von  Majita,
befand  mich  aber  am  Abend  des  zweiten  Tages  so
weit  südlich,  daß  ich  die  Richtung  auf  Katoto  am
Spekegolf  einschlug  und  am  Nordrand  des  Spekegolfs
entlang  bei  Rugedzi  nach  Ukerewe  überging  und  am
13.  Juni  auf  der  neuen  französischen  Mission  eintraf.
Von  der  Einäscherung  der  Gebäude  in  Neuwied
wußte  ich  nichts,  auch  nichts  von  der  Verlegung  der
Mission.  Dies  erfuhr  ich  erst  belm  Uebergang,  der
übrigens  über  die  Begriffe  übel  ist.  Ich  bin  über
eine  Stunde  bis  an  die  Arme  im  Wasser  gegangen,
Bussole,  Routenbuch,  Tabakbeutel  und  Streichhölzer
hoch  in  der  Luft  tragend.  Das  abgebrannte  Neuwied
zeugt  von  verschwundener  Pracht.  Ein  Gebäudekomplex
  wie  für  ein  Infanterie-Regiment!

Von  Ukerewe  setzte  ich  am  16.  nach  Mcjita  über.
Es  waren,  um  meine  zehn  Askaris  und  drei  Lasten
herüberzubringen,  16  Boote  und  100  Mann  erforderlich.
  Ich  erstieg  den  Majitaberg,  von  wo  ich  einen
wundervollen  Einblick  in  die  Land=  und  Wasserverhältnisse
  des  großen  Majita-Archipels  hatte.  Ich
war  durch  den  Uebergang  bei  Rugedzi  und  durch  die
4½  stündige  Ueberfahrt  in  dem  wasserreichen  Boot
etwas  mit  meiner  Gesundheit  in  Konflikt  gerathen,
so  daß  ich  den  Gedanken,  die  Insel  Ukerewe  ganz
aufzunehmen,  aufgab  und  mich  am  20.  von  Neuwied,
wo  mich  der  Lieutenant  Kollmann  am  19.  erwartete,
  im  Stokesschen  Boote  nach  Muanza  einschiffte.
Nach  zwölfstündiger  Ueberfahrt,  während  der  ich  vom
Fieber  geschüttelt  wurde,  trafen  wir  dort  ein.  Hier
habe  ich  meine  Karten  beendigt,  den  Bischof  in  Bukumbi
  besucht  und  dort  Alles  auf  das  Schönste  in
Ordnung  gefunden.  Am  1.  Juli  gedenke  ich  nach
Bukoba  aufzubrechen.

Wissenschaftliche  Lammlungen.

Mit  dem  Reichspostdampfer  „Bundesrath“  ist
eine  im  Bezirk  von  Mpapua  durch  den  Lieutenant
Glauning  zusammengebrachte  Sammlung  ethnographischer
  Gegenstände  für  das  Museum  für  Völkerkunde
  eingetroffen.
        <pb n="724" />
        Deutsch-SZüdwelkafrika.

Ueber  die  Frage  der  Deranziehung  der  Eingeborenen
zum  Militärdienst

hat  der  Kaiserliche  Landeshauptmann  unter  dem
23.  Juli  d.  Is.  folgendes  Rundschreiben  an  die
Bezirkshauptleute  gerichtet:

Die  gemäß  meiner  Versügung  vom  7.  Mai  1895
seitens  der  Herren  Distriktschefs  eingereichten  Gutachten,
  betreffend  Einstellung  von  Eingeborenen  als
Soldaten  in  unseren  Dienst,  haben  mir  bewiesen,
daß  dieser  für  die  Zukunft  des  Schutgebietes  ganz
besonders  wichligen  Frage  allerseits  das  nöthige
Verständniß  entgegengebracht  worden  ist.  Einige  der
Gutachten  habe  ich  ganz  besonders  interessant  gefunden,
  um  so  mehr,  als  mittlerweile  ein  Feldzug
Gelegenheit  geboten  hatte,  die  betreffenden  Meinungen
einer  praktischen  Probe  zu  unterziehen.

In  Bezug  auf  die  einzelnen  Völkerschaften  des
Schutzgebietes  sind  seitens  der  Herren  nachstehende
Ansichten  aufgestellt  worden:

1.  Bastards.“)

Zwei  Distriktschefs  (Keetmanshoop  sowie  Premierlieutenant
  Schwabe),  welche  Gelegenheit  hatten  zum
Sammeln  bezüglicher  Erfahrungen,  haben  diesen
Stamm  als  durchaus  einstellungsfähig  bezeichnet  und
aus  ihm,  nach  geschehener  Ausbildung,  ein  gutes
Soldatenmaterial  in  Aussicht  gestellt.  Der  verflossene
Feldzug  hat  dieser  Ansicht  völlig  Recht  gegeben.  Die
in  die  Truppe  eingestellten  und  eingekleideten  Bastards
haben  sich  in  jeder  Hinsicht  bewährt  und  ist  ein
Unterschied  zwischen  ihnen  und  unseren  Soldaten
schließlich  wenig  mehr  hervorgetreten.  Bei  dem
Distriktschef  von  Gibeon  habe  ich  ein  Urtheil  über
die  bei  Grootfontein  wohnenden  Bastards  unter  dem
Kapitän  Swart  vermißt.  Letztere  sind  ein  geschlossener
  Stamm,  ähnlich  demjenigen  von  Rehoboth,
und  lästt  sich  mit  denselben,  unter  Zusicherung  bestimmter
  Vortheile,  vielleicht  ein  ähnliches  Wehrabkommen
  treffen,  wie  solches  bei  den  Bastards  von
Rehoboth  bereits  getroffen  ist.  Ich  werde  in  dieser
Sache  Weiteres  noch  veranlassen.

2.  Hottentotten.

Ein  Distriktschef  (Gobabis)  bezeichnet  diesen
Stamm  als  in  Zukunft  möglicherweise  einstellungsfähig,
  ein  Distriltschef  (Keetmanshoop)  will  nach
schwierigen  Anfängen,  und  nachdem  es  gelungen  war,
das  Vertrauen  der  Leute  zu  gewinnen,  jetzt  schon
gute  Erfahrungen  gemacht  haben  und  ein  Distriktschef
  (Gibeon)  will  von  deren  Einstellung  als  Soldaten
ganz  absehen  und  sie  lediglich  als  irreguläre  Kavallerie
verwendet  wissen.  Gerade  in  Beziehung  auf  Hotten- 



*)  Bezüglich  der  Bastards  vergl.  den  Vericht  über  das
Ergebniß  der  Besi  tigung  der  ersten  Quote  der  wehrpflichtigen
  Bastards  im  „D.  Kol.  latt“  vom  1.  April
1396,  S.  188.

642

 

totten  hat  der  letzte  Feldzug  besonders  reiche  Erfahrungen
  gebracht  und  dürfte  es  sich  empfehlen,  zunächst
  diese  in  das  Auge  zu  fassen.

a)  Die  Witboois  haben  sich,  wo  sie  unter
dem  direkten  Befehl  ihres  Kapitäns  standen,  als
disziplinirt  und  im  Patrouillendienst  wie  im  Gefecht
als  brauchbar  erwiesen.  Wo  sie  jedoch  dem  bezeichneten
  mächtigen  Einflusse  einige  Zeit  entzogen  waren,
ist  die  Unzuverlässigkeit  aller  Hottentotten  auch  bei
ihnen  zum  Durchbruch  gekommen.  Der  Kapitän  hat
sich  infolgedessen  schließlich  veranlaßt  gesehen,  nach
dem  Feldzuge,  gegen  seine  ursprüngliche  Absicht,  nochmals
  nach  dem  Osten  zu  gehen,  um  seine  beim  Eintreiben
  der  Kriegsentschädigung  mitbeschäftigten  Leute
persönlich  zu  beaufsichtigen.

b)  Simon  Cooper-Leute  trafen  erst  am
Schlusse  des  Feldzuges  ein  und  sind  daher  nicht  mit
im  Gefechte  gewesen.  Sie  haben  indessen  im  Ganzen
einen  guten  Eindruck  gemacht  und  sich  auch  gut
gehalten,  jedenfalls  weit  besser,  als  zu  erwarten  stand.
Ich  schreibe  solches  mit  dem  eispiel  Witboois  zu,
welch  Leßterer  augenscheinlich  auf  Simon  Cooper
einen  bedeutenden  Einfluß  ausübt.

c)  Hottentotten  der  „rothen  Nation“  aus

Hoachanas.  Es  handelte  sich  vorliegend  nur  um
eine  kleine  Abtheilung  von  12  Mann,  welche
geschlossen  in  eine  Kompagnie  eingestellt  war.  Dieselben

  haben  sich  bemüht,  unseren  militärischen  Anforderungen
  gerecht  zu  werden,  und  sich  auch  im
Gefechte  über  alles  Erwarten  gut  gehalten.  Diese
Erscheinung  dürfte  vor  Allem  als  Verdienst  des
Unteroffiziers  Pevestorff,  unter  dessen  Führung
die  Hottentotten  gestellt  waren,  aufzufassen  sein.
Derselbe  hatte  als  Stationschef  von  Hoachanas  es
seiner  Zeit  verstanden,  sich  das  Verkrauen  der  Leute
zu  erwerben.

d)  Außer  den  drei  vorhergenannten  geschlossenen
Stämmen  waren  noch  einzelne  schon  längst  im
Truppendienste  sich  befindende  Hottentotten  als
Soldaten  eingestellt.  Von  diesen  haben  sich  zwei  so
gut  gehalten,  daß  sie  zur  Auszeichnung  in  orschlag
gebracht  werden  konnten,  während  die  übrigen  weder
im  Guten,  noch  im  Schlechten  aufgefallen  sind,  ihnen
daher  mindestens  das  Zeugniß  „zur  Zufriedenheit"
gegeben  werden  kann.

3.  Hereros.

Dieser  Volksstamm  erfährt  seitens  der  sämmtlichen
  vier  in  Betracht  kommenden  Distriktschefs  eine
durchaus  abfsällige  Beurtheilung.  Zwei  (Gobabis,
Okahandya)  erklären  deren  Einstellung,  wenigstens
als  eingeborene  Polizeisoldaten,  für  möglich;  die
beiden  anderen  (Otyimbingwe,  Omaruru)  wollen
überhaupt  nichts  von  ihnen  wissen.  Einer,  der
letzteren  bezweifelt,  daß  die  Hereros  je  auf  Stammesbrüder
  schießen  werden.  Beide  erkennen  zwar  die
deutsch-freundliche  Gesinnung  des  Oberhäuptlings  an,
erklären  denselben  jedoch  durch  seine  Machtlosigkeit
hierzu  gezwungen  und  daher  für  uns  von  wenig
        <pb n="725" />
        —  643  —

Nucen,  Die  Erfahrungen  des“  letzten  Feldzuges
haben  indessen  ergeben,  daß  die  Macht  der  Legitimität
auch  bei  den  Eingeborenen  ihre  Wirkung  ausübt  und
daß  daher  die  Person  des  Oberhäuptlings  für  uns
von  größerem  Nuten  gewesen  ist,  als  angenommen
worden  war.

Es  hat  sich  ferner  ergeben,  daß  die  Hereros,
wenn  richtig  angefaßt,  auch  für  eine  fremde  Sache
auf  ihre  Stammesgenossen  schießen.  Letßzteres  ist
um  so  anerkennenswerther,  als  die  verwandtschaftlichen
  Verhältuisse  der  Hereros  weit  verzweigt  sind
und  das  Volk  selbst  ein  hohes  Gefühl  für  verwandtschaftliche
  Pflichten  besitzt.  Nach  dem  entscheidenden
Gefecht  bei  Otyunda  —  Sturmfeld  —  fand  z.  B.
ein  Herero,  welcher  auf  unserer  Seite  gefochten  hatte,
in  der  feindlichen  Werft  die  Leiche  seines  Bruders.
Da  auch  sonst  bei  Feststellung  der  Todten  zu  Tage
getreten  war,  daß  Verwandte  gegen  Verwandte  gesochten
  hatten,  war  unmittelbar  nach  dem  Gefecht
bei  den  diesseitigen  Hereros  eine  auffallend  trübe
Stimmung  zum  Durchbruch  gekommen,  welche  jedoch
auf  gütliches  Zureden  nach  1  bis  2  Tagen  wieder
verschwunden  ist.  Im  Uebrigen  waren  die  Leistungen
der  Hereros  im  Kriege  in  Bezug  auf  Auffinden  von
Wegen,  Wasser=  und  Weideplätzen,  sowice  bei  Erkundung
  des  Feindes,  einfach  unschätzbar.  Es  kam  ja
wohl  vor,  daß  zuweilen  das  Stammesgefühl  durchbrechen
  und  die  ausgeschickten  Kundschafter  sich  unwissend
  stellen  wollten,  doch  verschwand  eine  solche
Anwandlung  auf  freundliche  Zusprache  stets  wieder.
Vor  Allem  aber  finden  sich  auch  bei  ihnen  besonders
zuverlässige  Elemente,  welche,  richtig  verwendet  und
behandelt,  die  Anderen  mit  fortreißen.  Ich  stehe
nicht  an,  zu  behaupten,  daß  im  letzten  Kriege  von
allen  Eingeborenen  die  Hereros  uns  die  besten
Dienste  geleistet  haben.  Dieselben  besaßen,  was  uns
selbst  sowie  unseren  übrigen  eingeborenen  Bundesgenossen
  gänzlich  abging,  nämlich  die  Kenntniß  von
Land  und  Leuten,  Dinge,  welche  sich  während  des
Krieges  selbst  nicht  mehr  erwerben  lassen.  Ohne
die  Theilnahme  der  Hereros  auf  unserer  Seite
würde  der  Krieg  nicht  seinen  außergewöhnlich  glücklichen
  Verlauf  genommen  haben.  Aus  diesen  Erfahrungen
  mögen  sich  die  im  Hererolande  befindlichen
deutschen  Offiziere  und  Beamten  ihre  Nutzanwendung
selbst  ziehen.  Auch  die  Hereros  lohnen  die  Mühe
des  Versuchs,  aus  ihnen  den  vorhandenen  guten
Kern  zur  Unterstützung  unserer  kolonialen  Sache
herauszuziehen.  Auch  im  Gefechte  haben  sich  die
Hereros  nicht  in  der  ihnen  allseitig  nachgesagten
Feigheit  gezeigt.  Auch  in  dieser  Richtung  finden
sich  einzelne  unter  ihnen,  die  mit  gutem  Beispiel
den  anderen  vorangehen,  so  z.  B.  Kayata  und
Daniel  Kavizeri.  Geradezu  besonders  tapfer  haben
sich  die  feindlichen  Hereros  gezeigt,  welche  bei
Otyunda  —  Sturmfeld  —  ihre  Werften  vertheidigten.
Drei  Söhne  des  Werftbesitzers  Kahikaheta,  mit
unseren  Gewehren  bewaffnet  (bei  Gobabis  erbeutet),
hieltei  z.  B.  unter  einem  Wagen  liegend  hartnäckig

 

Stand  und  vertheidigten  sich  bis  zuletzt  so  erfolgreich,
  daß  ihre  geringe  Anzahl  erst  nach  geschehener
Einnahme  der  Werft  erkannt  wurde.  Man  fand  sie
alle  drei  durch  Granaten  getödtet.

Auch  die  übrigen  in  diesen  Werften  befindlichen
Hereros  haben  sich,  wie  bereits  erwähnt,  tapfer
gehalten  und  erst  nach  schweren  Verlusten  den  Platz
geräumt,  immerhin  kein  Zeichen  der  Feigheit.  Wenn
die  auf  unserer  Seite  kämpfenden  Hereros  sich  etwas
lauer  gezeigt  haben,  so  liegt  dies  in  der  Natur  der

ache.

Er  Volk,  das  derartige  Erscheinungen  zeitigt,
darf  man  nicht  ohne  Weiteres  und  in  seiner  Allgemeinheit
  als  „feig“  hinstellen.  Man  würde  sich
damit  der  Unterschätzung  eines  etwaigen  Gegners
schuldig  machen,  welche  sich  auch  einmal  rächen  könnte.

4.  Bergdamaras  und  Buschmänner.

Die  beiden  Distriktschefs,  welche  in  Beziehung
auf  diese  Stämme  haben  Erfahrungen  machen  können
(Gobabis  und  Omaruru),  halten  einen  Versuch  nicht
für  aussichtslos.  Hinsichtlich  der  Bergdamaras
müssen  wir  die  geschlossenen  und  freien  Stämme  von
den  einzelnen  Individuen  unterscheiden,  welche  als
eine  Art  Haussklaven  bei  Weißen,  Bastards,  Hereros
und  Hottentotten  bedienstet  sind.  Die  Ersteren  sind
gewiß  mehr  werth  und  z.  B.  die  in  Okombahe  und
Umgegend  Wohnenden  bei  ihrem  Haß  gegen  die
Hereros,  wie  auch  der  dortige  Distriktschef  vorschlägt,
wohl  verwendbar.  Allen  Bergdamaras  gemeinsam
scheint  ein  gewisser  Fatalismus  angesichts  des  einmal
  nicht  zu  vermeidenden  Todes  innezuwohnen,
was  gewiß  kein  Zeichen  von  Feigheit  ist.  Aber
gerade  diese  Menschen  müssen  stets  die  Macht  sehen.
Der  in  Gobabis  ansässig  gewesene  Bergdamarastamm
  ist  z.  B.  bei  Kriegsausbruch,  trotz  des  Hasses
gegen  die  Hereros,  zu  diesen  übergegangen,  weil  seine
Angehörigen  die  Machtverhältnisse  lediglich  nach  Zahlen
abschätzten  und  infolgedessen  zu  den  Hereros  glaubten
mehr  Vertrauen  haben  zu  sollen.  Doch  auch  ein
Beispiel  von  Treue  haben  Bergdamaras  gegeben,
und  zwar  diejenigen  der  Station  Olifandskloof,
welche,  zehn  an  der  Zahl,  nach  Räumung  der
Station  die  überschüssigen  Waffen  nebst  Munition
durch  feindliches  Land  hindurch  nach  Gobabis  getragen
  haben.  Wie  ich  mich  selbst  überzeugt  habe,
war  vor  Allem  Vertrauen  zu  dem  Stationschef,
Unteroffizier  Ficke,  die  Triebfeder  ihres  braven
Verhaltens.  Die  Buschmänner  ziehen  ihre  schrankenlose
  Freiheit  bis  jetzt  dem  angenehmsten  Dienste  vor.
Ab  und  zu  sind  sie  im  Distrikt  Gobabis  als  Wegeführer
  verwendet  worden  und  haben  sich  als  solche
gut  bewährt.

An  der  Hand  der  vorstehenden  Schilderungen
ersuche  ich  die  Herren  Distriktschefs,  in  ihren  Bestrebungen,
  Eingeborene  für  unsere  Dienste  zu  gewinnen,
nicht  zu  erlahmen.  Eine  lediglich  aus  deutschen
Soldaten,  wenn  auch  den  besten  Elementen,  zusammengesetzte
  Truppe  hat  für  hiesige  Verhältnisse  gerade
        <pb n="726" />
        —  644

so  gut  ihre  Schattenseiten  wie  eine  rein  aus  Eingeborenen
  bestehende.  Das  günstigste  Ergebniß  liefert
die  Vermischung  von  beiden.  Unter  den  500  Reitern,
aus  welchen  am  Schlusse  des  letzten  Feldzuges  die
Truppe  bestand,  befanden  sich  kaum  180  Weiße,  und
doch  war  der  Erfolg  ein  völlig  zufriedenstellender.
Auf  Grund  solcher  Erfahrungen  müssen  wir  unsere
Bemühnungen,  die  Eingeborenen  an  unsere  Interessen
zu  fesseln,  soviel  in  unseren  Kräften  steht,  fortsetzen,
dabei  aber  bedenken,  daß  die  Eingeborenen  ein  sachliches
  Interesse  nicht  kennen,  sondern  lediglich  ein
versönliches.  Nur  das  Vertrauen  zur  Person  wird
ihnen  auch  Interesse  zu  deren  Sache  beibringen.
Des  Beispiels  der  Hottentotten  von  Hoachanas  habe
ich  bereits  gedacht  (Pevestorff).  Ganz  dasselbe  trat
auch  bei  Witboois  und  Simon  Cooper-Leuten  zu
Tage.  Auch  diese  wollten  lediglich  mit  ihren  betreffenden
  Stationsmannschaften  zu  thun  haben,
während  sie  sich  gegen  die  übrigen  Angehörigen  der
Schutztruppe  durchaus  ablehnend  verhielten.  Angenehm
  siel  mir  das  gute  Verhältniß  der  Simon
Cooper-Leute  zu  dem  Stationschef  von  Gokhas,
Unteroffizier  Stubenrauch,  auf.  Bei  den  Hereros
waren  ähnliche  Erscheinungen  in  Bezug  auf  die  zum
Theil  auch  mit  in  das  Feld  gerückten  Stationsmannschaften
  Okahandya  nicht  zu  bemerken.

Ich  komme  hiernach  zum  Schluß,  daß  die  fernere
Entwickelung  der  in  Frage  stehenden  Einrichtung  in
erster  Linie  von  dem  Vertrauen  abhängt,  welches
die  Distriktschefs  nebst  Untergebenen  den  eingeborenen
Distriktsangehörigen  einzuflößen  verstehen.  Besonders
viel  lassen  in  den  bezüglichen  Bemühungen  zuweilen
  Unteroffiziere  und  Mannschaften  zu  wünschen
übrig.  Aus  je  kleineren  Verhältnissen  die  Letteren
von  Hause  kommen,  um  so  mehr  scheinen  sie  geneigt,
hier  den  Herrn  zu  spielen.  An  Stelle  von  christlicher
  Geduld  und  wohldurchdachter  Erziehungsmethode
  pflegen  bei  ihnen  Schroffheit  und  Roheit
zu  treten.  Solches  schreckt  die  Eingeborenen  ab,
während  sic  für  ein  gerecht  gehandhabtes  Strafsystem,
  welches  neben  dem  Wohlwollen  durchaus
unentbehrlich  ist,  volles  Verständniß  zeigen.  Menschenkenitniß
  und  Fähigkeit  für  Umgang  mit  Menschen,
Eigenschaften,  welche  in  Bezug  auf  Eignung  zum
Kolonialdienst  grundlegend  sind,  werden  in  jedem
einzelnen  Falle  stets  das  Nichtige  zu  treffen  wissen.

Ferner  möchte  ich  den  Hinweis  nicht  unterlassen,

daß  wir  über  die  militärischen  Eigenschaften  der

Eingeborenen  auch  nicht  vorschnell  urtheilen  dürfen.
Bei  ihnen  kämpft  jeder  ohne  militärische  Disziplin
und  Ausbildung  für  sich,  während  er  Belohnung  für
gutes  Verhalten  und  Strafe  für  Feigheit  nicht  kennt.
Wer  zuerst  wegläuft,  hat  die  meisten  Chancen,  Leben
und  Gesundheit  zu  retten,  irgend  welchen  Nachtheil
aber  aus  diesem  Akte  des  Selbsterhaltungstriebes
nicht  zu  befürchten.  Unter  solchen  Bedingungen
würden,  wie  die  Erfahrung  bereits  reichlich  gelehrt
hat,  weiße  Truppen  —  ich  möchte  fast  sagen  —  noch
weniger  leisten.  Das  beste  Beispiel  bilden  die  Bastards,

 

welche  derjenige,  der  sie  in  den  Witbooi-Kriegen
gesehen  hat,  nicht  wiedererkennt.  Und  diese  Veränderung
  hat  eine  Ausbildung  von  nur  sechs  Wochen
ferlig  gebracht.

Einige  der  Herren  Distriktschefs  drücken  die  Befürchtung
  aus,  daß  ausgebildete  Eingeborene  bei
Kriegsausbruch  zu  ihren  Stammesgenossen  übergehen
und  dann  mit  den  bei  uns  erhaltenen  Fertigkeiten
(möglicherweise  anch  Waffen)  uns  selbst  gefährlich
werden  könnten.  Diese  Befürchtung  ist  nicht  ungerechtfertigt.
  Auch  die  Engländer  haben  neuerdings
in  Matabeleland  eine  derartige  Erfahrung  gemacht.
Dort  sind  sämmtliche  eingeborenen  Polizisten  mit
Waffen  und  Munition  zu  den  Aufständischen  übergegangen.
  Indessen  würde  ich  in  einem  solchen  Falle
den  betreffenden  Distriktschef  von  Schuld  nicht  freisprechen
  können,  sondern  ihm  sagen  müssen,  daß  er
statt  wirklicher  Erfolge  nur  Scheinerfolge  erzielt  und
sich  mit  solchen  begnügt  habe.

Angesichts  solcher  Möglichkeiten  bin  ich  auch  weit
entfernt,  die  Herren  Distriktschefs  in  irgend  einer
Weise  zu  drängen.  Haben  dieselben  Erfolge,  so  werde
ich  dies  hoch  anrechnen,  aber  sie  auch  für  die  Treue
jedes  eingestellten  Eingeborenen  haftbar  machen.  Ich
empfehle  daher  Vorsicht  und  langsames  Vorgehen.

Wo  ein  Distriktschef  glaubt,  zu  den  Eingeborenen
geschlossen,  unter  Führung  ihrer  Kapitäne  mehr  Vertrauen
  haben  zu  sollen,  und  sonach  unter  Mitwirkung
der  zuständigen  Bezirkshauptmannschaft  Wehrverträge
mit  denselben  abschließt,  wie  solches  s.  Z.  in  Gibeon
und  jetzt  neuerdings  bei  den  Feldschuhträgern
geschehen  ist.  so  ist  gegen  ein  solches  Verfahren  nichts
einzuwenden,  um  so  mehr,  als  dasselbe  mit  der  Einstellung
  von  Soldaten  aus  denselben  Stämmen  Hand
in  Hand  gehen  kann.  Indessen  hat  nicht  jeder
Kapitän  so  viel  Verständniß  für  Vertragstreue  wie
Kapitän  Witbooi,  noch  weniger  aber  alle  Eingeborenen
  so  viel  Sinn  für  Gehorsam  wie  dessen
Unterthanen.

Derartige  Verträge  sind  daher  an  sich  nicht  als
gleichwerthig  zu  betrachten.  Lediglich  der  Erfolg
wird  dem  Geschehenen  seinen  Werth  verleihen.

Ich  halte  daher  im  Großen  und  Ganzen  doch
mehr  von  der  Einstellung  und  Ausbildung  der  Eingeborenen
  als  wirkliche  Soldaten.  Ueberhaupt  ist
„bei  der  Sache  jeder  Zwang  zu  vermeiden.  Aus
diesem  Grunde  möchte  ich  auch  nicht  den  Vorschlägen
einiger  Distriktschefs  zustimmen,  welche,  um  die
Stämme  zu  trennen,  die  Eingeborenen  versetzt  wissen
wollen.  Ein  derartiger  Gedanke  ist  noch  nicht  spruchreif.
  Zunächst  wirbt  sich  jeder  Distriktschef  seine
Leute  selbst  an,  wo,  bleibt  ihm  überlassen,  und
behält  sie  dann  auch.  Ebenso  übernimmt  derselbe
im  Kriege  die  Führung  etwaiger  Stämme  seines
Distrikts,  mit  welchen  Verträge  über  die  Heeresfolge
  abgeschlossen  sind.  Hinsichtlich  der  rein  militärischen
  Verhältnisse  verweise  ich  auf  den  Truppenbefehl
  vom  7.  Mai  1895,  Nr.  1442,  welcher  auch
ferner  siunngemäß  in  Kraft  bleibt.  Durch  Letzteren
        <pb n="727" />
        ist  festgesetzt,  daß  auch  die  Feldtruppe  sich  ihre  Eingeborenen
  selbst  anzuwerben  berechtigt  ist,  und  hoffe
ich,  daß  dieselbe  von  jetzt  ab  hiervon  recht  viel  Gebrauch
  macht.  Selbstredend  gelten  auch  für  sie  die
vorstehend  niedergelegten  Gesichtspunkte.  Am  ausgedehntesten
  ist  bis  jetzt  die  Einstellung  von  Eingeborenen
  im  Distrikt  Keetmanshoop  gelungen,  am
besten  in  die  Hand  gearbeitet  hat  sich  seine  Stämme
geschlossen  als  solche  der  Distrikt  Gibeon,  welch
Letzterer  außerdem  Gelegenheit  gehabt  hat,  für  seine
Thätigkeit  bereits  den  Beweis  des  thatsächlichen  Erfolges
  zu  liefern.

Schließlich  gebe  ich  dem  Wunsche  Ausdruck,  daß
das  Schutzgebiet  nie  in  die  Lage  kommen  möge,  Aufstände
  von  Eingeborenen  ohne  die  Mithülse  von
solchen  bekämpfen  zu  müssen.  Das  alte  Vaterland
würde  so  viel  Soldaten  schicken  können,  als  im  Schutzgebiete
  überhaupt  nur  zu  ernähren  sind:  wir  würden
gewiß  stets  siegen,  aber  in  dem  weiten,  zum  Theil
noch  unbekannten  Lande  den  Gegner  nicht  besiegen.
Daß  eine  derartige  Möglichkeit  nicht  eintritt,  dafür
zu  sorgen,  ist  daher  nicht  nur  unsere  Pflicht,  sondern
es  gebietet  solches  schon  der  einfachste  Selbsterhaltungstrieb.
  Ich  ersuche  sämmtliche  Herren  Offiziere  der
Schutztruppe,  auch  in  dieser  Richtung  auf  ihre  Untergebenen
  einzuwirken  und  ihnen  namentlich  immer
wieder  klar  zu  machen,  daß  wir  die  Eingeborenen
nothwendig  brauchen,  ja,  ohne  sie  hier  zunächst  nicht
bestehen  können  und  es  den  höchsten  Grad  von
Kurzsichtigkeit  bedeuten  würde,  wenn  wir  sie  insgesammt
  zu  Haß  und  Feindschaft  gegen  uns  erziehen
würden.

Unbauversuche.

Der  Hofmarschall  a.  D.  v.  St.  Paul-Illaire
zu  Fischbach  hatte  der  Kaiserlichen  Landeshauptmannschaft
  in  Windhoek  verschiedene  Sämereien  zu  Versuchen
  zur  Verfügung  gestellt.  Nach  einem  Berichte
aus  Windhvek  kommt  von  den  übersandten  Eucalyptusarten,
  welche  dort  und  auf  mehreren  Stationen  zur
Aussaat  gelangten,  in  erster  Linic  Encalyptus
Calophylla  fort.  Im  Truppengarten  sowie  in
demjenigen  der  Landeshauptmannschaft  befinden  sich
zur  Zeit  eine  große  Anzahl  sehr  gut  entwickelter
Bäumchen,  welche  bei  guter  Pflege  auch  weiteres
Gedeihen  versprechen.  Diese  Art  ist  auch  in  Omarurn.
und  Okahandya  gut  aufgegangen,  ebenso  Acacia
Plancophylla.  An  letzterem  Orte  sind  die  sämmtlichen
  Bäumchen  von  Heuschrecken  abgefressen  worden,
einige  Exemplare  haben  jedoch  wieder  ausgeschlagen.
Die  Akazien  gedeihen  besonders  in  den  Gärten  von
Windhvek  sehr  gut  und  sind  eine  ganze  Menge  1  bis
2  m  hoher  Stämmchen  vorhanden.  Auch  ist  bereits
mit  deren  Verpflanzung  in  andere  Gärten  mit  gutem
Erfolge  begonnen  worden.  Ferner  kommt  im  Garten
der  Landeshauptmamnschaft  eine  Fichtenart  —  linus
scmperviva  —  sehr  gut  fort.  Es  werden  mit  ihr
auch  anderorts  Versuche  angestellt  werden.  Die  mit

645

dem  Transvaal  zur  Anpflanzung  gelangen.

 

Encalypten  und  Akazien  in  Keetmanshoop  gemachten
Pflanzversuche  sind  ohne  Erfolg  geblieben.  Wie  der
dortige  Gartenaufseher,  ein  gelernter  Gärtner,  glaubt,
sind  die  verwendeten  Samen  zu  alt  gewesen.  Der
bisherige  Bezirkshauptmann  von  Kcetmanshoop,  Berginspektor
  Duft,  hat  gebeten,  Samen  der  Eucalyptus
amygdalina  und  globula  in  Kapstadt  zu  bestellen,
welche  mit  großem  Erfolge  in  der  Kapkolonie  und
Der
Landeshauptmann  hat  die  gewünschten  Samen  in
Kapstadt  in  Auftrag  gegeben,  damit  sie  noch  rechtzeitig
  zu  der  besten  Aussaatzeit  (August)  an  ihrem
Bestimmungsort  ankommen.

Die  in  Gobabis  und  Aais  angestellten  Versuche
sind  auch  von  gutem  Erfolge  gewesen,  jedoch  sind  die
Pflänzchen  während  der  letzten  Kriegswirren  eingegangen
  bezw.  zerstört  worden.

Rus  dem  Brreiche  der  Missionen  und
der  Mntishlaverei-Bewegung.

Das  Kaiserliche  Gouvernement  von  Deutsch-Ostafrika
  hat  angeordnet,  daß  vom  evangelischen
Afrikaverein  der  für  die  zum  Zwecke  der  geplanten
Sklavenfreistätte  in  Usambara  eingeführten  Güter
gezahlte  Zoll  alljährlich  bis  zur  Höhe  von  3000  Mark
zu  erstatten  ist.

 

Der  Frauenverein  für  Krankenpflege  in  den
Kolonien  hat  die  Schwester  Auguste  Hertzer  wieder
nach  Neu-Guinea  abgesandt.  Nach  Dar-es-Saläm
ist  die  Schwester  Jacobus  abgereist.  Die  Diakonissin
  Gertrud  v.  Lieres  und  Wilkau  ist  als
Pflegeschwester  für  das  Krankenhaus  in  Dar-zes-Saläm
übernommen  worden.  Schwester  Katharine  hat  sich
in  Tanga  den  Sonnenstich  zugezogen  und  ist  nach
Europa  abgereist.  Die  Schwestern  Elise  und  Johanna
  sind  in  Kamerun  eingetroffen.

Zeitungsnachrichten  aus  Sansibar  zufolge  sind
die  Vorsteher  der  Stationen  Mandera  und  La  Longa
der  Väter  vom  heiligen  Geist  (Schwarze  Väter)
P.  Husschmidt  und  P.  Kornmann  leider  verstorben.

Die  Frau  des  Missionars  Bürgi  der  norddeutschen
  Mission,  zuletzt  in  Amedschovhe,  und  Missionar
  Holzäpfel  von  derselben  Gesellschaft  in
Amedschovhe  sind  gestorben.

Die  Norddeutsche  Mission  hat  beschlossen,  jetzt  in
Lome  ein  Holzhaus  zu  errichten.  Es  sind  ihr  dazu
Gaben,  besonders  aus  Altona  und  Hamburg,  zugegangen.
  Die  Station  soll  auch  als  Erholungsort
für  die  Quittaer  Mission  benutzt  werden.  —  Missionar
Schosser  ist  mit  Frau  nach  Ho  gesandt  worden.
        <pb n="728" />
        —  646

Pater  Vieter,  der  apostolische  Präfekt  von
Kamerun,  befindet  sich  seit  Kurzem  in  Europa;  er
hofft  nach  „Kreuz  und  Schwert“  noch  in  diesem  Jahre
wieder  in  seinen  liebgewonnenen  Wirkungskreis  zurückkehren
  zu  können.  Ein  Pater  und  zwei  Brüder
derselben  Missionsgesellschaft  reisten  am  10.  September
  nach  Kamerun  ab.  —  Die  Kongregation  der
Pallottinerinnen  entsandte  Anfang  August  vier  weitere
  Schwestern  nach  Kamerun,  so  daß  nunmehr  acht
dort  wirken  werden.

Die  Mission  in  Kamerun,  so  schreibt  P.  Max
Kugelmann  in  den  „Katholischen  Missionen“,  ist
wohl  diejenige,  die  gegenwärtig  am  schwersten  heimgesucht
  wird.

In  Kribi  starb  Missionar  M.  Hanewinkel,
und  kurz  darauf  folgte  ihm  in  Marienberg  am
21.  November  1895  P.  Jakob  Mayer  nach  erst
dreimonatlicher  Thätigkeit.  Am  19.  April  erlag
FP.  A.  Eckmann  ebenjalls  in  Marienberg.  Endlich
brachte  noch  der  Telegraph  die  traurige  Nachricht
von  dem  schnellen  Ableben  des  P.  L.  Eberwein,
der  erst  am  10.  Mai  seine  Ausfahrt  in  Hamburg
antrat  und  für  die  Erholungsstation  Engelberg  bestimmt
  war.

Weiteren  Verlust  an  Kräften  erlitt  die  Mission
durch  die  Heimkehr  von  P.  Banken  und  .  Fr.
Walter  sowie  mehrerer  Brüder,  die  durch  schwere
Erkrankung  und  völlige  Erschöpfung  dazu  genöthigt
wurden.  Endlich  befindet  sich  auch  der  apostolische
Präfekt  P.  H.  Vieter  nach  sechsjähriger  aufreibender
Thätigkeit  und  unerhörten  Strapazen  auf  der  Heimreise
  und  wird  in  den  nächsten  Tagen  erwartet.

Zum  Ersatz  wurden  im  März  P.  Gg.  Walter
und  P.  Ludwig  Otto  nebst  zwei  Brüdern,  im  Mai
abermals  zwei  Priester,  P.  Müller  und  P.  Eberwein,
  mit  zwei  Brüdern  ausgesandt.  Der  Letzere
ist,  wie  gesagt,  schon  erlegen.  Am  13.  April  reisten
auch  vier  Schwestern  aus  dem  Mutterhause  in  Limburg
  ab.

Trotz  der  vielen  und  schweren  Verluste  schreitet
das  Missionswerk  rüstig  vorwärts  und  entfaltet  sich
zu  erfreulicher  Blüthe.  In  der  Umgegend  Marienbergs
  wurden  unter  Leitung  schwarzer  Katecheten
16  Schulen  errichtet  mit  zusammen  450  Schülern.
Sie  werden  von  Marienberg  aus  kontrolirt.  Die
Katecheten  entwickeln  einen  erstaunlichen  Eifer,  nicht
minder  aber  die  Schüler  der  Missionsschule  Marienberg,
  die  fast  alle  in  die  Fußstapfen  ihrer  Vorgänger
treten  und  Katecheten  werden  wollen.

Die  Missionsstation  Edea  wird  einstweilen  noch
von  Marienberg  aus  verwaltet,  bis  neue  Kräfte  an
Priestern  kommen.  Vorläufiger  Leiter  der  Station
ist  der  schwarze  Dolmetscher  Andreas  Mbangä,  ein
ehemaliger  Schüler  von  St.  Ottilien,  der  sich  schon
seit  Erössnung  der  Station  Marienberg  im  Dienste
der  Mission  befindet.

In  der  Missionsstation  Kribi  wirken  P.  König
und  P.  Otto.  Dort  drängen  sich  auch  die  Erwach- 



senen  zum  Unterricht.  P.  König  taufte  im  Januar
110  Personen.  Die  Nebenstation  von  Kribi,  Buambe,
macht  gleichfalls  gute  Fortschritte.  Die  Zahl  der
Kinder  beträgt  in  beiden  Stationen  zusammen  110
bis  120.  Auf  dem  Engelberg,  der  bisher  nur  zur
Erholung  der  erkrankten  Missionare  diente,  wurde
nun  auch  im  laufenden  Jahre  einc  eigentliche  Missionsniederlassung
  gegründet.  Die  von  Bruder  Höver
geleitete  Schule  wird  von  50  bis  60  Schülern  besucht.
  Nachdem  ein  Bruder=  und  Schwesternhaus
dort  schon  seit  längerer  Zeit  errichtet  sind,  wird  jetzt
auch  an  einer  größeren  Kirche  und  an  einem  Sanatorium
  gebant.  Die  Kaffeeplantage  gedeiht  vortrefflich.


 

Wie  der  Administrator  der  Togomission
P.  Dier  in  „Kreuz  und  Schwert“  berichtet,  war
das  Jahr  1895  ein  recht  gesegnetes.  Es  wurden
182  getauft.  Davon  sind  Erwachsenc  169,  Christenkinder
  85,  Heidenkinder  in  Todesgefahr  228.  Die
Zahl  der  Schulen  ist  auf  14  gestiegen.  Die  Zahl
der  Schüler  beträgt  484;  an  Waisenkindern  oder
Zöglingen  waren  in  Pflege  der  Mission  125.  Außerdem
  wurden  gegründet  ein  Seminar  sowie  ein  Asyl
für  alte,  schwache  Leute;  serner  ward  ein  Schwesternhaus
  gekauft.  Als  neue  Stationen  sind  zu  verzeichnen:
  Porto-Seguro  und  Klein-Popo.  Das  gesammte
schwarze  Lehrerpersonal  besteht  aus  16  Lehrern  und
zwei  Lehrerinnen.  Die  Gesammtsumme  der  noch
lebenden  getauften  Christen  beläuft  sich  auf  618.
Leider  sind  Missionar  Ambrosius  Ludowici  und
.  Adalbert  Heinlein  dem  Fieber  zum  Opfer
gefallen.

Die  im  südöstlichen  Theile  des  deutschen  Schutzgebietes
  Neu-Guinea  arbeitende  Neudettelsauer
Mission  darf  nach  dem  „Evang.  Missionsmagazin"“
jetzt  auf  ihr  erstes  Jahrzehnt  zurückblicken.  Sie  hat
in  dieser  Zeit  drei  Stationen  gegründet,  die  gegenwärtig
  von  sechs  Missionaren  besetzt  sind:  Simbang,
die  Anfangsstation  (seit  1886),  eine  auf  den  Tami-Inseln
  (seit  1889)  und  die  jüngste  auf  dem  Sattelberg,
  nordmestlich  von  Finschhafen,  die  zugleich  wegen
ihrer  Höhenlage  als  Gesundheitsstation  dient.  Jede
der  beiden  letzteren  ist  von  Simbang  etwa  eine  Tagereise
  entfernt.  Simbang  dient  für  die  nicht  sehr
zahlreiche  Küstenbevölkerung,  die  Jabim.  Auf  den
Tami-Inseln  ist  zwar  die  Bevölkerung  auch  keine
sehr  große,  aber  bei  der  sehr  ausgedehnten  Schifffahrt
derselben  hofft  man  von  hier  aus  auch  die  ferner
gelegenen  Ortschaften  am  Huongolf  zu  erreichen.  Sehr
günstig  liegt  die  Station  auf  dem  Sattelberg,  denn
abgesehen  davon,  daß  der  Ort  malariafrei  zu  sein
scheint,  verspricht  sie  auch  ein  geeigneler  Mittelpunkt
für  die  Missionsthätigkeit  unter  den  Bergstämmen
der  Kai  zu  werden.  Auch  bietet  der  Bergrücken
genügend  Ernährungsfläche  dar  für  eine  größere
Stationsgemeinde.  Vorderhand  muß  sich  allerdings
die  Missionsarbeit  auf  allen  drei  Stationen  auf  die
        <pb n="729" />
        nächste  Umgebung  beschränken.  Sehr  viel  Aufmerksamkeit
  haben  die  Missionare  der  Erforschung  der
Jabimsprache  gewidmet  und  bereits  Anerkennenswerthes
  geleistet.  Außer  der  Ausstellung  einer  kleinen
Grammatik,  einer  Sammlung  von  Wörtern  und  Erzählungen
  (Märchen)  ist  ein  kleiner  Anfang  mit
Uebersetzungsarbeiten  gemacht  worden,  so  schwierig
auch  die  Erstlingsversuche  einer  sprachlichen  Bearbeitung
  bei  dem  Mangel  an  geistigen  und  abstrakten
Begriffen  sind.  Vorderhand  sind  die  zehn  Gebote,
die  Hauptstücke  des  Katechismus,  die  Sonntagsevangelien,
  eine  Anzahl  von  Liedern  und  Gebeten  ins
Jabim  übersetzt  worden.  Auch  ist  man  mit  dem
Entwurf  zu  einer  biblischen  Geschichte  beschäftigt.
Doch  liegen  alle  diese  Spracharbeiten  vorerst  nur
handschriftlich  vor.  Mit  der  Erforschung  der  Kaisprache
  ist  erst  begonnen  worden.  Zu  Uebertritten
zum  Christenthum  oder  gar  zu  einer  Gemeindebildung
ist  es  bis  jetzt  noch  nicht  gekommen;  doch  ist  schon
viel  erreicht,  indem  die  Missionare  das  Vertrauen
der  Bevölkerung  gewonnen  haben,  so  daß  sie  sich
nicht  nur  einigermaßen  sicher  unter  ihr  wissen,  sondern
  auch  hoffen  dürfen,  ihre  Heilsverkündigung  werde
mit  der  Zeit  Eingang  finden.  Ein  wichtiger  Theil
ihrer  Thätigkeit  besteht  im  Unterricht  in  der  Schule
und  man  blickt  mit  Hoffnung  auf  dic  in  derselben
herangezogene  Jugend.  Voraussichtlich  wird  die
Mission  unter  ihr  ihre  ersten  Früchte  ernten  dürfen.
Leider  ist  das  Dasein  der  Missionsgeschwister  sehr
erschwert  durch  den  mangelhaften  Verkehr,  der  zwischen
  ihrem  Küstentheil  und  dem  Hauptort  der  Neu-Guinen-Kompagnie
  besteht,  so  daß  sie  in  Bezug  auf
ihre  Verproviantirung  auf  den  nur  jährlich  sechs-.maligen
  Besuch  des  Lloydschiffes  angewiesen  sind.
Auch  haben  dieselben  vom  Fieber  viel  zu  leiden;
doch  ist  die  Mission  längere  Zeit  von  Todesfällen
verschont  geblieben.  Erst  im  Juli  1894  trat  der
erste  ein,  indem  der  junge  Missionar  Ruppert  wenige
Wochen  nach  seiner  Ankunft  am  Unterleibstyphus  starb.
Seildem  ist  am  25.  November  1895  auch  Frau
Missionar  Vetter  in  Simbang  dem  Klima  erlegen.

Die  vielgeprüfte  Rheinische  Mission  hat  auch
im  letzten  Jahre  wieder  eine  sehr  schwere  Zeit  durchlebt.
  Von  ihren  drei  Stationen  an  der  Astrolabebai:
  Bogadjim  (seit  1887)  bei  Stephansort,  Siar
(1889)  bei  Friedrich  Wilhelmshafen  und  Kulobob
(1890)  auf  der  Dampier-JInsel,  mußte  die  letere
trotz  der  hoffnungsvollen  Arbcit  aufgegeben  werden.
Der  plößliche  Ausbruch  eines  bisher  für  erloschen
gehaltenen  Kraters  im  Hintergrunde  der  Station
nöthigte  die  Missionare,  die  Insel  zu  verlassen.  Zugleich
  raffte  eine  Pockenepidemie  einen  Theil  der
ohnedies  nicht  starken  Bevölkerung  hinweg.  Auch  ist
das  Landen  an  der  Insel  wegen  der  Korallenriffe  so
schwicrig  und  zeitweise  gefahrvoll,  daß  die  Missions-=arbeiter
  oft  monatelang  von  allem  Verkehr  mit  der
Außenwelt  abgeschlossen  waren.  Die  von  der  Insel
scheidenden  Brüder  ließen  vier  Gräber  zurück,  darunter
das  des  jungen  Missionars  Barkemeyer,  der  kurz

 

647  —

zuvor  von  Siar  nach  Dampier  gekommen  war,  um
bei  der  Räumung  der  Station  zu  helsen,  und  hier
durch  eine  unglückliche  Entladung  seines  Gewehrs
ums  Leben  kam.  An  Stelle  des  aufgegebenen  Dampiers
  ist  das  östlich  von  Bogadjim  gelegene  Bongu
als  dritte  Station  ins  Auge  gefaßt;  auch  sind  Untersuchungsreisen
  nach  der  Macklayküste  geplant.  Zur
besseren  Verbindung  der  Stationen  soll  ein  Kutter
mit  Petroleummotor  beschafft  werden.  Auf  den  beiden
älteren  Stationen  Bogadjim  und  Siar  ging  es  —
im  Zusammenhang  mit  den  häufig  wiederkehrenden
Fieberanfällen  und  mit  mancherlei  äußeren  Arbeiten,
die  der  Bau  von  neuen  Stationshäusern  mit  sich
brachte  —  durch  viel  Noth  und  Gedränge.  Fir  die
äußeren  Arbciten  soll  deshalb  demnächst  ein  Zimmermann
  den  Brüdern  zu  Hülfe  geschickt  werden.  Das
Personal  auf  den  beiden  Stationen  besteht  gegenwärtig
  aus  sechs  Missionaren,  darunter  einem  Arzt,
der  sich  den  Eingeborenen  mit  großer  Hingabe  widmet.
Die  Arbeit  ist  auch  hier  bis  jetzt  trotz  aller  Opfer
nur  vorbereitender  Art  gewesen;  doch  sind  die  Aussichten
  auf  späteren  Erfolg  nicht  gering.  Es  bestehen
nicht  nur  hoffnungsvolle  Schulanfänge,  sondern  es
lassen  auch  die  erwachsenen  Eingeborenen  erkennen,
daß  die  Missionare  ihr  Vertrauen  gewonnen  haben
und  mit  der  Botschaft  des  Evangeliums  Eindruck
auf  sie  machen.  Auch  in  Bczug  auf  die  Erforschung
der  Landessprache,  die  leider  im  Stationsgebiet  keine
einheitliche  ist,  sind  die  ersten  Schwierigkeiten  überwunden.


Einen  sehr  guten  Fortgang  hat  die  von  australischen
  Wesleyanern  betriebene  Mission  im  Bismarck-Archipel
  genommen.  Obwohl  erst  1875  begonnen,
und  zwar  unter  einer  bis  dahin  von  den  Seefahrern
als  Kannibalen  gemiedenen  Bevölkerung,  zählte  dieselbe
  im  Jahre  1894  bereits  2391  Christen,  die  sich
auf  51  Stationen  —  nämlich  33  in  Neupommern,
8  in  Neulauenburg  und  10  in  Neumecklenburg  —
vertheilen.  Den  drei  Missionaren  stehen  als  Nationalgehülfen
  20  Witi-,  7  Samog=  und  22  Bismarcklehrer
zur  Seite.  In  49  Volksschulen  erhalten  1417  Schüler
christlichen  Unterricht.  In  drei  kleinen  Seminarien
ziehen  sich  die  Missionare  die  geeignetsten  Zöglinge
der  Volksschulen  zu  Lehrern  und  Missionsgehülfen
heran.  Auch  ist  der  Grund  zu  einer  christlichen
Litteratur  in  den  verschiedenen  Sprachen  des  Archipels
  gelegt.  Den  Verkehr  zwischen  den  einzelnen
Missionsstationen  vermitteln  zwei  Segelfahrzeuge.
Sehr  anerkennenswerth  ist  die  Opferwilligkeit  der
Christen,  mit  der  sie  sich  an  den  Missionskollekten
betheiligen.  Nur  durch  das  Dasein  und  den  Einfluß
der  Mission  wurde  ein  friedlicher  Verkehr  mit  der
eingeborenen  Bevölkerung  angebahnt;  denn  erst  nachdem
  die  Mission  unter  ihr  Fuß  gefaßt  hatte,  konnten
es  europäische  Händler,  meist  Deutsche,  wagen,  sich
gleichfalls  dort  niederzulassen.

Von  den  deutschen  Salomons-Inseln  wird  bis
jetzt  nur  die  südlichste,  Isabel,  von  der  evangelischen
Mission  bearbeitet  und  zwar  von  der  Melanesischen.
        <pb n="730" />
        Es  ist  dies  in  so  erfolgreicher  Weise  geschehen,  daß
das  Südende  der  Insel  mit  1200  Christen  auf  zehn
Stationen  einen  christlichen  Charakter  angenommen
hat.  Auch  einzelne  Inselgruppen  im  englischen  Schutzgebiete
  sind  nahezu  christianisirt.  Auf  dem  ganzen
Archipel  wurden  1895  nach  Angabe  von  Bischof
Wilson,  dem  Leiter  der  Melanesischen  Mission,  nahezu
9000  Christen,  über  12000  Katechumenen,  122  Schulen
  und  381  eingeborene  Lehrer  gezählt.

Auf  der  weiten  Inselflur  der  Marshallgruppe,
die  ebenfalls  unter  deutscher  Oberhoheit  sleht,  befindet
sich  leider  kein  Missionar  des  amerikanischen  (Bostoner)
Board,  der  hier  seit  1857  die  Arbeit  ausgenommen
hat.  Diese  ist  vielmehr  einer  Anzahl  von  eingeborenen
  Geistlichen  und  Lehrern  übertragen,  die  auf
den  einzelnen  Inseln  stationirt  sind.  Dagegen  unternimmt
  der  leitende  Missionar  (seit  1894  Dr.  Rife)
von  der  Karolinen-Insel  Kusaie  aus  alljährlich  mit
dem  Missionsdampfer  „Morgenstern“  eine  Visitationsfahrt
  durch  den  Marshall-Archipel  —  freilich  ein
magerer  Ersaß  für  eine  gründliche  Bearbeitung  des
ausgedehnten  Arbeitsgebietes.  Nach  dem  letzten  Visitationsbericht
  (Miss.  Herald,  Juni  1896)  fand
Dr.  Rife,  dem  sich  sein  Vorgänger  Dr.  Pease  angeschlossen
  hatte,  den  Stand  der  Dinge  im  September
  v.  Is.  recht  günstig.  Nirgends  war  eine  Spur
des  Rückschritts  wahrzunehmen.  Die  Gemeinden
hatten  um  mehr  als  400  Glieder  zugenommen  und
allenthalben  hatten  die  angestellten  Missionsarbeiter
mit  Eifer  ihre  Pflicht  gethan.  Trotz  ihrer  Armuth
und  der  hohen  Steuern  hatten  die  Gemeinden  mehr
aufgebracht,  als  die  Unterhaltungskosten  der  Prediger
und  Lehrer  betrugen.  Von  der  gesammten  Bevöllerung
  der  Marshal-Inseln  ist  jetzt  etwa  ein  Drittel
(ca.  4000  Seelen)  durch  die  evangelische  Mission  für
das  Christenthum  gewonnen.  In  nächster  Zeit  soll
dieselbe  die  Bibel  in  der  Landessprache  erhalten.

RAus  fremden  Rolonien.

Die  Korfolk=  Insel

liegt  auf  ungefähr  29  Grad  südl.  Breite  und  168  Grad
östlicher  Länge  von  Greenwich.  Sie  war  lange  unbewohnt
  und  wurde  erst  im  Jahre  1827  von  Sydney
aus  mit  200  Deportirten  und  einer  entsprechenden
Wachmannschaft  besiedelt.  1844  wurde  diese  Insel
der  Kolonie  Tasmanien  zugetheilt.  Endlich,  im
Jahre  1856  wurde  sie  zu  einer  selbständigen  Niederlassung
  gemacht,  über  welche  der  Gonverneur  von
Neu--Südwales  die  Oberaussicht  führte.

Da  die  Jusel  aber  nicht  zum  Gebiete  der  zuletzt
gedachten  Kolonie  gehörte,  entstanden  mancherlei
Schwierigkeiten,  namentlich  auch  mit  Bezug  auf  die
Rechtspflege.  Jeder  Gouverneur  von  Neu-Südwales
hatte  die  Verpflichtung,  während  seiner  Amtsdauer
die  Insel  einmal  persönlich  zu  besuchen  und  sich  von
den  dort  herrschenden  Zuständen  zu  überzeugen  und
etwaige  Beschwerden  entgegenzunehmen.  Die  Post-648



 

verbindung  mit  Sydney  wurde  nenerdings  durch
einen  kleinen  Segelkutter  unterhalten.  Die  Landung
ist  aber  oft  sehr  schwer.  Die  Einwohner,  die  zur
Zeit  etwa  800  bis  900  zählen  sollen,  schlossen  sich
daher  im  Ganzen  von  der  übrigen  Welt  ziemlich  ab.

Seit  mehreren  Jahren  haben  daher  Verhandlungen
  geschwebt,  um  eine  anderweitige  Regelung  der
Abhängigkeitsverhältnisse  dieser  Insel  anzubahnen,  und
es  hat  sich  auch  die  Regierung  der  Kolonie  Neu-Seeland
  darum  beworben,  diese  Insel  dem  dortigen
Gebiete  zugetheilt  zu  sehen.

Nunmehr  hat  aber  die  Regierung  in  London  an
Neu-Südwales  den  Vorschlag  gemacht,  die  Norfolk-Insel
  der  Kolonie  dauernd  einzuverleiben.  Dieser
Antrag  ist  zur  Annahme  gelangt.

Verschiedene  Witthrilungen.
Damburgs  Dandel  mit  den  Kolonien.

Die  „Tabellarischen  Uebersichten  des  Hamburgischen
  Handels  im  Jahre  1895“  geben  über  den
Handel  Hamburgs  mit  den  deutschen  Kolonien  folgende
  Zahlen:

Die  Einfuhr  aus  den  deutschen  Schutzgebieten  in
Hamburg  betrug  13  407  500  kg  im  Werthe  von
4  653  210  Mark  gegen  12  423  900  kg  im  Werthe
von  4751  040  Mark  im  Jahre  1894;  die  Ausfuhr
aus  Hamburg  nach  den  deutschen  Schutzgebieten
13  218  300  kg  im  Werthe  von  6  014  870  Mark
gegen  15  404  900  kg  im  Werthe  von  6090  230  Mark
im  Jahre  1894.  Der  Werth  der  Einfuhr  ergiebt
also  ein  Weniger  von  97  830  Mark  und  der  Werth
der  Ausfuhr  ein  Weniger  von  75360  Mark;  obwohl
der  Menge  nach  die  Einfuhr  aus  den  Schutzgebicten
wieder  wie  im  Vorjahre  eine  Steigerung  erfahren
hat.  Leider  ist  aber  der  Werth  verschiedener  afrikanischer
  Erzeugnisse  weiter  heruntergegangen.

Für  die  einzelnen  Kolonien  geben  die  „Tabellarischen
  Uebersichten  des  Hamburgischen  Handels“
folgende  Zahlen:

A.  Einfuhr  im  Jahre  1895.
Aus  Deutsch-Westafrika.
(Togogebiet  und  Kamerun.)
100  kg  Werth:  Mk.

 

Kassee  14  2  090
Kakao..  1101  127  920
————  —y-  35  18  210
Gummi  elastiiinm  2854  862  040
Elefantenzähne  und  Elsenbein  245  320  910
Palmdbl  18460  716  810
Ebenhols  .  2379  36  470
Mahagoniholz  1/100  echm  1176  2750
Palmkerne  .  91294  1614130
Naturalien  2c.  ....  39  10  650
Passagiergnt  ..  27  7  450
Andere  Artike.  —  7  010

Zusammen  117114  38726  140
        <pb n="731" />
        Im  Jahre  1894  betrug  die  Einfuhr  aus  Deutsch-Westafrika
  109  296  (100  kg)  im  Werthe  von
3  814  180  Mark.  Im  Jahre  1895  ist  dieselbe  also“
gegen  das  Vorjahr  im  Werthe  um  87740  Mark
gesunken  trotz  der  quantitativ  erheblich  gestiegenen
Einfuhr;  der  Grund  wird  in  dem  erheblichen  Preisrückgang
  des  Hauptausfuhrartikels,  Palmkerne,  gefunden
  werden  müssen,  da  im  Vorjahre  bereits
89  586  (100  kgP)  Palmkerne  den  Betrag  von
1  828  400  Mark  erzielten.

Die  Ausfuhrartikel  des  Schutzgebietes  selbst  sind
mannigfaltiger  geworden  durch  die  erstmalige  Ausfuhr
von  Kassee  und  Mahagoniholz  sowie  3900  kg  Naturalien.
  Auch  bei  Elfenbein  ist  wieder  wie  bei
fast  sämmtlichen  Arlikeln  eine  erfreuliche  Zunahme
der  Ausfuhr  zu  konstatiren.

Aus  Deutsch-Südwestafrika.

 

(Walsischbai.)
100  kg.  Werth:  Ml.
Trockene  Rindshänte  98  8  340
Anderc  Artikel  —  6  680
Zusammen  156  15  020

Im  Jahre  1894  betrug  die  Ausfuhr  aus
der  Walfischbai  nur  1500  kg  im  Werthe  von
2600  Mark.

Aus  Deutsch-Ostafrika.

 

100  kg.  Werth:  Mk.

Kaffee  374  57  970
Gummi  Kopal  62  17  950
Gummie  elastikum  929  351  650
Lebende  Thiere.  6  450
Eieemmenzühne  und  oilben  kg  230  2980
Wachs.  49  12  240
Bast-  und  andere  Flcchtstoffe.  .72  4900
Erdnüsse.  238  4  350
Anderl  Nohstoffe  und  2  —  3  480
Naturalien  2c.  98  38  830
Passagiergtt  164  36  840
Andere  Artikel-  —  4  850
Zusammen  2081  542  490

Da  die  Einfuhr  aus  Deutsch-Ostafrika  1894
einen  Werth  von  611  620  Mark  hatte,  ist  sic  also
noch  weiter  gesunken,  1893  betrug  sie  854  980
Mark.  Hauptgrund  für  das  weitere  Fallen  des
Ausfuhrwerthes  mag  wie  im  Vorjahre  auch  diesmal
im  Rückgang  der  Ausfuhr  und  Sinken  des  Ausuhrwerthes
  für  Gummi  elastikum  liegen;  andererseits
ist  bei  dem  Ausfuhrartikel  Wachs,  der  im  Vorjahre
erheblich  gesunken  war,  wieder  eine  solche  Steigerung
der  Ausfuhr  zu  verzeichnen,  daß  sogar  der  Ausfuhrwerth
  für  1893  (12  080  Mark)  überholt  ist.  Auch
aus  diesem  Schutzgebiete  ist  zum  ersten  Mal  der
Hamburger  Markt  mit  Kaffee  in  erheblichem  Werthe
versehen  worden.

Aus  Neu-Guinea.
100  kg.  Werth:  Mk.
Diverse  Artikel.  .  31  2  200

649

 

Im  Jahre  1894  ergaben  15  100  kg  nur  einen
Ausfuhrwerth  von  1000  Mark.

Aus  dem  Bismarck-Archipel.

 

100  kg.  Werth:  Mk.

Schildpatt  kg  45  11  460
Perimntter=  .  u.  a.  —  749  12  290
Kopra  .  6571  166  760
Steinnüsse  1278  25  630
Andere  Artikel  —  650
Zusammen  8631  216  790

Im  Jahre  1894  wurden  vom  Bismarck-Archipel
nur  665  500  kg  im  Werthe  von  176  350  Mark
in  Hamburg  eingeführt.

Aus  den  Marshall-Inseln.
100  kg.  Werth:  Mk.

 

Kopra  ...  5987  142  370
Passagiergut  .....  10  5  890
Andere  Artikel  —  2  010

Zusammen  6062  150  270

Im  Jahre  1894  betrug  die  Einsuhr  im  Ganzen
ungefähr  das  Doppelte  mit  1  112  600  kg  im
Werthe  von  321  640  Mark;  an  Kopra  wurde  im
Jahre  1894  1  109  700  kg  im  Werthe  von
309  230  Mark  geerntet.

B.  Ausfuhr.
Nach  Deutsch-Westafrika.
(Togogebiet  und  Kamerun.)

erth:  Mk.
Raffinade  100  kg  725  11  180
Noher  Tabak  143  310
-  .  Mille  25  0350
.  .  100  kg  7579  114770
.  n  --i  358  810
c  emiot  .  Flaschen  4000  15  410
Ru  .  hl  14300  286  670
Co  -  59  2  500
n  dartoffeljiritus  u.  Sprit  -  597  15  950
v  -2119  5
d  und  anderer  Branntwein  12  56  170
Bie  97190
Mneraiwassen  .  Fln  Ins-ge  30056  21190
sartofleln.....  .100ltg  335  4070
Weizenmeh  -  300  8100
Schisfa-  zund  anderes  BVrotr  929  26  900
Sardi  -  24  2710
2  Ker  iereilei  Fische  33  810
Getrocknete  Fische  1315  39910
Jesalz.  und  geräuch.  Fleisch  1881  74  780
Würste  40  754
Anderes  mbereite5  öteisch  -  188  18  640
Butter  .  -  82  16  350
Käse  -  --  -  22  3370
K  cossbenstrt  Mi  ilch  ..  -  44  4820
See-,  —  und  Steinsalz  .  6455  18  930
.  -  409  63  140
oonelade  und  Zuckerwaaren  .  -  41  4  530
Gebrannter  Kaffee  ½7*“  Or  13.  2610
Andere  z  .  28890
Bauholz  5746  58  190
Cemnnt  6467  24  110
Kall  777  3  170
Steinkohlen.  2525  2780
And.  Bau=  und  Brennmaterial  9950
        <pb n="732" />
        Firnise  100  kg  58

Zubereitete  Farben  -  209

Andere  Farbewaaren  ..  -  36

hinin  und  dessen  Salze  kg  340

And.  Drogen  und  Chemikalien.  100  Kkg  83

Kupfer-  u  andere  Scheidemünzen  ke  290

Andere  100  kg  361

Mdeaal  ......  -  111

Steinkohlentheer  .  ..  -  316

Naffinirtes  Petroleum  -  507

'gohes  Petrollen  -  225

—  -  110

Leinöl  31

Rübö  31

Olein  und  andere  sete  Oele  21

Nutbhölzer  .  296

Vaumwollengarn  296

Kokosgar  21
And.  Nohstofte.  u.  Halbfabrikate

Seiden=  und  Halbseidenwaaren  kg  155

Wollen=  und  Halbwollenwaaren.  100  kg  22

VBaumwollenwaaren  16ü76

Leinene  u.  baumw.  Leibwasche  29

Stgelleinen  .  .  28

Sä  441

*  Leinenwaaren.  16

Herrenhüte  .  18

Herrenkleider.  19

And.  ferigetteder.  Putzwaaren  26

Strumpfwa  .  19

Andere  innsdturter  .

Tauwerk.  .  49

16

Stroh,  Vast  r.  11

......  187

1284

393

105

.....  -  31

.....  -  15

aller  Art  kg  400

100  kg  30

-  332

-  10

-  41

-  39

-  453

-  106

-  502

-  27

-15921

...  -  129

...  -1324

aus  Metallen  kg  10

100  kg  93

-  75

-  20

-  61

-  14

kg  390

100  kg  174

-  131

-  49

-  189

EEII

1000  kg  1753

u.  Zündhütchen  -  -*ie

......  -  131

190

35

363

255

Werth:  Mk.

 

650

 

 

Werth:  Mk.

Andere  Industeieartieel  .  .  18  800
Passagierg  .  100  kg  66  22320
Zusemnen  100  kg  82  6ö71  2790060

Im  Jahre  1894  betrug  die  Ausfuhr  von  Hamburg
  nach  Deutsch-Westafrika  100  kg  101  569  im
Werthe  von  3  321  400  Mark.  Sie  ist  also
nach  einer  bedeutenden  Steigerung  im  Jahre  1894
gegen  das  Jahr  1893  (100  kg  78  124  im  Werthe
von  2  810  130  Mark)  wieder  sowohl  der  Menge
als  dem  Werthe  nach  gefallen.  Gerade  diejenigen
Waaren,  welche  im  Vorjahre  eine  wesentliche  Steigerung
  ihrer  Werthe  erkennen  ließen,  nämlich  Eisenwaaren
  und  Bauholz,  lassen  wieder  ein  Sinken  ihrer
Ausfuhrwerthe  erkennen,  was  ganz  besonders  bei
letzterem  Artikel  auffallend  ist;  trotz  eines  Mehrquantums
  von  47  100  kg  ist  der  Ausfuhrwerth  um
1930  Mark  geringer.  Auch  in  der  Einfuhr  der
Baumwollenwaaren  ist  eine  erhebliche  Abnahme  zu
bemerken.

Die  höchsten  Ziffern  zeigen  ähnlich  wie  in  den
Vorjahren  auch  diesmal  folgende  Artikel:  Noher
Tabak  (143  310  Mark  —  137  590  Mart),  Reis
(114770  Mk.  —  120  660  Mk,),  Rum  (286  670  Mk.
—  308  130  Mk.),  Bier  (97190  Mk.  —  93  190  Mk.),
Baumwollenwaaren  (476  680  Mk.  —  696740  Mk.),
Glasperlen  (72950  Mk.  —  51890  Mk.),  feine  Eisenwaaren
  (108900  Mk.  —  133  820  Mk.),  Schießpulver
(91950  Mk.  —  132720  Mk.),  Bauholz  (58190  Mk.
—  60  120  Mk.).

Nach  Deutsch-Südwestafrika
(einschließlich  Walfischbai).

Werth:  Mk.
Kaffee  100  kg  499  0  2
Thee  -  46
Raffinaden  ....  -  364  38
Farin  .  ..  ....  -  85  2500
Fabrizirter  Tabar.  .  -  110  5510
Cigarren  ...  Mille  656  29270
Cigarettten  Ekg  770  4630
deis  100  kg  1335  23  180
Weir  ......  hl  138  2710
Chranpagner.  Flaschen  4260  10  520
Num.  .  L  62  3250
Cognak  77  20  840
Genever  130  7010
Likör  und  anderer  Pranntwein  220  26  760
Bier  ....  -14:-3-l  100  670
Hafer  100  kg  753  10220
Weizenmehl.  1305  28700
Roggenmehl.  ...  -  983  23  020
Graupen,  Grünze,  Gries  -  92  2350
Schiffs-  und  anderes  Vrot-  .  -  168  5  000
Sardin  -  23  3320
Andere  übertitele  Fische  57  7060
bsa  henes  u.  geräuchertes.  irich  24  4670
.  -  86  15  810
.  ndercs  znbetettetess  olench  33  4950
Butter  -  -  28  5680
Schmalz  .  -  61  6170
Käse  .  -  38  5450
Kondensirte  Milch  -  47  5  130
Konservon  .  -  255  33  120
Chokolade  und  Zuckerwaaren  -  168  16  620
        <pb n="733" />
        Werth:  Mk.

Andere  Verzehrungsartikel  19910
Ba  uholz  100  kg  1525  15  210
Drogen  und  Chemikalien  O  14  700
Leder  ..-  -  7550
Naffinirtes  Keueleum,  ...  -  92  2540
Baumwollengar  O  15  4150
Andere  Nohsühsfe,  u.  Halbfabrikate  11  180
Seiden=  und  Halbseidenwaaren.  kg  5490
Wollen=  und  Halbwollenwaaren  100  kg  55  21280
Baumwollenwaaren  -  368  110220
Leinene  u.  baumwoll.  ren  bwäsche  -  63  25  460
Schelleinen  .  -  11  3070
-  65  2960

S  Leinenwaaren  kg  910  100
Herrenhüte  -  700  6280
w⅛  arbentelder  100  kg  35  23  080
And.  fert.  Kleider  u.  Wuwaen  -  293  159  000
"  eainlirbatn  kg  380  700
Strumpfwa  .  100  kg  28  11240
Andere  Maanhatzurwaaren  .  4190
Mobilien  -  189  18770
Andere  Holzwaaren  -  141  12  700
Ledernes  Fußzeng  -  111  62  750
Andere  Lederwaaren  -  4  17  990
Papier  -  22  2940
Papier=  und  kan  ..  -  45  8570
Gedruckte  Büch  ·  -  27  4390
Glaswaaren  *  Art  -  66  7  180
Steinzeug  u.  feine  Thomwagren  -  46  4  480
Grobe  Eisenwaaren  2  292  11440

Feine  Eisenwaaren  -  655  71360
Andere  Metallwaaren.  -  25  4960
Nähmaschinen  -  17  3510
indere  Maschinen  -  181  6880

Musikinstrumente  aller  2  -  36  10  250
Mathe  mat.  u.  and.  gErpeert  2  -  11  5  520
Wagen  und  Wagenth  heile.  -  652  46  490
#  Wasserfahrzeuge  -  37  3100
-  19  14330

Sesskumen  u.  Bundhutchen  -  83  13  070
Zündhölzer  -  60  960
Fieisesnorare  -  14  10  580
Spielwaaren.  -  20  3  620
Kurzwaaren  44  14  500
1  Toiletesfeife)  .  42  4510

Andere  Seif  .  141  3940
Andere  -  .  15790
Passagier  107  27300

Zusammen  100  .7  15796  1432  860
Im  Jahre  1894  betrug  die  Einfuhr  von  Hamburg
  nach  Deutsch=  Südwestafrika  100  kg  5370  im
Werthe  von  698  360  Mark,  woraus  zu  ersehen  ist,
daß  der  für  das  Berichtsjahr  mit  Recht  erwartete
weitere  Aufschwung  im  vollsten  Maße  eingetreten  ist.
Vor  Allem  kommen  folgende  Artikel  in  Betracht:
Bier  (100  670  Mk.  —  52  110  Mk.),  Baumwollenwaaren
  (110220  Mk.  —  30  660  Mk.),  fertige  Kleider
und  Putzwaaren  (159  000  Mk.  —  23  510  Mk.),
Kaffee  (80  300  Mk.  —  10  890  Mk.),  Konserven
(33120  Mk.  —  12770  Mtk.),  Herrenkleider  (23080
Mk.  —  74770  Mk.),  ledernes  Fußzeug  (62750  Mk.
—  41580  Mk.),  seine  Eisenwaaren  (71360  Mk.  —
31940  Mék.),  Wagen  und  Wagentheile  (16  490  Mt.),
Passagiergut  (27300  Mk.  —  35  830  Mk.).
Nach  Deutsch=  Ostafrika.

Werth:  Mk.
Naffinaden  100  kg  1.  3550
Fabrizirter  -  2370

651

 

Eigarren  .

Wei
gannn

 

 

.  i  le

436

346
l  2030
114

n  und-  anderer  Vranntwein  79
1605
lt–u.oI  .  .Fln  nur-ge  16952
koggemmehl  g  115
ereitete  Fisch  -  61
gsahhenes  u.  prbacheries  Fleisch  O"  8
1  2  8
barse,  zibereltetes  zteich  -  36
utler  -  114
5ächmalz  -  23
Käse  -  19
F  seischertralt  kg  160
Konserven.  .  100  kg  335
hokolade  und  Zuckerwaaren  .  -  33
ndere  Verzehrungsartikel  .
«  anholz  .  .  -2244
emen  :  4836
E  Vau-  u.  Brennnateriai
Firnisse  .  79
Zubereitete  Farben  232
indere  Farbewaaren  67
Drogen  und  Chemikalien  110
Slahen-  und  Schmiedeeisen  1845
Stah  .  82
(  ewalzte  Eisenbleche  .  -  826
Steinkohlentheeröle  85
Leinöl  67
Scein  und  andere  2  Hele  148
Sämereien  14
N  .  233
Baumwollabfall  52
And.  Nohstosse  u.  Halbsabrikate
Wollen-:  u.  Halbwollenwaaren  kg  980
Baumwollenwaaren  100  kg  301
Leinene  -  baumwoll  *  -  15
Segelleir  -  96
Andere  Leinenwaaren.  -  30
Herrenhüte  .  kg  520
Herrenkleider  .  100  kg  16
And,  fert.  Alber  u.  Putzwaaren  -  18
Strumpfwa  .  -  20
ludere  anisbiurunrn  .
tenesTatnv  «  -  168
Mobilien  -  56
lndere  Holzwaaren  -  569
Ledernes  Fußzeug.  -  74
Andere  Lederwaaren  -  19
Papier  -  53
Papier-  und  Poppwacren  -  30
edruckte  Bücher  -  21
Glasperlen  ·  -  11
2  —  Gaswaaren  aller  Art  -  55
Porzell  -  33
iserne  hiöhren  ...  .  -  216
ndere  grobe  Eisenwaaren  .  -1246
etneurenrvaacn..  -  840
upfer=  und  Mesfewaaren,  30
Indere  Metallwaar  ren.  -  42
Naschine  ..  .  ·  469
Klaviere  und  Klaviaturen  .  kg  830
ndere  Musilinstrumente  100  kg  13
Mathemat.  u.  andere  Instrumente  -  25
Eisenbahnfahrzeuge  Ob  463
Hölzerne  Wasserfahrzeuge  Ohr  97
Eiserne,  Wassersahrzeuge  43
-  244
neiboteden  u.  Bundhuthen  -  267
Zündh  hölzer  .  48.

Werth:  Mk.
        <pb n="734" />
        Werth:  Mk.

Kurzwaaren  100  kgp  68  15  540
Stearin-  und  Paraffinlichte  .  -  22  2830
Seife  -1  1468  31  300
U#der#  Jayustrieartitel  .  21160
Lmnagtergut..  .  -  113  47  090
Zusämmn  100  kg  31  330  1569  630

Die  Einfuhr  von  Hamburg  nach  Deutsch-Ostafrika
im  Werthe  von  1  569  630  Mk.  ist  gegen  das  Vorjahr
  1894  (1  884  530  Mk.)  um  314  900  Mk.  gefallen.
  Vergleichen  wir  im  Großen  und  Ganzen  die
einzelnen  Ausfuhrposten  dieser  beiden  Jahre,  so  haben
auch  in  diesem  Berichtsjahre  die  Eisenwaaren  eine
weitere  bedeutende  Verminderung  (37070  Mk.  —
133980  Mk.)  erfahren  sowie  fast  alle  diejenigen  nicht
allein  für  Europäer  bestimmten  Gegenstände.  Legtere
zeigen  theilweise  eine  ganz  beträchtliche  Steigerung,
wie  z.  B.  Seisc  (31  300  Mk.  —  7890  Mk.),  ferner
Vier,  Cognak,  Likör,  Branntwein  und  Cigarren,
während  der  Export  von  Champagner  um  mehr  als
die  Hälfte  gefallen  ist  (7390  Mk.  —  16240  Mk.).
Ganz  fortgefallen  ist  diesmal  die  Ausfuhr  von  Kaffee,
Korn-,  Kartoffelspiritus  und  Sprit,  Säcken,  Wachstuch,
Thonröhren,  Steinzeugen  und  feinen  Thomwaaren,
Kanonenrohren  und  Schießpulver.  Auch  die  Baumwollenwaaren,
  der  wichtigste  Einfuhrartikel,  haben
eine  Verminderung  gegen  das  Vorjahr  aufzuweisen,
bleiben  aber  immer  noch  über  dem  Niveau  ihres
Ausfuhrwerthes  im  Jahre  1893  stehen  (94050  Mk.
—  115340  Mk.  —  84260  Mk.).  Neu  ausgeführt
sind  folgende,  für  eine  allgemeine  Fortentwickelung

des  Schutzgebietes  zeugende  Artikel:  Roggenmehl,
Schmalz,  Fleischextrakt,  Chokolade,  Zuckerwaaren,
Herrenhüte,  Porzellan  und  Musikinstrumente.
Noch  t  Neu-Guinea.  Werth:  Mk.
Wein  L  39  4350
.  100  kg13  3190
Konserven  .  20  4690
Andere  Verzehrungsartikel  .  4920
Farbwaaren.  ..  .  .  .  ..  -  107  6230
Neues  Tauwer  -  67  4300
Andere  Artikel  .  8370

Zusammen  100  kg  588
Die  Ausfuhr  nach  Neu-  Guinea  ist  wie  in  den
Jorjahren  der  Quantität  nach  gestiegen  (58  800  kg
4  000  kg);  im  Werthe  ist  sie  hinter  der  Ausfehr
  des  Jahrcs  1894  zurückgeblieben  (36  050  Mk.
—  42710  Mk.).

Nach  dem  Bismarck-Archipel

 

Werth:  Mk.

Nauchtabak.  100  kg  37  4370
Vier  hl  88  6030
Futt,  Fleisch  100  kg  13  2130
Konserven  -  26  3810
Andere  Verzehrungshrtitel  .  9250
Nohstoffe  und  Hobsfabritate  .  2810
Baumwollenwaa  ..  48  12  460
Andere  eiate  5  180
Gladwaaren  .·,  -  15  2280
E  iisenwaaren  aller  Art  *  103  10  400
Pfeifenwaaren  ...  -  30  2770
Andere  Industrieartilel  11  690
Zufammen  100  kg  551  73  180

 

652  —

Die  Ausfuhr  im  Jahre  1894  betrug  102  000  kg
im  Werthe  von  94  760  Mk.  Der  bedeutende  Unterschied
  in  den  Zahlen  der  Ausfuhrquantität  der  beiden
Jahre  und  der  nicht  entsprechend  hohe  Unterschied  in
den  Ausfuhrwerthen  läßt  den  Schluß  rechtfertigen,
daß  nur  die  Ausfuhr  derjenigen  zumeist  für  die  Eingeborenen
  bestimmten,  an  sich  werthlosen  Sachen  gemindert
  ist.  Dies  bestätigen  auch  die  Zahlen  der
Ausfuhr  aus  dem  Jahre  1893  =  141  200  kg
ergaben  einen  Werth  von  51  490  Mk.

Nach  den  Marshall-Inseln.

 

Werth:  Mk.

Bier  hl  313  21250
Gesalzenes  u.  geräuchertes  T  100  kg  23  3300
Anderes  zubereitetes  Fleisch  -  83  5  080
Butt  .  -  11  2310
Konserven  .  ..  -  50  5  120
Andere  Leehrunggartit,  10  210
Zubereitete  Farben  .  -  96  400
Baumwollengarn  kg  620  2550
Andere  Nohstoffe  4.  #dolbsobrün  3  610
Baumwollenwaar  100  kg  68  20  080
Andere  Benisiiragen  3  900
Neues  Tauwerk  -  44  3  400
Holzwaaren  ...  -  81  2  660
Eisenwaaren  aller  Art.  -  114  6790
Metallwaaren?.  ......  -  14  2450
Maschine  .  ...  -  19  5  020
Andere  Industrierrtikel  .  9  960
Zm#enmer  100  Kkg  1247  113  090

Die  Ausfuhr  Hamburgs  nach  den  Marshall-Inseln
  im  Jahre  1894  betrug  138  100  kg  im
Werthe  von  143  230  Mk.,  ist  also  wie  im  Vorjahre
noch  im  Sinken  begriffen.

Es  mag  schließlich  noch,  wie  schon  früher,  darauf
hingewiesen  werden,  daß  es  nicht  angängig  ist,  aus
diesen,  den  „Tabellarischen  Uebersichten  des  Hamburgischen
  Handels  im  Jahre  1895“  entnommenen
Zahlen  ohne  Weiteres  Schlüsse  auf  den  Gesammthandel
  Deutschlands  mit  unseren  Schutzgebieten  zu
ziehen.  Es  müßte  hierzu  eine  nach  gleichartigen
Gesichtspunkten  gearbeitete  Statistik  des  Handels  von
Bremen  herangezogen  werden.  Die  vorliegende
Bremer  Statistik  ermöglicht  aber  eine  solche  Zusammenstellung
  leider  in  keiner  Weise.

 

Leber  den  Dandel  in  Togo.

Wie  man  der  Zeitschrift  „Kreuz  und  Schwert“
aus  Togo  schreibt,  hat  der  Handel  in  letzter  Zeit
sowohl  in  Lome  als  in  Klein-Popo  abgenommen.
Allgemein  klagen  die  europäischen  Kaufleute,  daß
nichts  mehr  zu  verdienen  sei.  Eine  reiche  französische
Firma  (Faber)  stellt  jebt  sogar  das  Geschäft  ganz
ein.  Das  Pulvergeschäft  geht  beinahe  gar  nicht  mehr,
weil  der  hohe  Zoll  das  Pulver  derart  in  die  Höhe
schraubte,  daß  die  Leute  es  nicht  mehr  kanfen  können,
umbei  ihren  Festlichkeiten  zu  feuern.  Doch  wird
noch  sehr  viel  Pulver  nach  dem  Innern  geschmuggelt,
das  die  Neger  in  dem  französischen  Dahomeh  um
einen  viel  niedrigeren  Preis  erwerben.
        <pb n="735" />
        —  653  —

Soologie  der  Schutzgebiete.

Seit  mehreren  Jahren  haben  die  wissenschaftlichen
  Beamten  der  zoologischen  Sammlung  des
Königlichen  Museums  für  Naturkunde  in  Berlin
und  eine  Anzahl  anderer  Zoologen  sich  mit  der  Ausarbeitung
  einer  Faung  von  Deutsch-Ostafrika  beschäftigt.
  Das  Material  für  dieses  große  Werk
lieferten  zahlreiche  Sendungen  von  Wirbel=  und
wirbellosen  Thieren  aus  unserer  größten  Kolonie.
Seine  Majestät  der  Kaiser  hat  die  Gnade  gehabt,
für  dasselbe  Geldunterstützungen  zu  Illustrationen
durch  Tafeln  und  Textbilder  zu  bewilligen.  Erschienen
  sind  bisher  Beschreibungen  aller  von  dort
bis  jetzt  bekannten  Säugethiere,  Vögel,  Reptilien,
Amphibien  und  Fische  und  mehrerer  Abtheilungen
wirbelloser  Thiere.  Der  Druck  der  beschalten  Weichthiere,
  Krustenthiere  und  Insekten  ist  im  Gange.
Das  Werk  erscheint  im  Verlage  der  Geographischen
Verlagshandlung  von  Dietrich  Reimer  und  wird
wohl  noch  in  diesem  Jahrc  vollendet  werden.  Die
über  Säugethiere  und  Vögel  handelnden  Abtheilungen
sind  von  Beamten  und  Offizieren  Ostafrikas,  von
Reisenden,  Jägern  und  Naturaliensammlern  schon
vielsach  benutzt  und  sehr  brauchbar  befunden  worden.
In  diesen  wie  auch  in  allen  anderen  Abtheilungen
werden  außer  Beschreibungen  und  Abbildungen  der
verschiedenen  Arten  auch  Anleitungen  zum  Sammeln,
Konserviren  und  Verpacken  gegeben.  Diese  Anweisungen
  hat  die  Verwaltung  des  zoologischen
Museums  auch  noch  in  einer  besonderen  kleinen
Schrift  zusammengestellt  und  allen  Kolonialbeamten
zugeschickt.  Ein  Jeder,  der  sich  über  die  Thiere
unserer  Kolonialgebiete  unterrichten  will,  findet  diese
in  den  verschiedenen  Abtheilungen  der  Königlichen
zoologischen  Sammlung  in  ihre  betreffenden  Klassen
eingeordnet  oder  auch  besonders  zusammengestellt  im
Musecum  für  Naturkunde  zu  Berlin,  so  daß  alle  in
die  Schutzgebiete  Hinausreisende,  Offiziere,  Beamte,
Kaufleute  und  Ansiedler,  welche  zoologisch  thätig
sein  wollen,  sich  mit  Leichtigkeit  einen  Ueberblick
über  die  Thierwelt  der  einzelnen  Länder  verschaffen
können.

So  besteht  z.  B.  die  für  Togo  eingerichtete
Kolonialsammlung  von  Vögeln  aus  den  Sendungen
der  Herren  Dr.  Büttner,  E.  Baumann,  Lieutenant
Klose  und  Graf  Zech.  Für  Kamerun  liegen  die
Sammlungen  der  Herren  Dr.  Preuß  und  G.  Zenker
vor,  für  Südwest-Afrika  eine  umfangreiche  Sammlung
  des  Herrn  Dr.  Fleck.  Für  Deutsch-Ostafrika
bildet  die  Sammlung  des  Herrn  O.  Neumann  den
Grundstock  und  wird  ergänzt  durch  die  Sammlungen
  der  Herren  Dr.  Stuhlmann,  Emin  Pascha
und  Lieutenant  v.  der  Marwitz.  Für  Keiser-Wilhelmsland
  auf  Neu-Guinea  ist  bisher  nur  eine
kleine  Sammlung  des  Herrn  v.  Hagen,  für  Neu-Pommern
  eine  solche  von  Professor  Dahl  vorhanden.

 

Mittel  zur  vertilgung  des  Baumwollenwurmes.

Im  vorigen  Jahre  ist  in  Aegypten  auf  Veranlassung
  der  dortigen  Regierung  eine  Kommission  zum
Studium  des  Baumwollemvurmes  und  der  Mittel
zu  seiner  Vertilgung  zusammengetreten.  Den  vor
einiger  Zeit  in  Form  einer  Broschüre  veröffentlichten
Protokollen  über  die  Sitzungen  der  Kommission,  welche
ihre  Thätigkeit  inzwischen  beendet  hat,  entnehmen  wir
folgende  Angaben:

Die  Kommission  hat  in  den  einzelnen  Provinzen
des  Landes  eingehende  Beobachtungen  und  Untersuchungen
  auf  den  vom  Baumwollenwurm  befallenen
Pflanzungen  angestellt.  Sie  hat  sämmtliche  Mittel,
welche  zur  Vertilgung  des  Schädlings  gebraucht  zu
werden  pflegen  und  nur  den  geringsten  Erfolg  versprachen,
  auf  ihre  Wirkung  hin  geprüft  und  die
Gutachten  von  über  450  Baumwollenpflanzern  eingeholt
  sowie  mehr  als  250  eingegangene  schriftliche
Berichte  einer  Prüfung  unterzogen.

Den  geringsten  Erfolg  ergab  hiernach  in  Uebereinstimmung
  mit  früheren  Beobachtungen  die  Anwendung
  von  sogenannten  chemischen  Vertilgungsmitteln.
Sie  bestehen  meistens  aus  mehr  oder  weniger  starken
Giften  und  bilden  deshalb  bei  ihrer  Anwendung  im
Großen  eine  Gefahr  für  die  in  den  Pflanzungen
beschäftigten  Menschen  und  Thiere.  In  geringer
Menge  angewendcet,  scheinen  sie  keine  Wirkung  auf
die  Baumwollenwürmer  ausznüben,  in  großer  Menge
angewendet,  zerstören  sie  zugleich  die  Baumwollenpflanzen.
  Abgesehen  hiervon,  ist  ihre  Anwendung
eine  sehr  kostspielige.

Ein  wirklicher  und  zwar  auffälliger  Erfolg  wurde
nur  bei  sorgfältiger  Anwendung  folgender  einfacher
Maßregeln  erzielt:  Vom  ersten  Erscheinen  des
Schmetterlings  und  dem  Beginn  der  Legezeit  ab
müssen  diejenigen  Blätter  der  Baumwollenstaude,
welche  Spuren  von  Eiern  des  Schmetterlings  tragen,
sorgfältig  abgepflückt  und  verbrannt  werden.  Sodann
müssen  die  von  den  Raupen  heimgesuchten  Pflanzungen
sechs  Tage  nach  der  Verpuppung  der  Raupen  bewässert
  werden.  Diese  Bewässerung  ist  je  nach  Bedarf
  nach  je  zehn  Tagen  zu  wiederholen.  Der  Zweck
ihrer  Anwendung  ist,  die  Spalten  und  Risse  in  dem
trockenen  Boden,  in  die  sich  die  Raupen  bei  ihrer
Verpuppung  zurückziehen,  zu  verstopsen.  Ist  dies
geschehen,  so  muß  der  Schmetterling  beim  Verlassen
der  Puppe  im  Erdboden  umkommen,  da  er  keinen
Ausgang  findet.

Die  Kommission  hat  vielfach  Gelegenheit  gehabt
zu  beobachten,  daß  bei  gewissenhafter  Befolgung
dieser  Maßregeln  die  befallenen  Pflanzungen  von  der
Plage  fast  vollständig  befreit  wurden,  während  benachbarte
  Pflanzungen,  in  denen  das  Mittel  nicht  angewendet
  wurde,  durch  die  Raupen  fast  zerstört  wurden.
Schon  nach  dem  sorgfältigen  Absuchen  und  Verbreunen
der  mit  den  Schmetterlingseiern  behafteten  Blätter
wurden  bei  angestellten  Untersuchungen  nur  noch
wenige  Puppen  im  Erdboden  und  in  der  zweiten
        <pb n="736" />
        Schwarm-  und  Legezeit  des  Schmetterlings  kaum
noch  Blätter  mit  Eiern  gefunden.

Ein  Vergraben  der  abgesuchten  Blätter  im  Boden
oder  ihr  Liegenlassen  in  den  Furchen  an  Stelle  des
Verbrennens  hatte  nicht  diesen  Erfolg.

Die  durch  Anwendung  der  vorstehenden  Maßregeln
  entstehenden  Kosten  sind  im  Voerhälltniß  zu
den  erzielten  Erfolgen  nur  geringe.

Die  Kommission  hat  deshalb  einstimmig  beschlossen,
der  ägyptischen  Regierung  das  vorgenannte  Mittel
als  das  einzig  wirksame  zur  Beseitigung  der  Plage
dringend  zu  empfehlen.  Auch  hat  sie  der  Regierung
vorgeschlagen,  die  Baumwollenpflanzer  durch  Wanderlehrer
  in  der  Anwendung  des  Mittels  unterweisen
zu  lassen  und  sie  nöthigenfalls  zur  Ausführung  durch
Zwangsmaßregeln  und  Strafbestimmungen  anzuhalten.
Ferner  empfahl  sie  warm,  um  die  armen  Pflanzer
anzuspornen,  die  Aussetzung  von  Prämien  für  das
Einsammeln  der  mit  Eiern  belegten  Blätter  im  Fall
des  heftigen  Ausbruches  der  Plage  sowie  den  Erlaß
einer  Verordnung  zum  Schutz  der  insektenvertilgenden
Vögel  gegen  ihre  jetzige  Vertilgung  durch  die  Jäger.

Dandelsvertrag  zwischen  Rußland  und  Lansibar.

Zwischen  Rußland  und  der  großbritannischen
Regierung  im  Namen  Sansibars  ist  zu  London  unter
dem  12.f/24.  August  d.  Is.  ein  Handelsvertrag  abgeschlossen
  worden.  Rußland  erhält  darin  volle
Meistbegünstigung  in  Sansibar  und  ertheilt  Sansibar
dieselbe  mit  einigen  Beschränkungen.  Beide  Theile
gestehen  sich  das  Recht  der  Ernennung  von  Konsuln
  zu.

Tod  des  Barons  Sir  Ferdinand  v.  Mueller.

Der  bekannte  Naturforscher  Baron  Sir  Ferdinand
v.  Mueller,  der  Vorsteher  des  botanischen  Gartens
von  Victoria  (Australien),  ist  plötlich  verstorben.
Der  Verewigte,  welcher  den  deutschen  Schutzgebieten
ein  reges  Interesse  widmete  und  für  sie  durch  Wort
und  That  gewirkt  hat,  war  1825  in  Rostock  geboren.
Er  hat  1846/47  an  der  Universität  in  Kiel  Botanik
und  Chemie  studirt  und  dort  den  Doktorgrad  erworben.
  Nach  Australien  wanderte  er  1847,  veranlaßt
  durch  ein  beginnendes  Lungenleiden,  aus.
1848  bis  1852  führte  er  dort  große  botanische
Forschungen  aus  und  nahm  1855/56  an  der  Expedition
  Gregory  nach  Nord=  und  Central-Australien
theil.  Nach  der  Rückkehr  wurde  er  Direktor  des
botanischen  Gartens  in  Melbourne.  In  dieser
Stellung  hat  er  sich  bedeutende  Verdienste  nicht  allein
um  Anstralien  erworben.  Die  Einführung  des
Encalypitusbaumes  in  Algier,  welche  dort  großen
Nutzen  geschaffen  hat,  war  in  erster  Reihe  sein  Werk.
In  Australien  hat  er  die  Verwendung  und  Zucht
des  Kamels  zuerst  angeregt.

 

654  —

Titterakur.

F.  W.  Dafert:  Erfahrungen  über  rationellen  Kaffeebau.
  Mit  8  Textabbildungen.  Berlin,  1896.
P.  Parey.

Der  Verfasser  der  kleinen  Schrift  schildert
darin  die  Erfahrungen,  welche  er  als  Direktor  des
Landwirthschaftsinstituts  des  Staates  Söäo  Paulo  in
Campinas  1888  bis  1895  gesammelt  hat.  Obwohl
er  selbst  vor  allzustarker  Verallgemeinerung  der  in
Säo  Paulo  gezogenen  Schlüsse  warnt,  dürfte  dic
Arbeit  das  volle  Interesse  der  Kaffeepflanzer  in  den
deutschen  Schutzgebieten  verdienen.

Karl  Friedrichs:  Universales  Obligationenrecht.
Berlin,  1896.  Carl  Heymanns  Verlag.

Das  Buch  bietet  eine  Zusammenstellung  derjenigen
  Rechtssätze,  welche  auf  dem  Erdball  für  das
Obligationenrecht  gemeinsam  gelten.  Das  Recht
gar  nicht  oder  halb  kultivirter  Völker  hat  dabei
besondere  Berücksichtigung  gefunden.  Die  Arbeit
dürfte  fruchtbare  Anregungen  zu  weiteren  Forschungen
auf  diesem  Gebiete  in  den  deutschen  Schutgebieten
geben.

Carte  du  Transnigérien.  Service  gographique
  des  colonies.  Paris  1896.  Maison
Andriveau-Gousjou.

Auf  zwei  Blättern  im  Maßstab  1:  500  000
führt  die  neue  Karte  das  Gebict  vor,  welches  Kapitän
  Marchand  bei  seiner  dritten  Reise  im  Nigerquellgebiet
  besucht  hat.  Der  Reisende  hat  von  der
Cöte  d'Jvoire  aus  das  Thal  des  Bandama  nach
Norden  verfolgt,  in  der  Hoffnung,  in  diesem  Flusse
eine  brauchbare  Straße  zum  oberen  Niger  zu  finden.
Er  hat  daher  den  Flußlauf  zum  ersten  Male  genau
aufgenommen  und  seine  Schiffbarkeit  untersucht.  Von
der  Grenze  der  letzteren  aus  hat  er  einen  Weg  über
die  Gebirge  gesucht,  welche  die  Wasserscheide  zwischen
dem  Bandama  und  dem  Oberlauf  des  Bani,  eines
Quellflusses  des  Niger,  bilden.  Mit  Hülfe  einer
106  km  langen  Bahn  auf  diesem  Wege,  welche
in  der  Karte  bereits  eingcezeichnet  ist,  glaubt
Marchand  eine  geeignete  Straße  für  den  Export
der  Erzeugnisse  des  oberen  Nigergebiets  nach  der  Cöte
d  Jvoire  hergestellt  zu  sehen.  Die  interessante  Karte
ist  auf  Grundlage  von  acht  geographischen  Breitenbestimmungen
  entworfen.  Die  geographische  Länge
ist  nur  geschätzt  worden.

Report  for  the  Fear  1894/95  on  the  German
colonies  in  Alrica  and  the  South  Pacilic.
London,  1896.  Foreign  ollice.  Miscellaneous
  series.

Der  vorliegende,  wie  im  Vorjahr  vom  ersten
Sekretär  der  Königlich  Großbritannischen  Botschaft
Mr.  Martin  Gosselin  verfaßte  Bericht  liefert  die
beste  vorhandene  Uebersicht  über  den  gegenwärtigen
Stand  der  deutschen  Schutzgebiete.  Mit  bewunderns
        <pb n="737" />
        655

werther  Sorgfalt  hat  der  Verfasser  alles  im  Kolonialblatt,
  den  dem  Reichstag  vorgelegten  Denkschriften,
in  den  Parlamentsdebatten  und  sonst  verstreute
Material  hier  zu  einem  einhceitlichen  Bilde  zusammen-Tifkerakur-Perxpeichnis.



Kolisch:  Die  Kolonialgeseygebung  des  Deutschen  Reiches
mit  dem  Gesetze  über  die  Konsulargerichtsbarkeit.

15,—.
estellt.  Die  Arbeit  überragt  weit  das  Durchschnitts-  «.  .  «
gewöhnlicher  derartiger  Berichte  'wird  Helwingsche  Verlagsbuchhandlung  in  Hannover.
deutschen  Lesern  kaum  weniger  Interesse  gewähren  Luzue  Etudes  Titicnnes  sur  ln  guerre  entre  P’talic
als  englischen.  et  Abyssinic.  50  c.

II.  Charles-Luvauzelle  in  Paris.

 

 

Schiffsbewegungen.

(Die  Zeit  vor  dem  Orte  bedeutet  die  Ankunft,  hinter  dem  Orte  die  Abfahrt  des  Schiffes.)

S.  M.  S.  „Bussard“  3/9.  Sydney.  (Poststation:  Hofpostamt.)

S.  M.  S.  „Condor"“  26/8.  Kapstadt.  (Poststation:  Kapstadt.)

S.  M.  S.  „Falke“  6,9.  Sydney  1/10.  —  Apia.  (Poststation:  Hofpostamt.)

S.  M.  S.  „Hyäne“  14/9.  Kamerun.  (Poststation:  Kamernn.)

S.  M.  Lermesungsschift  „Möwe“  11/9.  Sydney.  (Poststation:  Sydnoy.)

S.  M.  „Seeadler"  9/7.  Sansibar.  (Poststation:  Sansibar.)

S.  M.  S.  „Sperber“  5/5.  Kamerun  22,9.  —  25/9.  Klein-Popo  28/9.  (Poststation:  asserviren.)

Ablösungstransport:

Dampfer  „Prinzregent  Luitpold“  des  Norddeutschen  Lloyd  mit  der  halben  Besatzung  für  S.  M.  Vermessungsschiff
  „Möwe“:
Ausreise:  Bremerhaven  29/7.  —  20/0.  Sydney.

 

Perkehrs-Machrichten.

Postdarsyfsch  ffverbindungen  nach  den  deutschen  Schutzgebieten.

 

Nach

vom  Einschissungshafen



Die  Abfahrt  erfolgt

an  folgenden  Tagen

6  Ausschiffungshafen.
Dauer
der  Ueberfahrt

Briefe  müssen  aus
Berlin  spätestens
abgesandt  werden

 

1.  Deutsch-Ostafrika.

Neapel
(deutsche  Schlffe)
Brindisi
E½ê  Schiffe)
ü

am  1  It  18.  Nov.

am  12  lods  6.  Dez.
abds.

am  10.  jedes  Mts.
40  ums.

 

2.  Deutsch-Südwestafrika.
(  kach  Warnibad  wöchenllich
bis  Kap  bsia  1.,  von  dort  weiter

alle  14  Tage  auf  d.  Landwege)

3.  Bamerun.

4.  Togo-Gebiet
(von  Quittah  mitelst
Boten  nach  Lome
Klein-Popo).

Southampton
(englische  Schisse  bis

apstadt,  dann  deutscher
  Dpf.-,  Leutwein-)

amburg

½  “W  Wusnt  1
Liv

(  cnniF  ¾  —  1

—–  —  rnrmm

6  abene  T

Liv
can  e  Schtffe)

 

am  7.  Nov.,  5.  Dez.
40  ums.

am  30.  November
eutsches  Schiff?)  nachts

am  10,  jedes  Monats

nachts

am  28.  Okt.,  25.  Nov.

am  n10  je  jedes  Mts.  nachts

am  20.  jedes  Mts

am  21.  Oktober,
4.,  18.  November

Tanga  20  Tage
Dar-es-Salaäm  21  Tage
Sansibar  21  Tage

Sansibar  18  Tage

Lüderitzbucht  27  Tage
Swakopmund  30  Tage

Swakopmund  30  Tage

Kamerun  24  Tage
Kamerun  22  Tage

Klein-  Popo  20  Tage  6
Lome  31  Tage

Klein-Popo  33  Tage

Quittah")  oder  Klein-Popo
  35  Tage

 

am  26.  Oktober,
6.,  16.  November,
4.  Dez.  103  abds.

am  8.  jedes  Monats
948  abds.

am  6.  Vov.  4.  Dez.
113  v

am  50.  ovember

am  10.  jedes  Monats
720  abds.

am  2.  Ok..,  23.  Nov.
15  nn  ms.

am  10.  unb  20.  iedes
Monats  720  abds.

am  19.  Oltober,
2.,  16  Nov.  Il6  nms.

I
        <pb n="738" />
        —  656

 

Die  Abfahrt  erfolgt

Ausschissungshafen.

Briefe  müssen  aus
Berlin  spätestens

auer
der  Ueberfahrt  abgesandt  werden

 

5.  Deutsch-Neu-Guinea.

6.  Marsbal  Anseln.

 

vom  Einschiffungshafen
  an  folgenden  Tagen

Neapel  am  21.  Okt.,  16.  Dez.
(deutsche  Schiffe)  abds.

Brindisi  am  25.  Okt.,  20.  Dez.
(Nachversand)  abds.

 

1
Brindisi  am  8.  Nov.,  3.  Jan.
(über  Manilay)  aoabbds.

Friedrich  Wilhelms-  am  19.,  23.  Oklober,
hafen  45  Tage  4.,  is  ehember
Tage

l

«  am  6.  Nov.,  1.  Jan.
10#1#

10  a

Jaluit  71.  Tage  *

Eintreen  der  Post  aus  den  deutschen  Schutaebieten.

 

 

 

 

 

e  Miun  tiet  gel  nsuus
Neapel  .  .  .  am  30*Oltober,
Deutsch.  Ostafrita  Vrindisi.  u  Togogebiit  Hamburg  ..  am  10.*  und  25.*
Marseille  ..  am  1.  Nov.,  1.  *  «  iedes  Monais

Deutsch  ·  Füdwestafrita

 

Southampton  am  20.  Okt.,  17.  Nov.

Hamburg  ..  am25.7  jed.  Monats

Deutsch-Ueu-Guinca.DNeapel.

 

I  am  18z.*  Oktobe
—  12.  Deienebtr

 

 

 

Ramern  #  Liverpool  .  am  5.  November,  Marsshall-Imseln  *1½(  Meseioder,  Ende  November
3.,  31.  Dezember  1  v
'  Fälligkeitstage  für  die  mit.  beusschen  Schiffen  eintreffenden  Posten.
Schüfsbewegungen  der  Woermann-Linie.
Reise  Letzte  Nachrichten
e

osthampfer  von  1  nach  bis  12.  Oktober  1896
„Adolph  Woermann“  Hamburg  Ponta  Negra  am  10.  Oktober  ab  Hamburg.

„Aline  Woermann“  Ponta  Negra  3  Hamburg  am  28.  Seplember  in  Accra.
„Anna  Woermann“  Liberia  #  Hamburg  am  9.  Oktober  in  Dakar.

„Carl  Woermann“  Kotonou  D  Hamburg  am  11.  Oktober  in  Hamburg.
„Eduard  Bohlen“  Hamburg  i  Congo  am  27.  September  im  Congo.
„Ella  Woermann“  Hamburg  Sherbro  am  15.  Oktober  ab  Hamburg.

ertrud  Woermann“  Hamburg  Ponta  Negra  am  10.  Oktober  in  Kamernn.

Geetchen  Bohlen“  Kotonon  Hamburg  am  7.  Oktober  in  Accra.

„Hedwig  Worbmann  Hamburg  T  Kotonon  am  10.  Dltober  in  Conakry.
„Jeannette  Woermann“.  Loanda  I  Hamburg  am  4.  Oktober  in  Las  Palmas.
„Kurt  Woermann“  amburg  «-  Loanda  am  30.  September  in  Accra.
„Lothar  Bohlen“  Swakopmund  amburg  am  8.  Oktober  in  Lago
„Lulu  Bohlen"  Hamburg  Kamerun  am  9.  Oktober  Dovoes  passirt.
„Marie  Woermann“  Hamburg  Ponta  Negra  am  25.  September  in  Gabun.
elit  Bohlen“"  Hamburg  «  Lüderitzbucht  am  11.  Oktober  in  Teneriffe.

ofessor  Woermann“.  Hamburg  I  Sherbro  am  9.  Oktober  in  Las  Palmas.

Let  Bohlen“.  .  Hamburg  Congo  am  26.  September  in  Accra.

 

 

Schiffsbewegungen  ?  der  Deutschen  Olaftita  vinie  (#anburg  —stafrikal

 

 

 

Nei  Reif  e  Lette  Nachrichten
chesanyle  von  nach  bis  12.  Oktober  1896
„Kaiser“  Hamburg  Durban  am  12.  Oktober  an  Sansibar.
„Kanzler“  .,  zur  Zeit  in  Hamburg.)
„Bundegrath“.  Durban  Hamburg  am  9.  Oktober  ab  Marseille.
„Neichstag“.  Hamburg  Durban  am  12.  Oktober  an  Port  Said.
„Admiral“  Hamburg  3  Durban  am  23.  September  an  Las  Palmas.
„General-  Hamburg  1  Durban  am  8.  Oktober  an  Durban.
„Herzog“  Durban  1  Hamburg  am  8.  Oktober  ab  Sansibar.

————  —„  —  —
        <pb n="739" />
        —  657  —

 

S——  Werke  der  deutschen  und  ausländischen  litteratur.

 

 

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Chemische  Fabrik  von  Heyden,
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Verlag  der  Königlichen  Hofbuchhandlung  von  E.  S.  Mitfkler  &amp;amp;  Sohn,  Berlin  SW12,
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Soeben  erschien:

 

 

Die
Uropäischen  Kolonien.
Schilderung

ihrer  Entstehung,  Einrichtung,  Erfolge  und  Aussichten  1

Dr.  Rlfred  Zimmermann.

Erster  Band:
Die  Kolonialpolitik  Vortugals  und  Spaniens
in  ihrer  Eutwickelung  von  den  Anfängen  bis  zur  Gegenwart  dargestellt.
Mit  einer  Karte  in  Steindruck:  Uebersicht  des  portugiesischen  und  spanischen  Kolonialbesitzes  gegen  Mitte
des  16.  Jahrhunderts.
reis  geheftet  Mk.  10,—,  in  Originalband  Mk.  11,50.  ——

Noch  fehlte  es  an  einem  übersichtlichen  Buche,  welches  ohne  vorgefaßte  Meinung  und  Parteinahme
  die  Thaten  und  Erfahrungen  der  großen  Kolonialmächte  schildert  und  den  Schwerpunkt  auf  die
verschiedene  Entwickelung  der  kolonialen  Politik  in  den  einzelnen  Staaten  legt.  Zum  ersten  Male  wird
in  obigem  Werke  der  Versuch  gemacht,  ein  solches  zu  bieten.  «

Der  Verfasser,  der  die  Entwickelung  der  deutschen  überseeischen  Politik  von  deren  Anfang  her  in  der
Nähe  zu  beobachten  Gelegenheit  hatte  und  durch  wiederholte  Reisen  und  langjährige  Studien  mit  den  Verhältnissen
  auch  der  fremdländischen  Kolonien  sich  vertraut  gemacht  hatle,  will  in  seinem  Werke  Allen  mit
kolonialen  Dingen  beschäftigten  Personen  ein  Handbuch  liefern  und  dem  großen  Publikum  ein
klares  Urtheil  über  das  Wesen  und  die  Bedingungen  der  Kolonien,  an  der  Hand  der  Geschichte,  bieten.
Das  Werk  soll  daher  eine  allgemeine  Geschichte  der  europäischen  Kolonialpolitik  sein.  Es  forscht  den  Ursachen
nach,  aus  denen  die  einzelnen  Staaten  zu  einer  solchen  genöthigt  wurden,  und  schildert  die  verschiedene  Art,
in  welcher  sie  diese  Aufgabe  erfaßt  und  durchgeführt  haben.  An  die  Geschichte  der  Gründung  und  Entwickelung
der  Kolonien  selbst  schließt  sich  daher  eine  Darlegung  aller  der  Gründe,  die  das  Gedeihen  der  Kolonien
begünstigt  oder  gehemmt  haben.  Der  Verfasser  legt  ein  Hauptgewicht  auf  eine  übersichtliche  Darstellung
der  je  nach  den  nationalen  Eigenschaften  und  Zielpunkten  der  einzelnen  Staaten  sehr  verschiedenartigen
Verwalkung  und  Gesetzgebung.  4

Portugals  und  Spaniens  Kolonialpolitik  sind  als  Gegenstand  des  ersten  Bandes  gewählt
worden,  weil  diese  Staaten  die  Bahnbrecher  auf  kolonialem  Gebiete  gewesen  sind,  und  eine  Kenntniß  der
Einrichtungen  und  Thaten  dieser  beiden  Bölker  auch  für  die  Gegenwart,  bei  allem  Wechsel  der  Zeiten,
Anschauungen  und  Kenntnisse  im  Laufe  der  Jahrhunderte,  in  hohem  Maße  lehrreich  ist.  Zum  Mindesten  ist
daraus  in  gielerlei  Hinsicht  mit  Sicherheit  zu  entnehmen,  wie  ein  kolonisirender  Staat  nicht  vorgehen
  soll.  *“m  »
Der  zweite  Band,  welcher  im  nächsten  Jahre  erscheinen  und  die  Entwickelung  der  englischen
Kolonialpolitik  darstellen  wird,  will  dagegen  zeigen,  unter  welchen  Voraussetzungen  und  Bedingungen
  eine  Kolonie  am  besten  zur  Blüthe  kommt  und  von  welchem  Geist  ein  Volk  beseelt  sein
muß,  welches  wirklich  lebensfähige  überseeische  Tochterstaaten  heranziehen  will.  Der  die  holländische

olonialpolitik  behandelnde  dritte  Band  wird  die  Ergänzung  dazu  liefern.  Die  Geschichte  der

französischen  Kolonialpolitik  wird  ihr  Hauptinteresse  in  der  Darstellung  der  Schwierigkeiten  haben,
welchen  gute  Gedanken  bei  der  Ausführung  durch  schlechte  Organe  und  in  einer  unselbständigen,  der
Selbstaufopferung  entbehrenden  Nation  begegnen.  Den  Abschluß  wird  die  Schilderung  der  deutschen
kolonialen  Versuche  bis  zur  Gegenwart  bilden.

DBas  Werk  ist  durch  alle  Buchhandlungen  des  In=  und  Auslandes
zu  beziehen.  Gegen  Einsendung  des  Betrages  auch  portofrei  von  der

n  #  Verlagsbuchhandlung.
        <pb n="741" />
        Urteile  aus  dem  Leserkreise  des  Echo.

per  bokunnte  nunmehr  verstorbone  Weltreisende  Otfo  E.  Ehleres  senriob  in  dor  Tũglichen  Rundschau  1895)
aus  Soile  143  in  soinom  Artikel  „Aus  dem  funtten  Weltioilo  Australion-Nousceland":

„Das  jedem  Deutschen  im  Auslande  unentbehrliche  Echo.“
Diose  Ausserung  beslätigt  auch  der  nicht  mindor  bokannto  Afrikaroisondo  Eugen  Wolt  indom  er,  don  kranu-2565ischen
  Foldzug  durch  ganz  Maullagankar  mitmachond,  in  neinon  Borichton  aus  dom  Kriogslager  an  das  Borlinor  Tageblntt  schroibt:
„Aus  dem  „Schot  ersehe  ich  stets,  was  in  der  Welt  vorgeht.“
-  '  ’  ."  lsvullmsslonl  ital-,  Koad  Dublin,

den
„Echo“  int  oin  ansgozoichmeten  Blat

 

ist  so  inhult-Liehen

  5  Vergleich  mit  den  eeintreistern  iehigen

ruba,  5.  A  t
*  loielseitit  Hühlo  ich  mich  vomulusst  Asnen  mitzuloilon,
l  kgnnz  ausgemalt-set  geb  .lsllolsto
innerenan)l.1x(«ontok,!larc-Lin-ist

lloclnclslnngswll  M.  Gontor.
vann-City.  7.  ent“!  1205.
Meinen  vortinchieitsten.  *  für  dio  Wochonschrift  „Echo“.
die  Sie  mir  achickton,  diosolben  hubon  mie  i
interessiort.  ese  Wochenschrift  is  Fßr  ein
jeder  guter  Deutscher  ale  abonnlert.  Nochmals  meinen
1½  lichon  Dank  Hür  Ihro  Prautgllesn.  Mit  *  Ciresn
lhr  treuor  Fror  .  Mülleo

      

dungon
cehn  4%  A  ruba,  ole

 

   

orut  E  T  *  Novembor  1895.
e  T.  oipzigorst.
leh  bin  nsoit  1.  Juli  1891  Aanment  4%  .Reko“  muns  Ihnon
aher  ollen  gestehen,  dass  ich  von  der  ichbalilgkeit  de  es·
selbhen  gnnz,  überraselit  bin  und  dieso  sennins
nuch  von  meinen  unzen  breuntten  rrtei  ilt  v

 

k

ce  ar  (Tegx:  9  21.  Nerember  8.

o  llerron!  Hlabo  „Echo’  durch  dun  Internutionn!!

(a’mpagnio  bestollt.  Seit  Jahran  halte  ich  Deutachlandiacho  B¾l7
lungen.  hube  abor  noch  keine  gefunden,  die  das  für  mich  Wisse

wertestte  in  dem  kunppen  Ranm  ciner  Wochensekan

#o  vollendet  mir  bicter  l  Ihr  „Echo“

Achlungsvoll

  

 

T.  A.  Dieckort.
Noapel.  10.  Dezember  1895.
lch  benutze  die  Gelegenheit.  door  ol  bzianben  Kodaklion  meinehöchnto
  Verkonpunt.  ausrushrcr  Für  4i%  ganz  vortrotliche
In  vier.  IJnhren  meines  Ab
ündig  von  der  zeitr  maben
n  nntlmsus  ltsltnnkon  cmunzipi
  n  dah  er  alles  hesser  unteran
  .  15.  Topruar  130.  #  nls“  hunde  r  eu  Das  „Echo“  ist
leh  leso  lur  Blutt  mit  dom  Pw  urehs,  erd

      

 

ergnügen  und  bin
Oberzeugt.  dass  sich  hior  viele  Deutsche  nden  laskon.  io  hior.  ochachtungsvoll  nrsls  Kaden,  Schriftstollor.
ansäsaig  Sind.  Wuleho  16#  Blalt  zunen  würden.  O.  Weiske.  Visalin  (Calitornien),  13.  Dez  95.
ro.  20.  März  s.  Dio  mir  gosandto  P’robonummor  habo  ich  reeime  Vi  über-Dor

  Ankuntt  Ihros  „Rcho“  5  wir  jodo  Wocho  sohnsnchtig  trilt  der  labant  nseihen.  moelir  wio  oino  Erwarkungen.  Ihr

  

  

entgegon;  bringt  os  unn  doch  immer  so  höchst  intoressante  Nach-  Jonnnal  ist  An-  e  Leste,  Wus  auf  diesem  Gebie
richten  von  dor  lloimat,  und  bedanere  ich  nur,  dass  ich  eister  worden  ist.  lIhnon  für  lihre  Froundlichkoit  b
dasschbe  nicht  schon  früher  kennen  lernte.  unkend  zeichno  Achtungsvoll  A.  Bortoling,
n*e  Pweasme.  Amsterdam,  16.  Dozombor  1893.
Singaporo.  1.  Juni  1895.  leh  will  ##n  daus  Sio  oin  günstiges  Kesultat  haben.  —
Klorchicheen.  Lane  für  dio  #„  ismarek-  Fahamur,  dio  das  P’rüdi.  Um  90  wohr,  da  für  mich,  als  einor  or  ũltesten  Lenor.  Ihror
kat  „prüchtlg“  vollom  Sinne  verdient.  Ebenso  lussen  die  vortrohnseon  Wochoenschrift  „Dus  Echo-,  jeder  Empfung  einer
ebeichen  !  lrer  nichts  zu  wünschen  übrig.  r#cuen  Ablieferung  ein  besonderes  Vergnü  oäöb  Ver  rschusst.
vollkommener  llochachtung  lür  orgobonor  ochuchtungsvoll  erge
Co  ntin  Löling.  G.  A.  ILloinzo,  Musikdiroktor  vr  ra.
Modollin,  8.  Juni  1895.  ,  18.  Doz,  r  1895.
CQiorno  loso  ich  das  „Echo“  und  roiko  go  wöhnlich  zuorst  Moino  Bokannton  uind,  wie  es  sc  l  nt.  nllann  Beut-o  Usqu
darnach,  wührond  ien“  anhne  Zoilloehr  riston  —  erhulto.  Bluttos,  wokan  Wi  two  Matthes,  Laommort  und  Llombacits  dio  Bo-Ich
  habe  os  boreiln  m  n  Frennden  maort  empfohle  wns  r-  rtzu  u  machon.  Gerno  worde  ich  untor  woiteren  Kreisen  die
3  nach  Inhalt  and  Woerselen  cher  gassisnsseilung  *  lichkelt  desselben  und  mit  voller  Ueberzengung
auch  verdlent.  llochachtungsvoll  I.  uis  Fischoer.  ins  1  l  stellen!

 

 

 

Organ  der  Deutschen  im  Auslande  und  Chronik  der  “  eitereigni-  s,

Das  Ech.  betkuenter  t  es  insbe  esondere  als  seine  Ausgabe,  dem  Leben  und  Trei-1

  *  ben  der  Dentschen  im  Auslande  die  Hebevolltc  Aufmerksumkeit  zuzuwenden.


etedDeutsche  im  Auslande  gebeten,  seine  Adresse  unnn
.  H.  Schorer,  G.  m.  b.  H.  in  Berlin  SW.,  Wilhelmstr.  2

gefl.  unzugeben,  damit  dieselbe  Gelegenheit  hat,  eine  Probe-Nummer  umsonst  u.  Dortolrei  zu  Abersbnden.

 

 

 

r  nobmon  allo  Buehhandlungen,  T’ostanstalten  und  Zoitunggs-Speliteure  in  Deutschlund  *  u
Bestellung  en  3  Mark  viortoljährlich  entgegon;  in  den  übri  en  Lündern  zu  den  kund=  zgentn  brn-  **--  Dieig  #
dor  rrlerebandiuun  JÊ.  Scho  orgr;  G.  m.  b.  II.  In  Berlin  SW.,  Wiln  elmstrasse  29,,  umter  Krouzband  bezogon,  kostet
DBDus  Echo  50  Pf.,  halbijährlich  9  Mk.,  ganzj#  Mrrige  18  Uk.  Bei  Vors  cndunn  1  %%  or  Streiland  npftene  es
sich,  möglichst  ganzjährigom  Abonnemon  2  ungel  Engiiten  ne  un  dnoten  Versten  in  Znhlung  genomme

a  jederzeit  rsm—iis  en  werden,  und  wird  „Dus  Echo“  m  Tage  der
A  bonnement  Best  ah  kinsenliang.  4es  entfallenden  elsnes  ur  belleblg

lange  Zeit  dlrekt  vom  Verlug  oder  Kent  it  EAÆ  gelleser
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Franz  Klinder,

Fischereinetze

Binnen-  und  Hochseelischerei.
Exkport  nuch  ullen  Ländern.
Geeignete,  tüchtige  Vertreter  gesucht.

 

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Ed.  Seiler,
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Verlreten  in  der
Deutschen  Kolonial-Ausstellung

Niederlage:
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  Höhenburometer,  Hypsometer,  Fernrohre  ete.

 

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ARCIIITEKXT  UNXD  BAUüBERNEIIMER.

DAMPFSAGEREI,  IIOLAnEARBEITUXGS.  UXD  PARQUET.  FUSSBODEX.  FAnRIK
Baáu.  Tischurnn  usp  Senlosskarrn-BAVUANSTALT

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;  ALTONA
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BERL##  m“*

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Diensten.  Col’espofdenz  erednseht  (ter)

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»  Deutsche  Militairdienst-Versicherungs-Anstalt
Hannover.

7  /%%%q  J  7%  J’E  OARen  J#„

Abtheilung  I:  Militairdienst-Versicherung.
Zweck:  Deekung  der  Kosten  des  Militairdienstes,  Unterslützung  von  Berulssolduten.
  Versorgung  von  Invaliden.

Jur  Knahen  unter  12  Jnhren  finden  in  dieser  Abtheilung  Anfnahme.
Abtheilung  II:  Kapital-  und  Kriegs-Versicherung.
bgeklirzte  Lebensversicherung.

Zweck:  Versorgung  von  Uinterbliehenen  und  Alters  -  Versorgung.  Siche--*
  ung  von  Kapitalien  zur  Beschuflung  von  Ausstenern  und  für
Studienzweckc.
Tersonen  beiderlei  Geschlechts  finden  vom  10.  Lebensjahre  ab  in
(#2)

  
 

 

dieser  Abtheilung  Aulnahmc.
bie  A  L  in  Versicl  l’rämienrückgewähr  ete.
im  laute  des  IJnhres  1895  betrugen  ###2  O076  O000.—.  die  Gesammtaunszuhlungen
##  scit  Bestehen  ier  Anstalt  #  7152  000.—.  Von  1878  Dis  lEnde  1895  wurden

erledigt  279  336  Anträke  üller  #  320  310  000.—  Versieherungskahital.

Verkaufs-SyVndikat  der  Kaliwerke  Leopoldshall-Stassfurt.

Die  zwockmilsige  Kalidlingung  in  Verbindung  mit  den  anderen  wichtigen  I’llanzennährstoffen,  Stickstoll
und  I’hosphorsüure,  ist  lür  allc  trobischen  Kullurpllanzen  zur  Erzielung  reicher  und  guter  Ernten  unenthehrlich.
Wir  emplehlen  besonders:

a.  Gereinigte  konzentrirte  Kalisalze:
Schwefelsaures  Kali,  mind.  48.66  %  Kuli  und  mind.  51.8  00  Kali.  für  Tubak,  Zuckerrohr,  Ananns,
Bunanen,  Bataten,  Orangen,  Cilronen,  Feigen,  Weinreben,  Vanilie,  Nelonen.
Calc.  schwesfelsaure  Kalimagnesia,  mind.  25.9%  Kuli  und  höchstens  212  00  Chlor.  für  die  vorstchend
  genannten  Pflanzen  auf  solchen  Böden,  wo  die  Zuluhr  von  Musnesin  ersorderlich  ist.
Chlorkalium,  mind.  44,2  Pis  61,8  %  Kuali.  für  Kauffee,  Thee,  Kukno,  Palmen,  Oliren,  Erduuss,  Baumwolle,
Muis,  Sorghum,  Reis,  Ricinus,  Indigo,  Bohnen,  Chinarinde.
b.  Natürliche  Kalisalze:
Kainit,  wind.  12.4  00  Kali,  Sylvinit,  mit  12.40%  bis  19  0%  Kuli.  für  Buumwolle  und  Palmen  zur  Vertilgung
  von  Inscklen  wic  nuch  für  ganz  leichte  trockene  Böden  zur  besseren  Bindung  und  Feuchterhallung.
Säümmtliche  deutschen  Kaliwerke  sind  im  Verkuul  -  SFndikat  der  Kaliwerke  vereinigt.

Nähere  Angaben  über  Preise  und  Bezugsbedingungen  vie  auch  Auskunft  über  fropische  Düngerlragen

uni  (irund  reicher  praktischer  Erfahrungen  ertheilt  das
Verkaufs-Syndikat  der  Kaliwerke  in  Leopoldshall-Stassfurt.

Telegramm-Adresse:  Syndikat  Stasskurt.

 

NB.  In  der  Ausstellung  des  Verkanfs  -Sendikates  in  der  dentschen  Koloninl-Ausstellung,  Cruppe#  XXIIII  der
Berliner  Gdewerbe-Ausstellung.  liegt  eine  Broschürc  über  Düngung  tropischer  L’llanzen  zur  Kinsichtnuhme

 

 

 

aus.  Dieselbe  wird  vom  Verkaufs-Syndikat  den  sich  meldenden  Rellektanten  gratis  zugesundlt.  (#.)

Weingutsbesitzer  Export  von  1
COP  J  U  Neinhandlung,  Rhein-,  Mosel-  und  Pfalzwein.

+  "  *s  Rüdesheim  a.  Rb.,  nach  allen  Welttheilen.  (ors)  -- 



 

 

 

Soscph  Klar,  Samenhandlung,
80  Linienstrasse  BERLIN,  Linienstrasse  80,

—  ILofltieferant  Sr.  Majestit  des  Kaisers,  —
ollerirt  nebst  troplschen  Frucht-  und  Nutzpflunzen-Samen  auch  solchen  von  Gemllsen,  sowcit  sich  dieselben
nach  den  der  botanischen  Centralstelle  in  Berlin  gemachten  Mittheilungen  als  lür  den  Anbun  in  den  Tropen
geelgnet  erwiesen  haben.  —  Da  die  botunische  Centralstelle  nur  für  elnmallge  Versuche  im  Kleinen  Gemüsesamen
  liefert,  so  ollerire  ich  für  grösseren  Bedarf  gegen  fr.  Einsendung  von  Murk  12,—  frrnco  aller  deutschen
alllkunischen  Kolonlen  gut  verpackt  1  Kollektion  von  Brutto  5  resp.  3  Kllo  incl.  Emballage.
IlIlustrirte  Kataloge  gratis.  78
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Ein  illustrirtes  Verzeichniss  von

Schriften

Zur

Kolonial-Litteratur

sowie  zur

Länder-  und  Völkerkunde
aus  dem  Verlage  der  Königlichen
olbuchhandlung  von
E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,
Berlin  SWua,
steht  Interessenten  Kostchrei  zu

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Trunsvunl.  Weiterbeförderung  aller
Güter  in  Südaufrika.
IIumburg:  Agent  John  Suhr,  lesd.

 

 

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Hofbuchhändler  Sr.  Königlichen  aeeit  des
Prinzen  Heinrich  von  Pre

Album  *  deutschen  Flotte.  1eporello-For


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Jahre  Seekadett.  1882.  268  S.

mit  4  Portratto,  gez.  von  Allers.

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v.  8  ee  Flotten=  Leben.
S.

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lielern  elegant  gebd.  und  wie  nen:
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Brockhaus  Comn.-(Statt

  für  AI.  160,—)  Iür  nur  110,—

Brehm'""  Thierlehen.  10  Fiiie

1893.  (150.—)  110,  ;
Bücher  Dilligst.
Antiqunriatskatalog  gratis.

Krüger  &amp;amp;  Co.,  Leipzig.

 

 

 

Unserc  scit  langen  „Halren  unter
allen  Klimuten  erpro

Condeuerte,  gArhleile  Mileh

halten  wir  besonders  aueh  sür  die
Tropen  als  einzigen  besten  Ursatz
lür  rische  Milch  ungelegentlichst.
cemplohlen.  Mit  Referengen,  Treis
u.  P’robetins  stehen  gern  zu  Diensten.
Bremen  und  Loxsstedt.
Deutsche  Milch-Conserren-Fnbrik

Walcker  &amp;amp;  Co.  „0.)

1

 

662

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Nur  Filler's  Windmotore

D.  R.-P.  80  612  und  D.  R.  u.  M.  50  59  (#
sind  dic  einzigen  Windmotore,  velche  die  grösste
Listungslähigkeit,  Sturmsicherheit  und  Kostenlosen
Betrieh  gewährleisten.  Unentbelrlich  für  jeden  Land--wirth
  zur  Ent-  u.  Bewässerung  von  Ländercien.  Wiesen
u.  Weiden.  zur  Wusserrersorgung  von  llaus  u.  Stullungen.
zum  Betriebe  von  Musehinen  für  L#andwirthschuft  umd
Industrie  eic.  und  zur  Erzeugung  elektrischen  Lichtes.
Aunkragen  erb.  direkt  an  den  Konstrukteur  u.  Fnbrikanten
Fried.  Filler.  llamburg,  Aanschinentabrik.

 

 

Tunger  &amp;amp;  Boflmann,

Dresden-A.  16,

Trockenplatten-Fubrik,
Fanbrik  photogruph.Apparunte,
l%leistungsfühigstes  Haus  für

alle  photogruph.  Artikel.
Brompte  reelle  Bediennng.  Grõösster
T’reisconrant  der  Brunche.  536  S.
kross  80  mit  über  400  lllustrationen
kogen  Einsendung  von  Ak.  1  lür
Trorto.  Bei  Bestellung  EPnal  dieser

ctrag  vergütct.  (15)

    

 

uN  aus  e  -Inhr-  und  Anskunstsbuch  der  Treien  und  Unnse-Dauernde

  Export-Ausstellung

der  Lebensmittel-Industrie.
Inh.  Harder  &amp;amp;  de  Voss,  Ekport-Agentur-Geschäft,
Hamburg,  36/38  Gr.  Burstah  36  38.

Jur  eine  Handelsmetropole  wie  Iambhurg  konnte  dus  Bedürtniss
nach  einem  lInstitut  herrorrulen.  in  welchem  dem  Bezucher  die  Er-Gunisse
  von  über  100  verschiedenen  Fahriken  der  Getränke-  und

Jahrungamittel-Industrie  in  ullen  Verbackungen,  Spezialitäten  und.
verschicdenen  Qunlitäten,  aufls  Uehersiehtlichste  georduct,  vorgelülmt
werden.

ler  Crundgedunke  des  kunzen  Unternehmens  ist.
ansgestellten  Artikel  in  allen  ’reislagen  vorzulühren.  den  verschiedenen
  transatlantischen  Ländern  entsprechend,  somit  die  Lehens--mittelbranche
  nuch  Möglichkeit  erschöplend,  soweit  solche  den  LExport.
betriftt.

Die  Ausstellung  unterscheidet  sich  also  von  öflentlichen  Ausetellungen
  vornehmlich  dudurch.,  dass  alle  unsgestellten  Artikel
csportlihig  aulgemacht  Sind.  dieselbe  eine  dauernde  ist  und  alle  lür
dlen  Laporei  in  Frage  kommenden  Nenheiten  huch  Alöglichkeit  aufweist.

Die  grosse  Reihe  von  Firmen  ersten  Ranges,  welche  zur  Ausstellung
Velangten  und  im  Auslande  sich  wWesentliche  Absalzgebiete  eroberten,  burgen
dem  Käufer  (Ur  die  Konkurrenztähigkeit  der  Fabrikate  im  Weltmarkte.  Trreislisten
  in  lünl  Sprachen.

Pür  die  vorlibergehend  in  Hamburg  weilenden  Korrespondenten  Hamburger
Exportlirmen,  welche  Lebensmittel  imporliren,  dlirite  die  Ausstellung  von
Lanz  besonderem  Interesse  sein.

dic  einzelnen

Ins  „IIamburger  Fremdenblatte  vom  16.  NMui  1891  sehreiht:  An
den  Kreiscen  der  Exporteurc  findet  die  Ausstellung  die  höchste

Anerkennung.=
        <pb n="745" />
        663

Tippelskirch  &amp;amp;  (0.

Berlin  JW.,  Meustädtische  Kirchstr.  15

(früher  Mittelstraße  25),
Spezial-Geschäft  für  Tropen-Ausrüstungen,
emmpfehlen  sich  inobesondere  zur  Beschaffung  persönlicher  Ausrüstungen
aller  Art,  für  Schiffsreisen  und  dauernden  Anfenthalt  in  übersesschen
  Ländern  sowie  zur  Lieferung  aller.  Für  Expedition  und

Jagdansflüge  in  Betracht  kommenden  Artik

Sachgemäße  Zusammenstellungen  auf  Grund  tikel.  ger  Erfahrungen  und
nach  dem  Urtheil  bekannter  Forschungoreisenden  werden  auf  Wunsch  gern
angefertigt  und  dazu  Angaben  über  Ziel,  Zweck  und  ungesähre  Dauer  der
Reise  erbeten.  (12)

 

TIauchern  von  Importen
cmplehle  ich  meine  in  eigener  Fubrik  aus  ausgesucht  reinen  leinsten
importirten  Tahaken  als  LErsatz  für  die  mit  hohen  Zöllen  belegten  übersceischen
  Fahrikate  hergestellten

Import-Ersatz-Marken:

No.  41.  Buen  Olor  —  Cuba  —  mittelkräfftig  HM.  60.—  pro  Aille
Jo.  42.  La  Perla  —  IInvana  —  voll  und  rustig  „  75.—  „  „
No.  43.  Flor  Flna  —  UHnvana  —  sein  mild  ..»  100  —.,»
Xo41EIN-te—llnu«—lunnntt(,llu  tftns  .

je  30  bezw.  20  St.  der  Marken  No.  41—  44  zus.  100  St.  in  42  ¾  sur  V.  8.20.

No.  49.  Liosa  Celeste  rein  Ilavana  M.  120.  —  pro  W
Jo.  50.  Us  einste  mild  bis  145.—
S  31.  Mssetta.  IIandurbeit.,  miibs  "  —.-ir
No.  52.  Infancla  D4  ausgesuchte  mittelkrältig  „  200.—  „  „
Jo.  53.  Reni  Qaalit  iten  „

jo  7  Stuck  der  Marken  No.  49—83  in  Auswahl  8  für  N.  r.70.
Gelecenheitskauft  Havana  mit  orstenlanden,  aeine  milde  Qualität.
Jo.  57.  El  Morr  .  64.  —  pro  Mille
d3  57a.  Dierche  in  IIa.  7V  arhen  ..  ..»58.—
on100btupkunkncrtsxnmxltllqnus  Gu-(  n  Vomnv  ahlung  5%  Seonte.
600  Stück  innerhalb  Deutschlunds  portotrei,  nach  übersceischen  Lündern
Irei  Dbis  deutschem  Sechafen.  Preisliste  gratis  und  franko.  (3)

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Witterungen,  Wölle  und  Wild-Glaskugel--
  schweine.
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Thontauben-  K.  Weders

  
 

Patent-Selbstschuss
(H(U.  R.P.  No.  49  125).

 

Wurkfmaschinen.

Iustrirte  Preislisten
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Darmstadt.  Danzig.  Aünchen,  Magdeburg,
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36  587  und  65  683.  (72)
Pillenzuhler  D.  R.  I.  No.  78  565

 

 

 

C’r’aess  Inesd#dricis-Katalog

ranko  üher  u  Jatur-  und  Wasselheilkunde,
  Anntomie,  Frauenkrankheiten,
  populäre  Noedicin  etc.,
b)  Homöopauthie,  c.  Jaturwm  iVen-Sschalten
  ei  Krüger  &amp;amp;  C#

Leipzig.  (iegen  0,.50  Brielm:  Arken
rei:  Broc  k#munn,  cntlarrter  Unsinn
(Legen  Kuhne!l).  Anknul  von  Convers.-Lexikons
  u.  grösseren  Werken.
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        —  664  —

 

—  Forhen  ersehienen  und  cdureh  jede  Buchhandlung  zu  lezichen:
—  Die  Verfolgung,

anschaffen,  laben,  nahmen.  larten.  Avr.  F

 

 

 

Die  Stenographie  Festnahme  und  Auslieferung  der  nach  dem  Aussplell
  im  offentlichen  und  privaten  Leben  lande  geflüchteten.  Verbrecher
eine  so  gewichtige  Rolle,  daß  ihre  Erler-  und  der
nung  in  allen  Schichten  der  Bevolkerung  Verkehr  mit  den  ausländischen  Behörden
mit  großem  Eiser  beuicben  zu  werden  ,,  ·  ...
verdlent.  —  Zum  Selbststudium  eignet  in  Verwaltungs-  Straf-  und  Civilprozesssuchen.
sich  in  hervorragender  Weise:  .
lciIIHansl-tsntlNin-Molllaw-bliebEil-Justiz-,Polizei-tslnlsorwultussgv

Die  beamte,  Konsulate,  Rechtsnuwülte  etc.  etc.

*  von  W.  Acmaun,  l'oligei-Kommissar.  (6#
FStohzersche  Stenographie  Oktur  -  Format.  21  Druckhbogen.  Preis  6  Marlk.

Verlatz  von  Julius  Bagel  in  Mülheim  n.  1.  Ruhr.

 

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  zu  Dleiben  wünschen,  eignet  sich  ganz
besonders  die  durch  ihre  Gediegenheit,
Reichhualtigkelt  und  fesveln-le  Daurstellung
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Wochen-Ausgabe

der  Kölnischen  Volkszeitung.

 

 

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10  Briefen  à  40  Pfg.
Complet  geheftet  Mk.  4,.
DPie  Berauagecber  erklärrun  sch  berrit.
die  innen  rinnclndirn  Urbungaarbriten
  duulel  und  rimainr
Berichtinungru  anzuteichnen.

 

 

 

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dung  von  40  Plennig  in  Vriefmarken  die
Konigliche  Hofbuchhandlung
G.  HP.  Miltler  &amp;amp;  Foön,
Berlin  S8W,  Kochstratue  68  —71.

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nnerkunnt  solides  und  reelles
Export-undlmporthaus
wünscht  Verbindung  mit
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europäischer  Fabrikate
sowie  mit  (3*)

PFporteuren  von  Produkten.

Reserenzen  zu  Diensten  und  erbeten.

 

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Ga.....—.

 

 

Die  ancerkannt  angeschenc  Stellung  der  Kölnischen  Volkszeilung
  im  öflentlichen  Leben  Deutschiunds,  bictet  auch  jenen
Deutschen  im  Ausland,  welche  den  politischen  Standpunkt  des
Blattes  nicht  theilen,  die  ((ewähr  ciner  zutreffenden,  anziehenden
  Darslellung  aller  Zeit-Ereignissc  und  cines  übersichtlichen
Bills  über  die  Weltlagc.

Der  unterhaltende  Theil  unserer  Wochen-Ausgabe
ist  dehr  reichhultig  ausgestattct.  Jede  Nummer  umfasst
acht  Seiten.

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cinc  90  keschälzte  Freundin  werden  wird,  dass  man  diescibe
für  die  Zufunst  nicht  mehr  wird  entbehren  wollen.

 

 

 

 

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Verlag  der  Kölnischen  Volkszeitung,
Köln.

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        —  666  —

WOERMANN-LINIE.

Am  20.  Oktober:  P.  D.  „Carl  Woermann“,  Capt.  Schütt,
nach  Conakry,  Monrovia,  der  Goldküste,  Togo,  Whydah  und  Kotonou.
Am  31.  Oktober:  P.  D.  „Henannette  Woermann“,  Capt.  Heldt,
nach  Teneriffe,  Las  Palmas,  Liberia  und  den  Hüälen  der  Südwestküste  Afrikas  von
Landana  bis  Loanda.

Am  10.  November:  P.  D.  „Aline  Woermann“,  Capt.  Busch,
nach  Madeira,  Klein-Popo,  Lagos,  Kamerun  und  den  Häfen  der  Südwestküste  Afrikas
bis  Ponta  Negra.

Am  15.  November:  P.  D.  „Anna  Weoermann“,  Capt.  Schade,
via  Antwerpen  nach  Marocco,  den  Canar.  Inseln,  Gorée,  Dakar,  Rufisque,  Bissac,
Bolama,  Sierra  Leone  und  Sherbro.

Nach  Deutsch-  Südwestafrika:  am  30.  November.

Alle  Güter  mitssen  cm  Tage  vor  dem  45yany#datum  bis  1I2  Uhr  mittagys  Iasseite  sein.

Nüheres  wegen  Fracht  und  Passage  ertheilt  in  Hamburg  die  Woermann-Linie,  sowie  der  Schiflsmakler
Angust  Bolten,  Wm.  Miller’'’s  Nachfolger,  Adwiralitätstrasse  33/34,  und  wegen  Denutsch-Südwestafrika  die
lierren  I.  F.  Aathies  &amp;amp;  Co.,  Grimm  27.  12

 

Deutsche  Ost-  Arrlka.  Linie.
Vermehrte  Fahrten.  Dreiwöchentlicher  Betrieb.
Regelmässige  Postdampfer  -  Verbindung
unter  Vertrag  mit  dem  Deutschen  Relche
zwischen
Hamburg,  Ostafrika  und  Transvaal

Amsterdam,  Lissnbon  und  Nenpel  anlaulend.

 

Die  nächsten  fahrplanmässigen  Expeditionen  finden  statt:  ah  Hamburg  ab  XNeupel
R.  P.  D.  „KANZLER“,  Capt.  Elsn  4.  Oktober,  28.  Oktober,
E.  P.  D.  „BUNDESRATH“,  Capt.  Asthausen  .  .  .  4.  November,  18.  November,
E.  P.  D.  „KOENIG“  (Doppelschrauben),  Capt.  Doherr  25.  November,  9.  Dezember,
E.  P.  D.  „GCENERAE,  Capt.  Gaunen  16.  Dezember,  30.  Dezember,

nach  Tanga,  Dar-es-Salám,  Sansibar,  Mozambique,  Beira,  Delagoa-Bai  und  Natal.
Diese  Dampfer  nehmen  auch  Passagiere  und  Waaren  nach
Pangani,  Saadani,  Bagamoyo,  Kilwa,  Lindi,  Mikindani,  Ibo,  Quelimane,  Chinde,
Inhambane,  Mombassa  und  Lamu.

Ferner  Extradampfer  ab  Hamburg  ½#  Kap  der  #icken  Nohning  direkt  nach
Tiurban,  Delagoa-ZBaoi,  Inhombanc.
Die  Daümpfer  Nuben  vors#pliche  Einziche#enen  ir  Passagtere  in  allen  Klassen.
Ferner  zwischen  Ostafrika  und  Bomba)  regelmässig  alle  drei  Wochen  im  Anschluss
an  die  Ilauptdampler.
Näheres  ertheilt  in  Hamburg:  Co)
wegen  Fracht  der  Schiffsmakler  August  Bolten,  Wm.  Miller'’s  Nachfolger
wegen  Passage  die  Hamburg-Amerikanische  Packetfahrt-Aktien-  -desellschaft,
s  owie  wegen  Fracht  und  Passage  die
Deutsche  Ost-Afrika  -  Linie,
r.  Reichenstrasse  25/27
Verankwortlicher  Nedalteur  für  den  nichtamtlichen  2  Theil.  O.  M  WMertinat,  Verlin.
Duuck  und  Verlag  der  Königlichen  Hofbuchbondlung  und  Hofbuchdruckerei  von  E.  S.  Miltler  &amp;amp;  Sohn,  Berlin  8W  12,  Kochstrabe  68—71.
Ausgegeben  am  15.  Oktober  1898  um  6  Uhr  nachmittags.
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        Deutsches  Kolonialblatt.

Amtsblatt  für  die  Schutzgebiete  des  Deutschen  Reichs.

herausgegeben  in  der  Holonial-Abtheilung  des  Auswärligen  IAmts.

 

 

VII.  Jahrgang.  Serlin,  1.  November  1896.  Uummer  21.
Diese  Zeitschrift  erscheint  in  der  Regel  am  1.  und  15.  jedes  Monats.  Derselben  werden  als  Beiheste  beigesügl  die  mindestens  einmal  vierleljährlich
i  isenden  und  Gelohlrton  aus  utschen  Schutzgebicton“,  herausgegeben  vo  .  Froiherr

ericheinenden:  „Mittheilungon  von  Forschungsreisen  n  .-v.l)snckolmsn.DekvicktcliöhtlicheOlboikstomtntsnkcis»fürdaöctoloumlblattmitdchghcnesshctkäqlbcimBUuqedurchbiePoftIlIlddie

LkuchliandltusqcnNil-T-direltnmkkStteiIbanddurchdie«VerlagsbuchhandlungMk.«s,50nlchllllchlandandOcitcrkcichsllstqakn,Ml.:1,75für
öndekbcdPensions-ständ-—EinsetttkmtgcnundAmkaycnImHaieuöniqlicHPsbnchhstdlxumoon.knicSicqf-ichittlcr
nndSohn,Berlinss712,Kochsttaae68-7l,·zukichtctr.NachtraquindthcuuugdincsdltitcsüklMuutcksJkr.1910.)

Inhalt:  Amtlicher  Theil;  Verfügung  des  Reichskanzlers,  betreffend  die  Ausführung  der  Allerhöchsten  Verordnung
vom  15.  Juni  1896  S.  667.  —  Einführung  der  Allerhöchsten  Verordnung,  betreffend  das  Vergwesen  im  südwestafrikanischen
  Schutzgebiete,  im  Gebiete  von  Gibeon  S.  669.  —  Runderlaß,  betressend  die  ethnographischen  und
naturwissenschaftlichen  Sammlungen  der  in  den  Schutzgebieten  besindlichen  Beamten  und  Militärpersonen  S.  669.—
Personalien  S.  670.

Nichtamtlicher  Theil:  Dank  des  Herrn  Dr.  Kayser  S.  670.  —  Personal-Nachrichten  S.  670.  —  Sitzung
des  Kolonialraths  S.  671.  —  Deutsch-Ostafrika:  Ueber  die  Regierungsplantage  Mohorro  S.  675.  —  Naturwissenschaftliche
  Sammlungen  S.  675.  —  Togo:  Grundstücksschenkung  S.  675.  —  Das  Vorkommen  der  Kicksia
africann  S.  675.  —  Marshall-Inseln:  Reise  des  Landeshauptmanns  S.  675.  —  Aus  dem  Bereiche  der
Missionen  und  der  Antisklaverei-Bewegung  S.  675.  —  Aus  fremden  Kolonien:  Außenhandel  der

Kapkolonie  im  Jahre  1895  S.  676.  —  Spanische  Besitzungen  im  Golf  von  Guinea  S.  682.  —  Verschiedene

Mittheilungen:  Vorlesungen  am  Orientalischen  Seminar  in  Berlin  S.  682.  —  Ein  deutsches  Kolonialhaus  in

Berlin  S.  683.  —  Kulieinwanderung  in  Singapore  S.  683.  —  Litteratur  S.  684.  —  Schiffsbewegungen  S.  686.

—  Verkehrs-Nachrichten  S.  686.  —  Anzeigen.

 

Amtlicher  Theil.
Gesehe;  Perordnungen  der  Reichsbehörden.

Verfügung  des  Neichskanzlers,  betreffend  die  Ausführung  der  Allerhöchsten
Verordnung  vom  15.  Juni  1896.

Für  das  Schußgebiet  von  Kamerun  wird  auf  Grund  des  §  13  der  Allerhöchsten  Verordnung
vom  15.  Juni  d.  Is.  über  die  Schaffung,  Besitzergreifung  und  Veräußerung  von  Kronland  und  über  den
Erwerb  und  die  Veräußerung  von  Grundstücken  im  Schutzgebiete  von  Kamerun  Folgendes  bestimmt:

I.  Schaffung  von  Kronland.
81.

Behufs  Sicherung  wohlerworbener  Rechte  von  Privatpersonen,  insbesondere  auch  von  Eingeborenen,
gegen  Beeinträchtigung  ist,  bevor  Land  als  herrenlos  in  Besitz  genommen  wird  (vergl.  8  2  der  Allerhöchsten
Verordnung  vom  15.  Juni  d.  Is.)  durch  vorgängige  Untersuchung  festzustellen,  daß  Ansprüche  der  im  §  1
der  Allerhöchsten  Verordnung  vom  15.  Juni  d.  Is.  bezeichneten  Art  daran  nicht  bestehen.  Diese  Untersuchung
  ist  erforderlichenfalls  durch  örtliche  Besichtigung  und,  soweit  angängig,  durch  Vernehmung  in  der
Umgebung  angesiedelter  oder  sich  aufhaltender  Personen  zu  führen.  Ueber  das  Ergebniß  der  Untersuchung
ist  ein  Protokoll  aufzunehmen.

82.
Werden  auf  bestimmte  Landflächen  Ansprüche  von  Häuptlingen,  von  Dorfgemeinden  oder  anderen
Gemeinschaften  der  Eingeborenen  geltend  gemacht,  welche  auf  angeblichen  Hoheitsrechten  beruhen,  oder  dem
Häuptlinge  oder  der  Dorfsgemeinschaft  als  solchen  zustehen  sollen,  so  ist  den  Rechten  der  Eingeborenen  nach
Möglichkeit  Rechnung  zu  tragen  und  zunächst  auf  eine  Vereinbarung  im  gütlichen  Wege  Bedacht  zu  nehmen,
durch  welche  das  für  das  Fortbestehen  der  Gemeinschaft  erforderliche  Land  ausgeschieden,  der  Rest  aber
zur  Verfügung  der  Regierung  gestellt  wird.
Soweit  eine  solche  Vereinbarung  nicht  erreicht  wird,  entscheidet  der  Gouverneur.
        <pb n="750" />
        —  668  —

83.

Eigenthums=  oder  Nußungsansprüche  auf  Grund  und  Boden  seitens  Einzelner  auf  Grund  privater
Rechtstitel  sind  besonders  zu  prüfen  und  zu  behandeln.  Solche  Ansprüche  sind  namentlich  dann  anzuerkennen,
  wenn  entweder  Urkunden  vorgelegt  werden,  welche  nach  den  zur  Zeit  ihrer  Abfassung  geltenden
Rechtsnormen  und  Rechtsanschauungen  verbindlich  waren,  oder  wenn  das  Grundstück  bebaut,  bepflanzt  oder
eingefriedigt  ist  und  der  Besitzer  sich  seit  wenigstens  zwei  Jahren  vor  Beginn  des  Ermittelungsverfahrens
in  ungestörtem  Besitze  befindet.

II.  Besitznahme  von  Kronland.

84.

Die  Besitznahme  hat  allmählich  nach  Maßgabe  des  Fortschreitens  der  Erforschung  und  Feststellung
der  Landverhältnisse  zu  erfolgen.  In  gleicher  Weise  ist  die  Ermittelung  der  widerstreitenden  Rechte  vorzunehmen.
  Ueber  Ausdehnung  und  Folgeordnung  des  Vorgehens  trifft  der  Gouverneur  Bestimmung.

5.

Umfang  und  Lage  des  in  Besitz  genommenen  Kronlandes  ist  thunlichst  sichtbar  festzustellen,  auch
darüber  ein  Protokoll  aufzunehmen.  Dieses  Protokoll  ist  von  einem  Beamten  der  Landkommission  (8  4
der  Allerhöchsten  Verordnung  vom  15.  Juni  d.  Is.)  durch  Unterschrift  zu  vollziehen.  In  die  womöglich
beizufügende  Kartenskizze  ist  die  Lage  des  Grundstücks  thunlichst  im  Anschluß  an  feste  Punkte  sowie  die
etwa  angebrachte  Begrenzung  mit  möglichster  Genauigkeit  einzutragen.

III.  Veräußerung  von  Kronland.

86.
In  den  Bezirken,  in  welchen  zur  Ueberlassung  bestimmte  Grundstücke  (Kronland)  sich  befinden,
wird  ein  Verzeichniß  dieser  Grundstücke  mit  Angaben  über  Lage,  Beschaffenheit  und  Ausdehnung  und  mit
etwa  vorhandenen  Karten  oder  Kartenskizzen  zur  Einsicht  offengelegt.

87.
Die  Ueberlassung  von  Kronland  (vergl.  §  6  der  Allerhöchsten  Verordnung  vom  15.  Juni  d.  Js.)
kann  freihändig  oder  im  Wege  der  öffentlichen  Versteigerung  geschehen.

88.
Der  Gouverneur  bestimmt  die  Behörde,  bei  welcher  Anträge  auf  Ueberlassung  zu  stellen  sind.

89.

Bei  der  Ueberlassung  ist  der  Regel  nach  als  Bedingung  zu  siellen,  daß  das  erworbene  Land
binnen  einer  nach  den  Umständen  des  Falles  zu  bemessenden  Frist  in  einem  bestimmten  Umfang  urbar
gemacht,  bepflanzt,  mit  Wohneinrichtungen  versehen  oder  sonst  benutzt  werden.  Für  den  Fall  der  Nichtinnehaltung
  der  Bedingungen  kann  eine  Konventionalstrafe  bestimmt,  auch  der  Rückfall  des  Landes  ohne
Entschädigung  vorbehalten  werden.

Der  Gouverneur  ist  ermächtigt,  ausnahmsweise  von  der  Stellung  besonderer  Bedingungen  bei
Ueberlassung  von  Kronland  überhaupt  abzusehen.

8  10.
Bei  Verkäufen  kann  der  Kaufpreis  ganz  oder  zum  Theil  gegen  Sicherheit  gestundet,  bei  Verpachtungen
  die  Leistung  einer  Sicherheit  verlangt  werden  Der  Nachweis  eines  bestimmten  Betriebskapitals
ist  nicht  erforderlich.

IV.  Allgemeine  Vorschriften  über  die  Veräußerung  und  den  Erwerb  von  Grundstücken.

8  11.
Wer  ein  Grundstück  der  im  §  11  der  Allerhöchsten  Verordnung  vom  15.  Juni  d.  Is.  erwähnten
Art  zu  Eigenthum  erwerben  oder  pachten  will,  hat  hiervon  unter  möglichst  genauer  Bezeichnung  des  Grundstücks
  nach  Lage  und  Ausdehnung  und  unter  Angabe  der  mit  dem  Veräußerer  oder  Verpächter  verabredeten
Bedingungen  bei  dem  Gonverneur  oder  der  von  diesem  bezeichneten  Behörde  Anzeige  zu  machen.

Der  dazu  berusenen  Behörde  liegt  ob:

a)  sich  zu  vergewissern,  ob  und  in  welchem  Umfange  der  Ueberlassende  über  das  Grundstück  zu  verfügen
befugt  sei,  und  wenn  sich  ergiebt,  daß  andere  Mitberechtigte  vorhanden  sind,  die  Zuziehung  der
letzteren  zu  dem  Rechtsgeschäft  den  Parteien  aufzugeben;

b)  dahin  zu  wirken,  daß  der  Veräußerer  oder  Verpächter  über  die  thatsächlichen  und  rechtlichen  Folgen
des  beabsichtigten  Rechtsgeschäfts  aufgeklärt  und  von  dem  Erwerber  nicht  übervortheilt  werde;
        <pb n="751" />
        —  669  —

c)  festzustellen,  ob  nach  der  Veräußerung  oder  Verpachtung,  soweit  solche  von  Häuptlingen  oder  Gemeinschaften
  erfolgt,  genügend  Land  für  den  ferneren  Unterhalt  der  Gemeinschaft  noch  verbleibt;

4)  nach  Anhörung  der  Betheiligten  vorzuschlagen,  welche  Beschränkungen  oder  Verpflichtungen  dem
Erwerber  oder  Pächter  im  öffentlichen  Interesse  aufzulegen,  und  zu  begutachten,  ob  besondere  Bedingungen
  bezüglich  der  Zeit  und  des  Umfanges  der  Nutzbarmachung  der  Grundstücke  dem  Erwerber
oder  Pächter  vorzuschreiben  sind.

13.
Der  Gouverneur  entscheidet,  ob  die  Genehmigung  zu  ertheilen  und  welche  Bedingungen  dabei
etwa  aufzulegen  sind.
Durch  die  Genehmigung  werden  Ansprüche  Dritter  auf  das  Grundstück,  soweit  dieselben  nicht
ausdrücklich  verzichtet  haben,  nicht  berührt.  Derartige  Ansprüche  sind  auf  den  Rechtsweg  zu  verweisen.

8  14.

Der  Gouverneur  ist  befugt,  die  im  §  12  der  Allerhöchsten  Verordnung  vom  15.  Juni  d.  Is.
vorgesehenen  Ermächtigungen  behufs  vorläufiger  Besitznahme  solchen  Personen  und  Gesellschaften  zu  ertheilen,
welche  größere  wirthschaftliche  Unternehmungen  beabsichtigen  und  für  den  Ernst  ihrer  Unternehmungen
Gewähr  bieten.

Der  Gouverneur  bestimmt  die  Frist,  innerhalb  welcher  die  nach  §  12  Absatz  2  der  Allerhöchsten
Verordnung  vom  15.  Juni  d.  Is.  erforderliche  Genehmigung  nachzusuchen  ist.

8  15.
Der  Gouverneur  hat  die  weiteren  zur  Ausführung  der  Allerhöchsten  Verordnung  vom  15.  Juni
d.  Is.  und  dieser  Verfügung  erforderlichen  Bestimmungen  zu  erlassen.

Berlin,  den  17.  Oktober  1896.
Der  Reichskanzler.
(L.  S.)  Fürst  zu  Hohenlohc.

Auf  Grund  des  §  11  der  Allerhöchsten  Verordnung,  betreffend  das  Bergwesen  im  südwestafrikanischen
  Schutzgebiete,  vom  6.  September  1892  sind  durch  Verfügung  des  Reichskanzlers  vom
11.  Oktober  d.  Is.  die  Abschnitte  I  bis  VI  und  VIII  der  Allerhöchsten  Verordnung,  betreffend  das
Bergwesen  im  südwestafrikanischen  Schutzgebiete,  vom  15.  August  1889  im  Gebiet  von  Gibeon  mit  dem
15.  Oktober  d.  Is.  in  Kraft  gesetzt  worden.

Nunderlaß,  betr.  die  ethnographischen  und  naturwissenschaftlichen  Sammlungen
der  in  den  Schutzgebieten  befindlichen  Beamten  und  Militärpersonen.

Nach  der  Bestimmung  des  Runderlasses  vom  10.  Dezember  1891  (Kolonialblatt  S.  535)  dürfen
ethnographische  und  naturwissenschaftliche  Sammlungen,  welche  von  Beamten  in  den  Schutzgebieten  erworben
und  zusammengestellt  sind,  sofern  sie  nicht  lediglich  im  Privatbesitz  des  Sammlers  bleiben  oder  in  Gemäßheit
  der  auf  Grund  des  Bundesrathsbeschlusses  vom  21.  Februar  1889  ergangenen  Anweisung  (Kolonialblatt
  1891  S.  149)  den  heimischen  wissenschaftlichen  Instituten  zur  Verfügung  gestellt  werden,  nur  ausnahmsweise
  und  nach  vorher  eingeholter  Genehmigung  des  Auswärtigen  Amtes,  Kolonial-Abtheilung,
anderweit  verwerthet  oder  veräußert  werden.

Derartige  Sammlungen  sind  vielmehr  vor  etwaiger  Entäußerung,  der  Anweisung  vom  7.  November
  1890  (Kolonialblatt  S.  287)  entsprechend,  an  „das  Königliche  Museum  für  Völkerkunde,  Kolonial-Abtheilung,
  Berlin  SW.,  Königgrätzerstr.  120“,  zu  senden,  damit  zunächst  den  heimischen  wissenschaftlichen
Instituten  Gelegenheit  zum  Erwerb  gegeben  wird.

Diese  Bestimmung  wird  hierdurch  auch  auf  die  Angehörigen  der  Schutztruppen  und  auf  die  in
den  Schutgebieten  befindlichen  kommandirten  Offiziere  ausgedehnt.

Berlin,  den  13.  Oktober  1896.

Auswärtiges  Amt.  Kolonial-Abtheilung.
(L.  8.)  Kayser.
        <pb n="752" />
        670

Perspnalien.

Seine  Majestät  der  Kaiser  haben  Allergnädigst  geruht,  dem  bisherigen  Direktor  der  Kolonial-Abtheilung
  des  Auswärtigen  Amtes,  Wirklichen  Geheimen  Legationsrath  Dr.  Kayser  bei  seinem  Scheiden
aus  dem  Dienste  des  Auswärtigen  Amtes  den  Stern  zum  Rothen  Adler-Orden  II.  Klasse  mit  Eichenlaub
zu  verleihen.

Seine  Majestät  der  Kaiser  haben  im  Namen  des  Reichs  Allergnädigst  geruht,  den  Wirklichen
Geheimen  Legationsrath  Dr.  Kayser  in  Berlin  zum  Senatspräsidenten  bei  dem  Reichsgericht  zu  ernennen.

 

Seine  Majestät  der  Kaiser  haben  Allergnädigst  geruht,  das  bisherige  Mitglied  der  ägyptischen
Schuldenkommission,  den  Geheimen  Legationsrath  z.  D.  Freiherrn  v.  Richthofen,  unter  Beilegung  des
Charakters  als  Wirklicher  Geheimer  Legationsrath,  zum  Direktor  der  Kolonial-Abtheilung  des  Auswärtigen
Amts  zu  ernennen.

Seine  Majestät  der  Kaiser  haben  Allergnädigst  geruht,  dem  Kaiserlichen  Landeshauptmann  für
Deutsch-Südwestafrika  Major  Leutwein  die  Erlaubniß  zur  Anlegung  des  ihm  von  Seiner  Königlichen
Hoheit  dem  Großherzog  von  Baden  verliehenen  Ritterkreuzes  I.  Klasse  mit  Schwertern  des  Ordens  vom
Zähringer  Löwen  zu  ertheilen.

 

VVVVVVVVV.IVV  VVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVYVVYVVVIDITVVYVVVVVVVVTFVVVVVVVVVVVU

Nichtamtlicher  Theil.

Nachdem  Seine  Majestät  der  Kaiser  Allergnädigst  Der  in  den  Dienst  des  Kaiserlichen  Gouvernegeruht
  haben,  mich  meinem  Wunsche  entsprechend  ments  getretene  Zollamtsassistent  Kriese  ist  nach
von  meinem  Amt  als  Direktor  der  Kolonial-Abthei=  Dar-es-Saläm  abgereist.
lung  des  Auswärtigen  Amts  zu  entbinden,  verfehle  —

ich  nicht,  mich  auf  diesem  Wege  von  den  Herren
Gouverneuren,  Landeshauptleuten,  Beamten  und
Offizieren  der  Schutzgebiete,  den  Leitern  und  Mitgliedern
  der  in  diesen  wirksamen  Missionsgesellschaften
und  von  den  Vorständen  der  wirthschaftlichen  kolonialen
  Unternehmungen  zu  verabschieden.  Ich  danke
allen  diesen  Herren  für  die  mir  gewährte  Unterstützung
  und  bitte  sie,  mir  ein  wohlwollendes  Andenken
zu  bewahren.

Gleichzeitig  bitte  ich  auch,  auf  diesem  Wege  für
die  überaus  anerkennenden  Zuschriften  danken  zu
dürfen,  die  mir  aus  Anlaß  meines  Abschiedes  so
zahlreich  zugegangen  sind,  daß  mir  ihre  Beantwortung
im  Einzelnen  unmöglich  ist.  "

Berlin,  den  31.  Oktober  1896.

Dr.  Kayser,
Senatspräsident  beim  Reichsgericht.

Perspnal-Rachrichten.
Deutsch=  Ostafrika.

Der  als  kommissarischer  Rechnungsbeamter  in
den  Dienst  des  Kaiserlichen  Gouvernements  getretene
Großherzoglich  hessische  Finanzaspirant  M.  Seiß  ist
nach  Dar-zes-Saläm  abgereist.  "„

 

 

Der  in  den  Dienst  des  Kaiserlichen  Gouvernements
  getretene  Finanzaspirant  Kriegbaum  aus
Darmstadt  tritt  im  November  die  Ausreise  an.

 

Ramerun.

Der  dem  Kaiserlichen  Gonvernement  in  Kamerun
überwiesene  Stationschef  Premierlieutenant  d.  R.
v.  Carnap-Quernheimb  tritt  am  10.  November
die  Ausreise  an.

Togo.

Premierlieutenant  Thierry,  Zollassistent  Weikusat,
  Zollaufseher  Wegner  und  der  Stationsassistent
  Sergeant  Rosenhagen  sind  Ende  Juli
eingetroffen.

 

Der  Hauptzollamtsvorsteher  Joop  tritt  am
10.  November  nach  Ablauf  seines  Urlaubs  die  Rückreise
  an.  *#

Hüdwestafrika.

Stabsarzt  Richter  hat  einen  Heimathsurlaub
angetreten.
        <pb n="753" />
        Sihung  des  Kolvnialraths.

Der  Kolonialrath  trat  am  Montag,  den  19.  Oktober,
  morgens  10  Uhr,  in  Anwesenheit  der  Mitglieder
  der  Kolonial-Abtheilung  des  Auswärtigen
Amtes  zu  seiner  Herbsttagung  zusammen.  Es  gehören
  ihm  gegenwärtig  als  Mitglieder  an:

1.  Herr  Ministerial-Präsident  a.  D.  Wirklicher  Geheimer
Nath  Dr.  v.  Grimm,  Karlsruhe

2.  eheimer  Kommerzienrath  v.

Berlin,  Thiergartenstr.  31.

ernsheim,  Direktor  der  Jaluit-Gesellschaft,

amburg.

Wirklicher  Geheimer  Rath,  Staatssekretär  a.  D.

Dr.  Herzog.  Berlin,  Magdeburgerstr.  2.

Domkapitular  Professor  Dr.  Hespers,  Cöln.

Bankier  Karl  v.  d.  Heydt,  Berlin,  Von  der

Heydtstraße.

Staatsminister  v.  Hofmann,  Verlin,  Nürnbergerstr.

  63,  III.

Wirklicher  Geheimer  Nath,  Staatssekretär  a.  D.

Dr.  v.  Jacobi,  Berlin,  Karlsbad  14.

eheimer  Ober-Postrath  Kraetke,  vortragender

Nath  im  Reichspostamt,  Berlin,  Leipzigerstr.  15.

eheimer  Kommerzienrath  Michels,  Cöln.

direktor  der  Deutsch-Ostafrikanischen  Gesellschaft

eheimer  Kommerzienrath  Lucas,  Berlin,

Behrenstr.  16.

2.  Seine  Hoheit  der  Herzog  Johann  Albrecht  von
Mecklenburg-Schwerin.

13.  Herr  Hofrath  Dr.  Mehnert,  Direktor  des  landwirth-Hastlichen
  Kreditvereins  im  Königreich  Sachsen,

resde

Hansemann,

C

 

 

Te  "  se  .

——

 

—

 

 

n.
14.  ..  Geheimer  Kommerzienrath  Dr.  Oechelhäuser,
essau.

15.  -  Oberst  v.  Palézieux,  Flügeladjutant  Sr.  Königl.
Hoheit  des  Großherzogs  von  Sachsen,  Weimar.

16.  Geheimer  Negierungsrath  Professor  Dr.  Freiherr
v.  Richthofen,  Berlin,  Kurfürstenstr.  117.

17.  Rechtsanwalt  Dr.  Scharlach,  Hamburg.

18.  Vizeadmiral  z.  D.  Schering,  Kiel.

19.  Professor  Dr.  Ebert,  Berlin.

20.  Professor  Dr.  Schweinfurth,  Berlin,  Potsdamerstr.
  75

21.  P.  Staudinger,  Berlin,  Nollendorfstr.  33.

22.  Kaufmann  Johannes  Thormählen,  Hamburg.

23.  Regierungsrath  a.  D.  Freiherr  v.  Tucher,
Nürnberg.  ·

24.  Konsul  a.  D.  Vohsen,  Verlin,  Königgrätzerstr.  124.
25.  Kaufmann  Adolf  Woermann,  Hamburg,  Große
Reichenstr.  23/27.  ·

26.  Dr.  Wiegand,  Direklor  des  Norddeutschen  Lloyd,

Bremen.  "
27.  .Geheimer  Regierungsrath  Simon,  Berlin.
28.  Drr.  phil.  Hindorf,  VBerlin.

Davon  waren  entschuldigt  Direktor  Dr.  Wiegand
und  Oberst  v.  Palczieux.

Der  Vorsitzende,  Ministerialdirektor  Dr.  Kayser,
eröffnete  die  Sitzung  mit  der  Mittheilung,  daß
Dr.  Schröder  aus  dem  Kolonialrath  ausgeschieden
sei,  und  begrüßte  die  neu  eingetretenen  Mitglieder,
die  Herren  Geheimer  Regierungsrath  Simon,
I)r.  Hindorf  und  Professor  Ebert.  Er  knüpfte
daran  eine  längere  Ansprache,  in  welcher  er  dem
Kolonialrath  von  seinem  bevorstehenden  Scheiden
aus  der  Kolonialverwaltung  Mittheilung  machte  und
über  die  Entwickelung  unserer  Schutzgebiete  während
seiner  Amtsführung  folgende  Uebersicht  gab:

 

671  —

Bei  Uebernahme  meiner  Verwaltung  waren
die  Einnahmen  in  Kamerun  278  000  Mark,
sie  sind  in  diesem  Etatsjahr  auf  640  000  Mk.
gestiegen;  in  Togo  betrugen  sie  für  1890/91
93  500  Mk.  und  belaufen  sich  in  diesem  Etatsjahr
auf  380  000  Mk.  In  Südwestafrika  beliefen  sich
die  Einnahmen  1890/91  auf  1200  Mk.,  in  dem
laufenden  Etatsjahr  auf  386  000  Mk.  In  Ostafrika
sind  die  Einnahmen  während  der  ganzen  Zeit  fast
ständig  geblieben,  was  aber  insofern  eine  Steigerung
bedeutet,  als  der  Rupiekurs  einen  erheblichen  Sturz
erlitten  hat,  der  seither  fast  25  pCt.  beträgt.  Dem
allmählich  wachsenden  Interesse  des  Reichstages  für
die  Kolonien  entspricht  die  Erhöhung  des  Reichszuschusses,
  woraus  hervorgeht,  daß  das  Vertrauen
zu  der  Entwickelung  unserer  Schutzgebiete  und  zu  der
Verwaltung  der  Kolonien  dauernd  gestiegen  ist.  Während
  im  Jahre  1890/91  von  dem  Reiche  etwa-2¾
  Millionen  für  die  deutschen  Kolonien  verwendet
worden  sind,  hat  die  Aufwendung  im  Jahre  1896/97
etwa  9½  Millionen  betragen.  Diesen  erhöhten  Aufwendungen
  entspricht  aber  auch  der  wirthschaftliche
und  kulturelle  Fortschritt.  In  allen  unseren  Kolonien
  ist  die  Zahl  der  Stationen  im  Innern  gewachsen.
Von  4  Stationen,  die  im  Jahre  1890/91  in  Ostafrika
  bestanden,  ist  die  Zahl  im  Jahre  1896/97  auf
19  gestiegen;  in  Kamerun  von  2  auf  10,  in  Togo
von  2  auf  5,  in  Südwestafrika  von  1  auf  26.  Den
gleichen  Fortschritt  machte  das  Anwachsen  der  weißen
Bevölkerung;  sie  betrug  in  Kamerun  im  Jahre  1890
105  und  stieg  auf  230  im  Jahre  1896.  In  Togo
35  und  im  Jahre  1896  96.  In  Südwestafrika  im
Jahre  1890  450  und  im  Jahre  1896  2025.  Für
Ostafrika  liegt  eine  solche  Statistik  nicht  mit  Genauigkeit
  vor.  Wenn  aber  im  Jahre  1894  die  weiße
Bevölkerung  auf  750  Köpfe  geschätzt  wurde,  so  darf
man  annehmen,  daß  diese  Zahl  das  Sechsfache  der
Anfangsbevölkerung  darstellt.  Auch  die  Zahl  der
Handelsfirmen  hat  sich  in  allen  Schutzgebieten  vergrößert.
  Während  in  dem  Jahre  1890  an  der  ostafrikanischen
  Küste  nur  die  Ostafrikanische  Gesellschaft
mit  ihren  Stationen  thätig  war,  sind  im  Jahre  1896/97
13  selbständige  Firmen  vorhanden.  Die  elf  Kamerunfirmen
  des  Jahres  1890  haben  sich  um  fünf  deutsche
vermehrt.  In  Togo  wuchs  die  Zahl  der  Firmen
von  11  auf  18,  in  Südwestafrika  von  12  auf  23.
Der  Handelsverkehr  unserer  Kolonien  beträgt  im
Gesammtumsatz  über  30  Mill.  Mk.,  wovon  10  Mill.
auf  das  deutsche  Zollgebiet  fallen,  welches  im  Jahre
1890  an  diesem  Handel  mit  einem  kaum  nennenswerthen
  Betrage  betheiligt  war.  Von  Plantagenunternehmungen
  war  im  Jahre  1890  noch  nirgends
die  Rede.  In  Ostafrika  sind  jetzt  16  derartige  Unternehmungen
  im  Gange  und  Gesellschaften  dabei  thätig,
deren  Grundkapital  allein  für  diese  Zwecke  mehr  als
acht  Millionen  beträgt.  In  Kamerun  sind  ebenfalls
sieben  Plantagenunternehmungen  im  Gange.  In  Togo
sind  diese  Unternehmungen  auf  acht  gewachsen.  Ueber
die  in  Südwestafrika  thätigen  Gesellschaften  und  deren
        <pb n="754" />
        Kapital  ist  dem  Kolonialrath  eine  besondere  Denkschrift
  zugegangen.  Schon  hat  auch  aus  unseren
Schutzgebieten  eine  mehr  und  mehr  wachsende  Ausfuhr
stattgefunden.  Bereits  im  vergangenen  Jahre  hat
allein  die  Ostafrikanische  Gesellschaft  100  000  Pfund
Kaffee  von  ihren  Plantagen  nach  Deutschland  gebracht.
In  Kamerun  ist  z.  B.  die  Kakaoausfuhr  von  etwa
5000  kg  des  Jahres  1890  auf  141  973  im  Jahre
1895  gestiegen.  Ueberall  ist  klargestellt,  daß  der
Plantagenbau  in  unseren  Schutzgebieten  eine  außerordentliche
  Zukunft  hat.  In  Ostafrika  sind  werthvolle
Kohlenlager  entdeckt  und  die  Möglichkeit  des  Auffindens
  werthvoller  Gesteine  in  eine  größere  Nähe
gerückt.  In  Kamerun  haben  die  Bodenuntersuchungen
ergeben,  daß  wahrscheinlich  Kohlen  und  andere  werthvolle
  Gesteine  zu  finden  sind.  Auch  in  Südwestafrika
kann  die  Hoffnung  auf  den  Betrieb  eines  einträglichen
Bergbaus  nicht  als  eine  aussichtslose  bezeichnet  werden.
Während  die  Sterblichkeit  in  den  ersten  Jahren  unserer
  Kolonialpolitik  eine  erhebliche  war,  ist  dieselbe
insbesondere  auch  dadurch  glücklicherweise  gesunken,
daß  einerseits  überall  für  gesunde  und  zweckmäßige
Wohnungen  und  eine  gute  körperliche  Verpflegung
gesorgt  ist,  und  daß  andererseits  durch  Entsendung
zahlreicher  Aerzte  und  durch  die  Erbauung  wohleingerichteter
  Krankenhäuser  die  Tropenkrankheiten  mit
großem  Erfolge  bekämpft  werden.  In  allen  afrikanischen
  Schußgebieten  bestehen  Krankenhäuser,  die
gleichzeitig  mit  wissenschaftlichen  Laboratorien  verbunden
  sind,  in  welchen  sehr  werthvolle  Forschungen
über  die  Malaria  und  andere  tropische  Erkrankungen
gemacht  werden.  Der  letzte  Kongreß  deutscher  Naturforscher
  und  Aerzte  hat  der  Kolonial-Abtheilung  wegen
ihrer  Fürsorge  auf  dem  Gebiete  der  Tropenhygiene
seine  besondere  Anerkennung  ausgesprochen.  Was
wissenschaftlich  auf  unserem  kolonialen  Gebiete  geleistet
worden  ist,  davon  geben  nicht  nur  die  Sammlungen
unserer  Museen  Auskunft,  sondern  nicht  minder  die
mit  Unterstützung  der  Kolonial-Abtheilung  herausgegebenen
  wissenschaftlichen  und  kartographischen  Werke.
Auch  in  den  Schutzgebieten  sind  überall  Regierungsschulen
  für  die  Eingeborenen  eingerichtet  und  Wanderlehrer
  angestellt.  Einen  geradezu  staunenswerthen
Aufsschwung  hat  das  Missionswesen  in  unseren  Schutzgebieten
  genommen.  Im  Jahre  1890  waren  im
Ganzen  in  unseren  Kolonien  sechs  deutsche  Missions-=gesellschaften
  thätig.  Jetzt  haben  sich  allein  12  protestantische
  deutsche  Missionsgesellschaften  mit  66  Stationen
  und  acht  deutsche  katholische  Missionsgesellschaften
mit  79  Stationen  gebildet.  Die  Zahl  der  Missionare
ist  im  Wachsen  begriffen.  In  Togo  sind  27,  in
Kamerun  37,  in  Ostafrika  in  drei  Küstenstädten
allein  45.  Diesem  geistigen  Rüstzeug  zur  Seite  steht
in  allen  afrikanischen  Gebieten  eine  kriegstüchtige
Schutztruppe;  während  im  Jahre  1890  von  allen
Seiten  darüber  geklagt  wurde,  daß  in  unseren  Kolonien
  weder  für  Missionen  noch  für  wirthschaftliche
Unternehmungen  ein  ausreichender  Schutz  vorhanden
sei,  ist  jetzt  überall  Eigenthum  und  Leben  gesichert,

 

672  —

und  soweit  überhaupt  ein  dauernder  Friede  in  Afrika
schon  jetzt  möglich  sein  kann,  der  Friede  im  Wesentlichen
  gewahrt  und  es  sind  alle  Mittel  vorhanden,
um  einen  Bruch  des  Friedens  sofort  niederzuschlagen.

Für  die  nächste  wichtige  Aufgabe  zur  Erschließung
der  Kolonien,  für  den  Eisenbahnbau,  sind  alle  erforderlichen
  Vorarbeiten  abgeschlossen.

Nach  außen  sehen  wir  in  der  Mehrzahl  der
Kolonien  die  Grenze  festgelegt,  und  in  Togo  ist
unsere  Stellung  derart  gesichert,  daß  die  Hinterlandsfrage
  zu  unseren  Gunsten  gelöst  werden
muß.  Im  Innern  ist  für  die  Verwaltung  eine
feste  Grundlage  geschaffen,  der  Ausbau  der  einzelnen
  Zweige  ist  so  weit  gefördert,  daß  es  nur  noch
Einzelheiten  sind,  die  näher  auszugestalten  sind;
die  Grundzüge,  wie  sie  geschaffen  sind,  werden  unberührt
  bleiben.  Im  Besonderen  ist  in  dem  letzten
Jahre  das  schwere  Werk  der  Schutztruppen-Organisation
  vollendet.  Der  Dualismus  zwischen  Militärund
  Civilverwaltung  ist  beseitigt  und  Einrichtungen
geschaffen,  die  die  Anforderungen  des  Militärdienstes
mit  denen  der  kolonialen  Entwickelung  in  durchaus
zutreffender  und  allgemein  anerlannter  Weise  vereinigen.
Die  Wege,  welche  die  Regierung  einzuschlagen  hat,
um  die  Thätigkeit  der  christlichen  Missionen  zu  schützen
und  zu  fördern,  sind  geebnet.  Die  wirthschaftliche
Erschließung  ist  vorbereitet;  die  Projekte,  um  durch
den  Bau  von  Eisenbahnen  Handel  und  Verkehr,
Plantagenbau  und  jede  Kultur  zu  erweitern,  sind
ausgearbeitet.  Die  Zeit  liegt  nicht  mehr  fern,  in
der  die  Kolonien  nicht  mehr  als  Bittende  vor  das
Reich  treten  werden.

Seine  Hoheit  der  Herzog  Johann  Albrecht
zu  Mecklenburg  sprach  hierauf  dem  scheidenden
Vorsitzenden  das  tiefste  Bedauern  aller  kolonialen
Kreise  aus  und  äußerte  die  feste  Ueberzeugung,  daß
die  Zukunft  seine  großen  Verdienste  um  die  koloniale
Sache  voll  anerkennen  werde,  während  Herr
v.  d.  Heydt  erklärte,  daß  er  dieses  Bedauern  nicht
theile  und  sich  alsdann  für  die  weitere  Tagung
beurlaubte.

Der  Kolonialrath  trat  alsdann  zunächst  in  die
BVerathung  des  Etats  von  Deutsch-Ostafrika  ein.

Längere  Erörterungen  veranlaßten  die  Kosten  der
Zollverwaltung  des  ostafrikanischen  Schutzgebietes
sowie  die  Anstellung  von  Wanderlehrern.  Herzog
Johann  Albrecht  regte  die  Hinaussendung  von  Forstbeamten
  zum  Schutze  der  Forsten  des  Schutzgebietes
an.  Besondere  Aufmerksamkeit  erregte  die  Nachricht,
daß  es  dem  Bergassessor  Bornhardt  gelungen  ist,
am  Nyassasee  das  Vorkommen  von  Steinkohlen,  die
in  einer  Schlucht  zu  Tage  träten,  festzustellen,  und
daß  Proben  dieser  Kohlen  von  sachverständiger  Seite
eine  günstige  Beurtheilung  gefunden  haben.  Im
Anschluß  hieran  wurde  die  Erschließung  des  Rufidji
und  Ulanga,  welche  den  besten  Wasserweg  zum  Nyassa
darstellen,  in  Erwägung  genommen.
        <pb n="755" />
        In  der  Nachmittagssitzung  begrüßte  der  zu  den
Sitzungen  des  Kolonialraths  eingetroffene,  zum  Direktor
  der  Kolonial-Abtheilung  ausersehene  Geheime
Legationsrath  Dr.  Freiherr  v.  Richthofen  den  Kolonialrath
  und  erbat  dessen  Unterstützung  und  Wohlwollen
  für  seine  künftige  Amtsführung.  Hierauf
wurde  mit  den  Etatsberathungen  fortgefahren.  Der
Gouverneur  v.  Wissmann  befürwortete  die  Anschaffung
  eines  größeren  Dampfers  zu  Transportzwecken
  und  zum  Tonnenlegen  und  fand  dabei  die
Zustimmung  des  Kolonialraths.  Hinsichtlich  des
Eisenbahnbaues  in  Ostafrika  theilte  der  Vorsitzende
mit,  daß  diese  wichtige  Angelegenheit  noch  innerhalb
der  Reichsbehörden  erwogen  werde.  Freiherr
v.  Richthofen  erklärte  sein  Interesse  für  den  Bahnbau
  in  den  Kolonien,  den  er  für  eine  der  wichtigsten
Aufgaben  der  gegenwärtigen  Kolonialpolitik  erachte.
Er  habe  für  den  Bau  von  Eisenbahnen  dem  Innern
Afrikas  zu,  wesentlich  mit  Hülfe  deutschen  Geldes,  in
fremdem  Lande  erfolgreich  gewirkt  und  hoffe,  auch  im
Dienste  des  eigenen  Vaterlandes  mit  gleichem  Erfolg
in  gleicher  Richtung  wirken  zu  dürfen.

Es  wurde  alsdann  in  die  Berathung  des  Etats
für  Togo  und  Kamerun  eingetreten.  In  dem  ersteren
Schutzgebiet  ist  neuerdings  der  Guttapercha  liefernde,
sehr  ergiebige  Baum  Kicksia  africana  in  großen
Mengen  entdeckt  worden,  und  es  wurden  daran  Hoffnungen
  auf  einen  erheblichen  Aufschwung  des  Handels
geknüpft.  Einstimmig  befürwortete  die  Versammlung
  die  Erhöhung  der  Gehälter  der  Landeshaupileute
  in  Togo  und  Südwestafrika.

Die  befürwortete  Anlage  einer  Handelsfaktorei
am  Benus  erachtete  Herr  Woermann  wegen  der  zu
großen  Entfernung  von  der  Küste  zur  Zeit  für  aussichtslos.
  Er  wünsche  dringend  den  Bau  einer  Eisenbahn
  in  Kamerun,  um  dem  Handel  ein  größeres
Gebiet  zu  erschließen.

Zuletzt  wurde  in  eine  allgemeine  Besprechung  der
südwestafrikanischen  Verhältnisse  eingetreten  und  dabei
die  Nothwendigkeit  einer  direkten  Telegraphenverbindung
  mit  dem  Schutzgebiete  hervorgehoben.

Die  Berathungen  des  Kolonialraths  am  20.
wurden  mit  einem  Antrage  Seiner  Hoheit  des  Herzogs
  Johann  Albrecht  zu  Mecklenburg  eröffnet,
welcher  die  fernere  Unterstützung  des  Brüsseler  Iustitut
  colonial  bezweckte.  Die  Versammlung  trat
dem  Antrage  einstimmig  bei  und  ging  alsdann  zur
Berathung  des  Entwurfs  einer  Verordnung,  betreffend
die  Erfüllung  der  Wehrpflicht  in  dem  deutsch-füdwestafrikanischen
  Schutzgebiet,  über,  an  welcher  ein  Vertreter
  des  Reichs-Marinc-Amts  theilnahm.  Nach  der
Verabschiedung  des  Entwurfs  wurden  Vorschläge  zur
Hebung  des  Handels  in  Deutsch-Ostafrika  erörtert.
Es  zeigte  sich  dabei  allseitiges  Einverständniß  darüber,
daß  von  dem  Bau  von  Bahnen  und  Straßen  am
meisten  Förderung  des  Handels  und  der  Volkswirthschaft
  des  Schutzgebiets  zu  erwarten  sei.

Nach  einer  Pause  schritt  der  Kolonialrath  nachmittags
  zur  Erörterung  des  vom  Reichstag  seinerzeit

673

 

abgelehnten  Vertrages  mit  der  Neu-Guinca-Kompagnie.
Die  allgemeine  Debatte  ergab  die  einstimmige  Ansicht,
daß  der  Uebergang  der  Landeshoheit  auf  das  Reich
im  dringenden  Interesse  des  Schutzgebiets  und  des
Reichs  liege.  Behufs  genauerer  Erörterung  wurde
die  Vorlage  einem  Ausschuß  überwiesen,  der  aus
Seiner  Hoheit  dem  Herzog  Johann  Albrecht  zu
Meckleuburg  und  den  Herren  v.  Jacobi,  Schering,
  Kraetke,  Hernsheim  und  Hespers  besteht,
  und  welcher  am  21.  vormittags  zur  Berathung
zusammentrat.

Die  Plenarsitzung  des  Kolonialraths  am  21.  Oktober
  wurde  nachmittags  2  Uhr  eröffnct.  Der  Staatsminister
  v.  Hofmann  beantragte  vor  Eintritt  in  die
Tagesordnung,  daß  seitens  der  Regierung  dem  Kolonialrath
  der  Entwurf  des  Auswanderungsgesetzes
in  seiner  jetzigen  Form  nochmals  vorgelegt  und  ihm
Gelegenheit  gegeben  werde,  sich  erneut  über  denselben
zu  äußern.  Nachdem  seitens  Seiner  Hoheit  des
Herzogs  Johann  Albrecht  zu  Mecklenburg  wiederholt
die  Bedeutung  betont  worden  war,  welche  der  Kolonialrath
  der  Berücksichtigung  seiner  Beschlüsse  in  dieser
Frage  beimesse,  wurde  der  Antrag  einstimmig  angenommen.
  Die  Versammlung  ging  alsdann  zu  der
Verathung  der  Regelung  des  Erwerbs  von  Kronland
in  Ostafrika  über.  Wie  der  Vorsitzende  besonders
betonte,  bestehe  zwischen  der  Kolonialleitung  und  dem
ostafrikanischen  Gouvernement  keinerlei  sachlicher  Gegensatz.
  Beide  Theile  hätten  lediglich  das  Interesse
des  Schutzgebiets  im  Auge  und  wünschten  die  Entscheidung
  über  die  vorliegenden  Schwierigkeiten  in
die  Hand  dieser  sachverständigen  Körperschaft  zu  legen.
In  der  lebhaften  und  eingehenden  Erörterung  der
Angelegenheit  wurden  insbesondere  Bedenken  gegen
den  Landerwerb  durch  Beamte  sowie  gegen  die  Erschwerung
  der  Eigenthumsübertragung  von  verschiedenen
  Seiten  geltend  gemacht.  Man  erachtete  es
für  angezeigt,  dem  Kaiserlichen  Gouverneur  möglichste
Unbeschränktheit  in  der  Vergebung  von  Land  an  geeignete
  Unternehmer  zu  lassen.  Die  Versammlung
nahm  schließlich  mehrere  Resolutionen  an,  wonach
Personen,  die  im  Reichsdienst  in  den  Schutzgebieten
thätig  sind,  der  Erwerb  anderer  als  zur  Wohnung
benutzter  Grundstücke  untersagt,  der  Erwerb  von  Land
möglichst  erleichtert  und  von  einem  Erlaß  allgemeiner
Bestimmungen  hierfür  abgesehen  werden  soll.

Der  Kolonialrath  berieth  bei  Beginn  seiner  Sitzung
am  22.  Oktober  vormittags  den  Bericht  des  Ausschusses
  für  Vorbildung  der  Kolonialbeamten.  An
den  eingehenden  Erörterungen  betheiligte  sich  neben
einer  größeren  Anzahl  von  Mitgliedern  des  Kolonialraths
  auch  der  Kaiserliche  Gouverneur  v.  Wissmann.
Es  wurde  besonders  betont,  wie  überaus  wichtig  die
jetzt  nur  in  geringem  Maße  vorhandene  Möglichkeit
weiterer  Verwendung  der  nicht  mehr  tropendienstsähigen
  Kolonialbeamten  im  Reichs=  und  Staatsdienst
sei,  da  ohne  eine  solche  Aussicht  es  nicht  möglich  sei,
dauernd  über  tüchtige  Beamte  zu  versügen.  Gegenwärtig
  bleibe  nichts  übrig,  als  gute  Beamte  in  den
        <pb n="756" />
        besten  Jahren  in  den  Ruhestand  zu  versetzen.  Staatssekretär
  a.  D.  Herzog  warnte  außerdem  vor  weiterer
Ausgestaltung  und  auch  nur  Erhaltung  des  Rang-,
Titel=  und  Uniformwesens  in  den  Schutzgebieten.
Geheimer  Legationsrath  Dr.  Freiherr  v.  Richthofen
erachtete  die  Erweiterung  des  Orientalischen  Seminars
zu  einer  Art  von  Kolonialschule  für  wünschenswerth,
da  dann  der  Leitung  der  Kolonialverwaltung  Gelegenheit
  geboten  werde,  unter  gut  vorgebildeten  jungen
  Leuten,  welche  sich  dauernd  der  Thätigkeit  in
den  Schußgebieten  widmen  wollen,  die  Auswahl
zu  treffen.

Im  weiteren  Verlauf  der  Sitzung,  welche  nachmittags
  2  Uhr  nach  kurzer  Pause  fortgesetzt  wurde,
billigte  die  Versammlung  den  bisher  von  der  Kolonialverwaltung
  befolgten  Grundsatz,  die  Beamten  aus
allen  Berufskreisen  zu  nehmen,  wenn  nicht  eine  besondere
  Berufsvorbildung  erforderlich  sei.  Sic  empfahl
gleichzeitig,  Bewerber,  welche  sich  eine  geeignete  Vorbildung
  auf  dem  Orientalischen  Seminar  nach  seiner
geplanten  Erweiterung  angeeignet  haben,  gegebenenfalls
  in  erster  Linie  zu  berücksichtigen.
talischen  Seminar  soll  allen  für  den  Kolonialdienst
schon  ausersehenen  Beamten  wie  Personen,  welche  sich
dafür  ausbilden  wollen,  Gelegenheit  gegeben  werden,

674

 

Im  Oriendie

  nöthigen  allgemeinen,  sprachlichen  und  technischen

Kenntnisse  zu  erwerben.  Es  wurde  auch  ein  Antrag
Seiner  Hoheit  des  Herzogs  Johann  Albrecht  zu
Mecklenburg  angenommen,  welcher  Verwendung
von  Kolonialbeamten,  die  zurücktreten,  weil  sie  das
Tropenklima  nicht  mehr  vertragen,  in  heimathlichen
Ressorts  befürwortet.  Der  Kolonialrath  sprach  sich
ferner  dahin  aus,  daß  es  erwünscht  sei,  daß  Referendaren
  die  Zeit,  welche  sic  etwa  in  amtlicher  Stellung
in  den  Schutzgebieten  zubringen,  für  ihre  Vorbildung
angerechnet  werde.  Es  wurde  im  Anschluß  hieran
von  Seiner  Hoheit  dem  Herzog  Johann  Albrecht  zu
Mecklenburg  ein  Antrag  gestellt,  welcher  es  als  erstrebenswerthes
  Ziel  bezeichnete,  daß  in  Schulen
innerhalb  der  deutschen  Schutzgebiete,  falls  außer  der
Sprache  der  Eingeborenen  noch  das  Lehren  einer
europäischen  Sprache  beabsichtigt  werde,  auch  der
Unterricht  im  Deutschen  verlangt  werden  solle.  Die
Berathung,  in  welcher  von  Seiten  der  Vertreter  der
Missionen  verschiedene  Bedenken  geltend  gemacht
wurden,  mußte  schließlich  wegen  vorgerückter  Zeit
vertagt  werden.

Bei  der  Wiedereröffnung  der  Sißung  des  Kolonialraths
  am  Vormittag  des  23.  einigte  sich  die
Versammlung  auf  die  Annahme  des  von  dem  Herzog
Johann  Albrecht  modifizirten  Antrags  in  folgender
Form:  Der  Kolonialrath  empfiehlt  der  Regierung,
unter  Berücksichtigung  der  in  Betracht  kommenden
Verhältnisse  darauf  hinzuwirken,  daß,  wenn  in  den
Schulen  neben  der  Sprache  der  Eingeborenen  noch
eine  europäische  Sprache  gelehrt  wird,  die  deutsche
in  den  Lehrplan  aufgenommen  werde.

 

Alsdann  berichtete  Rechtsanwalt  Dr.  Scharlach
über  die  Ergebnisse  der  Berathungen  des  für  die
Neu-Guinea-Angelegenheit  niedergesetzten  Ausschusses.
Danach  würde  es  dem  Interesse  des  Reichs  entsprechen,
die  Landeshoheit  im  Schutzgebiete  der  Neu-Guinea-Kompagnie
  unter  Abfindung  der  letzteren  auf  das
Reich  zu  übernehmen.  Nach  einer  längeren  Erörterung
  der  Vorschläge  des  Ausschusses  trat  die  Versammlung
  ihnen  mit  einigen  redaktionellen  Abänderungen
  bei.

Am  Nachmittag  erklärte  der  Vorsitzende  auf  eine
Anfrage  die  Preßnachrichten  über  neue  Etatsforderungen
  aus  Anlaß  eines  angeblich  gegen  die  Wahrhe
stattgehabten  Zuges  für  erfunden.  Die  Versammlung
trat  alsdann  in  die  Berathung  der  ihr  vorgelegten
Denkschrift  über  die  in  Deutsch-Südwestafrika  thätigen
Gesellschaften  ein.  Mit  besonderer  Berücksichtigung
der  Frage  der  Zweckmäßigkeit  der  Zulassung  englischer
Gesellschaften  im  Schutzgebiete  schilderte  Rechtsanwalt
Dr.  Scharlach  eingehend  die  Entstehung,  das  durchaus
  korrekte  Verhalten  und  die  Thätigkeit  der  South
Westafricu  Company.  Er  hob  insbesondere  hervor,

daß  in  der  fraglichen  Zeit  für  eine  deutsche  Gesellschaft

  weder  in  Deutschland  noch  anderswo  Geld  zu
haben  war,  während  die  von  ihm  nachher  gegründete
englische  Gesellschaft  lebhafte  Betheiligung  in  Deutschland
  gefunden  habe.  Der  Vorsitzende  bestätigte  diese
Ausführungen  und  erklärte  unter  Hinweis  auf  seine
früheren  Mittheilungen  im  Reichstag,  daß  die  Gesellschaft
  jederzeit  ihre  Verpflichtungen  streng  erfüllt
und  sich  in  jeder  Weise  der  Regierung  entgegenkommend
  verhalten  habe.  Er  beklage  auch,  daß  sich
in  Deutschland  kein  Kapital  für  Deutsch-Südwestafrika
gefunden  habe;  doch  habe  die  Regierung  bisher  keinen
Anlaß  gehabt,  über  die  Thätigkeit  der  South  Westafrica
  Company  irgend  welche  Klage  zu  führen.  Der
Vorsitzende  knüpfte  daran  eine  Reihe  von  Mittheilungen
  über  die  Entstehung  und  Wirksamkeit  des
Karaskhoma-Syndikats  und  der  South  African
Territories  Company.  Staatsminister  v.  Hofmann
wies  darauf  hin,  daß  die  Konzession  des  Karaskhoma-Syndikats
  vom  Kolonialrath  seinerzeit  genehmigt
worden  sei,  und  daß  sie  sowieso  verfalle,  wenn  die
Gesellschaft  nicht  binnen  einer  gewissen  Frist  die  ihr
obliegenden  Eisenbahnbauten  in  Angriff  nehme.  Die
Versammlung  empfahl  schließlich  der  Regierung  baldige
  Ausführung  einer  Landungsstelle  am  Tsoakhaub
und  Herstellung  von  Telegraphenlinien  im  Schutzgebiet.
  Außerdem  bezeichnete  sie  es  als  erwünscht,
vor  der  endgültigen  Einführung  von  Zöllen  in
Deutsch-Südwestafrika  darüber  gehört  zu  werden.
Der  Kolonialrath  wurde  alsdann  bis  auf  Weiteres
vertagt,  nachdem  Seine  Hoheit  der  Herzog  Johann
Albrecht  zu  Mecklenburg  dem  Vorsitzenden  noch  den
Dank  der  Versammlung  für  seine  Leitung  der  Berathungen

  ausgesprochen  hatte.
        <pb n="757" />
        Machrichten  aus  den  deullschen  Schuhgebieten.

(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  theilweise  nur  mit  Quellenangabe  gestattet.)

Deutsch-Dlkafrika.
Ueber  die  Regierungsplantage  Mohorro,

auf  der  größere  Anbauversuche  mit  Tabak  vorgenommen
  werden  sollen,  berichtet  das  Kaiserliche
Gouvernement,  daß  Lage  und  günstige  Bodenverhältnisse
  gute  Resultate  erhoffen  lassen.  Das  später
zu  bepflanzende  Terrain  umfaßt  40  Felder,  die  zum
großen  Theil  für  die  Kulturen  umgearbeitet  sind.
Zu  Anfang  der  Regenzeit  wird  mit  der  Aussaat
begonnen  werden.  Für  Saatbeete  ist  in  genügender
Weise  in  günstiger  Lage  gesorgt.  Der  Wohnhausbau
für  die  Europäer  ist  nahezu  beendet,  und  ebenso
sind  geeignete  Häuser  für  die  jetzt  in  der  Zahl  von
35  Personen  dort  befindlichen  chinesischen  Kulis
errichtet,  die  mit  ihrer  Lage  sehr  zufrieden  sind.
Häuser  für  Negerarbeiter  sind  in  Angriff  genommen,
und  ebenso  der  Bau  von  Trockenscheunen  und  Fermentirschuppen,
  zu  welchem  gutes  und  dauerhaftes
Bauholz  reichlich  in  den  nahen  Mangrovenwaldungen
vorhanden  ist.  Der  Bau  von  Ställen  für  Vieh  und
Geflügel  ist  beendet.  Als  Zuchtvieh  für  die  spätere
Fleischversorgung  der  chinesischen  Kulis  sind  Schweine
aus  Mozambique  und  Enten  aus  Bombay  beschafft.

Üaturwissenschaftliche  Lammlungen.

Der  längere  Zeit  auf  der  Station  am  Kilimandjaro
  thätig  gewesene  Premierlientenant  v.  d.  Marwitz,
  welcher  schon  wiederholt  dem  Königlichen
Museum  für  Naturkunde  zu  Berlin  werthvolle
Sammlungen  von  Vögeln  zum  Geschenk  gemacht  hat,
überwies  neuerdings  der  genannten  Anstalt  eine  kleine
Ausbeute  von  Säugethieren,  welche  er  östlich  von
Moschi  zusammengebracht  hat.  Darunter  befinden
sich  mehrere  sehr  seltene  Arten,  u.  a.  ein  Löffelhund,
das  erste  in  europäischen  Museen  befindliche  Exemplar
  aus  Deutsch-Ostafrika,  und  der  Schädel  einer

Giraffe,  durch  welchen  es  möglich  sein  wird,  endlich

"estzustellen,  ob  die  Sudanform  oder  die  südafrikanische
  Abart  dieser  merkwürdigen  Thierform  am
Kilimandjaro  lebt.

Togv.
GErunostücksschenkung.

Der  Häuptling  Adjalla  von  Amutive  hat  der
Kaiserlichen  Landeshauptmannschaft  ein  gut  gelegenes
Grundstück  für  Regierungszwecke  im  Westen  Lomes
am  Strande  zum  Geschenk  gemacht.

 

Das  vorkommen  der  Kicksia  alriennn,

des  neu  aufgefundenen  Gummibaumes,  dessen  Saft
seit  einigen  Jahren  in  Lagos  und  an  der  Goldküste  in
außerordentlich  großen  Massen  ausgeführt  wird  und
ihrem  Handel  großen  Vortheil  gebracht  hat,  ist  nunmehr
  auch  in  Togo  festgestellt  worden.  Stationsvorsteher
  Licutenant  Plehn  hat  den  Baum  in  den
Wäldern  des  Aguberges,  der  Wanderlehrer  Wöckel
auf  der  Strecke  von  Misahöhe  nach  Kete-Kratschi  in
großen  Mengen  gefunden.  Es  ist  zu  hoffen,  daß
auch  hier  sehr  bald  die  Ausbeutung  des  Baumes  in
größerem  Umfange  beginnen  wird.  Die  Eingeborenen
  sollen  so  weit  wie  irgend  möglich  belehrt
werden,  den  Baum  nur  in  schonender  Weise  anzuzapfen,
  um  zu  verhindern,  daß  er  bald,  wie  in
den  oben  erwähnten  englischen  Kolonien  der  Fall  ist,
ausgerottet  wird.

Marlhzall-IUnseln.
Reise  des  Landeshauptmanns.

Der  Kaiserliche  Landeshauptmann  hat  das  Eintreffen
  des  Kreuzers  „Bussard“  am  25.  Juni  d.  Js.
zu  einem  Besuch  der  Atolle  von  Ailinglaplap,
Majuru  und  Arno  benutzt,  wo  Amtsgeschäfte  zu
erledigen  waren.  Der  Kreuzer  erreichte  am  28.
Ailinglaplap,  am  30.  Majuru.  In  beiden  Plätzen
gelang  es  ohne  Schwierigkeit,  die  Häuptlinge  zur
Ablieferung  der  noch  in  ihrem  Besitz  befindlichen
Schußwassen  und  Patronen  zu  bewegen,  welche  dann
vernichtet  wurden.  Es  ist  damit  die  letzte  etwa  noch
vorhandene  Gefahr  kriegerischer  Zusammenstöße  im
Schutzgebiete  beseitigt.  Sowohl  an  die  Häuptlinge
als  an  die  Missionare  sind  die  üblichen  Geschenke
vertheilt  worden,  zumal  ihr  entgegenkommendes  Benehmen
  bei  dieser  Gelegenheit  volle  Anerkennung
verdient.

Nachdem  in  beiden  Atollen  noch  eine  Reihe  von
Amts=  und  gerichtlichen  Geschäften  erledigt  worden
waren,  wurde  am  8.  Juli  die  Lagune  von  Arno
verlassen.  Am  folgenden  Tage  traf  der  Kreuzer
wieder  in  Jaluit  ein.

Nach  Auffüllung  von  Kohlen  und  Abhaltung  von
Schießübungen  hat  der  Kreuzer  „Bussard“  am  20.
morgens  Jaluit  wieder  verlassen.

Rus  dem  Bereiche  der  Missionen  und
der  Hnktis#klaverei-Bewegung.

Der  evangelische  Afrikaverein  hat  beschlossen,

außer  seiner  Sklavenfreistätte  in  den  Usambarabergen

ein  Sanatorium  und  zwar  in  der  Wugirelandschaft  an-
        <pb n="758" />
        —  676  —

zulegen.  Es  ist  bereits  ein  Bauplan  zur  Kenntnißnahme
aus  Afrika  eingegangen,  welchen  sogar  nach  Mittheilung
  der  Vereinszeitschrift  „Afrika=  ein  sachverständiges
Mitglied  des  Ministeriums  der  öffentlichen  Arbeiten
als  eine  „tadellose  Leistung  bezeichnen  konnte.  Die
Ausrüstungsstücke  von  dem  Amboß  und  Blasebalg  für
die  Schmiede  bis  zur  Kaffeemühle  und  dem  Plätteisen
  sind  jetzt  in  Tanga  angelangt  und  warten  ihrer
Bestimmung.  Dem  Verein  sind  schon  5000  Mark
zur  Verfügung  gestellt  und  er  giebt  sich  der  Hoffnung
  hin,  daß  das  Werk  auch  anderweit  im  deutschen
Vaterlande  Freunde,  Förderung  und  Unterstützung
finden  wird.

Nach  einem  Ueberblick,  den  Prinz  von  Arenberg
  auf  der  Katholikenversammlung  zu  Dortmund
über  die  katholische  Mission  in  den  deutschen  Schutzgebieten
  gab,  bestand  im  Jahre  1890  in  Deutschland
noch  kein  einziges  Missionshaus,  heute  nach  kaum  sechs
Jahren,  zählt  man  sieben,  und  zwar:

1.  In  der  Erzdiözese  Köln  das  erst  vor  Kurzem
eröffnete  Missionshaus  der  Väter  vom  hl.  Geist  in
Knechtsteden  mit  4  Patres,  3  Brüdern  und  schon  20
bis  30  Zöglingen.

2.  In  der  Diözese  Limburg  das  Missionshaus
der  Pallotiner  in  Limburg  mit  50  Brüdern,  30
Schwestern  und  50  Zöglingen  in  der  Filiale  Ehrenbreitstein.


3.  In  der  Diözese  Breslau  das  Missionshaus
der  Priester  vom  göttlichen  Wort  in  Heiligkreuz  mit
11  Priestern,  44  Laienbrüdern  und  115  Zöglingen.
Bekanntlich  besitzt  dieselbe  Genossenschaft  eine  ebenfalls
  rein  deutsche  Anstalt  in  Steyl  in  Holland  mit
23  Priestern  und  332  Zöglingen.

4.  In  der  Diözese  Fulda  die  Kongregation  der
Oblaten,  welche  die  Missionirung  Südwestafrikas
übernehmen  sollen.

5.  In  der  Diözese  Augsburg  das  Benediktinerkloster
  von  St.  Ottilien  mit  11  Priestern,  19  studirten
Patres,  53  Brüdern,  12  Postulanten,  50  Zöglingen
—  im  Schwesternhaus  59  Schwestern  und  10  Novizen.

6.  In  der  Diözese  Trier  die  Kongregation  der
weißen  Väter  mit  26  Priesteralumnen  und  einem
Missionshaus  in  Luxemburg  für  die  Ausbildung  der
Laienbrüder.

Endlich  7.  in  der  Diözese  Münster  das  erst  vor
wenigen  Wochen  gegründete  Haus  der  Missionare
vom  hl.  Herzen.

Bei  Beginn  der  Kolonialbewegung  bestand  in
Togo,  Kamerun  und  Neu-Guinea  gar  keine  katholische
Mission;  in  Ostafrika,  und  zwar  unter  ausschließlich
französischer  Leitung  nicht  der  fünfte  Theil  der  heutigen
  Niederlassungen.  Heute  zählt  Deutsch-Ostafrika
allein  drei  apostolische  Vikariate,  in  welche  sich  die
weißen  Väter,  die  bayerischen  Benediktiner  und  die
Bäter  vom  hl.  Geist  theilen,  3  Bischöfe,  1  apostolischer
Provikar,  53  Priester,  46  Brüder,  43  Schwestern,
im  Ganzen  also  146  Missionare  und  eine  entsprechende
Anzahl  eingeborener  Katecheten.  Viele  Hunderte  von

 

Kindern  sind  in  den  Waisenhäusern  und  Schulen
untergebracht  und  die  Zahl  der  meist  in  eigenen
Dörfern  angesiedelten  Christen  beläuft  sich  auf  Tausende.
  Die  apostolische  Präfektur  Togo,  ein  verhältnißmäßig
  kleines  Gebiet,  steht  unter  den  Vätern  vom
göttlichen  Wort;  sie  zählt  fünf  Haupt=  und  fünf
Nebenstationen,  12  Knaben=  und  zwei  Mädchenschulen,
7  Priester,  8  Laienbrüder,  18  schwarze  Katecheten
und  2  Katechctinnen.  Die  apostolische  Präfektur
Kamerun  wird  von  den  Pallotinern  geleitet  und  in
fünf  Stationen  durch  7  Patres.  12  Brüder,  7  Schwestern
und  unterrichtet  in  ihren  Schulen  schon  über  800
Kinder.  Die  Mission  vom  hl.  Herzen  im  Bismarck-Archipel,
  also  nahe  Neu-Guinca,  besitzt  fünf  Hauptstationen,
  1  Bischof,  7  Priester,  17  Brüder,  21  Schwestern;
  allein  seit  August  1895  ist  an  etwa  1700
Eingeborene  die  Taufe  gespendet  worden.

RAus  fremden  Rolonien.

Außenhandel  der  Rapkolonie  im  Jahre  1895.7)

Das  Jahr  1895  ist  für  den  Handel  Südafrikas
als  ein  ganz  besonders  günstiges  zu  bezeichnen.  Die
Einfuhr  in  Südafrika,  Transvaal  und  Natal  eingeschlossen,
  aber  die  Einfuhr  über  Beira  nicht  einbegriffen,
  hatte  einen  Werth  von  21  195  000  Pfd.
Sterl.  gegen  16712  000  Pfd.  Sterl.  im  Jahre  1894,
dabei  ist  gemünztes  Geld  nicht  in  Betracht  gezogen.
Die  Ausfuhr  Südafrikas  im  Jahre  1895  belief  sich
auf  einen  Werth  von  18  664  000  Pfid.  Sterl.  gegen
15  412  000  Pfd.  Sterl.  im  Jahre  1894.  Die  Geldeinfuhr
  betrug  im  Jahre  1895  5  827  128  Pfd.  Sterl.
gegen  412  607  Pfd.  Sterl.  im  Jahre  1894.  Wenn
man  den  Werth  der  gewöhnlichen  Einfuhrgüter  und
den  Werth  des  eingeführten  geprägten  Goldes  für
das  Jahr  1895  zusammenrechnet,  etwa  27  000  000
Pfd.  Sterl.,  und  davon  den  Werth  der  Ausfuhr  in
Abzug  bringt,  so  ergiebt  sich  ein  Weniger  für  die
Ausfuhr  von  über  8  000  000  Pfd.  Sterl.,  welche
aber  durch  den  Verkauf  von  Minenaktien  und  Land
in  Europa  gedeckt  sein  dürften.  Die  in  Transvaal
und  allen  Häfen  Südafrikas  von  Kapstadt  bis  Delagoabai
  erhobenen  Einfuhrzölle  belaufen  sich  auf
3  008  177  Pfd.  Sterl.  im  Jahre  1895  gegen
2576  491  Pfd.  Sterl.  im  Jahre  1894  und  machen
gegen  15  pCt.  des  Werthes  der  Einfuhr  aus.

Nach  den  statistischen  Ausweisen  des  Jahres  1895
hat  die  Wohlfahrt  der  Kapkolonie  bedeutend  zugenommen,
  obwohl  das  Land  in  erheblicher  Ausdehnung
  durch  Dürre  und  Heuschrecken  sehr  gelitten,
die  Menge  der  Ausfuhr,  abgesehen  von  Diamanten,
nur  eine  kleine  Zunahme  aufzuweisen  hat,  und  die
Ausfuhrartikel  in  niedrigen  Preislagen  sich  bewegt
haben.  Die  Steigerung  in  den  Werthen  von  Wolle
und  Fellen  ist  von  so  kurzer  Dauer  gewesen,  daß  die
Produzenten  wenig  Nutzen  davon  gehabt  haben.  Auch
        <pb n="759" />
        Angorahaar,  das  sehr  im  Preise  stieg,  war  schon
theilweise  in  den  Händen  der  Aufkäufer,  als  die
Preissteigerung  ihren  Anfang  nahm.  Die  Ursache
dieses  Widerspruchs  liegt  unzweifelhaft  in  der  vermehrten
  Goldausbeute  im  Transvaal.  Der  goldene
Regen  hat  sich  über  ganz  Südafrika  verbreitet.  Die
große  Anzahl  von  Einwanderern,  welche  sich  am  Witwatersrand
  niedergelassen  hat,  deckte  ihren  Bedarf,
soweit  dies  möglich,  aus  den  Erzeugnissen  der  angrenzenden
  Länder  und  zahlte  dafür  bereitwillig  den
leicht  erworbenen  Reichthum.  Von  den  westlichen
Theilen  der  Kolonie  ging  Wein,  Branntwein,  Großund
  Kleinvieh  nach  den  Goldfeldern,  der  Handel  mit
Fischen  und  frischen  Früchten  nahm  einen  Ausschwung,
und  Nebenerzeugnisse  des  Ackerbaues  fanden  guten
Absatz.  Kaufleute  und  Arbeiter  kamen  mit  reichlichen
Mitteln  von  Johannesburg  in  die  Kapkolonie  zurück,
erholungsbedürftige  Besucher  vom  Goldlande  und

677

 

der  große  Strom  von  Reisenden  von  und  nach  den
Minengebieten  ließen  überall  Geld  zurück.  Diese
Umstände  begründen  den  vermehrten  Wohlstand  der
Kapkolonie  im  Allgemeinen.  Für  den  Staatshaushalt
  der  Kapkolonie  war  der  bedeutendste  Faktor
der  große  Personen=  und  Güterverkehr  nach  dem
Transvaal.  Daß  die  Eroberung  der  weiten  Ländergebiete
  im  Norden  zur  Hebung  der  Kapkolonie  beigetragen
  hat,  ist  bisher  zu  bezweifeln.  Eine  Menge
tüchtiger  Arbeiter  ist  von  Kapstadt  dahin  ausgewandert,
  und  nicht  unbeträchtliche  Gelder  sind  dort  angelegt,
  die  noch  keine  Zinsen  gebracht  haben.

Die  Vermehrung  des  Landesreichthums  wird  auch
für  die  Zukunft  mehr  von  der  Ausfuhr  nach  den
Minengebieten  als  von  der  überseeischen  abhängen.
Die  Haupt-Ausfuhrartikel  über  See:  Wolle,  Angorahaar,
  Straußfedern,  Diamanten,  Felle,  Häute  2c.,
werden  der  Menge  nach  kaum  wesentlich  vermehrt
werden.  Getreide  wird  wohl  nie  erheblich  ausgeführt
werden,  da  die  Preise  des  Weltmarktes  den  südafrikanischen
  Farmer  nicht  bezahlen  würden.  Mit
der  zunehmenden  Einwanderung  wird  aber  die  Ausbeutung
  und  Erzeugungsfähigkeit  des  Landes  für  die
eigenen  Bewohner  sich  vermehren.

Im  laufenden  Jahre  schwebt  über  Südafrika  eine
schwere  Geißel,  die  Rinderpest,  welche  ihren  vernichtenden

  Weg  von  Nordafrika  südwärts  bis  in  den

Transvaal  und  Betschuanaland  fortgesetzt  hat.  Gelingt
  es  der  Kapregierung  und  dem  Freistaat  nicht,
die  Seuche  fernzuhalten,  so  würde  sie  einen  ungeheuren
  Verlust  und  Rückgang  des  Wohlstandes
hervorrufen.

Einfuhr.

Es  wurden  an  Waaren  in  die  Kapkolonie  eingeführt
  einschließlich  Barren  und  der  mit  der  Post
eingegangenen:

1893  1894
Pfund  Sterling
Für  Privatrechnung  10  760  556  10  887  787  13  285  005
Rechnung  der  Ne-1895



 

gierung  604280  410  858  327  400
Zusammen  11  364  836  11  298  645  13  612  405
Gemünztes  Geld.  175151  289  461  5  482  475

11  539  987  11  588  096  19  094  870

Diese  Zahlen  geben  den  gesammten  Werth  der
Einfuhr  ohne  Unterschied,  ob  eine  Verzollung  der
Waaren  stattgefunden  hat  oder  nicht,  und  begreifen

auch  die  Güter  in  sich,  welche  in  Bond  (auf  Zollniederlage)

  gebracht  sind  oder  nur  durchgeführt
wurden.  Das  Ergebniß  gewährt  ein  ziemlich  sicheres
Bild  von  der  überseeischen  Gesammteinfuhr,  ergiebt
aber  nicht  den  Werth  der  ganzen  Gesammteinfuhr  in
die  Kapkolonie,  da  die  Zollkontrole  an  den  Landgrenzen
  eine  unvollständige  ist.

Um  einen  genauen  Ueberblick  über  den  Handel
in  den  einzelnen  Ländern,  soweit  er  durch  die  Kapkolonie
  vermittelt  wird,  zu  erhalten,  muß  man  die
eingeführten  Güter  nach  den  Bestimmungsgebieten
(countries  lor  Consumption)  feststellen.  Die  amtliche
  Statistik  unterscheidet  in  dieser  Hinsicht:

1.  Güter  für  die  Zollunion  (Kapkolonie,  Oranje-Freistaat,
  Britisch-Betschuanaland,  Betschuanaland-Protektorat,
  Basutoland)  einschließlich  solcher  außerhalb
derselben,  die  zollfrei  oder  ohne  Zollnachlaß  dorthin
ehen.
"5?.  Güter  für  Gebiete  außerhalb  der  Zollunion

 

unter  Zollnachlaß  (rebate),  Südafrikanische  Republik
und  andere  Gebiete.

Die  nachfolgende  Zusammenstellung  für  1891  bis
1895  zeigt  die  Vertheilung  der  eingeführten  Güter,
wie  folgt:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Guter  unter  Zollnachlaß)  füter  für  Gebrauch  im  Zolloerein
o.
"1  .  schuana-Süd=
  Gebiete  Bei  to.  Oranie=  Kapland
  und  Basuto  anl  ap  Ueberhaupt
afrikanische  außerhalb  Zusammen  geischuana-  2  istaat?)  kolonies;  Zusammen
Nepublit,  der  Zoll-  Sellchtona-  land")  Freistaat:)  kolonies)
union.  toral?)  4  "„
Werth:  Pfund  Sterling  —
1891  668  713  61268  629  971  79743  1  16  966  627  070  6  014  905  6  738  4837368  454
1892  1185  667  "%  26  041  1211  708  85  941  35  644  594  301  6  480  966  7196  88808566
1893  2381564  27347  2  408  911  91  7713  50  009  562  848  7  365  062  8.069  692)10  178  603
1894  895  639  56  432  2952  071  138  860  386  331  637  404  6  980  774  7795  3690  747  440
1895  4314  390  192  46514506  841  146  907  49570  676  716  7741  1848614  377  13  121218

1)  Nicht  eingerechnet  zollfreie  Güter,  und  Güter,  bei  denen  Zollnachlaß  nicht  gewährt  wird.  —  2)  Nicht  einbegriffen
  sind  zollfreie  Güter.  —  5)  Einschließlich  aller  Güter,  die  zollfrei  oder  nicht  eingeführt  sind  unter  Anspruch
r0a  Zollnachlaß.  —  4)  Britisch-Betschuanaland  ist  zur  Kapkolonie  geschlagen  (Proklamation  vom  11.  November  1895).
        <pb n="760" />
        —  678  —

Die  nachstehende  Zusammenstellung  giebt  die  Menge  und  den  Werth  der  zum  Verbrauch  bestimmten
Einfuhr  der  hauptsächlichsten  Waarengattungen  in  den  Jahren  1894  und  1895:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

184  1335  ½#  155
Maßstab  1)  s  —
Menge  Werth:  Pfd.  Sterl.
Acergteräthe  ............................  .  .  80  334  70  401
Ale  und  Bier  ........  ......  ..  .....  ..  ...  Gallonen  587  615  625  150  81  174  37
Fertige  Kiecungsstücke  ..................  .  .  634  832  735  037
Säcke  aller  #ccnct4t  90  376  106  732
Bücher,  gedruckttt  ..  ..  .  .  95543  103  0831
9  zuter  und  Nargatine  ..................  Pfund  1782  464  2317  546  85  246  100  852
Licchtt  »  5  183  461  7159  443  89  624  118  753
7*J3  und  Karen  .  .  50  222  96537
...............................  Pfund  39289777  40212576  31  330  30  427
4ä  ..................................  ,,  1439  800  1  818  267  41  063  48  497
ichoren  »  1163742  1368371  11701  12  114
8  ngois,  Preßkohlen  Tonnen  60  189  66  471  41968  41  478
................................  Pfund  11  416  426  12  209  030  393  625  378  070
zuer  whtren-  Kakao,  Schokolade  «  2201.09  2  827  801  71  619  87499
einmehl  ....  ..  ...  ...·........·........  »  2272  939  3058  334  9125  10  449
Nautttttttttt  .  .  .  ..  «  625008  1848  111  2859  3  609
afer  .  .  ..  „  195  306  2022  494  605  4434
Beeee  »  37  487  409  64  455  597  97  108  170  996
Baumwollenwaanen  .  .  827  497  1  018  664
Drogen,  Chemikalln  ..  .  .  9  336  798
Dynamit,  Sprengstofse,  Puloer  ...........  Pfund  8023069  11  619  583  406  660  489  269
Irdene  Waaren,  Steingut  u.  s.  w.  ...  ..  ...  .  .  31  578  76  5
Möbel,  Knren,  iennen  ..  .  .  .  .  ..  .  223261  327  179
.  chießpulver  einschl.  aluer  in  Patronen.  Pfund  115  907  190  244  9  483  17  127
gewehre  und  Gewehrläufe  ...  "„  6909  16  826  24  946  53  785
Mode=  und  Putzartikel  für  Frauen..  958  568.  1  103  697
eisen-,  Stahl-,  Messerwaaren  654  802  801282
Hüte  jeder  #Htt4t4:t  5  788  114  586
Stangen,  Stabeisen,  Eisenblech.  47  101  52229
ewelltes  und  galvanisirtes  Eisen  161  570  221  190
old-,  Silber-,  Platina=  und  Uhrenmaaaren.  79734  121  946
Blei  in  Röhren,  Stangen  und  als  Schro  10  173  17  530
Leder,  Lederwaaren  einschl.  Stiefel,  Stetn  .  504  527  547  912
Leinenwaarnren  ..  72
Maschinen  jeder  Art  ....  ..  .  .  .  ..  .  ..  .  ..  ..  .  .  795  718  1336  144
Fleisch,  gesalzen  und  konservirtt  .  ...  Pfund  1851264  2254  503  62  698  73097
Mincrao  .  .  ...  .  ..  .  ..  ..  .  ..  Gallonen  1  780  796  2008  689  45  488  56  887
Trockenc  und  angemachte  Farben  und  Terpentin  .  .  48261  58  458
Nöhren,  eiserne  und  irden  .  .  3544  55  036
Konseroirte  Lebensmittel,  Oel,  Senf  2c.  .  .  329  845  406  644
Reiitttttt  Pfund  12  686  433  14  734  577  51237  50  370
Jsc  und  Geschire  .  .  62  988  84  708
Seisen  .  ...  Pfund  10  830  468  12  900  529  85  317  104  191
Aklohol  aller  cnnt  .  ....  Gallonen  420  768  504  003  184  043  232  728
Schreibmaterialen,  Druckpapier  .  .  222  762  268220
ohzucker  .  .  .  .  ..  Pfund  39  912  939  46  443  228  269  203  285  584
.  iafftntrler  ZuckcrundKandts....·......  «  5830027  6892276  44  671  44  510
..................................  «  1922626  2264  987  60  607  69  751
fehigöer  ..............................  »  139  658  167  716  6439  7306
gigaren  „  148  362  209  321  49  180  78  635
I#dere  Arten  verarbeiteten  Tabase#  „  269  825  373  150  54056  63  171
.................................  Gallonen  71  128  108  761  59  893  101  265
2  unbearbeittttte  Kubikfuß  3321  566  4251.209  165  193  198  990
gehobettt  ..  «  1  483  203  1  750  035  95  476  115  880
bearbeitet  (nicht  Möbell  80  925  94  032
Wollenwaarnrn  327  854  350  675

Die  folgende  Tabelle  giebt  die  Vertheilung  der
für  den  Verbrauch  aingeführten  Güter  in  die  einzelnen
Häfen  und  Stationen,  d.  h.  den  Werth  der  dort

eingeführten  Waaren.

)  Englische  Maße  und  Gewichte.

Die  beiden  östlichen  Häfen  Port  Elizabeth  und
East  London  erfreuen  sich  hiernach  eines  großen
Durchgangsverkehrs  nach  dem  Transvaal,  und  Kapstadt
  hat  seinen  Antheil  an  diesem  Handel  aufrecht
        <pb n="761" />
        erhalten  und  noch  vermehrt,  wenn  auch  nicht  in  dem
Maße  wie  die  erstgedachten  Häfen.  Nach  den  Be—
richten  der  Zollämter  sind  in  Kapstadt  im  Jahre  1895
577  605  Pfd.  Sterl.,  in  Port  Elizabeth  trotz  seiner
bedeutend  größeren  Einfuhr  nur  699  715  Pfd.  Sterl.
Zölle  erhoben  worden.

1893  1894  1895
Hafen:  Werth:  Pfund  Sterling

Kapstadt  2907  586  2  870  611  31  4
Port  Nolloth.  9847  24715  21  847
Simons  Town.  5295  5  052  3552
Mossel  Bai  199  321  162  53  172020
Knyana  7  119  11  7745
Port  Elizabeth.  4995  419  5193  169  6624  420
Port  Alfred  122  782
East  London  2259283  2343  425  2911  850
St.  dohns  River  264  5  241  60
Kimberley.  .  ..
And.  idsationen)  "23241  34076  217  714

Zusammen  10  478  603  10  747  440  13  121  218

Der  Werth  der  Gesammteinfuhr  in  den  Zollverein
(nicht  beschränkt  auf  die  Einfuhr  zum  Verbrauch,  und
Artikel  für  die  Regierung  eingeschlossen,  aber  geprägtes
  Geld  ausgeschlossen)  vertheilt  sich  nach  seiner
Herkunft,  wie  folgt:

1894
Pfund  Sterling

1893  1895

Großbritannien  9203  317  8  877  632  10  427201
Britische  Besitzungen  667  530  605  674  736  584
Andere  Länder  1  493989  1815  339  2448  624

Zusammen  11  364  836  11  298  645  13  612  409

Nach  dieser  Aufstellung  hat  die  Einfuhr  aus
Großbritannien  im  Jahre  1894  eine  erhebliche  Zunahme
  aufzuweisen,  verhältnißmäßig  noch  mehr  aber
hat  sich  die  Einfuhr  von  den  nichtbritischen  Ländern
erhöht.  Dabei  ist  in  Betracht  zu  ziehen,  daß  außer
einer  direkten  Dampferlinie  von  den  Vereinigten
Staaten  von  Amerika  nur  britische  Dampferlinien
den  regelmäßigen  Verkehr  mit  der  Kapkolonie  herstellen,
  so  daß  daher  von  anderen  Ländern  Europas,
besonders  aber  von  Deutschland,  Schweden  und  Belgien,
  ein  Theil  der  Güter  über  London,  wo  auch
die  größten  Agenten  für  Südafrika  wohnen,  dorthin
gelangt  und  als  aus  Großbritannien  stammend  bezeichnet
  sein  wird.

Von  den  anderen  an  der  Einfuhr  wesentlich  betheiligten
  Ländern  kommen  an  erster  Stelle  die  Vereinigten
  Staaten  von  Nordamerika,  welche  an  Werth
1893  1894  1895

Pfund  Sterling

67

491  088  515  102
3

Atlantische  Häfen
cheal  .  766  7  395  5  566

Pacifichäfen
einführten,  sodann
Deutschland,  das  in  denselben

  Jahren  244  576  448  412  772940
lieferte.  An  dritter  Stellesteht  4
Schweden  mit  152518  155  824  124  955

Die  Einfuhr  von  Norwegen  hat  sich  in  den  drei
letzten  Jahren  um  etwa  je  10  000  Pfd.  Sterl.  auf
71  940  Pfd.  Sterl.  gehoben.  Die  verhältnißmäßig
große  Zunahme  für  die  Vereinigten  Staaten  von
Amerika  ist  auf  die  Herstellung  einer  regelmäßigen

679

 

Dampferlinie  und  auf  den  größeren  Bedarf  an  Brotund
  Futterstoffen  bei  den  schlechten  Ernten  in  Südafrika
  zurückzuführen.

Die  hauptsächlichsten  Artikel  der  Einfuhr  Deutschlands
  in  den  Jahren  1894  und  1895  waren:

1894  1895
Werth:  Pfund  Sterling
7895  14  866

   
   
    
      

«  29  6070
Dynamiit  .  .  ....  174  332  274  664
Zündhütchhen  243  17  422
Säcke,  leren  1  071  1718
.................  292  482

...  ..  ..  .  967  1707

2  429  3  138

466  656

1080  1880

387  2  100

.....................  5642  4130
......................  826  3260
....................  963  1  142
......  1332  1247

.  .  ...  1596  1471
E  2174  1345
..................  344  442
................  908  1395
Spundiecd  ...  492  689

und  Bohnen  138.  135
......................  1541  3177
..........  7438  17  765

..  .  .  .  .  .  ..  1425  1299

.  .  ..  1355  2  793
.............  574  754
...................  433  496
.................  4587  6427
................  4516  7858.
...........  164  361
................  12  430  17681
................  729  560

8  153  15261

16  047  18  781

.................  36  420  59  619

.  .  ...  437  784
..............  299  749

709  878

194  524

278  246

16  552  26222

425  115

508  215

496  1  188

812  950

139  96

4  787  8254

159  393

—  631

.....  17  1179

2117  1003

..............  22  520  25  971

1937  13  945

......................  —  714
.....................  661  1165
nicht  genannt  ......  ...  —  538
doppelläufig  81  185
einläufig  269  566
....................  9  73
...................  312  454
....................  60  229
.............  —  863
...........  169  8
.....................  54  65
17  108
        <pb n="762" />
        1894  1895
Werth:  Pfund  Sterling

 

 

 

     

227

695  754

—  26

433  496

407  31  526

—  1199

11604  6  676

1355  1263

—  3363

—  3913

—  619

22  119

795

36  117

28  694

320  480

928  2  416

240  687

842  1189

443  530

95  34

740  311

365  559

322  142

291  937

1632  —

175  —

1487  1792

789  1683

8  965

1746  4364

2566  7484

214  271

859  1272

132  128

137  156

456  61

Samen,  Gorten.  und  Gemüse-  125  655

Desgl.,  Kanarttn  ...  48  97
Shhschpulser“  und  Tinktur

(Sbeep  D.h  62  309  1667

Seife,  thsince  416  857

Desgl.,  andren  206  386

8  kranntwein  .................  286  743

105  247

Spiennafen-  fffr  313  765

desgl.,  parfümirtt  699  1  048

drucksachen,  Bücher  1154  2478

Landkaren  233

Noten  209  281

Druck=  und  Zeitungspapier  848  1172
Anderes  Papier  und  Schreib-Simateria

  ien  4146  11  165

Stahl  1  365  2366

Zucker,  raffinirt  und  Kandis  ..  5797  10  030

Desgl.,  znraffinir  .  ...  .  .  ..  4440  10  817

Zinnwaa  ..  ...  ....  662  934

*  a  verarbeitet  1257  901

18  973  15  562

Eit  48  775

Tahur-  ben  .2  (nicht  Eigarren)  124  281

Tabakpfeisen  610  638
Verschiedene  Waaren  für  den

Tabakhande  174  389

Spielwaaren  3547  5279

Paraffnnn  416  2340

Stearin  188  150

Wenn  .  .  .  .  .  ...  1022  2139

8  dolzwaoren  ....  .....  ..  .  .  ...  742  692

 

680

 

1894  1895

Werth:  Pfund  Sterling

Möbee  4053  6550
Wollenwaarnrnrnen  1150  832
Wollene  Decken  195  648
Desgl.,  Tüchen  128.  327
Bilder:  344  468
m—9-  .................  519  761
he  ....  .  ..  ...  —  265

Ausfuhr.

Der  Gesammtwerth  der  Ausfuhr  von  und  durch
die  Kapkolonie  einschließlich  eingeführter  und  wieder
ausgeführter  Waaren,  doch  ausschließlich  von  geprägtem
  Golde,  betrug  im  Jahre  1894  13  696  538  Pfd.
Sterl.  und  im  Jahre  1895  16  798  137  Pfd.  Sterl.
und  vertheilt  sich,  wie  folgt:

1894  1895

Ausfnhe,  nach  Pfund  Sterling

Großbritann  .13  352  658  16  316  001

Britischen  Hclbnnen  .  56  110

dem  Auslande  287  770  414  125
Zusammen  13  696  538  16  798  137

Der  Gesammtwerth  von  Kolonialprodukten  betrug
im  Jahre  1894  13  503  044  Pfd.  Sterl.  und  im
Jahre  1895  16  577  157  Pfd.  Sterl.

Dem  Rückgange  im  Werthe  der  Ausfuhr  von
rein  kolonialen  Produkten  (ausschließlich  Gold  und
Diamanten),  der  in  den  Jahren  1892  bis  1894  erfolgte,
  ist  nicht  nur  Einhalt  gethan,  sondern  es  hat
sich  statt  dessen  eine  Zunahme  gegen  das  Vorjahr  in
Höhe  von  484  346  Pfd.  Sterl.  ergeben.

Aus  der  folgenden  Tabelle  ist  ersichtlich,  wie  der
Gesammtwerth  der  Ausfuhr  sich  auf  die  verschiedenen
Häfen  und  Stationen  der  Kolonie  vertheilt  (einschließlich
  Gold  und  Diamanten):

1894  1895
Westliche  Provinz:  Pfund  Sterling
Au  zuhr  von  Hapstodt  ·  74254418304897
Por  t  Nolloth.  284  778  246  723
Simons=  Town  .  —  —
Moer  Bai  90  328  145258
1891  8375
i*i  Werin
Ausführ  von  Port  8  .  15704522020467
Port  Alfred  .  —  —
-  East  London.  791  112  755  399
"Q%  :  St.  Johns  River  480  1  623
-  t"49  .  3338  562  5094  415

 

Zusammen  13  503  044  16  577  157
Die  für  Kapstadt  angegebene  Ausfuhr  schließt
Rohgold  (fast  alles  Produkt  der  Südafrikanischen
Republik)  ein,  und  der  Werth  desselben  war  im
Jahre  1894  6  822  324  Pfd.  Sterl.  und  im  Jahre
1895  7  658  238  Pfd.  Sterl.
Der  für  Inlandstationen  angegebene  Werth  ist
für  Diamanten  und  Gold  durch  die  Post  versandt.
An  Waaren  eingeführt  und  wieder  ausgeführt
wurden  außerdem:
        <pb n="763" />
        —  681  —

 

 

 

 

 

 

 

 

1894  1895  1894  1895
durch  Pfund  Sterling  durch  Pfund  Sterling
Kapstat.  154583  177  544  Port  Alfred  —  —-PottNolloth·.
  55  210  East  Londo  5373  4880
Himons=  Ton  .  5  483  6043  St.  Johns  River  10  4
Vofela  284  44  Inlandstationen  —  —
nysna  ..  101  6  —-P
  ost  Eliz  abeih  27605,  32249.  Zusammen  193  494  220  980
Die  hauptsächlichsten  Artikel  der  Ausfuhr  der  JAaphäfen  in  den  Jahren  1894  und  1895  waren:
1894  1895  1894  1895
Maßstab  1!
Menge  Werth:  Pfd.  Sterl.
Aloaa  ....  ..  .  .  .  .  .  ...  Pfund  515  513  494  294  2  780  2528.
Weinstn  «  81821  161  040  1320  2176
Sbet  ,,  1070511  2008580  1320  2176
Bücher,  gedruckte  ·  .  .  474  418
Buchublätttr  *  Pfund  139  946  86  608  1829  15.062
Wagen,  Karren  ...  Stück  14  18.  631  1600
.  Tonne  zu
Kupfererz  2240  Pfd  27077  23  545  284  800  246  597
.........................  Pfund  3370  13250
Bohnen,  Erbsen  ,  4142s  99  884  196  321
le  »  1628  250  1206  603  2919  1  701
Feinmehl  »  «-  115  200
...............................  »  189  221  65  843
As  ...............................  »  729  110  942  739  2  362  3572
Weiigen  «  2720  8071
Krocidolittte  .  .  ...  .  ...  «  21649  23210  960  00
Kuriositäten  ..  .  «
Diamantan...-....................  Karat  2  60  408  3622  344  3013  578  4775  016
Straußfeden  Pfund  350  4  353  626  47  414  527  742
Fische,  beishgen  und  getrocknet  „  960  363  1  089  408  9  835  10  650
Ficche,  eingelege  „  474  071  376237  10  837  8  664
Gräser,  Blumen,  trockeen...  "„  152  474  225  336  6886  11  392
Früchte,  trockehen  »  17  16  096  244  251
D  frische  .  .  2411  4  298
..............................  ·  316  2055
#ell  :*  Unzen  2  066  141  2  317  900  7147  308  7975  637
Angorahar  Pund  10  003  173  11  090  3  421  248  710  867
Ochsen=  und  Kuhhäute  Füch  5%  250  209  76204  111990
Ochsenhörnen  Stück  467  122  425  792  8679  2641
eke..............-...............  1714  1730
Elfenbein  Pfund  5729  4991  19s14  2  022
Zwiebeln  «  151  512  200  998  505  818.
8  aosfeln  «  136  621  195230  360  643
Salz  »  898  100  2  607  400  767  2126
Häute,  Ziegen-  Stück  1  619  358  1  417749  111  825  116  422
3  Reben=  „  16  888  872  754
Desgl.,  Scha  »  3378589  3511017  229  122  246  986
Mohi  jent  urt  .....................  Gallonen  11  666  16  379  2898  4040
Walsischknohen  Piund  2  328  3829  1204  1990
Kein  jeder  0nt  Gallonen  85  132  89  563  18  908  20  289
Holz,  uͤnbearbeitet  .....  .....  .  ..  .  ..  .  .  ..  Kubilfuß  5750  32757  454  2  798.
28  bearbeitet  (leine  Vobe  ...-.  sch  .  Vall  112  190  1  584  4802
Schafwolle,  auf  dem  Thiere  gewaschen  allen  1  ·  5  ç
(Fleece  wasbed)  n  ie  2297  129  435  ç  2
esgl.,  geschoren  und  dann  gewaschen  allen  ;  7278  .-Weo
  *  ...............  gewalchen  Viund  12612  5988  13  0%0  15  625  693  616256
De3gl,  ungereinigte  (Creaee)  #n28105146  40  75203  344  504  963  838
Zusammen  einschl.  anderer  Artikel  —  .  .  13  503  044  16  577  157

 

 

 

 

 

Die  Gesammtausfuhr  im  Jahre  1895,  abgesehen  Sterl.;  sie  hat  gegen  das  Vorjahr  nur  um  350  000
von  Diamanten  und  Gold,  beträgt  3  826  504  Pfd.]  Pfd.  Sterl.  zugenommen.

 

*)  Postsendungen  eingeschlossen.
        <pb n="764" />
        —  682

Der  Ausfuhrhandel  mit  frischen  Früchten  ist
noch  im  Beginnen.  Es  werden  Anstrengungen  gemacht,
  ihn  erheblich  zu  erweitern,  indem  die  Obstkultur
  gefördert  wird  und  auf  den  Schiffen  nach
Europa  Eiskammern  für  die  Aufnahme  der  Früchte
eingerichtet  sind,  doch  sind  auch  trotzdem  bereits  einige
Sendungen  im  Jahre  1896  verdorben.

Wolle  ist  der  einzige  größere  Stapelartikel  für
die  Ausfuhr  von  der  Kapkolonie.  Die  Preise  waren
zu  Anfang  des  Jahres  1895  in  London  nur  3⅛
bis  3½  Pence  für  Wolle,  die  auf  35  PéCt.  reine
Wolle  geschätzt  wurde,  sie  stiegen  jedoch  im  Oktober
für  Wolle  dieser  Art  auf  4⅛  Pence.  Später  im
Jahre  trat  wieder  ein  Rückgang  im  Preise  ein,  da
Amerikas  Bedarf  gedeckt  war.  Die  höchsten  Preise
wurden  im  Oktober  für  gut  sortirte  Karoowolle  gezahlt,
  und  zwar  bis  5¼  Pence.

Die  Weinernte  hat  im  Jahre  1895  5384  129
Gallonen  gegeben  und  wird  für  das  Jahr  1896  auf
7½  bis  10  pCt.  weniger  geschätzt.  Im  März  und
April  1895  wurde  den  Farmern  für  das  Faß  von
127  Gallonen  4  Pfd.  Sterl.  10  Schill.  gezahlt.  Der
Preis  stieg  zu  Ende  des  Jahres  auf  10  Pfd.  Sterl.
für  das  Faß.

An  den  bedeutenderen  Kap-Ausfuhrartikeln  für
1895  ist  Deutschland  in  folgender  Weise  betheiligt:

Werth:

Wolle:  Ballen  Pfund  Pfd.  Sterl.

Auf  dem  Thiere  gewaschen  118  30  982  11

Geschoren  und  gewaschen  290  54  816  2451

Ungereinigle  1683  638  629  12964

Stück

Straußfeden  —  799  1220
Felle  von  Zieggen  354  1627  54

Felle  von  Schafen  .  68704  34  588  550
Häute,  Kuh=  und  Ochsen-  1371  38  487  849
Vlumen,  Gräser,  getrocknet.  —  118  765  6548

4  Gallonen
Wen  —  28182  6587

Die  Ausfuhr  nach  Deutschland  hat  im  abgelausenen
  Jahre  wiederum  eine  Verminderung  erfahren.
Es  wurden  ausgeführt  nach  Deutschland:

1893  1894  1895
Werth:  Pfund  Sterling
108  434  66  193  55  459
Geldmarkt.

Die  Banken  diskontirten  drei  bis  vier  Monatspapiere
  mit  6  pCt.  auf  das  Jahr  und  zahlten  für
Gelder,  die  auf  12  Monate  deponirt  wurden,  3  bis
3½  pCt.  Sichttratten  auf  London  schwankten  von
½  pCt.  Diskonto  bis  auf  ½  pCt.  Prämie.

Schiffsverkehr.

Die  Gesammtzahl  der  Schiffe,  die  die  verschiedenen
  Häfen  der  Kapkolonie  anliefen,  betrug  im
Jahre  1894  2111  von  4618  610  Reg.-Tonnen,  und
waren  davon  1854  britische  und  257  Schiffe  anderer
Nationen.  Die  Zahl  der  Dampfschiffe  betrug  1638
und  die  der  Segelschiffe  473.  Für  das  Jahr  1895
war  der  Schiffsverkehr  folgender:  In  alle  Häfen

 

klarirten  ein  2118  Schiffe  von  5  116  508  Reg.=Tonnen,
  nämlich  1859  britische  und  259  Schiffe
anderer  Nationen,  oder  1673  Dampfschiffe  und
445  Segelschiffe.

Spanische  Besitzungen  im  Golf  von  Guinea.

Der  in  der  „Gaceta  di  Madrid“  vom  22.  September
  d.  Is.  veröffentlichte  Voranschlag  des  Etats
der  spanischen  Kolonien  in  Westafrika  (Fernando  Po
und  Elobey)  sieht  Einnahmen  im  Betrage  von
262742  Pesos  13  Centavos  und  Ausgaben  im
Betrage  von  255  943  Pesos  47  Centavos  vor.  Der
größte  Theil  der  Ausgaben,  nämlich  141  609  Pesos
34  Centavos  sind  für  Marinezwecke,  39  925  Pesos
für  Missionen  und  Schulen,  38  429  Pesos  50  Centavos
  für  den  Verwaltungsdienst  bestimmt.  An
eigenen  Einnahmen  weisen  die  fraglichen  Kolonien
nur  16  919  Pesos  40  Centavos  aus  Steuern,  Stempeln
  und  dergleichen  auf.  Den  Rest  decken  Mutterland
  und  die  Philippinen.  Das  erstere  zahlt  für
Zwecke  dieser  Besitzungen  175  000  Pesos,  das  heißt
44  000  Pesos  mehr  als  im  Vorjahre.  Die  Philippinen
  werden  wieder  mit  70  822  Pesos  73  Centavos
für  die  Kosten  Westafrikas  herangezogen.  Unter  den
Ausgaben  befindet  sich  auch  eine  Summe  von  1000
Pesos,  welche  an  die  geographische  und  die  handelsgeographische
  Gesellschaft  von  Madrid  gezahlt  werden,
eine  von  7000  Pesos  zur  Förderung  der  Einwanderung
  sowie  eine  von  1230  Pesos  für  eine  Hülfeleistung,
  welche  ein  Woermannschiff  dem  Kreuzer
„Isabel  II.“  im  März  1892  an  der  afrikanischen
Küste  gewährt  hat.

Verschiedene  Miltheilungen.

vorlesungen  am  Orientalischen  Seminar  in  Berlin.

Am  Orientalischen  Seminar  zu  Berlin  finden
während  des  Wintersemesters  folgende  Vorlesungen
von  kolonialpolitischem  Interesse  statt:

Guzerati.  1.  Dienstags,  Donnerstags,  6—7  Uhr,
Herr  Vacha.
2.  Praktische  Uebungen  im  Guzerati:  Montags,
Mittwochs,  Freitags,  6—7  Uhr,  Herr  Vacha.
Neuarabisch  mit  besonderer  Berücksichtigung  des
Dialekts  von  Syrien.
1.  Zweiter  Kursus:  täglich  8—9  Uhr,  Herr
Prof.  Dr.  Hartmann.
Anfänger-Kursus:  täglich  außer  Mittwochs,
9—10  Uhr,  Herr  Prof.  Dr.  Hartmann.
Uebungen  der  Selekta  im  Erklären  und  Abfassen
  von  öffentlichen  und  privaten  Urkunden
in  Neuarabischer  Sprache:  Mittwochs,  10
bis  11  Uhr,  Herr  Prof.  Dr.  Hartmann.

—.22

4.  Geographie  und  moderne  Geschichte  Syriens:
Mittwochs,  9—  10  Uhr,  Herr  Prof.  Dr.
Hartmann.
        <pb n="765" />
        —  683

1.  Praktische  Uebungen  mit  besonderer  Berücksichtigung
  des  Dialekts  von  Syrien:  täglich
außer  Sonnabends,  5—7  Uhr  (5—6  Uhr
für  den  zweiten  Kursus,  6—7  Uhr  für  den
Anfänger-Kursus),  Herr  Amin  Maarbes.

Außerdem  wird  Herr  Prof.  Dr.  Hartmann
privatim  und  unentgeltlich  folgende  Vorlesungen
  halten:

Grammatik  und  Uebung  im  Interpretiren  kurdischer
  Texte:  Montags,  Donnerstags,  10  bis
11  Uhr.

Neuarabisch  mit  besonderer  Berücksichtigung  des
Dialekts  von  Aegypten.

1.  Zweiter  Kursus:  Mittwochs,  Sonnabends,  8  bis
9  Uhr,  Montags,  Dienstags,  9—10  Uhr,  Herr
Dr.  Moritz.

2.  Anfänger-Kursus:  in  noch  zu  bestimmenden
Stunden,  Herr  Dr.  Moriß.

3.  Neuere  Geschichte  von  Aegypten:  Mittwochs,
Sonnabends,  10—11  Uhr,  Herr  Dr.  Moritz.

1.  Praktische  Uebungen  mit  besonderer  Berücksichtigung
  des  Dialekts  von  Aegypten:  täglich  außer
Sonnabends,  5—8  Uhr  (5—6  ½⅛  Uhr  für  den
Anfänger-Kurfus,  61—8  Uhr  für  den  zweiten
Kursus),  Herr  Muhammed  Nassar.

2.  Schreibübungen:  Montags,  Freitags,  4—5  Uhr,
Herr  Muhammed  Nassar.

Neuarabisch  mit  besonderer  Berücksichtigung  des
Dialekts  von  Marokko.

1.  Zweiter  Kursus:  Montags,  Dienstags,  Donnerstags,
  Freitags,  8—9  Uhr,  Herr  Dr.  Moriftz.

2.  Anfänger-Kursus:  Dienstags,  Mittwochs,  Donnerstags,
  Freitags,  9—10  Uhr,  Herr  Dr.  Moritz.

1.  Praktische  Uebungen  mit  besonderer  Berücksichtigung
  des  Dialekts  von  Marokko:  täglich  außer
Sonnabends,  5—8  Uhr  (5—6⅛  Uhr  für  den
Anfänger-Kursus,  6/½—8  Uhr  für  den  zweiten
Kursus).

2.  Schreibübungen:  Montags,  Donnerstags,  4  bis
5  Uhr.

Neuarabisch  mit  besonderer  Berücksichtigung  des
Dialekts  von  Sansibar.

1.  Montags,  Dienstags,  Donnerstags,  Freitags,
11  —12  Uhr,  Herr  Dr.  Moritz.

Suaheli.  1.  Anfänger-Kursus:  täglich  8—9  Uhr,
Herr  Dr.  Neuhaus.

Zweiter  Kursus:  täglich  außer  Mittwochs  und
Sonnabends,  9  —10  Uhr,  Herr  Dr.  Neuhaus.

Ostafrikas  Handel  und  Verkehrswesen:  Mittwochs,
  9—10  Uhr,  Herr  Dr.  Neuhaus.

.Kolloquium  über  die  deutschen  Schutzgebiete  in
Afrika:  Sonnabends,  9—10  Uhr,  Herr  Dr.
Neuhaus.

Praktische  Uebungen  im  Suaheli:  täglich  außer
Sonnabends,  5—8  Uhr  (5—6½  Uhr  für  den
Anfänger-Kursus,  6½—8  Uhr  für  den  zweiten
Kursus).

Schreibübungen:  Montags,  Mittwochs,  Freitags,
  4—5  Uhr.

c0  t0

—

#

 

—

Geschichte  der  deutschen  Handelspolitik  bis  zur
Gegenwart:  Montags,  1—2  Uhr,  Herr  Konsul
Dr.  Zimmermann.

Entwickelung  der  englischen  Kolonialpolitik:  Donnerstags,

  1—2  Uhr,  Herr  Konsul  Dr.  Zimmermann.



Mathematische  Grundbegriffe  und  Einführung  in

das  Studium  der  sphärischen  Astronomie  und

Erdphysik  (erster  Theil):  Dienstags,  Freitags,

12—1  Uhr,  Herr  Prof.  Dr.  Güßfeldt.

Praktische  Uebungen  mit  Instrumenten,  welche  den

astronomischen  Ortsbestimmungen  und  topographischen

  Messungen  auf  Reisen  dienen:  Mittwochs,

12—2  Uhr,  Herr  Prof.  Dr.  Güßfeldt.

Ueber  Tropenhygiene,  verbunden  mit  Demonstrationen
und  praktischen  Uebungen:  Mittwochs,  Freitags,
4—35  Uhr,  Herr  Stabsarzt  Dr.  Kohlstock.

Ueber  die  wichtigsten  tropischen  Nutzpflanzen  und
deren  Verwendung,  mit  Demonstrationen:  Montags,
  Donnerstags,  12—1  Uhr,  Herr  Dr.  Warburg.

Außerdem  liest  an  der  Friedrich  Wilhelms-Universität

  Dr.  v.  Luschan:  Ethnographie  und

Anthropologie  von  Ostafrika  mit  Demonstrationen

Freitags  2½—4  Uhr  privatim  und  hält  anthropologische

  Uebungen  Sonnabends  3—7  Uhr  sowie

ethnographische  Uebungen  in  später  zu  bestimmenden

Stunden  privatissime  ab.

*

—

 

Ein  deutsches  Kolonialhaus

zum  Vertrieb  von  Erzeugnissen  aus  den  deutschen  Kolonien
  ist  am  1.  Mai  d.  Is.  in  der  Kolonial-Ausstellung
begründet  und  in  Anbetracht  des  Zuspruches,  den  man
den  wirklich  guten  Kolonialerzeugnissen  sowohl  in
Berlin  wie  in  der  Provinz  entgegengebracht  hat,  in
vergrößertem  Maßstabe  am  24.  Oktober  in  der
Jerusalemerstraße  28  eröffnet  worden.

Außer  den  bereits  vertriebenen  Erzeugnissen,  wie
Kaffee,  Kakao,  Schokolade,  Cigarren,  ist  es  zum  Verkauf
  von  Koloniallitteratur,-Kartographie  und  -Abbildungen
  bestimmt,  wie  der  Prospekt  mittheilt.

Ein  Goldschmied  aus  dem  Togolande  führt  darin
seine  Kunst  den  Besuchern  vor  und  einige  Schwarze
aus  West=  und  Ostafrika  besorgen  die  Bedienung.

Rulieinwanderung  in  Singapore.

Nach  Angaben  des  „Indischen  Merkur“  sind
1895  nach  Singapore  190  901  Chinesen  eingewandert,
darunter  10  391  Frauen  und  7708  Kinder.  1894
hatte  die  Zahl  der  chinesischen  Einwanderer  nur
137  695  betragen,  1893  dagen  189  843.

Es  wanderten  ein  in  Singapore  mänrliche
Chinesen:
1894  1895
aus  Hongkong  36  491  53  701
Spatow  32  975  44742
        <pb n="766" />
        —  684

1894  1895

aus  Amoy  47  961  61  907
Hainan  3256  12  340
Shanghai  75  112
Zusammen  125  758  172  802

Von  ihnen  verblieben  in  Singapore  150  157.
Vom  Rest  wurden  direkt  nach  Penang  verschifft
36742,  nach  Malakka  131,  nach  anderen  Orten  387  1.
Die  Verschiffung  der  Einwanderer  erfolgte  auf  257
englischen,  32  deutschen,  12  österreichischen,  12  italienischen
  und  4  niederländischen  Dampfern  sowie
auf  13  chinesischen  Dschonken.

Für  Niederländisch-Indien  wurden  in  Singapore,
Penang  und  Malakka  1895  nur  8857  Kontrakte
gegen  10414  im  Jahre  1890  und  21  315  im
Jahre  1887  geschlossen.

 

Tikterakur.
Paul  Matschie:  Die  Säugethiere  Deutsch-Ostafrikas.

  Mit  75  in  den  Text  gedruckten
schwarzen  Abbildungen,  zumeist  nach  dem  Leben
gezeichnet  von  Anna  Held.  Berlin.  Dietrich
Reimer.  Ein  Band  Lexikon  8°½  von  185  Seiten
Text.

Soeben  ist  der  erste  Band  jenes  großartig  angelegten
  Werkes  erschienen,  in  welchem  die  bisher
erreichten  Forschungsergebnisse  auf  dem  Gebiete  der
Thierkunde,  anknüpfend  an  die  Bearbeitung  der
Sammlungen  von  Stuhlmann  und  Emin,  für  das
deutsche  Schutzgebiet  in  Ostafrika  niedergelegt  werden.
Es  enthält  das,  was  über  die  Wirbelthiere  von
Deutsch-Ostafrika  bekannt  ist.  Unter  obigem  Titel
befindet  sich  in  ihm  die  schon  vor  einiger  Zeit  als
Sonderabdruck  im  Buchhandel  erschienene  Arbeit  über
die  Säugethiere  des  Gebietes  von  Matschie.

Vor  ungefähr  20  Jahren  wußte  man  über  die
ostafrikanischen  Säugethiere  noch  recht  wenig,  da  kaum
50  Arten  durch  die  Reisen  von  Burton,  Speke,
Grant  und  v.  d.  Decken  bekannt  geworden  waren.
Ja  noch  im  Jahre  1886  veröffentlichte  der  zur
wissenschaftlichen  Erforschung  des  Kilimandjaros  hinausgesandte
  Engländer  Johnston  eine  lange  Liste
von  Thieren,  welche  er  angeblich  dort  beobachtet  hatte,
die  aber  zum  großen  Theil  unrichtig  bestimmt  waren
und  in  Wirklichkeit  am  Kilimandjaro  gar  nicht  vorkommen.
  Derartige  falsche  Angaben  waren  sehr  wohl
zu  entschuldigen:  denn  dem  Reisenden  und  Jäger
war  es  eben,  besonders  bei  größeren  Thieren,  nicht
möglich,  das  ganze  Fell  mit  dem  Schädel  zu  transportiren,
  und  nach  Europa  zurückgekehrt,  mußte  er
sich,  von  einigen  heimgebrachten  Gehörnen  und
Fellstücken  abgesehen,  zumeist  auf  sein  Gedächtniß
verlassen.  Ihm  fehlte  ein  Hülfsbuch,  um  die  von  ihm
erlegten  Thiere  an  Ort  und  Stelle  zu  bestimmen.
So  konnte  es  nicht  ausbleiben,  daß  mannigfaltige

 

Irrthümer  über  die  dortige  Säugethierwelt  durch  die
Reisewerke  verbreitet  wurden.

Nun  liegt  in  Matschies  Buch  ein  Vademecum
vor,  welches  schon  jetzt  von  unseren  Afrikanern  mit
großem  Erfolg  benutzt  wird.  Es  ist  gemeinverständlich
geschrieben  und  behandelt  mehr  als  100  Gattungen
mit  210  Arten,  von  denen  155  innerhalb  der  Grenzen
von  Deutsch-Ostafrika  mit  Sicherheit  nachgewiesen  sind,
während  die  übrigen  55,  aus  Uganda,  Kavirondo,
dem  Kenia-,  Nyassa=  und  Zambesigebiet  bekannt,  zwar
noch  nicht  im  deutschen  Ostafrika  gefunden  wurden,
wohl  aber  für  dieses  Gebiet  zu  erwarten  sein  dürften.

Die  Sammlungen  und  Berichte  Hildebrandts,
Fischers,  Böhms,  Stuhlmanns  und  des  unvergeßlichen
  Emin  haben  uns  eine  gute  Grundlage  gegeben,
  auf  der  wir  weiter  bauen  können,  und  Oskar
Neumanns  Expedition  von  1892  bis  1895  gab
uns  die  wichtigsten  Daten  über  die  Verbreitung  vieler
größerer  Säugethiere  im  Norden  unseres  Schutzgebietes.
  Das  nun  vorliegende  Werk  weist  auf  zahlreiche
  noch  unerledigte  Fragen  hin,  deren  Lösung
späteren  Forschungen  vorbehalten  bleibt.

Bei  jeder  Art  sind  neben  den  einzelnen  Fundorten
auch  die  betreffenden  Gewährsmänner  genannt,  unter
denen  eine  große  Zahl  der  in  den  letzten  Jahren
draußen  thätig  gewesenen  Beamten  und  Offiziere  des
Schutzgebietes  als  Mitarbeiter  an  der  Erforschung
des  Landes  auftreten.

Von  vielen  Thieren  werden  die  bei  den  Eingeborenen
  üblichen  Vulgärnamen  aufgezählt,  soweit  sie
dem  Verfasser  des  Buches  bekannt  geworden  sind.
Natürlich  werden  hier  neuere  Forschungen  manche
Irrthümer  berichtigen  müssen;  denn  nicht  selten  werden
die  Leiter  von  Karawanen  durch  ihre  eigenen  Leute
irregeführt,  welche  aus  Dummheit  oder  Prahlerei
Thiere,  die  sie  gar  nicht  kennen,  mit  beliebigen  Namen
belegen,  so  daß  die  nach  Europa  berichteten  Eingeborenennamen
  der  Wirklichkeit  dann  zuweilen  nicht
entsprechen.

Durch  Bestimmungsschlüssel  ist  die  Möglichkeit
gegeben,  jedes  Thier  ohne  große  Schwierigkeit  richtig
ansprechen  zu  können.  Wie  oft  kommt  es  vor,  daß
man  eine  Antilope  erlegt  und  den  Boy  fragt:  „Wie
heißt  das  Thier?"  Die  Antwort  wird  häufig  sein:
„Suara“,  oft  auch  nur:  „Nyama“  oder  gar  „Chakulla
  vjema“,  „Wild,  gutes  Essen“.  Nun  giebt  es
aber  viele  Antilopen,  die  „Suara“  heißen,  und  man
möchte  doch  gern  wissen,  was  man  erlegt  hat.  Da
tritt  Matschies  Werk  als  guter  Helfer  ein.  Aus
ihm  wird  man  leicht  erfahren,  welche  Antilope  man
vor  sich  hat.

Als  sehr  willkommene  Beigabe  sind  für  diesen
Zweck  die  zahlreichen  Abbildungen  zu  begrüßen,  welche
mit  großer  Sorgfalt  von  Anna  Held  gezeichnet
worden  sind.  Durch  das  lebhafte  Interesse,  welches
mehrere  unserer  bewährtesten  Afrikaner  an  dem  Gedeihen
  des  Berliner  Zoologischen  Gartens  nehmen,  ist
es  möglich  geworden,  eine  größere  Anzahl  von  ostafrikanischen
  Thierarten  nach  dem  Leben  zu  porträtiren,
        <pb n="767" />
        –

mehrere  andere  Arten,  die  im  Berliner  Garten  nicht
vorhanden  waren,  wurden  im  Zoologischen  Garten
von  Hamburg  gezeichnet.  Aus  dem  Berliner  Museum
für  Naturkunde  konnten  wieder  andere  Thiere,  welche
dort  in  Alkohol  aufbewahrt  werden,  lebensgetreu  im
Bilde  wiedergegeben  werden.  Manche  andere  Art
mußte  nach  Bälgen  oder  Fellen  unter  Zuhülfenahme
des  Skelets  dargestellt  werden,  da  sie  weder  lebend,
noch  im  Fleische  aufbewahrt  aufzutreiben  war,  und
wenn  diese  Zeichnungen  vielleicht  nicht  genau  in  der
Körperhaltung  und  Gestalt  dem  lebenden  Thiere  entsprechen,
  so  ist  dies  damit  zu  entschuldigen,  daß  gute
Vorbilder  eben  nicht  zu  erreichen  waren.  Jedenfalls
übertrifft  dic  überwiegende  Mehrzahl  der  Bilder  die
meisten  der  bisher  bekannten  Thierzeichnungen  durch
lebenswahre  Darstellung  und  nicht  wenige  sind  ganz
vorzüglich  zu  neunen.

Eine  Anleitung  über  das  Beobachten  und  Sammeln
von  Säugethieren  geht  dem  Buche  voraus.  Für  diejenigen,
  welche  sich  für  das  Leben  der  Viersüßer  auf
den  Steppen  und  in  den  Wäldern  unseres  Schutzgebietes
  interessiren,  sind  alle  Mittheilungen  über  die
Gewohnheiten  der  Thiere  zusammengestellt,  welche  als
gut  verbürgt  angesehen  werden  können.  Ein  Nachweis
der  über  die  Säugethiere  des  Gebietes  vorhandenen
Litteratur  und  ein  genaues  Register  aller  in  dem
Werke  angewendeten  deutschen,  lateinischen  und  Eingeborenen-Thiernamen
  erhöhen  die  Brauchbarkeit  des
Buches.  Große  Uebersichtlichkeit  in  der  Anordnung
des  Stoffes  erleichtert  ein  schnelles  Auffinden  jedes
gewünschten  Kapitels.

So  ist  die  Hoffnung  vorhanden,  daß  der  vorliegende
  Band  sich  sehr  schnell  als  ein  unentbehrliches
Hülfsmittel  für  alle  die  erweisen  wird,  welche  sich  mit
den  Säugethieren  Deutsch-Ostafrikas  beschäftigen,  und
es  ist  nur  zu  wünschen  und  zu  erwarten,  daß  Matschies
  Werk  bald  auf  keiner  Station  im  Innern  wie
an  der  Küste  fehlen  und  in  dem  Tropenkoffer  jeder
Expedition  zu  sinden  sein  wird.

Nicht  nur  dem  Forscher  und  Jäger  in  Ostafrika
dürfte  es  willkommen  sein,  sonder  auch  für  diejenigen,
welche  in  Südwestafrika  jagen  und  sammeln,  wird
es  nützlich  werden,  da  dort  viele,  ja  die  meisten  der
in  Deutsch-Ostafrika  lebenden  Arten  entweder  auch
vorkommen  oder  aber  in  geographischen  Abarten  vorhanden
  sind,  welche  nur  geringe  Unterschiede  von  den
östlichen  Formen  zeigen.  Ja  sogar  für  die  in  Westafrika
  sammelnden  Forscher  wird  das  Buch
nicht  zu  entbehren  sein,  weil  viele  der  in  Ostafrika
vertretenen  Gattungen  auch  an  der  Westküste  auftreten,
so  daß  man  wenigstens  die  Gattung  auch  für  westafrikanische
  Säugethiere  in  den  meisten  Fällen  bestimmen
  kann.

Ernst  Freiherr  Stromer  v.  Reichenbach:  Die
Geologie  der  deutschen  Schutzgebiete  in  Afrika.
Mit  drei  Karten  und  mehreren  Profilen.  München
und  Leipzig  1896.  R.  Oldenbourg.

 

685  —

Mit  Unterstützung  der  deutschen  Kolonialgesellschaft
  hat  der  Verfasser  es  hier  unternommen,  das
vielfach  verstreute  und  ungleichwerthige  Material,
welches  über  die  geologische  Bildung  der  deutschen
Besitzungen  in  Afrika  vorliegt,  zu  einem  einheitlichen
Bilde  zu  vereinigen.  Der  Verfasser  vermeidet  es,
die  verschiedenen,  besonders  für  Ostafrika  vorliegenden
Quellen  des  Näheren  zu  kritisiren.  Es  ergiebt  sich
aber  aus  seinen  Mittheilungen,  daß  so  manche  anspruchsvoll
  auftretende  Arbeiten  besonders  über  Ostafrika
  wenig  Werth  für  den  Fachmann  besitzen.

Spring:  Selbsterlebtes  in  Ostafrika.  Illustrirt  von
Hellgrewe.  Mit  zwei  nach  Dr.  R.  Kieperts
und  den  Angaben  des  Verfassers  gestochenen  Uebersichtskarten.
  Dresden  und  Leipzig.  Alexander
Köhler.

Die  Schrift  führt  dem  Leser  die  Erlebnisse  und
Beobachtungen  des  Verfassers  auf  einer  Expedition
vor,  welche  er  1891/93  im  Auftrage  des  deutschen
Antisklavereikomitees  zum  Zwecke  der  Untersuchung
des  Victoria-Nyanza  ausgeführt  hat.  Das  mit  zahlreichen
  Bildern  ausgestattete  Buch  ist  unterhaltend
geschrieben  und  giebt  einen  auch  für  das  Ostafrika
nicht  aus  eigener  Anschaunng  kennende  Publikum
interessanten  Einblick  in  die  dortigen  Verhältnisse.

Henri  Pensa:  Les  Russes  et  les  Anglais  en
Alghanistan  ou  la  prépondérance  européenne
en  Asie  Centrale.  Paris.  J.  André  et  Cie.

Der  Verfasser  führt  in  der  kleinen  Schrift  in
kurzen  Zügen  die  Lage  der  englisch-russischen  Beziehungen
  in  den  Grenzbezirken  zwischen  Indien  und
dem  russischen  Mittelasien  vor.

A.  de  Chambrun:  Le  pouvoir  exécutil  aux
Etats-Unis.  II.  ed.  revue,  corrigéee  et  augmentee
  avec  préface  de  .  de  Chambrun.
Paris.  Thorin  et  kils.

Das  Werk,  welches  hier  in  zweiter  Auflage
vorliegt,  schildert  die  Entstehung  und  Entwickelung
der  Exekutivgewalt  in  den  Vereinigten  Staaten.  Der
Verfasser,  welcher  als  Advokat  in  Washington  lebte,
hat  es  ursprünglich  verfaßt  zu  Anfang  der  7  der  Jahre,
um  seinen  französischen  Landsleuten  ein  Vorbild  bei
Ausgestaltung  ihrer  Verfassung  zu  liefern.  Gegenwärtig
  ist  dieser  Zweck  natürlich  in  den  Hintergrund
getreten,  indessen  behält  das  Buch  dennoch  ein  lebhaftes
  Interesse.  Die  Verfassungsgeschichte  der  Vereinigten
  Staaten  ist  trotz  der  darüber  in  verschiedenen
Sprachen  vorliegenden  Werke  noch  so  wenig  bekannt
im  weiteren  Publikum,  daß  eine  leicht  verständliche
und  anregende  Darstellung  wie  die  vorliegende  zu
begrüßen  ist.
        <pb n="768" />
        ##
SSESS

E.
Vermessungsschiff  „Möwe“  11/9.  Sydney.  Ende  November  Neu-Guinea.

686

Srhiffsbewegungen.
(Die  Zeit  vor  dem  Orte  bedeutet  die  Ankunft,  hinter  dem  Orte  die  Abfahrt  des  Schiffes.)

S.  „Bussard“  3/9.  Sydney  15/10.  —  Apia.  (Poststation,  Hospostamt.)

S.  „Condor"“  26/8.  Kapstadt.  (Poststation:  Kapstadt.)

S.  „Falke“  6/9.  Sydney  1/10.  —  Apia.  (Poststation:  Hofpostamt.)

„Hyäne“  14/9.  Kamerun.  (Poststation:  Kamerun.)

(Poststation:  Sydney.)
„Seeadler"  9/7.  Sansibar.  (Poststation:  Sansibar.)

S.  „Sperber“  25/9.  Klein-Popo  28/9.  —  11/10.  Sierra  Leone  14/10.  —  Las  Palmas.  (Poststation:
  asserviren.)

Ablösungstransport:

Dampfer  „Prinzregent  Luitpold“  des  Norddeutschen  Lloyd  mit  der  halben  Besatzung  für  S.  M.  Vermessungsschiff

  „Möwe“:
Ausreise:  Bremerhaven  29/7.  —  20/9.  Sydney.
Heimreise:  Sydney  10/10.  —  Bremerhaven.

 

 

DPerkehrs-ZRachrichten.

Postdampfschiffverbindungen  nach  den  deutschen  Schutzgebieten.

 

Nach

Die  Absahrt  erfolgt
vom  Einschiffungshafen
  an  folgenden  Tagen

Ausschiffungshafen.
auer
der  Ueberfahrt

Briefe  müssen  aus
Berlin  spätestens
abgesandt  werden

 

 

 

 

 

 

.  am  18.No#°##.,  9.,  30.  Dez.]  Tanga  20  Tage  am  6.,  16.  November,
8%  an  g  vinn  d  4.2  Dar-es-Salaäm  21  Tage  4.,  7.,  28.  Dezember
6„  -  am  ov.,  e  Sansibar  21  Tage  10¾  abds.
1.  Deutsch=  Ostafrika.  en  ½  2  si  g
am  r*  !*4  Mts.  Sansibar  18  Tage  am  8.  jedes  Monats
ges  #ü.  4%  imis.  Jas  abds.
»  «  Southampton  am  7.  Nov.,  5.  Dez.  Lüderitzbucht  27  Tage  am  6.  Nov.,  4.  Dez.
2.  Deutsch-Südwestafrika.  64  ische  Schisffe  bio  40  ums.  rh.  30  Tage]  1133  vms
(Nach  Warmbod  wöchentlich,  Kapstadt,  dann  deul.
bie  Kopstadt.  von  dort  writer  scher  Dpf.-Leutwein“).
alle  14  Tage  auf  d.  Landwege)  Hamburg  am  30.  November  Swakopmund  30  Tage  am  30.  November
(deutsches  In  nachts  1——  79°  abbs.
i
l  am  10.  gedes  Monats  s  Kamerun  24  Tage  am  0  jedes  Monats
3.  M  ce  14  C  na
.  Ramerun.  #  am  25.  ,  23.  Dez.  Kamerun  22  Tage  au  23.  *)sv  21.  Dez.
—  aiige  r  ffe)  ——  tisnm
am  10.jedes  Mts.  nachts  Klein-  Popo  20  Tage  .
4.  Togo-  Gebiet  al  am  20.jedes  Mts.  ome  31  Tage  vuons
**)  Quittah  mittelst  7  4  e  Klein-Popo  55  Tage  -
oten  nach  Lome  und  am  4.  18.  Noveniber,  Quittah*)  oder  Klein-  am  2.,  16.  80.  Nov.,
#lein-Popo)  ania.  -  2.,  16.,  30.  *  Popo  35  Tage  14.,  28.Dez.  15  nms.
"  Neap  an  am  16.  2.  10.  Febr.  Friedrich  Wilhelms-  am  14.,  18.  Dezember,
5.  Deutsch-Neu-Guinea.  Geurfhe  Schise)  a  hafen  45  Tage  ,  12.  Februar
Brindisi  am  3  Du-  14.  Febr.  41  Tage  103  abds
..——#—  Cachversand)  1  abbs.  ';;;;
.  ,  Brindisi  am  !  3.  Jan.  Jaluit  71  Tage  am  6.  Nov.,  1.  Jan.
G.  Marshall-Inseln.  (über  Manila)  1  10½  abds
        <pb n="769" />
        687

Eintreffen  der  Post  aus  den  deutschen  Schutgebieten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Landungs-  Die  Post  ist  fällig  l  u  s-  Die  ost  ist  fälli
Von  hafen  in  Berlin  Von  *’  aii  seltg
Neapel  .  am  20.=  November  #-  1
D  b  «
VentichsOstairjka»  Brindisi...  aülee  5  Dezogogebiet  Hamburg  ..  am  10.“  und  25.0
IMarseille  45  1.  Nov.,  1.  eb&amp;amp;  —  l  jedes  Monats
Deutsch-Südwestafrika.  Southampton  an  am  17.  Nov.  15.tDez.  Deutsch-Neu-Guinea#  *—Q  an  n
J  2.  *  K.  Mo  46%  HöKA22
Ramernn  Hambucgn  bin  75  W  Marshall-Inseln.  Marseille  Ende  November
3.,  31.  Dezember  Varcelona)  Mitte  Februar
-  l
*  Fälligkeitstage  für  die  mit  deutschen  Schiffen  eintreffenden  Posten.
Schistsbewegungen  der  Woermann  Linie.
Reise  Letzte  Nachrichten
ostdampfer  n
Postdampf  von  1  nach  bis  28.  Oltober  1896
„Adolph  Woermann“  Hamburg  Ponta  Negra  am  18.  Oktober  in  Madeira.
„Aline  Woermann“  Ponta  Negra  Hamburg  am  21.  Oktober  in  Hamburg.
„Anna  Woermann“  Kap  Palmas  .  Hamburg  am  28.  Oklober  in  Hamburg.
„Carl  Woermann“  Hamburg  »  Kotonou  am  23.  Oltober  Dover  passirt.
„Eduard  Bohlen“  Congo  «  Hamburg  am  23.  Oktober  in  Lagos.
„Ella  Woermann“  Hamburg  Sherbro  am  21.  Oktober  Dover  passirt.
„Gertrud  Woermann“  Hamburg  Ponta  Negra  am  23.  Oktober  in  Gabun.
„Gretchen  Bohlen“  Kotononu  Hamburg  am  27.  Oktober  in  Las  Palmas.
„Hedwig  Woermann“  Hamburg  Kotonon  am  19.  Oktober  in  Accra.
„Jeannette  Woermann“.  Hamburg  E  Loanda  am  31.  Oktober  ab  Hamburg.
„Kurt  Woermann“  Hamburg  «  Loanda  am  22.  Oltober  in  Loanda.
„Lothar  Bohlen“.  Swakopmund  1  Hamburg  am  19.  Oktober  in  Accra.
„Lulu  Bohlen"“  Wilhelmshaven  amerun  am  16.  Oktober  in  Las  Palmas.
„Marie  Woermann“  onta  Negra  Hamburg  am  26.  Oltober  in  Accra.
„Melita  Bohlen“  .  mburg  Lüderitzbucht  am  11.  Oktober  in  Teneriffe.
„Professor  Woermann“.  Hamburg  '  Kap  Palmas  am  22.  Oktober  in  Sierra  Leone.
„Thekla  Bohlen“.  Congo  Hamburg  a#m  26.  Oktober  in  Accra

Schisfsbewegungen  der  Deutschen  n  Oftafrila  Linie  (Hamburg—Ostafrika.

 

 

 

 

 

.  Reise  e  Lette  Nachrichten
r
Reichspostdampfe  von  l  nach  bis  24.  Oktober  1896
I!

„Kaiser“  .  Hamburg  Durban  am  22.  Oktober  an  Delagoabai.
„Kanzler“  .  Hamburg  Durban  am  23.  Oklober  ab  Lissabon.
„Bundesrath=  .  Durban  Hamburg  am  23.  Oltober  an  Hamburg.

EWWl  Hamburg  Durban  am  19.  Oktober  an  Aden.

Admiral“  ....  Durban  Hamburg  am  23.  Oktober  ab  Delagoabai.

„General"  ......  Durban  Hamburg  am  23.  Oltober  ab  Mozambigque.

„Herzog“  Durban  Hamburg  am  21.  Oktober  ab  Port  Said.

 

 

 

S—  Werke  der  deutschen  und  ausländischen  li.

Kollstock,  Dr.  med.,  ärztlicher
Rathgeber  für  Ostafrika  und  kro
Malariagegenden.  Geb.  Preis  #6

Morgen,  „C.,  Kriegs=  und  Erpe-Utionseliührung
  in  Alrika.  Geh.
Preis  60  P

Schtbarrz,  *  B.,  Im  deutschen
Goldlande.  Reisebilder  aus  dem

Geh.  Preis  ##  3.60.  (o5)
Verlag  von  Herwenn  Peters,
Berlin  ·

JlscsscouwcltomhehmkManto-!

Studies).  Von  Sidney  Whitman.
Autorisirte  Uebersetzung  von  Dr.  W.
IIenkel.  11  Bogen.  Brosch.  Nk.  1.80.
geb.  Nk.  2.50.  W  erlug  von  Inendeke
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Kamch.  220  S.  80.  Verlag  von  Karl
Siegismund,  Berlin  W.  41.  4  3.—.

 

 

 

Jeder  Deutsche  im  Auslande
liest  gern  dio  solbst  in  ülberseelschen  Lndern
it  verbreitote  und  im  13.  3.  Juhrg.  erschoinendo
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Wien  I,  Adlergasse  4  (Austrin).
Fabrikation  sämmtlicher
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Wie  Schul-  .  Congiolr-Wandkurten
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„1051#1

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Gegründet  1826.

Kessler  Cabinet

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G.  C.  Kessler  &amp;amp;  Co.
K.  W.  llolflieferunen
Esslingen.

 

 

 

 

 

Sine  interessante

Noominfzeifung

welche  —  obwohl  unabhängig  nach  jeder  Seite  —  die  För.

derung  der  deutschen  Nolonicen  und  Molonialbestrebungen  auf
ihre  Fahne  geschrieben  hat,  erscheint  unter  dem  Titel:

Deutsche  Nachrichten

in  dem  unterzeichneten  Verlage.  Das  Blatt  steht  im  zweiten
Jahrgange,  erscheint  in  einer  ca.  50  (Duartseiten  starken
Zut  illustrirten  Mummer  an  jedem  Donnerstag.

Der  reiche  Inhalt  der  sich  bereits  im  Inlande  und  be.
sonders  im  Aluslande  zahlreicher  Abonnenten  erfreuenden
„Deutschen  Machrichten“  setzt  sich  zusammen  aus:  Allem
Wichtigen  der  Woche  über  Holitik,  Kolonialem,  Wissenschaft,
lichem,  dem  Wissenswerthen  auf  allen  Gebieten;  das  Blatt
bringt  Nachrichten  aus  den  Kolonicen,  von  den  Deutschen  im
Auslande,  ferner  kurze  interessante  Erzählungen,  humoresken
und  feine  aktuelle  Illustrationen.

4
2

1—u  1  4  #  1  2  Lfr
jeder  Deutsche  im  In-  und  Auslande

wird  gebeten,  eine  Probe-Nummer  von  uns  zu  verlaugen,
  um  sich  über  das  Gebotenc  zu  informiren.  Wir
senden  solche  Hrobe-MUummern  Jedermann  mit  Dergnügen
kosten-  und  portofrei  sofort  zu.  4  «
.-chcnilkrckwcitcnVerbreitungnn·21nslanchmdd1c
„Deutschen  Nachrichten“  auch  ein  ausgezeichnetes  Organ  für
Erportanzeigen.  Wir  bitten  das  Blatt  einmal  anzusehen.
Der  Verlag  der  „Deutschen  Nachrichten“

Pein  Ueue  Verliner  Verlags-Anstalt
Aus.  Krebe.

 

 

t—————“——————————————————

wo  S

,  ½
Dynamit-Actien-Gesellschaft
Vvormals  Alfred  Nobel  &amp;amp;  Co.,  Hamburg.
Aelteste  D#namitfubrik.  Gegründet  1865.
Dynamite,  Gelatine-Dynamite,  Sprenggelatine,  Schiessbaumwolle,

  Zündmaterial,  Waffen,  Munition.  (0)

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        —  689  —

 

UR  LSTALLOSE

enthält  nur  den  Süssstoff  des  Snechurins  in  höchster
Reinheill,  absolut  frei  von  den  Nehbenbestandtheilen  des
gewöhmli#hen  Sunccharins.  deshalb  reinster  Geschmuck.
Wesentlich  Dilliger  uls  Zucker.  In  Wusser  leichl  löslich;
durch  ihre  Eryst:  alle  bictet  sic  Cnrantie  alsoluter  Reinheit.
Unvergährbar,  konservirend,  daher  lür  heisses  Klimn  besonders
  wie  htig.  Das  Beste  für  Brauerecien,  Limonaden--und
  Ainerulwausserlabriken,  Brennereien.  Für  Diubetiker.
Pettsüchtige  und  Magenleidende  Westentaschenpnckung  mil
Troplenzi  ähler  sowie  auch  in  l’  ortionskrrstullen.  Brhältlich
durch  den  CGrossdrogenhandel  und  in  IIambur  g  lür  über—
sceisch  qurch  die  bekunnten  pportth  ziudor.
L  ohen  und  Gebrauchsanweisungen  grutis  durch  die

Chemische  Fabrik  von  Heyden,
G.  m.  b.  II.
-Radebeul-Dresden.  (utn!

 

 

 

 

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patentirte  Windmotore

sind  die  elnzigen  Windmotore,  welche  die  grösste
Leistungsfähigkeit,  Sturmsicherheit  und  kostenlosen  Betrieb
Zewährleisten  und  auf  allen  5  Erdlheilen  mit  bestem
krlolge  eingeführt  sind.  Unllberlroffene,  kostenlose
Betriebskrast  zu  Ent-  und  Bewässerungen  —  zu  Wasserversorgungen
  —  zum  Betriebe  von  Maschlnen  lür
Landwirthschaft  *G  Industrie  —  sowie  zur  Erzeugung
elektrischen  Uich

Anlragen  6½  direkt  un  den  Konstrukteur  und
alleinigen  Fabrikanten  (§)
Fried.  Filler,  lamburg,  Aaschinenfabrik.

Inhaper  der  grossen  goldenen  Stantsmodaullle  und  der  grossen
goldenen  ungarischen  Ausstellungsmodullle.

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Ausrüstungen  für  Forschungsreisende  nach  Prof.  Dr.  Frhr.
v.  Danckelman.  Aufnahme-Apparute,  Instrumente  für  Ortsbestimmungen,
  Möhenbarometer,  Hypsometer,  Fernrohre  etc.

W.  Richter  &amp;amp;  Co.,  "6

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Vollständige  Ausrüstungen  für  Expeditionen  und  lagdausflüge
  ins  Innere,  Sowie  Besorgung  der  Träger.

    

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Verbandstoffe,  Stahlkoller,
Reise  -  Apotheker  7
Engl.  u.  Irnnz.  Spesfallenten.  Conserven,
Weine  und  Splrituosen,  Culunteriewnnren.

äkkähere  Anskunft  ertheilt  die  Filiale  on
W.  Richter  &amp;amp;  Co.,  Hamburg,  IIermannstra  sc  15/17,  l
H

 

 

 

.  Entzienungskuren.  —
bPr.  Pro
Stellingen  in  Gambrst.  (100)

ILILXIIII
Franz  Klinder,

Neubabelsberg,
emplichlt.

Fischereinetze

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Binnen-  und  Mochseeliseherei.
Export  nuch  allen  Lindern.

Geeignete,  tlichtige  Vertreter  gesucht.

7—Siipe
Ed.  Seiler,

Pianoforte-Fabrik,
6.  m.  b.  HI

 

 

 

 

 

      
     
    
 

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I.  Güte.

Besondere  Bauart  für  jedes
Klima.

 
     
 

Pr  ####n  allen  grossen
Sslellungen.

21  .%  Stick  gelertigt.
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Deutschen  Kolonial-Ausstellung

Berli
ieilerlage:
Berlin  W.,  Courbibèrestr.  5.

     
    
        
      
 

 

.  Aua##

und  SAmmtliche  Bedurfsartikel  fü##
Thotographic,  speziell  sür  den  Gebrauch
  in  den  Kolonien,  lielern

J.  F.  Schippang  &amp;amp;  Co,

4  Inh.  E.  Marun,  (n)
Berlin  S.  42,  Prinzenstrausse  21.
Rcich  illustr.  Preislisten  koslenfrei.

 

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Duhr  &amp;amp;  Co.,  Köln,

Königliche  Ilof-Weinlielcranten.
Export-Preislisten  zu  Diensten.
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        Kolonial-Marken,  tn

Postw.-  T.-  Verb.  *N  stlalin“,
Münster  i.  W.  Cos)

Praunschweiger  Wurst-Heschraman-ronri


Denecke  &amp;amp;  Himmel

IIoslieseranten,  (20)
Braunschweig,
lielern  Fleischwaaren  für  Export"
nuch  allen  Zonen  der  Erde.

 

 

 

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Oualitäten  dirckt  nus  der  Centrale
des  deutschen  Instrumentenbaucs
Markneukirchen  i.  S.  No.  325,
von  der  l.  Süchs.  Musikinstrumenten-AMlanulaktur
  Schuster  &amp;amp;  Co.  (18)
Ilauptpreisl.  frei.  Bllligste  Nettopreise.

Naturalien

(Küler,  Schmetterlinge,  Vogelbilge
csfc.)  aus  tropischen  und  subtropischen
  Ländern  suche  in  grossen
I’urtien  zu  kunfsen.

Ierren.  welche  sich  damit  be-InsScn
  wollen,  bitteum  Aulgabe  ihrer
Adresse.  Anleilung  zum  Sammeln
und  Präpariren  wird  gegeben.

Carl  Zeyen
Chef  der  Bergischen  Eisen-  und
Draht-HIndustric,
Wuld,  Rheinpreussen.  (##)

 

 

—————
Lin  illustrirtes  Verzeichniss  von

Schriften

Zur

Kolonial-Pitteratur

690

EZur  Heilung  der  Malaria

(Wechsel-  oder  Sumpflieber)

wird  hierdurch  das  von  der

Chemischen  Fabrik  auf  Leilen  (vorm.  E.  Schering)  zu  Berlin

Remalm  Iutralhuriemn

(salzsaures  Phenocoll)
allen  hnelhenen.  bestens  empfohlen.

Einc  grosse  Rcihe  italieniseher  Aerzte,  u.  A.  dic  Drs.  lrofessor
Alhbertoni,  Professor  Cervello,  Dr.  Cueco,  Dr.  Dall  Olio.  Prosessor
  Mosso,  Dr.  Ventur  ind  und  viele  anderc  haben  mit  dem  Alittel
überraschende  Ileilerlolge  hbei  Malaria  erzielt.  Auch  ihet  in
Arzew  (Algier)  und  Dr.  Dupont  in  Boma  thaten  ein  Glesele:  Letæterer
  hat  die  olüzien  Einreihung  des  Aedikaments  in  die  stantlichen

K

 

6s#

Das  auanns  *  Phenocoll  eignet  sich  ferner  nach  den  Feststellungen
von  I’rofessor  Murtincez  A.  Wurgus  in  Barcelona  zur  schnellen  uͤnd
sicheren  Ileilung  des  Keuchhustens.

Aüan  vende  sich  wegen  des  Erhalts  von  I’henocollum  hydrochloricum.

wegen  litterntur  und  Gehrauchsanweisungen  an  die  Vertreter  der  obengenannten

  Firma,  nümlich:

Burcclonn:  J.  Espiell;  (1o)
London:  &amp;amp;  M.  Zimmermean  E.  C.  9  und  10  St.  Mary-  al-  Kill;

Mosknu:  W.  Stürzwage  &amp;amp;  Co.

New-Tork:  Lehn  &amp;amp;  Fink,  128  winiam  Street:

Paris:  Max  Frès.  31  rue  des  pelites  kcuries;

Rio  de  Jnneiro:  Magalhdes,  Lucius  &amp;amp;  Co.  Successores  de  Klingelhoeler  &amp;amp;  Co.

 

 

—  rnee=  Zainen,  ucr
%%%  .P  6  5½%  #

ri*r  —  77  ——
2à  —  —Jt

Kte  wttrnstrurnsen  &amp;amp;  —

1  ms  —n  *

#  rs  ’s  2

 

sowie  zur
Länder-  und  Völkerkunde
aus  dem  Verluge  der  Königlichen
Tlolbuchhandlung  von
E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,
zerlin  S#wWu,
ateht  Interesiuten  Kostenyrei  zu
Wiensten.

———i

   

Nalurl.  Kohlens.Mineralasser
Tafelgetränk  Se.Ourchl.  des  Fürsten  Bismarck

Kaullich  in  Mineralwasserhandlung.,  Apoth,  llötels  etc

 
 

Bestes  Talelwusser.  Altbewihrte  Heildquelle.  Export.
esonders  empfohlen.

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nuch  den.  Troben
(
        <pb n="773" />
        691

Urteile  aus  dem  eserkreise  des  Echo.

 

 

Das  Echo,

Organ  der  Deutschen  im  Auslande,

betrachtet  es  insbesondere  als  seine  Aulgabe,  dem  Leben
und  Treiben  der  Deutschen  im  Auslande  die  lieberollste
dulmerksamkeit  zuzuwenden.  Es  wird  daher  jeder

Deutsche  im  Auslande  gebeten,
Seine  Adresse

der  Verlagshandlung

J.  H.  Schorer,
G.  m.  b.  H.  in  Berlin  SW.,  Wilhelmstr.  29,

gesl.  unzugeben,  damit  dieselbe  Gelegenheit.  hat,  eine
brohe-uniner  umsonst  und  kostenfrei  zu  übersenden.
nohmen  aollo  Buchhundlungen.  Post-Bestellungen
  I  lien  und  Zoilungs-Spoditeure
in  Doutschland  usr  P  Mark  viertoljährlich  enlden
  ubrigon  Ländor  a  tlon  lasickcgüblsrlioa  Proisen.
Pir  von  dor  Felnnbiun  23  I.  Scho  a.  m.  B  I.  in
Berlin  S  une  im  ss#e  29,  untor  ken  I  zufon
sostot  „Das  Echo“  erinnan  4  Mk.  50  Pf.,  kenen  ich
9  Mk.,  Ennzjähr  rig  18  Mk.  Bei  Vorsopdung  untor  Nirilband  ompnehlt
  es  sich,  möglichst  uusen„  Abonnements  harsuneen-Englische
  Pfundnoten  werden  in  Zahlung  genommen.

In  das  Abonnement,,  νq

eten  werden,

und  wird  V  Echo“  vom  Tage  en  Bestellung  ab
gegen  Elnsendung  des  emtfallenden  Betrages  auf  beleblg
  lange  Zeit  dir.  ern  vom  Verlag  oder  durch  jede

Buchhaondlung  gellefert.

UIm.  9.  anunr  1896.
osten  Dank  für  dio  Zusondung  Ihres  „Echo“.  Nach
Ablaur  dieses  Quartals  gebe  lch  An#sP  Awieneent  nuf
en  aus  bestelle  duarür  das  Echo
onders  in  Bozug  auf  -sie  it.  reche
Rundschau  und  dio  Funnomestolkeu  von  beriehten.  aun  Zoitungon
  allor  rarteie  gut  gesallon.  Es  ist  mir  Zoitmangels

 

ul
ich.  täglich  die  Urolispurlsen  Artikel  der
itunß  esen,  und  0  ide  t  Anss  dna
em  Hed#u#rt#uis  ontahricht,  inden  eine  klort- 



Hrwit  Ve  boraicht  über  die  poli  unnen  Vorgünge
gewährt.  Auch  lhro  Illuntkttenen  0  hübach.
Lochachtend  u.  ergebonst  ümoer,  Kurlatr.  25  II.

Adolaido.  Mä#z  1896.
R.  Abonwemt.  vom  „Echo“  (per  Tausch  u.  Grosso,  Lallo  a.  3
innho  5  Jahron  und  Balte  dasselbe  für  dos  bes
eie  Barr.  welches  für  4  Ausland  E  imt  66
—8  uc

k#  n  -atal.  16.  Mü#z  1896.
„Bcho“  orhalten  wir  soil  Jahron  cureb  dio  Buchnonalihe,
  Awiren  Gesellschaft  in  F  rann  r  —  In  unseschaft
  verbreitet  es  sich  hemse  #  menn  und
er  Fant  Michnelis  odor  5renlen  bozoge

lifanna,  21.  Mürz  1896.
ibons  vom  11.  Fobruar

des  „Echo“

allon  Dont-Mu


ntwort  ILros  geobrton
danko  ich  lhnon  sohr  für  dio  treundlicho  i

 

kelt  zu  verbessern  t  sle  hnsen  8  l
«ntsztswllltssmcmhatslclt(laa»  clto  lle  im  Auslunde

seheen  Deutschen  zur  gröss  arkeit  vereoalilch


 

 

Korbol  llumboldt  County  r  'rd“
den  19.  Dezxom
estern  erhiolt  ich  uncor.  DAS  )  Nr.  691.  n  kann

dieses  Mal  nicht
Dunk  auszudrücken  für
sio  Hahr#er-  IInusschatz,  und  n
H.  J.  Kreth  in  Niederl.  Indien  (Echo  Nr.
1003)  vollstündig  Recht  mit  der  1000
lch  bauch

Auslend  lebende  Descsche,  iherln  aupt  8

eutsch  Llande  Kal  iser  und  Reich  aleehen  noche  n
fün  und  hal  niungsvoll
Thocdor  Len  lold  Prouss.

F  k.  31.  Doz
Ich  benutzo  dio  Golegonhoit,  um  3  8  in„  be  n
das  Pikrche,  von  den  hler  lebenden  Deutschen  stets  mit
Interesse  gelesen  d  und  sich  soiner  S  wogon
S  rorie  Belicbthoit  erfro
lochachtond  Ernst  Schultz.

,  don  1.  Januar  1896.
Des  Eeho  Ist  Serade,  wast  Anr  Uran-  he.  Klaus  Groth,
vich  mul  auszusonnon.  hatto
alto  cs  nur
argesen.  w  un  I-  noch  Noujahr!
tknrnnt  ö.  W.  Allors.

abarn,  5.  Janwar  1896.
Mins  CGomnos,  Brmmsilion.
ch  thun  kann  in  inrom  Latenese  ich  iederzeit
selbst  kann  kaum

;  S
EL  es  emp  lior  in  diruchte  begeornsn  lobon  ncohr
wonig  Deutscho  und  don  Wonigon  geht  es  auch  nicht  immor
zum  Bonton  oiet  (rinche  Anfüngor  sind.  Zum  Schluss

oin  glücklich  Noulahr  wünschoend  aus  dor  Ferne,  vowio  horzlich

Erüssend,  achlioss  vr  Ihr  orgebonor
1

apel,  7.  Janunr  1896.

,  habo

ubonnio-Nachdom

  ich  die  Probonummor  i

ogonhoit  habon,  dio  Hoimat  dann  undi
schr  geoigne
Zwelfel  dazu  beltragen,  In  deuselben
  des  Gefühl  der  Zusmmengehörilgkeit  zur  grossen
deutschen  Famille  w#

 

en.
rne  t  Uochachtung  Max  Bültnor.

nen,  lihnen  er  1|  Virzlichtn
st  Entschieden  dle  -  2eitschr  1

NMit  grösstor.  r“  ihr  orgobonsier
A.  R.

I

Apia  Gamoa).  den  25.  März  1896.

sinchen.  voit  ungeführ  10  Juhron,  nicht  nur  im
W  kann.  wonn  ieh  vorübergehond  in

in.  stets  aufs  wärmsto  empfohlen.

ft  für  DHen#  im  Aus--r

  A.  Uolgonborgo

mbo,  1.  April  189
Dios  Blatt  war  immer  meine  *  hekto  *  aan  8  2
zuviol  zu  schreibon,  doch  g#  ingt,  u  n  Gbo
n  *  ein  klares  krbrleheder  Konn  dor  ssose  gonnal-  5n
Es  Ist  eesse  hie-  den  das  begte  und  über-Fo#ischte
  husen  5  r  Art
on  ueeyn  Moyer.

1896.

Los
—“—  *
hland

Au
Deuts

Fu  Corea,  6.  April
wird  Sio  bäs#leiecht.  nirrnn  zu
ston  Malo  J
ee  ins.  dio  NSonnnort  6  um  8  Tar
d  8  ankam.  Mir  int  nio  eino  —8  verloron  gogangon
—  solbet.  während  des  Kriogos  nicht  —  und  das  ist  olgontlich
mobr,  wio  man  v(  rlungon  kann.
t  bestem  Gruss  orgobonst  II.  G.  Arnous.

April  1896.
Mit  dom  orgobenon  Bomerken  zss  .  v  zuus  das

kon
aubo  mir  dio  orgobone  Mi  grus-  2  G;  pri
We  n  Ihr  Blatt  abonniort  bin,  ich  glau  1  Sö6.
der  erste  *  r*ptl  ##n  indin  e  sds.
datiort.  en  nAntenn  83  bD  —  leh  habe  dio  vorschioc#lom
vorbossero  ungen  bei  *rv  i  tt  i  r  mit  d
ndors  l  lonnvohn  sclmft  oinknhkton
schiedonen  Abteilungon.
D#s  Blatt.  %  hier  übeerall  rmi  40  unserem  Eempkoin
¾  9  als  5  Leuten  durauf  obon-#niert.
  —  e  1  nenten
bier  bekommen  sollen  n  noch  mebr  Abonne

1896.

ich  achon  goit.

 

Ergebenst  II.  Ehmor.

 

Sun  Francisco,  I  i  1806.
Schickon  Sio  un  du#  keno  von  Zunn  aor  obiger
Adrosse.  Dat  Blatt  18t  mir  s  3  ie  n
hler.  Dr.  A.  Gonth
        <pb n="774" />
        —  692  —

Verkaufs-Syndikat  der  Kaliwerke  Leopoldshall-Stassfurt.

Die  zweckmilssige  Kalidüngung  in  Verbindung  mit  den  underen  wichtigen  I’fllunzennährstoflen,  Stiekstoll
und  P’hosphorsüurc,  ist  für  alle  tropischen  Kulturpllanzen  zur  Erziclung  reicher  und  guter  Ernten  unenthehrlich.
Wir  empfehlen  besonders:

a.  Gereinigte  konzentrirte  Kalisalze:
Schwetelsaures  Kali,  mind.  48,6  %  Kuli  und  mind.  51.8  %  Kali,  lür  Tbak,  Zuckerrohr,  Annnns,
Bunnnen,  Bataten,  Ornngen,  Citronen,  Feigen,  Weinreben,  Vanille,  Nelone
Calc.  schwefelsaure  Kalimagnesia,  mind.  25,9  0  Kali  und  Wehstens  *“  2  00  Chlor.  fr  die  vorstchend
  genannten  Pllanzen  uul  solchen  Böden,  wo  die  Zufuhr  von  Mugnesin  erforderlic  h  ist.
Chlorkalium,  mind.  44.2  bis  61.8  %  Kuli.  für  Kuffee,  Thec,  Kukno,  Palmen,  Oliren,  Erdnuss,  Buumwolle,
Muss,  Sorghum,  Reis,  Ricinus,  Indigo,  Bohnen,  Chinnrinde.
b.  Natürliche  Kalisalze:
Kainit,  mind.  12,4  %%  Kali,  Sylvinit,  mit  12.4%  Dis  19  %  Kali,  lür  Bnumwolle  und  Palmen  zur  Vertilgung
  von  Insckten  wic  auch  lür  gunz  leichte  trockene  Böden  zur  besseren  Bindung  und  Fenchterhaltung.
Slimmtliche  deutschen  Kuliwerke  sind  im  Verkuns  -  Syndikut  der  Kaliwerke  vereinitgt.
Nähere  Anguben  über  Preise  und  heuesbeclingungen  vic  unch  Auskunft  über  tropische  Tängerfragen
nul  Grund  reicher-  Draktischer  Erfubrungen  ertheilt.
Verkaufs  -Syndikat  der  Kallwerke  in  Leopoldshall-Stassfurt.
Telegramm-Adresse:  Syndikat  Staussfurt.  (88)

 

 

Weingutsbesitzer  Export  von

j  Gebr.  J  Ung  ht  HRhein-,  Nosel-  und  rfalen  1

nach  allen  Welttheilen  ⅜r“7

 

 

 

 

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80  Linienstrasse  BERLIN,  Linienstrasse  80,

HNoftlt#efern  Sr.  Mestät  des  Kaisers.—
ollerirt  nebst  troplschen  Frucht-  und  Nutzpflunzen-  Samen  auch  solchen  von  Gemilsen,  soweit  sich  dicselben
nach  den  der  botanischen  Centralstelle  in  Berlin  gemachten  AMittheilungen  als  für  den  Anbnu  In  den  Tropen
geelgnet  erwiesen  haben.  —  Da  dic  botanische  Centralstelle  nur  für  einmallge  Versuche  im  Kleinen  Gemüsesamen
  lielert,  so  oflerire  ich  für  grösseren  Bedarf  gegen  fr.  Einsendung  von  Murk  12,—  kfranco  aller  deutschen
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Kochstraße  68—71.
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Die

Uropäischen  Kolonien.

 

 

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ihrer  Entstehung,  Einrichtung,  Erfolge  und  Aussichten
Dr.  Rlfred  Zimmermann.

Erster  Band:
Die  Kolonialpolitik  Portugals  und  Spaniens

in  ihrer  Entwickelung  von  den  Anfängen  bis  zur  Gegenwart  dargestellt.
Mit  einer  Karte  in  Steindruck:  Uebersicht  des  portugiesischen  und  spanischen  Kolonialbesitzes  gegen  Mitte
des  16.  Jahrhunderts.
bHPreis  geheftet  Mk.  10,—,  in  Originalband  Mk.  11,50.  —

Noch  fehlte  es  an  einem  übersichtlichen  Buche,  welches  ohne  vorgefaßte  Meinung  und  Parteinahme
  die  Thaten  und  Erfahrungen  der  großen  Kolonialmächte  schildert  und  den  Schwerpunkt  auf  die
verschiedene  Entwickelung  der  kolonialen  Politik  in  den  einzelnen  Staaten  legt.  Zum  ersten  Male  wird
in  obigem  Werke  der  Versuch  gemacht,  ein  solches  zu  bieten.

Der  Verfasser,  der  die  Entwickelung  der  deutschen  überseeischen  Politik  von  deren  Anfang  her  in  der
Nähe  zu  beobachten  Gelegenheit  hatte  und  durch  wiederholte  Neisen  und  langjährige  Studien  mit  den  Verhältnissen
  auch  der  fremdländischen  Kolonien  sich  vertraut  gemacht  hatie,  will  in  seinem  Werke  allen  mit
kolonialen  Dingen  beschäftigten  Personen  ein  Handbuch  liefern  und  dem  großen  Publikum  ein
klares  Urtheil  über  das  Wesen  und  die  Bedingungen  der  Kolonien,  an  der  Hand  der  Geschichte,  bieten.
Das  Werk  soll  daher  eine  allgemeine  Geschichte  der  europälschen  Kolonialpolitik  sein.  Es  forscht  den  Ursachen
nach,  aus  denen  die  einzelnen  Staaten  zu  einer  solchen  genöthigt  wurden,  und  schildert  die  verschiedene  Art,
in  welcher  sie  diese  Aufgabe  erfaßt  und  durchgeführt  haben.  An  die  Geschichte  der  Gründung  und  Entwickelung
der  Kolonien  selbst  schließt  sich  daher  eine  Darlegung  aller  der  Gründe,  die  das  Gedeihen  der  Kolonien
begünstigt  oder  gehemmt  haben.  Der  Verfasser  legt  ein  Hauptgewicht  auf  eine  übersichtliche  Darstellung
der  je  nach  den  nationalen  Eigenschaften  und  Zielpunkten  der  einzelnen  Staaten  sehr  verschiedenartigen
Verwaltung  und  Gesetgebung.  "  ·

ortugals  und  Spaniens  Kolonialpolitik  sind  als  Gegenstand  des  ersten  Bandes  gewählt
worden,  weil  diese  Staaten  die  Bahnbrecher  auf  kolonialem  Gebiete  gewesen  sind,  und  eine  Kenntniß  der
Einrichtungen  und  Thaten  dieser  beiden  Völker  auch  für  die  Gegenwart,  bei  allem  Wechsel  der  Zeiten,
Anschauungen  und  Kenntnisse  im  Laufe  der  Jahrhunderte,  in  hohem  Maße  lehrreich  ist.  Zum  mindesten  ist
araus  in  gielerlei  Hinsicht  mit  Sicherheit  zu  entnehmen,  wie  ein  kolonisirender  Staat  nicht  vorgehen
  soll.

Der  zweite  Band,  welcher  im  nächsten  Jahre  erscheinen  und  die  Entwickelung  der  englischen
Kolonialpolitik  darstellen  wird,  will  dagegen  zeigen,  unter  welchen  Voraussetzungen  und  Ve,
dingungen  eine  Kolonie  am  besten  zur  Blüthe  kommt  und  von  welchem  Geist  ein  Volk  beseelt  sein
muß,  welches  wirklich  lebensfähige  überseeische  Tochterstaaten  heranziehen  will.  Der  die  holländische
Kolonialpolitik  behandelnde  dritte  Band  wird  die  Ergänzung  dazu  liefern.  Die  Geschichte  der
französischen  Kolonialpolitik  wird  ihr  Hauptinteresse  in  der  Darstellung  der  Schwierigkeiten  haben,
welchen  gute  Gedanken  bei  der  Ausführung  durch  schlechte  Organe  und  in  einer  unselbständigen,  der
Selbstaufopferung  entbehrenden  Nation  begegnen.  Den  Abschluß  wird  die  Schilderung  der  deutschen
kolonialen  Versuche  bis  zur  Gegenwart  bilden.

Das  Werk  ist  durch  alle  Buchhandlungen  des  In=  und  Auslandes
zu  beziechen.  Gegen  Einsendung  des  Betrages  auch  portofrei  von  der

Verlagsbuchhandlung.  ç
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lktocslxlmuscomk189-,.  acker=  Tun  üuchen
(Statt  für  Al.  160,—)  für  nur  110,—;  75

 

 

 

 

 

 

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v.  Holleben,  Deutsches  Flotten-Leb
152  S.  80.  1

 

 

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I  Für  Ruubthiere,  Vögel  und  Flsche

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b)  Honwopnthie,  c)  Jaturwissen-  Wildlocker,  en
Sschulten  bei  Krüger  &amp;amp;  Co.,  Witterungen,

Leipzig.  Cegen  0,50  Brielmarken  Kölle  und  Wild

Hrei:  Brorkmunn,  entlarvter  Unsinn  Glaskugel-  schweine.
(gegen  Kuhnel).  Anknuf  v  Con-  und
vVers.-Lexikons  u.  grösseren  Werken.  kR.  Webers

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häll  sich  zur  Beschaffung  von  Tropen-Ausrüstungen  in  Nahrungsmitteln  und  Getränken  aller  Art,

Tabak,  Cigarren,  Cigaretten,  Rauch-Utensilien,  Waffen  und  Munition  rc.  bestens  empfohlen.
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  im  Auolande  befindlichen  Schisse  Sr.  Majestät  zu  liesern:  S.  M.  S.  Jrene,  Prinzeß  Wilhelm,  Arcona,  Marie,
Falke,  Möwe,  Iltis,  Cormoran,  Condor,  Sperber,  Oyäne,  Loreley,  Peilboot  Kamerun  und  Hulk  Cyclop.

Für  streng  reellste,  prompteste  Bedienung  und  Haltbarkeit  aller  meiner  Artikel  leiste  ich  Garantie.  ()
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        Berliner  Export-Tafel-Weißbier,

—  695  —

in  den  Tropen  mit  Erfolg  eingeführt,  von  den  verehrlichen  Messeverwaltungen
in  den  deutschen  Kolonien  seit  Längerem  ständig  bezogen,  dort  sehr  beliebt,  Jahre

lang  haltbar,  nur  aus  bestem  Malz  und  Hopfen  hergestellt.

Das  Bier  ist  sehr

erfrischend  und  sehr  bekömmlich,  auch  von  den  Herren  Aerzten  der  deutschen
Schutztruppe  —

iäi  Kisten  zu  50  ½1  und  100  ½  Exportflaschen.

ersan
Mit  *  Angeboten  sett  auf  Munsch  gern  zu  Diensten

Berliner  Weißbierbrauerei  und  Malzfabrik
Albert  Bier,
Berlin,  Stralauerstraße  3—6.  Begründet  1792.

69

Für  Deutsch-Ostafrika,  Wicr  und  Madagaskar  hat  die  Deutsch-Ostafrikanische

Gesellschaft  den  Alleinverkauf.
Alleinige  Vertreter  für  den  sonstigen  Export:
Harder  &amp;amp;  de  Voß,  Hamburg,  Gr.  Burstah  36—38.

 

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Brauerei  zum  Su  Hünchen.

LEIIIIIII  —8  u—  Kaisers.

Hoflieferant  Sr.  Mal.  des  Kaisers  von  Oesterreich.

In  allen  uberseeischen  ES

vorzuglich  bewährtes  Expontbienr.
Alleinige  Depositäre  für  Export:  «

Ordres  duroh  europäische  Exporthävser  erbeten.

K&amp;amp;  Co.,  Hamburg.

 

 

 

 

Comptolr:  Neueburg  5.

F.  H.  SCHNMNIOT

ARCHITEKT  UND  BAUVnERNEHMER.

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rWienens  1864.  *
Wir  garantiren  die  Ilaltbarkeit

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Kaiger-Branerei  Beck  &amp;amp;  Co.

Bremen,
emplichlt  der  Vertreter
Julius  Schrader,  Hamburg,

Er.  Reichenstr.  45.  (765

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Ttus4  Kraft,
Hamburg,

Ferdinandstrasse  43,

übernimmt  jede  Commission  und
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Slolomeboile  fer  Peortlite  teilungen.
Aerztlich  empfohlen  bei  Schwäche,
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Deutsche  Kolonin!  -  Zeitung  1878.
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        —  696  —

WOERMANN-LINIE.

Am  10.  November:  P.  D.  „Aline  Woermann“,  Capt.  Busch,
nach  Madeira,  Klein-Popo,  Lagos,  Kamerun  und  den  Häfen  der  Südwestküste
  Afrikas  bis  Ponta  Negra.
Am  15.  November:  P.  D.  „Anna  Woermann“,  Capt.  Schade,
nach  Gorée,  Dakar,  Ruflisque,  Bissao,  Bolama,  Conakry,  Rio  Nunez,  Sierra  Leone
und  Sherbro.
Am  15.  November:  P.  D.  „Alida“,  Capt.  Deppen,
via  Antwerpen  nach  Tanger,  Larache,  Rabat,  Casablanca,  Saffl,  Mazagan,  Mogador,
Las  Palmas  und  Teneriffe.
Am  20.  November:  P.  D.  „Gretchen  Bohlen“,  Capt.  Jürgens,
nach  Conakry,  Monrovia,  der  Goldküste,  Togo,  Whydah  und  Kotonou.
Anm  30.  November:  P.  D.  „Thekla  Bohlen“,  Capt.  Jversen,
nach  Teneriffe,  Las  Palmas,  Gorée,  Liberia  und  den  Häfen  der  Südwestküste  Alrikas
von  Landana  bis  Loanda.
Am  30.  November:  P.  D.  „Marie  Woermann“,  Capt.  Triebe,
nach  San  Thomé,  Benguella,  Swakopmund,  Walfischbai  und  Lüderitzbucht.
Alle  Ödter  mitssen  cm  Tage  vor  dem  4Abhanpsdattem  bis  12  Uhr  mittaos  Ianossefte  seln.

Näheres  wegen  Fracht  und  Passage  ertheilt  in  Hamburg  die  Woermann-Uinle,  sowie  der  Schiffemakler
August  Bolten,  Wm.  Miller’s  Nachfolger,  Admiralitätstrasse  33/34,  und  wegen  Deutsch-Südwestafrika  die
Herren  L.  F.  Mathies  &amp;amp;  Co.,  Grimm  27.  12

 

 

Deutsche  Ost-  Afrila-  Linie.

Vermebrte  Fahrten.  Dreiwöchentlicher  Betrieb.
Regelmässige  Postdampfer  -Verbindung
unter  Vertrag  mit  dem  Deutschen  Relche
zwischen

Hamburg,  Ostafrika  und  Transvaal

Amsterdam,  Lissuabon  und  Nenpel  anlaulend.

 

Die  nächsten  fahrplanmässigen  Expeditionen  finden  statt:  ab  Ilamburg  ab  Nenpel
—.  ——...
R.  P.  D.  „BUNDESRATH“,  Capt.  Asthausen  4.  November,  18.  November,
.  P.  D.  „KOENIG“  (Doppelschrauben),  Capt.  Doherr  25.  November,  9.  Dezember,
E.  P.  D.  „GCENERAL“,  Capt.  CGüuEue  16.  Dezember,  30.  Dezember,

B.  P.  D.  „HER2ZOG“  (Doppelschrauben),  Capt.  v.  Issendorff,  6.  Januar,  20.  Janunr,
nach  Tanga,  Dar-es-Saläm,  Sansibar,  Mozambique,  Beira,  Delagoa-Bai  und  Natal.

Diese  Dampfer  nehmen  auch  Passagiere  und  Waaren  nach
Pangani,  Saadani,  Bagamoyo,  Kilwa,  Lindi,  Mikindani,  Ibo,  Quelimane,  Chinde,

Inhambane,  Mombassa  und  Lamu.
Ferner  Extradampfer  ab  Hamburg  tms  Kap  der  gHifen  Hohrnteng  direkt  nach
SDurban,  Delagoa-Bai,  Inambanec.
Die  Dampfer  haben  vonzitpliche  Ein2ichtungen  Für  Fassagiere  in  allen  Klassen.

Ferner  zwischen  Ostafrika  und  Bombay  regelmässig  alle  drei  Wochen  im  Anschluss
an  die  Hauptdampler.

Näheres  ertheilt  in  Hamburg:  (20)

Wegen  Fracht  der  Schifsmakler  August  Bolten,  Wm.  Miller's  Nachfolger,

wegen  Paseage  die  Hamburg-Amerikanische  Packetfahrt-Aktien-Gesellschaft,
sowie  wegen  Fracht  und  Passnge  die
Deutsche  Ost-Afrika-Linie,
Gr.  Reichenstrasse  25/27.
TVerantwortlicher  Redalteur  für  den  nichkamtlichen  Thell:  O.  Mertinat,  Berlin.
Druck  und  Verlag  der  Königlichen  Hofbuchhandlung  und  Hofbuchdruckerei  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Berlin  8W  12,  Kochstrabe  68—71.
Ausgegeben  am  381.  Ollober  1696  um  0  Uhr  nachmittags.
        <pb n="779" />
        Deutsches  Kolonialblatt.

Amtsblatt  für  die  Schutzgebiete  des  Deutschen  Reichs.

herausgegeben  in  der  Holonial-Ablheilung  des  Auswärligen  Amits.

 

VII.  Jahrgang.  QDT  berlin,  15.  Rovember  1896.  Uummer  22.

Diese  r**  crichein!  in  der  Regel  am  1.  und  15.  *52  Monatt.  Lerfelben  ere  als  Beiheste  beigefügt  bie  mindestens  einmal  oueelisund
Gelebrten  aus  den  deutschen  Schutzgebieten“,  herausge  Sio  o  ,  r.  Freiherr
.  kelman.  Der  vierlelfährliche  Abonnementspreis  n  d  as  Kolen  al#n  46  ’un  deen-  6ensihhesten  beträgt  beim  Bezuge  durch  die  Post  und  die
lninnr  Mk.  3,—,  direkt  un  .  Streifband  durch  die  Verlagsbuchhandlung  Mk.  3.50  für  Deutschland  und  Oesterr#  reich  gia  dee,  e  3,75  für
die  bänder  d  s  Wslwonoktensd  —  ssikudsmgkn  und,  Anfragen  sind  au  die  b  nigli  o  Hofbuchhandlung  von  Erust  Siegfricd  Mittler
S#hn:  Verlin  S8W  12,  Audhltralte  63—  71,  zu  richten.  —  in  der  Zeilnn  igs  ·  Breiolisie  für  1806  unter  Nr.  1916.  )

 

-

Inhalt:  Amtlicher  Theil:  Allerhöchste  Verordnung,  betr.  Stellenbesebung  bei  den  Schutztruppen  S  S.  097.  —  Ertheilung
von  Ermächligungen  zur  Beurkundung  des  Personenstandes  an  die  Gerichtzaffessoren  Tnr.  Golinelli  und  Fischer  sowie  den
Verwaltungsbeamten  v.  Bunsen  und  den  Premierlieutenant  v.  Burgsdorff  S.  697.  —  Nunderlaß  des  Kaiserlichen
Gouverneure  von  Deutsch-Ostafrika  etreffend  die  gesundheitspolizeiliche  Kontrole  der  von  Bombay  kommenden
Seeschisse  S.  6968.  —  Verordnung  des  Kaiserlichen  Gouverneuts  von  Deutsch-Ostafrika,  betressend  die  Benennung
der  Zollämter  S.  699.  —  Nachweisung.  der  Brutto-Einnahmen  bei  der  Zollverwaltung  für  Deutsch-Ostafrika  für
de  Monate  Juli  und  August  1896  S.  699.  —  Vertheilungsplan  der  Schutztruppe  und  Landespolizei  von  Deutsch-Ostafrika

  am  30.  September  1896  S.  r0  —  Personalien  S.  700.
Nichtamtlicher  Theil:  Personal-Nachrichten  S.  706.  —  Deutsch-Ostafrika:  Ueber  eine  Expedition  nach
Ugog0,  Jrangi,  Burungi  und  Usiomi  S.  706.  —  Ueber  die  Lage  der  Station  Bukoba  im  Juni  1896  S.  ros.
Ueber  Höhlen  bei  Bukoba  S.  709.  —  Besuch  des  englischen  Admirals  Rawson  in  Dar-es-Saläm  S.  710.  Geschäftsbericht
  der  Eisenbahn-Gesellschaft  für  Deutsch-Ostafrka  (Usnmbara-Linie)  zu  Berlin  für  -  Jahr  1895  S.  711.
—  Kamerun:  Pflanzensendungen,  der  botanischen  Centralstelle  nach  Kamerun  S.  713.  —  Deutsch-Neu-Guinea:

Schutzpockenimpfung  S.  713.  Von  der  Forschungserpedition  S.  713.  —  Reise  S.  M.  S.  „Möwe“
Aus  dem  Bereiche  der  Missionen  und  der  Antisklaverei=  Bewegung  S.  71  4.  Aus  fremden
Kolonien:  Handel  und  Schifffahrt  der  Philippinen  in  den  Jahren  1894  und  1895  S.  717.  Handel  von

Mauritius  S.  720.  —  Französische  Kolonialschule  S.  720.  —  Verschiedene  Mittheilungen:  Weltausstellung  in
Brüssel  1897  S.  720.  —  Ergebnisse  der  Reichspost=  und  Telegraphenverwaltung  während  der  Ctatsjahre  1891  bio
1395  S.  721.  —  Aitteratur  S.  723.  —  Schifföbewegungen  S.  724.  —  Verkehro  Nachrichten  S.  724.  —  Wyeigen.

Amtlicher  Theil.
Geletze;  Perordnungen  der  KReichsbehörden.

MA##  Ihren  Vortrag  bestimme  Ich  für  die  afterkanischen  Schutztruppen:  Die  Stellenbesetzung  der
Offiziere,  Sanitätsoffiziere  und  oberen  Militärbeamten  und  die  eintretendenfalls  erforderlich  werdenden
Beförderungen  zu  den  Chargen  bleiben  Meiner  Entschlleßung  vorbehalten.  Die  Chargenbezeichnungen
haben  denen  Meines  Heeres  zu  entsprechen.  Die  Osfiziere  und  Sanitätsoffiziere  erhalten  Patente  ihrer
Chargen,  die  oberen  Militärbeamten  Bestallungen.  Den  von  Ihnen  hiernach  zu  stellenden  Anträgen  auf
Zutheilungen  und  Beförderungen  ist  im  Allgemeinen  die  heimische  Anciennetät  zu  Grunde  zu  legen.

Neues  Palais,  den  10.  November  1896.

(L.  S.)  (gez.)  Wilhelm  I.  R.
(agcz.)  Fürst  zu  Hohenlohe.
An  den  Reichskanzler.

Ertheilung  von  Ermächtigungen  zur  Beurkundung  des  Personenstandes.

Auf  Grund  des  §  1  des  Gesetzes,  betreffend  die  nb  und  Beurkundung  des  Personenstandes
  von  Reichsangehörtgen  im  Auslande,  vom  4.  Mai  1870  (B.  G.  Bl.  S.  599)  in  Verbindung  mit
        <pb n="780" />
        —  698  —

§  4  des  Gesetzes,  betreffend  die  Rechisverhältnisse  der  deutschen  Shutzuebier  9  G.  Bl.  1888  S.  75)
nd  mit  der  Allerhöchsten  Verordnung  vom  21.  April  1886  (R.  G.  Bl.  S.  128)

1.  dem  mit  den  Geschäften  der  Bezirkshauptmannschaft  zu  betrauten  Königlich
preußischen  Gerichtsassessor  Dr.  Golinelli,
2.  dem  mit  den  Geschäften  der  Bezirkshauptmannschaft  zu  Otyimbingue  betrauten  Königlich
preußischen  Gerichtsassessor  Fischer
für  ihre  Person  und  für  die  Dauer  ihrer  amtlichen  Thätigkeit  im  südwestafrikanischen  Schutzgebiet  die
allgemeine  Ermächtigung  ertheilt  worden,  bezüglich  aller  Personen,  welche  nicht  Eingeborene  sind,  bürgerlich
gültige  Eheschließungen  vorzunehmen  und  die  Geburten,  Heirathen  und  Sterbefälle  derselben  zu  beurkunden.

Die  gleiche  Ermächtigung  wurde  dem  Verwaltungsbeamten  v.  Bunsen  für  die  Fällc  der  Abwesenheit
oder  sonstigen  Behinderung  des  Standesbeamten  im  Bezirke  Keetmanshoop  ertheilt.

Durch  Anordnung  des  Kaiserlichen  Landeshauptmanns  für  Südwestafrika  ist  mit  Genehmigung
der  Kolonialabtheilung  des  Auswärtigen  Amtes  der  Bezirk  Gibeon,  bestehend  aus  den  Gebieten  der
Kapitäne  von  Gibeon  und  Gokhas,  sowie  von  Grvotsontein,  in  provisorischer  Weise  von  der  Bezirkshauptmannschaft
  Keetmanshoop  abgetrennt  und  zur  eigenen  Bezirkshauptmannschaft  erhoben  worden.

Die  Verwaltung  dieses  neuen  Bezirkes  ist  interimistisch  dem  Verwaltungsbeamten,  Premierlieutenant
der  Reserve  v.  Burgsdorff  übertragen  und  demselben  auf  Grund  der  oben  angeführten  Gesetzesbestimmungen
  für  seine  Person  und  für  die  Dauer  seiner  interimistischen  Funktionen  zugleich  die  allgemeine
Ermächtigung  ertheilt  worden,  in  dem  genannten  Bezirke  die  gleichfalls  oben  angeführten  standesamtlichen
Befugnisse  auszuüben.

Im  Falle  der  Behinderung  des  Verwaltungsbeamten  v.  Burgsdorff  bleibt  der  Königlich
preußische  Gerichtsassessor  Dr.  Golinelli  nach  wie  vor  zur  Wahrnehmung  der  standesamtlichen  Befugnisse
in  dem  Bezirk  Gibeon  ermächtigt.

Das  Koiserliche  Gericht  in  Keetmanshoop  bleibt  auch  künftighin  für  den  neuen  Bezirk  Gibcon
zuständig.

 

Verordnungrun  und  Mitktheilungen  der  Behörden  in  den  Schungebieken.

Nunderlaß  des  Kaiserlichen  Gonverneurs  von  Deutsch-Ostafrika  an  sämmtliche
Dienststellen  in  Dar-es-Saläm,  an  die  Bezirksämter,  das  Bezirksnebenamt  Saadani,
die  Station  Lindi  sowie  die  Haupt=  und  Nebenzollämter.

Nach  amtlich  hierher  gelangter  Mittheilung  ist  in  Bombay  die  Beuleupest  ausgebrochen.  Mit
Bezug  auf  Nr.  3  des  Runderlasses  vom  15.  Juni  1896  wird  hierdurch  angeordnet,  daß  die  von  Bombay
direkt  oder  auch  auf  Umwegen  kommenden,  emen  Hafen  des  Schubgebietes  aulaufenden  Seeschisse

der  gesundheitspolizeilichen  Kontrole  gemäß  den  Vorschriften  vom  15.  Juni  1896  (vergleiche  Deutsches
Kolonialblatt  vom  15.  August  1896,  S.  526  f.)  zu  unterwersen  sind.

Dar-es-Saläm,  den  28.  September  1896.
Der  Kaiserliche  Gonverneur.
In  Vertretung:
(L.  S.)  (gez.)  v.  Natzmer.
        <pb n="781" />
        699

Verordnung  des  Kaiserlichen  Gouverneurs  von  Deutsch-Ostafrika,  betreffend
die  Benennung  der  Zollämter.

«  Durch  Verfügung  des  Kaiserlichen  Gouverneurs  von  Deutsch-Ostafrika  sind  die  Zollämter  zur
leichteren  Unterscheidung  und  Bezeichnung  unter  Belassung  der  bisherigen  Amtsbefugnisse  in  nachstehende
Klassen  eingetheilt  und,  wie  folgt,  benannt  worden:

a)
b)

„Hauptzollämter“,  wie  bisher,
„Zollämter  I.  Klasse“,  die  von  Zollamtsassistente

Lindi  und  vom  1.  April  k.  Is.  ab  auch  Pangani,

.

Simba-Uranga,  Mohorro  und  Schole,

d

n  I.  Klasse  verwalteten  Amtsstellen  Saadani,

„Zollämter  II.  Klasse“",  die  von  Zollamtsassistenten  II.  Klasse  verwalteten  Amtsstellen  Kwale

„Zollämter  III.  Klasse“,  die  übrigen  mit  farbigen  Beamten  besetzten  Amtsstellen.

Nachweisung  der  Brutto-Einnahmen  bei  der  Zollverwaltung  für  Deutsch-Ostafrika
  im  Monat  Juli  1896.
(Eine  Rupie  zum  Kurse  von  1,225  Mk.)

 

Hohzschlag.

Nebe

n  ·

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zölle  für  Schifffahrts  ·
Haupt-Zollamt  AusfuhrEinfuhr  Abgabe  GebührenEmnahmen  Insgesammt
—  u——1x—W—□ut———————  Pff.
|  1  1  -  :
Tangg  1798  5011510  03  24  —  101  4016  O06|13750  35  —  16844  42
Pangani  1132  45  4692  36  5  —  12  27  15  15857  57  =  7175  91
Bagamooo  33927  17145973  12  13  —  11  54  26  4679952  01  =  97941  22
Dar-es-Saläm.  5277  3518600  12  42  —  21  02  39  1623980  01  =  29375  52
Kilwa  ..  7501  1910041  12  39  —  876  443  1918941  27  =  23203  24
Mikindani  7959  2710567  05  15  —  10  119  42  18663  20  =  22862  56
Zusammen  57597  01101384  16  1388  —  46%  141161145  13  197402  87
—  —  —  —  9
70556  Mk124195  Mk.,169  MT.  Mk.  1225  Mk.
34  Pf.  71  Pf.  05  Pf.  50  Pf.  27  Pf.  1

*)  Mit  Berücksichtigung  einiger  Reste  stellt  sich  die  Gesammteinnahme  auf  193  114  Mk.  45  Pf.

Der  Werth  der  Ausfuhr  bei  sämmtlichen  Stationen  im  Juli  1896  betrug  418  101  Nup.

Der  Werth  der  Einfuhr  bei  sämmtlichen  Stationen  im  Juli  1896  betrug  926  257  Rup.

Im  Monat  August  1896.

(Eine  Rupie  zum  Kurse  von  1,24125  Mk.)

512  173  Mk.  72  Pf.
1134  664  Mk.  82  Pf.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zölle  für  Saehfahn.  Holzschlag=  Neben-Haupt-Zollamt
  AusfuhrEinfuhr  Abgabe  GebührenEinnahmen  Insgesammt
Rp.  P  Rp.  B.  Rp.  P.]  RNp.  P.]N.  P.]  Rp.  P.  —  Mk.  Pf.
Tange  2195  14423  344%  13067  88
Panganie  2532  34160  10  ——  43  20  16  515752  51  =  7140  66
Bagamoyoo  22360  544  3  12  —  30  43  37  27/41972  26  =  52098  25
Dar-es-Saläm  3272  4313305  19  45  ——  56  1  57  2615987  06  =  19843  98
Ailwa  8346  15  37  310  444  ie  u
Mikindani.  12368  36  5185  40  12  —  2  06  —  637569  17—  21807  85
ZusommenSlore  d  s0  =  U]  9kososs  13  -134096  21
63398  Mfk.69465  Mk.  155  Mk.  763  Mk.  313  Mk.
16  P.  26  Pfl  16  f  17  .  9  -f.

Der  Werth  der  Ausfuhr  bei  sämmtlichen  Stationen  im  August  1896  betrug  368  535  Rup.
Der  Werth  der  Einfuhr  bei  sämmtlichen  Stationen  im  August  1896  betrug  568  821  Rup.

 

457  444  Mk.  07  Pf.
706  049  Mk.  07  Pfl.
        <pb n="782" />
        —  700  —

Perspnalien.

Durch  Allerhöchste  Kabinets-Ordre  vom  10.  November  1896  sind  folgende  Veränderungen  in  den
Schutztruppen  bestimmt:  -

I.  Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika:

Dem  Hauptmann  außer  Diensten  und  Oberführer  v.  Natzmer  wird  der  Charakter  als  Major
verliehen,  der  Hauptmann  außer  Diensten  und  Kompagnieführer  Frhr.  v.  Eberstein  wird  zum  Hauptmann
und  Kompagniechef  mit  einem  Patent  vom  19.  Oktober  1893  ernannt,  die  Premierlieutenants  außer
Diensten  und  Kompagnieführer  Johannes  und  Herrmann  werden  zu  Hauptleuten  und  Kompagniechefs
mit  einem  Patent  vom  25.  Juli  1894,  der  Kapitänlieutenant  außer  Diensten  und  Kompagnieführer
Fromm  wird  zum  Hauptmann  und  Kompagniechef  mit  einem  Patent  vom  12.  September  1895  ernannt,
die  Premierlieutenants  außer  Diensten  und  Kompagnieführer  Leue,  Langheld  und  Namsay  sowie  der
Premierlientenant  außer  Diensten  und  Kompagnieoffizier  v.  Kleist  werden  zu  Hauptleuten  und  Kompagniechefs
  mit  einem  Patent  vom  19.  Oktober  1896  ernannt,  der  Sekondlientenant  außer  Diensten  und  Kompagnieführer
  Prince  wird  zum  Hauptmonn  und  Kompagniechef  vorläufig  ohne  Patent  ernannt,  die
Premierlieutenants  außer  Diensten  und  Kompagnieossiziere  Schlobach,  v.  Wissmann,  Brosig,  Kielmeyer,
  Kollmann,  v.  Beringe,  Engelhardt,  Glauning,  Jany,  Charisius,  v.  Stocki,  Fonck
(August),  Storch  und  Merker  werden  zu  Premierlientenants  mit  ihrem  bisherigen  Patent  ernannt,  die
Sekondlieutenants  außer  Diensten  und  Kompagnicoffiziere  Fonck  (Heinrich),  v.  Grawert,  Kuhlmann,
Schnorrenpfeil,  Stadlbauer,  Albinus,  v.  der  Marwitz,  v.  Stuemer,  Graf  Fugger,  v.  Glött,
Passavant,  Braun,  v.  Wulffen  und  v.  Trotha  werden  zu  Sekondlicutenants  mit  ihrem  bisherigen
Patent  ernannt,  der  Hauptmann  außer  Diensten  und  Kompagnieführer  Fischer  wird  unter  Stellung  à  la
suite  der  Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika.  und  gleichzeitiger  Kommandirung  zur  Dienstleistung  beim
Auswärtigen  Amt  zum  Hauptmann  mit  einem  Patent  vom  15.  September  1892  ernannt,  dem  Oberstabsarzt
  2.  Klasse  außer  Diensten  und  Chefarzt  Dr.  Becker  wird  der  Charakter  als  Oberstabsarzt  1.  Klasse
verliehen,  der  Stabsarzt  außer  Diensten  und  Oberarzt  Gärtner  und  der  Stabsarzt  außer  Diensten  und
Arzt  Dr.  Berg  werden  zu  Stabsärzten  mit  ihrem  bisherigen  Patent  ernannt,  die  Assistenzärzte  1.  Klasse
außer  Diensten  und  Aerzte  Ollwig,  Zupitza,  Dr.  Simon,  Hösemann  und  Dr.  Eggel  werden  zu
Assistenzärzten  1.  Klasse  mit  ihrem  bisherigen  Patent  ernannt,  der  Assistenzarzt  1.  Klasse  außer  Diensten
und  Arzt  Dr.  Drewes  wird  zum  Assistenzarzt  1.  Klasse  mit  einem  Patent  vom  21.  Januar  1896

 

Vertheilungsplan  der  Schutztruppe  und  Landespolizels

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Anmerkung:  2  hinter  dem  Namen  =  krank,  c  hinter  dem  Namen  —  kommandirt
·  ·  —
At.  Kom-  Kom-  ·-  Zahl=  DOberder
  Garnison-  Ober-  n  Lieu-  Ober-  *)  -  Ser-  Unterman-
  pagnie-  S  Aerzte!  meister=  feuer=  Feldwebel  «
Kom-  ort  v  —  tenants  ärzte  .  ·  geanten  offiziere
aani  eur  führer  S  aaspiranten  werker
pagnie
I.  Schutztruppe.
—  v.  Fischerc  .  Beringe—  Dr.  8  Kieferle  Engel-  —  Benlewitz]  Ritterc
Natz-  *  BludauTröger  hardt  .
Stabm---«-».  mer*  2  5  n
Nm  4  Schreber  #
—
Moschi  ——  NSohannes  Merker  ——  Dr.  Eggel-Körner  11—  —  Bartscher!—
-P*v-Marangu
  —  —  —  —  —  —  —-  —  —  —  Lembcke  —  —
Kisuani  —  —  —  v.  Stuemer  ——  —  —  —  —  —  —  Reisewitz
        <pb n="783" />
        701

ernannt,  die  Assistenzirte  2.  Klasse  außer  Diensten  und  Aerzte  Dr.  Meyer,  Dr.  Reinhard,  Uhl,
Dr.  Bludau,  Hofft,  Dr.  Stierling  und  Dr.  Schreber  werden  zu  Assistenzärzten  mit  ihrem  bisherigen

  Patent  ernannt.

Den  Premierlientenants  Charisius  und  Storch

wird  auf  ihr  Gesuch  das

Kommando  zur  Schutztruppe  nach  Ablauf  ihres  Kommandos  zu  derselben  auf  weitere  3  Jahre  verlängert,
der  Hauptmann  außer  Diensten  und  Kompagnieführer  Scherner  scheidet  auf  sein  Gesuch  vom  24.  August
1896  mit  der  gesetzlichen  Pension  nebst  Aussicht  auf  Anstellung  im  Civildienst  und  der  Erlaubniß  zum
Tragen  der  bisherigen  Uniform  mit  den  für  Verabschiedete  vorgeschriebenen  Abzeichen  mit  dem  30.  November
  d.  Is.  aus  der  Schutztruppe  aus,  der  Stabsarzt  außer  Diensten  und  Oberarzt  Dr.  Schwesinger
scheidet  auf  sein  Gesuch  vom  21.  August  1896  mit  der  gesetzlichen  Pension  mit  dem  30.  November  d.  Is.
aus  der  Schutztruppe  aus.

=

II.  Schutztruppe  für  Kamerun:

Die  Sekondlieutenants  außer  Diensten  und  Kompagnicoffiziere  Frhr.  v.  Stein  zu  Lausnit  und
Nolte  werden  zu  Sekondlientenants  mit  ihrem  bisherigen  Patent  ernannt,  der  Assistenzarzt  1.  Klasse
außer  Diensten  und  Arzt  Dr.  Lichtenberg  wird  zum  Assistenzarzt  1.  Klasse  mit  dem  bisherigen  Patent
ernannt.

III.  Schutztruppe  für  Deutsch-Südwestafrika:

Der  Premierlientenant  Bethe  wird  unter  Beförderung  zum  Hauptmann  und  Kompagniechef  in
die  Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika  versetzt.  »

—

Dem  Gerichtsaltuar  Mann  in  Sebbe  ist  die  etatsmäßige  Stellung  des  Kassenverwalters  bei  der
Kaiserlichen  Landeshauptmannschaft  in  Togo  übertragen  worden.

Dem  Wegebauaufseher  beim  Kaiserlichen  Gouvernement  in  Deutsch-Ostafrika  F.  Drescher  ist  das
Allgemeine  Ehrenzeichen  verliehen  worden.

von  Deutsch-Ostafrika  am  30.  September  1896.

hinter  dem  Namen  und  bei  den  Ziffer

mn  =  siehe  Bemerkungen.

 

 

 

 

 

 

 

 

1  1  1#
8  Farbig.
Ober=  sLazareth.  Etatse!  7  5  "7  –.
lazareth=  mäßige  r  Char=  Askaris  Armirung  Bemerkungen
gehülfen  gehülfen  Schreiber  KHsfendi:  en  J  regu)  irre-2
  56  läre,  guläre  Art.  Depot:
I.  Schutztuuppe.
1  Bootskanone  8  cm)  Oberführer  v.  Natzmer  auf  In-Weidner
  Kezewan  Feldwebell  —  Nickl!l.—  —  —  —  5  Revolverkanonen  spektionsreise  im  Süden
iolland  pelt  1c  3,.7  em“  davon  2  an  die  Flottille  abgegeben
Unteroffiz.  1  Schnellladekanone
Triebel  3.47  cm  "  .  .
Oberlazar  4  ital.  Berggeschütze  Zahlm.  Asp.  Tröger  wird  nach
eh  „7  em  indi  versetzt
Sieler  5  Maschinengewehre
.  Smm
"  *v.  6  1  Berggeschü
EEIIIIEIIEIIEIEIE  uurich
Q  –  —
·  1  Schnellladekanone
—  —  —  —  —  —  —  1  20  —  bn‚"7  em
—  1  1  desgl.  47  em
—  Fleiscchk-—  1  2—  —

 

 

 

mann
        <pb n="784" />
        702  —

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

—  —  —  —  —  —  —
rr.  Kom-  Kom-  —  Zahl  OberderGarnison-
  man=  Ober-  5r  Lieu-  Ober-  Aerzt  “5  hl-  ·  Feldwebel  Ser-  Unter-E
  rzte  -  i  -  -  eldw  ..
Kom-  ort  deur  führer  pagnie  tenants  ärzte  *“v  .  meister  feuer  geanten  offiziere.
pagnie  führer  S  aspirantenwerker
.
’.  Stier-  .  .  .  set-H
2.  Perondo  —  —  FPrince  —  —  brien  *r*Winkler  —  5piegel  —  s
v.  Wiss-  «
A  Ists-«  —  —  —  *  —  —  —  —  —  v“n  Richter  Knaust
5  Passavant  Dr.  uehl  Görn  MeuserBuchner
+  –
Kielmeyer"  „
Kilimatindei  —  —  Stadllpr  Nein-  —  ½3  —  Krauße  Mertlk  sWitkowsl
baur  har
4.  -  —  —  —  4  —  ——  —
Skiba
Mpapua  —  —  —  Glaunin  —  —  —  —  —
Perondo  —  —  —  v.  Stoci  —  —  —  —  —  —  —  —  Stephan
Auf  Expeditiom  —
Kilossa—  Man-—  —  —  v.  Kleist  -—  —  —  -—-—  —  —  —  —
gatua  #
5  Fonk  1  Gori  Hopp  *
Schlobach  1n  A  siman:
Dar-es-Salß  —  —  —  v.  TrothU  —  —  —  —  —  Pannewitz  ustm
Schnorren  ·  sangenpfell
  &amp;amp;  emper
—  —
6.  Kilwa  —  —  —  Kuhlmann——  Ollwig  —  —  —  —  Liebhardt  ee
.  Bro  r
7.  Pangani  —  —  —  Vrosig  —  —  —  —  —  —  —  Freytag  Dorne
—  —
Lachen-8.
  Lindi  —  —  Fromm  Albinus—  —  Dr.  Verg—  —  —  —  Sommer  mair
Jahn
9.  Udjidji  —  —Ramsay]  Fonck  IlllM,  PHösemann  —  Fritsch  —  Köhler  —  Ullmann
Müller.
0.  Tabora  —  —  —  Jany——  Dr.  —  Jost*  —  Markgraf  —  Matz
Drewes  Wulff?
.  Bukoba  —  —  Herrmannsfv.  Wulssen———  Zupiha  —  Körner  L  —  Salomon  Peschke
11.
-  -  Wasie-Schlee
M  —  —  —  ——  —  —  —  —  —  —-uanza
  Kollmann  lewski  Hoffmant
ra  -
12.  Kilossa  —  —  —  Fugger  —  —  Hofft  —  —  —  —  Kersten
v.  Glött  Noe
242  D.
Auf  Expedition  Trothal  —  —  —  —  —  —  —  —  —  Kamp  —  —
Zusammen  1  1  6  23  11—  12  1  7  1  7  13  26
II.  Landespolizei.
Tangg  —  —  —  —  —  –  —  —  —  —  —  Feldmann  —
Masinde  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  Hentschel!  Inenke-  —
        <pb n="785" />
        703

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

9  9.  2  Far  b  i  ge
Ober-  LazarethEtats  *  3  2  -  8  8
lazareth-  »  mäßigeZEZEE  Char-  Astaris  Armirung  Bemerkungen
..  gehülfen  ibe  6  Eskendi  Char-  »
gehülsen  Schreibere  gen  regu-  irre-—
  läre  guläre
"v  1  ital.  Berggeschütz
—  —  —  —  1  5  106  15  l‚7  cm
1  Maschinengewehr  9m
*  9
—  Scharfen-  —  —  1  2  10  79.  17  —  13  Mann  auf  auf  Expedition  Kilossa
berger
1  ital.  Berggeschütz  t.  Merl.
—  —  —  —  —  —  —  6  82“  —  „/  cm  lutenent  lelseen  ine
1Maschinengewehr  'mm  Mann  der  5.  Komp.  Dar.es-Sal.
——  1  Schnellladetanone  ———————
Wiest  —  —  —  —  —  5  40  —  ·
1  Nordenfeltgeschut
Prinage  —  —  —  —  1—  5  39  2  r!8F  )!
*“  —  28  13  Mann  sind  von  der  3.  Komp.
—  —  —  —  —  1  3  13  —  —  vieut.  Fond  I  zwecks  Uebernahme  der
3  8.  Komp.  nach  Lindi  versent  lrani
□  —  E  ir  Hobp  lon  e  eldw.  Kayser  in  Mikin
Geh.  Schir  wird  1  aubt
Machirkt  von  *  4.  Komp.  3  Mann
Schuster  mD,.ö.  —  25  —  *?s
1#  Schirpke'  1  1  11*  au  —  —
g  ammen  II  Mann,
wovon  1  in  der  Ard  Abtheilung
*  3  leichte  Feldgeschüße  *  3  Mann  der  5.  Komp.  Dar:es:
—  Eisen  —  —  —  1  9  97*  4  Salãm  attachirt
Loegel  —  —  —  —  —  1  7  100  25  —
’  .  ...  us  b  D
Juucht  TMI“¼  „  „%  „  ½  eichte  Fethgeschuße,  n
nicht  K  73  2  Mann  der  5.  Komv.  Oar.es-Sal.  aul.
—  Pfeuffer  —  —  —  —  8  115  10  —
6  *  1  Schnellladelanone  *  Zahlmeisteraspirant  Jost  und
Aimer  —  —  —  —  5-  —  k  „  Unteroffizier  Wulff  noch  auf
1  Schnellladekanone  dem  Marsche  nach  Tabora
1  Maschinengewehr  Laz.  Geh.  Jurock  b  rursa
Jurock-  Näwd  *  „„  5  6  17  Kkasch  9  h  Gh  e  teufe  Beurlau
—  Lieul.  Koumann  eene  Krankheit  anu
*  1  Schnellladekanone  dem  Mariche
—  Herckert  —  —  ———  3  57  9  3,90%  v  Eecherr  44%%  Veurlaubum
gur  Küste  beordert
1  Schnellladekanone
12  —  45%  *5  Mann  der  5.  Komp.  Dar-es
—  —  —  —  ——  —  25  1  Maschinengewehr  Saläm  attachirt
Sauer2:  2  —  —
—  brey  9  45  ,
5  18  3  —  215  38  8  1289  145  zo
II.  Landespolizei.
Ofsen=  —  —  —  2  leichte  Feldgeschütze
wanger  3  51  K/73
*  1  0  15  *  Auf  Antrag  des  Gouvernement

 

 

 

 

 

 

 

auf  Expedition
        <pb n="786" />
        —  704

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

i
Garnis  Kom=  Ober-Kom-  Lieu.  Dber-  uerns-  Zahl=  Ober-  Ser-  unterrnisonor
  man-  ie-  2  ister=  „geldwebel  «
deur  führer  pagnie  tenants.  ärzte  erzte  .  ne  ister·  sfeuer-sFeldwebel  geanten  offiziere
führer  S  S  aspiranten  werker
*
Pangani  .  —  —  —.  —  —  —.  —  —  —  —  —  Grimm
Saadan  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  Petrowit
Bagamoyo  —  Leue  —  —Gaert  z  ;zg  —|  —  Krause  —  —
....  net
Dac-es-Sacåm..—  —  —  —  —  —  —  —  —  —  Mutter  —  —
Kisalll  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  Bittner
ti  —  Fhr.  v.
Kilhoa  Eberstein  —  —  —  —  Pfendtner
Donde  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  Lustig  —
Lind  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —
Mikindan  —  —  —  —  .  —  —  —  —  Kayser  *  —  —
Langenburg  .  ..  —  —  —  —  —HDr.  Meyer  —  —  —  Haegele  —  —
Zusammen—  —  2  —  —1  1  □—  .  —  —  1  5  3  4
III.  Beurlaubt  nach  Europa.
LangheldXCharisius  Dr.  [Dr.  Simon  Stamm  Wallner  Frahm
—  —  —Schernerv.Grawett-Schwe-Dr.  Teppe  —  Henschle  Einogg  —
Podlech  Engelhardt  singer  Koerfer  Kuhnen
Storch  Zickenv.
  d.  Mar-  draht
witz
Zusammen  —  —  3  5  —  1  2  —  4  —  2  2  —
Kommandirt.
—  —  1  —  Fischer,  Schlobachh  -  —  —  —  Kuhnen—  —  Meuser  e
s«  .E··ibu-  um  ri.
Berlin  bent  n  c  Sikukbte)  momru-Charisius
  —  Kolontal.  1
zum  Auc.  Abtheilung
wärtigenmi
—  Kol.-Abtb.
Krank.
Schnorren.
Dr.
—  —  —  —  virus-—  -«»—  —  —  —  —
1  1  2  4  Schreber/
Rekapitulation.
I.  Schutztruppe  1  1  6  23  11—  12  7  7  13  26
II.  Landespolizei  —  —  2  *  1  ;  —  *  E  3
III.  Beurlauit—  —  3  5.  1  22  4  —  2  2
Zusammen  1  1  11  28  112  15  11  1  14  18  30
        <pb n="787" />
        705

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

8  8#.„
8  ar  bige
lazareth=  mäßigel  1  Askaris  Armirung  Bemerkungen
gehülfen  Schreiber  -  *s  gen  —  irre-S
  S  läre  guläre
3  —
—  *  —  —  „  1  23  —  4  Boetstanonen
)  s
*  —  —  —  1211  1  18  I2  leichte  Ktspeschüti
  s
E  l  ·  .  .-Häcker
  —  —  #[A„ÜAIA„e.  5  6  39  —  Sleichte  Rnseschüt.
I  I  4leichteFeldgefchütze
—  —  —  —  —  —  1  2  58  —  K/73
I  .  lRevolvekkanoneZ,7c-m
—  —  —  ————1l9  »  5  —
—  —  —  —  ——  —  5  "  40  —  —
—  —  —  —  —W——  14  —  —
—  —  —  —  1  11  —  —
2  leichte  Feldgeschütze  Feldw.  Kayser  kommt  zum  Ur-Voelkner
  —  —  —  —  1  26  —  K/73  laubsantritt  nach  Dar-es-Sal.
—  Schmaus  —  —  —  4  45  50  —
2  2  —  —  2  24  349  55  v
III.  Benurlaubt  nach  Europa.
—  WernerOberlazaa  —  Unruh——  —  —  —  —  —
rethgehülfe
Herbsleb
—  1l1-I1l——»—-!—i—  —
Kommandirt.
—  —  —  —  —  11*1  —  —  —  —  —  *  zum  Bezirksamt  Dar-es-Salam
l
Krank.
—  Viollandl!  —  1  —  —  J  —  —  —  —  —  D  Lazareth  Dar-es-Salam
1  1
Rekapitulation.
5  13  3  —  2  5  8  95  1339  145  36
2  2  —  —  —2  24  349  55  20
*P  70
*  16  4  —  3:n50  19  /„1688  200  56
        <pb n="788" />
        —  706  —

Nichtamtlicher  Theil.

Personal  ·  Nachrichten.  Der  Sekretär  beim  Kaiserlichen  Gouvernement
Deutsch-  Ostafrika.  Geyger  hat  nach  Ablauf  seines  Urlaubs  die  Rück-1


I  .

Der  Buchhalter  beim  Kaiserlichen  Gouvernement  reise  nach  Kamerun  angetreten.
l

 

Häberle  ist  nach  Dar-zes-Saläm  abgereist.
m  »  ·  Der  für  die  Stelle  des  Assistenten  auf  der
Der  als  Bauzeichner  in  den  Dienst  des  Kaiser-  Yaundestation  angenommene  Bautechniker  Hinnrichs

lichen  Gouvernements  getretene  Bautechniker  R.  sowie  der  Schiffszimmermann  Wetzel  sind  nach
Schmidt  reist  Ende  des  Monats  nach  Dars=  es-  #  Kamerun  abgereist.

Saläm  ab.  1
1
Die  Premierlieutenants  Gansser  und  Bresler  Togo.
sowie  der  in  den  Dienst  des  Kaiserlichen  Gouverne-  4#  J  »  »
ments  getretene  Landmesser  Boehler  reisen  für  den  Der  Büreaudiätar  Holtzheimer  in  Togo  ist
Dienst  der  Landesvermessung  demnächst  nach  Dar-  krankheitshalber  aus  dem  Dienste  der  Kaiserlichen
es-Saläm  ab.  Landeshauptmannschaft  ausgeschieden  und  nach  Deutsch-—

  land  zurückgekehrt.

Die  für  die  Flottille  des  Kaiserlichen  Gouvernements
  angenommenen  Steuermänner  Bradhering

und  E.  Stiehler  sind  nach  Dar-es=  Saläm  Lüdwestafrika.
abgereist.  Für  das  Kaokofeld,  das  Konzessionsgebiet  der

Südwestafrika-Kompagnie  und  das  Land  des  Häuptlings

  Kambazembi,  ist  eine  neue  Bezirkshauptmannschaft

  geschaffen  und  ihre  Verwaltung  vorläufig  dem
Der  Lieutenant  Oskar  Schmidt  verläßt  krank=  Hauptmann  Kayser  übertragen  worden.

heitshalber  das  Schutzgebiet.

Ramerun.

Nachrichten  aus  den  deukschen  Schuhgebieken.

(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  theilweise  nur  mit  Quellenangabe  gestattet.)

Deutsch-Dltafrika.  Auf  der  diesmal  von  mir  begangenen  Stanley-.
  ,..  .  .sccuRoute,durcldiesoenannte»Bitterwasser-Ueber
  eine  Expedition  nach  ugogo,  Jrangi,  Burungi  Wüldni5,  fand  sich'ter  den  Fundabergen  (Lagerplatz

"  un  Usiomi  »  Mbuguni)  reichlich  und  gutes  Trinkwasser.  Die
berichtet  Stationschef  Lieutenant  Glauning  aus  Eingeborenen  nennen  auch  nur  das  bittere  Wasser,
Mpapua  unter  dem  21.  September  d.  Is.  Folgendes:  niemals  aber  den  ganzen  ausgedehnten  Buschwald

Da  die  Besatzung  von  Mpapna  selbst  zur  Aus=  Marenga  mkali.
führung  einer  größeren  Expedition  zu  schwach  war,  Ueber  Kikombo,  das  gut  angebaute  und  etwa
wurde  die  Hülfe  der  Station  Kilimatinde  erbeten  60  Temben  zählende,  von  Wagogos  und  einzelnen
und  nach  eingetroffener  diesbezüglicher  Zusage  am  Massais  bewohnte  Buigiri  gelangte  ich  nach  Ntuguni.
15.  Juli  mit  1  Unteroffizier,  25  Askaris  und  11  Ir=  Der  Sultan  dieses  Ortes,  Madschaka,  der  schon  im
regulären  sowie  32  Trägern  der  Marsch  durch  die  vergangenen  Jahre  von  Lieutenant  Nachtigall  wegen
Marenga  mkali  nach  Ugogo  angetreten.  Der  auf  verschiedener  Räubereien  bestraft  worden  war,  sollte
den  Karten  verzeichnete  Name  „Marenga  mkali“  laut  Gouvernementsbesehl  vom  11.  Januar  d.  Js.,
für  das  große  von  Nyangallo  bis  fast  zum  Ruahn=  falls  er  sich  auf  eine  Vorladung  nicht  stellen  würde,
fluß  sich  erstreckende  Pori  ist  ein  sehr  willkürlicher.  nochmals  heimgesucht  und  bestraft  werden.  Trotz
Die  Gegend  ist  wasserarm;  Bitterwasser  tritt  aber  Aufforderung  der  Station  war  er  nicht  erschienen.
nur  an  einzelnen  Stellen  auf,  während  sich  an  an=  Wie  ich  erfuhr,  war  Madschaka  inzwischen  gestorben.
deren  Stellen,  z.  B.  in  einem  Wasserloch  südöstlich!  Ich  ließ  daher  dessen  Sohn  Muguge  vom  nahe-Nyangallo,
  Süßzwasser  findet.  gelegenen  Mahoma  aus  nochmals  auffordern,  zum
        <pb n="789" />
        Schauri  zu  kommen,  andernfalls  würde  ich  ihn  bekriegen.
  Als  ich  kurze  Zeit  nach  Absendung  des
Boten  selbst  aufgebrochen  war,  um  den  Ort  im  Falle
der  Weigerung  des  Sultans  zu  überfallen,  sahen  wir
nicht  weit  von  Ntuguni  einen  Haufen  Eingeborener
mit  einem  jungen  Weib  an  der  Spitze  keuchend  und
im  schnellsten  Lauf  auf  uns  zukommen,  was  bei  den
Askaris  große  Heiterkeit  erregte.  Es  war  das  Weib
des  Sultans  mit  Gefolge,  das  in  seinem  Namen,  da
er  selbst  fußkrank  ist,  um  Frieden  bat,  der  natürlich
gewährt  wurde.  Der  Sultan  selbst,  ein  schlanker,
noch  junger  Mann,  wurde  durch  die  Behandlung
seines  Fußübels  und  einige  kleine  Geschenle  völlig
zutraulich  gemacht.

In  Ntuguni  wohnen  neben  den  Wagogos  zahlreiche
  Wahehes  in  fünf  gut  gebauten  Temben.  In
dem  etwa  fünf  Stunden  entfernten  Kitunda  wa  dede
hatte  ich  einen  Streit  zwischen  dem  Sohne  des  Dede
Meda  und  einem  Manne,  Namens  Materra,  zu
schlichten.  Dede  hatte  den  Vater  des  Materra  getödtet
  und  ihm  zahlreiches  Vieh  weggenommen.  Der
Aufforderung  der  Station  Kilimatinde,  zum  Schauri
zu  kommen,  hatte  er  wie  auch  später  sein  Sohn
Meda  nicht  Folge  geleistet.  Ich  überfiel  ihn  unversehens,
  nahm  ihn  gefangen  und  theilte  dann  die
Viehherde  zwischen  ihm  und  Materra  aus  Ntuguni,
worauf  ich  Meda  wieder  freiließ,  der  froh  war,  so
leichten  Kaufs  davonzukommen.

Von  da  marschirte  ich  über  den  stark  frequentirten,
  mit  Unrath  bedeckten  Karawanenplatz  Fadi  nach
Ngomoia.  Die  Einwohner  dieses  Ortes  nennen  sich
Wangomoias.  Ihre  Sprache  ist  das  Kingomoia,  das
aber  nur  von  Wenigen  noch  verstanden  wird.  Sie
sind  anscheinend  ein  im  Aussterben  begriffener,  den
Wadsandanis  verwandter  Volksstamm.  Da  ich  noch
an  demselben  Tage  weitermarschirte,  konnte  ich  mich
auf  eine  nähere  Untersuchung  dieses  vielleicht  ethnographisch
  wichtigen  Punktes  nicht  einlassen.  Ngomoia
bildet  die  Grenze  zwischen  Ugogo  und  Ussandaui
und  ist  von  demselben  durch  ein  etwa  achtstündiges
Pori  getrennt.

Den  Umweg  durch  Ussandaui  hatte  ich  deshalb
gewählt,  da  ich  feindliche  Zusammenstöße  mit  den
Waburungis  und  Warangis  vor  Beginn  der  eigentlichen
  kriegerischen  Aktion  vermeiden  wollte.

In  Ussandaui  wechseln  groteske  Felshügel  und
Bergrücken  von  mittlerer  Höhe  mit  sanften,  überaus
fruchtbaren  Thälern.  Die  Landschaft  mit  ihrem
frischen  Grün  stand  in  merkwürdigem  Gegensatz  zu
dem  trockenen  Ugogo.  Zahlreiche  Wanjamwesi  wohnen
zwischen  der  friedlichen  Urbevölkerung.  Durch  die
Landschaft  Mangasita  gelangte  ich  nach  der  Wanjamwesiniederlassung
  Kwa  Mtoro,  von  hier  durch
ein  zwölfstündiges  Pori  mit  Wasser  am  Limbo
Kikumn  nach  Kwa  Mdoda,  einem  Dorfe  von  Makua
Waduaheli  und  Wanjamwesijägern  des  Wali  von
Mkondoa.  Der  Wali,  in  dessen  Dienst  weit  über
hundert  Jäger  stehen,  die  sich  in  Irangi,  z.  B.  in
Tandalla  und  Kinduri  niedergelassen  haben  und  ihre

707

 

—

Jagdzüge  bis  zum  Guruiberg  und  dem  Kilimandjarogebiet
  ausdehnten,  hat  diesen  Leuten  sofort  nach  Bekanntwerden
  des  Jagdgesetzes  Pulver  und  Zündhütchen
  entzogen,  so  daß  sie  jetßzt  eigentlich  brotlos
sind,  da  sie  die  verlangten  Schießgebühren  nicht  bezahlen
  können  und  auch  der  Wali  nicht  in  der  Lage
ist,  für  jeden  seiner  Leure  die  Gebühr  zu  erlegen.
Die  Härte,  die  unzweifelhaft  für  diese  in  ihrem
Beruf  meist  sehr  tüchtigen  Leute  in  der  plötlichen
Entziehung  ihrer  bisherigen  Thätigkeit  liegt,  ließe  sich
vielleicht  dadurch  mindern,  daß  sie  sämmtliches  Elfenbein
  nach  der  Station  zu  bringen  hätten,  woselbst
jeder  vierte  Zahn  als  Gebühr  eingezogen,  die  wieder
freigegebenen  Zähne  aber  gestempelt  werden  müßten.
Natürlich  müßte  diese  Kontrole  auf  allen  Stationen,
auch  auf  den  Grenzstationen  für  die  aus  fremdem
Gebiet  eingeführten  Zähne  (bei  letzteren  ohne  Entnahme
  der  Schießgebühr)  stattfinden  und  ungestempelte
Zähne  an  der  Küste  beschlagnahmt  werden.

Am  20.  Juli  langte  ich  in  Mkondoa  an  und  vereinigte
  mich  mit  der  aus  zwei  Europäern  (Lieutenant
Stadlbaur  und  Dr.  Reinhard),  etwa  60  Askaris
mit  Maximgeschütz  und  etwa  20  Frregulären  bestehenden
  Abtheilung  der  Station  Kilimatinde.

Mein  Plan  war  ursprünglich,  zunächst  die  Wafiomis
  zu  bestrafen,  demnächst  die  Waburungis  und
Warangis  und  endlich  die  Massais,  um  dann  durch
die  Steppe  auf  kürzestem  Wege  zurückzumarschiren.
Da  ich  jedoch  von  Lieutenant  Stadlbaur  um  Unterstützung
  für  seinen  vielfach  noch  ganz  unbekannte
Gebiete  berührenden  Zug  gegen  die  Wangaturus
gebeten  wurde,  beschloß  ich,  die  Bestrafung  der  Wafiomis
  zuletzt  vorzunehmen,  um  von  Usiomi  aus  über
Mangati  und  Gurniberg  das  nahegelegene  Surn
zu  erreichen.

Am  28.  Juli  begann  die  eigentliche  Strafexpedition
  gegen  die  vorgenannten  Stämme.

Die  Waburungis  von  Duma,  Mura  Sogoi,
Pampaya,  Mirambo,  gegen  die  zahlreiche  Klagen
wegen  verübter  Räubereien  vorlagen,  wurden  bestraft;
das  Gebiet  des  deutschfreundlichen  Sultans  Damaß
in  Goima  dagegen  verschont,  obwohl  er  sammt  seinen
Leuten  geflohen  war.  Die  Tembe  des  Sultans  war
verlassen,  aber  vom  Dach  wehte  noch  die  deutsche

Flagge.  Aus  dem  Umstand,  daß  die  kleine  schwarzweiß-rothe

  Flagge  genügte,  das  weite  Gebiet  des
Sultans  vor  Verwüstung  und  Plünderung  zu  schützen,
mußte  auch  seinen  Stammesgenossen  ein  Verständniß
für  den  Werth  des  Besitzes  einer  solchen  Flagge
erwachsen.

Vom  1.  bis  8.  August  wurden  die  Warangis
von  Darai,  Sandalla,  Kinduri,  Buzi,  Ziwani  unterworfen.
  Der  Jumbe  von  Arimabu,  der  als  Einziger
früher  auf  der  Station  gewesen  war  und  um  Schutzbrief
  und  Flagge  gebeten  hatte,  wurde  reichlich  beschenkt.
  Die  tief  in  den  Bergen  gelegene  Landschaft
Ziwani,  an  einem  noch  unbekannten,  etwa  1000  m
langen  und  200  m  breiten  Süßwassersee  gelegen,
        <pb n="790" />
        deren  Einwohner  nach  Aussage  der  Leute  von
Mkondoa  besonders  freche  Karawanenräuber  sein
sollten,  wurde  zuletzt  unterworsen.  Interessant  waren
hier  die  rings  um  die  Felder  errichteten  niederen
Erdwälle  zur  Regulirung  der  Wasserverhältnisse  in
der  Regenzeit;  ferner  die  von  den  Eingeborenen  verwendeten
  Pfeile  mit  Messingspitze.  Von  Ziwani
marschirten  wir  nach  Mkondoa,  um  die  Kranken  und
das  erbeutete  Vieh  zurückzulassen  und  uns  neu  zu
verproviantiren.

Meine  Absicht,  die  Massais  von  Mridjo  zu  bestrasen,
  mußte  ich  vorläufig  aufgeben,  da  wir  nach
Aussage  sämmtlicher  wegekundigen  Suahelijäger  mindestens
  drei  bis  vier  Tage  ohne  Wasser  hätten  marschiren
  müssen.  Auch  der  Aufenthaltsort  der  Massais,
die  ihre  Kraals  in  den  Serianibergen  verlassen  haben,
ist  zur  Zeit  nicht  bekannt.  Ich  habe  einige  der
Suahelijäger  beauftragt,  den  dortigen  Wohynsitz  der
Massais  ausfindig  zu  machen  und  der  Station  hierüber
  Meldung  zu  erstatten.

Am  11.  August  rückten  wir  in  Ufiomi  ein.  Die
schuldigen  Stämme  wurden  bestraft,  ihre  Hütten
verbrannt.  Vieh  konnte  nur  wenig  erbeutet  werden,
da  die  Wasiomis  von  unserem  Anmarsch  Nachricht
erhalten  und  das  meiste  Vieh  schon  viele  Tage  vorher
weggeschafft  hatten.  Der  Hauptschuldige  am  Morde
Hennings,  Sultan  Giso,  war  mit  seinem  ganzen
Stamm  nach  Klein-Ufiomi  auf  der  Westseite  des
Selemaberges  ausgewandert.  Es  gelang,  ihn  mit
seinem  Sohne  und  mehreren  seiner  Leute  durch  einen
nächtlichen  Streifzug  gefangen  zu  nehmen.  Der  Sultan
Hilo  von  Haliambe,  der  sich  schon  bei  meinem  letzten
Besuch  deutschfreundlich  gezeigt,  der  Sultan  Nijeihe,
der  ein  Empfehlungsschreiben  von  Herrn  Köther
vorwies,  und  der  Hauptsultan  Uhn,  der  mich  bei
Gefangennahme  des  Giso  unterstützte,  erhielten  Schutbrief
  und  Flagge  sowie  Geschenke  an  Vieh.  Giso
und  sein  Sohn  Mande  wurden  durch  ein  sofort  zusammengerufenes
  Kriegsgericht,  dem  die  Sultane  Hilo,
Njeihe  und  Uhn,  ferner  die  drei  Sols  der  Kompagnie,
Selim  Daust,  Murgan  Selim,  Ramassan,  Unteroffizier
  Skiba,  Dr.  Reinhard  und  Lieutenant  Glauning
  angehörten,  während  Lieutenant  Stadlbaur
als  untersuchungsführender  Offizier  fungirte,  verurtheilt;
  ersterer  zum  Tode,  letzterer  zu  Kettenhaft.

Die  nach  Verlauf  von  kaum  zehn  Wochen  nach
Ermordung  Hennings  erfolgte  energische  Bestrafung
der  Aufrührer  sowie  die  reichliche  Belohnung  der
treugebliebenen  Sultane  dürften  nunmehr  wohl  ein
friedliches  Verhalten  dieses  Stammes  gewährleisten,
solange  ein  Europäer  von  der  Besonnenheit  des
Herrn  Köther  der  Faktorei  vorsteht.

Von  Ufiomi  aus  sandte  ich  Unteroffizier  Skiba
mit  den  gefangenen  Weibern  über  Mkondoa  nach
Mpapua  zurück,  mit  dem  Auftrag,  das  in  Mkondoa
zurückgelassene  Beutevieh  und  die  kranken  Askaris
nach  der  Station  zu  schaffen.

708

 

Am  15.  August  marschirte  ich  über  den  Selemapaß
  nach  Klein-Ufiomi  zur  Bestrafung  der  Wafiomis
von  Babati.  Diese  haltten  das  der  Faktorei  von
Köther  gehörige  Vieh  geraubt  mit  den  höhnischen
Worten,  der  Msungu  sei  ja  jetzt  todt  und  Nirmand
mehr  da,  um  die  Faktorei  zu  schützen.  Da  sie  sich
weigerten,  zum  Schauri  zu  kommen  und  Strase  zu
bezahlen,  zerstörte  ich  ihre  Dörfer,  nahm  ihnen  Vieh
weg  und  versolgte  sie  bis  Umbugwe.

In  Umbugwe  konnte  ich  mich  gleichzeitig  überzeugen,
  daß  auf  der  dortigen  Faktorei  der  Firma
Köther  Alles  in  Ordnung  und  ein  Einfall  der
Massais  von  Ngorongoro  vorläufig  nicht  zu  befürchten
  ist.

Den  Manyarasee  fanden  wir  bis  auf  einen  schmalen
Sumufstreifen  an  der  Südwestseite  des  Sees,  wo  der
Kwon  einfließt,  völlig  ausgetrocknct.

Von  Umbugwe  kehrten  wir  wieder  nach  Klein-Ufiomi
  zurück.  Neben  den  Wasiomis  wohnen  hier
viele  Wataturus,  deren  Häuptling  Hanota  sich  uns
gegenüber  sehr  freundlich  gezeigt  und  einen  Elsenbeinzahn
  als  Geschenk  gebracht  hatte.  Von  hier  marschirten
wir  an  dem  von  zahlreichen  Kibokos  und  Wasservögeln
  belebten  Baturasee  entlang,  dann  durch  buschbestandene
  Thäler  über  den  Zigedaberg  und  den  an
der  Uebergangsstelle  kaum  knietiefen  Bulufluß  nach
Mangati  (Ort  Massagaloda).  Der  dortige  Sultan
Malombe  kam  uns  schon  von  weither  entgegen  und
brachte  einen  schönen  Elsenbeinzahn  von  1/1  Frasila
Gewicht.  Von  Mangati  aus  marschirte  ich,  der  Ne
quisition  des  Lieutenants  Stadlbaur  für  die  Strafxpedition
  in  Suru  Folge  leistend,  gemeinsam  mit
diesem  an  den  zwischen  dem  Gurniberg  und  dem
steil  abfallenden  Plateau  des  ostafrikanischen  Grabens
liegenden  Balangiddasee.  Der  See,  den  ich  zur
Erkundung  des  gegenüberliegenden  Westplateaus
zweimal  überschritt,  ist  völlig  ausgetrocknet.  In  seiner
Nordhälfte  ist  er  mit  mächtigen  Schollen  von  Salzkrystallen
  bedeckt  und  gleicht  einer  geborstenen  Eisfläche.
  Am  Westufer  liegt  auf  weite  Strecken  reines
weißes  Salz  zu  Tage,  wie  frischgefallener  Schnee
aussehend.  Wir  sammelten  mehrere  kleine  Säcke
dieses  Salzes  und  haben  dasselbe  bis  zu  Ende  der
Expedition  täglich  zum  Kochen  benutzt.  Proben  der
Salzkrystalle  und  des  reinen  Salzes  habe  ich  an  die
Abtheilung  für  Landeskultur  gesandt.

Die  Südhälfte  des  Sees  enthält  rothbraunen,
trockenen  Schlammboden.  Das  Westplateau  selbst  ist
eine  weite  Grassteppe  mit  aufgesetzten  Felskuppen,
belebt  von  Rhinozerossen,  Straußen  und  Antilopen.

Leider  gelang  es  im  Lager  am  Gurniberg  dem
Sohn  des  Giso,  Mande,  in  der  Nacht  vom  23.  zum
24.  August  zu  entfliehen.  Obwohl  drei  Posten  im
Lager  standen,  von  denen  der  am  nächsten  stehende
sofort  schoß,  und  obwohl  zahlreiche  Patrouillen  abgesandt
  wurden,  gelang  es  nicht  mehr,  seiner  habhaft
zu  werden.  Von  hier  aus  gelangten  wir  durch
zehnstündige  wasserlose  Steppe  nach  Turu  (siehe
        <pb n="791" />
        Bericht  der  Station  Kilimatinde)  und  nach  Beendigung
  der  dortigen  Strafexpedition  in  fünf  Tagen
über  Saranda  nach  Kilimatinde,  wo  ich  meinen  erschöpften
  Askaris  zwei  Tage  Ruhe  gönnte  und  mich
neu  verproviantirte.

Durch  Südugogo  und  Westusagara  marschirte  ich
in  zehn  Tagen  nach  Mpapna.  Beim  Marsch  durch
Ugogo  fand  ich  fast  überall  stark  bevölkerte  und  gut
angebaute  Ortschaften  von  bedeutender  Ausdehnung.
Dagegen  machten  die  an  der  äußersten  Westgrenze
von  Usagara  gelegenen  Gebirgsdörfer  Difu,  Ngalamiro
und  Berege  einen  sehr  ärmlichen  Eindruck.  Vieh  ist
wenig  vorhanden.  Die  Ernte  hat  durch  Trockenheit
und  die  Heuschrecken  sehr  gelitten.

Am  17.  September  traf  ich  wieder  in  Mpapua
ein,  wo  ich  Alles  in  bester  Ordnung  vorfanW.

15  von  den  32  angeworbenen  Trägern,  zumeist
Wanjamwesis,  sämmtlich  aus  der  Umgegend  von
Mpapua,  haben  die  neunwöchentliche  anstrengende
Expedition  bis  zu  Ende  mitgemacht.  Sie  wurden
reichlich  beschenkt  und  sollen  den  Stamm  für  die
allmählich  einzurichtende  Trägerkaste  der  Station
bilden.

Die  Wegeroute  Mpapuna  —Mkondoa,  serner  die
Route  Ufiomi  —  Turn  —  Kilimatinde  —  Mpapua  ist
von  mir  ausgenommen  worden.

Ueber  die  Lage  der  Station  Bukoba  im  Juni  1890
berichtet  Kompagnieführer  Herrmann  Folgendes:

Der  vertriebene  Sultan  Mukotani  ist  auf  meine
Drohungen  hin  vom  Sultan  Kageto  von  Karagwe
doch  ausgewiesen  worden  und  hat  sich  in  englisches
Gebiet  nach  Koki  (Uganda)  begeben,  wo  er  von
Mwanga  einen  Bananenhain  erhatten  hat.

Die  hiesige  Bevölkerung  wird  fleißig  angehalten,
ihre  abgehackten  Bananenhaine  wieder  anzupflanzen.
Die  infolge  der  Landvertheilung  ausgewanderten
Eingeborenen,  die  sich  den  neuen  Sultanen  nicht
fügen  wollten,  habe  ich  in  unbewohnten  Gebieten
des  hiesigen  Landes  angesiedelt,  bis  jetzt  etwa
600  Familien.

Ueberall  herrscht  Friede.  Mehrere  kleine  Uebergriffe
  gegen  Karawanen  wurden  durch  Vermittelung
der  Station  redressirt  und  die  Schuldigen  bestraft.
In  Kifumbiro  und  Kitengule  herrscht  reger  Handel;
jeder  dieser  Plätze  hat  Ujiji  längst  überholt.

Die  beiden  feindlichen  Sultane  Lutafkwa  und
Bwama  haben  sich  auf  der  Mission  Marienberg  im
Beisein  von  3000  Unterthanen  ein  großes  Verbrüderungsfest
  gegeben.  Beide  sind  auf  mein  Zureden
offen  zum  Christenthum  übergetreten.  Ein  schöner
Erfolg.

Ich  machte  in  diesem  Monat  behufs  kartographischer
  Arbeit  kleinere  Reisen.  Mit  allen  Wasiba-709



 

Sultanen  bin  ich  sehr  befreundet  und  tauschte  mit
ihnen  den  Blutschwur.  Wenn  das  hier  so  weiter
geht,  wird  dauernd  der  Friede  erhalten  bleiben.

Dies  Jahr  ist  so  trocken  wie  kaum  eins  früher,
infolgedessen  die  an  steten  Regen  gewöhnten  Bananen
stark  leiden.

Am  16.  früh  schlug  der  Blitz  ins  große  Europäerhaus,
  doch  wurde  der  Dachbrand,  dank  der  herrschenden
  Windstille,  gelöscht.  Als  Kuriosum  erwähne  ich,
daß  mein  Aneroid,  trotzdem  es  selber  nicht  beschädigt
wurde  —  der  Blitz  schlug  dicht  dabei  durch  ein
Gewehr  —  von  seinem  gewöhnlichen  Stand  654  mm
auf  752  mm  sprang.

Ueber  Pöhlen  bei  Bukoba

berichtet  Kompagnieführer  Herrmann  Folgendes:

Im  November  1892,  gelegentlich  eines  Feldzuges
gegen  den  Sultan  Mukotani  von  Kjamtnara,  entdeckte
ich  in  dieser  Landschaft  und  der  angrenzenden  Bugab#
Höhlenverstecke,  deren  sich  die  Einwohner  zu  Kriegszeiten
  bedienen.  Man  versteckte  darin  Familien,  Vieh
und  Gut.  Die  Höhlen  sind  in  Felsen  gelegen  und
unterirdisch  oft  zu  weiten  Hallen  erweitert  und  schwer
aufzufinden.  Die  Eingänge  sind  theilweise  künstlich.
In  manche  steigt  man  wie  in  ein  Bergwerk  auf  in
den  Fels  eingehauenen  Wendeltreppen  hinab,  bei
anderen  geht  es  sanft  schräg  in  die  Tiefe.  Bei
einigen  ist  der  Eingang  ein  Felsenthor  oder  ein  großes
natürliches  Loch,  andere  haben  einen  so  kleinen  Eingang,
  daß  sich  ein  Mann  kaum  durchwinden  kann;
der  Eingang  ist  dann  geschickt  durch  Gras  rc.  maskirt.
  In  manchen  Höhlen  hat  ein  Mann  Plat,  in
anderen  400  Personen  mit  Vieh  und  Hausgeräth.
Solcher  Höhlen  giebt  es  zu  Hunderten.

Jeßt  in  friedlichen  Zeiten  nach  Bukoba  zurückgekehrt,
  habe  ich  eine  große  Anzahl  Höhlen  einer
genauen  Besichtigung  unterzogen.  Von  vornherein
sei  gesagt,  daß  bei  allen  Nachgrabungen  keine  Funde
prähistorischer  Knochen,  Wassen  oder  gar  Inschriften
gemacht  wurden.  Außer  gelegentlicher  Erweiterung
der  Eingänge  hat  sonst  eine  künstliche  Erweiterung
der  Höhlen  nirgends  stattgefunden,  sie  repräsentiren
vielmehr  ein  System  von  durchschnittlich  1  bis  1,20  m
hohen,  im  Durchschnitt  kreisrunden  Röhren,  wie  in
einem  Kaninchenbau,  nur  selten  erweitert  sich  im  vorderen
  Ende  die  Höhle  zu  einer  Art  Halle.  Diese
Röhren,  welche  alle  fließendes  Wasser  enthalten,
laufen  allmählich  spitz  zu;  das  Wasser  tritt  dann
tiefer  als  Quelle  wieder  zu  Tage;  gangbar  sind
manche  Röhren  noch  bis  1  km  vom  Eingang.  Verschieden
  sind  die  Eingänge:  Schlitze  im  Gestein  mit
sanft  schräg  abfallendem  Eingang  oder  senkrechte
Trichter  mit  glatten  Felswänden;  letztere  werden,
wenn  nur  10  bis  15  m  tief,  durch  eingeklemmte
Hölzer  an  Stelle  einer  Leiter  passirbar  gemacht  oder
es  sind  Stufen  eingeschlagen,  doch  giebt  es  auch  solche,
        <pb n="792" />
        —  710

die  für  die  Eingeborenen  nicht  einfahrbar  sind.  Der
tiefste  ist  ein  Trichter  in  Bugabu:  oben  auf  dem
kahlen  Plateau  sieht  man  plötzlich  im  Grase  ein  kreisrundes
  Loch  von  Gm  Durchmesser;  senkrecht  stürzen
die  glatten  Quarzitwände  40  m  in  die  Tiefe;  unten
gehen  verschiedene  Röhren  thalwärts.  Diese  Höhle
dient  speziell  dazu,  schweren  Verbrechern  ein  grauenvolles
  Ende  zu  bereiten:  man  bindet  ihnen  Arme
und  Beine  und  stürzt  sie  hinein.

Die  größte  Höhle  ist  die  bei  Nianga  innerhalb
einer  malerisch  schönen  Urwaldparzelle  mit  westafrikanischer
  Flora  gelegen:  durch  ein  großes  Felsenthor,
dessen  Decke  —  vulkanischer  Tuff  —  durch  die
Wurzeln  eines  Urwaldriesen  durchbrochen  ist,  steigt
man  allmählich  hinab,  bis  sich  zwei  Röhren  abzweigen,
die  eine  kann  bequem  400  Menschen,  die  andere
60  Ochsen  beherbergen.  Die  Decken  der  Röhren
sind  durch  Sickerwasser  gespalten,  an  den  Spalten
sieht  man  lappenartige  Anhänge  wie  Tropfstein.
Der  Grund  ist  eingeschwemmte  nasse  Erde  mit  fließendem
  Wasser  und  es  ist  daher  bewundernswerth,  wie
sich  Menschen  ohne  Schädigung  ihrer  Gesundheit  hier
lange  aufhalten  können.  Die  Höhlen,  welche,  wie
gesagt,  nur  in  den  Landschaften  Kjamtnara  und  Bugabu
  sich  vorfinden,  sind  oben  auf  dem  Plateau,  an
den  Abhängen  und  unten;  die  kreisrunden  Trichter
und  Röhren  kann  ich  mir  nur  so  erklären,  daß  sie
den  Weg  vulkanischer,  flüssiger  Masse  darstellten  und
früher  gefüllt  waren;  dafür  spräche  auch  die  Decke
vulkanischer  Tuffe,  die  über  dem  ganzen  Lande  ausgebreitet
  ist.  Ueber  den  geologischen  Aufbau  des
Plateaus  werde  ich  später  detaillirt  berichten.

Besuch  des  englischen  Admirals  Rawson
in  Dar-es-Salm.

Die  „Sansibar-Gazette“  veröffentlicht  unter  dem
30.  September  d.  Is.  folgenden  Bericht  über  einen
Besuch  des  englischen  Admirals  Rawson  in  Dares-Saläm:


„Dienstag  Morgen  um  6  Uhr  verließ  das  Flaggschiff
  den  Hafen  von  Sansibar  mit  Bestimmung  nach
Dar-es  =  Saläm,  woselbst  der  Admiral  dem  stellvertretenden
  Gouverneur,  v.  Bennigsen,  elnen
Besuch  abstatten  wollte.  Basil  S.  Cave,  der  ververtretende
  diplomatische  Agent  und  Generalkonsul  in
Sansibar,  Brigadegeneral  Raikes  und  Archdeakon
Farler  waren  zu  dieser  Gelegenheit  als  Gäste  des
Admiralsan  Bord.  Mit  etwa  10  Meilen  Fahrt  erreichte
das  Flaggschiff  kurz  vor  10  Uhr  den  Außenhafen
von  Dar-zes-Saläm,  wo  der  „Racoon“,  der  Sansibar
am  vorhergehenden  Tage  verlassen  hatte,  bereits
ankerte;  beim  Ankerfallen  wurde  ein  Salut  von
21  Schuß  abgegeben,  während  das  Musilkorps
muntere  Weisen  spielte.  Der  Admiral  begab  sich

mit  Kapitän  Egerton  und  den  Offizieren  seines

 

Stabes,  ferner  mit  Frau  und  Fräulein  Rawson
und  den  Gästen  an  Bord  des  „Racoon“,  welcher
sofort  Anker  aufging  und  in  den  inneren  Hafen
einlief.  Als  das  Schiff  die  Landzunge,  auf  welcher
das  Gouvernementshaus  und  die  dazu  gehörigen
Gebäude  gelegen  sind,  umlief,  kam  die  Stadt  voll
in  Sicht.  Im  Hafen  lag  S.  M.  S.  „Seeadler“  zu
Anker,  außerdem  noch  eine  zahlreiche  deutsche  Segelschiffflotte.
  Das  Fort  an  Land  gab  dann  seinen
Salut,  während  man  die  Boote  von  der  Landungsbrücke
  des  Gouvernements,  sowie  vom  „Seeadler“,
ankommen  sah,  Letzteres  brachte  den  beliebten  Kapitän,
der  den  Admiral  bewillkommnete.

Alle  begaben  sich  alsdann  an  Land,  um  das
Frühstück,  zu  welchem  in  der  liebenswürdigsten  Weise
Einladungen  ergangen  waren,  einzunehmen;  und
nachdem  der  Admiral  dem  stellvertretenden  Gouverneur
  in  seinem  Hause  einen  Besuch  abgestattet
hatte,  begab  er  sich  mit  demselben  in  das  Kasino,
wo  für  das  Frühstück  Vorbereitungen  getroffen  waren.
Die  Ausschmückung  des  Kasinos  bot  einen  prachtvollen
  Anblick.  Die  Mahlzeit  war  vortrefflich  und
wurde  ihr  nach  der  Wirkung  einer  dreistündigen
schnellen  Seefahrt  gegen  die  frische  Morgenbrise  volle
Gerechtigkeit  erwiesen.

Beim  Champagner,  der  reichlich  floß,  kamen
die  Toaste.  Der  stellvertretende  Gouverneur,
v.  Bennigsen,  begann  mit  einer  Rede  zur  Bewillkommnung
  des  Admirals  und  Ihrer  Majestät  Vertreter
  in  Dar-es-Saläm  und  wies  auf  die  herzlichen
Verhältnisse  und  engen  Beziehungen  hin,  welche  ein
inniges  Band  um  England  und  Deutschland  schlingen,
indem  er  damit  schloß,  alle  Anwesenden  aufzufordern,
auf  das  Herzlichste  die  Gesundheit  der  Großmutter
des  Kaisers,  Königin  Victoria,  zu  trinken.  Drei
kräftige  Hochs  bestärkten  dies,  und  rings  um  die
Tafel  wurden  Glückwünsche  ausgetauscht.

Darauf  erhob  sich  der  Admiral  und  dankte  zunächst
  dem  stellvertretenden  Gouverneur  für  die  eben
ausgesprochenen  freundlichen  Wünsche,  kam  dann  auf
seine  ersten  Tage  zur  See  zurück,  als  seine  freundschaftlichen
  Gefühle  durch  die  beiden  ersten  deutschen
Kriegsschiffe,  welche  er  in  den  japanischen  Gewässern
getroffen,  geweckt  worden  waren,  von  welcher  Zeit
er  eine  fortdauernde  Freundschaft  mit  der  deutschen
Marine  unterhalten  habe,  die  bis  zum  heutigen
Tage  währe.  Darauf  kam  der  Admiral  auf  Seine
Majestät  den  deutschen  Kaiser  selbst  zu  sprechen,  den
er  die  große  Ehre  habe,  persönlich  zu  kennen,  und
gab  seiner  vollen  Bewunderung  Ausdruck  über  die
Vielseitigkeit  seines  Charakters,  „ein  Soldat  unter  den
Soldaten“.  Ueber  Marineangelegenheiten  spreche  Er
mit  der  eingehendsten  Kenntniß  der  Grundsätze  und
des  Details,  und  bei  anderen  Lebensberufen  beanspruche
  ein  Jeder,  der  ihn  kenne,  ihn  speziell  als
seinen  Berufsgcnossen.

Er  (der  Redner)  betrachte  Seine  Majestät  als
den  hervorragendsten  Mann  in  Europa,  der  einer
        <pb n="793" />
        —  711  —

ehrenhaften  Nation  zur  Ehre  gereiche,  und  es  sei
ihm  die  größte  Freude,  Alle  aufzufordern,  auf  das
Herzlichsie  das  Wohl  Seiner  Majestät  des  Kaisers
von  Deutschland  zu  trinken.  Dem  Toast  wurde
dann  mit  dreifachem  Hip  Hip  Hurrah  Bescheid  gethan.
  Nachdem  diese  offiziellen  Toaste  getrunken  waren,
wurde  der  Rest  der  Zeit  in  freundschaftlichem  Austausch
  von  Grüßen  und  dem  Befestigen  neuer
deutsch-englischer  Freundschaften  verbracht,  die  viel
versprachen  an  einem  der  erfolgreichsten  Feste  und
bei  einem  so  wohlgelungenen  Frühstück,  und  es  ist
zu  hoffen,  daß  sie  sich  als  dauerhaft  und  fruchtbar
für  beide  dort  vertretene  Nationen  erweisen  werden.

Nach  dem  Frühstück  ging  der  Admiral  mit  seinem
Stabe  und  seinen  Gästen  an  Bord  des  „Nacoon“,
gesolgt  von  dem  siellvertretenden  Gouverneur
v.  Bennigsen,  während  Frau  und  Fräulein
Nawson,  geführt  von  Kapitän  Coerper  vom
„Seeadler“  und  begleitet  vom  Archdeakon  Farler,
den  sehr  bübschen  botanischen  Garten  dicht  bei  dem
Gouvernementshause  besichtigten.  Dies  erforderte  aber
geraume  Zeit,  so  daß  Boten  gesandt  wurden,  um
die  Spaziergänger  nach  der  Landungsbrücke  zurückzurufen,
  wo  alsdann  die  Einschiffung  auf  den
„Racoon"  erfolgte.  An  Bord  gekommen,  stellte  es
sich  heraus,  daß  der  Admiral  seinerseits  bereit  war,
zu  dem  „St.  George“  zurückzukehren,  und  nachdem
er  sich  vom  stellvertretenden  Gonverneur  verabschiedet
hatte,  setzte  sich  der  „Racoon“  sofort  in  Bewegung
und  verließ  unter  vollem  Dampf  den  Hafen,  um
sich  dem  „St.  George“  zu  nähern,  woselbst  der
Admiral,  Frau  und  Fräulein  Rawson  und  die

erren  vom  Flaggschiff  der  „Racoon“  und  den  an
Vord  befindlichen  Vertretern  von  Sansibar  Lebewohl
sagten.  Als  bald  darauf  letzteres  Schiff  nach  Sausibar
  abdampfte,  sah  man  den  „St.  George"  unter
Dampf  nach  dem  Süden  gehen,  wo  er  zunächst  den
Beirahafen  anlaufen  sollte.

Die  „Racoon“  fuhr  eiligst  nach  Sansibar  und
ankerte  dort,  nachdem  sie  den  Ankerplatz  des
„St.  George“  in  Dar-es-Saläm  um  3  Uhr
16  Minuten  verlassen  hatte,  um  6  Uhr.  Auf  diese
Weise  hatte  sie  nur  2  Stunden  und  44  Minuten
zur  Reise  gebraucht,  26  Minuten  weniger  als  der
„St.  George“  brauchte,  als  er  nach  Dar-es-Saläm
fuhr,  also  eine  höchst  achtungswerthe  Leistung.  Der
ganze  Ausflug  nach  Dar-es-Saläm  war  ein  vollendeter
Erfolg.

Einige  Verhältnisse  von  Dar-zes-Saläm  verdienen
noch  Erwähnung.  Die  angenehme  Frische  der  Brise
außerhalb  des  Hafens  und  das  Spritzen  der  Wogen
auf  den  Riffen  nahe  dem  Leuchthause  bei  dem  Hafeneingange
  schienen  einen  aus  der  tropischen  Umgebung
fortzuführen  und  machten  es  mehr  einer  südafrikanischen
  Scenerie  ähnlich.  Das  plötzliche  Insichtkommen
des  Häuserkomplexes  mit  seinen  rothen  Dächern  und
weißen  Wänden  —  Büreaus,  Gefängnisse  und  Forts
—,  welcher  die  Klippen  bekränzt,  mit  den  cementirten
Uferrändern  und  den  regelmäßig  geformten,  bis  zur

 

See  reichenden  Gärten  bot  einen  höchst  theatralischen
Anblick  und  ist  wahrscheinlich  einzig  in  seiner  Art.
In  dem  Kasino  kann  man  sich  in  Italien  wähnen,
da  die  kleine  Bühne  am  Ende  des  großen  Saales
sehr  unafrikanisch  ist.  Der  botanische  Garten  verdient
  alles  Lob.  Angelegt  mit  sehr  vielem  Verständniß
  und  Rücksichtnahme  auf  zukünftige  Bedürfnisse
  des  Raumes  und  der  Verhälknisse,  blüht  darin
Alles  üppig  und  zeigt  eine  solche  Beschaffenheit,  wie
wir  anderwärts  nicht  wiedergesehen  haben.  Der
Boden  ist  gut  gelockert  an  der  Oberfläche  und  die
Bestellung  des  Bodens  ist  methodisch  vorbereitet
und  ausgeführt.  Die  Kanten  der  Becte  sind  überall
nett  und  schmuck,  die  Wege  breit  und  frei  von  Unkraut.
  Aber  nicht  Alles  ist  dem  Schmuck  geopfert.
Lange  Saatbeete  von  allen  nütlichen  und  zweckmäßigen
  Bäumen  und  Sträuchern  und  zum  Handel.
sich  eignende  Pflanzen  werden  gepflegt,  um  ins
Innere  des  Landes  versandt  zu  werden.  Die  Kaffeebäume,
  Teakholz=  und  Gummibäume  sehen  besonders
schön  und  gesund  aus.  Für  die  unmittelbaren  Bedürfnisse
  des  Platzes  ist  gut  vorgesorgt.  Ein  ausgedehnter
  Gemüsegarten  zeigt  alle  möglichen  Varietäten
und  hatte  die  Frühstückstafel  mit  köstlich  frischen
Gemüsearten  versorgt,  selbst  mit  Spargel,  der  dort
gut  gedeiht.

Das  im  Hafen  liegende  große  Segelschiff  hatte
fünf  Tage  lang  gebrannt;  es  hatte  2500  Tons
Kohlen  geladen,  aber  die  Anstrengungen  eines  Feuerkommandos
  vom  „Seeadler“  und  vom  Lande  hatten
das  Feuer  erfolgreich  bekämpft.

Dar-es-Saläm  ist  wohl  werth,  seitens  der  Bewohner
  von  Sansibar  besser  gekannt  zu  sein.“

Die  Eisenbahngesellschaft  für  Deutsch  -Ostafrika
(Usambara-Linie)  zu  Berlin
hat  für  das  Jahr  1895  folgenden  Geschäftsbericht
erstattet:

Die  Arbeiten  im  Jahre  1895  haben  sich  so  beschleunigen
  lassen,  daß  der  Endpunkt  der  ersten
Strecke,  Muhesa,  um  das  Jahresende  erreicht  wurde.
Die  erste  Lokomotive  ist,  festlich  geschmückt,  am
12.  Jannar  d.  Is.  auf  dem  Bahnhaf  Muhesa  cingefahren;
  wir  haben  also  die  durch  unsere  Konzession
  bezw.  den  dazu  ergangenen  Erlaß  des  Reichskanzlers
  vom  22.  Februar  1894  für  die  Fertigstellung
der  Linie  Tanga—  Muhesa  uns  bis  zum  1.  Juli  1896
gesetzte  Frist  nicht  voll  in  Anspruch  zu  nehmen
brauchen.  Die  OQualität  unserer  Bahnanlage  entspricht
  nach  den  übereinstimmenden  Bekundungen  von
berufenen  Sachverständigen  den  weitgehendsten  Erwartungen
  und  es  wird  unsere  Schöpfung  in  der
Kolonie  allgemein  als  die  erste  große  kulturelle  That
voll  gewürdigt  und  anerkannt.  Um  so  tiefer  ist  das
Bedauern  nicht  nur  der  Kreise  unserer  Verwaltung,
sondern  aller  mit  Sachkunde  ausgestatteten  Freunde
der  Entwickelung  unserer  Kolonie,  insbesondere  der-
        <pb n="794" />
        jenigen,  die  drüben  aus  den  Erfahrungen  des  praktischen
  Lebens  sprechen,  daß  in  der  Weiterführung
unseres  Unternehmens,  welches,  auch  vom  Standpunkt
  des  öffentlichen  Interesses  aus  betrachtet,
weikaus  das  Wichtigste  in  und  für  Deutsch-Ostafrika
ist,  ein  Stillstand  hat  eintreten  müssen.  Im  vorigen

Linie  über  Muhesa  hinaus  reichen  würden;  heute

Hülfe  der  Deutsch-Ostafrikanischen  Gesellschaft  selbst
für  die  Erreichung  von  Muhesa  in  Anspruch  zu
nehmen.  Da  die  genannte  Gesellschaft  sich  nicht  in
der  Lage  sah  und  sieht,  uns  auch  die  für  den  Bau
Muhesa—  Korogwe  erforderlichen  Mittel  vorzustrecken
(die  Vorarbeiten  für  diese  Strecke  sind  von  uns  im
Berichtsjahre  und  in  1896  hergestellt  worden),  so
mußten  wir  bei  Muhesa  Halt  machen  und  haben
abzuwarten,  bis  die  jetzt  nahe  vor  der  Entscheidung
stehende  Frage  der  deutsch  -ostafrikanischen  Centralbahn,
  welche  nach  dem  Vertrage  zwischen  dem  Auswärtigen
  Amt  (Kolonialabtheilung),  der  Deutschen
Bank  und  der  Deutsch-Ostafrikanischen  Gesellschaft
vom  11.  März  1895  das  Schicksal  unserer  Linie
mit  einbegreift,  zur  Lösung  gelangt  sein  wird.  Die
unternehmungswilligen  Träger  der  —  dank  den

herausgebildeten  großen  Interessen  empfinden  die
Verzögerung  in  der  Schaffung  des  Schienenweges
Tanga  —  Korogwe  auf  das  Schmerzlichste,  weil  die
Inangriffnahme  eines  reichen  und  vielversprechenden
Gebiets  dadurch  hintangehalten  wird.  Weit  mehr
noch  aber  werden  wir  selbst  durch  die  lange  Stockung
getroffen,  da  die  Strecke  Tanga—Muhesa  eben  zu
kurz  ist,  um  Selbstzweck  sein,  der  Landwirthschaft
große  Vortheile  bieten  und  prosperiren  zu  können.
Erst  nach  der  Weiterführung  bis  Korogwe  wird

 

aufweisen,  wie  ihn  selbst  der  einfachste  Betrieb  und

muß.  Bis  Korogwe  geführt,  wird  die  Bahn  zweifellos
  jeden  Karawanenverkehr  Tanga—Korogwe  und
Pangani-Korogwe  ertödten  und  sich  selbst  nicht  nur
für  die  Wirthschaft  West-Usambaras,  sondern  auch

712

wachsung  seiner  Böschungen  mit  Gräsern  und  Sträuchern
  zu  fördern,  die  Unterhaltungskosten  wesentlich
niedriger  sein  werden.  Die  Holzschwellen  haben  sich,
soweit  wir  sie  imprägnirt  haben,  im  Ganzen  vortrefflich
  bewährt  und  die  Termiten  werden  ihnen

um  so  weniger  anhaben,  je  häufiger  der  Verkehr  auf
Jahresberichte  haben  wir  bereits  mitgetheilt,  daß
unsere  Mittel  keinenfalls  zur  Fortsetzung  unserer

der  Strecke  sein  wird;  soweit  wir  —  in  der  ersten
Zeit  —  nicht  imprägnirte  Schwellen  haben  legen

müssen,  hat  sich  eine  in  der  Hauptsache  schon  durchmüssen
  wir  bekennen,  daß  wir  gezwungen  waren,  die

geführte  Auswechselung  als  nothwendig  erwiesen.
Massive  Stationsgebäude  und  geräumige  Schuppen
sind  nunmehr  außer  in  Tanga  auch  in  Pongwe,
Ngomeni  und  in  Muhesa  errichtet,  so  daß  die  gesicherte
  Unterkunft  von  Personen  ebenso  wie  von
den  größten  Produkten=  und  Waarenmassen  gewährleistet
  ist.  Mit  besonderer  Genugthuung  können  wir
berichten,  daß  unsere  mit  bedeutenden  Opfern  angestellten
  Bohrungen  auf  Wasser  schließlich  Erfolg
gehabt  haben.  Nachdem  wir  nach  dieser  Richtung
zunächst  in  Pongwe  und  Ngomeni  mit  sehr  beschränkter
Wirkung  hatten  arbeiten  lassen,  sind  wir  in  Muhesa
auf  ein  Wasserbecken  gerathen,  welches  auch  in  der
trockenen  Jahreszeit  vollauf  genügende  Mengen  darzubieten
  verspricht.

Der  regelmäßige  Betrieb  unserer  Linie

Tanga—Muhesa  hat  am  1.  April  d.  Is.  begonnen.

Plantagenerfolgen  auf  dem  östlichen  Höhengebiet
Handei  —  neuerdings  auch  im  westlichen  Usambara

Wir  lassen  in  jeder  Woche  fahrplanmäßig  einen  Zug
nach  beiden  Richtungen  gehen,  daneben  aber  finden
häufig,  den  Bedürfnissen  des  Verkehrs  entsprechend,
Extrafahrten  statt.  Die  Erträgnisse  dieses  Betriebes
können  naturgemäß,  solange  nicht  über  Muhesa
hinaus  gebaut  ist,  keine  beträchtlichen  sein;  über  seine
Kosten  werden  sich  nunmehr  erst  genaue  Aufstellungen
machen  lassen,  da  die  Zeit  der  Befestigung  der
Strecke,  der  Errichtung  von  Bauten  und  damit  des
fortgesetzten  Laufens  von  Arbeitszügen  in  der  Hauptsache
  hinter  uns  liegt  und  sich  jetzt  eine  strenge

Betriebsrechnung,  in  welcher  die  Aufwendungen  für
unsere  Linie  eine  Ausdehnung  und  einen  Verkehr

Erhaltung  und  Ergänzung  der  Anlagen  nicht  Platz

finden,  einrichten  läßt.
und  Verwaltungsapparat  zur  Voraussetzung  haben

für  die  Transporte  ins  tiefere  Innere  und  von  da

zur  Küste  unentbehrlich  machen.
Die  Thatsache,  daß  an  Ort  und  Stelle  die  Nothwendigkeit
  der  Weiterführung  unserer  Linie  geradezu

wir  uns  vom  richtigen  Grundsatz  haben  leiten  lassen,
als  wir  ungeachtet  der  Schwierigkeit  der  Verhältnisse
vor  den  solidesten  Anlagen  nicht  zurückgeschreckt  sind.
Wir  haben  namentlich  für  die  Befestigung  unserer

Dämme  keine  Ausgaben  gescheut  und  wir  dürsen,

wenngleich  Schädigungen  derselben  in  den  großen

Regenperioden  auch  in  Zukunft  nicht  ausbleiben
werden,  dennoch  hoffen,  daß  jetzt,  nachdem  wir  —
mit  Erfolg  —  Alles  aufgeboten  haben,  die  Be-Unsere

  für  die  Förderung  unserer  Bauarbeiten
und  die  Vornahme  von  Reparaturen  am  rollenden
Material  in  Tanga  geschaffenen  großen  Werkstätten
haben  auch  im  Berichtsjahre  vortrefflich  funktionirt
und  sind  mit  Aufträgen  von  privater  und  amtlicher
Seite  fast  überreich  bedacht  worden.

Unsere  weit  ausgedehnten  Ländereien  in  Usambara
  finden  zu  unserer  Freude  seitens  unserer  Bau-»

  direktion  sehr  günstige  Beurtheilung;  unserem  indrastisch
  zu  Tage  tritt,  ist  der  beste  Beweis,  daß

zwischen  vortheilhaft  abgerundeten  Terrainbesitz  in
Tanga  selbst  ist  die  allgemeine  Steigerung  der
Bodenpreise  in  dieser  Stadt,  mit  deren  Entwickelung
sich  kein  anderer  Ort  Deutsch=  Ostafrikas  auch  nur
annähernd  messen  kann,  in  vollem  Maße  zu  gute
gekommen.

Die  Tracirungsthätigkeit  unseres  Baudirektors
Herrn  Hoffmann  und  nuseres  Ingenieurs  Herrn

Thiel  hat  im  Juli  1895  zur  Entdeckung  des  häufigen
Vorkommens  von  Goldspuren  in  Usambara,  ins-
        <pb n="795" />
        besondere  in  Wasserläufen  und  verlassenen  Flußbetten,
  geführt.  In  Gemeinschaft  mit  der  Deutsch-Ostafrikanischen
  Gesellschasft  haben  wir  darauf  den
Geologen  Herrn  Dr.  F.  M.  Stapff  an  Ort  und
Stelle  entsenden  zu  müssen  geglaubt.  Die  günstigen
Berichte  dieses  sonst  sehr  bewährten  Mannes,  der
zu  unserem  schmerzlichen  Bedauern  in  Tanga  dem
Fieber  erlegen  ist,  sind  durch  die  späteren  Forschungen
von  anderen  Sachperständigen  leider  nicht  bestätigt
worden.

Da  seit  der  Fertigstellung  unserer  Linic  bis
Muhesa,  solange  der  Weiterbau  darüber  hinaus
nicht  stattfindet,  für  eine  erste  Kraft  in  unseren
Diensten  in  Ostafrika  keine  volle  Verwendung  mehr
ist,  so  haben  wir  uns  zu  unserem  bejonderen  Leidwesen
  gezwungen  gesehen,  Herrn  Regierungsbaumeister
Hoffmann  unter  dessen  hingebender  Leitung  unsere
Beamtenschaft  seit  April  1895  gearbeitet  hat,  von
seinem  Posten  abzuberufen.  Herr  Hoffmann  wird
zu  Ende  Oktober  d.  Is.  seine  Stellung  aufgeben
und  es  wird  in  der  Führung  unserer  Angelegenheiten
in  Ostafrika  alsdann  abermals  ein  Interimistikum
von  hoffentlich  recht  kurzer  Dauer  eintreten.

 

Ramerun.

Pflanzensendungen  der  botanischen  Centralstelle
nach  Ramerun.

Am  5.  Oktober  d.  Is.  ist  wiederum  eine  größere  1
Sendung  tropischer  Nutzpflanzen  (143  Stück)  unter
der  Obhut  des  Herrn  Standt,  Leiters  der  Station
Johann  Albrechtshöhe,  nach  dem  botanischen  Garten
in  Victoria  (Kamerun)  von  der  botanischen  Centralstelle
  für  die  Kolonien  am  hiesigen  Königlich  botanischen
  Garten  abgesendet  worden.  Die  Sendung
enthielt  außer  anderen  wichtigen  Arten,  wie  Bambus,
Brotfruchtbaum,  Teakholzbaum,  Strophanthus,  Ipecacuanha,
  Mombrupflaume,  auch  40  junge  Kampferbäume
  und  27  gut  entwickelte  Pflanzen  des  Parakautschulbaumes
  Hevea  brasiliensis.  Diese  Zahl
gewinnt  dadurch  an  Bedeutung,  daß  gewöhnlich  von
den  nur  eine  kurze  Keimdauer  besitzenden  Samen
dieses  Baumes  eine  sehr  große  Zahl  an  ihrem  Bestimmungsort
  abgestorben  eintrifft.  So  sind  im  botanischen
  Garten  zu  Kew  von  den  dort  ausgesäceten
Samen  nur  3¾  vom  Hundert  aufgegangen.  Es  ist
darauf  aufmerksam  zu  machen,  daß  in  der  Heimath
der  Hevea  brasiliensis,  in  den  Wäldern  am  Amazonenstrom
  und  seinen  Nebenflüssen,  nur  diejenigen
Bäume  einen  reichlichen  Ertrag  von  Kautschuk  geben,
welche  den  ungeheuren  jährlichen  Ueberschwemmungen,
ausgesetzt  sind.  Es  wird  darauf  bei  dem  Pflanzen

der  Hevea  in  Kamerun  Rücksicht  zu  nehmen  sein.
Nach  den  von  den  Engländern  in  Ostindien  gemachten
Erfahrungen  ist  es  aber  überhaupt  zweifelhaft,  ob

auch  kräftig  gedeihende  Hevea,  wie  deren  auch  schon

einige  sich  in  Kamerun  aus  dahin  gesendeten  Pflänz=713



lingen  entwickelt  haben,  genügenden  Ertrag  von
Kautschuk  geben.  In  Tenasserim  haben  42  völlig
akklimatisirte  und  sehr  kräftige  Bäume  kaum  ein
deutsches  Pfund  Milch  ergeben,  und  auf  Coylon
haben  englische  Pflanzer,  welche  von  1881  bis  1886
mit  großem  Eifer  die  Hevea  kultivirten,  die  Pflanzen
für  werthlos  erklärt  und  theilweise  wieder  abhacken
lassen.  Bezüglich  weiterer  Angaben  über  diese  Kautschukpflanze
  und  andere  sei  auf  die  vortreffliche  Darstellung
  von  Prof.  IOr.  Schumann  in  „Engler,  Die
Pflanzenwelt  Ostafrikas“,  Theil  Bb,  S.  433  bis  459,
verwiesen.

Eine  zweite  Sendung  von  60  tropischen  Pflanzen
hat  Herr  Standt  nach  Johann  Albrechtshöhe  übergeführt.
  A.  Engler.

Drutsch-Meu-Gninra.
Schutzpockenimpfung.

Nach  einem  Berichte  des  Dr.  mold.  Danneil
in  Herbertshöhe  vom  24.  August  d.  Is.  sind  Schutzimpfungen
  auf  dem  Bismarck-Archipel  in  möglichst
größter  Ausdehnung  vorgenommen  worden.  Die
Gefahr  eines  Eindringens  der  Pocken  nach  der
Gazelle-Halbinsel  ist,  wenn  sie  überhaupt  bestanden
hat,  bis  jetzt  nicht  näher  gerückt.

Von  der  Forschungsexpedition.

Nach  einem  in  Soerabaya,  den  4.  November,
aufgegebenen  Telegramm  sind  die  Mitglieder  der
Forschungsexpedition  in  Neu-Guinea  Dr.  Lauterbach,
  Dr.  Kersting  und  Tappenbeck  von  ihrer
Reise  ins  Innere  wohlbehalten  und  erfolgreich  Ende
Oktober  zur  Küste  zurückgekehrt.

Die  Erpedition  hat  am  Fuße  des  großartigen
Bismarckgebirges  einen  ansehnlichen  schiffbaren  Strom
entdeckt.  Er  durchfließt  eine  fruchtbare,  stark  bevölterte,
  ausgedehnte,  zur  Kultur  geeignete  Ebene,  welche
200  englische  Meilen  weit  erforscht  worden  ist.

Bisher  war  es  noch  nicht  geglückt,  im  Innern
Neu-Guineas  stark  bevölkerle  Landstriche  aufzufinden.
Die  Entdeckung  dürfte  daher  von  großer  Bedeutung
für  die  weitere  Kolonisation  des  Schutzgebietes  sein.

 

Reise  S.  M.  S.  „Möwe“.
Einem  von  dem  Kommandanten  S.  M.  S.  „Möwe“

erstatteten  Berichte  über  eine  Reise  nach  der  Nordwestlüste

  von  Neu-Guinea  entnehmen  wir  Folgendes:

Nach  Eintreffen  des  Postdampfers  aus  dem
Bismarck-Archipel  am  4.  Juli  und  Fertigstellung  der
Vermessungsarbeiten  verließ  ich  am  5.  Juli  früh
Friedrich  Wilhelmshafen,  um  nach  dem  Vermessungsgebiet
  an  der  deutsch-holländischen  Grenze  von  Neu-Guinea
  zurückzukehren.
        <pb n="796" />
        Am  7.  Juli  früh  konnte  in  Angriffshafen  geankert
werden.  Die  Vermessungsarbeiten  wurden  wieder
aufgenommen.
der  Nähe  der  Humboldtbai  vor  dem  Sechsstrohflusse,

Am  21.  Juli  vormittags  hatte  ich  in

der  Grenze  des  deutsch-holländischen  Neu-Guineagebietes,

  geankert,  welche  durch  den  141.  Längengrad
gegeben  ist.

Die  Küstenvermessung  hat  ergeben,  daß  letzterer
gerade  westlich  des  Bougainvilleberges  vorbeiführt,
so  daß  dieser  als  sichtbarer  Grenzpunkt  bezeichnet
werden  kann.

Am  13.  August  nachmittags  trat  ich  die  Rückreise
nach  Friedrich  Wilhelmshafen  an.  Auf  dieser  Fahrt
lief  ich  die  etwa  90  Seemeilen  von  der  Nordwestküste
Neu-Guineas  entfernt  liegende  Matty-Insel  an,  um
Aufklärung  über  die  astronomische  Lage  derselben  zu
schaffen.  Die  Insel  wurde  am  14.  August  vormittags
gesichtet  und  mittags  angesteuert.  Kurze  Zeit,  nachdem
  ich  mit  dem  Schiff  an  der  Südseite  der  Insel
vor  einem  Eingeborenendorse  gestoppt  hatte,  flüchteten
drei  Salomons-Insulaner  mit  Waffen  und  Munition
zu  mir  an  Bord,  welche  angaben,  daß  sie  einer
im  Anfang  dieses  Jahres  auf  der  Insel  von  der
Firma  Hernsheim  errichteten  Handelsstation  angehört
  haben,  deren  Trader,  ein  Deutscher,  von  den
Matty-Insulanern  im  März  d.  Is.  erschlagen  worden
sei,  und  daß  sie  seit  dieser  Zeit  im  Busch  gelebt  und
sich  gegen  weitere  Ueberfälle  der  Eingeborenen  durch
ihre  Waffen  hätten  schützen  können.  Ich  nahm  die
Flüchtlinge  an  Bord  und  habe  sie  der  Landesverwaltung
  in  Friedrich  Wilhelmshafen  übergeben.

Nach  den  angestellten  Beobachtungen  liegt  die
Nordseite  der  Insel  auf  1°  41“  und  die  Sddseite
auf  1°  45“  südl.  Breite,  die  ungefähre  Mitte  der
JInsel  auf  142°  557“  östl.  Länge.

Die  ganz  flache  und  mit  Kokospalmen  dicht  bestandene
  Insel  hat  eine  ungefähre  Ausdehnung  von
fünf  Seemeilen  in  Richtung  O—  W  und  vier  Scemeilen
  in  Richtung  N—S  und  ist  von  einem  Küstenriff
  umgeben.  Die  Matty-Jnsel  ist  im  Jahre  1767
von  Carteret  entdeckt  worden,  und  scheint  seit  dieser
Zeit  nur  äußerst  selten  von  Europäern  angelaufen
zu  sein.  Erst  in  den  letzten  Jahren  sind  nach  Anlaufen
  der  Insel  durch  den  Dampfer  der  Neu-Guinea-Kompagnie
  „Mabel“  nähere  Nachrichten  über  die
Eingeborenen  und  ihre  besonderen  Eigenthümlichkeiten
bekannt  geworden.

Die  Eingeborenen  der  Matty-Insel  gehören  trotz
der  Nähe  von  Neu-Guinea  und  der  Lage  der  Insel
im  Bismarck-Alchipel,  wo  hauptsächlich  nur  die
melanesische  Rasse  vorkommt,  einer  Menschenrasse  an,
die  weder  melanesisch  noch  polynesisch  ist,  ihr  Aussehen
  ist  daher  ein  ganz  anderes  als  das  der  Südsee-Insulaner.
  Das  Auffallendste  sind  die  geschlitzten
Augen,  dic  an  den  Chinesen  erinnern,  und  eine  ganz
helle  Hautfarbe,  wie  sie  bei  keinem  Melanesier  vorkommt.
  Im  llebrigen  haben  sie  das  Aussehen  eines
Indiers,  welches  noch  durch  die  kappenartige  Kopfbedeckung
  —  aus  Pandanus  geflochten  —,  die  an

 

714

die  hohen  Kappen  der  indischen  Parsis  erinnern,  verstärkt
  wird.  Die  weitere  Eigenthümlichkeit  der  Matty-Insulaner
  liegt  in  den  von  ihnen  hergestellten  Waffen
und  Geräthschaften.  Die  letzteren  sind  so  eigenartig
und  theilweise  kunstvoll  hergestellt,  daß  sie  keine  Spur

einer  Aehnlichkeit  mit  den  im  sonstigen  Schutgebiet

vorkommenden  Waffen  und  Geräthschaften  aufweisen,
vielmehr  eine  in  sich  abgeschlossene  Fertigkeit  von
großem  ethnographischen  Interesse  darstellen.  Die
Haupkdörfer  liegen  an  der  West=  und  Südseite  der
Insel  am  Strande  entlang.  Vor  einem  derselben
wurde  mit  dem  Schiff  gestoppt  und  S.  M.  S.  „Möwe“
in  kürzester  Zeit  von  einer  großen  Anzahl  Kanus
mit  Eingeborenen  umringt,  dic  sofort  einen  lebhasten
Tauschhandel  mit  der  Besatzung  anfingen.  Das  rohe
Eisen  in  Gestalt  von  einfachem  Bandeisen  oder  Hobeleisen
  war  der  gesuchteste  Artikel.  Auch  die  Kanns
sind  kunstvoll  gearbeitet.  Ein  Aufbau  vorn  und
hinten,  der  gleichmäßig  an  den  Enden  des  Kanus
verläuft,  erinnert  an  den  typischen  Bug  französischer
Kriegsschiffe.  Segel  wurden  nicht  gesehen.  Ein
Ankerplatz  für  Schiffe  dürfte  nur  an  der  Südseite
der  Insel  zu  finden  sein.  Außerhalb  liegende  Niffe
wurden  auf  den  beiden  Anstenerungsseiten  nicht
angetroffen.

Am  14.  nachmittags  setzte  ich  die  Weiterreise  fort
und  ankerte  am  16.  August  nachmittags  in  Friedrich
Wilhelmshafen.

Rus  dem  Bereiche  der  Missionen  und
der  Kntishlaverei-Bewegung.

Aus  Ostafrika  ist  auf  telegraphischem  Wege  die
betrübende  Nachricht  eingetroffen,  daß  die  Missionare
Karl  Segebrok  und  Ewald  Ovir  in  der  Nacht
vom  19.  zum  20.  Oktober  in  Mern  im  Kilimandjarogebiete
  von  Eingeborenen  ermordet  worden  sind.  Die
beiden  Missionare,  welche  deutschen  Ursprungs,  aber,
in  Ingermannland  geboren,  russischer  Staatsangehörigkeit
  sind,  wurden  im  Sommer  vorigen  Jahres
von  der  Leipziger  evangelischen  Missionsgcsellschaft
nach  dem  Kilimandjarogebict  hinausgesandt  und
hatten  sich  erst  vor  Kurzem  nach  der  Gegend  des
Meruberges  zum  Zwecke  der  Anlegung  einer  Station
begeben.

Wie  weiter  gemeldet  wird,  ist  eine  Expedition
unter  dem  Stationschef  Kompagnieführer  Johannes
zur  Bestrafung  der  Mörder  unterwegs.

Die  Missionszeitschrist  „Kreuz  und  Schwertveröffentlicht
  in  ihrer  Novembernummer  einen  Aufruf
des  apostolischen  Präfekten  F.  Maurus  Hartmann
zu  Beiträgen  zum  Bau  einer  katholischen  St.  Josephskirche
  in  Dar-es-Saläm.  Die  Zahl  der  weißen  und
farbigen  Katholiken  sei  inzwischen  so  angewachsen,
daß  das  kleine,  zinkgedeckte,  ursprünglich  als  Schlafraum
  dienende  Kirchlein  im  Benediktinerkloster  lange
        <pb n="797" />
        —  715  —

nicht  mehr  für  die  Gemeinde  ausreicht.  Das  Gouvernement
  habe  einen  schönen  Platz  für  den  Bau
zur  Verfügung  gestellt.  Der  Bau,  der  stattlich
werden  soll,  werde  100  000  Mark  in  Anspruch
nehmen.  Auch  die  geringste  Gabe  sei  willkommen,
die  bei  der  Leitung  des  „Kreuz  und  Schwert“  eingezahlt
  werde.

Die  Basler  Mission  in  Kamerun  befindet
sich  in  einem  erfreulichen  Zustand  der  Entwickelung
und  Ausbreitung.  Von  einer  Forschungsreise  nach
den  südlichen  Gegenden  der  Kolonie  berichtet  Missionar
  Hermann  im  „Heidenboten“:  „Unser  Haupteindruck
  von  der  Reise  war,  daß  die  Thüren  für
unsere  Missionsarbeit  offen  stehen,  die  Leute  fast
durchweg  des  alten  Treibens  überdrüssig  sind  und
die  Betrügereien  der  Fetischleute  allgemein  erkannt
und  verspottet  werden.“  —  Die  Zahl  der  Missionsstationen
  in  Kamerun  ist  von  fünf  im  Jahre  1895
im  laufenden  Jahre  auf  sieben  erhöht,  noch  zwei
sollen  hinzukommen.

Im  Kondelande  am  Nyassasee  hat  die  Berliner
Mission  abermals,  wie  die  „Berliner  Missionsberichte“
  mittheilen,  die  Zeltpfähle  weiter  stecken
dürfen.  Es  ist  eine  neue  Station,  Bulagoa,  für
den  Kingastamm  im  Livingstonia-Gebirge  angelegt
worden.

Am  14.  Oktober  hat  ein  Missionar  der  Neudettelsauer
  lutherischen  Missionsgesellschaft
Namens  Zwanzger  seine  Reise  nach  Kaiser
Wilhelmsland  angetreten.

Um  den  Missionaren,  welche  an  sich  schon  durch
die  Ungunst  des  Klimas  genug  zu  leiden  haben
wenigstens  die  persönliche  angestrengte  Körperarbeit
bei  dem  Bau  der  Stationen  zu  ersparen,  hat  die
Rheinische  Missionsgesellschaft  einen  christlich
gesinnten  tüchtigen  Zimmermann  L.  Holzapfel
nach  Geu-Guinea  entsendet.

Die  in  Nr.  5  des  „Deutschen  Kolonialblattes“
vom  vorigen  Jahre,  S.  131,  erwähnte  Schrift  über
das  Wirkungsgebiet  der  Basler  Missionsgesellschaft
von  Kühnle  ist  in  einer  zweiten  bis  zum  August
vorigen  Jahres  ergänzten  Auflage  erschienen.

Ueber  die  Thätigkeit  der  Benediktiner  in
Ostafrika  berichtet  „Kreuz  und  Schwert“:

Die  St.  Benediktus-Missionsgenossenschaft  (Congregatio
  O.  S.B.  pro  missionibus  exteris),  welche
im  südlichen  Theile  Deutsch-Ostafrikas  thätig  ist,
zählte  im  Berichtsjahre  zwei  Doppelstationen  (Dares-Saläm
  und  Lukuledi)  und  eine  einfache  Station
(Männerabtheilung)  zu  Kollasini.  Zur  Station
Lukuledi  gehören  zwei  Außenstationen,  die  eine  in
Chuckukwe,  die  andere  die  Dörfer  der  Häuptlinge
Tu-Kutua  und  Mwananchekenie  umfassend.  Die

 

Stationen  waren  besetzt  mit  insgesammt  6  Priestern,
1  Lehrer,  7  Brüdern  und  14  Schwestern.

1.  Dar-es-Saläm.  Die  älteste  Niederlassung
der  Genossenschaft  ist  Dar-es-Saläm,  wo  zugleich
ein  Männerkloster  gegründet  wurde,  beide  mit  dem
vornehmlichsten  Zwecke,  heidnische  Kinder,  die  durch
Loskauf  oder  gerichtliche  Entscheidung  ihre  Freiheit
erhalten  hatten,  zu  erziehen.  Im  Jahre  1894  wurde
die  Knabenabtheilung  aus  Dar-es-Saläm  nach  Kollasini
  (50  Minuten  von  der  Stadt  entfernt)  verlegt.
Gegenwärtig  ist  im  Männerkloster  zu  Dar-es-Saläm
ein  Priester,  welcher  die  Seelsorge  der  hier  wohnenden
  (europäischen,  asiatischen  und  schwarzen)  Christen
versieht;  außer  ihm  befindet  sich  dortselbst  ein  Bruder,
zur  Besorgung  der  Geschäfte  der  Mission  und  vier
Knaben  zur  Bedienung,  welch  letztere  in  den  gewöhnlichen
  Schulfächern  fortgebildet  werden.

Das  Schwesternkloster  in  Dar-es-Saläm  unterhält
  ein  Internat  für  schwarze  Mädchen  nebst  einem
Hospital  und  Asyl  für  die  Farbigen.  Am  1.  Juli
1896  zählte  das  Internat  73  Mädchen;  eine  größere
Anzahl  war  im  Laufe  des  Berichtsjahres  aus  der
Mission  entlassen  worden  und  hat  sich  mit  christlichen
Männern  aus  der  Mission  verheirathet.  Das  Hauptaugenmerk
  bei  der  Erziehung  wird  darauf  verwendet,
die  Mädchen  für  die  Arbeit  zu  erziehen  und  sie  an
Reinlichkeit,  Ordnung,  geregelte  Thätigkeit  und  christliche
  Sitte  zu  gewöhnen.  Der  nicht  ungeräumige,
aber  für  die  vielen  Kinder  doch  zu  kleine  Garten
der  Schwestern  bietet  zur  Schambaarbeit  Gelegenheit;
  dazu  besorgen  die  Kinder  noch  den  Friedhof,
machen  allwöchentlich  Spaziergänge,  die  nebst  der
Erholung  auch  mit  irgend  einer  Arbeit,  die  in  der
Stadt  nicht  ausgeführt  werden  kann,  verbunden  sind.
Neben  dieser  vor  Allem  ins  Ange  gefaßten  Gewöhnung
  der  Mädchen  an  geregelte  Arbeit,  die  ihnen
für  ihre  spätere  Lebensstellung  am  nöthigsten  ist,
wird  aber  auch  der  Schulunterricht  wohl  gepflegt.
Bis  gegen  Ende  des  Berichtsjahres  war  die  Mädchenschule
  einklassig,  und  wurden  alle  Kinder  von  einer
Lehrerin  in  folgenden  Fächern  unterrichtet:  Religion,
Lesen,  Schreiben,  Rechnen,  Gesang.  Jetzt  steht  die
Schule  unter  zwei  Lehrerinnen  und  ist  in  zwei  Abtheilungen
  getheilt;  dem  Unterrichtsplanc  der  oberen
Abtheilung  ist  die  Erlernung  der  deutschen  Sprache
hinzugefügt.  Mit  Vorliebe  wird  von  den  Kindern
der  Gesang  gepflegt;  sie  sind  auch  zu  großem  Theile
mit  gutem  Gehöre  und  mit  wohlklingender  Stimmc
begabt.  Sie  singen  die  gewöhnlichen  lateinischen
Kirchengesänge  und  einige  aus  dem  Deutschen  übersetzte
  Suahelilieder  korrekt  und  mit  Ausdruck  und
erlernen  gegenwärtig  auch  deutsche  Texte.

Neben  der  gewöhnlichen  Schule  für  alle  Mädchen
besteht  seit  einigen  Monaten  noch  eine  Fortbildungsschule,
  in  welcher  die  fortgeschrittensten  und  begabtesten
  Mädchen  neben  weiterem  Unterricht  in  den
gewöhnlichen  Fächern  noch  besonderen  deutschen  und
Kisuaheli-Sprachunterricht  pflegen  und  das  Harmoniumspiel
  erlernen.  Es  besteht  die  Absicht  und  Hoff-
        <pb n="798" />
        —  716  —

nung,  aus  dieser  Schule  Lehrkräfte  für  die  inneren
Stationen,  die  namentlich  für  den  Unterricht  der
weiblichen  Bevolkerung  sehr  schätzbare  Dienste  leisten
würden,  zu  erhalten.

Die  größeren  Mädchen  werden  auch  in  alle  Zweige
des  Haushaltes  eingeführt  und  zeigen  hierin  mitunter
eine  auffallende  Begabung  und  Anstelligkeit.  Die  im
Haushalte  ausgebildeten  Mädchen,  wozu  in  erster
Linie  auch  alle  für  Lehrerinnen  bestimmten  zählen,
sollen  vor  Allem  den  Schwestern  behülflich  sein,  aber
auch  eventuell  den  Haushalt  einer  europäischen  Familie
  besorgen  können.  Religionsunterricht  wird  in
der  unteren  Abtheilung  jeden  Tag  eine  halbe  Stunde,
in  der  oberen  dagegen  jeden  Tag  eine  ganze  Stunde
ertheilt.

Das  Spital  für  die  Farbigen  hat  die  Bestimmung,
Farbigen  jeder  Nationalität  und  Konfession  in  Krankheitsfällen
  geregelte,  liebevolle  Pflege  zu  gewähren
und  ihnen  leicht  zugängliche  Gelegenheit  zum  Verbinden
  ihrer  Wunden  und  zum  kostenlosen  Empfang
der  gewöhnlichen  Arzneien  zu  verschaffen.  Im  Berichtsjahre
  wurden  verpflegt  125  Männer  und  Knaben;
davon  starben  42,  geheilt  entlassen  wurden  82;  ferner
78  Frauen  und  Mädchen,  wovon  19  starben  und  53
geheilt  entlassen  werden  konnten.  Verbände  wurden
etwa  10  000  angelegt  und  etwa  6000  Arzneien  abgegeben.
  Der  hohe  Prozentsatz  der  Sterbefälle  rührt
davon  her,  daß  eine  große  Anzahl  der  Patienten  sich
erst  ins  Spital  begiebt,  wenn  der  Tod  bereits  unabwendbar
  ist,  und  ihnen  das  Spital  nur  mehr  einen
ruhigen  Sterbeort  bieten  kann.  Die  Mission  hatte
die  Freude,  im  Berichtsjahre  56  Patienten  des
Hospitals  durch  die  heilige  Taufe  in  die  katholische
Kirche  aufzunehmen,  denn  christlicher  Unterricht  wird
jedem  heidnischen  Schwarzen  angeboten  und  selten
ausgeschlagen.  Die  Frequenz  des  Spitals,  die  anfangs
  nur  schwach  war,  hat  in  den  letzten  Monaten
eine  bedeutende  Steigerung  erfahren.  Ueberdies
übernehmen  die  Schwestern  neben  der  Krankenpflege
im  Spital  auch  die  Pflege  schwerkranker  Europäer
in  der  Stadt  und  machen  häufige  Gänge  ins  Negerviertel,
  um  Kranke  in  ihren  Wohnungen  aufzusuchen
oder  sie  ins  Spital  zu  bringen.

Neben  dem  Spital  findet  sich  noch  ein  Asyl  für
gebrechliche  und  geistesschwache  Leute,  die  dort  Wohnung,
  Kleidung  und  Nahrung  erhalten  und  je  nach
Lust  und  Können  irgend  eine  kleine  Arbeit  verrichten.

Kollasini.  Die  Station  Kollasini,  im  Juli
1894  gegründet,  nahm  im  Berichtsjahre  einen  sehr
glücklichen  Ausschwung.  Das  Wohnhaus  der  Missionare
  wurde  ausgebaut,  Werkstätten  und  Viehstall  in
Angriff  genommen,  ein  sehr  geräumiges  und  gesundes
Kindergebäude  aufgeführt,  welches  im  Viercck  einen
großen  Hof  mit  Brunnen  und  Tummelplatz  für  die
Kinder,  mehrere  Schul=  und  Schlassäle,  Eßzimmer,
Spielräume,  Krankenzimmer,  Vorraths=  und  Werkzeugkammern,
  Küche  enthält.  Gegenwärtig  ist  eine
Kirche  im  Bau,  deren  Vollendung  in  einem  halben
Jahre  zu  erwarten  steht.  Alle  Bauten  wurden  zum

 

überwiegenden  Theile  mit  aus  dem  Internat  hervorgegangenen
  und  in  der  Mission  gebildeten  Arbeitern
hergestellt.

Die  Hauptaufgabe  der  Missionsstation  Kollasini
ist  die  Erziehung  der  Negerknaben,  von  denen  ein
großer  Theil  dem  Wohlwollen  der  Kaiserlichen  Bezirksämter
  zu  verdanken  ist.  Die  Schülerzahl  betrug
am  Schlusse  des  Berichtsjahres  112,  mehrere  Zöglinge
  waren  im  Laufe  des  Jahres  entlassen  worden
und  hatten  sich  mit  christlichen  Mädchen  verheirathet.
Die  Schule  ist  eine  einklassige,  in  welcher  von  einem
europäischen  Lehrer  und  einigen  schwarzen  Gehülfen
unterrichtet  wird.  Die  Unterrichtsfächer  sind  auch
hier:  Religion,  Deutsch,  Lesen,  Schreiben,  Rechnen
und  Gesang.  Die  jüngeren  Kinder  werden  außer
der  Erholungszeit  durchweg  auf  der  Schamba  (Landgut
  der  Mission)  verwendet,  die  älteren  arbeiten  in
der  Küche,  im  Hause,  Gemüsegarten  oder  in  den
Werkstätten.

Für  die  begabtesten  Knaben  ist  eine  Katechetenschule
  errichtet  worden,  die  uns  die  auf  Innenstationen
fast  unentbehrlichen  Mitarbeiter  für  Schulen  und
Katechesen  liefern  sollen.  Ihre  Ausbildung  liegt  in
den  Händen  eines  Priesters.  Der  Schulplan  für  dieselben
  ist  in  allen  Fächern  erweitert  und  um  Geographie=
  und  Harmoniumunterricht  vermehrt.  Besondere
  Pflege  erhält  der  Unterricht  in  der  deutschen
Sprache.  Es  sind  auch  diese  Knaben  von  Handarbeit
nicht  ganz  befreit.

Die  Schamba  um  Kollasini  wurde  durch  Ankäufe
um  140  Hektar  vergrößert,  was  allerdings  empfindliche
  Opfer  verursachte.  Der  frühere  Besitz  blieb  der
Mission  reservirt  zu  Anlagen,  Gemüsegärten  und  als
Weideland.  Der  neugekaufte  Grund  wurde  schwarzen
Christen  und  Katechumenen  zur  freien  Benutzung
übergeben;  dieselben  haben  sich  daselbst  in  drei  kleinen
Dörschen,  die  alle  planmäßig  gebaut  und  reinlich  gehalten
  sind,  niedergelassen.  Am  1.  Juli  zählte  man
37  Familien  mit  einer  Seelenzahl  von  130  Personen.

Der  Viehstand  ist  aus  Mangel  an  Weidegrund
beschränkt:  20  Stück  Nindvieh  und  eine  Herde  Ziegen.

In  der  Missionsschamba  ist  fleißig  gearbeitet
worden.  Wege  wurden  angelegt  in  einer  Länge  von
7½  km  und  zum  Theil  mit  Alleen  bepflanzt;  Anlagen
  begonnen,  4000  Kokosnüsse  zum  Anpflanzen
angekauft,  Ananas,  Papageien,  Mango,  Orangen,
Citronen  2c.  gepflanzt;  auch  wurden  die  unter  dem
Einflusse  der  Mission  stehenden  Neger  dazu  angehalten.
  Einige  kleine  Thälchen  lieferten  eine  reiche  Ausbeute
  an  Gemüse  und  vergalten  reichlich  die  viele
Mühe  und  Sorgfalt,  die  darauf  verwendet  wurde.
Besondere  Erwähnung  verdient  ein  Versuch  mit  Vanille.
  Durch  die  Freundlichkeit  der  Landeskulturabtheilung
  wurden  dem  Superior  eine  ziemliche
Anzahl  Vanillensehlinge  übersandt,  die  an  günstigen
Plätzen  unter  sorgfältiger  Pflege  gut  gedeihen  und
berechtigten  Hoffnungen  für  die  Zukunft  Raum  geben.

3.  Lukuledi.  Die  Station  Lukuledi,  fünf  bis
sechs  Tagemärsche  von  der  Hafenstadt  Lindi  entsernt
        <pb n="799" />
        —  717  —

und  einen  leichten  Tagemarsch  nördlich  von  Masasi
gelegen,  war  im  Februar  1895  gegründet  worden
und  am  Schlusse  des  Berichtsjahres  mit  zwei  Priestern
und  einem  Bruder,  das  Schwesternhaus  mit  drei
Schwestern  besetzt.  Diese  Mission  hatte  im  ersten
Jahre  mit  sehr  großen  Schwierigkeiten  zu  kämpfen
(n  erster  Linie  zählt  hierzu  ein  Kriegszug  der  Magwangwara
  und  die  darauf  folgende  Hungersnoth),
hat  aber  doch  überaus  befriedigende  Erfolge  erzielt.

Die  Mission  hat  es  hier,  im  Gegensatz  zu  den
anderen  Stationen,  nur  mit  Freien  zu  thun  und
erzieht  keine  Sklavenkinder.

Der  Anschluß  der  Erwachsenen  an  die  Mission
und  die  besonders  starke  Betheiligung  der  jungen
Männer  am  Unterrichte  war  von  Anfang  an  auffallend
groß.  Trotzdem  die  Bedingungen  zum  Eintritt  ins
Katechumenat  ziemlich  hart  sind  und  auch  die  Besten
volle  zwei  Jahre  bis  zum  Empfange  der  Taufe
warten  müssen,  wenn  nicht  eine  schwere  Krankheit  die
sfrühere  Spendung  derselben  nöthig  macht,  zählte  die
Mission  bis  zum  Ende  Juni  1896  an  christlichen
Erwachsenen  und  Kindern  36;  von  den  Katechumenen
der  ersten  Klasse  werden  am  nächsten  Osterfeste  26
zur  heiligen  Taufe  zugelassen;  Katechumenen  der
zweiten  Klasse  waren  es  336.  Alle  diese  sind  eingeschrieben
  und  werden  im  Unterrichtsbesuche  kontrolirt;
  viele  andere  kommen  noch,  schenen  aber  die
Kontrolc.

Die  Mission  hat  in  ihrem  Beczirke  großen  Einfluß
erlangt,  namentlich  seit  der  Hungersnoth,  während
welcher  die  Leute  fast  ganz  auf  die  direkte  oder  indirekte
  (Arbeitsgelegenheit)  Unterstützung  der  Mission
angewiesen  waren.  Sonntagsruhe  wird  fast  allgemein
beobachtet;  Streitfälle  werden  häufig  vor  die  Missionare
  gebracht  und  der  ertheilte  Bescheid  immer  dankbar
angenommen,  wodurch  schon  manchmal  unnützes  Blutvergießen,
  Gottesurtheile  oder  zu  hohe  Zahlungen,
die  den  Schuldner  zum  Sklaven  gemacht  hätten,  verhindert
  wurden.

Das  Beispiel  der  Missionare  hat  auch  auregend
gewirkt  in  Bezug  auf  Häuserbau  und  Felderbestellung.
Eingeführte  Samen  von  Gemüsen  und  Früchten  werden
häufig  verlangt,  zum  Anpflanzen  von  Bäumen  und
Herrichten  von  kleinen  Gärten  werden  die  Katechumenen
  angehalten.

Die  Thätigkeit  der  Schwestern  begreift  nebst  der
Erziehung  der  Mädchen  in  Schule,  Haushalt  und
Schamba  vornehmlich  die  Krankenpflege  durch  Aufnahme
  Schwerkranker  ins  Haus,  durch  tägliche  Arzneiabgabe
  und  Verbände,  und  dann  auch  durch  regelmäßige
  außerordentliche  Krankenbesuche.

Zu  Lukuledi  gehören  noch  zwei  Außenstationen,
die  regelmäßig  von  der  Station  aus  pastorirt  werden:
Chuckukwe  und  die  Dörfer  der  Häuptlinge  Tu-Kutua
und  Mwanamchekenje,  letzteres  in  einem  sehr  fruchtbaren
  Thalc  gelegen.  Zwischen  diesen  Stationen
befindet  sich  unbenutztes,  anbaufähiges  Land,  das
voraussichtlich  bald  besiedelt  wird.  Das  Einvernehmen
mit  den  Kaiserlichen  Behörden  war  durchaus  ein

 

ausgezeichnetes  und  haben  die  Missionare  sämmtlicher
Stationen  allseits  freundliches  Entgegenkommen  und  bereitwillige
  Förderung  aller  Missionsinteressen  erfahren.

Für  das  kommende  Jahr  sind  folgende  Erweiterungen
  der  Missionsthätigkeit  in  Aussicht  genommen:

In  Dar-es-Saläm  soll  eine  neue,  geräumige
Kirche  gebaut  werden,  für  die  ein  äußerst  günstiger
Platz  durch  die  Munifizenz  des  Kaiserlichen  Gouvernements
  bereits  zugesichert  ist.

In  Kollasini  wird  die  Station  ausgebaut  werden;
die  Plantagen  und  Kokospflanzungen  sind  zu  vollenden,
der  Vanillenkultur  besonderes  Augenmerk  zu  widmen
und  neue  Christendörfer  auf  dem  Gute  der  Mission
zu  gründen.

In  Lukuledi  wird  weiter  flußabwärts  eine  weitere
  Missionsstation  gegründet.

Ferner  wird  in  Mahange  oder  Uhehe  eine,  vielleicht
  auch  zwei  Missionsstationen  gegründet  werden.

Gott  gebe,  daß  sich  diese  Plänc  verwirklichen!

RAus  fremden  Kolonien.

Handel  und  Schiffabrt  der  pbilippinen  in  den  Jabren
1894  und  1895.7)

Die  beiden  Berichtsjahre  müssen  fast  in  allen
Zweigen  des  Handels  als  sehr  ungünstige  bezeichnet
werden.  Obwohl  die  Ernten  im  Allgemeinen  mittlere,
  zum  Theil  sogar  gute  Erträge  lieferten,  litt  der
Handel  besonders  durch  die  Kursverhältnisse.  Der
Kurs  (für  sechs  Monate  Sicht  auf  London)  sank  im
Laufe  des  Jahres  1894  von  2  Schill.  8  1½2  Pence
auf  2  Schill.  4½  Pence,  ging  im  Jahre  1895  aber
noch  weiter  auf  2  Schill.  3½  Perce  zurück.

Von  öffentlichen  Bauten  ist  hervorzuheben,
daß  die  Arbeiten  an  dem  neuen  Hafen  von  Manila,
welche,  nachdem  im  Jahre  1890  ein  großer  Theil
des  Außendeiches  durch  einen  Wirbelsturm  zerstört
worden  war,  mehrere  Jahre  geruht  hatten,  wieder
rege  in  Angriff  genommen  worden  sind.  Trotz  der
erhöhten  Thätigkeit  wird  indessen  der  zur  Fertigstellung
  des  Hafens  noch  nöthige  Zeitraum  auf  sieben
bis  acht  Jahre  geschätzt.  Die  Beleuchtung  der  Küsten
des  Archipels  ist  durch  Inbetriebsetzung  von  zwei
weiteren  Leuchtthürmen  gefördert  worden.

Der  Bergbau,  für  welchen  die  Philippinen  ein
bedeutendes  Arbeitsfeld  bieten,  scheint  in  ein  günstigeres
  Stadium  zu  gelangen.  Die  Kohlenflöze  der
Insel  Cebu  werden  in  größerem  Maßstabe  ausgebeutet
  und  sind  berufen,  mindestens  für  die  Küstenschifffahrt
  und  für  die  ausstrebende  Industrie  des
Landes,  namentlich  die  Dampfzuckerpressen,  in  der
Zukunft  eine  bedeutende  Rolle  zu  spielen.  Eine  Erschtießung
  der  Petroleumbecken  derselben  Insel
durch  eine  Aktiengesellschaft  steht  in  nächster  Aussicht.
Vorliufige  Bohrungen  haben  das  Vorhandensein  von
erheblichen  Mengen  des  Oeles  erwiesen.  Die  Aus-Aus

  dem  Deutschen  Handels-Archiv  1896,  S.  629  f.
        <pb n="800" />
        —

beutung  der  reichen  Goldquarzgänge  in  der
Provinz  Camarines  auf  Luzon  nimmt  ihren  Fortgang.
  Während  sich  einerseits  herausgestellt  hat,
daß  die  dortigen  Erze  mit  dem  Amalgamirungsprozeß
nicht  vortheilhaft  behandelt  werden  können,  und  daß
die  neueren  chemischen  Prozesse,  wie  mit  Cyankali,
Chlor  u.  a.  m.  zur  Gewinnung  des  Goldes  verwendet
  werden  müssen,  so  ist  andererseits  festgestellt,
daß  sehr  ausgedehnte,  sortlaufende  Gangformationen
mit  durchschnittlich  sehr  lohnendem  Goldgehalt  vorhanden
  sind.  Der  ersten  Gesellschaft  ist  daher  eine
zweite  gefolgt,  und  mehrere  andere  sind  im  Entstehen
begriffen.  Die  eine  Gesellschaft  hat  neun  deutsche
Ingenieure  und  Bergleute  angestellt,  während  in  der
anderen  ein  deutscher  Obersteiger  beschäftigt  ist.
Einfuhr.

Der  Gesammtwerth  der  Einfuhr  im  Jahre  1894
betrug  28  529777  Pesos;  er  übertrifft  den  der
Vorjahre  (1890  19779  257,  1891  21  557  286,
1892  23  817  373  und  1893  25  916  734  Pesos)
erheblich.  Allerdings  ist  dabei  zu  erwägen,  daß  der
Werth  der  Waaren  durch  die  niedrigen  Kurse  sehr
gestiegen  ist.  Im  Allgemeinen  sind  die  beiden  Jahre
für  das  Einfuhrgeschäft  nicht  als  günstige  zu  bezeichnen.
  Einmal  entstanden  den  Firmen  durch  das
rasche  Sinken  der  Kurse  schwere  Verluste  an  den
auf  Kredit  verkauften  Waaren,  und  dann  traten,  wie
immer  in  kritischen  Jahren,  die  Nachtheile  des  Kreditsystems
  im  Verkehr  mit  chinesischen  Händlern  besonders
  grell  zu  Tage.  Eine  Reihe  chmesischer  Geschäfte
  erklärte  sich  für  bankerott,  und  wie  stets  in
solchen  Fallen  war  nur  ein  kleiner  Theil  der  Forderungen
  zu  retten.

Erst  mit  Ende  1895  und  Anfang  1896  trat  eine
Wendung  zum  Besseren  ein,  und  das  Jahr  1896
verspricht  ein  gutes  zu  werden.

Der  Antheil  des  spanischen  Mutterlandes  an  der
Einfuhr  einer  Anzahl  der  wichtigeren  Einfuhrartikel
ergiebt  sich  aus  der  setenden  Zusammenstellung;

 

 

Spanischer
Gesammte  cimer
Waare  Emfuhr  4  Spanien  in  Prozenten
Pesos  Pesos  1894  18  1593  1892
Chemische  und  phar-  .
mazeutische  Waaren  501  078  165  707|  33  30,8  56,6
8

Baumwollengarn  ..
Baumwollengewebe  .
Baumwollene  Wirk-2506

  249  1  175  924146,9  26.1
6219  897  2139  308  36,6  30,9  20

1042  590  959  595  92  91,6  89.8
508  363  83  053|16,3  19,3  20

«
464  883  336  243|72,3  54,9  36.4

Seidene  Gewebe
I  ruck  rund  Schreib-Shuhwer.

  ------  183  475.  r  525|  63,5  56,2  57.7
Branntwein  u.  Likör!335  415  84  420|25,2  23,4  30,5
Konserven  und  Kon-  1  S  6
fitürren  807  314,  660  184/81,8  79.3  76,4
Schirmmm  310  85,  267  960|86,3  58,5  92
üt  545  499  638  209/12  5  13  43

 

 

 

718  —

Den  Werth  der  Einfuhr  aus  Deutschland  giebt
die  amtliche  Statistik  auf  1  859  905  Pesos  an;  er
wird  indessen  wesentlich  höher  gewesen  sein.  Die
Einfuhr  von  Material  für  schmalspurige  Eisenbahnen
und  tragbare  Feldbahnen  hat  zugenommen,  und  es
ist  ein  Anlauf  genommen,  auch  deutsche  Zuckerrohrwalzpressen
  einzuführen.  Die  ersten  Sendungen  haben
großen  Beifall  gefunden,  und  die  deutsche  Industrie
hat  sich  auf  diesem  Gebiete  der  britischen  und
amerikanischen,  die  bisher  den  Bedarf  fast  ausschließlich
  deckten,  völlig  gewachsen,  wenn  nicht  überlegen
erwiesen.  Da  noch  weite  Strecken  der  Philippinen
mit  einfachen  Stein=  und  selbst  Holzmühlen  arbeiten,
so  ist  das  Absatzgebiet  noch  großer  Erweiterung  fähig.

Ausfuhr.

Zucker.  Die  Ausfuhr  im  Jahre  1894  betrug
3  109  108  Pikuls,  und  blieb  hinter  der  des  Jahres
1893  von  4  184  276  Piluls  sehr  erheblich  zurück,
während  trotz  des  niedrigeren  Kurses  und  der  billigen
Frachten  sehr  niedrige  Preise  bezahlt  wurden.  Es
hat  daher  das  Jahr  in  hohem  Grade  ungünstig  für
die  Pflanzer  abgeschlossen,  was  seine  Wirkung  auf
den  Gesammthandel  nicht  verfehlen  konnte.  Die
Preise  für  den  besten  trockenen  Zucker,  sogenannten
Manila-Extra,  etwa  Nr.  9  entsprechend,  bewegten
sich  zwischen  3,06  ¼  und  4,68¾  Pesos  für  den
Pilul  die  übrigen  entsprechend  niedriger.

Die  Ausfuhr  vertheilte  sich  auf  folgende  Länder- 



 

 

 

 

6  „Nach  dach  den  Nach
G  dem  allamischen  China  Zur5
  .  bujmmnvon  und
VB  on:  tannien  bi  bihe  Nerdencria  Japan  sammen
*  i  t  u  E
l
Manila.46537165  909161  819  8839401577039
Jloilo..496860-—  48  336  138  303  1  383  499
Cebn  16000  —  132  570T  148  570
Zuf..  978  231  65  909  910  155  1  154  813|3  109  108
Die  Abnahme  der  Ausfuhr  betraf  in  erster

Linie  die  beiden  südlichen  Häfen,  welche  zusammen
1  532  069  Pikuls  gegen  2  474  303  Pikuls  im  Vorjahre
  verschifften,  während  sich  die  Ausfuhr  von
Luzon  nur  um  etwa  133  000  Pikuls  vermindert  hat.
Zum  Theil  hängt  dies  damit  zusammen,  daß  durch
das  schwerfällige  System  der  sogenannten  Farderias,
welche  den  in  trichterförmigen  Formen  (Pilones)  aufgekauften
  Rohzucker  durch  Abtropfenlassen  des  Syrups
und  späteres  Trocknen  des  Zuckers  an  der  Sonne
theilweise  raffiniren,  das  jemalige  Ernteprodukt  erst
im  folgenden  Jahre  zur  Ausfuhr  gelangt,  so  daß  die
Ausfuhr  von  1894  für  Manila  zum  großen  Theil
aus  1893  stammte.  In  der  That  hat  die  Ausfuhr
von  trockrnem  Zucker  aus  Luzon  im  Berichtsjahre
um  ungefähr  90  000  Pikuls  zugenommen,  während
die  Verringerung  ausschließlich  die  Moskowaden  der
Provinz  Batangas,  sogenannten  nassen  Taalzucker,
betraf.
        <pb n="801" />
        Im  Allgemeinen  bricht  sich  das  Bestreben  zur
Herstellung  besserer  Zuckersorten  immer  mehr  Bahn.
Den  größten  Aufschwung  in  dieser  Beziehung  zeigt
die  Insel  Negros;  dort  gab  es  schon  im  Jahre  1880
keine  Holzmühlen  für  Saftpressen  mehr,  sondern:

Eiserne  Pressen  mit  Thierkraft  (Büffel).  .  495

Desgl.  mit  Wasserkraat.  17

Desgl.  mit  Dampfkraft  59

Im  Jahre  1893  waren  dagegen  500  der  ersten
Gruppe,  47  hydraulische  und  274  Dampfmaschinen
vorhanden.  Aber  auch  auf  Luzon  nimmt  die  Einführung
  eiserner  Zuckerpressen  mit  Dampfbetricb
stetig  zu.  Auch  in  dem  Brechen  mit  dem  alten
System  der  Pilones  und  der  Darstellung  von
trockenem  Zucker  durch  den  Pflanzer  selbst  ist  ein
weiterer  Fortschritt  zu  verzeichnen.  Von  einer  Abnahme
  des  Zuckerrohrbaues  ist  trotz  des  ungünstigsten
finanziellen  Ergebnisses  und  der  Krisis,  in  der  sich
der  philippinische  Zuckerhandel  befindet,  noch  nichts
zu  bemerken.  Die  Gesammtausfuhr,  im  Jahre  1895
3  694  769  Pikuls,  überstieg  die  des  Vorjahres  erheblich,
  ohne  jene  von  1893  zu  erreichen.  Die
Preise  blieben  noch  weiter  hinter  denen  vom  Jahre
1894  zurück,  für  „Manila-Extra“  wurden  als  höchster
Preis  4,  als  niedrigster  3  Pesos  für  den  Pikul
notirt.

Die  Ausfuhr  vertheilte  sich  nach  Verschiffungshäfen
  und  Bestimmungsländern,  wie  folgt:

 

 

 

 

 

Groß=  Uebri=  Atlamtische  Au-!  China
Von:  bri=  #es  äzen  von  stra=  und  3½%
«  -E"w-NVIV«1-l  sammen
tannien  pa  amerika  lien  Japan
D  6bl)
Manila  477201  64  142  286  646  3200,  899  221|1  730  410
Jloilo.928176  —  667200  —  155631|1  751  007
Cebl0015  —  "„  14333713352
Zus.1475392  64  142  953  816  qadon  iosiso  694  769

Es  ist  bemerkenswerth,  daß  im  Jahre  18941  mehr
als  37  pCt.,  im  Jahre  1895  etwa  ein  Drittel  der
gesammten  Ausfuhr  nach  den  großen  ostasiatischen
Reichen  verschifft  worden  sind;  im  Vergleich  mit  den
Vorjahren  stellt  sich  der  Antheil  dieses  Absattgebietes,
wie  folgt:

Gesammtausfuhr  Nach  China  und  Japan

Jahr  Pikuls  Pikuls  pCt.
1887  2866  383  338  514  11,8
1888.  2  964  920  424  478  14,3
1889  3  502  812  226  529  6.5
1890  2360  422  576  690  24,4
1891  2  662  625  299  151  11,2
1892  51  060  1215  303  30.7
1893  4184  292  1247  727  29,8
1894  3  109  108  1154  813  37.1

...  3694769  32,2

Man  erwartet,  daß  sich  der  Absatz  noch  erheblich
steigern  wird,  namentlich  nach  Japan,  wenn  eine
subventionirte  Dampferlinie  von  Manila  nach  den
japanischen  Häfen,  die  schon  seit  Jahren  in  Aussicht
genommen  ist,  hergestellt  werden  sollte.

719

 

Abaka.  Die  Verschiffungen  überstiegen  in  beiden
Berichtsjahren  die  Ausfuhr  sämmtlicher  früheren
Jahre.  Es  wurden  ausgeführt:

1

 

894  1895

nach  Pikuls
Großbritannien  .  670744  987  548
dem  übrigen  Euronaa  34  7  830
den  allantischen  Häfen  von

Nordamerika  ..  803  510  547  836

Kalifornien  37200  55
Anstralien  21  558  26  170
Singapore  und  Indien  9  046  11  092
China  und  Japan  .  26  482  28614

Zusammen  1  591  962  1  664  590

Troß  dieser  außerordentlich  großen  Ausfuhr  kann
das  Geschäft  für  die  Produzenten  nicht  günstig  gewesen
  sein,  da  die  Preise  noch  weiter  heruntergingen.
Sie  bewegten  sich  für  korrekte  Waare  im  Jahre  1894
zwischen  6,.75  und  9,12  Pesos,  im  Jahre  1895
zwischen  6,43  und  9,31  Pesos  pro  Pikul,  und  nur
den  niedrigen  Kursen  und  billigen  Frachten  war  es
zu  verdanken,  daß  sie  sich  noch  auf  dieser  Höhe
hielten.  Es  hat  sichtlich  eine  Ueberproduktion  stattgefunden,
  mit  welcher  der  Verbrauch  nicht  Schritt
hält,  zumal  andere  Faserpflanzen,  wie  namentlich
Sisal,  dem  Manilahanf  immer  mehr  Konkurrenz
machen.

Von  Hanftauwerk  betrug  die  Ausfuhr  im  Jahre
1894  nur  1965,  im  Jahre  1895  3382  Pikuls.

Tabak.  Die  Verhältnisse  des  Tabakbaues  sind
im  Allgeweinen  gleich  geblieben.  Hiermit  steht  es
im  Einklange,  daß  die  Ausfuhr  von  Blättertabak
immer  mehr  abnimmt,  während  die  von  Cigarren
sich  jährlich  steigert.  Es  wurden  von  Blättertabak
ausgeführt  im  Jahre  1893  230  464,  im  Jahre  1894
182  610  und  im  Jahre  1895  225  647  Quintals.

Dabei  aber  ist  zu  bemerken,  daß  hiervon  die
Hauptmenge  geringwerthige  Tabake  für  die  Regierungsfabriken
  in  Spanien  sind,  während  die  übrigen
europäischen  Märkte  nur  noch  geringe  Mengen  erhielten,
  London  z.  B.  im  Jahre  1893  noch  15  272,
im  Jahre  1894  9500,  im  Jahre  1895  nur  1772
Quintals.  Dagegen  betrug  die  Ausfuhr  von  Cigarren
im  Jahre  1893  134  400,  im  Jahre  1894  140  075
und  im  Jahre  1895  162  384  Tausend.

Bei  den  billigen  Arbeitslöhnen  auf  den  Philippinen
  wird  es  sich  stets  mehr  lohnen,  den  Tabak
dort  zu  verarbeiten.  Es  sind  daher  auch  in  den
Berichtsjahren  noch  weitere  Fabriken  gegründet  worden,
deutsches  Kapital  ist  nicht  unerheblich  an  der  Fabrikation

  wie  an  der  Ausfuhr  von  Cigarren  betheiligt.

Kaffee.  Dieser  früher  sehr  erhebliche  Artikel
ist  in  den  Berichtsjahren  noch  weiter  zurückgegangen.
Es  wurden  im  Jahre  1894  9008,  im  Jahre  1895
nur  noch  3287  Pikuls  ausgeführt.  In  dem  hauptsächlichen
  Kaffeedistrikt  von  Luzon,  der  Provinz
Batangas,  sind  an  Stelle  der  durch  Insektenfraß
zerstörten,  oder  zur  Ausrottung  des  Käfers  niedergeschlagenen
  Bäume  neue  Pflanzungen  angelegt  worden,
doch  wird  es  noch  vieler  Jahre  bedürfen,  ehe  diese
        <pb n="802" />
        Erträge  liefern,  und  es  ist  schwerlich  zu  erwarten,

daß  die  Ausfuhr  je  wieder  auf  die  alte  Höhe  steigt.

Kopra.  Dieser  verhältnißmäßig  neue  Ausfuhrartikel
  hat  sich  rasch  zu  einem  sehr  erheblichen  entwickelt,
  denn  im  Jahre  1894  wurden  510  633.  im

720

 

 

 

Jahre  1895

schon  594  469  Pikuls  ausgeführt.

Bei  dem  zunehmenden  Ersatz  des  Kokosöls  zur  Beleuchtung
  durch  Petroleum  ist  die  Produktion  von
Kopra  noch  bedeutenden  Ausschwungs  fähig.

Die  Ausfuhr  der  übrigen  kleineren  Artikel  war
folgende:

 

1894  1895

Sappanholz  Pikuls  75115  38919

Indigo  Quintals  838  231

erlmuterschater  .  Pikuls  96  168

Kopal  (Almaciga)  ..  -  1555  4351

Häute  in  Streifen  -  3203  3194
Schiffsverkehr.

Die  in  den  geöffneten  Häsen  der  Philippinen
eingegangenen  und  von  da  abgegangenen  Schiffe
vertheilen  sich  auf  jene  Häfen,  wie  folgt:

 

Angekommen  Abgegangen
Schisfe  Tonnen  Schisse  Tonnen
Manila  248  305  468  221  275142
Jloilo-  67  75  305  38.  64  145
Ceb#  15  16  562  12  18  946
Zusammen  330  397  335  271  358  233

In  den  Verkehrsverhältnissen  hat  sich  wenig  geändert.
  Es  ist  eine  neue  spanische  Linie  von  Liverpool—Barcelonanach
  Manila  mit  monatlichen  Fahrten
eingestellt  worden.  Noch  immer  geht  der  größte
Theil  der  philippinischen  Einfuhr  über  Hongkong.
Segelschiffe  verschwinden  immer  mehr,  und  auch  für
die  Ausfuhr  treten  jährlich  mehr  Dampfschiffe  an
ihre  Stelle.  Einige  grösiere  amerikanische  Vollschiffe
werden  aber  noch  jährlich  mit  Hanf  und  Zucker
befrachtet.

Schiffsverkehr  in  den  geöffneten  Häfen  der  Philippinen
mit  Ausschluß  der  Küstenschifffahrt  im  Jahre  1894.

 

 

 

 

 

 

 

 

Eingang.
Mit  Ladung  In  Vallast  Zuammen

Nationalilät

Zabi  Tonnen  Zahl  Tonnen  Bahl  Tonnen
Spanische  59.  68  8866  41194  305
Britische  135,  166  65541167  650176  234  305
deutsche.  40  273114142741
Japanische.  5  4914444  52146  5468
Norwegisch.  2  39573  3  305  7262
Hawa#ische  —  —  1I151711517
Amerikanische  %  «

(Ver.  St.  )  li14201  265811728001
Jtalienische  11199—  —  1  1199
Oesterreich=  .

Ungarische  1  1  496  3  49900%  6492
Zus.  einschl.  des  i  .
Schisssverkehrs  !sii2e  «
and-Nationen24b,2«2l484120121  330.  397  335

 

 

 

 

 

 

Ausgang.
Mit  gadung  In  Lonan  Zusammen
Nationalität  –
ahl  Tonnen  Zahl  Tonnen  Zaht  Tonnen
Spanische  311  47  81411  6808¼42  54
Britische  139  194  S8421  31  730  *m  E
Deutsche  24  193144  5295  216609
Amerikanische  "  1
(Ver.  St.)  20  2  547  2  2  72822  35275
Norwegische  4  4416  1  19565  6374
Japanische  3  2912  1  524  4  3  437
Oesterreich=  2  3500  —  —  2  3500
Ungarische
Hawaitsche  1  1517—  —  1  1517
Stalienische.  vih  —  1  P75
Zus.  einschl.  des
Schiffsverkehrs
and.  Nationenl  227  309  1901  44  49043  271  358  233

Bandel  von  Mauritius.

Nach  Mittheilungen  des  Blaubuchs  von  Mauritius
hat  der  Import  der  Insel  1895  einen  Werth  von
29  844  000  Rupien,  der  Export  einen  solchen  von
28  980  000  Rupien  besessen.  Darunter  war

Aloefaser  im  Betrage  von  406  000  Rupien,

Rum  Oc  -  290  400

Vanille  -  218  000

Der  Hauptgegenstand  der  Ausfuhr  war  Zucker
im  Werthe  von  28  Millionen  Rupien.

Französische  Rolonialschule.

Die  im  Jahre  1889  gegründete  Ccole  coloniale
ist  jetzt  in  ein  eigenes  Gebäude  in  der  Avenue  de
I'Observatoire  übergesiedelt,  welches  am  4.  November
feierlich  eingeweiht  worden  ist.  Der  Staat  trägt  zur
Unterhaltung  der  Schule  jährlich  24  800  Frcs.  bei,
den  Rest  decken  Beiträge  der  Kolonien  und  die
Schulgelder.

Derschirdene  Witkheilungen.

weltausstellung  in  Brüssel  1897.

Bei  der  Weltausstellung,  welche  in  Brüssel  1897
stattfinden  wird,  hat  die  belgische  Regicrung  die
Vertheilung  von  Preisen  im  Gesammtbetrage  von
300  000  Frcs.  in  Aussicht  genommen  für  die  besten
Arbeiten  auf  fast  allen  Gebieten  von  Wissenschaft,
Technik,  Handel  2c.  Darunter  befinden  sich  auch
folgende  Aufgaben  aus  kolonialem  Gebiete:

Nr.  453:  Herstellung  eines  tropenhygienischen  populren
  „Handbuch=  zum  Gebrauch  von  Rei-Preis
  2000  Fres.
Nr.  454:  lansn  Atlas  von  Afrika  und  seinen
inseln.  Preis  2000  Fres.
        <pb n="803" />
        7

Nr.  456:  Praktische  Studie  über  den  Bau  von  Wohnhäusern
  in  den  Tropen  mit  Plänen  2c.
Preis  1500  Frcs.
Nr.  4572:  Feldbett  für  noch  uncivilisirte  Tropenländer.
Preis  500  Frcs.
Um  an  dem  Wettbewerb  theilnehmen  zu  dürfen,
müssen  die  Bewerber  durch  ihre  Staatsdelegirten
eine  Anmeldung  an  den  belgischen  Generalkommissar
vor  dem  15.  April  1897  senden.  Eine  internationale
Jury  wird  die  Entscheidung  treffen.

Ergebnisse  der  Reichspost.,  und  Telegraphenverwaltung
während  der  Statsjabre  1491  bis  1895.

Der  Bericht  über  die  Ergebnisse  der  Reichspostund
  Telegraphenverwaltung  während  der  Elatsjahre
1891  bis  1895  bringt  folgende  Mittheilungen  über
die  Telegraphenverbindungen  in  den  deutschen  Schutzgebieten:


Die  erste  telegraphische  Verbindung  des  deutschostafrikanischen
  Schutzgebietes  mit  dem  Mutterlande
  wurde  durch  eine  Kabelverbindung  von  Sansibar
  über  Bagamoyo  bis  Dar-zes-Saläm  hergestellt.
Das  Bedürfniß  des  Verkehrs  und  der  Landesvertheidigung
  erforderte  indeß  bald  die  Verbindung  der
bedeutenderen  Küstenorte  miteinander.  Infolgedessen
wurde  am  1.  Dezember  1891  mit  dem  Bau  einer
oberirdischen  Telegraphenlinie  von  Bagamoyo  über
Saadani  und  Pangani  nach  Tanga,  dem  nördlichsten
Hafen  des  deutschen  Schutzgebietes,  unter  Einrichtung
von  Telegraphenanstalten  in  Saadaui,  Pangani  und
Tanga  begonnen.  Da  die  Verwendung  hötzerner
Telegraphenstangen  ausgeschlossen  war,  wurden  als
Leitungsträger  sogen.  Mannesmannsche  Stahlröhren
verwendet.  Als  Leitungsdraht  dient  4  mm  starker
Gußstahldraht.  Der  Bau  der  160  km  langen  Linie,
für  welche  erst  durch  Dornengestrüpp,  durch  Busch
und  Wald  der  Weg  freigelegt  werden  mußte,  wurde
trotz  der  ungünstigen  klimatischen  Verhältnisse  in  acht
Monaten  ausgeführt.  Deutsche  Beamte  leiteten  ihn;
die  Arbeiter  waren  Eingeborene.  Betrieben  wird  die
Anlage  mit  Morse=  und  —  zum  unmittelbaren  Verkehr
  der  Bewohner  des  Schutzgebietes  —  auch  mit
Fernsprechapparaten;  sie  erforderte  einen  Kostenaufwand
  von  149  374  Mk.  Im  August  1893  wurde
sodann  der  Bau  der  252  km  langen  Telegraphenlinie
von  Dar-es-Saläm  über  Mohorro  nach  Kilwa  im
Süden  des  Schutzgebietes  und  die  Einrichtung  von
Telegraphenanstalten  in  Mohorro  und  Kilwa  in
Angriff  genommen.  Als  Stangen  dienen  ebenfalls
Mannesmannsche  Stahlröhren,  deren  Fuß  auf  1,50  m
Länge  mit  einem  von  Theer  durchtränkten  Jutehanfgewebe
  umwickelt  ist,  das  gegen  Rostbildung  schütt.
Als  Leitungsdraht  ist  an  Stelle  von  Gußstahldraht
der  weniger  schwere  und  geschmeidigere,  2  mm  starke
Bronzedraht  verwendet  worden.  Der  Bau  der  Südlinie
  hat  einen  Kostenaufwand  von  181  786  Mk.
verursacht.  Zur  Beseitigung  der  vorwiegend  durch

2

—

 

1

Giraffen  und  Flußpferde  sowie  durch  Grasbrände
hervorgerufenen  Betriebsstörungen  sind  farbige  Arbeiter
  als  Hülfsaufseher  eingestellt  worden.  Für
böswillige  und  fahrlässige  Beschädigungen  sind  die
Jumben  (Ortsvorsteher)  der  von  den  Limen  berührten
Ortschaften  verantwortlich  gemacht  worden.  An  Unterhaltungskosten
  der  zusammen  412  km  langen  deutschostafrikanischen
  Telegraphenlinien  sind  bisher  rund
30  000  Mk.  entstanden.  Nachdem  auch  in  den  südlichen
  Landestheilen  die  Ruhe  hergestellt  ist,  wird  die
Südlinie  von  Kilwa  über  Lindi  nach  Milindani  fortgesetzt
  werden.  Die  Kosten  werden  sich  voraussichtlich
auf  250  000  bis  300  000  Mk.  belaufen.

Bei  der  geographischen  Lage  des  deutschen  Togogebietes
  konnte  für  dieses  nur  der  Anschluß  an  die
mit  dem  Welt-Telegraphennetz  in  Verbindung  stehenden
  Telegraphenanlagen  der  benachbarten  fremdländischen
  Gebiete,  im  Westen  der  englischen  Goldküste,
im  Osten  des  französischen  Dahome,  in  Frage  kommen.
Es  wurde  deshalb  unter  Benutzung  von  Baumaterialien
  derselben  Art,  wie  sie  zur  Herstellung  der
Linie  Dar-es-Salüm  —  Kilwa  verwendet  worden
waren,  im  November  1893  mit  dem  Bau  einer
Telegraphenlinie  von  Klein-Popo  über  Lome  bis  zur
Grenze  der  Goldküste  vorgegangen.  In  beiden  Orten
wurden  Telegraphenanstalten  eingerichtet.  In  gleicher
Weise  wurde  demnächst  Klein-Popo  an  das  französische
  Telegraphennetz  angeschlossen.  Auch  der  Garnisonort
  der  schwarzen  Polizeitruppe,  Sebbe,  der  Sitz
der  Regierungsbehörde,  wurde  mit  Klein-Popo  in
telegraphische  Verbindung  gebracht.  Die  mit  einem
Kostenaufwande  von  38  678  Mk.  hergestellten,  mit
Morse=  und  Fernsprechapparaten  betriebenen  Telegraphenlinien
  des  deutschen  Togogebietes  sind  zusammen
  rund  49  km  lang.

Das  Schutzgebiet  Kamerun  ist  seit  dem  Jahre
1891  durch  ein  unterseeisches  Kabel  zwischen  Bonny
und  Kamerun  an  das  internationale  Telegraphennetz
angeschlossen.  Das  Kabel  ist  von  der  African  Direct
Telegraph  Company  gelegt  und  von  der  Reichspostverwaltung
  zunächst  auf  die  Dauer  von  20  Jahren
angemiethet  worden.

Ueber  den  Postdienst  enthält  der  Bericht  noch
Folgendes:

In  allen  Zweigen  des  deutschen  Kolonial-Postund
  Telegraphendienstes  macht  sich  aus  Anlaß  der
fortschreitenden  Entwickelung  unserer  Schutzgebiete  ein
Anwachsen  des  Verkehrs  bemerkbar,  zu  dessen  Befriedigung
  die  Reichspostverwaltung  fortgesetzt  mit
Erweiterungen  der  kolonialen  Verkehrseinrichtungen
vorgegangen  ist.

Gegenwärtig  ist  der  Post=  und  Telegraphenbctrieb
in  den  Schutzgebieten  in  folgender  Weise  geregelt:

a)  Im  Kamerungebiet  befinden  sich  in  den
Orten  Kamerun,  Victoria,  Bibundi  und  Kribi  Postagenturen,
  von  denen  Kamerun  auch  mit  Telegraphenbetrieb
  ausgestattet  ist.

Die  Leitung  der  Postanstalt  in  Kamerun  und
gleichzeitig  die  Aufsicht  über  die  anderen  Postagenturen
        <pb n="804" />
        des  Schutzgebietes  ist  einem  europäischen  Postbeamten
übertragen,  dem  mehrere  farbige  Hülfsbeamte  zur
Unterstützung  beigegeben  sind.  Die  übrigen  Postagenturen
  werden  theils  von  Gouvernementsbeamten
nebenamtlich,  theils  von  Privatpersonen  verwaltet.

b)  Im  Togogebiete  sind  zwei  Postagenturen
eingerichtet,  in  Klein-Popo  und  Lome.  Beide  Postanstalten
  sind  telegraphisch  untereinander  verbunden
und  an  das  Telegraphennewß  der  britischen  und  französischen
  Nachbarkolonien  angeschlossen.

Infolge  der  Lage  des  Togo-Schutzgebietes  zwischen
der  verkehrsreichen  britischen  Goldküsten-Kolonie  auf
der  einen  und  der  französischen  Dahome-Kolonie  auf
der  anderen  Seite  ist  der  Betrieb  bei  den  Postanstalten
  sehr  rege  und  macht  die  Unterhaltung
mehrmaliger  wöchentlicher  Botenpostverbindungen  mit
den  Nachbargebicten  erforderlich.  Der  Geschäftsumfang
  der  Postanstalten  hat  es  auch  bedingt,  daß
beide  Agenturen  mit  europäischen  Postbeamten  haben
besetzt  werden  müssen,  denen  eine  ausreichende  Zahl
von  farbigen  Hülfskräften  beigegeben  worden  ist.

c)  Im  südwestafrikanischen  Gebiet.  Nach
Unterdrückung  des  Witbooischen  Aufstandes  ist  zu
Beginn  des  Jahres  1895  ein  im  Kolonial-Postdienst
erfahrener  Postbeamter  zum  Zwecke  der  Organisirung
eines  geregelten  Postdienstes  nach  diesem  Schutzgebiet
abgegangen.  Seitdem  sind  in  acht  Orten  neue  Postanstalten
  eingerichtet  worden,  so  daß  zur  Zeit  neun
Postagenturen  bestehen:  in  Windhoek,  Otjimbingue,
Omaruru,  Swakopmund,  Okahandja,  Gibeon,  Kectmanshoop,
  Lüderiszbucht  und  Warmbad.

Die  großen  Entfernungen  zwischen  den  einzelnen
Orten  des  Schußgebietes,  die  schlechte  Beschaffenheit
der  Wege  und  die  ungünstigen  Viehfutterverhältnisse
machen  die  Herstellung  regelmäßiger  Verbindungen
recht  schwierig  und  kostspielig.  Um  von  Windhoek
nach  Swakopmund  zu  gelangen,  brauchen  die  Boten
10  bis  14  Tage,  eine  Pferdekarre  8,  eine  Ochsenkarre
  10  Tage.  Nachdem  die  Fußboten  versagt
hatten,  auch  die  Versuche  mit  Pferden  und  Kamelen
fehlgeschlagen  waren,  mußte  schließlich  auf  die  Ochsenkarre,
  als  das  zuverlässigste  Beförderungsmittel,  zurückgegriffen
  werden.

d)  Im  ostafrikanischen  Gebiete  sind,  entsprechend
  der  regeren  kolonialen  Thätigkeit,  auch  die
Post=  und  Telegrapheneinrichtungen  die  ausgedehntesten.
  Außer  einem  Postamt  in  Dar-es-Saläm  und
acht  Postanstalten  im  Küstengebiet:  in  Bagamoyo,
Tanga,  Pangani,  Saadani,  Kilwa,  Mohorro,  Lindi
und  Mikindani,  die  mit  Ausnahme  von  Lindi  und
Mikindani  bereits  mit  Telegraphenbetrieb  ausgestattet
sind,  bestehen  im  Innern  noch  elf  Postagenturen,
nämlich  in  den  Orten  Bukoba,  Kilimatinde,  Kilossa,
Kisaki,  Langenburg,  Marangu,  Masinde,  Moschi,
Mpapua,  Muanza  und  Tabora.

Die  Postanstalten  in  Dar-es-Saläm  und  Bagamoyo
  sind  untereinander  und  mit  der  an  das  internationale
  europäische  Telegraphennetz  angeschlossenen
Insel  Sansibar  durch  unterseeische  Kabel  verbunden,

722

 

die  von  der  Eastern  and  South  African  Telegraph
Company  gelegt  und  der  Reichspostverwaltung  auf
20  Jahre  vermiethet  sind.

Der  Postverkehr  zwischen  den  Küstenplätzen  wird
theils  durch  die  Dampfer  der  Ostafrika-Linie,  theils
durch  Regierungsdampfer  wahrgenommen;  außerdem
sind  zwischen  den  nicht  zu  entfernt  belegenen  Postagenturen,
  wie  z.  B.  zwischen  Dar-es-Salaäm  und
Bagamoyo,  Bagamoyo—Saadani,  Tanga—Pangani,
Lindi  —  Mikindani,  Kilwa  —  Mohorro,  Botenposten
eingerichtet.  Auch  die  im  Innern  des  Schußgebictes
bestehenden  Postanstalten  erhalten  ihre  Postsendungen
durch  Botenposten,  die  für  Marangu,  Masinde  und
Moschi  von  Tanga,  für  die  übrigen  Postanstalten
von  Dar-cs-Saläm  aus  unterhalten  und  von  der  Küste
im  Anschluß  an  die  Ankunft  des  von  Europa  kommenden
  Hauptdampfers  der  Ostafrika-Linie  abgelassen
werden.

Bei  dem  Umfange  und  der  Wichtigkeit  des  ostafrikanischen
  Post=  und  Telegraphenverkehrs  ist  es  nothwendig
  geworden,  einen  höheren  Postbeamten  zur  Leitung
des  gesammten  Verwaltungsdienstes  nach  dem  Schutzgebiete
  zu  entsenden.  Dieser  Beamte,  ein  Postinspektor,
verwaltet  das  Postamt  in  Dar-es-Saläm  und  führt
die  Aufsicht  über  die  übrigen  Postanstalten.  Ihm
sind  ein  Oberpostsekretär  und  12  europäische  Postund
  Telegraphenbeamte  nebst  einem  ausreichenden
Stab  an  farbigem  Personal  beigegeben.  Bei  den
Postanstalten  in  Dar-es-Saläm,  Bagamoyo,  Tanga,
Pangani  und  Kilwa  wird  der  Dienst  durch  europäische
  Postbeamte  wahrgenommen,  bei  den  übrigen
Postagenturen  ist  die  Verwaltung  der  Stelle  Negierungsbeamten
  nebenamtlich  übertragen.  Bei  der  Hinaussendung
  von  Fachbeamten  wird  darauf  Bedacht
genommen,  daß  die  Beamten  vorher  das  Orientalische
Seminar  besucht  und  sich  so  viel  Kenntniß  der  landesüblichen
  Sprachen:  Kisuaheli,  Guzerati  und  Hindustani,
angeeignet  haben,  um  sich  mit  der  eingeborenen  Bevölkerung
  verständigen  zu  können.  Diese  Maßregel
hat  sich  sehr  bewährt.

Die  Zunahme  des  Verkehrs  nöthigt  dazu,  dem
Leiter  des  ostafrikanischen  Postwesens  in  größerem
Umfang  Verwaltungsgeschäfte  zu  übertragen;  es  liegt
daher  in  der  Absicht,  für  Ostafrika  eine  Postbehörde
nach  Art  der  im  Reichspostgebiet  bestehenden  Oberpostdirektionen
  einzurichten.

c)NIm  Neu-Guineagebiet  bestehen  Postanstalten
  in  Friedrich  Wilhelmshafen,  Stephansort,
Herbertshöhe  und  Matupi,  die  durch  die  Reichspostdampferlinie
  Singapore—Neu-Guinea  untereinander
sowie  mit  Batavia,  Singapore  und  dem  curopäischen
Postgebiet  Verbindungen  unterhalten.

)  Auf  den  Marshall-Inseln  besteht  eine
Postanstalt  in  Jaluit,  die  durch  eine  deutsche  Segelschiffverbindung
  nach  den  Karolinen  mit  dem  Heimathlande
  Verbindung  unterhält.
        <pb n="805" />
        Titkeratur.

Swahili-Sprachführer  von  Walter  v.  St.  Paul-Illaire,
  Kaiserlicher  Bezirksamtmann  von  Tanga.
Dar-es-Saläm  1896.  Verlag  von  W.  Richter

Co.

Diese  neueste  Publikation  des  in  weiteren  Kreisen
bekannten  hervorragenden  Suahelisprachkenners  reiht
sich  dem  von  ihm  vor  mehreren  Jahren  in  der
Sammlung  der  Bücher  des  Seminars  für  orientalische
  Sprachen  herausgegebenen  Suaheli-Handbuch
würdig  an.  Der  Swahili-Sprachführer  enthält
einen  überaus  reichen  Wortschatz  und  behandelt  in
der  Form  des  Dialogs  alle  Gebiete,  auf  denen  der

Europäer  in  Ostafrika  mit  den  Eingeborenen  zu  thun

hat.  Da  findet  sich  sprachliches  Material  für  den
Beamten,  den  Offizier,  den  Karawanenreisenden,  den
Seefahrer,  den  Arzt,  den  Handel=  und  Gewerbetreibenden,
  den  Pflanzer,  den  Jäger,  den  Missionar,
den  Lehrer,  und  selbst  der  sorgenden  curopäischen
Hausfrau  ist  gebührend  gedacht.

Der  Stoff  der  Gespräche  ist  vorzüglich  gewählt
und  gestattet  einen  Einblick  in  die  Sprech=  und
Denkweise  der  Eingeborenen,  wie  er  außer  aus
Krapfs  grundlegendem  Dietionary  ol  the  Suahili
Language  aus  keinem  in  Ostafrika  entstandenen
Suahelisprachwerk  zu  gewinnen  ist.  Der  Verfasser
beweist,  daß  die  Ausdrucksweise  der  Snaheli  sich
über  das  Niveau  der  Verständigungsart  eines  afrikanischen
  Naturvolkes  ganz  bedeutend  erhebt.  Man
vergleiche  ferner  den  Inhalt  der  Kapitel  über  ärztliche
  Thätigkeit  und  Landwirthschaft,  so  wird  man
in  der  That  dem  Eindrucke  sich  nicht  verschließen
können,  daß  das  Material  „im  intimen  jahrclangen
Verkehr  mit  den  Eingeborenen“  gesammett  ist.

Der  Bau  der  Sätze  steigt  von  der  einfacheren
Konstruktion  auf  zur  eleganteren  Periode.  Darin
endlich  liegt  nicht  der  geringste  Werth  des  Sprachführers,
  daß  die  Bildung  der  einzelnen  Worte  und
Sätze  den  Regeln  der  Grammatik  genau  entspricht
und  dem  Lernenden  die  Ueberzeugung  gewährt,  daß
es  neben  dem  leider  noch  sehr  kultivirten  Pidgin-Suaheli
  doch  eine  grammatisch  korrelte  Ausdrucksweise
  giebt,  die  nicht  nur  die  allein  richtige,  sondern
auch  unter  den  Eingeborenen  die  allein  übliche  ist.

Das  Buch  kann  Anfängern  wie  Fortgeschrittenern

im  Suaheli  auf  das  Angelegentlichstc  zur  Anschaffung
empfohlen  werden.  Dr.  Neuhaus.

Oberst  Freiherr  v.  Schele:  Ueber  die  Organisation
der  Kaiserlichen  Schutztruppe  in  Deutsch-Ostafrika
und  die  kriegerischen  Operationen  daselbst  während
der  Jahre  1893,94.  Mit  drei  Skizzen  in  Steindruck.
  Verlin  1896.  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn.
(Auch  als  IX.  Beiheft  zum  Militär  Wochenblatt
erschienen.)

Die  kleine  lehrreiche  Schrift  ist  die  Grundlage
eines  Vortrages,  in  welchem  der  Verfasser  vor  Kur-723



zem  eine  Darstellung  seiner  militärischen  Thätigkeit
als  Gonverneur  von  Ostafrika  gegeben  hat.  Die
hervorragenden  Leistungen  des  Freiherrn  v.  Schele
in  Ostafrika  sind  auf  Grund  seiner  eigenen,  an  dieser
Stelle  gedruckten  Berichte  bereits  früher  überall  bekannt
  geworden.  Die  vorliegende  Schrift  rückt  aber
Manches  von  dem  Bekannten  in  anderes  Licht  und
dürfte  auch  das  Interesse  solcher  Kreise  erregen,  welche
kolonialen  Dingen  sonst  ferner  stehen.

K.  Parkinson:  Beiträge  zur  Ethnographie  der
Matty=  und  Durour-Inseln.  (Internationales
Archiv  für  Ethnographie.)  Leiden.  Brill.  Bd.  IX.

Der  seit  langen  Jahren  im  Bismarck-Archipel
thätige  Verfasser  hat  neuerdings  wiederholt  die  Inseln
  durch  seinen  Handelsschooner  besuchen  lassen  und
dort  reichhaltige  ethnographische  Sammlungen  angelegt,
  welche  einiges  Licht  über  die  Bevölkerung
dieser  fast  völlig  unbekannten  Gegenden  verbreiten.

In  dem  hier  vorliegenden  Aufsatz  sind  die  erwähnten

Sammlungen  des  Näheren  beschrieben.

Gustav  Meinecke:  Katechismus  der  Auswanderung.
Kompaß  für  Auswanderer.  VII.  Auflage.  Vollständig
  neu  bearbeitet.  Mit  vier  Karten.  Leipzig
1896.  J.  J.  Weber.

Das  kleine  Buch  ist  ursprünglich  von  einem  der
Pioniere  der  deutschen  Auswanderungsbewegung  der
40er  Jahre  E.  Pelz  verfaßt  worden.  Nunmehr
hat  es  der  obengenannte  bekannte,  unermüdlich  schaffende
  Schriftsteller  berichtigt  und  den  jetzigen  Verhältnissen
  gemäß  umgestaltet.  Durch  lange  Erfahrungen
  im  Auslande  und  seine  Thätigkeit  bei  der
deutschen  Kolonialgesellschaft  war  er  dazu  der  richtige
Mann.  Der  Auswanderungslustige  findet  in  dem
Buche  im  knappsten  Rahmen  eine  Fülle  nülicher
Angaben  und  Lehren.

Aus  allen  Welttheilen.  Deutsche  nationale  Zeitschrift
  für  Länder=  und  Völkerkunde.  Unabhängige
deutsche  Kolonialschau.  Herausgegeben  von  R.
Fitzner.  Verlag  von  H.  Paetel.  Berlin  1896.
Heft  1  bis  3.  »

Der  als  Herausgeber  des  vor  Kurzem  an  dieser
Stelle  besprochenen  Kolonial-Handbuchs  und  Verfasser
  eines  ebenfalls  hier  erwähnten  Werkes  über
Tunis  bekannte  Geograph  Fitzner  hat  es  unternommen,
  den  verschiedenen  geographischen  Zeitschriften
Deutschlands  hier  eine  neuc  volksthümlich  gehallene
an  die  Seite  zu  setzen.  Die  Zeitschrift  erscheint
monatlich  zweimal  und  zeichnet  sich  sowohl  durch
sehr  gediegene  Ausstattung  als  vielseitigen  Inhalt
aus.  Es  sind  Mitarbeiter  für  alle  Gebiete  gewonnen
und  eine  Reihe  interessanter  Aufsätze  ist  für  die
nächsten  Hefte  in  Aussicht  gestellt.
        <pb n="806" />
        —.  724

Schiffsbewegungen.

(Die  Zeit  vor  dem  Orte  bedeutet  die  Ankunft,  hinter  dem  Orte  die  Abfahrt  des  Schiffes.)

S.  M.  S.  „Bussard“  3/9.  Sydney  15/10.  —  Apia.  (Postsaton-  Hofpostamt.)

S.  M.  S.  „Condor“  26/8.  Kapstadt.  (Poststation:  Kapstadt.)

S.  M.  S.  „Falke“"  6,9.  Sydney  1/10.  —  Apia.  (Poststation:  Hofpostamt.)

S.  M.  S.  „Hyäne“  14/9.  Kamerun.  (Poststation:  Kamerun.)

S.  M.  Vermessungsschiff  „Möwe“  1  1/9.  Sydney  Ende  November.  —  Neu-Guinea.  (Poststation:  Matupi.)
S.  M.  S.  „Seeadler“  9/7.  Sansibar.  (Poststation:  Sansibar.)

S.  M.  S.  „Sperber“  11/10.  Sierra  Leone  14/10.  —  21/10.  Las  Palmas  24/10.  —  28/10.  Lissabon

11.  —  Plymouth.  (Poststation:  Plymouth.)

Ablösungstransport:
Dampfer  „Prinzregent  Luitpold“  des  Norddentschen  Lloyd  mit  der  halben  Besatzung  für  S.  M.  Vermessungsschiff
  „Möwe"“:
Ausreise:  Bremerhaven  29/7.  —  20/9.  Sydney.
Heimreise:  Sydney  10/10.  —  Bremerhaven.

Derkehrs-ZNachrichten.
Fahrplau  des  Dampfers  „Leutwein“.
an  Lüderißbucht:  an  Tsoakhaubmund:

Ab  Kapstadt:  an  Lüderitzbucht:

3.  November,
1.  Dezember,
29.  Dezember,

6.  November,
4.  Dezember,
1.  Januar,

10.  N
8.  D

ovember,
ezember,

5.  Januar,

——..  nach  den  deutschen  Schusgebieten.

19.  November,
17.  Dezember,
14.  Jannar.

 

 

 

 

 

 

 

6  Die  Abfahrt  .  Ausschiffungshafen.  Briefe  müssen  aus
Nach  vom  Ein-  Dauer  Berlin  spätestens
schiffungshafen  an  folgenden  Tagen  der  Ueberfahrt  abgesandt  werden
Neapel  am  18.  Tov.  9.,30.  Dez  Tanga  20  Tage  am  16.  November,
Ghutlihe  Schlffe)  120  a  v  Dar-es-Salam  21  Tage  4.,  .Dez.,  1.  Jan.
.O  am  6  e  *33  an.  Sansibar  21  Tage  10  abds.
1.  Deutsch-Oftafrika.  5  nt  ½  .  J  si
Mar  10  jedes  Mts.  Sansibar  18  Tage  am  8.  jedes  Monats
K*  Schhe,“  46  ni  L  abds.
·  Southampton  am  38.  2.,  30.  Jan.]  Lüderitzbucht  27  Tage  am  4.  Dez.,  1.,  29.  Jan.

2.  Deutsch-HLüdweslafrika.  sgꝛ  *  es  8  :D  30  Tage  U  us.  )
Lach,  Snend  wochenuiich  scher  *rn  r*  9
alle  14  Tage  auf  d.  Landwegr)  !  Hamburg  am  30.  November  Swakopmund  30  Tage  am  30.  November

d  Schiff)  nachts  —  720  abds.
(  öurg  am  10.  jedes  Monats  Kamerun  24  Tage  am  10.  jedes  Monats

3.  Ramerun  aue  chise)  na  720  abds.

«  ·  l  rpool  am  25.  Nov.,  23.  Dez.  Kamerun  22  Tage  am  23.  Nov.,  21.  Dez.
Uluich-  Schisse)  ————  15  nins.
am  10.  jebes  Mts.  nachts  Klein-Popo-  2  Tage  .

4.  Togo-Gebiet  Hamburg  am  20jjedes  Mts.  Lome  31  Tag  ae  100  nd  aides
9  von  Quittah  miltelst(beutsche  #  Klein-Popo  55  Tage  ·
moetlänPn  ch  Lome  und  Liv  am  18.  November,  Quittah')  oder  Klein-m  16,  30.  November,

opo).  cnige  o%%  2.,  16.,  30.  Dezember  Popo  35  Tage  14.,  28.  Dez.  15  ums.
4  Nea  am  10.  Februar  Friedrich  Wilhelms-  am  18.  Dezember,
5.  Deutsch-Neu-Guinea.  arssn  Schife)  abbs  hafen  45  Tage  „  12.  Februar
disi  am  20.  Dez.,  14.  Febr.  Tage  abd
*W7ö7N  —*-  obbtss.
indisi  am  3  anuar  aluit  71  Tage  am  1.  Januar
6.  .  Marshau.  -uusen.  (ud-  Manila)  6  14.  s
        <pb n="807" />
        725

Eintreffen  der  Post  ans  den  deutschen  Schutzgebieten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Landungs-  Die  Post  ist  fällig  Landungs=  Die  Post  ist  fällig
Von  hafen  in  Berlin  Von  hafen  in  Berlin
Neapel  ..  am  20.,  November,  |
.  *
Deutjch  ·  Ostafrita  Brindisi.  ...  anl.%  ie  e  (ogogebiet  Hamburg  am  10.8  und  25.4
I/Marseille  #  am  1.  Dez.,  .  1.  Ban.  jedes  Monats
weubse.  sibmetafeita  Plymouth  ·  am  17.Nov.,  15.Dez.  deutsch.  Neu  ·  Guinea  Neapel.  ...  am  12.Dezember,
,  -»-—;  –  —
Ramerun.  .  .  .  ...  tu  t  5.3  jed.  Zinas  marsball-  Inseln..  Marseille  oder  )  Ende  November
Barcelona  )  Mitte  Februar
*  Fälligkeitstage  für  die  mit  deutschen  Schiffen  eintreffenden  Posten.
Schiffsbewegungen  der  Woermann-Linie.
Postdampfer  Reise  Leze  Nachrichten
von  1  nach  bis  12.  November  1896
l
„Adolph  Woermann“  Hamburg  Loango  am  11.  November  in  Kamerun.
„Aline  Woermann“.  Hamburg  Ponta  Megra  am  10.  November  ab  Hamburg.
„Anna  Woermann“  Hamburg  Sherbro  am  15.  November  ab  Hamburg.
„Carl  Woermann“  Hamburg  Kotonon.  am  5.  November  in  Conakry.
„Eduard  Bohlen“  Congo  Hamburg  am  7.  November  in  Las  Palmas.
„Ella  Woermann“  Hamburg  Sherbro  am  5.  November  in  Las  Palmas.
„Gertrud  Woermann“  Ponta  Negra  Hamburg  am  11.  November  in  Kamerun.
„recchen  Bohlen“  Kotonou  Hamburg  am  8.  November  in  Hamburg.
„Hedwig  Woermann“  Kotonou  Hamburg  am.  6.  November  in  Accra.
„  Woermann“.  Hamburg  Loanda  am  10.  November  in  —
urt  Woermann“  Laonda  hamburg  am  7.  November  in
„Lothar  Bohlen“.  Swakopmund  am  9.  November  in  858  Palmas.
„Lulu  Bohlen“  Kamerun  u  am  4.  November  ab  Kamerun.
„Marie  Woermann“  bonta  Negra  Han  am  8.  November  in  Madeira.
„Melita  Bohlen“  .  ..  Hamburg  eidcn  BWcht  am  11.  Oktober  in  Teneriffa.
„Professor  Woermann“  Sherbro  Hamburg  am  10.  November  in  Bissao.
„Thekla  Bohlen“  Congo  Hamburg  am  26.  Oktober  in  Accra.
„Alida“  ..  Hamburg  Sherbro  am  15.  November  ab  Hamburg.

 

 

Schiffsbewegungen  der  Deutschen  Ostafrika-Linie  (Camburg—Ostafrika).

 

 

 

 

 

-  Reise  Lebte  Nachrichten

Reichsposidampfer  von  nach  bis  12.  November  1896
„Kaiser“.  Durban  Hamburg  am  7.  November  ab  Delagoabai.
„Kanzler"“  Hamburg  Durban  am  10.  November  ab  Aden.
Hurdeprath“.  .  Hamburg  Durban  am  12.  November  an  Lissabon.
„Reichstag“  Hamburg  Durban  am  7.  November  an  Mozambique.
„Admiral“  Durban  Hamburg  am  9.  November  ab  Sansibar.
„General“  Durban  Hamburg  am  12.  November  ab  Port  Said.
„Herzog“  Durban  Hamburg  am  11.  November  an  Hamburg.

 

—.  Der  heutigen  Nummer  liegt  eine  Broschüre  der  Verlagsbuchhandlung  F.  A.  Brockhaus  in  Leipzig
bei,  betrefsend  „Das  100  jährige  Jubiläum  eines  Buches“,  die  wir  geneigter  Beachtung  bestens

empfehlen.

Die  Expedition.
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        7726  —

Anzeigen.

 

Inserate  Gür  die  vreigespaltene  Petitzeile  oder  deren  Naum  5.  Wiennig)  sind  an  die  Vertriebsleitung  Berlin  SW  12.  Kochstraße  68  71.

Veschluß.

Die  nach  Artikel  13  des  Handelsgeseybuchs
  erforderlichen  Bekanntmachungen
  von  Eintragungen  in  das
Handelsregister  des  unierzeichneten
Konsulats  werden  im  Jahre  1897

im  Deutschen  Kolonialblatt,
in  der  Wochenausgabe  der  Kölnischen

Zeitung  und

in  der  „Gazette  lor  Zunzibur  und

East  Alricaerfolgen.


Zanzibar,  den  26.  September  1896.

Der  b9oiserlich  beitice  Konful.

Freiherr  v  Nechenbuq  (n-TllkklscllHKällllHllfiillklk



Ig.  Stein  senior,
Wien  I,  Adlergasse  4  (Austrin).
Fabrikation  sSämmtlicher
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  u.  Tlolländisch-.  Indicn.  zunz

 

 

 

 

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Aug.  Michel
Losliesexant

Strassburg  ĩ.  Els.
Spe  zialität  für  den
AKport
besonders  für  feinere  FleischkKonserven.

  (aꝛ)

tzuĩenden.

Sine  interessante

Nolonialaeitung

welche  —  obwohl  unabhängig  nach  jeder  Seite  die
derung  der  dentschen  Molonicen  und  Nolonialbestrebungen  2
ihre  Fahne  geschrieben  hat,  erscheint  unter  dem  Titel:

Deutsche  Nachrichten

in  dem  unterzeichneten  Derlage.  Das  Blati  steht  im  zweiten
Jahrgange,  erscheint  in  einer  ca.  30  uartseiten  starken
Cut  illustrirten  Tummer  an  jedem  Donnerstag.

er  reiche  Inhalt  der  sich  bereits  im  IJnlande  und  be.
sonders  im  kluslande  zahlreicher  Abonnenten  erfreuenden
„Deutschen  Dlachrichten“  setzt  sich  zusammen  aus:  Allem
wichtigen  der  Woche  über  Politik,  Wolonialem.  Wissenschaft
lichem,  dem  Wissenswertben  auf  allen  Gebieren;  das  Blatt
bringt  Uachrichten  aus  den  Nolonieen,  von  den  Deutschen  im
Auslande.  ferner  burze  interessante  Erzählungen.  Dumoresken
und  feine  abtnelle  Illustrationen.

Jeiecder  Kolonialfreund.
jeder  Deutsche  im  In-  und  Auslande

wird  gebeten,  eine  Probe-  Uummer  von  uns  zu  verlangen,
  um  sich  über  das  Gebotene  zu  informiren.  Wir
senden  solche  Hrobe  Uummern  Jedermann  mit  Veragnügen
kosten-  und  portofrei  sofert  zu.

wvegen  ihrer  weiten  Verbreitung  im  Auslande  sind  die
„Deutschen  zlachrickten=  auch  ein  ausgezeichnetes  raan  für
Etportanʒeigen.  Wir  bitten  das  Blalt  eininal  auzufehen.

gem.  Der  Perlag  der  „Heutschen  Nachrichten“
öborlollenburg.  Uent  Berliner  Prlags-  Anstalt
Aug.  Krebe.

 

 

 

 

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roræaitgtich  geeigundet.

Erhältlich  durch  den  Grossdrogenhandel  und  die  bekannten
  Exporthäuser  in  llamburg  und  Bremen.  P’roben
uand  Prospekte  durch

Chemische  Fabrik  von  Heyden,
Radebeul-Lresden.

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Berlin  JW.,  Meustädtische  Kirchstr.
(früher  Mittelstraße  25),

*  "  6  6  22  „  *  43

Spezial-  Geschäft  für  Tropen  ·  Ausrüstungen,
teben  sich  insbesondere  zur  Beschaffung  perfönlicher  Ansrüstungen

er  Art,  für  Schiffsreisen  und  dauernden  Aufenthalt  in  überhutert
  Ländern  sowie  zur  Lieferung  aller  für  Expedition  und
Jagdausflüge  in  Betracht  tomnlendet  Artikel.

Sachgemaße  Zusammenstellungen  auf  Grund  whzuicher  Erfahrungen  und
nach  dem  urtheil  bekannter  Forschungoreisenden  werden  auf  Wunsch  gern
angesertigt  und  dazu  Angaben  über  Ziel,  Zweck  und  ungefähre  Dauer  der
Reise  erbeten.  (0)

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Knorr's  Dörrgemüse  und  Julienne,
Knorr's  Suppentafeln  und  Erbswürste

sind  für  Europäer  in  übersceischen  Ländern
und  bei  Expeditionen  in  fremden  Welttheilen
unentbehrlich.  —  Sie  wurden  auch  während
der  vierjührigen  Nordpol-Expedition  Jansens
milge  führt  und  zur  Zufriedenheit  aller  Theilnehmer
  beinahe  täglich  verwendel.

Sortiments-Kisten  im  Werthe  von  N.  100,—
sind  zu  haben  durch  die  Export-Agenten:

Herren  C.  H.  Enorr,  Nahrangsmittel-Fabrir,

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Künstigen  Bedingungen.  Krüger  &amp;amp;  Co.,  Leipzig.

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Münster  I.  W.

Kolorial  Karien  ksc  aase
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Berlin  SW.,  Kochstr.  68—71.

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zur

Kufnakmefremder  Sprachen.
Im  Auftrage  der  Kolonial-Abtheilung
des  Auswärtigen  Amts
verfaßt  von
Georg  von  der  Gabelentz.
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Binnen-  und  Hochseelischerei.
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*
—
U

 

 

 

Verkaufs-Syndikat  der  Kaliwerke  Leopoldshall-Stassfurt.

Die  zweckmilssige  Kulidlingung  in  Verbindung  mit  den  anderen  wichtigen  P’flunzennährstoflen,  Stickstolr
und  Phosphorsäure,  ist  für  alle  tropischen  Kulturpllanzen  zur  Erzielung  reicher  und  guter  Ernten  unentbehrlich.
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a.  Gereinigte  konzentrirte  Kalisalze:
Schwefelsaures  Kali,  mind.  486  00  Kali  und  mind.  51.8  0%  Kali.  für  Tabak,  Zuckerrohr,  Annnus,
Bunnnen,  Bataten,  Orungen,  Citronen,  Feigen,  Weinreben,  Vanille,  NMelonen.
Calc.  schwefelsaure  Kalimagnesia,  mind.  25.9  %  Kuli  und  höchstens  21  2  0  Chlor.  für  die  vorstchend
  genannten  Pflunzen  unf  solchen  Böden,  wo  die  Zufuhr  von  Mugnesin  erforderlich  ist.
Chlorkalium,  wind.  44,2  bis  61,8  %  Kuli,.  für  Kulfcc,  Thec,  Knkno,  Pulmen,  Oliven,  Erdnuss,  Bnum  wolle,
Muis,  Sorghum,  Reis,  Ricinus,  Indigo,  Bohnen,  Chinurinde.
b.  Natürliche  Kalisalze:
Kainit,  wind.  12,4  %  Kali,  Sylvinit,  mit  12.40%  bis  19  %  Kali,  für  Buumwolle  und  Palmen  zur  Vertilgung
  von  Insekten  wie  uuch  für  ganz  leichte  trockene  Böden  zur  besseren  Bindung  und  Fenchterhaltung.
Smmtliche  deutschen  Kaliwerke  sind  im  Verkuufs-Syndikat  der  Kuliwerke  vereinigt.

Nähere  Angaben  über  Preisce  und  Bezugsbedingungen  wie  uuch  Auskunft  über  tropische  Düngerlragen

aul  Grund  reicher  praktischer  Erlahrungen  ertheilt  das

Verkaufs-Syndikat  der  Kaliwerke  in  Leopoldshall-Stassfurt.

 

 

Telegramm-Adresse:  Syndikat  Stassfurt.  (68)

2  Weingutsbesitzer  Export  von  1
CGebr  J  Un  9  u.  Weinhandlung,  Rhein-,  Mosel-  und  Pfalzwein

--  *  Rüdesheim  a.  Rh.,  nach  allen  Welttheilen.  (uus)  #

 

 

 

 

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nach  den  der  botanischen  Centralstelle  in  Berlin  gemachten  Mittheilungen  als  für  den  Anbau  in  den  Tropen

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DAS  ECHO  2

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O  do  .,.  ,  »  5
E  Wochenschrift  für  Politik,  Iätteratur,  Kunst  und  Wissenschaft  G

Stimmen  aus  allen  Parteien  8

*  Organ  der  Deutschen  im  Auslande.  à

 

1  k  1  bringt  allwöchentlich  in  1  Echo  bringt  in  dor  Rubrik  W  fern  der  Helmat  u.  in  über-4

  b  "U  zannttalkonder  hüer  Eer  (  Handel  eine  Gesamt-  CT  aeeischen  Ländern  Fühlung
richte  politischen,  wimschalt  Wochenüberlsicht  des  internnt.mit  dem  ulien  Vaterlande  sucht  —
Wwissenschaftl.  und  gesellschaftl.  16  Geld-  und  W  arenmarktes  und  W  D
halus  über  alle  Vorgünge,  welche,  interess.  Fragen  vom  Weltmarkte.  OSn  #berhin

slt,  sich  kurz  und

sich  in  Deutsehland  und  im  u-  Has  Lcho  bringt  ein  suchminn.  echnell  von  dem  Gunge  der  Weltlande

  abspielen.  Ausirfellen  rsW*  und  r*n  ealn.  besnbrukea.  unterrichten  will  —
1.  !  ölrie  chos  Welche  1  4  „

Das  Echo  m“  1.  rseiblan  alle  rneuen  u.  interess.  Von  günge  u.  We  Veder  Zelt  noen  Nelgung
interessantesten  Stimmen“  nller  Nenerungen  auf  dem  Gebiete  der  olirische  Zeituin  legen  —
Parteien  zu  Worte  kommen  Techmik  u.  Industrie  unterrichtet.  p

H  J  b  bringt  Wöchemlich  eine  Wer  abscits  nul  dem  lande

1  Rk  bringt  in  jeder  48  I  Liste  dl.  Wichnigsten  Er-  wohnt  und  neben

6  ß  Nummer  ein  bis  zwei  Scheinungen  des  deutschen  Buch-  kleinen  Lokalblutte  einer  ergännenningesehlessne

  Norelletten,  Er-  bandels  uuf  allen  Gebieten  der  den  kukunssslesetin  bedarf  —

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Juhlt  ingen  u  w.  aus  der  Feder,  Wissensch.  und  monatl  regelm.  die  Deor  ulte  die  im  15.  Juhre
bewührter.  Peichend.  inrher  Schriftt-  umtl.  Liste  d.  Postdampfschiflahrts-=  erscheinende  Wochenschrift
steller.  Verbind.  u.  übersceischen  Ländern.  „  Dns  Echo

Auch  ein  hübsches  Geschenk  für  jeden.  Gebildeten  im  mlande.

Weihnacht  1  896*

 

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auch  dio  Frage:  Was  sollen  wir  schenken!  Geschenke.  velche  D  1  errn  AMaxz  Lehmann  in  Ner

2  von  A##ert.  n  in  re

von  lerzon  Kkommon,  sollon  eine  andauoernde  Freudo  hinterlassen.
Dios  ist  zweifellos  zu  erzielen,  venn  Sie  Ihren  Liechen  im  Auslande
  ein  viertel-.  halb-  oder  ganzjähriges  Abonnement  aufl  Das
Echo“  zu  Wenmnachten  schonken.  Um  dies  zu  ormöglichen,  werden
wir  einon  tyhographirch  hübsch  ausgeslatteten  Gutsehein  herstellen
  lassen,  welcher  einlach  auf  den  Weihnachtstisch  gelegt
oder  dem  Betreffenden  ubersandt  wird.  Dieser  Gutschein  wird
den  nebonslohend  verzeichmeten  Wortlaut  haben.

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Dio  —  Gloisst  20%  soforl  nach  Euschesenn  oiner  jeden
Nummer  direkt  durch  den  des  Echo
J  mrl  onn  orer,  G.  b.  H.
rlin  SW..  ineln  29.

 

  

Uiermit  woll'n  wir  nur  den  Wortlaut  des  Gutscheines  andouten.

Der  h  #nst  tyPOgr  oranen.  hlbech  su'’getttet  und  auf  Karlon.

—  Kedruckt,  wohrol  natürlich  zur  —  d.  r  betreffenden  richligen
amen  eine  ontaprcchende  Lücko  blol

 

 

Gegen  Einsendung  von  4.50  Mark.  0.—  Mark  oder  18.—  Nark

kelt  Ihnen  sofort  der  Original-Gutscheln  zu.  und  beginnon  wir  Bestellschein  für  Weihnachts-Abonnements.

schon  von  Weihnachten  1896  ab  mit  der  regelmässig  frankiorten
Zusendung  an  dio  uns  bozeichnoten  Adressaten.

.  hi  üer  t  é
vendunk  hat  der  Besteller  also  niehts  2u  thun.  !ieselbe  vird  von  Winesr  20,  Vird  hiermit  ersucht  an  folgende  Adreson

Nit  der  Ver-  r  Verlag  des  Echo,  J.  U.  Schorer  C.  m.  b.  II.  in  „berlin  SW.,

uns  bis  Schluss  des  Abonm’monts  sosort  narh  Eischeinen  einer  1  Weihnachts-Geschenk-Abonnement  P  Echo

jeden  Beho-Nummer  Dunktlich  besorgt.  Das  Echo  ist  das  Lribblatt

allor  Deutschen  im  Auslande.  Durch  Annahme  unseres  Vorschlages  von  Welhnachten  1696  bis  31.  März  1897  zu  Mk.  4,50,
Mmachen  Sie  nicht  nur  sich  selst  ein  Vergungen.  sondern  auch  von  Weihnachten  1896  bis  30.  Luni  1997...  zu  Mk.  —
dem  Beschenkten  oineo  grosso  Fioudo.  von  Welhnachten  1696  bls  31.  Dezember  1897  zu  M.  18.—
Berln  SW.  18,  Wilholmstrasse  20.
Hochachtungsvoll
Schorer,

Gesellschafl  mit  beschrankter  Haftung.

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Max  Pechsteln.  kuzuson

porfoftei  zu  übersenden.  Betrag  folgt.  Der  Gutschein  let  wir  dirokt

uch  sämtliche  Buchhandlungen  im  In-  und  ort  und  Datum:  Newoe  des  Bestollers:

Auslande  nehmen  Bestellungen  entgegen

 

Das  Nichtgewünschte  ist  zu  durchstreichen.
        <pb n="812" />
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(Kuler,  Schmetterlinge,  Vogelbulge
ete.)  uus  tropischen  und  subtroischen
  Ländern  suche  in  grossen
bartien  zu  kuuflen.

Herren,  welche  sich  damit  be-Iassen
  wollen,  bitte  um  Aulgube  ihrer
Adresse.  Anleitung  zum  Summeln
und  Präpariren  wird  gegeben.

Carl  Zepen,
Chef  der  Bergischen  Eisen-  und
Draht-Industric,
Wuld,  Rheinpreussen.  (a#)

Pi#mmicr  Aware

und  smmtliche  Bedarfsurtikel  für
Photographie,  speziell  für  den  Gebrauch
  in  den  Kolonien,  lielern

J.F.  Schippang  &amp;amp;  Co.,

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Berlin  S.  42,  Prinzenstrusse  21.
Reich  illustr.  Preislisten  kostenfrei

 

 

 

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Duhr  &amp;amp;  Co.,  Köln,

Königliche  IIof-Weinliclernnten.
Export-Preislisten  zu  Diensten.

 

 

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Königliche  Hofbuchhandlung,
Berlin  SW.,  Kochstraße  68—71.

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für  die
Sccoffiziere,  Offziere  der  Marineinfanterie,
  Maschinen=  und  Torpedo-Ingenicure,
  Feuerwerks-,  Zeug=  und
Torpederoffiziere,  Sanitätsoffiziere,
Zahlmeister,  Deckoffiziere  2c.,  Seekadetten
  und  Kadetten  der  Kaiserlichen
  Marine,
sowie
Bestimmungen  über  die  Uniform  der
Secoffiziere  2c.  des  Beurlanbtenstandes,
  zur  Disposition  gestellter
und  berabschiedeter  Offiziere  2c.  der
Marine  und  Bestimmungen  über  das
Tragen  der  verschiedenen  Uniformen.

Genehmtgt  durch  Allerhöchste  Kabinetsdr
  Mai  1890.

e  vom  25.
Neudruck  unter  Berücksichtigung  der
bis  Ende  April  1893  ergangenen
Abänderungen.

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PTorto.  Bei  Bestellung  wird  dieser

etrag  vergütet.  (15,

 

 

 

 

Bank-Conto:  Deutsche  Bank,  Hamburg.

Telegr.-Adr.:  Augascher.

August  Ascher,  Hamburg,

Dovenfleth  29.  —  Fernsprecher:  3339  I.

Ixport  aller  Art  Wanren.  Spedilion.  Import  eolonialer,
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speziell  west-  und  ostufrikanischer  Produkte.

Muster,  Cataloge,  Marktberichte  sowic  jede  gewünschte  Auskunst  gern

zu  Diensten.  Correspondens  erodnsche"  (2c#.))

 

 

 

Auszug  nus  dem  ..  JInhr-  und  Auskunlsishuch  der  freilen  und  Hanse-Kladt
  Ilamburg  18991-#.

Dauernde  Export-Ausstellung

der  Lebensmittel-Industrie.
Inh.  Harder  &amp;amp;  de  Voss,  Export-Agentur-Geschäft,
Hamburg,  36/38  Gr.  Burstah  36  38.

Nur  eine  IIandelsmetropolc  vie  IIumhurg  konnte  dus  Bedursniss,
nach  einem  Ilnstitut  hervorruslen,  in  welchem  dem  Besucher  die  Erzeugnisse
  von  über  100  verschiedenen  Fabriken  der  Getränke-  und
Jnhrungsmittel-Industrie  in  ullen  Verpackungen,  Spezinlitüten  und
verschiedenen  Qualitäten,  nanfs  Uchersichtlichste  geordnet.  vorgeführt
werden.

Der  Grundgedanke  des  ganzen  Unternehmens  ist.  die  einzelnen
nusgestellten  Artikel  in  allen  Preislagen  vorzuführen,  den  verschicdenen
  transutlantischen  Ländern  entsprechend.  somit  die  Lebensmittelbranche
  nach  Möglichkeit  erschöpfend,  soweit  solche  den  Export.
betriflt.

Die  Ausstellung  unterscheidet  sich  also  von  öllentlichen  Aus-Stellungen
  vornehmlich  dadurch,  duss  alle  ausgestellten  Artikel
Aportfäühig  auffemacht  sind.  dieselbe  eine  dauernde  ist  und  allc  lür
den  Export  in  Fruge  kommenden  Neuheiten  nuch  Möglichkeit  aufweist.

i  rosse  Reihe  von  Firmen  ersten  Ranges,  welche  zur  Ausstellung
gelangten  und  im  Auslande  sich  wesentliche  Absalzgebiete  eroberten,  blrgen
dem  Käufer  #Ur  die  Konkurrenzidhbigkelt  der  Fabrikate  im  Weltmarkte.  Treislisten
  in  fünf  Sprachen.

Für  dle  vorlbergehend  In  Hamburg  weilenden  Korrespondenten  Hamburger
Exportlirmen,  welche  Lebensmittel  Importiren,  dürfte  die  Ausstellung  von
hanz  besonderem  Interesse  sein.

Das  „Iamburger  Fremdenblatt“  vom  16.  Mai  1894  schreibt:  „In
den  Kreisen  der  Exporteure  findet  die  Ausstellung  die  höchste
LAnerkennung.“
        <pb n="813" />
        —  731  —
Ibnuchern  von  Impborten
ciihilchle  irh  meine  in  eigener  Fabrik  aus  ausgesucht  reinen  leinsten

imHortirten  Tahnken  als  Ursatz  für  die  mit  hohen  Zöllen  belegten  übersccischen
  Fahrikute  hergestellten

Import-Ersatz-Marken:

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Jo.  42.  La  Perla##llarnnn  voll  und  Saftig.  75.-4½,
  Flor  FKhna  lUlakana  —  lein  mill.  „  00.  —
3.  44.  El  Arte  —  Ilntann  —  sein  mitlelk  ä#nlig

100.
je  30  bezw.2081.(lerkflakkcnko41--44zus100  st.  in  k%  n  9  *  W.  8.40.

To.  49.  Rosa  Celeste  rcin  Unrana  .  M.  120.  pro  Mille
Jo.  50.  Ise  1  leinste  mill  lis  bu.  145.  *
o.  51.  Marlett#  1  Il-=  D#ndarbeit.  .  »  17s.—  -

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Ensgl.  u.  iranz.  Spezialitlten,  onserven
Weine  und  Spirik  uosen,  (alnnteriewnaren.
Fäkähere  Auskunft  ertheilt  die  Filiale

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Berlin  SWu,  Kochstr.  68—71.

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Mit  zwölf  Abbildungen  im  Text  und
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In  obigem  Werke  werden  die  Arbeitdn
  der  Königlich  Preußischen  Landesunterzogen

  und  die  Entwickelung  und
Technik,  Art  und  Werth  derselben  au
gemeinverständlich  dargestellt.  Die
Schrift  will  daher  nicht  nur  allen  Vermessungsbeamten
  ein  Hülfjsmittel  sein,
sondern  auch  Allen,  die  sich  einen  Einblick
  in  das  Wesen  und  einen  Ueberblick
über  die  Arbeiten  und  Ziele  unserer
Landeovermessung  zu  verschassen  wünschen,
  ein  anschauliches  Bild  derselben
geben.  Das  Buch  eignet  sich  ganz
besonders  auch  für  die  Herren  Offiziere
der  Schuttruppe,  um  sich  für  die
Martographie  vorzubereiten.

 

 

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Iranko  über  a  Jntur-  und  Wausserheilkunde,
  Anntomic.  Frauenkrank--helten,
  populüre  Mediecin  etc.,
D)  Homöoputhic,  Naturwissenschuften
  hei  Kr  #ger  &amp;amp;  VCoe

Lelpzig.  Gegen  0,50  Brielm:  arken
(rei:  Brockmann,  ntlarvter  Unsinn
(regen  Kuhne!!.  anknuuf  v#Zn  Convers.-Lexikons
  u.  grösseren  Werken.

 

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Kommission  A.  Hesting,  0retorin.
Truansvunl.  Weiterbetörtcrung  aller
Güter  in  Südafrika.
Humburg:  Agent  John  Suhr,  12801.

 

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·  I  "en  Patent-Selbstschuss

Wurkmaschinen.  —  —

Iluslrirte  Preislisten
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Iteste  deutsche

Haupt-Katalog,
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Kollstock,  Dr.  med.,  ärztlicher
Rathgeber  lür  Ostatriia  und  trop.
Mulariagegenden.  Geb.  Preis  A  G.

Moren,  C.,  Kriegs-  und  **
ditionsführung  in  Alrikua.  Geh.
Preis  60  Pl.

Schdsz,  Dr.  7
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B.,  Im  deutschen
Reisebilder  uus  dem
ren

 

Geh.  l'reis  A  3,60.  (nun  1

Verlag  von  lermann  l’eters,
Berlin  W.  8.

nünrterbitelt  der  englisg  len  it.  Deutsche  Mllilir-Musiker-Zeilung
dlerrkschen  Sprcche  von  Fhieme-  ——
I’reusser.  Juhilünms-Ausg.  Cel.Man  abonnirt,  bri  en!  1  e

N.  13.  Seitler.  Absatz:  200000  Lexpl.  0  7  Gi  1  %  4%  Winixnimiess
l’robelief.  gr.  u.  frunko.  Verlag  von

ke#en  Einsend.  v.  1  Mk.  S  Pf.  für  De  t  u.
IInendke  &amp;amp;  Lehmkuhl  in  IIamhurg.  Oesterr.-Ung.  u.  2  Ik.  10  Pr.  pur  Al  ubr  Ausland.

 

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leo

 

 

 

Nerrorragend  billice  Bacher
lielert  die  Antilsuariats-Buchhundlung
  von  Karl  Siegismund  in  Berlin
W.,  Aunerstr.  68,  vorm.  Internat.
Buchh.,  gegr.  1868.  Kutaloge  grutis.
Verhindung  mit  allen  Welttheilen.

Brierrnaurnken-Aabems
i.  deutsch  ,  engl.,  iranz.,  itll.
u.  Span#  Sprae  he  labrizirt  i.
jed.  Preislage.  18mal  prämiirt.
  (hros  bekte  graus
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        733

Berliner  Export-Tafel-Weißbier,

in  den  Tropen  mit  Erfolg  eingeführt,  von  den  verehrlichen  Nesseverwaltungen
in  den  deutschen  Kolonien  seit  Längerem  ständig  bezogen,  dort  sehr  beliebt,  Jahre
lang  haltbar,  nur  aus  bestem  Malz  und  Hopfen  hergestellt.  Das  Vier  ist  sehr
ersrischend  und  sehr  bekömmlich,  auch  von  den  Herren  Aerzten  der  deutschen
Schutztruppe  empfohlen.
Versand  in  Kisten  zu  50  11  und  100  12  Cxportflaschen.
Mit  näheren  Angeboten  sicht  auf  Wunsch  gern  zu  Diensten
Berliner  Weißbierbrauerei  und  Malzfabrik
Albert  Bier,
Berlin,  Stralauerstraße  3—  6.  Begründet  1792.
Für  Deutsch-Ostafrika,  S#nsionr  und  Madagaslar  hat  die  Deutsch-Ostafrikanische
Gesellschaft  den  Alleinverkauf.
Alleinige  W  für  den  sonstigen  Export:
Harder  &amp;amp;  de  Voß,  Hamburg,  Gr.  Burstah  36—38.

(78)

 

Brauerei  zum  fsehort  München:
G.  Pscho

——  Sr.  Maj.  des  nnt—  Kaiĩseors.
Hoflieferant  Sr.  Mal.  des  Kaisers  von  Oesterreich.

In  allen  überseeischen  □———#1#

vorzüglich  bewährtes  Exportbier.

Alleinige  Depositäre  für  Export:
EIIEMIIT  o.  Hamburgug.

UOrdree  duroh  europäische  Exrporthävrser  erbeten.

 

 

 

   

Nasürl.  Kohlens.  Mineralwassen

lafelgetränk  Sr.  Uurchl.  des  fürsten  Bismarck
Kauflich  in  Mineralwasserbandlung.,  Aboth,  Uiotels  eic.

 
 

Altbewührte  Heilquclic.  Export  nuch  den  Tropen
besonders  emplohlen.  (dsn
Birresborner  Mineral-Brunnen,  Birresborn  (Eitel).

Restes  Tuselwusser.

 

 

F.  H.  SCHMIONT

AnchnIEk’  uND  BaAuüREKNEIINirRL.

Daurss##hnel,  lioranrak#rUNO,  uND  PAROUETr  FuUusshophN.  Fahn
BAU.  TiscuLEREI  UND  Scm#ossehur.

BAUANSTALT  FOR  EISENKXONSTRUXTIONEN.

SPEZIALITAVD:

A0srünnzu  vos  Exbohr-BAuTrES
Al.en  AuNr  #XN  HOz  uND  ElSEN.

G)

AIL  TONA  HAKBURG

19W  STRASS
FRRNXSPRRCIER  No.  2.  brnxn  4103.
TELEGRAMM.  AnRESSE
KaISCD,  ALTONA.

 

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Export-Bier
Kaiscr-Brauerei  eer  4  Co.  in  Bremen,

Steingut
der  Deutschen  Steingulfabrik,  Aktien-Vesellschaft,
  vormals  Gebrüder  Hubbe.
Neuhaldensleben,  empl.  der  Vertreter
Julius  Schrader,  Hamburg,
Gr.  Reichenatr.  45.  (111)

 

 

Won

Lrust  Kraft
Hamburg,

Ferdinandstrasse  43,
übernimmt  jede  Commission  und
Spedition  nuch  und  von

West-  und  Ost-Afrika

zu  den  billigsten  Bedingungen.
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S—  Amt  I.  4257.  –
(#

‚NeresMa-Grhuckchle-Autust
  Benedict
HODOLICK  —

EEIIIII

2

 
 

 

 

 

 

   
      

Staalsmedaille  sitt  gewerbliche  Leistunqu
Aeritlich  empfohlen  bei  Schwäche,
Blutarmuth,  Bleichsucht,  Reconvalescenz
  nach  schweren,  namentlich
Kinderkrankheiten,  bei  Katarrh
und  für  nährende  Franen.  Haltbar
in  den  Tropen,  wohlschmeckend,  wenig
Alkohol.  Nach  sachverständiger  Analyse
surrogatfrei  und  nahistosshaltiger  als
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Kein  Gepeimmiten

Hensels
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unilchlbanres  Schutz-  u.  Uleilmittel
aller  klimatischen  Allectionen  (e#tr.
Deutsche  Koloninl  -  Zeilung  1878.
Ileft  20),  tausendlach  bewähr.  lic-Hert
  als  Specialität,
Apoth.  F.  E.  Bourquin,  Niesky,  0.-1.
Drucksachen  kostenfrei.  („,
        <pb n="816" />
        —  734  —

WOERMANN-  LINIE.

%½%
Am  20.  Norember:  P.  -D.  „GEretchen  Bohlen“,  Capt.  Jürgens,
nach  Conakry,  Monrovia,  der  Goldküste,  Togo,  Whydah  und  Kotonou.

Am  30.  November:  P.  D.  „Thekla  Bohlen“,  Capt.  JIversen,
nach  Teneriffe,  Las  Palmas,  Gorée,  Liberia  und  den  Iläsen  der  Südwestküste  Alrikas,
von  Landana  bis  Loanda.
Am  30.  Norember:  P.  D.  „Marie  Woermann“,  Capt.  Triebe,
nach  San  Thomé,  Benguella,  Swakopmund,  Walfischbai  und  Lüderitzbucht.

Am  10.  Dezember:  P.  D.  „Lulu  Bohlen“,  Capt.  Brinkert,
nach  Madeira,  Klein-Popo,  Lagos,  Kamerun,  Fernando  Poo  und  den  Hälen  der  Südwestküste
  Alrikas  bis  Ponta  Negra.
Am  15.  Dezember:  P.  D.  „Professor  Woermann“,  Capt.  Ramm,
vin  Antwerpen  nach  Marocco,  den  Canar.  Inseln,  Gorée,  Dakar,  Rufflsque,  Sierra
Leone  und  Sherbro.
Alle  Gitter  miissen  amt  Tae  bor  dem  Abyaunysckattnm  bis  I2  Uhr  mitcas  d(dnosseite  sein.

Näheres  wegen  Fracht  und  Passage  ertheilt  in  Hamburg  die  Woermann-Linie,  sowie  der  Schiffemakler
Angust  Bolten,  Wm.  Miller'’s  Nachfolger,  Admiralitätstrasse  33/34,  und  vwegen  Deutsch-Südwestafrika  dlic
llerren  L.  F.  Authies  &amp;amp;  Co.,  Grimm  27.  12

Deutsche  Ost-  Afrika-  Linie.
Vermehrte  Fahrten.  Oreiwöchentlicher  Betrieb.
Regelmüssige  Postdampfer  -Verbindunzg
unter  Vertrag  mit  dem  Deutschen  Reiche
zwischen

Hamburg,  Ostafrika  und  Transvaal

Amstlerdum,  Lissabon  und  Neupel  anlaufend.

  

 

 

Die  nächsten  fuhrplanmässigen  Expeditionen  finden  statt:  ab  Hamburg  ub  Neupel
R.  P.  D.  „KOENIG“  gpieten  un  Capt.  Doherr  25.  November,  9.  Dezember,
R.  P.  D.  „CENERAL“,  Capt.  Gauhe.  .  .  .  .  .  .  ..  16.  Dezembor,  30.  Dezember,
R.  ’  D.  „HERZOG“  (Doppelschrauben),  Capt.  v.  Issendorll,  6.  Jununr.  20.  Janunr,
R.  P.  D.  „ApmnlRAL“,  Capt.  We  27.  Jnnunr,  0.  Februnr,

nach  Tanga,  Dar-es-Saläm,  Sansibar,  Mozambique,  Beira,  Delagoa-Bai  und  Natal.
Diese  Dampfer  nehmen  auch  Passagiere  und  Wearen  nach

Pangani,  Saadani,  Bagamoyo,  Kilwa,  Lindi,  Mikindani,  1lbo,  Quelimane,  Chinde,
Inhambane,  Mombassa.  und  Lamu.

Ferner  regelmässig  alle  sechs  Wochen  Postdampfer  %##8  Kedesc  Neeen  orenh
direkt  nach  1)1%  9  Deilagpoc-Bei,  Marp,  NYosské  Z.
Jächste  Expedition:  P.  D.  „KAISER“,  Capt.  Stahl,  13.  Jununr  1899.  —
Die  Dampfer  Laben  rorzüyliche  Eirziche#ngen  f#r  Passagtere  in  allen  Klassen.

Ferner  zwischen  Ostafrika  und  Bombay  regelmässig  alle  drei  Wochen  im  Anschluss
an  die  Hauptdampfer.
Näheres  ertheilt  in  Hamburg:  (20)
wegen  Fracht  der  Schiffsmakler  August  Bolten,  Wm.  Miller's  Nachlolge
wegen  Passage  die  Hamburg-Amerikanische  Packetfahrt-Aktien-  Gesellechaf,
sowie  wegen  Fracht  und  Passage  die

Deutsche  Ost-Afrika-  Linie,
Gr.  Reichenstrasse  25/27.
Verantportlicher  Redakleur  für  den  nichlamtlichen  Thiil:  O.  Mertinal,  Berlin.
Druck  und  Verlag  der  Königlichen  Hofbuchhandlung  und  Hofbuchdruckerei  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Berlin  SW  12,  Kochstraße  68—71.
Ausgegeben  am  11.  November  1896  um  0  Uhr  nachmittags.
        <pb n="817" />
        Deutsches  Kolonialblatt.

Amtsblatt  für  die  Schutzgebiete  des  Deutschen  Reichs.

Herausgegeben  in  der  Kolonial-Ablheilung  des  Auswärligen  Ants.

 

 

VII.  Jahrgang.  Berlin,  1.  Dezember  1896.  nummer  3.
Diese  Zeitschrift  erscheint  in  der  Regel  am  1.  und  u  *5rt“  N  Derselben  werden  als  Fst  **2  die  neeer  *  u
erscheinenden:  „Mittheilungen  von  Forschungsreisenden  und  eh  n  rlaus  don  dovtschen  Scl  ebieten“,  herausgegoben  vo  BbPFroihort

v.  Panckelmen.  Der  vierteljährliche  #onstemenkspreis.  für  r  Kolonialblatt  mit  deen  i  beträgt  beim  Bezuge  durch  rn“  Posc  und  die
8—  handlungen  M.  3,—,  direkt  unter  Stisbm  nd  durch  die  oebbnn  Mr.  t#.  Deutschland  und  Oesterreich=  Ungarn,  Mk.  3.75  für

edend  der  d  Soltnostyertint.  —  Einsend  zungen  8  Anfragen  sind  an  die  König  -*  GWnshandiung  vuon  rust  Siegfrie  ittler
Sohn,  Verlin  S8W12,  Kochstraße  68—71,  zu  richten.  vn  dir  in  der  Zeitungs  Preisliste  für  1897  unter  Nr.  1977  7.)

 

Inhalt:  #tlicher  Theil:  Personalien  S.  735.
mtlicher  Theil:  Versonal-Nachrichten  S.  736.  Kamerun:  Sannaga  S.  737.  —  Chemische

miterslh  Kameruner  Böden  S.  737.  Togo:  Ueber  eine  Neise  von  Klein-Popo  über  Lome  nach  Misahöhe
im  August  1894  S.  738.  —  n  t  #n#  Guinea:  Wissenschaftliche  Sendungen  S.  743.  —  Aus  idem  Bereiche
der  Missionen  und  der  Antisklaverei-Bewegung  S.  743.  —  Aus  fremden  Kolonien:  Expeditio
nach  den  Salomons-Inseln  S.  743.  —  Uganda-  Eisenbahn  S.  744.  —  Neuer  Jalltarif  in  Veitch.  Gentsrlafr#a
S.  744.  —  Wilder  Lossee  in  Sierra  Leone  S.  744.  —  Zambesi-Eisenbahngesellschaft  S.  744.  —  Verschiedene
Mittheilungen:  inke  für  die  Behandlung  von  nee  die  behufs  wissenschaftlicher  lntersuchung  aus
tropischen  Ländern  es  Deutschland  gesandt  werden  S.  744.  Ueber  die  Sicherung  von  Bauhölzern  gegen  die
Angriise  hothzerstorender  erre  und  die  seewurmsicheren  Hohzarten  S.  745.  —  Expedition  Professor  Elliots  S.  7

uüsschreiben  S.  750.  —  Poststatistik  S.  750.  —  Litteratur  S.  751.  —  Litteratur-Verzeichniß  S.  *  —
Sustaegichen.  S.  752.  —  Verkehrs-  Nachrichten  S.  753.  —  Anzeigen.

Dieser  Nummer  liegt  bai  „  Bekleidungs-Vorschrift  flür  die  Kaiserlichen  Schutztruppen  in  Afrika.

Amtlicher  Theil.

Perlspnalien.

Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  haben  Allergnädigst  geruht,  in  Anerkennung  des  besonders
tapferen  Verhaltens  von  Osfizieren  und  Mannschaften  der  Schutztruppe  für  Deutsch-Südwestafrika  sowie
von  Kriegsfreiwilligen  in  den  Kriegszügen  gegen  die  Khauas-Hottentotten  im  März  und  April  d.  Is.
folgende  Auszeichnungen  zu  verleihen,  und  zwar:

den  Rothen  Adler-Orden  4.  Klasse  mit  Schwertern:
dem  Hauptmann  v.  Perbandt  und  dem  Sekondlieutenant  Eggers;
den  Rothen  Adler-Orden  4.  Klasse  mit  Schwertern  am  weißen  Bande:
em  Stabsarzt  Dr.  Nichter;
den  Königlichen  Kronen-Orden  3.  Klasse  mit  Schwertern:
dem  Major  Leutwein,  à  la  suite  der  Armee  und  beauftragt  mit  den  Funktionen  des  Kommandeurs
der  Schutztruppe;
den  Königlichen  Kronen-Orden  4.  Klasse  mit  Schwertern:
dem  Schondlientenant  Helm,  dem  Kriegsfreiwilligen,  Premierlieutenant  v.  Lindequist  von  der  Reserve
s  Infanterie-Regiments  Prinz  Moritz  von  Anhalt-Dessau  (5.  Pommerschen)  Nr.  42,  dem  Kriegssss
  Premierlieutenant  v.  Burgsdorff  von  der  Reserve  des  3.  Garde-  Negiments  zu  Fuß,
dem  Kriegsfreiwilligen,  Premierlieutenant  der  Landwehr  a.  D.  Herrmann  und  dem  Kriegsfreiwilligen,
  Setondllentenant  a.  D.  v.  Ziethen,  zuletzt  im  1.  Brandenburgischen  Dragoner-Regiment
  Nr.  2;
das  Kreuz  der  Ritter  des  Königlichen  Hausordens  von  Hohenzollern  mit  Schwertern:
dem  Hauptmann  v.  Estorff;

S

das  Militär-Ehrenzelchen  1.  Klasse:
Vizefeldwebel  Froede,  dem  Sergeanten  Polett,  dem  Unteroffizier  Maczkiewitz  und  dem  Gefreiten
  Steffen;

-
—Wê
m
        <pb n="818" />
        736

das  Militär-Ehrenzeichen  2.  Klasse:

den  Wachtmeistern  Urban  und  Stellbrink,  dem  Feldwebel  Hannemann,  dem  Vizewachtmeister  Kunde,
den  Sergeanten  Koczy,  Gutmann,  Deubel,  Schmidt,  den  Unteroffizieren  Modler,  Staginus,
  Simon,  Graefe,  Salpeter,  Ueckermann,  Mewes,  Pewestorff,  Hübner,  Kaschub,
Stubenrauch,  Wieland,  den  Kriegsfreiwilligen,  Unteroffizier  der  Reserve  Vriegts  und  Unteroffizier
  des  Beurlaubtenstandes  Hellberg,  dem  Oberlazarethgehülfen  Czaplas,  den  Gefreiten
Schmidt,  Köhler,  Weyland,  Becker,  Wiedorn,  Voigtländer,  den  Reitern  Hartmann,
Hagenstein,  Kietzmann,  Braß,  Halberstadt,  Tausendfreund,  Künehl,  Houscha,
Däßler,  Bochert,  Lehmann  und  Peters.

Außerdem  haben  Seine  Majestät  der  Kaiser  und  König  aus  derselben  Veranlassung  folgende  Auszeichnungen
  an  Eingeborene  des  Schutzgebietes  von  Deutsch-Südwestafrika  zu  verleihen  geruht,  und  zwar:
die  Krieger-Verdienst-Medaille  1.  Klasse:
dem  Kapitän  Hendrik  Witbooi,  dem  Unterführer  der  Witboois  Samnel  Izaak,  dem  Herero-Vormann

  Kajata;

die  Krieger-Verdienst-Medaille  2.  Klasse:

den  Bastardreitern  Paul  Mac  Nap,  Hanus  Swart,  Josef  Benz,  Wilhelm  van  Wyk  und  dem

Namareiter  Wilhelm.  #

Der  zum  Auswärtigen  Amt  kommandirte  und  bisher  in  Kamerun  beschäftigte  Premierlieutenant
v.  Besser,  à  la  suite  des  Infanterie-Regiments  Vogel  von  Falckenstein  (7.  Westfälisches)  Nr.  56,  ist  unter
Entbindung  von  seinem  bisherigen  Kommando  in  das  Füsilier-Regiment  Generalfeldmarschall  Graf  Moltke
(Schlesisches)  Nr.  38  einrangirt  worden.

 

Der  Premierlieutenant  Bresler  vom  Feldartillerie-Regiment  von  Podbielski  (Niederschlesisches)
Nr.  5  ist  unter  Belassung  in  dem  Kommando  zur  Dienstleistung  bei  dem  Auswärtigen  Amte  à  la  suite
des  Regiments  gestellt  worden.

Der  Premierlieutenant  Lauc  vom  3.  Niederschlesischen  Infanterie-Regiment  Nr.  50  ist  mit  dem
26.  November  d.  Is.  der  Schutztruppe  für  Deutsch=  Südwestafrika  zugetheilt.

WVVVVVVVVVVVVVVWVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVVyVYVyYyFYVFVYVVVVyVVFVVVYVYFTV

Nichtamtlicher  Theil.

Personal-Zachrichten.
Deutsch--Ostafrika.
Bezirksamtmann  Berg  ist  vom  Urlaub  nach
Ostafrika  wieder  abgereist.

 

Der  Sekretär  beim  Kaiserlichen  Gouvernement
von  Deutsch-Ostafrika  Bock  ist  Mitte  des  Monats
November  dort  einer  Leberentzündung  erlegen.

Der  als  Kapitän  in  den  Dienst  der  Nlottille
des  Kaiserlichen  Gouvernements  getretene  Kapitän
Thomaschewsli  ist  nach  Ostafrika  abgereist.

Der  Gerichtsaktnar  F.  Thinnes  ist  für  den

Ramerun.

Der  Ingenicur  Thiel  wird  demnächst  die  Ausreise
  nach  Kamerun  antreten,  um  in  Vertretung  des
Maschineningenieurs  Schittenhelm  die  Leitung  der
Reparaturwerkstatt  und  der  Slip  zu  übernehmen.

Thiel  war  bereits  früher  in  ähnlicher  Stellung  in
Kaiser  Wilhelmsland  thätig.

Der  Sergeant  Schmidt  ist  in  Kamerun  verstorben.


Togo.
Der  bisher  beim  Kaiserlichen  Gouvernement  in
Kamerun  thätige  Assessor  Gleim  ist  der  Kaiserlichen
Landeshauptmannschaft  von  Togo  überwiesen  worden.

 

Der  der  Landeshauptmannschaft  von  Togo  als
Büreau=  und  Kassenbeamter  probeweise  überwiesene
Gerichtsaktuar  Seulen  reist  Anfang  Dezember  nach

Klein-Popo  ab.

 

Der  Wanderlehrer  Woeckel  ist  in  den  Dienst
der  Plantage  Kpeme  eingetreten.

Sübwestafrika.

Der  Stabsarzt  Dr.  Richter  ist  mit  Urlaub  in
Berlin  eingetroffen  und  hat  die  Vertretung  des  Stabsarztes
  Dr.  Kohlstock  in  der  Kolonial-Abtheilung
übernommen.  "

 

Telegraphischer  Nachricht  zufolge  ist  der  Sekondlieutenant
  v.  Bodecker  am  15.  Oktober  an  Gelenkrheumatismus
  verstorben.
        <pb n="819" />
        —  737  —

Machrichten  aus  den  deulschen  Schuhgebieken.

(Abdruck  der  Nachrichten  vollständig  oder  theilweise  nur  mit  Quellenangabe  gestattet.)

RKamerun.  Sannaga  oberhalb  Ngilla  bisher  unbekannte  Stromschnellen
  gefunden,  welche  die  Schiffbarkeit  dieses
Sannaga.  Stromes  in  Frage  zu  stellen  geeignet  sind.

Nach  einer  Meldung  des  Kaiserlichen  Gouverneurs
v.  Puttkamer  hat  Lieutenant  Dominik  auf  dem
Cbemische  Untersuchung  Kameruner  Böden,

ausgeführt  im  Laboratorium  des  Versuchsfeldes  der  landwirthschaftlichen  Akademie  Poppelsdorf  von
Professor  Dr.  F.  Wohltmann  mit  Assistenz  von  Dr.  Kratz  und  Dr.  Mehring.
(Die  Zahlen  beziehen  iich  a#n  kalten  1  azsauren  48  stündigen  Auszug  der  lufttrocknen  Feinerde.)

 

 

 

„  .  .  Bunbm  Bimmeunbta  Kriegsschiffhafen
Bezeichnung  Bibundi  Dikullu  Disir.  Ix]  Distr.  X  JDistr.  XIII  Distrikt  XXIV.,  von  der  Hauptfarm
Tiefe  Oberkrume  u  )bertkrumesOberkrume  OberkrumeOberkrume  9  02  1.

Gehalt  an:  si2d  em  25.  d  emsi-25  emsi-25  emni  25  einsi-25  em  1—25m.  25-50  em  50-5m  75-100  %„

!  2½  9  5v°  o  26  Vb  2%  26
T  I
Feuchtigkeit...14,915  14,870  11,200  13,  860  13,000  13,  330  13,502  11,525  14,450
Glühverlust..18,100  18,9809,70007510,  230  10,170  10,871  9,280  9,133  8,037
Stickstosfs  0,760  0.544  0,147  0,161  0,065  0,161  0,190  0,143  0,121  0.
hosphorsäure  0,217  0,179  0,218  0,344  0,306  0,229  0,117  0,224  0357  0862
ali  (kalter  salzf.

uszu  0,098  0,016  0,124  0,108  0,070  0,094  .0,109  0,087  0,090  0,08
Kali  #n  *

s  )  —.—  —  —  —  —  0,124  0.0006  OQ,#o;  0116
Kalk  .  0,l74  0,090  0,6  0,038  0,026  0,053  0,101  0,217  0,225  0,242
Magnesia  ....  1,238  2,297  0,508  0.328  0.296  0,646  0,159  0,150  0,150  0,159
Eisen  und  Thonerde4,672  P  24,63119,  700  2  Ot15  28  1  3082G,  313  29,566  31,237  32,255

15,733  15,200  15,413  14,560

davon:  Eisenoxyd.
—  –  10,580  14,366  15,823  1383

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Thonerde  —  —  —
Kieselsärre  ...  0,132  0,141  0,228  —  —-  —  0,293  0,427  0360  0,307
...  mäßig,  aber  auch
ganz  vorzüglich  gut  gut  den  schlech  btesten  sehr  gut
Aeckern  entnommen
Vezeichnung  *  ½|8B  Kriegss  chiffhafen  V  ictor  in  3  Ksseberg.
Distrikt  XlI,  am  rothen  Wandsberg  Kasseeberng  gipfel
Tiefe  1—25  cm  25  50  cm  50—75  cm  75  -100  c  em  25  50  cm.  50  —'öc  cm
Gehalt  an:  8  .  ½5%  5%  2  "i%  0..  e

Feuchtigkeit  16.571  11,807  14,111  1241144  8884  15764  16.807  9,  855
Glühverlust  11,658  11,367  10,755  10,598  16,105  12,877  12,397  6,#08
Sticksloff.  ....  0,211  o,1480,1150,1000-27901««  0,1650,061
Phosphorsäure  0064  0077  0.144  0195  0.063  ——NN
Kali  (kalter  salzs.  Auszug)  0.069  0,057  0.054  0.049  0.085  0.096  0,109  0,095
Kalt  Oeiber  salff.  ist  iisdio)  0,118  0,103  0,080  0,071  0123  0,131  0,166  0,140
0.183  ,'  0,033  0,043  0,253  0,2871  00,307  0.398

#as  ia  ......  0,115  0,019  0,065  0,034  0106  0,111  0108  0,865
Eisen  und  Thonerdie  19,474  21s0177  20.326  19.1877322,934  37.573  39.640  20,00
davon:  Eisenorh  ...  15,667  16,053  14,600  12,267  16.427  18.187  18,933  8,613
honerdie  3,  808  5,124  5.726  6.20  16,507  19,386  2905  13254
nteselsäure  ......  0,567  0,450  0,367  0300  1,253  1,106  1,019  240
mäßig,  doch  einem  schlechten  Felde  Es  fehlt  Phosohorsture,  "546  ht

entnommen  sonst  sehr  gut  Stickstoff
        <pb n="820" />
        738

 

 

 

 

 

 

 

Bezeichnung  Typischer  Victoriaboden  i  Mundame  1
Tiefe  1—25  cm  25—50  cm  50—75  cm  75—  100  c.1  2  em  25—50  cm  50—75  em  1—  em  25—50  cm  50—75  cm  75—Ile0  m
Gehalt  ant  !f5%  H  ——...—.—.
Feuchtigkeit  13,871  14,160  15,002  15,280  11415,  11,806  12,37810,  431  12,273  10,048  10,097
Glühverlust  12,271  11,034  11,065  11,07722,201  20,561  19,847/12,946  9,7969,757  9,610
«
Stickstofe  0,189  0,152  0.134  0,127  0,544  0417  0,4080,243.  0.096  0,093  00,088
Phosphorsäure  0O,144  0,.153  0,145,  0,15318  0,192  358  213  0.16000,200  0,203
Kali  (kalter  salzs.  „  "„  1  T
Auszug)10.0755  0,087  0,0098  0.11140137  0,150  0,163/0.090  0,078  0,062  00062
Kali  (heißer  salzf.  i  .  I  E  .
1st.Auszug).  0,114-0,135·0,15510,1830,156J0,180.0,1950,1010,0950,0860,085
lk....  0,307J0,3130,3301I0,3530,893»I0,9501,3800,1500,177J0,1000,117
Magnesia  0,149  0,276  0,370  0,379  0,952  0,710  1,2530,090  0000“  0,000  0,000
Eisen  und  Thonerde  28.789  31,735  31,014  38,406  37,427  36.381  37,1661,817  18,800  19,940  21.074
davon:  Eisenoxyd  18,867  17,867  16,267  16,2672  3,253  12,2673,413  13440  13,627  13,943
=  Thonerde  9.923  13,868  14.747  17,13925,427  23,128  24,9004403  5.360  6,313  7,131
Kieselsäure  0,986  0,927  60,667  0,573337  0307  0,200087  00050  0,  0.028
.«  «  ..·.  sehr  gut  bis  auf  den  Magnesiavorzüglich
  ganz  vorzüglich  ausfall,  welcher  jedoch  ohne
edeutung
Bezeichnung  Mundame  II  Mundame  III
Tiefe  1—25  em  25—50  em  50—F5  em  75-100  cI—25  em  25—50  em  50—75  em  75-100  em
Gehalt  an:  5  5  5  P%  65  .  ·5  5  P
"  i  1
Feuchtigkeit  14811  17,986  16,862  16,498  12  20  237  18.300  17755
Glühverlust  10,514  10,054  9,777  9.549  11,60606  9,863  9,315  10,180
Stickstoff.  .  0,164.,0,107  0,103  U  0,103  014  0.068  0.0  0,057
Phosphorsäue  0,131.  0.45  0.181  0,205  0.232  0.236  0.243  0.257
Kali  (kalter  salzs.  Auszug)  0.076  0.00)  01121  0.110  0.039  0.042  0.082  00.054
Kali  (heißer  salzs.  Ist.  Auszug)  0.125  0,141  044  168  0.090  0,100  0.,134  0,100
Kalllllklk  0.150  0,1144  0)129  0.125  0.157  6150  0,180  0.230
Magnesia  0,198  0.132  0,108  0,099  0,192  o,i221  0018  0,158
Eisen  und  Thonerde.  18,143  15437  15,901  17,237  18,471  15,094  15,874  %  15.774
davon:  Eisenoxyd  13,920  11.427  11,840  11,707  13,4908  11,150  11,603  11,534
-  honerde.  t225  4.011  4,061  531  4,973  3.944  4,.271  4.239
Kieselsäure  0.227  0.330  0.208  0,120  0.265  032  0,135  0,115
sehr  gut  recht  gut

 

Tvgc.
Ueber  eine  Reise  von  Rlein-Hopo  über  Lome  nach
Mmisaböhe  im  August  z894

berichtet  der  frühere  Stationsassistent  Lieutenant  der
Reserve  Klose  Folgendes:

Ende  Juli  1894  erhielt  ich  den  Befehl,  nach  der

Station  Misahöhe  aufzubrechen.
Nach  einem  dreiviertelstündigen  Marsche  am
Strande  gelangte  ich  nach  dem  kleinen  Dorf  Gumloffi,
  welches  in  einem  schönen  Kokoshain  gelegen
ist.  Die  Einwohner  sind  meistens  Fischer.

Nach

einem  anderthalbstündigen  schweren  Marsche  erreichte

ich  die  große  und  stattliche  Kokosplantage  Kpeme.
Hier  machte  ich  Rast  bis  zum  nächsten  Tage  und
marschirte  am  2.  August  früh  über  Porto  Seguro
den  Buschweg  über  Bagida  nach  Lome.

 

Obwohl  mir  der  Buschweg  als  eine  nicht  viel
bessere  Marschstraße  als  der  Strandweg  erschien,  da
der  größte  Theil  durch  den  Dünensand  verweht  und
das  Fortkommen  ebenso  schwierig  wie  am  Strande
ist,  so  behaupten  doch  die  Eingeborenen,  daß  der
Weg  durch  den  Busch  der  bequemere  sei,  und  daher
wird  er  häufiger  von  ihnen  gewählt  als  der  Weg
am  Strande.

Nach  meiner  Ansicht  bestätigte  sich  diese  Angabe
auch  bald,  da  ich  viele  Porto  Seguroleute,  von  Lome
kommend,  sowie  solche  von  Bagida,  welche  der  Weg
auf  den  Markt  nach  Lome  führte,  traf.  Nach  meiner
Meinung  scheint  der  eigentliche  Grund  dafür,  daß
die  Leute  diesen  etwas  weiteren  Weg  lieber  als  den
am  Strande  wählen,  zu  sein,  weil  ihnen  durch  die
häufiger  zu  passirenden  Farmen  durch  die  Kokosanpflanzungen
  Schatten,  sowie  Erfrischungen  an
Wasser  und  Kokosnüssen  gewährt  wird.
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        Der  erste  Theil  dieses  Weges  geht  durch  Baumund
  Buschsavannen,  während  man  von  dem  kleinen
Orte  Yuvokoyi  bis  nach  Amutive,  einem  benachbarten
Ort  bei  Lome,  in  dem  ausgetrockneten  Bett  der
Lagune  marschirt,  welche  vollkommen  den  Charakter
einer  Grassavanne  ohne  jeden  Baum  und  Strauch
zeigt.  Der  eigentliche  Moorboden  tritt  hier  wenig
zu  Tage,  da  fast  Alles  durch  den  Dünensand  verweht
  ist;  nur  der  Theil,  welcher  zwischen  der  Lagune
und  dem  Strande  gelegen  ist,  weist  überall  den  ungefähr
  1½  m  hohen,  undurchdringlichen  Busch  auf,
außer  vereinzelt  stehenden  Agobims,  sowie  einigen
kleinen  Kokosanpflanzungen,  die  dem  Wanderer  sehr
erwünscht  sind,  um  seinen  Durst  zu  löschen.

Nachdem  ich  in  Bagida  gerastet  hatte,  gelangte
ich  weiter,  den  Buschweg  verfolgend,  über  den
großen  Fetischort  Be  und  Amutive  marschirend,  am
Abend  in  dem  Handelscentrum  von  Togo,  Lome,  an.

Am  4.  August  reiste  ich  nach  Erledigung  der
nöthigsten  Geschäfte  von  Lome  ab  und  langte  auf
der  großen  Handelsstraße  über  Akeppe  abends  in
NoSppe  an.  —  Da  ich  leider  meine  Träger  vorausgeschickt
  hatte  und  diese  sich  in  einer  Palmweinfarm
fesigekneipt  hatten,  hatte  ich  hier  durch  den  bedingten
größeren  Aufenthalt  Gelegenheit,  die  Wasserarmuth
des  Landes  kennen  zu  lernen.  Ein  schmutzig-graues
Wasser,  was  sie  stundenweit  auf  dem  Kopfe  mühsam
zu  ihren  Dörfern  tragen  müssen,  wird  hier  von  den
Leuten  für  hohes  Geld  feilgeboten.  Was  die
Kokospalme  am  Strande  ersetzt,  thut  hier  die  Oelpalme,
  weil  sie  ebenfalls  mit  ihrem  Wein  den  müden
Wanderer  erfrischt.

Von  Lome  führt  der  Weg  über  die  genannte
Lagune  in  einer  sandigen  Ebene,  bis  er  plötzlich  bergauf
führt  und  ein  rother  strenger  Lehmboden  an  Stelle
des  Sandes  tritt.

In  großen  wellenförmigen  Erhebungen  von  ungefähr
  60  bis  80  m  Höhe  führt  der  Weg  durch
undurchdringlichen  Busch  an  einzelnen  kleinen  Farmen
und  Dörsern  vorbei,  bis  der  rothe  Lehmboden
zurücktritt  und  ein  humusreicherer  Lehmboden  der
Vegetation  ein  anderes  Aussehen  verleiht.

Nachdem  man  11⅛  Stunden  weiter  in  das  Innere
marschirt  ist,  treten  dann  mit  dem  besseren  Boden
große  und  schöne  Palmenhaine  auf;  die  Farmen
werden  üppiger,  slatt  der  dürftigen  Kassava  sieht  man
mehr  Mais  bauen,  die  Dörfer  werden  größer  und
d  Hütten  sind  besser  gebaut  als  die  der  sandigen
Zone.

Akeppe  ist  der  erste  bedeutendere  Ort,  den  ich
antraf.  Hier  schon  sah  man  ein  ziemlich  reges  Leben.
Es  ist  die  letzte  Station  der  ermüdeten  Träger,  die
weit  aus  dem  Innern  ihre  Waaren  zur  Küste  nach
Lome  führen.  Eine  Stunde  nördlich  liegt  der  bei
Weitem  bedeutendere  Ort  Nosppe.  Hier  finden  allwöchentlich
  größere  Märkte  statt,  welche  vorzugsweise
von  englischen  Händlern  besucht  werden,  was  sich
mir  auch  darin  bestätigte,  daß  das  deutsche  Geld
gegen  das  englische  bedeutend  zurücktritt.  Ueberall

 

739  —

an  kleinen  Orten  auf  der  Straße  fanden  sich  fast  bis
Lome  herunter  kleinere  Verkaufsstellen,  welche  dem
Wanderer  Palmwein  sowie  Erdnüsse  und  andere
Leckerbissen  der  Neger  feilhielten.  Da  hier  eine  reiche
Ernte  an  Palmwein  aus  den  ergiebigen  Oelpalmwäldern
  gewonnen  wurde,  war  ein  überaus  reicher
Karawanenverkehr,  welcher  hauptsächlich  Palmöl,
Wein  und  zum  Theil  auch  Mais  nach  Lome  führte.
Auch  traf  ich  Karawanen  zu  20  und  30  Trägern,
welche  von  weither  aus  Atalpame  Gummi  nach  der
Küste  herunterbrachten.  Ich  traf  auf  dem  Wege  bis
nach  Nobppe  an  diesem  Tage  nach  meiner  durchschnittlichen
  Schätzung  ungefähr  600  Leute,  vorzugsweise
  Frauen.  Trotz  des  regen  Verkehrs  war  auf
große  Strecken  der  Weg  mit  Gras  verwachsen,  da
der  Neger,  wie  es  scheint,  auch  auf  den  breitesten
Wegen,  seiner  Gewohnheit  folgend,  nur  im  Gänsemarsch
  marschirt.  Daher  wird  die  Maßnahme,  wie
sie  auf  der  Station  Misahöhe  getroffen  ist,  daß  die
einzelnen  Ortschaften  den  Weg  bis  an  ihre  Grenzen
in  Stand  zu  halten  haben,  auch  in  diesem  Bezirke
von  großem  Vortheil  sein.

Am  5.  August  brach  ich  früh  von  hier  auf  und
gelangte  gegen  Abend  6  Uhr  nach  dem  ziemlich  bedeutenden
  Orte  Keve-ga.  Der  Boden  ist  hier  von
grauer  Farbe  und  zu  dem  sandigen  Lehmboden  zu
rechnen.  Durch  die  ungenügende  Bündigkeit  des
Bodens  waren  die  Hütten  auch  von  weniger  Festigkeit
  und  von  geringerer  Größe  als  dic  in  dem  vorher
  beschriebenen  Noppe.

Am  6.  August  früh  rückte  ich  nach  dem  nahegelegenen
  Assahun  ab.  Bis  Keppe  war  ich  ohne  jede
Schwierigkeit  die  4  m  breite  Kunststraße  trockenen
Weges  marschirt.  Von  hier  ab  mußte  ich  dem  Eingeborenenpfad
  folgen,  welcher  die  Hauptstraße  ins
Innere  bildet  und  eine  Breite  von  nicht  mehr  als
2  bis  2½  Fuß  aufweist.  Bald  trat  die  erste  Urwald-=vegetation
  auf.  Hohe  große  Seifenbäume,  darunter
Oelpalmen,  verschlungen  mit  Lianen,  bilden  den
Hauptbestandtheil.  Nach  1½⅛  Stunden  hatte  ich
Assahun  erreicht,  wo  ein  großer  Markt  abgehalten
wurde.  Erdnüsse,  Bams,  Kassava,  Banauen,  Palmwein,
  Mais,  geröstet  und  ungeröstet,  allerhand  Speisen
aus  Mais  und  Erdnüssen  bereitet  sowie  getrocknete
Fische  von  der  Küste  her,  Glasperlen  und  Tücher,
letztere  fast  nur  europäischen  Ursprungs,  Ananas  sowie
  Apfelsinen  und  Citronen  wurden  in  großer  Menge
unter  Feilschen  der  einzelnen  handelnden  Gruppen
lebhaft  feilgeboten.

Nach  kurzer  Rast  marschirte  ich  weiter  durch
Baum=  und  Grassavannen,  in  denen  die  Bäume  vereinzelt
  herumstanden,  wie  Seisenbäume,  Baobabs,
Mimosen  und  Kanubäume.  Die  vielen  Sträucher
gewährten  leider  keinen  weiteren  Ausblick.  Am  Abend
gelangte  ich  in  dem  berüchtigten  Tove  an,  dessen
Häuptling  sich  bei  der  Bevölkerung  keines  guten
Rufes  erfreut.  Wegen  der  zerfallenen  Hütten  und
der  engeren  unsauberen  Straßen,  in  denen  sich  die
Schweine  sehr  ungenirt  bewegten,  machte  Tove  in
        <pb n="822" />
        —  140

der  wenig  baumreichen  Einöde  gegen  die  übrigen
Orte  auf  mich  keinen  günstigen  Eindruck.  Am  folgenden
  Tage  reiste  ich  früh  wieder  durch  Baum=  und
Grassavannen  und  gelangte  am  Abend  nach  Ueberschreitung
  des  Gbinflusses  nach  dem  gleichnamigen
Ort.  Der  Göbin,  welcher  in  der  Trockenzeit  wenig
Wasser  führt,  tritt  in  der  Regenzeit  weit  über  seine
Ufer  und  schneidet  dann  fast  die  direkte  Verbindung
mit  der  Küste  ab.  Der  Gbin  wird  von  einem  schönen
Galeriewald  eingerahmt  und  an  ihn  lehnt  sich  auf
einer  kleinen  Anhöhe  das  Dorf  an.

Der  erste  größere  Ort  ist  es,  der  frei  von  der
schrecklichen  Wassersnoth  ist;  hier  war  es  uns  vergönnt,
  wieder  klares  Wasser  zu  trinken  und  unser
Abendbrot  anstatt  mit  der  dürftigen  Kassava  mit  dem
als  Kartoffelpüree  zubereiteten  Mams  einzunehmen.

Was  die  Kleidung  der  Eingeborenen  anbetrifft,
so  sieht  man  schon  weniger  europäisches  Zeug.  Das
bei  Weitem  bessere,  haltbare  Eingeborenentuch  scheint
hier  den  Vorzug  vor  dem  europäischen  Kattun  zu
haben.  Fast  sämmtliche  Leute  trugen  Elfenbeinringe,
die  Einen  am  Oberarm  und  an  den  Fesseln,  die
Anderen  als  Stulpen.  Dieses  Elfenbein  soll  aus  der
unbekannten  Gbinebene,  welche  zwischen  Gbin  und
Agu  liegt,  stammen.  Nach  den  Aussagen  der  Eingeborenen
  sollen  dort  in  der  menschenleeren  Ebene,
wie  behauptet  wird,  noch  größere  Herden  von  Elesanten
  vorkommen,  die  von  den  eingeborenen  Jägern
gejagt  werden.  Das  erbeutete  Elfenbein  wird  theils
zur  Küste  durch  Händler  geführt,  theils  zu  Schmuckgegenständen
  und  dergleichen  von  den  Eingeborenen
verarbeitet.

Am  38.  August  marschirte  ich  von  Gbin  ab  und
gelangte  nach  Assahun.  Im  Allgemeinen  ist  die  Ebene
von  meterhohem  Grase  bestanden.

Assahun  ist  einer  der  größeren  Marktplätze  und
das  ersie  Agomedorf,  wo  der  Dialekt  ein  anderer  ist,
so  daß  sich  meine  Leute  schwer  verständigen  konnten.
Hier  bemerkte  ich,  im  Gegensatz  zu  den  anderen  kurz
geschorenen  Evhenegern,  viele  Leute  mit  sonderbar
ausrasirten  Scheiteln,  welche  ganze  Muster  auf  ihren
Köpfen  gestalteten.

Ebenso  waren  auch  viele  Schmuckgegenstände  aus
Elfenbein  zu  bemerken.

Hier  nahmen  sich  meine  Träger  Weiber  an,  die
ihnen  die  Lasten  von  einem  Ort  zum  anderen  trugen,
weil  sich  bis  hierher  die  Ausläufer  des  Agomegebirges
erstrecken  und  die  bizarren  abschüssigen  Schluchten
nur  ein  mühsames  Fortkommen  gestatten.  Das  Metallgeld
  wird  immer  seltener  genommen  und  die  Träger
machen  immer  noch  ein  gutes  Geschäft,  wenn  sie
sich  Weiber  miethen,  denen  sic  als  Zahlung  ein  Stück
Zeug  oder  Perlenschnüre  als  Lohn  für  ihre  Mühe
geben.  Schluchten  mit  hohen  verschlungenen  Bäumen
wechseln  mit  Ebenen,  die  3  bis  4  m  hohes  Nohrgras
zeigen,  ab.  Es  geht  bergauf  und  bergab  und  von
einigen  Anhöhen  hat  man  kurze  Durchblicke  auf  den
Agu  und  das  in  der  Ferne  liegende  Agomegebirge.
Nach  einem  harten  zweistündigen  Marsche  erreicht

 

man  das  auf  der  Höhe  gelegene  Dorf  Klonn.  Die
Einwohner  scheinen  vorzugsweise  Hausindustrie  zu.
betreiben,  da  ich  dort  viele  Webstühle  in  Thätigkeit
sowie  Korbflechter  bei  ihrer  Arbeit

Von  diesem  Ort  geht  es  bergab  zu  dem  Thale
des  Ehe.  Ueber  diesen  führt  eine  von  der  Station
wohl  angelegte  Brücke,  die  erste,  die  ich  von  dieser
Art  angetroffen  habe.  Der  Weg  führt  nun  weiter
wieder  durch  Busch  und  hohes  Rohrgras;  die  Yamsund
  Maisfelder,  in  denen  häufig  Bananen  angepflanzt
waren,  zeigen  die  Nähe  der  Ortschaften  an.

In  ¼  Stunden  gelangt  man  nach  Tove.  Dieser
kleine  Ort,  so  verlassen  und  abgeschlossen  wie  er  liegt,
wird  von  den  Trägern  und  Karawanen  gefürchtet
wegen  der  häufigen  Naubanfälle,  die  seine  Bewohner
auf  letztere  früher  begingen.

Der  Weg  führt  dann  weiter  an  kleinen  Zuflüssen
des  Ehe,  welche  dem  Wanderer  den  Weg  erschweren,
durch  einen  wunderschönen  dichten  Oelpalmenwald,
wo  die  vielen  Farnkräuter,  die  Schlingpflanzen  und
das  Murmeln  der  Bäche  die  schönsten  Abwechselungen
  bieten.

In  diesem  Haine  geht  es  weiter,  bis  man  nach
1½  Stunden  das  wegen  seiner  freundlichen  Gesinnung
beliebte  Agome  Palime  erreicht.  Hier  ließ  es  sich
der  Häuptling  Giddegidde  nicht  nehmen,  mich  feierlich
zu  empfangen.

Bald  wurde  das  kleine  Dorf  Kossuntu  erreicht,
von  wo  ab  es  auf  einem  von  der  Station  angelegten
Damm  durch  einc  saftige  grüne  Wiese,  umgeben  von
schönen  Erdnußfarmen,  weiterging.  Hier  bot  sich
uns  eine  herrliche  Aussicht  auf  den  im  weiten  Bogen
umgebenden  Thalkessel  des  Agomegebirges  und  im
Rücken  auf  den  Agu.  Nachdem  wir  noch  den  kleinen
Ort  Jo  passirt  hatten,  sahen  wir  die  Station  mit
dem  deutschen  Reichsbanner  malerisch  mit  dem  kleinen
weißen  Häuschen  an  dem  450  m  hohen  Frangoispaß
von  Weitem  liegen.

Nach  einer  angestrengten  halben  Stundc  und
einem  sehr  steilen  Aufstieg  war  das  Ziel,  die  würdig
aussehende  Station  Misahöhe,  erreicht.

Was  die  Eingeborenen  anbetrifft,  so  gehören  diese
von  der  Küste  bis  zum  7.  Breitengrade  nördlich,  im
Westen  vom  Volta  und  im  Osten  vom  Mono  begrenzt,
ausschließlich  dem  Stamme  der  Eohe  an.  Die  Männer
sind  im  Allgemeinen  von  mittlerer  Größe  und  meistens
bartlos,  während  die  Frauen  naturgemäß  etwas  kleiner
sind.  Ihre  Hautfarbe  ist  im  Allgemeinen  tiefschwarz,
während  auch  vereinzelt  helleres  Braun  vorkommt.
Das  Ebenmaß  ihrer  Glieder  ist,  wenn  man  von  den
aufgeworfenen  Lippen  und  der  etwas  plattgedrückten
Nase  der  Neger  absieht,  wohl  als  schön  zu  bezeichnen.
Die  Kinder,  welche  hier  herumlaufen,  wie  sie  die
Natur  erschaffen  hat,  machen  mit  ihren  großen  schwarzen
  Augen  und  der  meistens  noch  wohlgebildeten
Nase  und  Lippe  einen  für  Kinderfreunde  geradezu
entzückenden  Eindruck.

Was  die  Stammeszeichen  aubetrifft,  so  werden
von  den  Männern  keine  eigentlichen  Abzeichen  ge-
        <pb n="823" />
        —  741  —

tragen,  während  die  Frauen  auf  der  Stirn  sowie  auf
beiden  Backenknochen  je  drei  dunkel  mit  Indigo  gefärbte
  senkrechte  Einschnitte  als  Erkennungszeichen
führen.  Dieselben  werden  von  der  Mutter  bei  den
kleinen  Mädchen  mit  einem  Messer  eingeschnitten  und
dann  dunkel  gefärbt.  Knaben  erhalten  nur  dann  ein
besonderes  Schutzzeichen  und  zwar  einen  Querschnitt
auf  der  rechten  Backenseite,  wenn  dieselben  die  einzigen
Knaben  in  der  Familic  oder  durch  den  vorhergehenden
  Tod  ihrer  Brüder  allein  zurückgeblieben  sind.
Der  Vater  macht  bei  dem  betreffenden  Knaben  diesen
Einschnitt  im  Aberglauben,  daß  er  ihn  vor  einem
nahe  bevorstehenden  Tode  oder  vor  sonstigem  Unglück
  schützt.

Die  Hausindustrie  wird,  je  näher  man  an  die
Küste  kommt,  von  den  Eingeborenen  desto  weniger  betrieben,
  da  sie  von  europäischen  Waaren  vollkommen
verdrängt  wird  und  ihren  eigentlichen  Werth  dadurch
verloren  hat.  Weiter  im  Innern  dagegen  wird  von
Gewerben,  wenn  ich  so  sagen  darf,  hauptsächlich  das
der  Weberei  betrieben.  Schon  in  dem  früher  erwähnten
  Klonu  wic  auch  weiterhin  sah  ich  mehrere
Webstühle,  die  alle  sehr  einfach  gebaut  waren.  Das
Gerüst  besteht  aus  rohen  Stangen,  in  dem  der  betreffende
  Weber  auf  einem  Eingeborenenschemel  sitzt;
die  Hochkämme  werden  durch  einen  Faden  mit  dem
Fuße  bewegt,  während  der  Kreuzfaden  in  einem
Schisschen  mit  der  Hand  durchgezogen  wird.  Die
einzelnen  Streifen  werden  nicht  breiter  als  drei  bis
vier  Zoll  gewebt.  Die  größeren  Tücher  entstehen
dann  durch  Zusammennähen  der  einzelnen  Streifen.
Ferner  sah  ich  viele  Spulen,  worauf  meistens  Frauen
aus  der  geernteten  Baumwolle  Fäden  spannen.

Die  Korbflechterei  wird  ebenfalls  viel  betrieben.
Die  Eingeborenen  flechten  aus  dem  hohen  Schilfgras
hauptsächlich  Matten  zum  Schlafen  sowie  Körbe  zum
Aufbewahren  ihres  Mehles.

Was  die  Schnitzerei  anbetrifft,  so  zeugen  die
aus  einem  Stück  geschnittenen  Stühle  oft  von  einer
großen  Gewandtheit.  Ferner  werden  aus  den  angepflanzten
  Kürbissen,  die  dann  schon  bei  der  Zucht

durch  Umbinden  von  Bast  in  die  gewünschten  Formen
NRaum  zwischen  Dach  und  Wand  entsleht.  Das  Dach

gebracht  werden,  Flaschen  oder  Schalen  hergestellt.
Sie  werden  getrocknet  zu  den  verschiedensten  Zwecken
im  Haushalt  gebraucht.  In  den  thonreichen  Gegenden,

wie  in  dem  nördlicher  gelegenen,  jetzt  zerstörten

Tove,  war  die  Töpferei  von  ganz  besonderer  Bedeutung.
  Oefter  fanden  dort  große  Märkte  statt,  zu
welchen  die  Eingeborenen  von  weither  kamen,  um
ihren  Bedarf  an  Töpfen  zur  Aufbewahrung  von
Wasser  oder  Palmwein,  von  kleinen  Eßschüsseln
sowie  Oellampen  zu  decken.

Das  Schmiedehandwerk  scheint  eines  der  ausgedehntesten
  neben  dem  der  Weberei  in  Afrika  zu
sein.  Wie  ich  Gelegenheit  hatte,  auf  meinem  Marsche
in  Klonn  und  Jo  kennen  zu  lernen,  bestand  die
Schmiede  meistens  aus  einer  Feuerstätte,  die  aus
einem  Thonofen  hergestellt  war,  welche  entweder  durch
einen  europäischen  Blasebalg  oder  auch  durch  einen

 

 

eingeborenen  in  Brand  gehalten  wurde.  Der  eingeborene
  Blasebalg  bestand  aus  zwei  senkrecht  stehenden
  Holzeylindern,  die  durch  zwei  primitive  Pumpen
die  Luft  der  Feuerstätte  zuführten.  Sie  wurden
durch  einen  schwarzen  Schmiedegesellen  in  Bewegung
gesetzt.  Meistens  waren  in  den  Schmieden  ein  europäischer
  Amboß  sowie  ein  Schraubstock  des  gleichen
Ursprungs  vorhanden.  «

Die  ganze  Schmiede  war  durch  ein  verräuchertes
Schattendach  gegen  die  Strahlen  der  Sonne  geschützt,
welches  auf  rohen  Pfählen  und  Querballen  errichtet
und  mit  dem  langen  Schilfgras  versehen  war.  Im
Uebrigen  waren  die  Seiten  offen,  um  einen  Luftzug
bei  der  hohen  Temperatur  zu  ermöglichen.  Unter
den  Schlägen  des  Hammers  wurden  meistens  Messer
sowie  kleine  Schwerter  und  Hacken  zur  Bearbeitung
des  Landes  erzeugt;  jetzt  liegt  natürlich  auch  die
Instandsetzung  der  Steinschloßflinten  dem  Schmiedehandwerk
  ob.

Der  Bau  der  Hütten  ist  im  Allgemeinen  zwar
ein  sehr  einfacher,  hält  aber  doch  gut  gegen  die  Unbilden
  der  Witterung  Stand.  Die  Form  derselben
ist  bei  den  Evheleuten  ausschließlich  viereckig;  die
meisten  sind  durchschnittlich  3  m  breit  und  5  bis  6  m
lang  und  mit  einem  Giebeldach  versehen.  Gewöhnlich
hat  die  Hütte  einen  Eingang,  der  zugleich  auch  das
Licht  mit  hereinläßt,  da  Fenster  bei  wirklichen  Eingeborenenhütten
  nicht  vorhanden  sind.

Die  Hütten  enthalten  meistens  einen,  selten  mehrere
  Räume.  Die  Hütten  werden  in  der  Art  gebaut,
daß  das  Gerüst  zuerst  aufgeführt  wird,  dessen  Seitenwände
  ungefähr  2  m  hoch  von  rohen  Pfeilern  und
doppelten  Querleisten  aus  rohen  Stangen  bestehen,
während  die  Giebelseiten  3  bis  3½¼  m  hoch  errichtel
werden.  Die  Dachsparren  sind  gewöhnlich  aus  Bambus,
  während  die  Querleisten  aus  den  Blattrippen
der  Wein=  oder  Oelpalme  bestehen.  Die  Wände
werden  dann  zwischen  den  doppelten  Leisten  mit  Lehm
ausgefüllt,  wozu  mit  Vorliebe  auch  Termitenhaufen
gebraucht  werden.  Um  den  Luftzug  gut  zu  ermöglichen,
  sind  die  Lehmwände  an  den  Giebelseiten  nicht
höher  als  die  der  Längsseiten,  so  daß  ein  freier

wird  mit  Gras  eingedeckt,  welches  ziegeldachartig  übereinanderliegt.
  Ein  gutes  Dach  hält  auch  den  stärksten
Tornado  ab.  Der  Fußboden  wird  aus  Lehm  zu
einer  Tenne  festgestampft  und  bei  luxuriösen  Bauten
werden  die  Wände  des  Hauses  mit  einer  hellgelben
Erdfarbe  sowie  die  Kanten  und  die  Einfassung  der
Thür  mit  einer  rothen  Thonfarbe  gestrichen.  In
den  besseren  Häusern  ist  dann  auch  eine  sogenannte
Schlafbank  vorhanden,  welche  auf  vier  Pfählen  ruht
und  mit  Brettern  eingedeckt  ist.  Auf  derselben  liegt
eine  drei  bis  vier  Zoll  hohe  aus  Gras  geflochtene
Schlafmatte  und  häufiger  auch  einige  dünne  Matten
zum  Zudecken.  Bei  sehr  vornehmen  und  reichen
Händlern,  die  oft  an  die  Küste  gelangen,  sieht  man
auch  roh  gezimmerte  Bettstellen  mit  Moskitovorhängen
  von  europäischem  Kattun.  Diese  Häuser
        <pb n="824" />
        haben  auch  gewöhnlich  Fensterluken,  die  mit  Läden
versehen  sind.  Die  Thür  des  Hauses  wird  bei  den
Negerhütten  meistens  aus  einem  aus  Palmrippen  zusammengefügten
  Vorsetzer  des  Nachts  verschlossen.  In
den  Häusern  findet  man  in  einer  Ecke  die  Kalabassen
sowie  sonstige  Hausgeräthe  stehen,  während  nicht
selten  an  den  Wänden  Fetischamulette  aus  Kaurimuscheln
  oder  sonstigen  Gegenständen  hängen.  Häufig
wird  auch  das  Dach  tiefer  über  die  Seitenwände
heruntergebaut  und  durch  Stützen  gehalten,  welches
dann  dem  Bewohner  einen  schattigen  Vorraum,  bei
seinem  Aufenthalt  im  Freien,  gewährt.  Die  Feuerstätte
  liegt  vor  dem  Hause  und  besteht  häufig  nur
aus  drei  Steinen  oder,  besser  hergestellt,  aus  einem
kleinen  Thonring,  der  ¼  m  hoch  ist  und  an  einer
Seite  zum  Einwurf  des  Holzes  eine  Oeffnung  hat,
auf  welchem  oben  der  betreffende  Kochtopf  steht.

In  jedem  Gehöft  befindet  sich  ebenfalls  ein  hölzerner
  Trog,  aus  einem  Stück  gezimmert,  in  dem
vor  den  Mahlzeiten  der  Yams  sowie  Kassava  zu
einem  Brei  gestampft  werden.

In  den  nicht  wasserarmen  Gegenden  ist  meistens
ein  kleiner,  durch  einen  Zaun  abgetrennter  Platz  am
Hause,  der  als  Waschraum  dient.  Oft  sieht  man
auch  kleine  Behälter  aus  Knüppelholz  hergestellt  für
Schweine  oder  sonstige  Hausthiere.  Kornspeicher
stehen  in  diesen  Gegenden  auf  einem  Unterbau  von
mehreren  Pfählen  und  auf  denselben  befindet  sich  der
eigentliche  Behälter  aus  Lehm  errichtet,  meistens  von
einem  Grasdach  eingedeckt.

In  ölreichen  Gegenden  findet  man  auch  sehr
häufig  runde  Löcher,  welche  mit  Steinen  ausgepflastert
sind  und  ungefähr  einen  Durchmesser  von  1½  m
besitzen;  sie  dienen  zur  Bereitung  des  rohen  Palmöls,
indem  die  Palmkerne  darin  zu  einem  Brei  zerstampft
werden.

Zwei  bis  drei,  auch  vier  Häuser  bilden  ein  Gehöft,
  dessen  Zwischenräume  häufig  von  einem  Zaun
aus  zusammengefügten  Palmrippen  umgeben  werden
Die  Dörfer  sind  meistens  zusammengebaut  und  mit
kleinen  winkeligen  Straßen  versehen,  in  der  Mitte
mit  einem  Marktplatz,  welchen  meist  große  Bäume
beschatten.  Häufig  finden  sich  auf  ihm  auch  primitive
  Bänke  aus  Baumstämmen,  denen  als  Rückenlehne
  eine  andere  Stange,  gehalten  von  zwei  Pfählen,
dient.  Oft  sind  auch  unter  einem  Schattendache  allgemeine
  Reiben  zum  Zerkleinern  des  Korns  vorhanden.
  Dieselben  bestehen  aus  einem  viereckigen
Lehmblock  von  ungefähr  1  m  Höhe,  oben  mit  einem
großen  Stein  versehen,  auf  dem  dann  das  Korn  durch
einen  anderen  Stein  zerkleinert  wird.

Die  Dörfer  haben  Aborte,  welche  im  Busch  liegen
und  aus  einfachen  Gruben  mit  Querhölzern  bestehen.
Sie  sind  ein  Beweis  für  die  Reinlichkeit  der  Eoheneger.


Der  hauptsächlichste  Handel  der  Eingeborenen
nach  der  Küste  besteht  in  Palmkernen  sowie  aus  den
weiteren  Gegenden  auch  in  Palmöl;  ferner  werden
aus  den  östlichen  Gegenden  Felle,  besonders  aus

 

742  —

Atakpame,  nach  der  Küste  gebracht  und  von  weiterher
auch  noch  Elfenbein.  Dieses  sind  wohl  die  hauptsächlichsten
  Ausfuhrprodukte,  welche  das  Land  erzeugt.
Natürlich  besteht  der  Handel  zum  eigenen  Gebrauch
in  den  schon  angeführten  Produkten  des  Landes  selbst.
Ebenso  wird  ein  reger  Handelsverkehr  von  eingeborenen
  Händlern  mit  europsischen  Zeugen,  Pulver,
Gewehren  gegen  Austausch  der  eigenen  Produkte
unterhalten.

Als  Münze  kursirt  das  englische,  wie  jetzt  auch
erfreulicherweise  mehr  das  deutsche  Geld;  weiter  im
Innern  wird  noch  hauptsächlich  die  Kaurimuschel  als
Scheidemünze  gebraucht.

Die  Nahrung  der  Eingeborenen  an  der  Küste
besteht  hauptsächlich  aus  Fischen,  welche  sowohl  gebraten
  als  in  getrocknetem  Zustande  genossen  sowie
zu  Sancen  verarbeitet,  mit  dem  Fleische  von  Ziegen
oder  Schafen  gegessen  werden.  Ferner  wird  das
Mehl  der  Kassava  sowie  in  den  yamsreichen  Gegenden
  der  Yams  in  Behältern  mit  Wasser  zu  einem
Brei  gestampft.  Er  ist  die  eigentliche  Speise  der
Eingeborenen.  Er  wird  von  ihnen  als  Fufu
bezeichnet  und  mit  Kräutersaucen  sowie  auch  zum
Fleisch  als  Hauptnahrung  genossen.  In  wildreichen
Gegenden  dient  auch  in  der  Sonne  getrocknetes  Antilopenfleisch
  als  Nahrung.  Alle  Speisen  werden
mit  dem  unvermeidlichen  Pfefser  zubereitet.

Der  Schmuck  der  Frauen  besteht  in  mehreren
Perlenketten,  die  um  den  Hals  getragen  werden,
ferner  werden  die  Oberarme  mit  Perlenschnüren  oder
sonstigen  rothen  Bändern  sowie  das  Bein  unterhalb
des  Kuies  gewissermaßen  durch  Perlenschnüre  abgeschnürt.
  Aermere  Leute  tragen  auch  diese  Schmuckgegenstände,
  aber  aus  verschiedenen  bunten  Grashalmen,
  die  zu  einer  Kette  vereinigt  sind.  Häufig
werden  namentlich  von  reichen  Frauen  eingeführte
Ketten  aus  Silber  oder  Armbänder,  auch  Messingringe
  unterhalb  des  Knöchels  getragen,  welche  frei
auf  dem  Fuß  aufliegen.  Die  Kaurimuscheln  werden
hauptsächlich  zum  Schmuck  von  den  Fetischfrauen
verwandt.  Oft  bemalen  sich  auch  zum  Schmucke
bei  feierlichen  Gelegenheiten  Frauen  sowie  Mädchen
mit  einer  hellbraunen  Erdfarbe.

Die  Haartracht  der  Frauen  besteht  bei  der  ärmeren
Klasse  meistens  aus  einem  kurz  geschorenen  Haar,
da  fast  sämmtliche  Gegenstände  auf  dem  Kopf  getragen
  werden.  Die  reichen  Frauen  dagegen  beschäftigen
  sich  des  Tages  hauptsächlich  mit  ihrer
Frisur.  Diese  ist  sehr  mannigfaltig  gestaltet;  das
Haar  wird  zu  Hörnern  oder  Krone  zu  den  eigenthümlichsten
  Gebilden  vereinigt,  welche  meistens  von
einem  kleinen  Kopftuch  aus  Stoff  oder  Seide  umschlungen
  sind.

Die  heirathsfähigen  Damen  des  Landes  sind
außer  dem  vorher  genannten  Schmuck  der  Frauen
nur  mit  einer  grellleuchtenden  Perlenschnur,  roth,
gelb  oder  blau,  bekleidet,  an  welcher  ein  kleines
Schamtuch,  häufig  von  rother  Farbe,  vorn  und  hinten
von  der  besagten  Rosette  ausgehend,  befestigt  ist.
        <pb n="825" />
        Kleinere  Jungen  und  Mädchen  tragen  entweder  ein
kleines  Schamtuch  oder  gehen  meistens,  wie  sic  erschaffen
  sind.  Kleine  Kinder  von  Reicheren  tragen
manchmal  auch  kleine  Perlenschnüre  um  die  Hiften.

Was  die  Ehe  anbetrifft,  so  wählt  sich  der
Jüngling  selbständig,  wenn  er  eine  Frau  ernähren
kann,  ein  Mädchen  aus  seinem  Stamme.  Gewöhnlich
  wird  es  für  ein  Entgelt,  welches  sowohl  in
Produkten  als  auch  in  anderen  Abgaben  bestehen
kann,  von  den  Eltern  erworben.  Ein  Hochzeitsschmaus
  mit  dem  üblichen  Trinkgelage  wird  auch  bei
dieser  Feier  abgehalten.  Reiche  Leute  gestatten  sich
auch  drei  bis  vier  Frauen,  was  wohl  dadurch  erklärlich
  ist,  daß  hier  die  Mutter  drei  Jahre  hindurch
das  Kind  zu  säugen  pflegt.  Der  Knabe  oder  das
Mädchen  wächst  dann  frei  bei  den  Eltern  auf  und
wird  schon  früh  im  Alter  von  9  bis  12  Jahren  zu
kleinen  Diensten  angehalten,  um  sich  dann  später
selbständig  seinen  Erwerb  zu  suchen.

Deutsch-Meu-Guinra.
Wissenschaftliche  Sammlungen

von  Professor  Dahl,  dem  Leiter  der  mit  Unterstützung
  des  Auswärtigen  Amtes  und  der  Königlichen
Akademic  der  Wissenschaften  durch  Geheimrath  Professor
  Dr.  Dohrn  in  Neapel  angelegten  Forschungsstation
  in  Ralum  ist  dem  Königlichen  Museum  für

743

 

Naturkunde  eine  Sammlung  sehr  gut  konservirter

verschicdener  Thiere  zugegangen.

Arten  Säugethiere,

Arten  Vögel,

14  Arten  Amphibien  und  Reptilien,

200  Stück  Lepidopteren,  trocken,

161  DOrthopteren,  -

190  .Hemipteren,

26  Odonaten,

136  Hymenopteren,

227  Dwteren,  trocken,  und

161  Röhrengläschen,  angefüllt  mit  Insekten
aller  Ordnungen  in  Alkohol.

Sie  enthielt:

-S

27

—

zeichnungen  Dahls  über  Vorkommen,  Fangzeit  und
Lebensweise  behufs  späterer  Bearbeitung  entsprechen.

Da  vorher  unser  Museum  von  Neupommern  noch
keine  Thiere  erhalten  hat,  und  über  die  dortige  Fauna
überhaupt  noch  sehr  wenig  Sicheres  bekannt  ist,  haben
diese  Beobachlungen  und  Sammlungen  einen  großen
wissenschaftlichen  Werth.

Außer  den  Thieren  enthielt  die  Dahlsche  Sendung
  auch  ein  Packet  getrockneter  Pflanzen,  welche
dem  Botanischen  Museum  übergeben  sind.

5.  August  auf  Guadalcouver  gelandet.

Aus  dem  Bereiche  der  Wisstonen  und
der  Kntisklaverei-Bewegung.

In  der  allgemeinen  Missionszeitschrift  schildert
Missionsinspektor  Zahn  die  Entwickelung  der  Norddeutschen
  Missionsgesellschaft.  Sie  steht  jetzt
im  fünfzigsten  Jahre  ihrer  Thätigkeit  und  zählt
1623  Gemeindeglieder  im  Missionsgebiete  Togo  und
an  der  Goldküste.  Die  Leitung  der  Gesellschaft  lag  bis
1850/(51  in  Hamburg  und  ist  dann  nach  Bremen
gekommen,  wobei  sie  ihr  Missionshaus  verlor.  Gegenwärtig
  bildet  die  Gesellschaft  ihre  Missionare  in  der
Anstalt  der  Basler  Mission  aus.  Sie  verfügt  gegenwärtig
  über  17  Missionare,  von  denen  acht  verheirathet
  sind,  und  acht  Schwestern.  Die  Zahl  der
Stationen  betrug  ursprünglich  fünf.  Zwei  sehr  ungesunde
  sind  aufgegeben  worden,  so  daß  jetzt  noch
Quitta,  Ho  und  Anmedschovhe  vorhanden  sind.
Augenblicklich  ist  die  Anlage  einer  neuen  Station  in
Lome  im  Werke,  wofür  20  000  Mark  Kosten  vorgesehen
  sind.  Die  Norddeutsche  Mission  hat  das
neue  und  den  größten  Theil  des  alten  Testaments
in  die  Eohesprache  übersetzt.  Außerdem  hat  sie  Gesang-,
  Rechen-,  Lesebücher,  Weltgeschichte  und  Anderes
in  der  Eohesprachc  hergestellt  und  giebt  jetzt  eine
Zeitschrift  darin  heraus.

Rus  fremden  Molonien.
Expedition  nach  den  Salomons-Inseln.

Auf  der  zum  britischen  Schutzgebiet  der  Salomons-=Inseln
  gehörenden  Insel  Guadalcouver  ist  im  August
d.  Is.  der  österreichische  Geologe  Baron  Fullon
v.  Norbeck  mit  mehreren  Begleitern  von  Eingeborenen
  überfallen  und  getödtet  worden.  Baron
v.  Norbeck  hatte  sich  auf  dem  österreichischen
Kriegsschiff  „Albatroß“  eingeschifft  und  war  am
Mit  ihm  befanden
  sich  Lientenant  Budik,  Seekadet  v.  Beaufort,
  20  Matrosen,  zwei  Diener  und  zwei  eingeborene
  Führer.  Die  Expedition  beabsichtigte,  einen

Berg  im  Innern  der  Insel,  „Lions  Head“,  zu  er-Alle
  Sachen  sind  mit  Nummern  versehen,  welche
zufolge  brieflicher  Mittheilungen  den  Tagebuchaufforschen.

  Dieser  wurde  am  10.  August  erreicht.  Um
den  Berg  zu  ersteigen,  theilte  sich  die  Expedition.

Baron  v.  Norbeck  mit  Lieutenant  Budik  und  sechs

Matrosen  sowie  mit  den  zwei  Dienern  begannen  den
Aufstieg.  Die  Uebrigen  blieben  am  Fuße  des  Berges.
Kurz  bevor  Baron  Norbeck  den  Gipfel  erreicht  hatte,

fielen  plötzlich  zwei  Schüsse,  welche  das  Signal  zum

Angriff  seitens  der  Eingeborenen  gaben,  die  sich  dem
Zuge  angeschlossen  hatten.  Baron  Norbeck  wurde

getödtet,  seinen  Begleitern  gelang  es,  die  Eingeborenen

in  die  Flucht  zu  schlagen  und  zu  dem  Lager  am

Juße  des  Berges  zurückzukehren.  Dieses  war  in-1



zwischen  gleichfalls  angegriffen  worden.  Hier  fielen
der  Seckadet  v.  Beaufort,  drei  Matrosen  und  ein
eingeborener  Führer.  Sechs  Matrosen  wurden  ver-
        <pb n="826" />
        —  744  —

wundet.  Lieutenant  Budik  führte  darauf  die  Expedition
  zurück.  Eine  spätere  Strafexpedition,  an
welcher  der  englische  Kommissar  der  brltischen  Salomons-Inseln
  Woodford  theilnahm,  tödtete  eine
Anzahl  Eingeborener,  doch  gelang  es  nicht,  die  Leichen
der  Ueberfallenen  zu  bergen.

Uganda-Eisenbabn.

Nach  der  „African  Review“  sind  40  Meilen  der
Eisenbahn  von  Mombas  nach  dem  Innern  zu  jetzt
fertiggestellt.  Die  Behörden  hoffen,  bis  zum  1.  Januar
100  Meilen  fertigzustellen.  Vom  1.  Januar  an  hofft
man,  monatlich  25  Meilen  bauen  zu  können.

Neuer  Solltarif  in  Britisch-Eentralafrika.

In  Britisch=  Centralafrika  ist  ein  neuer  Zolltarif
eingeführt  worden.  Danach  zahlen  Feuerwaffen,
Pulver  und  Munition  10  péEt.  Zoll  bei  der  Einfuhr.
Wein,  Ale,  Porter  und  Bier  zahlen  für  1  bis  12
Flaschen  5  pCt.;  Brandy,  Whisky,  Rum,  Gin,  Liköre
und  andere  Spirituosen  zahlen  für  die  Gallone  Proof
12  Schill.  und  für  jeden  Grad  darüber  1  Schill.
mehr.  Alle  anderen  Waaren  werden  mit  5  pCt.  vom
Werth  bei  der  Einfuhr  begzollt.

Elefantenzähne  unter  15  Pfund  zahlen  2  Schill.
Ausfuhrzoll  vom  Pfund,  Zähne  über  15  Pfund  zahlen
9  Penny  vom  Pfund.  Flußpferdzähne  und  Rhinozeroshörner
  zahlen  1  Penny  vom  Pfund,  Gold
1  Schill.  von  der  Unze  bei  der  Ausfuhr.

 

Wilder  Raffee  in  Sierra  Leone.

Das  „Bulletin  der  Royal  Gardens  Kew“  enthält
Mittheilungen  über  den  im  Innern  von  Sierra
Leone  einheimischen  wild  wachsenden  Kaffee  Collea
stenophylla.  Diese  Pflanze  ist  vor  etwa  100  Jahren
durch  Afzelius  entdeckt,  aber  erst  1834  beschrieben
worden.  Die  Pflanze  wird  bis  20  Fuß  hoch,  sie
ähnelt  dem  Liberiakaffec,  ihre  Bohnen  werden  aber
angeblich  höher  als  der  letztere  geschätzt.  Eine  französische
  Firma  soll  den  Sierra  Leonekaffee  zu  1  Frcs.
50  Cts.  für  das  Pfund  als  besten  Mocca  verkauft
haben.  Die  englische  Regierung  hat  diesen  Kaffee
jetzt  in  den  Kew  Gardens  gezüchtet  und  von  da  nach
Indien  und  anderen  Kolonien  versandt,  um  dort  mit
ihm  Versuche  anzustellen.  In  Dominika  und  Ceylon
sind  diese  nicht  geglückt.  In  Trinidad,  Jamaika  und
Singapore  scheinen  die  Pflanzen  sich  gut  entwickeln
zu  wollen.

Sambesl-  Eisenbahngesellschaft.
Durch  ein  Dekret  vom  25.  September  hat  die
portugiesische  Regierung  der  Zambesi-Eisenbahngesellschaft
  die  Konzession  zum  Bau  einer  Bahn  von

 

Quelimanc  nach  dem  Ruo  ertheilt.  Die  Gesellschaft
darf  vierprozentige  Schuldverschreibungen  bis  zum
Nominalbetrage  von  1  400  000  Pfd.  Sterl.  ausgeben,
die  innerhalb  65  Jahren  einzulösen  sind.  Die  Regierung
  überträgt  ihr  während  dieser  Zeit  die  Zolleinnahmen
  aus  dem  internationalen  Transit  für  die
durch  die  Quelimane  —  Ruobahn  beförderten  Güter.
Von  1900  ab  verspricht  die  Regierung  außerdem
nöthigenfalls  einen  Ergänzungszuschuß.  Der  Staat
erhält  10  pCt.  aller  Aktien.

Verschiedene  Wiktheilungen.

winke  für  die  Behandlung  von  Pflanzentbeilen,  die
bebufs  wissenschaftlicher  Untersuchung  aus  tvopischen
Ländern  nach  Deutschland  gesandt  werden.

Da  die  Untersuchung  der  Rohstoffe  und  Drogen
bezw.  auch  Nahrungs=  und  Genußmittel  außerordentlich
  erleichtert  wird,  wenn  man  genau  weiß,  welcher
Pflanzenart  dieselben  angehören,  so  ist  es  von  Wichtigkeit,
  daß  dem  Rohstoff,  der  Droge  2c.  Zweige
mit  Blättern  und  Blüthen  bezw.  auch  Früchten  derjenigen
  Pflanze  beigegeben  werden,  von  welcher  der
Rohstoff,  die  Droge  rc.  entnommen  werden.  Das
Konserviren  solcher  blüthen=  oder  fruchttragenden
Zweige  kann  auf  verschiedene  Weise  geschehen,  entweder
  dadurch,  daß  man  dieselben  sorgfältig  zwischen
Löschpapier  trocknet  und  preßt,  d.  h.  in  der  Weise,
wie  es  bei  der  Herstelluug  von  Herbarexemplaren
zu  geschehen  pflegt.  Diese  Methode  der  Konservirung
  ist  aber  namentlich  in  den  Tropen  schwierig
und  unsicher.  Besser  und  bequemer  erfolgt  das
Konserviren  der  qu.  Zweige  dadurch,  daß  man  dieselben
  in  ein  mit  Meerwasser  oder  mit  etwas  verdünntem
  denaturirten  Alkohol  angefülltes  Tönnchen
einlegt.  Im  Meerwasser  halten  sich  die  Pflanzentheile
  fast  noch  besser  als  im  Alkohol.  Die  Zweige
müssen  jedoch,  bevor  sie  in  die  Tönnchen  gebracht
worden,  mit  elwas  baumwollenem  oder  leinenem  Zeug
umhüllt  werden  damit  sie  während  des  Transportes
nicht  verletzt  oder  zerbrochen  werden.

Die  zu  untersuchenden  Rohstoffe  sind  in  größerer
Angahl  einzusenden,  weil  z.  B.  in  dem  Falle,  daß
eine  chemische  oder  technische  Untersuchung  sich  als
nothwendig  herausstellte,  die  Resultate  einer  solchen
sicherer  werden,  wenn  man  mit  größeren  Mengen
arbeiten  kann.“

Handelt  es  sich  um  Untersuchungen  von  Schädlingen,
  mögen  dies  nun  thierische  oder  pflanzliche
sein,  so  ist  es  am  vortheilhaftesten,  wenn  die  zu
untersuchenden  Objekte  in  der  oben  beschriebenen
Weise  in  Alkohol  eingelegt  werden.  Meerwasser  ist
in  diesem  Falle  als  Einlegemedium  nur  dann  zu
benutzen,  wenn  Alkohol  absolut  nicht  zu  haben  ist.

Bei  der  Einsendung  von  Faserstoffen  bezw.  Gespinnstfasern
  ist  außerdem  darauf  zu  achten,  daß  dieselben
  in  verschiedenen  Entwickelungsstadien  der
        <pb n="827" />
        Pflanze  von  derselben  entnommen  werden;  dasselbe
gilt  von  Drogen,  von  gerb=  und  farbstoffhaltigen
Produkten,  ja  zum  Theil  auch  von  Hölzern.  Die
verschiedenen  Resultate,  welche  mehrere  geübte  und
zuverlässige  Forscher  über  die  Güte  und  Verwendbarkeit
  eines  und  desselben  Nohstoffes  zuweilen  gefunden
  haben,  ist  in  den  meisten  Fällen  darauf
zurückzuführen,  daß  der  Untersuchung  Nohstoffe  vorgelegen
  haben,  welche  nicht  in  gleichen  Entwickelungsstadien
  der  Stammpflanze  gesammelt  wurden.  Es
sind  daher  vergleichende  Untersuchungen  über  die
Beschaffenheit  eines  und  desselben  Rohstoffes  in  verschiedenen
  Entwickelungsstadien  erforderlich.

Ueber  die  Kicherung  von  Zauhölzern  gegen  die  Angriffe
bol3zerstörender  Thiere  und  die  seewurmsicheren
Dolzarten
hat  der  der  Kaiserlichen  Botschaft  zu  Washington
beigegebene  Wasserbauinspektor  Hvech  folgenden

Bericht  erstattet:

Die  vollständige  oder  zeitweilige  Sicherheit  einzelner
  Vaumarten  vor  den  Angriffen  thierischer  Feinde,
wie  Teredones,  Limnorien  und  Termiten,  hat  in  der
Neuzeit  den  interkolonialen  Holzhandel  bemerkbar
belebt.
Besitzungen  und  der  großen  Handelsflotte,  Geldmacht
und  Geschäftskunde  des  Mutterlandes  spielt  er  sich
größtentheils  innerhalb  englischer  Gebiete  ab.  Aber
auch  für  die  jungen  deutschen  Kolonien  haben  die
einschlägigen  Fragen  bereits  Bedeutung  gewonnen.

Soweit  mir  die  Erfahrungen  mit  Holzarten,
welche  thierischen  Angriffen  widerstehen,  bekannt  geworden
  sind,  giebt  es  verschiedene  Bäume,  deren
Wahl  in  den  Kolonien,  auch  wenn  sie  über  See
bezogen  werden  müssen,  billiger  und  zweckmäßiger
erscheint  als  die  Anwendung  von  Schuhzmitteln,
welche  nur  eine  entwickelte  Industrie  zuverlässig
liefern  kann.

Wegen  der  großen  Verbreitung  der  englischen

745

 

Der  folgenden  Zusammenstellung  bemerkenswerther
Baumarten  habe  ich  eine  kurze  Beschreibung  der

wichtigsten  Holzfeinde  vorangestellt  und  eine  Reihe
Bauhölzer  hinzugefügt.

Teredonen.

Die  jungen  Seewürmer  schwärmen  in  unzähligen
Mengen  im  klaren  Seewasser.  Nach  den  Beobachtungen
  des  Holländers  Kater  setzt  sich  der  junge
Teredo  gegen  Ende  Juni  auf  den  Hölzern  fest  und
ist  bis  Mitte  Juli  voll  entwickelt.  Zunächst  bohrt
er  ein  Loch  von  ¼  bis  ½  mm  Weite  durch  die
Außenschicht  des  Holzes  und  wendet  sich  dann  nach
der  Faserrichtung.  Stets  wachsend,  bohrt  der  Teredo
die  neuen  Theile  seiner  Höhle  weiter  und  weiter,
kleidet  seine  Zelle  mit  einer  kalkigen  Kruste  aus,
vermeidet  aber,  wieder  die  Außenhaut  und  die
Zwischenwände  zu  durchbrechen.

Der  Teredo  erstreckt  sein  Arbeitsfeld,  das  er  eng
mit  5  mm  weiten  und  40  cm  langen  Zellen  durchsetzt,
  abwärts  bis  zum  Seegrunde  und  aufwärts  bis
zu  halber  Fluthhöhe.  Er  verlangt  also  nicht  dauernd
neues  Wasser  und  wurde  in  Port  Darwin,  Nordaustralien,
  nach  zwei  Monaten  im  Holz,  das  an  der
Luft  gelegen  hatte,  noch  lebend  vorgefunden.  Innerhalb
  von  Schiffsböden  haben  Teredonen  14  Tage
in  süßem  Wasser  ausgehalten;  sie  starben  innerhalb
eines  Tages  nach  Umschließung  des  Pfahles  mittelst
Röhren,  vielleicht  an  dem  dabei  aufgerührten
Schlamme.

Verunreinigung  des  Scewassers  vertreibt  den
Teredo.  Steinkisten  und  Bohlwerke  an  städtischen
Ufern  bleiben  häufig  verschont,  wenn  die  Ausbauten
zernagt  werden.  Seit  in  New-Dork  die  Abwässerkanäle
  bis  gegen  das  Ende  der  Landebrücken  verlängert
  sind,  haben  die  Seewurmschäden  im  Hasen
bemerkbar  abgenommen.

Limnorien.

Die  Länge  des  Thieres  ist  etwa  3  mm,  seine
Löcher  sind  1  bis  1½  mm  weit  und  10  bis  15  mm
tief.  Sie  sind  in  die  Hölzer  so  nahe  aneinander
gebohrt  oder  vielmehr  gefressen,  daß  die  dünnen
Wände  dazwischen  bald  verfallen  und  weggewaschen
werden.  So  wird  das  Holz  in  Lagen  von  etwa
1½  cim  jährlich  von  außen  her  abgenagt.

Im  Gegensatze  zu  den  Teredonen  benutzen  die
Limnorien  das  Holz  zur  Ernährung;  sie  fressen  das
weiche  Holz  weg  und  umgehen  zunächst  die  härteren
Theile  an  den  Aesten.

Schlammiges  Wasser  vertreibt  auch  diese  Schädlinge,
  doch  sind  sie  bei  Weitem  nicht  so  empfindlich
gegen  Trübung  des  Wassers  wie  die  Teredonen.

In  der  Fundybucht  findet  man  die  Limnorien
allgemein,  nur  die  Nähe  der  Schlickbänke  an  den
oberen  Enden  einiger  Buchten  ausgenommen.  Auch
ziehen  sie  sich  aus  der  Nähe  der  Abwässerausflüsse
im  Hasen  von  Halifax  zurück.

Entdeckt  wurde  die  Limnoria  terebrans  1811
von  Robert  Stephenson  im  Holzwerk  des  Bell

NRockbuchtthurmes  in  Schottland.
von  Erfahrungen  mit  Schutzmitteln  gewöhnlicher

 

Als  eine  Verwandte  der  Limnoria  ist  die
Chelura  terebraus  zu  erwähnen.  Sie  wurde  nach
dem  Archiv  für  Naturgeschichte  1839  von  Dr.
Philippi  bei  Triest  in  einem  Brette,  das  auf  dem
Meere  schwamm,  entdeckt.  Das  Thierchen  ist  8  mm
lang,  hat  14  Füße  wie  die  Limnoria  und  eine  große
Zange.  Die  etwas  schlanker  gebaute  Chelura  ist
insofern  gefährlicher,  als  sie  zusammengesetzte  Holzkonstruktionen
  von  den  Verbindungsstellen  her  angreift.


Termiten.
In  den  Tropenländern  bilden  die  sogenannten
weißen  Ameisen,  Termiten,  eine  besondere  Landplage.
Die  weißen  Ameisen  legen  Tunnelwege  und
bedeckte  Galerien  mit  Vermeidung  von  Licht  an  und
        <pb n="828" />
        —  746  —

zerstören  von  einem  verborgenen  Eingange  aus  das
ganze  Innere  von  lebenden  und  gefällten  Bäumen,
Holzwänden,  Möbeln,  Büchern  2c.  Nur  eine  dünne
Schale  wird  ohne  Anzeichen  der  Minirarbeit  stehen
gelassen,  und  der  Einbruch  tritt  unerwartet  ein.

Der  beste  Schutz  von  Bauhölzern  gegen  Termiten
  besteht  in  einer  luftigen  und  lichtzulassenden
Anordnung,  z.  B.  Aufstellung  kleiner  Holzhäuser  auf
einzelnen  Steinpseilern,  vielleicht  noch  mit  einer
Zwischenlage  von  überstehendem  Metallblech.  Anstriche
  haben  nichts  gefruchtet,  da  doch  wohl  stets
einzelne  Punkte  frei  bleiben  oder  abgerieben  werden,
von  wo  aus  die  organisirten  Arbeitermassen  ihr
Werk  beginnen.  Auch  Karbolineum  hat  sich  in
Nordaustralien,  einer  sehr  gefährdeten  Gegend,
nicht  bewährt.

Von  Versuchen  mit  geeigneten  Holzarten,  dic  mit
Steinkohlenkreosot  gut  durchtränkt  sind  und  auch  im
Termitengebicte  ähnlich  gut  wie  im  Seewasser
thierischen  Angriffen  widerstehen  mögen,  ist  mir
nichts  bekannt  geworden.

Termitensichere  Baumarten.

Der  Terpentinbaum,  Syncarpia  laurifolia,  von
Ostaustralien  soll  den  Angriffen  der  weißen  Ameisen
nicht  ausgesetzt  sein,  während  Nothmahagoni,  Euca--Uptus
  resinilera,  nur  zeitweilig  verschont  wird,  solange
  nämlich  die  klugen  Termiten  bessere  Speise
haben.  Dies  legt  das  Gelingen  von  Versuchen  mit
sogenannten  Fangpflanzen  nahe.

In  Nordaustralien  ist  die  Cypressenkieser  und
auch  ein  örtliches  Ironbark,  nicht  die  berühmte
Encalyptusart  gleichen  Namens,  termitensicher;  letzteres
  ist  aber  kein  gutes  Bauholz,  nur  zu  Zäunen
verwendbar.  Aehnliches  gilt  von  Encalyptus
corymbosa,  Blutholz,  welches  auch  in  der  Erde
längere  Zeit  den  Termiten  widersteht.

Jarrah,  Eucalyptus  marginata,  die  wichtigste
Holzart  Westaustrauliens,  ist  nach  Freiherrn  Ferdinand
v.  Müller  in  Melbourne  sicher  vor  den  Angriffen
der  Chelura,  des  Teredo  und  der  Termiten.  In
seiner  Heimath  hat  sich  Jarrah  als  Vahnschwellen
gegen  Termiten  bewährt,  nicht  aber  in  Nordaustralien
  bei  Port  Darwin.  Dies  mag  auf  zweierlei
Weise  sich  erklären  lassen.  Entweder  kann  eine
Verwechselung  mit  dem  Karri  benachbarter  Forsten
stattgefunden  haben,  oder  das  sehr  trockene  Klima
Nordaustraliens  zieht  einen  den  Termiten  schädlichen
Safttheil  schneller  aus.  Die  Luftfeuchtigkeit  nimmt
nämlich  in  Westaustralien,  dessen  Angaben  bloß  zu
erlangen  waren,  stark  von  Süden  nach  Norden  ab.
Sie  beträgt  durchschnittlich  in

Albany  70  PCt.,

Fremantle  63  pCt.,
Cornarvon  44  PCt.,
Wyndham  35  PCt.

Eine  Abnahme  der  Widerstandsfähigkeit  einer
Holzart  mag  infolge  der  Verdunstung  eines  flüchtigen
Oeles,  das  die  Termiten  vom  frischen  Holze  abhält,

 

häufig  eintreten.  Beim  kalifornischen  Reedwood,
Sequoia  sempervirens,  kann  man  z.  B.  einen
solchen  Vorgang  annehmen.  Die  Termiten  zeigen
sich  in  seinen  Baumstümpfen  erst  nach  20  Jahren.
Das  Rothholz  wird  jeßtzt  stark  nach  Australien
ausgeführt  und  scheint  neben  seinen  anderen  guten
Eigenschaften  auch  den  Ruf  zu  verdienen,  viele  Jahre
vor  der  Zerstörung  durch  Termiten  sicher  zu  sein  —
wenn  die  australischen  nicht  schlimmer  als  die  kalifornischen
  weißen  Ameisen  sind.

Die  Kiefern  von  Oregon,  die  ebenfalls  stark  über
den  Stillen  Ocean  verschifft  werden,  sind  nicht
termitensicher.  Da  man  sie  wegen  dieses  vermeintlichen
  Vorzuges  nach  einer  deutschen  Kolonie  beziehen
wollte,  sei  der  Mangel  desselben  neben  ihrer  sonstigen
Güte  hier  besonders  betont.

Billian,  ein  Eisenholz  von  Nordborneo,  hat  sich
ziemlich  widerstandsfähig  gegen  Termiten  gezeigt.
Ferner  auch  Kajoe  Bessi.  Errthroylon.

Auf  Java  ist  noch  das  Tattiholz,  einc  Art  Teakeiche,
  ausschließlich  zu  Bahnschwellen  benuhzt  und
wird  nicht  von  Termiten  zerstört.

Der  rothe  Gumbaum  Südanstraliens,  Euca-Iptus
  rostrata,  hat  nach  F.  v.  Müller  die
nächste  Stelle  hinter  Jarrah,  während  das  feste  und
harte  Ironbark  den  Schädlingen  nicht  besonders  gur
widersteht.

Betreffs  Nordaustraliens  sagt  Wm.  James,  daß
nur  die  Cypressenkiefer  ein  gutes  Bauholz  ist,  welches
zugleich  den  Teredonen  und  Termiten  widersteht,
obwohl  letztere  den  Splint  wegfressen.  Cypreßpine,
deren  botanischen  Namen  ich  nicht  feststellen  konnte,
ist  in  Neufüdwales  30  Jahre  lang  unversehrt  geblieben,
  nur  das  Sastholz  ist  angegriffen  worden.
Von  den  vier  Spielarten  empfiehlt  de  Coque  aber
nur  die  weiße,  rothe  und  gelbe  Cypressenkiefer.

In  Deutschostafrika  sind  die  Mangroven  am
Rufijiflusse  termitensicher  befunden  worden.

Teredosichere  Baumarten.

Eine  große  Klasse  der  Tropenbäume  ist  vollständig
  sicher  vor  den  Angriffen  der  Teredonen  und
Limnorien:  es  sind  dies  die  Palmen.

Auf  Cuba  wird  die  schöne  Kömgspalme  zu  Scebauten
  verwendet,  und  die  Kokospalme  ist  ihr  wegen
größerer  Festigkeit  noch  vorzuziehen.  Letztere  wächst
auch  in  mehreren  deutschen  Kolonien.

In  Vera  Cruz  sah  ich  alte  Landebrücken  auf
Palmenpfählen  erbant,  konnte  aber  deren  Art  nicht
erfahren.  Auch  in  den  südlichen  Vereinsstaaten,  besonders
  in  Florida,  wächst  eine  teredosichere  Palme,
die  Kohlpalme,  Sabal  palmetto,  einfach  Palmetto
genannt.  Ihre  Stämme  werden,  weil  ihre  Festigkeit
gering  ist,  meistens  zu  Steinkisten  in  den  südlichen
Häfen  verwendet.

Das  Palmenholz  wird  aus  einem  Bündel  von
etwa  ½  mm  dicken  Holzfasern  in  einer  weichen
Masse  gebildet.  Man  fertigt  Palmenbürsten,  indem
man  aus  5  cim  dicken  Scheiben  des  Stammes  die
        <pb n="829" />
        Füllmasse  in  halber  Höhe  herauskratzt;  die  harten

Fasern  dieser  Hälfte  stehen  dann  wie  die  Borsten
einer  Bürste  aus  der  Grundplatte  hervor.

747  .  —

Encalyptus,  Lencoxylon,  das  Ironbark  von
Neusüdwales,  Victoria  und  Südaustralien  ist  das

Diese  stärkste  Holz;  seine  Festigkeit  ist  etwa  die  Hälfte  von

Struktur  der  Palmenstämme,  so  scheint  es  mir,  und  der  des  Eisens  auf  Zug  und  ein  Viertel  auf  Druck.

nicht  die  kieselige  Oberhaut  der  Ninde,  verhindert
die  Ansiedelung  der  Teredonen,  welche  keinen  Platz.
für  ihre  Wohnhöhlen  finden.

Die  Kokospalme  in  Mexiko  ist  vor  den  Angriffen
der  Teredonen  und  Limnorien  sicher.

und  Jaba  dieselbe  Eigenschaft  erwiesen  haben.

Noch  eine  zweite  Baumart  der  Tropen,  die
Mangrove,  muß  hier  besprochen  werden.  Sie  wächst
im  flachen  Wasser  an  den  Küsten  Mittel=  und  Südamerikas,
  Afrikas  und  vieler  Inseln  im  Stillen
Occan.  Da  der  Fuß  des  Baumes  von  Seewasser
umspült  wird,  darf  man  annehmen,  daß  das  Holz
mindestens  eine  Reihe  von  Jahren,  bis  etwa  ein
giftiger  Saft  ausgelaugt  wäre,  von  den  Seewürmern
verschont  werden  wird.

Im  Hasen  von  Tanga  hat  der  Bauleiter  der
Usambara-Eisenbahn  Mangroven  eingebaut,  welche
aus  den  überschwemmten  Theilen  des  dortigen  Fluthgebiets
  mit  4,5  chm  Fluthhöhe  entnommen  waren.
In  Jamaika  ist  nur  die  schwarze  Mangrove,  welche
auch  dort  im  Fluthwasser  wächst,  teredosicher  befunden
  worden,  nicht  aber  eine  zweite  Art,  dahinter
auf  höherem  Gelände  wachsend.

In  Port  Darwin  mit  den,  soweit  bekannt,  ge-Zu

  Eisenbahnbrücken  in  Australien  und  Neuseeland

wird  es  mit  Vorliebe  verwendet,  ist  aber  trotz  seiner
grosßen  Härte  nicht  sehr  widerstandsfähig  gegen  die

Ferner  wird  "
erwähnt,  daß  die  mexikanischen  Bäume  Palopricto

thierischen  Holzfeinde.  Im  Hafen  von  Wellington
auf  Neuseeland  hatten  Teredonen  die  Ironbarkpfähle
in  zwei  Jahren  5  mm  tief  angefressen.  Die  neueren
hat  man  bekupfert  und  gleiche  in  Bluffhafen,  ebenfalls
  in  Neusecland,  mit  Bronze  plattirt.
Eucalyptus  globulus,  der  blaue  Gumbaum
von  Victoria  und  Tasmanien,  ist  ausgezeichnet  durch
schnelles  Wachsthum;  in  Florida  eingeführt,  wuchs
er  40  Fuß  in  vier  Jahren.  Bei  Johannisburg  in
Transvaal  wird  er  nach  sechs  Jahren  schon  zur
Auszimmerung  der  Goldbergwerke  verwendbar.  Es
scheint  für  Deutsch=  Südwestafrika  zweckmäßig  zu  sein,
aus  Australien  das  planmäßige  Brunnenbohren  und
die  besseren  Eucalyptusbäume  zu  übernehmen.  Letztere
würden  nach  wenigen  Jahren  Windschutz  für  Ansiedelungen,
  Biehhöse  und  Gärten  bieten.
Encalyptus  marginata,  Jarrah=  oder  Mahagonibaum
  Westaustraliens  ist  der  wichtigste  Vertreter
der  Gattung.  Der  Vorrath  erscheint  zunächst  unerschöpflich;
  der  Preis  des  Jarrah  stellt  sich  auf

rund  50  Mark  pro  Kubikmeter  und  die  Fracht  nach

fräßigsten  Teredonen  hat  sich  die  Mangrove  Tring

unter  vier  Holzarten  von  Celebes  am  besten  gegen
den  Seewurm  gehalten,  und  auch  besser  als  Jarrah
und  Karri  von  Westaustralien.

Letztere  beiden  sind  die  schönsten  Vertreter  der
Karri,  Eucalyptus  diversicolor,  bis  300  Fuß

Encalyptusgattung,  von  der  F.  v.  Müller  53  Arten
beschreibt.  Die  Eucalyptusbäume  beherrschen  die
australischen  Forsten  ausschließlich,  sind  aber

auch  wegen  ihres  schnellen  Wachsthums  als  vermeintliche

  Fiebervertreiber
verpflanzt  worden;  auch

nach

nach  Südeuropa.

allen  Erdtheilen
Sie

nehmen  viel  Wasser  aus  dem  Grunde  auf,  gedeihen
aber  auch  auf  trockenem  Boden;  das  Grundwasser
sumpfiger  Gelände  wird  durch  diese  Bäume  hindurch

rasch  in  die  Luft  verdunstet.

Für  Bauzwecke  haben  die  „Gumbäume“  den

Nachtheil,  daß  ihr  Holz  sehr  hart  ist  und  sich  start

wirft,  und  beim  Trocknen  oft  der  Kern  vom  Splint

sich  loslöst.
stärkeren  Schwinden
zeigen  ein  Verwerfen,
Holzarten  entgegengesetzt  ist;  der  Wassergehalt  des
Holzes  geht  zuweilen  über  50  pCt.  hinaus.

Die  australische  Einfuhr  von  Rothholz  aus  Kalifornien
  und  von  Kiefern  aus  Kanada,  Oregon  und
Norwegen  ist  durch  die  Mängel  des  Encalyptusholzes
  als  Bauholz  hervorgerufen.  Dasselbe  wird
nunmehr  stark  zu  Holzpflasterungen  ausgeführt,  nachdem
  in  den  Straßen  von  Sydney  und  Melbourne
vorzügliche  Erfahrungen  gemacht  sind.

Dieser  Vorgang  erklärt  sich  aus  dem
des  nassen  Kerns;  Bretter

welches  dem  der  anderen

London  auf  25  Mark  pro  Kubikmeter.  In  Engineering
  News  vom  4.  Januar  1894  sind  mehrere
günstig  lautende  Mittheilungen  über  Jarrah  und
Ironbark  gemacht  worden.

In  der  Nähe  der  großen  Jarrahforsten  Westaustraliens
  wächst  auf  niedrigeren  Gründen  das

Höhe  in  zweiglosen  Stämmen.  Dieses  vortreffliche
Holz  ist  leider  nicht  so  widerstandsfähig  gegen  die
Schädlinge  wie  Jarrah,  sieht  aber  diesem  so  ähnlich,
  daß  nur  im  Walde  die  Unterscheidung  möglich
ist.  Die  schlechten  Erfahrungen  mit  Jarrah  in
Colombo  auf  Ceylon,  Dunedin  auf  Neuseeland  und
Port  Darwin  in  Nordaustralien,  wo  die  Jarrahpfähle
  mit  Muntzmetall  umkleidet  werden  mußten,
mögen  auf  das  Kerbholz  von  untergeschobenem  oder
untergelaufenem  Karri  wenigstens  zum  Theil  zu
schreiben  sein.

Nach  Ferd.  v.  Müller:  Ausgewählte  Pflanzen
außerhalb  der  Tropen,  1891,  haben  die  Jarrahpfähle
  einer  Landebrücke  im  Hafen  von  Fremantle
in  Westanstralien  30  Jahre  lang  den  dort  schlimmen
Teredonen  vollständig  widerstanden;  in  Williamstown.
bei  Melbourne  soll  Jarrah  sogar  54  Jahre  lang
verschont  geblieben  sein.  Im  Hasen  von  Adelaide
sah  ich  im  vorigen  Jahre  eine  32  Jahre  alte  Landebrücke,
  deren  Jarrahpfähle  unbeschädigt  waren.
Einige  10  cmm  tief  angefressene  Pfähle  einer  zweiten
Brücke  wurden  als  Karri  bezeichnet,  doch  auch  an
der  Jarrahbrücke  sah  ich  eine  Stelle  1  cm  tief  zernagt.
  Pfähle  aus  ungenannten  Arten  von  Euca-
        <pb n="830" />
        lyptus  und  Ceder  haben  in  San  Francisco  günstige
Ergebnisse  geliefert.

Ebenfalls  einander  widersprechende  Erfahrungen
sind  mit  dem  Terpentinbaume  von  Neusüdwales  gemacht
  worden.  Es  liegt  unter  der  Rinde  eine  harzreiche
  Bastschicht,  welche  die  Teredonen  abhält.
Sobald  die  Rinde  abgestoßen  wird,  fällt  auch  die
Schutschicht  weg.

In  Neuseeland  hat  man  mit  der  vortrefflichen
Kaurikiefer,  Dammara  Australis,  bald  schlechte  Erfahrungen
  im  Seewasser  gemacht.  Auch  die  in
Auckland  angewendete  Kupferung  wurde  beschädigt
und  ließ  dann  den  Teredo  durch.  Dahingegen  hat
sich  dort  ein  zweites  einheimisches  Holz,  Totara,
bewährt;  es  war  schon  von  den  Maoris  zu  Pallisaden
  und  den  großen  Kriegskanves  verwendet  worden.
Totara  ist  im  Hafen  von  Auckland  jetzt  ausschließlich
zu  Pfählen  benutzt  und  wird  nur  im  Splint  von
den  Teredonen  angefressen.  In  Wellington  sah  ich
1  mm  dicke  Teredonen  in  22  Jahren  nur  5  mm
tief  an  den  Ecken  kantiger  Pfähle  eingedrungen.
Troß  solchen  guten  Ergebnisses  sind  bei  den  dortigen
neuen  Anlagen,  die  besonders  solid  und  für  ein
neucs  Land  geradezu  luxuriös  durchgeführt  wurden,
die  Totara=  wie  die  Ironbarkpfähle  gekupfert  worden.
Dies  soll  die  Kosten  eines  Pfahles  angeblich  um
25  pCt.  gesteigert  haben.

In  Bluffhafen,  an  der  Südspitze  Neuseelands,
siellt  man  das  in  der  Nähe  wachsende  Miro,  die
schwarze  Bastardkieser,  Podocarpus  lerruginea,
noch  über  Totara.  Bei  Invercargill,  der  nächsten
Stadt,  sah  ich  eine  30  Jahre  alte  Landebrücke  auf
Miropfählen,  die  keine  Beschädigungen  zeigten.  Die
15  bis  18  Zoll  dicken  Rundpfähle  kosten  dort
1,5  Mark  für  jeden  Fuß  Länge.

Den  Limnorien  soll  Teakholz  widerstehen.  Diese
Eigenschaft  der  vortrefflichen  Tectona  grandis  Südasiens,
  die  wegen  des  geringen  Schwindens  vom
Schiffbauer  hoch  geschätzt  wird,  ist  auch  von  Gr.
Smith  berichtet  worden;  derselbe  fügt  aber  noch
Beefwood  und  Greenheart  hinzu.  Er  stützt  sich  auf
Erfahrungen  von  Robert  Stephenson;  er  erklärt
Teakholz  zu  kostspielig  für  Seebauten  und  Beefholz
zu  rar,  so  daß  für  den  Bauingenieur  nur  Greenheart
in  Betracht  kommt.

Die  letztere  Holzart,  Colubrina  lerruginosa,
vom  Demeraraflusse  in  Britisch-Guayana  wird  seit
langem  von  englischen  Ingenieuren  zu  den  Thoren
von  Seeschleusen  verwendet.  In  Liverpool,  mit

748

 

starker  Limnoriapest,  wurde  das  alte  Greenheartholz
  eines  38  Jahre  alten  Schleusenthores  bei  einem
Umbau  wieder  verwendet.  Früher  hatte  man  in
Liverpool  Schleusenthore  aus  Eichenholz  mit  Nägeln
bedeckt;  die  Limnorien  drangen  aber  in  den  Fugen
ein,  die  sich  infolge  der  Bewegungen  öffneten.  Auch  1
15.  +  18  oll  starke  Pfähle  aus  Greenheart  sah
ich  bei  den  neuen  Hasenbauten  in  Southampton

Zu  den  Thoren  des  Manchester-Seckanals  hat  das
Greenheartholz  90  Mark  pro  Kubikmeter  gekostet.

Die  Bearbeitung  des  sehr  harten  Holzes  ist  aber
kostspielig.

Begreifliches  Aufsehen  hat  es  erregt,  daß  nach  den
Verhandlungen  des  Instituts  der  Civilingenicurc  in
London,  Jahrg.  1889,  Pfähle  aus  Greenheart  in
Port  Elizabeth,  Südafrika,  angefressen  worden  sind.
Am  hötlzernen  Kopfende  einer  eisernen  Landebrücke
fanden  sich  nach  zehn  Jahren  die  wagerechten  Hölzer
einen  Zoll  tief  angenagt;  bei  den  Pfählen  waren  die
Angriffe  noch  schwächer.  Mindestens  ist  nun  der
unbedingte  Glaube  an  Greenheart  erschüttert  worden.

Ganz  zerstört  wurde  in  Port  Eligabeth  der  Ruf
des  einheimischen  Sneezewood;  es  wurde  ein  Opfer
der  Chelura  terebrans,  die  dort  die  Limnoria  ersfolgreich
  vertritt.

Wenn  alle  teredosicheren  Holzarten,  mit  Ausnahme
  der  Palmen,  einzelne  ungünstige  Erfahrungen
geliesert  haben,  so  läßt  sich  dies  vielleicht  aus  der
früheren  oder  späteren  Auslaugung  eines  giftigen
Sasttheiles  erklären.  Hält  dieser  länger  vor,  als
die  Fäulnißpilze  zur  Zerstörung  des  Fasergewebes
brauchen,  so  hat  das  betreffende  Holz  einen  Anspruch
darauf,  teredosicher  genannt  zu  werden.

Schutzmittel  gegen  Seewürmer.

Eine  gründliche  Berücksichtigung  der  Gefahren,
welchen  Bauhölzer  im  Seewasser  ausgesetzt  sind,  besteht
  in  der  Wahl  von  Stein  und  Eisen  für  Seebauten;
  ähnlich  wie  die  eisernen  Telegraphenstangen
in  Australien  die  Termitengefahr  beseitigen.

In  neuen  Ländern,  wo  die  Baugelder  in  der
Regel  beschränkt  und  geschickte  Handwerker  rar  sind,
wird  man  vorzugsweise  Holzbauten  ausführen.  Vielfach
  wird  auch  eine  Verbindung  von  Eisen  mit  Holz
zweckmäßig  sein.

In  Nova  Scotia,  Canada,  werden  Brückenpfeiler
aus  Pfahlbündeln  gebildet,  die  zur  Sicherung  gegen
Seewürmer  mit  Blechcylindern  umhüllt  und  darin
mit  magerem  Beton  umschüttet  werden.

Die  Leuchthausverwaltung  der  Vereinigten  Staaten
hat  mehrmals  gußeiserne  Säulen  mit  unten  offenen
Verlängerungen  so  über  hölzerne  Grundpfähle  gestülpt,
daß  der  untere  Rand  in  den  Grund  reicht  und  den
Seewürmern  der  Zutritt  zum  Holzpfahle  abgeschnitten
  ist.

In  Salonichi  am  Mittelmeer  hat  man  Eisenbahnschienen
  auf  Holzpfähle  aufgepfropft  und  diese  in  den
Grund  getrieben.

Bewegliche  Holzkonstruktionen  lassen  sich  bis  zu
einem  bestimmten  Grade  gegen  Teredonen  durch  die
Berücksichtigung  der  Brutzeit  schützen.  Werden  hölzerne
  Bojen  elwa  einen  Monat  nach  der  Schwärmzeit
  der  Teredonen  ausgewechselt,  so  sind  die  aufgenommenen
  erst  wenig  beschädigt  und  die  ausgelegten
werden  nicht  mehr  angegriffen.  Holzstege  in  Secbädern,
  die  nur  während  der  kurzen  Badezeit  aufgestellt
  sind,  leiden  wenig,  trotzdem  warmes  Wasser
die  Gefräßigkeit  der  Seewürmer  vergrößert;  die
        <pb n="831" />
        —  149

Aufrichtung  fällt  nämlich  in  eine  Zeit,  wenn  die
jungen  Teredonen  sich  schon  angesiedelt  haben.

Neuerdings  wird  am  Stillen  Ocean  Paraffin,
dort  Maltha  genannt  und  aus  dem  Asphalt  Südkaliforniens
  gewonnen,  gegen  die  Teredonen  in  dickem
Anstrich  verwendet.  Ueber  diesen  zähen  Mantel  wird
eine  Hülle  aus  getheertem  Segeltuch  mit  gekupferten
Nägeln  befestigt,  und  dann  werden  flache  Holzstäbe
aufgenagelt,  damit  der  Ueberzug  beim  Einrammen
nicht  beschädigt  wird.  Die  so  behandelten  Pfähle
haben  sich  seit  acht  Jahren  gut  gehalten,  wo  Teredonen
  und  Limnorien  ungeschützte  Hölzer  in  einem
halben  Jahre  vernichten.

Im  Pugetsunde  am  Stillen  Ocean  werden  Pfähle
innerhalb  18  Monaten  von  den  Teredonen  weggefressen.
  Die  nördliche  Pacificeisenbahn  wickelt  mit
gutem  Erfolge  die  Pfähle  in  grobes  Segeltuch  (Burlap)
ein,  welches  mit  heißem  Kohlentheerdachpech  (75pCt.)
und  Kiefernpech  (25  pCt.)  getränkt  ist.  Das  Kiefernbech
  soll  die  Tunke  härter  und  im  Seewasser  weniger
löslich  machen.  Die  Hülle  wird  nur  besandet,  Nagelung
  und  Deckung  mittelst  Holzleisten  werden  weggelassen,
  auch  wenn  die  Pfählc  in  Steinschüttung
einzutreiben  sind.

Die  Pfähle  kosten  3  Cents  per  laufenden  Fuß,
der  beschriebene  Schutz  13  Cents  auf  den  Juß  gefährdeter
  Länge;  Kreosotiren  würde  aber  25  Cents
per  Fuß  der  ganzen  Pfahllänge  erfordern.

Im  Goldenen  Thore  bei  San  Francisco  sind  die
Außenseiten  der  Steinkisten  aus  Oregonfichte  an  der
bundesstaatlichen  Werft  glatt  bearbeitet,  getheert  und
dann  mit  Dachfilz  überzogen  worden.  Zum  Schute
gegen  Beschädigungen  durch  Anstoßen  sind  Redwoodbretter
  übergenagelt  worden.

Die  Rinde  der  Bäume  bildet,  solange  sie  unversehrt
  ist,  einen  Schutz  der  Hölzer;  beim  Terpentinbaume
  ist  derselbe  besonders  wirksam.  Auch  sonst  ist
gefunden  worden,  daß  Pfähle  mit  gesunder  Rinde
einige  Jahre  länger  Stand  halten  als  geschälte.

Der  am  läungsten  bewährte  Schutz  von  Pfählen
im  Seewasser  besteht  in  einer  künstlichen  Rinde  oder
aus  einem  Panzer  aus  Nägeln.  Besonders  in  Holland
und  England  sind  die  kurzen  schmiedeeisernen  Nägel
mit  breiten  rechteckigen  Köpfen  früher  ausschließlich
zum  Schutze  von  Holz  in  Seebauten  verwendet
worden.  Die  Benagelung  soll  aber  schon  den  Römern
bekannt  gewesen  sein.  Die  engen  Fugen  zwischen  den
alle  Holzflächen  deckenden  Nägelköpfen  werden  durch
den  Eisenrost  der  letzteren  geschützt.  Das  Rosten  der
Nägel  kann  durch  vorangehenden  Anstrich  des  Psahls
mit  Schwefel=  oder  Salpetersäure  befördert  werden.

Theurer,  aber  besser  als  die  nicht  immer  lückenlose
  Nägeldecke  ist  eine  Umhüllung  der  Hölzer  mit
Kupferblech,  das  mit  Kupfernägeln  befestigt  wird.
Mehrfach  wird  billigeres  Bronzeblech  verwendet,
z.  B.  in  Honolulu  auf  Hawaii  und  in  Bluffhafen
auf  Neuseeland.  Zinnblech  wird  bald  im  Seewasser
zersetzt.  Auch  auf  die  Kupferung  der  Holzschiffe  sei
hingewiesen.

 

Die  gründlichste  Behandlung  von  Bauhölzern  zum
Widerstande  gegen  ihre  thierischen  Feindc  ist  das
Imprägniren,  weil  dann  auch  durch  äußere  Verletzungen
  keine  Angriffsstelle  freigelegt  wird.  Viele
Metallsalze,  die  sich  für  das  Präserviren  von  Hölzern
auf  dem  Lande  durchgus  bewährt  haben,  sind  im
Seewasser  nutzlos,  da  sie  bald  ausgelangt  werden.
Sie  werden  als  wässerige  Lösungen  in  das  Holz
eingeführt  und  sind  natürlich  im  Seewasser  weiterer
Verdünnung  unterworfen.  Jedoch  das  Imprägniren
mit  Steinkohlenkreosot  hat  sich  als  ein  werthvolles
Schutzmittel  der  Hölzer  für  Seebauten  erwiesen.
Viele  Fehlschläge  sind  allerdings  in  den  Vereinigten
Staaten  vorgekommen,  weil  man  vor  dem  Kreosotiren
den  Holzsaft  nicht  gehörig  ausgetrieben  oder  schlechtes
Kreosot  verwendet  hatte.

An  der  Westküste  hatten  srüherc  Imprägnirungen
oder  die  vorhergegangene  Trocknung  die  Wirkung,
daß  der  Kern  sich  vom  Splinte  löste  u.  s.  f.,  und
beim  Rammen  eine  Umwickelung  der  Pfähle  mit
Draht  erforderlich  wurde.  Manche  Mißerfolge  sind
eingetreten,  weil  man  ungceignete  oder  schwer  zu
behandelnde  Holzarten  imprägnirt  hat.  So  versagten
einmal  in  Holland  kreosotirte  Eichen  bei  englischen
Versuchen,  weil  das  Holz  nicht  vollkommen  durchtränkt
war.  Allgemein  eignen  sich  harte  Hölzer  schlecht  zur
Imprägnirung.  Dic  harten  eingeborenen  Hötzer
Australiens  werden  nicht  imprägnirt  und  sogar  nur
unter  großen  Schwierigkeiten  getrocknet.  In  den
Vereinigten  Staaten  ist  sogar  die  Tannc,  Sprucc,
schwierig  zu  behandeln.  Der  werthvollste  Baum  der
Vereinigten  Staaten,  die  gelbe  Kiefer  von  Georgien,
ist  zugleich  das  beste  Holz  zum  Kreosotiren.  Weil
das  amerikanische  Holz  wenig  vorgetrocknet  zu  den
Anstalten  kommt,  dauert  die  Vorbereitungsarbeit  der
Sastentfernung  längere  Zeit.

Amerika  hat  mit  seinen  zahlreichen  Versuchen
wenige  Erfolge  erzielt.  Als  das  zweckmäßigste  Schutzmittel
  gegen  Seewürmer  ist  aber  wiederholt  das
Imprägniren  des  Holzes  mit  gutem  Steinkohlentheerkreosot
  bestätigt  worden.

Expedition  Hrofessor  Elliots.

Der  Leiter  des  Field  Columbian  Museums  der
Chicagoer  Ausstellung  und  sein  Assistent  Akeby
haben  eine  Reise  durchs  nördliche  Somaliland  im
Frühjahr  und  Sommer  dieses  Jahres  ausgeführt,  um
dort  zoologische  Sammlungen  anzustellen.  Die  Reisenden
  haben  Ende  April  von  Berbera  aus  ddie
Gobaristeppe  und  die  Goliskette,  dann  den  Süden
von  Berbera  über  Mandera  bis  zur  Toyosteppe  und
endlich  die  Maredlehsteppe  bis  Milmil  erforscht.
Die  Ausbeute  füllt  58  große  Kisten  und  Jässer  und
ist  sehr  reich.
        <pb n="832" />
        —  750  —

Preisausschreiben.

Die  internationale  Vereinigung  für  vergleichende
Rechtswissenschaft  und  Volkswirthschaftslehre  zu
Berlin  setzt  einen  Preis  von  1600  Mark  für  die
beste  Arbeit  über  folgendes  Thema  fest:

„Eine  vergleichende  Darstellung  der  Grundsäte,
welche  in  den  Kolonien  der  wichtigsten  Staaten  hinsichtlich
  des  Bodenerwerbs  und  der  Ansiedlung  befolgt
  worden  sind,  und  die  wirthschaftlichen  Folgen
derselben.“

Die  Preisbewerbung  geschieht  unter  folgenden
Bedingungen:

1.  Die  Arbeiten  müssen  bis  zum  1.  April  1898
an  den  ersten  Schriftführer  der  Vereinigung,  Kammergerichtsrath
  Dr.  Kronecker,  Berlin  W.,  Kurfürstendamm
  241,  eingeliefert  werden.

2.  Die  Arbeiten  müssen  in  deutscher  oder  französischer
  oder  englischer  Sprache  verfaßt,  auch  müssen
die  deutschen  Manufskripte  mit  lateinischen  Buchstaben
geschrieben  sein.  —  Es  ist  im  höchsten  Grade
wünschenswerth,  die  Arbeiten  mit  einer  Schreibmaschine
  schreiben  zu  lassen.

3.  Die  Arbeiten  dürfen  nicht  mit  dem  Namen
des  Verfassers,  sondern  nur  mit  einem  Motto  bezeichnet
  werden,  doch  muß  ihnen  ein  versiegeltes
Kouvert  beigegeben  sein,  welches  das  gleiche  Motto
als  Ausschrift  trägt,  und  in  welchem  der  Name  und
die  Adresse  des  Autors  enthalten  sind.

4.  Das  Preisrichterkollegium  bilden
Mitglieder  der  Vereinigung:

aà)  aus  Deutschland:  Seine  Hoheit  der  Herzog
Johann  Albrecht  zu  Mecklenburg,  Präsident
der  deutschen  Kolonialgesellschaft  (Potsdam),

Dr.  Paul  Kayser,  früher  Direktor  der
Kolonialabtheilung  des  deutschen  auswärtigen
Amtes,  Senatspräsident  am  Reeichsgericht
(Leipzig),

Dr.  Freiherr  Karl  v.  Stengel,  ordentlicher
Professor  der  Rechte  (München);
aus  England:  Right  Honourable  James  Bryce,
früher  Minister  (London)
aus  Frankreich:  Dr.  Charles  Lyon-Caen,
Professor  der  Rechte,  membre  de  I’Institut
(Paris);
aus  Italien:  Dr.  Attilio  Brunialti,  Staatsrath,
  Professor  der  Rechte  (Ron);
aus  den  Niederlanden:  Dr.  P.  A.  van  der
Lith,  ordentlicher  Professor  der  Rechte,  Rektor
der  Universität  (Leyden);
aus  Oesterreich-Ungarn:  Dr.  Eugen  Philippovich,
  Edler  v.  Philippsberg,  ordentlicher
  Professor  der  Staatswissenschaften  (Wien);
aus  Rußland:  Dr.  Fedor  Fedorovic  v.  Martens,
  Geheimrath,  ordentlicher  Professor  der
Rechte,  membre  de  UL'Institut  (Petersburg);
aus  Spanien:  Marquis  de  Dalmau  de  Olivart,
  früherer  Professor  der  Rechte  (Barcelona);


folgende

b

—  S

-

ES

—
#

9

—
—

 

i)  aus  den  Vereinigten  Staaten  von  Amerika:
William  James  Ashley,  Professor  der  Staatswissenschaften,
  Cambridgelllarvar  d-University)

Der  Preis  kann  zwischen  mehrere  Bewerber  vertheilt
  werden,  wenn  ihre  Arbeiten  von  wesentlich
gleichem  Werthe  erscheinen.  Die  mit  dem  Preis
gekrönte  Arbeit  wird  von  der  internationalen  Vereinigung
  veröffentlicht  werden.

Die  Veröffentlichung  einer  Preisarbeit  oder  eines
oder  mehrerer  Theile  derselben  vor  Verkündung  der
Entscheidung  hat  zur  Folge,  daß  die  Arbeit  aus  der
Preisbewerbung  und  der  ferneren  Begutachtung
durch  die  Preisrichter  ausscheidet.

Das  Preisrichterkollegium  darf  von  den  Konverten,
welche  den  Manuskripten  beigefügt  sind,  nur  dasjenige
  öffnen,  welches  die  preisgekrönte  Arbeit  begleitet.
  Es  steht  jedem  Preisbewerber  frei,  schon
bei  Einreichung  des  Manufkriptes  eine  Adresse  zu
bestimmen,  an  welche  dasselbe  seinerzeit  zurückzusenden
  ist.  Das  litterarische  Eigenthum  an  der
preisgekrönten  Arbeit,  insbesonderc  die  Rechte  zur
Veröffentlichung  und  Uebersetzung,  gehen  mit  der
Preiszahlung  auf  die  internationale  Vereinigung  für
vergleichende  Rechtswissenschaft  und  Volkswirthschaftslehre
  zu  Berlin  über.

Poststatistik.“)

Ueber  die  Thätigkeit  der  deutschen  Postverwaltung
in  den  Schutzgebieten  während  des  Jahres  1895
bringt  die  „Statistik  der  deutschen  Reichspost=  und
Telegraphenverwaltung“  folgende  Angaben:

Es  wurden  befördert:
1.  an  Briefen,  Postkarten,  Drucksachen,  Geschäftspapieren

  und  Waarenproben:

a)  Nach  dem  Reichspostgebiete  aus  den  deutschen

Schutzgebieten

Stück  pet.
in  Afrika  .  .  47  490  0,029
in  Australien  ..  5620  0,003

b)  Aus  dem  Neichspostgebiete  nach  den  deutschen

Schußgebieten
in  Afrikc  159  320  0,082
in  Australien  7  250  0,004

c)Im  Durchgang  durch  das  Reichspostgebiet
nach  den  deutschen  Schutzgebieten
in  Afrika  5  900
in  Australien.  ..  —

0,004

2.  An  Packeten  und  Baarsendungen:
a)  Nach  dem  Reichspostgebiete  aus  den  deutschen
Schutgebieten
Stück  kg  Werth
in  Afrika.  730  2710  5300
in  Australien  106  340  —

*)  Vergl.  Deutsches  Kolonialblatt  1895,  S.  665.
        <pb n="833" />
        —  751  —

.)  Aus  dem  Reichspostgebiet  nach  den  deutschen
Schutggebieten

Stück  kg  Werth
in  Afrika  2448  10  750  216  900
in  Australien  131  590  200
c)  Im  Durchgang  durch  das  Reichspostgebiet

nach  den  deutschen  Schutzgebieten

in  Afrika  260  900  630
in  Australien  40  180
3..  An  Postanweisungen:
#)  Aus  den  deutschen  Schutzgebieten
Stück  Mark
in  Afrika  9618  1  459  571
in  Anstralien  228  26  639
I.)  Nach  den  deutschen  Schutzgebieten
in  Afrika  3157  383  872
in  Australien  7  942

c)Im  Durchgang  durch  das  Reichspostgebiet
nach  den  deutschen  Schutgebieten
in  Afrikao  41  10  932
in  Australien  –  —

 

VVVVVVVVVVVVVVVVVVVVWVVWVVVVVVVYV  —

Titteratur.

A.  Graf  v.  Götzen:  Ueber  Ausrüstung  und  Lebensweise
  auf  tropischen  Expeditionen.  Sonderabdruck
aus  der  Wiener  klinischen  Rundschau  1896,  Nr.  44.

Der  Verfasser  bietet  hier  den  Abdruck  eines

Vortrages,  den  er  auf  der  letzten  Naturforscherversammlung

  zu  Frankfurt  a.  M.  gehalten  hat.  Bei

der  reichen  Erfahrung  des  Reisenden  bietet  er  viele
interessante  Winke  und  Anregungen.

Deutscher  Kolonial-Kalender  für  das  Jahr
1897.  Nach  amtlichen  Quellen  bearbeitet  und
herausgegeben  von  G.  Meinecke.  Mit  dem  Portrait
  Major  Leutweins.  Berlin  1897.  Deutscher
  Kolonial-Verlag.

Das  kleine,  jedem  Kolonialpolitiker  unentbehrlich
gewordene  Handbuch  ist  pünktlich  zum  neunten  Male
erschienen.  Sein  reicher  Inhalt  hat  noch  mancherlei
Vermehrung  und  Berbesserung  erfahren.  Dem  Andenken
  der  so  glücklich  verlaufenen  Kolonial-Ausstellung
ist  ein  kurzer  Bericht  gewidmet.

Karl  Lehmann:  Kolonialgesellschaftsrecht  in  Vergangenheit
  und  Gegenmwart.  Berlin  W.  8,  1896.
G.  Bahrsche  Buchhandlung.

Die  vorliegende  Abhandlung  ist  aus  einem  Vortrag
  entstanden,  den  der  als  Professor  in  Nostock
thätige  Verfasser  im  Oktober  v.  Is.  gehalten  hat.
Es  ist  darin  auf  der  Grundlage  einer  sehr  umfangreichen
  Litteratur  und  der  Statuten  der  Kolonialgesellschaften
  die  Entwickelung  der  Rechtsverhältnisse
solcher  Unternehmungen  vom  17.  Jahrhundert  bis

 

zur  Gegenwart  geschildert.  Die  Untersuchung  gipfelt
in  der  Darlegung  der  Rechtsformen,  welche  am  besten
den  Zielen  der  Kolonialgesellschaften  und  dem  Inleresse
  der  Gesammtheit  entsprechen.

Paul  Combes:  L'Abyssinice  en  1896.  ’aris
196.  Librairic  africaine  et  coloniale.

Sine  ira  et  studio  ist  die  kleine  Schrift  nicht
abgefaßt.  Sie  spiegelt  die  wenig  freundlichen  Gefühle
der  Franzosen  gegen  das  Vorgehen  der  Italiener  in
Abessinien  wieder  und  schließt  mit  der  Aufforderung
an  Frankreich,  die  frcundschaftlichen  Gesinnungen
Meneliks  für  die  französischen  Interessen  möglichst
auszunutzen.  Immerhin  giebt  die  Arbeit  eine  recht
lehrreiche  Darlegung  der  abessinischen  Verhälknisse.

 

W.  Obrutschew:  Aus  China.  Neiseerlebnisse,
Natur=  und  Völkerbilder.  Leipzig  1896.  Duncker
&amp;amp;  Humolot.  2  Bde.

Der  Verfasser  hat  den  Auftrag  gehabt,  die
nördlichen  Provinzen  Chinas,  Nan-schan  und  Ost-Tien=
  schan,  in  geologischer  Hinsicht  zu  erforschen,  und
war  als  Geologe  zwei  großen  wissenschaftlichen
russischen  Expeditionen,  welche  in  letzter  Zeit  China
bereist  haben,  beigegeben.  Infolge  besonderer  Umstände
  hat  er  indessen  seine  Reisen  allein  und  selbständig
  ausgeführt  und  über  ihre  Ergebnisse  zunächst
eine  Reihe  vorläufiger  Berichte  an  die  geographische
Gesellschaft  in  Petersburg  erstattet.  Im  vorliegenden
  sehr  lesenswerthen  Buche  schildert  er  die  Eindrücke,
welche  er  in  den  von  ihm  durchzogenen  Theilen
Chinas  gewonnen  hat.  Von  dem  Krieg  zwischen
China  und  Japan,  welcher  während  seines  Aufenthaltes
  dort  wüthete,  hat  er  in  fernen  Westgegenden,
wo  er  seine  Studien  machte,  gar  nichts  bemerkt.
Bei  dem  Mangel  an  Zeitungen  und  Verkehrsmitteln
wußte  der  größte  Theil  der  Bevölkerung  gar  nichts
davon.  Noch  heute  ist  China  trotz  aller  Verbesserungen
  der  Verbindungen  von  Europa  her  in  seinem
eigentlichen  Wesen  ganz  unbekannt.  Ueber  wenige
Länder  sind  so  unrichtige  Ansichten  im  Umlauf.  Das
einfach  und  ehrlich  geschriebene  Buch  kann  daher
vielen  Nutzen  schaffen.

Karl  Buck  und  Dav.  Huppenbauer:  Von  Kyebi
nach  Kumase.  Eine  Reise  in  das  Hinterland  der
Goldküste.  Dritte  Auflage.  Basel.  Missionsbuchhandlung.


Die  kleine  Schrift  bietet  eine  sehr  interessante
Schilderung  des  Innern  der  Goldküste  und  des
Aschantilandcs,  welches  die  beiden  Missionare  kurz
vor  Ausbruch  des  letzten  Krieges  gesehen  haben.

Friedrich  Kallenberg:  Quer  durch  Frankreich.
Leipzig  1896.  Willy  Werner.

Der  Verfasser,  welcher  früher  längere  Zeit  in
Ostafrika  thätig  war  und  zwei  Schriften  über  seine
dortigen  Erfahrungen  veröffentlicht  hat,  schildert  in
der  vorliegenden,  hübsch  ausgestatteten  Broschüre  seine
        <pb n="834" />
        Erlebnisse  bei  einer  Reise  durch  Frankreich,  die  er
auf  dem  Zweirad  im  Frühjahr  dieses  Jahres  ausgeführt
  hat.

Professor  A.  L.  Hickmanns  geographisch-  statsfücher
Toschen-Atlas  des  Deutschen  Reiches.  I.  Theil.
Leipzig  und  Wien.  G.  Freytag  &amp;amp;  Bernt

752

Der  vorliegende  Theil  des  Atlas  enthält  auf
24  kleinen  Tafeln  in  graphischer  Darstellung  eine

sehr  übersichtliche  Schilderung  der
geologischen,  landwirthschaftlichen,  finanziellen  und
militärischen  Verhältnisse  Deutschlands.  Er  stellt  ein
außerordentlich  handliches  und  bequemes  Nachschlagebuch
  besonders  für  Reisende  dar.

geographisch-Dr.

  P.  Müller-Simonis:  Durch  Armenien,  Kurdistan
  und  Mesopotamien.
vüre,  6  Vollbildern,  104  Textillustrationen  und
1  Karte.  Mainz  1896.  Franz  Kirchheim.

Der  Verfasser,  ein  elsässischer  Geistlicher  und

Sprachforscher,  hat  im  Jahre  1888  in  Begleitung

des  amerikanischen  Professors  Hyvernat  eine  größere

wissenschaftliche  Reise  in  Vorderasien  ausgeführt,
deren  Frucht  das  hier  in  Uebersetzung  vorliegende,
vornehm  ausgestattete  Werk  darstellt.  Es  ist  bekannt,

wie  viele  geographische  und  andere  Räthsel  die  alten
Kulturländer,  welche  hier  geschildert  werden,  infolge
der  Abgeschlossenheit,  in  der  sie  sich  Jahrhunderte
hindurch  befunden  haben,  bieten.  Der  Verfasser  hat
daher  Gelegenheit  gehabt,  eine  Menge  werthvoller
wissenschaftlicher  Funde  auf  verschiedenen  Gebieten
zu  machen.  Das  Buch  bietet  gerade  gegenwärtig
ein  besonderes  Interesse  nicht  allein  für  den  Gelehrten,
  sondern  auch  für  das  große  Publikum,  da  in
ihm  die  Verhältnisse  Armeniens,  welches  in  letzter
Zeit  so  oft  genannt  wurde,  eingehend  geschildert  sind.
Fridtiof  Nausen:  In  Nacht  und  Eis.  Leipzig.
F.  A.  Brockhaus.  Erste  Lieferung.
Das  Werkt,  dessen  erste  Lieferung  jetzt  vorliegt,

wird  die  Schicksale  und  Erlebnisse  des  kühnen  Rei-Mit

  einer  Heliograsenden

  auf  seiner  großen  letzten  Reise  schildern.  Eine
nähere  Würdigung  muß  vorbehalten  bleiben,  bis  die
zwei  Bände  vollständig  vorliegen.

 

VVVVVVVVVVV’VVVVDVDVVVVVVVVYYyTYTY’

Titterakur-Derzeichniß.

Thomson,  J.  B.:  Joseph  #homson.  Alricun  explorer.
7  sh.  6  d.  Lo

&amp;amp;  Co.,  London.

Schiffsbewegungen.

(Die  Zeit  vor  dem  Orte  bedeutet  die  Ankunst,  hinter  dem  Orte  die  Abfahrt  des  Schisses.)

M.  S.  „Hyäne“  14/9.  Kamerun.  (Poststation:

„Seeadler"  9/7.  Sansibar.

M.  S.  „Bussard“  2/11.  —  Apia.  (Poststation:
M.  S.  „Condor“  26/8.  Kapstadt.  (Poststation:
M.  S.  „Falke“  11°10.  Apia  5/11.  —  Rundreise.

Hospostamt.)
Kapstadt.)

(Poststation:  Hofpostamt.)

Kamerun.)

M.  Vermessungsschif  „Möwe“  11/9.  Sydney  Ende  November.  —  Neu-Guinea.
M.  (Poststation:
M.  S.  „Sperber“  28/10.  Lissabon  3/11.—  8/11.  Plymouth  14/11.  —  Brunsbüttel.  (Poststation:  Kiel.)

(Poststation:  Matupi.)

Sansibar.)

Ablösungstransport:
Dampfer  „Prinzregent  Luitpold“  des  Norddeutschen  Lloyd  mit  der  halben  Besatzung  für  S.  M.  Vermessungsschiff

  „Möwe“:
Ausreise:
Heimreise:

Bremerhaven  29/7.  —  20/9.  Sydney.
Sydney  10/10.  —  Bremerhaven.

 

Perkehrs-Nachrichten.

Postdampfschiffverbindungen  nach  den  deutschen  Schunzgebieten.

 

Nach  vom  Ein

3  Die  Abfahrt  erfolgt

scissungshafen  an  folgenden  Tagen

Briefe  müssen  aus
Berlin  spätestens
abgesandt  werden

Ausschiffungshafen.

auer
der  Ueberfahrt

 

L  Neapel  3n
(eutsche  Schiffe)  „

120  abds
1.  Deutsch-.  Ostafrika.

Brindisi
(englische  Schiffe)

 

Marseile
(französische  Schiffe)

9.,30.  Dez.,  20.  Jan.  Tanga  20  Tage
am  s.  5.  31.  Jan.

am  *.  Fjees  Mts.
4%  ums.

1
am  4.,  7.,  28.Dezember,
ar-es-  8  ꝰu  Tage1.,  18.,  29.  Januar

*  21  Tage  10½  abds.

Sansibar  18  Tage  amb  jedes  Monats
946
        <pb n="835" />
        753

 

Die  Abfahrt  erfolgt

Ausschiffungshafen.
Dauer

Briefe  müssen  aus

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach  vom  Ein-  Verlin  spätestens
schiffungshafen  an  folgenden  Tagen  der  Ueberfahrt  abgesandt  werden
»  .  Souhamptonantä.Dez-,2.,30.Jan.Liidekitzbucht27Tageam4.Dez-,1.29.Jan.
2.  Deutsch-Lüdwestafrika.  332  Schiffe  die  nnis.  Swakopmund  31  Tagelsms.  "
(Nach  Marmbad  wöchentlich  Kopstadt,  dann  vent.
bie  Kapstadt,  von  dort  weiter  Icher  Srnt  sur  utwein.)
alle  14  Tage  auf  d.  Landwege)  Hamb  am  Swakopmund  30  Tage
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(englische  Saue  "1
Klein-Popo  20  T
Hamburg  am  10.  sedes  Mus.  nachts  a1sietnad20  age  In  am  10.  und  20.  iedes
.  (deuticheSchlsse)"m20!edM-KletnPopo  33  Tage  onals  sowie  am
4.  Togo-Gebiet  am  31.  in  nachts  Acera  25  Tage  31.  Dez.  720  abds.
(Ueber  Liverpool  oder  "  -  von  da  ab  Landverbindung
Marseille  nur  auf  Ver-  Liverpool  am  16.,  30.  „Dezember,  Quitiah  35  Tage  am  14.  28.  Dezember,
langen  des  Absenders).glusche  Schiffe)  uns3  27.  Januar  vo  #%  *—  dn  11,  25.  Jan.  16  nums
Marseille  25.  dedes  Monats  Rötonen  20  T  am  23.  jedss  Monats
**êv#  (franzosiiche  Schiffe)  6  %  nach  von  da  ab  s*-*–D  9/8  abends
Neapel  am  46  D  0.  Febr.  2  Wilhelms-  am  14.,  18.  Dezember,
5.  Deutsch-Neu-Guinea.  s*5  Schiffe)  bds.  hafen  45  Tage  8.,  12.  Februar
indisi  am  8  Dez  14.  Febr.  Tage  1034  abds.
leen  m  0  *#
3Q  Brindisi  am  *  Januar  Jaluit  74  Tage  am  1.  Januar
6.  Marshall-  Injeln.  (über  Manil  Gtbts.  lon  abos.
Eintressen  der  Post  aus  den  deutschen  Schutzgebieten.
Landungs-  Die  Jeh  ist  fälig  Landungs=  Die  Post  ist  fälli
Von  hafen  n  Berlin  Von  hafen  in  Berlin  6
.  sp»
«  Neapec««m"  UNDEZEJZIZ  Hamburg  .m  10.5  und  25.=Deutsch.
  Ostafrika  .--  Togogebiet  ..  ...  jedes  Monats
Brindisi  29.Dez.,  26.J  Jan.  Marseill
4#5  Nar  seile  aut  Ze  1.  3l.  Jan.  *  arseil  e..  am  16.  jedes  Monats
weutscSühwelafrit  Plymouth.  .  am  15.  Dez.,  12.  Jan.  **  2  Guinea  *'(  .  am  FJFFZZTFM
Kamevun.......  Hamburg  «m"29«"dMo"ats·MaoihallsInieln-..Marieille  oder«  Anfangs  Dezember,
Lierpool  47  3  Sl.  Dember,  Barcelona  Ponst  wekoee
Fälligkeitstage  für  die  mit  deutschen  Schiffen  eintresfenden  Posten.
Schiffsbewegungen  der  Woermann-Linie.
Reise  Lette  Nachrichten
Postd  ampfer  von  nach  bis  27.  November  1896
„Adolph  Woermany“  Hamburg  Loango  am  11.  November  in  Kamerun.
„Aline  Woerm  Hamburg  Ponta  Negra  am  18.  November  in  Madeira.
„Anna  Woermonn,  .  Hamburg  Sherbro  am  25.  November  in  Tenerisfe.
„Carl  Woermann“  Hamburg  Kotonon  am  25.  November  in  Kotonou.
„Eduard  Bohlen“  Hamöurs  Congo  am  27.  November  ab  Hamburg.
„Ella  Woermann“  Hamburg  Sherbro  am  18.  November  in  Sierra  Leone.
„Gertrud  Woermann“  Ponta  Negra  Lamburg  am  21.  November  in  Accra.
ebich  Bohlen“  Hamburg  otonon  am  23.  November  Dover  passirt.
„Hedwig  Woermann“  Kotonon  Hamburg  am  27.  November  in  Madeira.
„Jeannette  Woermann“.  Hamburg  Loanda  am  10.  November  in  Teneriffe.
„Kurt  Woermann“  Loanda  Hamburg.  am  16.  November  in  Accra.
„Lothar  Bohlen  Swakopmund  Hamburg  am  22.  November  in  Hamburg.
„Lul  ohlen“  .  damerun  Wilhelmshaven  am  27.  November  Dover  passirt.
„Marie  Woermann“  Lüderitzbucht  am  30.  November  ab  Hamburg.
„Melita  Vohlen“.  .  Lüderitzbucht  Hamburg  am  23.  November  in  Benguella.
„Drofessoo  Woermann“.  herbro  Hamburg  am  26.  November  in  Tanger.
„Thekla  B  ohlen  Hamburg  Loanda  am  30.  November  ab  Hamburg.
„Alida“  Hamburg  Sherbro  am  22.  November  Dover  passirt.
        <pb n="836" />
        754

 

Schistsbewegungen  der  Deutschen  Ostafrika-Linie,  (Hamburg—Ostafrik).

Reise

 

Lehte  Nachrichten

Keichspostvampfer  von  l  nach  bis  26.  November  1896
„Kaiser“,  ·  .  Durban  Hamburg  am  26.  November  ab  Aden.
„Kanzler"“.  Hamburg  Durban  am  25.  November  an  Mozambigque.
„  Hamburg  Durban  am  24.  November  ab  Suez.
„Reichstag“  .  Durban  Hamburg  am  25.  November  ab  Durban.
„Admiral“  .  Durban  Hamburg  am  23.  November  ab  Port  Said.
„General“  .  Durban  Hamburg  am  24.  November  ab  Lissabon.
„Herzog“  B.  Ztl.  in  Hamburg.
„König"  .  Hamburg  Durban  am  26.  November  an  Ymuiden.

 

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In  das  bei  dem  unterzeichneten
Gerichte  geführte  Firmenregister
heute  zufolge  Verfügung  vom  26.  März
d.  JIs.  unter  Nr.  3  die  Firma

Ludwig  Conradt

mit  dem  Sitze  in  Nehoboth  und  einer
Zweigniederlassung  in  Gibeon  und  als
deren  alleiniger  Inhaber  der  Kaufmann
Ludwig  Conradt  in  Rehoboth  ein:
getragen  worden.  Dem  Kaufmann
Victor  P.  Ebhardt  in  Rehoboth
ist  unter  dem  1.  September  1896
Prokura  ertheilt  worden.  (1u)

Windhoek,  den  11.  Septbr.  1896.

Kaiserliches  Gericht  des  südwestafrikanischen
Schutzgebietes  -“  den  Nordbesirk.
.  V.

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und  T’rospekte  durch

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(ion

 

Bekanntmachung.

 

 

In  das  bei  dem  unterzeichneten
Gerichte  geführte  Prokurenregister  ist
heute  unter  Nr.  2  als  Prokurist  der
unter  Nr.  3  des  Firmenregistero  vermerlten
  Firma  Ludwig  Conradt  in
Veheboth  und  Gibeon  der  Kaufmann

P.  Ebhardt  in  Rehoboth
utand  worden.

Windhoek,  den  11.  Septbr.  1896.

Keiserlichee  Gerich  des  füdwestafrihanischen
Schutzgebieies  -  Nordbejirk.

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welche  —  obwohl  unabhäugig  nach  jeder  Seire
derung  der  dentschen  Molonieen  und  koieieemnen  2
ihre  Fahne  geschrieben  hat,  erscheint  unter  dem  Tite

Deutsche  Nachrichten

in  dem  unterzeichneten  Derlage.  Das  Blatt  steht  im  zweiten
Jahrgange,  erscheint  in  einer  ca.  30  Gnartseiten  starken
gut  illustrirten  Uummer  an  jedem  Donnerstag.

Der  reiche  Inhalt  der  sich  bereits  im  Inlande  und  besonders
  im  Auslande  zahlreicher  Abonnenten  erfreuenden
„Deutschen  Nachrichten“  setzt  sich  zusammen  aus:  Alllem
wichtigen  der  Woche  über  Holitik,  Molonialem,  Wisenschoit,
lichem,  dem  Wissenswerthen  auf  allen  Gebieten;  das  Blat
bringt  UAachrichten  aus  den  NMolonieen,  von  den  Deutschen  in
Auslande,  ferner  kurze  interessante  Erzählungen,  humoresken
und  feine  aktuelle  Illustrationen.

tLefder  Kolonialfreund
jeder  Deutsche  im  In-  und  Auslande

wird  gebeten,  eine  Probe-Aummer  von  uns  zu  verlangen,

  um  sich  über  das  Gebotene  zu  informiren.  Wir
senden  solche  Hrobe.  Mummern  Jedermann  mit  Vergnügen
kosten-  und  portofrei  sofort  zu.
Wegen  ihrer  weiten  Derbreitung  im  Auslande  sind  die
Gentschen  Nachrichten“  auch  ein  ausgezeichnetes  Organ  für
Exportanzeigen.  Wir  bitten  das  Zlait  einmal  anzufehen.

gerl  Der  Perlag  der  „Deutschen  Nachrichten“
—i  Ueue  Berliner  Prrlags-  Anstali

 

 

 

 

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Das  Echo  bringt  allwöchentlich  in  Das  Echo  bringt  in  der  Rubrik

ameerhaltender  Form  !  r  Handel  eine  Gesamtrichte

  politischen,  wirtsch  „  Wochenübesicht  des  internat.
Wissenschaftl.  zurb7  Fsellschnnl.  Geld-  und  Wurenmarktes  un
halts  über  ulle  Vorgänge,  welche!  interess.  Frugen  vom  Weltmarkte.

sich  in  wre  uo  und  im  Aus--lande
  abspielen

Das  Lcho  sondern  es  lüsst  die

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  Fritungetare  bedars  —
Dor  halte  die
—  Woehensehrist

„tDus  Eel

 

Auch  ein  nabsches

P-  P

Wonnachten.  dus  Fost  der  Feste.  rückt  immer  nuher  und  damit
auch  dio  Frage:  Was  sollen  wir  schenken!  CGeschenke,  welche
von  llerzen  kommen,  sollen  oine  andauernide  Freudo  linterlassen.
Dios  ist  zweitellos  zu  erzielon,  venn  Sie  Ihren  Lieben  im  Auslande
  ein  vierlel-,  halb-  oder  ganziähriges  Abonnement  auf  -Das
Echo-  zu  Weihnachten  schenken.  LUm  dios  zu  ermöglichen,  verden
wir  einon  typotraphirch  hübch  ausgestatieten  Gutzchein  herstellen
  lassen,  velcher  einfach  auf  den  Weihnachtstisch  gelogt
oder  dem  Betreffenden  übersandt  wird.  Dieser  Gutschein  wird
den  nobenslehend  renzeichneten  Wortlant  habon.

Geschenk  für  jeden  Gebildeten  im  Inlande.

Weihnacht  1  6896“
Gutschein

 

für  eln  Echo-Abonnement  von  Welhnacht.
1896  ah  hls  zum  31.  Dezemper  1897
llerrn  Max  l  n«  outside-n  o
lnnl  m  li

liZIL  omluns  ol  .11  seht-Inm-  kanns-Jucken
Nummpktliksskltlunsli  tlonäoklag  des  Eeho

J.  M.  Senorer,  G.  II
Beriin  SW.  re  25

 

mlit  wollen  wi  r  den  Wortiaut  des  Gutscheines  andenten.

Der  rrienbiEelt  a  zist  ty  nocgenab  hübech  ausgeat  tiet  und  auf  Karion-Lnter

  gKedruckt.  wobel  natürlich  5*  Pllt  (llung  der  beireflenden  richugen
amen  oine  entaprechendo  Lücke

 

 

exen  Einsendung  von  1.50  Nark.  9.—  Mark  oler  18.—  Mark
nreht  minen  sofort  der  Orielnal-Gntscheln  zu.  und  beginnen  wir
schon  von  Weihnachten  1890  ah  mit  der  regelmssix  frankiorten
Zusendung  un  die  uns  bezeichneten  Adressaten.  NMit  der  Versendung
  hut  der  Besteller  also  nichts  zu  thun.  lieselbe  vird  von
uns  bis  Schluss  des  Abonnements  Sofort  nach  Eischeinen  einer
jeden  Echo-Nummer  punktlich  besorgt.  Das  Echo  ist  das  Leibblatt
aller  Deutschen  im  Auslande.  Durch  Annahme  unseres  Voschlages
machon  Sio  nicht  nur  sich  selbst  ein  Verguhten,  sondern  auch
dem  Beschenkten  eino  grosse  Freude.

Derim  SW.  18,  Wilhelmslrasse  20.

lIlochachlungsvoll

J.  I.  Schorer,
Cieselischaft  mit  beschränkter  Haftung.
Max  TPechstein.

Auch  sümtliche  Buchhandlungen  im  In-  und
Auslande  nehmen  Bestellungen  entgegen.

 

 

Bestellschein  für  Weihnachts-Abonnements.

r  Verlag  des  Echo.  Il.  Schorer  G.  m.  b.  II.  in  Berlin  SW.,
Wwilmele.  29,  wird  *n  ersucht,  an  folgende  Adressen

1  Weihnachts-Geschenk-Abonnement  des  Echo

von  Welhnachten  1896  bis  31.  März  1697.  *8  Mk.  4,50,
von  Weihnachten  1896  bis  30.  Juni  18997.  u  Mk.  *i
von  Weihnachten  1896  bis  31.  Dezember  ig9  :  M.  r.  —

orlofrei  zu  übersenden.  Der  Gutschein  ist  mir  direkt
zuzusen.

Ort  und  atum:

Retrag  solgt.

Namo  des  Hestelle#s:

Das  Nichlgewünschte  ist  zu  durchstreichen.
        <pb n="840" />
        y-2*


——6.———

       
   
  
   
 
   
 
  
    
    
    
 
     
   
    
  
  
   
  

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“  #

 

758
——.
Meihnachtsgabe  für  —  —ie

“““#

   

 
 

 

—  Einen  großen  Erfolg—

 

hat  das  Werk:

 

Drutsch-Südwestafnika.
Arei  Jahre  in  Tande  Hendrit  Witboois.

Schilberungen  von  Tand  und  Teuten

von

J.  J.  von  Bülow,

Premierlieutenant  a.  D

Mit  zablreichen  Abbildungen  nach  photographischen  Aufnahmen  und  zwei  Rarten.

Preis:  Geheftet  6  Mark,  in  Leinwandband  7  Mark  50  Pf.

zu  verzeichnen,  von  dem  scon  kaum  nach  Jahresfrilk  eine
—  zweite  Auflage

erschienen  ist.

schmückt  ist,  füllt  eine  Lücke  in  unserer  Koloniallitteralur  aus,  indem  es  Land  und  2##

Das  Buch,  welches  vornehm  ausgestattet  und  mit  zahlreichen  Abbildungen  und  zwei  Karten  ge-Leute

  Deutsch-Südwestafrikas,

welches  bisher  gleichsam  als  Stiefkind  unserer  Kolonien  behandelt  wurde,  in  trefflicher  Weise  zur  Darstellung  bringt.

Mit  welchem  Beifall

 

das  Buch  bei  seinem  Erscheinen  ausgenommen  worden  ist,  beweisen  die  folgenden

Stimmen  der  Presse:

Hamburger  Nachrichten  Nr.  278  v.  27.  November  1895:
„..  Da  kommt  nun  ein  ganz  vortreffliches  Buch
zur  rechten  Zeit,  in  dem  der  mit  scharfer  Beobachtungsgabe,
  praktischem  Sim  und  gesundem  Humor  begabte
Verfasser,  der  sich  dret  Jahre  in  dem  Schupgebiete  aufgehalten
  hat,  seine  Erlebnisse  und  das  Resultat  seiner
Wahrnehmungen  in  fesselnder  Weise  schildert.“

Weser-Zeituug  Nr.  17591  v.  15.  November  1895:  „Die
anschaulichste  und  interessanteste  Schilderung,
die  unser  Schutzgebiet  in  Südwestafrika  bioher  erfahren
hat,  giebt  Pre##herlientenant  a.  D.  F.  J.  v.  Bülow  “

Mililär,  giteratur-Feilung  Nr.  16,  1895:  „Er  (Verfasser)
will  den  Lesern  kein  wissenschaftliches  oder  fachmännisches
Werk  vorlegen,  glaubt  aber  doch,  ihnen  ein  anschauliches
Bild  von  der  geographischen,  politischen  und  wirthschaftlichen
  Lage  des  Schutzgebietes  geben  zu  konnen.  Diesen
Zweck  erfüllt  das  Buch  vollständig.“

Hipziger  Zeilung  Nr.  277  vom  28.  November  1895:
„.  Mir  sind  der  Maiicht=  daß  der  Eindruck,  welchen
die  Steppe  auf  den  Beobachter  macht,  nirgends
besser  als  von  Bülow  geschilvert  worden  ist,  es  sind
kleine  Kabinetsstücke,  welche  sehr  hübsch  abgetönt
sind.

Hänipserger  Allencine.  Jeitung  Nr.  545  vom  20.  November
  1895:  Werk  wird  vermöge  seiner
bonber  und  —i'i#  Vorzähe  dauernd  eines
gelesensten  unserer  Koloniallitteratur  breibene

Exlra-Felleisen  des  Würktarzer  Stadt,  und  Landboten
Nr.  149  vom  12.  Dezember  1895:  „.  Allen  Kolonialsreunden,
  Allen,  welche  sich  für  senbe  Länder  und  das
Leben  und  Treiben  in  diesen  interessiren,  wird  das
gut  geschriebene  und  viel  umfassende  Buch  insbesondere
  eine  empfehlenswerthe  und  willkom

mene  Meihnachtsgabe  darbieten.“

Bestellungen  auf  das  Buch  nehmen  alle  Buchhandlungen  entgegen,  auf  Wunsch  sendet  es
die  unterzeichnete  Verlagsbuchhandlung  gegen  Einsendung  des  Betrages  überallhin  postfrei.

Berlin  Sw.,
Kochstraße  68—  71.

E.  S.  Milller  &amp;amp;  Sohn,

Königliche  Hofbuchhandlung.

    

76

       
        
   
  
  
  
    
   
  
   
   
 

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K.

W

*
        <pb n="841" />
        Knorr's  Dörrgemüse  und  Julienne,
Knorr's  Suppentafeln  und  Erbswürste

sind  für  Europäüer  in  überseeischen  Lündern
und  bei  Expeditionen  in  fremden  Welttheilen
unentbehrlich.  —  Sie  wurden  auch  während
der  vierjährigen  Nordpol-Expedition  Nansens
mitgeführt  und  zur  Zufriedenheit  aller  Theilnehmer
  beinahe  tüglich  verwendet.

Sortiments-Kisten  im  Werthe  von  M.  100,—

sind  zu  haben  dureh  die  EfKport-Agenten:

kurren  C.  H.  Luorr,,  Fabrung3miitel-Fauri.

Heilbronn  a.  N.  (u-)



 

!—*  5%  lnsed  ——  1%  r  2

 

 

Dynamit-  TActien-Gesellschaft

vormals  Alfred  Nobel  &amp;amp;  Co.,  Hamburg.

Aelteste  Dynamitfabrik.  Cegründet  1865.
Dynamite,  Gelatine-Dynamite,  Sprenggelatine,  Schiessbaumwolle,

  Zündmaterial,  Waffen,  Munition.

(10)

Fabrik  haltbarer  Speisen

L.  Mulsow  &amp;amp;  Co.,  Hamburg.
Conserven  alier  Art,  für  die  Tropen  Zzubereitet.

Cale  Iledaitlte:  Jnbrg  1550  u.  7850.
Miere  157.2  XK  Iis  1555.  London  1862.
Ionchen  1854.  XK  DJlelbo#rne  1380.

Wir  garuntiren  die  Iaburkeit  reislisten  stchen  unf  Wunsch
unserer  cigenen  Fabrikate.  zur  Verlügung.  (116

Neuchurg  5.

Comptoir:

19  —  ie

 

 

Cänseleher-Pasteten-Fabrik


Aug.  Michel

Hollieferunt
Strassburg  i.  Els.
Spezialität  für  den
ILxport
besonders  für  feinere  Fleischkonserven.
  (#)

 

 

#  Entriehungskuren.  ·#
Dr.  Fro
Stellingen  lussrg).  (#0)

 

 

 

 

Verlag  von  Lorenz  &amp;amp;  Wactzel,
Aknuademische  Buchhundlung  und
Ansiqunriat,
Freiburg  i.  B.,  Unterlinden  2.

Mit  Badens  Wehr
für  deutsche  Ehr.

Die  Antheilnahme  der  badischng  Truppen
am  Einigungskriege  1670
Dargestellt  von  Dr.  Funtermum.
Mit  vielen  Karten.
IHochelegunter  CGeschenksbaund
Preis  Mk.  1,50.

UDie  Belagerung  von  Strassburt.
das  Ilcrumschlagen  mit  den  Franzosen
  —  Franctireurs  und  dic  heldenmüthigen
  Kümpfe  um  Belfort
unter  W.  erders  Führung  linden  hier
cinen  beredten  Schildercr.

wie  Schul-u.  ——  7
öpecial-  louchsseg.  rN

1

ERXXOEIIII
¶W  If

Kermannpeters
*  M  r——  -*

 

 

Punaich  Aun

und  Sümmtliche  Bedurlurtikel  für
Pholographic,  speziell  für  den  Gebrauch
  in  den  Kolonien,  lielern

J.F.  Schippang  &amp;amp;  Co.,

Inh.  E.  Martinl,  (i
Berlin  S.  12,  Prinzenstrasse?2  1.
Reich  illustr.  Preislisten  kostenfrei.
        <pb n="842" />
        Berlinermechanische  Netztabri
Franz  Klinder,

Neubabelsberg,
empfiehlt

Fischereinetzre

sür  (61)

Binnen-  und  Mochseeliseherei.
Export  nuch  ullen  LK#ndern.

bGeeignete,  tüchtige  Vertreter  gesucht.

 

 

 

Verlag  von  Paul  Toeche  in  Kiel,

Hofbuchbändler  Sr.  Königlichen  Hobeit  des
rinzen  Heinrich  von  Preuben.

Album  der  deutschen  Flotte.  Leporelloormat.

  4.  1,50.
v.  Holleben,  Korvett.  Cpin.  Sieben
Jahre  Seekadett.  1882.  268  S.

mit  4  Portraits,  93.  von  Allers.
80.  ,  eleg.  .

v  Hallebcm  Deutsches  Flotten  Leben
J-  1.50,  geb.  A.  2,25.

Naturalien

(Kll#,  Schmetterlinge,  Vogelbulge

ete.)  uus  tropischen  und  Suhtro-Pisehen
  Lündern  suche  in  grossen

»artien  zu  knusen.

IIerren,  velche  sich  damit  be-Iassen
  wollen,  Ditte  um  Aulgube  ihrer
Adrcsse.  Anleitung  zum  Sammeln
und  Prüpuriren  w  ira

Carl  Zexre
Ches  der  0  Bergisehen  n  und
Draht-Industric,

 

ES)

 

760

A4  A  4A  4.  A  A  4  A.  4  4.  á  A  4.  A  A  4  4  AK.  A.  A.  4.  u.  A.  A.  A.  A.  K.  S.  A  4A.  AS.  A.  A  A  A  A  A  A  A  A.K.  A.  .

DAMPFSAGFREI,  HOLABEARBEITUXGS.  UND  PARQuET.  FUSSBODEN.  FABRIK

Fr.  H.  Schmior

ARCHITEKT  UNMND  BAb0nzNEHNER.

BAVUANSTALT  FOR  EISENXONSTRUXTIONEN.

SPEZIALITA#L#  :

BAU.  TischLenzEt  Us  Scntossenzl.
D
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»
AusFUnRUNG  voN  EXPORT-BAUTEN
ALLER  AnT  IN  IIolz  usp  Elsz.

ALTONA

INW
FERNBPRECHER  No.  2.

(38)

HAMBURG

LSTRASSR  21.  H

FkaxskakcsskaANTLHaue-L

TELEGRAMN.  ADRESSE

H  RAINschD,ALTUN-k.

 

 

7777777f77777IIfsfsffIIffIsstIsfffcstIffss

 

 

D

Wildlocker,
Witterungen,
Glaskugelund

Thontauben-Wurfmaschinen.


IIIustrirte  Preislisten
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Weltberühmte  Fangapparate

für  Raubthiere,  Vögel  und  Fische.

Prümiirt  mit  goldenen  und  silbernen  Meduillen.
Welt-Ausstellung  Antwerpen  höchste  Auszelchnung,  Ehrendiplom.

   

Mteste  deutsche
Raubthlerfallen.

Fabrik,
Hnynnu  i.Schl.

m

Fungeisen
für  Löwen,  Tiger,
Wölle  und  WIIdschweine.



R.  Webers
Patent-Selbstschuss
6  (D.  R.  P.  No.49  125).

 

Haupt-Katalog,
ö5  Zzugleich  Fangbuch,
50  Pl.

 

 

 

Wuld,  Rheinpreussen.

 

 

SGSrnlu  Werke  der  deutschen  und  ausländischen  llueratr.

Tuschentcörterbch  der  engti-  FV.  Schele,  Frhr.  Ueber  die  Organi-Koklstock,

  Dr.  med.,  ärztlicher
Ruthgeber  für  Ostufrika  und  trop.
Malariagegenden.  Geb.  DPreis  AG.

Morgen,  C.,  Kriegs-  und  Expeditionslührung
  in  Afrika.  Geh.
P’reis  60  Pf.

Schicars,  Dr.  B.,  Im  deutschen

Goldlunde-  Reisebilder  aus  dem

Geb.  P’reis  A  3,60.  *  Cu  5
Verlag  von  Hermann  Deters,
Berlin  W.  8

schen  icmnd  desctschen  Sprache

von  'I'hieme-  N#uss3  15.Anllage.

  34  Bogen.  Geb.  Mk.  2

Verl:  ig  von  IInendeke  &amp;amp;  E
in  llamburg.  (G

Unsere  Schutstracppe  in  Ostc2cifa.
  Von  Georg  Muercker,
T’r.  Lt.  im  Inf.  Regt.  No.  23.  chemal.
Ossiz.  d.  Schatztruppe.  Mit  34  Ilustr.
z.  T’h.  n.  Originalaulnuhmen  d.  Chetfs
liumsu.  220S.  80.  V.  erlug  von  Karl
Siegismund,  Berlin  W.  41.  4  3.—.

 

Suation  der  Kuiserlichen  Sechutztruppe
in  Deutsch-Ostafrika  u.  die  kriegerischen
  Operutionen  dusolet  wän
grend  der  Jnhre  1893  91.  75  Lef.

Verlug  von  .  S.  Aittler  &amp;amp;  Sohn.
Berlin  SWier.
Mriefnaken-hlems
i.  deutsch.,  engl.,  Irunz.,  itul.
u.  Span.  Sprache  seoreirrijed.
  Preiglage.  18mal  prä-(lrospekte
  grubeh  7

C.  F.  Lüccke,  Telpeis  (37)
        <pb n="843" />
        EIIIIIII
Gd.  Pschon.

IXIE  LI  Doutsohen  Kaisers.
Hof  lieferant  Sr.  Mal.  des  Kaisers  von  Oesterreich.

In  allen  überseeischen  u————

vorzoglich  bewährtes  Exportbier.

Alleinige  Depositäre  für  Export:

Paul  Ed.  Mölting  &amp;amp;  Co.,

Ordres  durch  europäische  Erxrporthävser  erbeien.

 

 

Zur  Heilung  der  Malaria

(Wechsel-  oder  Sumpfsleber)

wird  hierdurch  das  von  der

Chemischen  Fabrik  auf  Actien  (urm.  E.  Schering)  zu  Berlin

dargestellte
allen  rsrse  bestens  empfohlen.

(Salzsaures  Phenocoll)
EZinc  grosse  Reihe  italienischer  Acrzte,  u.  A.  die  Drs.

Alpertoni,  Trofessor  Cervello,  Dr.  Cucco,  IDr.  Dall

sessor  Mosso,  Dr.  Venturini  a  viele  andere  haben  mit  dem  nittel
üherre,schende  lleilerfolge  bei  Aulurin  erzielt.  Auch  Dr.  Ribet  in
Arze  (Algier)  und  Dr.  Dbupont  in  Bomn  thunten  ein  Gleiches;  Letzterer
  hnt  dic  ollizielle  Einreihung  des  Aledikuments  in  die  stuntlichen
Verschreiluungen  des  Kongostantes  vernnlusst.

#as  salzuaure  I’henocoll  eignet  sich  lerner  nuch  den  Feststellungen
von  ’rofessor  Aurtinez  A.  Wurgas  in  Barcelonn  zur  schnellen  und
sicheren  Heilung  des  Keuchhustens.

Man  wende  sich  wegen  des  Erhults  von  Phenocollum  hrdrochloricum,
wegen  Litteratur  und  Gebruuchsunweisungen  an  die  Vertreter  der  oben-Lenannten
  Firma,  nämlich:
llamburg:  Gebruden  Odenburg;

Barcelonn:  J.  Espi

London:  A.  &amp;amp;  M.  zunn.  Fk.  C.  9  und  10  St.  Mary-  at-  Mill;
Mosknn:  W.  Stirzwage  &amp;amp;  Co.

New-Tork:  Lehn  &amp;amp;  Fink,  128  Wllllam  Street;

Paris:  Mas  Frèes,  31  rue  des  petftes  éruries:

Rio  de  Jnneiro:  Magalhäes,  Luclus  &amp;amp;  Co.  Successores  de  —  4  Co.

In  olessor

48)

 

 

 

Engenn  Iralukrue-nsk
itlrrtnlaben  4-WP%

  ——  —
Jn  J(  —  ——

s———  ä—

1  as  ns  &amp;amp;  8  dhollwer

—
5  -*ii

.  "*

9
Inkn  eberg  —

 

EIII

 

Export-  Bier
Kaiser-Brauerei  elier  &amp;amp;  Co.  in  Bremen,

Steingut
der  Deutschen  Ingur  Aktiengesellschaft,
  vormals  Gebrüder  Hubbe,
Neuhaldensleben,  empf.  der  Vertreter
Julius  Schrader,  Hamburyg,

ir.  Reichenstr.  45.  #in)

 

 

*
-

Ernst  Kraft,
Hamburg,

Ferdinandstrasse  43,
übernimmt  jede  Commission  und
Spedition  nach  und  von

West-  und  Ost-Afrika

u  den  bllligsten  Bedincungen.
Telegramm-Adr.:  Afrikraft.

*  1.  .
Henses
Tonicum,

unschlbares  Schutz-  u.  Ieilmittel
aller  klimatischen  Allectionen  (elr.
Deutsche  Koloninl-  Zeitung  1878,
Ileit  20),  tansendluch  bewährt,  lielert
  als  Specialität
Apoth.  F.  E.  Bourquln,  Niesky,  0.-I.
Drucksachen  kostenfrei.  (9)

 
 

 

 

 

 

Tport  von

Rhein..  H#el  l.  Arveinen

unter  Guruntic.

Duhr  &amp;amp;  Co.,  Kiim“,

Königliche  Lof-Weinlieleranten.
Export-Preislislten  zu  Diensten.

 

 

Verlag  der  Königl.  Hofbuchhandlung
von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,
Berlin  SW.,  Kochstr.  68—71.

Handbuch

zur
Kufnahmefremder  Sprachen.
Im  Auftrage  der  Kolonial-Abtheilung
des  Auswärtigen  Amts
verfaßt  von
Georg  von  der  Gabelentz.
Preis  geb.  4  Mk.
        <pb n="844" />
        WOERMANN-LINIE.

Am  10.  Dezember:  P.  D.  „Lulu  Bohlen“,  Capt.  Brinkert,

nach  Madeira,  Klein-Popo,  Lagos,  Kamerun,  Fernando  Poo  und  den  Häfen
der  Südwestküste  Afrikas  bis  Ponta  Negra.

 

Am  15.  Lezember:  F.  D.  „Professor  Woermann“,  Capt.  Ramm,
via  Antwerpen  nach  Marocco,  den  Canar.  Inseln,  Gorée,  Dakar,  Rufisque,  Sierra
Leone  und  Sherbro.
Am  20.  Dezember:  P.  D.  „Hedwig  Woermann“,  Capt.  Henneberg,
nach  Conakry,  Monrovia,  der  Goldküste,  Togo,  Whydah  und  Kotonou.

Am  31.  Dezember:  P.  D  „Kurt  Woermann“,  Capt.  Fastert,
nach  Teneriffe,  Las  Palmas,  Gorée,  Liberia  und  den  Häfen  der  Südwestküste  Alrikas
von  Landana  bis  Loanda.
Atlle  Gdter  milssen  um  Tage  vor  dem  dbganpysdattm  bis  12  Uhr  mittags  Mnasseite  sein.

Näheres  wegen  Fracht  und  Passage  ertheilt  in  Hamburg  die  Woermann-Linie,  sowie  der  Schiffemakler
August  Bolten,  Wm.  Miller's  Nachfolger.  Admirnlitätstrasse  33/34,  und  wegen  Denutsch-Südwestafrika  die
Herren  L.  F.  Mathies  &amp;amp;  Co.,  Grimm  27.  12

 

Deutsche  Ost-  Afrika-Linie.
Vermehrte  Fahrten.  Dreiwöchentlicher  Betrieb.
Regelmäüssige  Postdampfer  -  Verbindung

unter  Vertrag  mit  dem  Deutschen  Relche
ZzZwischen

Hamburg,  Ostafrika  und  Transvaal

Amsterdam,  Lissabon  und  Neunpel  anlaulend.

 

Die  nächsten  fahrplanmässigen  Expeditionen  finden  statt:  ub  Unmburg  ab  Neupel
E.  P.  D.  „KOENIG“  (Doppelschrauben),  Capt.  Doherr  25.  November,  9.  Dezember,
R.  P.  D.  „GCENERAL“,  Capt.  Gaue  16.  Dezember,  30.  Dezember,
R.  P.  D.  „HERZOG“  (Doppelschrauben),  Capt.  v.  Issendorlf,  6.  Januar,  20.  Januanr.
R.  P.  D.  „ADMIRAL“,  Capt.  Weett  27.  Januar,  0.  Februnr,

nach  Tanga,  Dar-es-Salám,  Sansibar,  Mozambique,  Beira,  Delagoa-Bai  und  Natal.
Diese  Dampfer  nehmen  auch  Passagiere  und  Waaren  nach
Pangani,  Saadani,  Bagamoyo,  Kilwa,  Lindi,  Mikindani,  Ibo,  Quelimane,  Chinde,
Inhambane,  Mombassa  und  Lamu.

Ferner  regelmässig  alle  sechs  Wochen  Postdampfer  ums  Kap  der  gi#cten  Hohrieng
direkt  nach  Durban,  Delagoa-Bai,  Mes#nga,  Nossi  Bé.
--aüächste  Expedition:  P.  D.  „KAISER“,  Capt.  Stahl,  31.  Janunr  1897.  —
Die  Dampfer  Laben  vorzgliche  Elnzrichtungen  M#  Pussaotere  in  allen  Klassen.

Ferner  zwischen  Ostafrika  und  Bombay  regelmässig  alle  drei  Wochen  im  Anschluss
an  die  Hauptdampfer.

Näheres  ertheilt  in  Hamburg:  (20)
wegen  Passage  die  Hamburg-Amerikanische  Packetfahrt-Aktien-Gesellschaft,
sowie  wegen  Fracht  und  Passage  die

Deutsche  Oet-Afrika  -  Linie,

r.  Reichenstrasse  25/27.

 

 

*  Verantwortlicher  Redakteur  für  den  nichtamtlichen  Theil:  O.  Mertin  at,  Verlin.
Druck  und  Verlag  der  Königlichen  Hofbuchbandlung  und  Hofbuchdruckerei  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Verlin  S8W  12,  Kochstroße  66—71.
Ausgegeben  am  1.  Dezember  1896  um  6  Uhr  nachmittags.
        <pb n="845" />
        Deutsches  Kolonialblatt.

Amtsblatt  für  die  Schutzgebiete  des  Deutschen  Reichs.

Herausgegeben  in  der  Kolonial.

blheiluug  des  Auswärligen  Amis.

 

 

VII.  Jahrgang.  PHerlin,  15.  Dezember  1896.  Uummer  24.
Diese  Zeitschrift  Sheigt  in  der  Regel  am  I.  umnd  15.  S  M#nar--  Derielben  werden  als  s  die  u  eumal  vigrteliahrlih
rie  ienen  zi  ttheilungen  von  Fo  rolsendon  und  Golchrten  aus  den  doutschen  Schu  horausge  on  Dr.  Freih

.  Mr  vierteljährliche  Surprniewoer  für  das  Kolonialblatt  mit  den  suthlcn  aqt  beim  Bekue  Leo  B—  e  Pojt  und  dee
zungesn  Ml.  3.—,  direkt  unter  Stro  n##  urch  die  Ver-  rlagsbuchhandlung  Mt.  D  S#dl  d  und  Oester  eich.  Ungarn,  Ml.  3.75  für

die  Länder  —.  Ein  Sesnnh  bart  Anfragen  sind

Weltpo  ostvercin  ins.
(Ei

un  ꝛ  Sohn,  Verlin  SW  12,  Kochstrase  68—71,  zu  richten.

an

ie  Koni  ie  Honchha  ndlung  von  Er  1  Sießfried  Mittler
ngetragen  in  der  —  Preisliste  für  1897  —  Nr.  197

 

Inha  alt:  Amtlicher  Tteit:
truppen  in  Afrila  S.  768  k  der  im  Kalende
nach  dort  eingeführten  Waarenmengen  S.  763.  —  Verth
Ostafrika  am  31.  Oktober  1896  S.  764.  —  Personalien

Nichtamtlicher  Theil:
führer  Ramsay  aus  Udjidji  .  .
und  die  Begründung  einer  Station  in  Sann  S.  773
Garten  in  Victoria  S.  775.  Togo:  Misssenschaftli
Missionen  und  der  Antisklaverei-Bewegn
und  die  allgemeine  Lage  im  Britisch=  Earalchrikkh.  Protel
für  den  westlichen  Stillen  Ocean  S.  786.  —  Expedit
Ueber  das  Straußenzuchtunternehmen  in  iben  am
bewegungen  S.  790.  —  Ferlehrs-  Nachrichten  S

W  Verordnung,  betressend  Leltenge:  Vorschrift  für  die  Kaiserlichen  Schutzrjahre

  1895  aus  dem  Schutzgebiet  Togo  ausgeführten  bezw.
eilungsplan  der  Schutztruppe  und  Landespolizei  von  Deutsch-S.
  765.

Personal-Rachrichten  S.  765.  —  Deutsch-Ostafrika:  Berichte  vom  Kompagnie-7
  om  Kilimandie

aro  S.  773.  —  Ueber  einen  Zug  nach  der  Landschaft  Uhehe

zrerun:  eber  die  Faserpilanten  im  botanischen
iche  Sendungen  782.  Au  B  der
S.  782.  —  Aus  fremden  d  Ueber  den  Handel
torat  S.  784.  —  Verordnung  des  britischen  Oberkommissars
on  Hourst  S.  786.  Verschiedene  Mitthei  gung  z
Kimanbiaro  S.  v67.  —  Alleratur  S.  787.  —  Schiffs

 

790.  —  Anzeig

Amtlicher  Theil.

Gesehke;  Perordnungen  der  Reichsbehörden.

R’i  Ihren  Vortrag  genehmige  Ich  die  anl
truppen  in  Afrika.
truppe  für  Deutsch-Ostafrika,  die  vorläufige  Bekleidungsiegende?)

  Bekleidungs-  Vorschrift  für  Meine  Schutz-Gleichzeitig

  treten  die  Bekleidungs-  Bestimmungen  vom  4.  Juni  1891  für  die  Schutz=Vorschrift

  für  die  Schutztruppe  für  Südwestafrika  vom

2.  August  1894  sowie  alle  entgegenstehenden  Festsetzungen  über  die  Uniformirung  der  Schutztruppe  außer  Kraft.
Den  Reichskanzler  ermächtige  Ich  zu  Abänderungen  und  Ergänzungen,  welche  nicht  von  grundsätzlicher

  #eraung  sind.
Neues  Palais,  den  19.  November  1896.

8.)
An  den  Reichskanzler.

(Lez.)  Wilhelm  I.  R.
(ggez.)  Fürst  zu  Hohenlohe.

Statistik  der  im  Kalenderjahre  1895  aus  dem  Schutzgebiet  Togo  anusgeführten
bezw.  nach  dort  eingeführten  Waarenmengen.

 

 

 

A.  Ausfuhr  aus  Togo.
-  »  «-.3«--  Werth
Bezeichnung  der  Waaren  Kilogramm  Liter  n  Stück

a  Mark
Palmkerne  9.022  174  —  1  652  769
Palmö  —  2  901  731  —  1084  307
Gumm  67  498  —  306  123
Elfenbein  374  —  —  3  979
Felle  —  —  168  602
Kaffee  305  —  —  474
Kopra  850  —  —  187
Ebenholz  258  —  —  24
Zusammen  Mk.]  3048  465

 

Gesammtwerth  der  er  Ausfuhr  im  Jahre  183

mithin
*)  Die  Bekleidungs-Vorschrift  lag  der  Nr.  23  des

 

Mk.  2894  393
3048  465
1895  mehr

Kolonialblattes  bei.

Mk.  154  072
        <pb n="846" />
        —  764  —
b.  Einfuhr  nach  Togo.

 

 

 
   
  
  

 

 
  

 

 

 

l
Bezeichnung  der  Waaren  ailogramn  Liter  Meter  Stück  Verth
.
1
68  885  —  «  —  j  —  64  410
.  1876  —  Z  —  —  5722
.  231  526  —  —  —  628  962
473  —  —  —  6593
.  5980  —  ;  —  —  23  616
....  11055  —  —  —  3223
aller  Art.  —  1134  482  —  —  661  048
.wh  ...  —  42042  —  —  37957
.  HHH3  —  32214  —  —  508
und  sonstige  Verzehrungsgegenstände  157  837  —  —  —  110  991
..  ....  134  441  —  —  —  186  569
726  801  —  1  —  —  36
—  —  —  5704  54  470
10  068  —  —  3  —  16  495
9  988  —  —  i  —-  4321
.  .  106  160  —  —  «  —  64211
aus  unedlem  Metall.  20  506  —  —  —  21824
Metall  6  ke  600.  —  —  —  400
....  23  55  —  —  —  5678
816  689.  —  —  —  164  684
2493  —  —  —  11218
1211  —  —  —  8499
868  —  —  —
1216  —  —  —  3694
244  —  —  —  618
22  8607v.  —  —  —  29394
48  064  —  —  —  13  244
2  426  —  —  —  13  410
250  770  —  —  —  800
28  639  —  —  —  3  660
7796  —  —  -—-  7079
46  591  —  —  —  13  731
26  985  —  —  —  20  435
30  156  —  —  —  31  623
.......  28629.  —  —  —  1833
.......  1146  —  —  —  2215
Landbaues  35  190  —  —  —  7  086
......  265  —  —  118  466
—  —  1  —  «  16  10  128
Zusammen  Mk.  2363  822
Der  Werth  der  eingeführten  Waaren  betrug  im  Jahre  189344  .  .  .  .  Ml.  2240642
-  -  -  -  -  -  1895  2353  322
also  1895  mehr  .  Mk.  112  680

 

Vertheilungsplan  der  Schutztruppe  und  Landespolizei

Aumerkung:  k  hinter  dem  Namen  =  krank,  c  hinter  dem  Namen  —  kommandirt,

 

 

 

Nr.  2  Ob
derGarnison-  om-  Ober-  KomP  Lieu-  *  Ober-  Aerzte  Ober-  Feldwebel  Ser-  Unter-Kom-
  ort  deur  führer  nrer-  tenants  ärzte  7#  aa-  Fur  geanten  offiziere
qagnie  führer  5S  aspiranten  werker
I.  Schutztruppe.
—  v.  Langheld“v.  Beringe  Gaert-Dr.  8  Kieferle  Engel-  —  Benkewitz!  Ritter  #
Natz.]  Fischere  ESpoebache  mner!  Bludau  hardt  Meusere
Stab  [Darszes-Saläm  mer  Passavants  Dr.  uhl*  8
—
        <pb n="847" />
        —  765

Perspnalien.

Seine  Majestät  der  Kaiser  haben  Allergnädigst  geruht,  an  Stelle  des  unter  Belassung  des  Ranges
eines  Raths  erster  Klasse  in  den  einstweiligen  Ruhestand  versetzten  bisherigen  Gouverneurs  von  Deutsch-Ostafrika,
  Majors  à  la  suite  der  Armee  Dr.  v.  Wissmann  den  Obersten  und  Kommandeur  des  Grenadier-Regiments
  Prinz  Carl  von  Preußen  (2.  Brandenburgisches)  Nr.  12  Liebert  zum  Gouverneur  von

Deutsch-Ostafrika  zu  ernennen.

Seine  Majestät  der  Kaiser  haben  Allergnädi
Seiß  den  Charakter  als  Kaiserlicher  Regierungsrath

cst  geruht,  dem  Kanzler  von  Kamerun  Dr.  Theodor
zu  verleihen.

»  Dem  Premierlieutenant  Schlobach  in  der  Koaiserlichen  Schutztruppe  für  Deutsch-Ostafrika  ist  der
Königliche  Kronen-Orden  vierter  Klasse  verliehen  worden.

 

VVVVVVVVVVVVVVVYVVVYTYVYVTYVTYVYVYVYTYVVYVVYTYTYTYTYVYVVVVTYVVYVVVVVYVVVYVVTYVVVVVVVVVYTVVVVVV7YTY

Nichtamtlicher  Theil.

Perspnal-Zachrichten.
Deutsch-Ostafrika.

Der  kommissarische  Bezirksamtmann  v.  Elpons,
der  Gewerbelehrer  E.  Kuhn  und  der  Zollamtsassistent
  1.  Klasse  Michels  sind  im  September  in
Dar-es-Saläm  eingetroffen.  .

Der  Königlich  bayerische  Rechtspraktikant  Ziegler
ist  zur  Verwendung  als  kommissarischer  Bezirksrichter

dem  Kaiserlichen  Gouvernement  überwiesen  worden
und  tritt  demnächst  die  Reise  nach  Dar-es-Saläm  an.

 

Der  in  den  Dienst  des  Kaiserlichen  Gouvernements

  getretene  Civilsupernumerar  Geiseler  hat  die

Reise  nach  Dar-es-Saläm  angetreten.

Ramerun.

Der  dem  Kaiserlichen  Gouvernement  zur  Beschäftigung

  überwiesene  Gerichtsassessor  Glahn  ist  am
27.  Oktober  in  Kamerun  eingetroffen.

Der  Premierlientenant  v.  Brauchitsch  hat  Ende
Oktober  die  Leitung  der  Station  Edea  und  die  Geschäste

  als  Bezirksamtmann  für  den  Sannagabezirk

wieder  übernommen.

Der  in  den  Dienst  des  Kaiserlichen  Gouverne-=ments
  getretene  Schlosser  Püschel  ist  nach  Kamerun
abgereist.

Lüdwestafrika.
Der  Vorsteher  der  Bergbehörde  Bergreferendar
Duft  ist  mit  Urlaub  in  Berlin  eingetroffen.

Marsball  Inseln.
Dem  Sekretär  Senfft  ist  die  etatsmäßige  Stelle
des  Sekretärs  der  Kaiserlichen  Landeshauptmannschaft
in  Jaluit  übertragen  worden.

Der  Vorsteher  des  Bezirksamtes  Naurn  Jung
ist  von  einer  Urlaubsreise  auf  seinem  Posten  wieder
eingetroffen.

von  Deutsch-Ostafrika  am  31.  Oktober  1896.

 

 

 

hinter  dem  Namen  und  bei  den  Ziffern  =  siehe  Bemerkungen.

 

 

 

 

Armirung

 

Bemerkungen

 

 

 

·  is-  6  7  —
3  313  arbige
Ober-  Lazareth-  Etats-  3  7  l  –½  ——
lazareth-  maäßige  3512517—  ch  Askaris
gehülfen  itejeffendis  Ehar
gehülfen  Schreibers  6  gen  regu=  irre-.
  S  lläre  guläre
I.  Schutztruppe.
Weidner  Keewal  Feldwebell  —  Nickll?  —  —  —
iolland  Apelt
Unteroffiz
Triebel  x
Oberlazar,  1)  "„
Geh.  T
Sieler  "

 

 

 

 

 

 

 

1  Bootskanone  8  cm
5  Revolverkanonen

3,7  em.
1  Schnellladekanone
·  ,cm
41tal.Betggeschütze

,cm
4  Maschinengewehre
8  mm

 

*  Kompagnieführer  Langheld  ist
nach  Labora  versetzt

davon  2  an  die  Floklille  abgegeben

*  Dr.  Uhl  ist  zur  11.  Kompagn
versetzt
        <pb n="848" />
        Nr.

v
1

1
4
1I.
3

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1
.  .  —M  V
der  Garnison-Kom-Ober-Kom-  Lieus  Ober-  JZahl=  Ober  Ser-  Unterobr
  man-  pagnie-  E.  Aerzte  meister=  seuer=  Feldwebel  3
Kom-  ort  deur  führer  »  tenantözarzte  z,  «  geanten  offiziere
pagnie  führer  S  Z  asp  werker
Moschi  —  —  NSohannes  Merker——  Dr.  EggelllKörner  1—  —  Bartscher  —
1.  Kisuani  —  —  —  v.  Stuemer  —  —  —  —  —  —  —  Reisewitz
Marangu  —  —  —  —  ——  —  —  —-  —  Lembcke  —  —
ier-  Stephan
2.  Irenga  —  —  Prince  —  Z5  *  Stier=  —  Winkler  —  Spiegel  —  Hammer=8
  meister
Auf  dem  ronck  1  Langen-3.
  Marsche  nach  —  —  —  FVMW  ——  —  —  —  —  —  kemperBuchner
Irenga  oritz
Kielmeyer  „
Kilimatinde  —  —  —  Stadt-—-—  Dr.  Rein-  —  Tröger  Krauß#  Merkl  Witlowski
4  barrr  o  n
·  .-  Skiba
Mpapua  —  —  —  Glauning—  —  —  —  —  —  —  —  Schüt
Perondo  —  —  —  v.  Stocki—  —  —  —  —  —  —
Auf  Expedition  —  —iiisem–  —  —  —  —  —  —  —
ühehe  —  —  v.  Kleist"
5ä  ,  »  -.,  --.-..
STtorch
norren.  «  «  .««
«,,.,»  —  —  —  T4oyr  —  —  —  Pannewih]  Knaust
pleil  r.  Simon  Görn  Richter  Aus#mann
v.  Trotha
Lachen-6.
  Kilwa  —  —  —  Kuhlmann—  —  Ollwig  —  —  —  —  Liebhardt]  mair
Herdecke
l  -  .  Dr.  Dorner
7  Pangani  —  —  —  Brosig  —  Schreber-  —  —  —  Freytag  Lemke
indi  —  —  Engelhardt  —  —  Jahn
6.  Lindi  —  Albinus  —  JUr.  Verg  —  Sommer  Linge
....  .  J  ——  ..  Eritz  -  —  Ullmann
9.  Udjidji  —  —  Namsay]  Fonck  II  Hösemann  Fritsch  Köhler  Müller
10.  Tabora  —  —  —  Jany——  Dr.  —  8Jost  —  Markgraf  —  Matz
Drewes  Wulff
Bukoba  —  —  Herrmann  Kollmann  —  Zupia  —  Körner  L  —  —  Salomon  Peschke
11.  —————  —  –  sll2l“--1·  —  —  —  —  —  —
—  —  —  MWulsenll.  —  —  —  —  —  Wasie=  Schlee
Muanza  v.  Mulssen  lewski  Hoffmann
Graf  2
12.  Kilossa  —  —  —  Fuzgek  —-  Hossk-  —  —  —  —  Kersten
v.  Glött  oe
DAuf  Expedition  Trolha  —  —  —  ——  —  —  —  —  Kamp  —  —
Zusammen  1  1  6  24  111  13  1  7  1  7  13  25
        <pb n="849" />
        767

 

 

 

 

 

 

 

   
  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

—  —  —
T  T  I  «
Farbige
oberr2éEtais  321,„202  »
kazatetspWDNmäßigeZEZEZ  Chor-Agnus  Armirung  Bemerkungen
Ngehülfen  F6ffendi  «.,-,
eh  ber  52153  regu=  irregehülfen
  Schrei  **  zen  läre  guläre!  Art.  Depot:
1BerggeschutzG,  5ems  *  das  Bergge
»  schütz  wird  zur  Küst
—  Handfest  —  1  5  93.  11  Sintiede  lanone  2  b  z  S
qJJNN  „  —
mann  —.
Schnellladekanone
—  —  —  —  ä  1  20  3,7  em
1  ital.  Berggeschüß
zri  —  —  —  —  —  1  5  106  ‚7  em
Prinage  1  Maschinengewehr  mm
1  Maschinengewehr
—  Schuster  —  —  —  15—  1  8  122  —  8  mm  .
üal-  ..  »
III.fp...  —  —
*  —  F  1  Maschinengewehr  8mn  Prre  νν  d-  )
—  1  Schnellladekanone
Wiest  —  —  —  —  5  44  11  „7  cm
T&amp;amp;  1  Nordenfeltgeschütz
–  –  –  –  –qQ  1  —  5  39  2  —  rEs———2  mit  Besahnng
.  .«  —  —
s
—  —  *  tv.  Al
------  n  „  ——*
51  6  f  J  ·  Altachirie·
vo  n  der  Komp.  —  z  Chaig.  l  L
Scharfen-  —  6  2  45  7  —  1  —  *
—  berger  —  2  1  3  30  37  *x  .1..-·
Zusammen  3  En-  5  Vu
i  .·«.·  ..
—  Eisen  —  —  ——  1  8  9  —  3  leichte  Peggeschut.
Osfen=  *  2  Chargen,  26  Mann  bei  de
wlerr  —  —  1  4  57  25  —  5.  Komp.  Dar-es-Saläm
.  32  leichte  Feldgeschütze  s*  1  Mann  bei  der  5.  Kompagn
—  drigte—  —  —11  8  109  3  K73  Dar-es-Saläm  «
—  Pfeusser  —  —  5—  8  115  10  —
1  Schnellladekanone
imer  —  —.  —  *  ·-  —  ,cm  1  Lhat  e  bei  der  5.  Kompagr
—  Aimer  —  6  113  1  Schnellladekanone  Dar-  *  -Salat  #
4,7  cm
1  Maschinengewehr  «  leelll  wegen  Krankheit
Jurock*  Näwy  —  —  —  151  —  4  9r7  1  21  8  mm  "  Oba  b  46  v  f#ssgleichen
hujs  Mdnne
1  Schnellladekanone  *  Uffiz.  Soffmann  zwecks  Urlau
–  Herckert  –  —  —  517  51n  17  3,7  em  antruͤts  zur  Kuͤste  beordert
1  Schnellladekanone
&amp;amp;+C„  5  43“  —  47  em  *  2  Mann  bei  der  5.  Kompag
—  —  —  —  1  Naschinengewehrr  Dar-es-Saläm
rlits*’h
Sauer  2  —
*.  —  —  brey  57  2  51  —
5  12  3  —  I  2589313651141  36
        <pb n="850" />
        768

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

—12-Kom-
  Kom-  .  —  Zahl=  Ober-.
  Ob  Lieun  Ober-  Ser-  Unter-Garnisonort
  man-  Aührer  bagnie-  7*  7  är.  9  Aerzte  meister  euer-  Feldwebel  eanten  un  *
deur  h  führer  e  5  z  aspiranten  werker  1#—r
II.  Landespolizei.
Tanga.  —  —  —  —  —-—  —  —  —  —  —  Feldmann—
Nasinde  —  —  —  —1  ——  —  —  —-  —  HenkschecJaenle  —
Bangani  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  Grimm
zaadani  —  —  —  —  ——  —  —  —  —  —  —  —  Petrowitz
zagamoyo.  —  —  Leue  —  ——  —  —-  —  —  Krause  —  —
dar-es--Saläme.  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  Mutter  —  —
isali  —  —  —-  —  ——  —  —  —  —  —  —  Bittner
lilwa  —  —  Fi  —  —  —  —  —  —  —  —  —  Pfendtner
LOonde  —  —  —  —  —  —  —-  —  —  —  Lustig  —
indi  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —
Likindani  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  —  Hopp
angenburg  —  —  —  —  ——1)k.Meyer—  —  —  Haegele  —  —
Zusammen  —  —  2  —  ——  1  —  —  —  r  4  3  5
III.  Beurlaubt  nach  Europa.
Scherner  Charisius  Dr.  Stamm  WallnerFrahm
—  —  —  JPodlech  p.  Grawert—  Schwe-  —  —  eppe  —  Henschke  —
Fromm  v.  d.  Mar-  singer  Kuhnen  Kayser
witz  Zickenv.
  Wiss-  draht
mann
Zusammen  —  —  3  4  —  1  —  —  4  —  3  1  —
Kommandirt.
—  —  —  Fischer,  Charisius——  —  —Kuhnen  —  —  Meuser  Ritter
Berlin  rlum  nugW  zum  An  Gilken  n.  zum  Art.
—  Kosenbn.  wät  ernnt  Kommando  Depot
Schlobach  Abtheilung
Eisenbahn  ·
Kommando
Krank.
Rekapitulation.
I.  Schutztruppe.  1  6  24  1  1  3  1  7  1  7  13  25
I.  Landespolizei  .  —  —  2  —  —  —  1  —  —  —  4  3  5
I.  Beurlaubt  .-—  —  3.  4  —I  1  —  —  4  —.  3  1  —
—  1  Mn  238  1—.p.pÖö&amp;amp;.NQ-([[[  ½
        <pb n="851" />
        —  769  —

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

8  8
2*  S  8  J  b  «
Ober-  Lazareth-  Etats-  8  72  2  9|  arbige
lazareth=  mäßige  2  e  Askaris  Armirung  Bemerk
«  .  L  g--  -Clar-  .  ungen
gehülfen  gehüssen  Schrebe  FHffend  ham  regu=  irre-—
  6  läre  guläre
II.  Landespolizei.
Loegel  E  —  —  3  49  Kleichte  Ieeeschute
.
—  —  —  ————  —  15  —  —
—  5  —  4  Bootskanonen
J  —  —  ———  1  22  8  cm
l  -.  un
—  —  —  —  —  1  1  18  12  leichte  d  geschnbe
3  leichte  Feldgeschü  ———  —
—  Häcker  —  —  —  5  39  —  ich  i-  schütze
|  4  leichte  Feldgeschütze
—  —  —  —  —  —  1  2  58.  —  K/73
1  1  Revolverkanone  3,7m
——  —  ——  —  —
—  —  —  —  ———  5  39  —  —
—  —  —  —  —  U  —  —  14  —  —
T  —  —  —  ———  1  11  —  —
|  2  leichte  Feldgeschütze
Voellner  —  —  —  —  HII  -  —
1  26  K/73
—  Schmaus  —  —  ——  4  45  50  —
2  2  —  ———22434550  20  —  —
III.  Beurlaubt  nach  Europa.
Werner  Oberlaza-  Unruh  s
—  Schirple  #ethgehülfe  —4  ———  —  —  —  —
Herbsleb
2  1  —  l——  —  —  —  —
Kommandirt.
Krank.
Rekapitulation.
5  12  I  —  2  5  8  93  1365  141  36
2  2  —  —  ——  2  50  20
—1  2  1  [□—  1  1—  —  —  —  1  —
7  I  16  4  —  9  5  1  10  117/1710  191  1  56
        <pb n="852" />
        770

Nachrichten  aus  den  deulschen  Schukgebieten.

Deulsch  ·  Pstafrika.

Vom  Rompagnieführer  Ramsayh  sind  aus  Udjidiji
folgende  Berichte  über  seine  Ankunft  am  Tanganyika
und  seine  Bereisung  des  Nordostufers  des  Tanganyika
eingegangen:

Udjidji,  den  1.  August  1896.

Wie  ich  schon  früher  meldete,  bin  ich  mit  der
Udüdjiexpedition  nach  3½  monatlichem  Marsch  am
8.  Mai  hier  eingetroffen.

Der  sehr  alte,  leider  blinde  Wali  Msabah  ben

Yem,  ein  uns  unbedingt  ergebener,  seit  etwa
30  Jahren  hier  wohnender  Araber,  der  die  hiesigen
Verhältnisse  und  Land  und  Leute  um  den  Tanganyika
  herum  besser  kennt  als  irgend  ein  Anderer
und  zu  dem  die  Eingeborenen  großes  Zutrauen
haben,  hatte  zwei  geräumige  ganz  gut  erhaltene
Temben,  die  dem  bisherigen  Wali  von  Kambambarre

(Manyema)  gehören,  bereit  gehalten,  so  daß  die
Europäer  der  Expedition  gleich  Unterkunft  fanden.

Auch  die  Soldaten  konnten  leidlich  untergebracht
werden.  Beide  Temben,  die  nach  arabischer  Manier
innen  fast  ganz  dunkel  sind,  sind  inzwischen  umgebaut
  und  durch  Einsetzen  von  mehreren  Fenstern
und  Thüren  zu  leidlichen  Wohnungen  und  Magazinen
hergerichtet  worden.

Der  in  Angriff  genommene  Neubau  einer  ordentlichen
  massiven  Station  schreitet  gut  vorwärts,  da
ich  hier  eine  Anzahl  brauchbarer  Maurer  und
Zimmerleute  engagiren  konnte  und  ganz  in  der
Nähe  der  Station  ein  Sandsteinlager  gefunden  habe,
das  hier  Niemandem  bekannt  war  und  das  uns  jetzt
dic  schönsten  Bausteine  liefert.

Kalksteine  habe  ich  in  der  nächsten  Umgebung
noch  nicht  finden  können;  aus  den  in  großer  Menge
am  Strande  liegenden  Muscheln  wird  etwas  Kalk
gebrannt,  der  zum  Verputzen  benutzt  wird.  Sehr
störend  ist  der  gänzliche  Mangel  von  guten  Bauhölzern
  in  der  Nähe  der  Stadt;  dieselben  müssen
sehr  weit  mit  Dhaus  geholt  werden.

Die  unter  dem  Namen  „Udjidji“  bekannte  Stadt
mit  ihrer  30=  bis  40  jährigen  arabischen  Kultur  und
der  riesige  Tanganyika  mit  seiner  Meeresbrandung
machen  einen  großartigen  Eindruck,  der  reichlich  entschädigt
  für  die  vielen  Mühen  und  Strapazen  der
langen  Reise.  Das  fortwährende  Bransen  und
Rauschen  des  Sees  und  die  vielen  Fruchtbäume,  die
von  den  Arabern  hierher  verpflanzt  sind  (Mango,
Citronen,  Baummelonen,  Dattelpalmen,  Granatapfel,
Topetope  ꝛc.),  können  es  einen  vergessen  lassen,  daß
man  sich  im  Herzen  von  Afrika  befindet.  Die
Kokosnußpalme  wird  hier  durch  zahlreiche  Oelpalmen
vertreten;  hier  am  Ort  giebt  es  zwei  Kokosnußpalmen,
  die  recht  gut  gedeihen.  —  Eine  Stadt
„Ujidii“  giebt  es  eigentlich  nicht,  die  so  bezeichnele

Stadt  besteht  aus  den  zusammenhängenden  Orten:
Kassimbo,  welches  auf  dem  der  eigentlichen  Stadt
östlich  vorgelagerten  Höhenzuge  liegt  und  der  gesundeste
  Theil  zu  sein  scheint,  Bogogwa,  Kawele,
Ungoi,  wo  sich  der  Markt  befindet,  Rugunga,  Utarec,
Kascho  und  Urega.  In  diesen  zerstreut  liegen  die
sogenannten  „Campi“  der  Araber  und  Küstenleute:
der  Wali  wohnt  in  dem  höher  gelegenen  Kassimbo,
in  dem  auch  die  Station  gebaut  wird.  Die  ganze
Stadt  hat  eine  kolossale  Ausdehnung  und  mindestens
so  viel  Einwohner  wie  Tabora;  wenn  Letzeres  zunächst
  bevölkerter  erscheint,  so  liegt  es  daran,  daß
dort  fast  immer  sehr  viele  Träger  versammelt  sind
und  die  Stadt  belebt  machen.  Die  nächste  Umgebung
  von  Udjidji  ist  wie  diese  ganze  Landschaft
außerordentlich  stark  bevölkert.

Durch  das  Fallen  des  Tanganyika  ist  zwischen
der  Stadt  und  dem  See  eine  mehrere  Hundert  Meter
breite  Sandebene  (buga)  entstanden,  die  der  Station
als  Exerzirplatz  dient;  das  spärliche  Gras  derselben
dient  fast  dem  gesammten  Viehbestande  von  Udjidji
als  Weide.  Der  See  fällt  seit  zwei  Jahren  nicht
mehr,  einige  ganz  besonders  scharf  sehende  Leute
wollen  sogar  eine  kleine  Steigung  bemerkt  haben.

Die  durch  die  Zeitungen  gehende  Notiz,  daß
Udjidji  den  Eindruck  einer  großen  Ruinc  macht,  ist
durchaus  unzutreffend;  es  giebt  hier  nicht  mehr  und
nicht  weniger  Nuiuen  als  in  jeder  anderen  großen
Stadt  Afrikas.  Die  sehr  große  Tembe  des  Mohammed
ben  Chalfan-Rumaliza  ist  infolge  der  Faulheit  seiner
hiesigen  Vertreter  allerdings  ctwas  in  Verfall  gerathen;
  trotzdem  wohnt  jetzt  fast  die  halbe  Kompagnie
  in  ihr  und  sie  ist  mit  geringer  Mühe  wieder
in  guten  Stand  zu  setzen.  Die  große  Dhau  Rumalizas,
  in  der  400  bis  500  Menschen  Platz  hatten,
ist  von  der  Brandung  in  Trümmer  geschlagen
worden,  weil  sich  keiner  von  seinen  Leuten  darum
bekümmert  hat.

Welche  Macht  und  welchen  kolossalen  Einfluß
dieser  Rumaliza  hier  gehabt  hat,  davon  machen  sich
gewiß  diejenigen,  die  den  schmächtig  und  eigentlich
schwächlich  aussehenden  Araber  mit  den  kleinen
schönen  Händen  und  Füßen  an  der  Küste  kennen
lernen,  keinen  Begriff.  Trotzdem  er  seinen  Namen
in  weiten  Gebieten  zu  einem  gefürchteten  gemacht
und  großes  Unheil  angerichtet  hat,  ist  er  im  Allgemeinen
  hier  doch  sehr  beliebt.  Ihm  würden,  falls
er  hierher  zurückkommen  sollte,  alle  seine  alten  Leute,
das  sind  Tausende,  wieder  zuströmen.  Recht  beurtheilen
  können  nur  diejenigen  die  Macht  dieser
Araber,  die  Tippu  Tip  und  ähnliche  Leute  in  ihrer
Glanzperiode  im  Innern  kennen  gelernt  haben.

Die  Bevölkerung  der  Stadt  besteht,  abgesehen
von  den  eingeborenen  Wadjidji,  aus  Angehörigen
aller  afrikanischen  Stämme.  Es  ist  eine  ziemlich
        <pb n="853" />
        —  771  —

rohe  und  wüste  Gesellschast,  die  noch  nicht  ganz  die
Zeiten,  in  denen  der  Sklavenhandel  hier  im  höchsten
Schwunge  war  und  ebenso  wie  der  früher  sehr  bedeutende
  Elfenbeinhandel  große  Verdienste  abwarf,
vergessen  kann.  Sie  werden  sich  allmählich  auch  an
Zucht  und  Ordnung  gewöhnen  müssen.  Die  Polizeiabtheilung
  muß  deshalb  und  auch  der  großen  Ausdehnung
  der  Stadt  wegen  eine  starke  sein.

Die  Araber  und  die  anderen  Händler  in  Udjidji
sowie  die  Eingeborenen  haben  die  endliche  Begründung
  einer  deutschen  Station  am  Tanganyika  mit
Freuden  begrüßt,  weil  sie  nun  ein  Wiederaufblühen
des  Handels  erwarten.

Die  Belgier  haben  zur  Zeit  drei  Stationen  am
Tanganyika.  Mtoa  ist  die  Hauptstation  und  besetzt
mit  vier  Europäern  und  etwa  100  Soldaten.  Im
Süden  haben  sie  die  Station  Mpusto,  wo  ein  Europäer
  mit  wenigen  Soldaten  ist.  Die  dritte  Station
ist  am  Nordende  des  Tanganyika,  in  Uvira,  ganz  in
der  Nähe  unserer  Grenze;  die  Station  ist  besetzt  mit
zwei  Europäern  und  100  Mann  und  heißt  Unjamnjanda
  oder  Luwenga;  detachirt  von  hier  ist  ein
Posten  von  7  Mann  an  der  Lussisifähre.

Ich  bin  dabei,  die  zerstreut  wohnenden  Wabwari,
die  mir  wesentlich  intelligenter  und  bildungsfähiger
zu  sein  scheinen  als  die  Wadjidji  und  Warundi  und
aus  denen  sich  vielleicht  tüchtige  Soldaten  machen
lassen,  zu  sammeln  und  hier  in  der  Nähe  der  Station
anzusiedeln.

Alle  Sultane  und  Häuptlinge,  mit  denen  ich
durch  Boten  oder  sonst  welche  Gelegenheit  habe  in
Berührung  zu  treten,  sind  entweder  selbst  hergekommen
oder  haben  Abgesandte  hergeschickt.  Aus  allen  Theilen
des  sehr  stark  bevölkerten  Urundi,  aus  der  ganzen
Landschaft  Udjidji,  aus  Uvinsa,  aus  Ukaranga,  selbst
aus  einzelnen  Theilen  von  Uha  sind  Gesandtschaften
mit  zum  Theil  ansehnlichen  Elfenbeingeschenken  hier
gewesen.

Ganz  ablehnend  verhalten  sich  nur  die  beiden
Sultane  Mtan  und  Luassa.  Ersterer  wohnt  in
Uvinsa,  am  Malagarassi  und  an  dessen  rechtem  Nebenfluß
  Rutschugi,  Letzterer  wohnt  in  dem  an  Udjidji#
grenzenden  Theil  von  Uha.  Beide  sind  berüchtigte
und  gefürchtete  Straßenräuber,  deren  Rugarnga  lleinere
  und  unbewaffnete  Karawanen  übersallen  und
ausplündern.  Ich  habe  Beiden  noch  drei  Monate
Bedenkzeit  gegeben  und  werde  dann,  falls  sie  auf
ihrer  Weigerung,  sich  zu  unterwerfen,  beharren
sollten,  ihre  Bestrafung  vornehmen.  Beide  haben
nur  geringen  Anhang;  wahrscheinlich  hält  nur  ihr
böses  Gewissen  und  ihre  Furcht  sie  ab,  hier  zu
erscheinen;  man  muß  mit  diesen  Leuten  etwas  Geduld
  haben.  »

Die  französischen  Missionare  führen  Klagen  über
einige  Watonguesultane.

Der  Handel  von  Udjidji  ist  gegen  früher  er—
heblich  zurückgegangen;  der  Sklavenhandel  hat  ganz
aufgehört  und  der  Elfenbeinhandel  liegt  danieder,

 

seitdem  die  Belgier  die  Elfenbeinausfuhr  aus  ihrem
Gebiet  nach  dem  deutschen  Gebiet  nach  Möglichkeit
zu  verhindern  suchen.

Manyema  und  Uvira  sind  die  beiden  Hauptelsenbeingebiete;
  während  in  Manyema  fast  nur
Stoffe  (Salz)  zum  Elfenbeinhandel  gebraucht  werden,
sind  im  Norden  des  Tanganyika  (Uvira,  Usige,
Nordurundi)  nur  kleine  rothe  Perlen  (simsim)  verkäuflich,
  etwas  Kupfer  und  Messingdraht.

Der  zweite  und  außerordentlich  wichtige  Handelsartikel
  ist  das  weit  und  breit  berühmte  Salz  aus
Uvinsa.  Von  hier  wird  fast  ganz  Manyema,  die
ganze  West-,  Nord=  und  Ostlüste  des  Tanganyika,
ganz  Urundi,  ganz  Uha,  Uvinsa,  Ukaranga,  Utongue,
Ufipa,  Uniamwesi  bis  Tabora  hin  mit  Salz  versorgt.
  Das  Salz  wird  aus  Salzquellen  am  Rutschugi
  kurz  vor  seiner  Einmündung  in  den  Malagarassi
  und  an  diesem  selbst  als  fast  reines  Kochsalz
gewonnen.  Die  Angaben  über  die  jährlich  gewonnenen
  Salzmengen  gehen  weit  auseinander;  die
Angaben  der  intelligenteren  Leute  schwanken  zwischen
10  000,  50  000,  100  000,  500  000  vihiga;,  b.  h.
Lasten  von  25  bis  30  Pfund.  Jedenfalls  sind  es
ganz  ungeheure  Mengen.  In  der  Trockenzeit,  vom
Juni  bis  zum  Anfang  der  Regenzeit  (November)
strömen  an  dem  Rutschugi  Tausende  von  Menschen
aus  allen  Himmelsrichtungen  zusammen,  um  Salz
zu  kochen;  in  der  Regenzeit,  wenn  der  Rutschugi
steigt,  stehen  die  Salzquellen  unter  Wasser.  Bis
jetzt  erhoben  drei  Sultane  abwechselnd  —  jeder
zwei  Jahre  —  einen  Salzzoll  von  den  Eingeborenen.

In  der  Annahme,  daß  dem  Boden  entstammende
Reichthümer  Eigenthum  des  Staates  sind,  und  um
dem  Staat  Einnahmen  zu  schaffen,  habe  ich  im
Namen  des  Gouvernements  von  den  Salzquellen
Besitz  genommen  und  dort  den  Feldwebel  Köhler
mit  20  Askaris  stationirt.  Er  hat  den  Befehl
erhalten,  für  das  Gonvernement  eine  Salzsteuer  zu
erheben.

Wenn  vielleicht  in  diesem  Jahre  die  Salzgewinnung
  nicht  die  gleich  große  sein  wird  wie
sonst,  so  liegt  das  an  der  Furcht  und  dem  Mißtrauen
  der  Eingeborenen  vor  Neueinrichtungen  und
vor  der  Station.  Die  Salzkocher  werden  sich  aber
bei  richtiger  und  vorsichtiger  Behandlung,  die  ich
dem  Feldwebel  vor  allen  Dingen  zur  Pflicht  gemacht
habe,  bald  daran  gewöhnen,  die  Steuer  an  die
Station  abzuliefern,  zumal  sie  bisher  die  gleiche
Steuer  an  die  Sultane  haben  abliefern  müssen.

Ich  hoffe,  daß  durch  diese  Einrichtung  dem
Gonvernement  ein  sehr  bedeutender  Nußen  erwachsen
wird.  Die  ungefähre  Höhe  der  Einnahmen  wird
erst  nach  der  Salzkampagne,  wenn  ich  mich  so  ausdrücken
  darf,  zu  schätzen  sein.  Der  Vortheil  wird
noch  erheblich  größer,  wenn  es  gelingt,  das  Salz
den  Malagarassi  abwärts  nach  hier  zu  transportiren;
ich  hoffe  dann  auch  für  Udjidji  einen  lebhaften
        <pb n="854" />
        —  772

Handelsverkehr;  alle  Händler  müßten  dann  ihr  Salz
von  hier  holen.

Eine  regelmäßige  Postverbindung  mit  Tabora,

monatlich  zweimal,  ist  wie  befohlen
worden.  Da  die  Straße  durch  das  Gebiet  des
unbotmäßigen  Sultans  Mtan  noch  nicht  sicher  ist,
gehen  jetzt  immer  vier  bewaffnete  Postboten  zusammen.


eingerichtet

Sie  erhalten  als  Lohn  für  Hin=  und

Rückmarsch  je  ein  Gora  Gamti  =  7  Rupien  und

Wegzehrung  (Poscho).

Der  Gesundheitszustand  ist  ein  sehr  wenig  befriedigender;
  die  Europäer  und  Askari  haben  viele  und
heftige  Fieber,  was  bei  einem  Neubau  nicht  anders  zu
erwarten  ist.  Inwieweit  die  örtlichen  Verhältnisse  dabei
in  Frage  kommen,  wird  die  Zukunft  lehren.

Das  Klima  ist  im  Allgemeinen  sehr  angenehm;
eine  besondere  Hiße  verspüren  wir  eigentlich  nicht,
obwohl  jetzt  die  trockene  Zeit  ist,  dagegen  ist  es
morgens  empfindlich  kalt.  In  diesen  Monaten  wehl
regelmäßig  von  vormittags  9  bis  10  Uhr  bis
nachmittags  5  bis  6  Uhr  eine  starke  Süd=  und
Südwestbrise;  des  Abends  und  während  der  Nacht
bis  zum  anderen  Morgen  weht  eine  weniger  heftige
Ostbrise.

Am  24.  Juni  fuhr  ich  mit  30  Askaris,  dem
Unteroffizier  Ullmann  und  30  Trägern  in  der
schönen  Stationsdhau  von  Udjidji  ab.  Bei  dem
jetzt  herrschenden  starken  Süd=  und  Südwestwinde
kam  ich  nach  dreitägiger  schöner  Fahrt  in  Usige
bezw.  bei  dem  Sultan  Kiogoma  an.  Abends  wurde
an  einer  geschützten  Stelle  vor  Anker  gegangen  und
alle  Leute  wurden  an  Land  gesetzt,  um  bequemer
abkochen  zu  können.  Da  der  See  überall  bis  dicht
an  Land  sehr  tief  ist,  kann  die  Dhau  sehr  nahe  an
Land  heran  und  das  Aus=  und  Einschiffen  machte
keine  Schwierigkeiten.  Beim  Morgengrauen  ging
es  weiter,  zunächst  mit  dem  nachts  und  morgens
bis  9  und  10  Uhr  herrschenden  Ostwinde.

In  Kiogomas  Dorf,  wo  wir  famos  ausgenommen
wurden  und  riesige  Mengen  von  Lebensmitteln
(Bananen,  Schafe,  Ziegen,  Mehl,  Hühner,  Eier,
Honig  und  gute  Bananenpombe  Insogas)  bekamen,
schlichtete  ich  einige  schwebende  Streitigkeiten.

Am  28.  Juni  marschirte  ich  am  Tanganyika
entlang  nach  der  Grenzlandschaft  Kafagga  und
passirte  dabei  den  Punkt,  an  dem  Dr.  O.  Baumann
  bei  seiner  Nilquellen-Entdeckungsreise  den
Tanganyika  erreichte.

Auf  dem  Marsch  wurden  wir  von  mehreren
Hundert  bewaffneter  Warundi  und  von  dem  Sultan
(mami  =  König)  Kiogoma  begleitet;  die  ganze  Gesellschaft
  war  in  sehr  lustiger  Stimmung  und  während
des  ganzen  Marsches  wurde  gesungen  und  getanzt.
In  Kafagga  regiert  der  junge,  sehr  nette  Sultan
Tfimpa,  ein  Freund  des  Kiogoma;  Kafagga  wird
im  Westen  von  dem  Lussisi  begrenzt  und  ist  die
eigentliche  Grenzlandschaft;  hier  wiederholte  sich  der
großartige  Empfang.  In  dem  Dorf  des  Tsimpa,

6

dessen  Vater  auf  Anstiften  des  Sultans  Kianamsango

von  den  Belgiern  hingerichtet  worden  ist,  ist  ein

sehr  großer  Markt  (soko),  auf  dem  sich  täglich
morgens  und  abends  Hunderte  von  Männern,
Weibern  und  Kindern  versammeln  und  ihre  Bedürfnisse
  einkaufen;  feilgehalten  wird  Alles,  was  die
Leute  hier  zu  ihrer  Nahrung,  Kleidung,  zu  ihrem
Schmuck,  zu  ihrer  Arbeit  2c.  brauchen:  Palmöl,
Butter,  alle  Feldfrüchte,  Rindenstoffe,  Hacken,  Netze,
Ziegen,  Schafe,  Hühner,  Fische,  einheimische  Medikamente
  und  Gewürze,  Waffen,  kurz  Alles,  was  des
Negers  und  der  Negerin  Herz  begehrt.  Zahlung

wird  fast  ausschließlich  mit  kleinen  rothen  Perlen

(simsim)  geleistet.  Diese  Perlen  bilden  den  Hauptschmuck
  der  Warundimänner  und  Frauen  und  Manche

tragen  in  kurzen  und  langen  Ketten  um  den  Hals

 

 

 

und  um  Brust  und  Schultern  mehrere  Pfund  Perlen
am  Leibe.  Die  hellrothen  Perlen  sehen  übrigens
auf  den  blanken,  schwarzen  Körpern  ganz  nett  aus.
Zum  Detailhandel  werden  die  Perlen  auf  Fäden
gezogen;  eine  halbe  Armlänge,  die  einen  Werth  von
1  Pesa  hat,  heißt  Hembe  oder  Kute,  zehn  solche
Reihen  zusammen  10  Pesa  heißen:  Tschumi  oder
Fundo.

Außer  den  Perlen  tragen  alle  Leute  (Männer,
Frauen  und  Kinder)  an  Armen  und  Beinen  dicke
und  dünne  Messing-,  Kupfer=  und  Eisenringe,  die
mitunter  sehr  schön  gearbeitet  sind.

Urundi  ist  ein  Staatenbund;  alle  Sultanc  bezw.
Könige  (mami)  gehorchen  dem  obersten  Mami
Muéêsi.  Nach  dem,  was  ich  während  dieser  Reise
habe  in  Erfahrung  bringen  können,  lebt  der  Mussi:
er  wohnt  in  den  hohen  Bergen  östlich  von  Kiogoma
und  heißt  auch  Kissauv.  Mir  ist  gesagt  warden,
daß  Kiogoma  sehr  befreundet  mit  ihm  ist.

Vor  etwa  vier  Jahren  war  vom  Kivusee  ein
Mann  Kianamsango  mit  einem  kleinen  Anhang  von
Waniambungu  ins  Land  gekommen  und  hatte  sich
mit  Hülfe  des  Sultans  Russavia  von  Usumbura
zum  Sultan  gemacht,  dann  zum  Mussi  erklärt
und  nach  und  nach  einen  großen  Anhang  gewonnen.
Einige  Sultane,  wie  Tfimpas  Vater  und  Kiogomas
Bruder  von  Uramata,  wurden  auf  sein  Anstiften  von
den  Belgiern  aufgehängt;  das  Land  derselben  nahm
er  in  Besitz  und  vertheilte  es  an  seine  Söhne,  Verwandten
  und  Waniamparas.  In  den  vier  Jahren
hat  Kianamsango  21  große  Elfenbeinzähne  an  die
Belgier  abgeliesert,  um  sich  deren  Freundschaft  und
Unterstützung  zu  sichern.

Von  allen  Seiten  wurde  ich  gebeten,  den  gefürchteten
  Psendo-Mucsi  Kiniamsango  aus  dem
Lande  zu  jagen.  Ich  habe  es  auch  gethan  mit
Hülfe  der  Sultane  Kiogoma,  Tfimpa,  Kakale  von
Uganda  und  einigen  anderen,  die  in  Summa  mit
etwa  1000  Kriegern  mitzogen.  Den  richtigen  Mussi
hatte  ich  benachrichtigen  lassen.  Vor  dieser  großen
Macht  hielt  natürlich  Kiniamsango  nicht  Stand  und
floh;  damit  war  der  Zweck  erreicht.  Sein  Vieh
        <pb n="855" />
        habe  ich  zum  Theil  den  befreundeten  Sultanen  geschenkt,
  um  deren  reduzirten  Viehbestand  aufzubessern,
zum  größten  Theil  (65  Stück)  nach  Udjidji  gebracht.

Als  das  Dorf  Kianamsangos,  das  auf  dem  hohen
Kagungaberge  lag,  abgebrannt  wurde,  zeigten  uns
Feuersäulen  im  Osten  an,  daß  die  Krieger  des  richtigen
  Mucsi  von  ihren  hohen  Bergen  herab  kamen,
um  auch  gegen  Kianamsango  zu  kämpfen.  Ich  hoffe
durch  diesen  kleinen  unblutigen,  aber  wegen  der  hohen
Berge  sehr  anstrengenden  Kriegszug  die  Ordnung  in
dem  wunderschönen,  stark  bevölkerten,  reich  bewässerten
und  gut  angebauten  Urundi  wieder  hergestellt  zu
haben.  Die  von  Kianamsango  vertriebenen  Sultane
oder  deren  Nachfolger  habe  ich  wieder  in  ihre
Landschaften  eingesetzt.  In  ihrer  Dankbarkeit  für
die  Befreiung  von  dem  gefürchteten  Kianamsango
brachten  die  Warundi  ungeheuer  viel  Lebensmittel  an.

Von  Kafagga  bin  ich  drei  Tage  lang  den  Lussis,
der  ein  sehr  bedeutender,  mit  Mtumbis  weit  aufwärts
  befahrbarer  Fluß  ist,  aufwärts  marschirt.
Der  Lussisi  hat  recht  bedeutende  und  viele  Zuflüsse
aus  den  Urundibergen;  ich  glaube,  daß  er  dem
Tanganyika  mindestens  ebenso  viel  Wasser  zuführt,
wenn  nicht  mehr,  wie  der  Malagarassi.  Das
Lussisithal  ist  eine  kolossale,  fast  baum=  und  strauchlose
  Ebene,  die  man  meilenweit  übersieht  und  die
sich  ganz  allmählich  nach  Norden  zu  erhebt.  Nördlich
  von  der  Landschaft  Kafagga,  durch  den  Mpandafluß
  getrennt,  liegt  die  Landschaft  Uringa  und  nördlich
von  dieser  die  Landschaft  Uramata,  wo  jetzt  wieder
Kiogoma  regiert.  Bis  nach  Uramata  hin  erstrecken
sich  die  Ansläufer  der  Urundiberge,  die  nach  Norden
zu  immer  höher  werden.  Weiter  nördlich  schließen
sich  dann  an  die  Landschaften  Uvinku,  Uha#ra  und
Uganda,  letztere  dem  Sultan  Kakale  gehörig.  Diese
ganze  Gegend  ist  sehr  reich  au  Elefanten.  In
Uganda  erreichte  ich  den  nördlichsten  Punkt  dieser
Reise;  von  da  südöstlich  und  südlich  durch  die
Gebirgslandschaften  (Uganza  und  Muramba)  marschirend
  kam  ich  am  8.  Juli  in  dem  Flußthal  des
Njawuriga  auf  die  Baumannsche  Route.  Am
anderen  Tage  verließ  ich  dieselbe  kurze  Zeit,  um  den
Kagungaberg  zu  erklettern,  und  kam  dann  wieder
auf  dessen  Route  in  Russavias  Land  Usumbura,  wo
jetzt  der  Sohn  Russavias  Mbakkanie  herrscht.

Der  von  mir  bereiste  Theil  von  Urundi  ist
wundervoll.  Die  Thäler  sind  von  einer  großartigen
Fruchtbarkeit;  die  Berge  selbst  sind  bis  an  ihre
Gipfel  mit  Bananen  2c.  bepflanzt.  In  den  Bananenhainen
  liegen  zerstreut  die  runden  Hütten  der
Warundi.  Der  gute  Boden  mit  der  reichlichen  Bewässerung
  läßt,  glaube  ich,  jede  Kultur  zu.

Im  Ganzen  erinnerte  mich  dieser  Theil  von
Urundi  mit  seiner  sehr  zahlreichen  harmlosen  Bevöllerung,
  seiner  Fruchtbarkeit  und  seinen  Bananenwäldern
  sehr  an  das  Kondeland  am  Nordende  des
Nyassa.  Die  Warundi  sind  meist  schöne,  schlanke
Gestalten;  jeder  Mann  ist  bewaffnet  mit  einem

 

773

langen  Speer  und  einem  langen,  dolchartigen  Messer,
das  in  einer  mit  Messing=  und  Eisendraht  sehr
künstlich  beflochtenen  Holzscheide  steckt  und  an  einer
Strippe  über  einer  Schulter  getragen  wird.  Man
sieht  nur  Rindenstoffe  als  Bekleidung.  Die  regierende
  und  besitzende  Klasse  sind  die  Watussi,  die
mit  ihren  feinen,  schmalen  Gesichtern  sofort  auffallen
und  an  Somali  erinnern.

Von  Kiogomas  Dorf  (Landschaft  Usige)  bin  ich
dann  in  zehn  äußerst  beschwerlichen  und  anstrengenden
  Märschen  am  See  entlang,  um  dessen  Ufer
aufzunehmen,  nach  Udjidji  zurückmarschirt,  überall
von  den  Warundi  und  Wadjidji  reichlich  mit  Lebensmitteln
  versehen.

Ueberall  passirte  ich  große  Oelpalmenanpflanzungen;
  die  Oelpalme  gedeiht  vorzüglich  und  verbreitet
  sich  sehr.

vom  Kilimandjaro.

Nach  einem  Telegramm  aus  Dar-es-Saläm  hat
die  von  dem  Stationschef  am  Kilimandjaro,  Kompagnieführer
  Johannes,  aus  Anlaß  der  kürzlichen
Ermordung  von  zwei  deutschen  Missionaren  unternommene
  Strafexpedition  vollen  Erfolg  gehabt.  Die
an  dem  Ueberfall  betheiligten  Landschaften  Meru  und
Groß-Arusha  sind  gezüchtigt  und  vollkommen  unterworfen
  worden.

Ueber  einen  Sug  nach  der  Landschaft  Ubehe  und  die
Begründung  einer  Station  in  Kuirenga
ist  vom  Kompagnieführer  Prinre  folgender  Bericht
eingegangen:
Lager,  zwei  Stunden  östlich  Iringa,
den  20.  September  1896.

Dem  Kaiserlichen  Gouvernement  melde  ich  gehorsamst,
  daß  ich  in  drei  Etappen,  je  sieben,  zwölf
und  zwanzig  Stunden  von  Perondo  (letztere  noch
acht  Stunden  südlich  Iringas),  unter  jedesmaligem
Bau  eines  befestigten  Magazins  —  1200  Lasten
mit  acht  Europäern,  170  Soldaten,  800  Trägern

und  Boys,  zwei  Maxims,  ein  Berggeschütz  bis  zum

20.  August  nach  Iringa  vorgeschoben  habe.

Von  vornherein  ließ  der  Qugwas),  der  alle
meine  Boten  unter  Todesdrohungen  zurückgejagt  hatte,
uns  durch  bewaffnete  Wachen.  beobachten  und
zwang  mich  dadurch,  in  größter  Kampfbereitschaft  zu
marschiren:  Soldaten  geschlossen  vorn,  im  Abstande
dahinter  im  großen  Klumpen  die  Träger  und  sonstige
Nichtkombattanten.

Unterwegs  und  in  Iringa  absoluter  Kriegszustand:
  kriegstanzende,  uns  verhöhnende  Wachen,
Posten,  die  in  iblicher  Weise  vor  uns  zurückfielen;

*)  Oberhäuptling  der  Wahehestämme.
        <pb n="856" />
        —

—  6

Weiber,  Nichtkrieger  in  den  Bergen  versteckt;  sämmtliche
  Krieger  im  Kriegslager  südwestlich  Iringas
um  Quawa  konzentrirt.

Eine  halbe  Stunde  vor  Iringa  zogen  sich  die
Patronillen,  als  ich  Schauri  anzuknüpfen  versuchte,
johlend  in  die  Stadt  zurück;  hinter  den  Mauertrümmern
  und  Büschen  westlich  derselben  lanerlen
bewaffnete  Abtheilungen.

Trotzdem  hielt  ich  die  Truppe  zurück,  mußte
jedoch,  um  Schauri  zu  ermöglichen,  selber  unbewaffuct
und  allein  an  die  Krieger  herangehen,  an  dieser
Stelle  theilweise  „Gesandte“,  die  vor  Kurzem  noch
in  Dar-es-Saläm  und  Kilossa  gewesen.

Ich  habe  alles  Friedliche  versucht.  Zehntägige
Schauris  blieben  erfolglos.  Der  Quawa  schickte  eine
Menge  aufgeputzte  Wassagira,  durch  die  er  Zeug
und  Gewehrc  „erbitten“,  mir  den  baldigen  Abmarsch
aus  Uhehe  anheimstellen  und  seine  Erlaubniß  zur
Stationsanlage  unweit  Marore  (eine  Dornenwüste)
übermitteln  ließ.

Auf  die  von  mir  zur  Beseitigung  seines  angeblichen
  Mißtrauens  vorgeschlagene  Blutsfreundschaft
verzichtete  er;  sein  Vater  habe  auch  nicht  mit  Europäern
  verkehrt.

Meine  Erlaubniß,  für  seine  Person  fern  zu
bleiben  und  zum  Verkehr  mit  mir,  bis  er  sich  von
europäischer  Loyalität  überzeugt,  sich  vermittelnder
Wassagira  zu  bedienen,  nahm  er  scheinbar  an.  Ich
ließ  eine  für  Station  günstige  Stelle  zwei  bis  drei
Stunden  östlich  Iringas  erkunden  und  schaffte  die
vielen  Lasten  dahin.  Während  er  aber  die  Rückkehr
der  Leute  bis  zum  31.  versprach,  schaffte  er  Weiber
und  Vieh  derselben,  theilweise  mit  Gewalt,  nach
dem  35  Stunden  entfernten  Ubenalande  und  schickte
mir  erst  dann,  wie  zum  Hohne,  Kilossaboten  zu,
die  jene  Station  am  3.  August  mit  der  Post  des
Kaiserlichen  Gouvernements  über  Iringa  an  den
Lieutenant  Graf  Fugger  gesandt  und  die  er  seit
dem  8.  August  festgenommen  hatte.  Ich  erwähne
noch,  daß  die  vom  Araberwali  Kondoas  seinerzeit
gehißte  Flagge  an  einem  krummen  Holze  weit  von
der  Residenztembe  in  kothigem  Gebüsch  wehte,  während
  auf  dem  eigentlichen  hohen  Flaggenhügel,  den
der  Quawa  vor  seiner  Tembe  hat  aufwerfen  lassen,
ein  Geschützsattel  der  Zelewskiexpedition  prangte.

Als  mittags  des  31.  Ueberläufer,  deren  Weiber
gebunden  fortgeschleppt  worden  waren  und  die  selber
wegen  Verdachts  der  Friedensliebe  hatten  getödtet
werden  sollen,  zu  mir  flüchteten,  marschirte  ich  augenblicklich
  mit  fünf  Europäern,  113  Mann,  zwei
Maxims  ab,  sprengte  gleich  vier  Stunden  westlich
Iringas  ein  gut  ausgebautes  Lager  von  mindestens
6000  Mann  (der  äußere  Doppelhüttenring  hatte
allein  1600  Schritt  Umfang),  jagte  sie  in  die  wildeste
  Flucht,  schloß  sofort  energische  Verfolgung  der

Hauptspuren  an,  lagerte  am  1.  September  in  der

Haupttembe  Mpangires,  Bruders  des  Quawa,  passirte
am  2.  September  in  Mbueni  zwei  weitere  Lager  für
je  700  bis  1000  Mann,  Ubenakontingent,  war  am

74

Vormittag  des  3.  September  in  Kidunda,  riesige
Haupttembe  (etwa  3  km  Umfang)  des  Quawa  in
Ubena  fast  40  Stunden  südwestlich  Iringas,  schickte
hier  die  Truppe  in  verschiedenen  Abtheilungen  los
und  hatte  bis  zum  Abend  des  4.  September  über
2000  Stück  Vieh  aufgespürt  und  erbentet.

Hierbei  ist  es  zu  einseitig  blutigen  Zusammenstößen
  zwischen  Wahehe  und  Truppe  gekommen;  die
Schnelligkeit  unserer  Märsche,  die  völlig  überraschenden
  Angrisse  jagten  dem  numerisch  kolossal
überlegenen  Feind  panischen  Schrecken  ein.

Damit  war,  obgleich  ich  es  damals  nicht  wissen
konnte,  die  Angelegenheit  in  der  Hauptsache  erledigt.

Schon  von  Perondo  aus  hatte  ich  Station  Langenburg
  mitgetheilt,  daß  Gerüchte  gingen,  der  Quawa
wolle,  wenn  er  hier  nicht  reüssire,  im  Süden  Ubenas
ausbrechen  und  sich  mit  Mharule  (Magwangwara)
vereinigen,  mit  welchem  er  seit  Jahr  und  Tag
Gesandtschaften  und  Geschenke  (Elfenbein,  Vieh)  ausgetauscht
  hat.

Noch  am  24.  August,  also  während  meiner
Iringaverhandlungen,  sind  zwei  Wassagira  mit
Elfenbein  über  Mbyeras  zu  Mharule  abgegangen,
um  Unterstützung  gegen  uns  in  Ubena  zu  erbitten
und  mitzutheilen,  daß,  wenn  der  Kampf  ungünstig
ausfiele,  Quawa  mit  Kind  und  Kegel  des  reinen
Wahehestammes  zu  ihm  auswandern  würde.

Ich  hatte  am  6.  August  auf  zwei  verschiedenen
Wegen  Botschaft  an  Langenburg  geschickt,  mit  der
Bitte,  einen  Europäer,  dreißig  Hinterlader  an  der
Durchbruchsstelle  zu  posliren,  wohin  ich  gleichzeitig
Kiwanga  mit  fünf  Soldaten  und  einigen  Hundert
seiner  und  Jagamangas  Leute  als  Wache  entsandte.
Desgleichen  bat  ich,  die  Küste  des  Nyassa  zu  überwachen,
  da  die  Wangoni  des  Tutu  auf  englischer
Seite  mitbetheiligt  sein  sollten;  ebenso  bei  Mharule
durch  Raschid  bin  Massand,  an  den  ich  gleichfalls
Warnung  für  ersteren  richtete,  Schritte  zu  thun.

Da  ich  von  Langenburg  nichts  hörte,  wiederholte
ich  am  6.  September  von  Ubena  aus  jene  Bitte  in
Form  einer  Requisition  und  schickte  Antrag  nach
Kilimatinde  um  1  bis  2  Europäer,  60  Mann,
1  Maxim.  Ich  selber  sandte  gleich  Lieutenant  Graf
Fugger  mit  1  Unteroffizier,  38  Mann,  1  Maxim
in  die  Durchbruchsgegend.  Mit  dem  Rest  der
Truppe  trieb  ich  das  Vieh  unter  großen  Schwierigkeiten
  bis  Mbueni,  20  Stunden  westlich  Iringa,
wohin  ich  den  Feldwebel  Spiegel  mit  30  noch
marschfähigen  Soldaten  aus  Iringa  kommen  ließ.
Während  ich  am  15.  Lieutenant  v.  Stocki  mit
Arzt  Dr.  Stierling  und  52  Mann  ebenfsalls  in
die  Durchbruchsgegend  sandte,  trieb  ich  mit  Feldwebel
  Spiegel,  Unteroffizier  Hammermeister,
1  Magxim  und  dem  Rest  der  Mannschaft  das  Vieh,
zu  dem  noch  einige  Hundert  hinzugekommen,  eiligst
nach  Iringa,  um  die  Verhältnisse  daselbst  zu  erfahren.
Am  17.  erhielt  ich  über  Perondo,  Iringa  Mittheilung
  Langenburgs,  daß  meinen  Bitten  Folge
geleistet  sei:  Wache  am  Ameliabai  Feldwebel  Hägele
        <pb n="857" />
        mit  12  Regulären,  30  Irregulären,  1  Maxim  seit
dem  1.  September  bei  Mbejeras.  Am  selben  Tage
erhielt  ich  Gonvernements=  und  Kommandobefchl  betreffend
  Entsendung  des  Detachements  Kleist.

Am  18.  traf  ich  im  Lager  östlich  Iringa  ein.
Vor  Iringa  kamen  die  Wassagira  der  Südhälfte  der
Stadt,  die  vollzählig  zurückgekehrt,  mir  entgegen.  Bis
heute  strömen  Wassagira  des  Quawa  zu  Dutzenden,
Leute  zu  Hunderten  herbei,  die  schon  während  meiner
Abwesenheit  theilweife  zum  Feldwebel  Spiegel  gekommen
  waren,  infolgedessen  bin  ich  mit  Unterwerfungsschauris
  derart  in  Anspruch  genommen,  daß
ich  viele  Quawa  und  die  Wahehe  beleuchtende  Einzelheiten
  weglassen  und  das  Kaiserliche  Gouvernement
bitten  muß,  geneigtest  vorerst  die  nachfolgende  kurze
Angabe  der  weiteren  zu  treffenden  Maßregel  ohne
ausführliche  Begründung  derselben  gelten  zu  lassen,
zumal  Feldwebel  Spiegel  vom  perniziösen  Fieber
her  schwache  Augen  hat,  deshalb  beim  Schreiben
nicht  helsen  kann,  während  Unteroffizier  Stephan
seit  fast  vier  Wochen  Lungenentzündung  hat.

Bis  jetzt  ist  Alles  über  meine  Hoffnung  hinaus
Hünstig  abgelaufen.

Durch  unsere  Gewaltmärsche,  urplößliche  Angriffe
  in  winzigen  Trupps  und  das  lobenswerth
prompte  Handeln  der  Station  Langenburg  und  des
Kiwanga  sind  wir  dem  Quawa  zuvorgekommen  und
haben  den  Wahehe  Respekt  eingejagt.  Quawa  wäre  für
die  Magwangwara  der  Funken  im  Pulverfasse  geworden.
  Die  gefährliche  Verbindung  ist  durchkreuzt,
die  Auswanderung  einer  bedeutenden,  viehreichen
Menschenmenge  aus  Uhehe,  die  mögliche  Uebersiedelung
  in  ausländisches  Gebiet  sind  verhindert.
Der  Glaube  der  Wahehe  an  den  Quawa,  der  nicht
einmal  sein  Vieh  sichern  könne,  ist  zertrümmert;  die
kompakte  Organisation,  welche  die  Wahehe  mit  ihren
Tributären  gefährlich  machte,  ist  gelockert.  Die
Leute  fallen  allerorten  von  ihm  ab,  zwei  Drittel  der
Bevölkerung  Iringas  ist  da,  östlich  Jringas  bis  zum
Ruaha  sitzt  wieder  Jedermann  an  seiner  Scholle.
Die  Nicht-Wahehe  bitten  um  Einsetzung  stammverwandter
  Chefs,  die  Wahehe  wollen  weder  vom
Quawa  noch  von  seinem  Bruder  Mpangire  für  das
Gebiet  Uhehe  selbst  etwas  wissen.  Sie  äußern  für
Neger  überraschend  klare  Begriffe  organisirter  Regierung
  und  wollen  für  Ubena  als  Oberhaupt  Merere
haben,  und  drei  andere  Sultane  (selbständig  nur
unter  Station)  von  Ubena  bis  Marore  haben.  Die
Wandongwe,  ein  zahlreicher  Stamm  südöstlich  Iringas,
wollen  Msattima,  Sohn  ihres  letzten  eigenen  Chefs,
der  zur  Zeit  in  Ugogo  weilt,  als  Sultan  haben  rc.

Zur  Zeit  ist  es  natürlich  viel  zu  früh,  definitive
Entschlüsse  zu  fassen,  feste  Programme  aufzustellen.
Vorläufig  habe  ich  in  Iringa  selbst  einen  Ober-Msagira
  eingesetzt  und  einen  anderen  Msagira  zur
Wahrnehmung  des  Quawaschen  persönlichen  Besitzes
an  Temben,  Schamben,  Sklaven  2c.  bestimmt.  Sein
Vieh  wird  mir  von  den  Wassaglra,  die  es  bis  jetzt
gehütet,  stellenweise  angezeigt.  An  die  Elfenbeinfrage

 

775  —

will  ich  noch  nicht  herangehen.  Im  Uebrigen  bleibt
die  Wassagira-Wirthschaft,  die  gut  zu  funktioniren
scheint,  so  wie  sie  bisher  gewesen,  vorläufig  bestehen.
Nach  Beruhigung  des  ganzen  Gebiets,  d.  h.  in
spätestens  zwei  Monaten,  habe  ich  eine  Generalversammlung
  der  Wassagira  in  Aussicht  gestellt,  bei
der  alles  Einschlägige  zur  Sprache  kommen  soll.

Ramerun.

Ueber  die  Faserpflanzen  im  botanischen  Garten
in  Victoria

liegt  folgender  Bericht  von  dem  Leiter  des  Gartens,
Dr.  Preuß,  vor:

Der  Versuchsgarten  in  Victoria  enthält  an
„Faserpflanzen“  in  umfassenderem  Sinne:  Baumwolle:
  Gossypium  barbadense,  Ramie:  Bochmeria
nivea,  Bogenstranghanf:  Sanscviera  guineensis  und
S.  latifolia,  Mauritiushanf:  Fourcroya  gigantea,
Agave  rigida,  Ananassa  sativa,  Musa  sapientium
  und  M.  paradisiaca,  Pandanus  utilis,
Sechium  edule,  Arenga  saccharifera,  Thrinax
argentea,  Chamaerops  excelsa,  Cocos  nucilera,
Raphia  vinifera,  Elaeis  guineensis,  Erioden--dron
  anfractuosum,  Bombax  Buonopozense,
ferner  wildwachsend  eine  Malvacce  und  eine  schlingende
  Menispermacee,  welche  beide,  die  erstere
von  der  Landbevölkerung,  die  letztere  von  den  Fischern
zur  Anfertigung  von  Tragbändern  und  Leinen  allgemein
  benutzt  werden.

Alle  die  genannten  Arten  gedeihen  gut,  zum
Theil  vorzüglich.  Trotzdem  ist  noch  mit  keiner  von
ihnen  ein  nennenswerther  Kulturversuch  gemacht
worden.

Der  Grund  dafür  liegt  in  erster  Linie  darin,
daß  die  Plantagenwirthschaft  in  Kamerun  trotz  der
günstigsten  Vorbedingungen  in  Bezug  auf  die  Bodenverhältnisse
  vorläufig  noch  ganz  unentwickelt  ist,  denn
es  existiren  überhaupt  erst  drei  größere  Plantagen.
Es  herrschte  bisher  ein  für  Kenner  des  Landes  ganz
unbegreifliches  Vorurtheil  gegen  Kamerun  in  Deutschland,
  welches  allerdings  durch  das  geringe  Prosperiren
  der  zuerst  angelegten  Pflanzungen  oder  durch
ein  völliges  Mißlingen  der  ersten  Versuche,  deren
Gründe  den  Meisten  unbekannt  geblieben  sind,
gewissermaßen  gerechtfertigt  erschien.  Ueber  dieses
Vorurtheil  ist  man  jetzt  allerdings  Olücklicherweise
gründlich  hinweggekommen.  Es  sind  mehrere  große
Pflanzungsunternehmungen  in  der  Bildung  begriffen.
Ob  man  aber  die  Kultur  von  Faserpflanzen  ins
Auge  fassen  wird,  ist  mir  zunächst  noch  sehr  zweifelhaft,
  denn  es  sprechen  da  verschiedene  Faktoren  mit:
Bodenbeschaffenheit,  Bearbeitung  des  Bodens,  Arbeiterfrage,
  Klima,  Rentabilität  2c.

Wer  in  Kamerun  Plantagen  anlegen  will,  wird
sich  dazu,  abgesehen  von  einer  guten  Lage  an  der
See,  an  einem  guten  Hafen  und  an  fließendem
        <pb n="858" />
        Wasser,  zunächst  den  besten  Boden  aussuchen,  das
heißt  das  Gebiet  des  Kamerungebirges.  Dieser
Boden  ist  aber  überall  mehr  oder  weniger  steinig,
so  daß  eine  Bearbeitung  desselben  mit  dem  Pfluge,
wie  sie  bei  einer  regulären  Kultur  der  besten  Faserpflanzen
  nöthig  ist,  im  größten  Theile  dieses  Gebietes
  für  ausgeschlossen  gelten  muß,  abgesehen  davon,
daß  auch  noch  die  Zugthiere  für  den  Pflug  sehlen,
denn  die  ersten  Versuche  mit  Zugochsen  und  dem
Pfluge  sind  erst  ganz  neuerdings  in  Kriegsschiffhafen
gemacht  worden.  Auch  giebt  es  nur  wenige  ebene
Landstrecken  im  Gebirge,  welche  sich  zu  einer  Bearbeitung
  mit  dem  Pfluge  eignen  würden,  und  an
Hängen  würden  die  schweren  tropischen  Regen  ein
offenes  Land  zu  sehr  abschwemmen.

Ferner  ist  das  ganze  Gebiet  mit  mächtigem
Urwald  und  Buschwald  bestanden,  und  wer  es
unternehmen  wollte,  diesen  hochstämmigen  Wald  mit
Baumriesen,  welche  mit  ihren  Wurzelstreben  1  m
über  der  Erde  einen  Umfang  von  bisweilen  50  m
einnehmen,  niederzulegen  und  den  Boden  zur  Bearbeitung
  mit  dem  Pfluge  herzurichten,  der  würde
sehr  bald  einsehen,  daß  er  damit  nur  Zeit  und  Geld
verschwenden  und  nie  etwas  erreichen  kann.  An
eine  Bearbeitung  des  Bodens  mit  der  Hacke,  wie  in
Ländern  mit  sehr  billigen  Arbeitskräften,  ist  bei  den
hohen  Löhnen  in  Kamerun  überhaupt  nicht  zu  denken.
Ganz  anders  liegen  die  Verhältnisse  bei  der  Kakaound
  Kaffeckultur.  Hierfür  ist  gerade  Urwald  die
beste  Vegetationssform,  denn  der  Wald  wird  nur
zum  Theil  niedergelegt,  viele  Bäume  bleiben  stehen
als  Schattenspender,  die  niedergeschlagenen  werden
allmählich  nach  Bedarf  und  Beschaffenheit  als  Nutholz
  oder  Feuerholz  verbraucht  oder  sie  vermodern.
Aber  sie  hindern  das  Pflanzen  nur  wenig.  Auch  der
steinige  Voden  ist  kein  Hinderniß,  wenn  nur  für  jeden
Baum  ein  genügend  tiefes  Loch  gegraben  und  mit  guter
steinfreier  Erde  aufgefüllt  wird,  so  daß  eine  Pfahlwurzel
  sich  bilden  kann.  Der  Kaffee  gedeiht  sogar
in  außerordentlich  stark  steinigem  Boden  ganz  vortrefflich.
  Darum  sind  Kakao  und  Kaffee  diejenigen
Kulturpflanzen,  welche  vor  den  Faserpflanzen  im
Kamerungebirge  eine  Zukunft  haben,  und  nicht  nur
hier,  sondern  auch  in  allen  anderen  Theilen  des
Schutgebietes,  wo  eine  Pflanzung  auf  gutem  mit
Hochwald  bestandenen  Boden  angelegt  wird,  das
heißt  in  dem  größten  Theile.  Wenn  dann  später
der  Boden  für  die  Kakaokultur  erschöpft  sein  wird
und  die  Bestände  absterben  werden,  dann  werden
die  Verhältnisse  für  die  Faserpflanzen  günstiger
liegen,  denn  dann  ist  die  Bearbeitung  des  Bodens
schon  ungleich  viel  einfacher.  Auch  können  ja  irgend
welche  unvorhergesehenen  Krankheiten  die  Kultur
dieser  ertragreichsten  Pflanzen  unmöglich  machen,
und  dann  wird  man  seine  Zuflucht  eventuell  zu  den
Faserpflanzen  nehmen.  Etwas  anders  liegen  die
Verhältnisse  bei  solchen  Gespinnstpflanzen,  welche  nicht
eine  so  sorgfältige  Bearbeitung  des  Bodens  erfordern
wie  Baumwolle,  Jute  und  Ramie,  diese  sind  Sisal-776



 

hanf,  Bogenstranghanf,  Mauritiushanf.  Aber  diese
liefern  erst  nach  drei  bis  vier  Jahren  die  ersten
Erträge  und  sind  weniger  rentabel.  Da  sie  aber
auch  mit  dem  schlechtesten  Boden  fürlieb  nehmen,  so
haben  sie  immerhin  in  den  weniger  fruchtbaren
und  regenärmeren  Theilen  des  Schutzgebietes,  z.  B.
am  Meme,  unter  Umständen  eine  Zukunft.  Freilich
dürfte  auch  auf  gutem  Boden  eine  Kultur  durch
Erzeugung  einer  vorzüglichen  Qualität  sich  als  rentabel
  erweisen,  denn  die  genannten  Arten  liefern
eine  desto  bessere  Faser,  je  schneller  und  üppiger  sie
wachsen.

Nun  könnte  man  einwenden,  daß  ja  eine  rationelle
  Tabakkultur  sehr  ähnliche  Bedingungen  stellt
wie  die  erstgenannten  Faserpflanzen,  und  daß  Tabak
ja  im  Schutzgebiete  kultivirt  wird.  Dagegen  ist  aber
zu  erwidern,  daß  eine  eigentliche  reguläre  Tabakkultur
  in  großem  Maßstabe  aus  eben  den  erwähnten
  Gründen  nicht  betrieben  wird  und  auch
theilweise  wegen  der  Unsicherheit  der  Arbeitskräfte
  nicht  betrleben  werden  kann.  Auf  dem
vorzüglichen  und  wenig  steinigen,  meist  nur  mit
Busch  und  Gras  bestandenen  Boden  in  Bibundi
aber  wird  Tabak  als  Vorfrucht  gewonnen  auf  dem
Boden,  der  mit  Kakao  bestellt  werden  soll,  und  dieses
hat  ja  etwas  für  sich,  wenn  man  mit  verhältnißmäßig
  geringem  Kapital  arbeitet  und  auf  schnelle
Erträge  angewiesen  ist.  Der  Boden  wird  aber  hier
nur  mit  Hacke  und  Spaten  bearbeitet,  und  das  ist
sehr  kostspielig.  Ebenso  gut  könnte  man  —  an
weniger  regenreichen  Strichen  als  Bibundi  —-#allerdings
  Baumwolle  als  Vorfrucht  nehmen,  aber  durch
solche  Vorfrüchte,  welche  an  und  für  sich  schon  viel
Aufmerksamkeit  und  Mühe  und  eventuell  Maschinenbetrieb
  erfordern  und  zeitweilig  alle  Arbeitskräfte
der  Plautage  völlig  in  Anspruch  nehmen,  werden
die  leteren  so  zersplittert,  daß  man  nicht  recht  vorwärts
  kommt  und  der  erhoffte  hohe  Reingewinn
länger  ausbleibt,  als  es  sonst  der  Fall  sein  würde.
Exempla  docentl!

Bibundi  und  Kriegsschiffhafen.  Beim  Kakao
und  Kaffee  kommt  Alles  darauf  an,  in  den  ersten
Jahren  mit  allen  Kräften  zu  pflanzen  und  immer
nur  zu  Pflanzen.

Von  größter  Bedeutung  ist  ferner  die  Frage
der  Arbeitskräfte.  Die  Arbeiterfrage  liegt  zwar
jetzt  in  Kamerun  schon  bedeutend  günstiger  als  noch
z.  B.  vor  zwei  Jahren,  da  jetzt  die  Eingeborenen,
wie  Bakwilis,  Batangas,  Mabeas,  ja  selbst  die
Duallas,  anfangen  zu  arbeiten  und  zwar  zu  annehmbaren
  Löhnen.  Als  gelöst  wird  sie  eventutll  zu
betrachten  sein,  wenn  es  gelungen  sein  wird,  die
Stämme  aus  dem  sehr  reichbevölkerten  und  verhältnißmäßig
  armen  Graslande  nach  der  Küste  zu
ziehen  und  einen  dauernden  Zuzug  von  genügenden
Arbeitskräften  zu  ermöglichen.  Der  Versuch  wird
gegenwärtig  von  Dr.  Zintgraff  gemacht.  Gelingt
er,  so  hieße  das  einen  guten  Schritt  in  der  Entwickelung
  des  Schutzgebietes  vorwärts  gethan.  Vor-
        <pb n="859" />
        läufig  liegt  aber  die  Arbeiterfrage  noch  nicht  sicher
genug,  als  daß  man  mit  gutem  Gewissen  zur  Kultur
wenigstens  derjenigen  Faserpflanzen  rathen  könnte,
deren  Anbau  einen  intensiven  Betrieb  mit  vielen
gut  geschulten  und  zu  jeder  Zeit  in  ausreichendem
Maße  vorhandenen  Arbeitskräften  voraussetzt,  wie
Baumwolle,  Jute,  Ramie.  Bei  diesen  drängt  sich
die  Ernte  auf  eine  sehr  kurze  Zeit  des  Jahres  zusammen
  und  ein  Fehlen  von  genügenden  Arbeitern
gerade  zu  dieser  Zeit  hat  den  Verlust  der  ganzen
Ernte  oder  eines  Theiles  derselben  zur  Folge.  Auch
die  Pflanzzeit  ist  für  einjährige  Pflanzen  nur  eine
beschränkte  und  erfordert  auf  einmal  zahlreiche  Arbeitskräfte.
  Zu  beachten  ist  auch,  daß  die  Ernte  in
diejenige  Zeit  fällt,  in  der  die  Eingeborenen  mit
dem  Reinigen  und  der  Anlage  ihrer  eigenen  Farmen
beschäftigt  und  Arbeiter  schwerer  zu  haben  sind,  als
3z.  B.  während  der  Ernte  von  Kakaov  und  Kassee,
welche  in  die  Regenzeit  fällt.

Für  die  anderen  mehrjährigen  Faserpflanzen,  wie
Sisal,  Mauritius=  und  Bogenstranghauf,  wiederum
sind  die  Arbeitskräfte  vorläufig  noch  zu  theuer,  um
eine  Kultur  rentabel  zu  machen.

Außerdem  ist  es  ein  Uebelstand,  der  sich  bei  der
Zucht  von  Kakao  und  Kaffee  weniger  bemerkbar
machen  dürfte  als  bei  den  Faserpflanzen,  daß  die
Arbeiter  sich  meist  nur  auf  ein  Jahr  verdingen,  die
Eingeborenen  oft  sogar  nur  auf  Monate.  In  anderen
Ländern  wachsen  die  Arbeiter  sozusagen  in  den
Plantagen  auf  und  lernen  den  Betrieb  von  Kind
auf.  In  Kamerun  dagegen  kehrt  der  Arbeiter,
gerade  wenn  er  angefangen  hat,  etwas  zu  lernen,
in  seine  Heimath  zurück  und  kommt  erst  wieder,
wenn  er  seine  Ersparnisse  los  geworden  ist,  wozu
allerdings  einige  Stämme,  wie  die  intelligenten
Wei=  und  Bassaneger  nur  eine  anerkennenswerth
kurze  Zeit  brauchen.

Außerdem  ist  die  Arbeit  beim  Kakao  eine  viel
einfachere  und  bequemere  als  bei  den  Faserpflanzen.
Das  leichtere  Urbarmachen  und  Bepflanzen  des  Landes
ist  schon  früher  erwähnt  worden.  Danach  kostet
das  Reinigen  der  Pflanzung  in  den  ersten  drei
Jahren  allerdings  viel  Arbeit,  besonders  das  definitive
  Entfernen  bösartiger  Unkräuter,  wie  Dioscoreen,
Maranthaceen,  Convolvulaceen,  einiger  Gramineenund
Smilaxarten.  Vom  vierten  Jahre  ab  betheiligen

777

 

sich  aber  die  Bäume  selbst  schon  sehr  wesentlich  an

der  Unterdrückung  des  Unkrauts,  und  das  Rein-=halten
  der  Pflanzung  geschieht  mit  wenig  Mühe.
Die  Ernte  vertheilt  sich  über  viele  Monate  des
Jahres.  Man  kann  bei  gutem  und  schlechtem  Wetter,
bei  Regen  wie  Sonnenschein  ernten.  Der  heute
geerntete  Kakao  kann  innerhalb  fünf  bis  sechs  Tagen
zum  Versand  fertig  sein,  es  bedarf  nur  eines
Trockenapparates.  Das  sind  Vortheile,  die  Jedem
einleuchten  müssen.  Darum  kann  man  auch  nur
Jedem,  der  in  Kamerun  Plantagen  anlegen  will,
rathen,  keine  Faserpflanzen  anzubauen,  dort  wo
Kakao  gut  gedeihen  würde.

 

Was  das  Klima  anbetrifft,  so  ist  dasselbe
für  das  Gedeihen  aller  genaunten  Faserpflanzen,
wic  die  Versuche  zeigen,  recht  günstig.  Für
Baumwolle  würden  die  reichlichen  Regenmengen
allerdings  oft  verderblich  werden  können,  wenn  sie
in  die  Erntezeit  fallen,  und  es  giebt  keinen  regenlosen
  Monat  im  Kamerungebiet.  An  der  Westseite
des  Kamerungebirges  würde  die  Kultur  von  Baumwolle
  völlig  ausgeschlossen  sein,  denn  hier  sind  die
regenlosen  Tage  im  Jahre  eine  Seltenheit.  Die
Regenmengen  sind  etwa  doppelt  so  groß  wie  im
Osten  und  Süden  des  Gebirges,  denn  auf  der
Plantage  Debundja  fielen  im  letzten  Jahre  über
9000  mm  Regen,  eine  für  afrikanische  Verhältnisse
unerhörte  und  auf  der  ganzen  Welt  seltene
Regenmenge.

Um  die  Frage  der  Rentabilität  der  Faserpflanzen
im  Vergleiche  mit  derjenigen  des  Kakaos  zu  erörtern,
kann  ich  allerdings  nur  über  letzteren  von  mir  selbst
gewonnene,  positive  Resultate  angeben.  Die  diesbezüglichen
  Angaben  über  die  ersteren  entnehme  ich
theils  aus  Semler:  Tropische  Agrikultur,  theils
aus  dem  „Kew  Bulletin“,  theils  aus  „Planters
Gazette“.  Ueber  Kakao  steht  mir  reichliches  Material
  zur  Verfügung,  da  die  Versuchsplantage  selbst
einen  19  Jahre  alten  Bestand  und  andere  von
9,  7,  4,  3,  2  und  1  Jahre  enthält.  Außerdem
bestehen  die  Plantagen  in  Kriegsschiffhafen,  Bibundi,
Debundja  schon  seit  vielen  Jahren.  Ein  Hektar
Kakao  bei  einer  Pflanzweite  von  4:4  m  liefert
schon  im  dritten  Jahre  ctwa  150  kg  Kalao,  im
vierten  Jahre  mindestens  600  kg  Kakav.  Der
Ertrag  steigt  dann  bis  zum  achten  und  neunten
Jahre  und  erreicht  in  dieser  Zeit  auf  dem  besten
Boden  einen  Durchschnitt  von  2  kg  für  den  Baum.
Von  da  an  steigt  der  Ertrag  bei  der  engen  Pflanzweite
  nicht  mehr,  sondern  nimmt  allmählich  ab,
jedoch  tragen  20  Jahre  alte  Bäume  noch  immer
mehr  als  0,5  kg  für  den  Baum.  Ein  Hektar  Kalaoliefert
  bei  einer  Pflanzweite  von  5„  5  m  im  dritten
Jahre  etwas  über  100  kg,  im  vierten  Jahre  über
400  kg.  Von  da  ab  dürften  die  Erträge  bis  mindestens
  zum  zehnten  oder  fünfzehnten  Jahre  steigen
und  dann  eine  weit  längere  Reihe  von  Jahren  hoch
bleiben  als  bei  einer  Pflanzweite  von  4  m.  In
der  Versuchsplantage  haben  einzelne  achtjährige,  von
Eingeborenen  ohne  Sorgfalt  gepflanzte  Bäume,  nachdem
  sie  zwei  Jahre  lang  gut  gepflegt  und  reingehalten
  worden  waren,  bis  4  kg  im  Jahre  getragen.
Den  Ertrag  für  den  Hektar  Kakao  kann  man  bei
den  jetzigen  sehr  niedrigen  Preisen  von  1  Mark  pro
Kilogramm  im  vierten  bis  sechsten  Jahre  auf  durchschnittlich
  550  Mark,  im  siebenten  bis  neunten
Jahre  auf  durchschnittlich  650  bis  700  Mark  annehmen.


Die  Erträge  der  Faserpflanzen  werde  ich  bei
Besprechung  der  einzelnen  Pflanzenarten  nunmehr
erörtern.
        <pb n="860" />
        Baumwolle

wurde  in  dem  botanischen  Garten  in  Victoria  im
Jahre  1891  angepflanzt.  Der  Versuch  glückte  im
Ganzen  nicht  sonderlich  aus  verschiedenen  hier  nicht
zu  erörternden  Gründen,  jedoch  war  das  gewonnene
Produkt  gut,  und  die  einzelnen  Pflanzen  zeigten  ein
so  üppiges  Wachsthum  und  entwickelten  so  reichlich
Frucht,  daß  an  ein  gutes  Gedeihen  der  Baumwolle
auf  dem  Boden  des  Kamerungebirges  nicht  gezweifelt
werden  kann.  Allerdings  gingen  die  Pflanzen  auf
dem  sehr  fruchtbaren  Boden  sehr  üppig  ins  Kraut.
Die  Produktion  dürfte  in  dem  mehr  sandigen  Lehmboden
des  südlichen  Schutzgebietes  eine  größere  werden.
Ein  Hektar  Baumwolle  liefert  etwa  270  bis  375  kg
Faserstoffe.  Das  Kilogramm  kostet  von  0,66  bis
1,03  Mark,  der  Ertrag  ist  also  für  den  Hektar  rund
180  bis  390  Mark.  Das  ist  zwar  ein  großer
Spielraum,  aber  die  Kakaopreise  haben  auch  von
1892  bis  1896  von  1,48  Mark  bis  0,94  Mark
das  Kilogramm  geschwankt  und  würden  demgemäß
die  Erträge  für  den  Hektar  von  517  bis  888  Mark
gewechselt  haben.

Jute

wird  im  Versuchsgarten  in  Victoria  noch  nicht  kultivirt,
  jedoch  sollen  Corchorus  capsularis  und
C.  olitorius  demnächst  eingeführt  werden.  Daß
Jute  gedeihen  wird,  ist  als  sicher  anzunehmen.
Jedoch  würden  die  theueren  Arbeitslöhne,  der  fehlende
Pflug  und  Dünger  die  Kultur  auf  die  Dauer  kaum
gewinnbringend  machen,  abgesehen  von  den  schon
früher  erörterten  Gründen.  Ein  Hektar  Jute  soll
1500  kg  Faserstofse  geben  im  Werthe  von  375  bis
465  Mark.

Ramie
wird  schon  seit  einigen  Jahren  im  Versuchsgarten
kultivirt.

In  einem  nur  mit  der  Hacke  bearbeiteten  Boden
treiben  frisch  gelegte  Saatwurzeln  Stengel  von  nicht
mehr  als  1  m  Länge.  Nimmt  man  jedoch,  nachdem
die  Pflanzen  alt  und  kräftig  geworden  sind,  die  erste
Ernte  fort,  so  treiben  aus  den  Wurzeln  ungemein
üppig  zahlreiche  Stengel  heraus,  die  in  vier  bis
fünf  Wochen  bis  1,80  m  hoch  werden.  Ohne
Zweifel  kann  man  von  der  Ramie  mehrere  Ernten
im  Jahre  gewinnen.  Ueber  die  Qualität  der  Faser
läßt  sich  leider  ohne  eine  vorschriftsmäßige  Gewinnung
  derselben  vermittelst  Maschinen  kein  Resultat
erzielen.  Die  Ramie  soll  1100  bis  1200  kg  Faserstofse
  pro  Hektar  jährlich  geben  im  Werthe  von
792  Mark  bis  960  Mark.  Das  sind  allerdings
verlockende  Zahlen,  gegen  die  der  Kakao  zurücksteht,
aber  wie  sich  die  Produktionskosten  der  Ramie
stellen  würden,  darüber  fehlt  mir  jede  Vermuthung.

Es  folgen  nun  die  Faserpflanzen,  die  ich  als
zweiter  Ordnung  bezeichnen  möchte.  Sie  bedürfen
meist  geringerer  Kultur,  nehmen  mit  schlechtem  Boden
fürlieb,  brauchen  wenig  Regen,  wachsen  aber  auch

778

 

"q
h

langsam  und  fangen  frühestens  in  zwei  bis  drei
oder  gar  vier  Jahren  an  Erträge  zu  liefern.  Baut
man  sie  auf  gutem  Boden,  so  wachsen  sie  schneller
und  liefern  eine  weit  bessere  und  werthvollere  Faser.
Es  sind  Sisalhanf:  Agave  rigida  var.  sSisalana,
Mauritiushauf:  Tourcroya  gigantea  (die  auch  wohl
als  Sisalhanf  bezeichnet  wird)  und  Bogenstranghauf:
Sanseriera  guineensis.

Agave  rigida  var.  sisalana  (Sisalhanf).
Die  Agave  rigida  var.  sisalana  existirt  nicht
im  botanischen  Garten.  Die  unter  dem  Namen
Agave  rigida  geführte  Pflanze  besitzt  Blätter  von
wenig  mehr  als  1  m  Länge,  welche  am  Rande  mit
scharfen  Dornen  besetzt  sind  und  außerdem  einen
harten  sehr  scharfen  Enddorn  haben.  Wahrscheinlich
ist  es  die  Agave  rigida  var.  elongata,  welche  den
Henequenhauf  liefert.  In  Habitus,  Lebensbedingungen
und  Fortpflanzungsweise  ist  sie  der  eigentlichen
Sisalhanfpflanze  sehr  ähnlich,  jedoch  ist  die  Faser
minderwerthig  und  die  Ernte  und  Behandlung  wegen
der  scharfen  Dornen  an  den  Blatträndern  sehr  erschwert.
  Auf  einen  Heklar  pflanzt  man  etwa
1600  Pflanzen,  d.  h.  die  Pflanzenweite  beträgt
2,5  m  nach  jeder  Richtung.  Jede  Pflanze  liefert
im  Jahr  33  Blätter,  also  ein  Hektar  52  800  Blätter.
Tausend  Blätter  liefern  etwa  25  bis  35  kg  Faser,
also  gewinnt  man  vom  Hektar  1320  bis  1848  kg
Faser  im  Preise  von  158  bis  295  Mark.  Der
Prozentsatz  von  Fasern  zu  den  grünen  Blättern  ist
im  Gewicht  2,5  bis  3,5.  Daraus  geht  hervor,  daß
eine  kolossale  Menge  Saftgewebe  vorhanden,  welches
nutzlos  ist  und  die  Ernte  und  Bearbeitung  sehr
kostspielig  macht.  Rentabel  kann  die  Kultur  von
Henequen  nur  dort  werden,  wo  die  Arbeitslöhne
auf  ein  Minimum  beschränkt  werden  können.
ie  Aguvc  rigida  var.  sisalana,  deren  Blätter
bedeutend  länger  sind  als  die  der  eben  erwähnten
Varietät,  und  welche  nur  einen  scharfen  Enddorn
haben,  pflanzt  man  in  Abständen  von  2,5:2,5  m,
oder  2,5:3  oder  3:3  m.  Es  gehen  also  1600  bis
1100  Pflanzen  auf  den  Hektar.  Da  die  Pflanzen
drei  bis  vier  Jahre  wachsen  müssen  bis  zur  ersten
Ernte,  so  nimmt  man  oft  eine  Zwergbaumwolle  als
Vorfrucht.  Jede  Pflanze  bringt  mindestens  25,
höchstens  40  Blätter  im  Jahre,  also  ein  Hektar
mindestens  27  500,  höchstens  64  000  Blätter.  Eine
Maschine  soll  täglich  50  000  Blätter  zu  1500  kg
Faser  verarbeiten.  Um  der  Maschine  also  täglich,
das  ganze  Jahr  hindurch  50  000  Blätter  liefern  zu
können,  müßte  man  durchschnittlich  rund  470  ha  in
Bearbeitung  haben.  Diese  würden  etwa  547  500  kg
Faser  liefern  im  Preise  von  rund  285  000  Mark,
ein  Hektar  also  durchschuittlich  6oo  Mark.  Diese
Zahlen  sind  allerdings  nur  ungenau.  Immerhin
läßt  sich  aber  daraus  ersehen,  daß  eine  Pflanzung
von  Sisalhanf  eine  sehr  bedeutende  Ausdehnung
haben  muß.  Zu  beachten  ist  außerdem,  daß,  wie
bereits  erwähnt,  die  frisch  geschnittenen  Blätter  im
        <pb n="861" />
        Verhältniß  zur  gewonnenen  Faser  ein  enormes  Ge—
wicht  haben,  und  daß  es  sehr  bedeutender  Arbeitskräfte
  bedarf,  diese  Massen  nach  der  Maschine  zu
befördern.  Ohne  eine  Bahn  ist  es  gar  nicht  zu
bewerkstelligen  und  deshalb  soll  man  eine  Pflanzung
von  Sisalhanf  möglichst  in  ganz  ebenem  Gelände  anlegen.
  Auf  den  Bahama  soll  man  neuerdings  800
bis  1000  Pflanzen  Sisalhauf  auf  1  Aere,  also
2000  bis  2500  Pflanzen  auf  1  ha  pflanzen.  Jede
Pflanze  soll  1  kg  Faser  im  Jahre  liefern,  das
wären  2000  bis  2500  kg  auf  1  ha.  Ich  habe
diese  Zahlen  aus  dem  „Kew  Bulletin“  entnommen,
füge  aber  hinzu,  daß  die  Engländer  in  allen  solchen
Fällen  mir  stark  zu  übertreiben  scheinen.  Semler
giebt  das  Durchschnittserträgniß  einer  Pflanze  im
Jahre  auf  ¾  kg  an.
haben  in  13  Jahren  von  340  bis  1120  Mark  die
Tonne  geschwankt.

Fourcroya  gigantca  (Mauritiushauf).

Unter  diesem  Namen  befindet  sich  in  dem  botanischen
  Garten  eine  agavenähnliche  Pflanze  von
kolossalen  Dimensionen,  deren  Blätter  jedoch  nicht,
wie  Semler  angiebt,  „gleichmäßig  schmal“,  sondern
mehr  länglich  lanzettlich,  und  auch  nur  im  oberen
Drittel  ohne  Stacheln,  sonst  aber  am  Rande
mit  wenigen  großen  unregelmäßigen,  buchtigen,
scharfen  nach  vorwärts  gekrümmten  Stacheln  besetzt
sind.  Auch  die  Abbildung,  die  Semler  von  der
„Cajun"  giebt,  stimmt  nicht  mit  der  Fourcroya  des
botanischen  Gartens  überein.  Die  Blätter  sind  ähnlicher
  denjenigen  der  „Sacci“,  die  Semler  gleichfalls
  abbildet,  jedoch  kann  es  diese  auch  nicht  sein,
da  die  Blätter  nicht  bläulich  bereift  sind,  und  auch

779

Die  Preise  von  Sisalhanf

 

der  Habitus  durchaus  ein  anderer  ist.  In  einem
Katalog  von  Orottawa  auf  Teneriffe  befindet  sich  eine
Abbildung  der  Fourcroya  gigantea,  in  welcher
man  auf  den  ersten  Blick  die  Pflanze  des  botanischen
Gartens  in  Victoria  wiedererkennt.  In  der  nächsten
Blüthezeit  wird  sich  die  Frage,  ob  es  Fourcroya  ist,
entscheiden  lassen.  Die  Blätter  der  Pflanze  werden
bis  2  m  lang.  Sie  wächst  in  dem  fruchtbaren
Boden  von  Victoria  sehr  rasch  und  dürfte  mit  zwei
Jahren  die  ersten  erntefähigen  Blätter  liefern.  Die
Vermehrung  geschieht  durch  junge  Pflanzen,  die  aus
Bulbillen  entstehen.  Im  botanischen  Garten  befinden
sich  etwa  20  ältere  und  500  junge  Exemplare
Die  Pflanzweite  müßte  4  m  wenigstens  nach  einer  1

1

Richtung  betragen.  Auf  den  Hektar  könnte  man
daher  etwa  625  Pflanzen  rechnen,  welche  jährlich
625  kg  Faser  liefern.  Merkwürdigerweise  hat  noch
keine  der  Pflanzen  im  botanischen  Garten  einen
langen  endständigen  Blüthenschaft  gebildet,  sondern
es  treten  öfters  seitlich  am  Stamme  kleine  Blüthenschäfte
  hervor,  an  denen  sich  zahlreiche  junge  Pflanzen
bilden,  ohne  daß  dabei  die  Mutterpflanze  abstirbt,
wie  es  bei  der  Bildung  eines  endständigen  langen
Blüthenschaftes  der  Fall  ist.  Neuerdings  sollen
Maschinen  erfunden  sein,  welche  den  Sisal=  wie

Mauritiushauf  befriedigend  entfasern.  Weichers
Maschine  soll  10  000  bis  12  000  kg  grüne  Blätter
am  Tage  zu  560  bis  670  kg  Faser  verarbeiten.
Der  „Raspador"  in  Mukatan,  bedient  von  zwei
Leuten,  soll  täglich  200  kg  trockene  Faser  liefern.
Die  Mauritiusmaschine,  gleichfalls  von  zwei  Leuten
bedient,  soll  aus  Fourcroyn  107  kg  Faser  pro  Tag

gewinnen.  Die  Fasern  der  Fourcroyn  sind  grob,
aber  fest.  Sie  werden  meist  zur  Papierfabrikation
benutzt.

Sanseviera  guineensis  (Vogenstranghanf.

Diese  Pflanze  wächst  an  mehreren  Stellen  im
botanischen  Garten.  Die  Blätter  werden  bis  1,80  m
lang.  Sie  ist  geradezu  unverwüstlich  und  pflanzt
sich  durch  unterirdische  Ausläufer  sort,  so  daß  sie
ein  gefürchtetes  Unkraut  ist.  Mit  dieser  Art  hat
die  Firma  Woermann  u.  Co.  in  Kamerun  an
mehreren  Stellen  Anbauversuche  gemacht,  welche
jedoch  wieder  eingestellt  worden  sind.  Die  Kultur
dieser  Pflanze  ist  sicherlich  einfacher  und  müheloser
als  diejenige  von  Sisal=  und  Mauritiushauf,  desgleichen
  die  Ernte  bequemer,  da  die  Blätter  stachellos
  sind.  Eine  Tonne  grüner  Blätter  giebt  nach
einer  Notiz  im  „Kew  Bulletin“  ungefähr  20  kg
trockener  Faser.  Das  ist  verhältnißmäßig  wenig,
wenn  man  dagegen  den  Sisalhanf  vergleicht,  jedoch
ist  der  Preis  der  Faser  ein  höherer  und  die  Pflanze
wächst  schneller  als  die  Agaven.  Nach  Semler
sollen  40  Blätter  ½  kg  reiner  Faser  liefern  und
von  einem  Hektar  sollen  1600  kg  Faser  gewonnen
werden  können.  Die  Richtigkeit  der  letzteren  Ziffer
bezweifelt  jedoch  Semler  selbst.

Im  botanischen  Garten  wird  neben  der  8.  guineensis
  noch  eine  zweite  Art  kultivirt  unter  dem
Namen  8S.  latifolia.  Sie  besitzt  breitere,  aber  kürzere
  Blätter  als  die  S.  guineensis,  weche  auch
nicht  so  lebhaft  gefärbt  sind  wie  diejenigen  dieser  Art.

Ananas  (Ananassa  sativa).

Die  Ananas  wird  in  der  Regel  nur  der  Frucht
wegen  kultivirt,  und  die  Blätter  erreichen  hierbei
nicht  die  Länge,  welcher  zur  Produktion  einer  guten
Faser  erforderlich  ist.  Geht  man  darauf  aus,  die
Pflanze  nur  der  Blätter  bezw.  Faser  wegen  zu
züchten,  so  pflanzt  man  sie  in  niedrigen  Busch  und
Unkrant,  wo  sie  schattiger  steht  und  im  Ringen  nach
Luft  bedeutend  längere  Blätter  entwickelt.  Ananashauf
  wird  besonders  auf  Formosa  und  der  Insel
Hainan  in  China  gewonnen,  wo  er  zu  Unterkleidern
und  zu  dem  Kleidungsstück  verarbeitet  wird,  welches
die  Landleute  als  einziges  bei  warmem  Wetter
tragen.  Im  botanischen  Garten  gedeiht  die  Ananas
sehr  üppig  und  entwickelt  an  sandigen  Standorten
Blätter  von  1  m  bis  1,70  m  Länge.  Etwa  zehn
Ananasblätter  wiegen  1  Pfund,  eine  Tonne  enthält
also  20  000  Blälter;  sie  liefert  25  bis  30  kg  Faser.
Die  Tonne  Faser  kostet  1200  bis  1600  Mark.
Semler  giebt  an,  die  kultivirte  Ananas  gebe  nur
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        so  kurze  Fasern,  daß  man  für  dieselben  keine  Verwendung
  finden  kann.  Nach  ihm  wird  nur  die
wilde  Ananas,  Bromelia  sylvestris  oder  B.  pinguin
  als  Faserpflanze  verwendet  und  liefert  in
Mexiko  die  sogenannte  Istlesaser.  Dem  „Kew
Bulletin“  (Oktober  1890)  zufolge  wird  jedoch  die
Istle  aus  Agave  heteracantha  obder  Agave
Lechugilla  hergestellt.  Offenbar  ist  man  sich  hierüber
  noch  nicht  einig.

Bananen  (Musa  paradisiaca  und
M.  sapientium).

Diejenige  Bananenart,  deren  Faser  eine  große
Bedeutung  auf  dem  Weltmarkt  gewonnen  hat,  d.  h.
die  den  Manilahanf  liefernde  Musa  textilis,  wird
im  botanischen  Garten  in  Victoria  nicht  kultivirt,
dagegen  die  oben  genannten  M.  paradisiaca  und
NA.  sapientium  in  mehreren  Spielarten.  Die  Fasern
der  Bananen  werden  vor  allen  anderen  Faserarten
am  häufigsten  zum  Anbinden  von  Pflanzen  wie
Pfeffer,  Vanille  und  im  Allgemeinen  von  Zweigen
und  Bäumchen  im  Garten  beuntzt.  Sie  sind  stets

zur  Hand,  denn  abgehauene  Bananenstämme  liegen

überall  umher.  Im  Handel  jedoch  haben  dieselben
wenig  Bedeutung.  Es  ist  dieses  um  so  auffallender,
wenn  man  bedenkt,  daß  die  Banane  wohl  überall
in  den  Tropen  ein  Hauptuahrungsmittel  ist  und
man  die  abgehauenen  Stämme  überall  zu  Tausenden
vermodern  läßt.  Jedoch  sind  bisher  alle  Versuche,
die  Bananenfaser  im  Großen  herzustellen,  völlig
mißlungen.  Einestheils  liegt  es  wohl  daran,  daß
noch  keine  gute  Entfaserungsmaschine  gefunden  ist.
Der  Haupthinderungsgrund  aber  wird  wohl  der
sein,  daß  die  Bananenstämme  ein  zu  kolossales  Gewicht
  und  im  Verhältniß  dazu  eine  viel  zu  kleine
Fasermenge  besitzen,  um  die  Rentabilität  irgendwie
wahrscheinlich  zu  machen.  Ein  Bananenstamm  liefert
etwa  1,50  bis  1,80  pCt.  vom  Grosgewicht  Faser,
d.  h.  etwa  2  kg.  Unter  guten  Umständen  sind
Bananenfasern  nicht  mehr  werth  als  240  bis
300  Mark  die  Tonne,  und  sind  unverkäuflich,  wenn
Sisalhanf  und  Manilahanf  niedrig  stehen.  Bananenfasern
  sollen  leicht  Farbstoffe  annehmen.  Die  süße
Banane  M.  sapientium  liefert  weniger  und  minderwerthige
  Fasern  als  die  Plautane  M.  paradisiaca.

Pandanus  utilis.

Von  dieser  durch  ihre  charakteristischen  Stelzwurzeln
  und  die  ins  Auge  fallende  schraubige  Anordnung
  der  Blätter  ausgezeichnete,  schöne  Pflanze
befindet  sich  nur  ein  gut  gedeihendes,  über  2  m
hohes  Exemplar  im  botanischen  Garten.  Auf  Vermehrung
  dürfte  zunächst  nicht  zu  rechnen  sein.  Diese
Art  wird  in  Mauritius  kultivirt  und  die  Fasern  zu
Säcken  verarbeitet.  Eine  Pflanze  liefert  im  Jahre
das  Rohmaterial  für  zwei  Säcke.

780

 

Sechium  edule  (die  Choux-Chouxpflanze
oder  Pipinella).

Als  Faserpflanze  wird  diese  Art,  welche  der
eßbaren  Knollen  wegen  seit  langen  Jahren  in  Brasilien,
  Westindien,  Mcxiko  und  Madeira  angebaut
worden  ist,  auf  Reunion  kultivirt.  Der  Bast  soll
sehr  weiß  und  fest  sein  und  sich  sehr  leicht  färben
lassen.  Die  Pflanzer  auf  Rennion  geben  angeblich
die  Kaffec=  und  Vanillekultur  zu  Gunsten  der  Choux-Chonxpflanze
  auf.  Im  botanischen  Garten  in  Victoria
  ist  diese  Art  in  zwei  Exemplaren  vorhanden,
die  anfangs  langsam  wuchsen,  sich  jetzt  aber  sehr
üppig  entwickeln.  Für  eine  Anpflanzung  in  größerem
Maßstabe  wird  Sorge  getragen  werden.

Arenga  saccharilera.

Von  dieser  Palmenart  befindet  sich  gleichfalls
nur  ein  gut  gedeihendes  Exemplar  im  Garten.  Die
Fasern  sind  sehr  grob,  aber  fest  und  werden  zu
groben  Seilerartikeln  verarbeitet.  Auch  können  sie
als  Piassava  verwendet  werden,  und  eventuell  ist
diese  Pflanze  im  Stande,  die  Piassavapalmen
(Attalea  und  Leopoldinia),  die  verhälnißmäßig
selten  und  wenig  verbreitet  sind,  zu  ersetzen.

Thrinax  argentea  (Besenpalme).

Eine  niedere  Palme  mit  fächerförmigen,  gelbgrünen
  Blättern.  Hiervon  befinden  sich  mehrere
Exemplare  im  botanischen  Garten,  welche  besonders
an  etwas  schattigen,  windgeschützten  Stellen  sehr
üppig  wachsen  und  zahlreiche  Wurzelschößlinge
treiben,  durch  welche  die  Art  leicht  vermehrt  werden
tann.  Aus  den  Blättern  werden  Besen  angefertigt,
auch  dienen  sie  zur  Herstellung  der  Panamahüte.

Chamacerops  excelsa  (Zwergpalme).

Nur  zwei  Exemplare  dieser  aus  Nordchina
stammenden  Art  enthält  der  botanische  Garten.  Sie
wachsen  verhältnißmäßig  langsam.  Vielleicht  ist  dieser
Art  das  Klima  zu  feucht.  Aus  den  Blättern  werden
Fasern  gewonnen,  welche,  gleich  Pferdehaaren,  zum
Stopfen  von  Matratzen  rc.  benutzt  werden.  Auch
werden  sie  zu  Seilerwaaren  und  Papier  verarbeitet
und  die  Chinesen  und  Japaner  stellen  alle  möglichen
Flechtwerke  und  Gewebe  daraus  her.

Cocos  nucilera  (Kokospalmeh.

Unter  die  Faserpflanzen  im  umfassenderen  Sinne
ist  die  Kokospalme  zu  rechnen,  weil  aus  der  faserigen
Fruchthülle  das  sogenannte  Coir  bereitet  wird.  Das
Coir  wird  theils  zu  Bürsten,  theils  zu  Matten  verarbeitet
  und  zwar:  zu  Bürsten  die  langen,  zu
Matten  die  kürzeren  Fasern.  Beide  müssen  bei  der
Coirpräparation  voneinander  geschicben  werden.  Auf
dem  fruchtbaren  vulkanischen  Boden  des  Kamernngebirges
  gedeiht  die  Kokospalme  ungemein  üppig
und  beginnt  bereits  im  vierten  bis  fünften  Jahre
zu  blühen.  Trotzdem  das  Kamerungebiet  sehr  ausgedehnte
  Strecken  Landes  an  der  Grenze  der  Man-
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        groveregion  besitzt,  die  sich  zur  Aupflanzung  dieser
Palme  vortrefflich  eignen  würden,  wird  dieselbe
eigentlich  nirgends  kultivirt.  Die  Eingeborenen
pflanzen  hier  und  dort  einige  Bäume,  deren  Früchte
ihnen  als  Näscherei  dienen.  Ich  fand  die  Kokospalme
  noch  einen  Grad  nördlich  von  Kamerum,  im
Binnenlande  in  schönen  Exemplaren  vor.  Ohne
Zweifel  hat  die  Kokospalme  im  Kamerungebiet  eine
Zukunft.  In  Togo  wird  sie  bereits  im  Großen
angepflanzt.  Im  botanischen  Garten  wird  auf  die
Vermehrung  stetig  Bedacht  genommen.  Von  der
Westküste  Afrikas  ist  Coir  bisher  nur  von  Lagos
versuchsweise  exportirt  worden,  jedoch  war  die
Qualität  minderwerthig,  da  die  Fasern  zwar  theilweise
  schön  lang,  aber  nicht  in  den  beiden  vorher
erwähnten  Qualitäten  geschieden  waren.  Eine  Tonne
Bürstencoir  erzielt  600  Mart,  eine  Tonne  Mattencoir
  nur  200  Mark.

Raphia  vinisera  (Bambuspalme)h.

Dieselbe  wächst  wild  im  botanischen  Garten.
Sie  ist  neben  der  Oelpalme  dem  Eingeborenen  in
Westafrika  die  nützlichste  aller  Palmen.  Zu  den
Faserpflanzen  ist  sie  insofern  zu  rechnen,  als  ihre
Fasern  den  sogenannten  afrlkanischen  Bast  liefern,
welcher  zu  Säcken,  Fischleinen,  Matten,  Zeug
(native  Cloth),  Hüten  verarbeitet  wird  und  auch
sonst  die  mannigfaltigste  Verwendung  findet.  Die
Fasern  werden  theils  aus  den  Blättern,  theils  auch
aus  den  Blattstielen  gewonnen.  Aus  dem  Stamm
läßt  sich  Piassava  herstellen.  Die  Bambuspalme
findet  sich  im  Kamerungebiet  in  großen  Mengen,
besonders  an  den  Krieks  im  Delta  des  Kamerunflusses,
  des  Meme  und  Nio  del  Rey,  jedoch  steigt
sie  auch  bis  über  1000  m  in  das  Gebirge  hinauf.
Exportirt  wird  nur  die  aus  ihr  gewonnene  Piassava
in  geringen  Mengen.  Jedoch  ist  es  leicht  möglich,
daß  die  Bambuspalme  als  Faserpflanze  einst  von
Bedeutung  auch  für  den  Export  werden  wird.

Elaeis  guineensis.

Auch  die  Oelpalme  liefert  aus  ihren  Blättern
eine  Faser,  welche  hier  und  dort  an  der  Küste  des
Golfs  von  Guinea  zur  Herstellung  von  Fischnetzen
gebraucht  werden  soll.  Zur  Bereitung  der  Fasern
werden  die  jungen  Blätter-  benutzt,  welche  sich  eben
entfalten  wollen.  Jedoch  dürfte  die  Oelpalme  wohl
nur  dort  als  Faserpflanze  in  Betracht  kommen,  wo“
die  viel  geeignetere  Bambuspalme  fehlt.

Eriodendron  anfractuosum  (der  Baumwollbaum).


Er  wächst  wild  im  botanischen  Garten  und  ist
zahlreich  im  ganzen  Kamerungebiet.  Die  dem  Samen
anhaftende  seidenglänzende  Baumwolle  wird  von  den
Eingeborenen  zum  Stopfen  von  Kopfkissen  und
Matratzen  benußt.  Es  ist  das  aus  Indien  unter
dem  Namen  Kapok  bekannte  und  von  dort  exportirte
Stopfmaterial.

781

 

Eine  ähnliche  Baumwolle  liefert  ein  Bombax
(B.  Bucnopozense)  mit  sehr  großen  hochrothen
Blüthen,  welche  vor  den  Blättern  erscheinen.  Die
Baumwolle  ist  bedeutend  elastischer  und  fester  als
der  Kapok,  jedoch  nicht  weiß,  sondern  braun  und
besitzt  einen  schönen  Seidenglanz.

IIibiscus  esculentus  (Okro).

Diese  Art  gilt  wohl  auch  als  Faserpflanze,  wird
jedoch  im  botanischen  Garten  nur  der  Früchte  wegen
kultivirt,  welche  als  Gemüse  und  als  Zuthat  zu
Suppen  und  Sancen  genossen  werden.

Zu  erwähnen  sind  nun  noch  zwei  bezw.  drei  im
botanischen  Garten  und  im  Bezirke  Victoria  wildwachsende
  Pflanzen,  deren  Fasern  bei  den  Eingeborenen

  allgemein  im  Gebrauch  sind.  Zwei  von

ihnen  sind  im  Habitus  einander  sehr  ähnlich  und
offenbar  sehr  nahe  verwandt.  Es  sind  perennirende
Sträucher  mit  schlanken,  sehr  biegsamen  Zweigen,
welche  die  Neigung  haben,  sich  niederzulegen,  wobei
sie  dann  am  Boden  festwurzeln.

Zwischen  beiden  wird  von  den  Eingeborenen
kein  Unterschied  gemacht.  Sie  gehören  offenbar  zu
den  Malvaceen.  Die  Blüthen  sind  mir  jedoch  noch
unbekannt,  die  Eingeborenen  behaupten,  diese  Pflanze
mache  überhaupt  keine  Blüthen.  Die  Blätter  sind
bei  der  einen  Art  rundlich  eiförmig  aus  herzförmigem
Grunde,  bisweilen  undeutlich  dreilappig,  ziemlich
lang  zugespitzt.  Bei  der  anderen  Art  sind  sie  dreibis
  fünflappig,  sonst  aber  in  Blattrand,  Behaarung,
Aderung,  Glanz  denen  der  vorigen  gleich.  Nur
sind  die  jungen  Aeste  bei  der  letzteren  Art  violett,
bei  der  ersteren  gleichmäßig  grün.  Das  Holz  ist
sehr  weich,  die  Stämme  glatt  und  lang.  Der  Bast
wird  mit  dem  Rindengewebe  in  langen  Streifen
abgezogen  und  das  saftige  Rindengewebe  mit  dem
Messer  abgeschabt,  indem  der  Streifen  auf  der
Unterseite  des  Zeigefingers  der  linken  Hand  festgehalten

  und  dann  zwischen  Messer  und  dem  Zeigefinger

  der  rechten  Hand  durchgezogen  wird.  Der
Bast  wird  alsdann  an  der  Sonne  oder  an  rauchendem
  Feuer  getrocknet  und  hiernach  auf  dem  vorher
mit  Asche  bestreuten  Schenkel  durch  Hin=  und  Herreiben
  mit  der  flachen  Hand  in  Schnüre  gedreht.
Diese  werden  auf  ähnliche  Weise  zu  mehr  oder
weniger  dicken  Leinen  oder  Tragebändern  zusammengeflochten.
  Der  Strauch  ist  bei  den  Bakwilis  unter
dem  Namen  „Unge"  bekannt  und  überall  im  Buschwalde
  häufig.  Das  Trageband  nennen  sie  „Njues“.
Dieser  Bast  wird  besonders  von  der  Landbevölkerung
  gebraucht.  Die  Fischer  dagegen  flechten
ihre  Fischleinen  und  Netze  aus  dem  Bast  einer  zu
den  Menisppermaccen  gehörenden  Pflanze.  Es  ist
eine  schlingende  und  epiphytisch,  besonders  gern  auf
Oelpalmen  lebende  Art,  mit  gefurchtem,  kantigem
und  knotigem,  mehr  als  daumendick  werdendem  Stamm,
welcher  mit  langen,  weichen,  tiefbraunrothen  Stacheln
oder  Papillen  besetzt  ist.  Die  breiten  Blätter  sind
am  Grunde  herzförmig  eingeschnitten.  Die  Bracteen
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        sind  mit  feinen  Borsten  besetzt  und  verursachen  bei
der  Berührung  ein  Gefühl  ähnlich  wie  die  Brennnessel.
  Diese  Art  ist  gleichfalls  recht  häufig.  Die
Stämme  verästeln  sich  reichlich.  Von  einer  Oelpalme
  nahm  ich  Stammstücke  von  im  Ganzen  50  m
Länge  herunter.  Der  Bast  wird  ebenso  gewonnen
wie  von  der  vorhin  erwähnten  Malvacee,  jedoch  ist
die  Bereitung  wegen  der  Unebenheiten  der  Stämme
schwicriger.  Nichtsdestoweniger  benutzen  die  Fischer
ausschließlich  diese  Art  für  ihre  Fischerschnüre  und
Netze,  da  letztere,  wenn  aus  diesem  Bast  zubereitet,
ganz  besonders  stark  und  widerstandsfähig  gegen  den
Einfluß  des  Seewassers  sein  sollen.  Hierin  sollen
sie  auch  die  aus  Europa  eingesührten  Netze  und
Leinen  bei  Weitem  übertreffen.  Allerdings  werden
die  Schnüre  stets  nach  deren  Gebrauch  sofort  in  den
Hütten  am  rauchenden  Feuer  wieder  getrocknet.  Die
Pflanze  führt  bei  den  Eingeborenen  den  Namen
„Toll“.  Die  Fischleinen  heißen  „Mussinga“.  Die
Aeste  dieser  Pflanze  ähneln  sehr  denjenigen  einer
wahrscheinlich  nahe  verwandten  Art,  aus  der  das
beste  sogenannte  „Bushrope“,  Buschtau,  gemacht  wird.
Diese  Art  klettert  hoch  an  Bäumen  empor  und  ich
habe  noch  keine  Blätter  und  Blüthen  erlangen
können.  Die  dünnen  Stämme  sind  sehr  biegsam
und  haben  eine  von  kleinen  harten  Höckern  sehr
rauhe  Oberfläche.  Aus  ihnen,  im  Verein  mit  der
vorerwähnten  Art,  flechten  die  Fischer  in  Bota  die
starken  armdicken  Taue,  deren  sie  sich  bei  der  Jagd
auf  Walfische  in  der  Ambasbucht  bedienen.

Ob  eventuell  eine  von  diesen  zulett  erwähnten
Faserpflanzen  einmal  eine  Rolle  in  dem  Export  der
Kolonie  spielen  wird,  läßt  sich  schwer  beurtheilen.
Ueberhaupt  ist  es  schwer,  neue  Faserpflanzen  zu
finden  und  besonders  ihnen  einen  Markt  zu  eröffnen,
denn  um  das  Letztere  erreichen  zu  können,  muß  man
von  vornherein  große  Onantitäten  herbeischaffen,  und
diese  müssen,  wenn  es  eine  gute  Quantität  sein  soll,

gleich  mit  der  Maschine  präparirt  sein,  denn  wenn.

die  Faser  von  den  Eingeborenen  roh  präparirt  ist,
läßt  sich  ein  genaues  Urtheil  über  die  Güte  derselben
  nicht  fällen.

Togo.
Wissenschaftliche  Lammlungen.

Dem  Königlichen  Museum  für  Naturkunde  sind
am  8.  Juli  und  am  29.  Angust  d.  Is.  Sendungen
zoologischer  Gegenstände,  welche  von  dem  Stationsleiter
  Grafen  Zech  zu  Kete-Kratyi  im  Togogebiete
k  gesammelt  worden  sind,  zugegangen.  Sie  enthielten:
Säugethiere  in  Alkohol,

34  Vogelbälge,  .
Gläser  mit  Vögeln  in  Alkohol,

50  Reptilien  und  Amphibien,

45  Fische  (zum  Theil  nur  Köpfe),

20  Schmetterlingsraupen  in  sieben  Arlen,
25  Termiten  in  zwei  Arten,

—

782

 

1  Blattide  mit  Jungen,
3  Fliegenlarven,

2  Tausendfüßler,

2  Krebse,

1  halben  Fadenwurm.

Die  Konservirung  der  Thiere  war  im  Ganzen
gut.  Den  werthvollsten  Theil  der  Sendung  bilden
die  Vögel.

Die  Anzahl  der  bisher  aus  Togo  bekannten
Vogelarten  wird  durch  sie  um  weitere  sechs  Spezies
vermehrt,  so  daß  die  Gesammtzahl  der  für  das  Togogebiet
  nachgewiesenen  Vogelarten  nunmehr  230  beträgt.

In  der  ornithologischen  Abtheilung  des  Museums
für  Naturkunde  sind  jetzt  Vertreter  sämmtlicher  in  den
einzelnen  Schutzgebicten  nachgewiesenen  Vogelarten
zusammengestellt.  Die  in  die  Kolonien  hinausreisenden
  Beamten  2c.  können  sich  daher  hier  jetzt  leicht
über  die  Vogelwelt  ihres  künftigen  Wirkungskreises
unterrichten.

Die  Reptilien  enthielten  einige  seltene  Frösche  der
Gattung  Rappia.  Die  Fische  waren  wegen  ihrer
Fundörter  bemerkenswerth,  die  Krebsart  neu  für  das
Museum  und  deshalb  recht  willkommen.

Rus  dem  Bereiche  der  Wissionen  und
der  Antisklaverei-Bewegung.

Nach  Mittheilung  der  Nr.  11  von  „Unter  dem
rothen  Kreuz“  haben  die  Schwestern  Leonore  und
Elise  in  Kamerun  aus  Gesundheitsrücksichten  die
Heimreise  angetreten.

Die  Wirthschaftsschwester  Katharina  Fath  ist  von
Tanga  nach  Deutschland  zurückgekehrt.  An  ihre
Stelle  ist  Schwester  Gertrud  v.  Lieres  aus  Dares-Saläm
  getreten.

Schwester  Helene  in  Togo  ist  ebenfalls  nach
Deutschland  zurückgekehrt.

Nach  Mittheilung  der  „Evangelischen  Missionen“
ist  der  Basler  Missionar  Anger  in  Kamerun,  der
erst  kurze  Zeit  dort  wirkt,  den  bei  Explosion  einer
Lampe  erlittenen  Verletzungen  erlegen.

 

Der  Missionar  der  Leipziger  Mission  Kämpf
ist  in  Mbungnu  (Ostafrika)  gestorben.

Missionar  Mischlich  von  der  Basler  Mission,
der  im  Laufe  des  Jahres  sich  im  Adelegebiet  niedergelassen
  hat,  machte  im  August  von  Bismarckburg
aus  eine  Entdeckungsreise,  über  die  er  im  „Evangelischen
  Heidenboten“  Folgendes  schreibt:

„In  meinem  letzten  Bericht  bemerkte  ich,  da  weder
in  Bosm  noch  in  Adele  Märkte  abgehalten  werden,
auf  dem  ein  Europäer  sich  mit  dem  Nothwendigsten
versehen  könnte,  dürfe  man  nicht  daran  denken,  hier
eine  Missionsniederlassung  zu  gründen.  Deshalb
wollte  ich,  wenn  irgend  möglich,  Fasogu  und  Tshautsho
        <pb n="865" />
        —  783

besuchen,  da  es  dort  reichlich  Schafe,  auch  große
Viehherden  und  Pferde  geben  solle.  Dann  lag  mir
daran,  Erkundigungen  über  die  Religionsverhältnisse
und  über  die  Dichtigkeit  der  Bevölkerung  einzuziehen.
Da  die  Tshautsholeute  und  besonders  ihr  König
Dshabo  Abu  Bukari  (gewöhnlich  Dshabo  genannt)
sehr  gefürchtet  sind,  konnte  ich  nur  mit  größter  Mühe
zwei  Lastträger  unter  den  Adelern  auftreiben,  und
diese  liefen  mir  wirklich  in  Paratau,  der  Hauptstadt
von  Tshanksho,  davon.  Eines  Morgens,  als  wir
eben  weiterreisen  wollten,  waren  sie  plötzlich  verschwunden.
  Nachdem  ich  noch  einen  dritten  Lastenträger,
  einen  Eingeborenen  aus  Fasogn,  der  mir  zugleich
  als  Dolmetscher  diente  —  in  Fasogu  und
Tshautsho  spricht  man  Timu  —  angeworben,  brach
ich  mit  noch  einigen  Hausknaben  am  23.  Juni  auf.

Als  wir  uns  der  Stadt  Fasogu  näherten,  kamen
plötzlich  vier  phantastisch  gekleidete  Reiter,  mit  langen
Speeren  und  Schwertern  bewaffnet,  auf  uns  zu  gesprengt,
  während  der  Trommler  ihnen  folgte.  Sie
waren  vom  König  geschickt,  um  uns  in  die  Stadt  zu
geleiten.  Hier  war  denn  einc  große  Volksmenge  zu
unserem  Empfang  erschienen.  Der  König  selbst  saß
in  seiner  großen,  zugleich  als  Pferdestall  dienenden
Empfangshalle  auf  einigen  Lederkissen.  Er  ist  ein
gutmüthiger  Alter,  der  sich  sehr  über  unser  Kommen
freute.  Als  wir  am  folgenden  Morgen  auf  einem
großen  freien  Plaß  predigten,  war  eine  ausehnliche
Volksmenge  erschienen.  Sie  hörten  uns  ruhig  an
und  waren  recht  dankbar  und  erfreut  für  die  gehörte,
ihnen  ganz  neue  Botschaft.  In  diese  Gebiete  waren
ja  noch  nie  weder  Missionare  noch  eingeborene  Lehrer
oder  Prediger  gekommen.  Sie  erklärten,  sie  würden
recht  froh  und  dankbar  sein,  wenn  wir  uns  bei  ihnen
niederlassen  würden,  um  Gottes  Wort  zu  verkündigen.

Von  Fasogu  ging  es  nun  auf  meist  gutem  Wege
in  das  Tshautsholand.  Ueberall  erquickten  wir  uns
an  den  ausgedehnten  Yams=  und  Maisplantagen,  die
sehr  sauber  und  rein  gehalten  waren.  In  allen
Farmen  trafen  wir  Pferde  und  sehr  oft  auch  schönes
Rindvieh.  Die  Bewaffnung  der  Bewohner  besteht  in
Speer,  Pfeil  und  Bogen.  Unbewaffnet  geht  z.  B.
Niemand  auf  die  Farm.  Einige  Stunden  vor  Paratau
  sandte  ich  einen  berittenen  Boten,  um  uns  beim
König  Dshabo  anzumelden.  Letzterer  war  jedoch  abwesend.
  In  Paratau  nahmen  wir  Wohnung  in  den
einfachen  runden  Lehmhütten  der  deutschen  Regierung,
die  mir  von  Graf  v.  Zech  freundlichst  zur  Verfügung
gestellt  waren.  Am  folgenden  Tage  erschien  deun  der
König  auf  einem  prachtvollen  schwarzen  Hengst,  begleitet
  von  30  bis  40  Reitern,  deren  eiserne  Lanzenspitzen
  in  der  Mittagssonne  glänzlen.  Ihnen  folgten
Fußvolk  und  einige  Trommler.  Alle  waren  mit
Speeren,  Pfeil  und  Bogen  bewaffnet.  Die  Pferde
waren  reich  geschirrt,  und  die  Soldaten  selbst  waren
meistens  in  weite,  wehende  Haussahemden  gehüllt,  mit
phrygischer  Mütze  oder  Turban  und  großem  Strohhut
mit  farbiger  Lederverzierung  auf  dem  Kopfe.  Manche
der  Reiter  trugen  wattirte  Stiefel,  die  bis  zu  den

 

Hüften  reichten,  und  wieder  andere  weite  Stulpenstiefel
  aus  buntem  Leder,  an  denen  die  Sporen  befestigt
  waren.  Der  ganze  Aufzug  bot  ein  farbenprächtiges
  Bild,  wie  ich  es  in  Afrika  noch  nicht
gesehen  hatte.  Auf  einem  großen  freien  Platze  vor
dem  Palaste  des  Königs  fand  alsdann  ein  Pferdewettrennen
  statt,  an  dem  sich  auch  der  König  in
voller  Waffenrüstung  betheiligte.  Wie  im  Sturmwind
schossen  die  einzelnen  Reiter  dahin  und  schwangen  in
der  Rechten  die  Lanze  wie  zum  Wurfe  aushebend.
Natürlich  hatte  das  prächtige  Schauspiel  eine  große
Volksmenge  herbeigelockt.  Zu  meiner  großen  Ueberraschung
  und  Freude  konnte  ich  hier  auch  frische
Milch  und  Butter  bekommen.  Zum  ersten  Mal  in
Afrika!  Der  König  ist  nicht  nur  ein  gefürchteter
Soldat  und  Krieger,  sondern  auch  ein  geschickter
Farmer.  Er  besitzt  drei  sehr  große  Farmen,  und
auf  jeder  trifft  man  Pferde,  Schafe  und  eine  Herde
Rindvieh.  Auf  einer  zählte  ich  54  dieser  gehörnten
Hausthiere.  Auf  meiner  Heimreise  konnte  ich  eine
Kuh  mit  Kalb  kaufen  und  kann  gegenwärtig  jeden
Tag  frische  Milch  haben.  Mit  Vieh,  Schafen  und
dergleichen,  auch  mit  Pferden  kann  man  sich  hier
jederzeit  versehen.

Von  Paratau  aus  besuchten  wir  auch  die  große
Stadt  Tshamba,  die  wohl  10  000  Einwohner  zählen
dürfte.  Stark  bevölkerte  Orte  giebt  es  hier  vicle.
Paratan,  Dadaura,  Katambara,  Agulu  sind  alle  sehr
groß  und  liegen  nahe  beieinander.  Die  drei  ersten
kann  man  z.  B.  alle  in  cinem  halben  Tag  besuchen.
In  all  diesen  Städten  und  Dörfern  wurden  wir  sehr
freundlich  aufgenommen,  und  überall  wurde  die  Predigt
  gerne  angehört.  In  Paratau  und  besonders  in
Tshamba  würde  die  Bevölkerung  sich  sehr  freuen,
wenn  wir  uns  entschließen  könnten,  uns  bei  ihnen
niederzulassen.  In  Tshamba  luden  sie  uns  förmlich
dazu  ein  und  bedauerten,  daß  wir  nicht  gleich  blieben.
Auch  Mohammedaner  waren  bei  der  Predigt  zugegen.
An  manchen  Orten  erwartete  ich  Widerstand,  aber
Alle  waren  ruhig.  Obwohl  ich  ihnen  z.  B.  in  Dadaura,
  ihrem  Hauptsitz,  den  Unterschied  zwischen  dem
Islam  und  der  christlichen  Religion  klar  zu  machen
suchte,  soweit  das  im  Rahmen  einer  Ansprache  möglich
ist,  hörken  doch  Alle  ruhig  zu.  Auch  der  Limam
Ibrahima,  der  eine  Wallfahrt  nach  Mekka  unternommen
  hatte,  zeigte  sich  freundlich,  gab  mir  jedoch
keine  Hand  zum  Gruß  und  sagte,  wenn  ich  nicht  ein
Weißer  wäre,  würde  er  mich  gar  nicht  empfangen
haben.  Daß  ich  als  Weißer  hierhergekommen,  um
Gottes  Wort  zu  predigen,  wundere  ihn  nicht.  Er
habe  zuvor  gewußt,  daß  Weiße  zu  diesem  Zweck
kommen  werden,  und  er  freue  sich,  daß  ich  nun  gekommen
  sei,  und  er  würde  es  mit  Freuden  begrüßen,
wenn  wir  bei  ihnen  wohnen  wollten.

Im  Großen  und  Ganzen  sind  aber  die  Bewohner
von  Tshautsho  noch  Heiden.  Kleine  Mohammedanerkolonien
  fand  ich  nur  in  Tshamba  und  Dadaura.
Hingegen  trifft  man  fast  überall  große  Karawanen,
manchmal  50  bis  60  Man  stark  und  noch  mehr.
        <pb n="866" />
        Diese  Leute  nun,  fast  durchweg  von  Sugu  und  Borgu
kommend,  sind  zum  großen  Theil  Mohammedaner.
Auch  mit  zwei  mohammedanischen  Lehrern  kam  ich
zusammen.  Der  eine  war  von  Sokoto  und  der
andere  von  Timbuktu.  In  Orten,  wo  einige  Mohammedaner
  wohnen,  lassen  sie  sich  nieder  und  unterrichten
  deren  Kinder.  Sobald  ein  Kind  lesen  und
schreiben  gelernt  hat,  muß  der  Vater  die  Summe
von  etwa  2  Pfd.  Sterl.  an  den  Lehrer  entrichten.
Auf  diese  Weise  machen  sich  die  Lehrer  bezahlt  und
führen  dabei  ein  ganz  beschauliches  Leben.  Es  ist
sehr  zu  bedauern,  daß  wir  noch  nicht  bis  hierher
vordringen  können,  und  es  wäre  doch  höchste  Zeit,
daß  wir  auf  dem  Plane  erschienen.  Die  Bewohner
von  Fasogu  und  Tshantsho  würden  uns  mit  Freuden
aufnehmen,  während  sie  so  wahrscheinlich  eine  Beute
des  Islams  werden.

Viel  weiter  als  Tshautsho  kann  man  zur  Zeit
wohl  nicht  vordringen,  da  das  Reisen  in  jenen  Gegenden
  mit  Lebensgefahr  verbunden  ist.  Ohne  bedeutenden
  militärischen  Schutz  kann  man  dort  nicht
reisen.  In  Borgu  wurde  vor  einigen  Monaten  eine
französische  Expedition  fast  vernichtet.  Drei  Weiße
und  viele  Eingeborene  kamen  dabei  ums  Leben.

Als  ich  nach  29  Tagen  wieder  in  Adelc  ankam,
fand  ich  zu  meiner  großen  Verwunderung,  daß  während
  meiner  Abwesenheit  in  meiner  Wohnung  eingebrochen
  und  Verschiedenes  gestohlen  worden  war,
sogar  Teppich  und  Nachthemd  vom  Bett  weg.
Ebenso  wurden  eine  Anzahl  unserer  Hühner  nicht
etwa  von  wilden  Thieren  geholt,  wie  wir  anfangs
glaubten,  sondern  einfach  abgefangen  und  aufgegessen.

In  diesen  Tagen  erwarte  ich  Graf  v.  Zech,  der
sich  wohl  etwas  länger  hier  aufhalten  wird,  und  den
Missionar  Mohr,  mit  dem  ich  den  Platz  zu  suchen
hoffe,  auf  dem  wir  dann  eine  einfache  Station
bauen  wollen."

RAus  fremden  Kolonien.

Ueber  den  Dandel  und  die  allgemeine  Lage  im  Britisch-Centralafrika=
  Prolektorat

(Osthälfte  von  Britisch-Centralafrika,  die  Westhälfte
steht  seit  dem  1.  Juli  v.  Is.  unter  der  Verwaltung
der  British  South  Africa  Company)  berichtet  der
dortige  Kommissar  Johnston  für  die  Zeit  vom
1.  April  1895  bis  dahin  1896,  wie  folgt:

Die  Gesammtbevölkerung  des  Protektorats
betrug  844995  Personen.  Hiervon  waren  289  Europäer,
  und  zwar  259  Engländer,  8  Holländer,  13
Deutsche,  1  Franzose,  2  Italiener,  5  Oesterreicher
und  1  Portugiese,  ferner  263  Inder,  23  Bastards
und  der  Rest  Eingeborene.  Die  meisten  Europäer
(129)  wohnten  in  Blantyre,  während  die  übrigen
unter  die  weiteren  af  Distrikte  annähernd  gleichmäßig
vertheilt  waren.  Dic  meisten  Eingeborenen  wohnten
in  West=  und  Nordnyasa  (je  200  000),  in  Marimbe=784



 

–

distrikt  (150  000)  sowie  in  Sonth  Nyasa  und  Central=Angoniland
  (je  80  000).  Die  meisten  Inder  (960)
befinden  sich  in  Zomba.

Die  Anzahl  der  Eingeborenen  ist  im  Verhältniß
zu  den  früheren  Jahren  erheblich  gewachsen.  Sie
ist  im  Lower  Shiredistrikt  seit  1891  von  1000  auf
14  385  aufgestiegen.  In  Mlanje,  Zomba,  Blantyre
und  South  Nyasa  ist  sie  dank  der  Unterdrückung
des  Sklavenhandels  und  der  Gewöhnung  der  Eingeborenen
  an  friedliche  Arbeit  erheblich  gewachsen.
Auch  die  Zahl  der  Inder,  welche  sich  für  die  dortige
Gegend  vorzüglich  bewähren,  hat  im  Berichtsjahr
erheblich  zugenommen.

Von  den  Eingeborenenstämmen  kommen  besonders
in  Betracht  dic  Mannunje,  die  Y,  welche  kürzlich
von  den  Hochplateaus  des  östlichen  Nyassa  eingewandert
  sind,  die  Angoni-Zulu,  die  Watonga,  die
Wahenga  und  die  Wankonde,  welche  zum  Theil  auch
auf  dem  deutschen  Gebiete  nördlich  des  Nyassa-Sees
  ansässig  sind.  Die  während  des  Bestehens  des
Protektorats  wiederholt  aufsässig  gewordenen  Yaos
haben  sich  jetzt  gut  an  die  brirische  Herrschaft  gewöhnt,
  treten  auch  mit  ihren  Waffen  für  dieselbe  ein
und  liefern  ein  brauchbares  Material  für  den  Kriegsund
  Civildienst.  Auch  die  Watonga  werden  in
größerer  Anzahl  (400)  hierzu  verwendet,  während
sich  außerdem  jährlich  eine  große  Anzahl  von  ihnen
im  Shirehochland  als  Arbeiter  verdingen.

Der  Gesundheitszustand  war  besonders  schlecht.
Infolge  einer  Malariaepidemie  wuchs  der  Prozentsatz
der  Sterbefälle  von  Europäern  für  die  Zeit  bis
zum  31.  Dezember  v.  Is.  von  6,5  auf  9)7,  d.  h.  es
entsielen  auf  275  Europäcr  28  Todesfälle  und  hier
von  20  auf  Malaria.  Aehuliche  Epidemien  zeigten
sich  von  Zeit  zu  Zeit  in  Zwischenräumen  von  ungefähr
  20  Jahren  auch  in  Sansibar  und  an  der  Westküste
  von  Afrika.  Dieselben  seien  zweifellos  außerordentlichen
  Regenverhältnissen  und  ähnlichen  klimatischen
  Veränderungen  zuzuschreiben.  Dysenterie  trat
selten  und  gewöhnlich  nicht  in  bösartiger  Form  auf.
Von  den  erwähnten  20  Fällen  von  Malaria  entfielen
16  auf  Schwarzwasserfieber,  welches  im  Protektorat
besonders  gefürchtet  war.  Dasselbe  sei  von  der
Malaria  wohl  zu  unterscheiden,  wie  Dr.  W.  Poole
durch  den  Nachweis  eines  besonderen  Parasiten  sowie
unter  Hinweis  auf  folgende  Umstände  dargethan  habe:
.das  Kuinine  ist  bei  Schwarzwasserfieber  kraftlos;
.  die  besondere  örtliche  Vertheilung;  das  Schwarzwasserfieber

  tritt  in  einigen  Gegenden  nicht  auf,
wo  andere  Formen  der  Malaria  vorherrschend

S—

sind;

Alle,  die  an  Schwarzwasserfieber  gelitten  haben,
bekommen  in  der  Heimath  Rückfälle;

ein  Anfall  prädestinirt  zu  nachfolgenden  Anfällen.
Nach  seiner  Ansicht  sei  das  Schwarzwasserfieber
ein  naher  Verwandter  des  amerikanischen  gelben
Fiebers.  Es  würde  in  Gegenden,  die  wohl  kultivirt,
trocken  und  stark  bevölkert  sind,  nicht  vorkommen  und

r
        <pb n="867" />
        —  785

durch  die  fortschreitende  Kultur  immer  mehr  zurückgedrängt
  werden.

Der  Hauptgrund  für  den  schlechten  Gesundheitszustand
  im  Protektorat  liege  in  dem  gefährlichen
Anmarschgebiete  des  feuchten  Sambesithales,  dann
aber  auch  in  dem  wachsenden  Verbrauch  von  Alkohol,
im  Besonderen  in  dem  übermäßigen  Genuß  von
Whisky.  Das  beste  Mittel  zur  Beseitigung  dieses
Zustandes  sei  die  Anlegung  einer  Eisenbahn  von
Quelimane  nach  Blantyre,  welche  ein  schnelles  Erreichen
  der  gesunden  Hochländer  ermögliche.

Die  Einfuhr  erlitt  eine  geringe  Abnahme,  welche
darauf  zurückzuführen  ist,  daß  die  Eingeborenen  jetzt
häufig  durch  Baargeld  abgelohnt  werden,  während
sie  früher  durch  Tauschartikel  abgesunden  wurden.
Sie  betrug  im  Ganzen  82  760  Pfd.  Sterl.

Die  Ausfuhr  betrug  19  668  Pfd.  Sterl.  und
zeigte  eine  Zunahme  von  9965  Pfd.  Sterl.  An
Elsenbein  wurde  allein  für  9000  Pfd.  Sterl.  mehr
ausgeführt  als  im  Vorjahre.  Der  Export  an  Kaffee
wuchs  um  3200  Pfd.  Sterl.  Mit  Baumwolle,  Tabak
und  Thee  wurden  zufriedenstellende  Versuche  gemacht.
Auch  die  Sansevicrapflanze,  welche  bei  leichter  Fortpflanzbarkeit
  nur  geringe  Aufmerksamkeit  erfordert
und  nach  drei  Jahren  verwerthbar  ist,  erfreute  sich
einer  größeren  Beachtung,  ebenso  wie  die  Produkte
der  Landolphia.

Im  Marimbedistrikte  wurde  wiederholt  nach  Gold
gesucht,  indessen  ohne  nennenswerthen  Erfolg.  Die
Resultate  einer  zu  dem  gleichen  Zwecke  nach  Central-Angoniland
  ausgeführten  Expedition  sind  noch  nicht
bekannt  geworden.  Die  Ziegeleien  der  Eingeborenen
erfreuten  sich  seitens  der  Europäer  großen  Zuspruchs.
Auf  den  englischen  Inseln  im  Nyassasee  wurden
bedeutende  Guanolager  entdeckt.

Die  Postämter,  von  denen  ein  jeder  Bezirk  ein
solches  aufweist,  beförderten  im  November,  als  einem
Durchschnittsmonat,  insgesammt  29  802  Postsachen,
hegen  25  592  im  gleichen  Zeitraume  des  vorhergehenden
  Jahres  und  19  383  im  November  1893.

Es  wurde  ein  kürzerer  siegreicher  Kriegszug
unternommen  gegen  einige  Yohäuptlinge  und  die
Araber  des  Nord-Nyassadistrikts,  welche  wiederholt
als  Sklavenjäger  das  Land  durchzogen  hatten.  Ebenso
gegen  die  Angonihäuptlinge  Mwasi  und  Said  Kazungu,
  welche  sich  gegen  die  britische  Herrschaft  aufgelehnt
  und  mit  den  Arabern  gemeinschaftliche  Sache
gemacht  hatten.  Auch  die  nördlichen  und  westlichen
Angonis  zeigten  sich  wiederholt  rebellisch.  Endlich
sollen  nach  Angabe  der  Eingeborenen  einige  Yao-—
häuptlinge  im  Südosten  des  Protektorats,  welche  den
Sklavenhandel  sehr  begünstigen,  einen  gemeinschaftlichen
Aufstand  planen.  Im  Uebrigen  war  jedoch  die  allgemeine
  Lage  des  Protektorats  zufriedenstellend.  Der
Maohäuptling  Kawinga,  welcher  noch  im  Frühjahr  1895
Zomba  bedrohte,  hat  seine  Unterwerfung  angeboten;
seine  Leute  zahlen  regelmäßig  ihre  Hüttensteuer  und
sechten  für  die  britische  Herrschuft.  Auch  Zarafi  hat
um  Frieden  gebeten  und  Makanjira  verhält  sich  ruhig.

 

Große  Mengen  von  Eingeborenen  der  Ost=  und  Westküste
  des  Nyassa,  ebenso  aus  dem  südöstlichen  Theile
des  Mlanjedistrikts  gehen  jetzt  nach  dem  Shirehochland,
  um  sich  dort  als  Kaffeearbeiter  in  den  Plantagen
  zu  verdingen.  Gleichwohl  macht  sich  aber
immer  noch  ein  großer  Arbeitermangel  geltend.  Er
hofft  von  einer  guten  Behandlung,  entsprechenden
Bezahlung  und  Fürsorge  für  das  allgemeine  Wohl
seitens  der  Arbeitgeber  und  eine  entsprechende  Ueberwachung
  der  Regierung  eine  stetige  Besserung  der
Arbeiterfrage.  Bei  dem  Arbeitsmarkte  in  Blantyre
zeige  es  sich  sofort  an  dem  ablehnenden  Benehmen
der  Leute,  wenn  sie  an  irgend  einer  Arbeitsstelle
schlechte  Behandlung  erfahren  hätten.  Auch  fingen
die  Arbeiter  jetzt  an  zu  verstehen,  daß  ihnen  dagegen

sttets  der  Schutz  der  Regierung  zur  Seite  steht.

Die  Arbeitslöhne  der  Eingeborenen  betrugen  für
gewöhnliche  Arbeit  3  Schill.  pro  Monat  (je  nach  der
Jahreszeit  mit  oder  ohne  Speisung);  gewandtere
Arbeiter  erhielten  bis  zu  40  Pfd.  Sterl.  pro  Jahr.
Im  Allgemeinen  zeige  sich  der  Eingeborene  Centralafrikas
  als  gelehrig  und  entwickelungsfähig;  einige
Plantagen  befinden  sich  bereits  im  Besitze  von  Eingeborenen.


Die  Viehzucht  hat  einen  außerordentlichen  Aufschwung
  erfahren  einmal  wegen  des  gesteigerten  Fleischkonsums
  in  den  kultivirteren  Gegenden  und  zum
anderen,  weil  der  hierdurch  erzeugte  Dünger  sich  für
die  Kaffeckultur  sehr  nutzbringend  erwiesen  hat.  Da
sast  jeder  Pflanzer  eine  eigene  Herde  besitzt,  so  sind
die  Fleischpreise  von  7,  6  und  5  Pfd.  Sterl.  pro
Stück  auf  1  Pfd.  Sterl.  zurückgegangen.

Die  Tsetsefliege,  welche  sich  vor  der  anwachsenden
Bevölkerung  und  der  zunehmenden  Kultur  zurückzögc,
verschwinde  immer  mehr  und  mehr  im  Protektorat.

Auch  der  nächst  der  Arbeiterfrage  hauptsächlich
ins  Gewicht  fallende  Wegebau  hat  große  Fortschritte
gemacht,  so  daß  schon  eine  Reihe  guter  Verbindungen
der  Handelsplätze  untereinander  und  mit  den  Plantagen
  hergestellt  oder  im  Angriffe  ist.

Die  African  Lakes  Corporation  rüstete  eine  Expedition
  aus  für  die  Vorarbeiten  einer  Eisenbahn  von
Blantyre  nach  Chiromo;  die  nächsten  Vorarbeiten
sind  bereits  beendet,  und  ein  Bericht  hierüber  erstattet.
Im  Auschluß  hieran  soll  von  der  portugiesischen  Regierung
  eine  Bahn  nach  dem  Hafenplatz  Quelimane
gebaut  werden,  deren  Vorarbeiten  gleichfalls  bereits
in  Angriff  genommen  sind.  Hierdurch  würde  es
ermöglicht  sein,  die  gesundheitlich  gefährlichste  Strecke
des  Proteltorats,  zu  deren  Zurücklegung  eine  Reise
von  acht  bis  zehn  oder  mehr  Tagen  erforderlich  war,
in  Zukunft  in  einem  Tage  zu  passiren  und  andererseits
  eine  Verbindung  des  Seenweges  über  den
Tanganyika=  und  Nyassasee  mit  dem  Indischen
Ocean  herzustellen.

Die  African  Lakes  Corporation  beabsichtigt  in
Kürze,  ihrerseits  noch  einen  dritten  großen  Dampfer
auf  dem  Nyassasee  auszusetzen.
        <pb n="868" />
        786

Die  Beziehungen  zu  den  deutschen  Nachbarstationen  werk  niedergeschlagen,  verbrannt  und  die  Asche  mit
am  Nyassasee,  dergleichen  zu  Portugal  waren  die  dem  Boden  vermengt.  Nachdem  die  Oberfläche  durch

besten.

In  einem  Anhange  zu  dem  Bericht  giebt  Johnston
  Auskunft  über  die  im  Protektorate  vorkommenden
  Wildarten.  Zur  Jagd  auf  Elefanten,  Rhinozerosse
  und  Giraffen  ist  in  gewissen  Bezirken  ein
Erlaubnißschein  erforderlich,  welcher  pro  Jahr
25  Pfd.  Sterl.  kostet.  Es  wird  beabsichtigt,  in  Zukunft
  auch  dem  Zebra  einen  ähnlichen  Schutz  zu
Theil  werden  zu  lassen.  Mit  der  Zähmung  von
einigen  Antilopenarten  sind  wiederholt  Versuche  gemacht

  worden,  doch  führten  dieselben,  da  die  eingefangenen

  Thiere  zu  jung  waren  und  nicht  genügend
mit  Kuhmilch  versehen  werden  konnten  und  andererseits
  die  Eingeborenen  nicht  wie  die  Inder  dieselben
aufzuziehen  verstehen,  zu  keinen  befriedigenden  Resultaten.


einem  anderen  Auhange  schreibt  er  über  den
Iu  einem  anderen  Auhange  schreiht  er  über  den  in  London  10  ¼/  d.  per  Pfd.  oder  95  Pfd.  Sterl.  13  8.

Kaffeebau,  wie  folgt:

Hackarbeit  vom  Unkraut  2c.  gereinigt  ist,  werden  auf
ihr  in  einem  Abstande  von  6  bis  7  Fuß  Linien  gezogen
  und  auf  denselben  wiederum  in  einem  Abstande
von  6  bis  7  Fuß  Löcher  von  18  Zoll  Weite  und
ebenso  großer  Tiefe  eingegraben,  welche  möglichst
lange,  etwa  bis  zum  September,  offen  liegen  bleiben.
Gleichzeitig  hat  der  Pflanzer  für  die  Anlage  eines
Pflanzgartens  und  den  Bau  der  erforderlichen  Schutzhütten

  Sorge  zu  tragen,  um  dann  mit  dem  Beginn
der  Regenzeit  die  Stecklinge  einzusetzen.

Die  Entschalung  der  Früchte  wird  wie  in  anderen

Gegenden  hauptsächlich  durch  Handarbeit  herbeigeführt;

an  Maschinen  sind  zu  diesem  Zwecke  der  Apparat

von  Gordon  und  neuerdings  auch  ein  solcher  von

Walker  in  Gebrauch.  Die  durchschnittliche  Ernte
beträgt  pro  Acre  3  bis  3½  Centner.

Auf  Veranlassung  des  Missionars  Buchanan,
welcher  sich  in  Britisch-Centralafrika  zuerst  für  den
Kaffeeban  interessirte,  brachte  1878  der  schottische

Missionar  Duncan  drei  Kasffeepflanzen  (arabische)
nach  Blantyre,  die  in  dem  dortigen  Missionsgarten
ausgepflanzt  wurden.  Zwei  derselben  gingen  ein,
die  dritte  brachte  aber  bereits  nach  zwei  Jahren
1000  Bohnen,  welche  gleichfalls  ausgepflanzt  wurden.
Die  hieraus  resultirenden  400  Pflänzlinge  brachten
nach  weiteren  drei  Jahren  eine  Ernte  von  14½
Centnern.
weit  und  3  Fuß  tief;  sie  wurden  mit  Alluvialboden,
Kuhdünger  und  Holzasche  angefüllt.  Zur  genannten
Zeit  wurden  auch  Versuche  mit  Liberia=  und  Jamaikakaffec
  gemacht,  welche  aber  nicht  zu  denselben  glänzenden
  Resultaten  führten.  In  dem  Zeitraum  von
1880  bis  1890  waren  die  Gebrüder  Buchanan  in
Nyassaland  die  einzigen  Kaffeepflanzer.  Augenblicklich
sind  im  Shirehochland  allein  ungefähr  100  Kaffeepflanzer,
  ebenso  bildet  der  Kaffeebau  auch  im  Nyassaland
  die  Hauptindustrie.  Durch  ihn  sind  die  lokalen
jährlichen  Einnahmen  in  fünf  Jahren  von  nichts  auf
20  000  Pfd.  Sterl.  gestiegen.  Außer  den  Europäern
haben  sich  auch  sechs  Eingeborene  mit  Erfolg  diesem
Berufe  zugewendet.  Im  Besonderen  haben  die  Gebrüder
  Buchanan  900  Acres  unter  Kultur,  sie  beschäftigen
  zu  diesem  Zwecke  neun  europäische  Beamte
und  erwarten  einen  Export  von  100  Tonnen.  Der
größte  Besitzer,  E.  C.  A.  Sharrer,  versügt  über
einen  Grundbesitz  von  365  000  Acres,  von  denen
900  mit  Kaffee  bestellt  sind.  Er  beschäftigt  19  Europäer
  und  wird  vermuthlich  mit  Rücksicht  auf  die
Jugend  seiner  Plantagen  nur  20  bis  30  Tonnen
exportiren.  Der  Gesammtexport  an  Kaffee  für  das
Jahr  1896  wird  auf  350  Tonnen  angenommen.
Bei  Einrichtung  einer  Plantage  wird  auf  folgende
Weise  verfahren:  Im  Juni  wird  auf  dem  zu  bebauenden
  Arcal  alles  überflüssige  Holz  und  Busch-Die

  Größe  der  Pflanzlöcher  war  6  Fußz

 

Der  Durchschnittspreis  der  1894er  Ernte  betrug

4  d.  die  Tonne;  der  höchste  Preis  betrug  107  s.,
der  niedrigste  86  s.  per  Centner.

vevordnung  des  britischen  Rommisars  für  den
westlichen  Stillen  GOcean.

Der  britische  Oberkommissar  des  westlichen  Stillen
Oceans  hat  unter  dem  24.  August  d.  Is.  für  die
Inseln  Manahiki,  Rakahanga,  Tongarewa  (Penrhyn),
Pukapuka,  Danger-Inseln  und  die  Uniongruppe  eine
Verordnung  erlassen,  wonach  die  Veräußerung  von
Ländereien,  die  den  Eingeborenen  gehören,  verboten
wird.  Nur  eine  den  Zeitraum  von  21  Jahren  nicht
übersteigende  Verpachtung  ist  mit  Genehmigung  des
Oberkommissars  zulässig.  Eine  ohne  solche  Genehmigung
  stattgehabte  Verpachtung  kann  jederzeit  mit
sechsmonatlicher  Kündigung  aufgehoben  werden.

Expedition  Dourst.

Nach  Meldung  der  „Times“  hat  die  Expedition
des  Lieutenants  Hourst  Ende  Oktober  Lagos  auf
dem  Wege  nach  Porto  Novo  berührt.  Sie  zählte
40  Personen,  von  denen  34  Senegalesen  waren.
Lieutenant  Hourst  hat  seine  Reise  vom  Senegal
nach  Timbuktu,  von  da  auf  dem  Niger  bis  Warroe
und  zuletzt  auf  dem  Forkados-River  bis  Lagos
glücklich  ausgeführt.  Das  Gouvernement  von  Lagos
hat  die  Durchfuhr  der  Maschinenkanonen  und  Präzisionsgewehre
  der  Expedition  durch  die  Kolonie
Lagos  gestattet.  Der  Dampfer  „Olinda“  einer
Lagosfirma  hat  die  Expedition  mit  ihren  reichen
Sammlungen  nach  Porto  Novo  befördert.
        <pb n="869" />
        Verschiedene  Mittheilungen.
Ueber  das  Straußenzuchtunternehmen  in  Mbuguni
am  KRilimandjaro
verlautet  in  der  „Köln.  Ztg.“  Folgendes:  Der  Leiter

787

zehn

dieser  Gesellschaft  ist  Bronsart  v.  Schellendorff,

der  schon  seit  1889  in  Afrika  verweilt,  früher  als
Offizier  der  Schutztruppe  und  Kompagnieführer  in

der  Wissmannschen  Seenexpedition.  Technischer  Leiter

und  insbesondere  Sachverständiger  für  die  Straußenzucht

  ist  C.  Nolte,  der  fünf  Jahre  lang  als  Strausienzüchter

  im  Süden  und  Südwesten  Afrikas  thätig
gewesen  ist.  Ein  Volontär,  Referendar  A.  Meyer,
widmet  den  Zebras,  Pferden  und  Eseln  seine  Sorge.
Gegründet  wurde  die  Gesellschaft  im  Dezember  1895
in  Berlin,  auf  Anregung  des  Lieutenants  v.  Bronsart.
  Ihr  Hauptziel  ist  die  Straußenzucht,  also
angenblicklich  noch  das  Einfangen  der  jungen  Strauße
und  das  Ausbrüten  der  Eier  durch  Inkubatoren.
In  zweiter  Linie  wird  das  Einfangen  von  Zebras
beabsichtigt,  die  mit  Pferden  und  Eseln  (halben
Maskateseln)  gekreuzt  werden  sollen.  Die  Strauße
sollen  in  einem  großen  Laufparke  durch  Brutgärten
gezüchtet  werden.
verringert  werden  durch  Anlegung  großer  Anpflanzungen
  von  Luzerne,  Klee,  Bohnen  2c.  Im  Anschlusse
  hieran  soll  der  Versuch  unternommen  werden
zur  Kultivirung  von  europäischem  Nutz=  und  Bauholz.
Man  hat  einen  Platz  ausfindig  gemacht,  der  allen
wesentlichen  Anforderungen  genügt.  Der  Boden  in
Mbuguni,  am  Kikuletwe,  am  Fuße  der  Milindaniberge,
  drei  Tagereisen  von  Moschi,  ist  stark  salzhaltig,
eine  Vorbedingung  für  gedeihliche  Ernährung  der
Stranße;  das  Steppenklima  ist  trocken,  selbst  in  der
Regenzeit,  und  der  Kikuletwe  führt  klares  Wasser,
ohne  jemals  über  seine  Ufer  zu  treten.  Als  Versuchsstation
  für  Kreuzungszwecke  ist  Kibuhöhe  in
Aussicht  genommen,  in  etwas  höherer  Lage,  dicht  bei
Madschame,  fünf  Stunden  von  Mbuguni  entfernt.
Auch  dort  sind  alle  Vorbedingungen  vorhanden.  Bisherige
  Anlagen  sind  eine  Stallung  in  Kibuhöhe  und
die  nothwendigsten  Bauten  in  Mbuguni,  die  Somalikaserne,
  das  Arbeitshaus,  Messe  2c.  Das  Inkubationshaus
  und  die  Inkubatoren  sind  im  Bau  begriffen,
  ebenso  wird  an  den  Anpflanzungen  gearbeitet.


Das  Verhältniß  der  Gesellschaft  den  Wandorobbo
und  den  übrigen  benachbarten  Stämmen  gegenüber
ist  freundschaftlich,  und  schon  sind  kleine  Wandorobboniederlassungen
  unmittelbar  bei  den  Bauten  der
Straußenzucht  entstanden.  Als  Askaris  besitzt  die
Gesellschaft  Somalis,  die  einen  sehr  angenehmen
Eindruck  machen  und  nicht  viel  unter  dem  Klima  zu

Die  Fütterungskosten  können  sehr

 

 

leiden  scheinen,  jedenfalls  nicht  viel  mehr  als  die

Suahelis  und  Sudanesen.  Allerdings  erfordern  sie
eine  vorsichtige  und  wohlwollende  Behandlung,  ebenso
eine  gute  Ernährung.  Im  Auftrage  der  Straußenzucht-Gesellschaft
  hat  Referendar  Meyer  sich  mit

Trägern  und  zwei  Somali-Askaris  der
Schoellerschen  Expedition  angeschlossen,  um  Verträge
  mit  den  Jumben  über  die  Lieferung  von
Straußen,  Eiern  und  Zebras  abzuschließen.

7y  *  —  YTYVVYFNFF

Titteratur.

Dr.  Alfred  Zimmermann:  Die  enuropäischen
Kolonien.  Schilderung  ihrer  Entstehung,  Entwickelung,
  Erfolge  und  Aussichten.  I.  Band:  Die
Kolonialpolitik  Portugals  und  Spaniens  in  ihrer
Entwickelung  von  den  Anfängen  bis  zur  Gegenwart.
  515  S.  mit  einer  Karte.  Berlin  1896.
E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn.  Mk.  10,—,
geb.  Mk.  11,50.

Wer  sich  bisher,  wenn  auch  nur  in  allgemeinen
Zügen  über  die  Entstehung  und  Entwickelung  der  von
den  verschiedenen  europäischen  Staaten  gegründeten
Kolonien  und  die  Geschichte  der  von  ihnen  hierbei
betriebenen  Politik  unterrichten  wollte,  war  ziemlich
übel  daran,  da  selbst  die  großen  Geschichtswerke  über
diese  Seite  der  europäischen  Geschichte  nur  flüchtig
hinweggehen.  So  war  man  denn  auf  das  mühsame
Studium  von  oft  schwer  zugänglichen  Einzelwerken
und  Monographien  beschränkt,  welche  die  Gewinnung
eines  raschen,  allgemeinen  Ueberblickes  erschwerten.
Diese  Lücke  auszufüllen,  die  sich  gegenwärtig,  wo  die
fremden  Erfahrungen  auf  kolonialem  Gebiete  für
Deutschland  besonderes  Interesse  besitzen,  doppelt
fühlbar  macht,  ist  der  Zweck  des  vorliegenden
Werkes.  Es  soll  die  koloniale  Thätigkeit  der  verschiedenen
  Nationen  unter  gleichen  Gesichtspunkten
und  im  Zusammenhange  vorführen.  Das  dem  ersten
Bande  beigegebene  Litteraturverzeichniß  beweist,  daß
es  der  Verfasser  verstanden  hat,  das  über  einzelne
Epochen  und  hervorragende  Persönlichkeiten  vorhandene
  Material  in  weitem  Umfange  bis  zu  den
Urkundensammlungen  heranzuziehen,  um  seinem  Zweck
gerecht  zu  werden.

Der  erste  Band  des  Gesammtwerkes  behandelt
die  kolonialen  Unternehmungen  und  Erfahrungen  der
Portugiesen  und  Spanier  als  der  Väter  der  modernen
Kolonialpolitik.  Nach  einer  geschichtlichen  Darlegung
der  Entwickelung  der  portugiesischen  Kolonialbestrebungen
  im  15.  und  16.  Jahrhundert  in  Indien  kommt
Verfasser  bei  aller  Anerkennung  des  Unternehmungsgeistes
  und  des  Heldenmuthes  der  kleinen  Nation  zu
dem  Schluß,  daß  Portugal  nie  den  Versuch  gemacht
hat,  die  eroberten  Länder  sich  wirklich  zu  eigen  zu
machen  und  zu  bivilisiren.  Sein  Ziel  war  neben
dem  Wunsch,  das  Christenthum  selbst  unter  Anwendung
  der  barbarischsten  Mittel  auszubreiten,  eine
brutale  Ausbeutung  der  Kolonien  und  das  Streben,
ihre  Reichthümer  sich  im  Alleinbesitz  zu  erhalten.  In
Brasilien  hat  die  kolonisatorische  Thätigkeit  der  Portugiesen
  einen  anderen  Charakter  gehabt,  sie  ist  klüger
        <pb n="870" />
        und  geschickter  gewesen  als  in  Indien.  Die  begangenenen
  Fehler  haben  ihren  Grund  mehr  in  verfehlten,

  aber  in  jenen  Zeiten  allgemein  als  gültig

erachteten  Theorien  und  in  der  Aussendung  ungeeigneter

  Beamter  gehabt;  und  doch  ist  auch  diese  Kolonie

für  Portugal  infolge  der  allgemein  gewordenen  Mißstimmung
  der  brasilianischen  Bevölkerung  gegen  das
portugiesische  Beamtemwesen  bei  Gelegenheit  der  Napo-  1
leonischen  Eingriffe  gegenüber  dem  Mutterlande  in
kürzester  Frist  verloren  gegangen.  Die  portugiesischen
Besitzungen  in  Afrika  sind  im  Wesentlichen  die  einzigen,
  welche  dem  Mutterland  erhalten  geblieben
sind,  obwohl  hier  die  Portugiesen  während  der  ersten
Jahrhunderte  ihrer  Herrschaft  keine  wirkliche  Kolonisationsthätigkeit
  entwickelt  haben.  Die  hier  vorliegenden
  Schilderungen  der  portugiesischen  Besitzungen
in  Afrika  haben  ein  ganz  besonderes  Interesse  für
den  Leser,  da  es  über  sie  bisher  an  jeder  auch  nur
einigermaßen  zuverlässigen  Darstellung  fehlte  und  das
Material  sehr  schwer  zu  beschaffen  war.

In  dem  zweiten  Theil  des  Bandes  wird  die
Kolonialpolitik  Spaniens  von  dem  Auftreten  des
Kolumbus  an  geschildert  und  die  Entstehung  und
Entwickelung  jeder  einzelnen  Besitzung  Spaniens
innerhalb  bestimmter  Zeitabschnitte  vorgeführt.  Den
Indianerschutzgesetzen  und  ihrem  großen  Einfluß  auf
die  Geschichte  der  Kolonien  sowie  der  vielfach  schwankenden
  Haltung  der  spanischen  Regierung  in  dieser
wichtigen  Frage  wird  mit  Recht  ein  großer  Abschnitt
gewidmet.  Der  maßgebende  Einfluß,  welchen  die
äußere  Politik  Spaniens  und  besonders  seine  Beziehungen
  zu  England  auf  das  Geschick  seiner
Kolonien  geübt  haben,  ist  nicht  minder  sorgsam  nachgewiesen.
  Ein  weiterer  Theil  behandelt  dann  das  sich
lang  ausdehnende  Drama  des  allmählichen  Verlustes
der  gesammten  amerikanischen  Kolonien  mit  Ausnahme
von  Kuba  und  Puertorico.  Das  Schlußkapitel  über
die  spanischen  Kolonien  im  19.  Jahrhundert  gewinnt
einen  besonderen  Reiz  im  Hinblick  auf  die  aufständischen
  Bewegungen,  von  denen  dieselben  augenblicklich
ergriffen  sind.  Welch  ein  Gegensatz  zwischen  dem
jetzt  vor  dem  Abgrund  des  finanziellen  Ruins  stehenden
  Kuba  und  jener  blühenden  Lage  der  Insel  in
den  zwanziger  und  dreißiger  Jahren,  welche  Verfasser
so  wirkungsvoll  schildert!  Gerade  dieses  Kapitel
zeigt,  wie  nützlich,  lehrreich  und  nöthig  es  ist,  aus
der  Geschichte  der  Fehler,  welche  fremde  Nationen
in  der  Verwaltung  ihrer  Kolonien  begangen  haben,
zu  lernen,  um  schwerwiegende  Mißgriffe  und  ihre
Folgen  unsererseits  zu  vermeiden.

v.  Danckelman.

F.  J.  v.  Bülow:  Drei  Jahre  im  Lande  Heudrik
  Witboois.  Schilderungen  von  Land  und
Leuten.  2.  Aufl.  Berlin  1897.  E.  S.  Mittler
&amp;amp;  Sohn.

Daß  das  an  dieser  Stelle  beim  ersten  Erscheinen
eingehend  gewürdigte,  vortreffliche  Buch  v.  Bülows

788

 

beim  Publikum  solchen  Anklang  gefunden  hat,  daß

es  schon  nach  Jahresfrist  in  zweiter  Auflage  erscheinen
konnte,  wird  jeden  Kolonialfreund  mit  Genugthuung
erfüllen.  Es  wird  durch  diese  Thatsache  erwiesen,
sowohl  daß  Südwestafrika  doch  immer  weitere  Kreise
des  deutschen  Volkes  interessirt,  als  auch  daß  treue
naturwahre  Schilderungen  allmählich  mehr  Anklang
finden  als  die  von  Abenteuern  und  Jayderfolgen
wimmelnden  üblichen  afrikanischen  Reisebücher.
Nangliste  der  Kaiserlich  deutschen  Marine
für  das  Jahr  1897  (abgeschlossen  am  30.  November
  1896).  Auf  Befehl  Seiner  Majestät  des
Kalsers  und  Königs,  redigirt  im  Marine-Kabinet.
Berlin.  E.  S.  Mittler  und  Sohn.  Geheftet
Mk.  2,50,  gebunden  Mk.  3,20.

 

W.  Duisberg:  Allerlei  Bilder  aus  meinem  Leben
auf  lose  Blätter  gezeichnet.  Basel.  Missionsbuchhandlung.


Der  bekannte  und  geschätzte  Missionar  schildert
in  diesem  Buche  einen  Theil  der  Erfahrungen  seines
Lebens,  von  dem  er  mehr  als  30  Jahre  der  Verbreitung
  des  Christenthums  in  Afrika  gewidmet  hat.
Der  reiche  Inhalt  kann  hier  nicht  weiter  angedeutet
werden.  Niemand,  der  kolonialen  Dingen  Aufmerksomkeit
  schenkt,  wird  die  Schrift  aber  unbefriedigt
aus  der  Hand  legen.

Friedrich  Sarre:  Reise  in  Kleinasien.  Sommer
1895.  Forschungen  zur  Seldjukischen  Kunst  und
Geographie  des  Landes.  Berlin  1896.  Dietrich
Reimer  (E.  Vohsen).

Dieses  ausgezeichnete  Werk  ist  das  Ergebniß
einer  Reise,  die  der  Verfasser  in  Begleitung  des
Dr.  med.  Osborne  im  Vilajet  Konia  ausgeführt
hat.  Die  Hälfte  des  starken  Bandes  enthält  vortreffliche,
  nach  Photographien  gezeichnete  Abbildungen
von  Land,  Leuten  und  Kunstwerken,  um  dem  Leser
das  Verständniß  der  Forschungen  des  Verfassers
über  die  frühtürkische  Architektur  zu  erleichtern.
Auch  wer  diesen  Studien  weniger  Interesse  zuwendet,
  wird  durch  das  Lesen  des.  Werkes  gefesselt
werden.  Schildert  es  doch  sehr  lebendig  Leben  und
Treiben  in  sehr  wenig  bekannten  Theilen  Kleinasiens,
welches  durch  die  deutschen  Bahnbauten  jetzt  öfters
als  je  zuvor  bei  uns  genannt  wird.

Oswald  Kunhardt:  Wanderjahre  eines  jungen
Hamburger  Kaufmanns.  Eine  Reise  um  die  Erde
in  1000  Tagen.  Mit  Abbildungen  und  Uebersichtskarten.
  Berlin  1897.  Dietrich  Reimer
(E.  Vohsen).

Der  Verfasser  schildert  zu  Nutz  und  Frommen
der  dentschen  Kaufleute,  aber  auch  zum  Vergnügen
aller  Gebildeten  in  dem  vorliegenden  stattlichen
Bande  seine  Reisen,  die  er  zu  geschäftlichen  Zwecken
Ende  Oktober  1893  angetreten  hat.  Er  ist  dabel
nach  Paraguay,  Panama,  Mexiko,  Kalifornien,  den
Südsee-Inseln,  Australien,  Südafrika  gelangt  und
        <pb n="871" />
        hat  mit  Fleiß  und  reger  Aufmerksamkeit  Alles  insich

  aufgenommen,  was  ihm  vor  die  Augen  gekommen
ist.  Das  Werk  ist  ein  rühmliches  Zeugniß  für  die
Tüchtigkeit,  welche  im  dentschen  Kaufmannsstand  vertreten
  ist.  Solange  in  ihm  derartiger  Unternehmungsgeist
  und  offener  Blick,  wie  sie  den  Verfasser
  auszeichnen,  die  Regel  sind,  wird  Deutschland
von  leinen  Wettbewerbern  nicht  so  bald  überflügelt
werden.

 

Heinrich  Renner:  Durch  Bosnien  und  die  Herzegowina
  kreuz  und  quer.  Mit  35  Vollbildern,
253  Abbildungen  im  Text  und  einer  Uebersichtskarte.
  Berlin  1896.  Dietrich  Reimer
(E.  Vohsen).

Bosnien  und  Herzegowina  sind  die  einzige
Kolonie  Oesterreich-Ungarns.  In  ähnlicher  Weise,
wie  es  Rußland  im  Kanukasus  und  Mittelasien  verstanden
  hat,  binnen  kurzer  Frist  halb  oder  ganz
barbarische,  durch  jahrhundertelange  Mißwirthschaft
  heruntergekommene  Gebiete  zu  cinvilisiren,  ist
es  dem  deutschen  Bruderstaat  geglückt,  hier  in  den
Balkanländern  eine  blühende  Provinz  zu  schaffen.
Die  Maßregeln,  die  er  dazu  angewendet,  die  Ergebnisse,
  welche  er  hier  auf  den  einzelnen  Gebieten
der  Volkswirthschaft  erzielt  hat,  verdienen  das
Interesse  jedes  Mannes,  der  kolonialen  Dingen
Aufmerksamkeit  schenkt.  Der  Verfasser  kennt  Bosnien
  wie  die  Herzegowina  seit  Jahren  und  hat  auch
die  Gebiete  durchstreift,  welche  selten  ein  Tourist  zu
sehen  bekommt.  Sein  Buch  zeichnet  sich  nicht  allein
durch  anschauliche  Erzählung  und  sehr  reichen
Bilderschmuck  aus,  sondern  auch  durch  einen  ganz
ungewöhnlich  niedrigen  Preis.  Der  prächtig  ausgestattete,
  481  Seiten  Lexikonformat  starke  Band
kostet  nämlich  nur  3  Mark.

Dr.  Bernhard  Schwarz:  Palästina.  Anschauliche
Schilderung  der  Stätten  biblischer  Geschichte  auf
Grund  eigener  wiederholter  Bereisung.  Leipzig.
F.  Hirt  &amp;amp;  Sohn.

Der  durch  eine  Reihe  von  Reiseschilderungen
bekannte  Verfasser  liefert  hier  eine  hübsch  ausgestattete
  anziehende  Schrift  über  die  für  jeden  Gebildeten
  interessanten  Gebiete  Palästinas,  die  Weihnachten
  besonders  willkommen  sein  dürfte.

A.  Niemann:  Die  photographische  Ausrüstung  des
Forschungsreisenden  mit  besonderer  Berücksichtigung
der  Tropen.  Mit  21  Figuren.  Berlin  1896.
Robert  Oppenheim.

Eine  für  jeden  Reisenden  dankenswerthe  Veröffentlichung.


Robert  Kraemer:  Mosquitia  und  die  Kolonie
Neu-Dortmund.  Dortmund  1896.  F.  W.  Ruhfus.
Die  kleine  Schrift  schildert  die  Erfahrungen
einiger  deutscher  Ansiedler  an  der  Mosgquitoküste  in
Honduras,  welche  dort  Pflanzungen  angelegt  haben

789

 

 

 

 

und  ihre  Erzeugnisse  nach  Nordamerika  ausführen.
Die  Mosquitoküste  wird  nicht  zum  ersten  Male  von
deutschen  Auswanderern  aufgesucht.  Ueber  die  Erfahrungen,
  welche  dort  in  den  vierziger  Jahren  von
deutschen  Auswanderern  gemacht  worden  sind,  giebt
die  Zimmermannsche  Oeschichte  der  preußischdeutschen
  Handelspolitik  (Oldenburg  und  Leipzig
1893.  Schulzesche  Hofbuchhandlung)  Auskunft.
Otto  E.  Ehlers:  Im  Osten  Asiens.  Mit  zahlreichen
  Illustrationen  und  zwei  Karten.  Dritte
Auflage.  Berlin  1896.  Allgemeiner  Verein
für  deutsche  Litteratur.

Gerade  ein  Jahr  nach  dem  Tage,  welcher  die
Kunde  von  dem  tragischen  Ende  des  Reisenden
brachte,  ist  der  vorliegende  Band  erschienen.  Wie
seine  Vorgänger  erfreut  er  den  Leser  durch  den
Humor  und  die  Lebendigkeit  der  Darstellung  und
wird  auch  dem  Publikum,  welches  sonst  derartigen
Dingen  fern  steht,  Interesse  für  die  geschilderten
fernen  Länder  abgewinnen.  Wäre  der  frühe  Tod
des  talentvollen  Verfassers  nicht  sowieso  tief  zu
bedauern,  so  würde  man  es  schon  bei  der  Lektüre
seiner  Schriften  thun,  da  die  Welt  dadurch  um  die
Fortsetzung  dieser  vortrefflichen  Schilderungen  gekommen
  ist.

O.  O.  Obrutschew:  Sibirische  Briefe,  eingeführt
von  R.  v.  Kügelgen.  Leipzig  1894.  Duncker
&amp;amp;  Humblot.

Das  ursprünglich  anonym  erschienene  Buch  ist
aus  Aufsätzen  in  der  deutschen  „Petersburger  Zeitung“
entstanden.  Der  Verfasser,  welcher  inzwischen  die

 

kürzlich  hier  erwähnte  Reise  in  China  ausgeführt

hat,  schildert  hier  Land,  Leute  und  Leben  in  der
großen  russischen  Kolonie,  welche  nach  langem  Stillstand
  jetzt  in  so  rascher  Entwickelung  begriffen  ist.
Wer  sich  von  Sibirien  ein  treues  Bild  machen  will,
kann  es  kaum  besser  als  durch  Lesen  der  vorliegenden
Schrift  erreichen.

 

C.  Hahn  (Professor  am  ersten  Gymnasium  zu
Tiflis):  Aus  dem  Kaukasus.  Reisen  und
Studien  1892.

Kaukasische  Reisen  und  Studien.  Neue  Beiträge
zur  Kenntniß  des  kaukasischen  Landes.  Leipzig
1896.  Duncker  &amp;amp;  Humblot.

Der  Kaukasus  wird  heute  so  häufig  besucht,  daß
man  ganz  vergessen  hat,  daß  er  noch  vor  wenigen
Jahrzehnten  ein  barbarisches  Land  war,  dessen
Kolonisation  eine  kaum  lösbare  Aufgabe  zu  sein
schien.  Die  Leistungen  der  russischen  Verwaltung
in  diesem  Gebiete  sind  ebenso  großartig  wie  die  in
Centralasien  und  legen  Zeugniß  von  ihrer  eigenartigen

  Begabung  für  Civilisirung  wilder  Stämme

ab.  Die  beiden  vorliegenden  Bücher  geben  eine
Fülle  interessanter  Beiträge  zur  Kenntniß  des
Kaukasusgebiets  und  mögen  daher  allen  Kolonialfreunden
  bestens  empfohlen  sein.
        <pb n="872" />
        —  790

Schiffsbewegungen.

(Die  Zeit  vor  dem  Orte  bedeutet  die  Ankunft,  hinter  dem  Orte  die  Abfahrt  des  Schisses.)

S.  M.  S.  „Bussard“  2/11.  Apia.  (Poststation:  Hofpostamt.)

S.  M.  S.  „Condor“  26/8.  Kapstadt.  —  28/11.  Port  Elisabeth  30/11.  —  2/12.  Port  Natal.  (Poststation:
  Kapstadt.)

S.  M.  S.  „Falke“  11/10.  Apia  5/11.  —  Rundreise.  (Poststation:  Hofpostamt.)

S.  M.  S.  „Habicht"  15/11.  St.  Vincent  (Kap  Verdes)  17/11.  —  22/11.  Freetown  29/11.  —  Monrovia.
  (Poststation:  Kamerun.)

S.  M.  S.  „Hyäne“  14/9.  Kamerun.  (Poststation:  Kamerun.)

S.  M.  Bamesseia  „Möwe“  11/9.  Sydney  24/11.  —  Deutsch-  Neu-  Guinea.  (Poststation:  Matupi.)

S.  M.  „Seeadler"  9/7.  Sansibar.  (Poststation:  Sansibar.)

S.  M.  S.  „Sperber“  Plymonth  14/11.—  17/11.  Brunsbüttel  18/11.—  18/11.  Kiel.  (Poststation:  Kiel.)

Ablösungstransport:
Dampfer  „Prinzregent  Luitpold“  des  Norddeutschen  Lloyd  mit  der  halben  Besatzug  für  S.  M.  Vermessungsschiff
  „Möwe“:
Heimreise-Sydney

  10/10.  —  1/12.  Bremerhaven.

DPerkehrs-Narchrichten.

Infolge  des  Arbeiterausstandes  hat  das  nach  Südwestafrika  am  30.  November  fällige  Schiff
„Marie  Woermann“  erst  am  9.  Dezember  von  Hamburg  abfahren  können.

In  Kap  Croß  und  Uhabis  (udwestaftlanisches  Schutzgebiet)  sind  Kaiserliche  Postagenturen

errichtet  worden.

Boftdampfschiffverbindungen  nach  den  deutschen  Schusgebleten.

 

 

 

 

Die  Absahrt  erfoltt  Ausschiffungshafen.  Briefe  müssen  aus
Nach  vom  Ein-  Dauer  Berlin  spätestens
schiffungshafen  au  folgenden  Tagen  der  Ueberfahrt  abgesandt  werden
Neapel  am  30.  Dez.,  20.  Jan.  Tanga  20  Tage  am  28.  Dezember,
(deutsche  Schiffe)  120  abds.  Dar-es-Saläm  21  Tages  1.,  18.,  29.  Januar
1.  Deutsch  ·  Ostajrita.  cers  P  am  7  31.  Januar  Sansibar  21  Tage  63  abds.
.  Narseile  am  ##  iches  Mts.  Sansibar  18  Tage  am  8.  ises  Monats
französische  Schisfe)  40  B  —  EL  E
2.  Zen  Südwestafrika.
deutsch-  armb  dwelasrita  Southampton  am  2,,  30.  Januar  Lubenheuch  27  Tage  am  1.,  29.  Januar
Ka  und  Givcon  wochentlich(#nglische  Schiffe  bioe  40  ums.  Swakopmund  31  Tage  11  vms.
bis  KRapstadt,  von  dori  weiter  Kapstadt,  dann  deut  ·

auf  dem  Landweg
a)  nach  Warmbad  alle  14  Tage,
b)  nach  Aeimanghoon  und  Gi  ·
beou  alle  3  Woͤch

3.  Ramerun.

/6  ee  R
Lio
I  cengr#si  r—

icher  Dpf.-  Leutwein"  #
Hamburg  am
(Odeutsches  Schisf)  nachts

Swakopmund  30  Tage

am
720  abds.

 

am  10.  jedes  Monats
nachts
am  23.  Dez.,  20.  Jan.

 

Kamerun  24  Tage
Kamerun  22  Tage

 

4.  Cogo-Gebiet
(Ueber  Liverpool  oder
Marseille  nur  auf  Verlangen
  des  Absenders)

b.  Deutsch-Neu-Guinea.

6.  Marsbau.  Insein.

l

 

am  10.  jedes  Mis.  nachts
Hamburg  am  20.  jedes  Mts.  *
(deutsche  Schiffe)

am  31.  Dezember  nachts
Liverpool  am  30.  L
(englische  Schiffe)  13.,  ar
N  Menats

Klein-Popo  20  Tage  B

Lome  31  Tage
Klein-Popo  5  Tage

Accra  age

von  da  ab  domsder  bindun

Zuitiah  35  T

n  da  ab  m.

am  10.  jedes  Monats
720  abds.

am  21.  Dez.,  18.  Jan.
15  ums.

am  10.  und  20.  jedes
Monats  sowie  am

31.  Dez.  720  abds

am  .  „Deeme
5.  Jan.  15  ums

 

 

 

 

 

 

arseille  am  25.  Abtnon  20  *  bh  jedes  Monats
(kKranzofische  Schiffe)  s  40  nachm.  n  da  ab  Eamworsennn  9/8  abends
Neapel  am  10.  Februar  Friedrich  Wilhelms=  am  18.  Dezember,
Ghemtsch  Schiffe)  abds.  hafen  45  Tage  8.,  12.  Februar
Brindisi  am  8  Den-  14.  Febr.  41  Tage  abds
ese  and)  E  E
am  *5  anuar  aluit  74  Tage  am  1.  Januar
#ert  ieh  7  1.  6  103  u
        <pb n="873" />
        791

Eintreffen  der  Post  aus  den  deutschen  Schutgebieten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

*  6  Landungs-=  Die  Post  ist  saui  Landungs-  Die  Post  ist  fälli
Von  hafen  !  in  Berlin  Von  hafen  in  bent  6
-  *

«  Neapel  1  gels  Jan,  Hamburg  ..  am  10.7  und  25.7
Deutsch-Ostafrikao  Brindisi.  sam  29.  B  5.  Jan.  Toogogebiet  .....  Matsetlle  jedes  Monats
Marseiile  ..  am  1.,  831.  Januar  arseiue  ·  am  16.  iebes  Monats
Deutsch-Hüdwestafrika  Plymouth..  am  15.  Dez.  12.  J  Jan.  Deutid-  Neu  ·  Guinea  Neapel.  m  am  6.  —i'

A  *j  d.  Monats  rrwrarruae  —e  4;5  6
Ramerun  .  .  .  .  .  ..  Lamburgp  ani  25*e  Marshall  -  Injeln  ...  Marseille  oder
iverpool.  .am  31.  Dezember,  Mitte  Februa
26  Januar  s  Barcelona  Februar
*  Fälligkeitstage  für  die  mit  deutschen  Schiffen  eintreffenden  Posten.
——  der  Woermann-Linie.
6  i  eise  6  6  Letzte  Nachrichten
Postd  ampfer  von  nach  bis  12.  Dezember  1896
„Adolph  Woermann“  Loango  Hamburg  am  7.  Dezember  in  Gabun.
„Aline  Woermann“  Hamburg  Ponta  Negra  am  12.  Dezember  in  Kamerun.
„Anna  Woermann“  Hamburg  herbro  am  5.  Dezember  in  Bissao
rl  Woermann“  Kotonon  D.  Hamburg  am  9.  Dezember  in  ccra.
„Eduard  Bohlen“,  «  Hamburg  Congo  am  6.  Dezember  Alissingen  hassirt
„Ella  Woermann“  Sherbro  "1  Hamburg  am  4.  Dezember  in  Las  Palma
„Gertrud  Woermann“  Ponta  Negra  Hamburg  am  10.  Dezember  in  Las  Lona.
„Gretchen  Bohlen“  Hamburg  Kotonon  am  9.  Dezember  in  Conakry.
„Hedwig  Muensanne  Kotonon  Hamburg  am  5.  Dezember  in  Hamburg.
„Jeannette  Woermann“.  Hamburg  Loanda  am  30.  November  in  Accra.
„Kurt  Woermann“  .  oanda  «  Hamburg  am  6.  Dezember  in  Las  Palmas.
„Lothar  Bohlen“  Swakopmund  Hamburg  am  2.  November  in  Hamburg.
„Lulu  Bohlen"“  mburg  Ponta  Negra  laden
„Marie  Woermann“.  Hamburg  b  Lüderitzbucht  am  r  Dezember  Dover  Hassirt.
ar  Bohlen“  .  Lüderitzbucht  Hamburg  am  9.  Dezember  in  Lagos
rofessoo  **  herbro  b  Hamburg  am  5.  Dezember  in  Hamburg.
ses  Hamburg  l  Loanda  am  11.  Dezember  ab  Hamburg.
„Alida"  Hamburg  1  Sherbro  am  3.  Dezember  in  Tanger.
Schifsbewegungen!  der  Deutschen  ——  ##b-Obafrita
..  Reise  Lete  Nachrichten
Neichspostdampser  von  :  nach  bis  12.  Dezember  1896
„Kaiser“,  .  .  Durban  Hamburg  am  10.  Dezember  an  Marseille.
„Kanzler“  ..  Hamburg  Durban  m  11.  Dezember  an  Durban.
„  .  Hamburg  Durban  am  8.  Dezember  an  Dar-zes-Saläm.
„Reichstag“.  Durban  Hamburg  am  10.  Dezember  ab  Sansibar.
„Admiral“  Durban  Hamburg  am  9.  Dezember  ab  Lissabon.
„General“  z.  Zt.  in  Hamburg.  «
»Zekzog«  z.  It.  in  Hamburg.
„König“  amburg  Durban  am  9.  Dezember  ab  Lissabon.
4  Der  heutigen  Nummer  liegt  ein  Prospekt  von  Christofle  &amp;amp;  Cic.,  Fabrik-Niederlage  in  Berlin  W.,
Friedrichstr.  78  (Ecke  Französischestraße),  betrefsend  Christofle-Bestecke  in  Etuis  und  Chrtstofle-.

Besteckkästen,  bei,  den  wir  geneigter  Beachtung  bestens  empfehlen.

——

Die  Expedition.
        <pb n="874" />
        Anzeigen.

 

Inserate  (ũr  die  dreigespaltene  Petitzeile  oder  deren  Raum  25  Pieunig)  sind  an  die  Vertriebsleilung,  Berlin  SW  12,  Kochstraße  68—71.
einz  .

uscnbcn

 

Bekanntmachung.

In  der  Nachlaßsache  des  Händler?
J.  E.  Smith,  gestorben  am  22.  Oktober
  1894  auf  der  Lord  Oowe-Grupve,
wird  der  auf  den  10.  Mai  1897  vormittags
  y  Uhr  anberaumte,  im  Wege
des  Aufgebots  bereils  bekannt  gegebene
Termin  ausgehoben  und  auf  den

10.  Juni  1897  vormittags

9  Uhr

im  Gerichtsgebäude  in  Herbertshöh
angesetzt.

Herbertohöh,  den  18.  Oktbr.18986.
Der  Kaiserliche  Richter  des
Schutggebietes  der  Neu-Gninea=Kompagnic.


(l.  S.)  Hahl.  (z

Stellung

in  einer  deutschen  Kolonie  sucht  zum
Frühjahr  1897  ein  gebildeter  junger
Gärtuer,  der  in  allen  Zweigen  des
Gartenbaues  theoretisch  und  praktisch
auogebildet  und  mit  Buchführung  und
landwirthschaftlichem  Betriebe  vertraut
ist.  Der  Suchende  ist  24  Jahre  alt
und  Soldat  gewesen.

Offerten  erbittet  B.  Radtke  in
Hannover,  Welfenplatz  12.  (uie

Pumpernickel

(westllllisches  Schwarzbrot),
garantirt  haltbar,  auch  in  den  Tropen,
versendet  die  Qun)
Inmmer  Brotinbrik.  Ilumm.  Westl.

11
Ed.  Seiler,

Pianoforte-Fabrik.
.  m.  b.  H.
Liegnitz.

Flügel  u.  Pianinos

I.  Güte.
Besondere  Bauart  für  jeckes

 

 

 

  

Prlmlirt  auL#  ullen  grossen
Ausstellungen.

21  000  Stück  gefertigt.
Niederlage:
Berlin  W.,  Courbièrestr.  S.

 

 

     

 

Nachruf.

Am  14.  d.  Mts.  verstarb  hierselbst  nach  langem,  mit  Geduld  ertragenen
  Leiden  an  Leberentzündung  der  Kaiserliche  Gouvernementosekrelär

Berr  Rudolf  Bock.

Er  gehörte  dem  hiesigen  Dienste  über  fünf  Jahre  als  ein  pflichttreuer
  Beamter  an,  der  es  verstand,  sich  überall  Freunde  zu  erwerben.
Sein  Andenken  wird  von  den  Deutschen  der  Kolonie,  die  ihm  näher  getreien
  sind,  steto  in  Ehren  gehalten  werden.

Dar-es-Saläm,  den  16.  November  1896.
Der  Kaiserliche  Gonverneur.  J.  V.:

     

R.  v.  Bennigsen.

Eine  imferessante

NMoomiafzeifung

welche  —  obwohl  unabhängig  nach  jeder  Seite  die  Förderung
  der  deutschen  Holonieen  und  Kolonialbestrebungen  auf
ihre  Fahne  geschrieben  hat,  erscheint  unter  dem  Titel:

Deutsche  Nachrichten

in  dem  unterzeichneten  Derlage.  Das  Blatt  steht  im  zweiten
Jahrgange,  erscheint  in  einer  ca.  30  uartseiten  starken
Lut  illustrirten  Mummer  an  jedem  Donnerstag.

Der  reiche  Inhalt  der  sich  bereits  im  Inlande  und  besonders
  im  Auslande  zahlreicher  Abonnenten  erfreuenden
„Deutschen  Tlachrichten“  setzt  sich  zusammen  aus:  Allem
Wichtigen  der  Woche  über  Holitik,  Kolonialem.  Wissenschaftlichem,
  dem  Wissenswerthen  auf  allen  Gebieten;  das  Blatt
bringt  Nachrichten  aus  den  Koloniern,  von  den  deutschen  im
Auslande,  ferner  burze  interessante  Erzählungen,  humoresken
und  feine  aktuelle  Illustrationen.

ljecder  Kolonializcund
jeder  Deutsche  im  In-  und  Auslande

wird  gebeten,  eine  Probe-Unmmer  von  uns  zu  verlangen,
  um  sich  über  das  Gebotene  zu  informiren.  Wir
senden  solche  Hrobe-Aummern  Jedermann  mit  Vergnügen
kosten-  und  portofrei  sofort  zu.  4  ·
Wegenihrer-weitenVckbkcttnugnnUnslandcjmddze
»DculschcnNachrichten«auleeinausgezeichnete-Organfnr
Erportanzeigen.Mit-bittendasBlatteinmalanzusehen.
-
gerlin.  Der  Perlag  der  „Deutschen  Machrichten“
Etarlelienburs  Ueue  Berliner  Perlags-Anfaalt
Aug.  Krebe.
        <pb n="875" />
        —  793  —

Deutsche  5Seitung

Unabhängiges  Tageblatt  für  nationale  Politik

mit  täglicher  Unterhaltungsbeilage

Rundschau.

Herausgeber:  Dr.  Friedrich  Lange.
5  Mark  8  vierteljährlich  #  5  Mark

bei  allen  Postanstalten.

(ul)

IAlllen  Kolonialfreunden  empfohlen  als  bewährter,  völlig  unabhängiger
Anwalt  aller  kolonialen  Interessen  in  rücksichtsloser  Vertretung  des
Deutschthums  und  wegen  anerkannt  zuverlässiger  Berichterstattung

uaus  den  Kolonien.

Geschüftsstelle:  Berlin  SW.,  Friedrichstrasse  240  /141.

 

Probenummern  unentgeltlich  und  postfrei.- 



 

 

LUGKERIN

Omal  süsser  als  Zucker.

Rein  Süsser  Ceschmuck,  da  ubsolut  frei  von  der
zuuer  schmeckenden  D’arnsuliaminbenzoösäurec.  Wesgentlich
Dilliger  uals  Jucker,  unrergährbar,  konserrirend;  daher
lür  heisses  Klimn  besonders  wichtig.

1  Cadrns-  bes..  Getz#in#n#  -  A#nddestle

-orzrtonten  geeionet.

Lrhältlich  durch  den  Grossdrogenhandel  und  dic  hbekunnten
  Exporthäuser  in  llamburg  und  Bremen.  I’rohen
und  Prospekte  durch

Chemische  Fabrik  von  Heyden,
Radebeul-Dresden.

(lob)

 

 

 

 

Ed.  Sprenger,  Berlin  SW.  3,

Werkstätten  für  mathematische  und  optische  Instrumente.
Ausristungen  für  Forschungsreisende  nuch  Prof.  Dr.  Frhr.
v.  Danckelman.  Aufnuhme-Apparnate,  Instrumente  für  Ortsbestimmungen,
  Höhenbarometer,  Hypsometer,  Fernrohre  etc.

 

TuILINche  Kupponfabr

Ig.  Stein  senior,
Wien  I,  Adlergasse  4  (Austrin).
Fabrikation  sämmtlicher
Sorten  Fez
urkish  caps)  für  den  Orient.  Bri-(isch-
  u.  IHolländisch-  Indien,  ganz

Alrika.  (107)

Praunschweiger  Wurstund



Fleiehwaaren-Pabrir
Denecke  &amp;amp;  Himmel

Ilollieferanten,  (20)
Braunschweig,
liesern  Fleischwaaren  für  Eaport.
nuch  allen  Zonen  der  Erde.

onen  ler
74/  (’onrers.-  Lekikon,
Brockhaus  16  fust  neue  llalbfranzhände,
  1895,  Antt  160,—  nur
0,  bei  Kruger  &amp;amp;  Co.,  Leipzig.
Bücher-Anknul  und  Verkuns  au
Unstigen  Bedingungen.
Kutulog  wohlfeller  (elegenheltskünte  gratis.
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        794

 

äter,  Mütter,  Onkel,  Tunten,  Brüder,  Schwestern,  Anverwandte,  deren  Kinder,
Neffen,  Nichten,  Geschwister,  Freunde,  Bekannte  oder  Verwuandte  im

Auslande

weilen,  machen  ibren  Lieben  daselbst  die  schönste  Weihnachtsfreude  durch  ein
Weihnachts-Abonnemeent  auf

 

R  □
DAS  ECHO  1
r*iie  r7  —
a  Wochenschrift  für  Politik,  Litteratur,  Kunst  und  Wissenschaft  09
3  Stimmen  aus  allen  Parteien  3
*  Organ  der  Deutschen  im  Auslande.  r*

Das  Erbor  bringt  allwöchentlich  in  Das  Echo  bringt  in  dier  Rubrik  Wer  fern  der  Ueimnt  u.  in  überumerhaltender
  Form  Be-  Hande!  eine  Gesam  secischen  L#ändern  Fühlung
richte  politischen,  wirtschaftl.  Wochenübeisicht  des  %  mit  dem  alten  Vaterlande  sucht  —

Wwissenschaftl.  und  gesellschaftl.  In-  Geld-  und  Wuremnurktes  un  mil.  7r.—
halts  über  alle  Vorz  zänge.  welche  interess.  PFrgen  vom  Weltmarkte.  Wor;  überhn  n  kurz  und.
sich  in  Deutschlund  und  zun  Aus-  D  L  bringt  ein  fachmũnn.  gelmel!  ron  enm-  t  e  der  Weltlande
  abspielen.  dß  6  0  u  und  illustr.  „In-  begebenheiten  anteineInen  will  —

„  „  Austrielles  Eelos,  Velches  aber  »
DasEclIo;:....k-:I"»..«;:::««:i:«:iii-!itxklsusckkkkssszsEssxsps
interessumtesten  Stimmen  aller  Neuerungen  nut  6  Gchiete  der  politisehe  itnes  5z„  lesen  ".
Parteien  zu  Worte  kommen.  Technik  u.  Industrie  unterrichter.  DP  ·

Das  Echo  bringt  wöchentlich  eine  Wer  Weeits  zaur  dem  lande

!s—iie  in  jeder  d.  wichtigsten  Er-  nehen  einem

Das  Lcho  g#  bis  zwei

—“  Me  etten,  Erühlungen
  u.  s.  w.  uus  der  Feder
bewährter,  zeigenöesischer  Sehriftstellcr.


Auch  ein  hübsches

mundels

P-  P.

auch  dio  Frage:  Was  sollen  wir  schenken!  Geschenke.  welche
von  llerzon  kommon,  sollen  eine  andauornde  Freude  binterlassen.
Dies  ist  zweilellos  zu
lande  ein  viertel-,  halb-  oder  ganzjähriges  Abonnement  auf  .  Das
Echo'“  zu  Weihnachten  schonken.  Um  dies  zu  ermöglichen,  werden
wir  einen  ypographisch  hübsch  ausgestlattoten  Gutschein  herstellon
  lassen,  welcher  einfach  auf  den  Weihnachtstisch  gelogt.
oder  dem  Hetrellenden  übersandt  wird.  Dieser  Gutschein  wird
den  gueiehen  veeichneten  Wortlant  habeon.

n  Einsendung  von  1.50  Mark.  9.—  Mark  oder  18.—  Mark
Echt.  Ieen  sosort  der  Orieinet-Eurencin  zu,  und  beginnen  wir
schon  von  Weihnachten  1890  „  regelmässig  frankiorlen
Zusendung  an  die  uns  hoe  Adressalen.  Mit  der  Versendung
  hut  der  Besteller  ulvo  nichts  zu  thun.  Hieselbe  wird  von
uns  Dis  Schlouss  des  Abonnements  solort  nach  Erscheinen  oiner
Jeden  Echo-Nummer  punktlich  besorgt.  Das  Echo  ist  das  Leibblatt
aller  Deutschen  im  Auslande.  Durch  Annahme  unseres  Vosschlages
machen  Sie  nicht  nur  sich  selbst  ein  Verguügen,  sondern  auch
dem  Beschenkten  eine  grosse  Freude.

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Hochachtungsvoll

J.  IU.  Schorer,
Gesellschaft  mit  beschrönktor  Ialtung.
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Wissenseh.  und  monatl  regelm.  die
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Geschenk  für  jeden  Gebildeten  im  Inlande.

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Woinnachten.  das  Fest  der  Feste.  rilckt  immer  nüher  und  dumit

papler  kedruek  t,  v

 

kleinen  einer  ergänzender

  en  M.  bedar.
te  die  im  15.  Jahre-.
Der  —  Wochenschrift

„Dus  Echos

Weihnacht  1896“
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von  Weihnachted  1896  bls  30.  Juni  1897  .  .  .  zu  Mk.
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J.  Tippelskirch  &amp;amp;  (0..

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Spezial-Geschäft  für  Eropen-Ausrüstungen,
empfehlen  sich  inobesondere  zur  Beschaffung  perfsönlicher  Ausrüstungen
aller  Art,  für  Schiffsreisen  und  dauernden  Aufenthalt  in  überseeischen
  Ländern  sowie  zur  Lieferung  aller  für  Expedition  und

Jagdausflüge  in  Betracht  kommenden  Artikel.

Sachgemaße  Zusammenstellungen  auf  Grund  persönlicher  Erfahrungen  und
nach  dem  Urtheil  bekannter  Forschungoreisenden  werden  auf  Wunsch  gern
angefertigt  und  dazu  Angaben  über  Ziel,  Zweck  und  ungefähre  Dauer  der

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gewährleisten  und  aul  allen  5  Erdtheilen  mit  bestem
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Betriebskraft  zu  Ent-  und  Bewisserungen  —  zu  Wasserversorgungen
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Fried.  Filler,  lamburg,  Maschinentabrik.

Inhaber  der  krossen  goldenen  Stantsmeadullle  und  der  grossen
Foldenen  ungurischen  Ausstellungsmedaullle.

 

 

 

 

Auszug  nus  dem  „„Jahr-  und  Auskunftsbuch  der  #relen  und  lansestueit
  Iamburg  18991.•..

Dauernde  Export-Ausstellung

der  Lebensmittel-Industriec.
Inh.  Harder  &amp;amp;  de  Voss,  Export-Agentur-Geschäft,
Hamburg,  36/38  Gr.  Burstah  36/38.

Nur  eine  landelsmetropole  wie  IIlamburg  konnte  dus  Bedürfniss
nach  einem  Institut  herrorrulen,  in  welchem  dem  Besncher  die  Ur-Zengnissc
  von  über  100  verschiedenen  Fabriken  der  Getränke-  und
Jnhrungsmittel-Industrie  in  allen  Verpackungen,  Spezinlitüten  und
verschiedenen  Qunlitäten,  aufs  Uchersichtlichste  geordnet.  vorgeführt.
werden.

Der  Grundgedunke  des  ganzen  Unternehmens  ist.  die  einzelnen
ausgestellten  Artikel  in  allen  Preislagen  vorzuführen,  den  verschic
denen  transatlantischen  Ländern  bentspretheng.  somit  die  Lebensmittelbranche
  nach  Möglichkeit  erschopfend,  soweit  solche  den  EAport,
betrifkt.

Die  Ausstellung  unterscheidet  sich  also  von  öllentlichen  Ausstellungen
  vornehmlich  dadurch,  duss  alle  ausgestellten  Artikcl
eortfühig  nulemacht  sind.  dieselb#  #ine  dunernde  ist  und  alle  für
den  Lport  in  Frage  kommenden  Neuheiten  nuch  AMlöôglichkeit  uufweist.

Die  grosse  Reihe  von  Firmen  ersten  Ranges,  welche  zur  Ausstellung
gelangten  und  im  Auslande  sich  wesentliche  Absalzgebiete  eroberten,  blirgen
dem  Käufer  lUr  die  Konkurrenzihigkeit  der  Fabrikate  im  Weltmarhte.  Preislisten
  in  fünf  Sprachen.

Für  die  vorübergebend  in  Hamburg  weilenden  Korrespondenten  Hamburger
Exportlirmen,  welche  Lebensmittel  importiren,  dlirfte  die  Ausstellung  von
ganz  besonderem  iInteresse  sei

)as  „IIumburger  P’remdenblatt-  vom  16.  Aai  1891  schreibt:  ln
den  Kreisen  der  Exporteurc  lindet  die  Ausstellung  die  höchste
Anerkennung.- 



 

 

 

 

 

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Verlahsbuchhandl#eng.  SS- 



....  —

Die  Kolonialpolitik  Porfugals  und  Spaniens

Mit  einer  Karte  in  Steindruck:  Uebersicht  des  portugiesischen  und  spanischen  Kolonialbesitzes  gegen  Mitte

nahme  die  Thulann  und  Erfahrungen  der  großen  Kolouialmächte  schildert  und  den  Schwerpunkt  auf  die
verschiedene  Gntwickelung  der  kolonialen  Politik  in  den  erinzelnen  Staaten  legt.  Zum  ersten  Male  wird
in  obigem  Werfe  ber,  Versuch  gemacht,  ein  solches  zu  b
er

Nähe  zu  e  Guueyenhee  hatte  und  durch  wiederholte  Reisen  und  langjährige  Studien  mit  den  Verolonialen

  Dingen  beschäftigten  Personen  ein  Handbuch  liefern  und  dem  großen  Publikum  ein
klares  Urtheil  über  das  Wesen  und  die  Bedingungen  der  Kolonien,  an  der  Hand  der  Geschichte,  bieten.
Das  Werk  soll  daher  eine  allgemeine  Geschichte  der  europäischen  Kolonialpolitik  sein.  Es  forscht  den  Ursachen
nach,  aus  denen  die  einzelnen  Staaten  zu  einer  solchen  genöthigt  wurden,  und  schildert  die  verschiedene  Art,
in  welcher  sie  diese  Aufgabe  erfaßt  und  durchgeführt  haben.  An  die  Geschichte  der  Gru#dung  und  Entwickelung
begünstigt  oder  gehemmt  haben.  Der  Verfasser  legt  ein  Hauptgewicht  auf  eine  übersichtliche  Darstellung

Verwaltung  und  Gesetzgebung.
or

Einrichtungen  und  Thaten  dieser  beiden  Völker  auch  für  die  Gegenwart,  bei  allem  Wechsel  der  Zeiten,

daraus  in  vielerlei  Hinsicht  mit  Sicherheit  zu  entnehmen,  wie  ein  kolonisirender  Staat  nicht  vor-D


Kolonialpolitik  darstellen  wird,  will  dagegen  zeigen,  unter  welchen  Voraussetzungen  und  Bemuß,

  welches  wirklich  lebensfähige  überseeische  Tochterstaaten  heranziehen  will.  Der  die  holländische
Kolonialpolitik  behandelnde  dritte  Band  wird  die  Ergänzung  dazu  liefern.  Die  Geschichte  der
französischen  Kolonialpolitik  1  ihr  Hauptinteresse  in  der  Darstellung  der  Schwierigkeiten  haben,
welchen  gute  Gedanken  bei  der  Ausführung  durch  schlechte  Organe  und  in  einer  unselbständigen,  der

kolonialen  Versuche  bis  zur  Gegenwart  bilden.

Soeben  erschien:

Die

Uropäischen  Rolonien.

 

Schilderung
ihrer  Entstehung,  Einrichtung,  Erfolge  und  Aussichten
von
Dr.  Alfred  Zimmermann.

"-Erster

  Band:

in  ihrer  Entwickelung  von  den  Anfängen  bis  zur  Gegenwart  dargestellt.

des  16.  Jahrhunderts.
—cPreis  geheftet  Mk.  10,—,  in  Originalband  Mk.  11,  50.  ——

Noch  fehlte  cs  an  einem  übersichtlichen  Buche,  welches  ohne  vorgefaßte  Meinung  und  Parteib,

  der  die  Entwickelung  der  Sebicher  ke.  veriihen  Politik  von  deren  Anfang  her  in  der

nissen  auch  der  fremdländischen  Kolonien  sich  vertraut  gemacht  hatie,  will  in  seinem  Werke  allen  mit

Kolonien  selbst  schließt  sich  daher  eine  Darlegung  aller  der  Gründe,  die  das  Gedeihen  der  Kolonien
dje  nach  den  nationalen  Eigenschaften  und  Zielpunkten  der  einzelnen  Staaten  sehr  verschiedenartigen

nd  Spaniens  Kolonialpolitik  sind  als  Gegenstand  des  ersten  Bandes  gewählt
den,  weil  diese  Staaten  die  Bahnbrecher  auf  kolonialem  Gebiete  gewesen  sind,  und  eine  Frtuß  der

chauungen  und  Kenntnisse  im  Laufe  der  Jahrhunderte,  in  hohem  Maße  lehrreich  ist.  Zum  mindesten  ist

en  soll.
zweite  Band,  welcher  im  nächsten  Jahre  erscheinen  und  die  Entwickelung  der  englischen

igungen  eine  Kolonie  am  besten  zur  Blüthe  kommt  und  von  welchem  Geist  ein  Volk  beseelt  sein

bstaufopferung  entbehrenden  Nation  begegnen.  Den  Abschluß  wird  die  Schilderung  der  deutschen

Dal  Werk  ist  durch  alle  Buchhandlungen  des  In=  und  Auslandes
beziehen.  Gegen  Einsendung  des  Betrages  auch  Fortofrei  von  der
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der  rierjährigen  Nordpol-Expedition  Nansens
mitgeführt  und  zur  Zufriedenheit  aller  Theilnehmer
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nach  den  der  botanischen  Centralstelle  in  Berlin  gemachten  Mittheilungen  als  für  den  Anbnu  in  den  Tropen
FEeelgnet  erwiesen  haben.  —  Da  die  botanische  Centralstelle  nur  für  elnmalige  Versuche  im  Kleinen  Gemüse---Samen
  liekert,  so  offerire  ich  für  grösseren  Bedarf  gegen  fr.  Einsendung  von  Murk  12,—  franco  aller  deutschen
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Litter.  Centralblatt  1896,  Nr.  3  vom  18.  Januar:  Mit  nie  auch  einen  Augenhlick  ermüdendem  Interesse
hat  rlenent  die  Lektüre  deo  Buches  beendet.  v.  Bülow  hat  in  der  Art  seiner  Schreibweise  entschieden  das  Richtige
gerrossen

Der  Verfasser  befleißigt  sich  außerdem  einer  nicht  genug  anzuerkennenden  Sachlichkeit  und  peinlichen  Genauigkeit
in  der  Wiedergabe  geschilderter  Ereignisse.  Schreiber  dieses,  der  manche  der  im  Buche  wiedergegebenen  Episoden  mit
durchmachte,  wußte  in  der  Schilderung  keines  einzelnen  Falles  auch  nur  das  Geringste  zu  ändeen

Wir  möchten  dem  Laien  sowohl  als  dem  Fachmann  das  Buch  als  ein  ebenso  interessantes  wie  nützliches  aus

 

 

  

Herz  legen  und  eo  allen  Lesern  auso  Wärmste  empfehlen.
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No.  51.  Marletta  Handurbeit,  .  »«.  „  175.—  „

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Blattes  nicht  theilen,  die  Gewähr  einer  zutreffenden,  anzichen
den  Darstellung  aller  Zeit-Ercignissc  und  eincs  übersichtlichen
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VV######V

 

red.  von  Losser,  Mein  ker  u.  s  Bd.  1—10.
Deutsche  Kolonialzeitung,  1881-—  ona.  (Statt.  —  )  nur  18,  88—90  upart
100.  In  neust.  roich  illustr.  Auflage  licforn  eleg.  gebd.  und  wie  nou:
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Ankaur.  Antiqunriats-  Katalog  gra!  Krüger  &amp;amp;  Co.,  Leipzi  **“  W“

 

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800

 
 

 

 

ALTONA

Kamwgc.
PFunnernzonss  No.  2.

 

 

F.  H.  S8RMIOT

ARCHITEKT  uND  Bau0nzanzmi#g.

Danranoasl,  IOLEBEARBEITONGS.  UND  PARqUET.  FUSSBODEN  -  FAaBR
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  wollen,  bitte  um  Aufgabe  ihrer
esse.  leitung  zum  Semmeln
und  Präpariren  wird  gegeben.

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Iür  Löwen,  Tiger,
Woölle  und  WIldschweine.


R.  Webers
wr.  Patent-Selbstschuss
(D.  R.P.  No.49  125).

    
    

 

 

 

 

 

Epfehlenswerthe  Werke  der  deutschen  und  ausländischen  Iitteratur.

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südwestafrikanisch  Selsssuan
Geh.  Preis  .#¾  3,60.  (ia)

Verlag  von  Hermaenn  Peters,
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28

 

 

    

u.  Sohele,  Frhr.,  Ueber  die  Organi-Keioa
  der  Kaiseriichenm  Schutstruppe

eb.  in  Deutsch-Ostafrika  u.  die  kriegefischen
  Hr#a  daselbst  wäh-“
  5  Pt.

ebre  1898/94.  76  P
E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,
8Wu.

rend  dor
Vorlag  roꝝ

Briemnarken-415½„
l.  deutsch.,  eng,  franz.,  ital.
u.  Span.  Sprache  a.
ed.  7  ou07

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6.  F.  A  eipaig.
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Berliner  Erport-Tafel-Weißbier,

in  den  Tropen  mit  Erfolg  eingeführt,  von  den  verehrlichen  Messeverwaltungen
in  den  deutschen  Kolonien  seit  Längerem  ständig  bezogen,  dort  sehr  beliebt,  Jahre
lang  haltbar,  nur  aus  bestem  Malz  und  Hopfen  hergejtellt.  Das  Vier  ist  sehr
erfrischend  und  sehr  bekömmlich,  auch  von  den  Herren  Aerzten  der  deutschen

Schuzzrupg  empfohlen.
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Mit  näheren  Angeboten  steht  auf  Wunsch  gern  zu  Diensten
Berliner  Weißbierbrauerei  und  Malzfabrik
Albert  Bier,
Berlin,  Stralauerstraße  3—6.  Begründet  1792.
Für  Deutsch-Ostafrika,  Sealiban  und  Madagaskar  hat  die  Deutsch-Ostafrikanische
Gesellschaft  den  Alleinverkauf.
Alleinige  Vertreter  für  den  sonstigen  Export:
Harder  &amp;amp;  de  Voß,  Hamburg,  Gr.  Burstah  36—38.

(73)

Brauerei  zum  Pschorr,  München.
G.  Pschonh.
Hof  sieferant  Sr.  Haj.  des  Deutschen  Kaisers.
Hoflieferant  Sr.  Maj.  des  Kaisers  von  Oesterreich.
allen  überseeischen  Löndern

Alleinige  Depositäre  für  Export:
Paul  Ed.  Mölting  &amp;amp;  Co.,  Hamburg.

Ordres  durch  europäische  Erporthbäuser  erdbeten.

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Graründet  im  Jahre  1450.  5

 

 

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Johannes  Ed.  Zepp,  hamburg,  Jepp  N  Co.,  Münchrn,

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lafelgetränk  Sr.  Durchl.  des  Pürsten  Bismarck
Kaullich  in  Mincralwasserhandlung.,  Apoth,  Hôtels  etc.

 
 

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Neuhaldensleben,  empf.  der  Vertreter

Julius  Schrader,  Hamburg,

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Deutsche  Koloninl  -  Zeitung  1878,
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Drucksnchen  kostenfrei.  (3)

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von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;„  Sohn,
Verlin  SW.,  Kochstr.  68—71.

Handbuch
Aufnakmefremder  Spracken.

Im  Auftrage  der  Kolonial-Abtheilung
des  Auswärtigen  Amts
verfaßt  von
Georg  von  der  Gabelentz.
Preis  geb.  4  Mk.
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WOERMANN-LINIEZ.

Am  20.  Dezbr.;  P.D.  „Hedwig  Weoermann“,  Capt.  Henneberg,
nach  Conakry,  Monrovia,  der  Goldküste,  Togo,  Whydah  und  Kotonou.
Am  31.  Dezember:  P.  D.  „Kurt  Woermann“,  Capt.  Fastert,
nach  Teneriffe,  Las  Palmas,  Gorée,  Liberia  und  den  Halen  der  Südwestküste  Alrikas
von  Landana  bis  Loanda.

Am  10.  Januar:  P.  D.  „Lothar  Bohlen“,  Capt.  Jarck,
nach  Madeira,  Klein-Popo,  Lagos,  Kamerun,  Fernando  Poco  und  den  Hälen  der  Südwestküste
  Afrikas  bis  Ponta  Negra.

Am  15.  Januar:  P.  D.  „Ella  Woermann“,  Capt.  Rieck,
via  Antwerpen  nach  Marocco,  den  Canar.  Inseln,  Gorée,  Dakar,  Ruflsque,  Sierra
Leone  und  Sherbro.
+46%%  Gdier  m#sen  ##  Tage  vor  dem  4b50and#  5bi  12  Uhr  mitftags  Mdnssette  sein.

Nüheres  wegen  Fracht  und  Passage  ertheilt  in  Hamburg  die  *4*  "  12
Woermann-Linie,  gr.  Reichenstr.  27.

Demsche  Ost-  Afrilka-  Linie.

Vermehrte  Fahrten.  Dreiwöchentlicher  Betrieb.
Regelmässige  Postdampfer  -  Verbindung
unter  Vertrag  mit  dem  Deutschen  Reiche

Zwischen

Hamburg,  Ostafrika  und  Transvaal

Amsterdam,  Lissabon  und  Neapel  anlaufend.

 

 

 

Die  nüchsten  fahrplanmässigen  Expeditionen  finden  statt:  uhb  Hnmburg  ab  Neapel
E.  P.  D.  „GCENERAL“,  Capt.  Ganue  16.  Dezember,  30.  Dezember,
R.  F.  D.  „HER2ZOG“  (Doppelschrauben),  Capt.  v.  Issendorfl,  6.  Januar,  20.  Junuar,
E.  P.  D.  „ApMIRAL“,  Capt.  West  27.  Junuar,  10.  Februnr,
R.  P.  D.  „REICHSTAG‘  Capt.  Weisskeann  17.  Februar,  3.  Mürz,

nach  Tanga,  Dar-es-Saläm,  Sansibar,  Mozambique,  Beira,  Delagoa-Bai  und  Natal.
Diese  Dampfer  nehmen  auch  Passagiere  und  Waaren  nach
Pangani,  Saadani,  Bagamoyo,  Kilwa,  Lindi,  Mikindani,  Ibo,  Quelimane,  Chinde,
Inhambane,  Mombassa  und  Lamu.

Ferner  regelmässig  alle  sechs  Wochen  Postdampfer  ums  Kap  der  Jicten  Honneng
direkt  nach  D'rban,  Delagoc-Bat,  Me##nga,  Nossi  Bé.
——TNaächste  Expedition:  P.  D.  „KAISER“,  Capt.  Stahl,  31.  Januur  1897.—
Die  Dampfer  Raben  vborzugliche  Einzchtengen  ###  Eessagtere  in  cten  Klassen.

Ferner  zwischen  Ostafrika  und  Bombay  regelmässig  alle  drei  Wochen  im  Anschluss
an  die  Hauptdampfer.
Näheres  ertheilt  in  Hamburg:  El*
wegen  Passage  die  Hamburg-Amerikanische  Packetfahrt-Aktien-Gesellschaft,
sowie  wegen  Fracht  und  Passage  die

Deutsche  Ost-Afrika-  Linie,
Gr.  Reichenstrasse  25/27.

Dieser  Nummer  liegt  das  4.  Heft  nebst  Inhaltsverzeichniß  des  IX.  Vandes  der  „Mittheilungen
von  Forschungsreisenden  und  Gelehrten  aus  den  deutschen  Schutzgebicten“  bei.

 

 

 

Verantwortlicher  Nedalteur  für  den  nichtamtlichen  Theil.  O.  Mertinat,  Verlin.
Druck  und  Verlag  der  Königlichen  Hofbuchbandlung  und  Hofbuchdruckerei  von  E.  S.  Mittler  &amp;amp;  Sohn,  Berlin  SW  12,  Kochstraße  68—71.
Ausgegeben  am  15.  Dezember  1896  um  6  Uhr  nachmittags.
Hierzu  als  Beilage  das  Inhaltsverzeichniß  des  Kolonialblattes  1896.
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